BERLIN Donnerstag 28. November 1929 19 Der Abend Erfcheint täglich außer@santegs. Sugleich Abendaufgabe des Borwärts". Bezugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, 3,60 M. pro Monat. Redaktion und Expedition; Berlin SW68, Lindenstr.3 Spätausgabe des„ Vorwärts 66 10 Pf. Nr. 558 B 278 46. Jahrgang Anzeigenpreis: Die einfpaltige Nonpareillezeile 80 Pf., Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Postichedkonto: Vorwärts- Berlag G. m. b. H., Berlin Nr. 87536. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis 297 Friede im Fernen Often. Mandschurei nimmt Sowjetbedingungen an./ Konferenz vereinbart. Mostau, 27. November.( Amtlich.) Tichanghjuehliang, der Chef der Mandschurei, stellte in einem Telegramm au Litwinoff den Antrag, die Lage an der Ostchinabahn, wie sie vor dem russisch- chinesischen Konflikt bestand, vollständig wiederherzustellen, sowie den ehemaligen Direktor und den stellvertretenden Direktor der Oftchinabahn wieder in ihr Amt einzusehen. Wolfskommissar Litwinoff antwortete auit im mend und schlug die Entsendung von chinesischen Bevollmäch tigten nach Chabarowit vor, um die technische Durch führung der erwähnten Vorschläge mit Bertretern des Außenkommissariats und die Festsetung des Termins und des Ortes für die Einberufung einer ruftich. chinesischen Konferenz zu besprechen. Der Telegrammwechsel Tschanghsuehliangs und Litwinoffs hat folgende Borgeschichte: Am 21. b. M. traf der ehemalige Angestellte bes Chorbiner d. Sowjettonfulats Rotorin, der nach dem Abbruch der ruffisch- chine fischen Beziehungen dem deutschen Konsulat zur Hilfeleistung für die Sowjetbürger zugeteilt wurde, in Begleitung des ehemaligen Dragomans der Ostchinabahn Netschajem und des chinesischen Obersten Wang in Chabaromit ein. Koforin übergab eine offizielle Er flärung des Charliner diplomatischen Kommiffors Tsai, wonach dieser von der Mukdener und der Nanfinger Regierung zu sofortiger Eröffnung von Verhandlungen über die Regelung des ruffisch- chinesischen Konflitts ermächtigt sei und die Sowjet regierung ersuche, Bertreter für eine Zusammenfunft zu ernennen. Der Agent des Außentommissariats in Chabaromit, Simanowffi, übermittelte durch Koforin, der nach Charbin zurückkehrte, die Untmort, daß die Sowjetregierung für eine friedliche Beilegung des Konflifts fei, es jedoch als unmöglich erachte, in Berhandlungen einzutreten, bevor China die ihm durch Bermittlung der deutschen Regierung am 29. Auguft mitgeteilten Borbedingungen erfüllt habe, die auf die Bieberherstellung der Lage, die auf der Dftchinabahn vor dem Konflitt bestand, auf die sofortige Wiederein. setzung des Direktors und des stellvertretenden Direktors der Ostchinabahn und schließlich auf die Befreiung sämtlicher verhafteter Sowjetbürger hinausliefen. Tsai leitete dieses Telegramm nach Mutden weiter und Tschanghsuehliang nahm die Bedingungen der Sowjetregierung an. Republitschutz im Reichsrat. Das Gesetz mit 50 gegen 16 Stimmen angenommen. Kammerabgeordnete im Rheinland Der neue Kurs in Paris.- Gefahren für Tardieu. Der Festungsfimmel gegen Deutschland. Baris, 28. November.( Eigenbericht.) Weise Geld verschleudert werbe. Spfort nach der Beröffent Ein von zwei Seifen fommender Angriff bedroht nach der lichung des Defrets fegte ein Sturm der Sozialreaftionären gegen allgemeinen Anficht der Morgenblätter am Donnerstag die Egiffenz das Sozialversicherungsgesetz ein. Der Rammer liegen bereits vier des Kabinetts Tardieu. Die auswärtige Kommiffion der Kammer Abänderungsanträge vor, die von verschiedenen Rechtshat am Mittwoch auf einen neuen Borstoß des Ueberpatrioten gruppen eingebracht worden sind und die die Verwirklichung der Franklin- Bouillon hin befchloffen, eine Untersuchungsfom- Sozialreform abermals gefährden. miffion einzusehen, die die Erklärungen Briands über die fatfächliche Enfmilitatisierung der Rheinlandzone an Ori und Stelle nachprüfen soll. Bor allen Dingen foll fie fich über die Zerstörung gewiffer Feftungswerte und strategischer Eisenbahnlinien vergewiffern. Weiter hat die auswärtige Kommiffion ebenfalls auf Antrag Franklin- Bouillons den Abg. Dubois, den ehemaligen Borfihenden der Reparationsfommiffion damit beauf fragt, eine Enquete über die Rüdgabe der beschlagnahmten deutfchen Güter zu veranstalten. Franklin- Bouillon glaubt nämlich Beweise dafür zu haben, daß die Gebrüder Mannesmann fich in Marotto und Röchling in Cothringen wieder festsehen wollen. Die Finanzfommission der Kammer hat auf Antrag des fozialistischen Abgeordneten Bincent Auriol mit 16 gegen 12 Stimmen beschlossen, entgegen dem Wunsche des Ministerpräsidenten Tardieu das neue Milliardenprojekt über die Hebung von Landwirtschaft, Auszug aus Rußland ② Der Reichsrat nahm.in feiner öffentlichen Bollfihung am Donnerstag mittag den Gejebentwurf zum Schuhe der Republif mif 50 gegen 16 Stimmen an. Einzelheiten fellte der Berichterstatter, der preußische Ministerialdirektor Dr. Badt, mit. Staatssekretär 3welgert beantragte namens der Reichsregierung die Zuständigkeit des Reichsinnenminifters wieder her. 3uffellen, weil meist schnell gehandelt werden müffe. Während die preußische Regierung diefem Anfrage des Reiches juftimmte, lehnten Bayern und Sachsen ihn ausdrücklich ab. Der Antrag des Reiches wir hängen an unferer Scholle, Mütterchen, wurde mit 38 gegen 25 Stimmen bei 3 Enthaltungen abgelehnt wollen uns nicht daran hängen laffen!" und darauf das Gesetz felbft angenommen. Handel Industrie The aber wir Paris, 27. November. Ueber die Sigung des Heeresausschusses der Kammer, in der Kriegsminister Maginot über die Grenzbefestigungsarbeiten berichtete, bringt die Agence Havas" noch folgende Einzelheiten: Der Kriegsminister mar begleitet von dem Generalstabschef General Debeney. Nach den Ausführungen Maginots sieht der Befestigungsplan für die vorderfte Linie eine Art Borpostennes( Unterftände für Maschinengewehre und Artillerie) vor, dahinter unterirdische Befestigungsanlagen mit Unterständen für Material und Referven. Abwehrpunkte, versehen mit allen notwendigen Materialien, sollen in der zweiten Linie geschaffen und derart ausgerüstet werden, daß Gasangriffe, Luftangriffe und Angriffe schwerer Artillerie daran abprallen. Endlich sollen mobile Befestigungsparts, die zur Berstärkung der ersten Maschinengewehrlinie bestimmt find, möglichst nahe herangeführt werden. Zur Ausnutzung der bereits bestehenden Berteidigungsorganisation sieht der Reorgani fierungsplan eine bessere Nutzbarmachung der Sperrforts vor. General Debenen tritt für die Konzentrierung einer möglichst großen Zahl verfügbarer Divisionen an der Grenze ein, um einem plötzlichen Angriff begegnen zu können. Die Kosten für die Verteidigungsanlagen werden nach Maginot 3 400 000 000 Franks betragen. Die Arbeitszeit wird auf vier Jahre veranschlagt. Die Organtfation der in der ersten Linie liegenden betonierten Vorposten sol! jedoch noch vor der Räumung der dritten Zone beendet sein. Aus der an die Rede des Kriegsministers sich anschließenden Debatte ist hervorzuheben, daß Renaudel die sofortige Schaffung einer Luftangriffsflotte forderte, um für alle Fälle zu Beginn der Mobilmachung gerüstet zu sein. Zwei andere Abgeord= nete betonten die Notwendigkeit, die strategische Linie im Südoften zu vollenden. Reichsrichter unter Anklage. Weil sie beleidigt haben. Der Berliner Publizist Leopold Schwarzschild hat die Senatse präsidenten am Reichsgericht, Reichert, und den früheren Reichsgerichtsrat Bewer megen Beleidigung verklagt. Die erſte Instanz hatte die beiden Beklagten wegen Wahrung berechtigter Interessen freigesprochen. Am 17. Oftober sollte die Berufung Schwarzschilds verhandelt werden, aber die Sigung flog auf, als der Rechtsanwalt Paul Levi, der Vertreter des Klägers, darauf bestand, einzelne Teile aus dem Urteil im MogensJatubomifi- Prozeß zur Verlesung zu bringen. Der Vertreter der Beklagten, Rechtsanwalt Dr. Eljas, hatte damals dieser für seine Klienten. Der Kampf gegen die Wirtschaftskrise. Sabel und Smbuftrie ins Budget einzugliedern Tardieu Berlefung widersprochen. Wahrscheinlich fürchtete er ſchlimme Foigen Ausbau der Kommunalwirtschaft in USA. Washington, 28. November. Im Beißen Hause hat wieder eine Besprechung mit Bertretern wichtiger Wirtschaftsgruppen stattgefunden. Diesmal waren etwa 20 Repräsentanten von Konzernen erschienen, die öffentlige Unternehmen betreiben, wie elettrische Kraftmerte, Gasmerte und Straßenbahnunternehmungen. Sie unterbreiteten dem Präsi denten Hopper ein Verbesserungs- und Ausbauprogramm, bas für das nächste Jahr Ausgaben von nahezu 2 Milliarden Dollar vorfieht. Dies bedeutet eine Mehrausgabe von über 100 mil lionen zu demselben 3wed wie in diesem Jahre. Präsident poper nahm diesen Bericht als einen wesentlichen Beitrag zu seinem Plane im Interesse des wirtschaftlichen Fortschritts mit Befriedigung entgegen. Der Konferenz bei Bräsident Hoover war eine interne Befprechung der genannten Wirtschaftsführer in Nem Dorf voraus gegangen, bei der das Ausbauprogramm zur Beratung stand. " wollte diese Milliardenkredite einem Spezialfonto zuführen. Die Kommission par dagegen, meil sonst das Parlament feine Rontrolle über die Bermendung dieser Summen hat. Wie das„ Echo de Baris" auf Grund einer Unterredung mit Tardieu mitteilt, mill der Ministerpräsident schon am Donnerstag im Blenum der Kammer gegen diese Beschlüsse protestieren und unter Stellung der Ber trauensfrage die Desapouierung der Kommissionsbeschlüsse verlangen. Die Marin- Gruppe hat offen erklärt, die Eröffnung der Saarverhandlungen sei ein bedentliches Bagnis. Zu den außenpolitischen Schwierigkeiten kommt nummehr auch eine schwere Gefahr für die Regierung aus der Durchführung der Sozialversiche rung. Der Arbeitsminister Loucheur hat eine Verordnung über die Durchführung der neuen Sozialversicherung erlassen. Das Arbeitsministerium plant, in verschiedenen großen französischen Provinzftädten Gebäude anzukaufen, um darin die Dienststellen der neuen sozialen Versicherung unterzubringen. Es soll sich dabei um Kaufobjekte im Werte von 5 bis 6 Millionen handeln. Die fozialreaktionär eingestellten Kreise erklären, daß hier in ffandalöser Der Gegenstand des Streits ist bekannt: Schwarzschild hatte im Berliner Tageblatt" unter Berufung auf das erste JakubowskiUrteil die Frage aufgeworfen, ob nicht fahrlässige Richter unter Umständen zur Verantwortung gezogen werden sollten. Reichsgerichtsrat a. D. Bewer hatte darauf in der„, Deutschen Richterzeitung" in einem Was ist Justizmord?" betitelten Artikel Schwarzschild einen rechts beugenden Litraten genannt und ihn wahrheitsmadriger Aeußerungen bezichtigt. Die heutige neue Berhandlung verläuft äußerst ruhig. Die Verlefung des Urteils im Jakubowski- Nogens- Prozeß scheint mun nichts mehr im Wege zu stehen; ja, es wird sogar das bisher in der Deffentlichkeit völlig unbekannte Gutachten des fächfichen Ministerpräsidenten Bünger zur Verlesung gebracht, das feinerzeit auf Veranlassung der Strelizer Regierung erstattet wurde. Der Vorsitzende geht Punkt für Punkt die beanstandeten Stellen des Bewerschen Artikels durch und stellt als erstes den Vorwurf der Wahrheitswidrigkeit zur Debatte. Der Verteidiger der Reichsrichter, Dr. Elsaß, erklärt, dieser Ausdrud sei durch die Behauptung Schwarzschilds peranlaßt morden, Jakubowski habe Deutsch nur radebrechen tönnen, die Berurteilung sei auf Grund seiner stammelnden und fallenden Aussage zustande gekommen. Schwarzschild erklärt, daß er feine Behauptung auch heute noch aufrechterhalte, die Gerichtsverhandlung Jakubowski- Nogens habe mit aller Deutlichkeit ergeben, daß es Jakubowski äußerst schwer geworden sei, fich verständlich zu machen. Das Los der Großstadtbettler. Lebensinvaliden vor Gericht. Betteln ist verboten. So mill es das Strafgesetzbuch.| Als Rechtsanwalt Dr. Paul Levi seinen in der letzten Verhander bettelt, mady sich einer Uebertretung schuldig. Der Staat hat fung gestellten Antrag auf Berlesung des Urteils im für seine Bürger zu sorgen. Für alte Menschen gibt es Siechen Jakubowski- Nogens- Prozeß wiederholt, widerspricht Rechtsanwalt heime. Für Invalide und Arbeitsunfähige soziale Wohlfahrts. Dr. Elfas aufs Neue. Das Urteil sei noch nicht rechtskräftig und stellen. Und der Amtsanwalt meinte neulich vor Gericht: Mag es irgendwelche Tatsachen önnen dadurch nicht erwiesen werden. Deutschland noch so schlecht gehen, auf der Straße verrecken braucht Rechtsanwalt Dr. Paul Levi ist dagegen der Ansicht, daß sich gerade niemand! Und der Richter sagte, es sei eben verboten zu qus dem Urteil ergebe, in welch fahrlässiger Weise die angeklagten betteln; so stehe es im Gesez und das Gesez müsse er anwenden. Reichsrichter verfuhren, als sie seinen Klienten einen rechts- Es gibt aber Leute, die troß allem der törichten Ansicht sind, daß sie beugenden Literaten" nannten. Es sei wichtig, dies festzustellen, ohne zu Betteln verrecken würden und die sich an das Strafgesetz da das Reichsgericht den§ 193, d. h. Wahrung berechtigter Inter- nicht fehren. Also müssen sie vors Gericht. Nur selten sind es junge effen, im Falle der Fahrlässigkeit nicht zubilligt. Leute; größtenteils Lebensinvaliden Menschen, denen das Leben arg mitgespielt hat. Sie wollen oder können nicht mehr arbeiten, ste drücken sich Jahre lang im Asyl für Obdachlose herum, sind den Wohlfahrtsämtern bereits seit langem über und betteln. Das iſt thr Beruf, die Haftstrafe ihr Berufsrififo; wovor sie fürchten, ist das Arbeitshaus, denn da muß gearbeitet werden. Porsche Nachfolger. Wahl des Bizepräsidenten im Landtag. Im Preußischen Landtag beantragte zu Beginn der heutigen Sigung Abg. Frän.fen( Somma.) die sofortige Beratung einer fommunistischen Großen Anfrage, die u. a. sich darüber be schmert, daß die Polizei gegen fommunistische Abgeordnete mit Berhaftungen vorgehe. Da Widerspruch erhoben wird, kann die Interpellation heute nicht behandelt werden. Der Landtag überweist dann mehrere Anträge debattelos an den Ausschuß, darunter das deutschnationale Aufforstungsgesetz. Es folgt die Wahl des 2. Bizepräsidenten an Stelle des aus Gesundheitsrücksichten vom Präsidium ausgeschiedenen Fraktionsvorsitzenden des Zentrums, Geheimen Rat Borsch. Das Zentrum hat als Ersay den Bostinspektor Joseph Baumhoff vorgeschlagen. Der Vorschlag des Präsidenten, die Wahl des Abg. Baum= hoff( 3.) zum zweiten Bizepräsidenten durch Zuruf vorzunehmen, scheitert am Widerspruch der Kommunisten. Infolgedessen wird die Wahl durch Namensaufruf vollzogen, der längere Zeit andauert. Wer ist Herr ,, Nachtgespenst"? 