Weg mit den Hasardeuren! Die Deutsche Republik soll keine— Ostbank sein! BERLIN Sonnabend 30. November 1929 10 Pf. Nr. 562 B 250 46. Jahrgang tMyhütiffa Anzeigenerei«: Die einspaltige Nonpareillejeile so Pf., Reklameteile 5.531. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto: VorwärtS-Vcrlag G. m. b. H., Berlin Nr. 2? 536. Fernsprecher: Dönhoff 29� bis 2S7 Zu Äeglnv der heutigen Reichskagssitzung sah mau mit einigem Erstaunen die Deutschoationale Frau Lehmann in Vertretung Hugeabergs am Rednerpult. Erst nach ihrer Vorlesung einiger Zeitungs- ausschnitte wurde die Sitzung politisch. Herr von Kar- d o r f f, lang, stimmgewaltig und temperamentvoll, holte nach verschiedenen Seiten weit aus. Zunächst nahm er sich kiugenberg vor, und es war wieder das Bild wie gestern. Der Führer mit dem Papagenoschloß reagierte auf die furchtbaren Angriffe des Volksparteilers nur mit Gesten der Ver- lcgenheil und dummem Lachen. Später wandte flch Kardorff in gemilderter Tonart gegen die Reichsregierung, mit deren Haltung in der Beamlenfrage er nicht einverstanden ist. Sofort meldete sich S e v e r i u g zum Wort. Halte nicht Kardorff selbst von Volksverhehung und Volksvcrgiftung gesprochen— und dann sollte den Beamten gestattet sein, sich hemmungslos an diesem Treiben zu beteiligen« Severmg setzt sich ausführlich mit den Vrofefforeu des Staatsrechts auseinander. Um so stärker wirkt dann der polemische Schlus; mit der Aufforderung, hugenbergs Volksbegehren abzulehnen und damit Deutschland vor dem Schicksal der O st b a n k zu bewahren. Das Haus hatte S a r d o r f f und S e v e r l u g mit Spannung angehört, und auch dem folgenden Redner der Sozialdemokratie. B r e i t f ch e i d. gelang es noch, sich seine Aufmerksamkeit zu erhalten. Aber beim Aufruf des nächsten Redners, des Grafen Reveullow. ergofz sich ein Menschenstrom in die Wandelhalle und das Restaurant. Run wird es erst wieder beim§ 4 interessant werden, zu dem Landsberg und von den Deutfchnationalen E v e r l i n g gemeldet ist. Zu der letzten Rächt hat die deutschnalionale Fraktion bis gegen Z Uhr nachts über diesen berüchtigten Paragraphen gestritten, und. wie es heißt, ist es gelungen. die Opposition zum Stillbleiben zu zwingen. Sie wird sich daraus beschränken, an der namentlichen Ab- stimmung nicht teilzunehmen! Kardorff— Severins— Vreitfcheid. Abg. Frau Lehmann(Dual.) äußert ihr Mißfallen über die Rundfunkreden der Mimstcr, bekämpjt den Versaillcr Kriegsschuld- Paragraphen und oerurteilt Schulmänner, die das erzroungen« Kriegsschuldbekenntnis sogar in die Schulbücher aufnehmen wollen. Statt einer großen Rcgicrungskundgöbung gegen die Kriegsschuld- lüge kam dos Einzeichnungsoervot für die Beamten und Polizei- kämpf gegen harmlose Plakate. Abg. v. Kardorss(D. 25z».): Das Volksbegehren war in erster Linie gegen Dr. Stresemann und dann gegen unsere Partei gerichtet. Die politische Willensbildung hat durch die Parlaments- wähl zu geschehen, aber nicht durch Volksabstimmung über so koin- plizierte Fragen, die die große Menge nicht verstehen kann. Wer hat denn schon den Poung-Plan gelesen?(Geschrei rechts.) Warum haben wir als Redner nicht Herrn Hugenberg gesehen, dem sein„Lokal-Anzeiger" mit Bismarck oerglichen hat.(Große Heiterkeit.) Bismarck ober hat im Reichstag gesprochen.(Hugenberg sitz: da und lächelt.) Mit diesem Volksbegehren konnten sie nur der deutschen Außenpolitik Schwierigkeiten bereiten.(Zuruf rechts: Dos wollen wir ja gerade!— Stürmisches Hört, hört!) Ihr Volksbegehren zwang uns. dagegen zu kämpfen, dadurch wurde der Eindruck im Zlusland erweckt, als könnten wir gor nicht erwarten,-daß der Poung-Plon durchgeführt wird.(Lebhoste Zustimmung der Mehrheit.) Ohne Sie(nach rechts) wäre der Dawes-Plan nicht Gesetz geworden. Der Doung-Plan erleichtert wenigstens das Schicksal der jetzigen Gene- ratio«, die schwerere Opfer gebracht hat als irgendeine vorher. (Große Heiterkeit entsteht, als auf eine finanztechnische Frag« des Redners an Hugenberg, dieser bwß mit dem Kopf hin und her wackelt.) Heute wird die zweite Zone geräumt, bald auch die dritte. Die befreiten Gebiete werden dankbar Strcsemanns und seiner Mit- orbeiter gedenken, aber nicht des Herrn Hugenberg. Er will gegen den Marxismus kämpfen, aber sein Bundesgenosse Goebbels schreibt, daß die Nationalsozialisten gelegentlich auch mit den Marxisten stimmen werden. Durch die Politik Hugen- bergs wird die starke Stellung der Sozialdemokratie unangreifbar und im nächsten Reichstag, dem Hugenberg eine bürgerliche Mehr- heit nicht gönnt, sogar beherrschend. Dann kann die Sozioldemo- kralische Partei dem Herrn Hugenberg ein Denkmal setzen als einem. der ihr zwar nicht angehört, aber mehr für ihre Größe getan hat Erscheint täglich außerGoantags. Zugloch Abendausgabe des.Vorwärts". Bezugspreit beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, 3,60 M. pro Monat. Redaktion und Expedition; Berlin SW 68, Lindensir.» als irgendein Parteimitglied.(Große Heiterkeit.) ÄLenn Sie zur Enthüllung dieses Denknwls einen Festredner brauchen, stelle ich mich gern zur Verfügung.(Wiederholte Heiterkeit.) Der Redner kritisiert dorm den Kampf der Regierung gegen dos Volksbegehren Äs übertrieben und nur der Rechten nützlich. Mit dem Ab- st i m m u n g s t a g des 22. Dezember sind wir einverstanden, denn es muß mit dieser Verhetzung und Vergiftung schnellstens Schluß gemocht werden. Vor der neuen Haager Kon- ferenz muß die Finanzreform vorgelegt werden, von der wir eine Reform der direkten und der Kommunalfteuern unbedingt erwarten. (Beifall der Deutschen Volkspartei.) Reichsinnenminister Severins: Nach seiner Rückkehr aus dem Haag hat Dr. Stresemann erklärt, es sei höchste Zeit fiib die Regierung, ihr Schweigen zu brechen und gegen die Agitation wider den Poung-Plan die not- wendigen Richtigstellungen vorzunehmen. Als am 7. Juni der Poung-Plan bekannt murtJc, da hatten die Leute, die sich später zum Volksbegehren zufammensanden, jede Möglichkeit, alle Propaganda gegen den Doung-Plan zu betreiben. Die Regierung aber mußte aus Rücksichtaus ihr« künftigen Unterhändler größte Zurückhaltung bewahren, um ihnen nicht die Arbeit zu erschweren. Deshalb konnten wir bis zum Abschluß der Haagcr Konferenz den irreführenden Bohauptungen der Rechten nicht entgegentreten. Wir haben von vornherein begriffen, daß die wahr« Absicht des Volksbegehrens gegen die Demokratie, das heutige System, die Weimarer Verfassung gerichtet war. Dabei haben besonders die Nationalsozialisten und ihnen folgend auch Herr Hugenberg den Mund so voll genommen, daß es angezeigt erschien, durch zweckmäßige Propaganda der Reichsregierung dem deutschen Volke klar zu machen, daß diese Opposition nicht die politstche Macht hinter sich hat. und daß e? daraus ankommen mußte, die Zahl der Ein- zeichnungen so niedrig wie möglich zu machen.(Ein schimpfen- der Hatenkreuzler wird zur Ordnung gerufen.) Daß uns das gelungen ist, unsere Propaganda also nicht der Rechten genützt hat, beweist das Ergebnis des Volksbegehrens. 2ch hatte den Herren stinf Millionen Stimmen zugeKlligt, es ist abc. JTapp das erforderliche Zehntel zufmmncngekommen. Die Redner der Rechten haben auch über das Stahlhelmverbol im Westen gesprochen. Wir werden uns in der nächsten Woche ausführlicher darüber unterhalten. Zunächst dachte ich selbst daran, das Verbot des preußischen Innenministers erst nach Abschluß der Eintragung in Kraft zu setzen. Dadurch wäre aber eine gewisse Schlamperei, auch ein« gewiss« Ungleichheit in Preußen erzeugt worden, und dann hätte die Rechte ein Verbot zu diesem Zeitpunkt ja sicherlich als Racheakt der Regierung für das Zustandekommen des Volksbegehrens bezeichnet. Also wie wir es mochten, war es verkehrt. Darum folgten wir der klaren Stimm« unseres Gewissens und dem Gesetz. Von dem 8 4 hat auch Herr von Kardorss, der das Vorgehen der Regierung kritisiert, betont, daß sein Inholt parlamentarisch nicht zu kennzeichnen sei..(Hakenkreuzler F r i ck: Ihre Politik ist uu- qualisizierbar!— Rufe links: Hochverräters Falsche Pässe hat er ausgestellt!) Man verlangt von den Mimstcr» doch zuviel Selbst- Verleugnung und Geduld, wenn sie gegen ihre Brandmarkung als zuchthauswürdig nicht austreten sollte». Deshalb flehe ich nicht an, selbst auf die Gefahr, mir den Zorn des Herrn von Kardorff und seiner Partei zuzuziehen, zu er- klären, daß Leamke, die sich mii dem Znhall des 8 4 identifizieren. im Dienste der Republik keinen Platz haben können. (Stürmischer Beifall links.) Die Herren Kardorff und Brcdt gehen von falschen Voraus- fetzungen aus. Was ich eben gesagt habe, war meine grundsätzliche Auffassung, ist aber durchaus nicht die Altkündigung eiiffprechenier Maßnahmen.(Lachen und Zwischenrufe rechts.) Ich bin doch nicht a l l e i n die Reichsregierung. Auf Anfragen bei Beginn der Hugen- bergfchen Kampa glie habe ich erklärt, ich würde der Reichsregierung ein« Stellungnahme zur Frag« der Eintragung von Beamten nicht vorschlagen. Hätten wir eine solche Warnung erlassen, so wäre sie in der Rechtspresse als unerhörte Einschränkung der Volksrcchte hin- gestellt worden. Ich habe mir gesagt, auf die paar zehntausend Stimmen derjenigen Beamten, die heut« noch bei den Deutschnatio- nalen sind, kommt es nicht an. Ich hatte also die Absicht, bis zum Abschluß des Botksbegehrens nicht Stellung zu nehmen. Aber es » S)er Reichstag gegen SCugenberg Die SreilagfHmung des Reichstags. Am Rednerpult Reichsauflenminister Dr. Curlius. fann der Veske nicht in frieden leben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt. Am 14. Oktober bekam ich einen Beschwerdebries nam Hugertberg-Ausschuß, daß er aus eine telephonische Anrufung des Reichsinnenminifteriums wegen einer Drohung des Landrats in Bremerförde gegen die Einträgung von Beamten an das preußische Innenministerium verwiesen worden sei. Dieses Schreiben wunde, noch bevor ich es erhalten hatte, mit großem Lörm in der Presse der Rechten veröffentlicht. Hätte ich nun nicht geantwortet, fo hätte man mir Lässigkeit, Sabotage oder noch größere Schändlichkeien vorgeworfen. Ich habe deshalb geantwortet, daß ich zwar bereit bin, für die nsrfassungsmößigen Rechte der Beamten einzutreten, aber daß ich es ablehne, den Beamten so, zusagen Immunität zu erteilen. Dazu war ich nicht besugt, soweit geht auch die Verfassung nicht. Ich habe mitgeteilt, daß die Reichsregierung bereit ist, die ver- sassungsmäßigen Rechte der Beamtevschaft vor joder unzulässigen Beeinträchtigung zu schätzen: nach der Rechtsprechung des Reichs- difziplinarhofs muß das Verhalten der Beamten mit dem Ach st a n d und den Gesetzen im Einklang stehen. Der§ 4 des Volksbegehrens überschreitet jedoch diese Grenzen, da er die Regie- rung als zuchthauswürdig hinstellt. Die übergroße Mehrheit der Beamten teilt diese Meinung der Rcichsregie- r u n g.'Deshalb erklärte ich, daß die Reichsregierung nicht in der Lage und auch nicht gewillt ist, diejenigen Beamten, die durch dos Eintreten für das Volksbegehren die verfassungsmäßigen Grenzen überschreiten, vor dem disziplinaren Einschreiten der zuständigen Behörden zu schützen. Zu dieser Erklärung stehe ich auch heute. Die Eintragungsfäll« von Beamten liegen sachlich und rechtlich olle ver- schieden, so daß eine generelle Stellungnahme uinnöglich ist. Jeder eichelne Fall muß vom Disziplinargevicht geprüft werden, und ich bin fest überzeugt, daß dos Disziplinorgevicht zu dem richtigen Er- gebnis kommen wird. Die grundsätzliche Frag« unterliegt der Ent- scheidung des Stoatsgerichtshofs, und es ist nicht üblich, daß Regie- rung und Reichstag sich in ein schwebendes Verfahren einmischen. Was die Redeerlaubnis für hugenberg im Rundfunk anbelangt, so ist er s ch r i f t l i ch zu einem Vortrag eingeladen morden: er hat aber abgelehnt.(Lebhaftes hört! hört! und große Heiterkeit.) Ich komme nun zum Abgeardmtn Oberfohren(ablehnende Rufe links). Ich polemisiere ja nicht gegen ihn, muß aber einige seiner unrichtigen Behauptungen richtigstellen. Ich will den Ein- fluß des Herrn Hugenberg als Generalschatzmcifter seiner Partei nicht eingehend untersuchen. Aber manchmal habe ich doch dos Gc- fühl, als müßte man über die Tätigkeit des Herrn Hilgenberg in seiner Partei schreiben: Willst du nicht mein Bruder sein, So stelle ich die Zahlungen ein. lStürmische, anhaltende Heiterkeit.) Die Einigkeit im Lager der Rechten scheint ja nicht übermäßig groß zu sein. So hat zum Bei- spiel der Preußische Landtag soeben die Immunität des national- sozialistischen Abg. Loh je ausgehoben, weil Abg. Oberfohren eine Klage gegen ihn eingeleitet hat.(Hört! hört!) Ich bin fest überzeugt, nach dem Volksentscheid werden die Nationalsozialisten! und Stahlhelmer von den Deutschnationalen wieder abrücken. Herr Obersohren sagte, das Volksbegehren sei erst durch die Verfassungs- und Rechtsbrüche der Rcichsregierung von einer außen- zu einer innerpolitischen Angelegenheit geworden.(Sehr war rechts) Sehr falsch, meine Herren! Bereits vor meiner schon erwähnten Erklärung sind in zahlreichen Artikeln der Presse der Rechten(der Minister zitiert sie alle) die inneren Umsturzziele der Aktion hervorgehoben worden. Das hat auch Herr Hugenberg in der ersten Sitzung des Ausschusses für das Volksbegehren am ö. Juli im Herrenhaus getan. Noch deutlicher wurde im„Völkischen Beob- achter' der Angriff gegen„Marxismus', Demokratie und Zentrum verkündet und die Parteien, die die Außenpolitik des Reiches tragen, lind als Schädlinge der Nation, als schamlose Verräter usw. be- zeichnet worden.(Zustimmende Rufe der Nationalsozialisten.) Ich möchte Ihnen(zu den Nationalsozialisten) doch empfehlen, ein wenig ruhiger zu werden. Sie werden mir einige Cr- sahrung in der politischen Propaganda zugestehen. Wenn �ic auch durch starke Töne und marktschreierische Reklame einige Erfolg« im Versammlungsprengen und dergleichen hervortreten, so werden Sie doch wohl Nicht glauben, daß dies ein Fundament für politische Arbeit sein kann.