Morgenausgabe 7lr. 557.,- A2S0 �rgang «»«»»ach SSJt. wonotfl« IJC W_ w> oarmi» jcljtbir,®ottb«jii| CK jr. «♦nfchriejn«»0 Vfg. Postzeitung», u»» 12%il Uoftbeflf ögfbübtm. llu»l*nbi» •bonnimcm 8.— M. pro Jüpti«. » *1«.SMBttte* erfchHpf«Dchnibp. Ii« Ssnnlag, und IRontoa« •hunffi. M» fibenbousgob»» für Strtio »Ich t« chnnbkl»« b»n> IUI Jta »»«ich». Sduftrlertt Btilaat».BsS •»» 3»lf und Jthainfnunb-. Cct« .Unterbaltung und Siff«!',.Rrauen. Nimm»-,.I.chnlk-..BNck ra di, Bfl««n»«ll'»n>.SiiBend'Bonnin»* 1�« Berliner SolkSvlatt Donnersieg 25. November 1929 Groß-Äerlin tO Pf- Auswärts 15 pf, SM» cla(f«ltif««onporetNezeN, 10 Pfennig. ReNam»»etie S— Reich». »ort. �5tte»neAn!l«iyeu� da, fetlZ». dnufte Wort 25 Pfennig szu lässig zwei fettgedruckte Worte), jede» wettere Won 12 Pfennig. Elellengeiuch, da» erst« Wort lL Pfennig, jede, wettere Won IG Pfennig. Worte über 15 Buchstaden »äblen für zwet Worte. Arbettsmarkt Zeile S0 Pfennig. s?amlltenan�e:yen Zeil, 40 Pfennig. Anzeigenannohrne im�aupr» «efchäft Lindenslroße 3. wochentögtütz ooo S'., dr» U Uhr. Jentvaloraan der Gozialdemoöratischen Kartei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstratze 3 �ir«spr«chcr: Dönhoff L?Z— SS7. Tolkgramm-Ddr.: Sozialdemokrat Berlin. Vorwäris-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: Berlin 37ZZ8,— Bankkonto: Bank der Arbeit». Angestellten «nb Beai«Mt, Dallstr. 65. Dt.B.u, Tisc..Gcs,. TebvsiicnkasI- Lindcnstr, S. Ohne Arbeit im Winter! 1260000 unterstützie Arbeitslose.— Oer gedrosselte Wohnungsbau. In der ersten Holste des November ist die Zahl der houpiunterftühungsempsönger in der Ztrbetls- losenversichervng. wie omNich mitgeteilt wird, vm lZS 000 oder l4,h Praz. gestiegen. Die Gesamtzahl betrug am lb. November rund l 0 1 b 000, davon SSS 000 Männer und 20S 000 Frauen. Die Zunahme belies sich bei den Männern auf lb.Z Pro;., bei den Frauen nur aus 7 proz. Auch die Zahl der hauptunterstützungsempsänger in der Kriseusürsorge ist in der gleichen Zeit wieder gestiegen, und zwar um 6900 Personen oder 4 proz. Auch hier war die Zunahme bei de» Frauen geringer als bei den Männern. Die Gesamtzahl der kiauptuoterstühungsempfänger in der Kriscnsürsorge betrug am lS. Ikovember rund 17650 0. � Die Gesamtzahl der Hauptunterstützungsempsänger in der Arbeitslosenversicherung und m der Krisensnrsorge b-iies sich also bis zum IS. November auf 1194 000. In der dritten November- Wien, 27. Nsvember. lSigenbericht.) I« einer Besprechung mit de« Regierungsparteien soll Bundeskanzler Schober nach einem christlich- sozialen Abendblatt erklärt haben, daß er zurück- treten werde, falls er die Berfasfungsreform nicht noch in dieser Woche zustande bringe. Am Hanshaltsausschuß, der den Staatshaushalt be- rät. wies Dr. Deutsch tSoz.j darauf hin. daß einzelne Landesregierungen die Seimwehr als eine Art staat» l ich er Polizei verwende, obwohl sie offen gegen die Staatsautorität auftrete. Dagegen feie« Gendarmerie- beamte, die sich gegen die Ungeseblichkeiten der Heimwehr- organe wenden, ftrafversetzt worden. Dr. Eisler (Soz.) betonte, daß die Heimwehr in Steiermark eine von der Schwerindustrie bezahlte Bande darstelle und Zu- stände schaffe wie in Mazedonien. Reichsiagsbeginn. Aufnahme der Winterarbeit. Der Reichstag hat gestern seine Winterarbeit begonnen und eine Reihe kleinerer Vorlagen erledigt. Bei der Be- rotung eines kommunistischen Slgitationsantrages setzte sich Reichsarbeitsminister Wissel! mit den Kommunisten aus- cinonder. denen er nachwies, daß sie mit ihrer gewissenlosen Demagogie sich selbst ins Gesicht schlagen. Heute wird der Reichstag den sozialdemokratischen An- trag für Fünfuhrladenschluß am Weihnachts- abend beraten. Das Hugenbcrg-Gesetz steht auf der Tagesordnung vom Freitag. Heute Vizepkäsidentenwahl im Landtag. Der Preußische Landtag wird heute die Ersatzwahl für den zurückgetretenen Bizcpräsidenten Dr. Pur sch vornehmen. Die Zentrumsfraktion hat einstimmig beschlossen, den Abgeordneten T a u ni h o f f vorzuschlagen. Abg. Baumhoff, von Beruf Ober- postinspektor. ist seit 1921 Miiglied des Landtags für Westfalen-Süd. Er ist Kreisvorsitzender der Zentrumspartci und gehört der Stadt- pcrordneterwcrsammlung in Hagen an. Kardorff für Vürgerblock. Hauptsache: Aktiengesettschast für Zndusirlewahlgelder. Herr v. Kardorff setzt sein Werben für die Bildung einer bürgerlichen Einheitsfront fort. Er will der Sozialdemokratie «inen festen bürgerlichen Block entgegenstellen. Am Mitt- woch führte er in der volksparteilichen Vereinigung für Handel und Industrie aus: „Sa wie die Dinge lägen, fei die Bildung einer Ar- b e i t s g e m c ins ch a f t unter den stets bereiten und orbeits- willigen bürgerlichen Parteien das Erfordernis des Tages und der S>unde. DM» Pffrtrien köimten dann b« i der Wahl«i« woch« kamen in der Versicherung noch rund 70000 dazu. Gegen- inäriig liegt die absolut« Arbeitslosenzahl noch über der des Vor- jähr«-. Trotz des verhältnismäßig noch gute n Wetters ist eine starke Zunahme der Arbeitslosigkeit unter den Bau- arbeitern.festzustellen— ein Zeichen, daß wir es im Bau- gewrrbc nicht mit saisonal bedingter Arbeitslosigkeit zu wn haben. Es ist kein Geld für Bauvorhaben vorhan- den! In der M e ta l l i n d u st r i e ist ein« leichte Absihwächung des Beschäftigungsgrades zu beobachten, im Spinnstoff- g« w e r b e«ine leichte, jedes Jahr um diese Ztft zu beobachtende Belebung. Besonders schlecht ist der Arbeitsmarkt in Sachsen, vor allem infolge der Schwierigkeiten der Textilindustrie, die jetzt durch die mit der hohen Arbeitslosenzifser verbundene Schwächung der Kaufkraft der Massen noch vermehrt werden. Annenminist«: Bangoi» erwiderte, er könne leider nicht» e st r e i t e», daß zur Zeit anormal« Znftände herrschte«. Der Jdealzvstand war«, daß nur der Staat Waffe» befitze. Er hoffe, daß die politischen Parteien diesen Jdealzustand schaffen helfen. • * Wenn Schvber wirklich mit seinem Rücktritt gedroht hätte, so wäre das ein sehr ernstes Symptom. Entgegen so mancher Befürchtung hat Schober in seinen Verhandlungen mit Dr. Danneberg gezeigt, daß er den Willen hat. durch Ent- gegenkommen an die Sozialdemokratie die Verfassungs- änderung nur auf gesetzmäßigem Weg zustande zu bringen. Gerade dadurch ist er den Faschisten und ihren Sachwaltern Seipel, Kienböck usw. unerträglich geworden: sie wühlen gegen chn— gelingt es ihnen, Schober zu beerben, dann steht das Barometer in der deutschen Alpenrepublik aus Staatsstreich und Bürgerkrieg! Kartell schließen und mit gemeinsamer Front kämpfen, nämlich wie dies die Rechtsparteien bei der Rsichspräsi- der.temvahl getan hätten. Die Ihnen zustießenden Gelder könnten gemeinsam verwaltet werden und sie könnten den Kampf nicht gegeneinander, sondern miteinander führen. Ob ein solches Kartell dann später zur Bildung einer großen Staatspar tei führen könne, sei abzuwarten., In allen Fällen würde das Zentrum als Partei selbftver- ständlich immer bestehen bleiben. Ein solcher starker Block bürgerlicher Parteien würde in Verbindung mit dem Zentrum in Preußen und im Reich einen maßgebenden Einfluß haben." Das Industriegeld als Lockvogel für die bürgerliche Ar- beit-gemeinschaft! Mit diesem tröstlichen Hinweis auf die gemeinsame Verwaltung der Wahlgelder aus der Industrie und der Großfinanz ist das wahre Wesen der von Kardorff erstrebten bürgerlichen Einheitsfront besser gekennzeichnet alz durch langatmige Programmausführungen. Absturz eines Großstugzeuges. Die Zahl der Opfer noch unbekannt. New P o r k. 27. November. Tn» neue viermotorige Zfokker-Flugzeug, das größte jemals in den Bereinigten Staaten gebaute Flug- zeug, stürzte bei einem Probeflug über Mineola a b und stieß gegen einen Hansgiebel. Die Flugzeug- trümmer gingen in Flammen auf. Das Feuer sprang sofort auf zwei Häuser über. Bisher sind zwei Schwerverletzte geborgen worden, darunter ei» Vertreter des Handelsdepartements namenS Boggs. Wieviel Personen an Bord waren, ist«och nicht bekannt. Das Flugzeug konnte Kv Paffagiere fassen und bot für 18 Personen Scklafgelegcuh-it. Infolge des gewaltigen Flammenmeeres konnte die Feuerwehr«och nicht in das Inaer« d«s FlngzengkörPerS eindringen. Der Kotau vor Stalin. Zur Kapitulation der �echtsopposition. Von?vtvr G&iwy. Die Führer der Rechtsopposition in der russischen Kommunistischen Partei. B u ch a r i n, R y k o w und T o m s k i, haben reumütig die Waffen vor dem Diktator gestreckt. Stalin triumphiert auf der ganzen Linie. Auf der letzten Plenarsitzung des ZK. der KPdSU, ver- suchten die Führer der Rechtsopposition zum letztenmal ihre Ansichten zu verteidigen, wenn auch in einer stark verhüllten und abgeschwächten Formulierung. Sie erklärten sich mit der „Generallinie" der Partei einverstanden, ste wollten nur die bauernfeindliche Spitze des Linkskurses ein bißchen ab- stumpfen. Umsonst! Auch in dieser verwässerten Auffassung wurde die Rechtsabweichung als Ketzerei verdammt und für unvereinbar mit der Zugehörigkeit zur Partei erklärt- B u ch a r i n wurde aus dem Politbureau ausgeschlosien, R y k o w und T o m s k i erhielten eine„Verwarnung". Gleich nach Beendigung des Plenums wurde die ganze Sowsetpresse mit Resolutionen überschüttet, in denen die Beschlüsse des Plenums gutgeheißen und die strengsten organisatorischen Maßnahmen„bis zum Ausschluß aus der Partei" gefordert wurden. Aber die Führer der Rechtsopposition haben gar nicht erst abgewartet, daß sie„organisatorisch" erledigt würden. R y k o w, das verwarnte Regierungshaupt, gedachte seiner bekannten Aeußcrung bei der Erledigung der Linksopposition mit Leo Trotzki an der Spitze:„Der Ausschluß aus der Partei bedeutet in Sowjetrußland den politischen Tod." Die Rechtsopposition will nicht sterben. Sie hält sich vielmehr an die bekannte Feiglingsweisheit:„Lieber ein lebendiger Hund, als ein toter Löwe!" Trotzkis Spuren schrecken. Dfe Rechtsopposition kapitulierte. Sie kapitulierte fast ohne Kampf. Sie zeigte sich noch unfähiger zum Kampf als die Linksopposition. Die Trotzkiften stellten jedenfalls ihr Programm auf. Sie organisierten sich als eine Fraktion. Sie appellierten an die Arbeitermasien. Sie schreckten nicht davor zurück, auf die Straße zu gehen. Auch sie endeten mit innerer Zersetzung, mit gegenseitigem Verrat, mit schmachvoller Kapitulation. Aber sie haben wenigstens den Versuch gemacht, zu kämpfen und zu siegen. Die Rechtsopposition endet, wie begonnen— ruhmlos. Sie hat sich von Anfang an bemüht, dem Kampf auszu- weichen und die Kraftprobe zu vermeiden. Sie hat ihre Formlosigkeit zum Prinzip erhoben. Sie hat ihre Kräfte weder innerhalb noch außerhalb der Partei gesammelt. Ihre Taktik war: Durchhalten und abwarten. Sie spekulierte letzten Endes auf die verhängnisvollen Auswirkungen des Linkskurses, auf die wirffchastlichen Schwierigkeiten, auf die unvermeidliche Einschwenkung der Partei unter dem Druck der Notwendigkeit. Sie war kampfscheu und oolksscheu, kanipfscheu weil volksscheu. Volksschcu war sie aber, weil sie gleich den Trotz- kisten und Stalinisten mit beiden Füßen aufdemBoden der Diktatur steht. Damit war ihre Riederlage im voraus besiegelt. Im Rahmen der Parteidiktatur, die sich in- zwischen in eine persönliche Diktatur verwandelt hat, ist jeder Fraktionskampf um die Macht mit den Mitteln der„Partei- demokratie" aussichtslos— es sei denn, daß er die Form einer geheimen Verschwörung oder Palastrevolution mit Hilfe der Roten Armee und der GPU. annimmt. Die Stalinsche Mehrheit sucht ihren Kampf nach rechts damit zu rechtfertigen, daß die Rechtsopposition eine kapi- talistische Ausartung des Bolschewismus sei und die Jnter- essen der bürgerlichen Elemente in Stadt und Land vertrete. Das ist eine Kriegslüge. So einfach ftept die Sache nicht. Weder ist der Stalinismus die Verkörperung der proletari- schen noch die Rechtsopposition die Vertreterin der kapitalisti- scheu Interessen. Vielmehr stand hinter der buntscheckigen Rechtsoppofition. i n s o f e r n sie den sinnlosen Linkskurs und besonders die Bauernpolitik Stalins verwarf, fast die ganze „Ration". Richtig ist nur, daß im. Falle ihres problematischen Sieges die volksscheue Rechtsopposition, die an der Diktatur festhält, als Sprungbrett zum bonapartisiischen Staatsstreich leicht hätte ausgenutzt werden können. Aber dies ist nur eine Tendenz. Einstweilen läuft des ungeschriebene Programm der Rechtsopposition nur auf die Rückkehr zur Nep hinaus, d. h. zu einem wirtschaftlichen Zwischending, das die bolschewistische Utopie mit den unentbehrlichsten Zugeständnissen an die Bauernschaft ver- einigt. Verlangsamung des Jndustrialisierungstempos, Ver- zicht auf die forcierte Zwangskolleklivkerung und auf die außerordentlichen Maßnahmen auf dem Lande, Getreide- einfuhr zur Milderung der Ernährungskrise— dies war das bescheidene Programm der Rechtsopposition. Die Rechts- oppositionellen sind also in wirtschaftlichen Fragen zwar realistischer als die Stalinisten eingestellt, aber sie verbleiben trotzdem B o l s ch e w i st c n, die im rückständigen Rußland das kontmunistifche Wirtschaftswunder, wenn auch in einem verlangsamten Tempo, zu»erwrrklichen glauben. Immerhin stand hinter der Rechtsopposition, die Gewer?-. Schober droht mit Mcktritt. Ultimatum an die Mehrheit. 'Zastler und Wirtschaftler, Bauernkommunisten und Sowjet- Bureau kraten oereinigte, keine bestimmte Klasse, sondern d i e allgemeine Unzufriedenheit in Stadt und Land. Die Rechtsopposition hat kapituliert, die Unzufriedenheit aber bleibt. Die dumpfe Gärung dort unten, die die rechtsoppositio- nellen Stimmungen in der Monopolpartei nährte, verbleibt, da der Linkskurs zugespitzt und fortgesetzt wird, der zum Riß zwischen Industrie und Landwirtschaft, zum Bruch zwischen Stadt und Land, zur spontanen Auflehnung der ver- gewaltigten Bauernschaft unvermeidlich führen muß. Die Auswanderung der deutschen Bauern aus Rußland ist ein symptomatisches Merkmal dafür. Die deutschen Kolonisten konnten auswandern. Die russischen Bauern haben diese Möglichkeit nicht. Was bleibt ihnen übrig? Die bedingungslose Kapitulation der Rechtsopposition ist um so gesinnungsloser, als sie die h e r a n z i e h e n d e K a t a- st r o p b e vorausgesagt hat. Die unaufrichtige An- erkennung der verhängnisvollen Generallinie durch die Rechtsopposition wird zweifellos die Verzweiflung der Bauernschaft nur ans die Spitze treiben und die Katastrophe eher beschleunigen als vereiteln. Immerhin ist die brüchige„Einheit" der herrschenden Partei wiederhergestellt. Aber es ist nur eine rein äußer- l I ch e Einheit. Der Nichtungskampf kann nicht durch den Terror entschieden werden. Die tiefen sozialökonomischen Ursachen der Parteikrise, die gleichzeitig eine Diktatudkrise ist, verbleiben. Mit der Kapitulation beider Oppositionen von links und rechts wird der Cliquenkampf um die Macht gleich- falls nicht aus der Welt geschafft, vielmehr in der Stille noch heftiger fortgesetzt. Zwar haben Stalins Widersacher die Waffe vor ihm gestreckt, um so mehr hassen sie ihn. Sie werden sich einander finden» um eine stille Einheitsfront gegen den allmächtigen und gefährlichen Diktator zu bilden. Sie werden rachsüchtig auf ihre Stunde lauern, um den Allein- Herrscher, der in ihren Augen die Revolution usurpiert Hai, gemeinsam zu stürzen. Trotzki hat recht: der russische Ter- midor ist noch nicht da, ober alle seine Voraussetzungen sind gegeben. Angriffe gegen ItykoV. IH 09 kau, 27. November.(Oft.ggpccfc.) Rqkow» Stellung ist auch nach der von ihm gemeinsam mit T o m s k I und V u ch a r i n eingereichte� Erklärung über ihre Bereitwilligkeit, vollständig mit der Bechtsopposjllon zu brechen. nicht gebessert und scheint Immer schwankender zu werden. varauf läßt besonders ein Artikel der..Prawda". den Zentralorgans der Sommuniftischen Partei, schließen, der das„Reuebekennlnis" der oppositionellen Aührer erstens als verspätet bezeichnet und weiterhin sogar Zweifel an der Aufrichtigkeit dieser Erklärung durchblicken läßt. Unter diesen Umständen kann c» nicht wundernehmen, daß Gerüchte über seinen bevor. stehenden Rücktritt vom Posten des Vorsitzenden de» Rates der Volkskommissare in Umla-.is gekommen find und sich immer mehr verdichten. Schwierigkeiten bei der Durchführung der �einheitlichen Befehlsgewalt'*. Moskau, 27. November.(Oft-Expreh.) Aus einem Bericht des stellvertretenden Arbeitskommisfars Tatstopsatow aus einer Konserenz von Sowjetwirtschastlern und Gewerkschaftlern geht hervor, daß die Durchfill?ruvg der eivheit- lichev Vefehlsgewalt in den Sowjetfabriken großen Schmie rigkeüen begegnet. In vielen Betrieben herrsche noch immer ..überbaupt keine Befehlsgewali". Die Gewerkschaften müßten j daher Sic Betriebsleiter bei der Durchführung der einheitlichen Be< fshlsgewalt nachdrücklich unterstützen. Jede Einmischung in die Leitung des Betriebes müsse als„desorganisotorische Tätigkeit" be- zeichnet werden. Viele Gewerkschostsverbände hätten bisher der Durchführung der einheitlichen Vefehlsgewalt nicht die genügend« Beachbing geschenkt. Die Fremdbauern fliehen aus Rußland. Athen. 27. November. Als erste Fremdstämmige haben die schwedischen Bauern Rußland oerlassen. Ihnen sind die ersten Staffeln der deutschen Kolonisten gefolgt: jetzt haben auch die griechischen Kolonisten — im ganzen etwa 50 000— beschlossen, Sowjetrußland zu verlassen. Griechenland wird dadurch in ein« sehr schwierige Loge gebracht, da es bereits an seinen kleinasiatischen Flüchtlingen mehr als genug zu trogen Hot. Der neue Massenzustrom kaim nur nach Amerika abgeleitet werden.' Lebensfragen der Wirtschast. Die Gewerkschaften beim Reichswirischastsminister. Oeuische Lieder ftrafbar in Ost-Oberschlesien. Die Strafkammer in Kattowitz hat einen jungen Mann, der in angetrunkenem Zustand auf der Straße das Deutschland- l i« d gesungen hat, zu 1 Monat Gefängnis verurteilt. Sechs junge Leute haben im Mai d. I. kurz nach den Vorsällen in Oppeln in der Straßenbahn deutsch« Lieder gesungen und den Abg. Janitzki beleidigt, der sich das Singen deutscher Lieder oerbeten hatte: der Anführer Betomski aus Bogufchütz erhielt 8 Monate G«- s ä n g n i s, vier weiter« Angeklagte je ö Monate Gefängnis und ein Angeklagter 3 Mljnate. Alle mußten die Strafen sofort an- treten! Aus der Haft entlassen wurde der vor fünf Wochen oerhastes« Angestellte des Bromberger deutschen Sejm-Bureaus Klaus von Rütchen gegen 300V Zloty Kaution. Er ist Da nz ig er Staatsangehöriger. Di« auch damals verhafteten H e i d e l ck und M i e l k e sind noch weiter in Haft. Vrotest in Polen. Warschau, 27. November. laersammlung, in der Vertreter sämtlicher Oppositions- Parteien sprachen, protestierte gegen die so häufigen Beschlagnahmen von Zeitungen. Zu der Versammlung unter dem Vorsitz des früheren Ministerpräsidenten T h u g u t t hatte sich überaus zahlreiches Publikuin eingefunden. Die Entschließung stellt fest, daß die immer stärkere Bedrückung der Freiheit des Wortes im Widerspruch zu den Gesetzen und den Interessen der Nation und des Staates stehe, der eine auf Freiheit und Recht gestützte Republik sei. Die Strasjustiz in Polästina verhängt nicht nur Todesurteile 'ietzthtn euch über einen Südens und Frecheitsstrafen, sondern es :erden ganzen Dörfern schwere Geldbußen auferlegt, soeben vieder eis Dörfern je 1000 Pfund. Der neue Relchswirtjchaftsminister Prof. Dr. Molden- Hauer hotte gestern die Gewerkschaftsvertreter aller drei Richtungen zu einer Besprechung ins Reichswirtschafts- Ministerium geladen. Vom ADGB. waren anwesend die Ge- Nossen G r a ß m a n n und Eggert, den Afa-Bund ver- trat Genosse A u f h ä u s e r. Der neue Reichswirtschaftsminister sagte in seiner Be- grüßung, er hege den Wunsch, auch mit den Vertretern der Arbeiterschaft vertrauensvoll zusammenzuarbeiten. Zwar habe die deutsche Wirtschaft in den zehn Jahren nach dem Kriege innere Festigung erfahren und Fortschritte gemacht, aber ihre Nöte seien noch nicht überwunden und die Er- werbslosigkeit werde im kommenden Wmter wahr- scheinlich sehr drückend. Von den Gewerkschaftsvertretern wurde lebhaft jiuf die schon jetzt steigende Erwerbslosigkeit hingewiesen, ferner auf die Notwendigkeit, den B a u m a r k t auf hoher Tätigkeit zu halten, die Schwankungen der Konjunktur zu mildern durch rechtzeitige Bchördenaufträgc, den Zinsfuß der R e i ch s b a n k weiter zu senken, auf die Kleinhandels- preise zu drücken, die oft im Mißverhältnis der Er- zeug�rpreise stehen, und dos Bewußtsein der Ver- antwortung der Unt er nehmer dahin zu bringen, ihren Arbeiterstand zur Milderung der Erwerbslosigkeit auch in weniger guten Geschäftszeiten beizubehalten und nicht zu entlassen. Besonders betonten die Gewerkschaftsvertreter ihren Wunsch und ihr Verlangen, der Minister möge dahin wirken, daß der Reichswirtschaftsrat in Regierun- gen und Parlamenten eine seiner wichtigen Bedeutung ent- sprechende Würdigung erfahre und daß die Gewerkschaften bei internationalen Verhandlungen, bei Handelsvertragsoerhandlungen wie überhaupt bei der prak- tischen Wirtschaftspolitik mehr als bisher eingeschaltet werden. Der Minister nahm im Verlauf der Besprechung mehr- mals das Wort. Er versicherte zum Schluß, die Vertreter der Arbeiter würden bei ihm und in seinem Ministerium nicht nur stets offene Türen, sondern auch Interesse für ihre Anliegen finden. Ehemals deutsches Eigentum. Die britischen Liberalen gegen die Enteignung. tonbov, 27. November.