10 Pf. Nr. 582 B 290 46. Jahrgang BERLIN Donnerstag 12. Dezember 1929 CrfcheiuttSslich außerEonutag«. Zugleich Zlbendauegab« de«.Vorwärts'. Bezugsprei« beide Ausgaben SS Pf. pro Woche, 3,60 M. pro Monat. Redaktion und Expedition; BcrlinSW6S,Lindenstr.Z SfiaJau&tfaße Jßh SateigenprekCDie einspaltige Nonpareillezeile 90 Pf., Reklamezeile S M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto: DorwärtS-Verlag G. m. b. H., Berlin Nr. Z7SZ6. Fernsprecher: Dönhoff 292 bU 29? Schacht als �egierungssturzer? Ergebnislose Beratung der Parteiführer im Reichstag. Die Rrise od« der krisenähnUche Zustand, in dem wir un» de- finden, ist letzten Ende, zurückzuführen aus den vom Reichsbank- Präsident Schacht ausgeübten Jinanzdespotismus. der die sojwierige Kassen löge des Reiches dazu benüht. der Reichsregierung und dem Reichstag seine Diktate auszuerlegen. Zm Augenblick wird angeuommeu. daß die kurzfristige Anleihe von 250 Millionen, die das Reich zum Ultimo braucht, kaum zu haben sein wird, wenn oicht der Reichstag zuvor noch nach dem Willen Schachts Steuererhöhungen im Betrage von einigen hundert Millionen beschließt. Daraus«klärt sich die große Roll«, die in diesem Augenblick in den Beratungen der Parteiführer das sogenannte Sofortpro. gramm der Regierung spielt. Die ursprünglich von der Regierung gewünschte mehr oder wenig« platonische Zustimmungs- erklärung des Reichstags zu dem Zinanzprogromm der Regierung dal kein« befand«« Bedeutung. Das sind Zragen, üb« die man mit Sti>isi«ungen und Formulierungen hinwegkommen könnte. Als entscheidend wird die Frirge angesehen, ob der . Reichstag in der nächsten Woche die Beitrags» erhöhung zur Arbeitslosenversicherung und die Erhöhung der Tabaksteuer beschließen wird, oder ob etwas anderes gefunden wird, was an die Stelle dieser gePlanten Verbesserungen der Reichs- einnahmen gefetzt werden könnte. Diese Frage kompliziert sich mm in etwas eigenartig« weise mit d« Frage des Vertrauensvotums. Roch bis gestern schien es. als ob alle Regi«ungparteien bereit wären, der Regie- reng da» vertrauen zu votieren. Reuerdings stellt sich die Volk». Partei al» rabiate Gegnerin einer sofortigen Beitragserhöhung in d« Arbeitslosenversicherung ans den Slandpunkt, daß ein Vertrauensvotum al» Zustimmung zu dies« Beitragserhöhung aufgesaß« werden könnte, daß sie als? nicht in der Lage sei. für ein solches Vertrauensvotum zu stimmen. €t muß sich im Laus der nächsten Stunden od« spätestens de» morgigen Tages zeigen, ob nicht doch noch eine Trennung dies« beiden Materien möglich ist, wie sie der Logik enkspricht. Da alle Regierungsparteien dringend das Bleiben der Regie- rung wünschen, weil keine, wenn sie stürzt, einen Ausweg sieht, ist es auch logisch, wenn ihr alle da» v«trauen votieren. hat die Regierung das Vertrauensvotum de» Reichstage», so mag sie weiter sehen, wie sie sich durchseht, entweder dem Reich»- tag gegenüber, indem sie ihr Sofortprogramm zustande bringt, od« der Flaanzwelt gegenüb«, indem sie die notwendigen Barmittel erhält, für die das Reich angefichl» sein« ungeheuren Linnahmen wahrlich immer noch gut ist. Ob eine Entwirrung der SItuotton noch möglich ist. dafür wird viel von der Rede de» Reichskanzlers abhängen, die man im Reichstag mit ganz außerordentlich« Spannung erwartet. Der Reichssinanzminister wird heute noch nicht sprechen. sondern er st fn der Debatte das Wort ergreisen. Die Parteisührerbesprechung de» vormittags blieben ohne Ergebnis. Die für l2 Uhr mittags angesetzte sozialdemokratische Fraktionesitzung wurde abgesagt. Die Fraktion tritt nach der Regie- rungserklärung Müllers wird« zusammen. � Schaumburg-Qppe. Oer Miniawrstaat. der n cht sterben kann. hannov«. 12. Dezember(Eigenbericht. In der Mittwochsitzung des Schaumburg-Lippischen Landtages kam die Frage des Anschlusses an Preußen wieder zur Sprache. Staatsrat Genosse Lorenz beantwortete eine Anfrage an die Regierung dahin, daß im September diesen Jahres erneut« Be- sprechungen im Preußischen Ministerium des Innern stattgesunden 1 hätten, sie hätten aber noch nicht zu bestimmten Bindungen geführt. Die Schaumburg-Lippische Regierung werde Ansang Januar 1930 dem Landtag«in« Vorlag« zugehen lassen. Die preußische Gesamt- regierung werde sich mit dieser Frage aber erst beschästigen, wenn ein von Aweidrittetn der Abgeordneten unterstützt« Antrag Schaum- tmrg-Lippe vorliegt. Oas Oiätengesetz. Mein Schmerz ist ungeheuer: Auch Lärmen wird jeht teuer 1 Lugendselbstmord. Mit 16 Lahren in den Tod. Heute früh gegen 8 Uhr fand man am Wasserturm aus dem Güterbahnhof Wildpark den Itijährige« Aaufmannslehrling Werner Lemm aus Pots- dam, Werderscher Weg 26, erhängt aus. Ter Ver- storbrne war als Lehrling bei der Firma Bolle in Pots- dam. Blürherplatz, beschäftigt; er sott sich dort ver- schiedene Unregelmäßigkeiten haben zuschulden kommen lassen. Schre�ensherrschast in Kabul. Auch Nadir Khan läßt hinrichten. Peschawar, lZ. Dezember. Zur Unterdrückung einer oppositionellen Bewegung hat Radir Shau eine Strasexpedition in den Rordwestbezirk kohidaman entsandt. 20 Angehörige des Stammes der Kohidaman sollen nach d« Hauptstadt Kabul gebrocht und dort hingerichtet worden sein. Zn der vergangenen Wo6)e sind in Kabul neun Personen hing«ich»et worden, da sie ein Komplott zum Sturze d« Regierung Radir Khans geplant hätten. Llaternehmer machen in Krise. Kampf gegen Sozialismus und wirtschaftliche Oemokraiie. D« Reichsverband d« Deutschen Industrie hat heule seinen Generalongriss aus Regierung. Reichstag und ösfentliche Meinung zur Durchsetzung sein« sinonz- und wirtschastvpolitischen Forderungen in einer Riesenversammlung in der Seala fortgesetzt. Die Keollsche» Festsäle waren für die erschienenen Dreitausend zu klein. Do» Reich war in der Versammlung durch den Reichsauhenmlnister Dr. En et Ins. durch den Reichswirtschastsminisi« Professor Moldenhauer verkreten. preußen durch den Handelsmioist« Dr. Schreiber, außerdem sah man Herrn Ecken«, Dr. Dorp- müller, natürlich h«rn v. Siemens und Herrn v. Raumer. Nur einen sah man noch nicht, aus den die ganze Bersamm- lung, wie selbstverständlich wartete, und sie wartet noch aus ihn in dem Augenblick, wo wir diesen Bericht geben, das ist der Reichs- bantpräsident Dr. Schacht' Sein Erscheinen in diesem iinternehmerparlament, das drei Stunden vor den: Ausainmentritl des Reichstages seine Forderungen noch einmal in die Oessentlichkeit hinaustrug, ist" allerdings überflüssig. 5)?rr Dr. Schacht hat die Hauptarbeit, die sür den Reichsverband der Deutschen Industrie zu machen war, bereits vorher getan. Geheimrat Dulsberg eröffnete kurz nach 10 Uhr die Der- sonnnlung. Zlls er die Gäste begrüßte, begrüßte er auch den Reichs- bonkpräsidenten Dr. Schacht. Aber es war bemerkenswert, daß sich auch ein sehr vernehmliches Zischen in den spontanen Betsall mischt«, der bei der Erwähnung des Namens Schacht in der Versammlung ausbrach. Das gibt es also selbst in einem so hundertprozentig reinen Kapitalisten Parlament, wie es eine Ver- fammlung des Reichsverbandes der Deutschen Industrie darstellt. Herr Dulsberg verwahrte sich dagegen, daß die Arbeit und die Forderungen des Reichsverbandes irgendetwas mit Zweck- Pessimismus oder gar mit K a t ast r o p h e n p o litik zu tun hätten. Allmählich komme in der deutschen Wirtschast und auch in der deutschen Oeffentlichkeit die Einsicht, nachdem der Reichsver- band von 1925 bis 1928 vergeblich gegen die zerstörerische Wirtschafts- und Sozialpolitik sich gewendet habe. Dos Drängen nach einer die Wirtschaft erleichternden und die Kapitalbildung fördernden Reichsfmanzreform habe endlich zu einem Erfolg geführt, zu dessen Herbeiführung auch die heutige Bersamm- lung einberufen worden sei. Herr Dulsberg muß aber zugestehen, vir ladifflausrevoltc von New York. Die Berliner Siromfariie. (Siehe 7, Seite.) daß dies« Versammlung überflüssig gewesen ist. Dos, was aus der presse über die Finanzresorm bekanntgeworden sei, könne der Industrie nicht genügen. Dem Regierungsprogramm der Finanzresorm fehle die große wirtschaslspolitische Linie. Sosorlige hstse sei sür die Wirtschaft notwendig, nicht ein Programm aus die Dauer von süns Jahren. Die Wirtschast sei„am Ende ihrer Kraft"! Reichswirtschastöminister Or. Moldenhauer legte ein offenes Bekenntnis für das kapitalistische System ab. Er stehe nicht auf der Seit« derienige», die glauben, daß die Zeit des freien Unternehmers und des Gewiimstrebens als wichtigster Voraussetzung zum wirtschaftlichen Aufstieg vorüber sei. Aber trotz dieses Bekenntnisies kam der volksparteiliche Minister nicht daran vorbei, daß ohne die Berücksichtigung der Machtverhältnisse nicht regiert werden könne. in dem Wandel der wirtschaftlichen Verhältnisse komme dem sozialen Moment imm« wachsende Bedeutung zu. eine Wirtschaftspolitik, die diese sozialen Momente nicht berück- sichtige, müsse an den dadurch erzeugten Spannungen zerschelle». Freilich dürfe aber auch die Sozialpolitik nicht im luftleeren Raum gemocht werden, sie müsse erfolglos sein, wenn sie die Gesetze der Wirtschaft nicht beachte. Für seine Person stehe und falle er mit dem Finanzprogramm des Kabinetts; wenn dos Programm nicht ganz durchgeführt werde, lehne er die Berontwortung ab. Der Minister fand starken Beifall. Es ist nicht ganz ver- wunderlich, da er gerade dem Präsidenten des Reichsver- bandes durch fein« Tätigkeit mi Aufsichtsrat des I. G.-Farbentrusts bekannt ist und da er auch politisch den Interessen der Schwerindustrie und ihren Zielen nahesteht. Dann ergriff Herr Duisb«g»och einmal dos Wort. Er nagelte den Reichswirtschaftsminister auf dessen Wort fest, daß er Vertreter und Anhänger des kapitalistischen Systems sei. Kr rief dem Minist« zu: Landgraf werde und bleib« hart! Die Parole für diese Tagung der Unternehmer ist damit gegeben. Es geht mit aller Scharfe gegen alles, was Sozialismus, soziale und wirtschaftliche Demokratie heißt. Das kam auch in dem Referat zum Ausdruck, das Dr. M ü l l e r- O e r l i n g h a u s e n über „Wirtschast und Sozialpolitik' hielt. Wenn man den Kapitalismus wolle, so rief er aus, dann mache man ihn ganz ohne Kon:- pro misse. Wolle man aber den Sozialismus, dann mache man auch diesen ganz, und wenn er zum— Bolschewismus sichre! Finanzdiktatur? Die Anträge der Volkspariei im Haupiausschuß. Im Ausschuß für de» ReichshauskM gelangte in der Silzimg vom Donnerstag bet Antrag der Deutschen Lolkspartei. nach dem ein Reichsspartommissar ajs eine der Reichsre- gierung gegenüber selbständige, nur dem Geseg unterworfene oberste Reichsbehörde für die Dauer eingerichtet werden soll, zur Beratung. Als erster Rodner bekämpfte für die sozialdemokratische Fraktion Abg. H e i m a n n den Antrag und bezeichnete zunächst die Ein- bringung hochpolitischer und wichtiger Anträge, die ohne Kenntnis der anderen Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft erfolgt sei, als einen Vorstoß gegen alle geschriebenen und ungeschriebenen Gesetze, die für jode Arbeitsgemeinschask gelten müssen, Die Ablehnung der Anträge selber erfolgt aus oerfaffungsrechUichen praktisch- politischen Gründen. Die Sozialdemokratie prüfe mit größter Sorgfalt jeden Vorschlag, der gemacht werde und der be- zwecke, besonders die Kaffenoerhältnisse zu ordnen, um Gleich- gewicht im ReichshaushaU zu schaffen, da ste wisse, daß nur auf dem Boden solcher Verhältnisse auch die Wirtschaft erstarken und gesun- den könne. Was aber bisher an solchen Borschlägen aufgetaiicht sei, könne nicht ihre Ueberzeugung erschüttern, daß Selb st zucht und Selb st Verantwortung des Parlaments der beste Schutz für eine verantwortungsvolle öffentliche Finanzwirtschaft seien. Unter dem parlamentarischen System, an dem die Partei nicht rütteln fassen werde, gebe es kein besseres Mittel. Die