Morgenausgabe Nr. 575 A 289 46.Jahrgang 3.60. R Böchentlich 85 B1. monatli im voraus zahlbar. Boftbezug 4,32 DR. einschließlich 60 Bfg. Boftzeitungs- und 72 Bfg. Boftbeftellgebühren Auslands abonnement 6.- Moro Monat. Der Borwärts' eridheint mochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abenbausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel Der Abend" Jlluftrierte Beilagen Bol und Zeit" und Kinderfreund". Ferner Unterhaltung und Wiffen", Frauen timme" Techni!". Blid in die Bücherwelt" und Jugend- Borwärts Vorwärts Berliner Boltsblatt Contslag 8. Dezember 1929 Groß- Berlin 15 Pf. Auswärts 20 Di. Die taip Ronpareillezetts 80 Bfennig. Reflame eile 5.- Reichs mart Aletne Anzeigen bas tetige bruckte Mort 25 Biennig( zuläffie e fettgebrudte Borte). jebes weitere am 12 Bfennig. Stellengesuche das erite Bort 15 Bfennig, jebes weitere Bon 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben Arbeitsmart sablen für met Borte Beile 60 Pfennig. Familienanzeigen Zeils 40 Pfennig. Anzeigenannahme imhaup elchäft Lindenstraße 3, wochentägit eon 81%, bis 17 Ubr. Hentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Vorwärts- Verlag G.m.b.H. Fernsprecher: Dönboft 292-297 Telegramm- Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Rücktritt der polnischen Regierung Die Verfassung wird formell befolgt. Warschau, 7. Dezember. Ministerpräsident Switalski suchte heute mittag den Staatspräsidenten Mościcki auf, dem er in einer länge. ren Unterredung den Beschluß des Ministerrats, zu demissionieren, unterbreitete. Der Staatspräsident hat die Demission der Regierung Switalski angenommen und fie beauftragt, die Regierungsgeschäfte bis zur Ernennung der neuen Regierung zu führen. Der Rücktritt der Regierung infolge der unzweideutigen Mißtrauensfundgebung der Volksvertretung entspricht dem Wortlaut der Berfaffung; mit ihrem Geist wäre unvereinbar. wenn das geschähe, was der Handelsminister Kwiatkowski in der Freitagdebatte ankündigte, daß das Regierungssystem nicht geändert werde. Die Anhänger dieses Systems behaupten, eine regierungs fähige Sejmmehrheit sei nicht vorhanden und sie begründen das mit der großen Zahl von Abgeordneten der nicht polnischen Nationen. Nun zeigt ein anderer Nationalitäten staat, nämlich die Tschechoslowakische Republik, daß man sehr gut auch die Minderheitenpölfer mitregieren lassen fann. Berneint man diese Möglichkeit grundsäglich, so verneint man zugleich den auch in der polnischen Verfassung enthaltenen Grundjag der Rechtsgleichheit aller Nationen im Staat. Freilich müßte man mit der Durchführung dieses Grundlages Ernst machen, wollte man die Minderheiten völker zur Mitregierung. gewinnen. Wie eine. Regierungsmehrheit zu bilden ist, wäre nach det Annahme.des Mißtrauensvotums gemäß den Regeln des 24 Parlamentarismus zunächst dem Führer dieser Mehrheit zu überlassen. Scheitert er damit, so hätte Neuwahl des zu überlaffen. Scheitert er damit, so hätte Neuwahl des Barlaments zu erfolgen, natürlich frei von jeder Beeinträch tigung der Werbe- und Wahlfreiheit. Die nächsten Tage werden zeigen, ob man diesen flaren demokratischen Weg gehen will. Wie weit die Zustände von Demokratie entfernt find, zeigen folgende Mitteilungen: Der Terror. Seit Bochen fönnen die Sozialisten in Warschau nicht mehr größere Bersammlungen abhalten, weil die Saalbefizer von den faschistischen Machthabern im Staat und in der Verwaltung der Hauptstadt gezwungen werden, der Opposition ihre Säle zu verweigern. : Die eigentliche Regierung in Polen sind nicht die Minister, sondern mit Pilsudski zusammen einige Offiziere von der meiten Abteilung des Generalstabs, der sogenann ten Defensive, d. h. der Spionageabwehr. Es regiert in wirklichkeit eine Ramarilla, die feinem Menschen und schon gar nicht der Boltsvertretung verantwortlich ist. Wie starb General Zagorffi? Warschau, 7. Dezember. Der Führer der Rationaldemokraten, Profeffor Rybarski, ist der Aufforderung des Justizministers Car nachgekommen und hat der Staatsanwaltschaft heute um 12 Uhr mittags fein Material über die vom Regierungslager bestrittene angebliche Ermordung des Biludsti- Gegners General Zagorski mündlich übermittelt Der Staatsanwalt begab sich darauf zum Justizminister. Friede in Desterreich. Berfaffungskompromiß angenommen.- Bürgerblock sagt: erste Etappe. Wien, 7. Dezember. rascher festigen wird, je früher der gesamte Kompler der innerDer Nationalrat hat nach 8½stündiger Sihung die politischen Fragen gelöst ist. Daraus ergibt sich die Dringlichkeit der Verfassungsreform. Der Bundeskanzler schlcß: Regierung und Verfassungsvorlage der Regierung in der durch die Mehrheitsparteien haben keinen wesentlichen Grund, ihre Grund Beratungen des Unterausschusses und des Verfassungsfäße aufzugeben. Die gemeinsame Arbeit ist im höchsten Maße ein ausschusses vorgelegten Form in zweiter und dritter Friedenswert, von welchem der Saz gilt, daß es Lesung endgültig verabschiedet. Das Ergebnis der Abstimmung nahmen die Mehrheitsparteien mit lebhaftem Beifall auf und ihre Führer beglückwünschten den Bundeskanzler Schober. Der Nationalrat hat nadymittags 2 Uhr vor vollbesetzten Bänken und dichtgefüllten Galerien die zweite Lesung der Verfassungsreform begonnen. Nach dem Berichterstatter verwies Bundeskanzler Schoberzunächst auf die bei der ersten Befung gefennzeichnete feste Absicht, die Ziele der Heimwehrbewegung aus der öffentlichen Erörterung nor das tompetente Barlament zu bringen. Dadurch fei erreicht worden, daß die im September im In- und Auslande mit steigender Erregung und Besorgnis verfolgte politische Lage in Defterreich ohne jebe Crschütterung eine Beruhigung erfahren habe und das Ausland zu der Ueberzeugung gefommen fei, daß Bolt, Parlament und Regierung eine Gefundung ber politischen Berhältnisse auf dem als einzig richtig erfannten legalen Bege kategorisch wünschten. Wenn auch nicht alles, was in der Borlage angestrebt murde, habe erreicht werden können, so sei doch ficher viel Gutes erreicht woren, und die Regierung wünsche im Interesse der ruhigen Entvidung, daß die politische Entwicklung die neuen Formen mit wirklichem Leben erfüllt. Gebot der Stunde sei vor allem, der Not der Landwirtschaft und der Industrie abzuhelfen. Die Regierung werde sich daher mit dem handelspolitischen Gebiete, aber auch mit dem Ausbau der Wasser. träfte und der Gewinnung elettrischer Energie, sowie mit der genauen Abgrenzung der Abgabe des StromüberIchusses an das Ausland beschäftigen. Sie werde eine wirt schaftspolitische und finanzpolitische Attion mit reichhaltigem Bro gramm einleiten, wobei die wirtschaftliche und finanzelle Lage im ganzen untersucht und die Folgerungen auf dem Gebiete des Steuermesens und der Wirtschaftspolitit gezogen merden müssen. Der Bundeskanzler gedachte ferner der Pariser Berhandlungen über die Dstreparationen, deren Ergebnisse hoffnungsvoll seien, über die poraussichtlich erst im Januar im Haag entschieden Ueber die Frage der Anleihe werde er demnächst fprechen. Es ist einleuchtend, jo fuhr Schober fort, daß sich der Auslandstrebit Desterreichs um so starter, aber auch um so merden wird. weder Sieger noch Besiegte geben darf. Möge der wahre Frieden, den Opposition und Mehrheit mit der bevorstehenden Abstimmung dem Lande bringen können, durch die Weihnachtsgloden eingeläutet werden, damit das vielgeplagte Bolk endlich einmal dieses Fest in Ruhe und Frieden feiern und für feine weitere Zukunft erwarten kann, daß wir aus der Unsicher heit der Verhältnisse heraus festen Boden gewinnen, um in nicht allzuferner Zeit durch ungehinderte Arbeit zu wirtschaftlicher Blüte und Wohlstand zu gelangen.( Großer Beifall der Mehrheit.) Abg. Dr. Eister( Soz.): Die Gesamtheit des Hauses fragt sich, wozu dieser ganze Berfassungstampf? Außerhalb des Hauses ist man allgemein überzeugt, daß diese Arbeit nicht so bringlich war. Wenn wir nicht nur passiv mitgewirkt haben, jo liegt der Grund gewiß nicht in der Ueber zengung von einer Notwendigkeit oder Nüßlichkeit dieser Verfassungs. änderungen, sondern meil wir die 3eit des Barlaments nicht eine Sekunde länger als unbedingt notwendig dafür vergeudet sehen wollen. Die Berantwortung dafür, daß in der Zeit der schweren Birt schaftskrise die Bolksvertretung mit dieser Arbeit in Anspruch genommen wurde, hat cusschließlich die Mehrleit zu tragen. Der Berfassungstampf hat durch die ständige Beunruhigung der Bevölkerung die österreichische Wirtschaft in größte un ordnung verfest Gegenüber den Erklärungen der bürgerlichen Parteien, daß es sich bei dieser Berfaffungsreform nur um eine erste Etappe handle, frage ich, ob die Wirtschaft eine zweite Etappe dieses Kampfes überhaupt noch ertagen fönnte. An die für Desterreich unbedingt erforderliche Auslandsanleihe ist angesichts der zweiten Etappe mohl taum zu denken, In der Sigung waren alle 71 Sozialdemokraten anwesend, von den bürgerlichen Frattionen fehlten mehrere Abgeordnete. Die Be ftimmung, daß Wien nicht länger Bundesland bleiben soll. fiel in namentlicher Abstimmung mit 88 gegen 71 Stimmen, da die er forderliche Zweibrittelmehrheit nicht erreicht wurde. Boftichedkonto: Berlin 37 536.- Bankkonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstr. 65. Dt. B. u. Disc.- Ges., Depofitenkaffe Lindenstr 3. Verantwortung! Ein Borwort zur fommenden Finanzdebatte. Am nächsten Donnerstag wird die Reichsregierung im Reichstag die angekündigte Erklärung über die Grundzüge der kommenden Finanzreform abgeben. Die Tage bis dahin mird man reichlich brauchen, um die Debatte und die Ent scheidung des Parlaments vorzubereiten. Am Montag berät das Kabinett, am Dienstag sollen die Parteiführer zusammentreten, die Fraktionen werden beraten, am Donnerstag foll dann die große und schwerwiegende Auseinandersetzung beginnen, am Freitag oder am Sonnabend wird die Entscheidung. fallen. Bekanntlich will die Regierung die Bertrauens frage stellen. Die Antwort fann, wenn sie positiv ausfällt, entweder darin bestehen, daß die Mehrheit der Regierung das Bertrauen wörtlich ausspricht, oder aber auch darin, daß sie die von der Regierung abgegebene Erklärung billigt. 3m allgemeinen sind die Parteien des Deutschen Reichstags eher geneigt, Regierungserflärungen zu billigen als einer Regierung das Vertrauen auszusprechen. glauben nämlich durch die Billigung sich weniger, festzulegen", fich weniger mit der Regierung zu solidarisieren als durch die ausdrückliche Bekundung des Vertrauens. Sie Wenn nun aber die Regierung diesmal die ,, Grundzüge" ihrer Finanzreform darlegt, so wird die Billigung ihrer Erklärung eine Festlegung der Parteien eben auf diese Grundzüge bedeuten. Je weiter also die Erklärung in die Einzelheiten gehen wird, desto schwieriger wird es sein, für sie die Billigung der Parteien zu erhalten. Es handelt sich, rein parlamentarisch- taftisch gesehen. um eine schwierige Operation. Wir glauben, daß sie trotzdem gelingen wirb. Für die zweite Konferenz im Haag, die vor aussichtlich am 3. Januar beginnen wird, braucht man eine verhandlungsfähige, vom Vertrauen des Reichstags getragene Regierung. Um dieser Notwendigkeit zu genügen, muß eine Konkordienformel gefunden werden. * Sollen deshalb die bestehenden Meinungsverschiedenheiten vertuscht werden? Nein, im Gegenteil scheint es uns jet ge= boten, unsere Auffassung mit möglichster Klarheit darzulegen unbefümmert um den Widerspruch, den sie finden wird. Die Sozialdemokratische Partei ist die größte Regierungsparte i. Bei allen Aktionen der Mehrheit steht sie in der Mitte, im Lichtkegel des Scheinwerfers. Für alle Uebelstände die zutagetreten, wird man sie voll verantwortlich machen, auch dort, wo sie in Wirklichkeit nur einen Teil der Verantwortung trägt. feine dauernde Ordnung bringt, die vielleicht umgekehrt ins Gesetzt den Fall, man machte jetzt eine Finanzreform, die Dauerdefizit und ins Chaos führt, so würde die ganze bürgerliche Welt bald darin einig sein, ein solches Ergebnis auf ..sozialdemokratische Mißwirtschaft" zurückzuführen. Es würde uns wenig nügen, wenn wir nachweisen würden, daß wir erst Weg geführt worden sind. von unseren bürgerlichen Koalitionspartnern auf den falschen Finanzreform die Führung nicht aus der Hand nehmen laffen Daraus folgt, daß sich die Sozialdemokratie bei der darf. Gie darf es auch deshalb nicht, weil sie allein in der Lage ist, ohne Rücksicht auf privatwirtschaftliche Sonder wünsche das öffentliche Interesse wahrzunehmen. In dieser Vertretung der öffentlichen, der Staats intereffen darf sie nicht zurückweichen, Konflikten, die sich aus ihr ergeben, darf sie nicht aus dem Wege gehen. Das heißt vor allem: Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion wird Steuerfentungen nur dann zustimmen fönnen, wenn volle Sicherheit dafür gegeben ist, daß das Gleichgewicht im Reichshaushalt aufrechterhalten, richtiger wiederhergestellt wird. Wir stellen uns der Illusion entgegen, als ob die sog.. Doung- Ersparnisse" einfach zur Steuersentung verwendet werden fönnten. Diese Rechnung würde nur dann stimmen, wenn wir schon jahrelang einen auf die Dames- Höchstleistung eingerichteten und ausgeglichenen Reichsetat gehabt hätten. Das war aber bekanntlich nicht der Fall. Würden wir in dem 2,5 milliarden des Dawes- Plans voll zu bezahlen haben, so laufenden Rechnungsjahr und in den folgenden Jahren die würde das Reich mit seinen Einnahmen nicht austommen, sondern es müßte die Steuern erhöhen. Nur die Aussicht, die Differenz zwischen Dames- Plan und Young- Plan sparen zu fönnen, macht es möglich, mit den vorhandenen Mitteln zur Not auszufommen. Es ist sicher richtig, daß die immer wieder zutage tretenden Kaffenschwierigkeiten des Reiches noch kein feiten wären leicht zu beheben, wenn wir einen varfriegsZeichen ungesunder Finanzen sind. Diese Kassenschwierigmäßig normal funktionierenden Geldmar ft hätten. Wher dieser Geldmarkt ist eben nicht vorhanden. und die pinchologischen Wirkungen jeder zutage tretenden Klemme der Reichsfase find einfach verheerend. Darum ist die Sanierung der Raffenlagedaszunächst notwendige. Tritt auf dem Kapitalmarkt teine entscheidende Besserung ein, so Schachts unheilvolle Wirkung. Lm Auslande spricht man von kommender Inflation. Part», 7. Dezembtr. tEigonbericht.) Schacht kann sich beglüSivünschea. Was de» reallionären Radaumachern in Frankreich trotz einer monatelangen Kainpagne. trotz Tordieu und Maginot niemals gelungen war, das Memorandum des Reichsbonkpräsidenten hat es vollbracht! in weiten Kreisen Frankreichs ist heute dos Vertrauen in die Zahlung»� fähigkeit und Kreditwürdigkeit Deutschlands. die der Reichsbankpräsident in eigener Person denunziert hat.« r- schütte rt und es wird wieder monatelanger systematischer Arbeit bedürfen, bis die katastrophal«-» Virkuvgeu der unverantwortlichen Aktion Schachts im Auslände vergessen sind. Vorläufig aber haben noch die ch etzer und ihre Presse das Wert, die die Gelegenheit, sich auf einen authen- tischen Kronzeugen berufen zu können, ausgiebig benutzen. Die„ß l b e- t e" sieht z. B. bereits jetzt die �Seit einer neuen Inflation in Deutschland auftauchen.„Und dann Adieu Aoung- Plan, geschützte und ungeschützt« Annuitäten, Äommerzialilation— andererseits aber auch Adieu Rheinlandräumung, Saarverhandlungen und Liquidationspolitik." Die furchtbaren Wirtungen einer solchen Kampagne werden aber erst klar, wenn bereits, wie es die französische Rechtspress« mit Iubelgeschrei wt, geltend gemacht wird, daß jeder deutsche Dersuch, solche Diskreditierungsattack« zu widerlegen, von vornherein stark an Wirkung verliert— denn, wer wäre kompetenter, so erklärt der negativ eingestellt« Teil des Auslandes, über deutsche Wirts chofts- und Zahlungsfähigkeit vciläßlichere Angaben zu machen, als der Präsident der Deutschen Reichsbank? Glücklicherweife kennt man zum Teil auch in Frankreich die Motiv« der Handlungen Dr. Schachts. Am Sonnabend erklärt z. B. der Lntransigeantch es sei unbegreiflich, warum die Reichsregierung keine direkten Sanktionen gegen Dr. Schacht ergreift, denn jede cheoretische Unabhängigkeit gewiss« hoher Posten Hab« ihr« Grenzen Zugleich erklärt im gldchen Blatt ein französischer Experte, der bei der Ausarbeitung des Joung» Planes bei der Pariser Sochverständigenkonferenz mitgewirkt hatte. Schacht Hab« bereits während der Konferenz wiederholt versucht, den Doung-Pla» zu torpedieren, und wenn ihm dies nicht gelungen sei, so sei dies lediglich seinen Kollegen zu danken. Diese politische Aspiration Schachts auf den höchsten Posten der deutschen Republik hätte ihn zu seinem Bündnis mit chugenb-rg ver-- leitet, es bestehe aber aller Grund, anzunehmen, daß er gleichzeitig sein Spielchen ausgespielt habe, noch ehe seine politische Karriere beginne. Der„I e m p s" erklärt, die Politik über den sachlichen Inhalt des Memorandums Hobe dessen Zweck endgültig demaskiert. Es bestehe heute kein Zweifel mehr darüber, daß mit Hilfe von bewußt falscher Argumentation aus staatlicher Großmannssucht versucht worden war, die Reichsregicrung in einem Augenblick zu stürzen, da die Zukunft des deutschen Volkes von ihren Entfchei» düngen abhängt. Chauvinistenfront gegen O'quidationsbeendigung. Im Gleichklang mit den anderen Hugenbergern verdonnert auch Dr. Schacht das deutsch-polnische Abkommen zur E i n st e l« l u n g der Liquidationen. Da lohnt es, aus der eben geführten Warschauer Sejmdebatte mitzuteilen, daß der Sprecher der chau- vimsti scheu Rationakdemokraten, Abg. Professor Rybarski» dieses Abkommen als«in Zeichen der Schwäch« und unver- ständlichen Nachgiebigkeit gegen üb er Deutschland verdammte! Die Saar-Verhandlungen. Langsame Fortschritte. Paris, 7. Dezember. Heber den Stand der Verhandlungen der Soar-Delega« tion erfährt der Pariser Vertreter des WTB.: Nachdem beide Delegationsfüchrer in der Eröffnungssitzung ihren grundsätz» lichen Standpunkt zur Frage der Rückgliederung des Saargebietes an Deutschland bekanntgegeben haben, sind diese Auf. fassungen noch des näheren in bereits ausgetauschten M e m o r a n. den zum Ausdruck gebracht worden. Di« erste Zusammenkunft de» Ausschüsi« für die Kohlen. frage und für die Handels- undZollfragen hat, abgesehen von grundsätzlichen Verschiedenheiten, in der Veur- teilung de» Ziele» der Verhandlungen, ergeben, daß man zur Einleitung der technischen Verhandlungen über die zahlreichen zur Diskussion stehenden G'nzelprobleme gewisse statistische Unter« lagen benötigt. Dieses Material ist der deutschen Delegation zum Teil zugegangen. Inzwischen wurde die persönliche Fühlungnahme zwischen den Mitgliedern der deutschen und der französischen Dele. gation aufrechterhalten, wodurch ein« weiter« Klärung herbeigeführt werden konnte. Die Vorarbeiten sind nunmehr soweit fort» geschritten, daß für die kommend« Woche mst einem erneu- ten Zusarnn.'.entritt des Zweiten Ausschusses(Handels- und Zollfragen) gerechnet werden kann. Es ist auch wahrscheinlich, daß der Dritt» Unterausschuß(juristisch« Fragen), in dem auf deut- scher Seit« Geheimrat von Friedberg den Vorsitz führt und der bi» jetzt nach nicht tagte, im Lause der kommenden Woche seine erst« Sitzung abhalten wird.■•■l? muß sich das Reich fo rasch wie möglich seine eigenen De- triehzmittclfonds schaffen, einen Polster, der die "ich,'.Manzen vor unerwarteten Stößen schützt. Das kann mir;• reicht werden, wenn u e si c r s 6) ü s s e erzielt werden. ' r brauchen also für die nächsten Jahre chaushaltspläne, die äst nach dem Rezept Reinholds„am Rande des Defizits" emherwan.?». sondern sich von ihm möglichst weit entfernt hol!'!' * Dem alten Grundsatz„Keine Ausgabe ohne Deckung" muß ein zweiter hinzugefügt werden:.Keine Steuer- fsnkung ohne E r s a tz s i n n ah me"! Umbau des Steuersystems soweit dadurch wirtschaftlichen Zwecken gedient ' t, Abbau der Stsucrlost aber erst dann, wenn die Kassen- laze saniert und die Gefahr einer Defizitwirtschast gebannt ist! Sparsamkeit der Ausgabewirtschaft— gewiß!—. Aber Kampf den Scharlatanen, die mit ihren Sparrezepten Hunderte von Millionen aus dem Aermel schütteln. Die Deutsche Republik hatkulturelleundsozialePflich- ten zu erfüllen: dazu braucht sie Geld! Und was. sie. braucht, muß die Regierung herbeischaffen, indem sie an die Steuer- Willigkeit der Volksvertretung und des Volkes appelliert. Die in sozialistischem Geiste geschulten Arbeiter haben langst begriffen, dag aus der Reichskassc nichts herauskommen kann, wenn nichts in sie hineingetan wird. Die Herzöge der Wirt- ichaft sind in ihrer Erkenntnis noch nicht soweit vorgeschritten, sie wollen aus der Kasse herausnehmen, ohne hineinzulegen. DieReichsanstaltfürArbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung muß auf eine feste finanzielle Grundlage gestellt werden. Das ist nur durch Erhöhung der Beiträge möglich— es sei denn, man. entschlösse sich dazu, die Kosten auf Reichskasse zu übernehmen und zwecks ihrer Deckung einen beweglichen Faktor in die Reichscinnahmen einzuschalten. Da dazu, bei den bürgerlichen Parteien keine Neigung bestehen wird, ein Abbau der Leistungen aber völlig indiskutabel ist. müssen die Beiträge erhöht werden. Der gegenwärtige Zustand, bei dem das selber anleihebedürftige Reich der notleidenden Reichsanstalt immer wieder mit Darlehen unter die Arme ' greifen muß, die in die Hundertmillionen gehen, kann nicht länger verantwortet werden. � lieber die Finanzlage des Reiches muß völlig« Klarheit geschaffen werden! Weiß man erst im Volke, wie es damit in Wirklickikeit steht, so wird die Neigung zu vorelligen Steuerexperimenten sehr rasch auf den Nullpunkt sinken. Man oerschone uns mit dem albernen Vorwurf, wir hätten kein Verständnis für die„Wirtschaft". Wir wissen sehr genau, daß der Staat die Privatwirtschaft, die eben immer noch den weitaus größten Teil der Gesamtwirtschaft bildet, pfleglich behandeln muß. Wir wiflen, daß wir unsere Arbeitslosen nur solange über Wasser halten können, als noch genug Arbeitende da sind, die ihnen von ihrem Arbeitsertrag etwas abgeben. Diese Arbeitenden stehen größtenteils in privat kapitalistlichen Betrieben, und können ihren Reallohn nur dann höhertreiben, wenn die Wirtschaftslage günstig ist. Also, mst dem Ammenmärchen, wir wollten die Privat- Wirtschaft in den Zusammenbruch treiben, soll man uns nicht kommen! Was wir zunächst wollen, das ist ein wirtschaftlich ge- sundes und finanzkräftiges Staatswesen, das auch für bi« Privatwirtschaft eine unentbehrlich« Grundlage ist. Eine Katastropd" der Reichsfinanzen müßte automatisch eins Kcsta- itrophe auch der Privatwirtschaft nach sich ziehen. Bor einer jolllien Katastrophe wollen wir das arbeitende Dolk, das am aller st'"'ersten von ihr getroffen würde, durch eine v o r s i ch- tige und verantwortungsbewußte Finanz- reformbehüten! Wir hallen es für unsere Pflicht, in dieser Stunde aus- zusprechen, daß eine Regierung, die sich von den Grundlinien der hier dargelegten Auffassungen entfernen wollte, keine Aussicht hätte, di« Unterstützung der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion zu finden. Gteueraufruf der Nemokraien. Sie machen es sich leicht. Die demokratische Reichstagsfraktion erläßt einen Aufruf, in dem gefordert wird: Senkung der Einkommensteuer. Herauffetzung . der steuerfreien Grenze, Auseinanderziehung des Tarifs, Befestigung . der Gewerbesteuer und der Kapitalertragssteuer, Flächsnertragssteuer sür die Landwirtschast. Zum Ersatz soweit nötig: Erhöhung der Steuern auf entbehrliche Genußmittel. Von der Ausführung dieses Planes versprechen die Demotraten folgendes: Steigerung der Gütererzeugung, des Güterabsatzes, Hebung des Einkommens der Massen, Stärkung des inneren Rlarktes. Beseitigung der Arbestslosigkest, Abhilfe der Kreditnot, Verhinderung der Kapstalslucht— sonst nichts! Wer hätte gedacht, daß es so leicht ist,«in Volk glücklich zu machen? Wenigstens in der Phantasie. Wirklichkeit siehe oben! Keine Ausreden für die Niederlage! Hugenberg-Ausreden zurückgewiesen. Amtlich wird mitgeteilt: In der Presse der Parteien und Ver- bände, die hinter dem Volksbegehren„Freihestsgesetz" standen, ist eine große Anzahl von Fällen zur Sprache gebracht worden, in denen angeblich Behörden oder Amtspersonen gegen die gesetzlichen Bestimmungen verstoßen haben, die den ordnungs- mäßigen Verlauf des Eintragungeverfahrens sicherstellen sollen. Das Reichsministerium des Innern hat in allen diesen Fällen amtlich« Ermittlungen veranlaßt. Die Antworten siegen noch nicht vollzählig, aber doch größtemells vor. Danach hat sich erwiesen, daß die erhobenen Beschwerden in fast allen Fällen unbegründet sind. Wo llnregelmäßigkesten hervorgetreten sind, haben übergeordnete Stellen überall rechtzeitig eingegriffen, entsprechend dem ausdrücklichen Ersuchen, dos das Reichsministerium des Innern bereits in seinein Rundschreiben at die Landesregierungen vom l. Oktober ausgesprochen hotte. Das endgültige Ergebnis des Volksbegehrens. Uiber da? sitzt wirklich letzte und endgültige Ergebnis des Volksbegehrens teilt der R-ichswchllester mst: Für das gesamte Sintragungsgebiet stellt sich hiernach di« Zahl der unzweifelhaft rüstigen Cintrogupgxn aus 4 137 164--- 10,02 Proz. der Zahl der Stimmberechtigten. Die deuisthnaiionale Nebettion. Ausbreiluog im tande. Hilgenberg mobilisiert seinen Parteiapparat. um den Eindruck von Einiglest und Stärke seiner Rumpforganisation zu erwecken. Er läßt«inen Aufruf verbreiten, besten Zweck es ist dte rebellieren- den Abgeordneten in der nationalen Bewegung zu infamieren. Diesen Aufruf Hugenberg» an sein Volk häben 33 von 43 deutschnationalen Landesverbänden unterzeichnet. Es haben sonach 5 Landesverbände die Unterzeichnung glatt verweigert. Unter den unterzeichnenden befinden sich jedoch mehrer«, di« ihr« Zustimmung blanko zu einem Aufruf des Partcioorsitzenden Hugenberg gegeben haben, ohne den Inhalt näher zu kennen. Hugenberg sucht den Eindruck der Ceschlostenheit zu erwecken: wer hinter di« Kulissen blickt, erkennt die Rebellion. In Pommern, der Hochburg der Deutschnationalen. hat sich Hugenberg«ine Niederlag« zugezogen. Auf sein kategorisches Ver- langen, gegen den Abgeordneten Schlange-Schöningen disziplinarisch vorzugehen, hat ihm der Landesverband Pommern eine ebenso kategorische Absage erteilt. Hugenberg hat es eben nicht nur mst den Kräften zu tun. die bereits ausgeschieden sind, sondern zugleich sehr ernsthaft mit der Opposition innerhalb der Deutschnationalen Partei. Von Hugenberg zu Brüning. Oer Weg der Ehrlstftch-Sozialen. In der„Rheinischen Zeitung* unserem Kölner Per teilhast, wird den aus der Hugenberg. Partei Geschiedenen eine Betrachtung gewidmet, der wir einig« allgemein interessierende Absätze entnehmen: „Monarchie und Nationalismus allein haben, in Deutschland keine parteibildend« Kraft mehr. Das ist d>« Ursache des Zerfalls der Deutschnationalen. Die Klügsten der Ausgeschiedenen, Herr Treoiranus oy der Spitze, werden ihren Weg schon suchen. Wir glauben einstweilen nicht, daß er in die sehnsuchtsvoll geöffneten Arme des Volksporteiiers o. Kardorff oder gar der Herren v. Ramner und Scholz führen wird.