Morgenausgabe Nr. sss � A 228 �.Iahrgang «Schenlllch SS Pf, monawch tßOWL Im»orou» zahlbar. Postbezug 4IZ M. «tnschltebstch SO Pfg.Postzeiwng»»"Nb 72 Pfg. Postbestellgebühren. Lu»land»- abonnemem t— PI pro Monat. Tn.Vorwärts' erschewt wochentäg. Lch zweimal. Sonntag» und Montag» einmal, die Abendau»gaben für Berlin «nd ,m Handel mit dem Dtel.Der vdend� Illustrierte Beilagen.Volk und Zeit" und„Kinderfreuno". Ferner »Unterhaltung und Wissen"..Frauen- stimme"..Technik"..Blick j» die Bücherwelt" und.Zugend-Dorwärt»" berliner VolkSbla« Dienstag 26. November 1.929 Groß-Äerlin JP pf. Auswärts 15 pf, Sil el»fp«IttG» Stonporervezea» 10 Pfennta. Netlame»eile b— Reich». mark.„ZUetne An-eigev' da» ieng- bruckt» Wort 2ü Pfennig(zulässig zwe» fettgedruckte Worte), sedes weiter» Won 12 Pfennig. Stellengesuch» da» erst» Wort IS Pfennig, fedee wener» Won MJ Pfennig. Worte übe» 15 Buchstaben läblen für zwei Worte Arbettsmart» Zeile SV Pfennig. Familtenanzelgen Zeil» Ä Pfennta. Anzeigenannahm» im�auvt- «eschäst Lindenstroß» S. wochentäglich von 8»/', die 17 Uhr. Jentvalovsan der SozialdemoSratiftben Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstratze 3 Fernspr«chkr: Dönhoft 292—297, Telegramm-Adr.: Sozialdemokrat Berlw. Vorwärts-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: Berlin 3753(5.— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstr.(55. Dt. B. n. DiZc.-Ges.. Depositenkasse Lindenstr. 3. Kabinettskrise in Belgien. Regierung Zaspar durch den Gprachenkonfliki gesprengt. ! Brüssel, 25. Itovember. Das belgische Sabiuelt ist heute abend zarückge- treten. ♦ Die Demission des Kabinetts Ä a s p a r ist auf die Gegen- sätze zwischen Flamen und Wallonen in der Sprachen- frage zurückzuführen. Dieser Gegensatz übertrug sich auch auf die beiden Regierungsparteien, da die in ihrer großen Mehrheit wallonischen Liberalen mit den Zuge- ständnisten nicht einverstanden waren, die die in der Haupt- fache flämischen Katholiken den Wünschen der Flamen zu machen bereit waren. Innerhalb des Kabinetts hatte man das Menscheninögliche versucht, um durch ein Kompromiß die seit zwei Wochen drohende Krise zu vermeiden. Das Kompromiß sah nament- lich eine weitgehende Flamisierung der Genter Universität vor, die bisher in der Hauptsache französisch war und von den Flamen als ein Fremdkörper mitten im Herzen ihres Sprachengcbietes empfunden wurde. Die liberalen Minister hatten sich, wenn auch schweren Herzens, mit dieser Neuregelung und mit anderen Einzel- heiten des Kompromisses einverstanden erklärt. Es scheint aber, daß die Rebellion in ihrem Lager so stark war, daß diese Einigung wieder rückgängig gemacht werden mußte. Daher die nun beschlossene De m i s s i o n der Regierung. Eine Lösung dieser Krise ist schwer zu erblicken. Die einzige Partei in Belgien, der es gelungen ist, unter sich eine Einigung über die Sprachenfrage zu erzielen, ist die Soziali st ische Arbeiterpartei. Aber nach den jüngsten Erklärungen ihres Führers Bandervelde auf dem kürzlich abgehaltenen belgischen Parteitag ist die belgische Sozialdemokratie entschlossen, in diesem Parlament keine Regierungskoalition einzugehen. Daher sind Neuwahlen als einziger Zsusweg nicht undenkbar. Die belgische Krise kann aber noch eine besondere außen- politische Bedeutung erlangen. Der bisherige Mi- nisterpräsident I a s p a r war bekanntlich zum Präsiden- ten der Haager Konferenz bestimmt worden, die zur Zeit nur als vertagt gilt. Ihm lag nun die Auf- gäbe ob, die S ch l u ß k o n f e r e n z einzuberufen Es wird Aufgabe aller beteiligten Regierungen sein, dafür zu sorgen, daß durch die belgische Krise und ein mögliches Per- schwinden Iaspars aus der Regierung nicht etwa ein neuer Grund zur abermaligen Verschiebung des Zusammentretens der Haager Schlußkonferenz entstehe, und damit in den Augen der Tardieu und Maginot ein neuer B o r w a n d für die Berzögerung der Rheinlandräumung. ,* Terror in Polen. Neues zum Offiziereinbruch in den Sejm. Der polnische ZNinisterprösidenl S w l k al s k l ha« in einem öfsenlticheo Vortrag ziemlich deullich den Staatsstreich für den Fall angekündigt, daß das Parlament nicht selbst beschliehe, seine Rechte bis zur Bedeutungslosigkeit einzuschränken. Das ist derselbe Herr Switalski, der am Zt. Oktober bei der Sejmerössuung plötzlich „tcanr mar. um sich nicht wegen dem Ofsiziereinbrnch verantworten za müssen. lieber jene und manche anderen Vorgänge unter dem Pllsudski-Regime dringt nach und nach mehr durch: wir teilen einiges davon im Folgenden mit. Ganz nah« vom Sejmgebäude ist ein Militärhospitol. Darin war am 31. Oktober ein Infanter ieregiment versteckt, sein Kommandeur war mit bei den Offizieren im Sejmgebäude, und es waren in diesem Spital Betten, Operations, und Verbandmaterial sowie heißes Wasser vorbereitet. Die Offiziere waren in den Sejm vollbewaffnet eingedrungen, obwohl der polnische Offizier den Säbel nur dann zu tragen verpflichtet ist. wenn er da- ganze Riemenzeug anhat. Außer Säbel und Pistole trugen die Offiziere auch— Reitpeitschen. Einer von ihnen stand vorn an der Saaltür, um„uütigensalls" die anderen herbeizurufen. Der Plan war. wenn sich die Opposition gegen PilsudsN, Schimpfereien auslehnen sollte, hineinzustürmen und über die protestierenden herzufallen, den bekanntesten Gegnern der Diktatur die Kleider herunterzureißen und ihre nackten Körper vor aller Welt zu peitsche». Diesen Offizieren trug der Senatsprösident. ein Augenarzt. persönlich Stühle in die Borholle, damit sie nicht stehen müsiew lind als der Sefmmarschall D a i z i n s k i dem Marschall P i l s u d- ski vorhielt, daß bewaisnete Offiziere ins Parlament eingedrungen feien, fragte Pilfudsti, woher Daszinski wisse, daß dies« Offiziere bewaffnet seien.... pilsuMtiS Attentatsfurcht. Seitdem der chemallge Reoolutionskämpfer Pilfudsti den Dit> tator mimt, fürchtet er Anschläge auf sein Leben. Dies« Angst hat sich zu jenem tranthasten Piaß gesteigert, wie es etwa von dem russischen Zar Paul berichtet wird, besten Schreckensherrschast die Verschwörung des Grafen Pohlen ein Ende gemacht hat. Pilfndfk: wohnt im Beloederepalast. Vor seinem Fenster im Erdgeschoß stand ein Gendarm Posten. Eines Tages wurde dieser Gendarm durch einen Schuß aus dem Zimmer getötet. Das sozialistische illustrierte FamiNenblatt„Pobudka"(Für die Hütte) hat in einer Reihe seiner Nummern alle, die über die Totes- Ursache jenes Gendarmen etwas wüßten, aufgefordert, sich zu melden.... Die Verfolgung der Arbeiterpresse. Der Warschauer„Rabotnik* leidet unter der Konfiskationswut de» PÄsudst«-Kurses baw so. wie er zur Zeit der Rodattionsfühnmg — Pilfudskis die zaristischen Verfolgungen zu spüren hatte. Außer- dem versucht man, die materielle Schädigung unseres Bruter- blatte? noch folgsntermaßen zu steigern: Wenn in gespannter Situation, wie in ten Tagen nach dem 31. Ottober, der„Robotnik" oder seine Extrablätter mit besonderem Intereste erwartet werten, besetzt die Polizei die Wareckastraße. verhindert da» Weg- tragen der Blätter, tastet sogar jeden Passanten ab, ob er nicht Zeitungen bei sich trage und gibt die Verbreitung erst frei, wenn Regierungsblätter erschienen sind, die sich inzwischen die- selben Nachrichten haben verschaffen können. So wurde es zum Beispiel gemacht, als der„Robotnik" den Wortlaut des amtlichen Briefwechsels zwischen dem Staatspräsidenten und dem Sejm- Marschall veröffentlichte. Wie starb General Zagorjki? Man erinnert sich noch der Affäre jenes polnischen Generals Zagorski(sprich Sagorski), der von Wilua nach Warschau gebracht oder berufen wurde und dort„spurlos verschwunden" ist. In Wahr- hell hat man sein« Leiche schon am nächsten Tage gesunden— ohne Kops!— und schnell vergraben. Der Senator Dr. T r o m p- czynski. Führer der Rechten, ehemaliger Reichs- und Landtags- abgeordneter in Berlin, brachte diese schauerlich« Mordtat im Aus- schuß zur Sprach«. Die Presse griff sie auf. Mehrere Journalisten wurden darauf nachts überfallen und schrver mißhantell, einem dabei«in Auge ausgeschlagen. Die Täter waren in einem Auto des— Polizeipräsidiums gekonnnen und davongefahren! Di« Schwester Zagorfkis führte bitterste Klag« beim Staats- Präsidenten M o s c i s k i. der ihr aber versicherte, ihr Bruter lebe. Daraus die Schwester in ihrer Verzwefilung:„Dann. Herr Präsi- tent, wünsche ich Ihnen nicht, daß Ihre Kinder ebenso leben!" Kurz darauf starben aus bis heute ungeklärter Ursache Moscfikis Sohn und Schwiegersohn. Der Staatspräsident war über dieses„Omen", über diese„Rache des Opfers" so bestürzt, daß er zurücktreten wollte. Doch Pilfudsti erlaubt« es nicht.... Mobilisierung der Eisenbahner! Um einem verkehrsstreik gegen einen Staatsstreich vorzn- beugen, beabsichtigt man, die Cisenbohner-Reservisten noch vor der neuen Sejmtogung zum Heeresdienst einzuberufen, so daß man sie wegen Streiken» vor Ofsiziersgerichte stellen könnte. Es ist das eine Methode, dir vor vielen bahren in Frankreich und sonstwo an- gewendet worden ist— aber nicht von„Soziallsteu" wie pilfudsti und seinem Minister Moracznvski. der früh« selbst k.k. Eisenbahn- bramicr gewesen ist. Geduld, ihr Herren! Segen die falschen Messiasse der Reichsfinanzreform Was will die demokratische Presse vom Reichsfinanz- Ministerium? Zugegeben, daß an ihm und seinen Taten manches kritisiert werden kann! Auch wir haben schon an ihnen Kritik geübt und behalten uns vor, es weiter zu tun. Aber ihm Vorwürfe zu machen, weil es mit seiner Finanz- r e f o r m noch nicht herausgekommen ist, dünkt uns eine Spitzenleistung der Verantwortungslosigkeit. Völkerrechtlich hat der D a w e s- P l a n noch nicht zu bestehen aufgehört. Wahrscheinlich wird er durch den Boung-Plan ersetzt werden, den das„Berliner Tageblatt" mit Recht als„das kleinere Hebel" bezeichnet,„fo furchtbar schwer und drückend auch seine Lasten sind". Furchtbar schwer und drückend sind die Lasten des Voung-Plans, den wir betominen sollen, noch viel schwerer, viel drückender sind die Lasten des Dawes-Plans, die wir bis auf weiteres weiter- tragen müßten, wenn der Toung-Plan noch scheitern sollte. Solange der Voung-Plan nicht inter- nationales Gesetz ist, kann keine deutsch« Fi nanzreform gemacht werden, die sich auf ihm aufbaut. Das dürfte so ziemlich jeder einsehen, bloß das„Berliner Tageblatt" sieht es nicht ein. Denn gleich neben seinem vortrefflichen Leitartikel steht ein„Aufruf zur Selbsthilfe", der mit folgenden ehernen Sätzen be- ginnt: „Di« Regierung zeigt in der brennendsten Frage der deutschen Gegenwart und Zukunft, der gründlichen Reform unserer Finanzen, keine ausreichend« Initiativ«. Dos ist eine feststehende Tatsache, mit der man rechnen muß. so bedauerlich sie auch ist." Auf diese„feststehend« Taffache" gründet sich der Aufruf zur Selbsthilfe. Offenbar in Erinnerung an die Zeit, in der «r Ruf„Alle Mächt« den Räten!" durch Deutschland ging, wird dazu aufgefordert,„einen Rat der Wirffchaft auf Grund eigener Initiative zu bilden", der die Sache in die Hand nehmen soll: „Man muß sich nur finden. Jemand muß di« Stimme erheben und die zur Mitarbeit Willigen zusammenrufen. Wenn zum Beispiel ein Mann wie Dr. Silverberg, der sich kürzlich in Köln für beschleunigte Finanzreform einsetzte, Industrie und Gewerkschaften, Landwirtschast, Handel, Bankwelt sowie andere Wirtschaftsgruppen zu einer Zusammenku-nfi einladen würde, so wäre wohl bald eine Anzahl der besten Köpfe beisammen. Man könnte Dertreier von Reich, Ländern und Gemeinten hinzubitten (Wie nettl Red. d.„Vorwärts") und in einem kleinen Kreise von. zwölf bis zwanzig Mann in.«in bis zwei Wochen intensiver, praktischer Arbeit dt« Grundlagen«iiier Finanzrefonn aus- arbeiten." Ja, das könnt« man wirklich tun! Es gibt in Berlin genug Kaffeehäuser, die Bereinszimmer abendweise abzugeben haben— warum sollen also Herr R e i n h o l d und Herr S t o l p e r nicht noch zehn oder achtzehn Mann dorthin bitten, um ihnen ihre Lieblingsideen vorzutragen? Dagegen ist gar nichts«inzuwenden, desto mehr aber dagegen, daß ein großes demokratisches Blatt den Plan, einen solchen Privat- zirkel zu gründen, offenbar für einen politischen hält. Es scheint uns notwendig, über diese Dinge ein paar offene Worte zu sagen: Schon vor längerer Zeit sind einige Messiasse der Finanzen erstanden, die predigend durch das Land ziehen. Sie verheißen«ine schleunige, eine aller- schleunigste, eine durchgreifende, em tiefftdurchgreifende Finanzreform, die zugleich mit einer allgemeinen Steuer- senkung eine unerhörte Blüte der deutschen Wirffchaft bringen soll. Sie«rwecken auf diese Weise Hoffnungen, von denen jeder Nüchtern« weiß, daß sie niemals erfüllt werden können. Wie soll durch die Tteuersenkunaen eine neue Blüte der Wirtschaft herbeigeführt werden? Indem man die Ka- pitalbildung fördert! Die ganze kommende Finanz- reform soll auf diese eine Notwendigkeit, die Notwendigkeit der Kapitalbildung, zugeschnitten werden. Zugegeben, daß bei jeder Finanzreform die wichtigen Fragen der Kapital- bildung und der Verhinderung der'Kapitalflucht berücksichtigt werden müssen. Wem aber will man einreden, daß man die Kapitals- bildung wesentlich fördern kann, indem man die Besitz- steuern senkt? Ein Teil der Steuerermäßigung wird in den Luxuskonsum gehen, der verbleibende Teil, man mag ihn noch so hoch schätzen, ist gegenüber dem Kapitalbedarf der deutschen Wirtschaft nicht viel mehr als«in Tropfen auf einen heißen Stein. Man soll sich davor hüten, das Problem der Kapital- bildung, so wichffg es auch ist, als das allein Ausschlag- gebende der deuffchen Wirffchafts- und Finanzpolitik zu be- trachten! Sobald sich nämlich herausstellen wird— und das wird nicht ausbleiben—, daß diesem Problem van der Steuer- seite her nicht beizukommen ist, wird der Ruf ertönen, daß die Lösung auf dem Gebiet der L o h n- u n d Preis- politik gesucht werden müsse. Da soll jeder, der sozial- politische Eisenbart-Kuren scheut, mit uns dabei sein, wo es gilt, den Anfängen zu wehren. Um jedes Mißverständnis zu vermeiden, sei wiederholt: Reichsregierung gegen Sugenberg-Geseh. Oer Gesetzentwurs dem Reichstag unterbreitet.- Er ist verfassungsändernd. Nachdem der Reichswohllelter der Aeichsregierung mü- geteilt hat, daß die erforderliche Zahl von Eintragungen für das Volksbegehren Seldte-Hugenberg erreicht worden ist, hat der Reichsinnenminister noch am gleichen Tage auf Grund des Artikels 73 Abs. 3 Satz 3 der Reichsvsrfassung den Gesetzentwurf dem Reichstag unterbreitet. Der Gesetzentwurf trägt die Drucksachennummer 1423. Die Reichsregierung hat zu dem Entwurf in folgenden Ausführungen Stellung genommen: „Dos Volksbegehren macht den Versuch, die Linien der deutschen Außenpolitik für die ZiMnft in weitem Ilm- sang durch«in Reichsgofetz festzulegen. Ein der. artiger Eingriff in die Handlungsfreiheit der Reichsregienmg cht schon on sich ein Beginnen, das mit einer gedeihlichen Führung der Staatsgeschäft« unvereinbar ist. Noch ernster sind die Bedenken, die gegen den In- halt der einzelnen Bestimmungen des begehrten Gesetzentwurfs sprechen. Der Entwurf ist aufgebaut auf dem Gedanken, daß durch den einseitigen schriftlichen Widerruf der Bestimmungen des Der- träges von Versailles über die Schuld am Kriege eine neue Grund- läge für die Erreichung der Ziele der deutschen Außenpolitik ge- schaffen werden könne und müsse. Er geht davon aus. daß auf dieser Grundlage die förmliche Beseitigung jener Bertragsbestim- mungen, die sofortige und bedingungslose Befreiung der besetzten Gebiete und eine vorteilhaste Regelung der Reparationsfrage zu erzielen sei. Diese Annahme ist falsch. Jede deutsche Regierung hat den einsettlgen Schuldspruch des Vertrages von Versailles in feierlichen Erklärungen zurückge- wiesen und mit fortschreitendem Erfolge die gegebenen Möglichkeiten benutzt, um die Weit über die wahren Ursachen des Krieges aufzuklären. Die Reichs regieruog wird selbstverständlich oinl) In Zukunft olles, was In ihrer Macht steht, tun, um die Kriegsschuldsrage zur end- gülrige» Lösung zu bringen. Sie muß jedoch in der Wahl der Mittel und des Zeitpunktes ihrer Anwendung die Eni- schließungsfreiheit behalten. DI« deutsche Außenpolitik hat in den vergangenen Jahren ihr! gaiMS Bemühen darauf gerichtet, den Anspruch Deutschlands auf! alsbaldige Befreiung der besetzten Gebiete durchzusetzen. E» hat sich erwiesen, daß dies ahne gleichzeitige Neuregelung der Repa- rationsfrag« nicht möglich war. Die Lossagung von den auf der yaager Konferenz getroffenen Vereinbarungen würde deshalb die Räumung de» Rheinlandes völlig ins Ungewisse stellen und eine schnelle Regelung der Saarfrage unmöglich machen. In der Entwicklung der Reparationsfrage sieht dl« Reichsregie- rung den Bericht der Sachverstäudtgen vom 7. Juni 1929 trotz ihrer schweren Bedenken gegen die darin vorgesehen« Belastung Deutschlands als«inen Fortschritt gegenüber d�er jetzt geltenden Regelung an. Eine entW-ültig« Stellungnahm« zu dem Bericht sowie die Würdigung seiner Einzel- hellen muh vorbeihalten bleiben, bis die un Gang« befindlichen lnternati.ona!