BERLIN Dienstag 26. November 1929 10 Pf. Nr. 554 B 276 46. Jahrgang Srscheinttiglich außer G»»»tag«. i§ ß Mä i M SuteigeovreiCDit eiuspaltige Nonpareilltjeile ?ugleich Abendausgabe de-.Darwärt«'. Neillgspw-\," j wj/|/_«... 11 �mJ» 80 Pf.. Rekl-mezeile 6 M. Ermäßigungen nach Tarif. beide Au«g-ben8ZPf.pr» Woche. s�)M.?r» Monat. � rJlC\l\Z i/o QfitTrP ClPA �wOfWXX�M Postscheckkonto: Vorwärtt-Derlag G. m.b.H.. Redaktion und Expedition; BerlinSWe8.Lindtustr.S g ff'* Berlin Nr.I7üS6. Fernsprecher: Dönhoff LS2 bi«2S7 Volkspartei will Kinanzdiktatur. Massenanträge für den„Gparkommissar". Scharmützel vor der Seekonferenz. Italien fordert Gleichheit.— Krankreich hat Gonderbedürfniffe. Am Montagabend wurde der Ausschuß für den Reichshaushalt durch ein ganzes Bündel von volksparteilichen Anträgen überrascht. die bezwecken, die Institution des Reichssparkommissars durch einen besonderen Abschnitt:.Der Reichskommisjar' in der Reichshaushaltsordnung zu verankern. Durch dies« zehn Anträge werden die bekannten Wünsche der Großindustrie auf Schaf- fung eines Finanzdiktators zum Gegenstand parlamentarischer Der- handlui�gen gemacht. Nach den Anträgen sog der Reichssporkoin- inistar«ii« der Reichs regierung gegenüber selbständige, nur dem Gesetz unterworfene oberste Reichsbehörde werden. Der Reichssparkommisfar hat. so heißt es da. auf Ersuchen der Reichsregierimg. des Rcichsrats und des Reichstags sich zu Fragen der zweckmäßigen Gestaltung, Vereinfachung und Derbilligung der Reichsoerwaltung. zu Entwürfen des Reichshausholtsplans sowie zu Entwürfen von Gesetzen, die auf die chaushaltführung des Reichs von Einfluß fein können, gutachtlich zu äußern und Vor- schlage für eine Derbilligung der Haushaltführung zu machen. Der Reichssparkamnnflar kann gutachtliche Aeußenmgen auch von sich aus geben Gutachtlich« Aeußerungen gegenüber der Reichsregierung. die der Reichssparkommisfar als gleichzoitig für den Reichstag bestimmt bezeichnet hat, sind mit der Stellungnahme der Reichsregierung hierju dein Reichsrat und Reichstag zur Keimt ni, yarzulegen. Der Reichsspaxkommissar ist vom Reichsfinanz- minister vor der Genehmigung von Haushaltsüberschreitun- gen und außerplanmäUgcn Ausgaben gutachtlich zu hören. Der Reichssparkonmiisfar nimmt an den Sitzungen der' Reichsregierung mit beratender Stimme teil und kann in allen organisatorischen, finanziellen und sonstigen mit seinen Aufgaben in Verbindung steheichen Angelegenheiten Anträge stellen. Der Reichssparkommissar ist befugt, sich an den Sitzungen des Reichstags, des Reichsrats und des Reichswirtschafts- rats sowie ihrer Ausschüsse zu beteiligen oder Beauftragt« in diese zu entsenden. Will der Reichsfinanzminlster entgegen dem Gut- achten des Reichssparkammisiars entscheiden, so hat er dem Reichssparkommisfar hiervon Mitteilung zu machen. Der Reichssparkommissar kann binnen einer Woche noch Eingang der Mitteilung die Entscheidung der Reichsregierung an- rufen. Entscheidet die Reichsregierung entgegen dem Gutachten des Rei chs s pa rk ornm issars, so muß auf Verlangen des Reichssparkom- misiars ein« erneute Abstimmung erfolgen. Ein« Entschei- dung entgegen dem Gutachten des Reichssparkommisiars ist in der erneuten Abstimmung wir möglich, wenn sie von der Mehrheit sämüicher Mitglieder beschlosien wird und der Reichskanzler mit der Mehrheit gestimmt hat. Zum Zwecke der Abgabe gutachtlicher Aeußerungen ist der Reichssparkommisiar berechtigt, bei den Reichsbehörden in allen 2er- waltungszweigen Prüfungen, insbesondere auch örtliche B e- sichtigungen vorzunehmen oder durch sachkundige Beaustragt« vornehmen zu lasten. Er hat stch hierzu mit den zuständigen Reichs» ministern vorher ins Benehmen zu setzen. Der Reichssparkommissar kann stch im Einverständnis mit den zuständigen Landesregierungen oder Gemeindebehörden über die Einrichtung oder die Tätigkeit von Landes- oder Gemeindebehörden unterrichten. Zum Zwecke der Durchführung seiner Ausgaben ist dem ReichssparkommissareinBureou beigeordnet, das seinen Sitz in Berlin hat und dessen Haushalt dem des Rechnung»» Hofs angegliedert ift Schließlich ist die Volkspartei so gnädig, diese Fülle ihrer An- tröge, die das Budgetrecht des Reichstags einem einzelnen Reichs- bcamten ausliefern sollen, wemgstens befristen zu lasten. Roch ihrem Vorschlage sollen die Bestimmungen, falls sie angenommen würden, am 31. März 1S3S außer Kraft treten. Wir glauben aber nicht, daß der Reichstag die ungeheuerlichen Anträge überhaupt erst in Kraft treten lasten wird. Beratung vorläufig vertagt. Di« hier ihrem Inhalt nach kurz skizzierten Antröge der Deut» schen Volkspartet riefen in der Dienstagsitzung des Ausschusses für den Reichshaushalt ein« sehr lang« Geschäftsordnungs» debatt« hervor. Dom Vorsitzenden Slbg. H e i m a n n(Soz.) wurde darauf hingewiesen, daß nach diesen Anträgen die auf neuer Grund- läge aufgebaut« Institution des Reichssparkommistars auf fünf Jahre befristet sein soll. Die Reichshaushaltsordnung sei aber das dauernd« Grundgesetz für die gesamt« Haushalt»- und Wirtschaftsführung de» Reiches. Es erschein« daher unmöglich, ein« (Fortsetzung aus der 2. Seite.) Van». 26. November.(Eigenbericht.) Briond hat am Montag dem Ministerrat einen ausführlichen Vortrag gehalten über sein« letzte Vesprechung mit dem italienischen Botschafter in Paris. Dieser habe in Form einer Verbalnote die Forderung nach voller Gleichheit aufgestellt. Zugleich aber die Bereitschaft der italienischen Regierung, auf die besonderen Verhältnisse Frankreichs Rücksicht zu nehmen, hervorgehoben. Briand habe erwidert, daß Frankreich auss entschiedenste entschlossen sei,„die volle Deckung aller seiner Bedürfnisse" zu oerlangen. Die Feflungsbauten Frankreichs. Paris. 26. November.(Eigenbericht.) Der Abgeordnete Desire Ferry aus Nancy hat als Mitglied der Heereskommission die neuen Festungswerke an der elfah-wihrin- gischen Grenze besichtigt. In einem dem„Matin" über seine Reise- eindrücke gewährten Interview betont er, daß die Milliarden- summen, die in diese Festungswerke gesteckt würden, keineswegs unnütze Ausgaben seipn. Di« Werke würden den Er- fahrungen des Krieges in weitestem Maße Rechnung tragen, sowohl in der Materialverwertung, wie auch in der artilleristischen Aus- statiung seien die Werk« nach ihrer Vollendung das modernste, was bisher auf dem Gebiet des Festungsbaues geleistet worden sei. Sie seien sowohl gegen schwerstes Geschützfcuer wie gegen Gas- angriffe völlig gesichert. patific-Zug ausgeraubt. Auf offener Strecke zum Entgleisen gebracht. Eheyenne(Wyoming), 26. November. Ei« nach Westen gehender Expreßzug der Union Vacisic wurde drei Mellen östlich von Eheyenne von einem Räuber durch Locke- rung der Schienen zum Entgleisen gebracht. Der Räuber ging dann durch den Zug und raubte sämtliche« Passagieren die Wertsachen. Da» Zugpersonal koppelte Llnnötige Angst Hilgenberg:„Herr Severing, Siewollen mir wohl meinen imposanten Ueberschvß von 0,0�9 proz. fortretuschieren?" Severins:»Keine Sorge! Den allen tv' ich ihnen nicht!" die Lokomotive los und überbrachte aus ihr die Nachricht von dem llebersall. worauf alle versügbaren pollzeikräsle entsandt wurden, doch war der Räuber berell, entflohen. Oer Vikar und die Schwedin. Das Attentat im Petersdom aufgeklärt. Rom, 26. November. Das gestern in der pelerskirche versuchte Attentat bildet in der vatikanstodl das lagesgefpräch und beschäftigt auch die obersten De- Hörden. Der apostolische Vikar Smith hat die junge Schwedin während seine» Aufenthalte» als apostolischer Vikar in Norwegen kennengelernl: Sie war ihm dann nach Rom nachgereist und hier in Not geraten. Monsignor« Smith versprach ihr zu Helsen, hatte aber für sie noch keine vefchäftigung finden können, weshalb sie sich vernachlässig« glaubte und ,v dem Racheakt schritt. Nun- mehr hat sie ein volles Geständnis abgclegl. Oas Schicksal der Bucher Räuber. Einer erschossen, der andere schwerverletzt. Die am vergangenen vonnerslog aus der Anstalt Buch geflüchteten Georg Garde und Walter L i e s e g a n g sind. wie der Berliner Sriminalpolizei mitgeteilt wird, jetzt gefaßt worden. Am Montag drangen drei maskierte und mit Pistolen bewaffnete Männer in die Sastenräumc der Rendantur de» Schlosses Wocklum im Kreise Arnsberg ein, hielten die Angestellten mit Drohungen in Schach und raubten 600 M. Dann ergriffen alle drei die Flucht. Dos Ueberfollkommando wurde aus Iserlohn alarmiert. Inzwischen hatten ober bereits ein Oberlandjäger und ein in Wocklum an- gestellter Förster die Verfolgung aufgenommen und die Flüchtigen im Walde gestellt. Es kam zu einem lebhaften Feuergefecht, bei dem einer der Räuber erschossen wurde. Der zweite wurde schwer verletzt, der dritte ergab sich freiwillig. Di« Dienststelle L 4 der Berliner Kriminalpolizei, die sich nach der Meldung dieses Zu- sammenstoßes sofort mit den dortigen Behörden in Verbindung setzte und eine ausführlich« Beschreibung erlangte, stellte nun fest, daß der Schwerverletzte und der sich freiwillig Ergebende ohne Zweifel die am Donnerstag ans Buch geflüchteten Garde und Llesegang sind. Garde ist>a in jener Gegend beheimatet und wußte daher Bescheid. Welcher von ihnen nun die Verletzungen davongetragen hat, ist hier noch nicht bekarnrt. In dem Erschossenen vermutet man den Helfershelfer bei dem Ausbruch, den Schwerverbrecher Wichert. Doch ist auch darüber noch nichts Genaues hierher mitgeteilk. Die Bauern dürfen auswandern. Aber der größte Teil ist zurücktransporttert! Nach einer Mitteilung des stellvertretenden Sowjet- kommlfsor» für das Aeußere. Litwinow. an den deutschen Botschafter in Moskau hat die Sowjetregierung beschlossen, den n o ch bei Moskau Legenden deutsch-russischen Bauern mit ihren Familien die Ausmanderung zu gestatten. Diese Cr- lanbnls hatte die Somjetregierung schon vor einigen Wochen erteilt. sie war aber von den ausführenden Behörden nicht durchgeführt morden. Es liegen noch etwa drei- bis viertausend deutsch. russische Bauern in der Mhe von Moskau, und die Reichs- regierung ist bereit, sie sofort in Deutschland auszunehmen. Die an- dera etwa 9000 sind inzwischen zwangsweise in ihre Heimal zuräcklrausportierl worden, wo sie keinen Besitz wehr haben, also dem größte» Elend entgegengehen. Daraus hat die deutsche Botschaft aufmerksam gemocht, und die Somjetregierung hat dazu erklärt, sie wolle für die Erhaltung der Häuser und für die Beistellung von Saatgut in Sibirien Sorge tragen.», Das tackende Auto Wie es gestohlen wird und wie man den Dieb fajit Sie vertagte Finanzdiktatur. tFortsetzung von der 1. Este.) solche von vornherein befristet« Regelung in das Danergejctz auf- Mnehmen. Er möchte den Antragstellem oucheimflcbcn, ihre An» träge als Spezialgesetz oder als Vorschriften für das Etats- gefetz umzuredigiercn. Abgesehen davon, erscheine«s unmöglich, ein« so weitsichtige, schwierige und hochpolitisch« Angelegenheit zu behandeln in dem Augenblick, in dem die Anträge unterbreitet wer- den. Er schlage daher auf alle Fälle Absetzung von der Heu- tigcn Tagesordnung vor. Der Antragsteller Dr. Cremer(DVp.) glaubte die Bsdenken des Vorsitzenden dadurch beseitigen zu können, datz er den Para- graphen, der die Befristung der Institution vorsieht, streichen wallte, mußte sich aber sofort sagen lassen, daß die Einrichtung des Sparkommissars bisher noch niemals als Dauereinrich- t u ng gedacht war. Er nehme also durch diese Streichung grund- legende Aenderungen an diesen Antragen vor. Abg. Keil(Soz.) unterstrich die Beanswndimgen des Vor- sitzenden und erklärte, er hätte angenommen, daß die Volkspartei durch Einbringung der Anträge Wünschen nachkommen wollte, die von außen h e r an sie herangetragen waren. Wenn aber von der Dolkspartei eine sachliche Beratung verlangt werde, so könne diese naturgemäß erst stattfinden, wenn die Fraktionen sich mit der Materie, die auch in einzelnen Bestimmungen verfassungsändernd sei, eingehend beschäftigt haben wänden. Er schlage voit, zunächst die Novelle zur Rcichshaushaltsordnung in zweiter Lesung zu erledigen Uird dann in etwa einer Wache, nach Beratung in den Fraktionen, im Ausschuß sich schlüssig zu machen, in welcher Weise die in ven volksparteilichen Anträgen berührte Materie im Ausschuß behandelt werden solle. Nachdem Rechter aller Parteien sich zu dieser Frage geäußert hatten und dabei der Wunsch ausgesprochen war, in dieser in Aus- sicht genommenen weiteren Behandlung der Anträge auch die An- ficht der Reichsregierung zu hören, wurde der Anregung des Ge- nvisen Keil entsprechend Vertagung beschlossen. Noch keine Tabaksteuererhöhung. Das Reichsfinanzministerium erklärt, daß alle Möglichkeiten, die Finanzlage des Reiches zu bessern, beraten werden, ober weder ist ein Entwurf und noch weniger ein Gesetz über die Er- höhung der Tabaksteuer bis jetzt ausgearbeitet worden. „Giftgas über Berlin." Bezirksausschuß verhandelt über die BerwaltungSstreiffache. vor dem Bezirksausschuß Berlin wurde die vermal- lungsstreltsache verhandelt, die der soeben aus der hasi entlassene Peter Martin Campet gegen den Polizeiprasiden- len van Berlin wegen der Aushebung des Aufführungsverbole» von„Giftgas über Berlin" angestrengt hat. Peter Martin Campet war selbst nicht anwesend, sondern wurde durch Rechtsanwalt Flato und Rechtsanwalt Reumond ver- treten. Die Vertretung des Polizeipräsidenken lag In Händen von Oberregierungsrat Adriani: die Verhandlung wurde von Verwaltungsdirektor Bergcr geführt. Der Berichterstatter gab zunächst eine Schilderung, wie es zu dem Verbot durch den Pollzeipräsidenten aus Grund der Bersügung nom 7. März 1923 gekommen sei. Das in den Händen des Polizei- Präsidiums befindliche Manuskript des Theaterstücks, bei dessen ge- schlössen«: Aufführung es zu Störungen gekommen sei, trage den Titel„Giftgas über Berlin, eine Diktatur von morgen früh", und als Zeit der Handlung sei 1926 angegeben. Die Vertreter von Lampe l betonten demgegenüber, daß in den Händen der Polizei ein veraltetes Manuskript sei, denn das ausgeführte Stück beiße„Giftgas über Berlin, eine Diktatur der Zukunft", und Zeit der Handlung sei das Jahr 1936. Der Berichterstatter führte dann weiter aus, daß es bei der einmaligen Vorstellung, die zum Verbat des Stückes geführt habe, nach dem Bericht des Polizeipräsidiums an verschiedenen Stellen zu fanatischen und gehässigen Ausdrücken gekommen sei. Das Polizeipräsidium Hab« in der Klag« auch die Auffassung vertreten, daß die bald eingetretenen Maiunruhen in einem gewissen Zusammenhang mit der durch das Stück geschafft- neu Beunruhigung gestanden hätten. Aus den weiteren Aus- sühmngen des Berichterstatters war zu entnehmen, daß der Bezirksausschuß von Direktor Aufricht, der das Stück herausgebracht und ebenfalls gegen die Verfügung des Polizeipräsidenten geklagt hatte, eine Vorführung von„Giftgas über Berlin" vor dem. Bezirks- ausschuh in der gleichen Besetzung und Inszenierung wie seiner- zeit oerlangt hatte, um die Wirkung des Stückes kennenzu- lernen. Eine Erklärung des Direktors Aufricht auf dieses Verlangen des Bezirksausschusses sei trotz Mahnungen nicht erfolgt und schließ- lich habe Direktor Aufricht die Klage ohne weitere Begründung zurückgezogen, während Lampel seine Klage ausrecht erhielt. Noch diesem Bericht entspann sich zunächst eine Erörterung über die Frage, ob eine Vorführung des Stückes „Giftgas über Verlin" vor dem Bezirksausschuß notwendig sei. Rechtsanwalt Neumond betonte, daß die Veranstaltung der Auf- iührung vor dem Bezirksausschuß heute allerdings unmöglich sei. Es liege aber auch für den Kläger Lampel keinerlei rechtliche Veranlassung vor, sie herbeizuführen, ganz abgesehen davon, daß ihm kein Theater, keine Schauspieler und auch keine finanziellen Mittel baftir zur Verfügung ständen. Der Vertreter des Polizeipräsidenten, Oberregierungsrat Adriaui, bestätigte, daß praktische Schwierigkeiten vorhanden seiei�. Hinzu käme noch, daß die Schauspieler eine Vorführung vor der Behörde mit Rücksicht auf ihre kommiiinstischen Parteigrundsätze ablehnen würden. Außerdem sei es noch sehr fraglich, ob eine der- artig« Aufführung überhaupt das gleiche Bild geben würde, wie seinerzeit. Er stelle also keinen Antrag, sondern überlasse dem Bezirksausschuß die Entscheidung. Der Bezirksausschuß zog sich hierauf zur Beratung zurück, und noch einiger Zeit verkündete Ver- walümgsdirettor Berger, daß man zunächst auf eine Aus» führung verzichten und sich mit der Vorlesung de» » inkriminierten Stückes begnügen wolle. Der Vorsitzende stellte den Vortrotcru Lampels und des Polizeipräsidenten anHeim, daraus aus- merksam zu machen, salls das in den Händen des Bezirksausschusses befindliche Manuskript nicht mit dein der Aufführung übereinstimme. Hieraus begann die Verlesung des Stückes. Di« Caadtagsabgeordnete Frau Lachem tZemrum) ist nach längerem schweren Leiden gestorben. Eine Teilamnesli« ,vm lilauischen Stuatsjubiläum hat einigen! 