10 Pf. Ar. 574 B2S6 46. Lahrgang BERLIN Sonnabend LSezember 1929 Erschekat tätlich auter So««tag«. Illgleich Äbeudauegade deo.Vorwärts". BeiugsxreiS beide Ausgaben SSPf. pro Woche. S,ßOM. pro Monat. Redaktion und Lxredition; Berlin SW es, Lindenstr.» // ff (4. AvieizeuvreiCDie einfvaltige NonPareAezell, so Pf., Reklameleile s M. Ermäßigungen nach Tarif. Poßscheckkvnto: DorwärtS-Verlag G. m.b.H.. Berlin Nr. S75ZS. Fernsprecher: Dönhoff 2S2 bi« 2S7 Die Schußlinie bei Stolberg. Schöffe und Kreisarzt gegen Schießfachversiändige. Hugenberg an sein Volk. L. R, htrschberg. 7. Dezember.(Eigenbericht.)' Man steht heute noch unter dem zwiespältigen Eindruck des Lokaltermins. Es ist stets das gleichem Zwar hat er, wie di« Gesamt- beweisaufnohme, bis zum Augenblick nichts Bemerkenswertes und poch weniger etwas Entscheidendes ergeben. Es kann so gewesen sein, wie der Angeklagte es schildert, es kann aber auch anders ze» wescn sein. Insbesondere wollte es gestern den Schöffen nicht ein- leuchten, daß der Anschlag des Todcegewehrs in der Höhe der Back« des Angeklagten gewcseu sein sollte. Als Dr. Brüning das Ende der Schnur, die den Anschlag markieren sollt«, zu niedrig hielt, meinte einer der Schöffen:.�halten Sie doch die Schnur höher!" Hierbei sah der Vorsitzende den Angeklagten scharf an. Als heute morgen die Aerzi« den Zustand des Erschossenen schilderten, hielt sich der An- geklagte ine Ohren zu— das Aussehen des alten Grasen war tat- sächlich schrecklich genug. Der Sanitätsrat, der hereits seit 37 Jahren die gräfliche Familie kennt, gibt eine vernichtende Charakteristik. Seit Jahrhunderten, sagt er, lsiisten di- Stolbergs nichts Gescheites gelernt, und Christian sei zwar w seiner Dentuygsweise kindlich. lehrte ober trotzdem den Grandseigneur hervor. Adelsstolz nonirte das gestern der Angeklagt«. Einen Mord traut idm der Arzt nicht zu, glaubt auch nicht, daß di« Mutter, die die Söhne vollkommen beherrscht«, Christian, zum. Mord augestistiN haben könnte..Die Mutter Erika Stolbcrg ist heute erschienen, obgleich sie in der Zeugen- liste nicht aufgeführt war. Vorläufig wird aber das Verbrennen ihrer Briefe erörtert. Es sind drei Partien von Briefen verbrannt worden: im Schlafzimmer der Gräfin, in der Küch« und im Schlaf- zimmer d«r Mädchen. Beide Mädchen sollten so tun als wüßten sie nichts. Auch an die Mädchen stellt der Vorsitzend« die Frage:„Trauen Sie dem Angeklagten den Mord zu?" Natürlich geben sie dieselbe Antwort, die man bereits aus dem Munde sämtlicher Angestellten gehört hat. Niemand traut ihm den Mord zu. Bemerkenswert ist die Unordnung, die im gräflichen Schlosse geherrscht hat. Im März fand man noch'Nußschalen und Kuch-nrcste, stumme Zeugen ver- gnügter Stunden. Don dem Grad der Nachlässigkeit, in dem sich dieses gräfliche Haus befand, konnte man sich gestern beim Lokal- termin selbst überzeugen. Zweiter Sitzungstag. Zu Beginn des heutigen zweiten Sitzungstoges, an dem womöglich noch stärkerer Andrang der Zuhörer zu verzeichnen ist, wurden die Zeugen aufgerufen, unter denen sich auch die Mutter des An- geklagten. Gräfin Erika zu Stolbcrg, befindet, die in tieser Trauer erscheint und noch der Belehrung durch den Vorsitzenden ausdrücklich aus das Recht der Zeugnisverweigerung verzichtet. Dann wurde in der Beweisaufnahme jortocsohren und Sanitätsrat Dr. Panitz über di- Vorgänge nach der Erschießung des alten Grafen vernommen. Der Zeuge hat lediglich den Tod des Grafen Eberhard feststellen können, der durch«inen Schuß von hinten eingetreten war. Der Tod nnißte unmittelbar eingetreten sein, da der Kops völlig zer- stört, Gehirn und Rückenmark durchgeschlagen waren. Nach Fest- stellung des Zeugen muhte der Schuß auf Graf Eberlpird von oben her in zwei Meter Entfernung abgegeben worden feig. SanltStsrnt Dr. Panitz hat daraus den Angeklagten uniersucht, der einen zwar hinsälligcn, aber nicht geistesabwesenden Eindruck machte. Gras Christian habe auch über Brechreiz und trockenes Gefühl im Munde geklagt und seine Mitteilungen mir stoßweise gemacht. Der Güter. dircktor G o m b e r t habe nach der ärztlichen Untersuchung solort den Zeugen gefragt:..Halten Sie Christian Friedrich für den Täter?" Als San-tätsrat Panitz dies bejahte, erklärt« Gombert:„Ich auch." Als dann der junge Graf cm wenig später aus dem Hof die lauten Drohungen gegen die angeblichen Einbrecher ausstieß, stieg mein Verdacht noch mehr. De'-dächtig war auch, daß Gras Christian, der tn einer Ecke mit dem Gülerdirektor Gombert sprach, erreat erklärte:.La- kann ich mir nicht gefallen lasten.' Vors.: Herr Gombert, was hatten Sie beim dem Angeklagten gesagt, daß er eine solche Antwort gab? Dr. Gombert: Daran kann ich mich nicht mehr«rinnen,. Zeuge: Ich sprach dam, mit Herrn Gombert noch ausfijbrlich über den Fall, und wir waren beide der M-irnrn» daß di« Geseicht« mit den Einbrechern ein« Finte sei, und' daß' wahrscheinlich Graf Cbristian den Doier erfchosten hatte Uns fiel ferner das aleichgültioe Venebmen des Ang-'loatev auf. Er tat. als geh« ibm die ganze Sache nichts an. Die Mutter dagegen zeigte«inen eckten Sckmerz. Sie war äußerlich gefaßt, aber inner. sich niedergebrochen. Ich bat die Gräsin. d'e einen besonderen Ein- floß aus ihre Kinder hatte, doch auÄ auf den Grafen Christian ein. zuwirkeu. die Wahrheit zu sagen. Di« Gräfin lehnte das aber ab (Fortsetzung auf der Z. Seite) Ein Aufruf gegen die ZiebeNen. Hugenbcrg läßt durch seine TU. folgenden Aufruf'verbreiten: Der Kamps gegen den Pariser Trtbutplan steht auf dem Höhe- punkt. Schwerst« Wirtschaftskrisen und Finanzkotastrophen ziehen herauf. Di« Polenvcrträge bedrohen Ostmark und Landwirtschast. Führer der Sozialdemokralic rufen offen zum Bürgerkrieg auf. Das jetzt dem Reichstag vorliegende Seoe rings che Zuchthausgefetz soll die marxistische Diktatur„auf der Grundlog« der heute gegebeneii Verhäfimste' legalisieren. Nie war deutsches Volkstum und deutsche Äiptichast schwerer bedroht als letzt. Nie war eine starke und ge- schlössen« Recht« nötiger als jetzt. . U« der ein Dutzend Abgeordnete der Deutfchnat, analen Volks- paxtei haben das Gebot der Stunde nicht erkannt. In kleinen Gruppen, di« sich wechselseitig auseinander berufen und durch Soli- varitätserkläruNAen ermuntern, hoben sie die deutschnationale Kamps- front verlosten. Sie täten es unter Begründungen, mit denen man seit langem in der Links- und Mittelpresse zur Spaltung der Deutsch- nationalen aufgervsen halte. Sie mögen die von ihnen bewirkte, van der gesamte» Linken höhnisch bejubelte weitere Z e r s p l i t t c- rung der nationalen Opposition mit ihrem Gewissen ausmachen. Die jetzt mit dem Austritt der Abgeordneten an die Ocffentlich- keit kommend« Partcincubildung war seit langem Ge- sprächsstojf politischer Klubs und mittelpartsilicher Zeitschriften und Zeitungen, di« durch Indiskretionen gespeist wurden. Die Partei- Neubildung wurde in dem Augenblick zur Tatfache, in dem die ihr zustrebenden Abgeordneten erkemren mußten, daß ihre Politik des Hmeindringens in die Mitte von der Partei eindeutig abgelehnt wurde und ihr versuch zum Sturz de» Parleisührcrs gescheitert war. Durch das Verhalten der Beteiligten selbst erzwungene Aus« schlußoerfahren gegen einzelne Abgeordnete war nur der äußer« Anlaß. Die jetzt in Artikeln und Erklärungen ausgesprochenen An» sichten sind nur Scheingründe. Wir fragen aber, warum die Aus- geschiedenen sie nicht vor dem Kasseler Parteitag zu vertreten wag» ten. Ihr Schritt kommt lediglich dem in der Regierung ver- ankerten Marxismus zugute. Der sogenannte Bürgerbloch. der ohne di« Deutschnationalcn Nicht möglich ist, wird dadurch nicht erreicht. Der Weg führt zwangsläufig ia den vre! der Witte, den Spuren Strejemaans nach. Sticht„aus der Grundlage der heute gegebenen Verhältniste", sondern in ihrer A e nb e r u n g liegen bi« Ausgaben der Gegenwatt und Zukunft. Die Deutschnationale Voltspartei wird in engem Zu» sammenwirken zwischen Partcigliederungen und Fraktionen chre* Weg g«hen. Im Geiste Helsferichs wird sie zielbewußt und in ge- schlofsener Kraft den Kamps weiterführen, der das deutsche Volk vor dem durch die Annahme des Voung-Planes und die Vorherr» schaft des Marxismus zugedachten Schicksal bewahren soll." Das Intcrcssantcstc an diesem Schriftstück ist wohl die Fest« stellung, daß„über ein Dutzend Abgeordnete" sich erlaubt habe,* „das. Gebot der Stunde" anders als Hugenberg zu verstehen. Aus» geschieden ist bisher nur genau ein Dutzend. Hugenberg gibt zu, daß es damit nicht zu Ende ist. Weiter würden wir Herrn Hugenberg gerne im Reichstag fragen, wann und wo„Führer der Sozialdemokratie offen zum Bürgerkrieg aufgerufen haben". Dieses Fragen würde aber nichts nützen. Herr Hugenberg würde nur wieder genau wie sonst idiotisch vor sich hinlachen und schweigen. Wtf beschränken uns daher auf die Feststellung, daß seine Behauptung erlogen ist. 3)ie neueile Sfrü WWWWÄM'4 mm mm »':■ W In Nr.<8, 192S. der kommunistischen„A-I-Z"(Arbeiter. Illustrierte-Zettung). die im Verlag und unter der Verantwortlich- keit des kommunistischen Abg. Münzenberg erscheint, findet sich im Rahmen einer Abhandlung über die Such« nach dem Düstel- dorser Mörher ein Bild, das wir hier nachdrucken. Dem Bild ist folgende bewußt verlogene Beschriftung beigegeben: „In Düsseldorf-Oberbilk standen aLein öl) berittene Po- lizisten bereit, um über wehrlose Arbeiter herzu« fallen, dl« den 12. Jahrestag der russischen Revolution feierten. Während der gesamte Düsseldorfer Polizeiapparat aus Bürger» krieg eingestellt war. hatte der Kopfjäger leichte« Spk«k- er konnte im Grafeitberger Viertel das entführt« Kind abschlachten." Tatsächlich hobeu die Polizeibeamten, die dort stolz aus threu Rossen sitzen, mit dem„Bürgerkrieg" gegen„wehrlose Arbeiter" gar nichts zu tun. Nicht einmal mit Düsseldorf. vielmehr stammt da» Bild au» dem— Berliner Tiergarten und vou der Beisetzung Stresemounsi Aber auf eine Bildfälschung mehr kommt es den Kommunisten «rfcht au, wenn e» gegen Sozialdemokraten geht! Mord oder Fahrlässigkeit? (Fortsetzung von der I. Seite.) mit der Bey'crhmg:„Wenn die Stolbergs sich etwas in rhren dicken Kopf gesetzt haben, dann ist es schwer, etwas herauszukriegen.' Dr. Panitz gab dann ein« Schilderung der Familie Stoib erg. weil feit Generationen Verwandtenehen geschlossen wurden, sei dem Geschlecht mit der Zeit dle Fähigkeit, sich Schulkennlnisse zu erwerben, verlorengegangen. So hätten chfle Stolbergs eine gewisse VMtsremdheit und bis ins hohe Aller eine gewisse Sind- lichkeit bewahrt. Die Stolbergs seien das Produtt ihrer Vererbung. des Milieus und der Erziehung. Der Kreisoriedizinalrat Dr. Longe-chirschbcrg schilderte dann seinen Eindruck von dem Toten.(Während der Arzt die Einzel- heiien erzählt, bricht der Angeklagte in Weinen aus.) Dr. Longe stellte einen Einschuß>n dem Ausmatz von 3: 2% Zentimeter fest. Die Oeffmtng hatte dieF-onn eines liegenden Rechtecks, so daß er zuerst an einen Querschläger dacht«. Die ganze rechte Gesichts- Hälfte fehlte volslkommen. Er stellte als Todesursache Schädel- und Gcftirnzertrümmerung durch einen schuh fest. lieber die Schußlinie befragt, vertrat der Kreisarzt die Auffassung, daß der schuh von oben noch unten abgegeben sein muh. Er schließt sich damit der Auffassung an, die beim gestrigen Lokaltermin von den Schösse» vertreten wurde, nämlich der Anschlag des Gewehrs müsse ei« anderer gewesen sein, als der Angeklagte es schildert. lieber seinen Eindruck von dem Angeklagten im Gefängnis betonte er, daß er ihn ruhig und gefaht fand. Nach dem Geständnis sei er ihm noch ruhiger erschienen. Sanitätsrat Panitz wurde nochmals darüber vernommen, ob er dem Angeklagten einen Mord zutraue. Er verneinte dies. Zwischen dem Manne und der Frau hätten Differeizzen be- standen wegen des Verhältnisses mit Onkel Karl, aber die Bc- ziehungen zwischen den Eheleuten hatten sich in der letzten Zeit wieder gebessert. Die Frau habe z. B. im vorigen Jahr«, als der alte Graf Eberhard infolge eines Unfalls schwer krank war, alles getan, um den Grafen Eberhard am Leben zu erhalten. Aars.: Trauen Sic der Gräfin zu, daß sie ihren Sohn angesiiftet hat? Zeuge: Nein, einen solchen Mißbrauch ihres Einflusses auf den Sohn traue ich ihr nicht zu. Vors.:.halten Sie den Angeklagten der inneren Ueberlegung für fähig:„Mit der Schweinerei muß ein Ende gemocht werden.' — Zeuge: Nein. Kreismcdizinalrat K r u s ch e l bestätigte im wesentlichen die Aussage des Medizinalrats Dr. Lange. Die Aussagen des Stubenmädchens aus Jannowitz. Helene Zobel, waren insofern sehr wichtig, als sie es war, die. wie wieder- holt erwähnt, die Hintertür des Rentamts zweimal verschlossen hat, während sie nach der Tat wieder offen stand. Am Abend des 18. März, während die Herrschasten oben saßen, richtete sie das im Erdgeschoß gelegene Schlafzimmer des Grafen Eberhard her und schloß im Anschluß daran, wie es ihre Vorschrift mar. die Türen. Später kam sie noch einmal noch unten m die Leutetoilette. Dabei fiel ihr auf, daß in der Waschküche Licht brannte und die Tür, die sie vorher eingeklinkt hotte, offen stand. Das war ungefähr 10 Minuten vor 0 Uhr. Sie brachte alles wieder in Ort»- irnng. ging dann in ihr Zimmer, das sie mit der Köchin teilt«, und fragte sie, ob sie die Tür geöffnet und das Licht angedreht habe. Die Köchin verneinte es und die Mädchen gingen darauf zu Best. Nachts gegen%12 Uhr wurde sie von dem Kutscher geweckt, der sie zuerst fragte, ob sie die Tür verschlossen habe. Als sie dies bejahte, erzählte er ihr von dem Tode des Grasen. Die Zeugin hält den Angeklagten des Mordes nicht für schukdig. Ueber das Verbrennen � der Briefschaften befragt, antwortete die Zeugin: Am Morgen nach der Tot ließ mich die Gräsin ins Zimmer rufen und übergab mir ein Bündel Briefe zum Verbrennen. Ich tat dos in meinem Zimmer.! Di« Briefe waren harmlos.