Morgenausgabe Nr 551 A 277 46.Iahrgang VScheaUlch«Vi. mlwatNch L.S0 WL tm voraus zahlbar Postbezug 4.32 M. ♦inldjliefeltdj KO Pfg. Postzeitung»»'"»Z 72 Pfg. Postbestell gebühren Ausland»» abonnement 6.— M. pro Monat. Sn eridjetm»vchentSg» lith zweimal. Sonntags und Montag» einmal, die Adendausgaden für Berlin und«m Handel mit dem Titel.Der Abend" Illustmrte Deilagen.Bot? und Zeit" und.Kinderfreund". Ferner .Unterhaltung und Wissen"..Frauen« stimme".Technik".Blick tn die Bücherwelt" und.Ougend-Dorwäns' Berliner vottsvlatt Ssnutag 24 November 1.929 Groß-Äerlin 15 Auswärts 20 pi. Vre elalftnife StonporetllezeU« •0 Pfennig. Reklameieile 5— Reichs» mark..Kleine Anzeigen' dae>ettge. druckt« Wort 2ö Pfennig(zuläisip zwe» fettgedruckte Worte) kede» weitere Won 12 Pfennig Etellengeiuch» da» erlt« Wort IS Pfennig, tedee weiter» Won tv Pfennig Worte über 15 Buchstaben zäblen für zwei Worte ArdeitsmarV Zeile VÜ Pfennig. Familienanzeigen Zeil« »0 Pfennig Anzeigenannahme im�aupt» Lindenstraß» S. wochentogltch ««ichäp «on 8»/, dir 17 Uhr. Jentralovgan der Sozialdemokratischen Vaviei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Tönhos! 292—297 Telegramm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Vorwärts-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: Berlin 37586.— Bankkonto: Bank der Arbeiter. Angestellten und Beamten. Wallstr. 65. Dt. B. u. DiSc.-Ges.. Deposttcnkast« Lindenstr. 3. Volksenischeid oder nicht? � Montag endgültige amtliche Fefifiellung. Der Reichswahlausschuß tritt am Montag vor- mittag um 10 Uhr im Bureau des Reichswahlleiters zur Prüfung der Ein Zeichnungen für das Volks- begehren zusammen. Die genaue endgültige Zahl der Eintragungen wird wahrscheinlich am Montag noch nicht festgestellt werden können, jedoch wird der Slusschuß endgültig feststellen, ob die erforderliche Einzeichnungsziffer überschritten ist oder nicht. Wahrscheinlich wird die erforderliche Zahl erreicht wor- den sein— aber der Ueberschuß wird außerordentlich gering- fügig sein. Oer einmütige Wille. Hilgenbergs Programm— und w!e sie es auslassen. Nach dem Aeußeren zu urteilen, hat die gesamte Deutsch- nationale Partei vor dem Diktator Hugenberg gekuscht, sein Wille ist zum Dogma erhoben, und jede Abirrung von der Linie der unversöhnlichen Opposition wird als Ketzerei ver» dämmt. Das ist die hugenbergoffizielle, orthodoxe An- schchiung. Die„Deutsch« Zeitung" als Stabstrompeter chugenbergs schnattert also: ,F)ände weg von Hugenberg!— Man darf diesen Parteitag rhn« UebertreHuNg: nlS'.'g�e schjch Hi ch e s XE.r( i�giri x werten. Denn.es handelt sich, darum, der größten Partei der nationalen � Opposition die sittliche, politische, wirtschastliche lind tatttsche Grundlage zu geben... Die kleinlichen Nörgeleien wirr- köpfiger Ehrgeiziger, die sich in letzter Zeit hier und da bemerkbar machten, haben das eine Gute gehabt, daß- sie hiese Not- wendigkeitcn besonders unterstrichen.haben... Alle grundlegenden Beschlüsse wurden in allen Instanzen einstimmig oder mit überwältigender Mehrheit gefaßt. Einstimmig wurde vor Allein das von Hugenberg niedergelegte politische und taktische Programm gebilligt. Dieser einmütige Wille wird nun hinausströmea In» Land. Zeht. wo es kein Drehen und Deuteln mehr geben kann. wird man in den weitesten Kreisen auch das verstehen, was Hugen- berg am Schluß seiner großen Rede am Freitag feststellte: Daß keinem Stand unseres Lölkes mit augenblicklichen Vorteilen geholfen wird, sondern einzig und allein durch Aenderung der inneren Machtverteilung." Einmütiger Wille, kein Drehen und Deuteln mehr! Aber ach. schon lieft man in der J? r e u z- Z e i tu n g": „Mit anderen Worten bedeutet also die Auffassung des Partei- Vorsitzenden, die vom Parteitag geteilt wird,«jn Festhalten an der bisherigen nationalen Opposition. die keinerlei Kompromisse zu machen geneigt ist. Selbst- verständlich, hat aber die unentwegte Opposition sür einzeln« Berufs st ände gewisse Nachteile im Gefolge. Es ist deshalb zu begrüßen, daß. wenn auch nicht in der öffenNichen Red«, so doch noch den bekanntgewordenen Berichten über die lagung des Partei. vorstände» einzelnen Perufsständen, besonders der notleidenden Landwirtschosl gewissermaßen zugesagt worden ist. daß hier eine Zusammenarbeit mit deu staatsbürgerlichen Parteien von Fall zu Fall trotz der grundsätzlichen Opposition wohl möglich ist. Insbesondere ist hier wohl an die„Grüne Front" gedacht worden, die sich von den Deutschnationalen über das Zentrum bis zur Volkspartei erstreckt." Bor den Kulissen: Kein Drehen und kein Deuteln! Hinter! den Kulisien: wie wir es auffassen. Bor den Kulisien: unentwegte Opposition! Hinter den Kulisien: opportunistische Taktik im Parlament! Vor den Kulisien: keinem Stand kann augenblicklich geholfen werden! Hinter den Kulissen: aber natürlich wird den Agrariern geholfen! Da hätten wir also den einmütigen Willen— aber mit der Hintertür I Fünfzigprozentia Hugenberg, und fünfzigprozentig Reichslandbund. Jedem das Seine! Oer Privatbrief von Treviranus. '.". Der..peinliche Zwischenfall" während der Tagung des deutsch- nationalen. Parteivorstandes bestand nach einer Mitteilung der „Hamburger Nachrichten" in folgendem: „Im Rahmen der Diskussion hat Hugenberg dem Partei- vorstand Kenntnis gegeben von dem Inhalt eines Schreibens, das der Abgeordnete Treviranus an einen ihm bekannten Politiker gerichtet hat und in dem er pck kritisch mit der Politik des Parteivorsitzenden be- schäftiat uno um die Mitteilung der Ansicht seines Freundes bittet über die Frage, wie angesichts der gegebenen DerhälMisie eine wirklich konservative Politik betrieben werden könne, vor allem, ob der Weg einer Neugründung einer Partei gangbar wäre. Auf welch« weise dieses Schreiben in die Hände des Partei- vorfihenden gelangt ist, ist bis zur Stunde noch nichi aufgeklärl. Dieser Zwischenfall wird natürlich die zuständig«» Parteiinstanzen noch beschäftigen, von deren Spruch es abhängen wird, ob der Abgeordnete Treviranus noch Mitglied der Deutschnationalen Bolkspartei bleiben kann." Die Peinlichkeit hat also darin bestanden, daß Herr Hugenberg im Besitze eines Privatbriefs war, den Herr Treviranus an «inen Dritten geschrieben hat. Llnzufriedenheii in Moskau. Oemonflration gegen die Eowjelreaierung. Wie dem Mitteilungsblatt der russischen Sozialdemokraten aus Moskau berichtet wird, ist es dort am Sonntag, dem Z. November, zu einer spontanen Kundgebung der Unzufrieden- heit der Arbeiterschaft mit der Politik der Sowjetregierung gekommen. Im Arbeiterbezirk Presnja fand im Laufe des Abends ein M a s s e na u f la u f am Ro!en Presnja-Psotz statt, der sich allmählich in eine vielhundertköpfiseBersymm. l u n g verwandelte, in der im Verlauf einer Stund« mehrere Redner scharfe Kritik an der Regierung übten. Als sich die Berfammellen in Bewegung setzten, um in geschlossenem Zuge das Stadtzentrum zu erreichen, wurden sie von Heraneilen- den Milizabteilungen(Schutzpolizei) ausein- ondergetrieben. Don der Sowjetpresie wird dieses un- gewöhnliche Ereignis ängstlich verschwiegen. (£s wird pünktlich geräumt. Briand im auswärtigen«Tammer ausschuß pari,. 23. November.(Eigenbericht.) Brland berichtete am Freitag vor der auswärt'gen Kommission der fronzßfischen Kammer über die schwebenden internationalen Fragen. Cr erklärte, daß selbst, wenn bis zum Januar noch ge- wisie Schwierigkeiten über Cinzelfragen bestünden, dies die Ratifi- kation der.Haager Abkommen nicht verhindern könne. Zu der Frage der Rheinlandräumung werde man allerspätestens bis Ende Februar wisien, ob der Daung-Plan m Kraft treten könne oder nicht Falls nicht, so könne von einer Räumung selbstverständlich keine Red« sein. Im entgegengesetzten Fall jedoch Hab« Frankreich keinerlei Jnteresi« daran, die Räumung hinauszuschieben. Briand betonte, daß in dieser Frage zwischen ihm und Tardieu keiner- lel Divergenzen bestünden. Er stimme mit Tardieu dahin überein, daß bis zur Ratifikation des Poung-Planes die für die Räumung vorgesehenen Fristen noch nicht zu laufen begonnen hätten. Da aber die Ratifikotion aller Voraussicht nach spätestens im Februar erfolgen werde sei es immer noch möglich, die Räumungsarbeiten abzukürzen, so daß die Räumung der dritten Zone zu dem vorgesehenen Termin, also zum 30. Juni 1930, beendet sein werde. Koblenzer Brückenkopf frei. Truppen und Gendarmerie abgezogen. Di« französisch« Gendarmerie ist aus Neuwied, Ahrweller und Andernach abgezogen. Nachdem bereits gestern die französisch« Gendanneri« Diez, Montabauer, Oberlahn st ein und D a d Ems verlassen Hot, ist nun der Koblenzer Brückenkopf rechts des Rheins mit Ausnahme einer kleinen Fahnenwache auf der Festung Ehrenbreitstein von der Besatzung vollständig befreit. Clemenceau lebi noch. Aber obne Bewusiisein. Die Agonie Elemenceaus dauert fort. Der Kranke hat seit Sonnabend früh da» Bewußtsein verloren. Man erwartet sein Ableben spätestens Sonntag früh. Um Mitternacht lebt« er allerdmg» noch, entgegen allen Voraussagen der Lerzt«. Eine altrusiische Anekdote erzählt: In Petersburg wird auf der Straße ein Mann fürchterlich verprügelt. Passanten machen Miene, chm zu Hilfe zu eilen. Da wendet sich einer der Angreifer ihnen zu und ruft:„Wißt ihr denn nicht, wer das ist? Das ist ein K o m m e n t a t o r!"„Ach so," sagen die Passanten,„dann verdient er die Prügel", und gehen weiter. Was in dieser russischen Anekdote der„Kommentator" ist, das ist für den Geheimrat Hugenberg und seine Schwarzen Hundert der a r x i st". Nämlich das eine wie das andere ist ein Wort, bei dem sich mindergebildete Leute nichts vorstellen können. Wird es aber in Verbindung mit Ausdrücken heftigsten Abscheus gebraucht, so entsteht die Vor- stellung, daß sich hinter ihm etwas geheimnisvoll Feindliches und Gefährliches verbergen müsse. Menschen von niedriger Bildungsstufe leiden bekanntlich überhaupt an der Neigung, tn einem verdächtig scheinen- den Personenkreis die geheime Ursache aller Uebel zu erblicken. Juden, Jesuiten oder Freimaurer haben in ihrem primitiven Denken die Funktion der Hexen und bösen Geister übernehmen müssen. Alles Fatale, das im privaten oder öffent- lichen Leben passiert, wird ihrem geheimen bösen Einfluß zu- geschrieben. Der Geheimrat Hugenberg glaubt nicht an Juden, Jesuiten oder Freimaurer— dazu kennt er seine Redakteure zu gut. Dafür aber hat er die Weisheit entdeckt, daß alle Uebel der Welt, von den Zahnschmerzen angefangen bis zum Poung-Plan, einzig und allein vom Ma r x i s m u s her- rühren. « .Was ist Marxismus? Zweifellos etwas, worüber man. wenn der Geheimrat Hugenberg nicht dabei ist, sehr ernst roden kann. Karl Marx, den die Gelehrten ohne Unterschied der Partei als einender größten Geister des neunzehnten Jahrhunderts anerkennen, hat auf das politische, soziale und ökonomische Denken unserer Zeit einen gewaltigen Einfluß. Dieser Einfluß beschränkt sich längst nicht mehr aus eine Partei oder auf«ine Gruppe von Parteien: er wirkt weit in die bürgerliche Wissenschaft und durch sie in bürgerliche Kreise hinein. Gewisie naive Theorien zur Ver- teidigung des kapitalistischen S y st e m s oder ebenso naive Versuche, die Tatsache der Klassengegen- s ä tz e abzuleugnen, sind seit Marx so unmöglich geworden, daß man sie nicht einmal mehr auf einem deutschnationalen Parteitag vortragen könnte, ohne ausgelacht zu werden. Wer vermöchte heute die Tendenz des Kapitals zu immer stärkeren Zusammenballungen, wie sie Marx so genial vor- ausgesehen hatte, zu bestreiten? Wer ist noch so blind, die un- geheure Bedeutung der Klassenkämpfe in der Entwick- lung der Menschheit zu übersehen? Und hat nicht die marxisti- sche Erkenntnis der tiefen Zusammenbänge zwischen den materiellen Produktionsformen der Gesellschaft und ihrem geistigen Sein den Gelehrten ohne Unterschied der Partei neue Wege fruchtbarer Forschung geöffnet? Mit den Lehren des großen Karl Marx ist es ebenso ge- gangen wie mit den Lehren aller anderen Großen: ein Teil von ihnen wird geistiges Allgemeingut, ein Teil wird durch neue Tatsachen und Erkenntnisse überholt. Zwischen diesen beiden aber liegt ein dritter wesentlicher Teil, um den noch gekämpft wird. Den Auflösungs- und Verdounngs- prozeß. dem jede neue Idee bei ihrer Aufnahme durch die Gesellschaft unterworfen ist, müßte man einmal am Marxis- mus ausführlicki darstellen. Aber freilich könnte das nur«in sehr gelehrter Marxist! Eine solche Untersuchung würde zweifellos ergeben, daß es heutzutage kein Hirn mehr gibt, das sich dem Lichte Marx- scher Lehren völlig entziehen könnte— selbst nicht das so schwer zugängliche Denkorgan des Geheimrats Hugenberg. » Echter Marxismus ist also eine Angelegenheitder Wissenschaft. Freilich er auch für sie eine so vertrackte Angelegenheit, daß sie heute räum sagen kann, w a s er eigent- lich ist! Man kann die Lebren von Karl Marx darstellen— aber die sind noch nicht Marxismus. Marxismus ist An- wendung der wissenschaftlichen Auffassun» gen von Marx auf die Gegenwart. Marx ist im Jahre 1883 gestorben, und in den 46 Iahren seitdem haben wir in ökonomischer, politislber und allgemein-geistiger Beziehung einen ungeheuren Revolutionierungsprozeß durch- gemacht. Inwieweit dieler Revolutionierungsprozeß die Lehren des Meisters bestätigt hat, wie weit er ihre Reu- anpasiung an die Tatsachen erfordert, darüber sind die Meinungen geteilt. Heute berufen sich Sozialdemokraten und Kommunisten auf Marx. Durch zweierlei Auslegung und Fortbildung ein und derselben Theorie versucht man zwei ganz verschiedene Arten von Politik geistig zu funda- mentieren. Wieweit ist nun die heutige Sozialdemokratie und wieweit ist der heutige Kommunismus noch als„marxistisch" zu betrachten? Auch dies ist wieder eine Frage, die nur durch eine langwierige gelehrte Untersuchung und auch dann Völkerbund und ZWchtlingselend. Gr muß den Oeutschrusteu helfen. 1822 ehrte das Kollegimn der Nabalstiftung F r i t h j o f Nansens unschätzbare Verdienste um das FtuchLingswerk durch die Vertschung des Friedenspreises. Für Hundert- tausende drangsalierter und gehetzter Menschen wurde der Name des norwegischen Forschers und Staatsmannes zu einem Symbol tatkräftiger Nächstenliebe. Als Beauftragter des Völkerbundes leitete Nansen 1921 die Heimbeförderung der deutschen Kriegsgefangenen aus Sibirien. Ein Jahr später stellte er sich an die Spitz« der großzügigen Hilfsaktion für die Opfer der Mißernten im Wolg'a gebiet. Das Heer der russischen Emigranten verdankt Nansens aufopfern- der Arbstt die Erlösung vom trostlosen Wanderdasein. Seiner hingebenden Werbung gelang die Wicdereinordmmg Tausender Verstoßenen in das europäische Wirtschaftsleben. Der Nanfen-Paß ist eins der schönsten Dokumente mter- nationaler Hilfsbereitschaft. Die griechischen, die bulgarischen. die armenischen Flüchtlinge— überall, wo Not und Elend Taten forderten, erklang der Appell an Nansen, und niemals vergebens. Der Völkerbund, das Internationale Arbeitsamt, das Internationale Rote Kreuz, übertrugen ihm ihre huma- nitären Aktionen, für die kein Sachwalter zu finden ist, als der gütig-tluge Norweger. Jetzt, wo die Oeffentltchkeit durch das grausige Schicksal der deutschen Flüchtlinge erregt wird, lenkt die Erinnerung wieder auf das internationale Hilfswerk Nansens. Die Probleme, die durch die Maffenflucht der deutsch-russischen Bauern aufgerührt werden, sind nicht weniger ernst als die oben aufgeführten Fälle. Die großen politischen Parteien Deutschlands haben sich mit erfreulicher Einmütigkeit für die Rettungsaktion der Reichsregierung eingesetzt, und es ist zu hoffen, daß es den Anstrengungen von Staat und Wohlfahrts- verbänden gelingt, die nötigen Mittel aufzubringen. Selbst- verständNch muß Deutschland alles aufbieten, um seinen Stammesbrüdern die Treue, die sie ihm durch Jahrhunderte bielten, zu vergelten. Aber Deutschland muß eine gefährliche Ueberschätzung seiner Kräfte vermeiden. Die Leidtragenden würden schließlich die Flüchtlinge selbst sein.„Reichsmittel zum Abtransport und zum vorübergehenden Aufenthalt in Deutschland"' hieß die wohlbedachte Formel, unter der das Reichskabinett die Hilfsaktion beschloß. Das Reich mst seiner Milliardsnlast an Reparationsschulden, seinem Mil- lionenheer an Arbeitslosen, hat Mühe lfenug. seiner eigenen Bevölkerung die Existenz zu sichern. Niemand kann abschätzen, welche Scharen hinter den ersten in Moskau ein- getroffenen Vortrupps deutscher Bauern schon aufbruchsbereit harren. Vielleicht sind es Hunderttausende, die nur auf ein Losungswort warten, um den russischen Machchabern zu entrinnen. Es wäre ein Verbrechen, das Signal zu einer Völkerwanderung zu geben, wenn das deutsche Mutterland den flüchtenden Stammesgenossen außer seinem guten Willen nichts zu bieten vermag. Wenn nicht andere Staaten sich dem Hilfswerk anschließen, muß. die Aktion für die deutschen Bauern Stück- werk bleiben. Deutschland allein kann einige Hundert, viel- leicht einige Tausend dieser Aennsten aufnehmen, aber wirkliche Rettung kann nur durch eine internationale Aktion kommen, die diesen fleißigen Bauern Geld und Land zur Gründung einer neuen Existenz gibt. In seiner Friedenspreisrede hat Frithjof Nansen 1322 in Oslo der Welt mit aufrüttelnden Worten die Schmach dieses Flüchtlings- elends vor Augen geführt. Er geißelte die durch Gewalt und Hunger erzwungene Abwanderung ganzer Stämme au» ihren Heimatsgebieten als einen Rückweg indie Barbarei. „Was die Menschheit heute braucht", rief er den Völkern zu, „ist Opferwilligkeit, tätige Menschenliebe, die nicht nur fähig ist zu geben, sondern auch zu entsagen. Das Bertrauen wird wiederkehren, wenn jedermann dazu imstande ist. Aber das klingt vielleicht utopisch. Und wenn ich um mich blicke, um Mittel zur Erreichung dieses Zieles zu finden, muß ich ge- stehen, ich sehe nirgends Hoffnung, die Situation zu retten, außer durch den V ö l k e r b u n d. Er allein gibt uns Grund zur Hoffnung." Der Völkerbund darf diese Hoffnung nicht enttäuschen. Sein Beauftragter wird sich gewiß auch diesem Ruf nicht ver- sagen. Oer Hilfspla« des Reichskommissars. Schneldemühl, 23. November. Reichskommissar Abg. Stücklen hat das hiesige Flüchtlings- lager besichtigt und mit den maßgebenden Stellen über die Unter- brmgung der deutsch-russischen Auswanderer vechondelt Er sagt« dem Vertreter des WTB. zunächst, daß gegenwärtig etwa lZ 000 deutsch- russische EmtzLvanten bei Moskau lagern. Weiterer Zugang von Aus- Wanderern iH'ch dem Moskauer Konzentrationslager ist jetzt von den Russen gesperrt. Di« Sowjetbehörden lassen niemand mehr her-, aus. Auswanderer, die unterwegs nach Moskau find, werden au» fcn Zügen herausgeholt und zurück bchärderl. doch geht unter, dey deutschstämmigen Tanern die Tendenz dahin, so ball» wie mögli� Sowjetrußland zu verlassen. Das Deutsche Reich ist b« r« i t. die �3 000 bei Moskau lagernden Auswaiiderer zu über- nehmen und sie i»ach Kanada. Brasilien oder Argentinien weüerzu- leiten. Da die Auswanderer völlig mittellos sind, müssen die Kosten für die Uebersahrti nach Uebersee aus öffentlichen Mitteln beschafft werden. Gegcnwckjuig oerhandeln Reichsregierung und Sowjet- «gierung um die Vusreifeerlaubnis. Die endgültig« Entscheidung wird am 25. Noveinh'er fallen. Der Plan des Reichskommissars geht dahin, diejenigen, diia ohne Deutschland zu berühren, von russischen Häfen aus die UeberReereis« antreten, sosern es möglich ist. sogleich nach Kanada zu befö�ery; soweit dies nicht möglich ist, werden die Emigranten auf dem llUndwege von Moskau zunächst an die lettisch« Grenz« befördert, wo fte vom Lettischen Roten Kreuz übernommen und über Riga bis zur sttauischen Grenze weitergeleitet werden. Von dort werden sie an die deutsche Grenz« nach Eydtkuhncn geschasft, wo sich das Deutsche Rot« Ahreuz ihrer annimmt Von CydtkUhnim erfolgt dann die Abbesördcwunz nach dem Lager in Hammerstein, das 3000—3500 Personen au fti ahmen kann. Die übrigen Auswanderer, die auf dem Seeweg« nach Deutsch- land kommen, werden in Qsternothasen bei Swinemünde aus- geschifft und ärztlich untersucht und von dort aus in die Lager, ent- weder nach Hammerstein, oher nach Mölln(Holste'n), wo ebenfalls 1000— 2000 untergebracht werden können, geleitet. Dem Reichs- kommissar stehen weitere Lager zur Verfügung(Nordholz bei Bremen), so daß im äußersten Notfalle etwaöO 00 Flüchtlinge In Deutschland untergebracht werden können. Das Ziel des Reichskommi>ars ist, die Auswanderer sobald wie möglich noch Uebersee abzubesördern, doch meinte er. daß ein Teil der Auswanderer m Deutschland bleaben wird. Ein anderer Ausweg als der der Ansiedlung ist in diesem Falle nicht denkbar. Ueber die Frage der Ansiedlung äußert« sich der Reichskommissar jedoch sehr zurückhaltend. Es wird erwartet, daß die Reichsregierung und alle Parteien im Reichstag (mit Ausnahme der Kommunisten) das Hilfswerk unterstützen, schon weil es sich um Abkömmlinge von Deutschen handelt, die man aus rein menschlichen Gründen nicht dem Elend preisgeben kann. Im Schneidemühler Lager müßten die großen Hallen, die in Privat- besitz sind, erst für die Unterbringung hergerichtet werden. Die Ver- waltung des Lagers in Hammerstein ist dem Major o. D. Fuchs übertragen worden, der die großen Flüchtlingslager in Preußisch. Holland, Heilsberg und Eydtkuhnen verwaltet hat. Der Lebens- mittelbedarf für zwei Wochen rollt bereit» an, der weitere Bedarf wird aus der Gegend von Hammerstein gedeckt. Man rechnet damit, daß die ersten Auswanderer End« November im Hammerstein« Lager eintreffen werden. Wenn am 25. November in Moskau die Entscheidung über dte Auererf» der bei Moskau lagernden 13 000 Deutsch-Nussen gefällt fein. wird, sollen alle fünf Tag« je 500 Auswanderer«ach Hammarsteiu abbefördert werden. «Sa peadelzug der Reichsbahn zwischen Riga und Hammerfiei» ist für die Auswanderer bereit. Die Wagen sind bereit» m Riga. Das Lager in Hammerstein ist ab Dienstag mssnahinebereit. Di« Arbeiten sind bereits aufgenommen. Für die sanitären Erfordernisse ist ausreichend gesorgt, der Ausbreitung von ansteckenden Krankheiten vorgebeugt. Ein höherer Beamter des Reichsfinanzministerbum« ist in Hammerstein, um das nötige Geld herbeizuschaffen. Für die Hilfsaktion stehen sechs Millionen Reichsmark zur Verfügung. Dem Reichstag wird an, Montag ein« Borlag« der Reichsregierung zugehen, die 6 Millionen für die Deutsch-Russen-HIlf« fordert Es ist jedoch sehr zweifelhaft, ob angesichts der außerordent». lichenNotlage der Auswanderer dieser Betrag ausreichen wirb. Zurück ins Elend? Moskau. 23. Rckoember. während zwischen der deutschen Bolschaft und den Vertretern der Sowjelregierung die Verhandlungen über die Erteilung der Ausreiseerlaubnis für dl« denlschstämmigeu Solouisten weiter- gehen, hoben die Rücktrausport« von Solonlsteu in die von ihnen verlassenen Heimatsgebiele. die während einiger Tage unterbrochen worden waren, feit der letzte» Nacht wteder ein- gesetzt. nicht zu aller Beifall beantwortet werden könnte. Wahrfchoin- lich würde man dabei entdecken, daß der kommunistische Marxismus sehr stark mit b l a n q u i st i s ch e n und b a k u- n i n i st i s ch e n Elementen vermischt ist, während der sozialdemokratische Marxismus einen starken Einschlag von Lassalleanismus erhasten haN Aus alledem geht herr-on Der Marxismus ist eine sehr ernjte Angelegenheit der Wissenschaft-- aber er ist kein politischer Begriff. Sozialdemokratische Po- lstik ist etwas, was mit Marxismus in Zusammenhang steht, aber diese? Zusammenhang ist stark umstritten und nur als Gegenstand gelehrter Untersuchungen erfaßbar. „In Politik und Wirtschaft hat der Marxismus unser Volk an den Rand des Abgrundes geführt."—„Wichtig ist die Schaffung einer großen christlichen Kulturfront, an der sich die Wogen des Marxismus brechen." Was haben solche Sätze und ähnliches Geschwätz, das auf dem deutschnationalen Parteitag oerzapft wurde, zu be- deuten? Was sollen sich die Unglücklichen, auf die diese Phrasen losgelassen werden, darunter vorstellen? Republik, Demokratie, Verständigungspolitik— alles Marxismus! Sozialdemokraten, Kommunisten— alles Marxisten� Nicht genug damit: auch den Demokraten, dem Zentrum, ja selbst der braven Lolkspartei wird nachgesagt, sie seien auch schon „marxistisch verseucht". Weiter und weiter! Die„Nationalsozialisten" haben sich bei einem Teil ihrer deutschnationalen Bundes- genossen unbeliebt gemacht. Flugs geht die„Deutsche Tages- zeitung" hin und schreibt von den„National m a r x i st e n". Run haben die auch ihr Schandzettelchen hinten hängen. Mögen sie sehen, wie sie es wieder loswerden!