Morgenausgabe Ar. SS9 �, �296 �b.Zahrgang Wöckknilich 8SPf., monallich Z.e0M. im»oriiu»»Ohl»«, Poftb-zug 4�32 M. rmlchlicßlich so Psz. Postjkitung». und Pfg. Postb«st,llgebüh«n.!lu»londs» <>t>»nnem«nl K,— M. pro SRonot. D«r„Bormöris" erlcheinl Wochentag- lich zweimal. Sonntag» und Montag» einmal, die?lbendou»aaben für Berlin und im Handel mit dem Titel Adend". Illustriert» Beilagen und Zeit" und.Kinderfreuno". . Unterhaltung und W!sl-N"..grauen Der Boll Ferner ilimme"..Technil"..Bli«'in d'e Bücherwelt" und. Jugend-BorwäNi" Bevttnev Vvttsblatt Oiensiag �7. Dezember 1.929 Groß-Äerlin 1U Auswärts 15 pf. Die einsp altige Nonpareillezeile 80 Pfennig. Retlame�eile 5.— Reichs- mark.„Kleine Anzeigen' dos.enge- druckte Wort 25 Pfennig(zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche dos erste "Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über IS Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmai tc Zeile SV Pfennig. Familienanzeigen Ze le 40 Pfennig. Anzeigenannahme im5iaupl- geschäft Lindenstraße 3, wochentäglich von S'/a bis 17 Uhr. Jentvalovsan der SozialdemoSratifchen Vartei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 �crnsprechcr: Dönhoff L92— 297. Telegromm-Sdr.: Sozialdemokrat Berlin. Vorwäris-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: Berlin 37öSL.— Bankkonto: Bank der Arbeiter. Angestellten und Beamten, Wallstr. 65. Dt. B. a. Diic.-Gcs.. Deposilcnkaste Lindenstr. 3. Tariferhöhung! Das Berliner Sofortprogramm. Die Tollhaustomödie um die Genehmigung oder Nicht- gcnehmigung der 13-Millionen-Dollaranleihe der Stadt Berlin ist zu Ende. Berlin erhält den amerikanischen Dollarkredit nicht. Die gestern zum zweitenmal zusammengetretene Be- ratungsstelle hat zwar keinen Beschluß gegen die Genehmigung des Kredites gefaßt. Sie hat überhaupt zur Anleihe keinen Beschluß gefaßt, da angesichts des nicht zu überwindenden Widerstandes des Vertreters der Reichsbank der preußische Vertreter den Antrag auf Vertagung gestellt hat. Jedenfalls Hot der Reichsbankpräsident Dr. Schacht seinen Willen, die Amerikaanleihe kommt nicht. Berlin wird allerdings nicht seine Z a h l u n g s- Unfähigkeit erklären. Das ist aber nicht Herrn Dr. Schacht zu danken, sondern dem preußischen Staat zu danken, dem es nicht gleichgültig sein konnte, ob die Land- und Reichshauptstadt Berlin, an deren Schicksal der Kredit der deutschen Kommunalwirtschaft überhaupt hangt, ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann oder nicht. Durch das Eingreifen des preußischen Staatsministeriums ist ein Weg gefunden worden, der die Beschaffung der erforder- lichen Gelder für die Stadt Berlin(es handelt sich um r u n d 6 5 M i l l. Mark) im Iplande ermöglicht. Der dabei gefundene Weg ist der, daß die Ende Dezember fällig weitdenden Kredite der Stadt Berlin in ihrem Hauptbetrage verlängert werden und daß der Rest von einigen Dutzend Millionen von einem äffen t- lichenBankonkonsortiumturzfristigzurBer- füguna gestellt wird. Weder Herr Dr. Schacht noch das auf die Beerbung der öffentlichen Wirtschast wartende Privatkapitai werden es erleben, daß Berlin seine Zahlungen einstellt und etwa den Beamten die Gehälter nicht auszahlen kann. Das deutsche P r i v a t k a p i't a l. dem Herr Dr. Schacht«in williger Gehilfe ist, hat sich in seiner Rech- nung. die öffentliche Wirtschaft durch Erschwerung der Ber- liner Finanzverhältnisse bald und gründlich beerben zu können, g e t�i u I ch t. In diesem Sinne hat auch Herr Dr. Slliacht mit seiner nur noch aus politischen Gründen erklär- l chen Bekämpfung des Berliner Amerikakredits eine Nieder- läge erlitten. A b e r d e r P r e i s i st h o ch, der für die augenblickliche Sanierung der Berliner Kassenlage siezahlt wird! Wie dem Reiche, so ist auch her Stadt Berlin ein Sofortpro- gramm aufgezwungen worden, das die Berliner Stadtverwaltung zwingt, für die verlängerten bzw. neuge- währten Kredite sofort die volle Deckung"zu beschaffen. Der Magistrat der Stadt Berlin wurde von der Auffichtsbehärde veranlaßt, für die Bildung eines Fonds zu sorgen, aus dem innerhalb eines Jahres der 63-Mlllionen- K r e d i t g c t i l g t werden muß. Dieser Tilgungsfonds wird ge'pci.st aus Tariferhöhungen, die bei sämtlichen städtisäien Bersorgungs- und Verkehrsbetrieben vorgenommen werden. Der Verkehr soll um 3 Pf., der Gaspreis um 2 Pf., der Wasserpreis um 3 Pf. und der Lichtstrom um 4 Ps erhöht werden. Der Magistrat wird diese Erhöhung der Tarife auch dann durchführen müssen, wem: die Auffichtsräte der«inzel- nen Gesellschaften, die noch nicht entsprechend dem Ausgang der Wahlen verändert worden sind, sich gegen die Tarif- crhöhung aussprechen würden. Eine Befragung der Stadtverordnetenversammlung ist für die Tariferhöhung bekanntlich nicht notwendig. Angesichts dieser Erhöhungen, die voraussichtlich am 1. Januar in Kraft treten werden, ist es eine gewisse Beruhigung, daß die Stadt Berlin bisherdie niedrig- st e n Tarife i n Deutschland sich zu schaffen und zu «rholten gewußt hatte. Auch nach der Erhöhung auf 20 Pf. blestt Berlin hinter ollen deuffchen großen Städten beispiels- weise mit seinem Lichttarif noch weit zurück. So werden in Bremen 33. in Düsseldorf 42, in K ö l n 36. in L e i p- z i g und in München sogar 43 Ps. pro Kilomattstunde bezahlt. Äehnliches gilt für die Gas-, Wasser- und Verkehrstarife, wenn hier nach der Erhöhung die Spannungen auch geringer find. Dennoch ist es eine höchst traurige Tatsache, daß das Spiel der silbernen Kugel, das in Deutschland vom Privat- kahital gegen die Kommunen nnd besonders gegen die äffent- lichen Werke getrieben wird, zu dieser Tariferhöhung in Berlin zwingt. Der Magistrat der Stadt Berlin hat festgestellt, daß für ihn der Gedanke einer Verpfändung oder Veräußerung städti- ichen Derksbesitzes nicht diskutierbar ist. Es ist gar kein Zweifel darüber, daß die Krediffchwierigkeiten der Stadt mit einem Schlage behoben gewesen wären, wenn Berlin bereit gewesen wäre, seine öffentlichen Werke auf kaltem Wege privatisieren zu lassen. Um so wichtiger ist es. daß der Großangriff de? Privatkapitals gegen die Berliner städtischen Werke, der der Hintergrund der Toll- hauskomödie um die Anlechegenehmigung war, mit der Hilfe des preußischen Staates abgeschlagen werden konnte. Inlandskredit für Berlin. Dollartredit abgelehnt.