Morgenausgabe Nr. 561 A 282 46.Jahrgang Böchentlich 85 31. monatla 3,80 T tooraus zahlbar, Boftbezug 4.32 m einschließlich 60 Bfg. Boftzeitungs- und 72 Bfg. Boftbeftellgebühren Auslands abonnement 6,- M pro Monat. Der Borwarts ericheint mochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„ Der Abend Illuftrierte Beilagen Boll and Zeit" und Kinderfreund". Ferner Unterhaltung und Wiffen". Frauen timme" Technit Blid in die Bücherwelt" und Jugend- Borwärts Vorwärts Berliner Boltsblatt Sonnabend 30. November 1929 Groß- Berlin 10 Pf. Auswärts 15 Pf. Die stats al11g Renparetezetts 80 Pfennig. Rellamezeile 5.- Reichs mart. Aletne Anzeigen bas iettge brudte Bort 25 Pfennig zuläffig zwet Fettgedruckte Borte), jedes weitere Bort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Bori 15 Bfennig, jebes mettere Bort 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben ablen für zwei Borte Arbeitsmart Beile 60 Pfennig. Familienanzeigen Zeila 40 Pfennig. Anzeigenannahme imhaupt refchäft Lindenstraße 3, wochentäglic oon 81%, bis 17 Ubr. Bentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Vorwärts: Verlag G. m. b. H. Fernsprecher: Dönhoft 292-297 Telegramm- Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Bostschecktonto: Berlin 37536.- Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstr. 65. Dt. B. u. Disc.- Ges., Depositenkasse Lindenstr. 3. Führer hinter der Front. Ein schwarzer Freitag für Hugenberg. Heute verläßt der letzte fremde Soldat die zweite Zone des besetzten Gebiets. Bon heute in sieben Monaten joll auch die dritte Zone frei werden da berät der Reichstag einen Gesetzentwurf, der das verhindern will, und die jenigen, die diesen Gesezentwurf eingebracht haben, sigen auf der Rechten des Hauses und nennen sich national. haben, interessiert nicht. Das Entscheidende ist nicht das Auf-| fagen, was vom Standpunkt der Sozialdemokratie zu sagen treten dieses oder jenes, sondern das erbärmliche Kneifen des deutschnationalen Führers. Was Wunder, daß ein Versuch der Rechten, für ihre Mißgeburt wenigstens die Ehre der Kommissionsberatung zu retten, in seinen Anfängen steden blieb. Die Mehrheit ist entEs war gestern gewiß nicht der größte Tag, den der schlossen, heute Schluß zu machen. Es gibt feine Ausschuß Reichstag erlebt hat, aber sicher war es die tollste Roberatung und keine dritte Lesung. Breitscheid wird heute mödie, die je in einem Baríanient aufgeführt wurde. Das Gefühl der Verlegenheit, ja der Scham darüber war im Geficht so manches deutschnationalen Abgeordneten deutlich zu lejen. Die deutschnationale Partei hat dank ihrer herrlichen Führung gestern den vorläufig weitesten Bunkt ihrer Entfernung vom Bolle erreicht. Der Führer selbst saß auf seinem Abgeordnetensiz- und hörte zu. Hörte, wie der Außenminister Curtius ihm Den verbrecherischen Unsinn, die heuchlerische Unehrlichfeit feines Treibens vorwarf. Hörte, wie fich der Minister an thn direkt und persönlich wandte, wie er ihn mit seinen zehn Fragen zur Antwort herausforderte. Hörte- und schwieg. Saß da mit roten Ohren und roten Bäckchen, blinzelte aus fleinen Neuglein, lachte etwas blöde vor sich hin und schwieg. Und um ihn herum saßen die deutschnationalen Abgeordneten und schämten sich. Herr Curtius hielt gestern seine erste Rede als Reichsaußenminister. Stresemann hätte gemiß an seiner Stelle dramatischer gewirkt. Doch gelang es auch Herrn Curtius, die Mehrheit zu stürmischem Beifall hinzureißen, der sich zum Schluß seiner Rede beinahe bis zur Ovation steigerte. Diese Ovation galt dem Mann, der den Mut hat, das Erbe Strefemanns zu übernehmen und der die Entschlossenheit zeigt, es zu verteidigen und weiterzuführen. Die Mehrheit unterstrich mit ihrem Beifall die vernichtenden Urteile des Ministers über das volksfremde und volksfeindliche Treiben der Rechten, sie verstärkte die Herausforderung an Hugenberg, sich zu stellen und zu antworten. Aber Hugenberg jaß da wie ein Schüchterner Jüngling auf seinem ersten Ball und lächelte vor sich hin. Die Erklärung, die Herr Esser für alle Regierungsparteien gemeinsam abgab, flang auch nicht liebenswürdiger als die Rede des Herrn Curtius. Sie war die zweite moraliche Büchtigung, die die Deutschnationalen im Laufe einer Stunde über sich ergehen lassen mußten. Und wieder stürmischer Beifall. Dann aber, da Herr Effer den Rednerplay verläßt, ein Augenblick dramatischer Spannung. Wird er nicht am Ende doch...? Aber nein.„ das Wort hat der Herr Abgeordnete Oberfohren". Den freundlich glänzenden rundlichen Mann empfängt ein Sturm des Protestes. ,, ugenberg! Hugenberg! D bleibt Hugenberg! Fort mit dem jungen Mann! Der Chefioll felber tommen! HugenbergDrüdeberg!" Alle Augen richten sich auf einen Blak. Da fikt er, feine Ohren sind noch röter geworden und sein Lächeln noch blöder. Herr Oberfohren ist zu bedauern. Alle Deutschnationalen, bie noch ein wenig auf Anstand halten, haben sich stritt ge weigert, die Rolle zu spielen, die er jetzt spielt. Seine mit falschem Pathos vorgetragenen Banalitäten sind ebenso belanglos wie der fomische Eifer, mit dem er das unglüdliche Redenult bearbeitet. Ja, was Herr Oberfohren redete, war ganz einerlei. Entscheidend ist, daß sich der deutschnationale Parteivorsitzende in seiner ganzen unmännlichen Hilflosigkeit enthüllt hat. Es braucht nicht jeder ein großer Redner zu sein. Aber ein Parteiführer, der sich nicht traut, im Reichstag zu sprechen, und der deshalb alle gegen ihn gerichteten Angriffe ftillichweigend einstecken muß. Der ist das Gegenteil deffen, was gerade von den Deutschnationalen als höchstes Ideal gepriesen wird, er ist das Gegenteil eines wehrhaften Mannes! Weil Herr Hugenberg Gelb hat und weil er durch seine Gelbmacht über einen Teil der deutschen Bresse gebietet, hat ihn seine Partei unter Nachficht sämtlicher Führereigenschaften zu ihrem Vorsitzenden gewählt. Nun sikt er da wie das Kind beim Dreck und seine Partei neben ihm. Laßt darum Oberfohren reden! Zu Hause in Kiel darf er es längst nicht mehr, weil ihm seine nationalsozialistischen Bundesgenoffen jede Versammlung taputtmachen. Die ganze Sigung ist sozusagen totgeschlagen; was die Bredt, Hederi, Freytagh, Dobrich, Best noch zu erzählen ist Kardorff will eine große Abrechnung mit seinen ungetreuen Freunden von rechts vorbereiten. Herr v. Lind= einer Bildau zählt noch immer an den Knöpfen ab, ob er rebellieren soll oder nicht. Auf alle Fälle aber hat man die Absicht, die um 10 Uhr vormittags beginnende Sigung noch fo rechtzeitig zu beenden, daß man in das besetzt gewesene Gebiet zur Befreiungsfeier fahren kann. Außenminister Curtius rechnet ab. Präsident obe eröffnet die Sigung um 2 Uhr. Auf der Tagesordnung steht nur die erste Beratung des aus dem Bolfsbe gehren hervorgegangenen Gefeßentwurfs gegen die Versllavung trages Graf Westarp( Dnat.), in der Reichsstimmordnung feftzu des deutschen Boltes". Damit verbunden ist die Beratung des Ansehen, daß Wahlen und Abstimmungen nicht an hohen firchlichen Feiertagen, nicht am 3. und 4. Adventssonntag, Balmsonntag und Weißen Sonntag stattfinden dürfen, ferner der Antrag Dr. Frid ( Nat.- Soz.), den Volksentscheid nicht vor dem 12. Januar stattfinden zu lassen. Es erhält das Wort Reichsaußenminister Dr. Curtius: über den begehrten Entwurf beschließen möge. Sie fordert und Die Reichsregierung bittet, daß der Reichstag möglichst bald erwartet( eine Ablehnung. Die alsdann gebotene Volksentscheidung ist auf den 22. Dezember festgefeht. Wirtschaftliche Schädigungen sind bei dieser Wahl des Abstimmungstages ebenso wenig zu befürchten, wie eine Beeinträchtigung der Stimmabgabe. Ein früherer Sonntag ist mit Rücksicht auf die fachgemäße Borbereitung der Volksabstimmung nicht möglich. Eine inausschiebung des Termins würde eine unerwünschte Erschwerung der innen- und außenpolitischen Lage bedeuten. einen kampf hugenberg gegen Severing handle, Es darf nicht der Eindruck entstehen, daß es sich nur um daß eine fogenannte anfimargiftische Front einer jogenannten margistischen gegenüberträte. Die Affion des Reichsausschusses für das Boltsbegehren ist geeignet, die verfassungsmäßige Ordnung und Gliederung der politischen Gewalten des Reiches vollständig zu verwirren. Sie ist ein Angriff gegen die Autorität des Staates. Jn der Abwehr dieses Angriffes ist das Reichstabinetf in sich und mit den Regierungsparteien völlig einig. Soweit das voltsbegehrte Gefeß eine Attion gegen den Kriegsschuldparagraphen 231 des Versailler Vertrages fordert, stößt es offene Türen ein, führt zur Täuschung des Volkes und gefährdet die allein zum Ziele führenden Maßnahmen. Das ganze Volksbegehren ist auf einer offenkundigen Unreblichkeit aufgebaut. Es stüßt sich, wie der Aufruf der Reichsregierung fagt, auf die unfinnige Behauptung, daß die bisherige deutsche Außenpolitit auf der Anerkennung der Kriegsschuld Deutschlands beruhe, und daß die deutsche Regierung den Kriegsschuldartikel des Versailler Vertrages nur schriftlich zu widerrufen brauche, um Deutschland pon allen Lasten und Fesseln zu befreien. Niemais hat Deutschland den einseitigen Schuldspruch des Versailler Bertrages anerkannt. Jede Deutsche Regierung hat dieses Unreat in feierlichen Erklärungen zurüdgewiesen. Nach einem Wort von Sotrates muß die Wahrheit ,, entbunden werden. Das erfordert sorgsame und zähe, treue und selbstlose Helfer. Die Wahrheit darf nicht für Parteizwede mißbraucht werden. Sie läßt sich vor allem nicht tommandieren. Die Wahrheit ist auf dem Marsch. Sie wird sich durchsetzen. Die deutsche Regierung wird auf dem Wege fortschreiten, den alle bisherigen deutschen Regie rungen gegangen sind. Sie ist sich bewußt, daß auch die Zeit für sie arbeitet. Wenn die Mehrheit des Reichstages das Voltsbegehren ablehnt, so darf nicht gefchloffen werden, daß sie sich mit dem Kriegsschuldurteil abfinde. Wir alle aber wollen uns nicht der Täuschung fchuldig machen, als ob durch deutsches Gefek und Volfsentscheid allein internationale Berträge außer Kraft gefeht, die Reparations lasten abgeschüttelt werden könnten. Wir lehnen es ab, dem deut schen Bolte Möglichkeiten vorzuspiegeln, die, wie die Urheber des Begehrens felbst wiffen, nicht bestehen. Verlegung solcher politischen Entscheidungen wie der bevorstehenden in die Massen ist Ab dantung des Führerge dankens. Der Führergedanke, auf den Herr Hugenberg und die eigenen Bartei ihrem Führer Hugenberg nicht gefolgt find, fo geSeinen so stolz sind, geht damit unter. Wenn weite Kreise der schieht das offenbar deshalb, weil sie fühlen, daß das Volk miß braucht werden soll und Deutschland mit solchen Methoden ins Chaos versinken muß. Niemand kann leugnen, daß es feine ungeeignetere Befragung des Volkes als diese gibt. Ueber den Young Plan selbst kann ich in dieser Stunde nur mit Zurüdhaltung fprechen. Der Reichstag wird nach der Haager Schlußkonferenz Gelegenheit zu einer Aussprache über Gesetzes durch den Reichstag, welche die Reichsregierumg fordert, ist alle Einzelheiten haben. Die Ablehnung des voltsbegehrten deshalb noch teine 3ustimmung des Reichstages 31 m Young- Plan, wie die Nichteintragung zum Volksbegehren und das Fernbleiben beim Bolfsentscheid nicht der Liebe zum YoungBlan entspringt. Die deutsche Delegation und die Reichsregierung, die den Young- Plan im August grundsätzlich angenommen haben, find nicht blind gegen die Lasten, die verbleiben werden, noch gegen das, was nicht erreicht wurde. Aber im Vergleich zum Dawes- Plan soll der YoungPlan auf neuer politischer Grundlage erhebliche Erleichterungen der Lasten bringen, die der deutschen Wirtschaft und dem deutschen Wolke zugute kommen sollen. Keine Rechenkünfte werden diese erheblichen Erleichterungen wegdisputieren können. Ferner werden zwar gewisse Pfandrechte der Gläubigermächte bestehen bleiben, aber der Einfluß des Auslandes auf die deutsche Wirtschaft und Verwaltung, der unter dem Dawes- Plan durch starke Beteiligung von Ausländern im Verwaltungsrat der Bank für deutsche Industrieobligation ausgeübt werden konnte, Reichsbahn, im Generalrat der Reichsbank und im Aufsichtsrat der wird durch den Young Plan restlos beseitigt. Die Reparationstommission hat fünftig Deutschland gegenüber feinerlei Aufgaben mehr zu erfüllen. Der Generalagent, ebenso wie alle ausländischen Kommiffare und Treuhänderorganisationen des Dawes Plans verschwinden. Nach der Annahme und Ingangsehung des YoungPlanes wird vor allem die endliche vollständige Räumung des Rheinlandes ohne Rheinlandkontrolle erreicht. Im Haag ist ein fefter Endtermin für die Räumung vertraglich zugesichert. An der internationalen Beständigkeit dieser Vereinbarung ist nicht zu zweifeln. Es besteht auch kein Anlaß, Zweifel in die loyale Durchführung der Haager Abmachungen durch Frankreich zut Seßen. Behn Fragen an Hugenberg. zehn Fragen: Inzwischen richte ich an den Abgeordneten Hugenberg folgende 1. Nach§ 2 des vorliegenden Gesezes hat die Reichsregierung auf die Außerkraftſekung der Kriegsschuld- und Sanktionsartikel feßten Gebiete, ohne Rücksicht auf den Young- Plan, hinzudes Versailler Vertrages und die bedingungslose Räumung der bewirfen. Das ist ein Etappenbefehl an die in der Front fämpfende Reichsregierung, dessen Durchführung von der operativen Lage abhängt. Haben Sie, so frage ich Herrn Hugenberg zum ersten, auch einen Operationsbefehl zu diesem Etappenbefehl vorbereitet, und mollen Sie nicht auch diesen der Reichsregierung für ihren Frontkampf zur Verfügung stellen? 2. Nach Ablehnung des Young- Planes bleibt der Dames- Plan mit 2,5 milliarden Normalannuität plus Wohlstandsinder von mehreren hundert Millionen und mit allen internationalen Konich trollen in Geltung. Sie haben in Ihrer Kasseler Rede gelagt zitiere nach dem Tag" Nr. 280 neue Berhandlungen, die nach dem Scheifern des Young- Blanes im nächsten Jahre aufzunehmen wären, würden eine aussichtsvolle politische Aufgabe darstellen". Was für eine Gewähr haben Sie dafür, daß nach der Ablehnung des Young- Planes durch Deutschland die Gläubigermächte bereit find, im nächsten Jahre neue Berhandlungen aufzunehmen? 3. In allen Kundgebungen für das Volksbegehren wird nach Ablehnung des Young- Blanes mit einer alsbaldigen Transfer Krise des Dawes Blanes gerechnet. Sie selbst sprechen nunmehr von der angeblich" zu erwartenden des Dawes- Planes? Dames- Krise. Rechnen Sie danach mit frisenlosem Weiterverlauf = Wenn Sie aber, wie bisher, alles auf die Dawes- Krise einstellen, haben Sie eine tontrete Borstellung von deren Eintritt der Generalagent, nicht wir, haben den Transfer einzustellen und vom Verlauf der Krise, der nach dem| Mechanismus des Dames- Blanes Jahre dauern fann? Vor allen: Haben Sie irgendeine Sicherheit dafür, daß wir am Ende weniger als nach dem Young- Plan zu übernehmen' haben? 4. Sie malen die Gefahr einer neuen Währungsgerrüttung an die Wand, wie das in frivoler Weise eine gewisse Presse von Zeit zu Zeit wiederholt. Wissen Sie nicht, daß mit der Unabhängigkeit der Reichsbant und durch ihre Führung absolute Gewähr für die Festigkeit der Währung gegeben ist? Hat die Reichsbant nicht die Probe darauf in der Krise des Frühjahrs 1924 und wiederum im Frühjahr 1929 bestanden? 5. Sie werden nach Ihren Kasseler Richtlinien eine auswärtige Bolitif der gegenseitigen Auslöschung der Kriegsschulden der Welt treiben und erwarten, daß alle Staaten und Völker auf diesen Weg gedrängt werden, sobald Sie ihn durch Ihre Politit eröffnen. Wollen Sie uns verraten, welche politischen Schritte Sie bei der Eröffnung diefes Weges im Auge haben? 6. Sie sind in Ihren Kasseler Richtlinien sicher, daß nach Ablehnung des Young- Plans auch das Volk der Bereinigten Staaten mit Ihnen den Weg der gegenseitigen Aus. löschung der Kriegsschulden als den einzigen Weg der mirklichen Beruhigung und Befriedung der Welt erkennen werde. Woher schöpfen Sie diese Sicherheit? Sollte Ihr Brief vom 5. März 1929 die Vereinigten Staaten Amerikas zur Schuldenffreichung bereit gemacht haben? 7. Die politische Zusammenarbeit in Deutschland wollen Sie nicht durch Richtlinien oder Glaubensbetenntnisse, sondern durch ein Programm großer politischer Arbeit“ einleiten. Sind Sie endlich bereit, ein folches, nicht aus Schlagworten bestehendes, vor allem die Außenpolitik in allen ihren Berzweigungen nach Ziel, Weg und Methode umfaffendes Programm vorzulegen? 8. Solange der Young- Plan über uns laftet, soll es nach Ihnen feine Ordnung in Deutschland, feine Freiheit, teine Ehrfurcht, fein gefundes Familienleben, feine Steuererleichterung, fein Recht und teine Wohlfahrt geben. Wenn wir aber, so fagen Sie, den Young. Blan jezt durch den Volksentscheid ausschalten, so ist damit zu gleich der Weg zu allen diesen Güter eröffnet. Bir hören die Botschaft dieser Schlüffelgemalt, allein uns fehlt der Glaube. Wollen Sie uns den Schlüffel zeigen, der nach der Ablehnung des Young- Planes einer bloßen Negafion! den Weg zu all jenen Gülern des Daseins eröffnet? 9. Sie lehnen es ab, nach Annahme des Young Plans an der Durchführung mit anderen annehmenden Parteien zu fammen zu mirfen. Sie fordern nach Ablehnug des Young Plans eine gegen die Sozialdemokratie gebildete Front, nicht mur im Reich, sondern auch in Preußen, als Dauerzustand. Da die bürgerlichen Parteien der Regierungskoali tion rundweg jebe Koalition mit Ihnen ablehnen, wollen Sie uns diejenigen politischen Kräfte weisen, mit denen Sie Ihre Ziele in Zukunft verwirklichen mollen? 