— Vors.(sehr scharf): Haben Sie die! Briese gelesen?— Zeugin(bestimmt): Nein.— Vors.: Ich! warne Sie, Sie stehen hier unter Ihrem Eide!— Zeugin: Die Briese lagen im Kinderzimmer offen in einer Schublade und ich nahm an, sie wären harmlos. Weiter verworitt. gab die Zeugin die Möglichkeit zu. einzelne Briefe gelesen zu haben. An das, was darin stand, konnte sie sich nicht mehr erinnern. Sic gab auch zu, beim Verbrennen Bedenken gehabt zu haben. TAesholb, vermag sie nicht zu sogen. Oer Stadtkämmerer als Zeuge. Tieuta vom Sklarek- Ausschuß. Der Stlaret-Unterfuchungsausschuß vernahm in seiner Somwbendsitzung zunächst den Berliner Stad�känmrerer Dr. Lange. Dieser sagte aus, daß nach seiner genauen Kennt- n i s der Verhältnisse die Darstellung der Skiareks, daß sie von der Stadt Berlin geschädigt worden seien, grundfalsch sei. Arn 4. Juli 1927 seien die Stadtverordneten Schalldach(DVP.) und Rosenthal(Dem.) und die Stadträte Gäbet(Komm.) und Degner(Komm.) an ihn mit der Forderung eines Dar- lehns von 500 000 Mark für die Skloreks herangetreten. Er habe abgelehnt und die Ablehnung zu den Akten a u s f°ü h r- Ii ch begründet. Während seines Urlaubs Hobe Stadtrat Wege (Dnat.)«inen größeren Kredit zugesagt. Seine Angabe, daß sich Stadtverordnete aller Parteien für die Skloreks bemüht hätten, müsse«r auf di« angegebenen Parteien beschränken. Trotz Weges Zusage habe er. Lang«, abermals abgelehnt, und man habe sich dann auf die Entscheidung des Magistrats geeinigt, bei der er unt« rlegen sei. (fr habe stets den Standpunkt vertreten, daß, wenn die Sklareks ihnen Schaden nachweisen und substantiieren können, die Stadt � ihnen diesen Schoden ersetzen soll« auch ohne rechtliche Verpflichtung. Aber dieses Darlchen habe er bekämpft, obwohl die Sklareks immer wieder erklärt hätten, es käme ihnen nur daraus an. für den Augen- blick freier disponieren zu können. Auch nach seiner Niederlage im Magistrat habe er seinen Standpunkt in einem Sondervotum aus- iührlich aufrechterhalten. Eine Borlage über dieses Darlehen an die Stadtverordnetenversammlung wäre sachlich richtig gewesen. Aber die Stadt habe mehrfach, auch schon unter dem Kämmerer Karding. gesicherte Darlehen an Privat« gegeben, und dies als bloß« Geld- bcwcgung im Rahmen der laufenden Geschäfte aufgefaßt. Auf Fragen des Berichterstatters Abg. Könnecke erklärt der Kämmerer, die Frage der Strafverfolgung Kieburgs fei von ihm gemeinsam mit dem Stadtrat Dr. Richter eingehend ge- prüft worden: aber das Ergebnis war negativ. Weiter gibt er an, er und die Referenten der Finanzoerwoltung seien zweifellos über- lastet. Aber die Finanzoerwaltung dürfe nicht mit Beamtenvermehrung den anderen Verwaltungen ein schlechtes Beispiel geben. Die gestern vom Obermagistratsrot Brandes aufgestellte Behauptung, daß die Stadt an den Sklareks fünf Millionen weniger Oer Zieichspräsident als Oiktator. Gin Antrag der Wirtfchastspartei. Di« Geschäftigkeit der Deutschen Volkspartei, immer neue Maß- »ahmen zu ersinnen und zu beantragen, das Budgstrecht des Reichstags von innen auszuhöhlen und von außen zu fesseln, hat di« Wirtschaftspartei nicht schlafen lasse». Bekanntlich hatte die Deutsche Volk spart« zu Ansang des Jahres beantragt, das Recht des Reichstags, im Entwurf des Hauehaltsplans Aus- gaben zu erhöhen oder neu zu bewilligeit, derart einzuschänken, daß solche Aenderungen nicht nur wie bisher an die Zustimmung des Reichsrats, sondern auch der Reichsregicrung gebunden sein sollen. Die sehlende Zustimmung des Reichsrots und der Reichs- regierung sollte aber ersetzt werden können dadurch, daß der Reichstag in nochmaliger Beratung mit Zweidrittelmehrheit feinen ersten Beschluß ausrecht erhält. Der Antrag ist noch nicht beraten. Aus Anlaß der Beratung der Reichshaushaltsordnung im Ausschuh für den Reichshoushalt kam dazu dann vor etwa acht Tagen der weitere Antrag, einen vollkommen unab- hängigen. Niemandem verantwortlichen, mit großen Machtbefugnissen ausgestatteten Reichssparkommis- s a r einzusetzen, der wohl mit dazu beitragen soll, unbequeme An- forderungen auf kulturellem und sozialem Gebiet abzudrosscln. Der Antrag wird in der nächsten Sitzung des Haushaltsausschusses be- handelt weiden. In Anlehnung an diesen Antrag hat nun die Wirtschafts- Partei beim Reichstag den Entwurf eines Gesetzes zur Aende- rung der Reichshaushaltsordnung und der Reichsoerfassung ein? gebracht, der die Einsetzung eines selbständigen, nur dem Gesetz unterworfenen Reichssporkommifsors verlangt. Der Reichssparkommiisor wird vom Reichspräsidenten ernannt. Er ist gutachtlich zu hören vor endgültigen Beschlüssen des Reichstags, welche Haushaltsübcrschreitungen oder Genehmigungen von außerplanmäßigen Ausgaben enthalten. Sein Gutachten ist dem Reichspräsidenten zuzuleiten, dessen Zustimmung erforderlich ist für Beschlüsse des Reichs- tags, die Haushaltsüberschreitungen oder Genehmigungen von außerplanmäßigen Ausgaben enthalten. Wenn möglich, ist dieser Antrag noch ungeheuerlicher als die oolksparteilichen Forderungen. Er bedeutet eine v o l l k o m- mene Umwälzung der Stellung dos Reichspräsidenten. Nach den bisherigen Verfassungsbestimmungen vertritt der Reichsprüsi- dent das Reich völkerrechtlich. Er schlicht im Namen des Reichs Lündnissc und andere Verträge mit auswärtigen Mächten. Er hat den Oberbefehl über die gesamte Wehrmacht des Reichs und kann ein Land, das die ihm obliegenden Pflichien nicht erfüllt, mit Hilfe der bewaffneten Macht dazu anhalten. Der Reichspräsident kann auch, wenn im Deutschen Reich die öffentliche Sicherheit und Ord- ming erheblich gestört oder gefährdet wird, die zur Wiederher- stellung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung nötigen Maß- nahmen treffen. Wc Einzelheiten solcher Außen- und Innenpolitik bestimmt indessen der Reichskanzler, der dafür gegenüber dem Reichstag die Verantwortung trägt. Innerhalb der vom Reichskanzler niedergelegten Richtlinien leitet jeder Reichsminister den ihm anvertrauten Geschäftszweig selbstän- dig und unter eigener Verantwortung gegenüber dem Reichstag. Nun ernennt zwar der Reichspräsident den Reichs- r a n z l e r und auf dessen Vorschlag die Reichsminister, aber er ist in der Auswahl des Reichskanzlers nicht frei, folldern an be- stimmte Grenzen des parlamentarischen Systems gebunden, da Reichskanzler und Reichsmini st er zu ihrer Amtsführung des Vertrauens des Reich st ags bedürfen. Durch die Anträge der Wirtschaftspartei sollen nun schwierige Einzelheiten des Reichshaushalts an di« Zustimmung des Reichs- Präsidenten gebunden werden. Ganz abgesehen davon, daß der Reichspräsident nur in seltenen Fällen solche Fragen von sich aus wird entscheiden können und daß auch sein Bureau für solche Zwecke nicht zusammengesetzt fft, verschiebt der Antrag die in der deutschen Republik bisher geltenden Zuständigkeiten von Grund aus und würde Anlaß zu unentwirrbaren Kam- p l i k a t i o n e n geben. Was soll z. B. geschehen, wenn bezüglich einer plötzlich austretenden Notwendigkeit zu außerplanmäßigen Ausgaben die Rcichsregierung auf Seite des Reichstages tritt und der Reichspräsident aus eigenem Entschluß oder dem Gutachten'.'es Reichssparkommissars folgend die Genehmigung zu den Ausgaben versagt? Dann ist ein noch den jetzigen Vorschriften unlösbarer Konflikt da, nicht nur zwischen den beiden obersten Reichs- behörden, der Rcichsregierung und dem Reichssparkommissar, son- der» vor allem auch zwischen der Reichsregierung und dem Reich-- Präsidenten, ein Konflikt, der dem Ansehen des Reichspräsidenten sicherlich nicht förderlich werden würde. Weitere Beispiel« für Ii: Unmöglichkeit solcher Regelung lassen sich mit Leichtigkeit konstruieren. Das Gesagte durfte genügen, zu zeigen, wohin die Sucht führt, dem Budgetrecht des Reichstages Fesseln anzulegen. Selbstzucht und Selb st Verantwortung des Parlaments, Bc- reitschcffr der Regierung, für das Gleichgewicht im Etat jederzeit volle Autorität in die Waagschale zu werfen, sind unter dem b e i uns herrschenden parlamentarischen Syst«n, an dem die Sozialdemokratie nicht rütteln lassen wird, der sicherste und beste Schutz für eine verantwortungsvolle öffentliche Finanzwirts chait. Und nur auf dem Boden solcher Finanzwirffchaft wird auch die Privatwirtschaft erstarken und gesunden können. Sie Schmach der Kndemißhandlungen. Eine Kundgebung zur Strafrechisreform. . Der Verein zum Schuh der Kinder vor Ausnutzung und Mißhandlung veranstaltete eine A u s- ' spräche über Sindermißhandlungen und nahm Stellung zu den Beratungen im Strasrechtsausschuß»es Reichstages. Die Forderung de» Vereins, auch seelische Miß. Handlung von Kindern sirasrechtlich zu verfolgen, ist bereits vor Monaten dem Reichstag mitgeteilt worden. Sie hat im Ausschuß keine Mehrheit gesunden, weil solche Mißhandlung sich nicht talsächlich seslstcllen lasse. Auf dem vom Schöneberger Stadtrat Muthesius geleiteten Aus- spracheabend gab Frau Ministerialrat Helene Weber einen Einblick in das grauenvolle Elend körperlich mißhandelter Kinder. Zum Schutz dieser Wehrlosen forderte sie, daß neben dem Strafgesetz eine gut ausgebildete Fürsorge steht. Auch „Nachirnrhilfe", die über beobachtete Mißhandlungen an di« zu- ständigen Stellen berichtet, müsse für die Kinder eintreten. See- lisch« Mißhandlungen erdulden Kinder, wie Landgerichts- rat a. D. Dr. D a n z i g e r in feinem Vortrag zeigte, besonders in zerrütteten Ehen. Diese Mißhandlungen setzen sich oft auch nach der Ehescheidung fort, weil die Kinder dem„nichtschuldigen Teil' zugesprochen werden, der nicht immer eine zur Erziehung geeignei« Persönlichkeit ist. Donziger forderte, daß nicht das Recht des Vaters oder der Mutter, fondern dos Recht des Kindes entscheidet. Nur das Vormundschaftsgcricht solle im Ein- vernehmen mit dem Jugendamt darüber zu bestimmen haben, wo nach der Scheidung die Kinder bleib«,. Die seelischen Mißhandlungen der Kinder durch trunksüchtige Eltern schilderte Stodtarzt Dr. Drucker(Wcdding). Sie kommen zu den körperlichen Mißhandlungen hinzu, denen diese Kinder ausgesetzt sind. Es ist nicht selten, daß vor dem betrunken heimkehrenden Vater die Mutter mit den hindern in der Nacht aus der Wohnung flüchten muß. Manchmal werden die Kinder auch Zeugen sexueller Ausschreitungen des betrunkenen Vaters gegen die Mutter. Drucker betonte die Notwendigkeit von Veranstaltungen zur Heilung der Trunksüchtigen. In Stadt und Land müsse für sie ein dichtes Netz von Fürsorge stellen mit einer ausreichenden Zahl Fürsorger geschaffen werden. Für Heilbare müssen Heilanstalten bereitsteh«,. Unheilbare seien in Bewahrungshäuser, zu bringen. Durch Beseitigung der un- günstigen Wohnungszu stände, die so manchen Mann ins Wirtshaus treiben, und durä, Mehrung der alkohol freien Gaststätten könne der Trunksucht«ntgegengeorbeitc, und dem schmachvollen Elend so vieler unglücklicher Fronen und Kinder ein Ende gemocht werden. In der Aussprache, an der sich über«in Dutzend Redner und Rednerinn«, beteiligten, zeigte sich Uebereinstimmung darüber, daß mit dem Strafrecht alleiz, gegen di« Kindermiß Handlungen nicht viel auszurichten ist und von wachsamer Fürsorge mehr Erfolg erwartet werden da«' Strengere Beurteilung d-r Kindermißhaichlungen sei ober bei den Gerichten nötig, auch sei Richtern wie Laien mehr Verständnis»für seelische Mißhandlungen der Kinder zi> wünschen. Jeder Volksgenosse habe die Pflicht, sich gegen Kindcrmißhandlungen einzusetzen. Eine Enffchließung im Sinne dieser Forderungen wurde angenommen. verlöten hätte, uxnn der Kämmerer bereits im Januar 1929 Brandes die Erlaubnis gegeben hätte, das Konto Sklarek zu rem- dieren, wird von dem Zettgen entschieden bestritten. Ein R c v i« s i o n s a u f t r a g sei von Brandes nicht erbeten worden: er hätte auch keil«: Ursache gehabt, ihn nicht zu erteilen. Tatsachlich habe er ja später den Auftrag gegeben, aber da platzte die An- zeige des Bezirksamts Spandau dazwischen, die zur Aufklärung der Affäre führte. Er Hecke später einmal zu Brandes gesagt, warum cr nicht früher um eine Prüfung des Geschäftsverkehrs einiger Bezirksämter mit den Sklareks gebeten Hab«. Darauf Hab« er die Antwort er- halten:„Das geht nicht mit Rücksicht auf dos Bank- geheimnis.'(Bewegung.) Sicher wäre die Aufdeckung der Affäre auf Grund seiner von ihm angeordneten Prüfung durch die Hauptprüjungsstelle einig« Tage später erfolgt, wenn nicht durch puren Zufall das Bezirksamt Spandau dahinter gekommen wäre. Aus der weiteren Befragung geht hervor, daß dein Kämmerer auch der Stadtrat Wege(Dual.)«inen Brief geschrieben hol. man möchte die Sklareks entschädigen. Später sei darauf der Darlehens- vertrag in der schon geschilderten Welse zustande gekommen Die Vernehmung dauert an. England und Krankreich im lluweiter. Furchtbare Schäden an der französischen Küste. £oudon. 7. Dezember. Schwere Gewitter stürm«, begleitet von Hagel und Wolken- brüchen. gingen am Freitag über England nieder, während ans dem Land Windstärken von 130 Kilometer in der Stande gemessen wurden, erreichte in den Straßen von London der Sturm t00 Kilometer Stundengeschwindigkeit. Grelle Blitze erhellten die nächlllchc Stadl, während Regen von teilweise lropischer Stärke niederging. Viele Straßen in den voc- slödlen Londons standen unter Wasser und hinderten den Verkehr. Besonders stark betroffen wurde w e m b l e y. Dir Ueber- schwemmungen im Themsetal hoben erheblichen Umfang angenommen. von den Küstenslädteu wird schwerer Seegang gemeldet, wie er seil Jahren nicht mehr geherrscht habe. Der Hasen von Folkestone mußte geschlossen werden, so daß der Kanaldampserverkehr von Dover umgeleitet werden mußte.?