Nr. 54. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Viertel jährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mr., wöchentlich 28 Pfg. fret tu's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuz band: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 M., für das übrige Ausland 3 Mt. pr. Monat. Eingetr. tu der Post Beitungs- Preisliste für 1896 unter Nr. 7277. = Vorwärts 13. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Das fächsische WahlrechtsAttentat ift seiner Vollendung wieder um einen Schritt näher gefommen es ist von der Kommission( Deputation" wird es im sächsischen Landtag genannt) angenommen worden. Unser Dresdener Partei- Organ schreibt darüber: " Mittwoch, den 4. März 1896. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. Jahressteuer weniger als 50 Mark beträgt. Bei gleicher graph über die Theilnahme der Wahlberechtigten an den Steuerleistung wählt also der politisch und geistig hinter Wahlhandlungen folgende Fassung: Den Wahlmänner den Lehrern und kleinen Beamten, sowie der Mehrzahl der Wahlen können alle Stimmberechtigten der betr. Abtheilung Handwerker und Arbeiter der größeren Städte weit zurück- beiwohnen, es dürfen aber unter denselben weder Verſtehende Eingesessene eines Dorfes der Wendei in den handlungen noch Ansprachen stattfinden. meisten Fällen in der ersten, jene aber wählen in der dritten Klasse, haben also taum ein Zwanzigstel des Wahlrechts, das dieser ausübt. Man sieht, diese Abänderungen ändern am Wesen der Vorlage gar nichts. Die Gesetzgebungs- Deputation der Zweiten Rammer hat den Die zweite Kammer wird sich nun im Plenum noch Bericht über ihre Berhandlungen und Beschlüsse bezüglich der Die geringfügigen Abänderungen, welche die Gesetz- mals mit der Vorlage zu beschäftigen haben, die nach ihrer Wahlrechtsvernichtungs- Vorlage, genannt Wahlreform- Borlage", gebungs- Deputation der Zweiten Kammer an dem Wahl zweifellosen Annahme mit großer Majorität, hierauf an die fertiggestellt und an das Plenum der Kammer übergeben. Wie gesetz Entwurf der Regierung vorgenommen hat, sind Erste Kammer gelangen wird. Diese wird jedenfalls bereits mitgetheilt, beantragt die Deputationsmehrheit, 8 Mit- folgende: Nach der Regierungsvorlage sollte die Zahl der weniger Zeit als die Zweite Kammer gebrauchen, um die glieder, die Kammer wolle der Vorlage in ihrer nun- Urwähler durch die nächst niedriger besteuerten Urwähler Vorlage durchzuberathen und sie ganz im Sinne der Remehrigen Gestalt endgiltig zustimmen. 2 Mitglieder der Depu- aus der zweiten oder dritten Abtheilung bis auf drei er gierung und der Majorität der Zweiten Kammer, also untation, die Abgeordneten Dr. Mindwiß und Preibisch, erstatten besonderen Minderheitsbericht und beantragen, die Rammer gänzt werden, wenn auf eine Abtheilung nur ein oder zwei verändert- anzunehmen. wolle den vorliegenden Gesezentwurf ihre Zustimmung verstimmung der Regierung diese Bestimmung dahin abzur Ausgleichung von Differenzen zwischen Erster Urwähler entfallen. Die Deputation hat unter Zu- Es wird also kein sogenanntes„ Einigungsverfahren" sagen. Der Mehrheitsbericht schließt sich würdig dem Gebahren der geändert, daß in jedem Falle auf einen Wahlmann und Zweiter Kammer nothwendig sein, und die Vorlage Rammermehrheit in der ganzen Wahlrechtsfrage an. Von Bei- mindestens fünf Urivähler fallen müssen. Durch diesen gelangt dann sofort an den König. König Albert, an dem bringung irgendwelcher ernsthaften Begründung keine Rede. Nicht Beschluß wird verhindert, daß, wie es in Preußen vor man bisher keine Nervosität in bezug auf die soziale Frage einmal ein Bersuch, die großen Rechtsfragen, die hier gestellt sind, kommt, ein Urwähler einen Wahlmann ernennt. Ferner bemerkt hat, soll eine Beit lang geschwankt haben. eingehend zu untersuchen. Abwesenheit jeden tieferen Verständ- schlägt die Deputation für den Fall, daß sich bei gleichen wir glauben aber nicht, daß es sich um sehr ernste Benisses der sozialen Probleme, welche unsere Zeit bewegen. Mit fecker Bündigkeit wird nur gesagt, daß die Sozialdemokratie Steuerbeträgen nicht bestimmen läßt, welcher von mehreren denken gehandelt hat. Sonst wäre die Vorlage überhaupt alles umstürzen" wolle und stets im Wachsen sei diese sozial- Urwählern zur ersten oder zweiten Abtheilung gehört, vor, nicht eingebracht worden. politische Weisheit genügt zur Begründung" der Nothwendig daß stets das Loos( der Familienname steht fest, das Loos Jetzt wird auch noch vom amtlichen Dresdener feit", das schmähliche indirekte Dreitlaffen Wahlsystem ein- fann man aber forrigiren!) darüber entscheidet und nicht die Journal" die Nachricht, daß der König sich beim Leipziger zuführen, durch welches 80 pCt. des fächsischen Volkes der Willtür alphabetische Ordnung der Familiennamen, wie es die Re- Professor Binding ein Rechtsgutachten erbeten und daß von 20 p& t. der Reichen ausgeliefert werden würden! gierungsvorlage vorschrieb. Der Bestimmung der Regierungs- dasselbe abfällig gelautet habe, formell für durchaus unzuDer 69 Seiten umfassende Bericht giebt Mittheilungen über die Wahlgesetze in anderen deutschen Staaten, welche zeigen, daß die vorlage, daß das Recht der Einsichtnahme der Wählerlisten für treffend und jeder Begründung entbehrend"" erklärt. Uns die Wahlgesetze in anderen deutschen Staaten, welche zeigen, daß die jeden Betheiligten auf die Befugniß beschränkt sein war beiläufig Professor Sohm als Verfasser jenes GutWahlsysteme aller größeren Staaten, außer dem preußischen, weit beffere sind, als das für Sachsen geplante. Ferner giebt der Bericht An- soll, von der eigenen Veranlagung und der Ver- achtens bezeichnet worden indeß wir legen auf diesen gaben über die Verhandlungen der Deputation zu den einzelnen anlagung derjenigen, Personen Kenntniß zu nehmen, welche Punkt keinen Werth. Daß beide genannten Professoren Baragraphen, deren Wiedergabe sich überflüffig macht. Auch dazu schriftliche Vollmacht ertheilt haben, soll unter gegen die Vorlage sind, ist bekannt. Tabellen über die Zahl der Wahlberechtigten in den einzelnen Zustimmung der Regierung folgender Zusaz beigefügt Genug, es ist alle Wahrscheinlichkeit vorhanden, daß Abtheilungen der Wahlbezirke sind beigefügt. werden: Es hat aber die Gemeindebehörde jedem Urwähler die sächsische Landesversammlung, die in fünf Bezüglich der Erklärungen, Resolutionen und Protefte, welche auf Verlangen mündliche Auskunft über den weiteren Inhalt Wochen zusammentritt, sich einer vollendeten Thateingegangen find, wird von der Mehrheit der Deputation bean- der Liste mit Ausnahme der Angaben über Steuerverhält sa che gegenüber befindet. tragt, sie auf sich beruhen zu lassen; diejenigen eingegangenen nisse zu ertheilen. Der Bestimmung, daß bei der Wahl der Möge in der Zwischenzeit jeder Genosse in Sachsen Petitionen, welche den in der Kammersizung vom 10. Dezember 1895 abgelehnten Antrag der Abgeordneten Fräßdorf Wahlmänner die absolute Mehrheit der abgegebenen giltigen all' feine Kraft daran setzen, die schon jetzt so gewaltige und Genossen wieder aufgenommen haben wollen, sollen für un- Stimmen entscheidet, wird mit Rücksicht auf ein neuerdings Protestbewegung in immer weitere Volksfreise zu tragen, zulässig erachtet werden. Sämmtliche Eingaben sollen an die bei einer Stadtrathswahl geschehenes Vorkommniß auf so daß am Tag, wo die Landesversammlung ihre Ber Erste Kammer weitergegeben werden. Anregung der königlichen Staatsregierung folgender Zusah handlungen beginnt, sie das gesammte sächsische gegeben: Erhalten mehr Personen die absolute Mehrheit, Volt, mit Ausnahme des numerisch wie moralisch gleich die als Wahlmänner gemeinsam zu wählen sind, so wenig ins Gewicht fallenden- agrarisch- industriellen Geldgelten diejenigen als gewählt, welche die meisten prozenthums und seiner Handlanger hinter sich weiß, und Stimmen erhalten haben; bei Stimmengleichheit entscheidet den Willen des sächsischen Volkes aus. das Loos. Ferner wird, wiederum unter Zustimmung der sprechen kann. Regierung, folgende Bestimmung eingeschaltet: die Wahlmänner erhalten die Reisekosten nach dem Orte, an welchem die Abgeordnetenwahl stattfindet, aus der Staatskaffe vergütet. Das nähere wird im Verordnungswege festgesetzt. Im Einverständniß mit der Regierung erhält der ParaAus den statistischen Zusammenstellungen, die dem Bericht beigegeben sind, ist die ganze Widersinnigkeit des neuen Wahlsystems klar zu ersehen. In einzelnen un bedeutenden Landorten kann man bereits mit einer jähr lichen Steuerleistung von 18 Mark in die erste Wählerklasse und mit einer Jahressteuer von 7 Mark in die zweite Wählerklasse kommen, während in den drei Großstädten Dresden, Leipzig und Chemnitz niemand in die erste Wählerklasse eingereiht wird, der weniger als 300 Mart Jahressteuer entrichtet und niemand in die zweite, dessen 70 10 Clotilde.( Nachbruck verboten.) Die Oberförsterin wachte bei ihr, auf jede Bewegnng mit inniger Theilnahme achtend. Sie hatte Clotilden so gern, weil sie wußte, fie war die einzige, unglückliche Liebe ihres Bruders Theodor. Dieser Bruder war ihr Liebling, sie war seine Vertraute. Alles hatte er ihr erzählt. Wie er Clotilden fennen gelernt, wie heiß er sie liebte, trozdem sie nun für ihn für immer verloren. Er war ja jetzt heiter und ruhig, hatte aller Liebe entsagt, aber sie wußte: dieser Verlust werde seine besten Lebenskräfte lang sam verzehren. nahm und betrachtete. Aus Italien?" murmelte er vor sich hin, was ist das?" Er schob den Brief in die BrustBinimermädchen oben?" tasche und frug: Wie geht es meiner Frau? Ist das " Die Frau Doktorin muß ihr Zimmer nicht wiedergefunden haben oder in ein anderes gegangen sein," antwortete ein ängstliches, junges Mädchen. Unsinn, fie liegt ja frank im Bett," sagte Langenberg, nahm dem Mädchen das Licht ab und stürmte die Treppe hinauf. Nein, die Frau Doktorin ist nicht im Bett, ich fand die Thüre offen," rief das Mädchen, dem Doktor nach laufend, wurde aber nicht gehört. ist Das alte Wort aber bleibt wahr trotz alledem: Populi voluntas suprema lex des Volkes Wille oberstes Gese B. Und diesem Gesez muß schließlich jeder andere Wille sich beugen. der ja alles wußte, es genannt. Sie hatte ihm vorgegriffen, ihn verlassen, er stand nun allein, jetzt vermißte ihn und er betrübte niemand, wenn er aus dem Leben ging. Da fiel ihm der Brief ein. Er entfaltete ihn und las: Geehrter Herr Doktor! Durch Ihre wissenschaftliche Abhandlung:„ Ueber den Ansteckungsstoff bei der Cholera" sowie durch die glücklichen Kuren, welche Sie voriges Jahr hier vollbracht, sind Sie uns rühmlichst bekannt, es ergeht daher der ehrenvolle Ruf an Sie, in unserer Stadt, die von jener Seuche arg heimgesucht ist, helfend und rettend als Arzt einzutreten. Der Wissenschaft, Ihrer Ueberzeugung sowie den vielen Leidenden zu dienen werden Sie gewiß bas Opfer bringen und unserer Stadt Ihre Thätigkeit Im Zimmer angekommen, stürzte Langenberg auf das widmen. Ihrer umgehenden Antwort und Anherkunft sieht Bett zu und blieb wie gelähmt vom Schrecken davor stehen entgegen Der Magistrat der Stadt Genua." es war leer! Langenberg athmete auf. Das war etwas, was ihm Dann leuchtete er umher Clotilde war nicht zu sehen. jetzt gelegen kam; Arbeit, Thätigkeit waren das Einzige, was Nürdorf erbot sich, die verschriebene Medizin aus der Jetzt riß er anhaltend an der Klingelschnur, daß auf ihn jetzt aufrecht erhalten fonnte. Seine Frau hatte ihn Rürdorf erbot sich, die verschriebene Medizin aus der den Lärm die sämmtliche Dienerschaft tam und ver- verlassen, sich vielleicht schon ein Leid angethan, nach der Apotheke zu holen, dann wolle er auch den Mann Clotildens sicherte, das ganze Hotel durchsucht zu haben, aber ver- Residenz H. konnte er nicht zurück, der Prozeß, die Verbenachrichtigen, um ihn nicht länger in Ungewißheit zu geblich. urtheilung seiner Schwiegereltern stand bevor. Was hatte Lassen. Der Besitzer erschien jetzt und ward sehr ungehalten er noch zu verlieren? sein Leben, damit konnte er der Die Oberförsterin sah ihren Bruder mit dankerfülltem auf den Portier, als er erfuhr, daß dieser die Hausthür Menschheit noch kurze Zeit nützen. Blicke an und jagte:" So ift's recht, ich wußte es ja, daß unbewacht und offen gelassen. Die Frau Doktorin ist Blicke an und sagte:" So ift's recht, ich wußte es ja, daß Er setzte sich hin und schrieb ein Telegramm folgenden Du auch das Schwerste für sie thun würdest." Inhalts: An den Magistrat in G. Jch komme. Dr. Langens Rürdorf wendete sich ab und lud den Arzt ein, gewiß hinaus und davongelaufen" berg." Dann schrieb er noch einen Brief, worin er seinen wieder mit einzusteigen, damit er ihn nach Hause fahre. lezten Willen über seine Hinterlassenschaft fundgab. Da tam er schon wieder- fie hörte den Wagen. Bald darauf traten Rürdorf und der Hausarzt ein. Letzterer untersuchte Clotilden und meinte: wenn starke Mittel sofort angewendet würden, könne das schlimmste vermieden werden. 40. Als Dr. Langenberg nach dem Aufenthalt vor der Thüre die Treppe eilig im Hotel emporstieg, tam ihm ein ganzer Zug Dienstpersonal mit brennenden Lichtern entgegen. " Was geht hier vor?" rief er dem voranschreitenden Portier zu. Ach, Herr Doktor! Gut, daß Sie kommen. Hier ist ein Expreßbrief an Sie." Leuchten Sie," sagte Langenberg, indem er den Brief " ,, Go! Das kann hier vorkommen? Ein schönes Hotel!" " Davongelaufen", wiederholte Langenberg dann starr und stumm zu Boden blickend. Diesen Augenblick benutzte der Befizer um fortzukommen. Geht, sucht auf der Straße", meldet es, rief er seinen Leuten zu. Dann klingelte er dem Hausknecht. Dieser kam. Langenberg, der schon Geld abgezählt, überreichte ihm dies mit den Worten:" Hier, dieses Telegramm sofort auf das Post- oder Telegraphenamt." " Ihr sucht eine Todte! bald werdet Ihr mich suchen Der Bursche nahm beides und ging. müssen", sagte still Langenberg, Clotilde ist fort. Sie Eben wollte Langenberg noch den Testamentsbrief an wollte ja sterben, auch ich kann nicht länger leben. seinen Freund Assessor Händrich frankiven, da hörte er in Eine unbeschreiblich traurige Stimmung bemächtigte der Stille der sinkenden Nacht unten einen Wagen vors sich Langenbergs, die heute erlebten Schrecknisse traten erfahren. neut vor seine Seele. Davongelaufen" hatte der Besizer, ( Fortsetzung folgt.) Die Miedvvlsge VArskiev�s. „Die Kolonialfalle" hat wieder ein großes Opfer gepackt. Die Katastrophe, welche lange über der italienischen Armee unter Baratieri hing, ist hereingebrochen; Baratieri ist aufs Haupt geschlagen und es fragt sich jetzt blas, ob die Trümmer der geschlagenen Armee noch zu retten sind. Ans dem Gewirr der Nachrichten, die obendrein von der Regierung Crispi's verstümmelt und gefälscht sind, ist kein sicherer Ueberblick zu ge- Winnen. Wir wissen nicht, ob Baratieri. um sich durch einen Verzweiflungsstreich aus der Schlinge zu ziehen, einen Generalangriff auf die abessynische Armee versucht hat, oder ob er angegriffen wurde. Die Organe Crispi's scheinen den unglücklichen General zum Sündenbock machen zu wollen— ein Grund mehr zum Mißtrauen gegen alle Depeschen aus Rom. Für Crispi handelt es sich jetzt um Sein oder Nichtsein. Morgen— Donnerstag— tritt die italienische Kammer wieder zusammen. Statt des großen Siegs, den er sich bei Baratieri bestellt— der Verdacht liegt nahe, daß er diesen zum Angriff gehetzt hat— tritt er vor die Kammer mit der Hiobspost einer Niederlage, wie sie in diesem Umfange noch von keiner europäischen Armee in Afrika erlitte» worden ist— denn bei den früheren Katastrophen dieser Art bestanden die geschlagenen Armeen stets zum weitaus größten Theil ans Eingeborenen in europäischen Diensten. Die Aufregung ist groß und der Sturm wird sofort über das Haupt Crispi's hereinbreche», um den seine tugendhasten deutschen Be- wunderer schon zittern. Es liegen u. a. folgende Depeschen vor: M a s s a u a h, 2. März, nachm. 3 Uhr 15 Min.(Meldung der(Crispi-osfiziösen)„Agenzia Stefani".) General Baratieri be- schloß, wie er aus dem Lager telegraphisch mittheilt, am 29. Februar abends die Siellungen der Echoaner am 1. März morgens in drei Kolonnen anzugreifen. Auf dem linken Flügel stand die Kolonne des Generals Albertone aus 4 Bataillonen Ein- geborener und 4 Gebirgsbatterien bestehend. Das Zentrum nahm die Brigade des Generals Arimondi ein. Auf dem rechten Flügel stand die Brigade des Generals Dabormida mit 4 Gebirgs- datterien. Die Brigade des Generals Ellena mit den Schnellfeuer- batterien bildete die Reserve. Die Spitzen der Kolonnen erreichten die Wege nach Adua und besetzten dieselben ohne Kampf. Die Kolonne Albertone befand sich beim Vormarsch auf Abbacarima bald im Gefecht mit der ganzen schoanischen Armee. Die Kolonne konnte sich jedoch gegenüber den überlegenen feindlichen Streitkräften nicht lange halten und mußte die Brigade Arimondi heran- ziehen, welche aus dem Zentrum herangerufen wurde, um den Rückzug der Kolonne Albertone zu decken. Die Kolonne Albertone konnte wegen ihrer zusammengedrängte» Stellung nicht mehr vollständig ihre Streitkräfte an sich ziehen. Unterdessen wurden die Angriffe der Echoaner ans die ganze Front immer heftiger; die Echoaner überflügelten die Italiener von rechts und links, so daß die Italiener ihre Stellungen ver- lassen mußten. Wegen der sehr großen Terrainschwierigkeiten konnte die Gebirgsartillerie nicht fortgeschafft werden. Bisher sind noch keine Einzelheiten über die Verluste der Italiener be- kannt. Die italienischen Korps zogen sich bis hinter die Belesa zurück. Rom, 3. März, Nachm. 12 Uhr 30 M. Die Nachrichten aus Afrika haben einen schmerzlichen Eindruck gemacht, die Stimmung des Publikums ist aber gefaßt. Bisher hat keine Zeitung besondere Ausgaben veranstaltet.— Der Minister- rath ist soeben zusammengetreten, um über die Lage zu be- rathen.— Rom, 3. März. Die Morgenblätter besprechen die letzten Nachrichten aus Maffauah. Der„Popolo Romano" meint, der unvermuthet gefaßte Entschluß des Generals Baratieri, den Feind, den er in von Natur sehr festen Stellungen wußte, anzu- greifen, ohne neue Verstärkungen abzuwarten, sei unerklärlich. Man müsse glauben, daß General Baratieri, da er von der un- mittelbar bevorstehenden Ankunft des Generals Baldiffera Kenntniß hatte, der Versuchung unterlegen sei, sich vor der Ankunft des Generals Baldiffera durch irgend eine große militärische Unternehmung hervorzuthun. Die Lage des Expeditionskorps sei natürlich eine schwierige ge- worden, und, um sich aus derselben zu befreien, bedürfe es großer Kaltblütigkeit des Oberkommandos in Afrika und großer Energie der italienischen Regierung. Das Blatt glaubt, daß das Expeditionskorps sich nach Coatit oder vielleicht nach Asmara zurückzieht. Das Blatt erfährt ferner, General Lamberti sei nach Asmara abgegangen.— Der„Messaggero" sagt, General Baratieri habe waghalsig nach seinem Kopfe gehandelt, indem er vor dem Rücktritte von dem Oberbefehl über die Truppen sein Glück versuchen wollte. Rom, 3. März.„El Esercito" schätzt, daß von italienischen Truppen 15 0(30 Mann und 10 Gebirgsbatterien mit 52 Geschützen am Gefechte theilgenommen haben.„Fanfulla" sagt, der größte Theil der Geschütze müsse wohl vordem Rückzugeunbrauchbargemacht oder in die Schluchten gestürzt worden sein.„El Esercito" behanplel, die Schoaner hätten die italienischen Truppen aus dem Rückzüge nicht verfolgt. General Baldiffera werde morgen in Maffauah eintreffen. Nach der„Fanfulla" und dem„Esercito" würde der Jahrgang 1872 zu den Waffen einberufen werden. Die „Tribuna" erklärt, das Parlament müsse die Angelegenheit mit Ruhe berathen.— Die Bevölkerung ist schmerzlich bewegt, aber ruhig; die Stadt zeigt ihr gewohntes Aussehen. Nolikifcho Aebev�rhk. Berlin, 3. März. Der zweite Tag der Znckerdebatte im Reichstage wurde vom preußischen Landwirthschasts-Minister von Hammer st ein-Loxten mit einer IV�stündigen Rede eingeleitet, in der er den Agrariern trotz all ihrer Zirkus- scherze soviel Liebes und Gutes sagte, daß er dafür ein laut- tönendes Bravo erntete. Mindestens während des Zucker- krieges werden sie ihn nicht mehr auffordern,„noch sonst was" zu thun; er thut für sie schon so viel, daß ihm zu thun wirklich nichts mehr übrig bleibt.— Dann kam der konservative Abgeordnete v. Puttkamer-Plauth. Seine Rede wirkte noch abstoßender wie die dreistfröhliche Begehrlichkeit der Prämienritter; er wollte verschämt thun, sprach davon, daß die Industrie die Prämien nicht gern nehme und nur, weil sie müsse, dabei zeigte er aber genau dieselbe starke Liebesgaben- Bedürftigkeit wie irgend ein anderes Mitglied vom Stamme:„Nimm die Prämien, wo Du sie kriegen kannst." Ja, er verstieg sich sogar zu dem Wunsch, der Bundesrath solle die Vollmacht erhalten, die Prämien sofort zu erhöhen, wenn etwa andere Staaten jetzt Kampf- Prämien ihren Produzenten gewähren würden. Graf Posadowsky, dem die Angriffe Richter's wie es scheint eine schlaflose Nacht bereitet hatten, ließ von der„anato- mischen Ruhe", die er gestern erfand, beute nichts merken; er erwiderte nervös und gereizt und vergaloppirte sich dabei zu dem Zugeständniß, daß die Landwirthschaft Geschenke vom Reichstage bekomme— denn er warf dem Abg. Richter vor, daß dieser und die Linke der Landwirthschaft ja nichts geschenkt habe, da sie gegen jedes bisherige Branntwein- und Zuckersteuergesetz gestimnit hätten. Dann sang er noch das hohe Lied von der Rübe und der Kultur, die sie verbreite, dem Segen, den sie dem Lande bringe, setzte sich dann zufrieden nieder und strich seine langen Bartkoteletten, bis ihm unser Ge- nosse Bock zeigte, welche Stimmung im Lande bei den großen Massen durch dieses Zuckervertheuerungs-Eesetz und die ganze Liebesgaben-Politik hervorgerufen werde. Das war die Kehrseite von der Medaille! Das Elend der Ar- beiter in den Rübenzucker-Fabriken, das auch in den Be- richten der Gewerbe-Jnspektoren als ein kaum noch zu steigerndes geschildert wird, die Milliarden, welche aus den Taschen der ärmsten Bevölkerung den Agrariern von jeher zugewendet werden, sanden an Bockeinen beredtenSchilderer. Die Rechte war während Bock's Rede am Büffet versammelt, um dort das Gedeihen des Zuckervertheuerungs-Gesetzes kräftiglich zu begießen; es war dies auch für sie eine angenehmere Be- schäftigung, als sich die ihnen sehr unbequemen Wahrheiten anzuhören, die Bock zu hören gab, sojsu. a.:„Wenn ein armer, zerlumpter Arbeiter einem solch' vornehmen Herrn einen Thaler schenken wollte, würde es gewiß als Be- leidigung betrachtet werden; sich aber mit Staatshilfe einen Thaler von jeder Familie durch die Zuckervertheucrung herausquetschen zu lassen, das ist vornehm und staats- erhaltend!" Der pfälzische Zentrums-Süßraspler Schädler ver- suchte vergeblich Bock's Einwürfe abzuschwächen. Da Schädler sich offenbar um die Arbeiterverhältniffe in den Zuckerfabriken noch nicht gekümmert hat, waren ihm Bock's Mittheilungen darüber fast unglaublich, und schließlich meinte er, dann müßten wir ja erst recht für die Zucker- steuer-Erhöhung stimmen, damit die Fabriken in die Lage kämen, höhere Löhne zu zahlen! O, wenn Tu geschwiegen hättest. Du wärst ein Philosoph geblieben! Die erbärmlichste Ausbeutung der Arbeiter und Arbeiterinnen fand ja gerade zu jener Zeit statt, wo die Zuckerfabriken in hohen Divi- denden schwelgten und 40 und 60 pCt. ihren Aktionären gaben! Erst durch die Umänderung der Gewerbe-Ordnung sind wenigstens die Arbeiterinneu etwas vor der brutalen Habgier geschützt worden! Im übrigen that Schädler so, als ob er nicht ganz für das Gesetz zu haben wäre. Er vertritt die Schacherpolitik des Zentrums, die sich durch scheinbaren Widerstand und etwas Herunter- handeln den Anschein der Volksfreundlichkeit geben will. Man merkte seiner Rede an, daß er, wenn er so könnte, wie er wollte, überhaupt uicht für die Vertheuerung zu haben wäre. Aber der Bien muß! Auch in der Zentrums- Partei sitzen Hörige der Agrarier und Schädler ist einer der Hörigsten!— Morgen Fortsetzung der Berathung. Das preußische Abgcordnetenhans hat am Dienstag end- lich die zweite Lesung des K u l l u s e t a t s so weil gefördert, daß der Titel„Ministergehalt" bewilligt wurde. Freilich be- durfte es erst einer Drohung seitens des Präsidenten, daß er Abendsitzungen anberaumen werde, wenn keine Aussicht sei, daß der Kullusetat bis zum Ablauf der Woche zu Ende kommen wird. Die Herren werden also ihre Redelust etwas eindämmen und sich mehr an die Sache halten müssen, wenn sie der Be- flrafung mit Abendsitzuugen aus dem Wege gehen wollen. Heute verstieg sich das Gezänk der staatserhaltenden Parteien zu einer Debatte darüber, wer von ihnen am meisten zum Wachsen der Sozialdemokratie beigetragen habe. Der national- liberale Abgeordnete Friedberg bezeichnete daS Verhalten des Zentrums bei der Dortmunder Wahl als politische Heuchelei. und das Zentrum rächte sich für diesen Vorivurs dadurch, daß es durch den Mund des Abg. Dasbach verkünden ließ, die Nationalliberalen seien vielfach bei Wahlen mit den Sozialdemokraten zusammengegangen. Nun werden unsere Genoffen wohl ganz genau wissen, wem sie ihre Erfolge zu danken haben. Natürlich verzapste auch der jetzt „wild" gewordene Herr S t ö ck e r seine Weisheit. Er forderte wiederum ein Volksschulgesetz zur Abwehr der umstürzlerischen Bestrebungen, die in Deutschland so gefährlich wären, weil sie langsam alle Schichten des Volkes durchdringen. Jedenfalls kann unsere Partei mit der heutigen Debatte zufrieden sein. Morgen wird die Berathung fortgesetzt.— „Der deutsche Arton", wie der flüchtige Friedman« fortwährend von den französischen Blättern genannt wird, giebt sich außerordentliche Mühe— und es fehlt ihm dabei nicht an einflußreicher Unterstützung— die Verbreche», wegen deren seine Auslieserung verlangt wird, als politische hinzustellen. Wenn es wahr ist, was uns mitgetheilt wird, daß er im Besitze des ganzen auf die Kotze-Affäre befindlichen Materials sei, dann dürfte allerdings in gewissen sehr einflußreichen d eutschen Kreisen der Wunsch erwacht sein, mit Herrn Friedmann lieber einen Vergleich zu suchen, als auf seiner Auslieferung zu bestehen. Ausfällig und erwähnenswerth sind zwei Thatsachen: Der Advokat, welcher in Bordeaux die Sache Friedman«'? führt und, wie uns aus absolut sicherer Quelle mitgetheilt wird, einer der angesehensten Rechtsanwälte von Bordeaux ist, hat in einem Rathe der Kollegen die feste Ueberzeugung ausgedrückt und den meisten seiner Kollegen beigebracht, daß die Auslieferung Friedmann's unmöglich sei, und er hat sich mit dem ganzen Material nach Paris zur Regierung begeben. Die zweite Thatsache ist. daß Friedmann von irgend einer Seite genügende Geldmittel zur Verfügung gestellt sind, nm alle Geldsummen, um welche er seine Gläubiger betrogen oder geschädigt haben soll, sofort zu bezahle». Das Geld liegt parat. Taraus folgt, daß es ihm an Freunden und Gönnern nicht fehlt.