(Geschrei der Hakenkrcuzler). Hitler lzat in seinem Buch lS2Ä geschrieben, das deutsche Volk bestehe zu einem Drittel aus Helden(Zuruf der Nationalsozialisten: Händlern), zum anderen Drittel aus Verrätern und zum letzten Drittel aus Feiglingen.(Leb- hafte Zustimmung der Nationalsozialisten.) Nach dem Volks- begehren schrieb Hitler, daß nur etwa ein Zehntel des deutschen Volkes sich als anständige Deutsche erwiesen hätten. Also das Drittel der Helden ist in den sechs Jahren schon auf ein Zehntel zusammengeschrumpft, aber auch qualitativ von Helden auf bloß anständige Deutsche.(Heiter- keit.) Man hat gefragt, wer das juristische Gutachten der Reichs- regierung oerfaßt hat, und Herr von Freytagh-Loringhoven, der genau weiß, daß solche Gutachten von den Sachbearbeitern der Ministerien ausgearbeitet werden, hat die V e r f a s s e r b«- schinipft.(Hört, hört!) Es ist eigenartig, daß ei» Angehöriger der Kreise, die sich als durch Besitz und Bildung für niaßgebend bezeichnen, zu einer derartigen Verunglimpfung leitender Beamten greift.(Sehr wahr, links) Dabei weiß er ebenso wie Herr Bredt, der das Gutachten angefochten hat, daß nichr nur ein Staatsrechtslehrer vom Range des Prof. A n> ch ü tz, sondern neunzig Prozent aller Staatsrechtslehrer, ohne linterschied der Partei, die Rechtsauffassung der Reichsregierung teilen. Der Regierung hat es kein Vergnügen gemacht, den 22. Dezember für den Volksentscheid zu bestimmen. Aber dieses Datum ergab sich zwangsläufig aus den Dispositionen, die der Ausschuß für das Volksbegehren getroffen oder auch nicht getroffen hat. Schon am !>. Juli hat er beschlossen, das Volksbegehren zu betreiben. Er hätte also den Antrag viel früher einreichen können. Uebrigcns hat Graf Westarp verlangt, daß der Volksentscheid noch in diesemJahre durchgeführt werde, schon damit das Reich in der nächsten Haagcr Konferenz keine Zustinunung erteile, bevor der Volksentscheid vorüber ist. Ich hätte sehr gern den Volksentscheid in den Januar verlegt, schon um der Oesfentlichkeit zu zeigen, daß auch ein paar Wochen mehr den Volksentscheid nicht fördern könne».(Sehr wahr, links.). An das Land richte ich die dringende Bitte, am 22. De- zember zuHquszu bleiben und so die Abrechnung mit Herrn Hugenberg vorzunehmen. Wenn aber in den Provinzen Ostpreußen, Pommern, Branden- bürg. Schlesien und in anderen Landesteilen Stimmberechtigte durch den Terror der Deutschnationalen und der Nationalsozialisten gezwungen werden, zur Abstimmung zu gehen, so bitte ich sie,«inen Ulrich durch den Stimmzettel und damit zugleich einen Strich durch ■■ Rechmmg des Herrn hugenberg zu ma«hen(Beifall). Byrds Südpolflug geglückt. Iis Stunden Klugdauer.- 2500 Kilometer zurückgelegt. Rem Jork. 30. November. Räch einer Meldung der„Rem Zork Times' Hot Byrd ohne nennenswert« Zwischenfälle den Südpol überflogen, um seinen Standort in Little Amerika wieder zu erreichen. lieber den geglückten Flug herrscht in der gesamten amerikanischen Presse großer Jubel. Auch Staalspräsident hoover hat vyrd gratuliert. Allgemein geht das Arteil dahin, daß dieser lbOO-Meilen- Flug nach dem Südpol an sich bedeutend schwieriger gewesen sei, als der Rordpolflug Ryrds. Streckenweise sei Byrd nur in 450 Meter höh- über die antarktische Eisbarriere geflogen. Der Start d«s Kommandeurs Byrd erfolgt« am Freitag früh 3.29 Uhr Greenwicher Zeit. Bis 5.39 Uhr wurden feine drahtlosen Botschaften im Bureau der„New Park Times' ausgenommen. Di« Flugdauer betrug ungefähr 18 Stunden, die.znrückgelegte Strecke 25 9 0 Kilometer.„Times' veröffentlicht in großer Aufmachung als erste telegraphische Meldung vom �üdpol einen Funkspruch des Kommandeurs Byrd, der von feinem Flug- zeug genau über dem Südpol abgesandt wurde. Das Blatt hebt in den Ileberschristen hervor, daß das Flugzeug einen nahezu 4999 Meter hohen Gleitscherpaß überfliegen mußte und daß das Süd polargebiet eine gewaltige Hochebene darstelle, an deren Rande vereiste Berg« zu sehen waren. Der Proviant des Flugzeuges mußte zum Teil abgeworfen werden, damit die nötige Höhe zur Ileberguerung der Hochebene erreicht werden konMe. „Geld her oder ich schieße." Versuchter Geldraub.— Selbstmord des Täters Heute mittag spielte sich in dem Vankgeschäst von Lüßner u.(<0. in der Iläger strafte ein auf- i regender Borfall ab. Mit vorgehaltener Pistole' erschien dort ein jüngerer Mann, der von dem Inhaber des Geschäfts Geld forderte. Als ihm dies verweigert wurde, fchoft sich der Täter eine Kugel in die Schläfe und war sofort tot. Zu dem Vorfall erfahren wir noch folgende Einzelheiten: Das Bankgeschäft von Lüßner u. Co. hat seine Räume im Hoch- parterre. Bankler Lüßner verhandelte in seinem Bureau geradq mit einem Kunden als plötzlich die Tür aufging. Mit vorgehaltener Pistole, das Gesicht mit einer schwarzen Halbmaskc bedeckt, erschien im Türrahmen ein jüngerer Mann, richtete die Masse aus Lüßner und rief:„Geld her oder ich schieße!" Der überraschte Bankier fand seine Fassung bald wieder und entgegnete dem Eindringling geistes- gegenwärtig:„Schießen Sie doch, Geld können Sic von mir nicht bekommen.' Da der Räuber seine ganze Aufmerksamkeit dem Bankier zugewandt hatte, gelang es dem Kunden, der in der Röhe der Tür stand, hinauszucilen und durch dos Telephon die Polizei zu alarmieren. Der Ueberfall nahm ober vorzeitig eine tragische Wendung. Der Täter, der nun wohl einsah, daß von dem Bankier nichts zu erwarten fei, richtete mit den Worten: ,JXa. da bleibt mir nichts weiter übrig", die Masse gegen seine Schläfe und drückte ob. Der Eindringling brach tot zusammen. In seinen Taschen wurden keine Papiere gefunden, die über sein« Person Aufschluß geben könnten. Er ist etwa 29 bis 25 Jahre alt und anscheinend aus dem Osten zugereist. Von der Kriminalpolizei sind sofort die Ermittelungen aufgenommen worden. Oer Winter naht. Vorderplattformtüren der Straßenbahn wieder verschlossen. Vom Montag, dem 2. Dezember, ob werden die Vorder- plottformtüren der Straßenbahn wieder verschlossen ge- halten. Am Montag, dem 2. Dezember, treten auf verschiedenen Linn» der Straßenbahn Aendcrungen im Betriebe ein. Die Linie 177 wird in Teltow über Schützenplotz hinaus bis Ruhls- dorfer Platz bzw. bis Lindenstraße zwischen Bäcker- und Sand- straße weitergeführt. Auf Linie 6 9 wird ein neuer Fahrplan in Kraft gesetzt. Die Wagen verkehren mit 7!---Minut:n- Folge, anstatt wie bisher mit einer Folge van 6 Minuten. Linie 129 verkehrt nach neuem Fahrplan mit stündlicher Wagen- folge dach Hennigsdorf. Auf Li nie 184 wird vom gleichen Tage ab werktags der Betrieb verlängert, und zwar um«ine Stunde, also bis 22.39 Uhr ab Alt-Glienicke irnd bis 23.49 Uhr ab Friedrichshagen. Das deuische Volk hat am 22. Dezember den Willen zum Ausdruck zu bringen, daß es nicht gesonnen ist, die Deutsche Republikso geführt zu sehen, wie— die deutsche Ostbanki(Stürmischer, langanhaltender Beifall der Mehrheit.) Abg. Dr. Vreitscheid(x Reden nicht von denen geHallen worden sind, die in der ersten Linie des Kampfes für das Volksbegehren stehen, vielmehr von denen, die in der zweiten und dritten Linie ihren Platz haben.(Sehr richtig bei den Sozialdemokraten.) Nicht bezweifelt werden kann, daß das Gesetz verfassungsändernd ist. Alle Merkmale dafür sind gegeben. Nun liegen Anträge auf Hinausschiebung des Ab- ftimmungstermins vor. Ich verstehen Sie(nach rechts) nicht, ent- weder wollen Sie wirklich eine außenpolitische Wirkung erzielen, entweder glauben Sie an das Gesetz, dann müssen Sie auf B e- schleunig u ng hinwirken, oder Sie glauben nicht daran, dann muß es Ihnen vollkommen gleichgültig sein, ob noch dem Wunsch des Grafen Westarp am 22. Dezember oder im Januar ab- gestimmt wird.(Lebhafte Zustimmung bei Pen Regierungsparteien.) Die Redner der Nationalsozialisten und Deutschnotionalcn haben hier bei ihrem Auftreten ein« heitere Stimmung zur Schau getragen, alles nur um draußen Eindruck zu machen. Wer gehört hat, wie Herr Oberfohren hier den Mund aufmachte, der hattck nicht geglaubt, den Vertreter von kaum 10 V™zenl zu hören. Sie(zu den Deutschnationalen) jammern über Terror. Jeder andere hat ein Recht dazu, nicht aber die Nachfahren der allen Konservativen, weder mit Rücksicht auf ihre Vcrgongeicheit, noch auf die Gegenwart. Denn unter Ihrem Regime konnte ja ein Sozialdemokrat nicht einmal Rachtwächter werden.(Sehr wahr!) links.) Dabei predigen Sie jetzt in Pommern z. B. den schlimmsten Terror gegen alle, die nichi für das Volksbegehren eingetreten sind. Die deuffchnation-ole„Pommersche Tagespost" ver- steigt sich in dieser Beziehung zu einer geraden üblen Hegpolitik. Ein Wort von den Beamten. Der Beamte soll heute freier sein, als er im alten Staate war. Zlber auch diese Freiheü hat ihre Grenzen(Sehr richtig! links) und wenn ein Volksbegehren ein- geleitet wird, durch das die Minister der Republik zucht- ha us reif genannt werden, dann kaim man wohl meinen, daß Beamte, die den anrüchigen§ 4 unterzeichnen, nicht würdig find, der Republik zu dienen. Aber dieser Z 4 bezieht sich ja nicht nur auf die Reichsminister, sondern ausdrücklich auch auf den Reichspräsidenten.(Hört, hört! bei den Regierungsparteien. Lärin und Unruh« rechts.) Graf Reventlow hat das ja auch in einem Artikel zugegeben, wo es u. a. heißt:„Wenn wir ein Gesetz wollen, das Landesverrat'«!? Landesverrat bestraft wird, dann ist es uns vollkommen gleich- gültig, wenn dadurch auch emer betroffen wird, der eine Bcr- gangenheit und Verdienste wie Hindenburg hat' (Rufe bei den Deutichnationalen: Dos hat ein Nationalsozialist ge- schrieben!) Dafür sind auch die Deutjchnotionalen als Bundes- genossen im Volksbegehren verantwortlich. Wenn nun die Redner der Rechten hier ein« Siegermiene zur Schau trogen, dann fallt« ihnen dach ein Blick aus das Ergebnis des Bolls- begehren? deutlich genug zeigen, wi« wenig sie dazu berechtigt find. Man weiß ja, dieses Ergebnis wird von vielen von ihnen anders beurteilt, wenn sie nicht auf der Rednertribüne des Reichstages stehen. Nun gebe ich zu, es ist nicht immer«in« Katastrophe, wenn ein Gesetz, für dys man eintritt. von vornherein zur Ablehnung verurteilt ist. Aber hier handelt es sich ja gar nicht um«inen beliebigen Gesetz- entwurf. Es handelt sich nach Ihrer(nach recht«) Auffassung um die Zukunft des deutschen Volkes. � Er sollte die Probe auf die nationale Zuverlässigkeit des Volkes angestellt werden. Daß ein solcher Feldzug ein so kümmerliches Ergebnis halte, muß unter den ehrlichen von den Gefolgsmanncn des Herrn Hugenberg ein Gefühl der Beschämung wachrufen. Denn nach Ihrer Auffassung steht doch nun fest, daß 99 Proz. des beut- schen Volkes der nationalen Zuverlässigkeit entbehren und d'e Ehre des deutschen Volkes nur gering anschlagen. Diese 99 Prozent wollen also Sklaven werden! Wie kann dann noch am deutschen Wesen die Welt genesen! Wie kann man an dieses Volk noch glauben, daß seiner großen Führer Hugenberg und Hitler nicht würdig ist!(Stürmische.Heiterkeit links.) Da muß doch wohl die große Mehrheit des deutschen Volkes die Leere und Hohlheit dieser Führer und ihrer Phrasen erkannt haben.(Sehr richtig!) Ginge es noch dem Wunsch der Bolksbegehrler, dann könnte man heute keine Befreiuungsfeiern im Rheinland ver- anstalten.(Lebhafter-Beifall bei den Regierungsparteien, Lärm und Unruhe bei den Deutschnotionalen und Nationalsozialisten.) Wenn am 30. Juni das Rheinland ganz befreit wird, dann ist das der Erfolg der Regierung und der Parteien, die in ihr vertreten sind.(Stürmische Zustimmung links und in der Mitte.) Als ich gestern den Abgeordneten von Freytagh-Loringhoven auf das Verholten der Deutschnotionalen zur Kriegsschuldfrag« durch ZiiKschenriife in seiner Rede aufmerksam machte, da war er im Gegensatz zu sonst merkwürdig schwerhörig. Er meinte, als-d>e Deutfchnationalen in der Regierung waren, war die Zeit zu kurz bemessen für ein« Stellungnahme. Aber Sie(zu den Deutschnotionalen) waren ja nicht nur 1924. Sie waren ja auch 1927 wieder in der Regierung. Damals allerdings haben Sie Richtlinien unterschrieben, in denen Sie sich zu einer Fortführung der Außenpolitik verpflichteten. (Sehr gut! Lebhafte Zustimmung bei den Regierungsparteien. lebhafte Unruhe bei den Deutschnationalen.) Sie wollen eine Fort- setzung der Außenpolitik,.wenn Sie in der Regierung sind. S'e wollen sie durchbrechen und ändern durch«ine andere, wenn Sie draußen sind, wie das Graf Westarp ziemlich deutlich zu verstehen gegeben Hot. Fest steht, daß Sie in den Iahren, da Sie im Kabinelt vertreten waren, das nicht getan haben, was Sic heut« von ten anderen oerlangen. Sie hoben dos Dawes-Gesetz zur Annahme verholfen. Von den damaligen Jasagern sind heute noch 24 Mitglieder dieses Haufes. Diese 24 Herren würden es sicher als ein« unerhörte Beleidigung ansehen, wenn ich Ihnen sagte: Ihr habt damals für 4 Ministerfitz« für die Gesetze gestimmt. O nein, sicher nur aus sachlichen Gründen.(Heiterkeit.) Wie können diese 24 Herren jetzt aus sachlichen Gründen ein Boltsbcgehren unter- zeichnen, das die Vertreter des Joung-Plans zu Landesverräter» stempelt?(Sehr gut! bei den Regierungsparteien.) Wir Sozialdemokraten gehen unseren Weg. Wir sind in der Regierung, solange wir glauben, damit unseren Anhängern zu dienen.(Zurufe chei der Deutschen Volk sparten Hört, hört!) Aber Sie(zur Deutschen Aolkspartei) wollen uns doch nicht einreden, daß Sie aus reiner Freundschaft zu uns mit uns zusammen in der Regierung sitzen. Ich kann wohl sagen, wir haben in der aus- wärtigcn Politik nie Mißbrauch mit unserer Position innerhalb und außerhalb der Regierung getrieben. Wir haben diese Politik der Verständigung unter Stresemann unterstützt, wir werden das auch unter Curtius tun.