ttERUN Sonnabend 2Z.Aovember 1929 10 Pf. Nr. 550 B 274 46. Jahrgang Erscheinttiglich»nberSonntas«. Zugleich Wendausgab« de«.Borwirt«'. Bejugsxreis beide Ausgaben ssPf. pro Woche, 8, MM. pro Monat. Redaktion und Expedition; BerlinSWes,Liudeustr.S ff\£f0Xld6 AntekgenpreiC Die einspaltig« Nonpareillezeile So Pf., Reklamezeile S M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto: DorwärtS-Verlag G. m. b.H., Berlin Nr.»rsse. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis 297 Volksabstimmung zweifelhaft. 11000 Stimmen in Ostpreußen ungültig. Kapital und Arbeit in Kassel. Die Christlichsozialen auf Hngenbergs Parteitag isoliert. KLnigsberg- 22« November.(Eigcubericht.1 Der ostpreusiischc Aüstimmungsausschutz faßte am Bottnabtnit mittag folgende Entschließung über die Ein» tnagnnge» zum Volksbegehren: „319 000 Eintragungen im Stimmbezirk I werden für gültig erklärt. Die Entscheidung darüber, ob die noch verbleibende» Eintragungen gültig find oder nicht, bleibt einer spätere« Beschlußfassung überlassen." Der Abstimmung öausschuß mußte zu diesem Ergebnis komme«, obwohl seine Nachprüfungen noch längst nicht beendet waren, um de« ZieichSwahlleiter eine» Anhalt dafür zu gebe«, ob das Volksbegehren durchgegangen fei oder nicht. Auf Grund von Stichproben auS de» bisher Vorliegeaden Nachprüfungen erklärte man 10 700 Ein- tragunge» für ungültig. Familientragödie in Berlin N. Voter erschießt seine Stieftochter und sich selbst. Zm Norden Verlins, in der Ost ender Straße 17, spielte sich heule früh eine blutige Tragödie ab. Der Z-ljährige Hausdiener Karl Plulaick erschoß kurz uach 7 Uhr seine siebenjährige Sliefkochler Margarethe M i l t w a u a und tötete sich unmittelbar daraus durch einen Kopfschuß. Plutnick, der»och nicht lange verheiratet ist. glaichte Grund zur Eifersucht auf sein« um mehrere Jahre ältere Frau zu haben. Es kam deshalb häufig zu sehr heftigen Austritten. Auch gestern abend kam es wieder zu einer Eifersuchtsszene, die schließlich damit endete, daß sich Frau P. aus der Wohnung entfernte und eine befreuodete Familie in der Nachbarschaft aufsuchte. Plutnick erschien dort ebenfalls einige Zeit später, und die Bekannten be- mühten sich, die Eheleute wieder auszusöhnen. Durch gutes Zureden der Leute gelang es schließlich, daß sich die Eheleute wieder aussöhnten. Gemeinsam begaben sich dann beide in ihr« Wohnung in der Ostender Straße 17. heut« früh nun verließ Frau P, schon sehr frühzeitig die Be- hausung, um einige Besorgungen zu machen. Sie war kaum zehn Minuten fort, als in der Wohnung plötzlich mehrere Schüsse krachten. Hausbewohner schöpften sofort Verdacht und alar. mierten die Polizei. Di« Beamten verschafften sich gewaltsam Ein» laß. Den Eintretenden bot sich ein erschütterndes Bild. In seinem Bettchen fand man das fiebenfährige Kind tot auf. Der Stiefvater hatte es durch einen Schuß in die Schläfe getötet. Bor dem Bett log P., der seinem Leben ebenfalls durch einen Kopfschi ein Ende gemacht hatte. Aufzeichnungen, die über das Motiv zu der Tot hätten Aufschluß geben können, wurden nicht gefunden. Die beiden Leichen wurden beschlagnahmt. Wieder eine falsche Spur? Die Nachforschungen zu der Verhastong in Metlmann. Düsseldorf. 23. November. Am Zreikagabeud und SamslagvormUlag wurden lu verfolg der Festvahme des Waldemar Slclzcr die Nachforschungen durch die Srimiaalpotizel in Weltmann eifrig sorlgesehi. An richklgen Tatsacheu ergibt sich, daß die Hornbrille, die bei der Haussuchung nicht gesunden werden kouule, entdeckt ist. Der für die Düstel- darfer Wörde ln Frage kommende Wann soll bekanntlich eine Horn- drille getragen haben. Weiter ist festgestellt, daß Stelzer bei den Ausgrabungen in Jiapendell anwesend gewesen ist. Es ist des weiteren durch eine Reihe von Zeugen sestgeslellt, daß Slelzer erzählt ha«, hänflg in Fraueukleideru uach Düsseldorf ge- fahren zu selo. Di- Pressestelle der Düsseldorfer Srimlnal- Polizei gibt zu dieser Angclegeuhelt nachstehenden Bericht heraus: Stelzer ist Freitag und Sonnabend vormittag eingehend vernommen worden. Bisher find keinerlei Tatsacheu festge- slellt, die darauf schließen lassen, daß er als derjenige, der die Wörde »der die Ueberfälle begangen Hai, in Frage kommt. Er ist einer F. KI. Kassel, 23. November.(Eigenbericht.) Am letzten Tage des deutschnotionalcn Parteitages klafften plötzlich die schroffen Gegensätze auf. die die marxistische Ideenwelt selbst in diese Gemeinschaft getragen Hot. Do hat man auf die Tagesordnung den„geistigen und wirtschaftlichen Kampf gegen den Marxismus" gesetzt und für heute zm nächst als Unterabschnitt den Daseinstampf der Eigenwirtschaft vor- genommen. Außer einem Landwirr Lind, der anö) den Reichstag ziert, spricht hierzu ein K a u s m a n n namens Zäger aus Cell« bei Hannover. Knapp und eindeutig weichet er sich gegen die„unpersönliche Masse" und verherrlicht den selbständigen Wirtschastsunternehmer mit seiner individuellen, auf Persönlichkeits- fcistungen abgestellten Wirtschaft. Natürlich bekämpft er die Konsumvereine, die er als Wirtschast der Masse Mensch bezeichnet, und ebenso natürlich die Wirtschaft der öffentlichen Hand. Deswegen ruft er alle Schichten da.;ü auf, die deutsche Unternehmer- persönlichkeit wieder zu schassen und den: Massenwohn zu ent- sagen, auch nicht mehr die Warenhäuser zu unterstützen. Alle Deutschnationalen müßten jede„unpersönliche Wirtschaftsform" ab- lehnen, besonders die Konsumoeriene und Warenhäuser. Dieser gewollte Vorstoß gegen die„unpersönliche Masse Mensch" gab nun dem nochfolgenden Redner äußeren Anlaß, seine vor- bereitete Ansprach« ein wenig spitzer klingen zu lassen, als er sich das eigentlich erlauben durfte. Es war dies nämlich der Reichstagsabgeordnete Hartwig,«in Arbeiterführer von der christlich-soziolen Schule. Er muß in diesem Kreis von kaiserlichen Ossizieren, Gutsbesitzern und Beamten männ- lichen und weiblichen Geschlechts fönnlich um Entschuldigung bitten, daß er überhaupt vorhanden ist. Gr bemüht sich im Schweiße seines Angesichts, nochzuweisen, daß die christliche Arbeiterbewegung das stärkste Bollwerk gegen den Marxismus sei. Aber schließlich und endlich: das, was da von der Mass« Mensch gesagt wurde, geht ihm wider die Natur. Er entschuldigt sich förmlich, daß die christlichen Gewerkschaften auch mit Konsumvereinen zu tun haben, daß sie sogar aus Konkurrenz zum„marxistisch be- einslußten" hauptverband der Krankenkassen einen eigenen Zentral- verband der Krankenkassen ausgemacht haben. Diese Zersplitterung sozialer Organisationen im Dienste der Unternehmerinteressen hält er für«in gutes Werk und ist erstaunt, daß die ofsiziellen Redner der Deutschnationalen sich plötzlich gegen solche Massenorganisationen wenden. Der patriarchalismus gehöre überwundenen Zeiten au, sagt er mlt erhobenem Finger: heute muß der einzelne Arbeiter sich gewerkschaftlich organisieren, wenn er nicht im Getriebe der Wirtschaft zermalmt werden will. Es fei schon schwer, die Arbeiter bei der parle! zu hallen, und die deutschnalionalea Arbeiterführer hätten es wirklich nicht leicht. Deswegen bittet er händeringend, die verschiedenen„Stände" möchten sich doch mit dem Arbeiterstand in Einigkeit, Recht und Freiheit auf dem Boden des allgemeinen gleichen und geheimen Wahlrechts für alle Körperschaften zusammenfinden, möchten auch ganzen Reihe von Zeuge«, die vorher behaupteten, den gesuchten Verbrecher bei der Gegenüberstellung bestimmt wiederzuerkennen. gegenübergestellt worden. Seiner dieser Zeugen erkennt ihn als den gesuchten Verbrecher wieder. Einige Zeugen erklären sogar mit Bestimmtheit, daß Slelzer nicht der Täler fei. Auch aus der Schriflvergleichung haben sich Anhaltspunkte für feine Täterschaft nicht ergeben. Seine Vernehm uu g wird fort- gesetzt. Insbesondere wird seine Glaubwürdigkeit durch genaue Nachprüfung seiner Angaben noch festgestellt. Stelzer hat sich besonders dadurch verdächtig gemacht, daß er. offenbar beeinflußt durch überspannte religiöse Ideen, nach götl- sicher Bestimmung in seiner Person sowohl einen Mann als auch eine Frau verkörpert sah. Dieser Gedanke trug dazu bei. daß er in den Sommermonaleu beim Baden aus den Rheinwiesen gelegent- sich durch sein« Bekleidung den Eindruck zu er»�/en suchte, als sei er eine Frau. die Anerkennung freier, standesbewußter Gewerkschaften und Ge- nossenschaften sowie die Mitverantwortung der Arbeiter für die Wirtschast in Form von Betriebsröten aussprechen. Ferner erklärt er die staatliche Verpflichtung zur Leistung von Arbeitslosenhilfe für eine einmütige Arbcitersorderung. So standen nun plötzlich die Gegensätze zwischen Ka- pital und Arbeit in ihrer Nacktheit vor dem Parteitag. Knapp ein D u tz e n d der Delegierten hatte dem Arbeiter Hart- wig gelegentlich Beifall geklatscht. Aber als er endete, war etwas wie peinliches Schweigen über dem Saal. Nun mußte doch geantwortet werden... Aber nichts von alledem. Der preußische Junker von Winierseld erklärte als Borsitzender, er wolle nicht aus die Ausführungen Hart- wigs eingehen, aber er müsse als Eindruck des Paneitages aus- sprechen, daß Hartwig— eine starke christliche Person- l i ch k e i t s ei! Bums, die Arbeiterfrage war durch ein junkerliches Drktum erledigt. Dann ging's auf die Kriegsgeneration los, die auch noch den Marxismus verteidigen soll. Drei Redner marschierten mit langen Ausführungen auf. Für die Oeffentlichkeü aber ist der Fell dieses Parteitages ohnehin erledigt. Raubüberfall bei Eberswalde. Fuhrwerk wird von Banditen beschossen. Ein Anschlag wurde gestern auf das Lohnsuhrwert de? Schering-Kohlbaum-Akttengesellschafl in der Nähe von Ebers- walde verübt. Das Fuhriverk, besetzt mit einem Kassenboten und einem Kutscher, hate aus der Stadt etwa 20 009 Mark Lohngelder abgeholt und war etwa gegen 10� Uhr auf dem Wege in der Rich- tung nach Finow, 150 Meter vor der Eisenspalterei in einen Hohlweg gekommen. Links vom Wege zieht sich der Wald hin. rechts ist eine Anhöhe, die 5 bis 6 Meter über den Weg ansteigt. Vom Walde her kamen plötzlich zwei Wänner, die blaue halbe Gesichtsmasken trugen. Aus Pistolen eröffneten sie sofort Feuer auf das Gespann. Der Kutscher hieb auf die Pferde ein und jagte davon. Etwa ein Dutzend Schüsse wurden ihnen nachgesandt, trafen aber nur den Wagen, ohne größeres Unheil an- zurichten. Der Raubplan war gänzlich mißlungen. Di« Eberswalder Polizei wurde benachrichtigt, man konnte die Räuber aber nicht mehr finden. An den im Wagen ausgefundenen Kugeln konnte aber festgestellt werden, daß die Rauber auch eine S-Millimeter-Parabellumpistole benutzt hatten. Nach der Beschrei- bung, die der Kässenbote und der Kutscher von den Wegelagerern gegeben hatten, wurde festgestellt, daß zwei Männer, die so aussahen, auf dem Bahnhof Eberswalde gewesen und von dort in Richtung Berlin abgefahren waren. Die Beschreibung wurde nach Berlin weitergegeben und daraufhin wurden gestern abend gegen 10 Uhr auf dem Bahnhof Gesundbrunnen zwei Leute festgenommen,«in 24 Jahre alter Hugo M. und ein gleichaltriger Willy D., beide aus der Hiissitcnstroßc. Bei ihnen jand man eine Pistole, Kaliber 6,35. Sie wollen die Waffe unterwegs gefunden haben. Den räuberischen Anschlag be- streiten sie entschieden. Sic behaupten, daß sie mit einem Motor- rad von BerliA nach Eberswalde gefahren seien und dort auf der Straße einen Zusammenstoß gehabt hätten. Ihre Maschine sei so beschädigt worden, daß sie sie in Reparatur geben und mit der Eisen- bahn zurückkehren mußten. Di« Nachprüfung dieser Angaben ist noch nicht abgeschlossen. Clemenceau liegt in Sterben. Paris. 23. November.(Eigenbericht.) Clemenceaus Zustand ist hoffnungslos. Die Asrzte glauben nicht mehr an die Möglichkeit, ihn zu retten. Der Todes- kämpf hat«ingesetzt. Das Herz arbeitet noch, allein die Nieren- tätigkeit hat ayfgehört. Nach der Ansicht der Aerztc hat Clemcn- ceau höchstens noch einen Tag zu leben. Lukrative Phantasie. Das„Internationale Bankkonsortium Haessch" und sein Gründer. lieber eine blühende Phantasie verfügte ein S Zahre alter Kaufmann Gerhard ll h l. der au» Könitz flammt nnd in Berlin in der Oranien strotze ßk wohnte. Mit sicherem Blick erkannte er. wie lukrative«Seschäfte zu machen sind. Er gründete ein Dariehns-NcrmnUungsuiilernehmeN und nannte es„Internationales Banl-Konfortium, Gruppe Haeffch, Amsterdam. H e e r e e g ra ch te n". Nach ssiner Behauptung sollten holländische, amerikanische, eng- tische, französische und Schweizer Banken hinter dem Ilmernehmen stehen. Aus den Anfangsbuchstaben der einzelnen Länder fetzte sich die schön« Bezeichnung..ftaefsch" zusammen. Ein so pramimtes Konsortium verfügte natürlich über fabelhafte Briefbogen und Stempel. Uhl suchte sich einen Teilhaber und fand ihn in einen, 28 Jahre alten Taxator Erich Friedrich. Die beiden tüchtigen Gründer wurden, als ihr Schwindel jetzt ans Licht kam, von der Kriminalpolizei festgenommen. Nun wurde der ganze Betrug enthüllt. Durch Bokanntinachungen lilttdigte das Konsortium an, doch es Darlehen vermittle und Hypo- thekengelder beschaffe. Der Grundsatz der interuatwlnalen Bank sei ober, wie Bewerbern gesagt wurde, daß.zunächst die Tax- gebühr zu bezahlen war. Friedrich trat in Aktion, die Gebühr richtete sich nach dem Wert des Objektes, durftt aber Unter einigen Hardert Mark nicht zurückbleiben. Damit war im großen und ganzen die Tätigkeit der beiden erledigt. Mißtrauischen Kunden wurden zur Beschwichtigung gefälschte Schluchschein« vorgelegt und Zuschriften der Banken, daß spätestens bis zum.31. Dezember d. I. die Gelder überwiesen würden. E» haben sich schon jetzt bei der Polizei eine ganze Reihe betrogener Geldsucher gemeldet. Internationale Banken haben von dem„linternehmen" natürlich keine Ahmmg. Lettische Koalition zerbrochen. Auszug der Deutschen. Riga. 23. November. Der Antrag der lettischen Linken, der die ehemaligen Atzgehörigen der deutschbaltischen Landeswchr ohne Anrecht auf Land- Zuteilung läßt, ist in allen drei Lesungen vom lettischen Paria- ment, wenn auch mit geringer Stimmenmehrheit, angenommen worden. So wird der Austritt der Dtkutschen aus der Regierungskoalition jetzt zur Tatsache, und damit auch die Regierungskrise. Die deutsche Fraktion hat von Ansang an erklärt, daß sie der Koalition mir dann weiter angehören könnte, wenn die lettischen Parteien der Koalition den gegen das lettlöndisch« Deutschtum gerichteten Antrag der Linken ablehnen würden. Da nun auch innerhalb der Koalition sich Stimmen für den Antrag gefunden haben, so hat die deutsche Fraktion die Konsequenzen ziehen müssen. Kältewelle in Amerika. 10 Personen erfroren. Rem gork. ZZ. November. Vi« vereinigten Staaken sind von einer hesiigen Kälte- mettc heimgesucht worden. 