— Von einem Bündnitz zwischen Spanien und Frankreich fabeln chauvinistische Kannegießer. Die Spanier, so wird uns vorgeredet, wollten den Franzosen einige kleine Kolonien abtreten, wenn sie ihnen gegen die Vereinigten Staaten von Nordamerika helfen wollten. Besagte Kanne- gießcr wissen nicht, daß die große amerikanische Republik mit Hilfe der Franzosen gegründet wurde und daß seit die Vereinigten Staaten bestehen, sie von jedem Franzosen gewissermaßen als Tochterstaat, oder richtiger, wie die Dinge jetzt stehen, als Schwesterstaat Frankreichs betrachtet werden, mit dem ein Krieg einfach unmöglich. Räumte doch sogar Napoleon der Dritte vor dreißig Jahren Mexiko, nur nm einem Konflikt mit den Vereinigten Staaten aus dem Wege zu gehen.— Das amerikanische Nepräsentantenhaus ist dem Beschluß des Senats zu gunstcn der Kubaner bei- getreten. Man telegraphirt darüber: Washington, 3. März. Unter tosendem Beifalls- jubel der Gallerien, den der Sprecher einzudämmen sich vergebens bemühte, hat das Repräsentantenhaus in seiner Abendsitzung mit erdrückender Mehrheit— 263 gegen 16 Stimmen— den am Freitag im Senat an- genommenen Antrag betreffs der Anerkennung der kubanischen Republik zum Beschluß erhoben. Nur die Stelle im Wortlaut des Beschlusses, durch welche den« Präsidenten die Unterstützung des Kongresses zugesichert wurde, ist gestrichen und zwar geschah das des- halb, weil der gesetzgebende Körper entschlossen ist, alle»othwendigen Maßregeln selbständig zu dekretiren.— Der Staatssekretär Olney hat sich mit der vom Gesandten Delome gegebenen Erklärung über den der amerikanischen Flagge in Barcelona angethanen Schimpf als zusriedengeftellt erllärt und dem Gesandten Taylor in Madrid gekabelt, er möge die spanische Regierung dahin benach- richtigen, daß man in Washington das prompte Desavouö Spaniens wohl zu schätzen wisse. Es haben nun beide Häuser des Kongresses sich für den kubanischen Ausstand erklärt, und, wenn auch der Präsident sich noch zurückhalten sollte, so ist doch der Welt kundgegeben, daß die ungeheuere Mehrheit des amerikani- schen Volkes für die Lostrennung Kuba's von Spanien ist. Und das ist an sich schon ein so großes moralisches Gewicht, daß das schwache Spanien außer stände ist, ein Gegengewicht zu schaffen. In Spanien herrscht große Erregung, allein in das Unvermeidliche wird man sich zu fügen haben. Je eher man den Gedanken der Lostrennung ins Auge faßt, mit desto geringeren Opfern kann sie vollzogen werden. Freilich sie bedeutet vielleicht eine Revolution.— Chronik der Majestätsbeleidigungs- Prozesse. Dem wegen Kaiserbeleidigung zu 1 Jahr Gefängniß in Weißen- fels verurtheilten Kleiderhäudler Franz Zehs che ist es ge» lungen, die Wiederaufnahme des Verfahrens zu erzielen. Er ist, nachdem er schon mehrere Monate der Strafe verbüßt hat, auf freien Fuß gesetzt worden. Z. glaubt den Nachweis erbringen zu können, daß der Belastungszeuge falsch geschworen hat. Wegen Majestälsbeleidigung hatte sich vor der Gießener Strafkammer der Arbeiter Leonhard Heinlein zu ver- antworten. Ter schon mehrfach Vorbestrafte soll die Beleidigung am Geburtstage des Großherzogs im Provinzialarresthaus be- gangen haben. Er wurde zu drei Monaten Gefängniß ver- urtheilt. * Deutsches Reich. — Aus recht unzuverlässiger polizeilicher Quelle durfte die folgende, von den meisten Blättern kritik- los nachgedruckte Notiz des„Hamb. Korr." stammen. Dieselbe lautet: „Diebstahl geheim« Erlasse. Die Thäter des Diebstahls des kaiserlichen Gnadenerlasses an die Armee sind be- kanntlich ermittelt worden und geständig, die Vorgänge bei ihrer Verhaftung selbst sind bekannt. Es wird uns hierzu aber des weiteren geschrieben: Der Gang der Untersuchung hat ergeben, daß eine Bestechung zur Ausführung des Diebstahls nicht»ach- gewiesen wurde» daß dagegen eine förmliche Verbindung zur Vollführung solcher Bubenstreiche besteht. Diesmal war der Plan gut überlegt. Ueber der Druckerei von Mittler befindet sich seit Jahren im dritten Stock die Buchbinderei von Cammer«. Ueberlieferungsgemäß Hilst die Buchbinderei, da es in der Druckerei dafür kein Personal giebt, Mittler u. Sohn beim Falzen des„Armee- Verordnuugs- blattes" durch Buchbinder aus. Beide Geschäftsstellen sind durch eine gemeinsame Treppe untereinander verbunden. Als nun einer der drei Belheiligten, Hillat, Schunet, Jetsche, zur ge- wohnten Stunde sich zum Falzen in die Druckerei begab, trat ein zweiter als„Verbindungsmann" auf die Treppe, während der dritte vom Treppeneingange zur Buchbinderei aus die Beobachtung versah. In einem geeigneten Moment er- Iheilte der letzte dem Mittelmann verabredetermaßen einen Wink, dieser dem Falzer, worauf die betreffende Nummer ihren Weg über die Treppe in die Buchbinderei von Cämmerer machte. Der Beobachtungsinann lieferte das„Armee-Verordnungsblall" sogleich an den„Vorwärts" und zwar an Dr. Braun ab und war bei der Vernehmung erstaunt, daß Dr. Braun ihn, wie er ausgesagt habe, nicht kenne. Dieser Widerspruch in beiden Aus- sagen war die Veranlassung, daß Dr. Braun längere Zeit in Haft gehalten wurde. Cs liegt also Diebstahl und Hehlerei vor. Ein Vertreter des Kriegsministeriums wird zugezogen werden. um zu begutachten, ob alle Schutzanordnungen, die beim Druck geheimer Erlasse zu beobachten sind, getroffen waren. Liegt nun auch keine Bestechung vor, so ist die Rolle des „Vorwärts" doch hinreichend gekennzeichnet, und er wird nun niemand mehr täuschen, um den Eindruck zu erwecken, als ob hohe geheime Verbindungen zu ihm führten, und dadurch seine» Abonnentenstand erweitern. Man weiß jetzt, woher der Wind bläst, der ihm geheime Papiere angeblich aus seinen Schreiblisch weht. Es kann natürlich nicht ausbleiben, daß das Kriegs» Ministerium sich in Zukunft vor Wiederholungen derartiger Bubenstreiche zu schützen suchen wird." Es ist bezeichnend für die Blätter, welche sich nicht genugsam über die ihnen etwa? gar zu rasche Berichterstattung des „Vorwärts" entrüsten, daß sie auS dem Gange eines noch nicht abgeschlossenen Gerichtsverfahrens ununterbrochen Mittheilungen und noch dazu gefärbte und gefälschte bringen. Wir beschränken uns blos auf zwei Berichtigungen der vor- stehenden gemeinen Auslassung: 1. Es bestehen keinerlei Ver- bindungen des„Vorwärts" zur Erlangung geheimer Aktenstücke; dem„Vorwärts" fallen diese, ohne daß er den Finger rührt, in den Schooß. 2. Unserem Redakteur Dr. Braun war der Ueber- bringer des„Militär-Verord inngsblatles" vollständig unbekannt, von seinem Namen und sein« Stellung erhielt er erst nach seiner Verhaftung Kenntniß. Wir sind neugierig, ob der„Hamburger Korresp." und die Zeitungen, die so begierig dessen Notiz abdruckten, auch von dieser Richtigstellung Notiz nehmen werden.— — Zum ambulanten Gerichtsstand der Presse. In der„Deutschen Juristen-Zeitung" äußert sich Rechtsanwall Dr. Staub zu der vom„Verein Berliner Presse" an den Reichstag gerichteten Petition um Aufnahme einer Be- stimmung in die Strasprozeß-Novelle, durch welche der ambulante Gerichtsstand beseitigt wird, folgendermaßen: Den Gesetzgeber der Strasprozeß-Ordnung, der neben dem allgemeinen Gerichts- stände des Wodnsttzes des Thätcrs den Gerichtsstand der be- gnngenen That aufgestellt hat, leitete hierbei die wohlbegründete Meinung, daß an diesem Orte der Thatbestand meist besser geprüft und verständnißvoller beurtheilt wird. Aber diese Voraussetzung paßt bei Prcßdelikten lediglich auf den Ort der Ausgabe der Druckschrift. Dort laufen die geistigen Fäden der Druckschrift zusammen, die Anschauungen jenes Ortes sind es, die für die gerichtliche Beurtheilung des Preßdelikts maß- gebend sind. Durch die Etablirung von t a u s e n d e n und abertausenden von zulässigen Gerichtsständen werden die Männer der Presse gegen alle übrigen Staatsbürger in unermeßlichen Nach- theil gesetzt, ohne daß ein gesetzgeberischer Grund zur Statuirung solcher Rechts»»gleich- heit bestände. — Die Nothwendigkeit eines Reichs-Vereins» und Versammlungsrechtes erörtern heute die„Berliner Neuesten Nachrichten". Ihr Standpunkt wird durch jolgeude Sätze charakterisirt: „Jeder Versuch einer Neugestaltung des Vereinsrechts ans einheitlichem Grunde würde von dem Gesichtspunkte der Ein- schränkung an sich zulässiger Freiheiten ausgehen müssen, um der Sozialdemokratie die Hinterthüren zu verriegeln." „Es«giebt sich ans dem Gesagten von selbst, daß eine Re- form nur unter der Vorbedingung einer Aussonderung der Sozialdemokratie aus dem Verbände der bürgerlichen Gesellschaft ausführbar wäre. Ohne ein Ausnahmegesetz, welches die Sozialdemokratie des Antheils an den rechtlichen Wohlthaten der übrigen Gesellschaft in poli- tischer Hinsicht beraubt, wird die bürgerliche Gesellschaft ans jede weitere Entwrckelung ihrer Einrichtungen gemäß dem Fortschreiten des Kulturlebens überhaupt verzichten müssen. Das gilt nicht nur von dem öffentlichen, sonder» stellenweise auch vom private» Rechte, wofür das Bürgerliche Gesetzbuch ein gerade für unser Theina bemerkenswerthes Beispiel bietet. Jedes Wort der Kritik zu diesen Aeußerungen ist überfliissig. — Herr Stöcker erklärt jetzt, daß er bereit war. die Kröcher'sche Abänderung seiner Erklärung, nämlich seine Be- zichungen zum„Volk" abzubrechen, bis das Blatt die von ihm bezeichnete Linie innehalte, nicht blos vor dem Eljer» Ausschuß der konservativen Partei, sondern auch öffentlich auszusprechen.— Dresden» 2. März. Das„Dr. Journal" schreibt: Einer in den„Verl. N. Nachr." vom 2S. v. M. enthaltenen Notiz zufolge sollte die königl. sächsische Staatseisenbahn- Ver- w a l t u n g beschlossen haben, daß anläßlich der bevorstehenden Berliner Gewerbe- Ausstellung jedwede Ver- g ü n st i g u n g in der Personenbeförderung abzulehnen sei. Diese Maßnahme wird in der erwähnten Notiz auf die großen Nachtheile zurückgeführt, welche die preußische Eisenbahnverwaltung der sächsischen dadurch bereite, daß sie den Durchgangs-Personen» verkehr von und nach allen Theilen Deutschlands über Berlin leite. Dem gegenüber geht uns von unterrichteter Seite die Mittheilung zu. daß 1. durchaus nicht jede Vergünstigung in der Personenbeförderung anläßlich der Berliner Gewerbe»Aus- stellung von der sächsischen Staatseisenbahn- Verwaltung ab- gelehnt werde, und 2. insoweit Ablehnung beantragter Ver- günstigungen stattgefunden hat, hierbei ganz andere Gründe als die in der Korrespondenz der„B. N. N." bezeichneten maßgebend gewesen sind."— Dresden» 3. März. In der heutigen Sitzung der zweiten Ständekammer wurden 4 0C5S56 M. zum Bau eines neuen Ständehauses bewilligt.— München, 2. März.(Eig. Ber.) Die Abgeordneten- k a m m e r begann heute endlich die Berathung des Kultus- e t a t s und zwar bei äußerst schwach besetztem Hause; etwa ein Drittel der Abgeordneten ist anwesend. In früheren Zeiten, da noch von der Existenz eines bayerischen Liberalismus gesprochen werden konnte, war der Kultusetat die piöco de resistance für ultramontanes und liberales Kampfgetümmel. Jetzt ist Ultra- montan Trumpf; der neue Kullusminister v. Landmann ist völliges Zentrumswerkzeug geworden und im Finanz- ausschuß, wo die Handelschaften der bürgerlichen Par» teien mit der Regierung erblühen, wagte lein Liberaler gegen die ultramoutanen Unverschämtheiten zu mucken. So hält der bäuerlich schlaue, kleinliche und knauserige Zentrumsführer D all er als Referent zum Kultusetat das Heft in den Händen. Von liberaler Seite sprach heule der Abgeordnete Dr. G ü n t h e r, der sich auch„freisinnig" nennt. In schwülstigen Phrasen sprach er von Toleranz, von der Nothwendigkeit der unbedingten Lehr-, Lern- und Forschungsfreiheit, allein seine fast zweistündigen Deklamationen, so viel treffliche Gedanken sie ent- hielten, machten keinen Eindruck, weil eben Herr Dr. Günther es war, der sie in Worte faßte, und weil der Liberalismus in Bayern, mag er nationalliberal sich räuspern, mag er gar frei- sinnig spucken, jedweden Kredit verloren hat. Das Zentrum schickte eine bisher unbekannte Größe, einen Pfarrer S ch e u b e ck, vor. der sich in nicht mehr ungewöhnlichen Wendungen gegen norddeutsche atheistische Professoren erging, die das Fundament des Staates verrunjeniren, von der herrschenden Imparität sprach, giebt es doch in der„stistungsgemäß katholischen Universität" Würzburg sogar 11 protestantische Dozenten und Professoren der Medizin, und die Medizin ist.doch gewiß eine Wissen- schast, die nur auf positiv christlich- katholischer Grundlage gedeihen kann. Und was des unverschämten Unsinns mehr ist. Eine anderthalbstündige äußerst eindrucksvolle Rede Voll- in a r' s, die das Unbehagen des Ministers und der„Liberalen", den lärmenden Unwillen des verehrten Zentrums erregte, gestaltete die Situation anders. An der Hand instruktiver Kundgebungen der neueren katholischen Literatur zeichnete Genosse Vollmar die der eigentlichen, voraussetzungslosen Wissenschaft feindlichen Bestrebungen des Zentrums, die, soweit sie sich auf Bayern erstrecken, das Land zum Gespött machen, die Lehrfreiheit zu unterdrücken versuchen. Die Regie- rung, anstatt diesem Treiben energisch entgegenzutreten. ist dem Zentrum völlig zu Willen. Der neue Kullusminister hat sich von D a l l e r und Konsorten bereits völlig breit schlagen lassen. Wenn der Minister so fort fährt, kann das Bildungs- wesen in Bayern noch weit kommen. Beim Liberalismus, der früher gegen derartige Bestrebungen ankämpste, ist aller Kampfes- murh geschwunden. Kein Liberaler wagte im Finanzausschuß gegen die Prätentionen des Zentrums und die Haltung des Ministers, der die Lehrfreiheil preisgab, zu opponiren. Im weiteren Verlauf seiner Rede kritisirt Vollmar die kleinliche Art des Referenten D aller, der hier beim Bildungswesen um einige 100 M. feilsche, während es ihm bei zweiselhasten agrarischen Projekten nicht auf ein paarmal Hunderttausend ankomme. Er berührt das Verhalten des Zentrums dem Professor Bren- t a n o gegenüber, der den Ultramontanen nicht Agrarier genug sei; habe auch die Sozialdemokratie alle Ursache, die Ansichten Brentano's zu bekämpfen, so führe sie ihren Kampf doch mit den Waffen des Geistes und lasse nicht die Wissenschaft und die Studenten den Zorn gegen die Professoren entgelten. Des weiteren besprich! er das Unwesen der Kollegiengelder, geißelt die feindliche Haltung der Regierung und der Parteien gegen- über dem Frauenstudium. Unser Redner schloß mit der Auf- forderung. daß die Einzelstaaten, deren politische Stellung die Reichsgewalt immer mehr einenge, wenigstens auf dem kulturellen Gebiete vorwärts zu streben hätten.— Nach der Rede Vollmar's wurde die Debatte auf morgen vertagt. Auf die Erwiderung des Ministers darf man gespannt sein.— England. — Eine große Marinevorlage brachte der erste Lord der Admiralität gestern mit einer programmatischen Rede im Unterhause ein. Das Flotlenpersonal soll um 4900 Mann vermehrt werden. Die Gehälter der verantwortlichen Offiziere würden erhöht werden.„Wir sind in der Lage gewesen," fährt der Redner fort,„die Zahl unserer im Dienst befindlichen Schiffe belrächtlich zu vermehren, wir haben unsere verschiedenen Ge- schwader im Kanal, im Mittelmeer, in China verstärkt und wir haben unsere abgenutzten Schiffe ersetzt. Auch durch die Errichtung des fliegenden Geschwaders ist die Zahl unserer im Dienst befindlichen Schiffe reichlich erhöht worden. Ein Be- trag von 4 000 000 M. ist für das laufende Finanzjahr be- sonders eingestellt worden bei den Ausgaben für Geschütze und Munition, für welche ein Nachtragskredit nöthig ist, und im nächsten Finanzjahr wird es nölhig sein, für Geschütze und Munition eine weitere Erhöhung des Etats um 17000 000 M. zu verlangen.(Rufe: Oh! Oh! und lauter Beifall.) Auch größere Dockanlagcn wären nothwendig; drei Docks würden in Gibraltar gebaut werden. Die Kosten der neuen Anlagen werden auf 44l/s Millionen Mark ver- anschlagt, außer den bereits vorgesehenen 7,3 Millionen Mark. (Rufe Oh! und Beifall.) Tie Ausgaben für die in Aussicht ge- nommenen Anlagen würden die Aufwendungen für Marine- Anlagen von 170 Millionen Mark, dem Betrage für das vorige Jahr, auf 280 Millionen erhöhen. Goschen sprach dann über die Schiffsbauten und bemerkte, von 1889 bis 1896 sei die Flotte um 103 Schiffe und 62 Torpedoboot-Zerstörer vermehrt worden. Das wäre eine außerordentlich große Zahl, er müsse aber von dem Hause die Bewilligung noch weiterer Vermehrungen verlangen. Der Nachtragskredit würde sich auf 20 200 000 M. belaufen, die Zahl der in den Seemagazinen beschäftigten Leute sei jetzt aus 23 000 erhöht worden. Gegenwärtig seien 8 Schlachtschiffe, 21 Kreuzer und 40 Torpedoboot-Zerstörer im Bau. Außer den jetzt im Bau befindlichen Schiffen müßten folgende Schiffe neu gebaut werden: 5 Schlachtschiffe, 4 Kreuzer erster Klasse, 3 Kreuzer zweiter Klasse, 6 Kreuzer dritter Klasse und 23 Torpedoboot- Zerstörer. In Anbetracht der äußerst dringenden Nothwendigkeit, mit dem Bau von Torpedoboot- Zerstörern zu beginnen, habe die Regierung der Eulscheiduug des Hauses vorgegriffen und 8 Torpedoboot-Zerstörer in Bestellung gegeben. Im ganzen würden im laufenden Jahre sich 13 Schlachtschiffe im Bau be- finden, deren auf drei Jahre zu vertheilcnde Kosten er— außer dem» was schon bei Beginn diefes Jahres gethau sei— auf 200 Millionen Mark festzusetzen vorschlage. Der Flottenetat für das nächste Finanzjahr würde 436 000 000 M. betragen, also eine Erhöhung von über 60 Millionen gegenüber dem letzten Jahre ausweisen. Die Kosten der ganzen seit dem Jahre 1894/93 begonnenen Neubauten würden 360 bis 380 Millionen betragen und die Kosten dessen, was unter dem Flotienvertheidigungs- Gesetz gethan sei, betrügen 620 Millionen, es er- gebe sich also von 1389 bis 1699 eine Gesammt- ausgäbe von 1100 Millionen für Neubauten und Ausrüstung. Die Vorschläge bedeuteten nicht eine Herausforderung, sondern würden zum Zwecke der Selbstvertheidigung gemacht. Die Vorschläge wären begründet durch die be- besonderen Lebensbedingungen Englands, welche nicht die anderer Länder seien. Eng- land habe seine weit zerstreuten Besitzungen, die Bedingungen seiner Nahrungsmittel-Zufuhr, seine Kolonialbesitzungcn und die Sicherheit seiner eigenen Küsten in betracht zu ziehen. Wenn fremde Völker diese Vorschlägein dieErörte- rungzögen. dürften siedieselbennichtmitden Aufwendungen für ihre eigenen Flotten ver- gleichen, sondern sie müßten auch daran denken, was sie für ihre Heere ausgeben. Die englische Flotte seien die Armeekorps, welche England an seinen Grenzen aufstelle. Andere Völker sorgten für große militärische Rüstungen, während England für seine alotte sorgte. Die gegenwärtigen Vorschläge sollten weder die ifersucht noch die Nachahmung der fremden Mächte erregen. Die Regierung nehme für sich das Zugeständniß in Anspruch, daß sie nicht mehr thue, als für die Selbstvertheidigung Englands benöthigt sei. Goschen schließt.:„Was wir unter allen Um- ständen wünschen, ist, daß unsere Flotte das Vertrauen unseres Landes in seine eigene Macht darstelle."(Lebhafter Beifall.) Au Antrag Balfour's wird die Berathung vertagt. Amerika. — Eine Depesche aus Managua meldet, die Re- gierungstruppen in Nicaragua schlugen die Ausständischen nach sechsstündigem Kampfe bei Matearis und Nargoto und brachten ihnen einen Verlust von 300 Tobten und Verwundeten bei. Die Regierungstruppen eroberten mehrere Krnpp'sche Kanonen. Die Aufständischen wurden bis La Pacz zurückgetrieben.— In der Etatkommission begann am Dienstag die Berathung des Marine- Etats und zwar mit dem Extra-Ordinarium. Abg. Lieber als Referent bemerkt eingangs, daß die volle Beruhigung in betreff der uferlosen Flottenpläne nach den Vorlegungen des Staatssekretärs v. Marschall nicht eingetreten sei, und erwähnt dabei insbesondere das Verhalten von Peters und des Regierunpsasfessors Hugenberg. Erwünscht sei es, die Ansicht der Regierung darüber zu erfahren. Staatssekretär Hollmann hebt hervor, daß er voll und ganz die Ansicht des Staatssekretärs v. Marschall lheile, welche jüngst in der Kommission vorgetragen worden sei. Er weise die ihm nach den Zeitungen von Hugenberg und dem Abg. Hasse zugeschriebenenAeußerungen voll und ganz zurück. Er wäre unmöglich, wenn er einen anderen Standpunkt einnähme als der Reichskanzler. Staatssekretär v. Marschall erklärt, daß der Assessor Hugenberg dienstlich znr Verantwortung gezogen sei. Abg. Richter erklärt, daß niemand solche Aeußerungen auf den Staats- sekrelär Hollmann zurückführe. Deshalb sei dessen Erregt- heil nicht begründet. Die Andeutungen seien vielmehr ge- gangen auf den Chef des Marinekabinets, Frhrn. v. Senden- Bibran. Die Aeußerungen eines Hugenberg oder eines Peters würden aber gar keinen Eindruck machen, wenn nicht die Vor- gänge vom 13. Januar beständen. Staatssekretär Holl mann: Ich habe keine Kontrolle über den Chef des Marinekabinets. Aber auch dieser Chef dürfte solche Aeußerungen nicht gethan haben. Ich halte dies für vollkommen ansgefchloffen. Abg. Bebel hebt hervor, daß der Chef des Marinekabinets nicht unter der Kontrolle des Staatssekretärs stehe nach dessen Aussage. Das Marinekabinet ist also eine vollständig unabhängige Behörde. In der That bildet die Rede von: 13. Januar die Hauptgrund- läge der ganzen Agitationen. Peters und eine gewisse Presse würden nicht agitatorisch thätig sein, wenn sie nicht glaubten, gewissen Wünschen an höchster Stelle entsprechen zu müssen. Uns gehen ja diese Dinge nichts an. aber wenn wir die Lage wie aus der Vogelperspektive überschauen, müssen wir sagen: Keine Re- gierung giebt es in Europa, gegen die so viel Kabale und Machinationen sich vollziehen, als die deutsche. Das Wort „rsAii- voluntas supvema lex" setzt sich in Wahrheit dahin um. Jntriguen überall, niemand weiß, wer Koch und wer Kellner ist. Abg. v. Kardorff versichert, Peters habe immer eine deutsche Flotte verlangt nach dem Muster der englischen. Die Transvaal-Tepesche und die Haltung der englischen Presse lassen es entschuldbar erscheinen, daß auch die deutsche Presse in bezug auf die Entwickelung der Flottenpläne den Mund etwas zu voll genommen habe. Abg. Lieber: Die Neufordernngen dieses Jahres werden dazu nach diesem Etatsjahre noch Restdewilligungen von 43 441 000 M. nach sich ziehen, so daß, wenn dieser Etat für 1896/97 bewilligt ist, Engagements eingegangen sind für Auf- Wendungen zu Schiffsbauten nach diesem Etat im Betrage von 64441000 M. Es wird darauf znr Verhandlung über die einzelnen Positionen übergegangen und erfolgt die Bewilligung der gefor- derten neuen Raten für diejenigen Schisse, für welche schon in den Vorjahren erste Raten bewilligt worden sind. Bei dem Kreuzer„Ersatz Leipzig" erklärt Staatssekretär Hollmann auf Anfrage des Abg. Richter, daß der vorjährige Kostenanschlag innegehalten werden würde, obwohl der Panzer 2300 Tonnen Eisen erfordere zum Preise von je 2320 M. Der Bau habe in Kiel am 6. Dezember 1893 begonnen. Es folgt dann die erste Nenforderung im Etat, die erste Rate zum Ersatz des großen Panzerschiffes„Friedrich der Große". Die Gesanimtkosten des Neubaues beziffern sich mit Artillerie- und Torpedo- Ein- richtung auf 20 Millionen Mark. Staatssekretär H o l l m a n n führt aus, das bisherige Panzer- schiff»Friedrich der Große" habe, aus dem Jahre 1874 stammend, nur eine» 4zölligen Walzeisenpanzer und ein solcher Panzer könne durch die jetzigen Schnellladekan on en von 8 Centimeler durchschossen werden. Von einer wesentlichen Vermehrung der Schlachtschiffe könne in der Zukunft nicht die Rede sein. Niemals werden wir die englische und französische Flotte erreichen können, aber wir müssen so stark sein, um die Ostsee,„ein deutsches Gewässer", im Kriege beherrschen zu können. Das neue große Panzerschiff soll bis zum I. April 1900 in die Flotte eingereiht werden können. Abg. Lieber spricht sich unier diesen Umständen für die Be- willigung aus. Abg. Richter: Schon was bisher vorgezeichnet worden ist, wird bis zum Ablauf dieses Jahrhunderls Aufwendungen für Schiffsbauten im Betrage von über 120 Millionen Mark nach sich ziehen. Wir können uns nicht in diesem Etat aufs neue für 44 Millionen engagiren in betracht der ganzen Finanz- läge. Man kann nicht blos in bezug auf die Schlachtflolte ideale den Anforderungen erfüllen, während in so vielen anderen Zweigen Reich und Staat, wie in bezug auf Schulwesen, Justiz, weil hinter Anforderungen der Zeit zurückbleiben. Wir können nicht für ein neues Panzerschiff eintreten, so lange wir nicht wissen, was da- hinter noch an neuen Kreuzern bewilligt wird. Ob ein neues Panzerschiff ein Jahr früher oder später in Angriff genommen wird, entscheidet nichts über die Vertheidignugsfähigkeil des Landes, dazu kommt, daß der gleichzeitige Bau von mehreren großen Panzerschiffen dieselben um so rascher wieder veralten läßt. Wer weiß, ob man überhaupt am Ende dieses Jahr- hundcrlö über den Werth solcher Panzerkolosss noch ebenso denkt wie gegenwärtig. Staatssekretär Hollmann hat auch erklärt. daß eme„wesentliche" Steigerung der heimischen Schlachtflotte nicht beabsichtigt sei. Nun steht aber nicht einmal fest, wie groß man die Schlachtflotte nach dem bisherigen Plan ansieht. Denn in bezug auf die dafür nothwendige Zahl von Kreuzern ist keine bestimmte Auskunft gegeben. Abg. P a ch n i ck e meint, die Erklärung des Staatssekretärs sei beruhigend. Da der Typ des neuen Panzerschiffs feststehe, so seien seine Freunde für die Bewilligung. Die Abgg. Hammacher, Kardorff, v. Leipziger, Graf Ami m erklären sich darauf für die Bewilligung des neuen Panzerschiffs. Abg. Lieber hebt noch besonders hervor. daß man in der Ostsee russische Landungen müsse abwehren können. Darauf erfolgt die Bewilligung gegen die Stimmen der Frei« sinnigen Volkspartei, der Deutschen Volkspartei und der Sozial- demokraten. Vor der Verhandlung über die neuen Kreuzer wurde die Sitzung vertagt.