10. Ist es zu begreifen, daß Sie trog alledem an einer Politik festhalten wollen, die unter Mißachtung aller politischen Realitäten fich in Befehlen vom grünen Lisch erschöpft, die sich in unfruchtbarer Kriti verzehrt, verneinend und zerfeßend das Bolf verhebt und zertlüftet, die die eigene Bartei in hoffnungstofe 3folierung hineinmanöoriert und, wenn sie zum Durchbruch täme, die mühsam erkämpfte Stellung Deutschlands auf das schwerite gefährden müßte? Es bleibt mir noch übrig, einige Bemerkungen zum§ 4 des begehrten Gesezes zu machen. Er stellt den Gipfel der Demagogie der ganzen Aftion dar. Das ganze Bolt soll wie in einem Revolutions tribunal über die Mitglieder der Reichsregierung, die den Young- Plan in der ersten Haager Konferenz grundsäglich angenommen haben, zu Gericht figen und fie ins 3ucht haus schiden. So wird es draußen aufgefaßt. Das ergibt sich auch aus der Begründung des Gesezentwurfs. Wie dieses Vorgehen aber auf alle anständig denkenden Menschen wirft, das hat der Reichsausschuß der Deutschen Volkspartei am 30. September mit den Morten gekennzeichnet: Die Männer, die unter Einsah ihrer ganzen Kraft und unter Opferung ihrer Gesundheit diesen Befreiungskampf führen, mit dem Vorwurf des Landesberrats zu bedrohen, ist eine Infamie, für die auch der schärfste politische Kampf feine Entschuldigung bietet.. Ich habe dem nichts hinzuzusetzen. Busammenfassend möchte ich sagen: Das Boltsbegehren erfüllt in feiner Weise den Zweck, den zu verfolgen es vorgibt. Es will der Regierung den Befehl zur sofortigen und bedingungslosen Befreiung Der belegten Gebiete geben, weiß aber nichts darüber zu sagen, mit welchen Mitteln dieser Befehl durchgeführt werden tönnte. En lange und so oft die deutsche Außenpolitit in ihrer Grundlinie von der Opposition fritifiert worden ist, ist dieser immer und immer wieder diefelbe Frage gestellt worden, welche pofitiven Vorschläge sie denn für eine andere politische Methode zu machen habe. Immer wieder ist die Opposition die Antwort schuldig geblieben. So ist es auch dieses Mal. Es ist deshalb die Aufgabe der Stunde, durch Ablehnung des Bejegentwurfs eindeutig zu befunden, daß die überwiegende Mehrheit von Parlament und Volf entschlossen ist, der Reichsregierung auf dem bisherigen Wage der Außenpolitik weiter zu folgen. Es gift, aufs neue zu zeigen, daß unser Bolt politisch reif ist, um in nüchterner lleberlegung die gegebenen Realitäten richtig einzuschäßen und um zu sehen, wie seine wahren Interessen gesichert werden fönnen. Wir können und müssen auch in Zukunft die Entwicklung unferer internationalen Beziehungen darauf stüben, daß ein mirta schaftlich gesundes und politisch freies und gleich. berechtigtes Deutschland ein unentbehrlicher Faktor des europäischen Friedens ist. Aber es entspricht auch in Zukunft nur unserm eigensten Interesse, wenn wir uns dabei ehrlich zur Berständigung und zum Frieden bekennen. Es ist nicht Patriotismus, fondern unheilvolle Verblendung, menn man die Augen davor verschließt, daß wir nicht imftande sind, anderen Mägten einseitig unseren Willen aufzuzmingen. Die Zeiten sind vorbei, in denen sich das Schidial der Böller durch die politische hegemonie einzelner Staaten oder durch Systeme von Kriegsallianzen bestimmen ließ. Sum mindesten geht das deutsche Interesse dahin, solche Methoden bewußt und in immer weiterem Umfang durch andere Methoden zu erfegen. Wenn es, wie wir hoffen, uns jezt gelingt, die atuien aus. dem Weltkrieg herrührenden Fragen zu bereinigen und uns pon den unmittelbar brückenden Sargen zu befreien, werden mir noch mehr ols bisher in der Lage sein, diejenigen Aufgaben ins Auge zu faffen, tie fich aus der Entwicklung der großen internationalen Bujanunen Fänge ergeben, in the heute jeder Staat mehr als jemals in der Bergangenheit perilachten ist. Der Plan, ben die Urheber des Bolls. begehrens perfolgen, schreibet diese Möglichkeit ab. Seine Verwirklichung würde Deutschland zurückwerfen in eine folierung, die für unser Land mit unabsehbaren Schaden verbunden wäre. Die Haltung, mit der mir die Wege unserer Außenpolitik ge gangen sind und gehen werden, war und ist nicht, noch wird sie es je fein, die Haltung des demütig Befiegten. Wir haben durch die ehrendolle Niederlage unferen Stals nicht verloren. Mir werden aufrecht uns durchzuringen streben, in dem Glauben an unfere Su funft. Entscheidend ist im finanziellen Stampf der Bölfer die Wirtschaftsfraft. Es gilt bie Regel; if bir felbst, io helfen bir hilf jo Die anderen! Wir haben im Jahre 1923/24 mit Aufbietung letzter Kraft aus eigenen Mitteln die Währung stabilisiert. Erst dann gelang der erste Versuch zur Entpolitisierung der Repas rationsfrage. Wir haben in der Folgezeit all unsere Produktionsträfte angespannt und, trog aller Rückschläge, troß allen Rüdstandes gegenüber der Borkriegszeit oder im Vergleich zur Kapitalfraft anderer Länder, sind wir ein geschäßter Kunde, ein geachteter Bertäufer auf dem Weltmarit geworden, ist Deutschland wieder ein unentbehrlicher at tor der Weltwirtschaft. Nun erst reiste die Möglichkeit heran, aus dem Versuch des Dawes- Planes zu einer Lösung der Reparationsfrage zu gelangen. Wir werden auf diesem Wege fort zuschreiten haben. Große Aufgaben auf wirtschaftlichem und finan ziellem Gebiet harren der Lösung. Loyale Erfüllung übernommener und zu übernehmender Verpflichtungen seyt Anspannung aller Kröfte voraus. Diese ist aber auch ohne Rücksicht auf die Verpflichtungen die einzige Gewähr für unseren weiteren Aufstieg. Wer sehen will, der sieht, daß das steilste Wegstüd überwunden, und daß die Politik der Vergangenheit Deutschland auf eine Stufe gehoben hat, die vom Blickpunkt des Jahres 1923 hoch erscheinen müßte. Die Politif, die uns von Herrn Hugenberg vorgeschlagen wird, ist alles andere eher als heroisch, sie ist heroftratisch. Heroisch war das Leben und Wirken Stresemanns, der mit dem Tode gerungen hat um den Preis der Befreiung, und der seine lehte Kraft daran fezte, unbekümmert um alle Anfeindungen und Bedrohungen, den einmal als richtig erfannten Weg zielbewußt fortzuschreiten. Heroismus liegt überhaupt nur im Handeln, nicht im Kritisieren, in der Bejahung des Lebens, nicht in der Verzweiflungstat des Bessimismus! Die Rede des Außenministers Dr. Curtius wurde vom ganzen Hause mit der größten Aufmerksamke angehört. Von der Rechten aber, namentlich von den Nationalsozialisten durch viele 3mischenrufe unterbrochen. An vielen Stellen spendete die Mehrheit dem Minister starten Beifall, der durch Händellatschen noch nerstärkt wurde. Als der Minister davon sprach, daß der§ 4( vier) des he gehrten Gesezentmurfs ben Gipfel der Demagogie darstelle, brach befonders starter Beifall der Mehrheit aus, und das gleiche war der Fall, als der Minister den Vorwurf des Landesverrats durch diesen Baragraphen gegen die Regierungsvertreter als eine Infamie bezeichnete. Und am Schluß der Rede erneuerte sich der Beifall, der wiederum von lautem Händeflatschen begleitet mar. Erklärung der Mehrheitsparteien. Präsident Cöbe ruft die Abgg. Graf Reventlow, Stöhr und GBöbbels( Nat. So3.) wegen beleidigender Zwischenrufe zur Ordnung. Erflärung der Mehrheit. Abg. Effer( 3.) gibt namens der Fraktionen der Sozialdemo fratie, des Zentrums, der Deutschen Volkspartei, der Demokraten und der Bayerischen Volkspartei folgende Erklärung ab: land vom Wege zur Freiheit zurückwirft in neue Stlaverci und Ohnmacht. Wir übernehmen vor dem deutschen Bolfe und der Geschichte die volle Verantwortung für die Feststellung, daß auf dem durch den Gesetzentwurf vorgeschlagenen Wege niemals die deutsche Freiheit wiedererlangt werden kann. Mit Sicherheit kommen wir dagegen der deutschen Freiheit einen entscheidenden Schritt näher, wenn wir die schwebenden Verhand Gefehlungen in berechtigter Berteidigung deutscher Interessen, aber aud) im Geifte der Verständigung und der Zusammenarbeit erfolgreich zum Abschluß bringen.( Lebhalter Beifall und Händeklatschen bei den Regierungsparteien.) Der durch Volksbegehren an den Reichstag gebrachte entwurf mit dem irreführenden Titel„ Gegen die Berfflanung des deutschen Volkes" will die Ergebnisse der bisherigen deutschen Außenpolitik zerschlagen. Er verlangt an Stelle einer Politik der Berhandlung und Verständigung eine Politik der Sabotage und Er erweckt die Illusion, daß Deutsch Herausforderung. land durch bloßen Protest die Laft der Kriegsentschädigungen abwerfen, das Rheinland und das Saargebiet sofort völlig befreien fönnte. Der Gesetzentwurf will die Annahme des Young- Blanes verhindern und dadurch den Dawes Pian aufrecht erhalten, was zu einer schweren Krise führen würde, die von den Befürmortern des Gefeßentwurfs leichtfertig als Gesundungstrife" be zeichnet wird. Er mill die verantwortlichen Träger der Reichs politif als gemeine Verbrecher wegen Landesverrats ins Zucht haus bringen. " Der in dem Baltsbegehren gemählte Beg ist nach unserer gemeinsamen Ueberzeugung nur geeignet, die im harten und mühfeligen Ringen ertämpften Anfäge zu einem Aufstieg Deutschlands zu hemmen und eine rückläufige Entwicklung hervorzurufen, für deren Gefahren fein besonnener Staatsmann die Verantwortung übernehmen tann. Schon heute hat die Aufwühlung des Volkes durch das Volksbegehren und das tiefe Mißtrauen, das es im Ausland hervorgerufen hat, zu schwersten Erschütterungen unserer Wirtschaft geführt.( Bustimmung der Mehrheit.) Das ganze deutsche Bolt ist einig in der Zurüdmeiſung der Striegsschuldthefe des Bersailler Bertrags.Bir stimmen der Stellung nahme der Reichsregierung zu dieser Frage in vollem Umfange zu und werden sie mit aller Kraft unterstüßen, wenn sie wetter mie bis her im Berein mit der historischen Forschung des In- und Auslandes eine endgültige Lösung der Kriegsschuldfrage herbeizuführen bestrebt ist. Wir sind uns der engen Berbindung zwischen einer solchen moralischen Rehabilitierung Deutschlands und der praktischen Politik durchaus bewußt, meil das große Werk der Liquidation des Weltkrieges und der Schaffung neuer Grundlagen zu gemeinsamer Aufbauarbeit und Wohlfahrt der Völker in nicht geringem Maße davon abhängt, inwieweit es gelingen wird, in den Maffen der ehemals feindlichen Bölter die Neberzeugung zu verbreiten, daß die Kriegsschuldthefe des Versailler Bertrags eine geschichtlich erwiesene Unwahrheit ist. Auf der anderen Seite bezeichnen wir es als Irreführung, wenn man dem deutschen Wolfe vorspiegelt, es tänne fich einseitig durch eine neuerliche Wiederholung feines Proteftes gegen die Ber. failler Kriegsschuldthese von der ihm auferlegten Kriegsentschädigung befreien. Das deutsche Bolt war in den ersten Jahren nach dem Kriege lediglich Objett und Opfer militärischer Siegerdiktate. Bergebens haben damals seine Staatsmänner leidenschaftlich gegen die Politit militärischer Gewaltandrohung gefämpft. Der Ruhreinbrug 1923 hat bewiesen, daß hinter den Drohungen auch der Wille zur Gewaltanwendung stand. Die Befreiung des Rheinlandes, deren spätester Abschluß zum 30. Juni 1930 feststeht, und die Wiedervereinis gung des Saargebietes mit dem Mutterland würde nie und nimmer auf dem Wege, den der Gefehentwurf vorschlägt, erreicht werden. ( Lebhafte Bustimmung bei der Mehrheit.) Wohl aber wird die Fort führung der Außenpolitik, die in den Beschlüffen der ersten Haager Konferenz ihren erneuten Ausdruck gefunden hat, Rhein und Saar die Freiheit wiedergeben. Daß die Bevölkerung an Rhein und Saar diese Auffassung teilt, hat die geradezu flägliche Zustimmung zum Boltsbegehren in diesen Bezirken bewiesen.( Sehr wahr! bei der Mehrheit.) Gegen die Berstlavung" nennt sich der Gefeßentwurf, und Freiheitsgefeß" war das Kennwort des Bolksbegehrens. " In Wahrheit würde die Annahme des Gefehentwurfs fofort erweifen, daß auf seiner Grundlage eine deutschen Interessen dienende Außenpolitik völlig unmöclich ist, daß weitere Befchränkung der deutschen Souveränität und schwerste wirtschaftliche und politische Krisen über unser durch die Folgen des Brieges hon fo hart getroffenes Cand und Bolt hereinbrechen würden. Linke im Chor: Hugenberg!" Als nun der Präsident das Wort weitererteilen will, ruft die Der Abg. Hugenberg ist an wesend, rührt sich aber nicht. Sugenbergs Kommis. Abg. Dr. Oberfohren( Dnat.) Don äußerst links mit dem Ruf empfangen: Also sprach Hugenberg!" beschwert sich zunächst über. demagogische Betampfung des Freiheitsgefeßes" auch in den Reden von Curtius und Effer. Man vermeidet, jo fährt er fort, fich mit uns in fachliche Diskussion einzulassen. Mit allen Mitteln der persönlichen Berhebung arbeiten Sie gegen uns, mit der ganzen Stala von Schimpfmörtern. Sagar der Außenminister hat Ausdrüde gebraucht, die in gebildeter Gesellschaft nicht üblich find. Er hat uns Aufruhr vorgeworfen, ohne zu bedenken, daß man im Hause der Gracchen nicht von Aufruhr sprechen foll; er hat uns Verbrecher genannt- das ist eine Infamie!( Beifall rechts.) Selbst Metternicht hat die Gesinnungsfreiheit nicht so beschränkt, wie Sie die Freiheit der Beamten. Natürlich ist das Freiheitsgeseh" nur der Ausfluß einer Bewegung, die unsere ganzen staatlichen Verhältnisse gründlich umgestalten will.( ha! links.) Die Angst, daß diese Bewegung das Bolf ergreift, ist die Triebfeber Ihres Stampfes gegen das" Freiheitsgejek" Cine norausschauende Außenpolitit würde die Opposition als ihr Werkzeug benutzen, bei uns aber mird die Opposition geschmäht. Es ist mir immer ein Stió ins Herz ( große Heiterfeit!), wenn uns nachgesagt wird, wir hätten tein Berständnis für Bismards Realpolitit. Aus der Unschuld DeutionLands am Kriege müßten endlich die Konsequenzen gezogen werden das fordert das Freiheitsgesek. Der Redner zitiert gegen den Young- Blan wiederholt die Münchener Rede des Reichsbantpräfi denten Schacht zur Unterstützung der Behauptung, daß durch die Kommerzialisierung der Kriegsschuld im Young- Plan Deutschlands Reparationslaft tatsächlich nicht erleichtert, sondern erschwert werde. Der Young- Plan ist nur der Versuch einer Rettung des zufammenbrechenden Dames Plans. sist Wenn wir aber nur die Wahl haben zwischen Dawes- Krife und Young- Arise, dann ziehen wir die Dames- Krife vor. bei der menigstens unsere Währung geschützt ist. Wenn beim Volksentscheid die Mehrheit wirklich nicht erreicht wird, so tröstet uns die hiftorische Erfahrung, daß es noch immer Minderheiten gemesen find, die das Geschick der Nationen geformt haben. Abg. Dr. Bredt( Wirtschp.) spricht gegen das Hugenberg- Gesek. ohne deshalb jedoch für den Young Plan zu fein Herr Hugen berg( der anwesend ist)!) müßte als Verantwortlicher für dies Frei=" heitsgefeß" hier das Wort ergreifen, um fo mehr, als jeine Berbündeten Hitler und Geldte dem Reichstag nicht angehören. Abg. Jeder( Nat.- Soz.) fucht nachzuweisen, daß der Young- Plan Deutschland nicht weniger belafle als der Dames- Blan. Die Rheinlandräumung wird immer weiter hinausgeschoben, und von ihrer Beendigung ist gar teine Rede mehr. Löfen Sie doch den Reichstag auf. Für die, die den Young- Blan annehmen, find Zuchthausstrafen zu gering, fie gehören aufgehängi!( Beifall der Hafentreugler! Ordnungsruf.) liftischer Ausbeutungsplan, aber beim Dames- Blan hat die Hälfte Abg. Hedert( Komm.): Der Young- Plan ist gewiß ein fapitafonomisch ebensowenig ausführbar wie der Dawes Blan, aber das der Deutschnationalen nichts davon gesagt. Der Young Plan ist Proletariat wird auch ihn zerreißen. Die Erleichterungen des Young- Blans will die Regierung nur der Bourgeoisie zuwenden: Steuermilderung für die Befihenden, Berbrauchssteuer fürs Bol?. Die sozialdemokratischen Gewerkschaftsbonzen haben den Streifbruch gegen die Rohrleger organisiert. Das verbummende Konforbat sekt das Wert des Schmuß- Kölz fort. Die Sowjetunion wird den Markt nicht für die deutschen Waren öffnen, die den Westmarkt durch den Young- Plan verlieren. Die deutsch- russischen Bauern wandern nur aus, weil sie den sozialistischen Aufbau nicht mitmachen wollen. Mögen doch die deutschen Kapitalisten jedem dieser Bauern 20 000 M. zum Kauf eines Gutes der Kommunisten.) Die Hakenkreuzler sind eine bezahlte Schutztruppe des Kapitals. ( Beifall.) Wir haben uns in voller Würdigung der in dem Bericht der Sachverständigen vom 7. Juni d. I. vorgesehenen schweren Belaftungen entschlossen, der Reichsregierung die Ermächtigung zu er teilen, auf der Grundlage des Berichts in internationale Berhand- schenten! Ein Hurra der siegreichen Roten Armee!( Händellatschen lungen einzutreten. Angesichts der Erleichterung, die der YoungPlan gegenüber dem Dawes Wian bietet, dem Dames- Blan, der 1924 nur mit Hilfe der deutschnationalen Reichstagsfraktion an. genommen werden konnte( Heiterkeit und: Sehr gut! bei der Mehrheit), fordern wir die Reichsregierung auf. in Fortführung der bisherigen Außenpolitit, die wie ausdrücklich billigen, alt der gebotenen Energie die Verhandlungen über den Young- Plan fortzufehen und auf ihren endgültigen Abschluß hinzuwirken. ( Bravo bei der Mehrheit.) Die Forderung des Gefehentwurfs, die fortführung der bisherigen Außenpolitit als Bandesverrat zu brand brohen, mirti im Bolte als politische Brunnenvergiftung.( Bebhaftes marten und ihre nerantwortlichen Träger mit Zuchthaus zu bee Sehr wahr! bei der Mehrheit.) Sehr wahr! bei der Mehrheit.) Wir verwerfen init größter Ent fchiedenheit den unmöglichen Versuch, pflichtmäßige und mit bestem vaterländischen Wollen getroffene Entschließungen in der Außen politit dem Urteil des Strafrichters zu unterstellen, anstatt der nerfassungsmäßigen Berantwortung por Barlament und Bolt. Soweit die Tendenz vorliegt, die bisherige deutsche Außenpolitik und ihre verantwortlichen Träger zu entehren, geben mir folchem verhängnisvollen Treihen gegenüber unserer Entrüftung Ausdrud ( Beifall bei den Regierungsparteien.) Im Namen der Mehrheit des Reichstags und des deutschen Bolles lehnen wir den Gejegentmurf ohne Ausschußberatung in allen jeinen Teilen ab. Geleitet pon ber Ueberzeugung, daß er Deutschland nicht aus Stfanerei zur Freiheit führt, sondern DeutschAbg. v. Frenlagh- Coringhoven( Dnat.) behauptet verfassungswidrigen Terror der Regierung gegen das Boltsbegehren, der in schärfstem Gegensah zu der behaupteten Aussichtelosigkeit gestanden habe. Das noch von früher vorhandene Vertrauen der Beamten zu ihren Vorgefepten ist start vermindert. Das Verhalten tes Staatsgerichtshofs in dieser Sache ist sehr betrüblich und erschüttert das Bertrauen zum höchsten Gerichtshof. Um den Bolteentscheid nur am 22. Dezember vornehmen zu tönnen, hat man vor Feststellung des Eintragungsergebnisses die Zahl der unzweifelhaft gültigen befanntgegeben, was im Gefek gar nicht vorgefehen ist Der Redner einem gewöhnlichen Sonntag zuzulassen und polemiſiert gegen begründet den Antrag feiner Partei, einen Boltsentscheid nur an die Auffaffung der Regierung, daß das Hugenberg- Gesetz verfoffungs ändernd sei. Die Berständigungspolitif bat unsere Lasten so ver mehrt, daß der Versailler Frieden dagegen als der große Freiheitsbrief erscheint( Belfall rechts.) Mog. Döbrich( Chr.- nat. Bauernp.) Ipricht im gleichen Sinne wie der Norredner. Abg. Dr. Best( Aufw.) bespricht die Transfer- und Währungs frage im Zusammenhang mit dem Young- Plan Damit ist die erite Lesung beendet Aba. Dr. Oberfohren( Dnat.) beantragt, die Borlage dem Rechtsausschuß zu überweisen. der über die Frage des perfaffungsändernhen Charatters beraten foff.( Gelächter und Genenrufe lints.) Der Antrag wird genen die Hupenberg- Barteien abgelehnt Sonnabend 10 Uhr: 2. Lejung. Schluß 19 Uhs. Weizenbeimahlungszwang verlängert. Beschlüsse des Volkswirtschaftlichen Ausschusses.. Der Volkswirtschaftliche Ausschuß des Reichstages beschloß in feiner Sigung vom 29. Movember, die Säße für die Ver. mahlung von Inlandsweizen von 45 auf 50 Proz zu erhöhen und ging sogar noch über den Vorschlag des Landwirtschaftsministers, der eine Verlängerung für die zwei nächsten Monate vorschlug, hinaus, indem gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten auch noch der Februar in die Berlängerung eingeschlossen wurde. Der Minister begründete seine neue Verordnung mit den bisher guten Erfahrungen und der derzeitigen Lage des Weizenmarktes, ohne dabei die Feststellung des Deutschen Landwirtschaftsrates auch nur im geringsten zu erwähnen. Dessen statistische Angaben müßten nämlich nicht eine Verlängerung, sondern notwendig die sofortige Aufhebung des Weizenbeimahlungszwanges zur Folge haben. An der Hand gerade dieses Materials bewies Frau Burm ( Soz.), daß bei Beibehaltung des Bermahlungszwanges die Beizenversorgung Deutschlands für die späteren Monate des Erntejahres gefährdet sei und ab Mai Deutschland vollständig auf die Einfuhr ausländischen Weizens angewiesen wäre. Sie fragte an, ob das mohl den Zweck haben solle, die Bevölkerung zu vermehrtem Roggenbrotverbrauch zu zwingen, nachdem die Absicht des Reichsernährungsministeriums, einen Roggenbeimischungszwang einzuführen, von allen Parteien sowohl wie von Bädern, Mühlen und Konsumenten einmütig abgelehnt worden mar. Der Minister mußte zugeben, daß die Gefahr einer Entblößung des deutschen Weizenmarktes in der Lat bestehe, aber, so meinte er, er habe ja die Vollmacht, die Ver. ordnung über den Bermahlungszwang wenn nötig sofort aufzuheben. Er bezeichnete es als eine günstige Auswirkung", daß im Terminhandel Weizen für Mai bereits mit 275% notiert werde. Bon feiner Seite wurde die sicher zu erwartende Berteuerung von Weizenmehl und Weizenbrot für das tommende Frühjahr in Abrede gestellt und trotzdem blieb man bei der Forderung der Erhöhung und Verlängerung des Beimahlungszwanges, ohne Rücksicht auf die dadurch herbeigeführte Belastung der Verbraucher. Die sozialdemokratische Fraktion hat bereits im Sommer gegen den Bermahlungszwang von Weizen gestimmt. Inzwischen ist der Weizenpreis gestiegen. Der Borrat in erster Hand betrug Mitte Oftober nur noch 1561 000 Tonnen gegen 2299 000 Tonnen im Jahre 1928. Ein schwerer Winter der Erwerbslosigkeit steht für weite Schichten der Bevölkerung in Aussicht. Alles Gründe, daß die fozialdemokratische Fraktion die gleiche Haltung wie im Sommer einnimmt und sich nicht nur begnügt, gegen die Ber: fängerung, sondern für die Aufhebung des Weizen beimahlungszwanges im Reichstag zu stimmen. Deutschnationaler Skandal. Und wieder im Saargebiet! Saarbrüden, 29. Nonember.