3n den Südweflstaoten, besonders in peansylvanien, sollen 20 Personen infolge starker Schneefälle und Kölke um» Leben gekommen sein. Külte nnd Schnee sollen noch Angaben der amerikanischen welterbureau» bis auf wri- km» snd'"'---n. �ruhlingswetter in Deutschland. Während Amerika von einer kotostropholen Kältewell« heim- gesucht wird, bestehen für das Gebiet des Deutschen Reiches, über- Haupt für dos mittlere Europa, wie wir von der Berliner Sternwarte erfahren, nicht die geringsten Anzeichen für ein« Aenbenmg der zurzeit herrschenden, nurgesprochen sehr milden Witterung. Die Temperaturen der letzten Tage sind, der Jahreszeit entsprechend, ungewöhnlichhoch. Di« Höchsttemperatur betrug gestern in Berlin annähernd 12 GradWärme. Heute früh wur- den um 8 Uhifb Grob Wärme gemessen. Gegen Mittag hatte die Quecksllberjäule bereits wieder lO Grad erreicht. Ganz abnorm sind dir Temperaturen in Westdeutschland. So wurden beispielsweise gestern in Aachen 19 Grad Wärme gemessen. Nach einer heute vormittag aus Aachen vorliegenden Meldung herrschten nach einer milden Nacht um 8 Uhr früh bereits wieder 10 Grad Wärme. Di« Ursachen des schönen und beständigen Spätherbstwetters sind, wie der Wetterdienst mitteilt, ein st a r k« s Hachdruckgebiet im Osten und eine Depression über dem Ozean westlich von England. Dieser Situation entsprechen bei uns südlich« Winde. Die auffallend« Wärme am Tage hängt mit der hohen Wärm« der oberen Lustschichten zusammen. Sehr interessant waren besonders heute früh die Temperahirmessungen in den höheren Luftschichten. So wurden in 600 Meter Höhe 13 Grad Wärme festgestellt. KPO.-Lrrsinn. Dei- Breslaurr Polizeipräsident zu Gerüchten über einen nnc,?bitchen putsch. Breslau, 23. November. Der Polizeipräsidem sieht sich durch ein von der kommunisti- sehen Schlesischen Arbeiterzeitung verbreitetes Extrablatt über einen angeblich in Vorbereitung befindlichen Rechtsputsch in Schlesien veranlaßt, zu diesen Behauptungen der Zeitung Stellung zu nehmen. Das Extrablatt, dos heut« in aller Frühe herauskam, hatte u. a. behauptet, der Bezirksleitung Schlesien der Komnmnistischen Partei sei Im Laufe der Nacht bekannt geworden, daß ein Rechtsputsch unmittelbar bevor st ehe, dessen Ausgangspunkt der Landesschützenverband iit» vberschlesien bilde. Vom Breslau«? Polizeipräsidium sei dem Blatt die Richtig- reit dieser Meldung bestätigt worden. Gleichzeitig habe man im Polizeipräsidium versichert, dach die Polizei auf die Abwehr eines Putsche? gerüstet sei. Der Polizeipräsident erklärt dazu, es seien in den legten Tagen wohl Gerüchte über«inen Putschplan in Breslau in Umlauf ge- wesen und ihm auch zu Ohren gekommen. Irgendwelche t ä t f ä ch- liche Unterlagen dafür seien aber nicht vorhanden. Es ltvge keinerlei Grund zur Beunruhigung vor Am Freitag abend Hab««in Berichterstatter der Arbeiterzeitung ihn Mephonisch am ' ru-en und mit ihm über die Gerücht« gesprochen� Er habe dem 'erichterstatter erklärt, daß ihnen keinerlei Bedeutung zu- ' ö m m e. Zentrums-Kirchenwahlen. Die Krauen entscheiden./ Von Wilhelm Gollma««. Durch die deutsche Zentrumspartei geht ein großes Aufatmen. Dem Wahlsieg des Zentrums in Baden ist jetzt«in unbejtreitdarer Erfolg bei den Kommunalwahlen gefolgt. Nicht überall. Dianchsr- orts haben Splitterlisten gerade dem Zentrum geschadet. Das Zen- trum verweist aber triumphierend darauf, daß gerade in Groß- stödten und in den westlichen Industriezentren ein« Rückwanderung von der Sozialdemokratie zum Zentrum begannen habe. Köln, Essen, Duisburg, Hamborn, Mulheim, Oberhaufen, Bochum, Dortmund. Hamm werden triumphierend genannt. Wir werden sehen, wie jetzt schon, wo nur aus Köln amtliches Zahlenmaterial zur Verfügung steht, dos Jubollied des Zentrums nicht so volltönend ist, w!e es scheint. Jedenfalls aber hat die Sozialdemokratie ollen Grund, die Ursachen des neuen Aufstiegs der Zentrumspartei sich anzusehen. Ursachen? Es ist eigentlich nur eine Ursache: D>« seit der Mai-Niederlage des Zentrums rücksichtslos und mit allen geistigen Mitteln betrtsben« katholische Ossensivc gegen die Sozialdemokratie. Seit dein Jahre 1912 ist im katholischen Westdeurschland nicht mehr «ine derartige kirchliche Mobilmachung erlebt worden wie bei diesen Wahlen. Oesfentlich in der Parteipresse des Zentrums und in den Kirchendlättern. Hinter den Kulissen, in den zahllosen kirchlichen Vereinen und in den Misstonen, dl« Fegefeuer und.Hölle für den Sieg des Zentrums heizten. Der Kardinalerzbischof von Köln selbst erließ einen Wahlaufruf. Religion und Sitte, Krankenseelsorgc und christlich« Charitas in den össentlichen Wohlfahrtseinrichtungen sieht er be- droht. Wahlen sei für den katholischen Bürger religiöse Pflicht. Der Kirchenfürst gebot nicht ausdrücklich die Abstinmiung iür die Zentrumspartei. Aber in der Zentrumspresie und von den Kanzeln kam scharf die Mahnung:..Der Katholik darf nur das katholische Zentrum wählen." Noch am Wahltage wurde in allen Kirchen Kölns dies« Losung ausgegeben. Am Morgen nach der Wahl dankte die Kölner Zentrumspresse überschwenglich der Geistlichkeit für die hervorragende Wahlhilse. Trotz Konkordat gebärdeten sich auch politische Führer des Zentrums, als drohte» dem Katholizismus wer weiß welche Ge- fahren. Der Z«ntrums-R egierungspräsident von Aachen forderte mit seiner Amtsbezeichnung in einer öffentlichen Kund- inachung zur Wohl des Zentrums gegen staats- und k i r ch e n- feindliche Parteien auf. Herr Oberbürgermeister Adenauer von Köln, Präsident des Preußischen Staatsrates, immerhin einer der Träger preußischer Koalitionspolitik, machte in Köln die Funk- tionäre der Zentrumspartei mit angeblichen Verboten gemeinsamen Betens in den Krankenhäusern von Neukölln gruselig. Er rief beschwörend, wie es wohl erst den Katholiken im Westen ergehen werde, wenn �dieselben Mächte" im Rheinlande zur Herrschast kämen. „Berlin!" war überhaupt das Schreckenswort für die Frommen im Lande. Nicht nur im Zeichen„Sklarsk". Da» natür- lich auch, obwohl ja dort im Westen gerade das Zentrum Grund hat, nicht allzusehr sich pharisäerhaft zu spreizen, wenn ander« sich im Sumpf der Korruption bekleckern. Nein, die Frage.kircheaauslritl"? an unsere Kandidaten In Berlin wurde in Seltenbreite und in Flugblättern burch die katha- tischen Landestelle gewalzt. Vielleicht wäre es doch wohl zweckmäßig, wenn dies« freidenkerischen Berliner Fragesteller gelegentlich einmal einen Wahlkampf in kätho- lischen Gebieten erlebten. Mit aller Bescheidenheit des Mannes fern tn der Provii� sei dies« Anregung den führenden Genossen an der Spree und an«inigen anderen norddeutschen Ufern ge- geben. Religion und Kirche— in den Großstädten des Westens haben sie wirklich ein« ganz ander« Bedeutung als in Berlin und in Sachsen. Die ältesten Bebel-Zitate über den Atheismus wurden ausgekramt. An 60 Jahre zurück. Dann die neuesten Bericht» aus dem sozialpftischen oodom und Gomorrha Di« sozialistssche Kinderrspublik bei Andernach war einer der wildesten Agitationsschlager. In der Presse wurde nur aufgezählt, an welchen Körperstellen die Büblein und Mädelchen nicht genügend bekleidet waren. In den Mütterosremen und in den dörflichen Bersamm- lungen jedoch ging das Geraun« von der„Nacktkultur" bis zu den Erzählungen von geschlechtlichen Orgien im oder doch nahe bei dem Kinderlager. Dann die„E h« r e s o r m"! Das Zentrum wußte genau, warum es das Schauspiel des Ausmarsches aus dem Rechts- ausjchuß vollführte. Dort Im Reichstage schien das«in hochpoliti- scher Akt zu sein. Draußen in der Land-Agitation lautet« das Echo: „Auflösung der Ehe, Zügellosigkelt für den Mann, arme betrogene Frauen, verlassene Kinder". Im Hintergrunds tauchte das rote Rußland mit Stundenehen und Weibergeweinschaft aus Ob man das glaubte? Ob das wirkte? Die Männer«nt- ziehen sich gewiß zu einem großen Teile der politischen Gängelung durch den Kaplan. Aber die Frauen! DI« Zentrumspresse weiß, warum sie Lobgesang« aus die Frauen als die Hüterinnen religiösen Gutes anstimmt. Wobei die gläubigen Katholikinnen natürl'h nicht ahnen, daß ihre religiöse Hingabe nicht eben selten für die metallischen Rathausinteresseu eines materiolifti. fdhcn antikatholischcn Geschäftschristentums mißbraucht wird. Diese Frauen ober wählten unter kirchlichem Druck—« starkem Gegensätze zu den Männern— Zentrum wie nie. Hier ein paar Vergleichszahlen aus proletarischen Stadtteilen Kölns: Dos sind wahllos herausgegriffen« Besspie!« aus fast 600 Vc zirken. Dennoch: Gerade das Wahlergebnis in der Hauptstadt des' poiittschen Kathslizisimis, in Köln, beweist, mit wie geringem Rech, das Zentrum sich noch als die Partei der Katholiken bezeichnen darf. Köln hat 531 411 Wahlberechtigte, darunter 77 Proz. Kotlo liken--- 409 186 katholisch« Wähler und Wählarinnen. Da« Zenirr• erhielt 95 228 Stimmen= 23,27 Proz. der Katholiken. Michin: Troß höchster kirchlicher Anstrengung haben drei viertes aller Katholiken in Köln nicht Zentrum gewählt. Ein beträchtlicher Teil muß sozialistisch oder ander« Parteien ge- wählt hoben. Eine viel größere Menge Katholiken haben den Wah- aufruf des Kardinals einfach dadurch mißachtet, daß sie sich de" Wahl enthielten. Nun stehen 47 Proz. Männern in der katholischen Bevölkerung Kölns S3 Proz. Frauen gegenüber. Noch amtlich«'? stadtkölnif'chr: Statfftit stimmten außerdem bei den letzten Reichstagswohlen 75,4 Proz. mehr Frauen als Männer für da? Zentrum. Do'n dm männlichen katholischen Wählern kann atic auch diesmal nur «in ganz kläglicher Bruchteil Zentrum gewählt hoben. BestimiVi wenlger als ein Sechstel. Die amtlich« Statistik wird es offenbaren. So hat denn auch die nachdrücklichste katholisch-tirchlichc Vc- einflussung ihr« Grenzen, und die werden trotz allem immer enger. Mit wahrem Spürsinn sucht das Zentrum näch Gründen, die r c l i g i ö s e Gefühle- und Borstellungsweit gegen den Sozialismus auf- zuregen, weil die sozialen und die sozialistischen Forde- rungen unserer Bewegungen das katholisch« Proletariat nicht mehr abstoßen, sondern anziehen. Je weniger der polltische Katholizismus Anlaß findet, das Arbeitsvolk von den sozialen Kämpfen am angebliche Bedrohung des religiösen Lebens abzulenken, um rascher wird sich entwickeln, was wir mit allen Kräften vorbereilrn müssen: auch die katholischen Frauen in ihrer politischen Willen? bildung unabhängig zu machen von der Bevormundung durch den Herrn Kaplan. Was tut Leow? Und was die KpO.-Zentrale. Dos Organ der Rechtskommumsten„Gegen den Strom" hat Herrn L e o w abermals daran erinnert, daß er sich gegenüber den wohlbegründeien Anschuldigungen nicht.zur Wehr gesetzt habe. Es hat ihm vorgehalten, daß er nicht zu klagen wage. „Gegen den Strom" hat gleichzeitig alle Anschuldigungen gegen Leow im einzelnen wiederholt und bekräftigt. Die„Rote Fahne" jedoch wogt es, chren Lesern zu erzählen, daß„Gegen den Strom" selbst„seine Gewährsmänner" preisgebe, daß also die Anschuldigungen gegen Leow zusammengebrochen seien Sie lügt, weil sie wieder einmal die stinkende Korruption i n d» r K P D. zu decken hat. Ein Leow wird weiter gehalten, weil er zuviel weiß oder weil man in der KPD. fürchtet, daß er einigen Leuten die Knochen entzweischlagen könnte. Diese saubere Gesellschaft, das sind die Leute, die sich als Reinlichkeitsfanatiker gebärden! Wir fragen abermals: Wird Leow klagen oder wird er weite? schweigen, weil olle Anschuldigungen zutreffend sind? Totensonniag wie atte Sonntage. Aufhebung der polizeilichen Einschränkungen. Oer Polizeipräsident teilt mit: Für die Vorführungen in Theatern. Zirkussen, Lichtspiel- theatern, Varietes, Kabaretts, Konzert- und sonstigen Vergnügungs- lokalen sowie für die öffentlichen Tanzlustbarkeiten sind am Totensonntag sowie an dessen Borabend die allgemeinen Be- stimmungen über die Heilighaltung de? Sonn- und Feiertage maß- gebend. Vorführungen her genannten Akt sind während der Haupt- kirchenstunden. von 10 bis 12 Uhr. unzulässig. Zn lern« war hat es blutige Zusammenstöße zwischen Sozial. demokraten und Kommunisten gegeben. Hunderten Polizisten mit �wölf Polizeihunden gelang es schließlich, die Gegner zu t nennen, und die Kommuulsteniührer K e l« m e n und S ch o« n, die, wie es heißt, schwer mißhandelt worden waren und ins Wasser geworfen werden sollten, in Schutz zu nehmen. Gegen H 2-18 in Thüringen. Riesenkundgebung der Frauen. Altenburg. 23. November.(Eigenbericht.) Vor einigen Tagen fand in Altenburg vor dem Schwur gericht ein Prozeß gegen den hier sehr bekannten Arzt Dr. P a n tc r statt, der sich wegen gewerbsmäßiger Abtreibung zu oerantworten hatte, qber freigesprochen werden maßt«, weil alle Lack, oerständigen zu seinen Gunsten aussagten. Der Verteidiger in diesem Prozeß, Rechteanwalt Dr Klee- Berlin, sprach nun am Freitagabend im Bolkshau» Altenburg über die Lehren des Prozesses, und die thüringisch« Hand- tagsabgeordnete Genossin Sachs« sprach über die Stellung der Thüringe r Frauen zum§ 218. Etwa 2500 Frauen aus allen Kreisen der Bevölkerung nahmen an der Bersammlung teil, die somit zu einem glänzenden Auftakt für die am 8. Dezember stattfindende Landtogswahl wurde. Hunderte fanden keinen Einlaß und mußten umkehren. Dr. Klee bezeichnete den ß 218 alseinen Wahnsinn, solange der Staat nicht die Berpilich- tung für das neugeborene Kind zu übernehmen bereit sei. Der ß 218 müsse fallen, jede Frau müsse selbst über ihren Körper verfügen können. Eher werde der Kanipf nicht eingestellt. Die Genossin Sachse konnte den Nachweis führen, daß die thüringische Regierung und die bürgerliche Lano- tagsmehrheit sich in jedem Fall« ablehnend gegen Be- gnadtgungen für Straftaten aus dem 8 218 verHollen. Dafür sei aus allen Gebieten ein unerhörter Abbau getrieben worden, der die«chuldenwirtschast in unerhörtem Maßstabe gefördert Hab«. Am 8. Dezember müssen daher alle thüringischen Wähler und Wähle- rinnen die Schlußfolgerungen aus diesen Borkommnissen und Zuständen ziehen und die Sozialdemokratie wählen, damit in Thü- ringen endlich eM« Regierung ans Ruder kommt, die Berstöndnl? für die Forderungen der Massen hm. Beim Rangieren getötet. Cltnen schrecklichen Tod fand gestern nacht der Zöjährige Eistn- bahnarbeiter Fritz Manga au» der Bahnhofstraß« in V a lk g o w. Pi war Qi/f dem Güterbahnhof Spandau mit Rangierarbeiten de- schäfliot. Bei dem Versuch, zwei noch im Laus befindliche Güter- wagen zusammenzutuppeln, kam M. so unglücklich zu Fall, daß jh�, beide Beine abgefahren wurden. GolistenkonzerteundKonzertsolisten Konzerirundschau/ Von Klaus prmgsheim. Gesangsabende. Der Be<Äii>ve>rsaal überfüllt, gehobene Stmunung, Beifalls- stürme nach jeder Nummer: so ist dos äußere Bilb, zu dem Lula Mysz-Gmeiners Goethe-Liederabend sich gestaltet. Nichts Neues läßt sich über die Künstlerin sagen, die von neuem zeigt, daß sie, gleich außerordentlich in der gesanglichen Beherrschung wie in der Intensität und frischen Unmittelbarkeit des Erlebens, als Liedgestatterin nicht ihresgleichen Hot. Sie darf, um Persönlich- keitswirtung nicht besorgt noch verlegen, sich ganz dem Dienst der hohen Aufgabe widmen, die sie sich in Liedern Schuberts, Loeroes und chugo Wolfs(und des dazwischen doch ein wenig abfallenden Hermann Zilcher, ihres Begleiters an dies ein Abend) gestellt hat. Solche Konzerteindrücke sind selten. Der Sänger, die Sängerin, die ihren sicheren Erfolg auswerten oder den noch unsicheren befestigen wollen, tun es gemeinhin vor allem mit dem Instrument ihrer Stimme. Doch welch ein Unglück für Georges Bailanoff, den großen Künstler der Opernbühne, daß fein Bariton, vor wenigen Iahren noch eine herrliche Stimme, deren Klang sich nicht vergißt, heut« kaum ausreicht, solche Er- innerung zu erwecken, geschweige denn, die Philharmonie zu füllen, deren Sitzplätze vermöge der Anziehung seine» Namens nur zur Hälft« besetzt sind! Wie wäre diesem Sänger geholfen, besäße er nur einen Teil der Riefenstimm«, mit der der argentinische Opern- boritonist Ernesto Dodds einen Arienabend long prunkt. Aber wiederum, was für ein kostbares Instrument wäre dieses voluminöse Organ, hätte es zu seiner Fülle ein wenig von der edlen Geschliffen- heit und Ausgeglichenheit des Tons, durch die der amerikanische Konzertsänger Louis Graveure— nun also wieder im Konzert. saal nach dem halbgelungenen Opernexperiment— verwöhnteste Ohren entzückt. Es war eine groß« Sensation für Berlin, als er vor ein paar Iahxen zu erstenmal erschien: aber sein« Methoden der Propaganda sind wahrhast unomerikanifch-diskret. gemessen an jenen, mit denen der Tenor C r o o k s für sich wirbt oder werben läßt. Die Reklame treibt er, wie es scheint, als Sport: reist durch die Erdteil« und sammelt all« Pressestimmen, die seine Stimme in einem Mein mit der Carusos nennen.