— Kurz und gut: Was man nicht verknusen kann, Sieht man als Marxismus an. Marxismus hier, Marxismus dort! Zu niedrige Zolle— Marxismus! Verlorener Krieg— Marxismus! Republik» schutzgefetz— Marxismus! Lohnerhöhuna, Arbeiterschutz, Besitzsteuern— Marxismus, Marxismus, Marxismus! Dieses Wort in deutschnationalem Munde hat— von wissenschaftlichem Sinn gar nicht zu reden— auch si�on keinen politischen Sinn mehr. Es ist nur noch ein lang- gezogenes Jrrfinnsgeheul. Wenn nun heute die Ewiggestrigen. Rückwärtfer, Dil- taturapostel und Profitanbeter für alles, was ihnen nicht paßt, Karl Marx und seine Lehre verantwortlich machen, so ist das eigentlich für den„Marxismus" ein ungeheures Kompliment. Allerdings eines, auf das er keinen Anspruch erhebt. Denn er hat die Dinge, die jenen Herrschaften so verzweifell unangenehm sind, nicht erfunden. Er hat nur erklärt. warum sie sind und sein müssen. Herr ijugenberg macht mit fernem hysterischen Marxis- rnusgeschrel nicht nur sich selber und seine Partei lächerlich, sondern er zieht den politischen Kampf auf ein Niveau hinab, das für die ganze Nation eine Schande ist. Die Gebildeten ohne Unterschied der Partei sollten sich gegen dieses Volks- verblödende Treiben zur Llbwehr zusammenfinden— das wäre wirklich eine„nationale Befreiungstat". Oer Zusammentritt der Parlamente. Veginn der parlamentarischen Wintersesfioo. In der nächsten Woche nehmen die beiden großen Berliner Parlanrerlte ihre Tätigkeit wieder auf. Der Reichstag tritt am Mittwoch, dem 2 7. November, wteder zusammen. Der Auswärtig« Ausschuh des Reichstags ist auf Dienstag, dem 26.. ein. derufen worden. Der Haushaltsausschuß des Reichstags und der Bolkswirtschastliche Ausschuß versammeln sich bereits am Montag. Der Preußische Landtag, der am Dienstag zusammen- tritt, wird voraussichtlich zunächst nur bis zum 30. November Plenar- sitzungen abholten. Es soll dann eine Pause bis zum 10. Dezember ringelegt werden. An diesem Tag« soll die erst« Beratung des Haushalls beginnen, der sodann der Ausschußberatung überwiesen werden soll. Am 15. Dezember wird der Landtag veraussichtlich in die Meibnachtsferien gehen. Braunschweigs Oberbürgermeister. Genosse Döhme gewählt. Braunschwelg. 23. November. In der heutigen Stadtverordneteitoersammlung wurde Stadtrat Böhme aus Magdeburg mit 22 gegen 13 Stimmen zum Oberbürgermeister der Stadt Draunschweig gewählt. Der Kandidat dar Bürgerlichen, Bürgermeister Dr. Eolditz, Gleiwitz, erhielt neben den 12 Stimmen der bürgerlichen Parteien auch die Stimm« des Nationalsozialisten. Oberbürgermeister Bölnne ist Sozialdemokrat. Er wurde am 23. Januar 1M2 in Magdeburg geboren, studierte in Göllingen, München, Berlin und Holle Rechts-, Staatswisienschaften und Volks- Wirtschaft. Ende 1922 bestand er das Assessorexamen. wurde am 27. Februar 1963 als Assessor in der Magdeburg« Stadtverwaltung angestellt und im November 1923 zum Magistratsrat befördert. vi« Stadwerordnetensitzung vom 3. Juni 1926 wählte vberbürgsr- meist«? Böhm« zum besoldeten Stadtrat. Landesverrat. Gin hartes Arteil gegen R-gi-rungsbavmeifier Qidwig. cespzig. 23. November. Der vierte Strafsenat des Reichsgerichts hat am Soirnabend das Urrell in dem großen Landesverratsprozeß gegen Ludwig und Genossen gefölll, der über zwei Wochen unter Ausschluß der OefsenllichkeU verhandett wurde. Es Handelle sich um Verrat von g eh eimz ichallenden Aonstruttions- und anderen Plänen aus dem Flugzeugbau. Die Anklage lautete auf Verrat militärssch« und industriell« Geheimnisse. Durch den von Seiiatspräsident Lorenz bekanntgegebenen Spruch werden verurteilt: wegen eines gemeinschaftlich fortgesetzten Ver» brechen? nach jj 1 des Gesetzes gegen den Verrat militärischer Ge- beimnisse vom Z. Juni 1914 und wegen Vergehens gegen§ ZZ1 des dsmschsn Strafgesetzbuches der Reglerungsbaumeister Eduard Ludwig au» Stullgart zu ZIahrcnZuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust, der Techniker Eduard Scheibe lettischer Staats» ongehöriger zutzIahrenZuchthaus und 5 Jahren Ehroerlust und der Photograph Ernst Huttinger au» Basel, badischer Staatsangehörig«. zuZIahrenZuchthaus und 5 Jahren Ehr- nerlust. Der Senat ist über den Antrag des Reichsamvalls hinaus- gegangen. Deutsche Volkspartei für Bazifte? Erweiterung des Aürgerblocks ia Württemberg. Stuttgart 23. November.(Eigenbericht.) Die„Schwäbische Tygwacht" teilt am Sonnabend mit« daß schon demnächst eine Erweiterung der wü'ttember- gischen Regierungskoalttton durch Hinzuziehung der DeutschenVolkspartei erfolgen werde. Das Blatt berichtet. daß nach Rerhandlungen zwischen dem Staatspräsidenten und dem volksparteilichen Abgeordneten Rath der zuständige Ausschuß der Deutschen Volkspartei am 20. Rovemb-r den Eintritt feiner Partei in die Regierung beschlossen habe. Die Bedenken gegen Bazille als Kultusminister seien fallengelassen worden. Die Deutsch« Dollepartqi weide das zurzeit unbesetzte Mlrtschaftsminifterium übernehmen. Die AerösfentUchung über dieses Abkommen sei jedoch erst für die Zell nach dem 2 2. Dezembor. dem Tag« de? Volksentscheid?, in Aussicht genommen worden. Die Meldung der„Schwabischen Tagwacht" findet ihre Bestäti- gung in einer Aeußerung de? Leitung der Deutschen Volks Partei im „Schwäbischen Merkur". Darin wird zwar bestrillen, daß irgend- welch« Verhandlungen zwischen dem Staatspräsidenten und einem Mitglied der Deutschen Bokkspartet geführt worden wären. Es wird jedoch zügegeben, daß der Ausschuß der Deutschen Voltspartei am 20. November getagt und beschlossen hat, den Eintritt in die Regle» rung zu empfehlen, wenn eine Reihe von maßgebenden' Sicherungen personeller und sachlicher Art eindeutig gewährleistet werden könne. Ferner wurde einmütig gefordert, die Verhandlungen möchten auf der Grundlag« eine» gemeinsamen Lorgehen» beider liberalen Parteien erfolgen. Kein Ausweg für Ltdrzal. ZSürgerblock, Soziolifienregleruag oder Sramtenkabinett in Erwägung. Prag. 23. November.(Eigenbericht.) D« mü der Regierungsbildung beauftragt« bisherige Ministen» präfchent Udrzal plante zuletzt die BiDung eines Konzentra. tionskabinetts, in dem die bisher in der Regierung ver- treten«, deutschen Parteien gemeinsam einen Minister stellen soll» ten. die deutsche Sozialdemokratie aber auch«inen Mi» nister ohne Portefeuille. Di« deutsche Sozialdemokratie hat dieses Angebot mtt Zustimmung der tschechischen Soziqldcmo- kratie abgelehnt. Es wird erwartet, daß Udrzal nun dem Staatspräsidenten die Bildung einer Bürgerblockregierung auf der allen Basis vorschlagen wird. Falls, wie man glaubt. Masaryk dies ablehnen sollt«, dürste der tschechische Sozialdemo. krot H a m p l mit der Regierungbildung beauftragt werden. Im anderen Falle rechnet man mit einer— Beomtenrcgierung. Brüsseler Tagung der SAL. Die faschistische Gefahr. Brüssel, 23. November. Da, Bureau der Soziakistischen Arbesterinternationale hiesi heut« hier«in« Sitzung unter dem Vorsitz Danderveldes ab, in der die Frag« des Faschismus in Italien, Polen und Bulgarien erörtert wurde. Deutschland war durch d«n Genossen Otto Wels, vertrete». Am Sonntag tritt die Exekutive zusammen. Irele Sozialistische Hochschule.! HaUSWikt pleftcke sthÜtzi sich V0? Bettelei. Die Eherechtereiorm und die schaffende Frau. Heber dieses Thema sprach im Rahmen der Freien Sozialistischen Hochschule die Genossin Toni P f ü l f. Einleitend gab sie einige Zahlen, die die Ehekris« unserer Tage alz bin allgemeines Problem aller Bcvolkerungsschichten beleuchten. Die Scheidungen flnd in Berlin seit 1913 um das cineinhalbsach« gestiegen im Reich haben sie sich verdoppelt, und dos traditionsgebundene katholische Bayern zeigt sogar eine Steigerung um das zmsieinhalbfache. In Deutschland gibt es heute 8V4 Millionen Frauen über 29 Jahre, die nicht im Stand der Ehe leben, mir haben einen Frauenüberschuß von 2 Millionen, der mit seiner an sich berechtigten Lebens- und Liebexsehnsucht die bestehenden Ehen bedroht, ferner lizH Millionen erwerbstätige Frauen, davon 3,7 Millionen verheiratet, und ferner 1 Million Haushaltungen ohne eigene Wohnung. Die Problematik der modernen Ehe liegt darin, daß wohl einerseits die Frau infolge der Erweiterung ihres Gesichtskreises durch ihre Beruf sarbeit weit bessere Kameradin des Mannes ist, als je zuvor, während andererseits ihr das Bewußtsein vom Wert der eigenen Persönlichkeit ihre Einfügung in die Ehe erschwert. Die Ehe selbst hat einen entscheidenden Funk- tionewandel durchgemacht. Zlus Arbeits- und Schutzgemeinschaft ist sie heut«, zumal in der Großstadt zur ausschließlich seelischen Bindung der Chegatien geworden. Das bedeutet keine Verarmung, sondern Besinnung aus die ureigensten Aufgaben der Ehe, wie sie gegeben smd in der Gestaltung eines wirklichen echten Liebesoerhäst- nisses und der Hervorbringung einer wertvollen Nachkommenschaft. Aufgaben, die früher niemals für wichtig angesehen wurden. Die Rednerin betont«, daß Gesetze niemals eine Regelung von menschlichen Beziehungen feinster und subtilster Art, wie sie die Ehe ausmachen, bringen können. Die Vorschläge der Zeitehe, Probeeh«, Kameradschaftsehe und Ehe zu Dritt lehnte sie ab, aller- dings nicht ohne menschliche Achtung für die ringenden Persönlichkeiten, die dahinterstehen, zum Ausdruck zu bringen. Sie gab als- dann einen historischen Ucberblick über das Entstehen unseres heutigen Ehercchtes, das von der katholischen und protestantischen Dogmatik geformt ist. Beiden Bekenntnissen gemeinsam ist die Anschaunug des Ehevollzugs durch die körperliche Vereinigung und darum die entscheidende Bewertung von Ehebruch und böswilligem Verlassen, die bei den Katholiken zur Trennung von Tisch und Bett, und bei den Protestanten zur Ehescheidung genügen. Interessant ist, daß das Preußische allgemein« Landrecht von 1794 bereits das V e r s ch u l d u n g s p r i n z i p bei der Scheidung durchbrochen hatte, indem bei beiderseitger Einwilligung und Kinderlosigkeit Trennung möglich war. An dem Bürgerlichen Gesetzbuch, das 1999 in Kraft trat, hat ein klerikaler Referent entscheidend mitgearbeitet. Daher anerkennt es als Scheidungsgründ« nur Verschulden eines Ga'ten oder unheilbare Geisteskrankheit. Die Redncrin wandte sich mit treffenden Worten gegen das Armselige, Engherzige und Grobsinnige dieser Auffassung und führte alle jene Gründe an, die die Sozialdemokratie zu? Einführung des Zerrüttungsprinzips in die Scheidungsgesetzgebunz veranlassen, Gründe, die auch von dem| Angehörigen der Deutschen Bollspartei, dem Professor, Kahl, aus moralischem Sauberkeitsgefühl anerkannt werben. Daß die Sozialdemolratie in ihren Forderungen nicht über- radikal und blaß theoretisch ist, wird dadurch bewiesen, daß ihre Wünsche ganz oder zum Teil bereits in Dänemark. Schweden. Estland, Lettland und Tschechoslowakei verwirklicht worden sind. Der Grundsatz der einjährigen Trennung vor der endgAligen Sa'ieidung, wie er in'Dänemarli durchgeführt ist, wäre auch für Deutschland wünschenswert; er gibt den Gatten die MSg- licht est, sich vor dem. entscheidenden Schritt noch gründlich zu prüfen. Der Begriff der geistigen Erkrankung als Scheidungsgrund ist im bsutigen Gesetz zu eng gefaßt, er berührt nicht sene Grenzsälle von Sonderlichkeiten und schwerer Hysterie, die manchmal den Partner zur Verzweiflung bringen können. Di« Rednerin erwähnte dann noch die längst fällige und not- wendige Abänderung jenos Überholten Gesetzes, das dem Ehebrecher verbietet, mit demjenigen, mit dem er den Eidbruch begangen hat. eine Che zu schließen. Das Schicksal der Kinder aus gs- schiedenen Ehen wollt« sie ollein im Interesse der Kinder oestaltct wissen. Entscheidend für die Zusprechung der Kinder soll nicht die„Schuldlosigleü" eines Partners, sondern seine höher« Erziehungsfähigkeit sein. Eine Zerreißung der Personensorge und der Bertretungssorge. die auch eine Zerreißung der Kindesseele be- deutet, ist nicht langer hallbar. Ein Elterntell inuß die ganze cller- liche Gewalt haben. Die letzt« Entscheidung soll dem Darmundschasts- gericht vorbehalten bleiben. Der umstrittenste Punkt ist die Unterhaltsverpflichtung gegenüber dem„schuldlos" geschiedenen Teil, d. h. also in erster Linie gegenüber der Frau. Bisher hat es noch keine Partei ge- wagt, gegen die Unsitrüchkeii zu opponieren, daß die Frau als Ausgleich für Ihre zerstörte Che einen lebenslänglichen Unter- haltsanspruch erholt. Eine andersgerichtete Erziehung der Mädchen ruf Benifs- und PerfönlichkeitsausbUdung wird dies einmal die Frau als größte Demütigung empfinden lassen. Auch das eheliche Güterrecht ist äußerst reformbedürftig, auch bei feiner Neugestall'mg ist das Wichtigste, die wirtschaftlich« Selbständigleit beider Partner anzuerkennen. Wirtschaftliche Selb- siandigkeit allein ist die Grundtage, auf der d'- selbstbewußte Pcrsön- iiäzkeit der Frau erwachsen kann. „Schon wieder so ein Arbeitsloser. Hat man denn nie seine Ruhe?!" „So- dies Schild wird Helsen. Ietzt werd' ich meinen Nachmittagsschlaf holten." „Himmelkruzitülken!!— Schon wieder ttingelt das!" „Was iffen los, zum Donnerwetter?"—„Sie Männeken, wenn Sie teene Arbeet haben, denn Helfense mir mal TeppichNoppen" Die Wahl in Sachsen. Die kommunistische pariei als Wegbereiter für das Hakenkreuz. Gedanken zum Reichsehrenmal (I n Vorschlag von Lndwig Dettmann. Prof. Lüdwig Dettmann, der bekannte Maler und frühere Leiter der Königsberger Kunstakademie, veröffentlicht am heutigen Totensonntag deu Plan zur Gestaltung eines Reichoehrenmals. den er bereits im Juli vorigen Jahres dem Reichspräsidenten in einer Denkschrift unterbreüet hat. Inmitten eines Baues, so lautet das Projekt, einer Halle, liegt ein großer Stein. Seine Vorderseite trägt folgende Worts: „Unter diesem Stein, in deutsche Erde gekeitet. liegt Erde von unseren Gräbern aus Flandern, von der Samme, vom Hartmannsweiler Kopf, von Vcrdun, vom Pripet, vom Styr, Eide aus Wochynien,«naiisth«, afrikanisch«, italienisch«, syrische, belgische, polnische Srd«, Erde- aus vielen Ländern, geweihl« Erde von den Gräbern unserer Brüder, liegt Erde vom Grunde der Meere, dem Grab unserer Brüder." Boa jedem Kriegergrab draußen soll Erd« genommen werden. In Gegenwart der Vertreter des Volles wird diese Erde In deuffch« Erde gebettet und der Stein darüber getan. Bei Gedenkfeiern werden die verbände ihr« Kränz« an dem Stein niederlegen, als an den Gräbern ihrer gefallenen Kameraden. „Gräber", sagt Dettmann,„müssen wohl oergehen, sonst wäre ja unsere Erde ein ungeheurer Friedhof. Durch meinen Gedanken aber werden die Gräber weiterleben. In einer Gemeinsamkeit, in «nger Vereinigung, alle Gräber in einer Grabstelle— ein Symbol für unser Bold." Die Gemeindewahlcn in Sachsen haben der Sozial- d e m o k r a t i e einen sehr schonen Erfolg gebracht, der K o m m n n i st i s ch e n Partei aber eine sehr schwere Niederlage. Gleiffzzeiiig haben die Na- tionalsozialisten einen gemaltigen Aufschwung genommen. Diese Bewegung ist für die Arbeiterbewegung von großer Bedeutung, sie zeigt, zu welchen Ergebnissen die kommunistische Politik führt. Die Ergebnisse der"Dahl in den fünf Städten Leipzig Dresden, Chemnitz, Plauen und ZwiGau zeigen das folgende Bild: »emewkewak»! L«nd'sg»«»k>l eom IT.SIIC3 1929 nom 42. SRoJ ISS Sozialdemokratie.. 369 660 303 277 4- 66 383 Kommunisten... 135 7S4 164 579— 38 795 Nationalsozialisten. 64211 12 423+61788 Altsoz, Partei... 7 488 19 978- 12 499 Ein statistischer Vergleich über das ganze Land ist im Augenblick noch nicht möglich, doch läßt sich übersehen, daß im Durchschnitt on Lande das Ergebnis entsprechend war. ?.n Südwestsachsen zeigt sich mit besonderer Schärfe das Wachsen der Nationalsozialisten auf Kosten der Kommunisten. In den Städten Plauen und Zwickau zusammen erhielten Stimmen: Temelndewabl Landtae.walil vom 17. 9Joo. 1329 vom 12 Mai 1929 Sozialdemokraten.. 25 596 24 491+ 095 Kommunisten.... 11781" 17931— 6150 Nationalsozialisten.. 16 213 3 727+12 486 In vielen der mittleren und kleinen ausgesprochenen Proletarierstädte und Proletarierdörfer dieser Gegend tritt das Verhältnis zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten noch scharfer hervor! Die Nationalsozialisten haben also ncht nur auf Kosten der Deutschnationalen, sondern vor allem auch auf Kosten der Kommunisten gewaltig zugenommen. Es handelt sich um einen Einbruch der Hakentreu zbewe« gung ins Proletariat, in jene Kreise, die bisher von den Kommunisten erfaßt worden sind, während die sozialdemokratischen Massen gegenüber der Hakenkreuzprvpaganda völlig immun sind. Die Kommunistische Partei mit ihrer lärmenden Phrasen» agitation und ihrem Diktaturgcschrei übt auf ihre Anhänger weder eine erzieherische Wirkung im Geiste der Arbeitep bewegung, noch eine festigende Kraft auf. Ähre ganze Arbeit ist auf den Fang ausgesprochener Protestler» stimmen gerichtet. Die Lehre, die sie predigt, ist ganz primitiv sozialistisch, so primitw, daß die Massen ihrer Mitläufer den Unterschied zwischen dem„Sozialismus" der Kom- munisten und dem„Sozialismus" der Hakenkreuzler nicht begreifen. Im Grunde ist der Unterschied nicht groß: der „Sozialismus" ist hier, wie da primitiv und unverdaut. Die nationalsozialistische Propaganda in Sachsen hat sich bemüht, sich in der Phrase so„sozialistisch" wie möglich zu gebärden, und siehe da: die nationalsozialistische Phrase bat sich melerorts als zugkräftiger erwiesen alz die kommunistische Phrase. Die Sozialdemokratie kann bei aller Fraiid« ütz«r den eigenen Erfolg diese Dersästebimg nicht ohne Besorgnisse sehen. Es ist ihr nicht gleichgültig, daß ein erheblicher Teil der Arbeiterschaft haltlos und innerlich ungcfeftigt zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten hm- und herschwankt— aas einer primitiven Vorstufe des Sozialismus, die jeder reDikalen Phrasendemagogie Chancen gibt auf Kosten der GFchlossenheit der Arbeiterbewegung und zur Freude des Vijrgsrtums Die sozialen Ursachen für diese bedauerliche Erscheinung sind leicht zu ergünden: das Massenelend im Industrieland Sachsen, die besondere soziale Struktur der Arbeiterschaft in Südazestsachsen— einst das Haupttätigkeitsgeb iet von Maz Holz, dessen Erben nun die Nationalsozialisten sind. Auf diesem Boden, diesem Prüffeld für die Festigkeit und Werbe- traft der Arbeiterbewegung, haben die Kommunisten«in glänzendes Fiasko erlitten. Nach ihrer Theorie hätten sie dort einen überwältigenden Sieg erringen müssen— statt dessen haben sie dem antisemitischen„Sozialismus des dummen Kerls" den Weg bereitet.' Die Sozialdemokratie aber steht fest! Die Auffassung, als ob die konunun istische Bewegung ein« Vorstufe Der Sozialdemokrat» oder eine besonders radt» kale Spielart der Sozialdemokratie sei, wird durch diese Wahl berichtigt. Es handelt sich bei der Kommunistischen Partei um eine Zersetzungserschemung, die nicht entschieden genug im Interesse der Arbeiterbewegung bekämpft werden kann. Mnf-Llhr-Ladenschluß am Heiligabend. Ein Lnitiotivanlrag der Reichstagsfraktion. Seit langem erstreben die Angestellten des Handelsgcrverbez den Fünf-Uhr- Ladenschluß am Heiligabend Im§ 40 des Arbeitsschutzgesetzentmurss soll dieser Forderung entsprochen werden. Sie hat auch bereits die Zustimmung der Reichs- regierung und des Reichsrats gefunden. Da der Entwurf jedoch noch nicht verabschiedet Ist, haben die Abgeordneten A u f h ä u s« r und S ch u m a n n» Frankfurt für die sozialdemokratische Reichstags» fraition einen besonderen Gesetzentwurf eingereicht, durch den der Z 49 des Arbeitsschutzgesetzes bereits für dies Jahr in Kraft gesetzt werden soll. Der frühere Ladenschluß am Heiligabend hat auch die Billigung meiter Kreise der selbständigen Koufleute und des taufenden Publi- tums gefunden. Man darf also erwarten, daß die Forderung der sozialdemokratischen Reichstagsfroktion erfüllt wird und bereits dieses Jahr am 24. Dezember um 5 Uhr die Lädcit geschlossen werden. Oer Anschlag auf den Expreß. Äulciarien sagt: Belgroster Schwindel. Sofia, 23. November.(Eigenberichts Die Meldung von dem 2lnschlag auf den Simplon-Cxpreß wird von der bulgarischen Presse aller Richtungen als unglaubwürdig und serbisch« Mache bezeichnet. Von Belgrad aus fei bisher immer bei Verhandlungen zwischen Jugoslawien und Bulgarien irgendein sensationelles Atteirtat gemeldet worden. Belgrad be- zweck« mit seinen Meldungen nichts anderes, als Bulgarien vor Europa anzullagsn. Es hintertreibe damit die Derständigunz zwischen Jugoslawien und Bulgarien. Der bulgarische Cisenbahnminister teilte dem Korrespondenten des„Soz. Pressedienst" auf Anfrage mit, daß bis Sonnabend abend eii« osfizielle Mitteilung der jugoslawischen Regierung über das Attentat nicht eingetroffen sei. Der Zug sei nollständig unbeschädigt in Sofia eingetroffen. Die Aus» sagen der Reisenden stimmten dahin überein. doß die Explosion einer Höllenmaschine kaum gehört und von einer Panik im ganzen Zug« nichts bemerkt worden sei. Mandschurer'. Einer beschuldigt den anderen. Die offizielle Telegraphenagenlur der Sowjel-llalou bestä- ligt den russischen Angriff aus nordmandschurisch-: Städte, stellt ihn fedocki als dle Antwort auf vorangegangene chinesische Grenz- übcrgriffe dar. Andererteils wird aus Peking berichiel. daß dos chinesische Oberkommando fofotfige Räumung der von den Russen befehlen Städte binnen 24 Stunden gefordert hat. widrigenfalls d'- chinesische Armee zum Gegeaangrisf übergehen werde. Die Wahrheit über die Attentate. Haupttäter geständig.-(Sie haben mindestens 5 Jahre Zuchthaus zu erwarten. Gprengstoffübernahme im Gehrock. Altona. 23. November. -Ne weiter» Untersuchung in der Sprengstosfangelegenheit hat, wie Landgcrichtsdirettor Dr. Masur heute mittag in einer Presse- Besprechung mitteilte, zu neuen wesentlichen Erfolgen geführt, so daß nunmehr der gesamte Komplex, soweit er sich auf Schleswig i)olstein und die Provinz Hannooer erstreckte, als nahezu völlig erledigt angesehen werden kann. Einmal ist die Aufdeckung weiterer Attentat« geglückt, und zwar handelt es sich dabei um das Allenlat auf das ffinanzaml in Winsen am 27. November 1923. Die Idee zu diesem Anschlag ging, wie beute erklärt wurde, von Herbert Volck au«, der aus Grund seiner Beschäftigung mit Sternkunde und anderen mystischen Dingen aus den Gedanken gekommen war. Attentate zu verüben. Es ist bemerkenswert, daß es Volcks Absicht war, die ersten Attcn- tote im Hannoverschen, in Lüneburg, durchzuführen. Daß dieser Gedanke nicht In die Wirklichkeit umgesetzt wurde, ist dem Umstände zu verdanken, daß die Attentäter das Regierungsgebäud«, dem der erste Anschlag gelten sollte, von Schutzpolizei de- macht fanden. Die Attentäter— es kommen dabei in Frag« der Gemeindevorsteher Amandus Dick(Rönne), der Landwirt Franz Luhma-nn(Clues) und John Johnsen(Huluw) sowie Herbert Volck— mußten deshalb von Lüneburg um- kehren und wandten stch nach Winsen. Das Winsener Attentat wurde mit dem hochexplosiv«« Sprengstoff Trinitrotoluol ausgeführt, den Herbert Volck beschafft hatte. Daß die gefährliche Sprengstofflcidung in Winsen nicht zur Explosion kam, ist darauf zurückzuführen, daß das Paket durch Regen völlig durchnäßt war. Weiter wurden die drei Anschläge in Lüneburg in der Nacht zum 1. August und in der Nacht zum 6. September (auf die Villa des Rechtsanwalts Dr. Strauß und die Landkranken. kaffe am 1 August und auf das Regierungsgebäude am 6. S«p- tember) aufgeklärt. Die Täter waren hier wiederum Amandus Vick und Franz Luhmann. Außerdem waren an di sen Anschlägen beteiligt der Landwirt Ernst Becker aus Rottors (Kreis Winsen) und der Hilfsweichensteller Hermann Mauecke, gleichfalls aus Rottorf. Bei dem Dopvelattentat am 1. August waren beteiligt Vick, Luhmann und Becker. Becker bewachte das Auto, in dem di« Attentäter zum Tatort gefahren waren, während di« beiden anderen die Anschläge bei Dr. Strauß und bei der Land- krankenkasie ausführten. Das nächste Attentat in der Nacht von» 3. zum 6. September auf das Regierungsgebäud« führten V i ck Becker und Man ecke durch. Luhmann war verhindert, well an dem Tag« seine Kuh gekalbt hatte. Für ihn mußte der HUfs- Weichensteller Manecke.