„ Folkestone selbst wurde eine Frau getötet. Der Dampserdienk! Rewhaven— Dieppe mußte ganz eingestellt werden. Im Badeort S r i g h l o n wurden fünf Personen durch den Sturm verletzt. An der sranzösischcn Rord- und Rordwestküste haben die Stürme ungeheure Schäden angerichtet. In Brest sind ganze Straßenzügc mit Dachziegeln besät. Zahlreiche Schornsteine stürzten zusammen. Das Dach des Obdachlosenasyls. das einer Kaserne sowie dle Dächer verschiedener Prlvathävfer wur. den oollkommen abgedeckt. Die Zahl der im Hafen gefunken«, Baske läßt sich im Augenblick noch nicht übersehen. Die Telephon- leltungen worden außerhalb der Stadt zerstör«, fo daß Brest feit 4S Stunde» ohu« jede Verbindung mit den übrigen Teilen Frank. relth» ist. Auch W Ehrrbourg hat der Sturm fihwer gewütet. Der Straßenbahnverkehr ist unterbrochen. . öteuerecmäßigung in den USA. Das Repräsemcmtenh, d-?. Vorlage auf Herabsetzung her Steuern um 160 Million«, imt 218 gegen 17 Stimmen angenommen. Oer entschleierte Mensch. Ohren, Finger, Schädelform. Di« fungc und doch schon so alte Wissenschost der Chorokte- rrtogi«, deutlicher gesagt„praktische Menschenkunde", behandelte in der.Physiognomischen S t u di e n g e fe l ls ch a s t" Pros, Dr. Berweyen aus Bonn. In diesem Sprecher und mit diesem Dhema hatte dieser so rührige Verein wieder eimnal das Richtige getrossen. Di« Luhörerschait, entzückt von so viel Charme und Esprit des Magiers der Seelenkunst, hätte am liebsten bis srüh aus- gehalten und sich den Charakter deuten lasicn. wobei es ohne Schauder nicht abgeht. O glücklich, wer von seinen Gaben solch einen Vorteil ziehen kann! Trost aller Kurzweil blieb der wissenschaftliche-Hintergrund gewahrt'. Verwesten verwies daraui. dah Charakterologie nur die ihr gebührende wissenschaftliche Bedeutung gewinnen könne, wenn sie olle einschlägigen piycholcgischeit, physio» logüchen und genetischen Momente im Betracht ziehe und dast eine einfeitige Beurteilung, etwa allein aus der Graphologie, noch nicht dm untrüglichen Schluh auf den Charakter des Menschen ergebe. Vorwiegend behandelt« er dos Gebiet der Phrenologie und der Chirologi«! also die Erkenntnis des seelischen Lebens des Menschen aus feiner Schädelobersläche und den Formen feiner Hände. Durch Göll, den Dater der Phrenologie, sind eigentlich die Mediziner erst daraus gekommen, dasi bestimmte seelische Eigen- schaften an verschiedenen Stellen des Gehirns lokalisiert sind Die erstaunliche Sicherheit, mit der praktische Phrenologen aus der Schädel oberfläche eines Menschen in kürzester Zeit eine Diagnose seiner Seele stellten, beweise, daß auch hier jedenfalls die Praxis über die Theorie ginge. Was die Chirologie. die Seelendiagnostik aus der Hand betresse, so kämen hier viele Faktoren in Betracht, von denen die Längenproportion der einzelnen Finger.zueinander allerdings ein wichtiger sei. So weise«in ausfallend langer Zeige» singer in der Regel oui ein ausgesprachencs Geltungebedürfnis hin. Man konnte dann noch aus dem Vortrag erfahren, dah bestimmte Ohrformen auf Eigenschaften und Talente hindeuten, groye Ohren auf grobes Benehmen, angewachsene Ohrläppchen aui Neigung zu Geisteskrankheiten. Meinbahn überrennt Auto. Ein Auioinfafle getötet, drei schwer verleht. v ra n d e n b u r g a. d. h.. S. Dezember. Sin schweres Autounglück ereignete sich am Donnerstag gegen 20.30 Ahr beim Aahoübergang der holte stelle weseramer Shanssee der West Havelländischen Kreisbahn«ins der Straße von Brandenburg nach Bauen. Ein Dienst. wagen des Kignaldiensies für den Luftverkehr G. m. b. h. in Berlin. einer Zweigstelle der Lufthansa, der von einer Revisionssahrt von den Dlinkseueranlagen zurückkam und in dem vier Herren, die Direktoren Nickel und Menzel und zwei Dänen sahen, wurde bei llebersahren des Bahagleifes von einem Klcinbahnzuge der Strecke Roskow— Brandenburg ersaht. Dos Auto wurde umgc- morsen und geriet sofort in Brand. Sämtliche vier Insassen kamen unter den brennenden wagen zu Kegev. Nur mit größter Mühe konnten drei Zufassen nach olniger Zeit schwer verlest k hervorgezogen morden, während der vierte. ein dänischer Hauptmann Andersen, hilflos verbrannte. Die drei Geretteten wurden in das Brandenburger Krankenhaus eingeliefert. Väterchen Kranz, der Russenzensor. Mißliebige Artikel werden unterdrückt. An der in Reinickendorf bestehenden S. Weltlichen Schule ist der größte Teil der Elternschaft im Bunde der „Freien Schiilgesellschasten Deutschlands e. V." organisiert, der bekanntlich Auf» und Ausbau weltlicher Schulen erstrebt. Zurzeit befindet sich die Leitung der Reimcken- dorfer Ortsgruppe dieses Bundes in den Händen der Komm«- nisten. Erster Vorsitzender ist«in Kommunist namens Kranz. Die Mitglieder der Ortsgruppe werden durch das Bundesorgan „Die freie weltliche Schule" laufend über Schulfragen iniormiert. Die Zeitschrift erscheint zweimal monatlich zum Bezugs- preise von 15 Pf. für zwei Nummern. Der Vertrieb erfolgt durch den Vorstand. Nun dürfte es nicht unbekannt sein, daß, gehorsam der Parole, die KPD. die Schultämpfc in die Schule selb st verlegt. Auch der Erfolg— siehe Schule Putbusser Straße— ist bekannt. Um dieses gemeine Treiben zu beleuchten und die weUllchen Schulen gegen ihre Gegner von links zu verteidigen,' widmete der Bundesvorstand der freien Schulgescllschoüen die Nr. 22 des Bundesorgans den Gegnern der weltlichen Schule und— auch den Kommunisten. In plastischer Klarheit enthüllt« der Artikel„Bund, wehre dich!" die edlen Ab. sichten der'KPD. Der Artikel fiel dem konnnunistifchcn Ortsgruppen- vorstand aber furchtbar aus die Nerven. Herr Kranz ward zum Zmsor, b« s ch l o S" � � die Nr. 22 und sandte sie dem B u n d e S v o r st a n d Z u r ü ck. Den Preis für die ander« Monats- nummer erhöhte er dagegen kurzerhand aus 10 Ps. Die Mitglieder der freien Schulgesellschast werden aus dies« ungeheuerliche Eigenmächtigkeit des kommunistischen„Zensors" Kranz aufmerksam gemacht und gebeten, nunmehr die Nr. 22 mit dem von den Kommunisten so gefürchteten Artikel im L o l k S- house, Scharnweberstraß«. abzuholen. Mit dieser ebenso rücksichtslosen wie naiven und dummen Unterdrückung eines mißliebigen Beitrag« hat Väterchen Kranz«in hübsches Beispiel lowjetiftischer Kampfmethoden gegeben. In der Tat. ihm gebührt dafür ein kommunistischer Ehrenfranz. Vermittler überflüssig! Havszinssteuer-Hypotheken ohne Provision. In einem Handelsgutachten wird die Auffassung ver- treten, daß für die Besorgung der Hauszinssteuer-Hypotheken eine Provision van 3 bis 5 Proz. angemessen sei. Di« W o h n u n g s s ü r s o r g e G. m, b. H.. Berlin, weist daraui hin, daß dieser Standpunkt äußerst bedenk- l i ch und sachlich mit den wirklichen Verhältnissen nicht vereinbar sei. Die Förderung des Wohnungsbaues aus Haus.zinssteusrmitteln ist eine öffentlich« Aufgabe, bei deren Erfüllung kein Platz für eine mit Kosten verbundene Tätigkeit eines Vermittlers ist. Die Wohnungsfürforgegefellfchaft gibt über die Bedingungen jede Auskunft und stellt auch ihren Rat und Beistand un- entgeltlich zur Verfügung. Die Inanspruchnahme eines Ver- Mittlers verfehlt mithin ihren Zweck. Es werden daher bei der Bearbeitung der Anträge nach wie vor Berhandlungen mit Ver- Mittlern abgelehnt. Kunst/ Thc „pariser Leben." Aenaisiance-Theater. Die olle Operette stirbt, die neu« ist noch nich» geboren. In der Zwischenzeit Hilst man sich mit Ausgrabungen, Aellestes wird neu entdeckt. Das Theater versucht, den Typus zu retten, indem es die „Klassiker" der Operette rettet. Strauh-Renoissan«, Offenbach- Renaisianee. Im Renaissance-Theater bemüht man sich um Offen- bach-„Pariser Leben". Marcellus Schiffer hat den Text, ohne eigenen Witz zu verschwenden, neu bearbeitet, Theo M a ck e b e v die Partitur unter Hinzusügung beträchtlicher Stilwidrigkeiten für den Gebrauch des kleinen Hauses und des großen Publikums, auf dos gerechnet wird, hergerichtet. Am Premterenabend wird es ein un- zweifelhafter Erfolg, die Musik— bester Offenbach zum großen Teil— wirkt aus die Hörer, denen sie neu ist, mit der Frische einer Uraufführung. Aber: Operette lebt durch die Aktualität ihres Mi- lieus, durch die Unmittelbarkeit ihres gesellschaftlichen Widerhalls. Damit ist es für Onsnbach vorbei. Man spielt chn— um feiner Musik willen. Doch eben diese Musik kommt nicht zu ihrem Recht in einer Wiedergäbe, die auf die darstellerischen Kräfte des heutigen Theaters angewiesen ist. Neben Schauspieler, die nicht singen können und einer Konzertsängerin, di« hilflos auf der Bühne steht, ist allein Margarete Schlegel, die in Technik und Stil den Anforderungen entspricht. Und Hermann Sallentin, der aus seiner Roll« den schauspielerischen Mittelpunkt und aus seinem feinst berühmten) Couplet die stärkste Nummer des Abends macht. Die außerordeittliche Kunst der Kabarettistin Irene de Noiret kommt wenig zur Gel- tung, und auch an peinlichen Mißgriffen der Besetzung fehlt es nicht. Ungleichmäßig, uneinheitlich wie dies« ist das Bild der Inszenierung Gustav st a r t u n g s. Alle Wirkung konzeittriert sich, alle Einfälle der Regie drängen sich in dem mittleren von fünf Bildern, dem dritten, dessen ausgelassen« Lustigkeit den Erfolg entscheidet— doch einen Erfolg alles in allem mehr am Kosten Offenbachz als aiff seine Rechnung. K. P. „Die ungekrönte Königin." Llmverfattt. Di« Liebesgeschichte der Lady Hamilton und Lord Nelsons, des Siegers von Aboukir und Trafalgar, liegt jetzt als Tonfilm vor. nachdem sie vor einigen Woche» in der stummen Fassung gezeigt wurde. Weil der Tonsilm die Diode von heute bedeutet, werden darunter Sachen deklariert, die diesen Titel in keiner Beziehung ver- dienen. Die ganze Neuerung besteht In einem schmalzigen Lied«. dos die Lady bei possenden und unpasienden Gelegenheiten singt, in Dolksgeiwirmei und Lolksgeschrei und in der synchronisierten Musik, die schlechter ist als die Originalbegleitung. Damit ist aber weder den« Zuschauer, noch dem Tonfilm gedient. Gut, ein Sprechfilm braucht nicht notwendig durchgehenden Text aufzuweisen wie„Die Königswge" mit Alexander Moisst, es genügt vielleicht, wenn prägnante Situationen, die zu ihrer Ausdeutung das Wort gebrauchen, sprachlich illustriert werden, aber was hier in der„un- gekrönten Königin" geboten wird, ist zu wenig- Sowohl Volks- gernurmel wie der l>erzer hebende Song können forffallen. Allerdings scheint auch diesmal nicht die Orrginolfasiung vorzu- liegen, denn die einzelnen Sttuanonen. besonders zwischen Nelson und der Lady, sind vollkommen auf Sprechen eingestellt, man steht die Mundbewegungen, also unfilmische Vorgänge, die sonst amerikanische Regisseur« vermeiden. Ein Kompromiß, der überhaupt nicht besriedigt. entsteht dadurch, daß man den Film mit Textein. schallungen überschwemmt. Hin.zu kommt, daß Eorlvne Ariffith das Lied nicht selbst singt und daß Bildausdruck und Gesang nicht richtig synchronisiert sind. Das Beste an dem Film bleiben noch immer die Ausnahmen der herow'egelnden Flotten. F. Seil. „Ehen zu Dritt." Eopitol. Georg C. Klaren und Herbert I u t t k« plaudern in ihrem Drehbuch über ein Problem, besten Lösung ihnen natürlich nicht gel-ingt. Mon» und Frau hoben sich auseinander gelobt. Da lernt der Mann em junges Mädchen kennen und wird mtt ihm glücklich. Die Frau aber willigt nicht in die Ehescheidung, damit ihr Kind ein Elternhaus habe. Sa werden drei Menschen unglücklich, das junge Mädchen, da» in die Welt geht, und das Paar, welches seine qualvolle Ehe weiterjührt. Als dann das junge Mädchen nach zehn Jahren heiratet, klagt es sich selbst an. nicht den Mut.zum Glück gehabt zu habe», während Mann und Frau noch immer ihre un- glückliche Ehe führen und Trost in dem Versprechen suchen, miteinander Geduld haben zu wollen. Dieses Drama spielt im Film in bürgerlichen Kreisen, doch geht das Thema alle Kreis« an. Als Diskussion über die Ehe und die notwendige Erleichterung der Ehescheidung fei dieser Film willkommen. Der Regisseur Richard Oswald läßt alles Geschehe» sich außerordentlich sein und seelisch entwtckel». Sdemals verfällt er in Schwarzweißmalerei, sondern er schildert tatsächlich Menschen in seelischen Nöte». Bis aus einige Schlußszenen fan denen der Re- gisseur unschuldig ist) kommt auch keine Änttoppdromattk auf. Walter R i ll a. dieser hochkultivierte Datsteller ist vollkommen lebensecht in der Roll« des Mannes. Sein Streben nach Lösung seiner Che entspringt keinem Leichtsinn, keinem vorübergehenden Rausch, sondern einer inneren Berechtigung. Schauspielerisch sehr gut. recht diskret und überzeugend sind Evelyn Holt und Elga' Brink. Ebenso dürfen Alfred Abel und Fritz K a m p e r s, die ihr Können, aufs schärfst« konzentriert, für kleine Rollen ge- brauchen, nicht unerwähnt bleiben. e. b. Die chemische International« wieder hergestellt. Der Borstand des Verbandes Deutscher Ehemischer Vereine hat die Einladung der ...Union mternationole de chemie" zum Beitritt Deutschlands ein- stimmig angenommen und Deutschland zur Mitgliedschaft in der Union angemeldet. Damit ist wieder eine Kriegsfolge beseitigt. Idealerchr»! lk. Tie l-tzt« AuMbrnn, von.lronrnedS End' der .Cngltlb BlayerS' stndet Sonntag, vorntiltag« UV, U6r, Im Deutsche« Künstler-TKeater statt. Sonntag nachmittags 3.15 Uhr.Die andere Seit«.' Zlvsemnsvorträa». Sonntag. 