(Freis. Ztg.) Tic Kommission znr Berathung des bürgerlichen Gesetz- buchö behandelte in ihrer Dienftagssitzung die Artikel 80—36 des Einführungsgesetzes. Diese Artikel enthalten landesrechtliche Vorbehalte zu gunsten der Einengung des Privatrechtes von Vereinen. Artikel 80 des Ein- sührungsgesetzes bestimmt:„unberührt bleiben die landes- gesetzlichen Vorschristen über die Beaufsichtigung juristischer Personen." F r o h m e und Stadthagen beantragen Streichung dieses Vorbehalts. Die Abgeord- neten Gröber und Marbe beantragen, eventuell dem Art. 80 eine Gestalt zu geben, der wenigstens Stiftungen vor chikanöser Beaufsichtigung bewahrt. Stadthagen begründet den Antrag auf Streichung. Durch Streichung des Artikels bleibe es bei dem bestehenden Rechte. Durch den Vorbehalt des Einführungsgesetzes werden nicht nur die bestehenden Beaussich- tigungsrechte der Einzelstaaten aufrecht erhalten, sondern den Landesgefetzen gar die Besugmß ertheilt, auch künftig- hin Bestimmungen über die Beaussich- tigung juristischer Personen zu treffen. Das stehe im Widerspruch mit dem von der Kommission anerkannten Grundsatz, daß in der Regel die Verwaltung sich um die Gestaltung und Verwaltung der juristischen Personen nicht zu kümmern habe. Hierzu treten die traurigen Erfahrungen. die Arbeitervereine mit der Ausübung, richtiger mit der Recht- sprechung über ein Beausstchtigungsrecht der Verwaltung gemacht haben. Er erinnere an Staßfurt und an andere Orte, wo die Herausgabe der Liste von Mitgliedern von Arbeiterbildungs- Vereinen, Gesangvereinen, Turnvereinen durchgesetzt wurde und wo dann diese Listen den Unternehmern zwecks Boykottirung übergeben seien. Solchen unter behördlichem und landesgesetz- lichem Schutz zur Zeit bestehenden rechtswidrigen Angriffen gegen das Koalitionsrecht und gegen das Vereinsrecht; diesem Vorgehen gegen„die öffentliche Ordnung" dürfe das Reich auch nicht in- direkt beistimmen. Abg. Gröber theilt die Befürchtung, daß Art. 80 Miß- brauch und Chikanirungen fördern könne, nicht in vollem Maße. Aber auch er hält eine ausdrückliche Sanktion des Beaufsichtigungs- rechts nicht für erforderlich. Durchaus erforderlich sei die Be- schränkung der Beaufsichtigung von Stiftungen durch die von ihm vorgeschlagene Fassung. Professor Gebhard hält beide Anträge für unannehmbar. Die Bestimmung sei erforderlich, um sonst entstehenden Zweifeln über den Umfang des partikularrechtlichenBeanfstchtigungsrechts entgegen- zutreten. Aehnlich äußert sich Ministerialrath v. Schicker. Der Abg. v. Cuny und Graf v. Bernstorsf wenden sich gleichfalls gegen die Anträge. Geh. Rath P l a u ck führte aus: Anerkannt müsse allerdings werden, daß bei Streichung des Artikels 30 es bei dem bestehenden Recht bleibe. Indessen könnten dann Zweifel über das Recht zur Entsendung von Kommissaren» zur Einforderung von Sitzungsprotokollen, zur Kontrolle des Geld- Verbrauchs und ähnlichen Aussichtsbefugnissen des Staats entstehen. Dem trete Artikel 80 vorsichtshalber entgegen. Abg. Gröber: Gerade die Ausführungen der Re- gierungen haben ihn überzeugt, daß das zweckmäßigste die Streichung des Artikels 80 wäre. Abg. v. B en n i g s e n ist gegen den Antrag Gröber; Abg. K a u f f m a n n für Streichung. Artikel80desEinsührungsgesetzes wird hierauf gegen 7 Stimmen gestrichen. Es bleibt also bezüglich der Beaufsichtigung von Vereinen beim bestehenden Recht; den Einzelstaalen ist aber das Recht, neue Beaussichtigungs- bestimmungen zn treffen, genommen. Artikel 81 wird ohne Debatte angenommen. Artikel 82 will die landesgesetzlichen Vorschriften über Waldgenossenschaften ausrecht- erhalten. Frohme und Stadthagen beantragen auch hier Streichung, da der Vorbehalt einer reichsgesetzlichen Regelung der Frage entgegenstehe. Nachdem aberin der Kommission allseitig an- erkannt war, daß es wünschenewerth sei, Waldgenossenschaften entstehen zu lassen und zum Gedeihen zu bringen, und nachdem Abg. v. Dziembowski angeregt halte, am Schluß der Be- rathung des Einführungsgesetzes zur einheitlichen Gestaltung dfs Waldgenoffenschaslswesens durch eine Resolution ausznsoroern, wird der auf Streichung des Art. 32 gerichtete Antrag zurück- gezogen und Art. 62 angenommen. Art. 83 setzt fest die Auf- rechterhaltung der landesgesetzlichen Bestimmungen, die die Rechts- fähigkeit von Religiousgenossenschaften von gesetzlicher Anerkennung abhängig machen. Die Abgeordneten Frohme, Stadt- Hagen, Gröber und Marbe beantragen Streichung. Die zivilrechtliche Rechtsfähigkeit von Religionsgesellschaften einer Ausnahmebestimmung zu unterwerfen, sei nicht annehmbar. Professor Gebhard, Staatssekretär Nieder ding. Abgg. v. Bnchka und v. Cuny bekämpfen die Streichung, weil verfassungsmäßig in Preußen Äeligionsgesellschasten nur durch staatliche Verleihung Anerkennung erlangen können. Die DebaUe erinnert bei einige» Stellen der konservativen und nationalliberalen Redner an die Kultnrkampf-Periode. Diese Erinnerung führt dazu, daß Artikel 83 schließlich mit 10 gegen 8 Stimmen in der Fassung des Entwnrss angenommen wird. Daß er in zweiter Lesung aufrecht erhalten werden und künftigen parlikularrechtlichen Gendarm- Religions- Taktiken Vorschub geleistet werden wird, erscheint zweifelhaft. Artikel 64 und 33 beziehen sich auf landesgesetzliche Bestimmungen über Umwand- lnng und Aufhebung von Stiftungen sowie über die Verwendmig des Vermögens aufgelöster Korporationen zu gunsten von Ge- meindcn u. s. w. Sie werden angenommen. Art. 86 will die landesgesetzlichen Vorschriften aufrecht erhalten, welche den Er- werb von Rechten juristischer Personen beschränken oder von staatlicher Genehmigung abhängig machen. Zu diesem Artikel liegen eine Reihe von Anträgen vor, die zu einer längeren Debatte führen. Die Debatte wird um 1 Uhr auf Mittwoch um 10 Uhr vertagt. Aus der Sitzung der Jnstiznobelleu-Kommissio». Am Dienstag wurde die Berathung über§ 244 der Strafprozeß- Ordnung begonnen, aber noch nicht zu Ende geführt. Nach dem bestehenden Gesetz muß die Beivcisanfnahine vor der Straf- kammer auf die sänimtlichcn vorgeladenen Zeugen und Sach- verständigen, sowie auf die anderen herbeigeschafften Beweis- mittel erstreckt werden, falls nicht die Elaatsanwallschast und der Angeklagte mit Nichterhebung einzelner Beweise einverstanden ist. Die Regierungsvorlage will statt dessen die totale Willkür des Richters einführen und schlägt an stelle des bestehenden Gesetzes deshalb folgende maßlose Verschlechterung vor: Das Gericht bestimmt den Umfang der Beweisaufnahme, ohne hierbei durch Anträge, Verzichte oder frühere Beschlüsse gebunden zu sein. Im Vorjahre hat die Kommission diesen Vorschlag als geeignet, das AUgemeiniuteresse, die Rechtspflege, das Vertrauen zur Rechtsprechung und das Ansehen der Gerichte aufs tiefste zu schädigen, a b g e l e h n t, hat aber der Regierung durch einen Zusatz zum bestehenden Gesetz insofern nachgegeben, als nach diesem Zusatz ein Beweisantrag wegen Unerheblichkeit der zur beweifen- ben Thatsache auch dann abgelehnt werden kann, wenn die Beugen Bu letterem Baffus bemerken wir, daß die Druderei unserer| gerichts. Jm vorigen Jahre war ein Brauer des Münchener gestellt sind. Der Regierung ist diese Hingabe des fleinen Fingers Beitung deshalb nicht in betracht kommt, weil in allen Ab- Brauhauses unter dem Verdacht einer Unregelmäßigkeit entlassen nicht genug. Sie will die ganze Hand und wiederholte deshalb ihren theilungen derselben die von den Gehilfen aufgestellten Forde- worden. Infolge deffen traten 29 der Angeklagten zusammen felbft von Mitgliederu des Reichsgerichts aufs lebhafteste rungen im großen und ganzen seit 1891 eingeführt sind. und verpflichteten sich schriftlich, der Direktion zu erklären, daß bekämpften Vorschlag in dieser Session. Der Abkürzung der BeDer Musikinstrumenten- Fabrikant Herr H. Hansen in die Arbeit sofort niedergelegt werden würde, wenn die Entrathung halber hatte die Kommission bekanntlich ihren vor Berlin, Neuenburgerstr. 26, ersucht uns betreffs der Mit- laffung nicht widerrufen würde. Einige der Angestellten, die jährigen Beschluß wie alle Beschlüsse bis§ 300 Str.-P.-D. in theilung, die in Nr. 51 des„ Vorwärts" über die bei ihm vor- unterschrieben hatten, legten die Arbeit nicht nieder. Die Bausch und Bogen in erster Lesung wiederholt. Bei der Be- gekommene Arbeitseinstellung gemacht war, um Aufnahme anderen verhandelten mit dem Direktor Arend und nachrathung zweiter Lesung wurde vom Abg. Broekmann der folgender Richtigstellung: dem die Wiedereinstellung des entlassenen Brauers er= Antrag gestellt, das bestehende Gesetz wieder herzustellen. wurde Die Arbeit allseitig wieder " Das jährlich drei bis viermal sich wiederholende Abtragen folgt war, aufDie Regierungsvertreter betonten, daß die Wiederherstellung der von der Straße, Zuschneiden und Heraufschaffen des zu derFabrikation genommen. Nunmehr veröffentlichte die in Hannover ers jezigen Fassung des Gesetzes die Vorlage zum Scheitern bringen benöthigten Kiefernholzes gehört nach altem Brauch zu dem ver- scheinende Brauer- Zeitung" einen Bericht über die Streif würde. Allenfalls könnten sie sich mit dem Beschluß erster Lesung einbarten Akkord und wurde, wie es auch in den meisten vorgänge und wandte sich darin gegen die Streikbrecher. In befreunden. Diese Betonung des Unannehmbar- falls Ihr uns nicht Tischlereien- und Pianofortefabriken üblich ist, durch Zuwendung dem Artikel wurde den betreffenden der Vorwurf gemacht, daß Volksrechte bedingungslos ausliefert", ist in der Justiznovellen- von Getränken extra vergütet. Um diese alte Gitte abzuändern, fie ihre Kollegen verrathen hätten, um sich in deren Stellungen Kommission und in der Kommission zur Berathung des bürger- stellte eine von den Arbeitern gewählte Kommission die For- einzudrängen. Infolge dieser Veröffentlichung erhoben elf lichen Gesetzbuches fast zur Manie ausgeartet und verfehlt des derung an mich, das Holz durch Bretterträger abtragen zu lassen Brauer, die sich besonders getroffen fühlten, die Privatklage halb ihre früher sehr große Wirkung. Allerdings sprang der und eine Vergütung von 30 M. für das Durchschneiden und gegen den verantwortlichen Redakteur Wiehle, welcher nationalliberale Abg. Günther der Regierung sofort Heraufschaffen zu gewähren. Ich bewilligte darauf, nach erklärte, zwar den Artikel nicht geschrieben zu haben, bei; auch der freisinnige Abg. Lenzmann erklärte sich zu dem dem ich bereits vorher schon die Lohnforderungen einiger aber die Verantwortung dafür zu übernehmen. Kompromiß erster Lesung bereit. Abgg. Broekmann und Branchen erhöht hatte, das Abtragen durch Bretterträger anwalt Morris führte für ihn aus, daß er in Schmidt( 3.), sowie Abg. Munckel zerfetzten aber unbarm- und eine 15 m. baar zu zahlende Entschädigung. Ferner machte Wahrung berechtigter Interessen gehandelt habe. Ein Streik herzig die allgemeinen Redewendungen, die die Regierung für ich den Vorschlag auf Einführung eines Stundenlohnes be- fei ein heute gesetzlich anerkanntes Mittel zur Regelung der ihren urreaktionären Standpunkt vorbrachte. Die Thatsache, daß treffend das Holzfahren, unter der Bedingung, daß der Lohnfrage. Wenn also die Kläger ihr Wort bezüglich der Mitmassenhaft selbst hervorragende Richter sich gegen den Re- Akkord- Lohntarif, der mir seitens der Kommission als Vorbild wirkung bei dem Streit gebrochen hätten, so wäre der Angierungsvorschlag im Interesse einer Rechtspflege, an deren hingestellten und namhaft gemachten Fabriken bei mir eingeführt geklagte berechtigt gewesen, ihnen, wie geschehen, Vorhaltungen Stelle sie nicht nackte Willkür gesezt zu sehen wünschen, gewendet werde. Da die Arbeiter weder auf die eine noch auf die andere zu machen. Rechtsanwalt Dr. Haase als Vertreter haben, war den Regierungsvertretern offenbar unangenehm. Am Bedingung eingingen, so legten sie am Sonnabend, den 22. Febr. der Privatkläger förderte dagegen recht kuriose Ansichten Freitag wird die Debatte fortgesetzt bei der wankelmüthigen d. I., die Arbeit nieder." zu tage. Er meinte, daß von einer Wahrung beStimmung des Abg. Lenzmann ist wenigstens ein halber Interessen gar keine Rede sein könne, ein Textilarbeiter dauert unverändert fort. Die Haltung der Streifenden folcher Artikel vielmehr nur verheßend wirken könne, ſo daß Aus Kottbus erfahren wir: Der Ausstand der hiesigen rechtigter Interessen gar ist gut und berechtigt zu den besten Hoffnungen, wenn die Unter- eine nachdrückliche Strafe am Plaze sei. Ein Streit bleibe ftützung nur so einläuft, daß das Nothwendigste befriedigt werden immer ein Gewaltmittel und wenn sich die Privatkläger zu einem kann. Welch ungeheure Opfer ein solcher Streit foſtet, wo es solchen nicht verstehen wollten, so hätten sie nur wie anständige sich um viele Tausende von Personen handelt, kann sich jeder erkannte aus ähnlichen Erwägungen auf eine Geldstrafe von und gesetzlich vorgehende Leute gehandelt.(!) Der Gerichtshof leicht selbst sagen. 100 M. event. 12 Tage Gefängniß. Den Klägern wurde die Befugniß zur Veröffentlichung des Urtheils zugesprochen. Sieg der Regierung nicht ganz ausgeschlossen. Daß das Plenum solchen billigen würde, glauben wir allerdings nicht. Die Margarine- Kommission erledigte heute in zweiter Lesung den Rest des Gesetzes. Die§§ 7 und 8 wurden nach den Beschlüssen der ersten Lesung angenommen. Im§ 8a wurde eine redaktionelle Aenderung eingefügt. Ein Antrag der Genossen Wurm und Herbert, den§ 9 folgende Fassung zu geben: " RechtsWie man moderne Bangerüfte aufstellt. Ein BauUnfall beim Bau des 3irtus Busch hat eine Anklage wegen fahrlässiger Körperverlegung gegen den Malergehilfen Weiß verDie in Frankfurt a. D. erscheinende„ Märkische Volksstimme" Das gewerbsmäßige Verkaufen und Feilhalten von Butter, bürgermeister Werner und Bürgermeister Dreifert, an der Konferenz schreibt: Auf eine Einladung der Streitfommission an den Oberderen Fettgehalt nicht 80 pCt. erreicht, oder deren Wassergehalt der Textilarbeiter am Sonntag, den 1. d. Mts., theilzunehmen, 15 pCt. ,, oder deren Salzgehalt 2,5 pet. überschreitet, ist zu verwurden der Kommission folgende Antworten zu theil: bieten," wurde abgelehnt.§ 11 der Vorlage, wonach die Vor- Kottbus, den 1. März 1896. Euer Wohlgeboren ersuche ich anlaßt, die gestern die neunte Strafkammer des Landgerichts I. schriften des Gesetzes auf solche Erzeugnisse, welche zum Genusse ergebenst, der Streitkommission mitzutheilen, daß ich es vorerst beschäftigte. Der Angeklagte war der älteste Gehilfe des für Menschen nicht bestimmt sind, keine Anwendung finden, wurde ablehnen muß, den Berathungen der in den Ausstand ein- Malermeisters Schwarz, der die Malerarbeiten im Zirkus gestrichen. Im§ 12 wurde eine neue Ziffer eingefügt, getretenen Arbeiterschaft beizuwohnen, nachdem ich mich zu Busch ausführte. Er hatte das Amt eines Poliers und ihm wonach die Strafbestimmungen dieses Paragraphen auch auf die meinem tiefen Bedauern habe überzeugen müssen, daß meine vor- war auch die Aufsicht über die Malergerüfte überlassen, die jenigen Anwendung finden, welche Margarine oder Margarine- jährigen Bemühungen zur Herbeiführung eines aufrichtigen und in der bekannten leichten Manier aufgestellt wurden. Eines täſe in den Handel bringen, zu welchen kein Phenolphtalein zu bauernden Friedens ohne den gewünschten Erfolg geblieben find. Tages brach plöglich eines dieser Gerüste, auf welchem 4 Malergesetzt ist. Ebenfalls sollen die Straferkenntnisse, welche auf Selbstverständlich stehe ich in meinem Bureau in den Sprech gehilfen sich befanden, zusammen, die vier jungen Männer grund dieses Gesetzes gefällt werden, veröffentlicht werden. Der stunden pflichtmäßig zur Verfügung. Der Oberbürgermeister. fürsten aus einer Höhe von ca. 21/2 Metern zu Boden und Rest des Gesetzes wurde nach den Beschlüssen der ersten Lesung Werner" blieben dort besinnungslos liegen. Für den einen hatte der Rottbus, den 1. März 1896. Auf die gefl. Einladung vom Unfall ernstere Folgen, so daß er etwa drei Wochen 29. erwidere ich der Arbeitskommission ergebenst, daß ich durch lang arbeitsunfähig war, die übrigen famen mit geringeren grundsätzliche Bedenken verhindert werde, der heute Nachmittag Hautabschürfungen davon. Für den Unfall sollte der Anstattfindenden Arbeiter- Konferenz der Textilarbeiter beizuwohnen. geklagte verantwortlich gemacht werden; die Beweisaufnahme Sowohl nach dem Kommissionsbeschluß der Fabrikanten vermochte jedoch keinerlei Anhalt dafür zu gewähren, auf welche vereinigung vom 23. Februar, als auch nach dem Beschluß der Veranlassung der Unfall zurückzuführen ist. Nechtsanwalt Dr. öffentlichen Versammlung vom 28. Februar habe ich mich über Haase stellte die Behauptung unter Beweis, daß die Verunglückten zeugen miffen, daß zur Zeit noch gar keine Aussicht besteht, vier Gläser Bier hätten kommen lassen und zu deren Genuß so daß eine Verständigung der streitenden Theile auf beiderseitige eng auf einen Fleck des Gerüstbrettes zusammen gerückt wären, Anrufung des Gewerbegerichts als Einigungsamt herbeizuführen. daß letzteres diese Laft nicht tragen konnte. Der Gerichtshof erSo lange dies der Fall ist, darf ich es nicht als angezeigt tannte auf Freisprechung des Angeklagten. erachten, an den Berathungen der einen oder anderen Partei theil zu nehmen. Dreifert, Bürgermeister." angenommen. Das Präsidium der deutschen Kriegervereine sieht sich veranlaßt, gegen Bebel eine lange Erklärung zu erlassen, wegen der Angriffe, die derselbe neulich bei Berathung des Militäretats auf die Kriegervereine machte. Die Erklärung, die zwar sehr lang, aber auch sehr inhaltslos ist und, soweit sie einen Inhalt hat, nur bestätigt, was Bebel ausführte, wird eine entsprechende Beantwortung durch letzteren bei der dritten Berathung des Militäretats finden. Partei- Nachrichten. = " Der Berliner Bolts Beitung" wird von ihrem Kottbuser Depeschen und lehte Nachrichten. Korrespondenten geschrieben: In Sachen des hiesigen Textil- Dresden, 3. März.( Privat- Telegramm des Vorwärts".) arbeiter Ausstandes war am Sonnabend der Regierungspräsidentv. Butttamer aus Frankfurt a. D. hier anwesend Heute Abend tagten 6 große Protestversammlungen gegen den und hatte mit dem Oberbürgermeister Werner eine längere Be- Wahlrechts um sturz. Sämmtliche Versammlungen waren sprechung, in der man sich dahin geeinigt haben dürfte, die überfüllt. Einige Säle waren polizeilich gesperrt. Soweit bis beiden streitenden Parteien bis auf weiteres sich selbst zu überlassen." Der Herr Regierungspräsident habe ich jetzt bekannt ist, wurden die 2 größten Versammlungen im Trianon nur über die Lage der Dinge orientiren wollen", so heißt es und Güldene Aue, in denen Dr. Gradnauer und Kaden referirten, heute in Kreisen, die den städtischen Behörden nahe stehen." aufgelöst. Allenthalben herrscht begeistertſte Stimmung. Parteiliteratur. Die auf Veranlassung der Agitations. Kommission der Schneider herausgegebene Schrift: " Das Arbeiterelend in der Konfektionsindustrie vor dem deutschen Reichstag" ist soeben in neuer Auflage erschienen. Wir möchten bei diesem Anlaß speziell die Organisationen der Schneider und Schneiderinnen darauf verweifen, die Verbreitung dieser Schrift in die Hand zu nehmen. Sie eignet sich zur Propaganda für ihre Zwecke vorzüglich und auch die gewerkschaftlichen Berufs Nach allem bleibt dem Broletariat der Kottbuser Textil- Frankfurt a. M., 3. März.( B. H.) Die„ Frtf. 3tg." vereine überhaupt sollten sich die Verbreitung dieser billigen Industrie keine andere Aussicht, als sich auf sich selbst und auf meldet aus Rom: Extra- Ausgaben der militärischen Blätter beBroschüre angelegen sein lassen, weil sie den Beweis liefert, daß stützung der Ausständigen läßt heute auch die Berliner Gewerk die Hilfe der übrigen Arbeiterschaft zu verlassen. Zur Unter- reiten auf die schlimmsten Nachrichten vom Kriegsschauplaße vor. Die Generäle Albertone, Arimondi und Daboenoida werden das vor wenigen Jahren festgelegte Unternehmertruzgesetz that schaftskommission 1000 m. abgehen. Möge dies Beispiel die als todt gemeldet. fächlich, wie das die Arbeiterpresse und die Arbeitervertreter Arbeitervertretungen aller Orte Deutschlands zu schneller NachPrag, 3. März.( B. H.) Die Prostituirte Anna Böhm voraussagten, die schamloseste Unterdrückung und Ausbeutung eiferung anfpornen. Die Kottbuser Unternehmer rechnen offenbar wurde in den letzten Nacht in einem hiesigen verrufenen Hause der schlechtestgestellten Arbeiterschichten weiter ermöglichte, so daß darauf, daß die Taufende von streitenden Arbeitern binnen von dem 15 Jahre alten Typographenlehrling Robert Pat kurzem durch den Hunger mürbe gemacht sind. durch sieben Messerstiche ermordet. Der Thäter wurde verheute Regierung und Ausbeuterparteien selber wieder auf AbDie Forderung der Altonaer Barbiergehilfen auf Ge- hastet. änderung denten müssen. schäftsschluß an Wochentagen( außer Sonnabends) um 9 Uhr und Karwin, 3. März.( W. T. B.) Die Verhältnisse im Dstraudes Sonntags um 2 Uhr nachmittags wurde in 117 Geschäften Karwiner Kohlenbecken haben sich wesentlich gebessert. Zur bewilligt; 23 Arbeitgeber lehnten sie ab. heutigen Frühschicht fuhr fast in allen Gruben ein größerer Aus Mährisch Oftrau empfingen wir folgende Zuschrift oder kleinerer Theil der Arbeiter an. Es sind nur zwei unüber den Berg arbeiter Ausst and im Bezirk Ostra ubedeutende Uebertretungen vorgekommen. Bern, 3. März.( W. T. B.) Das Komitee des Verwaltungs- Der Redakteur der Brandenburger Zeitung", Genosse Karwin:" Es streiken hier über 30000 Bergarbeiter, Wolfgang, wurde wegen Beleidigung des Lehrers Henze in der ganze Dftrau- Karwiner Kessel feiert. Die Unternehmer ver- rathes der Jura- Simplon- Bahn ermächtigte in feiner heutigen Luckenwalde vom Potsdamer Landgericht als zweiter Instanz üben den größten Druck, um die Arbeiter zurückzubekommen. Versammlung die Direktion, mit dem Zentratkomitee der Eisenbahnzu 50 M. Geldstrafe verurtheilt. Vom Brandenburger Schöffen- Militär ist angekommen und noch mehr wird erwartet. 3 Angestellten im Sinne der Konferenz vom 29. Februar weiter gericht war er zu 100 M. Geldstrafe verurtheilt worden. wird hier davon gesprochen, daß die Unterzu verhandeln. Sobald eine vollständige Einigung erzielt ist, Aus 13 wickau wird uns geschrieben: Das Schöffen- nehmer sich nach Preuß. Schlesien gewendet wird der Verwaltungsrath zur Genehmigung der Uebereinkunft gericht verhandelte am 29. Februar über den Einspruch, den die haben, um 10 000 aggons Kohlen von dort zusammentreten; dies dürfte voraussichtlich am Montag oder Dienstag erfolgen. drei Vertheiler des gegen den Landtagswahl- Gefeßentwurf ge- zu bekommen." richteten ersten Flugblatts erhoben haben, die laut Strafmandat An der Eile, womit voraussichtlich dem Wunsche der öfterMadrid, 3. März.( M. Z. B.) Wie„ El Imparcial" aus der Amtshauptmannschaft je 50 M. Geldstrafe bezahlen sollen, reichischen Kohlengrubenbesitzer von den preußischen Kohlengruben- Havannah meldet, mißt die Bevölkerung den Beschlüssen des weil sie durch die Vertheilung des Flugblatts groben Unfug" magnateu entsprochen werden wird, wird man ermeffen können, Senats und des Repräsentantenhauses der Vereinigten Staaten begangen hätten. Das Schöffengericht vertagte die Verhandlung; wie innig die internationalen Beziehungen des teine Bedeutung bei. General Weyler telegraphirte an die Redie Staatsanwaltschaft soll erst nachweisen, ob sich durch Rapitalismus sind, wenn es gilt, gegen die Ar- gierung, die Entsendung der angebotenen Verstärkung von 25 000 Mann fei nicht nöthig. die Vertheilung, die am 29. Dezember früh vor Beginn des beiter Front zu machen. Gottesdienstes gefchah, jemand belästigt gefühlt hat. Das rheinische Agitationskomitee macht bekannt, daß alle Buschriften an Hermann Grimpe in Elberfeld, Kleine Klotzbahn 10, zu richten sind. Polizeiliches, Gerichtliches 2c. " Gewerkschaftliches. = Die Berechtigung des Ausstands hat selbst vom österreichi- Washington, 3. März.( B. H.) Eingeweihte Kreise wollen wissen, schen Abgeordnetenhause, das lediglich von den privilegirten nach einem Beschlusse des Kabinetsraths solle die Depesche des Klaffen gewählt wird, anerkannt werden müssen. Es verhandelte amerikanischen Gesandten in Madrid ignorirt werden, da die am Montag über den Antrag Pernerstorffer's:" Der hier bekannt gewordenen Uebergriffe des Generals Weyler das Ackerbauminister wird aufgefordert ein Gesetz zu veranlassen, Gintreten Nordamerikas für die Anerkennung der Republit Ruba Der Vorstand des Bundes der Berliner Buchdruckerei- demzufolge der Ackerbauminister im Einvernehmen mit dem vollständig rechtfertigen. besitzer( Innung) sandte uns folgende Zuschrift: Minister des Innern ermächtigt wird, nach Maßgabe Washington, 3. März.( B. H.) In hiesigen Regierungs" Der Bund der Berliner Buchdruckereibesizer( Jnnung) verder besonderen örtlichen und gewerblichen Verhältnisse freisen haben die telegraphisch hierher gelangten Auslassungen fammelte sich am 2. d. Mts. abends im" Neuen Klubhause", des Bergbaues Maximal- Termine für die Lohn- der Madrider Presse tiefen Eindruck gemacht. In einem gestern Kommandantenstraße 72, nahezu vollzählig, um Stellung zu zahlungen auf dem Verordnungswege fest abgehaltenen geheimen Kabinetsrath verlas Staatssekretär Olney nehmen zu der von der Allgemeinen Buchdrucker- Versammlung zusehen. Ackerbauminister Graf Ledebur er ein Telegramm des Gesandten in Madrid, in welchem verlangt am 1. d. Mts. in Keller's Festsälen gefaßten Resolution der Ge- klärte, die Regierung erkenne die Nothwendig. wird, daß die Regierung der Vereinigten Staaten das Vorgehen hilfen bezüglich der einzuleitenden Lohnbewegung. teit einer Reform der durch das allgemeine des amerikanischen Senats und der Repräsentantenkammer des. Einstimmig wurde beschlossen, die an den Vorstand des Berggeset ungenügend geregelten Verhält avonire. Die Freundschaft mit Spanien könne nur unter dieser Bundes seitens der Gehilfen gerichtete Anfrage folgendermaßen nisse betreffend die Lohnzahlungen im Berg- Bedingung aufrecht erhalten werden. au beantworten: bau an. Eine diesbezügliche Vorlage der früheren Regierung Attentäter auf das Leben Akopow's verhaftet, als er ein Atten Tiflis, 3. März.