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Ve, logen.SpU'�■fin�H� V/»Sdlen füt ,n>., Won.«ed.ilsmo,», �««NSNSMliV 'aT„Äi,Ä*ip-y"yvff¥f??y yy|yy¥>|f|ft ää?, sr-*- Vsnteawvsa« der SoziawemoSeatiMen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Aaernai't�'��elnn(ft ttl fe Boftscheckkomo: Berti» 27 WS.— Bankkonto: Bank der Arbeiter. Sngcsiellien Fernsprecher: Dönbof» 292— S97 Telegramm»Adr.: Eonaldemokrat Berlin.n Güterzug auf der Fahrt nach Schanghai ist an dieser Stelle entgleist. Es verlautet, daß die Nanking-Regierung die militärische Lage als sehr ernst betrachte und sich«ntschlosien habe, auf«ine Offensive gegen die Ausständischen als aussichts« l o s zu verzichten. Sie beabsichtigt jedoch, die Städte Nanking und Schanghai zu verteidigen und gleichzeitig mit den anderen gegnerischen Führern zu verhandeln, um ihnen gegebenensalls den Eintritt in die Regierung unter Preisgabe gewisser jetziger Regierungsmitglieder anzubieten. Mittelalter tu der Gegenwart. Das Gesetz zur„Regelung alter staatlicher Renten". Von Otto Landsberg. Wie in allen anderen von Gebirgen und Flüssen durch- zogenen Ländern hat die Abschließung von Landesteilen durch diese natürlichen Grenzen auch in Deutschland zur Bildung kleiner und kleinster staatlicher Gebilde geführt. Das Dasein der meisten von ihnen, leider nicht aller, wurde im Laufe der geschichtlichen Entwicklung zunächst durch den Ehrgeiz tat- kräftiger absoluter Monarchen, die an der Spitze größerer deutscher Länder standen, und später durch das Bedürfnis nach Schaffung eines einheitlichen Marktes und Zollgebietes vernichtet. Immerhin hatten die depofsedierten Serenissimi die Ge- nugtuung, daß sie an Stelle des Szepters und des Fürsten- Hofes von ihren Rechtsnachfolgern mehr oder minder erhebliche Renten bewilligt erhielten, die natürlich das deutsche Volk zu zahlen hatte. Die Lektüre der Liste dieser Renten ist insofern mit einer Unterrichtsstunde in Geschichte zu vergleichen, als sie die historische Kontinuität beweist: man kann sagen, daß diese Renten ein Stück Mittelalter verkör- pern, und daß sie durch ihren Bestand eine Brücke zwischen Mittelalter und Neuzeit bilden. Da hat der preußische Staat dem Hause Hessen-Rumpenheim, dem Hause Hessen-Philippsthal und den Fürsten von Hohenzollern Renten für den Berlust der Landeshoheit zu entrichten. Die Fürsten zu Salm-Horstmar, Salm-Salm, von R h e i m a r- W o l b e ck, Sayn- Wittgen st ein-Berleburg, Sayn-Wittgen- ftein-Hohenstein und die Herzöge von Arenberg und von C r o y erhielten Renten für den Verzicht auf den „standesherrlichen Zustand". Andere Grafen und Fürsten haben Rentenansprüche da- durch erworben, daß sie im Jahre 1801, dem Frieden zu Luneville, linksrheinische Hoheitsgebiete an Frankreich ab- treten mußten. Wieder anderen sind Renten zugesichert für den Verlust nutzbarer Regalien, zum Beispiel der Posthoheit, der Zollhoheit, des Rechts auf Abgaben und Dienst der Unter- tauen, des Iudenschutzes, der Patrimonialgerichtsbarkeit, der Leibeigenschaft, des Rechts zum Sammeln von Lumpen. Diese Renten rühren zum Teil daher, daß die glücklichen Untertanen der Vorbesitzer zum Beispiel Rauchhühner, Rauch- Hafer, Gänsegeld, Käsegeld, Mantelhühner, die Leibbeet, d. h. eine Abgabe für die Entlassung aus der Leibeigenschaft oder der Hörigkeit, ein Bannhühnergeld, die Ehebeet, d. h. eine Abgabe, die die weibliche Hörige dann bezahlen mußte, wenn sie sich in einem andern als dem Heimatsdorf verheiraten wollte, das Jägerbrot, die Drei-Eier- Abgabe, das Rezeptionsgeld für das Schafwaschen zu entrichten hatten. Diese Renten stehen aber nicht nur ehemaligen Poten- taten im Westentaschenformat zu. Da ist zum Beispiel die Auburger Rente, die den Freiherrn von Cornberg dafür bewilligt worden ist, daß sie auf I u d e n s ch u tz. Branntweinkonzesstons-, Zoll- und Wegegeld und Marktzölle Verzicht leisteten. Diese Rente ist mit dein Gut Auburg im Jahre 1904 an den Kommerzienrat Schlitter in Osnabrück verkauft worden, dessen Sohn sie bis zur In- flation unangefochten bezogen hat. Schließlich sei noch eine Rente erwähnt, die Preußen an das Land Thüringen als Rechtsnachfolger des Großherzogtums Weimar zu zahlen gehalten ist: sie ist zu entrichten für die A u f h e b u n g des„Geleits" in Erfurt und Gotha, das in dem Rechte Weimars bestanden hat, den Reisenden und Warentranspor- ten auf den Geleitstraßen gegen Erhebung von Abgaben Sicherheit zu gewähren. Diese Rente beträgt jährlich 24 600 M. Wie ist es möglich, daß die Revolution von 1918 diesen ganzen Unfug nicht mit einem Federstrich beseitigt hat? Die Antwort ist sehr einfach: Zu den Verlusten, die das deutsche Volk damals durcki die Brudcrkämpfe erlitten hat. gehört auch der Schaden, der aus dem Fortbestand dieses Stückes einer wenig ehrwürdigen Vergangenheit herrührt. Die wichtigen und wichtigsten Auf- gaben, die die V o l k s b e a u f t r a g t e n damals zu leisten hatten, nahmen sie derart in Anspruch, daß sie zur Erfüllung von Aufgaben, die immerhin minder wichtig waren, als die der Erhaltung des Reiches und der Schaffung der Grund- lagen der demokratischen Republik, nicht die Zeit fanden. Und dann kam die Inflation, die vorübergehend mit alle den alten Rentenansprüchen aufräumte. Aber ihr folgte die Aufwertung, und da sich das AufwertuNgs- gefetz von 1925 mit der zwangsweisen Reduktion der ur- sprünglichen Forderungen nur auf Kapitalanlagen bezieht, die sogenannte„freie Aufwertung", d. h. die Gerichte setzten den Prozentsatz der Aufwertung nach freiem Ermessen fest. Welchen Gebrauch sie von dieser ihrer Befugnis gemacht haben, ist allgemein bekannt. Während die Z e i ch n e r v o n Kriegsanleihe sich mit mehr als bescheidenen Llufwertungssummen begnügen mußten, wurden ehemal'gen Standesherren für ihre Renten Aufwertungsfuinmen von 100 Proz. und darüber hinaus zugebilligt. Ein derartiger Rechtszustand war unerträglich, und fo hat die jetzige R e i ch s r o g i e r u n g im Jahre 1929 einen Gesetz- cntmurf vorgelegt, der im wesentlichen folgendes be- stimmte: Renten, die für die Aufgab« oder den Verlust von landes- herrlichen oder standesherrlichen Rechten, sonstigen ch o h e i t s r e ch t e n oder Standesvorrechten jeder Art begründet worden sind, sollten entschädigungslos fort- fallen. Desgleichen Renten, die als Ausgleich für die Auf- gäbe oder den Verlust von Leibeigenschastsrechten oder ähn- > lichen Rechten, die nach den Anschauungen der heutigen Zeit als unsittlich angesehen werden müssen, geschaffen worden sind. Alle an d e r» n Renten sollten auf 8 P r o z. ihres Betrages in Reichsmark festgesetzt werden, und, soweit sie als Ausgleich für die Aufgabe oder den Verlust von Grundbesitz begründet worden sind, der von dem allen Grundbesitzer durch privatrechtliäie Titel erworben war, auf 25 Proz. Daneben sollte der Rentenverpflichtete die Be- fugnis haben, diejenigen Renten, die nicht wegfallen, durch Zahlung einer Kapitalabfindung in Höhe des ' Mannigfachen Iahresbetragss abzulösen. Eine einfach« Mehrheit wäre für dieses Gesetz erreichbar gewesert. Leider bedurfte es aber, da es ver- faffungsändernd war, der Annahme durch eine Zwei- drittelmehrheit des Reichstags, und diese war nicht zu erzielen. Nicht nur die Deutschnationalen, sondern auch die Äolkspartei und die Wirtschaftsvartei lehnten es ob, Renten, die aus der Aufgabe oder dem Verlust der landes- herrlichen oder standesherrlichen Rechte, sonstigen Hoheits- rechte oder Standesvorrechte jeder Art begründet sind, ent- schädigungslos fortfallen zu lassen. In erworbene Privat- rechte dürfe, so führten sie übereinstimmend aus, das Gesetz nicht eingreifen. Die bedenklichen Titel der Prwatrechte halten sie von dieser Verbeugung vor dem Privateigentum nicht ab. Die Arbeiter, die den De u tf ch n a t i o n a l« n nach- laufen, und die kleinen Handwerker, die ihre Stimme für die Wirtschaftspartei abgeben, mögen sich bei diesen Parteien dafür bedanken, wenn die hessischen Ländergrafen, die schwerreichen Herzöge v. Arenberg und Cron und die auch nicht gerade schlecht gestellten Fürsten Salm, Wied, Bentheim und andere ihre Renten wenigstens zum Teil retten: demr der Widerspruch der drei Mittel- Parteien machte eine Aenderung des Gesetzes notwendig. Zentrum, Volkspartei und Demokraten brachten Anträge«in, die die ursprüngliche Tendenz der Regierungsvorlage ab- schwächten. Sie sind im Rechtsausschuß angenommen worden, da die Sozialdemokratie, als sie sah, daß mehr nicht zu er- reichen war, zugestimmt hat. Die Kommunisten haben sich das billige Vergnügen gestattet, sie abzulehnen. Die Aus- ficht, daß es bei dem gegenwärtigen Zustande bleibt, wenn das Gesetz infolge ihrer Stimmabgabe fällt, hat sie davon nicht abgehalten. Sie haben also eine Rettungsaktion zu- gunstim bedrohter Standesherren unternommen. Di« wesentlichen Bestimmungen des Gefetz- evtwurfe» lauten jetzt wie folgt: Entschädigungslos fallen solche Renten fort, die als Ausgleich für die Aufgab« oder den Verlust von Leib- e.igsnschaftsrechten oder ähnlichen Rechten begründet find, deren InHall nach den Anschauungen der heutigen Zeit als unsittlich angesehen werden muß. Alle übrigen Renten werden mit 8 P r o z. des Reichsmartbetraqes auf- gswsrtet mit Ausnahme solcher Renten, die einen Ausgleich für die Aufgabe oder den Verlust von landesherrlichen oder itandssherrlichen Rechten, sonstigen Hoheitsrechtcn oder Standösoorrechken seder Art geschaffen worden sind. Der Äufwertungssatz beträgt 25 Proz., soweit die Renten als Ausgleich für die Aufgabe oder den Verlust von Grund- besitz begründet ist, den der letzte Grundbesitzer auf Grund prioatrechtlichen Titels erworben hat. Rsntenoerpflichwngsn n»n unbeschränkter Dauer darf der rentenverpslichtete Teil durch Zahlung einer Äapitalabfindung in Reichsmark ab- lösen. Diese Abfindung beträgt bei einigen Rcntenkategorien das Zwanzigfache, bei anderen das Zehnfach« des Jahres- betrages. Für die Entscheidung von Streitigkeiten, die sich aus dem Gesetz ergeben, ist je nach der Höhe des Wertes der Renten sin Senat des Oberlandcsgerichts oder des Reichsgerichts zuständig. Den Ländern ist die Er« m ä ch t i g u n g erteilt, Renten, die nicht unter das Gefetz fallen, und Verpflichtungen zu nicht wiederkehrenden ver- zinslichen Leistungen, die vor der Staatsumwälzung von 1918 ganz oder teilweise als Ausgleich für die Aufgabe oder den Verlust von landesherrlichen oder standesherrlichen Rechten begründet worden find, unter Berücksichtigung der Bestim- mungen dos Reichsgesetzes abzulösen. Kommt, wie anzunehmen Ist, das Gesetz zustande, so werden die bisher treu konservativen Renten, die zum Spott herausfordern könnten, wenn sie nicht ein so kostspieliges Ka- pitek darstellten, in absehbarer Zeit verschwunden sein. So bedauerlich es ist, daß sie nicht schlankweg zum Hausrat der Urväter geworfen werden konnten, man kann unmöglich mit ihrer Kassation bis zu einer günstigeren Zeit warten und muß sich nach der bewährten Theorie des kleineren Uebels mit der jetzt angebahnten Lösung einverstanden erklären. Die Kredite für die Gkläreks. Die. Giadtbankdirektoren hatten keine Bedenken. Hakenkreuz-Gprengkapseln. Orr Knecht mit drei Sprengkapseln. Uttoaa, 9. Dezember. Aar dem Altonaer Schöffengericht wurde gegen den Ajährigon Schlosser Herbert Hartmann verhandelt� der wegen Ver- geh-ns« gegen das Spreng st affgesetz angeklagt war. Hartmann war bei dem Laniivirt Opponnann in Seeth-Eckhalt bei Elmshorn als Knecht in Stellung. In seinem Zimmer hatte der Arbeitgeber eine Schachtel mit drei Sprengkapseln gefunden. Da er vermutete, daß Hartmann zu den BombenättentStern gehörte, entließ er ihn und brachte ihn zur Anzeige. Da» Gericht konnte in Seiner heutigen Verhandlung keinen Zusammenhang zwischen den BambenatteMätern und dem Angeklagten feststellen. Zu welchem Zweck sich Hartmann, der der Natlonalsozlalistischen Deutschen Arbeiterpartei angehört, die Sprengkapseln vsrschaijt hat, tonnte nicht aufAsklärt werden. Hartmann selber be- hauptet, er habe die Kapseln seinerzeit benutzt, um Stubben zu sprengen. Das Gericht verurteilte Hartmann wegen Vergehens gegen§ 9 de« Sprengstoffgefetzes zu drei Monaten Gefängnis. Abzpg der Engländer aus Wic-badcn. Akft Sonntag wurde sali das gesamte zweite Bataillon der Rooal-FüsUIcre nach England zuruckbefördert, während am Sonnabend schon die Mehrheit des anderen hier noch garnijonierten Bataillons die Heimreise anaelreten hat, so daß jetzt nur noch einig« Nachhuten anwesend sind,' die beim Niederholen der englischen Flagg« am 1?. Dezember di« militärischen Ehren erweisen werden. Im Stlaret-Untersuchungsmsßhutz des Preußisch«, Landtage» wurden am Montag die MittgHeder de» Kredltaus- schusses der Nadtbank, die shilheqm Stadtverordneten Bunge lDnat.j. Mühlmann(Soz.) u»d- Rosen thal(Dem.) ver- nommen. Sie bekundeten übere,ns»nrm«nd, daß chnen am 26. Ro- vember 1928 der Antrag auf CrhShmpg des Kredites der Sklarek» von 6 auf 7 Millionen vorgelegt wurde.. Da dt« Unterlagen nicht zur Stelle warm, wurde«ine Sondersitzung der drei genannten Stadt- oerordneten mit den drei Stadtbankdjrsktoren auf d«n 3. Dezember einberufen. 3n dlefer Sitzung trug Direktor y-jffmann vor« daß die Stadt Berlin den Sklarek» 9,1 ANMoaen jchulde: die Stadtbank fei verpslichtet, die Aordemngen null 85 Prozent zu bevorschussen. Eine Gefahr sei nicht dabei, da di« Sklareks einen täglichen Post. scheckeingong von 30 000 bis 40000 Mark hätten und alle 14 Tag« ihre Bücher und Letzeg« von den Revi- soren der Stadtbank geprüft würden. Di« Sklareks seien die besten Kunden der Stadtbant, die von chnen einen jähr- lichen Zinsgewinn von 600000 Mark hatte. Jede V-Bank würde den gleich«, Kredit gern gewähren. Unter diesen Umständen er- hoben die Mitglieder des Untersuchungsausschusses keine Ein- Wendungen gegen den Kredit. In derselben Weise berichtet« Stadtbankdmektor Hosfmann am 10. Dezember im Plenum de» Kreditcmsfchusses, wo die Genehmigung de» Kredits besihlossm wurde. Gleichzeitig wurde beschlossen, dem Kämmerer TNilleilung zu machen und ihn zu bitten, daß die Vezirksämier rascher zahlten, damit der Kredit nicht so auslaus«. Abg. tadendorss(Wirtschp.): Habet, Sie nicht selbst die Unter» lagen des Kredits geprüft? Zeuge Mühlmann: Nein. Wir hoben an« auf die Angaben des Stadtbankdirektor» verlassen und Muhten da». Unter uns faß der Direktor der Girozentrale, Stadtverodneter Jurfth, und auch er ist nicht auf die Idee gekommen, die Originale der Kreditunter- lagen zu prüfen. Abg. Oadendorsf: Dann war der Kreditausschuß also nur Ku» liss« oder Maske? Zeug« Mühlmann: Wie stellen Sie stch da» elgenttich vor, daß der Kreditausschuß di« etwa 300 Kreditbewilligungen, die wöchentlich erfolgten, auf ihre sachliche Berechtigung und die Richtigkeit der Unterlagen nachprüfen sollten? Denn wir das wollten, hätten wir ja keine Bankdirektoren gebraucht. Im übrigen ist der Sklarek-Kredit von dar KredittoNtroll« der Stadtbank, der Hauptprüfungsstelle de» Magistrats, der Treuhand-G«- fellschoft des Giroverband«« und dem Preußischen Innenministerium alt Kommunaläufsichtsbehörde noch- geprüft worden. Im Juni 1029 hat un» der Kämmerer Lange mitgeteilt, daß alle vier Nemflonen der Stadtbank B e- anstandung»» nicht ergeben hätten. Und da glauben Sie, wir hatten die Fälschung der Unterlagen merken müssen? Oberregierungsrat von Skein. als Vertreter de» Oborpräsi- drnten, macht darauf aufmerksam, daß gerade diese Anfang 1929 erstattet« Revlflonsberichle daraus hinweisen, daß der Sklarek- Kredit in bezog«ms sein« llv.kerlagen nachgeprfist und mit den Bezirk sämlern abgestimmt werden müsse. Zeug« Mühlmann: Wir wissen von diesem Revissonsbericht nicht mehr, als was der Kämmerer der Stadt dem Lenvaltungs- rat der Stadtbank darüber vorgetragen Hot. Dos, was er gesagt hat, Hobe ich hier wiedergegeben. Als der Sklarek-Kredit von 6 auf 7 Millwnen erhöht werden sollt«, habe ich obwohl ich nur zufällig und vertretungsweise in den Kreditausschuß der Stadtbank gekonnnen war, erklärt, ich könnte nicht ohne Prüfung der Unterlagen zustimmen. Daraufhin wurde der Unterausschuß eingesetzt. Als wir später erfuhr«,, daß im Bericht der Treuhand-Gefellfchaft eine Nachprüfung der Kredite bei der Stadtbank und bei den Bezirksämtern verlangt wurde, habe ich an den Kämmerer die?rage gerichtet, warum diese Revision noch nicht durchgeführt sei. Er erwiderte, man habe noch keine Zeit gehabt, aber es werde in den nächsten Tagen geschehen. Das war im Juni 1929. Abg. Obuch(Komm.): Wie haben Ei« zur Erhöhung der Skla- rck-Äredite von 7 auf 10 Millionen Stellung genominen? Zeuge Mühlmann: Gar nicht. Ich war nicht dabei. Ich war sa nur vertretungsweise im Kreditausschuß gewesen. Aber viel- leicht fragen Sie Ihren Vorsltzende«, Herrn Schwenk.(Heiterkeit.) Abg. Obnch: In welchem persönlichen BerhSItni» standen Sie zu den Sklareks? Zeug« Mühlmann: Ich habe kernen der drei Brüder Sklarek vor der Kreditbewilligung jemals gesehen. Ich habe demnach auch weder Diner« noch Iaschen mitgemacht.(Heiterkeit.) Abg. Obnch: Aber Sie haben bei den Sklareks einen Anzug bestellt? Zeug« Mühlmann: Jawohl, und ich hätte nach dem zwischen den Sklareks und der ACG. bestehenden vertrag ihn sogar neun Monate lang schuldig bleiben können, wenn ich gewollt hätte. Abg. Obuch: Wieso hat das Reichsbanner in großem Um» fang bei den Sklarek» getauft? Zeug« Mühlmann: Der Gau Berlin, dem ich angshöre, hat bei ihnan nicht gekauft. Abg. Obuch: Hatte der Gau Berlin dakiir besondere Gründe? Zeug« Mühlmann: Danach wurde ich Ihnen empfehlen, den Vorsitzenden des Gaues zu fragen. Wie kommen Sic darauf, daß i ch Ihnen darüber Auskunft geben kann.(Heiterkeit.) Zeuge Stadt». Rosenlhal ist im November 1928 in den Kredit- aueschuß»ingetreten. Er hatte gegen die Sklarek« nicht das ge- ringste Mißtrauen, hat auch jetzt an ihrem Konkurs selbst 118 000 Mark verloren. Er hntt« über die Sklareks nie«in» ü n. günstige Auskunft bekommen und stand mit ihnen fest vielen Jahren In einer glatten Geschäftsverbindung. Sie bekamen dieselben Sachen zu denselben Preisen, wie all« an- deren' ersten Firmen, und ihr Bedarf war geringer, als zum Bei- spiel der einer großen WäschesirMa in der Leipziger Straß«. Me dies» Angaben werden von den Revisoren der Staatsanwaltschaft bestätigt, denen ich meine Bücher freiwillig zur Berfügung gestellt hebe. Abg. Obuch: Welche städtischen Funktionen hatten Sie außer dem Aufstchtsrat der Stadtbank? Zeug« Rosenlhal: Ich war im Finanzausschuß. Aber für KDG. und BAG n-�r bekannstich der GefeMchait sausschuß zu- ständig. Wg. Obnch: Wa« waren Sie noch? Zeuge Rosenlhal: Handelsgerichtsrat. Abg. Obnch: Nein, in der Stadt? Zeuge Rosenlhal: Im Aufstchtsrat der städtisch«, Feuersozi etat. (Heiterkeit.) Aber nicht, wie Sie.decken, im Auf- sichtsrot de» An fcha ffun g s a mt«�. Abg. Obnch: Hatten Sie kein« Bedmkes, als-Stadtverordneter auch an dos Anfchofftmgsamt zu verkaufen?' Zeuge Rosenlhal: Seine größeren Bedenken als Herr van Siemens, wenn er an die Eisenbahn lieferk.(Heiterkeit.) Abg. Obuch: Hatten Sie Kredit bei der Stadtbank? Zeuge Rosenthal: Jawohl, die Stadtbank war an mich heran- getreten und hatte mich gebeten, mtt ihr in Geschäftsverkehr zu treten. Ich habe das auch im Umfange von.ein paar Hundert- tausend Mark getan. Aber meine großen Millionen- kredite habe ich bei der Diskonto-Äesellschoft. Abg. Obuch: Nahmen Sie von der Stadtbank.Kredit- für Grund- stücksgefchäfte? Zeuge Rosenlhal: Ich habe niemals, weder direkt noch indirekt, Grundbesitz an die Stadt verkauft oder von der Stadt gekauft. Ich habe das vielmehr ausdrücklich abgelehnt. Auf weitere Fragen bestreitet Zeug« Rosenthal die Aussagen des Stadtrats Neuendorff über das Gruntftücksgeschäft in der Kommando ntenftraße. In der Besprechung beim Oberbürger- meister, an der er teilgenommen habe, sei nicht«In Terrain zum Dorzugspreife an die Sklareks verkmift wordm, sondern es sei im Gegenteil einstimmig abgelehnt worden, ihnen di« gc- wünschte Baumaske an der Beuthftraß« zu verkaufen. Damit schließt die Zeugenvernehmung. Der Ausschuß wird seine Arbeiten am Montag nächster Woche wieder aufnehmen und unter anderen den früheren Stadtlämmerer K a r d I n g, Syndikus Lange, Stadtrat Busch, Stadtrat G o r d a n, Stadtrat Zangemeister und die Stadtbankdlrektoren vev. Nehmen Anßerdem sollen der Bezirksverordnete Perl, der Reichstagsabgeordnete B r u h n, der Landtagsabgeordnete L ü- dick» und der Stadtverordnete G a n z o w über die Geldspenden der SNareks für die Deuts chnationalen vernommen werden. Hussong verdächtigt. „Man brach ab.'