— Erhöhung der Tarife. Das Nachrichtenamt der Stadt Berlin teilt mit: Der Magistrat hat am Montag die Gewißheit gewonnen, daß mit einer Genehmigung des lö-Millionen-Dollar- Kredits durch die Beratungsstelle infolge des entschiedenen Widerspruchs des Reichsbankpräsidcnten n i ch t z u r e ch n e n i st. Die aus Montag mittag angesetzte Sitzung der Beratungsstelle hat gar nicht mehr stattgefunden. Die Frist für das Angebot ist am Montag abgelaufen. Die Hoffnung der städtischen Verwaltung auf diesen amerikanischen Kredit ist somit zunichte geworden. Da mit der Möglichkeit der Ablehnung bereits während der letzten Tage gerechnet werden konnte, Hot der Magistrat inzwischen Verhandlungen mit anderen in Betracht kommen- den Stellen sowie mit den Reichs- und Staatsbehörden über die Ausnahme eines anderweitigen Kredits gejährt, der ihm die Nebcrwindung der Kassenschwierigkeitcn in, laufenden Monat er- möglicht. Die verhandlangen hoben zu dem Ergebnis gesuhrl. daß der Stadl die Mittel für den notwendigen Bedarf Im Monat Dezember zur Verfügung gestellt werden. Dieser kurzfristige Kredit ist nach dem verlangen der Aussichtsratsbehärde baldigst zu tilgen. Zu diesem Zweck legt die Stadt einen Fonds an. in den sie allmonatlich 5 Millionen Mark au» besonders hierfür bereitgestellten Einnahme- gorklen einschließt. Die Speisung dieses Fonds kann nach Lage der Sache nur aus erhöhten Ab gab« n de r st ä dsti s ch e n W e r k e und Betriebe erfolgen, da die Steuerwittel für die Bedürfnisse des Etats und eines etwaigen Nachtragsetats verfügbar bleiben mästen. Es mästen daher folgende Tariferhöhungen eintreten: l. Erhöhung des Verkehrslarifs von 2 0 auf 2 5 JJf. unter Belbehaltuna des Elnheltsfahrfchein», wobei die endgültige Regelung durch einen neuen Tarif, der diefelben Ge- samterlräge erbringen müßte, den Beratungen der zuständigen Instanzen vorbehalten bleibt. 2. Erhöhung des Elektrizitätstarifs von l K auf 20 Pf. pro Kilowattstunde für Riedrigspanrnmg, wobei wieder die Schaffung eines neuen Tarifs unter Berücksichtigung der sozialen Schichten der Abnehmer vorbehalten bleibt. Die not- ivendige Kündigung langfristiger Verträge für Hochspannung ist bereits erfolgt. Z. Erhöhung des VZassertariss von 15 auf 20 p s. 4. Erhöhung des G as t a r i fs von 16 auf 18 Pf. Zu den Erhöhungen ist zu sagen, daß die Verkehrsmittel mit dem Einheitstarif von 20 Pf. ohnehin nicht auskommen konnten. und daß die Tarife für Elektrizität und Wasser bisher unter den Tarifen der Vorkriegszeit lagen. Mit Rücksicht darauf, daß das Gas sowohl für Leucht- wie für Kochzwecke in der Hauptsache von der minderbemittelten Bevölkerung benutzt wird, ist hierfür eine gering' fügige Erhöhimg vorgesehen. Die Kassenlage der Stadt duldet keine Verzögerung der end- gültigen Entscheidung. Möglichkeiten eines Kredits auf anderer Grundlage bestehen nach Ablehnung jedes Auslandskrediis nicht mehr. Der Gedanke einer Verpfändung oder Veräußerung städtischen Wcrtbesttzes ist für den Magistrat nicht distutierbar. Der Magistrar steht also vor der Zwangslage, die Bedingungen dieses Kredits a» zunehmen, wenn er nicht Gefahr laufen will, daß die Beseitigung der Kassenschwierigkeiten auf der Grundlage von Tariferhöhungen unter Ausschaltung der Selbstverwaltung erfolgt. Schacht und das Sofortprogramm Besprechung des Zta'chsbankpräfidenien mit Kabinett und Parteiführern. Amtlich wirb mitgeteilt: Heute abend fand unter dem Vorfitz deS Reichskanzlers eine Besprechung deS ReichskabinettS mit den Führer» der Regie- rungSParteie» über daS Tofortprogramm statt, an der zeitweise auch der Reich Sbankpräsideut Dr. Schacht teilnahm. Die Parteiführer bekräftigte« er»-ut ihre« Wille», daS Sofortprogramm noch i m Laufe dieser Woche durchzuführen. * Die beiden Lorlogen, aus denen das Sofortprogramm besteht, sind am Montag von den Parteien unterzeichnet und als Imtiativgesegentwürfe eingebracht worden. Die Vorlog« über die Erhöhung der Tabaksteuer enthält die Einführung der Kontingentierung für die Aigarettenindustrie. Durch dies« Maßnahme, die bis zum Jahre 1933 gelten sollte, würde der Privat- kortzern Reemtsma-Neuerburg zu einem staatlich konzessionierten Privatmonopol gemacht werden. Der Sozialdemokratie ist es gelungen, in den Besprechungen der Regierimgsporteien die Dauer der Kontingentierung bis zum 31. März 1931 zu be- grenzen. Zugleich ist eine neue Bestinwmmg eingefügt worden, deren Zweck es ist, wesentliche Preissteigerungen für den Der- braucher und eine übermäßige Einschränkung der Spanne siir den Zwischenhandel zu verhindern. Der andere Teil des Sofortprogramms, die Erhöhung der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung um Vi Proz. soll bis zum 30. Juni 1930 gelten. Die Deutsche Volkspartei wollte die Beitragserhöhung lediglich bis zum 31. März 1930 zu- gestehen. Beide Lorlagen sollen bis Ende der Woche erledigt werden. Im Plenum des Reichstages ist ani Moiüog die Z o l l v o r- läge der Reichsregierung in erster Lesung beraten worden. Die Regierungsparteien hoben sich an der Debatte nicht beteiligt. Zwischen ihnen bestehen vorerst noch erhebliche Differen- zen. Die Vorsage der Regierung, die von dem System der starren Geireihezölle abweicht und gleitende Zölle einführen will, die von den Preisen abhängig sind, stößt bei allen bürgerlichen Re- gierungsparteien auf stärksten Widerstand. Ihnen geht die Borloge der Reichsregierung, durch die die Verbraucher vor weit». gehenden Preiserhöhungen geschützt werden, zu weit. Auch wird die Erhöhung von Jndustriezöllen verlangt. die das Kabinett unter dem Einfluß der Sozialdemokratie ab- gelehnt hatte. Oer Schrei nach dem Spardikiaior. Die Anfrage der Dollspartei.