300 Marf auf seine Ergreifung ausgefeßt. Dem seltsamen Einbrecher, der seit Monaten mit gespensterhaften Mähchen die Bevölkerung ganzer Stadtteile in Schreden verfeht, soll nun energisch zu Leibe gegangen werden. Herr Nachtgespenst, wie man ihn bald nannte, trat zunächst besonders in Charlottenburg und zwar in dem Teil nördlich der Berliner Straße auf, dann neuerdings auch in Wilmers dorf. Er bevorzugt Gartenhauswohnungen des fleinbürgerlichen Publikums, meist Erdgeschoßwohnungen, ist aber auch schon in das 1. Stod wert hinaufgegangen. Durch Zerschneiden der Zäune gelangt er auf die stücke. Er steigt ein, indem er durch die Deffnung des Lüftungsflügels den Riegel des Fensters zurückschiebt. Borlegetetten an Korridortüren zerschneidet und durchkneift er. Innerhalb der Wohnung schraubt er auf den in den Korridoren angebrachten Elektrizitätszählern die Sicherung heraus und verhindert jo, daß die Leute, wenn sie erwachen, schnell Licht machen können. Borsichtig aber gründlich, entweder auf Gummisohlen oder auf Strümpfen, durchsucht er die Wohnräume und stiehlt Handtaschen und Geldbörsen, die er geleert wieder fortwirft. Nach vollendetem Beutezug geht er grundfäßlich in Schlafzimmer weiblicher Personen, zieht ihnen die Bettdecke fort und leuchtet ihnen mit seiner Taschenlampe ins Gesicht. Mitunter be taftet er auch die Schlafenden. Wenn fie erwachen und um hiffe rufen wollen, so wirft er ihnen die Decke über den Kopf und ver jchymindet lautlos durch die Korridortür. Auf seine Ergreifung ft jezt eine Belohnung von 300 Mart ausgesetzt worden. Man weiß bisher von dem Einbrecher mur, daß er etwa 1.70 Meter groß und jchiant ist und auffallend meiche Hände hat. Seine Kleidung mar stets dunkel. Mitteilungen, die geeignet sind, dent Unwefen ein Ende zu bereiten, erbittet Kriminalfommiffar Bener bei der Dienststelle BI im Polizeipräfidium. Katastrophe im Schmelzwerf. Drei Arbeiter getötet, vier schwer verlegt. Kopenhagen, 28. November. Wie aus Oslo gemeldet wird, hat sich in einem Schmelzwerk in Florö eine Explosion ereignet, der die gesamte sieben Mann starke Nacht schicht zum Opfer fallen dürfte. Bei der Explosion geriet die Kleidung der Leute in Brand. Vier Mann stürzten sich in einen nahe gelegenen See, aus dem sie mit so schweren Brandwunden gerettet wurden, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. Die drei anderen Arbeiter konnten sich nicht mehr aus dem Schmelzwerk retten und wurden als völlig unkenntliche Leichen gefunden. Feme- Schulz. Er war einmal ein Tischler. Jetzt ist er ein Bettler. Mit 42 Jahren befindet man sich sonst noch im Vollbesig der Kräfte, auf der Höhe des Schaffens; diefer aber hier bewegt sich schon seit langem auf absteigender Kurve. Man fieht es ihm aner hat das Arbeiten schon lange aufgegeben. Weshalb er sein heimatliches Rolberg verlassen hat, erfährt man nicht. Er sei gerade im Begriff gewesen, die Fürsorgestelle um eine Fahrkarte in die Heimat zu bitten; das wird er mohl auch schon früher gesagt haben. Denn er haf wegen Bettelei am 12. Mai 5 Wochen Haft und am 2. August drei Wochen Haft erhalten. Kaum war er draußen, da bettelte er wieder. Das schien einer Frau, die er um ein Almojen angegangen war, zu läftig, sie übermittelte ihn der Polizei. Weshalb er nicht arbeite, fragt ihn der Richter:„ Icht ist doch so große Arbeitslosigkeit", antwortet der Bettler. Der Mann ist arbeitsfdeu", erklärt der Staatsanwalt, er muß ins Arbeitshaus". 3ch bin nicht arbeitsscheu", behauptet der einstmalige Tischler. Und als der Richter ihn zu 6 Wochen Haft und zur Ueberweisung an die Landespolizei verurteilt, damit er im Arbeitshause arbeiten lerne und nicht glaube, daß die Arbeit nur für Dumme da sei", da erklärt er ,,, nehme ich nicht an". Er wird Berufung einlegen; vorläufig bleibt er aber in Haft. Wovor er fürchtet, ist aber nicht die Haft, allein das Arbeitshaus. Der Händler. Einst war er Händler; dann kam er ins Gefängnis, megen Unterfchlagung. Diebstahl, Betrug. Das alles liegt lange zurüd. Weil er Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat der preußische Justizminister folgende Antwort auf die Kleine Anfrage erteilt: Durch Beschluß vom 18. April 1929 hat die Straffammer ihren, den Oberleutnant a. D. Schulz wegen 21nstiftung zur Gr. mordung des Unteroffiziers Brauer außer Berfol gung fehenden Beschluß vom 27. November 1926 mit der Begrün dung aufgehoben, daß neue Tatsachen und Beweismittel beigebracht feien, die zur Zeit jenes Teschlusses unbekannt gewesen und die geeignet seien, eine Berurteilung des Schulz wegen Anstiftung zum Morde zu begründen: nämlich das qualifizierte Geständnis des Fahlbusch, der den Schulz der Anstiftung beschuldigte. Der Untersuchungsrichter hat darauf durch Beschluß vom 22. April 1929 Die Boruntersuchung gegen Fahlbusch wegen Mordes an Brauer, gegen Schulz wegen Anstiftung zu diesem Morde eröffnet(§ 211 StẞD.). Nachdem die Boruntersuchung geschlossen worden ist, hat die Staatsanwaltschaft am 2. November 1929 die Antlageschrift gegen Fahlbusch wegen gemeinschaftlichen Mördes in zwei Fällen und gegen Schulz wegen Anftiftung zum Morde im Falle Brauer bei Gericht eingereicht. Kampf den Rauschgiffen! Die Fabrikation muß eingeschränkt werden. Die Internationale Frauenliga für Frie. den und Freiheit hat den Kampf gegen Opium und andere Rausch gifte aufgenommen. Jm Winter 1929 30 finden in Belgien, Dänemark, Deutschland, England, Frantreich, Holland und der Schweiz& onferenzen über den Kampf gegen die Opiate statt. Heute morgen trat die Betliner konferenz im Großen Saal des Reichswirtschaftsrates unter dem Borjih von Lida Gustava Heymann zujammen. Als erster Redner sprach der Spanier 2. E. Blanco, der verdienstvolle Leiter des Antiopiumbureaus in Genf. Er gab einen historischen Ueberblid des bisher zur Bekämpfung der Rauschgiftsucht und der Rauschgistverbreitung Geleisteten. Blanco ist einer der hervorragendften Sachfenner: Mit 20 Jahren trat er in den chinesischen Dienst und blieb 25 Jahre lang Seezallbeamter. So gewann er Einblick in die ungeheuren Mengen von Opium und So gewann er Einblick in die ungeheuren Mengen von Opium und anderen Rauschmitteln, die nach China importiert wurden. Blancos Borschlag zur Beschränkung der Herstellung von Rauschmitteln be jagt: Jedes Land foll seinen Bedarf an Narkotika zu medizinischen und wissenschaftlichen Zwecken für eine bestimmte Zeit im voraus angeben und gleichzeitig mitteilen, in welchem Lande es diesen Bedarf deden wird. Die Regierung der Bereinigten Staaten von Amerifa, ber die Lösung der Rauschgiftfrage besonders am Herzen liegt, nahm den Borschlag von Blanco mit einigen Abänderungen an und fandte ihn durch den Bölterbund an alle Bertragsmächte, die das Haager Ablommen von 1912 unterzeichnet hatten. Bis jetzt haben drei Staaten, Costarica, Belgien und Italien, die Grund prinzipien des amerikanischen Vorschlages afzeptiert. Blanco mies in feiner Rede immer wieder auf die Notwendigkeit einer starten Einschränkung der fabrikation hin. Im Haager und im Genfer internationalen Opiumabtommen ist Beschränkung der Rauschmittelfabritation porgesehen. Alle Staaten, in denen Nar. totita hergestellt werden. haben fich verpflichtet, ihre Fabritation auf die für medizinische Zwede notwendigen Mengen zu beschänfen. Bisher gibt es aber noch in feinem Lande eine Gefeggebung, die dieser Berpflichtung Rechnung trägt. Hier heißt es arbeiten, hier heißt es vorwärts fommen. Das neue Verfahren wegen Anft ftung zum Mord. In einem von der Deutschen Zeitung" abgebrudten Dffenen Brief" des deutschnationalen Landtagsabgeordneten Mener( Herins dorf) an den preußischen Justizminister hatte der Briefschreiber u. a. folgende Behauptung aufgestellt: Oberleutnant a. D. Schulz sei durch cin politisches Gericht" unschuldig zum Tode verurteilt worden. Im Falle Brauer, in dem das Verfahren gegen Schulz bereits ein. gestellt mar, sei es nur deshalb von neuem eröffnet worden, weil eine völlige Rehabilitierung des Oberleutnants Schulz das Ansehen der preußischen Jufis fädigen würde." Diese Borwürfe des Abgeordneten Meyer gegen die preußische Juftiz veranlaßten eine Kleine Anfrage der fozialdemokratischen Land. tagsfrattion, in der das Preußische Staatsministerium um Justunft ersucht wurde, aus welchem Grunde das Ber. ahren im Falle Brauer gegen Oberleutnant Schutz von neuem eröffnet worden ist. Wie der werden. Robert Kempner Berlin beleuchtete die juristische Seite der Frage. Dr. ingin thai China überbrachte die Grüße der chinesischen Gesandtschaft. Die Konferenz wird heute um 15 Uhr fortgefeßt. Heute um 20 Uhr findet im Plenarlaat des Reichswirt fchaftsrafes, Bellevueftraße 15, eine öffentliche Berfom m ung ftott. bel der internationale Bertreter das Wort ergreifen nicht mehr auf unredliche Weise durch den Rest feines Lebens gehen wollte, wurde er ehrlicher Bettler. Der Staat hatte aber für diese redlichen 2bsichten kein Berständnis; feine Richter verurteilten ihn wegen Bettelei neunmal zu Haftstrafen. Als er neulich wieder einen Strasbefehl auf 2 Bochen Haft erhielt er hatte in verschiedenen Lokalen in der Mohrenstraße gefochten die Polizei ihn aber nicht jinden konnte, da erließ man gegen ihn Haftbefehl. Jetzt steht er wegen erneuter Bettelei vor Gericht. Soll ich etwa stehlen gehen?" sagte er. Damit er nicht zu stehlen und zu bett en braucht", verurteilt ihn der Richter zu 4 Wochen Haft und zur Ueberweisung an die Landespolizei. Das mit dem Stehlenmüssen war nur eine Redensart. Das Betteln ernährt sicherer und besser. Wozu denn stehlen? " Der Kriegsinvalide. Ein Kriegsinvalide sollte bestimmt nicht betteln. 40 Mart Rente bei einem 60- Broz. Kriegsbeschädigtjein ist allerdings nicht sehr viel. Noch weniger sollte man aber, wenn schon einmal ein Kriegsinvalide bettelt, ihn aus eigener Initiative der Polizei überliefern, wie Geschäftsleute es taten, als der Kriegsinnalide sie um milde Gaben anging. Weshalb bettelte aber dieser Kriegsinvalide? Er hatte als Steinfeger gearbeitet; er murde entlassen, es entstanden, wie er behauptet, irgendwelche Schwierigkeiten mit der Unterstützung und fo legte er sich für turze Zeit aufs Betteln; jetzt geht er stempeln und alles ist in Ordnung. Bielleicht schwindelte er auch ein menig; der Amtsanwalt dachte aber in diesem Falle human; er sprach pon Notstand und beantragte megen Unbedeutendheit der Uebertretung, Einstellung des Berfahrens. Der Arbeiter. Auch er war einst Arbeiter. Jezt ist er Better. Er hatte diesmal Glüd: Er tam nicht vor den Uebertretungsrichter, der auch Bettler- Richter ist, sondern vor den Schnellrichter; er hatte nicht nur gebettelt, sondern auch einen falschen Namen bei seiner Verhaftung angegeben; das war Urkundenfälschung, also ein Bergehen. Den Namen, sagte er, habe er einfach aus der Luft gegriffen, in der Hoffnung, damit durchzukommen. Er fürchtete nämlich vor dem Arbeitshaus, das er bereits fennengelernt hatte. Der Bettler- Richter hätte ihn bestimmt zu einigen Wochen Haft und erneut zum Arbeitshaus verurteilt; der Schnellrichter behandelte ihn milde: er gab ihm 5 Tage Gefängnis für die intellektuelle Urfundenfälschung und 4 Tage Haft. Natürlich nahm er die Strafe mit Freuden und mit Dant an. Der Mann hatte wirklich Glüd. Nächstens tommt er wieder ins Arbeitshaus. Er ist 59 Jahre alt. In Rußland ermordet. Die Sozialdemokratie fordert volle Aufklärung. 3m Preußischen Landtag haben die Sozialdemokraten folgender Große Anfrage eingebracht: Anfang März 1923 ift der deutsche Staatsangehörige Fridolin Leutner( Düffeldorf) in Mostau ermordet worden. Leutner ist am Tage des Ueberfalls von zwei Soldaten der Roten Armee aus dem Hotel Lug in Moskau zu einer Verfammlung abgeholt worden. Von diesem Gang ist Leutner nicht wieder zurüdgefehrt. Er wurde mit schwerer Kopfverlegung ins Krankenhaus eingeliefert und ist dort nach 24 Stunden während einer Operation geftorben. Ueber diesen Mordfall schwebt fchon seit längerer Zeit eine gerichtliche Untersuchung, ohne daß bisher eine klärung erfolgt wäre, Wir fragen das Staatsministerium: 3st es bereit, auf die Reichsregierung einzuwirken, daß fie durch Vermifflung des Auswärtigen Amts von der russischen Sowjetregierung baldmöglichst volle Klarstellung des Mordfalls Leutner fordert?" Das Forum Mussolinis. Und seine tieftraurige Borgeschichte. Da Italien ein römisches Forum und ein Trajansforum hat, muß es natürlich auch ein Forum Mussolini" bekommen. Das muß etwas to toffales sein und dazu hat man einen Riefenblod aus den Marmorbrüchen von Carrara ausgehauen, der jetzt auf einem besonderen Ponton den Tiber hinaufgeschleppt wird. Dieser Monolith hat eine Borgeschichte, die ihn befonders innig mit dem Regime, das er verewigen foll, verbindet. In spontanem Enthusiasmus" haben die italienischen Arbeiter und Unternehmer 12 Millionen Lire für dieses Forum und verwandte Nüßlichkeiten traurig, sie haben für etwa 35 Millionen Lire unverkauften Marmor aufgebracht. Nun geht es aber den Besizern der Marmorbrüche liegen. So wurden sie dieser Tage beim Duce" vorstellig, begleitet von einem gewissen Ricci, der als Faschistenhäuptling über das Marmorgebiet herrscht. 3ugegen war auch der Bodeftá von Carrara, ein Gegner Riccis. Nun fragte Muffolini, was aus den zwölf Millionen denn geworden sei und erhielt von Ricci die Antwort, sechs Millionen wären für den Monolithen draufgegangen. Da neben stand der Podestá, der wußte, daß die Bearbeitung des Blocks 600 000 Lire, feine Beförderung bis jetzt 2 Millionen gekostet hatte. Als der Podeftá, der natürlich den Häuptling nicht Lügen strafenburfte, nad) Carrara zurüdtam, wurde auf ihn gefcholfen. Er trug nur eine schwere Bunde am Brustkorb davon. An diesen Anschlag auf den Bodestá schlossen sich die Unruhen in Carrara an die offiziell dementiert, aber von der Lokalpreffe zugegeben werden. Wie finnig, daß der Monolith diese Borgeschichte hat: er ftinft nach Blut und nach gestohlenem Gelde Kommunistisches Treiben. 3n Frankreich wie überall. Paris, 28. November.( Eigenbericht.) Kommunistische Unruheftifter benutzten am Montag den fleinen lofalen Streit in Gutse zu einer wilben Heze. Die 2100 Arbeiter eines Berfes ftreitten wegen Lohnforderungen. Die fozialistischen Bewertschaften hatten in furzen Berhandlungen die Erfüllung der Forderungen erzielt und hierauf die Bieberaufnahme der 2rbeit befchloffen. Während nun 1300 befter der Barole der Gemertfchaften folgten, griffen die Kommunisten zur Gewalt und überfielen die Arbeitenden mit einem Steinhagel. Die Polizei mußte eingreifen und einige Verhaftungen vornehmen. Paul Kampffmeyer. 3um 29. Rovember 1929. Der belannte fozialistische Bublizist Paul Kampffmener wird am Freitag fünfundiechzig Jahre alt. Das gibt uns will. fommenen Anlaß, seiner Lebensarbeit zu gedenten, wenn auch gegen feinen ausdrüdlichen Wunsch und Willen. Paul Kampffmeyer ist fein Mensch, der gefeiert sein will. Zeugnis seines Lebens ist seine Arbeit, die ein einziger Dienst an der sozialistischen Bemegung ist. Die äußeren Daten dieses Lebens find rasch aufgezählt. Als Sechsundzwanzigjähriger arbeitet er bereits in der Redaktion der ,, Magdeburger Bolksstimme", damals zu den Jungen" gehörig. Sodann wird er Arbeitersekretär in Frankfurt am Main, 1902 bis 1904 Redakteur der Deutschen Krankenkassenzeitung". 