Morgenausgabe Nr. 555 A 279 46. Jahrgang vich«»a>ch MUt. mmstHA 3/0 M. w> voraus zahlbor IZoftbazu, Ol M. etnlchlteßlich OOPfg. Poftzrttungs»»�v Pvltdvllellgedüdrrn Luvland» «dsniumtu 6.— M. pro Manat. Stt.Vorwort,'«Ichaw! ag�entig. Itd) jatlmol, Sonnlog» und TOrnrag, einmal, die Abendauvgaben für Berlia und tm Handel ml, dem lilel.Der Ld-nd' SDufWer,»»erlagen.»ott »«d Zelt' und.«>nd-rsr,und'. Ferner .Unlerholtung und Willen',.Frauen. stimme'.Technik'.»lich in dt« »ücherwelt' und.Lugen d-Aorwärr»' P> Aerttner vottsbla« Mittwoch 27. November 7929 Groß-Äerlin 19 Pf. Auswärts 15 pf. Mt StonparetKeze«» 10 Pfennig. ReName�eil» Reich», ■tart.„Kletne Anzeigen' da» tettg». _ fennig. Stell Wort IS Pfennig, jede» wettere Don w Pfennig. Worte übe» 16 Buchstaben täblün für zwei Worte. Ardeit»morP Zeile 60 Pfennig. Familienanzetge» Zeile 40 Pfennig. Anzeigenannahme imHaupt« Geschäft Lindenstraß» S. wochentäglich »on Q1/! bi» 17 Uhr. Aeniealovaan der �ozialdemosvaiifchen Oaviei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 lr-rnsprecher: Dönhoff 292—207 Telegramm-Ldr.: Sozialdemokrat Berlin. Vorwärts-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: Berlin 37 526.— Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten. Wallstr. 65. Dt. B. u. DiSc.-Gcs., Teposttenkass« Lindeuftr. S. Neichsiagsbegmn. Hugenberg-vebatte ohne Hugenberg/ Die großen Finanz- und Wirtschastsfragen. Heut« tritt der Reichstag zu seiner diesjährigen HerbsUagung zusammen. Die Tagesordnung der ersten Sitzung ist wie üblich mit solchen Vorlagen besetzt, die ohne große Debatten den zuständigen Ausschüssen überwiesen werden. Die politischen Verhandlungen werden Voraussicht- lich erst am Freitag beginnen. An diesem Tage soll das Hugenbergsche„F r e i h e i t s g e s e tz" in erster Lesung be- raten werden, das mit 16,619 Proz. der Stimmberechtigten durch das Volksbegehren gegangen ist. Die Reichsregierung wird sich damit begnügen, in einer kurzen Erklärung ihre Ablehnung des Gesetzentwurfs bekanntzugeben und im übrigen betonen, daß der Kurs der auswärtigen Politik un- nerändert bleibt. Wer von den Deutschnationalen den Ent- wurf begründen wird, weiß man noch nicht. Hugenberg tut es nicht. Auch Graf Westarp hüllt sich in Schweigen. Es ist jetzt die Rede davon, daß der vielgewandte Herr Qua atz die deutschnationale Fraktion in der Aus- spräche vertreten soll. Die Regierungsparteien werden sich zunächst wohl auf eine gemeinsame kurze Erklärung be- schränken, die die Ablehnung des Entwurfs begründen wird. Das Westere hängt vom Gang der Debatte ab. In den Wandelgängen des Reichstages erhäll sich hart- nackig das Gerücht, daß ein Teil der deutschnationalen Fraktion sich offen gegen den§ 4, den Zuchthauspara- graphen erklären und auch gegen ihn stimmen will. Natür- lich kann das nicht die Folge haben, daß dann etwa die Borlyg« ohne den§ 4 angenommen würde. Selbstverständlich muß da? ganze Gesetz in allen seinen Teilen abgelehnt werden. Die Minderheit, die mit Ja stimmen wird, dürfte kaum das volle Hundert erreichen, beim 8 4 wird sie noch geringer sein. Von der kleinen Christlichnationalen Bauernpartei ist be- kannt, daß sie für den Gesetzentwurf stimmen wird. Mit der Ueberweisung des„Freiheitsgesetzes" an einen Ausschuß, wie es die Deurschnationalen wünschen, sind die Regierungs- Parteien nicht einverstanden. Die zweite Lesung kann also gleich am zweiten Tage nach der ersten Lesung beginnen. Werden in der zweiten Lesung alle Teile der Vorlage ab- gelehnt, so kommt es zu der sonst üblichen dritten Lesung nicht mehr. Das Republikschutzgesetz soll noch vor Weih- nachten erledigt werden. Der Entwurf des Reichsinnen- Ministeriums befindet sich aber noch zur Beratung im Reichs- rat, der ihn einem Ausschuß überwiesen hatte. Heute soll er im Plenum des Reichsrats verabschiedet werden. Sowohl bei dieser Vorlage wie bei dem Gesetzentwurf über die Renten der Standesherren wird es im Reichstag scharfe Auseinandersetzungen geben. Daß die Deutschnatio- nalen die kleineren Adelzgeschlechter bei der Behandlung ihrer finanziellen Ansprüche ebenso bevorzugen möchten, wie sie das früher bei den ehemals regierenden Häusern getan haben, ist bekannt. Aber auch bei Zentrum und Deutscher Volkspartei besteht noch immer die Neigung, die Standes- Herren bei der Abfindung ihrer verstaubten Rentenforde- rungen vor den gewöhnlichen Sterblichen zu bevorzugen. Die Sozialdemokratie wird selbstverständlich alles aufbieten, um die Wiederherstellung erraubter oder erschlichener Vorrechte zu verhindern. Die wichtig st en Arbeiten des Reichstages in der bevorstehenden Tagungsperiode liegen auf wirtschaftlichem und finan- ziellem Gebiet. Ihre Erledigung erleidet dadurch eine Verzögerung, daß die Abschlußverhandlungen über den Poung-Plan sich länger hinziehen, alz zuerst angenommen werden konnte. Aus diesem Gruude dürfte der Reichshaus- halt für das nächste Rechnungsjahr, obgleich er im Reichs- sinanzministerium im wesentlichen slhon fertiggestellt ist, den gesetzgebenden Körperschaften verhältnismäßig spät zuge- leitet werden. Auch der Nachtragsetat hängt in gewisser Hinsicht von der Verabschiedung des Aoung-Plans durch den Reichstag und seine Ratifizierung ab. Dagegen dürfte der Einbringung der Vorlage über die Neuregelung der Z ü n d- Holzwirtschaft in Deutschland, mit der die sogenannte Schwedenanleihe verbunden ist, daraus keine Schmie- rigkeiten mehr entgegenstehen. Was vom Reichshaushalt gefaxt worden ist, gilt im verstärkten Maße von der R e i ch s f i n a n z r e f o r m. Erst muß durch die Verabschiedung des Young-Plans Klarheit darüber geschaffen werden, wie hoch in den künftigen Iahren die Belastung des Deutschen Reichs durch die Reparation?- leistungen sein wird. Rcichsfinanzreform bedeutet nicht allein einen Abbau oder einen Umbau des Steuersystems. Sie greift tief hinein in die Finanzverwaltung der Länder ebenso wie der Gemeinden. Schon aus diesem Grunde muß zuerst«ine Stabilisierung der staatlichen und kommunalen Niesenkoaliiion in Prag. GrößterTeil des bisherigenBürgerblocks plusGozialdemokratie Prag, 26. November.(Eigenbericht.) Der heutige Tag staub im Zeiche« der regste« Ver- haudluugstütigkeit bei allen größeren Parteien. Im Vordergrund der Diskussion stand die gestern vom Ministerpräsidenten U d r z a l neuerdings vorgeschlagene Bildung eines sogenannten Konzentrationskabi- n e t t s, das ans dem setzigeu Bürgerblock nach Ausschluß der slowakischen und deutschen Klerikalen und aus dem Linksblock einschließlich der beut- schen Sozialdemokraten bestehe« soll. Das Kabinett hätte folgend« Zusammensetzung: deutsche und tschechische Agrarier, tschechische Klerikale. tschechische Nationoldemokroten und tschechische Gewerbeparteiler, serner den Linksblock, bestehend aus : s ch e ch i s ch c n und deutschen Sozialdemokraten und tschechischen Nationalsozialisten. Es würde über 113 bürgerlich« und 93 sozialistische Stimmen von insgesamt 369 Ab- geordnetenmandaten verfügen. Für heute war die Parleiverlrelung der deutschen Sozialdemokralen einberufen, die am Nachmittag alle Möglichkeiten eingehend dis- kutierte. Anschlietzend daran fand abends eine gemeinsame Besprechung mit den Vertretern der tschechischen Sozial- demokrati« statt, die morgen noch ihre Fortsetzung finden wird. Be- den tschechischen Agrariern entspann sich heute ein harter Kampf zwischen dem rechten und linken Flügel, ob die Forderung des Linksblocks betreffend die Ausscherdung der tschechischen und slowakischen Klerikalen, angenommen werden soll. Spät abends wird in einem Kommunique gesagt, daß die Anträge Udrzols von der Partei einstimmig genehmigt wurden. Dos würde also bedeuten, daß die tschechischen Agrarier dem Konzentration»- kablnett ohne slowakische und dcutsche Klerikale zustimmen. Chinas Gchiedsvorschlag. Auch Zurückziehung der�renz«b«nd, mit faschistischem Gruß. Die soziailstischkn Abgeordneten dagegen veranstalteten einen großen tünn uud riefen: Mas ist mit ZNatlealti? Berlreler von Atörderni Was haben mir au Reparationen an Zlalien zu zahlen? Man hat un» Fiume genommen!" Di« stürmischen Ovationen der Regiermigs- partei übertönten jedoch die Zurufe der Sozialdemokraten, die vom Vorsitzenden wiederholt zurDrdiiung gerufen wurden. Flegeleien im Parlament. Die preußische Negierung ruft zu ihrer Bekämpfung. In der gestrigen Sitzung des Preußischen Landtags warf der Nationalsozialist H a a k e nach einem Regierungsvsrtreter. der seine Nede beendet hatte, mit einem zusammengeknüllten Papierball. Diese kindische Flegelei ist symptomatisch für die Art und Weise, wie die Radikalinskis der äußersten Rechten und Linken den parlamentarischen Kampf auffassen. Knoten- tum und Rüpelei werden sowohl von Kommunisten wie Nationalsozialisten zum System erhoben. Mahnungen des Präsidenten an diese Leute zum Anstand gehen in brüllen- dem Gelächter oder in einem Konzert tierischer Laute unter. Minister oder Redner anderer Parteien, die unangenelzme Wahrheiten sagen, werden von dem Betroffenen mit einer Flut unflatiger Schimpsworto überschüttet. Ein besonderer Sport der Opposition besteht darin, bei jeder Gelegenheit durch Ueberraschungsanträge die Minister herbeizuzitieren. Wei das gemeint ist, konnte man am Diens» tag sehen. Kaum hatte der Kultusminister Becker, durch einen solchen Ueberrumpelungsbeschluß der Opposition herbei« zitiert, den Saal betreten, als der am Wort befindliche Abg. P o n f i ck von der Deutschen Fraktion den Minister derartig unflätig b e s ch im p f t e, daß dieser ostentativ den Saal wieder verließ, in dem ihm niemand ein Verbleiben zumuten konnte, zumal der amtierende deutschnationale Vizepräsident v. K r i e s stets erst besonderer Hinweise bedurfte, um die fortgesetzten Ordnungswidrigkeiten der Rechten zu bcknsrken. Es ist natürlich� daß die Regierungsparteien nicht ge- sonnen sind, diesen moralischen Verfall des Par- l a m e n t s tatenlos mitanzusehen. Die Initiative zur 2lh- wehr ist von der preußischen Regierung ausge- gangen, die schließlich das Recht hat, von dem Parlament zu verlangen, daß es die von ihm selbst herbeigewünschten Mi- nister und sonstigen Regierungsverireter in der unter an- ständigen Menschen üblichen Art anhört und behandelt. Ein besonderes Kapitel bilden hierbei auch die„Kleinen An- frage n". An sich sind die„Kleinen Anfragen" ein wichtiges parlamentarisches Mittel, durch das der Einzelne Abgeordnete von der Regierung bestimmte Äustünste einholen kann. Wie alle vernünftigen Einrichtungen, ist auch diese von den radi- lalen Demaaogen ihres Zwecks gänzlich entk'eidet worden. Die meisten Kleinen Anfragen der Opposition sind i n die Form rhetorischer Fragen gehüllte Schimpfereien. Ihr Zweck ist, unter dem Schutz der Immunität Angriffs und Beleidigungen aller Art zu ver- breiten. Wie wenig bei diesen Anfragen noch von Sachlich- keit gesprochen werden kann, dafür ein paar Beispiele: Der Deutschnationale Steinhosf fragt, ab das Staats- Ministerium„mit dem System des Ministeriums des Innern einverstanden" sei,„nach dem unier ollen Umstanden bei jeder Veranstaltung für das Freihcitsgesctz Fälle angeblicher Unruhe von übereifrigen Beamten konstruiert werden müssen" und ab es das Staatsministcrium nicht für richtiger halte,„solchen übereifrigen Beamten lieber durch Raub- und Mordgestndsl gefährdet« Gebiet« wie den Grunewald statt ruhig auc smandergeherche Versammlungen als Betätigung-. gebiet anm: wellen".- r,.. ?n einer Archngt des NatidiMoziäkiflen Kutte wird das Staaisnnir'sterium gefragt, ob es bereit sei,„angesichts der gs> spannten Finanzlage SO Prnz. der Berliner Schupoossizier« und Mamychasten fristlos zu entlassen, da st« ihrer Aufgabe, die Bevölkerung zu schützen, nicht gewachsen sind, sondern im Gegen- teil stärker als irgendein anderer Faktor die Bevölkerung de- unruhigen". Der preußische Innenminister, Genosse Grzesinski. hat in diesen und einigen ähnlichen Fällen geantwortet, d a fc ihm Ton und Inhalt ein Eingehen auf solche Fragen verbieten. Er bat also die Beantwortung abgelehnt. Durch diese Stellungnahme des Innen- Ministers dürften der Landtag und fein Präsidium genötigt sein, sich mit der Frage zu beschäftigen, ob die Kleinen An- fragen zu Tummelplätzen demagogischer Schimpflust werden sollen. Die Gnadenpraxis pt* LandiagF. Sie tvideclegt d e Sebaupiungen der Lur sten. Am Säilusl« einer Sitzung des Rechtsausschusses des Preußischen Landtags gab der Borsitzende E i ch h o f s ein« Uebersicht über die Tätigkeit, die. der Rechtsaussä-uß bisher in der Bearbeitung von Eingabensachen entfallet hat; Seit Beginn der Session, also seit etwa anderthalb Iahren, sind 219? Eingaben dem Rechtsausschutz zur Bearbeitung überwiesen worden. Don diesen wurden?8 zurückgezogen, 444 schweben noch, so datz 16 21 Ein- gaben bis jetzt vom Rechtsausschutz«riedigt wurden. Ln diesen 1621 Sachen hat der Rechtsausschutz beschlosien: 67inal Ueberweisung an die Regierung zur Berücksichtigung, Mmol Ueberweisung zur Erwägung, Zmal Ueberwellung als Material. 1029 Eingaben wurden zurückgewiesen, 7 für erledigt und 444 für ungeeignet erklärt. Es wurde also(rund) jede 25. Ein- gäbe zur„Berücksicistigiing", jede 29. zur„Erwägung" empfohlen, ein gewiß nicht hoher Prozentsatz, zumal-xnn man beachtet, daß durchaus nicht alle Eingaben auf Begnaöiganri«vzielen, fon- dem datz ein großer Teil den Strafvollzug betrifft. Unter den „berücksichtiatcn" Eingaben befinden sich z. 33 auch solche, in denen ein Strafgefangener die Verlegung in eine andere Strafanstalt, die Erlaubnis zum Halten einer bestimmten Zeitung oder etwas Aehniiches wünscht. Bei den zur„Erwägung" überwiesenen Straj- fachen bleibt die endgültige Entscheidung der Regierung überlassen. Aus dieser Zusammenstellung ergibt sich deutlich, wie unberech- tigt Ziugrisse sind, wie sie vor einiger Zeit der Senats Präsident a. D. B a u m d a 6) in der„Deutschen Juristen-Zeilung" gegen die Gnadenpraxiä der Parlamente echciien hat. Räch Baumbachs Aus- führungen mußte man annehmen, datz eine wahre Degnad-igungs- nranie der parlamentarischen Zlueschusse bestände, die in der Praxis darauf hinausliefe, dem Verbrecher„die Frücht« seiner Tat zu sichern"! Davon tonn, wie man sieht, gar keine Rede sein. Wer die Tätwteit des Rechtsau-schusiez kennt, der weiß, datz es sich in fast allen Bcgnadigungsföllcn nicht etwa um Berichs- und Gewohnheitcverdreclzer, sondern um Personen Handell, die gelegentlich aus Not oder Verführung gestrauchelt siird. Andererseits liegt bei der bewährten Gnadenpraxis des Justizministeriums siir den Rechtsausschutz nur in seltenen. Fällen ein Anlaß vor, in diese.korrigierend einzugreifen. » Das Agrarprogramm des Kabinetts. Noch einige Einzelheiten. Die Reichsregierung oerbreitet übe? die vom Reichskabinett zur Ägrarzollfrage gefaßten Veschiüsse«in- offizielle Information, aus der wir Wesentliches zu unseren Mitteilungen im Morgendlatt vom vergangenen Samstag nicht mehr nachzutragen haben. Gegenüber von anderer Seit« geäußerten Vermutungen wird festgestellt, daß der Bermahlungszwang für Inlandsweizen für die nächsten zwei Monate beibehalten werden soll und darüber hinaus noch so lang«, als die Preisentwicklung für Jv.landweizen und die Vorrat« die Beibehaltung angezeigt erscheinen lassen. Zur stärkeren Roggenoer- s ü t t e r u n g will das Reich einen Betrag bis z u 2 9 M.i l l i o n s n Reichsmark als Frachtsubventionen für den Transport in die westlichen Schweinezuchtgebiet« zur Verfügung stellen. Die ganz« Getreideregelung soll nur für das Jahr 1939 gellen. Für die neue Fleischzollregelung sollen die Beschlüsse des Handels- politischen AuSschusies gelten, an denen bekanntlich die sozhldema- tratischen Vertreter nicht mitgewirkt haben. Räch diesen Be> schlüssen, die weiterhin Gegenstand des politschen Kampfes sind, werden die Zölle für Rindvieh auf 27 Marl und für Schaf« aus 22,59 Mark je Doppelzentner, die Mlndestzöll« auf 24,59 Mark und 22,50 Mark festgesetzt. Hinsichtlich des Schweinezolls wird davon ay.sgegangen. daß bei einem Preisstand von 79 bis 85 M. i« Zentner Lebendgewicht der gcgenwärf'g« Zoll je Doppelzentner au?« 'reich. Wird der Preis von 79 Mark unterschritten, io w;rd der Zoll um 59 Proz. erhöht. Wird der Preis von 85 Mark über- schritten, so wird d?r Zoll ihn"!) Proz. ermäßigt. Entsprechendes .ült für die Regelung des Mstidcstxolles für lebende Schwein«. Der gcgrnwortigc autonome Zoll für Fleisch von 45 Mark je Doppel- --'üncr wird beibehalten. Schwieriges Zäh'gefchäst. „�Ufufthe* nach oben- HuqmbergS Verdächt gui 3 g-genftandslos. Zur Feststellung der Eintrogvngszahlen beinii Volksbegehren wird vom Reichswahlausichutz erläuternd bemerkt: Die AM der Eintrogimaen betrug nach der v orläu figen Feststellung 4 147 725.' Älch der Feststellung des Reichswehlaus- s fchuffc« belaust sich die Zahl der Eintragungen aus 4 159 626. mfm- lich 4 135 309.zweifellos gültig. 