( W. T. B.) Gestern wurde einer der harre ihrer parlamentarischen Erledigung. Die gegenwärtige Regierung habe gegen den Dringlichkeitsantrag nichts einzu- tat gegen den Kaufmann Sirakanianz aus Aegandropol verüben wenden. Nachdem mehrere Abgeordnete den Antrag unterstüßt wollte. Das betreffende Individuum verlangte von dem Kaufhatten, wurde der Dringlichkeitsantrag Perner- mann auf zudringliche Weise Geld und feuerte auf die Erstorffer angenommen und der Antrag felbst dem Montan- flärung Sirataniang', nur 5 Rubel geben zu können, Ausschusse zugewiesen mit dem Auftrage, in 48 Stunden einen Revolver auf denselben ab. Sirakanianz wurde darüber zu berichten. am Bein verwundet. Der Attentäter wurde von SchutzFerner erklärte der Bund in einer ebenfalls einstimmig anleuten und Passanten ergriffen und mußte von ersteren genommenen Sesolution, daß er mit Rücksicht auf die den Gevor der erregten Bevölkerung geschützt werden. Im Polizeihilfen fundgegebene Bereitwilligkeit zu verhandeln, jedem Verbureau wurde festgestellt, daß der Verbrecher, welcher sich suche derselben, die Forderungen gewaltsam durchzusetzen, Die„ Bolts- 3tg." schreibt: Der Martos Oganessianz rannte, identisch mit dem Attentäter auf energischen Widerstand leisten wird und auf keinen Fall in Lehrer Sobe, der früher in Brand bei Freiberg und zuletzt in das Leben Akopow's ist. Oganessianz und Akopow verweigern einzelnen Druckereien die Forderungen zu bewilligen sind, viel- Aue i. Erzgeb. angestellt und ein eifriger Wortführer der Anti- jedoch Auskünfte über dieses Attentat; der Verdacht, daß sie an semiten war, ist dieser Tage vom Landgericht in Zwickau wegen der Ermordung des Tifliser Kaufmanns Keworkow betheiligt mehr nur gemeinsam vorzugehen ist. Die anwesenden Vertreter der größeren Berliner Tages- schwerer Sittlichkeitsverbrechen an Schulkindern zu sechs Jahren find, scheint sich zu bestätigen. Die Gerichtsbehörden fahndeten zeitungen gaben die Erklärung ab, daß sie bei etwa angedrohtem Buchthaus und zehn Jahren Ehrverlust verurtheilt worden. nach Atopow wegen des Verdachtes, er habe vor 2 Jahren einen Ausstande nicht bewilligen, sondern die Zeitungen in beschränktem Die Streifvorgänge beim Münchener Brauhause hatten Kaufmann Refaelow ermordet. Die Untersuchung wird energisch Umfange erscheinen lassen würden." gestern ein Nachspiel vor der 149. Abtheilung des Echöffen- betrieben. Verantwortlid, er diedatitur: August Jacobey, Berlin. zur den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glvae in Berim. Liudt und verlag von Mag Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen. „ Auf Ihre Zuschrift vom 2. d. Mts. erwidert Ihnen der unterzeichnete Borstand, daß derselbe bereit ist, eine Tarifrevision bei dem Deutschen Buchdrucker- Berein zu befürworten, und zwar in dem Sinne, daß über eine Verkürzung der Arbeitszeit und eine Erhöhung der Grundpositionen des Tarifs mit den aus freien Wahlen hervorgegangenen Vertretern der gesammten Gehilfenschaft berathen wird." Gerichts- Beitung. Sittlichkeitsverbrechen. 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 54. Reichstag. 50. Sigung vom 3. März 1896, 1 Uhr. Am Tische des Bundesraths: v. Bötticher, Graf Bosadowsky, v. Hammerstein. Die erste Berathung des Gefeßentwurfs betr. die 3 uckersteuer wird fortgesetzt. Mittwoch, den 4. März 1896. 13. Jahrg. scheint man allerdings dort drüben( links) nicht zu stehen. Wir Jahre der Zoll von 20 auf 36 m. erhöht worden sei und jetzt nehmen die Prämien, weil wir sie nehmen müssen.( Gelächter links.) gar auf 45 M. erhöht werden solle. Der Finanzminister hat Wenn Sie einen anderen Weg wissen, sa kommen Sie heraus eine besondere Kunstfertigkeit, die Finanzlage grau in grau zu damit! Aber in der 1/2 stündigen Rede Richter's habe ich fein malen und man scheint vom Regierungstisch aus anderes Mittel gehört. Daß der Bundesrath die Prämien er nur noch Landwirthe und Zuckerindustrielle zu mäßigt oder aufhebt, wenn die anderen Staaten dasselbe thun, sehen. damit sind wir einverstanden. Aber wenn das Ausland seine Der Minifter nahm es Herrn Richter sehr übel, daß Prämien noch herauffeßt, müßten wir dann nicht dem Bundes- er das Landes- Dekonomiekollegium eine ungeeignete InteressenPreußischer Landwirthschafts- Minister v. Hammerstein: rath die Befugniß geben, daß er die deutschen Prämien erhöht? vertretung genannt hat. Und doch hat dieser sehr recht, Unsere Steuergesetzgebung hat die Zuckerindustrie zu dem gemacht, Ich will meine Partei dafür noch nicht festlegen. Ein ziem- denn hat nicht das Landes Dekonomiekollegium diese was sie jetzt ist, zu einer Industrie ersten Ranges. Ganz liches Einverständniß herrscht darüber, daß ohne Kontingentirung ganze Vorlage allerdings in Anwesenheit des Kaisers Europa produzirt 4 725 000 Tonnen Rübenzucker. Davon entfallen feine Prämienzahlung möglich ist. Ueber die Höhe des Gesammt in nur vier Stunden durchgearbeitet? Der Standpunkt allein auf Deutschland 1 825 000, auf Desterreich 1 050 000 Tonnen, tontingents gehen die Ansichten weit auseinander. Das der Konsumenten ist hier ein ganz anderer als der der der Rest auf alle übrigen Staaten. Bom deutschen Rübenzucker Kontingent von 14 Millionen Doppelzentnern wird als zu niedrig Produzenten. Gerade die reichsten Zeute gehören zu den Zucker find 3/5 zur Ausfuhr bestimmt und müssen dafür bestimmt bleiben. betrachtet; man könnte wohl ohne Schaden bis auf 17 Millionen industriellen. Graf Bismarck folgte den Spuren seines Papas Während in allen anderen Staaten die Entwickelung der Zucker- Doppelzentner hinaufgehen, denn wir wollen nicht den Rübenbau und bezeichnete den Zucker als ein Genußmittel, während allindustrie eine tapitalistische geworden ist, hat sie sich in Deutsch- in seiner jetzigen Ausdehnung zurückschrauben, weil davon am gemein, auch vom Reichs Gesundheitsamt, der Zucker als ein land nicht kapitalistisch entwickelt. Es giebt allerdings Attien- ersten der Bauer betroffen würde. Hannover, Sachsen, Anhalt nothwendiges Nahrungsmittel bezeichnet wird. Es ist recht gesellschaften, welche Zuckerfabrikation betreiben, aber die Attien stehen auf der Höhe ihrer Expansionsfähigkeit. Im Often aber traurig, daß wir in Deutschland, wo der Zucker doch produzirt befinden sich meistens in den Händen der Landwirthe, welche die ist eine Expansion noch möglich und nothwendig, zumal der Ge- wird, den geringsten Konsum haben. Rüben bauen. Frankreich hatte die Fabrikatsteuer, wir hatten die treidebau nicht lohnend ist; es ist selbstverständlich, daß der Osten Es war uns sehr interessant, daß der Minister erklärte, daß Materialsteuer, durch welche wir den großen Erfolg erzielt haben, jede Ausdehnung des Rübenbaues durch gewisse Opfer fich wird die Konsumsteuer allerdings den Zucker vertheuere. Wir werden während Frankreich erst jetzt zur Materialsteuer übergegangen ist. erkämpfen müssen. Durch vorübergehende Umstände hat sich die das festhalten und in der gehörigen Weise verbreiten. Man hat Die Materialsteuer hat bestanden bis 1891, wo man sie durch Lage des Zuckermarktes etwas gehoben; aber dieser Zustand ist gesagt, 6 Pf. Steuer fei nicht viel. Es ist nachgewiesen, daß die eine Fabrikatsteuer ersetzte. Die Ausfuhrprämien, welche man ein vorübergehender. Deshalb bitte ich die Herren, sich nicht be- Steuererhöhung den Zuckerverbrauch für eine Familie um 3 M. noch bestehen ließ, ermäßigten sich und sollten ganz verschwinden einflussen zu lassen durch die erschwerenden Momente, welche in vertheuern würde. Ich möchte einmal sehen, was ein Zuckerindustrieller im Jahre 1897. Jm vorigen Jahre überzeugte man sich schon der Vorlage liegen. sagen würde, wenn ein Arbeiter mit vielleicht etwas defekter Kleidung auf seiten des Reichstages, daß der betretene Weg die aller- Staatssekretär Graf Posadowsky: Herr Richter hat sich zu ihm täme und ihm einen Thaler anböte und sagte: Ich weiß, bedenklichsten Folgen bereits herbeigeführt hätte, daß der Wegfall gestern als ein Vertreter der deutschen Landwirthschaft vor Sie sind in einer Nothlage, hier schenke ich Ihnen einen Thaler. der Prämien zum Untergang der landwirthschaftlichen Zucker- gestellt und hat dieselbe gewarnt, die gefährlichen Er würde den Thaler gewiß zurückweisen, aber auf dem Umweg industrie führen würde. Man durfte also den Weg der Gesetz- Geschenke anzunehmen. Was hat denn Herr Richter der Steuer nehmen Sie( rechts) den Thaler ganz gern.( Sehr gebung von 1891 nicht verfolgen. Wenn man dies wollte, dann hätte der Landwirthschaft bisher geschenkt?( Gelächter lints.) richtig! links.) Auf Kosten der Aermeren sollen mandie Novelle von 1895 nicht annehmen dürfen. Die Ausfuhrprämien Herr Richter hat behauptet, daß von der Regierung vollkommen die Reichsten Vortheile erhalten und das alles Frankreichs bewegten sich zwischen 4,27 und 5,89 M., die Desterreichs falsche Behauptungen aufgestellt sind. Sein Wissen hätte doch soll geschehen im Interesse der Landwirthschaft und der Zucker zwischen 1,40-2 m. Wenn bei uns die Prämie wegfällt, einen solchen Ton ihm entbehrlich machen sollen. Die Erhöhung industrie. Der Graf Bofadowsky hat den Abg. Richter gefragt, dann ist der deutsche Export diesen Konkurrenten preis- des Kontingents würde eine Reduzirung der Prämien bedeuten, was er denn schon der Landwirthschaft geschenkt hätte; ja, was gegeben. Grundsäglich stehe ich auf demselben Boden wie Herr denn die Konsumabgabe kann nicht mehr erhöht werden, als hat er denn der Landwirthschaft geschenkt? Nichts als unsere Richter, daß Deutschland nicht mehr Zucker produzirt wie der vorgeschlagen ist. Ein Rückgang des Rübenbaues würde zur Steuern, die wir bezahlen müssen.( Sehr richtig! links.) Wenn Verbrauch aufzunehmen im stande ist, während der Rest der vermehrten Kartoffelproduktion führen und dadurch würde die Sie aus Ihrer Tasche schenken sollten, so würden Sie sich auch Konkurrenz des Auslandes preisgegeben wird. Das ist ein Branntweinproduktion wieder verstärkt werden. Wenn die Vorlage hüten. Wir thun nichts aus Haß gegen die Landwirthschaft, theoretischer Standpunkt. Aber nachdem wir die Zuckerindustrie dem Antrage Ranitz gleicht, dann würden Frankreich, Belgien und sondern aus Ueberzeugung. Ich bin selbst in einem Landkreiſe und den Rübenbau durch gesetzgeberische Maßregeln zu dem Holland mitten in dem Sozialismus stehen mit ihren Prämiensystemen. gewählt und verkehre täglich und stündlich mit kleinen Bauern. Umfange entwickelt haben, wie er jezt vorhanden Wenn Süddeutschland an der Zuckerproduktion weniger be- Sie( nach rechts) hätten am wenigsten Ursache... freilich, es ist, müssen wir damit rechnen, daß 3/5 der Pro- theiligt ist als an dem Zuckerverbrauch, so muß man auch sagen: ist ja kein einziger von den Herren hier; sie pflegen sich blos duktion auf den Export angewiesen find; man sind; fann der Eisenzoll muß aufgehoben werden, denn daran sind nur selbst hören zu wollen, aber das genirt mich nicht; diese nicht mit einem einfachen Strich befeitigen. Rheinland, Westfalen und Oberschlesien betheiligt. denn was ich hier sage, hören auch viele draußen im Lande.. Diesen realen Verhältnissen muß jeder vernünftige Staatsmann Die Steigerung der Zuckerpreise ist ein spekulatives Manöver Sie hätten am wenigsten Ursache, sich als Beschützer der fleinen und auch der Reichstag Rechnung tragen. Der Rübenbau hat gegen die Vorlage( Gelächter links), und die tubanischen Ver- Bauern aufzuspielen. Wo sich einmal die Zuckerfabriken etablirt nicht nur für sich eine Bedeutung, sondern für die gesammte hältnisse sind zu diesem Zwecke übertrieben. Er hat auf den haben, da ist von einem kleinen Bauernstand keine Rede mehr, Landwirthschaft. Man sagt: Es giebt ja nur 405 Zuckerfabriken. Bericht eines Generaltonfuls verwiesen, er hätte nur vollständig und wo noch welche sind, da müssen diese ihre Produkte an die Eine mittelmäßige Zuckerfabrik toftet 600 000 M., die größeren vorlesen sollen, was in der Freisinnigen Zeitung" abgedruckt in der Nähe befindlichen Fabriten verkaufen; sie können es 1 500 000 M. Anlagekosten; also nach dem Durchschnitt berechnet war( Heiterkeit rechts); danach sind die Verhältnisse nicht zu anders gar nicht unterbringen. Rüben bauen hauptsächlich nur haben die 400 Zuckerfabriken ein Anlagefapital von 400 Millionen beurtheilen, weil die Ereignisse jede Voraussage vereiteln können. die Großbauern und Domänenpächter, von denen man wirklich Mart. Wenn die Rübenindustrie aufhört, eine landwirthschaftliche Eine Steigerung des Konsums hat Herr Richter auf die billigen nicht sagen kann, daß sie sich in einer Nothlage befinden, denn zu sein, wenn die kapitalistische Industrie sich der Sache be- Preise zurückgeführt; der Zucker konnte aber nur so billig werden, die Pachten für die Domänen steigen immer mehr. mächtigt, wenn die kleinen Fabriken zu Grunde gehen, so tann weil die fremden Industrien der deutschen Zuckerindustrie zu man sich ein Bild davon machen, welche Verluste der Land- große Ronkurrenz machten. Herr Richter sprach von einem wirthschaft dadurch zugefügt würden. Rückgang des Konsums um 2 Millionen Doppelzentner, das Herr Richter behauptet, daß die Vertheuerung des Buckers durch würde einen Rückgang um 1/3 bedeuten; daran glaubt auch Herr die Vorlage sich auf 5 Pfg. für das Pfund stellen würde, das sind aber Richter nicht. Ich schließe mit einer Aenderung feiner Schluß- Nicht die Großindustriellen und großen Rübenbauern sind nicht 20 pCt., sondern nur 10 pCt. Vertheuerung, da das Pfund worte: wer es gut meint mit der Zuckerindustrie, der schließe hier die wirklich Noth leidenden, sondern die Arbeiter, Bucker 50 Pf. tostet. Bei der Versorgung Deutschlands mit sich den verbündeten Regierungen an zur Bekämpfung der ver- welche in der Zuckerindustrie beschäftigt sind Fleisch ist gerade die Rübenbau treibende Landwirthschaft in derblichen Wirthschaftspolitik des Abg. Richter.( Große Heiter( Zustimmung bei den Sozialisten). Ich verweise in dieser Be erster Linie betheiligt. Und die Zuckergegenden beziehen ihr feit links; Beifall rechts.) ziehung nur auf die Berichte der Fabrikinspektoren. Außerdem Vieh hauptsächlich aus Süddeutschland. So sind also ganze Abg. Bock Gotha( Soz.): Es ist von Werth, daß heute ist es ja jedem von uns bekannt, daß die ZuckerrübenLandestheile indirekt betheiligt an der Zuckerindustrie. Die von ministerieller Seite zugegeben worden ist, daß Liebesgaben Fabrikanten über das billigste, gefügigste, auf der niedersten deutsche Maschinenindustrie würde auf das schwerste geschädigt an die Rechte des Hauses, die Agrarier, ausgetheilt werden. Bei Stufe stehende Menschenmaterial verfügt. Für einen Wochenlohn durch die Gefährdung der Zuckerindustrie. Die Schifffahrt ist der vorjährigen Interpellation des Herrn Paasche wurde es uns von 10--12 M. müffen sie 15-18 Stunden des Tages schwer betheiligt durch den Import von Chilisalpeter. Gerade gleich klar, daß die Minister und Geheimräthe sich sofort an die arbeiten. Redner schildert an der Hand der Fabrikinspektorenim Winter bietet bietet die Zuckerindustrie Den Arbeitern Arbeit machen würden, um die Wünsche ihrer Schooßkinder, der Berichte die schrecklichen Wohnungsverhältnisse = Hätte die Regierung ein Plebiszit unter den Bauern veranstaltet, ich bin fest überzeugt, daß die ganze Bauernschaft sich gegen das ganze Gesez ertlärt hätte, weil sie davon keinen Vortheil hat. " und Arbeiterinnen lohnende Beschäftigung. Wo sollen Nationalliberalen, zu erfüllen. Es tam das Nothgesetz, und diese der Arbeiter, die auf engen Räumen zusammengepfercht diese Arbeiter beschäftigt werden, wenn die Land- jezige Vorlage erfüllt bis in die kleinsten Einzelheiten die mit Frau, Kindern und erwachsenen Töchtern zusammenwohnen. wirthschaft wieder zum extensiven Betrieb zurück Intentionen der Interpellation. Die eigentliche Idee zu Die meisten und schwersten Unglücksfälle kommen tehrt? Die Industrie fann fie doch nicht beschäftigen. Dieser Zuckersteuer- Vorlage entstammt aber den Jagdgründen in der Zuckerindustrie vor. In einer Fabrik und einer Es sind allerdings jetzt steigende Preise vorhanden, weil durch des Herrn Amtsraths Dieze in Barby, der zugleich Bucker Kampagne tamen 19 schwere Unglücksfälle vor. Das liegt an die drei kritischen Jahre ein Rückschritt in der Produktion ein- industrieller ersten Ranges ist und in dessen Jagdgründen noch den schlechten Einrichtungen, der schlechten Be getreten ist; aber dauernd ist die Krisis nicht beseitigt. Reiche andere tief einschneidende politische Fragen in den Vorder- leuchtung und der großen Unordnung der Fa Leute haben Hunderttausende zugesezt; das kann man nicht auf grund geschoben werden. Es ist begreiflich, daß die Re- briken. Hätte der Ministertisch auch nur den zehnten Theil seiner die Dauer aushalten.( Sehr richtig! recht.) Wenn die Betriebs- gierung die Wünsche der Nationalliberalen erfüllt hat. Die Sympathie diesen Arbeitern zugewendet, er würde sich ein fapitalien der Zuckerindustrie auch nur zur Hälfte verloren gehen, Nationalliberalen, die früher an die Wand. gedrückt größeres Verdienst erworben haben, als wenn er sich bemühte, so giebt es einen Krach, wie man ihn noch nicht gehabt hat. wurden, daß sie quietschten und das fünfte Rad am Reichs- den Fabrikanten noch mehr die Taschen zu füllen. Die Regierung Diesen Krach zu verhüten ist Pflicht und Schuldigkeit der Re- wagen spielen mußten, haben es verstanden, hübsch fromm und zahlt allerdings die Liebesgabe nicht, sondern wir Steuerzahler gierung, wo sie dazu in der Lage ist. brav zu bleiben, und wenn sie schon Opposition machten, es zart und auch nicht aus Liebe. Man will nicht zugeben, daß es eine Herr Richter hat den Antrag Kanit und diese Vorlage ver- zu thun. Sie sind die einzige der Regierung bedingungslos er- Liebesgabe ist und die Deutsche landwirthschaftliche. Korresponglichen. Bei dem ersteren handelt es sich um die Feststellung gebene Partei. Die Linke ist der Regierung unheimlich, dem denz" reibt es den Freifonservativen, die mit dieser Vorlage nicht eines Mindestpreises für das in den Konsum gehende Getreide; bei Bentrum traut sie nicht über den Weg und die Freikonservativen ganz einverstanden sind, unter die Nase, daß man ja bei Eisender letzteren sollen aber die Inlandspreise nicht beschränkt werden, sind mit den rabiaten Agrariern eng liirt, aus deren Reihen den und Kohlenzöllen von auch Liebesgaben sondern es soll durch Prämien der Export gefördert werden und die Worte gefallen sind: die Herren Minister können uns sonst reden könne. So ist es recht; bei solchem Streit kommen bas ist seit 1887 geschehen beim Zucker und auch beim Spiritus. was." Den Herren vom Birkus Busch wird nicht so ganz und wir am besten zu unserem Recht. Was hat man Jede Steuer, die im Lande erhoben wird, hat eine Rückwirkung voll entsprochen. Das sehen wir schon aus den Petitionen, welche den Landwirthen nicht schon für Liebesgaben gereicht: 3ölle, auf die Preise. Der Minister beruft sich schließlich auf die über sich zum theil prinzipiell gegen die Vorlage aussprechen. Einige Branntweinsteuer, Erlaß von Bacht, Lehrerbesoldungs- Gesez in einstimmenden Urtheile des preußischen Landesökonomiekollegiums Bauernfreunde und Fabrikanten von Pommern und Branden- Preußen, Entschädigung für Steuerfreiheit, Bentral- Genoffenund des deutschen Landwirthschaftsraths; sie haben sich mit den burg erklären fogar, daß das Kontingent, was die Betriebe schaftstaffe, Staffeltarife u. s. w. Der Kriegsminister beklagte Tendenzen der Vorlage einverstanden erklärt. Ich glaube die brauchen und überhaupt die Prämien keine solche Höhe zu haben sich über unser Reden, aber seit Jahren hören wir hier fast Ausführungen des Herrn Richter widerlegt zu haben. Wenn die brauchen, wie sie die Vorlage fordert. nichts als Klagen der Landwirthe. Zuckerindustrie das Rückgrat der gesammten Landwirthschaft ist, Der Zucker ist ein Weltmarktartikel und unterliegt ebenso Nach fünf bis zehn Jahren stehen wir trotz dieser Vorlage wenn sie eine der wichtigsten Exportindustrien ist, dann müssen gut den Weltmarktpreisen und der Weltmarktkonkurrenz wie auf demselben Fleck, weil Desterreich und Frankreich, die mit andere Weltmarktartikel. Auch wir sie zu erhalten suchen. Es wird hier nicht die Frage gestellt, jeder hier müssen die uns konkurrirenden Länder, auch ihre Prämien erhöhen werdeir. ob was geschehen soll, sondern nur was geschehen soll. Preise steigen und fallen. Die Zuckerfrisis ist auch garnicht so können wir denn ein Privilegium auf den Rübenbau beanspruchen? Ich hoffe, daß es gelingen wird in der Kommission, nicht ein gefährlich, denn im Jahre 1891 war der Preis des Zuckers Andere Staaten werden auch ihre Zuckerindustrie schüßen, und dauerndes Gesetz, aber ein vorübergehendes Kampfgesetz zu stande 24 M., 1892 28 M., 1893 28,30 M., 1894 24,70 m. und 1895 wir sind ihnen als die ersten mit der Prämie vorangegangen. zu bringen.( Zustimmung rechts.) trat allerdings ein Preissturz auf 17,5 m. ein. Wie das ge- Rudolf Meyer weist nach, daß bei der Zunahme der Zuckers Abg. v. Buttkamer- Plauth( dk.): Man hat uns gesagt, tommen ist, das erklären die Motive der Vorlage selbst: Das produktion in 10-12 Jahren eine allgemeine Weltkrisis für die wir möchten der Nothlage der Landwirthschaft mit ausführbaren Jahr eben ein außerordentlich ertragreiches Zuckerindustrie hereinbrechen müsse. Es wäre viel praktischer, und möglichen Mitteln begegnen. Hier ist ein solches Mittel. Jahr. Wenn die Regierung sich deshalb schon genöthigt wenn die Reichsregierung selbst den Betrieb in die Hand nähme, eine besondere Vorlage zu machen, so müßte sie brauchte dann feine Kontingentirung vornehmen. Diese Vorlage will nicht wie der Antrag Kanig die Abwehr ſieht, eines großen Imports, sondern die möglichste Erhaltung eines sie bei jedem anderen Gewerbe es ebenso machen. Wie hat die Diese Vorlage wird der Sozialdemokratie großen Exports, fie verdient auch nicht den Vorwurf Lederindustrie durch die Hausse im vorigen Jahre leiden müssen! zum Vortheil gereichen. Wenn der Graf Caprivi eineiner sozialistischen Tendenz, ift technisch durch Seit 1871 ist der Zuckerindustrie rund 1/2 Milliarde an Zucker- mal gesagt hat, die Reichsregierung sehe sich jede Vorlage darauf führbar und verstößt nicht gegen völferrechtliche Verträge. prämien zum Geschenk gemacht worden, das macht auf jede an, ob sie der Sozialdemokratie schade, so hat die Regierung diese Herr Richter behauptet, daß in landwirthschaftlichen Kreisen einzelne Zuckerfabrik 1110 000 m., d. h. in jedem einzelnen Jahr Frage diesmal nicht erwogen. Mit diesem Zuckersteuerselbst eine Opposition gegen das Gesetz vorhanden sei. Die durchschnittlich 46 000 M.( Hört! Hört! links.) Daß die Herren Gesezentwurf werden Sie nur unzufriedenOpposition findet statt gegen diese oder jene Einzelbestimmung die Exportprämien gerne nehmen, begreifen wir; das thun nicht heit erregen in den Kreisen, welche die Lasten des Gesetzes; aber dem ganzen Grundgedanken der staatlichen nur die Konservativen, sondern auch die Nationalliberalen; sie zu tragen haben. Bewilligen Sie nur die Prämien und vom Stamme Nimm. Aus den zahlreichen die Geschenke. Die kleinen Bauern und Arbeiter werden davon Hilfe wird kein Widerstand geleistet. Herr Spahn hat erklärt, sind beide fie 1895 war daß das Zentrum für die Erhöhung der Konsumabgabe nicht zu Petitionen geht hervor, daß eine Anzahl Leute erklärt, nichts profitiren, aber wir Sozialdemokraten profitiren daran, haben sei. Wie will er denn den Ausfall decken? Vielleicht durch daß die Zuckerfabriken noch genügende Erträgnisse für ihren daß wir diese Art von Politik an den Pranger stellen.( Lebhafter Die Betriebssteuer? Das würde allerdings dem Zustandekommen Bucker erzielen, daß also ein solches Gesetz garnicht nöthig ist; Beifall bei den Sozialdemokraten.) der Vorlage sehr hinderlich sein. Die Einzelheiten der Vorlage oder daß es höchstens einer Prämie von 1,50 m. bedürfte, also Abg. Schädler( 3.): Wenn ich mich auch in der Sorge um sind so schwieriger Natur, daß man sie besser der Kommission doch erheblich weniger, als die Regierung will. Der Landwirh die Konsumenten mit dem Vorredner begegne, so halte ich mich überläßt. Gern nimmt die Zuckerindustrie die Prämien nicht; schaftsminister that so, als ob die ganze Zuckerindustrie, die ganze doch nicht für berufen, die Vorlage ohne weiteres zu verwerfen. sie ist eine leistungsfähige Industrie und möchte nicht gern Kultur, ja die ganze Welt zu Grunde gehen würde, und zwar, Bei der Zuckerindustrie handelt es sich um Millionen von Stoftgänger des Staates sein. Aber es handelt sich um ein Be- weil noch so und so viele andere Erwerbszweige darunter zu Existenzen, für die wir ebenso sorgen müssen wie für die Arbeiter. dürfnis, welches nicht aus der Industrie selbst hervorgeht, sondern leiden hätten. Ja, dasselbe kann man aber doch auch von jedem Wenn er für die Arbeiter der Zuckerfabriken sorgen wollte, dann anderen Gewerbe sagen. Noch nicht erwähnt in diesem Hause find müßte er den Zuckerfabrikanten das Recht zu flagen erst nehmen. welches ihr von auswärts aufgedrängt wird. Wo es sich um eine solche Bergewaltigung der vaterländischen die Petitionen der Lebküchler und Honigluchenbäcker. Diese erklären, Beffer wäre es gewesen, mit dieser Vorlage jetzt nicht ja Industrie handelt, müßten alle zusammenstehen, um ihr gegen den daß, wenn die neuen Prämien eingeführt würden, dieser ganze behelligt Hauptpunkt der auswärtigen Feind zu Hilfe zu eilen; auf diesem Standpunkt Industriezweig zu grunde gehen müsse, da schon ini vorigen! Begründung, die niedrigen Preise, beseitigt sind. Da= werden, weil ber = für allerdings muß gesorgt werden, daß die Prämien In Breslau haben die Konfektionäre bekanntlich einen 13 u bevorzugen, in welchen den Angestellten die Möglichkeit beseitigt werden; in diefem Sinne akzeptire ich es, daß die Vor- sehnprozentigen Lohnzuschlag bewilligt. Eine Versammlung der gegeben ist, fich zu feßen. lage eine vorübergehende Maßregel sein soll; aber es muß Meister und Meisterinnen beschloß mit 33 gegen 3 Stimmen, dem Es steht zu befürchten, daß der Aufruf, der zum theil Namen dann auch eine Frist bestimmt werden, um uns Antrage der gemischten Kommission( Meister und Gehilfen) gemäß, trägt, die auch in der Sozialdemokratie einen guten Klang nicht für alle Zukunft zu binden. Der Prämiensah die Vertheilung des Arbeitslohnes in folgender Weise vorzunehmen: haben, seine Wirkung bei dem in betracht kommenden Frauenyon 4 M. ist für mich unannehmbar.( Buruf links: Wie viel?) Dreiviertel der Löhne oder 75 pCt. sollen die Gehilfen, Gesellen publikum verfehlen wird. In Geschäften, die von ArbeiterkundDarauf tann ich Ihnen jetzt noch keine Antwort geben, Sie oder Näherinnen, und 14 oder 25 pCt. der Meister für seine Be- schaft leben, mag der Inhaber sich gezwungen fühlen, aus Furcht müffen Ihre Neugier schon noch etwas aufschieben.( Heiterkeit; mühungen und Produktionskosten erhalten. Für jeden Artikel, vor Boykottirung den Verkäuferinnen die kleine Bequemlichkeit Burufs links: 3 M.) Bieten Sie nur ruhig weiter, von mir be Röcke, Jackets, Hosen, Westen u. s. w. hat die Lohn- Kommission zu bieten. In" feinen" Geschäften aber-? Wir bezweifeln, tommen Sie keinen Zuschlag.