1905 bis 1906 Arbeiterfefretär in München. Bon 1907 bis 1921 ist er Redakteur der Münchner Bost"; zuletzt war er deren Chefredakteur. Seit 1921 arbeitet Paul Kampffmeyer wieder in Berlin. Als literarischer Beirat des Diegverlages hat er an dem gefunden Auf und Ausbau des Parteiverlages lebhaften Anteil. Seine Tätigkeit als literarischer Mitarbeiter des sozialdemokratischen Barteiarchins, ห รื OMU die er seit Jahren ausübt, ist zu vielseitig um hier ausführlich gewürdigt zu merden. Die Bearbeitung des Nachlasses von Bollmar, Adolf Braun, Studien im geheimen Staatsarchin, Arbeiten zur Geschichte der sozialdemokratischen Preise beschäftigen ihn gleich zeitig; hinzukommt eine reiche, ihm oft nur aufgezwungene journalistisch- kritische Tätigkeii. Diese Unsumme von Arbeit und Verantwortung erhält ihn jung und beweglich. Sein Berhältnis zur Jugend bestätigt dies. Eine große Zahl von jungen Parteigenoffen dankt Paul Rampffmener verständnisvolle Förderung und tiefe Anregung. Immer distussions= bereit, teilt er freigebigft die Schäße seines reichen Wissens mit-ist er doch einer der besten Kenner der Geschichte der internationalen Arbeiterbewegung. " Am unmittelbarsten übersehen wir die Leistung Baul Kampff meners, wenn mir feine literarischen Arbeiten betrachten. Sie fönnen hier nicht alle aufgeführt werden, von den vielen in Zeitschriften zerstreuten Arbeiten gar nicht zu reden Unter den zahlreichen Büchern und Broschüren aus seiner Feder finden wir Arbeiten von: Bur Geschichte des Kapitalismus in Deutschland", Die Bedeutung der Gemerfschaften für die Taftit des Proletariats". Junter und Bauer, zur Entwicklung unserer Agrarverhältnisse", Geschichte der modernen Polizei", Die Baugenossenschaften im Rahmen eines nationalen Wohnungsreformplanes",„ Die Prostitution als foziale Klaffenerscheinung und ihre fozialpolitische Betämpfung" ,,, Geschichte der Gesellschaftstraffen in Deutschland". Der Faschismus in Deutsch land",„ Deutsches Staatsleben por 1789" und die beiden Bände Vor dem Sozialistengefeß" und Unter dem Sozialistengeset". Dazu eine Anzahl biographischer Abhandlungen. Ob es sich um fuitur oder sozialgeschichtliche, theoretische oder wirtschaftspolitische Arbeiten handelt, all diese Arbeiten haben nur einen Sinn: die Bergangenheit und die Gegenwart in Berhältnis zur fozialistischen 3utunft zu fezen. In der Vorrede zu feiner Schrift: Deutsches Staatsleben vor 1789", die den bezeichnenden Untertitel zum Ber ständnis der deutschen Gegenpartspolitif" führt, schreibt Kampffneper felbft: 3wed und Ziel meiner Arbeit ist: den Leser und schon den jugendlichen Leser zum Staats. bürger zu erziehen, damit er den obrigfeitlichen Staat, der heute trog aller Revolution mit einigen recht massiven Erbstüden aus dem 18. Jahrhundert noch belastet ist, völlig überwinde und in gründlicher Erfassung der tiefen Fragen, die das politische Leben aufrollt, den Staat felbft gestalten helfe." Die Sozialdemokratie dankt dem unermüdlichen Schaffer außer ordentlich viel. zu feinem Geburtstage gelten unsere Wünsche aber nicht nur diesem Schaffenden, sondern auch dem pradhtoollen Menschen und lieben Kameraden, Möge er noch lange und viele Freude am lebendigen Wirfen finden! hinda Der falsche Zivilist. " Bon Friedrich Natteroth. Der Omnibus ist reichlich besetzt und der Schaffner muß an den Haltestellen den Ansturm der Bartenden abwehren, was zu Auseinandersetzungen und Berzögerungen Anlaß gibt. Blöglich, am nächsten Haltepunft, greift ein junger Mensch in Ziviltleidern an den Druckknopf und gibt das Zeichen zum Weiterfahren, zugleich Sperrt er mit einem energischen Besezt" die weitere Ueberfüllung des Wagens. Die Zurückgewiesenen auf der Straße sind ebenso wie wir im Omnibus erstaunt und sogar empört über eine solche Kühnheit, die sich ein Zivilist erlaubt. Aber der junge Mensch, zweifellos fachmännisch orientiert, fehrt sich nicht im geringsten daran. Im Gegenteil, er fühlt sich nunmehr erst recht in semem Element, dem etmas unbeholfenen Schaffner Hilfsdienste zu leisten. Aufs genaueste abgepaßt gibt er die 2bfahrtsignale, drängt Einsteigende zurück und hilft den Aussteigenden geidhidt aus dem Wagen. Er ruft die Zahl der freiwerdenden Bläße aus, ermahnt zur Eile und fanzelt die während der Fahrt Aufspringenden tüchtig ab, weil der Wagen auf bem naffen und glittschigen Asphalt rutscht und man die Gefahr des Ueberfahrenmerdens nicht leichtsinnig heraufbeschwören soll. Alle die hundertmal schon gehörten Gäße aus Schaffners Mund bringt er forrett und forsch zur Anwendung, ja, er schwingt sich, mit einem Fuß auf dem Trittbrett stehend, hinaus und spähr nach vorn. wie es nur eine jahrelang geübte Bragis eingibt. Er verfäumt auch nicht, mie ein guter Schäferhund bei der Herbe die Treppe zum Oberded hinauf und hinunter zu laufen, wobei er feinem uniformierten Kollegen Anweisungen zuruft. Da hat jeder von uns die Empfindung, daß mir noch nie so gut und schnell gefahren find als mit diesem Pseudoschaffner und Die staatliche Tanzgruppe. Mar Terpis, seit sechs Jahren Ballettmeister der Berliner Staatsoper, scheidet mit Ablauf dieser Saison aus seinem Amt. Durch seinen Abgang werden Probleme aktuell, deren Lösung man während seiner Amtsführung nicht erhoffen durfte. Es gilt, die Pflege des modernen Bühnentanzes intensiver und zielficherer zu gestalten. Die Schöpfung des modernen Kunsttanzes ist die größte fünstlerische Tat, die das deutsche Volk im letzten Menschenalter vollbracht hat. Es unterliegt feinem Zweifel, daß es in Deutschland eine Stätte geben muß, an der diese Kunstform von sachkundigsten Sträften vorbildlich gepflegt wird. Und es unter liegt ebenfalls teinem Zweifel, baß, so lange wir ein staatliches Tanztheater nicht besitzen, diese Stätte die Staatsoper ber deutschen Reichshauptstadt sein muß. Sie war es bisher nicht. Provinzstädte, wie Hannover und Essen, haben das geleistet, was hier versäumt wurde. Die Aufgaben, die dem kommenden Tanzleiter obliegen, bestehen in Balletteinlagen für Opern und in felbständigen Tanz dramen. Die Balletteinlagen find unumgänglich. Moderne Opernregiffeure verlangen dafür moderne Tanzgruppen. Es ist selbstverständlich, daß bei der Gestaltung solcher Tänze Opern- und Tanzregiffeur zusammen arbeiten müssen. Bei dieser Zu sammenarbeit werden vernünftige Kompromiffe nötig sein. Wo die leitenben Musiker zu diesen Stompromissen nicht bereit sind, da ist es besser, die betreffende Oper verzichtet auf den Lurus einer modernen Tanzgruppe und begnügt sich mit den Zappelbeinchen und dernen Tanzgruppe und begnügt sich mit den 3appelbeinchen und Gummipuppen des„ flaffischen" Stils. Ich brauche nicht zu betonen, daß die Berliner Staatsoper zu diesen Kunstetablissements nicht gehört und nicht gehören darf. Um den neuen Tanzstil zu fördern, ihn auszubauen, ihm neue Ziele zu stecken und Wege zu ebnen, sind aber regelmäßige Infzenierungen und Aufführungen von selbständigen Tanzmüssen dafür beschafft werden. Früher gab es regelmäßige dramen nötig. Sie müssen arrangiert werden. Die Mittel Ballettaufführungen an der Berliner Hofoper. Weshalb nicht jetzt regelmäßige Tanzdramenausführungen? Wenn bei den feitenden Stellen der Wille vorhanden ist, würde auch der Weg gefunden werden. Einst war der Wunsch des ballettbegeisterten alten Wilhelm maßgebend. Und da gings. Warum sollte es heute nicht gehen? Ber wird nun Terpis Nachfolger werden? An geeigneten Bersonen fehlt es nicht. In Hannover wirken Harald Kreuz berg und Yvonne Georgi, in Essen Kurt 3008, in Berlin haben wir Jens Keith. Alle vier sind nicht nur Lanz fünstler und Tanzkomponisten allerersten Ranges, sondern sie sind auch erfahren im prattischen Theaterbetrieb. Haben selbständige Tanzbramen und in der Zusammenarbeit mit Musikern Operntänze geschaffen. Uber Kreuzberg und die Georgi mürden ihr hannover. sches Engagement faum aufgeben wollen, das ihnen gestattet, alljährliche monatelange Gastspielreisen zu unternehmen. Blieben Jooß und Keith. 3wischen denen die Wahl schwer fällt. Denn sie sind beide in gleicher Weise für den Posten hervorragend quali fiziert. Wie wäre es, wenn man sie beide engagierte? Den einen Urfache der Effener Katastrophe weiter unbefannt. als offiziellen Leiter der Tanzgruppe, als Nachfolger von Terpis, Der Zustand der nach dem Explosionsunglud auf dem Inszenierungen von Operntänzen und Tanzdramen, und zur Er und beide als Tangregiffeure? Sie fönnten sich abwechefn bei den Weber Platz in die Effener Krantenanstalten eingelieferten 21 Bergänzung fönnten gelegentlich Kreuzberg und die Georgi legten ist. bis auf amei, aufriebenstellenb. Der Inhaber( als Gäste) hinzugezogen werden. bes Haushaltsgeschäfts in dem Unglüdehaufe Itegt bedenklich danieder; feinem Sohn mußten beide Beine abgenommen werden. Die Irfache des Unglüd's fonnte no dy immer nicht aufgeklärt werden. Erfahmahl in England. Bei der Erjazwahl von Kilmarnod fiegte der Kandidat der Arbeiterpartei Craigie Aitchison mit 18 465 Stimmen gegen 13 270 tonservative und 1448 fommunistische Stimmen. Bei den letzten Wahlen hatte der Arbeitertandidat 17 368 Stimmen erhalten, der fonservative Randidat 10 939 und der liberale Kandidat 7700. Reichsausschuß für Sozialistische Bildungsarbeit Heiterer Abend für die Teilnehmer an den Reisen des Reichsausschusses und die Freunde seiner Arbeit, am Sonnabend, den 30. November, 20 Uhr. in den Sophien- Sälen, Sophienstr. 17/18 Musik Im Film durch die Länder Gesang des Jungen Chors Rezitationen von Theo Maret Tanz Eintrittspreis to Pfg, Saalöffnung 19,30 Uhr Karten sind zu haben an fo'genden Ausgabestellen: Reichsausschuß für Sozialistische Bildungsarbeit Berlin SW 68, Lindenstr. 3, 1. Hof III, DietzBuchhandlung, Lindenstr. 2, Bezirksbildungsausschus, Lindenstr. 3, 2. Hof II. Bank der Arbeifer, Angestellen und Beamten, S14, Wal str. 65, Deutscher Holzarbeiterverband, Am Köllnischen Park 2, Zigarrengeschäft Horsch, SO, Engeluler 24/25, Verlag des Bildungsverbandes der Deutschen Buchdrucker, Dreibundstraße 5, Zentralverband der Angestellten, S, Hedemannstraße 12, Verband der graphischen Hilfsarbeiter, Ritterstr. Ecke Luisenufer. Die Tanzgruppe unserer Staatsoper ist die glänzendfte, die wir in Deutschland befizen. Unter der Führung der anerkannt besten Leiter, über die Deutschland verfügt, würde sie Großes und Vorbildliches leiften. Würde die Berliner Staatsoper endlich auch auf dem Gebiet der Tanzkunst die Stellung erringen, die ihr zukommt. John Schikowski. 95 neue Dollarmillionäre. Die Zahl der Amerikaner, die ein Einkommen von mehr als einer Million Dollar haben, hat sich im vergangenen Jahr auf 290 erhoben, gegen das Vorjahr um 95 vermehrt. Unter diefen neuen Krösussen befinden sich 26 Frauen, von denen drei unverheiratet find. Elf Persönlichkeiten, die als UeberMillionäre" bezeichnet werden, versteuern ein jährliches Einkommen von über 5 Millionen Dollar; zu diefen gehört feine Frau, ba bie Dier reichsten Frauen ,, nur" zwischen 3 und 4 Millionen Dollar Einkommen haben. Die größte Zahl der Dallarmillionäre wohnt im Staat New Dort, nämlich 136, an zweiter Stelle fommt Benn fylvanien mit 34. Nur 3,45 Broz. der 120 millionen Amerikaner zahlen überhaupt Einkommensteuer; aber biefe menigen bringen eine Summe von 850 Millionen Dollar auf. Schauspielerhilfe. Die Schauspielerbilje" des Deutschen Lyceum- Clubs veranstaltet Sonntag, den 1. Dezember 1929, abends 8 Uhr im Roiwitba- Saal, Lützowplas 8, zum Beiten erwerbslofer Schauspieler einen Bunten Abend" mit Rate han in neuen Chansons und als Seinrich- Zille- Zöhre", der Pfeiftünstler in Naëmi Shringa, einer Zigeunerszene u. a. m. Leitung: Friedl Hollstein. alle schauen interessiert seinem Tun zu, das wie ein Spiel mit vielen Regeln wirkt. Wahrhaftig, es hat noch niemand von uns gewußt, daß Schaffner ein schwieriger Beruf ist, der gelernt werden muß, erst dieser Zivilist hat es uns gezeigt. Und doch, etwas in uns empört fich dagegen bei aller Hochachtung, etwas lehnt sich in uns auf, einem 3ivilisten das Recht einzuräumen, über unser Befinden frei zu schalten und zu walten. Wenn dieser junge, hagere und etwas leidend aussehende Mann wenigstens etwas von Uniform, nur einen fleinen grünen Streifen am Aermal oder an der Müze tragen würde, was ihn legitimiert, mir mären aus allen Zweifeln erlöst und auch bereit, ihm unsere größte Anerfeimung zu bezeigen. Aber fo, es ist einfach empörend! Niemals ist die Bedeutung der Uniform traffer aufgezeigt morden als in diesem Fall Man fann sich denten, daß im Krieg im Schüßengraben ein Zivilist einen Ausfall mit den Soldaten macht, meinetwegen, da tragen die Beteiligten alle ein gleiches Rififo, was den Unterschied aufhebt. Aber es ist undentbar, daß ein Zivilist einen Omnibus tommandiert. Bo sollte das hinführen, wenn ein jeder Fahrgast sich ein solches Recht ammaßen würde? Um ganz ficher zu gehen, ob ich es hier mit einem echten oder unechten Schaffner zu tun hatte, drückte ich ihm beim Absteigen einen Sechser in die Hand. Und richtig, die Hand fliegt falutierend an die Müze wie innner, während er sich schon wieder an die Einsteigenden mendet: Bitte beeilen Sie sich, meine Herrschaften!" Da habe ich es gemußt, dieser Zivilist, dieser Irrgänger meines schwankend gewordenen Autoritätsglaubens mar fein falscher Schaffner, nein, er mar ein falscher Zivilist. Die goldene Heinrich- Herk- Medaille. Diese Medaille, die als Auszeichnung für besondere wissen. schaftliche Verdienste um die Funktechnik erteilt wird, wurde in der Festsizung der Heinrich Herz- Gesellschaft und des Elettrotechnischen Vereins dem Präsidenten der Gesellschaft Dr. phil. und Ing. Karl Willi Wagner verliehen, dessen Lebensarbeit als die eines wissenschaftlichen Forschers, dir die Forschungsresultate als erfindeDann hielt der Direktor der Telefunkengesellschaft, Dr. F. Schrö rischer Ingenieur anwendet, vom Grafen Arco furz umrissen wurde. ter, den Festvortrag über„ Hergiche und infrarotische Strahlen als Dann hielt der Direktor der Telefunkengesellschaft, Dr. Schrö Nachrichtenmittel". Heinrich Herz stellte seine berühmten Bersuche Funktechnik später elektromagnetische Wellen von Kilometerlängen benuzte. In den letzten Jahren hat dann die Technik eine Umwälzung erlebt, indem sich für die Ueberwindung sehr weiter Entfernungen und für die funttechnische Berbindung der Kontinente die Ueberlegenheit turzer Wellen von 10 bis 1 Meter Länge, ja herausstellte. Damit nähert man sich schon dem Gebiet der längsten jogar ganz furzer Wellen bis zu wenigen Zentimetern Wellenlänge Wellen der für unser Auge sichtbaren Lichtstrahlen, dem Gebiet des roten Lichts, für welches die Wellenlänge nur wenige Taufendstel eines Millimeters beträgt. Darüber hinaus. ist das Gebiet der nicht sichtbaren sogenannten infraroten Strahlen, deren Ausbreitungs gelebe, wie die der furzen elektromagnetischen Bellen, mit denen des Lichts faft ganz übereinstimmen, weshalb fie auch als quafi optische Wellen( gleichsam Lichtwellen) bezeichnet werden. Schröter zeigte in feinen durch viele interessante Vorführungen erläuterten Ausführungen, wie die technischen Anwendungsmöglichkeiten dieser Wellen, zum Beispiel zur Navigation im dichten Rebel, sowohl für See- wie für Luftfahrzeuge, zur Erkennung des Geländes für das so wichtige Landen von Flugzeugen sich noch beständig erweitert. vor 41 Jahren mit Bellen von 8 bis 10 Metern an, während die Bt. ,, Ein Nachspiel". Zu unserer Notiz in Nr. 554 erhalten wir Rechtsvertreter des Herrn Wilhelm Herzog ersuche ich Sie, die Dom Rechtsanwalt Arthur Böme folgende Richtigstellung: Als Ihrer Ausgabe nom Dienstag, 26. November, enthalten find, richtig. zustellen. Es ist unrichtig, daß es fich bei dem Urteil des Bühnen unrichtigen Angaben, die in der Notiz Ein Nachspiel in Schiedsgerichts, das der Klage Wilhelm Herzogs wegen des Bühnen merts Die Affäre Dreyfus" stattgab, lediglich um den vorlegten Saz des Schlußattes handelt. Richtig ist vielmehr, daß sich der Schiedsspruch auf das ganze Schauspiel bezieht und mörtlich lautet: werf Die Affäre Dreyfus" Aenderungen vorzunehmen, zu denen ,, Die Betlagte wird verurteilt, 1. es zu unterfaffen, an dem Bühnender Kläger nicht feine ausdrückliche Zustimmung gegeben hat, 2. die Aufführung des Bühnenwertes Die Affäre Dreyfus" zu unterlaffen, falange Aenderungen, die der Kläger nicht genehmigt hat, darin enthalten sind, 3. die Kosten des Rechtsstreites zu tragen." Es ist unrichtig, daß nur dieser eine Sag des Manuskripts von Wilhelm Herzog stammt. Richtig ist vielmehr, daß Herr Herzog, wie der Schiedsspruch anerkennt, das ganze Schauspiel gemeinsam mit Herrn Hans J. Rehfisch verfaßt hat. Robert Misch, der befannte Berliner Roman. und Lustspieldichter, ist, 69 Jahre alt, gestorben. Durch seine einft vielgespielten Romödien Nachruhm" und ,, Das Ewig- Weibliche", fowie durch die Romane ,, Villa Kaltenbach" und ,, Der Herrenreiter" hat er sich einen Namen gemacht. Eine Statistit der Weltkriegspensionen. Die Zahl der Rentenempfänger wird nach einer amerikanischen Statistit insgesamt auf über 8 Millionen Menschen geschäst. Davon entfallen auf Frant reich 1420 000; Groß- Britannien hat 1170 000 ehemaligen Soldaten oder deren Witmen Pensionen zu zahlen. Es folgen dann Stalien mit 800 000, Rußland mit 775 000, Bolen mit 320 000, die hat 165 000 Rentenempfänger, die Vereinigten Staaten 157 000 und Tschechoslowakei mit 236 000 Pensionären. Das fleine Serbien Belgien etwas über 50 000. Deutschland steht indessen mit etwas mehr als 1½ Millionen an der Spize. Spielplanänderung. Die heutige Premiere Berliner Theater Refer piert für Herrn Gaston" wird auf Cornabend, den 30., verlegt. Die zur Premiere gelösten Starter behalten ihre Gültigkeit. Solo- und Duotänze bott Alice Uhlen, Mila Cirgl ens seith und garrant bringt bie 8 biesjährige ang matinee der Boltsbühne E. V., die am Sonntag, dem 1. De ember, borm. 11% Ubr, im Theater am Billowblat stattfindet. Einlag farten( Losberechtigung) 1,50 Mt.