50 Parsvnen aus dem ÄonAuUrationslager in Wontt« und zehireich« j Gefoßtgeneu di» Freiheit gegeben, 19 Personen von Goldstraseu bskreik. die dl« Kommandartten der Militärbezirk« verhängt hatten, i Es gibt Verlehrsbegeifterte, die von Ainerikanijierung der Ber- Ui»er Verkehrsoerhältniss« phantasieren. Soweit sind wir noch lange nicht. Selbst an den Pariser und Londoner Verkehr reicht der Berliner nicht Hera»! vorwärts geht es aber in Berlin doch, und zwar mit Riesenschritten. Ein Beweis mehr dafür ist dos Anwachsen der Autodieb stähle. Im Jahre 1926 waren es in Verlin nicht mehr als 24 gestohlene Wogen, in der ersten Hälfte des Jahres 1929 bereits 730; für dos ganze Jahr dürsten es also l.bOO werden. Und die entsprechenden amerikanischen Zahlen? Im Jahre 1923 in New Port 12 999 Autvdiebstähl«, in Ehikago 7699. Aber während dort nur 8799 Autos zurückgefunden wurden und hier S999, hatte die Berliner Kriminalpolizei unter der Leitung des Kriminalkommissars Seinemeier mehr Glück. Im Jahre 1927 blieben nur vier Aukos unauffindbar, und in diesem Jahre nicht mehr als zehn. Von den 199 Autodieben im Juni wurden 3 9 gefaßt. Kriminalkommissar Seinemeier, der Leiter der Abteilung zur Bekämpfung der Autodiebstähle, von dem diefts Zahlenmaterial stammt, weiß auch sonst manches Interestonie über die Herren Autodiebe zu erzählen. Herrenfahrer und Versicherungsgesellschasten. Woher aber die ungeheure Steigerung der Autodiebstähle? Nicht zuletzr dank der Zunahme der Herrenfahrer. Chauffeure sind ein« kostspielige Angelegenheit. Die Autos stehen unbewachi auf der Straße und finden Liebhaber. Da erhalt z. B. die Polizei eines Tages die Meldung: Ein herrenloses Sluto vor dem Stettiner Bahnhof! Die Beamten beschlagnahmen den Wogen: Zwei Tage später erscheint der Eigentümer. Er war nach Danzig verreist, hatte das Auto vor dem Stettiner Bahnhos stehen lassen, um es sogleich nach seiner Rückkehr besteigen zu können. Die Herrenfahrer wissen auch, weshalb sie leichtfertig sein können! Ihre Autos sind ja versichert, und werden sie gestohlen, so tragen nicht sikj sondern die Versicherungsgesellschaslen den Aerlust. Wer weiß, ab es nicht so manchen Wageneigentiimers geheimer Wunsch ist, daß ihm dos Auto gestohlen werde. Die Versicheningsgeftll- schaften sichern sich gegen die Fahrlässigkeit ihrer Klienten durch ent- sprechende Vertragsklauseln. Welcher Art sind aber die Autodiebe? Rur selten ist es auf das Auto als eigentliches Diebswhlsobjekt abgesehen. Es ist eben nicht leicht, ein Auto zu veräußern, und es bedarf ganz besonderen Raffinements, um einen gestohlenen Wagen gegen den Zugriff der Polizei sicherzustellen. Swließlich kommt sie doch hinter die Schliche. Der Besitzer einer Autoreparaturwerkstatt führte eines Tages folgendes Kunststück aus: Er entfernte von dem ihm zur Reparatur übermittelten Auto die Nummer, ließ dos Auto an der Technischen Hochschule begutachten, erhielt vom Land- ratsamt eine andere Nummer und«ine Bescheinigung auf die von ihm reparierte Maschine, liefert« diese dem Eigentümer nach Wieder- befestißung der alten Nummer ab und besorgte sich durch einen Autodieb einen Wagen des gleichen Typs. An diesem befestigte«r die ihm vom Landratsamt bestimmte Nummer, machte den Wagen entsprechend de, Bescheinigung zurecht und fuhr mit ihm ein halbes Jahr in Berlin hemm— bis er gefaßt wurde. Ein gestohlenes Auto spielte bei dem Ue berfall auf die Licht- spiele in der Kantstraße«ine Rolle. Mit Hilfe de» Wagens gelang es den beiden jungen Leuten, sich aus dem Staube zu machen. Ein Diebstahl im eigentlichen Sinne lag aber nicht vor, und das Gericht sprach die Uebeltäter von dieser Anklage frei. Und so ist es größtenteils: der Autodiebstahl ist nur Mittel zum Zweck, in der Hauptsache soll er zu einer Vergnügungsfahrt herholten, oder die Diebe haben es auf verschieden« Autoteile abgesehen. Die Vergnügungsfahrten der Autodiebe. So wurde z. B. eines Tages in Lübeck vor» einem jungen Menschen«in Wagen in demoliertem Zustand« zur Reparatur über- geben. Der Autvbesitzer, der seine Braut mit hatte, machte einen derart günstigen Eindruck, daß der Besitzer der Reparaturwerkstätt« ihm sogar mit 29 Mark aushalf. In Wirklichkeit war der Wagen in Berlin gestohlen, und erst als der Bräutigam den dritten Wagen zu ähnlichen Vergnügungsfahrten entwendet hatte, wurde er von der Polizei gefaßt. Die Gesellschaft lehnte aber die Zah- lung der Versicherungssumme ob: der Schalt- schlüssel war nämlich im Wogen liegen gelassen worden.— Ein anderes Berliner Auto wurde in Hamburg ausgegrisseu. Die Entführer blieben unenldeckt. Vermutlich waren es, wie auch sonst größtenteils, ganz junge Leute. Solche halbwüchsigen Burschen treiben z. B. seit langem in C h a r l o r t e n b u r g ihr Unwesen. Man setzt sich in einen Wagen, der gerade unbewacht dasteht, und fährt unbekümmert darauf los. Geht ober das Benzin aus und hät man kein Geld, neues zu kaufen, so versetzt man den Wagen. Ist man genug gefahren, so entnimmt man dem Auto einige Teil« und verkaust sie. Das Auto läßt man irgendwo liegen. Es gibt direkte Autodi«beskolonnen. Die Strafen sollen nur gering aus und die Versuchung ist groß. So erhiell z. B. vor kurzem ein junger Bursche, der zwei Autos weggefahren hat, nur 49 Mark Geldstrafe wegen Verletzung der Verufspflicht: er besaß eben keinen Führer- schein. Die beiden Äinoräuber von der Kantstraße, die dos Auto entführt ltziiten, wurden wegen Benzinknebstahls oerurteilt. Wie die Polizei die Autodiebe faßt. Es ist nicht leicht, der Autodieb« habhaft.zu werden, insbesondere, wenn sie keine Auls! eile verkauft haben. Gefaßt werden in der Regel nur die, die etwas bei Händlern abgesetzt haben. Die Händler sind auf der Hut. Sie wissen, daß die Kriminalpolizei eine Kartothek führt, in der die Nummern der gestohlenen Teil« vermerkt sind. Wird ein gestohlenes Auto gefunden, und fehlen darin Teile, so ist die erste Sorge der Polizei, daß sie die Fabrik- nummern der Teile feststellt. Von Stit zu Zeit nehinen di? Beamten eine Kantralle bei den Händlern vor. Also sind die Händler vorsichtig und fragen in der Regel, bevor sie kauten, �vb das Stück van einem gestohlenen Auto herrührt. Ist das der Fall, so bitten sie den Verkäufer, noch einmal zu kommen, und so kriegt ihn auch die Polizei. Nicht leicht ist es auch, mit einem verschwundenen Auto überdie Grenze zu kommen. Ein Funktelegramm fliegt unverzüglich an sämtliche Städte in denen Funkavparate bestehen. und an die Grenzorte. Nicht immer hilft das. Während Holland, die Tschechoslowakei und Oesterreich, wohin gestohlene Autos gebracht worden waren, die Fahrzeuge ohne weiteres auslieferten, behielt Palen sie fürs! ch. Chauffeure ohne Führerschein als„Autodiebe". Ein« besondere Kategorie von Autodieben bilden die Chauf- feur« ohne Führerschein: er ist ihnen aus irgendeinem Grunde entzogen worden. Also lungern diese Chauffeure arbeitslos in Berlin herum. An den Straßenecken stehen die Autotaxen. Der Vorschrift gemäß sind nur die Chauffeure der ersten beiden Wagen zur Stelle. Da ist es nicht schwer, eine Taxe zu besteigen und los zufahren. Weshalb sollte man sich nicht einige Mark verdienen? Hat man genug verdient, so läßt man die Taxe einfach irgendwo stehen. Mitunter laust die«ach« aber für den„Autodieb" nicht so glimpflich ab. Der bestohlene Chausfnir gibt es sofort an sämtliche Haltestellen bekannt. Di« Chauffeure kennen einander, kennen auch die Wage». So ereilt den Dieb recht schnell das Schicksal, und«r kann seiner Tracht Prügel gewiß sein. Kürzlich vassierte ein solcher Fall: ein junger Taxi chauf s«ir hatte seinen Führerschein verloren, die Ausstellung eines neuen Scheines kostet 7.59 Mark. Er hott« ihn beantragt, es fehlte ihm aber das Geld. Da schwang er sich aus«ine chauffeurlose Tax« und machte einige Fahrten. Er wurde gefaßt, erhiett seine Prügel und mußte auch das verdient« Geld hergeben. Auf dem Polizeipräsidium heulte er wie ein kleiner Junge........ »■■' Das wären also die Autodiebe/ In Amerika fällt der Abjag eines gestohlenen Autos nicht schwer; es ist fast immer der gleia' e Typ. Die deutschen Autotypen sind zu verschieden; man kann also einen gestohlenen Wagen nur schwer absetzen. Arbeiter können sich in Deutschland Autos nicht leisten. Da müssen dies« erst amerikanisch billig i�nd die Löhne amerikanisch hoch werden. Wir sind abek von amerikanischen Verhält- nissen noch sehr weit entfernt, und da haben die Richter schon recht. wenn sie die armen Teufel, die sogenannten„Autodiebe", nicht allzu scharf anfassen. Die Polizei trägt ober an der Unachtsamkeit der Herren- und sonstigen Fahrer keine Schuld. Das mögen sie fi-b gesagt sein lassen. Afiatischer Gewerkschastsbund. Die asiatischen Sonderprobleme. Zwischen den gewerkschaftlichen Spitzenorganisationen Indiens, Chinas, Japans und Riederländisch-Indiens find Verhandlungen über die Veranstaltung eines Asiatischen Gewerkschafts- kongresses im Gange, der im April oder Mai 1939 abgehalten iverden soll. Da die finanzielle Loge der in Frage kommenden Gewerkschaften die Entsendung besonderer Delegationen nicht erlaubt, wird di« Tagung zu einer Zeit stattfinden, in der die Delegationen der Arbeitervertreter aus dem Fernen Osten zur Internationalen Arbeitskonftrenz nach Genf gehen werden. Sie werden ihre Europareise an dem Kongreßort, zu dem seiner geographischen Lage wegen wahrscheinlich Madras ausersehen sein wird, auf ein bis zwei Wochen unterbrechen, um an dem Kongreß teilzunehmen. Die asiatischen Gewerkschaften werden dadurch außerdem in die Lage versetzt, über ein gemeinsames Aktionsprogramm in Genf zu beraten. Den Hauptgegenstand der Verhandlungen werden die Probleme der Textilindustrie Indiens, Japans und Chinas bilden. Weiter soll über die Schaffung dauernder direkter Beziehungen zwischen den Arbeitern der ein- zelnen Länder sowie über die Taktik in iiarionalen und internatio- nalen Fragen diskutiert werden. Ferner wird der Kongreß die Forderung nach der Gleichstellung der farbigen mit den weißen Arbeitern, nach Auedehnung der i n t e r- nationalen Sozialgesetzgebung auf Asien, nach Ab- schaffung des Kvieges, Einführung internationaler Schiedsgerichte, sowie Bekämpfung des Imperialismus und des Kapitalismus er- heben. Aus den Mitteilungen, die der Führer des Indisch«., Trade- Union-Kongresses R. M. Ioshii, über die Einstellung der am Kongreß beteiligten Verbände zu den Fragen der Taktik gemacht hat, geht hervor, daß er sich geschlossen zur d e m o k r o t i f ch e n und gewerkschaftliche» Methode bekennen wird. Er wird bei aller Betonung der besonderen Interessen der Arbeiter Asiens einen scharfen Trennungsstrich gegenüber Moskau ziehen und deutlich von der Dritten International« abrücken. 3m Unterhaus wurde der Autrag der Opposttton auf Der- werfung der Arbeitslosenversicherung mit 299 gegen 213 Stimmen abgelehnt. Die Vorlage wurde in zweiter Lesung angenommen. Die Liberalen stimmten zum großen Teil mit der?lrl'eit>-rpartei. Damit ist da» Schicksal der Arbelisloftnooriag«' noch nickst entschieden, da für die Beratung tn der Kommission die Liberalen dereit««in- schneidend« AHänderungsanträg« angekündigt haben. „Können Sie wechseln?" Ein raffinierter Schwindler verhastet. vi» vor etwa 114 Zahre betrieb ein jetzt Z< Zahre alter «ausmann Wilhelm Rieß in Cichterfelde ein Cebens- miltelgeschäst. Der Betrieb verkrachte, Rieß wußte nun nicht. >va» er anfangen sollte, und verfiel auf einen raffinierten Schwindel. Seiner ahmkngslosen Frau erzähtte er, daß er bei einer Ver- sicherungsgesellschast einen Posten erhallen habe. Sein Trick bestand darin, daß er in ollen möglichen Geschäften, Seift n- oder Drogenläden irsw., kurz vor Schluß ohne Hut und Mantel er- schien und den Inhaber mit seinem N a m e n ansprach. Dieser glaubte natürlich, den Ehemann einer Kundin vor sich zu haben, um so mehr, als Rieß einige Kleinigkeiten kaufte. Er fragte dann plötzlich, ob man ihm einen Hundertmarkschein wechseln könnte und wenn das bejaht wurde, so sagte er, er habe die Banknot« in der Wohnung oder im Bureau liegen lassen, werde sie aber gleich holen. So unglaublich es klingt, zahlten ihm die Geschäftsleut? die Differenz zwischen dein nicht vorhandenen Schein und dem Kaufbetrag ohne weiteres aus. Rieß lieh die eingekauften Waren auf dem Ladentisch liegen und verschwand und kam ftlbswerstänhlich nicht wieder. Dutzende von Malen gelang ihm der Trick. In der Gaudystraße schöpfte eine Frau Verdacht. Sie hatte ihn auch erst für den Mann einer Kundin gchallen. Als er dann, an- geblich, um den Schein zu holen, den Laden verließ, ffel der Frau auf, datz er nicht nach rechts ging, sondern sich linksherum wandte. Da wohnte, wie sie wußte, die Kundin nicht. Sie eilte dem Käuler nach und sah, wie er in ein Lokal in der Schönhauser Alle« hinein- ging und gleich daraus in Hut und Mantel wieder herauskam. Jetzt war sie de» Schwindel» sicher, lies hiliftrufend hinter dem Betrüger her und ließ ihn festnehmen. Dreißig betrogenen Geschäftsleuten ist Rieß bereits gegenübergestellt und van ihnen wiedererkannt worden. Diese Fälle gibt er auch zu. Es sind aber außerdem nach 119 andere Anzeigen der gleichen Art vorhanden. . Der wunitiouvschleberprozeß. Am 19. D«z«mb«r soll endlich nach 23 Monaten vor dem erweiterten Schöftengsricht in Kiel der Prozeß gegen Nj«l«r M u ni tl o n s s cht eb« r de- ginnen. Die Verhandlungen werden unter Ausschluß der Oesfentlichkeii stansinden. Die Ausreift der deulsch'vsstschen Bavern. dft vor Mo,-?,,» liegen, ist nunmehr gesichert. Der Rat der Polkskommissar-: leinen Beschluß, die Erlaubnis zur'Auswanderung zu«rteit«,, deutschen Botschafter miHetmIt. Die Affäre Oreyfus. Theater am Bülowplah. Wenn n«n sich den N-unen Renö Kestner. dieses Pseudo- nym, als lebendigen Menschen vorstellen würde, dann war« es eine Pitepholus, ein Mann mit zwei Kopsen, einem lachenden und einem weinenden Dieses Stück wurde im wesentlichen von einem Menschen geschaffen. Die schnell und sicher ansteigende dramatische Kurv«, die wirkungssicheren Pointen, der geistvolle Dialog prägen der Handlung unzweiselhost den Stempel einer Persönlichkeit auf. Diese Person ist ein«rfohoener wirkungsfichcrer Dramatiker. Es ist undeickbar, das Werk als Schcpsung zweier Autoren hinzustellen. Die Idee, das Material— ja, das mochte ein zweiter Kopf liefern, der weinende. Das Kunstwerk aber, die Dichtung, die sich vor unseren Augen Vingend zu einem Ganzen auftürmt, ist keine Stücke arbeit. Einer hat sie geschaffen. Der lachende Kops. Der Generalstäbshauptmann Alfred Dreykus sitzt zu jener Zeit, in der das Stück spielt, als Deportiertsr auf der Teufelsinsel. Er lommt im Stück nicht vor. Aber sein«„Affäre", der ungeklärte Fall von Schuld oder Unschuld, zieht