— Aber wo ist„man"? Wenn eine Point« winkt, so kann Herr Hussvng das Berbäch- tigen nicht lassen. In seinem Sonntagsleitartikel beschäftigt er sich auch mit der Vernehmung Willi Sklareks durch den preußischen, Untersuchungsausschuß. Nachdem er seine üblichen Witz« gerisfeyi und die Verdächtigungen gegen di« Sozialdemokratische Partei wiederHoll hat, fährt Herr Hussong fort: „Alle lügen," proklamiert« Herr Sklarek. Da brach man zweckdienlich ab. Darüber hätte sich Ja schön reden lassen. Darüber schwieg man. Jeder„Lokol-Änzeiger'-Leser wittert hinter diesen„tmil", die die Verhandlungen abbrachen und den Mantel des Schweigens über die SNareks b retteten, natürlich die republikanischen Partei». die ihr« Korruption verschleiern wollten. Gewiß war es in erst« Linie di« Sozialdemokratie, zumal Herr Hussong im Satze vorher von angeblichen Spenden d-ir Sklareks an Part« Und Reichsbanner gesprochen hat. Aber wie war» in Wirklichkeit? In der nichtöffentliche» Sitzung beantragte al» erster der deutschnotionale Bericht. erstatter Könuecke, die Vernehmung nicht nur Willi Sklareks. sondern sämtlicher drei Sklareks nicht fortzusetzen. Eilt- stimmig flössen sich ihm die bürgerlichen Parteien an. Die Rechte stimmie geschlossen für den Abbruch der Vernehmungen. Wir haben bereits dargelegt, daß dieser B-schiuß sachlich durch»,« gerecht- fertigt war. Aber nun stellt sich der Journalist Hussong. der die Rechte«r- tritt, hin und ins�niert eine Hetze, bei der er den Anschein erweckt. als fei der Abbruch der Vernehmung ein besonders hinterhältiger Streich des republikanischen Systems. lind kein Abgeordneter der Rechten findet den Mut, öffentlich hervorzutreten und Herrn Hussong mit dem Bekenntnis abzuschütteln: Mr selbst, die Rechtsparteien. haben den Abbruch der Vernehmungen gefordert.— Eine würdige Gesellschaft!_ Gegen verleumderische Ltnierstelluug. Oeutschnattonale Beleidigung des sssteichsarbeitsmlnifiers. Der bayerische deutschnationale Landtagsabgeordnet« Boffert in Dudweiler hott« in einer Dersorgungsangeiegenheit einen Brief geschrieben, in dem sich die folgende Stelle befand: ..Die Ablehnung des Gesuches an den Herrn Reichspräsidenten durch das Reichsarbeitsmini st erium al» höchst« Instanz und letzte Möglichkeit hat das Schicksal des Antrags«ndgüllig besiegelt. Sie ist. bei der politischen Einstellung des Reichsarbeitsmini st ers nicht weiter verwunderlich I" Der Reichsarbeiteminister hat in der Behauptung, daß es nicht erstaunlich sei, wenn ein der Sozialdemokratie angehörigtr Minister süt die Kriegsopfer kein Interesse habe, mtt Recht«inen beleidigen- de» Vorwurf von ungewöhnlicher Schwer« erblickt und hat den Landtagsabgeordneten um Zurücknahm« der Beleidigung ersucht. Da Herr B o s s« r t dieser Aufforderung nicht nachgekommen ist. hat Reichsarbeitvlninister Wissel! in einen, wetteren Schreibe!, Herrn Bossert für«inen Verleumder erklärt und lzat gleichzeitig den Vorgang der Presse übergeben. Zttegale Roifront. Aufhebung einer Ziotfrontkämpferkaaung. halle. 9. Dezember. Der amtliche Polizeibericht meldet: Der ehemalige Gau Werse- burg-Halle des aufgelösten Rvtfrontlömpferbundes htell gestern in Halle eine geheime Führe rtagung ab, die von der Polizei aufgehoben wurde. 08 Psrfonc» wurden festgenommen. Ilm- fangreiches Material konnte beschlagnahmt werden. Die Polizei ist im einzelnen damtt beschäftigt, die Festgenommenen zu vernehmen und dos vorgefundene Material zu sichten. Bis jetzt sind neun Ortsgruppen das illegalen Rolfrontkämpserbundes in, Bezirk Holl« Merseburg festgestellt worden. ver tzamburgtfche Gesandte in Berlin, Senator o. X). Strandes. hat zum 31. Mörz 1930 um feine Entlassung gebeten. Der Senat hat diesem Wunsche stattgegeben. Tardieu gleitet aus. stürzt beinahe.— Nervöse Kommervebotte um den Straßenbau. Varl», S. �;ember.(Eigenberichts Um. ein-haar würbe gestern cSenb da» Kabinett Tardieu ge. stürzt. Tardieu. der scheinbar'die wuntert rochen« Arbeit der Budgetdebatten nicht ertragen kann. Ueh sich zu einem gehässigen persönlichen Angriff gegen deiz sozialistischen Abgerrdneien Bedo-eree hinreißen. Es handebr sich um einen Konstikt um einen tlXi-MiltlOnen-Kredit für- 6«« Ausbau de? Straßen- n e tz.e s. Tardieu wollte d�n Kredit streichen lassen, da er in seinem samosen Milliard�lKrojekt Ztt) Millionen für den gleichen Zweck vorgesehen halje, � Abg. Bedeute als Ssrichierstatter der Jmo-nzkommrisimi protestierte gegen dissen Antrag: die laufend e n Unterhaltungskosten durften nicht in das Spezial- konto der Äilliardenkrechttt eingesetzt werden, da dieses Konto aus- schließ!!� wr Neubauten reserviert werde. Tardieu, sichtlich erregt, warf bdm Berichterstatter vor, daß er sich höchst unsachlich und als remer Partcimann gebärde; er könne da» nicht zulassen. Sofort iegte der Abg. Bedouce sein Amt al» Berichterstatter nieder und begann nun den Ministerpräsidenten„als Part ei mann" zu be- kämpfen. Das Milliardenprojekt der Regierung sei nicht» andere» als Schnumschlägerei. Mit großer Geste weis« Tardieu aus die ZOO Millionen für den Ausbau der Straßen hin. vergesse aber � V zu sagen, daß man jetzt keine deutschen Sachlieferungen mehr r den Straßenbau verwenden könne, und daß man ollein damit .' den letzten Jahren durchschnittlich 600 Millionen gespart habe. geh« also nicht an, daß man die Straßenbaukredtte nach dem :'atl der deutschen Sachlieferungen um über die.Hälfte vcr- r infcert. Tardieu salz ein, daß er zu weil gegangen sei. Gr ent- ichuidigte sich mit der„allgemeinen Nervosität, die jeden einmal da.zu bringen könne,«In Wort zu viel zu sagen". Der Kammerpräsident vouisson seinerseits betonte, daß»r bisher bei keiner Fraktion der Kammer auch nur den geringsten Versuch zur Odstruktion festgestellt habe, und daß also kein Grund zu über- triKener Nervosität vorliege. Auch der Finanzniinister Chäron plädierte sür Frieden und Vermittlung. So ließ sich schließlich Bedouce bereit finden, sein Amt als Berichterstatter wieder a u f z u n.« h m e n. In der Vertrauensabstimmung erhielt die Re- gierung gerade noch 25 Stimmen Mehrheit. Wieder im ,/Sititietihof". Kür die Haager Sch'ußtonferenz zur Verfü una gestellt. Amsterdam, 9. Dezember.(Eigenbericht.) Die Zweite Niederländische Kommer beschloß heut« nachmittag gemäß dem Borschlage der Regierung, die Gebäude des h a a g e r V i n n e n H.0 f« s wiederum der im Januar stattfindenden.h a a g c r Konferenz zur Verfügung zu stellen. Amerika und der Weligerichishof. Das Deitrittsprotololl in Genf unterzeichnet. Genf, 9. Dezember.(Eigenbericht.) Der amerikanische Gesandte in Bern hat am Montag Im Aus- trage der Bereinigten Staaten die Protokolle über die Verfassung de» Jntsrnattonaken Gerichtshofes und das Protokoll, da? dj� besonderen Bedingungen für den etwaigen Bei- t�itt der A« re>»! gtö n Staaten enthält, unterzeichnet. Die Protokolle.stich- bisher von., etwa 59 Staaten, da« h-ißt vön fast allen Mitgliedern des haager Gerichtshofes, unter- jwichnet worden Da» Revisivnsprotofoll ist vorerst jedoch nur von Belgien ratifiziert worden. Auch die Unterzeichnung der Bereinigten Staaten Ivbeutct noch nicht ihren Beitritt zum Gerichtshof. Dieser Beitritt wird erst praktisch, wenn der amerikanische Senat die jetzige Unterzeichnung ratifiziert hat. Da.zur nächsten Dölkerbundsversaminkung die Neuwahl der Richter fällig ist, bemüht sich Genf, sämtliche Ratifikationen bi» zum September läZst.zu erlangen.___ Die Differenzen in der Arbeiterpartei. Ein Zlustritt aus der 3£p. London. 9. Dezember.(Eigenbericht.) Dos Parlamentsmitglied Thu rtle ist aus der U n a b- hängigen Labour Party ausgetreten. Der Abgcord- -nete erttärt seinen Schritt mit der halliing der Unabhängigen Gruppe im Parlament, die gegen die Vorschläge der Arbeiterregie- rung in bezug auf die Arbeitslosenversicherung stimmte. Cr ver< tritt dt« Anschauung, daß Loyalität zi-r Labour Party vor Loyalität zur IÜP. gehen muß. Kampf um den Bundesrat. Bauernpartei gegen Sozialdemokratie. Bern, 9. Dezember.(Eigenbericht.) Zur Neubesetzung der beiden sceige wordenen Bundesrats« platze hat die sozialdemokratische Fraktion den übrige» Parte«« der Bundeevsrsammlui'g mitgeteilt, daß st« für den Züricher S.tz »Inen Kandidaten in dar Person des Züricher Stadtpräsidentcn Dr. Kloeti zur Wahl stellen werde. Die Baucrnfraktlon beschloß, aus den B« r u e r Sitz im Bundesrat Anspruch zu erheben und kandidiert ihre». Vorsitzenden M i n g e r: sie beschloß serner. sür den Züricher Sitz eine bürgerliche Kandidatur� zu unterstütz.'«, dagegen den Anspnich der Dozieldemokr.atischcn Partei.angesichls de? unveränderten sozialdemokratischen Parteiprogramms" a b z u lehnen. Di« Entscheidung liegt bei der sreistimigan Fraktion, die noch nicht endgültig beschlossen hat. Oppositionsfiege in Llngarn. . Erfolge bei GemeinSewah en. Budapest, st. Dezermber.-(Gigenbericht.) -die E)emeiudewahl«n am Sonntag, unter- starkem Terror der Regierungsparteien, führten vereinzelt zu große« Riederlag-« der Terroristen. I« Reupest brachte ei die sozialdemokatische cpposttiou auf SV Mandat«, der ..national«-»lmck der Regierungsparteien taue auf 21 Mandate. Ja KL-inP-st erzielte die cpposttio» 48 Sitze gegen 12 der Regicrnngspartcien. I» P«st. meindeparlamenten zu holten. Der"Per tu st- vv? B am eni sche n- Bot k-s p» r t et in M ü n che N und der hliitch'istkae Barmarich der Goziaidemokrati« wirbt für di« aus den 20. Dezember anberaumt« Bürger- meisterwahl in München neues Interesse. Nachdem die bi»» herigen Dpposition-parieien im Miinchrner Rothau» mit 26 Man- baten die Mehrheit erobert haben und der B ü r g« r b l a ck des Oberbürgermeisters Dr. Scharnagl zerbrochen und Unter- legen ist. iväre für diesen Bürgermeister kein Platz mehr. Die Bayerisch« Volkspartei will aber Scharnagl al» Bürgermeister unter allen Umständen und mit allen Mitteln halten, so daß ihr dazu kaum ein anderer Ausweg bleiben durfte, als mit de n Nationalsozialisten zu paktieren. Das Ge-lchüst ließe sich abschließen durch Schasfunz einer dritten Bürgermeisterstelle, die den chakenkreuzler» für ihre Stimmenthaltung in'der Stichwahl zwischen dem sozialdeinokrotischen Kandidaten und dem Kandidaten der Bayerischen Volkspartei ausgeliefert wurde. Vielleicht begnügt sich.i) iiier aber mich mit einem der sreigewordenen Stadtratsposten. Di«„Bayerische V o l t s p a r t e i- K o r r e i p on d c n z" schreibt zu dem Wahlausgang:„Auch die Gsmeindewahlen des Sonntag sind«in ne�'er Beweis dafür, daß wir In Bayern eigentlich nur zwei Partelen haben, die über einen festen zuverlässigen Stand von Wählern verfügen, die nicht abhängig sind von der Menge des Flugsandes, der ihnen vom jeweiligen politijchen Stimmungsbild zugetrieben oder abgetrieben wird. Das ist zunächst die Bayerische Aolkopartei... Die andere Partei mit einer wirklich konlinuier- lichcn Kraft ist die Sozialdemokratie... Es werden sich auch die Nationalsozialisten melden, auf ihre Erfolge hinweisen und sagen. daß die iiatianalsozialistische Idee sich als sieghaft bewährt hat. Pom Standpunkt ihres Programms und ihrer Kampsziel« Huben sie überhaupt keinen Ersolg errungen. Ihr �ieg ist die Niederlage derer, die ihnen am nächsten stehen Die Nattonal- sozialisten werden wachsen, solange sich Anhänger finden, die qn ihr« revolutionäre Phraseologie glaliben." Trost im Schwindel. Bei Hugenberg und Münzenbera. Bei Hugenberg tröstet man sich übex die Thüringer Wahl, die den Deut ichrationalen abermals eine schwere NiSderlage gebracht hat. mit der Schlagze-ile des„L o k a l- A n Z«> g e r s":„M a r x i- stisch demokratische R i«de r l a g« in Thüringen". B�gleichszisiern werben, nicht angegeben, von. den Deutschnatiynaken tgin.Kort,, üßer den Gewinn, bcr M at i o na j so zi a l i st en er- fährt- man, daß«r.a u gen s ch r in.l ich z u einem sehr großem Teil den Marxisten entnommen" ist. stugen- bsrgs Lrser müssen durch Schwindel über die Niederlage getröstet werden, die die„D e u't s ch e Tageszeitung" oirer. mit folgenden Worten gr sieht■ „Das heroorstechendstt Moment dz- Wahlausfalle» in Tyü- ringen sowohl wie in den bayerischen Städten ist da- starke A n- wachsen der Nationalsozialisten, also eines sür die praktische Politik sich einstweilen durchweg selbst ausschaltenden Radikalismus ans Ko.sten nicht der Linksparteien, auch nicht der Mitte, sondern sast einzig und allein der Rechten in Gestalt der Deutsch nationale n." Bel Münzenberg sucht man eben falls Trost im Schwindel. Man liest in der„Welt am Abend": ..Der Wahlausgana ist ein Kennzeillxn. daß-die Kommunistische Partei in Thüringen wieder oorwöris schreit« t." Wieder vorwärts schreitet? Wo sind die Kontrollziffern? Die dürfen die Laser der„Welt am Abend" nicht erfahr««, sonst würden sie den Schwindel bemerken. Lei der Reichsiagewuht von 1928 erhielt die KPD. 195 529 Stimmen, bei der Landtagswahl vom Sonntag 85 120— wo ist das„Wieder-uorwärts-Schrelten"? „Volk gegen Reichstag!" Hugenbergö SiegkSberichl vor der Schlacht. Der chuzsnberg-Ausschuß erlaßt einen Ausruf, der unter der Ilcberschrist„Volk gegen Reichstag" die Wähler auffordert, am SL. Dezember mit Ja zu stimme». In diesem Ausruf heißt es: Parlamentärische Minister IjaliOn einen Sieg der nationalen Front schon beim Bolksbogehren als aussichtslos be-eichnci. Trotz- dem hatte da» Volksbegehren Erfolg. Nun erklären dieselben Mlnister, um der deutschen Freiheit den Weg zu verbauen, es seien 21 Millionen Sliinen-en sür den Volksentscheid notig. Laut Verfassung ist nur die Mehrheit der?l d st i m m a n d e n er- forde, lich. Diese Mehrheit werden wir haben. Richtig ist nur der letzt« Satz. Da nämlich so gut wie niemand mit Nein stiminen wird, werden lauter Ja-Stimmen-' abgegeben werden. Wieviel wird man säten. Salbstvarständlich aber wird bei diesem Ulk ein rechtmäßiges Gesetz nicht zustande kommen. Hugenberg läßt bei Republifansrn schnorren? Nachdem da»„Volksbegehren" mit Ach und Krach 9/, 10 Proz. der Wahlberechtlgten über die erforderlich« Mindestzisfer gebracht hat, ist bei den Deutschnationalen ein Grauen vor dem L o l k s e n t s ch e i d cinaetreteu. Vor ah-m fehlt es dem Reiche- queichutz heut« schon an Gesd. Er hall. alles schon vorher oerpuioert, Deshalb wendet� er sich setzt Mt B et t« lbr lesen an alle möglichen'Leute./ Ein in der Oeffeittlichkeit sehr bekannter und non den chugenberg-Leuten sonst bitter gehaßier Sozialdemokrat in Eharlottenburg erhielt gleichfalls ein'solches Schreiben zugesandt. Darin deißt es u. a.;- „In schwerer Schickialsstunde S'-'nube Ich mir. mich an Sie noch rinmel mit der Bitte um Unterstützung durch Sammlung für den Volksentscheid zu winden.... Die Ergebnisse für da» Bollsbegehren haben es nicht ermöglicht, still« Reserven für den Voltsentscheid bereitzustellen. Mit Rück- sich« etuf d«N geradezu»nglaublichepi Terror der zurzeit-regierenden niarxistisclien Kreise war es. erforderlich, dl« letzten verfügbaren Wittel für die Werbung für das Volksbegehren zu verauegabeiu ... Au» Sorge, die in der Not des Baterlandrs auf Umwegen errungene Macht bei begiimendsr Einsicht der Bevölkerung zu verlieren, läßt die brutalsten Mittel finsterster Reaktion>ur ANwenbimg komm-?». Der Beamie wird mit scheinbarer Besierstellung geködert und doch steht e» schon in dem alten Parteiprogramm der SPD„ Im Erfurter Programm von tLgZ. reschri'ben. daß der Beamte verschwinden muß und daß an lerne Stelle der Angestellte treten soll, um unter der Zuchtrute der Bedrohung mit Entlasiung willige und gefügige Werkzeuge für das eigene System zu hoben" Das Geständnis von der Kassenebbe ist zweifellos ehrlich, um so frecher erlogen aber ist der letzte Satz. Tatsächlich stand In d-un Erfurter Programm van 18Öl— nicht 189.1!--- nicht ein Satz. der auch nur so gedeutet werden könnte, wie der l)»genbcrx- Ausschuß das behauptet. Es kommt ihm jedoch auf einen Schwindel mehr oder weniger nicht an. Denn er mutet dem bekannten republikanischen und sozialistischen Briefempfänger zu, an die Ehrlichkeit dieser weiteren Versicherung zu glauben: „Wenn ich mix erlaube, dies« Ausführungen zu machen, so tu« ich«S in dem- sesten Bewußtsein, mich a u f Grund meines Gewährsmannes an eine Persönlichkeit • ye wandt zu haben, w.'lch« auf dem Boden unseres Freiheitsgesetzes stehi." Natürlich gibt e e keinen„Gswahrsiimmr", der den Sol zialdemokraten als„aus dam Boden unsere» Freiheiteqesetzes* strhenb bezeichnet hatte, chier wird um des Geld«» willen sogar dem Adressaten dreist ins Gesicht geschwindelt. Die Hugenberg-Spattung. Nochdeni die Mehrheit des Ausschusses des deictschnetwi«l«N Arbeiterbunde» sich für den ausgeschiedenen Abgeordneten ch a r t- w i g gegen chugenberg erklärt hat. will sich die Minderheit auf Befehl chugenberg» al» neuer„eigentlicher" deutschnaiiona'.'- Arbeitcrbund konstituieren. Obst g.Genits« d leides».Versand ausgeschlossen Obsia. Gemüse Kodiapfel, 3 Kodibime Wurst waren D Pfd. 4 rPf. Amcrik. Aepfel pfd.32pf. Apfelsinen.... 3 pfd. 55p/. Mandarinen.. 3 pfd. 68pf. Boskoop-Äpfelptd. ZZrf Haselnüsse...... Ft± 78pt. Walnüsse....... p/d. 5Spe Paranüsse....... m 6Sp/. Kradunandelnptd. 1,20 Weisskohl.......... p/i 4pf. Kot. msd Wirsingkohl...... p/a Spi Grünkohl...... 2 p/d. 15?/. Dampfwurtt.......... pm."Pf. SOlzwurst............ ptd. 95p/. Feine Leberwurst...p/d. 1,45 Schinkenspeck....... p/i 1,80 Schinken gekocht,-i.PId.50p/. Fetter Speck.......... p/d. 1,18 Käse und Fette Stangenkäse 20-1,..... P/d. 56p/. Dän. Schweizer 3C/fc Pfd. 95p/. Margarine........p/d. 50, 62p/. Kokosfett». Rindertalg, Pfd. 50p/ Dänische Butter..... p/d. 2,14 Tafelbulter..... p/d. 1,90 2.06 Konserven �dom Bredi-u. Schnittbohnen... 58p/. Junge Erbsen /«/»......... E8pr. Pflaumen mitStelaen...,. 62p/. Fische GrOne Heringe...3 P/d. 72p/. Marinaden...l-Liter-Dote 85P1. Bücklinge............ p/d. 48?/. Kolonialwaren Weizenmehl 000.... P/d. 20p/. Auszugmehl. p/d. 24, 26, 28p/. Auszugmehl 2.p/d.-Bentel 55p/. Auszugmehld-Pfd.-Baot 1.50, 1,40 Sultaninen........... p/d. 42p/. Korinthen............ p/d. 58p/. Backpulver.. Süsse Mandeln........ p/d. 1,88 Bittere Mandeln...... pid. 2,20 Kokosraspel......... p/d. 50p/. Zitronet.............. p/d. 1.40 Orangeat............. P/d. 1,20 Vanlllezudier....5 Pakete 20p/. , 5 Pakete 20pf. Frisches Fleisch Bratwurst....... p/d. 1,10 Schweinebauch.„„ ohne Beilage........ P/d. 1,18 Schweinei?h"«,°B"id. 1 ,36 RÜdfenfcttbraifertig ind. 08?/ Gehacktes....... p/d. 88?/. Suppenfleisch von 8 8 In Pöbelkamm..p/d. 1,3Z Hammer,ortep(d.*von 98 an Gefrierfleisch Suppenfleisch von 68ln Hammei-¥B""�nbon86� Rinderleber.... p/d. 1,18 Schweineköpfe, mit Backe............. P/d. 58?/. MnociitspflcHclieiK Präsentirbe Ausserdem i Grosser Uellinachts-Uerkauf ) \) Theater, Lichtspiele usw. Preia1-6M. TlgL t lintell S ni»Vi dir laiUrua vi» Wodienlq.: 5 D. 50 PL- 3 M. Matray-BaiiMt, Katka. sianiey a. mar. 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Eintritt 1 Mark, Ktader 50 Pf. Mittwochs halbe Kassenpreise. Kammerspiele D.I. Norden 12 310 BVa Uhr Zur geil, flnsldi!; Lustspiel von Frederik Lonsdale Regie: Gustaf Gründeens Die Komödie |1 Bismck-24H/7516 8 V* Uhr Tom Teufel geholt von Knut Hamsun Regie: Max Reinhardt Lessing-Theater Norden 10846 Hosluiie/ liiii/äisth IWtr-flmiir „Bablma" Prunlert 12. Btz. Die Krone Davids Philharmonie 8 Uhr Htydn-Hoztrt' BeetuoveD-ibeiid des Philharm. Orch Ding. Prot I. Priivei Simonien: 4 B-dur- Beeth, Jupiter-Mozart, Mihtar-Haydn. Eintritt 1 Mk Metropol-Th. 8-/4 Uhr Das Land des Läeheins Vera Schwarz, Richard Tauber Musik von Franz Lcbir. VAue# 6esundheifspfeiFe &$*£ Schont Herz und Lunge UnbedenklRouchonll/ztlicheinDlbtiletü fentral- Thealer Alte JaKobstr.32 aastsriel d. Tb. d. Westens Täglich 8-4 Uhr Stg. 5 u. 8-/4 Uhi Friederike Trlaiiiii-Tlt.M3»r Täglich 8-'. Uhr Sie vervelgen die Aussage Lustspiel in 3 Akten mit Elisabeth Slrickrodt Kurt Etat«. Renaissance-Theater Täglich SVe Uhr PARISER LEBEN Operetto von Offenbach. Regie: Gustav Härtung. Musikalische Leitung: Tbzo Mackeben. - Stemnaiz C 1 0901.. 7983/(4.— GROSSES SCHAUäPIELHAUä 8 Uhr: 3 M«sktii»re Regie; ERIK CHARELL. � CASINO-THEATER Loihrlnger Strafe 37. Der neue Schlager! Familie Hannemann. Dazu ein trstklassiger bunter Teil. Für Unsere Leser: Jutschein für 1—4 Personen Fauteuil nur 1.25 M-, Sessel 1.75 M., Sonstige Preise: Parkett u. Rang 0.80 M Reichshalien-Theater Abende Sonntag nachm. Ost groBe Weihnachts- Programm der SleHlner- sanier Billettbest.Zemium 11263 Nachm. halbe Preise! Dönhoff-Brottl: Oes pbänomeaele Pezember-Progr. Tenz. Alle AiiskiinllB über VerOffentlidmngeii der Presse aus den einschlägigen Gebieten, wie Internationale Politik, Politik des Deutschen fieiches, der Länder und Gemeinden, Parteipolitik, Rechtspflege, Kulturpolitik, Frauenbewegung, Handel, Industrie, Handwerk und Gewerbe, Bodenpolitik, Finanzwegen, Verkehrswesen, Zollwesen, Sozialpolitik, Versicherungswesen usw. erteilt das Zentral-Ardiiv iür Politik uJirisdisii Miint&ßn, Laflwisstraßß 17a Telephon 33430 Kleines Theat. Merjrur 1624 Täglich S'/i Uhr Hax Adalbert in Das Parfflin meiner Fran Lustsp v. Leo Lenz Banovskj Theater In der Kaeiggrätzer ttraBe Täglich 8-/, Uhr Die erste mrs. selby mit aitrad umi Komödienhaue Täglich 8-/4 Uhr Der HQhnernoi mh Com Bot* AuskunSt über Einreisebestim- mungen, Schiffsvcr- bindungen und Fahrkarten nadr Canada durch NsrddeBlsclicr Lloyd Bremen und seine sämtlichen Vertretungen Auskunft und Drucksarben durch unsere sämtlichen Vertretungen Berit» t Norddeutscher Lloyd, Agentur Berti» G. m. b. H., Unter den Linden I(Hotel Adlon). Femspr. A 4 Zcnirura 12 Xio und 12 25t. Filiale Kuriürstendamm 17. Fernsprecher T 1 Bismarck 2284. F. Montanus, Invalidenstraße 93. Fernsprecher T 1 Bismarck 2284. ! E. Rössler, Brandenburger Straße 32. Won Kreis zu Kreis zum Jedes Werk tn bester Ausstattuns nur 3.