Konstruktion der Stellung des Rcichssparkommissars noch dem voltsparteilichen Antrage würde den Inhaber der Stellung zu einem der mächtigsten Männer in Deutschland und zu dem ■■ Manne machen, der als einziger Mann in Dcukschlond losgelöst von jedem demokratischen Mehrheiiswillen wirken kann. Während Rcichsregicrung und Reichspräsident vom Volke abhängig seien, könnte der Reichsspartommissar tun und lassen, was er wolle, ohne irgendeinem Menschen Rechenschaft zu schulden. Die Anträge seien verfassungsändernd. So unmöglich die Konstruktion, so unmöglich sei auch die Durch- sührung der einzelnen Bestimmungen. Durch sie werde insbesondere der R e i ch s f i n a n z in i n i ft e r gegenüber dem Reichssparkom- missar an Händen und Füßen geknebelt und seine Etol- lirng vollkommen herabgedrückt. Die Sozialdemokratie habe aber schon vor drei Jahren als Oppo- sitlonspartei die Initiative ergriffen, um im Gegenteil die S t« l l u n g d e s F i n a n z m i n i st« r s, der ja für alle sein« poli- tischen Entscheidungen dem Reichstag gegenüber die Verantwortung zu tragen habe, zu stärken und zu festigen. Politisch gesehen könnte die Vermutung nicht abgewiesen werden, daß mit einem so mächtigen Reichssparkommissar ein Instrument zur Ab- drosselung unbequemer Anforderungen geschaffen werden solle. Die kommenden Jahre würden schwer sein, niemand könne sagen, welche Bedürfnisse und neue Anforderungen entstehen könnten, solche Bedürfnisse und Anforderungen würden natürlich auf seilen der unbemiilelten Volkskreise aus kulturellem und sozialem Gebiete auftauchen. Wie schrpff man aber in industriellen Kressen alle solchen etwa auf- tauchenden Bedürfnissen von vornherein entgegenstehe, dasür brauche man ja nur aus die verschiedenen neuesten Auslassungen aller In- dustrieverbändc hinzuweisen. Ein Reichssparkommissar nun, der niemandem verantwortlich und mit größten Machtbefugnissen ausgestattet ist, der vor allen Dingen die eine Aufgabe hat, die Ausgaben herabzudrückcn, der könnte für die Abwehr solcher Anforderungen ein ausgezeichnetes Instrument werden. Nach den Ausführungen des Genossen Heimann nahm der Reichsfinanzminister Hilferding zu einer formulierten Erklärung der Reichsregimmg das Wort, die u. a. folgendes besagt: ' Die Rcichsregierung hat den Reichssparkommissar Dr. S ä m i s ch bei ihrem Dienstantritt dos Vertrauen bestätigt, das ihm die früheren Reichsregierungen ausgesprochen haben. Die Reichsregicrung hat aber gegen den volksparteilichen Antrag grundlegende Bedenken: l. Die Festlegung der Stellung des Reichssparkommissors in einem Gesetz— o» Stelle der jetzigen Richtlinien— erscheint ausgeschlossen, seine Stellung beruht auf einem besonderen Vertrauensverhältnis des zurzeit mit den Geschäften des Reichs- fpartoimnissars beauftragten Herrn Sämifch zum jeweiligen Kabinett. 2. Daraus ergibt sich die Unmöglichkeit des Leios des Reichssparkommissors. Der Reichssparkommissar würde in einen un- hallbaren Gegensatz zum Reichsfinanzminister und zum Kabinett ge- bracht werden. Diese Borschrift würde übrigens auch o e r- fafsunsändernd sein 3. Es erscheint nicht möglich, qulachlliche Aeußerungen des Reichssparkommissars gegenüber der Reichsregierung ohne ihre Zustimmung dem Reichsrat und dem Reichstag vorzulegen. Die Reichsregierung hat aber keine Bedenken, Gutachten des Reichs- sparkommissars. die dieser für geeignet zur Vorlegung au den Reichs- rat un!) den Reichstag erklärt, in geeigneten Fällen dem Reichsrat und dem Reichstag mit einer Stellungnahme der Reichsregierung auch dann vorzulegen, wenn diese einen ob- weichenden Standpunkt gegenüber den Darlegungen des Reichzspar- kommissars vertritt. 4. Die Reichsregierung hat aber beschlossen, daß der Reichs- finanzminister in Fällen von besonderer Bedeulung zur Genehmigung von Haushallsüberschreitungen und außerplanmäßigen Aus- gaben den Reichssparkommissar hören wird Nach einer längeren Erwiderung des Abg. Dr. C r« m e r (D. Vp.) mußte die Fortführung der Beratung wegen des Beginns der Fraktionssitzuugen auf morgen verschoben werden. Bayerische Lufilz. Der Nährboden für die Hitlerpflanzen. Der sozialdemokratisch« Nürnberger Stadtrat, Iüstizrat Dr. Wax S ii ß h e i m, gab der Bereinigung sozialdemokratischer Juristen ein erschütterndes Bild der Justiz in Bayern von heute. Die baye- rische Regierungskoalition aus der Bayerischen Volkspariei, dem Bayerischen Bauernbund und den Deutschnationalen hat die Recht- sprechung parteipolitisch beeinflußt und ostmols festgelegt. Deshalb wurde Herr v. Kohr, Hochverräter wie Hitler und Ludendorff, Präsident des Bayerischen Bcrwaltungsgerichts, der rechtsradikale Pusschift Dr. Roth wurde fein Staatsanwalt. Hitler sprach es immer offen aus, daß er seine Gewalt der Gewalt des Staates gegenübersetze, und der damalige Generalstaatskominissar v. Kohr nahm an den Borberatungen für dies« Gewaltanwendung teil, zusammen mit dem Kapitän Ehrhardt, gegen den ein Steckbrief des Reichsgerichts wegen 5)ochoerrats und Anstistung zum Meineid vorlog. Nachdem der Hochverräter v. Kohr die Hochverräter um Hitler verraten hatte, kam der Hiller-Prozeß, die traurigste Iustizkomödie. die sich denken läßt, mit ihren lächerlichen Verurteilungen: dem General Lud« Udorfs waren die Fragen, die der Vorsitzende an ihn stellen wollte, von diesem einen Tag vor der Vernehmung zu- geleitet worden. Gegen Menschen, die Stadträt« verhaftet und miß- handelt hatten, erlitten für fünf Sechstel der Strafe Bcwährungs- frist. Ein Mann, der 38 000 M. widerrechtlich genommen hatte, erhielt volle Bewährungsfrist wegen ehrenhafter Gesinnung. Ja, ehrenhafte Gesinnnung wurde auch einem Menschen bescheinigt, der wegen gemeinen Straßenraubs schwer vorbestraft war. Dafür wurde gegen linksstehende Arbeiter, die sich in Notwehr gegen den Terror der Hakenkreuzler schützten, mit den strengsten Strafen unter Verweigerung jeglicher Bewährungsfrist vorgegangen. Hitler selbst dagegen, der schon 1922 bei einer Strafe von drei Monaten Gefäng- ni» wegen Landfriedensbruchs Bewährungsfrist erhalten hatte, erhielt wiederum Bewährungsfrist nach dem Hochverrat vom 9. November 1923 nach Verbüßung einer kurzen Festungshaft. Beleidigungen gegen die Republik, die Verfassung, die Reichs- färben, gegen Ebert, Rathenau oder andere republikanische Würden- träger werben unter Zubilligung ehrenhafter Gesinnung so gut wie nicht bestraft. Wie toll es bei der bayerischen Justiz zugeht, zeigen die Beleidigungsprozesse des Nürnberger Oberbürgermeisters Dr. Luppe gegen den völkischen Agitator Streicher. Während Hit- lcr in diesem Prozeß eine zweistündige politisch« Propagandarede halten durfte, wurde der Oberbürgermeister fast bei seder seiner Aussagen von einem Beisitzer mif die Heiligkeit des Eides hinge- wiesen. Bei Beleidigungsklagen gegen Rechtsraditäle wird fast immer der§ 193 sWahrung berechtigter Interessen) angewandt. Wenn aber ein sozialdemokratischer Redakteur es geißelt, daß in einer baye- rischen Firma Arbeiterinnen 3 Pf. Stundenlohn erhalten, wird er wegen formaler Beleidigungen hoch bestrast. Biete bayerische Richter leiden gewiß selbst unter diesen Zuständen, aber der böswillige Terror und die Sorge um Amt und Brot zwingen sie, still zu sein. Streben wir nach Verreichlichung der Justiz, sorgen wir für einen gesunden akademischen Nachwuchs, kämpfen wir weiter um die politische Macht, dann können wir hoffei', die Zustände zu bessern! Mit einer anregenden Diskussson, in der sich Rcichatagsabgeord- ncter Dr. Rosenfcld sür die volle Wietereinsühruug der Schwur- aerichte lebhaft einsetzte, schloß der imercssante Abend. Ordnung in der Notgemeinschast. Eingreifen des Neichsinaenministers. Reichsminister Seoering hat Maßnahmen ergriffen, um die Verwaltung der Notgemeinschaftder deutschenWissen- s ch a f t zu reformieren. Es sind in der letzten Zeit mehrere Fälle bekannt geworden, daß die Notgemeinschast antirepublikanischc und hetzerische Publikationen unterstützt Hot. Wir haben heute morgen den Fall des Herrn Ludwig S ch e m a n n mitgeteilt. Diesem Fall wird vom Reichsinnen- Ministerium bereits mft Beschleunigung nochgegangen, er hat Anlaß dazu gegeben, daß das Reichsinnenministerium die Notgemeinschast noch einmal nachdrücklichst aus die Konsequenzen dieser Praxis auf- rnerksam gemacht hat. Die Notgemeinschast hat sich inzwischen damit cinverstailden erklären müssen, daß ein Drittel der Mttglieder des Berwaltungs- ausschusses künftig vom Reichsinnenminister ernannt wird. Londoner Diskont. Auf 5 pro, herabgesetzt. London. 12. Dezember. Di« Bank von England hat ihren Diskontsatz um H Proz. von Si« auf 5 Proz. ermäßigt. Die Not der Länder. Einstellungs- und Beförderuagssperre in der heWha» Verwaltung. Darmstadt. 12. Dezember.' Den hessischen Beamtenorganisationen wird von folgendem Be- schluß des hessischen Gesamtministeriums Kenntnis gegeben: Bis zur Beschlußfassung über jene Notmaßnahmen, die wegen der un- günstigen Finanzlag«des Staates vorgesehen werden müssen, sollen alle Anstellungen und Beförderungen hessischer Staatsbeamter unterbleiben. Die Be- tufung von Professoren an die hessischen Hochschulen wird dadurch nicht ausgeschlossen. Auch können mft Zustimmung des Gesamt- Ministeriums Stellen von Amtsleftern und sonstige singulare Stellen besetzt werden, wenn besondere Gründe es ausnahmsweise notwendig machen. Durch diesen Beschluß werden Aufrückungen in höhere Gehaltsgruppen vorläufig unterbleiben. Das in der Besollmngsord- nung vorgesehene Ausrücken von emzelnen Stufen und Gehaltsgruppen nach Dienfffahren wird jedoch davon nicht berührt. Kredit Parker Gilberts an das Reich? Um Stundung von 150 Millionen Neparationsuberfchuß. Die Börsengerüchte, die von eurem Zwischenkrodft des Reparationsagenten Parter Gilbert an dos Reich über Iahvesendc in Höhe von 3S0 Millionen wissen wollten, werden jetzt von zuständiger Stell« dementiert. Dagegen ist es zutveffend, daß zurzeit Verhandlungen mft dem Reporattonsagenten wegen Verlängerung der bisher dem Reich gewährten Kredfte, die am Jahresende fällig werden, laufen. Während es sich hierbei um«ine Summe von rund 86 Millionen handelt, ist das Reichsfinanzminffterium zugleich bemüht, auch für die Dezemberüberschüsfe des Reparatumsagenten eine Stundung zu erhatten, so daß sich als Gesamtsumme ein Kredit des Reparationsageiften an das Reich in Höhe von rund 150 Millionen ergeben würde, lieber das Ergebnis dieser Verhandlungen ist bisher nach nichts bekannt. Oeulschland— Oeutsthösterreich. Frage im Untekhaus und Aeußerung Schobers. London, 12. Dezember. An den Außenminister wurde im Unterhaus die Frag« gerichtet, ob die Regierung eine Mitteilung hinsichtlich des Anschlusses Oesterreichs an Deutschland erhallen habe. Henderson verneinte: keiner der beiden Staaten habe eine derartige Mitteilung gemacht. Auf weitere Fragen, ob die brftische Regierung«inen Einwand gegen eine solche Vereinigung erhebe und ob sie die beiden Re gicrungen ihre Angelegenheiten regeln lassen werde, erfolgte kein« Antwort. Was der Bundeskanzler sagt. pari». 12. Dezember. Der Wiener Sonderberichterstatter des„Echo de Paris* gibt folgende Aeußerungen des Bundeskanzlers Schober wiede»: Ich kenne die internationalen Widerstände, die in der Anschlußfrage be- stehen. Aber wenn Sie die Geschichte und die Entwicklung des öfter- reichischen Bundesstaates betrachten, wem, Sie sich crmnern, wie zögernd und langsam die Mächt« ihm chr unerläßlich« Hilfe gewährt haben, wenn Sie überdies die bisher unfrucht- bar gebliebenen Bemühungen des Völkerbundes und seines Wirtschaftsiomitees zur Beseitigung der„Autarkie*(wirtschaftliche Absperrung) in Europa erwägen, werden Sie die Element« finden, die, abgesehen von den natürlichen nationalen E in p f i n- düngen, die Anschlußbewegung hervorgebracht haben. Die offizielle österreichische Politik erkennt die Verpflichtungen aus deij Friedensverträgen an und weiß, daß das Anschlußproblem nicht aktuell ist. Sensationsprozeß in Sicht. Losdon. 