BERLIN Mittwoch 27. November 1929 Crschei«tti»rich«»ßerS»««t«ei. Zugleich AbeudsuFgab« des.Vorwärts. Betugsxreii beide Ausgaben SS Pf. pro Woche, 3�0 M. pro Monat. Redaktion und Lxpeditivnz Berlin SW68,Linde«Kr.s iMrtutasfa 10 Pf. Nr. 556 B 277 46. Jahrgang AllttigenpratCDie einspaltige Nonpareillejeile «o Pf., Rcklamezeile 6 W.©rmdftgimgea nach Tarif. Postscheckkonto: DoraärtS-Derlag G.m.b.H., Berk« Nr.»7SZS. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis 29? Was ist die Enthüllungen über den kommunistischen Sumpf. Mit grohew Reklameapparak und senkimenkalen Redensarten ist die»Rote Hilfe" als kommunistisches Hilfsorgan zur angeblichen llalerftühung politischer Gefangener, in Wirklich. kell aber zur Erlangung neutraler Gelder für kommunistische parteizwecke und zur Unterbringung kommunistischer Partei. funkkonäre in gut bezahlte Stellungen ausgezogen worden. Es hott nicht lange gedauert, da war auch in der»R. H." der schönste Krach im Gange. Ietzl versendet einer der am leb- hafleslen Beteiligten, der kommunistische Arzt Dr. Leo Slauber ein Rundschreiben, da» die wahren Zustände in der»R. h." enthüllt. Es heißt in dem Schreiben u. a.: ..Wr sehen mit wachsender Besorgnis, daß in der Roten hilf« mährend der 6 Monat«, in der sie unter der neuen Leitung sieht, vieles verloren gegangen ist, was wir als Grund- lag« unserer Arbeit angesehen haben. Ueberparteilichkeit existiert nicht mehr. Beherrscht von einer Fraktion der Kommunistischen Partei, die zurzeit in dieser Partei an der Macht ist. hat die Rote hllse das auszujühreu. was diese Fraktion bestimmt. Für«ine überparteilich« Organisation, wie es die Rot« Hilfe war, ist das der«rste� Schritt zu ihrem Untergang. Gegen die hinein- traguvg dieses innerparteilichen Fraktionskampfes, der eine Auge- legcnheit der KPV. ist. hat sich die frühere Leitung solange gewehrt. die Ueberparteilichkeit solange verteidigt, bis es der herrschenden Fraktion der KPD. gelang, sie abzusehen und durch eine neue Leitung zu ersehen, die gewillt war, die Ueberparteilichkeit der Roten hilse preiszugeben und die Befehle der herrschenden Fraktion der KPD. auszusühren... Welche Formen ober dieser Cliqwmtamps annimmt, der seht 6 Monate nach der Absetzung des alten �entralvorstandes immer noch in der Organisation tobt, zeigt der Fall Heinrich Vogeler. Wer k«nnt nicht Heinrich Dogeler, der sein Haus, den Varkenhoff, mit einem großen Grundstück der Roten Hilfe geschenkt hat, damit sie dort ein Kinderheim eröffnen konnte, das hun- dcrten von Kindern politischer Gefangener eine Erholungsstätte werden tonnte. Vogeler machte den von der KPD. in der Roten Hilfe ent- fesielten Fraktionskampf nicht mit. Er weigerte sich auf dem 3. Reichst ongrcß der Roten hilf«, der im Monat Oktober statt- fand, wieder in den V o r st a n d einzutreten, wenn nicht die wegen ihrer politischen Gesinnung Ausgeschlossenen und Abgesetzten aus- genommen würden. Di« Folge davon war. daß er von dem Reichs- lc-gsabgeordueteu Pieck als„Feind der Arbeiterklaste" und seine Täligkeit als„verbrecherisch" bezeichnet wurde. Auf diese Flut von Beschimpfungen gab Heinrich Vogeler. dem das große holfswerk der Arbeiterschaft höher stand als die Jnfamierungsversuche gewissenloser Demagogen, di« einzig mögliche Antwort: Er verließ den Kongreß. Diese Methoden, Andersdenkende in ungehöriger Weife zu ver» letzen, find nicht dazu angetan, der Roten Hilfe neue Mitglieder und Sympathien zu erwerben. Eine Rot« Hilfe, die in ihren Entscheidungen von der herrschenden Gruppe in der KPD. abhängig ist, kann die ihr gestellten Aufgaben nicht erfüllen." Die„Rote Hilfe" war von vornhe-in ein kommunistisches Parteiunternehmen uni. nur gänzlich Ahnungslose konnten ihr die.neutrale" Slassage lieseru. Aber auch iu diesem sogenannten HIlssiverk auf„überparteilicher Grundlage" gehl es genau so wie In allen Organisationen, in denen Kommunisten mit- wirken. Das Ende ist nicht der Klassen-, sondern der Kassen- kämpf. Am ihn zu gewinnen, wird jede Organisation rücksichtslos gesprengt, wenn es der jeweils herrschenden kommunistischen Frak- llon so gefällt._ Flucht vor der Verantwortung. Kommunisten schimpfen, aber drücken sich. Der Preußische Landtag debattiert in seiner heutigen Sitzung zunächst über den Antrag d«s Geschäftsovdnungsausschusses. in 22 Fallen die Immunität von kommunistischen und nationalsozialistischen Abgeordneten zur Durchführung von Straf- verfahren auszuheben. Soweit es sich um kommunistische Ab- geordnete Handell, wird allein in vier Fällen die Strafoersol- (Fortsetzung auf der 2. Seile.) Wassereinbruch in die Grube. Vier Bergleuie bei Hamborn getötet, acht verleht. Tuisburg-Hamborn, 27. November. Gestern abend ereignete sich auf der Schacht- anlag« IIT/VII der Thyssenhütte auf der fünften Sohle ei» Wasfereinbruch, wobei vier Berg« leute de« Tod fanden, während weitere acht leicht verletzt wurden. Die Unglürksstelle konnte jedoch kurz noch dem Unglück wieder befahren werden. Die Unter- suchungen der Bergbaubchörde. die sofort eingefahren ist. dauern noch an. Gs handelt sich bei den Toten um zwei Hauer, einen Lehrhauer und einen Schlepper. Zu dem Grubenunglück auf der Schachtanlage Friedrich Thyssen 3— 7 erfahren wir noch: Die Bergarbeiter, die an der betreffenden Stelle beschäftigt waren, wurden durch die Wasser- müssen mitgerissen. Ihre Verletzungen, von denen mehrere tödlich waren, rühren daher, daß die Körper der verunglückten gegen die wände. Verschalungen usw. geschleudert wurden. Der als oermißt gemeldete Bergmann ist inzwischen tot geborgen worden, so daß sich die Zahl der Todesopfer auf vier erhöht. Die Zahl der Ver- legten beträgt acht. Die Unglücksstcll« konnte kurze Zeit nachher wieder befahren werden. Die Vergbehärden trafen einige Zeit noch dem Unglück an Ort und Stelle ein und befinden sich auch nach Mitternacht noch dort. Die Untersuchung über die Enistehungs- Ursache ist noch nicht abgeschlosscir, Am Bürgerkrieg vorbei. Die Einigung in Wien kommt. wie«. 27. November.(Eigenbericht.) Obwohl am Montag und Dienstag die Sitzung des Unteraus- schusses für die Beratung der Vcrfassimgsreform abgesagt wurde. weil man sich auf die Formulierungen noch nicht geeinigt harte, ist man in parlamentarischen Kreisen optimistisch und glaubt, daß trotz der noch immer bestehenden Differenzen es doch in wenigen Tagen zu einer Einigung kommen dürft«. Dem widerspricht auch nicht, daß am Dienstag im Wiener Stadisenat der christlichsoziale Abgeordnete Kunschak beantragte, die Beratung des Gemeindeetats, dse eben begonnen hatte, von der Tagesordnung abzusetzen, Oer Dorfkommiffar da man ja nicht wisse, wie das Schicksal Wiens nach der Ver- fossungsreform fein werde. Als dieser Antrag abgelehnt wurde, ver- ließen di« Christtichsozioten die�Sitzung des Slodtsenois. pabst-Znierpellation im österreichischen Nationalrat. Wien. 27. November. Im Nationalrat hat der sazialdsmokratischc Abgeordnete A b r a m(Innsbruck) den Bundeskanzler wegen der Staatsbürger- schaft des Majors Pa b st interpelliert. In der Interpellation wird gefragt, ob Pabst mit dem im Sommer 1920 in Innsbruck gc- meldeten„Kaufmann Walter Peters" identisch ist und weiter, wenn Pabst östereichischer Bundesbürger fein sollte, wo. wann, wie und unter welchem Namen Pabst die öfter- reichische Bundesbürgerschoft erhalten Hai. Kommunistenfchwund. Die Kommunisten in Wien, schon bisher bedeutungslos, hoben nun auch den einzigen Großbetrieb(Warchalowski) verloren, dessen Arbeiiermehrheit kommunistisch gewesen ist. Infolge der blöden Nachahmung Stalinscher Inquisition, die man sogar in Wien übt, hoben die Warcholowski-Arbeiier mit ihrem Führer Z i e g l e r die KPOe. verlassen. Der neue Betriebsrat ist sreigewerkschajüich. Monstreprozeß in Ltngarn. Gegen'100 Kommunisten. Wien, 27. November.(Eigenbericht.) Budapest beginnt demnächst«in Monstreprozcß K o m m u n i st e n. Am Dienstag hat nach In en 100 K o m m u n i st e n. Am Dienstag hat nach mehr- iger Verhandlung der Anklagesenat des Bu-dopefter Straf- gcrichtshofes die Einwendungen von 73 Angeklogien abgewiesen und den Einwendungen von 14 Angeklagten stattgegeben, die, nachdem sie acht Monate long in Haft gewesen waren, freigelassen wurden. Außerdem sind noch 2S Personen angeklagt, die kein« Ei»- Wendungen gegen die Anklage erhoben hatten. Die Anklage wirft den Beschuldigten vor, das Verbrechen des gewaltsamen Umsturzes beabsichtigt zu haben. „Ganz ausgeschlossen, Iwan Iwanowitsch, daß wir die deutschen Bauern herauslassen. Denn wenn diese Aosbevter uns den Bücken kehren,?«. r macht dann in unserm Dorf die Arbeir?" Raubüberfall in einer Wohnung. Eine Haushälterin niedergestochen. Ein frecher Raubübersall wurde heule vormittag auf die 42jährige Haushälterin M. Wicherl in der Bayreuth er Straße verübt. Gegen 11 Uhr erschienen über den hinteraufgang des genannten Hauses zwei Männer und klingelten. Frau ÜB. öffnete und von einem der beiden Männer, di« wie Handwerker aussahen, wurde eine Rechnung, die sich später als fingiert herausstellte, vor- gelegt. Ws die Haushälterin«rklörte, daß hier em Irrtum vor- liegen müsse, drangen die beiden Männer in die Wohnung ein. Mit einem Messer stach einer der Verbrecher aus die wehrlose Frau ein: der andere versucht«, sie durch Schläge über den Kopf unschädlich zu machen. Die Uebersallene.hotie aber noch soviel Kraft, laut um hilse zu rufen. Da die Täter jetzt ihren Ueberjall vereitelt sahen und befürchten mußten, sestgenommen zu werden, ergriffen sie, ohne etwas erbeutet zu haben, die Fluchi. Die Räuber flüchteten in Richtung Wittenbergplatz, ihre Verfolgung verlief leider erfolglos. Die Kriminalpolizei Hot sofort di« Ermittelungen aufgenommen. Nach allem Handell es sich um einen wohlvorbereiteten lieberfall, der nur durch den Widerstand der haushällerin mißlungen Ist Die Frau hat Inehrere startblutende Wuirden davongetragen, Lebensgefahr besteht glücklicherweise nicht. Mexiko ratifiziert kellogg.Pakt. Die mexikanische Regierung hat das Staatsdepartement von der Annahme des Kellogg-Paktes durch Mexiko in Kenntnis gesetzt. Damit hat der ZZ. Staat den Kellogg- Pakt ratifiziert. Die Immunität im Landtag. (Fortsetzung von der 1. Seite.) des Abg. G o l i e, in drei Fällen die der Abgg. Leps und M e r k e r verlangt. Die nationalsozialistischen Abgeordneten Löhs«, Altona, K u b e, Dr. L e y und Kaufmann- Elberfeld I ollen wegen Beleidigung durch die Press« verfolgt werden. Gegen den Abg. Kube wird vom preußischen Innenminister Strafvntrog gestellt wegen der von ihm übernommenen Behauptung, Minister Grzesinski Hobe sich in Bremen so stark betrunken, daß man ihn durch eine spanische Wand vor den Blicken der Leute schützen mußte. Die Strofanträge gegen die Kommunisten gründen sich auf Verstoße q«jen das Demonstrationsverbot am 1. Mai d. I. Abg. Schulz- Neukölln(Komm.) beantragt, die Materie dem Ge- schästsordnungsausschuß zurückzuverweisen, da der Reichstag in den Fällen gleicher Strafanträge wegen der Mai-Demonstrationen die Immunität nicht aufgehoben habe. Abg. Nufchke(Dem.) wendet sich gegen die Rückverweifung, weil der Landtag seine selbständige Geschäftsführung aufrecht zu erhalten hätte und zum Beispiel J923 bei den Unruhen die Strafverfolgung von Kommunisten nicht erlaubt hätte, während dies damals im Reichstag der Fall war. Abg. Zürgeasen(Soz.) wünscht, daß die Tinscheibung über d»« Anträge setzt herbeigeführt«erde, erklärt ober, seine Freunde würden die Aufhebung der Immunität der Kommunisten ablehnen. Kauf und Verkauf von Siegen. Wie die chinesische Aationalregierunq ihren letzten Srfolg gewann London, 27. November. Die bereits seit einiger Zeit umlaufenden Gerücht«, wonach General Tschiangkaischck seinen Sieg über die Arm« Marschall Fengs erkauft hat, verdichten sich. Slus japanifäzer im allgemeinen zuverlässigen Quelle wird gemeldet) daß Tschiangkaischek 17 Mit- lionen mexikanischer Dollar an Feng und geringere Summen an einige andere militärische Führer bezahlte. Nie Kämpfe im Kernen Osten. Di« Sowjottruppen dränge» die Chinesen etwa 2SÜ Kilometer östlich von der mandschurischen fzauptstadt Charbin nach Süden ab, mit der Absicht, sich zwischen die Mandschurei und China zu schieben. Krankreich und Seeabrüstungskonferenz Angst vor der Isolierung. Paris, 2Ü. November.