( für Nichtmitglieder 0,50 mt. Nachzahlung im Vorraum des Theaters) in den Verkaufsstellen ber Boltsbühne; Blaz farten( 4. 8 und 2 t.) bei Bertheim, Bote u. Bod sowie an der Theaterkaffe. Jm Berliner Theater fällt die heutige Premiere Steserviert für Serrn Galton" aus und wird auf Sonnabend verlegt. Die gelbitent Starten behalten ihre Gültigkeit. Freitag findet die legte Borstellung von„ Zwei Strawatten" statt. Museumsvorträge. Sonntag, den 1. Dezember, 10 Uhr, fprechen im Neuen Museum Brofessor Scharff über Aegyptens Halfische Beit( um 2000 v. Chr.)", im Staifer Friedrich Museum Dr. Budelfo über slamische Teppiche" und im Museum für Völkerfunde II Dr. Goering über Dec Mensch der Eiszeit und seine Kultur". Teilnehmerfarten 50 Bf. por Beginn am Eingang. Frauengesundheit und Berufsarbeit Die Gefahren der Arbeitsintensivierung. Luberkulose, Nervenfrankheiten, Magen- und Darmleiden sind gewiß nicht im eigentlichen Sinn als Berufskrankheiten" zu be zeichnen. Aber sie treten unter den Angestellten, vor allem unter den meiblichen Angestellten, mit besonderer Häufigkeit auf. Professor Dr. med. Benno Chajes, der in einer Beranstaltung Frauengesundheit und Berufsarbeit" des Zentral verbandes der Angestellten zu dem Thema sprach, teilte mit, daß schon umfangreiche Statistiken aus dem Jahre 1907/1908 das ergeben haben. Heute hat sich das Gesundheitsverhältnis der Angestellten noch verschlechtert. Das ist erklärlich: das Arbeitstempo in den Bureaus, am Verkaufstisch entspricht dem am laufenden 2 and. Es wird eine bestimmte Menge an Maschinendiktaten und Briefen von der Stenotypistin gefordert; Die Buchhalterin muß Karteien, Buchungs- und Rechenmaschinen bedienen; die Ber fäuferin ist in den großen Kaufhäusern gleichzeitig Kassiere rin der Registriertaffe geworden. Dabei werden zahlreiche Ueber stunden gefordert und geleistet. Allerdings ist die übrigens durchaus nicht in allen Betrieben dafür gewährte Extrabezahlung dafür gewährte Extrabezahlung wahrscheinlich seltener die Veranlassung für die Angestellten, lieberstunden zu machen, als die Furcht vor Entlassung. GWEN Die englische Arbeitszeit die bei uns aber viel länger bauert als in England entzieht vielen Angestellten die warme Mittagsmahlzeit. Die Folge sind oft Magen- und Darmerkrankungen. Besonders gesundheitsgefährlich fann aber die Tätigkeit als Angestellte für die verheiratete Frau werden. Schon das junge Mädchen hat sich oft die Grundlage für spätere Leiben menn schon nicht das Leiden selber geholt. Die Frau wird durch die Doppelbeanspruchung ihrer Kräfte besonders start gefährdet sein. Deshalb betonte Dr. Chajes die dringende Notwendigkeit ausreichender gefeßlicher Schutzbestimmungen für die Frau, vor allem auch vor und nach einer Geburt. Bei einem vernünftigen Arbeitssystem und vernünftiger Ernährungsmöglichkeit lassen sich viele Erkrankungen vermeiden, denen die berufstätige Frau heute noch zum Opfer wird. Auch die Borrednerin von Prof. Chajes, Frau Dr. Laura Tur nau, tam zu diesem Ergebnis ihrer Ausführungen. Sie hatte sich bemüht, einen Ueberblick über die gesundheitlichen Gefahren und die gesundheitsfördernden Möglichkeiten der einzelnen Frau zu geben. Neben verbesserten Arbeitsbedingungen und der Möglichkeit zu ausreichender, gesunder Ernährung und hygienischen Lebensverhältniffen hatte Frau Dr. Turnau besonders betont, wie wichtig eine richtige Berwertung der Freizeit ist. Ausgleichsgymnastit, Turnen, Baden, Wandern wird ja heute schon von sehr vielen berufstätigen Frauen getrieben. Es ist aber auch nötig, jeden Sport 3 med mäßig, mit Rücksicht auf die Leistungsfähigkeit und die gesund heitlichen Erfordernisse des eigenen Körpers zu treiben. Für eine Frau von zarter Konstitution fann schon der Tagesausflug, bei dem sie auf das Mittagessen verzichtet, eine wesentliche Schädigung bedeuten. Besonders notwendig ist für jede berufstätige Frau ausreichender Schlaf. Fehlt er, so altert der Mensch vorzeitig und wird von oft schweren nervösen Leiden befallen. Auch MK 35- Ai eleuchtungs Körper such bis 00000 18 MONATS RATEN Raddatz Berlin, Leipzigerstr.122-123 101 Theater, Lichtspiele usw. Donnerst., 28 11. Staats- Oper Unter d. Linden A.-V. 263 192 Uhr Carmen Donnerst., 28 11. Städt. Oper Bismarckstr Turnus II 20 Uhr Der Schauspieldirektor Coppelia Staats- Oper Staatl. Schausph. Am Pl.d.Republ. R.-S. 188 19% Uhr Die am Gendarmenmarkt A- V. 232 20 Uhr Zauberflate Don Carlos Staatl. Schiller- Theater, Charlth. Uh Des Kaisers Soldaten SCALA Tägl. 2 Vorstell 5 und 12 Obr Barbarossa 9256 Preise 1-6 M. Wachenta.: 5 0. 50 Pf.- 3 M. Geraldina u. Joe, Etté, Power usw. PLAZA Tagl. S. 815 Sonnt. 2, 5 u. 8 15 GROSSES SCHAUSPIELHAUS 8 Uhr: 3 Musketiere Regie: ERIK CHARELL. Sonntag nachm. ungek. halbe Pr. . Renaissance- Theater 8 Uhr. Letzte 8 Aufführungen Coeur- Bube Komödie von Jacques Nathanson. Regie: Leontine Sagan. Lennartz Staudte Vallentin Kupfer Sima Rasumny Sonntag nachmittag 4 Uhr( 2-8 M.) Die hellige Flamme Steinplatz C1. 0901. 2583/84. ROSE 6r. Frankfurter -THEATER Straße 132 Teleph.: Alexander 3422 u. 3494 Täglich 8 Uhr: ( Sonntags 5% und 9 Uhr) Pariser Blut Kammeroperette in 3 Akten von Julius, Wilhelm und Heinrich Reinhardt. Regie: Paul Rose. Sonnabend, 30. November 1929 nachm. 5 Uhr ,, Max und Moritz" und der Weihnachtsmann Regie: Willi Rose. Jeden Sonntag. nachm. 2.30 Uhr Frau Holle Großes Ausstattungsmärchen Regie: Hans Rose. die Wichtigkeit der geistigen Einstellung zur Arbeit, die Auswahl der Lektüre und Unterhaltung in der Freizeit darf nicht unterschägt werden. Ist die Arbeit so beschaffen, daß der Mensch Interesse und Freude daran haben tann, so ist schon ein wesentlicher Faktor zur Gesunderhaltung vorhanden. Gewertschaftssekretärin Gertrud Ellert gab einen Ueber blid in 3ahlen über den heutigen Stand der weiblichen Angestelltenschaft. Wir haben nach der letzten Zählung von 1925 11% Millionen berufstätige Frauen, 1 200 000 meibliche Angestellte, davon 85 Proz. faufmännische und im Bureau tätige. Jeder driffe Angestellte ist eine Frau. Dieses Heer von arbeitenden Frauen hat ein Recht auf gesundes, menschenwürdiges Leben. Die Zeiten, in denen man sich auf die Bedürfnislosigkeit der Frau berief, und den weiblichen Angestellten geringeres Gehalt zahlte als ihren männlichen Rollegen, sollte endgültig vorüber sein. Es ist Sache der Angestellten, fich so zu organisieren, daß sie ihre Rechte durchsetzen können. Es geht den Angestellten leider noch lange nicht so gut, daß sie auf irgendeinen Teil davon verzichten fönnen. Gertrud Ellert forderte vor allen Dingen: erhöhten Arbeitsschuh, besser ausgebaute Arbeitsaufsicht, gesunde Arbeitsgeräte, Siggelegenheiten für Berkäuferinnen, Abbau der Ueberstunden, Sicherstellung eines ausreichenden Urlaubs, Berkürzung der Arbeitszeit, 6- Uhr- Badenschluß am Wochenende, 5- Uhr- Schluß vor den großen Feiertagen, Friedel Hall umrahmte die Veranstaltung mit Rezitationen. Sie bewies besonders bei dem Vortrag sachlich- sozialer Dich tung so in Friedrich Wendels Sonnabend im Lohnbureau" eine starte Gestaltungskraft. Alkoholverbot für Kraftfahrer. Der Regierungspräsident von Kassel hat für alle ein Alkoholverbot verfügt. Er begründet diese Maßnahme im öffentlichen Dienst stehenden Kraftfahrer seines Bezirks mit der großen Gefahr, die für die öffentliche Sicher heit durch den Alkoholgenuß der Kraftfahrer verursacht wird und betont, daß die erforderliche Schärfe der Sinne und die Entschlußtraft durch den Altohol beeinträchtigt werde. In der Regel falle es meniger schmer, fich gänzlich des Alkoholgenusses zu enthalten, als rechtzeitig im fortgelegten Altoholgenuß aufzuhören. Die staatlichen Dienststellen müßten in dieser Hinsicht den im freien öffentlichen Dienst stehenden Kraftfahrzeugführern sei daher jeglicher Beruf Tätigen mit gutem Borbild vorangehen. Den im Altoholgemuß vor und mährend der Fahrt vollständig zu untersagen. Der Regierungspräsident meist ferner die Polizeiftationen an, bei Verkehrsunfällen regelmäßig festzustellen, ob der betreffende Kraftfahrzeugführer Ifohol zu sich genommen habe. Bei Ermittlung eines Alkoholmißbrauches fei dem Kraftfahrer der Führerschein zeitweise oder dauernd zu ent ziehen. Bestimmungen, die für die im Außendienst tätigen Angestellten Diefe Verfügung entspricht in feinem wesentlichen Inhalt den der Reichsbahn und des Flugverfehrs bereits in Kraft sind. Ihre Ausdehnung auf alle Kraftfahrer liegt im bringendsten Interesse der Allgemeinheit.. Volksbühne Theater am Bülowplatz 8 Uhr Uraufführung Affäre Dreyfus Schauspiel von René Kestner Regie: H. D. Kenter. Staatl. Schiller- Th. 8 Uhr Des Kaisers Soldaten Theater am Schiffbauerdamm 814 Uhr Pennäler Deutsches Theater D.1. Norden 12310 8 Uhr Der Kaiser v.Amerika von Bernard Shaw Reg: Max Reinhardt Bruchbänder Leibbinden, Gummistrümpfe und PlattfußEinlagen, Stützkorsetts, Apparate und künstliche Glieder. Eigene Werkstatt im Hause. Bandagist Pollmann, Berlin N 54. Lothringer Str. 60. Lieferant für Krankenkassen und Behörden. Direktion Dr. Robert Klein Lessing- Theater Barnowsky- Bühnen Deutsches Künstler- Theat Barbarossa 3937 848 Uhr Ende 11.10 Uhr Seltsames Zwischenspiel Regie: Heinz Hilpert 15 Stg 1 Dezb, 3 Die andere Seite Berliner Theater Dönhoff 170 7th Uhr Deutsche Uraufführung Reserviert für Herrn Gaston. Von Max Wolff. Regie: Forster Larrinaga Freitag zum letzten Mal: 81. Ende 11 Uhr Kammerspiele Zwei Krawatten D.1. Norden 12 310 8 Uhr Zar gefl. Ansicht Lustspiel von Frederik Lonsdale Regie: Gustaf Gründgens Sonnabend, 30.11. Uraufführung 71 Uhr Reserviert für Herrn Gaston. Theater d. Westens Die Komödie Tägl. 8 Uhr 11 Norden 10846 Gruppe funger Schauspieler Letzte Vorstellungen Täglich 8 Uhr Cyankali Freitag 4 Uhr Märchenvorst. Hans Urian geht nach Brot Z entraiTheater Uhr Alte Jakobstr.32 Gastspiel d. Th. d. Westens Täglich 8 Uhr Stg. 5 u. 8 Friederike Der Welterfolg von Franz Lehár Trianon- Th Merkur 8¼ Uhr 2391 Theater in der Königgrätzer Straße Täglich 8 Uhr Die erste Mrs. Selby mit Fritzl Massary Komödienhaus Täglich 84 Uhr Der Hühnerhof v. Tristan Bernard Theat. a. Kottb.Tor Kottb. Str. 6 Tägl. 8 Uhr auchSonnt. nachm.3 U.: EliteSänger Die Welt geht unter! Urkam- Rundfunkpar odi Planetarium am Zoo Verläng. Joachimsthaler Straße B.5 Barbarossa 5578 16 Uhr HerbstElisabeth Strickrodt abende am Sternenin himmel ,, Die Ballerina 184 Uhr Rätsel des des Königs" Mittwoch 4 Uhr Rundfunkh. halbe Preise. Bismck.2414/ 7516 Marietta Schneewittchen 81 Uhr Musik v. Oskar Straus Vom Teufel geholt Käthe Dorsch 84 Uhr CASINO- THEATER 84 Uhr von Knut Hamsum Michael Bohnen Lothringer Straße 37. Nur noch bis 3. Dezember 1929: Regie: Max Reinhardt Vertagte Hochzeitsnacht! Th. a. Nollendorfplatz Am 3. Dezember zum 1. Male: Vorvk, 10-2 Kt 2001 Famille Hannemann. Gutschein für 1-4 Personen Täglich 8% Uhr Gastspiel des Deutschen Theaters Mittw 4, So. 5 Uhr Sternenlichtes 2014 Uhr Bis an die Grenzen der Welt Eintritt 1 Mark, Rentenzahlung für Dezember. Die Bostanstalten beginnen mit der Auszahlung der Unfall und Invalidenrenten für Dezember in Berlin bereits am 29., in den übrigen Orten am 30. No Dember. Den Rentenempfängern mird empfohlen, die Dezember bezüge möglichst an diesen Zahltagen abzuheben. PA Der Schriftsteller Karl Kraus schicht uns folgende Berichtigung: In der Nummer des Borwärts vom 6. november d. J. geben Sie unter der Ueberschrift Prozeß Theodor Wolff- Karl Kraus die Begründung des Urteils wieder und schreiben u. a.: Wolff habe die Borte einfache Lüge", lügenhafte Geschichte und Reflamesucht", derentwegen Kraus die Klage angeftrengt habe, nicht in der Absicht der Beleidigung gebraucht, sondern zur Kennzeichnung der unwahrhaften Handlungsweise des Gegners." Es ist nicht wahr, daß der Richter in der Urteilsbegründung von einer„ unwahrhaften Handlungsweise des Privatklägers gesprochen hat. Wahr ist, daß dies in der Urteilsbegründung nicht steht." Wetter für Berlin: Bieber allmählich zunehmende Bewölfung nach falter Nacht, am Tage ziemlich mild. Für Deutschland: Im Besten ziemlich trübe und regnerisch, mild, im Osten teilweise beiter, vielfach Nachtfröſte. Die letzten Sti- Trodenturfe des Jugendamts Charloffenburg vor dem Weihnachtsfest beginnen am Freitag, dem 29. November, um 17%, und um 20 Uhr, in der Turnhalle der 9./10. Gemeindeschule, Charlottenburg, GoetheStraße 22, an der Trinitatisfirche. Der Unfoftenbeitrag ist sehr gering. Die Elier ftehen fostenlos zur Berfügung. Die für Weihnachten vorgefebene interfahrt nach dem Riesengebirge bat bereits zahlreiche Meldungen erhalten; nur noch wenige Duartiere fteben zur Verfügung. Austünfte erteilt das Jugendamt Charlottenburg, Rathaus, Bimmer 112. Telephon: Amt Wilhelm, Bezirksamt Charlottenburg, Apparat 264 und 372. FUNK UNDAM ABEND Donnerstag, 28. November. Berlin. 16.05 Dr. med. Rudolf Katz: Die Frau von 50 Jahren. 16.30 Unterhaltungsmusik. 18.00 Stefan Großmann: Eigene Novellen. 18.30 Unterhaltungsmusik. 19.00 Prof. Dr. Karl Krebs: Anton Rubinstein. 19.30 Alte und neue Meister.( Beethoven- Chor: Dir.: Hanns Mießner.) 20.00 Wovon man spricht. 20.30 1. Vivaldi: Konzert A- Moll. 2. a) Bach: Sicilienne; b) Schubert: Rondo. 3. Goldmark: Konzert A- Moll( Violine Cecilia Hansen; am Flügel: Bruno Seidler- Winkler.) 21.30 Melitta Leitzner spricht Balladen. 22.30 Funk- Tanzunterricht. Anschließend bis 0.30: Tanzmusik. Bildfunk. Königswusterhauses. 16.00 Albert Bornemann: Berufsschulfragen. 17.30 Dr. Johannes Günther: Geschichte der Fabel 18.00 Lamps: Alexander von Humboldt, 18.30 Spanisch für Fortgeschrittene. 18.55 Prof. Dr. Fehr: Mehr und beste Milch ein Wunsch des Landwirts. 19.20 Alfred Meyer: Verkaufsgespräche. 20.30 Von Breslau: Musikalisches Bilderbuch einer Stadt. 20.55 Anton Rubinstein( geb. 28. November 1829).( Ewel Stegmann, Cello, und Joseph Schwarz, Klavier.) Berantwortl. Für die Redaktion: Bolfgang Schwarz, Berlin; Anzeigen: Tb. Glode, Berlin. Berlag: Vorwärts Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Berwärts Buch bruderei und Berlagsanstalt Baul Ginger& Co., Berlin SB 68, Lindenstraße& Sierzu 1 Beilage. Standuhren 60 Mark Garantie- Marke von 120 Mark an mit 5 Jähriger Garantie Lieferung frei Haus in Groß- Berlin und Vororien Teilzahlung bis 15 Monate auch ohne Anzahlung. Katalog 7 kostenlos StanduhrenVertrieb G.m.b.H. ERKA Im Zentrum: Alexanderstr.231. Etage. Ecke Blumenstraße im Westen: Wilmersdorfer Straße 60-61 an der Kantstraße, 1. Etage. Möbel- Kamerling MOBEL Kastanienallee 56 Geb. Speisez., eleg. Schlaf3., vorn. Herrenz., apart. Sächen, Bolffer-, Flur-, Rorb- und Rußbaummöbel, Riefenansw.Spottpr., Zahlungserleichter. R. 9 Tapeten Linoleum Taprtenhaus Hussack NO, Wörther Str. 30 Kinder 50 Pf. Mittwochs halbe Konkurrenzlos! Zahlungs Kassenpreise. Friederike Max Tschache& Co. erleichterung Klappkamera Seha Foto sehr stabil, Lederbalgen m. la Aplanat 1: 8 1. Vario 6X9 16.