>tn Verhandlungen über feine tznkroft- setzüng abgeschlossen sind. SchcM jetzt kann aber' festgestelst meiden, daß de? Bericht eine Ermäßigung de? deutschen Zahlungen und die Beseitigung der fremden Auf- licht» in stanzen vorschlägt. Aus diesem Grunde hat sich die Reuhsregierung, in ilebereinstiinmung mit der überwiegenden ?gehrhcit des Reichsiages, entschlossen, auf der Grundlage des Planes in die internationalen Derhandlungcn einzutreten. Sie ist auch heule noch der Uebcrzeuguug. daß die Rückkehr zu der Regelung des Dowcs-Planes für Vevischland eine sehr viel schwerere Belastung bedeuten würde. Die S t r a s b e st i m m u u g des Entwurfs will tz? g»td s ä Z- l i che Entschließungen der deutschen Außenpolitik dem Urteil des Strafrichters unterstellen. Darüber hinaus soll dies« Bestimmung aber, wie ihre Begründung zeigt, dem Ziele dienen, die bisherige deutsche Außenpolitik und ihre verantwortllchen Träger zu entehren. Die Kontrolle über die Führung der Politik durch Reichskanzler und Reichsminister liegt verfassungsmäßig beim Reichs. tag. Bon feiner Entscheidung in Form des Wißtrauensootumz oder der Minrsteranklags ist die Fortsetzung der Politik abhängiz. Di« Zvchkhausandrahung des Entwurfs mit ihren strasrecht- lichcn Rebcnwirkungen bedeutet die Umformung eines rein politischen Tolbeslandcs in einen kriminellen. Mit ihr wird bewußt das Ziel verfolgt, den verfassungsmäßigen Kontrollen der Reichspolitik die ausschlaggebend« Bedeutung zu nehmen. Das ist mit dem Sinn und Zweck des parla, mentarischen Systems nicht vereinbar. Bei der Annahme des Gesetzentwurfs wurde sich sofort er» weisen, daß auf seiner Grundlage eine den deutschen Interessen dienend« Führung der Außenpolitik unmöglich ist. Die in den vergangenen Iahren wieder errungene Stellung Deutschlands wäre zerstört, jede Aussicht auf die Verwirk- lichung der in dem Entwurf aufgestellten Ziele wäre abgeschnitten. Diese Ziel« können wie bisher auch in Zukunft nur auf dem Wege der Verständigungspolitik erreicht werden. Die Reichsregierung spricht sich deshalb mit aller Entschiedenheit gegen die Annahme des Geseheniwurs» aus. Nach der Ansicht der Reichsregierung ist der Gesetz- entwarf verfassungsändernd In einer gutachtlichen Aeußerung wird festgestellt, daß der Gesetzentwurf im Wider- sprach mit den Artikeln 43 und 36 der Reichsverfassung, im Widerspruch zu dem Grundsatz der Trennung der Gewalten, auf dem die Reichsverfassung beruht. Zur Annahme des Gesetzes durch Dolksmtscheid ist dem- nach gemäß Artikel 76 Abs. 1 Satz 4 der Reichsverfassung die Zustimmung der Mehrheit der Stimmberech- t i g t s n erforderlich. Die Vororbckiten für den Volksenischeid. Der Reichsminister des Innern hat die Landesregierungen durch Rundschreiben ersucht, die Gemeindebehörden anzuweisen, unocrzüg- lich mit der Anlegung der Slinunkarleien und Stimmlisten für eine» Volksentscheld am 22. Dezember zu beginnen. Die Dorarbeiten sollen so beschleunigt werden, daß die Stimmkortcien vom 8. bis 1Z. Dezember zu? allgemeinen Einsicht aurgelrxt weiden können. In den Ländern, in denen erst kürzlich Landtag- oder Komnninalmahlen statt- gesunden baben oder noch vor dem Volksentscheid stattfinden werden, wo also die Slimmkarteien und Stimmlisten lediglich auf den Stich- tag des 22. Dezember zu berichtigen und zu ergänzen sind, wind die Auslegungsfrist nach den Dorschlägen der beteiligten Landesregie. rungen bemessen werden. �,'. Warum so unzusriedeu? Hugenberg-Presse gegen Reichgiwahlausschuß. DI« Hpgenberg-Presso ist w!� dem Reichswphlausschuß unzu, frieden. Sie beschwert sich, daß„ein unvollständiges Ergebnis� vor den Reichstag soll. Sie kügdigt heftige Polemik db gegen on. Warum nur? Hofft sie, nach der endgültigen Entscheidung üb« «in paar tausend nach zweifelhafte? Stimmen mit dem fürstlichen Srgebnis von 1,019 Proz. statt mit dem bisherigen von 1,018- Praz.� paradieren, zu können? Hängt ihr Herz und die Ehre der Hugcn- berg-Partei an dem tausend st el Prozent? Oder sollte sie noch eine allerletzte geheime Hoffnung haben, daß «s doch noch nicht ganz reichen würde? Denn wir können doch nicht annehmen, daß sie sich vor her Probe ouss Cxsmpel der Einmütigkeit von Kassel fürchtet, die nun sehr bald im Reichstag angestellt werden wird! Am Donnerstag kommt das Hugenberg-Gejetz vor den Reichstag. Röscher und kulanter kann man nicht arbeiten— und nun ist es wieder nicht recht? Wir haben nichts dagegen, daß die Bedürfnisse der Kapital- bildung bei der kommenden Steuerreform mit berücksichtigt werden, aber wir wehren uns dagegen, daß man sie als die ollein Ausschlaggebenden in den Mittelpunkt stellt. Wir wenden uns gegen eine Geistesrichtung, die mit objektiven volkswirtschaftlichen Erwägungen nichts' mehr zu tun hat, die vielmehr schon sehr richtig alz eine„Kapitalbildungs- Psychose" bezeichnet worden ist. Einstweilen, auf dem Finanzgebiet, wird dafür zu sorgen sein, daß dieser Psychose nicht der Staat geopfert wird. Wenn jemand als erster das Recht hat, an den zu erwartenden Erleichterungen aus dem Paung-Plan Anteil zu haben, so ist es derStaat.die DeutfcheRepublik. Der Deutschen Republik sollte man es wirklich gönnen, daß sie etwas freier von finanziellen Sorgen, das Haupt wieder etwas höher erheben könnte. Einmal so gestellt zu sein, daß man keine steuerfreien Anleihe n'mehr auflegen und keine Kreuger-Berträge mehr abzuschließen braucht es wäre zu schön! Offenbar aber gibt es Leute, denen diese Aussicht gar nicht erbaulich dünkt, Leute, die förmlich Angst davor haben, daß der Bater Staat einmal finanzpolitisch auf die Strümpfe kommen könnte. Der Manchester-Liberalismus und die Nachtwächterids« vom Staate, sie sind leider noch nicht tot. Eine blühende„Privatwirtschaft", die den Staat wie einen lahmen Gaul am Zaum hinter sich herzieht, ist für manche Leute immer noch ein Ideal. Von diesen Leuten kann man dann auch oft hören, man dürfe dem Staat nicht zuviel Mittel gewähren, damit er in seinen Aufgaben— besonders den sozialen— nicht zu verschwenderisch werde. Dieie Art der Bcweisführnng erinnert bedenklich an die in der Aaiserzeit nach beliebt gewesene Ar- gumentation. man dürfe den Arbeitern nicht zu viel Lohn geben, weil si« ihn doch nur versaufen würden. Einen solchen nicht ganz uninteressierten Patriarchalismus darf man sich den Arbeitern gegenüber heute nicht mehr erlauben— aber dem Staat gegenüber droht er zur großen Mode zu werden. Don dem Rcichsfinanzministerwm und der Reichsregie- rung verlangen wir, daß sie bei der kommenden Reform, die ohne Heber st ürzung in Gang gebracht werden muß. die ihnen anvertrauten Interessen des Reichs, der Länder und der Gemeinden tatkräftig wahren. Steuern senken ist eine schöne Sache, wann, wo und wie man kann. Aber in einem Staate, der als Folg» eines furchtbaren Krieges schwere soziale Verpflichtungen nach innen und schwere Lasten nach außen zu tragen hat. muß die Steuerbelastung im ganzen schwer sein. Das ist eins so feststehende Tatsache, daß nur verantwortungslose Demagogie über sie hinwegsehen könnte. Alles in allem sind die Fragen, um die es sich hier hanhelt, äußerst ernst. Man sollte sich allgemein bemühen, sie mit einem Höchstmaß von Sachlichkeit und einem Mindest- maß van Scharlatanerie zu behandeln. Wer nicht pariert, fliegt! Hugeaberg droht der Opposition mit Mandatsentzug. Wie Hugenberg seinen Kasseler„Sieg* gegen die Oppo- sition in den eigenen Reihen auszunutzen gedenkt, zeigt eine Aeußs- rung der„R hei n i s ch- W e st s ä l i s ch c n Zeitung". Dort lesen wü: „Gegen Treviranus ist das AuSsihlu�ver- fahren einqeteitet worden, mit dem Hugenberg diesmal sicherer Sieger bleiben dürfte, als im Dorjabro gegen Lam- bach. Immerhin muß man damit rechnen, daß.zunächst die Kämpfe zwischen der Reichstagzfraktion und dem Parteiführer noch nicht endgültig beendet sind. Wie das Kräfteverhältnis ist, wird sich ja sehr bald herausstellen, wenn man sieht, wie viele Abgeordnete bei der Reichstagsabstim- mung über 8 4 fBolksbegehrgejetz) sich mit Krankheit ent- schuldigen und der Abstimmung fernbleiben werden. Vorerst aber hat Hilgenberg zweifellos auf der ganzen Linie in Kassel einen Sieg erfochten, und wenn die oppositionellen Abfleordnete» jetzt weiter gegen den Stachel locken sollten, so werden sie mit dem ausgesprochenen Willen der iür ihre spätere Zukunft al» Abgeordnete allmächtigen Landesverbands- inftonzen zu rechnen haben." Mit anderen Worten: Wer nicht pariert, der fliegt, der geh! für die Zukunft feines Mandats verlustig. Und wer das nicht will, dem wird von dem„großen Führer* gütigst gestattet, sich bei der bevorstehenden Abstimmung im Reichstag zu drücken oder sich „krank* zu melden. Nur Kreaturen werden in Zukunft noch geduldet! Märtyrer Wolf. ?Uch< S klaret, der Fürstbischof von Breslau hat ihn auf dem Gewissen. Der deutschnationale Rcichstagsabgeordnete Wolf, Pfarrer m Oppeln, hat sein Mandat niedergelegt. Die Hugenbergprcsse teilt min die Motive mit. und die sehen so aus: „Die Gründe sind darin zu sehen, daß das f ü r st b i l ch. höfliche Amt in Breslau dem Pfarrer Wolf die G e- nshmigung der Fortführung des Mandats bei der Deutschnationalen Volkspartei wegen der Haltung der Deutsch- nationalen Bolkspartei zum Konkordat im Preußischen Land- tage und wegen des Volksbegehrens entzogen hat. Der Fürst- bifchof von Breslau hat damit die politische Meinung?- freiheit eines Mitgliedes der Deutfchnationaleu Volkspartei nicht geachtet.* Wir hallen immer geglaubt, Herr Wolf sei über d i e Sklareks gestolpert, an deren(sselagen er teilgenommen hat, ober siehe, nun waren es nicht die Sklareks, sondern der Fürst- bischos in Breslau und das Konkordat, wobei nicht einzusehen ist, wa» der Reichstagsabgcordnete mit dem preußischen Konkordat zu tun hatte! Herr Wolf, gegen den ein Porleioersahren in der Deutsch- nationalen Bolkspartei schwebte, ist plötzlich rehabilitiert: mehr als das.«r ist ein Märtyrer der giften deutzchnatioiuLcn Sache, und wer wird es künftig wagen, ihm feine Beziehungen zu den Sklareks vorzurechnen! Das alles ist merkwürdig, höchst merkwürdig! Aber man-wird ja wohl noch weiteres darüber hören. S« Haupkausschuß des preußischen Slaaksrots gab Finanz- minister Dr. H»pt«r°A schaff am Montag einen Ueberdlick über den neuen preußischen Etat. Der vorliegende Haushaltsplan zeige, so betonte der Minister ausdrücklich, daß die Lander von sich aus kaum in der Lage feien, das Gleichgewicht zwischen Einnahmen> vnd Ausgaben herzustellen. Die Länder hätten für das Jahr 192? durch Verzicht auf elnen Teil der Ueberweifungssteuern dem Reich> große Opfer gebracht. Daraus ergebe sich, daß der kommende Finanzausgleich und die kommende Steuer- und Finanzreform nicht nur»on den Reichsfinanzen ausgehen dürfen, sondern auch Rück- ficht auf di« Finanzen der Semeinden und Länder zu nehmen hätte. Bayern im Kampfe. Gegen Äiersteuer und ReichSresorm. München, 2?. November.(Eigenbericht.) Der bayerisch« Ministerpräsident Dr. Held hat auf der Länder- konsercnz für sein- antipreußischen Agitation sreden einen so schlechten Resonanzboden gefunden, daß er mit seinen An- trögen nicht durchdringen konnte, dafür sprach er jetzt.auf dem Parteitag der Bayerischen Volkspartei in schärfster Tonart gegen die geplante Reichsreform. Er verneint« die Notwendig- keit, im gegenwärtigen Augenblick dies« Frage überhaupt aufzu- werfen und verstieg sich zu der Behauptung, daß man damit nichts anderes als die— Geschäfte des Auslandes besorge! Das Ziel sei die Weimarer Verfassung in ihren Grundieslen umzu- stürzen und reaktionär zu untergraben. Der ganze Parteitag stellt« sich einmütig hmter die Auffassung Hclds und gelobte dem Ministerpräsidenten Treue in seinem Kampf gegen Preußen. Der Stimmung de» Parteitages trug a'ich der Zentrumsabgeordnete des Preußischen Landtages. Heß. Rechnung. denn«r erklärte, die ganze preußische Zentrumsfraktion nehme gegen- über dem Problem Länder und Reich nur einen Standpunkt ein, der für Bayern und die Bayerische Bolkspartei tragbar fei. Die Zentrumspartei in ihrer Gesamtheit fordere die Erhaltung ein«? föderalistischen Reiches, das aus lebensfähigen Ländern hyndes- staatlich aufgebaut fei. Bon diesem Standpunkt aus sei dos Zentrum auch gegen eine Zerschlagung Preußens und gegen den Plan, aus den preußischen Provinzen„Länder neue? Art" zu machen. Heß desavouierte ausdrücklich den rheinischen Zenirumsvertrettr in der Länderkonfereu;, Dr. Horion, und wandte sich auch scharf gegen die Haltung, die die„Germania" und die„Kölnische Bolkszerrung" in dieser Frage eingenommen haben. Zur Finanzreform wandte sich der bayerische Finonzminister Dr. Schmelzle gegen«ine Herabsetzung der Steuern. Er verweigert« von neuem die Zustimmung Bayerns zur Erhöhung de? Di-rsteuer. Bayern befind« sich in einer unge- wohnlich ernsten Finanzlage, da die staatlichen Betriebsreserven in wenigen Monaten für die laufenden Bedürfnisse oöllig aufgebraucht seien. Deshalb müsse ernstlich geprüft werden, ob man die Bor- schlage des Rdchsfinanzminister. ablehnen könne, da sie Bayern zunä6>st feine Nor erleichtern würden. . Die bayerische Landespolitik auf dem Parteitag nahm! nur wenig Raum in Anspruch. Der Vorsitzende der Landtags- j froktion, Don, propst Wohlmuth, bemerkt« zur bayerischen! Koalitionskrise, si« beginn« dort, wo sich di« Deutsch»! nationalen einer Politik verschrieben haben, die auf die Zerstörung der Ordnung im Inneren, aus die Rc- volution hinauslaufe. Bemerkenswert war die Feststellung des Borsitzenden, dag in einer Reichsregierung, die die Erhöhung der Biersteuer beschließe, kein Ae r t r a u- n s m a n n der Bayerischen Volkspartei sitzen könne. In einer Entschließung wird ausdrücklich die Aufnahme des Kampfes gegen die politische Ver- rohung und Verhetzung, besonders durch' die nationalsozialistische Propaganda gefordert. Bon der bayerischen Regierung wird ver- langt, daß sie gegen das Tragen sogenannter politischer Uniformen vorgehe. Die Reichshaushalisordnung. Neratong der Novelle im Hallptausfchuß. Der Ausschuß iür den Reichshaushalt nahm am Montag seine Arbeiten mit der zweiten Lesung der Novell« zur Reichs-. haushaltsordnung wieder aus. In eingehenden Beratungen wurden eine größere Zahl von schwierigen und wichtigen Bestim- mm, gen, die insbesondere die Stellung des Rechnung? Hofs zur Verwaltung und zum Parlament betreffen, erledigt. Ebenso kam die piet und langumstritten« Frage, ob der Rechnungshof dos Recht erhalten iolla. auch Akten der Reichsministerien einzusehen, durch folgend« Vorichnst zum Abschluß:„Der Rechnungshof darf von den Behörden jede zur Prüfung der Rechnungen und Nachweisungen -oder sonst zur lleberwachung der Wirtschaftsführung von ihm für erforderlich erachtete Auskunft sowie die Einsendung von Büchern und Schriftstücken und die Vorlegung der Akten mit Ausnahme der- jenigen der Rsichsminlsterlen verlangen. Asten der Reichsministerien darf er nach Zustimmung des zuständigen Relchsmii, isters einsehen." Zu dieser Vorschrift gab der Regierungsverireter zu Protokoll, daß das Reichskabinett einen Beschluß gefaßt habe, daß die Ressort- minister im Regelsoll die Einsicht itz ihr« Ministerialokten dem Rechnung-Hof gestatten sollen. Am Dienstag sollen die Beratungen der Novelle zu End« ge- führt werden. Kandidaten für den Robel-Friedenepreis sind— angemeldet— der Bonner Professor für romanische Literatur und Verfasser be- deutender Werk« C u r t t u s, der frühere nordamerikannche Außen- minister Kellogg, di« bekannte Philanthropin und Helferin der Weltkrlegsgefangenen in Rußland Elsa Brand ström und der jchwedlsche Epjbischoj Eoderblom. Tardieus Aufbauprogramm. Fünf Milliarden für die wirtschaftliche Hebung des Landes- Paris, 2Z. November.(Eigenbericht.) T a r d i c u hat sein bereits in der Regierungserklärung onge- lündigtes großes Programm fürdie Hebungder nationalen Wirtschaft, der Förderung von Landwirtschaft, Industrie und Giewerbe und den sozialhygienijchen und verkchrstechoischen Re- formen in Gestalt einer einzigen Gesetzesvorlage am Montag beiden Kammern vorgelegt. Für die Landwirtschaft sind Beträge in der Höhe von 1,73 Milliarden Franken vorgesehen, davon 300 Millionen für Elektrifizierungsorbeiten 300 Millionen für die Ein- richwng eines automatischen Telephonnetzes auf dem Lande. 50 Millionen für den Ausbau des Rundfunks usw. Für Schulen und sanitär« Zwecke sind 1,45 Milliarden angesetzt, und zwar 700 Millionen sür den Kampf gegen die Tuber, kulose und sür den Bau neuer Heilllätten, 500 Millionen sür neue Volksschulen, 300 000 für Fachschulen, 500 000 für den Bau von Sportplätzen usw. Di« bedeutsamen Verbesse» rungen der Hafenanlogen, die ausschließlich aus den deutschen Sachli«ferungen bestritten werden sollen, sind ziffernmäßig noch nicht festgelegt. Rund ein« Milliarde soll sür den Ausbau des Straßennetzes und die Verwertung der Wisserkräste ausgeworfen werden. 300 Millionen werden für die Touristen- Werbung im Auslände bereitgestellt werden. Darunter befindet sich auch ein Spezialfonds für die Propaganda fron- zösischer Weine. Die Gesamtsumme für dieses sich auf einige Jahre er- streckend« Programm beträgt etwa fünf Milliarden. Frankreichs Frontkämpfer für Friedenspolitik. Paris, 25. November.(Eigenbericht.) Der verband der französischen Kriegsteil- n e h m« r hat in einer außerordentlich stürmischen Sitzung ein demonstratives Bekenntnis für Briand und der durch ihn verkörperten Idee der Friedens- und Abrüstungspoliiik abgc- legt. Das hatte einen B ru ch mit der Alten Leitung des Verbandes und dessen reaktionärem Kurs zur Folge. Ein Vorstandsmitglied hatte vor«inigen Tagen in einer öffent- lichen Versammlung einen heftigen Ausfall gegen Briand unternommen und verlangt, daß man den Außenminister wegen seiner verderblichen Politik vor den Staatsgerichtshos stelle, linier lebhafter Zustimmung der Versammlung verlangte«in Teil der M'i- glieder, daß dieses Vorstandsmitglied seine Rede zurückziehe. Da er fich weigerte, dem Verlangen nachzukommen, brachte der linke Flügel des Verbandes eine Resolution ein, in der er stck) für Briand und gegen den Krieg aussprach. Trotzdem sich der gesamte Vorstand verzweifelt gegen die Entschließung wehrte, mußte sie zur Abstimmung zugelassen werden. Sie wurde mit Zweidrittel- Mehrheit ong«nomm«n. Daraufhin trat der Vorstand zurück. Dan Stahlhelm und den übrigen Frontverbänden jenseits des Rheins zur gefälligen Kenntnisnahme. Clemenceau beigefeht. Paris, 25. November.