(Eigenbericht.) Der j r a nz ö f i sch e K o b i n e t t s r o t befaßte sich mit den bevorstehenden Sceabrüstungsverhandliingen. Seine Beschlüsse werden streng geheim geholten. Di« französische Regierung sucht zur Zeit eifrig nach Mitteln, um d«r immer greifbarer werbendcn Gefahr der Dsolieruvg Frontreichs auf der Londoner Konferenz vorzubeugen, ohne bah bisher ersichtlich ist, w i e das bewerkstelligt werben könnt«. Di« letzt« Unterredung des italienischen Botschafters«mt Brianb und die bisherige Haltung der italienischen Presse haben in Pari» keinen Zweifel darüber gelassen, baß Mussolini bie geringste Gelegenheit, Frankreich in der Mittelmecrfrag« in den Rücken zu sollen, mit Freuden ergreifen wird. Italien fordert mit allein Nachbruck die Flottengleichheit mit Frankreich und droht offen, falls Frankreich nicht nachgibt, sich in der für Frankreich außerordentlich wichtigen Frage der leichten Kreuzer und der Unterseeboot« der mgltsch-ameritanifch-japanischen These anzuschließen. Das Washingtoner FloUenablommen vom Jahr« 1922 hat das Verhältnis für die schweren Einheiten Englands mit Frankreich mit 3,0 gegen 1,7 festgesetzt. Frankreich hat darauf- hin den Bau der leichten Kreuzer und der Unterseeboot« forciert. Sein Flottenbauprogramm, dos bis 191? läuft, zielt darauf ob, auf dem Gebiet der leichten Kreuzer und der Unterseeboote Eng- imöd den Rang abzulaufen. Heute schon hat es fast die Porimt an Unterfeeboaten. An leichter Tonnage ist das Devhältnis l zu 3 erreicht, obwohl erst sechs Jahre von der SÜjährtgen Frist des Flottenbauprogramms abgelaufen sind. Daher würde die von englifch-amerlkanifcher Seite vorgeschlagen« Absämfsung der Unterseeboote und eine etwaige Forderung nach einer Einschränkung»n Flotten- bouprogromm Frankreich aufs empfindlichst« treffen. Wenn mm auck Italien in da, ander« Loger übergeht, so wiiri* Frankreich auf der Londoner Konferenz isoliert der Einbeitsfrom der anderen vier Mochte gegenüberstehen. veutschland gegen Vorverlegung der Ilatstagu, Im Hinblick auf die am 20. Januar in London beginnen). Seeabrüstungskonferenz hotte Italiens neuer Außenminister G r a n d i die Vorverlegung der für den 30. Januar angesetzten nächsten Ratstagung des Bölkerbundcs beantragt, da er an beiden teilnehmen wolle. In ihrer Antwort an das Gcneralsekretariat des Bölkerbuud?» iprichr sich die R e i ch s r« g i c r u n g gegen diesen Antrag aus. weil dann tnc Gefahr eines Kollidierens mit der H a a g c r Konferenz entstehen würde. Billiges Korn— teures Brot. Die neuen Zollforderungen. Es gibt keine lldch« auf dies«« Gebiet. Kaum ist d«r Reichstag jusan«nengetr«ten, sofort hat«r sich auch diesmal wieder mit schwer- wisgenden Agrar- und Zollfragen zu ixsosstn. Im Grund« ist diese ewig« Unruhe doch nur ein zu deutlicher Beweis dafür, daß die bisherige Wirrschastspolitik mit dem groben Mittel des Zolls erfolglose Flickarbeit war. Allerdings kommt im gegenwärtigen Augenblick neben den agrarischen Wünschen noch«in anderes Moment hinzu, das den Reichstag zur Beschlußiassung zwingt. Ende des Jahres ist nämlich der geltende Zolltarif abgelaufen, und irgend etwas muß geschehen, um die Gesetzgebung auf diesem Gebiete nichl unter- brechen zu lassen. Die einen wünschen nui, die Berlängerung des Zolltarifs nach oorheriger Erhöhung«ines ganzen Paketes von Industrie- und Agrarzpllen— während wir uns selbstredend auf den Standpunkt stellen, daß eine Verlängerung des Zolltariss nur unter gleichmäßiger Ermäßigung ein« Reihe von Zollpositionen in Frage kommen kann. Es ist anzuerkennen, daß die getreidebauend« Landwirtschaft in diesem Erntejahr sich in der Tot in schwieriger Sage befindet, da der Verkaufspreis für Roggen teilweise die Selbstkosten kaum deckt. Trotzdem aber der Bauer außerordentlich niedrige Erläse erzielte, hat der Verbraucher von diesem Preisliefstaiü» gar keinen B o r t« i l gehabt— denn der B r o t p r e i s hatte trotzdem sogar eine leicht aufsteigende Tsirdenz! Unser Kampf gegen die Wieder- «inführung des Kriegsbrotes ist von Erfolg gewesen. Wie schon vor einigen Wochen hervorgehoben wurde, wäre gar nichts dagegen einzuwenden, wenn darauf hingewirkt würde, daß die deutschen Schwein« statt ausländischer Gerste ein» erwas größere Meng« als bisher deutschen Roggen(vermischt mit Gerste, Mais usw.) fresse». Auf diesen Boden scheint die Regierungsvorlage zu treten. Um den Roggenabsatz zu vergrößern, sollen Verfütterungspramien in Höhe von 40 M. pro Tonne«ingeführt werden, die keine zufätz- llche Belastung für die Reichskasi« darstellen, dq in etwa dem gleichen Ausmaße, in dem die Roggenoersütterung zunimmt, die verlust- bringende Roggenausfuhr sich mindert und die Regierung so die Ab- gäbe von 60 M. für den Einsuhrschein erspart Um nun den Anreiz für die erhöhte Roggoiperstm-nmg zu schon«», bleibt für diejenigen Landwirte, die nachweisen, daß sie aus sieben Zentner Gerste drei Zentner Roggen zur Vertlltteruirg zugetousl habe», der Gerstenzoll- satz unverändert 2 M., während der Zollsatz für Futtergerstc sich für diejenigen, die di« Beimischung ablehnen, aus 5 M. erhöht. Als zusätzliche Maßnahme ist daran gedacht, neben der Ein» iagerung einer gewissen Roggerrmengc por olle» D!ng«n eine Ver- stöndiguug mit dem polnischen Roggcn-Exportsyndi- k a t herbeizuführen. Die polnische Ausfuhr hat in den letzten Wochen sehr dazu beigetragen, de» Roggenpreis.zu drücken. Die Konkurrenz auf den sehr beschränkten Auslandsmärkten für Roggen(Skandiiio- oifche Staaten) hat sowohl Polen wie Deutschland cchebliche Verluste beigebracht. Di« mit dem polnischen Roggenausfu-hrsyndikat eingeleiteten Verhandlungen sind günstig vorwärtsgekommen und zeigen den Weg, den man überhaupt in der Handelspolitik grundsätzlich be- schreiten sollte: nicht Hanbelskrieg, fonder» B-rftändigung im Interesse aller Beteiligten. Nun ist aber zur Stabilisierung der Getreidepreise ein« weller« Maßnahme in« Auge gefaßt, dl« wir m der Form, wie sie vorgeschlagen wird, n i ch t a n n e h m e n können. Richtig ist der Aus- "ingspunkt daß nämlich der starre Zoll nicht» hilft. So schlägt denn das Reichsernährungsministeriuni vor, zu den am iö. Februar in Kraft tretenden Gerreidezöllen von 7,50 M. für Weizen und 7 W. für Roggen in dem Falle«inen Ausglcichszuschiog oo» 2,50 M. treten zu lassen, daß der Weizenprei» unter 27 M. und der Roggenprei» unter 23 M. sinkt: steigen dagegen die Preise über dies« Grenze hinaus, soll eine Ermäßigung de» Zollsatzes auf 7 M. und weiter bis auf 5 M. eiiüvcten. Es ist erreicht worden, daß eine Anrechnung des Einfuhrscheines aber— und diese ist für die Aus- Wirkung des Zolles maßgebend— nur in der Höhe von Z M. erfolgt. Wenn auch der Gedankengang, der den»Borschlägen zugrunde lügt, einen erheblichen Fortschritt gegenüber der bis» herigen Zollpolitik darstellt, so hängt doch der Wert der Regelung lür die Verbraucher ganz von der Höhe der festzusetzenden Nicht» preise ab. Authentische Zahlen liegen in, Augenblick noch nicht vor: solltc die Borlage aber die in der Presse bisher genannten Preise vorsehen, so würde sie den Verbrau�eriuteressen nicht gerecht werden. Ganz abgesehen davon, daß man in den Kreisen der Land- Wirtschaft wieder Hoffnungen erweckt, deren Entwuschung dann nur Anlaß z» neuen Stürmen gegen die Regierung sein müßt«. Wenn man sich schon auf den Boden stellen will, daß die Londwirtschoft für den Getreidebau zu ihren Selbstkosten zuzüglich eines be- icheidenen Nutzens gelangen soll, so sollte man gerade im Interesse der Landwirtschaft den Bogen nicht dermaßen überspannen. Dabei wird die Entwicklung wenigstens beim Raggen voraussichtlich derart sein, daß bei sehr guten Erntejahren der Preis nicht durch den Zoll, sondern durch die in Deritschland und Polen geernteten Mengen bestinunt wird, der Zoll folglich nicht wirkt. Dagegen würde sich in knappen Erntejahren, in denen der Prais ohnehin steigen und ein« Stützung gor nicht»,»wendig war«, der Zoll in den ohnehin schon gestiegenen Preisen fühlbar machen und dann den Derbraucher belasten. Eine vernünftig« Regelung müßte derart gestaltet sein, daß die Höchstpreise erheblich niedriger bemessen werden, als sie bisher in den Beröffeiülichungen genannt wurden: steigt der Preis dann aber über dies« Grenze,.müßte eine erhebliche Heroüsetzung de» Zollsatzes bis zur Zollfreiheit zur Herbeiführung eines erträglichen Preises erfolgen. Zur Sicherung der Verbraucher aber möchten wir zurück- lammen auf eine Maßnahme, die bereits in den im letzten Sommer geführten Berhairdlungen des landwirtschaftlichen Sachoerständigen- ausschusses von uns vorgeschlagen und von allen agrarischen Kreisen angenommen werden kann Der Vorschlag ging davon aus, daß die Verbraucher von den' niedrigen Erlösen der Landwirtschast meist nicht den Vorteil billiger Kleinhandelspreis« genießen. Es sollte darum eine gemisse Relation zwischen Getreide- und Brotpreis lieraeigeführt werden. Wir schlugen vor und wieder- holen djest: Forderung l»eute: Sobald der Brotpreis eine Höh« erreicht, die den Durchschnittspreis des Brotes währeiü» der letzten zwei(ader drei) Jahre übersteigt. muß eine Herabsetzung des Zollsatzes automatisch durch dos zuständig« Ministerium«rfolgen. Die staatliche Wirtschaftspolitik sollte endlich dazu übergehen, sich bei ihren Maßnahmen nicht von Gruppeninteressen, spndern oo» denen der ganzen Volkswirtschaft leiten zu lass«n. Solche Gesichtspunkte sind es. die uns bestimmen. Wir wisstn, daß«ine sinkend« Kaufkrost der Landwirtschaft ihre Wirkung zeigt in zunehmender Arbeitslosigkeit. Dem begegnet man aber nur dann vernünftig, wenn«ine Gesundung der Landwirtschaft nicht aus Kosten der Arbeiter bzw. Verbraucher herbeigeführt wird: denn sinkend« Kaufkraft des Proletariats müßt« infolg« verminderter Abjatzfähigkeit der landwirtschaftlichen Erzeug- »ist« auch den Kauern schaden. Man Hot«inen Anlauf genommen, unserer Behauptung Gehör zu schenk«», daß der starre Zoll nicht helfe. Doch di« Art. wie dies geichjebt, ist für die Verbraucher unbesriedigend.' r Dabei soll zugleich gern festgestellt werden, daß es dem sozialistischen Einfluß im Kadinett gelungen ist,«ine große List« von speziell industriellen wie auch von«inigen weiteren agrarischen Zollwünschen zu Fall zu bringen und dafür durchzusetzen, daß die Verlängerung des Zollgefetz-s unter gleichzeitigem Abbau einer Reihe von Zollpositjonen erfolgt. Wenn dies uns auch nicht genügt, so ist doch das endlich« Beschreiten de» Weges ein kleiner Lichtstreis. Wenn aber die deutsche Regierung weiter führend in die Genfer Perhondlungen zur Herbeiführung eines europäischen Zollsricdens eingreifen will, dann wird diesem Ziele am lKften dadurch gedient, baß der sozialistisch« Einfluß>:, der Zoll- und Handelspolitik in viel entscheidenderem Maß« zum Ausdruck kommt! Toni Sender. Abenteuer in der„Ltnierweti" Dabei 2200 Mark eingebüßt. Erst vor kurzem kam. wie wir berichlelen, einem Kaufmann ein« Studievfohrt in die Berliner„11 n k e r w e l(" teuer zu stehen, vi« gleich« schlimme Erfahrung macht« seh» est» Prokurist aus Zohannisthol, der sich ober dummerweise mit einer mil?Z00 M. gefüllten Pries lasche in da» gefährliche Gebiet begeben hotte. Kurz vor 10 Uhr kam der Prokurist in ein Lokal in der Iablonskistraße. Zwei Männer dort wußten ihn zu ani- mieren und er gab mehrere Logen aus. Bei dieser Gelegenheit sahen seine Zechgenossen, daß er eine wohlgespickte Brief- t a s ch e b« sich hatte. Als der Prokurist gezahlt hatte und fort- gehen wollte, bekam er plötzlich auf der Straße— von wem, weiß er nicht— mit einem Gummiknüppel einen Hieb über den Kopf, der ihn zu Boden streckte. Als«r im Hausflur wieder zu sich kam, entdeckt« er, daß ihm sein« Brieftasche mit 2?00 Mark barem Geld« und sein« goldene dreikapselige G l a» h ü t t c r Taschenuhr mit Kavattertette gestohlen war. An der Kette war nach ein goldenes Medaillon mit Brillanten. Der Spaß hat den Mann rund 4000 M. gekostet. Die Kriminalpolizei des gl. Reviers, die in den umliegenden Lokalen mich den Spitzbuben forschte, stellte fest, daß einer der Zechgenossen ein einarm'ger Mann war, der unter dem Namen„der lange Albert" bekannt ist. Der zweite war ein gewisser S. Gefunden wurden zunächst beide nicht. Gegen 3 Uhr morgens erschienen sie selbst auf dem Revier und fragten, was man von ihnen wolle, sie hätten gehört, daß man nach ihnen suche. Der Kaufmann erkannte sie als Zechgenossen sofort wieder, konnte aber nicht behaupten, daß si« den Ueberfall verübt haben. Albert und sein Freund bestreiten das auch ganz entschieden. Geld wurde bck ihnen und in ihrer Wohnung nicht 'esiinden. Trotzdem hat man sie vorläufig in Gewahrsam ge- mmen. Schalldach nahm Rückversicherung Erwiitlungsverfahren der Staafsanvaltschast. Gegen vbermogistrotsrat Gchalldach. den Leiter der An- ichafiungsg.lellfchait, der jetzt unter gleichzeitiger Einleitung eines Disziplllrarverjahreus vom Amt suspendiert worden ist, hat die Staatsanwaltschaft«m Ermittlungsverfahren anhängig gemacht, damit geprüft werden kann, inwieweit stris- rechtliche Verfehlungen vorliegen. Im übrigen wird zu den gegen den Beamten erhabenen Bor- würfen noch bekannt, daß es sich in der.Hauptsache um di« falsch« Bescheinigung«ine» Anspruchs der S k lo r e k s an die AnschosfungsgeseUschast in Höh« van > 50000 Mark handelt. Zwischen Stadtrat Säbel und dem vbermagistrotsrat soll e». Äs dem letzteren die Gegeirzeichnung der von dem Stadtrat bereit» unterschriebenen fatichen Bescheinigung zugemutet wurde, zu deftigen Szenen gekommen sein, da Schalldoch, der sauft vis sehr korrekter Beamter bekannt wir. sich mü Händen und Füßen gegen eine derartige unrichtig« Beurkundung wehrte. schließlich aber brachte er gegenüber dem ihm vorgesetzten Stadtrot Gäbet nicht den notwendigen Mut aus und deckte den Aufsichtsrotsvorsitzenden durch Leistung seiner Unterschrift Um aber zu ver- hindern, daß die Anschaffungsgesellschast durch d>ese zu Kredit- zwecken der Sklarets ausgestellt« Bescheinigung irgendwie geschädigt würde, nahm Schalldach in voller Höh« de» angeblichen Anspruches ein« Rückversicherung bei den Sklareke vor, so daß dann auch tatsächlich keine Schädigung der An- schaff»»gsgesellschaft eintrat. Der ganz« Vorgang liegt etwa zwei Jahre zurück. Wi« verlautet, wird die Deutsche JBolkspartei bei vbermagistratsrot Gchalldach ebeirfo wie bei S t a d t r o t B e n e ck c zunächst den Ausgang der gegen beide eingeleiteten Disziplinarver- fahren abwarten, bevor sie sich über etwaige P a r t e j m a ß- nahmen endgültig schlüssig werden wird Oer Zollpräsident als Schmugaler. Oer polnische Skaat um viele Millionen qeschäsiigt. Warschau, 27. November. 