«in Stahlhelmer, einspringen Alle zu diesen Anschlägen verwendbaren Sprengkörper stammten aus der bekannten„Fabrik� tn Altona-Flottbek. Sämtliche vier Personen haben ein umsossende» Geständnis vor des Landgerichlsdiretlor Dr. Masur abgelegt. Es wurde gegen sie auf Grund der Paragraphen S, 6 und 7 des Sprcngftoffgesctzcs Haftbefehl«rlasisn. Auf Grund dieser Para- graphen dürften alle an den Anschlägen Beteiligien elne Mindest st rase von fünf Jahren Zuchthaus zu ge- wärtigen haben. Dr. Masur ging dann nochmals auf den Handgranaten- anschlag in Wesselburen ein, der jetzt dahin aufgeklärt ist, daß Stau» heim nachts mit zwei weiteren Personen nach Wcsiel- buren fuhr, um diesen Anschlag durchzuführen. Der eine der Mitfohrenden war Herbert Schmidt, der andere ist noch nicht zweifelsfrei festgestellt, doch besteht der dringende Verdacht, daß es Nickels war. Geständig ist Herbert Schmidt. Die Handgranaten hat nach seinem Eingeständnis Amandus Vick beschafft, bei dem, wie erinnerlich, schon früher 35 Handgranaten ge- fiinden wurden. Besonders bemerkenswert ist die nunmehr endlich geglückt« Feststellung de» Bombenlagers. Den wochenlang«, Ermittlungen der Kriminalpolizei ist es ge- lungen, dieses Lager in Karlumfeld im Krell« Niebüll, und zwar in dem«infamen Bauerngehöft von Peter Holländer, das etwa 60 Kilometer nördlich von Husum hart an der dänischen Grenze liegt, festzustellen. Die Spreng- stoffe wurden Ende Januar mtt«mem Auto von Nickels bis in die Gegend dicht vor Husum gebracht wo sie von einem zweiten Wag n von John Johnsen und Herbert Volck übernommen wurden. Diese beiden brachten die drei Kisten Sprengstoff und mehrer« Pakete mtt 700 Sprengkapseln nach Karlumfeld, zu Holländer, wo die Sprengstoffe zunächst in einer Truhe im Wohn- zimmer oersteckt worden. Holländer war tn die Bcwogung ver- strickt worden durch eine Rede Dolcks, die diese? auf einer Landvolkversammlung gehalten hatte. Diese Rede l)att« ein« solche Begeisterung in Holländer entflammt, daß«r sich der Bewegung zur Berfügung stellte. Der Sprengstoff wurde, nachdem man ihn zunächst in den Originalkisten gelassen hotte, auf denen noch d'e Fabrikzeichen standen, kurze Zeit darauf nochmals umgebettet. Nickels und Johnsen erschienen nach zivei Tagen m Karlumfeld. um dos Material In unoerfänglich« neue Kisten zu packen. D e Originalkisten, die vermutlich von Dynamit Nalvl stammten, vurden teils vernichtet, teils abgeholl, so daß der Ursprung nicht mehr zweifel-srei festzustellen war. Holländer ist ein Mann, der glaubt«, eine gute Tat zu voll- bringen. Nach seiner eigenen Darstellung bei der Vernehmung war ihm bei der Uebernahme des Sprengstojss in seinem Gehöft so feierlich zumute, daß er sich seinen Gehrock anzog und ein selbskversaßles Gedicht von sieben bis acht Strophen vortrug. Das Versteck für das Sprengstofflager ist außerordenllich raffiniert gewählt worden Von Husum m Richtung Niebüll fahrend, koimnt man kurz hinter Leck an einem Fahrweg vorüber, der zu dem einsamen Gehöft Holländers führt. Der Weg führt zunächst bis zu einem kleinen Waldabschnitt, durch den nach allen Richtungen hin Schneisen lausen. Zwei dieser Schneisen führen zu eineuu freien Stück Ackerland, über das man schließlich zu dem Gehöft Holländers kommt. Sprengmaterial wurde bei Holländer nicht mehr vor- gefunden, das Vel bleiben des gesamten Materials ist noch nicht einwandfrei aufgeklärt. Es ist aber mtt einiger Sicherhett anzu- nehmen, daß der wettaus größte Teil der Sprengstoffe, wenn nicht überhaupt alle, einmal zu den Attentaten selbst, weiter aber zu den umfangreichen Vorversuchen, die im Februar und März ange- stellt wurden, aufgebraucht worden ist. Zu den Meldungen über neue Verhaftungen erklärt Dr. Masur, daß es sich dabei vorwiegend um polizeiliche Fest- nahmen handele. Die letzte polizeilich« Aktion wurde in Leck an- gesetzt und nach Friedrtchskoog ausgedehnt. Die bei dieser Aktion festgenommenen Personen sind dem Untersuchungsrichter noch nicht vorgeführt worden. Unter den Festgenommenen befinden sich ein gewisser Wieborg aus Lunden, ferner, wie bereits gemeldet. Wilhelm Ratjen- Bergfeld, H ö n ck j u n. und Paul Adam Roß- Flederwurth. Auf die Anfrag«, ob bereits Feststellungen Hinsichtsich des Anschlags in Berlin und ferner auch bezüglich der Finan- zierung der Unternehmungen gemocht morden seien, und ob in diesem Znsammenhang auch Spuren nach Berlin führten, äußerte sich Dr. Masur sehr zmückhaltend dahin, daß er den Ausdruck „Spuren' zwar bestätigen könne, daß nähere Darlegungen jedoch im Augenblick zu diesen Fragen nicht gemacht werden könnten. Die Arslösung der Fideikommisse. Der Rechtsausschuß des Preußischen Landtags setzte am Sonnabend die Vorberatung der Novelle zum Fideikommißgesetz bei ken Bestimmungen über den Waldschutz fort. Nach allgemeiner Aussprache vertagte der Aus- schuß die Weiterberatung bis zum 5. Dezember. Bis dahin wird die Regierung sich über die Anregung schlüssig gemacht haben. Am Montag wird der Rechtsausschuß Eingaben behandeln. Der litauische Gouverneur des Memellandes hat gegen die vom Landtag beschlosienen Gesetze über Dersorgungsdurchführung, Kapitaloerkehrcsteuer und Stempelsteuer sein Veto eingelegt. Ferner hat er abgelehnt, dem Landtag das Akten- Material über die Kriegsbeschädigten auszuhändigen. (Gewerkschaftliches siehe 3. Beilage.) Scrantwortlich wr PoNtit: Dr. Curt Scqtt; Öirtfdjoft:®. ftlinadirfct: ffictrrrffdjafl-bcajcfluno: 3. Steiner; geuiDeton: St. K. Dölcher; Lokales und Sonflines Sei« Starftäbt; ar.Miaen: Tb. Glocke: sämtlich In Berlin. Verlag: Borwärls-Berlog S. m d. S Berlin Druck: Borwärls-Buchbruckekei und Beelagsanstalt Bau! Singer u. To.. Berlin SB S8 Lindenftraiie i. Bier» 5 Beilagen und..Unterballuno und Wille»'. 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Der Große von Weimar hat vielleicht doch geahnt, dcß noch ihm cchmal die Sitte, die Toten einzusargen und der Erde onzuvertrauen. beinahe als überholt' gelten würde. Gewiß halten noch viele Menschen aus Gründen der lleberliescrung und des Gefühls an der Erdbcslal- tong fest, ober man darf sagen: Gegenstand der Verehrung ist heut« bei-einer große« Anzahl unserer Mitbürger nicht«ehr der Sarg. Vicht mehr der Erdhögch unter dem der Sgrg liegt, sondern die Arne, die den Aschcnrest btrgt> Da»„enge Haus", von bem Goethe Mephisto sprechen läßt, ist gleichsam noch kleiner, noch enger geworden. Luxus in alter Zeit. r Daß die U/ne dos gegebene Gefäß für die Aufbewahrung des gur Asche verbrannten Körpers ist. haben die Leute der grauen Vorzeit schon empfunden und die Aucgrobungcu in ollen Weitteilen zeigen, wie früh man zur lchnstierifchen Gestaltung des Rohstoffes geschritten ist. Ursprünglich war die Urne der Aschenbehäller. später Urnengrabsteine aus der Zeit um 1800, ging sie als Symbol in den Gedankenkreis der Vorstellungen des Todes über. Die Verbrennung war bei oll den Völkern heimisch. in deren Landern holz in genügender Menge sich vorfand. Aber erst in dem späteren Rom entfaltet« sich ein großer Luxus bei den Vestattungsn. Rillst nur der Ausuvmd an Wohlgcrüchen, namentlich durch Anwendung von Weihrauch, und die Fülle der den Trauerzug begleitenden Ahnenbilder des Verstorbenen sowie die Menge der für das Weiterleben des Abgeschiedenen bestimmten Gegenstände trieben die Kosten eines Begräbnisses hoch Auch die Kostbarkest des Materials für Urnen und Sarkophage war so ins Große gesteigert, daß die Satiriker des alten Roms leichte Arbeit hatten,.. Ivvenal Hag der Hofen. fturcii dunkle SEr/l find alte wir gcfchriHen Bn tiefer liöte fchirere.m Qotgatha. 5» fchien nicht Hrofi und fdnen nicht Ofoffnung da, Und immer war der Ittörder Hod utvs nah. Und Stund' um Stunde fiand er bleicit inmitien. O. Wrieg noch heule! Itenn fich blicke weilen Und wenn frkennlnis in den Sinnen lohl, Sfl's Xampf der Jtrhcil, ifl es iKampf nnts 3trol, fber fori und fori die harte Pftichl gebot, Sunt Qrab gelieble Utenfchen au geleilen. Äen Holen Chre! Doch wir wollen leben! Wir rufen e* an diefem dunklen Hag. Uafl fleler Wille uns befeelen mag. a?u leben in der JCersien heilem Schlag. Zur Xufl am Sein foll ff eh der Qeifi erheben. Wohl mag uns£eid bedrücken und befchweren, Wacii bleibt der Schmer#, wenn wirsum Grabe geltn. Doch foll der Schwur lebendig cor uns flehu: Wir wollen über Gräber aufitärla fehlt! 3m Stampf fürs£eben lafil den Hod uns ehren J :■. sk.» zielt auf die Weihrauchverschweirdung hin, wenn er z. B. von einem Günstling Kaiser Domitians berichtet, daß er„stärker als zwei Leichenbegöngnisic" geduftet habe. Bei der Verwendung von Urnen waren solche aus Gold und Silber selten, aber kostbare Steine und Glasarbeiten machte» in Verbindung mit der künstlerifchen Dar- skllung der Behälter der Asche wertvoll. Eine goldene Urne war die in dein Postament der Ehrensäulc beigesetzte Aschcnurne Trajans. Bon Urnen aus onentolische.ni Alabaster und karrarischom oder thasischein Marmor ist dagegen oft die Rede. An den schönsten Glasarbeiten des Altertums gehört eine in einem Grobe zu Pompeji gestmdenc gläserne Aschenurnc mit weißen erhabenen Figuren auf dunkleblauem Grunde, die ein« Weinlese darstellen. Mit der bisher bcsllzriebenen Pracht war aber nur der Charakter der eigentlichen Bestattung gekennzeichnet— ihren Abschluß fand diese in der Er- richtung eines Mausoleums, das die Bedeutung des Berstarbenen „auf ewige Zeiten" dartun sollte. Eitles Beginnen— nur ganz vereinzelt haben sich die Grabmäler erhalten und das Wart Martials ist In Erfüllung gegangen, daß man seine Gedichte noch lesen wird, wenn die hohen Marmordenkmäler seiner Zeitgenossen zu Staub zerfallen sein werden. Rich der Einführung des Cbristen- tums verschwand die Sitte der Verbrennung der Leiche— die einfache Bestattung der ersten Christen machte dann nach Errichtimg der Kirchen der Beisetzung in.nder an der Kirche mit einem je nach dem Ansehen und dem Vermögen des Verstorbenen priinkvvll gestalteten Grabmal Platz. Mit der wacksenden Zahl der Bewohner ging die Möglichkeit verloren, in der Kirche bestattet zu werden, und graßc Grabstätten, Frisdhöfe wurden geschaffen. Jede Generation hat neu« hinzufüge» und ihre Wohnungen um diese Stöttep des Todes bauen müssen. Der plastische Schmuck früherer Monumente wurde zur Fabrikware, die wenigen guten Denkmäler ginge» in der Masse hoher Kreuz« und banaler figürlicher Darstellungen unter. Die Urne hat— allerbings ihres Charakters als Aschenbehälter ent- kleidet— in diesem Chaos von unschönen Denkmälern eine Sander st ell 11 ng behauptet. Gerade in der Barockzeit wurde sie mit Lorlieb« zur Krönung einfacher Postamente benutzt, und daß man ihr auch einen eigenartigen Charakter verleihen konnte, beweist das auf dem Grabe des Schauspielers Fleck in Berlin sich erhebende einfach« Denkmal, das als Zlbschluß eine mit Masken geschmückte Urne zeigt, hierdurch den Schauspielerstand des Ben' storbcncn gut zum Ausdruck bringend. Die Urne als Aschenbehälter' Neuest« Zeit— an die Tradition früherer Jahrhunderte an- knüpfend, eine sonderbare Umtchrung der sonstigen Entwicklung unseres Daseins, das sich von der Einfachheit antiken Lebens fo weit entfernt Hot. Man verbrennt wieder die Leichen, und dieser nach langen Kämpfen gegen Geistlichkeit und Bureankratie errungene Erfolg wächst sich in erfreulicher Weise zu einem Triumph aus. Die iieuest« Statistik weist 88 Feuerbestallunosar.lagcn in Devtschland auf, in denen im ersten Halbjahr 1928 32 lSä Leichen zur Ein- äscherung kamen. Wie groß der Fortschritt ist. zeigen folgende Zahlen: 1999 gab es 639 Leichenoerbrennungen, 1928 43 383— es ist anzunehmen, daß das jetzt seinem End« entgegengehende Jahr den bis Juli nachgewiesenen Äufschmung bestätigen wird. Daß die Urne von dieser Bewegung in die Höhe getragen wurde, war ganz selbstverständlich. Der Familie des Toren wird eine Aschen- kapsel übergeben, für deren pietätvolle Aufbewahrung in einer Urnenhalle oder aus einem Friedhof« die Angehörigen Sorge zu tragen haben. In Gotha besteht allerdings die Einrichtung, daß die Asche den Angehörigen des Verstorbenen zur eigenen Verfügung ausgehändigt wird. Der gering« Umfang der Aschckapsel schließt mm die Verwendung eines Sarges und demgemäß die Bestattung an dem uns sonst vertrauten länglichen Grabe aus, und so bleikl — selbst dann, wo die Urne nicht zum Aschenbehälter dient— die llrnensorm als diejenige künstlerische Geslollung des Grabmotiv« zurück, die einzig dem geringen Raumbedürsnis entspricht. Daß die Form der Urne eine Fülle von Erscheinungen darbietet, lehrf ein Gang durch die Urnenhallen, in denen die Urnen in Nischen offen aufgestellt sind— meist umgeben von Kränzen und Blumen, die deutlich zeigen, daß die Teilnahme der Hinterbliebenen auch bei dieser Bestattungsart zum Ausdruck kommen kann. lieber den feierlichen Eindruck, den die im Krematorium abgehaltene Taten- seirr und das Abschiednehmen von Verwandten und Freunden von dem sich herabsenkcnden Sarge hervorruft, herrscht heute kein Meinungsstreit mehr— eine solch« Feier ist meist erhebender oi? die am offenen Grabe im Freien, über dessen Crdhiigel der Wind die kreischenden Töne des Weltstadtgctriebes dahinbrausen läßt. Die praktische Seite der Fcuerbestattuilg soll zum Schluß noch gestreist werden. Bekannt ist, daß eine bei Lebzeiten vor einer Amtsperson abgegebene Erklärung des Berstorbcncn vor- liegen muß, daß ferner eine Besichtigung der Leiche durch den Kreis- arzt zu erfolgen hat. Die Aschenkapfel bleibt unferngeltUch drei Wochen vorn Tage der Einäscherung an gerechnet, zur Verfügung der Angehörigen— in dieser Zeit dürfte die Frage, ob Unterbrin- guitg in eiirer Urnenhalle oder ans einem Kirchhof zu läsen sein. Bei Beisetzung in der Urnenhalle wird die Aufbewahrung für eine Zeitdauer van 29 Jahren ausgesprochen— die Preise sind 69 resp. 89 M. für die ganze Zeit. Bei Beerdigung wird ein für acht Aschcnkapseln genügender Raum mit 33 bis 86 M-berechnet. Eine Urne wird, wie schon bemerkt, auch auf dein Friedhossplatz stch stets als die zweckmäßige Krönung eines Denkmals erweisen. Die Aschenkapfel kann dabei entweder in dem Postament oder in der Urne selbst onfbcwahrt werden. Auch die Einsügung einer-weiten Zlschcnkapscl in die abschließende Urne ist gestaltet. Die neue Urncnhalle im Krematorium Wilmersdorf takfischtVWeihiidcBitsgdbe! Olmitl. rum Knüpfen. M. ISOePOO.. Monopoldaunen- 0 b e r b ett b e_zu g Oberbett echt tfliWech-mt oder Iiis, go!d, blau, fraise Inlett, in- � danthrenfarbig, 130 x 200"r*# Ueberlake guter Wäschestoff..m. handge- zogensn Hohlsäumen u. locn- stietorei verrlert, oe.1 50 x 2S0 .. 5 40 Kissenbezug passend, zum Kn�en,«M oe. 60 v 80....... 1.85 Bettlaken ziert, ce. 142 x 220.. �.25 n b e zu g Reinleinenes H a n d t u (5e'stsnl4 In£ichtcnberg eine blutige£ i e b es l r a g ö d i e ab. Der ZSsöhrige Tischler Jrih Zahn vcrletzle seine Geliebte, die lSjährige Arbeikerin Elsriede K. aus der Dolziger Straße. durch zwei Schüsse lebensgefährlich und beging unmittelbar nach der Tat S e l b st m o r d. Jahn ist verheiratet, seine Frau befindet sich jedoch außerhalb Berlins. In der Mainzer Straße in Lichtenberg wohnte er zur Untermiete. Vor einiger Zeit lernte er die 18jährige Elfriede K. kennen, und zwischen beiden entwickelte sich ein Liebes- Verhältnis. Das junge Mädchen wollte das Verhältnis lösen, stieß dabei aber auf starten Widerstand ihres Freundes. Als sie thn gestern abend in seiner Behausung aufsuchte, kam es zwischen beiden zu einem heftigen Streit. Jahn geriet dabei so in Erregung, daß er plötzlich eine Pistole hervorzog und auf seine Geliebte zwei Schüsse abfeuerte, die in den Kopf und in den Rücken trafen. Blutüberströmt brach sie zusammen. Als I. sah, was er getan batte, richtet« er die Waffe gegen sich selbst und tötete sich durch einen Schuß in die Schläfe. Das Mädchen wurde nach dem Hubertuskrankenhaus gebracht. Der Zustand ist bedenklich. -» Der tragische Selbstmordversuch eines Ver- zweifelten alarmierte gestern das Haus Bamberger Straße 33. Der Mann, der später als«in 41 Jahre alter Siegbert Prinz aus der Stubenrauchstraß« 9 zu Schönebecg s.stgestellt wurde, war in dem Hause schon öfter bei einer Familie im vierten Stock als Bücherreisender gewesen und hatte seine Zeit- schriftcn angeboten. Da es ihm sichtlich recht schlecht ging, so hotte inan ihm auch wiederhost etwas abgekauft und ihn in der Küche mit Kaffee und Brot bewirtet. So auch an Sonnabend. Prinz bat, nachdem er noch ein Glas Wasser getrunken hatte, die Toilette benutzen zu dürfen. Von dort stürzt« er sich aus dem Fenster die vier Stock tief in den Hof hinab. Sein Körper schlug auf das .Eisengeländer des Kellereingangs. Mit schweren Verletzungen blieb der Mann liegen, gab aber noch schwache Lebenszeichen von sich. Man brachte ihn schnell nach dem Krankenhaus In der Achenbach- ftraße. In der Brieftasche war kein Geld, es ist also außer Zweifel. daß größte Rot Prinz zum Selbstmordversuch veranlaßt hat. Zwei Musterschulen H-Bahnverkehr gestört. Führenvagen am Wittenbergplah auf der Strecke entgleist. Gestern abend wurde der llnlergrundbahnbetrleb mitten in der Hauptverkehrszeit von einer empfindlichen Störung bclrossen. die stundenlang andauerte. Kurz nach 18 Uhr kündigten Plakate an den Eingängen der Stationen des gesamten Untergrund- und Hochbahnnetzes an, daß der Verkehr infolge Zugschadens zwischen den Stationen Zoo und Wittenbergplatz gestört sei. Dies« Störung wirkte sich besonders auf den Betrieb der in Richtung Nord ring und in entgegengesetzter Richtung W e st e n fahrenden Züge aus. Nur die Wilmersdorfer Strecke wurde nicht in Mitleidenschaft ge- zogen, der Verkehr tonnte hier fahrplanmäßig durchgeführt werden. Von'der Hochbahngesellschaft wird zu dem Betriebeunfall folgende« erklärt: Um 17.43 Uhr ist ein von der Station Wittenbergplatz in Richtung Zoo abfahrender Zug bei geringer Fahrtgeschwindigkett mit der 4. Achse infolge Achsenbruches entgleist. Dt« Strecke wurde stromlos gemacht und die Fahrgäste zur Station Witienbergplatz zurückgesührt. Der Verkehr, der empfindlich? Verzögerungen erlitt, wurde durch Umsetzen der Züge, d. h. Pendel- verkehr aufrechterhalten. Wie wir weiter erfahren, wurde gleich nach Bekanntwerden des Unfalls eine größere Arbeiterkolonn« mit SpezialWerkzeugen eingefetzt, um den Schaden zu beheben. Die Arbeiten, die sich in dem engen Tunnel sehr schwierig gestalleten, waren erst gegen 23 Uhr beendet, so daß der schadhafte, nun wieder«ingegleiste Wagen abgeschleppt werden konnte. Nach dem bisherigen Unter- fuchungsergebnis ist ein Materialschaden die Ursache des Achsenbruches. Ein neuer Beweis der Der Verwaltungsbezirk Köpenick hat zu Beginn dieses Winter- Halbjahres zwei neue Schulhäuser iu Benutzung nehmen können, die als Muster neuzeitlichen Schulbaues gellen dürfen. Das im Ort Köpenick feit längerer Zeit bestehende Dorotheen-Lyzeum hat in der nach dem Bahnhof Oberspree hin sich erstreckenden Bor- stadt auf dem Gartengrundstück an der Berliner Straße zwischen Mentzel- und Flemmingstraßo ein neues Heim erhalten, und für die Orte Rahnsdorf, Wilhelm shagcn und Hessen- winkel ist inmitten dieses Dreiecks an der Fürstcnwalder Straße eine gemeinsame B o l k s s ch u l e gebaut worden. Am Sonnabend wurden beide Schulhäuser vor geladenen Gästen— Vertretern des Bezirks Köpenick und anderer Verwaltungsbezirke, der Stadt Berlin und de« Provinzialschultöllegiuins— feierlich eingeweiht. In, Dorotheen-Lyzeum uich in der Volksschule sprachen als BürgerMeisterstellvcrtreter der Stadtrat Ehrlich, der über die Eni- stehung und Ausführung der Bauten berichtete, für die Bczirksschul- Verwaltung der Schulrat Goß, für den glückwünschenden Magistrat der Stadtschulrat Nydahl. Die Glückwünsche des Prooinzialschulkolle- gmms brachte im Dorotheen-Lyzeum die Oberschulrättn Dr. Weg- schelder, in der Volksschule der Regierungsdirektor König. Das neue Heim des Dorotheen-Lyzeum s, dessen Grundstück bis zur Spree hinabrelcht, ist ein Werk des Architekten Max Taut. Einen neuen Beweis der Leistungsfähigkeit Berlins nannte Schulrat Goß dieses Haus. Es wird ein Oberlyzeum und zugleich eine Frauenoberschule aufnehmen. DI« Weiherede des Schulleiter«, Oberstudiendirektor Schultz, gipselte in der Widmung„Der deutschen I u g e n d— der deutschen Hoffnung!" Oberschulrättn Dr. Wegscheider wies auf die erfolgreichen Bemühungen hin, in diesem aus den Bedürfnissen der Schule heraus entwickelten, durch Sachlichkeit und Schönheit ssch auszeichnenden Bau dieneueForm des Schullebens unserer Zeit künstlerisch auszudrücken. Der Volksschulbau ist nach Entwürfen der Hochbauverwaltting des Bezirks ausgeführt worden. Stadtrat Ehrlich betonte den Wunsch der Stadtverwaltung, auch in den entlegen st en Teilen des Stadtgebiet«! das Beste zu schaffen.'Das war auch der Wunsch der Bezirtsoerwaltung Köpenick. Das unge- wöhnlich große Schulgrundstück liegt in der Nähe erfrischender Waldungen. Nie zuvor hat einer der drei beteiligten Orte für sein« Kinder eine so schöne Schule gehabt. Beide Schulhäuser tragen die Inschrift:„Erbaut im 1 0. I a h r e d e r R« p u b l i k." Es ist recht, so dem Gedanken der Republik einen sichtbaren Ausdruck zu geben. Diese schönen, zweck- mäßigen, licht- und lustdurchfluteten Schulhäuser sind würdig des Geistes, der den neuen Staat und die neue Schul« beherrscht. Arbeiterbildungsfchule. Am Dienckag. 26. November, beginnt In der Berliner Arbeilerbildungsichule ein Kursus, iu dem Dr. S. Berus« ld das Thema„Psychologie und Kullurpsychologie" behandelt. Aus der Bortragsdisposition:„Rechtfertigung des Themas, gleichzeitig als Einlsitmig. Gesteigertes Interesse der Gegenwart an Fragen der Menschenkenntnis und Menfchenbehand- lung. Unterschied zwischen der populären und der wissenschaflltchcn Psychologie. Di« Lehre von den Trieben. Unterschied zwischen den tierischen und den menschlichen Trieben. Liebe, Ehe, Sexualprobleme in der Gegenwart. Die Anschauungen der Psychoanalyse über dos Triebleben des Kindes und seine Entwicklung. Fehlentwicklung: Geisteskrankheit, Kriminalstät. Verwahrlosung. Wesen und Ent- sichung der menschlichen Sprache und des Denkens. Einig« Pro- bleme der heutigen Gesellschaft: Führer und Masse, Bildung und Begabung. Die seelischen Eigenheiten des Proletariats und des Kleinbürgertums." Der Kursus dauert zwanzig Abende. Das Hörgeld beträgt für den ganzen Kursus 3 M. und kann in Raten gezahlt werden. Der Kursus findet jeden Dienstag, 29 Uhr, in den eigenen Räumen der Arbeiterbildungsfchul«, Lindenstraße 3, 2. Hof links, 2 Tr. rechts, Zimmer 13, statt. Anmeldungen im Kursusabend. Vorgeschriebener Ernst. (Sa bleibt bei den alten Bestimmungen für den Totensonntag. Zu der in der Abendausgabe bereits veröffentlichten Mst- teilung des Polizeipräsidenten über den Totensonntag wird folgend« ergänzende Erklärung herausgegeben: „Um Mißverständnissen vorzubeugen, weift der Polizeipräsident darauf hin, daß sür den Totensonntag neben den allgemeinen Be- stimmungen über di« Heilighastung der Sonn- und Feiertage die Vorschrijten der Polizeiverordnung vom 13. Mai 1913 gelten." Diese Bestimmungen besagen, daß in Theatarn. Lichtspielhäusern, Kabaretts usw. am Totensonntag und am vorhergehenden Sonnabend von 22.39 Uhr ab nur ernste Darbietungen jgebracht werden dürfen. Alle öffentlichen TanMstbarke'ten sind verboten. Auch nichtöffentliche Tanzlustbarketten sind verboten, wenn sie geeignet-'sind,-nach Lage der Räume oder nach Art der Veranstaltung die äußere Heilighältung der genannten Tage zu beeinträchtigen. Aus Anfrage wird dazu von der Pressestelle des Polizeipräsi- diums erklärt: Das Mißverständnis, das durch die erste Msttellung des Polizeipräsidenten verursacht worden sei. habe seinen Grund in der ungenauen Formulierung. In der Mitteilung sei vergessen worden, auf die besonderen Bestimmungen über den Totensonntag hinzuweisen. Der Polizeipräsident habe sich daher veranlaßt gesehen, die neue Erklärung herauszu- geben. Diese Polizeiverordnung werde wie in den vergangenen Jahren auch diesmal st r eng innegehalten werden. Das wohlläligkelkssest der Berliner Feuerwehr. Es sei noch einmal daraus hingewiesen, daß das berests angekündigte Wohl- tätigteitsfest der Berliner Feuerwehr am kommenden Dienstag, den 26. Novcmber, 29 Uhr, in den Festräumen des Zoologischen Gartens stattfinden wird.--- Der Reingewinn dieser Festveranstaltung soll da.zu dienen, den Angehörigen der Berliner Feuerwehr«in« eigene Stätte der ergänzenden Gesundheitsfürsorge zu geben. Eintritts- karten sind noch im Vorverkauf bei den Theaterkassen A. Wertheim und Filialen, Tietz Kadew«, Involidendank, Bot« u. Bock erhältliche Selbstanschlußbetrieb Wedding. In der Nacht zum 1. Dezember wird die neue Fernsprech. Vermittlungsstelle für Selbstanschlußbetrieb Wedding eröffnet. Ihr werden Teilnehmer der alten Vermittlungsstellen Moabit, Hansa, Humboldt und Norden zugeteilt. Di« Teilnehmer von Wedding werden in der Lage sein, durch Drehen der Nummern« scheide ihres Apparates alle anderen Selbstan fchluhteilnehmer luv mittelbar zu wählen. Sie erreichen einen Teilnehmer, der au eine Vermittlungsstelle ohne Selbstanschlußbetrieb angeschlossen ist, durch Wählen des Rufzeichens der in Frag« kommenden Vermittlungsstelle und durch Ansage der Nummer an die sich meldende Beamtin.— Alle Teilnehmer fparen Zett und Verdrüß.' wenn�fie- v« jedem AwKif eine» Teilnehmer« der BermitUungsftellcn Moabit, Hansa, Humboldt und Norden im Fernsprechbuch nachsehen, ob der gewünschte Teil» nehmer etwa an die neue Vermittlungsstelle herangeführt worden ist, Totengedächtnisseiera in den Berliner Krematorien veranstaltet heute der Verband für Freidenkertum und Feuer, b e st a t t u n g E. B. Die Feiern finden statt: im Krematorium Wilmersdorf van 19 bis 11 Uhr: im Krematorium Baum- schulen weg von 13 bis 13 Uhr: im Krematorium Gericht« ftraße von 16 bis 18 Uhr. Unkostenbeitrag wird nicht erhoben. Ehemalige Kriegsgefangene. Am heutigen Sonntag findet auf dem Garnisonfriedhof in der Hosenheid« ein« Toten- Gedächtnisfeier der Arbeitsgemeinschait der Bereinigungen ehemaliger Kriegsgefangener Deutschlands E. B. statt. Treftpunkt: 13 Uhr, Grimmstraßc 1. Beginn der Feier an den Russengräbern des Ganiisoiifriedhofes 14 Uhr. Am dritten Morgen nach jenem Sonntag trafen sich Hans und sein Vater im Gartenzimmer. „Was würdest du sagen," fing der Dater an,„wenn Irene heiraten würde?" „Gut," lobte Hans ohne Desinnen,„wenn das geschehen soll— hoffentlich noch bevor ich ins Feld rücken werde. Ueber kurz oder lansi wirst du mir ja doch deine Einwilligung geben." Er war wieder bei seinem Lieblingsthema. Der Graf gab ihm darauf keine Antwort. Er ging schweigend auf leisen Sohlen umher: er ging, als wäre eine Kranke im Haus.