12. Dezember. Das konservative Seirsationsblatt„Daily Mail" berichtet in größter Aufmachung, daß in England demnächst ein polittscher Prozeß bevorstehe, in dem es sich um einen Streit wegen eines großen Geldbetrages handle, der im Auftrag- einer politischen Partei von einer Person an eine andere gezahlt wurde und dessen Rückerstattung nun gefordert werde. 31 Gistmörderinnen vor Gericht. Massenmorde an Gatten, Eltern und Liebhabern. Heute beginnt vor dem Gerichtehofe in S z o l n o k(Ungarn) ein Monsterprozeß, der wohl in der Geschichte der gesamten Kriminalistik kein Gegenstück Hai. Die verbrechen, die im Lause der Verhandlung zur Erörterung kommen werden, sind so grauenhast, mit so»euslischem Raffinement verübt, daß sie dem kultivierten Europäer einfach unsaß. bar scheinen und wohl nur in dem eigenartigen Milieu, in dem sie spielen, ihre Erklärung finden können. An Umfang und Verworfenheit können sie vielleicht nur noch mit den massenhosten Giftmorden der Vorgia-Epoche Italiens verglichen werden. Der H a u p t s ch a u p l a tz der furchtbaren Taten, die der An- klage zugrunde liegen, sst ein großes, 14egabt war: nicht nur die primitiven Dorfbewohner, sondern auch intelligente Personen. die mit ihr in Berührung kamen, gerieten unter ihren Einfluß. Sic konnte all« Sorgen und Lechen der Dorfbewohner und erfreute sich unter ihnen sogar ziemlicher Beliebtheit. Gegen Kugel und Gericht gefeit. Noch ein Umstand war es, der die„Tante Susi", wie sie im Orte allgemein genannt wurde, zu einer fast legendären Gestalt stempelte. Sie war nicht weniger als neunmal wegen Kindes- abtreibung angeklagt, kam aber jedesmal frei. Eines Tages verschwand die frühere Hebamme des Dorfes, die der Olah feindselig gesinnt war, spurlos. Man munkelte, daß si« vyn der jüngeren Konkurrentin beseitigt worden sei. Sch'ießlich wurde der Hebamme di« Sache doch zu gefährlich und sie kam auf«in« neue Idee. Wozu die Friccht-ibtreibiingen, wenn die Sache sich auf andere Weis«' viel uncmfsälliger und ungefährlicher maßen ließ. So be- gann„Tante Susi" ihr neues Handwerk: die Kinde rvergiflungen. Kaum war ein Säugling zur Welt gekommen, als er auch schon statt der Muttermilch das tödliche Gift eingeflößt erhielt. Sang- und klanglos wurde die kleine Leiche verscharrt und niemand fiel es ein, an einen unnatürlichen Tod zu glauben. „Tante Susi" arbeitet« ausschließlich mit Arfc». das sie aus — Fliegenpopier gewann. Sie wußte genau, welche Dosen zur Tötung eines Menschen nötig waren. Sie beschränkte sich nämlich nicht nur aus die Beseitigung von Säuglingen, sondern stand auch in jeder anderen Hinsicht den Frauen des Dorfes mit Rat und Tat zur Seit« und ihr Rat wurde sehr oft benötigt: wenn es. galt, den rabiaten Gatten zu beseillgea oder den Maua, der ihren Liobesdurft nicht mehr stillen tonnte, wenn man sich der lästigen Eltern ent- lcdigen wollt«. Hundert bis fünfhundert Pengö betrug die Taxe vir eine tödliche Dosis Gift, je nach den Vcrmögenzverhältmsicn der Abnehmer. Das Geschäft blühte und Susi Olah fand auch bald Nal'ahnrcrinncn, di« lelibstänhtg Gift erzeugten, sie im Preis« unter- boten und von ihr als„Schmutzkonkurrenz" bezeichnet wurden. Manchmal wurde das Gift sogar umsonst, aus bloßer Gefälligkeit hergegeben. Allerdings hatte der ärmere Teil der Bevölkerung hierfür wenig Intereste,— dort hatten die Frauen woüer Ausficht auf Erbschaft, noch cnis einen svngcrcn, gewöhnlich bezahlten Lieb- Haber. wie tonnten die zahllosen Mordtaten solange unentdeckt bleiben? Schon di« Art der Totenbeschau in Nagyreo begünstigt« die Tätigkeit der Giftmischerinnen in hohem Maße. Der Totenbeschauer ist in seinem Zioilberuf Glöckner der Dorfkirch? und nebftbei Schwiegersohn der Susi Olah. Er hatte einmal«inen Totenbeschauer- kn'-sus durchgemacht und seine Diagnose bestand darin, dem Der- starbenen ein« Feder vor den Mund zu halten und ihn dann eimach für tot zu erklären. Als Todesursache wurde auch in ollen Gift- mordsällen irgendeine gewöhnliche Erkranbung angegeben, Lungen- entziindung, Herzschlag oder einfach Altersschwäche(letztere auch bei Männcrm die noch im besten Alter standen. Als die Staatsanwaltschaft später durch anonyme Briefe auf die Spur der Giftmorde gestoßen wurde, bildeten diese Befunde des Totenbeschau ers em wichtiges Beweisstück. Man nahm den betreffenden Fall vor, los, daß Herr Soundso an Bronchiris oder Altervschwächc gestorben war und fand kein« Gelegenheit zum Einschreiten. Ouesterberg begründet das Republikfchuhgeseh Wüste Beschimpfungen gegen Severins Köln. 12. Dezember.(Eigenbericht.) Der bekannte Masor Duesterberg aus Halle, der zweite Borsitzende des Stahlhelms, erging sich am Miitwoch abend in einer Versammlung in Köln, die sich mit dem Bolksentscheid beschäftigte, in den wüstesten Schmähungen gegen die Deiüfche Republik und gegen den Reichsinnenminister Seoering. Der Lebensinhalt des heutigen neuen Staates sei Gottesleug- n u n g, Feigheit und Landesverrat. Dieses System zu bekämpfen und zu verhindern,' sei die Aufgabe der Nationalisten. Seoering habe setzt wieder ein MauUorbgesctz«ingebracht, das alles bis jetzt Dagewesene überbietet. Seoering wolle damit einen Radikalismus zwingen, dem er selbst einst gehuldigt habe. Deshalb müsse Seoering mit einem alten Säufer verglichen werden, der über die Trinkunsittcn der Jugendlichen sich aufregt. Severins habe mit einer wüsten Demagogie di« niedrigsten Instinkte im Volk wach- gerufen. Nicht die Nationalsozialisten und die Stahlhelmer. sondern 'die Umstürzler vom Jahr« 1918 hätten das größte Aerbrechen de. gangen. Zu dem§ 1 des Volksbegehrens sagte Duesterberg-„Wir haben diesen Paragraphen mit Absicht in das Dolksbegehren aufge- nommen. damit dl« Minister da» in die Knochen bekämen, was man Eharatterfestigkett nennt.- Hilferding nannte er den galt- zischen Medizinmann au- Wien. Wetter für verlin und Umgegend: Immer noch unbeständig und ziemlich kühl mit einzelnen Schauern, frische West- bis Nordwest- winde.— Für Deutschland: Kühler und allgemein unbeständig. namentlich im Süden noch Niederschläge. Das Raum- und Aetherproblem. -Vortrag von Albert Einstetu Die großen entscheidenden Anstöße zur Umgestaltung der grund- legenden Anschauungen uns«r«r Welt- und Roumauffassüng sind von den exakten Naturwissenschaften ausgegangen. Als Kopernikus di« Erde aus dem Mittelpunkt der Welt rückte, sie um di« Soime herumführte und dabei doch um sich selbst drehen ließ, bedeutet« dos«ine so gewaltige Umwälzung der Anschauungen, daß wir sie uns heute kaum noch klar zum Bewußtsein bringen können, noch- dem sie die gewohnte Anschauung geworden ist. In djr Tat war es eine ganz ungeheuerlich« Zumutung,«ine bestimmte Richtung, etwa die Senkrechte oder Horizontale, nicht mehr als eine absolut feststehende Richtung, sondern als ständig wechselnd anzunehmen. Die Umwälzung der Raumanschauung, welche in unseren Togen als Folge der Relativitätslehre von uns verlangt wird, stellt an unser Abstraktionsvermögen wohl noch größere Anforderungen, und wohl nur sehr wenige Menschen haben sich bereits dazu durch- gerungen. Aber während die Verbreiter dar Koperrntanischen Lehre verketzert und mit dem Bann belegt wurden, wird die Relakioitäts- lehre im allgemeinen auch von denen, die sie nicht verstehen und ihren Ausführungen nicht zu folgen vermögen, als etwas Gewaltiges hingenommen und ihr Berküirder respektvoll angehört. Die wüsten Schimpfereien über sie als einer„jüdischen Irrlehre" sind ver- stmmnt, und als Einstein im Hornock-Hause der Koiser-Wil- helm-Gesellschoft über ihr« Raumanschawmg sprach, war der große Saal von einer mehrere Hunderte betragenden Menge überfüllt, die seinen Worten andächtig lauschte, obwohl sicherlich noch nicht zehn Prozent klar erkannt hatten, um was es sich dabei handelte, und von diesen au6> nur der kleinste Teil dem Vortrage völlig zu folgen vermochte. Einstein betonte, daß unsere Begriss«, wenn sie auch freie Gebilde sind, doch immer in Beziehung zu unseren erfahrungs- mäßigen Erlebnisinhalte» stehen und durch sie erst angeregt und hervorgerufen werden. Zur Vorstellung des Raumes konnten die Menschen erst gelangen, nachdem sie die Vorstellung einer Außenwelt und den Begriff der Körper gebildet hakten. Die gegen- seitige Lagerung der Körper spielte eine wichtige Rolle, und der Begriff des Zwischenraumes war sicherlich dem Begriff des Raumes gegenüber der frühere und primäre. Der Begriff des räumlichen Kontjnuums ist der gesamten griechischen Aiathematit noch voll- ständig fremd und erst durch Descartes' Schöpfung der analytischen Geometrie in die Mathematik eingeführt worden, eine Leistung, di« gar nicht hoch genug gewertet werden kann. Durch sie ist erst die Mechanik Newtons möglich geworden, in welcher der Raum als «in reales physikalisches Gebilde aufgefaßt wurde, gleichsam als das grenzenlose, ewig unveränderlich« Gefäß alles Geschehens, das durch die Geschehnisse selbst in keiner Weise beeinflußt und verändert werden kann. Als man im 19. Jahrhundert die Wellennatur des Lüchtes erkannt hatte, kam der Begriff des A e t h c r s als des Trägers bin Lichtschwingungen hinzu. Dann führten die elektromagnetischen Erscheinungen zur Einführung des Feldbcgriffes. Zwar sollten auch diese Erscheinungen vom Aether getragen sein, aber sicherlich stellten sie keine mechanischen Zustande des Aechers dar, sondern die elektro- magnetischen Felder bildeten Grundwcsenheüen des Aechers von nicht mcchamschcr Natur. Durch diese Felder mußte Newtons Raumbcgriff, der von ihm ausgestellte Rohmen olles Geschehens. gesprengt werden. Als dann Lorentz durch olle elektromagnetischen Tatsachen zu der Annahme gezwungen wurde, daß der überall im Räume vorhandene Aether überall auch vollständig in Ruhe sei, hätte es eigentlich nahegelegen. Aecher und Raum für identisch zu erklären. Daß es nicht geschah, lag nur an dem Dorurieil, daß man den Raum als unbecinflußbar und unveränderlich ansah. Die Relativitätstheorie Hot mit diesem Vorurteil gebrochen, sie wurde durch die Tatsache der Lichtausbreitung dazu gezwungen, Raum und Zeit zu einem einheitlichen vierdimcnsionalen Kontinuum zu ver- schmelzen. In der weiteren Folge wurde man bei dem Bemühen, die clcktroinagnetischen Felder und die Gravitation(Schwere) unter einheitlichen Gesichtspunkten zu begreifen, zu der Annahme geführt, daß der Raum keine unveränderliche Struktur hat(wodurch er seinen absoluten Charakter völlig verlor), sondern Veränderlichkeit und Beeinflußbarkeit durch das materielle Geschehen wurden als seine cigcntlichftc Eigenschaft erkamrt. Der Raum ist dadurch dem Feld vollständig analog geworden, und Raum und Aether als getrennte Begriffe find von selbst aufgehoben. In der letzten Zeit scheint es auch gelungen zu fem, die Gesetze dieser Raumstruktur aufzufinden. Die Zuhörerschaft stand offensichtlich unter dem Eindruck, auch bei dem, warin sie nickst zu folgen vermochte— gänzlich ist das nur demjenigen möglich, der sich bereits mit den Gedankengängen der Relativitätstlstorie vertraut gemacht lzat—, den Ausführungen eines bedeutsamen und bahnbrechenden Geistes gelauscht zu haben. Or. Bruno Bordiardt. „Oer Schrecken von piccadilly." Marmorhaus. Diese Uraufführung ermöglicht interessante Beirachlungcui darüber, wie die einzelnen Filmindustrien die Kombinationsgobe cmes Edgar Wallacc ausnutzen. Die Deutschen gebrauchten sie, um für eine Schauspielerin eine Bombenrolle zu bekommen. Die Eng- länder erschlugen durch ihr« veraltete Methode ein modernes Kriminalstück und die Amerikaner filmen unter der Denis« „Spannung ouf jeden Fall". Der Regisseur Roy del Ruth«rteill tatsächlich mehrere Szenen. Unterricht in Grufelwirkung für Berlin« Nachtgespenster. Er arbeitet mit ziemlichem Raffinement. Er benutzt unheimlich wirkendes Halbdunkel, er bringt irritierende Unruhe in die Bilder durch .