3n w il n a wurde eine große Schmugglerband« entdeckt, an deren Spitze einige wllnaer Pelzhändler und der ehemalige Vizepräsldenk der wilooer Zolldirektion standen. Mehrere Beamte sind in die Angelegenheil verwickelt, und es wurden zahlreiche Verhafkungen vorgenommen. Per Gefamtschaden. den der polnisch« Staat durch die Tätigkett der Bande erleidet, beläuf» sich aus ungefähr 10 Millionen Zloty. Sine Führung durch Lli-Bertin mit Besichtigung des Nicolai- Körner-Hauses und der Kirchturmspitzc im Keller macht Dr. Franz Lederer am Sonntog, L Dezember, 10 Uhr. Spittestnartt. Kampf gegen den 9. November. Vi« Reaktion im Sächsischen Landtag. Dresden, 27, Novevrb-r. In der ges�lgsn LondtqgssidUNS«urdq nach dreiwöchiger Pwse abermal» die Feiertagevorlag« behar�ielt. Nachdem die Be- richterstgtier der MchrheU(E b« r l e, Dnatl.)»ich der Minderheil «Edel, Spj.) gefprochen hgiten,«rtlärt« Ministerpräsident Dr. Bänger e, sür vunschensipert, daß die R e i ch» r e g i« r»>, g von sich au» die grag« der Sonderfeiertage in den einzelnen Ländern durch H ch a s s u n g«ine» Natipnalseicrtage» bereinigen mächte, was hoffentlich bald der Fall sein werde. Als später der M geordnete Sindermann(flomm.) das Wort ergriff, der fort? gejegt von dem verlogenen Memoraichum de» Abgeordneten Edel sprach, wurde er vom Bizcpräsidenten Dr. Eckardt dreimal zur Drd- nung gerufen und ihm schließlich das Wort entzogen. Da Sindermann trotz wiederholter Hammerschläge des Präsidenten nicht zu bewogen war, die Rednertribüne zu verlassen, erhob sich der Aizepräsident pon seinem Platz und ertlärte damit die Sitzung für unterbrochen. l.Al» d>« Sitzung um]i Uhr 50 wieder«rössnet wurde, wollt« Aizepräsident Dr. E-fyrdt seinen Platz zunächst dem Präsidenten Weikek(Soz.) einräumen, der jedoch ablehnt«, so daß die neue Sitzung auch vom Pizepräsidenten Dr. Eckardt geleitet wurde. Vor Eintritt in di« Verhandlungen begab sich Dr. Eckardt zum Abgeord- neten Sindermqnn und peranlyßte ihn in einem kurzen Prioatgespräch, den Saal zu verlassen. Die Sitzung nahm daraus ihren Fortgang. Vor Eintritt in die Abstimmung be- antragt« der Abgeordnete Herrmann(Komm.) Unter- brechung der Sitzung, damit der Aettestenrot zusammentrete und entscheid«, ob der Abgeordnet« Sindcrmann aus der Sttznng ausgeschlossen sei oder nicht.-Der Vizepräsident habe ihm zwar ha» Wort entzogen, ihn ober nicht ausdrücklich aus dem Saal V« r w i e s e n mithin sei die nachträgliche Ausweisung nicht zu Recht erfolgt.— In der Abstimmung zu diesem Antrag traten die Kommunisten, Sozialdemokraten, Demokraten und Altsoziqlisten für den Antrag Herrnwnn ein. der damit eine Mehrheit sand. Der Landtag vertagte sich darauf, bis der Aeltestenrat seine Entscheidung gefällt hat. Nach Wiederaufnahme der Sitzung wurde die A b st i m m u n g vorgenommen. Zunächst wurde über den Antrag Eberl«(Dnat.) abgestimmt, der Aufhebung des lt. November und des l. Mai als gesetzliche Feiertage perlongte. Es wurde namentlich« Abstimmung beantragt. Für den Antrag Eberls stimmten 41 Abgeordnete, dagegen 4b. Zwei Abgeordnete enthielten sich der Stimme, fünf Abgeordnete fehlten. Sodann wurde über die R e- gierungsoorlage abgefrimmt, welche die Abschaffung nur de» g. November als gesetzlicher Feiertag vorsieht- Di« Regie- rungsoorlog« wurde mit 47 gegen 44 Stimmen in zweiter Lesung angenommen. Es würbe ein« dritte Lesung beantragt. Das Haus setzte hierauf die Erledigung der Tagesordnung iart. Nacktheit und Erziehung. Die Tagung des Adolf-Koch-Bundev. Gang durch zwei Galerien. Französische Aquarelle.-- Ewald Jlatarä In der Galerie Ilechtheim si Wickelung französischer Kunst von Eezanne, De gas und Renoir bis zur jüngsten Gegenwarti von den wichtigen Künstlern fehlt wohl feinA, und man erhält«inen sehr instruktiven Ueberblick über die Kunst in Frankreich, soweit sie sich im Aquarell und der Zeichnung ausdrückt. Die Orientierung über etwa 400 Blätter und 60 Skulpturen wird durch«in« gläirzeich« Regie de» Höngen» erleichtert. An einer Wand sieht man beisammen di« funkelnden Kleinodien von Dega», denen Mari« Lourenetn» feminin« Grazie antwortet:«n nächsten dominiert neben Signac di« starke Eigen- Willigkeit M a t i s s«» und einige Blätter van Eoghß, im dritten überrascht die Monumentalität der Bleististzeichnungen von S«U rat, einer der großen und unerwarteten Eindrücke dieser Schau sSeurat» ülberzettlich« Badcutung tritt bei jeder Begegnung ttorker hervor), benachbart den großen Alassizisten Picasso und Braque, zu denen Seurat«inen sehr guten Austakt bildet. Der letzt« Saal vereinjgt Deraln. Yuan QJris, Läger und ihr« strengen Abstraktionen mit den entzückenden Gallizismen, den echten Nochkommen des Rokoko, mit Renoir» und M a i l l o» Zeichnungen und©tulpturen; wozu di» zu Parisern gewordenen Russen Chagall und M. Sogan treten, auch dieser mit gleicher Anmut al» Zeichner wie als Bildner zartester Terrakottostgürchen. ein wiodererstanHener Grieche au» Tanagra. Der Eindruck ist stark, aber in merkwürdiger Weis« beiläufig! man spürt, wenn man e» nicht schon weiß, daß die ursprünglichc .Kraft der Franzosen nur im velbilb anzutreffen ist. Man ist entzück, von fo viel Können, Charme und bildender Phantasie:� aber man steht hungrig auf von dieser Tafel d«r blors d'oeuvre». Und wünscht sich in ketzerischer Anmaßung! diesen 400 Btätten, ein« gleich gewichtige Versammlung deutscher Zeichnungen aus der Gegen- wart gegenübergestellt zu sehen, um sich schlüssig zu werden Über nationale Unterschiede und Borzsige. um zu sesten, ob nicht wir Deutsch« doch einen Sieg erfechten könnten über die stets bevor- rechteten Poriser, wenigsten» dort, wo unser» Stärke liegt: In der Zeichmrng. gebhaft unterftutzt solch« Wünsche die Ausstellung eines 5tünstlers. der Klarheit der Form und Mystik ihre» Ursprungs, der Westliche, und Deutsche» in reizooller Mischung vereinigt: de» Bild- Hauer» Ewald Mo torä sin der Galerl« Ferdinand Möller). Ursprünglich Maler, kam er ans dem vmpeg« über den Holzschnitt zur Skulptur: zur Darstellung von Haustieren und schließlich Menschenkäpsen in Holz. Aegypter und Chinesen lehrten ihn da» Geheimnis de» Vereinfachens. Man kann das Weglassen aller Detail» kaum weiter treiben als Matärö: Ersatz dafür bietet die wunderbare Behandlung de» edlen Materials und seiner Maserung und di« Freud« am zärtlichen lasten über die glatten Flächen: eine durchaus im plastischen Gefühl wurzelnde Freude. Aber nicht nur in Mahagonchl�z hat Mqtarf seine Kühe. Schafe. Katzen, Menschen- kons« hineingehe imniht: die Ueberredungstrast, die Füll« der Form- erschemung ist in seinen Holzschnitten nicht geringer(sie bleiben in- hqftjich in dem gleichen engen Umkreis): und hi-er sehen wir die Ueberlatzenheit der deutschen Au»drucksform über die sranzäsisch« Zeichnung, die feststellt, streichalt, dekoriert, im äußersten Falle sogar abstrahiert, aber nicht da» unergründlich« Geheimnis d«» Werdens und vergehe«, da» Rätsel de» Daseins besitzt, wi, di« deutschen KilnstUr.___ Dr, Paul F. Schmidt. . Svevigena»« Befnd) fteeMcher Semwlaege» In ZIallee. Seit einiger Zelt wird sür simtliche ftaetliche Sammlungen in Mallen(Vi ileen. Galerien. Auearobvnge» u!w.) kein Einlriitsgeld medr«I beben. DI« Belucher müsstn fich ledlgliib durch einm amtlilüen AuSwel«. Luelön�er durch ihren SieilepeH, itflitiuiieren. stät(Sammlungen de» Batikaii» bleibt ei bei der b'lbttlfitn Regelung. lFn Deutschland ist der nach der Zienalutlon eingeführte frei« Sw tritt leider mied« aulgehoben morde».) Vom B. bi? 25. November tagte der Adolf, Koch-Bund, um sich mit dem Problem„Nacktheit und Erziehung" zu beschäftigen. Schon der äußere Anblick blieb angenehm: nichts von jener Extra- vagonz, die man sonst in Gehabe und Kleidung pon Vertretern für Körperkultur und Lebe!«errieu«rung antrifft: da» Stroßenkleid gab den Tan an, und man merkte, daß die van Koch propagierte Nockt- kultur seinen Trägern— es handelt sich ja fast mir um unbemittelte Proletarier— wirkliche Kultur übermittelt l)ai wie di« Bewegung entstand. Am ersten Abend hielt Adolf Koch dos Houptreserai. Er erzählt« von den Ansängen seiner Bestrebungen: in der Jnslations- zeit erwies es sich als besonders nötig----- und ol» besonders schwierig—, den u n t e r e r n ä hr t e n, kränkelnden Groß- stahttindern zu Helsen. Eine Gruppe junger Lehrer entschloß sich, mit der Jugend tns Frei« zu fähren und sie in Luft und Sonne mit völlig unbekleidetem Körper turnen und tollen zu lassen. Die außerordentlich g-ünsttgen Ergebnisse, di« dadurch erzielt wurden, bewogen Adolf Koch, auch in Berlin in der Schule diese i Hebungen— an denen pi« Landbevölkerung keinerlei Anstoß ge- nammen hatte— fortzusetzen. Di« Kinder gewöhnte,, sich dadurch, ihren gesamten Körper peinlich sauber zu hatten. In den engen, menschenüberfüllten Wohnungen hatte falsches Schantg«fützl und Verständnislosigk«it sür jede Hygiene pielfoch selbst die primitivsten Forderungen nach Reinlichkeit des Körpers unterdrückt. Jetzt wurden diese Kinder zum Bekenntnis des Körpers erzogen und zur Freude an seiner Entwicklung. Da sah eine katholische Reinemachefrau in der Schul« den Uebungen der Kinder durch das Schlüsselloch zu, „nahm Anstoß" an der Nacktheit, mobilisierte ihren Pfarrer, und es kam zu i-nem„S k a n d a l p r o z e b". der klerikalen und bsirger- lichen Kreisen unter dem Titel„Nackttänze in der Schule" als WaHlpropagando dienen mußte. Der Prozeß endete mit einem Verw-eis für Adolf Koch, weil noch einer Verfügung aus dem Jahre 1752--- nicht nur der Dchttlrat(der es getan hatte), sondern auch dos Provinzialschulkoilegium die Erlaubnis zur Benutzung po» Schiilrämnen für private Zweck« erteilen muh. Damit begann der Kamps und die Entwicklung der prole- torischcn Nacktkultur. Heute ist die Adalf-Koch-Gyimtastik ebenso anerkannt wie di« anderen Systeme. Aber noch wird ihr die staatliche Unterstützung verweigert, die man Sport- b-str«bunMn zuteil werden läßt, und wer nicht d>« Mittel hat, zu dem entlegenen Gelände am Motzener See herauszufahren, dem wird das beste.und wichtigst« an dieser Gymnastik, die ungehemmte Bewegung in Licht, Sonne und Wasser, genommen. Denn für hie Nacktkultur hat sich n o ch k« i n S P o r t p l o tz in der'Röhe Berlins gefunden. Auch die Anhänger der Nacktkultur aus dem„biirger- lichen" und„neutralen" Loger sind nicht besser daran: aber sie sehen -s nicht und wollen«s nicht sehen, daß ihr Interesse sich hier scharf mit der Parteipolitik schneidet. Es ist noch nie der Fall gewesen, daß eine Rechtspartei für die Nacktkultur Stellung genommen hat. Warum denn Nacktheit? Aber: Warum denn Nacktheit? Warum denn ohne Badehose? fragte Dr. Ha n» Groaz, der medizinisch« Berater der Adolf- Koch-Schiil«. Die Summe aller Borträge dieser Tagung gab die Antwort: es geht Um di» Erziehung des Proletariers zur Gesund- holt und zur Lebenskultur. Wir haben heute schon Lust- und Sonnenschulen sür die Kinder, die--- wi« Dr. Graaz bitter sagte-— „dos Glück" haben, tuberkuloseperdächtig oder tuberkulös zu sein. Die anderen müssen in unhygienischen Steinkästen«Inen großen und den schönsten, sanyenreichsten Teil des Tages verbringen. Nur wer seinen Körper und di« Forderungen seine» Körpers kennt, wird nach wirklich hygienischen Wohnunget,. wird nach gesunden Schulen für seine Kinder streben. Dieser Wille zur Besserung fordert aber, aus der Gegenwart das Bestmögliche an Lcbensgeftaltung zu gewinn«», den Körper so gesund wie möglich zu schassen und zu erhalten. Nacktheit wirkt nur aufreizend, wenn sie betont wird- Dr. nted. John Toeplitz, Hamlmrg. der am dritten Abend sprach, sagte s«hr richtig, daß erst die Verkleidung einzelner Körper, teil« diese als„unanständig" brandmarke und die Aufmerksamkeit darauf lenkr. Der Lehrer Friedrich W e i g c l t«rzohit«. w>« Knaben, die scheinbor sensationslüstern in die Ahorie der Mädchen hinemspöhien, völlig uninteressiert an dem anderen Geschlecht wurden. o!s gemeinsam mit Mädchen nackt badeten. In diesem Kindesatter>i ja dos Geschlechtsgefuhl noch nicht geweckt: ober Neugier. Wissens- drang lebt in jedem Kinde. Ist dieses natürliche Verlangen be- sriedigt, so ist dos Interesse erschöpft. Und der junge Mensch, der nicht als Kind nervös gereizt wurde dadurch, daß er aufregende Geheimnisse in der Geschlechtiichkeit und im Geschlechtsleben der Erwachsenen ahnte und zu ergründen versuchte, wird in das Ver- stehen seines Körpers hineinwachsen und auch die K r i s> S der Pubertätszeit leichter überstehen. Aber er wird aus seinen Körper achten und ihn in jeder Beziehung s au der halten. Besser als viele Wort« sprach eine Zol)I, die Dr. Hans Graaz nannte: seit 1021 sind in Berlin gegen 4000 Anhänger der Adolf-Koch Bewegung ärztlich untersucht und kontrolliert worden: nicht ein einziger Fall von Geschlechtskrankheiten hat sich gezeigt, obgleich ungefähr zwei Drittel unverheiraiete Jugendliche waren; Tuberkulose ist völlig verschwunden. Warum Nacktheit? Dr. Magnus H i r s ch f e i d l-eantwortet« in seiney, Portrag am zweiten Abend die Frage, indem«r auf die vier wesentlichsten Gebiete hinwics. die durch Nacktkultur segensreich beeinflußt werden. D«r Mensch, der sich nackt in der freien Natur bewegt, ist nicht ausgezogen, er ist nur nicht angezogen: stärkeres Freiheitsgefühi, stärkere Naturverbundcnheit durchströmt ihn. Der geschlcchtlichc'Anreiz der Verkleidung und Enthüllung fällt fori. Hygiene wird«ine unerläßliche Notwendigkeit. Auch die eugenischc Bedeutung, die Bcoinfsiissung der Gatten wähl durch die Nacktkultur, auf di« auch Dr. Toeplitz hinwies, ist nicht zu unterschätzen. Otto Weber betont« den Unterschied zwischen Gymnastik und Sport. Sport, wi« ihn bürgerlich« Kreise noch größtenteils treiben, ist Erziehung zur einseitigen Rekordleistung— ist Erziehung zur Akkordleistung im Berus. Wymnastik ist Körperbildung, Aus- gleichung der Körpersehler. di« nur am nackten, durch keine Verhüllung retuschierten Körper wirklich wahrgenommen und behandelt werden können. lieber„Nacktheit und Familie" sprach au» d«m bürgerlichen Lager Professor von H a u s s> ergänzend äußerten sich dazu Dr. Siegfried Kawerau und Clara Bvhm-Schuch. In den Grundfragen waren sich alle dr«l Redner Über den regenerierenden Einfluß der Nacktkultur für die Familienbeziehungen einig. Nur die verschiedenen Leben»- und Wettanschanungskreise zeigten Abweichungen. Auch di« Diskussionsredner aus dem Lager der bürgerlichen Nacktkulturbewegung, Rechtsanwalt Dr. Kelch vom Vorstand de» Bundes für freie Körperkultur und der Vorsitzende der Berliner Gruppe de» Reichs- verbände» für freie Körperkultur, N i t s ch k e, unterschieden sich mir dadurch von den Anhängern des Adolf-Koch-Buiides. Interessant waren di« Ausführungen oon Prof. Heinrich Schmttt, New ?)ork, der seit 20 Jahren in den Bereinigten Staaten und in W-exika für die Nacktkultur wirbt und der mitteilte, daß es zurzeit in Nord- amerika