(Eigenbericht.) Tlemeneeau tnutd« am Montag in aller Stille auf dem väterlichen Gut in der Vendäe beigesetzt. Außer den Familien- mitgliedsn waren nur der langjährige Mitarbeiter des Toten, Pandel, und der Testamentsvollstrecker aipvesend. Der Sarg. der auf emer kleinen Brvnzetosel die Worte„Georges Elemenceäu" trägt, wurde dem Wunsche des Toten entsprechend, aufrecht neben dem Pater in die Erde eingegraben. Zur gleichen.Stunde donnert«» im ganzen Land« die Salutschüsse sämtlicher Artillerieregimenter. DI« französische Kammer widmete ihr« Montagssitzung aus- schließlich dem Andenken des Toten. Ministerpräsident Tardieu widmete ihm ein« eindrucksvolle Rede. Düren geräumt. Am Montagmittag haben— wie uns aus Düren gemeldet wird— di« letzten Abteilungen der französisck)«n Besatzung Düren verlassen. Reform des Zeitungsversands. Staaten« und Verleger-Konferenz in Genf. Di« Internationale Konferenz zur Verbesserung des Zeitungs- vcrsands innerhalb Europas wurde von Lord Burnham, der auch der Weltpressekonferenz vom August 1S27 präsidierte, eröffnet. Die beabsichtigten Reformen zur größeren und rascheren Verbreitung der Zeitungen entsprechen, wie der Vorsitzende bei der Eröffnung betonte, einem allgemeinen Interesse, dem jedoch nicht ohne Schwierigkeiten werde entsprochen werden können. Die Bedeutung dieses Problems ergebe sich aus der Zahl der Zeitungen und ihrer Auflagen in den einzelnen Ländern. So erschienen in Deutschland im Jahr« 1206 38l2 Tageszeitungen und 4309 Wochen- fchriftsn, die übrigens, wie alle Zeilschristen, nicht unter die Neu- regeliing fallen sollen. In Paris allein erscheinen gegen hundert Tageszeitungen, in England 2400. darunter verschiedene mit mehr als einer Million Auflage. In das Arbeitsgebiet der Konferenz gehören nur die Tageszeitungen, denen, wie heut« von verschiedenen Seiten angeregt wurde, wohl auch d>« Sonntagszeitungen abgegliedert werden. In der Eröffnungssitzung wurden der Konferenz die Vorschläge des Internationalen Verbandes der Eisenbahnverwol- tungon unterbreitet, die unter grundsätzlichem Ausschluß aller Zeit- ichristen für die Verbesserung des internationalen Zeitungsver- sands die Schnell, und Luxuszüge wi« auch die Schlaf- wagen züge heranziehen wollen. Die Weltprejfekonserenz hotte vor ollem auch auf die dringend« Notwendigkeit einer baldigen Ab- schaffung aller Gebühren und anderer Einschränkungen hin- gewiesen, die«in Hindenrs für einen freien internationalen Zei- tungsversand darstellen. Di« Gebührentmge soll nicht durch Fest- setzung internationaler Tarife, sondern durch allseitig« Zlnwendung der günstigsten inländischen Gebühtensätze geregelt werden. Auf der Konferenz sind 15 Staaten mit etwa 60 Dcle- gierten und Sachverständigen vertreten. Die deutsche Delegation besteht aus G eneralkonsul Dr Doelckers. Geheimrat K atzend erger von der Presseabteilung der Reichsregierung, einem Postfachver- ständigen und Vertretern der Zeitungsoertriebsfimia Georg Stilke !N Lsrlin._ Lockerung der Alielerschutzgesetzgebung in Bayern. Wie ver- Iaut«tz soll sich die bayerische Regierung mit der Absicht tragen, demnächst eme weitere Lockerung der Mieterschutzgesetzgebunq in Bayern durchzuführen. Ein diesbezüglicher Erlaß der mständlaen «tell« ist in den nächsten Togen zu erwarten. Ritter Hilgenberg. Gleich lieh ich durch de« Künstler« Hand Setreu den wohlbcmerkten Zuge» Ein Drache ibild zusammensüge«... Schill««! mit btm Oroftnr» «»'/, Blr Saiktraua CS! I Preist t- 8 H. Wiienlq.: 5 D. SS PL-3 M. Saroldln« U.Joe, Ett6, Power usw. GROSSES SCHAUSPIELHAUS 8 Uhr- 3 Musketiere Regie: ERIK CHARELL 3 sanntao nadun. mock. um» Pr. MMtwoch Z'- Uhr Dlear. Weih nach tsrevue iooo Wunschzettel. Preise von 75 Pf. an. CASiNO- THEATER ■ othriniter Strafte 17 Täglich«'/. Uhr Kar noch wenfgeAufführungen OertagteHochzettsnachtt f ür unsere Leser Outscnein für l—e Personen Fauteuil nur 1.25 M., Sessel 1.75 5L, topstige Preise: Parkett u. Rang 0.80 M VolHsbUtme rmitinniBOlovgltti 8 Uhr UranfftUuruu� Altäre Oreytus Schauspiel von Renä Kästner Regie a D Ki enter. Staatl.tdiiller-Tii. 8 Uhr Des Kaisers Soldaten SiastsoDsram Plan dar Bepahiik 8 Uhr Cardillac Thutar am ZdtlNliaaanlamm SV. 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In tiefer Trauer Bruno Hentzschel nebst Sohn Berlin-Mahlsdorf, Hönower Str. 142. Die Einäscherung findet Donnerstag. 28. November nachm. 6'/, Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt U-Bahn unter der Reichsbahn Dar Untcrgrundbahabau Ne u- kö H rt—<3 c su hä b r u» n c n Hot mit bssrmders großen Schwierig- keiten' au kömpsen. Einmal iie llittcrluiinelung der Spree bei der Aonnowitzbrückc, dann de? riesige dreigeschossige Untergrundüahnhos Lllexonderplatz und die Unter- tunnelung dertDahn gleise der Stettiner Bahn am Kcchnhof Gelimdbrunnon. Unser Bild zeigt ein interessantes Stadium des Kmies, vom Bahnhof G e- funddrunnen aus gesehen. Die Strecke, die die Rrunnenstroße entlangführt, HIeg! kurz vor der Überführung im Bogen nach rechts ab, um unter den Gleisen der Reichsbahn sntlangzu- gehen. Da die Straße schon etwa ZZ Meter über den Gleisen liegt, muß hier der Gleiskörper der Unter- grundbohn besonders tief geführt werden. Man sieht zwischen den Schienen die Einsteiglöche.r, die in den U-Bahnschocht hineinführen. Ein kompliziertes Gewirr van Trögern und Balken sticht die Gleise der Steltiner Bahn. Zu gleicher Zeit wird hier«in Ubergang vom Bahnhof Gesundbrunnen zum neuen It-Bahnhof geschaffen. Bon der Straße aus zum Boden des Schachtes beträgt die Wandhöhe sielleinveise 20 Meter. Umfangreiche 211)-- ttngeklärter Tod einer Greisin. Selhstniord oder Llngiütfsfoll? r Den plötzlichen Tod«iner betagten Frau sucht die Kriminal Polizei aufzuklären. Im chaufc S ch r ä d e r st r a ß c 1 ö. im Norden Berlins, ixar» ahnte eine 0)8 Jahr« alte Frau Auguste Li p Pitz «l ersten Stock eine cuis drei Zimmern und Küche bestehende Woh- »Ving. Di« drei Zimmer hat sie an drei Herren oborrniietet. Infolge- dessen war sie in einer geaitduoten wirtichasklichen Lage. Am Montag kam ihre 15 Jahr« alte Enkelin zu Besuch und hielt sich in einem Raemu! auf. während die Großnmiter in der Küche war. Ms die alte Frau sich gar nicht sehen ließ, rief das funge Mädchen vom Balkon aus eine bosreundete Frau heraus und beide gingen zu- lfammen noch der Küche. Hier fanden sie Frau Lippitz a n- xeklcidct und tot auf ihrem Bett. Der G a s h a h n siand offen. Es ist nicht anzunehmen, daß Freu Lippitz in selbstmörde- »«scher Absicht den Hohn cmfgbreht halben sollte. Sie war sehr religiös und hatte auch nie Selbsimoichgsdanken geäußert.� Die Rtviminalpollzei,-die schont nerstöndigt munde, fand keine Spuren non .Süßeren Verletzungen an der Toten. Die Leiche der altert. Froh pnirdc beschlaginihmt und nach dem Schauhanle gebracht. Keine Spur von den Ausbrechern. ' Obwohl 150 Kriminalbeamte mit 15 Polizeihunden unterwegs find, um die aus der B u ch e r Irrenanstalt entsprungenen Zuchthäusler Garde und L i e s e g a n g ausfindig zu machen, ist es noch nicht geglückt, eine Spur non den Verbrechern zu finden. Dagegen hat man den Komplicen, der den Ausbruch crmäg- licht hat, inzwischen ermittelt. Er ist ein 28jähriger Pole namens W i ch e r t, der kürzlich aus dem Stettiner Zuchthaus, wo er mehrere steisimgen sind notwendig gewesen, um dies« Wände, die senkrecht in die Ties« gehen, zu halten. Trotzdem geschah wer vor einiger Zeit, wie wir berichteten,«in Unglücksfall. Eine der Wände, belastet durch einen riesigen Danrp'dciggor, stürzte ein. Jahre abgebüßt hat, entlassen wurde. Seit seiner Entlassung hat er 40 nenc Einbrüche nerübt. Wichert übermittelte Liescgang und Garde wiederholt Kassiber, die er in B l u m e n st r ä u ß c hinein flechten ließ. Der Verkäufer dieser Blumensträuße wurde festgenommen. Wichert war dagegen, ebenso wie die beiden anderen Zuchthäusler, bisher nicht z'i ergreifen. Verkehrsunglück in(Spandau. 3»« Frauen schwer ver!etzi. Am Montag nachmittag ereignete sich an der Eck« Der. linerund Breite Straße in Spandau ein Straßen- bohnzusammenstoß, bei dem zwei Fahrgäste schwer und mehrere andere leicht verletzt worden. Der Betrieb wird an dieser Stelle Spandaus eingleisig durch- geführt. Offenbar hak der Führer eines Straßenbahnwagens der Linie B5E. das Lichtsignal� das auf Halt stand, öbersehcm, denn als er in die.'tioas abschüfsige Breite Straß« einbiegen wollte, hatte ein Straßenbahnwagen derselben Linie.. der aus entgägengesetztor Richtung herankam, die Ilnfallstellc ebenfalls erreicht. Ein Zu- sainmcustnß war nicht mehr zu vermeiden imd beide Wogen prallten mit großer Wucht zusammen. Die Perrons wurden eingedrückt und zohlretchc Scheiben zertrümmert. Eine Reihe van Fahrgästen erlitten leichte Verletzungen, sie konnten ihren Weg jedoch bald fortsetzen. Zwei Frauen dagegen, die 58jährige Ida Badin aus der Iagowstraß« 15 in Spandau und die 18 Jahre alte Luise Hasse aus der Bahnhasstraße in Staaken, trugen so schwere Verletzungen davon, daß sie ins Städtische Krankenhaus übergeführt werden mußten. Beide Wagen mußten abge- schleppt werden. Raubüberfaii in Dahlem. Professor Weidert angefallen.— Die Täter festgenommen! I« der Koiserswcrther Straße in Dahlem wurde gestern abend gegen 7,30 Uhr der Professor Franz Weidert vom Uaiser-Wilhelm-Institut für Silikat- forschung, der mit seiner Sekretärin die Straße entlang kam. um sich nach Hause zu begeben, von zwei jungen Burschen angesprochen. Sie versperrten dein Pro- sessor den Weg und forderten von ihm Geld. Ter Pro- feflor lehnte das ab, worauf die beiden sich aus ihn stürzten und auf ihn einschlugen. Nach kurzem Handgemenge entrissen sie ihm eine Aktentasche und flüchteten. Ter Professor ist nur leicht am linken Auge verletzt worden. Tic Täter waren zunächst ent- kommen. Zeugen, die auf die Hilferufe des Professors und der Sekretärin hinzucilten, beobachteten dann zwei junge Burschen, die zunächst in den Untergrundbahnhof T h i e l p l a tz hineinliefen, auf diesem Bahnhos waren ste aber nicht mehr zu finden. Em anderer Zeuge hatte zwei junge Leute gesehen, die in das am Thielplatz gelegene Cafe gegangen waren. Polizeibcamtc wurden herbeigmisen und nahmen die Burscheu fest. Auf dem Polizeirevier wurde» die beiden dem Professor gegenübergestellt, der in ihnen mit Bestimmt- heit die Täter wiedererkannte. Beide bestreiten den lieber- fall. In dein Cafe unter dem Tisch, an dem sie gesessen hatten, w'irde auch die Tasche des Professors gefunden. Die Töler sind also fehl vollkommen überführt. Es sind der 29 Jahre alte Otto L« h- mann aus Wilhelmsaue und der 23 Jahre alte Erich Ludwig aus der Weimarischen Straße. Beide wurden deni Raubde.zcrnat eingeliefert. Es ist z» vermuten, daß sie für weitere R a u b ü b e r f ä l l e, die in der letzten Zeit in Dahlem verübt worden find, in Frage kommen. Theaierbrand in Santiago. Vier Frauen niedergetreten und verbrannt. Paris, 25. November. Ein verheerendes Großscuer zerstörte in der vergangenen Nacht dos Splendid- Theater in Santiago in Chile. Während der Vorstellung stand plötzlich der v o r h a u g in hellen Flammen, die an der vühnenausstallung reiche Nahrung sau- den. Im Zuschauerraum brach eine Panik aus. alles drängle »ach den Ausoaugei', und bald entstand eine wilde Panik. Vier Frauen stürzlea zu Poden, wahrend die Weuge scho.nungs- l o s über sie hinweg dos Freie suchte. Als das Theater bis auf die Grundmauern niedergebrannt war. fand man die verkohlten Leichen der vier Frauen unier den Trümmern. Eine große Anzahl von verlrtzlcn mußte sich in ärztliche Behandlung begeben. Aeuer Eisenbahnanschlag in Braunfchweig. Brauuschwelg, 25. November. Nachdem in sechs Fällen Attentäter durch Hindernisse, die sie aits die Schienen legten, auf den Eifenüahnverkehr in der Umgebung Brauirsckxweigs Eisenbahnanfchloge verübten, scheinen sie sich inmmehr einer anderen Technik zu bedienen, indem sie die Signol- vorrichtungen beschädigen. Am Sonnabend abend wurde auf der Strecke Braun schweig-Cellc noch innerhalb des braunfchwei gischen Stodtweichbildcs die Fernbedienungsvorrichtmig einer Schranke durch Zerschneiden der Bedienung?- d r ä ht c zerstört.?lls der Schrankenwärter beim.Herannahen eines Zuges die Schranke heountcrlofsen wollte, war diese nicht zu be- wegen. Ein Unglück konnte jedoch vernnsden werden. MMO Irene gab keine Antwort mehr.—„Eigentlich," fuhr der Vater, so leicht als es möglich war, fort,„frage ich nicht nur in meinem Namen, sondern vielnrehr für Albert de Castro. Du weiht, er wird bald in den Krieg hinaus müssen. Es wäre gut, wenn du dich bald entscheiden wolltest, mein Kind. Heute willst du ja wohl noch nicht, wie. Irene?" Sie schwieg beharrlich; ihre freie helle Stirne war rot geworden; die Augen blieben auf die Arbeit gesenkt. „Versteh' mich reckst. Ich wünsche nicht, daß du meine Unterredung mit dir auch nur als einen Druck empfindest. Ich möchte nur, daß wenn in dir die Stimme für Ja ent- scheidet, du dich nicht durch äußeres Vorurteil, durch Vor- eingenommenheit gegen ein abstraktes Prinzip lenken läßt. Denn das wäre ein Unglück, nicht nur für dich— ich gesteh- das offen— auch für mich, für uns olle, für deine Mutter, deinen Bruder, für Hohenau.— Ich habe dich doch in nichts gekränkt?" schloß er ab. Sie schwieg wie vorher. Dann ging er hinaus.— Die Nacht, die diesem Tag« folgte, war unheimlich und schwül. Irene riß die Fensterflügel weit auf und sah in den dunklen Garten hinunter. Der Himmel war nollkommen von Wolken bedeckt, der Duft kam schwer, sie mußte das Fenster schließen. Von ihrer Stirn wurde die Scheibe feucht. Sie fühlte, daß niemand im Hause schlief; die Worte des Vaters klangen noch einmal vor ihren Ohren, so deutlich, daß sie zusammenschrak. Sie warf sich aufs Bett und wühlte den Blick ins Haar, aber dennoch sah sie dos große. kn zarten Linien gebaute Schloß mit dem Park, von den Wundern voll, die ihre Jugend durchfunkelt statten: Hohenau. And ohne daß sie die Verbindung merkte, stand Albert s de Castro vor ihren Augen, sie hörte so deutlich wk vorhin die Worte des Daters. nun auch seine Stimme, die von dunkelm Klang war. begleitet non der Bewegung seiner großen Hände, die in irgendeinem musikalischem Zusammen- hang mit dem Sinn seiner Nede stand. Ihr Angriff und seine ruhige Antwort, das Geräusch von den Zweigen im Wald wurde laut, und ihre Vorstellung ging noch weiter. Sie schrie auf und ging hastig im Zimmer umher, um jeden Innenlaut zu übertönen. Es wurde schon hell. Sie fieberte wohl. Erst als die Sonne schon voll die Vorhänge durchdrang, fiel sie in Schlaf. * Tage vergingen, ohne daß sie Entscheidung und Klärung brachten. Dann kam Albert, wieder an einem Sonntag, und wieder in Uniform. Sein Gesicht war gebräunt. „Sie müsien bald fort?" fragte die Gräfin, als sie auf der Loggia saßen. „Bald." entgegnete er, und beobachtete ein Insekt, das sich um die weißen und roten Blumen in den Kästen herum- trieb. Später waren Irene und?lll>ert allein. Und wie es ge- wissen ernsten Menschen eigen ist, halb unbewußt, begannen sie ihr Gespräch eben da, wo sie das letztemo! abgebrochen. „Sie müssen bald fort," begann Albert,„hat mich Ihre Mutter gefragt. In dieser Frage sehe ich deutlich vor- ausgesetzt, daß ich nicht Anspruch auf den Titel des Kriegers mache. Ich habe überhaupt immer gefunden, daß die Be- geisterung für das Handwerk des Krieges nur von ganz jungen unerfahrenen Menschen erwartet wird; dagegen er- regt ein gereifter Mann, auch wenn er s ch w« i g e n d tut was er muß. eher Bedauern. Es gibt Taten, die man fung. noch bester gesagt: verkehrt beurteilen muß, um sie ausführen zu können." „Was wollen Sie damit sagen," fragt« Irene. ,.E? fiel mir nur auf," sagte Albert lächelnd,, d-s /Sic müssen bald fort." ,S'.e fürchten sich?" fragte Irene fast spöttisch. „Wenn ich mich fürchtete," entgegnete er,„ich würde es nicht zu verheimlichen suchen. Uebrigeng— Sie meinen die Furcht vor dem Abschied? Das könnte wohl sein." Er sah sie an. Nach einer Weile, indes nichts als das Infekt am Blumenkasten die Stille mit seiner Bewegung durchbrochcn i hatte, begann seine Stimme, leise, verschleiert: „Ich fahre m dm Krieg, es sind wohl nur Tage. Jahre! können endlas vorüberschleichen, ehe ich das Glück haben I werde, Sie wiederzusehen. Darum muß es nun ausgesprochen, I und muß heute gefragt sein. Die Stimme, die in Ihnen die Antwort spricht— die Entscheidung, die ich nun erwarte— Er war still, als hätte er damit schon alles gesagt. „Ich glaube." sagte Irene ebenso leise, und sah vor sich hin,„ich werde Sie niemals verstehen. Nein, so— ich werde immer finden, daß Ihre Worte mir fremd sind, ganz fremd. Ihre Gedanken sind anders, als ich zu denken gewohnt bin." „Wenn ich Sie aber zu überzeugen versuchte?" Sie schüttelte langsam, ruhig den Kopf. Sie sagte nichts mehr. Nach einer Pause machte er noch einmal den Versuch, zu sprechen. Aber der innere Widerstand, der ihm zu schweigen befahl, wurde für einen Augenblick Herr über ihn. Und dann war es vorbei. Ein Lächeln grub sich in sein Gesicht, er begann von leichten Dingen zu reden. Nicht lange darauf verabschiedete er sich. Sie sah ihn an, ihr Blick war blau unterquollen. Einander die jzand zu geben, machte niemand von beiden den Versuch. * Aber oben in ihrem Zimmer war die Fassung dahin. Sie warf sich aufs Bett, sie biß in die Kisten. Ihr Gesicht war fieberisch rot. Am Abend klopfte es an der Tür, ihre Mutter war da. Sic schien aus keinem anderen Grunde gekommen zu sein, als nur um zu weinen. Sie nahm die Hand ihrer Tochter, streichelte sie unaufhörlich und wiederholte schluchzend: „Gegen sein Herz darf ein Mensch nicht handeln, das ist wahr. Da soll Gott mich beschirmen, daß ich wollte, du solltest.. Dann weinte sie wieder laut und streichelte Irenes Hand. Als ober ihre Vrust leichter mar, fing sie dennoch auf andere Weise an.„Nun höre auf mich, Irene, meiy Kind. Glaubst du mir, deiner Mutter, wie früher noch? Du sagst nichts— ich weiß ja, du liebst mich wie früher. Ich will dir nun mein« Gedanken jagen. Albert de Castro ist ein ritter- sicher Mann, ja, ein edler Mann „Worum schilderst du ihn? Ich kenne ihn ja." „Und du hast in seinem Wesen nichts gefunden, das ihn dir liebenswert machte?" „Ja, ich liebe ihn," sagte Irene, fast flüsternd. „Du liebst ihn," rief die Mutler und sprang zurück.