( Große Heiterkeit.) Auch die Ver- den Preis ausgerechnet, wie er den Gehilfen gezahlt werden daß dort früher von einer Besserung der Arbeitsbedingungen die brauchssteuer- Erhöhung von 18 auf 24 M. ist zu hoch vom müsse. Wir führen zum leichteren Verständniß einige Bei- Rede ist, als bis die Verkäuferinnen aus eigener organisirter Standpunkte des Konsumenten. Wenn der Zuckerpreis früher ein spiele an: Erhält der Meister vom Arbeitgeber für ein Rock- Kraft sich eine menschenwürdige Behandlung erringen. Dann höherer war, so folgt für mich noch nicht, daß der Preis wieder jacket 2c. 3 M. Arbeitslohn, so hat er nach diesem Tarif den wird auch erst an eine Lösung der mindestens ebenso drängenden so hoch kommen müsse, weil durch eine Preissteigerung die Zu- Gehilfen 2,25 M. davon abzugeben, 75 Pf. bleiben dem Frage des Achtuhrschlusses der Geschäfte und der nahme des Verbrauchs, namentlich auch zu industriellen Zwecken, Meister. Für eine Hose, für die es 60 Pf. fetzt, bekommt die Gewährung einer menschenwürdigen Mittagspause zu zu Konserven, Chokoladen u. s. w. verhindert würde. Wenn Handnäherin 30 Pf., die Maschinennäherin 7 und der Bügler denken sein. Die Vorlage als ein Kampfmittel betrachtet 8 Pf., zusammen 45 Pf. oder 75 pCt. Nach dieser Aufstellung wird, so glaube ich, die Waffen sind stumpf. würde ein Gefelle sich ungefähr auf täglich 2,50 M., eine Wann wird der Zehnpfennig- Tarif von der reaktionären Der Zuckerindustrie will ich helfen, aber nicht durch maß Maschinennäherin auf 2 M. und eine Handnäherin auf 1,50 M. Großen Berliner Pferdebahn- Aktiengesellschaft eingeführt werden? Aus dem bereits von uns erwähnten letzten Geschäftsberichte lofe Preissteigerungen, denn es steht nicht zu stehen kommen. Der niedrigste Arbeitslohn für eine Näherin dieser Gesellschaft ist noch hervorzuheben, daß von den Fahreinmal die ganze Zuckerindustrie hinter dieser Vorlage. Süd- soll nicht unter einer Mark betragen. deutschland ist nicht so erheblich an der Vorlage betheiligt, es hat aber doch das Interesse feines Viehabsatzes an die Rübengegenden. Zu den gewährten Lohnzuschlag bereits wieder zu umgehen ver- förderten Person im Gesammtdurchschnitt gezahlten Fahrgeldes Ueber 3 Engros- Firmen wurde Beschwerde geführt, daß sie gästen 71,29 v. S. 10 Pf.- Karten, 6,65 v.. 15 Pf.- Karten, 9 v. H. 20 Pf.- Karten löften. Der Betrag des von einer bebefürchten ist, daß die Kontingentirung gerade die kleineren Rüben- suchen. An den Unternehmerverband ist dieserhalb ein Schreiben bauer treffen wird und daß die Reichskaffe einen Ausfall erleide, abgegangen, worin um Abstellung dieser Uebelstände ersucht wird. ist von 11,15 Pf. im Vorjahre auf 11,02 im Berichtsjahr zurückder namentlich den Einzelstaaten zur Last fallen wird. Deshalb gegangen. Und bei alledem sträubt sich die Gesellschaft immer wünsche ich eine Kommissionsberathung. Das Dresdener Frauenkomitee", das aus Damen der noch, den Zehnpfennig- Tarif, der die Dividenden wahrscheinlich bürgerlichen Frauenbewegung besteht, hat sich bekanntlich mit um nichts schmälern würde, allgemein einzuführen. anerkennenswerther Weise der streifenden Konfektionsarbeiterinnen Vom Pferdebahnverkehr. Die Große Berliner PferdeAbg. Richter einige Bemerkungen richtig und hält dem angenommen. Es hat jest diejenigen Geschäfte, die die Forde Eisenbahn- Gesellschaft hat beim Magiftrat die Genehmigung zur Herrn v. Puttkamer vor, daß er durch den Ton persönlicher rungen der Zohnkommission bewilligt haben, auf Plakaten an Errichtung einer Abfahrtstelle am Rottbuser Ueberlegenheit zu ersetzen gesucht hätte, was ihm an fachlicher den Anschlagfäulen veröffentlicht und weist zugleich auf die Thor in bder Kottbuserstraße nachgesucht, um an besonders verEntgegnung fehlte; diese Tonart sei ja eine Familieneigenthüm- Arbeitsnachweisstelle hin, die am Montag eröffnet worden ist. fehrsreichen Tagen zwischen Rottbuser Thor und Briz besondere lichkeit.( Heiterkeit.) Wenn Herr v. Puttkamer alle Hochachtung Einfagwagen laufen lassen zu können. Für die an der vor seinen( des Redners) landwirthschaftlichen Kenntnissen verOstbahn bei Station Biesdorf belegene städtische Anstalt loren habe, so könne er in die bedauerliche Lage eines solchen für Epileptische, Wuhlgarten, ist bisher eine PferdebahnVerlustes nicht kommen, denn seine Hochachtung in dieser Be- Achtung, dritter Reichstags Wahlkreis! Am Donners- Verbindung, wie sie bei den Frrenanstalten Dalldorf und Herzziehung vor Herrn v. Puttkamer sei niemals sehr groß gewesen. tag, den 5. März, findet im Lokale des Herrn Möhring, berge besteht, noch nicht eingerichtet worden. Da die Vorortzüge ( Heiterkeit.) Märkischer Hof, Admiralstr. 18c, eine große Voltsversammlung bis Biesdorf jedoch nur in Zwischenräumen von zwei Stunden Abg. v. Bennigsen( natl.) protestirt dagegen, daß er nach statt mit der Tagesordnung: Die indirekten Steuern mit be- verkehren, wird der Verkehr mit der Anstalt außerordentlich einer Behauptung des Abg. Bock 1891 von der guten sonderer Beleuchtung der schiebenden 3uder steuervor erschwert. Das Kuratorium für die städtische Frrenpflege, welche Lage der Buckerfabrik, an der er felbft betheiligt lage." Die Frage ist für das ausgebeutete Volt von weit- Abhilfe für wünschenswerth hielt, hat sich daher mit dem Ergewesen sei, gesprochen und dabei behauptet habe, daß die Rüben- tragender Bedeutung; es werden daher namentlich auch die suchen an den Magistrat gewendet, bei der Direktion der Neuen bauer niedrige Breise erhalten, welche eine wahre Kalamität Frauen zu zahlreichem Besuch der Versammlung aufgefordert. Berliner Pferde- Eisenbahn- Gesellschaft auf Herstellung einer feien; er verliest zur Richtigstellung die betreffenden Stellen der Rede. Große Sozialistenschen hegt der neue Wirth des Pferdebahn- Berbindung mit Biesdorf, welche durch Verlängerung Gesangverein, der Männerchor Südost, wollte das nunmehr dorf leicht zu erreichen ist, hinzuwirken. Rümpel'schen Lotals in Treptow. Ein Arbeiter der vor Friedrichsfelde endigenden Pferdebahn- Geleise bei BiesVittoria Garten" getaufte Lokal zum Pfingstmorgen miethen. Da die brieflichen Verhandlungen nicht recht vorwärts schritten, antisemitischen Blatt, das bekanntlich eingeht, in 17 Monaten Ueber die ,, Volksrundschau" wird berichtet, daß bei dem gingen einige Mitglieder kürzlich zu dem neuen Besitzer hinaus, etwa 600 000 M. zugesetzt worden sind. Die ungeheuere Reklame, nm sich endgiltigen Bescheid zu holen. In der Unterhaltung mit der es ins Leben gerufen wurde, soll gleich im ersten Monat war eine der ersten Fragen des Wirthes, ob sie auch zu einem faft 100 000 m. verschlungen haben. Verbande gehörten. Als die Arbeiter erklärten, daß ihr Verein Mitglied des Arbeiter- Sängerbundes sei, hielt der Besizer es von Darauf wird ein Vertagungsantrag angenommen. Persönlich stellt Abg. Bock- Gotha bemerkt, daß er nicht von einer einzelnen Fabrit, sondern allgemein gesprochen habe. Schluß 5% Uhr. Nächste Sigung Mittwoch 1 Uhr. ( Fortsetzung der ersten Berathung der Zuckersteuervorlage.) Die Lohnbewegung in der Konfektions- Induftrie. Lokales. In der Angelegenheit Frik Friedmann meldet das vornherein für ausgeschlossen, daß bei ihm das Bergnügen ab„ Berliner Tagebl": Der Vorstand der Anwaltskammer in In der Damen- und Mädchen- Mäntel- Konfektion ist in gehalten werde. Er habe während des Bierboyketts 9000 M. Bordeaux Laine, der Rechtsbeistand Friedmann's, hatte sich der letzten Zeit zwischen den Kommissionen der Kaufleute, der verloren und wolle mit Sozialdemokraten nichts zu thun haben. telegraphisch nach Paris an den Minister gewendet und eine Zwischenmeister und der Fünfer- Kommission mehrfach verhandelt In seinem Lokale stünden drei Kaiserbüsten und er glaube auch Audienz für morgen erbeten. Da bis zur Abendstunde eine worden. Die Berathungen drehten sich hauptsächlich um den an Gott den Vater dort oben und für alle Zeiten sei es vorbei, Antwort nicht eingetroffen ist, hat Laine die geplante Reise aufLohntarif, welcher bei den Meistern gedruckt zum Aushang daß, wie früher, die Rothen in seinen Räumlichkeiten dominirten. geschoben. Wie uns ein Privat- Telegramm aus Paris meldet, kommen soll. Größere Meinungsverschiedenheiten, die mehrere Ob der Wirth mit letteren Worten recht hat, wird billig zu Sigungen beanspruchten, entstanden darüber, wie der Prozent- bezweifeln sein. Bis jetzt hat sich in kleinen wie in großen antheil der Lohnerhöhung für die Arbeiterinnen zu berechnen fei. Dingen noch immer herausgestellt, daß die Sozialdemokratie es Die Fünfer- Kommission trat entschieden dafür ein, daß auf die bisher länger aushält, wie ihre Feinde. von den Meistern gezahlten Löhne die Prozentsätze in der vereinbarten Höhe den Arbeitern zu zahlen sind. Sie hat ihre Für Wilmersdorf werden Bestellungen auf das VoltsAuffassung schließlich insoweit durchgesetzt, als die Meister blatt", den Vorwärts", sowie auf die sonstige sozialdemokratische fortan ihren Arbeitern und Näherinnen auf die von ihnen bisher Parteiliteratur bei den Frauen Heinemann und Reuter, Sigmar gezahlten Löhne bis zu 1,50. 30 pet. Buschlag zu zahlen ingenstraße 32 II, entgegengenommen. Daselbst ist auch InDer Vertrauensmann, haben, von 1,60-3 M. 20 pCt., von 3,10-7 m. 15 pet. und feratenannahme für die Parteiblätter. von 7,10 M. an auf alle Stücke 10 pCt. Die Tarife werden in Gustav Reuter, Berlinerstr. 132/133. übersichtlicher Weise entsprechend ausgearbeitet und kommen dann bei den Meistern zum Aushang. B wird von beſtinformirter Seite mitgetheilt, daß die Entscheidung in der Angelegenheit Friedmann's erst nach der Rückfehr des Ministers des Innern Bourgeois nach Paris, also nach dem 9. März erfolgen werde. Aus Bordeaux verlautet, daß ein Berliner Bankhaus von seiten Friedmann's angewiesen worden ist oder angewiesen werden solle, jene sechstausend Mart, die Friedmann, wie die Anklage behauptet, unterschlagen hat, am 1. April an ihren Eigenthümer Berger auszuzahlen. Das Fenerlöschwefen in der Kaserne. Von Zeit zu Zeit werden die Soldaten in ihren Kasernen darüber instruirt, wie sie fich bei einer etwaigen Feuersgefahr zu verhalten haben. Diese Die Parteigenoffen von Rummelsburg und Stralan Instruktionen sind jetzt infolge der Moabiter Brände durchweg werden hiermit nochmals auf die heute Abend in Bowinkel's bei allen Truppentheilen in Grinnerung gebracht worden. Sobald Nach den gemeinsam getroffenen Vereinbarungen haben sich Lotal, Hauptstr. 88, stattfindende Versammlung aufmerksam ge- im Kompagnierevier Feuer ausbricht, bläst der erste Spielmann, die Konfektionäre bekanntlich verpflichtet, Zwischenmeistern, die diese macht, in welcher Genosse Bebel über die gegenwärtige poli- der das Feuer bemerkt, Feuerlärm". Auf dieses Signal fammeln Bestimmungen nicht erfüllen, teine Aufträge ชิน er- tische Lage referiren wird. Dieselbe ist als öffentliche Bolts- fich die Mannschaften in Helm, Gewehr und Seitengewehr auf theilen. Da die bedeutendsten Konfektionsfirmen sich den versammlung angemeldet und es können daher auch Frauen daran dem Kasernenhofe. Zuerst gilt es, die Kammerbestände zu retten. Abmachungen ihrer Auftraggeber angeschlossen haben, liegt theil nehmen. Ein Trupp Soldaten rückt auf die Bekleidungskammer und wirst es in ihrem eigenen Interesse, für die Durch führung Was heißt das? Die Vossische Zeitung" schreibt: sämmtliche Stücke auf den Hof hinab. Auf allen Böden der zu wirken. Direkt ablehnend verhalten zu Den immer ernstlicher auftretenden Gerüchten gegenüber, Kaserne stehen in unmittelbarer Nähe der Bekleidungskammern den Vereinbarungen haben sich bisher folgende Firmen: Mitglieder des Arbeitsausschusses der Ber große Behälter, die immerwährend mit Wasser gefüllt sein Benjaminu. Gaspari, Hausvoigteiplat 3/4; G. Engel, liner Gewerbe Ausstellung 1896 feien an den müssen. Für die zeitweise Erneuerung des Wassers hat der Steinmetzſtr. 27; M. Holz u. Co., Oranienstr. 188; Karl Bieferungen für die Ausstellung betheiligt und miß- Kompagniefourier Sorge zu tragen. Neben diesen Behältern Kallmann, Niederwallstr. 16; Krohn u. Schmerl, brauchten so das ihnen anvertraute Ehrenamt, halten stehen kleine Handdrucksprizen. die im Falle eines Feuers benutzt Holzgartenstr. 6; 2. Lefevre, Spittelmarkt 12; Arthur wir es für geboten, daß eine authentische öffent- werden. Zur Bedienung die er Spriten sind besondere Leute Pelz, Kurstr. 41; M. Sam st, Niederwallstr. 25; G. Stro- liche Ertiärung erfolgt. Ein Wert reinster Selbst- ausgebildet, die bis zum Eintreffen der Feuerwehr den Sprizenbach, Leipzigerstr. 95; Adolf Schanzer, Alte Leipziger- verwaltung darf nicht wir hoffen grundlos- mit dem dienst versehen. Neben den Bekleidungskammern befinden sich in straße 11; Morih Phillippsohn, Kronenstraße. Es wird jest Pflicht der Zwischenmeister sein, bei diesen erdacht des Matels der Selbstsucht seiner der Regel noch die Fourier- und Schießkammer. Es ist daher geiter behaftet sein." Firmen feine Arbeit zu nehmen. Andererseits fordert die Fünferjetzt der Befehl in Erinnerung gebracht worden, daß auf der Kommission die Arbeiter und Arbeiterinnen auf, bei feinem Zwischenmeister Arbeit zu nehmen, der für die angeführten Firmen arbeitet. Im Laufe dieser Woche gelangen die Lohntarife zur Ausgabe. Alle Betheiligten sind aufgefordert, dafür zu wirken, daß die Tarife überall bei den Meistern ausgeführt werden. Geschieht dies nicht oder wird versucht, den vereinbarten Lohn nicht zu zahlen, so ist sofort der Fünfer- Kommission Mittheilung zu machen, die im Zentral- Arbeitsnachweis- und Auskunftsbureau Alte Jakobstraße 83 in der Zeit von 8 Uhr früh bis mittags 1 Uhr zu sprechen ist. mals ein Aufruf ein, der in einigen bürgerlichen Blättern verFür die Verkäuferinnen in Ladengeschäften tritt aber öffentlicht wird. Es heißt darin: Ja, ist denn heute überhaupt in bürgerlichen Kreisen ein Schießtammer fein Pulver und teine scharfen und Playpatronen Ehrenamt denkbar, bei dem der Inhaber nicht, wo es angeht, fich befinden dürfen. Zuwiderhandlungen werden mit Arrestfeinen Rebbach zu machen sucht? Wenn wir nicht irren, ist die strafen geahndet. Außer diesem allgemeinen Feuerlöschwesen Bossische Zeitung" auf unseren bekannten Artikel in Nr. 275 werden zum Schuße der Königlichen Gebäude noch besondere vom vorigen Jahre:" Magiftrat, Stadtverordnete und Aktien- Brandwachen kommandirt. Diese Brandwache hat den Zweck, gesellschaften", der das Verhältniß einer Reihe Städtväter zu sofort an die ihnen permanent zugewiesenen töniglichen Gebäude städtischen Lieferungen deutlich genug behandelte, mit feinem zu eilen, wenn es dort brennt. Gewöhnlich ist die Brandwache Sterbenswörtchen eingegangen. zwei Rompagnien start, die sich wöchentlich ablösen. Während verlassen, auch nicht an Sonn- und Feiertagen. Sobald der der Dauer des Kommandos dürfen die Leute ihre Kaferne nicht Militärtelegraph die Feuermeldung überbracht hat, bläft der auf Einigungsamt des Berliner Gewerbegerichts. Zu den Taufende junger Mädchen sind als Verkäuferinnen in den der Kafernenwache befindliche Hornist das Feuersignal. Wenn weiteren Vernehmungen waren wiederum eine Anzahl zwischen Geschäften thätig. Ihr Gesundheitszustand ist meist sehr schlecht. ein Tambour Dienst hat, so trommelt er unausgefeßt Wirbel. meister und Arbeiterinnen aus der Herrenkonfektions- Branche Nach dem Gutachten, welches das kaiserliche Gesundheitsamt am Auf dieses Signal sammelt sich die Brandwache und rückt geschlossen vorgeladen. Ein Zwischenmeister der Hosenbranche war bis zum 18. Oftober 1894 erstattet hat, ist dem Umstande, daß die Handlungs- auf die Brandstelle ab. Hier haben sie mehr beim Absperren zu Jahre 1887 Bäckergefelle. Darauf hat er vier Jahre als Bügler gehilfinnen ihre Arbeit nicht anders als stehend verrichten helfen, als sich beim Löschdienst zu betheiligen. Indessen werden gearbeitet und ist dann zum Zwischenmeister avancirt. Jezt können, in einigen Geschäften auch dann, wenn Kunden nicht diese Leute auch zum Rettungswert verwandt, wenn es noth liefert dieser Meister" für vier Engrosfirmen wöchentlich 1500 zu bedienen sind, sich nicht sehen dürfen, insbesondere die Ent- thut. Die Postenkette dieses Feuerpitets sperrt, wie schon anbis 1600 Hosen im Preise von 40 bis 70 Pf. pro Stück. In stehung von Gesundheitsschädigungen beizumessen." Bei Ber- geführt, die Brandstelle ab und läßt Unberechtigte" nicht feiner Wohnung sind vier Bügler, ein Zuschneider und eine Hils- fonen, deren Knochenbildung in anbetracht ihres Lebensalters paffiren. Wer mit Gewalt sich durchdrängen will, wird arretirt arbeiterin thätig. Ein Hausbiener und ein Laufbursche besorgen oder infolge von Krankheit noch nicht vollendet ist, entstehen Ver- und der Polizei übergeben. Die bei den geretteten Sachen die Gänge nach den Geschäften; zur Arbeitsabholung und frümmungen der unteren Gliedmaßen und Veränderungen am stehenden Poften dürfen niemand an diese heranlassen, auch Lieferung hat der Meister außerdem noch ein Hunde- Fußgewölbe. Eine andere Folge des anhaltenden oft 12- bis nicht deren Eigenthümer. Falls im Schloß 2c. Großfeuer" ist, fuhrwert. Mit der Hilfeleistung der Frau verbleibt diesem| 15stündigen Stehens äußert sich in Störungen des Blutkreis- so müssen sich die außer Dienst befindlichen Soldaten in ihre Zwischenmeister nach feiner Angabe ein Nettoverdienst laufs im Bereiche der unteren Gliedmaßen, insbesondere in der Kasernen begeben, um bei einem Garnison- Brandalarm ausvon 70 bis 90 Mark pro Woche. Ein anderer Bildung von Krampfadern." Aus den Beobachtungen der Kaffen- zurücken, zu welchem auf Befehl der Kommandantur GeneralZwischenmeister derselben Branche ist gelernter Schmied. Er ärzte, welche die 8000 Mitglieder des Hilfsvereins für marsch geschlagen wird. Bei fleinem Feuerlärm ist es den arbeitet jetzt in der Hosenbranche unter den gleichen Verhält- weibliche Angestellte behandeln, zeigt sich ebenfalls Soldaten bei Arreststrafe verboten, sich als Zuschauer an der nissen wie sein Kollege aus der Bäckerbranche. Der mit den die Gefahr des beständigen Stehens. Alle Ber Brandstätte aufzustellen. " " Erhebungen betraute Fabrikant Weigert muß verschiedene suche, diesem Uebelstande abzuhelfen, sind bisher daran Der im Ausstellungsgebiet belegene Theil der Treptower Zwischenmeister darauf hinweisen, daß sie verpflichtet sind, den gescheitert, daß die Kundschaft sich der Sache nicht Chaussee wird vom 1. April ab für den Straßenverkehr gesperrt erzielten Lohnzuschlag voll und ganz unter ihre Arbeiter zu ver- angenommen hat und die Ladenbefizer berechtigt werden. theilen, andernfalls könne der fehlende Betrag von den Arbeitern waren zu glauben, die Kunden verlangen als Zeichen der mit Erfolg eingeklagt werden. Eine Stepperin aus der Hosen Höflichkeit, daß die Verkäuferinnen sie stehend empfangen gegen 7 Uhr in der Prinzen Allee zwischen zwei Wagen der Ein ernstlicher Zusammenstoß erfolgte Montag Abend branche giebt an, daß sie bei täglich zwölfftündiger Arbeitszeit und bedienen. Wir sind jedoch überzeugt, die Käuferinnen gegen 7 Uhr in der Prinzen- Allee zwischen zwei Wagen der einen Wochenverdienst von 12,60 M. erreicht; davon gehen aber werden jene Höflichkeit nicht mehr verlangen, sobald sie wissen, in der Prinzen- Allee, woselbst das Umsetzen der Wagen stattelektrischen Versuchsbahn Badstraße- Pankow. An der Endweiche für Ausgaben an Licht, Feuerung, Nähfaden, Maschinen- daß sie mit dem kostbarsten Gut des Menschen, der Gesundheit, findet, fuhr ein stark befeßter, von Bankow tommender elektrischer abnuzung u. f. w. 4,65 M., so daß sich der Nettoverdienst pro bezahlt wird. In Nordamerika, Holland und England sowie findet, fuhr ein stark besetzter, von Bankow kommender elektrischer Woche auf 7,95 M. ftellt. Eine Handnäherin der Hosen auch in einzelnen Städten Deutschlands haben die Frauen Wagen mit großer Gewalt auf den ebenfalls besetzten Gegen branche bekommt je nach Qualität und Größe der zu bereits zum theil erreicht, was wir erreichen wollen. wagen auf. Die Passagiere, welche auf den Vorderperrons verarbeitenden Sachen pro Hose 10 bis 25 Pf. Sie giebt an, Daher wenden wir uns standen, vermochten die drohende Gefahr noch rechtzeitig zu bean die Käuferinnen, in deren daß von ihren 4 Kindern das älteste, ein Mädchen von 9 Jahren, Hand es liegt, die Lage der Frauen, für die fie arbeiten, merten und flüchteten in das Innere der Gefährte. Trotzdem bei der Arbeit behilflich ist. Die Frau erzählt, daß sie täglich wesentlich zu verbessern. Wir fordern alle Frauen die beiden Waggons stark beschädigt; die Plattformen derselben erlitten mehrere Personen leichtere Verlegungen, dagegen wurden 14 Stunden arbeitet. Daß dieses Thatsache ist, sieht man an auf, dafür einzutreten, daß die Verkäuferinnen nicht nur, wenn wurden total zertrümmert. Die Tramways mußten sofort außer der abgerackerten, blassen Gestalt. Aus dem mitgebrachten Lohn- fie unbeschäftigt sind, sondern auch während der Dienst gesetzt werden. buch wird festgestellt, daß der Durchschnittslohn, auf 12 Wochen Arbeit. figen dürfen, sobald die Art der Beschäftigung es berechnet, pro Woche 4,45 Pf. beträgt, von dem noch 1,34. zuläßt. Wir fordern fie ferner auf, sich durch Unterschrift Zur Ermordung des Fräulein Klara Galle wird uns für Untoften abgehen. dieses Aufrufs zu verpflichten, in Zukunft jene Geschäfte aus den Kreisen ihrer Verwandten berichtet, daß der Verdacht der Thäterschaft sich auf den 20 jährigen Sohn einer früheren Jerhängt. Das Mädchen unterhielt ein Verhältniß mit einem anderem Tempo vorwärts tommen als anderwärts, wo man Nachbarin der Familie gerichtet habe. Dieser junge Mensch, der Musiker, soll aber zugleich auch mit anderen Männern verkehrt glaubt, durch das Sparen am Unterpersonal den Staatsfinanzen Arbeiter" Otto Corduan, der dafür bekannt war, daß er der und einen Lebenswandel geführt haben, der sie mit der Polizei zu helfen! Die Gehälter des Personals der Pariser NationalArbeit immer sehr weit aus dem Wege ging, wohnt in der Bock- in Konflikt brachte. Am Sonnabend Abend entstand vor dem bibliothek belaufen sich jährlich auf über 400 000 Franks. brauerei auf dem Tempelhofer Berg bei seiner Mutter, der die Hause Brißerstraße 6 ein großer Auflauf. Die Kobis war auf Röntgen's Entdeckung in Amerika. Aus New York Hausreinigung in der Wirthschaft obliegt. Bei der Frau der Straße erkrankt und mußte in ihre Wohnung getragen bringen C. N. of G. folgende Meldung: Es bestätigt sich, daß Corduan verkehrte die Ermordete bis in die letzte werden. Am Sonntag Morgen um 6 Uhr holte die Polizei sie es dem Assistenten im Regierungs- Laboratorium, Mr. Crumbie, Beit häufig aus alter Anhänglichkeit. Neuerdings bot Otto ab, um für ihre geeignete Unterbringung zu sorgen. Bevor man gelungen ist, die Röntgen'sche X- Strahlen- Photographie ohne Corduan der Klara Galle öfters seine Begleitung an und zeigte fie jedoch in ein Krankenhaus befördern konnte, erhängte sie sich Hilfe einer Crookes Röhre oder der Cathode- Strahlen vorzus fich ihr gegenüber auch sonst auf seine Weise liebenswürdig. Doch auf der Wache des Reviers. nehmen, obgleich die Methode noch geheim gehalten wird. Es wies Fräulein Galle alle Annäherungsversuche des jungen Menſchen energisch zurück. Die Verwandten der Ermordeten machten 50jährige Glaser Julius Angerſtein aus ver Anklamerstr. 2 mit Jahreszahlen genau zu erkennen war, produzirt, welche in ein In einem Anfall von Delirium hat sich am Montag der wurden Photographien von Münzen, auf denen Schrift und einem Rüchenmesser mehrere Stiche in den Leib und in die auch am Dienstag Morgen den Otto Corduan verhaften ließ. Schläfe beigebracht. Angerstein war bis vor 7 Monaten in der und auf die dreißig Stunden lang durch den Strom aus einer Frrenanstalt zu Dalldorf untergebracht. Er ist verheirathet. Der Kaufmann Bache aus der Noftizstraße, der sich am Montag im Thiergarten zu erschießen suchte, ist noch am selben Abend der Wunde, die er sich beigebracht hatte, erlegen. In der traurigen Affäre kommen ferner noch die Aussagen zweier von der Behörde ermittelten jungen Leute in betracht, die am Donnerstag zu gleicher Beit, als die Galle in der Expedition des Lokal- Anzeigers" in der Naunynstraße war, dort auf den Arbeitsnachweis" warteten. Diese Beiden wollen beim Fortgehen gesehen haben, daß Fräulein Galle die Manteuffelstraße hinuntergegangen ist; hinter ihr her feien zwei junge Männer Ringel'iche Ehepaar, Friedrichstr. 73, bereits vor längerer Zeit Eine Brieftasche mit 14 000 Mart Banknoten soll das geschritten, die das Mädchen mehrere Wale mit ihrem Vornamen einem Bimmerherrn entwendet haben. Die Leute sind in diesen „ Klara" angerufen hätten. Die beiden Zeugen sind der Meinung, Tagen verhaftet worden. daß sie die Personen, welche die Ermordete verfolgt haben, jetzt noch genau wiedererkennen werden. Weiter ist noch von der Bekundung einer jungen Dame aus der Biethenstraße in Rigdorf Notiz zu nehmen, die am Donnerstag Abend um halb 11 Uhr von ihrer, dem Logis der Ermordeten gegenüber beWitterungsübersicht vom 3. März 1896. legenen Wohnung aus lautes Geschrei einer Frauen- Stationen. stimme gehört haben will. Als sie das Fenster geöffnet habe, feien zwei Männer auf der Straße gewesen, von denen einer gerufen hätte:" Na, einmal müssen wir sie doch kriegen." Die Beschreibung, welche diese Zeugin von dem einen dieser Swinemünde Leute gab, paßt ziemlich genau auf die Figur des verhafteten Hamburg Korduan. Barometerstand in mm, d. Meeressp. Windrichtung Windstärke SSM 4 (-) ADALB322615 Wetter Temperatur nach Celsius Phonographen- Batterie eingewirkt worden war. Man vermuthet, daß magnetische Kraft irgend welcher Art dabei in Anwendung gebracht wird. Versammlungen. Die Händler, Händlerinnen und Hanfirer waren am 28. Februar in einer sehr stark besuchten Bersammlung zusammen gekommen, um nach einem Referat des Genossen Jahn über die Sonntagsruhe und der Kleinhandel auf der Gewerbe Ausstellung" Stellung zu nehmen. Schon der große Andrang zu dieser Versammlung, in der auch die Grossisten erschienen waren, lieferte den Beweis von dem allgemeinen Interesse über die vom Polizeipräsidenten ertheilte Antwort, betreffend die Handhabung der Sonntagsruhe während der Ausstellung. Die ehrlichen Händler und Hausirer verlangen nicht mehr, als was anderen Gewerbetreibenden gewährt wird. Diese Meinung wurde auch von sämmtlichen Rednern, die an der Diskussion theilnahmen, vertreten. In diesem Sinne, daß die Verkaufszeit für die Händler während der Ausstellung auf fünf Stunden normirt werde, äußern sich Trunsch, Schröder, Ritter, 4 Schulze, Hübsch. Eine Resolution, in welcher die Erwartung auf eine Aenderung der Sonntagsruhe in dem angedeuteten Sinne ausgesprochen wird, gelangt gegen 2 Stimmen zur Annahme. Als Delegirter zur Gewerkschafts- Kommission wurde Schulz gewählt. Unter Verschiedenem" schilderten einige die unzähligen hohen Strafmandate, die sie zahlen mußten; eine Frau hat allein innerhalb 4 Monaten 280 M. zu zahlen. 1 749 . 