etwa KOOOO bis 70 000 Anhänger davon gibt. Ein» Vorführung. Frauenfragen behandelten Hildegard WegicheidoreZieg- i er. d-e Über„Die Frau und ihr Recht" sprach, und Vara Bohm-Schuch, di« in ihrem Bortrag im Rahmen einer Gyw- n a st l t m a t i n« e in der Volksbühne besonders die Bedeutung der Nacktkultur für die Frau und Mutter unterstrich. Dies« Gym- nastitmatinee bewies, daß der nackte, natürliche Körper für den gesund empfindenden Menschen weder abstoßend noch mtfreizend wirkt. Hier wurde nicht» zur Schau gestellt, keine bühnengerecht« Aorsührung gezeigt, sondern Menschen Hai der Arbeit an ihren Körpern und in her Freude daran. Ein einundachtzigjährt-i ger Proletarier,«i» früherer Portier vom„Bor- wärt s", der vor vier Jahren zum Adols-Koch-Bund kam und nun aus der Bühne seine morgendliche Bürstenmassage(mit Stahl- bürsten!) und seine Hebungen zeigte, war mit seinem strassen, beweg- lichen Körper und seinem strahlenden Frohsinn di« best« Reklame sür diese Nacktkultur. Dia Tagung machte es deutlich, daß der Adolf-Kach-Bund ein Mitkämpfer und Wvglwhner sür proletarische L«ben»gestaltung ist, baß-r seine Mitglieder erzieht zu daseinsb-sahenden Mens-Hen. die um eine wahrhast proletarisch« Kultur ringen. T. E. �ebulr. „Ver Zazzsanger". Sloria-palost. Wenn der Iazzjänger Iaki« Rqbinowitz. her vor ntelen Jahren aus dem Hause seines Baker», des frommen Kantor», geslohen ist, um»ine weltliche Lausbahn einzuschlagen, nun nachdem er da» Ziel seiner Wünsch, erretcht hat und vor der großen Premiere in einem New-Porier Rmmheoter steht, Premiere, Erfolg und olle? jähren laßt und an Stelle de» sterbend«,, Vaters das„Eol Nidre" am Aersöhnungstage itz der Synagoge fingt, und der Pater im Anhören seines wunderbaren Gesänge»«inschlaft, dann bleibt kein Auge trocken. Ilni» so Ist der ganze Tonfilm mit Szenen d«r Rührung durchsetzt, und immer wieder sängt uns dos weiche und seelenvolle Krgan diese» Sängers ein, ob er nun kirchlich« oder weltliche Melodien fingt. Und immer wieder gewinnt uns sein be- zaubernde» Spiel aufs neue. Dieser Film, der schon par Jahresfrist gekürzt, als stttmmcr Filn, m Berlin seine Uraufführung erlebte. empfängt seinen Glanz und Schimmer erst durch den Gesong Al I o n s o n». Er lebt pon denselben Wirkungen, wi« der andere populäre Tonfilm„Der singende Narr", der in der ganzen Welt den Triumph de» Tonsilm» eröfsnete. Hier hat in der Tat di« neue Sache den richtigen Mann gesunden, dem bisher kein anderer---- wenigsten» soweit mir di« Tonfilme in Deutschland kennen— Konkurrenz bieten kann. Der Text wird auch in dieser Fassung bi« � aus willige Diologstcllen in der üblichen Farm des stummen Films ! geboten. Die Dialogsilme, di« wir bisher gehört haben, waren im � ganzen Versager Der Tanillm«rweist sein Lebensrecht da» zeigt auch dieser Film wieder--- bisher nur hart, wo er di« ge, steigert«, gesühlibetante Form de» Warte», den Gesang, in den Bordergrund stellt. Und sein Glück war e«, daß man diesen populären Iazzsänger für diese ersten großen Tonfilme gewenn. j Ueber Inhalt und Reg!« de» Film» ist nicht, Reue» ZU sagen.! Als stummer Fllm hat er keine besondere Klasse. Weder die' Szenen im New-Darker Judenviertel noch di« Bilder vom Revue- tcheater bieten etwas Reue». Die Darstellung ist auf respektabler Höhe. May McAoay ist eine prächtige jüdisch« Mutter, und Warner Oland. Iakies Vater,«m würdiger Kantor, der auch über ein« vortreffliche Stimme verfügt. Ausgezeichnet ist di« Chorg-' ter Moiiche �udellohn, wie sie Otto L« d e r e r gestaltet. Wie schon im„Singenden Narr" kommt auch in diesem Film di« Stimm« Ai Ionsons und ebenso der anderen rund und voll heraus(freiitch englisch). Bon der Begleitmusik ist sonst nicht viel zu sagen. Voran ging die von dem New-Aorker Philhannonischen Orchester gespielte Ouvertüre zum„Tannhäuser", di« aber unsere eigen« Kapell« schmerzlich vermissen ließ, da in der Uebertragung der Glanz der Streicher und die Kraft de» Bleche.» persagten. Wirksamer war schon ein ulkige» Saxophonorchester unter Leitung von Tom Brown, dessen Gpäße ober vielfach auf d«m Niveau eine» Tingeltangel» verharrten._ I'- Oer Frosch mit der Maske. Lolosseum. Edgar Wallace Hot einen tüchtigen Reklamechef, der nicht nur die Romane seines Herrn bekanntzumachen oersteht, sondern über- die« allen Menschen in die Köpf« hämmert, daß sein Brotgeber d«r spannendst« Kriminalschriftsteller der Gegenwart sei. Darum ist es heut« kamt, möglich, Edgar Wallae« zu entgehen. Daß der Film sich feiner Werke annimmt, ist geradc nicht verwm�derlich- Dieser neue Film(zu dem kein Programm mit Darstellernamen ausgegeben wird), gehört zu einem gänzlich veralteten Genre. Da hält z. B. das unbetannte Haupt einer Lerbrecherbande sewe Leute In Schach, be- nutzt sie zu jedweder Tat, ohne sie dafür irgendwie ZU entschädigen, ohne sie für eine Idee zu begeistern. Mitten in den gefährlichsten Situationen macht der Bevbrecherhauptmann seiner Angebeteten Liebeserklärungen. Sie wird immer und immer wieder entführt. wo» schließlich genau so langweilig ist. wie di« ewigen Prügeleien c sind. Früher waren hie Filmdetektwe die alleinigen Siege? im Kampf« mit den Verbrechern, well die Polizei sich au» lauter Trotteln zusammensetzte. In diesem Film hat die Polizei Verräter in eigenen Reihen. Der Regisseur schafft Verworrenheit statt Spannung, er nutzt weder Landschaft noch Straßenszenen au» und fährt gänzlich uiioptisch eingestellt« Theaterregie. Bei ihm kennt di« Polizei noch kein« modern« Rachrichtenübermsttelung und für den Phantasie- begabten Menschen ist daher da» Lesen«ine» Kriminalfalle» in der Zeitung wett interessanter, als dieser erkünsteve Film.«. d. Ltchwllderoortrag v uaa Tau». Zu dem Lichtbildetvoi trag über den »Modernen Schulbau', bei, Bruno Taut auf Sitiladung der volkSbbbn-- arn Sonnabend, dem 30. November. i'O Uhr. im.bötial des Kunstflewerb museurn# Mit, sind Karlen in beschrlnktcr Anzahl noch am Saale-i-' zum Preise oon 0,70 EU, erhältlich Sie Finanzreform. OaS Oezemberhest der„GeseUfchast". 2as Dezemberheft Äer„Gesellschaft" rst zum größten Teil dem drelmendstcu Problem der deutschen Irmenpolitit gewidmet, der Fmanzreforin. Die darüber veröffentlichten Aufsätze sind weder parteiosfiziös, noch stehen sie in irgendeinem Zusammenhang mit dem Finonzminister, sondern geben die persönlichen wissenschaftlichen und politischen Gedanken der Verfasser wieder. Eingeleitet werden diese Arbeiten durch einen eindrucksvollen Artikel von Decker, in dein er die politische Konstellation, in der die Partei in den Kampf um die Firmnzresorm geht, aufzeichnet. Braunthal behandelt eines der aktuellsten Themen, das im Zusammenhang mit der Finanz� reform in allen Lagern diskutiert wird, nämlich die Frag« Finanz- resonn und Kapital bildung. Diese Frage ist von einem Teil der bürgerlichen Nationalökonomen und Politiker gewissermaßen zum Generalnenner der gesamten Finanzreform gemacht worden. E» ist das Derdienft der Braunthalschen Arbeit, gezeigt zu hoben, welche Grenzen die Bedeutung der Kapitalbildung für die Finanz- reform hat, und zweitens, welcher Funktionswechsel in der Kapitalbi'dung vorgegangen ist. Damit werden dann auch die Fragen der Entlastung der Einkommeirsarteu und-stufen in neue Beleuchtung gerückt und für die Finanzrefonn fruchtbar gemacht. N a p h t a l i behandelt die Finanzresorm und hie Ausgobenseite des Haushaltsplans. Es ist namentlich für die Sozialpolitik von ent- scheidender Bedeutung, an welcher Stelle die Einsparungen gemacht werden. In dem Kampf um dies« Stellen wird sich die sozial« Front im Reichstag bilden. Naphtali weist eindringlich darauf hin, daß an anderen Stellen als gerode der Sozialpolitik wirkungsvoll« Ein» fparungen vorgenommen werden könnten. Paul Hertz behandelt das Problem eines Umbaus des Steuersystems, d. h. die Frage, wie sich direkte und indirekte Steuern in der neuen Finanzreform aus« wirken können, in einer politiisch�soziologis chen Untersuchung über die Steuertheorien im Rahmen der sozialen und politischen Entwicklung Deutschlands und damit auch der deutschen Sozialdemotrati«. Im übrigen enthält das Heft den Abschluß des Aufsatzes von Vagts über Oberst H o u s e und die amerikanische Welttnegspolstit, einen Aussatz von W e h b e r g über die militärischen Sanktionen des Völker- bundcs und von Karl Kautsky eine Entgegnung auf den Aufsatz von Schifrin im�Augusthest der„Gesellschaft", in dem er eine sehr ein- dringliche Sclbstauslegung seines großen Werkes über den historischen Materialismus gibt, die über den Rahmen einer Ent- gegnung hinaus einen wertvollen Beitrag zu dem Altcrswerk Kautskys darstellt.* Das Traumbild des Hakenkreuzlers. Sine polizeiliche Festflellung. Aus Oldenburg wird uns geschrieben: Der„Nordwestdeutsche Freiheitskämpfer", nationecksoziaMisches Kcmipfblatt der Niedersachsen und Friesen, brachte in seiner Aus- gäbe vom 2. November d. I. folgende Alarmnotiz: „Marxistischer U c verfall aus SA.-Mann in Oldenburg. Der SA.-Mann Groneberg wurde aus dem Wege von der Versammlung Union nach Hause in Bürgerfeld«, Jnsanteriewcg, von sechs Roten überfallen, gefesselt an Händen und Füßem einen Knebel im Mund, ins Gebüsch gewonen. Dem SA.-Maim gelang es nach sechs Stunden, den Knebel im Munde zu entfernen und mn Hilfe zu rufen. Daraufhin gegen Morgen wurde er von einem Vor überkommenden befreit.". Sofort nach Erscheine» dieser Notiz setzte sich die Leitung unserer Oldenburger Parteiorganisation>mt der Kriminalpolizei in Verbindung und stellte fest, daß, obwohl-der Vorgang sich schon in der Nacht von Montag, dem 28. zu Dienstag, dem 29. Oktober, abgespielt haben sollte, der Polizei nichts bekannt war. Weder der angeblich Ueberfallene noch die Hokenkrvuzpartcilcitung hotte irgendeine Meldung an die Polizei erstattet. llnsero Parteileitung ließ noch an demselben Tage In allen am Orte erscheinenden Zeitungen erklär«!,, daß die Notiz dick ausgelegter Schwindel sei, woraus der Führer der Oldenburger Nationaksozialiste«. Landtagsabgeordnctcr Rover, unser« Parteivorsitzenden. Genosse» Graeger, persönlich angriff und erklärt«, daß er davon nichts verstehe. Der angeblich über« fallen« Groneberg wurde aus Veranlassung unserer Parteileitung zur Kriminalpolizei geladen. Schon in der ersten Vernehmung war er ziemlich unsicher und machte allerlei wirre Redensarten. Später wurde er zu der angeblichen Ueberfallftelle geführt, wo sich schon herausstellte, daß die Geschichte frei erfunden war. Es wurden ihm dami acht Tage Bedenkzeit gelassen, um sich zu der Sache zu äußern. Er hat daraufhin jetzt der Polizei folgende Angaben gemacht: „Ich sehe jetzt doch ein, daß die ganz« Geschichte ein Trug- und Traumbild gewesen ist. Ich war in der fraglichen Nacht zu Hause. Ich leide des öfteren an solchen Traumbildern und bin deshalb zurzeit in Vehondtung des Nervenarztes Dr. Modes." So werden von den Nationalsozialisten Schauermärchen«r« dichtet und in die Welt gesetzt, nur um den politischen Gegner mit Schmutz zu bewerfen. Gowjeiroter Militarismus. Kommunistische Nußlanddelegationen berichten. Die Sowjetbehörden haben sozialdcmokra- tischen Journalisten die Einreise in ihr Land verweigert und den Berichterstatter des„Berliner Tageblatts" ausgewiesen. Aber Rußlanddelegationen der kommunistischen Organisationen haben Zutritt zum Paradies, weil sie ja ohnehin so geblendet sind, daß sie kritiklos alles bejubeln. Die kommunistischen Parteimftglieder scheinen aber diesen Rußlanddelegationen nichts mehr zu glauben. Die am Dienstag zurückgekehrte Delegation veranstaltete abends in den Sophiensälen ein« Bersammlung. die nur von 20» bis 230 Mann besucht war. Der Kommunist Renner schilderte seine Erlebnisse. Worüber war er am meisten begeistert? lieber die waffen- starrende Rote Armee! Er spricht nur von den Unter- Haltungen mit den Kommandeuren der Roten Armee, die trotz ihrer Gashandgranaten und Panzerwagen als Friedensapostel erscheinen möchten. Besonders berauscht war er von einer Militär- p a r a d e am Gedenktage der russischen Revolution. Seine besondere Freude waren die bewaffneten Regimenter von Frauen und Jugendlichen und der Aufmarsch der Artillerie. Nebenbei erzählt« er dann noch von den Zlussichten des Fünfjahres- plans. In einzelnen Betrieben soll schon jetzt die F ü n f t a g e- wache eingeführt und die Belegschaften sollen verzehnfacht worden sein, um die Produktion steigern zu können. Alles in allem: der Bericht eines Mannes, der nur schönreden will und der ängstlich vermekdet. auch nur ein Wort der Kritik zu sogen oder von der sozialen Not der russischen Bauern zu sprechen. Dreißig Jahre Wohlfahrtsschule. Die Sozial« Frauenschule, die Wohlsahrtsschule im Pestalozzi-Fröbel-Haus III, konnte auf ihr dreißigjähriges Bestehen zurückblicken. Im Rathaus Schönaberg fanden sich aus diesem Anlaß am Vormittag die ehemaligen Schülerinnen und Lehrerinnen unter der Leitung von Frau Dr. Alice Solomon, die geistige Urheberin der ganzen Bewegung, zu einer Feier zusammen. Der Bedeutung dieser bahnbrechenden Schul« entsprechend hotten dos Reichsinnenministerium, Bolkswohlfahrtsministerium, das Kultusministerium, Handelsministerium, die Stadt Berlin, der Städtetag, das Landeswohlfahrts- und Jugendamt, der Lchrstichl für Wohlfahrtspflege,. has Provinzial-Schulkollegium und noch andere Der- treter entsandt. Es sprachen Frau Ministerialrat Dr. B ä u m e r vom Innen- ministeriun!, Frau Ministerialrat Helene Weber vom preußischen Wohlfohrtsministerium, die Direktorin der Schul«, Frau Dietrich. und Frau Rektor Treu g«-Hamburg über„Entstehung, Arbeit und Ziele der sozialen Frouenschulen". Am Nachmittag fanden sich die Tailmhmer in der Schule zu einem Tee ein. Sämtliche Räume in allen drei Etagen waren festlich geschmückt, und die überreichen Blumenspenden gaben Zeugnis von der Beliebtheit von Frau Dr. Solomon, der geistigen Führerin»n allen sozialen Arbeiten. Frau Direktor Wronsky von der Wohlfahrtspflege llberreichi« de? Schulleitung eine Spende von mehreren tausend Mark für eine Bibliothek. Am Abend wurde ein Festspiel in neun Bildern auf- geführt: Metamorphosen der Fürsorgerin. Für die Kinder der ehemaligen Schüler waren zahlreiche Spiele vorgesehen, die ihren Höhepunkt in einem Fackelzug durch die weiten Hos- und Park« anlagen der Schule fanden. Der Wohlfahrtsschule ist eine Akademie für soziale und pädago- aische Frauenarbeit angegliedert, die. erste in ihrer Art von ganz Europa, die ihrer großen Bedeutung wegen auch von Angehörigen verschiedener Länder beschickt wird. Zweck dieser Einrichtung ist. den Angehörigen der sozialen und sozialpädogogischen Berufe durch wissenschaftliche Weiterbildung ein tieferes Eindringen in die geistigen Grundlagen ihrer Arbeit zu ermöglichen. Dortrag- eines französischev Kommunalpolitikers. Im Rahmen des vom Kommunolwissenschostlichen Institut an der Universität Berlin veranstalteten Vortragszyklus werden in diesem Winter eine Anzahl führender ausländischer Kommunalpolitiker sprechen. Die Reihe der Veronsta!