BERLIN Dienstag 19. November 1929 10 Pf. 544 = Der Abend™ Erfdeinttagli außer Ssantes& Zugleich Abendausgabe des Vorwärts". Bezugspreis beide Ausgaben 85 Vf. pro Woche, 3,60 M. pro Monat. . Redaktion und Erpedition; Berlin SW68, Lindenstr. 3 Spalausgabe des„ Vorwärts" B 271 46. Jahrgans Anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillezeile 80 Pf., Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Poßscheckkonto: Vorwärts- Verlag G. m. b. H., Berlin Nr. 37536. Fernsprecher: Donhoff 292 bis 297 Die neuen Stadtverordneten. 64 Bertreter der Sozialdemokratie im Stadtparlament. Wir geben hier die Namen der Mitglieder der neuen fozialbemokratischen Rathausfraktion: Berlin- Mitte: Willy Riese, Stegbert Loewy, Paul Horsch. Tiergarten: Karl Bublik, Hermann Clajus, Dr. Räthe Frankenthal Wedding: Hugo Heimann, Friz Brolat, Bilhelmine Beide, Mag Ulrich, Bruno Krause. Prenzlauer Berg: Adolf Dohnert, Mar Kreuziger, Georg Kermes, Kurt Knopf, Ella Ken. Friedrichshain: Otto Büchner, Gustav Müller, Billy Günther, Christian Gutekunst, Karl Klingler. Kreuzberg: Karl Bitte, Paul Robinson, Richard Barth, Reinhold Eichberg, Karl Heichold, Richard Betnared. Charlottenburg: Alfred Bill, Dr. Siegfried Kawerau, August Gebert, Else Lange. Spandau: Erich Lezinski, Fritz Kranz. Wilmersdorf: Hans Woy wod. Zehlendorf: Richard Draemert, Schöneberg: Erich Flatau, Frizz Kaspar, Steglitz: Otto Klose. Tempelhof: Otto Burgemeister. Berlins modernftes Poftamt Das Postamt in der Doro= theenstraße präsentiert sich nach feiner välligen Umgestaltung als ein fehr geschmackvoller, zweddienlicher Bau. In großen, hellen Räumen, die durch Glasbedachung Oberlicht erhalten, sind die verschiedenen Bostabfertigungsstellen untergebracht. Hinter einer braungetäfelten Barriere mit Linoleumbespannung und Aluminiumeinfaffung figen die Beamten in offenen Kojen, die nicht mehr den altmodischen, furchterregenden Käfigbau mit Glas und Borhang zeigen. Jede Koje erhält wiederum durch eir darüber befindliches Glasdach ihr Licht. Uebersichtlich und nicht gebrängt sind die Poststellen verteilt; Neukölln: Hermann Harnisch, Anna Bormann, Mario befinden sich in einem gesonderten Aschenbrenner, Kurt Gärtner, Josef Arndt, Luise Mo11. Treptow: Wilhelm Strieder, Hermann Lempert Köpenid: Friz pid. Raum 19 Fernsprechtojen, in einem anderen Raum die Telegramm und Schließfachabteilung. Gut angebrachte Bentilationen in geLuftzufuhr, der Berkehr widelt sich nach den bisherigen Erfahrungen glatt ab. Lichtenberg: Gustav Tempel, Ernst Arndt, Franz Kä mig. mügender Zahl forgen für ständige Weißensee: Otto Faust. Bankow: Hermann Amberg. Reinidendorf: Heinrich Schäfer, Friedrich Meiser. Stadtfiffe: Johannes Haß. Dr. Siegfried Weinberg, Richard Krille, Walter Reinhold, Robert Rohde, Minna Iodenhagen, Karl Siegle, Emil Buchholz, Georg Roga z. Die Bergarbeiter von Horkshire. Sie bleiben bei der Ablehnung der Regierungsvorlage. London, 19. November. Die Bergarbeitervereinigung in Yorkshire beschloß am Sonnabend, die Reformvorschläge der Regierung für den Bergbau a b zulehnen. Die Abstimmung ergab 36 650 Stimmen für Annahme und 52 850 Stimmen gegen die Annahme der Regierungsvorschläge. Die Stellungnahme der Bergarbeiterschaft von Dorfshire ergibt sich daraus, daß sie die 7stündige Arbeitszeit, mit Ein- und Ausfahrt 7% stündige Arbeitszeit, bei dem Streifzusammenbruch nicht verloren hatte, um deren Wiedereinführung für die Bergarbeiter der übrigen Kohlenreviere es sich hauptsächlich dreht. Deshalb kann die Regierungsvorlage trotz der Ablehnung in Yorkshir: auf Annahme rechnen, wofür sich alle übrigen Distrikte ausgesprochen haben. Yorkshire wird sich der Mehrheit fügen, so daß die Regierung nunmehr energisch den bisher recht hartnäckigen Bergwerfsbefizern entgegentreten fann. Schiffsunglück bei Mexifo 18 Menschen erfrunten. New Yort, 19. November. Der Dampfer., Villa Hermosa" ist am 16. November bei Chiltepec auf eine Sandbank gelaufen und gesunken. 12 Passagiere und 6 Mann der Be fatung sind ertrunken. Befocht mit den Kraftwagen der Deutschen Reichspoft die schöne Mark Brandenburg 16 15 13 Der„ Scherz" des Obersten Michailow. Der Diebstahl in der französischen Botschaft vor Gericht. Bor dem Schöffengericht Berlin- Mitte muß| Am 7. Ottober machte Bataille Michailow gegenüber verschiedene fich heute wegen schweren Diebstahls der 60jährige ruffifche Oberst Michailow verantworten. Das geheimnisvolle Verschwinden des Brillanten folliers aus der Französischen Botschaft und das noch geheimnis. vollere Wiederauffinden des Schmudstüdes hat seinerzeit großes Auffehen erregt. Die Angelegenheit wurde dadurch noch verwickelter, daß verlautele, der Einbruch und der Diebstahl seien nur fingiert worden, um die Absicht, die französische Geheimchiffre zu decken. Der Angeklagte Michailow, ein grauhaariger Herr mit großem Schnurrbart und einem Kneifer, gibt seine Erklärungen mit leiser Stimme im intelligenten Russisch. Der Dolmetscher über. fett Satz für Saz. Michailom hat zwei Krizge mitgemacht, lebte von 1920 bis 1926 in Konstantinopel, tam darauf nach Berlin und wurde hier von seiner Tochter unterstützt. Sie fehrte nach Rußland zurück und starb dort. Der Oberst befand sich in großer Not. Seine beiden Töchter, die in Rußland geblieben waren, fonnten ihm nicht helfen. Im Juli 1928 erhielt er die Portierstelle bei der Französischen Botschaft; sein Gehalt betrug 120 Mark monatlich. Er war sehr verschuldet und mußte einen Teil seines Heizung besorgte. Am 2. Januar tam es zwischen ihm und Bataille Einkommens dem Chauffeur Bataille abtreten, dessen Frau die zu Differenzen wegen der Weihnachtsgratifitation. Michailow sollte ihm einen Teil für die Heizerdienste abtreten. Bataille beschwerte fich sogar deswegen beim Stellvertreter des Gesandten und bezichtigte ihn des Gelbbiebstahls. Bis zum September vertrugen fich Chiltepec ift ein einer Hafen im Bufen von Tehuantepec Michailom und Bataille einigermaßen. Dann tam es wieder zu an der Südwestküste von Merito. Wohnungsbau in USA. Washington, 19. November. 800 Millionen werden ausgegeben. Schahfefretär Mellon teilte mit, daß das Schahamt beabsichtigt, 200 millionen Dollar zur Förderung der Bautätigkeit auszugeben. Sanchez Guerra freigelaffen. Der frühere spanische Minister. präsident Sanchez Guerra wurde mit Rücksicht auf sein hohes Alter bis zur Durchführung des neuen Prozesses auf freien Fuß gefeßt. einer heftigen Auseinandersegung wegen des Heizens. Der Botschafter und das gesamte Gesandtschaftspersonal maren verreift. Am Morgen des 5. Oktober fand Michailow das Fenster des Salons offenstehend und sowohl in dem Zimmer als in seiner Portierloge große Unordnung. Alles wies auf einen Einbruch hin. Als der Sohn des Gesandten eintraf, stellte er auch in den oberen Räumen Unordnung fest Im Laufe des Tages erschien dann zweimal hintereinander Bataille mit Juwelenfutteralen, die er im Garten vor dem Fenster des Michailowschen Zimmers gefunden haben wollte. Erst am Abend erfuhr Michailow, Juwelen ab handen gekommen waren. Am nächsten Lege, nach der Rücktehr des Gesandten, befaßte fich die Polizei mit der Angelegenheit. verdächtige Aeußerungen. Auch will dieser nachts gehört haben, wie irgend jemand sich nicht minder verdächtig im Veſtibül aufgehalten habe. Am 8. November wurde dann das Brillantenkollier im Garten gefunden. Die Kriminalpolizei nahm zuerst Bataille ins Polizeipräsidium mit und holte dann auch Michailom. Man fragte ihn, mieviel Gehalt er bekomme und wie hoch seine Schulden feien. Man ließ ihm zehn Minuten Bedenfzeit. Michailom fagt nun vor Gericht:„ Ich faßte das Verschwinden des Kolliers als niederträchtige Provokation auf. Es war mir klar, daß ich nun meine Stellung verlieren, in Not geraten und meinen Töchtern in Rußland nicht mehr würde helfen können; mein ganzes Leben zog an mir vorüber. Ich überlegte auch, daß der Botschafter sein Ehrenwort gegeben habe, die Sache weiter nicht zu verfolgen und aus dem den Ruffen anhaftenden Eigenfinn habe ich dann mich felbft belastet. die Sache so dargestellt, als hätte ich den Juwelendiebstahl fingiert, Das, was ich erzählt habe, war reine Phantasie. Ich habe und zwar aus Scherz. Von alledem, was ich damals erzähit habe, ist fein Wort wahr. Ich befand mich in einer außerordentlichen seinerseits die Umstände schildern, unter denen das scherzhafte" Aufregung und hatte auch schlimme Herzbeklemmungen. Kriminalkommissar Busdorf, der als Zeuge anwesend ist, wird seinerseits die Umstände schildern, unter denen das scherzhafte" Geständnis des Obersten Michailow zustande gekommen ist. Seltsames Eisenbahnunglück Ueberhängende Balfen eines Güterzuges als Ursache. Acht Reisende verletzt. Ein schwerer Eisenbahnunfall ereignete fich am Montag abend auf der Strecke Münster- Rheine. Der um 20,10 Uhr von Münster abgehende Eilzug begegnete furz vor Emsdetten einem Güferzug. Dabei wurde der Eilzug anscheinend von überhängenden Balken des Güterzuges gestreift, wodurch eine Reihe Wagen schwer beschädigt und zwei Personen schwer und sechs leicht verlegt wurden. Die Berletzten wurden in das Emsdeffener Krankenhaus übergeführt. Die Untersuchung ist eingeleitet. Auswanderung wird verboten! Zwangsweiser Rücktransport der deutschen Bauern k o w n o, IS. November. wie cm» Moskau gemeldet wird, sind die deutschen Bauern, die , och Moskau gekommen waren, um auszuwandern, am Sonntag Iniweiie wieder nach der Wolgadeutschen Republik zurückgebracht worden, wie weiter gemeldet wird, wurden in zwei Zügen Z00 Bauern aus Moskau ab befördert. Die kommunislischcn Organisationen in der Wolgadeutschen Republik haben die Sowjet- regierung ersucht, sosort ein Verbot gegen die Auswanderung der deutschen Kolonisten zu erlassen, wie weiter gemeldet wird, hat es die OGVll. abgelehnt, neue Pässe für die Ausreis« deutscher Kalo- nisten auszustellen, da die Rechtsfrage der Auswanderung noch nicht geklärt fei. Ganze Dörfer m Bewegung Sharkow, IS. November. In den letzten Tagen ist in der S o w j e t u k r a i n c eine Reihe deutscher Geistlickzer vcrhastet worden. Sie werden beschuldigt, da- „Auswanderuugssieber" der deutschen Bauern künstlich erzeugt und geschürt zu haben. Unter den Verhafteten besindet sich der Aelteste der Mennonitensekte Ediger und der Leiter der eoangetisch-luthe- rischen Kirche der Nordukraine Birth. Durch dies« Maßnahmen der �<ÄPU. wird indessen das erwünschte Ziel keineswegs erreicht, da gerade die Pastoren die Bauern zu besonnenem Abwarten angehallen und vor einer Nichtorganisierten und überstürzten Auswanderung gewarnt haben. Nunmehr ist eine panikartige Flucht die Folg«. Die Stimmung unter der Bauernschaft ist verzweifelt, und die Auswanderimgsbewsgung nimmt jetzt einen elementaren Cha- raktcr an. Ganze Dörfer sehen sich in Bewegung. Aus den größeren Stationen und Eisenbahnlnotenpunllen hat die GPU. Kontrollstellen eingerichtet. Die Auswanderer werden aus den Zügen herausgeholt und zurückgeschickt. Eine Spur des Düsseldorfer Mörders? Man qlaubt ihn zu kennen. Düsseldors, 19. November.(Eigenbericht.) Der Kriminalpolizei wurde am Montag ein Revolver über- w.illell, der In der Nähe der Stelle gefunden wurde, an der vor einigen Tagen die Leiche der sünsjährigen Gertrud Albermann auf- gesunden worden war. Ein Wiener Journalist fand in unmittelbarer Nähe der Fundstelle ein blutdurchtränktes Satintuch und einen Gummischlauch, der mit Sand gesüllt war. Man hofft nun- mehr, dem Urheber der Düsseldorfer Mordtaten auf der Spur zu sein. Es wird bereits eine bestimmte Person gesucht, die die ge- fiindencn Gegenstände noch vor wenigen Tagen besessen haben soll. Gewerkschaften für Sonniagsruhe. Keine Ausdehnung der Weibnachtsorbeit für Hugenberg. Der Reichsminister des Innern hat an die L a n d e s r e g i e. r u n g« n folgendes Rundschreiben gerickM:„Verschiedene gewerkschaftliche Angeskelltenverbändc, wie der Gewertschaflsbund der Angestellten, der Dcutschnotional- Handlungsgehilfen verband und der Zentralverband der Angestellten, haben sich an mich gewandt und sich dahin ousg«- sprachen, daß keine Ausdehnung der bisher üblichen Sonntagsarbeil nor Weihnachten aus Anlaß des für den 22. Dezember in Aussicht genommenen Volks'entscheids zugelassen wird. Hiervon be- ehre ich mich ebenfalls Mitteilung zu machen und gebe anheim, den Wunsch b c i ihren Entscheidungen zu berücksichtigen." Unwetter über Süditalien. Zahlreiche Eisenbahnlinien und Brucken zerstört. Heftige Unweitcr und«alkonbruchartigc Regen- g ü s s e haben in Rom und Süditalien große Ueberjchwcm- m u n g e n hervorgerufen. In N e a p« l wurden die tiefer gelegenen Stadtteil« unter Wasser gesetzt. Einige Häuser mußten geräumt werden. In Marechiarc ist«ine Fabrik eingestürzt, doch sind keine Menschenopfer zu beklagen. Aus Sardinien wird gemeldet, daß rn Sedini und in den Nachbarortschaften viele Häuser eingestürzt sind. In San Lorenzo wurden acht Personen verschüttet. Außerdem sind zahlreiche Eisenbahnlinien durch die Ilnterspülung der Eisenbahndämme unterbrochen.