- 9X12 19.Prima 9X 12 Kamera Triebeinstellung, Rahmensucher mit MeyerLustspielhaus Fachgeschäft für Bandagen Friedrichstr. 236 und Krankenpflege- Artikel Triopian, 1,5 in Vario nur 47.50.- dito, Bergmann 2922 Täglich 8 Uhr Bin.- Pankow, Wollankstr.128 Fernsprecher: D 8 Pankow 2779 Fauteuil nur 1.25 M., Sessel 1.75 M Die Fledermaus Grand Hotel Alex. E. 4.8066 Sonstige Preise: Parkett u. Rang 0.80 M. INTERNAT. VARIETE Winter Garten* 16 8 Uhr zentr. 2819 Raudien erlaubi Jise Bols, Jrvin Sisters etc. Reichshallen- Theater Regie: Max Reinhardt. Lustspiel von Paul Frank Abends Sonntag nachm. Kleines Theat. Zum 100. Male Merkur 1624 Bei de Stettiner" räglich 8% Unt Max Adalbert Sonntag, 1. Dez. zum 1. Male: ..Logis Wildwest" Billettbest. Zentrum 11263 Dönhoff- Brettl: - Tanz. Familien- Varieté in Das Parfüm meiner Frau Lustsp. v. Leo Lenz jedoch Doppelauszug mit dem erstklassigen Steinheil D.- A Unolocal 6,8 in Vario nur 50,-. Verlang. Sie Liste S kostenfrei. Muster unserer Papiere 0.25. # 1900 [ B. 28 Lieferant der Krankenkassen Foto- Hühns Gende Eigene Werkstatt Chausseestraße 8. Sport- Restaurant Cantianstraße( Exer) am Hochbahnhof Danziger Straße:::: Humboldt 9560 lifred Ospalski Metropol- Th. 8 Uhr Lehár dirigiert Das Land des Lächelns Vera Schwarz, Richard Tauber Schlaf-, Speise-, Herrenzimmer, Küchen, Einzel- u. Polstermöbel Kredit bis 30 Monate auch ohne Anzahlung Möbelhaus Lindemann vorm. Bergmann. Seit 40 Jahren NO, Gollnowstr. 28 29. Achtung 4 Schaufenster! Es ist erschienen: Der sozialdemokratische Abreißkalender1930 In Kupfertiefdruck hergestellt. 768 Seiten stark. Er bringt historische Daten aus der Arbeiterbewegung, astronomische Angaben( Sonnenauf- u.-untergänge, Mondphasen, Planetenbewegung usw.). Gute Bilder beleben den Kalender, so daß er in jedem Haushalt, in jedem Büro eine Zierde darstellt. Der Kalender kostet 2- RM. Zu haben in allen Parteibuchhdlg. 1901 Beilage Donnerstag, 28. November 1929 Der Abend Shalausgabe des Vorwärts Die Bibel und der Stock Frau Meyer macht ihrem Herzen Luft Offen geftanden, mir gerieten eimas in Berlegenheit, als| Kundschaft mal von der Schule gegenüber erzählt..., na, ich hab mir diese Zuschrift erhielten. Zuerst wallien mir fie im Papierforb verschwinden lassen. Dann besannen wir uns auf unferen Grundjazz, an dieser Stelle auch den Leser und Außen feiter zu Wort tommen zu lassen. Aber nein, hier handelt es fich doch um einen ganz trassen Außenseiter, mit dem sich auseinanderzusetzen... Wir lajen das Schreiben noch einmal durch und entdeckten den Schlußjak: Fragen Sie Ihre Leser und Leserinnen, wie sie darüber denten." Das ist eigentlich ein ganz vernünftiger Vorschlag. Also?! Ja aber, begann sich unsere Gedankenmühle wieder zu drehen, wenn dann wieder so viele Buschriften einlaufen wie bei der Dis. fussion über den religiösen Frieden, wenn wieder unsere Jungens und Mädels federhalterbewaffnet zuni Sturm an treten? Macht nig!" fagte ein uns nahestehender Außenfeiter, der zufällig während der Beratung ins Zimmer trat. Nun, und so entschlossen wir uns denn, unseren Lesern die Zuschrift mit der Anfrage zu unterbreiten: Glauben Sie, daß Frau Meyer sich richtig verhält? Sehr geehrte Schriftleitung! Ich kann das nicht länger mit ansehen. Diese Jöhren und Burschen wissen so nicht, wie hoch sie den Kopf tragen sollen, und nun reden Sie ihnen in Ihrer Zeitung auch noch das Wort. Jede Woche, wenn ich in meinem Geschäft den Hering einwickle, tommt mir dieser„ Abend" zu Gesichte, mo wieder ein Loblied auf die sogenannte neue Erziehung gepfiffen wird. Und dann friegt dieses Grünzeug noch selber das Wort zuerteilt und macht sich in Ihren Spalten so breit, daß die Erwachsenen sich mur verkriechen können. Hot sich denn noch teine von Ihren Referinnen darüber empört? Hier muß mal ein ganz energisches Wort geredet werden. Ich bin dafür gebaut, ich mache mich vor niemand bange, am allermenigsten vor der heutigen Jugend. Und menn ich bei der Gelegenheit jemand mal etwas forsch auf die Hühneraugen traten sollte bitte sehr, mein Name ist Frau Meyer aus Bachemerstraße, wo mein Mann das Feinkostgeschäft hat. Wollen Sie mal erleben, daß bei der heutigen Erzieherei etwas faul ist? Dann steigen Sie mal mit'm halben Dugend Paleten um die Mittagszeit in die Elettrische, menn das furze Bolf aus der Schule tommt. Glauben Sie, daß irgendjemand aufsteht und ciher schwerbepadten Frau den Platz anbietet Gehustet. Und was die Erwachsenen sind, und die jungen Bengels, die von der Arbeit fommen, schon gar nicht. Nette Erziehung! Bor einem grauen Haupte sollst du aufstehen und die Alten chren! haben wir früher in der Schule gelernt. Und wer es nicht lernte, dem wurde mit dem Stod nachgeholfen. Die Bibel und der Stod, die hatten früher das Wort. Und Sie mögen fagan, was Sie wollen, bei der Regierung herrschte Zucht und Ordnung. Die ganze ältere Generation, sofern die heutige Jugend sie noch nicht ins Grab ge ärgert hat, ist der Beweis dafür. Genügt Ihnen das noch nicht? Sie fizen wohl hoch und sicher überm Hinterhof bei der Zeitungsschreiberei und hören und jehen nichts von der Straße. Aber hören Sie sich bloß mal den Spet. tafel an, der alle Tage in unserer Straße herrscht. Kommen Sie dreift, aber bringen Sie sich gleich Ohrenschützer mit: dies Ge tobe, dies Geschrei und Gezante beim Kriegen und Fußballspielen ist wirklich zum Berrücktwerden. Mein Ladeneingang wie heißt das doch immer bei Ihnen ist für diese Gesellschaft die Plattform für ihre Volksversammlungen, wo sie sich zusammendrängen, sich anbrüllen und ihre Zigarettenbilder austauschen. Hundertmal am Tage fann ich die Bande wegjagen, ebenso oft ist sie wieder da. Ales, mas ich sage, ist Luft. Gehorsam, Anstand, Gefittung sind nur noch im Fremdwörterbuch zu finden. Neulich hat die Gesellschaft wieder die pille getreten und bei der Gelegenheit unser Kammerfenister zerteppert. Ich habe einen gesehen, der mit schuldbeladenem Gewissen auspiďte, bin hinterher und hab ihn gestellt, es ihm auf den Kopf zugefagt. Meinen Sie, daß er es eingesteht? Denkt nicht dran. Streitet es glatt ab. Mit dem unschuldigsten Gesicht von der Welt, Welcher Abgrund von Berlogenheit! Mein Mann fann sich über sowas ganz furchtbar aufregen. Er ist attiver Soldat gewesen, wiffen Sie, hat die militärische Erziehung genoffen. Die fehlt uns heute, fagt er. 25 mit der Klopp- Peitsche für jeden einzelnen der Uebeltäter, fagt er, das ist das zinzigfte Mittel, das hilft. Berlogenheit ist das Schlimmste, mas ich mir denten tann. Hinterher ist die Mutter von dem Bengel gefommen, zweis oder dreimal, hat mich sprechen wollen. Da hätte ich schön was gemacht. Benn man sich mit solchen Bauten erst einläßt. Ich hab natürlich bestellen lassen, ich wäre nicht zu Hause. Ram, mán mit solchen Menschen denn über Erziehung reden? Haben ja überhaupt tejne Ahnung. Junges Bolf, eben troden hinter den Ohren, und gleich geheiratet. Bom Bureau, von der Schreibmaschine weg. Und jebe freie Minute auf dem Sportplatz, im Kino. Ja, wenn es noch mie früher wäre, wo der traute Schoß der Familie den Kindern thr ein und alles már. Wir haben ja feine Kinder ich wüßte auch nicht, wo ich bei bem Ladenbetrieb die Zeit hernehmen sollte, mich mit ihnen zu beschäftigen; aber das kann ich Ihnen fagen: nach unseren Er. ziehungsgrundsägen wären ordentliche Menschen aus ihnen geworden. dame Das ganze Uebel tommt natürlich bloß daher, daß wir die Religion und die Monarchie nicht mehr haben. Was kann denn von einer Schule Gutes tommen, mo teine Religion und teinz Autorität mehr herrscht. Wenn die | nichts gesagt. Aber Zustände, sag ich Ihnen. Die Kinder haben das Regiment. Und wenn den Lehrern dann die Galle überläuft, hann wird natürlich geprügelt. Frau Dingsda hatte doch neulich die Geschichte mit ihrem Jungen wegen der polizeilichen Verwarnung. Er kommt heulend nach Hause, mit diden Striemen, sag ich Ihnen. Und dabei hat er nichts gemacht. Was der Emil, sein Freund ist, hat es beſtätigt: gänzlich unschuldig ist er gewesen. Na, die Frauen hier im Laden sind schön über den Schulmeister hergezogen. Und die Jungens haben sich gefreut: Geschieht ihm ganz recht, dem alten Plagegeist! Kurz und gut, Herr Schriftleiter, ich bin eine fortschritt. liche Frau, aber mas Gie da auf dem Gebiete der Kindererziehung schreiben und schreiben lassen, das fann ich nicht für einen Fortschritt halten, das führt ins Verderben. Kehren Sie um auf diesem Wege, reben Sie nicht immer vom Recht des Kindes, von Freiheit und Selbständigkeit! Bo sollen wir Erwachsenen bann bleiben? Sind mir es nicht, die die ruhmreiche Bergangenheit hinter sich haben und die große Zeit, von der man jetzt nichts mehr verspüren fann. Fragen Sie Ihre Lefer und Leserinnen, wie sie darüber denken. 1. 2. m. g. Mit Gruß Frau Meyer. Warum politische Studentengruppen? Antwort auf besorgte Rufe/ wilhelm Tietgens, stud. phil. Wenn politische Inreife und tattloses Benehmen an der Univerfität, gleichpiel ob beides von Dozenten oder von Studenten ausgeht, der Deffentlichkeit durch Standalfälle sich dartut, gibt es immer Stimmen, die nach einem generellen Berbot als Hilfsmittel rufen. Das ist uns, die wir in der Sache ständig arbeiten, nichts Neues. Schon lange ist über die poltischen Studentengruppen das Urteil gesprochen: von den Universitätsbehörden, die machtlos der Umgruppierung der Studenten gegenüberstehen, von den Dozenten, die sich in ihrer Autorität durch die Kritif bedroht fühlen, von den bürgerlichen Ideologen überhaupt, die mit Entseßen das Eindringen neuer Schichten und neuer Gedanken mahrnehmen. Sie alle sehen in einem Berbot aller politischen Studentengruppen den Ausmeg aus diesen ihren Nöten. Staatsrechtliche und politische Einsicht haben bas ministerium bisher bestimmt, ein Berbot nicht auszusprechen. Wir sind uns darüber flar: ein Verbot aller politischen Gruppen richtet sich einseitig gegen die lints. Gruppen richtet sich einseitig gegen die lints orientierten Gruppen. Die profetarischen und fleinbürger. lichen Schichten sind heute noch! die Minderheit und werden von den bisher herrschenden Schichten als Eindringlinge angesehen. Die Entpolitisierung der Hochschulen das liebste Schlagwort aller bürgerlichen Ideologen bedeutet, diesen Kräften jedes Arbeitsmöglichkeit zu nehmen, bedeutet, die Lebensfremdheit und Staatsfeindlichkeit der Hochschulen zu erhalten, bedeutet, das Ringen der Gruppen und Kräfte zugunsten der Bourgeoisie zu entscheiden. Denn nie ist die Studentenschaft unpolitisch ge. wesen und tann es nicht sein. Solange das Bürgertum allein herrschend war, solange der politische Wille der bürgerlichen Studentenschaft mit der Politik des Staates fonform ging, galt dieser Wille nicht als politische Betätigung. Heute bestimmen neue, bisher entrechtete Schichten weitgehend die Geschicke des Staates, und der Kampf um die politische Linis greift notwendig auf die Form und den Inhalt der Universität über. Bir sozialisti schen Studenten fordern und fördern bewußt die Politisierung der hochschulen, d. h. = eine Ausrichtung der Ausbildung des Akademifers auf seine spätere Funktion im Staat und in der Gesellschaft. Heilighalten der Hochschulen als Träger der Wissenschaft ja und nein. Ja, denn die Funktion als Richter, als Lehrer, als Mediziner, als Wirtschafter erfordert gründliche wissenschaftliche Durchbildung. Dazu gehört aber auch- und besonders! ein Erkennen der neuen Aufgaben, der neuen Verhältnisse. Die zweckzusammenhänge haben Inhalt und Form der Hochschulen zu bestimmen! Nein, denn die„ Reinheit und Selbständigkeit der Wissenschaft" ist ein politisches Ziel gewesen, angestrebt, um das- wissenschaftlich führende, aber politisch unmündige Bürgertum vor hundert Jahren gegen die Allmacht des absoluten Staates zu schützen. Aufgabe nicht abhalten, von der Aufgabe, die soziale Funktion in Dieses schillernde Wort kann und darf uns daher von unserer den Vordergrund zu rücken und auf sie allein unsere Ausbildung auszurichten. Wo lernt der juristische Student jemals die wirtschaft liche und soziale Struktur der breiten Boltsschichten und die aus ihr entspringende Einstellung zu Recht und Gefeß tennen? Und doch soll er als Richter oder Rechtsanwalt für sie Recht suchen und Recht Sprechen! Bo lernt der medizinische Student jemals die Lebensverhältnisse und die aus ihnen erwachsenden Note her breiten Bolls schichten tennen? Und doch soll er als Arzt unter ihnen Krankheiten verhüten und Schäden heilen! Bo lernt der philosophische Student jemals die Lebenswelt und die Lebensanschauungen der breiten Volksschichten kennen? Und doch soll er als Lehrer zu ihrem Heil den Eltern helfen und der Jugend raten! Ueberall die mich tigste Tätigkeit und überall die verberblichste solierung. Die heutige Hochschule verjagt wegen der Reinheit der Wissenschaft, wegen ihrer Lebensfremdheit in ihren bedeutendsten Aufgaben! Hier seht die Arbeit unserer politischen Gruppen ein. In unferen Arbeitsgemeinschaften und Führungen versuchen wir, diese Verbundenheit unseres Studiums mit der sozialen Funktion zu erreichen. Gewiß, die politische Betätigung mancher Studentengruppen hat sich nur in Skandalfällen der Deffentlichkeit gezeigt und dadurch init die Universitäten in ihrem Ruf geschätigt, nicht zuletzt durch das Erinnert sei an die Ausfälle des„ geiftestranten" Professor Benehmen mancher Professoren und Universitätsbehörden selbst. mölier, erinnert sei an die Haltung des letzten Berliner Rettors, His, und des jetzigen Wiener Rettors, Gleispach, die durch ihre Begünstigungen die Rechtsgruppen in ihrem Treiben bestärkt haben. Weiter ist es ein Ueberschreiten der erträglichen Grenzen, wenn die Nationalsozialisten zu ihrem Stehfonzert in Uniform aufmarschieren und in der unflätigsten Weise Andersdenkende beläftigen und beschimpfen. Der Berliner Universitätsrat weicht einem Berbot dieser provozierenden Aufmärsche aus, denn die Hausordnung gäbe teine Handhabe, die Kleidung der Studenten vorzuschreiben. In Rostock empfand man diese Spielerei als schwere Störung des Studentenbetriebs, in Frankfurt galt ähnliche Provokation als Beleidigung gegen die Universität. In beiden Fällen bot die Hausordnung Schutz vor Störungen. Es wäre uns ein leichtes, mit einem Aufmarsch unserer Mitglieder in Reichsbanneruniform den Nationalfozialisten zu begegnen, doch lehnen wir es ab, unsere fachliche Arbeit durch solche Mäßchen zu belasten. Warum aber findet unfere afademische Behörde nicht den Mut, selbstverständlichen Anstand zu wahren, menn es sein muß, durch Eingriff? Was wir in diesem Zusammenhang fordern dürfen, fordern müssen, ist, auch einmal gegen die eigenen lassenangehörigen mit deutlicher Scharfe Selbstverständliches durch. zusehen. Das Ministerium tönnte das Seinige dazu tun und von den Hochschulbehörden diese Objektivität verlangen. Die Akademiker haben schon heute feine fonderlich gute Repu tation bei den breitesten Schichten des deutschen Volkes." Dies ist auch ganz unsere Meinung. Um diesen unerfreulichen Zustand zu1 ändern, find wir als politische Gruppe tätig. Unser am 14./15. De 3ember in Berlin stattfindender Verbandstag wird von unserer Arbeit auch einer größeren Deffentlichkeit berichten. Wir dürfen erwarten, daß sie mit gleich großer Aufmerksamkeit beachtet und