„Wie? Und—" . Nein du wirst mich nicht verstehen, Mutter: auch ihm selber kann ich es nicht erklären. Es ist etwas Fremdes in seinem Wesen, ich weiß nicht, ma--. Nein, ich will nicht.'H will nicht, ich ttl« das nicht tFortfetznng folg' t Eine Hunderijahnge im Berliner Osten Bezirksamt Zriedrichshain ehrt seine älteste Bürgerin. Die selkene Feier des hundertsten Geburt»- t a g e s beging am gestrigen Tage die Vw. Emilie S e r b e r. Frau Kerber wurde am 25. November 1829 in Äriftlonw im Kreise Schwetz geboren. Im Jahre 1853 schloß sie chre erste Ehe. 1872 heiratete sie zum zweitenmal. Nach 41jährigcr Ehe starb ihr zweiter Mann im Jahre 1913; wenige Jahre später, im Jahre 1917 fand sie Aufnahm« im Hospital in der Palisaden st roß e, in dem sie auch gestern das so außergewöhnliche Fest beging. Ihr Familienkreis ist mit nur 4 Kindern, 9 Enkeln, 7 Urenkeln und 2 Urursnkeln verhältnismäßig nicht allzu groß. Geistig und körper- lich ist die Hundertjährige noch äußerst rege. Das Bezirksamt F r i e d r i ch s h a i n hat durch Bürgermeister M i e l i tz und Stadt- rat Günther seiner ältesten Bürgerin im Bezirk herzliche Glück- wünsche aussprechen und ihr zur Feier des Tages einen Blumen- korb überreichen lassen. Für die Stadt Berkin überbrachten Frau Stadträtin K o u ß l e r und Stadtmedizinalrat Dr. D r y g a l s k i «in herzlich gehalienes Schreiben, einige Flaschen Wein und eine Geldspende von IM Mark. Jin Auftrage der preußischen Regierung begrüßte Pvlizeirat R o l l i n die Jubilarin und übergab ihr die von der Preußischen Porzellanmanufaktur hergestellte Jubiläumsiasse. Unter den zahlreichen schriftlichen Gratulationen befand sich auch «in Schreiben des Reichspräsidenten von Hindenburg. der der Hundertjährigen zu ihrem Festtage gleichfall» ein Geschenk von IM Mark ankündigte. » Am Freitag wurde 159 Kindern von Erwerbslosen de» Bezirks Friedrichshain eine besondere Freude zuteil. Unter Mithilfe des Jugendamtes wurden diese m die Plaza am Küstriner Platz geführt und dort von der Direktion mit Schoko- , lade und Kuchen bewirtet. Die Direktion lud dann die Kinder zur 1 Teilnah nie an der Ztachmittagevorstellung ein. Die Bickseitigkeit des Barieteprogramms ließ die Kinder von Arbeits- ■ losen die Not des Elternhauses für kurze Zeit vergessen. Ltnireue eines Geschastsführers. L60i) Mark unterschlagen.— Eineinhalb Iabre Gefängnis. er 48 Jahre alte Uhrmacher Georg Brück mann fun- i gierte in der Zeit vom August 1926 bis zum Juni 1928 als Vor- ■ standsmitglied der O st märkischen Baugenossen- schaft in Woltersdorf. Der Mann, der weder von der Buch- führung noch von allgemeinen kaufmännischen Arbeiten die geringste ;■ Ahnung hatte, erledigte trotzdem als Geschäftsführer dieser Genossen- schaft, die es sich zur Aufgabe gemacht hatte. Vertriebenen ans �'dem abgetretenen Gebiet zu einem eigenen Wohnsitz mit dazu- i gehörigem Bauland zu verhelfen, sämtliihe vorkommenden Arbeiten. ' Die eingehe nde n Gelder, die sich in erster Linie aus Mit- �gliedsbciträgen und Anteilen der einzelnen Ge- �yossen zusammensetzten, und die er im Interesse der Genosseisschaft ' zu verwenden hatte, steckie B. i n s e i n e T a s ch«. In das Buch, das er führte, trug er fortwährend größere Beträge ein, die er für dauernde Reisen, Briefporto und andere Spesen gebraucht haben wollte. Diese Summen beliefcn sich auf Tausende von Mark. Dem Vorstandsmitglied lag aber mir daran, die Buchführung zn verschleiern, um die Genossenschaft um die ihr zu stehenden Einnahmen zu betrügen. Bei einer Revision war die Kasse leer, die eingenommenen Gelder, etwa 8609 Mark, waren verschwunden. Ge- nassen der Siedlungsgescllschaft, die Parzellen besorgt haben wollten, betrog V. dadurch, daß er ihnen Gelände für teureres Geld oer- kaufte, als vorgeschrieben war. Einen Betrag von 250 Mark konnte er dann jedesmal durch geschickte Manipulation in seine Tasche stecken. Ein« Frau R., ebce-salls eine Vertriebene, hott« vom Reichsentschädi- i. gung-amt ein« Nachentschädigung von 2500 Marl bekomme». Er l wußte die arme Frau zu überreden, dieses Geld an die Sisdlungs- genossenschast überweisen zu lassen. Es wanderte sofort in .seine Tasche; nickt genug damit, knöpfte er ihr noch weitere i 550 Mark ab, die er ihr als Provision für angeblich geleistet« Ar- besten berechnete. In Wirklichkeit hatte er nichts getan. Das ungetreue Vorstandsmitglied hatte sich nun wegen Vergehens gegen das Genossenschaftsgesetz und wegen Betruges und Untreu« vor dem erweiterten Schöffengericht Lichtenberg zu ver- l antworten, das den Angeklagten zu 1)4 Iahren Gefängnis und , 1000 Mark Geldstraie verurteilte. B. wubde sofort im Gerichtssaal verhastet. Gslbstmord auf offener Straße. An der Ecke Kronprinzen-Alle« und Königin-Lusse �Straße in Dahlem beobachteten Passanten am Montag einen Mann, der aus der Tasche ptotzlich eine Pistole hervorzog urtd sich eine Kugel in die S ch l ä s e schoß. Die Feuerwehr brachte den Lebensmüden, der von der Polizei als ein 34jäbrig«r Monteur Heinrich Raut- mann aus der Franzstraße 8 festgestellt wurde, ins Lichterfelder Krankenhaus, in dem er bald nach seiner Aufnahm« gestorben ist. Die Gründe, die R. in den Tod getrieben haben, sind nicht bekannt. Die„Rote Fahne" verleumdet... ... und kann vor Gericht nichts beweisen. Der erste Bevollmächtigte des Deutschen Melallarbester- Verbandes in Beriin, Ar ich, wird i.5! Zehr und Tag von den Kommunisten in der gehässigsten Weise bekämpft. Die Kommunisten können es ihm nicht verzeihen, daß er ihre Spaltungsobsichlen mit aller ihm zu Gebole stehenden Energie hintertreibt.. Da sie mit ehrlichen Millcln gegen ihn nicht ankommen, legen sie sich cniss Berleumden. Als Sozialdemo- krat ist er für die„Rote Fahne" Freiwild. In der Nr. 99 der„Roten Fahne" vom 28. April d. I. anläßlich des Berliner Bezirkstages mit der SPD. nahmen sie eine Generalabrechnung vor, und verschonten bei dieser Gelegenheit auch den ihnen verhaßten strich nicht. Um ihn im öffentlichen Leben unmöglich zu machen, stellten sie unter anderem drei Behauptungen aus: strich habe 1. um den bisher von Dr. Lohmann bekleideten Posten des Vorsitzenden der Soziatdemokratischen Stadiverordnetenfraklion zu«rtangen, von den Kommunisten gegen Entgelt Material gegen Lohmann erbeten: 2. als Bevollmächtigter des Berliner Metall- arbeiteroerbandcs den Kommunisten Material gegen seinen Partei- genossen Ziskv, gleichfalls Vorsitzender des Berliner Metollarbester- Verbandes, tn die Hände gespielt; 3. sich an die deutschnassonalen Stadtverordneten herangemacht, um mit ihrer Hisse seinen Partei- genossen Leid, der gerade kmnk lag, aus dem Bürgerrneistcrpoften im Wadding zu vevdrängen. strich strengt« daraufhin gegen den verantwortlichen Redakteur der„Roten Fahne", Norden, eine Berleumdungsklage an. Der Beklagte, der die Schwäche semer Position wohl konnte, versucht« in der gestrigen Verhandlung vor dem Einzelrichter Berlin-Mitt« unter Assistenz des Rechtsanwalts Samter ein Ablenkungsmanöver. In seiner schwülstigen Agitotionsrsde bezichtigte er strich des Streikbruchs und der Zusammenarbeit mit der politischen Polizei zwecks Verhaftung der streikenden Rohrleger. strich fordert« Norden auf, di« Behauptung in der„Roten Fahne" zu wiederholen, damit er Ihn auch wegen dieser Verleumdung zur Verantwortung ziehen könne. In Wirklichkeit war im April vom Rohrlegerstreik überhaupt noch keine Rode. Wie stand es aber mit den anderen drei Behauptungen? Die Lüge in bozug auf Ziska wurde vom Angeklagten kurzerhand zurück ge nomine». Es fei der Redaktion der„Roten Fahne" ein Irrtum unterlaufen. erklärte er. Nicht besser st and ei- mit der zweiten Behauptung. Der kommunistische Stadtverordnete Lange berief sich auf den deutschnatioiuilen Stadtverordneten Ganzow. Was sagt« aber dieser? Er habe mit strich über die Pensionsaissprüche des Bezirksbürgermeisters Leid gesprochen und bei dieser Gelegen- l>eit als mögliche 5iandidaten G ä b c l und B l a s ch i k genannt. strich habe dabei im Scherz gesagt:„Dann kann ich ja auch kan- didieren." Ein Jahr später habe er, Ganzow. dem Lang« erzählt, daß in der deusschnationalcn Fraktion verschiedene Kandidaturen, darunter auch die striche, besprochen worden seien. Davon, daß strick) sich an die Deutschnationalen herangemacht habe, habe er k e in Wort gesagt. Und nun die letzte Verleumdung! Was von den Bekundungen der Zeugen Lange und Wisnensski in dieser Hinsicht zu halten ist, ergab sich ollein schon aus ihrer Behauptung, strich habe in einer Sitzung der Deputation für Fach- und Berufsschulwesen Lange über den Tisch zugerufen:.Jetzt geht es aber gegen Lohmann los! Rück mit deinem Material heraus! Was es kostet, bezahle ich" strich sagte mit Recht, selbst di« Kommunisten hielten ihn wohl nicht für so dumm, daß er in Gegenwart sämtlicher Mitglieder der Depu- tatlon etwas derartiges sagen würde. Im übrigen habe er Lange tatsächlich um das Material gebeten, das die Kommunisten angeblich gegen Lohmann besitzen sollten, und mit dem sie immer wieder krebsen gingen; selbstverständlich habe er kern Entgelt versprochen. Lohinann sei übrigens damals schon zum Pressechef des Ma- gistrats ernannt worden und von einem Verdrängen konnte des- halb in diesem Falle ebenso wenig die Rede fem wie im Fall« Leid. Die ganzen Verleumdungen hatten nur den einen Zweck, ihn, strich unmöglich zu machen. R.-A. Dr. Weinberg verlangt« als Vertreter des Gen. strich eine exemplarische Bestrafung. Der An- geklagte Norden und sein Verteidiger Samter gefielen sich in langen politischen Reden. Es war nichts mehr als Der- legenheitspathos und Verlegenhestsgestannnel. Der Richter setzte die Bcrkündung des Urteils für Freitag fest. Gteszer kein Mörder. Die llntersuchungkn in Düsseldorf. Die vreslauer Kriminalpolizei und die Siaatsan- rrallschafken in Breslau und Düsseldorf sind nach den Ermitilunaen zu der Ueberzeugung gelangt, daß Waldemar Stclzer wedec die Wörde in Düsseldorf noch den Mord an den Fehfe-Kindern in Breslau verübt hak. Allseitig wird Stelzer als ruhiger, bescheidener. wenn auch religiös verwirrter Mensch geschildert, der aber nicht für fähig gehalten wird, eine Blullal zu begehen. Er war In Breslau der Neuapostolischeu Gemeinde beigetreten, aus der er jedoch wegen seiner Phanlaskereien enlserni wurde. Die Untersuchungen zur Aufklärung der Bluttaten in Düsseldorf haben einige ueue bemerkenswerte Anhaltspunkte ergeben!„ Im Verlauf der weiteren Suche nach dem Mörder rist einwand- frei festgestellt worden, daß die ermordete-. Maria Hahn am Tage ihrer Ermordung, am Sonntag, dem 11. August, dem Ver- fassungstag, in Begleitung eines Mannes in dem Ver- gnügungslokal Stinder mühle gesehen worden ist. Dort sind zahlreiche photographische Aufnahmen gemacht worden. Die Kriminalpolizei hält es für sehr wahrscheinlich, daß bei diesen Gruppenaufnahme die Maria Hahn mit ihrem Begleiter, der mut- mählich später den Mord ausführte, zufällig mit photo- graphiert worden ist. Alle Personen, die an dem fraglichen Sonntag in dem Bergnügungslokal photographiert haben, werden aufgefordert, der Polizei Zlbzuge oder Platten zur Verfügung zu stellen. Der zweite strittige Punkt, die Handschriften der Post- karten, ist auch weiter gefördert. Es hat sich gezeigt, daß die beiden Karten vom 13. Oktober, betreffend die Leiche bei Popen- dell« und die Karte vom 18. November, in der von dem Mord an der kleinen Allermann die Rede war, von demselben Schrei- ber herrühren. Die anderen Zuschriften aus Barmen usw. scheiden für die Untersuchung aus. Polizeipräsidium und Totensonuiag. Der Berliner Polizeipräsident teilt mit:„Durch dos bedauerliche Versehen einer untergeordneten Stelle ist es in der Oeffentllchteit zu erheblichen Mißverständnissen über die für den Totensonntag geltenden besonderen Vorschriften gekommen. Durch dieses Versehen ist der Eindruck entstanden, als seien die in der Polizeiocrord- n u n g vo m 15. Mai 1913 enthaltenen Bestimmungen auf- gehoben worden. Diese P o l I z e i v e r o r d n u n g b e st e h t aber selbstverständlich weiter, da ihre Aushebung durch ein- fache Dersügnng des Polizeipräsidiums nicht möglich ist. Es be- darf dazu vielmehr der Zustimmung des Herrn Oberpräsidenten und der Veröffentlichung im Amtsblatt. Infolge dieses Mißverstand- nisses, das nicht mehr rechtzeitig genug aufgeklärt werden tonnte. haben nun eine Reihe von Lokalinhabern gegen di« Bestimmung der genannten Polizeioerordnung verstoßen, und es ist deshalb Au- ?«ige gegen sie erstattet worden. Der Polizeipräsident wird jedoch diese Anzeig« auf Grund des§ 153 Strafprozeßordnung nicht weiter verfolgen." � Die Essener Explosionskatastrophe. Ursache des Unglücks noch nnbelannt. lieber di« Ursache des Unglücks in C ss e n ist Genaueres noch nicht bekannt. Augenzeugen berichten, daß sie im Augenblick der mit furchtbarem Druck und Getös« erfolgenden Explosion eine Stichflamme aus dem Keller des Marttgebändes Herausschieben scchm. . Merkwürdigerweise ist jedoch von niemandem ein Gasgeruch verspürt- worden, so daß über die Unglücksursache abweichend von der ersten Annahme einer Leuchtgasexplosion die ver« schieden st en Vermutungen laut werden. Berschiedent- lich wird angenommen, daß es sich um eine Kanalgas« e x p l o s i o n handele, während andererseits wiederum wegen der außerordentlich verheerenden Wi-rkmig von einer Dynamit- e x p l o s i o n gesprochen wird. An der Unglllcksstelle haben sich neben dem Essener Polizeipräsidenten di« Leiter der städtischen und Kruppschen Feuerwehr sowie.zahlreiche Vertreter der Baudczernar« der Stadt Essen, des Gas- und Wasserwerks usw. angesunden. Ncnendorf beantragt Disziplinarverfahren. Der Städtische Nachrichtendienst teilt mit: In einem Spätabendblatt vom Sonnabend befand sich unter der Uebcrschrift„Die Sklareks packen aus" eine Notiz, die Stadtrat Neuendorf scheinbar belastet. Stadtrat Neuendorf, der der Deut- schen Volkspartei angehört, hat erklärt, daß die angeblichen Aussagen der Sklarek: einen ganz harmlosen Sachverhalt völlig entstellt wiedergeben, hat aber, um alle Vorwürfe in einem objektiven Verfahren zu w i de r l e g c n. bei dem stellvertretenden Vorsitzenden des Bezirksamts Mitte, Stadtrat Dr. Gordan, beantragt, das Disziplinarverfahren gegen sich in die Wege zu leiten. Der Antrag wird auf dem Dienstwege unverzüglich dem Herr» Oberpräsidenten zugeleitet werden. Um die Hundesperre. Der Deutsche Tierschutzverein zu Berlin ladet auf Donnerstag, den 28. November, abends 8 Uhr, im Wik- Helmshof, Anhaltstraße 12, zu einer Tierfchutzversammlung ein, wo zu dem Thema„W i« lang« noch Hund« sperre? Tierarzt Dr. Edwin Heilborn, Rechtsanwalt Wilhelm Walcher, H. o. Skopnil vom DTV. sprechen werden. Eintritt 30 Pf. Attentat in der Peterskirche. Das Opfer unverletzt, die Täterin verhastet. Rom, 25. November. Zu der pekerstirche ist gestern abend voneinerIrau ein ilkteutut auf den ehemaligen Apostolischen Vikar für Schweden. Monsignore Smith, versuch! worden. Als die Kanoniker der peterekirche nach dem Abendgebet die Chorkapelle verliehen, näherte sich die Frau, die sich vorher in Verdacht erregender weise in der Nähe der Kapelle ausgehallen Halle, dem Zug der kirchlichen Würdenträger und richtete einen R e- voloer aus den Kanonikus Smith. Der Kanouikus Prinz Georg von Bayern bemerkte noch rechtzeitig die drohende Hallung der Frau und traf mit einem Fauflhieb ihren Arm. so daß der Revolver zu poden siel. Die Frau wurde sosort von den päpstlichen Gendarmen verhastct und einem ersten verhör unterzogen. Es handelt sich um eine schwedische Staatsangehörige Gudrun Margareta Ramslad. Sie hat sich geweigert, nähere Angaben über ihre Beweggründe zu machen. Es scheint jedoch, dah sie vor einiger Zeit von dem Kanonikus Smilh eine Anstellung oder Unter st ühung erlangen wollte, aber abschlägig beschieden worden ist. Der Revolver war mit sechs Patronen geladen. Drei davon zeigen deutliche Spuren, daß die Frau tatsächlich dreimal hintereinander die wasfe abgedrückt hat. Au» ungeklärten Gründen hat der Revolver aber versag«. Smilh war übrigens apostolischer Vikar in Oslo in Rorwegen. Die Blätter melden, daß der llalleuische Bolschasker, Gras de Vecchi. im Vatikan einen Besuch abgestattet hat und knüpfen daran die Vermutung, daß Frau Ramstad der italienischen Regierung ausgeliesert werden wird, und daß diese, da es sich um eine geistesschwache exaltierte Person handeln soll, von einer Bestrasuug absehen, sondern lediglich für ihre Abschiebung Sorge tragen wird. „Hier Kriminalpolizei!" Sin Schwindler, der alle Leute betrog. Eine Rundreise durch die deutschen Gerichte machte der Schornsteinfeger Emil Hilpert, der seil länger als ein Jahrzehnt als falscher Kriminalbeamter auftritt und kleine Leute betrügt. Ießt stand er vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte unter der Anklage der Amtsanmaßung und des Diebstahls im Rückfall« bzw. des Betruges. Hilpert suchte Frauen auf, die allein in der Wohnung waren, gab sich als Kriminalbeamter aus und behauptete, daß ein Angehöriger, Mann, Sohn oder Tochter, einen Diebstahl oder einen Ueberfall verübt habe, und daß er die erbeuteten Schmuckstücke und das Geld beschlagnahmen müsse. Er nahm auch eine Untersuchung vor und„beschlagnahmte", was er vorfand. Dann verlangte er Licht und Siegellack, um die Sachen zu versregeln. Wenn die Frau mir dem Licht aus der Küche kam, hatte er sich anders besonnen und sagte, es genüg«, wenn er die Sachen in ein Schubfach lege. Nach dem Weggang des angeblichen Äruninalbeamten entdeckten tue hnnen Fraueu. daß Geld und Wertsachen verschwunde nwaren. Als eine Frau von dem angeblichen Kriminalbeamten eine Legitimation verlangte, zeigt« er«inen Revolver als„Ausweis" vor. Hilpert ist erst kürzlich in Eberswalde wegen dergleichen Schwindeleien zu 1 Jahr Gefängnis verurteilt worden, und es schweben gegen ihn weitere Anklagen vor den Amtsgerichten Prenzlou, Spandau, Nauen und Oranienburg. Er hat auch bereits zahlreich: Strafen in allen Teilen des Deutschen Reiches erhallen. Das Schöffengericht verurteilte den Angeklagten unter Ein- bezishung der Eberswolder Strafe zu 2 Jahren Gefängnis uni» 3 Jahren Ehrverlust. Amtsgerich tsrat Hcnnig erklärte dem Angeklagten, er Hab« mit den armen Leuten, denen er die Erspar- niss« weggenommen Hobe, kein Mitleid gehabt und könne daher auch vom Gericht kein Mitleid beanspruchen. »Die Hand aus der Tiefe..!' Em Kürsorgezögling kämpft um seine Anerkennung. Hans war ein uneheliches Kind. Seinen Dater konnte er nicht. Die Mutter war Landarbeiterin: das Leben bei ihr eine Hölle. Der Junge war ihr innner im Wege. Er wurde hin- und hergestoßen: von dem Gesinde verhöhnt und gedemütigl. Er drohte zu verwahrlosen, zu verlottern. Noch schulpflichtig, nahm man ihn van der Mutter in die F ü r s o r g« a n st a lt. Dos war«ine Hölle anderer Art. Der Knabe wuchs heran, verschlosjen, in sich gekehrt, ohne Freude am Leben. Als er die Schule hinter sich hatte, auf eigenen Beinen stehen zu können glaubte, kehrte er der Fürsorgeanstalt den Rücken— er brannte durch. Er trieb sich nicht umher, stahl und räuberte nicht. Er trat bei einem Bauern in Arbeit. Hans wurde«in fleißiger, ruhiger, solider und arbeitswilliger Bursche. Die Fürsorgeanstalt entdeckte seinen Aufenthaltsort, Sosort wurde er zurückgeschafft. Brannte aufs neue durch, trat wieder in Zlrbeit bei einem Bauer, wurde erneut aufgestöbert und mußt« wieder in die Anstalt zurück. Er brannte ein drittes, viertes, fünftes, ein sechstes Mol durch: stets fand er Arbeit und stets riß man ihn aus der Arbeit zur Fürsorgeanstalt zurück. Da brannte«r ein siebentes Mal durch. Nicht mehr zum Bauern, sondern nach Berlin. In der großen Stadt, unter den Millionen Menschen hofft er unterzutauchen. Er sucht und findet Arbeit. Lernt ein Mädchen kennen und nennt sie seine Braut. Glaubt sich nun sicher vor dem Augriff der Häscher. Träumt von dem Tog» da er 21 Jahre alt, mit der Anstalt nichts mehr zu schaffen haben würde. Eines Tages weiß er aber: die Polizei ist hinter ihm her. Den Awanzigjährioen faßt Verzweiflung: also wieder in die Anstalt zurück? Er erbricht das Spind seiner Wirtin, entnimmt ihm 300 M. und verschwindet aus Berlin. Die Uhr, die ihm seine Braut geborgt, geht mit.