— Hans saß im Rohrsessel und sah ihn an. „liebrigens," fragte er.„ist es ernst? Wird Irene heiraten?" „Hm." sagte der Vater. Sie schwiegen wie vorher. „Hm." machte der Graf noch gedehnter als vorher,„was würdest du sagen, wenn es— Albert de Castro wäre?" „De Castro?" Hans war aus dem Sessel gesprungen. „Was würdest du also sagen?" „Daß ich mich schäme," schrie Hans,„mich schäme!" „Sag mir jetzt," fragte sein Vater ruhig und blieb vor '.hm stehen,„was ist eigentlich der Grund deiner Antipathie?" „Weil ich mich schäme," schrie Hans und stampfte auf. „Aber mir schien, der junge de Castro hätte in dir einen freundlichen Eindruck erweckt! „Weil ich muh schäme," schrie Hans,„das macht mich für alle Zukunft unmöglich!" „Aha," sagte der"Graf.„Aber wärest du und wären wir alle nicht ebensowohl für alle Zukunft unmöglich, wenn — dieser Antrag nicht wäre?" „So weit ist es!" rief Hans:„oh, schämt sich denn niemand? Bin ich denn der einzige, der heute noch denkt. wie tt gestern dachtet De Castro! Hat denn dieser Mensch kein Gefühl für Distanz! Wir wären unmöglich ohne ihn? Du wolltest ihm also.— Und Irene? Was sagt sie selber dazu?" „Albert de Castro liebt sie," sagte der Graf und legte jetzt seine Hände ruhig auf die Schultern des Sohnes. „Er liebt sie! Um so unverschämter von ihm! Kein Gefühl für Distanz haben diese Leute! Und Irene— was hat sie gesagt?" „Ich habe sie noch nicht um ihre Meinung gefragt." „Du willst also—" schrie Hans. Seine Stimme über- schlug sich.„Meine Schwester—" „Er liebt sie." sagte der Graf, er sagte es hart. Hans erschrak von dem fremden Klang. Der Vater ließ seine Schultern los. „Er liebt sie, gut," fing Hans etwas ruhiger an,„aber sie liebt ihn nicht." „Wie kannst'du das wissen?" entgegnete der Graf; „danach müssen wir sie zunächst eben fragen." „Eine von Küster tut sowas nicht!" Ein schnelles Lächeln sprang über die Züge seines Vaters.„Ich habe oft." erklärte er,„eine ganz bestimmte Anschauung von der Liebe bestätigt gefunden. Für jeden Mann und für jede Frau gibt es auf der Gegenseite ein Pendant, das heißt, nicht etwa nur ein Pendant, sondern vielmehr eine ganze Art, unter Umständen sogar eine be- stimmte Reihe von Arten. Zu jedem Menschen gehören also gewisse Menschen von der geschlechtlichen Gegenpartei, die er n priori liebt. Eine wohleingerichtete und angenehme Wechselseitigkeit, wie du siehst, die ich da annehme. Wenn also ein Mensch den anderen wirklich liebt, so muß, wenn da nirgends etwas bresthaft ist—" „Das ist es ja eben." unterbrach ihn Hans,„bresthaft! da liegt der Hase im Pfeffer." „— so muß von Natur wegen der geliebte Mensch den liebenden— lieben. Daß dies nun aber nicht immer zutrifft. kann ich mir so erklären, daß der Instinkt nicht mehr die Schärfe zur wählerischen Bestimmung besitzt. Es gibt auch natürlich noch banalere Gründe dafür. Nun—" brach er ab und schlug mit der Hand durch die Luft, denn er bemerkte erst jetzt, daß Hans, in der besten Aksicht ein kluges Gesicht zu machen, ihn dennoch vollkommen verständnislos ansah. Demgemäß fiel auch seine Antwort aus. „Es wäre eine Schande," begann er. „Eine Schande," unterbrach ihn der Bater gsreizft „beina Weisheit da kommt aus Büchern her. Sem Beweg» grund ist seine Liebe— verstehst du? Mit seinem Bater hat er wahrscheinlich einen Kampf zu bestehen gehabt, und hat ihn nur durch Beharrlichkeit überzeugt. Es ist auch wirklich nicht einzusehen, wo augenblicklich der Nutzen in einer Heirat mit der Tochter des Grafen von Küster sein sollte. Meinst du, der Name wiegt alles auf?— Nun also, welchen Vor- wurf willst du ihm machen?" Die Augen des Sohnes blitzten den Vater an.„Und doch," rief er aus," würdest du nie diesem Handel zugestimmt haben, wenn er sür dich nicht so große Bedeutung hätte. Und dagegen erhebe ich Einspruch, daß hier nicht alles nur im Interesse meiner Schwester geschieht." „Du bist dir über dich selber nicht klar," sagte der Graf. Plätzlich sprang Hans zur Tür, um die Stube zu verlassen. „Halt," rief sein Vater und hielt ihn am Arm," der erste, an dem jetzt die Reihe ist. mit Irene zu sprechen, der bin ich." Er ging an dem Sohne vorbei hinaus. Irene fand er in ihrem Zimmer allein. Er begann mit gleichgültigen Fragen, endlich kam er auf de Castro zu sprechen. „Es kann sein, daß wir in dieser Woche noch einen Besuch in der Stadt erwidern. Wäre es dir recht? Oder unangenehm?" Irene zuckte die Schultern, indem ihr Blick bei der Arbeit blieb, mit der die Hände beschäftigt waren. „Es ist mir gleichgültig," sagte sie dann. „5)m. Du hättest also nichts dagegen, mit uns zu ihnen zu gehen.— Ich frage so ausdrücklich danach, mußt du wissen, weil ich nicht weiß, ob du frei von gehässiger Ab- lebnung einer anderen Ueberzeugung bist. Wir haben eigenc- lich niemals so recht darüber gesprochen. Ich für meinen Teil, das muß ich sagen, haben durch die beiden oe Castros irgend- wie umgelernt. Verstehst du. wie ich das meine? Diese Familie de Castro gehört zu dem adligen. Stand unter den Sozialisten. Dem Albert de Castro gegenüber habe ich jeden- falls immer so eine Empfindung. Wie gefällt er denn dir?" „Ick, habe doch schon gesagt, daß mir das alles so gleich. gültig ist." „Ich kann nicht wissen, wie weit das dein Ernst ist. Wenn du mit einem Menschen von so ausgeprägtem, eigen- artigem Charakter zusammentriffst, wie mit Albert de Castro. danit ist es wobl nicht gut möglich, daß ein Mädchen wie du nicht innerlich Stellung zu ihm nehmen sollte, jo oder so.—- Ich frage dich nicht dünach, um dich zu langweilen, sanden» weil es mich interessiert."(Fortsetzung folgt.) Oer Mann mit der Hornbrille. Die Vernehmungen in vüsseldorf. Düsjeldors. 23. November. 3a Verfolg der Festnahme des Waldemar Slelzer wurden gestern die Nachforschungen durch die Kriminalpolizei in Aletlmann eifrig fortgesetzt. Zln wichtigen Talsachen ergibt fich, dah die Horn- drille, die bei der Haussuchung nicht gesunden werden tonnte. entdeckt ist. Der für die Düsseldorfer Morde in Frage kommende Manu soll betannUich eine Hornbrille getragen haben. welter ist festgestellt, daß Slelzer bei den Ausgrabungen in Pape». dell anwesend gewesen ist. E» ist des weiteren durch eine Reihe von Zeugen festgestellt, dah Steher erzähl« hat. häufig in Frauen- k l e i d c r u nach Düsseldorf gefahren zu sein. Die Pressestelle der Düsseldorfer Kriminalpolizei gibt zu dieser Angelegenheit nachstehenden Bericht heraus: Steher ist Freitag und «am»tag vormittag eingehend vernommen worden. Bisher find keinerlei Tatsachen festgestellt, die daraus schließen lassen, daß er als derjenige, der die Morde oder die Ueberfälle be- gangen hat. in Frage kommt. Er ist einer ganzen Reihe von Zeugen, die vorher behaupteten, den gesuchten Verbrecher bei der Gegen- Überstellung bestimmt wiederzuerkennen, gegenübergestellt worden. Keiner dieser Zeugen erkennt ihn als den gesuchten Verbrecher wieder. Einig« Zeugen erklärten sogar mit Bestimmtheit, daß Stelzer nicht der Täter sei. Auch aus der Schriftvergleichung haben sich Anhalts- punkte für sein« Täterschaft nicht ergeben. Seine Vernehmung wird fortgesetzt. Breslau, 23. November. Di« Breslauer Kriminalpolhei hat mit Erhebungen begonnen. um sestzustellen, ob der Arbeitslose Waldemar Stelzer, der, wie berichtet, gestern in Mettmcmn bei Düsseldorf unter dem Der- dacht oerhaftet wurde, der Urheber der dort vorgefallenen Serie von Morden zu sein, etwa als Täler für die noch immer nicht ausgeklärte Ermordung der Sinder de» Ehepaares Fehse im Zuli 1926 in Betracht kommt. Steher hat sich damals in Breslau aufgeholten. Bravo, Schupo! Em« Leserin schreibt uns: Durch das schnelle, mutig« und tot- kräftige Eingreifen der Schutzpolizei ist an einem der letzten Wahldemonstrationsabeich« ein schwere« Unglück verhütet worden. Die Gruppe de« Oberwachtmeisters Land hatte die Weisestraßc gegen die Steinmetzstraße abzusperren, durch die sich ein Demon- strationszug der SPD. bewegte. Da kam ein Gespann im Galopp die Waifestraß« in Richtung Steinmetzstraße entlang. Wegen der mangelhosten Beleuchtung der Weisestrahe war es den Beamten erst im letzten Augenblick möglich, das Gefährt als ein führerlose» Gespann zu erkennen, dessen Pferd« durchgegangen waren, durch das die Frauen- und Kinderabteilung, die sich gerade auf der Straßenkreuzung befand, im höchsten Grade gefährdet war. Rasch entschlossen sprangen Oberwachtmeister Land und Wachtmeister Tiltmann dem Gespann von der rechten Seil« In die Zügel. Durch die Ducht de» Anpralls kam Land zu Fall, konnte sich aber noch an dem Zügel festhalten. Er wurde einig« Meter mitgeschliift. Wachtmeister Tiltmann, der am Kopfende der Pferde das Gefährt aufzuhalten suchte, wurde durch die Wagendeichsel sehr gefährd.'t. Mit diesen Beamten zugleich war der Wachtmeister Äuiriin dem Gefährt von der linken Seite in die Zügel gefallen. Dem Verhalten dieser drei Schutzpolizisten ist e» zu danken, daß der Demonstratisns- zug vor einem unheilvollen Zwischenfall bewahrt wurde. Taube« über Taube«. Eine mit großer Mühe vorbereitete und sehr gut gelungene Ausstellung veronstnltet der Verband der Taubenzüchter Groß. Berlins und der Provinz Brandenburg E.V. in de. Bockbrauerci, Fidiclnstrahe 2/3. Tauben aller Rassen und Farbenschläg« wurden von Berlinern, auswärtigen und o.usländifäzen Züchtern nach dort geschickt. Es ist alles vertreten, die schwerste und die zierlichste Taube und sowohl der Züchter, der auf Nutzen, wie der, welcher aus Schönheit zieht. Unter den 3600 Tauben sieht man hochbeinige chuhnschccken, dicke Römer. Berliner Longe, Berliner Kurz«. Goldgimpel, absonderlich schön« Pfautauben, olle möglichen Zitterhälse und viele Kröpser. Dazwischen gibt's sanft« dänische Tiger und Lockentauben, die haltbarere Dauerwellen haben, als der best« Friseur sie machen kann. Ferner sind 600 Schon hettsbrieftouben vertreten und<00 Tauben aus Wien, für die, um sie fachmännisch richtig zu beurteilen, drei Herren, unter ihnen ein bckonnier Professor, extra au» Wien nach hier kamen. Natürlich wollen viele Züchter nicht nur sehen, sondern euch die Verkaufsgelegenheiten ausnutzen und die Käufer standen am Eröffnungstage tatsächlich Schlange. Ein« große Geflügelaus st ellung veranstalten auch die„Bereinigten Neuköllner Geflügelzüchter" in den Gesamträumen von Ktiems Festsälen, Berlin, Hosenheid« 13— 15. Es sind in Tauben in Großgeflügel und Zwergen fast alle Rassen vertreten, so daß seder Besucher der Schau auf seine Kosten kommt: Außerdem ist durch Angliederung einer Wirtschaftsgcflüaelabteilung und durch eine Schlachtgeflügel, und Eierschau dem Nichtsportzüchter Gelegenheit gegeben, sich von dem Stand« der Geflügelzucht ein Bild zu machen. weiß« and gesund« Zähne. ,JDa ich schon seit Jahren mein« Zähne mit Öbrem hochgeschätzten„Chlorodont" und Ihrer Chloro- dom-Zahndürft« pfiege, st» will ich Ähnen meine Anerkennung sür ?hr« Präparat« entgegenbringen, denn meine Zähne sind so weiß und gesund, daß mich mein« Freund« und Bekannten darum beneiden." Gez. Karl Stein, Eloersberg/Saar. Oer Prophet ist beleidigt. Aber er vergleicht fich lieber mit dem Beklagten. Der Wundertäter und Heilmagnetiseur, Sektensührer und Prophet Weißender g, ein rundlicher, gut gepflegter Bürger mit grauem Schnurrbart in der wenig gottgefälligen Rolle des Nebenklägers! Er ist beleidigt. Die Zeitschrift„Zur Aufklärung gegen Kurpsuschertum und Magnetismus" hat ihn einen Verführer, Heil- und Religionsschwindler schlimmster Sorte, Volks- betrüger und Volksoerderber genannt, ihm Gefühlsroheit vorgeworfen. Er habe, hieß es da, ein kleines Mädchen in seiner wundertätigen Art behandelt, was eine Verängstigung des Kindes zur Folge gehabt habe. Also klagt der Prophet Weißenberg, gegen den Herausgeber der Zeitschrift Prcuß. Dieser verlangte vor dem Amtsgericht Berlin- Mitte die Ladung eines Sachverständigen zur Begutachtung der Heiltätigkeit des Propheten und der Prophet fühlte sich im Gerichts- saal als stünde er vor der Schar seiner Gläubigen und predigte: „Ich erkenn« die Krankheit," sagt« er,„sobald ich den Menschen vor mir sehe, ja, seinen ganzen Lebenslaus kann ich schildern. Mit Hilfe des Magnetismus. Jeder Mensch trögt den Magnetismus in sich und ich kann sagen, Tausende und aber Tausend«, Millionen von Menschen, die von den Aerzten aufgegeben waren, habe ich von den Leiden befreit. Ich bin 75 Jahre"— sein« Stimm« erhebt sich zum leidenschaftlichen Pathos.„Ich werde es nicht mehr erleben, doch die Zeit wird kommen und man wird staunen, welche Kräfte im Menschen stecken; es ist der Geist, der jede Krankheit heilt."„Doch nicht jede Krankheft Heist der Geist," wirft der Richter schüchtern ein.„Ich sehe Geister."„Aber wenn jemand sich Z. B. mit einer Axt das Bein verletzt..„So... Die Macht der Finsternis kann auch da besiegt werden, steht doch geschrieben im Markus, Kapitel 16 Vers 15, den die Pastoren nie berücksichtigen... Ich habe stets nach der Heiligen Schrift gehandelt, mir kann man nichts vorwerfen." Jetzt wird der Ton prophetisch... Der Vertreter des Propheten meint sachlich last, ein Sachverständiger käme nicht m Betrocht, eine formal« Beleidigung liege vor, die Borwürfe seien unbegründet, alle gegen Weißenberg anhängig gemachten Bersahren seien eingestellt worden.„Sie hatten ober Unannehmlichkeiten in Potsdam," sagte der Richter,„und wie war es denn mit dem Kinds?"„Ich habe es gar nicht gesehen, es ist auch nicht in mein Zimmer gekommen, ich habe der Mutter gesagt, es ist Blutannut, Bleichsucht, sie soll dem Kinde Buttermilch und Suppen geben; Der Vorsitzende regt einen Vergleich an, redet aus Pen Angeklagten ein, meint, daß eine formale Beleidigung vorliege. Der Angeklagte ist nicht abgeneigt, einen Vergleich zu schließen. beruft sich allerdings auf die Verfügung des Ministeriums für Volkswohlfahrt, die von der Gemeingefährljchkcit des Weißenberg- schcn Treibens spricht. Der Prophet Wcißenberg ist„als guter Christ" natürlich gern bereit, seine Klage zurückzunehmen, sosern der Beklagt« seinerseits, mit dem Ausdruck des Bedauerns, sämtliche beleidigenden Ausdrücke zurücknehmen wolle. Der Bergleich kommt zu stände; der Prophet erhall die Befugnis, in seiner Zeltschrift„Der weihe Berg" und in der Ausklärungszeitschrift des Herrn Preuß den Text de» Vergleiches abzudrucken. Es ist jaimnerschade, daß man die Zeugen nicht zu hören bc- kommen hat. Es wäre ein ganz interessanter Prozeß geworden. Lampe! aus der Hast entlassen. Der Schriftsteller Lampel, der wegen Mordverdacht fest- genommen war, ist am Sonnabend aus dem Untersuchungsgefängnis in Neiße zusammen mit den anderen Beschuldigten Beulwitz und Schwcnnlnger im Mordfalle Köhler entlassen' worden. Unterhaltung für Blinde. InderStadthall«, Klosterstraße, gab die S c a l a im Ein- Verständnis mit dem W oh ls a h r ts o m t der Stadt Berlin «in« WohltSiigkeitsoorstelstina für Blind« und Körper- behinderte. Ein ganz eigenartiges Gepräge trug der hoch- gewölbte Saal mft den strengen gotischen Bogen an diesem Abend. Auf dem Podium witzell«in Groteskkomikcr, produziert sich ein Akkordconvirtuos« und eine prächtige Jazzkapelle. Und drunten im Zuschauerraum sitzt sich bei dicht ein mehr als aufmerksam lauschendes, unendlich dankbares Publikum; sie können ihrer Freude über den fröhlichen Abend allesamt nicht so recht Ausdruck verleihen. Sie müsien sich in der Welt des Humors und der fröhlich-witzclnden Musik erst langsam zurechtsinden. Und wie ihre Hände und Füße vorsichtig, ein wenig unbeholfcn. noch dem richtigen Weg» tasten, so nimmt ihr Ecdanlcnopparat das Neue, Ungewohnte mft langsamer Bedächtigkeit in sich aus. Da sitzt alt und jung, bunt durcheinandergewürfelt, aber doch gleichsam eine Familt« geworden durch ihr gemeinsames körperliches Leid. Die einen tragen die gelbe Armbinde, und chre armen, arg geschwächten oder gänzlich Wien Augen spiegeln nichts wider von dem, was sie Im Augenblick erleben; wie artig« stille Kinder sitzen sie in den Bänken und hören nur.. Die anderen, denen nur die richtige Beherrschung ihrer Gliedmaßen fehlt, die nahmen größeren Anteil am Geschehen um sie her, sie können auch über cineü Witz der Gebärde lachen oder über das übertempcromcnt- volle Gehoben de» Jazzdirigenten, lieber das mehr als lästig« Photo- graphcnheer, das die' Barietälieblinge von hinten, von vorne und von der Seite nicht ost genug knipsen tonnte und ebenso das Publi- turn den ganzen Abend über unter der Linse hiest, wäre ein Wort des Unwillens nicht unangebracht. Wohltätigkeit, die allzu sehr nach Reklame riecht... .«»» Baibllff« Sit Rtma teile," lltber biete» Tbema svrickt am Rsttmoch, pi. November,« Ufjr. im Naibou«, flimiofttche, Kerr Amts. (Kriefttstoe De. 2. ftra auf eintobunu be« Reichvbunde» illblscher geviet. svlbaten. Bezirk Nbed. Außerbcm werben nock, sprechen die Herren: Haupt- mann W. Vener. greiherr von Oerben, Lanbaerichtsrat Dr. z. Seliufbbn, iH.'-l. ff ranz Tbemal. ßäfte willkommen! AreiabUbunaMUfffdittfi ffeiebelchebain. Am Dienet««, it. 20 mt. --,..—-—. 1 u»«.m-.'iv ü-iu.» im Anbrta«-Real»nmnaflum. gopp-nftr. 76. Bioluaiezimmer, Arbeit»aemein. schalt Genosse 3. P. Maner Über„Di« foiioloaischen und politischen Grund» laaen des 19. ffabrfmnbertä". Wir erwarten pünktliches Erscheinen. Sozialistische ArbelteriugendGr.'Verlin s lktnsenbimaen sür tiefe CSubriT nur< | Berlin GS 68, lltnbenslraße 3 i 3uje*bfefref«ri«f � Sehr gute Ausführungen über künstlerische und lulturelle Fragen der Gegenwart machte Paul Zucker in seinem Dortrag „Grenzen des Amerikanismus". Er weist darauf hin, daß der europäische Mensch gern die amerikanisch« Form nachahmt, ohne zu fragen, ob sie auch sür chn zweckmäßig ist. Er bleibt von dem Schlagwort Amerikanismus geradezu hypnotisiert und verkennt, daß damit im Ursprungsland billige und fachgemäße Produktion gs- meint ist. Ein Vortrag, leickit verständlich und von wcitgcspann- tem Horizont. In den frühen Abendstunden spielen die Weintraub?. die sich einen der ersten Plätze unter den Iazzorchcstern gesichert haben. Hier ist tatsächlich Witz, Temperament und feinstes Gefühl für Rhythmus und Nuance. Die Abendveranstaltung hieß:„M o n kann sich so und so unterhalten." Verfasser und Arrangeur war Axel Arheus. Er stellt die verschiedensten Ding« gegen- über: Songs, Liebesbriefsteller. Gedichte, Zeitungsinserate, Anck- boten, Jack Smith und Hans Reimaim Eine Hörmontage Mit Lust an der Parodie, am Witz und an der Ironie, die beweisen will, wie es um den sogenannten Enist des Lebens und des KUschcs bestellt ist. Di« Wirkung liegt im Kontrast, der gut pointiert herausge- arbeitet wird. Eine Veranstaltung� die unterhält und lachen macht und die außerdem zeigt, daß der Erfolg einer Sache stark von der Umgebung abhängt. Arheiiz, Grätz und Käthe Kühl sind ausgc- zeichnete Sprecher. F. Seh, Politischer JnformativnKabeud moraen, ZNoui-a. pünktlich 19', j Übe. im Zeichensaal bat schule g-chfte. IX Bortraa de» Genogen Ufeemann Übte„Da, Sepaiatianepaoblem" l Beuna. Plan). Alle itlteeen Genoflen mügen unbeSiaat e es che inen. ' Zimaditchbeackee bee S«z.! Seilte. 10 Mr. Snfammanlimft km IuaeiMeim Sinbenftt. 4. vorn 1 Tr. Das Mltsiicdebuib bicni als Ausweis, Itter Gtrbff« muk erscheinen. Heule. Sonntag. Narben: HWMrtfatma bee ffeuerttech» fn bee(Sfeffbotmer SiraSe. Eeeff. vuirkt 9 Übe Btrf. ffiefunbbtttnnen.— CAinbaufee ffloeftabi: Slz, Uhr Zusammenkunft der Arbcitsaemeinschai: beim Genassrn Schnribt.— Narbaste» T: ffunklionaroerfaiitmluiTa nm 14'« Übt beim Genassen Werner Eeifsert. Nau- aarber Sir. 87.— Neukölln V; ffofirt nach der Dudraw. Tresspunk: 7'4 Uhr Bilk. Reukalln. Unkosten 70 Pk. Abends Zusammenkunft im Heim Löbmlsch« Strabe 1-4.— Shaelattenbuea: 1» Uhr Heimabend Nasinensir. 4.— Brill l »Nd II: Leicabenb:„5m Westen nichts Neues".— Trael: Seim Babnbafslr. Id: Heimadenb.— Südwest! Das Linbenbeim ist beute ab 18 Ubr aeöflnet.— Tempelbafi 18 Ulir Treffpunkt Berliner Ecke Darmrabe»um Besuch bei SchSne- bccatr 51. ff. WerbeI>«,Irk Webbiaa: Heimabend im Lrdiaenbeim SchSnstedtste. I. 18 bis Ä Ubr: ZIlle.Abeirb smtt Lfchtbilb-rnl im Heim Turinrr Ecke Seestraße, 20 Ubr. Werbebezirk CtböncieiR: Hrim Haupt str. 15. 19'« Übt Hichtbilderpartraa: .Repes Bauen und Wohnen". ffietbebeiurf Neukölln: Seim Saliner Straße. 19 Uhr. AusfltjlaThina Neukölln Y. Lichkbiidervartraa. Morgen, ZNoniag, 19H Uhr. Cicanienbutnct So,: Schule Esisabetbkirchstr. 19: Gloftbeenncc Abend.— ffalkplall I: Schule Srmnenburaer Str. 30:„SaueHe ffraarn". 1. Seit. Rrstrent Dr. Lipiau.— ffaltplnll II: Schule Sannenburaer Str. 90:„Sexuelle ffraaen", 1 Seit.— Narbast IT: Heim Dan,iaer Sit. 62: Lichtbilder:„Heinrich Rille".- Schäubauser»orftobt: Schule Gcmienburaec Str. 23;„Taaespalltische ffrallen". — Hallesche» Tar: Heim»arckslr. U:„Das Sankardat und seine Bedeutuna".— »an law III.». ff.! Heim Gärschstr. 14:„Da, Recht de» junaen Arbeiters im Betrieb". Werbebezirk Prenzlauer Be«r: Mittwoch. 27. November, Heim Sanuenburaer Straße 20. W..B..P..Sanferen». Samtfickie Mteilunaen müssen durch ibte Barßllenden vertreten sein.— Danner-ckaa. 29. November. W.-B.-Mita sieber. versammluna im Heim Dan-.iqer Str. 62. Der Kenalse Mal: Seybewill-Zepickau spricht über„Die palitssche Lage". Alle Abte!lunaw"ranstsltunarn fallen.aus. Partetaenassinnen und-aenassen sind derzlichst eingeladen. Genau ein ivtonat nur trennt uns heuie noch vom Tag der Wethnochtsbcscherungen! 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Zuckerbüchse 0.45 Brotbüchse.... 2.75 Wärmflaschen 0.90 1.70 Stahlwaren Eßbestecke 0.75 bis 0.90 Obstmesser. rn « Stück im Karten, ro»itrei'v-jU Scheren-'�" �0.30.» Eßmesser...0.22 0.45 Mokkalöffel Aipak» 0.10 Kaffeelöffel Aipak. 0.18 Eßlöffel Alpaka.... 0.35 Eßbesteck Aipik«.. 0.90 Alpalra, ,0 Gramm vertllbert Kaffeelöffel—. 0.65 Eßlöffel........ 1.35 Eßbesteck..... 2.90 Holzwaren Kaffeemühlen v.].60« Wandkaffeemühle a gc m t geschmiedetem Werk Servierbretter vo» 1.85« Handtuchhalter 1.20« Besteckkasten ttg 0.60 Kasten..... 1.10 Fleisch bretter— 0.45 Schinkenteiler.. 0.12 Frühstücksbrett- 0.15 Bretter""£""0.95 1.25 Waschbrett..... 0.90 Schuhschrank»ei»! 230 Eicktr. Beleuchtung Machttischlampen mit Sddeascbtrm 4.25 5.2D Ständerlampe a0 mit Seiden schii cd Bügeflampe Messing z: 7er und Nickel, m. Seideascbirm Schre-ibtischlampe eg 7- Messing, mit Seidenschirm I 2.1 3 Boudoirlampe � nn mit Se denschlrai O-VU Schfafelmmerbelcuchtung z: 7? Alabasterglas 'T,,___ lür Speisezimmer Zvugkrone m. Se den- 97 /-k/�k schirm, verschiedene Muster 21-V/U Herrenzimmerkronen vmM«�ne 1930 u. 2730 Wohnrlmmcrtampc ,a aa 3- und 2 flammig Alumlmum- 11« Emaille• Geschirr mit Fehlern, besonders preiswert moderne Form, weiß lackiert, 6 teilig 155h 195m 210h Aiumin-Schmortöpfe mftDecs%5stück 6.90 10.50 O 7tr. 551* 46. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Sonntag, 24. Mvember 1929 Begrenzung der Staatsausgaben? Eine unmögliche Forderung/ Wirtfchafisgefehe gegen fromme Wünsche. Di« bürg«rllche Diskussiov Ä>er die Fmmrzrefarm enchall den Lorschllag, die Etaatkausgaben für eine bestimmt« Zeit zu begrenzen. In dem bekannten Finanzplan von Stolpe? wird direkt die For- derung aufgestellt, für die nächsten zehns!) Jahre für da» Veich einen sogenannten„Ausgabenplosond" festzulegen, d. h.«ine von vornherein festgesetzte Obergrenze der Ausgaben, die nicht über- schritten werden darf. Auch von den im Reichsfinanzmmisteriiirn ausgearbeiteten Plänen hat man den Eindruck, dah sie auf der Voraussetzung aufgebaut sind, daß zwar die Eim, ahmen des Staates sich in den nächsten Iahren parallel mit dem Wachstum der Wirtschaft erhöhen werden, daß aber die Ausgaben auf der i�i-�n ti.'h» belassen werden sollen. W« lehren die Tatsachen? Di« Staatsausgaben sind seit der Inflation von Jahr zu Jahr gestiegen. Der Zuschußbedarf des V e i ch s(die nicht durch Berwaltungseinnahmen gedeckten Aus- gaben) wuchs folgendermaßen: Zufchußbcdarf 192S..... 4357 Mill. M. 1926..... 5626„„ 4- 29.1 Proz. 1927..... 6090,.+ 8,3. 1928..... 6208..+ IL. 1929..... 