(Eigenbericht) Die Frag« bes konfiszierten Eigentums ehemals feiiÄ»lich''r Staatsangehöriger kam im Oberhaus mieberum zur Sprache. Lorb Vuckmaster(Lib.), ein hervorragender Surist und ehemaliges Mitglied der interalliierten Finanzkommission, sragte die Regierung, ob das konfiszierte feindliche Privateigentum jemals zu irgendeinem anderen Zweck, als zur Zahlung britischer Forderungen z» ehemals feindliche Staatsangehöriger verwendet morden sei, ob sich das Bei sprechen der Freigabe noch nicht liquidierten Eigentums außer ans Realitäten. Besitz auch auf per- s ä n l i ch c s Eigentum beziehe und ob die Regierung beabsichtige, den ll c b c r s ch n ß aus den Liquidationen der deutschen Regierung zu übermitteln. Buckmaster betonte, daß die veschlagnahme von Privateigentum in Kriegszeilen im Gegensatz� zu allen Prinzipien des englischen Rechtes stehe. Es falle ihm schwer, von den Härten, die diese Maßnahmen mit sich gebracht haben, mit der nötigen Mäßigung zu sprechen. Er habe versucht, die Frage von allen Seiten.zu betrachten, aber das Ergebnis sei stets das Gefühl gewesen, daß die Angelegenheit für Großbritannien eine tiefe und nie wieder guizumachende Schande darstelle. Großbritannien habe«in paar überall verstreute Menschen. die sich nicht verteidigen konnten, aller Hab« beraubt und damit wie Bvlschewisten gehandelt. Für die Regierung antwortete Lord Parmoor. der Lord Buckmastcr der Uebertretbung beschuldigte. Er bedauerte, daß die Frage iu dieser Weise besprochen worden sei, da das nicht im Znleresie der guten Beziehungen zu Deutsch- land liege. Sn Beantwortung der ersten Frage sagte Parmoor, daß da» Ii- quidiert« Eigentmn nicht nur zur Entschädigung britischer Gläu- biger verwandt worden sei. Was die Frag« des Unterschiedes zwischen Realitöten-Besitz und persönlichem Eigentum betreffe, so sei kein Unterschied gemocht worden. Schließlich teilte er mit, daß die Regierung nicht beabsichtige, den Ueberschuß der deutschen Regierung zu übergeben. Lord B a n b u r n(Kons.) betonte, daß die Arbeiterregierung richtig gehandelt habe. Nachdem Lord Darling(Lid.) die Regierung ousgefordert hott«, in der Frage nicht nur gerecht, son- dern auch großzügig vorzugehen, betont« Lord Buckmaster in seiner Schlußrede, er müsse den Persönlichkeiten, die ihm dos Matarial jür seine Fragen an die Regierung übermittelt hätten, die Antwort geben, daß die früher gegebenen Versprechungen«ine Irre- f ü h r u n g dargestellt hätten. Hugenberg verlangt. Mit dem Christentum als Agitationsschlager. Der Hugendergsche Reichsausschuß erläßt eine Erklärung gegen den Termin des Volksentscheids. Er„verlangt", daß der Bot?». entscheid auf einen Sonntag nach dem 18. Sanuor festgesetzt werde. und gebraucht die üblichen Phrasen vom christeiAumsfeindsichen Marxismus, der in der Regierung vorherrsche. Das Christentum ist Hugenberg gut genug, als Agitationsschlager und Ausrede. Sm übrigen hat der fromme Rsichsausschuß nichts zu verlangen, und wir nehmen an, daß der Reichsinnenminister über dl« Nnverschämt- heiten dieser Erklärung wie über sie selbst stillschweigend hinweg- gehen wird. Ludendorffs neueste Niederlage. Die Münchener wollen seine Weisheit nicht hören. Wünchen, 27. November. Sm großen Wagnersaal fand eine Versammlung des Tannenbergbundes statt, in der der Schriftleiter von Ludendorffs..Volkswarte", Hans Kurth über„Sesui- tismus und Sudentum" sprechen sollte. Di« Versammlung war zum weitaus größten Teil von Katholiken besucht, die die Ausführungen des Redners mit häufigem Zischen und Protest- rufen begleiteten. Sn stürmischen Beifall brachen die Katholiken aus, als der bekannte Sesuitenpater Rupert Mayer in der Versammlung erschien. Der Redner bezeichnet« diesen Empfang als Kasperliad«, was mit stürmischen Pfuirufen aufgenommen wurde. Di« fortgesetzte Unruhe zwang den Redner schließlich, seine Ans- iührungen zu beenden. Ms die Versammlung ausgehoben wurde, sangen die Katholiken das Lied„Ein Haus steht fest gegründet" und ander« Lieder. Di« Katholiken zogen dann in«in anderes Lokal zu einer Versammlung, in der der Wille zum Ausdruck kam, sich im katholischen München solche Beleidigungen nicht mehr bieten zu lassen.- prakiifche Reformarbeii. preußisch-thärinaische Besprechungen. Der Amtliche Preußische Pressedienst meldet: Zwischen der preußischen und der thüringischen Staatsregierung fanden am Mittwoch, dem 27. d. M., vormittags im Preußischen Staatsministerium in Berlin unter dem Vorsttz des Preußischeil Ministerpräsidenten und in Anwesenheit der beteiligten preußischen und thüringischen Mi- nister Verhandlungen statt. Gegenstand der Verhandlungen bildete ein Meinungsaustausch über die Frage, wie durch Bildung von Verwaltungsgemeinschaften eine Verein- sachung der Staatsverwaltung unter besonderer Ve- riickstchsigung von Ersparnis Möglichkeiten herbeigeführt werden könne. Es wurde festgestellt, daß es eine Reche von Sachgebieten gibt, auf denen die Bildung solcher Verwaltungsgemein- schasten möglich ist, und daß es wünschenswert sei, in gemeinsamer Arbeit geeignete Pläne aufzustellen. Die Verhandlungen sollen nunmehr in weiteren Beratungen durch Beauftragis mit dem Ziel fortgeführt werden, den Regierungen gemeinsame nähere Vorschläge zur Beschlußfassung zu unterbreiten. I I Münchener Theaterzensur. Verbotene Verbrecher. München, 27. November.(Eigenbericht.) Di« Beschwerde der Kammerspiele gegen das Berbot d«r Auf- führung von Bruckners„Verbrechern" ist vom Jnnennrinister abgewiesen worden. Die Regierung ist in Ueberemstimmung mit der Polizeidirektion der„Anschauung", daß die öffentliche Auf- sührung des Stückes, das schon über zahlreiche deutsche Bühnen gegangen ist, geeignet erscheint, das Ansehen der Recht»- pflege und das Vertrauen in sie schwer zu schädigen. Jetzt besteht nur noch die Möglichkeit einer Beschwerde an den Berwal- tungsgerichtshof. Sie dürft« jedoch aussichtslos sein, da der Prä- sident dieses Gerichtshofes der Herr v. K a h r ist, und der General- staatsomvalt der sattsam bekannte ehemalige Sustizminister Roth. Eine Vorstellung vor geladenen Gästen ist erlaubt worden. Bedrohte Preßfreiheit. In Oevtschöfierreich. Der chrisllichsoziale Finanzminister Dr. Kienböck, em Dienst- mann der Heimwehr, hat den Sustizminister Dr. Slam«, einen reichlich provinzlerischen Berussrichter oltösterreichischen Typs, zur Einbringung eines Gesetzentwurfs veranlaßt, der unter den, be- währten Titel des Schutzes der Sugend vor Schmutz und Schund di« ganze Literatur und Kunst upier Polizeiaufsicht stellen und so nebenbei das Palladium der Preßsreiheit in Deutschösterreich: die Zuständigkeit der Geschworenen für alle Preßoergehen, a b- schaffen will. Die bürgerlich« Ausschußmehrheit ist diesen Weg gegangen. Das geistige Deutschästerrelch protestiert leidenschaft- lich gegen diese Absicht, darunter auch der bürgertich« Wiener Presse- oerein„Concordia", dem auch die Redakteur« der rechtsstehe nden Zeitungen angehören. Die französische parteidistufsion. Der»Popolaire* steht beiden Richtungen offen. Paris, 27. November.(Eigenbericht.) Zum Problem der Regierungsbeteiligung schreibt Leon Blum im„Populaire":„Der„Populaire" wird in dem Kampfe, der heute die Sozialistische Partei in zwei Lager teilt, nicht neutral bleiben. Sch will damit sagen, daß ich in meiner Eigenschaft als Chefredakteur der Zeitung, in welcher ich dem Kongreß verantwortlich bin, stets in meinen eigenen Ar- titeln meine eigene Meinung, die meines Erachtenz mit der ofst- ziellen Parteithese übereinstimmt, vertrete. Andererseits aber ge- hört der„Populaire" der gesamten Partei. Die Parteimitglieder haben ihn gerettet, er wird van ihnen aufrechterhalten, ohne Unter- schied der Sdeen oder Tendenzen. Infolgedessen muß der„Populaire" auch weiterhin in voller Loyalität den Ideen beider Richtungen offen bleiben." Blum schlägt zu diesem Zweck vor, daß den Anhängern der Regierungsbeteiligung im„Popu'aire" monatlich Platz für 14 Leitartikel zur Verfügung gestellt werden soll. Der Gparkommissar. AHGESTEUjer d&mtz ARßefn?/? NdustrIellbr Wie ihn die Volksparteiler sich wünschen! Vermittlung in Ostasien. Kapitulation der Chinesen in Mandschuria. lsttfitar(Mandschurei) über Xofio, 27. November. Der sapamsche Generalkonsul in Mondschuli(russisch Mandschurei), lanata, hat vermittelnd eingegriffen und die chinesischen Truppeer dort Üherrebet, die Waffen niederzulegen, um weiteres Vluto ergießen z« vermeiden, da durch di« Umgehungsmanöver der Soevjettruppen den Chinesen der Rückzug oerlegt war.— Man gtaudt hier zu wissen, daß der amerikanische Staatssekretär S t i m s o n den japanischen Botschafter in Washington, D e b u t s ch i, zu einer Besprechung über die Lag« in der Mandschurei eingeladen hat, odwohl die japanische Regierung zur Zeit nicht die Absicht hat, in den chinesisch-ruMchen Konflikt einzugreifen. * Das Lerhandlungsangcbot Chinas an Rußland hat der chinesische Gesandt« in Bertin durch das Reichsaußenministerium an die deutsche Botschaft in Moskau zur Uebergabs an die Sowjetregierung gesandt England und die Vermittlung. London, 27. November. Im Unterhaus Hot, wie bereits kurz berichtet, auf Grund ver. schieden«? Anfragen der Konflikt im Fernen Osten und die Tatsache, daß sowohl Sowjetrußland wie China Unterzeichner des Kellogg- Pakte» sind, den Gegenstand einer Erörterung gebildet. Die erste Anfrage erklärte, dgß die Sowjetunion gewisse feindselig« Akte gegenüber China begangen habe, und wünschte vom Staatssekretär de» Auswärtigen zu wissen, ob er sich mit dem' Gedaitfen trage, ander« Regierungen, die am Kellogg.Pakt beteiligt seien, mit diesem Bruch de» Paktes in der Absicht zu befasien, ein« friedlich« Beilegung des Konflikies herbeizu- führen. Staatssekretär des Auswärtigen chenderson antwortete, wie bereits kurz gemeldet, der Kellogg.Pakt enthalte keinerlei Vor- kehrungen für den Fall einer Derletzung oder des Anscheins einer Verletzung seiner Dorschriften. Vielmehr werde lediglich in der Präambel erklärt, jeder Unterzeichner, der künftig seine nationalen Interessen zu fördern suche, indem er zum Mittel des Krieges greife, werde aller Wohltaten des Vertrages verlustig gehen. Weiter führt« Henderson aus, nach seinen Informationen müsse die chinesische Regierung die Möglichkeit hoben, an den Vö Kerb und zu appellieren. In der Völkerbundssatzung sei das Nötige für di« Behandlung eines solchen Appells vorgesehen, und nach semer Ansicht würde es besser sein, zunächst einmal abzuwarten, wie die Dinge sich in dieser Richtung entwickeln. Sir Austen Chamberlain erkundigte sich, ob zwischen der amerikanischen und der englischen Regierung über dies« Frage«in Gedankenaustausch stattgefunden habe: ferner ob von feiten der Vereinigten Staaten der Vorschlag ge- macht worden sei, bei der Sowjetregierung gegen die Verletzung des Kellogg-Pakts gemeinsam Vorstellungen zu erheben, henderfon antwortete, ein Gedankenaustausch Hobe in der ersten Zeit des Konflikts stattgefunden. Damals habe er im Unterhaus bekannt- gegeben, daß England bereit sei, an jedem- gemeinsamen Schritt teilzunehmen, bei dem man daraus rechnen könne, den Streit zu einem friedlichen Abschluß zu bringen. Soviel er wisse, sei damals keine weitere Mitteilung«inge gangen. Jedoch sei von einer anderen Regierung eine Mitteilung erfolgt, und wenn ein gemeinsamer Schritt unternommen werden könnt«, sei Großbritannien bereit, daran teil zunehmen. Sir Austen Chombertoin warf dann die Frag« aus, ob es nicht angemessen sei, daß die englische Regierung von sich aus neue Verhandlungen mit der Regierung der Per- einigten Staaten in dieser Frage einleite und erkundigte sich, ob Henöerson bereit sei, diesen Gedanken noch einmal nachzuprüfen. Henderson antwortet«: Ich kann nur feststellen, daß dos Thoma erst heute Gegenstand der Erwägung gewesen ist. Wie ich schon mitteilte, sind wir bereit, uns an einem gemein jchaftlichen Schritt zu beteiligen. Gemäß der hier ge machten Anregung will ich auch überlegen, ob wir selbst«in« der- ortig« Aktion einleiten sollten. Ein anderes Mitglied des Hauses fragte, ob es nicht möglich sei, sich eine? anderen Mechanismus zu bedienen als des Völkerbund«».� Henderson antwortete: Die Aktion, die ich ins Aug« gefaßt hatte, war nicht in erster Reihe ein« Aktion, die mit dem Völkerbund in Verbindung steht, sondern ein gemein samer Schritt der Unterzeichner des Kellogg- Pakts, zu denen sowohl Rußland wie die Vereinigten Staaten gehören. China ruft den Völkerbund ar.. Gens. 27. Nooember W u Kais eng, der Vertreter Chinas in Genf und Bern, hat heut« den Generalsekretär des Völkerbundes besucht. Efti« amtliche Anrufung des Völkerbundes durch die Nankingrsgierung ist noch nicht erfolgt. Wu Kaiseng hat den Generalsekretär über die Feindseligkeiten unterrichtet und mit ihm über die Möglichkeiten eines Eingreifens des Völkerbundsrates beraten. Möglich ist: l. Ein« außerovdeMiche sofortig« Tagung des Völker- bundsrates. 2. Ein Antrag Chinas, den chinesisch- russischen Streitsall auf die Tagesordnung der Ianuartagung des Rates zu setzen. 3. Eine allgemein gehaltene Klage Chinas beim Völkerbunds- rat, wobei dem Rai überlassen bleibt, die notwendigen Maß- nahmen zu tun. Ungeklärt ist, ob di« chinesisch« Regierung gleichzeitig mit der Amrahme des Völkerbundes auch den Unterzeichnen! des Kellogg- Paktes, zu denen auch Sowjetrußland gehört,«in« amtliche Mit- teilmrg über den Bruch des Kellogg-Paktes unterbreiten wird. Lex Bessedowfli. Eikl Aueinahmegesetz gegea Tfchitscheriu? Di« Presse hat bereits über die Lex Dessedowski berichtet, die Sowjetbeamte, die sich weigern, nach Rußland zurückzukehren, außerhalb des Gesetzes stellt. Der Sinn und die Bedeutung dieser ganz außergewöhnlichen Maßnahme, die dank ihrer rückwirkenden Kraft noch ungeheuerlicher erscheint, wird erst in ihrem ganzen Umfange verständlich, wenn man berücksichtigt, wer alle» durch sie bereits jetzt getroffen wurde. Di« Zahl der Sowjetbeamten, die es im Laufe der letzten Jahr« vorgezogen haben, im Ausland« zu bleiben, geht in di« Dutzende. Da ist z. B. der ehemalige Handelsvertreter in Paris K u s n e- z o w, der erste Sekretär der Sowjetregierung in Berlin Solo- m o n, der Leiter der Handelsvertretung in Konstantinopel Jhrahiinow, der Leiter der Handelsvertretung in Athen P e t u ch o w, der Sowjetbevollmächtigte in Lettland S e m a s ch t o, die hcrvoragenden Angestellten der Berliner Handelsvertretung B q n e w i t s ch und N a g l o w s k i, der stellvertretende Leiter der Fellabteilung in der Pariser Handelsvertretung B a i t i n, der frühere. Vorsitzende des Nordischen Waldtrust Liebermann. der Direktor der Staatsbank Scheinmonn ufw. usw. Mit Scheinmann hat es seine ganz besonder« Bewandtnis. Cr führte im Namen der Sowjetregierung die Unterhandlungen mit amerikanischen Finanzgewaltigen. Gegen seinen Willen wurde er kurz vor Abschluß dieser Verhandlungen nach Moskau zurückberusen. Cr kam bis Berlin und weigerte sich, weiterzufahren. In Moskau war man bestürzt: in den Berliner Banken befanden sich auf Scheinmanns Namen große Staatssummen. Ein spezieller Beauftragter sucht« den Unbotmäßigen in Berlin auf und gab sich jede erdenkliche Müh«, ihn zur Rückkehr zu bewegen. Scheinmann wollt« nichts davon hören. Schließlich einigt« man sich: Der früher« Direktor der Staats- dank erhielt ein« genügend groß« Abfindungssumme: dafür gab er die Staatsgelder heraus. Die Lex Lessedvwski mit ihrer rückwirkenden Kraft dürste nun auch ihn treffen. Und wer weiß, ob nicht außer ihm auch noch TsckitscherinI Das Organ der russischen Sozialdemokratie,„Der Sozialistisch« Bote", konnte, wie immer, aus einwandfreier Moskauer Quell« berichten, daß Tschitscherin sich geweigert habe, nach Ruß- I o n d zurückzukehren. Und wie oerlautet, hatte Karachans Besuch bei Tschitscherin in Wiesbaden den einzigen Zweck, den ehemaligen Volkskommissar für das Aeußere von der Notwendigkeit zu über- zeugen, der Aufforderung der Sowjetregierung, nach Rußland zurück- zukehren, Folge zu leisten. Tschitscherin außerhalb de» Gesetzes!— Weshalb auch nicht?! Wie dem auch sei, die Lex Bessedowski sollt« jedenfalls nicht ihn allein treffen. Sowjetangestellte, die jahrelang in den ausländischen Sowjetinstitutiönen gearbeitet haben, deren Kinder di« Schulen be- suchen, fürchten nicht» so sehr, als wieder nach Ruß- land zurückkehren zu müssen, um dort unglaublichen Wohnungsverhältnissen und kulturlosen Lebensbedingungen ausge- liefert zu werden. Und schließlich fürchten sie auch mit Recht um ibre Freiheit und ihr Leben. Sie wissen nur zu gut, wie es so manchem ihrer Kollegen bereit» ergangen ist. Nicht umsonst berief sich erst vor kurzem der bereit» oben er- wähnt« Leiter der Fellabteilung in der Pariser Handelsvertretung B a i t i n, anläßlich seiner Entschädigungsklag« gegen di« Pariser Vertretung auf die Verfolgungen, denen sein« Kollegen in Moskau ausgesetzt worden sind. So nannte er z. B. den Leiter der Oel- abteilung Hern stein, der zwei Monate lang in den Gefängnissen der GPU. verbringen mußte, eh« man ihn nach London zurückließ. Und„Der Sozialistische Bote" berichtete in seiner letzten Nummer von vier nach Rußland zurückgekehrten Sowjet- angestellten, die nach Salowetzki verbannt worden sind, und von einem fünften, Kalmykow, der erschossen wurde. Die Sowjetregierung wird mit ihrem Ausnahmegesetz kein Glück haben. Die einzige Folge wird sein, daß die werwolleren Elemente es vermelden werden, ms Ausland zu gehen. Es dürfte aber auch kein Zufall fein, daß gerade im Augenblick des gesteigerten Terrors gegen di« Bauern, im 13. Jahre der Sowjetrepublik die Regierung zu der Maßnohme Zuflucht nehmen muß, ihr« Bürge? und Be- amten, die sich weigern, nach Rußland zurückzukehren, außerhalb des Gesetzes zu stellen, ihr Vermögen zu konfiszieren und im Fall« der Rückkehr in 24 Stunden z» erschießen. Wie eine Groteske mutet dies Gesetz aber an, wenn man bedenkt, daß es di« Sowjetregierung selbst gewesen ist. die seinerzeit den estnischen Gesandten in Moskau, entgegen dem Willen der estnischen Regierung, zum N leiben veranlaßt und ihn hinterher gewaltsam in Rußland zurückgehalten hat. Ihre« i g« n« n Bürger stellt sie außerhalb de» Gesetzes! Die belgische Regierungskrise. Sozialisten bleiben Opposittoa. Brüsiel. 