— Das war s« in erstes Der- brechen. Der Junge fährt nach Hamburg: besorgt sich einen falschen Pah: tritt unter fremdem Namen in eine der größten Wersten«in. Der Meister ist voll Lobes. Endlich schlägt Hans' Slunde: er wird 21 Jahr«. Jetzt braucht er sich vor der Fürsorge- anstatt nicht mehr zu fürchten: jetzt kann er wieder er selbst sein, unter seinem richtigen Namen leben. Erst muß er ober seine' An- gelegenhetten in Ordnung bringen, mit den Behörden ins Reine kommen. Er meldet sich beim Staatsonwatt und gerät in Unter- suchungshast, wenn auch nur aus wenige Tage. Neulich stand Hans vor Gericht. Er war aus Hamburg nach Berlin gekommen— feine Arbeit auf der Werst hat er noch heute. Er erzählte die Geschichte seiner Kindheit und seiner traurigen Jugend, schilderte die Qualen der Fürsorgeanstalt, seine wieder- holte Flucht, seine Arbeit während der Flucht und sagte zum Schluß:„Ich bitte, die Hand, di c ein Mann ouS der Tiefe entgegenstreckt, nicht zurückzuweisen." Der Staatsanwalt beantragte fünf Monate Gefängnis, Zubilligung einer Bewährungsfrist nach Verbüßung eines Monats Gefängnis. Die Hand, die der junge Mann ihm entgegen- streckte, wollte er also nicht freudig ergreifen? Das Gericht verurteilte den jungen Burschen zu vier Monaten Gefängnis: es billigt« ihm im vollen Umfange Bewährung�- srist zu— unter der Bedingung, daß er der Wirtin die 300 M. und seiner„Braut" den Wert der Uhr zurückerstatte. Hans lebt nun unter eigenem Namen. Er hat sich während der schwersten Zeit gehalten: jetzt ist er v o r b e st r a j t. Er wird sich dadurch in seinem weiteren Fortkommen nicht behindern lassen. Er hat sich bis heute behauptet— trotz unehelicher Geburt, trotz Dater und Mutter, die sich um ihn nicht kümmerten, trotz Fürsorgeanstalt. Er wird dem Leben auch weiter Trotz bieten! einen' in der Nacht vom Sonntag zum Montag oer- kehrenden Personenzug Angermünd«— P a s e w a l k, ob Angermünde 0.47. an Pasewalt 2.13, geschaffen, der den An- wohnern dieser Strecke einen Somrtagsaufenihalt in Berlin bis 22.10 Uhr ermöglicht. Obwohl die Einlegung dieses Zuges von den Jnteresienten dringend gefordert wurde, ist er so schwach besetzt, daß er die Selbstkosten nicht im entferntesten deckt. Sonntags-Spätverbindmig Berlin- Pasewalk. Wie die Reichabahiidirektion Stettin mitteilt, kann die neue Sonntagsabendverbindung Berlin— Angermünde— Palewalk nur dann dauernd bestehen bleiben, wenn sie wesentlich stärker in An- spruch genommen wird als bisher. Die Verbindung wurde durch Erfreuliche Rekorde. Ostpreußische Herdbuchkuh als Sieger. Nachdem erst kürzlich die Insterbnrger Herdbuchtuh„Fee" mit jährlich 10 378 Kilogramm Milch und 770 Pfund Butter den bis- herigen Rekoick» geschlagen, hat jetzt die Königsberger Herd- buchkuh„Else"«s gar auf 10 800 Kilogramm Milch und 1161 Pfund Butter gebracht. Ihre Vargängerin hieß „Dahlie" und lieferte seinerzeit 1020 Kilogramm Lutter. Unter diesen Umständen kann es nicht wundernehmen, daß 27 ostpreußische Molkereigenofsenschaften jährlich an die 80 Millionen Kilogramm Bollmilch und 46 000 Zentner Butter umgesetzt haben. Eine» anderen Rekord hat in diesem Herbst eine ostprcu- ßische Henne in dem staatlichen Wettlegehos zu Metgethen(bei Königsberg) zuerkaimt bekommen: sie hat in 11 Monaten 273 Eier im Gewicht von zusammen 16 333 Gramm gelegt. Ihre Vorgängerin brachte es nur auf 268 Eier und 14003 Gramm. Hühner, die 300 Eier pro Jahr legen. Wie schon in den vorhergehenden Jahren, bot die allgemeine Geflügelausstellung der Vereinigten Neuköllner Geflügelzüchter, di« in Kliems Festsälen abgehalten wurde, außerordentlich viel des Sehenswerten. Diese Ausstellung ist die 24. ihrer Art und die erfahrenen Züchter sind nur mit Klasse- t i e r e n vertreten. Man sah prachtvoll«, auf Legeleistung gezogene Enten, die bis über 200 Eier im Jahre legen. An Hühnern hatte sich alles eingefunden, von dem Urstamm der Brahma ab- wärts bis zum kleinsten hochgezüchteten Zwerghuhn. Während dieses wie ein« Nixpsigur anmutet und von Sporizüchiern gehalten wind, sind die O r p i n g t o n hingegen wahre Fleischklötze. Bei dieser Rasse bringt es der Hahn auf 10 Pfund und Frau Henne wird 8 Pfund schwer. Steigender Beliebtheit erfreuen sich in letzter Zeit die R h o d c l ö n d e r, die zweifache Eignung haben, denn sie sind fleißige Leger und zugleich Fleischlieferanten. Außer ihnen konnte man alles betrachten, die Siebsnbiirger Nackthälse sowohl wie die hohen Lanoschon und die Mmorka. Nutzbringend sind die sorgsam zusammengestellten ZGchtstämme. Gibt es doch heute bc- reit».Hühner, die über 300 Eier das Jahr legen Selbst- verständlich fehlten auch auf dieser Ausstellung die Tauben nicht, Zusammenstoß im Kaiser-Wilhelm-Kanal. Kiel, 23. November. In der Nacht zum Sonntag wurde der Hochsee-Schlepp- - dampf er„Jason" einer Hamburger Bugsier- und Bergunas- ! gefellschost im Kaiser-Wilhelm-Kanol von dem Flensburger Dampfer „Helene" gerammt.„Jason" wurde ja schwer beschädigt, daß rr kurz darauf sank. Di« Besatzung konnte rechtzeitig gerettet wer» den. Bei dem Zusammenstoß ist niemand verletzt worden. Die Reederei des Dampfers„Jason" hat bereits die Vorarbeiten für die Hebung des Schisses eingeleitet. Di«.Schiffahrt im Kanal iit durch dos gesunkene Fahrzeug nicht gestört.'" Ein neuer Anschlag auf den Orieni-Expreß? Di« Wiener Mittagsblättcr vom Montag brachten ein« Meldung der türkischen Telegraphen-Agentur aus Angara, wonach in der Nähe der bulaarischsn Stadt Pragrade(?) auf den in voller Fahrt befindlichen Orient-Expreß ein Bombenanschlag ver- übt worden sein soll. Wie die Bulgarische Telegraphen-Agentur je- doch aus Sofia berichtet, ist die Meldung, daß auf den Orient, Expreß auf bulgarischem Gebiet ein neuer Anschlag verübt worden sei, vollständig erfunden. si�ndsTenervös? Sl« finden Aufklärung und Rat gegen Ihr Leiden In dem Interessanten und reich Illustrierten Buch„Guter Rat4', t Es enthält außerdom Beschreibungen vieler anderer Krankheiten■ und Leiden, mit Angabe der dagegen anzuwendenden Spezialmittel. Sie erhalten dieses Buch In Ihrer Drogerie umsonst. Daselbst auch„Bald re rn ent", die Medizin zur Beruhigung und Slkrkung der Nerven. Flasche Mk. 1.50 und 2.50. Wo nicht erhältlich, durch Otto Reichel, Berlin 43 SO, Eisenbahnslr. 4. Adler tonnte billiger baiTn, aber nicht preiswerter! Reisekomfort wie Sie ihn brauchen... 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Mit dieser stattlichen Jahreszahl steht der genannte Arbeitersängerbund als Senior sozialistischer Sangesbrüderschast an der Spitze. Und wie interessant, wenn auch vielfach von trübe» Erinnerungen durchwirkt, ist die Geschichte seines Entstehen sl Im Nachrevolutiansjahr 1849 traf man sich nach Feierabend in den Werkstätten des Seidenwirkers E h u ch o w oder des Webers Hebbel und besprach dort die politische Lage. Bei diese» Ge- legenheitcn wurden manchmal auch Lieder gesungen, die Ehuchow auf einer Guitarre eingeübt hatte. Gar bald entdeckten die Weber ihr« Liebe zum Ehorgesang und im November 1849 nmrde der Männerchor L l) r a n! a gegründrt. In der alten Frankfurter Straße, in der Werkstatt Chuchows, hielt man die Uebungzabende ab und bei geselligen Veranstalwngen brachte man die Lieder zu Gehör. Oesfentliche Konzerte kannte man damals so gut wie gar nicht. Erst 20 Jahre später, im Jahre 1872 veranstalteten die Chuchowjchen Chore ihr erstes Konzert im Alten Schützenhaus in der Alten Schiitzenstroße. Die Zeit des schändlichen Sozialistengesetzes ließ auch unser« Sänger sich nur noch fester zusammen- schließen und als 1890 das Schandgesetz siel, wuchs mit der Arbeiter- bewegung auch die Zlrbeitersängerbewegnng. die ihre fest« Ver- kärperung in der Gründung des Deutschen Arbeiter- sängerbundes fand. Heule, nach 80 Jahren, kamt der Der ein voll Stelz auf sein« treuen Vorkämpfer zurückblicken und ihrem Gedenken war der Fsstabend vor allem gewidmet. In einem gut ausgewählten musikalischen Prograrmn brachten die Sänger Lieber von Schubert. Bruch, das markige Lebenslied von Kann u. o. zu Gehör und der Meister Ee.llrst Armin Liebermann brillierte in Werkelt von Smartini, Händel, Massenet, assistiert vom Chormeister Karp(Harfe) und Elli Brandenburg(Klavier). In seiner Festrede überreicht« der Vorsitzende Willy Haas« den Iubiloren Gedenkbilder. Di« schöne, stimmunasvalle Feier fand vor zahlreichen Freunden und Gälten statt. Erwin-Varch-Ausstellung. Professor Erwin Barth, der langsährig« Stadtgarten- direktor van Berlin, stellt nn Zlrchite'turmvseum der Tech- mschen Hochschule Charlvttenlmrg«ine große Zahl seiner wi ästigsten Pläne und Entwürfe aus, die er in seiner Berliner Tätigkeit schuf. Vieles davon ist bekannt, weil.es ausgeführt wurde. Und doch ist zwischen Entwurf und Ausfiihnma ein Etwas, das aus diesen sauberen und künstlerisch wertvollen Blattern nnt eigenartigem Neiz spricht. Es ist, als sehe man nicht die Planung, wie sie spater die Natur unter menschlicher Leitung verwirklicht l>at, sondern das Iugendgesicht der Idee, noch unberührt und mir durchgeistigt durch den sckopterischen Willen des Menschen. Vor ollem fällt der Entwurf eines�N« i ch se h r e n m a l s auf dem Pichelsmerdcr auf. Die Frag«, wo das Denkmal errichtet werden soll, tobt beute noch in unverminderter Heftigkeit. Barth hat sich von Ueberschwenalich- teite-n freigcljölien.— Die Anlage des Luisen städtischen Kanals, die in«iriigeu Tell.n bereits fertiggestellt ist, wird hier im ganzen Projekt mit vielen Eimzeldarstellimgen gezeigt. Auch die Umgestaltung des Lustgartens, wo durch die Versetzung des Denkmal? Friedrich Wilhelms III. ein einheitlicher Platz vor dem Schinlelschen Gebäude geschaffen werden soll, gehört noch der Zukunft an. Die große Anlage des Volksparts Rehberge, im großen und ganzen schon nahezu nallendet, ist in allen. Einzel- besten auf Grundrissen und Zeichnungen ausgestellt. Hier würde der Vorschlag Prosessor- Barth», einen R-a t hen a u- B r u n n e n zi.nn Gedächtnis des ermordeten Staatsinannes aufzustellen, M begrüßen sein. Der Entwurf des Brunnens ist von Pro fest>r Kolbe. Intcresiont ist die Verbindung dieses großen Volks- parks mit de r Iungfarnheid«, der damit zu einer der 'Allgemeine Funklionärversammlung am Donnerstage dem 28. November 19'/. Uhr in den Germania-Sälen, Chausseestratje 110 Tagesordnung: Das ErgeDnls der Berliner stadtverordnelenuiahlen Referent: Franz Künstler, M.d. R. Zutritt haben nur FunkfionSre mit dem Partelauswels«Sr 19» und g'eichtaufendem Mitgliedsbuch. Törkontrollc 1. Kreis. Der Bezirksvorstand. Am Totensonntag erlebt das Requiem des Amerikaners Theodore Dreiser seine Ursendung. Es ist ein« lyrisch unter- malte Dichtung einer einfachen Novelle von Glück und Leiden»er- gessener Geschäpse. Dreiser behandelt den Stöfs sehr delikat. Er 1 entgeht der Gefahr, süßlljeblich oder sentimental zu werden. Bei aller Weichheit in der Farbengebung, bei aller Zartheit des Striches bewahrt er sich eine herbe, fast verschioisene Haltung, die der vor- krestliche Sprecher Alfred Beierlc charakterisierend betont. Walter Gronostay schreibt dazu eine Bcaleitmusik, die die Vorgänge andeutend untermalt. An sich ist es aber nicht notwendig, eine Novelle melodramatisch zu illustrieren. Saust steht das Programm völlig im� Zeichen der Musik, und zwar einer sehr guten ernsten Musik. So leitet Jascha Horenstein obends ein Symphoniekonzert, das.Kompositionen von Mahler und Bruckner bringt. Horenstein ist ein Dirigent, der den� starken instrumentalen Klang sucht und weniger den beruhigten Schluß eines Satzes. Heinrich Rehkemper, mm der Münchener Staatsoper, singt die Kindertotenlieder von Mahler. Sein großer Barlton klingt bei der Uebertragung etwas spröde und ist darum nickst immer in der Lage, eine aiisstefgende Monotonie siegreich zu überwinden. Ueberhaupt ist die Stimme für diesen zarten verinncrlichten Zyklus zu sd)wer. ll. Leb. Das mittägliche Schallplattenkonzert brachte unter dem Titel„Gespenstische Themen in der Musik" Dar- bietungen, die eigentlich mehr dem gefühlsmäßigen Empfinden des Romantischen entsprechen, wie die Ounertüren zum„Fliegenden Holländer" und„Freischütz". S a i n t- S a ä n s„Toten- tcmz" und Strawinskis..äs.»?« infernale du Rest" erwecken schon eher einen etwas gespenstischen Eindruck. In der Diertel- s'uvde für Jugendliche erläuteric Pros. H. Reichenbäch seinem jugendlichen Zuborerkreis die Grundzüge der Optik. Zum Thema „Müssen Mütter einsam wenden" sprach Johanna Meyer in einem gut durchdachten Vortrag über das Verhältnis von Mutter und Kind. Es gebe kein Rezept zum Glücklichsein mit unseren Kindern, aber es gebe die große Kunst der Einfühlung in die kindliche Psyche.. Nur wenn die Mutter die Verttaitt? ihres Kindes geworden sei, die hören könne, auch wenn das Kind nicht spreche, die ihm Trösterin und kluge Beraterin in allen Wirrnissen seiner Entwicklungsjahre ist, dann werd« ihr das Kind, ob nah« oder fern, innerlich immer erhalten bleiben. Modest Musorgskq bringt interessante Tonmalereien, von Helmut Baerwald am Flügel wirkungsvoll interpretiert; in übermütigen Stacrati und perlenden Läufen malt er spielende Kinder in einem Garten von Paris, in wuchtigen Akkorden humpelt ein polnischer Leiterwagen über die Landstraße und in einer graziösen Ballett- mustk beginnen eben aus dem Ei geschlüpfte Küchlein ihre Ledens- Promenade. Ein Bilderausstellungsbesuch, der sein« Eindrücke durch Musik wiedergibt. Vielleicht ist für den phantastischen Menschen Musik wirtlich«in stärkeres Ausdrucksmoment, als die Sprache. Mit schönem, dunklen Ton sang der ungarische Baritonist Emerich von Pallo im Abendkrnzert Lieder seiner Heimat. Die zweite um garische Rhapsodie von L' s Z t, als Eimbal-Solo erzielte bei all r .Kunstfertigkcü, keine vorteilhafte Wiedergabe im: Radio, während die bewährt« ungarische Tanzkapelle Barnabas� von Geczy ein Potpourri ungarischer Weisen sehr wirkungsvoll zum Vortrag brachte. E. K.' größten Grünslochenanlagen europäischer Großstädte werde» wird. — In einem Vorschlag zur Umgestaltung des Reichskanzler- Platzes löst Barth das Problem auf eigenantige Weise. Die sanft ansteigendc Heerstraße wird durch den Platz gekrönt, der in einem Rondell erhöht wird. Die Fo'yrtstraßen umfassen den Platz scheren- artig. Weitere Entwürfe, die.zahlreich? Sdimuckonlagen. Fried- hoisanlagen ii. a. betreffen, so auch die'Ausgestostuna des Lirtzensses und des Sochfenplatzes in Charlattenburq,.zeugen von dem unge- henren Fleiß eines Mannes, der in dankenswerter Weise der Gemeinde Berlin diente. Di« Ausstellung ist bcl freiem Eintritt während der Stunden von 10— 15 Uhr noch bis zum 16. Dezember geöffnet. Kirchenausinit und Kirchensteuer. Bor Jahresabschluß soll nach ausdrücklich darauf hingewiesen werden, daß das Kirchen st«verjähr vom Kalendcrjechr ab- weicht und vom 1. April bis zum 31. März läuft. Dies ist wichtig, weil derjenige, der ous der Kirche austritt, für das laufende Steucrjahr noch Kirchensteuer zahlen muß, mindestens aber noch drei Monate nach dem Austritt. Wer olso vor dem 31. Dezember austritt, hat nach bis zum 31. März Kirchensteuern zu zahlen, wer dagegen nach dem 1. Januar, aber vor dem 1. April 1930 austritt. zahlt nach drei Monats und wer erst nach dem 31. März 1930 an stritt, noch bis zum 31. März 1931 Kirchensteuer. Die K irche na u strittser klä rung inuß gegenüber dem Amtsgericht des Wohnorts und zwar von jedem Erwachsenen per- sönlich obgegeben werden. In Preußen müsse» auch Kinder über 14 Jahre die Auslrittserklärung persönlich abgebeii. Für jüngere Kiirder erfolgt die Erklärung durch die Eltern, nicht durch den Vater allein. Die Austritt serklärung kann k o st c n- Ins auf dem Amtsgericht in den Geschästsstunden. gewöhnlich bis 13 Uhr, nründlich abgegeben werden. Das Erfordernis personlicher Abgab« bedeutet, daß Bevollmächtigte ausgeschlossen sind. Auch der Ehemann kann nicht den Austritt feiner Frau erklären. Auch schriftliche Einsendung an das Zlmtsgericht ist zulässig. Aber die schriftliche Erklärung erfordert, daß die llMerschrfft von einein Notar beglaubigt wird. Eine Beglaubigung kann aber von einem Notar nur norgenommen werden, wenn die Unterschrift in seiner Gegenwart vorgenommen oder anerkannt wird. Wer also seine.Kirchenoustrittserklärung schriftlich dem Gericht ein- reichen will, muß sich zu einem Notar in dessen Sprechstunde, die gewöhnlich nachmittags stattfindet, begeben und dazu einen Personalausweis mitbringen, der ihn zweifelsfrei legitimiert. Die Er- klärung muß die Kirchsngemein.de bezeichnen, aus welcher der Austritt eriolgt und Geburtstag. Geburtsort und Adoesse enthcisten. Aus Wunsch wird eine sochgemäße Erklärung auch non dem amtierenden Notar entworfen und dem Amtsgericht eingereicht. Die Kosten sind verhältnismäßig gering. Der Verband für Freidcnkertum und Feuerbestattung«. B. gibt folgende Kirchenaustriitsstellen bekannt: Jeden Montag und Donnerstag. 