— Die Deuifchnaffonoken wollen auch noch zweite Kammer. Der Ausschuß für den Reichshaushall setzte in seiner Montags- sigung die Beratung über die oolksparteilichen Anträge über die Einsetzung eines Relchssparkommifsar» als einer dauernden, der Reichsregierung gegenüber selbständigen und nur dem Gesetz unterworfenen obersten Reichsbehörde fort. Für das Zentrum unterstrich der Abg. Dr. Schreiber die vielen und schweren Bedenken, die der Abg. Heimann(Soz.) in der letzten Sitzung gegen die Anträge geäußert hatte. Die noch der beendeten Beratung der Reichshaushaltsordnung im letzten Augenblick erfolgte Einbringung der Anträge fei auch für seine Fraktion eine p e l n- liche Ueberraschnng gewesen. Di« Anträge seien auch nach seiner Ueberzeugung unzweifelhaft verfassungs- ändernd. In der Oeffentlichkeit, die in manchen Teilen einen Finanzdiktator wünsche, herrschten vielfach bezüglich der Etats- aebanmg ganz falsckze Alisfassungen. Die Etatsgebarung de» Reichs sei zu einem sehr großen Teil zwangsläufig. Es herrsche durchaus keine etatsrechtliche Anarchie. Jeder Etat spiegele naturgemäß den Stand der Wirtschaftslage wider. Auch ein Finanzdiktator mit allumfassenden Befugnissen könnte nicht viel ändern, weil eben ein großer Teil der Ausgaben zwangsläufig sei. Es müsse auch hervorgehoben werden, daß Herr Dr. C r c m e r für einen Reichssparkommissar und Ersparungen eintrete, während sein Spezialkollege Morath gegen die vom Reichssparkommisiar im Postetat vorgeschlagenen Einsparungen zu Felde ziehe. Der Antrag chürde die Verantwortungslosigkeit aller Regierungsstellen fördern und die Verantwortunas- ireudigkeit schwächen. Selbst das relative Vetorecht des Rcichsspar kommlssars bedeute einen Eingriff in die ganze Konstruktion der Verfassung und sei verfassungsändernd. Es sei mich falsch, eine rein £ äußerliche Analog!« d«r Finanzgebarung mit anderen Staaten(Eng- � land, Amerika) zu ziehen. Für die Deutschnationalen erklärte der Abg. Hergt. die Idee des Spardiktators sei weithin im Lande populär und werde getragen von wirtschaftlichen, politischen und wissenschaftlichen Kreisen. Es sei zu begrüßen, daß die Wirtschaft und die Wissenschaft sich in ganz anderer Weis« als früher jetzt auch mit diesen Dingen befasie. Zu- zugeben sei. daß sehr viele Ausgaben im Reichsetat gebunden und daher die Möglichkeiten zu Einsparungen für den Reichskommissar nur gring seien. Aber steter Tropfen höhle den Stein. Mehr Ein- sparungen als beim Reich könnten bei den Gemeinden gemacht werden. Er komme je längr je mehr zu"der Ueberzeugmrg. dah. wolle man wirklich Ordnung schassen, man zu Aenderungen aus dem Asbiete des Parlamentarismus kommen müsse. Rotwendig sei vor allem die Schaffung eines Oberhauses, das die Aufgabe habe, die Entlastung herbeizuführen, wenn die gewählte Kammer nach ihrer parteipolitischen Zusammensetzung ver- sagen müsse. Der Sparkommissar dürfe also nicht in erster Reihe Organ des Parlamentes sein, sondern müsse vielmehr die Möglichkeit haben, mittels seiner Gutachten sich dem P a r- lament entgegenzustellen. Aus diesem Grunde müsse die Unabhängigkeit und Selbständigkeit des Reichssparkommissars gesetz lich festgelegt werden. Auch er halte die Anträge wegen der Ein- schränkung der Initiative der Regierung für verfassungs- ändernd. Die Deutschnationalen würden die Regelung nach den Cremerschen Anträgen ablehnen, weil der Reich»- sparkommissar keine Dauereinrichtung werden dürfe und befristete Einrichtungen nicht in die Reichshaushaltsordnung aufgenommen werden könnten. Entweder müßten die notwendigen Aenderungen durch ein Spezialgesetz oder durch Aenderung der bestehenden Richt- linien vorgenommen werden. Zur Beruhigung für die öffentliche Meinung würde er für ein auf fünf Jahre befristetes Spezial- gesetz sein. Als letzter Redner kam der Abg. Bernhard(Dem.) zu Wort und wandte sich auch gegen die Versuche, die Stellung des Sporkom- missars in den Vereinigten Staaten mit der Stellung, die ein Reichs- sparkommissar hier erhalten könnte, in Vergleich zu setzen. In Amerika seien die etatsrechtlichen Verhältnisse durchaus von den deutschen verschieden. Durch die Anträge sollte die Stellung des Reichsspartommissars gegenüber Regierung und Parlament in einer Weif« gestärkt werden, daß schließlich für dies« beiden Körperschaften an Verantwortung kaum noch etwas übrig bliebe. Durch die Anträge würde der Reichstag, wenigstens in finan- ziellen Dingen, zu einer gewöhnlichen Agitationsstelle. denn da er gar keine Vrantwortung mehr für seine finanziellen Anträge trage, würde-er grenzenlose Wünsche stellen können, denn jeder Antragsteller wisse im stillen, daß die allein verantwortliche Stelle, der Reichssparkommissar, finanziellen Unsinn nicht zulassen würde. Dos würde«ine Herabwürdigung des Parlaments in schlimmster Weis« beideuten. Auf der anderen Seite müßten allerdings zwischen dem Reichssparkommissar und dem Parlament ständige Fäden laufen, und die gutachllichen Bericht« des Reichsspartommissars müßten dem Reichstag auch dann zugeleitet werdn, wenn sie der Regierung unangenehm sind. Seiner Ueberzeugung nach hätten die Mitglieder des Haushaltsausschusses und d«s Unterausschusses auf der Grundlage der Berichte des Rechnungshofes mindestens so viel Möglichkeiten, kritisch in die Dinge hineinzuleuchten, wie irgendeine Behördenstclle. Es sei ja im Lande gar nicht bekannt, welche Un- sninme von Arbeit auch in der Richtung, in der ein Sparkommissar arbeiten könnte, vom Haushaltsausschuß und seinen Unterausschüssen geleistet würde. Das Abstimmungsgeheimnis. Antwort Severings an den Hugenberg-Avsschuß. Der Reichsousschuß für das deutsche Volksbegehren hat sich bei dem Reichsminister des Innern beschwert, daß in einzelnen Ländern die Absicht bestehe, bei den» bevorstehenden Volksentscheid«ine geringere Zahl von Ab st immungs stellen einzurichten, als dies beim Volksentscheid über die Fürst«nent«gnung der Fall war. Der Reichsausschuß beruft sich in seinem Beschwerdeschreiben auf die Reichsvcrfassung und mif den§ 38 der R e i ch s st i m m- o rd n u ng. Der Reichsminister des Innern hat das Beschwerde- schreiben des Reichsausschusscs sofort beantwortet und dar- auf hingewiesen, daß der ß 38 der Reichsstimmordnung am S. Dezember d. I. durch Reichsrotsbeschluß dahin abgeändert wurde, baß in Gemeinden mit voraussichtlich außergewöhnlich ge- ringer Beteiligung der Stimmberechtigten die Stiminbezirk« auch mit einer größeren Einwohnerzahl als 2500 g e- bildet werden können. In dem Antwortschreiben des Reichs- Ministers des Innern heißt es! „Die Einwohnerzahl eines Stimmbezirks dürfe nicht so g e- ring ,sein, daß sich die Abstimmung der einzelnen Stimmberechtigten ermitteln lasse. Don einzelnen Landesregierungen und großen Stadtocrwol- tungen fei darauf hingewiesen worden, daß bei Einhaltung der Regelvorschrift von nicht mehr als 2300 Personen für den einzelnen Stimmbezirk das A b st i m m u n g s g e h« i m n i s nicht gewährleistet werden könn«, weil die Stimmbeteiliguug in vielen Gemeinde» vorausfichllich sehr gering sein wird. Diesen Einwendungen habe der Reichsminister des Innern stattgegeben, und daher mit Zustimmung des Reichsrats die vom Reichsousschuß an- gefochten« Verordnung herausgegeben." pariser Tagung der Gläubigermachie. Doraxbeiten für den Haag. Pari», 16. Dezember.