10 Uhr. iprrchen im Katler. Friedrich- Muieum Direktor vndrae über.Dorderaliattsche Kunst', im ?.e»ghau« Prot. Post über„Die tckon« Nalfe" und im Mukeum für Voll erkunde I Dr. Saumann Über„A s r i k o n t l ch e Kunst". tatf torrin'h, deflen.Trojaner' w der BallSbühue«inen so orotzen Eisolg hatte, liest aus Einladung der Volksbühne E B am 20 Uhr, j« Bürgersaal de» Rattaafe«. au» eigenen Schritten vor. Emlas/ar!-::! OfiO M. i» de» BackauMell« der BoAbühne tmh am Saaltengang. aier/ Ulm. Kalckreuth in der Akademie. Leopold Graf von Kalckreuih, Sohn des Londschostsmalc Stanislaus, ItzW in Düfieldorf gebaren und an den Akademien von Weimar und München geschult, ist vor einem Jahre, am 1. Dezember lstM, gestorben. Deshalb widmet ihm die Akademie der Künste am Poriser Platz eine heute mittag eröffnete Gesamtausstellung. Man hätte erwartet, daß nach der Pause eines Jahres Gelegenheit genug gewesen wäre, einen wirklichen Ueberblick über sein Schassen zu- sammenzubrsngen: statt dessen ist nicht viel- mehr erzielt worden als eine respektoalle Verbeugung vor dem Führer des Deuffchen Künstterbundes. Vierzig Gemälde im Hauptsaal und eimge Zeich- düngen und Radierungen im Borraum sind ein mageres Resultat. Dachte man, es sei damit der Bedeutung des Künstlers schon Genüge getan? Ein solches Urteil ziemte allenfalls dem Betrachter; nicht dem Veranstalter. Es fehlen ganze Gebiete, die für die Beurteilung von Kalchreuths Kunst unentbehrlich sind, vor allem seine menschlich-sym bolischen Kompositionen,(eine Hamburger Hajen- und die Land- jchoftsbilder aus Cddslseir. Tatsächlich gewinnt man durchaus keinen Eindruck von semer Entwicklung, kaum von seinem malerischen Ausmaß. Aus allen Epochen von 1882 an find Kostproben da, ober ohne verbindende Glieder, ohne Zusammenhang cm großen. Man kann sehr wohl der Ansicht �sein, daß in diesem Falle eine solche Uebcrschau entbehrlich sei, weil der Anlaß nicht groß genug sei. Unternahm man aber einmal die Ehrung, so mußt« sie auch anständig durchgeführt werden. Dieser Torso macht Kalckreuth wenig Ehre. Er ist schuld, daß uns dieses Lebenswerk so verschollen vorkommt. Eine so lichilose, in Dänimerungsiönen schwelgende Molerei kann nicht maßgeblich wirken für den frisch eingeführten Expressionismus der SOer Jahre. War Kalckreuth überhaupt Erpressionist? Wie stand er zu Liebermann, zu Leibl..zu Monet? Man fühlt sich unbedingt veranlaßt, so zu fragen, aber man erhall keine Antwort. Man sieht«in Riesenporträt seiner Schwester von 1887, das offenbar aus A. v. Kelter hinweist; man spürt in der frühen(ausgezeichneten) Regenlands chaft von 1882 Eindrücke ebenso van Diez wie von fron- zösischcm Pleinor, und dann im„Kirschensungen" 1891, einem ersten schwachen Versuch, Sonn« zu malen. Vielleicht stimmt die Beobach- tung, daß olle dicfc Versuche nur Ansätze sind, die zu leiner ernst- hosten Konsequenz führen. Aber es wird einem schwer gemocht, sich eine Meinung zu bilden, die nur durch das Beieinander vieler charakteristischen Arbeiten zu ermöglichen ist. So erscheint Kalckreuth etwa wie eine deutsche Ausgabe von Bastien-Lepage, mit der Zugabe von Gemüt und Sinn für das Siimmungsmähige in Landschaft wie Interieur. Am chorokte- ristischsten etwa„Dämmerung" von 1909 mit der trübselig im Wohn- zimmer dem erlöschenden Tag nachtrauernden alten Dame; die schreibende Frau Zacharias auf der Terrasse; die trüben Rauchtöne in den Porträts des kauernden Jungen(1900), der Frau Lichtwark (1908), ja der Gräfin Kalckreuth schon von 1880. Das ist eine Malerei der Freudlosigkeit, des tristen humorlosen Bürgertums/ wie es unsere frühere Kindhett badrückt hat; da ist auch kein eigentliches Kunst- Problem angerührt— was immer aufrüttelt und erfrischt—> sondern man empfindet nur ein ehrliches und fleißiges Bemühen um natur- treue Lebensabschrtft und eine schwunglose Biederkeit der Gesinnung. Diesen malenden Grasen, besten Doter noch eine hochgespannte, wiewohl recht vertrakte Romantik so die Natur trug, möchte man «inen Kleinbürger nennen; es ist alles gehemntt und geniert und auf ein geringes Niveau gebracht, trotz großer Formate, trotz aller Güte und Einsicht in dos Leidens-Muß der Kreatur. Wo er sich von der Welt der Erwachsenen, vom Kleinbürgertum der Erfahrung und Gesinnung abwandet.zur Landschaft und zum Kinde, entstehen seine besten Schöpfungen, die manchmal, wie in den beiden Landschaften von 1882 und 1891(„Mutter und Kind"— genannt nach der Stafsag«) sich beinahe über zeitlicher Kunst erheben. In den Kinder- bildern, am anmutigsten bei„Mucki vor der Puppenstube�(189»), überwiegt die herzlich« Naivität der Dargestellten, dos Banale der Darstellung.. Dr. Paul F. Schmidt. In den Hochgebirgen und Wüsten Zeniralasiens. Immer wieder lockt es die Forscher, das fast unzugängliche, durch die höchsten Gebirgsmauern abgeriegelte Zentralasten aufzusuchen und dort zur Lösung der vielen geographischen, geologischen und kulturgeschichtlichen Probleme beizutragen, die gerade dieses Gebiet in hervorragendem Maße birgt, ver legte in der langen Kette derer, die über den Himaloyo, Karakorum und K'un-lun den Vorstoß gewagt und den Kampf mtt dem unwirtlichen Klima, mtt der Schwiert gkett der Berproviantiarung aufgenonunen haben, war Dr. Emil Trinkler. Er hat anderthalb Jahre, 1927/28, zu- fairrnie» mtt einem deutschen Oeo logen und einem Schweizer Kauf- iramn die Hochgebirge und Wüsten Innerasiens bereift. Er berich- tete am Freitag darüber in einem vom„Verband für den fernen Osten" veranstalteten Vortrag im Plenarsaal des Reichs- wirffchaftsrates. Di« Reise nahm ihren Ausgang von Srinagar, am Fuß« des Himalaya. Sie führte über die Hochpäste der Himalayakettsn in berühmte tibetanisch« Klöster und in dos über 5000 Meter hohe Hochland von West ttb et. Von dort ging es wetter über die Kara- korum-Straße noch Chinesifch-Turkeston. Das Hauptforschuugsgebiet mar die große T o k l a- M o k a n- Wüste. Die Rückreise erfosgte über den Korakormn-Paß noch Kaschmir und Indien, während di« reichhalligen Sammlungen den Rückweg über Rußland nahmen. Herr Trinkler schilderte eindringlich, unterstützt durch zahlreiche Lichtbilder, die Steapa.zen und Mühen der Reise. Das landesüb- liche Aeförderungswtttcl der Paks versagte. Alle Tiere gingen ein und nur die ausdauernden Bergschofe vermochten die notwendigen Vorräte mitzuschleppen. Nicht nur Lebensmittel und Wasser, sogar dar Brennstoff mußte mitgeführt werden. Monatelang sah man keinen Mensche». Furchtbare Sandstürme gefährdeten den Weiter- marsch. Geologisch ist jestgestellt worden, daß dies« Gebirge früher in der Eiszeit viel stärker vergletschert waren als heute. Der Rück- gang der Flüsse und Seen, das Fortschrellen der Wüste, die mil ihren Wanderdünen alte buddhistische Kultur verschlungen Hot, und ungeheure Gebiete von Pappelwälderv überriesell hat, bleibt frei- fich immer noch ein Rätsel. Immerhin konnte festgestellt werden, daß dieser Prozeß viel später aufgehört Hot als man bisher an- nahm. Es wurden in der Wüste zahlreiche Auegrabungen vor- genommen, die wieder, wie schon frühere Expeditionen bewiesen, daß die buddhistische Kultur hieser Gebiete den starke« Einfluß d« griechischen Kunst ausweisen, du durch Alexander den Großen den Weg noch dem Osten fand._ D. Blbak Zteimoiw. S'—"j. ätr Schule Reünarin spricht über:»Die thur! im Dienste van Hand-'..u> gndusttie" am 10.. SO Uhr. kmBIenarteul d- Reich» wkrtlchatt»-, oeHeoutfe, 15.| Bestechungen im Ami. Zwei Neamie und zwei Auslandsdeutsche angeklagt. ->or dem Schöffengericht Schöneberg begann unter Vorsitz Laudgerichisdiretlor Bunge ein mehrtäliger veslechnug». gegen Beamte des RcichsentschSdiguugs- i rat es. Der haoplangeklaglc ist du Obeuegierungsfetretär Kmtl S t a e d i n g. Neben ihm sind noch du Oburegiervngs. fetteför Johannes Gefatzky und die Kaufleute Paul Serseck und Irih PSppel angeklagt. Staeding wird beschuldigt der passiaen Bestechung, der Fälschung öffentlicher Urkunden und der Beruichtung von Äkten des Reickisentschädigungsamtes. Außerdem soll er sich gemein. sam mit dem ebenfalls wegen Bestechung angeklagten Beamten Gesatzkq und mit Äerseck des Betruges schuldig gemacht hoben. Den angeklagten Beamten wird zur Last gelegt, daß die Auslands» deutschen, die beim Relchsentschäd'gungeamt chre Schadenersatz- ansprüche geltend gemocht hatten, gegen Gewährung von Darlehen und Geschenken Rat erteilt und die Bearbeitung ihrer Sache bevar- zugt hatten. In der Kantine des Reichsentschädigungsamtes wurden d,« Bekanntschaften vermittelt. Dort war K e r s e ck. ein ehemaliger Afrikaner, ständiger Gast. Auch die angeklagten Beamten waren früher im Kolonialdienst m Ostasrika tätig gewesen. Nach» dem zunächst Gesatzkq sich der Sache von Kerseck angenommen hatte und mehrere Geld.zuwendungen erhalten und auch freie Zech« bekommen hatte, wandte sich Kerseck auch an Staeding, der oersprach, seine Sache bei dem in Frage kommenden Dezernenten zu fördern. Es seien außcrordcnUich viele Anträge eingegangen, so daß man den normalen Weg nicht gehen lönne. Nach der Vehauplung oon kerseck soll S lue ding immer wieder Geld oerlangt haben. Einmal soll er sich sogar beschwerk haben. datz er zu wenig bekommen häkle, denn bei anderen verdiene er viel mehr. Kerseck behauptet, daß«r im Laute der Zeit, abgesehen von den vielen Zechen, annähernd 2000 Mark an den immer in Geld», Verlegenheit sich befindenden Staeding gezahlt habe. Kerseck erhielt auch ein amiliches Schreiben vom Präsidenten des Reichsentfchädi- gungsamtcs, in dem Ihm mitgeteilt wurde, daß die Festsetzung seines Kriegsschadens in Höhe von 10000 Mark eingeleitet worden sei. Tatsächlich war aber in jener Zeit K., der bereit» 3000 Mark erhallen halte, mit wetteren Ansprüchen abgewiesen worden. Dieses, dem Iichalt»ach unzutreffende Schreiben hat dann Kerseck benutzt, um sich darauf bei Kownialkriegerdonk Kredik zu verschaffen. Staeding behauptet, daß dieses.Schreiben lediglich eine Pnoot- Mitteilung von ihm an K. gewesen fei Er und Tesatzkq aber haben sich von K. auf Grund der erlangten Kredit« Geld leihen lassen. Die schwersten Borwürfe, die die Anklage gegen Staebmg. erhebt, bestehen darin, daß er dem Angeklagten Kerseck ein gefälschtes Schreiben des Reichsentschädigungsamtes übergeben haben fall, wonach ein Entschädigungsanspruch Sersecks»n Höhe von 7500 Mark anerlannt fei Auf Grund dieses Schreibens wollie K. bei einer Bank tu Freystadt einen größereu Kredit aufnehmen. Di« Bank richtete aber vorsichtigerweis« eine Rückfrage an das ReichsemschödiMlNgsamt und erhielt die gewünselste AusLunft, die uirterzeichnet war von Oberregierungsrat Held. Ein Oeberrsgierungs- rat Held existiert aber beim Reichseatschädigungscunt überhaupt nicht. Dieses Schreiben hatte Staeding bezeichnenderweise dem Kerseck persönlich übergeben, so daß die Anklag« folgert, daß auch K. sich eines Betruges schuldig gen? acht hat. Neben der Entschädigungsfach« Kerseck soll sich Staeding auch fürdieEntschädigungsfälle anderer Personen interessiert haben, um Geld zu verdienen. Bon dem Holzhändler Pöppel hat er sich Geld geben lassen, um besten Sache durchzufechten. Di« angeklagten Kauf. leut« bestreiten, die Zuwendungen den Mitangeklagten in ihrer amt- lichen Ergenschast gegeben zu haben. Staeding verneint ganz entschieden, Aktenfälschungen und Aktenvernichtungen verübt zu haben. Kleinere Geschenke gibt er zu, erhalten zu haben. Das seien ijbor private Zuwendungen gewesen. Nachblüten der Zünfte. Das Groß-Varliner Znanngswesen. Seit einer Reih« von Jahren haben wir eine einheitliche Stadt- gameinde Berlin. Allein diese nicht ganz nebensächliche Wandlung scheint bis auf den heutigen Tag in den Kreisen des ehrbaren Hand- werks noch nicht genügend bekannt geworden zu sein und«st wohl nur deshalb ziemlich unbeachtet geblieben. So blüht denn das Handwerk in Groß-Derliu in 118 Zwangsinnungea und 53 freien Innungen— noch dem Stande vom 31. Dezember 1328, lustig weiter.- Es ist nicht so. als ob wir in Groß-Derlin 17T verschiedene Gewerb« zu verzeichnen hätten, von denen jedes seine Zwangs- oder freie Innung hat. Nein, es sind nur 67 Gewerbe mit Innungen in Berlin vertreten, und zwar mü insgesamt 171 Innungen. Di« Bäckermeister in Qroß.Berlin haben davon allein 17 Innungen. 16 Zwongsinnungen mit 3655 Mitgliedern und «ine fr�j« Innung mit 226 M.tglicderu, aber 234 Lehrlingen. Die Schneider begnügen sich mit nur 13 Zwongsinnungen, obwohl sie an Zahl—12 565— den Bäckern weit überlegen sind.-' Die Schu hma ch e r m 4 i ster zählen 5620 Mitgstedep-in 10 Z w a n g s t n n u n g e n. Von Lehrlingszüchtcrei kann bei Ihnen mit 206 Lehrlingen die Red« nicht sein. Die Friseure haben zwar nur acht Zwongsinnungen mit 1748 Mitgliedern,- da- für aber noch sechs frei« Innungen mit 2636 MitgNedeni. Trotzdem sie also den Bäckermeistern noch um 500 Köpfe überlegen sind, haben sie drei Innungen weniger als dies«. Was aber die Arbelt mit Lehrlingen betrifst, lasten die Friseur« mit über 3 431 Lehrlingen sich oon den Bäckermeistern mit„nur" 3086 Lehrlingen nicht in den Schatten drängen. In den beiden Gewerben kommt zwar nicht einmal ganz ein Lehrling auf einen M e i st e r. Dennoch ist diese Lehrlingswlrtschaft ungesund, well hier schon die Zahl der Meister, oiebnchr der Selbständigen, zu groß ist. Die Statistik der Deputation für Handel und Gewerbe umfaßt leider nicht die Zahlen der bei den Meister» beschäftigten G«- Hilfen. Gerade diese Zählen wären notwendig, um sowohl die Selbständigkeit wie die Lehrlingswirtschast naher zu beleuchten. Die Maler brauchen sieben Zwangslnnupgcn mit 2648 Mit- gliedern und eine freie mit 176 Mitgliedern. Die Tischlermeister sind insechsZwangsinnunge» mit 2646 Mitgliedern organisiert. Außerdem gibt es aber noch 36 Tischlermeister mü 73 Lehclürgen— die Zwangsinnungs- meister halten 2631 Lehrlinge—, denen diese sechs Zwangsinnungen nicht genügen, weshalb sie für sich eine freie Innung haben Bei den Schmieden finden wir vier'Zwongsinnungen mit 452 Mitgliedern und daneben noch zwei freie Innungen mit 71 Mitgliedern; auf jede der sechs Schmiedeinmingen kommen durchschnittlich 87 Mitglieder. � Die Tapezierer mü 1867 Mann haben zwar- keine, freie Innung, dafür aber n« e r Z w a n g s i u n u n g e n. Drei Zwongsinnungen für 576 Mi glieber gebrauchen die Töpfermeister, für wcüere.19 Mitglieder mit. 18 Lehrlingen eine freie Innung...Die G lä s« r m e i st e r haben für 808 Mitglieder nur dre i, Z wa ng sin nu n g e n. Die Maurer m« i st« r. offiziell: das Baugewerk hat fi e i t n frei« Jnnung-N mü 468 und zwei Zwangsinnungen mü 230 Mitgliedern. Die Fuhrherren haben drei freie Innungen nüt 24W Mitgliedern, die Gastwirte zwei freie Innungen mit .1536 Mitgliedern. Auch die Böttchermeister begnügen sich mit zwei freien Imuwgen für tnsaefmnt 105 Mitglieder. Die I u s c- lt.e re haben z w�c i Zwongsinnungen mit 373 Mi'glicvern..