- M. BIXHERKREIS BERLIN SW6L iELLE-ALUAN CL-PLAT? r/8 Die dänisdie Bauemerde duftet dicht und sclrwer. Die Milietischilderunsen sind echt, die /Menschen getroffen. Die Lehensgeschfchte eines katholischen Priesterz. Der realisierte Traum von vielen hunderttausend Zungen Mädchen. Der Film aber ist kein Märchenland. Ein an dramatischen WcchscHällen unerhört reiches Leben. Heute süjt sie als Menschewistin im Gefängnis des bolschewistischen Rußland. EVA BROIDO W ettcr- teuditen , Ein Memoiren. werk H.CUNOW: Technik und Wirtschaft i d. Urmenschen Mit 70 Abbildungen Das Werk ist klar, gehaltreich. Ergridenhelt als er- rieherischeW irfcungcn sind unausbleiblich. Dieses Buch unterrichtet in interessanter Weise über die Entwicklung des Menschengeschlechts. acuNcw 'Liehe und Ehe t im Leben der Völker mit zrh'reldx. Abbild. GROTTEWri?. BOaSCHE: Der Mensch als Beherrscher, der Natur Mit 34 Abb. Gegenstand dieses Buche» ist der Mensch in seiner Tätigkeit als Umgcstalter der Natur. Ein Dichter, ein ganz großer, malt hier in schönsten Farben, in unendlicher Liebe und mit einem psychologischen Verständnis. FA. M. DE JONG Mereyntje Geysens Kindheit+ Der seltsame Küster 2 Binde �SCHÖNLANK-� AGNES Ein Frauenleben aus der Zeit des Sozialistengesetzes Agnes Ist die Geschichte von Liebe, Leiden und tapferster Pionierarbeit. Die Geschichte eines Sägewerkes, das in einem Dorfe des heutigen Zentralrußlands unter großen Anstrengungen errichtet wird. KARL SCHRÖDER. Die Gesdhidite Jan Beeks Roman Wenn die Arbeiter alle neu erschienenen Romane nicht lesen sollten,„Jan Beek" müssen sie lesen. Volksblatt Zwickau. Jedes dieser Werke zum Mitgliederprcise von nur 3 Mark, wenn ohne jede weitere Verpflichtung nur der Bezug von 2 Bänden(!i jährige Probcmilglied- schalt) gewünscht wird, dazu umsonst 6 rcichillustr. Monatshefte. Bei Jahresmitgliedschaft(4 Bände ä 3 Mark und gratis 1Z Monatshelte) kommen Sie in den Genuß der Treueprämie, d. h. des Rechts, einen weiteren Dreimarkband für nur I M zu beziehen. Auf Wunsch unverbindlich für Sie ein 10- Bände-Paket zur AusW�iI. Mona tliche Teilzahlung gern gestattet Bestellungen nimmt entgegen: »Der Büclierlcreis« Berlin SW 61, Belle« AIliance*PIatx 7/8 Nr. S?7» 46. Jahrgang*1� Dienstag. 10 Dezember 1S2? i Die Gräfin im Kreuzverhör. � Was wei� sie über den Tod ihres Mannes?* L. R. hir2?hn wegen ialtrlössizer Tötung seines Voters angeklagt ist. Was t ah r ästige Tötung?— Vatermorö!„Votermord" draht jede Frage i'v'? Vorsitzenden,„Vatermord" blitzen die Augen des«taatsanwoltz. Eine Frau steht nor dem Zeugentisch. Eine Frau, deren Mann sie nicht aus Liebe,' sondern ihres Geldes wegen geheiratet hat, sur den sie nur eine Gebärmoschine war, und der sie, als er anderen Frauen nachlie!, den eigenen Bruder in Nc Arme trieb. Jahrelang trug diese Frau an der doppelten Schande: an der des ständigen Ehebruchs ihres Mannes und an ihrem eigenen Ehebruch mit dem Bruder ihres Mannes. Zweifacher Ehebruch vor den Augen der heranwachsenden Kinder. Dann aber waren die Kiirder erwachsen. Die Leidenschaften kühlten ab. Mann»nd Frau wuchsen einander entgegen. Es konnte nickst so weitergehen und im Jahr« lk>2t> löste sich das Verhältnis. Aber zehn Tage vor dem Tode des Mannes lief ein Brief einer der früheren Geliebten ein:„In acht Tagen hoffe ich. Dir Besseres berichten zu können" und am Tag« nach dem Tode des Mannes geht von der früheren Geliebten ein Brief des Inhalts ein:.Wenn Du willst, treffen wir uns am 25. in Breslau."„Ein Zufall, nur ein Zufall," beteuert die Mutter. Sie Hab« an den Einbruch geglaubt, I>ob« den Versuch gemocht, den Sohn zum Sprechen zu bringen, sie habe nicht gesagt, daß er. wenn er gestehe, sich das Leben nehmen müsse. Sic Hobe ihre Briefe verbrannt, weil s-< ein Ekel iahte bei dem Gedanken, daß man ihr« Privatsachen durchsuchen würde,„chaban Sie mit ihrem Sohn Ehristian darüber gesprochen, daß man den Vater beseitigen müsse?" Wie ein harter Dolchstoß trifft sie die Frag« des Vorsitzenden.„Es ist eine Gc- meinbeit, wenn dies behauptet wird: es ist nicht wahr!" erwidert die Frau. Weshalb Hot man nicht den Mut, mit offenem Visier zu kämpfen? Soll hier ein Sohn seinen Vater ermordet hoben, so kann die Anklag« nicht auf fahrlässige Tötung lauten, chat ein« Mutter ihren Sohn zum Votermord augestiftet, weshalb steht sie dann nor dem Zeugentisch? siat aber. der Sohn seinen Voter aus Fabrlässigkeit getötet, wo» sollen dann diese beiden Frauen? Man bat»« vom Vorsitzenden mehr Feingefühl erwartet, man hätte vom Beisitzer bei der Verlesung der Briefe weniger Unterstreichung markanter Stellen gewünscht. Die Frau war eine Gräfin: jetzt ist sie nichts weiter als«m schwergeprüjter Mensch. » Im Meiteren Derlauf de« Pr«estes wurde Frau v. Ohne- so r g« gehört, die angab, daß sie ihren Mann in Iannowitz kennengelernt habe. Der Voter habe sich über die Verlobung gefreut und sei mit der cheirat einverstanden gewesen, die im August stattfinden sollte. Vors.: Sie haben nun sehr schnell noch dem Tod Ares Vaters geheiratet, warum denn? Zeugin: Weil wir aus dem.siaufe heraus mußten, und ich mit den Nerven ..Mfammengebrochen war. Vors.: Angeklagter, ich muß wieder aus.Ihr« vielen Widersprüche hinweisen. In der Haft haben Sie gestanden, später geleugnet. Ist das nicht darauf zurückzuführen, daß man Sie draußen dann kluggemacht und gesagt hat, was Sie norbringen müssen? A n g e k l.: Nein. Do? Gericht sitzt zu Recht über mich. Zch habe ja meinen Vater getötet, aber da», was ich jetzt sage, entspricht der Wahrheit. Die Aussage der Lehrerin. Dann wurde die ZSjährig« Lehrerin M o rtha Krauß n e r n o m in e n, die 1915 im Landcrziehungsheim Nienburg den Angeklagten unterrichtet und beaufsichtigt hat. Gros Ehriftion, der sehr an Heimwch gelitten Hobe, sei körperlich sehr zart und seelisch sehr empfindlich gewesen. Sein Fleiß sei gut gewesen, aber seine geistigen Kräfte zu gering. Der junge Gras Hobe auch Ja, der Lehrer Tannenbaum! Aber er war seit der Zeit im Krieg nie mehr Lehrer gewesen. Einen Lehrer, der sich für den General van Lothringen hielt, konnte man zum Unterricht für die Kinder nicht gebrauchen. Sie hatten ihn einfach zum Boten gemacht, in einem großen Geschäft der kleinen Stodt war er Bote geworden, und so nahm ihn die Menschheit die zu lehren er einst ausgegangen war, in ihrem belar'ten Erbarmen durchs Leben mit. Aber so weit war es mit dem Boten Tannenbaum denn doch mcht, doh er etwa nicht merkte, die da wäre durchaus nicht Esther Rubin. Er mar ja gekommen, um Esther Rubin zu besuchen, und daß sie hier wohnte, hatte er.erst vor wenigen Stunden auf dem Pl'lizeiamt erfahren. Wo Escher nun wäre? E-- frone, der General? Da fand Christine, die seinen Zu- stand noch alz den alten erkonnte, er würde am wenigsten Unheil stiften, wenn er, nach Haufe zurückgekehrt, in der kleinen Stadt die Meldung abgab, er habe Escher Rubin in Berlin getroffen, gesund und in guten Lebensumständen. Und sie behouptete steif und fest, sie sei Esther Rubin. Die Wirtin. b-e dg, Gespräch im Nebenzimmer belauschte, konnte nicht umbin sich hineinzumischen. Denn dos junge Mädchen Esther Rub:n war. das wußte niemand besser als sie: st- war nur gekommen, um über den Besucher, der ohne Zweifel verrückt mar, zu lachen. Da schrie der Bote Tannenbaum, ein x sei kein II, das könne er wohl noch unterscheiden: aus se'ncn Augen liefen wilde Tränen und er rannte hinaus. Als er ober zurück in die kleine Stadt kam, war er wohl inzwischen anderer M-'nung geworden. Jedenfalls verbreitete er überall d'e Nachricht, was für eine Dame Esther Rubin geworden sei: solch eine Dame— er märe sogleich wieder zu- ri'ckgc'-eist. dos könnte man ja sehen. Mir dem Boi'n Tann an- bonm war ja freiiiä, nicht all?? richtig, schon gut— ober auf solch eine abgefeimte Verleumdung zu kommen, das lag be- stimmt Vicht m feiner Art. Er mar eigens nach Berka gc- J sehr unter der schlechten Kriegsernährunp gelitten, da die- Güter, ! des Fideitommisfes verpochtet waren, und die Familie auf de ossizielle Ernährung angewiesen war. Graf Ehristion war sehr bekümmert, daß sein Lernoermögen so gering war. Durch sein bestimmtes?liiftret«n habe er sich bei seinen Geschwistern ein« starke Autorität erwarben. Er sei sehr phantasiebegabt gew.fen und habe Erlebnisse gern aufgebauscht. So sei der junge Gros eines Tages ganz aufgeregt ins Zimmer gekommen, daß er Einbrecher vertrieben habe, vbwohl kein Wart wahr war. Er Hobe bewußt gelogen Freilich Hobe er sich ihr gegenüber mehr zusaimnengenonunen. Mit großer Liebe habe der Angetlagtc an seinem künftigen Besitz gehangen»nd für Zoologie und Landwirtschaft größtes Interesse gezeigt. Die Zeugin verlas eine An- zahl Briefe an ihre Mutter aus der Zeit ihrer Lehrtätigkeit in Iannvwltz. Darin spricht sie sich über ihren Schüler in Worten hohen Lobes, aus. Sehr interessant verlief in der Nachmitiagssitzung die Vernehmung der lrühcren Kronkenschwester, jetzigen Frau Stieben, die vor zwei Jahren den alten Grafen während einer Krankheit gepflegt hatte. Vors.: Haben Sie etwas über das Verhältnis der Gräfin zu dem Grafen Karl beobachtet? Zeugin: Beobachtet habe ich nichts. Vors.: Aber Sic haben etwas gehört? Zeugin(nach langem Schweigen): Nein. Bors.: Seien Sie sehr vorsichtig, es lohnt nicht, einen Meineid zu- schwören, denn wir wissen manches. Zeugin fnach langer Pause): Der Gras hat mir unter dem Siegel der Verschwiegenheit erzählt, daß er seine Frau nick)» au« Liebe, sondern wegen ihre« Vermögen« geheiratet habe, da er selbst eine andere Frau geliebt hat. Er haste seine Ehe- irau sehr vernachlässigt und betrachte nun das Verhältnis seines Bruders Karl mit seiner Frau als eine gerechte Bcrgcltimg.(Der Angeklagte weint vor sich hin.) Die Krau des Ermordeten wird vernommen. Als dami die Gräfin Erika zu S t o l b e r g unter großer Sponming als Zeugin ausgerufen wurde, verließ ihre Tochter Antonie sofort den Saal. Darauf erhob sich R.-A. Dr. Luetgestrune und erklärte:?lus Grund des 8 24? der Strafprozeßordnung be- antrage ich, den Angeklagten während der Bernehmung seiner Mutter abtreten zu losten. Dos Gericht zog sich darauf zur Beratung zurück, an deren Ende der Vorsitzende Landgorichtsrot Hoenfch erklärte, daß dem Amrags des Verteidigers stattgegeben werde, da zu befürchten sei, daß die Zeugin in Gegenwart ihres Sohnes nicht die Wahrheit sagen werde. Vors.: War Ihre Ehe eine glückliche? Zeugin: Sic war nicht unglücklich. Vors.: Eine Krankenschwester hat uns eben mitgeteilt, daß N)r Mann ihr ge> standen habe, die Ehe sei durch seine Schuld unglücklich gewesen, da er auf?lbwege gegangen sei. Wußten Sie das? Zeugin: Das ahnte ich. Vor f.: Aus welchem Grunde traten Sie zu Ihrem Schwager Karl in nähere Beziehungen? Zeugin: Wie da? eben so kommt, wenn zwei Menschen steieinanderwöhnen. Wir hatten gegenseitig ein starkes Verstehen: Vors.: Schätzten Sie Ihren »chwager Karl geistig höher ein als Ihren Mann? Zeugin: Nein, aber er ergänzte manche Eigenschaft meines Mannes. Vors.: ?llso die- Geschichte von Hella Gabler, das sogenannte Dreieck. Zeugin: Karl habe Ich sehr geliebt. Vors.: Ihr Mann wußte um Ihr« Beziehungen zu Ihrem Schwager. Zeugin(energisch): Ich selbst hast« es ihm gesagt. Er antwortet« mir: Ehe du aehst, erlaube ich olles.(Große Bewegung im ganzen Saal.) Er wollte mich nicht entbehren, ich bin ja auch ein- oder zweimal fortgegangen, aber mein Mann holte mich wieder. Vors.: Wollten Sie Ihren Schivager Karl heiraten? Z e u g i n: Früher, ja. V o r s.: Gingen die Liebes- abenteuer Ihres Mannes bis in die letzte Zeit? Die Zeugin schwelgt. Vors.: Wenn Sie aussagen wollen, müssen Sie aber alles aus- sagen. Zeugin: Wahl bis in die letzte Zeit. Vors.: Waren Sie reist, um Esther zu fragen, ob sie ihn nun nicht heiraten wollte? Er war Bote geworden, sein Leben stand sicher. Also war an seiner Behauptung vielleicht doch irgend etwas wahres daran? Die es ungefähr als die ersten erfuhren, waren die Ellern Rubin. Der Vater schickte in tobender Eile einen Brief an die Tochter: Sofort zurück!— Aber am nächsten Morgen tat der Brief ihm leid. Erstens war sein Schreiben zu heftig ge- wesen, und zweitens hätte er wohl, um die Wahrheit zu er- fahren, seine Tochter in Berlin überraschen müssen. Diese Möglichkell war nun vorbei. Dafür schrieb der Vater Rubin nun noch einen besonderen Brief an Magda, und dies Schreiben war milder. Am nächsten Morgen tat ihm auch der Brief an Ma&da leid. Der Brief für Esther kam natürlich in Christines Hände und wurde von ihr sogleich an Esther gesandt. Am gleichen Tage lag aber auf der Post ein Brief für Christine, für Christine Gast, und da war die echte Christine gemeint. Denn er kam aus Amerika, von ihren Eltern, und die Eltern-- was schrieben die Eltern da? Sie dampften, wenn dieser Brief in Christines Hände gelangte, wahrscheinlich schon auf der hohen See. Ihre Eltern auf der Fahrt nach Europa?— Da schrieb Christine denn ihrerseits gleichfalls an Esther Rubin.„Es wäre ihr lieb," schrieb sie,„wenn sie doch wieder Christine Gast heißen könnte, denn sonst wäre es eine verzweifelte Sache, sich mll ihren Eltern bekannt zu machen. Ob Esther nun nicht mll Hans sprechen könnte? Nun wären sie ja schon so lange zusammen.. Diese beiden Briefe, der von den Eltern und der von Christine, kamen an einem Spätsommerabend bei Esther an. * Sie waren im Landwagen das Flußufer hinaufgefahren. durch ein Dorf, von Sonne und Frieden lreglänzt, und zurück. Das Kjnd log schlafend in ihren Armen. Sie trug es die Frei- treppe hinauf, von.£>ans behutsam geführt. Und im Veranda- zimmer lag de? Brief, sie ersannte sofort die Handschrift Christines. Als Lbsenderin zeichnete Escher Rubin. Sie ent- nahm dem Brief dos Schreiben der Eltern, sie befand sich nun allein in dem Raum. Ihre Knie wurden schwach, sie mußte sich setzen. Dann las sie das Schreiben Ehristincs, wurde totenble-ch. sank zurück, sprang auf und stöhnte ge- guäll. Mit beftigen Schritten durchmaß sie das Zimmer. plötzlich versteckte sie die Briefe bei sich und floh in den dunkelnden Garten hinaus, sie war in dieser Stunde einer Begegnung mit Hans, nicht gewachsen._ i in dem Punkt großzügig? Zeugin(sehr leise): Ich hatte doch auch meine Freiheit. Vors.: War Ihr Mann Ihnen physisch oder psychisch unsympathisch? Zeugin: Nur p h y s i s ch- Der Vorsitzende ging dann aus die Ereignisse des 18. März ein. Die Gräsin schilderte, haß sie nachmittags einen Besuch in Lomnitz gemacht hoi:e und fährt dann fort: Gegen!41U Uhr ging ich mit Tan! Ichlaien. Ich schlief sehr bald ein. Vors.: Und nun? Dip Zeugin weint sehr heftig und fährt dann fort: Ich pflege beim schlafen die Decke über die Ohren zu ziehen, da ich sehr empiindlich gegen Geräusche b'n. Vors.: Es ist nun 1(10 Uhr. Die Gräfin, die schildern soll, cb sie etwa« gehört hat, weint minutenlang sassur.gelos vor sich hin und bekundet dann: Im Halbschlaf hörte ich einen, dumpfen Ton, achtet? ober nicht darauf und schlief weiter. Plötzlich kommt Antonie in mein Zimmer— ich sehe es heute noch— mit ganz verstörtem G> sicht und sagt: Mama, mach dich auss schlimmste gefaßt, es Ut ein- gebrochen worden und... Vors.(ergänzend):... Papa i't schwer verwundet. Sic habe» der Toni sogar geantwor.ei: Papa lebt doch nicht mehr. Wie kamen sie dazu? Di- Zeugin zuckt mit den Schultern. Vors.: Sie sollen weiter gesagt haben: Lebt Christian noch? Zeugin: Das könnte möglich sein. ich ging dann zu meinen kleinen Kindern, die inzwischen wach ge- worden waren und beruhigte sie. Dann zog ich irgend e was ay und ging die Treppe hinunter. Im Flur sah ich Direktor Gombert und andere Leute und fragt« sofort: Lebt mein Mann noch? Direktor Gombert antwortete: Nein, gnädige Frau. Daraus fragte ich: Was macht Christian Friedrich? Als ich hörte, er sei bei Stiefs, ging ich zu ihm. Mein Sohn log halb bewußtlos bis zum Morgen im BeL, und wir blieben bei ihm. Vors.: Sprach er gar nicht? Zeugin: Doch, einmal. Ich fragte ihn, wie alles gekonmien lci, aber ich weiß nicht, was er antwortete. Vors.: V-i Ihrer ersten Vernehmung sagten Sie, Sic hatten sich aus seinen Erzählungen kein rechtes Bild machen können. Zeugin: Do habe ich mich schlecht ousge- drückt. Ich habe aus seinen wirren Worten nichts herausgebracht. .Vor f.: Nun. Ihr Sohn hat aber Maßnahmen getrosten, die den Tod Ihres Mannes betrafen? Zeugin: Auf meine Veranlassung. Sie nteinen doch wohl die Todestelegrammc? Ich wollte sie schreiben, ober das litt er nicht, sondern tat es selbst. Ich verließ dann dos Zimmer und AMonie nerfaßti! dann den Wortlaut. Vors.: Papa durch llrnall lauft entschlafen. Ware es nicht richtig"- gewesen zu schreiben: Papa durch Einbrecher getötet? Zeugin: Dielleicht. Vors.: Können Sic aus Ihren Eid nehuien. daß Ihr Sohn sich in dieser Nacht Ihnen nicht anvertraut>jal? Zeugin: Selbstverständlich. Vors.: Wie kommt es dann. daß Sie zwei Tage später dem Kommissar Dreihaupt sagen: Gral Christian würde sich mir wahrscheinlich anvertrauen, aber er würde sich damt das Leben nehmen. Zeugin: Ich werde wohl geiaat haben: Wenn sich Graf Christian mir hotte anvertrauen miiilen, dann hätte er sich das Leben, genommen. Zeuge Dreihaupt: Dos stimmt nicht. Di« ander« Form der Aussage ist richtig. Ich schloß daraus, entweder daß der sirnge Graf sich bei cinx'r fähr- lässigen Tötung des Daters das Leben nehmen würde, �>der ich müßte annehmen, daß die Gräfin den tieferen Z u s a m m c n h 1 n g kannte und daß Graf Christian sich das Leben nehmen müßte. wenn jemand ihn verriet. Vors.: Nun. Zeugin? Was haben Si: damals genreint? Zeugin(leise): Wen» ihm etwas passiert wä'-e. hätte er sich dos Leben nehmen müssen. Vors.: Also hotten Sie den Gedanken erwogen: Mein Sohn kann in die Sache vcrw ckelt sein. Zeugin(erregt): Nie. Ich dachte»nd wußte nichts anderes als Einbruch! Ich habe den ganzen Fall vielleicht einmal rein akademisch auf alle Möglichkeiten durchdacht. Vors.: lind das ist die Wahrheit. Zeugin: Ich sage nur die Wohrhcst. Vors.: Hat Ihr Sohn Ihnen auch nicht einmal eine Andeutung ge- macht? Zeugin: Auch das nicht. Vors.: Und haben Sic Ihren Sohn nicht am nächsten Tage etwas gefragt? Zeugin: Ja, ich ging mit ihm durch den Park und drang in ihn, aber er antwortete Sie sah keinen anderen Ausweg mehr als die Wahrheit: sie konnte die Entdeckung hinauszögern, ja, aber war das nicht sinnlos? Und wieviel Nervenkraft kostete das? Mitten im Gehen brach sie in n�lvöses Weinen ans und stieß Worte hervor. Nein, sie wollte jetzt ein Ende damit machen, sie hotte genusi von der Spannung.' der Qual, die auch im Schlaf nicht von ihrer Seele wich. Sie wußte nicht, wie lange sie schon im Freien herumlief, um den notwendigen Entschluß zu fassen. Plötzlich stand Hans vor ihr im Weg. Es war dunkel ge- worden. Sie befanden sich auf der Landstraße, die am Guts- haus vorbeiführt. „Was gehst du denn allein im Dunkeln, Christine?" „Ich bin so unruhig gewesen, Hans." „Ich suche dich schon gegen eine Stunde. Das Kind schreit nach dir." „So," sagte sie. Und sie gingen nebeneinander. Die Rinder standen schweigend zusammengedrängt auf den Weiden, der Abend mar schwül, der Himmel grauschwarz. „Was ist denn eigentlich geschehen?" fragt er leise, denn er spürt den Druck, der auf ihr lastet.„Hängt das mit dam Brief aus Berlin zusammen?" „Es wäre überhaupt besser," antwortet sie plötzlich,„ich ginge gar nicht mehr in das Haus da zurück." Er bleibt stehen.„Du willst fort von hier?" Sie stampft mit dem Fuß.„Ja, ich muß... Wenn du wüßtest... Ja, es hängt mit dem Brief zusammen..." Sie meint ein nervöses ungeduldiges Weinen, das Hans mahl versteht: Christine will sprechen: sich auszusprechen ist ihr? Absicht und der Anfang fällt ihr heute seltsam schwer. Er hat eine ganz bestimmte Vermutung: Vielleicht wird Christin? wieder Mutter und das macht sie nervös. „So, mit dem Brief... Ja, der Brief kam von deiner jüdischen Freundin, von Esther Rubin." Nun stehen sie plötzlich still und G hört aus dem DunH: „Warum sagst du immer.jüdische Freundin". Icki ner- stehe das nicht Was willst du damit sagen?— Ich halte das nicht mehr aus!" Er nimmt sie behutsam am Arm und führt sie mit sich. Welch ein kleiner Anlaß kann Blitzableiter irgendeiner Nervenerregung sein— denkt er lächelnd und geht stumm neben ihr—. vielleicht kommt olles aus der elektrischen Ladung der Luft. E'n warmer Sturm fährt die Coitdstriß? ksin?b b'•?' di: Kranen der Bäume. Er hält mit leisem Druck ihre., Ar Aber da reißt sie ihn wieder eittschlassen oder v alleicht mar verzweijelt aus seiner Hand. Fortsetzung folgt.), nur: Frag mich nicht, wenn ich es nur selber wüßte; aber ich kann es nicht überlegen. Darauf drang ich nicht weiter in ihn. Vors.: Und was dachten Tie dabei? Zeugin: Ich dachte nur. daß er cnvas Furchtbares erlebt haben mußte. Vors,: Vun sagen Sie UNS. warum Sic am 20. März morgens Ihre V riefe verbrannt haben, nachdem Ihr Sohn am Abend vorher verhaftet war? Zeugin: Ich hatte gehört, daß die Zeitungen verschiedene Dinge über unsere Familie gebracht hatten. Vors.: Es war Ihnen unangenehm, daß Ihr Verhältnis mit Ihrem Schwager Karl breit- getreten wurde? Zeugin: Ja, und mein Sohn war verhastct, »nein Mann tot. Verstehen Sie, daß ich kopflos wurde? Ich war einfach verzweifelt. In meinem Zimmer lagen meine ganzen Iarrefpondenzen, Ich mußte mit einer Haussuchung rechnen. Ich fühlte einen Ekel, daß fremde Neugier an Dinge herankommen würde, die mir heilig waren. Vors.: Der Staatsanwalt glaubt, daß in diesen Briefen etwas über die Vorbereitung der Tat stand? lDie Gräfin schüttelt still den Kopf.) Auch das müsien Sie bc- schwören.