19 bis 20 Uhr, SW. 29, Gneisenaiistr. 41; jeden Dienstag und Freitag. 19 bis 20 Uhr. O. 17, Gr. Frank- furter Straße 141. v, lÜ Ecke Fruchtstraße; jeden Sonnabend. 17 bis TS Uhr, Eharlottenbiirg, Rosinenstr. 4 T, im Jugendheim: jeden M o uttag...Die.« s.ta.zz, Donnerstag und Freitag. 18 bis 19 Uhr, Reinickendorfer Sir. 118 II. Sine Lotterie, die keine bieten hat. Die diesjährige Arbeiterwohljahrts-Weihnachts- lotterie bietet den.Käufern ihrer Lose einen ganz besonderen Vorteil. Der B ü ch e r k r e i s. die Buchgemeinschoft der sozia- listischen Arbeiter, nimmt nämlich das Las zum vollen Nennwert in Zahlung, wenn der Losbesitzer Mitglied des Bücherkreises wird. Wer die Probemitgliedschast auf ein halbes Jahr erwirbt, gibt fein Los mit-41 Pf., wer sie aus ein Jahr erwirbt, mit 1 M. in Zahlung. Ob aus da? Los ein Gewinn erzielt wird oder nicht, fällt dabei nicht ins Gewicht. Also: kein Los der Arbeiterwohlfahrtslotterie ist eine Niete, jedes stellt einen Wert von 0,50 M. oder oon 1 M. dar. Wer ein Arbeiter- wohlfahrtslas kaujl, erwirbt also im Grunde kostenlos eine Gewinn chonee! Die Werke des Büd)crkreises sind nach allgemeinem Urteil bestes und billigstes Kulturgut. Für 1 M. Monatsbcitrag erhält das Mitglied jährlich 4 Bände»ach freier Wahl, dazu gratis die wertvolle illustrierte Monatsschrift. Wer 4 Bände bezogen hat, hat Anspruch auf die Treueprämie, d. h. es kann für 1 M einen weiteren Drcimarkband beziehen. Niemand wird es bereuen, sein Los durch die Mitgliedschaft beim Bucherkreis zu einem wirk- liehen Gewinnlose zu gestalten. Weitere Mitteilimgen durch unsere Buchhandlung. � Raubüberfall in einem wcfifälifche« Schloß. Einen verwegenen Raubüberfakl führten gestern vor- mittag drei bewaffnete Männer im Schloß Wocklum in der Nähe von Arnsberg(Westfalen) ans. Sie drangen mit dem Rufe .Hände hoch!" in den Kassenraum ein, und� während zwei die Beamten mit schußsertigem Rcvoloer in Schach hielten, raubte der ii-ritte a:i» der Kasse einen Betrag von 600 M., worauf die Räuber entflohen. Bevor»od) dos alarmierte Iserlohner Uebevsall- kommanda eingetroffen war, hatten ein Obcrlondjäger und ein Forslbeamter die Räuber aus dem Wege nach Mellen eingeholt. Diese eröffneten sofort Feuer auf die Verfolger, die die Schüsse er- widerten. Zwei der Räuber wurden durch Schüsse kampfunfähig gemacht, und der dritte ergab sich. Achtung! Kreisvorstand de» 11. kreise, Tiergarten. Die für heute, Dienstag aftmd. festgesetzte Kreisvorstandssitzung -findet umständekalber n i d) t statt. Vortrage, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner„Schwarz- Rot-Gold". ®» f«6 4 f t» ff« 1 1»:»(Hin S 14, eefxjfttonftr, 37-3«, Sei 2. Sr W tolitolMaitaittt-Maiij/' OaBBcrstag, öen 28. November, natytu. 8 Uhr. im Cofal oon cvriflBB Otcifeabecaer, Hillctffctrtzc 09 (anrijijaloft) IPicnstoo. I«. ÄoBtirttr. BctiV.vfl(Drtsnerrin). 1931 Ifljt Krtrrifn aUrr aftitwn Romcrifien im Ätsinfn Sirroatfen. Eck« SurmffroSt Xreetem. �'JUflfxinrcr. IftZZ lihr im guoentfxim Vaiwikibulemoea. Crnftftr IB. fefit-tfr atei-fi. 9em«ro.'> Sdniliofe.— SWirodl, 27. November. flrciiA&i'rn 20 Ufir ermeitcTf« Veriionbssibun» btt Srrtnj. ZRIanuf« 7!9-7B.— Wilme« botf(f-ttscerrtn). Sfittmnd), 27. November. 17V4 Uhr, ilnttertn Srcmotoriuni Wlmcrzdori,»ut SirSichrrr-v« unsere» flomtraben?ieb!a it. Lvietteut« und Colinen y.n Stelle.— NentZllv-Bt!«. 1. Somcrabfdyift. 1. Ruft. Mit'rocxb. 27. November. 20 Ubr. Ruaversammluno bei Krommcck. Eonber. Scke Kobrecht- strebe. Lortraa des Ztamersben tzvbanne« Bohre. Berlivee Rifber-Clnb übt ieden Stensto« um ZOZ. übt im fftubbou« Ohm. stroke 3. Soleier linh(Söfte miltto-nmon, Sie ahorlottcnburqcr stieorr»sei Ntänurr-, Zrovov. unb»em.«-bor. vrr- o''i-cll-i am Sonv'o». b'M 1.?c�>mbcr.>!'. Uh-. in her Zsiil« hr» Sovh c. Cbar otte-2i'4«i'ms Chor«uenbrrg, cd-orrtrsir. Zß. ein Ronvrl. Boltslichc: !>> eitft und neuer.Reit. Wellerderich' der»fienNichen w-tlerdtenilftelle Berlin und Umqegeud sNachdr. verb.l. Bolttg mit etwa« Regen, mild.— Jflt Vevtschlaud: Auch im Osten wieder Tempcraluranstieg. im Vellen weiterhm mild, strichweise Regen uersammsung der Siiberscliiniede Tag es o cd n trug: 1. Branchenangelegenheiteii. 2. Brafchtebencs. Ohne Milgiicbsbuch fein Rutrüt Alle Kolleginnen imb Kollegen werben ersucht, in biescr wichtigen Bersammlung gestimmt zu erscheme». OBnnetvIag. den 28. Ttoneaber, j aaifnB. 5 Ahr. in EwoldB voreir.o- hous. Stotttzer Sirotz« 128 vrsnellen'llkrzsmmlllng derSravsiirs llnS!l8sisllro Tagesorb nung: 1- Vortrag über:..Buh unb llllöbei" iSemeinschast In ber Iugenbbewc- «ur.g) 2. BelnebsangelegenHeiten. Unsere Funttioniire werben ersucht, bie Lehrlinge und Aagenblichen zu dieser Ver- sommlung mitzubringen. Oannnestag, bea 28. Xanembec. obeBds 7 Ahr. im SosonthBlrr yis. SofenthaUr Sirupe 11/12; Allgemeine Kiemoner-versammiung Tayesordnun»: I Vor'.rag dos Kollegen Zisla:„Die virtscha'tliche KlmzeytroÜon der Unter- nehiner und i?t?e Ausmirkung out d!«' ÄrdeUerschaftv" ? Verbands- und Drouchenong�grn' driteru Ohne MrtgNedßbuch lein-Zutritt. VollstähNgcs Erscheinen aller Aallegcu ist Pflicht. AMjftjnjg: A1empn*r~&ntriibet fiic 103fi find tn der Versammlimz zu Hoden. Oanoerstag. den Z». Ztonember. adends Z Zthr. i« den Lophien-SSteo Kophienfüratze XZjtß Branchen- Versammlung der Rohrleger und Keller Togesordnung: l Vortrag:„Die Erwerdsln'enner' ficherung' SReferent: College I a n f o ? Berdivds- und Branchenongelegrn. deiten� Autritt hoben nnt diejenigen ÄntTegcn die ihr Buch de? Verwaltung zur Kontrolle vorgelegt Haben- CoatietftUig, de» 26. Äooe mbrr. ahenb* 7 Ahr. im Sitzungssaal des Veedaadshaafesv etnieaflratza 6* 6b Adttnne!»rdetterkmen: Konferenz der weitiltcnsn Vertrauene- pereonen und BetriebsrSte Tagesordnnno: l. Porlrag über:„Die Äuiw rkunq der Notionolifiekung in der Elektro- inlmfule". Referent: College Fritz Köcher 2. Verbandsangelegen Helten und Per.- kchiebenes. Do es sich in dieser Konferenz um wichtige Fragen bandelt, es dringend nrj' wendig, batz ieder S; trieb vertreten ist Di« Funktionärmnen tönn?n organisierte Kolleginnen als Galle einfuhren. l>ie Ortsvervalhivg. Bei Rheumatismus Zinsser-Tee! Aus 25 000 Anerkennungen: Vom lollhrigea RheomatUmao. Leides befreit I Ich habe eine Kur mit Ihrem Rheumatismus-Tee gemacht und bin dadurch von meinem 10 jährigen Rheumatismus-Leiden befreit.— Ich spreche Ihren hiermit meinen innigsten Dank aus. shod Hermann Dalle, Stechow. Wieder völlig hergestellt I Ich litt an Rheumatismus und Oicht und konnte nicht mehr laufen.— r.insser-Tca hat mich wieder völlig hergestellt.— Alle Leute wundern sich, daß ich wieder so laufen und arbeiten Raun M.Wage, Altdammbach. Paket M. 1.80(eiu- fachi. M. 2-SO(verstärk1)— In allen Apotheken. Dr. Ins tu.1 v. ieiprig 75 Aligem. Ortskranfeenkasse Berlin-Pankow, fior<• Am Donncre�aij, d«TO A. Deze«»ber 1029, abend« 101; Ahr. findet m den Geschäftsräumen der Kasse eine ordenHIdze Aussßiußsitzang »''alt. Tagesordnung: 1. Beratung des Voranschlages für 1330. de» N?chn'?]ia«-av? G atzungsandernngen 4. A ender ung der Dienstordnung. .-l Verschiedene? Gtmaige Äu träge und Änfragcn. div einer vorherigen Prüfung benotigen, siaü drei Tage vor der Hitzung dem Vorstand einzureichen Die Mitglieder de? Ausschusses meroen um yünkUiches Erschein en gebeten. BertinePankom. den 26. November 1029. ver varskand. O. Gütig, Vorsitzender. trf-Fs« Gesundheii-sprelrs Scfiont Herz und Lunq: UnbedenklRaüdsrÜüiilichcT.grol-.lsnt Mein ICautabak schmeckt mir doch am besten! elm Sfpülen ve �nvendenvleseHausfrauenHenkels Sil. Dieses vorzöglidie Mittet kalt, aufgelöst, dem ersten Spülwasser zu->■ gesetzt, löst sehr schnell alle Seifenreste und gibt der Wäsche einen besonders klaren und reinen Ton. Vcrani wörtlich für Poltiikt?r. tturl®ri(rr! ZSirtschaftt®. aiingtlh Ecwrrkschoftsbcwrgung: Z.®ldnf»; RcuiDelon: fL A. Töfchtr; xch tmh SonfttM«; ffeig flarftäht; äitaciccn: Zh. sämtlich in Blriii Soriagt?orwärt»Lerlag S. m b. S.. Berlin. Druck: Borwürw-Buchbruc unb Bcrlaasanstoft Paul Singer u. SB.'. BezN» SB.«8.«nbrnstraH hierzu 2 Beifogr» vvb.U»t«ch«lt»M,»vb Bist»»'. y ?!r. S53» 46. Jahrgang Dienstag 26 November �1929 Sparkassen kämpfen. Gegen die Großbanken.- Privatkapital und öffentliche Vanken. Unter der Führung der Großbanken hat dos private Banken- kapital einen neuen Kampf um die Gewinnung von Spargetdem für JMS private Bankgeschäft eröffnet. Wir haben schon gesägt, daß dieser Kampf um den Sparer gleichzeitig als Teslstiick des Kampfes gegen die öffentliche Wirtschaft überhaupt als auch als ganz klarer Angriff gegen die.Sparkassen betrachtet werden muß. Wir haben auch auf die eigentlichen Himergründe hingewiesen, die das private Bankenkapital zu diesem Kampfe veranlassen, die aber von der bürgerlichen Finanzpresse verschwiege» werden. Hie!« Hintergründe siird einmal das zunehinende Festfrieren von Jndnstriekred�cn durch die Stagnation in der Wirtschaft, zum andern die überragende Be� deutung von Auslandskrediten im privaten Bankcngeschäft, für die neuer Zustrom fehlt, seitdem die ausländische Anlcihedrosselung zusammen mit der Erschwerung der internationalen Geldverhältnisse den fehlenden Neuzufluß von Geldern bei den Privatbanken zu einer prekären Sorg« gemacht hat. Die zunehineiiden Zusammenbrüche von Privat- bauten, die gleichzeitige Steigerung der Zusammenbrüche in Industrie- und Handelsfirmen lassen darauf schließen, daß es mit Jter Liquidität im privaten deutschen Bankwesen keineswegs so er- freulich steht, wie es zu wünschen wäre. Unter diesem Gesichtspunkt ist es verstandlich, daß sich das private Bankenkapital die Quelle des Sparkapitals öffnen will, dessen längerfristige Anlage die Liquidität der privaten Banken erhöht. Wir haben schon gesagt, daß di- Offensiv« der Großbanken auf das Spartapital in Deu schland kein neues Kopital schaffen kann, daß es sich ausschließlich um einen Konkurrenzkampj gegen die öffentliche Bantwirtschafl handelt und daß votksevirtschastlich dieser Kampf ebenso überflüffig ist als schließlich verteuernd wirken muß. Die Sparkassen sind nicht gewillt, diesem Angriff tatenlos zuzusehen. Das Organ des Deutschen Sparkassen- und Giro- Verbandes, die„Deutsche Sparkassen-Zeitung", spricht eine sehr deut- liche Sprache.„Die grundsögliche Feindschaft der Graß- danken gegenüber der öffentlichen Hand und ihre Proteste gegen die finanzielle Mißwirtschaft von Kommunen und Reich hat nicht ge- hindert, weiter an Großstädte Kredite zu h o h e n Z i n s e n zu gebe». Im Geschäft ließen sie sich von ihren grundsätzlichen Forderungen nicht beirren. Daß die Sparkasse» an der Konsolidierung mitwirken, ist den Großbanken sicher selzr angenehm. Auch beim Reichslrcdit haben die Großbanken bisher recht geschäftlich gedacht und gehandelt." Hier wird deutlich ausgesprochen, daß die Banken ein« Profit- Politik machen, die— trotz großer Worte— niemals Rücksicht aus öffentliche Intcresien nimmt. Die„Sparkassen-Zeitnng" spricht auch aus— und damit erfolgt eine o f f e n e K a m p f a n s a g e—, daß durch das Vorgehe» der Großbanken eine neue bankpolitijche Loge geschaffen ist. Eine Arbeitsteilung wie die jetzige, bei der die Groß- banken alle Geschäfte ungehemmt erwcrbswirffchaftlich betreiben, die öffentlichen Sparkassen aber in ihrem an sich ganz beschränkten Gc- schäftskreis einschneidenden Bindungen unterwerfen müssen, sei keine befriedigende Lösung auf Dauer. In der jetzt durch die Grofchanken geschaffenen Lage werden die Sparkassen auf dem Wege intensivster neuzeitlicher Werbung fortfahren, sie werden jeden Platz vollwertig behaupten, und sie werben prüfen, wo durch Gründung von Neben- und'Annahmestellen im Sparkaffcnsystem noch Lücken zu schließen sind. Die„Sparkassen-Zeitung" macht die Oeffentlichkeit aus die G e- fahren a u f m e r k s a in. die in dem Vorstoß der Banken liege». Die Banken werden gefragt, ob ihre Spareinlagen auch jenen Kreisen und Gebiete» wieder zugeleitet werden, in denen die Spar- oeldcr wieder aufkommen, ob die Banken bereit sind, die Spargelder in Hypothekenkrediten anzulegen, ob die Banken sich den A» l a g e b e st i m m» n g« n des preußischen Anlagegesetzes unter- werfen wollen und ob sie sich endlich von spekulativen und besonders lukrativen Geschäften mit Spargeldern fernhalten und ob sie sich der Staatsaiifficht und der von den Sparkassen durchgeführten Aufwertung auch unterwerfen wollen. Wir denken, die deutschen Sparer werden diese Fragen veisieheii. Sie sind nämlich ebensosehr an sie wie an die Banken gerichtet. Es ist ganz klar, daß im privaten Bankgeschäft, das keine Anlagekontrolle kennt, auch die Sicherheit nicht so gewähr« l« i st e t sein kann wie bei den öffentlichen Banken. Ein Reichsbahnfiasko. Die höheren Personentarife brachten niedrigere Einnahmen. Die Reichsbahngesellschaft kormnt in ihrem letzten Mvnatsbericht erneut zu der Feststellung, daß im Gegensatz zu der»us der Per- joncntarifcrhöhung vom Oktober ISA erwarteten Mehreinnahme ein E i n n a h m e n o u s f a l l im Personenverkehr eingetreten ist. Die Reichsbahn hatte bekanntlich int Oktober vorigen Lohres eine allgemeine Tariferhöhung vorgenvimnen, und .zwar eine llprozentige Erhöhung der Gütertarif« fornic eine Erhöhung der Perfonentarife durch Abschafjung de r 4. Klasse mii der bisher zuschlagfreien beschkennigteii Personenzüge sowie durch Einiührung neuer Zuschläge sür die Eil- und D-Züge. Diese Tariferhöhung sollte der Reichsbahn insgesamt 250 Millionen Mehr- «rtrag bringen, wovon 200 Millionen aus dem Güterverkehr und 50 Millionen ans dem Personenverkehr veranschlagt wurden. Wir haben semerzeit besonders die ausgesprochen antisoziale Personentariferhöhung, die uns im übrigen mich für die Reichs- Hcchlrfinanzen von vornherein höchst»nvorteilhast erschienen, be- kämpft. Unsere Befürchtungen hoben sich voll bestätig!. Die ivrhebliche Aenc�erung des Fahrpreises für das 4.-Klasje-Publikui» hat zu einer Einschränkung des Reiseverkehrs inil erheblichein Ciniiahineoerlnst sür die Reichsbahn geführt. Die Reichsbahn ein nahinen aus dem Personenverkehr entwickelten sich in den letzten Jahren wie folgt: Oiiobfr etrlemb« 1025/26...... 1351 Mill. M. 1026/27...... 1376... 1927 28...... 1451.. 1928 29...... 1435.„ An Stelle der erwarteien Mehreinnahme von 5 0 M! l- (tonen hat die Reichsbahn innerhalb von 12 Monaten, seitdem die neuen Personentariie in Kraft sind, einen Einnahmen- v e rknfl von 16 Millionen erli4tcn! Während in den vorangegangencii Jahren bei gleichbleibendem Personenloris eine stetige Zunahme des Reiseverkehrs und damit enffprechende Mehr- eimiahnien.zu verzeichnen waren, sind jetzt nach der Tariierhöhung zum ersten Male seit vier Jahren aus dem Personenverkehr Mmder- «innahmen eingetreten. Di« Prrsonentarfferhöhung erweist sich also für die Reichsbahn als ein M i ß o r i s s. So zweckmäßig au sich die Abschaffung des überlebten Vierklassensystems mit seinem großen Leerlauf war, so war doch die Durchführung infolg« der weit- gehenden Beibehaltung der 1. Klaff« von vornherein unvollständig, infolge der mit der Tariiugigestaltiing verbundenen Fahrpreis- erhöbung für den Hauptteil des Reiseverkehrs vollkommen verfehlt. Das Fiasko der Personentoriferhöhung macht sich für die Reichstiabn bisher nicht in voller Stärke fühlbar, weil die Einnahmen aus dem Güterverkehr ein« außerordentlich- Steigerung erfahren haben, ja daß die Gesamteinnahmen der Reich: bah» im laiffcnden Jahr bereits um e!wa 150 Millionen über dem Borfohrsniveau liegen und im Gesamtjahr wohl mindestens die veranschlagte Mehreinnahmenziffer von 250 Millionen erreichen dürste. Das relativ günstige Gesamtergebnis darf aber nicht ,'iber das Fiasko beim Perioncm'ertehr hinwegtäuschen. Die Reichs- bahn täte gut, den gemachten Fehler anzuerkennen und wieder- gut-umochen. Bei der bevorstehenden Neuorganisation der Reichs- bahn wird sich sicherlich die Gelegenheit bieten, mm restlos zum Z w e i k la sl e n s y st e in überzugehen»nd eine Umgestaltung des Pcrsonemorifs vorzunebmen. der für die Massen erschwing- liche Fahrpreise vorsieht, damit den Reiseverkehr anregt und an Stelle verringerter Einnahmen der Reichsbahn wieder erhöht« Einnahmen aus dam Personenverkehr zuführt. Neue Belastung des Arbeiismarkts. -tisooo Unterstützte in Verlin- 161 ovo in Brandenburg. Die Belastung des Arbeilsmarkics im Bezirk des Landesarbeits- amtes Brandenburg hat in der Woche zum 16. November weiter ZU- genommen. Der Zugang von 15 831 Arbeitsuchenden und 10 449 Unterstützungsempfängern oerteilt sich pro- zentnol zu gloichen Teilen auf männliche und weibliche Personen. Die Vennittlungstätigkeit für die Metallindustrie ist zurück» gegangen. Besonders ungünstig liegen die Berhäliniffe im Wert- zeug-»nd allgemeinen Maschinenbau, auch in der Elektroindustrie hat sich die Arbeitsmarkilage waiier verschlechtert. Die Entlassungen aus der Fohrzeugbranche habe» etwas nachgelassen. Di« Ausnahme- sähigkeit des T e xt i l g e w c r b e s hat sich nicht gebessert, außer teilweise in der Tuchindustrie. Das Baugewerbe hatte ein Nachlassen der Beschäfiignngsmöglichkeiien zu verzeichnen. In den ländlichen Arbeitsämtern macht sich bereits der Zugang aus den Städten bemerkbar. In der Berichtswoche stieg J>ie Zahl der Arbeitsuchenden um 15831 aus 279 779, d. h. uni 6 Proz., gegenüber einer Zunahme von 18288 gleich 7.44 Proz. in der Vorwoche. Die Arbeitsuchenden verteilten sich auf Berlin mit 216 368, ans die Proving Branden- bürg mit 58 650 und aus die Grenzmark Posen-Westpreuhen mit 4761 Personen. Die Zahl der Hauptunter st ntzungs- e m p f ä n g« r in der versichernngsmäßigen Arbeitslosenunterstützung betrug 138 033, davon 98 915 in Berlin, in der Krisenimterstützunz 23 376, davon 20 009 in Berlin, znsämmen 161 409 Personen. Nuhen der öffentlichen Wirtfchast. Berliner Gaspreise werben von privatgesellschast erhöht. Nicht mit Unrecht hat der Kamps um die öffentlichen Werte im Mittelpunkt der kommunalen Wahlkoinpagne gestanden. Durch seine Stimmenabaabc hat das arbeitende Volk bewiesen, daß es den Wert der chsentlichen Wirtschaft für die Befriedigung lebenswichtiger Bedürsniffe in den Städten erkannt hat. Wie sehr die privatkapitalistische Bewirtschaftung des öffentlichen Bedarss immer wieder zu neuen Belastungen führt, zeigt ein drastisches und für Berlin sehr lehrreiches Beispiel. Wie ge- meldet wird, hat die Deutsch« G a s b e t r i e b s g e s« l l j ch a s t Mit sosortiger Wirkilng beschlossen, eine Gasmessermiete von monatlich 50 Ps. einzuführen. Die Deutsche Gasbetriebsgesellschast gehört überwiegend der Deutschen Continental-Gasgesellschaft in Dessau und versorgt südlich« und südwestliche Bezirk« von Berlin, darunter auch die vvlksreichen Gebiete von Schöneberg, Steglitz»nd Friedenau. Der Gospreis betrug hier bisher 19 Pf. pro Kubikmeter. Die neu« Kasmeffergebühr bedeutet natürlich eine erhebliche Bertmerung. Demgebenuber hoben die Berliner Städtischen Gas- werke bicher zwar auch eine 50-Ps.