( Eigenbericht.) Ein deutschnationaler Riefenfonda! ist bei der Liesigen deutschnationalen Bant Halde zu verzeichnen. Die Haldenunternehmungen, die in der Hauptsache aus einem Bantunternehmen und einer Holzhandlung bestehen, haben ihre Beite angemeldet. Erster Direttor und Hauptverantwortlicher bes linternehmens ist der Borsitzende der Deutschnationalen Partei des Saargebietes, der auf Grund des Stanbals fofort alle öffentlichen 2lemter niebergelegt hat. Auch die übrigen Direktoren gehören zur Deutschnationalen Partei. Die Anteile des Unternehmens befinden fich in Händen von Mitgliedern der deutschnationalen Organisation. Die Unternehmungen sind mit mehr als 22 millionen Franken überschuldet. Trotz dieser Berschuldung wurde der Deutschnationalen Partei des Saargebietes an'äßlich der am 17. November stattgefundenen Gemeindemahlen ein Betrag von 50 000 Franten zur Verfügung gestellt. Borgehen gegen ein Sehblatt. Der, Weseler Beitung" der amtliche Charafter als Kreisblatt genommen Die Weseler Zeitung" in Wesel, welche seit Jahrzehnten den Charakter des amtlichen Kreisblattes hatte, benutzte diese Möglichkeit, um fortgefeßt gegen die Republik und gegen die republitanischen Minister zu heßen. Insbesondere brachte sie Artikel mit schwarzweißrotem Drud und mit. der Ueberschrift: Es bleibt bei Schwarzweißrot troz Severing." Als die Republi fanische Beschwerdestelle Berlin diese Dinge bei dem zuständigen Landrat in Wesel Ende 1928 zur Sprache brachte, erhielt sie den amtlichen Bescheid, daß der Weseler Zeitung" eine ernstliche Barnung erteilt worden sei und daß Redaktion und Verlag die Aufnahme folcher Artikel bedauert haben. Trotzdem setzte die Weseler Zeitung ihre republikfeindliche Haltung fort, insbesondere auch mährend des Boltsbegehrens. Darauf ist nunmehr mit Wirtung vom 1. Dezember an der Weseler Zeitung" der amtliche Charakter eines Kreisblattes genommen worden. 11 " Der Fememord mit Lampel. Neue Aussagen. " Breslau, 29. November. In der Straffache gegen Lampel und Genossen wird weiter folgendes mitgeteilt: Der Untersuchungsrichter hat den damaligen Bataillonstommandeur voni Korps Oberland, Hauptmann Ritter von Festerlin aus München, vernommen. Nach seiner Angabe muß die Tat während seiner turzen Abwesenheit aus Oberschlesien erfolgt sein. Nach seiner Erinnerung hat ihm nach seiner Rückkehr einer der. Angeschuldigten von der Tat Mitteilung gemacht. Er habe keine Beranlassung gehabt, gegen die Angefchuldigten irgendwie dienstlich einzuschreiten, da die tym damals gegebene Darstellung, an die er fich nicht mehr erinnern fönne, das Berhalten der Ungeschuldigten gerecht fertigt habe. Er bezeichnet Köhler als einen Menschen, der den Vorgesetzten gegenüber unangenehm untermürfig, seinen Untergebenen gegenüber aber äußerst roh mar. Anhaltspuntte dafür, daß Köhler ein Spion war, habe die Vernehmung nicht ergeben. Den Angeschuldigten stellte er das beste Zeugnis aus, einer unverantwortlichen Zat hält er sie nicht für fähig. Die damalige Truppe habe sich nach Beendigung der eigentlichen Kämpfe weiterhin als Kampftruppe betrachtet, da mit einem weiteren Aufstand zu rechnen gewesen sei Inzwischen haben sich bei dem Untersuchungsrichter einige Berfonen gemeldet, die unter Köhler beim Selbstschutz gedient haben wollen. Ihre Bernehmung ist für die nächste Woche vorgesehen. Die Ermittlungen in der Richtung, ob Köhler Spionage getrieben hat, werden fortgesetzt. Antipolnische Demonftrafionen in der Straine hat es por den Konsulaten in Kiew und Chartom gegeben; Litminam hat dem polnischen Gesandten Batef versichert, daß eine dabei verbrannte Puppe Pilsudski nicht darstellen sollte, Der fanierte Hugenberg. PPEUSSISCHE STAATS BANK OSTBANK HUGENBERGale FOR HANDEL& GEWERBE 200 Sugenberg:„ Berfracht? Den Dreh hab ich weg: Wenn eins meiner Unternehmen verfracht, geh ich zum marxistischen Preußen und laffe mich sanieren!" Nanking desavouiert Mukden? Tschiangfaischef gegen Tschanghfueliang. Peking, 29. November.. Die ganze Lage würde dann undurchsichtiger denn je werden, und die diplomatische Aktion, die Nanking eingeleitet hat, wäre feineswegs jo gegenstands= 10s", wie sie Litwinom in seiner Antwortnote be= Nanking- Note, gegenstandslos"? zeichnet hat. Die chinesische Regierung unter dem Vorsitz Marschall Zschiangtaischets hat über die Verhandlungen mit Moskau beraten. Von Beschlüssen ist bisher nichts be. fannt geworden. Der Führer der chinesischen Armee und der Chef des Generalstabes haben öffentlich er. lärt, daß das Abkommen zwischen Mukden und Auf die durch den deutschen Botschafter von Dirksen überreichte Moskau den Interessen der chinesischen Republik wiber. ipreche. Sie verlangen, daß die Regierung das zwischen Note der Rantingregierung vom 14. November, deren Mukden und Moskau abgeschlossene Abkommen für un- noff dem deutschen Botschafter folgende Antwort zugehen Inhalt von der Presse bereits wiedergegeben murde, hat Litwie gültig erklärt. Laffen: Trifft diese Meldung zu, so würde die plögliche und über raschende Unterwerfung des Oberbefehlshabers in der Man dschurei einen ganz neuen Charakter erhalten. Bisher konnte man annehmen, daß Tschanghsueliang das Waffenstilstandsabkommen im Einverständnis mit Der Zentralregierung in Nanting abgeschlossen hätte.( Wobei allerdings die gleichzeitige diplomatische Initiative der Nanring- Regierung in Genf und bei den Kellogg- Batt- Mächten nicht recht verständlich war.) Eine Desapouierung Tschanghjuliang burch Tschiangtatschef ließe dagegen die Unterwerfung des ersteren vor den Russen als einen eigenmächtigen Aft erscheinen, begangen vielleicht mit der Absicht, der Zentral regierung Schwierigkeiten zu bereiten, ja vielleicht eine regelrechte politische Separation einzuleiten. Jaspar wieder betraut. Bedentzeit erbeten.- Düffere Prophezeiungen. Brüffel, 29. November.( Eigenbericht.) Der König hat den bisherigen Ministerpräsidenten Jaspar am Freitag mit der Neubildung der Regierung ba auftragt. Jaspar hat sich seine endgültige Entscheidung vorbehalten. Er will offenbar erst die Stellungnahme des am Sonntag stattfindenden liberalen Nationalrates a5warten, von der zunächst alles abhängt. Aufsehen hat hier eine außerordentlich pessimistische Rede Jaspars in Antwerpen erregt, in der er die gegenwärtige politische Lage und die Zukunft Belgiens in den schwärzesten Farben malte. Die Belgier, so sagte er, verstehen einander nicht mehr, man will uns nicht mehr anhören. Es sei ein furchtbarer Gedanke, daß Belgien, kaum der Prüfung des Krieges entronnen, einer schlimmeren Gefahr entgegengehe und morgen viel leicht nur noch eine zusammenhanglose Maffe von Provingen und Gemeinden sein werde. Blutige Studentenunruben in Gent. Gent, 29. November.( Eigenbericht.) In Gent tam es am Freitag zu blutigen Bufammen stößen zwischen flämischen und französischen Stubenten. Ein ägyptischer(!) Student wurde lebensgefähr lich verlegt. Bahlreiche Studenten beider Nationalitäten trugen leichtere Berlegungen davon. Ernste Lage in Gent und Löwen. Brüssel, 29. November. Wie die atlon Belge meldet, hat der Bürgermeiffer von Cowen mit Rücksicht auf die häufigen Zusammenstöße 3wischen den Anhängern der flämischen Bewegung und ihren Gegnern Umzüge und Ansammlungen von mehr als fünf Der. fonen verboten. Das fozialistische Blatt le peuple gibt Aeußerungen des Bürgermeisters von Gent wieder, der die dortige Cage als ernst betrachtet und entschlossen ist, falls feine Beruhigung eintritt, alsbald Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Ordnung zu ergreifen. Nachtrag zur Arbeitstofenreform. Dreiviertel Prozent Beitragserhöhung gefordert. Das Reichsarbeitsministerium hat eine Vorlage ausgearbeitet, die eine Erhöhung des Beitrages zur Arbeitslosenversicherung um% Prozent vorschlägt. Auf diese Weise würden im Jahre 210 Millionen mehr eintammen. Die Regelung der Beitragsfrage drängt. Das Defizit der Reichsanstalt, das im Laufe dieses Winters entsteht, wird auf rund 200 millionen geschätzt. Bon diefem Defizit tann durch Beitragserhöhung, selbst wenn fie fofort erfolgt. nur nod) ein Teil gebedt werden. Im übrigen muß das Reid helfen. Es gibt keinen anderen Ausweg. Alles Jammern hat keinen 3med. Moskau, 29. November. Ich habe die Ehre, den Empfang der mir heute früh übermittelten Note der Nantingregierung vom 14. November zu be stätigen. Die Sowjetregierung hat bereits eine offizielle Mitteilung des Marschalls Ischangbluehliang über die Annahme der Barbedingungen für die baldigste Beilegung des Kon flittes in die Wege direfter Berhandlungen erhalten. Die in der erwähnten Note enthaltenen Vorschläge der Nankingregierung, die den konflikt lediglich in bie Länge ziehen können, find somit gegenstandslos. Fliegerangriff froß Waffenstillstand? London, 29. November.( Eigenberidyt.) Aus Charbin wird gemeldet, daß 12 jo mjetruffische Militärflugzeuge einen 500 Kilometer westlich von dieser... Stadt gelegenen Eisenbahntnotenpuntt aus der Luft mit Bomben belegt haben. Die Arbeiterschaft hat rechtzeitig gewarnt. Wäre die Beitragser höhung erfolgt, als die Gemertschaften sie zum ersten Male forderten, dann brauchte das Reich jetzt nicht in den fauren Apfel zu beißen. Die englische Bergbaureform. Widerstand der Unternehmer. Zahl= London, 29. November.( Eigenbericht.) In den letzten Tagen haben sich die Aussichten für eine Ber. ständigung zwischen der Regierung und den Bergbaubestyern bezüglich der geplanten Bergbaugefeßgebung gebeffert reiche Einwände der Unternehmer gegen die geplante Schaffung eines Bertaufs Synditates für den britischen Koblenbergbau konnten durch Verhandlungen beseitigt werden Die Gegnerschaft des Unternehmertums gegen die Verkürzung der Ar= beitszeit ist jedoch noch nicht gebrochen. Nutzlofe Unterwerfung. Stalin läßt Ryfow aufs neue angreifen. Nach der öffentlichen Rüge, die Rytow, der Vorsitzende des Rates der Volkskommissare der Sowjetunion, von Stalin erhalten hat, bringen die Sowjetblätter immer neue Angriffe gegen Rytom, während bisher in Presseartikeln über die Rechtsopposition der Name dieses zweithöchsten Beamten des Sowjetstaates niemals genannt wurde. In der„ Prawda" wird Rykow als der Führer der Rechtsoppofition" bezeichnet: er habe die Theorie der sinkenden Kurve" der Industrialisierung aufgestellt; er vertrete die Auffassung, daß die nächsten Jahre eine erhebliche Verlangsamung des Entwicklungstempos der Somjetindustrie bringen würden.„ Beginnend mit dem laufenden Wirtschaftsjahr." so babe Rytom erklärt, wird ein scharfes Absinten zu verzeichnen fein: ein Wachstum um nur 17 oder 18 Broz, in späteren Jahren sogar eine noch geringere Steigerung." In der Agrarfrage übergehe Rytom mit Stillschweigen das Problem der Sozialisierung der Landwirtschaft. In einer öffentlichen Rebe habe er gesagt, man müsse bem armen Bauern, dem Mittelbauern, ja der ganzen Bauernschaft die Berspettive einer Entwicklung der Landwirtschaft auf dem Wege der Schaffung einer starten landwirtschaftlichen Produktion bieten. Die Arise der Getreidebereitstellungen habe Rntow fast ausschließlich auf organisatorische misstände zurüdgeführt und die Berschärfung des Klassentampfes auf dem Lande ,, nicht sehen wollen". Die scharfe Kampagne gegen die Opposition und bie Befürch tungen, die in den oppositionellen Kreisen dadurch offenbar hervor gerufen werden, veranlassen immer neue Reuebetenntnisse". Nachdem soeben erst Sino wjew, der ja bereits vor einiger Zeit durch pöllige Untermerfung sich die Gnade der Parteileitung wieder erfauft hat, dieser Tage ohne ersichtlichen Grund nochmals eine Reuererklärung veröffentlicht hat, schließt sich ihm nunmehr auch kamenew mit einer ähnlichen Erklärung an, die ebenfalls die bedingungslofe Unterordnung des Berfaffers unter die Parteileitung, d. h. unter Stalin mit besonderer Betonung zum Ausdruck bringt. Arme reiche Leute! Eine offene Anfrage zu einer öffentlich aufgestellten Rechnung. " Es gibt Augenblice, in denen auch ein nüchterner Wirtschafts-| belastung zu kommen, und dann fann der arme Mann nur noch beobachter Gefühlsregungen nicht unterdrücken kann. So stieg in von Almosen leben.( In Wirklichkeit wohnt er aber in einer schönen mir Mitleid auf, als ich fürzlich im„ Berliner Tageblatt" mit großer Villa und läßt die Winterreise in die Schweiz nicht aus.) Also, mit Ueberschrift auf der ersten Seite verkündet las, daß das Einkommen den 70 Prozent stimmt es einfach nicht, auch nicht bei deutscher Unternehmer mit, sage und schreibe, 70,7 Prozent Steuern unserem Millionenverdiener. Man diskreditiert vernünftige Forde belastet sei. Bon den lumpigen verbleibenden 29,3 Prozent leben rungen zur Finanzreform nur durch solche Milchmädchenrechnungen. und noch Kapital bilden, wozu doch der Unternehmer, als Dienst an der Allgemeinheit, verpflichtet ist, wahrhaftig, das muß schwer tieft, dann kommen allerlei schwarze Gedanken. Wenn man sich aber erst einmal in eine solche Rechnung versein. Und es muß doch wohl stimmen, denn es steht ja nicht in Demagogie getrieben? Man hat doch in der Redaktion des B. T." Wird hier eine einem reaktionären Blatt der Schwerindustrie, sondern in dem demotratischen Berliner Tageblatt", und Herr Günther Stein, den die sprechen könnte und die davor warnen fönnten, sich zu blamieren. im Handelsteil Redakteure, mit denen man solche Rechnungen durchSorge um das Vaterland zu einer Serie von Alarmrufen zwingt, Aber es scheint, man hat sich blind auf die Praxis" verlassen. Wie versichert ausdrücklich, daß es keine Konstruktion, sondern ein Stüd mag das fommen? Wer mag der Lieferant der Zahlen aus dem Leben sei. Aber, so ist der Mensch, nach einiger Zeit hindert auch die tigt, so heißt es. Bon dieser Art gibt es gar nicht allzu viele. Die fein? Offene Handelsgesellschaft, die etwa 2500 Menschen beschäfschöne Regung des Mitleids, nicht mehr zu rechnen. Und da fom- meisten Großunternehmen haben ja die Aktien- oder G. m. b. 5. men dann merkwürdige Hemmungen für edle Gefühle. Zunächst Form. Ein Einfommen von Millionen scheint zugrunde gelegt, auch sah ich, daß in dem typischen" Beispiel die Einkommensteuer das ist kein allzu häufiger Fall. Diese Ueberlegungen führen mich mit 40 Prozent eingesetzt ist. Nun ist die Reichseinkommen so allmählich zu einer Bermutung, zu einer Frage, und ich glaube, fteuer auf einem durchgestaffelten Tarif aufgebaut, nach dem der diese Frage muß offen an den Verfasser des Alarm Sag von 40 Prozent nur für den 80 000 Mart übersteigenden Ein- rufes gerichtet werden: Ist der Lieferant des praktischen Beispiels tommensteil zur Anrechnung tommt. Die Minderbelastung der vielleicht im eigenen Hause zu suchen, ist es der Verleger des erften 80 000 Mart tann zu einer zu vernachlässigenden Größe erft B. T."? Es läßt sich nicht verkennen, auf Herrn Lachmann werden, wenn das Beispiel aus der Wirklichkeit sich auf einen Fall mosse treffen die oben erwähnten Besonderheiten des Falles durch bezieht, bei dem diese. 80 000 Mart, sagen wir einmal, nicht mehr weg zu. Bir werfen die Frage nicht nur aus Bosheit auf, sondern als ein Zehntel des Gesamtein? ommens ausmacht, es scheint also weil wir glauben, daß, nachdem nun einmal die beunruhigenden immerhin ein Einkommen von über 800000 Mart, viel Alarmrufe an so hervorragender Stelle ausgestoßen worden sind, leicht ein Millioneneinkommen in Frage zu stehen. Das fiel mir die Deffentlichkeit auch einen Anspruch darauf hat, beruhigende auf. Von einer Million würden selbst bei 30 Prozent immerhin momente zu erfahren. Wenn z. B. unsere Vermutung, daß die 300 000 Mart verbleiben; davon tann man zur Not wohl leben eigenartige Rechnung unter Befolgung des Goetheschen Rates: und Kapital bilden. Mir scheint, das Mitleid war nicht ganz am Blag. Diesem 70prozentig belasteten Steuerzahler geht es wohl Wozu in die Ferne schweifen, doch noch besser, als dem steuerfreien" Arbeiter, vom Arbeitslosen Sieh', das Gute liegt so nah'!" ganz zu schweigen. Wenn man nun aber schon einmal beim Rechnen ist, dann fällt einem noch mehr auf. Da stecken in den 70,7 Prozent nicht nur recht hohe Kirchensteuern, die ja nicht zwangsweise gezahlt werden( man fann aus der Gemeinde austreten, wenn man nicht ihre 3mede fördern will), sondern z. B. auch die von dem Unternehmen abgeführte Umsatzsteuer. Nun ist es ganz finnlos, die Umsatzsteuer, die normalerweise eine Steuer ist, die der Verbraucher trägt, in Beziehung zum Einkommen des Unternehmers, der sie an den Steuerfiskus zahlt, zu setzen. Denn je nach der Branche wird der gleiche Nugen einmal mit fleinem, einmal mit großem Umfag erzielt, und es wäre grotest, aus diesen Berschieden heiten der Geschäftsstruttur eine verschiedene Belastung der Ein kommen durch die Umsatzsteuer fonstruieren zu wollen. Mit gleichem Recht tönnte ein Importeur den von ihm erlegten Zoll, oder ein Brauereibefizer die von ihm erhobene Biersteuer, die ganz andere Leute bezahlen, in Beziehung setzen zu einem Einkommen, mit dem hübschen Ergebnis, auf 150 oder 200 Prozent Einfommens 11 3 Reichsreform mit zweiter Kammer. Wie sie sich Dr. Luther vorstellt. Nachdem die Unterausschüsse der Länderkonferenz ihre gutachtliche Arbeit zur Reichsreform abgeschlossen haben, meldet sich auch Herr Dr. Luther wieder. Er sprach gestern im Rahmen der von der Dresdner Kaufmannschaft veranstalteten wirtschaftswissenschaftlichen Vorträge ,, lleber die Boraussetzungen der Schaffung einer führungsfähigen Reichsregierung". Er forderte: Beseitigung des unerträglichen Dualismus Reich- Preußen, Stärkung der Rechte des Reichspräsidenten, Bildung einer zweiten Kammer im Reich, die die Reichsregierung gegen den Reichstag stützen solle. Die Reichsreform", wie sie sich Herr Luther vorstellt, läuft darauf hinaus, die Verfassung nach den Bedürfnissen der Schwerindustrie zurechtzuschneidern. Er hat sich längst so sehr bei diesen Kreisen engagiert, als daß man in seinem Urteil mehr sehen könnte als einen Ausdruck der Interessentenpolitit. Aachens Befreiungstag. Eine Mahnung der Aachener Polizeiverwaltung. = Aachen, 29. November.( Eigenbericht.) Die Polizeiverwaltung Aachen erläßt einen Aufruf, in dem die Bevölkerung anläßlich der Befreiungsfeiern am 30. November zur Ruhe und Besonnenheit gegenüber den belgischen Truppen ermahnt wird. Gleichzeitig wird davor gewarnt, radikalen Heßern Gehör zu schenken, die zu Gewalttätig feiten gegenüber bestimmten Personen aufreizen. In der letzten Zeit sei zahlreichen Aachener Bürgern anonym an gedroht worden, daß sie beim Abzug der Besagung mit Gewalt. maßnahmen zu rechnen hätten. In der Mehrzahl handele es sich bei den Bedrohten um Personen, denen sonderbünd lerische Bestrebungen zum Vorwurf gemacht würden. Die polizeilichen Ermittlungen hätten jedoch ergeben, daß dieser Vorwurf ohne jede Berechtigung sogar gegen Personen erhoben werde, die sich attiv um die deutsche Sache beteiligt hätten. Die Flucht der Deutsch- Ruffen. Das Eintreffen der Auswanderer in Hammerstein. Schneidemühl, 29. November. Wie aus Hammerstein gemeldet wird, wird der erste Transport der deutsch- russischen Auswanderer am Sonntag abend im dortigen Lager eintreffen. Weitere Transporte merden am Mon tag, Dienstag und Mittwoch der nächsten Woche erwartet. Auch Berufskleidung " in die Hände des Alarmrufers gelangt ist, richtig wäre, so würde das doch sehr beruhigen. Denn dann wüßten wir, daß die deutsche wirtschaft immer noch nicht von den Steuern erdrückt wird. Daß trotz der hohen Summen, die zu zahlen sind, die verbleibenden Gewinne noch ausreichen, um anständig zu leben, als " Service" Rapital zu bilden und die Unternehmungsluft lebendig zu halten. Das wäre auch im Interesse des Ansehens der deutschen Wirtschaft in der Welt nicht unwichtig. Man verstehe uns nicht falsch. Wir sind nicht gegen eine Finanzreform. Bir halten sie für nötig. Damit sie aber auch außerhalb des Zirtels, den Herr Dr. Silverberg einladen soll, durchgearbeitet werden kann, muß die Deffentlichkeit das Material möglichst gut beurteilen können. Deshalb verzeihe man unsere indiskrete Frage: Bon wem stammt die interessante Berechnung aus dem wirklichen Leben? Ist sie eine umfagsteuerfreie Lieferung des Verlegers an den Rebatteur des B. T."? 11. 2. m. g. Fritz Naphtali. Die Kompromißsuche in Wien. 19 Keine Machtverminderung der Arbeiterschaft. M Bielefeld, 29. November.