27. November.(Eigenbericht.) Ein Manifest des Generolrats der belgischen Arbeiterpartei „An das Volk" sagt, daß die Arbeiterpartei in der Opposition verharre,»bis der Siegesmarsch der Arbeiter sie zur Macht bringt". In der Zwischenzeit werde die Partei mit allen ihr zur Bersügung| stehenden Mitteln gegen die Verschleppung der notwendig er- scheinenden sozialen Reformen kämpfen und dafür eintreten, daß die Sprachenfrag« im Geist« des von der Arbeiterpartei emp- sohlenen Kompromisses gelöst werde. Dos Manifest wird in einer Million Exemplaren verbreitet. preise für den Reichsiagsbau. Der Wettbewerb um den Erweiterungsbau. Das Preisgericht über den Wettbewerb um den Er- weiterungsbau des Reichstag» hat folgenden Architekten die im Prcgramn, ausgelobten Preis« zuerkannt: * a) dcn Architekten Professor Fahrenkamp und Professor de Fries. Düsseldorf, jllr den Entwurf Nr. 13. b) den Architekten Holzhauer und Dipl.-Jng. Franz Stamm, München, für den Entwurf 17. c) dem Architekten Professor Schmitthemrer. Mnarbeiter Architekt Loebell. Stuttgart, für den Entwurf Nr. 1«. Die Entwürfe werden vom 9. Dezember 1929 ob voraussichtlich acht bis zehn Tage in der Technischen Hochschule in Charlottenburg öffentlich ausgestellt.__ Die Regieruagsbilduug w, Prag stockt noch immer. Neuest« Phaser tschechische Sozialdemokraten lehnen Udzals Angebot von nur zwei Mirristern für sie und nur eines belanglosen Minister» für die deutschen Sozialdemokraten ab, zumal Udzal» Partei den Borsitz und drei Ministerien erholten soll. Don Progrämmverhand- lungen ist noch keine Rede. Die deutschen Sozialdemokraten der Tschechoslowakei halten ehren Parteitag am 30. Xootmbec m SViffgfrnt» zu Aojstg ab. Das Recht der Llnehelichen. Die Ausgestoßenen sollen gleichberechtigt werden. Der Rechtsausschuß setzte gestern di« Beratung über den Entwurf eines Gesetzes über die unehelichen Kinder fort. Es wurde vor- geschlagen, daß di« Unterhaltsansprüche des unehe- lichen Kindes gegen den Vater mit dessen Tode nicht erlöschen. Abg. Rosenseld begründet« einen sozialdemokratischen Antrag, das dem unehelichen Kinde statt eines Zahlungs- anspruche» gegen di« Erben des Baters ein Erb- und Pflicht- teilrecht wie dem ehelichen Kinde geben soll. Dieser Antrag wurde nach kurzer Beratung mit den 12 Stimmen der SozlaGemokraten und Kommunisten gegen 10 Stimmen der nur schwach vertretenen bürgerlichen Parteien angenommen. Der Gesetzentwurf läßt im§ 1714 eine Vereinbarung zwischen dem Vater und dein unehelichen Kinde über den Unterhalt zu. Dieser Paragraph wurde angenommen. 8 1715 verpflichtet den Vater, der Dtutter die Kosten der Ent- bindung, sowie die Kosten des Unterhalts für die Dauer von 4 Wochen vorher und für die ersten sechs Wochen nach der Entbindung zu ersetzen. Auch diese Bestimmung wurde angenommen. Z 1716 des Entwurfs gestattet den Erlaß von einst- weiliger Bersügung, durch welche schon v o r der Geburt des Kindes derjenige, bei dem die Dorausletzung für die Feststellung der Pater- schast vorliegt, verpflichtet wird, für die ersten drei Monate Unter- halt zu gewähren und den erforderlichen Betrag angemessen vor der Geburt zu hinterlegen. Abg. Hanemonn(Dnat.) äußerte Bedenksn, weil in einer solchen Bestimmung manche Bevorzugung eines unehelichen Kindes gegenüber einem ehelichen liege. Abg. Frau Pfülff(SoZ.) trat diesen Ausführungen entgegen. Je bester man die Lage des un- ehelichen Kindes gestalte, um so weniger Beranlassunz lieg« zur Abtreibung vor. 8 1716 wurde nach der Regierungsvorlage an- QtllOIIWICtt. Ginowjew bereut zum zweitenmal. Für die eiserne Disziplin. Moskau. 27. November.(Ost-Expreß.) Di«„P r o w d a" veröffentlicht ein Schreiben, welches S i n o w- j e w an das Präsidium der Zentrvlkontrollkommistion der Kam- munistischen Partei gerichtet hat. Obgleich Sinowjew schon vor längerer Zeit durch vollständige Unterwerfung unter di« Pavteizentral« Vergebung für seine früheren oppositionellen Ab- irrungen erlangt hat. scheint er es dennoch für nötig zu halten, fein« rückhaltlos« Ergebenheit und Treue gegenüber der Parteimehrheit nochmals ganz besonders zu bewnen. Er nimmt dabei Bezug auf die jetzt in Gang befindliche„Säuberung" der Partei: bei den Fragen und Feststellungen der Revisionskommission hat er, wie aus seinem Schreiben hervorgeht, in einzelnen Acußerungen über di« Opposition und ihre Politik sich unklar ausgedrückt und befürchtet nun, daß sein«„unbedingte Solidarität" mit der Parteimehrheit nicht deutlich genug zum Ausdruck gekommen sei. Infolge- besten betont er nochmals, daß er„eiserne bolschewistische Disziplin' für notwendig hall« und sich ihr füge. Sein einziger Wunsch sei, daß die Parteigenossen sich davon überzeugen, daß ich mich wieder- um ganz mit der Partei verschmolzen habe und mich absolut einig mit ihr fühle". Dies« Erklärung läßt ebenso wie di« Unier- wersungserklärung von Rykow, Bucharkn und Tomski erkennen, daß das Zentralkomitee der Partei zurzeit mit Erfolg die Opposition niedergerungen hat. Immerhin ist diese nicht völlig erloschen. lieber di« Anhänger der sogenannten Bucharin-Schule, die sich hauptsäch- kich um den Iungkommunlsten Stepkow m Samara gruppiert, erhält di«.Pirrtada" ein« Meldung aus Samara, wonach die dortigen Oppositionellen auch jetzt noch, d. h. nachdem Bucharin selbst sich unterworfen hak, ein« durchaus rebellische Haltung ein nehmen. Pofcicare geheilt. Poincarö wird Ansang Dezember die Klinik verlassen und in sein« Wohnung überkiedetn. Mitte Dezetrb»- r'-'i er«in« Erholungsurlaub«un Mittelmeer nehmen. Schafft Arbeit! Vundesausschuß des AOGV. und Arbeiislosenfrage. . Aitf Zundesauslchußsitzung des Allge- meinen Deutschen Gewerkschastsbundes bek>arche!te Gra hm a n n dsi der Erstattung des Berichts des Bundesnupstimdes sehr aussuhrlich die Finanz not der Städte und die schlechten Aussichten, die sich daraus für die B a u t ä t i g k e i t in den nächsten Icchren ergeben. lieber die Maßnahmen, die ersorderlich sind,»/,> die Bautätigkeit planmäßiger zu gestalten und insbesondere die behördlichen B.ruvorhaben gleichmäßig über das gaizze Jahr zu n erteilen, hat sich, wie Großmann mitteilte, der Bundesvorstand mit dem R c i ch s a r b e i t s m i n i st c r i u m ins Benehmen gesetzt. In der Aussprache über den Bericht des Bundesvorstandes wurde von den Vertretern verschiedener großer Organisarionen init schärfstem Nachdruck betont, daß im Arbeits schutzgesetz bei der Regelung der Bestimmungen über Mehrarbeit unter allen Umständen der Tatsache der ständig gewordenen Arbeitslosigkeit Rechnung getragen werden müsse. Bestinmningen, die eine rcgel- mäßig« Ueberschreitung der achtstündig«, Arbeitszeit zulassen. hätten joden Stnn verloren, wenn, wie heute, die Rcrt'ronalisierung zu starken Betrieb seinschräirdingen und Stillegungen führe. Nach der Neuregelung der Arbeitslosenversicherung f« nunmehr der Äanipf um ein« sozial erträgliche Durchführung des Gesetzes in den Verwaltungsausschüssen aufzu« nehmen. Es verstehe sich von selbst, daß ein« Revision der V« rsich e r u ng z l e i stu ng e n, wie sie etwa da und dort im Zusammenhang mit der Finanzreform gefordert wevd«, völlig undiskutabel fei. Dagegen müsse eill« E r w e i t««?u n g des der Arisenunterstützung unterstehenden Personenkrrises e>rtschiede« gefordert werden. Ebenso müßten Maßnahmen für eine großzügige Arbeilsdefchaffuo, vorbereitet werden. Eine wichtige Aufgabe für die Begirkssekretäve besteh« darin, in ihrem Bezirk zusammen mit den Bauarbeiter- orgainsationen der Absicht mancher Komimmen entgegen zu treten, ihre Bauvorhaben einzustellen oder einzuschränken. Mit großer Entschiedenheit wandt« sich der Vertreter des Deutschen Baugewertsbundes gegen«inen Vorschlaq, der dahin geht, zwischen den Organisationen der Unternehmer und Arbeiter des Baugewerbes ein« Vereinbarung herbeizuführen, wo- durch die Löhn« der Bauarbeiter im Winter planmäßig ge- senkt werden sollen. » Der Bundesvorstand hat, wie werter aus den, Bericht Graß- hervorgeht, gegen den Entwurf eine» Lichtspiel- gefetz es protestiert Der Nachlaß Karl Legten» ist auf die Bitte der Archivleitring in das R e i ch s a r ch i v übergeführt morden. Das Besigrecht des Bundesvorstandes sowie das Recht, über eiwaig« Publikationen aus dem Nachlaß z» entscheiden, wurde vertraglich gesichert. lieber die N cum oh l der chandwerkskammern sprach Schlimm«. Die Neuwahl ist vor der endgültigen Fertigstellung der.Handwerksnovelle nicht möglich. Erst dann kann auch die Neu- wähl der Gesellenausschüsse«rsolgen. Da di« Gesellenausschüsse sich durch Auwahl von Sachverständigen bis zu einem Fünftel der Mit- gliederzahl ergänzen können, so ist bei der bevorstehenden Neu- formulierimg der haichwerkskanunersatzungen darauf zu achten, daß Gewerkschaftsvertreter in genügender Zahl in diese Arbeitnehmervertretungen gewählt werden. Di« Debatte über da� B e r u f sa u sb i ldu ng s g es e tz war trotz scharfer Kritik an im Mängeln des Entwurfs beherrscht von dem Hinweis, daß es schließlich doch in der Hand der Gewerkschaften liege, aus dem Gesetz einen Hebel für den Fortschritt zu machen. F a h l e n d(Schornsteinfegers und Schliestedt(Deutscher Metall- avbeiterverband) forderten schärfere Fassungen zum Schutz von miß- ginsstsgen Auslegungen des Gesetzes. Schliestedt hält den Fortschriit des neuen Entwurfs gegenüber dein früheren für sehr gering. Bernhard(Bundesvorstand) betont, der Entwurf müsse krüftig verbessert oder abgelehnt«erden. Die Lehrzeit dürfe drei Jahre nicht überschreiten.' Die Schulstunden müßten nicht nur als Aibeitsstunden gelten, sondern auch in die Arbeitsstunden verlegt.«erden. Die von Unternelrmern«ingerichteten Werkstätten seien unter staatliche' Aufficht zu stellen. M a h l« r(Bundesvorstand) wie? daraus hau,'daß das Gesetz sämtliche Jugendliche ersaßt, nicht mir die.Handmerkslehrlinge. Er sieht, wie auch Tornow(Hol;- arbeiterverband) und Krautz(Buchdruckerverband) den enffchei- denden Punkt bei der Beurteilung des Gesetzes in der Mitarbeit der Gewerkschaften Das Gesetz, betonte Tarnow, schaltet die tarifvertragliche Regelung nicht aus, und di« Parität in den Ausschüssen sei ein« wirkliche Parität. Krautz forderte eine Klausel, wonach bestehend« tarifliche Regelungen auch Vereinbarunzen der parttätischen Ausschüsse vorangehen. Lehmann (Gärtner) verlangte Einbeziehung der Gärtner in das Gesetz, soweit sie in ausgesprochenen lmrdwirffchaftlichen Unternehmungen tätig sind. M o s ch k« betont« gegemiber Bernhard, daß Regelung des Berussschulbesuchs und Festsetzung der Schulstunden nicht im Berufsausbtttnmgsgesetz erfolgen könne: sie feien eine Landessache. Die Gewerkschaften hotten hier andere Möglichkeiten, sich Geltung zu verschoiien. Schuhindustrie und Schiedsspruch Verbindlichkeitserklärvng beantragt. Zw tohnslrcit der deulschen Schuhindustrie haben die Arbeit- gederverbände den Schiedsspruchs de« der Sonders chlichler am 20. November gefällt hat. abgelehnt. Die Arbeiter- verbände habe« de« Schiedsspruch angenommen und verbindlichkeilserklörung beim Zleichsarbeilsminister 'beanlrogl. Die Nach»er Handlungen finde« am Montag, dem 2. Dezember, im Neichsarbeilsministerium statt. * Di« KPD. lädt die Berliner Funktionäre der Schuh- macher zu einer Konferenz ein,„um auch gegen den Willen der opparttmffttschen Ortsvermoltung di« notwendigen Schritt« zur Kainpfesorganisierung zu b«>schließen". Nach dein beispiellosen Fiasko der in den letzten Monaten von der KPD. organisierten Streiks ist diese Partei .zweifellos berufen, die Schuhmacher in eine Niederlag« hineinzureiten. Vorausgesetzt, die Schuhmacher laufen hmrer der Sowjetsahn« her. Dafür besteht allerdings selbst bei den Kommunisten nur eine sehr schwach« Hafftrung. Welcher organisierte Arbeiter, und selbst unorganffierier Arbeiter wird heute noch dieser Partei die Führung eines Wirts choitskompses anvertrauen? Di« infamen Beschimpfungen der DertrauenÄeui« der Schuhmacher, mit denen die Einladung umrahmt ist, wird schon jedem ehrsühleiiden Schuhmacher den Besuch der kommunistische» Veranstaltung oerbieteir. Di« anderen— nun, die können ja die üblich« Resolution annehmen, in dem Bewußtsein, daß die ganze ..Aktion" damit erledigt ist. Was die Wahl von Delegierten zu den, koniumnisti- scher, Spoltungskongreß betrifft, werden nur d i e Mitglieder de? Zentraloerbondes dazi, bereit sein, die ihrer Mitgliedschaft überdrüssig sind. Und die wird die KPD. fnchen müssen! Das Tischtuch ist zerschnitten. Die gswcrkschastsfeindliche KpO. Die Berliner Ortsgruppe des Verbandes der Nohrunzsmittel- und Geiräntearbeiter hielt am Dienstag im Gewerkschaftshaus ihre Ouartals-Generalverfanimlung ab. Der Vorsitzende, Genosse H o d a p p, schildert« in seinem Ge- schäftsbericht zunächst hingehend den Berlauf der fünf L o h n- und Ta r i f b« w e g u n g e n, die im 3. Quartal geführt wurden und die für 15 422 Beschäftigte eine wöchentliche Lohnerhöhimg von 26990 M. brachten. Hodopp wandte sich dann nach der Besprechung einiger organisatorischer Angelegenheiten dem g e w e r k s ch a f t s- feindlichenTreibenderSPD. zu. Der offen« Kampf dieser ..Aucharbeiterpartei" Zwinge die freien Gewertschafte» dazu, vor allej! Oeffenilichkeit zu betonen, daß es zwischen den sreien Gewerk- schaffen und der KPD. irgendwelche Berührungspunkl« nicht mehr gibl. Es ist jedem Gewerkschastsmitglied nach wie vor frei- gestellt, einer beliebigen politischen Partei anzugehören. Ver- langt wird wir, daß sich jeder Gewerkschafter an die Beschlüsse und Statuten seiner Organisation hält und n i ch� innerhalb des Verbandes gegen ihn kämpft. Gegen die Bestrebungen der Kommunistischen Partei, die Führung der Wirtschoftskämpfc an sich zu reißen oder Kämpfe gegen die Gewerkschaften selbst auszulösen, werden sich a l k e Organisationen mit aller Schärfe wenden. Der Verband der Nahrungsmittel- und Gctränkearbeiter wird u n n a ch- fichtlich jedes Mitglied ausschließen, das sich zu dem kommunistischen Gewerkschaftskongreß delegieren läßt oder zu seiner ideellen oder finanziellen Ilnierstützung beiträgt. Diese Ausführungn des Genossen Hodapp wurden van der Generalversammlung mit lebhafter Zustimmung aufgenommen. Nach dem vom Genossen Barth erläuterten Kassenbericht hat sich der Lokalkassenbestand infolge der Ausgaben für den Umbau der Bureauräume im S. Quartal um 3278 M. auf 62 170 M. verringert. Der Mitgliederbestand hat sich im Berichtsquartal um rund 600 auf 17 536 erhöht. Nach einer kurzen Diskussion, in der die Tätigkeit der Orts ver- waltung voll und ganz anerkannt wurde, stimmte die Generalversammlung de», Beschluß der Ortsgruppenleitung zu, wonach den j arbeitslosen Berbandsmitglicdern eine Weih,, nchtsspendc � gewährt werden soll. Arbettszett bei der Gsteichspost. Kür die Aahnpofibeamten 10 bis 13 Stunden! Als der Reichstag die Arbeiiszeitverordnung verabschiedete. wurde bei der Reichsopft eine Verlängerung der Arbcitsschichlen bis zu 15 Stunden herbeigeführt, indem auf den von Berlin auslaufen- den Haupteisenbahnsirecken das Durchfahren der Bahn postbc- a m t e n beispielsweise bis Frankfurt a. M. eingeführt wurde. Vordem war Personalwechsel in Eisenach oder Kassel. Aus Sparlamkettsgrüichsn wurde dieser Wechsel abgeschafft. Für die von Berlin nach Frankfurt a. M. durchfahrenden Beamten ergab sich selbst bei den N a ch t s ch n- l l z ü g e n eine pausenlose Arbeitszeit von 16 bis 15 Stunden. Dabei ist der Dienst der Postbeamten im fahrenden Eisenbahn- Postwagen sehr anstrengend. Die Briessendungen müssen von Sta- tion zu Srntion auf die einzelnen Stationen verteilt und n, Bnef- beuteln wohloerpackt abgeliefert werden. Dabei bleibt kaum Zeit zur Berrichtting der dringendsten Bedürfnisse. Ununterbrochen hastet der Betrieb weiter. Der Beamte findet während der langen Arbeitszeit oft keine Gelegenheit zur Nahrungsaufnahme. Pausen sind dasür von der Postverwaltung nicht vorgesehen. Der Beamte wird von den anstreugenden Arbeiten so sehr erhißt und ermattet, derart phyfisch und psychisch ausgepumpt, daß er für Erkrankungen! besonders empfänglich ist. Di« Ersparnisse, welche die Postverwaltung durch dies- Maß-| nähme zu erzielen glaubte, bestehen imr scheinbar. Sie werden' durch die Kosten für K r a» k en»«rtr e k u n g e n«sttder auf. gewogen. Im letzte:, Geschäftsbericht der Deutschen Reichspost wird auch allgemein zugegeben, daß die Erkrankungsziffer der männlichen Beamten gefkiegen ist. Als Ursache wird lediglich die lange KÄte- Periode des letzten Winters angesehen. In Wirklichkeit ist die»R a- t i o n a l i s i e r u n g" die Hauptursache der steigenden Erkraiikungs- zifser. Die Postverwaltung wird diese Wirkung der Ratiavalisie- rung um so weniger ignorieren können, da sie dem Reichssporkam- missar gegenüber erklärt hat: „Die in den letzten Iahren bei der DRP. in sehr starkem Um- fange durchgeführte Rationalisierung hatte die Beamten zu einer intensiven pausenlosen Arbeitsleistung gezwungen, die sich in einzelnen Dienstzweigen großer Verkehrsämter derart auswirkte, daß nicht nur die ordnungsmäßige Dienstobwicklung darunter litt, fanden, daß daraus auch infolge mangelhafter Gs- bührenberechnung oft Nachteile für die Postkasse erwuchsen." Es ist klar, daß diese Art Rationaiisi-rung die Beamten auch gesundheitlich schädigt und. zu häufigeren Krankmeldungen zwingt. Di« Arbeiiszeitverordnung gilt zwar nicht für die öffentlichen Beamten, das darf deswegen aber nicht als Freibrief für eine unbe- schränkte Arbeits, zeit der Beamten gelten, zumal nicht für eil« Kate- gorie von Beamten, deren Tätigkeit derart anstrengend ist wie di« der Bahnpostbeamten. Die„Sparsamkeit" der Reichspost darf nicht auf Kasten der Gesundheit der Beamten geh n. Es ist unbedingt erforderlich, hier endlich Abhilfe zu schaffen. Oie schwache Sielte. Die Trauer der maskierten Sntlarver. Vom Sonntag bis Mittwoch früh hat das offiziell« Berliner BolschewiftenMatt gebraucht, um über die Niederlage der KPD. bei den Hand fetzern zu berichten. Auszuziehen, um den Vörstand zu besetzen— und um ein Sechstel(nicht ein Fünftel, wie es irrtümlich in unserem Bericht hieß) der Stimmen zu erhalten, ist freilich schlimm. So spricht denn dos BolschewistenMatt von der„schwachen Stelle in der Front der revolutionären Opposition". Das habe„sehr viele Ursachen", weil P i e t s ch seine Position zum Kampf gegen die Opposition benutzt«. Nicht nur Pieffch allem sei ein«„reale Ursache". Die Sozial- denwkraien maskierten sich als Amsterdamer.„Die revollitio- näre Opposition im Buchdruckerverband wendet derartige Tricks nicht an." Fällt den Moskowitern keine bessere Ausrede ein? Unsere Genossen treten in den Gewerkschaften offen auf als das, was sie als Gewerkschafter sind: Anhänger Amsterdams. Die Anhänger Moskaus aber maskieren sich als„O p p o- s i t i o n", um olle jene einzufangen, die aus irgendeinem Grunde unzufrieden, aber nichts weniger als Bolschewisten sind. Bisher hat das bei einem Teil der Buchdrucker auch ver- fangen. Aber nun es offen gegen den Berbaitd geht, beginnt es zu tagen. Das ist di«„reale Ursache" der Niederlage der Mosko- witer bei den Handsetzern. Achtung, Noßhaorjpinner und Seiler! In der„Ersten Berliner Dampi-Roßhaarspinnerei Mkiengefellichoit Berlin-Weißensec" „E b r o" sind am 22. November die Spinner in den Streik ge- treten. Die Firma hatte den laufenden Lohntaris gekündigt. um«inen Lohnabbau von 4 Proz. vorzunehmen und außer- dem eine A k k o r d r e g e l u n g. für die Spinner einzuführen, die eine bedeutende Verschlechterung für diese mit sich bringen würde. Durch mehrfache Verhandlungen mit der Firma konnte zwar der Lohnabbau zurückgewiesen werden, M den AkkorÜoerschlechte- rungen aber blieb die Firma bestehen. Bon der Belegschaft, die restlos organisiert �ist, stehen heute die Spinner, Aufdrehe- rinnen und Kräufeier in, Streik. Alle Kolleginnen und Kollegen werden aufgefordert, di« Streikenden durch Ablehnung der S t reä k a rb« it, die die Firma in dem Stellenmarkt der bürgerlichen Zeitungen anbietet, zu unterstützen. Zuzug ist fernzuhalten. Deutscher Textilarbeller-verband, Filiale Verlin. Berliner Berufsmufiker! iiüe-tlich««»tt.mwlun, U tth». Im at*6<> twal tt* _______,«etlia. 