„Crooks erfreute uns mit jener Arie, die uns aus Carusos bester Acit noch im Ohr sitzt"— auch solche Sätze sind in die kostbare Sammlung ausgenommen. Warum gibt Crooks in Berlin einen Lieder- und Arienobend? Vermutlich, um einmal mehr feinen Namen neben d«m Carusos plakatieren zu können. Denn solcherart ist wohl der Haupt- oder Nebenzweck, dem die Beranstaltung eines Konzertee dient: aus den Kritiken, die in Zeitungen erscheinen,«in paar wirkungsvolle Schlag- Zeilen für das nächste Konzertinserat zu gewinnen. Aber e» ist wohl nicht Pflicht der Preise, an diesem Kreislauf der Reklame fördernd mitzuwirken. Lnfirumentales. Anderer Zweck der vielen Solistenkonzerte: aus d«r Notlage de» ewigen Konzertgcbers und draufzahlenden Unternehmers in die wirtschaftlich gehobenere Position des Arbeitnehmers und bezahlten Konzertmitwirkendsn aufzurücken: zum Solisten eines Sinfonie- konzsrts. Höchstes Berliner Ziel: einmal für«in Walter- oder Furt- wängler-Konzert in der Philharmom» engagiert zu werden. Di« Instrumentatisten haben es schwer. Ihrer sind zu viele, die viel können: dwh mir ganz wenige, die«» zu solcher Geltung zu bringen vermögen, den bevorzugten Platz auszunillen, der dem großen Solisten der großen Orchesterkonzert« reserviert ist: den Platz der Attraktion, die für dos zahlend« Publikum, damit es nicht in Scharen wegbleibt, nötig ist. Der Kreis der Arrivierten, die dieser ehrenvollen Ausgab« ge- wachsen sind, ist nicht groß, die Liste der zuverlässigen Namen ist bald erschöpft. Aber in der Tat sind es Höchstleistungen des instru- mentalen Solospiels, auf die dos Abonnentenpublikum allemol mit. Sicherheit rechnen kann. Neulich, bei Furiwängler, hörte Man Adolf B u sch in Busonis Violinkonzert, eine Darbietung der absoluten Vollkommenheit: oder, in etwas bescheidenerem Rohmen. an einem Abend, der das neugcgründete Königsberger Rundfunk- orchester unter seinem Dirigenten Hermann Schorchen überraschend glücklich einführte, den Konzertmeister des Orchesters, Stefan Frenkel, in dein Violinkonzert Joses M. Hauer?' einen Geiger von eminenter Musikalität in einem schwierigen, spröden Werk, dessen Uraufführung immerhin lebhaftes Interesse weckte: aber im zweiten Bruno-Walter-Konzert— zwischen zwei Gipfeln: nach der unvergleichlich schön gestalteten O-Moll- Symphonie von Brohms und vor dem hinreißend gespielten«Till Eulenspiegel"— Artur Schnabel, gleich überragend in Weber? Konzertstück wie in Strauß' Burlesk«: und bei Klempersr als Solisten feines Bach-Abends Josef Wolf st ha l: im E-Dm- Konzert und, ungewöhnliche Wahl, in der(unbegleiteten) Chaconne, hie gemeinhin nur in Solfftenkonzorten zu hören ist, doch deren sozusagen abstrakte» Klangbild sich den weiten Dimensionen des Operntheaters wundersam anpaßt. Die Violinenlsteratur der kloinen Formen und der intimen Gattungen ist nicht eben ergibig: ihr Borrot steht in schroffem Mißverhältnis zu der Zahl der Blolinabendc, die in Berliner Konzert- sälen stattfinden. Fast in jedem Programm drückt sich die Ver- legenheit seiner Gestaltung aus. Jüngst auf beispielhafte, wenn auch gewiß nicht vorbildlich« Art im Konzert Vasa Prihodas, des glänzenden tschechischen Birtuosen, bei dem alle Spielarten und Stil- gattungen von der belanglosen Salonbagatelle bis zur großen Konzortform vertreten waren: ähnlich ein andermal bei Mischo C l ni a n. Di« Cellisten haben es besser: sie haben weniger Konkurrenz,' so ist dos Terrain ihrer Literatur weniger abgesucht. Benito B r a n d i a, im vorigen Jahr als ausgezeichneter Vertreter seines Instruments eingeführt, entwirft ein großzügiges Programm für oj.er Abend«: und E n r i c o M a i n a r d i, der die Staatlich« Hoch- schul« zu ihren Meistern zählt, gibt an seinem ersten Abend ein« Folge wertvoller Musik. Für den Pianisten besteht an wertvoller Literatur feines Instruments kein Mangel, er hat reichste Auswohl; aber noch reichere Auswahl hat sozusagen die Klaoierliteratur an Pianisten, sie sind in Berlin nicht zu.zahlen, die hochqualifizierten Könner, die willig sind, sich in dieser Literatur zu erproben. Nur das Außerordentliche, wie die selten« Mischung von Charme und Bravour im Spiel Claudio Arraus, oder die wunderbare Gestuftheit des Klovier- tons bei G i e s e k i n g: oder vielleicht auch die Spezialität, die Bertram aus seiner Ehopin-Interpretation zu machen weiß, vermag zu bestehen. Rämy Lcskowitz, sehr ungewöhnlich und auffallend gekleidet zu dem Iazzkonzert, da» er im Bechsteinsaol gibt, besteht weder im Technischen noch im Musikalischen. Di« These, daß«Jazz", eine vorgestrige Sachs nun wirtlich, sich nicht koitzerr- mäßig veredeln lasse, hätte nicht schlagender bewiesen werden können. Dle Landbundführer tagen. M t Schiele in Berlin- nicht bei Hilgenberg in Kassel. Di« Tagung der Reichslandbundführer, die alljährlich nicht lang« vor der sogenannten Grünen Woche stattfindet, hat gestern unter dem Vorsitz von Dr. Schiele im Reichslandbundhaus begonnen. Dr. Schiele hat bekanntlich die Kasseler Tagung der Deutschnationalen vorzeitig verlassgn, und deutschnational« Blätter behaupten, daß nicht zuletzt dadurch der Sieg Hugenbergs in Jassel vollständig geworden ist. In der Tot muß nwn sagen, daß die Eröffraingsreo« Schieles aus Moll gestimmt war, und daß der Poung-Plan im ganzen ein einziges mal erwähnt wurde, der von Hugenberg geführte Kampf gegen den Poung-Plan aber überhaupt nicht. Der bisherige Verlauf der Reichslandbundsührertagung brachte nichts Aufregendes. Das Thema der Tagung lautet:„Der deutsche Bauer und das deutsche Volkstum." Ran an die Bauern, ist s6)on lange di« Devise des Reichslandbundes, und die Bauern zu um- ichmeicheln, ihr« Bedeutung für die gesamt« Wirtschast und das deutsch« Volk mit aller Macht zu unterstreichen, füllt einen großen Teil dieser Tagung aus. Es paßt natürlich in die praktischen Ziele des Landbundes, daß Herr Schiel« seinen Leuten und der Oeffent- lichkeit plausibel zu machen oersuchte, daß die Arbeitslosigkeit in Deutschland verschwindet, wenn die Rentabilität dar Londwirrschast gehoben wird. Er verspricht sich, durch Intensivierung der Land- Wirtschaft 500 000 neue Arbeitskräfte zu beschäftigen, womit die Arbeitslosigkeit in der Hauptsach« ein Ende habe. Dr Schiele vergaß nur zu sagen, wer das bezahlen soll und wie es gemacht werden soll. Denn an einen Abbau dsj: extensiven Roggen- wirtschast, deren Rettung allein der Londbund heute seine Arbeit widmet, denkt Herr Schiele natürlich nicht. Angesichts dessen ist es natürlich eine Phrase, wenn Herr Schiel« meint, mit seiner Art sozialer Agrarpolitik aus dem deutschen Arbeitsvolk wieder ein Bodenvolk machen zu wollen. Vom Statistischen Reichsamt war Dr. F. Burgdörfer zitiert, um die Gefahren des Geburtenrückganges in den Städten aufzuzeigen und um zu sagen, daß allein das platte Land heute noch Deutschland am Ausstarben verhindere. Freilich beachtet Herr Burgdörfer nicht, daß der von Herrn Dr. Schiele für die Bauern geforderte kauf- männische Sinn schließlich auf dem Lande die Geburtenfreudigkeit auch nicht weiter steigern wird, und außerdem hat er die Feststellung des nachiolgeiiden Redner« Pros. Münzinger»och nicht gekannt, daß der Bauer heut« auch damit zu sparen sucht, daß er weniger Kinder in die Welt setzt. .Herr Prof. Münzin gor von der Landwirtschaftlichen Hoch- schule Hohenheim sang das Loblied aus die Bauern fort und ver- sucht« an Hand seiner von uns gestern ausführlich kritisierten Spezial- Untersuchungen nachzuweisen, daß es den Bauern dreimal so schlecht geh« als den Arbeitern. Zu unserer Kritik scheint sich Herr Pros. Münzinger nach den uns vorliegenden Berichten— die Sitzungen sind nicht öffentlich— vorsichtigerweise ober nicht geäußert zu haben. Herr Hugenberg wird sich über diese Führertagung, die den Kampf gegen den Poung-Plan so wenig pflegt«, nicht sonderlich treuen. Freilich kann man nicht wissen, was hinter den Kulissen der Reichslandbundführer vor sich geht. Aber auch darüber wird Herr Hugenberg nach dem Auftreten Dr. Schieles in Kassel wahrscheinlich nicht allzuviel Genugtuung empfinden. Oeutschnaiionale und Landvolk. Durch die neuerdings erfolgten Berhaftimgen ipegen der Bombanattentot« in Schleswig-Holstein ist dar Blick der Oeffentlich- feit wieder einmal mts- die Landvolkbswegüng gerichtet wwrden, deren Führer trotz aller?ll,l«ugnungsversuche den Ärejs der Bombenattantäter bilden. Die Bezeichnung„Landvolk",«Land- voltzeiding" und„Landoolkbcwegung" ist im Zusammenhang mit diesen Attentaten wiederholt durch die Presse gegangen. Ueber die Entstehung und di« Bedeutung dieser halb politischen, halb wirt- ichostlichen Bewegung dürfte jedoch noch Unklarheit bestehen. In der Provinz Schleswig-Holsteln ist di« Sucht, neue Parteien zu gründen, gerade in der Landbevölkerung in starkem Maße vorhanden, weil schon seit der Kriegszeit der..Landbund" und der „Bauernoerein" sich im ungefähr gleichen Kräfteverhältnis gegen. überstehen und um die Vorherrschaft erbittert ringen. Es gehört mit in die Geschichte diese» Kampfes, daß zum Nachteil des Gegners neue Vereinigungen von der einen oder anderen Seite gegründet werden Als im»ergangenen Jahre die Beteiligung der Sozialdemo- kratie in der Reichsregierung bei den D e u t s ch n a t i o n a l e n den Wunsch auslöst«, dieser Regierung durch eine demagogisch betriebene Agitation Schwierigkeiten zu machen, ohne dabei das Ansehen der eigenen Partei zu gefährden oder sich durch maßlose Versprechungen für di« Zukunft zu binden, griff man zu diesem in der Provinz nicht mehr ganz unbekannten Mittel der Gründung einer neuen Bewegung. Es war der deutschnattonol« Reichstagsabge- ordnete S o t h, der in dieser Richtung zunächst führend vor» anging. In zahlreichen Versammlungen, die sich durch skrupellose Hefte auszeichneten, und die infolgedessen viel Zulauf aus der Be- völksrung der Westküste Schleswig�olsteins erhielten— die sich im Herbst 1SÄ> wegen des stockenden Vishabsatzes m wirtschaftlicher Schwierigkeit befand—, rief er zum Zusammenschluß der„Rot- b i l s e" aus. Ms diese Bewegung größeren Umfang annahm, so daß mit ihrem Fortbestand gerechnet werden konnte, stellten der deutschnotionole Parteisekretär Kühl au« Husum und der Führer htt„Iunglandbundes". Weschke, aus Itzehoe, stch dieser Bewegung als Führer zur Verfügung. Nach den ersten aushetzenden Versammlungen ergingen damals die lächerlichen Aufrufe im Namen des Volke« an den sogenannten VerwalMna-opparat, sein Amt niederzulegen. Die Bewegung nahm weiteren Umfang und schärfere Formen an, so daß S o t h, um die D«>itschnationole Volkopartei nicht ,'u stark an diese neue radikale Vemeavng zu binden, unbeschadet ihrer weiteren Entwicklung, zu- rücktreten tonnte. Sie nahm nunmehr den Namen.Landvolk" und„Landvolk- bewcs'.mg" an. Jede der Versammlungen wurde g-lchlosien mit dem altsriesischen Ruf:„Lewer duod üs Slav!" An den Phrasen der Versammlungsredner erhitzten sich die Köpfe. Man schrie n o ch T a t e n. So ist es zu verstehen, daß sich gewissenlose Naturen fanden, die di« Entwicklung glaubten vollziehen zu müllen und zu den Bombenattentaten schritten. Die ersten, an sich noch nicht UN- bedingt geföhrltchen BombenaUntate, di« unemdeckt blieben, rieftn wiederum weiter Interessierte sul den Plan, bis sich schließlich der ganze Personenkreis zusammengefunden batt«, der jetzt in- Gefäng- vi« seiner Verurteilung entaegensieht. � Au» dieser Entwicklung ist zu erkennen, welch« schwere Schuld die Schleswig/,l0 Uhr. ein neue» Kabarett. ver 200 Sänger zahlende.Berliner Cradtal-ckhot" veranstaltet an, Sonntag!>n Zaalban niiedrich?baw ein Konzert U. a. gelangen die' elegiiche(»ie sänge von Crwin tlcndrai zur Urauifnhrunz. Iuliu« DrtN Klavier, Curt Bogel. Violwe, Max Schulz-Fürstenberg, Cello. Ani«' 7 Uhr. Eintrittspreis 1 M. Die Reichsbahn spart. Wozu sie Geld Hai. Aus Eroß-Solingen wird uns geschrieben: Die Reichsbahn sub- pentioniert die rechtsstehende D A Z. mit 300 000 M. Während sie auf der einen Seite das Geld mit vollen chänden an eine Zeitung hinauswirft, kann sie auf der anderen Seite eine Sparsam-- keit betreiben, die nur sie. sonst aber niemand oersteht. Ein Beispiel hierfür kann aus Solingen berichtet werden. Di« vom Stadtteil Ohligs nach childen-Düfseldorf führende Eisenbahn kreuzt an der Walderstraße das Straßenniveau, wodurch ein starker Gefahrenpunkt entstanden ist. Seit Jahrzehnten kämpft die Bürgerschaft um die Beseitigung dieses Gefahrenpunktes, bisher ohne Erfolg. Erhöht wird die Gefahr noch dadurch, daß über die stark be- lebte Straße die elektrische Bahn fährt. Früher fuhr die Bahn über die Schienen der Bahn hinweg. Als ein Eisenbahnzug mit einein über die Schienen laufenden Straßenbahnwagen kolli- vierte, verbot die Eiseubahnverwaltung das Ueberfahren der Schienen. Bon da an müssen die Wagen au der Schrank« holten, d! e Fahrgäste müssen aus st eigen, die Schienen zu Fuß überqueren, um den jenseits der Eisenbahn wartenden Straßen- bahnwagen zu erreichen. Durch ein großzügiges Projekt suchte die Stadtverwaltung den Gefahrenpunkt zu beseitigen; die elektrische Bahn sollte umgeleitet und ohne Berührung der Eisen- bahn an den Bestimmungsort geleitet werden. Die Kosten waren mit «iner Million Mark veranschlagt. Mit der E i s e n b a h n v« r w a l t u n g, die an der Beseitigung des Gefahrenpunktes ein ganz erhebliches Interesse hatte, wurde ver- handelt, um sie finanziell an dem Projekt« zu interessieren. Die Per- waltung der Eisenbahn verschanzte sich hinter den berüchtigten§ 39, erklärte sich aber schließlich großmütig bereit, 30 000 M. Anteil zu bezahlen. Das bei den Verhandlungen die große Notlag« der Reichsbahn und die aufzubringenden Lasten eine große Rolle spielte, braucht nicht besonders erwähnt zu werden. Nun hat letzthin die geübte Sparsamkeit der Reichsbahn hier wieder die Augen der Bürgerschaft auf sich gelenkt. An der frag- lichen Gefahrenstelle hat sich ein schwerer Unglücksfall ereignet, der unübersehbar« Folgen hätte zeitigen können. Als der Personenzug Düsseldorf— Hilden die Schranke passiert hatte, ging diese hoch und der harrende Menschenstrom und die Berkehrsfahr- zeuge wollten die Schienen überqueren. In diesem Augenblick brauste von entgegenkommender Seite ein Personenzug über die Stelle, packte ein auf den Schienen befindliches, mit Gemüse beladenes Kraftfahrzeug und zertrümmerte diese» vollständig. Wie ein Wunder ist der Führer mit Verletzungen davon gekommen. Die Feststellung ergab, daß die Reichsbahnvcrwaltung einen Schwer- k r i e g s b e sch ä d i g t e n mit der Bedienung der Schranke betraut hatte. Für die an dem Unglücksfall eigentlich Verantwortliche, die Reichsbahn, ist der Schuldige gefunden. Der Schwer- kriegsbeschädigte wurde entlassen und sieht nun einem Strafverfahren wegen Transportgefährdung entgegen. Fax die Oeffcntlichkeit ist die Eisenbahn in vollem Umfange verantwortlich. Denn sie hätte an dieser gefährlichen Stelle keinen Schwerkriegsbeschädigten, sondern einen zuverlässigen Schrankenwärter beschäftigen müssen. Nun hat die Eisenbahn den in dje Tausend« gehenden Schaden an Menschen und Sachwerten zu ersetzen, während si« zur Beseitigung des Gefahrenpunktes lächerliche 30 000 M. bezahlen wollte. Die Oeffentlichkeit ist über die Haltung der Reichsbahn aufs höchste empört, davon aber scheint die Verwaltung nicht im geringsten be- rührt zu werden. Gokoluikoff wartei auf seinen Krack. Inzwischen bleibt die Sowjetbotfchast verwaist. London, Z3. November.