( Eigenbericht.) Nationalrat Dr. Deutsch Wien, der Führer des Republikagebungen in Bielefeld, Dortmund und Gelsenkirchen gegen den euro nischen Schutzbundes, spricht in diesen Tagen auf Reichsbannerfundpäischen Faschismus. Ein Vertreter der sozialdemokratischen„ Boltswacht" in Bielefeld befragte Dr. Deutsch über die Lage in Desterreich. Auf die Frage: Wie sieht das Kompromiß über die Verfassungsa reform aus, und wird eine Einigung erfolgen? antwortete Deutsch: Die Sozialdemokratie ist seit Jahren bestrebt, einen Bürgerfrieg zu verhüten. Deshalb hat sie sich bereit erklärt, einem Koma einbarung mit dem Bundeskanzler Schober billigt dem Bundes promiß in der Verfassungsfrage zuzustimmen. Die vorläufige Bera Stadt Wien eine scharfe Rechnungstontrolle auf präsidenten größere Rechte als bisher zu, ferner soil die sich nehmen. Wir haben gegen eine Kontrolle nichts einzuwenden, da wir nichts zu verbergen haben. Diese beiden Zugeſtändder Heimwehrfaschisten find an unserem Widerstand gescheitert. Wir nisse sind die einzigen, die gemacht wurden. Die weitgehenden Pläne haben nicht zugegeben, daß der Bundespräsident ein unbeschränffes Notverordnungsrecht bekommt. ( Er soll dieses Recht vielmehr mit dem Hauptausschuß des Parla ments teilen.) Wir haben ferner nicht eingewilligt in den Vorschlag, Wir haben auch alle sonstigen reaktionären Anträge, wie die Aufder Stadt Wien den Charakter eines Bundeslandes zu nehmen. hebung der Schmurgerichte, die Wiedereinführung des Adels usw. usw. zu Fall gebracht. die die Machtposition der Arbeiterklasse betreffen, der Angriff der Ich glaube deshalb wohl sagen zu dürfen, daß in allen Fragen, Heimwehren abgeschlagen wurde. Die Verhandlungen sind noch nicht ganz zu Ende, aber ich hege die feste Zuversicht, daß sie nun trog aller Schwierigkeiten, die die Heimwehren noch immer machen, bald zum Abschluß kommen. Die Heimwehren, die ausgezogen sind, die Sozialdemokratie mit einem scharfen Rud aus ihren Machtpositionen zu verdrängen, müssen sich mit einem Resultat zufrieden geben, das die großen Kraftanstrengungen wahrlich nicht gelohnt hat. Die Sozialdemokratie wird nach wie vor Friedenspolitit treiben. Wir wollen Auflösung und Abrüstung sämtlicher Selbstschutzorganisationen; wir sind sogar bereit, unseren ffarten und mächtigen Republifanischen Schuhbund aufzugeben, wenn gleichzeitig und unter unserere Kontrolle auch die Heimwehrformationen der Auflösung verfallen. Gegen die Auflösung der Selbstschutzformationen sträuben fich die Kapitalisten und ihre Göldlinge. Sie glauben noch immer, die Faschisten benutzen zu können, um mit Gewalt zu erreichen, was sie auf dem Wege der Demokratie niemals erreichen können. Gestützt auf unsere Kraft und auf die Kampfentschloffenhei der breiten massen der Arbeiterklasse sehen wir der weiteren Enta widlung mit Ruhe und Kaltblütigkeit entgegen. Landesverrat der Schwerindustrie. Einmütige Abwehr durch den Landtag. Köln( Soz.) Im Preußischen Landtag begründete am Freitag Abg. Haasmie mir bereits im Abend" berichteten eine gemeinsame große Anfrage der Regierungsparteien über das Schidsal des Saarreviers. Er rückte insbesondere die Forderung in den Bordergrund, daß die früher staatlichen Saarungeheure Sensation rief seine Mitteilung hervor, daß der gruben restlos in den Besitz des Staates zurückgeführt würden. rheinische Großindustrielle Otto Wolff in einer Unternehmertonferenz ausgeführt hat: das Privatfapital müsse sich untere allen Umständen, auch wenn darüber alle Berhandlungen scheiterten, Einfluß auf diese Gruben verschaffen, um der Lohntreiberei der Arbeiter entgegenzuwirken und die Kohlenpreise beffer beeinfluffen zu können. Hierauf verhandelte das Haus Große Anfragen über Grubentatastrophen, und zwar das große Grubenunglüc bei Waldenburg, das am 29. Juli nahezu dreißig Tote geloftet hat, und den Wassereinbruch auf den Thyssenschächten bei Hamborn- Duisburg am Dienstag dieser Woche, dem vier Die Abgg. Osterroth ( Soz.), Otter( Soz.) und Franz( Soz.) führten den Nachweis, Bergarbeiter zum Opfer gefallen sind. daß in beiden Fällen die Bergaufsicht unzulänglich gewesen sei und verlangten durchgreifende Verbesserung der Sicherheitskontrolle. Die Anfragen wurden dem Hauptausschuß überwiesen. In der nächsten Landtagsfizung am Dienstag, 10. Dezember, wird der preußische Finanzminister den Etat einbringen. Alle Barteien beeilten sich um die Wette, von diesem Staatsgerichtshof und Volksbegehren. Landesverrat abzurüden. Selbst die Deutschnationalen ließen durch den Abg. Dr. Ba ch em verkünden, daß sie teine Beteiligung des Brivattapitals an den früheren preußischen Staatsgruben im Saargebiet wünschten. Daneben machte Abg. Bachem schöne Sprüche über das besonders große Intereffe der Deutsch nationalen am Saarrevier. In der Sitzung selbst hate man von diesem Intereffe wenig gemerkt; denn die Mitglieder der deutschnationalen Fraktion hatten sich während der ganzen Verhandlungen laut unterhalten und waren offenbar in kräftigen Auseinanderfegungen über Hugenbergs Boltsbegehren begriffen. Noch weniger Interesse als sie zeigten freilich die Nationalfozialisten an der Saar. Während sie nicht genug schwätzen können, glänzten sie heute durch völlige Abwesenheit und nahmen an der Aussprache über das Schicksal der deutschen Kohlengruben und des deutschen Gebiets überhaupt nicht teil. Sie ließen sich selbst von den Kommunist en beschämen, bei denen doch während einer flammenden Rede des Abg. Sp bottta über das besondere Intereffe seiner Partei am Schicksal der Saararbeiter wenigstens noch ein anderes Fraktionsmitglied zuhörte. Ministerpräsident Braun gab für das Staatsministerium die Erklärung ab, daß Preußen die unverkürzte und unbelastete Rückgabe der staatlichen Saargruben fordert und vom Reichskabinett das Bersprechen erhalten hat, daß es sich dafür mit aller Macht einsehen wird. Man erlebte das feltene Schauspiel, daß alle Parteien des Landtags fich dieser Erklärung des Ministerpräsidenten Braun vorbehaltlos anschlossen. Noch fein Termin angesetzt. Leipzig, 29. November.( Eigenbericht.) Bon zuständiger Stelle des Reichsgerichts verlautet, daß ein Termin in der Klagesache der deutschnationalen Fraktion des Preußischen Landtages gegen die preußische Staatsregierung bisher noch nicht angesetzt worden ist. In der Klage behauptet die deutschnationale Landtagsfraktion, daß die Rechte der Beamten durch Erlaß der preußischen Regierung gegen das Volksbegehren beeinträchtigt worden seien. Der Nobel- Friedenspreis wird nach Beschluß des NobelpreisKomitees in Oslo für 1928 und 1929 nicht verliehen. Der Bre's für 1928 wird der Sonderfonds des Komitees überwiesen und der für 1929 bis zum nächsten Jahre zurückgestellt. Terror in Polen. Die Mitteilungen, die wir unter diesem Titel gebracht haben, werden in der Protestnote der Piljuditi- Replerung. gegen den Vorwärts" nicht bestritten. In unserer Aeußerung hierzu war dieses nicht" ausgefallen. Gewerkschaftliches siehe 1. Beilage Berantwortlich für Politik: Dr. Curt Geyer: Wirtschaft: G. Klingelhäfer: Gewerkschaftsbewegung: 3. Etciner; Feuilleton: 2. S. Discker; Lotales und Sonstiges: Frik Rarfiädt: Anzeigen: Ch. Glore: fämtlich. in. Berlin. Berlag: Vorwärts- Berlag G. m b. S. Berlin Drud: Borwärts- Buchdruckeret und Berlaasanstalt Baul Singer u. Co., Berlin SW 68, Lindstraße 3. Sierzu eine Beilage. Unterhaltung und Wiffen" und Jugend- Vorwästs". Aerztemäntel- Berufskombinationen- Damenschutzmäntel eineweber Herrenschutzmäntel- Kellnerkleidung- Konditorkleidung Malerkittel- Mechanikerkittel- Monteur- und Kesselanzüge DAS HAUS DAS JEDEN ANZIEHT. BERLIN C KOLLNISCHER FISCHMARKT Nr. 561* 46. Jahrgang *1 Beilage des Vorwärts Sonnabend, 30. November 1S2S Erweiterungsbau der Reichskanzlei. Der Erroeiterungsbau des Reichskanzler h.auses i nderWilhelmstr aß e geht der Vollendung entgß' gen. Der Rohbau steht fertig da und auch die Innejicin- richiung mird nicht lange auf sich warten lassen. Das Gebäude ist errichtet worden auf dem Grundstück des ehemaligen Pleß'schan Palais, das vor Jahrzehnten abgerissen wurde. Lange genug hat das Grundstück unbebaut dagelegen, nicht zur Zier der Umgebung. Der Entwurf für den Erweiterungsbau ist ein Werk des Architekten Prof. Siedler. Der Künstler hat darauf verzichtet, den neuen Gebäudeteil dem Stil des alten Gebäudes anzupassen. Der Erweiterungsbau ist hauptsächlich für Bureau- und Sitzungsräume bestimmt. Wohn- und Repräsentationszwecken bleibt das alte Haus vorbehalten. 60 Millionen Mark für Berlin. Oer Kredit der Neichshauptstadi unerschültert. Dillon. Read u. Co.. New Bork, haben gemeinschaft- lich mit Mendelssohn u. Co.. Berlin und Amsterdam. der Stadt Berlin vorbehaltlich der Zustimmung der Be- ratungsstelle einen Kredit von 18 000 000 Dollar siireinJahr angeboten. Der Kredit ist mit 7� Proz. jährlich verzinslich. Dazu tritt eine Bereitstellungs- Provision von 1 Proz. Einschließlich aller Nebenspesen belausen sich die Koste« dieser Kreditaufnahme für die Stadt auf 8.6 Proz. Die Stadt hat das Angebot an- genommen und unverzüglich Antrag auf Genehmi- gung durch die Beratungsstelle gestellt. Die endgültigen Bertragsvereinbarungen werden zur Zeit bearbeitet. Die Finanz» und Steuerdeputation hat der Annahme am Freitag zugestimmt. Es ist beabsichtigt, diesen Kredit aus dem Erlös einer für das nächste Jahr iu Aus- ficht geuommenen größere« Anleihe abzu- decke». Diese Anleihe dient zur Konsolidierung kurzfristiger Schulden, die für produktive Zwecke aufgenommen worden sind. Vor wenigen Wochen noch schrien die stodtseiMichen Parteien rechts und links von der Sozialdemokroti« und auch di« so- genannten Mittelparteien: Berlins Kredit sei erschüttert. Genau 14 Tage nach der Wahl, wenige Wochen nach dem angeblichen Fiasko der kommunalen Betriebe der Stadt Berlin, stellt eines der größten Bankhäuser Amerikas zusammen mit einem großen euro. päischen Bonthause einen KO-Millionen-Kredit der Stadt Berlin zur Verfügung. Ja, nicht nur das. Dieser Kredit ist mit 7�4 Proz. jährlicher Zinsen abgeschloffen und die Gesamtverzinsung einschließlich der Bereitstellung-proviston und aller Nebenspesen beträgt genau 8.6 Proz. Ein prozenlsah. zu dem keine Stadl und kein Prioahiulernehmea in allerletzter Zeit auch nur annäherud einen derartigen Kredit ausnehmen konnte. Hinzu kommt, daß dieser auf ein Jahr laufende Kredit gedacht ist als die Anzahlung auf eine größere langfristige Anleihe. Der Kredit wird der Stadt Berlin die Möglichkeit geben, eine große Anzahl kurzfristiger Schulden, die sie für produktive Zwecke, für ihre Werke und Betriebe aufnehmen muht«, zu kon- solidieren. Spiel mit dem Zuchthaus. Postbeamte und H Z4S StGB. Unter den zahlreichen Paragraphen des Strafgesetzbuches, die den alten Geist der Abschreckung und Vergeltung atmen, gehört auch der 8 349. Mehr als einmal hat er bereits die schärfste Kritik der Oefsenllichkeit. insbesondere des»Vorwärts", her- ausgeforderl. vernichtet ein Beamter, in diesem Falle ein Post- beamler, eine noch so geringfügige Urkunde in der Absicht, sich einen noch so unbedentenden vermögcnsoorleil zu verschasfen. so ist die Mlnde st strafe ein Jahr Zuchthaus— mögen die Totumstände noch so sehr zur Milde mahnen, mag die Persönlichkeit des Angeklagten noch so große Nachsicht verdienen. Die erste Instanz verurleille ihn zu einem Jahre Zuchthaus— wegen Beiseite- schaffuug von zwei Telegrammen im Gesamtwert« von 5 Mark. Das Berufungsgericht sprach ihn gestern frei. Sch.. Sohn eines Bauerngutsbesitzers, feit 1903 Soldat, später Kapitulant, im Kriege mit dem E. K. I und II ausgezeichnet und Feldwebelleutnant, im Jahre 1921 Anwärter bei der Post und schließ- lich Oberpostsekretär, war während der Militärdienstzeit Kassierer und hatte als Postbeamter große Werte zu verwalten. Hundert- tau sende gingen durch seine Finger— sein Leumund ist der denkbar beste. Er lebte rn geordneten Verhältnissen, rauchte und trank nicht, war sparsam und diensteifrig. Eines schönen Tages wurde in seiner Wohnung aus irgendeinem Anlaß«ine Haus» suchung vorgenommen. In einem Paletot fanden sich zwei Tele- grammformulare— Beriobungstelegramm«. Der Betrag von je 2,59 Mark war gebucht und später gestrichen. Weshalb waren ste gestrichen? Und weshalb befanden sich die Formulare in Sch.s Paletot? Seine Erklärung schien plausibel. Er habe die Tele- gramme an sich genommen, sagte er, um sie nachzuprüfen, da die Gleichartigkeit der Beträge ihm eigentümlich vorkam. An die Streichungen konnte er sich nicht mehr erinnern. Man begann aber Sch.s Diensttätigleit zu durchforschen und glaubte feststellen zu können: die Unterschlagung einer 15. Pfennig- Marke und eines frankierten Eilbriefe». Der Staats- onwalt beantragte in der ersten Instanz F r e i s p r u ch. Er hielt kein«einzige der drei Anklagen für a r w i e s e n. Das Gericht verurteilte ihu lrohdem zu einem Jahr Zuchthaus— allerdings nur wegen der Beifeitofch'asfung der beiden Telegramme. In der Berufung? perHandlung beantragte dagegen der Staatsanwalt•— es war ein anderer Herr—- Verwerfung der Berufung. Entgegen feinem Kollegen aus der ersten Instanz hielt er sämtliche Verbrechen für erwiesen. Das Gericht erwähnte in der Urteilsbegründung die Ib-Pfennig-Marke und den Eilbrief überhaupt nicht: an die Unterschlagung der beiden Telegramme wollte«s aus psychologischen Gründen nicht glauben. Sch. hott« Glück. Er stand bereits mit einem Fuß im Zuchthaus. Der§ 349 sollte von dem Etrafrochtsausschliß tüchtig unter die Lupe genommen werden. Auch für den Beamten, her sich auf Grund dieses Paragraphen strafbar nmcht, muffen unter gewissen Bedingungen mildernd« Umstände Geltung haben. Ein rabiater Bursche. Knutionsbetrüger überfällt eine wehrlose Frau. In einer Pension in der Großbeerenstrahe wohnt« ein Mann, der sich der Inhaberin gegenüber für einen 21 Jahr« alten Kauf- mann Karl Falk aus P r e n z l a u ausgegeben hatte. Der Gast gab an, daß er für ein größeres Unternehmen Filialleite- rinnen suche, die jede eine Kaution von 1999 Mark stellen müßten. Es meldeten sich natürlich eine ganze Reihe von Frauen und der angebliche Falk war mehrfach unterwegs, um die einzelnen Bewerberinnen in ihren Wohnungen aufzusuchen. Eine der Frauen bestellte er für Freitag vormittag nach seiner Penston, wo die Ver- Handlungen zum Abschluß gebracht werden sollten. Als die Frau in der Großbeerenstraße erschien, gab er ihr ein Blatt Papier mit ge- drucktem Text. Ahnungslos schickte sich die Frau an, den Inhalt zu lesen, als sie plötzlich von Falk mil einem stumpfen Gegenstand ans den Kopf und ins Gesicht geschlagen wurde. Zu Tode enschrocken, wehrte die Frau den Angreifer ab und erreichte unter gellenden Hilferufen den Korridor. Roch ehe aber die Penstonsinhaberin und ihr Personal herbeilaufen konnten, war der angebliche Falk au» dem Hause verschwunden. Der.Laufmann Karl Falk" ist ein kleiner schmächtiger Keck von 1,55 bis 1,65 Meter Größe mit blondem Haar und bartlosem Gesicht. Die Kriminalpolizei versucht, seiner habhast zu werden. Die Ausführung des Ueberfalles läßt darauf schließen, daß der Mann kein Neuling in solchen Dingen ist. Nobile in Berlin. Der faschistisch« General Nobile ist m Berlin eingetroffen. D/r Mann, der durch seinen leichtfertigen Nortdpolflug mit der JItalte" die Menschheit um Malmgren und Amundsen beraubt«, vM in Deutschland wtgen der Herausgabe zweier Bücher ver- Handel». Der Zweck der Veröffentlichungen soll ein« persönliche Rechtfertigung sein. Das wird ihm wohl schwer gelingen: Ein Führer, der ol« Erster seine Kameraden in schwerster Rot veckäßt. kann sich vor dem anständigen Teil« der Menschen nicht rechtfertigen. Das war ihm nur vor einem faschistischen Untersuchungsausschuß möglich! Nobile plant übrigens ein« neu« Nordpolexpedition. vb er Teil- nehmer finden wird, ist eine zweite Frag«. Zahlreiche neue Opfer der Fremdenlegio«. Im Reichstagsausschuß für die besetzten Ge- biet« machte«in Abgeordneter erschütternd« Mitteilungen über die große Anzahl von jungen Leuten, die sich im besetzten Gebiet bei den französischen Bureaus zur Aufnahm« in die Fremdenlegion melden. Es sei schon dahin gekommen, daß von den Franzosen Bedingungen wegen der körperlichen Leistungsfähigkeit gestellt würden. Sie faß im Bett und drückte schmerzvoll die Ltder ein. Aus den schwarzen, glänzenden Wimpern quoll langsam eine Träne hervor. Er wusch sich beinahe gewaltsam, pustet« tomisch mit dem Kopf im eisigen Wasser und sah nicht hin, denn er sah sie auch so. Sie beeilte sich dann, mit ihm gleich- zeitig fertig zu sein— sie machten einen richtigen Wettkamvf daraus, zogen um die Wette die Strümpfe an, wobei sie siegte, aber bei den Stiefeln waren ihre Chancen nur klein, den ste mußte die ihren schnüren und er brauchte nur an den Schäften zu ziehen. Sie sahen sich um. Das Zimmer lag verwühlt, das Bett glotzte wie eine Frage zu ihnen herüber. Sie jjingen hintereinander zur Tür. Und als er die Hand an die Klinke legen wollte, riß es ihn herum, sie ließ fallen, was sie in den Händen trug, ihre Arme schlugen sich umein- ander. Dann, erwachend, gewillt, sich aus der Umarmung zu lösen, fühlte er seine Backen von ihren Tränen genäßt. ,Lch halte deine Hand", sagte er,„und es ist ein Gefühl in mir, als hielte ich sie beim Wiedersehen." „Du vergißt mich nicht?" „Meine Frau— das klingt gut, schöner noch als dein Name." Auf der Straße pfiffen zwei Burschen ein Soldatenlied. Der Morgen erwachte. Aus der Ferne dam das Klingeln des Verkehrs heran. Sie sah ihn an, er- lachte so gut: ihr fassungs- loses Gesicht verkrampfte sich, um gleichfalls ein Lachen zu S'gen. Und im Takt des Soldatenliedes, das ferner her- oll. wiegten sie seitwärts nach links und rechts, als tanzten sie. spielten sie. dalberten sie. Er sang leise mit, seine reckte Hand, die in ihre verschlungen war, gab den Takt, wie um die Melodie zu lehren. In ihrer Stube nahm er Abschied von seiner Schwester. „Liebst du de Castro?" fragte er mittendrin. Er sagte immer noch nicht«deinen Mann" oder„Albert". „Es kann sein", antwortete sie gereizt. „Sei mir nicht böse, Irene, ich glaube, dein Gefühl war immer im Zweifel deswegen. Was uns an de Castro fremd bleibt, das kommt ganz klar und scharf umrissen zum Aus- druck in seinen Ansichten über die Pflicht. Sieh, du und ich, wir nehmen die Pflicht, die wir vorfinden, hin, und inner- halb unserer Pflichten tun wir still unsere Arbeit. De Castro aber zweifelt von vornherein die Rechtmäßigkeit seiner Pflichten an. und seine Arbeit ist gerade umgekehrt— gegen die Pflichten. Er will alles ändern, das liegt ihm im Blut." Die Schwester schwieg. An ihrem Ausdruck sah er, sie hörte zu. „Und es kommt ja nun eigentlich sehr darauf an", fuhr er fort,„ob solch ein Mensch nur ein Schwätzer ist, oder ob er vielleicht doch der Mann dazu wäre, Zustände, die er für schlimm hält, in gute zu verwandeln, oder ob er wenigstens feine Ideen hat, deren Verwirklichung möglich wäre? dann könnte man ihn allenfalls achten. Nicht wahr? Siebst du, mir sind so Gedanken gekommen. Wenn zum Beispiel ein Mensch einen anderen liebt und um den andern, der um ihn leidet, nun doppelt leidet, und wenn nun die Sorge während der Abwesenheit wächst und wächst— dann muß es wohl schwer für solch einen Menschen sein. Es kann ja sein, daß de Castro so fühlt, und daß ihn solche Gründe be- wegen. Daß er persönlich kein feiger Mensch ist, sondern eher tapfer, das kann man nicht, leugnen. Und ob er den Krieg nun haßt, well er d i ch liebt und alles bekämpft, was euch trennen will—" „Nein, es ist nicht um mich. Er hat weniger Furcht. getötet zu werden, als zu töten", sagte Irene.„Ihm ist jeder sein Freund Andr4." „Vielleicht wartet in Paris irgend jemand auf Andrö", sagte Hans in Gedanken.„Wäre iclz nicht gerade Soldat— ich glaube, ich könnte de Castros Ideen doch respektieren— es ist Zeit, ich muß fort." Und dann kam der Abschied von seiner Mutter. 4. Die richtige Christine Gast, die noch immer am Irren» haus in der kleinen norddeutschen Stadt Pflegerin war, hatte nun, mit den zunehmenden Kriegsjahren, zwar genug zu tun, aber sie fühlte sich dennoch einsam. Dabei hätte es ihr gar nicht einmal unbedingt am Umgang gefehlt. Genesende Sol» daten— es gab ihrer genug im Lazarett, die sich um Christines Gunst unverdrossen bemühten. Vor allem«in junger blonder, mit hoher Stirn, der stundenlang zu ihr hin» überstarren konnte, wenn sie etwa lesend am Fenster saß. Nein, dieser beharrliche Blick des Soldaten war durchaus nicht auf seine Krankheit zurückzuführen. Er konnte Verse machen, und mitunter reichte er ihr einen beschriebenen Zettel hinüber, ohne daß er dabei eine Miene verzogen oder den Blick von ihr gelassen hätte. Er rauchte dabei seine kurze Pfeife: er rauchte, wenn er die Verse schrieb, und rauchte, wenn er sie übergab, und bei allem sah er sie an. Er nannte sie in seinen Gedichten mit den schönsten Namen, und so nannten sie alle. die hinter ihr hersehen mußten, weil Gott oder sonst«ine Macht das so wollte. Ihr Haar war goldblond, ihre Augen- brauen und ihr Körper ein biegsamer Stamm, der dahin- schreiten konnte.