- Diese Treoiranus und v. Keudell und andere sind kein« N a t i o n a l l i h« ra l« n. keil« Plutolraten. auch kein«, parlamentarischen Routinier». Es sind Männer mit einer Idee: eines christlich. sozialen Iungkooseroativismu». der st« an die Sest« der Zentrum spartet führen muß. Zum Vorsitzenden der Zentrumsfraktion ist soeben der Abg. Dr. B r ü n i n g gewählt worden, einer der jüngeren Abgeordneten seiner Fraktion. Viel. leicht der geistig Gcschlifscnste und parlamentarisch Gewandteste.-! Kein R«thor. kein Heldensänger auf der Reichstogstribüne. Das Zentrmn hat auf solche Aeußerlichketten nie entscheidenden Wert gelegt. War doch der all« Spahn auf drei Schritte Entfernung kaum zu oerstehen. Und doch war der parlamentarisch« Fuck» gefürchtet. Herr Brüning erinnert in seinem stillen Wesen ein wenig an weiland Herrn Peter Spahn: Herr Brüning aber, der neu« groktionsches des Zentrstins, und Herr Treoiranus, sind gemeinsam Herausgeber einer jungkonservatioen Zeitschrift„Deutsche Rund- schau*. Es ist anzunehmen, daß di« beiden Abgeordnete« an weitgesteckte politisch« Ziel« dachten, als ste gemeinsam ihr« jungkonseroativ« Standarte hißten. In diese Zielrichtung fügen sich stilgerecht die Reden ein, di« der Zentrumsführer Sa a s in de» jüngsten Wochen gehalten hat, Herr Koas. der in enger geistiger Verbindung mit Herr» Brüning steht, und domst auch Beziehungen bis zu Herrn Treoiranus hat. Mit Herrn Hugenberg sich zu beschäftigen, wird bald nicht mehr lohnend sein. Die Sozialdemokratie tut gut, mit großer Aufmerksamkest d i« Kräfte zu beobachten, die nicht nur zahlenmäßig, sondern mst großen und leuchtenden Idee» zur Mitte stoßen. Herr Hugenberg tobt gegen uns. Herr Hitler rast. Herr Seldt« paradiert. Die gel st ig« Offensive gegen uns aber bereiten Kaas. Brüning und Treoiranus vor. Sie wollen den großen konservativ. soziale» Blocks der die marxistische Sozialdemokratie überwinden soll... Wen» die Sozialdemokratie sieht, was ist, wird sie richtig zu handeln wissen.* Es sind ja nur Gewerkschastler! Also fort mit Schaden!— Hugenberg sagt: Es geht voran! In der„Pommerschen Tagespost* schreibt Herr o. Ro h r. der pommersche Landbundoorsltzende. über die deutschnational- Sezession: „Die Scheidenden sind in der Hauptsache Gewerkschaft» l e r und solche, die«s mit den Gewerkschaftlern halten. Beim Volksbegehren aber hat sich gezeigt, wie wenig Stimmen die Parte: aus diesem Lager erhall. Gerade dke Gegenden, wo die deutschnationalen Gewerkschajtler ihre angeblich« Anhänger« schaft haben— besonders der Westen— haben beim Volksbegehren völlig oersagt. Also auch hier wird der Schaden, den die Partei erfährt, nicht groß sein. Die letzten in- der Deutschnationalen Partei verbleibenden Gewerkschaftler,' wie zum Beispiel der ehemalige Reichsverkehrx. minister Koch, erjahren auf diese Weise wenigstens einmal beut. lich, welche Wertschätzung sie in ihrer Partei genießen. Herr Hugenberg selbst hat Freitag in Gera ein« Red« gehalten, in der er oersicherte, daß die Partei hinter ihm stehe, und die er mst den stolzen Worten schloß:„Es geht voran!* Genau denselben Eindruck haben wir auch, nur. über die Frage, wer vorangeht' und wo h in. er vorangeht, dürfte es kleine Meinung?» Verschiedenheiten geben. Morgen sind in Thüringen Landtags», in Bayern Gemeindewahlen: da wird man ja'wieder einmal sehen, wie und wohin die Deutschnational« Partei marschiert. ! Der Reichsbankpröfldeut Schacht ist gestern durch einen Druck- fehler bereist» zum„Reichspräsidenlev* befördert ward:». Wir machen darauf aufmerksam, daß di.se Aeförderuiig den. Wünschen und Hoffnungen des Herrn Schacht zumindest vorauseilt. Frauenwahlrechl in der Türkei- Die türkische Nationalversamm. lung hat in zweiter Lesung den Gesetzentwurf angenommen, d» den grauen das Wahlrecht gibt. ... Zustlwmung de-, preußischen Llaolsrals zum Etal. Der pr«,,- tzilchs«tamsrat stimmte in seiner gestrigen Sitzung dem Etat sür 1930 zu. Am Dienstag wird auch der Preußische Landtag die erste Lesung des Etat» vornehmen. Giaaisgenchishos für Kirche. OaS kanb Arsonschveig sott zahlen. Leipzig. 7. Dezember. Im LraunIchweiger Airchenstreit Hot der Staats- g-richtshof für dos Deutsche Reich folgende Entschfießung qo iällt, die der Vorsitzende, Reichzgerichtspräsident Dr. Lumke, heut« abend um 8 Uhr verkündet«: Das Land Braunschweig ist verpflichtet, für die Zeit vor» 1 April lS?5 an unter Anrechnung der für diese Zeit von ihm be- reit? bezahlten Beträge als Staatszufchüsl« für die im Dien st e der Landeskirche befindlich gewesenen oder befind- üchen höchstens 23! Geistlichen(einschließlich Lollabaratoren) des Landes Braunschweig, mit Ausnahm« der Stadt Vrounschmeig, einen Betrag in Reichsmark zu zahlen, der ziffernmäßig aleich ist einem Drittel der Markbeträg«. die diese Geistlichen auf Grund der braunschweigischen Landes- und Kirchengesetze vom 28. Juni 1902 uiÄ, vom 27. März 19!! zustehen wurden. Diese Zuschüsse sind für Geistliche nicht zu zahlen, deren Pfründe— Ginkommen— ihren noch den vorstehenden Gesetzen errechneten Bezügen in Reichsmark zum mindesten gleich- kommen. Unberührt bleiben die Verpflichtungen der Landeskirch« Hinsicht- sich des Pfarrbesoldungsfonds. Mit ihrer Mehrforderung— diese bezog sich namentlich auf Nachzahlungen vom 1. Dezember 1923 bis 30. November 1927— wird die Landeskirche abgewiesen. * Die Vertreter der Landeskirche«klärten vor dem Staats- michtsbof. daß die Pastoren in Braunschweig hungerten, und wer lungere, könne nicht warten. Die Finanzlag« der Kirchen in Braunschweig sei mit einer Schuldenlast von 178 000 Mark traurig. In den Jahren von 1924 bis 1928 seien durchschnittlich etwa 2 0 00 Leute jährlich ausgetreten. Diese seien jedoch nicht allein Freitenker, Kommunisten usw., sondern auch gebildet«. lupitalkröftige Personen. Die Abwanderung aus der Kirche würde immer größer, weil die Bevölkerung nicht ausreichend geistlich versorgt werden könnte. Es ging« in diesem Prozeß für die Bmmschweigische Landeskirche um Sein oder N i ch t s e i N. Der braunschweigische Ministerpräsident Jasper erwiderte den kirchlichen Vertretern, daß doch alle diese Vorhaltungen der Gegenpartei nicht mit diesem Prozeß in Einklang zu bringen seien. Wenn in der Bevölkerung kein Interesse für die Kirche vorhanden sei. dann müsse sie dafür sorgen, daß ein entsprechend« Personalabbau stattfinde. Die Kirch« könne nicht auf ihrem Pastorenbestand bestehen bleiben, wenn es für diesen keine Verwendungsmöglichkeiten mehr gebe. Guie Arbeit in Eydikuhne«. Reichliche Seireuuog der Flüchtlinge. 3» Rote Krsuzschwestern. S«erzte und V Sanität« betreuen tn Eydtkuhnen die ankommenden Deutschrussen. Als mit dem vierten Transport SO Krank« angekündigt waren, was sich«feullcher- weise nachher als irrig herausstellte, beorderte Major Landrock. Polizeidezernent bei d« Regierung Gumbinnen. sofort SO Deuten und ISO Decken vom Schupokommando Jnsterburg nach Eydtkuhnen; -sie waren im' Nachttranport in zwei Stunden zur Stelle. Der "Prozentsatz der Kranken in den Transporten ist kaum nennenswert. Es handelt sich um wenige von Masern und Keuchhusten behaftet« Kind« und um ewig« Wöchnerinnen. Kanossa im Kreml. Wie die Rechtsler büßen sol'en. Moskau. 7. Dezember.(Ost-Expreß.) Di« Beröffentüchtung der Unterwerfung von Rykow. Bucharin Xauiski hat die üblichen Kundgebungen einet ganzen Reih« Provinz. Organisationen her Part« hervorgerufen. Darin wird mnner wieder oerlangt, daß die..Zurückgekehrten' immnchr durch die Tat die Echtheit ihr« Reu« und Bekehrung beweisen sollen. Die Partei. zelle der Garnison Odessa d« Roten Arm« verlangt, daß die Gemäß. regellen sich durch Enthüllungen über die Rechisopposition „aktio zeigen sollen'. Di« bisherigen Führer der Rechtsopposition sollen also gegen ihre Freunde von gestern Material liefern. Gefahr für Nanking. Twpptmmfstanl» gegen den Viktator. Schanghai, 7. Dezember.(Reuter.) Jivfolge der Ausbreitung der Aufstandsbewegung wird die Lage der Nankingregierung heikel. Die Wirkung der Kundgebung Tichanahsueliangs, Fengjuhflangs und anderer General«, in d« der Rücktritt Tf�iangkaifchek« gefordert wird, äußerte sich hcu'e darin, daß drei Regiment« der bei Tschangtfchou, etwa 100 Kilometer östlich von Nanking an der nach Schanghai führenden Bahnlinie stehenden Truppen gemeutert haben. Die Aufrühr« durchschnitten die Tclephonleitungen zwischen Schanghai und Nam kina auch der Zugverkehr wurde«ingestellt, da man befürchtet. daß' di« bei JukaU stehenden Ausständischen die Bahn angreifen werden. Eine Meldung aus Tschangtfchou besagt, daß morgen«in britisches Kriegsschiff von dort nach Nanking abfahren werde um die Frauen und Kinder der britischen Kolonie in Nanking cn Bord zu nehmen. Aus Hankau wird berichtet, daß wfolge d« Unruhe die Kundgebun? der Generale dort das Krieg-recht v«r. kündet worden sei. Alle chinestschen Dampfer seien be schlag- nahmt worden, um Truppen nach Nanking zu bringen. Tschionglaischek abgetreten. Xsch.analaischef'st als Präsident der chinesischen Republik zu- r ü ck g e t r« t e n. Cr wurde vorläufig durch den Dorfitzenden des Vollzugsausschusses Tangjenkai ersetzt. Gklareks Konkursmasse. 3n Berlin verschleudert- in Waren geklaut? Waren(Mecklenurg). 7. Dezember In ,w« der letzten Nächte drangen Dieb« w die Skloreksche Jagdvilla w Waren und stahlen hauptsächlich das Silber- aerat. dam, eine Menge Wolldecken, vtelleicht auch Gemälde. lieber den Umfang des Diebstahls läßt sich noch nichts feststellen, da ein Gesamtverzeichnis der mit Beschlag belegten Einrichtung nur der Kowrolloerwaller in Berlin in Händen hat. Di« Villa war seit dem 1. November vereiiisamt, da Förster und Hausmeist« entlassen waren. Infolgedessen läßt sich auch nicht genau fessstellen, wann der Diebstahl begangen wurde. Entdeckt wurde der(Einbruch am Sommbend iwchmsttng_____ Krau Fabrikant pinke kaust für die Armen. ..packen Sie mir die enkzückmden Sachen hier da. Fräulein, ich brauche sie für eine Veihnochisbescherung der Armen.' «Etwas viel Geld, selbst für mich, aber was tut mau nicht für die Wohltätigkeit! Ihr Hausdiener kana mir die Sachen tragen.' ..Auch da» find Sache», die meine Arme« wohl werden gebrauchen können.' � «Hier kommen die neuen Sachen, Minna, stellen Sie die Pakete in» Büfett für unsere weihnachlsbeschernug. Und das a l l e Z e u g hier, das ich gestern dafür ausrangiert habe, tragen Sie auf die weihnachlsbeschernug des wohllällgkeitsvereias.' Die neuen Minister in Prag. Drei tschechische und ei« deutscher(Sozialdemokrat im Kabinett. Prag. 7. Dezember. Das neue Kabinett fehl sich ml« folgt zusammen: Aliuisterpräsidiunu Udrzcll(Tsch Agr.). Inneres: Slavik(Tsch. Agr.), Aeußercs: Dr. Venesch(Tsch. Ztalsoz.). Flmmzen: Dr. Englisch(Fachmann). Ackerbau: prolac(Tsch. Agr.), Justiz: Dr. Meißner(Tsch. Soz). llnketrichli V«. Derer.(Tsch. Soz.). Ernährung: Lechyue(Tsch Soz.). Fürsorge: Dr. Ezech(venlfcher Soz.), Gesundheit: AeüuersUäksprosehar Dr. SMa(Deutscher Agr.), Post: Dr. Franke-(Tsch. Zlassoz.), Oefsenlllchi- Arbeiten: Ingenieur Vostalek(Tsch kach. Dp.). Rechteangletchung: Schräme!(Tsch kach. Dp.). Verteidigung: Dischkovsky(Tsch Agr.). Handel: Matouschet(Tsch Haldem.). Eisenbahn: Ml ach(Tsch Gewerbep.). Dr. E z e ch, d««ste deutsche sozialdemokratisch« Minister in d« Tschechoslowakei, steht im 60. Ccfaenssaht.(am In jungen Jahren zur Arbeiterbewegung, war schon lange vor dem Kriege Vorsitzeuder der Mährischen Laudespariei und wurde nach dem Tode Selig«» 1920 Vorsitzender der Vartei, deren Vertreter er auch tu der Exekutiv« der Sozialistischen Arbetter-Inkernattonale ist. Dem Prag« Abgeordnetenhaus gehört Ezech fett dem Jahr« 1SZ0 an. Dem Parlament wird sich die neue Regierung am 12. Dezember vorstellen. Die neue Regierung enthüll zum Unterschied von der vorigen olle tschechischen Parteien tnll Ausnahme der Kommunisten. die Slowaken aber nicht mehr. Der Hauptunter- schied ist die. Teilnahme der Sozialdemokraten. Unsere Ische- chische» Genossen haben sell der Existenz des Staates den meisten Regierungen angehört: die Niederlage des Bürger- blocks bei der Neuwahl hat die Sozialisten wieder in die Regierung gebracht. Zum ersten Male aber ist die deutsche Sozialdemo- kratie in d« Regierung der tschechoslowakischen Republik vertreten: unier lieber Freund Dr. Ludwig Ezech hat als Vorsitzender der Partei das Ministeramt angetreten. Er und die Partei werden das nicht getan haben, ahne zu wissen. daß sie damit der deutschen Arbeiterklasse in diesem Staate dienen. Ohne die deutschen Sozialdemokraten wären die tschechi- schen nicht in die Regierung eingetreten. Das enge Zusammenwirken der beiden Bruderparteien in der Zeit des übernationalen Bürgerblocks hat darin seine wirksame Fprt- setzung gefunden, und in ihm liegt die Gewißhell des Fort- schreitens des Proletariats in dem uns benachbarten Biel- völkerstaat zu stets größerem Einfluß. £,6*n Blum und die Koalitiouspolttik. Eine Richtigflettvng. In unserer gestrigen Morgenausgabe veröffentlichten wir einen uns aus Paris telephomsch Übermittellen Auszug aus dar Frettagnumm« des„P a p u l a l r«', die im weseittlichen der Diskussion üb« das Koalitionsproblem gewidmet war. Wir setzten natürlich voraus, daß die Zttate wenn nicht wörtlich, so doch mindestens sinngemäß richtig wiedergegeben waren. Deshalb muß- ten wir gegen die uns gemeldete Aeußerung Blums, wonach Koa- littonspolitik einen„Verrat des Klaslevkampfes und der reoolutw- nären Aufgaben' bedeute, entschieden Einspruch erheben. Aus d« inzwischen«ngetroffenen Originalnmnmer des„Popu- lettre' konnten wir zu unserem Erstaunen sessstellen. daß jene Wort« in dem Artikel uon Blum garnicht vorkommen. Es handell sich um eine ebenso überflüssige wie»»zulässige Erläuterung durch den Berichterstatter. Blum warnt in seinem Artikel vor einer zur Gewohnheit werdenden Koalitionepolllik..die die Partei ihres Daseinszweckes berauben würde'. Es mag zwar zutreffen, daß er damit den reooluttonären Älassenkainpf meint, da er und feine engeren Freund« die Auffassung wieder- Holl geäußert haben, daß Koalillonspolitit und Klassenkampf gegen- sätzliche Begriffe stnd— eine Auffassung, deren Richtigkell wir ent- schieden bestrellen—. ober in diesem Artikel steht es nun einmal nicht ausgesprochen. Und deshalb sst es ein« Pflicht der Loyalität gegenüber unseren französischen Genossen, den Tatbestand richtig- zustellen und unsere scharfe Erwiderung in diesem Falle für gegen- stqndslos zu erklären. Staatliches Schiller-Theater. Neueinstudierung:„Kabale und Liebe'. Eine Vorstellung sozusagen aus dem Theaternmseum. Der Regisseur Leopold Lindtberg wollte wahrscheinlich zeigen, wie man früher mal Theater gespiell hat. Den Geschmack de» Publikum» hat er damit offenbar getrosten. Außerordentlich stürmischer Set» fall.... �.»gr. Eine Wiedergutmachung. Litauische Spitzelmache abgetan. Kowno. 7. Dezenib«.(Ost-Expreß.) Woldemara» wollte die lttauische sozialdemokratisch« Partei ver- bieten. Dieses Verbot gründete sich auf Dokumente, welche die Polizei im Parteilokal..gefunden' haben wollte, während der Partei- oorstand behauptet, daß dieses Material von der Polizei esst in das Haus geschafft worden sei. Der Parteisekretär G o l« n i s und einige andere Parteimitglieder wurden damals knegsgenchtlich zu langen Freiheitsstrafen verurteill, ebenfalls auf Grund dieses Mate. rials, aus welchsm das Offiziersgericht den Beweis für einen Zu- fammenhang mit den regierungsfeindlichen Emigranten als erbracht «sah. Die Partei hat gegen das Verbot eine Beschwerde erhoben. der mm. nach dem Sturz des Woldeinaras, vor dem Krcisgericht in Kowno stattgegeben wurde. Das Gericht befand das umstrittene Material für n i ch t beweiskräftig genug, um ein Derbst der Partei zu rechtfertigen. Lt. G. A. greift in Haiii ein. AmeHkavifche Marineinfanterie gelandet. washlugtou. 7. DezemÄsr. Wie au? Port-auePrince gemeldet wird, wurden bei 7>'n gestrigen Zusammenstößen mehrere ameritanische Staatsongr hörige von Manifestanten schwer»«letzt. Zahlreiche Führ« der Streik- bewegung wurden verhaftet. Abteilungen her amerikanischen Infant«!« sind gelandet worden und well«« Truppentrans- porte werden«wartet. Aus Norfolk wird berichtet, daß das Flaggfchiss.Wright' einen Befehl erhalten hat. Heine ein« Mtei- llmg Marinesoldaten an Bord zu nehmen und in See zu gehen. Die Lage auf Haiti, wo bekanntlich der Belcigerunzszustai-d oerhängt wurde, ist noch«in« Mitteilung de». Staatssekretärs Stirn- son außerordentlich ernst. Gewisse politische Kresse, so«klärte der Staatssekretär, hätten die gespannte Lage vor den Wahlen aus Hallt pt«wer heftigen cmäamerikansschen Propaganda benutzt. • Die Sflaref- Untersuchung. Die Stadträte Wege und Neuendorff sagen aus. Im weiteren Berlauf der Sigung des Stlaret Ausschusses wurde am Sonnabend als Zeuge Stadtrat a. D. Wege( Dnat.) vernommen. Er gibt an, daß er während seines Urlaubs im Jahre 1927 ben Stadtfämmerer vertreten hat und in dieser Zeit ein Schreiben von den Stlarefs um Gewährung eines Kredits bekommen habe. Er habe die Kreditgewährung abgelehnt und das Gesuch zu den Akten geschrieben. Es sei dann noch ein zweites Schreiben von den Sflarets gelommen, in dem die Stlarefs ihr Gesuch um einen Darlehnstredit damit begründeten, daß sie durch die lebernahme der RBG. geschädigt seien. Er habe diefes Schreiben bis zur Rüdtehr des Kämmerers liegen gelassen und diesem gegenüber geäußert: Benn das wahr ist, müßten die Sflarets den Kredit bekommen, denn was recht ist, muß recht bleiben." Stadtrat Gäbel habe er als einen durchaus anständigen Menschen termen gelernt, der das größte Bertrauen genossen habe, der ein guter Kamerad gewesen fei und auf deffen Bort man sich verlassen tonnte. Als im Magistratsausschuß die Angelegenheit geprüft wurde, set Gabel, auf deffen Redlichteit man sich verlassen habe, für den Kredit eingetreten. Er der Zeuge, habe die KVG. befämpft, aber nicht aus politischen Gründen. Aber man sei damals heilfroh gewesen, daß die Sflarefs die völlig verfahrene KVG. mit bean ganzen Soll und haben übernommen hatten. Auf die Frage, ob es nicht Pflicht des zuständigen Dezernenten gewesen wäre, sich eingehend um die Sache zu kümmern, gibt der gemesen wäre, sich eingehend um die Sache zu fümmern, gibt der Beuge an, daß man nicht vergeffen dürfe, daß der Magistrat in jener Zeit mit Arbeiten überhäuft gewesen sei. Was den Magistrats mitgliedern damals zugemutet worden ist, wäre über das Menschenmögliche hinausgegangen. Es habe sich doch darum gehandelt, bei Reubildung der zwanzig Bezirle eine, vällig zermürbte Stadt neu aufzubauen. Beiter befundet der Beuge, daß er persönlich es nicht für nötig gehalten hat, über den Darlehnsvertrag eine StadtverordnetenDor lage zu machen. Wie er seinerzeit die erste Forderung der Stlarets im Dezernatsmege abgelehnt habe, mdr es feiner Meinung nach auch richtig, die Bewilligung der Kredite im Dezernaiswege zu erlebigen. Als nächster Zeuge erläutert Stadtrat Neuendorff( Bezirksamt Mitte) an Hand eines Lageplanes die Berhandlungen mit den Stlarets, die zum Bertauf der Grundstüde Romman dantenstraße 80/81 führen follten. Er habe mit den Stlarets einen dauernden Krieg führen müssen, weil diesen die Miete zu hoch gewesen sei. Dann hätten sie sich immer darauf berufen, daß sie affein für 380 000 Mart Ein- und Umbauten vorgenommen hätten und daß ihnen deshalb die Stadt beim Verkauf der Grundstücke weitgehend entgegenkommen müsse. Er habe 18 000 Mart pro Quadratrufe gefordert, sei aber bereit gewesen, auf 14 000 refp. auf 12 000 mart herabzugehen. Dagegen hätten die Strets 5700 und dann 8000 Mart geboten. Man fei nicht einig geworden, später habe sich Bürgermeister Schneider ein. ge fchaltet, und schließlich sei ohne ihn der Magistrat zu einer Preisfestlegung von 10 300 Mart gefommen. Bürgermeister Schneider sei bei den Mietstreitigkeiten zuerst auf seiner Seite gewesen. Da die Sklarets die Miete unpünktlich zahlten, habe er wiederholt Zahlungsbefehle erlassen müssen, und in einem Falle sei Schneider sogar für Klage gewesen. Jm Herbst 1927 fei in Schneiders Verhalten plötzlich eine Wandlung eingetreten. Er fei bereit gewesen, den Stlarets in der Mietfrage entgegenzufommen und habe ihn vergeblich veranlaffen wollen, die Miete von 72 000 Mart auf 36 000 Mart herabzusetzen. daß er sie eingeladen habe, um in feiner Privatwohnung mit ihnen Der Zeuge protestiert dann gegen die Behauptung der Stfarets, über ein Batent zu verhandeln. Die Sflarefs hätten sich vielmehr felbst angeboten, zu ihm in die Wohnung zu femmen, um mit ihm über die Miete zu verhandeln. Dabei hätten die Sflarets ihm auch angeboten, sich finanziell an der Auswertung feines Batentes zu beteiligen. Das habe er abgelehnt. Der Zeuge erklärt noch, daß er Schneider gewarnt habe, er folle im Berkehr mit Leuten wie Stlarefs vorsichtig sein. Er hätte aber als Antwort befommen, daß es sich um durchaus anständige Kaufleute handele. Durch eine Besichtigung habe er feftgestellt, daß die Angaben über die Höhe der Unkosten wegen Geschäftsumbauten mit 380 000 Mart viel zu hoch gewesen sind, fondern höchstens 60 000 bis 80 000 Marf betragen haben können. Ueber die Grundstücksverhandlungen befragt, äußert der Zeuge, daß im fpäteren Stadium Schneider die Berhandlungen geführt und ihn nur zugezogen habe. Er sei dabei sehr für ein Entgegenkommen an die Stlarefs gewesen. Bon ben Berhandlungen im Magiftrat darüber habe er feine Rennt nis. Den festgelegten Preis von 10 300 Mart habe er für zu niedrig gehalten. Als die Sache an das Bezirksamt Mitte zurüdtam, war er auf Urlaub, nach seiner Rückkehr habe er gebremst und schließlich habe die Aufdeckung der Affäre den Abschluß des Verkaufs illusorisch gemacht. Die Anschuldigungen gegen den Oberbürgermeister, daß er zugunsten der Sklareks die Verhandlungen über den Grundstückstauf geführt habe, seien auf eine falsche Wiedergabe einer Aeußerung in deutschnationalen Wahlversammlungen zurüazuführen. Tatsächlich habe aber so etwas wie ein Ausschuß unter dem Borsiz des Oberbürgermeisters über die Angelegenheit beraten. Diesem Ausschuß haben u. a. angehört Stadtrat Benede( D. Vp.), Stadtrat 3ange meister( D. Bp.) und Stadtverordneter Rosenthal ( Dem.). Präzise Fragen des Abg. Riedel( Dem.), ob der Zeuge mit Leo Sklaret im Admiralsbad Sekt getrunken hat oder mit ihm im Rafadu oder in der Libelle gewesen ist, verneint dieser ganz energijo. Beitere Fragen des Abg. Drügemüller( Soz.) über die Mietverträge der Stlarets beanstandet Abg. Obuch( Komm.) als nicht zur Sache gehörig und weil damit viel zu viel foftbare Zeit verloren geht. Demgegenüber weist Abg. Harnisch( Soz.) darauf hin, daß bisher der Ausschuß von nichts mehr aufgehalten worden ist als durch überflüffige Fragen des Abg. Obuch. Es gehöre durchaus zum Thema Mißwirtschaft, ob durch zu niedrige Mietfestsezung die Stadt oder durch zu hohe Festsetzung die Bürger geschädigt sind. Abg. Drügemüller( E03.) erinnert daran, daß die Erörterung der Mietverträge insofern unmittelbar zum Thema gehört, als die wurde, daß die Sklarets durch zu hohe Mieten und erhebliche Berlängerung der Verträge durch Stadtrat Gäbel damit begründet Investitionen überlastet seien. Hier müsse festgestellt werden, ob dabei Stadtrat Gäbel gelogen hat.. Stadtrat Neuendorff befundet hierauf, daß die Stlarets bei ihm die Miete wegen der hohen Investitionen herabdrüden wollten. Die nächste Sigung findet am Montag 1 Uhr statt. Es sollen die Mitglieder des Kreditausschusses Bunge, Mühlmann und Rosenthal vernommen werden. ( Gewerkschaftliches siche 4. Beilage.) Berantwortlich für Politik: Dr. Curt Geyer: Wirtschaft: G., Klingelhöfer; Gewerkschaftsbewegung: 3. Steiner; Feuilleton: A. S. Döscher; Lokales und Sonstiges. Frik Raritädt: Anzeigen: Th. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Formärts.Berlag G. m b. S.. Berlin Drud: Borwärts- Buchdrudcret und Berlaasanstalt Baul Singer u. Co., Berlin SB. 68, Lindenstraße 8. Sieran 6 Beilagen Unterhalung und Wissen"," Blid in die Bücherwelt" Groner Weihnachts- Verkauf MUTTER1 Eure Kinder spielen während des Einkaufs unter Aufsicht staatlich geprüfter Kindergärtnerinnen in der N. J. KINDERSTUBE! Besuchstasche aus Walroß- Mouton, mit Metallverschluß, moderne Farben, 24 cm lang 7.90 Verlangen Sie kostenlose Zusendung der illustrierten Geschenk- Preisliste! 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Glasschrank 1950 und Metallplatte, 60 cm Stubenhandtuch Halbleihen, 48/100 cm Küchenhandtuch Reinleinen, weiß, 48/100 cm - Frottierhandtuch weiß Jacquard, mit indanthren Kanten, 50/110 em 3 Serien: PREISWERTE DAMEN WASCHE Taghemd mit Stickerel- Ansatz und Mothy Hemdhose mit Einsatz, Klöppelspitze mit Motiv Schlafanzug gestreifter Flanell, vorzügliche Qualität, einfarbige Aufschläge, fesche Form 275 275 825 Nachthemd Bubiform, breiter Stickerel- Ansatz Nachthemd Batist, in moder 50 459 Farben, handgestickt. 650 Handhohlsaum und Tüllblenden Hemdhose reinseidener Crêpe de 975 Chine, mit Tüllmotiv WIRK UND STRICKWAREN Schutz- Schlüpfer für Damen, Baumwolle, hellfarbig 085 Damen- Hemdhosen 135 Windelform; weiß oder rosa Damen- Schlüpfer Kunstseide, mit gerauhtem Futter Damen- Strümpfe echt Mako, starke Qualität 2.50 145 Beinkeider für Herren, echt Mako, 6 Größen Strickwesten 245 für Damen und Herren, 275 erstklassiges Fabrikat Kinder- Sweater reinwollenes, vorzügliches Stuttgarter Fabrikat, Größe 0-7 6.90 PREISWERTE BETTWÄSCHE Uberlaken Linon, mit reicher Hohlsaumverzierung, 150/260 cm Kissenbezug 085 085 125 aus kräftigem Daulas, HALBSTORES hochwertige Qualitäten zum Aussuchen SERIEI SERIE II SERIE III 475 11.- 15.passend, 80/80 cm Laken 146/225 cm Linon- Garnitur 1 875 Deckbettbezug, 130/200, 325 525 HERRENKLEIDUNG Sakko- Anzug aus karierten Cheviotstoffen, neueste Form Winter- Ulster moderne Farben und Muster, zwelreihige Form Ski- Anzug aus Imprägniertem marine Melton, Norweger Blusenform 68.68.39.le 1 Kissenbezug, glatt und reich bestickt, 80/80 cm zusammen Damast- Garnitur 1 Deckbettbezug, 130/200 cm 2 Kissenbezüge, 80/20 cm, bewährte Qualität, zusammen 11.1650 HERRENWÄSCHE Oberhemd aus farbigem Popeline, 590 mit passendem Kragen Oberhemd weiß, aus durchgehend go. 625 mustertem Popeline Nachthemd Geisha form oder mit Kragen, 350 115 em lang, indanthren Besätze N- ISRAEL 4 of Rr. 575 46. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts RATE 1: RATE 2 賽 Sonntag, 8. Dezember 1929 er Weihnachtsman auf Raten Es hat eine Zeit gegeben, in der es eine große Schande mar, menn jemand auf 2 bzahlung" faufte. Das durfte die Nach barschaft um Gottes willen nicht erfahren, man wäre ja sonst um Ehre und Reputation gekommen! Es war nämlich eine ausgemachte Sache, daß nur ganz unsolide Leute" beim 2lbzahler" fouften oder Menschen, denen dos Messer schon an der Kehle saß! Man muß zugeben, daß dieses Vorurteil gegen Kreditnehmer wie gegen Kreditgeber damals nicht ganz unberechtigt mar, denn natürlich friegte die neue Brandje damals nicht immer die solidesten Leute zu Kunden. Denn tauditen einige große Abzahlfirmen auf, die die ersten wilten Zeiten siegreich durchgehalten hatten und auf Grund ihrer Erfahrungen das Kreditgeschäft fanierten, doch die große Masse der Kunden hatte vor dem Abzahlungsgeschäft auch dann noch eine Scheu. Aber dann kam der Krieg, die Inflation, der große Abbau der Gehälter, die ständig steigenden Lebenshaltungskosten und mag man nun noch so fest davon überzeugt sein, daß es tein noltswirtschaftlich gesunder Zustand ist, wenn die große Masse die Rauffraft fommender Monate im voraus verausgabt! Jetzt murde der Kreditlauf eine Notwendigkeit für viele Menschen, die fonst gezmungen gewesen wären, auf jeden Kauf von Qualitätsmare überhaupt zu verzichten. mun. Kartothef der Stotterer. Schon in der Wandlung, die das Abzahlungswesen im Sprachgebrauch durchgemacht hat, zeigt es sich, mie sehr seine Popularität gemachsen ist. Zuerst taufte man auf 2 bzahlung und genierte sich daroh non Herzen. Dann taujte man auf Kredit" und bilhete sich beinah mas darauf ein, denn man wußte doch, daß nicht jo ohne weiteres all und jedem Kredit eingeräumt murde. Und nun hot fast jeder schon mal auf Teilstrede" gekauft und seinen Rest möglicft ,, a bgeft attert, ohne mit der Zunge anzustoßen". Denn außer den eigentlichen Abzahlungsgefchäffen oder den Organisationen, die sich auf bestimmte Käufertreise( Angestellte und Beamte) befchränken, gibt jetzt auch eine große Reihe von Spezialgeschäffen Kredit. Für diese wurde nun eine ganz eigenartige Organisation geschaffen: Die Schufa"( die Schuhgemeinschaft für Abfagfinanzierung, der jetzt über 300 Berliner Firmen angeschlossen find). Für jeden Kunden, der einmal bei einer dieser Firmen etwas faufte, liegt nun in der Kartothet der„ Schufa" eine Karte: Da steht sein Geburtstag drauf, seine Arbeitsstelle und ob er ledig oder verheiratet ist. Dann kommt der Kredit, den er genommen hat, auch, ob und mit wieviel Raten er ihn abgedeckt hat. Und dann ist da noch ein Feld für besondere Bemerkungen". Da steht nun bei den unsicheren Kantonisten, mann und wie oft sie den Offenbarungseid geleistet haben, ob zur Ableistung eines 16] Damais Roman Von Manteilbut Offenbarungseides schon mal ein Haftbefehl gegen sie erlassen murde oder ob eine Firma nur mit Hilfe eines Zahlungsbefehls ihr Geld bekommen konnte. Der Offenbarungseid macht die weitere Kreditgewährung unmöglich, und auch bei den Kunden, die es prinzipiell auf einen Zahlungsbefehl ankommen lassen, wird sich die treditgebende Firma wohl sehr vorsehen, denn fein Geschäft erläßt sogleich bei der Verzögerung einer Rate den Zahlungsbefehl: Man sucht sich immer mit dem Kunden gütlich zu einigen, stundet bei Krankheit oder Berlust der Arbeit lieber mal eine Rate oder setzt die monatliche Abzahlung herunter; erst wenn alles nichts mehr hilft, geht der Zahlungsbefehl las. Die Schufa" arbeitet vor allem mit dem Amtsgerichtsmaterial, verfolgt das konkursverzeichnis, das Güterrechtsregiffer, die Bergleichsverfahren wie das Schuldnerverzeichnis; außerdem sind ihre Mitglieder gehalten, ihr alle ihre Er fahrungen in bezug auf Klagen, Zahlungsbefehle und dergleichen mitzuteilen. Aber ihre Funktion ist mit der Registrierung der foulen Schuldner noch nicht erschöpft: Auch alle guten und braven Leute haben hier ihr Kärtchen, und das ist die andere Seite ihrer Tätigkeit. Sie soll nämlich den Kreditnehmer vor Ueberschuldung und leichtsinnigem Kauf schützen. Denn die frebitgebenden Firmen haben ja durchaus ein Interesse daran, den Kunden solvent zu erhalten. Wenn nach der Kartei 3. B. festgestellt werden kann, daß sich jemand schon bis zu einer bei seinem Einkommen gerade nach erschwinglichen Höhe auf Ratenzahlungen festgelegt hat und er bei einer der angeschlossenen Firmen einen neuen Kreditantrag stellt, dann wird er, wenn er nicht nachweisen fann, daß. fich feine Einkommensverhältnisse seitdem erheblich gebessert haben, höflichst gebeten, mit dem neuen Einkauf vielleicht doch bis zur Abdeckung feines alten Kredits zu marten. 3ff dagegen der alte Kredit claff abgedect worden, so gilt der Kunde ohne weiteres als auf für die gleiche Summe zu den gleichen Bedingungen, er braucht nicht nochmalige Referenzen. Es laufen täglich an 2000 2n= fragen der angefchtofferen Firmen ein die meisten telephonisch Ja, zu zehn der größten Geschäfte bestehen hier Spezialleitun qen, aber auch auf den anderen douert die Erledigung einer solchen Auskunft nicht fünf Minuten, der Kunde merft oft gar nicht, daß noch während seiner Verhandlung mit dem Verkäufer über ihn Auskunft eingeholt mird; die Sache fostet für die Firma ganze 25 Pf. und fonn fie doch oft vor einem Schoden bewahren, der in Sie Tausende gehen fann. Die ABC Branche. Aber neben den anderthalb Millionen Berlinern, die in der Echufatartottet steden, gibt es nach eine große Anzahl, die den schaft war hügelig, von einem Fluß durchzogen, und als es Frühling wurde, war sie bunt und voll Herden. Ihr lebt hier", sagte der Kamerad manchmal lächelnd ,,, wie die ersten Menschen im Paradies." Das jagte er, obgleich neben ihnen der kleine Hans im Bägelchen lag, und feiner empfand seine Worte als Scherz. Ehe die Schlange dazwischen fam", fügte Hans noch hinzu. Das war ebenfalls ernsthaft gemeint, aber nun ging es nicht anders, sie sahen sich an, und dann brachen sie in helles Gelächter aus. " 1 Nur von seiten Esthers war das Lachen nicht frei. In der letzten Zeit bereitete sich Hans zur Reise nach Hohenau vor, um dort mit seinen Eltern zu reden. Es gab ja wirklich nicht wenig zu reden; Esther mußte wovon. Aber die geplante Reise zog sich durch Esthers Einwirkung vom Frühling zum Sommer und vom Sommer zum Herbst hinaus. Sie verstand ihn auf solche Art zu verhindern. daß er niemals dazu tam, fich zu fragen, weshalb seine Christine, die doch nur großes Intereffe an der Heirat bezeigen sollte, ihn in seinen Plänen cher aufhielt als drängte. Christine galt bei den Leuten auf dem Gut als die Mitme eines am Ende des Krieges gefallenen Offiziers namens Gast; Hans von Küster mar der Berlabte, mit dem sie vor ihrer zweiten Ehe stand. Der Gutsbesizer, maghalsig und jung, hatte für die Ausstreuung dieser Nachrichten gesorgt und den Amtmann hatte er von Anfang an mit im Bunde. ,, Komm mit mir an meine praktische Arbeit", bat er, als sie zurückkam, du sollst nur einen Tag hinter der Tür zu meinem Sprechzimmer sizen und da an der Tür die Wirt lichkeit belauschen: das Leben, wie es ist. Du tennst die Grenzen der Menschlichkeit ganz und gar nicht, nicht nach der Seite des Hohen und nicht nach der Seite des Unglücklichen hin. Vor allem weißt du nicht, wieviel mirfliche Arbeit den Menschen erwartet, wenn er Hand anzulegen nur die Absicht hatjonit fönntest du nicht solchem Kultus hold sein, der das Leben umgeht. Ein Arbeiter am laufenden Band, ein aus dem Gefängnis entlassener Mensch das sollten für dich wichtigere Fragen im Leben sein, als Ritter und Helden mit Mantel und Kreuz, denen deine Liebe schon darum nichts Rechtes bedeuten fann weil sie seit Jahrhunderten tot find." Rein, fie blieb in ihrer Welt. Sie las die entsprechenden Aber hätte sie nun endlich nach so vielen Monaten glückBücher, und er fonnte sie ja nicht hindern, das zu tun. Im lichen Lebens zu Dreien, in deffen Berlauf nicht ein einziger Gegenteil, sie war ihm böse, wenn er solche Bücher für seinen Augenblick von Gespanntheit, Gereiztheit, nervöser Reibung Gebrauch von sich wies. Sie nährte ihre Ehrfurcht vor den zwischen ihr und hans vorgekommen war, hätte sie nun end Idealen", fie sammelte, vielleicht schon aus Troß, Symbole lich nicht glauben dürfen, ihr Name wäre so völlig ohne Beaus ihrer Belt- alte Schwerter und Orden, den Hut eines lang, daß sie sich zu dem rechten getrost hätte bekennen als Helden bekannten Mannes, den Streifen einer blutges fönnen? Sie hatte sich immer angefügt, immer angeschmiegt tränkten Fahne, feidene Kleider und Bilder, Plafetten, ohne fo mar ihre Natur, menn fie liebte. Sollte ihm mehr als Zahl. Ihre Räume waren ein rechtes Museum. Dafür gab fie nun Geld aus, mit beiden Händen. Und in seine Braris begab fie fich nie. wo der Wellenschlag des Meeres Berlin die gescheiterte Mannschaft ans Ufer warf, die triefend vom Schiffbruch um Rettung lallte. lnb babei waren ihre Augen voll Hoheit und Strenge, ihre Stirne verflärt, ihre Sprache ebel, wenn sie seine Be mühungen abwies und, im Gegenteil, ihn zu sich hinüber zuziehen gewillt mar. Ja, es fiel mirtlich von ihren Idealen" ein Abglanz auf sie, wie vom Anschauen einer Heiligkeit. Hans lebte immer noch mit Esther und dem Kinde auf bem But feines Regimentsfameraden in Heffen. Die Sand der reine Zusammentlang, der nun so gut wie bewiesen war, ein Name bedeuten und was daran hing? Aber sie zögerte es dennoch hinaus, ihm davon zu sagen. Sie fand feine einzige leichte Stunde, in der sie frisch diese letzte Band im Sprung hätte nehmen fönnen. Nein, ihre Gedanken waren Gewichte, und wenn sie gemissen Gesprächen zwischen Hans und feinem Kameraden zuhörte, dann fam über ihr Herz die Ahnung von einem Berhängnis, lastend und schwer. Dabei betrog fie unaufhörlich mit den heiterften Mienen, mit Schwagen und Lachen, und nicht zuletzt mit dem fteten, geschickt- unauffälligen Widerstand gegen seine Reise nach Hohenau. Während sie so mit sich selber ftritt und nicht wußte, mas sie sollte, oder nicht wollte, was sie endlich doch einmal tun 2.Rate Rate Bür Rate 1.Re 1. Rate alten ABC- Geschäften treu geblieben sind, den Abzahlungsfirmen, deren älteste hier in Berlin auf ein ungefähr vierzigjähriges Bestehen zurückbliden fönnen. Die sind im Reichsverband des kreditgebenden Einzelhandels" zusammengeschlossen. Shier arbeitet man zum Teil nach anderen Prinzipien, wie in den neuen Kreditgemeinshaften: Dem Laien fällt wohl am meisten auf, daß man bei einzelnen dieser Firmen verschiedene Dinge ganz ohne Anzah= Iung haben kann, während bei den Kreditgemeinschaften eine verhältnismäßig hohe Anzahlung von einem Fünftel bis zu einem Viertel des Kaufpreises verlangt wird. Das birgt für die Abzahlungsa geschäfte ein hohes Risiko, und auch hier hat man einen Austausch der Adressen fauler Kundschaft eingerichtet, um dieses Risiko möglichst zu verringern. Ein Rest bleibt natürlich trotzdem bestehen; dazu tommt, daß viele Firmen der Branche sehr entgegenkommend in bezug auf die Festsetzung der Raten und ihre Höhe find. Gerade auf Grund dieser Tatsache sind sie besonders in Arbeiterfreifen sehr beliebt, sie haben ihre feste Stammkundschaft und rechnen damit, ebenso wie mit der Kundenwerbung auf Empfehlung und haben darum ihren Kundendienst ganz in der Art eines modernen Kaufhauses ausgebaut, mit Kinderzeitung und Geburtstagsfatothek und einer Reffamationsstelle: Denn der Käufer auf Raten soll sich durch aus nicht minderen Rechts fühlen, als der Bartunde in feinem Geschäft. Auch bei dem Personal hat sich mancherlei gewandelt: Es gilt jetzt nicht der Verkäufer für hervorragend tüchtig, der dem Kunden am meisten ,, aufhängt", sondern der, der den Kunden am besten berät und seine finanzielle Leistungsfähigkeit dadurch intatt hält. Geschenke auf Kredit. Das ist eine alte Erfahrung aller Abzahlungsgeschäfte: Die Weihnachtszeit belebt zwar das Geschäft, es werden viele Konten neu eröffnet- aber es fangen auch viele der„ Stotterer" jetzt an, mit der Zunge anzustoßen". Doch deshalb kommt ein Kunde noch nicht auf die Liste der bösen Zahler, man rechnet ja würde müssen, griffen die Ereignisse von außen ein und zwangen sie zur Entscheidung. Es ging aus von Christine. Christine hatte von dem Geld, daß der freundliche Mann in der Friedrichstraße ihr gegeben hatte, ein anderes Zimmer gemietet. Sie hatte sich auch nach Stellung umgetan; aber eines Abends verspürte sie Lust, troß dem Versprechen, das der freundliche Mann von ihr hatte, sich wieder in den Lichtsee der großen Stadt zu begeben. Sie suchte die Lokale auf, die sie von ihren Ausflügen mit Magda gut fannte. War sie einmal Krankenschwester gewesen? Ja, ja, das war her... Aber wenn ein Brand die Haut am Körper versengte und obendrein noch zur Folge hatte, daß man die alte Stelle verlor, fo war das ein zwangsläufiger Weg den man ging, und man hatte darüber nicht nachzudende. Und wenn das was man tat, auch anders war als die Pflege von Kranken, so war es darum noch nicht schlecht, denn man lebte, man aß und trant, man verdiente Geld. Ebenso einfach mie in die Munitionsfabrif ging fie nun in die Restaurants. Sie tat alles, mas in ihrer Lage zu tun das Bernünftige war, sie richtete sich dabei nach dem Beispiel der anderen sie scheute vor feinem Wechsel zurück, fie ließ das Leben gehen und ging mit dem Leben; ganz selbstverständlich folgte sie nach, ohne Frage wohin und Schritt für Schritt. Es tamen Lage, an denen sie ihre Art zu leben verfluchte. Mit Magda Rubin fam fie nur selten zusammen. Aber es tam vor, daß sie mit der Schar ihrer neuen Bekannten, jungen Mädchen die lebten mie sie, in einem Café zusammen mar und am Ende selbstverständlich die Rechnung bezahlte. Sie lebte mitunter in lleberfluß, mitunter in Not. An einem Abend, als sie hungrig in ihrer Stube saß, tam Bejuch für fie. Die Wirtin, an diese Art von Besuchen gewöhnt, ließ ihn ein. Nicht lange darauf fam ein zweiter Befuch, die Wirtin forderte ihn auf zu warten. Es war ein Mann mit seltsam rotem erregtem Gesicht, er warf Blicke nach links und rechts und er lachte. Er ging umher und sprach mit fich felbft. Offenbar glaubte er warten zu müssen, weil die, die zu besuchen er gekommen war, fich nicht zu Hause befände. Als er aber dann Stimmen aus dem Nebenzimmer vernahm, drückte er sein Ohr gegen die Verbindungstür und begann heftig zu zittern. Er stand auf dem Flur. als der Besucher die Wohnung verließ und jah ihm beinahe höhnisch ins Gesicht. Dieser Anblid brachte Christine zum Lachen. Offer gleich darauf erblaßte sie von einem gewaltigen Schreckt. Denn der Besucher war der Lehrer Tannenbaum. ( Fortsetzung folgt.) mit folchen Betriebsunfällen und weiß, baß diese Stodung 31 meist im Januar schon behoben ist. Wenn das Konto des Kunden nicht mehr groß war und er sonst gut" ist, dann wird ihm seine Abzahlungsfirma in manchen Fällen vielleicht sogar einen neuen Kredit einräumen, um diese Stodung zu vermeiden und ihm doch feine Weihnachtseinkäufe zu ermöglichen: Es steht wohl mancher Weihnachistisch in Berlin, dessen Kosten erst zu Ostern abgedeckt find und auf dem das einzige bar bezahlte die Geschenke sind, die die Kinder den Eltern machen denn Minderjährigen sind ja die Annehmlichkeiten des Kreditkaufs noch perschlossen. Aber oft genug ahnt weder Mutter noch Vater, daß nun ihre Karten in dem Register der Etotterer eng beinander stecken.. Sogar die Weihnachts gans ist oft genug auf Raten getauft, wenn sie auch voll bezahlt fein muß, ehe fie appetitlich gebraten auf dem Tisch prangt: Denn bei ihr werden die Ratenzahlungen vorher geleistet. Vor einem Jahr fam ein tüchtiger Geschäftsmann in der Halle zuerst auf die Jee, schon wochenlang vor dem Feste Ratenzahlungen auf die " Beihnachtsgans anzunehmen: Von einer Mart aufwärts fonnte man einzahlen und heute kann man schon in guten und großen Geschäften im Westen die Ankündigung lesen, daß man auch in ihnen die Weihnachtsgans auf Raten laufen kann mer weiß, sielleicht werden diesmal auch die Weihnachtsbäume auf Raten gekauft werden können wir sind ja nun mal so ins Stottern gekommen.. ... Ja, und weil wir so ins Stottern gekommen sind, soll auch nicht verfchwiegen werden, daß es neben den guten und soliden Abzahlungsgeschäften immer noch leberbleibfel aus der wilden Zeit" gibt, Geschäfte, die felbft ihren Branchengenoffen ein Dorn im Auge find. Ihnen gegenüber ist äußerste Vorsicht geboten, besonders bann, men sie in einer Weise arbeiten, die es dem Käufer unmöglich macht, Preis und Qualität der Waren mit anderen zu vergleichen. Manchmal arbeiten sie mit Reisenden, die es ausdrücklich darauf anlegen, die Ehefrau in Abwesenheit des Mannes zu irgendeiner Bestellung zu befchwagen, fie zu einer Unterschrift zu Derleiten, deren Tragweite fie fich oft gar nicht überlegt und für die dann der Mann eintreten muß. Die Beseitigung dieser Schäden des Abzahlungswesens aber ist nur dann zu erreichen, wenn auch der Käufer, der Kredit in Anspruch nehmen will, sich klar macht, daß er ebenso wirtschaftlich denken muß wie ein Barkäufer und daß er sich nicht von gebotenen Scheinerleichterungen bestechen und dazu ver leiten läßt, die Grenzen feiner materielfen Leistungsfähigkeit zu überschreiten. Orfan an der Nordseeküste. Hamburg, 7. Dezember. Seit Sonnabend nachmittag frischt der steife Südwest. mind an der Nordseeküste und auf der Elbe mehr und mehr auf. Gegen 19 Uhr wurde Windstärke 9, in den Boen sogar Windstärke 10 bis 12, also Orfan erreicht. Die Deutsche Seewarte berzeichnete gegen 20 Uhr in Hamburg 27 Sekundenmeter. Durch den starken Winddruck werden große Wassermassen in die Elbmündung gepreßt, so daß bei der nächsten Tide mit Sturmflut im Safen zu rechnen ist. Der Orkan wird die ganze Nacht anhalten. Der amerikanische Dampfer ,, Loraine" lief gegen 19 Uhr beim Verlassen des Kuhwärder Hafens infolge des Sturmes gegen die Altonaer Fischmarktbrüde und richtete erheblichen Schaden an. Der Dampfer mußte die Ausreise unter: brechen. Amfterdam, 7. Dezember.( Eigenbericht.) Ein gewaltiger Sturm hat am Sonnabend im Kanal und an der holländischen Küste verschiedene Schiffsunfälle zur Folge gehabt. Der niederländische Dampfer Merwede" ftrandete an der englischen Küste bei Newhapen. Es glückte von der Küste aus, mit einem Feuerpfeil ein Tau auf das Schiff zu werfen, so daß die 12 Mann Befahung gerettet werden konnten, Bei Werdendam ichlug das Frachtschiff Juduſtrie" in den hohen Wogen um. Der Kapitän ertrant; die Mannschaft wurde gerettet. Auch von den holländischen Binnenseen werden Unfälle gemeldet. Bei Bergum ging ein schwerbeladenes Kanalfchiff unter; 2 Söhne des Schiffers ertranfen. 92 Das niederländische meteorologische Institut erwartet innerhalb der nächsten 24 Stunden einen neuen starten Weststurm. Christian Stolbergs falsche Bezichtigungen. Schwerer Ohnmachtsanfall des Angeklagten. L. R. Hirschberg, 7. Dezember.( Eigenbericht.) Kurz vor Schluß der heutigen Verhandlung fiel der Ange: lagte in eine schwere Ohnmacht. Die langatmigen Erörterungen der Vermögensverhältnisse seiner Familie werden wohl auch ihm auf die Nerven gefallen sein, wie übrigens allen im Gerichtssaal Anwesenden. Man staunt immer wieder: Was ist eigentlich los? Was sollen alle diese unzureichenden Andeutungen über mögliche Mordmotive? Und je mehr, desto durchsichtiger wird die Absicht der Prozeßführung: Es soll von vornherein den Nörglern, die von Vertuschung gesprochen haben und noch zu sprechen be= absichtigen, der Mund gestopft werden: Hier wird nicht pertuscht, soll es heißen im Gegenteil, hier werden alle Mordindizien durch gesprochen. Eben, nur durchgesprochen. Denn über Andeutun gen tommt man nicht hinaus. Eine Beweisführung für eine Mordanklage ist angesichts eines Eröffnungsbeschlusses wegen fahrlässiger Tötung auch nicht möglich, und der Bersizende weiß auf Grund der Aften ganz genau, daß die Verhandlung nicht mit der Uebergabe der Sache an das Schwurgericht, sondern mit einer Ver urteilung wegen fahrlässiger Tötung enden wird. Also trotz der eingehenden Beweisaufnahme ist ein Ende wie beim Hornberger Schießen unvermeidlich. Wohin würde es aber führen, wenn in Zu funft die Staatsanwälte bei dringendem Mordverdacht die Anklage 3u fchriften auf fahrlässige Tötung verfassen und die Beschlußfammern entsprechende Eröffnungsbeschlüsse in die Welt hinausgehen lassen würden, damit erst in der Hauptverhandlung flargelegt wird, ob ein Mordverdacht begründet ist oder nicht. So darf nicht prozessiert werden. Den dramatischen Höhepunkt bildete die Vernehmung des Försters Wagnig. Der Angeklagte hat diefen braven Beamten, der fünfzehn Jahre seinem Vater treu diente, fälschlich des Morbes bezichtigt, obgleich ihn selbst die Schuld an dem Tod seines Vaters traf. Die Schilderung des Staatsanwalts, unter welchen Umständen diese Bezichtigung zustande gekommen ist, läßt feinen Zweifel zu. Rechtsanwalt Luetgebrune rügte mit Recht, daß der Staatsanwalt bei der Vernehmung des Angeklagten durch den Interfuchungsrichter zugegen war und daß die Bezichtigung des Försters nicht protokolliert wurbe. Die Fortsehung der Zeugenvernehmung brachte zunächst die Aussage des Försters Wabniß, der 25 Jahre im Dienste der Familie ist und der Graf Christian in die Anfangsgründe der Jägerei einführte. Graf Christian war damals 16 Jahre alt. Der Beuge berichtete über die verschiedenen Waffenanschaffungen des Grafen Eberhard und des Angeklagten. Er, der Zeuge, hat auch die Tatbüchse eingeschossen. Er habe nie hemmungen bemerft. Schüßen. Vorf.: Was fagen Sie zu dem Unfall?" Beuge: Auch er bezeichnete den Angeklagten als einen vorsichtigen Solange es Waffen geben wird und gegeben hat, wird es auch Un. glücksfälle geben. Vorf.: Sie stehen mit dem Angeklagten schlecht? geflagte Sie doch der Tat befchuldigt. 3euge( erregt): Das tut Beuge: Nein, Bori: Wenn auch nicht direkt, so hat der Anmir leid: Beil ich 25 Jahre im Dienst bin, fann ich nicht glauben, daß er mich befchuldigt hat. Es tut mir fehr leid, aber ich nehme es ihm nicht übel. Vorf.: Es sollen doch Liebesabenteuer porgeIch weiß nichts davon. Vorf.: Ich frage Sie direkt: Hat Ihre tommen fein zwischen dem Verstorbenen und Ihrer Frau. 3euge: Frau mit dem Grafen ein Verhältnis gehabt? 3euge: Nein, oder ich weiß nichts davon. Der Berstorbene war im Gegenteil ein guter Chef und betrachtete meine Frau rücksichtsvoll als die Frau feines Beamten. Borf.: Trauen Sie dem Angeklagten zu, daß er feinen Bater mit Abficht erschossen hat. 3euge: Nein, das kann ich nicht glauben. R.