weite Kreise Frankreichs in seinen Aersich und wird aus dem Prozeß eines Privatmannes zu einem Prozeß der Notion. ja der Welr, wobei es schließlich den Patrioten um Recht und Freiheit zu tun ist gegen die Unterdrückung»- und Derschleierungspolitck einer allmächtigen Militärkasie. Es ist schwer, die komplizierte Handlung auszurollen: Da ist Major Graf E st e r h a z y, der Intrigant und Abenteurer, der— wie es sich später herausstellt—, wenn es mit Recht zuginge, an Dreifus' stelle sitzen müßte. Er ist der Spion Deutschlands, hat jenen verhängnisvollen Brrcs geschrieben, der als Hauptbeweisstück gegen Dreyfus verwandt wurde— und nicht letzterer. Di« Generale, der Kriegsminister, die Offiziere des Kriegsministeriums und des Gencralstabes handeln teils in Verblendung, teils aus wohlüber» legtem Eigennutz. Aber sie alle halten mit unglaublicher Zähigkeit an Dreyfus' Schuld fest, sträuben sich gegen jede Revision des Urteils und sind blind gegenüber jedem entlastenden Material. Oberst H e n r>1 vom Generalstab glaubte«inen halb angedeuteten Befehl seines Vorgesetzten zu erfüllen, wenn er ein zweites Schrift- stück fälschte, dos Dreyfus' Schuld klar bewies. So wird der bereits vor Gericht gestellt« Graf Esterhazy frei- gesprochen. Prozeß und Urteil würden wieder in dos Dunkel der Vergessenheit versinken, stünde nicht ein Mann auf, der sich der Sache des deportierten jüdischen Hauptmannes mit dem ganzen Eifer seiner wuchtigen wunderbaren Persönlichkeit annähme: E nii l e Zola. Zola schreibt Artikel im„Figaro" und in der „Aurore" und eröffnet so den Kampf. Für ihn ist es ein Kampf gegen den Machtdunkel und die Anmaßung der militärischen Kreise, 9ttnusla Wedekind oIm SBIentfie Otoneil* als f-tferhaai/ und«r sieht in den ungerechten Richtern des Hauptmanns Dreyfus die Henker aller Menschenrechte und jeder freien Gesinnung. Da er offen schreibt, wird er vor Gericht gestellt und in einer höchst seltsamen Gerichtsverhandlung verurteilt. Er muß fliehen. Ein einziger Mann unter den Offizieren stellt sich aus die Seit« des Rechts und ist bereit, für die Sache Dreyfus, die hier ein« Sache Frankreichs, eine Sache der Welt ist, den bunten Rock aus- zuziehen und zu kämpfen: der Oberstleutnant Picquard. Er spürt den Atem einer neuen Zeit. Der Zufall hilft nach. Esterhazy muß wegen Betrug aus der Armee und dem Lande fliehen Ein neuer Kriegsininister wird eingesetzt. Oberst Henry schneidet sich die Kehl« durch, nachdem er sein« Fälschungen gestanden hat. Die Revision ist in Aussicht gestellt. Damit endet das Stück. Es ist ein spannendes Kriminalstück mit sozialen und politischen Pointen. Aber nicht wehr. Die Affäre Dreyjus war die Sache einer Militärkasie, die Sache eines Landes, die Sack)« einiger Lite- roten und Fcuerkftpfe und vielleicht die Sensation Europos, aber nicht«ins Affäre der Menschheit. Es ist bis heut« nicht vor er- wiesen, wie weit Dreyfus schuldig mar. Ueber die Bedeutung seines Vergehens und des Verschuldens feiner Gegner und Richter, unter Vrpptrr al* Sola den-n es sicher ehrenwert« und überzeugte Männer gegeben hat, läßt sich streiten. Die Akten haben viel widerspruchsvolles Material zu Tage gefördert. Es ist nicht gut— und dos werfe ich diesem Stücke vor—, aus Männern Helden und Märtyrer zu machen, die kein« waren. Zwar ist die At'sicht und die Tendenz gut: die Korruption einer Epoche aufzuzeigen, verliert jedoch an Beweis- kraft, wenn man Menschen entmenschlicht und zu Trägern von Ideen macht. Sonst ist es«in gutes Theaterstück, dessen dramo- tischen Höhepunkt die Gerichtsverhandlung des dritten Aktes bildet, und dessen Schlußakt«inen starken Abfall der Wirkung aufweist. Heinz Dietrich Kenters Regie bewies Sicherheit und Takt dem heiklen Thema gegenüber. Bon den Darstellern marschiert viele Pferdelängen voran Hans Peppler als Emil« Zola. Er bleibt ganz Mensch auch hier als Träger einer Weltanschauung, als Sprachrohr einer Idee. Er ist hinreißend in der Szene vor dem Parlament, wenn er zu der Jugend spricht. Kurt H o r w i tz ist als Graf' Esterhazy, als Abenteurer aus Neigung voll Sicherhest und Kraft. Pemela Wedekinds Blanche Monnier eine exakt arbeitende Maschine, «S ist nichts an ihr auszusetzen, aber ihr Spiel läßt kalt. Gehalten und sicher ist Ferdinand v. Altens General de Pellieux. Wolter Frank kennt als Oberstleutnant P>cquord keine Entwicklung. Ferdinand Hardts Oberst Henry ist ungleich- mähig im Spiel. Treffliches leisten Paul Henckels als Elemenceau, Leonhard Stecke! alz Rechtsanwalt Labori und Bruno Ziener als Anatole France. Auffiel die iemperamentvollc.Eddi K o l l w i tz als Leontine. Edward Suhrs Bühnenbilder und Kostüme waren be- sonders wirkungsvoll durch schlichte historische Echtheit. A.l«zcsnder von Sacher-Masoch. Ein Nachspiel. Am Montag wurde vor dem Bühnenschiedsgcricht einer Klage Wilhelm Herzogs stattgegeben, der verlangte, daß an der jetzigen Fassung des Bühnenwerkes„Die Affäre Dreyfus" keine weiteren Aenderungcn und Streichungen vorgenommen werden sollen. Es handelt sich lediglich um den vorletzten Satz des Schluß- aktes. Rur dieser ein« Satz des Manuskriptes stammt von Wilhelm Herzog. Herzog war vom Bühnenschiedsgericht neben Hans I. R e h f t s ch als Mitautor des Stückes bezeichnet worden. Das Stück gelangte also ohne weitere Aenderungen zur Ausführung Wie wir jedoch ersahren, hat Rehsisch vor dem Landgericht I Klage gegen Wilhelm Herzog erhoben und will den Beweis er- bringen, daß im Sinne des Urheberrechtes er als der alleinig« Autor der„Affäre Dreyfus" anzusprechen sei, Die Aussichten des Tonfilms. Der bekannt« Moskauer Theatsrdirektor Meyer- hold äußert sich hier in sehr bemerkenswerter Weise über das Wechseloerhältnis von Sprechbühne und Sprechfilin. Bedeutet der Sprechfilm, der Gesprächsfilm,«inen Sieg des Kinos? Angesichts der Möglichkeiten der heutigen Bühnen- t e ch ni k dürft« das in der Tat sehr sraglich sein. Die Technik gestattet uns heute, der Bühncichandlung eine nicht geringer« Dynamit zu verleihen, als dies dein Sprechfilm, durch- setzt mit retardierenden Dialogen, möglich sein wird. Unter den neuen technischen Wirkungsmitteln des Theaters wird natürlich auch die Kinematographie vertreten sein. Die erstaunlichen Möglichkeiten des Films, die Handlung aus einem Lande in ein anderes zu übertrogen, den Tag in Nacht zu verwandeln und dergleichen, alles dieses oermag auch das Theaier bsguem auszunutzen. Aber noch viele andere, durchaus nicht kine- motographische Methoden werden das Bühnenspiel wesentlich be- leben. Es ist dies vor allem eine Frage finanzieller Durchführbar- keit, wobei übrigens die Kosten einer solchen Inszenierung die Pro. duktionskosten eines mittleren Filmschlagers keineswegs überragen. Bei genügenden Geld-, d. h Baumitteln lassen sich ein Theater und Szenenbild von unerhörter Dynamik und Eindruckskrast schaffen. Zunächst gilt es: die Ränge durch ein einheitliches, olle Zuschauer .zu einem Gemeinsamkeitsgefühl verbindendes Amphitheater zu ersetzen: nach oben und seitwärts beweglich« Bühnenplattform.m und ein verschiebbares, unmittelbar in den Gesichtskreis des Zuschauers vordringendes Bühnenpodium zu errichten: in ollen Rollen Schau- spieler gleich hoher Qualisikation zu verwenden, wobei jeder cnt- weder eine große Rolle oder mehrere Nebenrollen darzustellen hätte: stark« und präsi? wirkende Beleuchtungsmittel zu verwerten, die es ermöglichen würden, die Bühnen Hanldung in Episoden zu spalten und zu gliedern, mit genau derselben Präzision und Leichtig- keit, wie sie dem Kino gegeben sind. Durch alle diese Mttel läßt sich eine Gesamtwirkung von spannungsrcicher Intensität erzielen, von der der Sprechfilm nur lernen könnte. Das Massenpublikum liebt keine Kammerspiele. Eine Theater- aufführunq oder ein Film in einem riesigen Saalraum schassen erst die richtige Atmosphäre der Festlichkeit und Bedeutsamkeit. Mit dieser Wirkung großer Auditorien muh wie mit realerprabten, grundlegenden Ergebnissen gerechnet werden. Das Theater, das in der Sowjetunion immerhin über einige Dutzend Räume verfügt, die für Tausende, nicht aber für Hunderte von Besuchern bestimmt sind, besitzt hierin alle erdenklichen Bor- teile. Der Sprechfilm jedoch hat, im Bergleich zu seinem stummen Aargänger, die ungeheuren Zuschauermassen eingebüßt, da zwischen den Filmproduktionen der einzlnen Länder nunmehr territorialsprachliche Schranken erstanden sind. Und nun die Musik. Ihr kommt eine außerordentlich« Be- doutung zu. Es gab bei uns bereits Bühnenversuche folgender Art: im Augenblick der höchsten Spannung bei Schauspielern und Zu- schauern verstummten plötzlich die Sprechstimmen auf der Bühne und Musik erklang, die emotionelle Spannung des Augenblicks er- gänzend und ungemein verstärkend. Die Musik, das Orchester wird auch weiterhin eine gewaltige Bedeutung im Theater wie im Kino besitzen. Auch der Sprechfilm und sogar der Tonfilm werden nicht auf «in eigenes, im Saale befindliches Orchester verzichten können, ohne zugleich auf eine tiefere Wirkung des Lichtspieles zu verzichten. Das durch die metallischen Schalltrichter, Mikrophone und Mein- brauen nicht wiederzugebende Timbre der Holz-Musikinstrumenlc wird schon dafür sorgen, daß auch jene Sparsamkeitserwägung beim Filmtheater sich als hinfällig erweist. Di- gewiß großen Zukunstsaussichten des Tonfilms stehen außer Frage. Doch diese müßten, gesondert von den Grenzen des Sprechsilms, betrachtet werden. Sieg der Maschine. »Sprengbagger 1010"- Mozortsaal. Wa? sollt« gestaltet werden? Vielleicht der Gegensatz von Maschine und Land oder von Romantik und Mechanisierung, vielleicht beadsichtlAt« der Verfasser.Karl Ludwig?l ch a z auch ein Preislied auf di« Maschine einzustimmen. Jedenfalls kommt die Idee nicht klar heraus, sie wird«vdruckt unter der Wucht und Fülle der Details, die sich nicht organisch zusammenschließen wollen, sondern ein Eigenleben führen., Auf einem Rittergut wird durch Zufall Braunkohle gefunden. !ve der große Industriekonzern dringend braucht. Die junge Be- sitz-rin. ein romantisch verträumtes Gemüt, will nicht verkaufen, wird dazu jedoch gezwungen, da die ganze Umgebung Land abgibt. Kampf um die Scholl«, der für die Eingesessenen tragisch endet. Maschinen durchwühlen den Baden nach Kahle, die Getreideletder und Parkanlagen sind verschwundcn. Dazwischen ein« Liebesgeschichte. Ein Mann zwischen zwei Frauen,«ine von ihnen ganz in der Vergangenheit lebend, die ander« richtet ihre Energie aui Konstruktion von Maschinen und bleibt schließlich auch in der Lieb« Siegerin. Slll« diese Dinge verwachsen zu keiner Einheit, sie laufen ivben- einander her. Dem Regisseur Achoz fehlt der große Atem. Er gibt Ausschnitte und deutet die Zusammenhänge nur schwach an. Sonst lebt sein« Regie von russischen Vorbildern. Die Russen betrachten aber in ihren Spitzenleistungen Maschinen und Landschaften niemals als Selbstzweck. Sie verwenden sie zur Skizzierung eines Milieus, als Moment der Spammngssteigerung oder Retardierung, sie wissen i.in den dramatischen Sinn eines Requsits Achaz häufi dagegen Aufnahmen von Maschinen ohne inner« Notwendigkeit, er ist schein- bar in ihren Anblick verliebt, und diese sinnlose Häufung führt beim Zuschauer zur Ermüdung und zerstört den Aufbau des Films. Und auch diese schauspielerische Leistung erfährt durch diesen Regisseur keine letzte Ausdeutung. Prachtvoll sind George und K o w o l- T a m b o r s t i, sie arbeiten mit einfachen Mitteln, aber plötzlich stärk eine zu groß geraten« Gest«, die ihren Ursprung aus dem Kostümsilm nicht verleugnen kann. Gut die Frauen Ilse S t o h r a w a, Viola Borden und Sophie Arnold, doch auch sie sind nicht fr«! von Ueberbatonungen. Gronstay schreibt die Begleitmusik in Anlehnung an Meisels ..Potemkin",«in« Musik, die auch da lärmt und in Dissonanzen übergebt, wo es nicht notwendig ist. Sie paßt z� diesem Film, der trotz einer kultivierten Haltung nicht besriedigt, weil«r zu uneinheitlich und zu zerrisse« ist. F. Keh. 3«»»eich, statt 5ra»'. Wft Uhl,r> und TNIla alyryl werden in d«r 9. Tanzmatine« dir BollSbühn« 9.®-. die am Sonntag, dem t. Dezember. vorm tl>/, Uhr, im Khealtr am Bülolvplatz stattfindet, Solo, und Duet. tänz« zeigen. PI» S-selttckoit lfir Eidtiipde rnatil'alUt-n:c Sondcrfi»Ung am Mtt- wolh, abcnth 7 Uhi IUI fliflj,»ii Höliaai Sc# Kul.ll�cwcib.iuuscuiv, Plinz- Hlldrecht-Strah« 7—1 Aort.ag Pros. Dr. Zt. W-grnrr(Cöiaz);„"SU deatsch» InlandetS-Sxpedllion nach«rönland', Sommer sSZS(mit Licht- Kunst und Kunstpoliiik. Bei ein«r Gesamtvcranstaltung der Berliner Jungsozialisten sprach di« Genossin Prof. Anna S i e m s e n, M. d. R., über das Thema„Kunst und Kunstpolitik". Sie hielt nicht nur ein Referat. sondern gestaltete den Abend zu einer Arbeitsgemeinschast, was viel zur Klärung der schwierigen Begriffe beitrug. Ausgehend von den Primitiven bewies sie, wie von alters her die Kunst von ihrer Umwelt beeinflußt wurde. Kunst wird immer Ausdruck der umgebenden Gesellschaft sein. Wenn wir heute noch einen Kontakt hoben mit Kunstwerken vergangener Epochen, so Ist dies nicht der Beweis dafür, daß die Kunst nicht van ihrer Zeit bestimmt wird, sondern nur der Beweis, daß sie von Menschen geschaffen worden ist, die: dasselbe menschliche Erleben hatten wie wir. Kunst wurde stets von der herrschenden Klasse zur Verschöne- rung ihres Lebens benutzt, sie wollte natürlich ihr« Erlebnisse, ihre Taten künstlerisch gestaltet sehen. So kommt es, daß wir bis jetzt nur eine bürgerliche Kunst haben. Abschließend gab Genossin Siemjen einen Aueblick aus die Entwicklung der pro- l e t a r! s ch e n Kunst, an deren Kommen sie nicht zweifelt, weil das proletarisch« Erlebnis das tiefste unserer Zeit ist. Sic zweifelt auch nicht daran, daß der schöpferische Trieb in der proletarischen Klasse genau so stark ist wie in einer anderen Klasse. Ee gilt, die vorhandenen künstlerischen Fähigkeiten des proletorischen Menschen, hl« vltlsach nerschüttet sind, wieder zu lösen, ihn so gleich frei zum Gestalten und Nacherleben von Kunst zu machen. Die nächste Aus- gab« ist es dann, den KunstveiBrauch zu organisieren und ihn den Massen zugänglich zu machen. J. M. Ausländer an der Musikhochschule. In einer.Kleinen Anfvog« der Deutschnationalen Bolkspartei wurde ocsc-gt, daß an der Stoatliöt-n Hochschule für Mulik ver« hältnismäßig viel Ausländer ausgenommen wurden. Das Staats- Ministerium wurde gefragt, welch« Kosten der einzelne Schüler der Hochschule für Musik dam Staat« verursach« und ob die Ausländer durch ihr Schulgeld dem Staate diese Unkosten in voller Höhe cr- statteten. Weiter wurde gesragt, warum Inländer zurückgewiesen würden, um Plätze sür Ausländer freizumachen. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat der preußische Minister sür Wissenschaft, Kunst und Volksbildung die Kleine Anfrage dahin- gehend beantwortet, daß die Kosten für den einzelnen Schüler der Hochschule für Musik für den Staat 1219 Mark betragen. 1 Eine volle Erstatttinz dieser Unkosten durch das Schulgeld der Ausländer finde nicht statt. Inländer, die die Aufnahmeprüfung bestünden, würden selbstredend zugunsten von Ausländern nicht zurückgewiesen. Die Zahl der an der Hochschule für Musik studierenden Ausländer sei gegen die Vorkriegszeit zurückgegangen. Während sie im Winter- lialbjahr 191Z/14 23,6 Proz. betragen habe, hätten im Winterholb- jähr 1923/29 18,7 Proz., im Sommerhalbjahr 1929 17.1 Proz. T■ ■[ander studiert. Vrosessor SoltUeb hederleoM. der bervorragend« Berliner Lolanikcr. vollende! am Donnerstag fein 75. Lebensjahr. Haberlandt. der iy Gr«: wirkte, bis er 1919 als Nachlolger SchwendenerS daS botanisch» Ordinariat an der Berliner Universität tlbernabm. ist der Meister der phnfiologilchen Pslanzenanatomie.