(Eigenbericht.) Am Montag traten in Paris die Reparations-Sach- verständigen von England, Frankreich, Italien, Belgien und Japan zusammen. Das Arbeitsprogramm der Konferenz umfaßt in der Hauptsache folgende Punkte: Verteilung des Garantiefonds für die Internationale Reparationsbant auf die Gläubigermächtc, Schlußabrechnung der bei der Reparationskommission ge- führten Konten, Verteilung der Ucberschüsse aus der Ueber gang, zeit zwischen Dawcs- und Aouag-Plan, Abschluß eines Treuhänder-Vertrages mit der Reparationsbank. Die Konferenz wird sich auch noch mit der ungelösten Frage der Ostreparationen zu befassen haben. Die bulgarischen Unterhändler, die nach ihrem Besuche in Rom bei Mussolini eine -iemlich entgegenkommende Haltung an den Tag legen, hatten am Montag ein« Unterredung mit Tardieu. Lim die Finanzreform. Eine Aussprache bei den Berliner Funktionären. Di« Berliner Funktionäre versammelten sich gestern in sehr großer Zahl zu einer Aussprache mit der Tagesordnung„Der Kampf um die Finanzresorm" in den Kammersälen in der Teltower Straße. Als Referent sprach der alterfahrene Finanzsachverständige der Reichstagsfraktirm, Wilhelm Keil: Di« Reichstagskämpf« der vergangenen Woche waren nur da» Vorspiel für die große steuerpolitische Auseinandersetzung, die in den ersten Monaten des kommenden Jahres stattfinden wird. Dann wird entschieden werden über die Lastenverteilung, die sich nach dem Zustandekommen des Po�bg- Planes aus dem ihm folgenden steuer- gesetzlichen Mahnahmen ergeben soll. Di« Vertreter der kapitalisti» scheu Interessen, die Unternehmerverbänd«. lzaden schon seil Monaten in Zeitungen, durch Flugschriften und durch Kundgebungen dafür geworben, daß ihre steuerliche Belastung vermindert wird. Di« Lastenverteilung ist für die Arbeit«rklass« von d«r größten sozialen und wirtschaftlichen Bedeutung. Leider aber haben wir, haben auch die Gewerkschaften nicht den gleichen Eifer gezeigt wie der Gegner. Man ist drüben früher ausgestaniden. Vielleicht waren wir zu passiv, weil wir zuviel Vertrauen zur Regierung hatten. aber die Vertreter der Sozialdemokratie in der Regierung sind nur die Exponenten unserer Macht und nicht die Macht selbst. Sie haben� nicht voll« Bewegungsfreiheit, darum müssen die Massen selbst ihr« Kraft einsetzen. Steuerfragen sind nicht minder wichtig als Lohn- fragen. Wenn der Anteil an der Ausbringung der Steuern einen Lohnzuschuß wieder aufzehrt, so wird der Lohnzuschuß hinfällig. Seit L a s s a l l e sich in den 6l>er Iahren gegen die indirekten Steuern wandte, haben sich die Verhältnisse gewandelt. Wir schauen heute nicht mehr so sehr aus die Klassisizierung der Steuern und auf den Modus der Erhebung, wir wollen nur, daß dieser Modus gerecht ist. Geblieben ist der Klassenkamps, der um so schärfer sich auswirkt, je größer die Last ist. Di« Arbeiterschaft hat keine Verantwortung dafür, daß heute die Steuerlast des deutschen Voltes größer ist als die aller arideren Völker. Schuld hat der verlorene Weltkrieg, den die Arbeiterschaft zu verhindern suchte, ch« er aus- brach und dessen Beendigung vor dem Weißbluten sie durch ihren Kampf gegen die Annexionspolitik erstrebt«. Eine wirksame Be> steuerung der Kriegstreiber und Kriegsgewinnler, die diesen neben den Annehmlichkeiten leichten Erwerbes auch die Peinlichkeiten des Krieges zu Gemüte geführt hätte, würde uns manches erspart haben. Di« Inflation brachte durch die Fehler der Steuerpolitik die Eni- eignung und Verarmung weiter Boltsschichten. Die Sozialdemokratie war bei Reginn der Znslation für eine reelle haushaltswlrtschaft eingetreten. Sie forderte zur Per- meidung der Zerrüttung wertbeständige Steuern. Gegen sie ging helsserich>320 mit der Forderung de» Abbau» der Besitz. steuern vor. indem er sagte, daß diese Steuern de« Großbesiß zu zermalmen drohten, vieles ist zermalmt worden, aber nicht der Grohbesih! So kam die Verzwcislungssituation 1923, da rief Helsserich:.Letzt geht es um. Kops und Kragen." Die Stabilisierung wurde erst durch- geführt, als die alt« Mark ein Billionstel ihres Wertes erreicht hatte. Wieviel leichter wäre sie durchzuführen gewesen, als die Mark noch 10 Pfennig wert war! Vir bekämpfen«ine vorzeitige Steuersenkung, um ein« neue Zerrüttung der Reichsslnanzen und eine zmette Znslotion zu verhüten. Sie könnten den Hugenbergern gelegen kommen, niemal» nützt sie der Arbeiterklasse. Es ist heller Wahnwitz, wenn durch eine neue In- flation«ine Entlastung von unseren Kriegsschulden erwartet wird. und ebenso wahnwitzig ist es, dies« Entlastung durch einen osflziellen Widerruf der Kriegsschuld! iigc zu erhosfenl Seit Beginn der Welt- geschichte muß der Besiegte zahlen. Das Ausland verzichtet nicht, es wird sich die 3 Proz. des Bolkscinkommens sichern, die es ver- langt. Der Poung-Plan bringt uns 700 Millionen Reichsmark Er- sparnis, ober ehe noch der Bär erlegt war. hat man sein Fell zehnmal verteilt. Daher entstanden die Steuersenkungsplän«, die nicht die Betasteten, nicht die breiten Massen, sondern die anderen erfreuen sollen, denen oll« Genüsse zugängig sind! Dies Bestreben sieht im schroffsten Widerspruch zu unserer Finanzlage. Der Etat 1929 balancierte nicht, die Regierung verlangte eine Steuererhöhung, die bürgerlicheil Parteien verweigerten sie. man half sich durch einen künstlichen und unechten Etatsausgleich. Vielleicht war es ein Fehler der Regierung, die katastrophal« Kassenlage nicht zuzugehen und unecht« Abstriche, unecht« Einnahmen zuzulassen. Man hoffte auf eine Senkung der Reparationslasten, sie trat zunächst nicht ein. Die Regierung ist nicht energisch genug gegen die Bestrebungen noch einer Steuersenkung aufgetreten. Eine Wirtschaftskrise besteht nicht. Die Ernte 1929 war glänzend, die Verhältnisse in der Industrie haben sich gebessert, die Aussuhrzisser hat die Einfuhrzisser über- schritten. Gegenüber dem Schweigen der Regierung hatte der Gegner ein leichtes Spiel. Der frühere Reichssinanzminister Rein- hold konnte von den 2 Milliarden sprechen, die an Neuern ein- gespart