registriert wird wie studentische Fälle". Grundfähliches zur Hochschulfrage Muß schon aus praktischen Erwägungen die jest wieder im Zus Universität erhobene Forderung nach Entpolitisierung der Univer sammenhang mit den letzten standalöjen Borgängen an der Berliner fitäten abgelehnt werden Barteiorganisation auftretenden linksgerichteten Studenten aus fie würde sich mir gegen die offen als mirten so scheinen mir noch viel gemichtigere Bedenken grundfäglicher Natur gegen sie zu sprechen. Nur der Akademiker fann meines Erachtens ein moderner, den Erfordernissen des demo tratischen Staates genügender Beamter werden, der von den Möten des Volkes weiß, Berständnis für die in ihm lebendigen Strömungen befigt und sich bemüht, in innigem Rontakt mit dem Volfe die ihm übertragenen Aufgaben zu lösen. Dieses Wissen um das Bolk und Fühlen mit dem Volt aber wird sich der Akademiker nur unter großen Schwierigkeiten erwerben tönnen, wenn er sich mindestens bis zu feinem 22. Lebensjahr dem politischen Leben völlig fern gehalten hat und zudem noch von seiner Umgebung in den Glauben perfetzt worden ist, geborener Führer der„ ungebildeten" Maffen zu fein Wesentlichste Voraussetzung für die Herstellung des notwendigen Kontaktes zwischen Akademiker und Volk ist die imgestaltung der Universitäten zu Hochschulen des gesamten Bolles ist erforderlich, daß Bertreter der Weltanschauung und wissenschaftund nicht nur einzelner begüterter Schichten. Darüber hinaus aber lichen Methode, zu der sich heute die größte politische Partei der Republik befennt, als Lehrer an die Universitäten berufen werden. Denn jeder Akademiker wird mir beipflichten, daß zumindest in der Rechtswissenschaft und bei den übrigen Geisteswissenschaften von einer„ objektiven" Wissenschaft und Wahrhelt nicht die Rede sein kann. Deshalb haben Arbeiterschaft und Republik ein brennendes Interesse daran, daß fortschrittlich eingestelite Pro fefforen in diesen Disziplinen die fünftigen Beamten unterweisen. Einer Reorganisation der Fakultäten in diesem Sime hat sich bisher stets die Autonomie der Universitäten als unüberwindliche Schrante entgegengestellt. Die Universitäten und ihre Rechte sind aber feine unantastbaren Heiligtümer; sie sind Staatseinrichtungen, die sich den 3weden des Staates einzuordnen haben. Ohne die in der Berfassung gewährleistete Freiheit der Wissenschaft anzutasten, muß man von den als Staatsbeamten fungierenden und zur Erziehung fünftiger Staatsbeamter bestellten Hochschullehrern ein selbstverständliches Mindestmaß von Achtung für den neuen Staat fordern und darüber hinaus die Möglichkeit schaffen, den Lehrförper durch Berufung neuer Männer im fortschrittlichen Sinne umzugestallen. Für diese Berufungen braucht nicht immer die Abfaffung einer gelehrten Habilitationsschrift, sondern fönnen auch einmal die bei der gesetzgeberischen oder Verwaltungstätigkeit bewiesenen hervor. ragenden Kenntnisse und Fähigkeiten maßgebend sein. Für den Staatsbeamten darf fünftig nicht mehr das bestandene Epamen ge dem neuen Staat verlangen. Die republikanischen Parteien. ine nügen, sondern man muß von ihm auch die notwendige Achtung vor besondere die Sozialdemokratie, mögen auf der Hut sein, daß sie nicht eines Tages mur noch die Minister und Staatssekretäre stellen, die ganze höhere und mittlere Verwaltung aber in den Händen rechts radikaler Elemente siegt; denn je weiter wir uns vom Jahre 1918 entfernen, um so schwerer wird es werden, dem Berufsbeamtentum durch Außenseiter neue Kräfte zuzuführen. Ellen A. Beidler. (17. Forschung.) „Mein Neuer, der Herzog von Aosta. behauptet, daß die Meuterei aufgehört Hab« Meuteret zu sein, wenu sie die Verteidigung des Königs und die Wiederherstellung der Ordnung zum Zweck hat." „Wir geben Ew. Majestät p bedenken, daß für die Lösung einer solchen Krise die Krone den hinweisen de? Parlaments und der Regierung folgen muß. Wo die verantwortliche und legitime Ge- malt durch illegitim« Gewalt verdrängt wird, liegt eine Verletzung der Verfassung vor. Die Geschichte lehrt, daß sich derartige Der- Istzungen rochen," antwortete dieselbe Logik, die der Ehre und der Selbstachtung der Institutionen das Wort redete. Aber der König ließ sich von praktischen Rücksicht«« leiten. Als man ihm also das Dekret zur Proklamierung des Belagerung?- zustande? zur Unterschrift unterbreitet«, weigerte er sich, es zu unter- zeichnen. Und damit war dem Faschismus der Weg geöffnet. Di« Man- orchie war wieder einmal zum Verräter geworden und die Reaktion triumphierte. Als Mussolini in Mailand die Depesche des Königs erhielt, die ihn mit der Bildung des neuen Ministeriums be- traute, konnte er die Tränen nicht zurückhalten. Er hatte am Rande eines Abgrundes gestanden. Aus dem Führer aufrührerischer Banden machte ihn der König zum Regierungsoberhaupt. Er sagte zu seinem Bruder, als er ihm die Depesche zeigte, im Dialekt seines Dorfes: „Wenn unser Voter das erlebt hätte!" Das war ein menschliches Wort und schön, wie alles, was menschlich ist, aber leider hatte Napoleon schon dieselben Wort« gesagt, an dem Tage, als ihn der Papst in Nötre Dame zum Kaiser krönt«... Jetzt begann die Posse, in der Mussolini den Napoleon spielte... Am Abend des 20. Oktober nahm Mussolini den Zug nach Siom; zwei Tage später desilierten die«chmarzhemden unter dem Balkon des Ouirinals und jubelten dem König zu, als dem authentischen Urheber des Staatsstreichs. Verschiedene Episoden tauchen vor mir aus. Am Wand des 2S. Oktober war der sozialistische P a r t« i o o r st a n d w Mailand zusammengetreten in den verwüsteten Räumen des , Avant!" Man diskutierte darüber, ob man Delegierte zum vierten Kongreß nach Moskau schicken sollle, um dort die Sache der Partei zu vertreten, die aus der Kommunistischen International« aus- geschlossen war. Diese Frage schien die allerwichtigst«. Da ich die Depeschen erhalten hatte, die über die faschistische Manifestation in Neapel und über Mussolinis Reden berichteten, über seine An- drohung des Marsches auf Rom, legte ich sie den Genossen vor und wies auf den großen Ernst der Lage hin. Sie lacht«», und am Abend des 2g. r e i st e n unsere Delegierten, unter ihnen Serrati, n a ch M o s k a u a b. Als sie in Berlin ankamen, war an Muffo- lini schon die Aufforderung ergangen, das erste faschistisch« Ministe- rium zu bilden... Fast gleichzeitig mochte ein Journalist dem Minister des Innern, dem früheren Präfekten Tabbei, Lorstellungen über den Ernst der Lage. Dieser Minister galt für einen Mann mit eiserner Faust, und man hatte ihn aus sein«r Beamtenlaufbahn an die Spitze des Ministeriums des Innern gestellt, damit er der faschistischen Drohung Meister wurde. Er hörte den Journalist«» an und schien ihn wegen seiner Ausregung zu bemitleiden: hundert Per- Haftungen, di« man im richtigen Moment vornimmt, genügen, um mit dem ganzen Faschismus aufzuräumen..." Wenige Tage früher hatte General Badoglio, der Chef des Generalstabs, als man ihn über die seelisch« Verfassung de« cheeres befragt hatte, zur Antwort gegeben: „Das Heer wünscht keinen Konflikt mit den Faschisten. Wenn diese aber vom Weg« der Gesetzlichkeit abgeh«n sollten, so ükxrnehme ich es, die Ordnung im Handuindrehen wieder herzustellen. Fünf Minuten Feuer und die Sache ist in Ordnung."... Am Abend des Ä. Oktober, während Mussolini nach Rom reiste, einer offiziellen Aufforderung des Königs Folg« leistend, war ick) selbst Zeug« einer merkwürdigen Szene. Di« Behörden hatten sich zum erstenmal um die Verteidigung des„Aoonti" gekümmert und hatten zu diesem Zweck vor das Redaktionslokal in der Bia Settala Polizisten und«in Maschinengewehrouto geschickt. Um 8 Uhr abends> erschien eine faschistische Bande, um die Redaktionsräume und die Druckerei noch einmal zu verwüsten und sich für die Weigerung zu rächen, di« ich dem mussolinischen Befehl, die Veröffentlichung ein- zustellen, entgegengesetzt hatte. Zu meiner größten Verwunderung ließ nun der Kommandant der Polizei die Maschinengewehre in Funktion treten. Di« äußerst zahlreiche faschistische Kolonne, die vollständig bewaffnet war und selbst mehrere Maschinengewehre be- saß, stob auseinander, einen Toten und mehrer« Leftvundete zurücklassend. So hat dos. oft grausame und ironische Schicksal es gewollt, daß der allerletzte energische Akt, zu dem sich«in sterbendes Regime ausrafste, für die Verteidigung einer proletarischen Zettung aus- gefuhn werden sollte!> Aber e« war nur«in Irrtum gewesen, und iiz der Nacht besetzten di« faschistischen Banden den„Aoanti"!... Was ist der tiefer« Sinn dieser Episoden? Was haben wir aus ihnen zu lernen? Meine Genossen vom Parteioorstand, der Minister des Innern, die Parlamentarier, der Generalstabsches— waren das alle Blödsinnig«, daß sie einen derartigen Fehler bei der Abschätzung des Faschismus am Lorabend de» Marsches auf Rom begehen konmen? Durchaus nicht. Man mag immerhin jsn«m Opttmismus, der seine Wünsche mit der Wirklichkeit verwechselt, einen Teil von Schuld an den italienischen Ereignissen zusprechen. Aber man darf nicht vergessen, daß ohne den Verrat des Königs an der Der» fossung der Fafthismus nie und nimmer feinen Marsch aus Rom durchgeführt hätte. Im Lichte dieser Erkenntnis gewinnen die Creigniss« ganz klare Umrisse. * Am Abend des 90. Oktober 1922 legt Mussolini, der am Morgen ganz prosaisch cm Schlafwagen in Rom eingetroffen ist, dem König die Liste des neucn Ministeriums vor. Im Handuindrehen hatte man die Sache gemacht. Der Führer der Schwarzhemden halle in weniger als 24 Stunden soviel Mitarbeiter gefunden, als er nur wünschte. General Diaz und Admiral Th a o n d« Revel über- nahmen«s, als Minister des Krieges und der Marine den Faschis- mus vor den Augen des Offizierskorps zu rehabtliiieren. Die sozialen Demokraten d e C« s a r 6 und Carnazza.der Konservative de Capitani» der Demokrat Rossi, die katholischen Volks- parteller Caoazzoni und Tangorra nahmen der Besitz- ergreisunz der Regierung durch die Faschisten den Charakter des Staatsstreichs gegen Parlament und Verfassung, indem sie neben den Faschisten de Stesani, de Vecchi, Federzoni, G i u r i a t i und G e n t i l i dem Ministerium bettraten. Die im Jahre 1921 im Zeichen des nationalen Blocks gewählte Kammer sollte dann am 16. November mit 396 gegen 116 Stimmen Mussolini ihr Vertrauen aussprechen, und man erlebte bei dieser Sitzung, daß die Fraktion der kacholischen Bolksportei, die sich als christliche Demokratie ausgab, einstimmig für die erst« faschistische Regierung stimmte. So kam der Verrat des Parlaments zum Verrat der Monorchie. Schließlich gab es nur einen Besiegten: dos Proletariat. Am 31. Oktober folgte die Apotheose der Schwarzhemden, die nach Rom marschiert waren. Um zwei Uhr nachmtttogs auf dem Platz des Ouirinals. Der faschistische Zug defiliert vor dem königlichen Palais. Der König, die Kömgin, die.Prinzen sind aus dem Balkon. An der Spitze des Zuges schreitet Mussolini. Gestern war er noch ein Aufständischer, heute ist«r das Oberhaupl der Regierung. „Es lebe der König!" Dann kommen die„Quadrumviri" des Marsches auf Rom: Lalbo, de Borna, Bianchi, de Vecchi und die Generale der Arme«, die ihren Eid gebrochen haben, Fora, Cecherini» Z a m b o n i. Jetzt die Legion«» der römischen Schwarzhemden. Sie kommm frisch von der Plünderung der Opposillonsblätter und von der Mertfcheirjagd in den Arbeitervierteln, wo sie drei Arbeiter erdolcht haben. „E s l e b« d e r K o n i g!* Run folgton die Legionen der Toscano. Don allen sind sie vielleicht die rohesten und blutdürstigsten. Sie hätten über Hundertc ermordeter Proletarier Rechenschaft zu geben. All« Wasser der Erde würden nicht ausreichen, die Blutflecke auszuwaschen, die die Hände ihrer Führer besudeln... „E s l e b e d e r K ö n i g!" Weiter die Legionen Umbriens. Ein Priester marschiert an ihrer Spitze und mischt das Bild des Gekreuzigten unter die Abzeichen der Gewalt. Nur vorwärts, ihr Helden der kalt vorbereiteten Schlächte- reien von Perugia und Tcrni! Ihr seid ja Sieger, und niemand wird euch heute fragen, durch welche Verbrechen ihr zum Sieg oc- langt seid. Ein Tag wird kommen, an dem ihr Rechenschast geben werdet. Aber heut«: „Es leb« der König!" Die nachfolgenden Legionen sind die von Pavio. An chrer Spitz- schrettet ein« Frau. Sie sind eine schöne Frau, Frau Gräfin, famose Reiterin, dos wissen wir alle! Wir wissen auch, daß Sie an der Spitze bewaffneter Banden die reichen Aecker der Lomellina durch- streift haben, und daß aus ihrer wohlgepflegten Hand mancher Land- orbeiter den Tod empfangen hat. Und am Abend, noch solcher Tagesmühjal, schliefen Sie unter den Kameraden Ihrer Abenteuer und zahlten den Freuden der Sinne einen reichlichen Tribut. Scbön sind Sie. Gräfin, und verstehen reizend, der Königin zuzulächeln, sehr reizend. Und diesmal wird gerufen: „Es lebe die Königin!" Und weiter, immer weiter. Jetzt kommen die Legionen von Bologna, jetzt die von Ferrari. Da haben wir olle Legionen der Poebene beisammen. Wie zahl- reich sie sind! Wenn aber— wie es in dem alten Lied« heißt— die Totcn aus den Gräbern ausstehen kömtten, so wäre die Schar derer, die unter den Händen dieser Legion gefallen sind, viel zahlreicher als die eben zum römischen Gruß erhobenen Arme. „Es lebe der König!" „Es lab« der König!" „Es lebe der König!" Das dauert fünf Stunden. Es schein: gar nicht enden.zu wollen. Das ist die Verherrlichung des Verbrechens, das ist die Apotheose des Verrats. Flieger erscheinen über dem Zuge und mischen das Rattern ihrer Wotore mit dem Gebrüll der Schwarzhemden. Endlich ist der Zug zu Ende. Di« Legionen ergießen sich über Rom und es wird Nacht über der ewigen Stadt... Jetzt wollen Grimm und Haß auf ihre Rechnung kommen: Zum„Avant!"! Zur Redaktion des„Mondo"! Zur„Voce republicaiu"! Und das Plündern fängt wieder an. Mitten auf den Straßcn und Plätzen häuft man Scheiterhaufen aus den Oppositionsblättern. Aus den Lokalen des„Aoanti" kommt eine Lande heraus, die ein Bild von Marx und Lenin wegschleppt. Aus Möbesteilen und Zeltungen wird«in Schellerhaufen gemacht, und während die Schwarzhemden um ihn herum einen höllischen Tanz aufführen, schleudert man die Bilder der Pioniere des Sozialismus in die Flammen.