745 SM 751 4 • 751 756 757 749 M 757 GD wolkig bedeckt halb bedeckt bedeckt wolfenlos wolfenlos Schnee bedeckt 2 3 2 4 -12 5 734 28 Regen 4 722 964 749 SSM halb bedeckt bedeckt 3 6 Berlin Von anderer Seite wird noch bekannt gegeben: Wiesbaden Erwünscht wäre es, daß sich Personen meldeten, welche am München Sonntag früh, wahrscheinlich zwischen 3 und 5 Uhr, in der Wien. Gegend der Glogauerstraße oder am Rottbuser Ufer resp. an der Haparanda Thielen- Brücke einen Mann gesehen haben, der einen zwei- Petersburg rädrigen Handwagen fuhr. Die Wände dieses Ge- Cort fährtes fönnen etwa 30 bis 35 Centimeter hoch gewesen Aberdeen. sein, der Wagen mag solchen Gefährten geähnelt haben, Paris.. wie sie von Bautlempnern, Malern 2c. zum Transport eines Gerüftes benutzt werden. Die verdeckte Ladung des verdächtigen Wetter Prognose für Mittwoch, den 4. März 1896. fleinen Fuhrwerts kann über das Vorder- und Hinterende hin- Biemlich warmes, zeitweise heiteres, vielfach woltiges Wetter ausgeragt haben. Es wäre allerdings noch möglich, daß zum mit Regenfällen und starken südwestlichen Winden. Transport der Leiche der Gall ein geschlossener, länglicher, zweirädriger Kastenwagen benutzt worden ist. Die Deffnung der Leiche hat Montag Nachmittag in der Leichenhalle in Rixdorf stattgefunden. Hierbei wurde außer den erwähnten drei Stichen noch eine vierte Wunde auf der linken Seite des Kopfes vorgefunden, ferner eine Verletzung der Kopfhaut auf der rechten Seite, welche durch einen Hieb mit einem Stock verursacht sein dürfte. Außerdem hat der Mörder sein Opfer gewürgt. B Berliner Wetterbureau. Die Gravenre und Ziseleure besprachen am 28. Februar in einer öffentlichen Versammlung das Ergebniß der Verhandlungen der Siebener- Kommiffion mit den Prinzipalen. Nach den Mittheilungen des Referenten haben 40 Meifter mit 180 Gehilfen die aufgestellte Forderung- Einschränkung der Ueberstunden und 25 pet. Lohnerhöhung für dieselben bewilligt. In der Diskussion wurde von mehreren Rednern betont, daß durch eine Beseitigung der Ueberstunden die Fabrikanten die Anfertigung der Muster eher beginnen müssen und so eine gleichmäßigere Bertheilung der Arbeit stattfindet. Zur Durchführung eines solchen Vorhabens bedarf es nur des guten Willens, für die Arbeiter aber bedeutet es einen nicht zu unterschäßenden Vortheil. Zum Schluß wurde auf die mangelhafte Ausbildung der Lehrlinge im Berufe hingewiesen. Die Angelegenheit soll in einer nächsten Versammlung eingehend erörtert werden. Vermischtes. Kunft und Wissenschaft. Bernhard Baumeister vom Wiener Burgtheater begann am Montag als Crespo in Calderon's" Richter von Balamea" am Neuen Theater ein längeres Gastspiel."" Wo er steh'n wird auf den Brettern, wird die Zeit ihn niederschmettern, die mit Fürstenknecht und Pfaffen fürder nichts mehr hat zu schaffen." Bürgerliche Blätter veröffentlichen folgende Mittheilung der So erboste sich Friedrich Rückert einst gegen den Spanier Calderon; Kriminalpolizei: Die Zeitungsnachrichten bezüglich des an der bei allem Radikalismus war das ein fleinlicher Zorn. Das Klara Galle verübten Verbrechens sind zum theil nicht ganz fieghafte Dichtergenie Calderon's fonnte nicht aus der Weltrichtig. Insbesondere ist es nicht zutreffend, daß die Spuren des literatur getilgt werden; die Werke, die schlackenfrei sind von Wagens, auf welchem muthmaßlich die Leiche nach dem Wiesengraben mystisch pietistischer Denfweise, leben heute noch auf unseren geschafft worden ist, auf der Panierstraße bis zur Thielenbrücke haben Bühnen: das tiefsinnige Drama" das Leben ein Traum" und Auch ein Nachspiel zum Prozeß Mellage. Aus Aachen verfolgt werden können. Die Spuren des Wagens waren vielmehr nur die urträftige Bauern- Tragödie vom Richter von Zalamea" wird berichtet: Die bekannten Zeugen aus dem Prozeß Mellage, von der gepflasterten Panierstraße längs des Wiesengrabens bis in erster Reihe. Wie dieser selbstbewußte, weise Bauer seine der katholische Geistliche Rheindorff und dessen Haushälterin zum Fundort der Leiche wahrnehmbar. Dort ist der Handwagen, geschändete Tochter im Walde findet; wie ihn das Elend Augufte Friesel, sind zum Protestantismus übergetreten, haben Daß deffen auffallend große Spurweite darauf hinweist, daß es ein für eine Weile übermannt und er trotzdem in geläuterter fich dann geheirathet und wohnen jetzt in Elberfeld. bedeckter Kastenwagen gewesen ist, anscheinend umgedreht worden, Kraft sich erhebt, wie er als Ortsrichter den frechen Hauptmann die braven Leute einander geheirathet haben, ist gewiß recht doch verlief die rückwärts führende Spur bald. Hiernach bleibt einer verwahrloften Soldatesta, den Schänder seines Kindes trot verständig. Weniger gescheidt dünkt uns ihr Uebertritt aur es zweifelhaft, ob die That auf Berliner oder Rigdorfer Gebiet aller Soldatendrohungen aufhängen läßt, wie man eine Bestie nüchternen Protestantenreligion. verübt worden ist. Durch die Obduktion ist festgestellt worden, tödtet; wie er gegen die Auslieferung ans Militärgericht sich Die Bevölkerung Preußens ist nach dem in einer Sonder daß weder die Stichwunden, noch die anscheinend durch stemmt, weil ein Recht herrschen soll; wie er selbst nummer der Stat. Korr." veröffentlichten vorläufigen Ergebniß Stockschläge herbeigeführten Körperverletzungen den Tod dem entrüsteten König in stolzer Menschenwürde und der Volkszählung vom 2. Dezember 1895 auf 31 847 899 Perherbeigeführt haben, daß dieser vielmehr durch Erstickung mit freiem überlegenen Humor gegenübertritt: Das ist sonen gestiegen und hat seit dem 1. Dezember 1890 um eingetreten ist. Die Leiche hat mindestens vierundzwanzig ein Gedicht, von Shakespeare'scher Kraft und Charakterfülle durch- 1 890 532 Personen, das heißt um 6,31 aufs Hundert der Stunden im Wasser gelegen, wofür auch die Thatsache spricht, weht. Bernhard Baumeister, der ursprünglichste, humorvollste Bevölkerung vom Jahre 1890 oder durchschnittlich jährlich daß sie mit einer dünnen Eisschicht bedeckt war. Die obduziren- Bühnenkünstler des heutigen Deutschlands, hat als Richter von um 1,23 aufs Hundert zugenommen, obwohl auch in diesem den Aerzte nehmen an, daß der Tod schon drei Tage vor Auf- Balamea" das Reifste gegeben, das seiner Kunst zu geben möglich Jahrfünfte ein erheblicher Theil der natürlichen, durch den findung der Leiche eingetreten ist. Wahrscheinlich ist daher die war. Als vor etwa 14 Jahren der Richter von Balamea" der Ueberschuß der Geburten über die Sterbefälle entstehenden BeKlara Galle bereits am 27. Februar das Opfer eines Ver- deutschen Bühne wiedergewonnen würde, war es Baumeisters völkerungsvermehrung durch den Ueberschuß der Auswanderung Die Volks brechens geworden. Es ist festgestellt, daß sie an diesem Tage strohende Kraft, die Erstaunen erregte. Heute gehört Bau- über die Einwanderung verloren gegangen ist. gegen 4 Uhr nachmittags an der Ecke der Naunyn- und meister zu den Alten; aber nicht im Sinne einer veralteten zunahme ist hiernach im letzten Jahrfünft etwas höher als in Adalbertstraße ein Exemplar des Arbeitsnachweises erhalten Richtung; noch immer ftellt er straff seinen Mann dem vorhergehenden gewefen. Die Einwohnerzahl des Stadtund, dieses lesend, sich in der Richtung nach der Manteuffel- und wenn er als Crespo die Bühne betritt, heiter und freises Berlin ist von 1578 794 auf 1677 351, alfo um 6,24 pt. straße entfernt hat. überlegen, dann sagt der Zuschauer: Ein ganzer Kerl, ein fönig- gestiegen. Das endgiltige Ergebniß wird Ende November licher Bauer. Und eines können von dem Alten noch alle Jungen mitgetheilt werden. Aus Rigdorf. Das Gerücht von einer neuen Blutthat lernen: schlicht sein, wie die Natur selbst, und in der Schlichtheit verbreitete sich am Montag Abend gegen 8 Uhr in der Biethen so zu ergreifen, wie es Baumeister vermag, wenn er sein unstraße zu Rixdorf. 3wei Männer sollten dort eine Frau über- glückliches Kind an die breite bebende Brust zieht. Was sonst fallen und mit Messern bearbeitet haben. Dem Gerücht lag die im Neuen Theater geboten wurde, ist nicht mit einer Silbe der Thatsache zu grunde, daß zwei betrunkene Männer eine Frau Erwähnung werth; so plump war es und unbeholfen. anfielen und in einen Hausflur schleppten, anscheinend um sie zu ,, Ein Verrückter." Dieser vor einiger Zeit im Vorwärts" vergewaltigen. Auf das Hilfegeschrei der Frau kamen zahlreiche Leute herbeigeeilt, die die Attentäter durchprügelten, dann aber erschienene Roman ist bekanntlich leßthin dramatisirt worden; leider laufen ließen. Ihre Persönlichkeit hat daher nicht feft. über die Aufführung im National Theater" haben wir in Nr. 47 gestellt werden können. Die überfallene Frau hat auch keine An- furz berichtet. Es sei bemerkt, daß uns dabei der Irrthum gestellt werden können. Die überfallene Frau hat auch keine An- unterlief, Herrn Franz Held in München für den Autor zu halten; zeige gemacht. Ein finnentstellender Druckfehler findet sich in der gestrigen Lokalnotiz über den Fall Le Coutre. Es muß Spalte 3, elfte Zeile von oben Kaufabschluß statt Kausalschluß heißen. Verfasser ist der Schriftsteller Ruederer in München. " " Ein Verbrecher? Von Privatpersonen wurde ein Mann Herr Ruederer ersucht uns nun, bekannt zu geben, daß er festgenommen und in das Amtsgefängniß zu Rixdorf eingeliefert, das Opfer einer literarischen Freibeuterei geworden sei, da er der am Dienstag, morgens um 4 Uhr, am Rottbuser Damm niemals eine Genehmigung zur Dramatisirung seines Romans einen Knaben auf den Arm genommen hatte und mit ihm trot ertheilt habe und auch von der Direktion des National- Theaters" seines Sträubens in einen Hausflur gehen wollte. Das Geschrei in feiner Weise um die Erlaubniß zur Aufführung gebeten worden des Knaben hatte die Personen angelockt und zur Festnahme sei. Herr Ruederer hat der genannten Direktion gedroht, im des Mannes veranlaßt. Dieser giebt an, Unglauben zu heißen Falle der Wiederholung des Schaustücks gerichtlich einzuschreiten. und Reisender in einem Buttergeschäfte zu sein. Er wurde in Das Personal der Pariser National Bibliothek. Von Haft behalten, zumal er sich durch keinerlei Papiere ausweisen der Großartigkeit des Betriebes der Pariser National Bibliothek fonnte und keine Wohnung hat. Der Festgenommene hat einen wird man sich eine Vorstellung machen können, wenn man ergroßen blonden Schnurrbart. fährt, daß nach ministeriellem Detret vom 20. Juli v. J. das Personal zu bestehen hat aus höchstens 64 Oberbeamten ( fonctionnaires), nämlich höchstens 4 Konservatoren, 6 Hilfs Konservatoren, 18 Bibliothekaren, die in 6 Klaffen getheilt sind, Unterbibliothetaren, getheilt in 4 Klassen, und Aspiranten Krankheit infolge von Ueberarbeitung hat dem cand. med.( stagiaires). Bu diesen kommen Arbeiter und Aufseher, höchstens Walther K. aus der Auguststraße 92 den Revolver in die Hand 90 an der Bahl, nämlich ein Dienstvorstand, ein Vorstand der gedrückt. R., ein sehr nüchterner und fleißiger Mann, war durch Buchbinderwerkstatt und höchstens 8 Oberaufseher, höchstens 12 allzu große Anstrengungen nervös geworden und hatte schon Aufseher und Arbeiter erster, höchstens 60 desgl. zweiter Klasse, früher wiederholt versucht, sich das Leben zu nehmen. Eine Zeit höchstens 6 Arbeitsfrauen und höchstens 4 Thürhüterinnen lang ging es dann beffer, bis er gestern, Montag, Nachmittag( concierges- femmes). G3 fommen bei dieser Zahl der Angegegen 4 Uhr, plöglich wieder zur Waffe griff. Am Großen Stern stellten also auf 64 Oberbeamte 90 Unterbeamte über die im Thiergarten fchoß er sich zwei Revolverfugeln in die Herz- Zahl der nicht wissenschaftlich gebildeten Beamten ist leider nichts gegend. Ein Schuhmann eilte ihm zu Hilfe und brachte ihn in den die Nationalbibliothet betreffenden Dekreten gesagt mit einer Droschte in ein Krankenhaus, wo er sehr schwer dar- während in deutschen Bibliotheken zumeist so wenig Unterbeamte niederliegt. angestellt sind, daß die wissenschaftlichen Beamten zu allerhand Auf der Polizeiwache hat sich am Sonntag Vormittag mechanischen Arbeiten mit herangezogen werden müssen. Kein die 23 jährige Blätterin Anna Kobis aus der Brizerstraße 6 Wunder, daß die Katalogarbeiten daher in Paris in ganz Unbem. Musikunterr. R." Postamt 79. Hüte, Mützen! Fabrik- Grünerweg 8. Lager: Kein Kein Einzelverkauf Laden! Laden! zu Original- Fabrikpreisen. Konfirmanden-Hüte von 1 Mk. an. Gardinenspannapparate. um die Mitte des Jahres 1894 auf 30 060 763 Einwohner. Die Bevölkerung von England und Wales schäßte man Davon waren 14 565 660 männlichen und 15 495 103 weiblichen Geschlechts. Die Zahl der abgeschlossenen Ehen hat in dem Jahre etwas zugenommen: 15,1 per 1000 gegen 14,9 per 1000 im Vorjabre. Diese geringe Zunahme fiel zusammen mit einer geringen Minderung des Werthes britischer Ausfuhrprodukte und dem unbedeutenden Fallen der Weizenpreise, welche in engem Bue fammenhange mit der Zahl der abgeschlossenen Ghen stehen. Von den legteren wurden 684 per 1000 hochfirchlich geschlossen. Die Zahl der jüdischen Ghen wuchs, die der katholischen blieb dieselbe. Das Durchschnittsalter der jungen Männer, welche sich in den Stand der Ghe begaben, war 28,41 Jahre, das der Frauen 26,15. Die Zahl der Geburten belief sich auf 29,8 per Tausend, die niedrigste Biffer, welche seit langem dagewesen ist. Auch die Zahl der Todesfälle war niedriger. Jm ganzen starben 1894 in England und Wales 498 827 Personen und es wurden 890 289 Personen geboren. 2729 Personen nahmen sich das Leben. Entfernungen im Weltall. Für das menschliche Fassungs. vermögen ist es sehr schwer, sich von den ungeheuren Entfernungen zwischen zwei Himmelstörpern eine richtige Borstellung zu bilden. Gin telegraphischer Strom braucht eine Sefunde dazu, um fiebenmal um die Erde zu gelangen. Hiernach würde man in nur einer Sekunde ein telegraphisches Zeichen nach dem Monde gelangen lassen fönnen, bis zur Sonne in ungefähr acht Minuten. Auf den der Erde am nächsten stehenden Firstern, Stern a im Centaur, würde eine telegraphische Nachricht erst nach 4 Jahren gelangen. Es giebt aber auch Fixsterne, welche heute noch nicht die Nachricht von der Entdeckung Ameritas erhalten hätten, falls diese damals auf telegraphischem Wege an sie abgesandt worden wäre, und andere Sterne sind so weit entfernt, daß sie von der Erde auß nicht mehr gesehen werden können, deren Dasein jedoch die Photographie nachweist. Diese Sterne tönnten noch nicht einmal telegraphische Nachricht aus der Zeit haben, in der die Geburt Chrifti erfolgt sein soll. Es ist dies gewiß ein interessanter und lehrreicher Vergleich, welcher uns wieder in neuer Weise vor Augen führt, wie flein und winzig unsere Erde gegenüber ben unermeßlichen Entfernungen des Weltalls ist. 3 3. Sib. Ringbahnhof: Borderwohnungen, Schönhauser Allee 150 m. 2-4 Zimmer, Bad zc., Hinter Woh Stb. n. Kch., Garten, 1 St., 2744b nungen, 1 und 2 Stuben 2c. äußerst möbl. z. b. Hirtel, 3 Tr. billig. Elegante Stallungen u. Remisen, 936 große Lagerfeller. Empfehle Freunden u. Bekannten mein Frankfurter Allee 16| 16 a am Mein neuer Gardinenspannapparat, Weiss- u.Bairisch- Bierlokal. D. R. G. M., anerkannt der beste A. Neufeld, Reichenbergerstr. 10. Apparat der Welt. Zerlegbar in allen Vereinszimmer zu vergeben. 2681b* feinen Theilen, geht auf jede beliebige Stellung zu stellen und nimmt nach dem Gebrauch den kleinsten Raum ein. von ein oder zwei großart. 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Donnerstag, abends 8 Uhr: Der Graf v. Hammerstein. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tanke. Schwant in 3 Aften von Brandon Thomas. Repertoirstück des GlobeTheaters in London. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Borher: Die Bajazzi. Parodistische Posse mit Gesang u. Tanz in 1 Att von Ed. Jacobson und Benno Jacobson. Musik von F. Roth. Anfang 7/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Alexanderplatz- Theater. Heute 8 Uhr: 3um 136. Male: Emil Thomas als Gast. Zum 180. Male: Eine tolle Nacht. Große Posse mit Gesang und Tanz in 5 Bildern, von Jul. Freund und Wilh. Mannstädt. Mufit von Jul. Einödshofer. Anfang 1/28 Uhr. Morgen Donnerstag und folgende Tage: Eine tolle Nacht. Moabiter Stadttheater Alt- Moabit 48. Heute, Mittwoch: Neu! Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader) Neu! Cavalleria schufticana. ( Die Ehre des Schubbejacks.) Romantisch diabolisch infernalische Oper von Ferd. Meysellino. Anf. präz. 8 Uhr. Entree 50 Pf. Vorverkauf 40 Pf.( f. Platate). Donnerstag: Concerthaus Sanssouci. Parodie- Theater. Oranienstrasse No. 52. Meriplas am Mittwoch, den 4. März: 1. König Heinrich. Wildromant. Schauspiel von Ernst v. Sanftenbruch. 2. Gräfin Ilse, Was willse oder der Trompeter von Bilse. Nach Dr. Die kleinen Lämmer. Friß Friedmann's Kriminal- Roman. Von der gesammten hiesigen 3. Zscheus, das Waldmädchen. Preffe als die beste Novität der Anfang 7/2 Uhr. Wochentags 8 Uhr. Saison anerkannt. Borher: Pitts. Operette von Löwenfeld. Eden- Theater. Vogler's Belt- Restaurant 97. Dresdenerstr. 97. Jm vorderen Saal täglich: Weltberühmte E Tyroler Sänger- Gesellschaft Almenrausch u. Edelweiss. Direktion: Alois Ebner. Entree vollständig frei! Jm Theater- Saal: Sensationelles März- Programm! Berliner mang die Wilden! Große Posse mit Gesang. Auftreten sämmtlicher nen engagirter Spezialitäten. Nur hochkomische Nummern! Anfang 71/2 Uhr. Sonntags 6 Uhr. 1. 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Der Tigerhengst, Tiger, Heinrich Gümpe 1016 nach langwieriger Krankheit gestorben iſt. Die Beerdigung findet am Donners tag, vormittags 11 Uhr, von der Leichen. balle des Thomas- Kirchhofes aus ſtatt. Die trauernden Hinterbliebenen. Allen Freunden und Bekannten die traurige Mittheilung, daß mein lieber guter Mann und Vater, der frühere Tischler, jezige Reſtaurateur Lezte Woche! ue dress. Fuchshengste und ein equestr. Arrangement v. 100 Hengsten, Erhard Schieder, Affentheater v. Direktor Busch. Die Troika, und Circus. Ohne Extra- Entree. Soldaten und Kinder 25 Pf. vorgef. dress. u. ger. v. Herrn Foottit- Burghardt. The Rudolf's, die besten Reckturner d. Welt. Auftr. d. beliebtesten Clowns. Donnerstag: Die Jagd nach dem Glück. Sonntag, Nachm. 4 Uhr: Auf allgem. Wunsch: Zscheus, das WaldVorst. 5/2 und 8, Sonntags 4, 6, 8 Uhr mädchen. Castan's Panopticum. Die Neu!! Neu!! Neu!! getigerten 3 Grazien!! aus Central- Afrika, die neuesten Weltwunder! Alcazar. Variété- u. Spezialitäten- Theater. 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Berantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin. 996 2. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 54. Abgeordnetenhaus. " Mittwoch, den 4. März 1896. ob 13. Jahrg. Gewerkschaftliches. wer zum Gesinde zu rechnen ist, dann könnten möglichenfalls| Beisitzern wurde geltend gemacht, daß es sich schwer beweisen diese Personen unter die Gesinde Ordnung gestellt und der An- laffe, ein Heimarbeiter vorwiegend für einen wendung des bürgerlichen Gesetzbuches und der Gewerbe- Ordnung Unternehmer arbeite, und daß diese Streitfrage zu 33. Sigung vom 3. März, 11 Uhr. entzogen werden. Als ein Fortschritt gegenüber dem bisher vielen Prozessen führen würde. Demgegenüber hob Assessor Am Ministertische Kultusminister Dr. Bosse und Kom- geltenden Recht sei es anzusehen, daß, wenn die Vergütung für Eunow hervor, daß die Möglichkeit von Prozessen fein Grund missarien. geleistete Dienste nach Zeitabschnitten bemessen wird, der Lohn sein dürfe, die Kündigung auf die Heimarbeiter nicht auszu Die Berathung des Kultusetats wird mit der Debatte brechung erfährt, deren Grund in der Person des Verpflichteten ieder Kündigung fordern, weil dadurch 60 pCt. aller gewerbfortzuzahlen ist, wenn das Dienstverhältniß eine nicht erhebliche Unter- dehnen; mit demselben Recht könnte man ja die Aufhebung über den Titel Ministergehalt" fortgesetzt. Abg. Wolczyk( Pole): Bon einer großpolnischen Agitation, liegt. Eine Krankheit von kürzerer Daner würde unter anderem lichen Streitigkeiten aus der Welt geschafft würden. ein solcher Grund sein. Es sei nicht einzusehen, warum diese d. h. von einem Bestreben nach Herstellung eines großen Polen Bestimmung nur auf Beitlohn- und nicht auch auf Stücklohn genommen:" Die Versammlung der Gewerbegerichts- Beifizer be Zum Schluß wurde folgender Antrag einstimmig ans reiches, ist weder in Posen noch in Echlesien die Rede. Den arbeiter angewendet würde. Der Passus, daß die vorgenannten schließt, den Ausschuß für Gutachten und Anträge zu ersuchen, nationalen Gedanken kann man den Leuten, die im übrigen Bestimmungen durch Privatvertrag aufgehoben werden können, die Titel Dienst- und Werkvertrag des Entwurfs des bürgergute ruhige Unterthanen sind, ruhig belassen. Mit den Worten: " Oberschlesien ist deutsch" ist nicht viel gesagt; man kann ebenso müßte nach Ansicht des Vortragenden aus dem Entwurf beseitigt lichen Gesetzbuches in den Kreis feiner Erwägung zu ziehen und gut sagen: Bosen ist deutsch!" Die Klagen in Posen und Ober- werden. Die Vorschrift, daß der Arbeitgeber die Arbeitsräume zweckdienliche Abänderungsanträge bei den zuständigen Behörden Schlesien sind berechtigte, und weil wir gerne Ruhe haben möchten, gefährdenden Zustand zu erhalten hat, beträfe mehr das Gesinde, und Geräthe in einem Gesundheit und Leben des Arbeiters nicht zu stellen." darum wünschen wir, daß unsere Klagen Berücksichtigung finden. als die gewerblichen Arbeiter, die in dieser Hinsicht schon durch Berlin erkennen an, daß die Ausdehnung der Zuständigkeit des Ein anderer Antrag:„ Die Beisiger des Gewerbegerichts zu Abg. Dr. Friedberg( natl.): Die Dortmunder Wah! die Gewerbe- Ordnung geschützt sind. Wünschenswerth wäre es, Gewerbegerichts auf die Handelsangestellten aller Branchen eine ist von uns immer in dem Sinne erwähnt worden, daß das wenn der Entwurf Vorschriften über die Beschaffenheit der Nothwendigkeit ist; sie beauftragen den Ausschuß, in dieser HinZentrum, das sich als festestes Bollwerk gegen die Sozial- Schlaf- und Wohnräume, die etwa der Arbeitgeber seinem Personal ficht geeignete Schritte bei den zuständigen Behörden zu unterdemokratie bezeichnet, hier einem Sozialdemokraten zum Siege verhalf. Das ist politische Heuchelei!( Sehr richtig! bei den zur Verfügung stellt, enthalten würde.- Bisher war es zweifel- nehmen," gelangte gegen 12 Stimmen zur Annahme. Nationalliberalen.) Die Art, wie das Zentrum mit dem Pastor Gründe zur Lösung des Arbeitsverhältnisses vor Ablauf haft, ob der Arbeiter in solchen Fällen, wo er durch gesetzliche Thümmel umgeht, verstößt gegen das Verfahren gesitteter Männer. ( Sehr richtig) Herr Thümmel gehört nicht zu unserer Partei auf Lohnzahlung für diese Zeit hat. der vertragsmäßigen Dauer berechtigt war, Anspruch und wir bedauern, daß die Konservativen sich dieses hartbedrängten wird im bürgerlichen Gesetzbuch dem Arbeiter klar und deutlich der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands, Dieses Recht In der letzten Nummer des ,, Korrespondenzblattes" Mannes mit feiner Silbe angenommen haben.( Sehr richtig.) zugesprochen, was gleichfalls als ein Fortschritt begrüßt werden die am 2. März in Hamburg ausgegeben wurde und uns am Redner wendet sich hierauf gegen die geftrigen Ausführungen des könne. Bei Affordarbeitern wurde in solchen Fällen die Ent. 3. März zuging, ist folgende Bekanntmachung veröffentlicht: Abg. Dasbach. Abg. Motty( Pole): Die Ungleichheit der Behandlung poledner hält es für richtiger, auch bei vorzeitigem Abbruch einer schädigung nach Maßgabe der bisher geleisteten Arbeit bemessen. 3um Gewerkschaftstongreß. nischer Unterthanen ist auffällig; die evangelischen Masuren und Affordarbeit die Entschädigung nach Zeit zu berechnen. Als ein werkschaftskongreß ist der 1. März bei Ausschreibung des Kon Als Termin für die Einsendung der Anträge für den GeLittauen haben keine Klage; dagegen werden die katholischen weiterer Fortschritt sei die Bestimmung anzusehen, daß der gresses angegeben worden. Es sind jedoch nur wenige Anträge Polen schwer bedrückt. Abg. Frhr. v. Eynatten( 3.): Das Zentrum wird nach fordern kann. Besser wäre es, wenn er schon bei der Kündigung von weitgehender Bedeutung sind, so rechtzeitig eingfandt werden, Dienstverpflichtete bei Lösung des Verhältnisses ein Zeugniß bis jetzt eingefandt. Es wäre zu wünschen, daß Anträge, welche wie vor den Zedlig'ichen Schulgeset- Entwurf fordern. Abg. Brandenburg( 3.): Den Richterstand anzugreifen bas Zeugniß zu verlangen hätte. Nach dem Entwurf ist der habe ihm ferngelegen; aber es steht jedem das Recht zu, ein 2ohn erst nach der Dienstleistung fällig. Hier entsteht nun die daß sie in den Versammlungen, die zu den Wahlen der Delegirten Abg. v. Eynern( natl.) bezeichnet die Ausführungen des Abg. Brandenburg als Unsinn und wird dafür vom Präsidenten Frhrn. v. Heeremann gerügt. Die Vertheidigung Thümmel's wolle er den Konservativen überlassen. Abg. Danzenberg( 3.): Das Gesetz über die Verwaltung des Kirchenvermögens hat große Mängel; bei der Einbringung hätte der Minister nicht die Oberpräsidenten, sondern die Bischöfe gutachtlich hören sollen. Befremdlich war die Zumuthung des Ministers, wir sollten einen Gefeßentwurf einbringen. Wenn die Obrigkeit Klagen ihrer Unterthanen hört, dann soll sie diefelben prüfen und Abhilfe schaffen.( Beifall im Zentrum.) Minister Dr. Boffe: Wir haben mit den Bischöfen verMinister Dr. Boffe: Wir haben mit den Bischöfen verhandelt und würden den vollen Frieden haben, wenn die Herren vom Zentrum nicht immer wieder hier den Krieg der Prinzipien anfingen.( Sehr richtig!) Abg. Stöcker( t.): Meine Angriffe galten neulich, wie ich feststellen möchte gegenüber Unterstellungen, feiner Person, als für andere Landestheile. System. Der Sturm war ein künstlich neue Bahnen = zur Herstellung eines Werkes verdingen. stattfinden, berathen werden können. waren Die Generaltommission. Im Auftrage: E. Legien, Hamburg VI. mit ihrer Frage, ob der Arbeiter, der einen größeren Akkord übernommen Da bis zur Drucklegung dieser Nummer des„ Korresondenzhat, auch erst nach Fertigstellung desselben Anspruch auf Zahlung blatt" der Termin für die Einsendung der Anträge noch nicht hat. Besonders wichtig für die Beisitzer des Gewerbegerichts seien die Bestimmungen über die Heimarbeiter. Nach der bis- abgelaufen ist, so werden die eingelaufenen Anträge erſt in der herigen Definition galt nur derjenige als Arbeiter mit Anspruch werden. Anträge, welche in diefer Nummer des Korrespondenz nächsten Nummer, die am 9. März erscheint, veröffentlicht auf 14tägige Kündigung, der zu dauernder Dienstleistung an- blatt" veröffentlicht werden sollen, müssen spätestens a m genommen war, im Gegensatz zu solchen Personen, die nur 4. März in Händen der Unterzeichneten sein. Recht auf Kündigung hatten. Die Heimarbeiter wurden von den zu vorübergehenden Dienstleistungen verwendet wurden und kein Gerichten zu den letztern gerechnet, obwohl nicht einzusehen sei, Die Klempner Berlins wollen bekanntlich in eine Lohnwelcher Unterschied zwischen dem Arbeitsverhältniß dieser und dem der Werkstatt- Affordarbeiter gemacht werden könne. Das bewegung eintreten. Die Klempner der Badewannenfabrit Gewerbegericht habe solchen Heimarbeitern, die vorwiegend für von M. Grund, Adalbertstr. 