« tungen wird eröffnet mit einem Vortrag am Mittwoch, 4 Dezember dies«? Jahres, 20 Uhr. im Hörsaal 101 der Universität Berlin. Es spricht Mr. Maxime L e r o y. Paris, über das Thema:„Die jran- .zösischc Verwallungsresorm vom Jahre 1926 und der Regionalis- mus". Mr. Leroy, der wiederhoU als A n h ä na« r der L o- carnopolitik hervorgetreten ist, gilt als einer der besten Kenner der Verfassung und Verwaltung Frankreichs. Zu dem Vor- trag sind oll« am kommunalen Leben Jnteressierten eingeladen. Der Redner wird sich der französischen Sprach« bedienen: allen Besuchern wird jedoch ein ausführlicher schriftlicher Auszug in deutscher Sprache übergeben werden. weiter für Verlin: Teils heiter, teils wolkig, ohne Regen, leichter Temperaturrückgang, Winddrehung nach Süd.— Für Deutschland: In den meisten Gegenden trocken mit abnehmender Bewölkung, auch im Osten langsame Besserung, kühlere Nacht. Mlttvocd, 27. November. B e r Ii b.* 16.20 Korrerl. 1. Verselnl: Sonate(Boris Felliciant, Violine).~ 2. Hindemith: Sonate iBr Cello allein(Paui Hermann. Cello).— 3. rrancoeur-Kreisler: Sisiliana und Riraudon(Boris Feliciant).«. a) Bach: Adagio; b) Frescobaldi-Cassadö; Toccata; c) Sicilienne: d) Faore: Fileose.— 5. Sarasate Introduction et Taranteile(Boris Feliciant. Am Flüscl: Seidler-WinLler). 17.30 Städtebilder. Von Karl Wilcgynski. 17.50 Wiener Sdngerknaben. 18.15 Regierungsassessor D. Bäbniscb; Rattenbeklmpfnnf. 18,35 Dr. atrler, Ministerialdirektor: Wie weit ist das neue Arbeitsrecht ge. diehen? 19.ro Unterhaltungsmusik 30.30 Arnold SchOnherg, Dir.: Der Komponist 1. On 8, sechs Lieder für Gesang und Orchester-(Hilde Cllget, Berliner Funkorchester.) Nach den Abendmeldungen bis OJO: Tanirausik. ö n i g s w u s. t e r h a u s cb.,.„ 16.00 Rektor Westenninn: Karrschriltdilrtale. 16.30 Nachmittagskonicrt von Hamburg. 17,30 Dr. Ludwig Herz: Von Barbnssc bis RCmarqne. 18.00 Dr. Werter Lindner: Neuzeitliches Bauen anf dem Lande. 18.30 Spanisch für Anfänger. 18.55 Carmen Hertz: Als Frau Im asiatischen RuBIand. 19.30 Dr. Alfons Paquet; Deutsche und Slawen. 30.00..Ueberfall aui Professor Weltmann." Hörspiel in einem Akt v jH M. Felix Mendelssohn. Regie: Alfred Braun. 31.00 Biok und Kaper auf zwei Flügeln. 31.30 Gesänge der Hebriden.(Hcloisc Russetl-Fergnsson, Gesang zur keltischen Harle.)' üecontninttl. Urc hie Slehoftion: Oeifgaag Schwee».«eeNn: 9! n«einen: Zh.»lade, Berlin. Bering: Bnrwiirt» Bering®. m. b. K., Berlin. Driut: Bennnrls Buch. druckrrei onh Brrlngsnnstnlt Paul Singet 8t Co.. Berlin SW 68.£inhcn(tra6e 3. bietjn 1■Beilage. ■Mltiwoch, 37. 11. Staats-Oper Unter d. Linden A. V. 263 20 Uhr Oer Barbier von Sevilla Mittwoch, 27. N. Stadl Oper Bismarckstr. Turnus II 20 Uhr Ein Staats-Oper Am Pl.d.Republ. Vorst 91 19',- Uhr üoiiinaDßt ErzablDogen Staatl. Sdisösph. am Gendarnienmarkt A.-V. 331 20 Uhr Staat!. SebüIer-Tbeater.Cbarlüi. AI Uhr, Des Kaisers Soldaten Tä|l, 2 Verslen. S ml i1/: Dir Beitarusa 1266 IPreisel-BM. WoiienU.; 5Ü.50PL-3M. Garoldlna u.Joe. Ett6, Power usw. | Tägl. S u.«13 J SOMLS.SO B" | Alex. E. 4. S066 1 INTERNAT. VARIETE GROSSES SCHAU cPiELHAUk) 8 Uhr. 3 Musketier« Regie; ERIK CHARELL 3 Sonntag aadim. ungelt, halbe Pr. VoiKsbttlme fliealir imlieiivglilt 8 Uhr UrauftOhruntf Altire Oreyfus Schauspiel von Rene Kestnei Regie: H. D. Kentef. StaatLSdiiller-Th. 8 Uhr Des Kaisers Soldaten StnatinparaniPlau dar gepublik ' TLb Uhr Hoffinaons mal« am Sthlltbanardamm 8'rt Uhr Pennäler Oealsdies Tbeater 0.1. Norden 12310 8V« Uhr Der Kaiser v.Amerika von Bernard Shaw Rege Max Reinhardt Kammerspiele D.I. Norden 12310 8-1. Uhr Zur seil, fiotiebt Lustspiel von Frederik Lonsdale Regie: Gustaf GrOndgens Die Komödie |1 Bismck.2414/7516 SV. Uhr rom Teufel geholt von Knut Hamsum Regie: M«z Reinhardt Direktion Or. Robert Klein Deutsches ISnstler-Theal Barbarossa 3937 Uhr Ende 11.10 Uhr Seltsames I Zvtsdienspii Wb BUnri * Stg i Dezb. Dl« aaecie Seite «l Dönhoff 170 8'k. Ende 11 Uhr Letzte AaffObnu» Ivel Irswatten Morgen, abends Uhr Deutsche Uraufführung Beswvlert Iflr Hann eastan. TU. Vorvk. 10-2. Kf. 2001 Täglich 8-'. Uhr fiasuplnl das Deatsdiea Tdeaien Die FMetiD» Regie: Mn Reiiheidt. Luslspielbeas Friedrichstr. 236 Bergmann 2922 Täglich 8V. Uhr Grand Botel Lustspiel von Paul Frank iFianon-TlL��r 8-/. Uhr Elisabeth Sirickrodt in „Die Ballerina des Königs" Mittwoch 4 Uhr Sdujcewlttchen Rundfunkb. halbe Preise. faeitral Theatar 1 Alte Jakobstr.32 1 Gastspiel d-Th. d. I Wl Fl DerVtltarfoie von Franz Lehär estens Täglich 8'/. Uhr Stg. 5 u. 8'/. Uhr riederlke Beiden Filrsd Gegründet 1908 Eiserne Bettstellen, Kinderwagen, Bettfcdcrn, Fabrik für sämtUdie Polstermöbel Berllei-Naukölln, Hermannslr. 31*33 Tel.: F 2 Neukölln 1424 Filialen: Berlin-T empelhof, Berliner Sir. 152 Britz« Chaasaccatr. 56 a. C Winter * uarren* Übt» Zasir. 38X9» Handitn crtanbi Jls. Bels, Jrvin Sisfars etc. Z Banowskj-BllliBeD Thester In dar Klaiggrätzar Strsöc Täglich 8V» Uhr Ole erste fflrs. Sei&y mit prttzi massary Komödienhaua Täglich Slk Uhr Der HQhnerhoi v Tristan Bernard Lessing-Tbeater Norden 10846 Gruppe langer SdtaaspieleT Lititt Tonle.loggu Täglich 8V. Uhr CyankaU Freitag 4 Uhr Märchenvorst Hans unan gant nach Brot »-.uhr CASWO-THEATBR Lothringer 8 trage 97. Nur noch bis 3. Dezember 1929. uertagteHochzeltsnacmi Am 3. Dezember zum 1. Male: Familie Hannemann. Gutschein für 1—4 Personen Fauteuil nur 1.25 M„ Sessel 1.75 5L. Sonstige Preise: Parkett u. Rang 080 M. Reichshallen-Theater Abends Sonntag nachm. ..Sei de Stettiner" Ulk-Revue T. MeyseL Billettbest. Zentrum 11263 Nachm. halbe Preise- Dönhoff. Br«ttl: Das große Varietd-Progr. Tang— Falkner-Orchester. 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November 1929 nachm. 5 Uhr „Max und Moritz'' und dar Wolhnochtsmann Regle: Willi Rose. Jeden Sonntag, nachm. ZM Uhr Frau Holle Großes Auzstattungsmärchen Regie; Hans Rose. 43e1fa£e Mittwoch, 27. November 1929 IprÄbiMö StuuLuUCa&o dB tb&ärü JP V G Religion— Weltanschauung Ein Diskussionsbeitrag Von Anno Siemsen Mir schelirt bei dieser wie bei allen Diskusstnnsn über konfessio- »relle Dinge die Gefahr des Aneinandervorbeiredens dadurch ge- geden, daß verschiedene Diskussionsredner den Worten verschiedene Degrrffe iiiuerlegcir So wird auch in diesew Falle vom„freien Kampf der Weltanschauungen", von„religiösen Kämpfen", und dann wieder vom„konfessionellen Frieden" geredet. Das find oder ganz verschiedene Dinge, die auch auf ganz verschiedenen Ebenen liegen, und die unterschieden werden müssen, sollen wir zu einer richtigen Haltung innerhalb der Partei gelangen. Es ist schon durchaus irreführend, wenn Religion»- und Welt- anschauungsgemeins chatten als gleichartig nebeneinander gestellt werden.„Religion", sofern wir diesen Begriff aus den ge- schichtlichen Begebenheiten ableiten, bezeichnet jederzeit einen In- holt, der durch innere oder äußer« Dffenbarvl!, jedenfalls aber überoernünftig gegeben wird und daher geglaubt werden»miß. Er braucht an sich keineswegs widerpernünftig zu sein, schafft aber für den Gläubigen einen Tatbestand vor aller vernünstigcn Unter- suchung, von dem die Vernunft ausgehen kann, den sie obor nicht voraussetzungslos untersuchen kann. Entweder ist der Glaube nämlich schon als Voraussetzung da(ich glaube, donrit ich ver- stehe), oder, wenn weder ausdrücklich noch stillschweigend mehr eine Voraussetzung des Glaubens gemacht wird, so ist die Auseinander- setzung gar keine religiöse mehr. Sie spielt sich dann ab auf einer Ebene, die a religiös ist, jenseits des religiösen Denkens liegt. Darum ist wohl ein Kampf von vernunftmäßig fundierten Weltanschauungen miteinander möglich, ein Kampf des„freien Denkens", das heißt eines Denkens, das keine Glaubensvoraus- s-tzungen fordert. Daß wir auch als Freidenker oft noch solche machen, liegt an der Lückenhaftigkeit unseres Denkens. Wir sollt«» sie aber nicht niachen, denn sie widersprechen der Forderung des sreien Denkens. i 3m Gegetsiatz dazu widerspricht das.freie" Denken der Re- ligion. Ein Religiöser �lann auf allen anderen Lebensgebieten „Freidenker" sein. Auf dem semer Religion ist er es eben, weil er Gläubiger ist und soweit er Gläubiger ist. nicht. Es kann hoher eine Auseinandersetzung nur innerhalb der Religionen selbst geben. Glicht einmal von einer Religion zur anderen oder nur soweit als ihr Glaubensinhalt derselbe ist. Darüber hinaus gibt es mir P r o� p a g a n d a oder(negativ) Unterdrückung der fremden Meinung. Die religiösen Sozialisten»Verden das teilweise bestreiten, aber nur soweit sie dein Wort Religion einen anderen Sinn beilegen, als sich aus dep. Betrachtung der geschichtlichen(positiven) Religionen ergibt. Da dainit aber das Unterscheidungsmerkinal fällt zwischen geglaubter Offenbarung und vernunftmäßig begründeter, wenn auch gefühls- und willensmäßig bedingter Ueberzeugung, so scheint mir dieser Wortgebrauch äußerst gefährlich. Es ist daher sehr wünschenswert, daß ein.„Kampf der Weltanschauungen" innerhalb der Frcidenkerbewegung ousgefochten wird, denn diese sollte, gemäß ihrer Gruirdforderung des freien Denkens, verschiedene Rich- tungcn und Ueberzeugungen vereinen. Sie kann es auch, da diese Grundforderung die Voraussetzung(aber die vernünftig, nicht religiös begründete Voraussetzung)«inschließt, daß das Denken die Menschen zu einheitlichen Erkemünissen führt, also schließlich und endlich eint upd nicht trennt.. Resigion als Religion kann nur ein« Einigung kennen, nämlich die Einigung im Glauben. Darum muß sie ihrem Wesen nach intole. rant sein, denn T o l e r a n z, d. H. volle Duldung der anderen lieber- Zeugung, die man damit als gleichberechtigt neben der eigenen an- crkcimt, ist irreligiös. Wir setzen nur meistens Toleranz gleich nrit Verzicht auf ge- waltsamei» Zwang, bestehe dieser nun darin, daß man die Un- gläubigen verbrennt wie im Mittslaster oder boykottiert und gesell- schaftlich schädigt wie in der Gegenwart. Eine solche Intoleranz braucht der Religion nicht eigeiitiimlich zu sein. Sie ist ober in den meisten Fällen h«» Kirchen und Konfessionen eigen und steigert sich in dem Matze, wie sie an Macht wachsen.% Konfessionellen Frieden zu verlangen ist also sinnlos, wenn es heißen soll, daß die Konsessionen ihren Glguben nicht propagieren. Sie können das i»ur dann unterlassen, wenn dieser Glaube Aus- breitung auf andere ausdrücklich ausschließt. Dorum sind-die gläubigen Juden keine Propagandisten, die gläirbigen Christen müssen es sein. Zu verlangen ist indes etli>as anderrs. nämlich daß allen Kon» feisionen, oder positiven Religionen die Möglichkeit der Zwangs- Propaganda genommen wird, die im Widerspruch steht mit den Grundlagen einer sreien Gesellschaft und eines freien Staates. Eine solche ist aber immer dann vorhanden, wsnn irgendeine Konfession vor anderen eine Vorzugs st ellung genießt durch Schutzgesetze, Subsidien, Steuerrecht. Sclmlrecht usw. Wir haben in Deutschland ganz erheblichen religiösen Zwang, weil und solange diese Vorzugs- stcllung den beiden großen christlichen Konfessionen eingeräumt ist. Daß diese sich als Zwang in der Tot dauernd auewirkt, ist jedem bekannt. Es bleibt in dieser Lage der Sozialdemokratischen Partei nicht vom»»eltanschaulichen, sondern pom gesellschaftlichen Standpunkt gar kein anderer Weg, als gegen dies« Vorzugs- stellung zu kämpfen. Sic kann den Kamps vertagen, sie kann aus Gründen der politischen Konstellation die Vorzugsstellung dar Kirchen festigen(y»ie im preußischen Konkordat). Unmittelbare Folge wird dann sein, daß di? Ansprüche der Kirchen steigen, die überhaupt nur befriedigt werden können durch Anerkennung ihrer religiösen All« in- geltung. So wird der vertagte Kampf auf gesellschaftlichem und politischem Gebiet in her Zukunft umso schärfer, werden, je mehr man ihn gegenwärtig vermeidet. Daß«z notwendig ist, ihn klar zu führen und ihn zu begrenzen au» das Gebiet, wo eine politisch« Partei zuständig ist, scheint mir selbstverständlich. Das wird aber um so eher möglich sein, je mehr Kirchen und religiöse Organisationen in ihrem geschichtlichen Wesen erkannt werden. Heute herrsch aus diesem Gebiete die denkbar größte Unwissenheit und Verwirrung. Es wäre deshalb äußerst wünschenswert, wsnn die Parteipresse sich für Uiüernehimrngen dieser Art interessieren wollte. Es ist dahei notwendig, zu betonen, daß in dieser Klärungsarbeit die Freiöenkerbewcgung der Partei»pesentliche Dienste leisten könnte, nicht deshalb, weil die Mehrzahl der Freidenker Parteigenossen sind (das könnte ein Zufall fein), sondern weil die Grundsätze des freien Denkens, die die Freidenker aus das Gebiet der religiösen Ueber- zeugungen anwenden, von der Partei in der gesellschaftlichen Kritik und im politischen Hai»deln Grundsorderung ist. Heute wird dos von der Partei ungern anerkannt. Sie wehrt sich mit Recht Sogegen, religiöse und weltanschaulich« Fragen in ihr Bereich zu