18 J78 zweifellos ungültig und' 6148 noch fraglich. Di« Zahl aller Eintragungen er- höht sich also um 11991. Die vorläufigen Meldungen der Abstimmungsleiter waren ver« schiedentlich infosern unvollständig, ats offenbar ungültige Ein. traguugen nicht mitgezählt und verschiedentlich kleinere Gemeinten nicht miterfaßt worden waren. So war für den Kreis W e st st e r n- b e rg(Stimmkreis Fraukmrt o- d. 0.) de», Abst mmungslciter ein« vorläufige Zalst von 3775 gemeldet worden, während sich das end- gutlig« Ergebnis auf 6202 beläuft. Für den Stimmtreis Aasten beträgt der Untarichied der beiden Eintragiargsergebnisf« 811. Dies« Abweichung rührt zun, Teil von einer techniichen Unstimmigkeit bei der Ueberntittlung des vorläufigen Ergebnisses, zum anderen Teil davon her, daß bei einer Derwoltungsbehörd« infolge unrichtiger Beurkundung durch die Gemeinde«ine Lifte mit 69 Eintragungen unberücksickiigi blieb. Im Siimmkrefs Westfolen-Norst ergab die endgültig« Feststellung ein Mehr von 2733 Eintragungen. Diese Steigerung dürft« aus den eingangs erwähnten Grund«» zu er- Aaren fein. Durch die Erhöhung per Eir.tcagnngsstiscrn m diesen drei Stimm? reis«» ist der Unterschied in Höh« pon 6990 geklärt. 2«r R o st des sonstigen Unterschiedes verteill sich aus verschieden: andere Stimmkreil«. Der Stimmkreis Ostpreußen ist an dieser Zunahm« mcht beteiligt! er ist bei beiden Feststellungen mit 339 738 Eintragungen angesetzt, und zawr bes der endo ült! gen Feststellung mit 319999 gültigen Eintragungen-f 559 0 ungültigen Eintragungen '+ 6148 Eintroguirgen, über deren Gültigkeit oder Ungültigkeit die Entscheidung des Äbstimmima-ausschusies noch aussteht. MaffenbettieS beim Gtaatsgerichi. Bei-fossunzsllogm in großer Zahl. . Leipzig, 28 Siapembcr. Der Staatrgerichtshas für das Deutsche Reich hat am 6. und 7., am 9. und 19. Dezember noch den ausgrgebenen Tagesordnungen große Verhandlungen angesetzt. Slm S. Dezember wird der Streit der braunschweigifchen evangelisch-lutherischen Landes- kirche gegen das Land Braunschweig wegen Nichtgewährung van Staateleistungen verhandelt. Außerdem wird an diesem Tage und am 7. Dezember im Wege der Beschlutzberawng der Wunsch der Aufweitunge- und Aistbaupartei. dem Deutschen Reich gegen- über di« Nichtigerklärung des Bantgesetzes vom 39. August 1924 zum Ausdruck zu bringen, erledigt. Am 9. De- zember steht di« Streitsache des Deutschen Reiches gegen das Land Bayern wegen der Titelverleihungen in Bayern zur Verhandlung. Am 19. Dezember endlich wird dir Klage der Gemeinde Niedergläfersstors(Kreis Lübbe ist, di« durch den Verband preußischer Landgemeinden in Berlin oertreten wird, gegen da? Land Preußen wegen Verfasiungswidrigkeit des Paragraphen 1 des preußischen Gesetzes über die Regelung verschiedener Punkte des Gemeindeocrfassungsrechtes vom 27. Dezember 1927(Gesetzsammlung Seite 211) verhandelt. Ferner steht an diesem Tage zur Verhandlung die Klage der Stadtgcincind« Lüttringhansen und weiterer Städte, Aemter und Gemeinden sowie der Stadtgemeind« Rheydt, der Stadtgemeinde Bannen, der Reichspartei des deutsch«» Mittelstandes(Mrtschaftspartei des preußischen Landtages), her Stadtgemeinde Hamborn, der Etodtgemeinde Sterkrads gegen das Land Preußen wegen Verfafsungswidrigkeit des preußischen Gesetzes über di» kommunale Neugliederung des rheinisch- westfälischen Industriegebietes vom 29. Juli 1929(Gesetz- sammiung Seite 91). Sorge um die Winzer. Kommunisten schlagen Zieichslredite nieder. Der Aalkemirtsthcstliche Ausschuß des Reichstags beschäftigte sich am Dienstag mit der Frage der Niederschlagung d«r W i n z e r k r«d l t« uud mit Entschließungen, betreffend die Vor« logung des Entwurfs eines neuen Weingefstzes. Der Aus- schütz nahm zunächst entsprechend einem Antrage der beiden Bauern- Parteien ein« Entschließung an, durch die die Reichsregicrung ersucht wird, die erforderlichen Maßnahmen einzuleiten, daß di« einstweilen noch gestundeten Reichswinzertredite aus dem Jahre 1925 niedergeschlagen werden. Gegen die Entschließung stimmten Sozialdemokraten und Demokraten, während di: Kam niu nisten sich aus di« Seite der übrigen Par- teien stellten. Abgelehnt wurde dagegen mit den Stimmen der Kommunisten, Sazialdemokraten und Demokraten ein deutschnationaler Antrag. durch den die oin 1. Oktober d. I. fällig gewesenen Winzer- treditc samt den angefallencn Zinsen angesichts der noch fort- bestehenden Notlage im Weinbau erlasisn werden sollten. Mit gleicher Mehrheit lehnt« der Ausschuß eine Evtsäsiießunq des Z-ntrums und d:r Bayerischen Bolkspartei zur gleichen Frage ab. Abgelehnt wurde auch eine Enischließung der dcutfchnatianalen Fraktion, di« di« Reichsregierung ersucht«, dem Reichstag den Entwurf eines neuen Weingcsitzeo vorzulegen, nachdem ein Regierung-,- Vertreter mitgeteilt hatte, daß der Gesetzentwurf in Dorberawng sei und dem Reichstag alsbald zugehen werde. Hakenkreuz-Gruppe veröoien. Eine llniveriiiäft die sich nicht beschimpfen läßt. Franksurl a. IN, 26. November. Rektor und Senat der Universität Frankfurt am Main haben in ihrer Sitzung vom 26. November 1923 solgenden Beschluß gefaßt:„Die Hochschulgruppe Frankfurt am Mm» des National- sozialistischen Ttudentenbunde» wird gemäß Paragraph 4! der Bor- schritten für die Studierenden Deutschlands vom 1. Oktober 1914 wegen der Beleidigungen gegen die Frankfurter Universität, di« I» den am 21. und 22. November 1929 von dieser Gruppe verteilten Flugblättern enthalten sind, für dauernd verboten." Gegen di« Verantwortlich«» soll außerdem-ingeschritten werden. Die Schandrenien der Siandesherren. Beschränkung der Aufwertung, keine Enteignung! Der Rechtsausschuß des Reichstags beschäftigte sich am Dienstag mit einem Gesetzentwurf zur Regelung der staut- lichen, insbesondere der standesherrlichen Renten. Die Demokraten, dos Zentrum und die Deutsche Dolkspartei hatten sich an Stelle eines von der Regierung vorgelegten versossungsändern- den Entwurfs auf einen Gesetzentwurf geeinigt, der statt einer Eni- eignung eine Beschränkung der Aufwertung der Renten vorsieht. Rur soweit ein« Rente als Ausgleich für die Aufgabe oder den Verlust von Leibeigenschastsrechten begründet ist, deren Inhalt nach den Anschauungen der heutigen Zeit als unsittlich angesehen werden muß, soll noch§ 2 eine entschädigungslose Enteignung er- folgen. Abg. H« i l m a n n(603.) stellte fest, daß die Sozialdemokratie nach wie vor einen entschädigungslosen Fortfall aller Renten fordere und auch einen entsprechenden Abänderungsantrag gestellt hat. Es habe sich aber bereits in der ersten Lesung heraus- gestellt, daß für einen solchen Antrag die oerfassungs- ändernde Mehrheit nicht gegeben sei. Würde man überhaupt darauf verzichten, auch nur die Aufwertung? g r e n z« festzusetzen, wie es die bürgerlichen Mittelparteien wünschten, so würde man die Aufwertung den Gerichten überlasten müssen. Was das bedeute, wisse man nach den Erfahrungen mit den chohenzollern- Prozessen. Infolgedessen würde die Sozialdemokratie, falls ihr An- trag auf entschädigungslose Enteignung abgelehnt werde, für den Antrag der bürgerlichen Mittelparteien stimmen. Dieser Antrag sei keine Rettungsaktion für die Standesherren, sondern eine solche für das Volk, dessen Interessen Schutz vor zu weitgehender Aufwertung erfordere. Iustizminister 0. Guärard erklärte für die Reichsregierung. daß sie mit dem Antrag der bürgerlichen Mittelparteien einverstan- den sei.— Abg. Li.ndeiner-Wildau(Dnatl.) wandte sich gegen die Abänderungsanträg« der Mittelparteien, weil sie Der- stoße gegen die Grundsätze der Rechtsordnung enthielten und die Grenze überschritten, die einer Verfassungsänderung gesetzt seien. Der Vorschlag verstoße gegen die Grundsätze eines Rechtsstaates, insbesondere dadurch, daß er Gesetzesvorschriften enthalte, denen rückwirkende Kraft beigemessen werde. Der sozialdemokratische und der mit diesem übereinstimmende kommunistische Antrag auf entschädigungslose Eni- eignung der Renten wurden abgelehnt. Der Antrag der bürgerlichen Mittelparteien wurde gegen die Stimmen der Kommunisten angenommen, die damit g e g e n die in 8 2 vor- gesehene entschädigungslose Enteignung stimmten. Der§ 3 des Antrags der bürgerlichen Mittelparteien, der im allgemeinen eine Aufwertung von 8 Proz., in gewissen Fällen(Aus- gleich für die Aufgabe oder den Verlust von landesherrlichen oder 'landesherrlichen Rechten, fonftige Hoheitsrechte oder Staatsrechte) von{* Proz. und(bei Ausgleich für Aufgabe oder Verlust von Grundbesitz) 23 Proz. vorsieht, wurde ebenfalls angenommene Als der Abg. Maslowski(Komm.) bei der Beratung des 8 3 die Sozialdemokratie angriff, stellte Abg. H e i l m a n n(Soz.) fest, daß. wenn man mit den Kommunisten olles ablehne, d i e Renten vermutlich auf lOO Proz. aufgewertet würden. Der Gesetzentwurf gebe den Standesherren 5 Proz., die Kommunisten wollten offenbar lOO Proz. retten. Der einzige Punkt, in dem ein« entschädi-uing-lose Enteignung durchgesetzt sei. habe bei der Abstimmung zu§ 2 keine Gnade vor den Augen der Kommunisten gefunden. Dabei habe sich abermals erwiesen, wie UN mäglich es sei, mit der Kommunistischen Partei zu arbeiten.-...-....•-■L-.■ Der Gesetzentwurf gelangt nunmehr an das Plenum des Reich«. tags, das ihn hoffentlich schnellstens verabschiedet. Tteue Zuspitzung in Wien. Ehristllchfoziale Widerstände gegen das Kompromiß. w l e a. Zb. Ikovember. Am späten Abend wird aus dem Parlament gemeldet, daß bei den Ehristlichfozialea sich neue widerstände in der Derfassungsreform bemerkbar machen, fo daß bis SIlualioa am lbend wieder als kritisch gilt. Muckerium in Gchulbehörden. Es wird mit verschiedenem Maße gemessen. Das Prooinzialfchultollegium in Koblenz hat den sozialdemokratischen Studienrat Wildangel in Oberhausen vorläufig beurlaubt, weil er ein Buch von Max Ho- dann im zustimmenden Sinne rezensiert und seine eigene Stellungnahme zu diesem Buch« zum Ausdruck gebracht hat. Dem gleichen Provinzialfchulkollegium untersteht der Kaplan Dr. Busch, der als Religionslehrer an einer Volksschule unter- richtet und in seiner Eigenschaft als Lehrer ein gegen die Kindersreund« gerichtetes gehässiges Flugblatt mit den Schülern der Oberklass« der Volksschule im zustimmenden Sinne durchgesprochen und auswendig hat lernen lassen. Das Kultusministerium sollt« stch einmal energisch um das Pro- vinzialschulkollegium Koblenz kümmern, um zu verhüten, daß dort höchst«inseitige Maßregelungen au« einem unberechtigten Mucker. geist heraus vorgenommen werden! Haag vor dem Auswärtigen Ausschuß. AuSiühriiche Besprechung. Der Auswärtige Ausschuß des Reichstags trat am Dienstag zusammen. Der Vorsitzende. Abg. S ch e i d- m a n n(Soz.). machte den Vorschlag, die Tagesordnung insofern zu ändern, daß zunächst nur die Verhandlungen im Haag besprochen werden sollen und die Polenfrag- als besonderer Varhandlungepunkt danach zur Diskussion gestellt werden soll. In diesem Sinn« beschloß der Aus- schuß. Hieraus«rstaitste Reichsmimster des Auswärtigen Dr. Eurtius einen ausführlichen Bericht über die Haager August- konferenz und die weiter« Entwicklung der Arbeiten zur Vor- bereitung der Schlußkonferenz. DI- Aussprache wurde durch kritische Aeußerungen des Abg. Graf Westarp(Dnat.)«röffnet. Als weitere Redner sprachen Abg. Freiherr vonRhe!nbaben(D. Dp.) und Abg. S t 0 e ck e r (Komm.), Der n bürg(Dem.), Ulitzka(Z.). Breitscheid (Soz.). v. Freytagh-Loringhoven(Dnat.). Dr. Schnee lD. Bp.). David(Soz.) und Dr. Bredt(Wirtschp.). In der Diskussion nahmen die Reichsministcr Dr.' HUferding. Dr. Wirth und Dr. Stegerwald sowie nochmals Dr. Eurtius das Wort,«eschlüss« wurden nicht gesaßt. Am Mittwoch werden die polnischen D e rhandlung»- fragen behandelt«erden. Oer große Sprung. .-Ts Hugenberg: ,Oo hinüber?— Wenn nur mein Absprung nicht so niedrig wär!� Der neue Städtebau. Beratung im Landtag.— Die Ausschreitungen in Goslar. Der Preußische Landtag trat am Dienstag wieder zu- fammen. Präsident Bartels widmete zunächst der inzwischen verstorbenen Abg. Frau Bachem(Ztr.) einen Nachruf. Sodann teilte er dem Hause mit, daß der Vizepräsident Dr. Porsch (Ztr.) sein Amt als Vizepräsident niedergelegt hat. Er dankte dem ausgeschiedenen Präsidenten im Namen des Hauses dafür, daß er ü b e r 2 6 I a h r e das oft nicht leichte Amt mit größter Sachkennt- nis und Unparteilichkeit geführt habe. Ueber die Nachfolge Dr. Porschs im Präsidium wirb sich das Zentrum wahrscheinlich am Mittwoch entscheiden. Hieraus tritt das Haus in die Tagesordnung ein und erledigt zunächst eine Reihe kleinerer Dorlagen. Sodann wurde die am 24. Oktober abgebrochene und vertagte Besprechung der deutschnationalen Großen Anfrage und der An- träge der Deutschen Dolkspartet und der Wirtschastspartei fortgesetzt, die die Zurücknahm« der Ministerialoerfügung verlangen, die den höheren Schulen in Goslar die Berechtigung entzieht, Abschlußprüfungen vorzunehmen. Bc kanntlich hatte der Kultusminister diese Maßnahme getroffen, ipetl am 11. August in Goslar hei den Reichsjugendwsttkämpsen. die schwarzrotgoldenen Farben von Häher«« Schülern be- sudelt wurden. Abg. Dr. Vohuer(Dem.) billtgt das Verhalten der Regierung. Die Schülerinnen der Untertertia hätten auf die Farben de» Reiches gespuckt. Ei» de us sch» aki pn a l« r Abgeordneter habe sogar in einer Goslarer Stahlhelmoerfammlung erklärt, daß die Schüler durch ihr Verhakten eine ausgezeichnete Reife- Prüfung abgelegt hätten. Es sei zu bedauern, daß selbst die Deutsche Volkspartei in ihrer Pressepolemik da? Verhalten der Schüler entschuldigt hat, obwohl die fchwarzrotgoGenen Farben den Sarg Stresemanns gedeckt haben. Abg. Schellknechl(Wpt.) erklärt, er könne zwar da« Verhallen der Schüler in Goslar nicht billigen, sei aber auch nicht so erschüttert wie das Ministerium. Di« Schuld träge der Farbenmechsel nach dem Zusammenbruch. Mit der Entzicchung des Prüfungsrechtes habe man auch die Mehrzahl der unschuldigen Schüler getroffen. In Emden sei es zu ähnlichen Zwischenfällen gekommen. Aber es sei daraus nichts gemacht worden, wohl weil der betreffende Studi»«- direktor bessere Perbindung nach dem Ministerium hob«. Der Mi- nifter müsse seinen Erlaß zurüchstehen. Abg. Christian(Chr.-Not.-Bauern.P.) beantragt zur Seschöstsord» nung, wegen der Wichtigkell d«r Verhandlung«» den Kultusminister herbeizurufen. Der Antrag wird von den Rechtsparteien und Kam- munisten gegen die Regierungsparteien angenommen. Ministerialdirektor Dr. Zahoke erklärt hierauf, daß der Minister durch Teilnahme an einer Staatsminlsterialsttzung am Erscheinen verhindert sei. Cr müsse aber schärfsten Protest gegen die Behaup- tung einlegen, haß der Gymnasialdirektor in Emden durch angeblich gute Beziehungen zum Kultusministerium die LorstUl« in Emden vertuscht habe.(Zuruf von den Nationalsozialisten:„Ihr seid ja größenwahnsinnig!") Der Minister gehör« keiner Partei an. Wenn er vielleicht den Demotraten nähersteht, so sei der Emdener Gym- nastaldirettor Volksparteiler. Während der Ministerialdirektor sich auf seinen Platz begibt. wirft ihn Abg. H 0 a k e(Nat.-Soz.) mit einer Papierkugel. Unter großer Unruhe des Hauses wird er vom Vizepräsidenten Dr. pon Kries von der Sitzung ausgeschlossen und ver- läßt sofort den Sitzungssaal. Abg. ponfick(Deutsche Fraktion) steht in dem Vorgehen gegen die Goslarer Schulen«inen Mißbrauch der Amtsgewalt und Ge- stnnungsschnüffelei. Es fei ein Verfahren, das auf dem Mistbeet der Gesinnungslumperei und des Renegatentums erwachsen ist.(Ordnungsruf.) Abg. Kuh«(Rot.-Soz.) erklärt, daß der Borfall, der zum Aus- schluh des Abg. Haako geführt habe, vom Regierungsoertreter pro- voziert worden sei. Seine Freund« dächten nicht daran, sich von irgendeinem Angestellten des Ministeriums herausfordern zu lassen. Erst wenn die Nationalsozialisten aus Grund der Bersassung den ganzen Laden ausgeräumt hätten, würden solche Vorkommnisse un- möglich sein. Das christliche Volk werde sich auf die Dauer die Macht- stcllung der Demokratie nicht gefallen lassen. z Damit schließt die Aussprach«. Nach den Schlußworten der Abgg. O» l z e(Dnatl.), Schwarzhaupt(DDP.) und Prelle (Wpt.) werden die Anfrag« und dl« Anträge dem Unterrichtsaueschuß überwiesen. Hierauf folgt die erste Beratung des Entwurfs eines«tädtebaugeseheS. Wohlfahrtsminister Hlrtflefer begründet den Entwurf mit dem Hinweis, daß schon vor drei Jahren«in ähnlicher Entwurf dem Landtag vorgelegt worden sei. Damals fei er auf große« Mißtrauen gestoßen, ober drei Jahrs hartnäckiger Felche» hätten au» der früheren Feindschaft sachliche Kritik werden lassen. Inzwischen hob« man erkannt, welche Wichtigkeit der Städtebau besitzt. Leider sei es bis heute nicht gelungen, im einzelnen über Meinungsverschieden- heiten hinwegzukommen. Ursprünglich Hab« er sich mit einer bloßen Erweiterung des Baufluchtliniengcsetzes begnügen wollen, er sei aber durch die Städte- bauer zur Ausarbeitung eines umfassenderen Entwurfes gedrängt worden. Ueberraschend wäre für ihn nun der lebhafte Wider- stand aus den Reihen der Fachleute gekommen, von denen die Grundgedanken stammen. Die Meinung der Fachleute ging dahin, daß noch immer ein preußisches Städtebau- g e f e tz notwendig sei. Erst als der Entwurf dem Staatsrat vorlag, hoben sich unerworteterweise Städtebauer von Rang gegen die Bor- fchriften über die Flächenaufteilung gewandt. Eine noch- malig« Versammlung der Fachleute habe aber ergeben, daß die Fach- leute überwiegend hinter ihm stehen. Er müsse den Verbänden der Wirtschaft, der Städte und ollen anderen das Recht bestreiten, sich mit der Ablehnung des Gesetzes auf die Städtebauer zu berufen. Deshalb Hobe er die Pflicht, den Entwurf aufs neue vor d«n Land- tag zu vertreten. Er beabsichtige nicht, in einer Auslegung des Fluchtlinien, und des Wohnungsgesetzes über das hinauszugehen. was seinerzeit die beiden Häuser des Landtags beabsichtigt haben und in der Entschädigungssrage durch«ine extensive Auslegung eine für die Städte ungünstige Entscheidung gegenüber dem bishertAen Rechtszustand herauszufordern. Falls da« Reichsgericht ein« im städtebaulichen Interesse nicht hallbyre Entscheidung über die Eni- schädigungsftage fällen sollte, würde der Reichsgesetzgeber eingreifen müssen. Im übrigen habe die Vorlage die Beschlüsse des verflossene« Landtagsausschusse» zum größten Teil berücksichtigt. Besonder« bei der Festsetzung eines Flächenaufteilungsplans auf den Fall des„Be- dürfnisses", das eng umschrieben ist. Der Minister betont weller, daß man sich nicht mehr gestatten dürfe, nur mit festen Straßen- und Baufluchtlinien städtebaulich zu planen. Es bedürfe hier v.o rausschauender Entwick- lungspläne. Aber nicht dieser Gedanke, sondern da» neü« Mittel der hilfsweissn Baubeschränkung lasse den Entwurf gefährlich erscheinen. Die Baubeschränkung Hab« er versucht. auf ein Mindestmaß zu begrenzen. Es sei notwendig gewesen, die nach großen Gesichtspunkten arbeitende Landesplanung zu ordnen. weil sie die Arbell der nächsten Jahrzehnte beherrschen wird. Der Minister erwähnt, daß ein richtiger, zweckmäßiger Städtebau den kommenden Generationen Gesundhell und Kraft geben, die Wirtschaft vor vermeidbaren Belastungen bewahren und damit eine Vorbedingung für Wohlfahrt und Wohlstand bringen müsse. Der Schutz der Privatwirtschaft müsse sich mit dem Bedürfnis der Allgemeinheit zusammenfinden. Es sei an der Zell, die bereits 8 Jahre dauernde Gesetzesarbeit des Städtebaus zu beenden.