«ein Hauptwerk, unter dlelem Tilel eischienen. hat zum ersten Male im PflanzenorganlSmuS die Beziebungen zwischen Vau und Leistung im Zusammenbang« dargestellt und den Darwinschen Arund- gedanken von der stusenweisen Entwicklung für daS Pflanzenreich durch- gesührt. Das Problem der ZazialpolNik AuS der Preitstlsluna de« IultilulS für lÄem-ivwohl dal die wirtichaftS- und lozlalwissenschastllch« Fakultät der Universität Frankfurt a M. einen Preis na« 509 M. Gr»tn« Arbeit aus- geichrieben, die..DaS Problem der Belastung der BoltSwirtlchaft durch die Sozialdolilik' behandelt. Beteiligen können sich nur versonen, die eine gewisse Zeit der Unloersttät angehört haben und noch angehören; Termin der Einreichung ist der 1. Oktober 1939. vi« Cape, ä. 50., Selellschaft zur Förderung kultureller Interessen. DonnerStag. abend« 8>/, Uhr. im Berein der Künstler Innen. Schänebergcr Ufer 38: DiSkiisslonSvortrag der Frau Dr. Elsa Herrmann:.Dl« Frau im modernen Gelste«. und Wirtschaftsleben' cehraujirog Gr Hendrik de Zlieo. Der preußische jiuUuSmuiisler Hut dem betaniiteii sozialifrlschen Theoretiker Hendrik he Man eine» Lehraustrag für Sozialpsychologl« und Goziawidagegtk an der Univerfitär Frankfurt et. SR. erteilt. Minister als Vertrauensleute. Zum Zusammenbruch der Reichsbundbant.— Das patronat des Ministers a. D. Scholz. Die Reichsbundbank, die kürzlich zusauunengebrochen ist, war bekanntlich eine Gründung des Reichsbundes der höheren Beamten. Der Borstand des Reichsbundes der höheren Beatmen gibt in seiner Zeitschrift eine Darstellung der Vorgänge. Aus dieser Darstellung ist das folgende bemerkenswert: Die Reichsbundbank wurde im Jahre 1923 von dem derzeitigen und auch jetzigen ersten Vorsitzenden des Reichsbundes der höheren Beamten, dem Reichsminister a. D. Scholz, sowie dem Senatspräsidenten Dr. Spiegellhal und dem chauptgeschäftsführer Dr. Rothke mit dem besonderen Zweck gegründet, den vielfach in Not geratenen Beamten durch Kredite zu helfen. Alleiniger Direk- tor der Bank wurde Herr Rathke. Die Reichsbundbank setzte sich in Verbindung mit der Kreditbank eines chernr Otto Jahn. Ueber dieses Geschäftsverhältnis macht der Vorstand des Reichs- bundes der höheren Beamten derartig interessante Mitteilungen, daß die wichtigsten beiden Sätze aus diesem Bericht wörtlich an- geführt werden sollen: „Während die Verbindung mit der Iahn-Bank von dem Vor- stand des Reichsbundes als ordnungsmäßiges Konfortialoerhältnis mit völlig getrennter Verwaltung gedacht war, bestand, wie später ermittelt wurde(!), eine Verwaltung der Reichsbundbank tatsächlich nur dem Namen nach, lieber die gegenscftigen geschäftlichen Beziehungen gab es überhaupt keine oder nur äußerst mangelhafte schriftliche Abmachungen."(!) Der Bericht teilt weiter mit, daß sowohl Herr Jahn als auch der alleinige Direktor der Reichsbundbank, Herr Rathke, sich als unzuverlässig erwiesen. Dies entdeckt«(!) der Vorstand des Reichsbundcs nach seiner Angabe im Jahre 1924. Herr Rothke wurde entlassen und ein neuer Vorstand der Bank bestellt. '„Von einer Liquidation der Reichsbundbank glaubte man 1923 absehen zu sollen...", sagt der Bericht des Vorstandes. Es ist dann die Rede von Sicherheften und BürgschaftsverpfKchtungen in einer recht unklaren Art, jedoch so, daß man annehmen kann, daß bereits im Jahre 1925 die Reichsbundbank 2,6 und nochmals 3,6, zusammen also 6,2 Millionen Reichsmark Schulden und dafür ..Sicherheiten" des Herrn Zahn und dann noch»Rürgschaslsver. pffichlungen" halte. Weiter wird berichtet, daß schließlich im Jahre 1929 die Kreditbank des Herrn Jahn in Liquidation trat und Jahn den Offenbarungseid leistete. Bis Ende des Jahres 1928 war der Minister Scholz, der erste Vorsitzende des Reichsbundes der höheren Beamten, zugleich Aufsichtsratsvorsitzcnder bei der Reichsbundbank. Aus- meislich der Zeitschrift des Reichsbundes der höheren Beamten (Mainummer 1929) behauptete die Reichsbundbank auf den 31. De- zember 1928 bei einem Aktienkapital von 629 999 M. auf das Ge- schäfts- und Kalenderjahr 1928 einen Reingewinn von 14 9 9 9 9 M. gemacht zu haben. Die Hauptversammlung fand da- mals im April 1929 statt, und der mitabgedruckte Bericht des Bor- standes der Bank, der ausdrücklich im Einverständnis mft dem Bor- stand des Reichsbundes er höheren Beamten erstattet ist, sprich: von der Bank in einem durchaus ruhigen und sicheren Ton und nemft sie„e i n e starke Stütze" der höheren Beamtenschaft Interessant ist bei der Bilanz unter den Aktiven der Posten Schuldner mit rund 7 796 990 M.. Vermutlich sind in diesen, Betrag« die famosen Sicherheiten und Bürgschaften betreffend Herrn Jahn(Offenbarungseid 1929!) mft 6,2 Millionen Mark einfach in voller Höhe als A k t i v u m«ingesetzt! In dem erwähnten Bericht des Vorstandes des Reichsbundes der höheren Beamten vom November 1929 muß es bei dieser Sach- läge höchst eigenartig berühren, daß der Aufsichtsrat von sich selbst rühmend hervorhebt, daß er sein« Arbeit ohne Ver- g ü t u n g geleistet habe. Glaubt der Herr Minister a. D. Scholz etwa, daß er eigentlich eine besondere Vergütung dafür zu bean- spruchen habe, daß er als Aufsichtsratsvorsigender der von chm ge- gründeten Bant vier Jahr« lang mitgeholfen hat, ihren B e r- mögensverfall geheimzuhalten, so daß es schließlich zum Zusammenbruch gekommen ist und Tausende der auf Herrn Scholz vertrauenden höheren Beamten ihre Einlagen bei der Bant verloren haben? Geradezu kindlich mutet tn dem Bericht vom Noveinbsr der wohlwollende Rat an die Großbanken an, es möge doch ein« Groß- dank die Sicherheften des Herrn Jahn übernehmen? das sei„auf längere Sicht ein gutes Geschäft und kein allzugroßes Risiko". Am 19. Dezember findet die außerordentliche Haupt. Versammlung der Reichsbundbank statt, und zwar gemäß Z 249 HGB., d. h. also: Mehr als die Hälfte des Grimdkapftals ist verloren, und es ist über den Konkursantrag zu beraten. Die geschädigten Aktionäre und Beamten werden in der Versamm- lung wohl auch ein berechtigtes Jnteresie daran bekunden, inwieweit die Herren Minister Scholz und Senatspräsident Spiegelthal dem Rate gefolgt sind, den sie immer wieder den von ihnen betreuten Beamten gegeben haben, nämlich den: die Reichsbundbank als die für die höheren Beamten naturgemäß gegebene Bank zu betrachten und sich nach Kräften an ihr zu beteiligen. Za der Znlervatlooal«, Fraaealig» für Fried n> und Freiheit spricht heute. Dienstag, dem LS. November, um IS'/, Ubr, im Cafe Josty, Potsdamer Frau Dr. Nadjer stein ä n d i gun g". über:»Arabisch-jüdische Ber» Tierschntz-versommlong. Der Dentsche Tierschutzverein in Berlin ladet aus Donnerstag, den 28. November, abendS 8 Uhr, im WihelmShof, AnHall- itratze l'2, zu einer Tterschutz-Bersammlung ein, wo zu dem Thema:»Wie lange noch Hundesperre?' Tierarzt Dr. Edwin Heilbar», Rechtsanwalt Wilhelm Wolther und H. o. Sk»pnil vom DTB. sprechen werden. Emiritt 30 Pfennig. Vertrauen zur Führung. Die Mitropaarbeiter wähle« sreigewertschastlich. Bor einigem Tagen wurde bei der Mitropa die Neuwahl da» Arbefterrats vorgenommen. Bon den 1552 Arbeitern und Ar- befterinnen haben sich 1231 an der Wahl beteiligt. Die Wahlbeteiligung beträgt mithin über 89 Proz. Die freigewerkschaftliche List« des Zsntralverbandes der Hotel-, Restaurant- und Cafe-Angestellten und des Deutschen Verkehrsbundes erhieft 1968 Stimmen, eine christliche Liste 149 Stimmen. Die Arbeiterschaft der Mitropa Hot sich mit überwältigender Mehrheft für die freien Gewerk- schaften ausgesprochen, die von den zwölf Arbeiterratsvertretern elf stellt, während die christliche Liste mft Mühe und Not einen Sitz erhält._ Wetter für Berlin: Weftevhin ziemlich mild, wechselnd bewölkt, nur vereinzelt leichte Regenfälle, südwestliche bis westliche Winde.—- Für Deutschland: Ueberall mildes und ziemlich unbeständiges Wetter mit einzelnen, meist leichten Regenfällen. Dienstag, 26. NoTetnber. Berits. 16.06 Dr. H. K. Schtadlex: An» dem Gebiet der Qlnmesrfiemle. 16.30 Wolf-Loewe: Lieder fOslur Jölü, Bariton; am riOgel: Mai NairatÜ, 17.00 Else Rflthel: Eigene Dichtflngen. 17.20 Stande mit Biigbcni...Neueste Knastüterelsr",(Am Mikrophon; Professor Dr. Oskar Cehrig, Rostock.) 17.« Uuterhaltnngstansik. 19.00 Prof. Dr. Hans Reichenbach: Raum nnd Zeit. 19.20 Bildfnnk. 19.30 Programm der aktnellen Abteil nng: Das Interview der Woche. 20.00 Daios Bdla spielt. AnschlicEend Pressemrschts(Dr. Jos. Rdnscher). Nach den Abcndmcldungen Bildfunk. Kislgswnstsrhaesen. I6J0 Nachmittagskonzert von Leipzig. 17.30 Alfons Paqnet liest. 18.00 Mersmann; Mnsikverstehen. 18.30 Französisch für Fcrtgescfarittene. I8SS Carmen Hertz: Als Fran im asiatischen Rnüland. 19.30 Saitschick: Diktatur des Proletariats nnd Knitnr. 20.00 Programm der Aktuellen Abteilung. 30.30 Von Stuttgart;„üringoire". AnsehlieBend Unterhaltnngsmnsik. Neues Ätue fa»rtlin O. In der SBcmelcr Strohe tmnftejt die Comenuts- SiiAtfpicIc eröffnet, die sich mit rtvhKlb ousö« flott etem Rufdwuecnoinn sehr«k. füll in präsentieren. Nach einleitenden Worten, die Leo Balberg sprach, kam das gut sufammengeltellte Programm gut Sorfübnitut. Bezantwortl. bit die Redaktiont ZBoIfgeng Berlin. Berlagt Sormötts f bruckerei und Berlagsanstalt Paul Singer& ' Hei boTtton: ZBoIfgeng Schwarz, Berit»; Anzeig- arte Verlag tb. m. b. S>., Berlin. Druckt Bi nftnJt Paul Singer& Ce.. Berlin SW 68, L Sterin 1 Beilage. ;eo; TH. Siecke, lermärts Buch- Linden straße S. PROGRAMM für die Zeit vom 26. bis 28. November K I N O-T A F 1 L für die Zeit vom 26. bis 28. November r> Potsdamer Strafjc 38 Die Drei um Edith mit Camilla Horn Zwei fonge Herzen m. Barbara Kent Rhcinstraijc 14 Jl�-Eiche) Die NibelimgcB(Beide Teile) Beginn: 5.30,8.45 Uhr. Kasseneröffnung 5 Uhr Jugendliche haben Zutritt Odcon, Potsdamer Sir. 75 Vater and Sohn mit Harry Liedfke Der König der Bemtaa m Camilla Horn« John Darrymore Turmstratje 12 SchwarzwaldraSdel m. Linne Haid RinünHns MUUonenhaUbnnd ("Akte) Alexanderstr. 39-40 (Passage) Den ganzen Tag geöffnet! Frauen im Abgrund m. Clga Brink Seelenverkäufer(6 Akte) Die Kamera Unter den Linden 14 Kampf der Tertia Karriere mit Charlie Chaplin Schlüter- Theater Schlüters tr. 17 W.6.30. 9 U, Stg. SU., Jg. 3 Ritter der Nadü m. WinuDieterle MSdcl. sei Hehl m. CoUeen Moore Atrium Bcba-Palast Kaiserallee, Ecke Berliner StraBc Wochent. 7. 9.15, Sonnt 4-», 7, 415 Vorverk.: 11—2 u. ah 5, Stgs. ab 3 Küthe v. Nagy: Unsdhold Auf der Bühne: Alice Hechjr, Gustav Heppner 0»chdnabara B Alhambra BeIÄVa Schöneberg, Hauptstr. 30 Fran Im Mond Ein Film von Fritz Lang Dtthncnsdiaii Jugendliche haben Zutritt Passage'Lichtspicle Unter den Linden 22(Passage) Das große Lichtspielhaus der City Beginn ab 2 Uhr Zentrum 6082 9 175 Blnfscbandc m Olga Tsehechowa, Wolter Rilla Ich bab' mein Herz im Antobos verloren Weidenhof-Lichtsp. An der VVeidendammbrücke Friedrichstr. 136 Woch. 12, Sonnt 3 U. 8 175 Blafuhande tri! O'ga Tscheche, wa Peter, der Matrose ra. R. Schänzel Artushof-Lichtspiele FUm- nnd DOhneiuchan Perleberger Str. 29 und Stendaler Str Das Galeerenschiff m. I. Barrymorc Meine offizielle Fran m. Irene Rieh Wdslf.Kinrk Woch. 5.45. 7. 9.05 W Cil-n-lllO Stgs. 3, 5. 7, 9 Uhr Alt-Moabit 99 Frfihllngterwachen(Wedekind) Ohne Geld am die Well Vf A T{ Martendorfer Lichtspiele 1„Ca— aak Chausseestraße 305 Stg. 3 Uhr Jug.'V. Jagendsünden m. Margarete Schön Atlantic Cftr > Südostan H Filmcck Beg,nn:WliS; Skalitzer Straße, am Görlitzer Bahnhof Der Welt größter Tonfilm: The Hinging Pool mit AI Jolaon Jugendliche haben Zutritt! Luisen-Theater s�nt'/u! Reichenberger Str. 34 Bühneaschaa Sieekbiieflich verfolgt mit LI. Bov Revue: Fasse dich kurz Urania-Theater FBS�"d Wrangclstr. II, Köpenicker Brücke Woch. 7, 8 und 9 Uhr. Stg. 3. 5, 7, 9 Uhr Vater, ich klage Dich an Das süfte Mödel v. d. Jazzband Titania(ufa sSöneberg) Hauptstraße 49 Beginn ab£30 Uhr Irene Rysbergnes große Uebe D. fliegende Teufel m. Hoof Gibson Friedenau Friedenauer Liditspicle Kaiseraliee 111(hnndertelO Wochtg. 6.30, 9 U„ Sonntg. 6, 8. 9.15 U. 3 U. Jug. Nachtlokal mit Evelyn Holt Der Orlonr Kronen-Lichtspiele Rhelnstr. 65 W. 6,30, 9, Sonnt ab 5 U. Des großen Erfolges weg verlängert; Der Günstling von Schönbrnnn mit LU Oagover, Iv. Peirovich Beiprogramm *»teallt«» Titania-Palast Steglitz, SchloBstr. s. Ecke Gutsmulhsstr W. A30. 9. Sonnt 4, 650, 9(1. Die Königslage mit Alex. Mofssl Der 100 proz. deutsche Sprechfilm Südwesten H Fflm-Paiasi Kammersäle Teltower Str.> aohnenschan Der Günstling von Schönhrnnn mit Lit Oagover Wir halten fest und tren zn- sammen Beef u. Steak 8 SB dat. m Th. am Moritzplatz Beginn: W. ab 5 Uhr. Stg. ab 3.45 Uhr Was Ist los mit NanetfeT mit Rnfh Wayher nnd die c Marlandorf Stella-Palast Köpenicker Straße 11-14 Frauen am Abgrund mit Elga Brink, Gustav DießT Große tnlem. Bübnenscfaan Beginn der ersten Vorstellung 5J0 Uhr Kasseneröffnung 5 Uhr :Alln Primus-Palast Hermannplatz Wochent 7 U„ Sonnt ab 4.45 U. Vater nnd Sohn mit Harry Liedlke, Rolf von Golh Auf der Bühne; Lebemänner, die anf alles pfeifen mit Lorras und Partner Ferner: Willy Prager mit seinem Repertoire Kukuk Beginn � 6,30 Bn'1 9 IJhr Kottbusser Damm 92 Der größte Tonfilm der Welt: The slnglng Pool mit AI Jolson (Der singende Narr) Tonfilmbeiprogramm Jugendliche haben Zutritt Excelsior Beeian 4i 6,3Ü u' 9 U1,r Kaiser-Friedr.-Str. 191 Der größte Tonfilm der Welt: The Inging Pool mit AI Jolson iDer singende Narr) Tootilc-u.-iproiiramm. lugendliche haben Zutritt Stern, Hennanmfralje 49 Beginn 4, 6�0 und 9 Uhr Der größte Tonfilm der Welt; The slnglng Pool mit AI Jolson (Der singende Narr) ToafilmKelorodrumm Jugendliebe höben Zutritt Oston Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Wochentags 6 Uhr, Sonnabd.SVi Uhr, Sonntags 9 Uhr Das große 2-SchIager-Programm: Die Do da von New York mit George Bancraft D. Teofelsreporier mit Eddie Polo Auf der Bühne: Das russische Künstler-Theater: Zwetnoff ArlcÜn Luna-Filmpalast Gr. Frankfurter Str. 121 Vater und Sohn mit Harry Liedlke Mets HLmmelreidh m Vilma Danky Bühne: Erlebu. ein. Vontadüdaos Concordia-Palasi Andreasstraße 64 Bübnensdhan Los, Harold, lost m. Harold Lloyd Detektiv ans Liebe m W. Fairbaaks Comenius-Lidüspiclc Memeler Straße 67 Wochent 6. Sbd. 5, Sonnt ab 3 Uhr Pollzelmstr. Tagejeff(D. Sittenpaß) Der SdheldDngigrnnd(Lustspiel) Kosmos-Liditspielc Lichtenberg, Lückstraße 70 Das Mädel mit der Kamera Der fliegende Cowboy mit Hoot Gibson Bfihnenscbaa Jugendliche haben Zutritt � WieslergehBneweMRjt Elysium(pu�pasas.) Hassel werderstraße 17 BübnensdiaD S 175, Blutschande Im Prater blfib'n wieder die Bäume PrIetfi-lchsreCct« ffinrt R-ttrli Begmn täglich IVIUO O JSCU 7 und 8.40 Uh- Alt-Friedrichsfelde Das grüne Monokel mit Ltvio Pavanelli Moderne Müller mit Irene RlcL Nordosten „Elysium" Prenzlauer Allee 56 Film und Bühne S. 3,15 Jug.-Vorst Die Docks von New York mit Bancrofl E. Otteaey and ihr Ballett Weittensee Sdllo�park Film. Bühne Berliner Allee 205—210 Vaiietöschan Die erste Fran im Leben mit Mary Doncan Karriere mit Ch. Chaplin Bübnensdian ■ worden■ Alhambra Bübnesschao Müllerstraße, Ecke Seestraße Das grüne Monokel mit Stnard Webbs Beiprogramm „Alhambra*' Badstraße 58 Vater nnd Sohn mit Harry Ltedike Beiprogramm Colosseum Schönhauser Allee 123 Wtgs. ab 5.30 Uhr Stgs. ab 3 Uhr Uraufführung: Der Frosch mit der Maske Bühne; Paol Wesfermeyer, Lotte Doboschinsky, Maz Tobten Elektra-Palast Wiesen-, Ecke Kösliner Straße Jennys Bammel durch d. Männer Nachtlokal mit EvcUne Holl Gala-Lichtbühne Usedomstr. 14 Anf. 6, 8,30. S.5,7,9LJ. f 173, Blutscbande mit O. Tschcdsowa Kolonne X mit R. Schftnzel Noadc's Lichtspiele Brunnenstraße 16 Wtg. 5 U., Stg. 4 U. Stgs. 2 U. Jugendv Der GGnsüing von Schßnbronn mit Li! Oagover Menschen- Arte Pharus-Licfatspiele Müllerstraße 142 W. 5>« U. Stg, 4 U Stg 2U. Jugendvorsteil Der Schwor des Harry Adam (Vergessene Oes.chter) Hetzjagd auf Mcmch->»-<4 Tier Praier-Lichtspie!