~' Es gibt nach Kammacher in Berlin. Sic sind vorbildlich vereinigt mit sechs Mitgliedern in einer Zwangsiniumg. Stärker sind die Ragelschmiede, deren freie Innung neun Mit-� gl Uder hat. Di« freie Zunft der Weber hat 52 Mitglieder. genau' soviel wie die der Handschuhmacher, während die Steinmetzen und die„Besorger fremder Rechtsangelegenheiten' je 23 Mitglieder aufweisen. Die freien Innungen der Rödler zählen 22 und die der M ü l l« r 13 MÜglieder. Dämü ist die Liste noch nicht erschöpft, doch dürften die vor- steheirden Zahlen- genügen, um zu zeigen, daß der Konzenlrations- Prozeß hei den Berliner Innungen noch nicht recht eingesetzt hat. Bergegenwärtigt mcu sich, daß bei den Innungen Gesellen- bzw Gehllsenäusichüsie zu bilden sind, daß sie Lehrlingsfachschulcn unter- halten sollen, daß Handwerkskammer und Gewerbedcputation sich mü ihnen zu befasten haben und umgekehrt, dann gewinnt man ein ungefähres Bild von der„Organisation des Handwerks" in Groß- Berlin. Selbst auf die Gefähr hln. daß mehrere Meister auf den..Ober" verzichten müßte«, wofür sie sich abet zu„Chmtvfeecmefsi«* an klären losten konnten, müßte versucht werden, das Handwerk in seiner Organisation der Einheitsgemeinde Berlin allmählich etwas mehr anzupasten. Landesversammlung religiöser Sozialisten. Die religiösen Sozialisten Preußens treten heute in Berlin im Hause des Landtages zu ihrer fünften ordent- lichen Hauptocrsominlung zusammen, um zunächst den Geschäftsbericht entgegenzunehmen. Die Tagung wird am Sonn- tag fortgefetzt mit einer religiösen Feierstunde, einem Dortrag oon Pfarrer Fuchs-Eiseitach üder„Die geistige Haltung der englischen Arbeiterpartei und das Ehnsteiüinn in England" und einem Vortrag oon Pfarrer Schmidr-Berlin über„Freidenkertum und Rcli- gton". Am Montag, 20 Uhr, sprechen in Klioms Festsälen(Hasen- Heid« 13/15) Pfarrer Eckert. Pfarrer Fuchs. Pfarrer Wünsch und Dr. Thiem« über Wege und Ziele der religiösen Sozialisten. Die beiden lehken Aufführnngen von..Tonrnoy's End" durch die Snslüb LIavers im Deutschen Künstler-Theater finden heute(Sonnabend, 7. Dezember) nachmittag 314 Uhr und morgen(Sonntag, 8. Dezember) vormittag 1114' Uhr statt, die deutschen'Aufführungen von„Die andere Seite"(Iournay's End) finden Soniüag, den 8. und 15. Dezember, nachmittags 3% Uhr, statt. Theater der Woche. Vom S. bis 16. Dezember. Volksbühne. Tdeat« am BKlowplati:?>« Wäre Drevkus. 8. 1111 JI5t, w toiuett; Crftcaffilfituns neuer CrdxftetTOctlc. Slaatslhealcr. Or« Unter fecn EinSen; 8.©otuöännnrninij. Sefenkaoalier. 10. uni 13. öctnlülnda. dir Dudcltacknfeif-r, 11.?er Srfxrferrüder. 12. Madame 8uitct» fi». 13. BaiazU. Der ftänio- 14. Tannhauscr 15. Riavletl«. Oper am Pia» bei Nepnblit: 8.. 10. und Ii. Die Scubctfläte. 9. Carmrn. 11. EnanUche Elnnde. Der arme Matrose.-DrOeliaue. 12. Salome. 18. Der flieaende Kolländer. 14. Soffmanns Ctsählunnen 16. Der greilchll� Städtisch« Oper: 8. und 11. Die lSe«ichneten. S. Der ftreilärflk. 10. Drifloi-, und Zfoldr. 12. Lodenarin. 13. Maskendall. 14. Der Barbier von Sevilla 13. Samson nnd Dalila. 15. Madame Butterkln. Kchoersnielban, am«Renhormen mcrlt: 8., II. und 15. Dan Tarlos. 9. Beer Sunt. 10. und 13. Sans im Schnaken loch. 12. Vallenlteins Laqer. Die Pieeolo. mini. 14. 2X2- 3. 1» Die Weber. Schiller-Tbeater! 8. Die Weber, ll.. 10., 12., 13. und 18. Nabale und Liebe. 11. lind 14. Dar Kaufmann»an Lenedls. 13. Sans in Sefinalcnlodi. Theater mit festem Spielplan. Ibeater am Seftiffhonetbemm; Bis 10. Pennäler. 11. aeschlsffen.� Ab 1!. Sartenlanbe. Tballa-Tbeater: Drei alte-Schachteln.— Drntiche» — Namwerlpiele: 2 Ucater am Sollens —«oonnttlpicle: Sur gell. Anficht.— "UnsoefpfoS: Die iTIebcr. ■■ I. iqorätier Sltait: Die erste iffirs. Scffin.— anmfbienbnn«.- Der SLbnerbol.- Qu fit a S-k-anlnielban«! Die 3 Musketiere. — Sbc«tet de, Westens: Marielta.— Dentsches vollstbeaier! Eeamvolo.— Deutichs». SSnstleitdeat«!: Scltfames Zwlschentpiel.— Enftlnielban»! Grand Sotnt.— Eelftnq.Z beater i Ab 12. Die ftconc David«. Ab 16. Der Schab. Gast. kmel Sabrina— Trinnon.Zbentee: Sie oenseiorrt die Anssaae.— Hrjütal• Sbenter: Friederike.- Relropol-Tbeatei! Das Land des Lächelns.— Bei. liner Zbeater: Desenoklrt istr Serrn Gaston.— Sit Iribfine: Drei Seitca im ffoad.— Äote-Ueoler: Pariser Blut.— Safins-Ueotei: gaMNie Sanne. mann.— Theater in' der ftlnsterftrnste! Schneider Widbel.—©chlojmot! Tbeater Stealid: Bis 13. Die lnstiac Witwe. Ad 14. 3a tl der Groke.— Sinterunrten. Blaen. Slaln, Znternationales Parle!».— iSeichsballen-lbeo toi: Stettiner Sänger.— Tdeater am ttnttbnster Torr Slite-Sanaer. - Nachmitlagsnorsicllungell: BollsbSHne. Zdent« am Vilowola»: 8. jsrMlinas Erwachen.— Zkalia. Xfecotn; 7. und 8. Prinsekstu«llerleiraud— Tbender am XoSeabattvlnn: 8.. 13. Peterchens Moi-.diabrt.— Ucater in bei»öniaaräner Stmster tl.. 14„ 13. Winne tön.— Itomnbienbnsai 8.. 13.' Ebarles» Tante,— Grotes Schantpielbans! 8.. 13. Die 3 Mu�etiere.— Denrlchea vottstbeaten S. öeomoälo.— Denttches ItSnstleetbeatee! 13. Die andere Seite.— ttianoo. Ibeoltr;, 8, 13. Uli Übt. �chucemitichen. 17 Uhr. tzobannisfruer. 11. Köra Drolleldarih. lt. Schneewittchen,— stentral-Xbeata; 8-, 13. 14'r Übe. Weib. nachtswunber. 17 Iftr."firv.'.fr, ij. 16 tlbr. Beibnachtswnnder.— Rofr» Theater- 11./ 14. Mar und Morid und der Weidnacht-mann. 8., 13. 14� llbr. jftou Solle. 17'> Uhr. Pariser Blut.— lhenter in de» Nlo Verlrabe: 8.. 13. 13 Uhr/'Sänsek und Gretel. 17 Uhr. Mit drm geooelin in» Märchenland. II., 14. 15 Uhr. Sänfel und Gretel.- Seblostpajel.Sbeater Stealid: 8. 3Pie klein Zkie das1 Bismck.2414/751S 81'» Uhr tom Tealel geholt von Knm Hamsun Regle MaxRefnhardt Ih. i ÜJitalarfplatz Vonrk. 10-i Xf 2COI Mgllch«j»- Jh-■ fiazuslsl 6 es OeaBOisa n«*i«rs Dil! Uiniaiis Rigle;«iiSaiaurit. OeutK&u(&eaiei 0.1 Norden 1231< 81« Uhr Der Kaiser v. Amerika von Bernard Shaw Rage Mai BMofeardi Kammerspiele D.I. Norden 12310 8>3 Uhr Zum 23 Mala Zur 5Bfl. ÄDlldlt! Lustspiel von Frederik Lonsdale Regle; Gustaf Gröndgens LaslspielBtus Friedrlchstr. 236 Bergmann 2V22 Täglich SV. Uhr Grand Hotei Lustspiel von PsulFrank Teilzahlung! dIOMI Dfimcn- Herren- 1 ifleldnnst Möbel STEGLITZ, ALBRECHTSTD. ZWÖLF 1.TQ ECKE SCHUTIENSTOa.tSE Direktion >r. Robert Kiew Deotsehes Kansller-Theti Barbarossa 3937 s-Ä Uhr Ende 11.10 Uhr Sellsames Zwisdienspißi RjgTt SduSüpfF' 5 u. 7 nehm. 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Tb. d.{ We-ten» I raglich M/i Uhr ,Stg.s u. 8>k Uhr| Friederike 1 MWlliillnai#| von PraasLehAr 1 üiiatir 1 W»terii Tägl. 8", 4 Uhr Ffarielfa "dcsUt v. Oskar strans Kflthe Dorsch Mldhaol Bohnen Trianon-TlLM�krr 8'Jt Uhr „Die Ballerina des Königs- Sa 4. Su. ZV, Uhr S Morl bezahlt D-z., wür gute Zeu iur umcre Schweiuemäster. Aber die Freude deuicrre ntctj*«chon im Frühjahr 1326 gab es gerade nur noch lbo Mark und bis zum Sommer 1327 waren di« Prebe bis arg etwa 120 Mark gesunken. Zu Weihnachten 1927 zahlte man etwas mehr alz 110 Mark. Sas sind gan, gewaltige Sprünge und man fragt unwillkürlich. wie es zu diesen Preisoerschie- bungcn kommt Die Erklärung ergibt sich aus dem Schweine» a n g e b o t. 192S gab es ver« halmismäsiig wenig Schweine. 1927 halten wir Schwetne» ü b e r f l u h. 1925 mochte der Schwei nebe stand in Deutschland 16,2 Millionen aus. Bis zum Herbst 1926 war er auf 13,1 Mil» li euren gestiegen und im Herbst 1327 betrug er 22B Millionen. Die Differenz von etwa 6,6 Wib (tonen Schweiiren drückte den Schweinepreis pro 100 Kilo- gramm Lebendgewicht um rund 70 Mark. Das Jahr 1929 brachte wiederum höhere Schwemepreife. Bis zum Juiri 1329 hatte sich aber auch der Schweurebefland dr Deutschland aus 16,7 Millionen Stück«r-» ringcrt. Die Schweinezählung vom September 1929 ergab einen Schweinebestaito von etwa 13,3 Millionen Stück. Man geht also kaum dt der Annahme fehl. daß es demnächst wieder niedrige Schwetnepreks« geben wird. Es geht mit den Schweinepreifen herauf und herunter, je nach der Größe der Schweinebestände. Das ist nicht fed«esteln und heute so und hängt schließlich von den Preisen der Futter- mittel ab. Sind Änrtosseln, Roggen und Gerste billig, dann werden viel Schwein« hcrange- zogen. Sind sie teuer, dann ist es umgekehrt. In der Bor» kriegszed waren di« Jahr« 1836. 1837, 1901 und 1311 z. B. Jahr« mit einer schlechten Sartofstck? ernte. Jahre mit teuren Futtermitteln. Wir hatten desHall» 1897 und 1698, 1905 und 1906, 1912 und 1913 Jahre mit außerordentlich hohen Schweinepreisen. 1895. 1901. 1905 und 1912 fielen die Kartoffelernten reichlich aus. Die Folge waren niedrige Schweinepreise in den Jahren 1896, 1902, 1907 und 1911. Man beachte di« Regel- mäßigkestl Hohe Schweinepreise sind für di« Mäster natürlich etwas Angenehmes, sofern si« Schwein« zu verkaufen haben. Die niedrigen Schweinepreis« aber wachen den Betrieb unrentabel und so bringt dl« große Er soll für fein Teil Be- Produktion auf den Markt einstellen. darssdeckung treiben. Das ist alle» schön und gut. Aber es ist sehr schwer, den Landwirten diese Zusammenhänge beizubringen. Da- Werk des Konjunktursorschunzsinstituts ist im Jahr« 1928 erschienen. Wenn es bis in de» Schweinestoll gedrungen wäre dann brauchten wir heute kein« Furcht vor neuen Preis katastrophen zu hohen. Eo»st aber leider nicht so, und so ergibt sich di« Notwendigkeit, den Land» Oer Schweinepreiszirkus LKIUVM/W u—v------. v-- Preisschwankung Unruhe und Unsicherheit in die ganze Produktion. Der Konsu. ment profitiert von den Preis- schwankungen so gut wie star nicht. Denn die Schwemesletich. ben�Schwebiepresttti to die Höh«, aber sie gehen nur langsam Das Institut für Konsunkturforschung ib» ö>- Gründe und Urtochen der Preisschwankungen in einer Darstellung (Prognose der Schweinepreis«) niedergelegt, in der es u. a. Heißte Die sich immer aneder ergebenden Beziehungen zwischen den vor- nebmlich durch tt« Schweintpresse beherrschten Schweinefutter» P-isoethästnissen und den nach etwa 18 Monaten ersolgentim Ma-ktli-scrungen sind der zwingende Beweis dafu», daß die jewciltoen P-eisverhältnisie den Umfang der Schweineproduktion in dolorem M'ßc boeinslusien. alz es wirtschalrlich gerechtfertigt iit i�ür die birherige Produktion- polilik ist es charakteristisch, daß dte Bestand � l° mehr vergrößert werden. ,e lä.rger eine aünltia« Preisgestaltung«nhäst. und um so nachhaltiger oer» mto?ett werd-n. je länger eine u n g Ü n st i g e Preisgestaltung anhält. So setzte sich der:Schw-, ne�y tlu» mit dem sta�ugen Wechsel von zwei Jahren mit guten und zweiIahren mit schlechten Preisen mehr oder weniger aus sich selbst Heraus fort da jede den Umfang des Bestandes in höherem Gtad« beeinflusiendt Mahnahm« den Keim zu ihrer Korrektur selber in sich trägt.' Das ist die bedeutsam« Sache vom Schweine- zyklu» und das Konjunkturforschungsinstitu» kommt zu dem Schluß, man müsse den Landwirten, von einer tieferen Einsicht in die MorktvorgLnge aus. etn« ausgeglichener« Politik anraten und die Produklionspolstik mäste aus dem Hasardspiel sprung» hasten Wechsel- in di« Bahnen der Stobklität gelenkt werden. Mit anderen Worten: der Landwirt soll n i ch t mehr anarchisch preduzi«?«». sondern«r soll sei« So. wie sich der Zeiger dreht, steigen und fallen die Preise. Von 50 M. bis hinauf auf 95 M. und wieder herunter auf 50 M. Bei jedem Preis kann man sehen, wras der Landwirt dann gerade denkt und tut Und immer toii neuem dreht sich der Kreis wirt über den Schwemezntkus ouszuklären,«ine wichtige, aber auö ein« schwierige Ausgab«: denn die Mast« der deutschen Qandmiut ist konservativ. Wie man der Maschine feindlich gegeimbersteh:, Menichenökonvmie immer noch ablehnt und immer noäi nicht be» Alles ist Schein Bilhnu Dardhana, der König der Hoysalas, war sehr ausgebracht über die von Sankarachatiza gepredigte Lehre, daß alles hinleben nur Masa sei, ein Trugbild, ein bloßer Schein.(Eine Vorstellung der Sinne, also der objektiven Wirklichkeit eulbehrenS, nannte es Schopenhauer.) Und WsHiui Dardhana beschloß. Sankarachorya ein« heUsame Lektion zu erteilen. Er lud ihn von Sringeri aus sein- Schloß. Sankaracharyo ging hin und bestand auf seiner Lehre: alles auf Erden>st Schein. Da Heß der König einen wütenden Elefanten auf Sankaracharyo los. Mit wildem Trompeten stürzte sich der. Koloß auf. den. heiligen. Mann. der. um sein Läden zu retten, e[igst«nitloh. JD ehrwürdiger Mann.' rief ihm lachend der König nach, „warum rennt Ihr denn so schnell, da Ihr doch mistet, daß dieser Elefant nur Schein ist?' Der Weise wandte deo Kops, ohne die Flucht zu tmterb rechen. und gab zur Antwort: „Hoher Herr, mein Renn«., ist auch nur Schein. Alle« auf Erden ist Schein.' beb«, i greifen kann, daß in der modernen Landwirtschaft der Ochsentreiber von gestern zum Maschinisten geworden ist, so sind.zahlreiche Landwirte immer noäi geneigt, das. was die Forschung zutage bringt, für Mumpitz und Unfug zu nehmen.