-A. Luetgebrune: Woher stammen die Gerüchte, nach denen Graf Christian den Zeugen der Tat verdächtigt hat? Borf.: Es steht in der Anklage. Der Oberstaats Angeklagten durch den Untersuchungsrichter dabei gewesen sei. Er anwalt erklärte hierauf, daß er selbst bei einer Bernehmung des selbst hatte den Angeklagten auf alle Folgen feines Leugnens aufmerffam gemacht. Der Angeflagte wäre aber dabei geblieben, er habe den Schuß nicht abgegeben. Er habe ja von einem Menschen, dem er alles zutrauen würde, gesprochen. Er wolle aber, bevor der Vater nicht unter der Erde fei, teinen Namen nemmen. Am Beerdigungstage endlich habe der Angeklagte dem auch als böjen Geist des Hauses bezeichnet. Anget 1: Nein, ich Unterfuchungsrichter den Namen Wabnih genannt und ihn habe den Namen nicht genannt. Man hat mir das vielleicht angehängt unter Hinweis auf die Gerüchte über meinen Vater und Frau Babnik. Ich habe vielleicht gedacht: Wenn aber das Gerücht von Babnik ausgegangen Tein sollte, so würde ich vor dem Herrn Lüge, denn Sie haben doc) den Schuß abgegeben. Angell: Ich marnen. Bor f.: Aber zunächst war doch auch das eine bewußte staatsanwalt: hat der Angeklagte nach seinem Geständnis habe wissentlich nie gelogen. Ich wäre sonst ein Schuft. Ober= gebeten. Angefl: Ich kann nichts anderes sagen. vor Kriminalrat Hoppe nicht unter Tränen uns um Verzeihung Die schlechte Finanzlage der Stolbergs. Oberlandesgerichtsrat Dr. Renner wird als Bearbeiter der Fideikommißfachen des Hauses Stolberg. pernommen. Er Es mußten Kredite aufgenommen werden. Graf Christian Ferdinand führte aus: Die finanziellen Verhältnisse dort waren schlecht. rechtigung zu einer Pflegschaft vorgelegen. Die Apanagen aus dem war über die ernste Finanzlage unterrichtet. An sich hatte BeFideikommiß für die Söhne waren gering, monatlich zwischen 50 bis 75 M. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob sonst Borteile beim Tode des Vaters dem Angeklagten erwachsen wären, antwortete der Zeuge, daß das nicht der Fall gewesen sei.( Der Angeflagte schlucht laut.) Borf.: Wie beurteilen Sie überhaupt die Lage des Fideikommisses? 8euge: Benn die Preise für Land und Holz so weiterfallen, so ist die Lage des Fideikommiſſes, verhältnisse des Fideicommiffes find nach Ansicht des befonders des Jannowitzschen Besizes sehr schlecht. Die Besig Reugen so gewesen, daß Graf Christian das größte Intereffe daran haben mußte, daß sein Vater möglichst lange am Leben blieb. Jedenfalls fraue ich ihm nicht die Energie zu, die zu einem Morde gehört. Ich halte den 28jährigen Menschen für so unreif, daß er nicht die Ueberlegung dafür hatte, was er mit feinem Ceugnen fat. Der nächste Zeuge, Rechtsanwalt Reier, ist die zivilrechtliche Bertrauensperson der Familie, nahm aber vorweg, daß sich seine ngaben nicht auf genaue Unterlagen, sondern auf Eindrücke der Jekten neun Monate stüßten. Die Verhandlung mußte hierauf unterbrochen werden, da der Angeklagte plötzlich ohnmächtig zusammenfant. Die Schwester des Angeklagten, die im Zuhörerraum faß, sprang auf und eilte ihm zu Hilfe, während der Gerichtsarzt ihn wieder zu Bewußtsein zu wecken versuchte. Es dauerte fast zehn Minuten, ehe es gelang, ihn wieder zu Bewußtsein zu bringen. Nach einer längeren Baufe fuhr Rechtsanwalt Reter fort, feine vermögenswirtschaftlichen Ausführungen zu erklären. Die Gesamtschuld der Allodmasse betrug 215 000 m. Es blieb dann eine Ueberschuldung des Allods von rund 119 000 m. Für das Jahr von 1. Oftober 1928 bis 1. Oftober 1929 murde ein Etat aufgestellt, Das Defizit würde sich um Ausgaben für den Befih, verschiedene nach dem gewirtschaftet wurde. Der Etat weist eine Einnahme Don 219 000 m. auf, während Ausgaben 228 000 m, betrugen, Gehälter für den Direktor und für den Oberförster noch erhöhen. Wenn Graf Eberhard so fort gewirtschaftet hätte, wäre ein Zusammenbruch des Fideifommiffes ned 1½ his 2 Jahren unwiderruflich gewefen. Hätte der Angeklagie am 18. März den Besik übernommen, so wäre der Zusammenbruch schon nach 3 bis 6 Monaten erfolgt. Eine Sanierung war in beiden Fällen unmöglich. Dieser Wirtschaftsbericht des Anwalts steht in it artem Gegenins zu der Ansicht des Oberlandesgerichtsrats Renner, der eine Sanie rung in fpätestens 5 bis 6 Jahren vorausgesehen hat. Bei einer Unterredung zwischen Rechtsanwalt Reier und Oberlandesgerichtsrat Renner, die sich um die Geständnisbereitschaft des Angeklagten im Gefängnis drehte, gab es zwischen dem Vorsigenden und den beiden Beugen ein längeres Hin und Her. Der Borsigende fragte die beiden Zeugen, ob ihnen von Selbstmordgedanken des Renner gegenüber hat Chriftian davon gesprochen, ein Testa Angeklagten etwas befanntgeworden sei. Oberlandesgerichtsrat ment zu machen. Ihm, dem Zeugen, fiel das bei der Jugend des Angeklagten auf. Dem Rechtsanwalt Reier hat der Angeklagte ein Teftament im offenen Kuvert übergeben. Er meinte, die Gründe dafür hätten parin gelegen, daß der Angeklagte wohl in Erwartung des Bufammenbruchs feine Angehörigen ficherstellen wollte. An Selbstmordgedanken glaubt der Zeuge nicht. ichwa chy, um der Berhandlung weiter folgen zu fönnen, was der Der Angeklagte fühlte sich nach dieser Vernehmung zu bestätigten. Die Verhandlung mußte deshalb abgebrochen werden Gerichtsarzt und Prof. Schulz- Göttingen auch unter ihrem Eide und wurde auf Montag früh, 9 Uhr, vertagt. Praktische Weihnachtsgabe! Fertige Betten Badela ken Weißlack- Möbel grauret inlett mit grauen Federn Oberbett Unterbett Kissen 6 7.35 6.15 2.65 Daunen- Oberbett echt türkisch- rot oder lila, gold, fraise, blau Inlett, indanthren, mit La b'weißen Daunen, 130x200 56.. Fertige Inlette echt für- rot od. graukisch- rot rot- rosa rot Oberbett.. 14.50 8.75 4.90 Kissen 3.95 2.50 1.55 laken ON Uebe guter Wäschestoff, it hand- 5.95 gezog. Hohlsäumen, ca. 150x250 Linon, mit Stickerei- Einsatz 9.50 und Ansatz garniert, ca. 150x250 Dimiti Oberbettbezug zum Kaöpfen, ee. 138x200 09 5.45 Garnierte Kissenbezüge Imit. Wickel à jour...... 2.25 mit Stickerei- Einsatz. 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Kämpfer- Bundes beschimpften schon am frühen Nachmittag heit führen kann, zeigt ein Borfall, der sich geffern nach des 31. Dezember 1928 eine Anzahl abtrünniger Genoffen, die aus milfag in der Nähe des Potsdamer Plages abspielte. ihrem Bunde ausgetreten oder herausgeworfen worden waren. Der An der Ecke der Bernburger und Köthener Straße Streit erreichte feinen Höhepunkt, als die Rot- Front- Kämpfer das hielt um die sechzehnte Stunde ein Autobus der Linie 12. Bier Lokal der Abtrünnigen, das sich Ede Rigger und schwer betrunkene Männer versuchten, sich unter Lärmen Bellestraße befand, zu stürmen versuchten. Sie schlugen die und Toben in den Wagen einzudrängen. Als der Schaffner sie Jalousien und Fensterscheiben ein. Bei dem allgemeinen Lärm fielen hieran vorschriftsgemäß verhindern wollte, wurden sie rabiat auch Schüsse. Zehn Leute wurden festgestellt, die sich und schlugen auf ihn ein. Da keiner der Mitjahrer dem Bedrohten wegen Landfriedensbruchs zu verantworten hatten. Das Schöffenzu Hilfe lam, war der Schaffner gegen die Uebermacht mehrlos. gericht Berlin- Mitte ließ die allgemeine Silvesterbefchibstheit nicht als Als nun der Wagenführer nach hinten fam, jiefen die vier Männer Milderungsgrund gelten und verurteilte zwei Angeklagte wegen diefen an. In seiner Not lief er zu seinem Werkzeugkasten und schweren Landfriedensbruchs zu den erheblichen Strafen von 7 bzw. 6 Monaten Gefängnis, Von den übrigen Angeflagten wurde ein Leil freigesprochen; drei von ihnen wurden wegen einfachen Landfriedensbruchs mit je 3 Monaten Gefängnis bestraft. Die Bier entrissen ihm das Werkzeug, warjen ihn zu Boden und schlugen wie die Wilden auf ihn ein. Baffanten holten Schupobeamte, denen es gelang, die Trunkenbolde nach heftiger Gegenwehr zu überwinden. Der Chauffeur | Wilhelm Werner aus der Rathenower Str. 66, hat eine schwere Gehirnerschütterung davongetragen und mußte mußte ins Krantenhaus übergeführt werden. An einem Stod humpelnd und gestüzt von einem Justizwacht meister wurde Martha Mothes dem Gericht aus der Haft norgeführt. Die Angeklagte ist buchstäblich hinter Eisengittern erfraut, fie ift 18 mal wegen Betruges vorbestraft und fat nicht weniger als 16 Jahre im Zuchthaus gesessen is sie im Jahre 1927 zum letzten Male aus dem Zuchthaus entlaffen worden war, veröffentlichte sie Anzeigen in den Zeitungen, daß eine stattliche Witwe Stellung als Wirtschafterin bei einem alleinstehenden älteren Herrn suche. Der erste, der sich auf die Benabm sich einen Hammer, werbung meldete, war ein Rentner von 62 Jahren, ber ihr auch gleich am ersten Tage einen Heiratsantrag machte. Die reue Birtschafterin hatte sich als eine vermögende Frau hingestellt, die eine Hypothef von 12000 Mart befize und in Frankfurt a. M. cine gute Wohnungseinrichtung auf dem Speicher habe. Sie brauchte dann Geld, um sich die Möbel kommen zu lassen, und als sie damit nichts mehr herausloden fonnte, verschwand fie. In derfelben Weise verstand es die Angeklagte, noch bei weiteren alten Herren im Alter bis zu 69 Jahren sich in das Herz einzuschmeicheln. Bald nach ihrem Antritt in die Stellung brachte sie es zur Bere Isbung, um dann auch wieder, nachdem sie Geld herausgeladt hatte, tas Beite zu suchen. Einer von den Zeugen ist etwa 13 000 m. laggeworden. Amtsgerichtsrat Hennig fragte erstaunt diesen 3eugen, pie er als alter erfahrener Mann sich mit einer Frau, deren Namen er faum fannte, so ohne weiteres perloben fonnte. Unter allgemeiner Heiterfeit erwiderte der Beuge: Je öller, desto döller." ffffe vier Heiratsfandidaten fagten, daß sie ihre Ruhe und Ordnung Taben wollten. Die Angeklagte war geständig und hatte gleich von vornherein gebeten, die Zeugen nicht erst zu vernehmen, da sie alles zugebe. Als der Staatsanwalt gegen die ergraute Schwindlerin 1 Jahr und 8 Monate Zuchthaus beantragte, trat einer der Ge fchädigten und Enttäuschten wütend vor und rief: Herr Richter, dieses gemeingefährliche Frauenzimmer muß lebenslänglich einge Sperrt werden." Ein anderer gab seiner Wut mit den Worten Ausdruck: Die muß bis zum Tode unter Polizeiaufsicht gestellt werden." Das Schöffengericht verurteilte die Angeklagte zu 1 Jahr Zuchthaus und 300 M. Geldstrafe. Ausgestellte Elitefänger. Eine hörenswerte" Schau ist zurzeit im Petersburger. nf. Petersburger Straße 57, zu betrachten. Dort fizen in ihren verdunkelten Gefangstäfigen, immer die Kollektion zu vier Stüd eingeteilt, muntere Rangrienvögel und fingen. Ihre vererbte freube am Gefang und ihr Ehrgeiz veranlaffen fie unaufgefordert zu den schönsten Konzerten. Da der Verein der Kanarienzüchter und Rogelfreunde" inftematisch den Gejang pflegt, fann man fich leicht benten, daß die Bögel eine richtige Gefangstultur haben. Der echte Kanariennogel, der Bibling, würde in dieser Gesells hist afs efender Schapper überhaupt feinerlei Beachtung finden. Die goldene Medaille der Selbstzuchtklasse fiel an Otto Kirchner und die goldene Medaille in der allgemeinen Klaffe murde Arel Krieſten zu erkannt. Bei derartigen Ausstellungen muß man immer bedenten, daß sie nicht nur einer Liebhaberei oder rein sportzüchterischen Interessen dienen, sondern auch von wirtschaftlicher Bedeutung sind. Bejizt doch die deutsche Kanarienzucht Weltruf, und der beursche Kanarienvogel ift tatsächlich zur Ausfuhrware geworden. Dabei sei verraten, daß man zurzeit für 20 m. einen erstflaffigen Sänger befommt. Die Lufthansa als Weihnachtsmann. Bas ein moderner Weihnachtsmann ist, der bebari teiner Siebenmeilenstiefel mehr, um Erdteile zu durchwandern, der steigt ganz einfach in ein Junkersflugzeug und begibt sich auf rascheſtem und bequemftem Wege auf die Erde. Am Tempelhofer Feld landete Sonnabend mittag der Weihnachtsmann in vollem Ornat und allen dazugehörigen Requifiten, wie Gabenfad und Rute. Das gab ein vielstimmiges 2h und Oh bei der Begrüßung und noch mehr, als fich der geheimnisvolle Kaften auftat, dem füße Leckerbissen und für jeden der Gäfte ein Fliegerabzeichen. die Nadel, entnommen wurden. Und jest tam erst der Clou! Der Weihnachtsmann lud feine fleine Schar zu einer Wolkenrundfahrt. 22 Kinder krabbelten die Treppe zur Lufttabine hoch, erwartungsvoll glänzten die Augen, schlugen die Herzen. Vor dem Start eine Flut von Großaufnahmen mit Winte- Binte und Hurragefchret, und da die fleinen Amateurfomparsen noch wenig filmische Routine besaßen, mußte die Begebenheit des öfteren erprobt werden. Auch der Weihnachtsmann war in seiner Rolle nicht ganz firm. Dann surrte der Apparat im tiefften Brummbaß und es follte losgehen. Blöglich jämmerliches Geheule, ein tleiner Junge streifte energisch wider den Höhenflug und gab nicht nach, bis er wieder auf festem Boden stand. Alle anderen, darunter sogar eine Bierjährige, waren freudig mit von her Bartei. Nach 10 Minuten Rundflug entstiegen fie tapfer, wenn auch etwas bläßlich, dem Flugzeug. Schlichte Form wird bevorzugt. Die Tassenwahl, welche die Staatliche Porzellanmanufattur Berlin im Zusammenhang mit der Sonderausstel lung Die schöne Taffe" in ihren Verkaufsräumen in der Leipziger Giraße 2 peranstaltete, hatte ein überraschendes Ergebnis. Jeber Befucher erhielt einen Wahlzettel, auf welchem er eintragen fonnte, welches von ben ausgestellten 150 Originalen er der Staatlichen Borzellanmanufattur Berlin zur Nachbildung empfehlen würde. An eriter Stelle gewählt wurde vom Bublikum die ganz schlichte Zestasse aus der Fabrit von Wilhelm Caspas Wegely( 1755). 2in zweiter Stelle wurde eine schlichte Empiretasse, an dritter Stelle wieder eine ganz einfache Wegeln Taffe gewählt. Ben den vielen reichbeforierten, prächtigen Tassen der Rotofazeit hat feine einen Wahlfieg errungen. Das Wahlergebnis gibt einen mertvollen Hinweis auf den Geschmack der Käuferschaft: die flare, fachliche Gebrauchsform wird heute bevorzugt. Ueber„ Jugendberatung" spricht die Biener Genoffin Sophie Lazarield am Dienstag, dem 10. Dezember 1929, um 20 Uhr, in den Räumen des Lyzeumklubs, Lützowplay 8. Die vier Verhafteten standen so sehr unter Alkohol, daß sie auf der Wache nicht einmal mehr ihre Namen wußten. Der Vorfall, ber einem schuldlosen Beamten schwere Berlegungen eintrug und pier Männer, die vielleicht in nüchternem Zustande harmlose, friedliche Menschen sind, vor den Strafrichter bringt, beweist erneut, wie sehr vor übertriebenem Alkohol- und namentlich na psgenuß gewarnt werden muß. Das waren die Rotfrontkämpfer! Schwere Gefängnisstrafen wegen Landfriedensbruchs. holzerei erst unmittelbar vor der neuen Silvesterfeier zur gerichtlichen Biet hätte nicht gefehlt, dann wäre eine kommunistische Silvester Berhandlung gekommen. Eine Anzahl Angehörige des damaligen Rot Front Bezirksausschuß für sozialistische Bildungsarbeit Berlin 26. Dezember( 2. Weihnachtsfeiertag), verm. 11 Uhr, Im Gr. Schauspielhaus, Karlstr. Proletarische Felerstunde Kreuzzug der Maschine Werk der Masse für gemischten Chor, Einzelsprecher, Sprechchor und Kinderchor mif Orchester Mitwirkende: Berliner Volkschor und sein Kinderchor, Berliner SinfonieOrchester. Gesamtleitung: Dr. Ernst Zander. Einzelsprecher: Heinrich Witte, Gustav Kluth, beide vom Staatstheater. Preis 1,50 Mk. Karten bei den Bildungsfunktionären der Kreise und Abteilungen in der Vorwärtsbuchhandlung, Lindenstr. 2/ Zigarrengeschäft Horsch, Engelufer 24/25 Verband der graph. Hilfsarbeiter. Ritterstr. 1/ in den Vorwärtsspeditionen und im Bureau des Bezirksausschusses für sez. Bildungsarbeit, Lindenstr.3, 2. Hof II. Bank für Deutsche Beamte. Nur 2,38 Millionen fofort greifbare Aftiven. Der jezige Vorstand der Bant für Deutsche Beamte hat ein Rundschreiben an die Bantgläubiger gerichtet, in dem er fagt, worauf die Geschädigten zu hoffen haben. Vielleicht" ist danach mit einer Vergleichsquote von 50 Broz. zu rechnen: dazu kommt ein Besserungsschein für den Fall, daß mehr als 50 Proz. der Forderungen verteilt werden können. Im ersten und zweiten Jahr sollen je 25 Pro3., später sollen weitere Quoten aus dem Befferungsschein gezahlt werden. Dieser 50- Prozent- Bergleich mit Besserungsschein tommt aber nur nach einer Erhöhung der Geschäftsanteile und nach ,, bestmöglicher" Verwertung des Michaelgeschäfts ( im Hauptbuch mit 4,56 Mill.) und des Bildergeschäfts( im Heuptbuch mit 2,16 Mill.) in Frage, Eine Bilanz zum 25. November nennt einem im Hauptbuch aufgeführten Bermögensbestand von 13,15 Mit 2,38 Millionen, die zum Bergleich zur Verfügung stehen, gegenüber lionen. Nicht splitterndes Glas. Bei dem stetig wachsenden Berkehr und den daraus entstehen den Unfallgefahren rüdt der Gedante, ein nicht splitterndes Glas zu verwenden, in den Vordergrund. Immer wieder geschieht ch were Berlegungen erleiden. Bor einigen Tagen wurde es bei Zusammenstößen, daß die Infaffen durch Glassplitter nun Bertretern der Presse in Berlin- Hohenschönhausen von der Firma Kinon das sogenannte Sinan Gles por geführt. Die Herstellungsart dieses Glafes und das Patent sind nicht ganz neu. Aber die Fabrikation war technisch bisher noch nicht so vollkommen, daß man ein einwandfreies Produkt schaffen fonnte. Durch fortlaufende Verfuche hat man nun äußerst günstige Resultate erzielt. Während das Kinon- Glas früher nach einer bestimmten 3eit eine geldliche Färbung annahm, ist es gelungen, diesen Mißstand völlig zu beseitigen. Das Kinon- Glas besteht aus zwei geschliffenen Spiegelscheiben und einem glasklaren Sellu foldblatt als Zwischenlage. Diese drei Schichten find durch ein umfangreiches Verfahren miteinander verbunden. Die Bindung wird durch hydraulisches Aufeinanderpreffen der brei Tafeln herbeigeführt. Es wurden mehrere interessante praktische Versuche vor geführt, und dabei zeigte sich, daß sich bei gewaltfamen Zerstörungsverfuchen von dem Kinon- Glas teine Splitter lösten. In und ausländische Autofirmen, so die Horch- und FordWerte, und einige Flugzeugfabriken verwenden bereits heute das Kinon- Glas. Benn man die Unfallziffer des dritten Bierteljahres 1929 in Berlin berüdfichtigt- der Tagesdurchschnitt betrug 86 Unfälle, im ganzen waren in diesem Zeitabschnitt 195 Todes opfer zu beflagen, wäre es zu begrüßen, menn nicht splitters des Glas allgemein eingeführt würde. Das Treiben der Hitlerstrolche. Zu unserem Bericht hitter Strolche provozieren auf dem Lande" in Nr. 571 des Vorwärts" sendet uns ein Lefer einen ergänzenden Bericht, dem wir folgendes entnehmen: seiner Frau auf einem Motorrad mit Beiwagen durch das Dorf Er fuhr am Sonntag, dem 1. Dezember 1929, um 13 Uhr, mut Langerwisch in Richtung nach Michendorf. Dorfstraße tam ein 3ug von etwa 200 bis 300 Hakenkreuzlern in Auf der Uniform mit zwei großen Bannern ihnen entgegen. Der Zug marschierte auf der rechten Seite, so daß genügend Play zum Vorbeifahren vorhanden war. Der Führer ist langsam an dem Zug vorbeigefahren. Dabei wurde er beschimpft und angefputt. Anscheinend hatten es die jungen Leute auf ein fleines dreieckiges Ab2.ichen das republikanische Fähnlein abgesehen. Es fielen Ausdrücke wie: Schwarzrotsch..." Strofche", Schweinehunde". Ein Teilnehuer versuchte auch, einen Mann stoß zu provozieren. aus dem Zuge ins Rad zu stoßen, anscheinend um einen ZusammenEs wird wirklich Zeit, daß den Lümmeleien ein Ende gemacht und energisch von den zuständigen Behörden durchgegriffen wird. Zu neuem Kampf bereit! Nachstehend berichten wir als Ergänzung zu den bereits erschienenen Veröffentlichungen über zwei weitere reis. mitgliederversammlungen der Sozialdemokratischen Partei. Im Bezirk Charlottenburg referierte Genosse Heydemann. In ausgezeichneter Weise ging der Referent auf die Ursachen des Wahlergebnisses vom 17. November ein und beleuchtete zugleich die gegenwärtige politische Situation Das, Bürgertum arbeitet mit aller Macht und allen Mitteln gegen die praktischen Erfolge der Sozialdemokraten. Der Kampf gegen die Gemeinschaft, gegen städtische Betriebe, Berkehrsmittel u. a., wird geführt aus dem Gefühl heraus: Der. Profit ift in Gefahr!" Hier mird gezeigt, was fozialistische Arbeit bedeutet und Berlin fann stolz sein auf die Leistungen der Eigenbetriebe. Durch den Stlaret Standal, der zur geeignet erscheinenden Zeit in die Deffentlichkeit gebracht wurde und über den sich eine Skandala Breffe mit einer Verantwortungslosigkeit ohnegleichen herstürzte um Geschäfte zu machen, war es möglich, in Berlin pon der sozialdemokratischen Aufbauarbeit abzulenken. Der Redner trat im Berlaufe feines Referates für die Schaffung eines besonderen Berliner Blattes ein. * 3m 15. Kreis Treptam referierte Dr. Sturt Löwenstein, M. d. R., por einer großen Zuhörerschaft. Er bezeichnete das Ergebnis der Kommunalwahlen sowohl in Berlin als auch in ganz Preußen Einfeßung aller Kräfte der gesamten Mitglieber möglich war, bas als einen großen Sieg der Organisation, der nur durch die aber dant den Bemühungen des vereinigten Bürgertums und der Kommunisten doch einen politischen Rückschlag erkennen läßt. Es genügt nicht, daß wir nur das prdnungfchaffende Element in der Republik find, wir müssen diese Republit mit sozialem Inhalt era füllen. Zirkus Sarrasani kommt! 3irfus Garrafani wird um die Weihnachtszeit wieder seinen Einzug in Berlin halten. Ursprünglich mar das Tempelhofer Fald, die Berliner flaffische Stätte für Zeltzirkusbauten, als Schauplatz Ereraterplah in der Schönhauser Allee entscheiden zu ausersehen, doch scheint man sich diesmal für den ehemaligeir wollen, der eine bessere Gewähr für die Füllung des großen Beltbaues mit Schauluftigen bietet. Eine Weihnachtsausstellung von Jugendgruppen des Bezirkes mitte. Das Jugendamt mitte und der Ortsausschuß für ber Zeit vom 8. bis 15. Dezember 1929 in den Sophienfäten, Jugendpflege und Leibesübungen im Bezirk Witte veranstalten in Sophienstraße 17/18( nabe Hackescher Martt) eine Ausstellung der Jugendpereine des Bezirtes mitte, bie Wesen und Wirken der Jugendgruppen zeigen fall. Die Ausstellung ist geöffnet an Sonntagen von 17 bis 22 Uhr, an den Werktagen pon 18 bis 22 Uhr. Der Eintritt ist frei. Friedhof Nansen spricht im Rundfunt. Fridtjof Nansen spricht am Montag, dem 9. Dezember, pon 20 bis 20.30 Uhr über„ Die Möglichkeit der Erforschung der Arttis mittels Luftschiffes". Den in deutscher Sprache gehaltenen Bortrag aus der Vortragsreihe oropolforscher spricht vor dem Mikrophon der Norwegischen RundGegenwartsfragen" sendet die Deutsche Welle". Der funt- Gesellschaft in Oslo und wird sich mit dem pielumfämpften Arktisflug des Graf Seppelin beschäftigen. Der Vortrag wird auch vom Sender Berlin übernommen. NADTeußengold! 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Und zwar nicht nur, weil ich dieses Ziel für auf absehbare Zeit aussichtslos halte, sondern auch,»»eil ich die auf es gerichtete Bewegung für das jüdische Volk selbst abträglich' erachte, sie nach meiner Meinung Vergeudung von Arbeit an ein Unternehmen bedeutet, das, soweit es sich verwirklichen läßt, sich demjenigen in den Wog stellen würde, was in Palästina von und für Juden vernünftigerweise durchgeführt werden kann. Insofern Kautskys Artikel sich gegen den Zionismus im obigen Sinne richtet, halte ich ihn daher für durchaus am Platze, kann ich ihn mir unterschreiben. Ganz anders is� dagegen das Streben zu beurteilen, in Palästina eine öffentlich-rechtlich gesicherte H e i m st ä t t e für Juden zu schaffen. Selbst wenn dieses Streben lediglich an die Tatsache anknüpfte, daß Palästina einst überwiegend von Juden bewohnt und insofern das Land der Bekenner des Glaubens an einen für alle Menschen einzig in der Welt dastehenden Gott war, könnte man ihm nicht deshalb schon jede Berechtigung absprechen. Ein solches Wachhalten einer dem Gefühlsleben eine bestimmte Richtung einprägenden Ueberlieferung würde erst dann ein Uebel sein, wenn diese Richtung auf die Züchtung eines engherzigen Nationalismus hinausliefe. Von dergleichen ist aber in der hier in Betracht kommenden Bewegung nicht die Rede. Nid)t die Araber bzw. Moslems wie auch Angehörige sonstiger Konfessionen aus Palästina zu verdrängen ist ihr Ziel, sie geht lediglich darauf aus, für Juden eine Heimstätte zu schaffen, die den sich auf ihr ansiedelnden Juden ein Heimats- recht sichert. Obendrein hat dies Erstreben eines politisch gesid)erten Heimatsrechts für jüdische Ansiedler in Palästina mit einein historischen Anspruch auf Palästina als von Rechts wegen jüdisches Land nichts zu tun. Wenn Kautsky diesen von manchen Verfechtern des zionistischen Gedankens erhobenen Anspruch für brüchig erklärt, so stimme ich dem durchaus zu. Aber es gibt neben Ansprüchen, für deren Berechtigung man sich auf ein politisches Recht beruft, das vor vielen Genera- tionen einmal existiert, seine reale Grundlage aber längst verloren hat, auch Ansprüche gleichfalls historischer Natur, die sich nicht dadurch schon als ungültig aus der Welt schaffen lassen, daß man das einstige Recht als durch geschichtliche Umwälzungen erledigt erklärt. Nämlich Ansprüche, die in die Kategorie der von der großen Französischen Revolution als „unveräußerliche Menschenrechte" verkündeten Rechtsforde- rungen, das heißt, nicht formal juristischer, wohl aber ethischer Natur sind und darum, wenn nicht vor Berufsrichtern ein- klagbar, doch auch ihren Gerichtshof haben, und zwar je nachdem im Urteil der politischen Welt, das gerade Sozia- listen am wenigsten Ursache haben als eine Sache zu erachten, um die man sich nicht zu kümmern brauche. Selbstverständlich werden Sozialisten sich solchem Urteil gegenüber nicht unkritisch verhalten, sondern es je nach dem sozialen Cha- rakter der Klassen einschätzen, deren Interesien und Vor- urteile in ihm zum Ausdruck kommen. Aber um so mehr Gewicht wird und muß bei ihnen dasUrteilderarbei- tenden Volksklassen und ihrer Parteien haben, und auf es durch ein deren Bedürfnissen und den diesen gerecht werdenden Ideen entsprechendes Verhalten einzuwirken muß eine ihrer Hauptaufgaben sein. Dies zeigt an, welches der Maßstab für die Stellungnahme der Sozialisten zur zionisti- schen Bewegung sein muß. Wenn es völlig zuträfe, was Kautsky im„Vorwärts" vom 6. Oktober geschrieben hat: „Die Juden kommen nach Palästina nur als G e f o l g- schaft einer imperialistischen Großmacht S. Dezember 4929] Baut auch im Winter! Vie Muterpause im Baugewerbe.