(Sehr ernst und eindringlich): .?rau Zeugin, haben Sie Ihrem Sohn die Schußwaffe in die Hand gedrückt? Die Gräsin fährt hoch, will sprechen kann aber nicht. Sie wendet sich zum Verteidiger, schwankt, so daß Rcchtsaitwalt Dr. Luetgebrune sie auffängt und ihr ein Glas Wasser reicht. Nach- dem sie sich beruhigt hat, ruft sie: Das ist unwahr. Vors. leindringlich): Es ist aber so behauptet worden. Können Sie selbst mit Waffen umgehen? Zeugin: Nein, als junges Mädchen habe ' ich nach der Scheibe geschossen. Vors.: Wissen Sie, daß Ihr Schwager Karl mit Ihren Söhnen schmutzige Dinge getrieben hat? Zeugin: Das ist unwahr. V o r f.: Einer Ihrer Söhne hat sogar bekundet, daß Sic sich vor Ihren Schwager Karl gestellt haben, als er den Onkel dabei überraschte.(Sehr ernst): Wollen Sie das auch beschwören? Zeugin(kaum hörbar): Ja. (Bewegung.) Der Vorsitzende verlas, dann Briefe der Gräfin an den Grafen Karl. Die Zeugin hat am 8. März an ihren Schwager geschrieben und den Wunsch ausgesprochen, sich mit ihm vor Ostern noch zu treffen, da sie sich mit ihm aussprechen müßte. Graf Karl hat dann am 18. ihr geantwortet und ihr vorgeschlagen, daß sie sich beide in Dresden treffen wollten. Auf Veranlassung des Vorsitzenden er- klärte die Gräfin, daß sie mit ihrem Schwager innerlich längst aus- einander gewesen sei, daß sie aber die Aussprache...... um ihrem Schwager einen Besuch auf dem den Kindern zu ermöglichen. Damit war des Vernehmung der Gräfin Erika zu Stolberg vorläufig beendet. Die Verhandlung wurde auf Dienstag morgen 9 Uhr vertagt. Wie bisher verlautet, wird das Urteil im Prozeß gegen den Grafen Christian zu Stol- berg am Mittwoch mittag verkündet werden. räche herbeiführen wollte, Schloß ohne Konflikt mit Die Gasvergiftungen in der plätierei. Alle Erkrankten außer Lebensgefahr. Die genauen Ursachen de» schweren Oxydgas nnglücks in der plätlerei der Herrenwäschefabrik der Zinna Göllheim in der Mühlen slraße 53 SS. über das wir bereits im.Abend" berichteten, konnten noch immer nicht einwandfrei geklärt werden. Die gefährlichen Gase müssen sich in ganz kurzer Zeit in dem großen Plättraum, in dem 33 Plätterinnen beschäftigt waren, ausgebreitet haben. Denn nur so ist es zu erklären, daß all« fast im selben Augenblick erkrankten und zum Teil sogar bewußtlos zu Boden sanken. Bier Frauen, um die sich die Sanitäter der Feuer» wehr fast eine Stunde lang bemühen mußten, fanden im Kranken- haus am Friedrichs Hain Aufnahme. Es handelt sich um eine Frau 'Augusts Hampel aus der Eifenbahnstvaße 2/3, Margarete Kund aus der Hobrechtstraße 19 in Neukölln, Charlotte Konrod aus der Friodeustrahe 73 und Emilie Freitag aus der Friedenftr. 57. Wie mitgeteilt wird, befinden sich die Schwererkrankten außer Ge- fahr. Di« übrigen 29 verunglückten Plätterinnen erhielten sämtlich Sauer st offinhalationen und wurden in ihr« Wichnungen gebracht. Von fachmännischer Seit« wird darauf hlng«vlesen, daß der Iluiall vielleicht durch unsachgemäße Bedienung verursacht worden ist. Die Prehluftzufuhren waren vermutlich schlecht reguliert, so daß die Gase nicht völlig verbrannten und sich bald größer« Mengen Oxydgase bildeten. Cisenbahnprozeß vor dem Ende. Skaatsanwalt rechnet mitReichsbahndirektion Dürnberg ab Zürlh, S. Dezember. Zu Beginn der sünslen Verhandlungswoche ergriff Erster Staatsanwalt Heuwieserdas wart zur Aaklagebegründuog. Er behandelte mil Gründlichkeit die Möglichkellen, die für die Entgleisung des V 47 Überhaupt in Betracht kommen können. Die Ausführungen waren eine erbarmungslose Abrechnung mll der Beichsbahndirektion Nürnberg und deren Sachverständigen. dem Reichsbahnoberral Wöhrl. Zuerst beschäftigte sich der Staatsanwalt mtt der Frage, ob ein Attentat vorgelegen habe. Er erklärt«, daß es wohl der L i e b- lingsgedant« der Reichsbahndirettion Nürnberg war, einen verbrecherischen Anschlag wenigstens nach außen hin geltend zu machen, daß es aber in Wirklichkeit damit nichts gewesen sei. Es steht mit unverrückbarer Sicherheit fest, daß ein Atten- tat nicht vorliegt. Auch die Maschine habe keinerlei Beschädigungen aufgewiesen, die die Katastrophe verursacht haben könnte. Die Ueberraschungen, die man im Verlauf der Lcr- Handlung aufgetischt habe, seien In stch selbst zusammengefallen. Desgleichen Hab« sich der andere Lieblingsgedanke der Reichsbahn- direttion Nürnberg uird des Angeklagten Stuhlfath. daß der Zug unzulässig schnell gefahren sei, als falsch erwiesen. Der Staats- iiiiwait bezeichnete die Gleicarbeiten vom 8. und 9. Juni 1928 nls die alleinigen Ursachen des Unglücks. Er stützt« sich dabei auf die Gutachten der Sachverständigen, Prof. Dr. Relaux und Prof. Dr. Holter. Der Sachverständige, Reichsbahnoberrat Wöhrl, habe sich in geradezu widersprechende Be- h a u p t u» g e ii verwickelt. Er Hobe nichts weiter als den Beweis erbracht, daß in Nürnberg und Umgebung noch sehr viele schlechte Gleis stellen bestünden. Wenn die Wöhrl- fchen Grundsätze Über Gleisarbeiten tatsächlich bei der Reichsbahn gelten sollten, so sei c» auch nicht zu verwundern, daß Bayern die Höchstleistungen Eisenbahnunglücken aufweife. Darauf stellte der Staatsanwalt folgende Strafanträge: die drei Angeklagten find nach den 88 222 Absatz 2 und 31« Absatz 2 zu verurteilen, und zwar Oberbahnmeister Stuhlfath zu drei Jahren Gefängnis, Rottenführer Bolland zu«lnem Jahr Gefängnis und Streckengeher Greller zu einem MonätGefängnis. Die Verhandlung wurde auf Dienstag vormittag 9 Uhr vertagt. Der Rc-alerungspräfidenl Dr. Friodensburg wird am Mittwoch, dem 11. d. A.. um 17 Uhr, im großen Sitzungssaal« des Herren- Iw.«« auf Einladung des Vereins Berliner' Kau-fleute über„Wirt- jchafl und Verwaltung" sprechen, Religion/ Partei/ Freidenker. Die Tagung religiöser Sozialisten. Aus der Tagung desLandesverbaadesPrcußen vom Bund religiöser Sozialisten Deutschlands wurden am Sonnlag nach elncr einleitenden reli- glasen Feierstunde(mit einer Ansprache de» Pfarrers Ruck- wih-Neukölln) die Beziehungen zur Arbeilerbe- wegung und zu den Freidenkern erörterk. Pfarrer Fuchs- Eisenach zeigte in seinem Vortrag über„D i e geistig« Haltung der englischen Arbeiterpartei und das Christentum in England", daß die Arbeiterklasse Englands niemals so wie die Deutschlands der Kirche entfremdet worden ist. Tie ans innerer Freiheit erwachsende Duldsamkeit gegenüber der Neberzeugung anderer ermöglicht dort auch der Kirche, die Fragen des Tages viel freier und rücksichtsloser als bei uns anzupacken. In England steht gerade der radikale Flügel der Arbeiterklasse freundlich zur Kirche, die dort niemals ein Werkzeug der Herrschenden war. Die Gründung der Arbeiterpartei Englands kam zustande unter der wesentlichen Mit- arbeit von Persönlichkeiten, die den Kreisen der Methodisten ange- hörten und von der Triebkraft revolutionären Christentums erfüllt waren. In der Aussprache über den Dortrag wurde auch die Frage internationaler Beziehungen berührt. Fast einstimmig wurde be- schlössen, der Borstand des Gesamtbundes solle eintreten für Ber- anstaltung einer internationalen Tagung in Eng- la n d. Am Nachmittag sprach Pfarrer Schmidt- Berlin über„Frei-. denkertum und Religion". Ihm ist Freidenkertum weniger! «ine Weltausfassung als eine Lebensrichtung. Bei der Auseinander- fetzung zwischen Freidenkertum und Religion sucht er weniger das Gegensätzliche als das Gemeinsame. Beide seien aufeinander angewiesen und sollen einander befruchten. Ein Verdienst des Freidenkertums sei, daß es der Wirklichkeit zugewandt ist. Aber das sei eine Unzulänglichkeit, daß die Freidenker selber den im Tiefsten doch religiösen Charakter des Freidenkertums verkenn. n. Die ganze Bewegung der Aufklärung und des Freidenkertums ist, sagt Schmidt, unter dem Gesichtspunkt fortschreitender Selbst- bestimmung des Menschen zu betrachten, der danach ringt, Herr seines Geschickes zu werden. Als Irrtum weist Schmidt die Ansicht zurück, daß die R e l i g i o n als solche dem Selbstbestimmiingsrecht des Menschen feindlich sei. Gerade sie erlasse ihm die Selbstbestimmung nicht, gerade sie stelle ihm die Aufgabe, selber zu kämpf«». Der Redner betonte den Unterschied zwischen Kirchlichkeit und Religiosität.. Die Aussprache ließ die im Vortrag behandelten Hauptfragen ziemlich unberührt. Sie beschäftigte sich fast nur mit der vom Pfarrer P i e ch o w s k i- Britz vorgebrachten Klage, daß bei der Aufstellung der sozialdemokratischen Kandidaten für die dleejähngen Kommunalwahlen die Religiösen nahezu vollständig durch die Freidenker ausgeschlossen worden seien. Wegen eines v-n Piechowski persönlich vor ber. Wahlen veröfsentlichten Protestes werben durch eine vom Borsitzenden Göring vorgelegte Enisckli:- ßung, die mit sehr großer Mehrhett angenommen wurde, die Vor- standsmitglleder ersucht, vor Inangriffnahme wichtiger Aktionen[ich mit dem Borst and in Verbindung zu setzen. Hiermit endete die Tagung. Gtationskaffe überfallen. Ein Beamter in erbittertem Kampfe schwer verletzt. Münster. S. Dezember. Die Pressestelle der Reichsbahndirektton Münster teill mil: Montag morgen fand ein Grubenarbeiter, der stch zur Schicht be. geben wollte, de» dien ft habenden Beamten de» Bahnhofe, Laggenbeck der Strecke Osnabrück— Rheine schwerverleht, dicht an der Beamtenwohuung. im Graben liegend auf. Der ungefähr 150 Meter vom Fundort entfernt liegende Vlenstraum war geöffnet und zeigte die Spuren eine» erbitterten Kampfe». Anscheinend haben mehrere Verbrecher den diensthaben. den Beamten in der Zugpaus« zwischen zwei und vier Uhr morgens überfallen, um den Geldbestand des Bahnhofs zu rauben. Den Tätern sind etwa 370 Mark in die Hände gefallen. Noch dem ärzt- lichen Befund sind die Verletzungen des Beamten schwer. Der Be- amte ist in das Krankenhaus Ibbenbüren übergeführt worden. Die Polizei und der Fahndungsdienst der Reichsbahn haben sofort die Untersuchung aufgenommen. Der Regierungspräsident hat 500 Mark und die Reichsbahndirettion Münster 1000 Mark für die Ergr«ifung der Täter zur Verfügung gestellt. Der Stationsbeamte war bis in die späten Nachtstunden bewußtlos, so- daß die Vorgänge noch nicht aufgeklärt werden konnten. Ausgeräubertes Geheimfach. Für 60000 Mark Juwelen verschwanden. Auf noch ungeklärt« Weife sind einem Fabritbesitzer in der Wissmann st rohe im Grunewald kostbare Schmuckstücke ge- stahlen worden. Der Fabrikbesitzer verwahrte die Juwelen seiner verstorbenen Frau in einem Wandtr«sor ouf, der wieder in einen Wand- schrank eingebaut war. Der Schlüssel zu dem Tresor lag stets im Schreibtisch des Hausherrn, der Schlüssel zu dem Wandschrank war hinter einem Bilde verborgen. Bei der letzten Kontrolle im August d. I. fand der Besitzer noch alles in Ordnung. Als er aber am Sonntag wieder nachsah, waren die Juwelen verschwunden. Nur einige leere Etuis standen noch in dem Tresor. Da inzwischen mehr als ein Merteljahr verstrichen ist, so läßt sich nicht sogen, zu welcher Zeit der Diebstahl verübt wurde. Di« gestohlenen Schmucksachen haben einen ungefähren Wert von 60000 Mark._ Schankwirtln Siewert ermordet? Am vergangenen Sonnabend wurde die 58 Jahre alte Witwe Martha Siewert, die in der Straße Alt-Friedrichs« felde 58 ein Schankwirtfchaft betrieb, in einer kleinen Blutlach« tot aufgefunden. Die Obduktion der Leiche hat nun den Beweis erbracht, daß Frau Siewert einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Als Todesursache wurde, eigenrumlicherweise wie im Falle des Zahnarztes Gutmann In Schwedt, Erwürgen mit nachfolgendem Kehlkopfbruch, festgestellt. Diese Der- letzimg kann stch die Frau mcht durch einen Fall zugezogen haben. Ein ehemaliger Liebhaber der Frau, Karl Bytom, dem der Sektionsbefund mitgeteilt wurde, bestreitet, die Frau getötet zu haben. Sklarets Förster als Dieb. Ware»(Mecklb.), 9. Dezember. Die Warener Polizei, die heute den am Sonnabend im Jagd- Haus der Sklareks entdeckten Einbruch näher untersuchen wollte, stellte fest, daß abermals ein.e Reihe von Gegen- ständen aus dem Jagdhaus verschwunden waren. Eine Haussuchung bei dem Hauptverwalter des Jagdhauses, Förster Ebner, der in Waren wohnt, förderte die neuerlich gestohlenen Sachen zutage. Ebner wurde f«stgenommen und gestand, den letzten Diebstahl ausgeführt zu haben. Er stellte aber entschieden in Abrede, den ersten Einbruchsdiebstahl begangen zu haben Unsere Jugend tanzt. Immer größer wird der Kreis der Jungen und Mädchen, die sich der freudigen, lebensbejahenden Tanzbewegung, dem pralt- rarischen Volkstanz, anschließen. Sie gehen nicht zum „Ball", geschminkt und ausgeputzt, sie kommen in schöner Natür- lichkeit zu ihrer Freude zusammen. Erfrischend in ihrer Ursprung- lichteit wirken dies« Tanzabende, da weht ein« gesund« Lust. Das Vottstanzfest am 6. Dezember im„Orpheum",.Hascichdide, bot wieder den besten Beweis dafür. Ebenso häßlich wie traurig ist es, daß unser« politischen Gegner versuch«», selbst bei diesen Ge- legenheiten zu stören. Ein neugegrüiideter rechtsradikaler„Tanzkreis" hatte zwecks Sprengungsverfuch seinen Besuch für den Abend angekündigt, es aber dann doch vorgezogen fernzubleiben. Grubenunglück in Lothringen. Zwanzig Mann verfchütiet. Siraßburg, S. Dezember. 2m Schacht„Glück ans" bei Deutsch- Olh in Loth. ringen ist eine ganz« Belegschaft von zwanzig Mann im Stollen durch Einsturz der Gestelnrdecke»erschüttet worden. Der Einsturz ereignete sich etwa eine halbe Stande nach der letzten Sprengung. als die Arbeiter eben wieder ihre Arbeit aufgenommen halten. Die meisten wurden unter den leeren Zug gedrückt, den sie beladen sollten. Bisher sind zwei Tote und ein Schwerverletzter geborgen worden.__ 45 Todesopfer des Orkans. Sturmschäden auf Sylt.- Bruch des Eiderdeicheck. Part», S. Dezember. Der„Zntransigeant" gibt die Zahl der in den letzten drei Tagen in Eugland, Frankreich, im Kanal und im Golf von Gascogne dem Unwetter zum Opfer gefallenen Menschenleben mil 45 an. Westerland. S. Dezember. Der starke Südweftsturm hat erneut großen Schaden auf Sylt angerichtet. In Westerland und anderen Orfichaften wurden zahlreiche Gebäude beschädigt. Außerdem sührt« der Sturm außerordentlich hohes Wasser mit sich. Die gesamten ilti- geschützten Südländereien der Insel stehen noch unter Wasser, das wiederum bis zum R«ichsbahndamm reicht. Stark gefährdet ist der Deich Kliffiende bei Kampen. An dieser Stell« ist die Insel bekanntlich am schmälsten. Der dort völlig aushörenln: Dünenschutz würde bei westlicher Windrichtung und gleicher Wasser- höhe den Durchbruch der Nordseewossermassen ins Wattenmeer ermöglichen. Dadurch würden bedrohliche Folgen für die Festland- küfte entstehen. Flensburg. 9. Dezember. Infolge der Stürme, die am Sonnabend und Sonntag wüteten, ist das Wasser der Unteveider sehr hoch gestiegen. Der Pegel wurde schließlich vom Wasser überspült. Schon Iii Stunden vor Hochwasserftand ging die Flutwelle über die Flut- tore der westlichen Eiderschleuf« hinweg. Die Eiderdeiche sind durch Sturm und Hochwasser wiederum beschädigt worden. Der Deich ist an drei Stellen gebrochen. Verschiedene 5)äuser in Nübbel wurden vom Hochwasser gänzlich umspült. Riesenhotelbrand in Ehatham. Da« ganze Geschästsvlertel brennt. New park. 9. Dezember. In Chatham(Ontario) in den Vereinigten Staaten steht in- folge eines großen Hotelbrandes, der schnell auf andere Gebäude Übergriff, das gesamte Geschäftsviertel der Stadt in Flammen. Die Betämpfungsmaßnahinen haben sich bicher als wirkungslos herausgestellt. Nach den bisherigen Schätzungen be- trägt der Schaden 500 000 Dollar. Ob Menschen bei dem Brand« umgekommen sind, steht noch nicht fest. Ein Vortrag über Karl warx im Rundfunk. Am Mil woch. dem 11. Dezember 1929, spricht um 18,50 Uhr über den Deutschland- sender der bekannte Historiker des Sozialismus Pros Dr Gustav Mayer in der Vortragsreihe„Große Menschen" über Karl Marx. Schutj vor AnsfecHuna und beJJfrkät/ungsgefuhr Förmamfat VielUusendfidx von den Ärzten anerkanntes Schutz- und Desin- fektionfmittel für Mund u. Rachen. CLAS.Mir S£> TABLETT EU MK' 1.75 Spaltung um jeden preis. Kampf um die„bolschewistische Linie" im Siemens-Konzern. Von einem bisher kommunistischen Funktionär im Siemens- Konzern erhalten wir folgenden Notschrei: Durch die Zusammenlegung des Kabel- und Metall- Werkes im Siemens-Konzern macht es stch notwendig, schon jetzt die Betriebsoertretung neu zu wählen. Die freigewerl- s ch o s t l i ch e n Vertrauensleute und die frelgewerkschaft- lachen Mitgliederversammlungen beider Werke nah- u-cn zur Betriebsratswahl Stellung und stellten freigewerl- schaftliche Listen auf. auf denen die kommunistischen Mit- aiieder die Mehrheit haben. In diesen beiden Werken haben die Kommunisten seit Jahren eine vorherrschende Stellung. Drei Tage später erschien in der„Roten Fahne" ein Artikel, der sich mit der Aufstellung dieser Betriebsratslisten beschäftigte. Gleich- zeitig wurde ein Beschluß der Konzernmitglicderver- s a m m l u n g der KPD. zu dieser Angelegenheit bekanntgegeben. Man warf den Funktionären des Kabelwerkes, soweit sie Kommu- nisten sind, vor, daß sie bei der Vorbereitung zur Aufstellung der Be- Hebsratsliste schwere Fehler begangen haben. Man sollte e.ne rote Bctriebsratsliste aufstellen unter „Heranziehung auch gewerkschaftlich unorganisierter Arbeiter." Statt dessen habe man das Verbrechen begangen, eine gemein- some Liste mit„S o z i a l f a f ch i st e n" aufzustellen. In der Kon- -'.rnmitgliederversammlung wurde beschlossen,„daß alle Genossen des Kabel- und Metallwerkes Ihren Rücktritt von der freigewert- ! haftlichen Vorschlagslist« zur Betriebsratswahl vollziehen. Die Gc- i essen werden aufgefordert, in der am Mittwoch stattfindenden Kon- s rcnz der revolutionären Vertrauensleute eine rot« Betriebs- i a t s l i st e aufzustellen und einzureichen auf der Basis eines revo- tutionären Kampfprogramms. Die Konzernmitgliederversammlung stellt fest, daß alle Genoffen, die diese Beschlüsse der Partei nicht durchführen, aus den Reihen der revolutionären Partei ausgestoßen werden müffen." Was geschah nun? Ein Rücktritt von der freigewertschaftlichen Liste erfolgte nicht. Eine sogenannte„rote Liste" wurde ebenfalls nicht eingereicht. Die kommunistischen Funktionäre des Kabel- und Metallwerkes hoben sich den Beschlüffen der Konzernmitgliederversammlung nicht gefügt. Sie waren einsichtiger als die Bezirks- leitung der KPD. Berlin. Die Arbeiterschaft beider Werke ist schon genug zersplittert! Denn wenn man zur Betriebsrotswahl schon mit zwei gelben Listen, außerdem einer Liste der Haken- k r e u z l e r und einer Liste derchristlichenGewerkschaften zu rechnen hat, so dürfte das wohl genug der Arbeiterzer- s p l i t t e r u n g fein. * Wird die kommunistische Bezirksleitung Berlin-Brandenburg die betreffenden Kommunisten, entsprechend dem Beschluß der Konzern- Mitgliederversammlung, aus der KPD. ausschließen?— Darüber wollen wir uns gewiß nicht den Kopf zerbrechen. Wir wollen nur an diesem geradezu klassischen Beispiel aufzeigen, daß es der KPD. nicht um die sogenannte Revolutionierung, sondern lediglich um die Spaltung der Arbeiterschaft geht. Auch wenn die Kommunisten unter den freien Gewerkschaftern die Mehrheit haben, ist ein Zusammengehen mit diesen«in Verbrechen. Los von den Gewerkschaften! Ran an die„revolutionären Unorgani- sicrten". Das ist das„ffampfprogrnmm" der KPD. Es richtet sich direkt gtgcn die Arbeiterschaft. Best beschimpft die Arbeitslosen. Sine Beschimpfung, die nicht„aufgewertet" werden kann. Am Montag begann in Berlin die diesjährig« Bundesversamm- lang des Deutschen Rentnerbunde-. Auf der Tagung waren, was allgemein auffiel, diesmal di« Deutschnationa- l e n, die sich in den letzten Jahren als die wärmsten Freunde der Rentner aufspielten, nicht vertreten. Der Volksrechtsporteiler Best konstruierte in feiner Be- griihungsansprach« einen Segensatz zwischen Arbeitslosen und Rentnern. Cr verstieg sich zu der kühnen Behauptung, di« Arbeitslosen seien im großen und ganzen Faulenzer, für sie habe man Unterstützungsgelder, aber nicht für die fleißigen Rentner. Best» Versuch, die Rentner für die Dolksrcchtspartei zu ge- winnen. wurde vom Bundesvorsitzenden Vogel zurückgewiesen. Er betonte, daß die Rentner nur gemeinsam mit den großen politischen Parteien etwas Positives erzielen konnten. Ebenso»sandte sich Vogel gegen verschiedene, auf der Tagung gellend gemacht« Bemühungen, die Rentner für den Volks- entscheid Hugenberg» cmzufaugen. In der Aussprache, bei der zahlreiche Rentner aus allen Teilen des Reiches zu Wort kamen, wurde an der bisherigen unzuläng- lichen Fürsorge scharfe Kritik geübt. Am Dienstag werden die Rentner in einer großen öffentlichen Kundgebung über ihre Forde- rungen sprechen. Betriebsräte in öffentlichen Beirieben. Ihre Stellung im Avfsichtsrat. Der Gesamtverband hat zum 9. und 19. Dezember nach dem Berliner Gewerkschaftshaus eine Konferenz der Betriebs- ratsmitgli«d«r in den Aufsichtsräten der offen t- lichen Unternehmungen einberufen. Außer den Vertretern der Verbandsvorstände des Gemeinde- und Staatsarbeitervcrbandes und des Verkehrsbundes sind 72 ordentliche Delegierte und 14 Gastdelegierte anwesend. Der erste Verhandlungstag diente ausschließlich der thcoreti- schcn Untersuchung der Stellung des Betriebsrats im Auf- sichtsrat und wurde ausgefüllt durch Referate de» Ministerialrats Genoffen Dr. F l a t o w und des Genossen Kurt H c in i g. Flatow behandelte in seinem Referat zunächst die allgemeinen aktienrechtlichen Fragen und im Zusanunenhang damit die rechtlich« Stellung der Aussichtsratsmitglieder aus den Kreisen der Zlrbeiterfchaft. An den einzelnen Bestiimnungen des Betriebsräte- gesetzcs, des Handelsgesetzbuches usw., vor ollem aber an der Eilt- Wicklung in den letzten zehn Jahren zeigte er, daß die Mitarbeit der Betriebsräte im Aufflchtsrat stch hauptsächlich auf sozialem, weniger aber auf w i r t s ch a f t l i ch« m Gebiet zeigt. Daß auf wirt- schafllichem Gebiet bisher nur wenig erziell nmrde, liegt nicht zuletzt daran, daß die Betriebsräte in den Aufsichtsräten oftmals systematisch durch die Bildung von Komn'isstonen die Vorcnthallung von wichtigen linterlagen und ähnlichen Schikanen von dieser Mitarbeit ferngehalten werde. Bielfach fehlt es den Vertretern der Belegschaften aber auch an der nötigen Schulung. Hinsichllich der Ausschaltung der Betriebsratsmitgliedcr durch die Bildung von Ausschüssen vertrat der Referent die Aussassung, daß man dem durch eine Acnderung der gesetzlichen Bestimmungen begegnen müßte. Erfolgt diese Ausschaltung systematisch, kann man zwar auch heute schon dagegen vorgehen, doch gelingt infolge der geschickten Regie beinahe niemals die Beweisführung. H« i v i g stellt« in seinem Referat fest, daß die Vertreter der Arbeiterschaft in den Aufsichtsräten der öffentlichen Unternehmungen doch schon einen viel größeren Einfluß haben als die in den Aus- sichtsräten der privaten Unternehmen. Das ist von grundsätz lich wichtiger Bedeutung. Die Auffassung Flatows, di« Bildung von Ausschüssen durch gesetzliche Bestimmungen unmöglich zu machen, teilte Genoffe Heinig nicht. Di« Einsetzung solcher Ausschüsse sei oftmals notwendig. Es müsse vielmehr verlangt iverden, daß die Beschlüsse dieser Ausschüffc dem gesamten Aufsichtsrat zur end- gültigen Genehmigung vorgelegt, ihm zumindest aber zur Kenntnis gebracht werden. Heinig zeigte an verschiedenen Beispielen, wie not- wendig es sei, daß sich gerade di« Betriebsräte in den Aussichts- raten eine genaue Kenntnis der elementaren Gesetze der Wirtschaft aneignen, um fruchtbringende Arbeit leisten zu können. Die Vertreter der Belegschaft in den Aufsichtsräten sollen nicht gcwerkschaft- liche Aufgaben zu lösen versuchen, wie es die Vertretung von Lohn- forderungen, di« Erwirkung van Weihnachtsgratifikationen usw. ist, sondern dafür nur den Baden vorbereiten. Konfliki in den Wiener Giaatstheatern. passive Resistenz und Solidarität. Men. S. Dezember.