(Bei- fall bei den Regierungsparteien.) Abg. Berleu(Soz.) begrüßt den Entwurf, der allerding» der Nachprüfung daraufhin bedarf, ob man nicht den Wünschender Interessenten zu weit entgegengekommen ist. Das freie Spiel der Kräfte habe sehr oft versagt. Bei der Berufung des Ministers auf den Staatsrat bleibe noch zu untersuchen, inwieweit sich der Staalsrat mehr als Oberbürgermeister-Kammer als als Volkskammer gefühll hat. Es bleibe weller zu untersuche», yb nicht der Entwurf schon in seiner Voraussetzung, nämlich in den Flöchenausteilungsplänen, viel zu weit den Interessenten entgegen- gekommen ist. Die Hincinziehung zu vieler Körperschaften sei sicher pom Uebel. An dieser Kritik könne auch das in Aussicht gestellte An» hören der Gewerkschaften nichts ändern. Die Beaufsichtigung des Staates sei sicher notwendige dennoch müsse Wert darauf gelegt werden, daß das Selbstoerwaltungsrecht der Städte nicht allzu sehr eingeengt wird. Ebenso bedürfe das Problem der Eentschädigyng einer gründlichen Ueberprüfung. Unbeschadet der Bestimmungen der Reichsverfassung darüber dürfe es nicht so weit kommen, daß deshalb d?« ganze Gesetz in Frage gestellt wird. Nur da» Gemein- wohl dürfe maßgebend sein. Ebenso müssen die Bestimmungen über die Anliegerbeiträge im Ausschuß gründlich durchgesprochen werden. Der Redner bemerkt, daß eine reichsgesctzliche Regelung dieser Materie sicher besser gewesen wäre. Dennoch sei ein solches Gesetz al« Fortschritt zu betrachten. Seine Fraktion sei gern bereit, daran mit- zu«rbeiten und beantrage die Ueberweisung des Entwurfs an«inen Sonderausschuß von 2g Mitgliedern.(Beifall bei den Soz.) Abg. Ludicke(Dnall.) bezeichnet die Bedenken des Staatsrots gegen den Entwurf als durchaus berechtigt, insbesondere über die gemeindlichen Flächenaufteilungspläne. Das ganze Gesetz mache den Eindruck, als lebten wir nicht in einem Rechtsstaat, sondern in einein Wohlfahrtsstaat. Einen solchen Entwurf müsse sein« Fraktion ab- lehnen. Hierauf wird die Weiterberatung abgebrachen und auf Mi!!- wach, 12 Uhr, vertagt. »BTfe WILLKOMMBMB WEI H NACHTS-'OAB E* Geschichte der deutschen Kunst| 1 Vod H. il. O. Lücken DftclL 502 öelt. star- 00 Ivod n. n. ijqokso d»ca. cw oeu. iut-, liartlec. Leinenband mitSOS AbbildaDgen. /C SOTaiaüi In 8eb*»nt'irack and 6 farbigen U�M Tafeln. Froher 18,00......... Jetn W Frledridl der Groese. AnarevOhlte Werke. Heraaegegebeavon ILv.Boebn. Itol. 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Blonde Inge, Gigolo, Vom Himmel dal Blau A 00 asrr, ev«0 Seiten itaik....nur** ©as Warcnfiaus Berlins in. allen SladiilelierL I Am Sonntag, dem 2« November, entschlief sanft nach kurzem, schMrerem Leiden mein innigstgeliebter Mann, unser guter Vater,' Bruder, Schwiegervater urid 0?a, der Maurerpolier Wilhelm Bogen im Alter von 55 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen Fran Aaaa Bogen, geb. Roocfa Erlte Bogen, WU11 Bogen. Lena Bogen all Kinder Cbarloite Bogen, Maria Bogen all Schwiegertöchter Waldfrand-Urstila, Mellit.-Charlotte als Enkelkinder Charlottenburg, den 25. November 1929. Philippisiraße>2- Die Einäscherung findet am Donnerstag, dem 28. November, vormittags IIP/, Uhr, im Krematorium GerichlstraJSe statt Oeotsdier Metallarbeiter Verliiinii Verwaltungssteile Berlin Todasanseis«. Ds» iftitßlithrat nur Zlnchrlcht dnß unfst jtollsgs, her Schlosser Ewald Zillmann geboren 19. dl, et 1906. am SA So* oember geftorben ist Ehre feinem Andenken I Die Beerdigung findet am Donnere- tag dem 28. Sooembet, i5>/z Uhr.»an der Leichenhalle des St Iohannee» Kirfihajee in Plötzensee aus statt. Rege Beteiligung ermattet Die OelnncctnaKting. Am Freitag. 22 November, nacht» 12 Uhraerschiev nach langem, schwerem Selben unsere liebe, gute Mutter und Schwester, die Gastwirtin Witwe Anna LeKmidt geh. Kalkbrenner im 58. Lebensjahre. Für uns viel»u ftühl In tiefer Stauer: Richard Schmidt and Fraa H. Schrlckel and Fran Lila, geb. Schmidt Helene Schmidt Willi Schmidt Beerdigung: Donnerstag, 28. Ro- oernher, nachmittag« 2 Uhr. auf dem Eiisaheih-Friehhal, Prtnienallee. Am 22. Ravember. nachmittag« >/,! Uhr. verschied nach langem, schwerem Leiden mein guier Mann, der Arankenkastenangestellie Qottlieb Hetz im 58. Lebensjahr. Im Namen der JiInletMlebenen Fraa Else Heiz. Die Einöscherung findet am Donnerstag, htm 28. November, nachmittag««V. Uhr. im Rcematohum ffitlmersborf, Berliner Siiatze. statt Am 2A November 1929 verschied noch futjem. schweren Leiden mein. liebe, gute Frau, meine herzensguic. teeufaegenhe Mutti Agnes Sprang geb. Cirabowskj im«4 Lebensjahre. Dies zeigen tie herrllot an / Richard Sprang « and Ursnla Sprang Die Brerstgung findet am 28. November.:)'< Ühr, ouf dem Steglitzer Fried»«' In Oer Bergstraße statt Beiisedkte ah Fgbrir. graue Nllpf- «Psen'-'' federn Piunh Dampireinigung. tnnlg an. Beitsedeen- Neu: Bettsehern- Wäsche. Beit.cdernfghrik Schwan, Brun- nenstrahe 152. Fabcilgeboukc. Möbel CHatfcIaagnrs, Patentmatratzen,»Pri- misfima-. Metallbetten. Auflegema- trotzen. Waller. Stargarherstraste acht- zehn._ Rein Laden.____* Ohne Anzahlung! Möbel, komplette Einrichtungen sowie Antleideschränke Bettstellen, Ruhebetten. Küchen. Korb- mödel usw. Abisch n. Ca.. ftatset- strafte 6—7, Aleranherplatz. Abtifthou». Lieferung nach ausweiri«. 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Am 11. Nonember 1928 oergiftet« sie sich mit Strychnin, das sie dem Bibliothek sschrank des Arztes entnommen hatte. Wohl hatte er versucht, das Gift zurückzubekommen: er Hot es dem Mädchen aber schließlich doch gelassen, obgleich sie einmal in seiner Gegenwart ins Wasser gesprungen war und ein anderes Mal mit Selbstmord gedroht hatte.— Als der Voter von dem Verhältnis des 15 Jahre älteren verheirateten Arztes mit seiner Tochter erfuhr, bat er den Mann, von dem Mädchen zu lassen. Der Arzt erklärt«, er könne nicht von dem Mädchen lasten, könne nicht ohne sie leben, sei aber aus finanziellen Gründen außer- stand«, sich von seiner Frau scheiden zu lassen. Es sei doch nichts dabei, wenn sie miteinander leben würden. Der Bater verbot dem Arztdaschaus. Dieser aber mietete das junge Mädchen in einer Pension in der Augsburger Straße ein. Die Ellern waren drei Wochen von ihrer Tochter ohne Nachricht. Der Arzt nahm das Mädchen aus seiner Stellung und erwarb für sie einen Mode- salon. Da er«ine Rate nicht bezahlte, fiel dos Geschäft wieder dem Eigentümer zu. Das Mädchen kehrte ins Elternhaus zurück, ver- sprach, das Verhältnis zu lösen, konnte aber von dem Arzt nicht lassen. Die guten Beziehungen der Tochter zu den Eltern gingen in die Brüche. Das Verhältnis zu ihrem Geliebten wurde schwankend, sein Einfluß auf sie unheilvoll.„Aber Du." schrieb dieser Arzt ihr, ..Du mußt doch auch kein Herrenmensch sein, wenn Du lieber für 89 Mark Dein« Zeit und Deine Kraft, den einzigen wahren Besitz, den wir hob«n, der Körper und S«ele zugleich ist. o n den ?uden verkaufen und verschleudern möchtest." In Wirklichkeit verdiente sie aber auf ihrer neuen Stelle 218 Mark »nanotlich. Als aber der Arzt die 15 Jahre Jünger« veranlasste, fast eine Woche long unter einem Vor wand ihre Stellung zu ver- vachlässigen und sie krank schrieb, kam die Entlassung: im Geschäft mußt« man, daß es der Geliebte war, der als Arzt die Krankheit bescheinigt hott«. Am 19. November erhielt das junge Mädchen die Kündigung. Den Abend des 11. November verbrachte es bis 11 Uhr zusammen mit dem Geliebten. Um 1418 Uhr nahm es im Haus« der Eltern ii>"iichmn. In ewigem Hader mit sich selbst, in dem Zerwürfnis mit den Eltern, zu dem nun noch die Kündigung hinzugekommen war, hotte das bedauernswerte jung« Mädchen den Kopf verloren. Als der Arzt einige Tage später durch eine Kallegin der Pen- storbenen nach dem Ring fragte, den er seiner Geliebten geschenkt - bc-tle,- n a n n t«-tvev-V a-ter-i h» ein e n Lumpen. Und als der Vater den Verführer der Tochter frisch und gesund in«in Auto steigen sah, erinnert« er sich seines Ausspruches, daß er ohne feine Geliebte nicht leben könnt« und rief ihm zu:„Jetzt kann er ja leben, jetzt hat er das Mädel unter di« Erde gebracht." Das ärztliche Ehrengericht sprach diesen Arzt frei. Der Staatsanwalt stellte das Verfahren wegen fahrlässiger Tätung ein. Da» Schöffengericht Berlin-Schöneberg verurteilte den unglücklichen Vater wegen Beleidigung zu 59 Mark Geldstrafe. Als der Arzt am Todestage seiner Geliebten den Eltern Blumen schickte, brachte der Bater sie ihm wieder und sagte zu dem Hausmädchen:„Geben Sie dem Mörder mein er Tochter die Blumen zurück!" War „Aber du sagtest, du Nebst ihn!"' ,�Za, ich weiß nicht, ja.. nein. Sie war hilflos nervös.„Ich kann das nicht tun. nein, das kann ich nicht. nein" , Was sagt denn die innere Stimme in dir?" "„Du quälst mich, Mutter, du quälst mich so. Ich möchte zu ihm, und es hält mich zurück. Eine Stimme ruft: ja: die andere: nein."„. m � „Und du traust unüberlegt, ohne Zeit.zum Bedenken. einer Einflüsterung, der du selbst wideriprichst? Das ist das alte Vorurteil, ein alter Aberglaube, Kind. Mmm dir Zeit zum Bedenken.",.. „Ich weiß nicht, ich weiß nicht, und wenn es so wäre. st�eß Irene gereizt hervor,„das Vorurteil und den Aoer- glauben habt ihr alle vor kurzem noch mit mir geteilt. Oder nicht?— Ich frage mich nun feit Togen und Nächten, was ich will und soll. Ich denke an Vater, an Hohenau, ich denke an uns und dann denke ich wieder an mich, nur an mich, an mich selbst. Mitunter mein« ich, es wäre alles im reinen, und mir ist glücklich und leicht, mein Herz klopft vor Freude. Und dann— dann muß ich plötzlich erjchrecken. vor m'r selber schrecken— dann schäme ich mich.— Und dann wieder— Sie brach ab. Ihr Kopf beugte sich tiefer, sie saß auf dem Bettrand, die Hände näherten sich dem Gesicht. Sie begann wie ein Kind hell und krampfhaft zu weinen. Da fühlte die Gräfin sich wieder als Mutter, die bandelt ohne zu fragen. Sie verließ leise das Zimmer, um mit dem (Zrasen zu sprechen, der sorgenvoll vor dem Schreibtisch saß. Und so wie ein Maler die Landschaft von einem bestimmten Punkt aus darstellt, nämlich von dem, den er für den günstig- sten hält, so zeigte sie ihm d-n inneren Zustand der Tochter in solcher Ansicht, daß der Gras sich entschloß, die zerrissene Verbindung noch einmal aufzunehmen. Noch hatte die Zeit die Teile so weit nicht entfernt, daß es schwer fallen sollte, sie! «och einmal einander sich näher» zu lassen. denn der Arzt schließlich nicht für den Tod des jungen Mädchens verantwortlich? Hatte nicht er das Mädchen veranlaßt, die Arbeit zu vernachlässigen und die gut bezahlte Stellung auszugeben? Hatte rächt er der Geliebten das Gift gelassen, mit dem sie sich das Leben nahm? Für ihn war das kleine Lehrmädchen wohl letzten Endes nicht mehr als ein Spielzeug der Lust— mag er auch geglaubt haben, sie erusthost zu lieben. Dos hatte der Vater erkannt. Er hat seine Tochter nicht mehr retten können. Nun schrie er dem. der das Mädchen, die Freude und den Stolz seines Allers oerführt hatte, seinen Schmerz und seine Empörung ins Gesicht. Und wurde dafür bestrast! Gchalldach suspendiert. Gr soll falsche Aescheimguagen ausgestellt hoben. Der oberpröfidevk hat durch Beschluß vom 25. Bo- vember IgZg gegen den Obermagiftratsrai Otto S ch al l d a ch. der der Deutschen Volk-partei angehört, die Einleitung ein«, Disziplinarversahrens und di« Amt,. s u, p c n s i o n versügi. Zu diesem Beschluß des Oberpräsidenten meldet die B. S.« Korvefpondenz: Wie wir erfahren, wird Schalldoch, der als voiksparteilicher Stadtverordneter dem Stadt- Parlament angehört, vorgeworfen, daß er falsche Bescheinigungen ausgestellt habe, denen zusolge die Gebrüder S k l a r« k größer« Ansprüche, als tatsächlich zu Recht bestanden, an das Berliner An- schoffungsamt zu machen hätten. Der Angeschuldigt« wurde zu diesem Punkte bereits in der vorigen Woche von Staotscmwattfchaftsrat Dr. Weißenberg gehört und soll dabei die Tatsache, daß er zum mindesten einmal ein« derartige unrichtige Beschei- n i g u n g ausgestellt habe, nicht abgestritten Hab en. Scholldach hatte ober betont, doß die Ausstellung dieser schriftlichen Be- stätigung von vernreintlichcn Ansprüchen a» das Zlnschoffungsamt zuerst durch den Aufsichtsratsvorsitzenden dieser Gesellschaft, nämlich den Stadtrat Eoebel, erfolgt sei, obwohl dieser hierzu gar nicht berechtigt gewesen sei. Di« Gebrüder Sklorek Höllen nun mit der von Gaebel unterzeichneten Bescheinigung bei der Ostdonk die Gc- Währung eines Kredites beantragt, dach hob« die genannte Bank. die sich ofisnbar über die entsprechende Zuständigkeit der leitenden Beamten näher erkundigt hatte, die alleinig« Unterschrift des k o in- m u n i st t s ch« n Stadtrots bemängelt und auf Grund der Vorschriften Gegen�ichwmg eines Vorstandsmitgliedes verlangt. Ilm Stadtrat Gaebel zu decken, will Schalldoch seinen Namen ebenfalls unter die betreffende Bescheinigung gesetzt haben. Oer Tod der drei Zahnärzie. Als welchen aus dem Rhein geborgea. Zn her Rheivprovivz. die durch die noch Immer unaufgeklärten Düsseldorfer Mordtaten auf» äußerste beunruhigt und erregt ist. hatte das geheimnisvolle spurlos« Verschwinden dreier Zahnärzte aus Koblenz neue Erregung hervor- gerusen. Nunmehr wurden, wie aus Mainz gemeldet wird, bei Frel'weinheim unweit der Landungsfielle der Köln. Düsseldorfer Schisjahrt die Leichen der drei vermißten Koblenzer Zahnärzte aus dem Rhein geborgen. Zur Austindung der Leichen der vermißien drei Zahnärzte werden noch folgend« Einzelheiten bekannt: Das systematische Ab- suchen des Rheins noch dem Kraftwagen mit den seit einigen Tagen vermißten Koblenzer Zahnärzten Dr. Solomon und Dr. Karl M« y e r, sowie der Zahnärztin Dr. Elfriede Heinzmann hatte am Dienstag Erfolg. Zwei Schiffer, die zwischen ihren Motor- booten Ketten gespannt hatten, die sie im Wasser treiben ließe», fuhren di« Rheinstrecke zwischen Mainz und Bingen ab. Am Diens- tag nachmittag gegen 5 Uhr blieben si« mit der Kette an einem Hindernis im Fluß hängen. Es stellte sich heraus, daß es sich um den Kraftwogen mit den B«t mißten hondelle. Der Wagen lag tief im Schlamm und war von Steinen und Geröll um- geben. Die Insassen lagen völlig zusammengekauert im Wageninneren. Sie haben, wie aus einer Besichtigung des Kraftwagens hervorgeht, äußerste Anstrengungen gemacht,»m aus dem Wageninneren zu entkommen. In ihren Händen hatten sie noch die Werkzeuge, mit denen sie arbeiteten. Oer Keuerkampf mit den Ausbrechern. Wichert ist der Erschossen«. Zu dem Feuerkampf zwischen dem Oberlandiäger und Förster und den Räubern aus Wocklum teilen wir ergänzend noch folgen- des mit: Unser« im„2Ibcub" bereits ousgesprachene Vermutung, daß es sich bei dem im Kampfe Erschossenen um den Helfershelfer Heinrich Wichert handelt, wird jetzt bestätigt. Er ist an den Folgen eines schweren Bauchschusses gestorben. Mit einem Kniesteckschuß brach Georg Garde zusammen, während der dritte, L i c s c g a n g. unverletzt blieb und sich frei- willig ergab. Bei jedem der Räuber fand man zwei Para- b e l l u m p i st o l c n, sie hotten sich bis auf die letzte Patrone ver- schössen. Die Vernehmungen sind sehr schwierig, weil sowohl Garde wie Liesegang jede Auskunft verweigern. Sie müssen zum Aeußsrften entschlossen gewesen sein, demi der Feuerkampf mit den Verfolgern dauerte eine ganze Stunde. Oas Ende einer Flugzeug-Trauung. Wenn wildgewordene Amerikaner Hochzeit machen. Roofevell Jield(Long Zsland). 