« flackerndes Kaminfeuer, und dem verstorbenen Leni scheint er die sMuerliche Wirkung von Möbelstücken abgesehen zu haben. Empfind famc Menschen werden nahezu auf die Fester gespannt, bevor der junge Detektiv in der Roll« des hormlosen Betrunkenen den Schwer- Verbrecher zur Streck« bringt. Die Masten der Schauspieler sind aufs sorgfästigste ausgesucht. Die Darsteller fügen sich gut dem geschlossenen Ensemblespiel. Ost ist der Film so derb, daß er zur Parodie aus Edgar Wollace selbst wird. Und das Gute ist, daß man ihn mcht ernst nehmen, sondern nur als Förderer einer Allotriastimmung werten kann. e. b. Wandel des Maugfiuns. Prof Sachs>m Zentralinstttvt für Erziehung und llnierricht In der Rdusikobteilung des Zentralinstituts für Erziehung und Unterricht sprach Prof. Dr. Kurt Sachs über„Entwicklung des K l a n g s i n n e s". Er schilderte, wie bis zrnn 16. Jahr- lstmdert der klanglichen Eigenart des Instrument» kein« Bedeutung zugemessen wurde. Man spielte dieselbe Komposition in der ver- schiedenartigstsn Stimmenoertcilung. Dann plötzlich wuvde es anders. Es entsteht«in Klangideol, dos man zu erreichen strebt. Das führt in Italien zur völligen Mschaffung der Bläser und weit- gehender Ausgestaltung der Streichinstrument«, in Deutschland und Frankreich zur Entwicklung und Nouersindung von Blas- instrumenten. Die Musik wird wuchtig, pathetisch. Ich-fremd. Bis dann eine Wandlung eintritt, die im Schaffen Bachs schon recht deutlich wird. Bach hat die gewaltige-X-Moll- Messe geschrieben, die die Einzelprönlicksteit völlig im All auflöst— und er schuf die Matthäus- Paiston mit seinen sehr subjektiv betonten Arien. Seit der Französifchen Revolution machte sich in der Musik die große Pathetik breit, die schließlich über Wagner zu den Wagner�pigonen führte: Das Pathos drückt sich bei ihnen durch eine schwulstige Dickflüfsigkeit aus, durch sine Steigerung des Ausdrucks ohne innere Notwendigkeit. Prof. Sachs glaubt, daß die Gegenwart wieder einer neuen Klarheit,«wer neuen Klangreinheit zustrebt, was sich seiner Ansicht nach mit am deutlichsten im modernen Orgelbau ankündigt.!5*. Konzert des X1L Bezirks in Treptow. Die Bereinigung verschiedener Chöre zu Gruppen dringt bei den Bezirksfesten immer mehr durch. Die großen Erfolge dieser Neuerung werden nicht ausbleiben Die Vortragsfolge im„Spree- garten" in Treptow war ein Tendenzprogromm. wic es sich in seiner Schwierigkeit, auch für den Hörer, und seinem Edelgehall früher nur einzeln« Clitechöre hätten leisten können. Nur sollten unser« Neuländer nicht geradezu jeder Songlichksit und Natürlichke't aus dem Wege gehen. Da» hat mit dem modernen, an sich wohl- berechtigten Stil nicht das geringste zu tun. Ein rühmliches Beispiel dafür das„Arbeiterlied" von Klaus Pringsheim. Daß ein so routinierter, di« Gesangskultur sein« Chör« aufs feinste pflegender, wenn auch diesmal etwas irritierter Dirigent wie Bezirkschor- meiste? Waller P o a s derartig abseitig und geschraubt schreibt (dazu offensichtlich ohne eigentlichen Inneren Drang!), wie in seinen beiden Chören„Aufruf" und„Das rot« Lied der Freiheil", ist ge- radezst unerfindlich. Andere Hervorrageode Dirigenten wie Ludwig B e l i tz c r und Siegfried Günther, der diesmal besonders an- genehm überraschte, hatten mit anerkannten großen Ehorwerken von S ch e r ch c n und Eschbach weit dankbarere Aufgaben ge- wähst. Wo einige Mittelmäßigkeit sich zeigte, da sei des idealen Strebens wegen«in Auge zugedrückt, zumal es sich um Dirigenten Handell, die mst allen, billigere» Werken recht gut glänzen könnten. Di« Rezitatorin Martha John, die ihre Vortragsfoig« vielleicht etwas zu einseitig auf nur„Kamps" eingestellt hatte, wußte Immer- hin mst zündender, hinreißender Kraft die Zu Höver in helle Begeiste- rung zu versetzen. R M. „Oer geheimmsvotte Trompeter." Uraufführung in Frauffort a. M. Das Kulturtartell der modernen Arbeiter- bcwegung Frankfurt o. M., dos unter der Leitung des Genossen Broßwitz steht, stellt bereits fast Jahren alle künstlerischen 'Beranstallungcn der Frankfurter Arbeiterchör« unter seinen Schutz- Mit dem„Balkschor Westend", der mst diesem Konzert sein Ajährigcs Bestehen feierte, bracht« Dr. Ehvenreich dieser Tage«in Werk von Ottmar Gerster zur Uraufführung:„Der gehcimnis- volle Trompeter", Dichtung von Walt Whitmann. Diese Kantate(für drei Solostimmen, gemischten Chor und kleines Orchester) erweist aufs neu« die starke Begabung des Kvmpo- nisten, der mst knappen Mitteln überaus starke Ehvr- und Orchesterwirkungcn zu erzielen weiß. Ottmar Gerstcr zeigte in der Wahl dieser Dichtung, die.dem Musiker entgegenkommt, eine glückliche Hand. Frisch zupackend, hält er das Trompetensignol des geheimnisvollen Musikanten, das die Dichtung und die Partitur durchzieht, und entwickelt au» ihm auch musikalisch den Ausbau des Werlos, das ihm in seiner Per- herrlichung der Liebe, dem.„Herztakt des Alls" Gelegenheit zu ver- innerlichtcm Musizieren und Zserwcilen gibt. Ein« interesiantc Partitur, ei» stltsames, überaus reizvolles Werk, das von Chor und Hörerschaft erarbeitet werden will, wemi ihm auch vorerst vielleicht noch nicht die Verbreitung beschieden sein dürft«, di« dos .Lied vom Arbsstsmonn" fand,, das nach seiner zweimaligen Dar- bietung in Frankfurt o. M., in Mainz, Chemnitz und Markranstädt (Doppelausführung) zu Gehör kam(weitere Aufführungen stehen in Leipzig, Esten und Düstelborf bevor), doch seinen Weg nehmen wird.— W Zoomw Gcorgl und Harald kreutzderg haben mit ihren elften Tanzabenden in Amerika einen sensationellen Erfolg gehabt. Der deutsch« Botschafter von Tirpitz veranstallete zu Ehren des Künstler- paares in Washington einen großen Ernpsng. zu dem Einladungen an alle prominenten Persönlichkeiten der Kunstwelt und an das Diplomatisch« Corps ergangen waren. Boonne Georgi und Harald Ärcutzberg können auf Grund ihrer großen New-Porker Erfolge ihre Tournee bis Mexiko und Californien ausdehnen. Volkszählung in den verewigte», Staaten. Die Lorbereitungen für die neue amerikanische Volkszählung sind bereits im Gange, da- mit am 1. April des nächsten Jahres die 106 006 Zähler ausgeschickt werden können, di« den 120 Millionen Einwohnern der Vereinigten Staaten eine große Menge Fragen vorlegen sollen. Die Bolls- Zählung soll die vollständigste Ausnahme einer Bevölkerung werdcn. die bisher überhaupt vorgenommen worden fft, und es wird Aus kunst über Alter, Geschlecht, Abstammung. Hausbesitz. Grundbesitz sowie über all« geschäftlichen Angelegenheiten verlangt. Dafür wird aber auch die strengst« Verschwiegenhest zugesichert, und jeder Zähler ist durch einen Eid verpflichtet, alles für sich zu beHallen, was er hört. Die Erhebungen bleiben in der Hand der Regierung und werden niemals vollständig bekanntgegeben werden. Das ganze Zähwngegeschäft soll innerhalb 30 Tagen vollendet sein, und zur Ordnung der Zählerkarten werden Maschinen oerwendet, die v einem Tag 125000 Karten klassifizieren. Heinrich INaon liest n»««iyrncii> am It.. i7 Ilhi. in�der.dum« lloldi-Billa, Fasanelislr. Ä, auf eincni von der Iliirrnalionaleli Sludenlen- vereinigung veranstalteten Internationalen Tee. Karten in der Humbold' Btita ja hÄbur. Leihnachtsaussperrung? 7500 fchlcflfche Steinarbeiter ausgesperrt. Liegruh. 12. Dezember.(Eigenbericht.) ■Jn bec schlesischen Steinindustrie herrscht eine katastrophale ..beitslostgkeit. Es war vorauszusehen, daß bis Unternehmer sich diese für Lohnbruck besonders geeignete Zeit nicht entgehen lassen würden. Seit Monaten wird verhandelt um die in der Spitze 86 Pf. betragenden Elendsstundenlohnc zu erhöhen. Eine Einigung war nicht zu erzielen. Nun soll kurz vor den Feiertagen die Aus- f p e r r u n g die Arbeiter zur Verlängerung der bisherigen unzureichenden Löhne zwingen. Betroffen werden 7Z06 Mann. Der Schlefifchc Steinindustrieverband teilte am Mittwoch der Gauleitung de» Zentralverbandes der Steinarbeiter mit. bah ber Unternehmer- verband beschlossen habe, am 14. b. M. den noch im Betrieb be- sindlichen Arbeitern durch Aushang bekannt zu geben, daß sie ob 28. d. M. restlos ausgesperrt werden. Auf die Mitteilung, bah die Arbeitnehmer zwecks friedlicher Lösung der Differenzen den staatlichen Schlichtungsausschuh angerufen haben, wurde nicht weiter reagiert. Den vielen Still- legungsanzeigcn bzw. Verhandlungen scheinen demnach auher der Absatzstockung noch die jetzt zur Ausführung kommenden Absichten zugrunde gelegen zu haben. Weihnachten als Fest der Aussperrung! Mchr Rücksichts losig. kcit war nicht zu erwarten. Die Steinarbeiter Schlesiens werden sich ihrer Haut zu wehren und die Brutalität der Unternehmer zu merken wissen. „Massenversammlung." Zwei pro Mille der Knorr-Vremse für die KPO. Am Mittwoch stieg die grohc Versammbmg der KPD. für die Änorr-Bremse. Pier„Kanonen" waren aufgeboten, Gaschke, Merker, Göhl und E l y a h. Dieses Massenaufgebot von kom- muniflifchen Rednern und Führern hatte die zu erwartende Wir- kling, von zgoo Mann Belegschaft waren genau 15 Personen an- wesend, die durch Betriebsfremd« auf etwa 45 Personen „verstärkt" wurden. Ganz richtig bemerkt die„Rote Fahne":„Die Derfammlung war ein charakteristischer Ausdruck der im Betrieb herrschenden glänzenden Stimmung." Die Stimmung ist so glänzend, dah der kommunistische Zellenobmann seinen Austritt aus der SPD. erklärte. Die„Rote Fahne" sucht durch die Massivität ihrer Lügen die fehlenden Massen zu ersetzen. Es verlohnt sich eigentlich nicht. darauf noch weiter einzugehen. Zunächst fei festgestellt, dah es gelogen ist, wenn das Bolschewistenblatt behauptet, die acht Kandidaten der KPD. wären sämtlich gemahregelt worden. Von den acht wurden vier entlassen. Durch Verhandlungen des Betriebs- ratsoorsitzenden Genossen Ring mit der Direktion wurden zwei Entlassungen wieder zurückgenommen. Gegen die Entlassung der andern zwei hat der Betriebsrat Einsprach erhoben, so dah die Eirtlastenen beim Arbeitsgericht Klage einreichen können. Bemerkenswert ist, daß zwei der Entlastenen die Aus- gletckzsquittung unterschrieben haben uird somit sich von vornherein aster Rechte begeben haben. Das sind nun die Leute, die im Auftrag der KPD. die Interessen der Belegschaft wahrnehmen sollen, aber die einfachsten Bestimmungen nicht kennen! Im übrigen ist die Behauptung von der Denunziation durch unfern Genossen I a n i t s ch k e zu dumm, um auch von den noch eingeschriebenen Mitgliedern der KPD. in der Knorr-Bremse für ernst genommen zu werden. Ianitschke war als Vorsitzender des Wahlvorstandes verpflichtet, nachzuprüfen, ob die vorgajchla. genen Kandidaten den Anforderungen des Betriebsrätegejetzes ent- sprechen. Diese Nachprüfungspflicht wurde von ihm selbst im Bureau für Arbeitsangelegenheiten genau so wie für alle an- deren Listen vorgenonunen. Die Liste hat Genosie Ianitschke nicht aus der band gegeben. Di« Kündigungen er- folgten nicht um 11 Uhr, sondern nachmittags gegen 3 Uhr. Die Namen der Kandidaten mußten der Direktion sowieso bekannt werden, da die Kandidatenlisten im Betrieb ausgehängt werden müssen. Wir wiederholen: Wenn die KPD. wissen will, wieso die Direktion ani Freitag früh bereits die Namen der kommunistischen Kandidaten kennen konnte, dann soll sie sich einmal die Mit- glieder der Zelle genau ansehen. Der Republikschutz. Äeraivng im Strafgesehausschuß. Der Strafrechtsausschuß des Reichstags setzt» die Beratung des§ 1 des Republikschutzgesetzes fort. Nach dieser Gesetzesbestimmung soll mit Gefängnis nicht unter sechs Monaten derjenige bestraft werden, der an einer Verbindung oder Ver- nbredung teilnimmt, die Verbrechen wider das Leben bezweck! oder als Mittel für andere Zwecke in Aussicht nimmt. In besonders schweren Fällen erhöht sich das Strafmaß auf Zuchthaus bis zu zehn Jahren. Zunächst hielt der kommunistische Abgeordnete Pieck eine emstündige Obstruktionsrcde, in der er sich mit ollem anderen, als mit dem§ 1 beschäftigte. Abg. Bell(Z.) führte aus. dos Strafmaß von mindestens sechs Monaten scheint ihm zu hoch. Es genüg« eine Mindeststrafc von drei Monaten. Abg. Wunderlich sprach fein Erstaunen darüber aus, daß von rechts und links da? Gesetz mit so scharfen Worten belämpit werde, obwohl es doch eigentlich nur einen Schutz für die Reichs- färben und die Staatsform bringe. Reakiionäre Wirtschastspartei. Für Herauffehung des Wahlaltere!. Di« Wirtschoftspartsi hat im Reichstag beantragt, den Artikel 22 der Reichsverfaffung zu ändern und das W a h l o l t e r auf 2 5 Jahre heraufzusetzen. Weihnachtsfeier Im städtischen Obdach. Am Montag dem 23. Dezember, 16 Uhr, finden im städtischen Obdach, Fröbelstr. 