(Eigenbericht.) In Wien sind bei den Staatstheatern seit einigen Tagen Lohnverhand lungen im Gange. Die Direktionen verhalten sich schroff ablehnend. Infolgedessen kam es zu p a s j i- ver Resistenz des technischen Personals. Die Arbeiter weigerten sich, länger als acht Stunden zu arbeiten. Die Solisten haben sich mit den Arbeiten, solidarisch erklärt. Am Montag schloß sich der gesamte Chor der Staatsopor dem Beschluß der Betriebsräte auf Ablehnung des Ange- bots der Generaldircktiou an. Das Chorpcrsoucl betont in seiner Stelluirgnahme, daß es die mannhafte Haltung der A'- beiterschaft in dem Lohnkampf begrüße und gegenübe? der Dir«?- tion auf seinen Forderungen beharre. Etraßenbahnerstreik in Tokio. In der Hauptstadt Japans sind 13000(?) Straßenbahner in den Streit eingetreten, weil der Magistrat versuchte, die Löhne der Arbeiter um 10 Proz. zu kürzen. Der japanische Innenminister erklärte, daß die Regierung einen Streik in der Hauptstadt nicht zulassen könne. Sie werde daher Schlichtungsoerhandlungen zwischen dem Magistrat und den Streikenden einleiten. Der Znternattonale Bund der Lithographen hat dieser Tage In Prag seinen 12. Kongreß abgehalten. Auf der Tagung waren 27 Delegierte oäw 15 Ländern vertreten. Dazu kamen noch fünf Berufskollegen, die nach den Satzungen auf dem Kongreß Sitz und Stimm« haben. Im Mittelpunkt der Verhandlungen stand di« N e u-» wähl des Sekretärs, mit der unter die Acra Berckmans. die Aera des Nichtstuns, ein dicker Strich gemocht werden sollte. Gewählt wurde Roelofs(Holland). Künftig tragen die Landes- organisationen am Sitz des Bundes und des Exekutivkomitees die Verantwortung für dos Tun des Sekretärs. Die Schweiz schied noch zehnjähriger Mitarbeit aus dem Exekutivkomitee aus: vertreten sind in Nun Deutschland, England. Holland, Belgien und Oesterreich. Der nächst« Kongreß soll in Stockholm stattjmoen. ®i« W-mbeschrikt.Der«iwwfer" ist den bekannten' Stellen abwbolen. »»dum, im Lokal, Rnnaestr. Z0. und an Der Wcrbeäu.schu�. «chi»»«. Oileubab»«! Donnersw«, IS'/, Ulir. in Sckimitta Kescll. kdwfitöaiis, ffruchtstr. 30», Dersammlun« der im Einlieitoverband«r. aanistrrten Parteiaenossen. Taarsordnuna:„Di« Auomirkung der Kom- munalwablen und dl« Ii»mment«n Aukaaben in unseren Betrieben". Referent: Genosse G. Buchmann. In AiÄbetracku der komniende» Reu- mablen Ist Erscheinen Pflicht. Ren« Propaganda iwtmendia. Mit- Slicdsbuch und Parteibuch leqitmiiercn. Der Wrrbeausschuh. »be,irt beschättigtcn SVD.-Är. g..12. De,ember. IS Ubr, im m 1 [1 k? D F �reie Gewerkschafts-IusenöNerlin. Heut«, Dienstag. 18% Ubr, tagen fol«ende Gruppen: Spandau: Städt. Iuaeudbewl Lindenuser L Lustiger Abend.— Marlendarf: Ingcndbelm Dorfstr. 7(Alte Schule). Bortroa:„Der IugeudliS?« im Arbeitsrechl, — Knmbnldt: Iugendbrim Graun. Ecke Lorstingstrvfie. Lichtbildervortrag:„Das Erzqebir»« im Winter".— Treptow! Gruppenlieim. Schule. Wildenbruch. strafte—.>4(So et, immer). Ncibennortrag:»Sailialversicherun g".—..Arbeit«. losennerstcheruna."— frankfurter»le«! Stiidt. Iugenddeiut Litauer Str. 13. Berliner Abend:„RiHw und Glaftbrenner".— Rru-Lichtenbera: Iugcndbeim Guntcrstr. 44. Dortrag:„'Moderne Betrirbzwirtschaftslebre".— Landsberger Plast: Iugendbeim Diestelmeperstr. st. Literarischer Abend:„Bararlberg in Bort, Bild und Sied".— Lichtenberg: Jugendheim Dvsscslr. 22. Bartrag: „Die Krau und das Gesest". S Iuaendarupve deSZentralverbandes der Anqeffettten Heut«, Dienstag, finden folgende Veranstaltungen statt: Lichtende rg: Jugendheim Sunterstr. 44. Bortrag:„Dae Bcrcchtiaungsuiiwesen". Rc- fcrrnt: Äurt Hirsch.— Rortnocst: Juqeirdbeim Lehrter Str. li— l». Bortrag: „Nwderne Burcaumaschinen". Bureautechnik." Referent: Kurt Mener.— lledungsabend des Sprech- und Bewegungschors in der Turnhalle. Schule Baruthcr Str. 20. Beginn 20 Uhr. Putab-Mitgliederorrsammlung, Fachgruppe Metallindustrie. Heute, 10' j Uhr, im aroftcn Saal des Nordischen Hofs, Jnvalidenstr. 122. Rcuwahl des Jach» aoupvenauoschusse«. Bericht über di« Auswirkungen der lebten Gihaltsvercin- dgrunq. Erscheinen Mingcnd notwendig. könnte Mlixer kau'lt, aber nidht preiswerter! Heiß zahlen einen Adler- ohne ihn zu besitzen! Viele, die zum erstenmal ein Auto kaulen,- kaufen falsch! Sie wissen noch nicht, daß es Unterschiede gibt zwischen„PS" und„PS". Sie wissen noch nicht, daß die Unterhaltungskosten sehr oft in umgekehrtem Verhältnis zum Anschaffungspreis stehen,- und darum meinen sie, ein Adler wäre für sie zu teuer... Bis eines Tages bittere Erfahrungen mit einem vermeintlich billigeren Wagen ihnen zeigen, daß sie sich verrechnet haben,— daß sie vergessen haben, neben den vorgesehenen Unkosten für Brennstoff, Oel und Keifen noch che unvorhergesehenen Ausgaben für vorzeitige Reparaturen sowie Geld- und Zeitverluste als Folge von Betriebsstörungen und schließlich eine besonders hohe Einbuße beim Wiederverkauf in ihre Redmung mit einzubeziehen. Dann erst wird es ihnen klar, daß sie seinerzeit nur scheinbar billig gekauft haben,— dann erst verstehen sie so recht die Bedeutung der Worte: „Adler spart nicht auf Kosten seiner Kunden." AD LE R T FILIALE, BERUN. BELLE-ALUANCE-STRASSE 6, UNTER DEN LINDEN 12-13, UND ADLER-SALON AM ZOO. HARDENBLRGSTRASSE 29a-e Weitere cSgeoc WerksfiUalcn- BstLSLAU/ HAMBURG/ HANNOVER/ KARLSRUHE i. B./ KÖNIGSBERG l kr./ LEIPZIG J MÜNCHEN/ NÜRNBERG/ STUTTGART Latifundien it Ein wertvolles Quetlenwerk.— Re Zur Zeit beraten der Preußisch« und der Württembergische Land- tag über beschleunigte Auflösung der Fidetkommisse, deren Auf- debung im Artikel ISS der Deutschen Reichsvcrfossung norgeschrieben ist. Im Württembergischen Landtag hat die Sozialdemakratischc Partei hierzu folgenden Antrag eingebracht:„Die Fideikommisse wenden mit sofortiger Wirkung aufgehoben: das gesamte Vermögen geht gegen angemessene Entschädigung in da» Eigentum des Staates über." Heber die Energie, mit der Preußen fetzt dem Hebel der Fideikommisse endlich zu Leibe geht, haben wir noch kürzlich berichtet. Zur rechten Zeit für diese Beratungen ist ein Buch erschienen, welches versucht, Slarheit in die Grundeigentumsverhöltniss« in Deutschland zu bringen.(„D e u t s ch« Latifundien", ein Bei. trag zur Berichtigung unserer Vorstellung von der bestehenden Per- teilung des ländlichen Grundeigentums. Von Theodor chäbich. Per- log Gräfe und Hnzcr, Königsberg L Pr. 1929.) Der Verfasser des Buches, Genosse Theodor chäbich, geht bei seinen Betrachtungen davon aus, daß«s bisher kein««ngültige Hmschreibung des Wortes „Latifundien" gibt. Er hält die Schaffung einer Landeigen- tümerstotisti k für unbedingt erforderlich, weil fein« Hnter- suchungen gezeigt haben, daß die landwirtschaftlichen Berus», und Betriebszählungen in keiner Weis« geeignet sind, Ausschluß über das totsächliche Bodeneigentum in Deutschland zu geben. Wenn es Häbich auch nicht gelungen ist, das gesamte Landeigentum in Deutschland zu erfassen, so liefert doch seine Arbeit den unwiderleglichen Beweis dafür, daß es in allen Teilen Deutschlands, wie aus nachstehender Landeigentümerstatistik hervorgeht, gewaltige Landflächen al« Adels. grundeigenwm gibt. Zahl und Größe von Adelsgrundeigentümern. In einer zweiten Tabelle zeigen wir, daß sich diese Latifundien nicht nur innerhalb der einzelnen Länder und Provinzen befinden, sondern daßt�ie sich vielfach weit über die Grenzen derselben hinaus erstreiken. So kannten iin ganzen unter den 11 Olli) von chäbich unter- suchten Liegenschaften 125 Latifundien adliger Großgrundeigcntümer in Größe von mehr al» 1900 bis weit über 10000 Hektar festgestellt werden, die auf verschiedene Länder und Provinzen verteilt sind. Aus der Arbeit Häbichs geht weiter klar hervor, daß die Eigen. bewirtschaftung solch großer Flächen ein Ding der Hnm ö g- li ch t e i t ist. so daß davon in beträchtlichem Hmsang« Güter, Höse und Parzellen verpachtet werde« mußten, und daß für die Bewirt- schaftung anderer die Einsetzung kostspieliger Gutsoer- waliungen sich als notwendig erwies. Sehr bedeutsam ist wester die Feststellung, daß mit Zunahme der Größe der Latifundien das Verhältnis van Wäldern und Holzungen zur landwirtschaftlich ge- nutzten Fläche ein ständig ungünstigeres wird, d. h. daß der Hm- fang der landwirtschaftlich benutzten Fläch« mit zunehmender Größe des G ru ndob i g e nt u M s ab- nimmt. Dos ist der best« Beweis sowohl für die von der Sozialdemo- kratie immer behauptete Tatsache der extensiven und schlechteren Be- wirtschastung allzu großer Landgüter als auch für die Not- wendigkeit der Förderung des Siedlungswesens. So wird die Arbeit Häbichs auch zu einer glänzenden Rechtfertigung der neueren sozial- demokratischen Agrarpolitik, die in den einzelnen Ländern aus den Sie schämen sich nicht! Lügen um die Königsberger Union-Subvention. Di« Hnion-Gießerei in Königsberg hatte gelegent- lich der Millioncnsubventionen des Reiches an die Schichau-Wcrft ini Juli gleichfalls eine Subvention von 200 000 Mark erholten. Wir hatten seinerzeit diese Reichsunterstützung der Hnion-Gießerei sehr skeptisch beurteilt, da der Hauptbetrieb der Hnion, der Loko- motivdau, vollkommen daniederlag und angesichts der Beschäfti- gnngskrise in dieser Industrie auch kaum mit einer baldigen Besse- rung zu rechnen war. Wir hatten daher die Ansicht vertreten, daß die Gesellschaft in Kürze mit weiteren Subventionswünschen an die Regierung herantreten würde. Dies ist auch noch Ablauf der 200 000-Mark-Suboention(monatlich SO 000 Morl ins Oktober) prompt eingetreten: die Berwaltung hat weiter« monot- iichc Unterstützungen von 50000 Mark gefordert. Dies« Forderungen sind von der Reichsregierung vernllnftigerweif« abgelehnt worden. Diese Haltung der Reichsregierung hat die deutschnotionole.Berliner Börsen-Zeitung" zu einem wüsten Hetz- artikcl gegen die Reichs- und Staatsregierung veranlaßt, der offen- bar van der Direktion der Hnion-Gießerei inspiriert ist. Di«„Ber- lincr Börsen-Zeitung" behauptet allen Ernstes, daß die«Verweige- rung weiterer Subventionen an die Hnion-Gießerei mit finsteren staatssozialiftischen Plänen(!) der Regierung im Zusammenhang stände und daß man mit Hilfe derartiger Drosselungsmaßnahmen die Hnion-Gießerei dem Schichau-Hnternehmen in die Hände spielen wolle. Ob bei der Regierung Projekte über einen Zusammenschluß der ostpreußischen Maschinenindustrie, also der Schichou-Werke. Königs- berger Union und der Ka-mnick-Werk« bestehen, ist noch nicht be. könnt. Sollten derartige Pläne aber vorliegen, so wären sie nur zu begrüßen. Schließlich ist das Reich dem Stsuerzahler für Mit- lionensubventionen verantwortllch, and es ist ganz klar, daß da» Reich und Preußen nicht Millionen in die östliche Industrie hin- einstecken dürfen, ohne auf der anderen Seite Maßnahmen zu sehen, die eine Gesundung garantieren. Das Reich hätte unleres Erachten? schon vor der Gewährung der Subventionen an Schichou und Union ganz bestimmte Forderungen betreffs der Umstellung der Betrieb« und der Rationalisierung des Arbeitsprogramms stellen müssen. Wir erinnern an den Parallelfall des nieders chlefischen Zechentrustes, wo der preußische Staat sein« Kredithilfe von dem Zusammenschluß der dortige» Zechen abhängig gemacht hatte. Denn setzt die Rationalisierungsvorschläge der Regierung von der„Berliner Börsen Zeitung" osienbar im Einverständnis rni: der I1nion-D>rek>ioii begeifert werden, so kommt darin eine Denkungs« ort zum Ausdruck, die man nur als äußerst schäbig bezeichnen kann. Der Staat ist immer gut genug dazn, heruntergewirtschaftete Privat- Deutschland. it Betträge zur Zideikommißpolittk. Schutz der Seinen Pächter, auf die Vermehrung der bäuerlichen Stellen und die Einengung der politischen Vormachtstellung der Großgrundeigcntümer durch Landentzug gerichtet war. Wie das Grundeigentum über die Provinz- und Ländergrenzen übergreift. Bei den Rtesenlaklfnndlea Über 10000 Hektar. Als ganz besonderes Ergebnis der Untersuchung Häbichs ist die Tatsache zu bewerten, daß sich hinter der landwirtschaftlichen Betriebs- statistik«in« gewaltige Landeigentumskonzentrotion verbirgt, die darin zum 2lusdruck kommt, daß die gleiche landwirtschaftlich be- nutzt« Fläche, die in den obersten Größenklassen der Betriebsstatistik auf S670 Betrieb« entfällt, tatsächlich nur 3061 Personen gehört! Das Buch des Genossen Häbich, dem die Partei für seine mühe- oolle Arbeit Dank schuldet, wird für die sozialdemokratisch« Agrar- Politik von erheblicher Bedeutung bleiben und insbesondere für die Fideikommißpolitit als Quelle wichtig sein. A. J.ipschitz. unternehmen mit Steuergeldern wieder aufzupäppeln. Stellt er aber seinerseits Forderungen, denen jeder nicht hofinungslos ver- bohrte Mensch mir zustimmen kann, so schreien die gleichen Kreis«, die kurz vorher um Unterstützung gewinselt haben, über Staats- sozialismus. Wir empfehlen der Regierung, künftig jede Subven- tion mit der Begründung abzulehnen, daß sie eine derartige„staars- sozialistische Politik" nicht gutheißen kann. Besser und besser im Konsum! ZL Prozent llmsahffeigerunq.— Starte Verdichtung des AbgabesteNennetzes. Das günstig« Ergebnis des Monats O t t o b e r(25,7 Proz. Um- satzsteigerung) wurde im Monat November noch erheblich Über- troffen. Der Umsatz stieg im Vergleich zum November 1928 um 3l,2 Proz., also um nahezu«in Drittel, und zwar von 5543 984 M. um 1 780 606 M. aus 7 274 590 M. Mit dieser Ziffer ist selbst der Rekordumsatz des vorjährigen Weihnachtsmonats(7 048 066 M.) be- trächtlich überholt worden. Di- größten Fortschritt« weift die Gruppe der Fleichabgab e- stellen auf, bei der ein« glatt« Verdoppelung des Um- s a tz e s eintrat. Die Abgobestellen der übernommenen Verein« Strausberg und Dellen entwickeln sich überraschend gut: der Strous- berger Bezirk«eist 70 Proz., der Belten-Oranienburger Bezirk 38 Proz. Umsatzerhöhung«ms. Auch im Durchschnittsumsatz je Mitglied zeigen sich wesentliche Bekbesierungen: im vorjährigen November belief er sich auf 34,90 M., der November 1020 brachte 39,12 M.: demnach ein« Erhöhung mn 4,13 M. je Mitglied. In der Steigerung der Umsätze steht die Konsumgenossenschost Berlin zur Zeit zweifellos an der Spitz« aller größeren deutschen Konsum- vereine. Der Mitgliederzugang blieb auch im Nobember stark. 2057 Familien erklärten ihren Eintritt in die Genosienschost. Es wurde ein Bestaich von 185 031 Mitgliedern erreicht. In der konsumgenossenschastlichen Sparkasse hat der Ein- lagenbestand die Summe von 41 558 036 M. erreicht: den Ein- Zahlungen in Höhe von 1 838 076 M. standen 796 656 M. Aus- zahlukigen gegenüber. Die Vermehrung des Einlogenbestondes beträgt demnach 1042 320 M. Den Wünschen der Mitglieder nach Verbesserung der genosicn- lchoftlichen Einkaufsmöglichkeiten entsprechend, geht die Konsum- genossenschaft Berlin In verstärkter Weise dazu über, die Zahl ihrer?l h g a b c st e l l e n zu vermehren. Im Monat November wurden dem Berkehr übergeben: Lobensinirielobgabesfellen in Berlin SO.. Reichenberger Straße 47: Falkensce, Falkcnhagener Straß« 60: Wildau, Blankstrvß« 68: Fleischobgabestellen in gflikenftt, Faltenhagener Straß« 69; Oberschöneweid«, Rachausstraß« 52; Spandau, Vayernplotz. Der D e.z e w b e r bringt die Eröffnung nachsteheicher Abgabestellen: Lehensmittelobgahestellen in Berlin R.. Wöhlertstraße 14: Oranienburg, Königsallee 44: Wilmersdorf, Binger Straße 19: Fleischabgabestellen in Lichtenberg, Wilhelmstraßc 24 und Gabriel-Mox-Straßc 17: Oranienburg, Königsollsc 44: Reinickendorf, Humbokdtstraße. Eine Lüge mit kurzen Beinen. »Deutsche Bergwerks-Zeitung" und Arbeiterbank. Di«„Deutsche Bergwerks-Zeitung" macht«in Geschäft daraus, gegen gomeinwirtschastliche Unternehmungen zu Hetzen. Da sie dos Blatt des schwertapitalistischen Flügels der Industrie ist, kann man ihr daraus keinen Vorwurf machen. Aber. man muß festlegen, daß sie hetzt So schrieb die„Deutsch- Bergwerks-Zeitung" kurzlich folgendes: „Elf Proz. Zinsen fordert eine— Arbeiterbank. In der Dienstagsitzung des Sächsischen Landtags er- klärte Frnanzminister Weber, die Regierung hätte das Angebot der Arbeiterbank auf Kreditgewährung"nicht annehmen tonnen. Wie wir dazu erfahren, hatte diese Arbeiterbank überhaupt nur eine Million Mark— also eine recht kleine Summe— angeboten, und obendrein 11 Proz. Zinsen verlangt. D:o Sozialdemokraten hotten das Angebot als«in« große Hilfeleistung sür Sachsen ausposaunt— aber es wäre nur eine teure geworden." Wie w i r dazu erfahren, hat der sächsische Finonzmmister der Arbeiterbank mitgeteilt, daß er das Angebot der Arbeiter- dank mit großem Dank annehme, und daß er bedauere, daß über früher« Verhandlungen in der Presse entstellende Mil- teilungen gemacht worden seien. Der sächsische Staat hat von ber Arbesterbant also«inen Krebst erhalten. Aber nicht nur das! Der Kredit ist nicht mit 1l. sondern mit 9 Proz. verzinslich. Lügen haben kurze Beine. Dos zeigt sich hier von neuem. (Sozialdemokratie und Ferngasvertrage Die Saar-?�uhrverträge mit ter Hekoga. Eine hessische Kemeindcoertreterkonferenz der Sozialdematra- tischen Partei nahm am Samstag zu den Fernzasverträgen der Hessischen Kommunalen Gasgesellschoft(H e k o g a) mit den Fern- gasgesellschasten der Ruhr und der Saar Stellung. Genosse Staats- rat Karcher gab nach einem Ueberblick über den Gang der Ber- Handlungen und den Inhalt der Verträge der Auffassung Ausdruck, daß die Stadt Darmstndt die Verträge ablehnen werde. In der Debatte lehnten sämtlich« Redner den Abschluß mit der Ruhrgas-A.-G. unter dem Gesichtspunkt ab, daß die Ruhrzechen ein Gas- und Koksmonopol erstreben. Genosse Dr. Kraus aus Mainz unterstrich die Gefahr, die sich für das Wirtschaftsleben des Rhem-Maingebiets aus einer Monopolstellung der Ruhr ergibt. und wies auf die Verschärfung der sozialen Gegensätze im Ruhr- bergbau hin, die aus der unabweisbaren Gaslieferpflicht der Ruhr- zechen bei Lohnkämpfen ablest«. Aus grundsätzlichen polstischen wie aus kommunalwirtschaftlichen Gründen müßten di« Vertrag« ahge- lehnt werden. Vom hessischen Innenmini st er Leuschner wurden neue Verhandlungen zwischen Ruhrgos-A.-G, der Saar-Ferngasgesell- schost, der Hessischen Kommunalen Gasgesellschafi sowie der Süd- westdeutschen Gasgesellschaft verlangt, bei denen die ö f f e n t» lichen Partner als gleichberechtigte Fottor.fn.be- handelt werden müssen. Bor allem müsse- die R u h r g n s A.-G in ein« gemischtwirtschasttiche Unternehnrung u m g e w a«rd« l t werden, in der auch die Interesien der Bergarbeiter Berück- sichtigung finden. Ein« einstimmig gewählt« Kommission soll die Verträge ein- gehend prüfen und Richtlinien �ür die Stellungnahme der sozialdemokratischen Vertreter in den kommunalen und Landes- körperschasten festlegen. Anftragsjammer der Bauindustrie. Eingaben an die Reichsregierung.