6592,„+6�.. Danach Hot sich zwar in den letzten beiden Iahren dos Tempo der Ausgabenfteigerung gemäßigt und die Erhöhung der Ausgaben lediglich auf das Anwachsen der Reparotionslaften beschränkt. Man muß aber berücksichtigen, daß der Zuschußbedarf dieser beiden letzten Jahr« nur nach dem Haushaltsplan errechnet ist, er dürste also in Wirklichkeit wesentlich höher gewesen fem. Für die Länder und Semeinden liegen die Ziffer« des Zuschuß- bedarses erst bi« zum Jahr« 1926 vor. Sic zeigen bis dahin eine den Reichsausgoben ähnlich« Entwicklung. Wie läßt sich diese auffallende und kontinuierliche Steigerung der öffentlichen Ausgaben erklären? Zum Teil gewiß aus der Steigerung der Neparationsbelafwng. Zu einem anderen Teil daraus, daß dos Niveau der Gesamtwirtschaft, des Volkseinkommens und der Finanzwirtfchoft am Ausgang der Inflotionsperiod« auf eine» abnormal tiefen Stand herabgedrückt war. Die rasche wirtschaftlich« Erholung in den ersten Jahren nach der Inflation spiegelte sich i» einer raschen Kräftigung der Finanzwirtschast wider— daher, abgesehen von der Krise des Jahres 1926. die große Ansprüche an den Staat stellte, die sprunghaft« Steigerung der Staatsausgaben gerade in jener Periode. Aber darüber hinaus hat die Ausgab«nfteigerung doch noch«inen anderen Grund. Sie liegt gleichsam in der Natur der Dinge, d. h. sie ist begründet in dem aatürllcheu wachptumsprozch der Gesellschaft. Dieser steigert auf der eine» Seil« kontinuierlich den Arbeilsertrog der Wirtschast, auf der anderen Seite erhöht er ober auch den Bedarf, der nur zum Teil privat, zum Teil aber immer auf dem Wege über den Staat gedeckt wird. Zugegeben kann werden, daß in absehbarer Zeil auf manchen Gebieten ein« gewisie Ausgabenfe nkung möglich ist: die Nachwirkungen des Krieges klingen allmählich ab, dementsprechend auch die Belastung, die daraus dem Staat««rwächft(z. B. Ner- sorgung der Kriegsopfer). Alber man darf nicht denken, daß schon für die nächsten Jahre mit erheblichen Erleichterungen zu rechnen ist. Man könnte ferner auch annehmen, daß in den nächsten Iahren der fühlbar werdende Geburtenrückgang«ine Berlangsamung des Entwicklungstempos oller gesellschaftlichen Größen mit sich bringt. Die wirtschaftliche Erfahrung lehrt aber, daß eine langsamere Be- oöikerungsoermehning sich in einer Steigerung der Lebenshaltung und der kulturellen Ansprüche der Bevölkerung auswirkt, so daß der öffentliche Anteil daran nicht zu sinken braucht. Aus der anderen Seite ist zu berücksichtigen, daß immer noch nachzuholen ist. wo» in zehn Zahren Krieg und Inflation ver- sänmt und vernachlässigt wurde. Die Wunden dieser Zeit find immer noch nicht ganz geheilt. Unter dem Druck des Kapitalmangels ist trotz des relativ starken wirt- schaftllchen Aufschwungs nur das allerdringüchste geleistet, olles ander« für die spätere Zukunft zurückgestellt worden. Man denke nur an die Wohnungsnot. Der Vortrisgszuftand der Deckung des Woiznungsbedarfs mar zum Teil fürchterlich: aber selbst dieser Vorkriegszustand ist noch lange nicht erreicht. Wenn nun heute die Kommunen zur Milderung ihrer Finanzsorgen im Jahre 1930 den Wohnungsbau noch unter das im Jahre 1927 erreichte Niveau herunterschrauben wollen, so nniß man zwar einem solchen an sich lief bedauerlichen Beschluß Verständnis entgegenbringen, denn Not kennt kein Gebot. Aber man muß sich auch sagen: Hier, aus dein Gebiet des Wohnungsbaues und aller damit verbundenen öffem- lichen Leistungen(Straßenbau, Verkehrsmittel usw.) liegen nach so ungeheure, überdosnorma!« Maßhin ausgehende Aufgaben vor, daß schon st« allein den leichten Rückgang, der aus sicheren Gebieten des SKatsbedarscs zu erwarten ist, weit überwiegen. Es bleibt daher der allgemeine Gesidstspiiickt ausschlaggebend. Die moderne Wirtschaft ist auf ein ständiges Wachstum«ingestellt, das in der Regel über das Bevölkerungseoochstum hinausgeht. Diese Bewegung ist so elementar, daß sie sich selbst in Zeiten der wirt ichoftlichen Depression durchzusetzen pflegt, wenn sich natürlich auch in solchen Zeiten das Wachstum verlangfamt. Mit dem Machetum«an Wirtschaft«nd Volk wächst aber auch der öftealliche Ainqpzbedars. Es müssen mehr Wohnungen gebaut werden, mehr Straßen und Verkehrsmittel, mehr Schulen und mehr Lehrer, wehr Gärten, Krankenhäuser und sonstige Wohlfahrrs- einrichtungen bereitgestellt werden, kurz und gut, dem Wachswm aller anderen gesellschaftlichen Einrichtungen müssen sich auch die Swatseinrichtungen anpassen. Gewiß müssen bei einem Wachstum der Wirtschaft um beispielsweise 10 Proz. nicht oll« cinzrttwn Staatsausgaben mechanisch um 10 Proz. erhöht merden. Einzelne Gruppen von Staatsausgaben können schneller, ander« laugsaver wachsen. Es mag auch sein, daß bei der Teilung der öffemlichen Gewalten in Reich, Länder und Gemeinden die Ausgaden d-? Reiches weniger vom Wachstum der gesellschaftlichen Größen ab- hängen als die der Lander und speziell der Gemeinden. Aber im großen und ganzen heben sich diese Verschiedenheiten gegenseitig aus, und da Reich-, Länder- und Komirnimvlfmanzen, wie jetzt immer mehr erkannt wird,«ine untrennbare Einheit bilden, dürfen auch die Unterschiede im Entwicklungstempo ihres Finanzbedarfes i» dieser Ueberlegung außer acht gelassen werden. Aus diesen Zusammenhängen ergibt sich, daß die Staaio ausgaben selbst dann nach wachsen müssen, wenn der Staat imstande wäre, seine Aufgaben nur in verhältnismüßig gleichem Umfange zu erfüllen wie bis fetzt. Wir betrachten es aber vom sozialistischen Standpunkt als Ausgabe der Finanzpolitik, den Ausgabentreis des Staates ständig zu erweitern, besonders in sozialpolitischer»ich kultureller Beziehung. Wir wallen, daß der Staat in Zukunft für die sozialen und kulturellen Bedürfnisse der arbeitende» Bevölkerung nicht nur das Gleiche leistet wie bisher, fondern daß er viel, viel mehr und Besseres lesslcl. Der Schluß ans die gegenwärtige Situation ist leicht zu ziehen: Jeder Vorschlag einer Finanzreform, der irgend- eine oersteckte oder offene absolute Begrenzung der Staats- ausgaben für eine bestimmte Zeit vormissetzt, ist seiner Tendenz nach gegen die Interessen der arbeitenden Be- Völkern ng gerichtet. Theoretisch wäre es zwar möglich, daß auf der einen Seite, z. B. durch Rationalisierimg der öffentlichen Verwaltimg, an Ausgaben gespart wird, die eine Steigcrimg der anderen Staatsaiisgaben— für soziale und kulturelle Zwecke— ermöglichen. Aber derartige Verschiebungen sind aus keinen Fall vorausschbar, und auf jeden Fall ist die Größe ihrer ftnanziellev Auswirkung unsicher. Zu befürchten ist vielmehr, daß eine Be- grenzung der öijentlichen Ausgaben den Staat unfähig macht, sein? sozialen und kulturellen Aufgaben auch nur im bisherigen Umiang zu erfüllen, und daß ihm von voricherein die Möglichkeit aus der Hand genommen wird, feinen Aufgabenkreis im Interene des sozialen und kulturellen Fortschritts zu erweitern. Die organisiert« Arbeiterschaft hat bewiesen,»aß sie für eine Staatspolitik, die das sozialpolitisch erreichte Niveau auch nur behaupten will, im Notfall auch schwer« materielle Opfer zu bringen bereit ist. E» sei nur an die Bereitmilligkeit der Sozial- demokrati« und der Gewerkschaften erinnert, eine Erhöhung der Betträge zur Arbeitslos«werficherlmg>n Kauf zu nehmen, dan»'i deren Leistungen nicht eingeschränkt zu werden brauchen D'e arbeitendc Bevölkerung wird auch m Zukunft zu solch«« Opseen (chön muß es sein... vns immer Sie bei uns kaufen* damit Sie auch Freude daran haben, so oft und so lange Sie es tragen. Daß Sie auch Freude beim Kaufen haben, dafür sorgen unsere immer wieder bestaunten niedrigen Preise die augenblicklich ein kaum je dagewesen niedriges Niveau erreicht haben. Wenn Sie also mit der Freude am Kauf die Freude am Besitz vereinen wollen, dann— Die obisen Angebote stehen Ihnen ab Montag zur Verfügung ungen Rftuien iikht berücKsichiigt werde« I fccteif frin, wenn sie zur Erhöhung des sozialen und foffuectfew .Tilneau« unentbehrlich sein sollten. Aber sie wird» keinesfalls in Sauf nehmen können, daß diese» Niveau durch eine Begrenzung der Staalsausgaben bei»achfender Mrtschasl mehr und mehr herabgedriickt wird. Das D�WE. rustei. Kapitalerhöhusg um 60 Miil.— 30 Mill. BorzuKsaktien Die Auffichtsrolssitzung des Rheinisch-Wcstfäliickzen Tlcktrizitöts- werks hat beschlossen, der G e neralverfannnlung ein« Kapiiol- erhöhnng um insgesamt 60 Mill. Mark vorzuschlagen. Das Aktien- kapital des RWE. erhöht sich damit auf rund 240 Mill. Mark. Begründet wird die Kapitalcrhöhung in erster Linie mit der rapiden Ausdehnung des Stromverbrauchs im Tinflußgebiet de» RWE.i so Hobe im Lauf« de? lesztrn Jahres sich die abgesetzte Stromerzeugung um eine Milliarde auf 3 Milliarden Kilowattstunden erhöht. Der Kapitalerhöhung zersällt in zwei Teile. 3 0 Millionen sollen den Zlkiionären des RWE. angeboten werden, und zwar zum Kurie von l30 Proz., so daß die Aktionäre des RWE. bei dem heutigen Kurse von rund 200 Pro;, der RWE.-Aktien rund 50 Pro;. des Kurswertes geschenkt bekonnncn. Die zweiten 30 Mill. werden nicht an die Aktionäre ausgegeben, sondern sind Vorrats- a k t i« n, die sich die Verwaltung des RWE. für spätere Trais?- oktiynen vorbehält. Die Verwaltung sagt zwar, daß diese Vorrats- aktien wenigstens zum Teil für eins später erforderlich werdende Kopitokbeschasfung bestimmt seien, es ist aber anzunehmen, daß sie auch weiteren Expansionen des RWE.-Konzerns dienen, ins- besondere zur Erwerbung öffentlicher Werk«., nachdem die Finanzlage der Kommunen und Kommunaloerbände für solche Expansionen günstige Möglichkeiten bietet. Das RWE. rüstet also ebenso wie die Gesellschaft für elektrisch« Unternehmungen in Berlin, deren Generaldirekior Oliven kürzlich die Ausrüstung des Gesfürel-Kapiiols ausdrücklich damit begründete, daß die kommunale Fmanzloge die finanzielle Bereitschaft zu Expansionen nahelege. Das RWE. bemerkt vorlöusig in seinem Kommunique, daß bei der vorzunehmenden Kapitalerhöhung die Stimmenmehrheit der öffentlichen Hand— praktisch hat die öffentliche.Hand ober nichts zu sagen— erhalten werden solle. Diese beruhigende Erklärung dürste notwendig gewesen sein, nachdem, wie gcmeldet wird, die Vertreter der öffentlichen Hand im Aufsicht-rnt sich für ein« Kapitalbeschaffung durch Anleihen ausgesprochen haben, die eine Gefährdung des Stunnienverhältnisics erschwert. Im übrigen ist es zu begrüßen, daß die unter den öffentliche» Stimmen, d. h. unter den Kommunen herbeigeführte Bindung durch ive Schaffung einer G. m. b. H. verschärft worden ist. Die G. in. b. H. ist in der Lage, die bei der Kapitalcrhöhung auf die öffentlichen Aktien- bescher entfallenden Anteil« auch dann zu erwerben, wenn die eine oder andere sinrinzschrornhe Kommune für sich dazu nicht m der Lage sein sollte. Enttäuschte Beamte. Die neue Spar- und Kreditanstalt verlangt T 7 proz. Zinsen. An der von der Dresdener Bank gegründeten Spar- uird Kreditanstalt für Beamte dürfte die Kundschaft dieser Bank keine allzu große Freude haben. Wie uns aus Beamtenkreisen ge- schrieben wird, hat ein Beamter sich auf sein Gehalt einen Vorschuß von 200 Mark geben lassen, der m Roten zu tilgen ist. Rein zahlenmäßig sieht die Verzinsung, wenn man die heutigen Verholtmsi« berücksichtigt, nicht allzu hoch aus: es werden nämlich jährlich 8 Proz. und pro Monat U Prsz. außerdem verlangt, insgesamt also 11 Proz. Das ist zwar viel, ober wie gesogt, unter heutigen Verhältnisien nicht zu viel. Freilich bleibt es reichlich viel, wenn man bedenkt, daß die Bank auf bei ihr gemachte Einlagen nur 5 Proz. vergütet. Aber die neue Deamtenbonk verlangt nicht nur diese 11 Proz.. sondern rund 17 Proz. Bei einem aus ein halbes Jahr gewährten Darlehen wird nämlich die Verringerung der Zinsoer- pslichtungen iniolge der monatlichen Ab.zahlun- gen nicht berücksichtigt. Es werden 1 1 Prozent für das ganze halbe Jahr berechnet, so daß sich der Zinssatz praktisch auf die besagten 17 Proz. erhöht. Dos ober ist eine Belastung, di« sich jeder Beamte bei einem Gchaltsvorschuß dreimal überlegen muß. und es ist durchaus verständlich, daß unter diesen Umständen aus eine Bevorschussung des Gehaltes van den Beamten lieber ver- zichtet wird. Freilich ist dann auch kaum zu hosten, daß die Dresdener Bant mit ihrer neuen Spar- und Kreditanstalt besonders große Einlagengeschäfte machen wird. Anhaltende Ehemiekonjunttur. Äerringefte Velegschafi, aber höhere llmsötze beim Fardenirufi. Das Ergebnis der Herdfttogung des Ausstchtsrats der I. G. F o r b e n i n d u st r l« A.-G. in Frankfurt zeigt, daß dieses größte deutsche Unternehmen auch im laufenden Jahre r.on einer durchaus guten Konjunktur begünstigt war. In den abgelaufenen neun Monaten des Bctriebsjahres 1920 konnte gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung des Gesamtumsatzes fest- gestellt werden. Di« Folgen der gegenüber 1928 abgestauten Welt- konjunktur konnte der FarbeMrnst in fernen Arbeitsgebieten mehr als ausgleichen. Zu den in der OeffsMlichkeit viel diskutierten A b b a u m a ß- nahmen des deutschen Ehcmicrrusts teilt die Verwolrung mit, daß der jetzige S!a>'.d der Belegschaft immer noch um 15 OR» Personen höher sei als zur Zeit des Zusammenschlusies vor vier Jahren. Es muß jedoch festgestellt werden, daß infolge des Belegschastsab- baue- im laufenden Jahre die L e i st u n g e n je Mann und Schicht angestchis der ständigen Umsatzsteigerungen sich ganz bedeutend erhöht haben. Diese Tatsache ist lohnpolitisch von größler Bedeickung. In dem Sitzungsbericht des Aufsichtsrats wird sodann noch zu dem bekannten Abkommen mit dem amerikanischen Oelkonzern, der Standard Oil Comp, Stellung genommen. Danach haben sich diese beiden Riescnunternehmungen nach jahrelangen Verhandlungen über ihre künftigen Beziehungen aus dem Welt- markt in den wesentlichsten Punkten geeinigt. Die Patente der beiden Gesellschaften für die Kohleverflüssigung und Herstellung künstlichen Benzins werden jür die ganze Well von einer Gesellschaft übernommen, die im gemeinsamen Besitz beider Par- teien ist. Bon der Bearbeitung dieser Gesellschast ist allein der deutsche Markt ausgenommen. Die Geichöstssühning bei dieser Gesellschaft liegt in den Händen der Amerikaner. Die gegenwärtige Finanzlage bei der Gesellschaft ist durckz starke Senkung der Bankschulden aus 38 Millionen, denen rund 120 Millionen Bankguthaben, entgegenstehen, sehr slüsstg. Die Der- � pzaltung rechnet für da» l-w sende Jahr wieder mit het>r«sH jh,0hcrt Dividende von 12 Proz. Baufparkaffeu. Stellungnahme der freien Gewerkschaften. Die ygerrorraten kollektiven Bausparkassen hatten in den letzten Jahren und Monaten einen starken Zulauf an Lau sparen und infolgedessen einen roschen Aufstieg zu verzeichnen. Dabei ist aber vom Standpunkt de? Arbeitnehmers besonders auf zw« Momente hinzuweifen, die bei der Benützung von kollektiven Bau- fparkaffen äußerste Vorsicht erfordern. Einnro! gibt es viele Lauf par kosten, deren Sparsqsreme einer sachlichen Kritik durchaus nicht standhalten,«eil sie insb.uimdere auf dem stets steigenden Zugang an neuen Bausparen ausarbout sind und man infolgedessen sagen koirn:„den Letzten beißen die Hunde": zum anderen sind die Miirdestsummen der vertrauenswürdigen Bausparkassen so hoch(auch bei den östent'ichen Bausparkassen beträgt die Mindestsparsumme 3000 Mark), daß es den meisten Arbeitnehmern unmöglich ist, e:i« feinen Einkammensverhättnisien angepaßte Sunrm« iimerhosh einer nicht zu langen Wartezeit zu sparen, bzw. eine bestimmte monatliche Sparsumme 10 oder 15 Jahre lang Hinteren« ndcr zu leisten. Der Gedanke des Lauzwecksparens ist deshalb aber nicht zu verwerten, weil er in der Art der heutigen Anwendung in Deutschland nicht einwandfrei ist. sondern es ist zw untersuchen, inwiefern er mit solideren Methoden durchgeführt werden kann und vor allem, inwiefern der Arbeitnehmer mit kleinem und mittlerem Ein- kvnrmen sich auch des Dauzwecksparens mit Erfolg bedienen kann. Zur Durchführung dieser Unterfuchung Hot sich aus Dertretern des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes ein Ausschuß gebildet. Es ist zu empfehlen, das in kurzer Zeit vorliegende. Ergebnis der.beschleunigten Arbeit dieses Ausschusses abzuwarten...,. Reichsbahn gegen Kartellpreise. Zusammenfloß mit der �oeomotivmdustne. Zwischen der Reichsbahn und der deutschen Lokvmotiuindusteie ist es bei der bevorstehenden Vergebung der vorgesehenen SO Schnell- zuglokomotiven zu ernsten Differenzen gekommen. Die Rcichsbahnverwoltung hatte, was auch durchaus vernünstig ist, beschloflen, die Aufträge an die billigsten Werke,, unter Berücksich- ttgung der besonderen Vcrhöitnifse in den einzelnen deutschen Län« dcrn zu vergeben. Sie hatte jedoch ihre Rechmnrg ohne die Lokowotwwerke ge» wochr. Dos ottc L o k o m o t i o k a r t« ll besteht zwar nicht mehr, doch war es auch ohne Kartell für die beteiligten Werke ein Leichtes, sich über die Preise für die Rcichsbahirv'oschinen zu verständigen und damit der Reichsbahn.Kartellpreise auszudrücken. Die Verwaltung der Reichsbahn, die von dielen Maßnahmen der Industrie Wind bekommen hatte, beabsichtigt als Gegenzug die Ausschreibung auszuheben uird die Maschinen frei- händig an einige Werke zu vergeben, die als biwgftc Lieferanten in Frage kommen. Neue.�ujammenbrüche von Prival danken. In Hannover haben wieder zwei privat« Banken ihre Zahlungen einstellen müssen. Es bandelt sich um die LankHrma Otto Meine und die Bankfirma Julius Blank. io oder SchatlplaUenmusik? •Keine Batterie mehr----- An- «chluC an die Lichtleitung genügt. Nein— beides: PALADIN 5? Sie drücken nur auf einen KnopF und hören den Ortssender mit voller Kraft und erstaunlicher Tonreinheit im PHILIPS Laut« sprecher. PALADIN 5 ist nicht nur Radios apparat. Sie können mit Hilfe der PHILIPS Elektro-Schalldose jede Sprech raasch i ne ansch 1 ießen,und! Radio und Schallplattcntnusik: erfüllen Ihr Heim mit so unver« gleichlicher Schönheit und Tonfülle, daß Säe die musizierenden Künstler yor sich zu sehen'glau- l*?n. Sie erhalten �vvei Geratö zum Preise eines einzigen! PALADINS Tcrtricb: D et: ts che PHILIPS Gesellseh aft m.b.H., Berlin tS" 35 BsKtcüö; L- Lörcna A- Cu ßßliü-löjajolhof > tz ß» $0 y/f/ V'> Kiuseadusgcn fät Mcfe SteSrH«ab B e c H a SB 8S, gfcfctnftcant 3, pariemachrichienFM fürGroß-Berlin ffct» ea b»"RetirtsfelretoiUl 2Siejp«B rechte zu ridjtcn Voranzeige. Donnerstag. 28 SUJbcmöcr, t9!v Uhr. findet in den Germanin-Sälen, CTtittaffecftt. 119, eine SMgcmctnc Funktisnärverfaznlnlnng ftail. DagrSoedn'rng: Des Ergebnis der Berliner Ttadt>,erordnetenwaHken. Referent: �ran, Kün�ler. M. d. N.— Die Funktionäre werden gebeten, sich diesen 2sbend freizuhalten. Achtung, Kassierer? �origcsehie Lnsragen zeigen, dafz ein Veschluh des S-zirks. vorstandc? bezüglich der AebeiteejagenS schon wieder in Vcrgeiienhsil geraten ist. Verselbe lautet: 1. Parteigenossen, die von dar Arbeiterjugend zur Partei über- treten, zahlen lein Elnirittxgeld. !. vis Dauer de, TRitclicbfchaft bei der Arbeiterjugend wird diesen Genossen angerechnet. ?. Diejenigen, die ihre uorläusig noch weikerbeslrbende AUt- gliedschaft bei der ArheilerjuK?nd uachmeisen. zahlen beim Abtellungs- kassierer nur die chälste der Deiiräge, das he'ht. sie klebe« im Monat nur zwei Ri arten. Vi« kassirrer werden nochmals gebet."», diese Regelung zu beachten. 2. L.: Aler Pagels. * 1. Swi» Mit!«.(SeR»ntBa«i und(SerntTrr ixetbrn od--!«;,*n tchndl al* miialidi Mi Joi'e Evtl-hir yenaslir 53oE':J.tn. ÄrcüAfir. Ü. CR 15 Ißt ab- aiftfaen.— itreU gantl�miiti» Berisr-M;«,; Strfemmlar.a aot SR»«. fec. Tri. Roaaübar. JO Ubi. im Jcad!eäfe.n Ho!. S offrlbol,;-Sf». ül— U. 2. flttt» Sictaoittii. SKfnftoa. 26.■SeMoifx't. U Uftr, irirfitjr;« fir-israr- («anbsfiiuri« bei itninq*:, fftcr.sbuuj« Str. 3. SlAti«« Safttsocbnun«. 3. ttxi» ÖtbbiBo. IMenitaa, 25. NoornS.«. 13 U'n. öitu-.-a bts kreisrw:. ftanMea mir den Abtcitunasloitern bei Wrnt>«, kowiiliitr. 11>. L 9id»$tiast«a«t 59««. SJiOTüoa.-5. Siootmhir, 19 tli)r, Sismta Jas er. tBiticttin flrdsoar.fra-ibcs hei Sine. 3Vjr.?ia«r Str. 71, 5. Swi« Sri«bt!. Slanoneer. Z>1 Übt. Sthana hrs 8r«!?-- rnrfhmh»- ntrt Äitdlunssleitcrn, Vorsii-enbrn h.-t S-Rbtrfrtnrbe ynb Srhaitirmobltahrt Ui JnejifcIM. Unlarrts- fiOe©Unbelftraht.— Bot fr« 9r',:;irräanfr5fl)t';ra 21>«rfirujta fr« bis feitt nertaur!« Los», II Sic!, Stcxlifr. Ronta«, 2S. NoormScr. IS's wir. SreisvorsranfrÄiduna an frctanntct Stell«. lt. Stei? SReulSn». Situna fr"*«acren Steisnerfton.fro# m'.f frm ECht-tTyruf"- leUnn am SRonfrac. 23. Zlo semder, 19 Uhr. im Badtifwrfaij,— Die vi«. laufte» Hole tnöffm umqtbrnfr cfa«fdinct merfrsn. Lo'« IN freichrentre« ?.obl iinfr noch ja haben bei frfr Genossin fanti'tfr. Genaersi«. 4. I". S«Ji Treptow. Monfraa, 31 Sancntber. 21 Ubr, ut Nnfrerichöneweifre, Berlin«« Str. 36. Sraiatorftnniolthuna mit fren �tbhiTumSteilefn. 18. Stets SSpenick. aRcttia«.£5. Rooemh«. Wü Übt. in SöoeniS,»iifvHae SreifrncrflaniosiliuitR an belannltr Cht» Dt-."tefre Abteilung musi netfrettn fei*. le. Utfit Van!»«. SEen+ae. 23. November, 3» Ufr«, Sei Meie«. Zllrlischei ««lt.. Breite diialji, Srtiifreltairdiurcdvmtnluva. Bnnttlich IM? Ufr« im aleichev Lokal Steisvvrsll>»fr«si»il»«. El wird»frn« ZtSitsiffrt»vi da» Nicht. «icheinen fr« fierftasfrendtaltcbt« wo 13'- Ufr« necfranbcli. 29. Steif Selaidcnbv«!. äfentoa, SV iürwmbfr, 1916 Uf.r. im BaSfbaue, Niixich'vfrors.Wksi. Scharnwcbetsi«. 114. Sitwilg fr« Rttisnotjlar.frtä mit fren täbteilunasicitern. heule. Sonntag. 24. November. Äbt. TA* BezsrksMörer latax Mittwa6». 27. Noi�vrZx'r. A)it 2Ktf> <�11 tbitü gTfaatinTu r. g tin. Nbt. 10 Uhr*n.Äörtifn sind, bis Cad« de.* Nocks mit dem Kofsierc? «vjpaeiir.a. Pretugaue« Ällee löll 19 Uhr Vttfatntnliina alle« S'SD.'Äem'jtnmitaurfrft free 46. Z?erVin!si'ieIle im Lokal Slna. Tiantio« 2«. 71. 74.«St. siechleofr»«!. 19 Uhr bei Schrtim, Tah.tframcr Sir. 23. ennetferie xotfranfrssilluna. Bei'imwtes tmfr«rllrtil'ch«; Ctfchdnen drinaenfr nsitiq. hj.«6t. laanifit»'. 3fr Uhr hei Binft«, Torfftr. 5fr. iDSt«liefr.-rstt'amtnImio. foetzaa;.Geaenfäfre In frei SBclfmirtfifafl". isiefetent Ernst Naumann. UU.«h-t, Treatow. 194-Übt in fr« SottrtirtifjjrfrU-on.(bra'-fritr. 50.(iifruttfi fr«» Sili-llnqiausschusses. Jraucnocranffallungcn. PaiHei veleranen 3 Sonnabend, den 30. November 1SLS. 18 Uhr Im Qewerkschaftehaus, Saal 4. Engelufer 54 25 yg�terli�itun�saiiderfecS UniivrhiniUincio-.musrv' � Vortrag/ Weltero HnrUfrilungen und Oedieht«. George. Wild«, a<6h4iueptelerWe,ilc9liedergu<9nett i'"> Ps'iolvr'»rsVib'r 5r. m:; ibhfrn' AVigaWi'�en heftfichst»Irt�el-frdan 4. HH. VI) Uhr bei Sranfrt«. S'.ralaucr Str. 10. ,.Stt Sbairf um frU CTv> rcchijrf'otm', Retereniin 22«rie Sunert. 2Ä. fr. R. 3. 9ftL iSVi Unt im Brlrnrhoicr bot. Sofenthelet 5t«. 11/13.„fflrbör! frit fftau ins Hau??- Bifewntin SRotac«!; öörnfiltmrti. Ausierfrtw Pf. rldn r.r.m StAitfifrournlaa. 6.«St.' 1915 Uhr bei Tobrsblaw, öminanür.tx« St«. 11.„Bchrlilutrie". Oir.itrent Ufr. Dv'imann. 6.«St. 39 Uhr bei isiichert, Sifeinmefiftr. 36»,.Leiiervs aus der tlhiZnrn Lileroinr". Joitraa.'nfrer Hrnrv Reift. 17.«6t.?« nraurnahenfr t-nfret eich e« 2. Drieinb« statt. Scbrre Zstit. l'ifimfr t-folfri roch. 22,«61. Der iltcu-raheri tollt in frifftm Monat aus. Er finfrrt am 2. De, jmfbcr statt. Näheres toirfr noch miiaereiTi.- 23,«6t. 19 II Uhr 2 ei»«a. 1914 Uhr he! Schellaach, Stlviain,E/l!sabeth>S!r. 6. „Der ZSeliktiea IN der Literatur". Reterontin Gerda Wenl. 69.. 78., 71. und 72.«bL Siünetshotf. Alle Genossinnen hcteiliaen sich an dem-remtinlamen«henfr frej- Sinfrertreunfre und«rbeiteriuaen.fr. Dorlraa der Genossin«nauer:„Die Befreuiuna free Sindertreundehemeauna". Die in Aussicht flennnimene Beteiliouno der SAZ. am Peoatamm muss weo'n iene Dofresfalles ausfallen. Der Abend findet im Lokal stulka. Lauin» hurger Ecke Uhlanfritrasse statt. 62.«llt. Stealit). 20 Uhr im Lokal Schellboke.«stornstr. 15-,„Das Recht der?rou auf bekonfreten Arheitstchuh". Reterentin Ittifra Licht. Reutsilln. 60.«SL Der l-rauenahenfr finfret erst am 2. Desembek statt. Näheres wird noch IriitjtiteitL— 91.«SL Der israuenafrenb finfret erst am 2. Deeember statt. Nähere Zstitteiluna ertvlat noch.— 92.«bL Der isrouenafrenfr wird aut fren 2 Deuember vetlestt. Näheres wird noch nerosfetitlichL- CS. Abt. 1914 Uhr bei chinsaen. 31)0 me". Eche Bofre- st lasse, Heitere« Abend. Boetraaender: Stadtrat Schneifrei.— 97.«bL 19!/- Ul,t bei stusski, fiermar.n fr. de Leinestrasse,.�saenifation fr«- 58eTi. friefrtns" Referent Hedakteur Zsiolffrana Schmarl.- 96. 21b i. Ifrtl Uhr bei Teich, Snekebedstch. 135,„flätoerpfleer mit anntaofiifävn Borfsth» runacR". Bartraoenfre Sofie lllaeiow. eemlar, 914 U»s; 7. 7 h-rth fr! «dstctäl Olfen.} arejtrini» tmicni".« e .28 Uhr: D'hifnfcrhJdje ffachsäwft:..Die U, 24. 28. ». 33. 126. --- E3 B SKUUnech. 27. Zlouember. Iß«,- Uhr, In free Lindenstt.?, an b«. B »g�„st«r Stell« Sitzv«« der maifri-chen Zstitalieder de? enveiietlen H«. B -.I.r�vorltandes. deren Ztelloerireterlrnen und der Steisleiterinnen für � '3 Dsiiaiion. Dir bitten um oollsahliaes und pstnktlichos erscheinen, er �-««Ii ZUeeaarten. DIenzlaa. VA November. 1914 Uhr. ftrosse es itz stfentruhe iCfraurnSniaeBuna in fren Arminlushallev.-Bremer Strosse, r, vj Stcfcrcntm R-iä?stag:abq-ordret««Tara Bohm-Schuch. Sibdiu.{steitaa. 6. Deiember, Issit �>t. In der Lämenbrauerc!, chochstt. 2, Sreizfrauenabend. Näheres mird noch hekanntaroeben. Acauenvcranstoliuogen am ZNoniag. 26. November. ,« am».(in ifftr Im(siemerTftfratisbaus,«inaana 24, Seal 4, he? Per. fehtsfrunfrrs.