(Zurufe bei den Dcutfchnatio- nalcn:„Es ist ja ihpt Politik!) Rein, es ist die Politik, die allein Deutschland helfen kamr, und die auch Sie mit- gemacht haden, als Sie in der Regierung waren. Ich möchte zum Schluß an das Wort erinnern, daß Ihr großer Führer Hugenberg einmal in der Nationalversammlung in Weimar sprach. Da sagte er, das deutsche Voll sollt« sich die Spekulation auf seine vermeintliche Dummheit endlich einmal verbitteii. Jawohl, das deutsche Volk verbittet sich dies« Spekulation, und darum ist diese Spekulation auch jetzt bei Ihrem Volksbegehren fehlgeschlagen. De deutsche Volk hak erkannt, daß Sic(zu den Deulschnationolenl Schädlinge der Ration, Z r- störer der Ration, Störer des Frieden sgedankens in Europa sind. (Stürmischer Beifall bei den Sozialdemokraten.) Intervention nicht nötig. Angeblich keine Sowjettrappen mehr in China. Washington, 30. November. Nach Meldungen aus h a r b I n haben fast alle russischen Truppen dos chinesische Gebiet verlassen. Die Eisenbahnstation Mandschuria meldet, nachdem die dortigen chinesischen Truppen frei- willig ihre Wassen niedergelegt haben, herrschte vollkommene Ruhe. Ossenbar finden größere russische Truppenbewegungen in Richtung auf die chinesische Grenze nicht statt. Im Staatsdepartement wurde erklärt, Stootssokretär Etimson habe am Dienstag, als die Nochriästcn aus der Mandschurei be- sorgniserregend klangen, die Botschafter in Berlin. London, Poris, Rom und Tokio angewiesen, bei den dortigen Regierungen anzufragen, was ihrer Ansicht«och getan werden könnte, falls die Loge in der Mandschurei sich weiter oerschlimmer«. Dabei habe es sich lediglich um die Anbahnung eines Meinungsaustausches gehandelt und nicht um ein« positive Aktion. Sollte, wie es nach den gestrigen Meldungen aus Charbin den Anschein hat, keine Die goldene Internationale Neueste Gruppenaufnahme, aufgenommen auf dem freien Kapitalmarkt. Kriegsgefahr mehr bestehen, so beabsichtigte man nicht, irgendwelche Schritte zu unternehmen oder auch nur vorzuschlagen. Den Ver- einigten Staaten liege ein Wunsch nach Einmischung fern und sie seien lediglich daran interessiert, daß der chinesisch-russischc Streit beigelegt werde. Do man keine positiven Schritte einzuleiten beab- sichtige, habe man, als man die Anfrage an die fremden Großmächte richtete, die Angelegenheit geheimgehalten. Da diese aber in einer fremden Hauptstadt bekanntgeworden seien, wolle man auf jeden Fall betonen, daß. wenn die Lage sich weiter beruhige, k e i n c V« r- a n l a s s u n g mehr vorliege, China und Rußland die guten Dienste der Bereinigten Staaten anzubieten. Im Gegenteil bestehe in Washington der dringende Wunsch, daß Rußland und China sich sobald wie möglich direkt verständigen Eine Auskunst über die Antwort der ausländischen Regierungen aus die amerikanische An- frage wurde mit der Begründung abgelehnt, daß noch nichts Defini- tivcs vorliege Fliegerangriffe gegen die Mandschurei gemeldet. Tokio, 30. November.(Reuter.) Wie aus Charbin gemeldet wird, haben Sowjetslugzeuge gesteint nachmittag wiederum die Stadt Buchata überflogen und den Bahn- Hof ünd das Munitionslager mit Bomben beworfen. Die dadurch hervorgerufene Explosion hatte verheerende Wirkungen. Fast gleich, zeitig wurde die halbwegs zwischen Mandschuli und Charbin gelegene Stadt Aola von Flugzeugen ongegriisen, die es vor allem auf die Zerstörung der Eisenbohnanlogen abgesehen hatten. Die chinesischen Truppen sind den hier eingetroffenen Meldungen zu- folge vollkommen demoralisiert. s�ykov:»Wir wollen keinen Kriegs Moskau, 30. November. Di« Session des Zentrolexelutiokomitees der Sowjetunion wurde heut« eröffnet. Volkskommissar Rykow hielt die Eröffnungsrede, in der er ausführte: „Das Sowjetmilitärkommando ist gezwungen gewesen, entschiedenere Maßnahmen zu ergreifen zur Abwehr provokatorischer Einfälle chinesischer Truppen und Weißgardisten im Sowjetgebiet und zum Schutze der sriedlichen Bevölkerung. Di« augenscheinliche Ueberlegenheit der Sowjetwehrmacht zeugt davon, daß die Sowjet- union nicht etwa deshalb keinen Krieg führt, weil sie es nicht kann, sondern weil sie es nicht will. Mit aller Entschiedenheit erkläre ich: Die Sowjetunion verfolgt in China keine anderen Ziele als friedliche. Wir haben nicht den Wunsch, uns auch nur sin einziges Meter chinesischen Bodens anzueignen." Die neueste Lüge. Reichskanzler Müller als„Alutrichter". Mit welcher Gewissenlosigkeit die tommumstische Presse ihre Leser belügt, ergibt sich mit besonderer Deutlichkeit aus der heutigen Ausgab« der.Molen Fahne". Das Blatt beschäftigt sich mit dem Entwurf zu dem neuen Republikschutzgcsetz und wirft dabei einen Rückblick auf die Urteile des Staatsgerichtshose s. Die„Rote Fahne" spricht davon, daß.her jetzige Reichs- kanzler, Sozialdemokrat Hermann Müller", als Laien- richter dabei geholfen habe, schreckenerregende Bluturteil« gegen klassenbewußte Arbeiter zu fällen. Bon einem Urteilsspruch sagt das kommunistisch« Blatt wörtlich:„Dos Schandmal dieses Spruches wird für immer auf der Stirn des sazialdematratischen Reichskanzlers brennen...." Wir stellen hierzu fest, daß der Reichskanzler Hermann Müller niemals dem Stoatsgerichtshof al« Laienrichter an- gehört hat, daß er also inkeinemFallean den Urteilen beteiligt ist, die dort gefällt worden sind. Er hat allerdings etwas anderes getan, nämlich als Führer der sozialdemokratischen Partei an erster Stell« wiederholt dafür gesorgt, daß für die Opfer der verbrecherischen kommienistischen Puksckchiktik Amnestien erlassen und Straf- erlasse verfügt wurden. Dieser Fall zeigt wiederum, daß die Redakteure der„Roten Fahne" zwar nur geringe politische Kenntnisse besitzen, daß sie aber mit um so größerer Dreistigkeit ihre Leser zu belügen suchen, weil bekanntlich nach ihrer Aussassung die Lüge im politischen Kampfe ine„verflucht real« Notwendigkeit" ist. Am Halleschen Tor... Am Halleschen Tor ist es schön, wenn die Soimc scheint und die kleinen Mädchen aus den Bureaus und den Schulen kommen. Am Halleschen Tor stehen Bänke, man kann sich da hineinsetzcn. Es gibt Bänke für jedermann und Bänke, auf deren Lehne zu lesen steht: Benutzung fünf Pfennige. Auf diesen Bänken begann das Drama des jungen Mannes. Es war am Bormittag. Es war nickst warm und nicht kühl, es war ein milder Herbsttag. Mädchen gingen sogar noch ohne Mantel und der Wind, der durch das Hallcsche Tor kam, blies ihre Blusen fest auf den Körper und wenn man da aus einer Bank saß und' Zeit hatte, konnte man manches ahnen unter den Blusen, was ein angenehmes Gefühl verursachte. Man nennt das am besten: erotisches Gruseln. Immer, zu bimmelten die Elektrischen und hupten die Autos am Halleschen Tor, immerzu kamen Mädchen vorüber. Wenn die Sonne durch die Wolken sah. glänzte der Rasen, den der Parkwächter vorhin besprengt hatte, und es fehlten eigentlich mir die Blumen zu einem rechten Sommertog. Aber es war ja .Herbst. In den Büschen lag schon das Laub zienstich dicht, man sah nicht gern hin. Man sah viel mehr, wenn man geradeaus sah, wo die Autos hupten und die kleinen Mädchen schnell über die Straße gingen. So oergingen die Stunden. Und dann stand der junge Mann mit einem Ruck aus, machte einen Umweg und trat zu ein paar Leuten, die sich eben auf die Bänke gesetzt hatten, deren Benutzung fünf Pfennige kostete, wie zu lesen war, bitte. Der junge Mann kassierte die Gebühr. Und dos war eine Frechheit. Das war noch nicht dagewesen am Halleschen Tor. Hier kassierte bisher immer eine etwas zur Fülle nsigendc Dame gegen Uebcrrsichung einer Quittung, aber das wußten die Leute nicht, die eben Platz genommen hatten, es waren Provinzler. Nachher kam die richtige Kassiererin und da gab es ein großes Per- wundern. Man sagte: Na, sowas! Und: Allerhand hier in Berlin! Und: Dos sind ja schöne Zustände!(In der Republik!) Der junge Mann war fort. Der junge Mann hotte kein Fahr- geld mehr gehabt. Darum hotte er zwei Stunden drüben aus der Bank gesessen und überlegt. Und da war ihm der Einfall ge- kommen, ein netter Einfall, nicht zu leugnen. Leider wurde er doch noch erwischt. Er wollte gerade in die Untergrundbahn steigen, als ihn der eine Provin.ster bemerkte. Rätselhaft, woher dieser Mann die Geistesgegenwart haben mochte, er schrie jedenfalls:„Da ist er ja!" und hielt ihn fest, bis Beamte kamen. Dann begann des Dramas zweiter Akt vor dem Schnellrichter. -» Anwesend waren der Schnellrichtcr, der Schreiber, im Hinter. grund ein Wachtmeister, ferner«in« etwas zur Fülle neigende Dome und der junge Mann. Der Richter schlug ein paar Akten auf und begann:„Sie sind also der Soundso und von Beruf—" Der junge Mann verbeugte sich:„Stellungslos!" Der Richter fuhr drohender fort:„Und Sie, stellungsloser Soundso, sind wegen widerrechtlicher Aneignung von Amtsbefug- nisten angeklagt und des weiteren airgeklagt wegen fortgesetzten Be- tvuges." Der junge Mann schlug jetzt die Hände zusammen. Im Hintergrund räusperte sich der Wachtmeister. Als der Schnellrichter sich überzeugt hatte, daß das Räuspern des Wachtmeisters nicht ohne Eindruck auf den jungen Mann ge- blieben war, setzte er sein« unterbrochene Rede fort:„Angeklagter, der Tatbestand liegt klar. Man hat Sie aus frischer Tot ertappt. Erzählen Sie uns nur, wie Sie auf diesen Einfall kamen und w. Sie etwas mehr Reu« an den Tag, Angeklagter, das könnte bei dc Strosbcmessung van Nutzen für Sie ein." Der junge Mann sah daraufhin nacheinander den Richter, den Schreiber, den Wachtmeister und die etwas zur Füll« neigende Frau an. Dann sah er sich nach einer Sitzgelegenheit um, weil alle anderen saßen, aber aus einen Wink des Schnellrichters mußte er noch näher an den Tisch treten. Der Angeklagte begann:„Ich hotte kein Fahrgeld mehr. Do kam ich auf diesen Gedanken." Der Angeklagte wollte dann noch erzählen, wie dos so ist, weim man kein Fahrgeld hat und müde ist und hungrig, aber der Richter unterbrach ihn:„Das ist doch toll. Hätten Sie, Herr Wachtmeister. diesen Einfall gehabt, wenn Sie ohne Fahrgeld am Halleschen Tor gestanden hätten, oder Sie etwa, Frau Berger?" Der Wachtmeister grinste und die etwas zur Fülle neigende Dome war geradezu em- pört. „Wo wohnen Sie denn, Frau Berger?" fragte der Richter do. In Steglitz. „So, bis nach Steglitz hätten Sie laufen müssen, Frau Berger, wenn Sie lein Fahrgeld gehobt hätten. Wären Sic bis nocki Steglitz gelaufen, Frau Berger?" Der Angeklagt« mußt« jetzt lachen. Di« Frau aber warf ihm einen wütenden Blick zu: Eher wäre ich hin und zurück nach Steglitz gelaufen, ehe ich auf diesen Gedanken gekommen wäre, wie dieser verdorbene junge Mensch da." Der Richter schmunzelte:„Bis nach Steglitz sind es jchätzungs- roeise zwei Stunden. Und Sie, Angeklagter, Sie brauchten doch nur bis zum Oranienburger Tor, ich schätze aus eine halb« Stunde. Un- erhört. Unerhört." Alle nickten zu diesem Ausruf des Richters Auch der junge Mann. Dann nahm der Richter abermals das Wort:„Die Anlagen sind städtischer Besitz, die Dam« hier, die mil Einkassierung der Gebühren beauftragt ist, gilt demnach als eine städtische Beamtin. Sie haben also widerrechtlich Amtsbefugnisse ausgeübt und' in sortgesetzler Handlung Betrügereien ausgeführt. Um welchen Betrag haben Sic denn die Stadt geschädigt?"„Um vierzig Pfennige, genau." „Die Höhe des Objekts spielt hier gar keine Rolle; es ist dos Prinzip. Es ist die bodenlose Frechheit, sich aus diesem Weg«... Nein. Unerhört. Die Sicherheit einer großen städtischen Park- onlage zu gefährden, den Ruf der Stadt Berlin. Unerhört. Und alles für ein« halbe Stunde Fußweg. Ich komme zur Anklage." Der Schnellrichter klappte jetzt seine Akten zu:„Angeklagter. Sie behaupten, aus Not auf diesen Einfall gekommen zu sein. Sic haben aber nicht nur widerrechtlich Amtsbefugrnssc ausgeübt und in fortgesetzter Handlung Betrügereien ausgeführt, die geeignet waren, Ruhe und Renommee einer großen städtischen Parkanlage zu stören, Sie haben in Anbetracht der halben Stunde Fußweg sogar nach groben Unfug getrieben." Der Schnellrichtcr stand jetzt auf, der Schreiber stand aus, dcr Wachtmeister und die etwas zur Füll« neigenfce Frau standen jetzt auf, nur der Angeklagte setzt« sich:„Angeklagter, wir verurteilen Sie wegen widerrechtlicher Aneignung von Amtsbesugnissen, fort- gesetzten Betruges und groben Unfugs unter Zubilligung mildernder Umstände, die durch ihre nicht von der Hand zu weisende Notloge gegeben sind, zu einer Haststrasc von drei Tagen. Wachtmeister, sofort abführen." Xurt Rudolf Keuben. „Das Schweigen im Walde." Titania» Palast. Edle Fürsten, dä uro irische Weiber, reine Jungfrauen und böse Intriganten bevölkern diesen Film, der nach Gonghosers gleich- namigem Roman gearbeitst worden ist. Es ist nicht gelungen, die Kitschigke'it der Handlung zu mäßigen, im Gegenteil, man setzt noch Schlaglichter auf, um den Unterschied von Schwarz und Weih noch krasser herauszuarbeiten. Wilhelm D i c t e r l e, der Regisseur und Hauptdarsteller, hat für diese süßen Publikumslimonoden eine stille Vorliebe. Träircn rollen, und böse Gemüter, die sich von der Herzcnseinialt des holden Mägdeleins nicht rühren lassen wollen, lochen mit schöner Entschiedenheit. Ungetrübte Heiterkeit löst der in unglaublichen Phrasen da herstelzende Text aus Dabei ist Dieterles Regie eines besseren Gegenstandes würdig. Ganz ausgezeichnete Naturaufnahmen bilden die Kulisse für die Handlung und diese möchtige Kulisse enthüllt osfensichtlich die Der- lagenheit der Menschen.