18"»oJeidta Mar«). Xaaeutkaaa«: ak»»:».It ihr noch weiter buiui-»? ITuch»!« JarifaMiWüflc Im "''~ Ochii»»« Uiaa- an» Sallwirtaaemerbe««Sex SrhauSelt.) Relrrea«: Sekretär SMemea» »am Varliaad bca Deatschen MaftleraerSaade«. 2.?rri« Aaasvrache.»al-aea! Ericheiat in Magen: Dcatscher Mafite-aeriaad. vttaaeramlwaa Berlin. »�reielSewerkschafis'Jugend Verlin. Heuke, Donnerstag, 19H Ubr. tagen d'.e Grurven: R»rdw�stt«ls: Zn der Schulaula Wiesen« Ecke Panistra�e. WerbeverQ.l staltung. Pro- gramm: Musik. Ansprache, NezUation, Lchattenfpiele. Lprt6> uad ?eweq'.lngschor„Div'dende". Eintrittskarten und an de? Äasse*u haben.— Atünlluclct Allee: IugeiMeim frankfurter Alloe 307(Dalier.Ratlxnc�:. ."tminer). Drettspielabend.— Landsberger Platz: Iugendbewi Graste frrank- furter 61r. 16..Timme* 6. Heiterer Lcscabend.— Lichteaberg und ReU'Lichten. beeg: Iivfnk>beim Haunstraste. an der Lesstngstraste. Bunter Abend.— Tempos- l»»f: Grunprnbeim. LnZeum Germaniaftr. 4—6. Literorischer Abend. Wir lesen ans:..Zm Westen nichts Neues".— SLdostcv: Grnypenbeim Rcichenbergcr Straße 66 t5?cnenvchrhalis). Einfstbrungsnbend.— Ge'undbrnnnev: Jugend» beim. Rote Schule. Eoienbnrger Str. 2. Vortrag: �Private, kommunale und ae: ofsenschaftliibe Aeir'iebsntiiernebmungcn".— A'öpenick: �gendheim Griin- aucT Str. Unterdaltungsabend.— Schöneweide: Jugendheim Oberschone- weide. Laufener Str. 2 lobeves lnntere» Zimmer). Lieder- und Brettsvielabend. — Wedving: Gruppenheim, Städt. Jugendheim. Ortdstr. 10. Der Gruppenabend fällt ans. Wir neben Zur Werbeveronstaltunq.— Roavit: Das Gruppenhenn 'st geschlossen. Wir gehen zur Werbeveranstsltung. @�uaendaruvpe dessZentralrerfandeS der Zlngeflellt«, 5xate, riiAfn kalarnd« B«,aaftaNaaa«a statt: Baak»». «irdarlckönhaasmi!?!u««n»k>-!M Sör'chstt. 1« iarostes Ziaumr). Dis. Inttioa-abcad:. Mod-rne— Zicptam: Zuq-nLkicim der Schul» KUd-nbruSZir. SS. Sartta«:..Eut kalkuliert h-i�t doppelt prrdiratt. R-sc. ,»>!<: Willi Drrkow.— Schäa»d«q>: Aupradkittat Saupisir. Zä l Saio-bijud-, Stiirinacniilmmrr). Krimabond. � tSomnuslittursus im Vesktlo-�i-Lnirmn. Licht-nZxrq. Prinii-Zllbert.Srraftr. Acainu 20 Illif uni»onmofs: an» Karftadt;■Jlrjtio-n;». Slatff. lomiita) ,n Borna. 3,(iiaq: korwärls-Veriog®. m. b. A. Berlin. Druck: Borwärts-Buckdruckkrei und Arrlaasauktait Paul Sins-r a. ck«., Berlin SW.«Z. Liabtustraßr i. Kirrzu z B«il»s«a and„tlat-rdaltans»ad Bisse»'. MO 253ägapettenxu5pfy. erhält jederMaueher für 100 Einheiten Ir. 557* 46. Jahrgang ± Beilage des Vorwärts Donnerstag, 2». November 4929 «ES3ra�??WllilililHi Könn«n sich heute noch viele Menschen in hie Zeit zurückdenken, als das Wort �Ladenschluß" durchaus noch nicht zum allgemeinen Wortschatz gehörte, weil es einfach keinen einheitlichen Ladenschluß gab?- Man saß. je nach der Branche, bis zehn, auch bis elf im Laden, die Kundschaft war eben dran gewöhnt, ihn in jedem halbwegs passenden Fall als eine Art von Klublokal zu betrachten, ob es nun ein Zigarrengeschäft oder«in Grünkram mit Flaschenbier- Handel war. Dann kam der Neunuhrladenschluß, und es muß gesagt werden, daß der von den meisten kleinen Geschäftsinhabern selbst wie eine Erlösung begrüßt wurde, wenn sich freilich auch vorher keiner getraut hatte, allein den Anfang zu machen. Dann kam der Siebenuhrschluß, und der ist ja noch nicht so alt, als daß wir nicht alle noch wüßten, mit welchen düsteren Prophezeiungen er begrüßt wurde. Und nun?— Nun sind wir daran gewöhnt, und es ist zu wetten, daß drum kein Stück Ware weniger oerkaust wird. Und wie wir uns an den Siebenuhrladenschluß gewöhnt haben. so würden wir uns sicher auch an die Forderung der Angestellten- verbände gewöhnen: An den Fünfuhrschluß der Laden- geschäft« am Weihnachtsabend. Denn wer kauft schon in den zwei Stunden von süas bis sieben am Weihnachtsabend— und welche Dinge werden zu dieser Zeil noch so dringend benötigt? Die Wunschzettel standen ja so lange vorher fest, die Geschenke sind zu- meist gekauft: Nur der einsame Junggeselle läuft noch schnell, um ein Tributgeschenk für die Frau des Hauses einzuhandeln, in dem er diesmal seinen Weihnachtsabend verbringen darf. Ja, und dann kommt natürlich noch die Hausfrau, die in einer Art von Torschluß- panik glaubt, über den ersten Feiertag unbedingt trotz aller Weih- nachtskuchen verhungern zu müssen, wenn ss« nicht noch um drei- viertel sieben ein Brot, eine Büchs« Oelsardinen und eine Braun- schweiger Wurst einholt. Es ist interessant, daß sich in den Derhandlungen mst den Einzelhandelsverbänden deullich herausgestellt hat, wie wenig einheitlich die Interessen dieser Organisationen eigentlich sind. Die großen Geschäfte in der City sind im allgemeinen dem Fünfuhrschluß durchaus nicht abgeneigt, besonders würden sich die Warenhäuser nicht sträu''-n, um fünf zu schließen, wenn auch der Umsatz dieser zwei Stumcn gerade bei ihnen noch ein« erheblich« Summe repräsentiert, da für sie ja auch ihre Häuser in den Außenbezirken in Betracht kommen. Denn das ist ja das Charakteristische am Weihnachtsabend: Donfünf Uhranliegt das Zentrum der Stadt fast tot da, in den großen Spezialgeschäften würde ein Kund« sogar berechtigtes Aufsehen er- regen. Don denen, die Straßen und Kaufhäuser bevölkern, ist mich nur noch ein kleiner Prozentsatz als Käufer anzusprechen: Der Weihnachtsabend bringt noch einmal eine ganz besondere Sorte von„Sehleuten" auf die Bein«: inancher, den zu Haus nur«in« ein- fame taste Stube— und oft nach nicht mal die— erwartet, sucht sich bis zur letzten Stunde an der geschäftig-gsschäftlich aufgemachten Weihnachtsfreude zu wärmen. Di« kleineren Geschäft« an der Peripherie aber glauben, nicht auf die„Angstkäufer" der letzten Stunden verzichten zu können. Aber da gerade das Käuferpublikum dieser kleinen Geschäfte sich zumeist aus den Kreisen der Arbeit- nehmerschast zusammensetzt, wäre es richtig, wenn nun einheitlich von allen Arbeitenden die Parole aufgenommen würde: Wir kaufen nicht am Weihnachtsabend ein! Denn es ist ja keiner von uns Käufer, der nicht auch auf der anderen Seite irgendwie Arbeitender wäre, und selbst das Geschick der säumigsten Hausfrau ist eng an das Geschick ihres Mannes geknüpft, der irgendwo dort drin in der Stadt arbeitet und den sie doch spä- testens um sechs Uhr am Weihnachtsabend zu Haus erwartet. Noch ist es nicht gelungen, den Angestellten des Einzelhandels das Wochenende zu erobern, trotz aller guten und klugen Argumente auch von feiten der Wissenschaft. Nach diesen Wochen vor Weih- nachten, in denen sie mit Anspannung all ihrer Nerven, all ihrer I KSrperkraft arbeiten mußten, sind sie aber kaum noch fähig, nach � dem normalen Arbeitstage ein noch so still« Fest zu feiern Di« Solidarität aller Arbeitenden sollte ihnen in ihrem Kampfe helfen — und sie sollte es den Gescbäfteinhabern danken, dl« sich zun: Fünfuhrschluß am Weihnachtsabend bereiterklären! Kamps dem Wohnungswucher! Bei unserer katastrophalen Wohnungsnot ist es mehr als unverantwortlich, daß« immer noch ein« Reih« von Wohnungen gibt, die auf indirektem Wege, also unter Umgehung der Wcchnungsbehörde, ihren Besitzer wechseln und auf dies« Weis« oit längere Zeit leer stehen, bis sich der„Richtige" findet. Täglich erhält der„Vorwärts" eine Reihe von Zuschriften, die auf diese Mißstände hinweisen. Da gibt es z.B. Swbe und Küche, die in- folge Exmittierung ihrer Bewohner sofort zu beziehen sind, dort ist die Wohnungsinhaberin vor mehreren Monaten gestorben und ihr Schlafbursche, ein lediger junger Mann, versucht setzt, die Woh- rnrng für sich zu annektieren, an einer anderen Stell« wieder lebt die Wohnungsiichaberin seit Jahren im Ausland und ihre Unter- mieter haben scheinbar stillschiveigend die Wohnung übernommen. und so gibt c» noch ein« ganze Anzahl der verschiedenartigsten Machinationen, wodurch denen, die dringendsten Anspruch auf«in« Wohnung besitzen, di« Möglichkeit der Erlangung einer solchen auf legalem Wege erschwert oder überhaupt unmöglich gemacht wird. Don der großen Anzahl ewig leerstehender Häuser, di« in anders Hände übergingen, angeblich vor dem Abriß stehen sollen, jedoch vom neuen Besitzer bisher weder niedergerissen, noch vermietet wurden— wie z. B- der Häuserblock Potsdamer Straße 39 bis z 2 und Steglitzer Straße 27 bis 28— soll bei dieser Gelegenheit ebenfalls gesprochen werden. Bon allen Seiten muß geholfen werden, durch Aufdeckung dunkler Provitgeschäfte dem Wohnungswucher, der noch immer feine Blüten treibt, das Handwerk zu legen. Neues vom Rundfunk. .Große Umwälzungen.- Vor dem Ende des Bildfunks. Die zahllosen, berechtigten Klagen über die schlechte Cmpsangsverhälkuisse im deutschen Rund- sunk veranlaßken den Rundsunkkommissar Dr. Bredow, gestern aus einer Konferenz von Fachleu leo die Pläne der veranlworkllchen Rnndsnnklelter für die Abstellung dieser wißstände zu erörtern. Vi« Ursachen der vielen Empfangsstörungen liegen i m Wellendurcheinander und dem Bau ausländischer Groß. sevder, die mit viel höherer Sendeenergie arbeiten al» die deutschen Sender. Dazu kommen örtliche Störungen durch Mowre, Heil- gerate, Straßenbahnen und andere Empfangsbeeinflussungen, die die Empfangsgeräte untereinander verursachen. So sind nach einer für Groß-Berlin ausgestellten Statistik 45 Proz. oller Störungen Rückkoppelungsstörungen. Staatssekretär Bredow betont«, daß alles getan wird, um die Sendeverhältniffe so schnell wie möglich zu bessern. Das Reichspostministerium wird hier- für die erforderlichen Geldmittel zur Berfügung stellen. Inzwischen werden sich allerdings die Empfangsverhältnisse vorübergehend noch verschlechtern. Denn es soll keine Flickarbeit geleistet werden, man will vielmehr das deutsche Rundsunksendernetz grundlegend umgestalten. Im Mittelpunkt wird dabei die Aufstellung von leistungsfähigen Großsendern stehen. Für die neuen Groß- s« n d e r ist gleichmäßig eine Anten ne nie i st ung von 60 Kilowatt vorgesehen, die im Bedarfsfälle auf 100 Kilowatt, wie sie die stärksten Auslandssender haben, gesteigert werden kann. Besteht also über die Stärk« der neuen Sender volle Klarheit, so sst über ihr« Zahl und ihren Ausstellungsort noch keine end- gültige Entscheidung getroffen. Der erste Großsender soll in Süd- westdenlschland. jedenfalls bei Stuttgart, aufgestellt werden, weil dort die Empfangsverhältniss« zurzeit am ungünstigsten sind. Die Auftragserteilung zum Bau dieses Senders steht unmittelbar vor dem Abschluß, als Bauzeit sind neun Monate vorgesehen Don den Ersahrungen, die man mit diesem neuen starken Sender machen wird, soll dann die Errichtung des zukünftigen Großsendernctzes abhängen. Aller Voraussicht nach dürsten neun Großsender er- richtet werden, wozu in bestimmten Großstädten örtliche Sender im Gleichwellenbetrieb kommen, die einen ungestörten Empfang auf einen Umkrets von 10 Kilometern garantieren sollen. Im Bildfunk sind ebenfalls in absehbarer Zeit ein- schneidend« Umwälzungen zu erwarten. Man sst sich klar darüber, daß das heutige Empfangsgerät des Bildfunks für Laien schwer bedienbar ist, wozu die rasche Verfärbung der Bilder kommt, ganz abgesehen von den Störungen des abendlichen Fern- cmpsongs durch den Bildfunk. Wenn man auch versuchen würde, dos Programmm zu aktualisieren, zum Beispiel durch Illustrierung' des täglichen Funkprogramms, so bringt dies wieder so viele Nach- teile, daß man jedenfalls wie in England vorgehen wird, wo am 1. Nooember der Bildfunk ganz«ingestellt wurde. Bis dahin wirb man omtlicherseits den Bildfunk nicht weiter forcieren. Bemerkenswert war noch die Erklärung Dr. Bredows zu den von gewisser Seite ausgestreuten Verdächtigungen über di« Rund- funkleitung im Zusammenhang mit der Benutzung des Rundfunks durch die Reichsregierung. Für die verantwortlichen Leiter des Funkwesens sst die Reichsregierung erste Autorität im Staat«, und die Förderung des Staatsgedankens vornehmste Ausgabe, selbstverständlich auch für den Rundfunk. ff vAsM Aber während sie schon von Kriegsende und Heimkehr sprachen, bereitete sich im Hause ein Abschied vor. der sie daran erinnern mußte, daß das Land noch inmitten des Kampfes stand. Hans von Küsters Ausbildung bei der Artillerie war zu Ende. Erst konnte die Gräfin die Zeit noch nach Wochen zählen, dann nur nach Tagen— die Hoffnung, daß die Entscheidung des Krieges noch fallen würde, ehe Hans hinauskam, diese törichte Hoffnung, di? nur eine Mutter hegen konnte, schrumpfte ein und schwand. Sie kam morgens bleich aus ihrem Zimmer herunter; aber Irene sah hell— denn der Stolz auf ihn ließ ihre Augen blitzen— den Bruder an. Er selber war noch von dem früheren Geist durchdrungen, höchstens hatte sich die spontane Begeisterung in eine beruhigte Ueberzeugung verwandelt. Cr kam kurz vorm Dunkelwerden nach Haus, über vier Tage mußten sie mit dem Ausmarsch rechnen. Die Gräfin hatte verweinte Augen, der Graf war schweigsam, Irene sprach mit fieberifcher Lebhaftigkeit, der einzige, der in der Tat seinen Gleichmut zu bewahren schien, war der Soldat selbst. Und an diesem Nachmittag kam Esther Rubin, um sich ihres Auftrages zu entledigen. Wenige Minulen, bevor das Mädchen sie In die Stube einließ, war die Gräfin von einem Weinkrampf erschüttert worden, sie ruhte jetzt unter dem ionsten Zuspruch ihrer Familie im Nebenzimmer auf der Chaiselongue. Esther hörte das stoßweise Schluchzen. In ihrer einfachen Schwesterntracht stand sie in der Nähe des Fensters, draußen lag Schnee, die Dämmerung kam schon herein. Die Tür wurde geöffnet, und herein kam der Soldat. Er stand still, überrascht, dann schloß er mechanisch die Tür. Die sahen sich an. vielleicht für eine Sekunde, vielleicht für länger. Dann fragte er sie mit einer tieferen Stimme, als er sie an sich kannte, und sie antwortete ihm mit einem bebenden Unter- klang, der ihr fremd war. Sie sagte die Worte her, die man ihr aufgetragen, und gab ihm in seine Hände, was man ihr übergeben hatte. Und als sie ihren Namen nennen mußte, geschah ihr eine Empfindung, die ihr früher niemals geschehen war: sie schämte sich ihres eigenen Namens. Sie schämte sich, daß sie Esther hieß, und schämte sich, daß sie Nubin hieß. Der General von Lothringen hatte ihren Namen so zärtlich ge- sprochen, aber hier— sie war eine Jüdin. Und schämte sich tiefer noch, daß sie sich schämte. Aber sie fühlte dennoch, es war ihr Gewißheit, sie durfte dejf Namen nicht sagen. Sonst war mit dieser Sekunde ein Leben vorbei. Einen Augenblick rang sie, schwieg sie, suchte sie, schluckte sie. „Christine Gast", sagte sie dann- Sie saßen am Fenster, draußen lag Schnee. Er fragte nach Hohenau, nach Wäldern und Dörfern, di« sie beide kannten. Ja. das Leben stand still, der Tod marschierte. Krieg warf seinen Schatten aus Städte und Land. Der An- stürm des Hungers, der tausend Entbehrungen, die den Säug- sing entkräften und die Alten entnerven, begann. Der Sturm, der das Ende brachte, mußte kommen. „Ueber vier Tag- fahr ich ins Feld." Nur der Schnee warf sein bläuliches Leuchten herein. Hans sah. was in ihren Zügen geschah. Die Wanduhr gab Laute. Von irgendwoher kam Weinen, das war seine Mutter. „Ueb-r vier Tage", sagte er noch einmal, unbewußt, und sah vor sich hin. Plötzlich griff er mit beiden Händen zum Hals. Er horchte und hörte noch immer das Wimmern. Zum erstenmal seit aller Zett seines Lebens spürte er einen Hauch aus dem Grunde, aus welchem das Weinen der Mutter kam. Und plötzlich war ihm, als wüchsen an ihm Wogen hin- auf, über ihn hinaus, daß er ohnmächtig gegen sie wurde— über Ihm schlug es zusammen. Der Abschied! Was war das? War Abschied«in Spiel, daß man ruhig dabei kleiden konnte und den Tränen der anderen, die um einen fielen, zusehen konnte wie dem Gebaren der Kinder? War er denn bis hier- her von Stein gewesen? War denn der Krampf, der seine Mutter geschüttelt hatte, nicht eine Aufrichtigkeil der Natur — der Natur, die er über die Pflicht längst vergessen hatte, als wäre sie nichts gegen Pflicht, die Natur! Er erkannte die Pflicht noch immer an— aber der Glaube an den Adel, die Helligkeit dieser Pflicht kam ins Wanken. Wie konnte das kommen? Auch das Mädchen stand auf. Wie konnte das kommen? Weil die Pflicht ein anderes Gesetz verletzte, ein Gesetz, das ihr ebenbürtig war. wenn nicht übergeordn-t. O der Abschied, der Abschied! Vier kurze Tage. Das Leben, das Leben! Er kam auf sie zu und sah sie an, als bäte er für irgendeine Schuld um Vergebung. Und diese Schuld, die er empfand, war, daß er in vier Tagen fort wollte, aus dem Leben in den Tod. Er sah sie an, sah sie an, es war dunkler geworden, aber er sah sie darum nur besser... als bäte er um«in Versprechen— ein Versprechen, das ihm Gewißheit gewährte, daß die Schuld seines Abschieds von ihr vergeben und durch ihr geduldiges Warten verwischt, ge- tilgt, ausgeglichen würde. Ein wogenhaftes Gefühl stürmte über sein Herz dabin. Und da fühlte er jäh, indem er sie an- sah, er hatte ee, ihr Versprechen. „Christine Gast", sagte er flüsternd. Er berührt« ihre Finger und es schoß beiden durchs Blut wie einschlagender Blitz. Dann begleitete er sie durch den Garten hinaus. Die Straßen waren dunkel, leer, durch den Krieg. Unter ihren Füßen lag Schnee wie ein Teppich. In eben den Tagen, als Hans Abschied nehmen mußte, kam Albert de Castro, Offizier geworden, auf Urlaub. Und das war gut, nicht für Albert nur. Vor allem die Gräfin. deren Aufmerksamkeit der Besuch ihres Schwiegersohnes in Anspruch nahm, war nun verhindert, sich überall und zu jeder Zeit ihren Gedanken hinzugeben. Hans selber, dessen Aufenthalt im väterlichen Hause jetzt noch nach Stunden zu messen war, fühlte, als er ihn sah, jenen Widerstand, der sich damals, als sein Bater ihm den Weg zur Rettung von Schloß Hohenau erklärte, in rasenden Zorn gegen Albert ge- steigert hatte. Ein de Castro, dem meine Schwester gehört, dachte er, als er zum Tisch nasser trat, um den Leutnant de Castro zu begrüßen. Aber eigentlich war es nicht mehr ganz Hans von Küster, der dies dachte, sondern es war eder, als sprächen Worte in einem erhitzten Gehirn sich selber. Worte, die aus der Vergangenheit waren und nun schon längst keine Geltung mehr hatten. Er fühlte das selbst. Und er wußte auch gut, daß der Zweifel an seiner eigenen Emp- findung nicht etwa die Offiziersuniform seines Schwagers hsroorrisf, sondern die Erschütterung des vorigen Tages, die Einsicht in den wankenden Grund heiligster Ueberzeugungen, der Zusammenbruch schemenhafter Ideale im taghellen Lichte der Wirklichkeit. So unsicher war er geworden, daß er auch dort, wo er, von einer geäußerten Meinung gereizt, auffahren wollte und widersprechen— sich bezwang, um zä prüfen, ob er nicht wieder im Dunkel ginge, wo er im Licht zu gehen glaubte, etwa so wie bis gestern. Er begriff nun. wie billig Worte find, Begeisterung, Taumel, tollkühner Wille— und w!' schwer zu erobern die Wahrheit bleibt,' die Erkenntnis d�* Tatsächlichen, Nackten, was ist. (Fortsetzung frlg' Eine neue gewissenlose Hetze. Die Exmissionen in der Kösliner Straße. Bas neue Stadtparlament. Einführung am 12. Dezember. Der Magistrat hat beschlösse«, die neue« Stadtver- ordneten zu ihrer erste« Sitzung au» Donnerstag. 12. Dezember, nachmittags 6 Uhr, zusammenzube- rufcn. Die Einführung und Verpflichtung der Stadt- verordneten wird Bürgermeister Scholtz vornehmen. Ltm die Kommunalkredite. Keine Einschränkung des Wohnungsbaues. Di? unter dem Vorsitz des Landrak» Dr. von Achen- bach gemeinsam tagenden Vorstände de» ventschea und des preutzischen Landkreistages tieschäs. (igten sich mit einer Reihe für die Kommunen außerordentlich wichtigen Fragen. Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Girovcrboudes. Dr. Kleiner, und der Leiter der Kom- munalableilung im Ministerium des Innern, Ministerial. direktor Dr. von Legden, nahmen an der Sitzung teil. Im Mittelpunkt der Beratung stand die Frage der Ablösung kurzfristiger Kommunalkredit«. Dr. Kleiner und der Präsident des Landkreistages Dr. von Stempel verbreiten sich eingehend über den in der Oeffentlichkeit viel besprochenen Plan der Verwendung der Sparkassenüberschüsse zur Konsolidierung kurzfristiger Kommunalkredite. Auch der Landkreistag steht auf dem Standpunkt, daß die verfüg- baren Mittel der Sparkassen zu einer weitgehenden Entschuldung und zu einer Ablösung insbesondere der ländlichen kommunalen Schulden herangezogen werden sollen. Die Verschu-ldung der Landkreise bewegt sich in durchaus normalen Grenzen. Trotzdem sind sie bereit, sich solidarisch den übrigen Genieinwesen für dief« Aktion zur Verfügung zu stellen. Das geschieht jedoch unter nach- stehenden Voraussetzungen: Die Hergäbe der Ueberschüsie darf besonder» hinsichtlich der Höhe nicht dazu führen, den ländlichen Wohnungsbau und die ländlich« Wirtschaft zu beeinträchtigen, da die hieraus entstehenden volkswirtschaftlichen Schäden für die Wirtschaft untragbar sein würden. Diese Maßnahme darf nicht einen Anreiz zu weiterer Schuldenpolitik der Kom« munen bilden. Die Ausschüsse, die bei der Krediwerteilung tätig sind, müssen die Garantie dafür bieten, daß eine aufwendige Finanzpolitik unter ollen Umständen verhindert wird. Sie haben außerdem die Pflicht, darüber zu wachen, daß die Bedürfnisse des platten Landes nicht zu kurz kommen. Der Grundsah: Daueranlagen nicht mit kurzfristigen Krediten zu finanzieren, muß unbedingt beachtet werden. Wenn dos flache Land bei dieser Entschuldungsaktion wiederum seine Solidarität bewsist, kann es verlangen, daß beim kommenden Reichs- und Landesfinonzausgleich feine Belang« mehr als bisher berücksichtigt werden. Den Schluß der Tagung bildete die«ingehende Durchberatung der auf sozialpolitischem Gebiete augenblicklich im Mittelpunkt der Gesetzgebung stehenden Fragen. Willis Engrosgefchäst. Schwindelkaufleute unterstützen durch„gute Referenzen". Wie dieser Willi sich vom Fürsorgezögling und vom Mitglied der ehrbare» Ganovenzunft zum„ehrbaren" Kaufmann herauf- arbeitete, wie er im Handumdrehen einen Geschäftsbetrieb eröffnete mit Laden und Bureaueinrichtung, verdient erzählt zu werden. Allerdings stand er mit seinen Stoßgeschäften nicht einsam da: er wurde auch tatkräftig unterstützt von einigen, gleichfalls wegen Krcditbetruges, Einsponngeschäften und dergleichen mehr vorbestraften Herren. Sie gaben Willi Referenzen, Willi gab ihnen Refe- renzen, die Lieferanten fielen darauf hinein, geizten nicht mit Kredit, die Ware wurde 60 Proz. unter Einkaufspreis oerschleudert, von den 40 000 Mark, die sie zu bekommen hatten, fielen ihnen mir 6000 Mark zu. Willis Bater war«in braver Mann: der Fünfzehnjährig« fälschte ober ein Posteinlieserungsbuch, stahl einige Filmrollen, hinterher einen ganzen Rollwagen, einige Zeit darauf einige Kisten Bücklinge: er kam in Fürsorgeerziehung und stahl an den darauf folgenden Jahren immer hurtig darauf Jps; zwischendurch beging er auch Be- trügereien: von 1921 bis 1927 kam er aus dem Gefängnis eigentlich nicht heraus. Dann wurde er„Kaufmann". Sein Vater gab ihm 1500 Mark zum Handel, das Geschäst ging gut, er verdiente einige Tausend hinzu und eröffnete im Februar 1928 in der Alexanderstraße ein E n g r o s g e s ch ä f t. Er kaufte Ladeneinrichtung und Bureaumöbel, schaffte sich Telephon an, Postscheckkonto, erwarb Kartons, die er leer auf die Regale stellte, Packpapier und Bindfaden, die er ebenso wie alles andere, nicht bezahlte, und schließlich auch Briefbogen. Die Briefbogen waren die Hauptsache. Auf den einen stand„Isaak, Textilwaren- und Wäschefabrikation", aus den anderen„Textilwaren, Wäsche, Sportartikel" und wieder auf anderen„Kristall, Glas Porzellan, Hotelbedarfsartikel engros". Je nach Bedarf bediente er sich der einen oder der anderen Brief- bogen. Die Firmen, mit denen er in Verbindung treten wollt«, suchte er sich aus dem Branchenlexikon heraus, einige Geschäfts- beziehungen knüpfte er aber auf der Leipziger Messe an. An Refe- renzen fehlte es nicht. Seine Freunde versorgten ihn damit nach Herzenslust. So hieß es z. B. in einer Referenz:„Ich stehe mit der Firma in angenehmer Geschäftsverbindung, ich kenne Herrn... persönlich und schätze denselben als tüchtigen und streb- samen Kaufmann.... Am hiesigen Platz habe ich über die Firma nichts Nachteiliges gehört: nach den gemachten Erfahrungen halte ich die Firma für gut und kann ihr ein angemessener Kredit mit Ruhe gewährt werden." Und als es einmal besonders eilig war, ging ein Telegramm ab:„Einräumung von Kredit nicht zu beanftan- den." Und die Firmen fielen auf diese Referenzen hinein: in Berlin, in Sachsen, in Westfalen, in Bremen, insgesamt etwa 7 0 Firmen. Isaak bestellte aber an Hand seiner Briefbogen lustig weiter Waren, stieß sie mit Hilfe verdächtiger Vermittler ab und lebte einen guten Tag.„Ich habe e i n Loch aufgemacht," sagte er,„und ein ander e s zugemacht." Seine Bücher sollen eines schönen Tages von Beamten beschlagnahmt worden sein: seinen Geschäftsbriefwechsel hatte er verbrannt. Im Oktober war die Herrlichkeit zu Ende. Als die Behörden in seinem Geschäftslokal erschienen, war von Waren über- Haupt nichts mehr zu sehen. Die bastseidenen Kleider und die Scheuertücher, die Herrenstosfe und Schlüpfer, die Manteurklei- dung und Gummikissen. die liosenträger und Ztristallsachen, die Daunen und böhmische Töpfe, die Strickjacken und da» Tafelgeschirr — alle» war»erschwunden. Isaak erklärte ab»r vor dem Schöffengericht Berlin-Mitte frei und ehrlich:„Don April an wußte ich. daß ich die Waren, die ich bestellte, nicht bezahlen würde." Die Derhandlung dürfte einen Monat in Anspruch nehmen. kommunistische Blätter berichten aus dem Bezirk Wedding in sensaflonellec Aufmachung, daß in der kösliner Straße mosienhafle Exmissionen geplant seien. Um eine neue Hetze zustande zu bringen, wird gläubigen Lesern das tolle Wärchen erzählt, die Polizei habe ein Interesse daran, die Kommunisten dort los zu werden. Zugleich werden einige Exmis- flouen gemeldet, die schon ausgeführt worden sind. Und im An- schlnß daran werden gegen das Wohnungsamt Wedding die üblichen Schmähungen geschlendert. Exmissionen sind eine Maßregel, über die auf Klage der be- treffenden Hauswirte die Gerichte entscheiden. Das Wohnungs- a m t kann eingreifen, wenn Gewährung einer Ersatz- wohnung beantragt wird. Auf dem Wohnungsanit Wed- ding ist von einer auffälligen Mehrung solcher Anträge bisher nichts bemerkt worden. Ist den von der Exmission bedrohten Familien nicht bekannt, wohin sie sich wenden müssen? Auch die Zahl der an das Wohlfahrtsamt zu richtenden Anträge auf(Sc- Währung von Mietebeihilfen, durch die sich die Ex- Missionen abwenden lassen, ist im Bezirk Wedding nicht ungewöhn- lich gestiegen. Wissen die mit der Mietezahlung im Rückstände ge- bliebenen Familien nicht, daß solche Beihilfen gewährt werden können? Die in der kommunistischen Presse geschilderte Exmission eines Untermieters mit Frau und jbind ist erfolgt, nachdem ein Räumungsvergleich rechtskräftig geworden war. Das Wohnungs- amt hat dieser Familie, die erst nach der Exmission sich meldete, zunächst eine Kochstube nachgewiesen, aber der Hauswitt lehnte den Vertragsschluß ab. Inzwischen hat das Wohnungsamt«ine andere Wohnung nachgewiesen. Sollte etwa auch hier der Vertragsschluß abgelehnt werden, so wird das Wohnungsamt beim Mieteinigungsomt einen Z w a n g s v e x tr a g bean- trogen. Emstweilen wird auf Anordnung des Wohnungsamts dafür gesorgt, daß die Sachen der«xmittietten Familie sichergestellt werden, um sie vor Beschädigung zu schützen. Auch wird ein Wohl- fahttspfleger sich bemühen, einstweilige Unterkunft für die Familie zu beschaffen, damit sie nicht auf der Straß« liegen muß. Schwindel ist die von der kommunistischen Presse gebrachte Meldung, daß es erst einer Einwirkung des Bezirks- amtes aus das Wohnungsamt bedurft hätte. Schwindel ist auch die Behauptung, daß erst kommunistische Wezirks- verordnete einen Druck auf das Wohnungsamt hätten ausüben müssen. Dos Wohnungsamt hat eingegriffen, sobald es von den Hilfesuchenden in Anspruch genommen wurde. In einem anderen Exmissionsfall hat ein Arbeiter aus der Kösliner Straße sich acht Tage v o r der drohenden Exmission beim Wohnungsamt gsmeldst. Nachgewiesen wurde ihm vom Wohnungsamt zwei Tage nach der Meldung eine erste Wohnung, nach zwei Tagen«in« zweite und eine dritte Wohnung. Er will die dritte nehmen. In anderen Fällen sind inzwischen die Mieteschulden bezahlt worden, so daß hier die Exmissionen unterbleiben werden. Hetze unter allen Umständen— das ist die Losung der koirmrunistischen Presse. Jetzt frohlockt sie. i h r sei es zu danken, daß die Exmissionen unterbleiben. Das ist die übliche Prahlerei — sie gehört zum Geschäft. Zzilgemekne kuMtt««Zr-Ver§ammIuiis Keilte, Donner» tag, 2S. Klovember lSV- Uhr in den Germania-Sälen, Chausseestratzc 110 T agesordnung: Das Ergebnis der Berliner stadtverordnetenwahien Referenl: Fran» Künstler. M. d. R. Zutrifl haben nur Funktionäre mit dem Parteiauswels für 1929 und gleldilautendem Mifgliedsbudi. Türkontrolle 1. Kreis. Der Beiirksvorstand. Oer Zahnarzt unier Mordverdacht. Er soll zwei grauen umgebracht haben. Z« S ch w e d t a. d. O d e r hat die Verhaftung des Zahnarztes Dr. G u l k m a u» großes Aussehe» erregt, der unter dem V e r» dacht steht, selue Frau ermordet zu haben. Der Zahnarzt, der lange Zeit in georduelen Verhältnissen und in glückluher Ehe lebte, war seil einiger Zeit zu einem etwas geheimnisvollen luxuriösen tteben übergegangen und in immer größere finanzielle Schwierigkellen geraten. Drei Tage, bevor seine Frau nms Leben kam. hatte er sie mit 5 0 0 0 0 M a r k v e r f i ch e r t. Da Inzwischen auch Gerüchte aufgelancht sind, daß die erste Frau des Zahnarztes. die nach dessen Angabe Morphlnlstin gewesen und au einer zu großen Dosis Morphium gestorben sein soll, ein Opfer Gultmanus war. wurde der offizielle Haftbefehl gegen Gullmana erlassen. Gestern nachmittag wurde die Sektion der Leiche der Frau Guttinann vorgenommen. Es wurde einwandfrei festgestellt, daß der Tod durch Erwürge«, das einen Bruch de» Kehlkopfes zur Folge Halle, eingetreten ist. Dr. Guttmann wird zur Zeit von dem zuständigen Amtsrichter vernommen, hat ober noch kein G e- st ä n d n i s abgelegt. Durch den Sektionsbefund ist die Behauptung Guttmanns, seine Frau sei von der Leiter gestürzt und so zu Tode gekommen, zweifelsfrei widerlegt. �ix, sonst knalle ich dich nieder." Revolveratteniai auf einen Zeilungshändler. Ein empörender Vorfall sptelte sich gestern abend an der Ecke Baumschulen- und Heidekamp st raß« ob. Dort hat der 28jährige Zeitungshändler Fritz Blau aus der Kolonie„Hermanns- ruh" in Rudow seit Jahren einen Zeitung? st and. Gegen 18 Uhr erschien auf einem Fahrrade ein junger Bursche und ver- langte eine„Welt am Abend". Im selben Augenblick zog er eine Pistole aus der Tasche und legte auf den überraschten Händler mit den Worten an:„R u n a b e r f i x— sonst knall« ich dich nieder." Dieser ganj« Vorgang war von dem Vater des Händlers, den 53 jährig« Tankwärter Ewald Blau, der nur wenige Meter von dem Zeitungsstand eine Tankstelle versieht, beob- achtet worden. Blau eilte sofort herbei, um den Revolverhelden abzuwehren. Plötzlich feuerte der Bursche einen Schuß ab: die Kugel drang dem alten Blau in den rechten Oberarm. Trotz der Verwundung eilte Blau dem Schützen, der zu flüchten versuchte, nach, und schlug ihn mit einer Elsen st ange nieder. Nachdem er noch eine Tracht Prügel bezogen hatte, übergaben ihn die beiden Männer der Polizei. Auf dem Revier wurde er als ein 23jähriger Gärtner Alfred G e r i ck e aus Alt-Rudow festgs- stellt. G. zeigt« keine Spur von Reue, sondern erklärte den Be- amten noch zynisch, daß er bedauere, nur eine Kugel im Lauf ge- habt zu haben, sonst hätte er beide niedergeschossen. Der Rohling, der etwas angetrunken war, wurde in Gewahrsam gebracht. Fest der Feuerwehr., Welch großer Beliebtheit sich die Berliner Feuerwehr in allen Schichten der Bevölkerung erfreut, zeigte der außerordent- lich starke Besuch ihres Wohttätigleitefeftes in den Gefamträumen des Z o o s. Im Rahmen der gefänglichen Vorträge ernteten Frau Else Colmer um) Anton Vaumann starken Beiiall. Den Höhe- punkt erreichte das Fest um Mitternacht, als bei der lustigen Feuerwehrpolonäse ein«„Koniettijchlocht" entbrannte, was zu manch'fröhlichem Imerniezzo Anlaß gab. Im Gartensaal brachte das Berghorn-Dokalquartett stürmisch applaudierte Vorträge un der Tanz in allen Räumen hielt die sestsrohe Menge bis in di. Morgenstunden beisammen. Unter den vielen Gasten sah man u. cn den preußischen Innenminister, den Polizeipräsidenten und viel« andere. Das Fest hat«ine» Reinertrag von über 30 000 M. gebracht, die als Grundstock für das geplante Erhownzsh-im der Feuerwehr dienen sollen. Oie Verhütung von Brandkaiastrophen. Die Deutsche Gesellschaft für Vauingenteurwesen oetatw stattete im Großen Saal des Ingenien rhaufes tu Bettln einen Vortrags- und Ausspracheabend über das Thema.Gesichts. punkte für Verhütung von Vrandkalastrophea durch baulich« Maßnahmen und Feuerschntzttattchtungen". Branddirektor Diplom-Ingemeur Wagner vom Zenttalomt der Bettiner Feuerwehr schilderte an Hemd der praktischen Er. fahrungen aus den verschiedenen großen Bettiner Bränden der letzten Jahr« die Forderungen und Lehren, die sich vom Stand« punkt der Feuerwehr hinsichtlich der Zugänglichkeit der Brand- stötten, der Bmndsestigkeit der Konstruktionen usw. ergeben habere Der Dortragende erläuterte sein« Ausführungen durch Lichtbilb- Wiedergabe von Grundrißzeichnungen und Bildern von Brand» statten und wies noch, daß sich durch sachgemäß« Anlage von ge. schützten Treppenhäusern in ausreichender Zahl und günstiger An, ordnung sowie durch Einhaltung der übrigen polizeilichen Bor- fchristen, wie z. B. bezüglich der Lagerung seuergeMtticher Stoffe, der Freihaltung von Durchgängen und ähnlichen Maßnahmen. Brandkatastrophen in den«ttebten Ausmaßen zum größten Teil hätten vermeiden lassen. Der Vortragende schilderte die außer. ordentlichen Vorzüge der Sprinkleranlagen, die nochgewiesener. maßen bei über 40 000 Fällen mit 07 Progent Sicherheit auskam. monde Brände auf einen kleinen Herd beschränken konnten. In» Anschluß sprach Magistratsoberbaurat Lüchmann von der städtische« Baupolizei über die vom Standpunkt der„Feuersicherhett" und der ..Feuerhemmung" an Baumaterialien und Konstruktionen zu stellen. den Anforderungen und ging dabei auch auf die für die Zukunft besonders wichtigen Maßnahmen für den Schutz von Hochhaus. bauten ein. ltngetreuer Magistraisgehilfe. Eine Verhastong bei der Potsdamer Girotasse. Die Unlerschlagvngea bei der polsdamer Girokasse, die bi, jetzt 26 000 21t betragen, haben jetzt zur Verhaftung de« MaglstralshUfsaageslttllen Ulm au» Rowawes geführt Ulm, der bei der Girokalse beschäftigt wurde, hatte sich in letzter Zeit trank schreiben lassen und ein Krankenhaus aufgesucht. Als er das Krankenhaus am Dienstag abend verlassen wollte, wurde er von der Potsdamer Kriminalpolizei festgenommen und auf das Polizeipräsidium gebracht. Dieser junge Angestellte hatte eine Geliebte in Potsdam einge- mietet und mit ihr im eigenen Auto Reisen an den Rhein gemacht Unterwegs wurde nur Sekt getrunken. Im Lauf« des heutigen Mittwoch wird Ulm von Kriminolrat Wegner vernommen werden. Er ist vollständig zusammengebrochen, leugnet aber bisher jed» Schuld. Die Unterschlagungen sind derart bewerkstelligt, daß Ulm einer noch nicht ermittelten Person ein Konto auf der Girobank eingerichtet hall«. Diese Person— man glaubt, daß es die Ge- liebte ist— hat nun laufend« von der G i r o k a s s e ab- gehoben und dem U. wieder zugesteckt Schon vor längerer Zeit waren auf einer städtischen Kasse in Potsdam Veruntreuungen eines Beamten festgestellt worden. Di« Summen beliefen sich damals auf etwa 8000 M. Man oerfolgte die Sache nicht weiter. Der be- treffende Beamte R. wurde zur Gasanstalt versetzt. Diese Nach. giebigkeit hat sich jetzt schwer gerächt Die Jugend singt Volkslieder. Im Schöneberger Rothaus sitzen Hunderte von stmgen Menschen, geschart um ihren Führer Prof. Fritz Joe de, und singen schöne, alte uns allen ganz unbekannte Volkslieder. Prof. Joede ist der Begründer und Leiter einer Volksmusikschule, die sich die Psleg« und das Wiederaufleben des alten Volksliedes zur Aufgabe gemacht hat. Auf Einladung des Dezirksjugendamtes Schöneberg halten sie jeden Winter ein« öffentliche Singstunde im Schöneberger Rathaus ab. Schlicht und natürlich klingen die hübschen Weisen, man ver- sucht, den jungen Leuten den textlichen und musikalischen Grund- gedanken der einzelnen Lieder faßlich zu machen, indem die Worte 1000 Jlei'chsmark für ein jCichibild! Wenn die licht- arme Fahreszeit kommt, sollte die Kamera des eifrigen-Lichtbildners nicht_ln Winterschlaf sinken, sondern fleißig für veimaufna fmen bei künstlichem-Licht benutzt werden. Wer i?ierzu die bequem zu handhabende vormgliche Osram-Ritraphot'. Lampe rerwendet, er« Zielt sicher guie Llusuafinen mit jedem gewünschten-Llchieffrkt und kann sich vor allem an dem großen Wettbewerb beteiligen- den dle Osram G. m. b. A. jetzt veranstaltet. Es winken preist von insgesamt sstfl oooo, der 1. preis betrügt RM 1000,—. Die-Sedingungen des Wettbewerbes erhält mau bei jede« Photohändler. UrDeitsgemeinscliafi soziaidemohratischer teurer und Lehrerinnen - Bezirh firoß-Beriin- Am 28. November, abend 19-30 Uhr, spricht in der Aula. ElUabeth- tirafy. 47, der Genosse Oberresierungsrat Dr. Herring, Jena, Ober „Volks- und Berufsschule" Aach die Philologen sind an diesem Thema interessiert! f\Vir konnten die Versammlung mit Rücksicht auf die Große Funktionärversammlung leider nicht mehr verlegen. Alle Funktionäre der Partei sind also in diesem Falle entschuldig'. Wir hoffen, daß dafür die übrigen Genossen zahlreich erscheinen). Uerwaitungsmltgiiederi Am Freitag, dem 29. Rovember, obbs 1 7 Uhr: Sitzung der Mittlere» Ort». : Verwaltung. Die Orisverwaltong. Verkäufe Tapeten. Sjiüot. Kolonieltratze 1 verschieden verteiL werden und im, Rythmus der MusiJ geschritten wird. Die Singstunde trug, dem kurz vorangegangenen Totentog entsprechend, ein feierlich-ernstes Gepräge: die Pslege des Volks- liedes ist eine harmonische Ergänzung zur Pflege des Volkstanzes und es wäre gewiß im Sinne der gesarnten Jugendbewegung, die «sangessreudigkeit durch Pflege des Volksliedes zu beleben und zu vertiefen. Lampel konfrontiert. Man will ihn und Begleiter wiedererkannt babsn. Reiße. 