— Aus der Umgebung v o n R o m wird ebenfalls großer Schaden gemeldet. Die Autostraße»on Rom nach Ostia ist unterbrochen. In seinem Ober- laus ist der Tiber in Ilmbrien an verschiedenen Stellen über die Ufer getreten. Aus der Provinz Rieti wird der Einsturz einer Brück« gemeldet, sowie der Bruch eines Staudammes, der vor kurzer Zeit zum Schutze von Castel di Tora errichtet wurde. Die Orrschast steht wieder unter Wasser. Der Anienefluß ist ebenfalls über die Ufer getreten. In der Provinz Cassino stehen ausgedehnte Felder unter Wasser, und viele Banerndörfer sind durch die Ueberschwemmungen vollkommen von der Außenwell abgeschnitten. Die Wintersaat ist vollkommen zerstört. Bäume wurden entwurzelt und umgerissen. Biel Vieh ist ertrunken. Der Berkchr a»f der Landstraße Neapel- Rom ist ebenfalls unterbrochen. Preußenhaushalt für-1930. && Millionen vom Reich gefordert- 6,86 Mittiarden Staatsvermögen. Die Llnterstaatsfekretäre in Krankreich. Tardieu muß für ihre Besoldung sorgen. Paris, 19. November. Ein Gesetzentwurf zur Eröffnung von Krediten für die von Ministerpräsident Tordieu neugeschaffenen beiden Ministerien und zehn neuen Unter st aatssekretären wurde gestern van der Regierung in der Kammer eingebracht. Für die Zeit vom! 3. November bis 31. Dezember 1929 ist durch diese Umgestaltung des' Käbinells eine Mehrausgabe von rund 750 000 Franken erforderlich geworden. Diese Frage ist von Bedeutung, weil Tardieu bei der Bildung seiner Regierimg keine Rücksicht auf ein bestehendes Gesetz genommen hat. das die Schasfung neuer Ministerien und Unter- staatssekretariate von der vorherigen Genehmigung des Par- lamcnts abhängig macht, so daß ihm von gewissen Abgeordneten vorgeworfen wird, dos Kabinett sei ans ungesetzliche Weise zustande gekommen. Das preußisch« Finanzministerium hat am Montag den Haus» haltsplan des preußischen Staates für das Rech- nungsjahr 1930 verössentlicht, in dem die Einnahmen und Ausgaben nur scheinbar ausgeglichen find. Unter den Einnahmen besindet sich nämlich„ein Posten Mehreinnahme aus Reichsüberweisungssteuern" in Höhe von 8S Millionen Mark. Es handelt sich hier um Summen, die Preußen vom Reich fordert. Das Reich hat Erträge aus der Lohnsteuer, soweit sie 1,3 Milliarden Mark • im Jahr« übersteigen, für Zwecke der Invaliden- und Knappschasts- Versicherung abgezweigt und außerdem aus dem Gesamtauskommen an Einkommen-, Körperschaft»- und Umsatzsteuer einen Sonder- anteil von 120 Millionen Mark für sich in Anspruch genommen, wodurch natürlich d!» Ueberweisungen an die Länder bzw. Ge- »winden beeinträchtigt wurden. Preußen setzt dafür 88 Millionen als„Einnahme" in seinen Etat«in und meldet damit eine Hauptforderung für den kommenden Finanzausgleich an. Unter Berücksichtigung dieser Tatsache ist der Etat 19Z0 eigentlich als Difizitekst anzusprechen. Im vorigen Jahr schon war der Ausgleich nur dadurch möglich, daß Preußen für die Einnahmen rund 18 Millionen Mark aus dem Betriebsinittelfonds verwandte. Aehnliche Mittel sollen diesmal nicht zur Berfügung stehen. Es ist anzunehmen, daß das Beispiel Preußens Nachahmung findet. Dos Reich wird sich also im Rahmen der kommenden Finanz- und Steuerreform mit den Ländern darüber auseinanderzusetzen haben. Nach dem vorgelegten Plan gleichen sich Einnahmen und Ausgaben mit 4288,70 Millionen Mark aus. In Einnahmen und Ausgaben stecke» aber große durchlaufende Posten, z. B. di« Anteile der Gemeinden an den Reichssteuern und die Hauszinssteuer. Werden diese in Abzug gebracht, dann er- geben sich im sogenannten bereinigten Bruttohaushalt Einnahmen und Ausgaben von je 2332,8 Millionen Mark. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet da» ein Mehr von öS, 7 Millionen Mark und gegenüber dem Etat von 1913, der allerdings mit einem Fehlbetrag von 1 43,6 Millionen Mark abschloß, ein Mehr in den Einnahmen von 1421,2 Millionen Mark und in den Zlusgaben von 1277,6 Millionen Mark. Der Nettohaushält(der Zuschußbedarf, der nicht durch eigene Einnahmen der Verwaltungen gedeckt Verden kann, sondern durch Ueberschüss« der Betriebsverwaltungen, Steuern und Abgaben) sieht Ausgaben in Höhe von 1662,5 Millionen Mark vor. Das find 43.4 Millionen Mark mehr als im vorigen 3ahr. Erhöht« Ausgaben liegen vor bei der Bergverwaltung (3,1 Millionen), bei der Iusti.zverwaltung(15,9 Millionen), beim Ministerium des Innern(7,9 Millionen), bei der landwirtschastlichen Berwaltung(2,1 Millionen), bei Gestüten(2,8 Millionen), und beim Kultusministerium(20,3 Millionen Mark). Die Entwicklung in der Justizverwaltung erklärt sich durch erweiterte Verpflichtungen der Länder aus Grund der Reichsgesetzgebung: u. a. erforderte die Aufwendung für die sogenannten Armenanwäitc rund 22 Millionen Mark, also doppelt so viel als im Vorjahr. Das bedeutet, daß die preußische Justizverwaltung für jeden Anwalt pro Jahr 2000 Mar? auswirft. Die Gestütoerwaltung erfordert 7,5 Millionen Mark. Weiler« 9 Millionen Mark werden für die R e n u o e r« i n- ausgegeben. Hier bleibt diesmal die Rennwetisteuor unberücksichtigt, wodurch die Finmtzgebarung bei den Gestüten klarer hervortritt. Bon den Ausgaben entfallen nach dem Etat 49,2 Proz.(1929: 49,4 Proz.) auf persönliche, 10,4 Proz.(10,7) aus sächliche Verwaltungsausgaben und 40,4 Proz.(39,9) auf allgemein« Ausgaben und Ausgaben für Sachzwecke. Wenn man berücksichtigt, daß der preußisch« Staat auch zur Unterhaltung von Schulen usw. beiträgt, kann man annehmen, daß 76 Proz. der Ausgabe» durch Personalausgaben verschlungen werden. Die Zahl d e r-S t o a t s b c d i e n st e t« n har sich nur geringfügig, und zwar von 206289 im vorigen Jahr aus 207 483 erhöht. Die Erhöhung wird in der Hauptsache bedingt durch Umwandlung von kommunalen höheren Schulen in Siaatsschulen und die für die Lehrerheranbildung dringlicher gewordene Errichtung von pädagogische» Akademien. Die Erhöhung der Ausgaben trifft mit einer Verringerun g der Einnahmen zusammen. Die Betriebsüberschüss« der Forst- Verwaltung haben sich von 67,9 Millionen Mark auf 52,6 Millionen Mark gesenkt. Bei den Ueberschüsien der übrigen Betrieb« lieg, eine Steigerung von 12,8 Millionen auf 13,2 Millionen Mark vor. Schon hier ergib: sich eine Verschlcchtermtg von 14,9 Millionen Mark. Die Gewinn« au» der Bereinigten Elektrizität»- und Berg- Werksgesellschaft sind mrt 11 Millionen(Vorjahr 8,2 Millionen) eingesetzt. Dagegen erscheinen andere Einnahmen vercürzt, so daß hier das Gleichgewicht durch den obenerwähnten Posten„Mehr- einnähme aus Reichsüberweisungssteuern" in Höhe von 88 Mil- lioncn Mark hergestellt werden muß. Der Anl«ihcha»»halt schließt mit einer Mehrausgabe von 67,5 Millionen Mark ab, die oorläusig durch Ausgaben von Schatzwechseln(Höhe gegenwärtig etwa 110 Millionen Mark) bevor- jchußt werden. Insgesamt liegen seit Einführung der Rentemnark Anseihebewilligungen durch den Landtag in Höhe von 977 Millionen Mark vor. Davon sind 639,1 Millionen Mark ausgegeben worden. Anleihen sind nur in Höhe von 571,6 Millionen Mark ausgegeben worden. Der Anleihehaushalt Preußens erscheint gesund, ix- sondere, wen,, man die schwebende Schuld Preußens mit der des Reiches(rund 1000 Millionen Mark) vergleicht.— Der Etat«nthäll diesmal den Versuch einer Aufstellung de» vermögen» des preußischen Slaake». Selbstverständlich handelt es sich hier nur um Schätzungen, die wohl durchweg zu ungünstig für Preußen ausgefallen find. Insgesamt ergibt sich ein Vermögen von 6,86 Milliarden Mark. Darirnier stecken u. a. die Beteiligung an Industrieunternehmen und die bekannten Kredite an Industriefinnen, z. B. an d!« oberschlesifch? Eisenindustrie und den niederschlesischen Bergbau. Dem Verwöp:!' steht eine fundierte Schuld von 531,67 Millionen Mark und eine Schatzanweisungsschuld(schwebende Schuld) von 111,65 Millionen Mark gegenüber. Das sind insgesamt 643,32 Millionen Mark Die Schulden Preußens machen damit etwa 10 Proz. feine» Ler- m ö g e n s aus, wobei man die Minderschötzung des Vermögens berücksichtigen muß. Hugenberg auf dem Rückzug. Er muß die Abstimmung über den Zuchthausparagraphen freigeben. Die deutschnationale Reichstagssraktion ist gestern zusammen- getreten, um über die Lage angesichts der Beratungen des Reichstags über das Hugenberg-Gesetz zu sprechen. Di« streng vertraulichen Beratungen sind noch nicht abgeschlossen. Was bisher aus diesen Beratungen bekannt geworden ist. läßt erkennen, daß die deutsch- nationale Reichstagssraktion auseinanderfällt. Di« Auseinande rfetzungen sollen sehr lebhaft ge- wejen sein— so leb hast, daß Westarp dazwischen treten mußte, um„Weiterungen" zu verhmdcrn. Das„Berliner Tageblatt" weiß zu berichten, daß ein Teck der Fraktionsmitglieder für sofortiges Aorgehen gegen die Führung Hugenbergs war, während der'Landbundführer Minister a. D. Schiele, den manch« Kreise der Deutschnationalen als den künftigen Führer der Partei mtfähen, dafür eingetreten fei, vor einer solchen Aktion den Ausgang des Volksentscheids abzuwarten. Im übrigen habe Hugenberg in der Debatte angekündigt, daß e r mit äußerster Energie und mtt der Einsetzung seiner ganzen Person für den Volksentscheid eintreten werde. Ein Teil der deutschnationalen Frattionsmitglieder hat es jedoch mit dem Volksentscheid nicht so ellig. Er ist nicht begeistert von der Aussicht, sich im Reichstag für Hugenberg blamieren zu müssen. Die deutschnationale„B S r s e n z e i t u n g" teilt mit: „Zu besonders lebhaften Auseinander» setzungen kam es, als die Behandlung des Freiheitsgesetzes im Reichstag bzw. di« Stellung der Fraktton hierzu berührt wurde. Es ist schließlich ein offenes Geheimnis, daß ein Teil der Fraktion die schon zu Leginn des Volksbegehrens laut ge- wordenen Bedenken gegen den§ 4 des Frciheltsgesehes ausrecht erhält und es mil seiner politischen lleberzeugung nicht vereinbaren zu können glaubt, bei der bevorstehenden Abstimmung im Plenum für den ß 4 zu stimmen. Obwohl die Fraktion im Laufe des Montag abend.zu keiner ein» helligen Meinung über diese Frage kam. nimmt man doch an, daß die Partei bzw. der Frattivnssührer die Abstimmung über den 8 4 frei geben wird. Schließlich hört man noch, daß. sich Hugenberg bereit erklärt hat, daß Gesetz persönlich im Reichstag zu vertreten." Also wieder einmal Mamp« halb undholb! Der„Block" des Herrn Hugenberg wird«in herrliches Bild abgeben: Hugenberg selbst auf der Rednertribüne. Schiele gegen Hugenberg,.Hakenkreuz gegen Schiele. Hugenberg-Nationale gegen Dawes-Raiionale, Aus- «inanderfallen bei der Abstimmung. Und so etwas will da» deutsch« Lolk führen! Hugenberg läßt dementieren. Die Deutschnational« Pressestell« tritt mit: „Sin« Anzahl Berliner Zeitungen, die gewohnheitsmäßig ihre Verbindung zu deutschnationalen Kreisen zu Indiskretionen zu mißbrauchen pflegen, haben auch über die gestrige Sitzung der deutsch nationalen Reichstagssraktion berichtet. Sie schrribsn, daß Dr. Hugenberg sein Einverständnis dazu gegeben habe, daß die Fraktion di« Abstimmung über den§ 4 freigebe und daß Dr. Hugenberg sich berett erklärt habe, da» Fre»h«its. gesetz persönlich im Reichstag zu vertreten. Diese Meldungen sind falsch. Dr. Hugenberg hat schon deshalb kein Einverstandnis.zur Freigabe der Abstimmung geben können, weil die Fraktion zu dieser Frag« gar keine Stellung genommen hat. Auch daß Dr. Hugenberg sich bereit erklärt habe, das Gesetz persönlich im Reichstag zu vertreten, entspricht nicht den Tatsachen. Die Frage ist überhaupt nicht berührt worden. Bei der Einstellung. die Dr. Hugenberg der Nützlichkeit des heutigen Parlamentarismus gegenüber hat, ist auch nicht anzunehmen, daß er diesmal aus seiner Zurückhattung heraustritt. Ein echtes Hugenberg-Dementt! Die Meldung der„Börsen- zritung" sprach davon, daß die Fraktion die Abstimmung freigeben werde. Also abaxirten. Daß Herr Hugenberg nicht reden will— das muß er selbst wissen. Er kneift also wieder. Im übrigen muß es für den Redner, der die deutschnationale Rrichstagsfrattton bei der Beratung des Hugenberg-Geseßes vertritt, ein erhebendes Gefühl sein, daß er eine Ausgabe erfüllen muß, die sein Chef Hugenberg für sich selbst für zu schmutzig hält._ Straffer wieder ausgeliefert. Ein Schlmpfbold darf nicht immun bleiben. Im Gefchäftsordnungsausschuß des Reichs- tags wurde unter dem Borsitz des Abg. Hildenbrand(Soz.) eine weitere Reihe von Anträgen der Staatsanwaltschaften und Rechtsanwälten wegen Aufhebung der Immunität einzelner Ab- geordneter behandelt. Die Mehrzahl der Anträge wurde abgelehnt und den betreffenden Abgeordneten die Immunität weiter belassen. Dagegen wurde auf Grund eine» Antrages des Oberstaatsanwalts beim Landgericht Brieg die Immunität de» Abg. Straffer fRat.-Soz.) aufgehoben. lieber den Fall berichtete Abg. Gerau er(B. Bp.): Strofier hat verschiedene im öfsentlickzen Leben tätige Perjonen durch Preise- angriffe beleidigt. Dabei handett es sich mit rein persönliche Verunglimpfungen, nicht etwa um politifcho Lorwürfe. Scheu vor der Verantwortung. Der Reichstag muß nachhelfen. 3m Geschäftsordnungsausschuß des Reichstages standen am Montag über drei Dugend Anträge auf Aufhebung der Immunität zur Entscheidung. Die weitaus meisten dieser Anträge richteten sich gegen tommunistische Abgeordnete, die vor dem 1. Mai zur Durchbrechung des Verbots der Straßendemonstrationen aufgefordert hatten. Im Gegensatz zur Entscheidung des Preußischen Landtages, der wegen der Schwere der Folgen 33 Tote in allen diesen Fällen den Abgeordneten den Schutz der Immunität versagt hat, beschloß der Geschäftsordnungsausschuß des Reichstages, die Immunität aufrecht zu erhalten. So blieben aus dem großen Baket nur einige fleine aber doch interessante Fälle übrig. Die Rote Fahne" hat vor einigen Monaten fünf leitende Angestellte des Deutschen Leg til. arbeiter Verbandes in dreispaltigen Sensationsartiteln schwerster Bergehen bezichtigt, insbesondere der Bestechlichkeit und Unterschlagung. Auf die Erklärung der Beleidigten, daß an den Vorwürfen nichts wahr sei und sie flagen würden, hatte der damalige verantwortliche Redakteur der Roten Fahne", Reichstagsabgeordneter Dengel, erwidert, es werde ihn besonders freuen, einige torrupte Reformisten vor Gericht zu entlarven. Auf die Frage des Berichterstatters im Geschäftsordnungsaus schuß. Abg. Heilmann( S03.), ob die Kommunisten in diesem Fall einem Antrag auf Aufhebung der Immunität midersprechen würden, entgegnete der Abgeordnete Bied, daß sie sich aus prinzipiellen Gründen dem Wunsch des Abgeordneten Dengel verjagen müßten. Der Ausschuß war anderer Meinung und beschloß gegen die Stim men der Kommunisten, die Immunität aufzuheben. Eine vom Abgeordneten Koen en verantwortlich gezeichnete Betriebszellen- Zeitung der AEG. Turbine hatte einem der Diref= toren des Wertes schwere sittliche und finanzielle Berfehlungen nachgefagt. Der Berichterstatter Genoffe Hildenbrand gab zu bedenken, daß dem Angegriffenen beim Be6303 $ 150 Pascual Ortiz Rubio, der mit großer Mehrheit gewählle neue Präsident von Mexiko. Er trill sein Ami im Januar an. stehenbleiben der Immunität jede Möglichkeit zur Wieberherstellung feiner Derlegten Ehre fehle. Darauf teilte Abgeordneter Bied mit, daß Koenen meder von dem Inhalt der Anschuldi gung noch von dem Gebrauch seines Namens irgend etwas misse. Die fommunistischen Arbeiter der AEG. Turbine festen trotz ausdrücklichen Berbots der Bartei die Namen von Abgeordneten unter ihre Flugblätter, um fich vor Maßregelungen zu schüßen. Der Ausschuß tonnte sich nicht damit abfinden, daß neuerdings nicht bloß Abgeordnete ihre Immuunität ausborgen, um Ver leumdungen dritter Bersonen straffrei zu machen, sondern daß die Immunitat jest auch schon 3mangsmeise zu diesem 3med enteignet mind. Er hob gegen die Stimmen der Kommunisten die Immunität bes bgeordneten Koenen auf, damit dieser vor Gericht den Nachweis des Mißbrauchs seines Namens führen fann. Der nationalsozialistische Abgeordnete Dr. Goeb. bels zeine! bekanntlich den Angriff" verantwortlich. In dem Blatt wurde der Polizeivizepräsident Dr. Weiß schmer beleidigt. Da der Rebatteur immun ist, verflagte er den Druder und erzielte ein abfiegendes Urteil mit Publikationsbefugnis im ,, Angriff". Da aber Herr Dr. Goebbels auch den Inseratenteil verantwortlich zeichnet, fonnte bisher die Publitation des Urteils im Angriff" nicht durchgeführt werden. Der Ausschuß beschloß gegen die Stimmen der Kommunisten die Aufhebung auch dieser nationalsozialistischen Immunität des Injeratenteils". Nazis als Friedensbrecher. Sechzehn Hitlerjünger vor Gericht. Breslau, 19. November. Begen der Borkommnisse in Schweidnig am 27. September, wo eine SPD.