— Aber Christine ging das alles nichts an: sie wurde noch barscher, wo es sich notwendig zeigte, als sie schon im übrigen war. Aus dem Soldaten Tannenbaum war wieder ein ziviler Mensch geworden, aber Lehrer konnte er nicht mehr sein. nein, nicht einmal Gesanglehrer mehr, denn er hielt sich immer noch für den General von Lothringen. Also war er doch kein ziviler Mensch. Von Zell zu Zeit kam er ins Irren- haus und fragte nach Esther Rubin. Jedesmal erhielt er denselben Descheid: Esther wäre noch nicht wieder da und wohl mit dem Ende des Krieges erst zurückzuerwarten. Aber er kam immer wieder, obgleich der Krieg noch im Gange war. Und im übrigen betete er um das Ende. An einem Abend, spät, im Lazarett war alles ruhig ge» worden, nur vom Pflegepersonal saßen einige zusammen in, der Stube beim Tee— kam Christine Gast, schon zum Schlafengehen fertig, noch einmal zu den übrigen an den Tisch, aus dem unter dem Kessel die Spiritusflamme brannte. (Fortsetzung folgt.) Berleumderin„ Rote Fahne“. Skandalaffäre in Staaten. Der Kommunist Norden verurteilt. Das Amtsgericht Berlin- Mitte verkündete gestern das Urteil in Sachen des Ersten Bevollmächtigten des Metall. arbeiterverbandes Bezirk Berlin, Uridh, gegen den verantwortlichen Redakteur der„ Roten Fahne", Norden. Es lautete: Der Beklagte wird wegen verleumderischer Beleidigungen zu 200 m. Geldstrafe verurteilt. Dem Kläger wird die Publikationsbefugnis in der Roten Fahne" zugesprochen. Ein außerordentlicher Beleidigungsprozeß. Eine Standalaffäre, die die Staatener Bevölkerung jeit| feien. Ihr Mann habe sie mit einer trankhaften Eifersucht verfolgt, Jahren in Atem hälf, beschäftigt gegenwärtig in einem mehr- insbesondere auch behauptet, daß sie Beziehungen zu Rosenberg tägigen Prozeß die VI. Straftammer des Landgerichts III unter Vorsitz von Landgerichtsrat Kuntze. Das habe. Da ihr Mann schwer herzleidend war und in immer größere Erregung geriet, so habe sie befürchtet, daß er einen Schlaganfall bekommen könnte und habe zu seiner Beruhigung schließlich fälschTode ihres Mannes, wolle sie der Wahrheit die Ehre geben. Das unter dem Einfluß ihres Mannes gestanden, jetzt aber, nach dem licherweise die Beziehungen zu R. eingestanden. Bisher habe sie Amtsgericht hatte Frau Schöngart zu 200 mart Geldstrafe megen verleumderischer Beleidigung verurteilt. Gegen dieses milde Urteil hat die Angeklagte Berufung eingelegt, aber auch der Nebenkläger durch Rechtsanwalt Dr. Baecker. In der Urteils begründung führte der Richter u. a. In der Nacht zum 4. März 1927 wurden in Staaten an aus: Alle drei Behauptungen des Beklagten sind unermiesen Inhalt hatten: Hiermit halte ich es für meine Pflicht, jede Frau verschiedenen Stellen Platate angeklebt, die folgenden geblieben. Die Beweisaufnahme hat nicht ergeben, daß Ulrich den Fraktionsvorsitzenden Lohmann habe verdrängen und zu diesem vor dem Betreten der Backstube des Bäckermeisters August Rosenberg zu warnen. Zwecke von dem fommunistischen Stadtverordneten Lange Material Als ich ahnungslos die Badstube betrat, hat er gegen Entgelt habe kaufen wollen. Vielmehr habe der Beklagte sich in gemeiner Weise an mir 56jährigen Frau vergangen. Durch Drohungen und Versprechungen bin ich aus Schamgefühl meinem Manne gegenüber zur Lügnerin geworden." Unterschrieben waren diese handschriftlich hergestellten Plakate von der Frau Adele Schön ihr Eingeständnis, daß die Beschuldigungen gegen R. erfunden Die Angeklagte wiederholte in der jetzigen Verhandlung diese handschriftlich hergestellten Plakate von der Frau Adele SchönGeschäft des Bädermeisters, der in dieser Weise bloß Ihr Mann habe durch Mißhandlungen und Drohungen sie zu dem gart, der Gattin eines pensionierten Lokomotivführers. gewesen seien. Sie habe aber nicht anders handeln können. gestellt worden war, wurde daraufhin von der Kundschaft Eingeständnis gezwungen. Nach dem Ehescheidungstermin habe er gemieden, und der Bäckermeister war vor den Ruin gebracht, fie unter der Drohung, daß sie mur unter dieser Bedingung weiter o daß er sich mit Selbstmordgedanken trug. Der Ehemann mit ihn zusammen leben könne, gezwungen, die ,, Barnung" nieder Schöngart hatte gegen seine Frau eine Ehescheidungszuschreiben, und mit ihrem Manne zusammen überall anzufleben. lage angestrengt gehabt, und in diesem Prozeß hatte Rosenberg In ein eigenartiges Licht wird der angebliche Notstand der Angeunter Eid jede Beziehung zu seiner Antlägerin mit Entschiedenheit flagten durch ein Schreiben gebracht, daß zur Berlesung fam. Die abgestritten. Frau Schöngart mar aber bei ihren Anschuldigungen Eheleute Schöngart haben nämlich vor dem Sühnetermin dem verblieben. Der Ehemann hatte aber im Termin seine Ehe Bäckermeister R. geschrieben, die Sache könnte beigelegt scheidungsklage zurückgezogen, weil er seiner Frau verziehen hatte werden, wenn er 200 Marf zahle. Zu der Verhandlung Es kam dann zu einer öffentlichen Beleidigungsflage sind nicht meniger als 30 Zeugen neben den zahlreichen Sachpervon Frau Schöngart und sie gestand vor dem Amtsgericht Spandau ständigen geladen, so daß der Prozeß erst am Sonnabend zu Ende ein, daß ihre Beschuldigungen gegen Rojenberg erlogen gewesen gehen wird. glaubwürdig erklärt, daß er das Material nur in der Absicht, die Anschuldigungen gegen seinen Fraktionskollegen zu prüfen, zu er: halten gewünscht have und selbstverständlich für die Auslagen habe aufkommen wollen, da er von den Kommunisten, seinen politischen Gegnern, nichts geschenkt nehmen wollte. Ebensowenig er wiesen ist die Behauptung, daß Urich den Kommunisten Material gegen seinen Kollegen Zista in die Hände gespielt habe und daß er sich an die Deutschnationalen herangemacht habe, um seinen Partei genossen Leid von dem Bezirksbürgermeisterposten zu verdrängen. Der Ausspruch:„ Dann fann auch ich kandidieren", sei nur im Scherz gefallen. Unter diesen Umständen habe sich der Beklagte der verleumderischen Beleidigung schuldig gemacht. Strafpermessung sei zu berücksichtigen, daß diese Behauptungen geeignet gewesen waren, die Stellung des Klägers im politischen Leben zu gefährden. Strafmildernd fomme in Betracht, daß das Verhalten des Klägers dem Zeugen Lange gegenüber nicht den allgemeinen Anschauungen über politischen Taft entsprochen habe. Grünpolitik der Weltstadt. Ceberecht Migge, der befannfe Worpsweder Gartenarchiteft, sprach auf einem Disfuffionsabend, den der Ber. ein Berliner Kaufleute und 3ndustrieller zusammen mit dem City- Ausschuß im Plenarsihungsfaale des Reichswirtschaftsrates veranstaltete, an Hand von ausgezeichnetem Lichtbildermaterial über das Thema:„ Die Grünpolitik der Weltstadt." Der Redner, der unbeschwert von beamteten Rücksichten sein Referat mit vielen neuen Gesichtspunkten belebte, führte aus: Im Gegensatz zu den Bereinigten Staaten, wo die Grünpolitik der Städte schon lange vor dem Kriege in der Form von großen Sportanlagen eine bedeutende Rolle spielte, ist in Deutschland eine großzügige be= mußte Grünpolitit erst nach dem Kriege möglich ge mesen. Hier standen die allmächtigen Grundbesitzerinteressen jedem Fortschritt entgegen. Während die westdeutschen Provinzen und Städte vorbildlich vorangingen, blieb Groß- Berlin wegen seiner fommunalpolitischen Zerrissenheit weit zurüd. Die neue Einheits gemeinde hat es darum besonders schwer, alte Sünden wieder gutzumachen, besonders im Kern der Stadt. Der Redner machte u. a. folgende Borschläge: Auf das Beispiel Amerifas verweisend, das große Einnahmen aus seinen Freiflächen beziehe, würde sich auch hier die Möglichkeit finden, durch Einbeziehung von wirtschaftlichen Kategorien der Grünpolitik", z. B. durch viel umfangreichere Anlagen non Dauerkleingärten und auch durch Berufsgärtnereien, einen wesentlichen Teil der jährlichen Unterhaltungsunkosten zu sparen. Der New York vorgelagerte Landkreis Westchester investierte für sein riesiges Parkgebiet in fünf Jahren 200 Millionen Mark und hatte daraus im Jahre 1928 Einnahmen von nahezu 5000 Mart, melche die Unterhaltungskosten fast vollständig aufbrachten. Der Gewinn aus dem Mehrwert an Grund und Boden, der von diesem meitver zweigten Parksystem erschlossen wurde, wird mit über zwei Milliarden Mart angenommen. Berlin, dessen Automobilisierung rasend wächst, braucht neue Barktypen. Man gibt in unserer Stadt für eine Part. fläche von 1860 Heftar etwa acht Millionen Mart aus; daneben aber jei die Grünpolitik in einem Dugend weiterer Etats vertreten. Alle diese müßten in einem synthetischen Grünprogramm vereinigt werden. In der Diskussion unterstrich Prof. Erwin Barth, der frühere Stadtgartendirektor Berlins, ebenfalls die Miggeschen Vorschläge, während sich der Borsigende des Provinzialverbandes der Kleingärtner, Genosse Reinhold, dahin äußerte, daß noch viel mehr Aufklärung über die Bedeutung der Kleingartenbewegung notExplosion in einer Drogerie. Der Drogift schwer verletzt. In der Drogerie von Krehl in der Fennstraße 51 ereignete sich eine folgenschwere Explosion Der Inhaber des Geschäfts, Richard Krehl, war in einem Nebenraum mit Experimenten beschäftigt. Dabei hantierte er mit einem Behälter, in dem sich etwa zehn Pfund Phosphor befanden. Aus noch ungeflärter Ursache explodierte unter lautem Knall die feuergefährliche Maffe. Der Drogist wurde durch die hervorschießende Stichflamme schwer verletzt. Durch die Feuerwehr wurde der Berunglückte ins Birchow Krankenhaus übergeführt. Das Feuer, das sich auf die Drogerie auszubreiten drohte, fonnte schnell erstickt werden. Michael Kayfer 60 Jahre alt. Am heutigen Tage vollendet Genosse Michael Kanser sein 60. Lebensjahr. Dieser Tag ist be sonders für den Bezirk Friedrichshain ein Anlaß, die unermüdliche und opferwillige Arbeit, die Michael Kanser für den gewerkschaftlicher und politischer Arbeit geftäht, trat er 1921 in die Bezirk geleistet hat, dankbar anzuerkennen. In jahrzehntelanger 1. Bezirksversammlung ein. Bom Jahresbeginn 1923 an bis zum Ablauf der foeben abgeschloffenen Wahlperiode übte er das schwierige Amt des Vorstehers der Bezirksversammlung aus. mit großer Umficht und unerschütterlicher Rube leitete er, trotz der ständigen gehässigen Angriffe der Kommunisten und Deutschnatio nalen, die Geschäfte der Bezirksversammlung. Daß gerade im Bezirk Wohle der Bürgerschaft geleistet werden konnte, ist nicht zum lezten Friedrichshain im jezigen Jahrzehnt fruchtbringende Arbeit zum auch der Umsicht und Initiative Michael Kansers zu danten. Die Parteigenossen des Bezirks Friedrichshain wünschen daher von Herzen, daß Michael Stanser noch viele Jahre in voller Lebens- und Rampfesfrische in seinem alten Wirkungsfreise verleben möchte. hygienifer Professor Theodor Sommerfeld ist im 69. LebensProfeffor Theodor Sommerfeld gestorben. Der Gewerbejahr gestorben. Frühzeitig lentten ihn seine Beobachtungen auf das Studium der Tuberkulose hin. Neben seinen befannten Schriften über die Berufskrankheiten der Steinmeze und Bildhauer sind vor allem feine Arbeiten Die Schwindsucht der Ar= beiter" und„ Die Lungenschwindsucht und ihre Be= fämpfung zu nennen. wendig sei zum Nuzen der Kleingärtner ſelbſt wie auch für die Parteinachrichten Allgemeinheit. Grünflächen und Kleingärten sind eben die Lungen der Großstadt. Wieder mal Schulstreifgeschrei! Gehezt muß merden! ist ein Grundsatz der Kommumisten. Am eifrigsten betreiben sie dieses Geschäft im Bezirk Bedding. Es genügt ihnen nicht, daß Erwerbslose und Notleidende die Miete schuldig bleiben müssen und dann Hauswirte rüdfichtslos mit Ermissionsflagen vorgehen. Die Rommunisten möchten meite Kreise der Bevölkerung dazu treiben, in einen„ Mieterstreit" zu treten und die Mietezahlung überhaupt zu verweigern. Aus der Häufung der Ermissionsklagen, die sie dann erwarten, ließe sich ein hübsches Feuerchen anmachen, wie die Kommunisten es brauchen und wünschen. Zum Zweck der Verhegung werfen sie von Zeit zu Zeit auch den Gedanken des Schulstreiks in die Bevölkerung hinein. Aus dem Bezirk Wedding erzählen sie, daß der Elternbeirat der 86. Ge meindeschule( Müllerstraße 48) wegen der Mängel des alten Schulhauses den Schulstreit beschlossen habe. Gegen diesen Schwindel wendet sich der Vorsitzende des Elternbeirats mit einer, Erklärung, die zwar die Mängel scharf rügt, aber sich gegen sofortigen Schulstreit ausspricht. An dieses letzte Mittel wird nur gedacht für den Fall, daß die Schulverwaltung die Klagen der Elternschaft und des Elternbeirats unbeachtet läßt und nicht für Abhilfe sorgt. Einsendungen für diese Rubrik find Berlin SW 68, Lindenstraße 3, für Groß- Berlin ftets an das Bezirkssekretariat 2. Hof, 2 Treppen rechts, zu richten. SPD.- Freidenker Groß- Berlin. Alle Genofen, bie am Sonntag, dem 1. Dezember, 10 Uhr, an der Ronfe rena teilnehmen, bitten wir, das Barteimitgliedsbuch zur Kontrolle vor. zuzeigen. Dhne dieses kein Einlak. * 7. Aneis Charlottenburg. Areisausschuß für fozialistische Bildungsarbeit. Seute, Sonnabend, 30. November, 20 Uhr, Sigung im Jugendheim Sofinenftr. 4. 7. Rreis Charlottenburg und Spandau. Juristische Sprechstunde heute, Conn. abend, 30. November, von 17 bis 18 Uhr, im Jugendheim Rosinenstr. 4. Gelegenheit zum Kirchenaustritt! 14. Areis Neukölln. Die Sozialistische Arbeiterjugend Neukölln veranstaltet am Sonntag, dem 1. Dezember, um 20 Uhr, im Saalbau, Bergstr. 147. einen Filmabend. Filmvorführung:„ Symphonie der Großstadt".„ Das Funkwinkel. Document non Changhai", und mehrere Qulturfilmte. Eintrittspreis 60 Bf. Gaalöffnung 19 Uhr. Die Genoffinnen und Genoffen merden um rege Teilnahme ersucht. Heute, Sonnabend, 30. November: 77. Aht. Schöneberg. Eintrittstarten von der Revolutionsfeier im Sport ralaft fowie die Eammellisten bitten mir umgehend abzurechnen. Morgen, Sonntag, 1. Dezember: 9. Abt. c Mitglieder treffen fich 9 Uhr bei Sübner, Wilsnader Str. 31. Aur Bormärts"-Agitation. Niemand darf fehlen. 10. Abt. Conntag, 91 Uhr, treffen sich alle Mitglieder zur Bormärts". Agitation hei Fandom, Flensburger Str. 3. 11. Abt. 9 Uhr bei Berger, Lenekow- Ede Jagomstraße. Rufammenfun fämtlicher Bezirksführer und der Mitglieder der Zeitungsfomm ffion, sowie derjenigen Genoffinnen und Genossen, die an der Vorwärts" aitation mitwirken. 25. Abt. Werbetrrnen des Werbebeairfs Rordoft der FSGB. in der Turnhalle, Bafteurftr. 44 45, von 15-18 Uhr. Eintritt frei. Rege Beteiligung crmünicht. Frauenveranstaltung. 20. Areis Reinidenbori. Montag, 2. Dezenther, 20 Uhr, Funktionärinnens fibung( Agitation und Arbeiterwohlfahrt) in earl, Schöneberger Str. 3, Jugendheim. Jede Abteilung muk vertreten fein. Jungfozialisten. Gruppe Neukölln, Morgen, Conntag, Fahrt. Treffpunkt 7½ Uhr Rings bahnhof Neukölln. Gruppe Tempelhof- Marienborf. Morgen, Gonntaa. Fahrt. Fredersdorf Rüdersdorf- Ertner. Treffpunkt pünktlich Uhr Bohrhof Tempelhof. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde. Bezirk Prenzlauer Berg. Heute, 17-19 Uhr, Danziger Str. 23, Bemiaunas chor Gefang und Souhend. Surnichuhe und anzug nicht vergessen. Kreis Tiergarten, Gruppe August Bebel. Wir treffen uns am Sonntag, dem 1. Dezember, zur Jäner und Safenfahrt. Junofalfen( Safen) um 9 Uhe Wald. Ecke Wiclefftraße. Note Falfen( Jäger) um 91 Uhr Bald. Ede Turnt Straße. Jung und Rote Falten. Dienstan. 3. Dezember. von 17% bis 19% Uhr im Seim Malbenferstrake gemeinsames Proben zur Weihnachtsfeier. Bünft lich fein. Rüfen. Mittwoch, 4. Dezember, ron 17 bis 19 Uhr ebenda leben zum Weihnachtsfeier. Kreis Neukölln. Gonntag, 1. Dezeniber, 16 Uhr, Seimnachmittaa für Rinder. Luftige Lichthilders Adamfohn treibt Grort" u. a. m. Gruppe Birke. Die Eltern werden gebeten, am Dienstag, dem 3. Dezember, um 19% Uhr, in der Leffingschule zur Elternverfammlung zu erscheinen. Geburtstage, Jubiläen usw. au feinem heutigen 60. Geburtstage bie herzlichsten Glückwünsche. 5. Kreis Friedrichshain. Unserem langjährigen Genoffen Michael Ranier Sterbetafel der Groß Berliner Partei Organisation 20. Abt. Unfere langjährige. liebe treue Mitkämpferin Mathilde von Hofftetten ist am 27. November verstorben. Ehre ihrem Andenken. Einäfcherung Montag, 2. Dezember, 18 Uhr, im Rrematorium Gerichtstraße. Bir bitte um rege Teilnahme. Sozialistische Arbeiterjugend Gr.- Berlin Ginfendungen für diefe Rubrit nur an das Jugendfefretariat Berlin G 68, Lindenstraße 3 Rusammenkunft aller Teilnehmer an den Funktionärschulungskursen heute, pünktlich 19 Uhr, im Gigungsfaal des Bezirksamts Kreuzberg, Vordstr. 11 Genosse Gerd Bothur spricht über„ Die Organisation der arbeitenden Jugend". Jede Abteilung entfendet drei Delegierte. Aarten zur Vorstellung Frühlings Erwachen" von Wedekind im Theater am Bülowplak find fofort abzuholen. Aarte 80 Pfennig. Rufammeulunft der Referenten und Jugendbeiräte: Montag, 2. Dezember, Uhr, im Eisungsfaal des Brandenburger Bezirks, Sindenstr. 3, II. Sof, 2 Treppen links. Bortrag des Genossen Georg Mendelsohn: Großstadtjugend": 19 Heute, Sonnabend, 30. November: 1 Wordoft I: Funktionärversammlung im Heim Connenburger Str. 20. Südwest: Treffpunkt 19 Uhr Schlesischer Bahnhof zur Fahrt nach Fürstenwalde, Unkosten 1,30.-- Tempelhof: Arbeitsgemeinschaft mit dem Thema:„ Ge schichte der Arbeiterbewegung", pünktlich 20 Uhr im Seim. GGG. Brenz lauer Berg: Seim Danziger Etr. 62. Vortrag: Schulreformen". Fall. plak I: Die Fahrt findet morgen nicht statt, dafür 15 Uhr Funktionärsihung beim Genoffen Rupsch. Rorben: Morgen Fahrt nach Oranienburg. Treff. punkt 74 Uhr Bahnhof Gesundbrunnen, 18 Uhr Heimabend. Werbebezirk Webbing: Jüngerenturfus. Treffpunkt 18 Uhr Bahnhof Wedding zur Fahrt nach Nowawes. Nachzüglet Sonntag, 7 Uhr, Bahnhof Wedding. Werbebezirk Teltowlanal: Arbeitsgemeinschaft des Genoffen Nau in Tempelhof, Germaniaftr. 4-6. Morgen Funktionärschulungsturfus von 9 bis 14 Uhr in der Jugendherberge Pomames. Priesterstraße. Jede Abteilung wird durch ihre beiden Vorsitzenden und einen Delegierten vertreten, 15 Uhr ebendort Werbebezirksnorstandsfkung. Werbebezirk Rantow: Alle Delegierten der Gruppen beteiligen fich qn dem Kurfus im Lebigenheim, Echönstedtstraße. Werbebezirk Prenzlauer Berg: Tambourforps. Uebungsabend im Seim Danziger Str. 62. Alle neuen Flöter müssen erscheinen. Werbebezirk Sönebera: Funktionärturfus. Die Teilnehmer, non jeder Abteilung drei Genoffen, treffen fich morgen, 8 Uhr, Bahnhof Großaörschenstraße, aur Fahrt nach Nowames. Werbebezirt Kreuzberg: Die Delegierten der Abteilungen treffen fich morgen zum Funktionörfurfus um 8 Uhr am Sod bahnhof Rottbuffer Tor. Werbekezirt Reutölu: Morgen. Conntag, Filmabend im Faalbau Berg ftraße 147. Berlin, eine Enmphonie der Großstadt."„ Das Totument von Schanahai." Rulturfilm: Tom Elisport". Mufit. Eröffnung 19% Uhr. Ein. trittspreis 60 Pfennig. Im Jugendheim Ranner Straße findet ber Funt tionärschulungsturfus ftatt. Beginn pünktlich 9 Uhr. Bon jeder Gruppe nehmen vier Genoffen feil. Rady dem Rurfus Sigung des Bildungsausfchuffes. Alle Gruppen müffen vertreten fein. iche Opernkomponist. Seinem Andenken sind zwei Konzerte ge Vor fünf Jahren starb Giacomo Puccini, der große italieniwidmet. Auf Schallplatten hört man Ausschnitte aus der Oper, drei weniger befannte Stüde, aus Turadot", dann bekannte Arien und Daß die Elternschaft und der sie vertretende Elternbeirat über Duette. Es fingen die großen Tenöre Bo1pi und Piccaver. den baulich und gesundheitlich bedenklichen Zustand des Schulhauses Die Stimme des Italieners flingt berauschend schön. Kultur erregt ist, ist ohne weiteres zu begreifen. Es wäre auch ein schlechter eint sich mit famtener Beidheit, aber Piccaver von der Wiener Trost, wenn man ihnen antworten wollte, daß es leider in vielen Staatsoper ist faszinierender, die Stimme größer, ihr Klang bleibt anderen Schulen nicht viel besser aussieht. Die Bernc chläffi perfönlicher. Prachtroll flingt der Sopran der verstorbenen Meta gung der Schulhäuser, zu der die Stadt in der Kriegs. Seinemeyer in der Arie aus Manon Lescaut". Während des zeit und in den ihr folgenden Jahren der Geldentwertung literarischen Nachlasses über den Komponisten. Er zerstört an Nachmittagskonzerts spricht Hans Gutmann, der Uebersetzer des genötigt wurde, rächt sich jetzt. Infolge andauernder Geld. Hand der hinterlassenen Briefe die Sage von tnappheit im Stadtfädel ist es nicht möglich, die Erdem genießerischen Weltmann, der spielend leicht tomneuerungsarbeiten überall so rasch durchzuführen, wie das Bedürf- ponierte, wenn er gerade Lust hatte. Gutmann beweist, daß Puccini mis es erfordert. Unberechtigt ist aber der Hinweis auf die angeb außerordentlich intensiv gearbeitet hat und daß er nicht nur Lebens- Webbing, Reiriderdorf, Bantow: 9 Uhr im Lebigenheim Schönstedtstr. 