werden könnten. Die bürgerliche Press« stand hinter ihm. Zu den Gegnern trat der Mann, der sich mit übergroßem Selbst- gefühl für den mächtigsten Menschen in Deutschland, für den Diktator» zum mindesten für den Finanzdittator hält: der Präsident der Reichsbank, Dr. Schacht. Er sollt« aus Loyalität gegenüber seinem Volt nicht vergessen, daß deutsche Not, deutsche Ohnmacht, daß der Druck der Siegermächte die Wurzeln seiner Macht sind. Er sollte von ihn sparsamsten Ge- brauch machen, er sollte nicht Krisen im Reich« herausbeschwören und Berlin an den Rand einer Finanzkatastrophe bringen. Die Not der Stunde zwang endlich die Regierung, mit ihrem Programm, mit ihren vierzehn Punkten, vor das Parlament zu treten. Wir haben gegen das Regicrungsprogramm schwerste Bodenken: Massensteuern werden erhöht, Besitzsteuern sollen gesenkt werden. Di« Sozialidemokratie versagt sich den Forderungen der Finanznot nicht, aber es darf nicht mit zweierlei Maß gemessen werden. Zudem herben wir dagegen schwere Einwände, daß das Regierungsprogramm als ein Fünssahresprogramm mit Etappen vorgesehen«st. In der ersten Etappe liegt die Verteuerung von Tobak und Bier und eine geringe Senkung der Lohnsteuer. Wer• wird bei der zweiten und dritten Etappe regieren? Vor der dritten Etappe liegt eine Reichstagswahl! Der Kapitalflucht begegnen wir am wirksamsten, wenn wir für eine Stärkung des öffentlichen Ver- traue ns in die deutschen Finanzen und die deutsche Wirtschast sorgen. Das fehlende Dertrauen. an dem dio Bürgerlichen ein ge- rütteltes Maß Schuld haben, verhindert die Kapitalsbildung und führt zum übermäßigen Verbrauch. Die Sicherheit des Etat» stärk: die Staatsgewalt. wir Sozialdemokralen wollen den Staat stärken. Da» liberale Bürgertum freilich will keinen gesunden, starken Stait, der auch seinen sozialen und kulturellen Verpflichtungen nachkommen kann. Es will den Nachtwächterstaat, der nur für Ordnung sorgt. Wir haben unsere Bedenken gegen die Vertrauensresolution wegen der außen- und kassenpolitischen Erwägungen zurückgestellt Es muß für die zweit« Haager Konferenz«in« ordnungsgemäß funktionierende Regierung vorhanden sein. Die katastrophal« Kassen- läge des Reiches ließ auch Befürchtungen über feine Zahlungsfähigkeit am 1. Januar aufkommen. Bor wenigen Wochen noch schienen die Ding« besser zu liegen. Zm Reichsfinanzministerium scheint etwas nicht zu stimmen. Hilferding ist gewiß ein bedeutender Mann. Bei der unge- heuren Ausdehnung der ihm unterstehenden Derwaltiinzj kann er aber nicht jeden Zweig selbst kontrollieren. Er muß sich aus seinen StSatssekretär und sein« Direktoren verlassen. Da stimmt etwas nicht, da muß nach dem Rechten gesehen werden. Es darf der Welt nicht noch einmal das traurige Schauspiel der letzten Woche geboten werden Etwa 24 Parteigenossen haben sich bei der Ab- stimmung über das Vertrauensvotum der Stimm« enthalten.(Bravo und Widerspruch.) Wir, die wir zustimmten, haben die Erwägung höher gestellt, daß wir eine Regierungskrise im Augenblick für un- tragbor hatten Aber der Schritt der 24 Parteigenossen aus der Reichstagsiraktion soll ein Warnungszeichen sein, daß der Bogen nicht überspannt werden darf. Der entscheidend« Kampf kommt im neuen Jahr. Unsere Aufgab« ist es, nicht nur aus parteipolitischen, sondern aus staatspolitischen Gründen eine Verschiebung zuungunsten des Proletariats zu verhindern. Nur dadurch sorgen wir daftir. daß den Kommunisten und den Nationalsozialisten nicht neu« Anhänger zugetrieben werden. Nur dadurch erleichtern wir den Parteigenossen in den Betrieden thre schwere Arbeit. Wenn wir aus der einen Seite ein« wirtschaftliche Katastrophe verhindern, auf der anderen Seite ober auch eine außerordentlich« Belastung der arbeitenden Massen unmöglich machen, dann dienen wir der großen Idee der Sozial- demokratie im Geiste Lasfatles, der uns gerade in Steuer- fragen den Weg gewissen hat.(Lobhafter Beifall.) In der Diskussion sprach noch<£. Barth, der einen Parlament.,- rsschen Untersuchungsausschuß verlangte, Künstler, der erklärt«, er hob« am Sonnabend nicht mitgestimmt, weil«r in der Annahm« der Vertrauensresolution ein« Bindung an das Finanzprogramm der Regierung«Mick«. Bei der Beurteilung im Reich und in Verlin sei der Schluß zu ziehen, daß die Koalition mit bürgerlichen Parteien Pleite gemacht hat.(SM). Brchvo.) Wenn Finanzresorm und Poung-Plan unter Dach und Fach sind, dann wird man die Sozialdemokratie nicht mehr brauchen. Wir haben in dieser Richtung schon unfere Erfahrungen. Schwan bedauert, daß sich die Reichstagssrattion. zum Finanz Programm bekannt hat, obwohl«n ihm gerade die indirekten Steuern bevorzugt sind. Früher habe die Partei dief« Steuern ganz besonders bekämpft. Löwen stein hielt das Dertrauensvotum für gefährlich, weil niemand auf den Boden dieses Programms treten könne. Ohne un» ist gegenwärtig nicht zn regieren und auch keine Finanzresorm zu machen: dos ist von uns wieder einmal nicht genügend ausgenützt worden. Großindustriell- kapitalistisch ist auch das Vorgehen Schachts gegen die Städte. In das Eigentum der Städte will nick» das Privat- kapital hineinschieben. Es handelt sich jetzt nicht um die Frage der Koalition, sondern darum, ob unfere Minister mit der Arbeiterschaft oder mit der Rechten sind. Seil erklärt« in seinem Schlußwort trotz seiner Gegner- schost gegen die Finanzpolitik der Regierung als Anhänger der Koalitionspolitik. Die Sozialdemokratie müsse in der Republik bis zur Grenze des Erträglichen mitarbeiten.— Einstimmig angenommen wurde folgende von Künstler, Litkc und S a b a t h eingebrachte Entschließung: „Die Funktionärvcrsammlllllg der SPD. verlin erblickt in dem von der Reichsregierung geplanten Finanzprogramm ein« e r- neute Belastung der deutschen Arbeiterklasse. Sie fordert von der Reichslagsfraktion. im Sampj um die Lasten. Verteilung olle Srasl für die Bekämpfung der Sleuerforderungen einzusehen, welche die Sauskrost der breiten Massen einschränken. Eine weitere Belciligung der Sozialdemokratie an der Reichsregie. rung liegt nur dann im Interesse de» arbeitenden Volke», wenn es gelingt, die Forderungen des Reichsverbaad«» der deutschen Zn- dustrie und der bürgerlichen Partelen abzuwehren, die sich gegen die«rbellerklasse richten." Sin Beschluß des Chemnitzer Bezirksvorstands. Ehemnih, 16. Dezember.