- und eine Reichsbannerversammlung durch National fozialisten gesprengt und eine große Anzahl von Bersonen verletzt murde, wird nunmehr von dem Amtsgericht Schweidnig das Haupt verfahren gegen 16 Nationalsozialisten eröffnet. Die Antlage lautet auj Bersammlungssprengen in Tateinheit mit Landfriedensbruch. Die Hauptverhandlung beginnt am 3. Dezember vor dem erweiterten Schöffengericht Schweidnitz und wird einige Tage in AnSpruch nehmen. Zu der Verhandlung sind 200 3eugen geladen, Stadt in Not. Kredite gesperrt- tein Geld für Löhne. Schwerin, 19. November.( Eigenbericht.) Die medlenburgische Stadt Blau ist in plögliche Finanzschmierig. feiten geraten, die baburch hervorgerufen murban, daß die städtische Spartaffe plöglich der Stadt die Strebite, die ihr schon bewilligt waren, auszuzahlen sich weigerte. Da teine Bohngelber vorhanden finb, mußten sämtliche städtische Arbeiter sofort entlassen werden. Für den Fall, das Steuergelder in reichem Maße hereinkommen, wird gegebenenfalls die gegenwärtig fehr ernste Finanzschwierigkeit vor. läufig zu beheben sein. Jungfozialisten, Gruppe Baumschulenweg. Morgen, Mittwoch, Fahrt nach Melchow mit der SAI. Treffpunkt um 7 Uhr am Bahnhof. Der Offenbarungseid. Bon Richard Rainer. Vor dem Kriege, da war der Offenbarungseid doch noch eine Sache. Wenn du Enkel einer Kaufmannsfamilie bist, wirst du dich der todernsten Gefichter erinnern, die im Kreise der Alten aufgesetzt murden, wenn die Rede auf einen derartigen Fall tam. Der Offen barungseid, das war der bürgerliche Tod. In Gehrod, 3ylinder und weißen Handschuhen trug der Bankrotteur feine bürgerliche Existenz auf diesem Gange zu Grabe. Als letzter Wahrheitshalt ungläubiger Gläubiger wurde der Offenbarungseid denn auch nur in den äußersten Fällen angewandt. Er blieb im Grunde ein den Kauf leuten unter sich vorbehaltenes Rechtsinstitut, Zeremoniell einer feier lichen Standesausstoßung. Wir Enkel werden indessen hin und her geweht im Dienste der Unternehmungen, die nach dem großen Sturme übrig geblieben sind, und ach mie bald schwinden Bügelfalte und Gehalt, wenn einem von uns am 30. des Monats die Kündigung zum nächsten Ersten in die Hand gedrückt wird. Die Filiale wird sogleich geschlossen, und die beiden Monatsgehälter, auf die du noch Anspruch haft, gegen die angelaufenen Borschüsse aufgerechnet, das ist eine glatte Rechnung mit schmalem Saldo, und nun fannst du gehen, wohin es dir beliebt. Da heißt es schnell überschlagen, was nun noch ausgegeben werden darf, und was aufgeschoben werden muß: der Schneider bekommt noch eine Rate auf den letzten Anzug, und das große Abzahlungsgeschäft drei Viertel des Anschaffungswertes der Sommerreiseausrüstung. Der Zahnarzt heischt goldenen Lohn für die jüngst eingesetzte Brüde, und in vier Wochen wird die Quartalsprämie für die Lebensversiche: rung fällig. Der Buchhändler befommt die Monatsrate für das substribierte Legiton, benn bran tut der Konsument seine Pflicht gegen die Wirtschaft bis zum letzten Zehnmartschein des Gehalts, und auch die geistigen Güter sind dabei nicht vergessen Ach, sie alle werden sich in Geduld faffen müssen bis zu einer neuen Anftellung, und das möblierte Zimmer, das du dir bisher im Westen geleistet hast, muß noch heute auf Knall und Fall geräumt werden. Im hohen Norden wirst du unterkriechen, in einer der altvertrauten Studentenbuden, die mehr als die Hälfte billiger find. Die Schreibmaschine, die erst zur Hälfte bezahlt ist, muß auf jeden Fall durchgehalten merden, schon wegen der endlosen Kette von Bewerbungsschreiben, die dir bevorsteht. Einundzwanzig Mark wirst du die Woche an ArbeitsLosenunterstüßung beziehen, fünf davon müssen immer für die Ma jdyine zurückgelegt werden, und von dem Rest... aber hier ist das falkulatorische Denken schon am Ende. Es tann passieren, daß das so ein halbes Jahr und länger geht. Es geht, und geht wirklich. Du läuft zum Arbeitsamt, schläfft aus giebig, schreibst geduldig. Du entdeckt die Herrlichkeiten farger Das Institut für Arbeitsphysiologie. In Dortmund hat das bisher in Berlin in Mieträumen untergebrachte Institut für Arbeitsphysiologie jetzt seinen stattlichen Neubau am Hindenburgdam.n, gegenüber der Westfalenhalle, bezogen. Den Entwurf dazu schuf das Städtische Hochbauamt Dort mund mit seinem Borstand, Stadtbaurat Dr.- Ing. Delis. Es ist ein Bubisch rechteckiger, flächig gegliederter, in fünf Gefchoffen quer gelagerter Bauförper, der aus den dichten Stahlfensterreihen mit schmalen Pfeilern dazwischen, sein Maß erhält, mit 3mei breigeschossigen Flügeln und flachen Dächern. Im Erdgeschoß findet man die Rationalisierungs und die Gasanalysierungsräume, die Werkstätten und die chemischen Laboratorien für besondere 3wede, Werkstätten und die chemischen Laboratorien für besondere 3mede, im ersten Obergeschoß die chemische Abteilung und die Rationalifierungsabteilung, im zweiten Obergeschoß im Anschluß an die Berwaltung und die Direttorräume medizinische und physikalische Laboratorien, im dritten Obergeschoß die physiologische Abteilung und im vierten Obergeschoß den Vortragssaal, die Röntgenabteilung und eine finematographische Abteilung. Das Institut ist unter Leitung von Profeffor Agler der Physiologie, Bathologie und Hygiene der geistigen und törperlichen Arbeit gewidmet. Es beschäftigt sich be sonders mit der Frage der Ermüdung, der 3wedmäßigkeit des Arbeitsprozesses, der Arbeitskleidung und der Ernährung. Um Raum für neu hinzutretende Spezialabteilungen gewinnen zu tönnen, murde zu eventuellem Berseßen der Zwischenwände ein Eisenbeton bau ausgeführt. Ein römisches Krematorium bei Mannheim entdeckt. Bei Ausgrabungen, die von seiten des Mannheimer Schloß musfeums in der Nähe von Seckenheim vorgenommen werden, ist ein römisches Bauwert bloggelegt worden, das nach den vorhandenen Fundstücken dem Ende des ersten Jahrhunderts nach Chrifti angehört. Es ist ein quadratischer Bau von 3,40 Meter Seitenlänge, deffen Mauern etwa bis zu einem halben Meter Höhe erhalten find und auf dessen Innenseite im Norden, Besten und Süden in geringem Ab Stand eine Parallelmauer verläuft. Zwischen diesen beiden Mauer zügen befinden sich, von einer Deffnung in der Südmand ausgehend, zwei gut erhaltene Ranäle. Das Ganze macht den Eindruck eines nach oben offenen riesigen Dfens und fann mohl nur eine Anlage zur Leichenverbrennung gewesen sein, die ja im römischen Kaiserreich allgemein Sitte geworden war. Die erwähnten Ranäle dienten mit der Leiche aufnahm. Der Bau stellt ein in diesem Erhaltungsoffenbar der Luftzuführung für den Innenraum, der den Holzstoß zustand wohl einzigartiges Beispiel einer solchen römischen Berbrennungsstätte( ustrina) dar. Hoffentlich gelingt es, ihn in seiner jetzigen Gestalt dauernd der Wissenschaft zu erhalten. Maria Schumann gestorben. Aus Interlaken tommt die Meldung, daß dort Maria Schumann, die ältere der noch lebenden Töchter Robert und Klara Schumanns, im Alter von über 88 Jahren gestorben ist. Die Verstorbene, die wie ihre noch lebende Schwester Eugenie unverheiratet geblieben war, verwaltete den fünstlerischen und schriftstellerischen Nachlaß ihrer Eltern. Eine Jad- London- Gedächtnisfeier findet zu Ehren des Befuches der Witwe Jad Londons und anläßlich feines Todestages am Bugtag, 20 Uhr, in der Hochschule für Mufit statt. Frau Charmian London wird einleitenbe Borte fprechen. Alfred Beierle trägt aus Londons Werken yor. Eintritt für Borwärtslefer 1.- M. Der Männerchor Friedrichshain veranstaltet am Bugtag gemeinsam mit der weltlichen Schule Dieſtelmegerftrage einen Boltslieberabenb im Saalbau Friedrichshain. Ginlas 6 Uhr, Beginn 7 Uhr. Karten zu 80 B. Bußtagskonzerte. m Groken Schauspielhaus bopuläres Konzert von Dajos Bela unter Mitwirtung von Grete Balter und Adam In der Kaifer Bilbelm Gebächtniskirche findet 20%, lbr eine Abendmufit ftatt. Die Sing labemie bringt unter Leitung von Georg Schumann Bachs H- moll- Meffe und am Zotenfonntag, dem 24., Brahms Nanie, Rhapsodie und Mozarts Requiem in der Philharmonie zur Aufführung. Gelbtrunt Bei der Arro- Holz- Feier, die am Donnerstag, abends 8 Uhr, in Theater in der Klofterstraße mit einer Aufführung feines Berfes Staumulus begangen wird, wird Alfred Richard Meher Borte des Gedentens für ben berftorbenen Dichter sprechen. | Mahlzeiten. Die nach pfennigweiser Ueberlegung zusammengestellt sind, du hast 3eit, Bücher zu lesen und, o Wunder, du beginnst schüchtern, das zu treiben, was man Sport nennt, zunächst eine stille, beschauliche Art Gymnastik, die ein wunderliches Gefühl des törperlichen Daseins erweckt. Sie müssen das längst vorausgesehen haben, daß es mit dir jo tommt, Was tun inzwischen die Gläubiger, die armen? Sie mahnen. auf eine Beiter immer dringlicher werdender Töne forgsam abbenn was sie dir schreiben, ist alles schon längst abgefaßt, gebrudt und geftimmt. Du empfängst diese Schreiben frühmorgens im Bett und tennst bald die Reihenfolge: Mahnung, dringlichere Mahnung, Zahlungsbefehl, Terminanberaumung, Urteil, Pfändungsprotokoll. in monatlichen Ablagerungen, archäologischen Schichten gleich, prest sich dies im Nachttischlaften. Und auch der Vorladung zum Offenbarungseid befinden sie dich für mürdig, sie alle. Denn, proletarisiert wie mir mittelstandsenkel find, ist das Borrecht, den Offenbarungs eid leisten zu dürfen, uns doch erhalten geblieben. Es zeugt von wenig geschäftlicher Disziplin, wenn ich armer, bedeutungsloser Konsument nicht zur Eidesleistung antrete, menn ich Waffen aufnehme und mir einen Schemabrief zurechtlege:„ Sehr gegen die formulargerüsteten Bureaus den Kampf mit gleichen Waffen aufnehme und mir einen Schemabrief zurechtlege:„ Sehr geehrte Firma! In Verfolg der mir freundlichst übermittelten Bor ladung zur Ableistung des Offenbarungseides teile ich Ihnen höflichst mit, daß ich gegenwärtig in die Arbeitslofenarmee einberufen bin und vom hiesigen Arbeitsamt unter Nummer 33 817 unterstützt merde. Wie Ihnen vielleicht bekannt, wird diese Unterstützung nur dann gewährt, wenn der Unterstüßungsempfänger teinerlei Berufseinkommen bezieht. Bei der inzwischen eingetretenen Krisenunterftützung habe ich außerdem den Nachweis der Bedürftigkeit erbringen müssen. Hochachtungsvoll... " Du glaubst, das argwöhnische Gläubigergemüt sei nun beruhigi? Weit gefehlt, verborgene Schäze vermuten sie bei dir, vielleicht führst du ein Doppelleben, und das unfehlbare Wahrheitsmittel des Eides bringt es an den Tag. Und ausgerechnet die Lebensversicherungsgesellschaft, die nun zweimal fünfundvierzig Marf zu kriegen hat, hat inzwischen das Berpflegungsgeld für die ersten vierzehn Tage Schuldhaft hinterlegt. Morgen tommt der Herr Gerichtsvollzieher mich abholen, ich flemme mein Köfferchen unter den Arm und wandere, aller Nahrungsjorgen ledig, in die zur Erzwingung des Offenbarungseides vorgesehene Haft". Warum ich ihn nicht doch leiste? Sch tann mir teine idealere Berwirklichung des Versicherungs gedankens vorstellen. Die Garde- Diva." Prater Lichtspiele. Die Filinindustrie versteht es, die Film- Uraufführungen zu einem gewissen Ereignis zu gestalten. Doch ergießt sich für gewöhnlich aller Glanz lich aller Glanz der in prächtiger Ausgestaltung der Theaterfassaden, der Einladung von sogenannten oder sich selbst so nennenden Brominenten und bem tumultuarischen Gefeiertwerben der Schauspieler besteht, über den Weften. Diesmal aber hatten die schönen Prater- Lichtspiele in der Kaftanienallee, die, wie man aus ihren Boranzeigen erfehen tann, auf ein gutes Programın Wert legen, sich höchstwahrscheinlich anderweitig nicht unterzubringen getraute. eine Uraufführung. Und zwar rollte bort ein Film ab, den man Handelt es sich doch um einen üblichen Militärschmarren aus der, im Film nedischerweise so genannten, sorglosen Zeit. Diese schildert man unerhört demokratisch, ist doch die gefeierte Operettendiva, die endlich einem adeligen Rittmeister als Berlabte in die Arme finft, die Tochter eines der höchsten Offiziere in der f. u. t. Armee. Die Berfilmung eines solchen Manuskriptes sollte heute unmöglich sein. Zumal der Regisseur Blach nigfy nicht einen neuen Einfall hat. Man könnte den Film für gut abgelagerte Ware halten, wenn der weibliche Star nicht zufällig die allermodernsten langen Gesellschaftsfleiber trüge. 2gnes Esterhazy spielt mit gemohnter Routime diesen Star. Ferner dürfen glänzen Georg Alexander durch die Dummheit und Alfons Fryland durch die Schönheit seines Rittmeisters. " Stellvertreter". Die Bergnügungsindustrie stellt sich mithin Auf der Bühne gibt es einen militärfrommen Stetch Der gleich zwei Armutszeugnisse auf einmal aus. Ein Bolkstheater in London. e. b. In London ist jetzt von vier Kabinettsministern, von Trelepian ( Erziehungsminister), Roberts, Clynes und Landsbury, ein politisches Theater gegründet morden, das unter dem Titel Bolts theater und film" jeden Sonnabend eine Nachtvorstellung ver anstalten wird. Diefe Bühne mill Stüde und Filme zur Aufführung bringen, die aus politischen Gründen nicht von den Geschäftstheatern übernommen werden. Der Eintritt ist nur eingeschriebenen Mitgliedern gestattet, und das Unternehmen untersteht so in seinen geund Filme vorgeführt werden, die auf hohem fünstlerischem Niveau schlossenen Borstellungen nicht der Zensur. Es sollen nur Stüde stehen, allerdings werden solche mit imperialistischer Tendenz ab. gelehnt. Das neue Bolfstheater wird Anfang Februar feine wöchent lichen Aufführungen mit einer Inszenierung von Upton Sinclairs ,, Singende Galgenvögel" beginnen. Von der Notgemeinschaft der deutschen Wiffenschaft. Auf der diesjährigen Hauptversammlung der Notgemeinschaft der deutschen Bissenschaft wurde beschlossen, daß die Notgemeinschaft nunmehr den Namen ,, Deutsche Forschungs- Gemeinschaft" führen soll. Die innere Organisation wurde dahin geändert, daß der Hauptausschuß aus 15 Mitgliedern besteht, von denen 10 durch die Mitgliederver fammlung und 5 durch das Reichsimenministerium ernannt werden. Die Amtszeit der Mitglieder des Hauptausschusses wurde auf drei Jahre festgelegt. Die erwachende tirania. Nach dem Bertauf ihres Hauses in der Laubenstraße hat die Urania zunädst eine Steuordmmg ihrer finan ziellen Grundlagen vornehmen müffen. Sie tann nun wieder ihren alten Bielen nachstreben: bie Freube an der Natur weitesten Kreisen zu erschließen und in ihnen machzuhalten. In einer Vortragsreihe jollen noch in diesem Winter besonders solche Fragen, die im Mittelpunkt des aktuellen Interesses stehen, wie das Fernsehen, der Lon film, Fahrt und Flug mit Ratetentraft, die Polarforschung mittels die meitere Mitteilungen demnächst folgen werden, soll nur ein Vor Luftfahrzeugen usw. behandelt merden. Diese Vortragsreihe, über läufer sein für ein weiter reichendes Aktionsprogramm zum Wiede aufbau einer neuen Urania. Rongreßfaal eingeäschert. Der Eisenacher Fürstenhof" völlig vernichtet. RUNDFUNK AM ABEND Dienstag, 19. November. Berlin. 