26. November. In einem Flugzeug, das in einer Höhe von 899 Metern mit ein«r Geschwindigkeit von 175 Stundenkilometern dahinflog, fand gestern eine Trauung statt, die mit dem Fallschirm absprung des Brautpaares und der 12 Hochzeitsgäft« ihren Abschluß finden sollte. Die junge Frau, die zuerst absprang, konnt� den Fallschirm nicht rechtzeitig aufreißen und stürzte auseinerHöhc von 599 Metern tödlich ob. Auch bei dem Bräutigam mißglückte der Absprung, so daß er t o t liegen blieb Nachdem der nächste, der absprang, beinahe in einen Zementmischer gefallen wäre, verzichteten die übrigen Hochzeftsgäste auf den Absprung. Die Düsseldorfer Morduntersuchung. I Düsseldorf, 26, November. Wie die Prell estekle des Polizeipräsidiums mitteilt, lassen sich die in der Mordaffäre gegen Stelze? erhobenen Verdachtsgründ? nicht a u f r e ch t e r1> a l t c N. Stelzer, der als Täter für die Düsseldorfer Morde also nicht mehr in Betracht kommt, wurde der Mettmonner Polizeiverwallung Überwiesen, die ihn durch den Kreisarzt untersuchen ließ. Dieser ordnet« die Ueberfiihrung Stelzers in«ine Heilanstalt an, wo er auf seinen Geisteszustand bc- n b a ch t c t werden soll. Glückwünsche des RIagistrois. Bürgermeister S ch o l tz übermittelte am Montag dem Soziolhygieniker der Berliner Universität, Prosessor Dr. Alfred G r o t s o h n. zu seinem 60. Geburts- tage die Glückwünsche des Magistrats. Am Dienstag überfandt..' Bürgermeister Scholz dem Rcichsnivdsunkkonimissor Staatssekretär a. D. Vr.-In«. e. b. Hans Bredow zum 5V. Geburtstage ein Glückwunschtelegramm. 3. Dem Lehrer Tannenbaum widerfuhr großes Glück: Als er länger als ein Jahr im Kriege gewesen war, wurde es ihm plötzlich bunt vor den Augen, und dann geschah es. daß er da lag und olles ihm gleich war. Aber nicht das war sein großes Glück. Nein, erst als er die Fahrt im Transportzug hinter sich hatte und einige Zeit schon im städtischen Irrenhaus« der kleinen Stadt, in der er Lehrer gewesen war, lag, erfuhr er, auf welche vielgestaltige Weise das Leben die Menschen durch Unglück glücklich macht. Esther Rubin war Pflegerin an dem in ein Lazarett für Soldaten umgewandelten Irrenhaus. Sie war dem Beispiel ihrer Freundin Christine gefolgt, deren Tonte inzwischen gestorben war. Nach beendetem Dienst saßen sie oft beieinander, in jener Eintracht, die dem Lehrer Tannenbaum von jeher mißfallen hatte, weil sie Esthers Ohren in Anspruch nahm und seinen Worten entzog. Mit- unter auch, wenn eine von beiden Nachtwache hatte, lösten sie einander ob. Und sie taten gern ihren Dienst. Subjektiv war das Glück des Soldaten Tannenbaum voll- kommen. Aber die Leute wußten ihn nur zu bedauern. Dabei hotte er nichts Ausfälliges als die Idee, er wäre ein General, der„General von Lothringen" nämlich. Er strich sich den Schnurrbort und meinte, als General dürfe er sich wohl nun die Freiheit nehmen, um Esther Rubin ganz offen zu werben. Sie behandelte ihn mit unbeirrbarer Milde, sie nickte ihm zu. „Ja?" rief er,„ja!" und nannte sie von nun an„meine Frau". Es kanten immer mehr kranke Soldaten in Lazarettzügcn zurück, und die Pflegerinnen hatten zu tun. Esthers Schwester, Magda Rubin, war noel) Berlin gefahren, es war nicht so schwer, dort in Stellung zu kommen. Sie wollte eigentlich nur von Hause fort, und der Anlaß war der: Ein in der kleinen Stadt als ein wohlanständiger Bürger bekannter jüdischer Fischhändler hatte um ihre Hand gebeten. Die Eltern Rubin sagten von Hemen„Ja", und auch Magda mar gar nicht abgeneigt, obgleich de? Fischhändler ein Witwer war und die Vierzig schon überschritten hatte. Sie dachte vielleicht on die Geschichte vom Fischreiher, der so stolz war. daß für ihn nur die Gründlinge übrig blieben: so wollte sie es sich wohl nicht ergehen lasten. Aber an einem Sonnabend be- merkte sie an dem Fischhändler, was sie vorher noch nie beob- ochte� hott«: Ihm rnudsten aus den Ohren Haare heraus. Als der Fischhändler am Montag wiederkam, waren sie zwar ver- schwunden— denn er pfleatc sie regelmäßig am Sonntag zu schneiden—. ober der Eindruck, den Magda von ihrem Ver- lobten empfangen hatte, genügte fürs Leben. So sagte sie jedenfalls. Die Poesie sei dahin. Ob vielleicht der Fischhändler ihr nur eben nicht fein genug, oder ob sonst irgendein Grund noch vorhanden war, konnte niemand von ihr mehr erfahren, denn kurze Zeit später reiste sie ab, nach Berlin. Da packte die stille Rosine zu, von der alle Leute die Meinung hatten, sie bekäme im Leben nie einen Mann. Und auch dem Fischhändler war so am besten geholfen. Der Voter Rubin erinnerte ihn an die Ehe Jakobs mit Rahel und Lea, von der er behauptete, sie wäre ein ähnlicher Fall gewesen, Dos war nicht einmal ein treffendes Beispiel! Aber der Fisch- Händler— ob er es nun nicht besser wußte oder nur nicht besser wissen wollte— sagte: gut, und gab sich mit Rosine zu- frieden, Dann fuhr auch Esther, im Winter, als Pflegerin nach Berlin: und nun war es der„General van Lothringen", den das Leid, aber ungleich tiefer als den Fischhändler, traf. Als er sie wieder eines Morgens nicht mehr iah noch fand, ver- langte und rief er unaufhörlich nach ihr. Man sagte ihm, sie wäre krank: so wollte er an ihr Bett— sie wäre seine Frau, ob man das etwa nicht wüßte. Der General von Lothringen, ach, wie wütet« er und niemand wollte begreifen, wer er war. Höchstens Christine, der gleichfalls die Trennung van Escher zu Hsrzen ging, gab ihm manchmal, in ihrem barschen Tonfall zur Antwort daß Esther weit fort sei und wohl erst mit dem Ende des Krieges zurückkehren würde.„Oh, der Krieg, der Krie�!" rief der General. Die Verwaltcrsleute vom nahen Hohenau, die nicht selten in die kleine Stadt hinüberkamen, hatten der scheidenden Escher Bestellungen für den Grasen und die Gräfin, die für den Winter gewohnheitsgemäß wieder nach Berlin gereist waren, mitgegeben. Sic suchte in der Hauptstadt zunächst ihre Schwester auf. die über die Miinneirlecre in den großen großen Lokalen klagte. Dann ♦rat Esther ihre Stellung im Lazarett on. Sie erhielt eine neue, kleidsame Tracht, und in der ersten Freizeit, die sich ihr bot, fuhr sie in den Stadtteil, wo Gras von Küster wohnt?, um sich ihres Auftrages zu entledigen. Es war dasselbe Haus, in dem Albert de Castro jene Unterredung mit Irene gehabt hatte, die wie ein letztes trennendes Wort erschienen mar, ohne es am Ende zu sein. Das nächste Gespräch hatte sie endgültig vereint. Irene de Castro lebte noch bei ihren Eltern, um dort dos Ende des Krieges abzuwarten. Von Zeit zu Zeit besuchte der Bankier de Castro die Familie, und sie entwickelten im Gespräch Ge- danken, um Albert— der sich im Kriege befand und gewöhn- lich im-lbstand von wenchm Tagen Briest sandte—, bei seiner Rückkehr mit reisen Plänen zu überraschen. (Fortsetzung folgt.) Lampels Klage abgewiesen. Warum„Giftgas über Berlin" verboten wurde. Der Dezirksausschub Derlta hat am Dienstag nachmittag nach längerer Beratung die klage Peter Lompels gegen den Polizeipräsidenten bezüg. lich der Aufhebung des Verbot» von„Giftgas über Berlin" abgewiesen. Der Wert der Vermaltungsslreilsach« wurde auf S000 Mark beziffert. Die Gründe diese, Urteil» ergehen schriftlich, wie wir hören, werden die Vertreter Lampels. die Rechtsanwälte Neumond und Alalo, nach Vorliegen der schriftlichen llrtdlsgründe Revision beim Oberver- wallungsgerichl anmelden. Die Verhandlung vor dem Bezirksausschuß zog sich sehr in die Länge, da die Plädoyers beider Parteien sehr ausführlich oxiren. Nachdem Rechtsanwalt Dr. Neumond für die Aufhebung de» Verbots eingetreten war, wandte sich auch Rechteanwalt F l a t o gegen die Maßnahme des Polizeipräsidenten und belonte, daß der Prozeß nicht um Lampe l, sondern um die Freiheit der Kunst geführt werde, die durch das Verbot bedroht werde. Es gehe nicht an, daß man sich mit der Reichsverfassung in dem Kops» kisfen schlafen leg« und daß inzwischen die DeHörden«in Gesetz von Anno Tobak 179Z hervorholten, um so die Jensur wieder«in, zu» sichren. Da» Verbot des Polizeipräsidenten sei kein« sicherheits- potizeiliche Maßnahme zum Schutz« des Publikums, sondern reine Zensur. Der Vertreter Lampels berief sich auf i) e i n r i ch Man n. aus Alfred Döblin und Bert Brecht zum Beweis« dafür. daß da» Stück ungefährlich sei. Dr. Flato warf die Frage aus, ob nicht etwa der Oberreichsanwatt oder di« Reichswehr das Verbot veranlaßt hätten. vberregierungsrat Dr. Adriani trat diesen Ausführungen ah Vertreter des Pokizeipräsidenten in längeren Ausführungen ent» gegen. Cr wandte sich zunächst gegen die Bchauptung, daß lediglich die Schriftsteller und Künstler, Vertreter der Geistlichkeit, die Be- amten aber, die den Staat, also eine geistige Gesamtpersönlichkeit oerträten, als Trottel bezeichnet würden. Der Künstler müsse ebenso wie an den Freiheiten des Staates an dessen Pflichten teilnehmen. Es geh« auch nicht an, daß das Gebiet der Kunst für den Staat .Tabu" sei, denn für den Staat seien nicht ästhetische, sondern staatspolitische Gründe maßgebend. Rur der A n a r ch i st. der den Staat überhaupt verneine, habe daz Recht, die These von der unbedingten Freiheit der Kunst zu oertreten. Wenn der Schrift» steller die Absicht habe, politisch zu wirken, und die Kunst politische» Kampsmittel werde, so müsse der Staat auch die Möglichkeit haben, gegen diesen Gegner vorgehen zu können. Dr. Adriani wandte sich ferner gegen den Vorwurf, daß die Bestimmungen des Landrechts reaktionär oder veraltet seien. Ebensowenig wie man den alten römischen Begriff des Eigentums als veraltet be- zeichnen könne, fei dies bei der Bestimmung des Landrechts die Frage, das in klassischer Weise dem früher verschwommenen Aus- zabenkrei? der Polizei eine scharf umrissen« Formel gegeben hob«. Die in der Reichsverfassung garantierte Meinungsäußerung müsse aber innerhalb der Schranken der allgemeinen Gefetze liegen, und nn solches Gesetz sei auch das allgemeine Londrecht. Aus einer Reihe von Kritiken führte er den Nachweis, daß es zu Störungen bei der Aufführung gekommen sei. Das ganze Stück sei an die Adresse des Staates gerichtet mit der Tendenz, den Bestand des Staates zu erschüttern, so daß das Verbot aus Gründen der Sicher» heit und Odrnung erfolgen mußt«. Der Bezirksausschuß kam dann zu der anfangs wiedergegebenen Entscheidung. Im Zeichen der Not. Ein Kabeischacht muß als Nachtquartier dienen. Einen eigenartigen Fund machten am Dienstag vormittag Sabelarbeiter des Telegraphenbaoamtes in der Gitschiner Straße. Die großen Fernsprechkabel liegen bekanntlich unier dem Bürgersteig und sind für Ausbesserungen zugänglich durch einen Einstieg, der oben mit einer Steinplatte mst chebering per- schlössen Ist. Der Schacht, in dem die Kabel liegen, Hot ein« be- trächtliche Höhe und ein« Breite von 70 bis 80 Zentimetern, er muß ja mitunter einem Mann genügend Bewegungsraum bieten. Ms nun am Dienstag die Arbeiter die Platt« emporgehoben hatten und in den Schacht hinabsteigen wollten, sahen sie dort eine Matrahe liegen, außerdem Holzwolle und Sägespäne. Zunächst glaubten die Arbeiter, auf eine Diebeshöhle gestoßen xu sein und benachrichtigten di« Polizei des 108. Neviers. Nachforschungen ergaben aber, daß kein gestohlenes Gut in dem Schacht oerborgen war. Man fand nur ein Arbeitsbuch auf den Namen eines W. 11., der«m 6. August 1910 geboren ist. Vermutlich hat der bedancrns- ryerte junge Mensch kein anderes Unterkommen, gefunden und. sich in dem Schacht einen Schlafplatz zurechtgemacht. Natürlich konnte er nicht jedesmal, wenn er einstieg, die Platoe auf dem Bürgersteig emporheben, da? hätte in der belebten Gegen Aufsehen erregt. Als die Polizeibeamten weiterfuchtcn, stellten sie fest, daß von der nahe gelegenen Brücke ans ein zweiter Zugang zu dem Schacht vorhanden ist. Dom Elisabethuser her bioucht« der Mann, der in dem Schacht schlief, nur über den B rücke nvvvjprung zu klettern und konnte von dort aus den Eingang ües Schachtes ohne Mühz erreichen. Wie wir erfahren, demüht man sich eifrig, den Eigentümer des Arbeitsbuches aussindig zu machrn. Wir wollen hoffen, daß dem jungen Mann die Entdcckung seine» Nachtlagers zu einer, wenn auch bescheidenen, so doch wenigstens menschenwürdigen Behausung verhelfen wird. Es wird dl« Auigabe aller in Frage kommenden Stellen sein müsien, den mitten in der Weltstatt ent- deckten Höhlenbewohner nach bestem Können hilfreich zur Seite zu stehen._ Englischer Dampfer gestrandet. London. 26. November. Der Dampfer„Molefey" ist an der Küste der Sraffchast Pem- i broke gestrandet und vom Sturm fast v o l l st ä n d i g z e r-' trümmert worden. Der Kapitän und 28 Ueberlebende sind gerettet worden, während 7 Mann der Besatzung und die s Frau des ersten Offiziers vermißt werden. Man befürchtet, daß sie von den Wellen über Bord gespült worden sind. Der Dampfer selber dürfte völlig verloren sein. Hinrichtung eines Baters von zehn Kinder». In Liverpool wurde am Dienstag früh John Francis Ma- guire, ein Straßenhändler wegen Mordes an seiner Gattin hingerichtet. Der Verurteilte ist Vater von zehn unver- sorgten Kindern. Bor den Gerichtstoren, wo sich eine große Menschenmenge angesammelt hatte, spielten sich zur Stund« der Hinrichtung überaus bewegt« Szenen ab. Hunderte von Männern und Frauen brachen in hysterisches Weinen aus und knieten Punkt 8 Uhr, dem Augenblick der Hinrichtung, auf der Straße nieder. Der Hingerichtete hat an sein« Kinder einen Brief hinter- lassen, in dem er feine Todcsbercitschast betont. Der Kampf um das„Lanbenland". Immer mächtiger wächst die Riesenstodt Berlin, immer not- weribigsr wird eine erhöhte Bautätigkeit. Den kleinen Lauben- besttzern der verschiedensten Stadtgegenden wird dieses Wachstum oft zur Qual, sie müssen das ihnen lieb gewordene und mit vieler Müh«.kolonisiert«" Laubenland oerlasscn. Die Siedler solchen Gelände» wenden sich daher oft rat- und hilfesuchend an die Oeffent- lichkeit. Man kann es ja so sehr gut verstehen, wie unendlich schwer es den Menschen wird, ihr Stückchen»Land" wieder zu verlassen. Es ist erfreulicherweis« das eifrigst« Bemühen der Stadtverwaltung, an der Großstadtpcripherie'm größtmöglichsten Maße Douergärten zu schaffen. Gerade die Soziäldemolrati« wird sich stets dafür einsetzen, den Lauben- besitzern, die dem unaufhaltsamen Wachsen und der notwendigen Bautätigkeit der Weltstadt weichen müssen, eine Entschädigung zu sichern oder ihnen Ersatzland zu beschoffen. Ctefenbiugta für diese Rubrik find V« r l i» S9B«8, Lindesstrabe 3, ® parieinachnchten für Groß5Derli« stets an da» Bejirkeseiretaria» 2. Hof, 2 Treppen recht», zu richten. l. strei, Mitte. Die Revisoren der Abteittinaen 1 W» 7 tretfctt sich tut Ttoi ton trolle bei der lZunktianäroeisaimnIung am Donnttsiaa. dem 28. Ro» vember. um I8VS Ubr, in den Sertnania-llestsSIea, Cdausseestr. uo. <»reis Prenzlauer Per«. Freie sa�ulaemeind«. Eonncrstaa, 28. November. 20 Udr. Danziaer Str. 23, Mitgliederveesammluna. Sortio« des SeaoJTcn ilcftot Heinrich Miickc über..Samvulilaffen oder Saimnclfchuitn". Sts- fufntm, Bericht vom Bezirkstait Erog-Beelin, Verschiedenes. 15. kreis Treptow. Die Areismitmiedcrversaminluno findet nicht am 3. De» zenrber, sondern am Donnerstaa. dem 5. Dezember, statt. Handzettel sind am sitelta« vom Eenstslen Easowsti, Niederschönetveide, Berliner Etr. 8- abzudolen. heule. Mittwoch. 27. November: 33.»it. Die Bezirk sslldrcr rechnen di« TammeMsten der Siadwerordneten. mahl deute adend in der Mitoliederversammlunn mit dem stasnerer ab. SS. Abt. ekarl-ttenbvra. 8. Kruppe. 20 Hlit SaMaStnd bei Schuk. Wallst!. 99. Vortrae:..Berliner Humor und Klassenkampfs. Ref.: Hanns H. stamm. Abt. ict'JäSa. 20 Udr Mi tallede n> evsamml u»a im Lokal Schmidt, stnese ,19, Morgen, Donnerskag. 28. November: ,38.»it. Sl»in!«-»d-rf.Ost. DI« Borstanbsstiuma fällt weaen der allqemeinen Tunftwnäxvcrsaimniunq ous. Die Einäscherung unserer verstorbenen ßte» nßffiu Lorenz findet foute, MittwoH, 27. November, 17 llhr, un Krema-- toriimt Gerichtftraße statt. Sonnabend, Z0. November: 103.»it. vierschdncweid«. 10 Übt bei Sachs, Schill« ralockt, Schillettwwnc- nodc 2, ssunktionärsttzun«. Zrauenveranstaliungen. 35., 3».»ab 37.«it. Donnerstaa. 28. November, Belichtiaun« der Sonfum. cieiuzffenilbait Lidrtenbera im Betrieb. Treffpunkt 9'z Udr im Benvaltunos- Scbüude in der Ritierautstrab«.......„,, m,. IM. SiemrnsstaM. Der heunae ssraue»abe»d findet IM Lokal Mariaitd. Heiteiru«. statt. Referat der(Seimsim Irma Achenbach:.Atrseriub« und vroletaeifche fsrauenbeweauna"... �. IZZ. Abt. Bieadorf. Der für RUttwoch. 27. November, voracs-chen« iZrauenabenH fällt aus. Näheres wird noch mitaeteilt. Iungsozialisten. Kruppe Baumfchnlenwea. Heute, M-ittwoch, 19'A Udr, tan Iuaenddeim Ernstslr. 18, Iahresmitglicderversainmluna. SAI.-Denoiien sind willkommen. Kruppe«eulölln. Heule. Mittwoch. 19'A Mir. im Iuaenbheu» T-eptower Strab« 05— 96, Vortraa:.Flame rodschaft der veschlechter". Meferttttin: Sudich ErilnsC'Ib "ibrnppe Mitte. Donnersto«. 28. November, Diskussionsabent. Erschein«- aller Kenonen ist erfarderlich. Novemberfest der Lithographen. Die Mitgliedschaft Berlin des Berbandes d e r L i t h o graphen und Steindrucker veranstaltet schon seit mehreren Jahnen jehesmai im Revolutionsmonat im Zoo ein„November- fest", dessen Ueberschuß immer zur Weihnachtsunter» stützung der erwerbslosen Berbandsmitgliedes verwendet wird. Die fceigewerkschaftlich organisierten Gehilfen des Berliner Steindruck, und verwandten Geroerbes hielten ihr dies- jähriges Fest in den Gesa mir äumen des Zoo ab. Die Tanz- und Unterhalttingsmufik wurde von bekannten Berliner Rundfunkkapellen, einer Balalaikakapell« und einer Kapelle des Deutschen Musikervcrbandes bestritten. Die Musikpausen wurden ausgefüllt durch Darbietungen namhafter Kabarett- und Variete- tünstler. Ungefähr 7000 Lithographen und Stein- druck« r mit ihren Angehörigen und Bekannten zeigten jedenfalls auch im ungezwungenen Zusammensein, daß in ihrer Gewerkschaft ebenso Sinn vorhanden ist für die frohe Seit« des Lebens, wie für den ernsten Existenzkampf der Arbeiterschaft. Seine Sperrung der Kredite für die Bauaussiellung. Nach Mit- teiluna des Städ'.ischen Nachrichtenamles trifft die Meldung von einer angeblichen Sperrung der Kredite für die Bauaus- st e l l u n g durch den Magistrat der Stadt Berlin nicht zu. Sprechchor für Proletarische Feierstunden. Wegen der a l l g e- meinen Funktionärversammlung fällt die Uebungs- stunde am Donnerstag, dem 28. November, aus. Nächste Uebungs- stunde Donnerstag, 5. Dezember. (Sterbetafel der Groß« Berliner Partei» Organisation} 24. Abt.