„D-obl'mt der Sürsotaecnlehar.a". Ntsttenlln Niinna Dofrenhochn._ ß- 93, W5L SeokiBn. 1914 Uhr bei Griiaer. Lessinfrstr. 9.„Das neue JJ Wien". Lichtbildervartzoa des Genossen Rothe. 99.«6«. Brist. I9'4 Uhr im Lokal„Dulchltua". Rufromer Strasse...Wie er» holte ich mich aetun!?" Referent Dr. rwi. E. Meier. 181.«6». Trepivi«. 19'4 Uhr im Lokal.Alitnctl", Siefhclj. Ecke Eltenstrasse, .Lachendes Alt- und Reu, Berlin". Boriraaenfrer Genosse-Uraru.Holtmann. Ausserdem. Bericht vom äkAttisfraur ufrtR. 19».«5L Zohanuisthel. 191? Uhr hei Borha. Einbenrauchstr. 1213,„Sie StellUltfi der Krankenkassen ,sr Geburtenneaelunst".- Referent Qr. inest. ITricbcberncc. 139.«bt. Teflel. 20 Uhr im ZnaenfrHrlm Schäneberaer Sirasse. Bortra» des Genossen Stadtrat Henke. Die sseaurn der Genossen stnd besonfrers ein, «eladen. Ziraueuveraustolkungeu am Dienstag. 26. November. I».«mb 29. Abt. 1914 Uhr»ei SienjeT, Schmefrenstr. 13,„Bllrzeeliche und oro'ctotilch« Srauenhemeaunfl". Referent Erna Seesse. 13. Abt. 1914 Uhr bouna»P!an". Referent Hans Wcurnofr. 47.«6t. Ill'4 Uhr in her Schule Walfremarstr. TT,„Alt-Berliner Humor". Referent Hann? H.«amm. 38.«bL theclatteatais."20 Utir bei Liertch. Saniftr. 62.„Die TJrau In Politik unfr Kirtfchati". Referentin?rma Nechenhach. 73. Abt. Wannfee. 20 Uhr hei der Genossin Hiräx. ssSaufseestr. 13, Weiteres aus brr schönen Literatur". Aortragender Henrn Reist. Schäaebeea. 77. Abt 20 Uhr bei.Titrfrcrs, Llarharossaltr. 3»,..Gherechts» refotra". Refeeent Genosse ftitfchbcimet.— 76.«bL Alle Genossinnen he teilt aen sich ab fr-rm Scrtroa her 77.«bf. bei Siltttens, Barbara ssastr. 6». 64,«iL Eonlmist. 1914 Uhr in Lehmanns liestlälen. Saisar. Wilhelm» Sirasse 29—31,«»»lpracheabend über die äVethnachtsseier. 131. Abi. Riederschönhansen. l Uhr Im Sissuiiaofaol, Rankest«. 4. W i Fl.„ssille.llloend". Barlraaender Genosse Hanns H..stamm. 71 «2.«bL Sirmcn-stndL 2n Uhr fCoffit mird am Milttooch beiannlacaeben). „Sfixaerlidtc und violetarische fsrauenbemeguna". Refe rentin.ssima Dechenbach.„.. 94. Abt. NevthUa. 1911 Uhr bei Cell. Schillern romevafre U,„Partei und rtrouenbemeeajna in Berlin". Rekerenlin flläte Schach. Fraucnveransialkuvgen am Donnerstag, 26. November. hosten Sic. bllun schnell 1 Fiosche Reichels Ruften tropfen mchrnials täglich!S— 20 irepien nehnten. ftinlwr die .fj äffte. In Apoideken und Drogerleii erhälil'.ch. aber echt nur mi: „SWarfe Msdico'. ß?» Äbt. K«l?ssee. 20 tlftr M GorhwuTm, WostUKschz.ötr» 4v, �-Dis otPÖuna ter ftfcuttertfaffc«»ut©c�utifittr�clune". SJcfcrent v?. roM. IZSe&.hL �ri«itfft».t>9cf'C>|t Ttr Äur?n. Nöbsrl�s t« her nöüiffrn Zu- | fahTmcnfuntt cm OütinetsWfl, dnn 5.«hr: 150�0!- sissensÄaftllctic fiaätidxift:.Öirtsdjäftatcckauna Im eoÄlGU«nu5*„— Si. No- i.�y Bättckicr. Ort. Portraqssaal dcs Varls ivorstandem, HW' Lindcnstr.?.. tr>K' 2_ Zr. r 25l; Naivemö� 11 Übt: AnattMMr Arbeit»�.?.:!0-Är: Ä sti'S. schule ä)fre;:?6llu 7r"inilfr.-?a le»n S 20 Ufr?:. Cr.oacadh-IkjKi«tdiitjfreis. ,,,____________„. fe nfrcotoaic xjs hljiariicheh Proiess".— . Ronemver, 1714 Uhr; ff ant»; on ätar rfe wailuna der Ortsarupve. 20 Uhr: MiigNederverfanimluna der Sekirnn Universität. Pefererrten: Genofstn Maschke »des, SW TO, Linden"-- „„„scher«rbeiiskteis. Ä .....------------„—_....- 29, Roncmber, 20 Uhr; Geoaraphlsmer A IfctS. 20 Uht; Zliristikiht roii'�r"„Cfelluna fr es ,1nfr:o:fr'iuir..> im fr?; «ira'redn".— 70. SSftchemfr-t, 9 Ufr-: Romanistischer«rheiisfrkli.— 334?rr, «eftalmess'n stlid'n!M..Bund". RZS". 6. Llbrechtstr. ll. statt. IungfoMlisten. 'Ii Mvntva. 2,1. Ravembe«. i9"4 Ahr, efresorniveransialtiina i» 1 äs?Amt*rz fteg Ttt»dLHous1 Uhr. im IqqeudHe!« Wachtelstr. I. Sprechchorprabe. Stichemi zahlreich. Arbeitsgemeiüschaft drr Siiibc7{irtuniis cSrosz-Bsrlin. . Di« ir d-'? Tan?.'«?" r 2'7. 2$ ieifft auis. Am cönntaa tpcfl�n uci di« fFotf« uni> Iunqsalktst 15% Uyr vor dem Bezirksamt zum tfrclfln» i?(Tm an Vi.!. Kreis Be�dina: Tc* Tttürribfaim Aft ont 5l>Nr.�oa von l-V-lS!!Hr Urettaa, 39. NöveinHer. ssi'lmabend mi* der für ilivt imd CXtrrn.!> UJjc iv der«Sckülf Wielen feiz Panlftrasic.(:* feufri* die Ifen; Dicnstatis vir. Turaer Gfrnsic. donnerstags Äide Schulen in der ebenda.-Ackttlna! Vvntacr.'-Ä. Novemker. Eliernverfammluna im Lichtbild; immer de? PS'.-"r SchuXe. Eotenbi.'rqi'r Straße, vm 20 Hör.<5rfKsin n aller CXtt.rn ist Pftjcht. Zuaqfasisv Bruunenpla�: Donncrs'aa im Lcdiflcntipinr öd>pntrebtftv J: ieden ffwitoc tH dct TurMalle- �uhepla�- Ec?e Schul stra sie von t7�-i0� llX)?. Kreis Witt«: SreisfoOIev rc tssi tzuna am Montafl. 25. tfovcnhzr., 17U.Übt. im iwitn EXrsov c t b?i r chjt r. 10. Arn �feticiens!aa. 17'�— 10'> Uebnna.'�b'nd. z�reitaa«'20. Novemcher. X«'?- �. iThr., Axtssm a cheaX»e n d.— Ncstfotien: Man» tag. B. November, j 7�— 19 Vi Übt, Spielen. Alle Vr ran{tdXtuitc? n im Jjtim E.ttfabe'b�.irchsir.]9. Stets W«i�ansee. Gruppe VeZsicuse«: Wir vermeitcu arnf den am VsntQa. Nnvember,!&% ufir. fmttfmbrmdm Esl-ern.�: Xmaben!>. Säfte wüllkeurm�n. ferner Qebin mir. begannt, dasi unsere?urnadtP!d? b'S oui weiteres aus» stmev, und mir uns mie bisher im Äugendhelm am Djenstaa inerfcn. Tieraartr», Gruppe Bupust Bebel. Matt Am Dienstaa. M.- N.-� vemÄer, von 17�— j9H Ubr. im Heim- WaXd'n-serftrosi?. �»skenvsllne'riauun. Irma»— Zunafatte«: Am Dierrstou ebenda �alkenvollversammluNd.- KiiXen: Am Mttmvch, 27. November, van 17—19 Uftr.. cvcnda Heimabend. Gehurtotagc, Zubiläcn iijm. <1.«bL Unserem lansssähriaen»erlicntr«- Genvsirn Hermann H« m» e 4 ui sei rem 09. Sebvrtstoas die herzlichsten SlSawinsche. � Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Orgianisation � 19. AbL Am 22. Rovemher«-erstarb plässlich unser lanaiähriarr Funktionär und Betirksverordueier Genosse Paul ff v»ald, Paulstr. 22. im Alte« von 44 Zähren. Chrc seinem Andenken! Glnästherura am MittMOch. 27. Rootnü'er, 1614 Uhr. im ffzematorinm Gerichistrasit. Dir bitten um reo- Reteiliauna. 196.«ht. ffäper.>uaocrsammluna br! Schröder, SLeinmekfte. A. Llchscn. berg, �unqmannschait und Schubs portler: 19�. Ubr Turnobend in der Turn. hau« Äummclsburaer Str. r,4. Erscheinen. Bflick-t. Tempellzas(Ortsversin�: 2fl Übe erweiterte Lorswn-dssidMta be-i Erscheinen Pflicht.— Dienstag. 2f». Slovembee. Kreuzberq: 20—32 Ul?r Turnabeird Turnballe Gneisen aust?. 7. l>«-den D'.cnstaa. NrutSllu-ÄrlK, 2. Kameradschaft, 1. Aua: �uaversammlunq bei Schaoeiko. Wcichlelstr. 5. 2. Sani eradsch oft, 2 Sug bei Nich. König. Böhmische Str. 4R. Wcdbioq(Ortsoerein): 19% Ubr Antreten oller aktiven Sameraoen im Sleinen Tieraartrn. Ecke Turmstrasie. Trepww. SüttÄ&antwt: 19V6 Ubr im IuaenÄheim?aumschul?NW«a. Erust-ftr. 16, H?*tttr. 11� Seth. N. ov�nrliche Mitalicderversemmlunq. Taae�or-dnuna: 1. Berichie.?. Wahlen, .?. Derschirdencs. Referat:„Arittc �ockschulisoilttk". Referent(Fenoiss Dr. Dubislan. P'-ivatÄo.»ent an der Technischen Lo�'schu�e. Reick-v�vad iiidtscher Stpatfettatee, Ottegrvppe Berlin, Moobtt. reranftoltrf am Donnerstag.'Ä. Royembcr. 2�'-« Uhr, im Norbweft-Hotel, Tln-mür. 7— fi. einen öichtvildnmv'-tsaa bes Herrn Huao Rvsenibol über ..Sörp-rliche und baubwerkliche Auaenber/isebuna im hl. Lande". Gckste Ulnü» lsmwrni Soclsslss Oe cooeersziiov Irfrn�alie. Moniaa.20ll0s Cafe Riedel. Rrllc-Alltanre» platz 19.— Lvnlsirence et dlscufsion.—©ölte williomme». 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Von Streiks außerhalb Verlins wird überhaupt nichts gemeldet. Da war der Bankerott d«r KPD. mit ihren „revolutionären Unorganisierten" vollständig. Mangels jeglicher„Masse* findet nicht einmal das Konkursverfahren statt. In Berlin gab es tatsächlich einig«„revolutionäre* Streiks. Sie waren aber auch danach. In nicht einem dieser Streiks wurde ein« Forderung aufgestellt, die irgendwie revoiutionär genannt werden könnte. Es handelt sich durchweg um Lohn» iorderungen sehr bescheidenen Umsanges oder um Abwehr- streiks. Wir begnügen uns mit der wörtlichen Wiedergabe der Ergebnisse, so wie die kommunistische Gewerkschoftszentrale selbst diese Ergebnisse auszählt. Ueber den Ausgong des Streiks beim F e r in a s i t schreibt die komnrunistische Gewerkschaftszentrale:„Der Kampf wurde ab- gebrochen, ohne daß die Forderung der Belegschaft aus Bc- seitigung des Kalkulators und die Sicherstellung ihrer alten Rechte erfüllt wurden. Rur 40 Proz. der Belcgschafl wurden wieder eingestellt." Ueber den Ausgang des Streiks bei der Firma Tern.a: „Der übergroß« Teil der Belegschaft kam nicht wieder in den Be- lrieb. Die Aorderungeo der Streikenden wurden nicht ersülli. lieber den Streit bei Loewe-Rahio:„Auch dieser � Kampf endigte nach l4täg!ger Dauer ohne einen positiven Erfolg. DI« Mitglieder der Streikleitung wurden gemaßregclt, die Forderungen der Belegschaft nicht erfüllt." Ueber den Streik bei der Bamag:„Anher den vier Be- triebsräten blieben ö0 Arbeiter uns der Strecke. Di« saschislischeu Streikbrecher wurden nicht ans dem Bekleb eulsernl." Ueber den Streit bei Lorenz:„Durch das raffinierte Zusammenspiel zwischen Lorenz-Direktion und DMD.-Bureaukratie führte auch dieser Streik nicht zum Ziel. Zwei Betriebsräte und ein Teil der Arbeiter des M-Merk II blieben aus der Strecke." Ueber den Streik der Kronführer bei Ludwig Loewe: „Die Forderungen der Kranführer wurden nicht erfüllt, vier Krau- sührer wurden nicht wieder eingestellt." Ueber di« Streiks auf einzelnen Baustellen zur Unter. stützung des Rohrleger st reits, wie über den Rohrleoerstreik selbst geht der Bericht mit einigen Bertegenheitsphrasen hinweg. Ueber den Streik am Bau des Metallarbeiterhauses. der genau wie der Rohrlegerftreik gegen den Deutschen Metall- arbeiterverband gerichtet war, wird nur gesagt:„Auf einigen Bau- stellen wurde ein Kamps für die Erreichung einer Wirtschaftsbeihitf« voik durchschnittlich 20 Mark geführt" Daß dieser Streit wie alle anderen Bauarbeiterstreiks verloren ging, verfchwoigt der Bericht. Vollständig fehlt auch ein Bericht über den Streit der sog«. nannten Wohlsahrtsarbeiter. Das kann man begreifen. Di« Wohlsahrtsarbeiter wurden von der KPD. in den Streik ge- hetzt, indem dies« den Arbeitern vorlog, daß die Beschöftigungsdauer der Wohlsahrtsarbeiter verkürzt werden solle. Auch dieser Streik brach elsolglo» zusammen. Auch be! diesem Streik war das einzige Resultat, daß eine Anzahl Opfer auf der Streck« blieb. Schließlich berichtet dt«„Rote Fahne' in derselben Nummer, daß der Streik der„Jungarbeiter* in der Schuhfabrik B e n i f a sowie der Streik der 20 jungen Mädchen bei Leuschner erfolglos zusammengebrochen sind. Auch die Gewerkschaften pflegen nach Abschluß von Lohn- kämpfen über das Ergebnis der Kämpf« zu berichten. Man kann dann feststellen, daß für Zehntausende oder Hundert- t a u s« n d e von Arbeitern oder Angestellten die Löhne um einen gewissen Prozentsatz erhöht, die Ferien ver- läng er t oder sonst Aenderungen in den Lohn- und Arbeits- bebingungen zugunsten der Arbeiter erzielt wurden. Anders ist es, wenn die Kommunistische Partei über Lohnkämpse zu berichten hat. Erreicht wurde nichts, gemaß- regell wurden so und so viele Streikende. Bielleicht ist dies die neue „revolutionäre* Taktik. Wenn dos Ergebnis für die Unternehmer äußerst b e- friedigend ist, so kann man doch nicht sagen, daß diese am geblich revolutionär« Streikwelle eine Hochflut von Kämpfen gebracht hätte. Wenn nian alle Kämpfe einbezieht, auch die. der Rohrleger und der Wohlsahrtsarbeiter, so waren insgesamt knapp 3000 Arbeite/ daran beteiligt. Lohnkämpse, an denen 3000 Arbeiter beteiligt sind, gelten für eine einzig« mitller« Ge- werkschaft als eine durchaus normale Erscheinung, und es wird niemand daran denken, solch« Lohnkämpfe bescheidensten Umsanges als„revolutionäre Streikwelle* zu bezeichnen. Die„einzige Arbeiterpartei*, die so tut, als habe sie die ge- samte Berliner Arbeiterschaft in der Tasche, hat mit Mühe und Rot innerhalb eines halben Jahres 3000 Arbeiter auf die Bein« gebracht. Man kann bestimmt voraussagen, daß von diesen 5000 Arbeltern sich nicht, einer mehr finden wird, um einer Streikporolc der KPD. Folge zu leisten. Die jammervolle Führung, der unvermeidliche schmähliche Zusammenbruch haben die Arbeiter für immer geheilt. Und dies ist vielleicht das einzig er- freuliche an diesen kläglichen Streiks. Ein Gireik„ohne Erfolg". Unter der Ueberschrift:.chjörtz hat von llrich gelernt", geht die »Rote Fahne* scharf mit der Wahrheit ins Gencht. um der nun nicht mehr kommunistischen Zahlstellenleitung des Schuhmacheroer. bandes eins auswischen zu können. Man merkt die Absicht und wird heiter gestimmt. „Der Kamps*, schreibt das Bolschewistenblatt,„von dem wir voraussagten, daß er unter solcher Führung zu keinem .Erfolg führen kann, ist damit beeitdet." Das ist es ja: Hätten die Schuhmacher auf die Ibjährige„r e v o- lutionäre Kraft* oder auf den Himmelsahrtsarbei- t e r gehört, sie würden statt der kläglichen 8 Pf. die M a ß r e z e» lung eines großen Teils der Belegschaft bei verkürzten Löhnen erreicht haben. Das ist„revolutionär*. Oer Neinigungsprozeß. . Die Tabakarbeiter flehen zu ihrem Verband. Die von der KPD. entsachte Protestbewegung, gegen die Absetzung der kommunistischen Berliner Zahlstcllenleitung der Tabakarbeiter ist genau so kläglich im Sand« verlausen, wie alle ähnlichen„Aktionen*, die die Kommunistische Partei gegen die freien Gewerkschaften in der letzten Zeit aufgezogen hat. Die davongeiagt« Ortsverwaltung Hab« in verschiedenen, in der„Roten betanntgegebenen Lokalen Listen ausgelegt, in df« sich die Mitglieder des Tabak» arbeiterverbandes in der Zelt vom 11. bis 16. November einzeichnen sollten, die mit den Maßnahmen des Haupworftandes gegen Armbrust und Genossen nicht einverstanden sind Bombastisch hatte man angelündlgt:„Don dem Ergebnis der Eintragungen wird es abhängen, welche Maßnahmen von der Opposition gegen die Re- formisten ergrissen werden können.* Obwohl man den Schlußtermin der Einzeichnung noch hin- a u s s ch o b und den arbeitslosen. Derbandsmilglicdern versprach, ein« Weihnachtsunter st ützung von 12 M. und Zigaretten zu verabfolgen, wenn sie sich eintragen würden, ist dieses Miniaturoolksbegchren mehr als kläglich verlausen. Jedenfalls hat die Ortsverwallung von den angekündigten„Mahnahmen* bisher genau so wenig gemerkt wie von den„Delegationen*, die aus den Betrieben zur Gauleitung entsandt werden und„flammenden Protest* gegen die neu« Zahlstellenleitung erheben sollten. Die Stimmung in den Betrieben ist vieimehr eure ganz andere, als sie kommunistische Drahtzieher.gern haben möchten. Das haben die in den letzten Wochen in allen Berliner Zigaretten- labriken abgehaltenen Betriebsversammlungen bewiesen, ji denen von den Vertretern der neuen Ortsverrraltung die Vorkommnisse im Tabokarbeiterverband kritisch beleuchtet wurden. In allen Versammlungen, mit Ausnahme der bei der Firma Abdulla, wurden auch von den sogenannten Oppositionellen die Maßnahmen des Zentraloorftandes nicht im geringsten kritisiert. Die große Mehr- hell der Versammelten stellte sich vielmehr überall aus den Stand- punkt, daß tiefe Maßnahmen schon läng st notwendig waren und daß es setzt auch wieder dem Verbändsmitglied möglich ist, in den Versammlungen ungehindert seine Meinung äußern zu können, auch wenn es nicht das Parteibuch der KPD in der Tasche hat. Lediglich bei Abdulla wandte sich dic�..Opposition" dagegen, daß die Zersiörer der Beniner Zahlstelle an die Lust gesetzt worden sind. Gerade die Belegschaft vonMbdulla hätte aber allen Grund, sich erst einmal i n ihrem Betriebe revolutionär zu zeigen und dafür zu sorgen, daß dieser Betrieb hinsichtlich der Arbeitsbedingungen nicht so ungünstig von den übrigen Berliner Betrieben absticht. Es ist z. B. durchaus nicht revolutionär, in langen Resolutionen die Einreihung der Erwerbslosen in den Produktionsprozeß zu fordern, selbst aber m o n a t e l a n g U e b e r st u n d en bis zu drei Stunden täglich zu machen, obwohl die Möglichkeit besteht, durch Einführung von Schichtarbeit die tariflich zulässige Arbcltszeit einzuhalten und Erwerbslosen Arbeitsgelegenheit zu bieten Der beste Beweis für die„Stärke* der Opposition im Tobak- orbeiterverband ist die Tatsache, daß in Berlin für den kommunisti- scheu Merkcr-Kongreß ganze zwei Delegierte gewählt wurden und zwar im Betrieb Abdulla. Schließlich sei noch daran erinnert, daß die„Opposinon" nach der Absetzung der kommunistischen Zohlstellenleitung vorausgesagt hatte, daß dies« Maßnahme des.ftaupworstandss Mojsenaus- tritte zur Fo'g« haben würde. Bis jetzt hat aber nur ein einziges Mitglied dem Verband den Rücken gekehrt und zwar deshalb, well es nicht billige, daß die Organisation Mitglieder— wogen restierenter Beitröge streiche! Jedenfalls ist der Plan der KPD., auch die Ber- liner Zahlstelle des Tabakarbeiteroerbandes zu zerschlagen, infolge des gesunden Sinnes der Verbandsmitglieder gründlich vorbei- gelungen. Schiedsspruch in Mitteldeutschland. halle. 23. November. Erst, in vorgerückter Abendstunde wurde ein Schiedsspruch gefällt, der im wesentlichen Erhöhung der Schichtlöhne um 3 P r o z.(bei den Werken H i r s ch f e l d e mindestens um 10 Proz.), Wegfall der Lohngruppe kl. 10 und der Spannungslöhne, sowie Gewährung von Freizeit für die Teilnahme cm Ge- werkschastskursen vorsieht. Geltungsdauer bis Ende No- oember 1931. Morgen treten in Halle die Bolegschaftsvertretsr der Gewerkschaften aller Richtungen zu einer Konferenz zusammen, um Stellung zu dem Schiedsspruch zu nehmen. Wie von Gewerkschaft«- feite mitgeteilt wird, sei dieser Schiedsspruch für die Belegschaften unannehmbar. Es sei daher damit zu rechnen, daß die Kündigungen verschärft weiter durchgeführt werden. Beamte statt Arbeitslose. Sonderbare Sparmaßnahmen. Wir haben schon öfter das nebenberufliche Musizieren der Be- amten kritisiert und müssen uns nun auf Grund einer von uns nach- geprüften Zuschrift mit ähnlichen Mißständen beschäftigen, die in den Ausstellungshallen, dem Stadion, dem Flug- Hasen usw. herrschen und von denen die Leitungen dieser Unter- nehmen möglicherweise gar kein« Ahnung haben. Wenn anläßlich einer großen Veranstaltung dieser Unter- nehmen mit einem starken Besuch gerechnet wird, fordern sie von der Deutsch en Wachgesellschaft für einige Stunden H i l f s k r ä s t e an. di« zur Billettkontrollc, Platzanweisung usw. benöt gt werden und die die Deutsch« Wachgcsellschast auch simmer prompt stellt. Diese Leute werben dann in eine Uniform gesteckt icWoee Wildleder mit lock kombiniert... & C1E. AG.. BURG B. M. Lockhalbschuh für Herren, ß 80 vornehmes Modell,.« 130 eigene Verkaufsstellen, davon 22 in Groß-BeHin und Potsdam uni erhalten für ihre oftmals in Wind und Wetter zu verrichtende Tätigkeit SV bis SV Pf. pro Stund« Es sind meist p e n- s i o n i« r t«, teilweis« sogar aktive Beamte die sich für einen solchen Schundlohn hergeben. E» wird allerdings behauptet, daß dieser offiziell« Lohn keineswegs d!« ganze Einnahme darstellt. Wie dem auch sei, den Leitungen dieser Unternehmungen wäre«s ein Leichtes, ihr« Wachgesellschaften zu veranlassen, diese lhilfskräste vom Arbeitsnachweis der Angestellten oder Arbeite r zu oerlangen und ihnen einen mensch« nwllrdigenLo h n zu zahlen. Bei den in die Tausende von Mark gehenden Einn.ih- man spielt es wirtlich kein« Roll«, ob für das Kontrollpersonal ein paar Mark mehr oder weniger ausgegeben werden. Wahrscheinlich würde sich diese geringe Mehrausgabe auch für di« 23 e r an sta l- t er der Ausstellungen, Flugtage usw. lohnen. Oer Konflikt im englischen Bergbau. Vi« Zechenbesitzer gegen die Regierung. £ Olli» an, 23. Ztovemba. vi« von den Ministern zusammen mit den Grubenbesiherv abgehaltene Sitzung ist zn keinem Ergebnis gekommen. Die Grubenbesitzer lehnen energisch jede Einmischung der R e- aiervng beim verkauf der Sohle sowie die Errichtung des für die Sohlenlndnstrie vorgeschlagenen Zentrallöhnerats ab, sie erklären, daß sie mit diesem Rat nichts zu tun haben wollen. /.,Lohnburgfrieden" in Nordamerika. Aber nicht in den Südfiaaten. Im Verlauf seiner Besprechungen zurBesserungderWirt- schaftslage Amerikas empfing Präsident l) o o v« r u. a. auch di« Vertreter der Arbeiterschaft. Da» praktische Ergebnis der ZZerhandlungen ist der Abschluß eines sogenannten Lohn bürg- friedens. Slrbeitgeber und Arbeitnehmer verpflichteten sich, bis auf weiteres auf Lohnherabsetzungen bzw. Lohnerhöhungen zu ver- zichten. Bon diesem Lohnburgfrieden wird der Süden des Landes jedoch nicht betroffen. Die Arbeiter haben es gegen den Wider- stand choooers ausdrücklich abgelehnt, die Textilarbeiter, die sich gegenwärtig im Süden Amerikas gegen die reaktionäre Polltik der Arbeitgeber in einem harten 21 b w e h r k a m p f befinden, in die Abmachungen mit«inzubcziehcv. Bekanntlich hat der amerikanische Gewerkschaftsbund beschlossen, sich mit aller Kraft für die Zlufbesserung der Lohn- und Arbeits- bedingunge» m den Südstaaten einzusetzen. Der Burgfrieden für die Rordstaaten wird d«r Föderation of Labor ermöglichen, alle Kräfte auf die Südstaaten zu konzentrieren. JZoistanösbeihilfefürausgesteuerie Buchdrucker Veranlaßt durch die große Zahl der Arbeitslosen im Buch- druckgewerb« und die lange Dauer der Arbeitslosigkeit, hat der Vorstand des Buchdruckerverbande» beschlossen, in allen Gauen ?io t st o n d» b« i h i l f« v in der Verbands-»nb st steuert sind, erhalten... bis 28. Dezember«in« Sonderunter st ützung. 2lusgest«uerte. di« aus der Krisenfürsorge Unterstützung beziehen, erhalten die Rotstandsbeihils« ebenfalls. Di« Beihilfe regest sich wie folgt: Nach 52 Derbandsbesträgen werden pro Woche 5, nach 150 Beiträgen 7,50 und nach 500 Lei- trägen 10 M gezahlt._ KpO-Niederlage bei Sarotti« Im Frühjahr gelang es einigen Moskauern durch Appell an die niedrigsten Instinkt« der aushilfsweise beschäftigten.�evolutionären' Unorganisierten, bei der Betriebsratswahl die KPD.-L i st e durchzubekommen. Ein reiner KPD.-Derhandlungsausschuh hast« jetzt Gelegenheit, zu.zeigen, wie di« Interesien der Arbeit- nehmerschaft in tommunistiich- revolutionärer Weis« vertreten werden. Der Verhandlungsführer Rühr nahm zwar alle Anträge entgegen, doch tonnte er bei seinen ÜZerhondlungen darüber nur Mißerfolge oerzeichnen. Neuerdings berief Rühr eine Betriebsoersammlung in der Sarotti-Kantine«in. Cr berichtet« hier über seine ergebnis- losen Verhandlungen mit der Direktion. Unter Verschiedenes sordert« er zur Wahl von Delegierten auf zum komm»- aistischea Anllgewerkschastskongreß. Die Aussprache darüber zeigt«, daß die Belegschaft nicht g e- w i l k t ist, zu diesem Affentheater Statisten zu stellen. Die Derech- tigung zur Vornahme einer derartigen gewerkschaftsfeindltchen Wahl wurde den cherren Rühr und Puster abgesprochen. Auch die weinerlichen Beschwörungen der beiden änderten daran nichts. Schließlich beantworteten die Versammelten die weiteren de- harrlichen Aufforderungen zu einer solchen ZLahl durch Z3«rlass«n des Versammlungsraums. Sechzehn Personen blieben zurück. Sollte mit diesen Getreuen noch«in« Wahl gemacht worden sein, dann wäre dies ein« rein privat« Angelegenheit der Unterlegenen, mit der die Sarotti-Belegfchaft nicht» zu tun hat. Die vollständige Quittung für ihr Treibe» müssen die KPD.- Leute bei der Neuwahl im Frühjahr bekommen. Arbeitsaufnahme in Stockerau. Viev. 23. November. Nachdem die Vollversammlung der Arbeiterschaft der Firma .Heid in Stockerau den Vereinbarungen zwischen dem Metallverband und dem Wiener Jndustri-ellenverband zugestimmt hatte, soll die Wiederaufnahm« der Arbeit bei der Firma Heid am 25. November erfolgen. Der Ze»tralv«:l»a»d der Tlngcftelltea veoanfitaUet »Itifr' tu lerbtta: Ed»*(Hut«vis ooi td-«m Jfutuataml»»st »eutinnc»;®r. 1 «Bert,«entedfMtdelrctSti». grtebel HoB. ________________ Mun ». Baor» 1s-—»,--»0« W»»0 UnIoerlitStepessegor! SertroS DarSiet»»««».»-»itetio»-»: ss E®®..®eattion»»erl«»ml»»e See Deotkche» B«N«>doi>a»«rbe>teroer>-3 de». Filiale Berlt».©ienrto«, 19 Ufte, in den Sertbenvffeftldlen, k dshetnet Str. 81, Taaesordnuna! 1. vraanlsatlonsfKlaen. 2. Ber. S L:1 Landsderner Str. 81. Scoesotdtujnfli 1. C W schiedene». Sb ist Pflicht aller Parte ize erscheinen. nosslnnen und genossen W Der iZr«!tion»»orlt«nd. Tapezierer»nd»ilterinne». Dien !«rsso!d>!>ou». allgemeine Mttsltedel Pranchenanaeleaenheiten. ÄS. Rovemder, 1» Ul>r, i-n®e, tun«. Portraü und wichtige ��reieGewerkschafis-Luaend Berlin. Bora», eise! Wanderleiterkursus am Mon'aa._ im SonfeteitMirnrnet des Geuxrkslliaftsdauses. Nestanrant, Bortroa:»Wie lese ich ein Kursbuch Konrektor Blurne. . Z. Dezember, um lOH jfe», Einaana durch itsbutst?* Referent che Ufit, da» notfe JuocnOoruppe des Zentralvertande« der Anaesteilten t!aa, fint Besinn it-«cddi ndet im Zuaendbeim Snnterftr. 4t riu Bunter 18 Uhr.— Moraen, Monta«,'inden folaende Turiner Scke Seeltrafte. Tut» Schule«astantc» A Wjf Seilte, Sonn! Abend statt._Ji IHH � M J Beranstaltunaen statt: Weddtnai Iuaentcheim Turiner«cke> srracheadend.— Sdönbauser Vorstabt: Iuaetrdbeim ber Schule allee 81. Portra«:»Aukaaben der Kewerlichastln". Rtferent Otto Lamm.