1 lichen Schulpa läst e", die für einzelne Bezirke gebaut würden, genießer mar, sondern den größten Teil seines Lebens unter starten Referenten: Gerd Bothur. Walter Borkamm. Weften. Tiergarten: 9 Uhe im Jugendheim Lehrter Str. 18-19. Meferent: Georg Mendelsohn. während man in anderen Bezirken alte Schulhäuser im Zustand der Gemütsdepressionen litt. Das Berliner Streichquartett spielt Often, Lichtenberg: 10 Uhr im Jugendheim Litauer Str. 18. Referenten: Bruno Berwahrlofung belasse. Solche Angriffe fonnte man besonders in zwei Menuette, und das Quartett Chrysanthemen Kompofitionen, die Lösche, Edith Baumann. Müggelfee, Oberfree: 9 Uhr im Jugendheim Oberichöneweide, Laufener Str. 2. Refernten: Georg Albrecht, Erich Strauß. der Zeit vor den Kommunalwahlen in der schwarzweißroten Bresse fegung zeigen, wie die Opern, aber ohne die Durchschlagskraft der fonft selten aufgeführt werden, und die dieselbe Technit der MelodieSchöneberg, Teltowkanal: Jugendherberge Nomames, Briefterstraße. Refe lesen, die es den Bolfsschulen nicht gönnt, daß wenig Bühnenwerke. Aus beiden Konzerten fann sich der Hörer ein Bild renten: Willn Areßmann, Sans Burkhardt. Brenzlauer Bera. Mitte: 9 ube Jugendheim Danziger Str. 63, Parade 3. Referenten: Räte Fröhbrodt. Dita stens die neuen Schulhäuser entsprechend den fortgeschrittenen An- Buccinis formen, jedenfalls eine Stizze. Abends wird aus der Fuhrmann. Areuzberg, Neukölln: 9 Uhr Jugendheim Neukölln, Ranner chanmgen und Fortschritten ausgeführt werden, Städtischen Oper Samson unb Dalila" übertragen. 8. Schaieren an biefen Rurfen is 3 bis 3 Genoffen. Straße. Referenten: Erich Bindstädt, Frik Fillmich. Die Abteilungen belo Beginn der Funktionärschulungsfurfe morgen: Moskauer Musterung. Kongreß zur Organisierung von Niederlagen. Am Sonnabend und Sonntag tagt in Berlin der ,, Reichs= fongreß der revolutionären Gemertschaftsopposition", d. h. Moskau hält Musterung ab. Wohin die Reise gehen soll, das hat der Leiter des Kongresses, Paul Merker, in der kommunistischen Presse bereits mit erfreulicher Deutlichkeit ausgesprochen. „ Der Kongreß der revolutionären Gewerkschaftsorganisation soll die rücksichtslose Niederkämpfung der Gewerkschaftsbureaukratie vorbereiten. Rüdsichtslosesten Bernichtungskampf auch dem mit der Bureaukratie verbundenen Anhang in den Betrieben und unteren Organen der Gewerkschaft!" So lautet die menschenfreundliche Parole. Daß Moskau die Bernichtung der freien Gewerkschaften Deutschlands will, ist nichts Neues. Mostan meiß, daß seine Aussichten in Deutschland ewig hoffnungslos bleiben, wenn es ihm nicht gelingt, das Fundament der sozialistischen Bemegung, die freien Gemertschaften, zu zerschmettern. Unermüdlich arbeiten die Gewerkschaften an dem Aufstieg der Arbeiterklasse. Schritt für Schritt dringen sie vor. Eine aufsteigende Arbeiter schaft ist aber fein Menschenmaterial für Mostau. Die Nacht des Elends und der Verzweiflung muß herrschen, wenp Mostaus Sterne strahlen sollen. Restlose Verständlichmachung." Wendung in der Parolenausgabe. Es müsse Schluß gemacht werden mit der Inter fchätzung der revolutionären Zuspigung, der nebensächlichen Behandlung der Kampfesorganisierung, der Passivität und Gleichgültigkeit gegenüber den Streits der Arbeiter!( So hat also die KPD. die von ihr ausgelösten" Streits unterstützt!) Es müsse zielbewußt, umsichtig und gewissenhaft die Borbereitung der Lohnkämpfe durchgeführt werden.( Wie es die Gewerkschaften zu tun pflegen und wie es Merker nicht getan hat.) Und dann der politische Massenstreit! Darauf muß die ganze Partei von oben bis unten eingestellt werden. Das sind die zentralen Aufgaben..." Es geht vorwärts. Generalversammlung des ZDA. Am 22. November hielt die Ortsgruppe Berlin des Zentralvers bandes der Angestellten ihre Quartalsgeneralversamm= fung ab, die außerordentlich gut besucht war. In seinem Geschäftsbericht tonnie der 1. Bevollmächtigte, Genosse Gottfurcht, auf eine sehr günstige Mitgliederbewegung hinweisen. Die Zahl der Mitglieder in Berlin hat 36 000 überschritten. Die damit verbundene gestiegene Organisationsarbeit wurde unter Anspannung aller Kräfte bestens geleistet. größtenteils Verbesserungen für die Angestellten brachten. In die Viele Tarifbewegungen wurden durchgeführt, die auch Berichtszeit fällt auch der Umzug der Ortsgruppe in das Berbandshaus in der Hedemannstraße. Der Kassierer, Genosse Weyland, gab den Kassenbericht; ihm, mie auch der Ortsverwaltung wurde Entlastung erteilt. Die Delegierten nahmen u. a. Stellung zu einer BeitragserMerker stellt mit einer Deutlichkeit, die man in Moskau hoffent- höhung in der Ortsgruppe. Nach einer regen Aussprache, in lich nicht mißverstehen wird, seine Kandidatur auf als Nachfolger der das Für und Wider dieser Maßnahme diskutiert wurde, stimmte von Heinz Neumann. Da er anderen unlösbare Aufgaben stellt, die große Mehrheit dem von der Ortsverwaltung vorgelegten Vorhat er auch die besten Aussichten. So fordert er die restlose schlage zu. Verständlich machung des Sinnes der vom 6. Weltkongreß, vom Weddinger Parteitag und der 10. Erweiterten Erefutive be schlossenen Wendung". Restlos! " Aber es muß noch viel mehr geschehen! Birkliche Konzentrierung aller Parteileitungen auf die Tätigkeit der Massenmobilisierung zur Kampfaufnahme." Dann wird in dieser Linie" 35 Zeilen lang in Fettdrud ähnlicher über den Tatsachen des michternen Alltags erhobener Blödsinn verzapft. Nur noch ein Zitat zur Kennzeichnung: Noch während des Streits( der Rohrleger) fonnten... Ulrich and Eckert in den Beranstaltungen des( Metallarbeiter-) Verbandes ungehindert Der derzeitige Leiter der kommunistischen Gewerkschaftszentrale sprechen". Man denke: Merker befiehlt Spaltung der RohrMan denke: Merker befiehlt Spaltung der Rohrmint den kleinen Stalin. Nachdem er fämtliche Streifs, die er legerbranche, Streit gegen den Metallarbeiterverband, Niederaufzog, schmählich verloren hat, fühlt er sich offenbar beschlagung auf bosschemistische Art der Verbands- und tariftreuen stimmt, der Oberbittator der KPD. zu werden. In diesem Rohrleger. Urich und Edert magen es, bagegen aufzumuden. Sinne teilt er Befehle ants. Und man läßt sie angehindert sprechen". In erhört! Mit dem Appell, weiterhin für die Organisation der freigemerf= schaftlichen Angestellten zu arbeiten, schloß der Vorsitzende die von follegialem Geist getragene Veranstaltung. Abbau in der 3. G. Farbenindustrie. Protest der Werkmeister. Zum Angestelltenabbau bei der 3. G. Farbenindustrie A.- 3. be richtet der Deutsche Wertmeister- Verband( Siz Düsseldorf): Um 24. November beschäftigte sich der zuständige Reichsfach gruppenausschuß des Deutschen Wertmeister- Berbandes( Siz Düsseldorf) in seiner Tagung in Frankfurt a. M. sehr eingehend mit dem Abbau von Angestellten, insbesondere von Wertmeistern, in den Igfag- Betrieben. Die Wertmeister haben in ihrer langjährigen Betriebstätigkeit einen wesentlichen Anteil an der Entwicklung und Bedeutung der Igfag- Betriebe. Die Rationalisierung und die damit verbundenen Betriebsumstellungen haben große Anforderungen an die Abbaumaßnahmen der Bertsleitung in startem Maße betroffen, obgleich von einem Abbau der leitenden Angestellten noch nichts bekannt ist. Organisationspläne der Reichsanstalt. fin. Zufgabe der Gewertſchaften muß es sein, in dieser Hinsicht Arbeitskraft der Wertmeister gestellt. Trozdem werden fie von den Nach dem Schema F. Die freigewerkschaftlich organisierten Mitglieder der Bermaltungsausschüsse der Berliner Arbeitsämter beschäftigten sich in einer vom Ortsausschuß des ADGB. einberufenen Zusammenkunft am Donnerstag im Gewerkschaftshaus mit den Neuerungen, die in der Organisation der Arbeitslosenversicherung in den Arbeitsämtern eingeführt werden sollen. Genosse Siegle nahm zunächst zu dem Referentenentmurf der Reichsanstalt fritisch Stellung. Dieser Entwurf fieht it a die 3u sammenfassung der Unterstüßungs- und Vermitt lungsstellen vor, so daß also die Vermittler in den Fachabteilungen auch noch die Unterstügungsanträge ber Erwerbslosen entgegennehmen und vorbereiten müßten. Der Vorstand des Ortsausschusses hat vor allem die Frage unter fucht, ob es zwedmäßig und überhaupt durchführbar sei, die Fachvermittler auch noch zur Durchführung des Unterstützungsverfahrens heranzuziehen. Der Ortsausschuß hat diese Frage ver neint. Der Verwaltungsausschuß des Arbeitsamts Mitte stellte sich ebenfalls einstimmig auf den Standpunkt, daß eine solche: Belastung den Fachvermittlern nicht zugemutet werden fönne. Ebenso ist es auch eine völlige Berkennung der Ber liner Berhältnisse, wenn immer wieder von der Hauptstelle der Reichsanstalt darauf hingewiesen wird, daß in Berlin viel zu wenig Arbeitslofe von einem Beamten oder Angestellten betreut werden. In Berlin fämen auf einen Beamten bzw. Angestellten durchschnittlich 110 Fälle, in einigen Bandesarbeitsamtsbezirken, mie zum Beispiel Hessen Nassau und Südwestdeutschland dagegen 300 bis 400. Die Tatsache, daß in den Berliner Arbeitsämtern Ueberstunden an der Tagesordnung sind, und fogar von vielen Beamten und Angestellten noch Arbeit mit nach Hause genommen wird, müßte eigentlich auch der Reichs anstalt beweisen, daß die Berliner Verhältnisse nicht ohne weiteres mit denen anderer Landesarbeitsamtsbezirke verglichen werden fönne. Fest stelyt aber auch, daß fich bei näherer Untersuchung der höheren Meßziffern in der Provinz ergibt, daß etwa 60 Prozent der bearbeiteten Fälle zuungunsten der Reichsanstalt erledigt werden. In Berlin auf die Meßziffer 250 zu tommen, wie es die Reichsanstalt anstrebt, ist einfach unmöglich. Diese Auffassung hat auch der Präsident des Landesarbeitsamts Brandenburg, der die Dinge genau fennt, gegenüber den Gemertschaften und der Hauptstelle der Reichsanstalt vertreten. Im Berwaltungsausschuß des Arbeitsamts Mitte hat man sich deshalb auch zunächst auf die Meßziffer 130 geeinigt. Diese Zahl ist jedoch vom geschäftsführenden Ausschuß des Landesarbeitsamtes auf 120 herabgefegt worden. Genosse Siegle tritisierte zum Schluß noch das Etatrecht und die Selbstverwaltung in der Arbeitslosenversicherung. Beides find Dinge, die sich auf dem Papier ganz schön aus nehmen, aber in der Praris fo gut wie gar nicht vorhanden das Arbeitslosenversicherungsgesetz noch ganz erheblich zu verbessern. In der ausgiebigen Debatte wurden die Ausführungen des führbarkeit der von der Reichsanstalt geforderten Neuerungen Genoffen Siegle vollinhaltlich unterstrichen, und die UndurchSankt Bureaukratius, der den Beamten der Arbeitsämter oftmals an Beispielen aus der Pragis einwandfrei nachgewiesen. Ueber den das promte Arbeiten sehr erschwert, wurde gleichfalls lebhaft Klage geführt. Schließlich wandte sich die Konferenz noch mit aller Schärfe arbeitervermittlung in Berlin aufzuheben. Be gegen etwaige Bestrebungen, die zentralisierte Fachschlüsse faßte die Konferenz nicht. Sie sprach jedoch die Erwartung der Organisationsfrage der Arbeitsämter ein madyames Auge haben aus, daß der Ortsausschuß des ADGB. auf die weitere Entwicklung werde. Gärtner und Berufsausbildung. Eine Klarstellung. Genosse Lehmann vom Verband der Gärtner schreibt uns: Im Bormärts" vom Donnerstag, auf Seite. 4 des Hauptblattes, wird unter der Ueberschrift: Schafft Arbeit" über die Tagung des Bundesausschusses des ADGB. berichtet. Dabei wird über meine Ausführungen folgendermaßen berichtet: Lehmann ( Gärtner) verlangte Einbeziehung der Gärtner in das Gesetz, someit fie in ausgesprochenen landwirtschaftlichen Unternehmungen tätig sind.". Hier ist durch die Weglaffung des Wörtchens nicht nach soweit fie" ein ganz falscher Sinn zum Ausdrud gebracht. Im übrigen habe ich darauf hingewiesen, daß im Reichsernährungsministerium an dem Entwurf eines Sondergeleges über landwirtschaftliche Berufsausbildung gearbeitet wird und daß. zu den Vorbesprechungen auch der Verband der Gärtner hinzugezogen worden sei, woraus der Schluß wohl zu ziehen ist, daß man beabsichtigt, die Gärtnerei in tiefes landwirtschaftliche Gesez hineinzunehmen. Gegenüber diesen Bestrebungen hatte ich die Forderung vertreten, daß die Gärtnerei in das allgemeine Berufsausbildungsgesetz einbezogen werden muß, weil die gärtnerische Ausbildung ganz anders geartet ist, als die landwirtschaftliche. Nachverhandlungen im Braunkohlenkonflikt. Bisher ergebnislos. Im Reichsarbeitsministerium fanden am Freitag Berhandlungen über die von den Unternehmern des mitteldeutschen Braunkohlenbergbaus beantragte Berbindlichfeitserklärung des gefällten Schiedsspruches statt. Sie brachten bis zum Abend fein Ergebnis und werden am Sonnabend früh fort. gesetzt. Der Reichsfachgruppenausschuß erblickt in den wertsozialpolitischen Mitteln feine ausreichende und dauernde Milderung der wirtschaftlichen Notlage der durch den Abbau betroffenen Wertmeister. Er vertritt die Auffassung, daß nach wie vor der Deutsche Werkmeister- Verband gemeinsam mit den Verbänden des AfABundes seinen ganzen Einfluß ausüben muß, um den Ausbau der sozialpolitischen und arbeitsrechtlichen Gesetzgebung so zu fördern, daß die nachteiligen wirtschaftlichen Folgen, die ihre legten Ursachen in der bestehenden Wirtschaftsordnung haben, auf das Mindestmaß herabgesetzt werden. Den Frankfurter Gastwirten geht es gut. Sie wollen ihre Betriebe schließen. Die vereinigten Borstände der Arbeitgeberverbände bes Hotelgewerbes in Frankfurt a. M. haben beschlossen, ben Gesamtpersonal zweds Stillegung der Betriebe zum 15. Dezember zu fündigen, um die nach ihrer Meinung untragbaren Folgen des Schiedsspruches des Schlichtungsausschusses abzuwenden. Am 15. Dezember sollen angeblich alle Betriebe geschlossen werden. Dieser Beschluß der Hotelbefizer und Gastwirte ist offenbar mur ein Bluff. Es soll durch ihn ein Drud auf den spruch für verbindlich erflärt wird. Schlichter ausgeübt und verhindert werden, daß der Schieds Arbeitslosenkundgebungen in Bromberg. Warschau, 29. November. lofenkundgebungen, an denen fich etwa tausend Personen beteiligten. Jn Bromberg tam es gestern vor dem Rathaus zu ArbeitsDie Polizei zerstreute die Demonftranten. CPD. Buchbruder, 1. Bezirk. Montag, eine Stunde vor ber Be airisversammlung, im Versammlungslotal wichtige Fraktionsfigung. Der Fraktionsvorstand. Freie Gewerkschafts- Jugend Berlin. Besucht alle bie Werbeveranstaltung des Ostkreises in der Aula der Luise Otto- Peters- Schule, Gubener Str. 53, um 19 Uhr. Programm: Gefang, Mufit, Ansprache, Lieber aur Laute, Schattenspiele, Sprech und Bewegungschor Dividende". Boranzeige! Montag, 2. Dezember, im Ronferenzzimmer, Restaurant, Gewerkschaftshaus, Engelufer 24-25, um 19% Uhr, Wanderleiter- Rurfus. Wie lefe ich ein Kursbuch." Referent: Konvektor: Blume.. Jugendgruppe des Zentralverbandes der Angestellten Bollstanaturfus im Jugendheim Lehrter Str. 18-19. Beginn 20 Uhr. Lan nder. and Stad GARBATY ppen aller Erdiet KUR MARK CIGARETTEN Gold- und Silberdruck. DI FREUDE KURMARK- RAUCHERS. Geisboll plaudert vom. positiven Genuss des Rauchens SPEZIAL- MAZEDONEN- MISCHUNG 51 Die Dame: Du fragst, welches Geheimnis meine Gesellschaften so stimmungsvoll macht? Blete Deinen Gästen neben dem Besten aus Küche und Keller Cigareffen ausgeglichener Geschmackswirkung an und Du wirst sehen, wie schnell Menschen selbst der verschiedensten Lebenskreise inneren Kontakt finden. So schafft ben positiven Genuss KURMARK die Cigarette der neuen Epoche Als Representationspackung für Geschenke und Eeste, des Rauch- und Schreibtisch fordaza Sie KURMARK- PRIVATPACKUNG. Cohne Preisaufschlag). Was sind Industrie- Kulafen? Das find in Sowjetrußland Arbeiter, die um höhere Löhne kämpfen! Die dramatische Flucht der deutschen Bauern aus Rußland hat ser ganzen Welt den Bernichtungskampf der Sowjetregierung gegen die eigene Bauernbevölterung offenbart. Erschießungen, 3wangsenteignung und Zwangseintreibung, nur bei triegerischen Invafionen angewendete Mittel, werden gegen Millionen ruffischer Staatsbürger, die man ,, Rulafen" getauft hat, angewandt. Diefer Rampf auf Leben und Tod in der russischen Landwirtschaft findet nun einen ganz eigenartigen Widerhall in den industri ellen Somietbetrieben. Immer häufiger berichtet jetzt die Sowjetpreffe über den Klassenfeind in den Sowjetbetrieben", über bie ., Kulafen" unter den Industriearbeitern, und fordert Unterdrüdungsmaßnahmen gegen diefelben. Der Se fretär des Generalrats der Gewerkschaften Weinberg fündigte fürz lich im Blemum des Obersten Bolkswirtschaftsrates an, daß die Gewerkschaften Maßnahmen treffen werden, um die Arbeitsnad meise von den unproletarischen Elementen zu fäubern".( Trud" am 25. Oftober 1929.) Diefe ,, unproletarischen Elemente sind nichts anberes als die„ revolutionären Unorganisierten", die die deutschen Kommunisten zum Shrrm auf die freien Gemertfchaften mobilisieren. die der Fünfjahresplan vorsicht, von den Arbeitern eine über menschliche Anstrengung verlangt.( Pramba" vom 15. Of. tober 1929.) Nun hat eben die Moskauer Gewertschaftszentrale ein Tarifvertragsmufter für die bevorstehende Tariferneuerung entworfen, deffen erster Bunft bestimmt, daß die Arbeiter zusammen mit den Wirtschaftern verpflichtet sind, den Wirtschaftsplan für 1930 zu verwirklichen".