ziehen. Sic kann sich nicht gegen ihre Erörterung lvehren, sobald sie gesellschaftliche und politische Auswirkungen zeigen. Und sie wird dabei iinmer wieder die Erfahrung machen müsse»», daß sie in der g« s e l s ch a f t l i ch e n Analyse die sicherste Waffe und den besten Maßstab für ihr Vorgehen hat. Darin aber liegt ihre Verrvandtschaft mit dem Freivenkertum. Es roäre beklagenswert, ivenn sie das auch nirr zeitweise verkennen wollte. Ueber die Stellung der religiösen Sozialisten zur Partei haben meines Erachtcns nur diese«in Recht zu urteilen. Ich habe oben gezeigt, weshalb mir eine Auseinandersetzung mit ihnen ganz un- möglich scheilst. Als Freidenker halte ich den religiösen Sozialis- mus für eine gesellschaftlich bedingte und vorübergehende Erschei- nung. Es»vöre aber töricht, zu erwarten, daß sie mir darin bei- pflichten, törichter und ganz unfreide»»kcrisch. sie überzeugen zu wollen. Was wir von ihnen erwarten als Parteigenossen ist, daß sie mit uns gegen jeden religiösen Zwang, daher auch gegen jede Bevorzugung der Kirchen in Gesellschaft und Staat kämpfen. Und sofern sie das tun, ist auf dem Boden der Partei ein Zu- sammxngehen mit ihnen möglich gerade auf Grund unseres Frel- denkertums, das kein anderes Propagandamittel kennt als die wiisenfchajttiche Forschung auf dem Boden der völligen gcsellschoft- lichen Duldsamkeit. Toleranz?! Pkox Sievcrs warf ii» seinem Aufsatz„Konfessioneller Friede" der Kirche ihre Intoleranz vor. Unbedingt recht hät er damit 'für 17 Jahrhunderte der Vergangenheit. Denn nur die ersten zwei Johrhuirderte unserer sogenannten christliche» Zeit- rechnung-.sind von dem Vorwurf freizusprechen, daß sie bei der Verbreitung ui»d Verteidigung christlicher Glaubensüberzeugung un-- lautere Mittel gebraucht habe», nämlich die Mittel der Staatsmacht uiü» der Gcivolt. Wer das. als geschichtliche Notwendigkeit darzu- stellen und wohl gar zu entschuldigen uMernimnu, beweist danrit gewiß starke»»„historischen Sinn", aber auch starken Mairgel an jedeiik gerechten und sittlichen Empfinden. Wer vollends sich als Christ verpflichtet glaubt, die Irrweg« der Geschichte gutzuheißen, weil inan dem geschichtlich Gewordenen doch Respekt entgegenbringen ilrüsse, ahnt nicht, wie sehr er mit dieser, auf den Lehrstühlen deut- scher Professoren ausgeheckte», KathederwcisheU den Grundsätzen des Christentums gerode ins Gesicht schlägt. Sofern die offizielle Kirche der Gegenwart sich voi» der schwer schuldbelasteten Dergai»geichc!t noch nicht feierlich losgesagt hat, trifft Sievers Vorwyrf der Intoleranz auch sie. Aber Sieoers sollte doch nicht, verkennen, daß mit der Te>»dcnz zur Trennung von Kirche imd Staat sich in der heutigen Kirche eine Entwicklung an- bahnt, die eine Rückwärtsreoidierung bis vors Jahr 32.Z unserer Zeitrechnung(„Evhebung" des Christentums zur Staatsreligion durch Konstantn»).zur Folg« haben diinte. Mindestens wir religiösen Sozialisten driirgen darauf,— uird wir erhalte»» Zuzug aus iinocrhafften Lagern!— daß die Kirche aus Grundsatz auf jede bevorrechtete Stellung in» öffentlichen Leben verzichte, daß sie sich aller Privilegien begebe, nicht poche aus Abfinduiigsrechtc, die nur juristisch, aber nicht sittlich und vor allem»richt christlich fuvda- mentiert sind: kurz, daß sie zu de»» Anfängen zurück- kehre, und noch einmal versuche, ein« Kirche der Völker» resp. der Menschheit zu werde»», diesmal aber auf dem legalen Weg« des Wahrheitsbeweises und der Gewisfensüberzeugungl Und nun fei der Freidenkerbewegung die Frage«nt- gegengehalten: ihr tretet als ein« Weltanschauung sgemeiulchaft mit der christlichen Kirche in Wettbelverb und beklagt euch darüber, daß die Ausgairgsbedingungen des Kompfes verschieden, daß die Waffen nicht gut und gleich sind. Seid ihr nicht auf den» besten Wege, eure Waisen zu disqualifizieren? Begeht ihr nicht dieselbe Sünde, wie vor»n als die Kirche? Ihr sucht euch Stützen uiid Bundesgenossenschaft auf einer Seite, die mit weltanschaulicher Ueberzeugung an sich gar nichts zu tun hat,— bei der Sozialdemokratischen Partei. Ihr verlangt und erhaltet von ihr(d. h. von Parteiblättern und lokalen Organisationen) Be- rücksichtigungen und Vergünstigungen, die im Widerspruch zum Parteistatut stehen. Mit welchem Recht veranstaltet ihr eure Jugend- weihen gemeinsam mit Parteifeiern? Mit welchem Recht ver- ösfentlicht ihr im„Vorwärts" eure sonntäglichen Feierstünden, mährend dasselbe Blatt die Anzeige von Prcdi(jtgott«sdi«nsten nicht einmal d«r sozialistischen Geistlichen aurnmmt? Mit welchem Recht bedient ihr euch der Parteilokale und Parteianzeigen, um Agitation für die K i rchenaustrittsbeivegung zu treiben? Und vor ollem, mit welchem Recht habt ihr jejft angesichts der Kommunalwählen in Berlin gefordert und erreicht, daß die Bewerber nach ihrer Kon- fefsion oder Nichtkom'ession befragt und je nachdem in der Kandidatenliste hintangesetzt oder gor gestrichen wurde»»? Es wäre sehr erwünscht, wenn auf diese vier konkret gestellten Fragen konkret« Antworten erteilt würdeir. Dabei ist nicht zu über- sehen, daß den Berliner Paneiinstanzen die Beantwortung dieser Fragen mindestens ebenso aiy Herzen siege»» lztüßte, wie den Frei- denkern. Aber letztere hoben eine diesbezügliche Diskussion in Vor-. schlag gebracht. Sie hoben sie eröffnet mit der Forderung einer unverkürzten, wirtlichen Toleranz und betonen, daß ihre Beivegung „ganz aus ihre eigene Kraft angewiesen" sei Wollen wir nicht aus beiden Seiten mit dieser Forderung Ernst machen? H. Francke, Pastor i. 3L „Heraus aus der Verneinung.. In»nonchen wesentlichen Punkten gehen wir nrit den Frei» denkern eimg. 1. darin, daß die staatlichen Zuschüsse für die Kirche ein Unrecht sind in einem religiös neutralen Staat. Die Kirchen sollten um der Religion willen aus dem Glauben an die Kraft sitt- sicher Gedanken freiwillig daraus Verzicht«». Da wir die einzige Gruppe in der Kirch« sind und nur eine schtvache Minderheit bilden, ist zu dieser Erkenntms der Kirche»wch ein weiter Weg. Der Staatselb st hindert die Kirche, zu dieser Erkenntnis zu konnnen. Demi er schließt mit der Kirche«in Konkordat bzro. hat es goschlofsen. Dadurch u>erd«n der Kirche große materielle Mittel zuströmen, und ihr Einfluß in der Oesfeirtlichkeit jvird nrit Hllse des Staates wachsen. Der gegemvärtigc Staat also»erhilft der Kirche dazu, eine stärker« Macht zu werden, als sie vor dem Krieg« gewesen ist. Sie ist in pi-exi staatlich bevorzugt, bevorrechtet, ohne daß der Staat irgcndi're in ihre innere Verwaltung eingreis«»» kann. 2. darin, daß wir erkennen, die Kirchenaustrittsbeuxguiig nimmt nickst ab, sondern ständig zu. Indessen wird der größte Teil der Aus- tretenden von der organisierten Freidenkerbewegung»rieht erfaßt. Warum nicht? Viele gehören der Kirche an nur der S i t t e, des Herkommens wegen. Da, wo die Kirche Sitte ist, aus den» Lal»de, in den kleii»en Städten, bleiben sie in der Kirche. Da, wo die Kirche teil»« Sitte mehr ist, treten sie aus, in den Großstädten besonders, wenn Bc- lastung der Kirchensteuer drückt. Aste diese wollen damit aber auch jede geistige Bindung los fein, gar kein« Kirch« mehr, auch keine Freidenkerkirche, auch keine freireligiöse Gemeinde. Nur eine Minderheit tritt ans aus weltanschaitsichen Gründen. Ein Teil geht zu den Freidenkern,«!>» Teil zu den religiösen Sekten, ein Teil— mrd der ist nicht klein— lehnt den Beitritt zu den Freidenkern ab. Sie sind ausgetreten aus Religion, nicht aus Beri»einung der Religion. Sie fanden, daß die Kirche aus Religion, aus dem Wesen des Christentums heraus. den Kapitalisnms ablehnen, den Krieg und die Kriegsoorbercitung. den Militarismus verneinen müßte. Aus religiös-ssitlichen Gründen suchen sie etwas Neues: einen religiös fundierte>i Sozialismus und Pazifismus. Das finden sie nie und nimmer bei den Freidenkern. Dafür sollten die Freidenker Verständnis bekommen, wenn ihnen nicht ei»»« bestimmt« Einstellung des Denkens, also eine doginotischc Bindung das Entscheidende ist, sondern wenn sie fr e i c s D e n k c n als eine neue, besreieirde, erlösende Weltanschauung wollen. Nur der verdient die Freiheit, der sie anderen gibt. Wer aber diejenigen aus dem Menschentum ausschließt, die nicht seiner Partei oder ssiner Kirche angehören, ist von kirchlich-orthodorer Unduldsamkeit noch nicht frei. Ja, er ist noch tiefer darin befangen, weil die Uirdiildsamkcit mit den» Prinzip des freien Denkens sich nicht verträgt und deshalb diejenigen abstößt, die freies Denken, reines Menschentum uitd sittliche»» Fortschritt wollen. Kürzlich noch sagte mir in Jnsterlmrg ein Parteigenosse, der in Gulrzbinnen eine hohe staatliche Stelle einnimmt und aus Berlin stammt: Wir müssen m der Partei heraus aus der Per- neinungderReligion.wir müssen es denen möglich machen, zu uns zu stoßen, die gefühlsmäßig den Sozialismus und Pazafis- mus bejalzen. Der Mensch besteht nicht nur aus kalten, nüchternen Denken, sondern auch aus starten, treibenden Gefühlen. Wir könnten viele gewinnen aus den bürgerlichen Kreisen, u>cn» die Agitation. die Propagairda auf eine höhere, roeltanschoulichc Ebene gestellt würde." Unsere Bitte: Erkennt uns als gleichwertige Genossen an. liegt also im Interesse des Sozialismus, wenn ai»dcrs er sittliche Kraft, sittliche Erneuerung»»M und den Glauben vertritt, das Volk, das nach dem Lichte strebt, zu gewinnen. Auxust Bleier für die Vereinigung der Freunde von Religion und Böikerfriedcn. Was wollen die religiösen Sozialisten? Vielfach wild unsere Beu>egung so ausgesaßt, als wollten wir die proletarischen Freidenker beseitigen und die Mass«» der Kirche wieder zuführen. Wir aber verstehen recht gut, daß im Gegensag zur Kirche sehr viele Gegossen sich vo», der bürgerlichen Kirche lösten, die bürgerlichen Resigionssormen wegroarfen und damit olle religiöse Haltung und Glaube». Wir meinen nun aber, daß damit Kirche und Freidenker noch auf derselben Linie stehen. Die einen glauben Religion in alten Formen, die aiideren verneinen die Religion der alten Formen und keines i>on ihnen erkennt, daß in der Religion eine ewige Grundlage des Menschentums in veralteten Formen gegeben ist. Darin aber besteht die Macht der Kirch«, daß sie— wenn auch in veralteten, gefährlichen Formen— diese notwendige Grundlage des Menschentums und der Gesellschaft zu deuten sucht. Man kann also die Kirche nicht überwinden, indem man ihre bürgerlichen Formen mit einer bürgerlich-materialistischcn Welt- anschaiumg verneint, sondern indem man die Noiwerrdigkeit des Rcligiossn in neuen Formen faßt und deutpt. Diese neuen Formen können entstehen, indem di« Kirche zerstört wird oder indem die Kirche mngestaltet wird. Eine sehr radikale Unrgestalitung muß es allerdings sein. Welcher Weg begangen wird. hängt nicht von uns ab, sondern vom Schicksal und den Menschen, die die Kirche leiten, ihrem größeren Verstand oder Unverstand. Jedenfalls ist der Weg zu den neuen Formen nur zu finden durch eine starke, entschlossene Auseinairdersetzimg mit der Kirche und der Macht, die sie über die Meisschen übt. So lange das sittliche Leben imferes Volkes ganz wesentlich ge- tragen wird von einer kirchlichen Erziehung und Gemeinschaft, deren Gottesglaub« sich in den Formen der patriarchalischen Gesellschafts- anschauung ausdrückt, deren Sittlichkeit in den Anschauungeu vom (16. Fortsetzung.) Parma Hot seiner heroischen revolutionären lleberlieferung eine neue Seile hinzugefügt. Beim Nahen der faschistischen Banden, die ftero Balbo, der heutige Minister für Luftschiffahrt, befehligte, hotte sich die ganze Bevölkerung erhoben. Durch dos Läuten der Sturmglocken hatte man die Bürger zu den Waffen gerufen. Es waren Schützengraben ausgeworfen worden. Die Frauen warfen sich in den Kampf, die ganze Arbeiterschaft, bis die Schwarzhemden es vorzogen, sich zurückzustehen. Im allgemeinen aber war es für die Arbeiterklaffe unmöglich, ihre eigene Verteidigung und gleichzeitig die der staatlichen Jnsti- tutionen zu führen. Der liberale Staat lag in den letzten Zügen. Die obersten Schichten des Bürgertums erkannten nur noch!m Faschismus das Exekutivkomitee ihrer Interessen, während auch die Mittelklaflen immer mehr in den Bannkreis des Nationalismus kamen. Es gab auf dem Wege des Faschismus nur noch ein Hinder- nis: Die Monarchie. Noch seiner Methode, die darin besteht, sich denen zu beugen, die er nicht zerbrechen kann, hatte Mussolini öffentlich der Monarchie seine Huldigung dargebracht, in der am 20. September in Udine gehaltenen Rede. In nachfolgenden Erklärungen hatte er sich weiter Mühe gegeben, nicht nur den König und die Hochfinanz, soirdern auch die Arme« und die Burcaukratic über seine Haltung zum Königtmn zu beruhigen. Man hatte ihm die Worte des Generats Bodoglio, des Ehefs des Generalstabs, hinterbracht...