-Gebühr monatlich erhoben, der Gaspreis betrug aber nur 16 Pf. pro Kubikmeter. Die Verteuerung durch die private Wirtschaft ist offenbar. Ein neuer Veweis, wie gefährlich die weitere, vom Prioatkapital an- gestrebte Privatisierung öffentlicher-Wirtschoskszweige sich ans- wirke» muß. Die täglichen Bankpleiten. Reue Zahlungseinstellungen in vüffeldorf und Kastel. Die Oeffentlichkeit gewöhnt sich daran, daß täglich neu« Bank- pleiten fällig werden. Offenbar sind besonders die kleinen Leute sehr beunruhigt, die bei den Banken Guthaben unterhalten. Es scheint sich unter ihnen«ine Vertrauenskrise herauszubilden, denn sonst wäre es nicht verständlich, daß immer mehr von offenen Runs auf die Banken berichtet wird. Wir haben gestern den Zusammenbruch Jie« G o t h a e r Bankhauses Max Müller gemeldet, wo nach den vorliegenden Meldungen starke Geldabziehungen der Kundschaft die Zohlmigsunsähigkeit herbeigeführt hoben. Jetzt liegt die Meldung über Zahlungsschwierigkeiten bei der Düsseldorfer Banksir ma Max Sichel u. E o. vor, die schon länger« Zeit von einem Bankenkonsortium ge- stützt wurde, das aber offenbar seine Stützungsaktion jetzt eingestellt Hot. Das gerichtliche Lergleich-veriahren ist beantragt. In Kassel hat das Privatbankhaus Fiorino u. Sichel sein« Zahlungen eingestellt mit der Folge, daß ein großer Teil von Kleinkausleuten und gewerblichen Betrieben wegen der drohenden Kredltrückziehungen in Schwierigkeiten kommt. Hier soll ein« Stützungsaktion von den Großbanken abgelehnt woide» sein, nachdem sich heraiisstellic, daß überwiesene Sicherheiten bereits an andere Stellen abgetreten waren. In Kassel hat ferner die 1871 ge- gründet« Bankfirma H. Schermer die Schalter geschlossen, nachdem ein Run aus die Baut stattgefunden hatte. In den drei Fällen handelt es sich um kleine Bankhäuser, bei denen die Verbindlichkeiten auf 1,4 und 2,4 Millionen Mark gc- schätzt werden. In allen Fällen stellt sich aber heraus, daß die Groß- banken entweder keine Neigung oder aber keine Fähigkeit haben, ein« Stützung der Banken varzunehmen, um damit Schäden von den Einlegern und Kreditnehmern sernznhalten. Volkswirischaiilich und unter dem Gesichtspunkt der Rationalisierung mag das Verschwindend kleiner Bankhäuser nicht unwillkommen sein. Bedenklich wird aber die Frage inwieweit in den Zusammenbrächen nur e i n e vorübergehende Vertrauenskrise kleinerer Einleger oder aber Anzeichen einer empfindlichen Illiquidität im Bankwesen überhaupt zu er- blicken sind. NheinmetaU zahlt doppelte Gewinne. Umsatzsteigerung auf 56 Millionen. Die Rheinische Meiailwaren- und Maschinen- fabrik A.-G. in Düsseldorj(Rhcinmetall), die im vergangenc» Jahr ihr« Dividendenzahlung mit 6 Proz. wieder aufnahm, erhöht ihre Aktionärsgewinne für das jetzl abgeschlossene Geschäftssahr 1928/29 auf7Proz. Da aber inzwischen das Kapital dieses Unternehmens von 12 ans 20 Millionen Mark heraiffgesctzt worden ist, hat sich die zur Auszahlung gelangende Dioidendcnsumme mit 1,4 Millionen Mark rund verdoppelt. Der Betriebsgewinn ist von 8 auf rund 9,7 Millionen ganz erheblich gestiegen, allerdings sind auch die Gencraliinkosten von 4,8 auf 5,4 Millionen Mark gewachsen. Dies dürfte jedoch hauptsächlich auf die d r ii ck e» d e n Zinslasten für die immer noch hohen Bonkschnlden von 4,8 Millionen Mark und die übrigen beträchtlichen Schulden zurückziisühre» sein. Zlngesichts des sehr hohen Schulde n st andes von fast 14 Millionen, zu denen noch an- nähernd 6 Millionen langfristige Darlehen kommen, liegt die Frage nahe, ob sich die Auszahlung von 1,4 Millionen an die?lktionör« mit einer soliden Geschästspolitik verträgt. Wir erinnern daran, daß im vergangenen Jahr die Direktion selbst die Aus- Zahlung der fechsprozentigen Dividende, die doch nur die Hälft« der jetzt angesetzten Dividendensumme beansprucht, mit lauf- männischen Grundsätzen kaum für vereinbar hielt, soweit nicht durch Hereinnahm« neuer Mittel die schwebende« Schulden gesenkt würden. Es stellt sich ober bei der jetzt vorliegenden Bilanz heraus, daß trotz der Kapitalerhöhung, die dem Betrieb stiißige Mittel in Höhe von 8 Millionen zuführte, die schwebenden Schulden nicht nur nicht gesenkt wnrdsn, sondern sogar noch gewachsen sind. Rur die langsristigen Schulden konnten wesentlich adgebcrui werden. Unter diesen Umständen scheint eine derart großzügige Dividcndenpolitik der Rheinmetall A.-G. keineswegs am Platz zu sein. Die Beleg- schaft hat all« Ursache, diej« Politik des Unternehmens wachsam zu verfolgen. Stellen sich in den nächsten Betriebsjahrcn Rückschläge ei»; so bekommen Arbeiter und Angestellt« zu allererst die Nacken- schlage zu spüren. Welch« L et st u Ii g s st e i g e r ii n a auch bei der Rheiiimetall» Belegschaft zu verzeichnen ist, wird daraus ersichtlich, daß 1924/25 bei einer Belegschaftsstärke von 7700 Mann 32 Millionen Umsatz erzielt wurden, während im letzten Betriebsjahr der Umsatz aus 56 Millionen bei einer Belegschaft von nur 7000 Mann ge- wachsen ist. Die Konzentraiion im Kahn-Konzern. Gute Entwicklung de? Deutsche Rileswerke A. G. Die Vereinigung der Berliner Maschinenunternehmen Reiß u. Martin A.- G. sowie der Mar Hasse A.-G. mit den Deutschen Rileswerken ist von den Generglvcrsammlnngen beschlossen worden. Di« Deutsche Nile? werte A.-G., die vor kurzein auch die Chemnitzer Werkzeugmaschincnsadriken Oskar Ehrlich uno Sondermann u. Stier ausgenommen hat, wird zur Durchjührmbg der Verschmelzungen ihr Kapital von 1 aus 2,5 Millionen Mark erhöhen. Die Nileswerte, weiche die Fabrikation aller dieser Unter» »ehmungen in ihren Betrieben in Weißensee und Reinickendorf zu-' sammeiffassen werden, haben ein sehr gutes Betriebsjahr hinler sich. Aus dem Reingewinn von 83 000 M. wird wieder eine Dividende von 6 Proz. ausgezahlt. Der Umsatz konnte, besonders durch Zluskandsliescrung so gesteigert werden, daß die Belegschaft um etwa 10 Proz. v e r st ö r k t wurde. Auch zur Zeit liegt noch ein Aus» tragsbestond vor, der bis zum Frühjahr 1930 volle Beschafti» g u n g sichert, Bon der Verschmelzung erwartet di« Gesellschaft weiter« Umsatzsteigerung und Senkung der Gestehungskosten durch Zusammenlegung der Produktion. Holland kritisiert di« deutsche Agrarpolitik. Die holländische Regierung hat eine im Parlament gestellte große Anfrage über den Einfluß der von Deutschland erhöhten Einsuhrzölle auf die Ausfuhr der halländischen Landwirtschaft mit nicht sehr sreundlichen Angriffen aus die deutsche Zollpolitik beantwortet. Die holländische Kartoffelausfnhr nach Deuffchland sei m den beiden letzten Jahren sehr stark zurückgegangen, da der neu« Einstihrzall zwei Drittel des Wertes betrag«. Auch von dem neuen deutschen Einfuhrzoll sür Butter sei angesichts der Tatsache, daß 75 Proz. der holländischen Butterausfuhr nach Deutschland gehen, ein starker Nachteil für Holland ,zu erwarten. Aehnlichcs müsse sür andere Molkereiprodukte, sowie für Rind- und Kalbsleisch gelten. Die holländische Regierung sei der Ansicht, daß die deutschen Maßnohmen weder mit den Be- schlüssen und Empfehlungen der Internationalen Wirtschastskonferenz, noch mit den Aeußerungen des Wirt- schcfftskomitees des Völkerbundes.in Einklang zu bringen seien, denen die deutschen Vertreter zugestimmt hätten. 15 Milliarden russische Zündhölzer in Deuffchland. Die Berück- sichtigunq der Septembcr.zahlcn der„Nachweise über den auswärli- gen Handel" ergibt für das dritte Quartal 1929 eine Einfuhr von 6,9 Milliarden Stück Zündhölzer qegen 4,7 Milliarden im zweiten Quartal und 3,2 Milliarden im ersten Quartal dieses Jahres und nicht ganz einer Milliarde im letzten Quartal des Vorjahres. Von den in den ersten 9 Monaten dieses Jahres eingeführten 14,9 Mil- liardcn kommen 14,8 Milliarden auf dl« russische Einsuhr. AMAI hilft AM i�i MA M schütz, Nerven- und Erkäl- tungSschmerzen. Inas Schiff glitt weiter die Weser hmab. Auf der Bataillonsliste wurde ein Name gestrichen. Christian Dietrich schlug sich durch Ravensburg ins Paderborner Gebiet. In Lippstadt fang er bei einem Meister Arbeit und Brot Ein Bote brachte m die Plückemühle einen Brief. Der Mtchlenbauer rief fein« Frau nach Lippstadt. Der Müller antwortete, die Tochter wäre nicht in der Heimat. Man habe kein« Rachrichl von ihr. Da hielt es den Mühlenbauer nicht in der Fremde. Eines Rachrs stand er in Carlshafen vor seinem Haus. Sein Pochen verhallte, kein Licht flammte auf. Kein Schritt ging über die Diele. Do erwachte der Nachbar von dem Geräusch, ihn erkennend, öffnete er hastig fein« Tür und zog den Ermatteren in fein Haus. Ein Kind weinte auf. Die Nachbarin legte es ihm in den Arm. Es war fein Knabe. Seine Frau? Man senkte den Kopf. Sie lag auf dem Friedhof«. Den Starken schlug es hin. Dann hob er fein Gesicht: wie kam das alles? Was ist geschehen? Wie durch einen Nebel hört« er ein« von Mitleid erfüllte Stimme: die junge Frau konnte die Reise ins Westfälische nicht antreten, weil, wohl durch die Aufregung des Abjchieds beschleunigt, ihre schwere Stunde kam. Das Kind wurde geboren und alles war gut. Am dritten Tage kam der Büttel mst einein Schrecken vom kurfürstlichen Amt: der Mühleickauer sei bei dem Versuch zu desertieren, in der Weser ertrunken. Das Eigentum eines Deserteurs fei dem Fiskus ver- fallen. Die Frau fei in Haft zu nehmen und zur Verfügung des kurfürstlichen Gericht» in Kastel zu hatten. Die junge Frau log wie tot in den Kissen. Der Büttel hotte ein Herz und ging. Da kam der Amtmann selbst und befahl, die Kranke, die in hohem Fieber glühte, aufzugreifen und ins Gefängnis abzuführen. Die Büttel standen mst schlaffen Armen. Wir Nachbarn umringten den Amt- mann und baten um Ausschub bei Gottes Barmherzigkeit. Er lachte uns ins Gesicht:„Gottes Bannherzigkeit ist nicht für Gesindel da," und wiederholte den Befehl. Da nahmen die Männer sie auf und trugen sie so behutsam, wie rauhe Hände es vermochten, ins Ge- fängnis. Am andern Tage war sie wt. Der Geschlagene blieb stumm. Zwei Tränen traten aus seinen Augen und sickerten langsam die bleichen Wangen hinunter. Dann raffte er sich auf, dankte den Nachbarn für ihr Mitleid und ihre Hilf« und bat. den Knaben bei guter Gelegenheit zu den Großeltern in die Plückemühle zu bringen. Die Nachbarn versprachen es und hielten ihr Wort. Dann verliert sich die Spur des Mühlenbauers im Dunkel des Habicht Woldes. Der Amtmann von Carlshafen kehrte von einer Jagd nicht zurück. Auch feine Leiche konnten die besten Spürhunde des Kur- fürften nicht finden. Sein Haus ging eines Nachts in Flammen.auf. Die Carlshafener hörten den Feuerlärm, aber sie blieben in ihren Betten. Auf den kurfürstlichen Domänen flog der rote Hahn von Dach zu Dach Der Kurfürst rast« und fetzte hohe Belohnungen aus Kein Angeber meldet« sich. Kein Büttel konnte den Täter fasten. Als der Pogenhof m Flammen stand, schrie die Pächterin auf. Im zweiten Stock lag ihr Knabe in der Wiege. Die kopflose War term hatte sich gerettet und das Kind vergessen. Di« Männer schüttelten den Kopf. Das brennende Haus wäre der sichere Tod. Da stürzt« ein verwildert aussehender Mann aus den Büschen, setzte die Leiter an und sprang in die Flammen. Den Knaben warf er unversehrt in das bereitgehalten« Tuch. Als er den Fuß auf die Leite setzte, brach die Wand zusammen. Als am nächsten Tag« der Botenfuhrmann von Carlshasen vor- überfuhr und den Toten sah, meinte er, wenn dos kurfürstlich« Amt nicht vermeldet hätte, daß der Christian Dietrich in der Weser er- trunken sei, so möchte er schwören, daß der Tote der Mühlenbauer von Corlshafen fei. Das ist die Geschichte des Ahns, der auf«igen« Faust sich rächte an der Gewall, die mit Menschenleben und Menschenglück spielte, wie mit Kieselsteinen. Der sein Leben hingab, um ein Kind zu retten. Ich habe sein Geschick niedergeschrieben, wie die mündliche Ueberlieferung es festgehalten hat und wie ich, seiner Seele nach- spürend, es noch einmal mitfühlend erlebt«. Anni grancä Starrar: Di« Konaten, die uns aus unseren Marsch in die Vergwälder des Mont Chapeau begleiten, fangen an, sich schrill zuzupfeifen und deuten mit den Händen. Es scheint, daß etwas Außerordentliches sich zwischen den j Büschen bewegt. Dieses ohrenbetäubende Pfeifen ist bei ihnen stets ein Zeichen besonderen Interesses. Aber wir können nichts er- kennen. Ein Hund, einer der mitgebrachten, schrecklich rasselosen Köter, wie sie jetzt auch in verschiedenen farbigen Siedlungen herum- laufen, fängt, von der allgemeinen Erregung angesteckt, zu winseln und gleich darauf heiser zu bellen an. Einer der braunen Burschen versucht, ihn auf das unsichtbare Etwas zu hetzen, das innner noch in den niedrigen hellgrünen Wolfsmilchbüschen steckt, aber er ist noch jung und versteht nicht, was er soll. Dann ein Rascheln und Rennen. Di« Farbigen stürmen mit Geschrei in großen Sprüngen davon in das offen sich senkend« Buschgelände hinaus. Für einen Augenblick taucht ein großer Vogel aus von schönstem bläulichen Taubengrau, der mit unbe- schreiblicher Eile dahinläust, sich duckt, weiter läuft und plötzlich in einem Gewirr dichter Pandanusköpfe untertaucht. Stöcke und Steine fliegen, die Luft ist voll Lärm, und der Hund, versehentlich durch eines der Geschosse getroffen, heutt laut und schmerzlich. Keuchend kommen die am weitesten Fortgehetzten zurück— aber mit leeren Händen.„Kogou! Kagoü!" rufen sie sich ärgerlich zu. Und beschimpfen den Köter, der. anstatt das bogehrte Wild zu jage», sich von einem Knüppel ungeschickterweise hat treffen lasten Wir freuen uns heimlich, daß die Bersolgung mißglückt ist. Der Kagou ist ein so seltenes Geschöpf, daß er nur noch mit spar- lichen Exemplaren auf der Aussterbeliste steht. Kaum weniger kost- bar ist sein Leben als dos der berühmten Brückenechse, der Hatteria Neuseelands. Und sicher nicht weniger gefährdet. Sonst ist die Tierwell Ozeaniens kaum voneinander unter- schieden. Aus den einzelnen Inseln handelt es sich höchstens um ein Weniger, nicht aber um ein Mehr. Zwar leben auch noch auf der Marquesasgrupp« Kiwis, von denen schon die Maoris erzählten, daß sie nachts wie Ratten über den Urwaldboden huschen. Aber der Kagou(die Wissenschaft nennt ihn Rlunocbetz jubatus) ist doch, alles in allem betrachtet, ein so außergewöhnliches Geschöpf, daß wirklich nur die Eingeborenen es fertig bringen, ihn einzig und allein vom Esiensstandpunkt aus zu betrachten. Er heißt zwar „neukaledonischer Strauß", aber er ist eigentlich nur eine Rolle, nickst größer wie höchstens ein Ibis, mtt einem spitzen Feder- krönchen aus dem Kopf und lebhaften runden Augen. Dieser Bogel, der nicht fliegen kann, weil er keine Flügel besitzt, ersetzt durch Geschwindigkeit des Laufens dos fehlende Flugvermögen. Als die Weißen noch keine Hunde auf die melanesischen Inseln gebracht hatten und die wenigen eingeführten Katzen noch nicht verwildert waren, besaßen die Kanaken kein« Möglichkeit, ihn bei seiner Ge- schwindigkeit im ossenen Buschland einzuholen. So sicher fühlte sich der hübsche Bursche, daß er nur ein Stück weit zu lausen pflegt«, sich dann niederließ,«in Rad schlug(er kann das nach der Art eines Truthahns) und sich schön machte, als wolle er seine Feinde dadurch verhöhneil. Jetzt wird ihm das zum Derderben, und man benützt das bißchen harmlose vertrauensselige Eitelkeit des Tieres, um es zu töten, wo und wie man es erwischen kann. Selten habe ich die Brutalität des Hinschlachtens wehrloser Geschöpfe(denn absolut wehrlos ist der Kagou) mehr empfunden als in Noumea, wo ich dann ein paarmal gezähmte Vögel dieser Art sah. Sehr bald ver- lieren sie ihre Scheu vor dem Menschen und gehen ein reizendes, persönliches Freundschastsverhqllnis mit ihm ein. Sie sind über- aus friedfertig, sehr zärtlich und zutraulich und arglos bis zum äußersten. Ist man mit einem zahmen Kagou unzufrieden und schill ihn aus irgendeiner Ursache, dann breitet er die Flügel aus- einander, kauert sich auf die Fersen nieder und blickt mtt gesenktem Hals von unten herauf, gleichsam Verzeihung bittend, empor, so daß man ihm nicht widerstehen kann. Ursprünglich lebte er— wie es scheint— in kleinen Gesell- schaffen am offenen Waldrand. Uebcr seine Kinder- und Liebeszeit wußte man sehr lange gar nichts, denn in Gefangenschast hat er — wenigstens bisher— nie gebrütet. Aber sonst kennt man allerlei »ustige Geschichten von ihm. Daß er sein« Stimm« verstellen und nach Art eines Hundes bellen kann, daß- er gleich unseren Amseln durch SchnabÄschläge die Regenwürmer„aus dem Boden llopst".! Auch daß er sehr geschickt sowohl Heuschrecken fängt, als auch die ungeheuren neukaledonsichen Landschnecken, die er überall reichlich im feuchten Humus und an Blättern weidend noch jedem Regen findet, an der vorletzten Windung zu öffnen versteht, um das fette, fast tinderfaustgroße Tier zu erlangen. Kurz, er ist der liebens- würdigste Bursche, den man sich nur denken kann, voll von droll'g«»' Einfällen, mck verdiente es wahrhaftig, daß man ihn schont. Ader man wird es nicht tun, weil der Kolonialeuropäer ja überhaupt in dem Wahn lebt, solange als er seinen Raubbau treckt, sei die Natur unerschöpflich. Und so wird auch der Kagou dahingehen, sinnlos, ohne Notwendigkeit, einzig nur um der verwünschten Zer- störungswut des Menschen willen. Schon ist er. den es überhaupt nur auf Neukaledonicn gibt, fast nur auf die südlichen Vergwälder von Canaia beschränkt. Aber um 1930, ja 1339, vielleicht noch früher, wird man ihn auch dort vergebens suchen. Ein oder zwei werden noch«in paar Jahre lang in europäischen Tiergärten ihr freudloses Gefangenendasein fristen(einer ist im Tiergarten von Schönbrunn bei Wien), und dann wird eines Tages auch dieses merkwürdige fremde Südseegeschöpf ein Gestorbener unter den vielen Gestorbenen sein, die der Mensch im allgemeinen und der Weiße im besonderen hinter sich zurückläßt. 