( Trub" am 24. Oftober.) Man muß bedenten, baß den Arbeitern babei bie Verantwortung für die Durch führung eines Wirtschaftsplanes aufgeladen wird, der von ihnen übermenschliche" Kraftanspannung verlangt, auf dessen Zustande. tommen sie aber feinerlei Einfluß ausüben fonnten. Den Sachverhalt schildert der Fabritarbeiter Aftafjem wie folgt: Die Wirtschaftspläne werden gemacht, bestätigt, und nachträglich sollen fie in Arbeiterversammlungen erörtert werden. Was soll man nun ben Arbeitern erwidern, die sagen:„ Wozu in die Versammlungen gehen, es hat ja boch feinen Sinn." Bie man die Bauern mit Bajonetten zur Bestellung der Aecker zwingt, während die Dittatur fie um den Ertrag ihrer Arbeit bringt, sollen die Arbeiter unter den chaotischen Betriebszuständen bei zunehmendem Nahrungs. Kapitalnot? Sie ist weitgehend eine Interessentenphrase zu politischen 3weden. In einer Notiz, die bezeichnenderweise die Ueberschrift ,, Der Klassenfeind unter der Arbeiterschaft" trägt, berichtet das Zentralblatt der russischen Gewerkschaften, der Trud", am 24. Oftober d. J., daß in einem Betrieb in Permi Arbeiter Bohnerhöhung verlangten, mo ,, bie Lohnfäße schon ohne Deutschland hallt wieder von dem einhelligen Schrei der Unter dies hoch genug waren". Man fontrollierte die soziale Herkunft nehmer nach Rapitalbildung, ohne deren Berstärkung besonders ber Belegschaft" und stellte fest, daß sich einige Rulafen" darunter durch eine besigfreundlichere Finanzreform die deutsche Wirt befanden. Das veranlaßte die fommunistischen Arbeiter, vom Beschaft zugrunde gehen müsse. Gegen die Depressionsdiagnose des zirtsausschuß der RKP. den Ausschluß der„ habgierigen und selbst- amtlichen Instituts für Konjunkturforschung mußten wir selbst füchtigen Arbeiter aus der Partei zu fordern. Gleichzeitig wurde gestern geltend machen, daß die deutsche Wirtschaft angesichts der die Gewerkschaft um die sofortige Entlassung der fremdartigen fast völligen Drosselung der ausländischen Kapitalzufuhr sich im legten Jahre als erstaunlich leistungs- und widerstandsfähig bewiesen habe. Die Deutsche Bant gibt in ihrem Monatsbericht für Dezember einen neuen Anhaltspunkt dafür, wie sehr auf der einen Seite die Behauptung von der Kapitalnot übertreibt, und wie start auf der anderen Seite die deutsche Wirtschaft im Jahre 1929 Rapital gebildet haben muß. Sie schreibt über die Droffelung der ausländischen Kapitalzufuhr: Elemente" aus dem Betrieb ersucht. Rührend, wie im sozialistischen Vaterland" tommunistische Be werkschaften Lohnforderungen mit der nur bei Kapitalisten üblichen Begründung, daß die geltenden Löhne an sich schon hoch genug" seien, zurückweisen und ihre Arbeitskollegen deswegen herausschmeißen. Man muß aber noch bedenken, daß der durchschnittliche Arbeitsverbienst in der Sowjetunion im ersten Jahr etwa 75 Tscher monjegrubel pro Monat beträgt, was bei der fortschreitenden Ent wertung des Sowjetrubels durch die galoppierende Teuerung einer Rauffraft von nicht einmal 75 Mart entspricht. Weil und wenn sich die Arbeiter gegen solche Elendslöhne wehren, werden sie als ,, Klaffenfeinde" und Kulafen" verfolgt. Demnächst soll die Er Demnächst soll die Er neuerung der russischen Tarifverträge erfolgen. Mit dem gemertschaftlichen„ Trud" an der Spize mendet sich die Sowjetpresse täg lich gegen die ,, hab süchtigen" Arbeiter, gegen die Faulpelze, die nur an ihren Lohn denken, und es wimmelt von Strafpredigten und Ermahnungen zur Lohnmäßigung. Wer streift, ist Industrie- ,, kulat". In einer Notiz„ Die Stulaten haben es angeſtiftet" berichtet der Irud" am 5. November 1920, daß die Arbeiter am 26. und 27. D. tober in einer Abteilung der Röhrenfabrit in Mariupol( Gouverne. ment Charfom) in Streif getreten sind. Sie haben ben Streif nach allen Regeln organisiert und Bosten aufgestellt. Diefer regelrecht nach Arbeiterart organisierte Streit soll, mie der Trud" betont, non Rulafen und Rowdys" angestiftet worden sein. Auf Beranlaffung der Gewerkschaft wurde daraufhin die soziale Herkunft der gesamten Belegschaft nachgeprüft und die Streikenden wurden aus der Gewerkschaft ausgeschlossen als Elemente, die mit der Arbeiterklaffe nichts gemein haben“. Wie man jedem unzu friedenen Bauern als Rulafen" den Garaus macht, wird jetzt auch jeder unzufriedene Arbeiter als Industriekulat zum wirtschaft lichen Tod verurteilt. Bollstrecker dieser arbeiterfeindlichen Politik sind die, roten", aber immer gelblicher merdenden tommunistischen Gewerkschaften. Sie führen jetzt eine Sprache, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig läßt. Wir erflären den schonungslosen Kampf| den rüdständigen Stimmungen," so leitet der Trud" einen Aufruf in Fettdruck ein, dem wir folgenden marfanten Sah entnehmen: Die Gemertschaft muß bei jeder Aeußerung der Hab. gier einschreiten, den Klassenfern enthüllen und die Arbeiter zur leberwindung der abgier erziehen."( Trub" vom 5. November 1929.) Diesem gemerfschaftlichen Aufruf zum Lohnbrud folgt in der gleichen Nummer ein Auffaz, betitelt: Feinde, womit die um Rohnerhöhung fämpfenden Arbeiter gemeint sind. Dann bringt das gemer? schaftliche Zentralblatt in der gleichen Nummer noch eine Spigenleistung der Scharfmacherei, für die es selbst im faiferlichen Deutschland nichts Aehnliches gab. ,, Noch weit stärker als die Verminderung der Kapitalversorgung auf dem heimischen Markt war der Rückgang im Zufluß von lang fristigen Auslandstrebiten. Er fant von 223 Millionen Mart im ersten auf 75 Millionen im zweiten Quartal, um dann im dritten Quartal mit nur 6,4 Millionen Mark fast völlig zu stoden. In den Monaten Oktober und November gelangten wieder Auslandsanleihen in Höhe von 30 Millionen Mark zum Abschluß, so daß das bisherige Jahresergebnis auf nur rund 335 Millionen lautet, das heißt ein starkes Fünftel des Jahresbetrages, der Deutsch land im Durchschnitt der vergangenen vier Jahre regelmäßig zugefloffen ist. Hinzu kommen bann allerdings die statistisch nicht erfaßbaren Beträge, die der Berkauf deutscher Aktien entweder über die Börse oder in Gestalt birefter Beteiligung ausländischer Gruppen Kapitaleinfuhr steht andererseits eine wahrscheinlich nicht unbeträcht an deutschen Unternehmungen erbracht hat. Der Summe dieser liche Kapitalausfuhr gegenüber. Berücksichtigt man auch die Tilgungsquoten auf früher abgeschlossene Anleihen, deren Höhe für das laufende Jahr bereits auf 140 millionen Mart zu veranschlagen ist( zu denen 420 Millionen für fällige Zinsen fommen), so ist im Endergebnis Deutschland im Jahre 1929 mohl überhaupt fein neues langfristiges Auslandstapital zugefloffen. Bergegenwärtigt man fich die sonstigen Erschwerungen materieller und piychologischer Art, die hinzugekommen find, so ift erneut froh aller vorhandenen Spannungserscheinungen eine große Widerstandskraft unferer Wirtschaft festzustellen Wir haben selbst gestern gegenüber dem Konjunkturinstitut von dieser großen Widerstandskraft der Wirtschaft in jenen ganz besonders erschwerten Berhältnissen gesprochen, die hier die Deutsche Bant felbst noch einmal umreißt. Wir müssen aber heute fragen, was denn diese außerordentliche Widerstandskraft der Deutschen Wirtschaft im Jahre 1929 bedeutet, wenn die Fest stellung der Deutschen Bant richtig ist, daß überhaupt feine aus ländische Kapitalzufuhr in diesem Jahre stattgefunden hat. Sie fann nichts anderes bedeuten, als daß die Rapitalbildung in Deutschland noch in diesem laufenden Jahre, in dem das Konjunkturinstitut von einem starten Rückgang der Konjunktur und von einer wahrscheinlichen Depression spricht, ganz ungewöhnlich start gewesen sein muß. Im Durchschnitt der letzten pier Jahre waren rund 1500 Millionen ausländische Kapitalzuflüffe notwendig zur Normalfinan zierung der deutschen Wirtschaft. Im Jahre 1929 ist im ganzen ein Rüdgang der Wirtschaftsintensität zu verzeichnen, sondern im Verhältnis zur früheren Konjuntiurblüte nur eine lang famere Zunahme der wirtschaftlichen Tätigkeit als früher. Also war die deutsche Wirtschaft zur Erhaltung des Ende 1928 erreichten Hochstandes bereits durch die in diesem Jahre vollzogene eigene Kapitalbitbung imftande. Die Ueberschrift des Artikels lautet: Den Konterrevolutionären und den Habgierigen werden wir Widerstand leisten!" Dann heißt es Es kann infolgedessen sich nur um demagogische Ueber meiter: Die fremden und feindlichen Elemente in unserem Lande treibungen und um Schwarzmalerei mit politiwerden die Tarifvertragserneuerung auszunugen fchen Zielen handeln, men behauptet wird, die deutsche Wirt perfuchen im eigenen Interesse, sie werden die Inter- schaft gehe an ungenügender Kapitalbildung zugrunde. Es tann effen einzelner Arbeitergruppen den Interessen der Arbeiterklasse und nicht die Rede davon sein, daß in der deutschen Privatwirtschaft eine der sozialistischen Wirtschaft entgegenseßen. Aber diese Versuche Rapitalnot in sehr empfindlichem Ausmaße bestehen tann. Birt. werden auf den allerentschiedensten und vernichtenden Widerstand licher Kapitalmangel und wirkliche Rapitalnot besteht nur in der unfererseits stoßen. Geftüßt auf unsere Führerin, die Kommunistische öffentlichen Wirtschaft, der durch die Bermendung der Partei, werden wir alles und alle zeeftampfen, die versuchen werden, lleberschüsse zur Berdrängung von Steuern die Selbstfinanzierung uns in den Weg zu treten." verboten ist und der durch willkürliche Maßnahmen und eine be mußte Krebitzerstörung die Wege zu normaler Rapitalbefchaffung verschlossen worden sind. Wem die deutsche Wirtschaftslage heute empfindlich geschmächt wäre, so wäre diese Schwächung in entscheidender Weise auf die Kapitalschwäche der öffent, lichen Wirtschaft zurückzuführen, und ein neuer Aufstieg der Gesamtwirtschaft wäre zweifellos gesichert, menn dieser Konital schwäche der öffentlichen Wirtschaft ein Ende gesetzt würde. Einen Leitartikel zum 12jährigen Jubiläum der Diktatur schließt der Trud" wie folgt: Schwierigteiten? Wir werden sie über minden. Wir werden die Banitmacher, die Feiglinge, die Rapitulanten, die Streifbrecher aus unseren Reihen herausschmeißen. Seht euch vor! Stört uns nicht! Kommt uns nicht unter die Füße." Es ist für die Berlogenheit dieser Gewer? schaften bezeichnend, daß, während sie nach ihren eigenen Meldungen fireifende Arbeiter aus den Betrieben hinauswerfen, fie sie obendrein noch als Streitbrecher" brandmarfen. Berantwortung ohne Einfluß.- Ein typischer Tarifvertrag. Zu dem unbeschreiblichen Gesinnungszwang, den die fommunistischen Gewerkschafter auf die Arbeiter ausüben, geſellt sich der unverhüllte 2ohnzwang. In geeinter Front stehen der Machtapparat der Dittatur, die staatlichen Arbeitgeber, und die Don Stalin türzlich gesäuberten" Gewerkschaften gegen alle Arbeiter, die fich aus gesundem Klasseninstinkt der immer steigenderen Ausbeutung entgegenfegen. Syrzow, der neue Borsitzende der Bolfskommissare, der das taltgestellte Regierungshaupt Rytom ab löfte, hat fürzlich zugegeben, daß die Steigerung der Arbeitsleistung, Young Plan und Wirtschaftspolitif. Moldenhauer beim 3nduffries und Handelstag. Der Hauptausschuß des Deutschen Industrie- und Handelstages hat Leitlinien zur Finanz- und Steuerreform beschlossen und ver öffentlicht. Vor ihrer Beschlußfaffung sprach nach einleitenden Worten des Präsidenten Franz v. Mendelsohn auch der neue Reichswirtschaftsminister Dr. Moldenhauer. Herr v. Mendelsohn leistete sich nach dem offiziellen Bericht folgende Bemerkung über den Zusammenhang zwischen Finanzreform und Annahme des Doung- Blanes: Neben einem pofitiven Ergebnis der noch ausmangel und fintendem Reallohn zu Reford. leistungen gezwungen werden. In ihrer durchaus arbeitsgemeinschaftlichen Einstellung ver wandeln sich die roten Gemertschaften immer mehr in Schuzorganisationen eines rüdständigen Staats. fapitalismus und in Rampforganisationen gegen bie Arbeiterschaft. Diese Berwandlung wächst sich zum tragischen Berhängnis der russischen Arbeiterschaft aus. Nicht die lohnfordernden Arbeiter, sondern die Gemertschaften gebärden sich in der Sowjetunion als Klassenfeinde, indem sie bie Arbeiter am Stlassentampf, den die Lohnpolitit der Somjetregierung ihnen auf zwingt, hindern. Je mehr aber die breiten Schichten der Arbeiterschaft sich gegen diese neue Form der Ausbeutung, die sie auch als„ Schmeißtreiberei" bezeichnen, auflehnen, desto energischer fördern die Ge werkschaften das Antreibersystem, die Swietracht unter den Arbeitern und den Lohndrud als sozialistischen Wettbewerb. Zur Ver schärfung diefes Drudes auf die Arbeiter beruft die Gemertfchaftszentrale zum 5. Dezember nach Mostau einen Kongreß der Udarny Brigaden", der Antreiberbrigaden, das ist der ,, Refordarbeiter", die, wie es heißt, freiwillig bei gleichbleiben. der Leistung die Löhne jenten, ober die Arbeits. leift ung steigern ohne Lohntompensation. Armes Arbeiterparadies, du mußt Industrietulaken" erfinden, damit du deine Arbeiter um ihren Lohn betrügen kannst. Judith Grünfeld stehenden außenpolitischen Verhandlungen seien in unzertrennlicher Verbindung mit dem Plane im besonderen eine grundfähliche und entschiedene Finanzreform Borbebingung für die Mög lichkeit der Annahme des neuen Reparationsplanes." Daß die Durchführung der Finanzreform als ,, Borbedingung für die Möglichkeit der Annahme des Young- Planes" ge= tennzeichnet wird, ist in dem Munde des Präsidenten des Deutschen Industrie- und Handelstags eine außerordentlich bemerkenswerte Feststellung. Es ist dringend notwendig, daß angesichts der Tatfache, daß vor Annahme des Young- Planes feine Finanzreform möglich ist, der Industrie- und Handelstag flar erklärt, was diese Redewendung bedeutet. Reichswirtschaftsminister Moldenhauer erflärte, daß er den größten Nachdruck darauf legen wirb, das mit Erfolg begonnene Wert eines engmaschigen Ausbaues der handelsvertraglichen Beziehungen zum Ausland fortzubilden. Er hoffe auf einen baldigen günstigen Abschluß der langjährigen Berhandlungen mit Polen. Die Reichsregierung habe sich notwendigerweise dazu entschließen müssen, alle Anträge auf Erhöhung solcher Zölle zurückzustellen, die bereits handelsvertraglich gebunden seien, und bei denen ein volkswirtschaftlicher Erfolg aus der Zollerhöhung nicht zu erwarten sei. Die vom Industrie- und Handelstag befchloffenen Leitfäße zur Steuer- und Finanzreform bewegen sich in dem Rahmen der bekannten Unternehmerforderungen.... Sie find nur noch rüdfichtsloser auf eine grundsägliche Beschneidung der öffentlichen Ausgaben überhaupt und der Finanzautonomie der Barlamente zugeschnitten und nur noch wertlofer in jener Richtung, wo für die geforderten Steuerfenfungen Erfag in neuen Steuereinnahmen geschafft werden müßte. Große Aufträge bei Schwarzkopff. Bis zum Sommer 1930 ausreichend beschäftigt. Auf der Generalversammlung ber Berliner Mafginen. bau 2. G. vorm. 2 Somarklopff gab die Berwaltung nähere Erklärungen über die bei dem Unternehmen durchgeführte Umstellung der Betriebe ab. 44 In dem Schwermaschinenbau habe sich bie Gesellschaft mehr und mehr auf den Straßenwalzenbau gelegt, für ben bereits bedeutende Abschlüsse vorlägen. In dem Feinmechanifmert murde als Ersatz für den Torpedobau schon vor Jahren die Drud maschinenfabritation aufgenommen, wobei sich Schwarztopff auf speziellen Gebieten innerhalb dieses Fabribationszweiges einen guten Namen machen fonnte. Zu der Forderung verschiedener 2ttionäre, noch weitere neue Fabribationszweige aufzunehmen, ver hielt sich die Verwaltung ablehnend, da bas Beispiel dieier anderer Maschinenfabriten gezeigt habe, daß man mit der Aufnahme neuer Fabrikationsgweige im Maschinenbau ganz besonders vorsichtig sein müsse, um unnüße Berlufte zu vermeiden. Das Rüdgrat des Unternehmens müffe nach wie vor der Cokomotivbau bleiben. Die lange Dauer der Krisis in diesem Fabritationsgebiet laffe erwarten, daß der Zeitpunkt eines Wiederaufstiegs nicht mehr fern liege. Zurzeit jei ein fo guter Auftragsbestand vorhanden, daß die Maschinenbauwerkstätten bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres, also bis zum 30. Juni 1930 ausreichend beschäftigt seien. Die Belegschaft des Unternehmens fonnte im Laufe des letzten Jahres teilweise wieder aufgebaut werden, und ihre Zahl liegt gegenwärtig um etwa 55 prosent über dem Tiefpunkt des abgelaufenen Geschäftsjahres 1928/29. In dem letzten Geschäftsjahr hat Sdywarptopff miederum feine Dividende gezahlt. Der Umfaz mar gegenüber dem Borjahr nicht unerheblich zurüdgegangen. Dies war in erster Linie auf die äußerst rigorose Drosselungspolitit der deutschen Reichsbahn zurückzuführen, die zu der bisher beispiellosen Tatfache geführt hat, daß im abgelaufenen Geschäftsjahr 1928/29 nicht eine einzige Lokomotive für die Reichsbahn ausgeführt wurde. Troz des Umjaz- und Gewinnrüdganges bietet bie Bilanz infolge der sehr vorsichtigen Bolitit der Gesellschaft in den vorhergehenden Jahren ein durchaus günstiges Bild. Die For derungen und Wertpapiere erscheinen insgesamt mit 7,7 millionen Mart, worunter sich faft 1,7 Millionen Bantguthaben befinden. Auf die Beteiligungen ist infolge der ständigen Kursrüdgänge an der Börse eine Abschreibung von 500 000 Mart vorgenommen worden, so daß sich diese trotz der Uebernahme des Lokomotivbaues der Sächsischen Maschinenfabrik Hartmann A.- G in Chemnitz im Werte von 1 Million nur von 1,7 auf 2,2 millionen erhöht haben. Pfarrer Heumann's Hellmittel bewährt bei zahlreichen Krankheiten./180000 Dankschreiben./ Das Pfarrer Heumann- Buch ( 272 S., 150 Abb.) erhält jeder, der sich auf dieses Inserat beruft, völlig umsonst und portofrei, durch Ludwig Heumann& Co., Nürnberg S 5 Pfarrer Heumann's Heilmittel sind zu Originalpreisen stets vorrätig in der Niederlage: Zions Apotheke, Berlin N 31, Anklamer Straße 39 an der Ecke Brunnenstraße 5a. 5 Minuten vom Rosenthaler Platz. Adler Apotheke, BerlinFriedenau, Rheinstr. 16. Friedrich- Wilhelm- Apotheke, Charlottenburg, Leibnizstr. Heeges- Apotheke, Berlin O, Gubener Str. 33. Schweizer Apotheke, Berlin W 8, Friedrichstraße 178. RosenApotheke, Eichwalde- Berlin. Gounabenö 30. November 1929 Unterhaltung und Wissen Beilage des Vorwärts s. meifeis: Spinomas JCiebe Dreifach hat Berthold Auerbach seinen Namen an den Namen Benedictus de Spinoza geknüpft: ersten» mit der Verdeutschung der sämtlichen Werke Spinozas, zweitens mü der biographisch-kritischen Lebensgeschichte, die er der Uebersetzung voranstellte, und schließlich mit dem„Spinoza,«in Denkerleben' betitelten Roman, der in einer losen Verknüpfung von Poesie und Geschichte, von Dichtung und Wahrheit, die Lebensschicksale des Amsterdamer Philosophen schildert. Freilich war Spinoza lange vor dem Erscheinen der Auerbach- schen Uebersetzung den Männern der Weltweisheit und den Denkern und Dichtern in Deutschland wohlbekannt und von ihnen hochgeschätzt. Schon der älteste deutsche Philosoph, Leibniz, hält es der Mühe wert, auf seiner Reise nach England 1676 Spinoza im Haag zu besuchen und eine genaue Schilderung von dem„lamcux.Juil Lpinoea' zu geben. Kant studiert ihn, Fichte, Schelling lehnen an ihn an, Hegel nennt ihn den Heros der Philosophie der Neuzeit, Lessing, Hecher, Lacobi bewundern und verehren ihn und Goethe sucht seine Weltanschauung au» ihren starren mathematischen Formeln zu be- freien und in einen Akkord harmonischer Töne ausklingen zu lassen.— Aber da» große denkende Publikum Deutschlands mit den Lebensschicksalen Spinoza» vertraut und ihm sein« Weltonschaimng in deutscher Sprache zugänglich gemacht zu haben, ist Auerbachs Verdienst. Daß er b« der Abfassung der Uebersetzung weniger an Berufsgelehrte als an das groß« Publikum in den deutsehen Landen dacht«, geht au» der vorrede zu der deutschen Ausgabe der Werke Spinoza» deutlich hervor.