„fünf Minuten Feuer, und man hört nie mehr vom Faschismus reden". Er antwortete darauf in seiner Zeitung, indem er auf das Grauenhaft« eines Konfliktes unter Patrioten hinwies. Usbrigens gab es auch im Heere und sogar bei Hose eifrige Parteigänger des Faschismus. Unter ihnen den Herzog von A o st o, den Vetter des Königs, der bei der Macht- ergreisting des Faschismus eine große Rolle gespielt hat. Indirekte Verhandlungen zwischen Giolitti und Mussolini, bei denen der Präfett von Mailand den Vermittler spielte, und die die Bildung eines nationalen Kabineits zum Ziele hotten, waren auf Veranlassung, wenn nicht des Königs, so doch des Hofes angeknüpft worden. Es kam nicht zu einem Einverständnis, well man sich über die Einzelheiten bei der Vergebung der Ministerportefeuilles nicht einigen konnte. Mussolini selbst gab dies in der Rede bekannt, die er am 25. Oktober in Neapel hielt, und mit folgendem Aufruf schloß: „Man will uns die Regierung nicht geben? Nun gut, dann werden wir sie uns nehmen." ?lls er zwei Tage später erfuhr, daß man in Mailand und Rom intrigiert«, um ihm eine konservative Regierung entgegenzustellen, intschloß sich Mussolini zum Morsch auf Rom. Die Telegramme, die in dieser Nacht aus den Provinzen kamen, waren nicht besonders alarmierend. In Rom war alles ruhig. Nur aus Cremona wurde ein Konflikt gemeldet. Dogegen hatten die Faschisten in Bologna und in Toseana ohne einen einzigen Schuß die Befehle ihres„Ouadrumvirats" ausgeführt und die öffentlichen Gebäude und die Bahnstationen besetzt. Die faschistischen Truppen waren in Perugia zusammengezogen, wo sich das faschistische Haupt- quartier befand, dem, außer den Agitatoren Bianchi, Balbo und d e V e c ch i, ein aktiver Offizier des Heeres, der General de B o n o, angehörte. Inzwischen tagt« die zurückgetretene Regierung, die von den Ereignissen überrumpelt war. im Ministerium des Innern... In den großen Städten Oberitaliens erfolgt« die Mobilmachung der Schwarzhemden fast im geheimen. Es wurde keinerlei Versuch gemacht, sich der Straße zu bemächtigen oder Demonstrationen zu veranstalten. Der Morgen des 28. Oktober zog kalt und grau herauf, als ich den„Avant!" verließ, um einen Spaziergang durch die Stadt zu machen. Schon hatten die ersten Ausgaben der Zeitung die Nach- richten der vorigen Nacht verbreitet. Der„Corrierc de lo Sera", der zwei Jahre hindurch den Faschisten gegen die Sozialsten die Stange gehalten hatte, nahm plötzlich in entschiedener Weis« gegen den geplanten Gewoltstreich Stellung. In den Cafes, wo zahlreiche Arbeiter auf dem Wege in die Fabrik halt machten, wurden Staat, von der Familie und Ehe, vom Eigentum, vom Wert und der Würde des Menschen bürgerlich-kapltalistifch und nicht christlich ist— die außerdem olle Forderungen der Religion, ine über die privat«, individuelle Lebensgesttfltung hinausdrängen zu Verantwortung für die Gemeinschaft, ängstlich unterdrückt—, so lange bilden Kirche und Religion eine Gefahr für das Werden einer neuen Gesellschaftsgestaltung. Diese Au-einaudcrsetzimg mit der Kirche tragen die religiösen Sozialisten nicht vom bloßen„Rem" zu ihrem Glauben aus, sondern »an dem„Ja" aus gegenüber dem Glauben und in dem Willen, diesem Glauben die unserer Zeit entsprechende neue Form zu geben. Viele von uns sind dabei aus der Kirche ausgetreten, weil sie glauben, diese neue Form sei nur außerhalb der Kirche zu finden. Viele von uns kämpfen innerhalb der Kirche, weil sie sie umgestalten zu können glauben. Beide Haltungen sind möglich. Unmöglich sollte die Haltung sein, die der allergrößte Tell der proletarischen Maffe einnimmt, daß man in der Kirche ist, für sie Steuern zahlt, seine Kinder ihr zur Erziehung gibt, aber nichts tut. dafür zu sorgen. daß sie der Zukunft dient und nicht die Zukmrst hemmt. Da der kirchliche Toll der religiösen Sozialisten diese zu ihrer Pflicht gegen die Kirche aufruft, sollt« jeder Genosse dies Wirken als notwendig und segensreich für die Entwicklung begrüßen. Je mehr dies« Kirchengliader lebendig wevden, desto mehr wird die Auseinandersetzung kommen, in der erst sich dos Schicksal der Kirche entscheiden kann. Wir achten eines jeden Geipiffen, der glaubt, daß Religion ein überwundener Standpunkt sei, wenn wir das auch für einen Irrtum halten. Es ist also von uns aus ein Kampf gegen die. di« aus solcher Ueberzeugung heraus mit der Kirche gabrochen haben, weder beabsichtigt noch gewünscht. Wir wollen vielmehr in voller gegen- leitiger Achtung mit ihnen zusammenarbeiten.zum Wohl der gefangen sozialfftischen Bewegung. Nur Indem sie alle zu- ammenfaßt, die ihr dienen wollen, kann sie zum Siege kommen. Emil Fuchs, di« Ereignisse kommentiert. Vor den Betrieben standen die Arbeiter in Gruppen. Um den mllitärisch besetzten Bahnhos lungerten Fa- schiften. Die Präfektur war sehr offenkundig von Soldaten besetzt. Polizeiplotons befanden sich an den wichtigsten Kreuzungspunkten. Um die Rodaktion des Popolo d'Italia", wo sich Mussolini aufhielt, war ein sehr diskreter Milstarkordon gezogen. Der Faschistenführer hatte in der Nacht oersucht, das 11. Regiment der Berfaglieri zur Meuterei zu bringen. Anstatt ihn zu verhaften,' hatte man ihn an die Luft gesetzt. Die Großindustrie und die Bank traten ganz offen für den Staatsstreich ein. Man hotte Mussolini 20 Millionen Lire zur Verfügung gestellt, um den Morsch auf Rom zu finanzieren. Die Börse war für di« Diktatur. Dogegen ließ die Präfektur durchblicken, daß die Regierung gewillt wäre, durch schnelles und entscheidendes Borgehen im Lande Ordnung zu machen. In der Tat wurde gegen 10 Uhr morgens ein Aufruf der Regierung angeschlagen, der sehr energisch gehalten war. Es hieß darin: „Gegenübsr �aufständischen Versuchen hat die zurückgetretene Regierung die Pflicht, mir allen Mitteln und um jeden Preis die ässentliche Ordnung zu schützen. Und sie wird dies« Pflicht voll und ganz erfüllen, um das Leben der Bürger und die freien In- stitutionen der Verfassung sicherzustellen. Wir erwarten, daß die Bürger sich ruhig verhalten und den Maßnahmen vertrauen, die angeordnet sind. Es lebe Italien, es lebe der König! Unterzeichner: Facto,>schonzer. Amendolo, Taddei, Weffio, Verton«, Soleri, de Vrto, Anile, Riceio, Bertini, Rossi, dello Sbarbo, Fulci, Lueiani." Im Laufe des Nachmittags bestätigte«in offizielles Kommu- nique die Absicht der Regierung, die öffentliche Ordnung und di« Verfassung zu verteidigen.„Der Ministerrat," hieß«s darin,„hat beschlossen, in allen Provinzen des Königreichs von heute 12 Uhr mittag des 28. Oktober an den Belagerungszustand zu proklamieren. Seit heute nacht tagt der Ministerrat ununterbrochen im Polost des Viminal zur Erteilung der notwendigen Befehle." Kurze Zeit darauf wurden die strategischen Punkte der Stadt mllitärisch besetzt. An den wichtigen Straßenkreuzungen wurden Maschinengewehre aufgepflanzt. Die Faschisten und ihre Anhänger waren erschreckt und verblüffst. Mussolim wußte sehr wohl, daß im Falle des Zusammenstoßes die groß« Mehrheit der Bevölkerung mit dem Heer gemein- sam« Sache machen würde, gegen die Schwarzhemden. Er dürste damals sein Spiel für verloren geholten haben. Schon brachten seine Freunde beunruhigende Gerüchte in Umlauf und bedauerten die Hol- tung des Ministeriums Solandro. Da erschien eine neue Bekannt- machung der Präfektur, die olle faschistischen Herzen«rleichterte und ihnen ihre Begeisterung zurückgab. Die Proklamierung des Bc- lagerungszustandes war widerrufen worden. Was ging nur in Rom vor? XVIII. Die Treulosigkeit der Monorchie. In Rom ging folgendes vor: Zwischen der Verfassung und denen, die di« Versaffung ver- neinten. zwischen dem Parlament und dem Aufstand, zwischen der Regierung, die schwach sein mochte, aber die einzige legitime Regie- rung war, und der Meuterei, wählte Viktor Emanuol III., „von Gottes Gnaden, und durch den Willen des Volkes" König von Italien, die Derneiner der Konstitution, den Ausstand und die Meuterei. Als man in der Rocht vom 27..zum 28. Oktober dem Minister- Präsidenten Facta mitteilte, daß Mussolini die Fahne der Revolte aufgepflanzt hatte, fiel der bieder« Manu aus ollen Wolke». Welches Pech! Endlich war er von der Regierung zurückgetreten, und gerade in diesem Augenblick der Erlösung mußte er es mit Ereigniffen aufnehmen, die größer waren als er. Er berief den Ministerrat, der zum größten Tell aus Menschen bestand, di« w!« er selbst sich auf die best« Art ans der Sache ziehen wollten. Nu? zwei Minister führten ihren Kollegen die Verantwortlichkeit vor Augen, die auf ihnen lastete. Dos waren Amendolo. den das Zusollsspiel der Politik zum Minister der Kolonien gemacht hatte, neben Politikern, die er sicher tief verachtete, und der Minister des Innern Taddei. der genau wußte, daß feine Karriere auf immer zerstört werde, wenn es ihm nicht gelang, die Ordnung wieder her- zustellen. Aüi Grund feiner Auffassung d«r Pflichten der Regierung und der Pflichten der Krone forderte Amendola, das Ministerium müsse, obwohl«s zurückgetreten sei, den Mut haben, den Faschismus als außerhalb des Gesetzes stehend zu erklären und entsprechend gegen ihn vorzugehen. Der Minister des Innern pflichtete ihm bei. obwohl für ihn weit geringere Sorgen den Ausschlag gaben. Damals wurde der Aufruf erlösten, den wir wiedergegeben haben. Das war der erste Schritt zum Kamps, der in Rom wie in Mallond den Beifall der Politiker und Parlamentarier fand, denn bei aller Feigheit war dos Parlament jetzt zu dieser«nergffchen Politik bereit, wenn nicht aus Sorg« um feine Würde, so doch wenigstens aus Selbst- erhaltungstrieb. Als dem König der Beschluß des Ministeriums mitgeteilt wurde, schien er ihn anzunehmen. Aber es gab bei Hofe zwei Parteien, deren«ine glaubte, es sei die erste Pflicht des Königs, unter ollen Umständen und gegen jedermann die liberalen Institutionen zu verteidigen, während die andere die Diktatur erstrebte. In den wenigen Stunden zwischen der Proklamierung des Be- lagerungszustandes und dem Widerruf vollzog sich zwischen Biminal und Quirinal. zwischen Regierung und König«in Trauerspiel, das zur Poff« herabsank. „Ew. Viajestät wolle uns die nötige Vollmacht zum Nieder- werfen des Aufstondes geben," sagt« die Regierung, über ihre eigene Kühnhell zllternd, zu Viktor Emanuel III. „Verhüten Sie«inen Zusammenstoß zwischen Patrioten, bei dem auf beiden Seiten gerufen wird: Es lebe der König, es lebe das Heer," antwortete der König. „Meuterei ist Meuterei, welches immer die Fahne sein möge, die man auspflanzt. Ein Zusammenstoß kann nur vermieden werden um den Preis der völligen Abdankung des Schates," be- merkte die Logik Amendolas.(Fortsetzung folgt.) Rätsel-Ecke des„Abend". Gpiralenrätsel. Waogerecht: 2. Nebenfluß der Drau: Z. weiblicher Borname: S. Vogelkunde: 6. Heill mittel: 8 das Gegen- teil von kräftig: 9. Au- chengewürz: 11, Vorort von Berlin: 12. Storch- oozelgattung: 1�. Hand- «erkstott: 15. Wein- forte.— Senkrecht: 1. ägyptische Gotthell: 2. germanisches Ge- tränk: 4. weiblicher Vorname: 2. Schreib- Utensil: 7. Rednerlri- büne: 8. verstorbener Industrieller: 10. Zahl: kr. 11. Haustier; 13. Stadt in Bayern; 14 bekannter Politiker. Rösselsprung. find 2S Wärter folgender Bedeutung zu bilden: 1. Weiblicher Vor- name, 2. Alte christliche Gemeinde, 3. Götze, 4. 2llpcnpfkonze, 5. Musikinstrumeni, 6. Kinderkrankheit, 7. Fleiß, 8. Figuren aus der Sagenwelt, g. Angstmeier, 10. Feuerfestes Maierial, 11. Verwandte. 12. Chemikalie. 13. Wohnsitz. 14. Kleines Raubtier. 15. Lloriergewmde. 1«. Frucht. 17. Schachzuo. 18. Geimllsbeweauno. 19. Komp im alten Aegypten. 20. Kommendes Fest. 21. Einziehung von Geldsorderungen. 22. Hausoogel, 23. König von Sparta, 24. Kuchengerat. 23. Von Waffer eingeschlossenes kleines Lanch— Die Anfangs- und die fünften Buchstaben, von oben nach unten ge- lesen, nennen ein Zitat aus einem Gedicht von I. M. Miller. Bei Nr. 3 ist ch ein Buchstabe. ab Diamanträtsel. Die nebenstehenden Buchstaben sind in der Figur so zu ordnen, daß sie der Reihe noch Wörter folgender Bedeutung bilden: 1 Mitlaut: 2. Großer Eingang: 3 Alle Münze: 4. Zeit der Arbeit; 3. Sport; 6 Poll- tische? Recht, manchmal miß- braucht; 7. Stadt in Provinz Sachsen: 8 Aushilfe in der Not; 9. Metall; 10.. Bündnis: 11. Mitlaut.— Die mittelste waagerechte Linie lautet wie die mittelste senkrechte, gd. (Auflösung der Rätsel nächsten Sonnabend.) Silbenrätsel. Aus den Silben as be best cha chi das de del del der c« e««m er ei je seu fuß gen gung ha ha har heim hol; in in ju jod kos ieit kränz loch fe Ii loch mar mo nach in nu mch o phe ram re rie ra ro sel, jel seu fen scr ses sig so ton tau te t«n tmk tis tur weih weiß Auflösung der Rätsel aus voriger Nummer. Kreuzwort-Silbenrätsel: Waagerecht: 1. Marengv: 3. Sekunde; 3. Bimini: 7. Agathe: S. Laterne: 11. Manie; 13. Reger; 15. Remagen: 18 Lasso: 19. Erna: 20. Nase: 21. Beate: 23. Nero: 25. Hagel: 26. Sago; 28. Hofer: 29. Isar; 30. Ranzen; 32. Lore: 34. Johannes: 35. Surrogat; 37. Ananas; 38. Termite.— Senkrecht: 1 Malaga: 2. Gobi; 3. Sem; 4. Demeter; 6. Mitro: 7. Abend; L. Thema: 9. Lager: 10. Nebel; 1?. Niere: 13. Regen; 14. Melasse: 16. Maria: 17 Banane; 20. Naoel: 21. Belffar; 22. Teheran: 24. Rosa: 25. Hafer: 27. Golo; 28" Hosea: 29. Ines: 31. Zensur: 53. Renate; 34. Jonas 3«. Gatter. geographisches: 1. Glogau: Z. Alm; 3. Aachen: 4. Tor- C; 5. Esten; 6. Alarburg: 7. Andernach: 8. Landsberg; 9. Aschasten- g.— Guatemala. Ergänzungsrätsel: 1. Slee; 2. Ohr: 3. Ruß: 4. Rohr; 3. Urnen; 6. Pilz; 7. Tanz: 8. Insel: 9. Obst: 10. Nest._ Formprum. Getrennt und vereint. Der Wisch— Derwisch. Di« sehlende Mittel silbe. Silbe: te. Meteor, Bauerie Enterich, Wattebausch, Artemis, Lotterie, Bettelei, Schoneke! Kattegat. Veteran. Dieterich. Strote«�'' �ßr/�nc/oJ�Likl Etwas vom Eishockey. Wohl kaum ein Sportspiel Hot so schnell Einzug in Sportkrrise und eine so grofze Schar begeisterter Anhänger gesunden wie das Eishockenspiel mit der Scheibe(das kanadische Eishockey). das dank der ihm innewohnenden Eigenschasten soft durchweg das Jahrhunderte alte und bekannte Eishockeyspiel mit dem Boll(Bandy) verdrängt hat. Tempo und Kampf, zwei Worte, die durch ihre heulige Bedeutung zu Zeilbegrissen geworden sind, sind Sinn und Zweck des Eishockeyspieles, das vielleicht gerade dadurch die Mafien ersasien mußte. Es gibt kein schnelleres, abwechslungsreicheres. ousregeudercs Kompsspiel, kein fesselnderes Schauspiel als das Eis- Hockey, das ständigen Wetllaus um die Scheibe darstellt, Kraft. Mut, Temperament, blitzschnelles Erfassen der Situation voraussetzt. Bei zwei guten gleichstarken Mannschaften leidet das Spiel nicht einen Augenblick unter Eintönigkeit. Welle auf Well« rollt das Spiel von einem zum anderen Tvr, in rasender Schnelligkeit gleitet die Scheibe dahin oder saust durch die Lust. Körper stiegen über das Eis. die Schläger wirbeln umher: in zäher Verbissenheit kämpft Energie gegen Energie. Eishockey ist dos Bewegungsspiel der Zeit — es versinnbildlicht einfach die Zeit. Voraussetzung für das Eishockeyfpicl ist gutes eislauslechnisches Können und gute Stockbehaadlung. Die notwendigen schnellen Drehungen und Wendungen, dos Abstoppen, dos blitzschnelle Aus- weichen, dos häufige über den Schläger springen, dos Vorwärts- und Zurückbewegen machen völliges Beherrschen der Eislauskunst zur Bedingung, und die Mannschaft mit den besseren Schlittschuh- iäufern ist immer im Vorteil. Selbstverständlich muß mit dem Eislausen eine gute Stocktechnik Hand in Hand gehen. Da das Spielfeld auf ollen Seilen durch eine Holzbande ein- geschloffen ist, kommt die Scheibe nur selten außerhalb des Spiel- seldes. so daß die Bewegung des Spiels nicht durch Einwurf von der Seite unterbrochen wird, und der Spieler mit der Bande— gleichsam wie ein Billardspieler— zu kombinieren vermag. Don besonderer Bedeutung bei dem Spiel sind die.