— Warum nicht an den Z�eichsverband der Industrie oder an Schacht? Im Klagen über hohe Steuern und im Verlangen noch'iner Steuersenkung bildet das gesamte Privatkapital eine einheitliche Front. Wenn die Städte zwangsweise spare» müssen und infolge- dessen Aufträg« ausfallen, hebt ein große? Jammern der betroffenen Industrien an. So liegt der Reichsrcgierung jetzt eine von beweg-' lichen Klagen erfüllte Denkschrift des Reichsvcrbandes cn» du st ri eller Bauunternehmungen und des Reichs- Verbandes des Deutschen Tiefbau gcwerbes vor, in der das Reich um sofortige Maßnahmen zur Vergebung von Auf- trägen gebeten wird. In der Eingabe heißt es, daß die immer schärfer« Einschränkung der öffentlichen Arbeiten bei allen Berwaliungen und der zunehmende Wegfall von Notstondsarbeiten bereits seit August die Zlrbeitslosigteit im Tiefbaugcwcrbe viel stärker erhöht Habs als bei- spielsweise im Wohnungsbau, der durch öffentliche Mittel noch auf- rechterholten werde. Die ohnehin trostlose Lage im Ties- urd Eisenbstonbau»habe durch die S p a r b« s ch l ü s s e des Deut- schen Städtetages und des Reichsstädtebundss eine katastrophale Verschärfung erfahren. Die beiden Berbänd.! sehen sich daher gezwungen, bei den Reichs- und Länderregierungen mit der Bitte vorstellig zu werden, durch Erteilung von ösfenlichen Austrägen unverzüglich der Notlage ihres für die g jo»!»!: Vvl's- Wirtschaft so wichtigen Schlüsselgswcrbes zu steuern. Unter Hm- weis auf das Lorgehen des amerikanischen Präsidenten Hoover und die bestehende wirtschaftliche Depression wied eine Ber- fügiing erbeten, daß die durch früher« Rückstellungen reichlich vorhaichenen vergebungsreifen Projekts nunmehr beschleunigt zur Ausführung gelangen. Wir hoben Verständnis für diese Klagen. Wir haben kein Verständnis dafür, daß die jetzt jammernden Berbänd« durch ihre Politik innerhalb der Unternehmsrorgairisationen die jetzt so beklagton Auftragsdrosselungen selbst herbeiführen. Und irr fragen deshalb, weshalb sich die Verbände an die Reichs- und Länder- regierungen um Hilfe wenden und nicht an den Reichsoerhand der Deutschen Industrie bzw. Herrn Dr. Schacht, die ihnen die Suppe einbrocken, die so bitter zu löffeln ist. Scharfer Dividendenrückgong sür Eourtoulds-Sunstselde. Di? Dividende des englischen Courtaulds-Konzerns für ISA« soll erheb- lich herabgesetzt werden. Londoner Börsenkreiss rechnen mir ein-m Senkung auf 10 Proz. gegenüber 15 Proz. im Jahre 1928. Di« Verschlechterung aus dem Kunstsetdenmorkt findet hier einen deutlichen Ausdruck. Verantwortlich'iir Polit k: fjirt Gfrrr; W'rischo�-(9 Älfnqclb"f«'r; (öcmrrffrflabendc für die Bezirke 1 bis 7 im Boltsbaus. schornwebe rstr. 114.!Züe den 8. Be- zirk bei Heese, Berliner Strafte. Tbema: Borlrag über die Konsum- brwegung. Mitgliederversammlungen und Zahlabende morgen, Miklwoch, tl. Dezember. 2. Abt. l9>,p Uhr bei vhngenrach, Kommandantenstr. 89. Tortrag de» Gr- Nossen Stadtrat August Schmabl. 3. Abt. 19Vi Uhr im Saal> d-s Gewerkschoftobauses, Engelufer 24— 25, Vortrag:„Die Lehren der Wahl". Referent: Wilhelm Landa. 4. Abt. 19>z Uhr bei Stommel, Neue lZriebrichftr. l. Vortrag:„Die Konsum- bcwcgung". Referent: Karl Echubart. 8. Abt. 19'? Uhr im Roscnthaler Sof, Rolenthaler Str. 11—12. Vortra:„Der Ratio, lalsoz'alismus". Referent: Paul Bernstein. 4. Abt. 19'? Uhr bei Soffmann, Schwcdtcr Str. 23. Mitgliederversammlung. 7. Abt. 19'? Uhr.Zahlabende hei Bärwaldc, Schlegelstr. 8. Kube. Strelifter Strafte Sä. Noufcr, Boncnstr. 19. Weihrauch, Pflugftr. 1. Döll, Bergstr. 79. Arndt, Echröderftr. 2, 8. Abt. 29 Uhr Zahlabcndc. Achtung! Der Kahlabcnd bei Leuschner ist vei. legt in das Lokal von Klempke. Elftholzstr. 19. Vortrag:„Die politische Itage*. Referent Stuhenrvt Winstcdt. Di« übrigen flahlabende in den be» kannien Lokalen: bei Matfchke, Kurfllrstcnftr. III, Vortrag:„Praxis der Arbeitslolenverüchcrung". Referent Genosse Lazarus. Mener, Lüftowstr. 7, Vortrag:„Entwicklung der Swatsfassung feit 1918", Referentin ssried»' Dhanii Heuser. Seiler, Cieinmeftitr. 29, Vortrag:„Die potilische Lage in Oesterreich". Referent Heinz Lowi. Rickert, Steinmetzstr. 36.,, Vortrag: „Dir politische Lage". Referent Michael Hirschberg. 9. Abt. lg'b Uhr im Artushos, Pcrlebcrger Str. 29, Vortrag:„Unsere Arbeit im neuen Stadtparlament". Rcssrent Bürgermeister Dr. Ostrowski. Rege Beteiligung wird erwartet. Der Zahlabend im Dezember fällt aus. Abt. 29 Uhr in den Moabiter Bierhallen, Kirchftr. 13, Vortrag des G«. »ossen Arno Scholz. Ab«. 19>,b Uhr bei Berger, Leveftowstr, 20/21, Ecke Iagowstrafte, Vortrag: „Die weltliche Eckmle". Rcscrent Rektor Ricck. Abt. Dir Abteilungsvcrsammlung bei Nachtigall fällt aus. Dafür Kahl- abend bei Schmidt, Wiclefstr. 17. 19. 11. 12. 13. 14. 15. 1«. 17. 18. Abt. I9Zb Uhr Zahlabende bei Gättschatl. Putbusser Str. 24: Stark. Put. busser Str. 14; Schulz. Graunstr. 41. Abt. Istf? Uhr bei Dohm, Pinetaplaft 7, Vortrag:„Sozialdemolrgtic und Religion". Referent Emil Barth. Ohne Mitgliedsbuch lein Zutritt. Abt. 19'.? Uhr Zahlobende bei Dähling. Beunncnftr. 79; Leuschner, Acker- streifte 119; ffahrcnstciner, Reue Höchste. 8. Die Mitgliederversammlung fällt in diesem Monat au». Dafür am 3. Weihnachtsfeieriag im Patze»/ Hafer Weihnachtsfeier. Abt. 19'? Uhr Zahlobende bei Klinge, Sellcrstr. 14; Eckardt, Müllerstr. 142; Pimafsli, Tegeler Str. 24; Schreiber, Triftstr. 63: Cchwidrrowsti, Trist- strafte 48. Abt. 19'< Uhr Zahlabende bei Sachse, Lindower Str. 26; Eätadc, KSsliner Strafte 9; KäpNn, Pankstr. 42; Eoraatz. Ufcrktr. 12.— Achtung! Der Zahl. abend au, der Kolberger Straft« findet ausnahmsweise in der S-chftr. 42 statt im Lokal Simon. Abt. 19'/» Uhr Zahlabende: Bez. 805/806: Hcnnig, Pankstr. 59. Bez. 809/319: Echrepel, Grünthaler Str. 13. Bez. 311: Brodzinski, Grünthalcr Str. 6. Bez. 812: Schulz, Stettincr Str. 5,2. Bez. 813 U. 819: Eottfchalk, Grünthaler Straft- 14. Bez. 814, 817, 818: schuchardt, Ehristioniastr. 116. Bez. 815. 816: Saft. Grünthaler Str. 63. Bez. 829: Steffen, Prinienallee 57. 34. Abt. 19>4 Uhr Zahlabende bei Bontkc. Cchulstr. 74. Vortrag:„Das B«r> lincr Bolksbibliothekswefen". Pose, Koloniettr. 15. Referentin Zricdcl Gocksch: Erziehung und Politik". Killmer, Koloniestrafte, Ecke Zcchlincr Strafte, Vortrog:„Reiseeindrllcke in England". Referent Kurt Sieäierl. Abt. 19 Uhr Zahlabende bei Brostus. Reinickendorfer Str. 63. Referent Fritz Suckow. Böhm, Maxftr. 13. Referent Genosse Heyne. Dammer, Schnl- strafte. Referent Genosse Klinae. Hilman», Razarethkirchstrafte. Kroll, Utrechtcr Sir. 21. Referent Paul Gursky. Meier. Prinz-Engen. Strafte. Sckiolz, Adolfftr. 12. Echrepel, Grünthaler Str. 13. Referent Dr. Grüne- wald. Lokal Scefcld. Referent Genosse Dittmer. Abt. I9>? Uhr Zahlobende mit dem Thema:„Roch den Stadtverordnete». wählen". Lcwandomsli, Eceftr. l»t: Benz, Secstr. 108: Grunewald. Kante. runer Str. 19: Gntfchow, Transvaalftr. 25: Tiefte, Barfusstr. 9; Lackner, Barfusstr. 11: Förster, Ofener Str. 14: Mollnan. Müllerslr. 62n: König, Otavistr. 37. Referenten stnd die Genossen Pfeiffer, Solz. Blaschzik, Wolsf, Lorenz. Sensel, Tretow. Lösche und Krause. Die DczirksMhrer laden ein. Abt. 19'.» Uhr: 2. Gruppe: Zahlabcud dri ilwgel, Zahlonslistr. 9, Bortrag: „Die Krankcnvcrstcherung". Referent Willi Falkenstcin. 1. Gruppe: Rösucr, Immanuelkirchstr. 25. 1» Gruppe: AHIichläqcr, Wilisstrafte. Eck« Christ. burger Strafte. 3. Gruppe: Schulz. Earnien-Sylva-Etraftc, Ecke Hose. mannstrafte. Abt. 19!? Uhr Zahlabcnde bei Krämer, Cothcniusstr. 3: Rösler, Goldaper Strafte 9; Schmidt, Üurische Strafte. Ecke Kniprodcstraftc»nd Meyer, Pasleurstr. 6. Abt. 19'4 Uhr in Soffmanns Festsälen, Schwcdter Str. 23. Portrag: �Rückblick und Avsdlick". Referent Robert Breuer. Abt. 19'? Uhr Zahlobende bei Zeuge. Milastr. 5: Mchlberg, Gaudystr. 6; Reetz, Eonnenburger Str. 1; Hausotter. Korsörcr Str. 1; Glanz. Kopen. Hagener Str. 37. Abt. I9>? Uhr Zahlobende bei Maaft. Prenzlauer Alle» 232. Bartest, Wörther Str.' 19. Portrag:„Erriehungsfragcn". Referent lüzthur Rachow. Iacnccke, Sagcnauer Str. 5. Rcchcnberg. Choriner Str. 49. Borlrag: „Religion und Sozialismus". Referent Hans Nickel. Znndcl. Kastanien. Allee 29/30, Vortrag:„Die politische und wirtschaftliche Lage der Arbeiter- schaff in Italien". Referent Johannes Gott. Meyer, Odcrberger Str. 29. Die Mitgliederversammlung in, Derember rällt aus. Die Bczirksführer werden gebeten, die Mitteilungsblätter beim Genosse» Pinner. Tresckow. strafte 36, abzuholen und nunmehr sämtliches Material von der Wahl bei dem genannten Genossen abzuliefern. Abt. 20 Uhr im Altersheim, Danzioer Str. 62. Vortrag:„Doung.Plan und Finanzreform. Referent Fclir Fligq. Abt. 19'? Uhr Zablabende hei: Bez. 90-9l: Pohst, Lychener Str. 103; Bez. 92—94: Schröter, Pappelallee 34: Bez. 97: Schmidt. Pappelallee 89; Bortrag:„Heinrich Hrinc". Gäste willkommen. Bez. 98; Hoffmann, Lychener Str. 8; Bez. 114—120: Mahnkopl. Carmen. Sylva»Str. 123; Bez. l;!l— 123: Eggert. Wiche rtstr. 39; Bez. 1 24> 124k: Riebergall. Carnicn.Eylva.EIr. 22. Abt. 20 Uhr Zahlobende bei Goldschmidt, Stolpifche Str. 36; Meiftner, Schivelbeinre Str. 34; Schwarz. Bornholnier Str. 9. In allen drei Zähl. abenden Referate über die politische Lage. Abt. 20 Uhr Znhlo.bende in folgenden Lokalen: Gruppe Tröder: Lokol Lachs, Andrrasftr. 79, Bortroa:„Die Arbeit»ach den Stad-rerordneten. wählen". Referent Bürgermrifter Genosse Mielitz. Gruppe Fiedtkau: hei Kromphardt, Paul-Singer-Str. 49. Borlrag:„Selbsterlebnisse aus Somiet- Ruftland". Referent ttzenosse Eugen Hanfe. Grupve Warttnann: bei Schmidt. Fruchtftr. 36a. Gruppe Kluge: bei Valentin, Krautstr. 36. Gruppe Meyer; bei Walkow. Krautstr. 54». Gruppe Buchmann: bei Drescher, Stralauer Platz 5. Di« Genossen werden gebeten, pünktlich und vollzählig .zu ersäicinen. da in allen Zahlabenden wichtige Aussprachen. Abt. 1!)!-? Uhr Zahlabende bei Sah», Siinon.Dach.Sir. 9; Soffniann, E tralauer Allee 17. Thema:„Neuerungen in der Arbeitslofenverstcherung". Referenten Genossen Lepte und Kintze. WertaUu. Hohentoheitr. 3, Tbema: „Der Poung.Pla» und die Bank ilir internationalcn Zohtnng uzusgieich". Referent Genosse Tbeni'.er. Die Bezirksführer werden nochmsts gebeten, die aewllnkchien Bücher keeisbiindc zu bezeichnen. Vorher»IN 19 Uhr pitnkl' Irch Vorstands, sstzung hei Sahn. Abt. 19'i Uhr Zablabende bei Reumann, Gubener Sir. 45, Vortrag: „Konfumbewcguna und Partei". Referent Bruno Groppler. Lokal Cadiner Strafte 10. Lokal Erydlitz, Romlntener Str. 7, Vortrag:„Unsere Stellung im neuen Stadtparlamc»!". Referent Kurt Schindler. Abt. 19'? Uhr Zahlabende bei Bomb«. Voigtstr. 24: Schulze, Samariter- strafte 38: Guczlowski, Schreinerstr. 38: Schuir Samariterstr. 29. Abt. 19'/.- Uhr Zahlabende. 1. Gruppe: Busch. Tilftter Str. 27, Portrag: „Die Arbeit des Arbeitsamteo": Ref.: Gen. Stcchert.— 2. Gruppe: gorn, Zorndorfer Str., Ecke Löwrstr.— 3. n. 4. Gruppe: Wittschuft. Peters- burger Str. 5. Abt. 19!? Uhr Z-hlab-nde: I. Bezirk: Zepke. Ebertystr. 7.— 2». 3. Be. zirl: Ierasch, Ebertystr. 19.— 4., 5. u. 9, Bezirk: Raschle, Mattern str. 14. Jedes Parteimitglied muß anwesend sein. 33. Abt. 20 Uhr Zahlabende für sämtliche Bezirke in den bekannten gokalen: Bezirk« 183. 185, 186, 187: Lokal ILck-l. Höchste Str. 14, Vortrag:„Die französische Revolution: Ref.: Hanns S. Kamm.— Bezirk 156: Lokal Bon, Weberstr. 6, Portr.:„Die Urlachen des Geburtenrückganges". Ref.: Dr. von Ungern. Sirnrderg.— Bezirke 155 u. 184 bei Sude, Lichtenberger Etr. 23, Vortrag:„Was lehren uns die Etimnrziffern der Frauen für ihre volltische Einstellung. Referentin: Elvira Krüger. 39. Abt. 20 Uhr IM Baugewerkshaus, Groftbeerenstr. 96, Vortrag:„Unser Verhalten zur Schupo", Ref.: Albrecht Bähnisch. Oll'. Abt. Zahlmorgen, früh 5 Uhr. im Lokal„Znm Mohre»", Iernsalemee Str. 9, Vortrag:„Streiszüge durch die politische» Parteien in Frankreich, Res.: Norbert Bachrach...,, 4t. Abt. 20 Uhr Znhlabenb« in folgenden Lokalen: 1. Grimve: Göoel, Tempelhofer Ufer 6.-2. Gruppe: Erdmann, BeUe.AUiauce.Str. 74a.— 3. Gruppe: Fcchncr, Fidieinstr. 4.— 4. Gruppe: Schuster, Ehamissoplatz 4. 5. u. 6. Gruppe: Lutze, Bergmannstr. 93— 7. u. 8. Gruppe: Schulz, Marirndorfer Str. 5. 42. Abt. 20 Uhr Zahlabend« im Lokal: Hoehlke. Bergmannstr. 69: Duhr. Blücher- strafte 38; S-ehack. WiNibald-Alexis-Ete. 5: Thiel, Zossener Etr. 1; Vogler, Mittenwalder Str. 16: Braun. Vaerwaldltr. 1: Wiersdorfs, Urbanstr. 6. 43. Abt. 19-.? Uhr Zahlobende: Bezirk 123,24; Albrecht. Urbanstr. 29.— De- zirk 125: Ehristen. Fi-lürstr. 24.— Bezirk 126.-27: Bruhns, Eraefeftr. 41.- Bezirk 128/29: Frantenbaufen. Iahnftv 15.— Bezirk 139: Albrecht. Urban. strafte 12.— Bezirk 131: Wolter. Vöckhstr. 49.— Bezirk 132: Krepp. Planufer 75/76.— Bezir? 133: Leuschner, Dieffeubachstr. 54.— Bezirk 134: Wolf. Graefesir. 26.— Bezirk 135.36: Vogt. Voppstr. 8.— Bezirk 137/38: Klose. Döckhstr. 34.., 44. Abt. 19'? Uhr in der Schule. Marlannenstr. 47, Dortrag:„Politischer Rückblick", Ref.: Mar Gillmeilter. 45. Abt. 20 Ubr Zahlabende: Gruppe Kinski bei Minnig. Lausttzer Etr. 45: Ref.: Gen. Fettkrnhiiuer.— Gruppe Rüden bei Matschenz, Förster Etr. 9: Ref.: Gr». Körssitz.— Grupve Hoch bei Wienziers, Reichrnberger Str. 104; Ref.: Gen. Heide. 1. Portrag:„Volksfllrforge und Arbciterfchast". 2. Weifinachbsfeierangeleqenheiten.— Grrrvpr Hohlstein: Friedeushütte, Wiener Sir. 58, Portrag:„Iugendwohlfahrtsfragen in der Kommune". Ref.: Kurt Lnckc. 46. Abt. 20' Uhr Zahlabend« bei Wallentin, Görlitzrr Str. 72; Eichholz, Euvry» ssrafte 23. 47. Abt. 29. Uhr Zohlobende. Bezirk« 82. 83: Bader. Raun yn str. 60, Ecke Adalbertktr.— 97: Li er, Raunnriftr. 9.— 98—100; Siedentopf, Mriskauer Strafte 35: Vortrag des Gen. Ieffatz: Thema:..Bolksfürforge»nd ihre Bedcntuna strr die Arbeiterschaft".— 191—115: Lehmann. Mnslaner Str. 1, Ecke Zenghofstr.: Bortrag:„Bostsfürforge und ihre Bedeutung für die Arbeiterschaft, Ref.: Gen. Scholz. 48. Abt. 19'? Uhr in Gliestngs Festsälen. Wassertorstr. 68. Vortrag:„Politischer Rückblick und Ausblick". Ref.: Alssert Falkenberg. Eharlottenburg. 51. Abt. 21 Uhr Zahlabende mit Bortrag: U Gruppe: Schell- back», Köirigin-Elisalreth�tr. 6, Porlrog:„Unser Recht in Kommune. Land und Reich", Ref.: Simon Katzsnstein.— 2. Gruppe: Iamin. Sophie-Ehar- lotte�tr. 88.— 3. Gnippe: Dörre. Danekelmonnstr. 18.— 52. Abt. 20 Uhr bei Skork. Kaiseriir-Augnsso-Allec 90. Ecke Ilfenburger Str. Bortrag:„Was lehren uns die Wahlen?" Ref.: Paul Iudrion.— 54. Abt. 19'? Uhr im Jugendheim. Rostnenstr. 4: Vortrag:„Bon Versailles bis zur Rheiulend- räiunung", Ref.: Philipp Scheidemann. M. d. R.— 55. Abt. 20 Uhr Sei Reimer. Wilmersdorfrr Str. 21, Vortrag:„Plaudereien über Frant- reich". Ref.: Ztorbert Bachrach. Aussprache. Mitgliedsbuch legitimiert.—' 56. Abt. 19!? Uhr Zahlabende: I. lt. 3. Gruppe: Lierfch, Kantktr. 62: Vor. trag:„Moderne Fürsorgeerziehung". Ref.: Gen. Lennhoff.— 2. Gruppe: Iuskowiack, Aoltzendorffftr. 20.— 57. Abt. 20 Uhr Zahlabende: 1. Gruppe: Arndt. Kantstr. 5l: Humoristischer Abend mit den Genossen Meitzer und Kohlfeld.— 2. Gruppe: Thunack, Wielandstr. 4: Dortrag:„Sozialismus und Sowietrecht": Ref.: Gen. Zestner.— 58. Abt. 19'/? Uhr im Ranke- Haus, Rankestr. 4 15', Bortrag:„Die neue Regelung der Reparationen". Ref.: Karl Blaß. Aussprache. 5». Abt. Spandau. 20 Uhr im Ratskeller des Rathauses. Turmzimmer: Vor- trag:„Was lehre»»»s die Wahlen?" Ref.: Rektor Gustav Sädicke. 62. Abt. Sicmensstabt. 20 Uhr bei Marfandt. Ronnendammallee 89. Vortrag: „Stadtvrrordnetenwahl und Vostsentfckieid", Ref.: Gottlob Müustnger. 6, Refepat »>:n. Poelkc:„Alte und neue Gemeiudevolitik". Beginn 20 Uhr.— 79. Abt. Unsere Zahlabende stnden wie folgt statt: 1. Bezirk bei Arndt, "'.rutzcner Str. 10. Ref.: Gen. Bauhoff, Thema:„Wie stellen wie un» in Zukunft ein".— 2. Bezirk bei Grunow. Geiftbergstr. 13. Ref.: Gen. Rakh» mann über„Das wahr? Gesicht des Faschismus".— 3. Bezirk bei bolk. Siegfriedstr. 9.— 4. bis 6. Bezirk Sei Groß, Sedanftr. 17, Bortrag: .Arzneimittelwucher und Arbeiterschaft», Ref.: Alfred Herlitz.— 7. Bezirk bei Podzus. Sachsendamm 40, Ref.: Otto Fcnselau übe:„Iugendwohl» sahrtsarbeit".— 8. Bezirl: Siedlung Lindenhok im Ledigenheim. Endtstr. 89. Abt. 20 Uhr im Selmholtz-Gymaastum. Rubensstr.. Lichtvilderoortra«: . Das rote Wien". Li. Abt Friedenau. 20 Uhr bei Klabe, Handferystr. 60/61, Bortrag:„Aktuell« politische Tagcsfragen". Ref.: Siegfried Aufhäufer. M. d. R. 82. Abt. Stealitz. 20 Uhr Zahlobende in folgenden Lokalen: I. und 2. Bezirk bei Schellhase, Ahorirstr. 15a. 3. und 4. Bezirk bei Richter. Feldftr. 8. Vortrag:„Rote Iugendiahuen über Wien". Ref.: Genosse Bruno Rehdorf. 5. und 6. Bezirk bei Sclir, Biomarckstr. 65. Bortrag:„Rückblick und Aus- Mick". 7. Bezirk. Südend«. Lichterfelder Straft- 1. 8. Bezirk. Sumbvldt- Ecke Elisenstrafte. Vortrag:„Sozialismus und Natronalsozialisiiuis". Ref.: Genosse K. Polmer. 9. Bezirk bei Wrrnicke, Berlimckeftr. 1. Vortrag: „Die Finanzreform". Ref.: Genosse Dr. Eohn. 83. Abt. Lichterfelb«. 20 Ubr bei Reinhold Schmidt. Hindenburgdamm Ecke Roonstrafte. Vortrag:„Kommunale Wohnungsaufstcht und-.pflege". Ref.: Paul Roetzcl.— Licht»rf«ld«.vn. 20 Uhr bei Paul Kraft, Leiiiersdorfer Strafte 15. Zahlabend.— Lichterfelde-Süd. 26 Uhr Zahlabcnd bei Frttfch, Berliner Str. 12Zd. 84. Abt. Lankwitz. 20 Uhr bei Lehmann. Kaiser�Wilhelm-Etr. 29--ZI. Genosse Dr. Krisch« spricht über«in kulturelles Thema. Die Bezirksführer»»- fcheineir bereits um 19!» Uhr zu einer wichtigen Besprechung. VERSÄUMEN SIE NICHT I D1EGELEGENHEIT Durcil die Empfehlung unserer CIGARETTEN bieten wir Ihnen zu dem üblichen Preise den reinsten Rauchgenuß und die größte Garantie gegen gesundheit- schädliche Elinflüsse. Versäi|men Sie nicht, unsere Cigaretten zu probieren— Sie werden deren bester Freund und freuester Anhänger. 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ID.. lliir. Schule Soonflcafie, Mi!«liederversammlunq. Neukölln. iS. Abt. 10-j üssr Solilobcitde nach der neuen Einteilung: l. bis Z. Be.iiil bei Grommcck. Sauderstr. 10. 6., 8.. S. und 10. Bezirk bei Wilke. SMeiitciflc. 47. 7., 13.. 14. und lö Bezirk bei Brandt, Nansen- Ecke Psliiger- strasse. 11., 12., 17. und 18. Bezirk bei.stulisch, kobrechistr.»2.— SO. Abt. 20 Übt üstitgliedernersainnilunaen nach neuer Lezirkseinieiiung in folgenden Lokalen: 18., 28. und 27. Bezirk bei Lebmann, Tellsir. 8. 24. Be- zirk bei«lemt. Berliner Sir. 100. 25., 34., 35. und 48. Bezirk bei Schabelko, Weichselstr. 3. Neferent: Genosse G. Iemer. 28. und 32. Be- ?,irk bei Braun. Weichselstr. 15. 29. Bezirk bei Rüdiger, Lobmiidlen- strafie 38. 30. und 31. Bezirk bei?a!i:'., Fuldastr. 45. Referen!: Siadtrat i-enosse Waldbeim. und 50. Bezirk im rbrotfasino. Weichselstr. 8. 41. und. 81. Bezirk bei Ziamm. Erkür. 10. Reiereni: Genosse Gecker.— irt. Abi.?!e.-asslabrnde finden pilukilich 20 Ilde mit dem gemeinsam:» Thema:..Wollen wir direlie oder indirekte Skeueen zahlen?" in svlgend:» Bezirken statt: Bezirk 51, 58 und 80 im Lokal König, Wildenbrueb- Ecke Beserstrasse. Refeeeni: Landrat Genosse Tr. Acker. Bezirke 52, 53 und 57 im Lokal Schikoera, Schaudouer Sir. 1. Ecke Elbesiraße. Referent: Genosse Gr. Kurt Riendelsobn. Bezirke 54, 55 und 58 im Lokal Ganter, Larzer Str. 88. Referent: Genosse Gr. Braunthal. Bezirke 59, 80., 81., 82 und 85 im Lokal Wolfs Aa!ser-Fr!edrich»Str. 173. Referent: Genosse Tr. Rinner. Bezirke 82.. 83 und 79 im Lokal Simon, Berihelsdorfrr Strasse. Referent: Genosse Otto Bach. Bezirke 87 und 88 im Lokal .Schneider, Rofenstr. 7. Referent: Genosse Willi Lausen.-»3. Abt. 20 Ilfir Zahlabende: 58. 58. und 81. Bezirk nicht im Lokal Stu'igartcr Sirasse 41, sondern in. Lokal Serssberqstr. 22. 57. Bezirk bei Schauer, Treptower Sir. 90. 82. und 97. Bezirk bei Einkopf, staiser-Friedrich» Sirasse Ecke Marefchstrasse. 33., 84. und 65. Bezirk bei König. Schudoma- strasse 43— 41. 95. mib 100. Bezirk bei Brisskow. Schönewe-der Ecke Richardftrasse. 98. Bezirk hei Güulher. Niemessstr. 10. SO. Bezirk bei König. Kanner Ecke Elstersirasse. 98. Bezirk in der Siedluna Börwinkll. Bortrag:..Nach den Zvablen". Referent: Georg Maderdolz, M. d. L.— 94. Abt. 20 Ubr aablabende: 51. Bezirk Im Lokal Münker. Schiller- Promenade 30. 52. Bezirk im Lokal Lenk. Selchower Sir. 6. 85. und 68. Bezirk im Lokal Kuhfeld, Lichtenrader Str. 58, Ecke Selchower Sirasse. 84.. 87.. 77. lind 78. Bezirk im Lokal Selle. Schillerpromenode II. 88. und 78. Bezirk im Lokal Schröder. S'einmessstr. 52.— 95. Abt. Pünktlich 20 Uhr Zohlabende: Bezirke 53. 54, 80 bei Keusch, Iägerstr. 10. Referent: Genosse Petersen. 82. nnb 63. Bezirk bei Klein, chandierpstr. 34. Referent: August Händel. 81.. 70. und 71. Bezirk be! Trieger. Lesstngstr. 9. Referent: Genosse Koscher. 89., 74. unb 75. Bezirk bei Hase, Sieinmess- strasse 78, Referent: Mar Stumpf.— 08. Abt. Mitgliederneriammlung um 20 Uhr. Borirag:>Die Ausgaben der Pariei nach den Wahlen". Re- kerent: Genosse Klausner, M. d. L.— 97. Abt. IlUd Uhr in Mcifels Fest- fälen, Ionasstrasse. Borirag:„Gie letsten SWahlen in Bcrlin". Refereni: Siadiverordntier Mar Urich.— 98.«bt. 19'/, Uhr bei Teich. Knesebeck- strasse 135. Lichtbilderoortrag:..Die Bedeuiung der Dokkofürforge für die Arbeitersckioft'ss Referent:. Genosse Allmann. »»u...,», 4.VW/ J•> I/« w, Vt,l-c l l 7*U Boriraa:»Was lehren uns die Wahlen". Rcfeeen!: Giorg Stiegliss. 00. Abt. Briss-Buckow. 19'� Uhr Fahlabende!n allen Bezirken. 1. Bezirk bei Thomas. Ehausseestr. 9. 2. unb 4. Bezirk bei Becker, Ehausseestr. 97.— Buckow-Welt lGorfl bei Dilcher. Buckow. Ehausseestr. 12. Vortrag des De- nossen Michaelis über..Konsumgenossenschasi Beelin und Umgegend und ihr Wachstum".— Buckow-Wcft bei Meslat, Rudower Sirasse, gegenübee dem Krankenhans. 100. Abt. Rudow. 20 Uhr Bei Krüger, Vendastr. 71, Borirag:„Gegenseitige Rechte und Pflichten der Gemeinde und Siedler". Refcreni: Architekt Bernhard Wittwer-Buckow. l»l. Abt. Treptows 20 Uhr Zahlabcnde: 1. Bez.: Stephan, Sraessstr. 