15. Mittelhof linke, 2 Treppen rechts, Saal 1V. und anschließend im Saal 61 für die weiblichen und männlichen Insassen W e> h n a ch t s° feiern statt. l, Berlin: ilnzrigcn: lb. Qltät, laz®. m b H.. Berlin. Druck: BorwSrt» Bück- druckcrei unb Lcrlnaeanftalt Paul Einger& Co. Berlin EW 68. Lindenstrafte 3. Berantwortl. 6tr die Redaktion: Woligoag( Berlin. Lerlog: Borworts Verlag S. m b.£>.. Eier»» 1 Vellage. XUeixiec. LicJiUpieh e usw. r-'-U � i- JA, J___, m! Donnerst ,12.12. Staals-Oper Unter d. Linden A.-V. 277 20 Uhr Madame Batterfly Staals-Oper Am Plul.Repubi. RS. 193 20 Uhr Donnerst, 1213 Stäflf. Oper Bismarckstr. Turnus IV 19 Uhr nn Staad. Steph. am Sandennanniarld A.-V. 244 20 Uhr Valleasteiiis lacür PiccolonilDl Slaatl.Sehiller-Theater.Cliarlth. 20 Uhr:' Kabale und Liebe Win�r * Gairen* 8 Dhr* zentt. 2819» Baumen«rlaobi 16 Original Lawranoa Tiller- Qirla und weitere Varietd-Neohaiten Reichshallen-Theater Abend»(Xj Sonntag nachm. I i I Oes große Weihnachts• Programm der Slettiner- sanier Nachm. halbe Preis« I Dönhoff-Brettl: Du pbtaomaule Dezember-Progr. Tanz. CASINO-THEATER � Lothringer Strafe 37. Der neue Schlager! Famlile Hannemann. Dazu ein erstklassiger bunter Teil. Für unsere Leser; Outschein fOr 1—4 Personen Fauteuil nur 1.25 Sessel 1.75."iL, Sonstice Preise: Parkett u. Ran« 0.80 M GROSSES SCHAUSPIELHAUS 8 Uhr: 3 Musketiere Regie; ERIK GHARELL Renaissance-Theater Tltflidl eVt Uhr PARISER LEBEN Oparetta von Offanbach. Regie; Oustav Härtung. Musikalische Leitung: Theo Mackcben. ■ Stainolale C 1. 0901 0. 2683/84.— Sonnlag. 15, Dez. 11.30 vom,(I bis 6 Mk.) Günther Ramin; CENBALO- MATINEE. ROSE •THEATER"'ifflST Telcph.: Alexander 3422 u. 3494 Täglich 8" Uhn (Sonntags SU, und 9 Uhr) Pariser Blut Jeden Mittwoch u. Sonnabend nachm. 5 Uhr „Max und Moritz" und dar Waihnochtsmann Großes Weihnachtsmärchen. Jeden Sonntag, nachm. 2:30 Uhr Frau Holle Theater I. a. Beürenslr. 53-54 SV. A 4 Zentrum 926/927 8". ... Vater 8e!p.llagegep8ehr Prsiut-SM. nn. t VintelL s ml ev, nr leilarmia 1261 WiiimK: 1 B. 50 Pf. 3M. tialrov- illeti. Kafka, Siaalev a. Uav. Perozo l& Ca., dann& Partner usw. ITägi. B u.»» SoaaLS.Sa 8U Atax. E. 4. 8066 INTERNAT. VARIETE VolKsblUine fiüäter jmSlIowptjti 8 Uhr Afläre Dreylus Schauspiel von Rene Kestnei Regie; H. D. Kenfer. Staatl.SdiillBr-Ih. 8 Uhr MeilUlde Metropol-Th. S',» Uhr Das Land des Lächelns Vera 8diwars, Richard Tauber Musik von Franz Lehär Planetartum »» am Zoo W-aa firüm. iudilintluls Strab B.S Barbarossa 5578 W/. Uhr Di, Winter. sternbild er. 18 Vi Uhr Der Stern dar Weisen. 20V. Uhr Dm Planet Jupiter. Eintritt 1 Mark, Kinder 50 Pf. Mittwochs halbe Kassenpreise. Direktion Or. Robert Klelii Deutsches lOnstler-Tbetl Barbarossa 3937 «/.» Uhr Ende 11.10 Uhr Seltsames Zvlsmenspiel üegie; Heiir Hilpert Sonntag, den IS mitt. 12.15 Uhr ANTON KUH spricht über Die Platte das aeistes 3" Uhr Sonntag, J den 15 Dez DI« amier« Seit« 0,50 bis 8 Mk. »Met IDeatei Dönhoff 170 m Uhr Resarulert njr Herrn Outon. Von Max Wolff Regie: Forster Larrinaga Baniowsky- Bühnen Theater in der KOelggrätzer StraOe Täglich«>-- Uhr Die erste Rlrs. seiöy mit Frltzt meeurv Altred Abel KomSdionhaua Täglich 8V. Uhr Oer HQhnerhof mit Cnrt Bote Lessing-Tbeater Norden 10846 MosluDtr hebräisch HnstUr-Theater „Hablraa" Heute 8; Premlere Die Krone Davids AECHTES G ROTERJAN MALZBIER Jh.«. Vorvk. 10-2. Kf. 2001 Täglich SV. Uhr Gastspiel des v ev isrneo Theaisn Segle; Max Beinbardi. Kleines Theat. Merkur 1624 Täglich SV, Uhr Max Adalbert in Das Parfüm meiner Frau Lustsp v. Leo Lenz DAS ALKOHOLARME STARKBIER Ein harbtr. wOrzigBr Trunk. Erfriseht und bultbl, aber fetradscht«lebt. OBottdies Ttieater D.L Norden 12310 SV. Uhr Oer Kaiser v.Amerika von Bernard Shaw Rege Max Reinhardt Kammerspiele D.I. Norden 12310 8V. Uhr Zur gell. Amidit! Lustspiel von Frederik Lonsdaie Regie: Gustaf GrOndgens Die Komödie 1 1 Bismck. 2414/7516 SV. Uhr fem Teufel geholt von Knut Hamsun Regie; MaxRetnhardt TecaL a. XotULlor Kottb. Str. 6 Tägl.» Uhr auchSonnt. nach m.3 Ii Eilte- sttngcr. Da« einzig dastehende, risltaitige Walhnachts-Pr TriaDon-TlL�r Täglich SV« Uhr Sie verveigerl die Aussage Lustspiel in 3 Akten mit Elisabeth Strickrodt Kort Etalc. intrai- Thealmr Alte JakobstrJ2 Gastspiel d. Tb. d. Westens Täglich 8V. Uhr Stg. 5 n. 8»/. Uhr mederlKe Lustsplelhens Frledrichsfr. 235 Bergmann 2922 Täglich SV. Uhr Grand Hotel Lustspiel von Paul Frank Tbeater d. Weitens TägLSV. Uhr Narlcfia aslk v. oslur Siraos KAibe Dorsch Michael Dohnen Möbel-Kamerling Kastanienallee 56 Ocb. Spcifcj..«leg. Sdilalj., aoen. d«rc»B}., apart. A8d»«». Polster-, Mine-,•arb- unb}tugbouramB6rl, Rtefenanew Spattpr., �ahtunnserleichter. BAU HÜTTE BERLIN G BERLIN SW 48/ WILHELMSTRASSE 106 TELEFON: ZENTRUM 3205-3207/3284 Bruchbänder Leibbinden, Gujntni Strümp fe und Plattfuß- Einlagen, Stützkorsetts, Apparate und künstliche Glieder. Eigene Werkstatt im Hause. Bandagist Pol Iniann, Berlin X 54, Lothringer Str. 60. 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Die reichhaltige Tagesordnung kann neben dem Geschäftsbericht Zeugnis ablegen von der Arbeit des Verbandes. Als besondere Punkte dürscn herausgegriffen werden: Hochschulpolitik. Hochschulreform. Wirtschastsarbeit. besonders Arbeiterstudentenhilfe. Bildungsarbeit. Verbindung mit den Arbeiterorganisationen. Im folgenden ist einiges dieser Arbeit aufgezeigt. Sosialistifche Studenten So« vr. Stto /-mdleuttder Nach mancherlei Schwierigkeiten wurde unser Verband im Jahre 1322 geschaffen, nach sieben Iahren ununterbrochenen Aufstiegs zählt er heute über 4000 Mitglieder an nahezu sämtlichen reichsdcutschm Hochschulen. Für einen Außenstehenden vielleicht eine kleine Ziffer, für Kenner des deutschen Studententums eine wirklich erstaunliche Zahl! Ist doch damit unser Verband nicht nur zu der bei weitem stärksten republikanischen, sondern überhaupt zur ausgebreitetsten parteipolitischen Organisation an den deutschen Hochschulen ge- worden. Selbst ein politischer Gegner wie der volksparteilich« Ab- geordnete Dr. P i n k« r n e i l schrieb daheb schon vor Monaten: „W elch ein« Wendung! Vor zwanzig Jahren gab es auf allen deutschen Hochschulen keine dreieinhalb Dutzend Studenten, die sich als Sozialisten fühlten, geschweige denn sich als Sozialdemo- traten bekannten." Während Wien, das von jeher die stärkst« Gruppe unseres Verbandes gestellt hat, seine große Organisation schrittweise auszubauen vermochte, ist in anderen Städten dir Eni- wicklung sprunghaft vor sich gegangen.(So beispielsweise in Berlin 1923 7 Mitglieder. 1929: 500 Mitglieder.) Trotzdem ist jede Illusion über die gerstige Ernsiellung des über- wiegenden Teils der deutschen Studenten zu vermeiden. Von de» nahezu IN 000 deutschen Studenten an den Hochschulen sind gut 30 bis 40 Proz. nationalsozialistisch oder völkisch eingestellt, weiter« 20 bis 30 Proz. müssen selbst bei vorwiegender Indifferenz als reaktionär angesehen werden. Aus dieser Gesinnung weitester Kreise der.'delitjchen Studenten solgey und Schwierigkeit unserer Lage. Kennzeichnend für-idie P rol eta r i st« ru n g des-deutschen Mittelstandes ist die diesen Prozeß begleitende A k a d e m i- fierung: Man sucht mit Hilfe des sogenannten„Berechtigung-.- wesens" die erschütterte soziale Stellung künstlich zu stützen. Wen mehr als die Hälft« aller Hochschulbesucher stammt aus den Kreisen der mittleren und höheren Beamten, des Handwerks und des Kleingewerbes. Obgleich die Hochschulen aus Mitteln erholten werden, die das Steueraufkommen der 20 Millionen Lohn- und Gehaltsempfänger überwiegend, schafft, sind die Kinder dieser Steuerzahler nur in ganz geringen Prozenten an solchen staatlichen Einrichtungen beteiligt. Di« Zusammensetzung der Studentenschaft entspricht also nicht im entferntesten der sozialen Schichtung des deutschen Volkes. Dies jedoch muß der Fall sein, wenn der Volksstoot nicht nur in der Gesetzgebung, sondern auch in Verwaltung, Rechtsprechung und allen anderen Sleußerungcn feiner Macht zu einer mehr als formalen Verwirklichung kommen will. Deshalb muß im Vordergrund der Leitsätze, die wir unserer„Kommission für Hochschulreform" auf den Weg zu geben gedenken, die Forderung stehen: Schulreform ist Slaatsreform. Studien gang und Verwaltung der Hochschulen sind s» gleicher Weise reformbedürftig: Ohne auf die Einzelheiten der drängenden Studuimresorm eingehen zu wollen, seien allgemeine Forderungen, wie Einschränkung des Vorlesungs- betriebes zugunsten von Aussprachcmäglichkciten und Seminaren, Umgestaltung des Prüfungswejens aus einem Examensschnellfeuer in eine wirkliche gründliche Eignungsforschung, und nicht zuletzt eine zweckentsprechende Neugliederung der Fakultät«» unter gleichberechtigter Anteilnahme aller Dozenten und Mitembeziehung studentischer Vertreter gefordert. Der Verbandstag wird sich mit all diesen Fragen der künftigen Hochschulreform und nicht minder init denei, der gegenwärtigen Hochschulpolitik zu befassen haben. Der Zustand, daß faktisch außerhalb Preußens die örtlichen Studentenschaften immer noch trotz Sperrung ihrer Beiträge Mitglieder des völkischen Vereins„Deutsche Studentenschaft" /sind, ist auf die Dauer unerträglich. Gewiß treten wir wie auf allen anderen Gebieten, so auch innerhalb der Hoch- schulen für eine studentische Selbstverwaltung in Studien- und Wirt- schoitsfragen ein. Ihren heutigen Mißbrauch aber, der geradezu die Karikatur einer Selbftverwaltuna darstellt, werden wir nach wie vor aufs energischste bekämpfen. Wir freuen uns, im„Deutschen Sb'dentenverband" ein von uns maßgeblich beeinflußtes Organ dieses Kampfes gesunden zu haben. Unter seinen politischen Beanspruchungen darf die kultu- r e l l c Arbeit des Verbandes auch sernerhin nicht leiden. Sie hat sich in Vorträgen. Arbeitsgemeinschaften und internationalen Treffen bisher als wirtsam und intensiv erwiesen. Eine der wichtigsten kulturellen Aufgaben ist die Fühlungnahme mit ausländischen Studierenden. wie sie in der von uns mitgeführten„Zeittralstelle für studentische Völkerbundsarbeit" und vor allem in der„Internatio- nalen Sozialistischen Studentenförderation" sich verwirklichen ließ Di« kurzen Andeutungen mögen genügen, um zu zeigen, wie vielfältige Aufgaben unserer harren. In dem Maße, als es uns gelingt, sie zu bewältigen, hoffen wir beweisen zu können, daß 4000 sozialistisch« Studenten zugleich 4000 Vorposten der ArbeikerNass« aus schwierigem und steinigem Boden sind. Was uns in diesem Kampfe not tut, ist die enge Verbüadenheit mit Partei, ükrbettcrsugend und Gewertschasteu. Kein schönerer Gruß könnte uns von ihnen an diesem Tage zuteil werden, als das einfache und tiefe Wort, mit dem die Wiener Arbeiter uns auf dem internationalen Jugendtag