16.05 Dr. Wolfgang Pohl: Sozialpolitische Umschau. 16.30 Unterhaltungsmusik. 18.30 Stunde mit Büchern. Biographien und Erinnerungen von Politikern." ( Am Mikrophon: Prof. Dr. Art. Rosenberg.) Der Fürstenhof" in Eisenach, der über die deutschen Grenzen hinaus weit bekannte große Kongreß und Festsaal, murde am Sonnabendabend in der elften Stunde von einem großen Schadenfeuer, wie es Eisenach faum je gesehen, bis auf die Grundmauern zerstört. Das Feuer entstand durch Kurzschluß im Kronleuchter des Festsaales während der Beranstaltung ciner großen Vereinsfestlichkeit mit zahlreichen Teilnehmern. Zum Glück gelang es allen, trotz der großen Gefahr, sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen, so daß auch durch den herabstürzenden Kronleuchter feine Menschenleben zu beklagen find. Die haushoch zum nächtlichen Himmel emporschlagenden Feuersäulen machten bald die schon nächtlich stille Stadt wieder lebendig und Hunderte von Zuschauern auf den umliegenden Straßenzügen und Höhen konnten schardernd sehen, wie in unglaublich kurzer Zeit der feurig hochragende Da ch stuhl mit seinem Turm frachend unter einem weithin leuchtenden Feuerregen zusammenbrach zu einem großen Feuerhaufen. Der aufopfernd tätigen Feuerwehr, die aus den Nachbarstädten Gotha und anderen Berstärkung erhielt, gelang es, den Feuerherd zu beschränken und an der Ausdehnung zu hindern, tro 18.30 Französisch für Anfänger. eines gefährlichen nächtlichen Windes. 19.00 Prof. Dr. H. Reichenbach: ,, Naturwissenschaft und Weltanschauung." 19.30,, Hans Reimann und seine Tiere."( Am Mikrophou: Hans Reimann.) 20.25 Dr. Rudolf Breitscheid, M. d. R. 21.00 Sendespiele. Schwester Henriette." Auschließend Presseumschau( am Mikrophon: Dr. Josef Räuscher). Nach den Abendmeldungen Bildfunk, 16.30 Nachmittagskonzert. Königswusterhausen. 17.30 Fritz Ohrmann: Die Musik im katholischen Gottesdienst. 18.00 Mersmann: Kleine Formen der Klaviermusik. 18.55 Dr. Jahnke: Gutes Deutsch für Jedermann. 19.20 Landgerichtsrat von Holten: Vom Schicksal der Vorbestraften. 21.00 Hotel Esplanade: Unterhaltungsmusik. Der Fürstenhof" gehört der Stadt Eisenach, die durch Versiche- 20.00 Freytagh- Loringhoven:„ Die außenpolitische Seite des Young- Plans". rung gegen den entstandenen Millionenschaden gedeckt ist. Das größte U- Boot. In Brest lief das französische Unterseeboot Surcouf vom Stapel, das mit 3250 Tonnen Wasserverdrängung, 110 Meter Länge und 9 Meter Breite das größte Unterseeboot der Welt, mehr schon ein U- Kreuzer ist. + 9.00 Morgenfeier. 10.00 Wettervorhersage. Mittwoch, 20. November. Berlin. 12.00 Mittagskonzert. 13.30 Bildfunk. 13.40 1. Joh. Seb. Bach: a) Sonate H- Moll( Hilde Elgers. Violine und W. Liachowsky, Klavier); b) Drei Gesänge( Elis. Ohlhoft. Sopran). 2. Reger: Romanze G- Dur, op. 50 Nr. 1( Hilde Elgers). 3. Joh. Seb. Bach: Choralvorspiel( Fritz Ohrmann). 4. a) H. Neal: Psalm 121. für Sopran, Violine und Harmonium( Elis. Ohjhoft, Hilde Elgers und Fritz Ohrmann); b) H. Wolf: Herr, was trägt der Boden hier; c) H. Wolf: Ueber Nacht( Elis, Ohlhoft). 5. Corelli: Sonate D- Dur( Hilde Elgers). ( Flügel: Waldemar Liachowsky. Am Meisterbarmonium: Fritz Ohrmann.) 16.00 Aus dem Sportpalast; Kundgebung der Katholischen Aktion Berlin. Anschließend Nachmittagskonzert. 18.00 Georg Enders: Der Invaliden- Friedhof in Berlin. 18.30 Prof. Dr. Windelband: Die englische Monarchie und ihr Bild in Shaws ..Kaiser von Amerika". 19.00 Cellovorträge.( Judith Bokor, Cello, and Bruno Seidler- Winkler, Flügel.) 20.00 Prof. Dr. Georg Schünemana: Musik der Gegenwart. 20.30 Uraufführung„ Vom Leben", op. 57. Eine poetische Lesung mit Musik nach Worten von Friedrich Hölderlin von Josef Mathias Hauer. Dir.: Generalmusikdirektor Hermann Scherchen. Sprecher: Gerda Müller. Königsberger Rundfunk- Orchester, Chöre, Ltg.: Prof. Rüdel. Nach den Abendmeldungen: Bildfunk. Königswusterhausen. 18.00 Dr. Albert Dietrich: Besinnliche Viertelstunde. 18.20 Die Kleistpreisträger des Jahres 1929. Einführung: Dr. Paul Fechter. Vorlesung: Dr. Leonhard Blaẞ. 19.00 Dr. Alfred Brauchle, leitender Arzt des Prießnitz- Krankenhauses: Trost den Kranken. 19.25 Pfarrer Schmeling: Elsa Brandström und ihr Werk. Wetter für Berlin: Meist bewölft, später etwas Regenneigung, leicht ansteigende Temperaturen, füdliche Winde. Für Deutschland: Im Nordwesten trübe und regnerisch, in Mitteldeutschland meist be wölft mit allmählich zunehmender Niederschlagsneigung, im Often und Süden vielfach heiter, morgens neblig, Temperaturen im größten Teile des Reiches bei südlichen Winden etwas ansteigend. Geschäfts- Anzeiger DEUTSCHE BAUHÜTTE G. m. b. H. Hoch- und Tiefbau Eisenbeton, Beton Eigenes Architekturund Ingenieurbüro Berlin C 2, Burgstraße 21 Telephon: E1, Berolina Nr. 5941- Nachtruf nach 5 Uhr: E 1, Berolina 3557 für Ferngespräche: E 1, Berolina 2929. Esst Sauergurken gesund preiswert Bezirk Süden- Weften. 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November 1929 Der Abend Shalausgabe des Vorwärt Vorläufer des Sozialismus Tasten und Irren, Suchen und Wollen im Vormärz Rhein", ist es beglaubigt, daß er um das Jahr 1842 zum Spitzel der österreichischen Polizei herabfant. Als Sonderbrud in beschränkter Auflage gibt Dr. Friedrich| denn wenn Beneden auch von dem furchtbaren Gericht des| Strohmeyer, dem früheren Herausgeber des Bächter am Brügel, Leiter der sozialwissenschaftlichen Studienbibliothek der Wiener Kammer für Arbeiter und Angestellte, seine Abhandlung ,, Aus den Anfängen der deutschen sozialistischen Presse" heraus, die vorher an einer auch der breiteren Deffentlichkeit entrückien Stelle, im publizistischen Organ des Reichsvereins der Zeitungsbeamten Desterreichs, erschienen ist. Stellt sich diese Studie nicht als Auftaft zu einem größeren Werf über den gleichen Gegenstand dar, wäre ihre Verbreitung über den Rahmen eines Sonderdrucks hinaus zu wünschen, denn sie leuchtet, namentlich unter Ausmuzung von Konfidentenberichten im österreichischen Haus-, Hof- und Staatsarchiv, in Zusammenhänge hinein, deren Kenntnis für das Verständnis der Vorgeschichte der republikanischen Staatsform und sozialistischen Partei in Deutschland nicht unwesentlich ist. Wenn Brügel dabei die ästhetischen und philosophischen Hüllen herabreißt, mit denen neuerdings eine gefällige Geschichtsschreibung Metternich zu drapieren liebt und das System des allmächtigen Staatskanzlers als das binstellt, mas er war, als fnebelnde und nieder fnüppelnde Brutalität", so steht er dafür, mit Recht bestrebt, die Historie auch historisch zu betrachten, manche Männer der vormärzlichen Oppofition mit milderen Augen an, als es nod) Mehring in seiner Geschichte der deutschen Sozialdemokratie" zu tun vermochte. Nicht immer zeugt es ja von wahrer Ueberlegenheit, verächtlich auf tastende und irrende Vorläufer herabzublicken, denen die Früchte vom Baum der Erkenntnis nicht so mühelos in den Schoß fielen wie den Nachlebenden. Tasten und Irren, aber doch auch Suchen und Bollen ist das Kennzeichen der ersten Zeitschriften, die hier in Frage kommen. Die geruhige Moselstadt Trier ist wie die Geburtsstadt von Karl Marg auch Erscheinungsort der ersten Zeitschrift, die die Klaffengegenfäße hervorhob. und den Begriff des arbeitslosen Einkommens prägte; es waren, 1828 von Heinrich Ludwig Lampert a 11( 1790-1863) heraus gegeben, die Menschenfreundlichen Blätter oder praftische Beiträge zur Volksbeglückungslehre", als deren Ziel in der Einleitung angeführt ward die Darlegung, " welche Mittel den weniger Verständigen unter den arbeitenden Klaffen mit geringem Eigentum sich darbieten, um sich vor der alle Abhängigkeit bedrohenden Herrschaft des Geldes zu retten und jeden Unbefangenen zu überzeugen, daß diefe Herrschaft, welche schon auf eine beunruhigende Weise um sich negriffen hat, unabwendbar dahin führen müsse, allen Besig in den Händen der Geldprivilegierten zu ver einigen und die von ihrer Industrie und ihrer Arbeit lebenden Klassen von diesen gänzlich abhängig zu machen. Gedich Balls Zeitschrift aus Mangel an Abnehmern nicht über das erste Heft hinaus, so war die Deutsche Tribüne", die Johann Georg August Wirth( 1798-1848) vom Juli bis De= zember 1831 in München, dann in Homburg herausgab, von größerer. Bedeutung und längerer. Lebensdauer, obwohl sie im März 1832 dem üblichen Verbot verfiel; Kavallerie besetzte das Redaktionslofal und verhaftete den Herausgeber. In diesem Blatt läßt sich der llebergang von sozialistisch- fleinbürgerlichen Gedanfengängen zur sozialistischen und später marristischen Bewegung deutlich studieren, denn Wirth, ein mutiger Mann von aufrechter Gesinnung und Ueberzeugungstreue, perfocht nicht nur Verfassungsmäßigkeit, Preß: freiheit, vorsichtig auch die republikanische Staatsform sowie einen europäischen Völkerbund, dessen Kern die Vereinigung Polens, Frankreichs und Deutschlands bilden sollte, sondern faßte auch die soziale Umwälzung Volkes schwärmte, auf deffen Sturmfahne stehen merde: Wir haben nichts zu schaffen! Bir boben nichts zu effen!", so tut Brügel doch dar, daß in Schuster zum erstenmal ein Deut- Auch die Rheinische Zeitung" in Köln, an der sich Karl scher auftritt, der prägnant und scharf das Gesetz der Klassen unterMarg seine kommunistischen Sporen verdiente, hielt stets die Auffucht, Grundlinien einer politischen Taftit des Sozialismus aufmerksamkeit der f. f. Konfidenten wach, die selbst nach ihrem Einstellt und, vom Detonomischen ausgehend, die Gefeße der Geschichte gehen berichteten, daß das zunehmende politische Interesse aller zu erfassen bestrebt ist". Als Beneden, der über die Grenzen Kreise auf ihr Wirken zurückzuführen sei, und daß am Rhein, vordes bürgerlichen Radikalismus nicht hinaustam, im April 1835 Paris nehmlich in Aachen, Trier und Elberfeld, der Kommunismus in den verlassen mußte, übernahm Schuster die Redaktion des„ Ge= von ihr gezogenen Furchen aufgehe. Nicht minder half die 2 of o ächteten" und legte zugleich feine Anschauungen in einem Buche motive", die 1842 und 1843 erst in Leipzig, dann in Halle erschien, ,, Gedanken eines Republikaners" nieder, das die mir den deutschen Boden für die Saat des Sozialismus lodern, obwohl politische Revolution ablehnte, die Eigentumsgesetze einer Kritif ihr Herausgeber Franz Held von den sozialen Problemen der Zeit unterzog, das Recht auf den vollen Arbeitsertrag erwog und das nicht gerade viel mußte. Mehr Kopfzerbrechen bereitete den MachtProgramm einer sozialen Revolution zu entwerfen versuchte, um habern der Pariser Borwärts", den ein obsturer und zweidas Proletariat ,, aus den beuteluftigen Händen der Rapitalisten zu deutiger Mann, Heinrich Bornstein, geründete, aber sehr illuftre befreien". Ob der„ Geächtete" bis 1836 oder gar 1837 erschien, ist und bedeutende Männer wie schmer feststellbar, aber mehr als zweifelhaft, da Schuster sich 1835 und 1836 als Organisator von Handwerksvereinen in der Karl Marg und Heinrich Heine Schweiz betätigte. In jener Zeit kennzeichnete ihn der Geheim mit literartschen Beiträgen unterstützten. Boll Entsetzen über die bericht eines metternichschen Spitzels: Dr. Schufter, strenger Republikaner, ernst, ehrlich, aber un duldsam gegen öffentliche wie Privatfehler. Er ist eifriger Arbeiter in kleinen Druckschriften und hat außerdem Zuschüsse in verschiedene französische und englische Blätter zu liefern... Ebenso ist er Berfasser mehrerer Artikel in dem von Rotted und Welder herausgegebenen Staatslerifon... Auch 1843 heißt es in einem ähnlichen Schriftstud, daß Schuster bald soziale, bald demokratische, bald kommunistische, bald repu blikanische Agitation betreibe und die Arbeiter zu sammeln und mit ihrer sozialen Stellung unzufrieden zu machen fuche". Aber in den Jahren 1846 und 1847 stand er zweifellos mit dem honnoverschen und dem heffischen Ministerpräsidenten in Paris mie mit dem österreichischen Diplomaten Graf Hübner in Berbindung, sei es, daß er sie für seine revolutionären Pläne auszunuzen gedachte, sei es, daß er als Renegat feine beffere Vergangenheit verleugnete. Bon | Borwärts- Sansculotten" berichtete Metternichs Pariser Ver= trauensmann an den Staatskanzler: Dieses Blatt hat seit einiger Zeit eine republikanisch- kommunistische Ultrafarbe angenommen und spricht mit einem 3ynismnus, melcher die Publikationen des einstigen Moniteur républicain" weit hinter sich läßt. Aber wie immer es mit diesen Zeitschriften und Zeitungen ftand, ihr Aftionsradius mar gering; ihre Auflage bezifferte sich nach Hunderten, wenn es sehr hoch tam, nach menigen Tausenden. Erst mußte im legten Drittel des neunzehnten Jahrhunderts der Sozialismus zu einer Maffenbewegung anschwellen, ehe eine wirklich sozialiftische Presse ihre Aufrüttelungs- und Erziehungsarbeit in breiter Front beginnen fonnte. Nur widerspräche es der historischen Gerechtigkeit, deshalb jener bescheidenen Vorläufer mit Mißachtung zu gedenken. Hermann Wendel. Araber trinken Kaffee Und was der Durchschnittseuropäer nicht weiß القهوة العربية Arabischer Kaffee! Sein Duft durchzieht die Weft. Afferorts, an keine Landes- und Erbteilsgrenze gebunden, wird uns arabischer Kaffee angeboten. Aber meistens wird uns nur sein Name, nicht feine Substanz vorgesetzt, denn seine Zubereitung blieb Geheimnis. Die arabische Kaffeebohne ist klein, ihre Qualität nicht besser als die Bohne aus Rio, Santos, Java, Sumatra, Celebes oder Menado. Aus dem Demen, sagen die Araber, tommt der beste Kaffee. Diese Sorte ist es auch, die hauptsächlich nach dem Orient und über Italien nach Europa ausgeführt wird. Frachtkosten und Zoll sorgen dann dafür, daß sein Preis erfledlich höher ist als im Ursprungsland. In Arabien wird auf dem Lande der wohlschmeckendste KStaffee ins Auge; in der letzten Nummer der„ Deutschen Tribüne" vom gefocht. Fragt man einer Araber, der auf dem Lande groß geworden 21. März 1832 hieß es flipp und