- Arbeiismartt und Wirtschaft. Vir«hakten folg«h« Zuschrift zum Problem des Winter� daues. berea Vorschlag« wir zur Diskussion stellen. Die Winjerpause im Baurvejen, die regelmäßig Jahr fiir Jahr imgezähkt« Bauarbeiter arbeitslos macht, wurde in der deutschen Wirtschaft bisher als naturgegebene, klimatische Notwendigkeit hin- genommen und als unabänderlich angesehen. Technisch ist«s heule aber sehr wohl möglich, bis weit in den Winter hinein zu hauen und die Arbeit sogar im kalten Januar fortzilsetze». Bisher hat man diesen Fragen in Deutschland keine große Aufmerksamkeit geschenkt, man hatte sich daran gewöhnt und glaubt« die Rationalisierung des Bauwesens mehr in anderen Dingen sehen zu müssen. Genaue Unter- suchungen zeigen jedoch, daß nicht nur die Bauarbeiterschaft durch die Arbeitslosigkeit, sondern auch die Bauunternehmer und Bauswss- Produzenten sowie schließlich die gesamt« Volkswirtschaft unter diesen Bewegungen leidet. Greift man allein die Arbeitslosigkeit als Verlust- quell« heraus, so ergibt es sich, daß ihre Höh« durch die Vautätig- teit ganz entscheidend bestimmt wird. Nahezu die Hälfte aller Arbeitslosen im Winter— genau 40 bis 42 Proz.— sind regelmäßig der Bauwirtschast zuzurechnen. Der Lohnausfall dieser Massen ver- mindert den gesamten Konsum und lähmt damit weit« Kreise der Volkswirtschaft. Die Amerikaner haben bereits frühzeitig die großen Ver- luste erkannt, die in der Winterruhe des Bauwesens begründet liegen. Aus Veranlassung von Herbert H o o v« r. dem jetzigen Präsidenten der Bereinigten Staaten, haben es bedeutende Fachleute aus Wissen- schaft und Praxis unternommen, Mittel und Wege zu finden, um diese Deriuste zu beseitigen. Vor etwa fünf Jahren wurde von der amerikanischen Untersiichungskommission betont, daß die technischen Möglichkeiten durchaus gegeben wären, unter nahezu ollen Kältegraden im Winter zu bauen. Die Technik wäre fo weit entwickelt, daß sich fast alle Hindernisse überwinden ließen. Tat- sächlich hat man es dort durch systematische Bearbeitung aller wirt- schaftlichen und technischen Fragen erreicht, daß die Bautätigkeit »wesentlich gleichmäßiger verläuft als es früher der Fall war. Eine» der größten Hindernisse für den winlerbau üstdteTradition.die Bauherren und Bauunternehmer am alten festhalte» läßt. Es handelt sich dabei um etwas Neues, bisher nicht üblich««, so baß rnan sich nur schwer da.zu entschließen kann, von der bisherige» Zeiteinteilung abzugehen, zumal der Winterbou meist mit einer gewissen Kostenerhöhung verbunden ist. Die Amerikaner rechne» bei hohen Kältegraden mit Mehrkosten von etwa 3 bis höchstens h Proz. der gesamten Baukosten. Für den privaten Bauherr» emer Fabrik oder etwas eines Warenhauses spiel« diese Erwägungen ein« untergeordnete Rolle. da es für ihn im wesentlichen darauf ankommt, den Betrieb gleich- mäßig i» Gang zu halten. Mehraufwendungen, die es ihm«nnög- lichen, aus dem Betrieb früher Erträge zu ziehen, mach« sich für ihn bezahlt. Bei den Bauten der öffentlichen Hand liegen jedoch die Verhältnisse grundsätzlich anders. Soweit es sich dabei nicht um rein« Erwerbsunternehmungen handelt, lassen sich hier Erfolgsrech- nungen dieser Art weniger leicht anstellen, weil sich für die auftrag- gebenden Bchörden aus der frühzeitigen Fertigstellung z. B. einer Straße oder einer Schule keine unmittelbar greifboren Vorteile er- geben. Deshalb können die bisherigen— sehr dankenswerten— Bemühungen des Reichsarbeitsministeriums, die einzelnen Behörden zum Winterbau anzuhalten, allein noch nicht von Erfolg lein. Vorschläge. Eine Aenderung der jetzigen Verhältnisse kann vielleicht schnell eintreten, wenn die Behörden, die Bauaufträge im Winter vergeben. durch Gewährung einer Prämie, die wenigsten» einen Teil der Mehr- kosten deckt, einen besonderen Anreiz zum Winterbau erhalten. Die Mittel dafür könnten— vorerst vielleicht versuchsweise— aus der werteschassenden Arbeitslosensürsorge genommen werden. Man würde auf dies« Weise dann Arbeiter beschäftigen, wenn da» Heer der Erwerbslosen am stärksten angeschwollen ist, nämlich im Winter, Jetzt dagegen werden Notstandsarbeiter, da sie vor allem Bauarbeiten ausführen, überwiegend im Sommer, also in Zeiten verhältnismäßig geringer Arbeitslosigkeit beschäftigt, im Winter dagegen sind sie eben- falls arbeitslos. Als altes Leiden kommt noch hinzu, daß das E t a i> a h r bei fast allen Behörden den Zeitraum von, 1. April bis Zl. März umfaßt und daß dadurch die Bewilligung der Baugelder erst spät im Frühjahr erfolgt, die Bautätigkeit im Sommer zusammengedrängt wird und im Winter dann kein« Mittel mehr zur Verfügung stehen. Man kann wohl teilweise ausgleichen durch Vorgrifse aus den Etat, durch lieber- trvgungen oder Dispositionen für das nächste Jahr, aber diese Maß- nahmen müssen immer ein Notbehelf bleiben. Lediglich eine U m- legung des Etatjahres kann hier Abhilfe schaffen, da die Verabschiedung des Etat» erfahrungsgemäß immer einige Zeit in Anspruch nimmt und die Geldmittel dann gerade während der größten Arbeitslosigkeit zur Verfügung stehen. Weiter ließen sich die Hauszins st euerhypotheken je nach dem Zeitpunkt der Bauausführung so differenzieren, daß die Beträge im Winter erhöht, im Sommer dagegen«w ein geringes gesenkt werden. Damit kann ein weitgehender Anreiz zum Winterbau geschaffen«erden, so daß sich wenigsten» beim Wohnungsbau die Bautätigkeit viel gleichmäßiger über das ganze Jahr verteil«» würde. Daneben gibt es noch zahlreiche weiter« Möglichkeiten, um dem schwankenden Beschäftigungsgrade im Bauwesen energisch zu begegnen. Es'st deshalb sehr erfreulich, daß sich die Reichs i � ,1 forfchungsgefellschaft für Mrtfchafllichkeit im Bau-»nh Wohnungswesen diesen Fragen jetzt größte Aufmerksamkeit zuwspd« und daß sie jetzt sowohl die wirtschaftlich« wie(«ich die technisch« Seite »ingehend untersucht. Niemand wird die restlose Beseitigung der Eaffonschvankungen im Baugewerbe erwarten, zweifellos aber ist es. daß sich d>« Bewegungen abflachen lassen und daß damit der deutschen Volkswirtschaft ganz gewaltig« Verluste erspart werden können. In einigen Jahren werden wir es unverständlich finden, daß man früher im Winter nicht gebaut hat. Die Berliner Anleihe. Wenn Herr Schacht nicht will, mvß das festgestellt werden. Länger als zehn Tage bereits ist der lS-Millianen-Dollar. Kredit der Stadt Berlin abgeschlossen. Di« Beratungsstelle ist immer noch nicht zusammengetreten, um über die Genehmigung zu entscheiden. Sie soll sogar noch nicht einmal einberufen worden fein Berlin hatte für notwendige Bauten die Summe von 125 Millionen vorgesehen. Ausgeführt wurden Bauten nur für 25 Millionen. Vor 6 Wochen find Bauten im Werte von über 18 Millionen bereits zurückgestellt worden, die für unaufschiebbar erachtet wurden. Das private Baukapital läuft bereits Sturm gegen diese Einschränkungen. Dos Wirtschaftsleben wird schwer geschädigt, die Arbeits- lojigkeit wird willkürlich erhöht. Geld zu angemessenen Zinsen ist in Greisweite. Die Beratungsstelle bleibt untätig. Es ist möglich, daß Dr. Schacht im Zuge seiner ohne Heranfbe- schwörung außenpolitischer Gefahren kaum deutlich mehr zu kennzeich- nenden Politik auch die Berliner Anleihe zu verhindern wünscht. Es ist möglich, daß das der Grund ist, weshalb die Beratungsstelle nicht zusammentritt. Wir sind der Meinung, daß festgestellt werden muß, wer für die Ablehnung des Berliner Auslandstredits und die folgenden kommunalen und wirtschaftlichen Gefahren vev- antwortlich ist. Dorum muß die Beratungsstelle zusammentreten. Wir fordern auch, daß die Schweigepflicht über di« Verhandlungen und Abstimmungen der Beratungsstelle In diesem Falle, der weit über Berlin hinaus für die ganze deutsche Wirtschaft von Bedeutung ist, aufgehoben wird. Di« deutsche Oeffcntlichkeft muß wissen, warum und durch wen di« wirtschaftlichen Schwierigkeiten in Deutschland künstlich verschärst werden. Oas Reich in der Preußenkasse. Abschloß eines Staatsvertrags. Zwischen der Reichsregierung und dein preußischen Staate- Ministerium ist am 4. September«in Staatsvertrag abgeschlossen morden, der soeben vom preußischen Staatsministerium dem Staats- rat zugeleitet worden ist und der di« Beteiligung de» Reiches wü 50 Millionen Mark an der Preußenkasse zum Ziel hat. Wi« der Amtlich« Preußische Pressedienst der Begründung em- nimmt, ist die Stammeinlage des preußischen Staates bei der |K. vw> Matok mV Opessade IM0 Mertfereic, Lad rnft «hwari SamikalK eigene* Fabrikat Preußischen Zentralgenossenschaftstajle auf 175 Millionen Mart erhöht worden. Von diesem Betrage sind indessen erst 75 Millionen eingezahlt; 100 Millionen Mark stehen noch aus. Der preußische Staat wird auf absehbare Zeit nicht in der Lage sein, weitere Einzahlungen zu leisten. Da die Preußische Zentralgenossenschaftsfaffe aber einer Verstärkung ihres Eigenkapitals dringend bedarf, ist es, finanziell betrachtet, zu begrüßen, daß das Reich sich mit 50 Mit lionen Marf am Grundkapital der Anstalt beteiligt. Die Einzahlung des Reichs auf die Stammeinlage wird dadurch bewirkt, daß der vom Reich der Preußischen Zentralgenossenschaftstasse gewährte Düngemittelfre dit von 100 Millionen Mart im Betrage von 50 Millionen Mark in Kapitalbeteiligung umgewandelt wird. Das Reich und der preußische Staat werden auf Grund ihrer Bertretung im Ausschuß drei von der Reichsregierung und zwei vom preußischen Staatsministerium benannte Bertreter in den engeren Ausschuß wählen. Diese Bertreter werden sich rechtzeitig vor jeder Ausschußfizung über die einheitliche Ausübung der Rechte . Auch im Vergleich mit dent festen Jahr zeigt sich eine lang famere Zunahme der Arbeitslosigkeit. Allerdings muß dabei berüdfichtigt werden, daß, wie in ganz Deutschland auch im Bereich des Landesarbeitsamtes Brandenburg die Arbeitslosigkeit von 1929 auch in ihrem günstigsten Stadium die des Vorjahres bei weitem übertraf. Aber wenn man auch diese Tatsache nicht in Rechnung ftellt, zeigt sich doch, daß beträchtliche tonjunkturpolitische Widerstandsfräfte in den legten Monaten stärter in Cr fcheinung treten als in der gleichen Zeit des Vorjahres. So ist feit Anfang Oftober die Zahl der Unterstüßungsempfänger im Bereich des Bandesarbeitsamts Brandenburg von 123 760 auf 188 441 Personen Ende November, also in den legten acht Wochen um rund 52 Pro3. gestiegen. In den gleichen Wochen des Borjahres aber war auf dem Berliner und Brandenburger Arbeits. martt ein Zumachs der Unterstützungsempfänger von 88 891 auf 157 225 Personen, also um 77 Pro 3., zu verzeichen. Das Tempo Fort von der Ofenbank! Bicht u Es hat einmal einer gesagt: Bicht und Podagra befommt man nur hinter dem Ofen", und ziemlich recht hat er. Nur muß man die spezielle Form diefer beiden Gebrechen allgemein erweitern auf den Begriff, Kulturkrankheit". Wir haben gelernt, wie man wetter. feste Behausungen baut mit 3entralheizungen und Lift, haben uns fast jeden Schritt überflüffig gemacht burd) Straßenbahn und Auto; den Körper umgeben mir bei dem geringsten Temperatursturz mit einer kunstvoll erdachten Isolierhülle aus Bolle und Seide wenn im Spätjahr die ersten Rebel am Morgen oder Abend durch die Straßen der Stadt ziehen, menn der erste talte Wind von Often weht, stellt sich programmhaft pünktlich, je nach der Anlage verschieden, der Bote des Winters ein, ein anmutig die Sprache verzerrender Schnupfen bei dem einen, die diversen Grade von Halsentzündungen, angefangen von fragender Heiferfeit bis zum quälenden Husten bei anderen, beim dritten die mannigfach variablen zu verständigen suchen. Kommt eine Verständigung nicht zustande, Freie Sozialistische Hochschule Arten des Gliederreißens. so wird sie durch die beiderseits beteiligten Minister, erforderlichenfalls durch eine gemeinsame Sizung der Reichsregierung und des preußischen Staatsministeriums herbeigeführt. Für die Beteiligung des Reichs an der Preußischen Zentralcenoffenschaftstaffe fprechen auch fachliche Gründe. Die Zentralgenossenschaftstasse hat sich, besonders in der Nachkriegszeit, zum zentralen Geldinstitut nicht nur des preußischen, sondern des gesamten deutschen Genossenschaftsmesens entwickelt. Gegenwärtig sind thr 24 außerpreußische Verbandsfaffen angeschlossen. Zurzeit beträgt ihre Inanspruchnahme durch die ländlichen preußischen Verbandskassen... 476,3. außerpreußische Verbandskassen.. 164,8 gewerblichen 32,0 25,7 Mill. M. In dem Abkommen hat Preußen dem Reiche einen entsprechenden Einfluß auf. die Verwaltung der Anstalt eingeräumt. Das Direktorium soll in Zukunft aus sechs Personen bestehen, der Präsident wird von Preußen im Benehmen mit dem Reich bestellt. Breußen behält seine Aufsichts- und Leitungsbefugnisse, wird fie aber im Einmernehmen mit dem Reiche ausüben. Kurze Replit. Fragen an den Börsen- Courier". Sonnabend, den 14. Dezember, 19, Uhr, im Plenarsaal des Reichswirtschaftsrates, Bellevuestraße 15, Vortrag des Genossen Prof. Dr. Emil Lederer, Heidelberg: Klassenaufbau und Klassenprobleme im gegenwärtigen Deutschland Karten zum Preise von 50 Pfennig( einschl. Garderobe) sind an folgenden Stellen zu haben: Bureau des Bezirksbildungsausschusses, Lindenstr. 3, 2. Hof links. 2 Treppen; Arbeiterjugend Groß- Berlin, Lindenstr. 3, 2, Hof links, 2 Treppen; Buchhandlung J. H. W. Dietz Nachf., Lindenstr. 2: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstr. 65; Deutscher Holzarbeiter-* Verband, Am Köllnischen Park 2; Verband der graphischen Hilfsarbeiter, Ritterstraße Ecke Luisenufer: Zigarrengeschäft Horsch, Engelufer 24/25; AfA- Ortskartell, Engelufer 24/25; Verlag des Bildungsverbandes der deutschen Buchdrucker, Dreibundstr. 5; Zentralverband der Angestellten, Hedemannstraße 12; Verlagsgesellschaft des ADGB., Abteilung Sortiment, Inselstraße 6a; Frauensekretariat der SPD., Lindenstr. 3, 2. Hof links, 2 Treppen; Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt, Lindenstr. 3, 2. Hof links, 2 Treppen. in der Zunahme der Arbeitslosigkeit war also in den Monaten schneller als in diesem Jahr. Oktober und November des vergangenen Jahres um die Hälfte schneller als in diesem Jahr. Die verhältnismäßig günstige Witterung in den letzten Wochen fann hier nicht allein ausschlaggebend sein, da die Finanzierungsschwierigkeiten im Baugewerbe eine Ausnutzung der Bausaison unmöglich gemacht haben. Ob bei einem einigermaßen normalen Winter die konjunkturellen Wider standskräfte start genug sind, um die Arbeitslosigkeit bis zum Früh allerdings erst die Entwicklung der nächsten Wochen flären. unh Das sind die Erscheinungen einer Dfenbanktultur, die sich aus den verqualmten Häuserhöhlen des Mittelalters ziemlich unverändert bis in unsere Zeit erhalten hat. Und doch, es gibt auch noch andere Boten des nahenden Winters, die wesentlich erfreulicher find. In den Schaufenstern der Sportgeschäfte treten sie auf: Die schlanken Bretter der Stihölzer, estortiert von den felbfthenmußten Gestalten der Stöde und den redlichen Physiognomien breitträtiger dazu gehöriger Stiefel. Und drum herum gruppieren fich pumpe Fäuste linge und fefche Müzen, feste Blusen, mit Reißverschluß natürlich, und nordisch aussehende Hosen für Männlein und Weiblein; in der Ede träumt das weiße Lattengestell eines Rodels, und glitzernde Stahlschuhe wünschen sich an die Füße schlanker, biegsamer Beibe lichkeit zum gleitenden Tanz auf glatter Eisfläche. Es ist das schönste Geschenk, das uns der Winter jedes Jahr aufs neue geben will: Eine Auffrischung der physischen und feeli schen Kräfte, wie sie teine andere Jahreszeit fertig bringt. Denn der Sommer verleitet doch mit seiner Bruthike gar zu gern zu füßer Faulenzerei, die nicht gerade auffrischend auf unsere Fähig teiten einwirkt. Frühling und Herbst sind für viele etwas feucht, aber der Winter mit seiner schneeigen Pracht gibt uns so viele ungeahnte Freuden, so viel Kraft und Erquidung in seiner rei.en Schönheit wie feine andere Jahreszeit. Die meiße Decke, in die alles gehüllt ist, strahlt den Sonnenglanz von allenthalben zurüc, sich durch grüne Gläser schützen muß. Aber die Haut saugt gierig die Strahlungsfülle auf und badet sich in Licht und Glanz; zu ges funder Färbungsfunktion werden ihre Pigmente angeregt, so daß die schönste Seebadbräune vor solch gesunder Höhenfarbe zurüc Der„ Börsen Courier" setzt sich in mehr als zweieinhalb Spalten jahrsauffd mung auf einem erträglichen Niveau zu halten, muß fo daß es dem Auge fast zuviel der gleißenden Bracht wird und es mit dem„ Borwärts" auseinander, weil wir ihm in der Frage der. Beratungsstelle eine einseitige, infonsequente und möglicherweise nicht unabhängige Politik vorgeworfen haben und weil wir uns in der Frage der Substanzveräußerung öffentlicher Unternehmungen zur Behebung der kommunalen Finanznot auf den Standpunkt gestellt haben, daß die Empfehlungen des Börsen- Couriers" vom nationalen Standpunkt ungeheuerlich seien, nachdem die sogenannten Minderheitsbeteiligungen dem Ausland immer den entscheidenden Einfluß bringen müssen. Zum ersten Punkt genügt uns das Geständnis, daß der„ BörsenCourier" mit Dr. Schacht und der Industrie in der Frage der Beratungsstelle aus„ volkswirtschaftlichen Gründen" übereinstimmt. Da mit ist zugegeben, daß der„ Börsen- Courier" die Feststellungen des Enqueteausschusses nicht anerkennt, denn dessen Argumentation ist nicht politisch was uns vorgeworfen wird, sondern ausschließlich vollswirtſchaftlich. Wir erwarten dementsprechend eine baldige Widerlegung der Auffassung des Enqueteausschusses durch den Börsen Courier", insbesondere in der Richtung, weshalb die volle 3wangsbewirtschaftung des öffentlichen Gesamtkredits jene schädlichen Folgen nicht eintreten lassen wird, die der Enqueteausschuß für die bisherige teilweise 3wangsbewirtschaftung festgestellt hat. 3um zweiten Punkt möge uns der Börsen- Courier", falls die von ihm für richtig gehaltene Substanzveräußerung zur Behebung der tommunalen Finanznot wirksam durchgeführt wird, die Grenze nennen, wo die Substanzveräußerungen ihr Ende nehmen werden. Darauf fommt es bei der vom„, BörsenCourier mit Schacht und mit der Industrie vertretenen Auffassung über die zu erweiternde Funktion der Beratungsstelle bei dem empfohlenen Verkauf von Minderheitsbeteiligungen an, Vielleicht erfundigt sich der Börsen- Courier bei der hinter der Gesfurel stehenden Sofina oder der die AEG. heute führenden Jeneral Electric oder dem holländischer Finanzinstitut des RWE. oder dem die Dessauer Gasgesellschaft finanzierenden Ivar Kreuger einmal danach, bei wieviel Prozent Minderheitsbeteiligung sie halt zu machen gebenten, wenn die volle 3mangsbewirtschaftung des öffent lichen Krebits folange dauert, wie Herr Schacht und die Industrie es wünschen. K- r. Die Westindustrie steht immer noch gut. Das Landesarbeitsamt Westfalen gibi in feinem letzten Wochenbericht Ziffern für die Verteilung der Arbeitslosigkeit in den ein- stehen muß. In der gesteigerten Arbeit froh betätigter Sportsübung zelnen Bezirken. Auf 100 Versicherungspflichtige kommen impact sich die Lunge voll mit der reinen, fraftgeladenen Materie Durchschnitt der Rheinproving 8 Unterstüßte. Bemerkense durchsonnter, erfrischender Winterhöhenluft, und ein prachtvoller werterweise liegen unter diesem Durchschnitt Effen mit 7,7, Appetit läßt alle, die in dieser Frische der Natur geweilt haben, Barmen mit 7,6, Düffeldorf mit 7,6, Köln mit 7,3, Solingen mit einbauen wie die Dreschertnechte. 6,7, Krefeld mit 6,4, Duisburg mit 6,1, Oberhausen mit 6, Mülheim ( Ruhr) mit 5,5, also lauter Bezirke der schweren und verarbeitenden Industrie. Am besten steht es immer noch im Steinkohlenbergbau. Troß der Zunahme der Feierschichten kommen auf 100 beschäftigte Bergleute nur 0,8 Arbeitsuchende. Neue Konzentration im Lokomotivbau o Das Abkommen Krupp Henschel und Linie Hofmann. Die Konzentration in der Lokomotivindustrie ist durch den Abschluß der Verhandlungen, die seit dem Frühjahr mit mehrfacher Unterbrechung zwischen Krupp und der Linte- HofmannBusch A.-G. in Breslau ein großes Stück vorwärts gekommen. . Das Abkommen, in das neben Krupp auch noch der HenschelKonzern in Kaffel eingetreten ist, sieht vor, daß Linke- Hofmann seinen Lokomotivbau aufgibt, und dafür durch die Abtretung des Kruppschen Waggonbau es, sowie durch Sonderaufträge Henschels auf dem Gebiete der Lastwagenkarosserien entschädigt wird. Die LinkeHofmann A.-G., die im alten Lokomotivverband eine Quote von 5,8 Proz. besaß, also fast 6 Proz. der Leistungsfähigkeit des deutschen Lokomotivbaues auf sich vereinigte, ist von den bisher durch die Konzentration aufgesaugten Lokomotivfabriken das größte Unternehmen. Winterarbeitslosigkeit wächst. inſtige Wirkungen auf dem Breslauer Arbeitsmartt infolge des Elwas verlangfamte Zunahme in Berlin und Brandenburg Die Belastung des Arbeitsmarktes im Bereich des Landesarbeitsamts Brandenburg( Groß- Berlin, Brandenburg und Grenzmark) hat sich in der letzten Berichtswoche zum 30. Nonember meiter verstärkt. Die Zahl der Arbeitsuchenden hat um 17 513 und die der Unterstützungsbezieher um 15 731 Perso: nen zugenommen. Damit ist die Zahl der Arbeitsuchenden auf insgesamt 315 441 und die der Unterstügungsbezieher auf 188 441 gestiegen. So schwer der Druck dieser hohen Arbeitslosigkeit auch auf dem Berliner und Brandenburger Arbeitsmartt: faftet, läßt sich in der legten Berichtswoche doch eine Berlangsamung des Tempos in der Zunahme der Arbeitslosigkeit nicht verkennen. In den letzten pier Wochen stellte sich die Zahl der Arbeitsuchenden und der Unterftüßungsempfänger bzw. die Höhe der wöchentlichen Zunahme wie folgt: Arbeitsuchende 9. November 16. " 23. 263 948+18 288 7,44 Proz 279 779+15 831 6,00 297 928+18 149 6,49 11 54 30. 315 441+17 513= 5,88 93 Unterstützungsempfänger 150 960 161 409 172 710 188 441 ACHTUNG! NICHT WEGWER Auf Grund der besonders großen Arbeitslosigkeit in Breslau hatte sich die Kommune Breslau als Großaffionär von Linke- Hofmann bisher mit Händen und Füßen gegen eine Einstellung des Lokomotivbetriebes gesträubt, um den Arbeitsmarkt nicht noch stärker zu belasten. Da jedoch die Lokomotivabteilung bei Linke Hof: mann schon seit Ende 1926 nur noch mühselig durchgeschleppt und nur noch ein fleiner Facharbeiterstamm gehalten wurde, sind unAbkommens faum zu erwarten. Vielmehr fann damit gerechnet werden, daß durch die Berstärkung der Waggonquote von Linke- Hofmann und durch die Sonderaufträge von Henschel die Belegschaft in vollem Umfange erhalten bleibt. Da andererseits durch dieses Abkommen die notwendige Konzentration im Lokomotiv wie auch im Waggonbau gefördert wird, sind hier zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen worden. Nach dem jetzigen Stand vereinigt die Henschel u. Sohn A.-G. in Raffel rund 25,4 Proz. und Krupp einschließlich der alten Rheinmetallquote fast 178 Pro3., zusammen also die beiden Unternehmen 43,2 Proz. der gesamten deutschen 2otomotiv pro duftion auf ihre Betriebe. Nach solchem Winterwochenabend aber erhält die Berufsarbeit flare Köpfe und einen gefunden, erfrischten Körper als Schaffer. Zob und Terror in Jugoslawien." Unter diefem Ramen veranstaltete bes Bund Freier Ballan" im Churm", Aurfürstendamm 173, eine Ausstellung, die eine Anzahl grauenerregender Bilder und Darstellungen der unmenschlichen Verfolgungen, denen die unterdrüdten Bölker, die Arbeiter und Bauern in Jugoslawien feit 11 Jahren ausgefekt find, enthält. Die Ausstellung ist vom 8. bis 21. Dezember täglich, auch Gonntags, von 11 bis 19% Uhr geöffnet. Eintritt frei. *** Wetterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und hingegend ( Machdr. verb.). Wechselnd. woltig. geitweise heiter mit noch ziemlich frühen bpigen Winden aus westlicher Richtung. Bereinzelt noch leichte Regen jälle. Temperaturen etivas niedriger. Für Deutschland: Ueberall vors wiegend Betterbesserung und etwas fühler, vereinzelt noch leichte Regenfälle, Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefäftsstelle: Berlin S. 14, Gebafttanftr. 37-38, Sof 2. Tr, Kreuzberg, Jugend 1: Montag, 9. Dezember, 20 Uhr, Sugendheim Doraftr. 11. Referat Ram. Bartsch. Dienstag, 10. Dezember. Charlottenburg, Rameradschaft Westend: Bersammlung, bei Schellbach, Rönigin. Elifabeth- Str, 6. Vortrag Kam. Dr. Mischler: Arise in Desterreich". Bantow Güb: 20 Uhr Kameradschaftsversammlung bei Rober, Berliner Ede Prinze Seinrich- Straße. Wintersportabt.: 19% 1hr Monatsverfammlung im Rosens berg- Gaal des Lehrervereinshauses. 