(Eigenbericht.) Der Bezirksvorstand Ehemnitz. Erzgebirge der Sozialdemokratischen Partei nahm noch einem Referat des Reichs- togsabgeordneten Ströbcl über die politisch-parlamen- tarisch« Lage eine Entschließung an, in der es u. a. heißt: „Der Bezirksvorstand bedauert, daß in dem jetzigen Kampf um die wichtige Reichssinanzresorm die Verbindung zwischen Pnnei und Ministern anscheinend völlig unterbrochen war. Mit allcr Schärfe ist zurückzuweisen) daß die Minister als die Vertrauen-- leute der Partei eine von der Finanzbureaukrati« suggerierte Politik machen, von der sie wissen, daß die Reichstogsfraktion die Deram- wortung dafür nicht übernehmen kann. Der Bezirksvorstand ersucht die Reichstagsfraktion und Parteileitung, die Finanz r« form des Kabinetts Müller abzulehnen und als stärkst« Partei der Koalition einen eigenen Finanzplan auszuarbeiten, der eine gerechtere Verteilung der Lasten vorsieht. Beharren die Gegner aus ihrem volksfeindlichen Plan, dann muß die Sozialdemokratie die Derantwortung für den Douug-Plan und die Reichssinanzresorm den bürgerlichen Parteien überlassen und durch Austritt aus der Regierung und Appell an das Reich den Boden für eine neu« Entscheidung vorbereiten." Die Reichsregierung gibt den Jnihatt der Abmachungen bekannt, die auf Grund langjähriger Verhandlung zwischen Deutschland und der Botschcfterkomerenz über Neubauten von Gleisanlogen, Ramp:n und Rheinbrücken getroffen worden sind. Deutschland hat laut Artikel 43 des Friedensoertrages verschieden« Zugeständnisse machen müssen, in anderen Punkten sind ihm die Alliierten entgegen- gekommen. Die gesperrte Auslandsanleihe. Schacht:«.Oer Bär muß nach meiner pfeife tanzen, oder er kriegt nichts zu fressend Terror in Pole«. Abg. pragier von Regierungsanhängern überfallen. Die ZoNvorlage im Ausschuß. Die Industrie verlangt nach Industritzollerhö,)unsen. Der Handelspolitische Zl u s s chu h des Reichs- tags befahte sich am Montag nachmittag uich abend mit den neuen Zolloorlagen der Reichsregierung, die am Nachmittag in erster Lesung vom Plenum behandelt worden waren. Er verabschiedete zunächst die alte Vorlog« über die EmpfehlunAen der Weltwirtschaftskonserenz und begann dann mit der General- debatte über die neuen Zölle. Die Debatte wurde von dem voltsparteilichen Abgeordneten Schneider eröffnet. Er verwahrt« sich gegen die verspStet« Ein- bringung der Vorlage, zumal die Industrie bereits seit Wochen dar- über unterrichtet gewesen sei. Er stimmte ein allgemeine» KlageliÄ» über die Lage der Landwirtschaft an und trat für Erhöhung der Textilzölle ein. Der deutschnationale Abgeordnete Rademacher schloß sich den Ausführungen Schneiders vollkommen an und erklärte gleich- zeitig, daß sich seine politischen Freunde vorbehalten, all« An- träge auf Erhöhung von Industriezöllen wieder aufzunehmen, die im Reichsrat abgelehnt worden wären. Den Standpunkt der sozialdemokratischen Vertreter vertrat Ab- geordneter Krätzig. Er trat dem Abg. Schneider entgegen, der nur wenige Zweige der Textllrohswfsindustrie vertreten hätte, dagegen vollkommen unberücksichtigt die verarbeitende Industrie gelassen hätte, in der die meisten Arbeiter beschäftigt wären. Gegenüber dem Abg. Rademacher betonte er, daß die geforderten Zoll- erhöhungen das schlimm sie für Export und Ver- brauch befürchten ließen. Jetzt schon seien große Schwierig. keiten entstanden durch Zollerhöhungen der Randstaoten und der Nordländer, die erfolgt wären aus die deutschen Aollerhöhungen für Agrorprodukte. Was im übrigen die Tschechoslowakei anging«, auf die sich der Abg. Schneider bezogen hatte, so herrsche dort genau so eine Textilkrise wie in Deutschland. Es liege eine allge- meine Strukturveränderung in der gesamten W e l t v o r. Die Zahl der Spindeln in der Baumwollindustrie sei auf asiatischem Gebiete um 70 Proz. gestiegen, die Zahl auf europä- ischem Gebiete dagegen um 20 Proz. gefallen. Dagegen sei mit höheren Zöllen nichts zu machen. Es würde nur«in allgemeiner Zollkampf entstehen, unter dem die Verbraucher am meisten zu leiden hätten. Jetzt schon sei zu beobachten, daß deutsche Halb- fabrikate der Textilindustrie in das Ausland gingen, um von deutschen Fabrikanten fertiggemacht und in Deutschland hereingebracht zu werden. Die ablehnende Haltung der sozialdemokratischen Vertreter gegen alle diese Zollerhöhungen verstoße nicht gegen die Leben»- interessen der deutschen Industrie, sondern schütze sie nur. Im weiteren Verlauf der Auseinandersetzungen trat der Abg. Rauch von der Bayerischen Volkspartei für solidarische Behandlung von industriellen und landwirt- schaftlichen Zöllen ein, erklärte aber, daß die Landwirtschaft vordringlich behandelt werden müsse, während die industrsHslen Zölle erst nach Weihnachten behandelt werden könnten. Abg. Schmidt(Soz.) erklärte es für ganz unmöglich, daß die Borlage noch in diesen Togen verabschiedet werden konnte, wenn die Vertreter der Industrie noch fünfzig bis sechzig In- dustri«Positionen daraufpacken wollten, wie sie es angekündigt hatten. In bezug auf die AgrarM« erklärt« er d i e gleitenden Zölle als eine geeignete Grundlage. um sowohl der Landwirtschaft wie den Konsumenten zu helfen. Der Ministerialdirektor Posse erklärte zunächst gegenüber den Kritikern der Reichsregierung, daß auch er die Ber- zögerung der Vorlage bedour«, daß aber die Schuld daran nur der komplizierte Weg sei, den diesc Vorlag« gehen müßte. Im übrigen hob er hervor, daß die günstige Entwicklung der Handelspolitik die Regierung veranlaßt habe, zur Erhöhung der Agrarzölle� nicht auch noch eine Erhöhung der Industriezöll« vorzuschlagen. Sonst wäre der ausländische Druck zu stark. Abends gegen 9 Uhr wurden die Beratungen abgebrochen. Warschau. IS. Dezember. Abg. Pragier. Mitglied des zentral-u Bollzugs- ausschuffes der Poluischrn Sozialistischen Partei, ist am Sonutag tu Pruszkow bei Warschau überfallen und schwer verprügelt worden. Er wollte ans einer sozialistische» Versammlung sprechen, wurde jedoch von Gegner» daran verhindert. Als er zur Straßenbahn ging, stürzten sich mehrere Personen auf ihn und schlugen mit Stücken und Nevo.lverkolben auf ihn ein. Einer der Angreifer wurde verhaftet und gab sich als Kommandant der örtlichen Wehrorganisation der „«evolutionäre» Fraktion" ans; das sind die unter der Führung des Ministers Moraczewsti und des War- schauer