(Fortsetzung folgt.) «« «» PU/? DEN KLEINGÄRTNER. wnuinininnunuiinininiiiiiniiiniiiiiiiiinimimiimmiininminniiiiüiRiiniimiuuramunnnansiiinimiiniiiiiminiiiminiiuiimnmmiiiiiuiiinniuiiiiimiuiiiiiiimiiiHiiiiniiifflminiimiHiiiiiiiinni Winterptlege der Gerate. Daß die Winterzeit dazu benutzt werden muß, um die von der Herbsternte vielleicht«in wenig mllgenommenen Geräte„in Schuß" zu bringen, ist selbstverständlich. Nachher, im Frühjahr, ist der Aerger über eine fehlende Zinke in der Holzhark« sehr geeignet, die Draußenarbell zu stören. Man wird beim Wegpacken des Handwerk- zeuges also genau nochsehen, ob sich etwa«ine Schraube gelockert hat oder gar gftnz verschwunden ist, ob Stiel und Axt oder Hacke noch fest zusammensitzen usw. Das Reinigen wird wtt besonderer Sorgfall ausgeführt— die Eisentelle werden nach der Säuberung, bei der man evt. auch Petroleum verwendet, eingefetter; die Gießkannen stülpt man um und hängt die dazu gehörigen Brausen in bequemer Nähe aus. Hat man ein oder mehrere Mistbeetfenster und dem«nt- sprechend auch Strohdecken, so seh« man auch sie durch und heb« sie vor allem trocken auf— immer nach dem Grundsatz: erholten ist leichter als neu anschaffen. Weihnachten naht heran und oft hört man. daß die Kinder nicht wissen, was sie den Eltern schenken sollen. Bei dem.Kleinsiedler kann leicht Rat geschaffen werden: es gibt so manches, das nicht gerade unbedingt notwendig, aber doch sehr willkommen wäre. So z. B. eine Sämaschine— bisher hat man sie immer vom Nachbar geborgt— oder eine Hackmaschine oder sei es auch nur eine Grabegabel, die für Umstechen von zähem Boden, aber auch für Herausnehmen von Wurzelgemüsen in Frage kommt. Erfreulicherweise kommt ja auch in das Chaos der„Werkzeuge der Bodenbearbeitung" ein« sehr erwünschte Vereinfachung, es bleibt aber immer noch Aufgabe aller Vereinigungen, auf dos Verschwinden ungeeigneter Formen hinzuarbeiten. Um nur ein Beispiel zu nennen: man findet oft sehr große Gießkannen, deren Inhall über UZ Liter hinausgeht. Solche Kannen sind für nicht ganz starke Personen zu schwer— sie gestatten aber auch kein solch sachgemäßes Gießen, wie dies bei einer kleineren Kanne möglich ist. Bei dieser Gelegenheit sei daraiff hingewiesen, daß verzinkte Kannen besser sind als gestrichene. P. D. Topf Obstbäume. Eine Kultur, di« schwieriger aussteht als sie ist, ist die Topf- Obstzucht. Ihre Vorzüge sind: Heranzucht von schönem Obst auf kleinem Raum, frühe Tragbarkett und die Möglichkett. die Bäume vor Frost zu schützen, besonders wichtig in unserem Klima, wo, Spätfröste oft die Blute zerstören. Um K e r n o b st heranzuziehen., ist der H e r b st die b e st e Zeit, für Steinobst ist es dagegen das Frühjahr. Außer Aepfel. Birnen. Kirschen und einigen Pflaumen kommen auch Vfirsiche und Aprikosen m Bettacht Bon Sorten seien genannt, Aepfel: Gravensteiner. Kaiser Alexander, Weißer Winter-Calvill, Apfel aus Croncels. Ananas-Renette.— Birnen: Gut« Luffe von Avranihes. Winter-Deckantsbirne. Kirschen? Rote Maikirsche, Eltonkirsche, Große lange Lotkirsche. Pfirsich«: Amsden, Frub« Alexander. Aprikosen: Frühe Moorvark. Aprikose von Nancy. Pflaumen: Große grüne Reineclaude, vi» Hauptsache fft. baß man nur eine schwachwachsend« Unterlage nimmt, di« ungeschlechtlich, daß heißt durch Stecklinge vermehr wurde, vi« Unter- lag« der einjährigen Veredelungen soll für Aepfel: Paradies, für Birnen: Oiritie, für Kirschen: Weichselunterlage, für das andere Steinobst: Iulienpflaum« sein. Eine gute lehmige, nahrhaft« Erde wird vorbereitet. Zum Eintopfen wählt man Töpfe von etwa 20 Zentimeter. Man schneidet Wurzeln und Krone so wie es bei Zwergbäumen geschieht, die ins Freie gepflanzt werden. Auf den Boden des Topfes lege man reichlich Topfscherben. Bei Eintritt des Winters bringe man die Töpfe in einen frostfreien Raum— 3 bis 6 Grad ist die beste Temperatur. Wenn möglich, brellet man über die dicht zusammengestellten Töpfe reinen Sand, der während des Winters feucht gehalten wird, aber nicht naß sein fall. Im Frühjahr bringt man di« Töpfe ins Freie und läßt sie in das Beet bis an den Rand ein. Dabei soll aber der Topf hohl stehen, damit das Wasser durch das Abflußloch gut abziehen kann. Kräftige Er- nährung und Feuchtholten ist notwendig. Man gibt etwa pro Gieß- kann« Mtstjauche 50 Gramm Superphosphat. Em zweiter Dünger wird durch Lösungen von 20 Gramm Kalidungesalz auf 10 Liter Wasser erhalten. Bei Sonne sollte man abends düngen: bequem ist es, wann man in das Gießwasser einer Woche das Dunge- quantum verteill, so daß täglich eine schwache Düngung rsalgt. Wenn in dem ersten Sommer einige Bäumchen stark bewurzelte Ballen zeigen, werden sie in größere Töpfe gepflanzt. Ist dies nicht der Fall, so wird der Topf mtt guter Erde aufgefüllt. Wieder werden die Bäumchen ins Winterquartier gebracht, um dann tt- nächsten Frühjahr zur Blute zu gelangen. Bei Kernobstbäumen sollten den jungen Däumchen nur sechs Früchte verbleiben, um den Baum'nicht zu sehr zu schwächen. P. D. Rosenschutz im Winter! Bekanntlich hat mm» früher die hochstämmigen Rosen im Winter niedergelegt, der Art, daß die Krone festgehakt und mtt Erde oder Fichtenreisig bedeckt wurde. Bei diesem Verfahren ging es aber häufig nicht ohne Verluste durch Brüche des Stammes ab. und man ist immer mehr dazu übergegangen, die Krone des Hochstammes durch eine Schutzhoube zu sichern. Man benutz: dazu ein Oelpapier, dos man sich auch selbst herstellen kann, indem man Zettungs- oder Packpapier mit einem dünnen Leimüberzug versieht. Wer über Tannenreisig verfügt, kann auch die Krone mit diesem einbinden, was dem winterlichen Garten ein besseres Aussehen verleiht. x». d. Die Pflege der Haustiere. 21Ue Tiere, die der Landwirt auf seinem Hof« hält, müssen stets möglichst naturgemäß behandelt und gefüttert werden, d. h. tn erster Linie muß für freie Bewegung, frische Lust und gesundes Futter gesorgt werden. Bei täglicher Bewegung hall sich das Vieh wesentlich gesünder und härtet sich überdies in vorteilhafter Weise ab. Man versäume infolgedessen nicht, di» Tiere, vor allem das Jungvieh, an schönen Tagen aus di« vungstätte des Hofes zu treiben. Für di« schlechten Tage richte man einen sogenannten Laufstall ein. damtt auch bei schlechtem Wetter Bewegung nicht fehlt. Im übrigen sorge man für gutes Futter. Es empffehlt sich, schon jetzt langsam zum Trocken- stttter überzugehen, well der plötzlich« Uebergang vom Weidenfutter zum Trockenfutter außerordentlich schädlich stlr das Bich ist. Eime Houptbebfngung für die Ernährung der Tiere ist die Gleichmäßigkeit im Futter. Um aber diese Gleich- Mäßigkeit immer während des ganzen Winters bis zum Frühjahr durchführen zu können, muß der Landwirt schon setzt darüber nach- denken, wie er seine Fuüeroorräte. die er besitzt, am besten gleich- mäßig einteilen kann. G. B. Der Sport als Geschäft in USA. Der Jahresbericht der Carnegie- Stiftung/ Die Spesenamateure der Universitäten! Nach dem Kriege war die gesamte bürgerliche Sportwelt Europas voll des Lobes und des Staunens über den hohen Standard des amerikanischen Sports. Es gab und gibt heute noch taum einen Sportzweig, in dem die Yankees nicht Leute besitzen, die in Stil und Leistungen allen übrigen der Welt furmhoch überlegen sind. Es versteht sich, daß dieje Amerikaner auf allen bürgerlichen Nachfriegsolympiaden weit vor allen anderen Nationen an der Spike marschierten. Wie ist das möglich? " auf den Grund zu fommen, fuhren die Führer des bürgerlichen Am auffallendsten war es in der Leichtathletik. Diesen Fragen Sports über den großen Teich und studierten an den Quellen. Als Ergebnis brachten sie die These mit: Arbeit in die Breite!". Da war nun die Antwort der Sphing. Angeblich, so redeten Diem und Genossen, ruht der Sport drüben auf einer breiteren massenund organisierteren Arbeitsgrundlage als bei uns. Fieberhaft wurde mun auch bei uns die Breitenarbeit" propagiert, leider maren pofitive Arbeitsergebnisse nicht zu erkennen, im Gegenteil mußte man besonders im letzten Jahr einen Rüdgang fonstatieren. Man entschuldigte es damit, daß ein Amateur" von seiner Berufs arbeit zu sehr in Anspruch genommen sei. Ja, sind denn die Amerikaner feine Amateure? Da fie fich so nennen, wie tönnen fic derartige Leistungen vollbringen? Mit diesen Fragenbeantmortungen tommt man an das Geheimnis des amerikanischen Sports heran, und mit seiner Lösung wird gleichzeitig bemiesen, daß er für wirf. liche Amateure tein Muster sein fann. Sport ist in USA. Geschäft. Der amerikanische Sport, besonders aber der Universitätssport, ist in erster Linie Geschäft, Sensation, und dann erst Körperkultur. Durch raffinierte Kanonenzüchtung hält man seine Kunden, die Zuschauer, bei der Stange. Durch sportliche Universitätsprachtstadien erweckt man den gänzlich gefälschten Eindruck, daß diese Gipfelleistungen das Logische Ergebnis einer breiten Körperfultur Aller sei. Täuschung, nichts als Täuschung. Der sozialen Struktur hat man nach außen hin ein nettes Mäntelchen, die Arbeit in die Breite, umgehängt. Schon vor etwa Jahresfrist waren einige auffehenerregende Enthüllungen des befannten amerikanischen Läufers Barbutti bekanntgeworben, der an seiner eigenen sportlichen Karriere" nachwies, daß es unter den Spizenfönnern unter Tausend vielleicht(!) einen gäbe, der wirklich Amafeur fei. Aber dieser werde, wenn er standhaft bleiben wolle, bald an die Band gedrückt. Auch Charly Baddod, das Läuferwundet, mußte Barbuitis Behauptungen bestätigen. Ein Berärgerter hatte hier einmal ein menig gelüftet, aber der Beftgeruch der Sportforruption hat ihm bald den Atem genommen, denn er mar ja Student, und menn er nicht fuschte, wurde er relegiert. Barbutti gelang der Rachmeis, daß alle olympischen Sieger Mitglieder von nur überaus reichen Klubs und hochbezahlte Spefenamateure" feien! 92 Diese Enthüllungen, die man vielleicht pffiziös" nennen fann, murden aber an präzisen Angaben noch wesentlich übertroffen und Offiziell bestätigt durch den Jahresbericht der Carnegie Stiftung, eine Vereinigung, die die Arbeiten der einzelnen Colleges überwacht. Sport ist in US2. nur Geschäft und ein Betrug am olympischen Gedanken! Amerifas Sportakademiker leisteten einen olympischen Meineid," sprach Barbutii. Sport statt Studium. Daß die Berhältnisse aber noch skandalöser, jedem Amateur begriff einfach hohnlachend sind, zeigt der 353 Seiten lange Carnegie| Rapport, der in dreijähriger Studienarbeit zustandegekommen ist. Einzelne herausgegriffene, typische Fälle( ihre Zahl im Bericht ist Legion) sollen das beweisen. So hat die Universität New York, die einen Bruntdom als Sportpalast mit 17 Stockwerken befigt, aus den Reihen ihrer Studenten 32 Studenten bestimmt, ob sie wollten oder nicht, ihr Studium zu unterbrechen, um sie als Rugbyspieler ausbilden zu lassen. Wer hätte es auch nicht getan, wenn er für diese Studiumsunterbrechnung einen halben Dollar pro Stunde bezahlt bekam. Jede Rechnung, auch wenn sie noch so wohl meinend nach oben aufgerechnet war, wurde ohne Nachprüfung war es ljus, Leuten, die gute sportliche Leistungen aufwiesen, bezahlt. Man glaubte den ,, Lehrlingen". Auf anderen Hochschulen Bosten als Garderoben- und Materialverwalter zuzuschanzen. Deren Bezahlung fiand in feinem Verhältnis zur Arbeitsleistung. Deren Bezahlung stand in keinem Verhältnis zur Arbeitsleistung. Herr Garderobier Conger, der bekannte Nurmi- Gegner, erhielt für Dienste, die er nur namentlich tätigte, 800 bis 1000 Mark. Am herrlichsten lebten diese Leute aber auf Reisen. Bulmannwagen mar selbstverständlich. Da paffterte es in Chitago einmal, daß Charles Baddod nicht im Bullmannwagen, fondern in der niederen Klasse einige Bagen dahinter anfam. Aber die Empfangs tommiffion martete nur vor dem feudalen Eisenbahnwagen. mird nun meiter nicht mehr erstaunen, zu hören, daß man nur in den elegantesten Hotels abstieg und unter dem Konto„ Taschengeld" die tollffen Beträge auffchrieb. Alles wurde bezahlt, denn Sport ist ja Geschäft. Die Zustände werden übrigens mit jedem Jahre toller. Die Konturrenz der Hochschulen untereinander, die natürlich alle die ersten Könner haben wollen, hat zu einer unvorstellbaren Preispolitit geführt. Die Angebote machte man in unverhülltester Form sogar in der Presse. .. und Erpressung! Es rutschte wie die„ Gehälter" stiegen, nimmt nicht wunder. Dies geht Daß die Moral derartiger Studenten in gleichem Maße abMehr Sicherheit auf Berliner Gewässern! Die Rettungsgesellschaft der Wassersportvereine von Berlin und Umgegend e. V. hatte auj Veranlassung des Leiters des Städtischen Rettungsamtes, Sanitätsrat Dr. Frant, die Vertreter der Verbände des Groß- Berliner Waffersports zu einer Besprechung eingeladen. Sanitätsat Dr. Frant unterrichtete die Erschienenen über beabsichtigte Verbesserungen des die Grundlinien flar, die in meteorologischer Hinsicht für eine Sturmwarnungsdienstes auf den Berliner Gewässern. Bei dieser Gelegenheit legte Professor König von der Wetterdienststelle Berlin Warnung aller auf dem Wasser Befindlichen in Frage kommen. Dr. Frank fand die Zustimmung der Wassersportvertreter für au ch an den Wochentagen bediente, weithin sichtbare und am Kleinen Wannsee. Diese Einrichtungen sollen bereits im Warnungszeichen am Müggelturm, auf Schwanenwerder tommenden Frühjahr zur Erhöhung der Sicherheit der Wassersportler beitragen. Arbeitersport im Film. Es war eine glüdliche Idee des FTGB.- Bezirkes Neu11n Brig, den Bundesfeftfilm in Neukölln zu zeigen. Da zur fölln Abendvorstellung alle Eintrittsfarten vergriffen waren, hatte die Bezirksleitung in vorsorglicher Weise für die Kinder und deren Eltern eine besondere Borstellung angesetzt. Nur so mar es möglich, den Riesenansturm des Publikums zu bewältigen. Was war das für ein fröhliches Hallo, als die Kinder den großartigen Lehrfilm der Arbeiter- Turn- und Sportschule: ,, Die Leibesübungen des Kleinkindes" sahen. Der allgemeine Jubel erlustige Treiben in der Schwimmhalle der Bundesschule gezeigt reichte seinen Höhepunkt, als den kleinen Zuschauern dann das wurde. Dann gab's den wunderbaren Film vom 2. Bundes stellung der Erwachsenen wurde eingeleitet durch Rezitationen von Klara Hensel- Neukölln. Das egatte Redturnen der Männer zeugte davon, daß auch das schwierige Gebiet des Geräteturnens im FTGB.- Bezirk Neukölln- Briz eine gute Pflegstätte gefunden hat. Die Turnerinnen zeigten moderne Gymnastik. Dienten die Filme bei den Kindern vornehmlich der Unterhaltung, so konnte jetzt besonders die Art betont werden, wie in den Bundesvereinen das Kleinkinderturnen gepflegt wird und wie auch die Allerfleinsten durch Spiel und frohen Singsang mit dem Wesen der Leibesübungen vertraut gemacht werden. Den Vorführungen aus fordernden Briefen an die Hochschulleiter hervor; in zwei Fällen hat die Carnegie- Kommission fogar Exprefferbriefe feft- fest in Nürnberg, der sicher allen Kindern gefallen hat. Die Borgestellt. Tolle Zustände, im Idealland Amerika, jogar unter den fünftigen Führern der Nation. Ein Eramen war von Anfang an bestanden, wenn eine fportliche Leiftungsstufe vorhanden war. mit einer erstklassigen Leistung auf der Kampfbahn mar jede Brü fung zu machen. Eine Universität, die Harvard Universiin, wird fung zu machen. Eine Universität, die Harvard University, wird ausdrücklich ausgenommen. Diese Kommiffionsfeststellungen waren den Beteiligten natürlich mehr als peinlich, aber der Präsident der Ballen- Universität, Goffard, hatte den Mut, alles zu bestätigen. „ Der Bericht trifft ins Schwarze. Ziemlich alle Universitäten treiben dieses Geschäft. Die Konkurrenz zwingt dazu. Unsere Freistellen vergeben wir nicht an Unbemittelte( 1), sondern nur an Sportliche Rönner. So lange fie sportlich was fönnen, dulden wir fie bei uns!" so schrieben die Universitätssportler! * Die Herren Sporttanonen der Yankees werden unterhalten wie fleine Barone, sie erhalten ein Vielfaches von dem, was ein Brolet in hartem Tagewert befommt. Das ist der wahre Amateurcharakter der bürgerlichen Sportbewegung in Amerika, dem Land des olympischen Siegers, aber auch in anderen Ländern sieht es nicht viel besser aus. Und alle schwören sie den olympischen Eid: ohne fremde Mittel in den Sportkampf zu ziehen. Wahrlich, eine hochmoralische Gesellschaft! Wie müssen unsere Arbeiter. fportler alles zusammensparen, wenn sie ihre Arbeiterolympiade bejudhen wollen. Da fehlen die großen Geldgeber, mir der wahre besuchen wollen. Da fehlen die großen Geldgeber, mir der wahre Jbealismus treibt uns nach vorn. Crawl- oder Brustschwimmstil? Ein Lehrer und Sportler debattieren darüber! Beschluß bes bürgerlichen ,, Deutschen Schwimmverbandes", dahin zu wirken, daß beim Schulfchwimmunterricht anstelle des Bruftschwimmens das Hand- über- Handschwimmen", das fogenannte Crawl, gelehrt werde, hatte die Arbeitsgemeinschaft des Begeins für Ceibesübungen der Berliner Lehrerschaft e. V. zu einer Aussprache mit dem DSB. veranlaßt, zu der dankenswerterweise auch die Breffe geladen war. Schwinnen als Sport betreiben wollen und deshalb ganz anders eingestellt feien. Wenn der Deutsche Schwimmwerband mit der Schule das gemeinsame Ziel habe, dem Schwimmen eine möglichst große Berbreitung zu sichern, mun, dann bedürfe es folcher Beschlüffe, wie fie der DSB. faßte, nicht! wohnten bei DOM Bezirksjugendamt Neukölln Stadtrat Schneider, vom Bolksbildungsamt Neukölln Dr. Löwenstein. Zur weiteren Propaganda veranstalten die Brizer Abteifungen Donnerstag, 28. november, den ersten öffentlichen Werbeabend in der Turnhalle Briz, Chausseestraße 137 ( Schule am Teich). Pünktlich 19 Uhr beginnen Knaben und Mädchen mit Borführungen aus dem llebungsbetrieb, während Männer und Frauen um 20 Uhr einmarschieren. Hallenöffnung 18,30 Uhr, Zutritt tostenlos. Schau her- hör' zu! So lautet der Titel der neuesten Turner- und Sportler Groß- Berlin, Süden und Neukölln- Briz, Sonntag, 1. Dezember, revue, die von den größten Bezirken der Freien Turnerschaft im hinteren Saal( nicht verwechseln!) der Neuen Welt, Hafenheide, vorgeführt wird. In sechzehn bunten Bildern werden abwechslungsreiche Scenen vom frohen und frischen Geist, vom Rampfeswillen und von der Lebensfreude unserer Arbeiterturner und sportler Kunde geben. Die legten Eintrittskarten zu 1 M., Kinder 10 Bf., find noch bei allen Funktionären und während der Debungsstunden der FTGB.