(Eigenbericht.) Das Unterhaus hat bereits vor etwa zehn Tagen seine grund- sägliche Zrqtimmung zur offiziellen Wiederaufnahme der Beziehungen zwischen England und Rußland gegeben, und die beiderseitigen Botschafter sind längst, nach Ein- holung �er Agrements, ernannt. Warum, so fragt der„Eve- n i n g Standard", ist Sir E s m o n d Ooey, der britische Botschafter in Moskau, noch immer in London? Warum hat Herr S o k o l n i k o f f, der für London bestimmte sowjetrussische Botschafter, noch nicht seinen Einzug im Chesham Hause, dem Londoner Botschaftsgebäude, gehalten? Das Blatt gibt eine interessante und charakteristische Begründung: Die Ursache ist ein Herr Zurkewilsch. der sowjetrussische„hof'.Schveider, wenn dieser Ausdruck erlaubt ist. Herr Jurkewitsch, der einzige Mann in Rußland, der sich offiziell mit der Herstellung von Fräcken, Smokings und Cuttaways für die Sowjet- diplomaten beschäftigt, hat sich nicht imstande gesehen, die Garderobe des Botschafters fertig, zustellen. So sitzt der russische Botschafter in London nach in Moskau und die russssche Botschaft harrt ihres neuen.Herrn. Es ist eine eigentümliche Ironie des Schicksals, daß es ausgerechnet jene bourgeoisen Attribute der Festkleidung sind, die die Wiederaufnahme der«nglisch-russischen Beziehungen verzögern, und England lächelt, nicht ohne Grund, über«ine revolutionäre Regierung, die Etikettefragen den dringendsten politischen Erfordernissen voran- zustellen scheint. Schlichtung im Braunkohlenbergbau. Keine Einigung mit den Grubenbesitzern. Halle 23. November. Freitag vormittag begannen die Schlichtungsoerhandlungen im mitteldeutschen Braunkohlenbergbau, die bis in die späten Nach- Mittagsstunden dauerten. Eine Einigung zwischen den Parteien konnte auch in diesen unter dem Borsitz von Ministerialrat Hauschild abgehaltenen Ber- Handlungen bisher nicht erzielt werden. Di« Arbeitgeber verlangten, daß die bisherigen Löhne weiter beibehalten werden und darüber hinaus noch einige Werk« aus dem ostelbischen Revier in niedrigere Lohnstaffeln versetzt werden. Ein Angebot auf die Forderungen der Arbeitnehmer lehnten die Unternehmer auch weiterhin ab. Da Einigung nicht erzielt werden konnte, brach der Borsitzende tne Parteiverhandlungen ab und berief eine S ch l i ch t e r k a m m e r. « Halle a. S.. 23. November.(Eigenbericht.) Die Schlichterkammer trat heule früh wieder zusammen. Vor 2l Uhr wird sie wohl nicht zu einer Entscheidung kommen. Eine Aunktionärkonserenz wird heute abend noch zu dem Ergebnis Stellung nehmen und In den Konferenzen der Braunkohlenarbeiter am Sonntag berichten, die dann endgültig beschließen werden. Tod durch Zyankali. Der m der Agfa-Fabrik in Wolfen beschäftigte Chemiker Dr. Isickel. seine Frau und fein dreijähriges Kind wurden heute in ihrer Dessauer Wohnung, mit Zyankali vergiftet, tot auf- gefunden. Das Ehepaar hat oijenbar gemeinsam S e l b st- m o r d begangen. Sonoadenck. 33. November. Berlin. 16.05 Bruno Müller:„Versichernnssbciricbe der deutschen Arbeitnehintrsduft". J6..30 UnlerhaltunesTTiusik. I8J» Ur.-Inu. Paul Zucker;„Qrenzca des Amerilcanismns". 18.30 Franeosisch för Anfänger. 18.50 Bildfunk. 19.00 UoterhaltungsinusiV. 19.30 Das Interview der Woche. 30.00 Centrai-Hotel: Unterhaltungsrawik. 30.30„Man kann sich so and so unterhalten."(Mitw.: Käthe Kühl, Axel Arheus, Paul Oraetz n. a. Kapelle Bruno Hardenberg.) Nach Jen Abendmeldungen bis 0.30: Tanzmusik.— Während edier Pause Bildfunk. KSnigswasterhausen. 15.45 Kinderstnnde.„Prinzessin Allerleirauh."(Uebertragnng ans dem Thalia. Theater.) 17.30 Kar! Pricker; Die Seichfbahn unter dem Young-Plan. 18.00 Waldemar Wendland: Der Künstler als Arbeiter,, 18.30 FranzSsisch für Fortgeschrittene. 18.55 Ob.-Stud.Dir. Dr. Ost: Die Bedeutung der französischen Provinz. 19.30 Saitschick: Marzismus und Menschenkenntnis. 30.10 Von München: Allerhand. Sonntag, 24. November. 7.00 Funkgymiiastik. 8.30 besser;„Friedhofekultnr". 8.55 Morgenfeier. 10.00 Wettervorhersage. 1050 Bildfunk. 11.00 Elterastande. Ans Ztutchriiteti der Hörer. 11.30 Schallplattenkonzert 1250 Uecsfariefa gefallener Soldaten(Spreehor: Oerd Frlehe). 1350 1. Beethoven: Sonata C-MolU op. 10 Nr. 1.(Panl Liehtenstn« nm Flügel.)— 2. a) Händel: Ich weiB, daS mein Erlöser lebt: b) Mendelssohn: Laßt uns singen von der Gnade des Herrn.(Cäcllle Spieß, Sopran.) — 3. Chopin: Fantasie F-Moll.(Panl Uchtenstera.)— 4. a) Caccini: AmarilU; b) QInck: Arioso aus..Paris und Helena": c) Händel: O holder Traum aus„Semele"; d) Gluck: Einen Bach, der fließt. (Cäcilie Spieß.) 14.00 Märchen.(Am Mikrophon: Lisa Tetzner.) 15.30 Paul Wcsthcim: Matthias Grünewahd t 1529. 16.00 Gesänge.(Gerb. Jekelius. Bariton. Flügel: Willy Jacger.) 16.30 I. Mozart: Streichquartett K. V. 493.— 2. a) Haydn; Adagio; b) Bachl Adagio; c) Bach: Andante.(Adolf Steiner. Cello. Am Fsügel; Willy Jaeger.)— 3. Beethoven: Streichquartett op. 59. Nr. I.(Carl Steiner, I Violine; Willy Steiner, 2. Violine; Fritz Steiner, Viola; Adolf Steinar, Cello.)_ 18.00„Der Karapi um den Südpol", Von Stefan Zweig.(Sprecher; Hermann Valien tin.) 18.40 Saal der Firma Steinway u, Sons: Wiedergabe von Mix Legers Orgel- spiei durch Welte-llcproduktlons-Orgei. � 19.25„Requiem" von Theodore Dreiser(Ursendung).(Sprecher: Alfred Betern Musik: Walter Gronostay.) 20.00 Sinfouiekonz-rf. Dir.:.lascha Horensteln. l. Adagio aus der X. Simonie. — 3. Q. Mahler; Kindertotenlieder.(Heinrich Rehkeraper, Bariton!— 3. Zehn Minuten: Tolstoi.(Sprecher: Margarete Hruby.)— 4. Bruckner: VIT. Sinfonie, E-Dur.(Berliner Funkorchester.) Anschließend: Zeit. Wetter. Tagesnachriehten. Sport. Bildfunk. Königswusterhausen. 18.00 Pater Lippert S Oute Menschen. 18.50 Legationsrat Dr. Kraske; Unsere Toten in fremder Erde. 19.15„Tor und Tod" von Hugo von Hoffmannsthal.(Mitw.; Brainitt- Quartett.) Theater der Woche. Dom 24. November bis 2. Dezember. Volksbühne. Xttaiet cm«il-wplo»: Bis 25, fftühltnfls ffatwÄtn.«b 26. SU«kfiir» Stent us.__,_ Siaalskhealer. Suez Uuitt btm Einheit: 24. Alba. 25. Othello. 26.(«fltttof tWÄeit 2T.£« Batbiet poti Sevilla. 28. Carmen. 29. Crftcuftuhrunq: öd)mcnba. her Bubel- faefpfeifar. 30. Gctw Herta rufticana. Der L. Das Svocinaou). ine tegrtita» Optt tm Platz de- Rnmblik: 24. mtd 30. Sans Settina. 25. Adelia. 26. GarMHac. 27. Hofsmanns Erzahlnna«n, 28. Die Zauberflote. 29. oclomc. 1. Die silebetmaus. 2. Cannen.____ n-Y-. «täbtffd* Oper: 24. Mn harne»irtUtfltl. 26.(SeftblofTene Dorftelluna. 36. Die fdmorac Orchidee. 27. Sin Masleirlxill. 28. Der ochaulptzlditelwr Gocpclta. 29. Samson und Dalila. 30. Die Sejeichneten. h Ta-ea. 2. ve- schloffen« Vorffclluna...... � Schauspielhau» am Scudarmeumartt: 24. bis 80. und 2. Don aarlos. L Pect CBoiit achiDer-Ibeutez: 24. Peer fflmrt. 25. bis 28. und 2. Des ftaifets Solbafcn. 29. und 1. 2X2= 5. 30. Ttcibjagö Thealer mit festem Spielplan. Xfttdu cm Schiffbauerdamm: PemtSlez.— TbalU-rheaUt: Drei ali« Schachuiu.— Deutsche, Theater: Der üatser mm Amerika.— Nammcriptele. Zur«efl. Anficht.— Di- Uamödle: Dum Teufel«eh»».—»eatar am SUIeu. darkplah: Die ssledermaus.— Theater In der«iniaara»«-«trahe:/B>s 29. Die erfte Mrs. öelbn. Ah 30. Winnetou.- T-madicnd-u«: Der Sichner. ha f.- Srahe« Schanfpielhau,: DU 3 MuÄettere.- d« Seften«: fariewl.- Deutsche» Balke-Thealer: öcampofo.- Deutsche,»uustlemheater: ......-"--------- Grand Soiel.— Eessiaa-Tbcatee: ca«aniss.— 3e»i«r-ähcutc'; iTuuan.vu.c——____— Ldcheln«.— Berliner Theater: Sj» 27. Smci Ätamatten. Ab 28..Rcfemiert füt ßernt Gaston.- Die Tribüne: Vis 30. Bunburn. Ab 1. Drei Setzen im Track.- aieine, Dheatez: Das Tarfilm meiner S7rou.—«alhaA-.Theater: ennm» Bon.— mofe-rZeat": Pariser Blut.— Dallno Dheatee: Pertaate Svch»eitsnacht..— SchlohpackeTheater Steplil,: Bis 26. Der leh-e Walser. Ab 27. DU luA« Wttme-«i-t�art-». Tlaza. Skala: Sirtenralionales TorieK.- Reicheb-Ie». Theater: Sletttnet Sänger.— Theater am Sattbussee Tor: Elite-Sänaer. Theater mit wechselndem Spielplan. Theater!» der«»«erüzohe! 26.. 29. Büchse dar Dandota. 27.. 2L. 30. Traumulus. Nachmiklagsvorstellnngen: Loll»büh»r. Theatee am«ülampl-h: t. ffrilbliuas Errnachern— ya»-- Theater: 27.. 80. Prinschtben Allerleirauh.—Theater am Aalleuborsvlak: 1. P-Urchens M.mdfahrf.- Theater i»»er«ä-ianehher Stratze: 1. Winnetou. - Totuödirnha»»: 1. Sbarlens Taufe.-«rohe» Schausptelha»».- St.. 1. Die 3 Musketiere.— Theater de, Weste-»: 24.. l. IUL Uhr. 30. 14Zu Uhr. Sa»» und Lieiels Weibnachistraum. 24.. 30.. L 17 llhr. sVrteftenle 34., t Ubr. Morietta.— Deutsche,«olkotheater: 24.. 27„ 30. ssrihchen» ssllua ,um Glück. Dentscht,«Snftler.TbeaUr: L Die andere Seite.— Leilwa-Theater: ZS.. 29. Sans Urian peht nach Brot.— Triauau. Theater: 24., 1. 14)6 Uhr. 30. 18 Uhr. Schneewiffchen. 24.. L 17 Uhr. Der Strom.-.Zeutral-Theader. 24.. 1. 14 Uhr Weihnachtswunber. 17 Uhr. griederike.- Metropol-Theat«: 24.. I. 143z und 17 Uhr. Pagairini.— Walhalla. Theater: 24.. 1. 15 Uhr. Schneermtfchen 1. Uhr Eomrn Bon.— Rose-Theater: 27. Das tapfere Schneiderlein. 30. Mar und Moritz-" MW....... Blut. und G �nfernatwnoles Bariet-.— Plana. Skala: Internationale» Barjchd.— Hallen-Ideater: 24.. 1. Stettiner Sänger.— Theater am«oHboffet Tor: 21., X. lllite-SSnaer., Erstanfführnagea der Woche: Routaa. Polksbühnei Di« Affäre Drenkutz.— Mlttmoch. S ck l« h- varktheater Steglitz: DU luftige Wittve.-««»««.. Oo.d.t.U» ♦ e r de» Linden: Schwatrda. der Dudelsackpfeifer.— So»n-be»d. städtische Oper: DU Gegeichneten._ Vetter für Berlin: Fortdauer de« beständigen Wetters.— /für Deukschload: Nirgends wesentliche Aenderung des herrschenden Wetters. Bezantmortl. HU die Redaktion: Wolsftang Schmae,. Berlin: Anzeigen: Th.»locke, Berlin. Berlag: Borwärt« Berlag G. m. b. H.. Berlin. Druck: Lirwärt« Butd- druckerci und Derlagoanltalt Paul Singer(t Co. Berlin SS 68. Linde nftratz« 3. Stenn 1 Beilage. Tkeeilet. LicUlspieU usw. Sonnab., 23 11. Slaals-Oper Unter d. Linden A.-V. 258 19V; Uhr Ein Staais-Oper | Am Pl.d.Republ. R.-S. 186 I9>0 Uhr Die Sonnab., 23. 11. Stadt Oper Bismarcks tr Turnus I 19Vs Uhr Tnriiiot Staatl.Sdiaospb. am Gendarmenmarkt A.-V. 228 20 Uhr StaatlSeliüler-Ihoater.Clisrlüi. 20 Uhr: Des Kaisers Soldaten Ran&issancs- Theater 8'U Uhr Coeur- Bube Komödie von Jacques Nathanson. Regie: Leonline Sagen. Leananz-r Brauseweitcr— Vallcntln Kupfer— Slma- Resumoy Heute nachm. 5, morgen naehm, 4 Uhr (2�—8 M«) 9a riaam ■- SUinplUt Cl. 0301 u. 2583184, K Winrer ★ Garten* Uhr» zentr. 2810» Bauaen eriaoti JIM BoU, Jrvln Slitars etc. Htuta u. Totasusntag Ja 2 Vartlallungaii 3* und 8 Uhr. 3" kleine Preise. Reichshallen-Theater Abends 8 Uhr Jei de stettiier Ulk-Revue v. MeyseL Billettbestellungen Zentrum 11263. Dttnrtoff-Brottl: Das große Varietd-Progr. Tanz— Falkner-Oichester- ROSE •THEATER"ÄSSW" Teleph.: Alexander 3422 u. 3-194 Spielplan an 23. d. 24. 8ov. 1S2S; Am 23. November 1929 s uhr Frau Holle 8.1s uhr P Pariser Blut Am 24. November 1929 ö Uhr Pariser Blut 9 uhr Pariser Blut SC5R hr. i Tmtin. 5 nl•'/: Ulf iailtnsu täl Plein 1-5«. Vtduit;.: 5 0. 50 PL-3B. Oaroldln« u. Je«, Ettd, Power usw. Morgen. Sonntag,«mnahm»- weise Tägl. S U.©» . Soul. 2. Sa tz» | Alax. E.4.B066 INTERNAT. VARIETE Usrira. S« nag. ansnatunswelsc nur 2 vorsielHiigtB na 8 nna B hur. 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Westens Tägl. 8'U Uhi Narlella »Bälky.oskarstraBs Käthe Dorccb Michael Bohnen Banuvsky-Babnen Thaatar m Bar XBniggrätzar StraE, Täglich 8>h Uhr Die erste mrs. selby mit Fmi matsarv Luslspielhias Friedrlchstr. 236 Bergmann 2922 Täglich 8V« Uhr Grand Hotel Lustspiel von Paul Frank Metropol-Tli. S'.U Uhr Lehtir dirigiert Das Land des L&ehelns Vera Sdiwarz, fUdiard Tauber Komödienhaus Täglich 8'U Uhr Der KQhnerhoi v Tristan Bernard TFianon-Tti.M?3r9T SV« Uhr Elisabeth Strickrod! in „Die Ballerina des Königs" Lessing-Tlieaisr N'orden 10846 Gruppe nn�cx SdiampieieT Tätlich W* Uhr Cyanhaii Hl a. BoÜendarfplatz Vorvk. 10-2. Kf 2001 Täglich 8', Uhi Sastsplti bot OeatsdiBD Tteaten Die Fledens Maxlükrtt. III Sonntag, 124. November 4 cur (0etfo�e Sonnabend� 23. November 1929 Bprlttinril �hniaulQaJfa �ci JZtiben unfc Sterixn kr etat 0X9 g« Id« iit eöeemjDii; Seiten und Sterben für bas Daterlend ist ieUte." Berner Beumelburo..Dsuotamtt". lieber die ungezählten Schädelstälten des Weltkrieges, deren es am Totensonntag zu gedenken gilt, erhebt sich als blutiges Fanal B e r d u n. Der Tod von Derdun hatte sein eigenes Gesicht. Er sprang uns inmitten einer blühenden Frühlingslandschaft weit hinter der Front an. er umtost« uns mit gellendem Gekreisch in den um� gewühlten Waldschluchten, durch die wir über die zerrissenen Körper derer hinhetzten, die er blindwütig als Opfer auserkoren hotte. Sein eigentliches Reich aber bildeten die Bergkuppen des D o u a u- mont und des Fort Baux. der.Tote Mann� und die .Kalte Erbe*. Hier tanzt« der Tod von einem feurigen Kranz tosender Granateinschläge umhüllt, einen rasenden Tanz der Der- nichtung. Und das Leben entwich stöhnend diesen Stätten des Grauens. Wir, die wir Tag um Tag. Monat um Monat und Jahr um Jahr mit dem Tode auf Du und Du gestanden haben, hatten»er- lernt, den Sinn des Sterbens zu begreifen. Wir haben es nie recht verstehen können, daß blühendes Leben um uns plötzlich in das Nichts uersank ober verstümmelt und zerfetzt sich am Boden wand. choben wir ober darum dieses sinnlose Sterben vergessen können? Niemals! Berkum hat die Kraft zweier Dötter geftessen. Mit dem Blute von anderthalb Millionen Menschen ist sein« Erde gedüngt und von diesen liegen SOO 000 auf den Berg kuppen, in den Wäldern, Schluchten und Trichtern begraben. Aber auch die ungezählten anderen, die dem Leben wiedergegeben wurden, hat das Ungeheuer Lerdun nicht mehr losgelasseil. In wirren Träumen taucht es aus den Tiefen de» Bewußtseins auf, preßt den Schläfer, wie ihn der Druck der schweren Granaten zu- sammengepreht Hot, und zerrt an ihm. wie die Schreie hilfloser Verwundeter damals an feinem Innersten ge zerrt haben. Wer in die große dunkle Gruft Verdun hineingeblickt hat, trägt daran ein Leben long. * Das Reichsarchiv, das die Geschichte des Krieges bearbeitet, hat jetzt ein dreibändiges Werk.DieTragödie von Berdun*, Verlag Gerhard Stalling. Oldenburg, herausgegeben. Das Werk führt uns den langen Todesweg vom Beginn der Verdunschlacht im Februar 19le über die Zermürbungsschlochten im Frühling und Sommer bis zu dem großen Gegenfchlag der Franzosen im Oktober und Dezember 1916. Wie alle kriegszeschichtlichen Werke, behandelt auch die Arbeit des Reichsarchivs die Geschehnisse vom rein militärischen Stand- punkt. Das Bestreben zu möglichst objektiver historischer Forschung ist anzuerkeimen. Eine besondere Not« erhält dos Wert durch die häufige Inanspruchnahme französischer Quellen. Da erfährt man van den gleich schweren Kanslikten innerhalb der französischen Gene- ralität wie im Hauptquartier der Deutschen. Die Meinungen platzen aufeinander. Soll die Mastenschlöchterei aufgegeben, soll sie fort- gesetzt werden? Immer wieder setzen sich aber auf beiden Seiten die Generäle im Kriegsrat durch, die an di« Zweifler mit dem An» sehen der Nation und mit dem Prestige der Armee appellierten und Fortsetzung des Kampfes bis zum Weiß- bluten erzwangen. So wurde Division auf Division in den brodelnden Hexenkesiel geworfen, zu Schlacke ausgebrannt, durch neue Truppen ersetzt, bis auch diese zermahlen und zerschrottet waren. Auch die Verfasser dieses rein kriegsgeschichtlichen Werkes können sich dem Grauen, das die Schlachtfelder vor Verdun beherrscht«, nicht entziehen: .Das feindliche Artilleriefeuer steigerte sich nachmittags zu gewaltiger Stärke und tobte als Trommelfeuer besonders auf der Ehauffourschlucht. Infolg« der allzu starken Häufung von Trup- psn richtete das feindücke Feuer grauenhafteDerheerun- gen an. Besonders furchtbar war der moralische Ein- druck der in die Derbanidsplätze schlagenden Dolltreffer, mo Rechen Schwerverwundet« auf Bahren ihres Abtransports harrten. Ebenso litten die noch nicht geborgenen, hilflos im Ehauffourwalde liegenden Verwundeten, die jeden Augenblick er- warten mußten, vollends zerrissen zu werden. Die Selbst- marterung der Gedanken führte hier m mehreren Fällen zu Irrsinn.