63, glaubten nun, da fie sämmtlich einen Unternehmer arbeiteten, stets das Kündigungsrecht zu organisirt sind und die Konjunktur günstig ist, die Forderungen gesprochen. Diesen Unterschied zwischen dauernder und vorüber schon jetzt stellen zu können. Am 27. Februar ließen sie diefelben gehender Dienstleistung fennt das bürgerliche Gesetzbuch nicht. durch die gewählte Kommission dem Unternehmer schriftlich mitDie bisherige Streitfrage ist also aus der Welt geschafft, voraus- theilen. Herr Grund weigerte sich, das Schriftstück überhaupt gefeßt, daß die Heimarbeiter unter den Dienst- und nicht durchzulesen und erkannte die Kommission nicht an. Jetzt legten sondern dem mittelparteilichen unter den Werkvertrag gestellt werden. Die Abgrenzung um 6 Uhr abends- alle Kollegen die Arbeit nieder. Sofort gegen das Zedlig'sche Schulgesetz zwischen diesen beiden Vertragsarten hält der Redner für sehr wurde eine neue Kommission gewählt, die um 7 Uhr mit Herrn erzeugter, ein unwirksamer. Wenn ich von der Volks schwierig. Es würde vorkommen, daß Akkordarbeiter unter den Grund verhandelte. Derselbe verpflichtete sich durch Ehrenwort meinung gesprochen habe, so habe ich selbstredend nicht das Er Werkvertrag fallen und dadurch der Rechte, die der Dienst zu folgenden Konzessionen: 9 stündige Arbeitszeit, Erhöhung des gebniß einer Reichstagswahl gemeint, bei der ja auch Herrn vertrag den Arbeitern gewähre, verluftig gehen. Wenn z. B. Stundenlohns für Lohnarbeiten von 45 auf 50 Pf. und Anein Rohrleger nur das Rickert's Freunde sehr kurz gekommen find. Daß in anderen Verlegen der Rohrleitung zu erkennung des 1. Mai als Arbeiter- Feiertag. Freitag und Staaten der Umsturz fo gefährlich ist wie ihn als Affordarbeiter der Dienstvertrag; hingegen würde Uhr einem festgesetzten Einheitspreise übernimmt, gilt für Sonnabend ging alles gut. Am Montag um sieben bei uns, glaube ich nicht; zwei Klempner Arbeit fertig. dort hat man er einzelne gefährliche Köpfe, aber Millionen dem Werkvertrag zu unterstellen sein, wenn er etwa Herr Grund rief dieselben zu sich in sein Privat- Komptoir pon Stimmen, wie bei uns, zählt der Um für einen ganzen Bau die Einrichtung und für den Gebrauch und sagte zu dem ersten: Für Ihre Arbeit bekamen Sie bis jetzt sturz nicht. fertige Herstellung der Gas- oder Wasserleitung übernimmt. 2,50 M. per Stück, jetzt kann ich nur noch 2 M. geben, wollen Abg. Schröder( Pole) bittet um Schonung der Polen. Das Derartige Arbeiter, wie auch manche Spezialisten im Baugewerbe, Sie dieselben dafür machen? Nein.- Gut! dann sind Sie Abg. Schröder( Pole) bittet um Schonung der Polen. Das als Buyer- und Steinträger- Kolonnenführer sind von den Ge- entlassen. Zu dem andern sagte Herr Grund: Die Konkurrenz fleine Polen eine Gefahr für Preußen und das mächtige Deutsche Reich! Muß sich der stolze Sinn der Deutschen nicht schämen ob richten als selbständige Gewerbetreibende angesehen worden. drückt mich, ich ziehe 20 pCt. pro Stück ab. Die Klempner, Reich! Muß sich der stolze Sinn der Deutschen nicht schämen ob Der Vortragende hält die Unterscheidung, die das bürgerliche betrachteten fich als gemaßregelt und legten alle einmüthig die solchen Gedankens? Der Kampf gegen die polnische Sprache Gesetzbuch zwischen Dienst- und Werkvertrag macht, nicht für zu Arbeit nieder. ist ein systematischer und erbittert die Bevölkerung tief. Drei Klempner hatte Herr Grund zu Montag Abg. Dr. Sattler( natl.): Die Politik der Mittelparteien treffend, meint vielmehr, der wesentliche Unterschied, ob der eine oder Morgen als Ersatz eingestellt, dieselben haben aber die Arbeit hat dem Vaterlande wichtige Dienste geleistet, so im Jahre 1887, derandere in bestimmten Fällen anzuwenden sei, liege darin, ob nicht aufgenommen. als die Entwickelung unserer Wehrkraft in jemand als dienendes Glied. eines Gewerbetreibenden oder als In Bernau in der Mark beschloß am 1. März eine öffentgelenkt wurde. Wir brauchen eine BeIn Frankreich sitzen mehr selbständiger Unternehmer arbeite. Sozial Demokraten im Parlament, als bei uns. Wenn Herr stimmung, wonach Leute, die ihrer wirthschaftlichen Lage nach liche Versammlung der Arbeiter und Arbeiterinnen der SchuhStöcker behauptet, die Schulvorlage habe keine Erregung zweifellos Arbeiter sind, auch als solche angesehen werden. Der Schäftebranche nach einem gewerkschaftlichen Vortrage Faber's aus Berlin die Errichtung einer Filiale erzeugt, so hat er diesen Volksfreisen eben fern gestanden. Die Berkvertrag müßte nur auf Unternehmer, aber niemals auf des Vereins deutscher Schuhmacher. Dieselbe zählt Polen haben keinen Grund zu Klagen; für sie wird mehr gethan, Arbeiter angewandt werden, auch wenn diese sich vorübergehend jetzt bereits ca. 40 Mitglieder. Anmeldungen zum Beitritt sind In Hinsicht auf die Stellvertreter der Unternehmer sagt das Das gleiche sei bezüglich der Zwischenunternehmer zutreffend. an May Messer in Bernau, Wallstr. 2, zu richten. bürgerliche Gesetzbuch: wenn der Stellvertreter den Willen, im unterm 1. März aus Zürich geschrieben: Wie ein Lauffeuer Zur schweizerischen Eisenbahnerbewegung wird uns Namen eines andern zu handeln, nicht erkennbar hervortreten verbreitete sich heute Nachmittag die Nachricht, daß die Direktion läßt, haftet der Vertreter und nicht der Arbeitgeber für die Ver- der Nordostbahn Verwaltung angesichts des auf morgen früh pflichtungen gegenüber dem Arbeiter. Hier müßte nach Ansicht bestimmt eintretenden allgemeinen Streits nachgegeben, die For des Redners eingeschaltet werden: oder ist er nicht nach der derungen der Angestellten in der Hauptsache erfüllt und an alle fehen", denn sonst fönnte es beispielsweise vorkommen, daß der geben habe. Die Bedingung der Wiedereinstellung der GemaßVerkehrssitte zweifellos als Vertreter eines Unternehmers anzu- Stationen des ganzen Neges telegraphisch davon Nachricht ge= Polier, der auf einem Bau Arbeiter einstellt, als deren Arbeit regelten wurde erfüllt bis auf den aus dem Zentralbureau eine Entschädigung von geber betrachtet wird, wenn er nicht ausdrücklich zu erkennen entlassenen Sekretär Gauch, dem giebt, daß er im Namen des Unternehmers handelt. Erfreulicher- 5000 Fr. gewährt wurde. Unter den Eisenbahnern herrscht ob weise bestimme der§ 153, daß Rücksicht auf die Verkehrssitte, ihres gewaltigen Sieges die größte Begeisterung, alle Gesichter auf Tren und Glauben bei der Auslegung von Verträgen ob geben davon Zeugniß. In Winterthur feierte die Arbeiterunion walten solle. Wenn es auch in mancher Hinsicht bedenk den Sieg durch Aushängen von fünf rothen Fahnen im Grütlilich sei, dem Ermessen des Richters zu großen Spielraum Vereinshause. 3 lassen, so sei diese Bestimmung doch für die Gewerbegerichte von großem Werth. Die Bedenken, die Stadt der„ Temps", daß eine Versammlung abgehalten worden ist, wo der Ueber den Bergarbeiter- Ausstand in Ostricourt meldet hagen im Reichstag bezüglich des freien richterlichen Ermessens bei Anwendung des Arbeits- und Dienstvertrages geäußert hat, Friedensrichter des Bezirks den Verfuch eines Ausgleichs zwischen den Delegirten der Bergwerksgesellschaft und der Ausständigen fann der Redner nicht theilen. Die Berliner Richter hätten gegenüber den rigorosen Miethsverträgen ein festes Miethsrecht machte. Der Versuch scheiterte jedoch, weswegen etwa 500 Berghielt Herr Magistrats Assessor Cuno am Montag geschaffen. Wenn man auch zugeben müsse, daß sie in bezug aufleute in einer am Abend abgehaltenen Versammlung, woran der Abend im Bürgersaale des Rathhauses einen Vortrag vor den die gewerblichen Verhältnisse nicht dieselbe praktische Erfahrung über das, was weiter zu thun sei, beriethen. Lamendin erklärte, telegraphisch beorderte sozialistische Abg. La mendin theilnahm, Beisitzern des Gewerbegerichts. Der Titel: Dienstvertrag so und Einsicht haben könnten, die ihnen als Miether hinsichtlich führte der Redner aus umfaßt 17 Paragraphen. Er bezieht des Miethsverhältnisses zur Seite stehen, so sei doch zu bedenken, daß er allerdings die Niedrigkeit der Löhne anerkenne, aber fich nicht nur auf Arbeiter, sondern auch auf die sogen. höheren daß die Auslegung der Dienst- und Arbeitsverträge vorwiegend andererseits sagen müsse, daß sich die Bergwerksgesellschaft von Dienstleistungen der Aerzte, Rechtsanwälte, Gouvernanten, Haus- Sache der Gewerbegerichte sei, die auch heute schon eine feste finde. Bevor man den Ausstand fortsetze, solle man seine GutOstricourt betreffs der Erhöhung in einer schwierigen Lage belehrer u. f. w. Obgleich diese Zusammenfaffung im Reichstage Braxis bezüglich der gewerblichen Streitigkeiten geschaffen haben. Schließungen genau erwägen. Die Ausständigen beschlossen inin etwas überschwänglicher Weise als die Arbeit adelnd be- Der Ausschuß des Gewerbegerichts kann vielleicht so schließt zeichnet wurde, ist nach Ansicht des Vortragenden die Anwendung der Vortragende Vorschläge zu einer zweckentsprechenden folge dessen, sämmtliche Arbeiter der Gesellschaft auf dem Wege bes Referendums zu befragen. der gleichen Bestimmungen auf so verschiedene Dienstleistungen Formulirung der hier behandelten Bestimmungen machen und bedenklich. Es fehlt eben denen, die den Entwurf gemacht haben, Material zu deren Begründung herbeischaffen; zu einer Aende- Nicht nur die russischen Arbeiter, sondern auch die Ar an genügender Einsicht in die praktischen Verhältnisse. Ganz rung in diesem Sinne sollte mein Vortrag die Anregung geben. beiter der übrigen Raffen in Rußland geben der Unzufriedenheit ausgenommen von den Bestimmungen des bürgerlichen Gesetz- Dem beifällig aufgenommenen Vortrage folgte eine längere mit ihrer Lage Ausdruck. So haben sich am 27. Dezember des buches sind die Bergarbeiter und die Dienstboten, deren Diskussion, in der unter anderen der Fabrikant Dr. Gerschel verflossenen Jahres 28 Kalmücken von dem Fischfangbetrieb Arbeitsverhältniß auch ferner durch Partikularrecht ge den weiten Spielraum, der dem freien Ermessen des Nichters der Frau Saposchnikow( am Kaspischen Meer), die sich ver regelt wird. E3 sei zu bedauern, daß Dienstboten gelaffen sei, an sich nicht für bedenklich erklärte. Dagegen sei es pflichtet hatten, bis zum März zu arbeiten, entfernt und und gewerbliche Arbeiter nicht rechtlich gleichgestellt sind, ein Fehler, der sich bei der Auslegung der Geseze oft bemerkbar erklärten in der Verwaltung des Kalmückenvoltes, dies hätten umsomehr, da die Grenze zwischen beiden nur schwer festzustellen mache, daß unsere Richter ausschließlich am grünen Tisch vor sie gethan, weil sie für einen Lohn von 7 Rubelu in ist, namentlich beim ländlichen Gesinde, wo häusliche Dienst: gebildet würden, im Gegensatz zu den englischen, die auch das Monat die anstrengendste Arbeit bei einer kaum au3= Leistungen das eigentliche Kennzeichen des Gesindeverhältnisses praktische Leben gründlich kennen, weshalb deren Urtheile mehr zuhaltenden Kälte verrichten mußten und außerdem die Be-mit wirthschaftlichen Dienstleistungen Hand in Hand gehen, vom gesunden Menschenverstand, als von juristischer Weisheit fizerin die Absicht gehabt hat, ihnen den Lohn für zwei Monate und trotzdem auch die ländlichen Arbeiter unter die Gesinde diktirt würden. Auch die sachgemäße Abgrenzung zwischen Dienst vorzuenthalten, da sie denselben schon dem Arbeitsvermittler in Ordnung fallen. Das Berliner Gewerbegericht habe die Haus- und Werkvertrag würde von praktischen Leuten richtig durch voraus bezahlt und dieser das Geld verloren hat. Vier andere biener, Geschäftsdiener und ähnliche Arbeiter, welche im Ge- geführt werden. Die fernere Debatte drehte sich vorwiegend um Artelen( Arbeitergenossenschaften von spezifisch russischer Art) schäftsbetriebe thätig sind, als gewerbliche Arbeiter behandelt. die Frage, ob es zweckmäßig sei, den Heimarbeitern die 14tägige verließen bald darauf denselben Betrieb ebenfalls Wenn es nun dem Partikularrecht überlassen bleibt festzustellen, Kündigung zuzugestehen oder nicht. Von einigen Arbeitgeber erzählten dem Kurator des Kalmückenvoltes, Der Abg. Dasbach( 3.) geht unter großer Unruhe des Hauses nochmals auf die Unterstützung der Sozialdemokraten durch Nationalliberale ein und bleibt bei seinen früheren Behauptungen. Abg. Gilgenheimb( f.): Die großpolnische Agitation in Oberschlesien schädigt bort allerdings das Deutschthum. Hierauf wird der Schluß der Debatte angenommen. Der Titel„ Ministergehalt" wird unter Lachen und Beifall bewilligt. Die Abgg. Graf Limburg- Stirum( f.) und Freiherr v. Bedlik( t.) stellen in Aussicht. Abendsigungen zu beantragen, wenn die Berathung des Kultus- Etats nicht schneller als bisher gefördert wird. Morgen Mittwoch 11 Uhr: Fortsetzung der Berathung. Schluß 4 Uhr. Weber Titel 6 und 7 des bürgerlichen Gefehbuches: Dienstvertrag und Werkvertrag 1A und Ver walter der Frau Saposchnikow habe sie angehalten, 1 gemacht werden dürfe. Der Kläger sei auch nicht etwa beim durch den Angeklagten zum größten Theile gedeckt sei.- Der den Fischfang fortzuschleppen, wenn der Schnee so Engagement verpflichtet worden, für fehlende Sachen aufzu Gerichtshof erkannte auf ein Jahr Gefängniß unter Antief war, daß er diese Arbeit den Pferden nicht zumuthen fommen. Kläger behaupte, daß gerade im Geschäftsbetriebe der rechnung von zwei Monaten auf die Untersuchungshaft, Von wollte; außerdem sei ihnen ihr geringer Lohn noch durch Lohn beklagten Firma beim Zurechtmachen ber Rollis sehr einer Aberkennung der Ehrenrechte wurde Abstand genommen. abzüge geschmälert worden. Die Verwaltung des Kalmücken- viel Unregelmäßigkeiten vorkommen; ehrliche Kunden schickten volkes gab den Kalmücken die Weisung, auf den verlassenen mindestens wöchentlich zweimal Stücke Wann macht sich ein Arbeitgeber im Sinne der BeDie zurück, Fischfangbetrieb zurückzukehren, befchloß aber eine Regelung des viel verpackt seien. Da Kläger nun häufig beim Backen abge der auf grund dieser Bestimmungen ergangenen Anordnungen abgeftimmungen der Gewerbe- Ordnung über die Sonntagsruhe und Berhältnisses zwischen den Arbeitern und Unternehmern herbei- rufen wurde, sei die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, daß einer der Verwaltungsbehörden strafbar? Liese Frage beantwortete der zuführen. feiner 25 neben und um ihm beschäftigten Kollegen aus Versehen Straffenat des Kammergerichts am 2. Wlars in einer wichtigen Bei dem Bau der sibirischen Eisenbahn tam es die fehlenden Stücke seiner Kommission zugepackt habe, nachdem Entscheidung. Der Barbierherr Merzitt zu Potsdam war vom habe, nachdem Ende des vorigen Jahres im Dorie Dunajewo( zwifchen Sretenst Kläger die Anzahl der von ihm zu verpackenden Stücke als Schöffengericht, wie auch vom Landgericht deshalb verurtheilt und Nertschinet) zu einem Konflikt zwifchen 60-70 chinesi- richtig festgestellt hatte. Der Vertreter der Beklagten betonte, worden, weil seine Lehrlinge eines Sonntags nach 2 Uhr in schen Arbeitern und dem Arbeitsvermittler Stanewitsch. Die daß er den Kläger nicht der Unehrlichkeit zeihe. Auf russischen Arbeiter gegen die Chinesen als lohnbrückende Kon- den vorgeschlagenen Vergleich erklärte Arndt nicht eingehen richte hatten den Einwand des Angefchuldigten, daß er aus feinem Geschäftslokal noch einige Leute rafirt hatten. Beide Ge Furrenten überhaupt feindselig gestimmt nahmen gegen sie zu fönnen, weil die Entscheidung der Sache für die Partei und es kam zwischen den Russen und Chinesen zu einer Handelshilfsarbeiter von boher grundsätzlicher Bedeutung wäre. drücklich den Lehrlingen verboten habe, nach 2 Uhr noch jemanwilden Schlägerei, wobei 5 Chinesen ihr Leben einbüßten und De3 Klägers Vertreter lehnte auch den Bergleich ab, als sich der den zu bedienen, unberücksichtigt gelassen und die von ihm bemehrere jetzt im Gefängniß das gerichtliche Nachspiel dieses Ron Gegner zur Zahlung von 17,50 m.( statt 19,50 M.) bereit er- wurde begründend ausgeführt, Borkehrungen treffen müffen, Non- Gegner antragte Beweiserhebung für überflüssig erklärt. Er hätte, so flifts abwarten müssen. flärte. Jest zogen die beiden Arbeitgeber- Beisiger des Gerichtshofes ihren Geldbeutel und spendeten jeder eine Mart, damit welche die unzuläffige Thätigkeit der Lehrjungens verhinderten; so hätte er ja einfach die Labenthür verschließen können. In die Angelegenheit in Form eines Vergleichs erledigt werde". Der eine der Herren konnte die freudige an Arndt gerichtete Be- der Revision machte M. geltend, daß sich die Lehrlinge gegen seinen Willen er hatte sich schlafen gelegt durch bemerkung nicht unterdrücken:" Sehen Sie, nun haben Sie doch das Angebot von Trinkgeldern hätten bestimmen lassen, ihr Handwerk zur verbotenen Stunde auszuüben. Er führte das tein Urtheil." Soziale Rechtspflege. Gewerbegericht. Ein eigenartiger Prozeß fchäftigte fürzlich die Kammer I des Gewerbegerichts. Die Klägerin, Fräulein G., war bis zum 1. Mai 1895 gegen ein Die Ausdehnung der Betriebsgefahr in der Schifferei. Vorkommniß auf einen böswilligen Streich seiner Konkurrenten Monatsgehalt von 90 M. bei der Konfektionsfirma Silberstein Die Hinterbliebenen des Steuermanns Wickert, der in den zurück. Der Straffenat gab der Mlevision statt und verwies die in der Kurstraße als Konfektioneuse, auch Probirmamsell genannt, Fluthen der Elbe seinen Tod gesunden hatte, wurden von der Sache nochmals an die Borinstanz zurück. Nach dem Wortlaut beschäftigt gewefen. Am genannten Tage wurde sie durch ihren Elbschifffahrts Berufsgenossenschaft mit ihren Rentenansprüchen des§ 146 a der Gewerbe- Ordnung hätte sich M. nur dann strafChef, einem vorsichtigen Manne, zu der Abmachung bewogen, zurückgewiesen. Wickert hatte in dienstlichen Angelegenheiten das bar gemacht, wenn er den Lehrlingen, entgegen den gesetzlichen daß ihr als Gehalt in den stillen Monaten fortan nur 80 m. feste Land betreten und war in der Dunkelheit von einem Bestimmungen über die Sonntagsruhe, Beschäftigung gegeben auszuzahlen seien, sie solle dafür jedoch in den sechs Bretterstege in das Wasser gestürzt und ertrunken, als er den hätte. Da er sich nun aber schon in den Vorinftanzen zum Be flotten Geschäftsmonaten Anspruch auf je 100. haben. am Ende des Steges befestigten Kahn, welcher ihn zum weise des Gegentheils bereit erklärt habe, sei in dem NichtDer ausgesprochene Zweck dieser neuen Abmachung war, Herrn Schiff seines Chefs zurücbringen sollte, aufsuchen wollte. Der eingehen auf die bezüglichen Anträge ein Mangel des Verfahrens, Silberstein davor zu schützen, daß Fräulein G. ihn in der guten Genossenschaftsvorstand machte nun für seine Ablehnung der der sich auf einen Rechtsirrthum ftüze, zu erblicken. Die VorZeit im Stich lasse. Letztere hatte sich nur unter der Bedingung Ansprüche geltend, daß W. nicht im Banne des Betriebes ver- instanz müffe fonach den beantragten Beweis erheben und, je mit der Aenderung einverstanden erklärt, daß mindestens 90 W. unglückt sei. Wäre derselbe auch dienstlich auf dem Lande ge- nach dem Ergebniß unter Berücksichtigung der vom Senat geim Durchschnitt auf den Monat kämen. Für die Monate Mai, wesen, so hätte er doch schon einige Stunden früher im Tages- gebenen Rechtsauslegung, neu entscheiden. Juni und Juli hatte Klägerin dann je 80 M., für die folgenden lichte den Weg zum Schiffe antreten können; den Gefahren der drei Monate je 100 m. und für die nächstfolgenden wieder Dunkelheit sei er durch die eigene persönliche Schuld ausgesetzt burg. Em beachtenswerther Ruppeleiprozeß beschäftigte in diesen Ein Sittenbild aus der„ tugendhaften" Republik Hamje 80 Mark erhalten. Am 1. Februar gab das Mädchen gewesen. Das Reich 3 Versicherungsamt ver= die Stellung auf, weil es sich im Laufe des Mo- urtheilte die Berufsgenossenschaft unter folgender Be- Tagen das Landgericht in Hamburg. Wegen schwerer Kuppelei nats verheirathen wollte. Die Silägerin hielt fich unter den gründung: Die Wassergefahr sei dem Schifffahris Betriebe angeklagt war die Ehefrau Maria Margarethe Meyer und obwaltenden Umständen berechtigt, für die letztverflossenen brei eigen und deshalb entspreche es nur der Billigkeit und wegen Anstistung zu diesem Verbrechen der Heilgehilfe Karl Wil Monate je 10 M., insgesammt also 30 M., nachzufordern. Sie der Natur der Sache, anzunehmen, daß ein Schiffs- Angestellter helm Rolle gen. Boigt. Die Angeklagte Meyer ließ im begründete den Anspruch damit, daß ihr auch auf grund des in dem Moment, wo er vom Lande kommend wieder in Berührung Herbst vor. Is. in dem Hamburgischen Freifinus. Organ, dem geänderten Vertrages pro Monat 90 M. zuständen, fie aber in- zu dem Wasser trete, sich wieder im Banne des Betriebes befinde" Hamburger Fremdenblatt", folgendes Inserat erscheinen:" Ein folge der Verehelichung gehindert sei, durch Weiterarbeit und gegen die Gefahren des Wassers versichert sei. Wie mit dem junges Mädchen, das zur Bühne übergehen will, bittet ebelwährend der drei guten Monate Februar, März und April für Wege vom Lande zum Schiffe, der eigentlichen Betriebsstätte, meldeten sich sechzehn„ Edeldenkende", von denen von der Frau denkende Herren oder Damen um Unterstüßung". Tags darauf die geringere Bezahlung der drei voraufgegangenen Monate verhalte es sich natürlich auch mit dem Wege vom Schiffe zum Meyer vorläufig die beiden Meiftversprechenden ausgesucht und den Ausgleich zu schaffen. Der Vertreter des Beklagten Lande. Ob nun das Land im Dienste oder außerdienstlich auf wandte im Termin vor dem Gewerbegericht ein, daß im gesucht werde oder wurde, sei gleich giltig. Es dürfe auch in Unterhandlung gezogen wurden. Und von diesen beiden erhielt November und Dezember 1895 und im Januar 1896 die geringere nicht dem Verlegten der Umstand angerechnet wieder der Meistbietende, der Angekl. Rolle, den Zuschlag. Gegen Entlohnung gerechtfertigt wäre, weil viel weniger zu thun gewerben, daß er vielleicht etwas vorsichtiger Busicherung einer wöchentlichen Bahlung von 25 m. lieferte das Der Beklagte wurde unter folgender Begründung hätte handeln können, denn das Gesetz mache teinen Scheusal von Mutter nämlich dem Rolle ihre damals verurtheilt, die 30 M. zu zahlen: Nach dem Ergebnis der Unterschied zwischen Unfällen aus Leichtfertigkeit und anderen. 14 jährige Tochter aus. Es wurde ein im trockensten GeschäfteBerhandlung habe die Einführung des neuen Zahlungsmodus Umstände aber, die zu der Annahme berechtigen fönnten, M. ton gehaltener Kaufkontrakt zwischen den Parteien aufgefeßt, nur den Zweck gehabt, die Klägerin zu veranlaffen, nicht gerade hätte sich durch irgendwelches Verhalten außerhalb des Betriebes in dem die Angeklagte Meyer dem Rolle für vorläufig sechs Monate" ihre Erlaubniß ertheilt, ihr Kind seinen Zwecken dienstaur Saisonzeit aus egoistischer Berechnung zu fündigen; und be- gefeßt, lägen hier nicht vor. bar zu machen. Kündigung dieses Kontraktes wurde den Parteien tont worden sei, daß Klägerin nicht etwa in ihrem Einkommen unter gewiffen Bedingungen vorbehalten, und in einem Nachgeschädigt werden sollte. Der Einwand, daß in der flauen Zeit trag gab das arme 14 jährige Mädchen in ebenfalls trockenein viel weniger zu thun gewesen sei, wäre hinfällig, weil im Vertrage nicht ausgedrückt ist, daß die Mehr arbeit in der Saison Geschäftston seine Zustimmung zu den Vereinbarungen höher bezahlt werden solle. Mit der Heirath der Klägerin Die zur Zeit graffirende Denunziationssucht auf dem der Mutter und des Rolle, der übrigens verheirathet und Bater fei für sie die Unmöglichkeit gegeben, länger im Geschäft Gebiete wirklicher oder vermeintlicher Wiajestätsbeleidigungen eines Kindes ist. Der Kontrakt, der dem Gericht vorlag und zu verbleiben, und das dürfe ihr nicht als Schuld angerechnet wurde durch eine Verhandlung illustrirt, welche am Montag vor vom Vorsitzenden verlesen wurde, sollte am 19. November 1895 der zweiten Strafkammer am Landgericht II. stattfand. Der in kraft treten. Ob das wirklich geschehen, darüber konnten dem Arbeiter Karl Kulicke in Klosterfelde hatte eines Tages mit Gericht bestimmte Beweise nicht erbracht werden. Die betheiligten Die Weihnachtsgratifikation und der Jahres- Arbeits- dem Arbeiter Berndt über den Kaiser und den französischen Personen bestritten es, wenigstens leugneten sie die Vollendung verdienst der Handlungsgehilfen. Ein Handelsangestellter Strieg geplaudert. Berndt hatte dabei geäußert, daß er auf dem des Verbrechens, wenn sie auch gewisse unzüchtige Manipus war mit seinem Anspruch auf Altersrente zurückgewiesen worden, Gebiete des Krieges dem Kaiser nicht diejenige Bedeutung lationen nicht in Abrede stellen An diesem weil sein Gehalt und die Weihnachtsgratifitation zusammen über beimeffen könne, wie Kulicke, da der Kaiser noch keinen Moment wird aber allem Anschein nach die Bestrafung 2000 m. jährlich ausmachten. Das Schiedsgericht, welches er darauf Krieg mitgemacht habe. Als beide fich bald nach diesem ber beiden Angeklagten scheitern. Wohl hielt der Staats. anrief, entschied indessen, daß die Weihnachtsgratifikation bei Fest Gespräche entzweiten, ging dem Gendarmen anwalt die Angeklagte Meyer für schuldig der schweren stellung des Jahres- Arbeitsverdienstes nicht zu berücksichtigen und Stadler in Straußberg, also einem zur Entgegennahme von An- Kuppelei und beantragte gegen fie brei Jahre Zuchthaus, fomit der Kläger nicht zu den Angestellten zu rechnen sei, auf welche zeigen berechtigten Beamten, und denunzirte den Berndt wegen jedoch glaubte er die Auflage wegen Auftiftung refp. Berleitung der Versicherungszwang nicht mehr Anwendung findet. Ein Majestätsbeleidigung. Das eingeleitete Ermittelungsverfahren zu diesem Verbrechen gegen den Rolle aus juristischen Gründen wesen sei. werden. Gerichts- Beitung. Kulicke zu fonnten. rechtlicher Anspruch auf die Gratifikation stände dem Kläger erwies die gänzliche Haltlosigkeit der Denunziation und nun nicht aufrecht erhalten zu können. An stelle dessen beantragte er nicht zu und gesichert auf jeden Fall sei ihm dieselbe auch nicht; wurde der Spieß umgedreht und Kulicke wegen wissentlich falscher die Vestrafung des Lüftlings aus dem meist nur unter Juristen ihre Bewilligung oder Nichtbewilligung wäre abhängig vom Denunziation unter Auflage gestellt. Die heutige Verhandlung bekannten§ 49 a St.-G.