— t. � Entzaubertes China. * Bortrag von Richard Hülsenbeck. China ist für die meisten Europäer noch immer ein Land dcr Wunder. Auch wer als Besucher hinkommt, ist zuerst von der Fülle der Seltenheiten überwältigt. Die Buntheit der Straßen und' dcr Kleidung, dos Durcheinander von Tönen und Geräuschen, das ihm aus jedem Gäßchen entgegenströmt, die Sitten und Ge- brauche scheinen einer vollkomen fremden Welt anzugehören. Die Vorstellungen, die der Europäer mitbrachte, von der Grausamkeit der Chinesen gegen Tiere, ihrem stoischen Gleichmut Leiden und Schmerzen gegenüber, der Eigenart und Unappetittichkeit ihrer Nahrung, unterstützen diesen Eindruck. Richard H ü l s e n b e ck, der im Verein der K ü n st l e- rinnen„China mit nüchternen Augen" schildern wollte, berichtete, wie rasch sich dieses erst« Bild van China bei längerem Aufenthalt im Lande verändert. Die chinesssche Küche ist schmock- hast und durchaus nicht unappetitlich, der Chinese schmerzempsiirb- lich und schmerzfürchtend wie olle Menschen, und wenn auch ein Kuli bisweilen gegen Maultier« und Pferde besonders grausam ist, so überrascht dafür die ungeheure Liebe für Fische und Vögel. Es ist keine Seltenheit, daß sich Menschen stundenlang um einen Bogelbauer lagern, um endlich ein kleines Lied zu hören. Vor allem aber ist der Chinese durchaus nicht der phantastische Mensch, als den wir ihn uns gern vorstellen. Er ist nüchtern, sachlich— aber tief in einer jahrtau sende alten Tradition verankert. Als China sich dem europäisch«, Geist erschloß, konnte es sich von diesen Ueberlieserungen selbstverständlich nicht völlig frei machen. Und diese seltsame Mischung von Neuem und Urallem begegnet uns überall in China, in den äußeren Formen' wie im Geistigen. Nur aus solchem Verstehen des chinesischen Menschen lassen sich auch die Wege der chinesischen Politik begreifen Iz. Die russischen Staatsballette von Leningrad und Moskau wcrdei, die Tradition des ehemaligen kaiserlichen Balletts ausnehmen und alljährlich Gastspielreisen ins Ausland unternehmen. Be! dem ersten Gastspiel in Berlin wird'm Januar des kom- wenden Jahres ein chinesisches Tonzspicl„Der rote Mohn" zur Aufführung gelangen. Kein Helium in Deuischland. In Amerika gibt es recht ergiebige Erdgasquellen, die trotz ihres geringen Prozentgehaltes an Helium doch genügend« Mengen dieses leichten, nicht brennboren und daher für die Füllung von Luftschiffen überaus geeigneten Gases liefern, so daß seine Ver- Wendung für diesen Zweck dort ernstlich in Angriff genommen ist. Liefert doch das reichste amerikanisch« Erdgasvorkommen nicht weniger nls 425 000 Kubikmeter Gas täglich, also trotz des sehr geringen Heliiimgehalics von noch nicht 1 Proz. immerhin fast 4000 Kübikmeter Helium pro Tag, so daß ein Luftschiss von der Größe des„Graf Zeppelin"(105 000 Kubikmeter) in weniger als einem Monat aus dieser einen Quelle gefüllt werden kann. Es ist erklärlich, daß durch diese Totsachen die Aufmerksamkeit auch auf die in Deutschland vorkommenden heliumhaltigen Erdgas- quellen gelenkt wurde, zumal durch die Arbesten der deutschen Forscher Pancth und Peters Methoden ersonnen und ausgebaut worden sind, die noch den millionsten Teil Helium selbst im Kubi!- Zentimeter genau nachzuweisen gestalten. Nach diesen Methoden sind die bis jetzt bekannten vier deutschen in Frage kommenden Erdgasquellen auf ihren Heliumgehalt unter- sucht worden. Das Resultat ist aber, wie die naturwissenschafltiche Wochenschrift„Die Umschau" mitteilt, geradezu niederschlagend. Die ergiebigste Quelle liefert 3500 Kubikmeter Gas täglich, dos ober »ur 0,016 Proz. Helium enthält, so daß kaum 0,5 Kubikzentimeter Helium täglich gewonnej, werde,, können. Die heliumhaltigste Quelle, die in Westfalen liegt, liefert zwar fast zehnmal so viel Helium in Subikzentimeren, aber im ganzen nur 41 Kubikmeter Gas �täglich, also aus ihr kann man nur*/iu Kubikmeter Helium pro Tag erhalten. Wollte man aus den vier deutschen Quellen das für die Füllung des„Graf Zeppelin" notwendige Helium gewinnen, so brauchte man dazu, wie die„Umschau" angibt und wie man aus den angegebenen Zahlen leicht berechnen kann, etwa 400 Ähre. Für absehbare Zeiten werden wir also wohl auf die Benutzung dieses geeignetsten Gases für die Lustschisse verzichten müssen. Line Spiritistcnausstellung. In dcr Victoria Street in Londoi, in den Sonderräumen der Buchhandlung für physische Wissenschasi ist eine Ausstellung eröffnet worden, die in der Hauptsache von Hellsehern und Spiritisten beschickt ist. Man findet in diesem Museum die verschiedensten Gegenstände, die aus der übersinnlichen Welt be! Gelegenheit spiritistischer Sitzungen materialisiert worden sind, so eine babylonische Tafel und verschiedene Schleier und Musselineläppchen, welche die Geister aus der anderen Weit bei ihren Materiallsationen zurückgelassen haben. Zahlreich sind auch die Photographien erschienener Seelen, Linsten, über seine Relatioiiälslhcoric. Gelegentlich des Fest- essens anläßlich der Entgegennahme des EhrendoktorrqtK der Sor- boimc wurde Einstein gefragt, ipie es mit seiner Relativitätstheorie stehe. Einstein erwiderte darauf:„Wenn sie sich bestätigt, wird Deutschland sogen, daß ich ei» Deutscher sei, Frankreich aber wird behaupten, ich gehöre dcr ganzen Welt. Bestätigt sie sich aber nicht, dam, sagt man in Deutschland, Einstein ist Jude. Frankrcick ober wird behaupten, ich sei«in Deutscher." Volksbühne. Als jiM.lc Lludioausjubrung der Lchauspielcr dcr bühne wird baS Schau'piel.Amnestie' von Karl Maria Finkewbur-' der Regie von Günther' Stark vorbereitet. Oer„Opposiiionskongreß" Was ist der Zweck der Llebung? Bei �Beantwortung dieser Frage folgen wir einem Artikel der „Roten Fahne", der dies« Frage auswirft, um eine Antwort daraus zu geben. Der Kampf um ein größeres Stück Brot muß durch den Streik geführt werden. Streit„gegen die vereinigt« Kraft des gut organisierten Unternehmertums, des kapitalistischen Staates und der Gewerkschoftsbureaukratie". Für die Zwecke der KPD. mag diese Zusammentoppelung einer „vereinigten Kraft" dienlich sein. Einem gewerkschaftlich organi» sierten Arbeiter sie zu bieten, ist unsinn, g. Der Prahlerei„fast alle Berliner Streiks im Sommer dieses Jahres sind von der Gewerkschaftsopposition ausgelöst(!) und ge» führt worden", folgt das Eingeständnis, daß diese Streiks keine Erfolge, wenigstens kein« direkten Erfolg« gebracht haben. Die KPD. mag ihre Streikhetze gegen die Gewerkschaften als einen indi- retten Erfolg für ihre Agitation verzeichnen. Die Arbeiter, die dabei aus ihren Arbeitsstellen herausgezogen wurden und noch kein« neuen fanden, werden den indirekten„Erfolg" richtig em- schätzen. Um über den eklatanten Mißerfolg der kommunistischen Streit- pfuschcr hinwegzukommen, wird den Oppositionellen versprochen: ..Die Gewerkschaflsopposition muß und wird lernen, erfolgreiche Wirts choflskämpse zu führen." Das hätten diese Streikpfuscher den Berliner Arbeitern, die sie in wilde Streits führten, von vornherein sagen müssen! Daß sie erst lernen wollen, Streiks zu führen und die Streikenden nur ihr« Versuchskaninchen waren. Die kommumstische Streiktheorie kommt zu der Behauptung: „Streiks können in unserer Zeit nur dann erfolgreich sein, wenn sie auch trotz eines gefällten und verbindlich erklärte« Schiedsspruchs weitergeführt iverden, was den Kampf gegen die Organe des kapitalistischen Staates bedeutet." Dabei wird dann noch deutlicher gesagt, worum es für die KPD. bei den Streiks überhaupt geht:„von dem bekrieblicheu Cohnkamps Zum politischen Massenstreik— das ist der Weg des revolutionären Klassenkampfes." Ein Streik, der den Streikenden eine Lohnerhöhung und ein« Verkürzung der Arbeitszeit bringt, ist„reformistisch", der könnt«» nistischen Agitation abträglich. Well die KPD mit der Parole zu einem politischen Massenstreit keinen Hund hinter dem Ofen hervor» locken, geschweige denn die Arbeiter aus ihren Betrichen heraus» bringen kann, sucht sie auf dem Umwege über wilde Lohnstreiks zu politischen Streiks zu kommen. Unter Irreführung der Arbeiter, die van dem wilden Streit«in« Lohnerhöhung erwarten, aber nur als Statisten mißbraucht werden für die kommirnistlschen Massenstreik-Vorübungen. Der Prozttigando für den politischen Massenstreik soll auch der „OppositioiuKangreß" dienen. Um diesen Zweck den für diesen Kongreß eingesangenen Stotisten nicht allzu deutlich z» machen, wird gehörig auf die Gewerkschaften geschimpft. Die„sozial- saschifklsch« Gewcrkschastsbureaukratie" haut man, die Gcwcrk- s ch,o f t e n meint man. Zur Feier der Eröffnung des„Oppostttonskongresses" wurde den Vertretern ,cher revolutionären Arbeiterschaft" folgende Stilblüte aufgetischt: „Die von Arbeilergroschen fett gewordeneu Hyänen der Ge- werkschaflsorganisalionen beschimpfen und belügen den Kongreß und die Delegierten." „Hyänen der Gewerkschaftsorganisationen" haben wir die Merker und die sonstigen kommunistischen Gewerkschaftsstörer noch nie genannt, müssen jedoch gestehen, daß diese Bereicherung für sie nicht schlecht gewählt ist. Dann ist aber um so unvorsichtiger, vorher zu verraten, daß man seinen Kongreß und dessen Delegierte b e- lügen will!_ Tragödie der Arbeits osigkeii. Mutter mit vier Kindern in den Tod gegangen. Gleiwitz, 29. Itovember. wie die„Oberichle fische Volksstimme" meldet, wurde in Wauowltz die ZSjährige Fr an des Slellenbesihers Proske mit ihre» vier Sindern tot ausgefunden. Es wird mt- genommen, daß es sich um eine Verzweiflungstat handelt. Der Ehemann befand sich seit Alitle voriger Woche in viederschleflen aus der Suche nach Arbeit. Die Kinder im Alter von acht Monaten bis fünf Zahren lagen tot im Bett, ohne daß die Todesursache festgestellt werden konnle. Die Mutter hatte sich am vettpfosten erhängt._ Eine Schulausstelluug veranstalten die weltlichen Schulen in der Liest el m e y e r st raß e. Sie kann am heutigen Sonnabend 20— 22 Uhr, am Sonntag 10— 12 Uhr und 17--21 Uhr, am Montag 17— 21 Uhr besucht werden. Filmkouferenz des Sozialistischen Kulturbuude». Die vom Sozialistischen Kulturbund einberufene Filmkonferenz, zu der die sozialistischen Beisitzer in den Filmprüfftellen, Vertreter der Reichs- tagsftaktion sowie der Arbeiterkulturorganisationen eingeladen sind, findet am kommenden Sonntag, dem 1. Dezember 1929, vorm. 9H Uhr, im Filmsaal, Berlin, Lindenstr. 3. statt. Tagesordnung: „Die bisherige Praxis der Filmprüf stellen": Refe- rentin: Frau Regierungsrai Wachen heim, M. d. L.»Stellung zum neuen Entwurf des Filmgesetzes": Referenttn: Frau Böhm- S ch u ch. M. d. R. Eine Mondausstellung der Treptow- Sternwarte gibt ein« Zu- sammeitstellung von Mondzeichnungen. Photographien, Plastiken und Mondkorten, die den Besucher mit den Mond- gebllden vertraut machen. Da auch ältere Mondzeichnungen von der Zeit kurz nach Erfindung des Fernrohrs an ausgestellt sind, ist Gelegenheit gegeben, den Fortschritt der optischen Leistungen zu ver- folgen und Vergleiche anzustellen. Besonders erwähnt seien noch Originalmodelle von künstlichen Mondkratern, die zur Erläuterung verschiedener Theorien üher die Entstehung der Mondkroter dienen. Die Ausstellung ist den Besuchern der Votträge und Beobachtungen in der Treptow-Sternwarte kostenlos zugänglich. Maurermeister Wilhelm Schuch. Neukölln. Okerstroße 3, kann auf ein 23lährig«s Gefchäftsjubiläum zurückblichen. 1913/14 war er am Erweiterungsbau des.Vorwärts"- Hauses beteiligt. Seil 40 Jahren ist der Jubilar Parteimitglied, bis vor drei Iahren war er unbesoldeter Stadtrat. Theater der Woche. Vom 1. bis 9. Dezember. Volksbühne. Tbwt««« Bülowpla»! Di« Affäre Dreirfu». L, 1114 Ißt; in. Tm«- matince Äcltä-Gnrvl. �ranl-Uhle». Slaatskhealer. Stofliedper Unter äen Linden: I. Nbeinnnlt. 2. WaDire. 3. Sinn™ 7 DÄellMeifer. 5.»rtemc. 7. Sie«. ftiti. 8. SStt«rdömmcrunq. 9. Der iRofrnlooalier., «tnatnDjwr am Pln» b«t Rennblil: 1. Di- Medernwus. 2. und 8. Carmen. 3. Seinrlich« Che. i. colnnw. 5. Sinfoniek-wert 6. SvanUckc stunde. Der arme Matrof«. Anaclike. 7. Ivbiaeni« auf Taurin. 8. Die Zonberflote Städtisch« Onti Sbarl-tt«ubu-g: 1. Tosro. 2. Di- schwär»« Orchlde«. 3. Den Schauspieldirettor. Cornelia. 4, und 8. Die Gezeichneten. S. Tanndäuser. K.'Die Hochzeit dez giaaro. 7. Samson und Dalila. 8. Der Treischiiz. Staatliche« Echauspieldau» am Gevdarmeumartt: 1. und 8, Peer Gnnt. i. 4.. 6. und 8. Don Carlo». 3. und 5. 3X2= 5. 7. Wallcnstcins Lager. Piecolomini..„._ Schiller-Theater: 1. 2X3= 1 2. und 4. Des Kaisers Soldaten. 3. und s. San? im Schnalenloch. S. Der Kaufmann von Venedig. 7. und S. Kabale und Liebe. 8. Die Weber. Theater mit festem Spielplan. Theater am Schiffhauerdamm: Pennäler.— Thalia-Theater: Drei alte Schachteln.— Deutsche» Theater: Der Kaiser von Amerika— Kamme rsviclc: .Zur geil. Ansicht.— Die«omodir: Pom Teufel geholt.— Theater am Rollen. dorfplah: Die ziedermous.- Theater in der«öniggräjic- Straße: Die cnle Mrs. Sclbn.— Komcdicnhau»: Der Hithnerhof.— Große, Schauspi�hau»: Di- 3 Musketiere.- Theater de,«esten»: Marictta.— Dentiche«»-lkstbeatcr: Seamvolo.— Deutsche« Kunst Ire. Theater: Seltsame» Zwlschcnsvrel.— Luftsotcl- hau«: Grand-Hatcl.— Trianou-Theater: Di« Ballerina des König».— Zentral- Theater: slriederite.— Retravol-Theater: Da« Land des Lächeln».— Berliner Theater: Reserviert für Herrn©ofton.— Di« Tribüne: Drei Herren«rjjrack. -«chloßparl-Theater Stegliß: Die lustig« Witwe.—»uttetsari«. Plaza. Scala: Internationale» Pa:'.e:S.— R«ich»hallea. Theater: Stettliier Eäneer.--- Theator am Kotthnsfer Tor: Elite-Eönger. Thealer mit wechselndem Spielplan. Lefsina-Theater:«i, 2. Cnankali. Ad 8. Geschlossene Vorstellungen.— Klei»«» Theeüer im Hinterland. Ab 8. Pariser. Blut.— Kasina-Theater: Bis 3. Hannemann.— Theater in der Kloverftraß 6. Schneider Wibbel. Vachmikiagsvorsiellungen: LollsbShne. Theater am Bülomplaß: l., 8. grUlins» Erwachen.— Theater am Rollendarfulaß: l.. 8. Peterchens Mondfahrt.— Theater tu der «öniggräßer Straß«: 4., 7., 8. Winnetou.— K-mödienha»»: 8� Cdarlens Tante.— Große« Schanfpielha»»: 8. Die Z Musketiere.— Theater de» Kesten«: l... 8. griederikc.— Deutsches valk«th«ater: 1. Seamvolo. 7. Rnft- chcns sslug zum Gluck.— Deutsche» Ktinkller. Theater: 1. Die ander« Seite.— Lnftspielhau«: l. Di« Siebzehnjährigen.— Trianon-Tbeater: 1., 8-, 1414 Uhr und 7.. 18 Uhr: Schneewittchen. U 8.. 17 Uhr: Der Strom.— genkal- Theater: 1.. 8.. 14 Uhr mid 7.. 18 Uhr:«rihnachtswundrr. 1.. 8.. 17 Uhr: ssriederike.— Klein-, Theater: 7.. 1814 Uhr: Klubleute.—»-«aissance. Theater: U. 18 Uhr: Di« heilige Tlomme. 8.. 1514 Uhr: Die heilige Momme: 1714 Uhr: Miriam Elias.- Rosc-Theater: 4.. 7.. 17 Uhr: Mai uiid Mvriß und der Weihnachtsmann. 8.. 1414 Uhr: grau Solle: IDT Uhr: Pariser Blut.— Theater io der Kloslerftraße: 1., 15 Uhr und 8.. 17 Uhr: Hansel und Gretrl. 1.. 17 Uhr und 8.. 15 Uhr: Mit dem Ievvelin in» Märchenland. 4.. 18 Uhr und?.. 15 Uhr: Schneewittchen.— Sailohvark.Tbeate- Stegliß: 30., 1., 7.. 8. Dornröschen.— Wintergarten: I.. 7., 8. Internationales Bortet«.— Plaza. Seals: Internationales Variete.