* Mit wachsender Unruhe sahen die Generäle auf beiden Seiten den erschreckenden Zennürbungs- und Demoralisientngsprozeß, der die Reste der aus der Kampffront zurückkehrenden Truppen erfaßt hatte. Der Franzose P a l a t. der von dem Reichsarchiv pst als Quelle benutzt wird, gibt von den Kämpfen um die Thjaumoirt-Fefte folgend, in all ihr« Kürze erschütternde Schilderung: „Der wuchtig« Angriffsstoß der Deutschen hatte die franzö- fischen Truppen auf das stärkst« erschüttert. Bis in di« Straßen von Verdun hatten sich Teil« des Regiments 347 geflüchtet. Zwei dabei befindliche Unterleutnants wurden auf Befehl des Divisionskommandeurs General B o y e r wegen Feigheit erschossen* Den in den deutschen Reihen platzgreiiende» Demoralifierungs- prozeß schildert das Reichsarchiv mit der folgenden einfachen, aber für jeden Mitkämpfer vielsagenden Feststellung: „Wieder eine jener furchtbaren Ablösungen vor Verdun in Nacht und Regen, über Höhen und durch Schluchten, zerschossenen Wald und weglofcs Trichterfeld... ohne Schutz der Hölle des Sperrfeuers preisgegeben. Führer werden durch Verfügung ge- stellt, Führer, die sich selbst nicht zurechtfinden und im Dunkel der Nacht verschwinden, wenn ein Fenerüberfall die Truppe zjl Boden schlägt. Und wie viele von der eigenen Truppe verschwinden mit ihnen, denen die Nerven- kraft gegenüber den Schrecken einer solchen Nacht oersagt.... Bayerische Truppen werden durch die beginnende Tageshclle ge- nötigt, in der Albainschlucht zu oerweilen, wo die dürftigen Unter- schlüpfe keinen Schutz gegen ein vom Morgen bis zum Abend rasendes Trommelfeuer, von feindlichen Fliegern auf die er- spähten Reserven gelenkt, gewähren. Und di« Truppen, die solche seelischen Martern ertragen haben, müssen in der nächsten Nacht in die vorderste Linie... die Kompagnien noch 60 Mann stark.* Immer wieder dringt auch in dem Genevalstabswerk des Reichs- archios die Frag« durch: Warum Fortsetzung dieser sinn- los gewordenen Schlacht? Warum Aufopferung und Demoralisierung sämtlicher verfügbaren Elitekorps, die, wie die anderen alle, schon durch das firrchtbare Feuer in der kilometerweiten Tiefen- zone oersprengt und dezimiert an die Front gelangten. So zeigt uns dieses Generalstabswert unbewußt die Tragödie von Berdun als «in grauenvolles Symptom für die Sinnlosigkeit des Krieges überhaupt. * Noch eindrucksvoller ist das gleichfalls vom Reichsarchw herausgegebene Buch von Werner Beumelburg: Douaumont. (Derlag Gerhard Stelling, Oldenburg.) Beumelburg, der lange Mo- nate vor Verdun als Pionier gelegen hat. fragt in diesem Buch nicht, was gut oder schlecht, was falsch oder richtig war, er zeigt das Ge- schehen in seiner ganzen Geschlossenheit:„wie das Douaumont uns Schicksal wurde*. Dieses Erfassen von„Berdun", dies« Kraft der Darstellung gehört zu dem Stärksten, was die Kriegsliterotur bisher geschaffen hat. An dieser Feststellung ändert auch die Tatsache nichts, daß Beumelburg aus seinem Erleben nicht di« Folgerungen zieht, di« von der überwiegenden Mass« der Frontkämpfer und dem größten Teil der Menschheit gezogen werden, die mehr als vier Jahre unter der Geißel des Krieges geblutet und gelitten hat. Aber dies ist hier nicht das Entscheidende, denn die Kraft der Darstellung ist groß genug, um jedem Leser eigene Schlüsse aufzuzwingen. Lassen wir Beumelburg selbst sprechen: „Und der Tanz hob an... Seit dem Nachmittag des 18. Mai versank das Douaumont hinter einem Vorhang von Qualm und Feuer. Es begann eine ungeheure Leideyszeit für die Männer, die in ihm zusammengedrängt lagen.... Sonnenklares Maiwett« strahlte über der Erde. Hoch oben glitzerten die Leiber französischer Fliegpr. Ringsum auf dem Gelände lag ein einziges Gewittevbeben, ein pausenloses Rollen und Schüllern.... Der Douaumont begann unt« den unaufhörlich niederbrechenden Hammerschlägen schwerster Granaten langsam zu zerbröckeln, von Tag zu Tag, von Stunde zu Stund«.* Bier Tage später: „Der Südostpanzerturm versank als letzter Beobachtungspunkt in Stein und Eisen. Blind lag der Koloß Douaumont den tödlichen Hammerschlägen ausgesetzt. Er bröckelte nicht mehr, er begann tauschend zu zerbrechen, vo« vorn kommende Verwundet««- HUrftn mit lallender Summe, alles fei verschüttet und vernichtet. Ei» Kompagnieführer aus der Derdun-Linie wankt« mit wilde» Armbewegungen, von dreien seiner Leute gehalten, durch die dröhnenden Gänge und schrie mit heiserer Stimme, er wolle seine» Kommandeur erschießen.— Wes saß eng zu- sennmengedrängt und biß die Zähne mifeincnÄer. Es konnte nicht lange so dauern.... Don dem in vorderster Linie eingesetzten Bataillon der Leib- Grenadier« zählt« man am Abend dieses furchtbaren Tages ins- gesamt 3 Offiziere und 64 Mann. Die kauerten irgendwo im Innern des Douaumont aßen nicht und redeten nicht und ließen sich auch durch den Kampflärm über ihnen nicht emporreißeir. D ie fünf letzten Tage im Trichterfeld hatten ihnen di« Seele aus dem Leibe gehämmert.* Fünf Monate später: „Abermals begann vor. auf,»eben und in dem Douaumont«in furchtbarer Tanz. Der letzt«.... Splitterndes Gekrach saufender Etfengefäß« sang ine schaurig« Ouvertüre. Letzte Schrei« vieler Hunderter von Sterbenden, hohles Röcheln aus zerschossener Brust, aufdonnernde Erdspalten, zerbrechende Mauern,«in irres Ehaos trunkener Lernichtungskräfte lärmte im höllischen Orchester, als am Nachmittag des 23. Oktober 1916 der Douaumont aufftand und Flammen spie... Zur Untätigkeit verdammt, warteten di« Douaumont-Derteidiger in den Kasematten und Gängen. Da vollzog sich das Verhängnis ... 12H Uhr mittags ist es gewesen... Für die Dauer einer Sekunde wurde der ungeheure verworren« Lärm der Artillerie- schlocht überbrüllt von einem fürchterlichen Laut. Wühlend fuhr es in den Douaumont und verbreitete tief in feinem Bauch emeil aufbrüllenden Donnerschlag, der Menfchengeschrei brutal verschlang. Schwefelgestank und Feuerschein zog umher. Der erst« Schuß einer bisher unbekannten schweren Artillerie. Er war mitten ins Lazarett gegangen. Wie gelähmt wartete alles, was Leben hatte im Fort, zählte die Minuten. Ein— zwei— drei— vier. Ehe zehn Minuten vorbei waren, brüllte der zweite Schlag. Wieder das hoch ausholende Geheul... in gieriger Heiserkeit und Glut fast senkrecht herabstürzend... Die in der Kasematte 8 gelegen haben, erzählen nichts davon, wie es geschehen fit. Die ganze Kasematte ist zugeschüttet.*— Der sechste Schuß endlich trifft tödlich...* „Die ganze Besatzung drängt sich im unteren Gcfechtsgang zu- sammen. Draußen lärmt die Artillerieschlacht.. drinnen rasseln die Kettenexplosionen der Maschinengewehrmunition.. heulen und sausen die Flammen. Mit ungeheurem Zischen explodieren stapelweise die Leuchtkugeln.... Der Franzose hÄt alle Aus- gäng« unter Gasbeschuß.... Im Morgengrauen des 24. Oktober bewegt sich ein seltsamer Zug über das Nordglacis des Douaumont. Immer zwei Gestalten tragen zwischen sich eine Bahre. Stolpern... setzen ob... vor- schnaufen... erbrechen sich... und wanken weiter." Die Letzten vom Douaumont! • „Leiden und sterben für e4tte große Idee ist ehrenvoll: Leiden und Sterben für das Vater- land ist heilig.* Werner Beumelburg hat diese Worte seinem Douaumont vorangestellt. Niemand von uns, der den Spruch nicht kennt. Vor dem Kriege wurde«r in di« Köpfe der Schüler und Rekruten eingehämmert, aus dem Arsenal des klassischen Allertums übernommen, wurde er durch die Jahrhunderte hindurch von Kanzeln und Kathedern herunter den Völkern gepredigt und auch heute noch — nein, auch heute noch nicht, hat man den Satz, der an das Gefühl appelliert und das Gefühl irreleitet, um den gesunde» Menschenoerstand zu töten, aus dein Bewußtsein der Völker ver- bannt. Nun denn, Beutne Iburgs„Douaumont" und das Generalstabs- werk über Verdun sind die besten Kronzeugen, um die grausame Verlogenheit dieses Satzes, seine sich hinter einem pathetischen Ethos oerbergende Unmoral aufzudecken. Gewiß ist ein Mensch zu ver- ehren, der für eine Idee Leiden und Tod auf sich nimmt, wenn auch da? Leiden der Millionen im Weltkrieg, je länger es dauert«. ein vom Militarismus aller Länder erzwungenes war. Aber zeigen nicht gerade di« Werke, von denen hier die Rede ist, daß dieüs Leiden und Sterben der Millionen, dieses Weißbluten ganzer Völker einem nutzlosen, in seinen Teilhandlimgen und schließlich auch in seinem Gongen verbrecherisch- wahnwitzigen Untersangen entsprang? „Leiden und Sterben für eine große Idee ist ehreiwoll; Leiden und Sterben für das Vaterland ist heilig*— aber der Krieg ist es nicht, der Krieg ist«in Verbrechen! Das schreien uns di« 12 Millionen Toten des Weltkrieges ans ihren Massengräbern zu, das rufen die Toten und Verletzten von Berdun Werner Beumelburg entgegen und auch er müßt« unter der Logik dicscr furchtbaren Sprach« in das Bekenntnis der Friedensfreund« ein- stimmen:„Nie wieder Krieg!" Alle Krait daran wenden, den Krieg aus dem Leben der Völker auszuschalten(und mag die Aufgabe noch fv schwer scheinen), das ist die größere Idee und das ist die heiligere Aufgabe. Kall Lethe. (13. Fsrtsewns.) Die Giiuqiion scheint gunstig. Bonomi, der auf Gioiitti gefolgt ist. erbietet sich, ol? Schiedsrichter und Friedensstifter zwischen Sozialisten und Faschisten zu wirken. Der Kammer. Präsident de Nicola hegt denselben Ehrgeiz. Einig« Abgeordnete eröffnen die Unterhandlung, unter ihnen der Sozialist Zaniboni, der heute im Zuchthaus eine auf 30 yohre lautende Verurteilung verbüßt. Am$ August wird der Pakt unterzeichnet: Sozialisten u«d Faschisten verpflichten sich, ihre gegenseitige Propaganda nicht zu verhindern und ihr« be» waffneten Organisationen aufzulösen. Aber dieser Pakt sollte nur«in Eintagsleben haben. Kaum, daß er verösfentlicht ist, werden die Agrarier aufsässig. Si« wollen keinen Frieden mit den„Ptarxisten". In Bologna werdcn Eouplets gegen Mussolini gesungen. Bei einer Zusammenkunft des dortigen Faschistenkomitces ist die Stadt mit Maueranschleigen voll Schmähung für d«n..Du«" tapeziert.„Wer einmal verraten ist. wird immer verraten," so lautet dos Leitmotiv der Polemik gegen Mussolini. Die goschistenführer in den Provinzen sind als gehorsame Boten- ganger der Agrarier alle gegen Mussolini. Nur EaesareRossi. der später auf dramatische Weis« vor da» Sondertribunal kommen sollt«, um von seinen früheren Kameraden zu 30 Iahren Zuchthaus verurteilt zu werden, hat damals seinem Führer die Treu« gehalten. Es hat den Anschein, als wollte Mussolini den Pakt ernst i�hinen. „Ich werhe diesen Friedensvertrag mit oll meinen Kräften ver» leidigen," schreibt er in seiner Zeitung.„Di« Situation ist über- mältigend einfach: wenn der Faschismus mir nicht folgt, so kann mich niemand zwingen, dem Faschismus zu folgen... Man nennt mich den Du«, und>6, l>abe das Wort hingehen lassen, das mir nicht gefiel, aber den anderen recht war. Es ist ein« objektiv um berechtigte Redeform. Wir sind zu zahlreich, und eine Abspaltung ist unvermeidlich. So möge sie kommen. Der Friedenspokt wird ein gutes Reagens sein." Als ihm die Zusimmientunst von Bologna ein Mißtrauensvotum gibt, tritt Mussolini zurück. Aber dieser Familienzwist soll nicht lange dauern. Sobal-d«r sich allein sieht,«nt- schließt er sich zum Nachgeben. Beim ersten faschistischen Kongreß m Rom macht er seinen Frieden mir den agrarischen Gegner,, de» Pakte«, und als dann blutige Zusammenstöße mit der römischen Bevölkerung stattfinden, erklärt er. der Pakt wäre tyt.und begraben. Wenig« Tage später ermorden die Schwarzhemden den Luch- druck« Müller in Trieft und den sozialistischen Führer Baldori IN Cremono. Die faschistischen Strasexpeditioncn werden in schärferer Form wieder aufgenommen. Und nun ertönen in den Straßen pon Rom, von Mailand, von Florenz, Rufe, di« das Un- weiter verkünden:„Nieder mit dem Parlament, es lebe d i« Diktatur während jämmerliche Politiker in Mantecttorio in ihrer kleinen Wahltüche weiterwursteln und sich Borteil von dem Unheil versprechen, dos auch sie vernichten sollte. NHI. Die sozialistische Krise. Di« sozialistische Bewegung war in Italien nicht aus der Uni- wälzung der Dinge und der Erschütterung d«r Geister entstanden, di« her Krieg hcrvorgenrfen hatte. Schon vor dem Wellkrieg ver- fügte sie über eine nicht unansehnlich« Macht. In der Kammer zählte die Partei hg Abgeordnete. Sie hott« ein« eigen« Press« mit nahezu hundert Wochenblättern. Für die Organisation war di« deutsch« Methode maßgebend gewesen, In der Praxis konnten die-Ml 000 bei der tSenerolkonfökxration der Arbeit organi- fierten industriellen und ländlichen Arbeiter zu den Machtmitteiii unserer Partei gezahlt werden. Das Genossenschaftswesen war hoch entwickelt und hotte große wirtschosUiche Bedeutung erlangt. Der Einfluß der sozialistischen Ideen war nicht auf das Proletariat b«. schrhnkt. sondern mochte sich auch in starkem Maß« in der bürger- lichen Intelligenz fühlbar. �In der im Jahr« skiOl von Filippo Turoti begründeten„Eritica Sociale" wurde der Marxismus popu, larisiert und fein« Methode und Lehr« auf die gesellschaftlichen Erschei» nungen angewandt, was auch aus die eingewurzelten intellektuellen Gewohnheiten des Bürgertums erneuernd und verjüngend wirkte. Während des Krieges hatte die sozialistische Partei die Fahne des Internationalismus hoch geholten, die man in anderen Ländern emgezagen hotte. Auf den Tagungen von Klenthai und Z i m m« r w a l d war ihr«ine führende Rolle zugefallen, dt« ihr die Reaktion ni« verzeihen sollt«. 