— Urban: Iuaondbeim Job recht- Site Sanderstraste. Bottrag:»Was wir in einem Karenbaulc sehen". Referent Rudolf Bartel.— Trm»elbol: Iugindheim der Schule Sermaniastr. 4—8.«Inaang SiI8sttaste. Brettsptelabend—«haelotten» bürg: Jugendheim Rosinenstr. 4. Vortrag:»Mensch und Technik". Referent Kurt Mcner. »«> 25« Tassen StoSJii™4.......»>»°» 32« Obertassen 1 5« Tassen ctiubiu. 45« SchokoladenkrOge mit Deckel, Porxellao................Sthek& Speiseteller■"#[- wotac('orxellaa. fiach. ötftck 4»? Pf. tief DfcPf. T af elservIceÄ;".' 133; 16°° Tafelservice",1*"«-«»- 38°° Kaffeeservice.�,-«�1«. 3°° Kaffeeservice••■*... 4°° 5°° '�*"�95« 95p _____ BtOek r�-'�SO« | Verduwifröhren«J alt Hakra. KSseglocken Salatleren Kcmpotteller,«—«.»» i, ennsu-c— cm.,.v,,,»— 38«| WaschsBfnlturen sas; � s" 6"| RotweinglOser 32« Römer �2« Römer................. stto» 25« Bierbecher �««.,..8� 16«> Kompotteller 6«) Kompottichä!ttien%Tc; 6«' Kompotteller I90 KompottellerSr�l� 2" Traubenspüler 8Wlrl*'Ä» 4°° Vasen meii-toua—.»>«».. 593 WIRTSCHAFT! ARTIKKI. 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CSraagiia**«»» Mini. vusi><»>«>i-us,—«n_ •»«»■CTodilO breit, grBcttsrt.......... v...taae4nunetc>«X wellpl&scliteppfcha«w» sssxs."'- rr�T..ni:z'JSs& 71°° 10S°° 157°° Velvet-Teppiche n.lWaBm.81. 48°!-.OOTOO cm.« 72°u.»«Dotf.8i. 110°° Nachttischlampen S�i�3�e£;2"2M SchreibtischlampenH�-.— fsrbes aad PaplarfekliB.................................... SUok V# Schralbtlschlampen""°»L:4°°8'° Schiafzimmerbc leuchtungen ,«» 8�dcosmr«L ia verMbisüeaca FarbM...................tttck tB�O, iW Klavlerlampen__________________ 7*° Leselampen.,* 18°° Dielenbeleuchtungen— 9" Ständerismpen m.. Mto-un......... j»*» 45°° Bio Preis« der DoSeBOMtiuiioktepew ▼orstoXca«ich«Mbo CUAhbinioa Telofontlsche— t—ii—ti, �u—t.«x« 5 Klaviersessel»Sa 7°° 17°° Beuchtische.*..»>>» 15°° BauchtlschsZSÄ�ÄIS��'�-�Z" Ziertische 23°° 7eswagsn«-.»»» ou>i>ui»....,...8utt 27°° Etagerentisch*"*" 23°°�--«»� 22°° Clubtische a.n.-fu....................... boo. 37°° Bücherschränke 4S°°S7°°6S°° Sessel ÄasrsSÄ.fÄ 21°°~S3a 34°° HTM» t�ipeigor Straooe, Alexanderp Latz, Prnmkdsrter AUco, »11»■■-rtin t-» Mir»«» KAtlAVACr XlAHlBl. Cll■«.». Das Warenhaus Berlins in allen Stadtteilen Kesß� JUER6EN5 Bekanntmachung. Süt den Kreis Zliederdar e m ist kür dir �e» vom ZV. November di,2.D»ember lSSi (Sonnadrnd. Souniaq und Montag 1. und Üwar in der Zeit von lS Uhr des ersten Tage» bis IS Udr de» legten Tage« eine allgemeine RatlenveriUgung angeordnet Berpsiichle«(lud u a. auch alle Beliger »an im Kreise Nt> derbarnim befindlichen Wohnlauben n(n). Die nilheie» Anordnungen stnd in Rr. 272 de« Nieder- barnimer Kretsblatt»» vom 20 Rvvembrr ISSS iRedaltion in Oranienburg! ve. öffentlich! Wer den von mir getroffenrn An qrdnungen mwtderhandeli, wird nach d n gellenden dietdMägb Vor chrtften m> Keidbuge bis ,u>«>,— RM oder mit entfprechender Haft deftratt Berlin, den 2t November IS2S. Var b.vlir.t«tei NreteaiNtedarharriliir 3i62\2 II NeoiiauvoliDungeo ig gDatilgun DeUInguugen(Hlsisenkang) " 2'ZlmmcrwohnaD�cB in Reinickendorf, Pankower, Letie-Allee, See-, Mick- und IsarstraBe, Zentral- hcirung u Warmwasser Näheres Verwalter Hensel, Isarsuaße 17 Z�Eimmerwohanngen in Reinickendorf Hausotter- Ecke Sonmae- sfaBe, Ofenheizung und Warm- wass.-r. Näheres Hauswart Schmidt, Sonntagstraße Haus 2, za vermieten. 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Ich hatte Gelegenheit, in Kiel und Hamburg mit diesen deutsch- russischen Emigranten zu sprechen.„Wie mag es denen in Moskau ergehen"— das war die Frage, die sie alle bewegt. Sie gedachten dabei ihres eigenen qualvollen Aufenthaltes in Moskau und er- zählten, wie es ihnen ergangen ist. In Nacht und Nebel nach Leningrad. Nimmer müde werden sie, zu erzählen, wie sie in Nacht und Nebel, unvorbereitet und unerwartet, noch Leningrad aufbrachen. Wochenlang weigert« sich J a g o d a, der allgewaltige Obertschekist, di« Ausreiseerlaubnis zu erteilen. Als die Baucrndelegierten Kalinin um die Ermäßigung des Auslandsvisums boten, gob dieser „Bouernältestc", wie er sich so gerne ftcnni, zur Antwort: ..Zhr gehört nicht mehr zu uns, ihr könnt keine Ermäßigung bekommen." Und eines Tages plötzlich: Di« Pässe in Empfang nehmen! Die Führer dieses ersten Trupp?, zwei Volksschullehrer, rasten im Auto We Dörfer im Umkreise von vierzig 5kilometern ab, um die Aus- «anderer zusammenzutrommeln. Do hieß es wieder: Die Pösic werden nicht ausgehändigt, heute abend geht es noch Leningrad. Kaum«ine Stunde für den Aufbruch: Roß flog di« Wäsche in die Koffer: gar mancher mußt« die geringen Habseligkeiten zurücklassen: immöglich war es, mit keinen Kindern beschwert, die Sachen zu schleppen. Dann vierzig Stunden Dahnfahrt. Wo blieben aber bie Pässe, für die man je 440 Mark bezahlt hatte. Statt ihrer vor der Eoischifsimg der Besch!: Alles Bargeld aushändigen. Man droht:: Gebt ihr nicht freiwillig euer Geld heraus, so durchsuchen wir euch: was wir finden, wird kon- ftsziert. Und die Bauern gaben ihr Letztes her— achttaufcird Mark laut Quittung. Es würde kür die Fahrt bis-Hamburg ein- gerechnet werden, hieß es. Die Fahrt aber war bereits in der Schissskarte bis Kanada eingeschlosscu. Ankunft in Kiel. Drei Tage später landete der Dampfer in Kiel.„Wr müssen doch bis Hamburg geschafft werden," murrten die Bauern,„fällt uns nicht«n,«inen Tag zu verlieren, unsere Route ist Kiel— London." Da standen mm 3öl> Personen— Frauen, Männer und Kioder— mit ihrem Gepäck un Kieler Hasen, niemand wußte, daß sie kommen würden, es war Sonntag, von der Stadtverwaltung niemand zu erreichen. Provisorisch wurden die Ankömmlinge im Lagerraum untergebracht, Stroh auf dem Zementboden statt der Betten. Lungen-, Grippe- und Masernkraicke erheischten ärztlicher H'lse. Säuglinge, aus dem Schiff und in Moskau geboren, bedurften besonderer Pfleg«. Man brachte die Kinder in der Waldschule und im Er- holungshenn Bieburg unter. Erwachsene und ältere Kinder in der Eikhosfskascrne. Familien, deren Mitglieder sämtlich gesund waren, durften zehn Tage später noch Hamburg und fanden hier im lieber-. seeheim der Hamburg-Amerika-Linic Ilvicrkunft. Zn der Waldschule und im Kindererholungeheim. In der Waldschule befinden sich die.Kinder, die bereit« die Masern hinter sich haben: im Erholungsheim, bi« sie noch nicht hatten. Fast jeden Tag zwei bis drei neue Erkrankungen: etwa 13 Masernkrankc liegen im Hospital. Ein wenig eng ist es>m Erholungsheim: aber noch den ungemütlich kalten und kahlen Lagerräumen fühlen sich die Leute hier wohl. Die Küche wird von den Bäuerinnen selbst besorgt. Fast in jedem zweiten Bett ein Kind: neben ihm die besorgte Muitcr. Gar manche abgehärmte Gestalt. Da hat eine bereits zwei Kinder in Moskau verloren, das dritte ist krank: einer anderen Kind ist im Lagerraum geboren worden; eine dritte ist hochschwanger. Wie immer, trägt die Frau schwerer an der Lebenswendung als der Mann. Draußen tummeln sich die Kinder. Die kleinsten, noch nicht schulpflichtigen, sprechen nur Platt; den älteren kann man sich schon verständlich mochen, sie hoben in der Schule Hochdeutsch gelernt. In ihre Sprache spielen russische Ausdrücke und Wendungen hinein, ihr Sotzbau ist fremdartig, sie sind schnell zutraulich und plaudern gern. Bessere Stimmung herrscht schon in der Waldschule. Ein noch junger Mann, rund und rotbäckig, südrussischer Typ, dessen Deutsch mit der slawischen Aussprache eigentümlich wirkt, von Berus Kon- torist, wiegt auf den Armen sein drei Wochen altes Töchterlein, das aus dem Schiss das Licht der Welt erblickt hat. Eine Mutter init vier Kindern fitzt auf der Pritsche und vertreibt ihnen die Zeit. Ein Bolksschullchrer— er hat das deutsche Lehrerseminar beendet— macht sich eben auf den Weg, seine Frau im Krankenhause zu be- suchen. Sie hat eine schwere Lungenentzündung durchgemacht. So mußte er bei seinen vier Kleinen, im Alter von 2 bis 10 Iahren, Mutter spielen..Heute siedelt er in die Eikhosskoserne über, wo etwa 100 von den mehr als 300 russisch-deutschen Auswanderern den Abtransport nach Homburg abwarten. Wir fahren zusammen zur Kaserne. Der Bolksschullehrer erzählt mir, wie es unmöglich wurde, weiter in Rußland zu bleiben und wie keiner seiner Leiden-gesährten nur«ine» Augenblick bedauert, es verlassen zu lzaben. Die Deutsch- russcn fühlen sich in Deutschland nicht wie in der Fremde, aber auch nicht wie zu Hause. 130 Jahre weilten sie fern von der Heimat... In der Eikhoff-Kaserne. Es ist etwa gegen 6 llhr. Bei spärlicher Beleudstung sitzen lung und alt um breite Tische gelchan. An einem derselben erzählt ein junges Mädchen den andächtig lauschenden Kindern in schwer politisck« Funktionärinnen! Freitag, den 29. November, tv' Uhr, Im Hodtcelisiaal der SophiemJjie, Berlin N. 54, öojthlentlr. 17-19, 3. Stock Funktionärthnen-Konferenz Tagesordnung: I. Unsere Agitationsarbeit im Winterhalbjahr 1029/30 Referentin: Genossin Käthe Kern. 2. Aussprache über das Referat und den Bezirksfrauentag.— 3. Verschiedenes. Zutritt zu dieser Konferenz nur gegen Vorzeigung des Funktionärinnen- Ausweises ui d des Mitgliedbuches. TOrkonlroIlc: 6. KreU Kreuzberg. Pas Fiauensckretaiiat. verständlichem Platt irgendeine Geschichte von Schloß Und König. An einem anderen spielt ein« Gruppe älterer Kinder ein Gesell- ichoftsspiel. Im anliegenden Raum Hollen sich Männer und Burschen auf, in Gruppen gesondert. Die Burschen, im Aller von 17 bis 22 Jahren, teils ganz slawischer Typ, sprechen gut deutsch. Sie haben nicht alle als Bauern gearbeitet: manche von ihnen habei» etwas gelernt, wallten Ingenieur oder dergleichen werden. Damus wird nun nichts; in Kanada wird man in harter Fron Schisfskorte und Siedlimgsland abarbeiten müssen. Es ist frisch-fröhliche Jugend, die nichts Gedrücktes an sich Hot, trotz ihres engen Horizonts einen aufgeweckten Eindruck macht und darin einig ist, daß niemand aus das Sowjetregime gut zu sprechen ist. Ob es unter den deutsch» russischen Bauernburschen gar kein« Komsomolzen gab? Doch, e» gab schon welche, die sind aber in Sowjetrußland geblieben, sind ihren Bätern nicht gefolgt. Es Hot auch nicht an Berfuchen gefehlt. die Kinder für di« roten Pioniere zu gewinnen: ohne Erfolg. Mehr als einer der Burschen wäre in den nächsten Jahren zum Militäv- dienst eingezogen wnrden-, sie hätten dienen müssen, sosern sie wlht den Nadzmeis erbracht hätten, daß ihr Glaubensbekenntnis den Militärdienst nicht gestattet. Die alten Leute sind aber auf dies« Jugend nicht immer gut zu sprechen. Die Zeichen der Zeit sind nicht völlig spurlos an ihr vorübergegangen. Eine freiere Lebensauf- fafsung hat auch hier um sich gegriffen, die strenge Zucht des Dater- Hauses war in unmerklicher Auslösung begriffen, mich di« Arbeits- freudigkeit hatte ein wenig nochgelassen. Die Befürchtung de» moralischen Niedergange» der Jugend war mit einer der Beweg- gründe, di« den Aufbruch aus Rußland beschleunigt haben. End- scheidend gewesen ist ober die Furcht'vor dem vollkommen wirt- schastlichen Untergang: man sab, daß die Kollektivwirtschaften zum großen Teil in Wirklichkeit Lotterwirtschasten waren. Es gibt unter den Auswanderern Bauern, die bereits seit 1923 im Besitz von Schissskartcn waren: andere, die schon damals Hab und Gut verkauft hatten, nur kein« Ausreiseerlaubnis erhielten, oirls neue .Haus und Bieh anschafften und kaum noch hofften, Rußland je verlassen zu dürfen... Kurz vor der Abendandacht trifft aus Hamburg der Führer der Hamburger Gruppe ein. Er wohnt schon zweieinhalb Moya'« im Ueberseeheim der.Hamblirg-?lmcrika>Linie, mit ihm 30 deutsch- russische Bauern, die aus sanitären Gründen nach nicht weiter dürfen. Nach der Andacht erzählt er in der gemeinsanien Piauder- stunde, wie gut di« Leute sich im Ueberseeheim einzeeichte: hatten. Er übernachtet in der Kaserne»nd fährt am nächsten Morgen nach Hamburg zurück. Im Ueberseeheim der Hamburg-Amerika-Linie. In den Baracken 22 und 23, auf dem großen Gelände des Uebcrseeheims der Hamburg-Amerika-Lirne, sind, Männer und Frauen gesondert, die deutsch-russischen Bauern untergebracht. Die Baracken bestehen aus Aufenthaltsramn und Schlafraum. Di« Betten sind in zwei Stockwerken übereinander gestellt. Hier merkt man nichts mehr von gedrückter Stinnnung. Die Leute glauben dem Ziele ein Stück näher gerückt zu sein. Sie wissen, daß sie hier in aller Ruhe und ohne Sorgen dem?liigenblick des Abtronsportes nach Kanada entgegensehen können. Für zwei Monate bereits hat dos Reich Aufentholtsgelder bewilligt. Man tut gut, die Leute, insbesondere, die alten Bauern nicht mehr auszuforfchen. Sie sind schon ju- Tnes gefragt worden; insbesondere der Achtundslebzigjährige, der Kcseilv ota/fjeiner-Junge Martenburg verlassen Hot und noch •qiScutc sein todestoses Westpreußifch sprich:. Der alle Mann neigt zu Tränen; die Erinnerung an seinen Bauernhof erfüllt ihn mit Schmerz. Neben vielen kräftigen Gestalten auch manche traung oiyuschauen, insbesondere unter den Frauen. Die bitteren Monate in Moskau und das kummervolle Dasein in ihren Dörfern kommt den Leuten so rechi zum Bewußtsein, wenn sie an den weißgedeckten Tischen ihr Mittagsmahl einnehmen. Nach Familien geordnet sitz«» sie da. Zehn Personen— eine Familie— an der ganzen Längs- rw Bernhard Keilich 19 Schaufenster mir Spielwaren Gr. HamDaracr Sir, 21-23 Eckhaus Oranienburger Straße 2 Mlautan vom HsekMehu Markt Suetbahshef BSraa Zirkus Busch Jede Spielwaren-Gruppe im Sonder-Raum leichteste Auswahl- umfangreichste Ausstellung Einzis dastehend I ..Per Wclhnadjtjmann Uf lebr gehetzt, Drum macL'e im leiefai und kAute jetzt!" Bekanntmachung. Um SoaBcrslas. da» 2S. Koocabar 1929, metbfn im 9Brgr der gwongsvoll- N reckung tiffmllid) mrtftbifimh gegen?gr. zahlung n ersteigert: aar». 10 Aya. Staat!. BfaDMammcc. ZSyarslraga 04 Schrelbma'chinen.(fcrommoplinnopporat», 1 Oclgtmälbe(2anb|dioft), aiitlaga 1 2 UdrSlaafLOfattManmeT. Slfaffer Str. T4 Standuhr, Düsen, Anrichte. Lampensiänder. tische. 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L. ein Einundzwanzigjähriger, der die höhere Schule beendet hat und bereits zwei Jahr« als Bolksschullehrer beschäftigt war; ein anderer, früher Angestellter 'nr. Kraiikenhaus. dessen Frau Russin ist; sein Bruder hat dos Technikum besucht, mit ihm auch ein anderer Bursche; jetzt werden sie alle alz Bauern arbeiten, vielleicht wird es auch in Kanada möglich sein, weiter zu lernen. Es wird bestimmt möglich sein, tröste ich sie. Bei jung und alt durchweg gute Stimmung, lind wieder die bange Frage:„W as wirdaus denen, die in R u s;- land geblieben?" Seit 1920 währt bereits die Abwanderung der deutsch-russischen Bauern aus Sowjetruhland. Allein in den Ähren 1922/23 waren es mehr als zehntausend, seitdem hat die Auswanderung keinen Augenblick aufgehört. Di« Sowjetregierung behinderte sie im großen und ganzen nicht. Run wehte aber der Wind plötzlich schärfer; der Kriegskommunismuz ist wieder Trumpf; die russischdeuischen Bauern sollen nicht aus dem Land heraus, ste fallen es nicht bester haben als die unglücklichen russischen Bauern. Und so schikanieri und drangsaliert man sie. Ist es nicht wie ein chohn, hören zu mästen, daß man den Deutschrussen nicht nur 140 Mark pro Pah abgenommen, sondern zudem noch betrogen— ihnen an Stekke eines Paffes einen Personalausweis ausgefolgt hat, der bereits am 9. November abgelaufen ist. Mit diesem Ausweis können sie nicht vom Platz, ja selbst die Schiifskarte wird ihnen von der Schiffahrt- aesellschaft nicht anegehändigt. Sö handelt der sogenannte Arbeiter- und Lauernstaat! Die kommunistischen Rowdys in Kiel höhnen aber auf den Straßen die deutsch-russischen Elendsbauern:„Ihr seid noch viel zu gut davon gekommen!" Gelehrige Schüler der ntozfojwitischen Sklavenhalter. Leo Roscntlial. Sport. Aus der Partei. Armin Zerbe. der Chefredakteur unseres Bruderblottes.Lodzer Valkszeitung" ist nach fünfmonatiger Krankheit, erst 30 Jahre alt, gestorben. Die deutsch-polnische Sozialdemokratie verliert in Armin Zerb« einen ihrer wirksamsten und treuesten Vorkämpfer. ATbeitsgenielnscliaU sozialdemoKrallsäier Lehrer und Lehrerinnen Denlsddands(ML) OrUgruppc Berlin.— Fadi»rappe der Lehrer«n höheren Sdiolco,- Dienstsjr. den 26. N'ovemher, Uhr, spricht im Köllnischen Gymnasium, Berlin S.U. In»clsira5e 2—>(am U-Bahnhof Insel- hrücke), Ohcrsiudiendirekior Gen. Dr Erich Schöneheck, Vorsitzender der Ortsgruppe Berlin der Dcuuchen Fricdens- geseJIschaft, über die denisebe Frieden sbewegang. Kennen zu Strausberg am Sonnabend, dem 23. November. 1. Nennen. 1.©iiijnrc XVI.(5-"öder). 2.(Silbe. j,oto; 24:10. Zwet liefen. ü. N e ii n e». 1. Persea(Müschen). 2. Annchcn. 3. Satrap,-wla. 14.': 10. Vla»: 25. 2t. 2>: 10. Ferner liefen: Der Muck, Funker, Koralle. Mosink, Spreteiia. Wupeiiu. �...»• 3. Rennen. 1. inr.trclun(Majewib). 2. Kn-Ktf, 3. Rtchllune, Zoto: 40.10. Platz: 47, 48, 40: 40. Ferner liefen: Eiche, BaraSSw(gl.), Ziosenprinz, Jenoe...„ 4. Rennen. 1. DangenichiS(Sübert, 2.«paia, 3. PrmiaZ. iofo. 18:10. Platz: 15, 20; 10. Ferner lief: Mäander(gef.). 5. Rennen. 1. Trumpslönig(C'impl), 2. Stcrmaf, 3. 2ebon. Aoto: 61:10. Platz: 15. 14, 14:10. Ferner liefen: Senoussi, Doktor Mobme, Serben, Heilizer Narr, Schwertlilie.. n...... 6. Rennen. 1. Mäander(Mü'chen). 2. Heliade. 3. Heunalltebe. Toto: 174:10. Platz: 53, 36. 25: 10. Ferner Uesen: Godwina, Grisenchen, Neuland. Manebach, Morgenrot, Eastcr Villi. Vriefkasien der Redaktion. E 62. l. Mcsiaebenb ist die mit dem 1. Bull 1914 besinnende Met»eil isrlebzn-nnitt« ist die Miele, die fiir den t. Juli 1914 und die folsende Zeit ,u entrichten uer. Eine Äenderuns der griedenc-uriete kann u. a. seiarderr tatrdmt. wenn die griedensmict: au» besonderen Gründen IN aup-rgewonn- lld>etn Utuianqe von dem twmatipen ortsüblichen M>el,ttts... Di: Sinder können ben Pflichtteil fordern,- S- S». 13,®:n' pflichtuya des Sauswirts. die Boder.tnr nur einem stcherbeit�chlost»erlebe.' sn lauen, teftebt nicht.— O. stonpenstroge. 4. 3n.chr.'M, tolle ist es swcitelboit. ob eine nllnemeine Erlaubnis Sur Uiriernermietima oneeuomme.-. norden wird. Wir einpfedlen Perstiindiauns mit dem Scusror:. 2. Die Klose»rbt auf«uibebuns des Mictverbällnlsie. d. b,. out teerausaadc der Woduramne. Dos Gericht kosn nur die Blase-bw-tt-u oder auf verous- qalic der Woüuräume erkennen» Müfäme&pjueß&n, TELEFUNKEN40 Europa-Empfang mit STATIONSWÄHLER Ohne Hochantenne Ohne Rahmenantenne Jürä&ckM&tivnt. DIE DEUTSCHE WEIT MARKE fätigkeitssFest i- W? mn Eirih�lliLOinif ÄS? i/- Btr liitarMU t2SC Preiul-SM. Woäenls.: 5 ü. 50 PI.-3 H. C«raldin» u. Joe, End, Power u»v. Heule, Sonislo«, uunahuu- wcUr Betftnn 6 ond O Uhr. Tägl. O u. 813 Scodi.S.S««u AIok. R,4. 8066 INTERNAT. VARIETE Begib- Se«ntoflt-wi!»M»»walu-iiDr i»«rsieiianBen vm 8 inia 9 libr. HenaisssRGe- iheatir 8' t Uhr.— Zum 152. Mala VolKsbaime ilüster caiSälcwjIcti 8 Uhr Frühlings Erwachen SlaatLSlhiller-Tb- 8 Uhr Peer Gynf Kleines Ttieat. Merkur 1624 Täglich 8Vt Uhr Max Adalbert in Das Parfüm meiner Frau Lusup v. Leo Lenr Qeoisdies meater D.I. Norden 12310 SV« Uhr Der Kaiser V.Amerika von Bernard Shaw Rege Mat Reinhardt Lessing-Theater Norden 10846 Gruppe langer Schaaiplelcr Täglich 8' i Uhr Cyanüali K. D Id. PartsBbäioer.W 30. Gollnlr. 24 Sctaweebtensaal Freitag, d. 19. Novemh.,»0 Uhr: Licdcr-Abend !te öl Am Flügel: Willy Meyer Schubert, Theod Müngersdorf(Ur- auil). Xud Peters, Joseph Haas. Hugo Wolf jKart. o. Bo:o& BoS.tf ertb elra, Kbenfiit. I j GROSSES SCHAUSPIELHAUS 8 Uhrt 3 Ntnäketim Regie; ERIK CHARELL 3 Sonnng natfim. enses. Halbe Fr. Mittwoch S'- Uhr Diegr.Welhnachtsravue iboo wunschzettot. Preise von 75 Pf. an. Coeur-Bube Komödie von Jacques Nathanson. Regie; Leontine Sagan. Lcntiartz— Brauseweiler— Vallentln kupier— Sima— Rasumnj' Heute nachm. 4 Uhr(2— 8 M.) ■»aeBaeülBtfoeR-'laEEnniB«; - Stpmniptr C 1 0001 o. 7481 84, Kammerspiele D.I. Norden 12310 SVi Uhr Zur gell. Midi!! Lustspiel von Frederik Lonsdalc Re�lc: Gustaf Gründgens DMöfflödie J I Bitztnck. 2414/7516 8(4 Uhr tom Teufel gehall vön Knut Hamsum' Regie: Ma x Ret n hardi Metropo!-Th. SVi Uhr l.cba'r dirigiert Das Land des Läcbelns Vera Sdawarz, Richard T aabar »ntral« Theatar I: Fl Iii. a. tiolicndorfplatz Vorvk. 10-2. Kf. 2001 Täglich 8>, Uhr fiasisplnl des Oesitaen TRcMers 1 FMHIDiS Rigil; Mh RiliM. HEUTE SONNTAG 2 Mal 3 u. 8 Uhr S. Kinder fealhe Preise! In allen Voraiallungen; Eldld<» Oiiglnal 8t»»/$ Bennos X Prleto's Lustige LselKontOdle FuBOtl'pItnle < Die Orlando-Baieaco et«. mr-Bamm Friedrk 1 Loire wä�teisrea-astrA J MARIA NRyoRVTS 1 WILLY ROSBNfRKH.SOH "ck/a tckAöd hnhof Friedrichslr Wi 'MARIA N£Y*fCAT£ KÜHL,1 WILL YROSFN'RICH. SCHWARZ i und weitere& AttwkHonon . IhA tTAS IMO TAhJ TT.. f/A# KgLLEFf OHTOOeRFESTU Direktion >r. Robert Kiele Deutsciies Künstler-Theat Barbarossa 3937 A Uhr Fnde 11.10 Ühr SeltsBQies Zvisdiensple Regie: Heinz Hilpert a?rllüsf Tüeatsi Dönhoff 170 8V«, Ende 1>11 Uü Zwei Ir&watten von Georg Kalse Musik; Misch* Spoiianskv TM d. Wsüsds Tägi.S'.Uhr Naricll« Hnslg v. Oskar Siraui Käthe Dorsch Michael Bohnen Alte JakofcstrJ2 0,s, spiet d. Th. d. estens Täglich SV« Uhr Stg. 5 u- 8V« Uhr räederike Der Wcllcrtolg von Franz l�här Sonntag 2 Uhr Das WeihsadKswnider Kleine Preise Irlanon-Tli.�r 8>. Uhr Ellsabath Strickrodt in „Die Ballerina des Königs;� TnesL a. ijoiiD.Tor Kottb. Str. 6 Tägl. 8 Uhr «ucbSonnt. nachm. 3U., Eiite- Sänöer Die Well eei» intEri Uriioni. Rnndfunkpercdn Pläneiärtiim 1 om Zoo—> Vtrlisi. hsdvimlferet Utah B.5 Barbarossa 5578 16'« Uhr Hsrbst- «bsnte am Starnss- f-iiamai !8''i Uhr Mlsal«m Starnanüchtes JOV« Uhr 81a an dir eranaan dar Welt Eintritt I Mark. Kinder 50 Pl. Mittwochs halbe Kassenpreise. 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Ich tat, wie er wollte, aber ich mutzte doch daran denken, daß dieser selbe Deutsche, wenn er nicht zufällig in einer llnisorm herumlaufen würde, diesem selben Franzosen, wenn auch dieser keine Uniform anhätte, versichern würde, daß er nichts gegen ihn und seine Lands- leutc habe, und daß er sich freu«, daß der unselige Krieg endlich und lange vorbei wäre. Aber so weit ist man hier noch nicht. Man rrägt noch Umformen. ?. Flaggen. Die Uniformen werden eines Tages verschwinden. Aber die Fahnen, die heute von fast allen Zechentürmen dieses Landes herunterwshen und jedem, der an ihnen vorüberfährt, beweisen, daß diese Landschaft einen Herrn hat, der Ursache hat, seine 5)errschosl auch äutzctlich bestätigt zu sehen, werden nicht verschwinden. Sie werden ausgewechselt werden. Man weiß noch nicht, welche Farben an ihre Stelle treten werden, aber unzufrieden werden die Menschen hier sein wie zuvor. Demr. werden die Besitzer der Gruben, wie in anderen Kohlengebieten des Reiches, die schwarzweißrote Kapitalsflogge hochziehen, werden die Arbeiter wie heute das Ge- fühl habeil, unter der Flagge eines harten Gegners fronen zu nlüssen. Bekommen ober die Arbeiter ihren Willen und lassen sie die Flagge der Republik an Stelle der Trikolore wehen, dann werden die ehemaligen Könige des Gebietes, die Röchling und Stumm, wie heute über Vergewaltigung stöhnen. Aber ihr Gestöhne wird leichter zu ertragen sein. S. Panzerplatten. Ich ton in die Orte, wo die großen Hütten dampfen. Wo die Schlote wehen und die Hämmer stampfen. Wo das Eisen rinnt und die Männer unter der Last der Arbeit stöhnen. Ich sprach mit den Menschen über das Land und die Franzosen, übe? dieses und jenes. Einer war immer da, der mir den Rot gab, Sie neusten auch nach Vellingen, da ist die. große Hütt«, wo sie früher die Panzerplatten gemacht haben. Die großen mächtigen Platten für die Kriegsschiffe. Ein halbdutzeirdmal gab man mir diesen Rat. Nie sagte einer, fahre nach Saartonis, da m.acht man Stühle und Hausgeräte aus Aluminium. Keiner sagte zu mir, fahre nach Völklingen, da machen sie Schienen. Schienen für Eisen- Nchmm. Eisenbahnen, die über die Grenzen hinweg von Haupt- stodl zu Hauptstadt führen, die die Völker zueinander bringen, daß sie sich kennen, daß sie sich lieben lcrircn. Fahre nach Dillingen, dort IM man Panzerplatten gemacht. Das wissen sie all« noch Das, was die Völker trennt, das vergessen sie nicht. An das andere muß man imnur. Mieder� crinncril. 4. Reichs feinde; Im Lolkshaus zu Sulzboch hängt«in Bild. Darauf silld viele Soldaten. Französische Soldaten, denn andere kennt mon, van den paar Belgiern nnd Engländern, die lange fort hier seit zehn Jahren nicht mehr. Zwischen den Soldaten ein« Handvoll Berg- leutc. Streikbrecher aus de» Jahren l9l!> und 192?. Streikbrecher, das heißt hier nicht nur Berrätcr der Arl>e!tersacho, sondern auch Verräter des Reiches zu sein. Wenn hier die Arbeiter aufbegehren, und sie haben weiß Gott Gnmd dazu, dann steht das ganze Land hinter ihnen. Auch die Bürger. Und wenn es die Bergleute sind, auch Herr Röchling und die Nachfolger des Herrn Stumm, der hier cimnal König war. Herr Stuinm, der jeden aus seinen Diensten eniließ, der nur«ine Gewerkschastsversammlung besuchte. Das ist jetzt vorbei. Streikbrecher werden jetzt zu Rcichsseinden erNSrt. Morgen werden sie wieder die Lieblinge derer sein, die sie heule verachten. Und Reichsfeinde werden die anderen sein, die auch dann, wenn das Saarland wieder zum Reich kommt, nicht auf Rosen gebettet sein iverden. Und die weiterkämpfen müssen um ihre Existenz. 