- Nun ist vom Reichsernährungsminister eine Reichsforschungs» stell« für landwirtscheftliches Warktwessn ein» gerichtet worden, der unser Genoste Fritz Baad« vorsteht. Diese Stelle hat den Versuch gemacht, dem Landwirt mit den Mitteln der Fibel, sozusagen im Elementarunterricht, die Tatsache des Schweinezyklus und den Unfug der anarchischen Schweine» Produktion beizubringen. Man hat ein« Schweinefibel ge- schassen. Durch Bild und Schlagzeile appelliert diese Fibel an den Landwirt und man muß der Reichssorschungsstell« für landwirtschojlliches Markt- wesen bescheinigen, daß hier tat- sächlich eine erstklassig« Ra- tionalisierungsfibel ge- schaffen worden ist. Wie die Fibel arbeiten will, zeigt unser Schaubild. Drastisch werden dem Bauern und der Bäuerin dt« Beziehungen zwischen Markt, Preisbildung und Produktion nähergebro«�. Der Bauer braucht nur mit den Preisen am Rande der Zeichnung das neben- stehende Bild vergleichen und er hat sogleich die Auswirkung der Preisbildung auf die Produktion und umgekehrt. Die Fibel räumt auch mit dem alten Unsim, auf. daß dos Polenschwein an den niedrigen Schweinepreisen während der Krisen auf unseren Schweinemärkten sch'.rld ist. Hos- sen wtr, daß die FibÄ der Reichs- forfchung-stelle durchs chkagtrt&i» Erfolg haben wird. Ale die deutsche. Industrie cm'die Ratio- nalisierung ging, wurde ihr in fioettgens Buch Wer die wirt, schaftstechn-ische Ilmstellung in iftordämerika eine Fibel geschaffen, die, wenn auch bedenklich einseitig, die Umstellung in unserer Industrie weitgehend be- eürslußte. Von der Fibel wird man auch ausgehen wüsten, wenn die Rotlonalisterung in der beut- schen Landwirtschaft Erfolg haben soll. Mau hat»n den letzten Mo- nate» so viel von der M o b i l i- sterung der geistigen Kräfte i n d e r La n d w i rt- schaf.t gesprochen/ Hier wird ein großer Versuch. nach dieser Richtung gemach» und wir kon- statieren mit Freude, daß dieser Versuch— ausgerechnet von einem So zi a l d e m o k ro- t c n ausgeht. Vielleicht gibt dos manchem Landwirt Anlaß, darüber nnch, zudenken, was eigentlich an der demagogischen Phrase von der Bausrnfeindlichkeit der deutschen Sozialdemokratie wahr ist. Was hat denn eigentlich die Deutschnationalc Pa riet, die für sich tu Anspruch nimmt. der einzig« Jnteresjenvertreter der Landwirijchast zu sein, iür die rn getan? Bei dem Zusammenbruch so vieler llntern.-h münzen Demschnationalen Landbundrs hat es sich immer wieder gezeigt, .•;'l der Bauer der Dumme war. Gewiß hatten die Deutschnationolen, Äs si« in der Regierung saßen,«in schönes Notprogramm für die Landwirtschaft durchgedrückt. Aber die Nutznießer dieses Programms waren d-r Hauptsache nach auch wieder die Großgrundbesitzer und nicht die Lauern. Und wie steht es mit der Siedlung für Bauern- und Londarbettersöhne? Die Sozialdemokraten In der Preußi- schen Regierung sind es gewesen, die überhaupt erst den Siedlungs- gedanken'in di« Praxis umgesetzt haben. Wem, es nicht rascher vorwärts, gebt� so sind nicht. zum geringen Teil devtschnationale Machthaber aus dam Lande daran sdjuld, die den Bemühungen der preußischen Regierung Schwierigkeiten über Schwierigkeiten in den Weg legten. Ihr Inlerest« an der Siedlung ist letzten End« doch nur der Wunsch, durch Ansetzung der Bauern auf Ackernahrunyen. di««ne Famiii« nicht ernähren, sobald sie sich vergrößert, in den Bauernsähnen nicht frei« Menschen sondern billig« Knecht« zu erhalten. Das aber gerade will die Sozialdemokratie nicht: Ne wünscht frei« Bauern, aber nicht billig« Knechte, sie bemüht sich, auch dem Landarbeiter Freiheit und ein menschenwürdiges Auskommen zu verschaffen. Und das ist es. weshalb sie von den deutsch- nattonolen Großgrundbesitzern als Feind der Landwirtschaft ver- schrien wird. Wenn sich der Bauer nicht von den Phrasen blenden läßt, sondern auf die Tatsachen sieht, wird er bald ein« anderen delehrt sei».. Tmtm M I2ö. sorrjetzimg.) Tonsala uwr fett kurzem aus dem Gefängnis«rtlaffen morden. Er saß gerade bei Tisch mit seiner Frau und seinen beiden Kindern Als Familienmensch, der mit grenzenfoscr Lieb« an den Seinen hing, hatte er mir öfter gesagt: ,FZch frage mich manchmal, ob wir, die wir Kinder haben, nicht solchen Kämpfen fernbleiben sollen, bei denen wir jeden Tag riskieren, ermordet zu werden." Cs war, als ob er ein Vorgefühl seines nahen Endes gehabt Hütte. Cr war einmal in Mailand mein Gast gewesen, als wir politisch gerade hohe Ssc haften; damals hafte er beinahe geweint, als er von meiner Wohnung aus das Gebrüll der Faschisten hörte und meine Kinder sah, die in dieser ständigen Gefahr leben nmßten. „Siehst du." sagte er damals,„so etwas ist unerträglich. Daß man sterben muß, ist gar nichts, aber wenigstens vor den Augen der Kinder sollte man uns nicht umbringen. Und doch..." Und doch wurde Gustav» Console am Abend des 3. Oktober 1935 vor den Augen seiner Frau und seiner Kinder umgebracht. Er war ein junger Wann, klug, gebildet, dem der Weg großer beruslicher Erfolge offen stand. Und man hat ihn niedergeschossen wie einen.stund. Vergebens hat seine ungllukselige Frau nor den Erbarmungs- losen aus den Knien gelegen, vergebens haben die armen Kinder um Gnade gtbefteft sür ihren Vater! Die Faschisten haften Durst nach Blut und waren entschlossen, eine Witwe und.zwei kleine Waisen zurückzulassen. Und so brach Console zusammen, zu Tode getroffen, neben dem Tisch, aus dem noch das Abendbrot stand... Dar den Augen dieser Frau, wie vor denen von Pilatiz Ditme, vor denen fernes Sohnes Bruno, der die Wege seines Baters geht. tmrd immer und allezeit dieses Bild des Grauens und des Schreckens stehen, unauslöschlich Das Bild des foschiftifchen Italien.'.. XXVII. Brutus. Die Aushebung der Presiesreiheit, der Ausroftungskamps gegen alle Oppositionsparteien, die Schaffung des PÄizeistaates, all die Knechtung und Knebelung mußte fchickfalsmäßig aus den Massen des Volkes einen Brutus erstehen lassen, eilten jener Erleuchteten, der sich als einzelner zum B«:teidiger des begrücktey Landes auswarf. Am Morgen des 3. November traf ich in Nom ein, wo ich mich mit einem faschistischen Journalisten, einem gewissen S n ck e r t, der heut« Chefredakteur der„Stampa" ist, im Duette schlagen sollte. Freunde wgren aus der Bahn, um mich abzuholen. Von chnen erfuhr ich, daß ani Tage vorher der sozialistische Abgeordnete Z a n i b o n i von der Polizei verhaftet worden war. als er gerade einen Anschlag aus Musiolinis Leben ausführen wollt«. An jenem Tage sollte der Premierminister vom Balkon des Chigi- Palastes sprechen. Zoniboni hatte nun geplant, sich in einem stotel.zu postieren, von dessen Fenster aus er den Redner aufs Korn nehmen und niederschießen konnte. Au diesem Zweck hafte er sich ein Präzistonsgewohr verschafft. Aber /n seiner nächsten Umgebung befand sich ein Polizetkonfiderrt, der ihn der Regierung ausgeliefert hafte. Als Zaniboni eben dabei war, dos Gewehr zu plazieren, erschien die Polizei und oerhastete ihn. Nach einigen Monaten der Voruntersuchung brachte man ihn oor das Ausnahmegericht, vor dem er mu Stolz und Würde die Verantwortung für feine Tat auf sich nahm und furchtlos die Beweg gründe auseinandersetzte, die ihn geleitet haften. Er wurde zu dreißig Iahren Zuchthaus verurteilt, ebenso wie der General Cappello, der übrigens in keinerlei Verbindung zum Atieutat stand. Während des Krieges hatte Zaniboni sür eine Art National- Helden gegolten. Zur Zeit der Nachforschungen nach der Seiche Wattcotlis war er wiederholt vom König empfangen worden. Er war ein Mann von großem persönlichen Mut, der in ollen Ge- sellschaftsklassen Freunde besgß. Somit hatte feine Tat die Be- dsutung einer Warnung. Als solche faßte sie wohl die Bevölkerung auf, aber nicht der Faschismus. Für den war sie bloß eine Gelegenheit zu verschärfter Repression. An jenem Morgen bot die Hauptstadt ein eigenartiges Bild. In den stau seingängen, in den dunklen Ecken der Cafes und der Schenken war von nichts anderem die Rede als vom Aftentat. Wer dies tausendfältige Flüstern häüe belausche» können, der hafte am häufigsten das eine Wort gehört:„Das mußte kommen." Zunächst waren die Faschisten zu sehr verblüfft, um ihrem instinktiven Drang nach Repressalien zu folgen. Erst ain späten Nachmiftag und aus den Befehl ihrer Führer stauten sich die Schmarzhemden zusammen. Ein kurzer aber dramatischer Wortwechsel mit L a l b o, dem setzigen Minister für Lustschiffahrt, der damals der Sekundant meines Gegners war. ist mir im Gedächtnis geblieben. „Sie wagen es ckkfo, bis zu mfferen Führer hinaufzureichen?" sagte er. „Es scheint so," gab ich mit größter Seelenruhe zurück. „Ja, merken Sie denn nicht, daß Sie da aus glühende Kohlen treten?" „Das mag sein. Alter wenn das für uns gilt, so auch für Sie." „Ein Attentat, wie es Zaniboni geplant hat. lmmte der Auftakt zu einem Blutbad sein." „Das bezweifle ich gar nicht. Aber das haben Sie ebenso zu fürchten wie wir." „Wie meinen Sie das?" „Ich meine, daß der Politik heute nur zwei Wege offen stehen. Entweder Freiheit und Gesetzlichkeft oder Qewaft und Willkür. Wer Gewalt und Willkür wählt, der muß damit rechnen, daß man ihm mit gleicher Münze heimzahlt. Wer Wind sät. wird Sturm ernten. Das ist ein altes Wort, das man nicht vergessen sollt«." „Wir sind zu edelmütig mit den Gegnern verfahren.. ..Das erzählen Sie den Waisen Marteottis, Piccknknts, PIlatis..." „Was Sie tun, ist ein Verbrechen, und das werden Sie schwer zu büßen haben." „Mag sei», aber auch Ihre Smnde wird schiageit." ..Wir werden erbarnnmgÄos sein, wenn es nötig ist,. Als oft der Faschismus nicht immer erbornumgslos gewefen wäre! Trotzdem sfteß Mulfalini am Abend des 5. November vom Balkon des Chigi-Palastes neue Drohungen aus. Um den Schattenriß des Brutus vom starizont zu ucrfchcuchm, stellte er eine Verdoppelung des Terrors in Aussicht, schärfere Knebelung der Presse, Auslösung der reformistischen Partei, der Zaniboni angehört hafte und Auslösirng des Freimaurerordens. Die Schwarzhemden sogen sein« Worte ein mit der Gier eines Verdurstenden. Es dürstete sie in der Tat nach Roch» und Gemalt- tat. Ihnen freien Laus lasse», hieß Italien durch eine Scheide- wand des Hasses von den anderen Kulturländern abzusperren, hieß eine Orgie entfesseln, der ein bitteres Erwachen folgen mußte. Indem sie mit ihren Dolchen in der Luft fuchtelten, antworteten die Faschisten den verhetzenden Worten ihres Führers: „Nieder mit den Gegnern! Tod unseren Feinden!" Und das Toben hatte feinen Lauf.. Und dann? Dann sollten aus einem Brutus mehrere werden. An jedem Wege erstand einer als tragisches Zeugnis dafür, daß der Geist der Freiheit ewig lebt. Im April 192k war es ein« Frau, eine Irländerin, die auf Mussoftin schoß und ihn an der Rase verwundete. Im September desselben Jahres war es ein junger Anarchist, Luccefti, der eine'Bombe gegen Mussolinis Auto schleuderte. Am 31. Oktober trat ein sechzehnjähriger Bursche, während einer faschistischen Parade, aus den Reihen der Menge und entlud seinen Revolver auf den Faschistenführer. Damit erreichte die Wut der Diktatur ihren Höhepunkt. XXVIIl. Die Ausnahmegesetze. Dos Attentat von Bologna lieferte der Diktatur die fast langem «rmautete Gelegenheft, jene Ausnahmegesetze zu erlassen, die in den Auge» des Regimes das einzige Mittel waren, um mit der Opposition serng zu werden. In einem offiziellen Kommunigift des Generalsekretärs der faschistischen Partei, das noch in der Mcht des 31. Oktober 1926 verbreitet wurde, übernahm das Regime die Verantwortung für das, was nunwehr kommen sollte. „Der Schuldige", hieß es in dem Kommunique,„ist von der Menge gelyncht worden. Jetzt liegt es uns ob. die Mitschuldigen zu entdecken und streng zu bestrafen." Die Mitschuldigen waren wir. Jedesmal fett fünf Jahren, wen» ein Revolverschuß knallte oder eine Bombe platzte, jedesmal, wenn aus der namenlosen Menge ein Brutus auftauchte, fei es ein Bursche von 15 Iahren, wie in Bologna,«me mystische Frau, wie die G i b s o n. ein Ar- bester der proletarischen Vorhut, wie L u c e t t i oder ein In- tellektueller, wie mein Freund und Genosse de Rosa, jedesmal Hot der Faschismus die Opposition beschuldigt, weil er unfähig ist. den Rekten des Hasses zu sehen, mit dem er sich selbst umgibt, un- fähig zu begreifen, wi« weil er das Land in harbarifchc Kampf- formen.zurückgeworfen Hot. Dab« ist nichts logischer, als daß die Gewalt von oben zur Gewalt von unten führt. Genügen die Jahrhunderte der Geich' cht' und die ungezählten Erfahrungen nicht, um den Tyrannen zu zeigen, wie estel und kurzsichtig ihr Werk ist? Mussolini hat nie auf die Lehre der Geschichte gehört und immer geglaubt, ihr trotzen zu können. Von der Angst und vom Haß beherrscht, hat er stets mit den abscheulichste» Mitteln regiert, und hat nie eine andere Verteidigung seines Regimes erdacht, als die der methodischen Organijatitm des Terrors. Auf jenen Reovloerfchuß eines jungen Fanatiker s, der fein Attentat in Einjamkest misgeretst hatte und nur der Eingebung eines rebellischen jungen Gewissens gefolgt war. wußte Mussolini keine Antwort als die Ausnahmegesetze. Sie traten am 9. November in Kraft. Und sind heute ichvn zur dauernden Rechtsnorm geworden. Mussolini selbst hat sie in seiner Rede vom 26. Mai 1926 in nachstehenden Worten gekrnn- zeichnet: „Nach dem belanglosen Zwischenfall von Bologna hob« i h selbst an demselben Abend tn« zu ergreffenden Maßnahmen vorge- schrieben: Beschlagnahmung und Revision aller Auslandspässe: fehl, auf jeden zu schießen, der versucht, heimlich die Gren.ze.zu über- schreiten: Derbot aller anttjoschistffchen Veröffenllichungcn. der Tageszeitungen, wie der Zeitschriften; Auflösung aller antifosch'- stischsn Associananen und derer, die im Verdacht des Anttfaschismrs flehen: Deportation aller, die als Antifaschisten gelten oder in irgend- «wer Form ewe gegen die Regierung gerichtete Tätigkeil entfalten; Schaffung einer besonderen politischen Polizei im ganzen Lande; Schaffung von Bureaus zur geheimen Ausforschung und eines Sondergerichte?'