'Nad, dem Kriege erfolgte die Entfaltung des Sozialismus in stürmischer Weis«, tiatte er im Jahr« 19� nur 50000 Mitglieder, so wies er im Jahre 1019 deren 200 000 auf. während gleichzeitig die Senerolkonsöderotion der Arbeit von einer halben Million aus zwei Mill-one» Mitglieder anstieg Die parlamentarische Fraktion wurde inzwischen verdreifacht und die Zahl der von der sozialistischen Partei verwalteten Kommune, die vor dem Krieg nur wenige .hunderte betragen hatte, wuchs jetzt auf über 2000. Gleichzeitig eilt- wickelte sich im Proletariat jenes stolze Selbstoertraucn. das sich den leitenden Aufgaben gewachsen fühlte, di« der Arbeiterklosse harren, jenes Selbstvertrauen, dos«ine notwendige Form des Klassenbewußt? seine ist. Damals ergaben. sich gleichzeitig zwei grundlegende Probleme: Wo wurde man genug politisch erfahrene Menschen finden� um die zum Sozialismus stoßende Mast« ZU organisieren und innerlich unserer«ach« zu gewinnend Welch« augenblicklich« Aufgab« sollte sich unser« Bewegung stellen? Der Mangel an führenden Elementen war daran schuld, d«ß Demagogen ohne Erfahrung und ohne sozialistisch« Bildung ein» so große Rolle spielen konnten. Sehe Stadt, jedes Dorf hatte seinen Lenin in Minieturvuegab«. Do- war zu der Z,>t. wo man, nach einem Wart« Serrati?. olle Fragen mit der ,.Soß« der proletarischen Diktatur" serviert« und wo jede Sektion, die die Errichtung eine? ?»di-rsnioanstalt verlangte, sich dabei aus die Diktatur des Prole- tariats beriet. Wir erlebten die magisch« Kraft einer Formel, den Zauber, der von der russischen Revolution ausging, die jedoch unter geschichtlichen und wirtschasllichen Berhältnissen herangereist war, mit denen dir Lag« Italien» nichts gemein hatte. Im Oktober 1919 hielt die Partei in Bologna ihren ersten Partei- tag nach dem Krieg« ab. Die Situation war damals durch und durch außergewöhnlich. Won vergegenwärtigte sich di« Krise des Staates, den Aufruhr in der Armee, die tiefe Erschütterung in ganz Europa, die unermeßliche« Schwierigkeiten, die über Sieger und Besiegte hereingebrochen waren, die Vorzeichen der großen wirtschaftlichen Krise. Dos alles schien die Arbeiterklasse zu den größten Hoffnungen zu berechtigen. Und in der Tat bot der Parteitag das Bild großer Begeisterung, die in der ganzen Stadt fühlbar war. Aus den Worten der Redner sprach ein fast mystisches Vertrauen auf die Revolution, als der gerechten Antwort des Proletariats auf das Verbrechen de» Krieges. Alte Parteigenossen, wie Serrati. junge wie B o r d i g a. wandten ihren Blick nach Moskau, um in dem russischen Beispiel dos Ziel zu finden, auf das sie das italienische Proletariat verweisen wollten. Leider holten sie aus Moskau nur die Formeln und nicht das gewaltige Beispiel des revolutionären Wirklichkeitssinnes, den die russische Bewegung bot. Auf dem Parteitag fanden sich nur zwei Männer, die jenen Geist der Gewalt zurückwiesen, der aus den Worten und aus den Dingen sprach. E» waren Filippo Turati, der von der äußersten Rechten die Partei beschwar, den Gegnern des Sozialismus keine Waffen zu lieser», und Constantino Lazzari. der, obwohl cr die intransigenteste Linke der Arbeiterklasse vertrat, dem Parteitag zurief:„Wenn Sie ihre heutigen Worte in Taten umsetzen, werden furchtbare Tage über die Partei l>«reinbrech«n." Di» italienische Partei gab sich in Bologna neue Leitsätze, die ganz unter der Herrschaft leninschen Geistes standen. In ihnen hiaß es unter anderem:„In Erwägung der Tatsache, daß noch nie«in« herrschende Klais« aus ihre Vorherrschaft verzichtet hat. ahne durch Gewalt dazu gezwungen zu sein, gibt der Parteitag d«r Ueberzeugung Ausdruck, daß. das Proletariat zn s-inex Verieidigung und Zur Erabe- rung der Macht der Gewalt nicht em taten kann und betont di« Not- weickiigkeit. die Massen moralisch und materiell aUi diesen Kampf vor- zubereiten." Weiter hieß es,„daß die Werkzeug« der bürgerlichen Herrschaft(Staat, Parlament, Gemeindeverwaltung) in keiner Weise zu Organen für die Befreiung des Proletariats umgestaltet werden können" und daß„nur die Diktatur des Proletariats zur Beseitigung der Klassen und dadurch zur Errichtung des Sozialismus führen kann". Sobald es sich nun darum handelte, von der Theorie zur Praxis überzugehen, erwies e? sich, daß der Buchstabe der angenommenen Resolutionen über den Geist und di« revolutionäre Fähigkeit einer Partei hinausging, die in der Atmosphäre eines paternalistischen Liberalismus groß geworden war. Während die Masten die Straß« und die Fabriten besetzten, oerbrachten die Führer ihre Zeit mit Di- tussionen über die Taktik, in denen ihr« Unentschlostenheit Ausdruck fand. Was die Bourgeoisie betrifft, so kannte die keine Unentschlossen. heil oder Skrupel. Zwei Gruppen, nämlich die Agrarier und die Reeder, die beide in ihrem Wirtschaftsgebiet die gewaltigen Fortschritte der proletarischen Gcnossenschoftsbewegung erfahren hatten, übernahmen die Führung der antisozialistischen Offensive. Da jede sozialistisch« Bewegung in ihrem Vorwärtsschreiten mit Not- wendigteit zaksireich« Interessen oerletzt, bildet« sich der Block der Arbeitergegner ganz von selbst. Gewisse taktische Mißgriffe unseret Partei, besonders gegenüber den Heimkehrern und einigen Schichten des Kleinbürgertums, trugen dazu bei, diesen Block zu festigen und. zu vergrößern, dem ohnehin die jung« bürgerliche Intelligenz ihren patriotischen Feuereifer und die verarmten Angehörigen des Bürger- tum» ihr« Illusionen und ihren haß gegen den bessergestellten Ar- bester zuführten. In der Tot fand man in L t.v o r n o, wo im nächsten Jahre der Parteitag zusammentrat,«in« gänzlich verändert« Situation vor. Zahlenmäßig war die Partei unvermindert: 216327 Mitglieder, Aus- lag« des„Avanti" 300 000 Exemplar«, 156 Abgeordnete. 2162 sozio- lsstisch verwaltete Gemeinden und 26 Provinzen. Aber unter dieser scheinbaren Macht wurde die sozialistische Partei von einer schweren Krise unterwühlt. Der Widerspruch zwischen ihren Worten und ihren Taten, die Unfähigtest, aus dem Gewirr der Formeln zur Aktion überzugehen, die schicklalsmäßige Verschärfung der Gegensätze— all das hat viel mehr zur inneren Zersetzung der Partei bei- getrogen als die faschistisch« Offensive. Nur di« Aktion kann einer großen Part«? Einheit geben: das ewige Diskutieren schwächt und entmutigt. Und dann kam die Spaltung. Gerade in dem Augenblick. wo die sozialistische Partei des moralische?? Prestiges ihrer Einheit und ihrer Uederlieferung am meisten bedurft«, sollt« sie sich spalten. Moskau forderte die vorbehaltlose Annahm« der berühnstcn einundzwanzig Punkte, um die damals so viel Tinte geilossen ist. Außer- dem fordert« es die Ausschließung de» reformistischen Flügels aus der Partei. Es folgten leidenschaftliche Diskussionen. Die Aufmerksamkeit der Genossen wurde auf innere Fragen gelenkt, die schließlich doch nebensächlich waren. Linke, Zentrum und Rechte gaben«inander gegenseitig die Schuld für die Schwierigkeiten der Situation. Do der Parteitag' sich weigerte, die Rechte auszuschließen, erklärte die äußerste Link« ihren Austritt und konststuierle sich als kommunistische Partei. Damit waren dem Wirrsal und dem ilnhest die Tore geöffnet. Hundertausend der bisherigen Mstglieder erneuerten ihre Mitgliedskarte nicht. Zwischen den beiden Arbeiterparteien ent. brannte eine Polemik von unerhörter Heftigkeit. Es bot sich dos vielleicht noch nie dagewesen« Bild einer großen Parte?, die sich angesichts des Angriffs durch«inen erbitterten F« i n d s p a l t e t und dem Gegner durch ihren inneren Hader Vor- schub leistet. Seil dem Januar 1921 verfiel die sozialistische Bewegung Italiens von einer Krise in di« ander«. Di« Ilnsicherhest, die sie angesichts einer möglichen Revolution an den Tag gelegt hatte,?vurdo noch größer, als es galt, sich auf die Derteidigung der politischen Rechte und Freiheiten zu beschränken und das Problem eines etwaigen Ein- triits in ein« parlamentarisch« Kaalftion oder in die Negierung zn lösen. Um gerecht zu sein, muß man hinzufügen, daß di,. Partei als möglichen Partner dt« erbärmlichsten politischen Gruppen vor sich hoste. i Die Polemik der sozialistischen Richtungen untereinander war iwchgerade chronisch geworden. Sie griff vom Parlament auf die Press« über, von der Presse auf die Parteiorganisationen, um dann van diesen wieder zum Parteitag auszusteigen und zu den Tagungen der Generalkonföderatilm der Arbeit. Das Fortschreiten des faschisti- sehen Angriffs, die Bedrohung des konstitutionellen Staates, die in manchen Schichten des Bürgertums zutage tretend« Besorgnis wurden von der Reehten unserer Partei zugunsten einer parlamen- tarlsehen Koalitionspolitit gegen den Faschismus ins Feld geführt. (Fortsetzung folgt.) Rätsel- Ecke des„Abend", Kreuzwort-Silbenrätsel. T Ergänzungsrätsel. 1. Bitter— Solz 2. Schweine— Wurm 3. Kohlen— Land ch Oftm—■ Sessel 5. Asch-— Hain 6. Stein Gericht 7. Bauch— Diel« ß. halb Reich 9. Kern— Messer IV. Schwalben— Häkchen Anstatt der Strich« ist je ein Wort zu setzen, das sowohl mit dem vor- angehenden als auch mst dem nachfolgenden ein neues Wort bildet, p'« Anfangsbuchstaben der Ergönzungs- wörter nennen ein viel beklagtes Uebel der Zeit. zd. Setrennt und vereint. hast du das Wort getrennt vor dir, Ist's nur«in wertloses Papier. Doch dann vereint, wird es sogleich Ein frommer Mönch im Mohammed» Reich. Die fehlende Mittelsilbe. ab Waagerecht:!,'tiopoleonischer Schlachtort in Italien: 3. Zest- abschnitt: 5. Heinesche utopistische Insel: 7. Gestalt au« den,„Frei- schütz": 9. Beleuchtuiigsgegenstand: 11. fixe Idee: 13. Komponist: 15. Stadt am Rhein: 18. Fanggerät: 19. weiblicher Vorname: 20. Teil de» Gesichts: 21. weihllcher Vorname: 23. römischer Kaiser: 25. Niederschlag: 26. Stärkemehl: 26. Tiroler Freih«it»h«ld: 29. Nebenfluß der Donau: Z0. Schulmappe: 32. Bergwertsroagen: 34. Evangelist: 35. Ersatzmittel: 37. Südfrucht: 38. Insekt.— Senkrecht: 1. Spanische Provinz: 2 Wüste in Asien: 3. Gestalt ans „Wallenstein: 4- griechisch« Göttin: 6, päpstlicher Kopfschmuck: 7. Teil des Tages: 6. InHast eines Aufsatzes: 9. Ruhestätte:(0. Natur. «rscheinung: 12. Körperorgai?: 13. Niederschlag: 14. Futtermistel: 16. weiblicher Bornam«: 17. Südfrucht: 20. Eis«nstift: 21- dyzan. timscher Feldherr: 22. Stadt in Persien: 24. Färb«: 23. Getreide art: 27, Gestalt aus der Gensosva�age: LS. Prophet: 29. spanischer Mädchenname-. 31. Zeugnis: 33. weiblicher Vorname: 34. Prophet; 38. Abzäunung. Seographifches. 1.— Oder 2.— Donau 3.— Wurm 4.— Elbe 5.— Ruhr 6.— Lahn 7.— Rhein 8.—- Warthe 9.— Main An Stelle der Striche vor den Flüssen stnd die Namen von Städten zu setzen, die an den betreffenden Flüssen liegen. Die Anfangsbuch- staben der Städtenamen nennen den Schau- platz einer schrecklichen Naturkatastrophe aus letzter Zeit. od. Aus den Silben ar, bat. bausch, bei, die, cn, gal, gie, tat, ke, lei, tot, n?«..?i?i», or. ron. rich, rieh, ri«, ri«. schar, stro, ve, mit, tollen 12 dreisilbige Worter gebildet werden mit gleicher zu ergänzen- der Mistelsilbe. Wie heißt die Silbe und wie heißen die Wörter? (Auslosung der Rätsel nächsten Mittwoch.) Auflösung der Rätsel aus voriger Nummer. Kreuzworträtsel. Wagerecht: 2. B-rto: 6. Dante: 8. Dohle; 11. Al°: 12. Euser: 13. Alm: 14. Sauer: 15. Ilia»: 16. Erika: 23. Nil: 24. Ode: 25. Ale: 26. Feile; 27. Gnu.— Senkrecht: 1. Talar; 2. Beere; 3. Nütlft 4 Abrta; 3. Allah: 6. Das: 7. Neu: s. Hai: 10. Ems: 17. Revtc: 18. Kamel: 19, Anno; 20. Atoe: ZI. Gong: 22. Peru. �herzwechfel: Elfe. Elf«. Elle. Elbe. Au» der Bogelwelt. 1. Gänse, 2 Enten, 3. Flamingo, 4. Zachtaub« 5. Uhu. 6. Elster. 7. Geier. 8. Eule. S. Lerche. 10. Fa. fem, 11. Amsel, 12. Rotkehlchen. 13. Marabu.— Geflügelfarm. Kapselrätsel. Kein kluger Streiter hält den Feind gering- Spirolenrätsel. Waagerecht: 2. Ena: 3. Imme; 5. Niob«: 6. London: 8. Schloß: 9. Liturgie: 11. hasserode; 12. hilserding: 14. Königsbrück; 15. Neuromanstk.— Senkrecht: 1. Au: 2. Eli: 4 Elb«: s. Nodel: 7. Saturn: 8. Stiefel: 10. Erdbeere: 11. Hand- schuh: 13. Königsberg: 14. Kordilleren. Nr. 550 WW H Sonnabend 46. Jahrgang DD HB HB WM HB Hb�� 23. November 1929 Wissenscbaftllches von der Lnftfahrt. Nom 5. bis 8. November hi-ell die„Wissenschaftliä)« Geselljcl>:jt für Luftfahrt* ihre 18. Mitgliederversammlung unter starker Bs« leiligung der Reichs-. Staats- und Kommunolbehörden in Berlin ab. Noch einem von der Stadt gegebenen Begrüßungsabend im Rochaus begonnen die Verhandlungen am t>. November in der Mla der Techirischen Hochschul« in Charlottenburg. Der Vorsitzende, Geheim- rot Schutt«, verkündete nach einem Ueberblick über die bisherige Tätigkeit der Gesellschaft, daß Professor Junkers zum Ehrenmitglied ernannt sei, was mit allgemeinem Beifall aufgenommen wurde. Dann hielt Dr Dornicr, der Schöpfer des neuesten Groß- flugzeuges.«inen mit Spannung erwarteten Vortrog über„D a s Flugzeug Do. X*. Er führte aus. daß von der ersten Projekt- Zeichnung im September 1024 noch mehr als zwei Jahre vergingen. bis nach vielfältigen Untersuchungen und Erwägungen der zur Aus- führung bestimmt« Entwurf im Dezember 102K vorlag. Der Leitgedanke, der jetzt erfüllt ist, war von vornherein:..Bedeutend größere Nutzlast und damit die Möglichkeit einer wirtschaftlichen Betriebs- führung.* Ursprünglich war beabsichtigt, die Moschine von sieben Motoren mit zusammen 4200 Pferdestärken treiben zu lassen, in der schließlichen Ausführung wurden es zwölf Motoren mit 6300 Pferdestärken; es wurde Wert auf die Verwendung relativ kleiner Ma- schinen gelegt wogen der dadurch ermöglichten Gewichtsersparnis. Das Flügelfachwerk besteht mit Ausnahme einiger Beschläge, für die Stahl verwendet wurde, ausschließlich aus Duraluminium. Doch betonte der Vortragend«, daß er keineswegs damit sagen wolle, er halte dieses Leichtmetall sür das unbedingt beste. Erfahrungen mit dem fertiggestellten Flugzeug wurden auf 54 Probeflügen gesammelt, und die dabei hervortretenden Mängel wie Zuheißlaufen der Zylinder und ähnliches wurden nach und nach beseitigt, so daß Dornier zusammenfassend von seinem Flugzeug sagen konnte:„Der Start ist überraschend gut, die Stabilität auf dem Wasser ebenfalls. Die Maschinen arbeiten vibrotionsfrei. Das Anlassen sämtlicher Motoren beansprucht 4 bis 5 Minuten. Die Flugeigenschaften sind normal. Es steuert sich leicht." In der anschließenden Diskussion wurde die Wirtschaft» l i ch k« i t durch die prozentuale und absolute Erhöhung der zahlen» den Nutzlast eingehend besprochen. Dornier berechnete die Kosten des Tonnenkilometers bei einer Strecke von 1000 Kilometer und einer Jahresleistung von 75 000 Kilometer auf etwa 2 Mark, bei einer Strecke von ZOO Kilometer und 55 000 Kilometer Jahresleistung aus 1,50 Mark, wobei«ine Verzinsung des Anlagekapitals allerdings nicht eingerechnet ist,. Von den zahlreichen anderen Vorträgen, die großenteils be» sonder« Einzelfragen des Flugwesens behandelten, erwähnen wir den von Dr. G a st e r st ä d t„Ueber die Entwicklung de» Flug- zoug-Oelmoiors von Junkers". Denn er rückte die wich- iigste Frage der Flugzeugtcchnik, die Motorenfrage, in den Mittel- punkt, und den großen Erfolg, den Junkers mit seinem Oelwotor erzielt hat sowohl in bezug auf Verbilligung des Betriebes auf etwa ein Viertel bei den zurzeit geltenden Preisen als auch namentlich durch die Gewichtsverminderung des mitzuführenden Brennstoffs. .Besonderes Interesse erweckte auch der Vortrag des Ingenieurs de Nidder über„Die Verwendung des Elettrometalls im Flug- zeugbau". Es ist dies ein« Magnestumlsgierung, die noch UNI ein Drittel leichter ist als Aluminium und als das Leichtmetall vom geringsten spezifischen Gewicht bedeutend« Fortschrittsmöglichkeiten in bezug auf Sewichtsersparnis bietet. An der Lust ist es zwar dem Rost ebenso ausgesetzt wi« Eisen, aber im Gegenfatz zu diesem frißt der Rost nicht weiter, sondern die Oxydhaut schützt die unter ihr liegenden Schichten vor Zerstörung. Gemeinsam mit der Deutschen Versuchsonstalt für Luftfahrt, der Deutschen Lufthansa und einer Reihe von Flugzeugsirmen sind westgehendc Versuche über Der- Wendungsmöglichkeiten des