20 Uhr Vortrag Dr. Stapel: Ueber alpines Rettungswesen". Gäste willkommen. Anschließend Fahrtenbesprechung. Mittwoch, 11. Dezember. Bankow: Alle Sportler und Jungkameraden 20 Uhr Turnhalle Wollantstraße. Marineabt:. 20 Uhr Turnhalle, Erdlunde und Winken. Neukölln- Brig, Jungbanner: Die zum Dienstag, 10. Dezember, auSpäterez gefeste Mitgliederversammlung bei Balewsti findet nicht ftaft. Termin wird bekanntgegeben. Freizeligiöse Gemeinde. Sonntag, 11 Uhr, Bappelallee 15. Bortrag des Herrn Dr. Baul Arische: Religinie Brobleme im Orient". Freier Bolfschor Tegel und Gemischter Chor Volnbymnia" Tegel, Mitglied des Deutschen Arbeiter Sängerbundes. Chormeifter: S. Fride, veranstalten am 8. Dezember, 20 Uhr, in der Humboldt- Schule, Tegel, Graf- Rödern- Rorio, cin interkonzert. Chöre von Raun, Lendvai, Trunt, Bringsheim, Offner u. a. Ein Arbeiterleben von gilrn.. Riavierwerke von Mendelssohn, Lifat, Gdhav wente. Am Flügel Serta Frommann. Der Aufbau, Rontradifiorische Bortragsabende, veranstaltet von der Gesella schaft der Freunde der Sozialistischen Monatshefte. 12. Abend: Montag, 9. De sember, pünktlich 20 Uhr, in Berlin, im Gigungssaal des Reichswirtschaftsrats, Bellevueftr. 15: Bolitik und Wirtschaft nach dem Doung- Blan". Nach einem Referat Hermann Kranolds Aussprache zwischen Rednern aus verschic denen politischen Lagern. In der Rednerliste find bisher 10 Ramen einge tragen, u. a. Katharina von Kardorff- Oheimb, Reinhold Quack( M. b. M.), Ludwig Queffel( M. d. R.). Anfang 8 Uhr. Berband sozialistischer Alfabemiter, Ortsgruppe Berlin, Lichtbildervortrag von Herrn Professor Röller von der Tierärztlichen. Sochschule: Reifceindrüde aus der Comictunion" am Donnerstag, 12. Dezember, 20 Uhr, in den Rammete falen( Roter Gaal), Teltomer Str. 4 am Untergrundbahnhof Belle- Alliance Straße. Ginführung von Gästen erminfcht. Reichsbund der Kriegsbefarädigten, Ariegsteilnehmer und Ariegerbintes Beamten bei den Behörden am Dienstag, 10. Dezember, 20 Uhr, im Balais bliebenen, Gan Berlin. Berfammlung aller triegsweschädigten Angestellten uns des Zentrums, Berlin R. 54, Rofenthaler Str. 36. Referent Bundesvorfigender kamerad Pfändner vom Reichsbund. Briefkasten der Redaktion. Neue Goldpfandbriefe. Im heutigen Inseratenteil lädt die Preußische Boden- Credit Actien Bant zur Zeichnung auf 2 000 000 m. ihrer 8prozentiger Gold- Pfandbriefe ein. Der Zeichnungskurs von 96 Proz. vermindert sich um 8 Proz. Zingatte des Erblassers ift neben Verwandten der ersten Ordnung( b. f. die Abfen ohne Abzug von Kapitalertragsteuer bis zum 31. März 1930, so daß bei einer Zeichnung z. B. am 15. Dezember 1929 der Nettopreis für 100 m. Pfandbriefe 93,67 M. beträgt. Die Pfandbriefe werden nur im Wege der Auslosung zu 100 Pro3. zurückgezahlt. Der Pfandbrieferlös dient in erster Linie der Versorgung des Wohnungsbaues mit erststelligen Hypotheken. GUTSCHEIN Jeder Karton zu 25st. ENVER BEY GOLD ENVER BEY ORIENT enthält 5 Einheiten 4 5 ENVER BEY TENFABRIK ENVER BEY BERLIN $. B. Es fann die Entmündigung wegen Truntfucht beantragt werden. Ferner fommt die Unterbringung in einer Anstalt in Frage. Gegen Sie sich dem Polizeirevier in Verbindung. 1. Der überiebende Che F. S. 50. fömmlinge des Erblaffers) zu einem Bierteile, neben Verwandten der zweiten Ordnung( d. 1. die Eltern des Erblaffers und deren Abtömmlinge) aur Hälfte der Erbschaft als gefeklicher Erbe berufen. 2. Ja. Sie können Ihre Schwägerin auch zu Ihrer Ervin oder Miterbin einsehen, D. B. 10. Da es fich in Threm Falle um bauliche Veränderungen handelt, die den Gebrauchswert ers höhen, so ist der Hauswirt berechtigt, eine Erhöhung der Miete zu fordern. Wird die Erhöhung seitens der Mieter abgelehnt, so kann der Hauswirt das Micteinigungsamt anrufen. 25 Ligaretten zu 5 Pfg. erhält jeder Raucher für 100 Einheiten Sonntag 6. Dezember 1929 Unterhaltung und Wissen Lola Landau: Bei den Beduinen Immer niedriger wurden die Getreidefelder, als duckten sie sich, vor dem fochenden Stanbwind. Das Komm wuchs nicht höher als eine Hand vom Boden, struppig und fümmerlich wie Dünengras. Die Straße mit langen Riffen in dem steinharten Lehm, besät mit Heinen glizernden Steinen, fenfte fich wie ein ausgetrodnetes Fluß bett von den Hügeln Palästinas in die flache Wüste Sinai hinab. Wir hörten nur das Knattern unseres Motorrades, sonst feinen wir uns lagerten; er selber bereitete. ftehand, nicht ohne Feierlichkeit, ben süßen starten Kaffee für uns, zu dem die Frauen Gefäße, Heine Taffen und Zuder herantrugen. Die eine erschien mir hinter ihrer Schmuckmaste jung und schön, und ich bat fie, mir ihr Gesicht zu zeigen. Heimlich zog fie mich hinter den Borhang in den Frauen raum des Zeltes, wo in einem Stofflumpen, der an zwei Pfählen befestigt war, ein fleines schreiendes Kind wie in einer Wiege Dor Schmutz starrende Kinder. Beilage des Borwärts der Wildheit. Hier leben noch wie zu den biblischen Beiten Isaaks und Ifmaels jene ungeschriebenen Geseze, die sich umwandelbar er halten, ftärker als jedes ftaatliche Gefeßbuch. Hier gibt es noch die Blutrache, die ganze Stämme ausrottet. Hier gibt es den Mord aus Eifersucht, Mord aus gefränftem Chrgefühl, und erst vor turzem hatten wir aus dem Munde eines arabischen, palästinensifchen Beamten erfahren, daß der Gerichtshof in diesem Lande noch gezwungen ist, die Beduinen nach milderen Gesichtspunkten zu verurteilen. Immer noch sah der Beduine mit starrem höflichen Lächeln zut uns herüber. Er reichte uns zu dem starken süßen Kaffee einen treisrunden Brotfladen, aus Mehl und Wasser gebaden, die einzige Laut. Hier begann wie im ewigen Eife die Region des Schweigens. Schaufelte. Neben einigen Ziegen fauerten untätig zwei halbwüchige, Speise, die er hatte. Wir würgien es hinuter, und Sand knirschte Wir hatten eine unbezeichnete Grenze überschriften und das Land der Beduinen betreten.. Blößlich erfdyten am Horizont das Bürfelspiel einiger Dächer, so überraschend und unwillkürlich wie ein Spuf. Das war Berfeba, die letzte Dase am Rande der Wüste. Hier gab es Basser, und in tageweiten Märschen tamen die Beduinen zu dieser Quelle, um ihre Krüge mit der tostbaren Flüssigkeit zu füllen. An dem Schöpfbrunnen, mo ein abgetriebener Maulesel, im Kreise laufend, das Waffer hochpumpte, standen die Männer in müßigen Gesprächen, fchwarzbärtige, von Kühnheit und Stolz funkelnde Gesichter, hohe friegerische Gestalten, die ihre schön geschmüdien Doiche offen am Gürtel trugen. Raum beachteten sie die Frauen, die auf den Köpfen die schweren Blechtonnen weiterschleppten, um mühsam ihre Kamele damit zu beladen. Ich trat nahe an eine Frau heran, die sich feuchend bemühte. ihr Ramel zum Knien zu bringen. Es ließ sich nicht stören, weil jein zartes schneeweißes Junges an ihm trank. Auch diese Frau trug wie alle Beduinenweiber statt des Schleiers zwei Retten schwerer Goldmünzen vor dem Gesicht. Schutz und Schmuck zu gleich, gab ihr dieser glitzernde Behang das barbarische Aussehen einer Bilden. Wie zwei Girlanden, die schräg von der Stirn bis über das Kinn herabhingen, ließen diese Kettendolden nur einige nadte Streifen der Wangen und Schläfen und ein dunkles Blizen in den Augenwinkeln frei. Als ich das junge Kamel streichelnd be rührte, fuhr die Beduinin mit einem fierischen Fauchen auf mich los, der Kopf mit den Ketten flirrte wie eine Dämonenfrazze, si: krallte die kleinen braunen Hände, als wollte sie mir in das Geficht springen. Diese hemmungslose Gefte der Wildheit hatte etwas so Drohendes, daß ich unwillkürlich einen Schritt zurüdwich. Fürchtete sie vielleicht, ich, die Fremde, wollte ihr Tier mit dem bösen Blid verheren? Die Männer, die uns beobachtet hatten, lachten laut, Medschnun!" riefen sie uns zu, ein arabisches Wort, das sowohl verliebt, wie verrückt heißen fann. Eine Berrückte also? Aber diese Frau war sicherlich nicht geistesfrant, sie war nur in dem Irr: mahn des Aberglaubens befangen, der die meisten Orientalen noch in Bann hält, wieviel mehr diese Wesen der einsamen Steppe, mo die leere Landschoft sich mit Geistern bevölfert. Bir durchfuhren Berjeda, das nur aus einer einzigen bunten Baforstraße bestand und hinter deren Lücken die gelbe Dede grinjte. Alle diese Kaufstände mit ihren farbigen Feßen, diese Selterbuden und Kaffeehäuser schienen nur ein fliegendes 3eltlager, das der Staubfturm jeden Augenblic verschütten fonnte. Bald versant alles wieder im rötlichen Dunst der Wüste. . Hier war das Ende der Welt. Das Wachstum mar versiegt. Nur staubgraue Kameldornsträucher flammerten sich wie gespenstische Krallentiere an den Boden. Saugende Leere. Totenstille. Die Landschaft treifte, eine unendliche Scheibe. Ein Haufen roher Getreideförner in einem Winkel, eine Stufe Doll Milch, eine primitive Handmühle aus zwei flachen. Steinen und ein Primustocher, das war die ganze Einrichtung dieses Bes duinenharems, in dem Ziegen und Hühner neben den Kindern schliesen und dessen Romantit sich aus einem märchenhaften Elend und erschreckender Bedürfnislosigkeit zusammensetzte. Die Beduinin nahm die Kette vom Gesicht; bräunlich schöne feurige Züge famen zum Vorschein. „ Was tust du den ganzen Tag?" versuchte ich sie mit einigen arabischen Broden nach ihrem Leben auszufragen. Die Frau deutete durch einen Spalt des Vorhanges auf ihren Mann und machte die Gebärde des Schlagens. „ Er schlägt dich, dein Mann, Tut es sehr weh?" „ D, o!" Die Frau verzog ihr Geficht zu einer schmerzhaften Grimasse, während sie mich im nächsten Augenblid verschmit an lachte. Dann schlug sie wieder einen Arm auf den anderen. Warum schlägt er dich?" fragte ich. " Die Frau zeigte pantomimisch die Bewegung des haftigen Kornmahlens. Ich begriff, ihre Arbeit war dem Gebieter zu lang fam. „ Es ist nicht schön, daß du deine Frau schlägst", fagte to halb scherzhaft zu dem jungen Beduinen, als wir zu den Männern zurückkehrten und mit übergeschlagenen Beinen um den Kaffee zurüdkehrten und mit übergeschlagenen Beinen, um den Kaffee fauerten. Er starrte mich mit einem unbestimmten Lächeln an. Dann fagte er einige arabische Worte zu meinem Mann, der plötzlich in Gelächter ausbrach. ,, Weißt du, was er mir eben im Ernst angeboten hat? Ob wir Er möchte mir für dich gern nicht die Frauen tauschen könnten? eine seiner Frauen überlassen." Ich blidte unruhig nach dem Ausgang; doch wußte ich ja, baß unter dem Zeltdach der Gast und sein Eigentum dem Beduinen heilig find. Niemals, auch bei räuberischen Stämmen, wird dem Beherbergten das geringste Leid geschehen. Als Eigentum meines Mannes also war ich in diesem Zelt ohne Zweifel sicher. Und doch streifte der Schauder vergangener Jahrhunderte durch diesen Raum. Denn hier kann der Mann die Frou noch wie eine Leibeigene ver faufen, vertauſchen, ja töten, wenn er will Sind diese Nomaden Jäger oder Krieger geblieben, so wird das Weib nicht besser als ihre Kriegsbeute behandelt. Hier ist die Freiheit der Steppe, der Geruch Blick in unsere Geschichte. Die große Tradition der Sozialdemokratie. Die Empörung gegen die ungerechtigkeit der kapitalistischen Weltordnung entsteht in der Jugend immer aufs neue die sozia listische Bewegung gibt der spontanen Bewegung den Ideengehalt. Ohne die Tradition der sozialistischen Bewegung würde die natürliche Sozialfritik der Jugend tastend, unsicher im Ziel und der Methode sein. Die Geschichte der Sozialdemokratie gibt ihr und der Methode sein. Die Geschichte der Sozialdemokratie gibt ihr die reichen Erfahrungen eines hundertjährigen Kampfes um Freiheit und Gerechtigkeit, die Begeisterung und den Stolz, die eine fo ruhm reiche Geschichte hervorruit. Kein lebendes Wesen begegnete uns auf unserem Wege, der zerfallenen, unbefahrenen Militärstraße, auf der im Kriege auch die deutschen Truppen bis zur Erschöpfung marschiert waren. Nur liche einmal bemerften wir ein verlassenes Kamel, dessen Füße zusammengebunden waren, damit die Hirten es an demselben Blaze wieder fanden. Endlich nach Stunden erblickten wir die schwarzen vieredigen Zelte eines Beduinenlagers, das sich finster von der gleißenden Landschaft abhob. Bir hielten, als unerwartet einige Beduinen auf schön geschmückten Pferden und Kamelen in rafendem Galopp auf uns zujagten. „ Selam, Friede sei mit euch!" riefen wir ihnen zu, Sie legten als Zeichen der Freundschaft die Hand an Stirn und Brust und führten uns als ihre Gäste zum Lager. Dort bemegten sich viele Gestalten in feftlichem Aufruhr, Es waren die Lage des mohammedanischen Beiramfestes, und der Zufall hatte uns geführt, daß wir als Zuschauer an einer Fantajia, den bekann ten arabischen Reiterspielen, teilnehmen durften. Auf einem Hügel, steil gegen den brennenden Himmet, hatten fich die Reiter aufgestellt. Jezt ertönte als Signal ein Schret, und swei Rainele, auf denen die Männer gebudt wie Zwerge hodten, wirbelten mit phantastischen Sprüngen vorüber, eine, glitzernde Stalibidileppe hinter sich herschleifend Baren das noch diefelben geduldigen Lafttamele, diefe rasenden Steppentiere, die Jagd und Freiheit witterten? 2, ail" schrien die Männer, die durch die Luft zu tanzen schienen, und peitschten, die Kamele mit ihren foderen rotfiammenden 3ügeln, um sie noch mehr anzuspornen. Abseits in einem schwarzen Knäuel zusammengedrängt ftanden die Frauen, und jedesmal, wenn ein Reiter den anderen überholte, stießen sie, ihn wie bei einem barbarischen Kriegstanz anfeuernd, einen rasenden Zungentriller aus. Aber wer war dieser sonderbare dunkle Stoffklumpen, der hin und her zudte und aus dem dieselben schrillen Laute hervortönten? Allmählich tauchten unter dem breiten Tuch die Köpfe von vier Beduinenweibern auf, die fich schen vor den Blicken meines Mannes verkrochen hatten, obwohl ihre Gefichter auch von Goldmünzen verhängt waren. Ein junger Beduine, einer der prächtigsten Reiter, war inzwischen von seinem Kamel gesprungen und bot uns in einem ichweren schwarzen Ziegenbaig einen Trunt fühler Milch. Er erfüllte dantit das heiligste Gebot des Beduinen:„ Nimm den Fremden gastlich auf und lösche seinen Durst! Gib ihm Wasser und Schatten, das Köstlichste, mas du in der Wüste besitzt!" Als ich ungeschickt aus dem unförmigen Beutel trant, blid'e mich der Beduine mit unverhohlener Neugier an. Denn die unver schleierte Europäerin ist in defen Gegenden timmer noch eine Seltenheit. Dann führte er uns mit freundlichem Lachen in fein Belt, während uns in achtungsvoller Entfernung feine, beiden Frauen folgten. Das schwarze Zeltbach( chloß angenehm bas beigen Zidit aus. ber in bem leeren, u Surdy einen Borhang getellten Raum strömte der nackte Gand bes Bodens noch glühende Hize aus Schnall zallie jer Birt einen zerfranften roten Teppich aus, auf ben Es ist eine schöne Aufgabe, den Jungen die Tradition und die Geschichte der sozialistischen Bewegung zu vermitteln! Der Arbeiterjugendverlag hat zu diesem Zwecke ein Buch von Franz Klühs veröffentlicht: Werden und Wachsen der sozia listischen Bewegung.) Das Buch ist teine erschöpfende historische Arbeit mit der Belastung des wissenschaftlichen Apparats, jondern eine lebendige Erzählung in volkstümlicher Sprache, ein Abriß, der sich besonders für die Jugend eignet. Bon Wilhelm Weitling bis Friedrich Ebert das umschließt eine gewaltige Spanne, fast 100 Jahre deutscher Geschichte. In diesem Zeitraum hat sich fast alles geändert: Deutschland wurde Dom Agrarland zum Industriestaat, das Kaiserreich wurde und ver ging. Wilhelm Wolff, der, Rajematten Wolff", war der Sohn eines erbuntertänigen Bauern so tief reichte noch der Feudalismus in die Tage der ersten deutschen Sozialisten hinein, in unseren Tagen wurde der Sohn des Schneidermeisters Bräfident des Deutschen Reiches. Das Legiere ist für die Jungen eine Selbst verständlichkeit was es bedeutet, bas eben muß fie der Blick in die Bandlung und den Wert der Freiheit von heute. die Geschichte lehren! Rur wer die Geschichte fennt, der begreift Das Buch von Franz Klühs führt die Geschichte dieser 100 Jahre rasch am Lefer vorüber, so daß der Gesamteindruck eines unerhörten Aufstiegs festhaftet. Eine Bewegung, die diesen Aufstieg gewollt hat, die in diesem Jahrhundert immer stärkeren Einfluß auf die deutsche Geschichte gewonnen hat das tann nicht nur eine aus Tagesinteressen geborene Partei sein, sie muß nicht nur eine aus Tagesintereffen geborene Partei sein, sie muß über ungeheure Kraftquellen im Volke verfügen, die nicht einmalig, sondern dauernd sind! Franz Klühs sagt uns das nicht, so aus gesprochen und so propagandistisch: er läßt die Geschichte selbst sprechen. Unsere Geschichte, die Geschichte des gewaltigen politischen und sozialen Aufstiegs der deutschen Arbeiterichaft, ist für uns die beste Propagandistin Die Jugend soll nicht unkritisch hinnehmen aber sie muß auch wissen, welches Maß von Begeisterung, von Glauben und vor allem von Hingabe nötig war, um ihr die Freiheit von heute, die Plattform für das morgen zu verschaffen. Hingabe an das edle Ziel: das ist eine der obersten Lehren unserer Geschichte. Es war ein glücklicher Griff, daß dieser geschichtliche Abriß sein Rückgrat erhält durch furze Biographien der führenden Köpfe der sozialistischen Bewegung in Deutschland. Diese Lebensabrisse find Beispiel und Vorbild für die Jugend. Ste geben dem Buche zudem große Lebendigkeit der Er. zählung. Der Blid des rückwärts bauenden Gezialisten befter natürlich mit Borliebe auf dem Seldenzeitalter der Battei, quf der Zeit, in der die großen und führen been des modernen Sozialismus milfenidate *) Breis fart. 1,90., geb. 2,80 zwischen unseren Zähnen. Als wir aus dem Zelt traten, war zu unserem Erstaunen das Lager in vollem Aufbruch. Der Festplay war leere Büfte. Die schorzen Ziegenherden waren zusammengetrieben, die Beiber melkten die Tiere und beluden mit den gefüllten Bälgen die Kamele. Die Männer riffen die Zelte ab, rollten sie zusammen. Der Platz war abgegraft, schon vor dem Fest war an dem Abend der Abmarsch be. fchloffen. In der Mitte stand der Führer, ein ausdrucksvolles Gesicht, und gab mit ruhiger Würde seine Befehle. Neben ihm hielt sich völlig in Weiß gefleidet ein junger Mensch mit fanatisch lodernden schwarzen Augen, wie man uns lagte, auch ein Gast, der Abkömm. ling eines vornehmen Geschlechts und Priester. Er sah aus wie ent Büßer oder Heiliger, und während der Führer fich höflich von ums verabschiedete, sah er uns, die Ungläubigen, sprachlos und finster voll grenzenloser Berachtung an. Welche. Bisionen mag er wohl unter dem unermeßlichen Wüstenhimmel erleben! Einige Beduinen begleiteten unser Motorrad noch ein Stic mit ihren jagenden Kamelen, dann lösten sie sich nebelhaft am Horizont auf. 3mei Tage später saßen wir in El Arisch, der ägyptischen Küstenstadt am Rande der Wüste, bei einem gebildeten arabischen Arzt zu Tisch. Plötzlich flopfte es, und ein arabischer Polizist trat in das Bimmer. 1 Kommen Sie bitte fofort!" rief er. ,, Ein Beduine ermordet! Der Kommandant fährt mit dem Auto sofort in die Wüste und wünscht einen Arzt mitzunehmen." Der Arzt stand auf. Weiß man die Ursache?" Der Polizist zuckte die Achsein.„ Sie sagen: Frauenraub." Der Arzt stampfte leicht mit dem Fuße auf:„ Wir befommen zu tun. Das gibt eine Kette von Morden." Aljo war es wieder geschehen, das Rätselhafte, Finstere aus dem Blute des Wüstenmenschen. Und während die Richter sich eilig auf den Weg machten, war dort in der Einöde cin unbekanntes, graufames Gefeh schon längst erfüllt, war schon ein Mensch gerichtet und verurteilt worden. Wer begriff auch Gebote jenseits der Lebensgrenze, in einem Land ohne Wasser! Wer durfte richten über ein Bolt, das niemals Menschengewalt, sondern immer die wilde mörderische Sonne, die gleißende Unendlichkeit der Wüste geformt hatten. lich geprägt, mo die Anfänge der Organisation sichtbar wurden, und die Loslösung der werdenden proletarischen. Demofratie von der bürgerlichen Demokratie sich vollzog die Zeit von Marr und Engels, von Lassalle, Bebel und Liebknecht. Dann die Zeit des Kampfes gegen Unterdrückung und Sozialistengefeß, die der Zeit der Politischen Wirksamkeit im Parlament voranging. Hier fei uns eine tritische Anmerkung gestattet: die Beit von 1890 bis 1914 scheint uns in diesem Klühsschen Buche zu kurz bedacht zu sein. Diese Zeit ist nicht so heroisch wie die vorhergehenden Jahre aber sie ist für das Besen der sozialistischen Bewegung von heute von der größten Bedeutung. In dieser Zeit wurden im Zusammenarbeiten von Bartsi und Gewerkschaften die pofitiven Erfolge der fulturellen und sozialen Hebung der Lage der Arbeitertlaffe erzielt, wurden die grundlegenden Erfahrungen für die Benutzung der Waffe der parlamentarischen Demokratie ausgeprobt. Es fönnte eine dankbare Aufgabe sein, den Blid der Jugend über die gewaltige Zäsur des Krieges und der Revo lution hinweg auf diese Jahre zu richten, in denen nicht mur wir uns als parlamentarische Partei formiert haben, sondern vor allem auch unsere Gegner von heute! Das Buch regt zum Nachdenken und zum Weiterforschen an.. Ein geschichtlichen Einführung, eine Anzahl von Bildern belebt den Tegt. Literaturverzeichnis gibt nüßliche Hinweise zur Bertiefung der ersten Wir wünschten, daß sich jeder junge Arbeiter an der Hand dieses Buches in die große Tradition der Sozialdemokratie vertiefte: C. G. Tod durch Radiumleuchtfarbe! In Bergnügungsstätten der Großstädte fann man in zunehmen. dem Maße Wandmalereien in Rabbumleuchtfarben ausgeführt sehen. Auch Reklameflächen werden häufig in diefen Farben ausgeführt. Aber selten wird wohl ein Mensch beim Betrachten dieser Male reien auf den Gedanten gekommen sein, daß die Herstellung dieser Farben mit ernster Lebensgefahr verbunden ist. Wie jetzt nämlich das amerikanische Arbeitsministerium in Washington durch eingehende Untersuchungen hat feststellen lassen, ist die Herstellung dieser Farben hochgradig gefährlich. Deshalb hat es den in Frage fommenden Fabriken empfohlen, die Anfertigung der Radiumleuchtfarben möglichst sofort aufzugeben. In dem Bericht des Ministeriums wird festgestellt, daß bisher bereits 15 Arbeiter an der Bergiftung gestorben sind. Weitere 18 sind so hoffnungslos erkrankt, daß mit ihrer Gesundung nicht mehr gerechnet werden kann. Um die Bebeutung dieser Zahlen sich zu vergegenwärtigen, braucht man nur darauf hinzuweisen, daß in der gesamten Industrie zur Herstellung Don Rabiumleuchtfarben in den Vereinigten Staaten bisher nur 250 Arbeiter beschäftigt werden. Demnach müssen nicht weniger als 13 Broz, d. h. jeder Siebente, feine Berufstätigkeit mit dem Tode bezahlen. Bei verschiedenen Toten wurde festgestellt, daß das Radlum bereits in die Knochen der unglücklichen Opfer übergegangen war. Da die Leuchtfarbenindustrie noch in ihren Anfänger steht, ist das Eingreifen des amerikanischen Arbeitsministeriums nur zu begrüßen. Allerdings ist zu bezweifeln, daß durch eine blöße Empfehlung eine Einstellung ber Brobuftion erreicht wird. Da auch bei uns neuerdings solche Farben hergestellt werden, ist es die Aufgabe der in Betracht tommenden Aufsichtsorgane( Reichsarbeitsminifterium, Gemerbeauf. fichtsbehörde ufm.), auch in der deutschen Beuchtfarbenindustrie ahnfiche Untersuchungen fofort durchzuführen bevor größeres n. heil angerichtet worden ist. Hardy Worm: Das Telephon Das Telephon ft eine großartige Erfindung. Stundenlang tam man sich damit bie Zeit vertreiben. Wenn mir ganz mies fft, wenn ich überhaupt nicht mehr meiß, mie ich mir hie Beit nertreiben foll, greife ich zum Telephonadreßbuch. Darin finde ich immer die Stamen non Befanten unb bann danfe ich mir, benen minst du doch mal eine Freude machen. lnb bas geht hann so zu: Es ist abends 11 Uhr. Dein früherer Schulbirektor, sin Efel non Sterl, tann ich Ihnen versichern, hat Knollendorf 2037. ,, Bitte, Knollendorf 2087.st bort Herr Direttor Schleim macher? tein, hier ist der Hauptanschluß." ., Bollen Sie dann bitte die Güte haben, mich mit dem Herrn Direttor zu verbinden?" ,, her geftaten Sie, es ist doch mitten in der Nacht. Können Sie benn nicht morgen früh anrufen?" Ich laffe meine Stimme tnarten: Nein, das fann ich nicht. Hier ist Affeffor v. Brizmiz nom Ausmärtigen Amt. Ich muß den Herrn Direktor in einer dringenden Angelegenheit( prechen." Am andern Ende der Strippe sint jemand zusammen. Er haucht ersterbend: Einen Augenblid, bitte, ich merbe verbinben." Nach einer Weile: Hier ist das Hausmädchen von Herrn Direktor Schleimmacher. Wer ist dort?" Ster ist Affeffor v. Prizwiz. Ich muß unbedingt den Herrn Direttor( prechen." „ Einen Augenblid, bitte." 2ber id tann mir gar nicht benten, Herr Affeffor... Bollen Sie bitte die Liebensmürbigfeit haben, einen Augenblid au marten." Das Fräulein nom Amt trennt natürlich. Ich muß den Haupt anschluß noch einmal belästigen. Das tut mir sehr leid, ist aber nicht zu ändern. Einen Augenblid, mein Mann tommt felbft an den Apparat." Der Herr Dirator bustet entfeglich Er muß eine furchtbare Branchitis haben. Sch wiederhole meinen Ramen, meine hohe Stellung und fpringe bann gleich medias in res. 3ch ziehe eine uralte Zeitung aus der Tasoje und beginne porzulesen: Gerstengraupen, lose 15,50 bis 20, Gerstengrüße, Lofe 14.50 bis 16, Haferfloden, Lose 15,50 bis 17, Hafergrüße, lofe 18 bis 19, Roggenmehl 12,75 bis 13,75, Weizengrias 18,25 bis 19,50, Hart grieß 21,50 bis 24. 