«m ssrekwa. dem 23. November, verjtarb vMlich?ur, vor seiner »wibcncn Sochzeit unser Genosse Albert«önia, Sosemannstr. L. Ehre seurem- AndcnZen. Liniischeruna am Donnerstaa. dem 28. t November, 12�-2 l�br, im Krematorium Gerichtstrake. Ilm reae Beteiliminst bittet die Abteilungsleituns. 72.«bt.?.m 22. November verstarb nach fchmevem Leiden uwer ffv- temährter(Senofse, der Beaiirtsverocdnete Eottlieb Se�. AuMlstastr. 21 Ehre feinem Andenken. Di« Einllscheruna sindet am Donnerstiaa. dem A. No. vember. WA Ilhr. im Krematorium MlmcrLdorf statt. Ca»im um rega Sc-ttilifluna gebeten. SozlolistjscheArbeiteriugendGr.-Serlio (Sinf«i0un4Oi für dies« SaOrtf mir«n d«3 zufenMeftttmIM acrlln SD 88. Ttitdenstraße 3 de» fftmttisniriifcilratMktttfeit 19 Uhr. im Schu-gssoal bt* s« C.-tb Bvtbur spricht Sber, Z-samw«-ku-ft«1« Tc>k»«hmer«» Spnnab«-». der» SO. llcoemiec, PtoMUA-~- zirksamts streuzbera. TJocdsti. 11.®«no(Te Kj» Bstdilr spricht stber �)tc Organisation der arbeitcrrdcn Auaenb�. Irtie Abtpiluno e-ts«nt«t drei Del»> °'�»-rt« zur B-ll»bSI,»«-°°rfkIu-,.»rwlinq« trmafitn" von«ebefmii saekpielt am San ata«, dem 15. Deatmb«, 13 Ulirl. stirb im Sekretariat er- hdltltöj. heule. Mittwoch. 27. November. 19% Uhr: rnMim- — westr- 1(9.�.1; Heim M!»wstr. 88. äiortra«;.Sozialisteit m der aRonocchii",— Eelurdbrun-e» D: Schule(Hiriftiantcflt. SL. Snirtraq;-3atct>- effattt» au» der Ticrmclf,— Weddinq- S-im Turiner k-ke Ecestra»«. vor- tvaa:.Wir sink) wir".— s»d«nsck°»da-s°a! Schul« Dinaelstedter Strast«. Heinz- Barihel-Abend.-»ndrea-pla»! Heim Brs->imi.str. 1. V-rtrm-!.Di« fsranzästsibe Revolution".—!sra»lf-rter viertel! Seim grautsurler Alle«»17. Hai lll, Taaesoolitik.— Petersburaer viertel: Hetur Tilstter Str. 4. Toctraa: ..Srruell« zraeru".- R-ich--der««r viertel: Heim Brcher Str. 27-80. Bor- tra«:„Moberne strleasliieratur".— Sdalottend-ra-N-rd: Heim OIi>»r»straSe. Bor, ra«:.W-gc zum Sozialistm:»".- Spaada»: Heim Lnchemwr 1. Pop. tra«:.stameradschaft- foeurchschaft- Liedc".- Lankwist: 15..«emeinb«. schule. Schulftrast«.«ortra«!.Altoi»! und«ilolm".- S�elMif:.«cuw (Mnaanioftr. 4—6. Bortraa:.SAI. und Barle:.—»jty k n»» II: Wlwia« ffimflionärfiRuna im J-uftifen�. Ericheilten aller JTuRfnsnär« Jtk Iwtwendia. Ä: Der Bariton Osker I ö l l i singt Lieder von Wols und Lvewc. Di« Stimme klingt etwas flach, verfügt aber über«in schönes, zart verhauchendes Piano. Jölli muß sich also auf den Vortrag lyrischer Lieder beschränken. Der„Edward", die Derlonung des Hcrderscheii Gedichtes, gelingt ihm nickst. Hierzu sohlt ihm der dramatische Aus» druck. Professor Dr. Hans Reichenbach spricht über den gco- metrischen Raum innerhalb eines Zyklus, der das moderne phqsi- kaiische Weltbild dem Laien näherbringen soll. Trotzdem sich Reick)«!,- dach bemüht, seil« Ausführungen so populär wie möglich zu halten, kann er kaum das Ideal seines tatsächlich vvlkstüm- liehen Vortrages verwirklichen, was weniger seine Schuld ist als di« des Stoffes, der vom Hörer unbedingt gewisse mathematisch« und physikalisch« Voraussetzungen verlangt. Vielleicht ist es überhauvt unmöglich, diese Gebiete in so knappen Zügen allgemein verständ- lich ahuuhandeln. Es bleibt immer cm unlösbarer Rest. Reichstags- abgeordneter Daniel Stückten, der neuernannte Kommissar sür die aus Rußland ausgewanderten deutschen Bauern, charakterisiert im Rahmen des Interviews der Woche Lage, Her- kommen und Zukunft der Zlusgewauderten. Abends spielt die Ka- pell« Dasos Bela Tänze aus neuerer und älterer Zeit und Lieder mehr oder minder lustig oder sentimental. Innner schmelzende Kanti- lenen, immer ZLohttlang. immer kultiviertes Musizieren. Ein an- spruchslose» und unterhaltendes Konzen. st. Seil. «dolfftr. 25—26. Bortraa:„ffirfuni)««letbunq u n dkorpe rpfttqe.— b-ra-MMr: L«>m Tcharnweberstr. 20. Borrraa:„SAJ.— Retchsbaiuter. Oven-Licktenbera: Seim Sauktstnaste. Bsrtraq:..Uafors Steraemvelt". Derbebezirl Prenzlaucr Bera: Leim Tonn«»bur«er Sir. 20 Werbobczlri�. rorststenb-nkonferenz. Wickbia« Taacsordnua,. Sümtli»««dteilunaen mllgca durch ihre Borüstenbea vcrtretea fein.. SS©. Weddinq: Schule Goteadurqer Str. 2. 18 Uhr. Bortraq:„Bub und MSdei". sss. Reukölln: Sein, Berqftr. 20. 10 Uhr. Lortrqq:»Der Völkerbund und feine Aufqabea".. � TS». Pankow! Leim Kifstnaeir. Ecke BerNner Straffe. 18 Uhr. Vortraa: „Der Schüler»nb der 0. Ronemder" Werbebezirk vfren: Boainn der Bildunaskurfe: 1.„Richte und Pflichten des zuarnblichrn im Betried". Heim vroimniistr. 1. Referent: Ken. Hübscher. 2...Lntwickluag der©«sillfchaft." Heim Litauer Str. 18. Rcferrut:©«nasse Laim 3. lsreitaa. 20. November,»gstbrer der Arbeiterbeweaul»." Hei« giankkurter Alle« 307. Referent:«ciiosse Ltwiafki. Werbe bezirl Schönederqi Beainn de« Dilduaaskursu«:..CinfiUruna m den SazlaUomu»" im Heim Hauptftr. 15. Referent! kilioss« Milller. -i Werbebezlrk Westen, Abtciluna Wilmerodorf, SEK. Westen: Unser -Z lanaiöhriae» MtaNed Paul ffiebia ist verfwrben.?ss« Eiajiicheruna -i ist beute. 17>4 Ilbr, im Krematorium Wilmersdorf. Berliner s trage. i zahlreiche Beteiliauna erbeten. Treffpunkt im Uhr dortfelbst. Weel>e bezirk Westen: Moraen. Donncrstaq, im Heim Olbersstrast« lStlidt. Spielrtastl. ssunktionärkonferenz. Thema:..Sprech» und Bewequnaschar�. Refe- rcnt: Marlin©ItUncr. Erfllxinen aller Tünktioriir« ist Pflicht. W-rbebezirk TcUowkanal: Morae» Nedallisnsschlllst der Dezembernummer ..Rote» Bauvol�', Salvrtia« Abnab« der Moaa'sproaramm». Rechnet die Novembrrnummcr ab. Werben im Dezember mehr«der weniqer Eremplare drnötiqt. sofort mitteilen._____ kvellerberiq» der Sstentlichn, weNerdlenststelle Serssu und Umgegend lRachdr. nerb l. Wechfelnd bewölkl. mit cinzelnen Regensillen. mild.— Jflr Neut'chland: Im ängeri en Lstcn bäiifigei«, im stbrigen Reiche nur vereinzette Niederschläge, Temveraturen allgemein wenig seröndcrk. Ihre Präparat« entgegenbringen, denn mein« Zähne sind so weiß und gesund, daß mich mein« Freunde und Bekannten darum beneiden." Gez. Kail Stein. Elversberg/Saar. 25 Minuten Kochzeil $o verschieden ist die JCodizeit Sei MAGGIsXuppen-<)Vürfe(ri beachten Sie deshalb genau, die Jfochanweisung, die übrigens ganz einfach ist. Mittwoch 27. November 1929 Unterhaltung unü AAssen Beilage des Vorwärts stg.'miu: EmJßuncli will fünfWeifen Ja faittem Roman„SPlt. Blittomortlia auf itt Insel I 21 o m p o I dessen deutsche Uebersekuna w diesen Tagen im Paul- sssosnan-Berlaa, Berlin.Wien. erscheint, beschreibt K. S. Welle die Sc- lebniss««Ine» durch seltsame Abenteuer aus ein Sannibaleneilant ver- schlagenen Europöero. Erlebnisse, die eine oliantastische Parallel« m bat*ut aleichai fieü sich in der«oRen Welt absvielendcn Ereignissen bilden. Mit Erlaub ni, des Verlages bringen wir den folgenden Ad- schnitt: Obgleich ich durch das Augesständnis eilte häßliche Charakter- Veranlagung an den Tag lege, will ich bekennen, daß ich die fünf Weifen, mit denen ich esien sollte, allesamt verabscheute. Das Speifchaus war eine rund« Hütte, die sich rings um eine kreisförmige Steinplatte erhob; die Wölbung des Daches war da- durch gebildet worden, daß man die langen, biegsamen Schilfrohre, aus denen die Hütte bestand, in der Mitte zusammengebogen hatte; die Wand war mit einem Fries aus Msnfchenfchädeln geschmückt, dem charakteristischen Merkmal aller Gebäude von Bedeutung. Durch den Umstand, daß die Steinplatte, die uns als Eßtisch diente, ruich war, wurde die Frage aus der Welt geschafft, welcher der ringsum Hockenden die bedeutendste Persönlichkeit sei. Die auf- fallendste und dabei am wenigsten widerliche Gestalt von den sünsen war ohne Zweifel Chit, gewöhnlich„die Auslegung" oder„das Licht" genannt. Wie bereits gesagt, war er untersetzt, runzlig und bucklig und trug ein großes, zu einer Rolle zusammengedrehtes Blatt als Kopsschmuck. Er war einer der braunsten der Insel- bewohner. hatte einen überaus großen Kopf und dunkle, stark glänzende Augen, die verstohlen beobachteten. Aus ihnen sprach ein« auf der Insel ungewöhnliche Klugheit, eäne wachsam« Klugheit. Er sah setzt, die Hände aus die Knie gelegt, aus seinen Hinterbacken uich betrachtete prüfend mein Gesicht, als ich eintrat. In seinem Verhalten zu mir lag etwas wie Eigentumsrecht, was mich reizte, obwohl ich ihn» tatsächlich mein Leben verdankte. Er war derjenige gewesen, der mich als wahnsinnig erklärt und bestimmt hatte, daß der Verweis mich nicht treffen dürfe. Unter leiner Anweisung war ich zum heiligen Irren gemacht worden. Ihm oblag es, meine Absonderlichkeiten zu beobachten und aus- zulegen: er stellte fest, welche Omen sich aus moinem Verhalten ergaben. Gelegentlich deutete er mir an. was ich zu tun hätte. Es bestand in dieser Hinsicht ein stillschweigendes Einvernehmen zwischen un». Emen starken Gegensatz zu seinem aufmerksamen Gesicht bildete das unbewegliche Antlitz des Kriegers Ardam, der„die Ehre des Stammes" genannt wurde. Durch sein« Rase war eine groß« Muschel gebohrt. Hmfischzähne schmückten die Ohrläppchen. und oberhalb seiner großen, vorstehenden und glasigen Augen zeigten sich durch Schnitte und andere Mittel künstlich aufgeworfene Fleisch- wülste. Da, Haar hatte er sich zu rotgefärbten Hörnern zusammen- gedreht, die Fleischwülst« und geheimnisvollen Tätowierungen auf seiner nackten Brust waren zweck? größerer AufMigkcit mit;?elbew s Ock« Holzkohle umrahmk.....H&ogiei umWsosj«n die-knochigen Knie, die»eine waren ord?ntbch--uiid-stramm oer- kreuzt, und in Erwartung seine« Mahls saugt« geräuschvoll an den Zähnen. Di« drei kahlkäpsigen Alten waren die Richter des vtmnmes. Der«in« hatte eine riesige, plattgedrückte Rase und spiralförmig« Tätowierungen aus den Wangen; der zweite sah aus, als ob eine völlig eingetrocknet« Haut über einen Totenschädel gezogen worden wäre, und die Zähne hott« er sich kokett abwechselnd rot und schwarz bemalt, wie«s d>« Frauen zu tun pflegen; der dritte, dessen Wangen ebenfalls tätowiert waren, jedoch in konzentrischen Kreisen, befand sich in einem mehr slüssigen Zustand des Verfalls, geiferte, sch'en zu zerstießen. Im Alter waren ihm über das ganze Gesicht hin nerstreutc Haarbüschel gewachsen. Infolge meiner verspäteten Ankunft maßen mich all« drei mit seindsebigen Blicken. Ich machte die vorgeschriebenen Gebärden der Begrüßung und zwang meine nur allzu zivilisierten Bein« in eine hockende Stellung zur Rechten Chits- Ardam klatschte laut in die Hände, zwei bemalte und geölte jung« Mädchen«rjchienen und stellten eine längliche Schüssel aus Holz, die einem breiten Kanu glich, aus den Tisch, sie enthiell unser Mahl. Wir fielen nicht sogleich darüber her. Das verbot die Etikett« Mr grisfe» mit der rechten Hand in die Schüsiel, ersaßtckn ein saftig aussehendes Stück und warteten, indem wir einander mit eiirer Miene hetterer Freundlichkeit anblickten. Wir müssen wie drei Paar« von Boxern ausgesehen haben, die im Begriff« sind. das Kampsspiel zu beginnen. Dann, als würden wir im gleichen Augenblick allesamt von derselben Eingebung erfaßt,»nachte sich jeder daran, den gewählten Brocken in den Mund seines Gegners zu schieben. Damit taten nur dar, daß wir selbstlos feine Freude höher achteten als die eigene. Ich hatte die Gewohnheit,»in möglichst knorpeliges Stück auszusuchen und nicht so sehr nach den, Munde, als vielmehr nach dem Aug« meines Nebenmanne» zu zielen; überdies biß ich tüchtig in die Finger, die sich mit dem mir dargereichten Leckerbissen zu weit vorwagten. An jenem Tag« aber erhaschte Chit meinen Brocken mit der Geschicklichkeit eine« Flußpferds in einem zaologi- schen Garte»», und seine Finger kamen heil davon; er wischte sie quer über mein Gesicht hin fein säuberlich ab. Ich taumelte nach hinten, fand aber das Gleichgewicht alsbald wieder.„Haoo," ent- fuhr es»mr. Wir verzehrten uirsere Brocken mit schmatzendem Wohlbehagen und unter beifälligem Grunze« und kauten etwas länger daran, als unbedingt nötig gewesen wäre. „Die Freundin hat uns von» allerbesten gegeben." sagte der Alte mit d«m Totenschädel, als er den Mu»w leer hatte. Wir anderen wiederholten diese dankbaren Worte, und nachdem wir so der guten Sitte Genüge getan hatten, machte sich jeder daran, wäg- lichst viel vom Rest de» Gerichtes zu erhaschen. Ich beteiligte inich nicht sehr lebhaft an dein Wettstreit, de»m ich beschränkte mich vorwiegend aus die Wurzeln und Blätter, mit denen das Gericht gar- niert rvar. Solange die Geräusche des Schlingens nicht den Anzeichen einer angenehmen Gesättigtheit Platz machten, verbot die gut« Sitte jede Ablenkung der Aufmerksamkeit durch sin Gespräch:»venn sich aber die Schüssel zu leeren begann und eist oder zwei Kürknsflaschm voll der gegorenen Boganußmilch ausgetrunken waren, zeigte sich bei allen Anweseickien die Neigung zu sprechen. Dies war der Augen- blick, da der Geist des Stamines reg« ivurde. Man tauschte Ideen aus und spielt« mit ihnen. Und ich konnte bei diesen Anlässen über mancher!« Aufschluß gewi»men. An jenem Tag« aber, an dem ich mich auf mich selbst besonnen hatte, war ich»nehr dazu geneigt, Mitteilungen zu machen, als meinen Genossen zu lauschen. Der Äugenblick des Gespräches kam, sobald der Alte nstt der eingetrockneten Haut da» Mahl in oller Form beendet hatte. Ihm oblag es,„Dank der Freundin" zu sagen und sein« Befriedigung über die Güte des Esieos durch Rülpsen zu bekräftigen. „Dank der Freundin." wiederholten wir und rülpsten ebensalls. „Heil dem weisen kleinen Klettersaultier, dem Patriarchen und Beherrscher unseres Stammes! Möge es in aller Ewigkeit auf den» Baume des Lebens umhorkletiern." Denn mpn hatte dies«« Geschöpfen auf einem von Siräuchern bewachsenen Felsovrsprung m halber Höhe der Klippen zwischen den Zweigen einiger Baun« eine Art Käsig gebaut, und es bestand die seltsam« Ansicht, daß dies« harmlosen kleinen Tiere über dem Schick- sal des Stammes walteten. Di« meisten gewöhnlichen Leute glaubte» daran unbedingt. Chit, Ardam und die Alten galten blaß als Minister und jene seltsamen Liebsinge de» Stamines flüsterten ihnen angeblich Weisheit ein. Ohne Zweifel»var jener sonderbare Glaube da« lleberblelbsel einer sehr allen,»mnmchr aber im Derschwinden begriffenen Tieranbetung, doch ist es mir infolge msiner geringen Forschung sgab« niemals gelungen, näheres über seinen Urspnwg zu erfahren. Als einziges Gegenstück dazu In der zivilisierten Welt siel mir die hellige Herrschast des Mikado vor der Modernisierung Japans ein. In der Praxis befreit« diese Lehre Chit und seine Genosien von der Verantwortung für Bevorzugungeck, Bersvlgungen und Tyranneien aller Art. Sie behaupteten, da, klein« Baum- saulsier habe ihnen die» und da» zugeflüstert, und sofort rvar das instinktiv« Anhänglichkeiisgefühl des Stammes»vach. Chit und seine Freunde herrschten über den geineinen Mann und fraßen ihn auf: da mar e» immerhin ein Trost, sich einzubilden, daß die kleinen Faultier« ihrerseits über Chit und sein« Freunde herrschten. Ich wiederHolle den üblichen Wunsch, daß der Baum des Lebens nieinals der Schar parasitischer kleiner Herren ledig sein möz«, die auf ihm herumkletterten. seardy worm: Ai« Qed Mathia« Mondmilch litt an Gedächtnisschwund. Diese Tatsach« wurde nicht nur von seinen Gläubigern, sondern auch von seiner Frau bestätigt. Nachts weckte sie ihn manchmal und sagte:„Du schelnst überhaupt nicht mehr zu wissen, daß du verheiratet bist.. Also beschloß Mathias Züondmilch. etwas gegen seine Gedächtnis- schwäche zu unternehmen. Der Arzt verordnete ihm kalte Duschen und untersagte ihn, den Genutz geistiger Getränke. Es war ofsensichllich. da» Mondmilch einem Kurpfuscher unter die Hand« geraten war. Durch dl« kalten Duschen zog er sich einen chronischen Schnupfen zu. der ihm da, Gehirn vollends verkleisterte. Da sagt« ihm eines Tages ein Freund, es gebe ein Buch, ein ganz ausgezeichnetes Buch, init dessen HUfe man durch Selbstunter- richt roieder in den Besitz»ine» sabelhajten Sedächtnisies komme. Also ging Mon-dmllch zu einem Buchhändler:..Ich leid« an Ge- dachtnisschwund. Haben Sie etwas dagegen?" Rein, sagt« der Buchhändler, ich habe gar nicht» dagegen.„Ich meine, Sie müssen doch ein Buch haben, mit Hilf« dessen man" usw. .Da» habe ich," sagt« der Buchhändler.„Hier ist die neu.'ste Auslag« Morgonscher Witze. Sie kennen doch den berühmten Huino- xiften- Lesen Sie sich jeden Morgen fünf bis zehn Witze durch und versuchen St«, diese Witz« ain Abend wortgetreu wiederzu- geben!" „Eine ausgezeichnete Methode," dachte Mondmllch und kaufte das Buch. Aber als er am nächsten Morgen das Buch aufschlug, um init seinem Gedächtwstraining zu beginnen, mußte er die trau- rige Wahrnehmung machen, daß er alle in diesem Buch enthaltenen Wrp« schon koirnt«. Die hatte ihn» nämlich'-schon sein Großvater erzählt, als er ihn»roch auf den Knien schaukelte. Durch Zufall geriet Mondmllch dann in den Besitz der richtigen Gedächwislchre:„Wie stähle ich mein Gedächtnis? Weg mit dein Knoten im Taschelttuch!" „Spaß," dachte Mathias,„was nützt einem der Knoten, wenn man das Taschentuch vergißt?" Uiid mit Feuereifer vertiefte er sich in das Studium des Buches. Da stand ja um» allerhand drin. Ein Borwort. Ein Borwort, ein Nochwort und in der Mitte auch noch was.