Elektrometalls für Flugzeugteile aus- geführt worden, lltach den hierbei gesammelten Erfahrungen wurden eine Reihe verschiedener Gerät« aus Elektroinctall im Bild vor- geführt, die sich bereits bewährt hoben, so Brennstoffbehälter, bei denen die Sewichtsersparnis ein Drittel beträgt. Kabinensessel, die gegenüber solchen aus Duraluminium um 23 Proz. leichter sind, und viele ander«. Auf die in der Diskussion von dem bekannten Erbauer der Prall« luftschiffe, Major von P a r s e f o l, gestellte Frage, ob auch für die Tröger der Zeppelinluftschisfe dos neu« Leichtmetall bereits ver? wendet worden ist, antwortet« der Vortragende, daß wegen der Kosten bisher nur Versuche an kleineren Teilen angestellt worden sind, doch sind auch bei den Zeppelinen schon eine Reihe von Teilen in Elektrometall ausgeführt. Dr. B— t. /-- Dos neueste Aldiimislensiück. Zeitalter der Chemie! Ein Märchen aus„Tausend und«ine Nacht": Ran mischt zusammen, schmilzt und sieh« da. es erstrahlt ein Klümpchcn Sold in so reiner schöner Form, daß das Herz des Münzenmeisters schier darüber lacht. Der moderne Chemiker steht nach dem Kalender. Er muß sich bestimmt erst noch einmal über- zeugen, ob er sich nicht einem mittelalterlichen Alchimistenprozeß gsgenübersieht. Also muß das Goldmochen aus anderen Elementen wohl für die Wissenschaft dasselbe bedeuten wie für den Esel das Harfen- Ichlagen? Durchaus nicht! Ss liegt für die Wissenschaft durchaus im Bereich des Möglichen, ein Element in dos ander« zu venpon. dein, allo auch da? Gold aus anderen Elementen darzustellen. Warum also diese Skepsis und dieses Wißtrauen? Sehen mit uns einmal ein Atom an. Es ist ein ganz tonqlli- zierte« SebW«. Am einfachsten ist noch da» Wasterstostatom. Denken wir un,»in«ntzeln« Wasserstosfatvm. so groß wi« die Erdkugel, so sitzt in der Mitte das sogenannte„Atomkern" von der Größe einer Kartoffel. Um diesen Kern kreist dann auf der Erdoberfläche«in Elektron von der größe des Reichstagsgebäudes. Kern sowohl wie Elektron sind elektrisch geladen, und zwar der Kern positw, das Elektron negativ elektrisch. Das Helium hat zwei positiv» Kern- kodangen und zwei negative Randelektrvnen. Bei den anderen Wie und riditige Beleudrtung. Im Arbeiterhaushalt muß an jeder Stelle aufs Aeußcrste ge- spart werden. Sosern Ausgaben unmittelbar geleistet werden müssen, drängt sich di« Sparsamkeit von selbst auf. Da jedoch, wo man sie unmittelbar merkt, wird ohne Wissen Verschwendung ge- trieben, und zwar zumeist wohl unbewußt. Hell« Beleuchtung ist eine Forderung moderner Hygiene. Während man sich früher mft elenden Lichtquellen begnügte und einen Raum von 50 bi? 60 Ku- bikmeter Inhalt mit einem Lämpchen von 2 bis 4 Normalkerzen beleuchtete, benutzt man selbst im Arbeiterhaushalt zur Beleuch- tung eines solchen Raumes jetzt zum mindesten eine 2Zterzige Glühlampe. Man glaubt tarnt, jchon von einem Luxus sprechen zu können und lehnt eine größere Lampe mit der Behauptung ab, sie wäre zu hell. Das ist falsch Denn in einem mft Tageslicht richtig erleucksteten Zimmer süid die Helligkeiten lOOmal so groß. und im Freien, sogar im zerstreuten Tages.licht, ntachen sie vielleicht das lOOOsache aus. Auch diese Helligkeit schadet dem Auge nichts, im Gegenteil, sie ist erst die richtige, auf die unsere Augen eigentlickt«ingestellt sind. Ihr« Schädigung rührt im wesentlichen von der zu geringen Helligkeit bei der künstlichen Beleuchtung her. Allerdings besteht gegenüber dem zerstreuten Tageslicht inso- fern ein Unterschied, als dos Licht von einer einzigen kleinen Licht- quell« ausgeht. Wählt man eine blanke Lampe, so wirkt das punktförmig ausstrahlende Licht stechend und schädlich auf die Augen. Besser ist es schon, wenn die Lampe mattiert ist, und am besten, wenn sie durch einen Ueberzug von Opal da» Licht zerstreut und den ganzen Glaskolben gleichmäßig leuchtend erscheinen läßt.— Sodann kommt es aber immer noch darauf an, eine solche Lampe auch richtig anzuordnen. In unserem Beispiel ist gezeigt, wie dos zumeist falsch geschieht, namentlich in der Küche. Man bringt die Lampe gewöhnlich in der Mitte des Raumes an Filsch Richtig einem tief herü»terhangenden Pendel an, damit sie in der Milte des Raumes hängen und ihn vollständig erleuchten kann. Dos bei- gegebene erste Bildchen zeigt schon, wie falsch diese Maßnohme ist. Die Anbringung allein in der Mitte ist ungünstig. Läßt man aber eine in der Mitte angebrachte Lampe so weit herunterhängen, so wirft naturgemäß der Arbeitende aus den an der Wand stehenden Tisch oder Schrank seinen Schatten und zwar gerade auf die- jenige Stelle, wo er hantiert. Er nimmt sich selbst das für seine Arbeft notwendige Ltcht weg. Das wird ganz fchlunm, wenn man ein« blanke Lampe wählt, die harte Schlagschatten gibt. Richtig ist, eine solche Lampe an der Decke anzubringen, dafür«ine apalüberfangene zu wählen, oder st« in einer größeren Opalglocke unterzubringen. Dann wird das Licht zerstreut und auch gegen die hellen Wände geworfen und wirkt im Raum eben- falls mehr als zerstreutes Licht, das auch dort noch hingelangt, wo etwa Schatten durch den Arbeitenden hinfallen.— Richtig wäre allerdings, an den H a u p t a rb e i t« p l ätz e n kleiner« Lampen anzubringen, die ihr« Aufgaben natürlich noch besser er« füllen können als ein« einzig« allgemeine Beleuchtung. Währtnd die erzeugte Lichtmenge in beiden Fällen gleich ist, verbrauchen die 6 Lampen 50%6'from mehr als die eine Große Stromverbmeh| | Erieugt» Lichtmtnge j Das Anbringen mehrerer Lampen veranlaßt, noch auf Änea onderen Umstand aufmerksam zu machen. Es wird gewöhnlich alq Schmuck empfunden, wenn man im Zimmer an einen Leleuchtungs» körper nicht nur eine, sondern mehrere Lampen anbringt. Safer« das Zimmer eine sehr helle Beleuchtung braucht, mag das gerechb» fertigt sein. Vielfach aber verwendet man an den Beleuchtungs» körpern viele kleine Lampen. Wenn es nicht auf Sparsamkeit an» kommt, mag das hingehen. Es kommt aber meistens darauf an, daß man nicht unnütz Strom verbraucht. Und da ist es dem in allen Fällen viel zweckmäßiger, möglichst große Lampeneinheftett zu wählen. Es liegt in der Technik der Glühlampe, daß sie«Ott so oorteilhaster ist. je größer sie ist. Natürlich kann man mit zahl-- reichen kleinen Lampen dieselbe Helligkeit erzeugen wie mit ein« großen. Stur wird dos dann viel teurer. Ein lehrreiches Beispiel dazu finden wir in der„Kandem-Monatsschrift", der auch irnf« beistehendes Bildchen entlehnt ist, das zeigt, wie 6 Lampen z« je 25 Watt, zusammen also mit einem Stromocrbrauch«» 150 Watt, nur ebensoviel Licht ausstrahlen wie ein« einzig« 1 00- Wa tt l a m p e. Während also die Lichtstärke dieselbe ist. braucht man bei Verwendung mehrerer Lampen wn Me Hälfte mehr Speisestrom. Zugleich darf man nicht vergessen, daß man für 6 Lampen nicht eine, sondern 6 Fassungen braucht, und daß eine einzige Lampe naturgemäß viel billiger ist als 6 kleinere. Wo man also eine große Lampe verwenden kann, soll man nie mehrere lleine benutzen. Ing. Linke. folgenden Elementen wird die Kernladung immer größer und so-mit auch die Zahl der Elektronen. Man nimmt heut« auf Grund von Versuchen an. daß der Kern der Elemente aus Helium und Wasserstoffatomen sowie negativen Kernelektronen besteht. Der Atomkern ist der Sitz der Masse, von ihm nehmen auch die Röntgenstrahlen ihren Ausgang. Man hat nun die Elemente so ordnen können, daß die.Lern- ladyng" von einem Element zum andern sich immer um denselben Betrag vcrinek>rt. Von der Stellung eines Elementes in dieser so gefundenen Reihe Höngen seine chemischen und physikalischen Eigen- schaften ab. Durch das Studium der radioaktiven Substanzen weiß man, daß di« Elemente sowohl positive Kernladungen wie auch negative Elektronen aus ihrem Innern abspalten können. Auf diese Weise spaltet sich aus Radium dos Heliumgas ab, und Ruthersord konnte aus Stickstoffkernen Wasserstoffkerne abspalten. Dies« Veränderuno des Atominnern hat natürlich zur Folge, daß das betreffend« Element eine andere Stellung in der oben- erwähnten Reih« erhält, d. h. aus dem Element wird ein anderes mit ganz anderen Eigenschaften. Ueber dies« Veränderung des Atomkerns hol Fasans folgendes Gesetz ausgestellt: Stößt ein Element aus dem Kern vositioe Ladungen ab(b. i. die sogenannte Helium- oder Alpha-Straylung), so kommt es in der Reihe zurück: fliegen dagegen negative Elektronen aus dem Kern, so rückt es in der Reihe vor.(Beta�strahlung.) Da nun Quecksilber und Blei in dieser Reihe unmittelbar vor dem Golde stehen, so ist es sehr wohl möglich, daß durch Helium- strahlung und Beta-Strahlung Quecksilber und Blei in die Stelle des Goldes einrücken, d. h. es ist möglich, daß Quecksilber und Blei di« Eigenschaften des Goldes annehmen können. Jetzt das„Aber" unserer wissenschaftlichen Erkenntnis: Solche Veränderungen des Atomkerns sind mit ungeheurem Energieaufwand vertirüpft. So entwickelt 1 Gramm Radium in der Stund« 100 Kalorien Wärme und erst nach 1700 Iahren hat es die Hälfte seiner Energie verloren. Aucherford konnte die Stickstoffatome nur durch die gewallige Energie der Alphastrahlen zertrümmern, und zwar gebrauchte er etwa 300 000 Alphastrahlen, um einen einzigen Siickstoffkcrn zu er- schüttern. solche Energiemengen können wir mit unseren Uchuilchcit Mitteln nicht ausbringen, auch der Tausendkünstler hat sie nicht zur Verfügung gebracht. Dazu liefert er da» Gold noch in einer Form, in der es gleich auf Münzen und Schmuckgegenstande zu verarbeiten ist. In solchem Zustande würde Gyld bei Versuchen nie erscheinen, sondern in feinstoerieilter Form, als sogenanntes„kolloides" Gold. In dieser Form kommt Gold im Meerwasser vor: die wunderbare rote Farbe der Rubingläser wird durch„kolloides Gold" hervor- gezaubert- Die ttisstnichastliche Chemie muß also die„jrohs Kunde aus München" zu den Akten aller anderen Mchknnstenprozeffe legen. Rudier der Technik. han» Dominik: lieber und unter der Erde, Tech- Nische Rekord«. Verlag von Richard Bong. BeNlin. 346 Seiten, 163 Abbildungen. Der bekannte technische Schriftsteller behandelt in diesem für di« Jugend bestimmten Buch in einer leicht faßlichen und fesselnden Form im wesentlichen die Arbeiten des Bauingenieurs. Er zeigt. wie Schächte angesenkt werden, wie man Tunnels gräbt, Untergrundbahnen und Brücken baut, wie man Beton macht und was man olles mit Beton herstellen kann. Endlich führt er seine Leser über das weite Land und läßt sie zuschauen beim Bau von Stark- stromleitungen und Straßen der Energie. Ein sachliches, technisch einwandfreies und im guten Stil geschriebenes Jugendbuch. Kampf gegen Rundsuutstörungen. Die anläßlich der letzten Funkausstellung, gelegentlich der sich mit Rundfunkstörungen be- schästigenden Tagung des Reichsverbandes der Funkhändler an- gekündigte Organisation Ist heute unter dem Vorsitz des Herrn Rund- funkkommissars des Rcichspostministers, Staatssekretär a. D. Dr. Bredow(stellvertretender Vorsitzender Minisderialdirettor Dr. Kruckow), geschaffen worden. Der Kampf gegen die Rundsmek- störungen soll von einem der Reichs- Rundfunk-Gesellschaft lose UN- gegliederten„Ausschuß sllr Rimdsunkstärungen" geleitet werden, dem vorläufig Vertreter der nachstehenden Stellen angehören: Reichspostministerünn, Reichsposizentralamt. Preußisches Ministerium des Innern, Reichs-Rundfunk-Gesellschast, Deutscher Fimktechmscher Verband e. V., Arbeiler-Radio-Klub Deutschlands«. V., Reichs- verband Deutscher Elektro-Installations-Firinen«. Beiboich der Funkindustrie e. V., Zentralverband der Deutschen Elektvotechnifchen Industrie e. V., Zur Durchjührung der dein Ausschuß gestellten Aufgaben wird unter Leitung von Direktor Wagner ein Zentral- bureau angegliedert. Die in den Rundfunkbezirken bereits de- stehenden„Funkhilfen" werden vermehrt, ausgebaut und tn den Dienst des Kainpjes gestellt. Die örtlichen„Funkhilfen" sollen den Rundsunkteilnehmern außerdem auch in Rechtsfragen zur Ber- sügting stehen, um ihnen jeden mögliche» Beistand zu gewähren. Man ist sich bewußt, daß in mühsamer Kleinarbeit schwere Auf- gaben zu lösen sein werden. Richtlinien für die Führung des .Kampfes sind in Arbeit genommen worden. Sie streben an,«in« niöglich't eiinoandfrei« und technisch hochwertige Beratung den Rundsu nk teilnehme rn zu vennitteln. veutsch-franzäsische Zusammenarbeit bei der Errichtung de» Völkerbundsenders! Nach langen Verhandlungen hat der Völkerbund sich jetzt grundsätzlich zur Beschaffung einer eigenen Settdeanfage entschlossen. In der nächsten Zeit werden voraussichtlich die Eni- scheidungen über die technischen Einzelheiten getroffen werden. Wie erinnerlich, hatten die beiden großen Radiagejellschaften Deutschlands und Frankreichs, die Telssunken-Gejellschast und die Eompagnie Generale de Telegraphie fans fil seinerzeit dem Völkerbund einen genwmschoskSchen Vorschlag für den Ausbau der'Anlage eingereicht. Die Jahresarbeit der freien Segler. Äufslippen! Ein Wort, das jede» Segler traurig strmmt: denn dann ist es für eine Weile mit der schönen Segele-i vorbei. Die meisten Boot« haben ihren nassen Platz mit dem Winterlager vertauscht und warten sehnsüchtig ans den nächsten Frühling. Da ist es an der Zeit, zurückzublicken auf das verflossene Segeljahr, was es den Arbeiterseglern an Erfolgen gebracht hat. Das ganze grohe Pro- gramm, das sich der„Freie S e g- l e r- V e r b a n d* für das Jahr 1329 gestellt hatte, ist zur vollsten Zufrieden- heit abgewickelt worden und hat dem Arbeitersegelsport manch neue» Jünger gebracht. Wie in jedem Jahr, fing es mit dem Ansegeln in Form von Ge- schwaderfahrten am 21. April an. Trotz des überaus strengen Winters, der die Ueberholungsarbeiten an de» Booten hinaus, zögerte, war doch der größte T«l der freien Segler zur Stelle und gab sich sein erstes Stelldichein auf den märkischen Gewässern wie auch im Reich und an der Wasserkant«. Di« Maifeier oereinigte Segler, Ruderer und Paddler von Berlin zu einer imposanten Demonstration für den freien Wassersport und zeigte, daß ein festes Band alle umschlingt. Am 9. und 12. Mai fanden die ersten Segelregatten statt, die in Berlin eine Beteiligimg von über 159 Booten brachten und in den einzelnen Klassen eine ganze Anzahl von Neubauten aufwiesen. Als ganz besonderes Ereignis des Jahres ist die psingstsahrt«ach Brandenburg a. d. Havel zu werten, wo auf dem Breitlingsee Wettfahrten stattfanden. Der Kreis Verlin halte es fertiggebracht, zu dieser Veranstaltung ISO Boote nach Brandenburg zu schassen, um dort zusammen mit den„Freien Seglern Brandenburg' und dem „SC. Nordwest' werbend für den Arbeitersegelsport zu wirken. Drei Schlepper wurden benötigt, ihn dieses Geschwader an Ort und Stelle zu bringen. Mr durch die tatkräftige Hilfe and die Gastfreundschaft de? einzelnen vereine der Gruppe Berlin-West, wo sich die Boote zur Abfahrt formierten, war ein voller Erfolg möglich. Der Bran- denburgrr Bevölkerung— und hauptsächlich den dortigen Arbeiter- sportlern— werden die Pfingsitage 1929 in gute? Erinnerung bleiben. Ein so großes Geschwader von Segelbooten— und dazu Arbeltersegler— hatte Brandenburg noch nicht gesehen. Auch aus dem benachbarten Rathenow waren die Sportgenossen auf eigenem 5Re! zu den, großen Treffen gekommen.