- Palast Kastanicnaiiee 7-8 Bühnen schsn Die Konkurrenz platzt mit Liedlke Detektiv aas Uebe m. W.Fairb&akr Ausst-Revue: Das Ist richtig Rialto" Film u. Bühne Reinickendonei 8u. 14(am Wedding) Zwischen Prisen n. d. Mandschurei 5 Jonge Adler flbnen sehen Skala-Lichtspiele Schönhauser Allee 80 W. 6, Stg. 4-30 U. Der Straßensänger IN« Verführerin mit LM Anw Ballschmicdcr- Licfalsp. Badstraße 16 Große Bübneasdiaa Die Kaalmrrenz platzt mit Harry Ucdtke, M. Corda Der Günstling von Schönbnmn mit L. Oagover, Pctrovlch Humboldl-Theatcr Badstraße 16 Madame Colibri M. Moria Jacobtni Die Jagd nach Pharaos Leuchter Kristall-Palast Prinzenallee 1—6 Große Bühneaschaa Sein bester Freand mit Harry Plrl Beiprogramm Tivoli, Pankow Berliner Straße 27.... W. 6J0 U„ Sbd. 5 J0 U, Stgs. 4 U. Der Mann, der«Idri UM Die Jntfd nach der Erb�dmö Bühne �Nieriortchönhauian W Film-Palast �önTlo� Blankenburger Straße � � Vafer, Ich klage dich aal Teure Heimat(Drei machen ihr Glück) ■ T*B*'* Filmpalast Tegel Bahnhof str. 2 W- 6, 8>1, Stg. 4 Vs, 6'o. 8«s Der Hund von Baskerri le Fran oderOeUebtc?(Corr.Cnlfith) Bühne: Charly? Union-Theater Hauptstraße 3 Beg. Wtg. 6 U Stg. 5, 7J Der Henker von Prag Das gute Beiprogramm u Balnlc�tnHorlF-Ott�Jl Bürgergartcn-Liditsp. Hauptstraße 51 FUm- n, Bühneaschaa Meine Schwesler and ich mit Mady Christians Achtang, Zwangsladwi AprWmw Stuilauiaaäe dt» Haben Sie Grippe? Einige Verhaltungsmassregeln tßeilaüe Dienstag, 26. November 1929 Internationale Sozialversicherung Erfolge der Infernalionalen Arbeifsorganisation Vor zehn Iahren wurde die Internationale Arbeits- organifation als zwischenstaatlicher Verband errichtet. Ihre wichtigste Ausgabe besteht darin, für die Verbesierung der Arbeits- bed.ingungen zu wirken und die Ungleichung der sozialen Gesetz- oebung von Staat zu Staat zu betreiben, damit nicht die Be- mühungeu der auf Verbesserung des Loses der Arbeiter bedachten Nationen durch die Rückständigkeit anderer gehemmt werden. Im Verfolg dieses Grundsatzes hoben die Konferenzen der Internationalen Arbeitsorganisation bereits eine Reihe von arbeits- rechtlichen Beschlüssen gefaßt, welche die Ungleichung der Gesetz- gebung über die Entschädigung der Betriebsunfälle und über die Krankenversicherung bezwecken. Richtlineien für die internationale Ausgestaltung der übrigen Zweige der Sozialoersicherung sollen später aufgestellt werden. Ein Uebereinkommen über Entschädigung von Be- triebsunfällen besteht seit 192S. Bisher sind ihm aber erst elf Staaten beigetreten, darunter zwar einige wirtschaftlich wichtige Klein-- und Mittelstaaten, aber noch kein Großstaat Europas. Das Uebereinkommen gilt für Arbester, Angestellt« und Lehrlinge aller Wirtschaftszweig« mit Ausnahm« der Landwirt- sckoft, der Seeschiffahrt und Fischerei. Es enthält nur Vcr- pflichwngen selbstverständlicher Art, von welchen die wichtigsten folgende sind: Den Verletzten oder ihren Hinterbliebenen ist Ent- schädigung zu zahlen. Bei dauernder Erwerbsunfähigkeit oder Tod ist in der Regel eine Reiste zu zahlen, die aber unter bestimmten Boraussetzungen ganz oder testweise durch eine Abfindung abgelöst werden kann. Hilflos gewordene Verletzte haben Anspruch auf Zusatzentschädigung. Für den Fall der Zahlungsunfähigkeit des Arbeitgebers oder Versicherungsträgers ist die Zahlung der Ent- schädigung anderweitig durch die Gesetzgebung sicherzustellen. Den Verletzten ist Anspruch auf Arzthilfe, Arznei, Körperersatzstück« usw. zu gewähren. Zur Ergänzung des Uebeveinlommens wurden zwei Vorschläge für die Gesetzgebung aufgestellt, die sich aus die Höhe der Ent- schädigung und die Spruchbehärden in Entschädigungssachen beziehen. Es ist zu bemerken, daß mst den Uebereinkommen in Farm und InHost übereinstimmendes internationales Vertragsrecht geschaffen werden solle. Die„Borschläge" dagegen wollen nicht formell gleichartiges oder doch fachlich übereinstimmendes Arbeits- recht anbahnen: sie bedürfen nicht der Ratffikation. Mehr Erfolg hatte ein Uebereinkommen, welches die ihm bei- tretenden Staaten verpflichtet, gewisse Berusskrankheiten hinsichtlich der Entschädigung den Betriebsunfällen gleichzustellen. Bisher haben 18 Staaten dieses Ueberein- kzJimen, ratifiziert: unter, ihnen befinden sich Deuffchlond. Oester- reich, die Schweiz, Grotzbriiannien, Japan und Indien. Ein weiteres Uebereinkonrmen sieht vor, daß die ihm beitretenden Staaten verpflichtet sind, Angehörigen anderer Mitgliedstaaten der Internationalen Arbeitsorganisation, die ebenfalls ratffizicrt haben, wenn ihnen auf ihrem Gebiete ein Betriebsunfall zustößt, hinsichtlich der Unfallcntschädigung die gleiche Behandlung zuteil werden zu lassen wie ihren eigenen Staatsangehörigen.. Diese Glcichbehandlung ist ohne Rücksicht auf den Wohnsitz zu gewähren. Ratifiziert haben das Uebereinkommen bereits 25 Staaten, darunter fast olle Staaten Europas. Schon die Arbeitskonferenz von l!)?l verhandelte über die Frage der Ausdehnung der Unfallversicherung aus die' Landwirtschaft und beschloß ein Uebereinkommen, dessen wichtigste Bestimmung lautet, daß jeder ratifizierend« Mitgliedstaat seine Gesetze und Vorschriften über die Enffchädigung der Arbeiter für Betriebsunfälle auf alle landwirtschaftlichen Lohnarbeiter aus- zudehncn hat. Diesem Uebereinkommenscntwurf sind bisher zwölf Staaten beigetreten. Im Iabre 19Z7 beschloh die Internationale Arbeitskonferenz Zwei. Uebereinkommen über die obligatarische Krankenv�r- sicher ung der gewerblichen Arbeiter und Haus- g e h i lf e n, sowie der lnndwirtichoftlick>en Arbeiter. Sie wurden bisher erst von wenigen Staaten ratifiziert. Beiden Uebereinkommen find beigetreten: Deutschland, Oesterreich. Luxemburg und die Tschechoslowakei. Dos Uebereinkommen betreffend die gewerbliche Krankenversicherung allein haben Ungarn, Rumänien und Jugo- slawien ratifiziert. Bis auf die Umschreibung des Geltungsbereiches find beide Uebereinkommen gleichlautend. Sie bestimmen, daß An- spruch auf Krankengeld, Arztbehandlung und Heilmittel mindestens während der ersten 26 Wochen der Arbeitsunfähigkeit bestehen soll: daß die Durchführung der Versicherung durch selbstvcrwaltend« Organe zu erfolgen hat, an denen die Versicherten nach Maßgabe der Landesgesctze mitwirken: daß die Kosten durch die Berflcherten und ihre Arbeitgeber zu tragen sind: Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln zu gewähren, bleibt den Ländern überlassen. Einschränkungen und Ausnahnren sind bei den meisten Punkten vorgesshen. Die Gesetzgebung über die Krankerwerficherung ist tatsächlich erst in wenigen Ländern so weit vorgeschritten, daß sie mst den Bestimmungen des Uebereinkommens völlig in Einklang steht. Irgendeine obligatorische Versicherung gegen Krankheit gibt es gegenwärtig in 23 Ländern. In manchen davon ist ihr Anwendungs- b ereich noch sehr beschränkt. In 18 Ländern erstreckt sie sich auf sämtliche Arbestnehmer der Industrie und des Handels, in 11 Ländern unterstehen ihr auch ine landwirtschaftlichen Arbeiter. Es wird wohl noch Jahre dauern, ehe die Gesetzgebung auch nur in den«uro- päischcn Staaten allgemein den ohnehin bescheidenen Grundsätzen des internationalen Uebereinkommens angepaßt sein wird. Ueber die Angleichung der Krankenversicherung der Seeleute hat die 13. Tagung der Arbeitskonferenz im laufenden Jahre beschlossen, darauf bezügliche Fragen an die Regierungen der Mitgliedstaaten zu richten. Die endgültige Entscheidung wird später erfolgen. Einige arbeitsrechtliche Beschlüsse betreffend die Arbeits- losenversicherung wurden ebenfalls bereits gefaßt. Ein Vorschlag der ersten Internationalen Arbeitskonferenz(1919) empfiehlt unier anderem den Staaten die Einführung einer wirk- s a m c n A r b c i s l a s c n v e r s i ch c r u n g, fei es in Form einer staatlichen Einrichtung oder durch Förderung der Arbeitslosenkassen «wo Verbänden. Die Arbeitslosenversicherung der Seeleute hat ew Regelmäßig nnt Eintreten der kästen Jahreszeit haben wir in den letzten Jahren ein Ansteigen aller Erkältungskrankheiten und insbesondere der Grippe beobachtet. Im Dezember vori- gen Jahres setzte die Erkrankungswslle so schnell und intensiv ein, daß die Krankenhäuser nicht ausreichten und die sachgemäße Unterbringung aller kranken nicht mehr möglich war. Die Grippe, die seit etwa lv Jahren von Zeit zu Zett epidemisch bei uns auftritt, ist keine neue Erscheinung, sie hat nur einen neuen Namen bekommen: es ist die von altersher bekannt« Influenza. Die Krankheit beginnt mit mehr oder weniger hohem Fieber, all- gemeiner Mattigkeit und meist heftigen katarrhalischen Er- scheinungen. Bekannt sind die bösen Folgen einer verschleppten Grippe. Aus dem Katarrh kann eine Lungenentzündung entstehen, die Krankheit kann sich auch auf die Hirnhaut erstrecken, die söge- nannte Kopfgrippe und eine ganze Reihe anderer Komplikationen kann hinzutreten. Hat ein Kranker sich nicht genügend geschont, so kaim er das Glück haben, daß trotzdem die Krankheit ausheilt, aber regelmäßig bleibt, oft für lange Zeit, ein Schwächezustand bestehen, der nur schwer überwunden wird. Die Grippe kann also alle Erscheinungsformen haben, von einem leichten, kaum fieberhasten Katarrh bis zu einer schweren, häufig tödlich verlaufen- den Allgenieincrkrnnkung. In siner.Grippezeit" sich vor Ansteckung zn schützen ist außerordentlich schwer. Diese Erfahrung haben wohl zahlreiche Vorsichtige gemacht, die die Merkblätter über Grippebekämpfung mit größter Aufmerksamkiet gelesen und auch die Ratschläge be- folgt haben und trotzdem nicht von einer Grippe verschont blieben. Das darf aber kein Grund sein, dem Schicksal seinen Lauf zu lassen, wenn man sich auch nicht mst Sicherheit schützen kairn, so kann man doch viel tun, um der Ansteckung zu entgehen. Die Uebertragung erfolgt von Mensch zu Mensch. Kranke Menschen, die husten, niesen, sprechen, vefftrauen die Krankheitserreger in ungeheuren Mengen in den dabei versprengten Tröpfchen. Da die Grippeerregcr zu den kleinsten und leichtesten Bazillen gehören, wirbeln sie durch ziemlich große Entfernungen und lange Zeit in der Luft herum. Daraus ergibt sich das erst« Gebot, sich gegen Ansteckung zu schützen: Halte dich in Grippezeiten möglichst von Menschenansamm- lungert fern, auf all« Fälle vermeid« nahe Berührung mit Menschen. Die allgemeinen hygienischen Regeln müssen in solchen ungesunden Zestcn besonders genau befolgt werden. Man muß und kann sich davor hüten, sich anhusten oder sich etwas in die Ohren tuscheln zu ...lassen. B eg.o n de r s i n d c r F a m> l i e muß man darauf achten, daß Eßgeschirr, Trinkbecher oder gar Taschentücher nicht gemeinsam benutzt werden. Küssen ist während der Grippezeit eine u n- soziale Handlung! Genau wie jeder einzelne sich nach Mög- lichkeit vor Ansteckung schützt, muß er es auch vermeiden, andere anzustecken. Das ist nicht nur ein« selbstverständliche Anstands- pslicht, es ist auch das einzige Mittel für die Allgemeinheit, die Ausbreitung der Epidemie einzudämmen. Die Vorsichtsmaßnahme» sind nicht nur geboten, wemr man schon erkästet fit und sich krank fül)lt, auch ganz gesund« Menschen können Krankheitserreger haben, ohne selbst zu erkranken, können sie die Grippe auf andere Menschen übertrogen. Grundsätzlich muß man beim Husten das Taschentuch vor den Mund hallen und es vermeiden, andere Menschen mst seinem Atem zu streifen. Das auf den Boden spucken ist eine Rück- sichtslosigkeit gegen die Allgemeinhett. nicht nur, weil es im höchsten Grade unappetitlich ist, sondern auch, weil die Gesundheit eines großen Personentreises gefährdet werden kann! Ucberfüllte und schlecht gelüftete Räume, Kinos usw. sind in der Grippezeit immer gefährlich und zu meiden. Auch i m H a u s« ist gute Lüftung und peinliche Sauberkeit unbedingt erforderlich. Besen und Klopfer sind an sich schlechte Hausgeräte, weil sie ja in erster Linie den Staub Vorschlag der Arbcttskonferenz von 1926 zum Gegenstand. Ein Uebereinkommenscntwurf derselben Konserenz bestimmt, daß bei Verlust eines Schiffes durch Schiffbruch der Reeder oder derjenige, mit dem der Seemann einen Vertrag über seine Be- schäftigung an Bord des Schisfes abgeschlossen hat, jedem auf diesem Schiffe beschäftigten Seemann ein« Entschädigung für die Arbeits- lofigkeit zu leisten hat, die infolge des Derlustes des Schfffes ent- steht. Diesem Uebereinkommen sind bisher 14 Staaten beigetreten. H. F. Der Körper als Akkumulator Nervöse Menschen, Verletzte und Kranke leiden bekanntlich unter Witterungswechsel manchmal ganz auffallend. Bisher schob man diese seltsam« Abhängigkeit vom Wetter auf den Wechsel des Luftdrucks und der Feuchtigkeit: es läßt sich aber beweisen, daß die Feuchtigkeit nur relativ wenig, der Luftdruck fast gar keinen Einfluß auf diese Erscheinungen hat, da sie gar nicht parallel auf- treten. Noch einem Gewitter z.B. verschwindet die Nervosität momentan, während der Luftdruck sich nur langsam ändert, und umgekehrt treten die Depressionserscheinungen, das Stechen in den Narben, die AengfUichkeit usw. meist lange vor Eintritt des Wstte- rungsumschlages auf. Nach den neueren Untersuchungen, besonders von Professor D ö r n o, sind es vielmehr die Schwankungen der elektrischen Ladung in der Luft, welche den Körper und besonders das Nervensystem beeinflussen. Der Körper muß von Strömen durchflössen sein, weil die«lektro- magnetischen Krafttinien in der Nähe des Kopfes zahlreicher auf- treten als an den Füßen, so daß«ine Spannungsdifferenz entsteht. die zum Sttom führt. Außer diesen senkrechten Strömen wirken auch sogenannte Konvcktionsstrvme auf den menschlichen Körper. deren Träger die elektrisch geladenen Staub- und Rauchteilchcn oder die gleichfalls geladenen Kondenfationsproduktc Regen und Schnee sind. Professor Dorna nimmt an, daß die Schleimhaut be- sonders große elektrische Leitfähigkett bssttzt, und daß deswegen die aufwirbeln. Fußböden müssen feucht gewischt werden, möglich� mst einer desinfizierenden Flüssigkeit. Der Staubsauger ist nicht nur bequem, er ist auch vom hygienischen Standpunkt ein ent- schiedener Fortschritt in der Hauswirtschaft. Um so bedauerlicher rst es, daß in Berlin noch fast die Hälfte der Wohnungen ohne elektrische Anlage ist und daß trotz der von den städtischen Elek- trizitätswerken ermöglichten Ratenzahlung der Anschaffungspreis noch so hoch ist, daß er für weite Kreise nicht in Betracht kommt. Man erkrankt nicht zu allen Zeiten gleich leicht an Grippe. eine große Rolle spiest die Empfänglichkeit. Jede Erkältung bereitet den Boden für ein« Grippeerkrankung vor So sehr man sich im Interesse der Allgemeinheit davor hüten soll, in der Grippe- zett jeden Schnupfen als Grippe zu bezeichnen, so ist es doch not- wendig, jede leichte Erkältung vorsichtiger zu behandeln und vor allem sich vor Erkältung zu schützen. Erfahrungsgemäß haben wir in scharfer Kalle, wenn die Menschen sich warm anziehen, weniger unter Krankhsiten zu leiden, als im Uebergang, wo viefe Leute sich in bezug auf Kleidung noch nicht vom Sommer trennen wollen. Die kurzeIacke, auch wenn sie oben gut warm hält, der kurze Rock, mtt dünnen Strümpfen und flachen Schuhen sind bei einer Temperatur von wemgen Graden über Null eine denkbar ungeeig- net« Kleidung. Wer sich nicht erkälten will, muß vor allen Dingen Füße ond Leib warmhallen! Die arbeitende Bevölkerung, die sich im Erkrankungsfalle nie genug schonen kann, muß törichte und gesundheitsschädliche Moden einfach ablehnen! Zu Abhärtungsversuchen ist diese Jahreszeit nicht ge- eignet, damtt begimre man. wenn es warm wird! Sehr zu be» grüßen ist das Wiederauferstehen des allen Gummischuhes, denn noch gefährlicher als lalle Füße sind nahe Füße! Die scharf« Luft darf man nicht mit offenem Mund ein- atmen, besonders nicht, wenn mcm aus einem warmen Räume kommt! Wenn man durch die Nase atmet, wird die Luft vorgc. wärmt, bevor sie in die Lunge strömt, darum bute auf der Straße hübsch den Mund halten, auch wenn es manchmal schwer fällt. Kommt man durchnäßt und durchfroren nach Hause, dann ist ein heißes Getränk sehr nützlich. Alkohol ist kein Schuhmittel gegen Grippe und auch kein Heilmittel. Alle Wnnder, die ein steifer Grog schafft, bringt ein heißer Tee auch fertig. Fühlt man, daß man sich erkältet hat, dann macht man in der ungesunden Zeit vernünftigerweise keine Kraftprobe, sondern man legt sich ins Bell und sobald sich Fieber einstellt, begibt man sich in ärztliche BehaiMung! Rechtzeitig zwei Tage Bett- ruhe spart oft ein langes Krankenlager! Auch den» Betriebe tut man einen besseren Dienst, wenn man ein paar Tage fernbleibt, als wenn man hustend und niesend erscheint und die Kollegen ansteckt. Sehr wichtig ist in dieser Zeit eine geeignete Haus- krankenpfleg«. Viele Menschen verschleppen ihre Erkältung, well sie zu Hause keine Möglichkett haben, eure einfache Schwitzpackung zu machen. Die Krankenhäuser werden aber durch die große Zahl der Leichtkrarcken so belastet, daß es dann für schwere Fälle, die wirklich die Einrichtungen des Krankenhauses brauchen, an Platz fehlt. Leider ist die von den Sozlaldemokrakcn so oft geforderte Hans- krankenpslege in Berlin noch nicht durchorganisiert. Die Bezirke haben aber die Möglichkeit, geeignete Kräfte einzustellen, um die Kranken im hause zu versorgen und die Krankenhäuser zu entlasten. Zur Abwehr der Grippe muß die städtische Gesundheitsoerwal- tung alle Vorkehrungen treffen. Aber auch die Bevölkerung muß von sich aus dazu bettragen, die eigene Gesundheit und die Gesund- hett der Mitmenschen zu schützen. Dr. Käte Frankcnthal. Schleimhäute die elektrischen Einflüsse am leichtesten auf- nehmen. Auch die Kolloidchemie hat uns neue Erkenntnisse über iKi-s Verhalten unseres Körpers im elektrischen Strom gebracht. Das Blut ist z. B.