Stadtratsprästdenten Jaworowski stehenden Faschist««. Abg. Pragier mußte im Krankenhaus ver- bnnde« werden, worauf er nach Warschau zurückkehren konnte. Verschleppung der �egierungsbi;dung Der polnische Stootspräsibent Moscifki verhandelt andouernö, ahe? ohne Fortschritt mit den Führern der Opposition; diese haben öffentlich gefordert, daß— entsprechend der Mißtrauenskundgebung des Sejm die Regierung der Opposition übergeben werde. die«in« parlamentarische Mehrheit zu bilden wohl imstande sei Darauf hat der zurückgetreten« und nur„die Geschäft« weiter- führende" Ministerpräsident S w i t a l s k i mit einem neuen Vor- trag gegen die Volksvertretung und gegeiz den Parlamentarismus geantwortet. Nach oll dem ist es nur zu, verständlich, wenn die Opposition, die in Wahrheit die Mehrheit ist, in den„Verhandlungen" des Staatspräsidenten nichts anderes sieht, als ein D e r sch l e p- p u n g s manöver und wenn man die Wiedcrberusung des Kabinetts Switalski erwartet. Das wäre eine klar« und unzweideutige Ohrfeige für die Sejmmehrheit, die Zwischenfälle hervorrufen könnte, wodurch die Erledigung des Budget» weiter »erzögert würde. Sechs Wochen der Budgetscssion hat der Sejm bereits durch die Vertagung verloren, die zufolge der Offizier- a k t i o n vom Zs. Oktober eintrat. Der Haushalt mutz bis zum 1. April durch übereinstimmeich« Beschlüsie beider Kommern oder durch zweiten Beschluh des Sejm, wenn der Senat Aenderun- gen vorgenommen hat, erledigt fein. Der Senathatabereine Mehrheit des Regierungslogers. Es wird also versucht werden, was nur kann, um den Sejm nicht zur rechtzeitigen Erledigung des Haushaltsplans kommen zn losten. Dann aber tritt, nach der Verfassung, hie Regierungsvorlage unverändert tn Kraft und man kann unter dem Schuß der Presteknedelung und des Banditenterrors der„BBS."-Leute Win Land einzureden versuchen, der Sejm habe sich Pieder als arbeit» unfähig erwiesen, man müsse ihn im Intereste des Staates beseitigen' Was zu beweisen war. Mehrheit gewonnen. Den 41 Sozialdemokraten stehen 39 Bürgerlich: gegenüber, nämlich 21 Freisinnige. IS Bürgerporteiler und 2 Evangelisch«. Damit haben die Bürgerlichen die Quittung für die Verweigerung eines Bundesrat»sitze», der der Soziqkdemokrati« zukqm, erhalten. Mellon-Berenger-Abkommen rattfiz»eri. festige Widerstände der vemstraten. New park. IS. Dezember. Mi 53 gegen 21 Stimmen ho« der Senat am Montag da» Mellon Verenger-Abkommen ratifiziert. Die demokraiifche Oppasi- tionsgruppc prolestierle heftig gegen diese Entscheidung, indem sie daraus hinwie». daß der amerikanische Stever, ahler die Hauptlast der französischen Kriegsschulden tragen müsse. Die Znkraftsehung de» Abkommen, erfolgt mit der Unterzeich. nung durch Präsident hoover. Italien und Frankreich. �lottengleichheit nur alei Vvrvand gefordert. Paris. IS. Dezember.(Eigenbericht.) In französischen politischen und diplomatischen Kreisen hat man mit höchster Verwunderung gewisse Meldungen der englischen und amerikanischen Presse zur Kenntnis genommen, denen zusolge Italien bereit sein soll, seine Forderungen auf voll« Flotten- gleichheit mit Frankreich aufzugeben. Dieses Zugeständnis soll allerdings an die Bedingung geknüpft sein, daß die Übrigen noch ungelösten Fragen in den Beziehungen der beiden Mächt« zugunsten Italtens gelöst werden. Es scheint sich bei den genannten Nochrichten um einen Versuchsballon zu handeln. In Frankreich wußte man wohl, daß hinter der italienischen Flottenforderung andere rein politische Erwägungen standen. Trotzdem ist man hier überrascht, daß O'oli�n seine Korten so offen auf den Tisch zu legen wogt. Worum es sich bei den übrigen„noch ungelösten Fragen" handelt, weiß man aus den immer wieder vertagten Verhandlungen um den Ab- schluß eines französisch. italienischen Freundschasts- und Rachbckr- schaftsvertrages: um dos N t« d erla ssu n g» r e ch t de r Italiener in T h u n i s und um die Grenzberichtigunoen zwischen Tripolis, Tun!» und Zentralafrika. Ob aber Frankreich besten frühere Angebote von Rom ohne Diskussion abgelehnt worden waren, sich jetzt zu weiterem Entgegenkommen bereitfinden sollte. scheint mehr al» fraglich. KpK.-Abgeordneter als Dieb entlarvt.. .. aber nur, weil er gegen Moskau rebelliert Slraßburg. IS. Dezember.(Eigenbericht.) Die e l f ä sf i s ch e n Kommunisten haben sich kürzlich g«- spalten- Seitdem enthüllen sie sich gegenseitig in der rücksichts- losesten Weise. Dieser Tag« schoß die von Moskau subventionierte und deshalb natürlich zu Moskau stehende Metzer„H u m a n i t e" ein ganz besonders schweres Geschoß gegen den dissidentischen Ab> geordneten von Straßburg, M ourer, ob. Das Blatt neimt Mourer einen„notorischen Hochstapler" und fährt fori: „Bis zum 1. Iaunar dieses Jahres hat Mourer in seiner Eigen- schaft a>» Ortskortsllsekretär da» Konto de» Gewerkschaftsblattes des Elsaß verwaltet. Bei dar Uebergobe dieses Kontos, die von ihm aus nichtssagenden Gründen ständig hinausgeschoben wurde, hat er die Bilanz gefälscht und fast 2000 Franken in seine Tasche gesteckt, um damit wahrscheinlich seinen b o u r- geoisen Flirt und seine Liebhabereien zu bezahlen. Die Nachprüfung der Proleten hat den genannten Fehlbetrag aufgedeckt und der überführte Dieb von Arbeitergroschen mußt« einen regel- rechten Schuldschein unterschreiben und sich zur Rück gäbe des unterschlagenen Geldes verpflichten, und zwar bis zum verslvssenen 1. Oktober. Di« Organisation ist de»halb nicht direkt gegen diesen Burschen vorgegangen, da er mit verschieinnen Auereden angerückt kam, deren Nachuntersuchung mittlermeil« die Unwabrhastigkeit derselben ergab. Interessant ist bei der Geschichte noH, daß trotzdem der Schuldschein bereits versallen ist, dieser saubere Bursche das unterschlagene Gelh noch nicht zurückgezahlt Hai. Die Organisation hat nun Peschlossen, schärier gegen diesen Burschen vorzugehen und gegebenenfalls im W oe der Z w a n g s b e i t r e i b u n g die in seinen Finger hängen- gebliebenen Arbeitsrgrvschen den Gewerkschaften wieder zuzuführsn. Meurer bat die Nacbsicht der Arbeiter zu seiner ähnlichen Ber- fehlung vor Iahren bei den Eisenbohnern auf sein« Art belohnt. Damals hat man ihn aus Mitleid mit seinen Eltern und aus Nachsicht a»i sein jugendliches Alter weiter im Dienste be- halten... Mourer ist eine traurige Nochkriegserschei- nung in der Arbeiterbewegung und konnte nur ein« gs- wisse Rolle spielen auf Grund der besonderen regionalen Der- hältiiisse." Alles schön und gut. Aber ,ch i« s e r Bursche" hyt in der KPF. trotz aller Betrügereien nicht nur wirken, er hat auch«t«a» werden können und ist im vorigen Jahr« al» kommuni» stischer Abgeordneter sllr Straßb-urg gewählt worden. Als „traurige Nachkriegserscheinung" war er der elsässischen Kommunistischen Partei seit Jahren bekannt. Erst al» sich Mourer von der KPF. abgewandt hat, betrachtet sie als Ver- brechen, was sie vorher peinlich gedeckt hak. Wie heißt es doch: der Hehler stt so schlimm wie der Stehler. Neuzaristische Gchreckensherrschafi. Hinrichtungen in Astrachan. Moskau. IS. Dezember.