— Drei Tags, der 7., li). »md 14. Juli, waren für die großen verbaadswettsahrien miserfeheti, die auf der Unterhavel stattfanden und dieses au sich „feudale' Segelreoier mit den freien Seglern überflutete». Zahl- reiche Beteiligung und frischer Wind drückten den Wettfahrten den Stempel guter sportlicher Leistung aus und zeigten besonders den dort ansässigen vormärzlichen Vereinen, wie Segelfport bei den Arbeitern getrieben wird. Die Wettfahrten auf dem Ratzcbnrger See bei Lübeck, die in jedem Jahre veranstaltet werden, gewinnen immer mehr an Bedeutung. Unter großen Opfern der Berliner Vereine war es gelungen, vier der besten Rennbote per Bahn nach Lübeck zu schaffen, um sich mit den„haisseaten' zu messen. Treffend schrieben nach den Regatten die Lübecker Sportgenossen, daß die Wettfahrten der freien Segler ein„Ereignis' gewesen seien! Der Zugend des FSV. war der W. Juti zri einer Wettfahrt eingeräumt. Ein leichter Wind. der manche frische Boe brachte, kam den jugendlichen Mannschaften gut zustatten. Es ist nur zu wünsche», dag für die Ingendwett- fahrten mehr Boote zur Bersügimg gestellt werden. Am 18. August hatte die Jugend nochmals Gelegenheit, ihr Können im S ch w i»i- m« n und im Rasensport zu zeige», und es kann freudig fest- gestellt werden, daß die jungen Segler mit dem nasse» Element aufs beste vertraut sind und auch im Ballspiel, Lausen und in leicht- athletischen Uebungen beachtliche Leistungen vollbringen. Aus Re- korde wird absolut nicht gesehen, sondern es soll nur gezeigt werde», wie auch durch den Segelspart(was nicht jeder glaubt) der Körper elastisch und schmiegsam erhalten wird, hier darf cingeslochte» werden, daß die B a d e a b e n d« im Winter, die im städtischen Hallenbad an der Schillingsbrücke an jedem Freitag stattfinden und die hauptsachlich von Jugendliche» des FSB. besucht sind, eine Rekordbeteiligung von durchschnittlich 130 freien Seglern aufweisen. Ein Zeichen, wie eng sich der Segler mit dem Wasser verbunden fühlt.— Bei den h e r b st w e t t s a h r t e n des Kreises Berlin, die aus dem Langen und Seddinsee sowie auf der Oberhavel stattfanden, wurde die bisher größte Beteiligung mit zusammen 229 Booten er- reicht. Die Gruppe Ost konnte davon 160 Boote an den Start schicken. Wirklich eine Wettfahrt, deren propagandistische Wirkung außer Zweifel steht.— Daß neben den Wettfahrten auch da» Wandersegel» gipftegt wird, beweise» die vielen großen und kleinen Reifen, die aus eigenem Kiel zurückgelegt worden sind. Es möge» etwa 20 Boote gewesen sein, die die schöne K ü st e d e r O st s c c entlang- gekreuzt sind. Die übergroße Zahl zog hinaus in die Schönheit der deutschen Flüsse und Seen, um dart in Licht. Luft und Sonne, fern vom hasten und Treiben des Alltags, die kurze Ferienzeit zu vcr. bringen.— Das für den 21. oder 28. Juli angesetzte Seetressen in Swinemünde ist leider ein Opfer der zu der Zeit gerade herrschen- den schweren Stürm« geworden imd wird im nächsten Jahre dafür eine um so größere Flotte vereinigen. Die größte Reise ln diesem Jahre legte wieder der So-Quadral- meler-Krenzer„Friede! II" vom SV. Stößensee zurück. der in der glücklichen Lage war, bis zur schwedischen Küste vorz» dringen und Schweden selbst zu befahren. Ein gewiß lütenes V'r- gmigen. Die wenigen glücklichen Mitfahrer— darunter auch ein Jugendlicher— wissen genug zu erzählen von der Schönheit des großen Wassers und auch von ernsten Stunden, hauptsächlich des Nachts, wenn der Wind in den Wanten pfiff und die aufgewühlte See über das Deck spülte. Nun, der Eigner von„Friede! II' ist ein erfahrener Steuermann, der gut vorgebildet ist und die Prüfung für„Steuermann auf kleiner Fahrt' abgelegt hat. In jedem Jahre sind es einige Sportgenossen, die nach einem Kursus sich der Prüfung, die in Stettin stattfindet, unterziehen. So wird auch die Zahl der „foeiüchtigen' Steuerleute im FSB. ständig größer.— Jvr g, Oktober oereiniote zum letzten Mole offiziell d>e Arbestersegler um die Flagge de» FSV. beim Absegeln. Leider hatte der Wind nicht ge- Kiigmd Einsähe«, um»in große» Geschwader hUKunmenzudringen! aber ob in Berlin, im Reich oder an der Küste, überall wird von wohlgelungenem Absegeln berichtet.— Nicht unerwcchnt soll bleiben, daß im herbst d. I., ein Jahr nach seiner Gründung, der „SE. Neue Schlense-Ralhenow' sein selbst errichtete, Book». Haus einweihen kannte, ein weiteres Zeichen für die emsige und selbstlos« Ausbauarbeit bei den Arbeiterseglern.— Zum erstenmal in diesem Jahr« beteiligte sich der Freie Segler-Verband an einer Sportaus st ellung, und zwar in Magdeburg vom 23. September bis 23. Oktober bei der Schau„Der Mensch und der Sport'. Die Magdeburger Arbeiter- presse war des Lobes voll über die Art der Aufmachung. An Bildern, Modelle», Stairstiken und Originalbooten wurde das Wirken und Schaffen der Arbeitersegler gezeigt. Aus alledem ist zu ersehen, daß die Entwicklung im Freien Segler-Berband stetig vorwärts schreitet, und daß alle freie Segler des Willens find, auch den Segelsport freizumachen von allen Tra- dstionen, die nicht mehr in unsere Zeit passen. Alle geben ihr Beste», tüchtige Segler im großen Heer der Arbestersportler zu erziehen, die auch im Leben an anderer Stelle ihren Mann stehen. tARBEJWLTUSSBALL Lidiicnberg I(FTGB) gegen Sokol. Aus dem Platz in der Eitelstraße, Nähe Bahnhof Lichtenberg- Friedrichsfelde, tritt Lichtenberg 1 mit vier Mamrschasten auf den Plan. Vormittags 19 Uhr eröffnet die Jugend den Reigen gegen die zweite Jugendmannschaft des Vereins: anschließend spielt die dritte Männermannschaft. Die zweite Männermannschaft Hot einen alten Rivalen, Sakol-Mitt«, als Gegner. Dann spielt die erste Manisschast gegen Sokol-Charlottenburg. Beide Mannschafte» spielen in stärkster Ausstellung und werden einen interessanten Sport zeigen.— Die Freunde des Arbeiterfußballs bitten wir, darauf zu achten, daß die Spiele nicht in der Kynaststraße, sondern auf dem Gememdefporiplatz in der Eitel- Ecke Sophienstraße statt- finden. * Freier Fußball oerein Neukölln. Das Spiel Neukölln— Karow nridet im Städtischen Sportpark Rudow zu der bereits angegebenen Zeit statt. Fahrverbindung Linie 47, eine Station vor Rudow. �UYUUoCiißj Die Spiele em 24. November. Im 1. Bezirk(Osten) stehen sich in der ersten Gruppe Fürstenwaide und Eiche-Köpenick in Fürstenwalde gegenüber. Erkner empfängt um 141<> Uhr FTGB.-Osten. In der.zweiten Gruppe spielen FTGB.-Adlershof gegen Strausberg um 14 Uhr am Köpemcker Friedhof, und Wildau gegen FTGB.-Koulsdarf in Wildau. Im 2. Bezirk(Norden) spielt in der ersten Gruppe nur Friedrtchsthal gegen Tegel in Friedrichstl)al. In der zweiten Gruppe spielen Steinfurth 1 gegen Velten 2 in Steinfurth und FTGV.-Nordring gegen Schwante um 1.3 Uhr auf dem Platz an der Schöichausex Allee. Jin 3. Bezirk(Westen) spielt in der 1. Gnippc nur Bornstedt gegen FTGB.-Wedding 1 um 15 Uhr in Borm'tedt. In de? Zwesten Gruppe Hot Wedding 3 FTGB. Mitte 1 um 14 Uhr in den Rehbergcn als Gegner. Ketzin 1 empfängt Nowawes 2. Im 4. Bezirk(Süden) spielen in der ersten Gruppe Luckenwalde-Sportlcr gegen FTGB.- Süden in Luckenwalde, Trebbin gegen Wssmcrsdorf in Trebbin und FTGL.-Friedenau gegen Schöneberg um 11 Uhr in Kaulsdors, Köpenicker Chaussee. Bei den Frauen hat FTGB.-Süden in Luckenwalde zwei Spiele zu erledigen. Um 19 Uhr gegen die erste Abteilung und mn 14 Uhr gegen die Sportaisteilung. FTGB.- Neukölln 1 spielt um 19 Uhr gegen Schöneberg 2 in Kaulsdors. Die wichtigsten Gesellschaftsspiele sind: Kanu-Union gegen Ruheroerein Vorwärts 2 um 9 Uhr und Faltbootfahrer 1 gegen Friedenau 2 um 9'� Uhr in den Rehbergen. FTGB.-Nord- ring-Turn-n: 2 gegen FTGB.-Ruderbezirt 1 um 14 Uhr und Nord- ring-Sportler 1 gegen Vorwärts 1 mn 13 Uhr auf dem Exer. Zehlendorf gegen Zossen um 13 Uhr in Zehiendorf, Spandauer Stwhe, Schweissterne gegen Sokol um 11 Uhr in Köpenick. Wenden- fchloßstroße(Städtischer Platz), Klausdorf 1 gegen Wedding 2 in Klausdorf. FTGB.-Nvrdost 2 gegen Bernau 1 um. 19 Uhr und Nordost 1 gegen Klausdorf 2 um 14 Uhr im Volkspart Weißensee. Bei den Frauen spielen Nordost gegen FTGB.-Osten um 9 Uhr in Weißensee, Adlershof gegen Berlin 12 um 1914 Uhr in Adlershof. Bohnsdorf gegen Kaulsdors um 14 Uhr und Köpenick gegen Wcddmg 2 um IS Uhr in Bohnsdorf, Schulzendorfer Straße. Arbcifcr-Hockcy. Alhletikfportklub I und der Sportverein Moabit I spielen am Sonntag um 14-39 Uhr in der Laskerstraß«. Wenn mich Moabit bedeutende Fortschritte gemacht hat, dürfte es zu einem Siege gegen den Klub noch nicht reichen. Jmnterhin stellen sie einen sehr btacht- lichen Gegner.— Die Bezirke Ostring I und Mariendorf I der Freien TUrnerschast Groß-Berlin stehen sich im Wiederholungsspiel gegenüber. Nach den letzthin gezeigten Leistungen Ostrings ist es sehr fraglich, ob sie den Platz als Sieger verlassen werden Dos Spiel sinket um 19.39 Ubr im Lichienberger Stadion' statt. Der Bezirk Nmdring II söhn nach Kostbus, um gegen den dortigen Verein zu spiele«. Dieses Treffen ist infofern interessant, als der Versuch gemacht wird, d!« Kottkmsser in den Serienbeirieb mit einzuschalten.— In der Gruppe B treffen sich FTGP.-Pankow und Nordring III um 9 Uhr in der Kisiingenstraße. Ostring III und Neukölln I mn 9 Uhr im Lichteirberger Stadion, Athletiksportklub II und Ostring II um 13 Uhr in der Laskerstraße. Boxen im Sportpalast. Domgorgen wird Leiditgewichtsmeislcr. Als Hauptkampf hatte gestern der Sportpalast den Schwer- gewichtsborkampf zwischen dein riesigen Portugiesen Jose Sant« und der deusschcn Schwergewichtshosfnung Schön rath angesetzt. Schönrath spielte körperlich die Rolle des David gegenüber einem Goliath: wenn das Ergebnis des Kampfes von den Punktrichtern ebenfalls dem Kampf David— Goliath gleichgesetzt wurde, so tut man Sante einiges Unrecht. Gewiß gelang es Schönrath, den Riefen mst einigen schweren Kinntreffern für kurze Zeit auf die Bretter zu schicken, aber Sante konnte doch auch allerlei herausgeben. Ein Unensschieden wäre genauer gewesen. Einen dramatischen Kampf lieferten sickj Jakob Domgörgen und Fritz Reppel um die Leichtgewichtsmeisterschaft. Domgörgcn ging offensichllich auf einen Niederschlag aus. Er vcr- trödelte dabei neun Runden, um schließlich in der zehnten Reppel ziz liefern. Dreimal ging Reppel bis neun zu Boden, der vierte Niederschlag— in einer Runde— brachte dann das Ende. Der chemer stand sehr tapfer seinen Mann, vielleicht' war er aber gegen- über seinem kaltblütig mst allem Raffinement kampfenden Gegner zu nervös und zu zappelig.— Gegen den englischen Federgewichts- rneister C u t h b e r t mußte Paul N o a ck im Hintertreffen bleiben. Der Engländer, große Klasse repräsentierend, konnte soviel Punkte sammeln, daß es zu einem Siege haushoch ausreichte. Hellmuth Schulz- Königsberg boxte einmal mehr unentschieden, diesmal wieder mit dem deutschen Weltergewichtsmejster Hans Seifried» Bochum. Im Einleitungskampf hatte der tüchtige Bochumer Skibinski den Amerikaner Benny Singer in der dritten Runde durch k. o. bezwungen. «- Amerikanischer Boxerhumor.„Meine Damen und Herren', ver- kündet« der Schiedsrichter,„zu meinem Bedauern muß ich Ihnen mitteilen, daß der angekündigte Borkampf nicht ftatssinden kann. da sich die Bewerber uni die Weltmeisterschaft eben geprügelt haben.'(Tit-Bits.) Athletik am Sonntag. Wie alljährlich am Totensonntag, wartet auch morgen der „Krast-Turn-Verein Sparta 1896' mst einer sportlichen Leranstolmng in den„Hohenstausen-Sälen'. Koubusser Damm 76, auf. Da der Verein bundestreues Mitglied im Arbeiterathletenbund ist, wird van der bisherigen Austragung seiner Klubmeisterschofte« an diesem Tage abgesehen. Er veranstaltet statt dessen erstmalig einen Mannfchaststampf gegen eine Mannschaft des AAB. Es ist dem.LTV. Sparta 1896' gelungen, die sehr tampsstarke Mannschaft des Sportklubs„Einigtett 1926' zu gewinnen. Beginn der Kämpfe 16 Uhr, Saaläsfnnng 13 Uhr. Im Anschluß an die Kämpfe wird ein« Jubiläumsfeier abgehalten, und ist es den Gästen und Sportinteressemen möglich, sich dadurch selbst spottlich zu betätigen, daß bis 3 Uhr das Tanzbein geschwungen werden kami, MA.lt«Wcdding 1883" ladt ein! Der Sportklub„Alt-Wedding 1883', Mitglied des Arbeiter« ?lthleten-B>mdes Deutschlands, veranstaltet Sonntag, 24. November (Totensonntag), in den Pharussälen, Müllerstr. 142, sein« alljährlich stattfindende große Sportvorstellung. Beginn 17 Uhr. «Die Leute mit dem krummen Rücken." Unter dieser Ueberschrift berichteten wir in Nr. 399 des„AbcrH' über das merkwürdige Verhalten von Mitgliedern des Bunde» Deutscher Radfahrer. Wir gaben damals eine Pressciwtiz bekannt, wonach 27 Teilnehmer der„Alte Herren-Wanderfohrt' des BDR. sich nach D o o r n aufgemacht hatten und dort am 3. August vom Kaiser empfangen wurden. Jeder erhielt vom Kaiser als Geschenk das Buch„Der Kaiser' und eine Photographic mit Unter- jchrist. Wir wollen, so schrieben wir damals, den Alten Herren ihr Vergnügen nicht stören, jeder, muß ja wissen, wohin er gehört. Der Bundesvorstand des BDR. nahm zu dieser„neutralen" An» gelegenheit öffentlich nicht Stellung. Dasür mußte er sich aber vom letzten Gauiag des BDR. belehren lassen, daß die meisten Mitglieder dieses Schweigen durchaus nicht billigten. Angeregt durch unser: Notiz, gelangte hier nämlich unter anderem ein Antrag fast ein» stnninig zur Annahme, der dein Bundesvorstand wcgcn seiner Nicht- stellungnohme zur Hollandfahrt das Mißtrauen des Gautages ausspricht. Ferner wurde mit übergroßer Mehrheit ein Antrag angenommen, nach dem für die Mitglieder, die politische Neutrolstäk nicht wahren können, die S t r a f b e st i m m u n g e n des BDR. (eventuell Ausschluß aus der Organisation) in Kraft treten. In der erregten Debatte erfuhr man so nebenbei, daß es M ü n ch e n e r(!) Kreise waren, die die Anregimg zum Doorner Besuch gaben. München ist die Metropole des Slartbieres. Ein Kommentar erübrigt sich also... Wintersport in der FTQB. Di« Wintersportabteilung der Freien Turnerschafi Groß-Berlin nimmt jetzt wieder ihre Tätigkeit ans. Interesseitten für den Winter- spott aller Art finden hier Gelegenheit, unter Leitung erfahrener Wintevsporller sich zu betätigen. Zwecks Einteilung für die bevor- stchevdc Zeit findet Montag. 25. November. 29 Uhr. eine Sitzung in der Mufikerklouse, Berlin NO, Allcnsteiner Str. 23, statt. Amaleurphoiographen. Durch die Einführung hochkerziger Glühbirnen ist jedem Photoara phen a mateur ein Mittel in die Hand gegeben, ohne Schwierigkeit wirkungsvolle Heimaufnahmen m machen, lieber das Thema„Vom'Gebrauch elektrischer Licht- guellen' findet ein Vortrag am Montag.?3. November, von der Photogemeinschaft der Kinderfreunde im Jugendheim, Frankfurter Allee 307, statt. Zahlreiche Lichtbilder und praktische Demonstration unterstützen den Vortrag. Eintritt frei. Gäste willkommen. Anmeldung zu den Anfängerkursen beim Vomag. ffttie Ualtboatk-d«,«ttün. Sonnte«, 2«. 9)orem6et, äStenbctunanu 1. StiaueiCt«.36JnnMf«. giihrtt: Kennte.•äMaÜrt 7,57 Uhr EKIckikcher Labn. fa». 2. Von Smlcnfci'« tiutdy ten Nrotnrr, Sütirft; SWcnet,«ifofttt 8 ubr Stbrtrr Ztebniiok.®oftt willkommen. W« Sonobollsvieler Uhr Voik». vark-tchberne. freu«a-n Unlo»«tsb-Bcrtu®,«.•SCteeituna Teoek. Ntenderun« Semt» te«, 21. Ztovembrr. no«,•Sinfcntru«.Scrt«n. Irrskpnnit 8>i Übt Babnbor .Vutlibstrahs.(finftt wütkominrn. 3SU?.. kUart StetilcOo.iBtili. OTr b'r Snnbm.»nb SRrbit.enabffi'un« 9r'««"nw-in'cmt U-bun«-.!tunb- Monte«. 25. J'onombcr. IS Übt, Zi--nb»lle Sr«. ffjionfft-ftr. im. rttermette'* mm'offr'-tlidyn Netbrabend! «tet>-T»t>>.?er«i» artete 18»«. ZieniiBn. Slbrftt. n 12. ciiult. Uebcnns. v. Ämtoa IS!' Uir in Ringen. Sewichichrden, irufuL Boitt betatts) twllfnmnat.