„Man stehe srühzellig aus, bewaffne sich mll einen» Notiz- buch und einem Bleistift und beginn« bereits aus dem Treppenflur mit dem Training. Man zähl« zum B«»spi«l d»« Treppenstufen, notiere die Zahl im Notizbuch und»upetier« sie abends. Man merke sich Automobil- und Straßenbahnnummern. Man acht« auf seine Umgebung und versuche, die Kleidung dieser oder jener Per- son genau zu beschrell'en. Man repetier« abends die Gespräche, die man rvtchrend des Tages geführt od«r gehört hat." Usw. usw. Das»var das richtig« Buch. Wenn rnan die darin enthaltenen Prüfungen bestand«» hatte, konnte man sich irgendwo als Sherlock Holms« etablieren. Obgleich in dem Buche vermerkt war. daß man bei Beginn des Kursus sein Gedächtiris mcht überlasten, sondern den Lehrgang sozusagen teelöfelweis« zu sich nehmen solle, war Mondmilch für eine Radikalkur. Er stand also frühzeitig aus, zückte den Bleiftist und begann, die Treppenstufen zu zählen. Al» er bei der zw«und- zwanzigstcn war. rutschte er au» und rollte Ins Parterre. Er ging also noch einmal hinauf und zählte wieder von vorn. Auf der Straß« schrieb er die Nummern von süns Autos auf, die an ihm vorbeirostcn. Der Chauffeur des sechsten Autos titulierte ihn darum mit dem Ausdruck„Achtgrolchenjunge". Al« er die im Schaufenster stehenden Schuhe der Finna Lauter- dach zähste, fragte ihn ein Herr nach dem Preise der ausgestellten Lackstiesel. Mondmilch sagte:„IA 13 567." Der Herr lief entsetzt davon. In der Straßenbahn saß Mondmilch einer ausgezeichnet reno- vierten Dame gegenüber. Er zog sein Notizbuch mis der Tasche und notiert«:„Schuhe und Strümpfe grau, Kostüm grün, einreihig, Handschuhe rot." Weiter kam er leider wcht Ein Herr stand vor ihm und brüllt«, er verbitte sich die Belästigung der Dame.„Ich verbitte mir, daß Sie die Dame zeichnen. Suchen Sie sich Ihre Modelle wo anders." Mondmilch schüttelte ernst den Kopf. Er wollte Aufklärung geben. Da hatte ihn der Herr schon beim Kragen und feuert« ihn auf di« Straß«. Aber noch im Fallen gelang es Mathias, festzustellen, daß der Herr ein« rotpunktiert« Krawatte trug. Mondmilch wußte, daß aller Ansang schwer ist. Er durchstreifte die ganze Stadt. Rasierte Hausduirnnen», zählte Straßenlaternen und Schornsteine, merkte sich den Wortlaut von Reklametofeln. Schlveißtttefend langte er gegen Abend zu Hause an.„Hier, höre ab!" sagte er zu seiner Frau und hielt ihr das Notizbuch unter d'e Nase.„Höre ab, ich weiß noch alles." Und er begann Autp-, Haus- und Straßenbahmrummern aufzuzählen. Er beschrieb Klei- dungsstücke und Plakate. Er hatte mit einem Mal« ein phänome- nales Gsdöchtnis. „Das ist ja alles sehr schön," sagte Frau Mo»rdnrUch. Aber heute sei Ultimo und sie brauche Wirtschaftsgeld. Da stand Mathias auf. nahm das Buch über dl« Gedächtnis. lehr«, begoß e» mit Petroleum und fraß es in rohem Zustande aus. Er hatte nämlich vergessen, ins Bureau zu gehen. Vorägypiifche JiuUur In Afrika Der Florentiner Archäologe Professor Cipriam. der den Riesen- sußabdruck eines vorgeschichtlichen Menschen an dein Ufer des Lim- popo entdeckt Hot, ist jetzt nach einer achtmonatigen Forschungsreise durch Rhodesien nach Hause zurückgekehrt und gibt einen Bericht über seine Forschungen, die sich auf die Urbewohner Süd- afrikas beziehen. Auf Grund der Felszetchnungen und»Malereien, der Ruinen von Gräbern und Tempeln, die er in dem vom San>- besi, LImpopo, Waal- und Orongefluß be»vässerten Hochland ge- ftmden hat. glaubt er, eine Kultur entdeckt zu haben, die 7 00» bis 8000 Jahre zurückliegt und daher älter ist als die früheste ägyptisch« Kultur und älter als die ältesten asiatischen Kulturen. „Die Buschinänner erzählen uns ihre eigene Geschichte," führte er aus.„Schlachtenszenen sind häufig dargestellt, und zroar kämpse» seltsame Grstottei» riesiger Menschen mit einer kleineren Rasse, die sie überwinden. Diese großen Menschen waren wahrscheinlich die ursprünglichen Eimvanderer, die vielleicht von» Indischen Ozean herkamen und die kleineren Ureinwohner zum großen Teil ver- nichteten, ihr« Weiber»ahmen und di« Borfahren der Baittu- stamme wm den. die so lange Zeit das Land beherrscht und die Festungen von Ztmbabwe i mkd Kärnai errichtet haben." Der ita- lienische Gelehrt«' spricht den so viel umstrtttSnen Ruinen von Zim- babwc nicht das hohe Alter zu, da» ihnen andere Archäologen bei- gelegt haben; er glaubt, daß sie von den Bantus im 10. oder 12. Jahrhundert unserer Zeitberechpung gebaut wurden, um die an Gold und Edelsteinen reiche», Gebiete gegen den Zustrom asia- tischer Eindringlinge zu schützen. Das hohe Alter der Felzzeich- nungen gilt ihm als erwiesen durch die Tatsache, daß viele der hier abgebildeten Tiere antediluvianisch sind und unter den Pftan- zen sich Arten befinden, wie z.B. Palmen, die nicht mehr in Süd- asrika heimisch stirb. Cipriani fand an einem Felsen das seltsame Bildnts eines Menschen, der babylonisch« Kleidung trägt. Rhodesien ist nach seiner Än ficht ein Land, das unbegrenzte For- schungsmöglichketten bietet und noch manchen wichtigen Bellrag zum Ursprung der Menschheit und zur Geschichte der ältesten Kultur liesern wird. XebensflaUfUh eines Adilatigiährigen Die zu einer wahren Manie ausgeartete Leidenschaft des A m c- r i k a n e r s für statistische Haarspalterei ha» eine neue absonderliche Blüte gettieben. Eine amerikanische Monatsschrift ist auf den Gedanken verfallen, mit tvnlichster Genauigkeit ztffern- mäßig festzustellen, wie«in achtzigjähriger Bürger der Vereinigten Staaten sein Leben verbracht hat. Da» Material für dies« Staiistik bot sich in den Antworten, hie bei der Redaktion auf eine dies- bezügliche Umfrage eingegangen waren. Danach hat ein achtzig- jähriger Amerikaner 26 Jahre, 312 Tage, 18 Stunden und 22 Minuten— man kann unmöglich genauer fein— zum Schlafen und Anstehen verwandt. Die berufliche Arbeit nahm ihn für 21 Jahre, 05 Tage, ll Stunden und 40 Mimiten in Anspruch. Essen und. Trinken«rsardert«, einen Zeitaufwand von 5 Jahren, 340 Tagen. 5 Stunden und 14 Minuten. Die Stunden des Unmuts, der Verstimmungen und der Geduldpraben stiimnicrten sich im Ber- laufe der 80 Jahr« aus 6 Jahre, 186 Tage 14 Stunden und 10 Minuten und die des Wartens an Ommbushaltestellen. Theaterkassen usw. auf 5 Jahr«, 302 Tage, 10 Stunden und 5 Minute»». Auf Feiertage und Ferien entfielen 4 Jahre. 12 Tag«. 15 Stunden und 3 Minuten: aus Reifen 3 Jahre 273 Tage, 18 Stunden und 24 Minuten. Die Lektüre der Zellungen«rfonderte«inen Zeltouswond von 1 Jahr, 243 Tagen, 7 Stunden und 18 Minuten. Rasieren 140 Tage. 23 Stunden, 19 Minuten und da» Umbinden der Krawatte wird auf 18 Tag«. 12 Stunden. 6 Mnuten berechnet 1300 Tag«. 8 Stun- den, 28 Minuten entfielen auf die Reinigung der Nase, während die Zeit, die auf das Suchen des Kragenknopfos verwandt werden mußte, mit 7 Tagen angegeben wird. So wenig man auch außer acht lasten darf, daß diese Zisserairgaben amerikanischen Ursprung» und des- halb mit Borsicht zu bewerten sind, so bleibt doch die Tatjoch« bestehen. daß ein Achtzigjähriger, der durchschnittlich acht Stunden in der Nacht geschlafen und zwei Stunden täglich zum Esten gebraucht hat, in Wahrheit 26 Jahre seines Leben» im Bett und 6 I«drr am- Eßtisch verbrach» hat. <5iu neuer Geiser. Der Bellowslane-Park ,st berühmt wegen seiner Geifer, ober diese haben den Nachteil, daß sie nicht bl.ntz weilen nachlasten, sondern auch ganz aufhören. D«r Groß« Geifer auf Island sendet einen 30 bis 40 Dieter hohen Wasserstrahl aus, dagegen hatte der Pellvwftone-Park-Gester, dessen Strahl 45 bis 60 Meter hoch ging. Sie sind aber im Lauf« der Zest erloschen, und deshalb freut man sich, daß kürzlich wieder ein Geifer ausgebrochen ist. aus den» das heiß« Wasier 18 bis 22 Meter und zuweilen sogar 30 Meter hoch steigt. Alle 24 Stund«» finden zwei Ausbrüche statt und jeder Ausbruch dauert etwa drei Stunden. Das Wasier!-- durch einen Kmml ob, fo daß der Krater trocken bleibt. Kord-Löhne Unternehmer im Kampfe gegen Das Jntarnationale Arbeitsamt in Genf ist in letzter Zeit wieder- holt von der Untcrnehmerpresse heftig angegriffen worden. Der Lcrwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamtes hat nämlich dos Verbrechen begangen, ein« ameritanifch« Stiftung(vom XX-th Century Fund) in chöhe von 25 000 Dollar anzunehmen zur Durch- führung einer Untersuchung Wer die Kaufkraft der Löhn« in 17 Städten aus 12 europäischen Ländern. Am 11. November be- schäftigt« sich auch das..Berliner Tageblatt" m einem Genfer Spezialbcricht mit dieser Frage. Es hielt die hauptsächllch von Unternehmcrseite gegen die Untersuchung erhobenen Bedenken für verständlich, ,cha diese Erhebung einen ganz besonderen Charakter trägt, die E.nlcitimg eines ganz konkreten geschäftlichen Plans be- deuten und noch ihrem Abschluß die erste ausgedehnte In- vasion der amerikanischen Löhn« in Europa und im Bereiche einer wichtigen und in schwerstem Konkurrenzkampf stehen- den Industrio erfolgen fall". Was ist geschehe«? Der XX-th Century Fund ist durch Herrn E. Fitene an das International« Arbeitsamt herangetreten und hat dem Amt ein« Summe im Höchstbetrag von 25 000 Dollar zur Verfügung gestellt. I um für die Ford Motor Company Unterlagen zu sammeln, welche dies« Firma in den Stand setzen sollen, die Löhne der in ihren vsr- schiedeilen europäischen Städten errichteten oder in Aussicht ze- 1 no-mmenen Fabriken beschäftigten Arbeiter so festzusetzen, daß sie die ! gleiche Lebenshaltung ermöglichen, wie sie mit den im Stammhaus von Ford in Detroit bezahlten Löhnen möglich ist. Der Vermal- t u n g s r a t des Internationa len Arbeitsamts hat dieses Angebot angenommen, nachdem drei seiner Mitglieder, und zroar je ein Vertreter der Regierungen, der Arbeitgeber und der Ar- beitn ohmer mit Herrn Filene über die Frage verhandelt hatte». Der Direktor des Internationalen Arbeitsamtes hat in einem Schreiben vom 10. September die Bedingungen festgelegt, unter denen das Amt die Erhebung durchzuführen bereit ist. Hier wird - u. a. gesagt, daß die Erhebung vom Internationalen Arbeitsamt unter seiner Verantwortung durch- geführt wird. Das zur Sammlimg und Verarbeitung der Aus- tünfte erforderliche Sachverstand igenperfonal wird vom Amte zur Verfügung gestellt. Um sicher zu gehen, daß die Zuverlässigkeit dar in den verschiedenen Ländern erlangten Unterlogen in den betreffen- den Ländern anerkannt werde, wird das International« Arbeitsamt sich für die Vorbereitung und Durchführung der Erhebung die Be- rawng und Mitarbeit anerkannter Statistiker der verschiedenen Länder sichern. „Wenig schöne Vcdiagungen.. Wenn also das Organ der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeb«ro«rbände in seiner Nummer 20 vom 15. Ok- tob« schreibt, dos Angebot sei unter„wenig schönen Bedingungen »gm Internationalen Arbeitsamt angenommen morden", so ist dies nicht richtig. Nicht das International« Arbeitsamt, sondern sein Berwoliungsvat hat dos Angebot angenommen. Ob man die Tat- fache, daß der Direktor des Internationalen Arbeitsamts zur Ver- mittlung wissenschaftlich« i n wo ndf r« i« r Unterlagen alle Sicherungen getroffen hat, als- unschön«. Bedingungen 'bezeichnen kann, mag der' Beurteisting der llnternehmerprosse anhebn gestellt werden. Man kann auch nicht sogen- daß das Internationale 'Arbeitsamt in der Durchs ich ning von Lohnerhetningen und der Be- Wertung der Löhne im Hinblick auf ihre Kaufkraft keine Erfahrung«!» besitze, veröffentlicht dach die Internationole Rundschau der Arbeit schon seit Jahren interna fional? Vergleiche der Reallöhne in chen ver- schiedenen Ländern der Welt wobei immer wieder auf ihren nur relativen Wert hingewiesen wird. Di« Erhebung, deren Durchführung auf Grund der Stiftung des XX-ch Century Fund nunmehr möglich ist, bietst ciih: neue wertvolle Gelegenheit, aus rein wissenschaftlicher Grund läge lohnpolitische Tatsachen zu ermitteln, die für die Durchsichtigmachung der Verkältnisse in den verschieden«!, Ländern üb« die absolute und relative Höhe der Löhne und ihre Kaufkraft nicht ohne Einfluß bleiben wird. Dabei darf man aus Gnirid seiner Veröffentlichungen annehmen, daß dem Interna!io- nalen Arbeitsamt durchaus bekannt ist, daß nicht alle Faktoren der Kanfkroft und der Lebenshaltung ohne weiteres miteinander ver- gleichbar sind. Die quantitative und qualitative Zufammeirfetzunq d« Lebensholtungsfaktoren ist in den einzelnen Ländern zu ver- in Europa. »as Internationale Arbeitsamt. schieden, um durch ein« einfache Gegenüberstellung verglichen werden zu können. Ohne Zweifel wird, um so mehr als die Mftarbeft er- fahren« Statistik« der einzelnen Länder ousbedungen ist, diesen Tatsachen gebührend Rechnung getragen werden. Was blelbk also von den Angriffen übrig? Di«„Deutsche Allgemein« Zeltung" von» 18. Oktober 1029(Nr. 485) stellt neben anderen unsachlichen Bemerkungen, die den ganzen Haß des Unternehmertums gegen die soziale Einrichtung des Internationalen Arbeitsamtes erkennen lassen, auch die Be- hauptung aus. die Erhebung führe, wie ihr Ergebnis auch ausiollsn möge, zu«in« Störung des Lahnsriedens. Denn ent- weder ergebe die Erhebung, daß der amerikanische Durchschnittslohn höh« sei als der europäische, dann führe sie zu Arbeiterentlassungen oder aber, wog noch Ansicht der„Deutschen Allgemeinen Zeitung" durchaus möglich sei, der amerikanische Durchschnittslohn sei niedrig« als der europäisch«, und dann führe die Erhebung zu Lohnhcrob. setzungen. In beiden Fällen seien die Arbeiter die Leidtrageirden. Die wirtschaftliche Richtigkeit dieser Alternative ist zwar durch. aus zweifelhaft. Di« Unternehmer sind also d« Meinung, man inüsse sich vor cm« wisienschastlichen Klärung dieser Frage hüten, »eil ihr Ergebnis schädlich sein könnte. Diese Einstellung zeigt die ganze Furcht d« privatkapitalistischen Wirtschast vor ein« nnssen- schaftlichen Durchsichtigmachung der Verhöltvisie. die eine unbedingte voransseßung für die Lösung d« sozialen Frage besonder, in int«. nationalem ktusmaß ist. Tatsächlich Hot die rein wissenschaftliche Erhebung des Int«- nationalen Arbeitsamtes nicht das geringste mit den Folge- r u n g e n zu tun. die Ford oder andere Kapitalisten aus ihren Ergebnissen ziehen werden. Die Arbeiterschaft aber fürchtet sich nicht vor den Ergebnissen wisienschaftlichcr Forschung. Die Rechfferligung hoher Löhne. Im übrigen muß daran erinnert werden, daß die Bestrebungen Fords, hohe Löhne zu zahlen, auch in Amerika zuerst auf den heftigsten Widerstand der Arbeitgeber gestoßen sind. So schreibt der stellvertretende Direktor des Internottonalen Arbeirsanües. H. B- Butler, in seinem auch bei den Unternehmern mit Beifall aufgenommenen Buch«:,„Die Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbaitnelxnern in USW." u. „Gegenwärtig sind die amerikanischen Unternehmer im allgemeinen der Meimmg, daß die hohen Löhne von Perteil sind, iveil sie einen Produktionsaiürieb darstellen, den Geist d« Zusammenarbeit fördern und dem Arbeiter eine Kouskrast geben, die zur Förderung und Ausrechte rholtting des Wohlstandes beiträgt. Es ist afjcnsichtlich, daß die Zahlung hoher Löhne diese Erfolge«- zielt hat. Wollte man jedoch annehmen, daß der amerikanffche Unternehmer freiwillig den Weg d« hohen Löhne beschritten hat, weil er diese Folgen vorausgesehen hätte, würde man ihm eine weise Boroussiitst zusprechen, auf die« nicht gut Anspruch «heben kann. Gewiß hat Henry Ford im Januar 1914 die Löhne plötzlich erhöht und einen Mh�vsttohn von 5 Dollar für eine achtstündige Arbeitszeit festgesetzt. Durch diese Tat hat«r die all- gemeine Lohnbosis aber wesentlich überschritten und die Unzufrieden- heit, ja Protest« semer Konkurrenten hervorgerufen. Ford Hot dies getan, weil er in seiner Maßnahme einen giüen Geschästsgrund- faß erkwmt«- b«-in d«'iFolgezeit..