klar: ist: Wie bereitet Ihr Euern Kaffee?" jo antwortet er grundsätzlich: „ D, dazu gebrauchen wir mehrere Tage". Auf dem Lande wird der Kaffee in Mahmas( Röster) geröstet und sodann im Dubat( einem mörserähnlichen Gefäß aus Holz) kurz vor der Zubereitung fast zu Bulver zerstoßen. Eine Kaffeemühle fennt, man, obwohl man in Europa echt ,, arabische" Kaffeemühlen verkauft, night. Auf den gemahlenen Kaffee, nachdem man ihn mit Cardamom geröstet hat, wird Wasser gegossen, das man stundenlang auf einem Holzfeuer sieden, aber nicht fochen läßt. Der so gewonnene Kaffeefaft wird in eine Kanne gegoffen, aber noc, nicht serviert, da der Araber als unschicklich ansehen würde, den Kaffee mit Satz zu reichen. Erst aus einer dritten Ranne wird der dice Saft in kleine hentellofe Tassen geschänkt, die im Norden Arabiens aus Porzellan oder Steingut und im Süden meistens aus Ton oder Holz bestehen. " Der Zustand der menschlichen Gesellschaft, der Staaten fann nur dann verbessert werden, wenn mit einer politischen Reform auch eine gesellschaftliche Revolution eintritt, wenn dem Saze gehuldigt wird: Niemand, welcher arbeiten fann und will, soll ferner in die Möglichkeit geraten, fein Brot zu haben. In die Bresche sprang nach dem Verbot, am 1. April 1832 im Vertrauen auf die kurz zuvor im Großherzogtum Baden verkündete Breßfreiheit in Mannheim erscheinend, Der Wächter am Rhein", den Franz Strohmeyer leitete. Für die Farben Schwarz- Rot- Gold werbend, beschränkte sich der Wächter" mehr auf das politische Gebiet, aber hier nahm er fein Blatt vor den Mund. Wegen Anstiftung zum Aufruhr, Hochperrat, Majestätsbeleidigung und anderen Schwerverbrechen wurde sein Verantwortlicher Franz Schlund zu sechs Monaten Zuchthaus verurteilt, aber die nieder trächtigste Treibjagd, der die Zeitung schon Ende Juli erlag, begann, als sie versuchte, die demokratischen Gedanken unters Militär zu tragen und so den Kadavergehorsam gefährdete. Der Zeitgeist", der den„ Wächter" ablöste, brachte es trotz aller Zurückhaltung und Vorsicht gerade auf ein Jahr Lebensdauer; nicht umsonst bescheinigte ihm der österreichische Gesandte am badischen Hof, Graf Buol, die ,, revolutionäre Tendenz". Schon zur Unterstützung von Wirths Tribüne" hatten sich die in Paris lebenden Deutschen zum ,, Baterlandsverein" zusammengeschlossen, der nach seiner behördlichen Auflösung 1833 einen Teil ⚫ feiner Mitglieder an den„ Bund der Geächteten" abgah. Auf feinem Boden, der für die Vorgeschichte des modernen Sozialismus nou besonderer Wichtigkeit ist, erwuchs das Emigrantenblatt„ Der Geachtete", herausgegeben von zwei ehemaligen Privatdozenten, Jafob Beneden und Dr. Theodor Schuster. Bene deys Lebenslauf ist bekannt, der Schusters, den Brügel, ben intereffantesten und politisch wichtigsten Erscheinungen vor Wilhelm Bettling und Karl Marr zuzählt, liegt mehr im Dunkel Bedenfalls mußte er aus Deutschland fliehen, da er fid) als Privat dozent der Jurisprudenz an der Universität Göttingen an dem Aufstand vom 8. Januar 1831 beteiligt hatte. In Frankreich warf er sich, um einen Rückhalt zu haben, auf das Studium der Medizin und wurde, ein angesehener und beschäftigter Arzt, aber fein Herz Ling an der Bewegung, die einen Umfturz in der Heimat vorbereitete. Zwischen Schuster, und. Beneden spielte sich im Rahmen der„ Geächteten" die erste Auseinandersegung zwischen zoletarischer unb bürgerlicher Demokratie in Deutschland ab, Das Kaffeekochen ist nicht leicht und auf dem Lande merden hiermit Fachleute, sehr oft ältere Bauern, beschäftigt. Sie sind es auch, die den Kaffee für die männliche Abendgesellschaft einschänken, die auf Polstern liegend oder mit untergeschlagenen Beinen fizenb das Bundergetränkt zu sich nimmt. Doch wird der Kaffee nicht tassentopsweise, sondern tropfenweise eingegossen und zmar gehören fünf bis drei Tropfen in eine Tasse. In ununter: brochener Kette wird der Kaffee bereitet, wobei man den alten Staffeesatz mit verwendet, und es wird immer von neuem zugeschänkt, so daß die Männer, zu denen auch die Knaben gehören, sobald sie in den Kreis aufgenommen worden sind, den ganzen Abend über einen brühheißen, frischen Staffee vor sich haben. Morgens und abends ist der Kaffee für die Beduinen und Bauern unentbehrlich. Er ist einer der wichtigsten Borräte auf dem arabischen Gehäft. Auf dem Gute unseres Gewährsmannes, wo allabendlich 12 bis 30 Gäfte zusammenkommen, wird der Kaffee gleich doppelzentner. weise angeschafft Die arabischen Familien, die in der Stadt an der Tradition festhalten. genießen den Kaffee nach ländlicher Art. Selbst in den echt arabischen Kaffeehäusern der Städte, die vom arabischen Volk besucht werden, wird der Kaffee auf die geschilderte sorgfältige, langsame Art bereitet. Dort fizzen die Araber auf fleinen strohgeflochtenen Stühlen, die man in Europa als Kinderstühle bezeichnen würde, und trinken tropfenweise ihren Raffee, der wie auf tem Lande stets von neuem eingeschänkt wird. Für die Unterhaltung forgen Springbrunnen, Musik und Schattenspiele. Der Kaffeehaus befucher bezahlt nicht pro Zaffe, sondern ein Bauschal für den Raffeehausbefuch: früher drei bis fünf Pfennige und heute, wo das Leben auch in Arabien teurer geworden ist, in unsere Währung umgerechnet, a cht Pfennige für den Abend. Das unverfälschte arabische Kaffeehaus bleibt den Europäern so gut wie verschlossen, da dem Europäer das Gemeinschaftsleben des Arabers fremd ist, und wenn er nicht zur moslemitischen Religion übertritt auch fremd bleiben wird. Die Europäer gehen höchstens in die Kaffeehäuser, in denen Schattenspiele sind. Pseudo- arabischen Raffee und pseudo- arabische Kaffeehäuser gibt es in allen Großstädten des Orients. Sie werden von Franzosen, Griechen, Armeniern und geschäftstüchtigen italienischen Levantinern geführt. Bei ihnen wird der Kaffee tassenoder fannenweise für 25 bis 30 Pfennige ausgeschänkt. In manchen dieser Kaffeehäuser gibt es Tanz, Spiel, Alkohol, Limonadengetränke und elegante Damen, die sich dort oft erfolgreiche Mühe geben, auf modern gefleidete Herren zu wirken. Dieses ganze Getue hat sich nur den Namen des arabischen Kaffeehauses ausgeliehen. Falls man nun einen arabischen Kenner im Hinblick auf Europa um Rat fragt, dann erzählt er uns zuerst, daß wir den Kaffee nicht richtig ausnuten. Wir müssen den Kaffee ganz sein mahlen, ihn fieden lassen und den nur keine Verschwendung Grund ein paarmal benutzen. 3war gebrauchen wir nach arabischer Art für jede Tasse einen oder zwei gehäufte Teelöffel voll Kaffee, aber wir dürfen bei einer solchen Zubereitung keine zehn Tassen Kaffee nacheinander trinten. Zu gutem Kaffee nimmt man nach arabischer Ansicht weder 3uder noch Milch. Zuder ist nur bei mittelmäßigem, Suder und Milch, zusammen sind( nach arabischer Meinung) bloß bei schlechtem Kaffee erlaubt. Erna Büsing. ,, Das Rattennest" Böhrles Roman„ Das Rattenneft"( Verlag Kaden u. Co., In der Zeit fehlicher Reportagen wirkt ein Buch wie Ostar Dresden) wie ein Zeugnis dafür, daß leidenschaftliche Gestaltungsfraft, Durchfeelung der Welt und eine höchst persönliche und dabei doch einfache Frage noch nicht aus der Literatur verschwunden sind. Es ist die Welt der unterirdischen, die Wöhrle hier gestaltet, die Welt der Heimatlosen, der Entrechteten, des Freiwilds, auf das die Gesellschaft Jagd macht, und es ist auch die Welt derjenigen, die über diese Menschen zu Gericht ſizen. Eine Anklage gegen die Gefellſchaft, die es soweit kommen läßt. Dieses Thema wird hier von einem Menschen angepackt, der es feineswegs bialettisch behandelt oder sich mit der Oberfläche begnügt und es dem Leser überläßt, von dieser Reportage aus auf die seelische Struttur zu schießen. Im Gegenteil: Wöhrle formi Seelisches und äußere Erscheinung zu einer untrennbaren Einheit. Er sieht eher von innen nach außen als umgekehrt. Deshalb verschmäht er es auch, die Sprache des einzelnen besonders zu nüancieren. Aeußerlichkeiten fallen nicht ins Gewicht, aber diese Sprache, die die Menschen in monumentalen Formen umreißt, ist durchpulst von leidenschaftlichem Leben Neben der Antlage und der Tragit steht ein Hamor, der auch über die Aengste der Menschen zu lächeln versteht Im gauzen ein Buch, das den enggezogenen Rahmen der Gegenwartsliteratur zerreißt, ein Zeugnis von einem Gestalter jenseits jeber Tagesmode. F. Sch. (10. Fortsetzung.) Nur ein Streik hat bei uns einen ausgesprochen politischen unö reoolutionären Charakter gehabt, insofern er eine? der großen Probleme der Arbeiterdemotmtie zum Gegenstand halte; das war der General st reikvonTurin vom April 1920, der die Kontrolle der Beiriebe durch die Arbeiter erobern sollte. Er dauerte zehn Tage, um nach ernsten und dramatischen Zwischenfällen mit einer Niederlage zu enden. Was aber auch der Anlas) der proletarischen Bewegungen ge« wesen sein mag, sicher haben sie alle dazu beigetragen, jene Geistes. Verfassung auszulösen, jene Erwartung entscheidender oder wunder- barer Ereignisse, die die trüben Epochen des Uebergangs von einem Regime zum anderen kennzeichnet. Die Krise des Staates war im Jahre 1920 vor ollem psychologischer Art. Der Staat war noch cherr der materiellen Gewalt, aber nicht mehr Herr über die lieber- Zeugungen. Was die beständige Erregung des Parlaments betrifft, so hatte sie zweierlei Ursachen: die Unfähigkeit der bürgerlichen Majorität, über ein konkretes Programm einig zu werden und die Heftigkeit der sozialistischen Angriffe. Die Existenz einer kampak- Leonida. Bissolatl ten Gruppe von hundert katholischen Deputierten, die ein Element der Stetigkeit für das Ministerium und die Politik hätte fein können, wurde vielmehr zu einem Element der Zersetzung, wegen der Bot- Mäßigkeit dieser Fraktion gegenüber dem Aatikan. Ja Italien hatte man vielleicht in abschließender Weise den Beweis erbracht, daß die Religion alp Aeußerung des geistigen Lebens der Politik fern- zubleiben hat und daß angesichts der große» sozialen Problem« der katholische Glaube, den dar Arbeiter mit dem Adligen gemein haben kann, weder dem Geist der Kritik noch dem Klassenkampf standzuhalten vermag. Die aus den Wahle» von 1919 hervorgegangene Mehrheit erwies sich als unfählg, sich selbst zu disziplinieren. Sie hat sich selbst nicht einmal gesunden. Ob sie wohl je das Bewußtsein der Gefahr gehabt hat. die dem Staate drohte? Hot sie je in den Er- eigmssen etwas anderes gesehen als eine Gelegenheit sür ihre klein- lichen Korridormanöver? Sicherlich nicht. Sic sah nur das, was klein und nah war, zu einer Zeit, wo es galt, das Ferne und Große zu sehen. Für diese Abgeordneten der Mehrheit waren die Unruhen der Arbeiterfchast, der Tatendrang der Jugend, der Marsch auf Fiume, die wirtschastlichni Schwierigkeiten lauter Episoden von geringer Bedeutung. Der Sozialismus? Das war ein Polizeiproblem! Die Wiedergeburt des imperialistischen Geistes? Das war Literatur. Gegenüber dieser chaotischen Mehrheit, der jede allgemeine Auf- fassung des Zeitvroblems abging, führte die Fraktion der 15 0 s o z i a l j st I s d) e n Abgeordneten einen energischen Kamps. Obwohl auch diese Fraktion in arundlegenden Fragen tief gespalten war, bot sie wenigstens die Fassade der Einheit, was ihr Kraft und Prestige gab. Neben erfahrenen Parlamentariern brachten die neugewählten Arbeiter und Akademiker den unmittelbaren und oft naiven Ausdruck des ernsten Willens nach politischer und sozialer Erneuerung, der Im Land: lebte Besonders die Arbeiter kümmerten sich weder um die Formen noch um diplomatische Feinheit«». Sie sprachen ofsep und ehrlich und nannten einen Lumpen einen Lumpen und einen Ausbeuter einen Ausbeuter Sie brachten Leben, Wucht und Urwüchsigkeit noch Montecitorio. Aber wohin ging der Weg? Ilm die Mitte des Jahres hatte sich ein Ereignis zugetragen, das den Kampswillen der Parlamentsmehrheit klarer zeigte. Nitti. der von jeher den Konservativen als das schwarze Schaf gegolten hatte, war gestürzt worden. Wohl hatte er der Bourgeoisie seines Landes manchen Dienst erwiesen, aber das hat ihm nicht einmal die Bitternis der Verbannung erspart. G i o l i t t t trat an seine Stelle. Dieser Mann, der— beinahe gegen seinen eigenen Willen— der große demokratische Reformer des Staates gewesen war und der dann im Jahr« 1919 au? Rom fliehen mußte unter dem Schimpf« Hagel der Patrioten, wurde nun aus den Schultern desselben bürgar» lichen Patriotismus wieder zur Regierung erhoben. Sein Ruf als tüchtiger Verwalter und'eine vollendete Geschicklichkeit tn der parlamentarischen Diktatur, die er in seiner langen Karriere so oft be- wiesen hatte, verschafften ihm dieses neuerstandene Dertrauen. Aber der kleinen parlamentarischen Politik war es bestimmt. -u die zweite Reihe zurückgedrängt zu werden angesichts des großen ioziale» Kauipfes, der in der Geschichte der italienischen Arbeiter- Vivegung den Namen der Fabrikbesetzung trägt. Diese hat sich im September 1920 abgespielt. Seit mehr als einem Jahre hatte der von dem heute in der Verbannung lebenden Genossen Buozzi geleitete Verband der italienischen Metallarbeiter mit dem Derband der Unternehmer über einen neuen Tarifvertrag verhandelt. Di« Unterhandlungen kamen nur sehr langsam vor- wärts, und die Unternehmer drohten mit einer Aussperrung. Um dieser Drohung zuvorzukommen, ordneten die Führer der Metallarbeiter am 29. August an. die Betrieb« zu besetzen, welche Order in etwa 300 Fabriken durchgeführt wurde. Am nächsten Tag« dehnte sich die Bewegung auf beinahe alle Industrie- bezirke aus. Die Arbeiter hatten sofort den Eindruck eines entscheidenden Ereignisses, bei dem ihre Zukunft auf dem Spiel stand. Die Würfel waren gefallen. War dos endlich die Morgenröte jener Revolution. die soviel Hoffnung«» in der Seele des Volkes, soviel Furcht in der der herrschenden Klassen geweckt hatte? Ich weiß sehr wohl, daß nach den Absichten der Gcwerkschafts- führer die Fabrikbesetzung nur die Aufgabe hatte, einen Lohn- kämpf zu entscheiden. Aber jedes Ereignis empfängt von den äußeren Umständen seine entscheidende Prägung. In der Atmo- sphäre des Jahres 1920, nach zweijährigen Massenbewegungen, erhielt die Fabrikbesetzung in den Augen des B o l k e s den Wert einer konkreten Geltendmachung eines neuen Eigentumsrechtes. Im übrigen war es eine sehr malerische und interessante Zlnge- legenheit. Man besuchte die besetzten Fabriken, wie man zu einem Feste geht. Rote Fahnen wehten von den Schornsteinen. Die Mauern trugen Inschrislen„Hoch die Sooiets! Es lebe die Revo- liitiän? Arbeiterpatrouillen, oft mit Waffen in der Hand, hielten vor den Betrieben Wache. Kein Polizist oder Karabiniere war zu