~(Fortsetzung folg») Sonnabend. 7 Dezember. B er H a. Irt.05 Tryme Qran. Oslo;..An»«Jeni Unäe des Schneesdroi« 16J0 WiHy Scineffer» ersäiU Anekdoten. 17.00 UoterhaJtnnrsmnslk. IT-».lonendstnnde.(Am Mikrophon; Dr. Walter Beelamin.) tS.OO UnterhaUnngsmasik. 19.00 Ueder. Annemarie Leatbcrj. Sopran. Am Fllitel: Walter Mirsrliborn. I9..10 Programn) der Aktneüeo Abteilann. 20.00 Unterbaltnnesmasik. 20.45„Wien— Bmlin"(ein Du eil in Wort nnd Mnsik). Mit*.; Dr. Erich Fortner. Dr. Ensren Tann. Erika Dernborj. Dolly Lorens». a. Kacb den Abtadmeldnnjen bis 0.30: Tansmnsik. Wlbreod einet Pause BiMiank. Kbaiesvasterbanses. 15.30 Von Harn hurst: FBr die Oefallenoo der Falkland-Schlad«. 17.00 Nachrnittagskonsert von Hamburj. 17.30 Min.-Rat Dr. Hans Simons: Studienreise deutscher Verwaltungsbeaintcr In Oesterreich. 18.00 Karl Emonts: Der BankaniettelTte In der Wirtschaft. 18.30 Französisch für Anfänner. 1900 Nun ruhen alte Wilder, Choral-Kantal« von Emst Lothar von Krorr 20.00 Bach-Saal: Volkstümliches Orchesterkonzert. Sonntag. 8. Dezember. Berlin. 710 Funkcuscasuh. 800 Für den Leadseirr A5S MorttaMar. IDjO Weitercorhetsaie rr'l' KM« Bildfunk. II 00 Kinderbücher(.Aar Mikrophon: Johanna MfiMeateW-l 11.30 Aus dem Bach-Saal: Orzeikonrert(Walter Orwensti.) 12.00 Staatliche Hoch schule für Maafk: Bezirkskonzert des D«u|scheu Arbeiter. MandolinlsteD-Bundas(Bezirk Berlin). 14.00 Märchen.(Am Mikrophon: Lisa Tetzner.) 14 30 Weihnachlslieder.(Professor-Felit-Sohaiidl-Ou.'irtert, Ltj. Willy Oneih.) 15.00 Weihnachten der Vcrgaosenheit.(Sprecher: Edith Hcrrnstadt-Ocoinaen) 15.30 Ballettmnsik(Schailplalien). 16.30..Das Paradies", von V. v Kobienez:, Bmehstkeke.(Gelesen von Rodolj Teobler.) I7U0 Unterbaltsaasmusik.« 19-00 Heitere Plantereien.(Am Mikrophon; Joseph Pleut.) I9J0 Tänze an» alter und neuer Zeit. 19.40 Heitere Parodien.(Am Mikrophon: Joseph Plant.) 2000 Aus der Philharmonie: Volkstiimlihes Grehesterkonzert. Drri».: Profescir Julius Prüver. AnschlieBend; Zelt, Wetter, Tacesnachrichten, Sport AnsehlieSend bis 0.30: Tanzmusik. Büdiunk. * Kanlesvosterhanseu, >800 Dr. Otto Ehrhardt: Einführung in..Zar nnd Zlrmnetmaiui'. 15.25 Dr. Johaunea Hohlfeld: Stande des Landes. 18-50 Karl Foeratcr: Herbst und Winter.(Gedruckte» und Umtdruckter) 19.15 Prof. Dt. Korff: Dentscüands Anteil an der WoHdichöms. 20.00 An» Possen. Mitte.: Eise Koch kann. Sopran; Mai Kutte er. Tenor: Julius Einddshofer mit seinem Orchester. Rätsel-Ecke des„Abend". Kreuzworträtsel. ■m-irm romriniinBümiiiBuwii Mlrätsel. Di« Buchflaben\ K\\\ ü BDDDBEEEEEFQQ GIIKLLLLLLNNNN N N N N N O P R S find'o in nebenstehende Figur einzufetzen, daß Worte von folgender Bedeu- tun»«nlstehen: 1 Deutsche Universitätsstadt; 2. Sinnbild einer Stadt; 3. Vogel: d. geistige Tätigkeit: 5 körperliche Au-drncksäuße- rung; 6. niederländische Landschast; 7. Zeitmesser des Jahres, mp. Senkrecht: 1. Deutsches Mittelgebirge; 2. Münze; 3. Arükel. 4. Farbe; 5. M-eresarm dar Osts«:«. Muß in Pommern; 8- Schlange; 9. Festung swork; 19. Siegesgöttin: 12. Ackevgrenze; 17. röm. Dichter: 18. Waichs eiarm; 29. Waffe: 22. Getränk; 23. europ. Hauptstadt: 25. engl. Hafen; 26. männl. Vorname; 27. FellZbahnwaggan; 39. tSAnschluß)Zentrale infolge Erweiterung des Betriebes oder Unternehmens nicht mehr aus. so läßt sich auch di« Erweiterung der Selbstansckssuß.Zentrale ohne Schwierigkeiten vornehmen. Die Aver Zentralen sowie die Zentralen für 100 und mehr Teilnehmer find so ausgebildet, daß«in Anbau jederzeit erfolgen kann. Die Halbauto mansche PostnebenstellSizentral« läßt sich mit einer oollauto matischen Hauszentrale zusammenhalten, zugleich dient fi« zur automatischen Herstellung von Amtsgesprächen in abgeheilter Richtung ohne Inanspruchnahme«iner Vermittlungsperlon. Rur di« vom Ortsamt kommenden Anrufe gehen auf der Nebenstallen- zentral« ein und werden dort durch Dtuckknopfzuteilung dem ge- wünschten Nebenstellenanschluß übermittelt. Zum Herbeirufen von Hilfe- und Dienstpersonal, z. B. im Hotel- betrieb, werden vorteilhost Lichtzeichen benutzt. Derartige An- lagen find besonders günstig, weil dos Lichtzeichen nie unbemerkt bleibt. Die Lichtzeichen erscheinen an mehreren Stellen und werden von der Gebestell« au- wieder gelöscht. Die Druckknopsarmawr stir Hotels ist zur internationalen Verständigung mit Bildzeichen ver- sehen, es ist also hier jeder Text in Fortfall gekommen. Die Bild- -eichen sind so ausgeführt, daß jeder weiß, welchen Knopf er zu drücken hat. um den entsprechenden Bediensteten herbeizurufen. Auf Lahnhöfen, in Kassenräumen, Theatern und auf Nenn- bahnen läßt sich zur Einstellung von Nummern der Lichtzeichengeber vorteilhaft verwenden. Dieser Apparat ermöglicht die Einstellung der verschiedensten Zohlenkombinotionen. die auf dem Lichtzohlen- empfönger erscheinen. Di« Einstellung des Gebers erfolgt durch Drehlnöpf«, deren Kontrollzahl hinter einem Schaufenster erscheint. Bei Betätigung des Gebers ertöm zugleich eine Schwochstromhupe, die aus das f ütstgnol aufmerksam macht— Auch zum Suchen non Personen iu größere» Betrieben findet die Suchst gnolanloge Verwendung. Zur Erzielung einer üöereürsrimmende» Zeh in ausgedehnten Industrieanlagen und bei Behörden kommt man mit der mechanisch laufenden Uhr nicht zu Rande, hier muß die elektrische Uhr aushelfen. Die Betätigung sämtlicher Rebenuhren erfolgt von der Hauptuhr. der sogenannten Mutteruhr. au« Dies« hat ein Elektro- magnetsystem und ei» Hauptwerk und schickt die Stromstöße von hier aus in die Leitung. Die Nebenuhren, die kein eigenes Werk, sondern nur ein Elektroinagnctlystem haben, nvrbcn hierdurch von der Zentralstelle au» gesteuert. Um ein: st«t« sichere Fortkchalwng zu erzielen, hält der Stromstoß stets 0,5 Sekunden an, es kann dadurch selbst ein träge arbeitendes Magnetsystem erregt werden. Auch für Gesahrmeldungen, wic z. B. bei Feuersausbruch, Ueberschwemrmingen usw. sind die elektrischen Sicherheitseinrich- tungen ein Helfer der Menschheit Feuer meldezentralen, die durch die Betätigung des Melders, nämlich Einschlagen der Glasscheibe und Drucken des Alormknopfes, alarmiert«erden, haben als Anjeigeeinnchtung entweder das Zeigerapparat- oder Glühlmnpeiisysiem. Beim Zeigerapparatsystem stellt sich der Zeiger, der mit einem Laufwerk auf einer gemeinsamen Achse befestigt ist, aus die der Meldenununer entsprechende Zahl ein. Im gleichen Augenblick leuchtet die Alarnüampe auf und der Alarmwecker ertönt. Der Alarm hält so lange an, bis der Abstellknopf der Zentrale gedrückt ist, daraus geht der Zeiger in die Ruhestellung zurück. Das Anzeigen der betätigten Meldenummer erfolgt durch dos im Melder eingebaute Laufwerk, das ein der Meldrmnmner entsprechendes Zahlrad hat. Auf diesem Zahnrad schleift ein Federsatz, der sich so oft öffner und schließt, als dos Meldelaufrad Zähne hat, dadurch werden der Meldenummer entsprechend viel Inipulse in die Leitung gegeben. Größere Zentralen arbeiten nach dem Glühlarnponsystem, hier kommt die Anzeigung mittels eines Zeigers in Fortfall, dafür leuchten Glühlampen auf. Bei diesem System besteht der Lorteil, daß mehrer« Meldungen in kurzer Zeitfolge in die Zentrale gogaben werden können, ohne daß eine Löschung der vorher eingegangenen Zelgerapparatzeutrala(Syst. Lorenz) Meldung erforderlich ist. Bei neuzeitlichen Feuermeldezemrolen arbeitet man außerdem mit dem Zeitstempel- der Tag und Stunde, sowie die Melder- und Schleifennummer auf einen Papierstreif-n abdruckt. Außerdem kann man die Einrichtung treffen, daß beiin Ausfahren der Feuerwehr ei» Schwelleukcmtakt ausgelöst wird, der den Zeitstempel nochmals erregt und zum Drucken veranlaßt Aus den berdcn fo erhaltenen Zert werten läßt sich die Zeitspanne er> Mitteln, die erforderlich war zwischen Alarmierung und Aussahren der Wehr. Wie bereits anfangs erwähnt sind die auf der Straß« aufgestellten Melder immer in ein« gewisse Ring- oder Schleifen leitung geschaltet. Reißt an«iner Stelle der Schleis« der Draht so erfolgt durch Hebelschalterumtegung in der Zentrale eine Erdung der Zentrale und der Melder, so daß die Zentral« genau wie unter normalen Verhältnissen weiterarbeiten kann. Auch bei einem aus- tretenden Erdschluß wird die Zentrale nicht an der sicheren Weiter arbeit gehindert. Neben den» modernen Fernsprecher ist auch die Schreib- Maschine ein wichtiger Apparat im Geschäftsleben. Soll das Geschriebene nach einer anderen Stelle lesbar übermittelt werden. GIQblampensentrale fo wendet man vorteilhaft den Lorenz-Fernschreiber•». Dies« Apparate können so geschaltet werden, daß sie in unbeschränkter Anzahl über eine Vermittlungsstelle wechselseitig unter- einander oder alle abhängig von«iner Zentralfendestell« arbeiten. Der Apparat gleicht in seiner Ausführung und Bedienung einer Schreibmaschine, er fertigt selbsttätig mehrere Durchsässäg« und de- ansprucht als elektrisch angetriebene Maschine für den Typenanschlog einen geringeren Kraftaufwand als die Schreibmaschine. Die Schreibgeschwindigkeft des Apparates beträgt etwa 420 Echristzeichen in der Minute. Der Apparat wird durch«inen kleinen eingebauten Motor betrieben, der Anschluß des Motores kann an das übliche Starkstromuetz durch Stechkontokt erfolgen. Zugleich kann der Fernschreiber dazu dienen, die vom Telegrophenamt übermittelten Telegramme, wenn«in Anschluß an die Telegraphenleitung vor- Händen ist, sofort lesbar wiederzugeben. Aus dem Angeführten ist ersichtlich, daß di« Fernmeldetechnik ein äußerst wichtiger Faktor im menschlichen Leben ist. Auch zur Verbindung von Entfernungen, die sich durch Drahtoerbindung nicht überbrücken lassen, z. B. von der Erde zum Flugzeug, bei Erpc- ditionen noch entfernten Erdteilen usw. kommen die verschiedensten Einrichtungen zur Anwendung, hier spielen dann di« drahtlosen Sender und Empfänger eine Rolle. Auch im Zeitungsivesen kommt «in Spezialgebiet viel zur Anwendung, es ist dieses die Bildüber- rnutlung von entfernten Orten zur Redaktion durch Benutzung des BUdsenders und Empfängers. Geschehnisse, die sich vor einigen Stunden an enffernten Orten abspielten, können bereits in der darauf erscheinenden Abend- od.'r Morgenzeitung bildlich dargestellt werden. lnz. kl. Oevalcl. Unbekanntes vom Wasserdampf. Wasserdampf ist ein in der Technik derart vorherrschender Energieträger, daß man annehmen könnte, seine Eigenschaften seien längst genau erforscht und bekannt. Das ist aber leider nicht der Fall. Die Forschung ist aus diesem Gebiet hinter der Anwendung zurückgeblieben. Die Wasserbampstcchnik ist sprungweise zu innner höheren Drucken und Temperaturen übergegangen und jetzt bis zu 225 Atenos schären und 500 Grad Celsius vorgedrungen. Die Eigen- schuften des Hochdruckdampfes aber, die für die genauere Berechnung der Maschinen erforderlich stick), waren bis vor kurzen, noch ganz unsicher bekannt und sind erst im letzten Jahrzehnt in verlchtedenen Forschungsinstituten näher untersucht worden. Heber die Arbeiten aus diesem Gebiet, ihre Organisation und Finanzierung in den verschiedenen Mindern sprach Pros. Dr.-Ing. M. Jacob, Oberregierungsrat bei der Physikalisch- Technischen Reichsanstatt, am S. November 1329 im Berliner Bestrksverein Deutscher Ingenieure. Als an der neueren Dainpfforschung beteiligt nannte er Deutschland. England, die Tschechoslowakei und die Ver- einigten Staaten. In Deutschland werden die einschlägigen Arbeiten an der Technischen Hochschule München und in der Physikalisch- Technischen Reichsanstalt In Eharlottenburg mit Unterstützung des Vereins Deutscher Ingenieure und der Nvtgemeinschast der Deutschen Dissenschaft ausgeführt. Auch in den übrigen Ländern hoben techiüsch-wiffenschosrlühs Körperschaften sich für die Finanzierung und Organisation der Wasserdampfforschung zur Perfügung gestellt, ins- besonder« in de» Perein'lgten Staaten die American Society of Wechanicol Cngineers, die drei Forschungsinstitute und ein großes Industrieunternehmen zu«iner Arbeitsgemeinschaft zu- sammengebracht hat. Der Vortragende legte weiter dar. wie sich die in verschiedenen Richtungen und nach verschiedenen Verfahren ausgeführten Versuche ergänzen und gegenseitig kontrollieren: vor allem trifft dies iür die deutschen und die amerikanischen Bersuchsergebnisse zu. Durch eines der Lichtbilder wurde die Beteiligung der verschiedenen Länder an der Wasserdcnnpfforschung klar veranschaullcht. Man ersah daraus den großen Anteil Deutschlands an den Untersuchungen, aber auch die bedeutenden Fortschritte, die in der letzten Zeit in anderen Ländern gemacht worden, besonders in Amerika, wo man die größte» Mittel für dies« Forschungsarbeiten einsetzen konnte. Schließlich berichtet« der Vortragend« über eine internationale vampftabellenkonfer enz, die im Juli m London statt- fand und an der er teilgeiwmnren hat. Auf Dampftabellen, und zwar in der von Prof. M ollier(Dresden) vor 25 Iahren«in- geführten Form, basiert man Überall in der Welt di« Gewährleistung bei Lieserverträgen über Dampstraftantogen. Unstimmigkeiten zwischen den Dampftabellen der einzelnen Länder wirken sich daher unmittelbar wirtschaftlich aus und sind