«nie h« besten Maßnahmen zur S e n k y b g-d'« r P r-o du ktionskosten darstellte". Dies« Hal- tung Foods'-blieb jedoch eine Ausnahme und fand keine ollgemeine Nachahmung. Die allgemeine Steigerung der Löhne ist viel mehr auf wirtschaftliche Ursachen als aus freiwillige Enffchlüss« zurück- zuführen. Trotzdem bleibt die Totsache bestehen, daß die hohen Löhne günstige Folgen hatten, die man im allgemeinen gar nicht«wartete. Es ist heute allgemein anerkannt, daß hohe Löhn« das beste Mittel zur Förderung der Produktion und des Verbrauches darstellen Die Taffache, daß Taiffende von Ar- heitern über einen ü b er dem Eristenzmininrum liegenden Lohn v«- iügen, hat eine gesteigerte Naäffragc noch allen Arten von Erzeug- nissen zur Folge gehabt oder, mit anderen Worten, eine Stabilisierung der Verbrauchs und einen Anreiz zu? Steigerung der Pro- duktion. Aus diesem Grunde geben die amerikanischen Unternehmer heute allgemein zu, daß die Politik der hohen Löhne eine gute ist. Sie wollen unter allen Umständen eine Senkung der Löhne««meiden und suchen im Nottalle zuerst aus allen anderen Gebieten Ersparnisse zu erzielen, bevor sie die Löhne anriihten." Sollen wir dem noch eiwas hinzufügen? Mißstände im Brannkohlensyndikat. Oos Untersuchungsergebnis im �eichstohlenrat. Der Reichskohlenrat beschäftigte sich am Dienstag abend mit de-i Mißständen in den Absatzarganisationen des Ost- elbischen Kohlensyndikats. Im Sommer d. I. wurde eine Unter- f u ch u n g s k o m m i s s i o n eingesetzt, die sich in mehreren Sitzungen mit der ganzen Materie beschäftigte. Die Dinge liegen so, daß sich große Konzerne der Kontrolle durch die Organe der Kohlengeipein- Wirtschaft zum Schaden der Produktion und der Verbraucher« n t- zogen hoben. Insbesondere gilt das für die sogenannte Petfchek- gruppe, die im Laufe von wenigen Iahren einen großen Konzern in der Mitteldeuffchen Braunkohle ausbauen konnte. Dt« Kommission ist zu keiner einheitlichen Auffassung über die ganze Situation gekommen. Der Ncrtrct« der Arbeitgeb«, Berq- hauptmann Dcnhold, betonte, daß die jetzige Regelung dem vom Reichskohlcmat genehmigten Syndiko tsvertrag einspreche. Deshalb feien keine wetteren Einwendungen zu erheben. Demgegenüber stellte sich Dr. Borger, Vertreter der Arbeit- nehmergruppe. aus den Standpunkt, daß durch die gegenwärttge Regelung die Aktionsfreiheft des Syndikats in ungesetzlicher Weise eingeschränkt werde. Nach dem Kohlenwirtschastsgesetz stehe dem Syndikat die völlige Verfügungsgewalt über bi« Vrikettproduktion und über den Briketlobsatz zu. Das sei jetzt nicht der Fall. In Durchführung des Syndikatsver- träges hätten die Organe des Ostelbischcn Braunkohlensyndikats, also die Brikettvertriebe, den Charakter von Peffchekschcn Werk- Handels geselllchasten angenommen. Die ungeheuren Handelz- gewinne slöss n»ich- der Produktion zu, sond«n der Petschekgruppe. Die gegenwärtige Rabattstaffelung verhindere die Per- billigungsmöglichkeiten. was dem Sinn des Koh'enwirt- schaftsgesetzes widerspricht. So flösse den großen Konzernen aus den unberechtigten Handelsgewinnen jährlich 7 bis 8 Millionen Mark zu. Das entspreche dem Zinsendicnst einer Anleihe von rund 100 Millionen Mark. Durch die ungeheuren Ge- Winne sei es zu in Beispiel der Pctschckgruppe auch mir möglich ge- weseii. gics-e und renommierte Zlltiengesellschastei» in der Mittel- deutschen Braunkohle auszukaufen, u. a. die Ilse, die Nicderlausitzer Kohlenberq-werke und die Eintracht. Das Syndikat sei eine öffent- lich- rechtliche Einrichtung. Diese dürfe nicht mißbraucht werden, um privates Gewinnstreben zu fördern. Es sei einwandfrei, daß der gegenwärtige Syndikatsoer trag und seine Auswirkung dem Kohlen- wirffchoftsgesctz und besonders dem 8 72 des Gesetzes widersprechen. Dem Reichskohlenrat wurden dann zwei Entschliehun- gen vorgelegt. Die eine Enffchlicßung stammt« van den Arbeit- nehmcrn und ersucht den Reichswir.jchaftsminister, im Einocrnchiiwi, mit dem Reichskohlenrat die Anwendung des Kohlenwirffchafts- gesetzes auf dos Ostclbische Syndikat durchzuführen. Die zweite Ent- schließung, von den Arbeitgebern eingek'rocht, stellt fest, daß sich die gegenwärtig« Regelung im Ostekbischen Braunkohlensyndikot im Einklang mtt dem Kohlenwirtschaftsgesetz befindet. Di« Entschließung d« Arbeitgeber wurde mit den Stimmen d« Arbeitgeber und eine, Teil der Verbraucher(!) gegen die Stimmen der Arbeitnehmer angenommen. Die Arbeitnehmer ließen darüber keinen Zweifel, daß damit noch nicht dos letzte Wort gesprochen sei. Die Oeffentlichkeit muß ab« vor ollem auf das eigentümliche Verhallen hingemiesen werdsn, das die Vertreter der Verbraucher auch diesmal wieder an den Tag legten. Die tägliche Liste der Bankp�eiten. Drei neue in SamSurg Hannover und Rauhen. Die Lifte der zusammenbrechenden Prioatbankhäuser vergrößert sich von Tag zu Tag. In Hamburg erfolgte die Zahlungseinstellung der alten und sehr angesehenen Firma Sick u. Co. Die Verluste sollen nicht groß sein, doch war es unmöglich, nachdem die Stütz ings- bemühungen erfolglos blieben, die Zahl-ungsflüssigkeit aufrecht zu erhalten. In Hannover ist die B.inkiirma Otto Mein« in Konkurs gegangen, nachdem am 23. November die Zahlungen eingestellt wurden. In Bautzen hat das Bankhaus G. E. Hey de mann sich cntschlossen. feine Selbständigkeit auszugeben, nachdem die Illiquidität der, rirnia durch Geldab.züge emslanden war. Dazu wird gemeldet, daß die Deutsche Baut und Dtsconto-Sejellschafl' fowi« die-sächsische Staatsbank für die Erfülllmg sämtlicher Verbindlichkeiten die Garantie übernommen haben. Das heißt mit anderen Worten, daß das Geschäft der Boutzener Firma von d« „1XZDI" übernommen wird. Wir haben schon gesagt, daß es sich bei den zahlreichen Zu- jammsirbrüchen kleiner privater Bankhäujer zum großen Teil auch um einen volkswirtschaftlich durchaus zweckmäßigen Reinigungsprozeß Handell, der nur, wie es scheint, von den großen Banken auch durch Kreditversagungen gefördert wird. Das Bedauerliche und Gefährliche dabei fft nicht die Schließung einer noch so großen Anzahl kleinerer Bankfirmen, sondern sind die ün- mittelbaren Verluste, die bie Einleger dieser Banken lvefsen und die Kreditentziehungen, die bei der Liquidation der Bankhäuser gegen- über der Kundschaft«folgen. Immerhin ab« war« es höchste Z« i i. daß das privakc Vaukkapilal etwas mehr Organifations- und Informalionsiolenk beweist als bisher. Demi die Großbanken keine irgendwie gearieic Aussangorganisation schaffen und die Utirffchisk über die Tragweite der Zusammenbrüche nicht insormi«ev, dann kann die Beunruhigung d« Dirksihost über die Sicherheit des deutschen Bankwesens doch so groß»vcrdcn, daß das Lankwefcu in fein« Gesamtheil Schaden leidet._ Die Banken Ende Oktober. Keine Ausdehnung des Rankgefchsfis. Im Oktober stand das Bankgeschäft in Deutschland noch den jetzt vortiegenden Monatsbilo-nzeir im Zeichen der Stag» Nation. Der Zuwachs an fremden Geldern hielt sich bei sämtlichen berichtenden 97 Kreditbanken ausschließlich der Großbanken in dem sehr engen Rahmen von 70 bzw. 72 Millionen. Der Kredttorenftand bei den Berliner Großbanken erreichte zum vktoberend« 11,85 gegen 10,82 und bei sämtlichen Kreditbonken 14,28 gegen 14,21 Milliarden Mark Ende September. Bei der Berwei'iümg der Gelder prägen sich die Bölsenkrise und der Aufschwung des Außenhandels besonders stark aus. So schrumpften infolge der völligen Flaute an der Börse die Reports und Lombards bei allen Banken von 762 auf 646 Millionen zusammen und hiervon die Reportgelder allein von 424 auf 339 Millionen. Nichts kann die gegenwärtigen Zustände an den deutschen Börsen best« kennzeichnen als dieser beträchtliche Rück- gang der Börsenfredtt« um ein S e ch st e l der Gesamtsumme. Andererseits hat sich das Warenfina-iizierungsgefchäft im Zusammen- hang mtt dem kräftigen Aufschwung des deutschen Außen- Handels gut entwickelt. Di«„Vorschüsse auf Waren" stiegen im Berichtsnwnat um 87 aiff 2194 Willionen. Dos laufende Kreditgeschäft(Kontokorrentkredite) zeigte insgesamt ferne inerHiche Veränderung. Bemerkenswert fft die M a cht v« rf ch i« b UN g zwischen Großbanken und übrigen Bank«»,. Während für sämtliche Banken die Kreditorenfurmne fast unverändert, fft sie bei den Berliner Großbanken um rund 80 von 10,82 auf 11,65 Milliarden gestiegen. vi« Geldflüfsigkcit bei d« Reichsbank. Der Ausweis der Reichs- dank vom 23. Rooemb« bringt«inen fett langen Mönchen nicht erreichten Rekordtiefstand der Kreditbearlpruchung. Di« 9«- samt« Kapitalanlage der Bank in Wechseln, Schecks, Lombard? und Wertpapieren ging in der Berichtswoche um 217 aus 2070,2 M'b lionen zurück. Hiervon hoben sich die Wechsel- und Scheck- bestände um 1 42.5 auf 1917,8 Millionen und di« Lombordbe- ständ« um 82 am 49,9 Millionen gese n k t. Di« zur Monatsmitte emqetretene Beoiffprnchung an Lomba rdk rediten(Krebste geglü Hinterlegung von Wa.rchi.» und Berlas-auNoli Baul xi.mtt a. So.. Berlin SW«8 Lind liroft- dteru, 2 Beilage» an» ttlaterbaltuna an» Sillea" I Natofteiies MzAA IMrräiate Für die (iesundSieiftl Fseftinger Tersandslelle, Berlin SV Ii Schostirrscr£tr. loa. Id. LQtzow 8260-61 Ar. 555» 46. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Mittwoch, 27. Aovember 4929 Reform des Reichsbahngefehes. Die neuen Personalbestimmungen. Gin Erfolg der Gewerkschaften. Zu den vielen mit der Reparationsregelung im Zu- sammenhang stshenden verschleierten Bildern geyärt auch da? R eich sbo hn gc s etz� Die Delegierten sur die Pariser Der- lunrdwngun muhten sich verpflichten, dis zum Abschluß der ,s>oagcr Konferenz die B e r t r a u l i ch k e i t zu mähren, ynivlgedefsen wird seit Wochen immer wieder oeriucht, bald da, doli» dort den Schleier von den Geheintmssen wegzuziehen. Di«„Kölnische Zeitung" glaiMe«inen besonders guten Griff getan zu haben. Sie über- raschie am Dienstag die OeffenLichkeit mit einer Wiedergabe des neue» Reichsbahngeseges. Der von ihr veröffentlichte Entwurf ist jedoch, wie von zuständiger Stell« mitgeteist wird, nicht der richtige, sondern ein längst überholtes Exemplar. Richtig ist, wie uns von unterrichteter Seit« versichert wird, an der Veröfierutichung nur die Darstellung über die neuen Pest im- mungen für dos Personal. Si« srnb in den§§ Ist, 24 und 23 ettthaÖen und behandeln die Rechte- und Dien st ver- hältnisse der D e di« n st« te n. die Versetzung in dert sinst- weiligen Ruhestand sowie die Festsetzung der D i s n st b e z ü g c. Die neuen Personotbestimmungen sehen folgendermaßen au?: „§ Ist: Die Gesellschaft hat unter Beachtung der nachstehenden Bestimmungen eine Personalordnung zu«rlasien. In ihr sind die Rechts-, Dien st-und Bcsoldungsverhiilt- nisse der Reichsbohnbeamten in Anlehnung an die für Beichsbahnbeomke geltende« vor- schristen zu regeln. Glaubt die Gesellschaft, daß die besonderen BerhSltnissr der Reichsbahn eins von den jeweils für Reichsbeamt« geltenden Vorschriften abweichende Regelung erfordern, so hat sie dies der Reichsregierung mitzuteilen und ihr« Absichten nnt di-ser 'u erörtern. Kommt eine Einigung nicht zustande, so entscheidet das Reichsbahngericht(§ 44). Bis.zur Enrfcheidung des Gerichts verbleibt es bei der bestehenden Regelung Di« Regelung der Rechts-. Dienst- und Befoldungsoerhältnisse der Reichsbahnbecnnten noch dem Stand vom 1. Oktober 1323 gilt als im Einvernehmen mit der Reichs- regierung erlassen. Die Personalordnung tonn über die Rechts- und Dienfwerhäll- nisse der Angestellten und Arbeiter Bestimmungen treffen, soweit sie nicht nach allgemeinen Grunfesötzen Gegenstaird der D e r- cinbarung(Tarifvertrag, Betriebsvcreinbarung, Einzelarbeiis- vertrag) sind. Gegenständ«, die am l. Oftaber 4329 in den Jg Z bis 32(be- tdfft Vereidigung und Verpflichtung, Trogen von Dienitmützen u. dergl. Di« Red.) der Personalordnung geregelt oder durch den GeneraLnrektor als Verordnung erlassen worden sind, gelten, sowest sich nicht aus§ 43 Absatz 3(Arbeitzeit. Di« Red.) etwas andcr.z ergibt, als solche, über die die Personalordnung Bestimmungen treffen kann. Di« auf dem Gebiet des Arbeits-, Fürsorge- und Lcrfichcrungsrechts allgemein geltenden Gesetze und Ver- ordnungen finden, soweit nicht die Vorschriften diese? Gesetz-s oder der Gesellschastssotzung etwas anderes bestimmen, auch vuf die Beamten, Angestellten und Arbeiter der Gesellschaft Anwendung. Insbesondere gellen die gesetzliche« Aorschrislen über die Arbeitszeil der Angestellten und Arveiter auch für die Angestellten und Ar- bciter der Gesellschaft. Di« Gesellschaft kann jedoch in den Dienst- zweigen, in denen die besonderen Verhältnisse des Eisenbahndienstes oder das Zusammenarbeiten von BeanNen, Angestellten und Arbeitern eine übereinstimmende Regelung der Arbeitszeit erfordern, diese Uebereinstiwrnung durch lieber* tragung der für die Beamten geltenden Dienstvorschriften über die Arbeitszeit auf die Angestellten und Arbeuer herbeiführen. Di« Dienstzweig«, in denen hiernach die Uebertragung allgemein zulässig ist, sind in der einen Bestandteil dieses Gesetzes bilden- den Anlage Ii(sie ist nicht im Entwurf nüiabgedri/ckt. D. R.) unter .4 ausgeführt: unter B sind dagegen diejenige,» Dienstzweig« aus- geführt, in denen die Uebertragung nicht zulässig ist. Soweit es sich um Dienstzweige handelt, die weder unter A noch unter B ausgeführt sind, soll bei einer Regelung der Arbefterschoft durch Gesamt- Vereinbarung, insbesondere durch Tarifvertrag und im Satz 1 für die Möglichkeit von Uehertragmrgen der Arbeitszeit der Beamten -uff die Angestellten und Arbeiter ausgestellte Grundsatz berück- sichffgt werden. si 24. Die Grundsätze über die Versetzung in den einst- weiligen Ruhestand und die de« Beamten zu gewährenden Rechtsmittel gegen diese Maßnahme sind In der Personal- ordnung zu regeln. Die am I. Oktober 1323 geltenden Bestim- nmngen rönnen nichl ohne Zustimmung der Reichsreglerung geändert«erden. § 25. Di« Gesellschaft bat die Dierrstbezüge der Rsichsbeamicn mit Ausnahme der leitenden Beamten gemäß den Bestimmungen in si 13 zu regeln. Durch diese Vorschriften wird dos Recht der Gesellschaft nicht berührt, nach allgemeinen Grundsätzen für die Tätigkeit aus besonders verantwortlichen Dienstposten oder unter besonders schwierigen Dienstverhältnissen, sowie für außergewöhnliche Leistungen Ver- gütungen zu gewähren, solange diese nicht 4 Proz.(bisher Z Proz.) des gesamten Aufwandes für die Dienstbezüge der Be- amten überschreiten. Die Gesellschaft bestimmt die Dienstbezüge der leitenden Beamten selbständig. Der Kreis dieser Beamten wird vom Per« waltungsrat festgesetzt. Soll ihre Zahl«in halb vom Tausend der Zahl aller ständigen Bediensteten überschreiten, so ist hierzu di: Zustimm U n g der Reichsregierung erforderlich."— Die Gewerkschaften haben, wie schon der Abschnitt über die Leistungszulagen deutlich zeigt, nicht alle ibre Forderungen durchsetzen können. Immerhin sind gegenüber dem bisherigen Zu« stand recht beachtenswerte und erfreuliche Fortschritte sestzu- stellen. Dos gilt vor ollem für die Bestimmungen über die Ar- b« i t S z« i i und ebenso für die Fragen des Arbeitsrechts wie hinsichtlich der Sicherung des Einilusfes der Reichs- regierung auf die allgemeine Gestaltung des Schicksals des Eis enbahnpers onals. Die, wenn auch nur indtrskie Mitwirkung der Gemerkschasten, vor allem der Vertreter des Ein- heitsverbandes der Eisenbahner, war also nicht ohne Erfolg. Man darf das mit Befriedigung feststellen. Tagung des AOGB. Bundesausschuß zum Venifsausbildungsgesest. Der Bundesausschuß des Allgemeinen Deut»- schen Gewerkschastsbundes befaßte sich am Dienstag mit dem Berufs ausbikdungsgesetz. Der vorliegend« Gesetz- entwurs wurde von dem Jugendsekretär de? 21 DGB. Masch?« kritisch beleuchtet. Maschke führte aus: Das Bcrussausbildungsgcsetz ist zurück- zuführen aus Forderungen der Gewerlschasten. Der Gesetzentwurs stellt die Arbeit aller Jugendlichen— grundsätzlich ausgenommen ist die Landwirtschaft— unter die geplant« Regelung. Dem Arbeitgeber kann das Recht zur Beschäftigung Jugendlicher« n:- zagen werden, wenn ihm die erforderlichen Qualitäten fehlen. Seine Erziehungspflichten müssen bei der Beendigung des Ausenthall s des Lehrlings im Betrieb ihre Grenze finden. Lvhnaussoll durä) den Besuch der Berufsschule darf nicht entstehen: hier sind Verbesserungen notwendig. Zu fordern ist serner, daß das Gesetz den Jugendlichen«inen?l n i p r u ch a u s Urlaub gibt. Auch müssen die mit der Durchführung des Gesetzes betrauten Körperschaften wenigstens Mindestforderungen für ein« berusliche Unterweisung „U«gelernter" ausstellen. Dos Gesetz stellt Bedingungen aus, die von den Betrieben erfüllt werden müssen, wenn sie als Lehr- betrieb gellen wollen. Ganzen Erwerbszweigen wie einzelnen Betrieben kann das Recht zur Lehriingsholtung aberkannt werden. Das Recht des Lehrmeisters zur Prügelstrafe wirkt ausgehoben. Gesetzliche Berussoertretung im Sinne des Gesetzes sind die Handwerker- und.Handelskammern, denen für die Auk- gaben aus dem Gesetz paritätische Ausschüsse angegliedert wenden. Si« setzen zum Beispiel auch die Dauer der Lehrzeit fest. Die Bestimmungen über den Lehrvertrag enthalten nennenswerte Verbesserungen des bisherigen gesetzlichen Zustand«?. ?luch bringt das Gesetz eine Neuregelung des Gesellen- und Meisterprüsungswesens. Die für die Durchführung des Gesetzes vorgesehen« Rege- Niebt nur an der famosen Kleidung mit der seine„Lande" nach Haus kommt, sondern sicherlich auch über die Tüchtigkeit von„Mutter", die für so weniö Geld soviel und so Schönes gekauft hat. Auch Sie würden es sicherlich erstaunlich finden, wie wenig daru gehört, an unseren Kindertagen die entzückendste Kleidung für Ihre Kinder zu kaufen, und Sie sollten sich wirklich einmal davon überzeugen. Der Mittwoch ist da- nutzen Sie ihn aus- bUw**- btx'w..'Klsirfu�g i® dm CfcrichJftf«! Ch�ustfeslraft«ad K&n(Qstr«9« sung befriedigt nicht. Die Dnrschlöge der freien Gewerkschaften, diese Aufgabe den Arbeitsämtern zu übertragen, drangen nicht durch. Die Bsjugnisse der paritätischen Ausschüsse sind u n z u- reichend, denn ihnen unterliegt nicht die Geschäftsführung, die Kastendeckl/ng und die Stellung ncm Strafanträgen auf Grurch de? Aeritfsausbildungsgesetzes, also die Vnrbe.reitung und Ausführung ihrer eigenen Beschlüsse. Diese Angelegenheiten bleiben den Arbeitgebern pnrbeholten. ltnfruchtbar ist es, den chgndels- und GeMerbekammsnr die Regelung des L-ehrlingswefens. namentlich de? Arbeitsvertrag«? des Lehrling? zu überlassen. chier ist einheitliche Regelung für einen weiteren Bereich durch eine zentrale Stelle notwendig. Bedenklich sind die Bestimmungen, die sich auf möglich« Ä o ll i s t 0 n e n zwischen Regelungen des Lehroertrag«? durch Anardmtngen der Organs de? Gesetzes und durch Tarifverträge beziehen. Es darf keine Einschränkung des Recht?, den Lehrvertrag durch Tarif- vertrag ,zu regeln, eintreten. Alles in ollem: neben