„Abseitsregeln", die bei keinem anderen Bewegungsspiel so streng gefaßt sind und ge- bandhabt werden und daher die höchste Aufmerksamkeit des Schieds- richters voraussetzen. Die Scheibe darf dabei nie noch vor» an einen anderen Spieler abgegeben werden, sondern stets nur nach rückwärts oder kann einem sich auf gleicher höhe befindlichen Mitspieler zugespielt werden. Nie darf ein Spieler zwischen Scheibe und gegnerischem Tor stehen, wodurch bedingt ist, daß jeder einzelne Spieler immer wieder mit der Scheibe zurück und wieder vor muß. die Bewegung also ständig im Fluß bleibt.(Eine Ausnahme dieser Abseitsregel besteht nur für die verteidigende Partei innerhalb des Spieldrittels vor dein eigenen Tor.) Durch diese Maßnahmen wird dos Spiel ja ungeheuer schnell und erfordert Kombinationen, die fast in jedem Augenblick aus diese besondere Abseitsregel aufgebaut sind. Auch die Tot- fache, daß das Tor nicht aus der Grundlinie des Spielfeldes, sondern im Spielselde selbst skehk, ergibt ein neues Bewegungsmoment, da der Spieler auch hinter dem Tor vorbeikann und in der Lage ist, den Angriff auf das Tor sofort zu wiederHalen. Ursprünglich aus den Regeln des Fußballspiels aufgebaut, die Spieler bei der Schnelligkeit sich aber häufig behinderten, hat man die Mannschaft beim Spiel mit dem Boll auf siebe», beim Spiel mit der Scheibe auf sechs Spieler festgelegt. Dem Umstände, daß oll die bedeutenden Schnelligkeitsfattoren enorme Anforderungen an die physische Kraft und die Ausdauer der Spieler stellen, auch hie und da Verletzungen vorkommen, hat man dadurch Rechnung getragen, daß jede Mann- jchoft während des Spieles bis zu zwei Mann durch zwei neue ersetzen kann. Läßt sich der Winter gut an(die Boraussagen lauten ja recht günstig!), dann wird man überall dieses schöne Spiel zu sehen bc- kommen. Es lohnt sich, es zu spielen und— zu sehen'. Artur Vicregg. Arbeiter- Hockey Kampfmoment vor dem ASC-Tot fn dem letzten Hockey spiel Athletik- Sportctnb gegen Köpenick Ein neuer Ueber�Rennwagen. Er soll 800 Stundenkilometer tahren. Der englische Konstrukteur Coatelen Hot einen neuen U e b e r- Rennwagen tönstruiert, der alles bisher in dieser Beziehung Dagewesene weit in den Schatten stellen soll. Der„Goldene Pfeil" von Segraoc. der„Blaue Vogel" von Campbell sind die reinsten Kindcru«gcn dagegen. Zwei Zwölf-Zylinder-Motorcn von je 20(i0 PS sollen dem 2 Vi Tonnen schweren Wagen eine Gc- schwindigkeit von SOO Stundenkilometer, etwa 220 Meter in der Sekunde, verleihen. Bei der Koisttruttion dieses Fahrzeuges waren die Erfahrungen maßgebend, die Segrave bei seinen Rekordfahrten mit dem Goldenen Pfeil" gesammelt hat. So ist der neue„Kilometersresser" bei einer Spurweite von 1,60 Meter und einer Höhe von 1,13 Meter, in der Karosserie nicht brester als 85 Zentimeter. Er wurde gewissermaßen„nach Maß" angefertigt, denn die Größe und Breite des bekannten englischen Rennfahrers Kay Don, der dieses Monstrum steuern soll, dienten als Unterlage für den Bon der Karosseric. Die Motoren sind wassergekühlt, jeder der beiden Zwölfzylindcr hat zwei doppelte Wasserpumpcn. Die motorische Kraft wird durch zwei Kardanwellen gleichzeitig auf die beiden Hinterräder übertragen. Eine weiter« Neuheit ist der selbst- balancierende Führersitz, der eine stetige Glcichgewichtsoerteilung des Lenkers selbst bei höchsten Geschwindigkeiten garantieren soll. Auch die Reifenfrage soll zur Zufriedenheit gelöst sein. Die Rekord- fahrten sind für den Monat März nach Dayton Beach in Florida angesetzt.— Wozu das alles? Wintcrtraimng der«Soli"- Rennfahrer. Die bundestreuen Rennfahrer des Arbetter-Rad� und Krafifohrerbuudes„Solidarität" Ortsgruppe Berlin, haben. eine arbeitsreiche Rennsaison hinter sich, nahezu alle 14 Tage starteten sie in Bahn- und Straßenrennen in der Umgegend Berlins, aber auch in anderen Städten Deutschlands. Für den Winter hat die Abteilung regelmäßig Trainingsabende eingerichtet, wo auf Trainingsapparaten die Rennfahrer für die sportliche» Erfordernisse der nächsten Saison sich vorbereiten. Diese Trainingsabende finden statt jeden Donnerstag in der Turnhalle, Köpcnicker Straße 12S/126, 1914 Uhr. Hier bietet sich für Rennfahrer und alle Freunde doö Radrennsports die beste Gelegenheit, sich den bmidestreuen Renn- sahrern anzuschließen und am Hallentraining teilzunehmen, noch- zumal Solidarität die niedrigsten Beiträge lMt von allen Radsport- orgamsationen. Partei- und Gewertschastsgenosscn, die Interesse für Radrennen haben, sind z» allen Trainingsabenden sowie de» Sitzungen als Gäste und Mitglieder willkommen. Die nächsten Boxabende. Der„Ständige Ring" in Berlin bringt am Freitag m dem Leichtgewichtskampf zwischen Czirsan-Bcrlin und Heinisch- Mühkhausen die interessanteste Paarung. Weiter stehen sich gegen- über: Eh. Tonner-England und Eder- Dortmund, T. Pötsch-Pvag und Lauer-Saarbrücken, Kruse-Hamburg und Boguhn-Berlin form« Geb-städt-Berli» und Beier-Mühlhausen. Am 7. Dezember soll der erste Kampftag im Zirkus Busch steigen./ Schon von 1 Mark an sind Plätze in ausreiche irder Menge vorhanden. Die Verhandlungen mit guten in- uird ausländischem Boxern, die interessante Paarungen zulassen, stehen unmittelbar vor dem Abschluß. Tourislenverein„Die Ilalursreunde", Abt. Prenzlauer Berg. Donnerstag, 28. November, 20 Uhr, Danziger Str. 62. Baracke 2, Werbeobcnd:„Soziale Streifzüge durch England"; Referent Kurt Stechert. Gäste herzlich willkommen. Arbeiter«Wasserball. Leipzig— Weifsensce unentschieden. Kürzlich standen sich im Leipziger(Larolabad die Wasserball- nunmschaften von ASB.-Leipzig und Ncptun-Weißensee gegenüber. Gleich vom Anfang an legt sich Leipzig mächtig ins Zeug. In der ersten Minute kommt«ine feine Vorlage des Leipziger Verteidigers nach vorn, der rechte Stürmer Leipzigs nimmt sie auf und be- fördert den Ball aus der Luft ins Weißenfeer Tor. Run drängt Weißens« Leipzig zurück und schafft auch bald den Ausgleich. Ein Durchbruch des rechten Leipziger Verteidigers bringt Leipzig wieder um ein Tor vor. Beide Mannschaften versuchen das Resultat anders zu gestalten, beide Torwächter sind ober aus der Hut und es bleibt 2:1 bis Halbzeit. Nqch dem Seitenwechsel verteiltes Spiel. Ein Mißverständnis der Weißenfeer Verteidigung und es steht 3:1 für Leipzig. Bald darauf Freiwurf für Leipzig. Die Weißenfeer Verteidigung fängt öen Ball ab. gibt ihm vors Leipziger Tor zum linken Stürmer, der, angegriffen, den Ball zum rechten Stürmer leitet, der unHalt- bar für Leipzig einsendet(3: 2) Eine Minute vor Schluß kann der linke Stürmer Weißensee den Ausgleich erzielen. Es bleibt nun 3:3 bis zum Schluß. Der Schiedsrichter Hatte das Spiel nicht recht in der Hand._ Führertagung in der Bundessdiulc. Die Zentralkommifsion für Arbeitersport und Körperpflege e. V. hält am 30. November und 1. Dezember 1929 an der Arbeiter-Turn- und Sportschule in Leipzig eine Führer- tagung ab. An ihr werden Vertreter der Reichs- und Staats- regierungen, des Reichstagsaussämstes zur Förderung der Leibes- Übungen, des Städtetages, der Landesversicherungsanstalten, sowie andere bekannt« Persönlichkeiten der öfsentlichen Lebens teilnehmen. Für die Tagung ist folgendes Programm in Aussicht genommen: Fritz Wildung, Geschäftsführer der Zentralkonmiission: „Die Arbeiterbewegung, ihre Grundsägc und ihre Arbeit." Dr. Michaelis, leitender Arzt der Arbeiter-Turn- und Sport- schule:„Die Bedeutung der Leibesübungen für den. werktätigen Menschen." Frau Dr. Hede Bergmann- Berlin:„Die Leibesübungen und die werktätige Frau" Die beiden letzten Borträg« werden durch Vorführungen der Schulklassen der Arbester-Turn» und Sportschule sowie eines Jugeitd- Kunst-Radreigens des Arbester-Rod- und Kraftfahrerbundes„Soli- darstät" wirksam unterstützt. Der Tagung geht eine Konferenz der Landes- und Provmzialkartellestungen voraus, die überaus be- deutungsvoll für das weitere Eindringen des Arbeitersports in die staatliche Jugendpflege sei» dürste. WCfBÜM-«ni*\ Wintcrrcisen Ins Gebirge. Eine Gesell schoftsfahrt in das winterliche schöne Mittelgebirge gehört mit zu den schönsten Erlebnissen. Wir möchten an dieser «stelle auf die Weihnachts fahrten der Naturfreund- — Reisebureau— hinweisen. Eine Drei- und Fünftagereise führt ins Riesengebirge, und zwar vom 25. bis 27. resp. 29. Dezember. Aus dieser Fahrt werden folgende Punkte berührt: Schreiberhou. Sckineezrubenbaud«, Kochelsall. Agnetendorf, Hoher Isertamm, Hochstein. Der Preis für die Dreitagereise beträgt 43, und für die Fünstagereise 38 Mark. Ferner findet eine Reise für 2!4 Tage und 814 Tag« in den Harz statt. Diese Reis« nimmt folgenden Verlauf: Wernigerode. Steinerne Renne, Brocken. Ilse- sälle, Ilsenburg. Teilnehmer, die bis Neujahr an der Reise teilnehmen, besuchen das Okertal, Goslar, Altena«, Hahnklee. Die Preise für diese Reisen betragen 29 resp. 62 Mark. In diese» Preisen find enthalten sämtliche Bahnfahrten, Quartiere(Betten), Frühstück und Mittagessen, Besichtigungen. Teilnehmer, hie an dem Wintersporttreffen in Immenstadt im Allgäu teilnehmen. können sich ebenfalls im Reisebureau des Touristenoereins„Die Naturfreunde" 2t. 24. Iohannisstr. 15, melden. Geöffnet außer Sonnabend 17—20 Uhr. »Schach dem König!" Die Abteilung Neukölln der Freien Arbcitcr-Schach- Bereinigung Groß-Berlin veranstaltet Donnerstag, 28. November, 20 Uhr, bei Grimm, Neukölln, Boddinftr. 10, einen Werbeabenb. Dortrag des Schachfreundes Brandt am Demonstrationsbrett: „Schach dem König", Simultanspiel und freier Schochverkehr. Ein- tritt frei. Gäste herzlich willkommen. Neue Bücher. Musik und Leibesübung von W. Riedel, Leipzig. Dieses neueste vom Arbeitcr-Turnverlag. Leipzig, Fichtcstr. 36, herausgebrachte Werk ist eins der besten Bücher, die der Vertag herausbrachte- A>>-' bevorstehenden Wintersaison, wo die Arbciterturner und-fportler sich uneigennützig zur Mitwirkung bei Partei, und Gcwerkschastssestcn zur Verfügung stellen, erscheint dieses Buch gerade zur richtigen Zeit. Wie oft sucht der Leiter oder Vorturner nach geeigneter musikalischer Begleitung für eine gymnasttsche Gruppe. Da ist „Musik und Leibesübung" der Retter in der Rot in des Wortes wahrster Bedeutung. Dos ist ja gerade das Besondere dieses Buches. Riedel, der langjährige Mitarbeiter der Arbeiter-Turn- und-Sportschule, bringt in einführenden Aussätzen Hinweise und Ratschläge, die es auch dem weniger musikalisch Geschulten ermöglicht, sich noch mehr als bisher mit dem„Musikturnen" zu beschäftigen. Wer die verschiedenen Kapitel: Tempo, Takt. Musik und Leibesübung mit seinen vielen Beispielen über die mannigfaltigen Schrittarten auf- merksam beachtet, wird erkennen, welche Bedeutung der„Turn- musik" in den Nebungsstunden zukommt. Die musikalijche Be- gleitung wird nicht eine bloße Untermalung der Vorführungen, sondern instinktiv zwingen Rhythmus und Tempo den Körper zur richtigen Ausführung der Uebung. Im klaren Notenstich und Druck sind 117 verschiedene, in sich abgeschlossene Klooiersatze zur beliebigen Auswahl zusammengestellt. Riedel hat diese mühevolle Arbeit meisterhaft bewältigt, und dem ArbKter-Turnverlag, Leipzig. gebührt vollste Anerkennung für die Herausgabe dieses im schlichten Einband erscheinenden Werkes. Preis des Werkes 5 M. O. S. 3rci« Ruderer-B«»i«iii»», 1#13,«. B. Eiyuna gceilan, 29. Noormbrr, 2»«Iii-, im.gallensteiner". iZaltens, einer«Sic. 41). Baninruberu jeden Sann- adend von 17—19 Uhr im Kootohau»„VvrWärts". Mtglirder werden noli) antaenommen. Brnrltlartill Trepto». Cihuna ziiontaa, 2.?!. Kinder, 20 Uhr. bei Srahl.' Niedcrschitneweid«, Berliner Sir. 129. Rv derbe, irl der SS®®. Mitqliedervkitanimluna Donnerow«, 28. Sibocn; der. Jeden Mvntaq ab 19 Uhr Bassrnruberu im Baotohaus..Vorwärts". V-ttimschuIenwra. Sportvrrei» Moabit. Jöenie, Mittwoch, Sifcun« der Tennisableilung bei Krtlaer. Prrtlitistr. 10. Jntereffentrn herzlich willkommen. IZrei« galldootfahrer Berlin. Sonnt««, l. SVicmfcrt, fflanbcrimflon: I. Ttrausbera— Blumenthal, Eithrer: Tummelchrit. Abfahrt 7.20 Uhr Schltii. schrr Bohnhot. 2. Potsdam— Caputh, gtlhrer: Januserwili. Treffpunkt 9 Uhr vor drin Bahnhof in Potsdam. Z. Bernau, ftOnttt: Adam. Treffpunkt 8 Uhr Bahnhof Gesundbrunnen lchol, treppe). lSästc willkommen. Handballspieler Sil Ubr Volkspark Rehberar. Rubervercin.Borwart«". 27. Zioormbcr: Waldlouftramin«, lO'-l- Uhr im Bootshaus. Boilinrudcrn der Zu«cndabt«iluna. ISZo Uhr. Vortro« filr Juarndabreilun« und neu oukarnourmeo« Muaiicdei:..Warum treiben wir Arbeit« rfpart?". ISii Uhr. Zum Ruderkurfus der Männerableiluna weichen noch Interessen tau cufaecontmcn. Privabdootcheüder können ebenfalls noch SSürftW, des Verein, werden. A.ufnabm«q»su»e-n Ä.brrt Schreck.(50. M. »iekholzsrr. 12; versSnNch« Welduna Sonnk-a. 1. Dcxmbcr. 19 Uhr. int Bovis- Bous Oberschöneweide, Wilhelm itrand. Leineweker JQeiJimgf« LemeweWQuahiaten& teinewekr-fteisen Brauagrauer Mantel ans fein gemuitcrtemCbeeiot, Cr«. m" � Mark Mantel aus modefarbigem kariertenWintcr-Cbeviot j-» Gr. 38 m.rrr2«~ Apart gemusterterMantel dunkler Mciton-Cheviot � w Qt- AS— �„•-n-* Mart Ja•~ fiL�xliaX 1411 t is c Ii e j PiAfb m 4 rlU Ar h h t H�fätfdiafte'JhQriger t (Qezlith fiiden-'Weften. 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