1, Bortrag: »Der Oloung-PIan". Referent Mar Hepbemann. 2. Bez.: Soffmonn, Kief- holzstrasse 2l, Borirag:.Marrifiiseoe Geschichtsauffassung". Refereni Viktor Malina. 3. Bez.: Elseneck, Kiefholzstrasse, Ecke Elsensirasse, Borirag:„Die faschistische Gefahr". Referent Hans Bauer. 4. Bez.: Lokal Beermannstr. 10. Referent Genosse Frelgang 5. Bez.: Lokal Falkenhagen, Reue Keugallre, Boetraa:„Erziehung zum Sozialismus". Refereni Goiilied Reese. 10®. Abt. Baumschulenweq. Pünktlich IS'.r Uhr bei Borgmann, Baumschulen- strasse. Ecke Kiefholzstrasse, Vortrag:„Bevölkrrungsvroblem, Geburtenrege. lung und.4 Uhr in der BrückenNause, Brückenstr. 15, Bortrag:„Rückblick und Ausblick". Referent Architekt Otto Most. Mit- ___,.....__________ �Ukcht........ ilenlck«. 19U Uhr im Gemeinfchafishau» in Falken. die letzten Wahlen, Parieiangelegenheiien und Ver- Slledsbuch ist vorzuzeigen, bt. Adlerehof. 20 Uhr be! Schmidtbaur, Bismarckstr. 74, Vortrog: .Aktuell« poliiisebc Togc, fragen". Referent Hermann Harnisch, M. d. L. i 100, Abt. Zohannisthal. 20 Uhr bei Botha, Etubenrauchsirasse, Bortrag: »Ak:uelle politische Tage-sragen". Referent Abolf Wuschick, M. b. L. 107. Abt. FaUenberg.Alt.EIH"........---- Berg Ausspreche übet bl schieben«,„ 108. Abt. Köpenick. Die FahlaBend« finde» in diesem Monat nicht statt. Dafür Aittgliedervcrsammlung om Donnerstag. 12. Dezember 100. Ait. Frirdrichshagc». 20 Uhr im Siadilbeater. Am Marktplatz. Vortrag: »o er Boung.Plan". Sleferent Kurt»einig, M. d. R Aussprache über den ... Ausfall der» Wahlen. Bericht vom Abirilungsvorstand. 110. Abt. Gruna». 20 Uhr bei Werner, Köpenicker Eir. 125, Fohladcnd. ' 20 Uhr bei Seimann, Walieesdorfer Str. 100, Borirag: r auf die Wahlen und die SPD. im Kampfe mit ihren Gegnern". Referent Relioe Walter Fischer. tKBctn. 115. Abt. 1914 Uhr Fohlabende: 1. Gruppe: Slöbct, Iunastrasse, £cke Oderstrasse� 2. Gruppe: Henkel, Oderstr, 18. 3. Gruppe: Radike, Müggelstrasse, Ecke Schornweberstrasse. 4. Bezirk: Eelpke, Kronprinzen- strasse 47— 118. Ab». 1914 Uhr bei Western, eier, früher Albrechi, Box. Hagener Str. 82, Vorirog:„Die Sozialdemokratie Im Kampf m:i ihren Gegnern", Referent Carl Dressel.— 114.«bt 191» Uhr im Logenkastno, Knorrvromenade 2, Vortraa:„Nenzeiilicher Strafvollzug". Reiercui Genosse Krebs-Lindenhof.— 117. Abt. 1918 Ubr In der Schule. Lückstr. 83, Licht- budervorirag:»Unsere weltliche Swule". Achtung! Die Fuostionnre treffen ssch bereit, eine Stunde früher ebendort.— 118. Abt. 1914 Uhr bei Tempel. - 1-----------■ Gahlen. Gubrunstr. 7, wichtige Tagesordnung. Ä»! — 1».«bt. 1014 Uhr im Gefangsfaal des �«ellien.Lgzeums, Raihous- stklsse, Vortrag:„Partei und Religion". Referen! Pastor Hans Francke. '■«bt. Frirbrtchsfelde. 20 Uhr in Wiehes Gefellfchasishaus. Wilhelmstr. 38, Vortrag:»Die Lehre» der Wahlen". Refereni Johannes Stelling. M. d. R. 1.1.»bt, ksrlshsrft. 1914 Uhr im Deutsche» Hau?. Siolzenfelssteage, Vortrag: __-Soziale Gerichtshüfe" Referent Genosse Stark. 132. Abt. Biesdorf. 20 Uhr bei Poraib. Marzobnrr Str. 31. Vortrag:„Welche ... Sehte ziehen wir aus der letzten Wahl?" Referent: Fe Nr Linke. 128. Abt. Kaulsdsrf. A> Uhr in der Schützenklause. Sönowstr. 5. Vortrag:„Was ... l£Sr'!n,J"l8 t»e Wahlen?" Referent Kurt Kietzmann. 1.4. Abt. Mahlsborf. Die Mligliederversammlung findet umständehalber erst °>" Freitag,!!!. Deiember. 1914 Uhr, bei Ander«. B-bnhofstr. 37, statt. 127. Abt. Hohenlchönhaulen. 1914 Uhr bei Schul». Sauptstr. 3-9.»ortrag: »MWWMtWWWMMoeitWO�WMWM�� über die letzten U». ».-.«ussenpolitisch« Streifzüge". 120./130. Abt. Pankow. 1914 Uhr Fahlabende in den bekannten Lokalen Referent Dr. Mischler. „ReNaion und 1. Gruppe: Fröhlicher Abend bei Noack.«alser.Friedrich.Sir. 53. 3. Gruppe: Lokal Boreik, Berliner Str. 98, Paukower Feit.— Helnersd-rf. 20 Uhr bei Schulz, Tiniusstr. 80. Fahlabenb. «bt. Rieberfchönbaufen. 1914 Uhr im Lokal Sansfouri. Norbend. Kaiser- Wilhelni-strasse, Vortrag:.Was lehren uns die Wohle»?" Referent: �tadtt�rordneter Paul Nobinson. 1«. Abt. Blankenburg 20 Uhr Fohkabend bei Klus. Dvrffir. 2. Wichtige Tages« ednung. Niemand darf fehlen. 133. Abt, Bttchbslz. 20 Uhr bei Rossack, Sauptstr. 71. Vortraa:.«Bei Sozial! snius. Referent: Bruno Theek. 134. Abt. Buch. 20 Uhr bei Göxfert, am Bahnhof. Neuwahl des Borstandes und der Funktionär«. Erscheinen dringend notwendig 135.«bt. W Uhr bei Klir. Pankgrafenstr.'3. Vortrag:..Wirtschaft- Ilche Selbsthilfe des Arbeiters". Referent: Fr. Peine, M, d. R. t?8-«bt- Rtl»iik«»bors-Osi. Die Fahlabende der einzelnen Bezirke finden am Mittwoch, dem U. Dezember, in folgenden Lokalen statt: 1. Bezirk bei Kemnitz, Krai-Rödern-Mee. 2.. 8.. 10. und U. Bezirk bei Rochhons. Refidenzsir. 158. 7. Bezirk bei Soffmann, Mark, Ecke SoNSnderstrasse. 8.»nd 9. Bezirk bei Sieinbach. Schillerpromenabe 49. 12. und 14. Bezirk. Sansastr. 3. 15. und 18. Bezirk bei Neumann, Pankower Allee Ecke Peovlnzstrass«. i 17.— 21. Bezirk bei Brückner. Provinzstrasse. 138. Abt. Hermsdoef. 20 Übe bei Okrent. BerNner Ecke Bahnhofstrasse. Vortrag: „Die vier grossen politischen Partelgruppierunaen". Res.: Ailnust Nieman». 130. Abt. Tegel. 20 Uhr im Alten Krug, Sauptstr. 14, Vortrag:..Was lehren uns dl« Wahlen?" Reserent: Stadtrat Senke. 901. d. R. Bolksentscheid, Verschiedenes. 140. Abt. Baestgwald«. 19-4 Ubr!m Lokal«»itschach.«rnststr. 1. Vortrag: volitlschen Ereigniise". Referent: Bezlrksoerardneter Gusta» Krentlein. Parteiangelegenheiten. GSste können eingeführt werden. Die Vorstandsmitglieder und die Funktionäre kommen bereit» pünktlich um 19 Uhr daselbst zu einer Sitzung»usammen. 141. Abt. Rssentbal»»»«lederschbnhaulen.Weft. 20 Uhr gemeinsamer Fahl. abend bei Soilnmnm Kronprinzen- Eck« Edelweissstrasse. Vortrag:„Was 143. Abt. Waibmannsluft 20 Uhr Fahlabend bei Schmlschke. Wgidmannstr. 4. Wild?». Fohlabend der Partei in Wildan. Porlrvg des Genossen Bernhard Krüger Uber„Volksbegehren und Volksentscheid". Vezlrksausschub für Arbelkerwohlfahrt. 4. K«!, Prenzlauer Berg. Donnerstag. 12. Dezember. 1814 Uhr, bei Klug. Danziger tjtt. 71, Sitzung. Erscheinen- aller Helfer und Helssriilnen ist not- wendig zweck» Loeebrschnnng. 8. Km!» Kreuz brrg. Am Donnerstag, dem IS. Dtznnber. 1814 Uhr. bei Wolf. Kraesestratzr. Ausschusssttzuna. Zehe AbleUung muß vertreten sein. Um Von San quSI«nlk«n eslsSttungosekiknorren wss cuieckei. reihen, leciiln», Hexenschu1» übsrhsup» Sd, merzen rhenmaiisdicr oder gidiflger Natur befreien Sie»Idt odmeiJ, rrenn Sie esse leidenden Stedten mit Reiehel» Bleetrlcam einreiben. Flasche kUch. 1.05, 0.— und 3.50. In Apotheken und Drogerien erhältlich, sonst durch Otto Reichel, Berlin 43 SO, Eisenbahn-Stroh« 4. 1:a ITH» Fusammenkunft der sozialen Fürsor« ersinnen)«nd Utcheitenvoblsahris- ' c: ha...::,."ich die Helferinnen können daran teilnehmen.� Rckergi:»a ! Füriorgerinncnarbeit innerhalb des Kreises". Referent: Genosse Suiwazz. : 14. Kreis Neukölln. Die Lose müssen unbedingt bis Mittwoch abgerechnet | unb zurückgegeben werden au Genossen Harnisch. Scpgerstr. 4. Arbeiksgemeinschafk sozialdemokratischer Lehrer und Lehrerinnen Deutschland»(StSC.) Bczicksgruppe Berlin.— Fachgruppe der Lehrer an höheren Schulen. Donnerstag, 12. Dezember, 19' 4 Uhr, spricht I« Killnische» Giimnastum, Berlin S. 14, Jniclstr. 2-5, am U-Bahnh-f.Zniclbrücke". Shibicncot Genosse I Tr. Paul Hart:« über die Neuordnung der Universsiäisausbiidnng der Philologe». Arbeitsgemeinschaft der Sinderfreuade Groh-Lertin. »reis Wcddina. Am Freitag, dem 18. Dezember, 20 Uhr, findet i» der Schule Llltiichcr Sir. 4, rechter Ausgang fFilmseminarl. parterre, ein« wichtige Eliernversammlung der Gruppe Schillerpark statt. Alle Eltern werden gebeten, .zu erscheinen. Gross-Berlin! Fwei Wintersonncnvx-ndfeicrn am Sonntag, dem-.41 :.'! 22. Dezember, um 1114 und um 1514 Uhr. in der Boiksbühn« am H !! Blllowplatz. Die„Gruppe Zuiigcr Eehauspicler", spielt:„Sau, Urion W bZ geht nach Bröl". Achtung, Kreisleiterl Di« kreisleiterützung wird auf Frel'ag. 13. De- zcinber. ooroerlegi. Vericilung der Theaterdilletis für die Vorstellungen in der Volksbühiie. Zeder Krei» Mass vrrireten sein. 20 Uhr Deschäfisstelle. Geburtslage. Jubiläen usw. 7. Abt. Unlerem alte» Genossen Ba»l Löhs«,»rnnoeuslr. 85,»» seinem 75. Gebnrtsiage die heezlichstc» Glückwünsche. 25. Abt. Unserem Eenossen Rudolf Fäbrmann, Bötzowstr. U,»» feinem 60. Geburtstage die herzlichste» Sluckmünsch«. � Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation s 15. Abt. Roch kurzem, schwerem Leiden verstarb am 0. Dezember unser Partcivetera» Mar Ouopvs im Alier von 77 Jahren. Ehre seinem Andenken. Einäscherung am Mittwoch, dem II. Dezember. 1814 Uhr, im Krematorium Gerichtstrasse. Wir bitten um rege Vekeiliaun«,„_. 80. Abt. Schöneberg. Am 5. Dezember verstarb unser Genosse Rudolf Friedrich, Kuausstr. II. Ehre seinem Andenken. SoziallstifcheArbetterjugendGr.-Verlin Einsendungen für diese Rubrik nur an das Jusendsekretariat Serlkn GW 63.£tndenffraße 3 Bchtuna, Abtcilunaaleitsr, reicht umgebend die Programme für Januar ein! heute, Dienstag, 10. Dezember, WM Ahr: Gewerkschastohaus: Schule Äövenickcr Str. 125(Werkrauml. Humoristischer Abend.— Roleitt Haler Porstadt: Schule Elisabethkirchstr. 19. Borttag:„Jugend- Kurt Biging sprich! Uder„Desehlechiskrankheiien".— Gesundbr»»»«» I: Schule Goienburger Str. 2.— Schillerpart: Schule Schöningsir 17. Vortrag: „Sozialismus und Lebensreform".— Wedding-Nord: Heim Türmer Ecke See- strasse. Vortrag:„Ter Poung-PIan".— Wedding IR.-F.l: Schule Lütticher Sirasse 4. Vortrag:„Rote Falken in der HAI."—«rnsmoldee Platz: Heim Raftenburger Ecke Wehlauer Strasse. Bortrag:„Nationalität, Nationalismus und Internat-onalität".— Helmh-Itzpl-tz: Heim Danziger Sir. 82, Baracke 2. Vortrag:„Unser Zugendschutzvrogramm".— Nordost I: Heim Danziger Str. 82. Funktionärreserate:„Mein Kirehenhesuch".— Wötther Platz: Schule Kastanien- alle« 82. Vortrag:„Stadtverordnetenwahlen".— Fried rick-shoin: Seim Diestel- meverstr. 5—8. Funktionärsstzung.— Hasenheid«: Seim Wosseeiorstr. 9. Vortrag: „Vup und Mädel".— Süden: Seim Borckstr. u. Tagespolitik.—- Südwest: Heim Lindensir. 4. Boriraa:„Der Krieg". Redner: Ludwig Diederich.— Schöneberg II: Heim Hauptsir. 15. lO-MlNUten-Referati.— Schiucbcrg rv: iR-F): Heim Sauptstr. 15. Satirischer Abend. Siemensstadi: Feickensaal der Volksschule. Schulstrgsse. Bortrag:„Fiele und Aufgaben der SAZ."— Westend: Heim Sportplatz Westend. Mitgliederversammlung.— Dadlem IR.-Fs: Dorfstr. 7. VArirag:..Flegelfahre".— Steglitz: Seim Albrechtsir. 47. Bortrag: ..Bibelstimbe".— Britz I: Heim Ehausseestr. 48(Rathausl. Vortrag:„Arbeiter- dlchtung".— Revlölln I: Sei»! Sander- Ecke Hodrechistrasse. Lichtbiltervor- trag.— Neukölln II: Heim Berg sie. 29. Tagespolitik.— Neukölln III, Heim Fsuahafenstr. 88. Borirag:„Einführung in den Sozialismus".— Neukölln V: Selm Böhmisch« Skr. 1— 4. Bottrag:..Zugendkürforge".— Neukölln 51: Seim Treptower Sit. 95—96. Bortrag:„Staat und Nation".— Neukill» W; Schule Kaiierstrasse. Vortrag:..Srruell« Fragen."... Neuiöll» vill: Schul« Nütli- st rosse. Vortrag:..Körperkultur im Sommer und Win'er".— Neukölln IX: Schul« Mariendorfer Wka. Fimmer 38. Vortrag:„Warum bin ich in der SAI.?". II.— Köpenick 11: Heim Dahlwitzer Strasse. Heiterer Abend.— Hermsdorf: Heim Roonftrass« iTurnhallenaebäude). Bortrag:„ssreundschoft, Kameradschaft. Liebe".— Wittenau: Seim Rosentbaler Str. 15. Bsrtrag: .SAZ. und Reichebanner".— Pankow I: Heim kisfingenstr. 48. Fimmer 3. Vortrag:„Der heutige Kommunismus".— Pankow II: Heim Dörsärftr. 14. Vortrag:„Rcichsiagssstzung".— Britz II: Schule, Parchimer Allee. Liederabend. Vortrage, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". Geschäftsstelle: Berlin S. 14, Sebastianstr. 37—38, Hof 2. Tr. Panksw. Dicns'ag. 10. Dezember, Kameradschaft Niederschön- hausen. Bersammluna im.Äertha-Eck". am Serthaplatz. Tages- ordming: Neuwahl des Vorstandes. Kossenbericht. Erscheinen Pflicht.— Neukölln-Britz. Soniiiaa. 15. Dezember. Landagitation. Autofahrt frei. Teil- nehmer melde» üch bi» Mittwoch. 11. Dezember, bei ihren Schriftführern. verband Deuisaxr hirnnerlctzter Krieger Gross-Berlin»nd Prsniaz Brandenburg. Oeffcniliche Versammlung am 13. Dezember im Berliner Rat. Haus, Bürqerfaal, pünktlich 20 Uhr. Thema:„Die Sondervcrlorgung und Sonderfürforge der Kriegshirnverletzten". Referenten: Prof. Dr. Paul Schuster iBerliu)»nd Dr. Erich Feuchtwang, r kSirnverletztenheim München). Am Soinrtag curf Schollplatten Ballettmusit cms Opern. Dos Programm ist nicht bejonderg glücklich zu/stmimengestellt. Es sehst eine einheitliche Linie, andererseits aber auch ein« Auswahl nach Qualität. Die Ballettmusif aus Gpunnds„Margarethe' ist stark gekürzt und wird im Tempo überhitzt gespiest, überhaupt scheint die Platte nicht gelungen zu sein. Ganz überragend dagegen das Amsterdamer Konzertgebmiw-Orchester unter Mengebderg. Am Atmend spricht Plaut. Er erzählt heitere Geschichten und erreich den Höhepunkt der Wirkung in seinen Parodien. Plaut verliert ni' ror dem Mikrophon, wenn auch erst durch die Mimik die ganze Persönlichkeit zum Ausdruck konnnt. Gut ist die Uebertragung des Orchesterkonzerts unter Prüwer aus der Philhamioni«. Es ist ein im besten Sinne populäres Konzert, das Niveau hält und trotzdem leicht sahlich ist. In der Paus« liest Dora Salofchin aus den Werken des Mystikers Angelus Silesius. Sie liest mit starker Verinnerlichung und mit der Einfachheit, die dies« Dinge erfordern. Da« Lezirkskonzert des A r b e> t« r. M a n do- l i n e n b u n d e s in der Hochschute für Musik wird mittags siber- tragen. Es bedeutet einen Geimß, diese bis ins feinste nuancierten Chore zu hören. Virtuosen aus zwei Generationen— dos ist der Titel des Schall- Montag abend. Es ist schwer,«inen qualitativen i einst und jetzt zu ko instruieren, da die Schall- .__________ dem Kriege weit hinter der Technst der Gegen- wart zurücksteht. Immerhin ein Konzert, das dein Hörer einen lleberMick über die bekanntesten Beherrscher von Klavier, Geige»nd Cello vermittelt. Leo Gollanin singt deiusche und russische Bolks- lieder. Es sind vor allem die russischen Lieder, die in dieser Jnter- pretation ergreifen. Von Köln wird die Uraufführung einer kleineren Komposstlon noir Wolter Brounsels unter dem Tüel ..Divertimento' übertragen. Ueber dieses Wert wird hier an anderer Stelle eingehend berichtet werden. Jeden soll» ist die Wik« kung im Rundfunk rein technisch sehr gut, da sich hier nicht die einzelnen Orchefterstimnicii b-ekci, sondern slächlich angelegt sink.— Aom Osloer Sender spricht ssrithjof Nansen über„D i e Möglichkeit der E r i a r j ch u n g der Arktis»i i t i e l st L u i t i ch i f s".(£} handelt sich hier weniger um die Erkenntnisse, die Nansen vermittelt, als um die Tatsache, daß der große For.sd)cr persönlich zu hören Ist. F. Sch.. 1 Kickt-»»"oer E,:» ff S'nhell.l.:"r'-F lle5. p"n leben D-:-.r.-r«toq .1. bi:r''I der...:......" c........N9..z. Mauste 10— Ue. L-rliuee wc.e.u für E:-heli-t«r,schrist v.«. Uebungen leben Dien-iaa oon 1915—2114 Uhr im Fricdrich-Wiihelm.Gvmiiaümn, kochstr. 13. Vereins» heim:„Wilheimshof". Anhallsir. 12. Nähere Auskunft erteilt die Geschäfts. stelle Berlin-Halensce. Bornimer Eir. 8. tlhland 5293. � Berllncr Fiiher-Club übt j-beii Dienstag um 2014 Uhr im Elubliaus, Ohmstr. 2. Äieler uird Gäste willkommen. „Sturmvogel", Bezlrlspruppe West. Am 21. Dezember. 19 Uhr. Weihnacht» fest mit Tombola und Tanz in den Räumen der Menzelklauie, Berlin» Friedenau. Menzelstr. 14—18. Eiuiriit frei. Wir bitten um zahlreichen Besuch. Reich-blinb der Kricgsbeschädigtcn, Kriegsteilnehmer und Hiaterbliebene». Gau Gross-Berlin. Bezirk Wedding. Dienstag. 10. Dezember, 20 Uhr. fällige Monatsversammlung im Schuliheiss.PatzenIioier.AlisiSiani. Ehausseestr. 84. Kamerod Lorenz spricht über„Wichtiges aus der Fürsorge....__- Deutseher Esperanto Bund, Ortsgruppe Berlin. Freitag. 30 Uh, Kond:torn ~0�Long e low�Eng.ish Oebakin" Club. Mittwoch 20 Uhr: Zahnärztehaus Bfllowstr. 104, Cuttmannsaal:. Problems of the Day". wellerberlchl der»stenllichen Wetterdienststelle LerNn und Umgegend fNochdr rcib.1. Unbeständig mit sortdauernder Neigung zu schauern. lriiche bis slaile lüdmesliiitzc b.S westliche Winde. Im ganzen ein wenig iübler.—?ür Lcul'chland: Im westlichen Küstengebiet Nachlassen der Stürme, im östlichen Küstengebiet noch Südwest- biZ Weststürme, im übrigen Reiche unbeständig, viellach Schauer, etwas kühler. Der Pttilips-Veratungs- unv Nadio-Vorführraum Eine Stätte, die ausschließlich zur Information des Publikums über modernes Radio dient, ist in der Potsdamer Straße 38 — zwischen Lützowstraße und Steglitzer Straße— von der Deut- s ch e ii P h i l i p s- G e s e l l s ch o f t m. b. H. geschaffen. Die Firma will in dem neuen, architektonisch reizvollen Raum den Besuchern unverbindlich und kostenlos zeigen, daß die modernen Radiogeräte in der Bedienung überaus einfach sind und daß die Wiedergabe so vollkommen ist, daß man das Gefühl hat. im Konzertsaal, Theater oder Bortragssaal zu sitzen. Der Anschluß an die Steckdose der Lichtleitung genügt, um die Gerät« in Betriebsbereitschaft zu setzen. Allen, die sich über die Fortschritte in der Radiotechnik nicht lausend informieren konnten, wird es willkommen sein, oon sachkundiger Seite über neuzeitlichen Radioempfang unterrichtet zu werden. Der neue Vorführungsraum ist eine wirkungsvolle Propaganda für den Rundfunkgedanken. .Am Donnerstag, dem 5. Dezember 1929. verstarb plötzlich nach kurzem Krankenlager ------ langjähriges Vorstandsmitglied, Herr unser Otto Pcltz im 73, Lebensjahre. Der Verstorbene hat in treuer Pfiiohtr erfüllung seines Amtes gewaltet und es stets verstanden, die Interessen der Versicherten und der Kasse wahrzunehmen. Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten. Der Voniand und die Angestellten der Ortskrankenkasse der Gürtler zu Berlin. Alaxanderplatz Neue K6ntgstr.43 0223 w Freie Turnenchsft Grofc-B; rln e. V. M-d A.-T-U Sp.-B. Unseren Mitgliedern zur Kenntnis, dass da» Grün- dungsmiiftlted des Bezirk» Siralau. die Bundesgenoistn pgllls ftoIKorolü am 5. Dezember verstorben ist Ehr« Ihrem Andenke» I Die Einäscherung findet M itwoch, den 11. Dezember, 17 Uhr, Im Kre- matorium Baumschulenweg statt. DeQtsdiei Metallailieiter-VeM Verwaltunpssteilc Berlin Tedcsanseisen Den Milgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Schmied widert Kihls geb. 20. Dezember 1870, am 5, Dezember gestorben ist DI« Ewä'cherung findet am Dien»- tag. dem 10. Dezember, I2"t Uhr, im Krematorium Gcrichistraße statt. Am 8. Dezember starb unser Kollege, der Schlosser Max Quappe geb. it Dezember 1851 Die Elnäschernng findet woch, dem II. Dezember. 18'/, Krematorium Serichistrass»" Mttt- ir. im Am 6. Dezember stnrd»nfer k-llege, der Fiäfer Etiler geb. 30. Januar 1897. Die Einä cherung findet Donners- tag, den 12. Dezember, 13N-Uhr. im Krematorium Gerichistraße statt Rege Beteiligung wird erwartet Naekriik Am 30. November starb unser Kollege, der Klempner Otto Konrad aeb 10. Juli 1859. y Die Einäscherring hat bereit« statt- xesunben. Am 3. Dezember starb unser Kollege. der Arbeiter I�udTtvix Kappler geb. 14. April 1858. Die Einäscherung hat bereit» statt- gefuiiden. Ehre ihrem Andenken! Ol« 0»k»»«r»nlknng. MlllilllülMM-WM vonnernla», den 12. vezeindsr abends S Ahr, in den»ophiensaien Sophienstr. l?.SS: Zpsnv�en-Vei'Zsmmillng oep LSU" UNiZ LSMLvlll'SN«!' ie!,!08SSl' Tagesordnung: I. Bericht der Branchenkommisston. 2 Branchenangeiegenheiten. 3. Eiellungnuhme zur Neugründung «wer Innungkkranleukasse für da» Schlosser« ewerde. 4 Verichiedenen Ohne Miialiedsduch kein Fntrttt. Jeder Kolleg« ist verpflichiel, pünktlich zu erscheweu._ Sonnetalaa, den 12. Sejemdct abends T Ahr. bei wotlichiage, StdalbCTlslcobe 21: Branchen- uereammiung der orahiartiener v. SSM. an Am Lager Ober 150 Standuhren Goldene Herren-Uhren Uhren aller Art Gold- und Silbenvaren Silber- and fllpakabBsIttkc Trauringe ICsrä Wyfk€ Uhrmachermeister InvalldanstraB« IS (Stettiner Bahnhof) Gegründet 1900■ Tagesordnung 1 Stellungnahme zur Kündigung des Lohnabkommen». 2. Diskussion. 3. Branchenangeleaenheitett Die Kollegen werden ersucht, pünktlich zu erfchewen._ Donners rag. den 12. Dcjcaibcc nachm.» Ahr, In den Arrninhallen Somniandantenslraste 58 80: verasmmhihg li.M«sii5 chlkllei'.kasi/snlLaups. ««Nsai'dvllvi' und arhonermnen. dl» dsi» Sranch» angvhdi'an Tag»sordnung: 1 Bartrag über:„BernfskrankHeiien und Unfollverfichening". Refereni Genosse Meyer-Brodnitz vom«DGB. 2. Dishifsisn. 8. Branchenangeleaenhelien. Mitgliedsbuch legitimiert Erscheinen aller Kollea en»nd Kolleginnen lft Pflicht Ute OrtsverwaUnng. Es ist neu erschienen: Kinderland 1930 Kin Jahrbuch für Arbeiterkinder in Stadl und Land. Reich illustriert. Farbige Bilder beleben das Buch. Sprudelnde Lebensfreude vom ersten bis zum letzten Blatt. Die Kinder haben selbst daran mitgearbeitet Das Kinderland kostet 1.50 RM. Zu beziehen durch die Botenfrauen und Auagabesiellen des.Vorwärts", sowie direkt vom Verlag. Laut Beschluß d« Geneialversamm- lung dar Oomein-OtslgcD Spar- und Bau l enoteensdiafi Dcnlsdie daohüte e. Q. m. h. it., Berlin C 1, Borr itr. ZI, vom 25 August 1024 Ist die Liquida Ion der G enoss cn»dl all her dhioMcn worden. Zu Uguidetorcn wurden ernannt: Herr Heinrich Sdi&iier, Berlin-Britz, Herr Friedridz Zeonerl, Chaiioitenbnrg, Wir fordern hiermit die Gläubiger der üenossenschaft auf, sich wegen etwaiger Ansprüche ru melden.