700 TIliMarden qm Heuland Der phantastische Riesen plan des Münchener Regierungsbau-- meisters Hermann Särgel, der durch«ine Senkung des Mittelmeerspiegels um 200 Meter gegen 700 000 Quadratkilometer Neuland und ungeheure elektrische Energiemengen für eine Wüstenbewässerung gewinnen will, hat bereits vielfach lebhaftes Interesse gesunden, und Peter Behrend läßt schon die Hochdauprojekte für die Kraftwerkbauten bei Gibraltar und den Dardanellen an der Wiener Akademie bearbeiten. Um auch die allgemeine Oeffentlichkeit über seine kühlen und weitschauenden Ge- danken zu unterrichten, behandelt Sörgel die Einzelheiten seines Projektes in einem Aufsatz von„Reclarns Universum". „Unsere heutige Technik", so schreibt er.„ist imstande, unermeß- lichen Nutzen daraus zu ziehen, daß dos Mittelmeer nicht durch Zuftüsi« aus dein Binnenland, sondern hauptsächlich durch den «normen Einstrom vom Atlantischen Meer entstanden ist und sich nur dadurch aus dem gleichen Wasserstand erhAt. Vom Atlantischen Ozean fließen heute in joder Sekunde zirka 87 000 Kubikmeter Wasser ins Mittelmeer, dazu kommen zirka 3800 Kubikmeter in der Sekunde vom Schwarzen Meer, so daß mit dem übrigen Einzugs- gebiet im Jahr ungefähr 5144 Knbiktilomcter vom Mittelmeer verbraucht, d. h. verdunstet werden. Würden wir alle Zuflüsse absperren, so senkte sich der Wasserspiegel jedes Jahr um 183 Zentimeter. Das Mittelmeer ist ein B-erdunstungsmeer. Wenn wir also bei Gckrattor und Gallipoii Staudämme errichten, die das Zufluß. wasier zurückhalten, bekommen wir große Kraftstusen. Daraus beniht im Prinzip die Idee meines Projektes." Durch die künstliche Senkung des Mittelmeers soll ein uralter Wunschtraum der Mensch- heit in Erfüllung gehen, nämlich die Wüsten Afrikas, die zum Teil unterm Meeresspiegel liegen, zu bewässern und in fruchtbares Land zu oerwandeln. Um dies Werk, das Elektrizttätskräft« von etwa 183 Millionen OL zur Berfügung stellen würde, auszu- führen, müssen Staudämme bei Gibraltar und zu Chanak an den Dardanellen mit Schleusentoren für den Schiffsverkehr errichtet werden. Do das Wasier bei Chanak nicht gegen das Marmarameer zu gestaut werden darf, wird bei Gallipvli ein Kanal gebaut, der die heute ins Mittelmeer abfließende Wassermenge gegen den lerxes- Golf zu ablenkt. Kanäle, Stollen und Tunnels bei Gabes, an der Großen Syrte und am Quattaro-Bccken am Nordrand der Lybischen Wüste leiten das Mittelmeerwasier in die unter dem Meeresspiegel liegenden Ge» biete Nordafrikas zur Bildung von Binnenseen und Kultivierung der Sahara. Die Gcsällestusen werden überall ausgenützt. Ist durch die natürliche Verdunstung der Wasserspiegel de? Mitlclmeers um etwa 200 Meter gesenkt, dann müssen di« endgültigen Wasserwerke bei Gibraltar und Gallipoli gebaut werden. Legt man für die Aus- führung des schwierigsten Prvjekteiles, des Gibraltar-Dammes, der etwa 10 Milliarden Kubikmeter Auffchüttungsmaterial verschlingt, di« Leistung beim Vau des Mittellandkanals zugrunde, so würde 250 Bagger acht Jahre brauchen, wobei zu beachten ist, daß Damm mtt Baggern allein nicht errichtet werden kann. Aus der Partei. Der fijetiiomiijet„Vorwärts�, dos deutsche Tageblatt der l�mämschen So-loldenwkratie, erscheint mm durch dreißig Jahre, davon du? letzten zehn Jahre täglich— ein starker Beweis für die Stärke der deutschen Alrdeilerbewegung in der Vu-kowimi, früher dem östlichen„Krorrtand* Altösterrcichs, jetzt dem nordwestlichsten Teil Graß-Niimäniens. Unrörem Bruderdlstt auf schwerem Vor- Posten wünschen wir weitere kampffrohe Zukunft. «wsendunge» für dies« Rubrit find V«»4 i» SS AS. Lir.den>.rahe 3. G Parteinachrichten(fSgk fürGroß-Bertin stet» an»MO 9c(ir(aftfi((arlat I. Hat.. Treppen recht«, z» richten II. firei« Lchönederq. Keule, Diensiag. 2«. Rasember, A> Uhr, bei Will, Mer.in-LuIber-�tr. iill. erweiterte Poriranbsiifiung. tl. fireia Tenipelhat. Bchtur.p! Unser Bitbunaekursu«»Der Arbeiter und der neue Elcat" mit dem Ecnoisen Biensiock findet ab heute. Dienata� Uhr.-ablobcud und Diskussionsahend hei Suienbach. Perlebcrger Strohe 64. Referent: Genosse Woöai». 16. Abt. Achtuna! Die Mitgiiedcrversamnilung fällt aus. Alle Genossinnen und Genossen beteiligen sich an der Einäscherung unseres verstorbenen Genossen Kowald um 13',- Uhr im Krematorium Gerichistrahe. II. Abt. 19'• Uhr bei Bergcr. Lcvehowstr. 21. Gtkk Iogowstrah«. Vortrag: ..Was lehren uns die legten Wahlen?" Reiercntin: Stadtverordnete Minna Dodenhage». 14. Abt. 20 Uhr in der Schul« Putbusser Str. z. Vortrag:»Di« Arbeit der. SPD. nach den Wahl«»". Referent: Gottlieb Reese. 13. Abt. 19' ii Uhr bei Dohms. Vinetavlah 7. Bortrgg:..Kulturaufgaben der So.rioldemolrgtic". Referent: Ke.irksverordneter Bruno Theek. 17. Abt. 19'.; Uhr bei Schreiber, Triststr. 63, Vortrag des vi rossen Dr. szriti IM. Abi. Abt. Statl. Achpliepboas. Zta-Keiliaease«, Siedlupg»« Bahahos Heiliaea, l 1 �— ! ISti| sozialistische Arbeiterjugend Sr-Serlm Frauenveranstallungen. z2| I-l I I-r Schön Herr. 18. Abt. . 19'. Uhr in der Löwcnbraucrei. Kochstr. 2. Boriraa:»Räch den Wahlen". Referent: Stadtverordneter Mar Kreugiger. 19. Abt. Abteilungsvcrsammlung fällt aus. 2». Abt. 19>-i Uhr bei Wende, Kolanieftr. 147. Vortrag:»Nach den Wahlen". Referent: Genosse Rudolf Iiegler. 21. Abt. ItHv Uhr im Schradrrhauo, Malplaquetftr. 14—16. Vortrag:»Reine Erlebnisse in Sowsktruhland". Referent: Euaan Haas«. 22. Abt. 19't Uhr in der Hvchschulbrauerei, Seestrahe Gch« Amrumar Strahe. Portraa:»Die volittsch« Lage„och der Wahl". Rrscrent: Kurt Heinig. M. d. R. 23. Abt. 19'/; Uhr im Lokal Steinaeker. Scestr. 44. Dariroa:„Brvölkerungs- volitik". Referent: Dr. Julius Moses, M. d. R. 24. Abt. 19': Ubr Mitgliederoerfammlung im Altersheim Dairoiger. Str. 62. Bortrag:„Die Arbeitslosenversschevuna". Referent: Genosse Advis Dich. nert. Achtung! Im Anfchluh hieran Irgkt'avssitiung aller Konsum, qcvoffenscha'tsmitqlieder. Taaesordoung:„Dir Konsum-Bertretcrwohlen 1936 und Kandida>«nausftellu»g". R. Abt. 19'i Uhr im kleine» Saal des Soalbau ssriedrichsbain, Am Isried- richsbai». Bortroq:»Räch den Kommunolwablen". Referent: Stadtrat Wolter szriedläoder. ??. Abi. 19'-. Ubr in de» Schönboufer ireftfälen, Schönhauser Alle« 129. Lor- rer trefken fich bereits NM 19 Uhr cbevdart. 23. Abt. 19'.,: Ubr in de» Berolina-Icltsäle», Schönhauser Allee 29. Bvrtvog: ..Der Hiigenbergsche Bolkeentschetd und seine Bedeutung". Referent: Robert Breuer. Mitgliedsbücher und iur Kontrolle neitrubiinge». Die Berirksfübrer liefern sämtliches Material van der Woblvrovaganda. Birnen. Iassungen, Rahmen usw. beim Genossen Pinner. Tresekow. firohe 36. ob. 26. Abt. 19': Uhr.Kahlabende in den bekannten Lakaien, filr alle Begirke. 36. Abt. 19'.: Uhr in den Gassno-jsestiSIen, Paxpelallee 1Z. Bartraa:„Räch der Wahl". Referent: Biktor«chiff. 31. Abt. 19'.: Uhr in der Schnlaula. Schönklieher Str. 7. Bortrog:„Was lehren uns die Stadiverordnetenwahlen?" Reicrent: Georg Madevholz. 112. Abt. 26 Uhr in Schmidts Gelellschastshaus.!7ruchtslr. 36». Vortrag.„Was lehre» uns d e Wahlen?" Referent: Stadtverordneter Robert Rohde.— Die Veüekofiihrer haben bi« vor einem Vierteliabr berausoegebenen Liften noch nicht restlos ansgrfiillt und an den Genossen Auch adqeaeben. Ich bitte daher.»II» endlich den Belchluh der ssunktionäe« und der Ab- teilvnq durchguftthren. Die Be»irksfllhrer werden gebeten, die in ihrem Beriri vorhandenen Kinder von Genossen aus ein« Liste aufguscheeiben und* sie dem Genossen Haas« umgehend adguaehen, die Kinder von erwerdslosen Genossen find besonders kenntlich au machen. Erwerbslose Genossinnen und Genossen sind ebenfalls aufguführen. Die Wahl- fammellisten find ebenfalls restlos beim Abteilunaskasfierer. Gcnossen Polchow. Iriedrichsiclder Str. 21, abzurechnen. 63. Abt. 19': Ubr in der Schulaula. Lohenlohestr. 16, Vortrag:»Die Hlnftig« Arbeit der städtischen Körperschaften". Referent: Stobtvrrordneter Hans Wonwod. 23. Abt. 16': Uhr bei Schul.:. Samariierstr. 38. Portraa:„Der Ausgang der Wahlen und die Aufgabe» der Partei". Referent: Eduard Iachert. M. d. L. 36. Abt. 19'.: Uhr in der Schulaula Strahmannstr. 6, Vortrag:»Pauno-Pla» und Iinanireform". Referent: lselir Iligg. 27. Abt. Abteilungsversammlii»« unter Mitwirkung der SAI., Landsberger Allee. Brauerei Pagendofer. Gäste willkommen. 38. Abt. I9Vi Ubr in Eönnidts Gelellschoslskaus. ssruchtftr. 36», Bortrag: „Der Poung-Plan". Relrent: Erich Kuttner. M. d. L. 29. Abt. 26 Uhr im Bangcwcrtsbmis. Srostbeerenstr. 96. Vortrag:„Das Ergebnis der Kommunolwahlen". Referent: Paul Iivpel. 41. Abt. 26 Uhr im frriesenschlöächeii. Iriesenstr. 14. Vortrag:„Verkehrs. frage»". Reierent: Stadtrat Siegfried Hermes. 42. Abt. 19', Uhr in den Blüchersälen. Blücherltr. 3l. Portrag:„Reform des Stralgesehhuches". Referent: Rechtsanwalt Dr. Siegmund Kallmann. Die Begirksführer rechnen vor der Versammlung mit dem Srnossen Paar. mann ad. 42. Abt. I9'z Uhr in Rabes I-stlä len. Dichtestr. 29, Vortrag:»Wo, lehren im, die Wahlen?" Referent: Mar Sendemonn. 45. Abt. 26 Uhr in der Schuir, llorster E— lchi-ssr»-"r Weibnachtstrier. 127. Abt. He�e-f�babavsen. Reiirk»Weihe Taube". Siedl"»« der Kinder» «riibe»- 26 Ubr im Löf«! Ruhkn. D>naelft»dtee Str.«z,»itoliederver- lamwlnng. Vortrag:.Doliti'-*« Ze—ssioa.-". Relerent: Gerdard Krämer. 9tll» Genotgnnen vod Ge»«ssr» müssen erscheigen. Blan'ent-ld". 29 Uhr im I>o«-l Müller. SGildo»«?,.!Riaali«d«r»»rsa»m. Boe''?«:„De- Auoqana der Wablrn. Waa nna?"»«s«ve»t: 48anl Ivdrian. Alle Genolssnnen nnd Genossea müssen erscheinen 137. Abt. Reinickendoef-Weft. IflU Uhr im Balkshou». Schariiwederstr. IM, Portrag:„Was lehren uns die Wahlen?" Referent: Mar Rechner. M. d. L. m.. m Es I. Kreis Tiergartea. Heute. Dienstag. 36. November, 19'� Uhr. 12 in den Arminiusballeil, Bremer Straß«, große ossenttichc ssranenver-, k-3 W savunlung. Reserentin: Klara Böhm. Schuck. M. d. R. M WWWMWW m »4. Abt. Revkälln. Mi twoch. 27. November. 19". Ubr. bei Skll. Schiller. promenad« 11. iVirtroa der Genossin Klara-Marig Schuch Uber„Partei und lsraurndewegnng in Belgien". 126. Abt. Sni»beich»s»ld». Der ssrauenabend fällt ans. Die nächste Vcrgnstaltnnq wird durch besondere Einladung bekanntgegeben. Bezirksausschuß für Arbeilerwohlfahrk. z. Weddinq. �ie verkauften Lose sind unter?5"s»abe der noch aus- stehenden Lose nmaehend bei der Gei.osfin S'etz'aff. Pankstr. 78, abzurechnen. ebenso die Arbeiterwohlfahrtsbestc. Iungsozialisien. Srvpve Z«»a»ld»s-M»ri«Nb»rs. Der Bildungski.rsu« der Partei„Der Ar- .. beiter und der neue S'aat" ni-d«! ab hentr vn jedem Tilnetag um 19'« Uhr i in unserem Jugendheim. Germaniastr. 4—6, statt. Arbeitsgemeinschaft der kinderfreunde Graß-Berlin. Semivor. Dginierstag. 28. Nooember, 26 Uhr. Rathaus Neukölln, Leitung: Genosse Löwenstein. Talken.SipgftApde. Ireitoa. 26. November. Schiilanla Weinmeifterstr. 13, 17-19 Uhr. Rvsttsuriua. Ireitag. 29."'oi''.:'b-r..'gol Ner.kölln. Kaiser. isried- rich-Str. 4. Ehorleiter: 19'> Uhr. Ehor: 26'« Uhr. Kae!« ehorlotteabv»,. Di« Helferüdiing kann nicht, wie anoegehk». am Nit'wo'' stattfinden, sondern erst am fireitag, um 26 Uhr, bei der Genossin Warmuib Keeio Reaiöl». Mittwoch. 27. Nonembcr. 20 Uhr. Eangbofcrstrobe. w'ch- tige Selferversonunliiiig. Borstondssshuiiq Stunde norber. Dienstag. 26. Nooember, ffilmabend der Ireien Durner'chgit. 26 Uhr. Saalbau Berg. strahe. Restlos« Beieiligung ist erwünscht. Grvpve Dolle. Alle Eltern tdcrden ,u der am Daniierstoq. h,»l 28. Noveniber. viinktlich 26 Ubr. in der Baracke i Gangliaierstrahe stat'sindenden Zusammenkunft eingeladen. Geburtstage, Jubiläen usw. i 12. Abt. Uvseerm liebe» longjährigen Eeoofie» Kuo« Laiorn«. Rostocker Straß» 46,»» sei»«» 73. S»b»?t»taqe die herilickfien Elückwünsöll. Genoss« Laaaru« ist bereit, über 16 Jahre Miialie» der Partei und hol in»vio io>-r Seile für sie aewirki. 19. Abt. ll»ser lieber Genasse firani örenkel a ollen bete dieser Tage l»'» 66. Lebeaatadr. Seit übe«?3 Jahre Barteigenassc hat er immer inenn d'e Partei rief»it i» erster Reih» für»User« Ideen eostritten. Sir gratisierrn ihm hiermit heeUiG und basfeu iba»ach recht lonqe iu dersrlben Irische ia unleren Mitte in sehe». 94. Abt. Revknll». Ualenem Ganassr» Karl Se-irl H b seiger Ehrirau, iichtenraber Str.. 36, ,»r Silbertachaeit die her,Uch>ten Elückwüusche. | Gterbekafel der Groß> Berliner Partei- Organisation � 19. Abt. Am 31. Rooevnber verstarb unser« liebe Genossin Glsbeth Lssbke. Lütticher S4r. 7. Ehre ihrem Anbenten. Di- Beerdigung hat bereits statt, gesunden. 89. Abt. Reuköla. Uii'er Geuosse Mar Klermann. ssriedelstr. 43. ist am 17. November vtrstovhen. Wir wenden ihm ein ehrendes Andenkt» bewahren. Einälcherun« bat bereit» statckgesuiiiden. 92. Abt. Am Donnerstag, dem 2l. November, verstarb der Genosse Emil Schmidt. Reckarstr. 7. Ehre feinem Andenken.?ei''etu!lg am Dienstag, dem 26. Noveniber. 12'-? Uhr. im Krematorium Boumfchulrnweg. Um rege Be- teiligunq wird gebeten. Einsendungen für diese Rubttk nur an da« Zugendsekretariot Berlin GW 68. Lstidensiroße 3 Iusammvkunft aller Teilnehmer an den Iunktianärkursen im Deiiember am Sonnabend, dem 30. November, pünktlich 19 Uhr, im Sihinigssaal des Beilirksomts Krrnzbcrg, Porckstr. ll. Genosse Gerd Borhur spricht übcr„Di- Organisation Scr arhriicndcil Jugend". Jede Abtcitung entsendet drcr Delegierte. heute. Dienstag. 2ö. November. IS'i- Uhr: «Sttwerkschaftshoue: Schule Köpeuicter Str. 125 lWerkraum). Löirs-Äbcuö. — Westen II: Keim Bülowstr. 88. Bortraa:...�weck uub.?iele des �Sturm- rogel"."— Brunnenplati: Kelm Wiesen- Ecie Bankstraße. Vortrag:„Bub und Mädel".—. Gcknflervairk: Schule Schr-inastr. 11 Bortraa: Bursche und Mao ei iu der Gemeinschaft".— Vcdd>q.?'�''d: Keim TnriUer 6cke Sccstraste� Vor- traa:„Aufbau dcs Staates".— B.'cdd-nq lN.-5v.): S6?ule Lüttiä�er Str. t Bortraa:..�.'«.aelfalire".— Arnsrraldtr Plat,: Keim Westlauer Ecke Nasten- buracr Strafte. Bo'. traa:..?ie Arbe'.'crsuoendstcmep' na in anderen Ländern". — Arnswalder Nla»; II: Helm Basieurstr. 44— A'i. Bortraa:„Praktisch. s Waut>eru".— Rotdost I: Hc'm?an'.'qer S:r. 62. Bortraa:„Bouna'V'an u.'d Vosksbeacstren".— WLrthcr Platz: Schule Kastanienallee. Mädck�enabend:„E n !m,_ Ol• hsG tdemo rn»tT?!«+•»»?♦ Ka- r � elf 01? l—.fflltlp i? O 11 l" i in Werkstatt und Kontor".— Sr'itnan: Seim Ofienbadjer Str. 5a. Probe-- nbenfc Aitr We'hnachtsfeicr.— Sch?-ebera l: S�im Kauvtstr. 15. Bortraa: Unsere Stellunq;u den bUracrUmen Iuaendvcrbänden".—. Marievdsr.f: Alte lellu N: Heim Berqstr. 29. Bartraa:„Bub und Mädel". II. Teil. Reutölln IV: Keim Schierkestr. 41...Z!lle"-Abei,d.—»eulrll« V: Heim Bö'n» mische Str. 1—4. Portraa:„Unsere Gepi er".— Neukölln viii; Schule Nüti- ftrafte. Zimmer 28. Bortraa:„Unsere Iuqendschutzforderunaen".— stöyen?ck s(�ruvve II). Seim Tastlw!tzer Strafte. Winterarbeit.— Rred?e'ch7'-«'veid«: Schule Berliner Str. 81. Bortraa?„Arbeiterfüstrer". 1. Abend:.Last'alle". Trepto«: Keim Elke, st r.?. Bor'roa:. Was acbt in der deutschen Arbe ter- l'-rveauna vor?"— Reinickendorf Ost: He m Lindauer Strafte. Bor-raa:..Ein- siistrnna in den Sozialismus".— Teoel: He in Bastnstofstr. 15. Bortraa:„Schul- niesen".— Wittenau: Heim Nosentsta.lcr S'r. 15. Taaespalitisck'e T�n�en.— Buchstolz: Schule Berliner Sir. 19. Dortraa:..Zmeck und.Ziel der SAI." Pankow l: He'm Kisstnaen- Ecke Granitzstraftc. Bortraa:„Kommunismus". Berbebezirk Pankow: Werbebe�irksvorsta"identzunq 19 U Ustr GSrschstr. 14. -.U. U tä' Ailmeredoif upd LSG. Westeu: Tie Einäschcruna des Genossen � Paul Kiebitz s'i'.det am M'iwoch, dem 27. November. 1 7 1!• Ustr. im g Krematorium Wilmersdorf, statt. � Verbebez»rt Prenzlauer Berq: Tonnerstaa. 28. November. Wersteste�irks. mitasiecherversammlnna im Heim Tan'iocr Str. 62. Genosse Mar SevdeVitz. M. d. R»»�5prich.t Uber„Die xolitische Laae". Tauber und Tajo�, Bela im Gräften Schauspielhau«. Ein über füll to» Haus — das Tsteater war seit Tagen ausverkuft— ein beaeistertes.. fa stinaerissenes Publikum, endlose Beifollsstitrme. das war dcr Eindruck von der letzten Tele- funken-Matinee im Gräften Echauspielstaus. Selten stat Richard Toul>er vor einem aufmerksameren Publikum qesungen. Man kann sagen, er stat wostl mit jedem feiner 3699 Zuhörer sofort Kontakt aeiunden. Auch das flott» '"p, elende Ensemble von Dajos Bela fand aroften Applaus. Mit einem Bort: Ein aroftcr Erfola und eine Ermutiqunfl. die Telefunken-Sonntaas-Matineen, die zck erschwinglichen Eintrittspreisen die Aunst der Besten dem großen Publikum vermitteln, fortzusetzen. Ein paar Ratschläge! Lauwarm waschen, ohne Reiben. Gründlich lau- warm spülen. In Frottiertuch gut ausdrücken. Liegend trocknen. LUX Die fACiiieure raten IHNEN:, WASCHEN SIE WOLLE LAUWARM/ Warmes Waschen erhält der Wolle die Weichheit der Faser und entfernt den Schmutz gründlicher und vollkommener. 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