willkommen hießen: „Freundschaft!" itaröeettttgett ptt Hochschulreform Wir mächten an dieser Stelle einige jener Forderungen der Ortsgruppe Berlin zur Hochschulreform behandeln, die den Ber- bandstag der BES. beschästigen werden. Als erste und wichtigste Aufgabe muß die Umgestaltung der personellen Zusammensetzung der Studentenschaft und auch der Dozent enschast angesehen werden. Es ist«in für die Arbeiterschaft unerträgliches Verhältms, daß sie in der Studenten- schast nur mit 2,21 Prozent(Wintersemester 1928/29) vertreten ist. Ebenso entspricht die Berufung sozialistischer Dozenten bei weitem nüht der Bedeutung, die der Sozialismus und die ihn tragende Arbeiters chaft für die Gesellschaft haben. Aus diesen Not- wendigkeiten fordern wir eine„Erweiterung der Wege zur Hoch- schule, die für Angehörige der Arbeiterklasie gangbar sind". Dies wird erreicht.durch Förderung und Ausbau der Aurlxnischulen". Neben diesen» bereits heute onerkcmnten Weg hat aber ein Neues .zu treten:„Ausbau des Weges über die höheren Fach- und Berufs- schulen durch Zucrkennung und Berechtigung zum ordentlichen Hochschulbesuch für die Absolventen dieser Schulen." Die jetzt he- stehenden Möglichkeiten eines verspäteten Eintritts in die Hochschul« sind auch»».och viel zu genng, so daß ein„Ausbau des Weges vom Berus zur Hochschule ohne Zusammenhang mit der Schulbildung" unbedingt erforderlich ist. Hierzu ist vorerst die Möglichkeit gegeben.durch Ausbau der Arbeücrabiturientenkurse" und.durch Aushebung der Altersgrenze in der Ersatzreiseprüfung für heroorrage>»d Begabt«(Kufturexamen)", doch hat boldmöglichst eine Priimng„ohne Altersgrenze und ohne Nachweis besonderer Bskähigung, dagegen mit dem Nachmeis der allgemeinen Reif« des Durrhschiüttsabiturieirten" an die Stelle dieser beiden Prüfungen zu treten. Für die gleich wichtige Umgestaltung der Dozentenschaft fordern wir eine größere Bernfimg sozialistischer Dozenten durch Nomini«- ruirg seitens der Fakultäten und durch stärkere Ausnutzung der Machtbefugnisse im ministeriellen Beruiungsreä,». Wir sind uns aber darüber klar, daß ein« Verbreiterung der Zugangswcge für die Arbeiterschaft noch nicht den nötigen Erfolg haben wird, solange Studenten aus der Arbeiterschaft unter dem Druck ihres wirtschaftlichen Existenzkampfes stehen. Deswegen nniß mit dieser Arbeit eine weitgehende Wirtschaftshilfe per- bunden uxzrden. Hier ist zu fordern eine soziale Gestaltung der Hachschulgehühren, uird zwar Gebühre nsreiheit bis zu einem IahrcseinMnmcn von 8000 Mark bzw. Gebühren st affclung proporiioncl dem Einkommen bei einem Johreseiirkommen über 3000 Mark. Die heute besteheiche, mehr privotogitatorisch aufgeboute aber»rit Staatsmitteln arbeitende Wirtschaftshilfe„Deutsches Studentenwerk" mft der angeschlossenen„Studienstiftung des deutschen Volkes" und der.Lorlehnskafse" ist zu verstaatlichen. Ihre Arbeft Hot sich noch neuen Gesichtspunkten einzustellen auf die Förderung der Schichten, die heute aus wirtfchaMchen Gründen vom Stirdium so gut rme ganz ausgeschlossen sind. Während so die Möglichkeiten geschaffen werden, andere Kreise zur Hochschule zu führen, steht als»eitere wichtige Aufgabe die Umänderung der Hochschulverfassung. Die heutige Hochschule ist als Institut der wissenschaftlichen Forschung ausgebaut auf dem Grundsatz weitgehender Autonomie, dient jedoch zugleich in starkem Maße der beruflichen Ausbildung der gesellschaftlichen Funktionäre. Diese Ueberschneidung führt im Hochschulleben ständig zu den empfiridlichsteii Störungen und zu einer unrationellen Gc- staltung des gesamten Studienbetriebes. Wir fordern daher T r c n- nung dieser zwei Gebiete. Für die Akademien der Wissen- schaften ist eine Selbstbestimmung über Inhalt und Richtung der wisserischastsichen Forschungsarbeit unerläßlich, hingegen verlangt die berufliche Ausbildung der gesellschaftlichen Funktionäre ein« Aus- richtung auf di« Ziele der Gesellschast. Es ist daher als oberste zentrale Kultusbohörde«in Reichskultusministerium zu schaffen, der ein« Körperschaft, die H o chschu lbeh ö rd«. zur Seite stehen soll. Diese Hochschulbehörde setzt sich ans Delegierten der politischen. ökonomischen und kulturellen Spitzenorgainsationen zusammen Ähre Befugnisse sind umrissen mit dem Berufungsrecht der Dozenten für die Berufs- und Funktionärschule, mit einem weitgehenden Be- stimmungsrecht bei der Gestaltung des Lehrbetriebes und dem Bc- stiirnnungsrecht in der Verwaltung. An Stelle der heutigen Zer- splitterung in SpezialHochschulen(Universität. Technische Hochschule, Handelshochschule usw.) fordern wir die einheitliche Funk- tionärschule, die nach Gesichtspunkten-des Studiumbetriebes in Abteilungen zu gliedern ist. Durch diese Umorganisatwn muß gleichzeitig eine Zusammenfassung verstreuter Fakultäten auf einzelne Hochschulort« erstrebt lverden, um den gesamten Studien- betrieb zu tonzentrieren und der heutigen Verschwendung im Hochschulbetrieb zu steuern. Die hierarchisch-cmtokratische Hochschuloerfassung ist zu ersetzen durch«irre demokratische Organisation, an der Verioaltung der Hoch- schule und an der Gestaltung des Studienbetricbes sind Studenten und Dozenten zu beteiligen. Insbesondere muß eine Mitarbeit der Studenten an der inhaltlichen Geftaltimg der Hochschule schon aus pädagogischen Gründen die Stelle der heutigen mittelalterlichen Form der Nur-Vorlesung einnehmen. Dies« schwierige„Frage" der Studiertreform und der Hochschul- Verfassung noch eingehender zu behandeln,»»erbietet der beschränkte Raum. Wir verweisen deshalb auf unser Ho chschnl p rog ramm und die grundsätzlichen Artikel zu diesen Fragen, zusammengesetzt im «Dezenrberhest der erziehungswissenschastlichen Zeitschrift„A u f b a u", Freier Schnloerlag G. m. b. H., Lausitzer Str. 44. Wir haben dies« Frage aufgerollt, weil sie»ins als sozialistische Studenten in erster Linie bewegen. Wir sind»ms aber darüber klar, daß nur in Verbindung mit den Parlamenten, mit den s Arbeiterorganisationen und mit den wissenschaftlichen und pädagogi- t scher» Führern unserer Bcrvogung ein Erfolg erzielt werden kann. Dr. Stto Veneckc Nur Äusbilöung Der preußische Handelsmimster plant, die Ausbildung der Ge- werbelehrer neu zu regeln. Er will die Ausbildung von vier auf sechs Halbjahre verläi»gcrn und fordert die Reife, oder Ersatzreifeprüfung als Vorbildung. Ein neuer Beruf soll also„akademisiert" werden. Die Oefsentlichkcit hat allen Grund, sich»nit der Sache zu beschäftigen. In Preußen unterrichten an den Berufsschulen, deren Wichtigkeit für Volks- und Fachbildung in unseren Kreisen nicht betont zu werden braucht, etwa 3000 Gewerbelehrer und 1400 -lehrerinnen. Außerdem sind an diesen Schulen etwa 800 Handeis- lchrcr tätig. Die Ausbildung der Lehrer geschieht an den„Be- rufspäkagogischcn Instituten" in Berlin, Frankfurt a. M. und Köln. Das Institut in Berlin arbeitet selbständig, die Institute in Köln und Fraicksurt m gewisser Berblndung mit. den Universitäten. deren wirtschafts- und sozialwissenschostliche Fakultäten an der Aus- bildung in den theoretischen Fächern mitwirken. Die Zusammenarbeit mit den Universitäten und dl« Reform der Lehrerbildung in Preußen haben die engst beteiligten Kreise(deiWslandelsmiuister und die Gewerbelehrer) offenbar auf den Gedanken gebracht, die Ans- bildung irnmer mehr hochschulmäßig zu gestalten und insbe- sondere die Studiendauer aus sechs Halbjahre zu verlängern. Wie die Staatsregierung beschließen wird, ist noch ungewiß. Wir »vollen die Lage prüfen und untersuchen, wie die neuen Forderungen »»ereinbar smd mit unserem Programm der Volks- und Fach- bildung. Wir fordern allgeinein die größte Förderung aller Begabungen, wir verlangen, daß jeder die Berussausbildung bekommt, die seinen Fähigkeiten am angeinessensten ist, wir wissen, daß Borschristen und System»veniger bedeuten als tüchtige Lehrer. Wir wissen aber auchs daß durch falsche Vorschriften viel verdorben werden kann. Es ist nptig, daß an den Berufsschulen tüchtige Männer und Frauen unterrichten, die Theorie und Praxis gleichnräßig beherrschen und nicht durch wesensfremde Ausbildung verbildet sind. Nachdem die Dolksschullehrer und die Handelslehrer das Abiturium als Vorbildung haben müssen, kaim rnan sich der Forderung nicht mehr widersetzen, daß auch die Gewerbelehrer die höher« Schule oder eine gleichwertige Ausbildung. durchgemacht haben sollen. Wir wollen aber aussprechen, daß der allgemeine Wettlauf riach der Reifeprüfung uns eine höchst bedenkliche Sache zu sein scheint. Wir Deutschen sind in der ganzen Welt»»egen unseres„Berechtigungsfimmels" bekatint und belächelt. Wir stehen in dein Ruf, nicht die Tüchtigkeit, sondern die Abstempelung und den Titel entscheide» zu lassen, und wir sollten uns' hüten, diesen Unfug weiter zu treiben. Wenn nun das Handelsministerium künftig S>ie ä)iskufffon über den ißrief der Praü'in ey er leisen mir am n&chflen 3)onner»tag fort kt Gewerbelehrer das Abiturientcnexomcii verlangen will, muß es sogar nock) einen Schritt weiter gehen und auch die Kai»didaten, die»licht aus dem Lehrerstand. soi»dern aus praktischen Berufen kommen, in eine Forn, der Vorbildung zu pressen, die rveder ihren» Entwicklungsgang noch ihren künftigen Aufgaben gemäß ist. Bon den jetzige» Gewerbe- lehrern kamen sicherlich mehr als die Hälfte aus praktischen Berufen. Bon diesen Männern und Frauen, die ihre allgeii»eins Bildung nicht auf der Schulbank, sondern ii», Leben crhielien, die Reiseprüfung zu verlangen, wäre unsinnig. Man wffd also, wenn diese LebeiisbUdiing wirklich nicht genügen sollte, auf Hilfsmittel sinnen Müssen, von denen das geeignetste sicherlich eine Fähig- keitsprüfung außerhalb des Schulwissens wäre. Aber»st wirtlich Lebenserfahrung weniger wert als Schulivissen? Was an den ganzen Plänen dos allerbedenklichst« ist. das«st die geplairte Verlängerung von vier auf sechs Semester und die stärkere Verkoppelung der Ausbildung mit der Hochschule. Es gibt ernste Leute, die meinen, das heutige System der Hochschulausbil- dung sei überholt: die Hochschule erzieh« rveder den Menschen als solche» noch den Menschen für seinen künstigen Berns. Daß es den Hochschulen in den elf langen Jahren seit 1918 nicht gelungen ist. den Studenten eine andere Auffassung von Staat, mrd Gesellschaft einznimpfen, schon dos allein könnt« gegen das heutige System bedenklich stimmei». Andere schwere Beweise sprechen dafür, daß an dieser skeptischen Haltung»»ailches berechtigt ist. Ich habe deshalb von jeher zu denen gehört, die die Universiläten für ungeeignet hallen, die künftigen Volksschullehrer auszubilden, und habe den Entschluß der Staatsrcgienmg begrüßt, besondere„Pädagogische Akademien" zu ei'richten. Auch ich hoffe, daß von diesen neuen Akademien eine Erneuerung des gesamten deutschen Schul- und Bildungswesens ai'sgsht. Anstatt»mn aus dieser Lage die Konsequenzen zu ziehen ui»d die Ausbildung der Geuxrbelehrer an die allgemeinen Pädagogiichen Akademien zu oerlegen oder besondere Inststute ähnlicher, vielleicht etwas speziolisierterer Art zu schaffen, will das Hairdelsministerium die Zlusbildung noch mehr auf die Hochschulen verlegen und die Ausbildungszest sogar verlängern. Interessent cnixrbärtdc fordern natürlich immer die Berlängeruirg der Ausbildung in der Hoffnung, die unausbleibliche Gehaltsaufbesserung der„neuen" Gewerbelehrer auch auf die„allen" Lehrer überlesten zu können. Die Regierung sollte sich davon nicht beeiirflussen lassen, fondern den Weg gehen, der diesen wichtigen Schulen allein angemessen ist. Der Leweis dafür, daß eine'zweijährige Ausbilduugkder Gewerbe- lehrer nicht genügt, ist bisher nicht erbracht, und daß die Universität und die Hochschitle für solche Ausbildung nicht geeignet find, wlrd von den besten deutschen Pädagogen, auch von den