27. November. Die unter Fememordoerdacht stehenden L a m p e l und Schweninger sind den Pächtereheleuten Hirsch und ihrer Tochter, die früher in Kohlhöhe wohnten, gegenübergestellt worden. Die Zeugen erkannten Lampel und Schweninger als die Offiziere wieder, die damals de» Köhler von kohlhöhe mitgenommen haben. Lampel und Schweninger gaben zu. den Köhler von Äohlhöhe noch Dittersdorf gebracht zu haben. Wie Köhler nach Wackenau gekommen ist, blecht noch aufzuklären. Lampel und Schweninger bestreiten aber noch wie vor. daß die Abbeförderung des Köhler von Kohlhöhe den Zweck gehabt habe, ihn beiseite zu schaffen. Daß Köhler Spion war, konnte bisher nicht festgestellt werden, wohl aber steht fest, daß er wegen mehrerer Eigentumsdelikt« mit Zuchthaus vorbestraft war und daß er zur zweiten Klasse des Soldatenstandes gehörte. Die Ermitt- lungen nehmen ihren Fortgang. Die Umgestaltung der Ferienordnung. Die seit einiger Zeit im Gange befindliche öffentliche Erörterung der Frage, ob die geltende Ferienordnung nicht zweckmäßig aus einer Reih« von Gründen grundsätzlich umzugestalten sei, hat den preußischen Minister für Wissenschast, Kunst und Volksbildung veranlaßt, eine Denkschrift in Auftrag zu geben, in der das ganze Problem der Ferienordnung und der Einteilung des Schul- jahres noch allen Richtungen erörtert werden soll. Zunächst sind außer den unmittelbar beteiligten amtlichen Stellen eine größere Anzahl von Verbänden und Organisationen ersucht worden, zu dem Fragenkomplex Stellung zu nehmen. Die Denkschrift wird nach ihrer Abfassung dem Parlament und der Oeffentlichkert zugänglich gemacht werden. Wilde Singschwäne zugeflogen. J>ie majestätischen Schwäne in den Berliner Parks gehören nicht nur.zum„eisernen Bestand" aus Herkömmlichkeit, sondern sie sind die gern gesehenen Liebling« von jung und alt. Zumeist sind es Herr und Frau Höckerschwan, deren roter Schnabel au? schwarzem Wurzelhöcker heraus greift, welche unser« Teiche in meist spärlicher Anzahl bevölkern. Selten ist der etwas kleinere S i n g s ch w a n, der in Scharen auf den nördlichen Meeren lebt. Eine.'Schwanen- samilie dieser Gattung, aus acht majestätischen Häuptern bestehend, hat nun märkische<Äwosser ausgesucht und suhlt sich aus dem L e h n i tz s e c heimisch.-Bold raschelt«s im Schilfe, bald ziehen diese Singvögel paarweise oder in Ziellinie, bald in zierlicher Stafscl C'e User entlang. Das schneeweiße Gefieder, die leierförmig aNgc- I..'denen Flügel, der feingeschwungene zierliche Hals fesseln die ein- samen Wanderer am Seeufer. Wenn sie den See durchschwömmen oder unter sich Fanrilienstreitigkeiten auszutragen haben, dann er- heben sie sich über den Wasierspiegel in weitem Bogen, fliegen rauschend ihrem Wigwam zu und unterbrechen die Seestille durch einen posauncnäl?irlichcn Schrei, den sogenannten Schwanengesang. Schwäne sollen Vorboten sein. Angeblich küichen sie durch ihr Komnien unerwarteten Kälteeinbruch und einen sirengen Winter am_/ Der elektrische Haushalt. „Was schmecken soll, muh schmackhaft zubereitet sein" sagt die moderne Reklame und sie aeht die verschisdenartigsten, recht kurz- weiligon Wege der Pubukumsbelehruiig. Im Rahmen einer Kabarettvorstellung mit anschliehender Verlosung von Stehlampen, Kochern, Platteisen usw. zeigte die Arbeits- gemcinschaft der Elcktro-Verbände(unter ihnen die Städt. Elektrizitöts-Wcrke) ihren Verbrauchern in den Hohenzollern- fälen, Boudelstraße, wie man die täglichen elektrischen Bedarfs- artikel richtig, sachgemäß und ökonomisch bedient. Und währerch der Tenor des Abends eine lustige Arie schmettert, ziehr er schon die „elektrische Konkurrenz", den Musikapparat aus, aus dem Richard, der Bielgeliebte sein„O Mädchen, mein Mädchen" flötet. Da passiert ihm doch das Malheur, daß er irgend eine Verbindungs- schnür zu hart angefaßt hat: sosort ist es aus mit der schönen Musik. Im selben Moment erklimmt ein bis dahin ungesehener Herr eine aus der improvisierten Bühne improvisierte Rednerkanzel und erklärt die liebevolle, fachgemäße Behandlung solcher Litze. Kurz- schluß durch unvorsichtiges Handhaben des Plätt- eisen? bedarf ebenfalls fachmännischer Beratung und so steigt dieser lehrhaft« Kabarettabend, geschickt gemixt aus Humor und Be- lehrung, zum allseitigen Amüsement der anwesenden Hausfrauen. Am Nachmittag wird„Der Ackermann und der Tod" des Johannes von Saaz gesendet. Etwa dOll Jahre ist dieser Dialog alt, ein Dialog, der ewige Fragen der Menschheit in einer außer- ordentlichen klären und dabei anschaulichen plastischen Sprache, allerdings in manchmal ermüdend langen dialektischen Ausführungen behandelt. Es ist die zweite Sendung des Dialoges durch den Berliner Sender. Diesmal hat die Regie große Streichungen vor- genommen und das Werk stark komprimiert. Für das moderne Empfinden scheint dadurch die dramatische Spannung erhöht, die Ausdruckskraft schlagkräftiger geworden zu sein. Jedeusalls hinterläßt die Sendung«inen starken Eindruck, besonders da der Schau- spieler Eugen Klöpfer die Titelrolle übernommen hat. Klopfer jchäpsl aus dem Elementaren heraus. Ihm glaubt man die Naivität dieses Bauern, der Gott und die Menschhett wegen des Sterbens seiner Frau anklagt- Der Abend gehört Arnold S ch ö n b e r g der selbst das Orchester dirigiert. Bruchstücke aus seinen Werken kommen zu Gehör, die ihn Öls einen der Größten in der modernen Musik charattcrisieren. Beide Sendungen geben dem Programm ihr Ge präge und dadurch wächst es über den allgemeinen Tagesbetricb hinaus. Hinzugefügt kann noch werden, dafl im Schallplattenkonzert, da, populär« Opernmufik bringt, die Arie de« Max au» Webers ..Freischütz" zu einem glücklichen Ende geführt«erden müßt« und nicht in der Mitte abgebrochen«erden darf. K Sch. Webflblcr- Tcppiche. fllctitc Webfehler 2X3 18,— Mark. Kleine Webfehler 2X3 21,— Mark. Kleine Webfehler Z'4x3>4 ZI.— Mark. Klein« Webfehler 2V-.XSM 41,— Mark. Vriina Qualität 3X4 35,— Mark. Prima Qualität 2 X 3 38,— Mark. Prima Qualität 2ZhxZVj 55,— Mark. Kätner, Berlin. Patsdamerstratze 26a. Sausnummcr beachten.• Bekleidungsstücke, Wasche usw. Setraaen« Serrrnitarberob». Spezialität Bauchsifluren. fpottbiMa. Nah.(Bot- montiftrofi« ZVAI trüber Mulaikftratz»• Boa Kavaliere» tventa aetraaene. teils aul Seibe. unb neue Kackettanzü»«. Smvfinaanzüae. Abendanzüae. Frack. anzüqe. Ulster. Paletots. Gerockpaletofz. Bauchanzüqe. jede Fiaur vallcnb. Sport. pelze. Gehpelze, Damenvelzmänkel. Mutikavparate. Soldwaren enorm billia. Keine Lombarbwars. Leihhaus Fried» richllrahe 2. Sallefchc« Tot.* Wenig qctroaen» Frackanzütze. SMo- kinganzilge. GehrockonzÜge. Zackett» onzüqe. Gummimäntel. Gutawananzü»«, Gobarbinemäntel. Govertcoatpoletots. füt jede Sfiflut paffend. Spezialität: Bauch, anzüg» spottbillig. Gklellphaftsanzllge werden verliehen. Salvern. Rolentdalet. ffrasie 4. 1 Etage___• Wenig getragen» Kavaltergarderod« von Millionären. Serzten, Anwälte». Fobelhalt billige Preise. Empfehle Taillenmantel, Paletats. Fracks. Smo» kings. Gehrockanzilge, Solen. Sport.. Gehpelze. Gelegenheitskäufe in neu« Garderobe. Wetieflet Weg lohnend. Lothrinqerffratze 56, l Treppe. Rosen. thalet Platz.« Möhelkänset aerle Kredit und bar Mobelhnzat, «roß« Answahl. kleine Preise! Beispielsweise: Schlafzimmer 455. Epeisezimmet 517, Herrenzimmer 389, Spiegellchränke 118. Dlelengarniiuten 38, Anrichtekilchen 99. Meliingbeitsielli 66, Kleiderschränke 48, Ghaiselongucs 28, Metallbettstelle 18. Auflegematratzen 13. Sonstig« Milbe! entsprechende Preise. Teilzahlung auf» schlagfrei. Wochenratrn, Monatsraten. Kassorabatl bis zehn Prozent, auch ohne Anzahlungen. Kleine auch ohne Anzab- lungen. Krediie bis zwei Jahre. Mäßige Zinsen. Saupigeschäft: EteaNtz, Schloß. siraßc 187: 2. Geschäft: Reukälln, Ser. mannplatz 7: 3. Geschäft: Belle-Allianee. Straße 95, Untergrundbahn: 4. Svezial. Abteilung: Neukölln, Scrmannvlatz 4: 5. Geschäft: Kottbusser Ettaße Rr. 23. gegenüber Glitesänger. Katalog franko. Ohne SazohMng! Möbel, komplette Einrichtungen sowie Ankleibeschränke. Bettstellen. Ruhebette». Küchen. Korb. möbel usw. Wisch u. Eo.. Kaiser» sftaßr 6—7. Alerand erplatz. Wrißha»». Lieferung nach auswärt«._• Möbel.Kamerliug. Kastanienavee 56. Anrichteküchen, Wwaschtische. Weißlack» schränke. Flurmöbel. Riesenausidahl. Spottvreile. Kablnngoerleichterung.' Ehalselongne», Patentmatratzen.»Prt. milstma", Metailbetten. Auklegema. ttatzen. Walter, Starqarberstraße acht. zehn. Kein Laden.__________• Metallbetten, kanrvlett 24,—. Pappel. alle» nur 12: Pankow, sdmridtstr, l. Ratenzahlung.__ Ehaiielougue, 34,—, 30�, 35�-. Bettkasten 48,—. Pappelallee nur 12: Pankow, Echmidtstr,!_ Ratenzahlung. Tsttvaudecken 6,—, Wartbbebärnte 4,—, Pappelallee 12. Musikinstrumente Ohne Anzahlung gegen kleine Raten erhalten Sie gebrauchte sowie neue Pianos. Große Auswahl. Lagerbesuch lohnend. Königgrätzerstraße 81. 75 Zghre Quanbt Pianos, alibe. währt« Marke, begurme wahlweise. Fa. hrikmagazin. Paul-Singer-Straße 56. Ohne Anzahlung. Pianos, aehraucht und neu. Garantieschein. Thür. Kott» bull er Damm 64, I(am Sermanuplatzl. Llnlpiano». überaus preiswert Piano» fnbrif Link Brunnenstraße 85• 275,—, 325,—, 350,—, 373„-, 425,—, 450.—, 475,—, gebrauchte Pianos. Tcil» zablung. Serer. Prinzenstraße neunzig. Sofsmann Piano«. Stammhau» a«. aründet 1887. Pianos. Flügel Sar» moniums. 188 Instrumente. Auswahl. anerkannte Tonlchönheit. Prciswürdig» kclt. günstige Teilzahlungen. Reu« Pianos 988 Mark, gebraucht« 488 Mark an. stets Geleoenbeit-käul». Alts In- ftriiment« Gegenrechnung Pianolorte. labrik Georg Saklmann G. m. b. ch., Berlin SW. 53. Leipziaerstraße 57 lSvittclmorktl 40 800 Schallplatten, 25 Zentimeter, Stück 0,95 M. Machnow. Weinmcistcr. straßc 14. ■■ECEBae™ 2908 Kiudcrräder? Großer Gelegen» heitsiaul. 7b0. 13.-. 15.-. 23�. Kinderdreiräder Odo, U,—. 15,—. tviachnow. Weinmeilterltraße 14.• Kaufgesuche W znhngcbtff«. Blotinabkälle. Lötzin» Blei. Qucdnlber. Silberlchmelze. Goth. schmeizerei Christiongt. Köpenicker- straßc 39 lchaltestell« Adalbertstraßel.' Unterricht Berlitz School, Leipzigerstraße 118, Kurfürstendamm 26a. Fremde Sprachen Zirkel: 12 Teilnehmer, monatlich 12 M.. vierteliahrlich 38 M.. zahlbar in Raten. Eintritt ieberzeit. Arbeitsmarkt : Stellenangebote Panier, geübte aus der Branche, bei! höchste» Akkordlöhnen, verlangt Bec. Uner Tapifferie-Fabrik, Rttterftr. 72. «»»schneideri» für Zickzack-Spitzen- Hecken, lünaere. klotte Arbeiterin, hei hohen Akfordlöhnen verlangt Berliner Tapifferie-Fabrik, Ritterstraße TS. Voll und ganz würdigen, welche fabelhafte Gelegenheit dieses Angebot für Sie bedeutet, das konnten Sie erst, wenn Sie zu uns kommen und dieses Kleid in der Hand halten würden. Wir wollen's Ihnen aber so gut, wie es geht, beschreiben: Es ist aus dem bewahrten Popeline hergestellt and natürlich in der feschen prinzeßartigen Glockenf orm gehalten. Seine Verarbeitung ist wunderhübsch: Biesen und Knopfchen schmücken den oberen Teil; ein reizvolles, andersfarbiges Soutachebörtchcn begrenzt den Rockrand und den duftigen Bindrkragen aus hellem, zweifachem Crtpe de Chine, Und dann M. 14.501 Das ist fabelhaft, nicht wahr? Und doch finden Sie solche Kaufmöglichkeiten bei uns in Hülle und Füllet Hören Sie auf uns— Nachmiftags-Kleidcr ISO GesellsdiaftsKl eider l#'5 Chsusseest.HS SM» Stettin*/-aehnhat König str. Am Ahl. Aiesanderpiet» Oranienstr. 40 Am Oranienplat« Die obigen Angebote stehen Ihnen ab Donnerstag zur Verfttgu�p! NaeMradc vo» Wart und BUd vobotni Konto„Baronin Schwarzenberg". Aus dem Nevifionsbericht der Bank für Deutsche Beamte. 3ir haben kürzlich einige» au» dem Remsionsbericht der zu- ��mmengebrochenen Reichsbundbank veröffentlicht, zener Reichs- bundbank der höheren Beamten, die vom voUspartellichen Reichsminister o. D. Scholz gegründet und beaufsichtigt, zum Schaden der Beamten ein so jämmerliches End« nahm lieber die„Bank für deutsche Beamte", bei der Tausend« von kleinen Be- amten zu Schaden kamen, erfährt man jetzt ähnlich tolle Dinge. In einem Revisionsbericht über die Bank für Deutsche Beamte sind merkwürdig« Dinge zu lesen. Man erfährt, daß die gesetzlichen Bestimmungen hinsichtlich der Bildung einer Verlreterversammlung in gröblichster weise mißbruuchi wurden. Im Protokollbuch sind über die Tätigkeiten des Auf- fichtsrate«, soweit es sich um die Prüfung der Geschäfts- führung, insbesondere der Kreditgewährungen handelt, Auszeich- nungen nicht vorhanden. Dann folgt der lapidare Satz: Der Aufsichtsrat hat vollständig versagt! Di« Prüfung der Jahresbilanz nebst Unterlagen übertrug der Aussichtsrat einem Angestellten. Es wird zu untersuchen sein, in- wieweit dies« Aussichtsratsmitglieder, die ja von den Organisationen gewissermaßen beaustragt wurden, materiell interessiert waren. Wir erfahren aus dem genannten Revisionsbencht, daß all« Vorstands- Mitglieder. Beamte und Angestellte, von den Direktoren an ins zum jüngsten Buchhalter, an der Börse spekulierten. Di« Konten wurden in einer G« Heimbuchhaltung geführt. Dies« nannte man „O b e r b u ch h a l t u n g" und war doch nur für jene Konten be- stimmt, die, wie der Revisionsbericht sagt, das Tageslicht nicht vertragen konnten. Eins der im Reoisionsbericht festgestellten Geschäfte der Bank für Deutsche Beamte verdient, in Einzelheiten dargestellt zu wer- den. Die Bank gewährte einen 100 OOO-Mart-Kredit an eine Baronin Schwarzenberg gegen ein Gemälde, da» angeblich von Leonardo da Vinci herrühren soll. Das Bild war in Deutschland mcht unter- zubringen, und darum mußte Direktor A. Weber mit der Baronin nach Amerika fahren. Ueber die Fahrt teilt der Reoisionsbericht mit:„Sie kostete der Bank noch weiter« 8000 Mark und war ergebnislos, soweit der Verkauf des Bildes in Frage kam." In Amerika wollte das Bild nämlich niemand kaufen. Man ließ es schließlich bei einem Spediteur zurück. Soweit das„Bankmäßige" bei der Baronin in Frage kommt, bemerken die Revisoren, daß st« nachträglich von einer deutschen Staatsanwaltschaft steckbrieflich verfolgt wurde. Der Bruder des Amerikasahrers, ein gewisser I. Weber, war es auch, der als Dorstandsmitglied der Bank einer Vekleidungsgesellschaft größere Kreoite gewährt«, deren Dorstandsmitglied er ebenfalls war. Diese Betleidungsgesellschaft war schließlich Houptkreditnehmerin der Bant für Deutsche Beamte, d. h.t Weber hat an sich selbst Kredit« gewährt. Sehr einfache Lösung der Kreüitftage. Eine Regiertitiqserklärutig. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst der zugleich für den Finanzminister vom preußischen k)andelsminister erteilten Antwort auf ein« Kleine Anfrage entnimmt, ist es nicht Aufgabe der Staats- regierung, zu untersuchen, worauf im einzelnen die Derluste der Bank für Deutsche Beamte zurückzuführen stnd. Die Verfolgung etwaiger strafrechtlicher Verfehlungen der für den Zusammenbruch der Bank verantwortlichen Personen ist Aufgab« der Staats- anwoltschaft, die mit der Angelegenheit bereits befaßt ist. Bon der preußischen Staotsregierung stnd in Ueberelnstimmung vnt dem Reich Richtlinien aufgestellt worden, wonach den durch den Zusammenbruch der Bank für Deutsche Beamte betroffenen Be- amten und Angestellten zinslos« Gehaltsvorschüsse be- willigt werden konnten. Aufstieg der Konsumvereine. Rekorde der Eigenproduttion. An der Berichterstattung des Zentralverbandes deutscher Konsumvereine für das dritte Vierteljahr 1929 beteiligten sich 589 Konsumverein«, gegenüber 592 im zweiten Vierteljahr und 602 im ersten Vierteljahr. Die weitere Berringerung der Zahl der berichtenden Konsumgenossenschaften läßt den Erfolg des anhaltenden Verschmelzungsstrebens erkennen. Der Aufstieg ist bemerkens- wert. Die Zahl der Mitglieder ist von 2 815 280 am 30. Juni auf 2 842 280 am 30. September 1929 gestiegen. Der Zuwachs von 27 000 Mitgliedern ist für den Zeitraum von drei Monaten nicht sehr groß. Das Ruhen der Werbearbeit in den Sommermonaten wird eine Ursache der geringeren Mitgliedervermehrung sein. Während die Konsumgenossenschaften des Zentraloerbandes deut- scher Konsumvereine im ersten Bierteljahr einen Umsatz von 288 Mil- lionen Mark und im zweften Bierteljahr einen Umsatz von 287 Millionen M'ick erzielten, stellte sich der Umsatz für das dritte Viertel hr auf 299 Millionen Mark. Di« Amsatzzunahms war im Jahre 1927 am größten. Der Vierteljahresumsatz je Mitglied erhöhte sich «m 100„50 M. im ersten Biereljcchr auf 101,32 M. im zweiten Bierteljahr und auf 105.25 Mark im dritten Viertel- jähr. Die Geschäftsguthaben der Mitglieder er- höhten sich von 54 688 000 M. auf 55 978 000 M. Der Zustrom der den Konsumgenossenschaften von ihren Mit- gliedern anvertrauten Spareinlagen ist noch stärker ge- worden. Dies darf als ein deutliches Zeichen des unerschütterten Vertrauens zur Sicherheit der Spareinlagen in den tonsum- genossenschaftlichen Sparkassen betrachtet werden. Im Zeitalter der Bankzusammenbrüche und der damit verbundenen Schädigung weiter Kreise her Sparer verdient dieses Dertrauep zu den Sparkassen der Konsumvereine eine besondere Würdigung. In den Konsum- genossenschafien vermehrten sich die Spareinlagen von 341,5 Millionen Mark im zweiten Bierteljahr aus 369,9 Millionen Mark im dritten Bierteljahr, also um 28,4 Millionen Mark. Im ersten Bierteljahr betrug der Zuwachs an Spareinlogen 27,9 Mil- lionen Mark und im zweiten Bierteljahr 17L Millionen Mark. Der Umsatz der Konsumgenossenschaften bei der G r o ß e i n- kaufs- Gesellschaft Deutscher C o n s um v« r e i n« m. b. ch. erfuhr eine recht erfreuliche Steigerung. Dns Erhöhung stellte sich gegenüber dem ersten Vierteljahr auf 19,5 Millionen Mark und gegenüber dem zweiten Vierteljahr auf 27,3 Millionen Mark. Im Verhältnis zum eigenen Umsatz der Konsumgenossenschaften betrug der im Verkehr mit dem eigene» Wirtschafts- unternehmen erzielte konsumgenossenschaftliche Umsatz 4 4,79 Prozent. Dieser Verhältnissatz wurde bisher im Durchschnitt eines Vierteljahres noch nichterreichi. Der Umsatz der Konsumvereine in den Eigenerzeugnissen der Großeinkaufsgesellschoft ist im Vergleich mit den Ergebnissen der vorausgegangenen Vierteljahre nicht weniger hervorragend. Der Umsatz in den eigenen Erzeugnissen betrug im ersten Vierteljahr 29 Millionen Mark, im zweiten Vierteljahr 26 Millionen Mark und im dritten Vierteljahr 33 Millionen Mark. Diese Umsatzhöhe stellt ebenfalls einen Rekord dar. der in der Vergangenheit noch niemals erzielt worden ist. Die gleiche Feststellung darf bei der vergleichenden Betrachtung der abgesetzten Erzeugnisse au» den eigenen Betrieben der Großeinkaufsgesellschaft zum Umsatz der Konsumgenossenschaften gemocht werden. Der Lerhältnissatz stellte sich im ersten Vierteljahr auf 9F4 Proz., im zweiten Bierteljahr auf 9,04 Proz. und im dritten Bierteljahr auf 11,11 Proz. Di« aus diesen Entwicklungszahlen sprechende Erkenntnis von der Notwendig- lest der Treue zum eigenen Unternehmen möge in der Zukunft weiter wachsen. Das verhökerte Leuna-Wunder. Zum 3-Soz.) ein, den er besonders Heransgreifen wolle, well es sich in diesent Fall um eine besonders schmutzige Verleumdung des Jnnnenministers Brzssinski Handel«. In einer öffentlichen Verfamnilung habe der Abg. Kube «inen amtierenden Minister so schwer beschuldigt, daß dafür der Schutz der Immunität kein« Geltung haben könne. Der Geschäfts- ordnungsausfchirß habe deshalb auch einmütig, mit Ausnahme der drei Kommunisten, die Aufhebung der Immunität beantragt. Mg. Dr. Rosenfeld(So.;.) erklärt, daß seine Fraktion?war im Msschuß für die Aufhebung der Immunität von Kommunisten wegen der blutigen Maiereigniss« in Berlin gestinnnt habe. Nachdem aber inzwischen der Reichstag beschlossen habe, die Immunität der wegen derselben politischen Delikte beschuldigten Abgeordneten nicht aufzuheben, werde die sozialdemokratische Fraktion sich diesem Votum anschließen und nunmehr die Aufhebung der Immunität in diesen Fällen ablehnen. Abg. Kube(Rat.