70prozentiges Beizenmehl 14,50 bis 15,50, Erst mukt der Direftor, macht flehentliche Berfuche, mich zu unterbrechen, schließlich läßt er alles über sich ergehen. Haben Sie alles gut notiert, Herr Direttor?" Ein furchtbares Raffeln und Schnauben im Apparat, hann eine ächzende Stimme: Herr Affeffor, das muß ein grauennoller Jertum sein. Ich schreibe ja gar teine Statistit. Ich verstehe nicht, mie Rollege Bröslein bazu tommt, so etwas zu behaupten. Bar denn der Kollege ein bißchen... na, Sie wiffen ja fchon, was ich meine. Ich weiß, was er meint und fage: Nein, der Herr Brofeffor mar vollkommen nüchtern. Sind Sie denn nicht mit ihm bei 3oftn Nach zwei Minuten eine füß flötende Damenstimme: Hier gewefen? n" Anna Schleimmacher. Sie wünschen bitte?" Könnte ich Ihren Herrn Gemahl Rein, hier ist die Tochter am Apparat." fo: gnädiges Fräulein, ich muß unbedingt Ihren Herrn Bapa sprechen. Es handelt sich um eine äußerst wichtige Angelegen heit." Nein, ich liege feit zwei Tagen im Bett" menn ,, Ja, na, da muß ich doch sehr bitten." Meine Stinune mirb scharf und eisig.„ Sie werden verstehen, Herr Direktor, ich bin ein sehr seriöser Herr, ich bin Affeffor, Reserveoffizier fich da Ihr Herr Kollege einen unziemlichen Spaß erlaubt haben sollte Ich ringe nach Atem. 3a, ist benn einen Augenblid, bitte." Ja, ich begreife auch nicht. Der Fall muß so schnell wie möglich 3mei, denke ich und warte. Ich habe ja Zeit. Außerdem will geflärt werden. Ich werde schon morgen den Kollegen zu mir idy ich mir ja die Langeweile vertreiben. bitten und um Aufklärung ersuchen." Eine sehr energische weibliche Stimme: Hier Frau Direttor Schleimmacher. Sie wünschen?" -UP „ Hier ist Assessor v. Brigwig vom Auswärtigen Amt. Ich traf heute nachmittag Herrn Profeffor Bröslein das ist ein Freund von Direftor Schleimmacher, müssen Sie missen, und der jagte mir, Ihr Herr Gemahl schreibe an einer wichtigen statistischen Arbeit und benötige dazu bis heute nacht 12 Uhr die Preisnotierungen für michtige Nahrungsmittel. Da diese Statistik nur dem Ausmär tigen Amt zugänglich ist, bat er mich. Ihrem Herrn Gemahl die Preise durchzusagen." Frau Direttor hat nicht verstanden. Ich muß alles wieder holen. Darauf fagt Sie nachdentlich: Um welche Zeit haben Sie denn Herrn Profeffor Bröslein gesprochen?" ,, lm vier Uhr nachmittags, gnädige Frau. Er tam gerade aus dem Café Jofty, wo er mit Ihrem Herrn Gemahl zusammengefeffen hatte." ..Das ist aber doch unmöglich. Mein Mann Siegt feit zmei Lagen im Bett Er leidet an Bronchitis. Liegt benn ba teine Bermedflung por?" Würden Sie dann so liebenswürdig sein, mir das Resultat Ihrer Unterredung mitteilen. Ich bin telephonisch unter August 1717 zu erreichen." „ Aber selbstverständlich, Herr Assessor. Ich hoffe, Ihnen schon morgen mitteg Auftlärung geben zu tönnen." Unter gegenseitiger Hochachtungsversicherung trennen wir uns. Die wird unter August 1717 ist die Nummer der Abdeckerei. staunen. * Man kann mit dem Telephon noch etwas anderes machen. In meinem Hause wohnt ein fanatischer Abstinenzler. Den ganzen Treppenflur betlebt er mit seinen albernen Propagandazetteln. Auf mich hat er es besonders abgesehen. Meine Korridortür sieht aus mie eine Bitfaßsäule. Sad Seer u ber in fetner ohmmg gerabe eine Cigung mil Bloutreglern abhielt, fom burch die anrollenbe Bestellung in der Berbecht ein heimlicher Säufer zu sein. Er wurde rabiat und mollte den Rutscher die Treppe hinunterschmeißen. Der aber gah ihm eine furchtbare Snalllate. Seitdem schielt mich Herr Rus immer non her Seite ant. Ob er etmas ahnt? . Aber man fann auch fegensreich mirten durch das Telephon Perlich habe ich in der Brinatwohnung des Boftdirektors ange flingelt. Das ist der Herr, der behauptet, daß die falschen Ber bindungen faft immer durch unbeutliches Sprechen des Anrufenden hervorgerufen mürben. Ich mußte ihn eines befferen belehren. Dort 1864? Rönnte ich den Herrn Direktor fprechen?" hallah!" Ra, fag mal, mie lange foll ich noch auf den Mift morten? Haft du benit überhaupt geschrieben? Ist die Gehaltszulage raus? Man sollte die ganze Bande aufhängen. Es iſt... wie meinst du? 3a, bist du benn nicht dort, Gustav? Sona dann entschuldigen Ste vielmals. Natürlich wieder falsche Verbindung. Es ist ein Streuz mit den Telephonistinnen. Danke sehr." Zehn Minuten später. Rönnte ich den Herrn Direktor sprechen?" Hallah!" Sagen Sie mal, mas haben Sie denn da wieder gemacht? Das geht ja auf feine Suhhaut! Ich habe es eben erft burch die Zeitung erfahren. Mußten Sie denn auch gleich zum Schießprügel greifen? Wie geht es denn nun Ihrer Frau? Wie meinen Sie? ft benn dort nicht Direttor Mühlhoff? Rein, na marum denn nicht? Das hätten Sie mir doch gleich fagen tönnen. Wie? Werben Sie nicht noch frech. Diese verfluchten falschen Verbin bungen!" Behn Minuten später. Halloh!" Ich Wie lange soll ich denn auf die neuen Marken marten? Was für Marken? Na, in Ihrem Betrieb scheint ta eine nette Schlamperet zu herrschen. Seit Jahren merde ich pünktlich beliefert und jetzt ist es, als wäre der Teufel dazwischen gefahren! Sie haben es wohl nicht mehr nötig? Haben Sie nicht die neue Verfügung gelesen? Wenn Sie mir die bestellten Marken nicht bis morgen liefern, wende ich mich an die Konkurrenz. Es gibt genug Sigarettenfirmen in Berlin. Genug, sage ich Ihnen, Herr Direktor. Sie brauchen fich gar nicht so aufs hohe Pferd zu legen. werde dafür sorgen, daß Sie bontottiert werden. Ich laffe mir diefe Schlamperei nicht gefallen Ich nicht. Suchen Sie sich ge= fälligst jemand anders aus, Was wollen Sie? Wollen Sie vielleicht abstreiten, daß ich pünktlich bestellt habe? Ich habe erst gestern telephoniert.-Was? Irrtum? Bei Ihnen vielleicht, bei mir nicht. Bei mir herrscht Ordnung, sag ich Ihnen. Ich verzichte auf Ihre Marken. Falsche Berbindung? Was heißt falsche Verbin dung? Der Teufel fennt sich in Ihren Abteilungen aus. Meinen Sie, ich ließe mich jetzt mit einem Ihrer Expedienten verbinden? Wie? Bas? Der Bostdirektor ist dort? So, das ist mir auch egal. Dann forgen Sie wenigftens dafür, daß man nicht immer falsch verbunden wird. Ich spreche doch wirklich deutlich genug. Jch werde das Gespräch auf keinen Fall bezahlen. Ich werde mich beschweren. Schluß! Zehn Minuten später ließ sich der Herr Direttor nicht mehr fprechen. Er fei trant, fagte das Mädchen. Ich rufe eine befannte Weinfirma an. Hier ist Dr. Ruß, Charlottenburg, Gröttrupstraße 64. Wollen Sie bitte folgende Be stellung notieren: 10 Flaschen Mofel 1765, 20 Flaschen Niersteiner 465, 10 Flaschen Weinbrand Spezial, 10 Flaschen Rognat Brinat. Haben Sie notiert? Schiden Sie mir das alles morgen nachmittag Jegt foll er aber noch einmal behaupten, die falschen Berbin bungen rührten nom undeutlichen Sprechen her. Glauben sie es ihm Am nächsten Rachmittag gab es über mir einen furchtbaren nicht. Under feinen Umständen! Das tam ich mir gar nicht benten, gnädige Frau. Er hat zwischen 8 unb 4 Uhr ins Haus." mir boch Ihre Telephonnummer gegeben. 10 Die Mechan Smyrna Qualitat Marke Wollplusch- Teppiche Pa.Velour- Teppiche La.Velvet Tepp Pa Boucle tepp. Journay- Velour Mesched- leppo Smyrna Teppiche Allererst. Markenfab Seit Jahrzehnten be- Seit Jahrzehnten erproble persermust. Handfranse, mechan. allererste raine wolle m. Franse lebur 300 149-38898 Muse someone wante cual, mod Mersis Marcorn langaravalle aus gutem reinen Wollgarn. ganz durchgevelle est 0118-25889 817998159-88118: 1989: 285: 58 212 34 310-232-18798 298 250 225 28859-18827 26 1425081378113-892: 1861320149: 28 94 richtigen Gesc 38865: 47 34831158983359-9960-130 1.80 Mr. 675 Elamine Brücken Bettvorlagen Fell Teppiche Läuferstoffe Bettumrandungen Möbelbezugstoffe Dekorationsstoffe Chin Elege 48585 Boucleous rein Haargam Boucle que reino Gobelin mod.Mush ca 130 be 85 Rips gemustert, und 65 Beiderwand go 0.85 Mortied Wollsch 120 br. 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Dezember 1929 Daudet sagt im„ Tartarin", daß der Südländer nicht lü, Er sehe die Dinge eben anders. Das mache die Sonne. Eine Jahrestemperatur von minus acht Grad scheint die Phantasie noch ungleich stärker zu befruchten. Das Nordlicht ist offenbar gefährlicher als die Sonne. Potemkin ist übertrumpft. Beitragserhöhung ist für die Herren„ Wirtschaftsführer" in den Eine Beseitigung des zu erwartenden Defizits durch Leistungs- Was der Arbeiter in Rußland verdient. Unternehmerverbänden ein zu primitives" Hilfsmittel. Senfung der Leistungen der Arbeitslosenversicherung er. fcheint ihnen weniger primitiv. Die Herren find großzügig im Rechnen. Sie wollen grau in grau malen und sprechen daher von einem Zuschuß bedarf der Reichsanstalt in Höhe von 300 Mil lionen. Tatsächlich sind es rund 260, und davon lommen noch 60 Millionen, die das Reich für die Arbeitslosigkeit des fommenden Winters bereits vorgesehen hat, in Abzug. Es bleiben also eigentlich rund 200 Millionen Zuschußbedarf. Richtig ist, daß vom 1. Januar bis zum 1. April durch eine Beitragserhöhung um 4 Broz. nur 50 Millionen hereingeholt werden tönnen. Es rächt sich jetzt, daß die Beitragserhöhung nicht schon im April erfolgte, wie die freien Gemertschaften das forderten. Hätte man ihnen gefolgt, dann hätte die Reichsanstalt jegt 150 millionen Reserve, und die Schwierigkeiten maren so gut wie behoben. Aber die Wirtschaft" darf ja nicht belastet werden. Zum Lafttier eignet sich viel besser der ausge. marcelte Arbeitslose. Er soll hungern, bis es ihm schwarz vor die Augen wird. " Die humanen" Unternehmer erklären furz und bündig, daß der Zuschußbedarf der Reichsanstalt nur durch eine neue Reform" der Arbeitslosenversicherung, auf deutsch: durch eine Sentung der Leistungen hereingeholt werden dürfe, nicht aber durch Beitragserhöhung und nicht durch Reichshilfe. Was bedeutet das? Der Zuschußbedarf beträgt, wenn das Reich und die Beitragserhöhung gänzlich ausgeschaltet bleiben, 260 Mil. fionen. Ein Hauptunterftügungsempfänger toftet im Monat 80 m. Potemkin übertrumpft. Rüdblid auf das Jahr 1948. Mis Befannt find die sogenannten Potemkinaden. Ratharina II. mit ihrem Günſtling Botemfin die von diesem ver maltete Strim besuchte, war sie entzüdt von dem Empfang. Ueberall faubere Dörfer, gut angelegte Chausseen, große Blehherden, gut genährte Bauern. Es gab aber weber Chauffeen noch Dörfer. Das ganze war ein Kulissenschwindel. Diese Methode hat sich auch im bolichemistischen Rußland erhalten und scheint es übrigens dort zu einer befonderen Blüte gebracht zu haben. Die neueste Leistung stellt aber alles, was man bisher darüber gehört und gelesen hat, in den Schatten. Potemfin erscheint daneben ein arm fettger Stümper. Das offizielle Berliner Stalin- Drgan bringt am Sonnabend auf der 2. Beilage, über die ganze Breite des Blattes, folgende Ueberfchriften: Bom Siebenstundentag zum Fünfftundentag. Das Land mit der fürzesten Arbeitszeit der Welt. 3m Jahre 1948 bei fünfftündiger Arbeitszeit und sechefachem Friedensteallohn die hundertfache Jahresleistung. Perspektiven des sozialistischen Aufbaus. Es bedarf mohl teiner besonderen Erwähnung, daß dieses Land der Verheißung Somjetrußland ist. Der gläubige Sowjetleler mehe ihm, wenn er nicht gläubig ift! wird sagen: Fünfstundentag und sechsfacher Friedensreallohn seht ihr, so fieht es in Sowjetrußland aus!" Daß es erst in 20 Jahren so aussehen follmenn man nach zwölfjährigem Banterott den bolfchemistischen Propheten noch ein Bort glauben darf und daß es einfach idiotisch ist, heute Dorauszusagen, in welchem Berhältnis Lohn, Leiftung und Arbeitszeit sich in 20 Jahren verhalten werden, das ficht einen gläubigen Stalinisten nicht an. Alle Wunder beruhen auf ähnlichen Aus 1 " fentung mürbe bedeuten, daß im Winter rund eine Million Hauptunterstüßungsempfänger zum Teil teine, zum Teil nur eine lächerlich geringe Unterstüßung erhalten. Man stelle fich vor: Eine Million Menschen, die ohne ihre Schuld arbeitslos geworden sind, soll also hungern! In England erhält die Arbeitslosenversicherung von der Regierung einen Kredit 650 millionen in Anspruch genommen worden. Darüber hinaus soll in Höhe von rund 800 millionen Mart, davon sind der Arbeitslosenschuh nun noch verbessert werden. Deutsch land ist gewiß nicht so wohlhabend wie England, es ist aber auch nicht so grm, daß es eine Million Arbeitslose im Winter hungern laffen muß. Wollen die Herren Wirtschaftsführer eine Krise entfesseln? Das Bombenwerfen gegen die Reichsregierung ist zurzeit ja für viele, die sich als Retter aus der Not vorkommen, die Lieblingsbeschäftigung. Im Arbeitgeberlager scheinen manche Leute vollständig verblendet zu sein. So fragt die Arbeitgeber zeitung, ob die Vorlage des Reichsarbeitsministers auf Erhöhung der Beiträge etwa die Antwort auf das wirtschaftliche Erneuerungsprogramm der deutschen Industrie sei.„ Wir können uns," jo erklärt das Arbeitgeberblatt großspurig, nicht denken, daß das schaffende heißt es: Herum das Steuer, aber gründlich und sofort!" Bürgertum fich solchen Bahnsinn noch weiter, gefallen läßt. Jetzt Der Finanzdiktator, der die Reaktion und der sich selbst präsen tiert, weil im demokratischen Staat die reaktionären Pläne feine Aussicht haben, auf dem Verfassungswege verwirklicht zu werden, scheint in erster Linie als Hungerdiktator bestimmt. Was ihn uns nicht sympathischer macht. geburten einer frankhaften Phantasie. Wenn ein Kind aus Wolfengebilden eine Frauengestalt herausfah, dann braudyte nur noch ein tüchtiger Pfarrer im Dorf zu wohnen, und das Wunder der Erfcheimung der Jungfrau Maria war vollbracht. So verhält es fich scheinung der Jungfrau Maria war vollbracht. So verhält es sich mit dem Lande ,, mit der türzesten Arbeitszeit". Auch 3 ahlen enthält der Artikel, die nicht minder phantastisch sind und deren Herkunft nicht minder miratulös ist. Manchmal aber spurt in diese Gespensterwelt die nadie, traurige Birklich teit hinein: ,, Sozialistischer Aufbau in Sibirien ist eine der Ueberschriften eines Bersammlungsberichts auf derselben Seite. Da heißt es: ,, Rurnosento sprach. Zehn Minuten. Jedes Wort eine Sprenggranate. Jede Silbe Fanatismus. Fanatismus für eine Sache, die fiegen wird Gold wird sein, und Platin und Graphit. Fabriken werden ihre Schlote aus dem Urwald zum Nordlicht emporreden und elektrisches Licht wird kommen. Neue Dampfer werden fahren... Aus dem Eis mird der Sozialismus erstehen. wie im Süden aus den Giganten der Jchwarzeń Erde," Arbeitslöhne in der Großindustrie. Die Statistika Truda"( Nr. 5-6), die Monatsschrift des Statistischen Zentralamts des Arbeitskommissariats, gibt eine lebersicht des durchschnittlichen Monatsverdienstes für die erste Hälfte des Wirtschaftsjahres 1927/28 und 1928/29 in den einzelnen Indienst in den einzelnen Industriezweigen ein durchaus ver dustriezweigen. Daraus ist zu ersehen, daß der Monatsperchi e den hoher ist. Die Metallarbeiter, die Buchdrucker, die Bekleidungsarbeiter, die Lederarbeiter, die Lebensmittelarbeiter und die Arbeiter der chemischen Gruppe liegen mit ihren Lohnbezügen über dem Durchschnitt, während auffallenderweise die Bergarbeiter und ferner die Holzarbeiter, die Papierarbeiter, die Textilarbeiter, die Arbeiter der Glas und Fayenceindustrie und die Arbeiter der Zuckerindustrie( 44,73 Rubel Monats verdienst!) zum Teil sehr start unter dem Durchschnitt von 70,29 Rubel ( 1. Hälfte 1928/29) liegen. Daraus ergibt sich, daß bei der Bemeffung des Arbeitsverdienstes allen örtlichen Verhältnissen.( Land Stadt) und den sonstigen die Lohnhöhe in Westeuropa beein flussenden Momenten auch in Sowjetrußland Rechnung getragen wird. Was die Aufbesserung der Nominallöhne anbelangt, fo ist sie mit 7,6 Prozent im Durchschnitt eine sehr geringe. Auffal lend niedrig ist der Monatsverdienst der Bergarbeiter mit 64,61 Rubel in der ersten Hälfte 1928/29. Was die auftraft der Nominallöhne anbelangt, so ist zu berücksichtigen. daß der 1928/29 Inder der Kleinhandelspreise im Durchschnitt für das Wirtschafts jahr 1927/28 197( 1913 100) betragen hat und in der ersten Hälfte des Wirtschaftsjahres 1928/29( Oftober 1928 bis Oftober 1929) eine fortgesette Steigerung eingetreten ist, die am 1. April 1929( Ende des ersten Wirtschaftshalbjahres) 210 erreicht hat. Daraus ergibt sich, daß eine durchschnittliche Aufbefferung der Löhne von 7,6 Prozent der Steigerung der Kleinhandelspreiſe nicht gerecht geworden ist, daß somit eine Aufbefferung des Real. daß die Warentnappheit in den staatlichen und konsum lohns feinesfalls eingetreten ist, zumal, wenn man berücksichtigt, genossenschaftlichen Läden den Arbeiter zwingt, in steigendem Umfang beim teuren Privathandier einzukaufen. Vereinsspielerei bei den Steinsehern. Zurüd zur Gewerkschaft! Für die Berliner Steinfeger, Rammer und Hilfsarbeiter menden die Aussichten auf dem Arbeitsmartt immer trüber. Die Pflasterarbeiten, die durch den Untergrundbahnbau notwendig find größtenteils beendet. Durch die Bettung Straßen Ber ist Kurnofento, der Brophet? Der Bericht fagr:„ Führer bangleise in Rajen, its beebie früher in einplater, shu jest des Jozialistischen Aufbaus auf einem Territorium, das dreim af größer ist als Deutschland und auf dem nur 25-000 Menschen wohnen." Und wie sieht es in diesem wunderbaren Bunderlande( ,, durchschnittliche Jahrestemperatur minus acht Grad") heute aus? Wir zitieren wörtlich nach dem Bericht: Steinfegern" ebenfalls ein großes Arbeitsgebiet verloren. Die Droffelung der öffentlichen Arbeiten infolge der Sparmaßnah men macht sich gleichfalls für das Steinfegergewerbe start bemertbar durch die Zurückstellung der dringend notwendigen Reparaturen und Neuanlegung der Ausfallstraßen Berlins. Kurzum, während in Die zwei Milizionäre regelten den Berkehr, was nicht ganz den letzten Jahren im Berliner Steinfegergewerbe eine ausge einfach war. Denn nur auf schmalen Brettern fonnte sprochene Hochtonjunttur herrschte und der Bedarf an Fach man von dem Knüppelmeg, über den fußtiefen| arbeitern oftmals nicht gedeckt werden konnte, ist für die nächste Schlamm, zum Bersammlungshaus turnen, das bekanntlich Zeit mit den schlechtesten Konjunkturverhältnissen zu rechnen. nur für hundert Leute Raum gab." Dieses Versammlungshaus" ist eine Bretterbude, die als Fabrit" firmiert... Gold wird sein und Platin und Graphit, Fünfstundentag bei sechsfachem Friedensreallohn, bei minus acht Grad Jahrestemperatur. Aus dem Eis wird der Sozialismus erstehen. Daß die Zeiten niedergehender Konjunktur von den Undernehmern dazu ausgenugt werden, um die Lohn- und Arbeitsverhältnisse zu verschlechtern, ist eine Erfahrung, die auch den Arbeitern im Steinfeggewerbe nicht fremd sein dürfte. Das wirkfamfte Mittel, sich gegen solche Unternehmerabfichten zu wehren, ist bisher immer der straffe gewerkschaftliche Zusammen50000 inimes MOND werden werden beschenkt! als WeihDer gute Onkel Stiller schenkt jedem Kinde beim Einkauf von Kinder- Schuhen nachtsgabe ein reizendes Unterhaltungsspiel! Also, Kindes, auf zu Stiller das Spezialfaus für Kinderschuhe in unerreichter Qualität!!! ichluß der Arbeiterschaft gemejen. Im Berliner Steinfeggewerbe ist diese Boraussetzung leider nicht gegeben. Seit zwei Jahren besteht neben dem freigewertschaftlichen Zentralverband der Steinarbeiter ein Gefellenverein der Steinfeger Groß- Berlins", der sich 1. a. auch die„ Schaffung von würdigen Lohn- und Arbeitsbedin. gungen zum Ziel gesetzt hat. Das Hauptlocmittel des Vereins besteht darin, daß er nur einen wöchentlichen Beitrag non 50 f. erhebt! Die Bestrebungen einzelner Steinfeger, im Prämien und Affordsystem arbeiten zu tönnen, unterstüt dieser Verein, obwohl das nach den tariflichen Bes stimmungen unzulässig ist. Da die Afford- und Prämienarbeit im Steinfeggewerbe nur auf Kosten der Qualität der Arbeit gehen fann, hat diese turzsichtige Methode der Einkommensverbesserung teilweise schon dazu geführt, daß verschiedentlich von der Stein pilasterung Abstand genommen wird und man die Straßendecken aus anderem Material herstellen läßt. Die Sonderbündler graben fich also auf diese Weise ihr eigenes Grab. Die ganze Sinnlosigkeit ihrer Bereinsspielerei würde sich aber erft einmal zeigen, wenn es im Berliner Steinfeggewerbe wegen der Neuregelung der Lohn- und Arbeitsbedingungen zu einem mehrwöchigen Streit fommen würde. Diese Situation tann jetzt fehr leicht einmal eintreten, nachdem die sogenannte tarifliche Bindungstlaufel gefallen ist, wonach über Lohnerhöhungen das Tarifamt in letter Instanz endgültig entscheiden fonnte. Der Gefellenverein würde kaum eine Woche lang seinen Mitgliedern einige Mart Streifunterstützung zahlen können. Es ist zu hoffen, daß sich die Mitglieder des Gesellenvereins der Steinfeger und auch die des neuerdings ins Leben gerufenen Rammervereins bald ernsthaft mit diesen Fragen beschäftigen und zu der Einsicht kommen, daß die Sonderbündelei weder ihnen noch den anderen Berufsangehörigen etwas nügt, sondern sich höchftens zum Vorteil der Unternehmer auswirkt. Einer gut organi fierten Unternehmergruppe tann auch nur dann etwas abgetrogt werden, wenn die Arbeiterschaft ihr gegenüber eine ebenso geschlossene Front bildet. KPD. in der„ Knorr- Bremse". Gute Beziehungen der Direktion zur" Belle". Aus der Knorrbremse wird uns geschrieben: Wir wollen die in der Freitagausgabe der Roten Fahne" mit großem Maulwert gemachten Ausführungen auf das richtige Maß zurüdführen. Ueberfüllte Bersammlung" schreibt das Schimpforgan. Wenn man die anwesenden Arbeitslosen und Be triebsfremde abzieht, so können immer noch 150 Arbeiter det Knorr- Bremse übrigbleiben. Das sind 5 Proz. der Belegschaft Das sind die Massen". Ein Bortrag über den Young- Plan, gehalten vom Reichstags: abgeordneten) e cert, sollte den Bersammelten vorgesetzt werden; eine Schimpferei auf die Sozialdemokratie mar es. Es ist fein Bumber. menn unsere tommunistischen Kollegen vom Unterschied und Mechanismus bes. Dames- und Young Plans feine Ahnung haben, wenn ihnen derartige armselige Referate vorgesetzt werden. Das Bolichemistenblatt schmindelt auch, wenn es schreibt, daß Sandi. baten aufgestellt wurden. Trog eifriger Aufforderung melbete fich niemand. Mit diesem fläglichen Fiasto endete die Bersammlung der Moskaujunger. Wir als Funktionäre der freien Gewerkschaften haben das Be mußtsein, daß die Kollegen, die in der Versammlung waren, aus ihrem Berlauf gelernt haben und am 20. Dezember zur Wahlurne gehen werden in dem stolzen Gefühl, der freigemerf ichaftlichen Lifte zum Sieg zu verheffen Amerikanische Truppen gegen Streif. Erft schießen, dann untersuchen. New Yort, den 7, Dezember. Rach Meldungen aus Washington ist es am Freitag in Canes auf Haiti zu dem ersten schweren Zwischenfall gelommen. Amerikanische Marinetruppen feuerten angeblich gezwungen" auf StreiPenbe, als diese sich in der Nähe des Dods versammelten. Die Soldaten jollen angeblich zunächst in die Luft geschossen haben. Erst als dies nichts müßte, soll das Feuer direkt in die Menge verlegt morden sein. Es gab neun Tote und 15 Bermundere. Das Kriegs. fchliff Bright" geht am heutigen Sonnabendnachmittag mit 500 Mann Marinetruppen als Berstärkung nach Haiti in See. An Bord befinden sich außerdem zahlreiche Flugzeuge mit 18 ma finengewehren und einer Million Schuß Munition. In einer Botschaft über die 2age in Haiti meist Präsident Hoover darauf hin, daß sich die dortigen Berhältnisse seit der legten Kongreßbotschaft so verändert hätten, daß die Entsendung von 500 Mann Marinetruppen unumgänglich notwendig" jei. Die Maschinengewehren. Bielleicht wäre die Situation weniger dunfel, wenn man mit der Einsetzung eines Untersuchungsausschusses be gonnen hätte, statt mit ihm zu enden. Achtung, Buher! Auf der Baustelle der Firma Firma Emil 2. Popst, eftendallee, hatte die Firma die Außenput arbeiten an die sogenannte Bugmeisterfirma Paul Schulz pergeben. Dieses mar nach dem Tarifvertrag für Buzer unzulässig. so daß wir über die Firma Paul Schulz die Bausperre verhängen mußten. Die Firma Bopit hat nun nach viertägiger Bausperre die Außenputzarbeiten direkt den Buzern übertragen. Damit ist der hiermit aufgehoben ist. tarifliche Zustand hergestellt, so daß die Bausperre Deutscher Baugewerfsbund ,, Baugewerkschaft Berlin, Fachgruppe der Buzer. Achtung, C. Lindström A.-G.! Dienstag, 10. Dezember, 16% Uhr, im Café Alfen, Schlesische Brüde, wichtige Frattionsversammlung der SBD.- Genoffen. Barteibuch legitimiert. Der Fraktionsvorstand, Betriebsfraktion der SBD. beim Bezirksamt Weißenfee. Bersamm Tung Dienstag, 10. Dezember, um 19 Uhr, im Restaurant Gallas, Lehberftr. 122, aller beim Bezirksamt befchäftigten Beamten, Angeftell ten und Arbeiter. Tagesordnung: 1. Die Sozialdemokratie und die Lehren der Wahlen", Referent Stadtverordneter Genosse Bruno Krause. 2. Berschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Der Vorstand. Achtung, Eisenbahner! Am Dienstag, 10. Dezember, 164 Uhr, findet eine Fraktionsfigung der im Einheitsverband organisierten SPD.. Cifenbahner vom Reichsbahn- Ausbesserungswert Tempelhof bei Bodzus, Sachfendamm 40, ftatt. Jeder Varteigenoffe ift verpflichtet, an diefer Gigung teilzunehmen. Der Fraktionsvorstand.. Achtung, C. Lorenz, Tempelhof! Dienstag, 10. Dezember, 16% Uhr, im Lotal Rupp, Raiser- Wilhelm- Ede Molttestraße, wichtige Bersammlung aller SPD.