- Bezirke Süden und Neukölln- Brih erhältlich. Das Fest selbst beginnt Sonntag 16 Uhr. Motorradfahrer ,,, Soli" rutt! aus Moabit, die gewillt sind, sich dem Arbeiterrab und KraftfahrerFür Motorradfahrer Dom Wedding und bund Solidarität" anzuschließen, findet Freitag, 29. November, 20 Uhr, eine Zusammenkunft bei Schreiber, Triftstr. 63, statt. In dieser Zusammentumft soll eine neue bundestreue Motorradfahrerabteilung gegründet werden. Wir bitten alle Bartei- und Gewerkschaftsgenossen, die im Besitze eines Motorrades find und in den obengenannten Stadtteilen wohnen, sich dieser Abteilung anzuschließen. Zuschriften sind August Wöllmer, Stameruner Str. 19, zu richten. ant Diese Feststellung schien uns die wertvollste des Abends au jein. Domohl man Herrn Beneke den guten Willen nicht absprechen dari und obgleich er sicher an erster Stelle ais Pädagoge und nicht als Beauftragter des DSB. sprach, wurde man das Gefühl nicht los, Namens der Lehrerschaft lehnte Schwimmlehrer Bethge als treibe der DSB. hier ein flein wenig Spiegelfechterei und beden Crawlstil als Anfangsschwimmart im Schulschwimm- diene fich dazu des Pädagogen Benefe. Soll man einem Sportunterricht ab. Die Schwierigkeit der Atem- und Bewegungstechnit verband, der seinen Beschluß mit der Notwendigkeit die Haltung und die geringeren gesundheitlichen Borteile gegenüber dem Bruft- Deutschlands im Weltschwimmsport zu steigern", schwimmstil lassen den Crawlstil als ungeeignet erscheinen. Es täme begründet, wirklich glauben, daß es ihm nur und nur allein auf die nicht darauf an, eine Schwimmart zu lehren, die später als Sportart Borbereitung des Schwimmens anfäme? Ist beim DSB. nicht auch besser ausgenügt werden könne; vielmehr gehe das Bestreben des die Erwägung maßgebend gewesen, daß neue Mitglieder, die den Eissport im Sportpalast. Schulschwimmunterrichts und des größten Teiles der Lehrerschaft für Refordsportzmede besonders geeigneten Crawlstil schon be dahin, im Maffenunterricht mit einer einheitlichen Schwimmart herrschen, im Training weniger Arbeit als Nurbrustschwimmerspiele, die der Sportpalast am Wochenende bietet. Außer Hervorragenden Sport versprechen wieder die Eishockey= möglichst allen Kindern zu günstigen Bedingungen das Schwimmen machen? Wer den Sport als Refordschinderei auf der tschechoslowakischen Nationalmannschaft ist ein weiterer spielbeizubringen. Schulstil und Sporistil feien grundverschieden, in faßt, foil fich fein Menschenmaterial dazu fuchen starter ausländischer Gegner verpflichtet worden, und zwar der diefer Ueberzeugung fießen fich die Schwimmlehrer auch durch eine und selbst herrichten man lajfe aber dabei gösterreichische Meister, Wiener Eislaufverein. Gegen diese beiden Breffepolemit nicht beirren. fälligst aus Für den Deutschen Schwimmverband trat Lehrer Benete Hamburg für den Crawlstil als Anfangsschwimmart ein. Die Hauptfache beim Schwimmlehren feien nicht die Schwimmübungen nach dem alten Rhythmus, sondern die Waffergewöhnung der Kinder. Die Crawlbewegungen fämen der natürlichen Schwimmart am nächsten und so sei es für die Kinder leichter, den Cramistil zu erlernen den ihnen gemissermaßen die Natur mitgab als die Brustschwimmtempi. Herr Benefe unterließ es, mitzuteilen, mittels melcher Methode er feinen Kindern den Crawlstil beibringt; nach feinen Ausführungen tam man zu dem Ergebnis, daß die fogenannten natürlichen" Schwimmbewegungen mir durch Unterricht etwas unterstützt werden und daß es im übrigen so genau nicht darauf antommt. Es wurde in der Diskussion Don Berliner Schwimmlehrern auch gefagt, daß man es beim System Benete wohl nur bis zum Hundeschwimmen bei den Kindern brächte. Turnrat Andersson, der Borsigende des Behrervereins für Belbesübungen faßte am Schluß des Abends dahingehend zu fammen: Aus gesundheitlichen, methodischen und Sicherheitsgründen müffe man im Schulunterricht beim Brustschwimmstil bleiben! Wer darüber hinaus noch den Crawlstil erlernen wolle, möge es getrost tun. Die Schule fönne fich aber ihr Schwimmermaterial nicht aus suchen, sondern müsse nehmen und unterrichten was fommt. Anders die Schwimmvereine, zu denen Kinder und Jugendliche fämen, die | aber die Arbeitsgemeinschaft des Vereins für Leibesübungen der Berliner Lehrerschaft mit ihren Befirebungen gerade in schwimm. technischer Hinsicht bei den Arbeirersportlern mehr Unter ftützung als beim Deutschen Schwimmverband!? Max Jaehner. Meister der Arbeiterschützen. Die türzlich ausgetragene intermeisterschaft der Berliner bundestreuen Arbeiterschügen im Steintaliber. schießen stand erfreulicherweise im Zeichen des Nachwuchses. Mener mitte fonnte sich mit 232 Ringen bei 15 Schuß und einer Entfermung von 60 Meter als Meister behaupten. Als Vertreter der Jugend folgten Koch- Mitte mit 179, Dürrwanger- Schöneberg mit 174 und Maschte- Lichtenberg mit 169 Ringen. Meltere Schüßen, die ftets einen guten Durchschnitt erzielten, mußten mit den nächsten Blägen vorlieb nehmen. Ein Zeichen der intensiven Arbeit der zur Berfügung stehenden Technifer. Der Arbeiterschüßen- Bund unterhält neben der Abteilung für Kleinkaliberschießen auch solche für Bolzen, Kugel- und Bogenschießen. Ferner findet in jeder Woche Donnerstags ein Gymnastitabend statt. Der geringe Monatsbeitrag ermöglicht es jedem, Mitglied zu werden. Auskunft in der Geschäfts: stelle Stefan Brumirsti, EM 19, Kommandantenjtr. 77. Mertur 7752 Klassenmannschaften treten Berliner Schlittschuhclub und die Ausmahlmannschaft des Brandenburgischen Eissportverbandes an. Das Spielprogramm lautet: Sonnabend: Bien- Auswahlmannschaft, Tschechoslowatei- Auswahlmannschaft. Sonntag: Tschechoflowakei- Auswahlmannschaft, Wien- Schlittschuhclub. An beiden Tagen tritt die junge norwegische Weltmeisterin im Kunstlaufen, Sonja Henie, auf, die ihre glänzende Meisterkür vortragen wird. Bundesreue Vereine teilen mit: Begiztsterbell Friedrichshain! Monteg, 2. Dezember, 19 Uhr, im Lotal Borhagener Str. 114, Rartelligung. Ausgabe der Delegiertentarten But Benetalperfammlung des Rarfells Groß- Berlin und der Vorzugskarten für die Startelleisbahn auf dem Sportplah Friedrichshain. FEGB., Bezir! Reinidendorf- Oft, turnt heute und jeden Donnerstag pon 20 bis 22 Uhr in der Turnhalle Berner Straße( Realgymnasium). Gäfte derund Tatteigenofen. fchidt cure Rirder au uns und tommt felbſt an uns. acit milltommien, Die Rinderabteilung turnt von 18 bis 20 Uhr ebenda. Eltern FTOB., Besirt Charlottenburg. Die Frauen und Jungmädchenabteilung turnt jest jeden Freitag, 20 Uhr, Snöefftr. 20-21, Nähe Bof. Charlottenburo. FIGS., Vezir! Westen. Die Monatsverfammlung fällt eis. Donnerstag, 28. November, Blichtturnabend für alle Mitglieder in der Turnhalle KulmFreitag, 29. November, Subilarfeler bei Tommid, Grackſte. 28, wean alle ftraße 15. Mufttturnen. Gäste find willfontmen. Bezirk Südost- Treptow. techer, feandra die älteren ingeben ud. Sugendheim offertoritr. 9. Ausierade über Beacharismus oder Melfatol. rcicz Rözpeztulturtreis Areuzberg. Donnerstag. 28. November, 20 Uhr, Unsere Geschäfts- Anzeiger Bezirk Norden- Osten. Reformschuhe befreien den Fuß! Landsgemeindehaus Berlin- Mitte, Neue Schönhauser Str. 8 Berlin- Spandau, Potsdamer Str. 38-39 Gemeinnützige Druckerei Daab Großgarage Nordbahnhof Berlin SO 16, Adalbertstraße 65 Tel.: F7, Jannowitz 6281, Gewerkschaftshaus Genossenschaftl.- Flugblätter, Programme, Vereinsdrucksachen, Zeitschriften sozialistisches Unternehmen Dampfwäscherei ,, Hansa" Lübecker Str. 3, neben der Post Telephon: Hansa 2930 Wäsche nach Gewicht 20 Pfund an H. Winter& Co. G. m. b. H. Berlin 0, 34, Königsberger Straße 7, Teleph. Königstadt 536 J. Maximilian Janischewski Eberswalder Str. 14-15 BERLIN N. 58, Oderberger Str. 19 ( 1 Minute vom Nordbahnhof) Garagen:: Tankstellen Werkstatt Tag und Nacht geöffnet.- Tel.: D. 4. Humboldt 2887. Nur die fomocord- Electro Schallplatte bringt die Aufnahmen der Chöre des Deutschen Arbeiter- Sängerbundes.- Bezugsquellen- Nachweis homophon- Company G. M. B. Berlin SW68 fomocord Electro Verlangen Sie Spezial- Prospekte über Arbeiter chor- Platten In allen einschlägigen Geschäften erhältlich. Restaurant F 196 August Lux Paul Zillen GmbH. Huttenstraße 26 Konzert- Café Herbst Arbeiterverkehrslokal Schönhauser Allee 9a Frühstücksgedeck 1.- M. Spez.: Kaffeegedeck bis 7 Uhr 0,50 M. Optiker Ziem IR.1 Hansa 9811 Schönhauser Tor 1-2 Bauschlosserei/ Eisen- u. Bronze- Restaurant Spree- Hallen arbeiten/ Eisenkonstruktionen/ Scherengitter- Treppen. C. Hartseil, Wäsche- Verleih Telephon: Moritzpl. 918. S.42, Fürstenstr. 20 Wäsche aller Art[ 131 Gute Beschaffenheit, kulante Bedingungen! Farben- Beischlag en gros Lychener Str. 115 en détail Farben Tapeten Lacke Linoleum Eigene Linoleumlegerei Pharussäle und Bierhallen N 65, Müllerstraße 142Hansa 645 Säle für Versammlungen u.Vereine bis 1500 Personen fassend In den Bierhallen jeden Abend Unterhaltungsmusik 5 Verbands- Kegelbahnen, vollständig renoviert. Bis spät Ins Alter bleibst du frisch Hast du Feronia auf dem Tisch Feronia- Brot D.R.P. 157 307 Konkurrenzlos Aerztlich dringend empfohlen Ueber 1000 Niederlagen Salzbrunner Straße 18-20 Gebr.Hagen, Berlin- Schmargendorf EBt Brabant 1418 Leberwurst preiswert nahrhaft Mundi Weiße Bohnen. · Riesenlinsen Moabit, Kirchstr. 13 empfiehlt seine Vereinszimmer sowie 122] Saal für Vereine und Gewerkschaften R. Bauke, Bandagist Gericke& Wolfram Berlin C 2, Siralauer Str. 56 zwischen Kloster- und Neue Friedrichstraße Leibbinden Plattfußeinlagen [ R. 134 Bruchbänder Gummistrümpfe Eigene Werkstatt. Lieferant sämtl. Krankenkassen VOLKS A FEUERBESTATTUNGS- VEREIN V.KaG varmals Volks- Feuerbestattungs- Verain Groß- Be 1913 UNTER REICHSAUFSICHT Nach dreimonatiger Mitgliedschaft unbedingten Rechtsanspruch auf kostenlose, pietätvolle Bestattung Kein Kirchenaustritt erforderlich [ R. 141 Eisenwarenhandlung Berlin- Weißensee Berliner Allee 20[ B.23 Stadtbad- Friseur Spez Rimmele[ B 75 Dauerwellen - Haarfärben 20 Bedienung. f. Damen u. Herren An der Schillingsbrücke 2 Telephon: Alexander 8915 J. Andermann Ges. m. b. H. 034, Memeler Straße 50. Fernspr. Königstadt 3290/91 Elergroßhandel Import Export Man verlange kostenfreie Zusendung Lichtpaus- Anstalt, Elektra' eines Prospekts oder Vertreterbesuch Haupt- Geschäftsstelle: Berlin N. 4, Invalidenstr. 110 Fernruf Norden 38 85-88, 50 44 Zum Magendoktor Inhaber: Offo Schäfer( Bht. Wedding) Treffpunkt aller Werktätigen! Seifen- Haus Heinrich Hamel Berlin O. 17, Koppenstr. 71 Parfümerien Geschenkartikel Billige Preise! Bonbon Schokolade Beste Qualitäten! Plandruckerei E. Reigelin, B. C2 Molkenmarkt 12/13 Tel. Kupfergraben 3701 Mod. Maschinenbetrieb Vergrößerungen u. Verkleinerungen Technische Papiere Arbeiten Zeichnerische [ 368 „ Nordsee" Deutsche Hochseefischerei Bremen- Cuxhaven A.-G. Brunnenstr. 62 und Reinickendorfer Str. 47 Moabit, Huttenstraße 3 Charlottenburg, Reichsstr. 99 Schmargendorf, Berkaer Str. 4 Täglich frische Fische, billigste Tagespreise Räucherwaren u. Fischkonserven ruchtblume ges. gesch. [ 163 Feinste Frisch- Obst- Konfitüren aus relnen Früchten u. Kristallzucker Zu haben in allen Konsum Verkaufsstellen Konfitüren Kauft in den Markthallen! 30 Pf. 24 99 Auszugmehl....... Haushaltmehl.." Viktoriaerbsen, handverlesen 33 Gemischtes Backobst Nr.1 110 Prunellen...". Carl Tamaschke Berlin SO., Dresdener Straße 121-23 G.P.31 Große Auswahl- Wohlfeile Preise Man vergleiche die Angebote an den Anschlagsäulen Kaufhaus Max Cohn ( Inhaber Georg Hirschfeld) Grünstr. 23-24 KOPENICK am Schloßplatz Das Haus der guten Qualitäten. HEINRICH SCHMITZ 50 99 70 99. 39 2.70 120 99 1381 99 Restaurant zum Dortmunder Schmitz Industrie- Kasino Kommandantenstraße 72 Kronenstraße 12 Fleisch Paul Zwarg Wurst billig Berlin NO 18, Landsberger Allee 136 Tel.: Alex. 5081[ 169 gut Elektrischer Bedarf Schiffbauerdamm 15 Sämtl. Elektromaterial Spezialität: Heizöfen und Bügeleisen Verkauf nur an zugelassene Installateure Lehrervereinshaus Karl Saeger Telephon: Amt Am Alexanderplatz Kupfergraben Nr, 5216 Hochelegante Hochzeitssäle Große und kleine Säle für Festlichkeiten Großes Tages- und Abendrestaurant Friedrichshagener E.G. 4 M.B.H. Baugenossenschaft Hoch- u. Tiefbau [ R.101 Fernruf: Friedrichshagen 524 und 1138 BERLIN- FRIEDRICHSHAGEN KLUTSTR. 8 ,, Hawag" [ R. 7 Heizung, Lüftung, Be- und Entwässerung NO18, Landsberger Str. 92, Tel.: Alex. 9130/1 Way Berliner Ratskeller Bierabteilung Königstr. 15-18 Weinabteilung Künstlerkonzert Vorzügliche Küche Heinrich Falkenberg Horst Walther G.m.b.H. Siemensstadt, Voltastraße 2. Fernruf: Wilhelm 8205 und 8206 Heizungs- und sanitäre Anlagen( 116 Ständiges Lager sämtlicher Materialien GERMANIA- PRACHTSÄLE CARL RICHTER Berlin N 4, Chaussees: r. 110:: Norden 473 u.6080 Säle für Festlichkeiten, Kongresse usw. bis 1200 Personen fassend zu den günstigsten Bedingungen R. 126 Gute Küche:: Gepflegte Biere:: Solide Preise Zigaretten! Alle Sorten und Packungen. Zigaretten: Zigarren, Zigarillos und Stumpen über 2000 Mille in etwa 275 Sorten. Tabake: Ueber 700 Sorten der bedeutendsten Fabriken, auch alle Kautabake llefert nur an Händler, Kantinen und Restaurateure allerbilligst. Gustav Paulke, C2, Klosterstr. 65-67 u. Walsenstr. 28. Feinbäckerei- Konditorei Rich. Noack Seestraße 116 Friedrichshagen Friedrichstraße 81 Versandgeschäft[ 117 Jeder Art Torten usw. Stempelfabrik Werner& Schade Berlin N, Kastanienallee 43 Fernsprechanschluß Humboldt 1011-101. Kautschuk- und Metallstempel prompt liefert Für den Herrn kauft man gut und preiswert Hüte, Mützen, Oberiemden, Krawatten, sowie alle mo- ernen [ R. 51 Tel. E 2 Kupfergraben 1749 HUZI GROSSDESTILLATION Prinzessinnenstrasse 17 invaliden- Ecke Ackerstrasse Ritter- Ecke Brandenburgstr. Küchen- Meyer Lindower Str. nur 18-19 ( am Bahnhof edd ng) Küchen v. RM. 90.- an Zahlungserleichteruno Zum kleinen Herrenartikel im pezialgeschäft Gewerkschaftshaus Paul Menzel Köpenick, Schloßst ae 17. Stettiner Straße 52[ R 103 Verkehrslokal der Partei, Reichsbanner und Arbeltersportler Rosenthaler Hot C.Caeske 9.m.b.st. Rosenthaler Str. 11-12 3 Säle, 6 Vereinszimmer zu Versammlungen und Festlichkeiten Berlin O, Petersburger Platz 7 empfehlen täglich: Schinkenhinterbeine Schreinerippen Schweineschwänze und Knochenfleisch