«ine sogienannte kolloidale Lösung, d. h., es besteht aus mikroskopisch kleinen Teilchen die in der Blutflüffig- keit fein verteilt sind. Unter dem Einfluß elektrischer Ström« ballen sich diese Teilchen Mammen, man könnte sagen, das Blut verdickt l sich: ein« ähnliche Erscheiming tritt übrigens bei Gewitter bekannt- lich in der Milch«in, die zuerst flockig, dann„sauer" wird. Die Gewttterongsi, welche so viel« Menschen haben, bedeutet also wahrscheinlich nichts anderes, als daß sie unker dem Einfluß der großen elektrischen Spannungen stehen, welche das Wesen des Gewitters ausmachen. Di« Spannungsdifferenz zwischen Erd- und Luftelekttizität beträgt dabei oft Hunderttausende von Volt. Auch bei anderen Naturerscheinungen, z.B. Vulkanausbrüchen usw., tasten vorher elektrische Spannungen auf, welche sich bei Tier und Mensch bemerkbar machen. Tagelang vor dem letzten großen Ausbruch des Mt. Pelee flüchteten Hunderte von Tieren, während die dort anwesenden Vulkanologen einen Ausbruch nach für un- wahrscheinlich hielten. Durch Messungen läßt sich zeigen, wie der Körper sich gegen die Elektrizität verhält: die Oberhaut hat ein« andere elektrische Ladung als dl« Kopfhaut und das Schuhwerk wiederum eine andere als die Oberhaut. Die Haare sind eittgegengssetzt elektrisch geladen als die Haut. Das ist auch der Grund, weshalb sich die Haar« in- folg« ihrer elektrischen Ladung nicht sttäuben. Beim Laufen und Arbeiten wird die negative Elektrizität durch die Haut zur Erde abgelettet. Unser Körper gleicht also einem Akkumulator, der seine Ladung auf die verschiedenste Weise empfängt. Der durch seine Versuche über Höhenstrahlung bekannt gewordene Dr. K o h l h ö r st e r konnte zeigen, daß allein schon durch dos Reiben der Stiefslsohle auf Linoleum der Organismus um viele Hundert Volt aufgeladen wird. Auch hier ist es also wieder das Wunder der Elektrizität, das so manche bisher rätselhafte Erscheinung erklärt. Dr. L. Albert. (13. tinrti'ctiang.') 2ü»er die Arbeiterfront fing schon on. schwer« Barluste zu er- letösrt. N n oo ro war durch«in« großzügig« faschistisch« Aktion. bei der«? mehrere Tote gab und unser« Bolkshäuser und Korpora' tiven verbrannt wurden, niedergeworfen worden. In Rooenna bemächtigten sich die Faschisten der Stadt nach einem Gefecht, bei dem 12 Tote blieben, und der berühmte Palast Byron, der Sitz der sozialistischen Arbeitergenossenschaften, in Flammen aufging. Der proletarische Widerstand konzentriert« sich jetzt«ms dos industrielle Dreieck von Mailand, Turin und Genua. Ein Anfang Juni unternommener Versuch, Mailand zu besetzen, war ge scheitert. Der Generalstreik bot nun di« zweit« Gelegenheit und dies mal den Erfolg. Sobald die Streikorder bekannt wurde, antworteten di« Faschisten mit einem Ultimatum, in den, erklärt wurde, daß si« für di« Wiederherstellung der Ordnung sorgen würden, falls noch 48 Stunden die Arbeit nicht wieder aufgenommen werde. Am öruvo Buozzi, Sefcret&r des it«Ueoisebeo C.S-T. Morgen des 3. August wurden di« 5?orden losgelassen, um das Msiländer Rathaus zu besetzen. Die Operation war sorgsam vor- bereitet worden und genau ausgearbeitet, im vollen Einverständnis mit der Polizcidirektion. Seit dem Jahre 1314 war es der Traum der lombardischen Konservativen gewesen, die Sozialisten aus dem Rothaus zu jagen. Waren doch dies« Konservativen gewissermaßen Faschisten, ehe es einen Faschismus gab, und treue Anhänger Habs- burgischer Methoden! Diese Methoden betätigten sie am 3. August, indem sie gleichzeitig das allgemeine Wahlrecht und ihre eigenen Gesetze mit Füßen traten. D'Annvnzio kain am Abend an, um durch seine Gegenwart dem Unternehmen Weihe zu geben und den Mantel des Patriotismus über einen politischen Handstreich zu hängen, dessen offenkundiger Zweck«s war, den Reichen die Stadtverwaltung zurückzugeben und das Volk aus ihr zu vertreiben. Im Mittelpunkt d«w Stadt wimmelte es von Atenschen, wahrend die äußeren Viertel still und od« waren. In der Galerie hallten Gesang« und Kriegsruf« wider. Vom Korso aus strömten Bewaffnete auf den Domplatz und vor das Rathaus. Diese Menge eleganter junger Leute, aus der Wimpel mit der italienischen Trikolore empor- ragten, amüsierte sich mit den üblichen Zwiegesprächen: Wem Italien? Uns! Wem der Galgen? Filipetti!(Das war der sozio- listische Bürgermeister.) Für D'Annunzio? Eia, eia, alola! F ü r M uss o li ni? Eia, eia, alala! Man brüllte: Nieder Turati l Ni cd er S« r rat i! In den Kanal mit den Soziali st«n! Plötzlich hörte man Fanforenstöße. D'Annunzio mit dem iaschistisckjeii Gcneralstab erscheint auf dem Platz. Mit einem Wimpel der Trikolore in der chand, wird er theatralisch auf den Balkon des Palostes Marino gehoben Seine Worte verlieren sich in dem Tumult des Beifalls, über die dichtgedrängte Masse der Faschisten scheint eine Art Taumel gekommen zu sein. Hüte und Käppis werden geschwenkt. man winkt mit schwarzen Tüchern und reckt di« Dolche und Gewehre hoch empor. Und dann ein Schrei aus tausend Kehlen:„Z»m Avant!!" Aber andere Schauspiele und Zerstreuungen bieten sich den„Patrioten". Die Nacht sinkt nieder über di« Stadt und über die Orgie. Die Masse der Schwarzhemden verstreut sich in olle Rich- tungen. Man geht in die eleganten Restaurants, um zu soupieren. man besäuft sich patriotisch beim Schrei„Es lobe Italien". Erst spät in de? Nacht haben die Schwarzhemden sich müde getobt und e? wird still... Inzwischen hielten wir im„Avonti" ein« traurige Wache. Lan allen Seiten kamen schlecht« Nochrichten. In Rom fand die Krise ihr« Lösung in einer grotesken Auferstehung des Kabinetts Facta. In Genua hatten die Schwarzhemd«» die Arberterkanuner und die fozia- lsstlsche Leitung„Lqooro" geplündert. Aus Turin wurde nichts besseres berichtet. Wir wußten, was uns bevorstand. Es war un. möglich, einen wirksamen Widerstand zu organisieren. Im Hof be- stand ein« Art Schützengraben, der durch Stocheldraht geschützt war. Aber seit zwei Monaten tonnten die Arbeiter nicht in das Gebäude kommen, ohne den Polizisten gezeigt zu haben, daß sie waffenlos waren, denn di« Polizei hielt im Hause Wach« unter dem Dorwand, uns zu verteidigen. Gerado on dem Tage, an dem dio Faschisten da» Rathaus besetzten, hatten wir«ine Haussuchung gehabt, bei der uns mehrere Revolver beschlagnahmt wurden. Was konnten wir unter diesen Umständen tun? Wir hotten .'eine Berteidigvngsmittel und konnten keine herbelschoffen. während die Gegner fest entschlossen waren, ihren häutigen Sieg durch die Ber- wüstung unserer Zeitung, der Zeitung des Proletariats, zu krönen. Unser stolzer Bau, der über 4 Millionen Lire gekostet hatte und im Herzen van Mailand die Macht der Arbeiterklasse versinnbild- lichte, war der Vernichtung geweiht. Am 4. August um 4 Uhr nach- mittags begann d«r Ulcherfoll. Ich hatte feit drei Togen dos flavs nicht verlassen. In diesem Augenblick waren in den Redaktions- räumen und in der Druckerei nur im ganzen 13 Redakteure und Arbeiter. Einig« junge Genossen waren zu uns gestoßen, trotz der polizeilichen Ucbcrwachung. Wir besaßen nicht?, um uns zu ver- teidigen, als 3 oder 4 Rcoolver, die den.Haussuchungen entgangen waren. Der Angriff erfolgte gleichzeitig von zwei Seiten noch ollen Regeln der Kriegskunst. Die faschistischen Koloimen rückten nur langsam vor unter dem Schutz eines ununterbrochene» Kugelregens. Nachdem sie getan hotte, als ob sie Widerstand leistete, zog sich die königliche Garde zurück. Der Hauptmann, der sie befehligte, kam vorher hinauf, um mit mir zu unterhandeln.„Es ist uns umnög- lich," sagte er.„die Verteidigung der Zeitung durchzuführen." „Ich hob« ni« geglaubt, daß Sie das tun würden." „Wir haben Befehl, nickst zu schießen." „Das bezweifle ich nicht." „Ich gebe Ihnen den Rat, sich unter den Schutz der Polizei zu stellen und die Türen zu öffnen. Dadurch werden Si« das Schlimmste vermeiden." „Wir sind waffenlos, aber wir werden nur der Gewalt weichen." Jetzt hörte man schon das Brüllen der Faschisten. Einer der wachthabenden Soldaten, der an der Stirn verwundet war, unter- brach unsere friedliche Unterredung. „Ich sehe mich genötigt, mich zurückzuziehen," sagte der Haupt- mann. „Tun Sie, was Sie wollen." Nun gab es einen Augenblick Ruh«, so lange wie die Polizei braucht«, sich unter dem Beifall der Schwarzhemden zurückzuziehen. Dann ging die Schießerei von neuem los. Die Faschisten hotten eine Bresche in die Hofmouer gelegt. Bon da aus drangen sie vor. Zwei der ihren waren gefallen. Bor den' Geflocht vost Stacheldraht, durch das ein elektrischer Strom geleitet war, schreckten si« zurück. Aber schon hatten sie von der anderen Seit« durch Leiter den Balkon erreicht und drangen von da in di« Redaktionsräume, indem sie diporl ist der gewollte Zweck der KDD„ die sich nur scheut, offen zu Ihren wahren Absichten zu flehen. Die Areisver- 'relertagung spricht dem Bundesvorstand ihr vollstes Der- trauen aus und erwartet von allen Funktionären und Bundesgenossen, daß sie in der Abwehr des aufgezwungenen Kampfes ihren Mann stellen und den Bundessahungen und Bundesbe- schlüssen überall Gellung verschossen." Erfreulich ist die Bautätigkeit im Bund«. Für rund 20 Millionen Mari Eigenheime, Plätze und Bäder sind geschossen. Aber gründliche Prüfung neuer Pläne ist dringendste Pflicht, weil sonst Fehlschläge unausbleiblich sind. Darum sind in Kreisen und Bezirken Bauausschüsse zu wählen, die den Bereinen mit gutem Rat zur Seit« stehen sollen. Sehr lebhafte Aussprachen brachten die .Tragen der Beteiligung an der Berfa jsungsfeler und an der Deutschen Hochschule für Leibesübungen. Die erster« Frage soll nach gründlicher Aussprach« auf den kommende» Kreistagen den nächsten Bundestag beschäftigen. Die zweite Frage wird weiter geprüft werden. Am 19. Januar: Sportpalast! HallcmpoTtfcst der Arbeitersportler! Ein Hallens p ortfest größten Stils, Veranstalter von den Arbeitersportlern Berlins, ist in Borbereitung: Am 19. Januar werden die bundestreuen Arbeitersportler im Sportpalast ausmarschieren. Das Programm ist bereits fertiggestellt. Außer Turnen und Masseiw orführungen hat natürlich, wie immer bei Hallenfasten, die Leichtathletik den Löwenanteil an den Aus- suhmngen. Um der breiten Mass« die Beteiligung zu ermöglichen, ist den Mannschaftskämpfen der Vorzug gegeben. Beispielsweise sind folgend« Stasfelkämpfe m den verschiedenen Klassen vorgesehen: 4X41)0 Meter. 10X50 Meter, 10x2 Runden. Olympische Stafette. Dazu kommen Einzelkämpse über 30 Meter, 50 Meter Hürden, 1000 Meter. 3000 Meter usw. Das Reich interessiert sich besonders für das Berliner Fest. Wünsch« zur Berücksichtigung im Programm liegen bereit? seit längerer Zeit vor. Der 2. Kreis erscheint mit einer Kre'.zmonn- ichoft. Außerdem liegen bestimmt« Zusagen vor aus Hamburg. Stettin, Magdeburg. Leipzig. Die Borbereitungen deuten somit schon jetzt daraus hin, dos Berlins Arbeiters po rtler ein Fest ausziehen werden, das sich den früheren Festen würdig anreihen wird._ Etwas für Frauen! Zipeckzymnastit und Körperpflege im allgemeinen sowie auch dax Geräteturnen ist auch für Frauen zweckdienlich und für den Gc- sundheitsstond, insbesondere der Frauen des Arbeiterftandes, unbe- dingt erforderlich. Das erkennend, folgten letzter Zeit ein beträcht- licher Teil von Arbeiterfrauen den Rufen der Arbeitersportler: .Frauen über 25 Jahre kommt zu uns und betreibt Turnen und Spart!" Auch in: Stadtteil Moabit existiert eine Frauenabtellung, i» der Frauen über 25 Jahre im Kreise Gleich- gesinnter ihren Sport und ihre Körperpflege betreiben können. Heute, Dienstag, von 20 bis 22 Uhr, hält nun der Sportverein Moabit in der Turnhalle Quitzowstr. 115 einen internen H a ll e n w e t t k a m p s sür Frauen über 25 Jahre ab. Mit Medizinball, Lauf. Wc'tipruno. Sietzballwerfen. mit Turnen und Spiel wollen die Frauen allen Alkersgenossinnen zeigen:„Seht, so treiben w>r Sport und Körperpflege. De-halb kommt zu uns!" Die Frauenabteilung für Mitglieder über 25 Jahre turnt regelmäßig Dienstag, 20 bis 22 Uhr. in der Turnhalle Quitzowstr. 115. Gäste jederzeit herzlich willkommen Weitere Auskünfte erteilt gern der Abteilungsleiter?l. Göbel, NW. 21, Pntlitzstr. 8. „Verfaulte" russische Revolution) Das Zentralorgan der deutschen kommunistischen Sport, bewegung„S P o r t u n d S p i e l" bringt in einem Artikel:„Sport und Klassenkampf- ein Urteil über die russischen Verhält- nisse. das wir nachstehend wortgetreu wiedergeben: „Es ist nicht möglich, in einem Artilel darzulegen, wie alles seinen Ev'wicklungsgang in Rußland geht. Ab« jeder denkend« Arbeiter begreift, daß die Außenpolitök Rußland» so wenig revolutionär sein kann wt« die Innen. Politik. Di» widersinnige Haltung in der Gewerkschaftsfrag« be- leuchtet schon ganz klar ln« Ausweglosigkeit. Rußland braucht Hilst. um kapitalistische Geschäfte zu machen. Die Revolution ist versaull durch Kompromisse mit dem Kopital. D-e französische Kommune ist mit unbefleckter Fahne auf die Barrikaden gesunken— dos ist der Unterschied." Der Verfasser dieser«demüNksreichen Zeilen kann sich zum Empfang in Moskau gratulieren— sofern er zu den von dort bezahlten Subjekten gehört. Da aber— trotz Leow— der Selbstmord bei deutschen bolschewistischen„Führern" zu den Seltenheiten gehört, ist die Annahme berechtigt, daß sich hinter den schrift- stellerischcn Wutcrusbrüchen ein Mann verbirgt, der finanziell von Moskau unabhängig ist und im Wege privaikapitalistischer Betöti- ' guno, etwa durch Häuser- und Grund st ückspekulation, sein(schönes) Geld verdient. rüSSBALL Resultate vom 24. November. Im Kopenicker Stadion glaubte man, daß es einen horten und interessanten Kamps im Spiel„S ch w e i f st e r n e" gegen Treuenbrietzen geben würde. Leider wurden die Zuschauer erg enttäuscht. Die Schweissterne zeigten bei weitem nicht den Sport, den man sonst von ihnen gewohnt ist. Das unentschiedene 3: 3-Resultat klingt für sie sehr schmeichelhaft. Bei dem Lampen- sieber des Torwarts war«s ein Wunder, daß Treuenbrietzen nicht noch mehr Tore erzielt Hot. Die Treuenbrietzener hatten stets mehr vom Spiel. Bis zur Pause gelang es ihnen, den gegnerischen Torwart zweimal zu besiegen. Die Schweissterne gingen leer aus. In der zweiten Halbzeit verholt ihnen cm Elfmeter zum ersten Treffer. Die Treuenbrietzener stellten jedoch bald wieder das alte Toroer- hältnis her. Zum Schluß des Spiels wurden die Schweissterne besser. Noch gutem Zuspiel konnte Holbrechts zum schönsten Tor des Tages einsenden. Erst zwei Minuten vor Schluß fiel durch den Mittelstürmer der Ausgleichstreffer.