Quellen für Streitigkeiten beim Export von Maschinen und dergleichen, insbesondere, wenn i» den Verträgen präzis« Angaben fehlen, aus welche Dampstvbelleii die Garamien bezogen sind. Die Londoner Konferenz dient« dem Meinungsaustausch der an der Dampfforschung beteiligten Inge nieur« und Physiker und führt« zu einer weitgehenden Vereinbarung über die Fehlergrenzen, die man bei solchen Tabellen heutzutagr noch zulassen muß und kann. Die in deutscheu Zörschungsinstimten armittelleu Dersuchsmerte wurden dabei als wichtig« Gundlagen anerkannt und angenommen. Dies« Veredrtarunge» werden in den beteiligten Ländern demnächst veröffentlicht werden. Sie berechtigen zu der Hoffnung, daß in absehbarer Zeit aus den Albeiten der einzelnen Länder ein« internationale Dampftabelle wird e>" wickelt werden können, die der erwähnten Unsicherheit«in mal ein End« macht. wtig gewesen, noch viel weniger die Kosten einer besonderen Koii' serenz der Spalter. Wer von den Bundesmitgliedern t»ach Berlin geht, dokumentiert, daß auch für ihn die Bundesbeschlüsfe nicht gelten. Damit ist auch die Mitgliedschaft im Arbeiter-Athleten-Bund aufgegeben. ,* �* Die Arbeiteraihleten Oesterreichs haben arider: Auffasslrngrn von' Einigkeit. In den Kreisen der östcrrcickstfchen Ar- beiterkraftsporüer sind seit längerer Zeit Regungen im Gange, alle Kräfte in einem Verband zusammeizziifasjen. Die Arbeitsgeinein- (chast der österreichischen Arbeiterkrofisportler hat die Vorarbeiten Mir den Zusammenschluß des Arbelter-Athleten-Buntes, der Freien Arbeiter?lthleten-Vcreiniaung und des Arbeiter-Im-IUsii-Kliibs beendet.. Di« neue Organisation wird den Namen Verband der Arbeiter-Kraftsportvereine Oesterreichs führen und alle schwerathletischen Sportarten, wie Stemmen, Ringen, Iiu Ihsu, Keiilenslbwingen, Bomlienjongllercn, Tauziehen, ferner Leicht- etlsteak und Schwimmen als Ergänzungsübungen betreiben. Der Berbandstag, auf dem die Gründung vollzogen werden joll, wird am lö. Dezember stattjinden. Oesterreich hat keine Kommunisten, die die Einigkeit stören iönntcn. Dort sind Leute wie Friedmann und Konsorten unbekannt: wo ja einmal einer aus den Gedanken käme, die Statuten zu miß- achten und kommunistischen Klamauk zu machen, nun den schmisse innn im großen Bogen aus Berein und Verband heraus. Arkeiier~HandbalL Die Spiele am 8. Dezember. Im 1. Bezirk spielen in der 1. Gruppe Eintracht-Mahledois gegen FTGB.-Südost um 14-50 Uhr in Mahlsdors, Hönower Chaussee: Eiche-Köpenick gegen Erklär um 14.50 Uhr in Köpenick, Wendeiischloßstroßc(Bercinsplatz) und FTGB-Osten gegen FTGB.- Obersprce um ll Uhr in der Böd'ckerstraßc. In der Zwesten Gruppe spielen FTGB.-Stralau gegen ATE. um 14 Uhr in der Bödickcr- straße: FTGB-Lichtenberg gegen FTGB.-2ldlerchof um 10 Uhr in der Kynaststroße: FTGB.-Kaulcdorf gegen Baumschulenweg um t4iö Uhr in Kaulsdorf, Köpenickcr Chaussee, und Strausberg gegen Wildau in Strausberg. Im 2. Bezirk spielen in der 1. Gruppe Sportverein Moabit gegen Friedrichslhal um 15 Uhr im Tier- pforkn, und Norden 1 gegen Tegel um 11 Uhr im Humboldthain. In der 2. Gruppe spielen Steinfurth gegen FTGÄ..Rcin:ckendors. West, und FTGB.. Pankow 1 gegen Velten 2 um lO Uhr in Pankow, Kissingcnstraße. Bei den Frauen spielt Moabit in Hennigsdorf und Norden 1 in Velten. Im Z. Bezirk fährt FTGB.- Mitte nach Rathenow. Charlottenburg(Schwimmer) spielt gegen Nowawes 2 um 14 Uhr Im Dolkspork Iungfernheidc FTGB.- Spandau empfängt um 15 Uhr in Spandau, Soeburgcr Straße, Ketzin. Im 4. Bezirk hat Wilmersdorf um� 14 Uhr am Fehr» bcllinerplatz FTGB-Friedenau«Ks Gegner, während FTGB.- Süden Trebbin und bei den Frauen FTGB.-Neukölln Luckenwalde (I. Abteilung) besuchen. Die wichtigsten Gesellschaftsspiel« sind: Männer: FTGB.- Wcdding gegen Schönebcrg um 14 Uhr, und Wedding 2 gegen Neukölln 1 um 15 Uhr«m Lolkcpart Rehberge. FTGB.-Nordost gegen Bornstedt um 14,10 Uhr in Hohenschönhausen, Sommer- stroß?: FTGB.-Lankwitz gegen Klauedorf in Lankwitz, Seydel- straße: Zossen gegen Bernau in Zossen, und Schönow l gegen Schöneberg 2 um 12� Uhr in Schönow, Schulweg.— Frauen: Wilmersdorf l gegen Wedding 2 um 10 Uhr in Wilmersdorf, Fehrbellinerplaft: Dohnsdorf gegen Adlershof. um 44 Uhr in Bohns- darf. Schulzendorjer Straß«: Kaulsdorf gegen Osten in Kaulcharf. Köpcnicker Chaussee, um 13 Uhr, und Schönow gegen Schöneberg 2 um 13>s Uhr in Schönow. Neuer Rekordunfug. D?r Kampf um die Aehntclsekunde im Kurzstreckenlauf Hot in der Rekoedsucht des bürgerlichen Sports eine gewiss« Stagnation erreicht, da es seit Jahren keinen Läuser mehr gelang, unter den bestehenden lOO-Meter-Rekord von 10,4 Sekunden zu kommen. Das Interesse der Massen an diesem sportlichen Brennpunkt flaute nvurflich ab. Was tun? Nach langem Knobeln hat man jetzt—> wo anders wäre das möglich als in Amerika!— ein Mittel gefunden. um neue Schnellauf, zelten ,zu schaffen. Es ist der Start- block. Man glaubt mit ihm beim Start bis zu zwei Zehntel- fckunden herauefchinden zu können. Während man dieses Hilfsmittel bisher nur vereinzelt auf Hallenjportfesien benutzte, wird es ckun bei allen Veranstaltungen eingeführt. Allen bisherigen Rekorden wird damit der Kompi angesagt. Der bürgerlich« Sport hat ein neues verrücktes Mittel entdeckt und glaubt mit diesem„Klotz am Bein" verlorenes Terrain wieder zu gewinnen. Wir schlagen Kurzstreckenläufer mst Raketenantrieb und Hürde«. laufstarts mst Kotapultvorrichtung vor! TradramcQ zu Mariendorf. Das Programm der am Sonntag in Mariendvrf be- ginnenden ersten Winteroeranstaltung zeigt gegen die vorher- gegangenen Renntage ein verändertes Bild, da er nur aus acht Nummern besieh!: es ist aber möglich, daß ein Rennen geteilt werden muß. Für die seit dem l. Dezember in Fortfall kom- Menden Zweijährigen-Prüfungen ist ein zweites Herrcnfahren ein- gelegt worden. Beide Herrentonkurrenzen werden die gewohnten starken Felder an de» Ablauf bringen. Noch stärker dürfte die Beteiligung im Lerkaufsrenncn ausfallen, für das N'chr weniger als Z8 Pferde geirannt wuröen. Da auch die Hauptnummer, das Brilon-Rennen, ein Über 2400 Meter führender internal!»- naler Ausgleich, sowie das mit besseren Pferden besetzte Nimbus- rennen ausgezeichneten Sport versprechen, steht wieder. ein interessanter Nachmittag in Aussicht. Di« Rennen nehmen wieder um IchZO Uhr ihren Anfang._ » Goosscm- enoef Sccfaslagcr'cger. Aus dem I I. Kölner Sechstagerennen sind di« Belgier Goosfens-Deneef als Sieger hervorgegangen. Der 30jährige Goossens konnte damit seinen zueilen Sechstagesteg buchen, nachdem er mst feinen, Landsmann G. Debaets schon 1925 in New Uork erfolgreich gewesen war In seinem jungen Landsmann Denecf, der erst im vergangenen Jahre zu den Berufsfahrern übergetreten Ist, hatte er einen zuverlässigen Partner, der sich allen Sstuatiopen gewachsen zeigte. In der letzten Stunde suchten Hürtgen- Göbel mehrfach ihr Heil in der Flucht, denn ein Rundengeirinn bedeutete für sie ja den Sieg, aber Goossens- Densef waren auf der Hut und ließen die Ausreiße- nie weit wef i. kommen. Das genaue Schlußergebuis lautet: 1 G c o ff« u>' D e n e e f 129 Punkte. 3520.330 Kilometer: eine Rund« zi r ü ck! 2. Hürtgen-Göbel 289 Punkte: 3. Charlier-Duran 170 Punk . 4. Dorn-Macznnski 64 Punkte: Zw«! Runden zurück 5. Frankenstsin-Dederichs 261 Punkte: 6. Krüger-Funda 118 Punkte, 7. Miethe-Schorn- 75 Punkt«: drei Runden zurück: 8. Osch mella-Pijnenburg 490 Punkt«: 9. Soksch-Stübecke 100 Punkte. j Der irodccn�esctzie Triton I Oder: Wie befreibi man Schwimmsport 7 Vor einiger Zeit teilten wir im„Abend" mst. daß der seit 1902 tn Köpenick bestehend« S ch w i m m k l u b„Triton" sich als Gruppe Köpenick den„Freien Schwimmern Groß-Berlin e. D." angeschlossen habe. Dieser Entschluß einer außerordentliche n Mit- xliederverfammlung haste es einigen engstirnigen Bercinsleuten angetan, die durchaus nicht verstehen wollten, daß der Zusammen- ichluß mit einem 1800 Mitglieder zählenden, sportlich starken Verein sich nur als Vortest für die Schwimmbcweguirg in Köpenick aus- wirken mußte. In recht demagogischer Weise siesen sie Smrni gegen den Zusammenschluß und erreichten schließlich auch, daß der gefaßte Beschluß wieder rückgängig gemacht wurde. Damst war aber auch die Angelegenheit für die Engstirnigen erledigt. S>s kümmerten stch weder um den Derein noch um die„Tradition. daß«in Schwimmklub auch Schwimmsport und Pflege der Leibesübungen treiben muß. Die Mitglieder des Vereins konnten sich natürlich mst einem solchen Viertisch-Schwimmsport nicht elnvetstanden erklären und suchten und fanden«in« Badegelegenheit für den Winter im«stadt» bad Friedrichshoin, um einen regelrechten Badebetrieb abhalten zu können. Das fuhr dem Herrn Vorsitzenden des„Triton" derart in die Krone, daß er kurzerhand ohne Beschluß der Mstgliederoersomm- lung und ohne statutarisch dazu berechtigt zu sein, einen Test der Mstgliedschast aus dem Verein ausschloß. Eine außerordentliche Generaloersammlung, die ordnungsgemäß einberufen war, nahm Stellung zu dioien Fragen und beschloß— der Vorstand war aus Furcht vor einer Rechtfertigung nicht erschienen—, den alten Vorstand durch einen neuen zu ersetzen. In einer weiteren Mitgüede» Versammlung wurde erneut einem Zujammenlchluß mst den„Freien Schwimmern Groß-Berlin«. 25." nähergetreten und beschlossen, diesen Anschluß durchzuführen. Einstimmig wurde- der Beschluß gefaßt, den asten„Trston" aufzulösen und als Gruppe Köpenick den„Freien Schwimmern Groß-Bersin e. D." sich an- zufchliehen. Möge nun die„Tradilionskompagnie" auch weiter bei Eisbein- essen und Biergelagcn ihren Sport ausüben, sie kann und wird damit die neuerwachendc Schwimmbewegung nicht aufhalten, es ist pulsierendes Leben, das vorwärtsdrängt, unbekümmert um die- jenigen, die die Zeichen der Zeit nicht verstehen wollen oder können. Die U e b u n g s st u n d e n der Gruppe Köpenick der„Freien Schwimmer Groß-Berlin«. B." sind jeden Montag von 20 bis 21.30 Uhr im Sladtbad Friedrichehain. An der �Schstlingsbrücke. Zu jeder gewünschten Auskunst sind gern berest: Fritz Falkenberg, Köpenick. Kietzer Str. 2 ll(Tel. Köpenick 2313). Wstl- Klähne. Berlin-Köpenick. Gartenstraßc 14. und Frau Pollnow, Berlin. Köpenick. Bahnhosstrahe 15._ Arne Borg geschlagen. Schwedens berühmter Schwimmer Arne Borg erlitt in Stockholm eine überraschende Niederlage in einem 20OMcter- Freisir! schwimmen durch seinen Landsmann L u n d a h l. Dieser siegt« in der sehr guten Zast von 2: 19.7 mn Handschlag Arn« Borg scheint seine Höchstform überschritten zu haben, nachdem er auch bei einem mehrere-Tage vorher stastg-isundencu otoffel» kämpf nicht die in ihn gesetzten Erwartungen haste erfüllen können. Ardeiter- S ck a ch. Am 1. Dezember d- I. fand in Forst i- L. der Schachwelt- kämpf um die Teilnahme zur Endrunde üni die Bundes- mcisterfchoit zwischen Breslau ui»d Derlin an zehn Brestern. statt. Breslau als Kreismeiftcr von Schlesicu siegte im November über den Kreismeister Leipzig von Scchjen mit 7 zu 3 Punkten. Berlin als Kreismeister von Brandenburg— Pommern über den Kreismeister Danzig von Ostpreußen, Danzig mit 8 zu 2 Puntten. So war von vornherein ein scharfer Kampf zwischen den beiden starken Mannschaften zu erwarten, der nach achtstündiger Dauer 5:5 endete. Da bei sechs Bemispanien Breslau am'4- und 6. Brest gewann, Berlin jedoch am 4. und 9., jo ist noch Berechnung (Sonnedorn) Breslau als Sieger für die Endrunde qualifiziert. Wenn es der Berliner Mannichost diesmal auch nichr gelungen ist, tn die Endrunde zur Lunde-meisterschait zu kommen, ja hat sie doch den Beweis erbracht, daß sie bei ihrem einjährige» Bestehen es zu einer beträchtlichen Spieistärk« gebracht hat. all« Kämpfe bis auf den letzten siegreich beenden konnte und keinen Gegner.zu scheuen braucht. Da der Weltkampf Hamburg— Essen in Bielefeld. von Essen mst»X zu 4H gewonnen wurde, so kommen Ostern 1930 in Köln zum Bundestag Nürnberg, Breslau und Essen in die Endrunde um di« deutsche Bundesmelfterschost. Skiblnsky kämpf! gegen den Franzosen Page Der Spichernring veranstaltet seinen nächsten Boxkampf- tag am Donnerstag. 12. Dezember. Max Skibwskq wird an diesem Abend einer internationalen Prüfung unterzogen, indem er gegen den Franzosen Louis Pag« zu kämpfen hat. Page hat bisher 21 Kämpfe bestritten, von denen er 15 gewann, vier verlor und zwei Unentschieden gestaltet«. Zu seinen Gegnern zählten Meister Hein Domgörgen und Alberto Farabullini. Eisbahn„Am Kreuzberg". Die im Bezirk Kreuzberg vor- gesehene Eisbahn„Am Krenzberg" in der Drelbundstraße, die schon im vorigen Jahre der Austragungsort von Winlersparkianipsen war. wird in diesem Jahre in noch größcrem Umfange den Winreripon- und Eislousverbänden zur Verfügung gestellt.- Die Eislausfläch« wird 18000 Ouadialmcler umfassen. Für Kunstlaus und Eishockey- Wettkämpfe �stehen besonders abgegren.zte, gcpflcgte und gut be» leucbtete F.ächcn berest. Geheizte Garderoben». Toiletten», Er» frischungs» und Anfchnal' Sume sind vorhanden. Vereine, die aui der Bahn ihr« regelmäßigen Ucbun.-cn abhalten oder Weltkämpse oeranstalten wollen, wollen stch beim Bezirksjugcndamt Kreuzberg. Perlin S. 59, Kottbusser Damm 25— 26, Telephon F 5, Berg. mann 8650, Zentrale Kottbusser Damm, Apparat 183, melden. r«zlrl SCotSt'rR. tZrelta». 8. Jr-cra-tt,?aiU>ball'rcit>u!,a aller J»Uizr.rd«,Un un?«r«w< d(o, v-rfb'rfl ifot Str. 1.«eflinn 21 Uhr. 1&.«c« istta iell Srrpj-r, eig« ißeteitu loTt.i i�ittwoch. U. iej.mbet. n R»r 3«>t Mn 17—19 Uhr. hr? Xcl< j tr:!utat:e:i jinr Änctcflat erralo-r. .mmiona ton der(JeftfofUnd!;, LS.£«, aiettol.'lir 46, ad I. iL: Tcw-td. be« tt-h SUaf iol Miinntics.Tal da-Ilät-. x.« .- vir NtallenelnirUuna. Z?e»Irkem:tster<