-Soz.) bestreitet, daß seine Ausführungen in de? öffentlichen Versammlung über den Innenminister von den „etdträftigen Polizeisubstituten" richtig wiedergegeben seien. Der von ihm erwähnte Vorfall habe sich nicht in Bremen, sondern in Bremer- Häven abgespielt. Ein Minister, der den Rationalsozialisten gegenüber jede Schimpsfreiheit für sich in Anspruch nehme, habe keinen Anspruch darauf, von den Nationalsozialisten geschont zu werden. Cr beantworte z. B. dl« Kleinen Anfragen seiner Partei in pöbel- hafter Weise. Gegenüber ähnlichen Angriffen im Berliner„Herold" Hab« sich der Minister völlig passiv verhalten. Das Parlament be- handelt die Immunitätsfrage nicht vom Standpunkt der Gerechtig- keit, sondern parteipolitisch. Bei der Abstimmung über den Straf- entrag des Innenministers gegen seine Person würden sich seine Freunde der Stimm« enthalten. Abg. Schultz-Neutölln(Komm.) nennt die Nationalsozialisten eine demagogisch« Schwindlerpartei und wird dafür zur Ordnung gerufen, Er verbreitet sich dann in längeren Ausführungen über die bekonnten blutigen Maiereignisse in Berlin. Abg. Ruschke(Dem.) tritt den Ausführungen des Abg. Kube entgegen mit kein Hinweis, daß die Nation llsozialisten die parla- mentarische Freiheit ganz systematisch mit Beleidigungsfreihsit verwechseln. Sie müßten daiur die Konsequenzen, tragen Die Jmmu- nität der nationalsozialistischen Slbgeordneten, die ihre Immunität dauernd dazu mißbrauclien, die republikanischen Minister in der gröbsten Weise anzuslegeln, müsse deshalb aufgehoben werden. Damit schließt die Aussprache. Nach einigen persönlichen Be- Merklingen der Abgg. Kube(Nat.-Soz.) und Nuschke(Dem.) stimmt das 5zaus über die Anträge des Geschästsordnungsausschiisses ab. Dabei werden die Anträge aus Aushebung der Zmmuniläl der kammvniftischen Abgeordneten wegen der Verstöße gegen das Vemonstrakionsverbo» am>. Mai mit 187 Stimmen der Sozialdemokraten. Kommunisten. Virischaslspactei, Deutschen Fraktion und Rationalsozialiften gegen I5ö Stimmen der veulschnatio- nalen. Deutschen volkspartri. Zentrum und Demokraten abgelehnt. hieraus verlassen die Deutschnalionalen den Sitzungssaal. Die Immunität des Abg. Kube(Nat.-Soz.) wird gegen die Stimmen der Wirtschaftspartei, Deutschen Fraktion und Kommu- nisten bei Stimmenthaltung der Nationalsozialisten aufgehoben. Ebenso wird aufgehoben die Immunität der nationalsozialistischen Abgg. Lohse, Dr. Ley. Kaufmann wegen Beleidigung durch die Presse und die des Mg. T ü n k e l(Komm.) zwecks Leistung des Offenbarungseides. Hierauf setzt das Haus die am Dienstag abgebrochene Srmipe Laodsbemer Plati- Sevte, Donner stay. 26. Zcovemter» Ilsss Gemeinschaftsfeier mit bec Snialiftiftfitn ülcbeiteciuflcni,®ni®oe Hain", in der Schulouta Dieltelmrnerftr.!>— 6. Au» dem Droaranrm:_ Gesanq. Reziiationen, Svr-chSor. Boltstän� usw. Eintritt fax««en«au! eine» Programms fiir 10 Di. Wir erwarten alle Eltern mit ihren Alle Mitmiriende treffen sich bereit, l«'4 Uhr im S-isendheim �reundichaft. -■---■--■--- 18—20 Uhr im Seun Basteln. Zung. _____.... 29. November. Rot« stalte». alkcn im Heim 18— 1g?l Uhr Basteln. Nestfallen erscheinen nicht. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation fort. Beratung des Städtebaugesetzcs Abg. Dr. Köthenbürqer(Z.) hosst. daß nach dem Scheitern der letzten Borlag« im verflossenen Landtag der vor- liegende Entwurf nach Ausmerzung der verschiedenen Einwände verabschiedet werden kann. Abg. Schultz-Neukölln(Komm.) bezweifelt, daß man Städtebau mit einer Enteignung ohne Entschädigung nicht treiben könne, und beruft sich dabei auf das Beispiel Sowsetrußlands. Abg. v. Eynern(D. Vp.) kritisiert die Vorlage, die gegenüber der alten wenig Neues bringe. Ob sich zwischen den widerstrebenden Meinungen der einzelnen Ansichten«in Ausgleich finden lasse, müsse sich im Ausschuß zeigen. Abg. Falk(Dem.) erklärt, daß das preußische Städtcbaugcsetz die gestellien Aufgaben nicht erfüllen könne urd ein Reicbsgesetz kommen müsse. Da man aber nicht auf die Initiative der Reichs- regierung warten könne, müßte das größte Land, Preußen, den Anfang machen. Abg. Mentz(Wirtsmp.) sieht in dem entscheidenden Teil des Gesetzes, dem Flächenausteilungsplan, eind Mißachtung des Eigen- tumsbegriiis und«ine Uebsripannung der Machtbefugnisse der Ge- meinden. Mit dem Gesetz solle die steckcngsblielbene Sozialisierung wcitergetriebep werden. Abg. Ponsick(D. Frakt) lehnt den Entwurf ab. Damit schließt die Aussprache. Der Entwurf wird einem neu zu bildenden Ausschuß von 29 Mitgliedern Überwiesen. Es folgt die Beratung eines kommunistischen Antrags auf Zurücknahme der Ausweisung politischer Emigranten aus Ostpreußen, der vom Abg. Schubert(Komm.) begründet wird, dessen Ab- lehnung aber der Ausschuß empfiehlt. Mit großer Mehrheit beschließt das Haus, dem Ausschußantrag .zu entsprechen. Hierauf vertagt sich das Haus auf Donnerstag 12 Uhr. Tages- ordnung: Wahl eines Vizepräsidenten an Stelle des zurückgetretenen Abg. Dr. Vorfch(Z.). Die Zentrumsfraktion hat hierfür inzwischen einstimmig den Slbg. Dr. B n u m h o f f vorgeschlagen. Asnderung des Gemeindeoerfassnngsrechts, Rest der Tagesordnung van Mitt- woch. Die Wirifchastspartei verlangt Auflösung. Die Fraktion der Wirtschaftspartei Hot im Preußischen Landtag folaenden Urantraa eingebracht: Das Ergebnis der Kommunal- wählen in Preußen hat erwiesen, daß die Zusammensetzung des Preußischen Landtags dem Willen der Wählerschaft in Preußen nicht mehr entspricht Wir beantragen daher, der Landtag wolle be- schließen:» den Preußischen Landtag mit sofortiger Wirkung aui- zulösen. Die Verkehrslage bei der Veichspost. Verbesserungen im Fernsprechverkehr ab 1. Februar. Gestern fand«in« Sitzung des Arbeitsausschusses des Berwal- tungsrats der Reichs post statt. lieber die Berkehrsiage im Oktober äußerte sich der Rotthspostminister dahin, daß der im September beobachtete sai- sonmäßige An st ieg auch im Oktober im großen und ganzen bei den Hauptverkehrsgegenständen angehalten hat. Zur Finanzlage führte der Minister aus, daß die Ein- nahmen in den ersten sieben Monaten des Rechnungsjahres 1929 hinter den Erwart un gen zu rückgeblieben seien; es sei aber möglich, daß in den oerkehrsstarken Wintermonaten der Rückstand ausgeholt werden könne, die weitere Entwicklung der Ein- nahmen müsse aber aufmerksam beobachtet werden. Ob der Ab- schluß für 1929 dem Voranschlag voll entsprechen werde, lasse sich zur Zeit nicht beurteilen.** Der Arbeitsausschuh nahm einige vorgeschlagene Aende- rungen der Fernsprechordnung an; sie betreffen Haupt- sachlich Berbesserungen im Fernverkehr. Bei drin- genden Femgesprächen kann der Anmelder künftig eine bestimmte, feste Zeit für die Herstellung der Berbindung vorschreiben. Die Höchstdauer der Ferngespräche wird von si a u f 1 2 M i- nuten erweitert. Für Tagungen, für die Uebertragung von Reden usw. könne» Fernverbindungen auf«ine Stunde und länger beveitgestellt wenden. Eine Reihe von Erleichterungen ist für das Zustandekommen von Gesprächen vorgesehen, für die eine Person zu einer Sprechstelle herbeigerufen wird. Schließlich soll es ebenso wie im alten Reichspostgebiet künftig auch in Bayern und Württem- bevg zulässig sei», daß die Teilnehmer ihre Nebenstellenanlagen durch die Prwatindustrie herstellen lassen Die Aendernngen treten am 1. Fe b mar nächsten Jahres in Krost. In der Sitzung wurde auch Auskunft erbeten über das Ein- dringen der amerikanischen Schwach st romindu- strie in Deutschland und über die daraus bei der Deutschen Reichspost für die Beschaffung von Schwachstromerzeugnissen sich ergebenden Auswirkungen. Di« Verwaltung teilte mit, daß der in der Presse wiederholt gemeldete und besprochene Zusammenschluß deutscher Schwachstromfirmen unter Beteiligung der AEG. und der amerikanischen International Telephone and Telegraph Corporation den Tatsachen entspreche. Soweit die beteiligten Firmen schon vor- ber zu den ständigen Lieserern der Deutschen Reichspost gehör! hätten, würden die nach den Vorschriften der Deutschen Rcichspost hergestellien Gegenstände auch weiter von ihnen bezogen werden. An neu« Firmen könnten Aufträge nur erteilt werden, wenn ein Bedürfnis dazu vorläge oder wenn Apparate und sonstige technische Einrichtungen angeboten würden, die gegenüber den bisher ver- wendeten besondere technische oder wirtschaftliche Vorteile erbrachten. Ohne dies« Vorteile läge kein Anlaß vor, von bewährten deutschen Einrichtungen zugunsten solcher ausländischen Ursprungs abzugehen. An Hand des Gutachten» des Reichsspartommissars über die Perfonalverhäktnisse und einer Zusammenstellung der Eni- fchsießungen des Reichstages und des Derwaltungsrats befaßte sich ber Arheitsaussthuß sodann mit den Personalverhältnisien der Dnttschen Reichspost. Oberst— ZUinister— Sankdirektor. Der bereits erwartete Wechsel im litauischen Ministerium des Innern ist nunmehr erfolgt. Oberst Musteikis hat das Portefeuille des Innem niedergelegt und ist zum Direktor der Bank von Litauen ernannt worden. Einsendunzen für dies« Rubrik sind Berlin SW 68, Lindrnftraße Z. parteinachnchien�W� fürGroß-Berlin stet, an da» Bezlrk-sekret-rial t. Hof,«Treppen recht», zu richte». Kreisobleute der Zeitungskommisfion Groß-Berlin. Freitag, LS. November. 19K Uhr, im Vorwärtsgebäude, Lindenstraße 3. im Zimmer der Juristischen Sprechstunde, 1. Hof links parterre, Sitzung. Jeder � Kreis muß unbedingt vertreten fein. Funktionare der Arbeiterwohlfahrt. Wir bitten noch einmal um Abrechnung der Lose bis zum S. Dezember endgültig, damit wir die Restlose noch unterverteilen und mit dem Hauptausschuß abrechnen können. Abrechnungszeiten laut Rundschreiben vom 13. November 1SSS. ««>» Ticrzarten. Moniaq. 2. D-zembee, 10'z Mir, bei Sande», sslen«. duraer Str. z, erweiter!««reiseorstandssidunz. 7.«reis SharloUlnburq. Tonnersta«. 27. November. 17 Vi U6t, besinnt im Iuaendbeim. Relinenstr. 1. der«ursu» de» Ernossen Horlitz:.Geschichte ! der Arbeiterbernezunz". Teilnehmer können sich noch vor Beginn des i Kursus melden. : 13. Krei, Tempelhof. lkreiiaa, 29. Nooember. Ärcisvorstandsfitzunq bei Görlih, früher Niendorf. Chausseestr. 19. Die Äbteilunnskaffierer milssen ebenfalls > erscheinen. ! 17.«reis Ltchienbera. greitaa. 29. November, ftortscfcim« des Kursus: „Deutsche Auhenpolitik seit Krienscnde". Leiter: Genosse Wolfganq Schwarz. Cäcilien-Lmeum, Rakbousstrahe. Zimmer»7. Beginn 19?-! Uhr. i Interessierte Genossen können sich noch melden. - 19. Krei» Pankow, greiteig. 29. Nooember, 20 Uhr. in der Mittelschule, Neu« Schönbolzer Strohe, Beginn des Kursus Dr. Schlesinger:„Wie lese ich den volkswirtschaftlichen Teil einer Zeitung?" ZNorgen, Freitag, 2g. November. i 92, S.9'- Rculölln. 20 Uhr Dezirksfiihrcr. und Kaisiem.Besprechung im Lokal Wolfs, Kaiser�zrledr,ch.SIr. 173. Die Bezirksfilhrer bitten wir. die Wählerlisten mitznönnge». ; 128. bi» 130. Abt. Pankow. 29 Uhr in Lindaer»«oazerthaus. Am Marltplah, - Mitglied--.roerfammlung, nerbnnden mit einer irrier iiir die Darteijubilarc, unter Mitwirkung des Arbeitergesongrereios. der Sozialistischen Arbeiter. luoend und de- Kinder, rennde. Redncr- Adolf Kossmann. M. d. L. 131. Abt. Nirderschönhauscn. 20 Uhr xnnkiionärsihung bei«lindt,«m Kroedensplaji. ! Biesenhorst.«Vi Uhr M i tql ieder»«» sammln n n in Schon dt, Eeseliichastfhau». I Isruchtstr. 36a. L'chtbllderrortrag:..Reue» Wohne» und Bau«»",»esc. rentin: Margarete Hartig. Alle Eenosßnncn und Eenogc» find dazu eingeladen. Fraucnveransiattungen. 81. Abt. Santwih. Zutritt zur lzunkHonitrinnrnkonserenz am greitag dem 29. November, haben nur diefenigen Eenoffinnen. die in Vesih einec nnnk�vnörkart« itir 1929 find. Eenoffinnen. d'c auf Grund ihrer Tätig. keit in der Partei noch keine Tu: ktionärkarte haben, mlifien sich d-ef- noch beim Abtrilimgelriter besorgen.» 138. Abt. Herm-d-rf. Ter filr Freitag. 29. November, angcscfitc ffraucnabend fällt zugunsten der groben Funktionärinnenkonscren, aus. Näheres wird noä> mitgeteilt. Bezirksausschuh für Arbeiterwohlfahrk. 13.«reis Tempelhof. Freitag, 29. November. 20 Uhr, Eihung der Ar. briterwohlfahrt im Rathaus. Trmvelbof. Torfftr. 12, Sihungs, immer 1 Alle ..unitionäre der Arbeiterwvhlfahrt. Wohffahrtspslegerlinncn) und inieresfierte Grnossensinnen) find herzlich dazu eingeladen. 21. Abt. Unser lieber Genosse Salo Rothmann, Rastenburger Sir. 1. ist am Sonntag, dem 24. November, nach langer unheilbarer Kran-he-' vor» storben. ithre seinem Andenken. Die Einäscherung findet am Freitag, dem 29. Rov-Mber, 12t'2 Uhr. im Krematorium Eerichtstraße. statt. Um reg« Be. teiliaun« bittet die Abteilungsleitung. 23. Abt. Reukölln. Am Sonntag, dem 24. November, verstarb unter Sc. nosse Sugo Pohl. Kaiser- Fried rich-Strah- 80. Ehre seinem Andenken. Ein. ätchcrung am Frciiag. dem 29. November, 16 Uhr, im Krematomum Baum- schulcnweg. Wir bitten um rege Beteiligung. SozialMchcArbeiterjugendGr.>SerIm Einsendungen für dlese Ifcibrtt nur an das Iusendsefretariat Serlia SW6S, binden, Trasse Z ?Zu�amMc»ku?.ft aller Teilnehmer an den �imUionärschul4xml»Ziersrn, am Connabettd, dem 30. November, pünktlich 19 Uhr, im Sitmnqssaal des Bezirksamts Kri?u5-blrg, Norckstr. 11. Genosse Gevd Lotbur spricht ü�er..Die Oraanisabion b:v arbeitenden Iua.cnd". Jede Abtk'ilung entse�et drei Deie- � Karten zur Jolkzbühncnvo-stclluog..Friibling» Erwachen" von Wedekinb sgcspiclt am To>:»!aa. dem 13. Dezember. 1v Uhr) sind«m Sekretariat er. hältlich und recht I-Mgchend abzuholen....... Bezirksoorsiapd»sit!»ng gemeinsam mit den Werbebezirislcitern morgen. Freitag, tzllnktlich 20 Uhr, im öcim Lindenfir. 4. heule. Donnersiog, 28. November, 19)4!thr: Norden: Seim Lorhing- Ecke Graunftraße. Dortrag:„Ein Tag w: G«. fängnis".—«öpcnickcr Viertel: Schule«ranqelitr. 128. Literarischer Abend. liche oder proletarisch« Maral?"— Tegel: Seim Bahnhofstr. IZ. Bortrgo: „Das Leben eines Gefangenen".— Pankow III(R.-F.): Heim Görfchstr. 14. Taae-poiitik. �...„ Frcdrichsbai» und Kindersreunde Lard-b-rger Bsah:«emcinsame Erupper- leier in der Schulanla. Dicstelmenerstr. 8—6, NM 19'a Uhr. Programm 19 Ps. Musik. Eeiang, Rezitationen, Ansprach:. Bolkitäuze u. a. Z'j Werbebeziri Prenzlauer Berg: Seim Danziger cir. 82. Werbe- W be.zirksmitgliedervcr-ammlung. Bortrgq des Genossen Sendewih. Zwickau. SS M. d. R.. über:„Die volitischc Lage". Alle Abteilungsveraniialtungrn- '! fallen aus. Parie'genoifinnen und-genossen find herzlich eingeladen.* Bertsbczirk Westen: Seim Eharlottenburg, OlbPsstraste sSpielpIah).- W Werbebezirksfunktionärkonfcrenz. Vortrag des Sentzssen«l-tmier Uber: x-. i=„Sprech, und Bcwequngschor". Alle Funktionäre miissen erscheinen. DZ Werbrbezirk Reukölln: Di- Bilbungsausschufifiizung mit den Bildungs, obleuten findet nicht heute, sondern am Sonntag, dem 1. Dezember, nach dem Kursus im Leim. Kanner Straße. 11 Uhr. statt, Alle Gruppen müssen per. treten fein._ Vortrage, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Rol-Golb�. Geschäktsstelle: Perlin s. 14, Sebaftianstr. 37— 38, Löf 2. Tr. Donneretag. 28. Nooember. Pr.u, lauer Berg. Uhr Antrete-: aller Kameraden mit Musik am Landsberger Plah, Lichtenbeto Kameradsckiaft Gvstao Tempel, �lle �t:»cn Kan�at�n vu:cktUch 18 Uhr>n Bundcskleiduna bei Sönow. Frankfurter Allee 268. Pklichtvevanfialwug.— Freitag, 29. Nooember. Tiergarten. 20 Uhr Ortsverelnsvollversammlunq ,m Schultheiß.Pahcnbofcr. Türmst«. Bortrag: Zum � am-n!sdeg'.nn..>um Vortrag sind Saite willkommen. Lichtenberg. Kameradschaft Traveplaß. 20 Uhr Mitgliederversammlung bei Seipke. Erscheinen aller aktiven und passiven Kameraden ist Pflicht.__ Reich, kurzschrisioeici» Berlin-Moabit. Donnerstag. 20 l>i» S Uhr, An. länger.. Fortgeschrittenen». Redeschriftlrhrgäng«. Rathenomer Str. 8». Kunftgemeinsch-st Roleber,, d'Arguto. Kostenloser Unterruht rn Gesang und tänzerischer Gnmnastik werden tachkundi« an Kinder, Jugendlich« und Erwachsen« im Rahmen der Kunstg-m-lnschakt Rosebern d 9�guU> ertrrlt. Roscberv d'Arguto erstrebt die„Rcuform und Neugestaltung de, Volksliedes und Volkstanzes". Oeffentlicke Vorführungen folgen, llebungsstunden ieden Freitag im Jugendheim am Velle-AManee-Plaß 1, für Gesang,»k-vlaji"zlll4. Friedrichihain. Seute. Tonneistag. 19 Uhr, im Jugendheim Tllftter Str. 4. Gruppenabend. Berschirdene». Gruppe Süden. Freitag, 29. November. 20 Uhr. im Jugendheim Porck. I straß» 11, Vortrag des Genossen Heinrich Iakubowicz:„Sonor« de Balzac".! , Alle Mitglieder müssen erscheine». Arbelksgemeinschafk dsr Sinderfreunde. Da, Seminar muß am Donner, tag. de» 28.«oremirr, wegen der«er. line» Funktionärionserenz-»»fallen. Der nächste Termin wird noch bekannt- gegeben. Nur feinste Qualitäten Apfelwein,»00, In............. Liter 0,T5 ■'olinnnishecr,«ÜB, da« Beate...... Liter O.SO Irncliweln,«flli, da, Fetnnte..... I.Iter 1.10 ■•IrdbeerTvefn,»IIB, da« Beate Liter 1.4S Tarrairona, eclit, aCO........... Liter 1.35 Malaxa, echt, aUB, eold.......... Liter 1.60 Pepalnaveln, echt, für Kranke....'/, Liter 1.30 Oonro Portwein, echt, daa Felnats.. Liter S.SO Wermut Ii, für Kranke.......... Liter 1.85 Kchter welBer Bordeaux,»OB....... FI. 1.45 Ke.kter roter Barsander.......... Fl. i.ar. - portprelat 32o/0.... Liter 8.241, 81.2.55 Aqnavit 350/c........... Liter 5 54», Fl. 2.«o Weinbrand Veraehnttt..... Liter 3.00,|T.2>i) Weinbrand, eelit,•••Stern.. Liler 4.40,«1.8.-10 I.lkOre, da» Feinste bia 33»,». Liter 5.20. FL 4.05 Uam.-nam-Verachn., 38:/c... Liter 4.45, 71.8.50 -iam.-llnin-Veraehn., 4St;c, Tei-8n Liter 3. 20, Fl. 4.05 Felaafer Alpenkrünterllkbr. Liter 4.00. FL 8 00 Felnater Weluirroa,. 40 r/g,.. Liter 4.00, t L 8.00 bt&iiJ Kostproben VJSSBl&XZSSEM gratis fsiiuiviiicscßüU: BKBIJS M. Bntnneiuiir. 42 ««•rlin\.......... MÜUeri»tr«B? 144 Berlin X.......... Cha.Tifl*e t. •.rb..i-Ä- 4*�> s Ulnar Art. fn Donnerstag 28. November 1929 Unterhaltung und Wissen Beilage des Vorwärts 3)er �Han der Jilarierfpieler Sunt 100. Geburtstag Anton Aubinfteins am 28. llotember Die Namen Franz Liszt und Anton Rubinstein bezeichnen eine Gipfelhöhe picmistischcr Kunst, die niemals wieder erreicht, geschweige denn übertrofsen worden ist.„Wie Gulliver unter die Liliputaner, trat Rubinstem unter den Schwärm unserer modernen Noten- guetscher, jeder Aoll er selbst, ein Fixstern unter den elenden Stern- schnuppen, eine Individualität durch und durch!* Mit diesen Worten kennzeichnete chugo Wolf, der bedeutendste der nachwagnerischen deutschen Liederkomponisten, tressend den gewaltigen Eindruck des Klaoierspiels des Titanen, der an fortreißender Leideirschoft, elementarer Kraft, und Dämonie des Ausdruckes unter den Fachgenossen so wenig feines Gleichen hatte wie Pagonini unter den Geigern. Hans von Bülow, den man am allerwenigsten der überschweng- lichen Ueberschätzung seiner Brüder in Apoll zeihen kann, nannte seine eigene Hand eine schmächtige Leopardenpsote im Verhältnis ZU der Pranke des anderen, der ihm als der Löwe aller Löwen galt. Und schon frühzeitig zeigte dieser Löwe seine Tatze. 1841 spielte in Paris ein elfjähriger Knabe vor einem erlesenen Musiker- kreis, zu dem unter anderen Größen Liszt, Auber und Chopin zählten.„Der wird der Erbe meiner Kunst!* rief Liszt, der da- mals auf der Sonnenhöhe seines Airtuosentums stand, in heller Begeisterung über das Spiel des Kindes. Dieses Kind, dem die Prophezeiung galt, war Anton Rubinstein, der später bewies, daß Lifzts Erbe keinem Würdigeren anvertraut werden konnte. Am 28. November 182S zu Wechwotynez bei Balta in Podolien geboren, hatte Rubinstem den ersten Klavierunterricht von seiner Mutter erhalten und war von seinem achten Lebensjahr an in der Schule des russischen Klavierpädagogen Billoing weitergebildet worden. Dies war der einzige Klavierunterricht, den er, abgesehen von den Kompositionsstudien bei Dehn in Berlin, je erhalten hat. Billoing war es auch, der ihn nach Poris brachte und mit ihm ein« Konzertreise durch Frankreich, Deutschland und Holland angetreten hatte. Nach dem Tode des Baters sah sich Anton Rubinstein auf sich selbst angewiesen und in Wien und Berlin zu der kümmer- lichen Existenz des schlechtbezahlten Klavierlehrers verurteilt. Der Ausbruch der Revolution von 1848 vertrieb Rubinstein aus Berlin roch der Heimat. In seiner Weltfremdheit hatte er sich um die Ritzvorschristen nicht gekümmert. Nach langem Hin und Her ge- stattete man ihm zwar den Uebertritt über die Grenze, ober die mitgeführten Manuskripte seiner Kompositionen wurden beschlag- nahmt, da die Polizei in den Noten eine Geheimschrift vermutete und die Freigabe von einer eingehenden Prüfung der gefiirchteten Manuskripte abhängig machte, die Rubinstein in der Folge niemals wiedersah. Dem wenig ermutigenden Debüt auf russischem Boden entsprach die Fortsetzimg durchaus. Wie in Berlin und Wien wurden fein« Konzerte von der Kritik totgeschwiegen, und die Honorare, die er für seine Klavierstunden erhielt, reichten gerade aus, um ihn vor dem Hungertod zu schützen. Ein« Wendung zum Besseren trat erst ein, als sich die kunstsinnige Großfürstin Helene Pawlowna, die Tochter des Herzogs von Württemberg, des im Schatten kämpfenden Musensohnes annahm. Sie verholf einigen feiner Opern zu? Annahm« und bewilligt« ihm trotz der lauen Auf- nähme, die dies« fanden, die Mittel zu einer Auslandsreise. Da- mit beginnen die an materiellen wie künstlerischen Erfolgen bei- kpirgosen Siegeszüge des Kloviertitanen, die ihm in der alten und neuen Welt Huldigungen eintrugen, wie sie vor ihm nicht einmal Liszt zu verzeichnen hatte. Seinem hinreißenden Temperament ver- steh man selbst die eigenwillige Art, mit der dieser Feuergeist mit den Werken der Klassiker umsprang, man überließ sich willig der herzbewegende!'