Professoren der Erziehungswissenschaft, nicht bestritten werden können. Man soll den Mut habeu, aus solchen Erkenntnissen die Folge zu ziehen. (Schluß) villi SfUgcmcincit müßt« man ja sagen, daß, da der Krieg nach außen di« notwendig« Projektion des Bürgerkrieges ist. der Faschis- mus an sich eine dauernde Kriegsgefahr bedeutet. Welch anderen Ausweg außer dem Kriege gibt es au, der politischen und wirt- schaftlichen Krise? Welchen Zweck, außer den des Krieges, tan" di« faschistisch- Beoölkerungspolitik ljoben'? Und was anderes als den Krieg kann die beständig« nationalistisch« Ueberreizung der Presse, der Schul«, der öffentlichen Kundgebungen erzeugen? Aber da sind andere Dinge im Spiele, denen man auch Rech- nung tragen muß. Unter dem Trugbild der Macht perbirgt der Faschismus ein äußerst zerbrechliches Regime, das einem geringfügigen Ereignis erliegen könnte. Es ist eine vielfach erhärtete Wahrheit— die das Beispiel Rußlands im Kriege von 1914 noch einmal bestätigt—, daß nur eine demokratisches Regime die Opfer eines langen Krieges und die Wechstlfälle des Kricgsglücks bis zu Ende zu ertragen ver- mag Der Faschismus weih sehr wohl, daß die Order zur Mobilmachung den Bürgerkrieg ansagen tömite und daß der geringste militärische Mißerfolg sofort zum Debacl« werden würde. Des weiteren weiß er. daß hinter den blutrünstigen Reden Mussolinis ein gut Teil Bluff und Erpresiung steckt: Bluff für seine Leute, deren Enthusiasmus aufgestachelt werden soll: Erpressung für die anderen Staaten, die er einzuschüchtern hofft. Was ist nun daraus zu schließen? Es gibt ein« Verkettung der Ereignisse, die den Willen der Er- eignisse zerbricht. Wollte etwa Ropoleon nicht den Frieden nach Wagram und Austerlitz? Da aber sein Regim« ganz und gar auf der Macht seiner cheere beruhte, mußte er Veiter den Degen ziehen. dem Zwang der Umstände gehorchend, dl« ihn zur Macht gebracht hatten. Troß der verschiedenen Maße der beiden Persönlichkeiten gilt das. was für Rapoleon gilt, für jeden anderen Diktator, also auch für Mussolini. Auch der Anführer der Schwarzhcmden konnte den Frieden anstreben. Trotzdem bereitet er den Krieg vor, in den Köpfen wie in den Tatsachen. Die Logik feines Regimes, die Er- eigniff«. die ihn zur Macht gebracht haben, reihen ihn mit sich fort. Wenn morgen, um eine absurde Hypothese zu machen, sich eine neue Kluft zwischen Frankreich und Deutschland auftäte und sich dadurch der Himmel über Europa perdunkelte. wenn Rußland zur Berzweiflung getrieben würd« oder die inneren Widersprüche in Europa zum Ausbruch käoien— immer würde der Folchismus di« Rolle der Herausforderung übernehmen. Der Wolf kann nur wöl- fisch handeln. Europa zeigt durch manches Zeichen, daß«s über diese Situation nicht genügend nachgedacht hat. XXX. Abschied vom Leser. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, vom Leser Abschied zu neh- inen. Ich habe ihn durch sechs Jahre italienischer Geschichte geführt, sechs ercignisschwcre Jahre, die im Zeichen der Tragödie stehen. Ich habe ihm Jtlien gezeigt, wie es war und wie es ist. Ohne meine politische Leidenschaft zu verbergen, die die Ehre meines Lebens ist, habe ich die Mass« der Ereignisse ehrlich wiedergegeben und auch die Einzelheiten wahrheitsgemäß geschildert. Die Hast. nungcn, die Kämpfe und auch die Irrtümer der Arbeiterklasse Hab« ich dargeUgt, wie sie nach dem großen Verbrechen des Krieges durch- lebt wurden. Aus den Tatsachen Hab« ich dan Beweis dasür gebracht, wie teuer c s einer Partei zu stehen kommen kann, der B«rpflichtung. zu handeln, auszu- weichen, um sich i» akademische Diskussion«« zu flüchten. Schritt für Schritt hat man die Krise des Staates und den Zusammenbruch einer se'gen und wortreichen herrschenden Klasse verfolgen können. Ich habe die ersten Anfänge des Faschis- mus wieder erstehen lassen, fmne Verbrechen geschildert, sein Werk gezeigt. Ich habe den Leser mit Mussolini bekanntgemocht, von der ochmied«(eines Voter, an. als er noch«in Sohn de» Aolkes war und die Lieb« zur Freiheit im Herzen trug, bis zum Ehigipalost, wo er als Diktator Itliens zum Werkzeug ein«» Eliqueninteresses und zum Mörder an der Freihrit wurde. Ich Hab« von Toten und von Lebenden gesprochen, von Toten, die der ganzen Welt im Glorienschein leuchten, und von solchen, deren Erinnerung um so teurer ist, als wir nur wenige sind, die ihrer gedenken: pon Lebenden, die in den Gesängnissen, in der Verbannung, auf den Inseln der Zwangsverschickung weilen, als Berkündcr der Stunde, in der abgerechnet wird. lind was ist die Zukunft, die unserer harrt? Ich weiß das so wenig, wie der L«s«r es weiß. Abenteuer, wie das des Faschismus, sind nicht leicht zun, Erfolg zu führen. Sobald sie sich ober ein festgefügtes G«web« von Mitschuld und Söldnertum geschaffen haben, können sie«in« gewiss« Dauer erreichen. Nachdem Napoleon dem Kleinen einmal ein 2, Dezember gc- glückt war, hat er achtzehn Jahre hindurch die Macht behauptet, und es hat eines Sedans bedurft, damit Frankreich Ihn Oys immer abschütteln konnte. In Deutschland haben die Bismarckschen Ausnahmegesetze zwölf Jahre gedauert. Aber sowohl in Frankreich wie in Deutschland Hot die Reaktion den Ideen der Freiheit und der sozialen Gerechtigkeit neue Sroft verliehen. Dasselbe wird in Italien eintreten. Wenn der Faschis- mu». der sich mtt allen Kräften des Bösen an die Macht klammert, noch fünf oder zehn Jahre dauern sollt«, so ist da? schwer für uns. surchtbar für di«, di« in den Gefängnissen sterben: für di« Geschichte ist es nichts. Schon setzt ist der Joschismu» verurteilt. w«il fein Experiment mißglückt ist. Er Hütt sich, er dauert weiter und das ist vielleicht das einzige. um dos es Musiolini zu tun ist. Er Hot reichlich Zeit, feine Er- Pressungen an ollen konservativen Kräften durchzusühreii, an der Hochfinanz, an der Monarchie, an der Kirche, durch die er zu dem geworden, was er heut« ist. Aber er hat keinen der inn.'ren Wider- jprüch« des italienischen Staates und der italienischen Gesellschaft gelöst, sondern hat sie aste verschärft, indem er sie gewaltsam an der Aeußerung hinderte. Er glaubt ein Sieger zu sein, ober von ihm gilt, was Viktor Hugo vom letzten König von Neapel sagte:«r ist tot. Der Prüfstein eines lebendigen, schöpferischen, revolutionären Regimes ist die Freiheit. Wenn Musiolini eines Tage» hätte per- künden kömisn: ich öffne die Pforten der Gefängvisie, ich tue di« Grenzen auf, ich lasse meine Ausnahmegesetz« und meine Mil', verschwinden, ich brauche weder Henker noch Kerkermeister, ich gebe der Presse Freiheit, zu krittsiere» und anzugreisen, den Parteien das Recht, ungehindert für ihre Ideen zu wirken— dann wäre er wirklich der Sieger. Ab«r nach achtjähriger Herrschaft weiter als jBandensührer reden und handeln zu müssen— das bedeutet keinen sieg, nun und nimmermehr. Wenn er so sich zum Herrn macht über den Körper. so entgeht ihm die Seele. Zur Ehre Italiens sei es gesagt, daß der Faschismus nicht Herr ist über die Seele des Volkes.� Als ich die Feder nahm, um diesen„Todeskamps der Frcihea" zu schreiben, da ho, mich der«ine Wunsch geleitet, dem Auslände zu zeigen, daß das proletarische Italien die Diktatur, deren Opfer es ist. nicht verdient Hot, daß es eine infame Lüge ist, wenn man die Dinge so darstellt, als verehre das italienische Volk den Menschen, der es erniedrigt und eniehrt Unsere Toten, deren Zahl Legion ist, legen Zeugnis ob sür das Gegenteil. Unser« Gefährten in den Gefängnissen, die nach Tausenden zähslen, bezeugen Italiens Willen, sich zu den leuchtenden Höhen der Freiheit den Weg zu bahnen. Auch wir Verbannten stellen im Antlitz der Diktatur und der Well die Widerlegung dieser Lüge dar. Italien wird frei werden! Durch welche Mittel? Das kann memand voraussehen. Auiß die Geschichte zeigt uns, daß noch jede Tyrannei gestürzt worden ist und ihr Wahn sie betrogen hat, daß es genügte, den Gedanken or.s Kreuz zu schlagen, um rhu zu meistern. Der Tyrann vergißt, daß schließlich dem Volke noch das Eisen bleibt und das Feuer. Wenn das Werk der Unterwerfung vollendet erscheint, steht ein Spartakus auf. Und wo ein Kämpfer im Felde fällt, sind andere bereit, an seinen Platz zu treten. So wächst die Zahl derer, die der Revolution und der Freiheit den Weg bahnen. Nichts wird vergessen. Für alles kommt der Zahltag! FÜR DEN KLEINGÄRTNER. aimuu)niiiiuiHniuiiiiiiuiiiiniHiiuiiiiniiniiiimiiinniiiuiiiiuiiuiiiiiiiiiiiininnuiiuuininmuiiniinDiuininiiiiiiiiiiniiiiinmiiiinuitinuiiiimmmiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiniiimiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiin Die Lehren des kalten Winters. Für den Berufsgärtner, der Blum«» oder Gemüse, etwa Gurken, im Winier treiben will, lzot sich herausgestellt, daß die bisherige Annahme eines durch Heizung zu überwindenden Temperaturunterschiedes zwischen Draußenlust und Innenwärme von 49 Grad nicht mehr ousrechtgehalten werden kann. Es sind im letzten Winter Temperaturunterschiede bis zu SZ Grad festgestellt worden, für deren Ausgleichung die vorhandenen Heizanlagen trotz schärfster Anspannung nicht ausreichen. Man rechnet bisher für Häuser, in denen zum Beispiel Gurken getrieben werden sollen, sür je LÜ0 Quadratmeter Grundslächc eine Äcssclhcizsläcl>e von 5 Quadratmeter und 299 lausend« Meter Heizrohre von 108 Millimeter Durchmesser. Diese Maße hoben sich nun nicht als aus- reichend ermicsen: die Heizanlogen müssen größer be° messen werden, wodurch natürlich die Anlagekosten sich vergrößern. Im Betrieb ist dagegen wohl die stärkere Heizanlag« in. sofern vorteilhajter. als sie nicht so stark abgenutzt wird alz ein« nur gerade ausreichende Anlage. Und damit kommen wir zu der Lohre für den Äleinfiedler. Man sindet jetzt oielsach Angbote für Siedlungsluslig« von Land. und Siedlungsgesellschaften, in denen das Vorhandensein eines „Gemüseblocks mit Warmwasierbcizung" betont wird. ,, Es wird für den Siedler, namentlich wenn«r Ansonger ist. vorteilhosicr sein, zunächst mit Frühbeetfenstern und eventuell k»raus herzu- stellenden Katthausdlock zu beginnen, um erst Erfahrungen in der Trelbkultur zu gewinnen. Ge�müsetreiberei im Warm- Haus ist keine so einfache Sache und wenn dann wieder«ine solch« Kälte einsetzt, der die Heizung nicht gewachsen Ist, so ist' der Auswand für Heizung und Bedienung umsonst getan. Erst Fenster, dann Kalthaus, dann Block mit wenig Heizung und schließ- lich ein gutes Warmhaus— in dieser Auseinanderfolge liegt der Aufstieg sicherer als in dem Aufsspielsetzen der vorhandenen Mittel zum Aufbau von Warmhäusern, die einen schlimmen Kältepusf nicht vertragen können. Eine oll.' Erfahrung besagt, daß di« Kul- turen, für die man die Sonnenstrahlen durch Fenster kostenlos«in- sangen kann, die Rentabilität eher gewährleisten al, Glashaus- kultursn. für deren Betreuung schon«im reichere Erfahrung nötig ist. P. D. Kleinsiedler und Massenanbau! Wenn im allgemeinen fiir den Kleinstedler, sofern«r nicht Mitglied einer Produktionsgenossenschaft ist.«in Massenanbau zum Beispiel sür eine Belieferung von Konserven- fabriken nicht in Frage kommt, so dürste es doch interessier«.», über die zurzeit im Anbau bevorzugten Sorten orientiert zu sein. Mo» sindet in den Verzeichnissen der Samenanbouer, sowie in den Wli- tcilungen pon Gemüse- und Obstverwertungsverbänden solche An- gaben, die demjenigen, der größere Mengen produzieren kann, wertvolle Dienst« leisten werden. So werden al» beste Erbsen sorten voanersta«. IZ. Dezember. B e r I f ti. Ui.tii LfndgftrichUdirßKmr Wachler. 1M0 UnierbaliijngKiTivsik, 17..Vi Violincellekonzert.(Qottfrled Zeclander. Am Flüeel; Mar Nahratii-) >6.00 Hermann Nöll liest eigene Dichtungen. 16.20 Wilhelm FöMme'r: Das Schicksal der Kulturvölker. 18.46 Heilfron und M. Felix Mendelssohn: Rechtsempfindung und Rechisemp* finden- 10.10 UnterhalTungsmuMk. 