„2He Philosophie", schreibt er..stritt au» der Schule heraus in da, bewegt« Leben als bewegender Geist, die Weltweisheit wird zur Lebensweisheit: nur Finsterlinge, feige oder selbstische Feudo listen könne« noch wollen, daß der höchste Lebens- Weist die tote Sprach« de? Gelehrte» spreche." Die tragisch» Lebensschicksale Spinozas hat Verth old Auerbach in seiner erwähnten biographischen Skizze wie in seinem Roman „Spinoza" ausführlich geschildert. In beiden Werken spielt«in an- geMlch bestandene« Liebesverhältnis Spinozas zu der Tochter des »«lehrten holländischen Arztes van End« ein« überaus wichtige Rolle. Ln der biographischen Skizze wird dieses Liebesverhältnis als ein« auf die philosophische Weltanschauung Spinoza» einflußübende historisch« raifache hingestellt: in dem Roman wird es als Haupt- rotte verwendet, u» zu zeig«, wie der Jude,„in jugendlicher Lieb« zu einer Christin hingezogen, an den Scheidewänden rütteln mußte, die theologisch« Satzungen und herkömmliche Sitten von beiden Seiten aufgestellt" haben. Der erste, der dir Legend« von der Liebesassäre Spinozas in hie Welt setzt«, war der älteste Spinoza-Biograph Jean Eoler, der ln seiner La rie de Benoit de Spinosa in folgender recht naiver Weis« erzählt: van den Ende hatte eine einzige Tochter, die in der Mustk wie in der Kenntnis der lateinischen Sprache gleich fertig war, so daß fie in Abwesenheit ihres Daters seine Schüler Unterrichten und ihnen Aufgaben geben konnte. Da min Spinoza, hierdurch fie oft zu seh« und zu sprechen Gelegenheit hatte, ver- Nebte er sich in fie. und er hat oft bekannt, daß es fein Dorfatz war. ste zu Heirat«, nicht weil fie zu den schönst« und wohlgestaltetsten gehörte, sondern well sie reich an Geist, Einficht und Lebendigkeit war. Sie hatte aber auch das Herz eines anderen Schülers van den Endes, namens Kerkering, ebenso eingenommen. (Theodor Kerkering, der einem Lübeckischcn Patriziergeschlecht eni- stammt«, war in Amsterdam gebor«. In seiner Geburtsstadt praktizierte er länger« Zeit als Arzt; durch anatomische und physiolo- gische Schriften machte er seinen Namen in der Geschichte der Medizin bekannt. Er war Mitglied der Royal Society in London. Später wählt« er Hamburg zu seinem Wohnort, wo«r als Resident des Großherzogs von Toskana im Jahre 1693 starb.) Als Kerkering bemerkte, daß er in Spinoza einen Nebenbuhler habe, regte sich in ihm die Eifersucht und bestimmte ihn, seine Liebeswerbungen zu verdoppeln. Er tot dies mit Erfolg. Das Geschenk, das er zu- oörderft der Dam« machte, es bestand in einem Perleaschmuck im Werte von zwei- oder dreihundert Pistolen, trug ohne Zweifel dazu bei, ihm ihre Gust zu erwerben. Sie schenkte ihm dies« auch, gab ihm das Versprechen, ihn zu Heirat«, und hielt es treulich, nachdem Kerkering dem evangelischen Glauben, zu dem er sich bekannte,«t- sagt und den katholischen Glauben angenommen hatte. So weit Colerus. Neuere Forschungen, die sich mit d« Lebens- umständen Spinozas und van den Endes eingehend beschäftigten, ergaben jedoch, daß die ganze Geschichte von der Liebesassäre Spinozas nichts mehr als„poetische Erfindung' sei, um dem nüchternen Denker ,chas romantische Motiv einer durch Konfesstons- unterschied unglücklich gewordenen Liebe' unterzulegen. Klara Maria oan den Ende— in Auerbachs Roman„Olympia' genannt— war im Jahre 1644 geboren und vermählte sich 1679 mit ihrem Bräutigam Theodor Kerkering. Baruch Spinoza erblickt« am 24. November 1632 das Licht der Welt, er war also um volle zwölf Jahre älter als die Tochter van den Endes. Im August 16S6, also im 24. Lebensjahre, wurde Spinoza aus der jüdischen Gemeinde ausgestoßen, worauf er Amsterdam verließ und auf dem einige Stunden von der Hauptstadt entfernten Dorfe Ouwerkerk zurückge- zogen lebte. Er kann demnach nicht um diese Zeit die elf- bis zwölf- jährige Kleine zur Geliebten gehabt, geschweige noch von ihr die lateinische Sprache erlernt haben. Nun ist aber dieses romantische Motiv, da« besonder» in dem Romane Auerbachs in den Vordergrund gerückt wird, nicht allein historisch unbegründet, sondern auch vom künstlerisch« Standpunkt aus verfehlt, da es sich hier im letzten Grunde weniger um die Dentprozesse des Philosoph« handelt. Auerbach hat durch die Der- Wendung der unhistorischen Liebesgeschicht« als Hauptmotiv dem Spinoza, um ein treffliches Wort von David Friedrich Strauß zu gebrauchen,„dm Kopf des Philosophen genommen'. Nach Auerbach habe die Lieb« zu Olympia auf die Philosophie Spinozas ihr« Einfluß geübt. Mit nicht«. Philosophische Systeme sind Offen- barungen des Menschengeistes: es ist ebenso unzulässig wie gewagt, sie auf rein« Gemütsstimmungen zurückzuführen. Die Liebe kann zu göttlichen Komödien, zu gluterfüllten Sonetten, zu herrlichen Liedern, ja zu großen ritterlichen Toten inspirieren, aber sie vermag kein« Aufschluß zu geben über die Gesetze der Logik, über den Eubstanzbegrift vnd ähnliche philosophische Probleme. Seelenstimnnmgen sind etwas für d« Dichter, aber nicht für den Denker. Dieser bildet zumeist seinen Kopf auf Kosten seines Herzens. Die stete Angewöhnung, alles und jedes in einer oft an Affektlosigkeit grenzenden Ruhe zu betrachten, macht ihn schließlich für jede Leidenschaft unempfänglich. Er denkt über die. Liebe, wie er üb«? den frei« Willen, über den Begriff von Gut und Dös« denkt. Plato schreibt den wundervollen Dialog über die Liebe, aber keine Ueberlieferung tut uns kund, daß er je zum schönen Geschlecht in ein näheres Verhältnis getret« wäre. Er ist wie ein Kritiker, der ein Drama analysieren, aber keines selbst schreiben kann. Der Versuch ist demnach vollkommen verfehlt, die wirkenden Triebfedern, die den Amsterdamer jungen Rabbi in die Arme der Philosophie getrieben, in der Lieb« zu suchen. Dieses Derfohrm ist vor allem unspinozistisch, indem es, uneingcdenk eines bekannten Lehrsatzes Spinozas, von zwei Dingen, die nichts miteinander zu tun Hab«, das eine als die Ursache des anderen hinstellt. Es ist grundfalsch, die Sache so darzustellen, als wäre der Kopf Spinozas aus dessen Herzen hervorgegangen. Diesen Trugschluß hat übrigms der Auer- bachsche Roman mit allen sväteren Spinoza-Romonen gemein. Alle suchen sie, dem Denker im Menschen und dem Menschen im Denker Spinoza gerecht zu werden, und schwanken zwischen beiden, ohne das Bindeglied zu entdecken, die Einheit herzustellen, das Zugleich- sein nachweisen zu können. Um es kurz und in der Sprache Spinozas zu sagen: Sie finden das Attribut nicht, dos die Wesenheit dieser gewaltig« Persönlichkeit ausdrückt. 3>ie 9nfel der verlorenen lllenfchen linier den JCeprakranken von ITloliikai Die Insel Molukai liegt mitt« im Stillen Ozean als Angehörig« der Sandwich! itselgruppe. W«n irgendein Schiff, das von der üblichen Route abgewichen ist, schiffbrüchig oder wie sonst immer die Küste dieses Eilandes erreicht, so wird ihm von amerikanisch« Kriegsschiffen schon auf See der Zugang zur Insel verwehrt. D«n Molukai ist die Insel der verlorenen Mensch«, derjenigen, die keinerlei Hoffnung haben, jemals wieder in den Kreis der menschlich« Allgemeinheit zurückzukehren. Es gibt für sie weder Glück noch Unglück und ihre Freud« sind nicht die großen Freuden des Lebens, sondern die kleinen des Alltags, und auch diese ge- hemmt durch das Alleinsein, durch die Abgeschlossenheit von der Welt. Molukai ist dos Land der Leprakranken, jener Armselig«, die niemals geheilt werd« können. Di« Lepra war bereits den atten Indern bekannt, die ja bekanntlich hervorragend« Aerzte waren und schon in astersgrauen Zeit« für so manches körperliche Leiden hervorragende Mistel fand«. Auch den Aegyptern war diese einzig- aktig tückische Erkrankung bekannt. Aber es ließ sich kein Mistel find«, der Ausbreitung Em hast zu tun, da die Gründe nicht zu sind« waren. Bis in die neueste Zeit hat man Versuche imd Unter- suchung« angestellt, die jedoch sämtlich ergebnislos verlaufen sind. Lepra ist ein Aussatz, der sich zunächst an einem Körpergliede festsetzt und es langsam absrißt. Sodann setzt sich der Krankheits- keim an einer ander« Körperstelle fest, bis der ganz« Mensch buch- stäblich vom Aueschlag fortgefress« wird. Es ist, wie gesagt, jahrhundertelanger Forschung nicht gelungen, diesem greulichen Feinde Einhalt zu gebieten. Als einziges Mittel wurde die Isolierung der Erkrankten er- tonnt, die nun streng und konsequent durchgeführt wurde. Es wurden in all« Teilen der Welt Lepraheirne oder Leproforien ein- gerichtet, von den« es in Europa verschiedene, in Deutschland eins bei Memel gibt. Di« Asyle sind mit allen der Neuzeit«tsprechenden Einrichtungen ausgestattet, die der gesundheitlich« Förderung und der seelischen Hilfe der Unglücklichen dien« und von Nutzen sein kannep. Diele deutsche Aerzte, die sich intensiv mit der Möglichkeit einer gosstuellen Heilung der Lepra besäst«, haben sich in Gemeinschaft mit opferfreudigen Krankenschwestern entschlossen, ihr Loben und ihre Gesundheit in den Dienst der dahinsiechenden Menschheit zu stell« und sind in die Leproforien nach Molukai, Rio de Janeiro und auf die Philippinen übergesiedelt, um sich dort der Erforschung der Leprabazillen und deren Vernichtung zu widmen. Die Ansteckungsgefahr ist durch kein prophylaktisches Mittel zu hemmen. Sie erscheint durch Uebertragung und ist nicht zu umgehen. „Du bist tot für die Welt!' das ist die Parole der Leprosori«. Es gibt keinerlei Zurück Der zu kbenslänglichem Zuchthaus Ver- urtellte hat eher«in« Hoffnungsschimnier, die Freiheit wieder- zusehm als der in einem Leproforium Untergebrachte. Auf jede erdenkliche Weife ist hier für die Ablenkung der Kvanken Sorge getragen und alles wird getan, um dies« Hoffnungs- lasen d« Gedanken an den Verlauf dieser Krankheit dem täglichen Bewußtsein zu entziehen. Um d« erbitterten Kampf geg« d« Aussatz nach Möglichkeit zu fördern, hat die amerikanische Regierung auf Molukai und den Philippinen groß« Taraktogenospflanzung« angelegt, auf welchen die Lepratrank« beschäftigt roerden. Denn man will festgestellt haben, daß durch Injottionen aus den Säften des Taraktogenos oder auch durch Injektion« aus einer Mischung von Phymol und Leber- tran die Erscheinung« der Lepra völlig gehemmt werd«— bis zu einer zeitlich begrenzten Wiedererweckung der einmal im Körper unfindbar schlummernden Keim«. So leb« denn diese verlorenen Mensch« auf Molukai ohne Aussicht auf Genesung zusammen, und gerade dies« Hoffnungslosig. lest züchtet— wie mein Gewährsmann berichtet, der heimlich und mst aller Vorsicht(in Gummi)— auf Molukai war, eine gewisse Fröhlichkeit. Die Leute gehen Berufen nach amüsier« sich wie wir, tanz«— Kranke unter sich. Dir betrachten die Abgeschloss«hest auf Molukai als Hölle. Unserem Empfinden widerstrebt dies Leb«. Aber die dq selbst, die verlorenen Menschen, sie sind des Jammers nicht so voll. Freilich dringt ihn« der Schmerz der Abgeschlossenheit in die Seele. Aber obgeschloss« ist auch der Mönch Und eine Wohltat gibt es auf der Insel. Auf Molukai gibt es kein« Spiegel. Georg Spohn-Alniada. brachen/ Stielennashörner Asien hat seit langem für die Urheimat der Menschheit ge° golren, und so durfte man auch die Entstehung der übrigen Lebe- wesen hier annehmen. Bietet dieser Erdteil doch durch sein« alle ander« weit überragende Größe, durch seine einzigartige Er- streckung durch alle Zonen hin und durch d« starken Wechiel riesiger Hochländer und weit gedehnter Ebenen die besten Lebens- bedingung«, sieht auch mst vier Erdteilen in unmittelbarer Ver- bindung und mst dem fünften, mit Südamerika, wenigstens über ein« freien Ozean hinweg. Aber solange man nur spärliche Funde >d«r Urzest in den Erdschichten Asiens gesund«, mußte mau im Dunkeln tappen. Dies hat sich jetzt geändert. Man hat dem Boden des nördlichen Asiens in den letzten Iahren bedeutende Foffrlien- funde abgerungen, und zwar besonders in der Wüste Gobi. So liegt jetzt eine großartige Schichtenfolge vor, die sich von der Jura zeit über etwa 299 Millionen Jahre bis zur geologischen Gegenwart erstreckt. Aus der Kenntnis der für die einzeln« Schichten bc- zeichnendften Wirbeltierform« kann man sich ein ungefähres Bild dieser frühst« Tierwev mach«, wie es Prof. Th. Arldt in der Wochenschrift„Die Umschau' entwirft Die ältesten in der Mongolei erlchloff«« Schichten, die der Jura- und Kreidezeit, bilden das „Zeitalter der Drachen', das man auf etwa 199 Millionen Jahr« schätzt. Die Landtierwelt der ganzen Erde wurde damals durch die Landdrachen oder Dinosaurier beherrscht, die wir uns aber nicht durchweg als furchtbare Riesentiere vorstellen dürfen: es gib auch zierliche Formen, und überhaupt zeigt« diese Landdrachen, die damals die ganze Säugetierklasse der Gegenwart ersetzten, ein« außerordentlichen Reichtum an Formen. Da gab es die noch ganz«idechfenhast gebauten Raubdrachen, die sich auf allen vier Füßen vorwärts bewegten, während die meisten Dinosaurier mehr und mehr zum zweifüßigen Gang hin- strebt«. Neb« den Großform«, wie dem Riesenraubdrach« der Juvaschichten der Mongolei von etwa 19 Meter Läng«, finden sich kleinere Räuber, die den Flugdrachen und Urvögeln nachstellten, und in der jüngeren Kreidezeit drei Reptilsormen, die sich von den Eiern der großen Drachen nährten, von denen ja einzeln« Stücke gefunden worden sind. Der„Eierfresser' z. B. befaß im Gegensatz zu den furchtboren Gebiss«'der groß« Räuber gar keine Zähne und eine richtige Greishartd mit drei Fingern, mst der er die Eier au? dem Dod« herauszuwühlen und zu.zerdrücken verstand. Don den fleischfressenden Drachen gingen einige.zu einem ruhigeren Fischerleb« und sogar zur Pflanzennahrung über. � Da sie dazu nicht mehr die alte Beweglichkeit brauchten, so ließen sie sich wieder auf die bei den älteren Raubdrach« zurückgebildet« Vorder- aliebmahen nieder, wurden schwerfällig und riesengroß. So«ul- standen die ungeheuerlichen Riesendrachen, von denen der„?lsio- drache' eine Länge van über 16 Meter und eine Rückenhöh« von über 4 Meter erreichte. Mit ihren ausfällig kleinen Kopsen und gewallig« Hinte rgtiedmaßen waren diese ungeheuren Tiere sicherlich von sehr geringer Intelligenz. Während diese Drachen nach ein echtes Reptiibecken besaßen, hatte sich bei anderen Formen das Becken durch Anpassung an die aufrechte Körperhaltung zu einem Bogelbecken entwickelt, und so«fftande» die Logeldrachen, für der« Entstehung in Asien die Neuesten Ausgrabung« erst den Beweis gebracht haben. Daneben lebten im Drachenzeitalter in Asten Krokodil«, Schildkröten und die altertümlichst« Säugetier« von der Art der Devtelratte. In den altterstären Schicht« der Mongolei tritt uns dann die„M orgenröte der neuen Tierwelt" entgegen: es sind die Urraubttere mit langgestreckier, aus kurz« Gliedmatzen stehender Gestalt und die Pflanzenfresser, die als Vorläufer der Huftiere zu gelten haben. Schon in Nordamerika, dessen Urtierwelt mst der asiatischen die größte Verwandtschaft ausweist, hat man die sogenannten Titane ntiere gefunden, die die Ahnen des Nashorns sind. Sie besaßen aber zwei nebeneinander auf dem Nas«bein sitzende Hörner, und diese Auswüchse werd« noch durch das in der Mongolei gefundene„Rammwiddertier" über- troff«, dessen ganz einzigartige Rashornbildung durch die Verschmelzung der Rasen» und Stirnbein« entstand« war. In dem zweiten Hauptabschnitt der Tertiörzeit, der etwa 16 Millionen Jahre dauerte, treten uns die echten Nashörner«tgeg«, die dann in tun 18 Million« Iahren der später« Tertiärzeit ihre größte Blüte erreichen. Besonders interessant ist der Stourm der Giraffennashörner, unter den« sich das größte Landsaugetier aller Zeiten be- findet; ein in der Mongolei gefundenes Exemplar erreichte eine Schulterhöhe von über ö Meter und mit den, Kops eine Freßhöl)« von über 8 Meter und besaß eine Länge von etwa 19 Meter. Im Jungtertiär entwickelt« sich neben d« Nashörne« die Rüffcl- tiere, so der eigenartige Schaufelzahnelefant, und dann die Vor- fahren der Pferde, Kamel« und Hirsche sowie unserer ganzen noch h«te bestehend« Tierwelt. Die Erhaltung vonSlanlensSram Das bekannteste Schiff der Polarforschung, die 1892 erbaute „Fram", auf der Nansen fein« erste berühmte Expedition unternahm und die sich dann auf wester« Fahrt« tm Nordpolar- und Süd- Polarkreis bewährte, ist jetzt der Gefahr der Vernichtung ausgesetzt. Das Holz ist verfault, und um dos Schiff zu retten und wieder« herzustellen, sind etwa 89 999 Mark nötig. In Normegen ist dafür kein Geld vorhanden, und so hat man jetzt in England eine Samm- lung eröffnet und hofft, daß auch in anderen Kulturländern Geld für diesen Zweck aufgebracht werden wird. Es handelt sich nicht nur darum, eine kostbare Reliquie der Polarforschunq zu erhalten, sondern man will auch auf diese Weise Nansen den Dank für seine aufopfernde menschenfreundliche Tätigkeit während des Krieges und nachher abstatten, da er als Vertreter des Roten Kreuzes sich die größten Verdienste erwarb« und u. a. die Ueberreste der dem Untergang geweiht« armenischen Nation gerettet hat. Nach Aus- fühvung der notwendigen Wiederherstelwngsarbeitsn loll die „Fram" als Ausstellungsstück bewahrt werden. Rechkäuqer und Llnksäuger. Man spricht von„Rechtshändern� und„Linkshändern", und so darf man auch wohl die Ausdrücke „Rechtsäuger' und„Link säugcr' bilden. Dieser Unterschied besteht nämlich ebenfalls, und jeder kann sich leicht durch einige Versuche davon überzeug«, ob sein rechtes oder fein linkes Aug« die Haupt- arbeit beim Sehen verrichtet. Nach wissenschaftlichen Untersuchungen sind 63 Proz. der Mensch« Rechtsäuger, 30 Linksäuger, und nur die übrigen 5 Proz. sehen auf beiden Augen gleich gut. Liellach gehen Linkshändigkeit und Linksäugigkeit zusammen. Immerhin arbeiten im Grunde stets zwei Augen, und wenn man trotzdem nicht zwei verschiedene Bilder sieht, so beruht das nicht auf der stärker« Kraft des einen Auges, sondern auf bestimmten Schoorgöngen. durch die zwei Mlder zu einem Ganz« oereinigt erscheinen. Vorträge, Bereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". 99 Gefchäfts ftelle: Berlin G 14. Gebaftianfte. 37-38, Saf 2. Es. Sonntag, Desember. Areis Diten, Kreisübung. Köpenid( Drts. pesein). Abfahrt 7,18 Uhr Friedrichshagen 7,13 Uhr, Spindlers. fold 7.11 Uhr und Grünau 7.10 Uhr bis Borgsdorf bei Oranienburg. Sabroeld etwa 1.30 Mart. Mitte Antreten 7 Uhr Stettiner Borortbahnhof sup Are subung. Montag, 2. Dezember. Mitte. 6. Kameradfchaft. 20 Uhr Kamerabidaftsverfammlung im Lotal Regenschirm, Gipsstr. 5. Brenzlauer Berg. a Marichkamerabfcaft. 20 Uhr Schönhaufer Feftfäle. Schönhaufer Alea 120, Filmvaricag: Der Sturmangel". Mitaliebsbuch legitimiert. Areuz berg. Berfommlung um 20 Uhr: Jugend L. Sugendbeim Dardftr. 11. Referat Jugendzug II. Rrepp, Blenufer 75-76. Neuwahl des Borftandes. Mitglieds buch ist mitzubringen. Jugendzug In. Jugendheim Beangelftr. 128. Sitter. felbe- Santwin( Ramerabfchaft), 20 Uhr Mitgliederversammlung in Lehmanns Teftfäle, Pantula, Kaiser- Wilhelm- Straße 29. Bartrag des Rameraden Dr. Reichmann: Die Gefahren des Nationalfozialismus. Mitte. 5. u. 6. Rame tadfchaft, Connabend, 7. Dezember, Ramerabfchaftsfeft verbunden mit fahnen. weibe ber 5 Kameradschaft in den Brunnen fälen, Brunneftr. 15. Cintritts fanten bei fämtlichen Funktionären erhältlich. Schöneberg- Friedenau. Der Samerad Baul Bengel it perftorben. Einäfcherung Montag, 2 Dezember, 154 hr. im Arematorium Wilmersdorf. Rahlreiche Beteiligung erbeten. Reidisbunb ber Ariegsbefchäbigten, Releasteilnehmer und Kriegerhinter bliekenen, Beait Rentrum. Montag. Dezember, 20 Uhr, findet im Sofen thaler Sof, ofenthaler Str. 11-12, Monatsverfammlung. Peferat: Sichte bildervortrag des Serrn Dr. Bartel: Der Mensch als Industriepalait". Ortsgruppe Dherfpree. Berfammlung am 3. Dezember, 20 Uhr im Cine Fiedler, Johannisthal, Sterndamm. Berliner Gefellschaft für Binchologie unb Charakterologie. In der Aula Charlottenburg, Bleibtreuftr. 43. fpricht Donnerstag, 5. Dezember, 20 Uhr, Theater, Lichtspiele usw. Sonnab, 30 11. Sonnab., 30. 11. Staats- Oper Unter d. Linden A.-V. 265 20 Uhr Cavalleria Städt. Oper Bismarckstr Turnus II 19 Uhr Die rusticana Gezeichneten Der König Staats- Oper Am Pl.d.Republ. R.-S. 189 20 Uhr | Staatl. Schausph. am Gendarmenmarkt A.-V. 234 20 Uhr Hans Don Carlos Heiling Staatl. Schiller- Theater. Charith. 20 Uhr: Treibjagd SCALA Tagl. 2 Verstell. 5 and 8 Ubr Barbarossa 8256 Winter Partelveteranen! Heute, Sonnabend, den 30, November, 18% Uhr Im Gewerkschaftshaus, Saal 4, Engelufer 24/25 Unterhaltungsabend Unterhaltungsmusik Vortrag/ Heitere Erzählungen und Gedichte. Georg B, Wilde, Schauspieler Volksllederquartett Alle Partaiveteranen sind mit ihren Angehörigen herzlichst eingeladen Serr Bauf Ruthe über Binchologisches aus dem Reiche der mathematischen Biffenfchaften. Für Mitglieder der Gefellschaft ift der Eintritt frei. Einzel tarten an der Abendkaffe, Arbeiter Abftinenten.Bund, Gruppe Kreuzberg. Sonnabend, 30, November, 20 Uhr, gefelliges Beifammenfein in unferer effoholfreien Gaststätte, Mar. heineleples 34. Gäfte milfommen, Deutscher Arbeiter- Sängerbund, Gau Berlin, 4. Bes. Tegel. Sonntag, 1. De sember, 10 Uhr, findet im Strandfchloß Tegel, am See, eine Sänger- Morgen feier ftatt. Dem Bezirk find folgende Chöre angeschloffen: Tegel, Tegelart, Nieber Neuendorf, Sennigsdorf, Belten, Mampik. Samante. Es wird um zahlreichen Befuch gebeten. Bund religiöses Sosialisten, Drisgruppe Neukölln. Montag, 9. Desember, 20 Uhr, Monatsperfammlung ber religiösen Easialisten Neufölns im einen Gemeindefgal, Sertaste. 9. Barfrag des Genoffen Blechowski über die inter nationale führer'agung des B. t. S. in Köln. Mitteilungen über bie Jahres perfammlung des Landesperbandes Breußen om 7. und 8. Dezember in Bet lin. Gäfte willfammen. 814 Uhr CASINO- THEATER 84 Uhr Lothringer Straße 37 Nur noch bis 3. 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November geftorben ist Die Einäicherung findet am Sonne abend. dem 30. November. 18 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg statt. Am 28 November starb unser Kollege der Bauanschläger Hermann Walter geb. 5. Juni 1861. Die Einäicherung findet am Montag, dem 2. Dezember, 11 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Am 26. November starb unfer Rollege. ber Zigarettenmaschinenführer Otto Haubner geb. 29 Januar 1884. Die Einäicherung findet am Montag, bem 2 Dezember. 18 Uhr, im Krematorium Baumschulenweg ftatt in 28 November farb unfer Rollege, der Werkzeugmacher Wilhelm Kittelmann geb. 10 Mai 1869, Die Beerdigung findet am Montag, ben 2. Dezember, 14 Uhr, von der Beichenhalle des Gnabenkirchhofes in der Barfusstraße aus ftatt Rege Beteiligung wird erwartet. Nachruf Am 22. November Barb unfer Rollage, der Schloffer Paul Kowald geb. 1. Januar 1885 Die Einäfcherung hat bereits statt. gefunden Chre ihrem Anbeuten! Die Deisverwaltung. 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