• Die Liquidatoren: Heinrich Schüller. Friedrich Zeunerti Oiensiag 10. Dezember 1929 Unterhaltung und AAissen Utax 3)oriu: HHomtenegro *n Stulmachersiück Tin Brief aus Wien,„ßieber Karle. Hier schaut es zurzeit mit et Hutmacherei garstig aus— Ich bin schon drei Monate arbeitslos — ich will wandern— auf den Balkan— haste Lust? Wir könnten uns in Trieft treffen. Servus! Dein Franzi.* Ein Brief aus München.„Lieber Franzi. Ich btn auch arbeits- los— die Leute haben kein Geld zu neuen Hüten—«her kaufen sie sich'ne Maß Bier— ja, ich reife mit Dir— über Tirol komme ich nach Trieft. BaUan, schreibst Du. Ich möchte gern« nach Monte« ncgro— liegt das im Balkan? Auf Wiederfchaun! Dein Karle.* Und in Trieft trafen sie sich, die beiden Hutmacher— auf in die Welt: das Leben ist schön: als freie Wanderburschen sind wir die Herren der Welt. Schade nur, daß unsere Mädels nicht mitmachen— aber die kunstseidenen Strümpfe— uni) die hohen Absätze: zum Wandern taugt das nicht! Trieft. Brrr, was für'n Wetterl Es regnet. Es stürmt. Der Schirokkosturm wirst ganze Derge von Wasier über die Hafen. molen hinweg— die Möwe schreit— und die Masten der Schiffe spielen Geige. Da— da liegt unser Schiff: ein kleiner Kroate, nicht größer als ne halbe Walnußschole— damit sollen wir auf See? Aber aller Seekrankheit zum Trotz kamen unsere Freunde doch ans Ziel ihrer Seereif«— wieder lustig und gesund: Wir sind in Cattarol Immer noch bläst und donnert und pfeift und jubiliert der Schirokko, der warme Sturm von Afrika her— der Schirokko, der mit uns oerwandt ist: revolutionär und hitzig! Cattaro. Sind wir in Norwegen? Ein Fjord. Eine vielgegliederte Bucht— steil steigen die Berg«: schwarz— gekrönt mit großen, breiten Schlapp- hüten, ir:» schweren, weißgrauen Wolken: in diese Wolken müssen wir hinem— wir müssen sie durchstoßen— droben: hinter Bergen und Wolken: da liegt Montenegro, das Land der schwarzen Derge— Hutmacher auf Reisen! Uns gehört die Welt— well wir mutig und lustig sind: hoisa: Franzi, sing« ein Lied! Und mit Gesang ging es bergauf— die vielgewundene Kunft- strahe hin— das blaue Postauto brummt an uns vorbei— aus dem Autofenfter winkt ein Mädchen: oder war es'ne Frau— ihr rotes Seidentuch schwang wie«in Wimpel: galt das mir oder dir, Franzi? Das galt unseren beiden jungen Herzen— sie haben die Farbe der Seid«: kirschkirschrot! Wir sind schon da. Was, das ist'ne Haupfftadt— das ist ja wie ein großes Dorf. Und hat doch ijOOO Einwohner, dieses Cetinje. Wieviel Einwohner hat denn ganz Montenegro? Nicht mal vier. hunderttausend— und ist dabei fast so groß wie Sachsen. Wovon leben die Leute? Hirten sind sie. Schafe, Ziegen, Hammel. Käse aus der Schafsmilch. Geräuchertes Hammelfleisch: Castradina! Wolle. Häute. Die Wolle geht noch Wien— das gibt Hüte: monte- negvinischen Filz! Immer noch regnet es. Di« Kinder und Gänse schauen uns groß an, aus dem Halbdunkel— breit«, lang« Straß«—'n paar Läden: ei Gewitter, Franzi: da sind Hüte im Laden— und Mützen— und Feste: rote, graue, weiße! Du, hier sprechen wir an: Gut'n Abend— zwei fremd« Hutmacher-- wir stutzen, wir staunen— ein junges Mädchen— um den Hals einen roten Seidenfchal-- kennen wir uns— sie lächelt— ihre weißen Zähne— ihr rote» Mäul. chen— der braune Doppelblitz aus den Augen— wie, wo, wann? Ja, richtig, das ist ja das Mädel von dem blauen Postauto, das uns heute auf der Bergstraße von Cattaro vorbeifummte. Soo— sagt sie— wie gut sie deutsch schwätzt— Hutmacher seid ihr also, darum hieß mir im Auto ein« innere Stimme: euch zu winken! Wir sind Kollegen— ich war drei Jahre in Wien— m'ner großen Hutfabrik— da habe ich gelernt. Schade, daß mein Vater nicht hier ist— der ist auch gelernter Hutmachcr— vor dem Kriege hat der die halbe Welt bereist. Soo, auf Wanderschaft seid ihr— und wie ihr naß seid—. Natürlich könnt ihr bei mir schlafen-- plötzlich wird sie ganz rot— was hat sie gesagt? Sie verbestert sich: Iaaa— ihr könnt bei uns schlaaafen— Vater ist zwar verreist, ich sagte das schon— er ist in Belgrad— da schlafe ich in Dater« Bett— und ihr könnt in meinem Bett« schlafen. Mutter ist tot. Aber Großvater und Großmutter leben noch. Großvater raucht— und Großmutter focht. Ich passe auf den Loden. Ich heiße Anizal Jetzt sind wir trocken. Doch wie wir aussehen— du lieber Gott: Franzl! Wie schaust du denn nur her— der Anzug ist dir dreimal zu weit— Anizas Vater muß aber'nen Bauch haben— der reinste Berg! Du aber, Karle, du siehst ganz flott aus— das kurze Jäckchen— die Pluderhosen— das weißgrau? Fes! Ja, paßt mir auch— wie angegossen. Schade, daß Anizas Bruder tot ist— wie sagte sie: im Kriege gegen Oesterreich gefallen? Ja, so sagte sie. Eine Träne stand in ihrem braunen Auge— wie tropfender Bernstein! Ach, jetzt sind wir schon all« so gut bekannt. Wir sitzen in der großen Küche. Im offenen Kamin flackert und leuchtet das Knüppel- holz— kein« Lampe, kein Licht— doch: zwei Lichter: Anizas Augen. Wir sitzen alle um den Kamin— auf Großmutter» Schoß schnurrt Babutfcha: die graue Katze. Großvater raucht. Und Aniza und wir zwei Gäste— wir knabbern Nüsse. Leise knistert da« Feuer— rote Zungen umtanzen sich: Gelb dazwischen— leichter blauer Rauch ab und zu— und im Topfe über dem Feuer brodelt die Castradina- supp«: die Hammelsupp«— die wollen wir nachher«sten. Sie muß erst vier Stunden kochen— sonst wird der Hammel nicht weich. Wie es rast: draußen, der Sturm, die Nacht: sieben Uhr— der Regen! Schirokko über Cetinje! Nun haben wir gegesten. Es ist schon Mitternacht vorbei. Wir sind alle in hoher Stimmung— am Tisch« geht schon die zweite Flasche Zweffchgenschnaps. Und Großvater erzählt und erzählt. Er erzählt alt« Sagen— aus Montenegros Urzeit— als der Mensch mit dem Steinbeil dem Bären zu Leib« ging. Und nun gibt es Gesang: Großvater spielt auf der Gußla, auf der einseitigen Geige — und er singt mit tiefem Baß. Aniza singt Sopran— wie Sonne und Schatten klingt das Volkslied aus Montenegros Heldenzeit: vier Jahrhundert« Kampf mit den Türken! Heitere, frohe Lieder: Bünd- nis mit dem Löwen San Marco. Venedig und Montenegro spiellen dem Türken einen blutigen Hochzeitsmarsch auf. Und dann das gedämpfte Lied— das Trauerlied— du könntest dabei weinen— Montenegros Todeskampf gegen das mächtige Oesterreich— der Zwerg unterlag dem Riesen—« all« männliche Jugend ist tot. Groß- vater— wein« du im Lied! Alles schweigt— nur draußen— der Sturm: der heult! Großmutter und die Katze schlafen— am Shihl. Di« Zwetschgenflafche ist leer. Aniza gähnt— wie ihre Zunge so rot ist— und die Perlen der Zähne— und die braun« schmale Hand. Rrrr— Großvater schiebt seinen Stuhl zurück: hart, wie es schnurrt — Großvater knurrt: unzufrieden, bitter: Und jetzt sind wir serbisch! Montenegros Frecheit ist tot! Dobro notsch. Gute Nacht. Morgens. Wir haben ausgeschlafen. Wir wollen weiter. Wan- dern: nach Süden— Skutari, Albanien. Da— vor der Zimmertüre, draußen— steht'n Stuhl, da liegen unsere Kleider drauf— Aniza hat sie getrocknet. Regnet es noch, guck aus dem Fenster. Nä,«s is trocken— der Wind ist umgeschlagen— er pfeift zwar noch mächtig— nun bläst die Bora. Der Himmel ist grün—» schneeweiße Wolkensegel hufchen drüber hinweg— ei, du, so schau doch: das Gebirge: silberfarben, der montenegrinische Karst— ratzekahl: Dolo« miten: silbern, weiß, rosa— die Morgensonne streut Nelken. Winden wir«inen Strauß: für Aniza! Mädel, Kollegin, lebe du wohl— dank für die Gastfreundschaft, Geld haben wir keins— aber hier, in meinem Berliner, da sind fünf feine Plüschhüte drin noch'n bissel naß— verquetscht, verknüllt-- da: nimm die Hüte: Aniza: trockne du sie, bügle sie auf— du bist ja Kollegin-- und verkaufe du sie. Aniza wird rot— sie dankt— und nun wird sie gar Purpur: sie ruft: Hooo— in diesem Hut hier liegt ja was drin-- das war Körles rotes Herz. Aber Karle ist schon zum Laden hinaus— und Franzi, der Spitzbub, der nahm sich noch schnell'nen Zkuß, von Anizas roten Wangen— husch, dann ist auch er fort. Karle ist wütend— da« hätte der Franzi nicht machen sollen: der Kuh— nä! Und Franzi denkt— sein Herz der Aniza da lasten— im Plüschhut drin: das hätte der Karl« doch nicht tun sollen. Beide Freunde schweigen— verstimmt— sie wandern wieder— unter der Sonne — grüner Himmel: und der Borasturm zwitschert: Brüder, vertragt euch— teilt euch die Liebe und teilt euch die Sonne. Schihi— pfifi der Sturm! Jfinechl fäupprechi"—> Die Gestalt des Knechtes Rupprecht. der zur Weihnachtszeit mit Rut« und Sock erscheint, um die Bösen zu strafen und die Guten zu lohnen, ist schon häufig Gegenstand auch der wistenschaftlichem Erörterung gewesen. Man hat versucht, den weißbärtigen,„rauh, prächtigen", rauh leuchtenden Greis als UeberbleibfÄ der germani- sehen Mythologie, als Inkarnation der Eisriesen oder gar Wodans zu deuten; man hat zur Stützung dieser These auf den früher viel häufigeren Mummenschanz gelegentlich seines Auftretens als auf einen Anklang an die gernianifchen Iuifeftgebräuche, man hat ferner auf die Betonung des düsteren, harten, strafenden Prinzips der Rupprechtfigur gegenüber dem weit milderen süddeutschen St. Nikolaus hingewiesen. Im Ausammenhang init Forschungen, die jenes Iulfest nicht als ein Freudenfest, fondern als ein« dem Gedächtnis der Toten geweiht« Feier erklärten, glaubt« man auch die dem Knecht Rupprecht zugeschriebene Allwissenheit erklären zu können, da die Toten nach germanischem Glauben ja in Wodans Halle sitzen und alles sehen, was auf Erden goschieht, also auch die kleinen Sünden der Kinder. Diese Hypothesen schienen auszureichen, und die Gestalt Rupprechts als rem mythische Erscheinung stell« ja auch zunächst zufrieden. Durch neuer« Forschungen wird nun aber auf die Wesenheit Rupprechts ein ganz neues und interessantes Schlaglicht geworfen, und es steht zumindest fest, daß der Weihnacht, liche Mummenschanz in dieser Beleuchtung an dichterischer Schönheit und meirschlicher Tiefe unendlich gewinnr. Freilich wurde dies Ergebnis durch ein« nach ganz anderer Richtung zielende Forscher, arbeit zustande gebracht, und zwar durch die Aufdeckung der goschichi- ichen Quellen für die Sag« vom„Tanz, von Cölbigk". Das anhaltische Dorf Cölbigk lag eine knappe Wegstunde von der Stadt Bernburg an der Seal« entfernt. Hier spielt« sich der Sage nach im Jahre lOZI jener unheimlich«, groteske und«ild« Bargang ab, der die damalige Zeit fast ein Jahrhundert lang ergriff und beschäftigte. Nach einer der ältesten Quellen, einer ursprünglich an der Tür der Cölbigker Kirche angebrachten Niederschrift, haben sich„etliche baursleute zusammen gcthan auf das fest der heiligen christnacht und allda gesungen und gesprungen auf dem Kirchof zu Kulbigt dermaßen, dos der prister sein ambt mt vor ihnen vor- bringen Hot können, hat sq hochlich ermant, umb gut willen von eine hiftorilche solch oornemen abzuftehn— hat all«, nicht feint wollt... Als« nun des prister« vormanen an inen nicht vorfache(nützte), hat er gesagt:„Ey nun gebe got und sanckt« Mangnus, das tr ein gantz jar als« singen und tanzen muest!" Zu des Priesters Entsetzen tut sein in der Wirrnis des Zorns herausgeschriener Fluch seilte Wirkung: tanzen müsten di« Unglück- lichen, immerfort tanzen, und obgleich der Priester selbst, dessen Tochter sich unter den Tänzern befindet, den wilden Reihen«in- zuhalten versucht— es gelingt nicht, und die alte Chronik führt fort: „So hoben sie darnach ein gantz jar al umb getantzt und bis under ire gurtlen kuelen in die erden getantzt mtd ir« kleider feint nicht verölt, ir« schu nicht zunszen, har noch bort imversert bliben, auch weder regen noch schnc auf sie gefallen..." Nach einem Jahr« eirdlich katnnven die Bischöfe von Köln mtd von Hildesheim nach Cölbigk und bitten durch ihre Fürsprach« bei Gott die Tänzer von ihrer furchtbaren Ettas« los. Die stnkon zusammen, di« Kleider fallen ihnen wie Zunder vom Leibe, mtd mehrere von ihnen sterben— unter ihnen de» Priesters Tochter, und der Priester folgt ihr bald noch. Geschichtlich betvachtet dürfte dieser Sage eine im 12. Jahr- hundert sehr verbreitete Form des Veitstanz««(so genannt noch dem heiligen Veit, dessen Hilfe man anflehte, als im Jahr« 1374 eine epidemische Tanzwut austrat), di« sogenannte„Troinmelwut* zu- gründe liegen, die sich auch in dem damals typischen Erscheinen von Geißlerscharen und anderen von religiösem Wahnsinn Befallenen äußerte, trnd die gerade in jener Eölbigker Christnacht uttgewöhitlich heftig, vielleicht überhaupt zum ersten Male austrat: daß der Fluä) des Priesters di« Tanzwut nur verstärken, die Erkrankung nur verschlimmern mußt«, dürft« an Hand moderner Psychoanalyfe klar fein. Jedenfalls ist geschichtlich erwiesen, daß bis 50, ja 80 Jahr« nach dem Vorgang Epileptiker in Deutschland, Frankreich und sogar in England unter dem Vorwand bettelten, daß sie Ueberlebeud« aus der Tänzerschar von Cölbigk seien: auch zwei Betlelibrief« solcher an Epilepsie Erkrankten sind erhalten. Eine Beziehung zwischen dem Priester von Cölbigk, der zur Weihnachtszeit leichtsinnige Jugend aufs Furchtbarst« bestraft, und der Gestalt des Knechtes Rupprecht wurde schon früher vage ver. Beilage des Vorwärts mutet, weil eine auffällige Nantensglelchheit vorliegt: nach den vorhandenen lateinischen, französischen und deutschen Quellen hieß der Priester nämlich ebenfalls„Rodbertus", Rupprecht. Dies« Heber« emstimmung der Namen sowie des strafenden Prinzips in beiden mit dem Weihnachtserlebnis verknüpften Gestalten gab zu denken, zumal nach dem vorher Dargelegten di« Geschichte vom Priester Rupprecht eine ungeheure Verbreitung fand. Immerhin war diese These allzusehr phantasiebetont, um wissenschaftlich anerkannt zu werden, und erst den gründlichen Forschungen von Dr. Herrnrnrn Siebert gelang es. diese Ableitutrg zu belegen. Siebert stellte nämlich fest, daß man in der Cölbigker Gegend sowie im wetteren Umkreis der dem Dorf« Cölbigk benachbarten Stadt Bernburg, ja sogar bis ttef nach Sachsen hinein und nach Norddeutschland hin int Volksmund noch heute von dein„Dernburger Heeten Christ" spricht und damit den Knecht Rupprecht bezeichnet. Diesem„Bernburgcr heiligen Christ", auch Rupprecht von Bernburg" und„Cölbigker Heeler Christ" benannt, haftet auch all die Düstentis und die Grausamkeit des Priesters Rupprecht an; so sagt man in der Köthenec Gegend: �Der Berenborger Heelechrist, der de kleenen Kinder frißt"; und wenn man ausdrücken will, daß es zu Weihnachten nur Strafe und keine Bescherung gibt, so sagt man bi« nach Morseburg und Leipzig hinauf:„Es kommt nur der Bernburger Heele Christ". (Daß es häufig„der Bernburger" und nicht immer„der Cölbigker" heißt, erklärt sich aus der Bedeutung und der Bekanntheit des dantoligen Verkehrskitoteitpiinktes mtd Marktortcs Bernburg gegen- über dem unbedeutenden Dorfe Cölbigk zur Genüge.) Jedenfalls ist die Identifizierung mit dem Knecht Rupprecht vollkotttmen. Uitd selbst wenn sich die historische Gestalt jenes Priesters nur mit heidnischen Ueberliesevungen uermifcht habe it sollte, so ist-der Gewinn an dichterischer Verklärung und menschlicher Vertiefung der Rupprechtsgestalt doch sehr groß. Di« Charakteristik der Figur, die strafend und düster der milden Gestalt des Christkindes vorangeht und die stereotype Frage stellt:„Kannst du beten?"— dieser düstere Bote eines lichten Gottes, der doch ohne feinen lichten Gott nichts ist und nur nitnntt und straft, nicht gibt und beglückt, gewinnt einen ganz anderen Sinn, wenn man des fanatischen Priesters von Cölbigk gedenkt... Gerhard Hermann Mostar. Die Qeichichle einer ftebelleninSel Zwischen Neuseeland und Südamerika liegt im Stillen Ozean die Infel Pitcairn, die aus der Karte nur so groß ist wir ein Stecknadelkopf, dennoch aber bewohnt ist und sogar ein romatt>- tisches Schicksal gehabt hat. Gerade jetzt vor hundert Jahren starb der Begründer dieser Kolonie, der Engländer John Adams, der ,m Jahre 1789 mit einigen anderen Matrosen zusammen aus Pttrom an Land gegangen war. Diese Männer hotten der Besatzung des englischen Schifs-s„Bounty" angehört, die aus irgeitdeincin Grunde gegen ihren Kapitän und ihre Offiziere gemeutert hatte. Der Aufruhr war nicht gütlich beizulegen gewesen und das Ende war, daß Kapitän und Offiziere in einem Boot ausgesetzt wurden, währ:nd die Matrosen mit der„Bounty" weiter fuhren. Auf Tahiti, tas nordwestlich von Pitcairn liegt, raubten sie zwölf poly tesische Frauen und fuhren dornt nach Pitcairn. Diese Insel fanden sie als dauernden Ausenlhaltsort geeignet. Sie nahmen von ihrem Schiff alle Sachen, die ihnen in ihrem neuen Dasein irgendwie nützlich sein könnt:»; dann aber verbrannten sie das Schtff, wohl um sich jede Möglich- keit zu nehmen, in die Zivilisation zurückzukehren. Jahn Aou ns wurde der Führer dieser Truppe, und unter seiner Leitung wurde nützliche Arbeit geleistet, und er machte aus den meuterischen See- leuten tüchtige und leistungsfähige Bürger der kleinen Kolonie. Iohu Adams führt« eine patriarchalische Ordnung ein. Jeder Mann besaß. sein Stück Boden, auf dem er mit seiner Familie lebte, in bescheidenen Verhältnissen sreilich, ober doch glücklich und zusricd.'N in der südlichen Natur. Bevor die Besatzung der„Bounty" Pitcairn in Besitz nahm. war die Insel von einem unbetannteu Bolksstamm bewohnt ge- wesen, der aber ausgestorben war; man fand nur noch die Skelette der ursprünglid)en Bewohner vor, außevdem verschiedene Spuren ihrer Anwesenheil, da in die Fölewände Götterbilder und heilige Gegenstände eingemeißelt waren. Die ganze Insel umfaßt nur 7 Quadratkilometer und ist vul- konischen Ursprungs, doch haben die Bewohner bisher niemals zer- störende Naturkatastrophen erlebt. Trotz der vulkanischen Befchas- fenheit des Bodens ist die Insel sehr fruchtbar. Der neue junge Stamm, der nach den ursprünglichen Ansiedlern heranwuchs, war ausgesprochen wohlgestaltet und schön. Im Jahre 182S. also 3S Jahre noch der Inbesitznahme, war die Bevölkerung auf SS Menschen angewachsen, während heute vielleicht 200 Menschen dort leben. Die Infel gehört zu Großbritannien und die Bewohner sprechen Englisch, im übrigen aber hat die Insel sich«ine gewisse Selbständigkeit bewahrt. Die hauptsächliche Einnahmequelle ist ker Handel mit Früchten. Zwei Dampferlinien lausen die Insel an, wenn die Wetterverhältniste es gestatten, hauptfächlich um Obst ein- zunehmen für die Passagiere, denn auf Pitcoirn gibt es viele taufend Obstbäume verschiedener Arten. Getreide gedeiht auf Pitcairn nicht; es würde daher sehr schwierig sein, Brot zu beschaffen, wenn die Bewohner nicht aus einer anderen Pflanz«, die sie Weidenwurzeln nennen. Mehl zu gewinnen verstanden hätten. Diese Weidenwurzeiln werden mit Wasser in einer Mühle gemahlen. Die geistige Nahrung der Bewohner von Pitcairn wird von Sidney aus geliefert, wo die Zeitung gedruckt wird, die für all die kleinen Inseln des Stillen Ozeans gemeinsam hergestellt wird. Diese Zeitung ist vorwiegend religiösen Inhalt», da die Bevölkerung aus Adventisten besteht. Bei Festen auf der Insel feiert stets die ganze Bevölkerung mit. die twch heute wie eine große Familie ist. Mehrmals jährlich veranstaltet der Aeiteste der Insel ein öffentliches Festesten, zu dem sämtliche Bewohner seines Reiches eingeladen werden. Es wtrden lange Tafeln im Freien gedeckt, an denen die Teilnehmer Platz nehmen, um mit den trefflichsten Speisen bewirtet zu werden. Di« Häuser bestehen aus Balken mit Palmdächeru, der Herd aus bs- hauenen Sieinen. Alle l�iuswirtschaftlichen Arbeiten werden von den Familienmitgliedern selbst ausgeführt. Dienstpersonal gibt es auf dieser Insel nicht, aus t«r all« gleich gestellt sind. Daß die kleln« weltvergessen« Insel sogar ein« Radioanlage hat, braucht einen heutzutage kaum noch zu wundern. Die Leute von Pltcoirn sind nicht länger von der Welt abg.-schostett, sondern können tel- nehmen an allem, was draußen, geschieht. Eine weiter« Errungenschaft ist. daß die früher üblichen Ruderboote, mit denen di? Be- wohner zu den Dampfern hinousfuhr-n, durch ein Motorboot ersetzt sind Es mutet fast wie-in Märchen an, daß es in unserer Zelt noch solche Paradies« des Menschentums gibt. FabriLss, 3!L- 3X4 Audi Scilsohiune. Gerdinen. Scttbrcfen, Diwait-Steppdeden febtlfioft biB.e. Aberbach. STdeiirtrliftreRc 163, f. fftnec. Ecke ticfirenflrekr.„Z>erwerls'x!lrier 5 Pre.icnt Skebelt.• Tapeten. SsiUet. Soioniefttofte 9 üeib-Zkon,®e[»9(nl)fll-jläufc. und an. derc tIRoctculamcto;, Prismengleser ipottbillifl, Otts Berfteiflerungcn ftom. mend. Photo.Teudrr, An der Säen. oeucr Brücke 3 iBelntdef Berkel ($16 n wünschen frische Milch-frischcs Fleisch- frische Eier- aber auch frische Margarine. Mit Recht. Denn FRISCHE bedeutet hier alles. Rama im Blauband bietet Ihnen die Gewähr für frische Qualität durch das Datumzeichen auf der Packung. doppeft- so gut* iPfysopfg »ifLaMcÄiK» fcr ftische OudHfl» Bekleidungsstücke, Wüsche usw. Benig getragen« Porvolierpcrtrrobi een MiDionörrn, Aerzten. Anwälten i�obethefl billiee Preise. Emviebl« TeMenmentek. Paletots, ssracks, Sm». kinee, Sekireckenzllae, Selon. Tpert-, Gräpel, e. Gelegenheitskäufe ln neuer Garderode. Weitester Weg lohnend. üethringerstrahe 56, I Trepp«, Rosen. tdaler Platt._* 2eihhan« MeriRpleR 58., Berkau' oo.i -kavalier. Garderode, teils auf Seide, iieckett.. irrack.. Smotinganiiitae, Gadar- dineniäntel. 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