- Genoffen. Niemand darf fehlen. Der Fraktionsvorstand. Arbeitsamtsangestellte. Morgen, Montag, 20 Uhr, findet in den Sophien- Sälen, Sophienstr. 17-18, eine vom Rentralverband der Angestellten einberufene Bersammlung aller An. geftellten der Arbeitsämter ftatt. Die Arbeitsüberlastung der Angestellten." Referent Rollege Rein. Das Erscheinen der gesamten Kollegenschaft ift erforder lich. um gegen den Raubban an der Arbeitskraft der Angestellten au protestieren. Butab Mitgliederversammlung, Fachgruppe Metallindustrie. Dienstag, 10. Dezember, 19% Uhr, im Großen Saal Nordischer Hof, Invalidenste: 125. Neuwahl des Fachgruppenausschusses. Bericht über die Auswirkungen der lesten Gehaltsvereinbarung. Erscheinen zwingend notwendig. Freie Gewerkschafts- Jugend Berlin. Seute folgende Beranstaltungen: Um 18 Uhr Eröffnung der Jugendausstellung der dem Ortsausschuß für Jugendpflege Berlin- Mitte angefchloffenen Jugendverbände in den Cophien- Gälen, Berlin N., Sophienstraße. Wir haben die Ausgestaltung der heutigen Abendveranstaltung übernommen. Beginn um 19 Uhr. Brogramm: Brolog, Ansprache, Mufit, Sprechchorwerk Dividende", Film Borwärts", Bilder vom gewertschaftlichen Jugendtreffen in Hamburg, Schattenspiele. Seute folgende Streisveranstal fungen: Kreis Oberspree: um 19 Uhr im Jugendheim Baumschulen meg. Ernſtftraße 16, ille.Abend. Cübtreis: Um 19 Uhr im Jugendheim des Deutschen Berkehrsbundes, Engelufer 24-25, Aufgang B, parterre, Richtbildervortron: Reppelins Beltfahrt um die Erde in 21 Tagen" und im Lichtbild: Bon Lilienthal aum Deanflua". 3m Sugendheim finden von 17-19 Uhr Bolts. Ditkreis: Um 19 Uhr im Jugendheim Bitouer Str. 18: Binterbilder aus den Bergen Schleftens und Sachfens". Nordwestireis: Unt 19 Uhr im Jugendheim Suriner Ede Geestraße, Lichtbildervortrag: Der Sozialismus in ber Rarifahır". Rothfreis: Um 19 Uhr im Jugendheim Rebdenider Str. 24-25, Portrag:. Rulturbilder aus England"." Achtung! Montag um 19 Uhr Rufammenkunft aller Gruppenleitungen im Jugendheim des Deutschen Metollarbeiterverbandes, Linienfte. 83-85, II. Bortal, 2 St. Tagesordnung: 1. Binterfannenwende in Gefchichte und Gegenwart" Referent Adolf Lau. 2. Mitteilungen, Buttitt nur gegen Borzeigung der Funktionär. fatte fomie bes Berhandsbudes. 1 Jugendaruppe des Zeniralverbandes der Anaefellten Seute. Sonntag, finden folgende Beranstaltungen ftatt: tralan: Ober Jugendheim Coßlerftz 61. Bunter Abend. Beginn 18 1hr inree: Jugendheim Laufener Str. 2 Bunter Abend. Beginn 18 Uhr. Spandau Jugendheim Bindenufer 1, Bunter Abenb. Beginn 19 Uhr. Morgen, Montag, finden folgende Beranstaltungen fatt: Bebblugs JugendHaim Turiner Ede Geeftraße. Die Entmidlung ber Runft." Feferent Balter Elchbach. Sannhauser Borftaht: Jugendheim der Schule Raftanienallee 81. Cenft Toller Abend. Urban: Jugendheim Sabrecht Ede Canberstraße. Breti fpielabenb. Tempelhof: Sugendheim der Soule Germaniaftz. 4-6, Eingang Gökitraße. Bortrag: Bas bebeutet uns Beihnachten?" Referent Seminifi. Charlottenburg: Jugendheim Rofinenste.& Liederabend. Hochschulreform Kundgebung Montag, 9. Dezember 1929, 20 Uhr, in der Stadthalle, U- Bahnhof Klosterstraße. Es sprechen: Prof. Dr. Anna Siemsen, M. d. R., Universität Jena, über ,, Bürgerliches und sozialistisches Bildungsideal". Prof. Dr. Hermann Heller, Universität Berlin, über ,, Studienreform". Prof Dr. Erik Nölting, M. d. L., Universität Frankfurt a. M., über ,, Akademische Freiheit u. Autonomie der Hochschulen". Unkostenbeitrag 30 Pfennig. Vereinigung Sozialdemokratisch. Studierender Ortsgruppe Berlin. SEJ Sozialistische Arbeiterjugend Gr. Berlin Finfendungen für diefe Rubrif nur an das Jugendfefretariat Berlin SB68, Lindenstraße 3 Achtung! Das geplante Silvefterkonzert muß umständehalber ausfallen! Sozialistische Schülergemeinschaften: Morgen, Montag, 20 Uhr, Sochschul reformlundgebung in der Stadthalle, Alofterstraße. Es prechen: Brof. Aitra Siemfen: Bürgerliches und sozialistisches Bildungsideal". Brof. Dr. Serm Seller: Studienreform". Brof. Dr. E. Nölting: Mademische Freiheit und Autonomie der Sochschulen". Beranstalter: Bereinigung Sozialdemokratifier Studierender. Die Rotten zur Jugendvorftellung am Lommenden Sonntag find ausnerLaufi! Heute, Sonntag. Arnsmolber Blah: Seim Raftenburger Straße: 19 Uhr Seimabend. Half. plag II: Besuch des Antikriegsmuseums. Treffpunkt 10 Uhr Rote Ede". Brig unb II: Seim Chauffeeftr. 48: 19 Uhr Revolutionäre Dichtung". Ballesches Tor: Beteiligung am Lichtbildervariras her Gruppe Gühmeften. Dahlem R...: Treffpunkt zum B..B.- Seimabenb 18 Uhr Rote Fallen Ede". Charlottenburg: 17 Uhr Heimabend. Spaubau: Seim Lindenufer 1: Seimabend. Reukölln IX: Wir treffen uns heute bereits um 18 Uhr im Heim. Rannerstraße. Gübweften: Seim Lindenstr. 4, v. I: Genoffe Kurt Biging fpricht über feine Lapplandfahrt"( Lichtbilder). Beginn 18% Uhr. Unkosten 30 Bf. " Berbebezirk Schöneberg: Der W.- B.- Seimabend fällt aus. Bir beteiligen uns an der Musterveranstaltung des W..B. Teltowfanal in Tempelhof, Gera maniaftr. 4/6. Treffpunkt 184 Uhr Mühlen. Ede Hauptstraße. Berbebegir! Teltomtanal: 15 Uhr W.- B..Borstandshikung in Tempelhof, Germaniaftr. 4/6. Dort Ausgabe Rotes Bauvolf" 19 Uhr B.- B.- Seimabenb mit besonderem Brogramm. 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Hallesches Tor: Heim Nordstr. 11:„ Neue politische Satire". Borfigwalbe: Seim Sommerfelber Straße: 10- Minuten- Referate. Bantow in R.- F.: Seim Görschstr. 14: Menschwerbung". Werbebezirk Prenzlauer Berg: Achtung, Turnabende nur noch Donnerstags. 1 Die neuen„ Kolibri".Lichtspiele. In den bisherigen„ Bücherfreis"-Geschäftsräumen am Belle. Alliance Blah haben die neuen Kolibri".Lichtspiele ihren Einzug gehoften. Die neue Unterhaltungsstätte, nach den Entwürfen des Architekten Bielfeld von der Abag- Apparatebaugesellschaft ausgeführt, trägt einen vornehm- geschmackvollen Charakter. Gesprizte Wandmalereien in maronge- resede und lila, einz intime Butenbeleuchtung, Mahagonigestühle mit bequemer Siggelegenheit bieten einen ebenso hübschen wie angenehmen Aufenthaltsort. Das Rinn öffnete am Sonnabend mit dem luftigen Film Das Mädel mit der Ramera" feine Bforten. 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In seinem Geschäftsbericht hob Genoffe Göring hervor, daß die Bewegung in den letzten Jahren merklich er startt ist. Er berührte die Schwierigkeiten, mit denen im Lager der eigenen Partei die religiösen Sozialisten zu kämpfen hatten. Immer mieder haben sie um Vertrauen ringen müssen, aber auch hier haben sie manches erreicht, auch in Berlin. Alles noch bestehende Mißtrauen und alle Widerstände gegen die religiösen Sozialisten hindern diese nicht an der Erfüllung ihrer Pflicht, die politischen Aktionen der Partei mit aller Kraft zu unterstützen. In der Borwärts"-Diskussion über die Religionsfrage find religiöse Sozialisten und sozialistische Freidenter mit gleichem Recht zu Worte gekommen. Göring erwartet von dem Fortschritt des religiösen Sozialismus einen Gewinn auch für die freien Gewertschaften in dem Kampf, der von den christlichen Gewerkschaften gegen sie geführt wird. Im Gesamtrahmen der religiösen Sozialisten werden fünftig evange lische Sozialisten und katholische Sozialisten nebeneinander wirken. Hergestellt ist eine Verbindung mit den religiösen Sozialisten in Desterreich, die dort zusammen mit der Partei arbeiten. Auch die Arbeit der religiösen Sozialisten Deutschlands ist, schloß Görings Bericht, getragen von dem unerschütterlichen Willen, dem Sozialismus zu dienen. In der Aussprache murde unter anderem die Stellung des Bundes religiöser Sozialisten zum Evangelisch- sozialen Kongreß erörtert. Pfarrer Eckert- Mannheim, der als Vertreter des Gesamt: bundes an der Tagung teilnimmt, mies auf den Gegensatz zum Bund hin, auf die Tatsache, daß der, Evangelisch- soziale Kongreß nicht auf dem Wege des Klassenkampfes die Lösung der sozialen Frage finden will. Angenommen wurde der Antrag Frande, daß der Landesverband aus dem Friedenstartell( das der AufTojung entgegengeht) austreten soll. Ueber den Beitritt zu einem neuen Friedenstartell soll zu gegebener Zeit entschieden werden. Die Wahl des Vorstandes für den preußischen Landesverband ergab: erster Borsigender Göring, zweiter Borsitzender Pastor Hans Frande. Die Tagung mird heute vormittag um 9% Uhr fortgesezt. Parteinachrichten Einfendungen für diese Rubrit find Berlin C 68, Lindenstraße 3, für Groß- Berlin stets en das Bezirkssekretariat 2. Hof, 2 Treppen rechts, zu richten. Achtung, Stadiverordnetenfraktion! 7. Abt. 19% Uhr bei Bärwalde, Schlegelstr. 8. 9. Abt. 19 Uhr Vorstandsfikung bei Sübner, Wilsnader Str. 34; um 20 Uhr ebendort Funktionärsitung. 13. Abt. 19% Uhr bei Krüger, Butlikitr. 10. 14. Abt. 20 Uhr bei Lauriken, Buttbusser Str. 11. Achtung, Bezirksführer! Rum Rahlabend am 11. Dezember einladen. 15. Abt. 19 Uhr bei Obiglo, Stralsunder Str. 11. 16. Abt. 19% Uhr bei Rinzel, Usedomstr. 22. 18. Abt. 191 Uhr bei Schade, Rösliner Str. 9. 19. Abt. 19% Uhr bei Schrepel, Grünthaler Str. 13. 21. Abt. 19% Uhr Sigung aller Betriebsvertrauensleute, Abteil nesreferenten und Funktionäre in der Geschäftsstelle, Utrechter Str. 21. Giellungnahme zur Borstandswahl. 22. Abt. 19% Uhr bei Senkel, Utrechter Str. 10. 23. Abt. 191 Uhr bei Grunewaldt, Rameruner Str. 19. 24. Abt. Die Funktionärfikung fällt aus. 27. Abt. 19% Uhr bei Reck, Sonnenburger Str. 1. 39. Abt. 19 Uhr in der Juristischen Sprechstunde, Lindenstr. 3. 40. Abt. 20 Uhr bei Reufner, Sagelberger Str. 20a, Funktionärkung. Sämtliche Bezirtsführer haben au erscheinen und die Weihnachtsliften ab. aurechnen. 41. bt. 20 Uhr bei Lipfert. Mariendorfer Str. 6. Achtung! Die Abteilungsleitung trifft sich ebendort schon eine Stunde früher. 42. Abt. 20 Uhr bei Wiersdorff, Urbanftr. 6. 43. Abt. 19% Uhr bei Krepp, Blanufer 75/76. 44. bt. 19 Uhr bei Ewald, Staliger Str. 125. 45. Abt. 20 ihr bei Wienaiers, Reichenberger Str. 104. Materialausgabe. 47. bt. 20 Uhr bei Gefche, Brangelftr. 21. 48. Abt. 19 Uhr bei Brefte. Brinzenstr. 23. 57. Abt. Charlottenburg. 20 Uhr bei Arndt, Raniftr. 51. 86. Abt. Mariendorf. 20 Uhr bei Görlik, Chauffeeftr. 19. Die vom Bezirksamt aur Mitarbeit als Abstimmungsvorsteher aufgeforderten Parteigenoffen er fcheinen ebenfalls. Die Gammellisten von der Stadtverordnetenwahl müffen bort ebenfalls abgerechnet werden. 95, Abt. Bis Reutölin. 91. Abt. 19½ Uhr bei Ramin, Mainzer Str. 10. Montag abend wichtiges Material abholen von Reil, Brina- Handiery Straße 38. 98. Abt. 19% Uhr bei Teich. Anesebecstr. 135. Mittwoch, 11. Dezember, Lichtbildervortrag. Näheres folat noch. 98. ht. Brig.Budow. Bezirk Großfieblung. 20 Uhr in der Salle Sufeisen. 141. Abt. Rofenthal und Ricberschönhausen- West. 20 Uhr bei Frische, Niederftraße. Wichtige Funktionärsgung. Dienstag, 10. Dezember. 8. Abt. 20 Uhr Funktionärhikung bei Ridart, Steinmegstr. 36a. 10. Abt. 20 Uhr bei Sandow, Flensburger Str. 3, Funktionärsgung. 11. bt. 19% Uhr bei Sagedorn, Jagowftraße Ede ATt- Moabit. Funktionär fizung. 17. Abt. 19% Uhr bel Dofe, Nordhafen 6, Funktionärkigung. 53. Abt. Charlottenburg. 20 Uhr bei Lur, Huttenstr. 23, Gigung des erweiterten Abteilungsvorstandes. 79. Abt. Bilmersdorf. 20 Uhr bei Rulfa, Lauenburger Str. 20, Mitgliederbersammlung. Bortrag: Der Young- Plan". Referent Gerhard Kramer. 81. Abt. Friebenan. 20 Uhr bei Klabe, Sandiernftr. 60/61, Sufammenkunft aller SBD.- Ronfummitalieber. 2. Bezirk: Lotal Bommerening, 85. Abt. Tempelhof. 20 Uhr Rahlabende. Berliner Str. 100. 6. Bezirk: Lokal Uhlemann, Germaniaftr. 150. Frauenveranstaltungen. 8. Areis Spanban. Montag, 9. Dezember, 20 Uhr, im Türkischen Zelt", Bismard Cde Molttestraße, Bas muß die Frau von der Sozialversicherung miffen?" Referentin Dora Bergas. 11. Areis Schöneberg.. Montag, 9. Dezember, 20 Uhr, bei Will, Martin. Luther- Str. 69, Die 3ölle als Feinde der Hausfrau". Referentin Mathilde Wurm, M. d. R. 13. Areis Zempelhof, Mariendorf, Marienfelde, Lichtenrade. Montag, 9. Desember, 19 Uhr, bei Görlig, vorher Niendorf, Chauffeeftr. 19, in Mariendorf, Funktionärinnen sigung. " 19. Kreis Pantom. Dienstag, 10. Dezember, 19 Uhr, im Türkischen Belt", Breite Straße, Areisfunktionärinnensibung. Frauenveranstaltungen Montag, 9. Dezember. 25. Abt. Rünktlich 19% Uhr bei Röseler, Golbaderftr. 4, Bericht vont- Begirlsfrauentag und Referat des Genossen Mag Chemniz: Arbeitslofen. nerficherung". 41. bt. 19 Uhr bei Erdmann, Belle- Alliance- Str. 74a, Reparationen. Ber bezahlt den Krieg?" Referent Hans Bonmod. Dafür 79. Abt. Schöneberg. Der Frauenabend fällt in diesem Monat aus. beteiligen fich alle Genoffinnen am Kreisfrauenabend. Siche Kreisnotiz. 33. Abt. Neukölln. 20 Uhr im Jugendheim Böhmische Straße, Bolitische Satire". Bortragender Genosse Oswald Mudrad. 104. Abt. Rieberschöneweide. 19% Uhr bei Tomalla, Berliner Ede Fennstraße, Seiteres aus der schönen Literatur". Bortragender Genoffe Senen Reiff. Treffpunkt auf dem Bahnsteig Rarlshorst, 14 Uhr. Dienstag, 10. Dezember, 18 Uhr, Fraktionssihung 121. bt. Rerlshorst. Besuch der Haibaudi- Ausstellung an der Potsdamer Brüde. Tin Rathaus, Zimmer 109. Achtung, Kreisbildungsablente. Die Handzettel für die Broletarische Feierstunde am 26. Dezember finb amschend vom Burcan abzuholen. * 1. Areis mitte. Freie Gdhulgemeinde Berlin- Mitte: Einladung zum Besuch der Bilderausstellung in der weltlichen Echule unferes Bezirks( 29. Schule, GO. 16, Räpanider Str. 125). Geöffnet von 15-19 Uhr. Cintritt frei. 2. Kreis Ziergarten. Montag, den 9, Dezember, um 19 Uhr. Sigung der Geschäftsleitung bei Sandom, Flensburger Str. 3. mit den Bildungsobleuten der Abteilungen und den Kreisbeisikern. Sehr wichtige Tagesordnung. 5. Areis Fricbrichshain. 19 2hr am Montag, dem 9. Dezember,' in Schmidts Gesellschaftshaus, Fruchtftr. 36a, Kreisfunttionärtonferenz. Bertrag: Der Rafdhismus in Desterreich und Balen". Referent Dr. Mishler. Alle Genoffinnen und Genoffen müffen erscheinen, bie Funktionäre find. Arbeiter Bildungsschule. Nächster Unterrichtsabend am Dienstag, dem 10. Dezember, 20 Uhr, im Andreas- Realgnmnasium. Ausgabe der Karten für den gemeinsamen Besuch des Vortrags des Genossen Lederer in der Freien Sozialistischen Sochschule". Die für die Referate benötigten Bücher find ebenfalls anzugeben. 6. Arcis Areuzberg. Achtung, Obleute der Zeitungskommissionen! Dienstag, 10. Dezember, 19% Uhr, bei Krüger, Grimmftr. 1, Gigung. Jede Abteilung muß unbedingt vertreten fein. 13. Areis Tempelhof. Dienstag, 10. Dezember, pünktlich 20 Uhr, Elternbeirats fikung im Restaurant Ma- Li, Marienborf, Chauffeestraße. Auch die Erfah Iente müffen erscheinen. 16. Areis Copenid. Montag, 9. Dezember. 19% Uhr, im Rathaus, Rimmer 52, erste Zusammenkunft der neuen Bezirksverordnetenfraktion mit dem Kreisporstand. Erscheinen aller Fraktionsmitglieder und der Mitglieder des Areisvorstandes dringend erforderlich. Heute, Sonntag, 8. Dezember. 22. Abt. Funktionäre müssen Sammellisten sofort mit dem Raffierer abrechnen. 32. Abt. Achtung, Bezirksführer! Die gewünschten Abdreffen und Rahl der Rinder müffen bestimmt bis Montag abend in der Kreisfunktionärligung abgegeben werden. Später abgegebene Adressen fönnen für die Beih nachtsfeier nicht mehr berücksichtigt werden. Genoffen, bei denen die ezirke führer noch nicht wegen, der Kinder waren, können ihre Adressen und Zahl der Rinder am Dienstag von 19 bis 22 Uhr beim Genossen Saafe, Baul- Singer- Str. 47, felbft abgeben. Morgen, Montag, 9. Dezember, Funktionärsizungen in den nachstehend angegebenen Cofalen. 3. Abt. 19 Uhr im Gaal 3 des Gewerkschaftshauses, Engelufer 245, außer. ordentlich wichtig. Frauenveranstaltungen Dienstag, 10. Dezember. 7. Mst. 20 Uhr bei Arendt, Schröberfte, 2, Wie erhalte ich mich gefund?" Referentin Genoffin Dr. Blachonoviti. 28. Abt. 19 Uhr bei Schröder, Rastanienallee 28, Die Reform des Chérechtes". Referent Dr. Walter Gotthardt. 107. Abt. Faltenbero- Alt- Glienice. 19% Uhr bei Bobian ,, Alt- Glienice, Bortrag der Genofsin Ballmann, Salberstadt, M. b. 2. 122. Abt. Biesborf. 20 Uhr bei Borath, Marzahner Str. 31, Broletarische Festkultur". Referentin Hennn Remald. Funkwinkel. Sonntag, 8. Dezember 1929 Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. 6. Kreis Kreuzberg. Am Donnerstag, dem 12. Dezember, 18% Uhr,.bri Wolf, Gräfeftraße, Ausschußfikung. Jede Abteilung muß nertreten fein. Um 8 Uhr Zusammenkunft der soa. Fürsorger( innen) und ArbeiterpohlfahrtsAusschuß. Auch die Selferinnen können daran teilnehmen. Referat: Die Für forgerinnenarbeit innerhalb des Areises". Referent Genosse Schwarz 9. Kreis Wilmersdorf. Montag, den 9. Dezember, 19% Uhr, Sonferenz der Arbeiterwohlfahrt bei Rulta, Lauenburger Str. 21 Ede Uhlandstraße. Referat über: Der Wert der Wohlfahrt für die Arbeiterschaft". Referent Genofic Dr. Frik Schloß. Danach Losabrechnung. 11. Rreis Schöneberg. Dienstag, den 12. Dezember. Bersammlung im Rathaus Schöneberg, Rimmer 143, abends 20 Uhr, Referat: Wohlfahrtspflege". Genoffe Stadtrat Schneider übernimmt das Referat. Alle Selfer müffen cr= scheinen. Die Rose werden abgerechnet. Jungfozialisten. Gruppe Charlottenburg. Montag. 9. Desember, Jugendbeim. Rofinenftr. 4, Jahreshauptversammlung. Gruppe Lichtenberg. Montag, 20 Uhr, Jugendheim. Gunterfte. 44, Bortrag: Arbeitsgerichtsbarkeit". Referent Dr. Stehr. Partei- und SAJ.- Genoffen find als Gäfte freundlichst willkommen. Gruppe Pankow. Montag, 20 Uhr, im Jugendheim, Riffingenstraße, Rimmer 5. Bolitisch- satirischer Abend. Gruppe Webbing- Gesundbrunnen. Heute, Sonntag, 19% Uhr, Mitglieder. versammlung bei Dobrohlam, Reinidenborf- Oft, Kopenhagener Str. 24. Bereinigung fozialdemokratischer Studierender. 9. Desember, 20 Uhr: Sochschulreformtundgebung, Stadthalle, am U- Bahnhof Rlosterstraße. Untoftenbeitrag 30 Bf. Es fprechen: Anna Gientfen: Bürgerliches und sozialistisches Bildungsideal". Sermann Seller: Studien. reform". Erit Nölting: Atademische Freiheit und Autonomie der Sochschulen". 10. Dezember, 20 Uhr: Geographischer Arbeitskreis. 20% Uhr: Philosophische Fachschaft: Die Ideologie im bistorischen Prozeß". 11. Dezem ber, 20 Uhr: Jad- London- Feier. Aula der Gemeindefchile RW. 6. Afbredyt. straße 26. 12. Dezember, 14 Uhr: Anglistischer Arbeitstreis. 14 Uhr: Filhrung burch das Untersuchungsgefängnis Moabit. Treffpunkt gehrter Stadtbahnhof, Ausgang Invalidenstraße.( Borherige Anmeldung erforderlich.) 20 Uhr: Medizinische Fadyfchaft: Strafvollzug, feine, pinchischen und physischen Wir. tungen". 20 Uhr: Mathematischer Arbeitskreis. 13. Dezember, 20 Uhr: Juristische Fachridhaft: Stellung des Individuums im deutschen Strafrecht" 14. Dezember, 9 Uhr: Anglistischer Arbeitstreis. 20% Uhr: Philosophische Fachschaft: Die Ideologie im historischen Prozeß". Alle Beranstaltungen finden, soweit nicht anders angegeben, im Bund", NW. 6, Albrechtftr. 11, statt. Bereinigung sozialdemokratischer Juriffen. Konferenz am Mittwoch, 11. Dezember, 20 Uhr, im Ebenholzfaal bes Rhein. gold, Potsdamer Str. 3. Bortrag des Stadtrats und Justizrais Genoffen Dr. Dr. Max Süßheim aus Rürnberg über Bayerische Justiz". Eingeführte Gäste willkommen. Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Groß- Berlin. Die Fortführung von Sans Surian geht nach Brot" finbet für die Kinder. freunde Groß- Berlin am Sonntag, 22. Dezember, hatt. Die Kreise werben ge beten, diesen Tag freizuhalten. Räbere Nachricht erfolgt noch. Bollversammlung aller Roten Falten und Jungfalten am Freitag, 13, Dee Vorbereitung sember, pon 17-19 Uhr, in der Schulaula Beinmeisterstraße. aur Winterfonnenwende. Donnerstag, 12. Dezember, Seminar, Rathaus Neu Lölln. Leitung Genosse Dr. Löwenstein. Singeturfus: Chorleiter ab 191 Uhr, Chor ab 20 Uhr Kaifer- Friedrich- Str. 4, Freitag, 13. Dezember. Kreis Webbing: Am Connfag, 8. Dezember, ist das Seim Brunnenplas von 15-18 Uhr geöffnet. Die Helfer treffen fich um 18% Uhr vor der Schule Grünthaler Straße zum Besuch des vom Jugendomt veranstalteten heiteren Abends". Donnerstag, 12. Dezember, Kreishelferversammlung an bekannter Stelle. Kreis Prenzlauer Berg: Montag, 9. Dezember, Rreishelferfikung. Danziger Straße 62, 20 Uhr. Kreis Neukölln: Die Strohsäde find unbedingt in der morgen, 17 1hr, ftats findenden Sprechstunde abzuliefern. Fallenratsfikung morgen, Montag, 17 Uhr. Beides Barade Ganghoferstraße. Gruppe Sermannplak: Elternversammlung morgen, Montag, 20 Uhr, Schule Raiser- Friedrich- Chr. 4. Alle Eltern fr heralich eingeladen. Areis Reinidenborf: Dienstag, 10. Dezember, Kreishelferfikung beim Ge noffen Findeisen, Serbftstr. 20. Jede Gruppe muß vertreten fein. Grippe Reinidendorf- Dit: Sonntag, 8. Dezember, Filmnachmittag ab 15 Uhr in Jugendheim Lindauer Straße für Rüten, Jung- und Rote Falten. Brenzlauer Berg, Gruppe Bittor Abler: Sonntag, 8. Dezember, 10 Uhr, Danziger Straße( Faltenede), treffen sich die Rüken und Jungfalten. Montag, 3. Dezember, 20 Uhr, Selferbefprechung im Seim. Kreis Mitte: Achtung, Selfer! Ant Montag ftatt Selferturfus. deź um eine Woche verfchoben werden muß, sehr wichtige allgemeine Selferfißung in der Rehdenider Str. 24. Berichte von der Reichstonferenz, Kreisleiterfikung und Reltlagernorbereitungen. Achtung, Rinder! Am Dienstag fette Brobg für bie Faltenrevue im Seim Elisabethtiroftr. 19 um 17 Uhr. Alles muß zur Stelle fein." Wir Roten Fallen zeigen am Donnerstag, 12. Dezember, um 18 Uhr unsere Reltlagerrevne Blak, die Fallen tommen!" in ben Sophienfälen, Sophienstr. 17. Gruppe Arkonaplak: Mittwoch von 17-19% Uhr Schule Ruppiner Str. 48 ( Arkonaplak) Turnen, Rotfallen: Montag und Dienstag 17 Uhr Ueben aur Revue. Freitag 16 Uhr BafteIn. Innafalten: Montag und Dienstag 17 Uhr Ueben. Freitag 17 Uhr Basteln. Restfalten: Montag 17 Uhr. Wir finger. Alle Beranstaltungen im Heim Elifabethkirchstr. 19. Areis Friedrichshain: Dienstag, 10. Dezember, 20 Uhr, Kreishelfertigung im Jugendheim Dieftelmenerstraße. Geburtstage, Jubiläen usw. 6. Abt. Unserer lieben Genoffin Auqufte Roschke, Fehrbelliner Straße, an ihrem 75. Geburtstage die herzlichsten Glückwünsche. fcinem 7. Abt. Unserem altbewährten Genossen Emil Grieger zu 50. Geburtstag die herzlichsten Glückwünsche. 19. Abt. Unserer lieben Genoffin Berta Schulz, Eulerstr. 10, am 50. Ge burtstage bie herzlichsten Glückwünsche. Sterbetafel der Groß Berliner Partei Organisation $ Das Schallplattentonzert am Nachmittag war ganz der heiteren Muse gewidmet, und die Humormacher verschiedenster Gauc gaben etwas zum Besten: Plaut erzählte Anekdoten von der Waterkant, Roellinghoff gab einen vorsintflutlichen Berliner Kinoerklärer und Hans Reimann verzapfte sächsischen Wih. Dann behandelten das aktuelle Thema des Nichtalterndürfens Prof. Dr. Fürbrin ger und Dr. Georg 3ehden vom Standpuntt des Wissenschaftlers. Die Gebrüder Steiner boten Unterhaltungsmufit besten fünftlerischen Formats. In der Jugendstunde erzählte Dr. Walter Benjamin über Entstehen und Entwicklung des Puppentheaters und seine Mitbegründer Papa Schmidt in München, den Kölner Buppenmacher mit seiner berühmten Figur de Hännes" und Schwiegerling in Bern. Das Programm der aktuellen Abteilung brachte eine Reportage von Bernhard Sachs aus dem Tierlager Ahlfeld a. d. Leine, die besonders in akustischer Beziehung interessant war. Man hörte innerhalb eines etwas langatmigen Dialoges dent 9. Dezember, 14 Uhr, im Krematorium Brandenburg a. d. 5. zwischen Befizer und Besucher naturgetreustes Löwengebrüll, Affengeschrei, Elefantentrompeten und Bogelgezwitscher. Das Hauptgeschäft dieser Tierfarm besteht im Export von Kanarienvögeln nach Nordamerika, die in diesem Jahre die stattliche Ziffer von etwa 200.000 Tieren erreichte. In einem launigen Rededuell Berlin- Wien ( Dr. Tann- Dr. Fortner) suchte jeder die Borzüge feiner Bater: Stadt ins richtige Licht zu sehen, wobei Berlin mit der Schlagfertig feit und Wien mit der süßen Musi die Balme errang. CI. K. 5. Abt. Unser Genoffe Bruno Serzog ist verstorben. Ehre seinem An. denken. Einäscherung am Montag, 9. Dezember, 12 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße. 27. Abt. Am 5. Dezember verstarb unser Genosse Hermann Andersohn, Gleimstr. 23. Ehre seinem Andenken. Beerdigung am Montag, 9. Dezember, 15% Uhr, auf dem Gethsemane- Friedhof. Nordend. 55. Abt. Charlottenburg. Am 4. Dezember verstarb unser Freund und Genoffe Frik Echwalowskn, Krumme Str. 87. Wir verlieren in ihm einen treuen, lieben Mitkämpfer. Ehre seinen Andenken! Einäscherung am Montag, Weiße und gesunde Zähne. Da ich schon seit Jahren meine Bähne mit Ihrem hochgeschätzten Chlorodont" und Ihrer Chlorodont- 3ahnbürste pflege, so will ich Ihnen meine Anerkennung für Ihre Präparate entgegenbringen, denn meine Zähne sind so weiß und gesund, daß mich meine Freunde und Bekannten doruni beneiden." Gez. Karl Stein. Elversberg/ Saar.. VOMAG Unerreicht lautet auch das Urtell unserer Kunden Vomag VONAL In Beantwortung Ihrer gefl. Zuschrift vom 27. 8. 29 teilen wir Ihnen mit, daß wir mit dem im Jahre 1925 bezogenen Vomag- Lastkraftwagen sehr zufrieden sind. Leistung gut, Verbrauch an Brennstoff normal. Reparaturen in der Zeit von 4 Jahren machten sich selten notwendig." Olbernhau, 29. 8. 29. Consum Verein für Olbernhau und Umgegend. 10 23 Vogtländische Maschinenfabrik A.-G., Plauen i. Vgtid. 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