sehen. Der Staat glänzte durch Abwesenheit. Kein Lärmen aus den Straßen Im Innern der Fabriken erregte, lebhaste Tätigkeit. Die Arbeiter hatten Komitees zur technisckien und administrativen Leitung geschaffen, hatten eine Miliz bewaffnet und setzten ihre Energie ein, um die Arbeit weiterzusühren. Die ganze Nation hielt den Atem an in Erwartung einer Lösung. Ein Versuch des Arbeitsministers Labriola— der heute als Geächteter im Ausland lebt—, ein staatliches Schiedsgericht herbeizuführen, schlug sehl. Von einer Stunde zur anderen verdrängten die politischen Merkmale der Krise die ursprünglichen wirtschaftliche». Eine große Bank bot Kapitalien an, um die Industrie auf tollettivistlsch-r Grundlage zu organisieren. Die Eisenbahner weigerten sich. Truppen zu trans- portieren. Die ganze Arbeiterklasse wartete auf den Augenblick, in dem ihr Eingreisen eine Entscheidung herbeiführen konnte. Die sozialistische Partei hatte zu wählen zwischen dem Auftakt zur Eni- scheidungsschlacht um die politische Macht und einem Rückzug, der ihrem revolutionären Prestige einen schweren Schlag versetzen mußte. Wieder wurde diskutiert und das Für und Wider abgewogen. Die Revolutionäre hätten gern die Verantwortung der Entscheidung aus die Reformisten abgewälzt, während diese der Zumutung aus- wichen, indem sie die Existenz eines revolutionären Problems in Abrede stellten. Handelte es sich um eine politische oder um eine gewerkschaftliche Bewegung? Am 10. und ll. September wurde eine Tagung von Gewerkschasllern und Parteiführern abgehalten, bei der zwei verschiedene Ausfassüngen zutage traten. Die einen wollten den ursprünglichen gewerkschaftlichen Charakter der Be- wegung beibehalten; die arideren wollten daraus den Ausgangspunkt eines Entscheidungskampfes machen sür die Eroberung der politischen Macht. Die erste Auffassung wurde mit 591 211 Stimmen(der ver- tretcnen Gewerkschaftsmitglieder) gegen 409 569 Stimmen ange- nommen. In der angenommenen Tagesordnung wurde als Zweck der Fabrikbesetzung die gewerkschaslliche Kontrolle der Betriebe aus- gestellt. Damit war die Möglichkeit einer Beilegung gegeben. Aus dcc Planke der„Kontrolle" kam die Regierung der Generalkonsöderation der Arbeit entgegen. Giolitti berief Unternehmer- und Arbeiter- Vertreter nach Turin und zwang die Unternehmer buchstäblich, die Kontrolle zu gewähren. So endete die Fabrikbesetzung mit einem gewerkschaftlichen Sieg, unter dem sich leider eine politische Nioder- läge der sozialistischen Partei versteckte. Die Fabrikbesetzung halte 22 Tage gedauert und bildete den Höhepunkt der Krise der Nach- kriegszeit; sie Halte den Staat gefestigt und gleichzeitig den Beweis erbracht, daß die sozialistische Partei zwar eine riesige WaHIinajchine war, aber ihr Mechanismus sich außerhalb der demokratischen Legalität sehr schwer handhaben ließ. Auch Mussolini feierte in seiner Zeitung die glücklich« Losung des Konflikts und stellte die neuen Beziehungen der Gleich- berechtigung, die sich aus der zugestandenen Kontrolle ergeben sollten, als eine wahre Revolution und den Beginn einer neuen Aera dar. Während der Bewegung hatte er übrigens versucht, wieder mit den Sozialisten Fühlung zu nehmen. Bei einem Besuch, den er dem Genossen Buozzi machte, hatte er gesagt: „Ob die Fabriken den Unternehmern oder den Arbeiter» ge- hören, ist mir ganz gleichgültig. Wir Faschisten würden nur im Fall eines bolschewistischen Aufstondes eingreifen." Indem er jetzt den Arbeitersieg feierte, versuchte cr das Prolo- tariat über die Zwecke der saschiftifchen Bewegung zu täuschen. In Wirklichkeit hatte es aber bei der Fabrikbesetzung nur einen Sieger gegeben: den Staat. Wohl blieb dem Proletariat ein wich- tiges Zugeständnis, das' Recht auf Kontrolle der Betriebe. Aber abgesehen davon, daß dies nur aus dem Papier stand, war durch diese Beilegung der revolutionäre Elan auf immer gebrachen. Ja, noch schlimmer, das proletarische Heer war in zwei Teile gespalten. Die Revolutionäre des Parteivorstandes, die Verfechter der Diktatur des Proletariats hatten vor den Reformisten der Generalkommission der Arbeit nachgeben müssen. Die großen bürgerlichen Zeitungen wie der„Cornere della Sera",„Secolo",„Giornale d'Italia" irrten sich nicht, als sie das Ueberwiegen des reformistischen über den reoo- lutionären Geist als das Anzeichen deuteten, daß nunmehr die Welle des Bolschewismus, die die herrschenden Klassen anfgerüttelt hatte. im Abflauen war. In der Tat lag zu Ende des Jahres 1920 der ilalienische Bolschewismus in den letzten Zügen. Dem Massen- aufstand waren die Flügel beschnitten. Auch in internationaler Beziehung stand damals der Bolschewis- mus vor einer entscheidenden Niederlage vor den Toren von Warschau, von der er sich nie wieder erlchlen sollt«. Die italienische Arbeiterbewegung fiel innerem Hader und Zwist zur Beut«. Und der Faschismus, der bis dahin ein ganZ unbeachtetes und machtloses Dasein geführt hatte, begann den Kopf zu erheben, indem er aus dem Rachedurst der Klassen, die vor der Drohung der proletarischen Reoolution gezittert hatten, Vorteil zog und die nationalistische Neurose der jungen Leute ausbeutet«, die in der giftigen Atmosphäre des Krieges herangewachsen waren. (Fortsetzung folgt.) Rätsel* Ecke des„Abend". Kreuzworträtsel. Spirakenratsel. W a a« r e ch t: 2. Weiblicher Vorname: 6 Italienischer Dich- ter; 8. Bogel; 11. Englisches Bier; 12. Milchdrüse; 13 Weideland im Hochgebirge; 14. Gegenteil von Süß; 15. Heldengedicht; 16. Weibl. Vorname: 23. Fluh in Afrika; 24. Gedicht; 2-5. Nordisch« Götter aestali: 26. Hanbwerkzeug: 27. Anlilopenan.— Senkrecht: 1. Amtsklcid; 2. Fruchlart: 3. Bcrg in der echweu; 4. Fluß in Italien; 5. Arabische Gottheit; 6. Geschlechtswort: 7. Gegenteil von alt; 9. Fisch: 10. Deutscher Badeort: 17. Einkommen: 18. Exotisches Tier: 19. Weiblicher Borname: 20. Pflanze; 21. Schlaginstrument: 22. Staat in Südamerika. elc. Herzwechsel. Die— f— erscheint zu Spiel und Tanz Aus dem Geisterreich bei Mondesglanz. Die—-s— dagegen ist Fleisch und Blut. Die— l— war einst als Längenmaß gut. Die— b— durchfließt viel deutsches Land, Und mündet dann am Nordseestrand. ab. Aus der Vogelwelt. Aus den Silben am be bu che che» ei en er«u ja fla gän gei go hu lach le ler kehl ma min ra rot san(< sei sfcer tau ten u sind 13 Dogelnamen zu bilden und so untereinander zu setzen, daß die Anfangsbuchstaben ein« Züchter« für Hühner usw. nannen. ab. Kapse'rätsel. Aus den Wörtern Einigkeit, Einkleidung, Kugel Förster, Osterei, Wetter, Verhältnis, Wertdeklaration, Airfeindung. Indien, Aerger, Geringschätzung sind je 3 aufeinanderfolgende Buchstaben zu ent- nehmen', die aneinandergefügt ein Zitat aus Goeihes„Iphigenie" ergeben. ab. Waagerecht: 2 bi- blischc Person; 3. Zn- sekt: 5. Tochter des Tan- talus: 6. europäische Hauptstadt: 8. Tell der Tür; 9 kirchlicher Gesang: 11 Stadt imHarz: 12. deutscher Staat? mann; 14 Stadt inSach- sen: 16. Richtung der neueren Literoiur— Senkrecht: 1 Schmer- zenslaut. 2 hoher Priester: 4. deutscher Fluß: 5. Handwerk zeug: 7. Planet: 8. Fußbekleidung: 10 Frucht; 11. Bekleidungsstück: 13 Stadt in Ostpreußen; 14. Gc- birg ein Amerika. Icr. (Auflösung der Rätsel nächsten Sonnabend.) Auflösung der Rätsel aus voriger?iummer. Rösselsprung: Jugend. ver Tag strahlt hell und ist so gut Dem frischen Quell, den: jungen Blut. Denn beide sind voll Ueberschwang Im Morgenwind und Vogelsang. Rauscht auch das Meer uralten Sinn: .Kamst zu mir her, gehst zu mir hin." Und rannt es tief aus Erdensein: „Was In mir schlief, wird wieder mein." Di« Schöpsuna muß sich stets«rneii'n Und Iugettd sich der Erde sreu'n. B. Schönlank. Di« fehlende Mittelsilbe: Silbe ran— Turandot. Veranda. Tarantel, Orange, Garantie, Weinrar.te, Umrandung. Schulranzen, Böranger, Kpranspruch, Anranzer, Tyrann«». Kreuzworträtsel. Waagerecht: 1. Rad: 3. Ast; 6. Auber; 8 Hemd; 10. Mist: 12. Leo; 13. See; 14. Sem; 17. Art; 19. Nase; 20. Lied; 22. Stube; 23. Li«; 24. Dis.— Senkrecht: 1. Reh; 2. Dome; 3. Arie; 4. Tat; 6. Udo; 7. Ems; 9. Elisa; ll. Sei!«: 15. Esse; 16. Met; 17. Alb: 18. Ried; 19. Nil; 21. Des. Arbeitersport am Bußtag. 10) s Jahres fonnte 230 Mitglieder feststellen, eine Zahl, die heute schon weit überholt ist. Das Ziel der Bundestreuen, das Schach immer weiter in die arbeitende Bevölkerung zu tragen, soll durch die Bußtagsveranstaltung ein Stück näher gebracht werden. Deshalb sind Gäste herzlich willkommen. Morgen nachmittag findet im Planterwald der Kreiswald- feizte ein, und die Generalversammlung am 30. September dieses I auf der bundestreuen Arbeitersportler statt. Start und Ziel ist beim Paradiesgarten, Start um 15 Uhr. Die Meldungen sind von allen maßgebenden Abteilungen außerordentlich zahlreich eingegangen, so unter anderem von ASC., Brandenburg, Fürstenwalde und den meisten FTGB.- Abteilungen. Es ist mit einem interessanten Verlauf der Rennen zu rechnen. Den wahrscheinlichen Sieger vorauszusagen, ist bei der Ausgeglichenheit der Leistungen in den einzelnen Vereinen schwer, zumal auch bei den auszutragenden Mannschaftsläufen die Durchschnittsleistung von vier Läufern für den Sieg ausschlaggebend ist. Am aussichtsreichsten dürften die Mannschaften von ASC. und FTGB.- Ostring sein. Arbeiter- Schach. Große Veranstaltung im Gewerkschaftshaus. Der Bußtag, in der unangenehmsten Jahreszeit gelegen, ist so recht geeignet, zu Schachperanstaltungen großer Art. Die FreieArbeiter Schach- Bereinigung Groß- Berlin" veranstaltet an diesem Tage um 14 Uhr im Gewerkschaftshause ( Engelufer), großer Saal, ein großes Schachtreffen. Bon den geladenen auswärtigen Vereinen haben Luckenwalde, Fürstenwalde, Nowawes und Botsdam zugesagt; fie stellen sich zum Freundschaftsfampf gegen vier Berliner Abteilungen. Den Gästen stehen zum gleichen 3med mehrere Berliner Abteilungen zur Verfügung. Die übrigen Abteilungen werden einen„ Nord- Süd- Kampf" austragen. Nach den Freundschaftskämpfen, werden sich mehrere Meisterspieler als Simultanspieler zur Verfügung stellen. Um 18 Uhr hält Robert Oelschläger einen humoristischen Vortrag mit dem Titel ,, Bachschach". Ein großes Bligturnier beschließt das reichhaltige Brogramm. Die Arbeiter- Schach- Bewegung in Groß- Berlin, noch vor einem Jahre vereinigt, wurde zertrümmert durch den Beschluß des das maligen Arbeiter- Schachklub, dem fommunistisch eingestellten Berliner Sportfartell weiter anzugehören. Damit stellte sich der Schach flub außerhalb des Bundes, und es bildete sich die bundestreue Arbeiter- Schachpereinigung Groß- Berlin, der sofort viele Einzelmitglieder und drei Abteilungen beitraten. Eine rege Aufbauarbeit Handball Die Bußtagspicle. Durch die beiden Kreisveranstaltungen, den Waldlauf und das Musterriegenmetturnen ist das Spielprogramm der Arbeiter- Handballer sehr spärlich bejezt. Nur im 3. Bezirk findet ein Serienspiel zwischen Bornstedt und Nowawes um 14 Uhr in Bornstedt statt. In Gesellschaftsspielen stehen sich gegenüber: BorwärtsHennigsdorf und Freie Schwimmer Berlin 12 in Steglig, Ring straße. Die zweiten Männermannschaften spielen um 13% Uhr, und die ersten Männermannschaften um 15 Uhr. In Klausdorf bei 3offen spielt Zehlendorf( 1. Männer) um 14 Uhr gegen die dortige erfte Männermannschaft, mährend Behlendorf- Jugend um 15 Uhr gegen Sperenberg spielt. 3offen 1. Männer empfängt um 13% Uhr Bilmersdorf 2. Eiche- Köpenid( Frauen) hat um 14% Uhr FTGB. Raulsdorf in Köpenid, Wendenschloßstraße 1, als Gegner. Arbeiter- Wasserball. Die Freien Schwimmer Charlottenburg und Groß- Berlin, Gruppe Neukölln, waren die legten Gegner im Lunapartbad. Die Charlottenburger, die erst in dieser Serie wieder in der A- Klasse spielten, zeigten überraschend gutes Können, was auch in ihrem Sieg über die Neuköllner zum Ausdruck tommt. Ihre Mannschaft Allgemeine Ortskrankenkasse Bla- Lichterfelde Am Freitag, dem 29. Rovember 1929 SCALA abends 7 Uhr, findei im Raffenlotal Berlin- Lichterfelbe, Roonftr. 13, eine Tagt. 2 Vorstell 5 and 82 Bbr Barbarossa$ 256 ordentliche Ausschußigung Preise 1-6 M. Wochenty.: 5 U. 50 Pf.- 3 M. statt, mit folgender Tagesordnung: 1. Wahl eines Ausfchuffes zur Brüfung her Jahresrechnung 1929. 2. Boranschlag für das Jahr 1930. 3. Reuaufftellung ber Dienstordnung. 4. Berschiedenes. Geraldine u. Joe, Etté, Power usw. Berlin- Zichterfelbe, ben 18. Nov. 1929 PLAZA Tägi. 5 u. 815 Der Borftand: Sonnt. 2,5 n.8 Frauen- Werbefest in Schöneberg. ruft zum Bußtag seine Freunde und Gönner zum Besuch seiner diesDer bundestreue Arbeiter- Sportverein Schöneberg- Friedenau" jährigen Werbeveranstaltung. In diesem Jahre werden alle weiblichen Mitglieder des Vereins für den Arbeitersport werben. Gymnastik, Turnen, Tanz, Spiel und Sport bringen dem Zuschauer einen abwechselungsreichen Nachmittag. Es wirken die Mädchen, Jungmädchen, Frauen und Schwimmerinnen des Vereins mit. Die neugegründete Abteilung der Frauen über 25 Jahre wird besonders die Notwendigkeit der Leibesübung in diesem Alter demonstrieren. Die Werbeveranstaltung findet in der Turnhalle der Mittelschule, Rätherstraße, am Stadtpark Schöneberg, statt. Beginn 16 Uhr. Um zahlreichen Besuch bitten die Frauen des Vereins. ein Musterriegen- Turnen. Die Turnsparte des 1. Kreises im Arbeiter- Turn- und Sporf bund veranstaltet am Bußtag, 14 Uhr, in der Turnhalle Prinzen straße Musterriegenwertungsturnen. Etwa 50 Riegen werden sich dem Kampfrichter stellen. Alle Anhänger des Gerätenurnens werden voll auf ihre Kosten kommen. Eintritt 30 Pf. und die Arbeiterschützen! Die Berliner bundestreue Ortsgruppe des Arbeiter Schüzenbundes trägt am Bußtag, in der Zeit von 9 bis 12 Uhr, auf dem Sportplatz des KKS.- Republit, Friedrichsfelde, am Uppstallweg, ihre diesjährige Wintermeisterschaft im Klein taliberschießen aus. Geschossen wird auf eine Distanz von 60 Meter, bei 20- Ringscheibe und 15 Schuß. Für die Mitglieder der Partei, Gewerkschaften und der Sportvereine, die sich von der im Sommer geleisteten Arbeit der Arbeiterschützen überzeugen wollen, ist dort: selbst ein Gastschießen angesetzt. Gäste sind also gern gesehen. ist technisch den Neuköllnern überlegen, besonders im Zuspiel von Mann zu Mann. Die Kombination von Neukölln ist auch nicht schlecht, aber es nügt nichts, wenn man dem Gegner den Ball zumirft, den der eigene Mann bekommen soll. Gut waren die Durch brüche von Frohn, die aber ständig an der Charlottenburger Ber: teidigung scheiterten. Bei der Spielerfahrung der Neuköllner follte es doch ein leichtes sein, die Taktif umzustellen. Ein glatter BerJager war auch Neuköllns Torwart. Es ist nicht zuviel gesagt, daß durch ihn die Mannschaft alles verlor. Mit Leichtigkeit haltbar waren 6 Bälle, die auf sein Konto tommen. Vielleicht probiert man es mal mit einem anderen. Resultat für Charlottenburg 10: 5( alb zeit 4: 2). Der Boxabend im Sportpalast. Das Programm des internationalen Bogtampitages im Sportpalast am fommenden Freitag, 20,15 Uhr, ist nunmehr abgeschlossen. Als fünftes Baar, dessen Kampf den Abend einleitet, wurden der Eramateurmeister Stibinski und der Ermeister im Weltergewicht, Karl Sahm, verpflichtet. Als zweites Baar betreten Hans Seifried und der Belgier Camille Desmet den Ring. An dieses Treffen schließt sich die Austragung der deutschen Leicht. gewichtsmeisterschaft zwischen Ermeister Friz Reppel und dem Kölner Jakob Domgörgen über 15 Runden an. Schwer: gewichtler Hans Schönrath wird mit dem portugiesischen Champion Winter Garten 8 Uhr Zentr. 