-B. zu zwei Jahren Gefängniß, drei freien Ermessen des Chefs. Das Reichs- Versicherungs ergab zwar, daß objektiv eine falsche Denunziation vorlag, nicht Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizei- Aufsicht. Das amt, Abtheilung für Alters- und Invaliditätsversicherung, hob aber, daß dieselbe eine wissentlich falsche war. In den Worten Gericht fünf Juristen unterhielt sich über drei Stunden jedoch das schiedsgerichtliche Urtheil wieder auf und erkannte, des Berndt liege keine Majestätsbeleidigung, der etwas beschränkte im Berathungszimmer über den Fall und setzte danach schließlich daß dem Kläger keine Altersrente zukomme. Sein Jahres- Angeklagte hat aber eine Majestätsbeleidigung darin zu finden die Urtheils verkündung auf Freitag, den 6. März, aus. arbeitsverdienst habe thatsächlich über zweitausend Mark geglaubt. War die Anzeige auch falsch, so entzog sich dies jedoch betragen, denn Die Weihnachts Gratifikation sei dem der Beurtheilung des Angeklagten, weshalb dieser freigesprochen selben zuzurechnen. Nicht die Verhältnisse seien für die werden müfje. Auslegung der Versicherungs Gesetzgebung allgemein maßD Versammlungen. Die Gründung eines sozialdemokratischen Arbeiterftellen werden eingerichtet und im Vorwärts" noch bekannt gegeben. In den provisorischen Vorstand wurden gewählt: zu Vorsitzenden Arendsee und Lenzner; zu Kassirern ießte und Schmidtke; zu Schriftführern Gieshoit und Pharo; zu Beisitzern Hönisch, Haunickel und Zu Revisoren wurden bestimmt Schröder. Heinrich, Judäus, Michaelis, Stielgenbauer. mit einem dreifachen Hoch auf den Verein schloß die VerBecker. fammlung. gebend, die rechtlich vereinbart feien, sondern die Der Hauseigenthümer und Buchhalter Johann Georg in Wirklichkeit obwaltenden Umstände. Kläger, welcher in Kersten stand gestern vor der IV. Straffammer des Land- vereins erfolgte am 2. d. Mts. in einer im„ Berliner Prater" den hier in betracht kommenden Jahren einschließlich der Grati- gerichts I unter der Anklage der fortgesetzten Unterschlagung und 11. Februar war von einer gleichartigen Versammlung eine fitation 2000 m. Einkommen hatte, habe mit Bestimmtheit die Urfundenfälschung. Der Angeklagte, der Besitzer des Hauses Weihnachtsgratifitation erwartet, die gewohnheitsmäßig fauf- Mauerstraße 3 ist und daraus eine Revenue von 1600 Mart be: Sommission zur Ausarbeitung eines Vereinsstatuts gewählt worden. Befagte Kommission machte nunmehr ihre Vorschläge männischen Angestellten gegeben werde. Im vorliegenden Falle sieht, war vom Jahre 1879 ab 16 Jahre hindurch Buchhalter und fanden dieselben fast einstimmige Annahme. Nach diesen liege auch nicht die Wahrscheinlichkeit vor, daß für die bei der Diskonto- Gesellschaft. Er war in der Kuponkasse bespäteren Jahre des Klägers Bezüge einschließlich der Gratis fchäftigt und hatte namentlich die Loospapiere unter sich, die der führt der gegründete Verein den Namen„ Sozialdemokratischer fikation eine Minderung, unter 2000 M. herunter, erfahren Gesellschaft von Kunden zur Einlösung beziehungsweise Kontrolle Verein Vorwärts" und bezweckt die Aufklärung seiner Mitwürden. Unter den obwaltenden Umständen sei, auch ohne die eingeschickt wurden. Eine auswärtige Gesellschaft hatte ihre glieder auf sozialpolitischem und wissenschaftlichem Gebiete. Dieser Existenz eines entsprechenden Rechtsvertrages, mit der erforder Rupons sechs Jahre hindurch nicht abgefordert und diese That- Zweck foll erreicht werden durch Vorträge und Besprechungen politischer und wissenschaftlicher Art, Veranstaltungen auf lichen Sicherheit der Jahres- Arbeitsverdienst einschließlich der fache in Verbindung mit einer mißlichen Lage, in welche er infolge fünstlerischem Gebiete und Pflege der Solidarität. Der monatGratifikation als ein regelmäßiger anzusehen. Daß erst am Ende von Spekulationen gerathen war, brachten ihn auf die schiefe liche Beitrag wurde auf 25 Pf. festgesetzt. 222 Beitritts= des Jahres die Weihnachtsgratifikation bewilligt werde, während Ebene. Er hat seit 3 Jahren fortgesetzte Unterschlagungen begangen, erklärungen erfolgten sofort an Ort und Stelle. Ausnahmedie Entrichtung der Beiträge bei der monatlichen Gehaltszahlung Rupons, die er abzuliefern hatte zurückbehalten und in recht ver zu vollziehen war, sei unerheblich angesichts der Norm, daß der schlagener Weise es verstanden, fein Treiben zu verdecken. Es Jahres- Arbeitsverdienst möglichst nach dem Durchschnitt einer ist ihm gelungen, im ganzen eine Summe von mindestens Reihe von Jahren berechnet werden solle. Bezüge, wie die im 14 100 M. zu unterschlagen. Die Entdeckung verzögerte sich daHandelsgeschäft übliche Weihnachtsgratifitation, ließen sich schon durch, daß der Angeklagte in den von einem Kollegen geführten infolge der Stetigkeit ihrer Gewährung vor ihrer ausdrücklichen Büchern durch Rasuren die einzelnen Konten, den Unterschlagungen Bewilligung berücksichtigen. entsprechend, veränderte. Er war völlig geständig und zeigte sich als reuiger Sünder. In einem früheren Stadium des Mit einem absonderlich zu stande gekommenen Ver- Verfahrens war ein Zweifel an der geistigen Zurechgleich hat sich die Kammer VI des Gewerbegerichts um die nungsfähigkeit des Angeklagten aufgetaucht und Medizinalrath prinzipielle Entscheidung einer Frage herumgedrückt, welche für Dr. Lang war mit der Beobachtung seines Geisteszustandes Die an Holzbearbeitungs- Maschinen beschäftigten Handels- Hilfsarbeiter von größter Bedeutung ist. Der Hans- betraut worden. Der Angeklagte, der einen unftäten Blick hat, Arbeiter faßten in einer öffentlichen Versammlung, die am Diener P., vertreten durch den Gewerbegerichts- Beisitzer Genossen hat, einen Zwillingsbruder, der Idiot ist; fein Vater ist wegen Sonntag tagte, Beschluß über die einzuschlagende Taktik gegen Arndt, beanspruchte von der Firma Peter Schulte u. Komp. Geiñeskrankheit penfionirt worden und er selbst hat eigenartige über den Firmen, welche die aufgestellten Forderungen der einen Restlohn von 19,50 M., wovon 2 M. auf vier Ueber Liebhabereien, speziell pflegte er feine Wohnung mit allerlei Maschinenarbeiter bis dato nicht bewilligt haben. Nachdem im stunden kommen. Die Beklagte machte geltend, daß der Lohn Federvieh, Hühnern, Tauben u. dergl. zu bevölfern. Nach der ersten Punkt der Tagesordnung Kollege Biehl einen Situationsdem Kläger mit recht vorenthalten wäre, weil die Firma durch Behauptung einiger Entlastungszeugen foll er sogar nächtlicher- bericht erstattet, werden folgende Firmen als nicht bewilligt zur ihn sehr erheblich geschädigt sei. P. hätte im November den weile auf dem platten Dache seines Hauses spazieren gegangen Kenntniß der Versammlung gebracht und den Tischlern ein Verhalten bei Auftrag erhalten, 32 Stück einer bestimmten Waare in einem fein. Medizinalrath Long hatte keinen Zweifel an der geistigen zweckentsprechendes Bergebung ihrer ArKolli zu verpacken, der Kunde in Posen, der das Kolli erhielt, Burechnungsfähigkeit des Angeklagten, ebenso wenig der Direktor beiten empfohlen: 1. Strömel, Blumenstraße Nr. 30, Pastor habe aber nur 26 Stück in demselben vorgefunden. Der Ulrich von der Diskontogesellschaft, welcher bekundete, daß bei Just, Kösel, Roth, Laborenz, Rig U. Roßmann, Schaden für sie, Peter Schulte u. Komp., betrage 124 M. Fest der scharfen Kontrolle, die bei dem Institut ausgeführt wird, es dorf, Frister Herder, Hugo gestellt wurde in der Verhandlung, daß das Kolli erft über zwei nothwendig gewesen sei, eine Fülle geistiger Kräfte anzuwenden, Langenscheidt, Wildenowstr. 22, Mester, Mester, ManMonate beim Spediteur Jakob u. Vallentin gelagert hatte, ehe um das verbrecherische Treiben so lange zu verdecken. Der teuffelstr., Stiegbahn, Küster, Boigt und Kramer, es per Sammelgut nach Bosen abging. Der dortige Empfänger Staatsanwalt beantragte zwei Jahre Gefängniß und Schwebetsky, Ramslau, Schau! und Scharf. Im will die Sendung unversehrt bekommen haben. Er hatte sich drei Jahre Ehrverlust. Rechtsanwalt Leonh. Friedmann ganzen find noch 106 Kollegen ausständig. Die Kommiffion auch erboten, der Beklagten eventuell das Gewicht der Waare, bielt die Bedenken über den Geisteszustand des Angeklagten doch wurde alsdann beauftragt, bei den Arbeitgebern wegen der zahlder Rifte und Emballage festzustellen, ohne daß diese von dem nicht für beseitigt. Er verwies darauf, daß es doch schon vor reichen Maßregelungen zu interveniren, da sich dieselben verAnerbieten Gebrauch gemacht hat. In einem anderen Falle gekommen sei, daß bei Gerichtspräsidenten, die mit pflichtet hatten, niemanden zu maßregeln. Ferner gelangte sollte der Kläger 18 Stück in einer Rifte verpacken, und er war, vollem Scharfsinn(?) ihres Amtes gewaltet und denen folgender Antrag zur Annahme: In allen Werkstätten sind wie in dem ersten Falle, auch der Ueberzeugung, feinem Auftrage man eine Krankheit nicht angesehen, schließ sofort Vertrauensleute zu wählen, welche für die noch Aus. nachgekommen zu sein, während der Adressat des Gutes schon lich zweifellos Geistestrantheit festgestellt gesperrten die Sammlungen zur Unterstützung vorzunehmen Bei dem liege Angeklagten vor der Deffnung der Kiste durch Abwägen derselben festgestellt wurde. ein haben. Die Eammlungen werden fortgesezt, da noch eine zu haben behauptete, daß nur 13 Stück darin enthalten waren. starter Berdacht vor, daß sein Geisteszustand nicht ganz beträchtliche Anzahl Stollegen arbeitslos und gemaßregelt ist. ſei und dieser Umstand müsse ftrafmildernd Zu diesem Zweck zahlt jeder Kollege pro Kopf und Woche Arndt bestritt namens des Klägers nicht, daß dieser die frag- normal lichen Sendungen gepackt habe, jedoch bestritt er, daß der Packer ins Gewicht fallen. Der Vertheidiger beftritt schließlich das mindestens 30 Pf. mindestens für Unregelmäßigkeiten, wie die vorliegenden, regreßpflichtig Borliegen einer Urlundenfälschung und betonte, daß der Schaden Die Kommissionsmitglieder erhalten auf die Dauer von zwei = Wochen als Entschädigung für ihre Untoften pro Tag 1 Mark.| kommission erstattete hierauf Bericht über seine Thätigkeit und| 23. Februar eine Versammlung ab, in der Genosse HoffFerner soll für die Gemaßregelten eine Matinée arrangirt machte behufs Neuwahl den Vorschlag, daß der neue mann in einem allseitig mit Beifall aufgenommenen Vortrag werden. Im Verschiedenen werden noch die Mißverhältnisse Gewerkschaftsbelegirte zugleich Vertrauensmann sein tönne, über das Thema: Glaube und Vernunft" sprach. Eine Dis einzelner Fabriken wie bei Paftor, Roth und Blankscheit einer worauf nach der entgegengesezten Meinung Megner's tussion fand nicht statt. Unter Punkt Verschiedenes wurde beeingehenden Kritik unterzogen. Zum Schluß wurde fest Pohlmann aufs neue als Delegirter zur Gewerk dauert, daß die Versammlungen nicht besser besucht würden; au gefeßt, daß die Kontrollstelle der Arbeitslosen und Gemaßregelten fchaftstommission und zugleich als Vertrauensmann gewählt dieser Versammlung find die Kollegen von Köpenick, Johanness sich sowohl für den Norden, wie für den Süden und Osten nur wurde. In der weiteren Diskussion wurde die in der thal und Adlershof zum theil schriftlich eingeladen und doch sei noch bei Gehlhoff, Mariannen Ufer 4, befindet, wo legten Zeit eingetretene allgemeine Zässigkeit der Böttcher beklagt, der Besuch ein so geringer. Die Mitglieder wurden deshalb erfelbst die Streifenden sich jeden Tag einzufinden haben. die den Anschein erwecke, als haben die Böttcher nie eine fucht, recht rege zu der demnächst stattfindenden Versammlung zu Eine öffentliche Verfammlung der Möbelpolirer, die Lohnbewegung gehabt und auch jezt, wo fast alle Gewerk- agitiren. Bekannt gemacht wurden die in der Generalversamm am 2. März in Keller's Festsälen tagte, befchäftigte sich im ersten fchaften in der Bewegung find, eine solche gar nicht lung gefaßten Beschlüsse bezüglich des Verhaltens bei AngriffsPunkt der Tagesordnung mit dem gegenwärtigen Stand des nöthig. Daher sei es erklärlich, daß, wie bei Kan- fireits und der in diesem Jahre stattfindenden Maifeier. Zum Streits. Schulz erstattete namens der Streiffommission den Be- trowitsch in der Spiritusbranche, die Löhne heute Schluß empfahl man noch die Zahlstelle Schulzer, Adlershof, richt. Danach sind 65 Streifende vorhanden und 38 Werf bereits unter den 1889er Tarif gesunken seien. In diesem Sinne Bismarckstr. 35, zur Entrichtung von Beiträgen. stätten gemeldet, welche die Forderungen der Polierer nicht be wird ein von Buth gestellter Antrag über alle Werkstätten, willigten. Die Bewegung sei im Abnehmen begriffen, jedoch wo der Tarif von 1890 nicht gezahlt wird, die Sperre zu ver Baukow. Am Sonntag tagte hier eine Volksversammlung, müßten Maßnahmen getroffen werden, um auch bei diesen hängen, angenommen. Hildebrand und Winter fordern in welcher Genoffe Jacoben über die Gemeindewahlen Firmen zum Siege zu gelangen. Deshalb sei streng darauf zu zum Schluß die Mitglieder auf, die alten Streitigkeiten zu vergessen referirte. Dem beifällig aufgenommenen Vortrag folgte eine halten, daß hier daß hier der Ausstand ganz konsequent durch- und die Bewegung der Böttcher wieder in neue Bahnen zu lenken. recht lebhafte Distuffton, in welcher alle Redner zur energischen geführt und die Streikenden angemessen unterstügt wer Der Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter dis- Theilnahme an der bevorstehenden Wahl aufforderten. Scharf den. Hinzugekommen sind seit Montag die Arbeiter futirte in seiner Versammlung am 25. Februar einen Antrag als Gegner der Gemeindewahl geriren, aber es nicht ber getadelt wurde das Berhalten einiger Genossen, welche sich der Firma Hülfebeck und Kroll, welche sich mit den des Mitgliedes Seibt, der bezweckt, daß in den Werkstätten, wo Tischlern solidarisch erklärten, da die bereits bewilligten Forde Arbeitsmangel eintritt, die Entlassung von Arbeitern durch eine Mühe werth halten, ihren Standpunkt in der Versammlung rungen der letzteren wieder rückgängig gemacht wurden. Die Verkürzung der Arbeitszeit verhindert wird. Nach einer längeren vertreten. Hieraus müsse nothwendigerweise eine Ber Bildhauer und Drechsler in diesem Betriebe hätten sich nicht Diskussion, in der sich sämmtliche Redner theoretisch zustimmend anderer mehr oder weniger zur Wahl gehörigen Vorkommniffe splitterung der Sträfte eintreten. Nachdem noch eine Reihe angeschlossen. Ein Polirer der Firma Luckat u. Weißelberg zu dem Antrag äußern, seine praktische Durchführung aber be anderer mehr oder weniger zur Wahl gehörigen Vorkommnisse erklärt ben unwahren Behauptungen gegenüber, daß die Strei zweifeln, gelangt folgender Antrag zur Annahme: Die Ver- besprochen waren, erfolgte Schluß der Versammlung.( In kenden dieser Firma im Begriff feien, die Arbeit zu den alten fammlung wolle beschließen, die Werkstatt- Delegirten zu be- zwischen sind nun die Folgen der Uneinigkeit zum Ausbruck geBedingungen aufzunehmen, diese Aeußerungen als unwahr. auftragen, Werkstatt- Versammlungen einzuberufen, in welchen der kommen. Der sozialdemokratische Kandidat Hoffmann ist bei der Bedauert wurde, daß sich bei Haideck zwei Streitbrecher gefunden Antrag Seibt diskutirt und das Ergebniß der Verhandlungen dem gestrigen Gemeindewahl im zweiten Bezirk dem Kandidaten aller hätten. Nachdem Schulz noch mitgetheilt, daß an Stelle borstand mitgetheilt wird. Die Abrechnung vom Weihnachts- bürgerlichen Parteien unterlegen. Es haben Stimmen erhalten Höffner's Martin in die Kommission der bürgerliche Kandidat Prabel 109 Stimmen, Genoffe Hoffmann gewählt wurde vergnügen ergab eine Einnahme von 97,40 W. und eine Ausgabe von 87 Stimmen. Hoffentlich zieht hieraus die Arbeiterschaft Pankows und als Kassirer derselben Echtermeyer fungire gelangte 110,75 M., mithin ein Defizit von 13,35 M. Da sich das gegen die entsprechende Lehre. Red. des„ Vorw.") ein Antrag zur Annahme, daß an den Forderungen der wärtige Versammlungslokal als zu klein erwiesen hat, so wurde Möbelpolirer durch Fortführung des Streits bei den nicht be- der Antrag, von nun an das Lokal von Henke, Naunynstraße, willigenden Firmen mit aller Energie festzuhalten sei. Die zu benügen, gegen 5 Stimmen angenommen. In der Angelegen Streitenden werden unterstützt mit 3 M. pro Tag für die Ver- heit des Werkführers Klehr wurde konstatirt, daß die Behauptung, heiratheten, 2 M. die Ledigen und 1,50 m. die weiblichen Arbeite- Klehr habe bei Gens die Preise gedrückt, unrichtig ist, da Klehr rinnen. Im 2. Punkt erstattet Richter Bericht über seine Thätig- garnicht bei Gens gearbeitet hat. Bei Firma Hansen haben feit als Vertrauensmann und Delegirter der Gewertschafts- fämmtliche Arbeiter, 26 an der Bahl, die Arbeit niedergelegt, weil der tommiffion. Nachdem ihm seitens der Versammlung Decharge Fabrikant Hansen die Forderung, 50 Pfg. pro Stunde beim fammlung verpflichtet sich den Beschlüssen der Lohnkommission ertheilt, wurde Lederhause zu diesen Aemtern neugewählt. Be- Holzfahren, nicht bewilligen wollte. Die Handlungsweise der züglich des von seiten des Gewerbegerichts eingeleiteten Einigungs- Arbeiter wurde als vollkommen gerechtfertigt anerkannt. Das versuchs erklärt die Versammlung einmüthig, darauf zu verzichten, da in Erwägung gezogen werden müsse, daß der Stand ihres Streits ein durchaus günstiger wäre und nach den Entscheidungen des Einigungsamtes in Sachen des Vergolderstreiks und anderer Vortommnisse Vertrauen in das Gewerbegericht zu sehen nur ein Zeichen der Schwäche sei. Im Verschiedenen gelangen noch eine Reihe von Werkstattmißständen zu eingehender Erörterung. NO Mitglied Gramm hat sich im Gegensatz zu der Taktit des Vereins gleich am anderen Tage neue Arbeit gesucht. Da derfelbe nicht erklären wollte, wieder die Arbeit niederzulegen und sich den Streifenden anzuschließen, wurde er gegen 2 Stimmen aus dem Verein ausgeschlossen. Wie mitgetheilt wurde, ist in der Mechanikfabrik von Gens ein Mitglied gemaßregelt, weil er einen fleinen Lohnzuschlag gefordert hatte. Die Forderung wurde nachher bewilligt. Neu aufgenommen wurden 51 Mitglieder. Steglit. In einer öffentlichen Versammlung der Holzarbeiter referirte hier am 1. März Genosse Rasper über den Stand der Lohnbewegung. Die Ausführungen des Nedners, der für einen Anschluß an die Berliner Lohnbewegung plädirte, fanden in der Versammlung lebhaften Beifall und gelangte sodann folgende Resolution einstimmig zur Annahme: Die Verzu unterwerfen und am Montag, den 2. März, in allen Werkftätten, welche bis jetzt nach Bericht der Lohnkommission noch nicht bewilligt haben, die Arbeit niederzulegen. Allen Meistern werden am Montag die Forderungen durch die Vertrauensleute unterbreitet. In jenen Werkstätten, welche bewilligt haben, wird die Arbeit fortgefeßt und die Kommission benachrichtigt. Im Falle einer Nichtbewilligung ist die Kommission zu benach richtigen, ebenso die Namen der etwa arbeitenden Kollegen mit zutheilen. Die in Arbeit Stehenden verpflichten sich, für die Dauer des Streits 1 M. wöchentlich an die Streiklaffe zu zahlen. Die Kollegen erklären, mit Ausnahme dringender Fälle ,, die erste In einer öffentlichen Versammlung der Böttcher am Sonntag referirte Genosse Jahn über die Arbeiterfrage der Gegenwart. Pohlmann als Delegirter bei der Gewerkschafts- schäftigten Arbeiter Berlins und der Umgegend hielt am Streitwoche auf Unterstützung zu verzichten. Adlershof. Der Verband aller in der Metallindustrie beBelle- Alliance- Theater. M. T. Hahlo, Belle- Alliancestraße 7/8. Sonntag, den 8. März, nachm. 2½ Uhr: 24. Volks- Vorstellung unter Regie von Jul. Türk. Zum lekten Male: Wilhelm Tell. Wilhelm Tell. Oskar Krüger a. G.| Geßler Stauffacher . Wilhelm Ruff. Melchthal Julius Türk. Hedwig Bertha Rudolf Hock. 235/13 • Hedwig Margot. Marie Mosler. Eintrittskarten à 60 Pf. find in den bekannten Geschäften zu haben. Beginn der Verloosang 12 Uhr. Sonntag, den 15. März: Die Räuber. Jn Vorbereitung: Rothe Bettel. Satirischer Schwank in 4 Aften. Hackescher Markt 4, Ecke Neue Promenade J. 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Sämmtliche Buchdrucker Berlins Die Vereinsversammlung am dieser entscheidenden Bersammlung eingeladen. Mittwoch, den 4. März, fällt wegen der -GGGG Prinzipale wie Gehilfen sind zu Sämmtliche Offizinen Berlins müssen unbedingt in der heutigen VersammAllgemeinen Buchdrucker- Versammlung lung vertreten sein. Der Vorstand. aus. Die Bibliothek bleibt heute geschlossen. Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Mittwoch, den 4. März, abends 8 Uhr, bei Cohn, Beuthstraße 20/21: Vertrauensmänner- Versammlung. Mitgliedsbuch und Vertrauensmänner- Karte legitimirt. Jede Werkstatt muss vertreten sein. Die Ortsverwaltung. 91| 13 Metallarbeiter! Donnerstag, den 5. März, abends 8 Uhr, in Raabe's Salon, Kolbergerstr. 23: Oeffentliche Versammlung der gesammten Arbeiter der Aft.- Gej. vorm. Schwartzkopff. Tages F Ordnung: Die gegenwärtige Lage der Metall- Industrie und welche Aufgaben erwachsen daraus den Metallarbeitern? Ref.: Otto Naether. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen erwartet 118/9 Der Vertrauensmann der Berliner Metallarbeiter. Otto Naether, N., Anklamerstraße 44. Metallarbeiter. ☐ Mittwoch, den 4. März, abds. 7 Uhr, Das Rauchen ist verboten. Der Einberufer: Albert Mallini. Musikinstrumenten- Arbeiter. Heute, Mittwoch, den 4. März, abends 8 Uhr, im Louisenstädtischen Konzerthaus, Alte Jakobstraße 37: Grosse öffentliche Versammlung. Tages- Ordnung: Die Arbeitsniederlegung der Kollegen in der Pianofabrik von Hansen, Neuenburgerstraße 26. eingeladen. 143 18 Hierzu find sämmtliche Kollegen, besonders von Bechstein, Johannisstraße und Grünauerkrake, Der Einberufer. Allgem. Kranken- n. Sterbekaße Achtung! Brauerei- Arbeiter. der Metallarbeiter 2940b ( E. H. Nr. 29 Hamburg) Berlin Filiale 4. Sonnabend, den 7. März, abends 81/2 Uhr, bei Gorn, Kleine Martus- Straße 10: Ausserordentliche General-Versammlung Tagesordnung: 1. Kassenbericht. 2. Aufstellung der Randidaten zur Generalversammlung. 3. Verschiedenes. Um recht rege Betheiligung bittet Die Ortsverwaltung. Für Restaurateure! Ein flottgehendes Klubhaus mit Festfälen u. 3 gr. Regelbahnen, ist umständehalber an einen tüchtigen Restaurateur übernommen werden. Meldungen bei Reich, Gr. Frankfurterstraße 43. im Kolberger Salon, Kolbergerstr. 23: zu vermiethen. Die Einrichtung muß Große öffentliche Versammlung. Tages Ordnung: B * 1. Welche Vortheile haben die Arbeiter von Scheffer Nieft's Festsäle und Dehlmann durch ihr Vorgehen erreicht. 2. Bericht der Siebener- Kommission. 3. Verschiedenes. Das Erscheinen aller Arbeiter der Firma 17, Weberstrasse 17. Der 21., 28. und 29. März Scheffer u. Oehlmann ohne jede Ausnahme, ist eine uner( Balmsonntag) ist zu vergeben. lässliche Nothwendigkeit. 1213 Bedingungen billig. 44612* B. Nieft. Freie Vereinigung der Kaufleute. Möbel- Gelegenheitskauf Mittwoch, den 4. März, abends 8½ Uhr, im Englischen Hof, Neue Rohstr. 2: Versammlung Zages Ordnung: 1. Bortrag des Rollegen Türk über: Das Buch der Freiheit.". 2. Diskussion. Gäfte sehr willkommen. Der Vorstand. 90| 11 Achtung! Zimmerer! Zum Umzug Oranien-Straße 73, of I., günstigste Gelegenheit für Brautleute, Hotels, Wiederverkäufer. In meinem 6 Etagen großen Möbelspeicher, alles hell und übersichtlich, tein Laden, sollen sofort ca.200 neue ganze WohnungsEinrichtungen von 100-1000 Mart und darüber verkauft werden. Speziell empfehle ich die großen Borräthe verliehen gewesener zum Theil sehr wenig benutter Möbel für jeden annehmbaren Preis. Theilzahlung gestattet. Kleiderspind, Sopha 18 Mart, Kommode, Küchenspind, Waschtoilette 12 Mart, Stühle 3 Mart, Bettstellen mit Federmatrage und Keiltissen 18 Mart, Sitzung der Platz- Deputirten elegante Stubbaum- Kleiderſvinde und Wäschebei Feind, Weinstr. 11, 9 am Donnerstag, den 5. März, abends 8 hr. I Tages- Ordnung: Unser Streik. 258/14 Von jedem Arbeitsplatze muß ein Vertreter anwesend sein. Die Lohnkommission der Berl. Zimmerleute. Verein zur Wahrung der Interessen der Maurer Berlins und Umgegend. spinde 30 Mart, Muschelspinde 40 Mart, Säulen Kleiderspinde und Vertikows, hochelegant 46 Mart, Trumeaur mit Stufe 55 Mart, Plüschgarnituren 60 und 100 Mart, Paneelgarnituren, Paneelfopha só Mart, Muschelgarnituren, Chaiselongue, Schlaffophas, Schreibtische, Koulissentische, Buffets, Schreibsekretäre, Tische, Spiegel 2c., alles staunend billig, sowie fertig beforirte Salons, Speise- und Schlafsimmer. Besichtigung erbeten ohne Kaufzwang. Getaufte Möbel tönnen drei Monat fostenfrei lagern und eigene Gespanne werden durch transportirt und aufgestellt. 4233 L* Donnerstag, den 5. März, abends& Uhr, im Lokale Jeder spart viel Geld, des Herrn Buske, Grenadierstr. 33: Ordentliche Mitglieder- Versammlung. Tage3 Ordnung: 1. Vortrag des Gen. Julius Türk über: Das Buch der Freiheit. 2. Diskussion. 3. Abrechnung vom Maskenball. 4. Gewerkschaftliches. Mitgliedsbuch legitimirt. 129/16 Der Vorstand. Liter- Flasche 80 Pf., 90 Pf., 1 Mark mit Fl., Korn( verschied. gemischt) Ltr. 45 Pf. ohne Fl., Nordhäuser Liköre, Cognac, Rum, Ungarweine 2c. 33b wenn er selbst aus den Vororten die Reise nicht scheut, seinen Bedarf in Hosen aus Leder, Zwirn und Stoff direkt aus der Fabrik Gormannstr, 2, 1 Tr. ( Ecke Weinmeister- u. Rosenthalerstr. 44778* zu beziehen. Eingaben, Carl Schindler, Chausseestr: 55. Unfallsachen, pugger, Stegligerir.65. Donnerstag, den 5. März, abends 8 Uhr, in Gründel's Festsälen, Brunnenstr. 188, nahe am Rosenthaler Thor: Große öffentliche Versammlung. Tages Ordnung: 1. Das weitere Verhalten der Brauerei- Arbeiter zu dem Streit im Münchener Brauhause.( Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht.) 2. Diskussion. 42/10 Alle sich dafür Intereffirenden werden zu dieser Versammlung eingeladen. Die Agitationskommission. Orts- Krankenkasse für das Gewerbe der Tischler und Pianoforte- Arbeiter zu Berlin. General- Versammlung der Vertreter der Kassenmitglieder und der Arbeitgeber am Donnerstag, den 12. März 1896, abends 712 Uhr, in Brochnow's Lokal, Sebastianstr. 39. Tages- Ordnung: 1. Abnahme der Jahresrechnung pro 1896 nebst Bericht der Revisoren. 2. Neuwahl des Rendanten- Stellvertreters. 3. Antrag Wust row: Die Wahl der Delegirten zur Generalversammlung im Herbst stattfinden zu lassen. 4. Zu§ 55 Abs. 4 des Statuts hinzuzusehen: Fessehung der Entschädigung der Revisoren zur Prüfung der Jahresrechnung. 5. Verschiedenes. Telephon Amt IV447. Streng reelle Bedienung. 976 Der Vorstand. M.Schulmeister Schneidermeister, Dresdener- Strasse 4, Kottbuser Thor, empfiehlt zu außergewöhnlich billigen Preisen nachstehende Spezialartitel: Einsegnungs- Anzüge aus Satin, Rammgarn, Diagonal, Tuchstoffen, ein- und zweireihig Jaquet- Anzüge in gedieg. wollenen Zwirnstoffen, 1- u. 2 reihig in glatten Diagonal, Ramm 1- u. 2 reihig garn, Satin- u. 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Begründung des Geschäfts 1878. Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey, Berlin. Für den Inferatentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin. Telephon Amt IV 447.