. Macht, die von dem Spiel des Meisters ausging, der gelegentlich äußert«:„Wenn ich zwölf Konzerte gegeben habe, iann ich von den heruntergefallenen Roten ein dreizehntes ver- onftalten." Aber was man dem ausübenden Musiker verzieh, rächte sich an dem schöpferischen Künstler um so schwerer. Die ungebändigte Natur- gewalt seines Klavierspiels spiegelt« sich in dem Alfreskostil seiner Kompositionen mir zu getreu wieder. Der Mangel an Kon- zentrationskraft und Selbstzucht hinderte den Tonsetzer, die über- strömend« Fülle an melodischen Einfällen und genialen Gedanken zum organischen Ganzen zu formen. Ein« beispiellose Leichtigkeit des Produzierens verführte den musikalischen Krösus überdies zur flüchtigen Arbeit des Bielschreibens, der alles kritttlos niederschrieb, was ihm in die Feder kam. So sind denn mit den minderguten auch die besseren Werke dieses Dollblutmusikers in Bergesienheit geraten. Nach kurzem Leidm setzte am 20. November 1894 der Tod in Peterhof bei Petersburg Rnbinsteins taten- und arbeits- reichem Leben ein jähes Ende. Mkreck Gö�ze. Anton ffinbinftein und i8U8 Ende 1847 weilte Anton Rubinstein in Wien, wo es ihn' mate- riell nicht gerade glänzend ging und«r vom Musikunterricht sein Leben bestreiten nmhte. Da lernte er einen Abenteurer, einen ge- wissen Baron Pfuhl, kennen, der ihn zu einer Fahrt in das Dollar- land Amerika überredete. Sie fuhren also von Wien noch Hamburg ab. In Berlin machten sie ein paar Tage holt, und da traf Rubin- stein seinen früheren Lehrer Dehn, dem er über sein Vorhaben berichtete. Dehn riet ihm diese ungewisse, abenteuerliche Reise ent- schieden ab und hielt ihn in Berlin fest. Rubinstein mietete sich in der Behrenstraße ein kleines Zimmer und gab hier wiederum Musik- stunden. Einige Monate später kam die Revolution. Rubinstem schrieb darüber: „...Alles war in Erregung, der allgemeine Zustand war angespannt„neroös*. Ich taimte nicht wenige Berliner Schrift« steller, Journalisten, Künstler und überhaupt Leute der freien Berussarten. Alles war wie in Erwartung eines Signals zu einer Explosion. Dieses kam aus Wien, und blitzschnell wirkte es in Berlin auf den angehäuften Zündstoff. Di« Revolution brach los...* Seine Wirtsleut« hielten ihn den ersten Tag zu Hause, schon aus d«m Grunde, weil doch Rubinstein russischer Untertan war. Aber am nächsten Tage hielt er es nicht mehr aus. Cr schreibt: „... Mich zog es aus die Straße... Am nächsten Tag«, als dos Dolk die Leichen der Gefallenen zum Palais trug und da auf- schichtete, war ich aber mitten unter der Menge aus dem Platz und sah alle Szenen der revolutionären Bewegung mit eigenen Augen. Dehn— er gehörte zur Bürgerwehr— stand Schildwachc vor einem Regierungsgebäude mit geschultertem Gewehr...* Eine Zeitlang dachte niemand an Konzerte oder Musikunter- richt, und fo blieb Rubinstein nichts übrig, als wieder noch Rüß- land zurückzukehren. Im Zusammenhang mit der damaligen Musikrichtung bemerkt er:„Welch ein wichtiger Umschwung mit der damaligen revolutio- nären Bewegung sich nicht bloß in der Politik der Staaten und Völker, sondern auch in der Kunst vollzog, kam mir damals nicht in den Sinn. So umfaßt denn mein Leben zwei ganz verschiedene Epochen, die das Jahr 1848 voneinander scheidet... Die politisch so viel verändernde Revolution von 1848 gab auch der Musik eine andere Richtung. Es trat nun die Forderung nach dem innersten Wesen der Kunst aus, und dann ging es damit bis an die äußerste Grenze— bis Wagner.* Tiefe Spuren hinterließ jene Zeit der sreiheittichen Ideen in dcm so empfänglichen Wesen des damals ISjährigen Anton Rubin- stein und gab ihm die Kraft für alle Kämpse, die er in späterer Zeit auf dem Wege seines musikalischen Schaffenz mit der' Un- tultur auszufechten hatte. J. D, ttlichael Soflfchenko: glückliche SiindheU Gestern sitze ich im Thaurijchen Garten auf einer Bank. Ich drehe mir«ine Zigarette und wende mich fo nach allen Seiten um.... Wie schön ist es überall— wunderbar! Die Sonne scheint— und die kleinen Kinder amüsieren sich vergnügt im Sande. Neben mir auf der Bank sitzt cm kleiner Bengel von ungefähr zehn Iahren. Er sitzt da und baurnelt mit den Beinen. Ich sehe ihn mir näher an. Dabei denke ich mir so, wieviel besser es doch die Kinder als wir Erwachsen« haben. Was hat schon so ein Erwachsener vom Leben. Er darf nicht mit den Beinen baumeln, und im Sande kann er sich auch nicht wälzen. Und wenn ers doch tut, so hatten die Leute ihn für verrückt.„He," rufen sie,„habt ihr so etwas gesehen, der Mann strampelt mit den Beinen— so ein einfältiger Kerl!" Schließlich gibt man ihm noch eine Ohrfeige, damit er zur Be- sinnung kommt. Ach, denkeich, wie unsympathisch ist doch unser erwach'enes Leben. Da sitze ich in allerhand Koinmifstonen und Unterkmnmissionen— langweile mich in Derfammluingen, Vorträgen, Sitzungen... Wenn es dir schließlich gelingt, einmal em bißchen an die frische Luft zu entfliehen, dann erwartet dich zu Haufe deine Frau mit einem Donnerwetter, kampslustig tritt sie dir entgegen und flucht, was das Zeug hält, weil du dich zum Essen verspätet hast. Ja, die Kindheit war schon eine glückliche Zettl Wie schnell ist sie mir vergangen, plötzlich war sie fort. Ich sah noch einmal auf die Kinder im Sande und den Jungen neben mir auf der Bank... Ein ungewöhnlich zärtliches Enipfinden erfaßte mich, das Gefühl war so stark, daß es mir fast den Atem zu beklemmen schien. „Du, Junge", sage ich, ,chu, Bursche! Zw fühlst gar nicht, wie groß dein Glück ist! Du sitzt nur da und baumelst mit den Beinen, hast keinen Kummer uns» keine Sorgen. Wie auf einem hohen Baum sitzt du und siehst auf alles verächtlich herab. Sage doch, du Kleiner,— wie heißt du denn? Wie ist dein Naine?" Cr schweigt. Augenscheinlich ist er nüchtern. „Du brauchst dich nicht zu fürchten, mein Iungchen. Der atte Onkel frißt dich nicht. Komm, setz dich her und erzähll was!" Jetzt wandte der Bengel sich mir zu und sagte: „Ich habe keine Zeit, dir etwas zu erzählen. Deine Gesell- schaft reizt mich nicht!" Nun, dachte ich— der Bengel fertigt dich ganz schön ab. KerirS Zeit hat er!... „Warum haben Sie eigentlich keine Zeit?* fragte ich.„Was können Sie— verzeihen Sie meine Neugier, für dringende Ge- fchäfte haben?" Der Junge antwortete mir m-tt männlich ernstem Ton: „Du wirft noch vor der Zett all werden, wenn du soviel wissen willst!" Hollah! denk« ich, da bist du an den Richtigen geraten „Na, ärgere dich mir nicht gleich," besänftigte ich ihi»,„ich alter, unnützer Greis möchte nun mal gerne wissen, was für Go- schäfte man in deinem jugendlichen Mter hat." „Ja," sagte er,„ich habe sehr viel zu tun. Erstens in allerfei Kommissionen und Unterkommissionen, in Schülersitzungen, Bor- trägen und Schülerwahlen, m Versammlungen usw. Jetzt wvck» gleich ein Vortrag über Iugendprobleme im alten Griechenland ge- halten werden: da muß ich dabei sein. Außerdem habe ich heute zwei Stunden Körperkultur.... Für fünf Minuten habe ich mich frei gemacht, um ein bißchen aufzuatmen: sicher fluchen jetzt schon die Mädels, die Manjka und die Katjujchka, daß ich nicht da bin!" Der Jung« zog jetzt eine Spitze hervor und begann zu rauche». Er spuckte durch die Zähne wie ein Großer, vünkte mir flüchtig nnt» herablassend zu und ging davon. O, mein glückliches Aller! Ich brauchte nicht in die Schule zu gehen, ich muß nichts über Iugendprobleme im alten Griechen- land hören, ich habe nichts mtt Körperkultur zu schaffen, und auch' die Manjka und die Katfuschka sind nicht böse, well ich nicht komme! ramottfieti* Uetwfefctttw m» fcent Russtschcn.i Erdbeben der göttlichen Dies« N«>n««iwe«jihwbnwn wir mit Erlaubnis des Berlage» dkm nruen Roman von«. T r a v e n:..Dt« Weib« R o l«*, der isgt bei der Büchrrgilde Kvtrnder« lrscheint. Das Buch wird nur an Miialilder d«r Büchcrgiidc I-«nbrrg abgcg«bcn. Erdbeben in der Wall Street. Erdbeben des Wirtschasts- syst ein». Jeden Tag Selbstmorde von Männern, die gestern groß, mächtig, unangreifbar, unerschütterlich schienen und waren. Säulen einer Wirtschaft, die so gesund unö kraftstrotzend in die Welt blickte, als müßte das Universum sich vor ihr verbeugen. Niemand mehr vermag die Katastrophe zu beherrschen. Sie wird größer und größer. Was so mächtig und ehern erschien, dieses so wohtorganisierte, s heinbar so klug durchdachte, so gefestigt sein sollende Wirtschafte- stistem kracht in allen seinen Fimdomenten, weil ein Zweig un- sicher geworden ist: Di« Kohle, die Nahrung der Industrie. Nicmand kann das Rad stillhalten. Es rennt, es rast schneller und schneller und reißt tiefer und tiefer in den Körper der Wirtschaft hinein. Banlstürmc beginnen. Die Sparer sind von Panik erfaßt mordcn. Sie fürchten, nein schlimmer, sie sind sicher, daß- ihr Geld, Biir das sie gespart und gedarbt haben, verloren ist. In unendlich langen Reihen stehen sie schon vor Mitternacht vor den Banken, um die ersten zu sein, wenn die Kassen offnen. Je früher man da ist, je größer die Möglichkeit, noch etwas zu retten. Das ge- ordnete Leben der Banken wird zerrissen. Alle Kräfte müssen heran, um auszuzahlen. Niemand zahlt etwas ein. Alle Kredit« werden aufgekündigt. Banken in anderer. Ländern werden bittend angekabeit, auszuhelfen mit slüssigem Geld und mit Schecks. Alle Reserven der nationalen Bankvereinigung werden aufgerufen. Aber die Reihen vor den Banken verlängern sich. Und dann beginnen die Banken zu krachen, weil sie nicht zahlen können. Das Geld ist ausgeliehen: denn wenn die Bant kein Gell» ausleihen kann, dann kann sie ihren kleinen Sparern keine Zinsen zahlen. Erst krachen die kleinen Banken. Die großen Helsen sich noch damit, daß sie die Kassenstunden auf zwei, endlich auf eine be- schränken. Dann beginnen auch größer« zu krachen. Und hinter all diessm Wirrwarr sitzt kein plötzliches Berschwin- den eine- Erdteils, sitzt keine gigcmttsche Nattrrtatnfrtophe, die un» widerbringliche Werte vernichtete. Hinter all diesem Zusammen- brechen wirtschaftlicher Ordnung und wirtschaftlicher Sicherheit, die ständig bedroht wird von Aufwieglern, sitzt nicht? anderes als die gestörte Einbildung derer, die etwas haben, die unsicher gewordene Lzoffnung derer, die viel besitzen, und derer,. die wenig besitzen. Alles das, was nun in der Wall Street geschieht, beruht in nichts andeoein, als daß die Gedanken plötzlich, zu plötzlich, eine andere Richtung eingenommen haben als die gewohnte. Massenhypnose. Massensuggestion. Die Suggestion, die Einbildung:„Ich kam' ver- lieren!" reißt dieses schöne, von Gott gewollte, von Gott begnadete, von Gott beschützte Wirtschaftssystem in Fetzen. Und dennoch sind alle Werte gleichgeblieben. Die Werte haben sich nicht geändert. Es ist ebensoviel Kohle auf Erden wie vorher. Alles Geld ist noch da, Und es ist kein Cent vom Erdball heruntergefallen in das Westall, aus dem er nicht mehr gefischt werden kann. All« Häuser stehen noch da. Alle Wälder. Alle Wasserfälle. Alle Ozeane. Die Eisenbahnen und Schisse sind alle noch unversehrt. Und Hunderttausend« gesunder und kräftiger Menschen sind willig, zu arbetten und zu produzieren und den vorhandenen Reichtum der Erde zu vermehren. Kein Ingenieur hat die Fähigkeit verloren, neue Ma- schinen zu konstruieren. Kein Kohlenschacht ist von einer Naturgewalt verschüttet worden. Die Sonne steht leuchtend und warm am Himmel wie immer. Es regnet wie immer. Das Getreide steht auf den Feldern und reift wie unmer. Die Baumwollfelder stehen in Pracht. Nichts hat sich am vorhandenen Wert irdischen Reich- tums geändert. Die Menschen, als Einheit gesehen, sind ebenso reich wie gestern. Und nur durum, und allein nur darum, weil sich der Besitz einzelner zu verändern und zu oerschieben droht, darum bricht eine Katastrophe für die gesamte Menschheit herein. Eine Katastrophe gleich den Katastrophen vergangene? Zeiten, wenn Hungersnöte in einem Erdstrich ausbrachen und man keinen Aus- gleich mit jenen Erdstrichen schiffen konnte, die im Ueberfluß erstickten, well Transportmittel und Telegraphen fehlten. Ein Wirtschaftssystem,«ine Wirtschaftsordnung, geschaffen von Menschen, die von sich selbst behaupten, Intelligenz zu besitzen. Menschen jedoch, die trotz aller'hrer so hoch entwickelten Technik, die sie schufen, noch immer nicht die Primttioität völlig unzivttifierter Mensche» überwunden hasten, soweit ein durchdachtes mit» wohl geregeltes Wirtschaftssystem in Frage kommt. Matsen-fflifWrchen Die Katze ist auch in unseren Tagen, m denen sie zum Schoß- tier und Liebling de» Hause» geworden, noch immer von einem gewissen Geheimnis umwittert. Es ist mcht zufällig, daß dieses einst göttlich verehrte- Tier von den Dichtern und Künstlern am meisten besungen und gekennzeichnet worden ist. Die Legende hat um die Katze«Ine seltsam« Phantafttk gewoben, von der wir manches in einem neuen, demnächst bei Georg Mülle? in München erscheinenden Buch„Katzen" von Pol Sackarndt erfahren., dos neben zahlreichen Abbildungen auch«ine amüsante Geschichte der Katze bietet. Thronte die Katze am Nil und am Ganges in den Tempeln, so wurde ihr Bild von den römischen Legionen als Sinnbild der Freiheit auf den Fahnen getragen. In Europa wurde die Katze erst gegen End« der Kreuzzüge allgemeiner, denn mit der Bei- mehrung der Mäuse infolge der Ausbreitung des Getreidebaus mußte man auch nach einem Dertilger dieser Plage Umschau hallen. Im zehnten Jahrhundert war eine Katze, die schon gemaust hatte, sehr wertvoll und wurde mit hohem Preis bezahlt.'Auch in den religiösen Zeremonien spielten Katzen«ine Rolle, wie z. B. ein« Sitte am Fronleichnamsfest zn Aix in der Provence zeigt. Der schönste Kater, der in der Umgegend aufzutreiben war, wurde, wie ein Säugling gewickelt, in einem kostbaren Schrein zur öffentlichen Andacht ausgestellt. Aber am Feste von St. Johannes erfuhr Hinzens Geschick eine traurig« Umwandlung. Au» diesem Anlaß wurde nämlich ein« Anzahl Kotzen mit dem so sehr verehrten Kater zusammen in einen Weidenkorb gesperrt und auf einen Schelter- Haufen geworfen, der vom Bischof eigenhändig in Brand gesetzt wurde. Man glaubte, daß die Hexen am häufigsten die Gestalt von Katzen annehmen, und so galt die Katze vielfach als die Wohnung böser Geister. Waren so die anmutigen Tier« manchen Verfolgungen ausgesetzt, so gab es andererseits auch ein Katzenrecht, das im Kanton Zürich noch bis 1780 galt. Danach mußt« einer, der einevi anderen eine Katze totgeschlagen hatte, den durch vier Stöcke aus- gespannten Balg des Tiere« mit Korn beschütten und es dem Eigen- tümer ausliefern. Für dies« Rechtspfleg« war«in besonderer„Der- Herr" eingesetzt. Daß Katzen auch das Fischefangen lernen, wird ver- schiedentlich berichtet, so z. B. von einer Katze, die in einem der Festungswerke bei Plymouth gehalten wurde und täglich in die See tauchte, um die gesangenen Fische dann«n Maul in das Matrosen- wachtzimmer zu dringe». Donnerst, 28.11. staats-ßper Unter d. Linden A.-v.ha 19'Ä Uhr Staats-Oper Am Pl.d-Republ. R.-S. 188 >9'/- Uhr Die ZaUie Donnerst, 28.11. Staut. Oper Bismarc kstc Turnus II 20 Uhr Der Sdms;i(Uirelrttt StaatLSAaaspb. am(«idarmenraarKt A.-V. 232 20 Uhr S(aätl.Selil!ler-Tlieater,CM. 20 Uhr: Des Kaisers Soldaten nn. t lonteL S n<*'h T" UikarMU vi» IPreiffil-6H. WoduM;.: 5 8. 50PI-3I Garoldln* t>. Joe, UM, Bowf usw. Tigl. 5 u.«" Soimi.2.5a 8" AI«x.E.4.8066 INTERNAT, VARIETE Direktion Dr. Robert Klein Dectsehes Ifinstler-Tkeal Barbarossa 3937 Ii* Uhr Ende 11J0 Uhr Seltsames ZiFisfliensple laiit;«(tu Hilpert 1» Stg. 1 Derb. 3 Die ander« Stil« Wim Theater Dönhoff 170 m Uhr Deutsche Uraufführung aaservisrt top flsrrn Gastos. Von Max Wolff. Regie: Förster Larrinaga Freitag rum letzten Mal; N/«, Ende 11 Uhr Zvei Kravalteo Sonnabend, 30. II Uraufführung 7'h Uhr Deserrled für Herrn Baeton. 0« so eist men ■Hl UM DMMST Nur Sross-Berlia Alnundarplatz Win her * Garten* 8 Uhr» Zeno. 2811• Bnadien ertenni| Jlso Boll, Jrvln Sitters ctr. ROSE -THEATER"«Ä??" Teleph.: Alexander 3422 u. 3494 Täglich 8» Uhn (Sonntags y/t und 9 Uhr) Pariser Blut Kammeroperette in 3 Akten von Julius, Wilbelm und Heinrich Reinhardt. Regie: Faul Rose. Sonnabend. 30- November 1929 nachm. J Uhr „Max und Moritz" und dar Weihnachtsmann Regie: Willi Rose. Jeden Sonntag, nachm. 2�0 Uhr Frau Holle GroSes Ausstattungsmärchen Regie: Har.s Rose. D.I. Norden 12 310 8Vt Uhr Der Kaiser V.Amerika von Bernard Shaw Reg; Max Reinhardt Kammerspiele D.I. Norden 12 310 S'/t Uhr Zur gell. Ansiditl Lustspiel von Frederik Lonsdale Regie: Gustaf Gründgens Die Komödie J1 Bismck.2414/7316 8','4 Uhr Voo Teufel geholt ton Knpt Hamsum Regie: MaxReinhardt. Di. a. Eoilendorfplatz Vorvk. 10-2. Kf, 2001 Täglich 8«l» Uhr Basttolei des Deoisdies Theaien hpt: HoliinMI, GROSSES SCHAUSPIELHAUS B Uhn 3 Musketiere Regie; ERIK CHARELL 3 Sonntag oaihm. anett, haw» Dr. Renaissance-Theater 8'/4 Uhr.— Letzte 8 Aufführungen Coeur- Bube| Komödie von Jacques Nathanson. Regie: Leontine Sagau. Leananz— Staudte— Vallenlia Kupfer— Sima— Rasumny Sonntag nachmittag 4 Uhr(2—8 M.) DI« Ba« BIB tt« Flamm« - Stelnolatr C 1. 0901 o. 2583184.— Reichshallen-Theater Abands QQ Sonntag nachm. Zum 100. Male; Bei de Meer" Sesetig. 1. On. lonl.llili: „Logis Wilüwest" Billettbest Zentrum 11263 Oönbtoff-BrettU FamUlen-Vartrtt- Taua. Tbeatiü d. Wetteos Tägl. gV« Uhr Marieffa MaslitT. Oskar Slrau Käthe Dortdi Michael Bohnen Mittw. 4. So. 5 Uhr Friedertue lentral. Thaater Alte JakobstrJ2 Gastspiel d. Th. d. Westens Täglich 8'/. Uhr Stg. S u. 8V« Uhr Friederike IBer Vellttlelg| von Franz LehAr| Triaion-TH�r 8V. Uhr Elisabeth Strickrodt in „Die Ballerina des Königs" Mittwoch 4 Uhr SdtnecwUlchen Rundtunkh, kalk« Preise. CASINO-THEATER _ Lothringer S trage»7. Nur noch bis 3. Dezember 1929: wertagte Hochzeitsnacmt Am 3. Dezember zum>. Male: Familie Hannemann. Gutschein für 1—4 Personen Fauteuil nur 1.25 M., Sessel 1.75 M, Sonstige Preise; Parkett u. Rang 0.80 M. Lfissing-Theater Norden 10846 Gruppe fnnger Schauspieler lititi VorsttllongiB Täglich SV« Uhr Cyanhali Freitag 4 Uhr Märchenvorst Hans Urlan saht nacli Brot Metropol-Th. 8-1. Uhr Lehär dirigiert Das Land des Lächelns Vera Schwarz, Richard Tauber TdeaL a. Rotn.Tor Kottb. Str. 6 Tägl. 8 Uhr auchSonnt. nacbtn.äU.: Elite- Sfinäer Dl« Well getii aol«ri Urltn- I)m4tishur>4i( Planeuuiam — am Zoo ww ftrlin. Indiiintkra StnSi Ii. 5 Barbarossa 5578 16V» Uhr Martnt- ibenda an Steraaa- blmnai ISV. Uhr Rgtsel da» SterMnlleates 20V« Uhr Bl« an dia Orenren dar Walt Eintritt I Mark, Kinder SO PL Mittwochs halbe Kassenpreise. gsrcüwth-Bffim Theater in dar KSaiggritznr StraS« Täglich SVa Uhr Die erste mrs. seioy mit Komddianhaus Täglich SV. Uhr Der HOimemoi v.Tristan Bernard JUERGEN5 AJezanderplatg N«o« fCönige«ft43