beacht- lichen Fortschritten enthält der Gesetzentwurf m a n cb e n M a n g e l, der bekämpft werden mutz. Immerhin ist er eine Grund- läge zur gesetzlichen Neuordnung eines für die Gewerkschaften wich- tigen Gebietes. Verkehrsarbeiier und parieien. Ein klares Bekenntnis. Im Beisein der angestellten Ortsverwaltungsmitglieder des Gs- meinde- und Stoatsärbeiterverbandes, als Zeichen der bevorstehen- de» Verschmelzung, hielt der Verkehrsbund am Montag im Gewerk- schaftsl)ous seine Generalversammlung für das dritte Quartal ab. Der Bevollmächtigte. Genosse O r t m a n n, verwies in seinem Geschäftsbertäst zunächst auf die Lohnbewegungen, die im dritten Quartal nicht so zahlreich und umfangreich wäret, wie im zweiten Quartal. Es wurden 16 Angrifssbewegungeil ohne Arbeitseinstellung geführt für 10!78 Beschäftigte, die mit einer Lohnerhöhung von durchschnittlich Z Pf. pro Stunde oder insgesamt 24 446 Mark pro Woche beendet wurden. Durch die drei Streiks, an denen 102 Per- sonen beteiligt waren, wurde neben anderen Verbesierungen«ine wöchentliche Lohnerhöhung von 262 Mark erzielt. Die Zahl der n« u a u f g e n o m m e n« n oder aus anderen Verbänden übergetretenen Mitglieder war mit 6460 nur um etwas geringer als im zweiicn Quartal. Genau wie in den beiden vorausgegangenen Quartalen standen unter den neu auf- genommenen Mitgliedern die V e r k e h r? a r b« i t« r mit rund 1400 wieder an der Spitze. Diese Entwicklung läßt die Erwartung zu, daß auch in den Verkehrsbetrieben bald wieder das gute Organisationsverhältnis vorhanden sein wird, das vor Iahren schon einmal bestanden hat. Genosse Ortmann geißelte dann scharf da-� II e b e r- stunde ii unwesen und forderte die Delegierten im Interesse der arbeitslosen Berufsangehörigen auf, sich mit aller Kraft für die Eindämmung der lleberstunden einzusetzen. Auf die Frage der zwischentariflichen Lohn- beweg un gen eingehend, betonte er mit Recht, daß die Organisation solche Forde runorn nicht unterstützen könne, da sie im Falle ihrer Ablehnung durcb die Ilnternehmer über kein rechtlich einwand- freies Mittel verfüge, um die Durchsetzung der zwischentariflichen LohnsorderunKen zu erzwingen. Dem vom Genossen B r e tz k e erläuterten Kassenbericht ist zu entnehmen, daß sich der Lo k al k a sf« n b est o n d im. dritten Quartal um fast 26 000 Mark auf 384 Z4L Marl erhöht- Hot. Von d?r..Opposition", die an der Tätigkeit der Ortsverwoltung nichts auszusetzen fand, wurde lediglich die Schreibweise de? Ver- bandsorgans gegen die Kommunistische Partei kritisiert. Ein mehrere Jahrzehnte organisierter Delegierter gab in beredten Worten unter lebhafter Zustimmung der Generalversammlung seiner Freud« über den Zusammenschluß zum„G e s a m t o e r b a n d" Ausdruck, dessen Wirkung feiner Auffassung nach di« sein wird, daß die neue Organisation eine viel größere Werbe- und Aktionskraft haben wird als di« bisherigen Cinzelverbände. Ortmann ging in seinem Schlußwort besonders ausführlich auf die Kritik der Opposition am Verbandsorgan ein. Jeder ehrlich« Gswerksihaster wird noch den Vorkommnissen in den letzten Monaten und Wochen zugeben müssen, daß die kipv. al» politische Znteresscnverlretung der Hewerkschast«» niemals mehr in Artige kommen kann, Wenn z. B. bei der kmmrnimstischen Demonstration der Zimmere?. Rohrleger usw. vor dem G�Verlschaftshaus extra halt gemacht und gerufen wird:„Nieder mit den freien Gewcrkschaf- ten!". oder wenn, ebenfalls bei einer kommunistischen Demon- stration vor dem Leipziger Volkshäus, auf die Frag« eines Einzel- spreche rs:„Jtfl dos ein Volkshaus?" der gntgedrillts Sprechchor brüllte:„Nein, das ist ein Sch... Haus!", dann kann rein ver- nünitiger Mensch den Gewerkschaften mehr zumuten, es mit d-efer aßl'gewerkschastltchcn Partei noch zu halten. Aar die Gemerkschaiten gibt es nur noch ein« politischi> tznter- essen verlrciung. und das ist die Sozialdemokratische Partei. Diese Ausfühningen Ortmanns wurden von der Gmeralversamm- lung stürmisch begrüßt. Die Versammlung nahm dann noch po!iti5eks Fiingctionirinnen! Freitag, den 19. November, lO1/? Ubr, Im HodiseUstaat der Sopbient£le, Berlin N. 54, Sophien» tr. 17.18, 5. Stock Funktioüärinnen-KoTiferenz T agesordnung: l. Unsere Agitationsarbeit im Wintetliaibiaiir 192ö;3-.) Reie- rentin: Genossin Käthe Kern. 2. Aussprache über da-- Referat und den Bezirksfrauentag.— 3. Verschiedenes. Zutritt zu dieser Konferenz nur gegen Vorzeigung d s Funktionärinnenausweises 1929 m gleichlaut. Mitgliedsnuch. Tür Kontrolle: 6. Kreis Kreuzberg. Das Fraueosckrelatia*. c t n st i in m i g einen Antrag an, in dem der Bundesvorstand ersucht wird, aus d'e Herabsetzung der Altersgrenze in der Invalidenversicherung aus 60 Jahre hinzuwirken. Die Bnrschläge der Sektionen für di« stellvertretenden ehrenamtlichen Bundes- Vorstandsmitglieder wurden ohne Widerspiuch bestätigt. Nie letzte„Wette". Wie der„revolutionäre" Streik bei �evschner endete. Der von der KPD. inszenierte Streik in der Lederwaren- ! sabrik von L e u s chn e r, Ritterstr. 12, ist nunmehr, wie wir bereit-? I kurz- berichteten, auch zusammengebrochen. Der„Erfolg" dieser sinn- ; losen Bewegung ist, wie in bisher allen ähnlichen Fallen, der, daß von den 20 streikenden jugendlichen Arbeiterinnen der größte Teil a u f der Strecke geblieben ist. Der Streik entstand wegen ganz geringfügiger Disfe- r«nzen mit dem Betricbsinhaber, so daß es eine Kleinigkeit ge- wescn wäre, durch die Vermittlung der Betriebsvortretung oder der Organifatian die Streitigkeiten aus der Welt zu schassen. Zur Aus- stellung der eigentlichen Forderungen, wie Herabsetzung der Arbeits- zeit auf 4? Stunden, Erhöhung der Löhne um 20 Praz. vfm. schritten die streikenden jungen Mädchen erst dann, als sie die üblichen Instruktionen von dem sagenhaften„revolutionären Ausschuß der Jugendoertrauensleute" erhalten hotten. Während des Streiks spielten sich vor dem Betrieb« di« w i d e r l i ch st« n S z e n e n ab. Es wurden betriebsfremd« Element« als„Streikposten" aufgestellt, die die im Betrieb« per- Miebenen, zu tariflichen Bedingungen arbeitenden jungen Madchen sowie die erwachsenen Arbeifer beschimpften und sogar miß- handelten, so daß verschiedene Mole die Polizei zum Eingreifen neranlotzt wurde. Die ebenfalls betriebsfremde,.Streik! e-iwng" wandt« sich an die übrigen Lederwarenbetrieb« und forderte diese zur materiellen Unterstützung des Kampfes oder zu dem gleichen sinnlosen Vorgehen aus. Dieser Aufforderung ist aber n-emand nach- gekommen. Nachdem sich einige der Streikenden andere?lrbeit gesucht bzw. die Arbeit wieder aufgenommen hotten, löst« sich schließlich die Bewegung von selbst aus. Der„Erlös ist eben der. daß die KPD. wieder einmal einen wilden Streik gemacht und die irre- geführten jugendlichen Arbeiterinnen von Leuichner um eine trübe Erfahrung reicher geworden sind. Amerikanische Arbeiisbeschaffung. New Park. 26. süooember Die in Chicago tagenden amerikanischen Eisenba hnpmstdemcn teilten hoooer mit. daß sie beschlossen hätten, aus dem Bau- und Berbefserunasfond? 673 Millionen Dollar für Bauzwecke zur Ver- süsuvg zu bellen und daß sie außer dem bereit? früher gegebenan Zfohkaustrog für ll£ Millionen Tanvan einer: weiteren 1-Milüon-en- Tonnen-Austrag planten. Es verlautet, daß in der Konferenz, di« chcover mit Leriretern der Bauindustrie hatte, beschlossen wurde, 2,2 Milliarden Dollar siir Straßenverbesserungcn auszuwerfen. Die amerikanisch« sicirdelskommer berief für den ö. Dezember eine ftauptversammlimg«in. um zu den von.sioover oufgeworsenen Fragen Stellung zu nehmen. reie Gswerkschafis-IkZgenö Berlin. I.Stute. SKtweA, 19'..' Kbt. taaen d-« Orumen: Anaendabteiknn« de» der Suioinitt uni Pepierucrcrbcitii un Caai T dcs®.-< «-.rklSakieixun-s...l'uqjntitifrhfrfrt �flaUur«". Scjtfatiantn,£irttt zur t'autc, 8o;f»'ör.»«. cutcm. u. Semtflunascto:„Sioibcnin-". ftatten sind im Vrr- tertsbuimu und«n der fiaifc zu haöeu.— Stnlbfin: Sufleniötint Bcru. itssM 29(fdfl. S«ut« gau-scBiiation.— Siidei»,«ttdn:cf:ti!:©tuppendctni, iStoftt. Sufltniätim. Psrcksir. tl(ScbciknrMudc). Lüden. Sütoeftcit ftfi)4 flopi — Zentrum: NuaenWatitn Seli&tnlätc Str. 24—25. Untere BurlÄrn haben da« Wort.---- Veigeukee: Kruvvensietm Weigenkee. Partftr. 36. Bortraq:..Wir und die roIitife>en Iua-»doraani>e! Jlchtiinn, Wand-rleit».«: Au, Kouna. dem Z. lezenrbet, 19V- Ubr, im Sanieren, zilnut«: de« Sewerlscho it« fcoufe» lLesiauraut). Sitflclufet 24 25, SSenfcerleiterturfus.. Zortraq:„Wie lese ich«in SursbuchT" ZogenSsiruppe des'.nenende Scmnfiaüur.sen: SelundStunnen: Jucentbriu, Lchdnstedisir, I(fitiiaenheim). ö irr. älortran;„Die ei«0)«r,.rchai,e.n und ihre äftedtutuna" üefecer,: Sein, Wann.— Osten: buiv-.nl, beim der Sani!« Sktauer Str. 13. Bartrag:..Die Sasenstadt verlln". Ziekereat: Wrlbklm Heise.— Koidoft:.Nuaendbeim i�nziger Str. 32. Aorage z. Ä-r» mach«.-»Ki« Arbeit unserer, ifunltlöniire".— S-ecIou: Iuqendbeim der Schule«Snülerftr.»1. z>ar!iaa:..Moderne ilrbeiierdichier-'. Sieierent: gr-3 Wetgeft.— aUalWs: Iuaendbeim ZZiidmisch« L r. 1—1, ecke Sanner S:ra!>: ?uaenchb«im Wnan.-e.:sir. 123. Narrrae:..WeltUiirtschakt und Welinerkesir i-ZIm-.e.ckanisiernna,»�»pelin. Kakete)�. Referent: Surt Mener.— Spandau: Iuaendbeim Sinienirfer I«a«raa:..Jntcrna'jonal« Gemerkschaktsbemequng". JSe'Ctent; Otto Lamm.—?at»d»«-S!an>a»>ek: Iuaeirdberberqe SJamamev. Priester ireude. Vartraa:..Lebrüng und Beruksschul«— unsere Freizeit". iwerent: Werner Becker. Vortrage, Vereme und Versammlungen. Zstkichsbanner„Schwarz-Rol-Eold-. Seichastrgel!?. lberliu 3. 14. Sebaüianstr. 37—33. faf 2. Dr. Süchmoch, z?.*o»«mhcr. SeutiHn-Sti*. 1. ftomerad'ckiaft. I,.Zun. ■20 Ubr Suaacrfammmna bei Eromnieck. Sander- Ecke Habrech>- ftraß«. Aartra-1 de» S.euneraden?»!>. Bebre. Wilmrredari lOrtavercini. 17'» II rr Sntrele» Sr-matarium Wilmerrdark zur Einäscherung unseres Name. radeu isiebig jr. Spielleut« und lZabnen zur S-elle.— Daunetatag, 23. 9io> vembee greis Ost«». 19 Ubr Ai-.ireN» mit Zabnen und SvieUeutcn Landsberger p'asi. Ritte. 19 Ubr Antreten mit iZabnen und Spiefleuten Lan-dsberqer T-lc*. Pilichineranstaltung. Weddina(Ottaueceinl. 19 Ubr Liimna des engeren Zlarsiaudes. 20 Ubr Sitzung de« erweiterten Larsiandes in der Selckiaftsstellr. -vazgrerbkirchsri.«I. Zteiedrichsbaim. 131, Ubr Antreten mit Munt und ffabnen aus den Sammelplätzen der Kgmerodsckxzsten. Velichtuerankialtung. Zieutällu» «ri», linnatannei 20—22 Ubr faftdinftrabe, Waitcr-Ratbenau-Schule. Spart- abend,«ipsnick sOrtsoeretnl. Zur»eronstaltung des»i-ebke. Oben kalire» die gameräd-'ebakten wie kalgt ab: flaoenirf(3.13 Ilbr. Sriciridisfiaaen. 13.1» Ubr. Spindlersfeld 13.11 Ubr, Prüngu 13.15 Ubr bis Schlefüchen Labnlnv. »rettaa. ch.»aaemd«. Schanedeea-Ariedeuau. Nameradschaet Mallendori. II. AI Ubr Versammlung bei Hell, varbaraisastr. 3.«antemd Uitiaesfitäts- Tiia'eOat Dr. Staekftn spricht über»Die isranzüsische äteuolutian von 1739". Kameraden anderer Samerod'chakten mit Ang»bllr.t«n lind berzlich«inackfad-n. " V-enOaner 93er». Dannerstaa. 23. Raoembe.r, 19 Ubr. Antreten aller pame raben mit Mnsll am Landsberger Mab.— Lichtenberg. Kameradschaft Guita-n 7emvel. All« atüve» Namenaden TnnnersSta. M. Kavenib«. pünktl-ch 13 Ilbr. in Sundeafleiduna bei HZnmr, Frankfurter-Zfllee 233. Pklechchueransialving. Verl,»er Vasen» bin chtabeitalaxiMpntt«. R. Uadungsadend jeden. Mrt- »dch ton 1914— aw Ubr um Hriedmch-Wilbelm.chnmizasium. Soavbr. 13. Bar- «inÄdim: WiMalmdbas, Llndaltttn. 12.»ädere Au»Zunft ertmlt di« SalchÄr». stelle. Berssin-valanL««., Barnuner Str.. 3. IsrdeltenWbstinentee.Kund. Str. jtreusbero. Mittwech. 27. Ndveaider. va-r» trg« des k-errn vr. n>e-f Rp-s-nttchar in der neuem Schule. Dersmnnnstr 35. ä-att« nvllkotnnle.n. Beginn 20 Ilbr. Änschllegend gesellige, SSetfaanmenckctn in unterer aliabaltae.ien(Sallpätte, Marbeinekevlatz 3—4. Denttcher«ssperanta.Bund. Ortsgruppe Berlin. iZieitag. 20 Ubr. Sonchitovei Dabrin. Hgckescher Markt. Veeliuer Entomalagifche Vereine. Ansekten-Sa'ck- nnd Daufchbürse der Ber. liner Entamatagischen Bereine in Soncrlond» Seftfälen, Reue ffriedrirfiftt. 35, ftimtanfl Rachkirgsie(am Zllerandervlaiit. Sonntag. 1. Dezember. 9—17 Ubr. Insettenschau. Saus und Tausch van Schmetterlingen, Käfern und anderen Infekten. Hrrie Urbeiter-Esperanta-Berniniguna Berlin, Gruppe Offen. Jeden Dan- Itersta» Gruppenabend und Kursus im Iuaendbeim, Am Ostbabnbaf 17. Sprachgenaffen berzlich millkammen. tiermnn-Eiirilinoociel». Cef« InsenbueJ, Berlin W. Bülowstr 1 O. p. rn Fronn S'» to 9 o'clock: Recit») of Scetch Fo'k Songsby Miß Rahel N'ciil Fräser. From 9>'j Lecfure: Two Lactu res by H. 0. Wellsand Matters arising therefrom by M-. R. Colenutt M. A. -SrT' w-—— tr*-— Xltetdec, Lichfspizle usw. Mittwoch. 27. IL SUatsOper Unter d. Linden A,-V. ME 20 Uhr Sevilla Mittwoch, ZT. 11. Slam, ßpar Bismarckstr Turnus II 20 Uhr - Ein Staats-Oper Am PIM-Republ. Vorst. 91 TWÄ Uhr EizEbimigeQ Staat). Säanspb. a,t> Gendanneanierüt A.-V, 231 20 Uhr Staatl-SebilleNTIieater.Cliaritb. 20 Übt: Des Kaisers Soldaten «Hl. 2 TentilL s n«»/, dir Iwlimit CH Pniul-EM. Wototg.: 5 8.S0Pf.-SIL Ooraldln« o-Joa, SttA, Power uew Tagt. S u, Ol 5 S(mn!.S.5a.8u Alon.e.S.tOchch INTERNAT. VARIETE Renaissanfio- Theater Pk Uhr.— Zum ISS. Male Coeur- Bube Kotnhd-e von jaegues Nathan Regie: Leonttn« Sagau. leansnr— Braufeweiter— VaUentip Ktt�ler— Sima— Raiumsy —— StelnoliB 0 1, 0901 u. 2583/SA—— VoiKsbtUuie tiieatai 8igBIIlDv;liti 8 Uhr Uraofffibruag Aflire oreyius Schauspiel von Ran« Kestnet Regia: H- D. Kenter. Staat). SdilDer-Hi- 8 Uhr Des Kaisers Soldaten Siaaisoper bb Plan dar Bspudill 7-d Uhr ErzaiiliuigeD ideal« aoi SthlUhaacrtfaniai Uhr Pennäler TrifflOü-Ttwj»iur SV- Uhr Eiitibeth Strickrodt in ..Ple BalterlDa des Stislgs" Mittwoch 4 Uhr Rundfunkh. bilde preise. GROSSES SCHAUSPIELHAUS » Uhr: 3 HttmktUm Regie; ERIK CHARELL. 3 Ssooiag oartira. ooacs. taffie Pr. ROSE -THEATER Tcleph.: Alexander 3422 u. 3494 Täglich 8» Uhr. (Sonntags 5>« und«Uhri Kammersplele■ pariser Blut DHUsHet leaiet 0.1. Norden 12310| SVi Uhr Oer Kaiser j v.Amerika 1 von Bernard Shaw pegr Man Reinhardt D.I. Korden 12310 »V. Uhr lor oefl. Ämidit! Lustspiel von Frederik LonsdaU Regie: Gustaf Gröndgens Die Kvmöitte| [1 BIsnick.241 4/75)6 8V» Uhr Tom Ten fei gehest 1 von Knut Hatnsum| Regie: MaxRefnhardL Vorvk. 10-2- Kl KOI Täglich SV» L'hr Sasitplal«ni Douisno Tluicts Kam merope rette in 3 Akten von Julius, vviiueim und Heinrich Reinhardt. Regie: Paul Rose RR ee w t« nachm. 3 Uhr Das taplare Sdioeiderlein Regie; Wiili Rose. Sonnabend. 30- November 102» nachm. 5 Uhr „MaxundMorit*" und dar WalbnaehHmonn Regle; Wflll Rose. Jeden Sonntag, nachm. 230 Uhr Frau Holle OroDes Auüstattur.gsmärchcn Regie; HanB Rase. pirektion i)r. Robert Klelv Deutsches SBnstler-Tbeat Barbarossa 3937 libr Ende 11.10 Uhr Sßissames Ulli«; Bellt Sllsiil 3UOI»u6emVtn« BerliM Thealer Dönhoff 170 81;., Ende II Uhr Letzte Aufftibrun� Zwei griwaÜM Morgen, abends ?>c Uhr Deutsche Uraufführung Sescrvierttaratini Sasion. Tfieau a. Roitb.Tor Kottb. Str. 6 Tagl.» Uhr auchSonnt. uachm-SU.: Elüe- Sander Die Walt pstit(tflicri rcnifwa)tMr atl1, Barnowskj-Sihuti Theatat in Hat K&iiggriUar SlraBa Tlglich 3>b Uhr Die erste mrs, semy mft FMZI fPASMrV Komddianbau« Tigllch Uhr Oer HühnfiPftol v. Tristan Barn»rd fcntrai> 1 Alwlak« laastspui... Weiten» I 7»glich 5-0 Uhr I (Stg. 3 u. 3-4 Uhr| friederike Idar WaitenolB 1 von FrmuLabAr| Kleines Theat. Markur 1624 Täglich$-14 Uhr Max Adalbert in Das Parfüm meiner Frau Luistsp». Leo Lear Begie: Nu leinhirA. •.uhr CASINO-THEATER*uv* Lothringer Mr«H« 37 [Ugtsiilelbias Friedrichstr. 236 Bergmann 2922 Täglich 3',» Übt Grand Hotel Lustspiel von P4ul Frank Nur noch bls 3- Dezember 1929: Vertagte Hoctizettsngcim Am 3. Dezember zum I. Male; Famtiie HanneniEnn. -lu-senein für I— 4 Personen Fauteuil nur 1.23 M„ Ssssei 1.73 M. Sonstigapreis«: Park*« u Ranga.30 M. �ianetarlosn -»»-»»> am Xoo mm— frlln. Judumikii« Sind B.S Barbarossa 33 73 16-4 Uhr Hartet- Sbendaam Stern r bimmel trsi Uhr Mtsel«»> SlernaaUollta« 20'.t Uhr 8i«»s Frenren tat Wali Eintritt I Mark. Kinder so Pt Mittwochs halbe Kassenprais«. i Lessing-Tlieater Norden 10346 Qroppe fnagcr Sehauepleter lititi Tintiilniia TSglich W* Uhr cyanhall frei rag 4 Uhr Märchen voratt Hsns ursan gebt naco Brot meatet 1 Mm Tagl. 3-/4 Uhr Naricffa •iaslk v. 63»' WrifS K»!be Ooredb MIAae! �ö&MP Mitrw 4. So- i Uhr Friederike Metropol-Th. 8"4 Uhr Lehär dirigiert Das Uad des UebelDs Vera Seh war r, RUbar� Traber Relchthailen-Theater Ab4>nda sTJ Sonntag nachm.[3] „Hol de Mser UHr-Beme KeyseL SlIIatthest. Zentrum t12M Nachm. halbe Preise. Dönh««f. Brettl: Das groB» Varjatd-Progr. Tani— Falkner-Or ehester. Main Kapitän- Kautabak Schmeckt mir hoch am besten! JUERGE& if» Alaxanderplatz Neu« KÄnigatr. CS Wo jpawi man> gut oiiddliiis? Nur spo«s-B8pnn AlaxandarpSat« KOMMANDANTEN5TR.57 Hot�l-, Die TTeröBantljoDitrg 4«� Zentral vorkavcke� 6-rr Ho Rastturaotr und C«f4-Ange*talUan am t9 Aagurt- 1 0-2--. in ttotel>Votf5t»l. loh. Freudiger« Keller. Restaurant Kleinbahnhof. Inh. Qrucziewiz, Schlagmühle, Inh Lehmaon. Rotkäppchen, Inh. Bohn. Alte Spitzmfihle, Inh. Kerschbaom. sä-mtlich in Straosborj:. als tariibrüohig:>>or«i---,tzn»t Vurdon.«nrd dahin beribhtigt, daß*io Tarifhruch nicht vorge!efet» hat. �««rolweHwBg 4«r Motel:. Rtttouroot- und Cale-Anicst« lt-.g Xeraigrarpin Sre-ß-Berlm, 2- 24. El»a«s«r Sw?5.38 If. Talaphoo- X orden W4«od ISIS.