3. Raubbau. Iii Schnoppoch,«mein Bergarbeiterdorf, ist kaum noch ein Haus, das nicht unter Bergschäden leidet. Eben ist man dabei, die Wasterleitung neu zu verlegen. Ganz« Straßen sind geräumt und weiden Hans für Haus erneuert. Die Kirche des Ortes mußte polizeilich geschlossen werden. Noch iit sie nicht eingestürzt, aber breite Riss« über der Tür. in den Wänden, im Turm, bezeugen, daß der Tag des völligen Einsturzes nicht fern ist. Einige große Gasthäuser hat man schon uingcrissen. Rur der Platz, wo sie standen, ist noch zu sehe». Wer trägt die Schuld daran? Der Bergbau? Der Raubbau? Di« Franzosen, gewiß, nach Ablauf der 13 Jahre, das Land wieder verlassen zu müssen, haben es versäumt, die ausgeraubten Ftoze genügend abzustützen und mit Bergen zu versetzen. Absicht? Kurzsichti gleit bestimmt, denn der Neubau des Ortes geht auf ihre Kosten.' 6. Grenzen. Was wird, wenn die Franzosen sort sind.''Soll das Saargebiet eine neue eigene Provinz werden? Soll sie zu Preußen gehören oder zu Bayern? Vielleicht wollen dies« Menschen, die so viei .zusammen durchgemacht haben, weder Preußen noch Bayern sein. Ich sprach mit einem, der mir schon einiges über die Menschen hier und die Franzosen erzählt hatte, darüber. E i n Gebiet, das Saar- gebiet? Da» werd' nichts. Da, sehn sie den Fluß. Ich sah keinen Fluß. Na, das Wasser da meine ich. Ich sah«in Rinnsal. 30 oder 50 Zentimeter breit. Das da ist die Grenze. Da drüben, das ist preußisch, verstanden. Und dies hier ist bayerisch. Und so solle M«iben, oder sie sollen lassen, wie es ist. Besser die Franzosen als die Preußen. Zlber weg müssen die Franzosen. Und bald. Setzte er schnell hinzu. 7. Republikaner. Sie gehen nicht weg, sogt ein alter Bergmann. Ja, wenn der Stresemoim. und er lebte noch, der hätt's geschifft. Aber die anderen, die kriegen sie so schnell nicht weg. Sie sitzen zu feste. Aber wenn die Räumung kommt? Mag sein, daß sie kommt. Mag auch nickst sein. Wir freuen uns, mit dem Reich wieder verbunden zu werden. Wir warten darauf, daß endlich mal wieder ein frischer Lustzug durch das Land weht. Von Berlin her. Sa ein richtiger republito- nischer Wind. Die Leute hier wissen ja noch gar nicht, was Re- publik ist und so. Hier halten sie am Mtcn, und tue am lautesten schreien, die werden am wenigsten Freunde hoben, wenn die Franzosen erst weg sind. 8. Schreier. Und geschrien wird viel mi der Saar. Und gut dabei verdiott. Kaufe» Sie die Saarnodel! Kein Deutscher ohne die Rückgabenadel. Jeder Deutsche muß d!« Landeszcrtimg lesen. Saust den Saar- kalender! Wo» machen bloß alle diese Leute, wenn die Franzosen wirklich mal weg sind. Und wein werben die Redakteur«, die heute so schone Tone für den Ardeiter finden, dann Borwürie machen, wenn deutsche Unternehmer das von den Franzosen raffiniert ausgedachte An- treibersystem, auf das heute auch die Bürger schimpfen, beibehalten werden?.. Wir wollen uns kein« Sorgen um st« machen. Das Reich ist groß. Es hat seinen Ludcndorsf verdaut, es hat seinen Hugenberg zerkaut, und sein guter Magen wird auch diese seine„Freunde" verdauen. Wen» nur erst die Umformen verschwunden sind. Und daß sie verschwinden, darum geht jetzt der Kamps. Ludolf Xämmel: Inzucht ist kein gewöhnsiches Verbrechen, sondern darüber hin- au- eins Schande. Beweist man einem Mann, daß er. ohne es zu wissen, eine» Diebstahl begangen hat. so wird er die Achsel zucken: tut mir leid, ich kann nichts dafür! Weist man einem Ehepaar aber nach, daß es Bruder und Schwester sei— so werden beide entsetzt scin.' Nicht wegen des Strafgesetzes, sondern wegen der mystischen Tabn-Wirlung. die mit dein Gedanken der Geschwisterehe ver- Kunden ist. Im Roman„Brutxr und Schwester" von Leonhard Frank sagt die Schwiegermutter zu Konstantin:„Lydia ist Ihre Schwester!" Erschütternd die Wirkung, die die Mittler selber erfährt, die der Sohn erfährt und dann die Tochter Lydia. Der Schriftsteller schildert, was volkstümliches Gefühl und tieswurzelnde Ueberzeugung ist. So furchtbar wirkt das Tabu gegen Geschwister- liebe und.che, daß sogar als selbstvcrständiich gilt, Geschwisterliebe sei widernatürlich. Und selbst am Wortklang der durch Tabu ver- botenen Ehe Bater-Tochter hängt der volkstümliche Bann: viele moderne Strafgesetzbücher, so auch das deutsche, stellen die Ehe eines Mannes mit feiner Stieftochter, einer Frau mit ihrem Stiefsohn unter schwerste Strafe— dabei ist die Ehe Onkel-Nichte und Tonte-Nesfe aber erlaubt! Wer Moralphilosophie treibt, auch in der Rechis„gelchrsamkeit" Sinn sucht, wird bei diesem letzten Beispiel stutzig werden. Noch vor hundert Iahrsn war auch die Ehe Onkel-Nichte verboten, sie ist auch heute in vielen Ländern verboten. Der Leser wird vielleicht sagen: gewiß ist dies zuviel, ebenso natürlich das bestehende Verbot Sttcsoater-Stteftochter... Aber wirklich nah.» unmittelbar Verwandte wie gerade Geschwister dürfen nicht heiraten, das ist doch unmogüch...'. Ja. warum eigentlich? Nun. wir übergehen die bekannten Fälle der Deschwisterche— Pharaonen und Snkas— gern mit einem mitleidigen Lächeln: ausgefallene Sachen, wilde-Sitten, götterhaste SelbstiL>erhebung. Und der Lese? wird sagen: die Inzucht ist eben schon aus biologischen Gründen abzulehnen Wer noch in Moral macht, fügt hinzu:»ich überhaupt, wie tonn man nur?/ —- Um also mit der Biologie zu beginnen: wir stellen die Frage, ob biologische Gründe die Inzucht als verwerslich«rscheinon lassen? Führen wir zunächst an. was gewöhnkich von oberjlächlichen Bio- logen gesagt wird: durch Inzucht vermehren sich die vorhandenen schlechten Eigenschaften, und es kommt rasch zu einer vollstärchigen Degeneration. Es ist leicht, die Unrichtigkeit dieser Behauptung nachzuweisen: sofern beide Partner die gleichen schlechten Eigenheiten oder Krankheiten haben, besteht noch allgemeiner Meinung Aussicht ans Vererbung dieser Krankheiten. Aber dies ist eine Sache, die für Frcmdzucht genau so gilt wie sür Inzucht. Nur wird allerdings gesagt, daß bei Inzucht beide Partner öfter die gleichen Krankheiten aufweisen als bei Frcmdzucht. weil fle gleiche Erbmassen in sich haben. Da aber Fremdzucht gleichartiger Menschen nicht gesetzlich verboten ist, brauchte aus diesem Grunde, wegen der gleich vermuteten Erbmassen, die Inzucht nicht verboten zu sein. In Wirklichkeit ist aber die Vererbung der Eigenschaften per- sonlicher Art eine recht seltene Erscheinung. Man denke an Talente, an Genialität oder auch an rein körperliche Eigenschaften wie blaue ?lugen, Ohrläppchen oder auch nur ganz allgemeine„körperliche Tüchtigkeil". Vererbung ist selten. Fremd« Menschen hoben eben- falls gleiche Eigenschasten: blaue Augen, hohe Statur. Habsburger- kinn ufw- usw. Habsburgerkinn haben nämlich nicht nur die Habs« burger, sondern Tansende von Familien. Züißcrdem hoben es viele Habsburger nicht, gar nicht, auch nicht aiüteutungsweise. Aber nicht nur die Vererbung individueller Eigeirschaften ist problematisch— auch das Gegenteil(gut mitdenken, lieber Leser) ist problematisch. Das Gegenteil des Gedankens, daß etwas sich ver» erbt, ist nicht etwa der: daß nichts sich vererbt(dos wäre«ine parallele Möglichkeit), sonder»: daß sich alles bereits vererbt hat und eine vollständige Vermischung der Erbmassen aller Mensche», wenigstens eines Wohngebietes, stattgefunden hat. Alle Menschen haben dann die gleichen Eigenschaften in sich, nur sind in einer Person nicht alle sichtbar, sondern ein Teil ist latent Ob die Menschen von einem Adam und einer Eva abstammen oder von mehreren Adams und Coas, ist nicht wesentlich: sicher ist auf alle Fälle, daß die Entstehung der Urstirmen des Menschen viele Millionen Jahre zurückdatiert,»nd daß sich sämtliche j« vorhanden gewesenen ver- fchie.de nen Eigenschaften der Ureltern längst allen Menschen mit- geteilt haben. Es ist nicht bloß so. daß in„abgelegenen Alpen- tälern" jeder Marssch mit jedem beliebigen andern schon die Ahnen der vierten Generation jast ganz, die der jünfte» oder sechsten Generalion und alle älteren erst recht völlig gemeinsam hat. sau- der» ganze Völker, wie z. B. die Schwaben(nnt dem größten Teil der heutigen Deutschschweizer) oder die Bayern(zu denen die Oester» reicher gehören) sind doch aus wenigen Ursomilieu heroorgegange». j Die genreinsame Sprache beweist, daß diese Familien einer gemein- iarnen Ahncnreihc entstammen. Daß schließlich zumindest alle gleich- sarbigen Menschen aus gleichen Quellen stammen, kann man zwar nicht beweisen, aber es ist sehr wahrscheinlich. Aus da- Problem weiteren Zusammenhanges(der Farben untereinander) sei hier nicht eingegangen. Bei allen höheren Saugetieren— von andere» Lcijp-.elen sei nicht die Rede— herrscht allgemein« Inzucht. Herdentiere aller Art haben ausnahmslos Inzucht, sofern sie in Freiheit leben. Daß der Mensch als Züchter die Inzucht weitgehend ausnützt, sei»eben» her erwähnt. Alle Rassepferde und Preiskühe sind Inzuchtrefultote. Daß die Menschen ebenfalls Inzucht ausübten, Millionen Jahre hindurch, ist sonach sicher! Inzuckst- Tabu Ist also irgendwann entstanden. Ich erinnere an ähnliche'Tabu-Sitien, z. B. dürfen bei vielen Nattirvölkern die Frauen gewisse Götzenbilder (männliche Ahncnsymbole) niemals ansehen.— Da der Vater die Tochter verkauft, ist ihm ein Fremder angenehmer als sein eigener Sohn, der ihm nichts bringt. Und da der Käufer Wert, auf Unbe- rührtheit legt, sorgt der Vater durch schwere Drehung, daß die Tochter unberührt bleibt. So entstand die Sitte, kam der Tabu- Schreck aus. Erhaltung des Besitzes»nd der Macht des Häuptlings liegt allen Tabu-Geboten zugrunde. Die Hernnzüchtung eines solchen Gebotes setzt ober schon Seßhaftigkeit voraus. Primitive Wohn- Verhältnisse begünstigen(auch heute!) die Inzucht. Nach diesen Ueberlegimgen— die freilich keineswegs an- erkannte bkologifche Anschaminge» sind— sind die weißen Menschen nntereinander infolge gemeinsamer Abstammung und vielfiifcsger Blutmischling miteinander vollständig verwandt. Insbesondere . stammen in landschaftlich einheitlichen Gebieten Europas die heutigen Emwohner von Vorsahren ab, die elwa von der 13. Generation an rückwärts für jeden die gleichen sind. Die Verwandtschaft ist akso im günstigsten Fall eine solche, die durch Millionen Jahre hindurch engst« Btutgemeiirschast war, und erst einige Jahrhunderte hindurch(im. günstigsten Fall!) getrennte Entwicklung durchmachte. Hiemus ist zu schließen, daß auch die vermeintlich fremden Familien, zumindest in ein und derselben Gegend, tatsächlich„vollkommen" miteinander verwandt sind. Vollkommen verwandt, das heißt: sie sind wie Bruder und Schwester verwandt, wie Vater und Sohn, wie Mutter und Kind. Diese Gedanken sind neu, und man wird sie nicht ohne weiteres begreifen und verstehen, noch schwerer anerkennen können. Es sosgt aus ihnen, daß Foemdzucht grundsähtich keine andere biologische Situation schafft als Inzucht. Die Scheu vor Inzuckst gründet sich nickst auf bestimmte biologische Erfahrungen, sondern auf uralte Tabu-Vorschriften, deren Entstehung nicht mehr sicher erkennbar ist. Meiner Meinung nach wäre aber eine Menschheit durchaus denkbar. in der kein Inzestverbot besteht. Die allgemeine Anschauung über die Gefährlichkeit der Verwandtenehe ist eine Psychose. Trotzdem ich diescht Satz ganz allgemein gelten lassen möchte, da mit Inzucht nichts anderes geschieht als etwa im Pslanzenrrich.rnli Steckiings- vcrmehrung— so kann man natürlich gleichwohl au» rein plakti- sehen Gründen zum Inzuchtverbot bestimmter Prägung komme», wie Geschwlsterehe usw. Aber was hier dargelegt werden sollte, ist: es besteht kein tiefgehender biologischer Unterschied zwischen Inzucht »ist» Fremdzucht? itohnen infl �oleii Zu den seltsamsten Totenkulten gehört wohl der in Siarn, der d'e Trennung non den teuren Dahingeschiedenen möglichst weit hinausschiebt. Wohlhabende Siamesen wohnen noch viele Monate long mit ihren Toten zusammen. Nur die ganz Armen werden sofort verbrannt. In seinem neuen, soeben bei S. Fischer in Berlin erschienenen Relsebnch„Der Weg der Götter" schildert Bernhard K e l l c r m a n n in seiner dichterisch lebendigen Art diese Totenehrung, die er bei dem Hauswirt eines Freundes in Bangkok beobachtete. Dessen Frau war gestorben, und zwar vor drei Monaten. „Die Tote bewohnt das schönste Zimmer. In einem mit silbrigen Geweben behängten kastenförmigen Sarg thront sie oben auf der Spitze einer stufenförmigen Pyramide. Ihr Bildnis, eine lächelnde, heitere Photographie in Lebensgröße, von gelben Tüchern umhüllt, steht auf einer Staffelei neben der Pyramide, so daß jeder Besucher sofort an die Gesichtszüge der Heimgegangenen erinnert wirb. Der Hauswirt ist ein wohlhabender Mann, und die weiß ansgeschlaze»«» Sttlfe» der Pyramide sind dementsprechend reich geschmückt. Da stehen chinesische Vasen mit Blumen, Uhren. Leuchter. Petroleum- lampen und allerlei europäischen Nippsachen, auf die die Verblichen« gewiß stolz war. Das ganze erinnert etwas an die Glücksbuden, die man bei uns auf den Jahrmärkten fleht. Von der Decke hängen glockenförmige Blumenampeln herab, teils aus Papierbluinen ge» fertigt, teils aus natürlichen Blüten, die knnstvvll zusammengenäht sind und betäubend duften wie Hyazinthen. Lächelnd und ohne die geringste Spur von Traurigkeit ober Gran: zeigt mir der Wirt die Herrlichkeiten. Er bietet Zigaretten an und bittet ruhlg zu rauchen. Die Tote stört das nicht. Der Boden ist mit Teppichen belegt. Zur Seite liegen sew säuberlich geordnet, einige Kissen sür die Priester, die alle drei Tage komme», um zu beten. Während des Gebetes halten sie«in breites seidenes Bond in den Händen, das oben an dem silbernen Sarg befestigt ist. Dadurch soll eine iniiige Verbindung zwischen den Priestern und der Toten hergestellt werden. Jede Woche kommt eine Musikkapelle oder eine Schauspielcrtruppe, die die Seele der Abgeschiedenen erfreuen soll. Faniilinmitglieder und Freunde werden eingeladen und bewiriet. Heiier und gutmütig lächelt das lebensgroße Bild der Toten. Sie selbst, das Hausmütter- che», hätte das alles nicht besser anordnen können. Der Wirt schaltet den elektrischen Ventilator an der Decke ein, obschvn nicht der ge- ringste Geruch zu spüren ist. was bei der ungeheuren Hitze rätselhaft erschci-it,„Ich habe den Brahmanen schon Auftrag gegeben, einen günstigen Tag sür die Einäscherung festzustellen." In zwei Monaten etwa wird die feierliche Verbrennung stattfinden. Hunderte von Toten werden auf solche Weise in Bangkok auf- bewahrt. In einem besonderen Tempel thronen in einer vergoldeten Urne die Ueberreste der vor einem halben Jahr verstorbenen Königin-Mutter. umgeben von Kostbarkeiten und duftenden Blumen. Auf dem Tempelgelände von Wat Sraktet, dem vornehmsten Ver- brennungsplatz Banzkoks, befindet sich ein großes Gebäude mit durchbrochenen Mauern, in dem Hunderte von Toten aufbewahrt sind. SlussoUcnd und unbegreiflich ist, daß trog der ungeheuren feuchten Hitze nicht der geringste Verwesungsgeruch zu verspüren ist. Offenbar trocknen die Leichen mit großer Schnelligkeit völlig ein." iDer Qrofte und der 9Ueine Es wurde bcfannt, daß bcr große Dichter im Sterben log, uni nor den Depeschenienstern der Zeitungen scharten sich die Leute so dicht wie bei einem Fußbollmatsch,. Die Buchhandlungen stellten schon die ganze Produktion des � Sterbenden in de» Schauscnstcrn k980: Der Anwalt In der Sprecbsfnnd5- 19-30: Ucbertragung fetäd'isohe Opot. Charlotrenbnrg:..Samson und Daiila", Optr:'on Saint�aöns. Danach Blas* orchesferkonzert. s Sonnabend. 30. November; Tt Furikgymnastik- 12.30: Wcttcnneldungen für den Landwirt 1380: Bild. Funk. 14: Schalipiattcr.kCnzort 1380: Jugen4stand6 13.43: Paris und seine Kflnsüer. 1603: Mediziniscb-h,vgjenische Plauderei. 1680: Unterhaltungsmusik- 1880; FranzÄslscb für Anfänger. 19: Tm Ante quer durch Europa. 19.»! Programm de- aktuellen Abteilung. 20: Kabarett 21: Konzert. Danach Tanzmusik. 2380: Uebertragung Köln: Belreinngsfeler von Aachen. Königswusterhausen. Sonntag, 24. November; Ab 7: Uebertragung aus Berlin- 18: Gute Menschen. 1880: Unsere Toten in fremder Erde. 19.13:„Tor und Tod", von Hugo v. Hoffmarmslahi. An- scIiU'ißcn Saalöffnung 1980 Uhr Karten sind zu haben an folgenden Auscabestellen: ReichsausschuS für sozialistische Plldungsarbeit Berlin SV 68. Lindenstr. 3, l. Hof III. Pietz Buchhandlung, Undenstr. 2. BezlrksbildungsausschuS. Llndenstr Z. 2. Hof II. Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Sl4. Wal Str. 65. Deutscher Hoizarbelterverband, Am Köllnlschen Park 2, Zigarren geschäft Mörsch. SO. Engelnfer 24'2S. Verlag des BildungsTerbandes der Deutschen Buchdrucker, DreibundstraS« 3, Zentralverband der Angestellten, S, Hedemann- straSe 12, Verband der graphischen Hilfsarbeiter, Rltterstr. Ecke Luisenufer dscksr. 1586: Engütc» für Aniänge-r. 1883: Der Betrieb?, Voranschlag, die wich, uz.'te Vorsusserging fü-«ine ratlduelie Botriob�ühzung. 1980: Das Holz als J-jrkruoti Im Beagen-erb«. Z0: Uebertragung aus Berlin. DeatschlaadseDder: 21: Beethoveii-Konaort. 2180: Ungarftci« Musik. An- schlieOond Uebertragon« aus Benin. Diensfag. 26. November: i 1680: Uebertz-nn« aus Leipzig. 1780: piehf«» stunde. 18: HoataMruibet.. 1880: Französisch für Fortgeschritten� 1885; Eine Frau reist allein durch das asiatische RuRIand. 1980: Diktatur des Proleterlate und Kultur. Dootschlandserder: 20: Programm d« aktuellen Abteilung. 2880: tjebor- tragang Stuttgart:„Oringoire", Optr von Brüll. Danurb Ünterbuitungsmuslk. Ansohlleüend Uebertragung aus Berlin. Mittwoch. 27. November: 16: Karzsehriftdiktat« 1680: Uebertragung aus Humburg. 17..»: Ein« sozio lojdsche Uehersiebt über die Kriegkliteratur des In- und Auslände«. 18: Das ueuzeilicbe Bauen auf dem Lande, 16»: Spanisch für Anfänger. 18.35: Eine Frau reist allein durch das asiatische Rusiand. 19.20: Deutsche und Siaven. tleatschlaadsender: 20:„Ueberfall auf Professor Weltmann". Hörspiel von M. Feil» Mendelssohn. 21: Klavierkonzert. 2180: Gesänge der Hebrideiv An. scb'.leBend Ucbertraeu-g aus Berlin. Donnerstag. 28. November: 16: Welche Forderungen ergaben sieb aa. den Lebensverbai tnistee r,8 fugendliuhen Arbeiter ohne erlernten Beruf lür Ihren Unterriebt in der Berul,. schule? 16.»: Uebertragung ans Berlin. 17-»: Oeschichfe der Fabel. 18: öe. sult und Schicksal groBer Entdecker. 18.»: Spanisch für Fortgeschritten«. 1885: Mehr und beste Milch ein Wunsch des Landwirtes. 19.20; Verkaufs. gespriche. Oeutschlsndsender: 28: Uebertragung aus Berlin. 26»: Uebertragung aus Breslsu: Musikalisches Bilderbuch einer Stadt.»85: Anton Rubfnstelu (Konzert). AnsehlieBend Uebertragung ans Berlin. Freitag, 29. November: 16: Gegenwartsfragen der Volksschule. 16»! Uebertragung au« l«ipzlg. 1780: Gespräche über Musik. 18: Internationale Ooidbewagung. 1880. Englisch für Fortgeschrittene. 1885: Das Tegtilgewerbe: Spinnerei, AnsehlieBend Uebertragung aus Berlin. Sonnabend. 30. November: 1688: Uebartraguag aus Hamburg. 1788: Dar Beamte im Strefgeaetzbueb nach den Beratungen Im StrairecbtsausschuB. 18: Der Künstler alt Arbeitet. 1880: Französisch für Anfänge». 18.35: Ein Unglück kommt selten allein. 1988: Nation und Völkergemeinschaft. Deutschlandsender: 20: Budapester Streichquartett. 21: Uebertragung Frank» fnrt a. Main: Banter Abend. AnsehlieBend Uebertragung aus Berlin. - f F4* V- 1 aa.t �V9/ mit%p t' M p p a N<3 TELE FUN KEN j "lUöl re(na Uiblle.mitHand. Jranjftqefreue Cbpien 12s v. ferser Teppichen ssi -KM-KMJM Weihnaditsfreuden beginnen schon beim Einkaufen t Die nachfolgenden Gegenstände sind wegen ihrer ausgeLcichnctcn Quaäidi and ihrer besonders großen Billigkeit als Pestgeschenke hervor- _ ragend geeignet *trldn»«reoI«6cri Schwere Shrickfacken ml: Kragen, effea n. � A gesebloasen zu tre- W mP gen. 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Aooerndar 1929. afcetch» 7' ä Uhr, Im®«n>crtfchotl»- han».«agelnfee 24,25«Bc. Saal): Branchen- Versammlung tiep MecnsniRep, optikep, unp- maciiep. Eis&ar u. EtcnepinnM. Tagesordnung: 1. Vortrag! vi» mirtschafllich« Log« und der ZZoung.plou, Ref.: Reichs. laesabgeordneter Zohenne, Stelllug, Z Diskulsioi». 3, Branchrnangelegenheite». Riitziiedsbuch, mit einem der obigen Berlise versehen. legitimiert. cf« Ist Pslüht jede» Aollogcch pstnAIich zu erscheinen.______ Spielplan unserer ftoUacobicUang. An der Boche vom 25. Roo. bl»>. Tezbr.: U Pamir sCraesitioa nach Zentral-Asren) 2, Wie ein Kragen entsteht ll Kumareska 2» der Boche vom 2. bis 8. Dezember, 1. Der ichwarze kontinent. 2, Aeistellniig eines Flügel». 3, vumvrrste. An der Boche vom 9. bis 15. Dezember! l. Sit Postmeister (Stltn aus dem zaristischen Rußland) 2 Technischer Film, 3, Humoreske. Am 23. Dezember arm i n 5 llbr Vach- usittag» MsirchenoorstieUuag. Märchen """ chesangsoor, Begleituni Karten stnl ha Erwachsener sreiea eintritt. nu irr Boriegur.g de» Mit' liedsduche» im Bureau. Lloieustratz» iSbli. Zimmer 20, «s...... Am 24., 23., 28. sowie am 31. Dezember 1R59 und I. Januar.950 dieidt die Kultur. abtrUung geschiusieo Dir«deudoorstet. iuug am 2. und SS. Dezember rnllt ans. Anirage» wegen Ueber.astunz und Besuch der Abteilung sind leirrchonrsch oder schris«. lich an die»ulturadteilung(Bureau: Linleuftr.« 85. Zimmrr 29».' zu richten. «aron tluodou« 4m streitoA. stein 22. bjovember, verschied unser lieber Kollege, der ßeiirksverordncie Paul Kowald Ehre■einem Andenhen I DI« BesirksveTordnetenfraklioD SPD. Tiergarten Nie Etnäscherting findet Miitonch, den 27. Von, IS'r LTir, im Krematorium Gerich tstr. statt Das Gebot der Stunde ist der Eintritt in den Erd- vsS Eener- DesttMmZsvereln Gro$-Berita ,2. W35, Steglitzer Straße 66 Fern sprechen Kollendorf 4!6S;6d Rööelläuier meel« Kredit und bor Räbelbozar, Swkafziwmer Be 455, Sveisezimmer 577, Serre.uziminer ZSS. Sviegelichränke u«, Dteienaarnituren 55. Anrich'ekuchen W, iRessinabetrstell« 66, Kleiderschränke 46-, illbaiselonaues 28, Metallbittstell« IS. Avkleaemairastcn 13. conüiae Model «ntsvrechende Preik». T�Kobluna aus lchlagsrei, ZLochenraten, Schronlgrommrpbo».»rsMassia. svott- billig._ 6tcelitscr(tec6e_21. I rechts.__ Tvrrchevrarate, ünfrerostwrcr', SÄranfoinwaci«. Schallnlatten. Radio, Dochinrai» lu!>ä an. Dcrtreterdciuch nnverbindlich. lsodrillaaer vderberacr» strakse_51�_chochbahnhos Danzu>eisrrasie_. Schraolgrammovbou verlaust Schett- Nna. ReiSenchergerstrasie 96. ßtomSopatklKka Univerfitals-Poliklinlk eröffnet am IS November 1929 Sprechstunden: Täglich von 4— 7 Uhr nachmittags B C B I, I K KW o, Luisens rafte ist im Hause der FriedrichAVilhelrnsiädt Apotheke lackiert Luisen. Am Donnerstag, dem II. Roveunder, abends>9 Uhr. enlfchlumntttte lanft nach langem, mit großer Geduld ertragenem schweren Leiden,»unser herzensguter, lieber Sahn. Bruder und Unkel, der sind. ing. PaoI'Ghrlstopb Fiebig furz vor Bollendung seines 29. Le- densjahrea. Zn tief» Trauer Mortis Fiebig o. Frau Cdubt, Werner, als Bruder. Die Ginäscherung siechet am Zlliit- wach. 27 November, abends 5>>Ubr. im Krematorium Wilmersdorf, Ber- liner Straße, statt. Plößlich und unerwartet verschied mein lieber Mann und lreusorgendcr Pater Paul Kcmal«! im Aller von<4 Zahren. krau u. k«Utb Kovald, Paulstraß« 22. lbinälcherung am Mittwoch, dem 17. November, abends Si', Uhr. im Krematorium Gerichlstraßs. Keule vormittag lvi: Uhr verschied nach kurzem. Ichwerem Leiden mein» treue' Ledensgeiahrlin, uniere liede. gute Mutter, Schwieger- u Großmutter eiara Lorenz geb. Hen-maao im 51. Ledensfahr. Bsn..Rcin>ckeudorf, b. 22. Nov. 1925. 3m Namen der Hinterdiiedrgcu Artähald Loreas. D'.e Einäscherung sin»et am Witt- woch. dem 27. November 1929. l? Uhr, im Krematorium Scrichl- strahe statt. SkoMsk MilZsdeiw VervaUuni-ssteile Berlin Todesanzeigen. Den Mitgliedern?ur Z�achricht, daß unser Aollege, der Ard�tter widert �Vrnbde! gebore» 5 April tS7Z, am 29. November gestorben ist. Die Einäscherung findet am Moutag. tag. dem 26. Nov.. 18 Uhr, im Krematorium Baumschulcnw-g, Kirfbolz- straß« statt.___ ferner starb am 29. November unser Kollege der Klempner �Vildelm Hubscli geb am 30. Dezember 1833. Die Einäscherung findet Dienstag. den 26. November, vrrm. ll Uhr, im Krematorium Gerichtilraße stall. Ehre Ihrem Andenken! Rege Betriligung erwartet vle Orlsvermaltung. Benig qrtraqeo» ksrackanziige. Tmo. Nnganzügs. GehrockuazUge. Zacketl- ao.zllge. iZuwmimSntel. Eutawaoanzsiae. Zadardinemänte!. Eovertcvatpaietot». kür jede irigur paffend. Sp-zialität: Bauch. anzsige spottbillig. Gisellschaft Verden verliehen. straße 4. l Etage_ Wenig getrogeve slackeitanzstae. Soe »iglität blau, zweireihig, aus Seid« 49—. Smokinaanzilge. 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