2819 Rauchen erlaubt Jise Bois, Jrvin Sisters etc. Bußtag geschlossen! Alex. E. 4.8066 CASINO- THEATER Karl Brandenburger, Borsigender. INTERNAT. VARIETE Bußtag geschlossen! Vorverkauf von 10-6 Uhr für die nächsten Tage! Theater, Lichtspiele usw. Dienstag, 19 11. Staats- Oper Unter d. Linden A.-V. 254 20 Uhr Cavalleria rusticana Der König Staats- Oper Am Pl.d.Republ. Vorst. 86 1912 Uhr Hoffmanns Erzählungen Dienstag, 19. 11. Städt. Oper Bismarckstr. Turnus I 19 Uhr Tannhäuser Staatl. Schausph. am Gendarmenmarkt A.-V. 224 20 Uhr Don Carlos Staatl. Schiller- Theater, Charith. 20, Uhr: Des Kaisers Soldaten Renaissance- Theater Heute zum 150. Mal. Neueinstudiert Coeur- Bube Von Nathanson. Regie: Sagan. Brausewetter Lennatz- Valentin Kuper Sima Rasumay Am Bußtag nachm. 4 Uhr( 2-8 M.) Dlehellige Flamme Abends 8% Uhr zum 100 Mal Ton in des Töpfers Hand Senplatz C1, 0901 v. 2583/84, Reichshallen- Theater Abends Sonntag nachm. E ,, Bei de Stettiner" Tanz Ulk- Revue v. Meysel. Billettbest. Zentrum 11263. Nachmittags halbe Preise. Lothringer Straße 37. Neu! Täglich 8% Uhr Heu! Vertagte Hochzeitsnacht! und ein erstklassiger bunter Tell. Für unsere Leser: Gutschein Theater am Bülowplatz Jose Santa tämpfen, und den Beschluß des Abends machen der englische Federgewichtsmeister Jonny Cuthbert und Ermeister Baul Noad. Arbeiter- Athleten. In Weißwasser und in Berlin. Einer Einladung des Kraftsportvereins Hansa- Weißwasser" folgend, befand sich die Berliner Ringermannschaft von„ Lichtenberg- Friedrichsfelde" sowie eine fombinierte Bormannschaft der Lichtenberger und der Luckenwalder am Sonnabend in Weiß wasser beim dortigen Verein des Arbeiter- Athletenbundes. Obgleichwertig erwiesen, gelang es mit etwas Glück den Berlinern, wohl die Ringermannschaften beider Bereine sich als vollkommen den Sieg mit 9: 5 mit nach Berlin zu nehmen. Die einzelnen Kämpfe ergaben folgendes Resultat: Belnen Kämpfe ergaben folgendes Resultat: Im Fliegengewicht fonnten die Ringer Listizahn( Hansa) gegen Borchert( Berlin) innerhalb der vorgeschriebenen 10 Minuten zu feinem Resultat gelangen. Im Bantamgewicht gelang es Jacobowfti ( Hansa) nach 2,18 Minuten durch Eindrücken der Brücke Wildbred auf die Schultern zu bringen. Der stets angriffsfreudige Friedrichsfelder Ringer Billi Binder benötigte nur 1,15 Minuten, um den Federgewichtler Mrosto zu besiegen. Eine Ueberraschung gab es im Leichtgemidyt. Der äußerst starte Hanja- Mann Urban fam durch Selbstfaller in 3,40 Minuten auf die Schultern, so daß hier Treuber( Friedrichsfelde) für Berlin die Punkte buchen konnte. Die Leichtmittelgewichtler Stahr( Hansa) und Baul Binder( Friedrichsfelde) waren sich völlig gleichwertig und so lautete das Resultat nach 10 Minuten unentschieden. Im Halbschwergewicht konnte nach abmedyſlungsreichem Kampfe durch einen tadellos gezogenen Schulterschwung der Berliner Böhne dem Weißwasser- Mann Bauschke in 4,55 Minuten eine Schulterniederlage beibringen. Troj leichter Ueberlegenheit von Mosig( Hansa, Schwergewicht), fonnte er gegen Krecklow( Friedrichsfelde) nur ein Unentschieden erzielen. T Die Weißwasser Boger zeigten sich den Berlinern haushoc überlegen, was fich in dem Resultat 13: 3 ausdrückt. Trotzdem es oft hart auf hart ging, und die Punktentscheidung meist knapp war, wurde die Grenze des Erlaubten nie überschritten. Der einwandfreie Schiedsrichter im Ring erwarb sich, genau wie beide Bormannschaften, schnell die Sympathie des fachkundigen Publi fums. Alles in allem eine gelungene Sportveranstaltung, die sicher dem Kraftsportflub Sanja" neue Mitglieder zuführen wird. Die Mannschaft von Hanja" wird bei der Austragung der Bundesmeisterschaft bestimmt ein wichtiges Wort mitzureden haben. 3 Die Sportliche Bereinigung Lichtenberg Fried richsfelde 04 E. B. peranstaltet am Sonntag, 24. November, in Tempels Festsälen, Friedrichsfelde, Prinzenallee 45, einen Ländermetttampf im Gewichtheben Wien- Berlin Da beide Mannschaften in bester Form sind, ist ein scharfer Kampf zu erwarten. Wie allegemein in Sportfreisen bekannt ist, gehören die Wiener Stemmer zu den Besten der Welt. Da die Mannschaft von Lichtenberg- Friedrichsfelde schon seit vier Jahren als beste deutsche Mannschaft besteht und schon so lange Deutscher Meister im Gewichtheben ist, so darf man auf den Ausgang des Kampfes sehr gespannt sein. Jedenfalls ist nicht vorauszusagen, wer den Sieg davontragen wird. Der Abend ist mit einem sehr guten Nebenprogramm ausgestattet, z. B. mit Bortämpfen, Ringen, Gymnastit, Jiu- Jitsu und erstklassigen Artistennummern. Karten im Borverkauf bei den Mitgliedern der Bereinigung, in der Turnhalle Friedrichsfelde, Rummelsburger Straße, jeden Dienstag und Freitag von 20 bis 22 Uhr, somie bei Rudolf Brüller, Neukölln, Kaiser- Friedrich- Straße 77 und Karl Frohne, Berlin D. 34, Gubener Straße 59. Frühzeitiges Erscheinen sichert gute Plätze. Beginn der Kämpfe 16 Uhr. Sportverein Moabit. Treffpunkt für den Bußtag- Waldlauf um 13 Uhr Bahnhof Putligstraße. Beteiligung für Männer, Frauen, Jugend und Kinder Pflicht. im Berlin- Schöneberg Volksbühne Großer Teppich- Verkauf Teppich- Großlager Frühlings 8 Uhr Donnerstag, d. 21., Freitag, d. 22., Sonnabend, d. 23. Erwachen Staatl. Schiller- Th. 8 Uhr Des Kaisers Soldaten Staatsoper am Platz der Republik 71 Uhr Hoffmanns Ständiges Lager von weit über 1000Teppichen Brücken, Vorlagen, Tisch- und Diwandecken in allen Größen und Qualitäten Weltberahmte Markenfabrikate Viele einzelne Muster- Teppiche bis zu 40 Proz. ermäßigt. darunter auch Marken- Fabrikate Tapestry Brüssel 200 X 300 39,- 250 X 350 68.-, Axminster, gute Qualität, 200 X 300 78.-, 250 x 350 114.- 300X400 156.-, 300X500 195.- Tournay 250X350 187., 300X400 268, Kassak, schwere Smyrna- Velour- Qualität, 350X450 330.-, 350X520 377.-, 400X500 450.-, 400X600 540.Fauteuil nur 125 M. Sessel 1.75 M., Erzählungen Größt. Teppichlager in Berlin schöneberg Hauptstr. 5 Sonstige Preise: Parkett u. Rang 0.80 GROSSES SCHAUSPIELHAUS 8 Uhr: Dönhoff- Bretti: 3 Musketiere Das große Varieté- Progr. Falkner- Orchester. ROSE -THEATER Gr. Frankfurter Straße 132 Teleph.: Alexander 3422 u. 3494 Spielplan vom 18. bis 24. Nov. 1929 Am 18. und 19. November 1929 815 Uhr Die leichteJsabell Am 20. November 1929 6 Uhr P Jugend Jugend 9 Uhr Am 21. und 22 November 1929 8.15 Uhr Die leichte Jsabell Am 23. November 1929 5 Uhr Frau Holle 8.15 Uhr P Pariser Blut Am 24. November 1929 6 Uhr Pariser Blut 9 Uhr Pariser Blut Regie: ERIK CHARELL. Sonntag nadim. ungek. halbe Pr. Deutsches Theater D.1. Norden 12310 8% Uhr Der Kaiser v.Amerika von Bernard Shaw Reg: Max Reinhardt Direktion Dr. Robert Klein Deutsches Künstler- Theat Barbarossa 3937 348 Uhr Ende 11.10 Uhr Kammerspiele Seltsames D.1. Norden 12 310 8 Uhr Zur gefl. Ansicht Lustspiel von Frederik Lonsdale Regie: Gustaf Gründgens Die Komödie 11 Bismck.2414/ 7516 Tägi., auch Bußtag 8 Uhr Vom Teufel geholt von Knut Hamsum Regie: Max Reinhardt. Theater am Schiffbanerdamm 8% Uhr Pennäler Planetarium am Zoo Verlag. Joachimsthaler Straße B.5 Barbarossa 5578 16% Uhr Herbstabende am Sternenhimmel Y seit 1897 Kein Abzahlungssystem, daher Verkauf nur zu billigsten Kassapreisen: trotzdem in einzelnen Fällen entgegenkommende Bedingungen ohne Aufschlag. Th. a. Nollendorfplatz Theat. a. Kottb.Tor Kleines Theat. Lessing- Theater Vorvk. 10-2. Kf. 2001 Norden 10846 Gruppe junger Schauspieler Täglich 84 Uhr Gastspiel des Beutschen Theaters Täglich 814 Uhr Die Fledermaus Cyankali Heute 4 Uhr Märchenvorst. Hans Urian 18 Uhr Rätsel des geht nach Brot Sternenlichtes 20% Uhr Bis an die Grenzen der Wek Regie: Max Reinhardt. Lustspielhaus Friedrichstr. 236 Bergmann 2922 Täglich 8% Uhr Eintritt 1 Mark, Philharmonie Grand Hotel Kinder 50 Pt. 8 Uhr Mittwochs halbe Sinfonie- Konzert Kassenpreise. Zwischenspiel Barnowsky- Bühnen Regie: Heinz Hilpert Berliner Theater Dönhoff170 8% U 84, Ende 11 U Zwei Krawatten von Georg Kaiser Musik: Mischa Spoliansky Bußtag abends 8.15 Uhr Die andere Seite Theater in der Königgrätzer Straße Täglich 8 Uhr Die erste Mrs. Selby mit Fritzi Massary Komödienhaus Täglich 8 Uhr Der Hühnerhof v. Tristan Bernard des Philharm. Orch Lustspiel von Paul Frank Viol- Konz E- mollDirig. Prot. 1. Prawer Metropol- Th. Kottb. Str. 6 Tägl.& Uhr auchSonnt. Nachdruck verboten Merkur 1624 Trianon- Th Merkur Täglich 8% Uhr 8% Uhr 2391 nachm.3U Max Adalbert Elisabeth Strickrodt EliteSänger Die Welt geht unter! Orkom. Rundfunkparodi als in Nante Die Ballerina am Flügel Rudolf Nelson Resonders des Königs" wirksam sind die KLEINEN ANZEIGEN in der Gesamtauflage des Vorwärts" und billig! Krause- Pianos Paul Horsch 8 Uhr zur Miete Mendelssohn( Stanek) Eroica Sinf.- Beeth. Lebár dirigiert Eintritt 1 Mk. Das Land des Z entralTheater Alte Jakobstr.32 Lächelns Vera Schwarz, W50, Ansbacherstr.1 Berlin- Gewerkschaftshaus Tabakwaren erst. Firmen 1172 Elektrische Anlagen Richard Tauber 10-12 Monatsraten auch ohne Anzahlung Im. kl. Aufschlag) Gastspiel d. Th. d. Theat. d. Westens Westens Täglich 8 Uhr u. 84 Tägl. 8% Uhr 99 05. 1 Zimmer RM. 55.- 3 Zimmer RM. 85.2 Zimmer 4 Zimmer, 105.einschließlich Küche, Korridor, Toilette oder Badezimmer sowie kompl. Zähleranlage. Sg. 4. 8 Uhr Marietta Für Steigeleitung bezw. Zuleitung billigste Berechnung. Friederike Der Welterfolg von Franz Lehár Vertreterbesuch und Kostenanschlag unverbindlich. Musik v. Oskar Straus G. Johs. Reincke, konzessioniert bei sämtl. Werken Käthe Dorsch Schöneberg, Maxstr. 6. Stephan 8270. Michael Bohnen Gas, Wasser, sanitäre Anlagen, Klempnerei. Praktische Winke für Eisläufer. Nun steht der Winter wieder vor der Tür, und vielleicht schon| wegungsfreiheit nicht herabzumindern; man wähle daher nicht zu in wenigen Tagen ist es nötig, sich für den Eislauf im Freien dide Stoffe. Für Herren sind Sportanzüge mit Kniehojen, aber zu rüsten. Aus diesem Grunde dürfte es von Interesse sein, prat feine Wickel- oder Ledergamaschen, die die Blutzirkulation und die tische Winke zu erhalten, da man immer wieder die Erfahrung macht, weichen Beinbewegungen hindern, sondern lange Strümpfe, fagedaß bei keiner Leibesübung in bezug auf das Sportgerät so ge- nannte Stutzen, vorzuschlagen und für Damen die gebräuchlichen fündigt wird wie beim Eislaufen. Sportkleider. Das Tragen von Korsetts sowie jedwede stärkere Einschnürung ist selbstverständlich zu verbieten. Die ältesten Stiefel, vielfach verriestert und mit flobigen Sohlen versehen, sind gerade gut genug, für das Eislaufen verwendet zu werden. Daran, daß der Eisläufer in seinem Schuh einen ganz festen Halt haben muß, denkt niemand. Auch die Schlittschuhe, die man zu sehen bekommt, find alles eher als ein gutes Sportgerät. Meistens wandern sie, wie ein fostbares Gut vom Vater auf den Sohn vererbt, in der Familie meiter und werden von Vater und Mutter, Bruder und Schwester umschichtig benutzt, ganz gleich, ob sie für den einen um einen Zentimeter zu lang und für die andere: zu kurz sind. Daß die Laufschiene unten geschärft sein muß, um Mit zweckentsprechender Ausrüstung wird das Eislaufen erst zur rechten Freude. Niemand dünke sich zum Eislauf zu alt und zu ungelent. Ein jeder, der über einen einigermaßen gefunden Körper verfügt, vermag diese Kunst zu erlernen und sich in ihr zu üben. A. Vieregg. Radsportliches Allerlei. Als lezte Vorprüfung zum Kölner Sechstagerennen gelangte in der Rheinlandhalle ein von zehn Paaren bestrittenes als verdiente Sieger sah. Sie fuhren 125,300 Kilometer und sammelten 33 Punkte. Goossens- Deneaf belegten den zweiten Platz vor Tonani- Dinale. fireng neutrof fann allerdings miberlegt merben. Der Berbaubsa beschluß, die Klubfarben Schwarzweißrot zu behalten, spricht unferer Meinung nach fogar für eine parte i politische Einstellung der Mehrheit der Mitglieder. Schwarzweißrot ist die Farbe der Deutschnationalen Volkspartei, mährend das Be kenntnis zu Schwarzrotgold eine sta ats politische Auffassung in sich trüge. Der Deutsche Auto- Club bekennt sich zu dieſer Staats politik, ohne partei politisch zu sein. Neue Bücher. Kraftfahrkunde, Teil I der Motor, Teil II Fahrgestell und Aufbau. Ein Lehrbuch für Laien, Fachleute und den Unterricht an Be rufs- und technischen Schulen von Bierhoff- Baußler- Dehmlow. Verlag M. Du Mont- Schauberg, Köln, Preis je Band 3,20 m. In methodischer, pädagogisch sehr wirksamer Weise haben hier Fachleute und Lehrer Lehrbücher für die Wissenschaft vom Explosions motor und dem Automobil geschaffen. Bis ins fleinste Detail gehende 3eichnungen vermitteln auch dem technisch nicht vorgebildeten Lajen ein anschauliches, leicht begreifbares Bild vom Lehrstoff; dem fortschlosser geben diese Zeichnungen äußerst mertvolle Bereicherungen bringt Entstehung, Aufbau, Konstruktion, Fortbildung des Benzinihres Wissens. Der Tert, in wundervoll einfacher Sprache gefaßt, explosionsmotors bis zum modernsten Achtzylinder. In der gleichen Art ist Band II gehalten. Sehr wertvoll find die Einführungent über physikalische und metallurgische Grundlagen des im Automobilbau verwendeten Materials. Im Zeitalter des Automobils werden diese Bücher auch dem nur Theorie treibenden Laien wertvolle dritter Teil über Autozubehör wird das Lehrwerk vervollständigen. Kenntnisse und Anregungen vermitteln. Ein demnächst erscheinender M. J. das blanke Eis angreifen zu fönnen, ist den wenigsten bekannt, Dreistunden- Mannschaftsfahren zum Austrag, das Dorn- Maczinsei geschrittenen Schüler und selbst dem Automobilisten und Motorenund mit an der Fläche wie eine Wurst abgerundeten Schlittschuhen kommen sie daher. Kein Wunder, daß fie besonders auf glattem Eis hinfallen. Dazu kommt noch, daß die Schlittschuhe größtenteils falsch figen. Ein richtiger Siz des Schlittschuhs ist nur gewährleistet, wenn die Laufschiene