— Reichshallea-Thoater: 1., 8. Stettincr Sänger.— Theater am Kotthnger Tor: 1.. 8. Elitr-Sänger. Erstaufführungen der Woche: Mittwoch,«lein-, Theater: grau Emma kämpft im Hinterland >2814 Uhrl.— Kasino. Theater: gamilie Hannrmann.— greitag. Renaissance-Theater: Pariser Leben.— Theater in der Klosterstraße: Schneider Wibbel.— Sanuaben». Schiller. Theater: Sabal« und Liebe._ ölet; Pariser Blut. 7.. 2314 Uhr: Pariser . Vertagte Hochzeitonacht. Ab 4. gamilie »Serstraße: Bis 5. Büchse der Dandora. Ab Lerantwortl.'llr die Redaktion: Wolsgaug Schwarz. B-rsin: Anzeigen: Th.»locke. Berlin. Bering: Vorwärts Berlyg G. m. b. H.» Berlin. Druckr Vsrwärts Bn6>» druckerei un�» Berlagsanstalt Paul Singer 5c Co.. Berlin SD 68, Linde»! straße 3. Lierzu i Beilage. Cf c c> >. /TN Theater, Lichtspiele usw. Sonnab, 30. 11, Staats-Oper Unter d. Linden A.-V. 265 20 Uhr cavaiiena rusticana Der Könia Staats-Oper Am Pl.d.Republ. R.-S. 189 20 Uhr Hans Helling Sonnab-, 30. II. Stadl Oper Bismarckstr Turnus II 19 Uhr Die GüUiMtl Staatl.SduBsph. am Bendarmenmarld A.-V. 234 20 Uhr Staatl.Seliiller-TtiBaler.Cliarltb. 20 Uhr: Treibjagd SSäO Till, t lenttl 5 lad»'/, Ulf ■artarwaa OU Pitiul-EN. WoiHft.: 5 ü. SU Pf.- 3 M. Nor nodi bis tnorüeni Garaldlnp u. Ja«, Eni, Power usw. Tagt, s u. ew 80001.2, 5 US11 Alox. E. 4, 80«6 [INTERNAT. VARIETE Morgen Premiere GROSSES SCHAUSPIELHAUS 8 Uhr: 3 Musketiere Regie; ERIK CHARELL 3 Soonlag aadun. unget. ßold« Pf. Renaissance-Theater 8'/« Uhr.— Letzte 6 AuffOhrungen Coeur- Bube Komödie von Jacquek Nathanso n Regie: Leontlne Sagen. ■Lennanr— Staudte— Vallentln Kupier— Sim«— Rasumny Sonntag nachmittag 4 Uhr(2—8 M.) Dl«sla«UIk Uhr Oer Kaiser V.Amerika von Bernard Shaw Rege Max RtiahArdt Kammersplele1 0.1. Norden 12310 SV* Uhr Im sefl. Aniidit1 Lustspiel von Frederik Lonsdale Regie; Custaf Gründgens Die Komödie |I Bismck. 2414/7818 6*1* Uhr Vim Teufel geholt von Knut Hamsum Regie. MaxReinbardi Lnslsplemtat Friedrichstr. 236 Bergmann 2922 Täglich SV, Uhr Grand Hotel Lustspiel von Paul Frank Direktion >r. Robert Klein Deutsches IBnstler-Theal Barbarossa 3937 -v.e Uhr Ende 11.10 Uhr Seltsames Zwlsmenspiel DtSi«. Diinz Hilpert 1" Stg 1 Dezb. J Die amier* Saud Dönhoff 170 7»4 Uhr UraultOhrun Reseruiert ior Herrn Oestoo. Von Max Wolfs Regle: Förster Larrinaga Idealer d. Westens sägi. 81', Uhr Narleila UultT.Ottai Siran Kühe Dorsch Michael Bohnen Sonntag 3 Uhr Friederike Pentrai- Thaater Alte Jasobstr 32 aastspiel d. Tb. d. Westens raglich SV, Uhr Stg. 5 u. 80. Uhr Friederike Sonnabend 4 Uhr Kleine Preise. Das WeihnadiiswuDder Saroowslty- Bahnen Theater In der KBnlggrEtzw StraB« Täglich 8>b Uhr Die erste fflrs. Selby mit mtzi meesary Aitred Ami Komödinnhaua Tiglich 8'/, Uhr Der Hflhnerhot mit CUM BOU Kleines Ideal. Merkur 1624 Täglich 8Vt Uhr Max Adalbert in Das ParfQm meiner Frau Lustsp v. Leo Lenz Sonnabend 4 Uhr Das tapfere Sdmelderlein. Lessing-Tbeater Norden 10846 Grnppe langer Sdhansplelcr letzte VontelloaB! Täglich 8»/, Uhr cyankait v. Friedrich Wolf Netropol-Ih. SV* Uhr Lebar dirigiert Das Land des Lächelns Vera Schwärs« Richard Taaber Tb. i. Hillndoriplati Vorvk.10-2. Kf. 2001 Täglich 8-1. Uhr Gaztzpltl des Denistheii Theaien Die fittm« ligie:Hun«i«hikit Trianon-Tli.Ma,ktur 8>/f Uhr „Die Ballerina des Königs' So. 4. Stg. 2«4 Uhr SdineevUldrea Sonntag 5 Uhr Der Strom Rund funkhörer halbe Preise. TteaL a. Kattt.Ter Kottb. Str. 6 Tägl. S Uhr auchSonnt. nachm. 3 ü.: HUe- SOnOer Dia Veit gatl ulirl Ditiu. tntlwtrireti: Planelart nm »» nm Zoo— «vUw. jMdumttilcr Slnli B.S Barbarossa S578 16', Uhr abend« am SteraM- himmel I8>/. Uhr RiUsl du 8fern«i>nchtu 20-/. Uhr Bit ,» dl« Grausn dar Walt Eintritt 1 Mark, Kinder SO Pf. Mittwochs halbe Kassenpreise. SlellenaDgetHite I rinden in forwirts I hnstiBeaditiuiai Erfinder— VorwärUstrcbcndc 5000 Marli BelotinonO Näheres kostenlos durch F. Erflntnnn ch Co.. Berit« SW. 11 Schokoladen- Großhandlung Riesenauswahl in Marken-, Konsum- und sämtlichen Weihnachtsartikeln zu besonders billigen Preisen Gebr. Bronhelm Kottbusser StraB« 18, Tel.: Mpl. 2230 Verlangen Sie PreUlistel VAUty öesundheikspfeife Schont Herz und Lunge (InbedenklRoochenÜbzilichemDfbhlenl SlsdiiasH aWvart P1IU baiatttat vtrean. DnamasCiare llalldTltlB«. Btttilftaag ud Ptletentcn, la HTttg. 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Lachte Lieschen, die Herrn Franks Augapfel war, „Und versprochen haste't uns schon's janze Jahr!' Frau Frank, mit Augen, wie schwarze Kirschen, War ein Försterkind, sie erzählte von Rehen und Hirschen Und hier in Berlin, in der großen Steinwüste--- Der Jun�e umschlang sie:„Ja, Data, da siehste, Wir missen in Zoo! Schon Mutterns wejen!' Frank wehrte sich noch:„In de Zeitung steht Rejcn!"— Und Lieschen mauzte:„Ja. Dater, so biste! Wegen son kleenet bisken Dreppeln, da wißtc Dein« eijenen Kinder veräppeln!' „Stiele," sagt Frank,„und nu man rin in die Flohkiste? Wenn morjen scheen Wetter ig, denn wer ick mal sehn-- Da jauchzten die Kinder:„Au, Data, wir iehn!" Und obwohl schon bald zu Ende dos Jahr Lachte am Sonntag der Himmel so klar! Der Vater lachte auch, die Mutter war froh Und die Kiüder war'n im Geist schon draußen im Zoo... „Du, Vater," meint Märchen,„da is jetzt ee» Orang-Utan, der jrößer wi« du i», zu sehn!" „Laß da nich zuviel aus!" sagte Herr Frank. „Na. unser Lehrer sagt's doch!" Max machte sich lang. Und Lieschen jauchzte:„Da ts noch eener mangl' Sie stieß so niedlich an mit der Zunge, „Der seht aus wie'n ungezogener Junge!"— Max wollte der Schwester erst eine kleben, Aber der Dater sprach:„Laß sc man leben! Seh mal. wie Mutter'n Boulettenkoffer packt!..' „Ick weeß!" nickte Maxe,„ich hob' schon eenc verknackt!"— „Aber Mutter, du willst den Jungen woll mästen?!"-- Dann fuhr die Familie raus nach'm Westen. „Hin und zurück, einssechzbg— o weh!' Seufzte Frau Frank,„und zwei Mark Ent««... Wo wir's doch so nötig zu Weihnachten brauchen!"-7- Aber Max und Lieschen noch unbeschwert Von Lcbenssorgen und Geldeswert, Sind ihren Eltern schon durchgebrannt. „Au, Vater, kiek mal den Elefant! Der sieht ja aus, wie so'n richtiger Berg, Un daneben looft eener, det ig woll'n Zwerg?" Schri« Max, seine Augen begannen zu suchen. Er grinste:„Det sind woll Elesant-Kuchen?" Der Vater lachte, und Lieschen lächelt, Doch die Mutter hat mit der Hand gefächelt. „Ja, Mutter, den kannfte uff'ne Meile riechen! Derf ick mal zu ihm durchs Titter kriechen?"— „Unterftehn faßte dir, du verflixter Bengel!" Max lachte:„'n Riffel, wie'n Pumpenschwengel! Hat'a, un der da, der hat usf de Reese'n Horn! Wo suchste denn, Lieschen, de Reese is vorn! Nu woll'n wa aber bei de Schimpansen jehn, Der ecne heeßt Tin«, der soll dir so ähnlich sehn!" Lieschen sagte nichts, doch als sie an die Villa der Paviane kamen, kuckte purpurn und lila Ein aller Mandrill— es sah so unschön aus!— Mit dem Hinterteil aus seinem Käsig heraus. Lieschen blieb stehn und machte„Puh! Maxe, der �ieht aus wie du! Det heeßt, du von vorne und der von hinten!" Dann aber zog sie es vor, zu verschwi nben. Max hinterher! Immer rund um die Assen. Frau Frank interessierte sich für die Giraffen: „Sieh mal, Fritz, so'n langen Hals haste jemacht. Als ich dich's erstemal hob« angelacht.,. Iln denn rückteste langsam immer näher Un wollt'st mit mir tanzen."—„Ro, ick bin doch Dreher? Un Hab' ick nich'nc janz teste Sohle jeschliffen?"— „Ja, un hast mir dabei in de Backen jeknisfen!"— „In de Backen nich, Mutter, bloß in de Wangen!— Aber sag' ma, wo sind denn unsere Rangen?"— Di« lieben Kinder hatten indessen An ihr« Eltern gänzlich vergessen. Max zog es hin zu den Hirschen und Rehen. Lieschen wollte das Dromedar sehen Und wollte am liebsten auch mal draus reiten. Max meinte:„Du bist woll?! Jetzt bei die Zeiten! Du, Heer mal, ick jloobe, da hat Data gepfiffen?!" Und Lieschen, von plötzlicher Angst ergriffen, Bekam naste Augen und schluchzte:„Ach du! Du valeit'st mir immer! Was machen wa nu?"— „Da pfeift Vota schon wieder!" Max rannt« wie'n Hase, Li«schen hinterher und— lag auf d« Nase! Si« raffte sich aus und beim Gehege der Rinde: Trafen sich wieder Ellern und Kinder. „Da hast'n Ding!" Max quittierte die Schot« Dom Dater, während Frau Frank ihr Lieschen bedrohte. Run gingen si« artig zum Raubtierhaus Und steckten sich bloß gegenseitig die Zunge mal raus. „Data! Der Löwe, der is ja so schtille? In mein Lesebuch steht, er erhebt ein Iebrille! Soll ick'n ma'n bisken an Schwanz anfaston?"— „Bengel!!'—„Ra, denn kann'n ja der Wärter mal brillen lassen!" „Mir hungert, Mutter!" sagte Herr Frank. 'Max meinte, er wäre vor Hunger schon krank! Und so. um die Lebensgeister zu heben, Hat man sich in die„Daldschenke" begeben. Dort wurde eine förmliche Schlacht geschwgeu. Max meint«:„Mutter, inir drickt der Magen? Aber ick will et doch noch mal versuchen. Iibb ma ma» noch'n Sticke Appelkuchcn!" Dann ging man noch zu den Eseln hinein, Wo Max gleich anfing: Iah!" zu schreien. So natürlich, daß die Esel sofort stimmten ein. „Un m». Data, im jehn wa noch bei de Papageien! Der eene davon, der kann Hurra schreien.' „Woher weeßie denn dis?'—„Det träumt unser Max." Sagte Lieschen,„Voter, der is helle wi« Wachs!" Doch Frau Frank, die war müde. Es dunkelle schon, Und friedlich gingen Tochter und Sohn Vor den Ellern her. Und Max fragte:„Woh? Wir kommen wieder in't nächste Jahr! Denn jehn wa bei de Krokodile, det soll noch fchecncr sein.. Und leise zu Lieschen:„Bei die schmeiß ick dir rein!" y j- (19. Fortsetzuna.) „Wic geht's ökm ÄUcn?' fragten die Arbeiter. „Gut geht es ihm, und er ist stolz auf euch. Er sagt, ihr mutzt bis zu Ende aushalten.� „Das werden wir." „Sogen Sie ihm nur, daß wir bis zum letzten Augenblick unsere Pflicht tun werden. Aber es gehört soft mehr dazu als Msnschen- kräste, denn wir hoben die Agrarier gegen uns und die Faschisten, und dann noch die Regierung." .„Hört gut zu," sagte einer der Landleute, den man nach den Zeichen der Hochachtung, die ihm die Genossen gaben, für einen Führer halten konnte.„Ich habe eben ist Bologna eine lange Unter- redung mit unserem Rechtsanwalt, unserem Freunde Mario B e r- g a m o, gehobt. Er ist beim Präfekten gewesen, um gegen die Auf- läsung unserer Gewerkschaft und die Einziehung der Kapitalien unserer Kooperative zu protestieren. Er hat das Dekret gegen uns als gesetzwidrig beanstandet. Man hat ihm nur geantwortet, dotz unsere Agitation ein Skandal wäre, und daß die Regierung«nt- schlössen sei, ihr ein Ende zu machen... „Das werden wir sehen." „Der Befehl des Faschio lautet: Kein Arbeiter darf zur Arbeit zu gelassen werden ohne die Mitgliedskarte der faschistischen Syndikate.' „Niemals!" crtöiste es auf fünfzig Kehlen. „Darüber sind wir einig, niemals. Aber wir müssen den Wider stand organisieren. Der Genosse, der aus Rom kommt, bringt uns Hilfe. Wir wollen eine Liste derer aufftellen, die am meisten i» 'Not sind." Ein längeres Schweigen. Dann kamen die Vorschläge. „Da sind die M.s, die gar nichts mehr haben. Ick) glaube, daß sie seit zwei Tagen nichts mehr essen. Und dabei sind die Kinder krank." „Gut, sie sollen zweihundert Lire haben." „Und du, Giuseppe?" „Um mich kümmert euch nicht, ich habe verschiedene Kleinigkeiten aufs Leihhaus getragen. Ich habe noch für fünf oder sechs Tage zu leben." „Da wäre» noch die Ls. Der Großvater ist im Hospital, die Mutter spuckt Blut. Gestern war si« Aehren lesen, und die Fa- schiften haben sie geschlagen. Man hat sie bewußtlos nach Hause ge- bracht." „Vergeht auch die Katherino nicht. Die liegt seit fünf Tagen, nach dem letzten Ueberfall. Die Kinder haben kein Brot." „Gut, olle, die Kinder haben, sollen 30 Lire bekommen. Was die anderen betrifft, uns andere, nun, wir werden auch so weiterkommen." Der Genosse aus Rom gab ein Zeichen, daß er sprechen wollt«. Alle schwiegen. „Die ganze Arbeiterschaft," sagü! er,„hat die Augen auf euch gerichtet. Euer Kampf ist eine der ruhmvollsten Episoden des Klassenkampfes. JEuer„Alter" ist stolz auf euch. Leider seid ihr noch nicht am End« eurer Leiden. In Rom heißt es, daß man euch im September gewaltsam delogieren will..." „Mir hat man schon gekündigt, und ich bin jetzt vierzig Jahre auf dem Hose. Als ich angekommen bin, wuchs da kein Halm. Ich habe das Haus gebaut, denn da war nichts als eine elende Strohhütte." „Bei uns auch," sagen mehrere Stimmen gleichzeitig. Der Genosse aus Rom fährt fort:„Man wird euch aus euren Häusern reißen, wie man euch von dem Acker gerissen hat, der durch cur« Arbeit Frucht trägt." „Trotzdem werden wir nicht nachgeben." „Ich bin heute abend nur hier, um euch zu sagen, daß die Ar- beiter der ganzen Welt voll Bewunderung auf euch sehen.. Ein longgedehntes Pfeifen wird hörbar. Das ist das verab- redete Warnungszeichen bei Gefahr. Alles wird still. Auf ein Zeichen des Führers verläßt eine Gruppe von Frauen den Rauni. Man sieht in ihren Zügen die Merkmale der körperlichen Rot, ober in den Augen glänzt eine Flamme des Stolzes. Die Nacht oerschluckt ollmählich diese„Verschwöcer". Ein« kleine Gruppe bleibt beieinander bis zum Morgengrauen, um üb«r die Verteidigung zu beraten, die noch möglich ist. Diese Landleute, teils Kleinpächter, teils Lohnarbeiter, wußten sehr wohl, daß der Feind entschlossen war, sie zu zermalmen. Aber trotzdem! wie würden sich nicht ergeben, nun und nimmer. Von den Ihren waren im Dienst« der Freiheit sieben getötet und zahllose ver- wundct worden. Ihr Führer Massarenti, der, den sie den„Alten" nannten, lebte in Rom, unter beständiger polizeilicher Bewachung, bis man ihn schließlich aus«ine Insel deportierte. Soeben hatte man sünfundsiebzig Gewerkschaftler verhaftet. Es gab für diese Leute von Molinella weder Recht aus Arbeit noch aus den gesetzlichen Schutz des Staates, noch auf die Sicherheit des nackten Lebens... Ein gewisser R e g a z z i, ein Individuum von viehischer Roheit, leitete die Offensive als Führer einer bewaffneten Bande. Nichts blieb denen von Molinella erspart, von der Verhöhnung bis zum Mord. Die Faschisten hotten junge Frauen weggeschleppt, hatten sie entkleidet und rot angestrichen, um