— Lichtenberg I hotte sich die Eharlottenburger Sokol-Mannschaft geladen. Die Charlottenburger ließen jegliches Stellungsspiel oermissen, wodurch sich die hohe 9: 0-Niederloge(5:0) erklärt.— Lichtenberg II konnte gegen Freie Scholle mit 5: 3 gewinne».— Lichtenberg I(Jugend) gegen Lichtenberg II 0:1. Schwedens Amateurringer geschlagen. Zum Klub kämpf mit der„Sportvereinigung Ost" Hatte der schwedische Meisterklub„S p a r t a- M a l m ö" eine ausgezeichnete Ringermannschaft entsandt. Die Kämpfe, die im Saal bau FnednchsHoin durchgeführt wurden, standen auf hoher Stufe. Berlin kam zu den: Siege von 4:3 Punkten nur dadurch, daß der schwedische Mittelgewichtler Fris durch Heber- gewicht schon auf der Waage di« Punkte an seinem Gegner verlor. Im Federgewicht siegte Biroth-Berlin über Persson nach hartem Kampfe nur nach Punkten, im Bantamgewicht verlor Grundelach durch die gleiche Entscheidung im Tressen mit dem Schweden Lindstrand. Weit überlegen war der schwedische Leichtgewichtler Glons dem Berliner Bauer, der sich ausschließlich auf die Ber- teidrgung beschränken mußte.. In der 13. Minute wurde er dann auf beide Schultern gelegt. Im Weltergewicht besiegte St. Rot- kowsti den Schweden Lorsson in der 15. Minute. Fris-Malmö zeigte sich 2t. Rotkowski schon nach 8's Minuten überlegen. Rieger- Berlin legte Lindberg nach 9: 40 Minuten durch seine enormen Kräfte mit einein Armschlüssel auf die Schultern, dagegen verlor Minuth-Berlin gegen den 200 Pfund schweren Schweden Andersson nach bVv Minuten durch Schulterdrehgriff. Ein �Vei-headend des �Sturmvogel". Der Flugoerband der Werktätigen, der„Sturmvogel-, Hai jetzt mit dem Aufbau von Ortsgruppen im Reich und Berlin be- gönnen, damit die Einzelmitglicder enger zusammengefaßt werden können. Die neue Ortsgruppe Tempelhof hat am Donnerstag mit einem Werbeabend ihre Arbeit aufgenommen. Im großen Saal des Beithschen Geseltsckzaftshaus sammelten sich die Anhänger und Freunde der Bewegung. Saal und Bühne waren mit den Enblemen des Sturmvagels, mit schwarzrotgoldenen Fahnen und Flugzeug- Propellern ausgeschmückt. In dem Vorraum des Saales war eine instruktive Ausstellung von Flugzeugmodellen und Flugzeugeinzel teilen aufgebaut. Musikvorträge leiteten die Feier ein, dann be- grüßte der Vorsitzende Kämmerer die Versammelten. Oberleutnani Baumert sprach von der Entwicklung des„Sturmvogels", der es sich zum Ziel gesetzt Hot, die Fliegerei dem arbeitenden Volke näher- zubringen. Der Sturmvogel Hot bereits einen �umfangreichen Flugzeugpark und wird in den nächsten Wochen Bastelftuben ein- richten. Die Flugzeuge des Sturmvogels, seine Halle aus dein Flughafen in Tempelhof wurden dann im Bild gezeigt. Ein Trick- film und weitere Musitvorträge schlössen das Programm des gnt gelungenen Werbeabend ab. Arbeiter-lvasserjportlerinuea I. kreis(Reigeuschwimmcr). Zu dem Sonntag, 1. Dezember, stattfindenden Schwimmsest in Spandau findet das Einlaufen des Reigens Mittwoch, 27. November, 20 llhr, auf dem Gymnastikabend der Walsersportsparte in der Turnhalle Pfarrstraße in Lichtenberg pünktlich statt. Fahroerbindung: 2lutc- bus 19, Straßenbahn 69, 89, 70, 176 bis Ecke Rathausstraße-Ber- bindungsweg. Arbeiter-Wasserballspieler, Schiedsrichter! Mittwoch, 27. No- vember, Vereinsobleutesitzung im Lokal von Lehnigk, Mühlenstraße Ecke Brommybrücke, 20'h lihr, Besprechung der neuen Richtlinien, Regeländerungen, Schiedsrichterfragen. Alle Vereinsnbleute, Mann- schaftssührer und Schiedsrichter find eimielo.den. Um 18 Uhr im gleichen Lokal Spielausschußsitznng. Arbeilersporikeglcr! Der erste bundestreue 2lrbeiterteg1eroersiu, „Arbeiter-Sport-Kegler-Club„B o r w ä r t s", Hütt seinen ersteuz Kegelabend Freitag. 29 Zlovember, 20 Uhr, im Restaurant Kölstchö Jung, Friedrich- Ecke Besselstraße, ab. Interessierte Genossen stttd als Gäste gern gesehen. störten Wilm«r»d»rs. Morgen, Mittwoch. 20 Uhr, bei Stoife, Sasionler tda Äoliteinische Straße, öifeuna. Weibnacht�seier und Geueralversammluna. Achtunq, Letchtatbleteu-ÄamPsrichter! Mittwoch, 27. Roonnber, Jtemuf* richieriikunn bei Wegener, grantfurter Alice A6. Tagesordnung:„Äontwt richteroereinigung, iwUenfporlfcft". S»cie Turaerschast Sroß-Berlin. Mittwoch, 27. November, 19'-, Uhr, Sifuinsi bes Kronen technischen Ausschusses. Die Abteilungsleiter aller Sparten mitsseu erscheinen. Gewertschaftshauo, Engelnfer 25. Ausstellung bcs Iabresproaramius. Touristenverein.Die N-tursrcnnde", Zentrale Wien, Abt. Zriedrichsbainc Dienstag, 26, November. 20 Ul>r, grantfurter Alice 307, Lichtbitdervvrrras: „Meine(sahrt durch Bobmen".— Abt. Norden: Dienstag, 23. Novrmbei. 20 Ulir. Eonuenburger Ctr. 20:„Die Revolution der modernen Iugrna lDr. Bagmann, Lagedorn).— Abt. Kumbolbbain: Dienstag. 23. Nooanbcr, 20 Mit. Echönstedtstr. 1:„Proletarische Er�iechung".— Iugcndgruppe Ostru: Mittwoch, 27. November, 20 Mir, Eoßlerstr. 61, Lichtbildervortrag:..Wandern und Schauen"(Sottschar).— Abt. Pr«a,lane> Beea: Donnerstag, 2«. Rsvem- ber, 20 Mir, Dantiger Sit. 62, Barocke ll!„Ertiehungssragen".— Sit.®t» snndbrunnen! Donnerstag. 28. November, 2» llhr. Pank. Ecke Biesensiraßr I weltliche Schule):„Wanderungen in Deutschland" smit Epidiaskop).— Abt. Tiergarten: Donnerstag. 2«. November. Teilnobme an der Boransraltung der ltreien Geweickfchastssugend. Aula der 2t<. und 2tö. lbemcindeschule. Trrffpnntl: 19 Uhr Wieken, Ecke Pankstragc.— Abt. Lichtenberg: Donnerstag. 26. Novembet. 20 Uhr. Eunterstr. 43: Lichtbildervortrag.— Abt. Südwest: Donnerstag. Li November. 20 Uhr. Aorckstr. XI:..Affenmensch und Menschenaffe(Referent Dr. Mar SchtUte).— Naturiundliche Abt.: Donnerstag. 25. November, 20 Uht. kiohannisstr. 13:„Einiges über Astro.Pbnlik".— Abt. Weihenfee: Domirrs- tag. 25. November. 2» Uhr. Pistoriusstr. 2t: Singeabend.— Abt. NeuZAl». Zugenbgrvppe: Dienstag, 26. Nvvcmber. 20 Uhr, lUughasenltr. 36:„Waruu: Erwerkschaft?" Spvrtlgetrll Ritte. Mittwoch. 27. November. 20 Uhr. Eaf« Renal, Koin- mandantenstr. 77. Kartellktgunq. Arbeiter-Schügev-Äunb, Abt. Ritte. Dienstag, 26. November, 20 Uhr, bei Lohan. Briiderstr. 16—18, Bollen- lind ttugelschiefien. Herr Eilig möchte Auto fahren! Für angehende Auto- und Bloiorrodbejiher gibk hier ein Fachmann einige Anweisungen sür die Geburtshiise beim Eintreffen des neuen Vermögcnszuwachjes. „Herzlichen Glückwunsch, Herr Bergmann, zu dem schönen Auto, das Sie neulich gewonnen hohen! Werden Sie denn den Wogen behalten und höben Sic überhaupt einen Führerschein?- „Einen Führerschein hob« ich allerdings noch nicht, aber mein Schwiegersohn kann damit aufwarten. Er wird den Wagen sehr gerne steuern.- „Ist denn der Wagen sür die Benutzung öfseittlicher Straßen schon zugelassen? Ich meine, trägt der Wagen schon das polizeiliche Kennzeichen, eine I A-- Nr.'; Aber ich will Ihnen gleich einen kleinen Vortrag halten. Also: Zunächst etwas über die Zu, laffung Ihres Autos. Ihr Wagen ist doch wohl ein so-g«nannteg Serienfahrzeug und für ihn hoben Si« gewiß auch «in«„T y p« nb e s ch ei n i g u n g" erholten? Sie stellen nun bei dem Kraftvcrkehrsamt Berlin EW. 29, Blücherstraße 26, den ZlMrag auf Zulossmig Ihres Wagens und fügen die Typen- bescheinigung bei. Umnitteldar daraus teilt Ihnen das Kraj:- oerkghrsomt die I A- Nr. durch Postkarte mit. Diese Nummer lassen Sie auf die Schilder vorn und hinten am Wogen ausmalen. Die«rwähMe Postkarte berechtigt Sie, mit dem bisher noch nicht zugelassenen Wogen zum Krastvevkehrsamt zur Abstempelung der Kennzeichen zu jähren. Denn ungestempelte Nummernschilder sind ungültig. Im Kraftverkehreamt wird Ihnen ein« Beschemizmig iid«r die Anmeldung des Wagens ausgehändigt. Mit dieser be- geben Si« sich zum Finanzamt Rosent Haler Tor, Friedrichstrasz« 107, das ist die ehemalig« Käsern« gegenüber der Korlstraße. Hier entrichten Si« die K ra s ts a h r z e n g st eu e r. Danach kehren Sie wieder zum Kraftverkehrsamt zurück und legen hier die vom Finanzamt erhaltene Quittung vor. Jetzt erst wird Ihr Wagen in bezua auf die Ersüllung der polizeilichen Lorschristen hin geprüft. Ist die ordnungsmäßige Beschassenhcit erwiesen, so werden die Kennzeichen mit dein cumlichen Stempel versahen� Die Zu- lassungsbescheinigung wird Ihnen dann ausgehändigt und der Wagen ist für den Verkehr auf öffentlichen Wegen zugelassen." „Was versteht man eigentlich unter S.'nenfahrzcugen?" „Das sind solche, die in größerre Zahl nach ein und derselben Bauart hergestellt werden. Und für de ca.. ige Fahrzeug« werden Typenbescheinigungeii ausgegeben. Jedoch nicht alle Firmen sind zur Ausstellung von Typenbescheinigungen berechtigt. In solchen Fällen ist«in amtliches Gutachten«rforderrich. Das wird entwsder von der Technische» Hochsästile zu Eharlotteitburg', Gartenufer, oder von dem Dampfkesselüberwachiuigsverein in Berlin, Doltoirestrohe, nach Prüfung des Fahr zeuge? ausgestellt. E» muß entweder zu einer dieser StelleM hingeschleppt werden oder der amtliche Sachverständige begibt sich zu dem Wagen." „Warum darf der Wagen nicht nnt eigener Kraft fahren?" „Weil seine Betriebssicherheit durch das Gutachten erst er- wiesen werden soll. Für Motorräder gelten übrigens die gleichen Borschristen. Anders ist allerdings dw Geschichte, wenn imn ein bereits zugelassenes und gefahrenes Motorrad v e r- kauft. Man darf nicht einfach die Znlassungsbeschemigung an den neuen Besitzer weitergeben, gewissermaßen mstverkaufen. Stellen Sie sich vor. der neue Besitzer des Motorrades richtet Uichell«Ä dam Fahrzeug an. Daun gilt der alte Besitzer beim Kivftvertehrsomi imd an«»! an den» Unfall internst«renden Be» Hörden als Besitzer des Kraftrades und... Man schreibt niso gleich an'das Krastverkehrsamt, daß das Rad an Herrn Sowieso perkaast ist. Eine Empsangsbejcheiinaung über die Zulassungs- bescheinigung läßt man sich vom Käufer ausstellen, sie fügt man der Denachrickstigung an das Krastverkehrsamt bei. Bringen Sie auch gleich zum Ausdruck, daß Si« mit der Umschreibung des Rades auf den Namen des Herrn Sowieso einverstanden sind, serner muß Herr sowieso beim Krastverkehrsamt die Umschreibung ans seinen Namen beantragen und die alte Zulassungsbescheinigung mit einreichen. Herrn Sowieso wird sofort eine neue Znlassungs- bescheinigung für das Rod onsgeftellt." „Muß der neue Besitzer das Rad beim Krastverkehrsamt noch einmal vorführen?" „Nein, Herr Bergmann. Das Umschreibeversahreu ist also höchst einfach, das Rad behält ja auch feine bisherige Nmnmer. Sie können noch ein übriges tun und dem Finanzamt Rosenthaler Tor von dem Besitzwechsel Nachricht geben. Wohlgemerkt: das genannte Finanzamt ist ollein für ganz Graß-Berlin für Kraftsahrzeugsteuern zuständig. Wenn aber Herr Sowieso zum Beispiel in Bernau wohnen würde, müßte er beim Landratsamt des Kreises Nieder- barmm(Berlin, Friedrich-KarOUser 5) unter Einreichung der alten Zulasstingsboscheinigung die Umschreibung des Rades beantragen. Das Fahrzeug würde dann allerdings ein anderes Kennzeichen mit „I E" erhalten. Das gleiche Verjähren gilt auch beim Verkauf eines Kraftwagens." „Nehmen wir an, ich würde nach Hamburg ziehen?" „Dann teilen Sie dieses Ereignis der Hamburger Polizei- behärde unter Vorlage der Bertiner Zulassung mit. Für Ihren Wagen wird dann ein anderes Kennzeichen mit den zuständigen Buchstaben zugeteilt weiden." „Schön! Ich beabsichtige, während des Winters meine» Wag« n nicht zu b e n u tz e n. Ick) finde es aber ungerecht, trotzdem Steuern dafür zahlen zu müssen." „Das brauchen Sie gar nicht, Herr Bergmann. Schreiben Sie an das Krastverkehrsamt: Meinen Kraftwogen I A... melde ich vorübergehend auf höchstens acht Monate ab und übersende Ihnen beigeschlossen die Zulasiungsbcscheinigimg. Gleichzeitig entfernen Sie die Stempel von den Kennzeichen durch Abkratzen, schrauben die Schilder vom Wagen ab und legen sie(rittstempelt) dem Zulassungsbnrean des Krattverkehrsaiittes vor. Von hier aus wird das Finanzaint benachrichtigt, und für die Dauer der Außerbetrieb- jetzimg Ihres Autos brauchen Sie keine Steuern zu ent- richten. Das gilt auch für Motorräder. Wenn der Frühling wieder ins Land zieht, schreiben Sie an dieses Amt: Ich bitte um Wieder- zulafstaea meines Personentraftwogens l A... Ich versichere an Eide? Statt, daß wöder an dem Wagen noch an dem Motor irgendwelche Aenderunyen vorgenommen worden sind, lieber die Wiederanmeldung erhatten Sie eine Bescheinig mig. Dies« zeigen Sie dem Finanzamt vor und regeln hier di« Steuerangelegenheitem Die hier ausgestellte Quittung unterbreiten Sie dem Kraft- Verkehrsamt. Die Nummernschilder müssen an dem Wagen vor- schristsmäßig befestigt sein. Somit ist also eine Vorstellung des Fahrzeuges wie bei einer Neuzulasfung notwendig. Für den Fall, daß Sie, Herr Bergmann, etwa den schönen Rkotorfahrsport gänzlich aufgehen wollen, geben Sie die Zulassungsbescheinigung dem Kroitocrkchrsamt zurück und legen die entstempelte!) Nummernschitder vor. Und mm mein.Herr, ans Wiedersehen nnd— Hals- imd Beinbruch!" Poincare über Clemenceau Zwei Hasser, die sich hassten Setin George Clemenceau einen politrs6)en Gegner ein- »ml aufs Korn genommen hatte, dann verfolgte er ihn mit einem Fanatismus und einer Grausamkeit, die in ganz Frankreich spn6>- märtlich mar. Dann kannte er weder chenmuingen noch Rücksichten Er war dementsprechend gefürchtet, und es gab nur ganz wenige Menschen, die es wagten, den Kampf gegen ihn airfzunehmen. Wes- hatb er gerade Poincare mit-sainem Haß verfolgte, ist nicht recht einzusehen. Wahrscheinlich rührte Clemmceaus Abneigung gegen Poincare von den Zeiten der Dreyfus-Affäre her, in der sich Clemenceau sehr frühzeitig für den zu Unrecht verurteilten Generalstabshauptmann einsetzte, während Poincare viele Jahre hindurch jede Stellungnahme ängstlich vermied und erst, nachdem der Sieg entschieden war, den„Mut" aufbrachte, Partei zu ergreifen. An sich hatten Clemenceau und Poincare viele Aehulich- feiten. Beide waren glühende Patrioten, die jede An- Näherung an Doichchland ablehnten, so lange Elsatz-Lothringen Deutschland gehören würde. Beide waren eiskalte Ztaturen, beide konnten hassen. Und da nun einmal der Haß zwischen ihnen entbrannt war, wurde er rücksichtslos ausgetragen. Der erste große Jnsammenprall zwischen Clemenceau und Poincare ersolgte am Vorabend der Präsidenlschastswahl vom Januar IS13. Clemenceau hatte sich in den Kopf gesetzt, Poincares Streben nach der höchsten Stellung im Staate zu durch- kreuzen, und führte«inen wochenlangen Feldzug sowohl in seinem Blatt„L'homme libre" wie auch vor allem hinter den Kulissen des Parlaments gegen ihn. Nur mit einer Stimme unterlag der von Elemencea» protegierte, an sich bedeutungslose Senator Poms gegen Poincare. Für dies« Niederlage, die er mit Recht als eine persönliche empfand, wollte sich nun Clemenceau röchen, und er nahen nun den Kampf auch gegen Poincare als Staatsoberhaupt auf. Dabei hätte er vom Standpunkt des unversöhnlichen Chauoi- nisten, der den Reoanchekrieg herbeisehnte, allen Anlaß gelzabt, die Wahl Poincares als hoffnungsvolles Dorzeichen zu begrüßen. Aber bezeichnenderweise stellte Clemenceau seinen persönlichen Haß höher als das große außenpolitische Ziel seines Lebens. Nun brach der Krieg anderthalb Jahre später aus. Würden sich wenigstens s