in einer Linie unter der Sohle durchgeführt wird, die sich mit der Linie deckt, die von der Hackenmitte zur Schuhspitze zwischen erster und zweiter Zehe hindurchgeht. Die meisten der auf den Markt kommenden Schlittschuhe haben vorn an der Sohlenplatte Anschraubbaden, die sich gleichmäßig fest anziehen lassen und dadurch die Laufschiene leider oft völlig aus der richtigen Achse verschieben. Die Spize des Schlittschuhs zeigt daher häufig zu weit nach innen oder zu weit nach außen, wodurch, ie nach der Stellung des Schlittschuhs, des Umknicken der Füße bedingt ist. Bei einem vorschriftsmäßigen Schlittschuh, dessen verschiedene Einstellungsmöglichkeiten der vorderen Anschraubbacken den richtigen Sig gewährleisten, ruht der Körper absolut sicher über der Laufschiene und ein Umfnicken der Knöchel ist undenkbar. Will man sich für das Eislaufen praktisch ausrüsten, so forge man für einen festsigenden Schnürstiefel mit niedrigem 2 bis 2½ Zentimeter hohem hacen und nicht zu dicker, genähter Doppelfohle. Der vorschriftsmäßige Eislaufstiefel hat einen um etwa 10 Zentimeter höheren Schaft als die gewöhnlichen Straßen stiefel. Für Tourenläufer ist ein Stiefel mit gewöhnlicher Schafthöhe verwendbar. Man merle sich auch hierfür, daß das beste Gerät gerade gut genug ist. Es empfiehlt sich daher, einen Stiefel zu wählen, der nur für das Eislaufen benutzt wird und an welchem der Schlittschuh gleich feft angeschraubt ist, wodurch der Stiefel mit dem Schlittschuh gewissermaßen ein organisches Ganzes bildet. Ein besonderes Augenmerk ist auch auf die Kleidung zu richten. Gewöhnlich pflegen die im Freien eislaufenden Jünger der Schlittschuhkunst sich wie die Robben oder Eisbärenjäger zu bermummten. Man bedente, daß das Eislaufen in frischer Luft selbst warm macht und man sich vor Erkältungen mur dadurch schüßen kann, daß man nach erfolgter sportlicher Aus: arbeitung ein schüzendes lebertleid anzieht. Die Meidung des Eisläufers soll möglichst bequem fein, um die BePROGRAMM für die Zeit vom 19. bis 21. November BOL Potsdamer Straße 38 Die Straße der verlorenen Seelen mit Pola Negri Tonfilm- Einlage!! ( An der Rheinstraße 14 Kais- Eiche) Liebe mit Elisabeth Bergner Das gute Beiprogramm Odeon, Potsdamer Str.75 § 173 Str. G. B. Blutschande mit Olga Tschechowa, Walter Rilla Das gute Beiprogramm Turmstraße 12 Die Straße der verlorenen Seelen mit Pola Negri Vogelfrei mit Tom Mix Alexanderstr. 39-40 ( Passage) Den ganzen Tag geöffnet! $ 173 Bluischande mit Olga Tschechowa Der Teufelsreporter m. Eddie Polo Friedrichstadt Die Kamera Unter den Lindén 14 Mutter. Mann mit der Kamera Ab Bußtag: Im Schaft. d. Yoshiwara Das Dokument von Schanghai Passage- Lichtspiele Unter den Linden 22( Passage) Das große Lichtspielhaus der City Beginn ab 2 Uhr Zentrum 6082 Weibergeschichte d. Kapitän Lash Schützet Eure Töchter Bußtag: Die Herrenhofsage Die von der Straße leben Weidenhof- Lichtsp. An der Weidendammbrücke Friedrichstr. 136 Woch. 12, Sonnt 3 U. Die von der Straße leben Todesfahrt im Weltrekord Bußtag 6 Uhr: Die von der Straße leben Moabit Artushof- Lichtspiele Film- und Bühnenschau Perleberger Str. 29 und Stendaler Str. Tempo- Tempo mit Luc. Albertini Es flüstert die Nacht m. Lil Dagover Bußtag: Muiterliebe mit H. Porten Bühnenschau Welt- Kino Woch. 5.45, 7, 9.05 Stgs 3, 5, 7, 9 Uhr Alt- Moabit 99 Andreas Hofer Unterwelt mit Charlie Chaplin auch Bußtag Jugendliche haben Zutritt Bundesreue Vereine teilen mit: Die Premiere der„ Halle Münsterland" in Münster wies glänzenden Besuch auf. Die Belgier Maes Haefendond gewannen dank ihrer guten Haltung in den Wertungskämpfen das von acht Mannschaften besetzte 50- Kilometer- Rennen in 1:12:51 mit 51 Bunkten. Zweite wurden Frankenstein- Göbei ( 20) vor Bragardt- Meyer( 17), Stübecke- Joksch( 16) und Bauer- Koch ( 7 Punkte). Das Mannschafts- Omnium gewann Deutschland. Pützfeld, der in den vom Landesverband Rheinland- Westfalen des BDR. veranstalteten Rennen in der Dortmunder Westfalenhalle startete, ging aus dem international besetzten Fliegerkampf als Ueberraschungssieger hervor. Nachdem Weltmeister Mazairac feine 3meierläufe überlegen gewinnen fonnte, kam der bekannte Holländer durch taktisch schlechtes Fahren im Sechserlauf um den Gesamtsieg. Er mußte sich mit einem zweiten Platz begnügen. Walter Sawall startete auf der Pariser Winterbahn im Brig Thaddäus Robl", ohne sich durchsetzen zu können. In zwei Geschäftsstelle Robert Rothbarth. EW. 11. Schöneberger Str. 14a. Mittwoch, von den drei Läufen hatte er mehrere Defekte, so daß er sich im Gesamtergebnis hinter dem Belgier Wynsdau, dem Italiener Zucchetti und dem Franzosen Maronnier mit dem letzten Platz begnügen mußte. " Der ADAC berichtigt! Zu unseren Beröffentlichungen über den antisemitischen ADAC." verschickt jezt der Allgemeine Deutsche Automobil- Club Feststellungen, die drei Schreibmaschinenseiten füllen. Danach hat der Gauvorsitzende des ADAC. niemandem, auch keinem Klub in Amaberg, die Genehmigung zum Führen der ADAC.- Abzeichen erteilt. Der Gauvorsitzende wäre lediglich bei Vorbesprechungen in Annaberg anwesend gewesen; später hätte sich dort zwar ein örtlicher Autoklub gegründet, der aber nicht Mitglied des ADAC. sei. Den Beschluß des Annaberger Klubs, Juden nicht aufzunehmen, bestreitet die Zuschrift nicht. Die Behauptung, der ADAC. und seine Leitung sei ,, politisch ASC. Bußtag im Paradiesgarten, Alt- Treptow, ASC.- Abend. Eintritt 50 Pfennig. Ruderverein Collegia c. B. Charlottenburg. Bußtag Wanderung nach Belten. Treffpunkt 7 Uhr Bahnhof Jungfernheide, Borortbahnfteig. Fahrtarten bis Briefelang lösen, Sonntag, 1. Dezember, im Bootshaus, Gemüt liches Beisammensein" mit Tanz. Arbeiter- Rad- und Kraftfahrerbund Solidarität", Ortsgruppe Groß- Berlin. 20. November, 9 Uhr, findet im Gewerkschaftshaus die Vorständekonferenz statt. Rahlreiches und pünktliches Erscheinen wird erwartet. Mitgliedsbücher mitbringen. 2. Abt.: Mittwoch, 20. November, 16 bis 19 Uhr, Regen im Vereinslokal, nachdem Sikung mit Vortrag. 24. November Führung durch Alt- Berlin. Treffpunkt 14 Uhr bei Lohann, Brüderstr. 16. 5. Abt.: 20. November, 13 Uhr, Bernau. 24. November, 10 Uhr, Köpenid, Gofen, Grünau. Start: Landsberger Blag. 9. Abt. 20. November, 16 Uhr, Sigung bei 23. November Schreiber, Triftstr. 63, nachdem gemütliches Beisammensein. Fahrt nach Brandenburg. Start für Langftredenfahrer 16 Uhr Triftstr. 63, für Bahnfahrer 17 Uhr Potsdamer Bahnhof. Gäste aus anderen Abteilungen miltommen. Motorfahrer. Abt. Friedrichshain: 20. November, 11 Uhr, Schönerlinde. 24. November, 12 Uhr, Riel am Start: Landsberger Blak. Freie Sportvereinigung Schweiffterne" c. B. Bužtag gemeinsame Banderung aller Vereinsmitglieder. Treffpunkt 74 Uhr Stettiner Bahnhof, Borortbahnfteig. Freie Kanu- Union Groß- Berlin E. B. Abteilung Tegel: Bustag Banderung von Birkenwerder durch das Briefetal. Treffpunkt 8 Uhr Bahnhof WaidmannsJuft. Gäfte willkommen. FEGB. Turnratsfizung heute, Dienstag, 19% Uhr, in Saberlands Festfalen, Neue Friedrichstraße. FTGB., Sportabteilung Rorbring. Treffpunkt zum Waldlauf am Bußtag um 13 Uhr Bahnhof Schönhauser Allee. Alles antreten. Berantwortl. für die Redaktion: Wolfgang Schwarz, Berlin: Anzeigen: H. Glode, Berlin. Berlag: Borwärts Verlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Barwärts Buch druckerei und Berlagsanstalt Baul Singer& Co.. Berlin SB 68, Lindenstraße 3. Sierzu 1 Beilage. KINO- TAFEL Charlottenburg Schlüter- Theater Süden Th. am Moritzplatz Osten Germania- Palast Schlüterstr. 17 W.6.30. 9 U., Stg. 5U., Jg. 3 Beginn: W. ab 5 Uhr, Stg. ab 3.45 Uhr Frankfurter Allee 314 Pat und Patachon als Kannibalen Vater und Sohn m. Harry Liedtke Bußtag 6 Uhr: Mit Sven Hedin durch Asien. Unt. Kannibalen Borneos Jugendliche haben Zutritt Wilmersdorf Atrium Beba- Palast Kaiserallee, Ecke Berliner Straße Wochent. 7, 9.15, Sonnt. 4.30, 7, 9.15 Vorverk.: 11-2 u ab 5, Stgs. ab 3 Die drei um Edith m. Camilla Horn Bußtag 6 u. 9: Die Frau im Mond Ab Donnerstag: Unschuld Schöneberg Alhambra Beg. W. 6.30 u. 9 U. S. ab 3 Uhr Schöneberg, Hauptstr. 30 Bühnenschau Sonnenaufgang( Zwei Menschen) Sonja Du mein Glück m. H. Liedtke Buẞtag 6 Uhr: Sonnenaufgang früher Titania( Uia Schöneberg, Hauptstraße 49 Beginn ab 6.30 Uhr Spiel um den Mann m. Liane Haid Der rote Kreis mit Lya Mara Bußtag: Der Katzensteg m, L. Arna Friedenau Friedenauer Lichtspiele Kaiserallee 111( hundertelf) Wtg. 6.30, 9 U., Stg. 3 U. Jug., 5, 7, 9 U. Der müde Tod Im Zauberbann der Berge Kronen- Lichtspiele Rheinstr. 65 W. 6,30, 9, Sonnt. ab 5 U. Rummelplatz der Liebe m. M. Sills Bobby, der Benzinfunge Beiprogramm Bußiag 6 Uhr; Herzschlag der Welt Steglitz Titania- Palast Steglitz, Schloßstr. 5. Ecke Gutsmuthsstr. Bußtag ab 6 Uhr Bußtag ab 6 Uhr Sträfling aus Stambul m. H. George Club der Junggesellen mit H. Talmadge Bühnenschau Mariendorf Ma- Li Mariendorfer Lichtspiele Bühnenschau Chausseestraße 305 Stg. 3 Uhr jug.-V. Bußtag ab 6 Uhr Die Straße der verlorenen Seelen mit Pola Negri Kamerad Slag Südosten Filmeck Beginn: W. 5.15 Uhr S. 3 Uhr Wochentags 6 Uhr, Sonnabd. 5% Uhr, Sonntags 3 Uhr Der Wilderer mit Carl de Vogt Die stärkere Macht( Die Nacht des Schreckens) mit Fr. Kortner Revue: Die Jagd um die Welt Bußtag 6 Uhr: Der Wilderer Jugendliche haben Zutritt Luna- Filmpalast Gr. Frankfurter Str. 121 Andreas Hofer Großes Beiprogramm Bühne: Heinz Wernicke, Tenor Skalitzer Straße, am Görlitzer Bahnhof Concordia- Palast Bußtag ab 5 Uhr Der Welt größter Tonfilm: The singing Fool mit Al Jolson Jugendliche haben Zutritt! Luisen- Theater AnW.51%, Reichenberger Str. 34 Sonnt. 3 U. Bühnenschau Der Mann, der nicht liebt Mit Amundsen im Luftschiff zum Nordpol Bußtag Jugendliche Zutritt Urania- Theater Film und Bühne Wrangelstr. 11, Köpenicker Brücke Woch. 7, 8 und 9 Uhr. Stg. 3, 5, 7, 9 Uhr Uneheliche Kinder( Sittenbild) Die da unten( Zillefilm) Varieté Neukölln Primus- Palast Hermannplatz Beginn 7, 9,13 U., Sonnt. ab 4,45 U. Andreas Hofer Beiprogramm Bühnenschau Jugendliche haben Zutritt! Bußtag ab 6 Uhr: Tonfilm: Das Land ohne Frauen mit Conrad Veidt, Elga Brink Beginn 4, 6,30 und 9 Uhr Kukuk Bühnenschau Kottbusser Damm 92 Bußtag 6, 8. 9,45 Uhr The singing Fool mit Al Jolson ( Der singende Narr) Andreasstraße 64 Bühnenschau Bußtag ab 6 Uhr Alraune mit Brigitte Helm Mit Amundsen im Luftschiff zum Nordpol Kosmos- Lichtspiele Lichtenberg, Lückstraße 70 Das grüne Monokel mit Stuard Webbs Der Sündenfall Norden Alhambra Müllerstraße, Ecke Seestraße Schicksalwürfel mit Himansu Rai Bühnenschau Bußtag: Pori Jugendliche haben Zutritt Colosseum Schönhauser Allee 123 Wtgs. ab 5.30 Uhr Stgs. ab 3 Uhr Bußtag ab 6 Uhr $ 173, Blutschande mit O. Tschechowa Bühne: Bruno Kastner filmt mit dem Publikum Elektra- Palast Wiesen-, Ecke Kösliner Straße Bußtag ab 6 Uhr Der Mann der lacht mil C. Veidt Kinderseelen klagen Euch an Gala- Lichtbühne Usedomstr. 14 Anf. 6, 6.30. S. 5,7,9 U. Bußtag ab 6 Uhr Der Sträfling aus Stambul mit Heinrich George Die Herrenhofsage Metro- Palast Bußtag: Der scharlachrote Buch- Chausseestraße 30 stabe mit Lilian Gish Bühnenschau Niederschönewelde Elysium( Film- Palast Hasselwerderstraße 17 Johanna von Orleans Varietéschau Es braust ein Ruf wie Donnerhall Friedrichsfelde Wchtgs. PROGRAMM für die Zeit vom. 19. bis 21. November Gesundbrunnen Alhambra Badstraße 58 $ 173, Blutschande mit O. Tschechowa Beiprogramm Bühnenschau Bußtag ab 6 Uhr Ballschmieder- Lichtsp. Badstraße 16 Große Bühnenschau Bußtag ab 6 Uhr Die Nacht vor dem Verrat mit Lia de Putti Im Zeichen des Sturmes Humboldt- Theater Badstraße 16 $ 173, Bluischande Bühnenschan Bußtag ab 6 Uhr Mit Amundsen im Luftschiff zum Nordpol Kristall- Palast Prinzenallee 1-6 Große Bühnenschau Buẞtag ab 6 Uhr Simba, der König der Tiere Die Wunderwelt des blauen Golfes Pankow ab 5.30 U Tivoli, Pankow Bußtag ab 6 Uhr Berliner Straße 27 Menschen- Arsenal Bühne: Paul Heidemann 9 Esmanoif's russisch. Ballett Noack's Lichtspiele Brunnenstraße 16 Wtg. 5 U., Stg. 4 U. Stgs. 2 U. Jugendv. Jenseits der Straße mit Lissi Arna Auch Bußtag Bühnenschau W. 6.30 U., Stgs. 4 U. Buẞtag ab 6 Uhr. $ 173, Blutschande mit O. Tschechowa Beiprogramm- Bühnenschau Niederschönhausen Film- Palast NiederAtlantic Cify mit George Sydney Blankenburger Straße+ Prater- Lichtspiel- Palast Kino Busch Beginn täglich Kastanienallee 7-8 Alt- Friedrichsfelde 3 5, 7 und 8.45 Uhr Bußtag geöffnet Bühnenschau Bußtag ab 6 Uhr Der Patriot mit Emil Jannings Pamir Sensation im Wintergarten. mit Claire Rommer 5 bange Tage mit Maria Jacobini Pharus- Lichtspiele Nordosten dazu: The Revelers und Abe Elysium" Band Lyman mit seiner Jazzband Wochentags 6.30, 9 Uhr Excelsior Wochentags 6.15 Uhr Sonntags 4 Uhr Kaiser- Friedr- Str. 191 Bühnenschau Los, Harold, los m Harold Lloyd Jugendliche haben Zutritt Bußtag: Beginn 6 Uhr: Heimkehr Die Arche Noah, als Tonfilm Ab Donnerstag: Tonfilm- Uraufführ Die Königsloge mit Alex. Moissi Südwesten Film- Palast Kammersäle Teltower Str. 1 Bühnenschau Der Siräfling v. Stambul m. George Das Geheimnis der Höllenschlucht Bußtag ab 6 U.: Sträfling v.Stambul Stern, Hermannstraße 49 23 Prenzlauer Allee 56 Bühne Müllerstraße 142 W.5% U. Stg. 4 U Stg 2U. Jugendvorstell Los, Harold, lost m. Harold Lloyd Vogelfrei mit Tom Mix Beiprogramm S. 3,15 Jug- Vorst Jenseits der Straße mit Lissi Arna Bühne: 2. Progr. russ. Truppe: Arlekin Bußtag: Jenseits der Straße Anna Karenina mit Greta Garbo Weißensee schönhausen W. 6.30, 9 U. Stg, 4.30, 6.45, 9 U. Soll u. Haben mit Mady Christians Im Flugboot rund um Afrika Jugendliche haben Zutritt Tegel Filmpalast Tegel Babenschau Bahnhofstr. 2 W.6,8%, Stg. 4, 62, 83 Narkose mit Alfred Abel, J. Trevor Zwei junge Herzen mit Glen Tryon Bußtag ab 6 U.: Zwei funge Herzen Union- Theater Rialto" Film u. Bühne Hauptstraße 3 Beg. Wtg. 8 U., Stg. 5, 7.30 ( am Wedding) Bußtag ab 6 Uhr Reinickendorfer Str. 14 Faust mit Emil Jannings Belprogramm Skala- Lichtspiele Beginn 4, 6,30 und 9 Uhr Schloßpark Film- Bühne Beriiner Allee 205-210 Varietéschau Schönhauser Allee 80 Bußtag ab 6 Uhr Bußtag 6, 8, 9,45 Uhr The singing Fool mit Al Jolson ( Der singende Narr) dazu: The Revelers und Abe Lyman mit seiner Jassband Menschenarsenal 2 funge Herzen mit Barbare Kent Bahncaschan Rin- Tin- Tin's Millionenhalsband Beiprogramm Bußtag ab 6 U: Zwei funge Herzen Reinickendorf- Ost Bühnenschau Bürgergarten- Lichtsp. W. 6, Stg. 4.30 U Hauptstraße 51 Stürme mit Lilian Gish Der Draufgänger mit BellyBalfour Bußtag ab 6 Uhr: Stürme Film- u. Bühnenschau Bußtag ab 6 Uhr Narkose mit Afred Abel, J. Trevor Belprogramm Bühnenecher