sie dann unter den unflätigen Witzen der Schwarzhemhen durch den Ort zu führen. Die blühende Genossenschost der Landarbeiter, einer der reichsten in Italien, war erst geplündert und dann durch«in Dekret expropriiert worden. Rächt- licherweile mochten sich die jungen Arbeiter einen Spaß daraus, die Häuser der Gewerkschaftler zu umstellen und Türen und Fenster mit Kugeln zu spicken. Desto besser, wenn eine Kugel gelegentlich einen der„Roten" erwischte! Man hatte die Brunnen vergiftet, hat den Kaufleuten verboten, den Gewerkschastlent Lebensmittel zu ver- kaufen. Wenn ein Sind krank wurde, durfte kein Arzt es behandeln. Wo gingen dies« Dinge vor sich? Etwa in einer gottverlassenen Gegend von Zentralafrika? Ach nein, so weit braucht man nicht zu suchen. Das ereignet« sich in Italien, in Molinella, zwanzig oder dreißig Kilometer von Bologna entfernt, der ältesten Unwersitäte- stadt, der Wiege literarischer und philosophischer Bildung. In jener Gegend der Emilia hatte die sozialistische Bewegung schon lange vor dem Kriege große politische und wirtschaftliche Macht� erlangt. Den Sozialisten war der Wohlstand dieser Gegend zu dank«» und die moralische und polltijche Hebung, die sich daraus ergab. Große Arbeits- und Produktionsgenossenschaften waren ge- gründet worden, um die Arbeiter der Ausbeutung durch die Grund- bcsitzcr zu entziehen. Es lag in der Logik des Klassenkampfes, daß sich die ersten Angriffe des Faschismus gerade gegen diese sozio- listischc Festung richten mußten. Brandstiftung, Diebstahl, Mord— das waren die Wittel, mit denen der Agrorsoschismus gegen das Landvolt vorging. So hatte man das bewundernswerte Netz von Genossenschaften und Gewerk- schasten vernichtet: mit Feuer und Eisen hotten die Agrarier ihre alte Herrschaft wieder hergestellt.' Als Mussolini zur Regierung kam, existierte noch etwas von den freien Gewerkschaften. Er wollte um jeden Preis ihnen den Meister zeigen. So Mußte die staatliche Gewalt der der Schwarz- Hemden Zuzug leisten. Und das ging solange, bis ein Tag kam, an dem man zweihundert Familien wie Vieh in Waggons lud, um sie im Norden und Süden Italiens, ja sogar bis in die Kolonien zu zer- streuen und so diesen Widerstand mit Stumpf und Stil auszurotten. Um ober bis zu diesem Ergebnis zu kommen, war ein fünf- jähriger Kampf erforderlich gewesen, fünf Jahre, während derer eine Handvoll Landorbeiter und Landarbeiterinnen den auf sie los- gelassenen bewaffneten Horden Trotz boten, wobei die herrschenden Klasien— die doch selbst aus einer liberalen Revolution hervor- gegangen waren— Freiheit und Gesetz feige preisgaben, die ihnen ein Hemmnis ihrer Herrschaft geworden. Und heute triumphiert der faschistische Staat. In der Tat ist es ihm gelungen, in Molinella„Ruhe" zu schassen. Keine Gewerkschaften mehr, keine Geirosscnschaften. Heute be- fiehlt der Grundbesitzer unumschränkt. Massarenti, der dreißig Jahre lang die Seele dieser Landarbeiterbcwegung war, ist in Zwongsverschickung. Ander«, jüngere Führer sind im Gefängnis. Man Hot sogar auf dem Friedhof die Gedenkstein« fortgerissen, die die Namen der in der Verteidigung der gewerkschaftlichen Rechte gc- fallenen Toten trugen. Und doch! Und doch spricht keiner den Namen„Molinella" aus, ohne zu erbeben. Der Londmann, den feine schwer« Arbeit nieder. beugt, schweigt, ober seine Gedanken schweigen nicht. Er weiß, daß früher Wüste und Einöde war, wo heute der Blick unbegrenzt über weiche Acckcr schweift. Er weiß, daß der Landarbeiter nicht mehr war als ein Sklave, bis die Organisation aus ihm einen Menschen mochte. Er weiß weiter, daß er mit seinen politische» Rechten auch den bescheidenen Wohlstand verloren hat, zu dem er gelangt war. Er hat einen Namen für sein« heutige Sklaverei, für die wieder- erstandene Knechtschaft, und dieser Name heißt Faschismus, während sich ihm die Erinnerung an weniger schwere Zeiten und die Er- Wartung einer besseren Zukunft im Sozialismus verkörpert. Irgendwo liegt in der schweren Erde die rote Fahne seiner Gewerkschaft verscharrt. Die Sieger mögen sich hüten. Wenn die wuchtigen Schuhe der Landarbeiter diesen Boden betreten, der ihnen heilig ist, dann ist eine Flamme in ihren Augen. Dann heben sie den Kaps mit einer Gebärde des Stolzes. So ähnlich müssen Blick und Haltung der ersten Christen beim Anblick des Kreuzes ze- wesen sein. Immer und überall gibt der Glauben dieselben Handlungen ein. Heute ist die Freiheit der Gott derer von Molinella. XXI. Ein Wahlkampf im Zeichen des Faschismus. In der Nacht vom 28. Februar 1924 brachte mir das Telephon im„Avanti" eine grauenhafte Kunde:„Die Faschisten haben Genossen Piccinini ermordet." „Wann denn?" „Eben hat man die Leiche gefunden, nicht weit von seiner Wohnung." Am folgenden Morgen fuhr ich nach Reggio Emilia, um eine Erhebung über diesen Mord vorzunehmen, der für mich besonders schmerzlich war. Der Schnellzug fuhr durch die reiche Landschoit der Poeben«. Auf den Gängen des Waggons gingen Faschisten auf und nieder. Obwohl dos Land im Wahlkampf stand, sprach kein Mensch von Politik. Die Zeitungen meldeten den Mord nur in zwei Zeilen. Ich versank in Erinnerungen. Gerade ich hatte vor zwei Mo- naten meinen Freund Piccinini veranlaßt, die Kandidatur anzu- nehmen! Wir hatten uns am 31. Dezember mit einigen Kameraden in Bologna getroffen, im Hinterraum eines kleinen Cafes. Alle Einzelheiten dieser Zusammenkunft traten jetzt deutlich vor meine Augen. Wir waren unjcr vierzehn oder fünfzehn. Da gerade der elektrische Strom versagt hatte, hatte uns der Besitzer einige Kerzen gegeben. Im Komin brannte ein tüchtiges Feuer, um uns zu wärmen, aber auch, um im Fall einer Ueberraschung durch.die Polizei die schnelle Beseitigung kompromittierender Dokumente zu ermöglichen. Die Regierung hatte eben die Parlamentswahlen angesagt. Sie hotte dafür eigens ein neues Wahlgesetz mit Majoritätsvcrtretung, das ihr mit mathematischer Gewißheit den Sieg sichert«, ausgearbeitet und vom Parlament annehmen lassen. Zum Uebersluß gingen die Oppositionsparteien zersplittert und vereinzelt in den Kampf. Meine Anstrengungen, einen Block der Arbeiter und Sozialisten unter Moximolisten, Reformisten und Kommunisten zustande zu bringen, war am Mangel guten Willens der einen gescheitert und an der entschiedenen Absicht der anderen, die Spaltung zu erhalten und zu verliefen. Trotzdem mutzt« der Kampf aufgenommen werde». Wie sollt« man ihn aber organisieren? Unsere Zusammenkunst hotte gerade den Zweck, die Lage in den Provinzen Mittelitaliens zu prüfen, in denen es eine alte sozialistische Tradition gab. Im Lause der Debatte trat die traditionelle Unmöglichkeit zu- tage, irgend etwas zu tun.(Fortsetzung folgt.) Rätsel-Ecke des„Abend", Kreuzworträtsel. Senkrecht: 1. Waffe: 2. Gebiet in Afrika; 3. deutscher Dichter: 4. kleines Boot: 5. Getränk: 6. weiblicher Vorname, 7. Badeort: 9. Hafen in England: 10. Nagetier; 14. biblischer König: 15. Mittclgebirgszug: 16. Halbedelstein: 18. Stadt in Belgien; 21. griechischer Dichter: 22. Priester; 24. Vorbild: 27. Frauengestalt der germanischen Sage; 28. Artikel: 30. griechischer Buchstabe.— Waagerecht: 1, Brennstoff; 3. Pflanze; 7. türkischer Staatsbeamter: 8. Zweikampf: 11. Hoherpriester: 12. Nebenfluß des Neckar; 13. männlicher Vorname: 15. germanischer Gott: 17. weiblicher Vor- nam«: 19. Beutelratte: 20. Stadt in Brasilien; 22. Stadt in Belgien: 23. Gesangsstück: 25. männlicher Vorname: 26. Straußenort; 29. Nebenfluß der Warthe; 30. deutsches Mittelgebirge: 31. Mit- arbeiter an der Zeitung: 32. weiblicher Vorname. Z. Spiralenratsel. Waagerecht: 2. Lebensende; 3. Gewicht d. Verpackung: 5. Nah- rungsmittel; 6 Frucht: 8. afrikanischer Volts- stamm: 9. Stadt am Harz: 11 Landschaft in Frankreich; 12 Einheitszeit: 14. Handwerk; 15. Farnpflanzenaat- tung Senkrecht: 1. persönliches Fürwort: 2. Handlung: 4. weib- licher Vorname: s. mili- tärische Ehrenbezeugung 7 weiblicher Vorname: 8. Gewerkschaftsführer: 10 Frucht: 11. germanische Bewohner Skandinaviens: 13. Stadt in Bayern; 14. Meeres- eng«. kr. Geographisches Silbenrätsel. Aus den Silben a ber bern cha chen da dar deen des dors en ger il ka le len ler lil lrn lo ne nel ni o o sa fa sel ta lau wol wan sind 11 Worte zu bilden, die folgende Bedeutung haben: 1. Stadt?n Westfalen: 2. Stadt in Frankreich; 3. Stadt in Schottland: 4. Meerenge; 5. Nebenfluß der Donau: 6. See in Bayern: 7. Stadt am Neckar: 8. Insel an der Ostküste Sibiriens; 9. Stadt in Marokko; 10.«tadt in Rußland: 11. Landschaft in Svanicn.— Die Anfangsbuchstaben nennen eine Stadt im Fernen Osten.— kr.— Königszug. ak. (Auflösung der Rätsel nächsten Mittwoch.) Auflösung der Rätsel aus voriger Rummer. Spiralenrätsel. Waagerecht: 2. Mur: 3. Toni: 5. Fauna; 6. Radium: 8. schlapp: 9. Sultanin: 11. Kaulsdors; 12. Nimmersatt: 14. Schlosserei; 15. Niersteiner.— Senkrecht: 1. Ra: 2. Met; 4. Anni: 5. Feder: 7. Podium; 8. Stinnes; 10. Fünfzehn; 11. Kaninchen; 13. Ingolstadt; 14. Scheidemann. Rösselsprung: Dein Baizch ist voll und satt, Und deine Weisheit stammt aus dem gefüllten Magen Der hat gut predigen und von Verleugnung sagen. Der selber keine Sorgen hat. Lichtwer. Silbenrätsel: 1. Zulie; 2. Epheser; 3. Aloloch: 4. Edel- weiß; 5. barse: 6. Rachitis: 7. Emsigkeit: 8. Riesen: 9 Hasenfuß'/ 11. Dante: 12. Jodtinktur: 12. Eigenheim: 14. Marder: 15. Efeukremz: 16. Haselnuß: 17. Rochade; 18. Erregung: 19. »amses: 20. Weihnachten: 21. Inkasso; 22. Lachtaube: 23. Leonidas: 24. Rudelholz: 25. Insel— Je mehr er hat, je mehr er will, nie schweigen seine Klagen still. Diamanträtsel: 1. V; 2. Tor: 3. Taler: 4. Werktag: 5. Ballspiel: 6. Volksbegehr: 7. Merseburg: 8. Notgeld: 9. Bloch; 10, Ehe: 11.% � Nr. 562 46. Jahrgang Sonnabend 30. November t929 "D&ulakratl ©er HcmdarbcitcTP wird, fttaschinisl In den letzten 23 Jahren dürfte sich wohl die Zahl der Woschinenkräst« in der deutschen Landwirtschast um etwa 4 M'.l- lionen PS auf 4,5 Millionen PS erhöht haben. Das bedeutet nichts. wenn man die Zunahme mit der in der Industrie vergleicht, will aber doch etwas besagen, wenn man die konservative Einstellung des deutschen Landwirts berücksichtigt. tleu&etüiriie* Schmieden und'.HMrlen mu|? jeder Xandtrhmled in CrgKnaung»einer handrrcrklfcfien Serllgheiien erlernen Und doch sind die wirtschaftlichen Erfolge ausgeblieben, zumindest lassen sie sich, soweit sie vorhanden sind, auch nicht annähernd mit der Senkung der Gestehungskosten und den ge- steigerten Leistungen pro Kops in der Industrie vergleichen. In gut geleiteten mecklenburgischen Betrieben leistet man wohl, schon während mehrerer Betriebsjahre, mit einer Schlepperstunde die gleiche Arbest wie mit 13 Pferdeswnden. Versuchtsweise wurde auch wohl bei der Bearbeitung von Kartosselland mit der Motori- sicrung eine ausgezeichnete Geschwindigkeit von über 7 Kilometer pro Stunde zwischen den Pslanzenreihen erzielt. Mit der Melk- Maschine erzielt man eine um 10 Proz. bessere Leistung und, was für den Absatz von Milch von größter Bedeutung ist, eine größere Sauberkeit des Produkts. Wer es handelt sich nur um Spitzen- leistullgen. Im übrigen ist der Motor für die Landwirtschaft so gut wie gar nicht ausgenutzt und die Mechanisierung und Dtaschini- 'sierung der Landwirtschaft steht immer noch aus dem Papier. Wo liegt die Ursache? Der Vergleich mit der Industrie hilft auch hier werter. Für die industrielle Rationalisierung stand ein Heer von ausgebildeten Technikern und Qualitäts- arbeitern zur Verfügung, das vor allem den Faktor Ar- beitskraft einzusetzen und auszuinitzen verstand. Die Erfolge in der Industrie beruhen ja auch auf einer beispiellosen Vcrbilligung der Arbeitskraft. In der Landwirtschaft ist der Sprung vom Landarbeiter zum Industriearbester, der sich in der industriellen Wirtschaft im Laufe von Jahrzehnten vollzogen hat. jetzt erst zu leisten, und zwar in kürzester Zeit. Das landwirtschaftliche Bildungswescn ist auch durchweg auf das Material, auf Boden und Düngung, eingestellt. Daß die Arbeitskrast der Schu- lung und der Pflege bedarf, das ist ein Ding, das in. den harten Schädel manches Lawndirts noch nicht hinein will. Man will nicht begreifen, daß der Dchsenknccht durch den modernen Maschinisten ersetzt werden muß und daß dem Maschinisten in der Landwirtschaft Industrielöhne zu zahlen sind. Der ausgebliebene wirtschaftliche Erfolg der landwirtschaftlichen Motori- sierung in Deutschland ist zweifellos weniger darin begründet, daß es an Maschinen fehlt, schon mehr, daß es an ge eigne- t e n Maschinen fehlt. Man denke nur daran, wie mühsam sich Normung und Typung bei Produzenten und Verbrauchern von Landmaschinen durchsetzen und wie unwirtschaftlich beispielsweise noch immer die Beschaffung von Moschinenersatzteilen vor sich geht. Ausschlaggebend ist aber, daß die Landwirtschaft nicht über die Kenntnisse verfügt, die für den wirtschaftlichen Einsatz, die richtige Pflege und Behandlung der Maschinen notwendig sind. Wenn eine Maschine aus dem Hofe oerdreckt und versaut und wenn sie, falls sie gebraucht werden soll, nicht repariert ist und versagt, dann ist die Anschaffung von Maschinen unwirtschast- lich und der für sie gezahlte Preis Kapitalsvergeudung. Es mag schon recht sein, daß es gegenwärtig für die Mechanisierung und die Maschinisierung der Landwirtschaft weniger auf die An- schasfung von neuen Maschinen ankommt, sondern auf die M o- bilisierung der ge-istigen Kräfte der Landwirt- s ch a s t. Der Landarbeiter wird zum modernen Maschinisten. Im Dienst dieser Bestrebung steht das Reichskuratorium für Technik in der Landwirtschaft das durch eine Unterabteilung, die Deulakraft, seit längerem landwirtschaft- liehe Ausbildungskurse in ganz Deutschland, u. a. in Z e e s e n bei Königswusterhauscn, abhielt. Man kann sich den Zweck der Deula- krast klarmachen, wenn man daran denkt, daß der Junge vom Lande in den Kursen der Deulakraft das lernen soll, was ungefähr der vom Lande in die Industrieftadl kommende Hilfsarbeiter sich anzueignen hat, ehe er als sogenannter angelernter Ar- bester in den