etz t die beiden alten Gegner im Zeichen des„Burg- friede ns" und des gemeinsamen Hasses gegen Deutschland wieder persönlich oertragen? Zunächst schien es so. Im dritten Band scknes großen Memoirenwerkes, das den stolzen Titel trägt„Im Dienste Frankreichs"(deutsche Ueberletzung erschienen im Paul-Äretz- Perlag, Dresden) schildert Poincare unter dem b. August 1914 ein erstes Wiedersehen mit Clemenceau. das ans eine baldige Bersöhming schließen läßt: Seit meinem Einzug ins Elysee habe ich Clemenceau einmal empfangen, und dieser kurze Besuch, den ein Dritter herbeigeführt hatte, ist ohne Folgen gebliebe». Kein Tag ist vergangen, an dem er im„Hamme libre" nicht etwas Gallegegenm ichgespritzt hotte. Gestern morgen ober hat er seinem täglichen Artikel folgende unverhofft« Rachschrisst hinzugefügt:„Ich verlasse de» Senat, wo uns eine sehr schöne Kundgebung des Prä- fidcnten der Republik vorgelesen wurde, die alles, was gejagt werden mußte, in bündigen, kraftvollen Ausdrücken zusmninensaßt. Die hohe Bersantinlimg Hot sie stehend mit nachhaltigem Beifall begrüßt." Ich war der Meinung, daß diese uug'e wohnte Liebenswürdigkeit zu dieser Stunde eine Hösiichkeit meinerseits erfordert«. Ich ließ Clemenceau wisse», daß ich mich freuen würde, ihn zu sehen und mir ihm zu sprechen. Er ist ins Eiysäe gekommen, ohne sich bitten zu lassen. Dieser d r e i u.n d f i e b z i g j ä h r! g e Greis ist jünger und energischer als je. Er war weit weniger trocken und verjchiossen als vor drei Monaten. Er setzte sich zwanglos neben mich, die Hände wie stets in grauen Haildschichrn, lehnte den Ellbogen auf meinen Schreibtisch, härte ouftnerksam zu und blickte mir fest ins Gesicht. Wir sprachen lange über Deutschland, das er nicht liebt, über England, das er achtet, über 0 e si e r r« i ch- II n g a r n, das er haßt und verachtet, über Italien, das er'ogleich illr unsere Sache gewinnen möchie. Als er den Zlamen Elsaß aussprach, überwältigten ihn die Erinnerungen an 1870, und er brach in Tränen aus. Auch ich fühlte, wie meine Augen naß wurden. Als Clemenceau nach einstündigem, fast herzlichem Gespräch ging, sagte ich zu ihm:„Komme, was da wolle: wenn zwei Franzosen mit« einander eine so starke Gemütsbewegung empfunden haben, bleibt zwischen ihnen ein unzerreißbares B a n d." Ex blickte mich stumm an und ließ meinen Saß fallen, ohne mir zuzustimmen oder zu widersprechen. Während der Unterhaltung hatte er mich plötzlich, wie ehedem,„lieber Freund" genannt, aber rein m e ch a- n i s ch. Cr hatte sich nicht verbessert, ober die Wendung auch nicht misderholt. Er gab ans sich acht, um fortan im höflichen, gleich- gülligem Tone zu sprechen. Offenbar ist das Eis nicht ganz gebrochen. Als Thomson ihn dieser Tage drängte, mich aus.zusuchen, sagte er:„Gern." Aber sogleich fuhr er fort: soll nicht van der Vergangenheit gesprochen werden, und ich will meine Freiheit für die Zukunft behasten." Die Bergongenheit, das war meine Wahl zum Präsidenten,- die Zukunft ist dos U n bekannte. Clemenceau bietet mir also einen Waffen still- stand an, weiter nichts. Aber angesichts des Feindes ist ein Waisen- stillstand zwischen uns nicht zu verschmähen. Bald aber sollte die alte Gegnerschaft wieder entbrennen. Clemenceau übte in den ersten Wochen des Krieges, die bekanntlich für.Frankreich außerordentlich ungilnsrig und gefährlich oerliefen, schärfste K r i t i t an der Regierung und geriet dabei fortwährend in Konflikt mit der Zensur. Als Präsident der SenatskommMon für das Heereswcsen befaß er freilich auch in militärischen Kreisen eine starke Autorität. Als Poincare End« August 1914 daran ging, die Regierung Viviarri im Zeichen des„Burgfriedens" umzubilden, ließ Clemenceau durch Dritte seine Bereitwilligkeit erkennen, in das Kabinett einzutreten. Angeblich ohne Poincares Zutun blieb jedoch Clemenceau ausgeschaltet und war darüber sehr aufgebracht. Um ihn zu besänftigen, ließ ihn Poincare zu sich kommen. Er schildert nun diese am 27. August erfolgte dramatische Begegnung in einem, allerdings für Clemenceau sehr wenig vorteilhasten Lichte: Er erschien, sehr düster und ossenbar sehr feindselig. Ich versuchte, ihm Messimys Erklärungen über dw Räumung von Lille und über die vom Obersten Kriegsrat geforderte Deklassierung zu wiederholen. Cr Härle mir kaum zu. Cr warf mir vor, die Ernennung des Generals P e r c I n zugelassen zu haben, über den er sich ebenso schroff äußerte wie neulich über den General de CastSlnau, denn er ist sehr wechselnd in seiner Animosität. Ich entgegnete ihm, daß der General Percin seine Bestimmung vor sechs Jahren erhalten habe, wo ich weder Präsident der Republik noch Mitglied der Regierung mar, aber er hörte kaum auf das, was ich ihm sagte. Er warf mir vor, daß ich die Kriegsberichte nicht überwacht oder nicht überarbeitet hätte, als ob irgendein Minister«in« solche Cimnischung meinerseits hätte zulassen können und als ob er selbst sie gegebenenfalls geduldet hätte E r warf mir vor, ich hätte vor einigen Wochen ei» Sablneti van Fullen" gebildet, mn es desto leichter zu„beherrschen", als ob er selbst zu anderen Zeiten nicht Vivianis Bedeutung anerkannt und gepriesen hätte und als ob ich jemals über die verfassungsmäßige Rolle hinaus- gegangen wäre, deren Armseligkeit mich zuweilen bedrückt, aber deren gewissenhafte Beiolgung mir als Pflicht und als Bedingung für die össemliche Wohlfahrt erscheint. E r warf mir vor, ich hätte gestern ein„zweideutiges" Ministerium gebildet, in das die Sozialisten ihre politischen Hintergedanken mit- brächten und in dem Briand, Delcasse und Millerand selbstsüchtige Sprengungsversuche machen würden, so daß notwendig Unordnung und Niederlage entstehen würden. E r w a r f in i r v o r, ich opferte Frankreichs Schicksal meinen selbstsllchligen Absichle«. kurz, er sprach ein paar Minuten lang mit der gehässigen, sprunghaften Heftigkeit eines Mannes, der die Selbstkontrolle völlig verloren ho», und mit dem Grimm eines enl- louschten Palrioten, der sich allein für fähig hüll, den Sieg wieder an unsere Fahnen zu bannen. Wäre ich freier Herr meiner Worte und Handlungen gewesen, ich hätte nicht umhin gekonnt, i h m die Tür zu weisen. Aus Rücksicht auf mein Amt und auf sein Alter hielt ich an mich. Immerhin beging ich den Fehler, ihn einmal zu unterbrechen und ihm ungeduldig zu sagen:„Das ist eine Lüge." Er antwortete schroff:„wer von Lüge spricht, gegen den kann man dies wort umkehren." Dann fuhr er in feinen Anklagen mrt. Ich blickte starr und verblüfft aus diesen wütenden Greis. der sich von seinen Aengsten erleichterte, indem er eine Flut von Schmähungen gegen mich ausspie. So ließ ich ihn reden, ohne ihm noch weiter zu antworte». Schließlich stand er z a r n° bebend aus und schleuderte nnr diesen letzten Sag ins Gesicht: „Nun, und woran denken Sie in einem Augenblick wie dieser? Sich vom„Figaro" und von Alfred Capus beweihräuchern zu lassen." Den Simi dieses letzten Aussalls begriff ich erst, nachdem er gegangen war. Als er vor Betteten meines Arbeitszimmers durch das Kabinett meines neuen Zivilgeneralsekretärs und Freundes Felix Dewri ging, Ifatie er hei diesem Alfred Capus getroffen, der ihm sehr nahe steht und dessen Anwesenheit mir völlig unbekannt war. Diese Begegnung harte genügt, um Clemenceau- Groll neue Nahrung zu geben, ocin W u t a n so l l dauerte noch an, als er mich zu verlosten beschloß. Im Fortgehen wiederholte er, ich würde Frankreich im Perein mit den regierenden Sozialisten zugrunde richten, und als Abschied rief er mir zu:„Ich bin iroh, daß ich gehen kann." Ms ich ihn in diesem Zustand höchster Erregung sah, antwortete ich ihm nur: „Sie sind toll, was man so toll nennt." Uebrigens hotte er sowohl mir wie Ribot und Thomson gesagt, er schliefe nicht mehr und hielte sich nur noch durch Bromür hoch." Dann spitzt sich der Kampf zwischen Poincare und Clemenceau immer mehr zu. Der dritte Memoirenband schließt unter dem 31. Dezember 1914 mit solgeirden Aufzeichnungen: Donnerstach 31. Dezember.— Im Ministerrat teilt Malvy mit: daß die Zensur heut« morgen die Hülste eines Artikels gc- strichen hat, den Clemenceau mir gewidmet hatte. Im ersten„un- beschnittenen" Teile, der unverändert erschienen ist, erzählt der un- ermüdliche Polemiker, auf mein Anfordern Hab« Millerand Dragoner von der Front kommen lassen, um mich morgen bei meinen offiziellen Neujahrsbesuchen bei den Kammer- Präsidenten eskortieren zu lassen. Im zwecken, gestrichenen Teil behauptet Clemenceau, ich hätte den traurigen Mut gehabt, mir meine Repräsentationskosten erhöhen zu lassen, während unglückliche Menschen verhungerten. So sehr ich auch an die ungerechten Phantasien dieses Menschenverächters gewöhnt bin, der sich von den Menschen ein für allemal ein verächtliches Bild gemacht hat, war ich doch, ofson gestanden, empört über die doppelle Verleumdung, mit der er in diesen schweren Stunden den Staatsbürger zn treffen sucht, der trotz allem die Aufgabe l>at, Frankreich in den Augen der Frontkämpfer, der Mütter und des Auslandes zu vertreten. Ich habe daher folgendes Schreiben zu Clemenceau bringen lassen: „Herr Präsident! Wie ich heute morgen erfuhr, hat die Zensur euren Aufsatz, worin Sie gegen mich zwei Anklagen erheben, zur Hälfte gestrichen. Selbstredend denke ich nicht daran, mich mit Ihnen über diele Maßregel auseinanderzusetzen, ober nachdem ich mich erkundigt habe, was der zusammengestrichene Artikel enthielt, kann ich nicht umhin, auf Ihre dopptttc Be- zichtigung eine persönliche Antwort zu geben. Sie sind Senator, waren Ministerpräsident, heißen Georges Clemenceau: ich habe heute ein republikanisches Amt vor dem Feinde zu ver- sehen: man soll nickst sagen, ich hätte jemals eine Gelegenheck zur Beilegung von Bürgerzwisten verabsäumt. Sie sind einer doppeilen Irreführung zum Opfer gefallen." (Folgt eine eingehende Widerlegung. Red. d.„B.") „Scmru hat nicht nur niemand die abscheuliche Absicht gehabt, die Sie mir zuschreiben, sondern ich habe auch von selbst einen Brauch einstellen lassen, der zu Mißverständnissen führen konnte. „Ich bin starr über die Leichtfertigkeit. mit der sie di« unsinnigsten Gerüchte ausnehmen, ivenn Si« Ihm, vorgefaßten Meinungen entsprechen. Was Sie mir bei unserer letzten Unterredung sagten, hatte mir ja schon bewiesen, weiche merkwürdigen psychologischen Irrtümer«ic be- gehen können, als Sie jemanden a priori für unwürdig erklärten. Gleichwohl könnten Sie sich sagen, daß ein Mann, der die Last und die Ehre eines bestimmten Annes hat. wenn er kein Feigling oder kein Narr ist, durch die imbezmiu gliche Macht der Umflaiide moralisch wie physisch außer Stande sein muß, unter Verhältnissen wie den jetzigen persönlichen Raum zu geben. Ivenn Sie dos wirklich nicht begreifen, so bedauere ich Sie. weil in Ihrer Seele eine so blinde Kraft des Hasses und der Verachtung wohnl." In solchen Rechtfertigungen ist ein Präsident der Republik in Kriegszeiien oerurteilt, weil es Herrn Clemenceau so beliebt. Mein Schreiben wird zaieifallos unbeantwortet bleiben, aber ich gestehe, daß es mich erivas erleichtert hat. Welche Demütigung muß es für Poiucarö gewesen fein, und welche Selb st Überwindung muß es ihn gekostet haben, den Mann, über den er so urteilt, zwei Jahre später in einer ver- zweifelten militärischen Lage an die Spitze der Regierung zu berusen! ' Disnsisjj, 26. II. Slaats-Oper Linter d. Linden A.-V. 261 ■lOtfl Uhr DleBodizelt des Figaro Slaais-Oper Am Pl.d.RepubI. Vorst 90 20 Uhr Staat!. Seitiller- Dienstag. 26. II. Stadt Oper Bismarcks tr. Turnus II Wo Uhr Die sdtwane Orötitlee StaalLSAaDsplL am Gendarmenmarkl A.-V. 230 20 Uhr beater.Cliarltli. 20 Uhr Des Kaisers Soldaten U|l. 2 TirrklL *°»«Vi Btir iaikaratw ISi IPreise 1-61*1. Woiiieiitt.: 5 0. 5fl Pi.-l«1. I Geraldine u. Joe, Ette, Power usw. Tigl, 9 u.«IS Sonni. 2. 5«. 8 15 Alex. C. 4. 8064 VARIETE Renaissance-Theater 81/» Uhr.— Zum 1S4. Male Coeur- Bube Komödie von Jacques Natbanson. Regle: Leontine Sagen. Lcnnanr— Brauseweiter— Vallenttn Kupfer— Lima— Rasuinny —— Siemolair Ol. 0901 a. 2683184.— Reichshallen-Theater Abends[iQ Sonntag nechm. QQ ..Bei de Stetfioer" mit-Bevue v. MeyaeL Billettbest. Zentrum 11263 N'achm. halbe Preise. Dönhoff. 8 retttl: Das große Varletd-Progr. Tattr— Falkner-Orchester. VoiKsbttiute TlitoleriBlIüovjlalz 8 Uhr UrenHOhrung Affäre Dreyfus Schauspiel von Ren« Kästner Regie; H. D. Kenler. StHfLSdiilier-Th. S Uhr Des Kaisers Soldaten Staainiigr am Platt »er RaiHUilik 8 Uhr CardUlac Tteaitr an SdHiriMiaerOanin S'u Uhr Pennäler Mm Mm 6.L Norden 12310 8V. Uhr Oer Kaiser V.Amerika von Bemard Shaw Reg- Max Reinhard r Die Romädie |I Bismcl£.24M/75I6 8Vr Uhr Vom Teutel geholt von Knut Hamsuin Regie: Max Reinhardt. Sammersplele D.I. Norden 12 310 8'l» Uhr Zur gefl. kvM Lustspiel von Frederik Uonsdale Regie: Outtat Oründgens Direktion Dr. Roberl Klein Deutsehes KOnstler-Theil Barbarossa 3937 4,8 Wir Ende U.1U Uhr Seltsames Zvisdienspie Dipl: HtiuHidtd 3» Stg I Derb. Die aodere Seile BerliMr Mlsr Dönhoif 170 8V., Ende 11 Uhr Letzte 2 Aufführuagen Zwei Krawatten Donnerst 28. Der. 79. Uhr Deutsche Uraufföhrung Reservier: Ulr Heim fiBSIXIB. meater d. Westens Tägl. 8V, Uht Harieffa MbsIK v. Oskar Slrans Kilbe Dorwh Midiael Bohnen Mittw. 4. So. 5 Uhrj Friederike I Barnovsky- Bahnen Theater in der Kanjqgratnr StreBe Täglich S'/o Uhr Die erste fflrs. seidy mit mtzt Mitsary Komödienhaua Täglich 8 Vi Uhr Dar Hühnerfiof ».Tristan Bemard Iii. a. Holtsrnforiplaff Vorvk. 10-2- Kf. 2001 Täglich 8>l, Uhr Basisplal das neuistaeo Tteaun Regie: Nu Reinhärdt, Lessiog-Ttieater Norden 10846 Gruppe Juatfer Schatupleler Täglich, SV, Uhr cyankaii Heute 4 Uht Märchenvorst. Hans Urlan gehl nach crot MetröpoT-Tti: SV, ühr Lehär dirigiert Das Land des Läeheios Vera Sdbwara, Rbfeard Taaher tentrai- Theater IAlts Jakob$tr.32 Gastspiel d. Th. d. Westens Täglich SV* Uhr Stg. 5 u. 8'/, Uhrw :riederike Idar Waitirlelg von Franz Lehär Kleines Theat •Merkur 1624 Täglich gv, Uhr Max Adalbert in Das Parfflffl meiner Frau Lustsp v. Leo Lenz TrlanoD-TtLM�r VA Uhr Elisabeth Strickrodt In• „Die Ballerina des ISnlgs" Mittwoch 4 Uhr Sduecvtltdies Rundfunkh. tallW Preise. Lusispielhaos Friedrichstr. 236 Bergmann 2922 Täglich SV* Uhr Grand Hotel Lustspiel von Paul Frank 78881. a. RatU.Tar et Kottb. Str. 6 Jf Tägl. 8 Uhr «'a. euchSonm. **ij? nachm. 3 U.: m\ Elite' ftf sancer I.U Dia Walt gern aniori Planetarinm » am Zoe— VaiiM. JodumtUla llraBi B.3 Barbarossa SS78 j 16'/« Uhr herhat- tbendaam tlemea- blmmal 18'/* Uhr RBtsal da, Stsraanlletitos 20'/« Uhr Bla an dl, Qranzen dar Watt Eintritt I Mark. Kinder SO Pf. Mittwochs halbe Kassgnpreise. Täglich SV« Uhr Nur noch wenige Aufführungen Wertagte HocfizBltsnachti Für unsere Leser. Gutschein für 1—4 Personen Fautäuil nur IttS Sessel 1.75 M., Jonstige Preise- Parkett u. Rang 0.80 M Berliner II Ui-TfiO Nwukdlla* V Ubastr. 74/711 CASINO-THEATC» Lothringer Strahe»7. GROSSES SCHAUSPIELHAUS 8 Uhr: 3 Musketiere Regie: ERIK CHARELL 3 sanaiag aodiw. rnigek. halbe Pr. Mittwoch ZV- Uhr Die or. Weih naebhtsrevue fooo wunscnzenei. Preise von 73 Pf. an. Reinhardt. und Heinrich Regie; Paul Rost Mittwoch, d 27. November 1920 nachm. Z Uhr Das tapfere Sdnieiderlela Regle: Willi Rose. Sonnabend, 30. November 1929 nachm. 5 Uhr „Max und Moritz� und dar Waihnozhtsmann Regie: Willi Rose. Jeden Sonnlag, nachm. 2.30 Uhr Frau Holle Qro8e>: Ausstattungsmärchen Regie: Hans Rose. ROSE •THEATER Teleph.: Alezander 3422 u. 3,9t Täglich 8" Uhr: (Sonntags SV« und 9 Uhr) Pariser BBuS Kammeroperette in 3 Akten von Julius, Wilceim KÄ JUERGENS Är, Alexandarplatz Neue Königsfr.43 Fabrik und Lager Seheftlan Büsentiialer Str. 56 Speise- von 278.— an Herren- von 278.— an Schlaf- Zimmer von 360.— an dliimeaspsoilen ffbec Art Üefr rtpreismert Paul Gollets oorm. Raben Meyer Mariannen* ir«