20.00 Chorgesinge- Verein ehemaliger Schiller des Pomchors. Dirigent; Alexander PreuB. 2rUo VolkstflinUeh« Qrchesiorltougert, 23J0 Funk-TinsueUrrichu AoschlloBend bis 0-60 Tjnsmnstk. Bildtunk. Kaolgewustetheuseo Id.OD Mm Rat Dr. Karl Heallnda und Direkter Karl Prlebel; Mirtal und Weg« dir Forderung des Schulfunks. J7.60 Barnbaid Wiemann Liest au» seiner Crgihlung..Besinnliche Rais«"' 18,00 Maximilian MOIler-Jabusch: Wel tpell tische. btuude- 18.30 Spanisch für Fortgeschritten». 18.85 Dr. Mielekt Agrarkrisen. (9.30 Staatssekretär a, D. Schulz: Wesen und Aufgaben der deutschen Kunst- gcraeinachait 20.00 Plenarsaal des ehemaligen Herrenhauses: Soziale Dichtung und OeseTI- schaftskritik. 2046 Bdla Bartdk; Kompositionen. 21.30 Kinderbücher für Ersrachsene. Mitwirkende: Karl Robrecker, Low Sehn, tnacber, genannt die Markerbs«„Wunder von Amerika" und die Pohl- erbse„Äorbfüller": bei den Bohnen di« Buschbohnen .„Konserva" und„Hinrichs Riesen weißgrundig, ohne Fäden", als Stangenbohnen„Meisterstück" und„Rheinische Speck": bei Karotten und Mähren:„Nantaise" und„Braunschweiger lange und dunkelrote". Hinsichtlich de» Spargels ist zu bemerken. daß energsich aus die Hochzucht des Spargels hingeorbeil« wird, ohne die größere Erträge pro Morgey nicht zu erzielen sind. Daß beim Gemüsebau die Bodenbeschaffeicheit und Lag« ein ge- wichtiges Wort mitsprechen, ist bekannt. So erfordert namentlich die Karotte„Nantaise"«inen milden, lehmhaltigen, in alt«r Kraft stehenden, aber nicht srischgedüngten Sandboden. Aber auch hin- sichtlich des Anbaues selbst ist mancherlei zu b«achtcn. Es ist erwünscht, die Ernten so zu verteilen, das Lieferung noch und nach ersolgcn kann: namentlich ist dies bei Erbsen und Bohnen der Fall. Wenn erst die Erkenntnis zum Sieg« gekommen ist, daß Zusammen- schluh sowohl aus j«it«n der Erzeuger wie der Abnehmer dasür sorgt, daß zeilweise Ucberprodvttion weder den Erzeuger ruiniert, noch die War« zum Verderben bringt, wird auch der kleine Besitzer ohne Sorge dazu übergehen können, über den eigenen Bedarf zu produzieren. P. I). Pflanzenschutz im Winter. Wichtig ist. daß die Gemüsercste, Kohlstrünke und faulende Blätter von den abgeernteten Feldern fortgebracht werden, damit nicht Kohlhernie und andere Krankheiten sich weiter verbreiten. Di« Kohlhernie wird durch den Schlcimpilz verursochli die Wurzeln bekommen knollig« Auswüchse, die Blätter welken, und schließlich gehen die Pflanzen ein. Es empfiehlt sich ein gründlicher Fruchtwechsel— may baue drei Jahr« lang k«in«n Kohl auf der betreffenden Stelle. Gut wirkt das Kalken des Landes: man muß 59 Kilogramm aus das Ar nehmen. Um die«ingemieteten oder eingeschlagenen Gemüse vor Frost zu schützen, soll man Stroh, Laub oder Torfmull vor- rätig Hollen, um rechtzeitig decken zu können. Auch Deckladen lun gut« Dienste, namenttich bei isaßkaliem Wetter. P. D. Regenwürmer. lieber die Ragenwürmer sind vlelsoch irrige Anschauungen verbreitet— sie dürfen als nützlich für den Acker gelten, da sie in ihm auflockernd wirken. Auch ist ihr Verzehr von frischen Pflanzen- tellen nur«in Minimum, so daß sie deswegen nicht verfolgt zu werden brauchen. Anders ist es, wen» sie sich tn Töpfen' ein- nisten und dt« Erde in ihnen durchwühlen. Man kann sie. falls stärker«» Klopfen an die Wände sie nicht hervorlockt, durch Be- gießen des Topfes mit einer schwachen Gerbsäurelösvng vertreiben. Diese stell! man durch Uebcrbrühen von Quafsio, Roß- kostomen oder Eichenblättern mit warmem Wasser her und ver. Mendet sie noch dem Erkalten. Da die Regenwürmcr b«i Kält« in dt« Tiefe gehen, so wird man für das winterlich« Ver- pflanzen von Topfpflanzen, falls man keine Erde im Keller auf- gehoben hat. solche nehmen können, die bereits durchgefroren wurde. In solcher Erde wird man keine Regenwürmer antreffen. P. D. Der lange Stiel. Je langer, je lieber, ist seit Jahren die Forderung der Blumen- geschästsinhaber hinsichtlich der zu liefernden Ware, und man wird wohl daraus d«n Schluß ziehen müsien, daß das Publikum diesen Satz ebenfalls aufstellt. Daß langstielige Blumen auch hohe Blumenvascn erfordern, ist eine naturgemäße Folgerung, und da diese für die jetzigen kleinen Raumverhältnisse nicht gerade prok- tischen Basen nicht überall anzutreffen sein werden, so wird wohl beim Einstellen so mancher Stiel verkürzt werden. Daß der lange Stiel aber auch berufen ist,«ine wirtschaftspolitische Roll« zu spielen, geht aus dem Verhalten der Holländer Impor- teure von Blumen hervor. Ihr Wunsch, zum Beispiel langstielige Rosen nach.Deutschland �u liefern, wird von der Erwägung ge- kreuzt, daß der lange Stiel einmal den Zoll, der nach Gewicht be- messen wird, in di« Höh« schraubt, und zweiteu, den Kostensatz für die Beförderung per Luftfracht erhöht. Das Gewicht spiest über, Haupt bei dem Import«Ine große Roll«: Dahlien, di« der deutsch« Gärtner langstielig schneidet, wenn auch die eine oder ander« Knosp« dabei verloren geht, haben ein stattliches Gewicht, und da der Handelspreis tein übermäßiger ist, lo bleibt bei hohen Transportspesen für den Importeur ein zu geringer Verdienst. Man ist daher ün Ausland« bestrebt, das vorhandene Uebergewicht an Glastulturen zur Frühan.zucht solcher Erzeugnisie— sowohl in Blumen wie in Gemüse— auszunutzen. die der deutsche Jreilandbestellcr noch nicht zu liesern vermag. Die Anschaffung von Slasfenstern resp. Anzuchtkästen mit Sias sollte deshalb auch dem kleinen Besitzer am Herzen liegen. Llm die Elekirizitätsiarife. Auch die Kommomsten für Neugestaltung. Der Zlufsichksrak der städlischen Berliner Eleklri- zitätswerke 2L-®. t Bewag) halte in einer heule flallgehablen Sihung eine Aussprache über die städtischen E l e k l r i z i i ä l s- t a r i f e und erhob folgenden Anlrag zum Beschluß: „Der Aussichlsral der Bewag hält eine Umänderung der Klektrizitätxtarise zwecks Erhöhung der Einnahmen für dringend nötig. Er stimmt der Kündigung der hoch. spannungelarife zwecks Zndimdualisierung und Botionalisierung dieser zu und fordert von der Direktion der Bewag umgehend Borschläge für die Neugestaltung oller Tarife. Der Aussichlsrol wird nach Vorlegung dieser Borschläge erneut hierzu Stellung nehmen." Der Antrag wurde von allen Parle ien einschließlich der Kommunisten angenommen. Nur das Zentrum enthielt sich der Stimme. Falsche Kohlengutscheine. Don der Stadt Berlin werden während der Wintemwnate G utfche ine zum unentgeltlichen Bezug von Kohlen an die bedürftige und minderbemittelte Bevölkerung Berlins ausgegeben. Trotz aller nur möglichen Sicherungen swd Nachahmungen der bisher ausgegebenen städtischen Kohlen- gutfcheine aufgetaucht: in welchem Umfange, läßt sich bisher noch nicht übersehen. Der Magistrat hat daher beschlossen, sobald wie möglich an die Stelle der Ausgabe von Kohlengutscheinen eine Bargeldzahlvng zum Ankauf von Brenn- st offen treten zu lassen. Die pÄizeitichen Ermitttungen nach tm Herstellern und Bcrtreibern der falschen Kok�engutscheine schweben. Gesangenenrevolie niedergeschlagen. Acht Gefangene und ein Wärto in Auburn getötet. New York. 12. Dezember. Der Aufstand im ZuehthauS Auburn ist nach heftige« Kampf endgültig niedergeschlagen worden. Im Verlauf des Schlutzkampfes wurden 8 Gefangene und 1 Wächter getötet. Ilm 12.85 Uhr drang unter Führung eines thouptmonns ein« mit Tränengasbomben ausgerüstete Abteilung der Staatspolizei in dos Gefängnis ein und entriß den 20 Rädelsführern, die sich in der haupthalle verbarrikadiert hatten. den Anstaltsleiter I e n n i n g s und vier andere Geiseln. Bei dem sich entwickelnden Kampfe wurden drei Slräflinge gelölet. 1300 Sträflinge hatten sich im Gefängnishof angesammelt und bereiteten sich zum letzten oerzweifelten Widerstand in der Haupthalle vor. während Staatspolizei und Miliz Vorbereitungen trafen, um mit Tränengasbomben und Maschinengewehren die letzten Barrl- tadcn zu stürmen. Kurz vorher hatte der Wortführer der Rädels- sichrer der Staatspolizei mitteilen lassen, daß sie alle zusammen den Tod suchen würden, falls nicht sofort die Tore geöffnet und die Truppen entfernt würden und sie sicheres Geleit zugesagt erhielten. Nach einer späteren Meldung wurden auch die übrigen von den Meuterern festgehaltenen Geiseln befreit. Drei Wärter waren von den Meuterern verwundet worden. Die New-Nortcr Polizeibehörde entsandte 100 Tränengasbomben im Flugzeug n.uh Auburn und Albam>. Der Gouverneur Lehmann erklärte, irgendein Kam- promiß mit den Meuterern würde mögllcherwetse den Zusammen- bruch des ganzen Gefängwssystems herbeiführen. Cr ordnete die Entsendung von Staatsmiliz aus Syracuse und Geneva nach Auburn an. Die Kämpfe haben etwa 6 Stunden gedauert. 2000 Mann an Truppen. Polizei und Hilsfkräften verschiedener Art waren aufgeboten. Die Gesamtzahl der Todesopfer belrögl nach den letzten jeststellungen acht, davon sieben Sträflinge. Außer- dem werden noch drei Wärter vermißt. Man glaubt aber an- nehmen zu können, daß sie am Leben sind und sich verborgen halten. Fünf Führer der Picubwei wurden in der Ecke eines Zellen blocks erschossen, nadjfcem sie sich geweigert hatten, sich zu ergeben. Die Zahl der Verletzten ist bis jetzt noch nicht festgestellt worden. Bis- her sind sieben Gefängniswärter mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden. In den anderen Staatsgefäng- nisien hatte man bei Bekanntwerden der Aleutrni umfangreiche Varbeugungsmaßregeln getroffen. Die Sträflinge wurden jedoch nicht daran gehindert, die durch Rundfunk verbreiteten Nachrichten über die Meuterei in Auburn mit anzuhören. Ludendorffs Kerngeschütz. Bularester Radaustudent-n berufen sich auf ihn. Bukarest über Wien. 12. Dezember. Di« Log« des Rumänischen Groß-Orisnts wurde während einer Sitzung von antisemitischen Studenten überfallen, die sich mit erhobenem Revolver und dem Ruf:„Hände hoch! Die Polizei>st da!" Eingang erzwangen, die gesamte Einrichtung zerstörten, den Dokumentenschrank erbrachen und sämtliche Dokumente mitschleppten. Erst dann gelang es den Logenbrüdern, die Polizei zu benachrichtigen, die nur noch zwei an den Ausschreitungen Beteiligte festnehmen konnte. Der Unter- staatssekretär im Jimenministerium Joanitziecu und Polizeiprösekt Mikolnu vernahmen sofort an Ort und Stelle die Verhafteten. Die Studenten erklärten, sie hätten aus patric tischen Gründen gehandelt, da sie das Treiben der Loge als hochverräterisch bc- trachteten, die Anregung zu ihrem Vorgehen hätte ihnen Luden- dorffs Freimaurerbuch gegeben. In den neurumä nischen Städten Klausenburg und Teinesvar versuchten Studenten, von den Redaktionen madjarischer Blätter eine „berichtigende Mitteilung" über einen Studentenkongreß zu er- pressen. Nach der Weigerung der«inen Redaktion wurde alles zerstört. Die Behörden ließen gegen die Studenten zuerst die Polizei, dann die Gendarmerie einschreiten, die in Teinesvar von fax Schnßwasse Gebrauch machte, wobei«In Studeick schwer verletzt wurde: er soll getötet worden sein. Dl» Regierung hat dem Führer der Studentenschakt ihre schärfste Mißbilligung zum Ausdruck gebracht und Maßnahmen zur Verhinderung weiterer Ausschreitungen getroffen. - oJh&rfuru� märkischem Roggen, back- and lagerfähig Za beziehen dnrdi Jeden Großhändler Berliner Hermannmühle Berthold Rothholz Berlin SO Zd, KOpenicker Straße 16-17— Telephon: Moritzplolz 10570-21 C, JCaeske s.m.b.N. Berlin O, PctersburjJer Plalz 7 empfehlen täglich: Schinkenhlnlerbehte Schweinerippen SchwelnegchwSnxe und'.Knorhenfleltrh \ Kaufhaus Max Cohn (Inhaber Georg Hirschfeld) Griinsir. 23.24 KOPBNICK am SchloBplalz Das Haus der guten Qualitäten •••••••••—••••••••••—«««««»««ODOOOOOO w rvidaiblume ges. gesch.(163 Feinste Frlsch-Obst-Konritliren aus reinen Früchten u. 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