eigentlichen Produktionsprozeß eingereiht wird. Es gibt bei der Deulakraft u. a. einen Landmaschinenkursus für Landwirte. Ganz richtig wird hier der Schwerpunkt auf die Praxis gelegt und versucht, in etwa AX> Unterrichtsstunden, wovon 160 Stunden auf die praktische Tätigkeit der Schüler ent» fallen, dem Landwirt alles das beizubringen, was er in seinem Be- triebe praktisch oerwerten kanp. Und das ist sehr viel, wird immer mehr, je mehr sich die landwirtschaftliche Maschine sich kompliziert. Eine Scheibenegge ist z. B. ein nützlich Ding. Sie muß aber ge- pflegt werden. Daß man das Pferd striegelt, weiß der Landwirt. Daß die Maschine zu säubern und richtig abzuschmieren ist, will er noch nicht begreifen. So wird unsere Scheibenegge nach der Ar- heit nicht gesäubert, nicht gründlich nachgesehen. Soll-sie gebraucht werden, dann sind ihre Lager defekt. Also muß der Landwirt die richtige Säuberung und den richtigen Abschmiervorgang lernen. Er muß in der Lage sein, die bei der Scheibenegge geplatzten Holzlager auszuwechseln. Er wird zwar, wenn die Schrotmühlenwalzen stumpf geworden sind, diese nach der Fabrik bringen müssen, wo das Schärfen mit Hilfe besonderer Einrichtungen erfolgt. Für die genaue Einstellung der Maschine, die recht schwierig ist und oft falsch gemacht wird und wovon die Qualität' des Kraftfutters ab- hängt, braucht er jedoch keinen Monteur oder teuren Handwerker, auf den er oft wochenlang warten muß. Das kann der Land- wirk selbst machen, vorausgesetzt, daß er es richtig g e- lernt hat. Taufende von B e t r ie b s u n g l ü ck s f ä l I e n find auch in der Landwirtschaft darauf zurückzuführen, daß an den land- wirtschaftlichen Maschinen die Schutzvorrichtungen fehlen. Der Landwirt hat also bei der„Deulakraft" zu lernen, daß Maschinen- schutzvorrichtungen kein Schmuck für Scheunen wände sind, sondern daß sie zur Maschine gehören, wenn er sich selbst vor Schaden behüten will. In einem anderen neuerdings eingerichteten Kursus will die „Deulakraft" Handwerker auf dem Lande für die Ma- fchinenreparatur ausbilden. Es kommen dafür solche Leute in Frage, die ein Gesellenzeugnis des Schmiede-, Schlosser- oiter Mechanikerhandwerks haben. Man muß sich dabei immer ver- gegenwärtigen, daß die„Deulakraft" keine Pfuscher heran- bilden will, sondern daß ihre Tätigkeit auf Weiterbildung abzielt. schlossern. Wer aber kennt die Kunst des guten autogenen Schwei- Auch für den Handwerker auf dem Lande liegen die Dinge doch so, daß er mit seiner Fähigkeit, mal den Erntewagen zu reparieren oder den Pflug in Ordnung zu setzen, nicht weiter kommt. Die kam plizierte landwirtschaftliche Maschine stellt andere Forderungen. llnsere Handwerker auf dem Lande können wohl schmieden oder hens? Wer kann richtig Härten? Das sind aber unerläßliche Dinge. So geht die„Deulakraft" daran und versucht es mit dem auto- g e n e n Schweißen. 5ster und da mögen Vorkenntnisse im Schwei- Teil de» Xandmatchlnenparhes der Seulakrafl Jlu» dem J'andmatchlnen Meparalurhnrsu* XSndlicite'Mandtrerker bei der.dngbildung in der Sreherei ßen vorhanden sein. Wo aber die Schweißung von Nicht« eisen metallen— mit der Verbesserung der Landnischine kommen zunehmend kompliziertere Materialien zum Einbau— besondere Kenntnisse und Fähigkeiten verlangt, da versagen die meisten Handwerker auf dem Lande. Hier muß nachgeholfen wer- den. Aehnlich liegt es z. B. beim Härten von Motorpflug- scharen, für die ganz anderes Material, vor allem ganz andere Härtegrade notwendig sind wie für die bisherigen Schare von Pferdepslügen. Dos und vieles andere muß gelernt fein! Im dritten Kursus, der sich t e ch n i s ch e r Einführungs- kursus für Landwirte nennt, soll schließlich jenes Verftänd- nis für technische Dinge erreicht werden, das z. B. den amerikani- jchen Farmer auszeichnet. Es handelt sich hier um Materialkunde und Wer.kzeugkunde, upr Werkzeug- und Materialbchandlung, kurz gesagt, um die L a b y r i n t h e ü n d G ech e i m n i s s e d e r W e r k- st off- und A r b e i t S! e ch n i k. Die„Deulakraft" ist mit dem Erfolg ihrer Versuche äußerst zufrieden. Hoffentlich gelingt es ihr, von der Seite der Tech- n i k aus zur Lösung des großen Problems der landwirtschaftlichen Rationalisierung beizutragen. Der Welirundfunksender Wir brachten in Nr. 460«in Bild»om deutschen Weltrundfunk. sendet. Unser beutiaer Aufsatz unterrichtet über technische Ein«ll>eitrn dieses Werkes. Der mit kurzen Wellen arbeitende Weltrundfunksender bei Königswusterhausen(Zeesen), der im Gebäude des bekannten Lang- wellen-Deutschlandsc nders aufgestellt wurde, hat nun- mehr den Probcbtrieb aufgenommen. Der Sender ist ebenso wie der Langwellensender von der Tclefunkengesellschaft für drahtlose Tele- graphie gebaut und ähnelt in seinem technischen Aufbau den großen Kurzwellensendern, die in letzter Zeit in großer Zahl für deutsche und ausländische Behörden und Verkehrsgesellschasien geliefert wurden. Es sei hier vor allen Dingen an die Kurzwellensender in Nauen und Buenos Aires erinnert, die im Dauervcrkehr für Telegraphie, Telephonie und Bildtelegraphie zwischen Argentinien und Europa eingesetzt sind. � Folgende technische Daten des Weltrundfunksenders dürften von allgemeinem Interesse sein! Der Sender arbeitet auf einer Eindraht- antenne von zirka 55 Meter Länge, die an einem der vorhandenen Mäste der Landwcllenanlage aufgehängt ist. Die m i t t l e r c T e l e- p h o n i e l e i st u n g, d. h. die Leistung bei eingeschaltetem Sender, jedoch ohne Modulation irgendwelcher Art, beträgt 8 Kilowatt, die Wellenlänge 31,38 Meter. Der Sender ist siebenstufig mit K r i st a l l ste u e r u n g in der ersten Stufe. Die Erzeugung der kurzen Welle geht hierbei so vor sich, daß aus gewissen technischen Gründen in der Metallsteuerstufe eine größere Welle»(niedrige Frequenz) erzeugt wird, deren eine harmoniche Schwingung nach geeigneter Aussiebung verstärkt wird. Diese Aussiebung und Ver- stärkung wird in den folgenden Stufen fortgesetzt, bis dann in der letzten Stufe sowohl die gewünschte Wellenlänge als auch die ge- nügende Leistung vorhanden ist. Dementsprechend weist auch die Röhrenbestückung der einzelnen Stufen eine ansteigende Leistung auf, d. h. die erste Stufe arbeitet mit einer Röhre in der Größenordnung einer Kraftverstärkerröhre (Type KV 218). Die zweite Stufe enthüll eine kleine Senderöhre (Type PS 31, 75 Watt), die dritte Stufe zwei PS in Parallelschaltung, die vierte Stufe drei RS 31, ebenfalls in Parallelschaltung. In der fünften Stufe wird eine Senderöhre mittlerer Leistung(RS 207, zirka 1500 Wast) verwendet, und in der sechsten Stufe zwei Röhren derselben Type in Parallelschaltung. Sie letzte(7. Stufe) arbeitet mit zwei wassergekühlten Röhren(RS 225, 20 Kilowatt) in Gegen- taktschastung. Die Modulation nach dem bekannten Gittergleichstromprinzip erfolgt in der sechsten Stufe mit Hilfe dreier parallel geschalteter Röhren RV 24. Diese Röhrenanordnung macht natürlich I auch eine entsprechende differenzierte Kraftoersorgung notwendig. und zwar dient eine Hochspannungsgleichstromdynamo von 50 Kilo- watt 10 000 Volt zur Anodenspeisung der Endstufe! die Röhren der fünften und sechsten Stufe werden gemeinsam von einer Gleich- stromhochspannungsmaschine von 4000 Volt, 5 Kilowatt gespeist. Die zweite bis vierte Stufe erhält ihre Anodenipannung gemeinsam aus einer 2000-VoIt-Gleichstronlhochspamlungsmaschine von 2 Kilo- watt, während die Kristallstusc von einer 2'20-Aolt-Aleichstrom- dynamo gespeist wird. Für die Heizung der Glühfäden sind folgende Maschinen vorhandein 1 Generator von 40 Volt, 5 Kilowatt Gleichstrom für die Heizung der Wasserkühlröhren in der Endstufe, 1 Generator 20 Volt, 2 Kilowatt Gleichstrom für die Heizung sämtlicher Röhren in den anderen Stufen. Für die Heizung der Modulationsröhren ist außerdem eine Spezialhochsrequenzmaschine vorgesehen worden. Die Gittervor- spannung für die wassergekühlten Röhren der Endstufe, die mit Rück- sich auf die Größe der Röhren stnd die Höhe der Anodenspannung recht erheblichen Wert haben muß, wird von einem besonderen lim- sormer von 750 Volt, 2 Kilowatt Gleichstrom geliefert. Sämtliche Maschinen werden mit Hilfe von Druckknöpfe» von einem Schaltpunkt aus angelassen, das direkt in den Unter- bau der Scndergehäufe mit eingebaut ist. Die elektrische Energie für den Betrieb der Umformer wird aus dem bereits in der Station vorhandenen Starkstromtransformator entnommen, der mit einer Ucberlandzcntrale verbunden ist. Außer dem eigentlichen Sender gehört zu der Anlage noch ein Endverstärker, der die von der Kabelleitung ankommenden Niederfrequcnzimpulfe so verstärkt, daß die Modulationsröhrcn des Senders genügend ausgesteuert werden können. Zur Speisung der Anodenkreise dieses Verstärkers dient ein besonderer kleiner Um- former. Außerdem ist noch ein Gerätcsotz vorgesehen, der zur Messung und Kontrolle der Aussteuerung des Senders dient.'Als Kraftquellen für diese Geräte dienen Akkumulatorenbatterien. Regelmäßige Feruseh-Seudungcn in England. Seit Anfang des Monats finden von der englischen Rundfunkstation 21.O aus regelmäßige Fernseh-Sendungen statt, und zwar täglich mit Ausnahme von Sonnabend und Sonntag von 11 bis 11.30 Uhr.— Zunächst handelt es sich nur um einen Versuchsbetrieb außerhalb der eigen!- lichen Programmzeiten: abgesehen von einige» Bastlern, die sich nach den gelegentlich veröffentlichten Anweisungen ihre eigenen Empfangs- gerate gebaut haben, nehmen an dem Empfang bisher nur die wenigen von der Baird-Gesellfchaft mit Enipfängern ver- sorgten Personen teil, doch werden die inzwischen serienweise fabri- zierten Fernseh-Apparate in kurzem, sobald der gegenwärtige Ver suchsbetrieb zu einem gewissen Abschluß gelangt ist, auf den Markt kommen. Vorläufig wird, da nur eine Wellenlonge versügbar ist, nur da? Fernsehbild— ohne die sehr erwünschte Begleitung durch das gesprochene Wort— gesendet: nach der bevorstehenden Eröfs- nung der neuen Station Brookmans Park sollen die Sendungen jedoch auf zwei Wellenlängen— gleichzeitig für Auge und Ohr— durchgeführt werden.— Bekanntlich war die Haltung der englischen Rundfunk-Gesellschaft dem Fernsehen gegenüber ursprünglich wenig freundlich: erst unter dem Druck der öffentlichen Meinung hat sich die Gesellschaft zu dem Probebetrieb verstanden.— Hervorragende Vertreter der Wissenschaft, u a. Professor Fleming, der berühmte Radio- Physiker, hielten bei der Eröffnung des Betriebes Ansprachen über den Rundfunk und zeigten sich m» Fernseher. Hr,'A, 45. cRttetter�Spor-ir Das Hellas-Schwimmfest. Bundestreue Schwimmer auf dem Wedding. Morgen. Sonntag, veranstaltet der A r b e i t e r s ch w i m in verein Hellas- Berlin, Mitglied des Arbeiter-Turn- und Sport- lmndes, im Stadtbod Wedding, Gerichtstroßc ßö— 69, sein erstes internes S ch w i m m f e st. Das Programm besteht aus einem sportlichen und einem' volkstümlichen Teil. Der Verein, der im September vorigen Jahres gegründet wurde, also erst ein Jahr be- steht, zählt bereits heute über 450 Mitglieder, die nicht nur aus dem Papier stehen, sondern tüchtig für die Arbeiter-Turn- und Sport- bewegung mitarbeiten. Den Beweis hierfür wird der junge Verein am Sonntag erbringen. lieber 250 Schwiimnerinnen und Schwimmer, Anfänger, Sportler, Kipder, Jugendliche und Mitglieder der Altersriege werden sich dem Starter stellen. Aus dem sportlichen Programm ragen hervor, die tOXgO-Metcr-Freistilstafettc für männliche Mitglieder, an der M Schwimmer teilnehmen, sowie die lOXSO-Meter. Bruststaffel mit 3 Mannschaften für weibliche Mitglieder. Eine hervorragende Be- setzung hat das Jugendfreistilschwimmen über 400 Meter und die 4X100-Metcr-Jugen!d-Lagenftasfel gesunden. Die erste Wasserball- Mannschaft, die bekanntlich Anwärter auf die Kraismcisterschaft ist, wird gegen eine kombinierte Mannschaft ihr Können zeigen. Die Sportliebhaber werden bestimmt auf ihre Kosten kommen. Zum ersten Male in der Arbeiterschwimmbewegnng wird im zweiten Teil des Programms eine Revue in neun Bildern aufgeführt, betitelt „Des Schwimmers Traum". Der Veranstalter schlägt hier«inen ganz neuen Weg ein. Heiteres und ernstes wechseln in bunter Reihen- folge ab. Hoffen wir, daß dem Veranstalter, dem bundestreuen �chwimmverein Hellas, für feine Bemühungen, dem Arbeiter-Turn- und Sportbund neu« Anhänger zuzuführen, ein volles Haus be- schieden ist. Der Eintrittspreis beträgt 60 Pf. Beginn 15 Uhr. MundUocULV Die Spiele am Sonntag. Der 1. Bezirk hat in der 1. Gruppe nur zwei Spiele: Eintracht- Mahlsdorf gegen FTGB.-Osten um 14)4 Uhr jn Mahlsdorf, Hönower Chaussee und Eiche-Köpenick gegen FTGB.-Südost 14 Uhr in Köpenick, Wendem'chloßstraße lVereinsplaß). Jn der 2. Gruppe spielt FTGB.-Banmschulenweg gegen FTGB.-Stralo» um 14 Uhr im Plänterwald. Im 2. Bezirk ist das wichtigste Treffen das zwischen �FTGB.-Norden 1 und Velten um 14 Uhr auf dem Plag an der Schönhauser Allee. Hennigsdorf hat Sportverein Moabit als Gegner. In der 2. Gruppe spielen FTGB.-Pankow gegen Schwante in Schwante und FTGB.-Reinickendors-West gegen FTGB.-Nordring in Reinickendorf, Scharnweberstraße, um 11 Uhr. Bei den Frauen spielen Norden i gegen Moabit um 13 Uhr und Hennigsdorf gegen Tegel in Hennigsdorf. Im 3. Bezirk stehen sich in der 1. Gruppe FTGB.-Wcdding 1. Männer gegen 2. Männer um 10 Ubr im Volkspark Rehberge gegenüber. Jn der 2. Gruppe spielt FTGB.-Spandau gegen Charlottenburg-Schwimmer um 14 Uhr in Spandau, Seegefeldcr Straße. Im 4. Bezirk spielen in der 1. Gruppe FTGB.-Süden gegen FTGB.-Neukölln um 14 Uhr Und FTGB.-Friedenau gegen Luckenwaldc-Sportler um 15 Uhr in Friedenau, Osfcnbacher Straße. Bei den Frauen spielen Schöneberg 1. Frauen gegen 2 Frauen um 10 Uhr und Süden 1 gegen Lucken- walde 2.'Abtlg.. 2 um 14 Uhr in Schöncberg, Doininikusplatz. Die wichtigsten Gesellschaftsspiele sind: Nordring- Sportler gegen FTGB.-Norden 3 um 11 Uhr auf dem Exer, Schweissterne gegen Ruderverein Vorwärts 2 um 10 Uhr in Köpenick, Wendenschlohstrahe(Stadion), Kalkberge gegen FTGB-- Ostring um 15 Uhr in Kalkbcrge, Faltbootfahrer 1 gegen Charlottenburg-Schwimmer 2 um 9 Uhr im Voltspark, Rehberg«, FTGB.- Lankwitz 1 gegen Fußballklub Obcrsprec 2 um 11 Uhr in Lankwitz, Scydlitzstraße und Fichtenau gegen Sokol um 15 Uhr in Fichtenau. Heher- Meisterschaften im �.rdeiter-.Athleten-Bund. Nach dem große» Reichsartistenwettstreit wird nun auch die Viindesmeisterschaft des A r b e i t« r- A t h l e t e n- B u n d e s im Gewichtheben in Dessau ausgetragen werden. Am Sonn- tag treten die beiden alten Rivalen im Gewichtheben, der, langjährige deutsche Bundesmeister„Sportliche Vereinigung Lichtenberg- Friedrichsfelde' 04" und„Friesenheim-Ludwigshafen", zum Endkampf um die Biindesineistcrlchast an. Drei Jahre hintereinander konnke unser stärkster Berliner Verein mit einem ganz knappen Punktoor- lprung die Bundesineisterschaft halten. Auch diesmal gehen die Berliner mit bester Vorbereitung an den Start: der am Toten- sonntag ausgetrngene Städtewettkampf Wien— Berlin brachte bereits den Beweis der großen Form der Berliner Vertreter für Dessau. Die Mannschaften bestehen aus je sieiren Gewichtsklassen, vom Fliegen- bis zum Schwergewicht. 8cK«m her— hör' zu! Die größten FTGB.-Bezirke: Süden und Neukölln bringen morgen, Sonntag, die Turner, und Sportler-Revue„Schau her! — hör zu" zum erstenmal zur Vorführung. Die Veranstaltung beginnt um 16 Uhr, Einlaß bereits um 15 Uhr, im Hinteren, neuen Saal(oufpassen, nicht verwechseln!) der Neuen Welt in der Hnsenheide. Karten erhältlich. Boxmeisierscfaafieii der Schutzpolizei. Die am Montag, 2. Dezember, 20 Uhr, im Saalbau Friodrichs- l>ain. Am Frisdrichshaln, stattfindenden Endkämpfe um die Boxmeifterschaft der Berliner Schutzpolizei ver- sprechen guten Sport zu bringen. Die bereits durchgeführten Vor- und Zwischenkäinpse haben besonders in den drei schweren Gewichts- klaffen hervorragende Paarungen zusammengebracht. Während der Pausen konzertiert das Orchester der Schutzpolizei. Der Barver- kauf hat bereits begonnen. Karten sind in offen Polizeiunter- timsten, im Possage-Laden 30 und bei Mücke am Königstor erhältlich. Deutsche Boxer in US�. siegreich. 2er deutsche Borer DomgörgcN gewann im Kampf gegen den Schweden HuHtgrrn, der als Ersatzmann für den verletzten> Hansen eingetreten war, in der vierten Runde durch Niederschlag.! D« tepchh, HoBschwergewechtemeister SR Älter gewann Sicherst j eindrucksvoll sämtliche zehn Runden gegen Roggirelly. Der amerika� nische Schwergewichtsboxer Griffith gewann über Paolino nach Punkten. • Der Sportausschuß des Verbandes Deutscher Faustkampfer hat Rudi W a g e n e r nunmehr aus der Lifte der Bewerber um die Schwergewichtsmeisterschaft gestrichen, nachdem olle Versuche des Duisburgers, bis zum 1. Dezember einen Veranstalter für den Ausscheidungskampf mit Schönrath zu interessieren, fehlgeschlagen sind. Ilm die Anwarischast auf den Titel Ludwig Haymonns werden also Hans Schönrath und Ernst Gühring zu streiten haben.— Dem- nach versprechen sich die Boxsportunternehmer keinen Verdienst mit dem ausgepumpten Wagener.. Fr iedridi-Ebert'Haus! In Bremen hat sich die dortige„Freie Turnerschaft" unter großen Opfern ihrer Mitglieder ein eigenes Heim ge- schaffen, das Friedrich-Ebert-Haus. 275 000 Mark waren nötig, um den stolzen Bau erstehen zu laffen. Die sich im Mittelbau befindende große Uebungshallc entspricht den neuesten Erfordernissen moderner Raumgestaltung und Technik. Neuzeitliche Wasch- und Duschenräume erhöhen den Wert der llebungsstätte. Ein besonders großer Raum für Versammlungszwecke hat Verbindung mit einem >, dem öffentlichen Verkehr dienenden Restaurant. Den Vorraum des Mittelbaus ziert eine eindrucksvoll« und künstlerisch hervorragende E b e r t- B ü st e des Bildhauers Rudolf Gangloff. Zwei vier- gcschossige Wohnhausblocks flankieren den Mittelbau. Jeder Wohn- hausblock enthält vier geräumige und moderne Wohnungen: außer- dem ist noch eine Hausmeisterwvhnung vorhanden. Das Friedrich- Ebert-Haus ist ein bedeutendes Merkmal des Kulturschaffens der Arbeitersportbewegung und zugleich eine bleibende Ehrung des ersten Reichspräsidenten. Das lehen«li(*e Bild. Naturfreunde-Photographen an der Arbeit. Für die Aufnahme der Amateurphotographie in Arbesterkreisen lieferte jetzt wieder die P h o t o g e m e i n s ch a f t d e r Berliner Naturfreunde Beweise. Jn den fünf Jahren ihrer Tätigkeit hat sich die Gruppe prächtig entwickelt. Zugleich dürste sie eine der aktivsten Gruppen in der'Arbeiterbewegung sein, denn der Besuch ihrer Arbestsabcnde schwankt zwischen 80 und 90 Prozent der Mitglieder. Auch im'Ausbau der Arbeit selbst ist ständiger Fortschritt zu verzeichnen. Zeugnis davon gab wieder die Johresausstellung im Buchdrucker-Verbandshaus. Di« ersten Jahre der Arbeit galten der Herausarbeitung einer guten Technik. Motive waren in der Hauptsache die den Natur- freunden am nächsten gelegenen Landfchastsbilder. Wo man an Menschen heranging, um sie in ihrer Ilmwelt zu zeigen, da waren es noch oft die früher üblichen Gruppen mit„gestelller Natürlichkest". Dos ist heute verpönt. Manche Mitglieder zeiglen Talent für den Pressephotographen.„Volk und Zeit" brachte vielfach vorzügliches Material als Ergebnis solcher Versuche. Die diesjährige Ausstellung zeigte gegenüber dem letzten Jahre einen beträchtlichen Fortschritt: das Gesicht der Stadt, der Straße und des menschlichen Alltagslebens trat mehr in den Vordergrund. Das früher mehr kulturgeschichtlich gcschaute Städtebild bekam einen Zug ins Soziole. Dazu Kam- Positionen aus dem eigentlichen industriellen und sozialen Lebe», die als Bildreportage außerordentlich wichtig sind. Besonders erfreulich bleibt, daß technisch und inhaltlich nirgends geschludert wurde. Auch in ihrer G r u p p e n a r b e i t im städtischen Jugendheim Frankfurter Allee 307(jeden Montag Vorträge, Diskussionen, Dunkelkammerarbeiten, Photokurse) stehen die Berliner Natur- freunde-Photograpben unter den 200 Naturfreunde- Photoaraphen- gemeinschaften in Deutschland wohl an der Spitz«. Unter Anleitung guter Fachleute wird wirtlich praktische Arbeit geleistet und zwar nicht als Selbstzweck und für den Eigenbedarf, sondern für die Gemeinschaft. Dadurch werden die Naturfreunde-Photögruppen zu wertvollen Organen der Arbeiterbewegung. Siegreiche finnische Arbcitcrboxcr. Die AuswaHlboxmannschast des finnischen Arbeitersport» bundes(TUL.) Hot bei den Kämpfen gegen Mannschaften des Ar- beiter-Athletenbundes Deutschlands recht gut abge:chnitten. Die sieben Kampfabcndc sahen die Finnen sünfmal siegreich. Einmal unterlagen sie und einmal endete der Wettstreit unentschie- den. Bei der Beurteilung der Ergebnisse ist zu. beachten, daß die finnische Maiinschas! eine Auswahlmannschaft von Meistern und Meisterschaftsanwärtern des finnischen Arbeitersportbundes war. während sich ihnen in den deutschen Gegnern Vereinsmonnschoften entgegenstellten. Jn Hannover, yw die Finnen unterlogen, wgr die Bereinsmannschaft durch Kräjte aus anderen Vereinen verstärkt Affe Kämpfe nahmen einen guten Verlaus und erfreuten sich eines sehr guten Zuspruchs. Die Reihenfolge der Ergebnisse ist: Finnland gegen Magdeburg-Sudenburg 7: 3. gegen„Adler".Staßsurt 8: 4, gegen Braunschweig 8: 4, gegen Bremerhoven-Lche 9: 3, gegen .,Sparta"-HaNnover 3: 7, gegen Hagen 8: 2, gegen Essen 5: S. Aus dem Jugendherbergswerk. Wie dem Amtlichen Preußischen Pressedienst mitgeteilt wird, findet Ansang Dezemder aus der Jugendburg Freusburg an der Sieg eine Woche zur A» s b: l d um g von Herbergscltern statt. Die Woche ioll den Zweck haben, die Herbergseltern mit den vielseitigen Zweigen ihrer wichtigen Arbeit eingehend vertraut zu machen und sie fortzubitden. Als Vortragend« und Mitarbeiter find S-cht-ot»«tmmmn portal, In dies« Zujomnnnchang» sck «mtgeteitt, daß da, deutsche yugendherbergswerk ht fielgetÄeai Maße Vorbild für ähnliche Einrichtungen im Au s l a n d geworden ist. Als Auswirkung eines Besuches von Mitgliedern christlicher Vereine junger Männer in Schottland wurde dort mit der Er. richtung eines Netzes von Jugendherbergen begonnen. Dasselbe wird auch von Holland, der Tschechoslowakei und Schweden berichtet, In Bossen geht's vorwärts? In Frankfurt a. M. kamen dieser Tage die A r b e i t e r s p o rj« La» de skarteilvor stände von H essen und Hessen. Nassau zu einer bedeutungsvollen Tagung zusammen, außerdem mar noch dos Bezirkskartell Kassel, sowie einige Landkreise aus Boyern und der RHeinpsalz vertreten. Von der Zentrolkommission war B u ck anwesend. Aus den gehaltenen Referaten ging hervor, daß die Arbeiten der Landeskartellc in und um Hessen herum durch die ehrenamtliche Tätigkeit stark beeinträchtigt wurden, sowie auch dadurch, daß die zerklüfteten Landesgrenzcn eine Uebersicht über dos Orgonisationsgebiet unmöglich mochten. Nur teilweise wurde fruchtbringend gearbeitet, ober auch hier nur 1n den Zentralstellen. Ilm nun alle Gebietsteile zu erfassen, und namentlich in den Land. kreisen die Miiarbeit in den Kreisjugendousschüssen zu ermöglichen, soll ein« Zentralstelle für Hessen und 5)esscn-Noffau mit den an- grenzenden Gebieten gesälofsen werden. Diese Zentralstelle soll eine Arbeitsgemeinschaft der Kartelle Hessen, Wiesbaden und Kassel dar- stellen, gleichzeitig aber auch die Interessen der in nächster Nähe liegenden Landkreise Bayerns und der dem Rheinland angehörenden Gebiete mit oertreten. Der Zentralausschuß setzt sich aus Vertretern der drei Londeskartelle und je einem Vertreter der angeschlossenen Organisationen zusammen. Neben den Arbeiten mit den Regierung?. stellen soll eine fruchtbringende Tätigkeit innerhalb der Arbeiter. bewegung entfaltet werden. Einstimmig wurde diese Regelung be» grüßt. Der Tagungsverlauf bracht« den Anwesenden intereffantes und lehrreiches Material, das von dem Vertreter der Zentral» kommiffion wirkungsvoll ergänzt wurde. Er konnte insbesondere die angeblich« Mitgliederzohl der bürgerlichen Verbände ins rechte Licht rücken. Gerade für die»Funktionäre waren diese Aus» sührungen besonders lehrreich. Da» Stadlamt für Leibesübungen. Berlin N 24, Friedrich» straße 110/112, hat ein Verzeichnis der Lehrgänge in Leibesübungen für das Winterhalbjahr 1929/30 herausgegeben. Die Lehrgänge be- fassen sich mit neuzeitlichem Knobenturnen, neuzeitlichem Mädchen- turnen, Hindernis- und Bodenturnen, Ringen und Boxen, Wigman- Gymnastik, Schwimmunterricht, Trnckenfkiübungen, Skiübungen im Gelände, Rudern und Eislauf. Die Folgen der Fußballichlägereieu! Der Polizei-Sport- Verein teilt mit: Der gelegentlich des Verbandsfußbolltreifens PSV— Kickers verletzte Polizeisportler H e p p r i ch mußte infolge eines komplizierten Beinbruches in das Staatskrankeichaus überge- führt werden. Die Verlejzung ist aui die siä) zum Skandal aus» wachsende Spiclwcise des Spielers G u m z zurückzuführen. Vereinsvorstände, Schriftführer J 3« den letzten Monaten ist es bei den federführenden vor- jlondsmitgliedern der Arbeitcrfporwereine Sitte geworden. Ankün» digungen und Vorschauen für Sportveranstaltungen. Notizen für „Bundestreue vereine", erst einen Tag vor Stattfinden der ver. anstaltungen an die Sportredaklion des„Abend" abzusenden. Da- durch entstehen unliebsame Verzögerungen bei der Fertigstellung de» Blattes: oft können die Ankündigungen nicht mehr ausgenommen werden. Zni Interesse eines guten Zusammenarbeitens zwischen Redaktion und vereinen bitten wir die Schriftführer usw. für rechtzeitigen Eingang der Rolizen und Artikel zu sorgen. Sportredaktion„Der Abend". Se-rtlort«! ffharl-ttcntiira. Dicnstaa,:j.?e»mber. 2V Uhr.?»Ir<>icrten» oerfammluno bei Adler, Kaiser-Friedrich-SIrahe. Da die Delrqiertrniarteu nw die flcripQqfncrflinctuimmlaiifl ausqeqebeii werde». muH jeder Berti» vertreten sein. »artell siir«rb-ile.l»»rt und»»rpe'vsleqe.»t,i.i»eddinq. Montaa. z. DeZcmber. 20 Uhr. KorlelliiRuirq.„Zur Linde", Ufcrslr. IX Bericht von der SÄ.-Sikunq und-Ziusqade de» Moteriald und der Delcqiertcnkarlen iür drd Sencraiversammlunq am IZ. Driembcr. Sonnsdencl, 3V. November. Berlin. IS.OS San.-Rat Dr. Paul Ftajik: Medizlnisch.hyjienische PlauJerei. 16.30 Unierhjituntsmu.'-ik. 14.00 Luit L. Lehmann: Im Auto quer durch Europa. 19.30 Proeramm der Aktuellen Abteiluns. 20.00 Kabarett. 31.00„Puccini", Dirigent: Generalmusikdirektor Dr. Ernst Kunwald. Nach den Abendmeldungen bis 33X0 Tanrmusik. Bildfunk. 23.50 Belreiuiigsfcier der Stadt Koblenz und Stadt Aachen. Königswuster hausen. 17.30 Dr. Ma.t Drath: Der Beamte im Strafgesetzbuch, 18.1» Waldemar Wcndland: Der Künstler als Arbeiter.' 18.30 französisch für Aufiinger. 18.55 Dr. Konrad Dürre: Ein Unglück kommt selten allein, 19.20 Saitschick: Nation und Völfcergeineinschait. 20.00 Budapester Streichquartett. I. Haydn: Quartett B-Dur op. 16 Nr. A.— 2. Beethoven: Quartett Es-Dur up. 74. 21.00 Von Frankfurt:„Web dem. der dreht"(Bunter Abend). Sonntag, 1. Dezember. Berlin. 7.00 runkgvmnasük.. 8.00 Für den Lander Irl. 8.55 Morgenfeier. 10.00 Wettervorhersage. 10.50 Bildfunk. II.» Utskussion über lunkisebe Darstellungsmdglichkeiten.(Ltg.: Walter Oronosfay.) 12.00 Miltarskenzert. 14.00„Dr. Dolittles Abenteuer." VII.:„Die Gcrichtsverbacdlung." 15.00 Bayerisches OchallplatlenkonTert». 15.25 Programm der Aktuellen Abteilung. 16,10 Nene Unterhaltungsmusik(Sdiallplattonkonrert). 16.» Berliner Theater;„Vom Teufel geholt". Schauspiel von Knut Hamsun, 18.00 Tanzteemosik. 19.00 Duette..(Mia Neusitrer-TbAnissen, Sopran, und Robert Bröll, Tenor. Am Flügel: Georg Vollerthun.) 19 30 Tagesglossen(gespr. von Alfred Kerr). 20.00 Heitere Vorträge. 21.00..Improvisierte Crrählungen." Am Mikrophon: Rudolf Arnhefm. Alfreff Döbltn. Hermann Kasack. Arnold Zsveig, Ltg.: Edlef Kippen. Anschließend Zeit. Wetter. Nachrichten. Sport. Anschließend bis 0.30 Tanzmusik. Kön igssvustcrfaausen. ll.oo Maria Tlmpe: Keine Kinde- dresant. 15.00 Dr. Otto Ehrhardt;. Der FreLcli nz" von C. M von Weber. 18.30 Dr. Alired V.ri c: Stammbuchbiättc:. I9.C» Musikdirektor Ohrmanu: Katholische Kirchenmusik 20.00 Advent. ÜJDD t. F. Mendotssolm-BanboMy i Ofctett Ca- Dar. op. 20 I X Jak BrataMi OriaMt O- 0«, w. 111"