(Lst-Expreß.) Di« in be« großen Astrochaner Bestechungs- und ttorrnptionsprozeß zum Tode verurteilten IS Haupt- tngeftigien hatten nach der Urteilsverkündung ein Gnadengesuch eingereicht. Das Zentralexekutiv- famitcr hat nur in einem Fall die Todesstrafe in 'lebenslLngliches Gefängnis umgewandelt und die übrigen Gnadengesuche abgelehnt. In diesen 14 Fällen ist das Todesurteil vollstreckt worden. Il« Stordkankasien, wo in letzter Zeit außerordentlich viel Kulaken verhaftet wurden. find inzwischen mehrere neue Todesurteile gefällt worden. Fünf Kulaken wurden bereits hingerichtet; weitere Hin- richtnngen sollen bevorstehen. Saar und Reich. Sin« Entschließung der saarländischen Sozialdemokratie Saarbrücken, 16. Dezember. Der Parteiausschuß und die Landtagsfraktion der saarländischen sozialdemokratischen Partei faßte einstimmig s olgende Entschließung: „Die deutsch« Sozialdemokratie an der Saar verlangt aus Grund de« Selbstbestimmungsrechts der Völker und zum Besten wahrer deutsch-französischer Verständigung die baldig r e st l o s« Rückgliederung der Saar nach Deutschland unter gleich- zeitigem Rückkauf der gesamten Gruben in u n e i n g e- schränkten' und unbelasteten preußischen und bayerischen Staatsbesitz unter solcher Regelung der zoll- und Handels- politischen Lag«, wi« sie den gegenwärtigen berechtigten Interessen der Saar, Deutschlands und Frankreichs entspricht. Sie richtet erneut an die Reichs- und zuständigen Länderregierungen die drin- gende Aufforderung, nunmehr auch den Zeitpunkt des Beginns der innerpolitischen Rückgliederungsverhandlungen zwischen Sqar, Reich und Ländinn baldigst festzulegen und damit ein« möglichst sorgfältig« Vorbereitung dieser wichtigen Aufgab« zu gewährleisten." Roi« Mehrheit in Bern. Quittung für die Vundesratswahl Bern. 16. Dezember. Bender Neuwahl von 40 der 80 Stadträte Berns haben die Sozialdemokraten 21 Sitze und damit zum erstenmal die a b s o l u t e Die Eisenbahner über Paris. Ein Kampf und feine Lehre. Di« vom Einheitsoerband der Eisenbahner Deuiscblonds veranstaltete Reichskonferenz der Betriebs- und Beamtenrätc, die zurzeit in Berlin stattfindet, begann mit dem Bericht iibcr die Pariser R e i ch s bah n verhandln n g e n. Dieser Bericht, der von dem Vorstandsmitglied Blaß. dem Vertreter des Vorbandes in Paris, erstattet wurde, gab über- raschcnde und höchst lehrreiche Einblicke in«inen überaus bedsut- samen internationalen Verhandlungskamps, bei dem die Gewerk- schaften«in« Probe ihres Könnens und ihrer Berhand- lungsfähigkeit abzulegen hatten. Diese Probe wurde, das hat der Verlauf des Pariser Kampfes gezeigt, glänzend be- standen. Um was es in Paris ging, das ist den Eisenbahnern und der breiteren Ocsfentlichkeit iw wesentlichen bereits bekannt-, d«nn die in Paris getroffen« Neuregelung der Personalbcstini- m u n g e n der Reichsbahngesellschaft sind schon vor längerer Zeit veröfsentlicht worden. Nicht w a s in Paris lierhandelt wurde, son- der,, w i e dort verhandelt und gekämpft wurde, war das Thema. Anfangs hatte die Reichsbahngescllfchaft in Paris eine schier uneinnehmbare Position. Doshalb galt es zunächst, das Pariser Terrain zu sondieren. Dabei wurde die interessante Erfahrung gemacht, daß die Ausländer sehr überrascht waren, al» sie erfuhren, was die Reichsbahn aus gewissen bedeutsamen Per- sonalbeftiinmungen im Laufe der Jahre herausgelesen und gemacht hatte. Sie kleideten ihr Erstaunen in die Worte: „Wir haben da, 1924 nicht gewollt." Di« Klarlcgung des wirklichen Sachverhaltes im Verhältnis zwischen Reichsbahn und Personal durch die Gewerkschaften wirkte in Paris vor allem für die Ausländer in mancher Hinsicht sensationell, und bald war der Bann gebrochen, obwohl dem Vertreter des Ein- heitsncrbandes nur eine Stunde Redezeit eingeräumt worden war und die Rcichsbahnoertreter unbeschränkte Rodezeit hotten und zehn Mann hoch aufmarschiert waren. Nach und nach bequemten sich die Herren Reichsbahnvertrcier in Paris, von ihren hohen Rossen herab- zusteigen. Auch Herr von Siemens. Woherdieser Wandel? Er war eine Folge der Locke- r u n g in der engen Verbindung zwischen Reichsbahn und Aus« land. Diese Lockerung wurde erreicht durch den Einfluß der Inter- nationalen Transportorbeiter-Föderation, des Internationalen Ar- beitsamtes und der französischen Gewerkschaften, Vor allem in der Arbcitszcitfrage zeigte sich bald die günstig« Wirkung dieser Einflüsse. Auch das R e i ch s a r b c i t s m i n i st e r i u m war nicht müßig gewesen. Sein Vortreter zeigte eine feste Haltung. Erst als der Umschwung in Paris sich bemerkbar machte, setzte in Deutsch- land der Reichsoerband der Deutschen Industrie mit seinem Gegen- angriff ein, der in die unverschämte Forderung auf Abberufung der Gewerkschaslsoerlrelcr aus Paris mündete. Nach dem Scheitern dieser Aktion gab sich die Reichsbohngesellschaft den Anschein, als ob sie bereit sei, sämtliche Forderungen der Gewerkschaften zu erfüllen. Bei genauerem Nach- fühlen zeigte sich jedoch sehr schnell, daß die Todfeindschaft der Reichsbohngesellschaft gegen irgendwelche Einengung ihrer Herr- schaft durch Schlichtung, Reichsarbeitsministerium undReichstag nach wie vor weiter bestand. Den Gewerkschaften gelang es, auf a rb e i t s r e ch t l, ch e m Gebiet in großen Zügen ihre Forderungen durchzusetzen. Nicht er- reicht wurde die Beseitigung der Ausnahmestellung der Reichsbahn- gesellschaft gegenüber der Gewerbeordnung, was vor allem die Sicherheit des Personals beeinträchttgt. Weniger erfreulich war der Verlauf des Kampfes um die Beamtenforderungen. In der Beamtenfrage mußte zu- nächst einmal in Paris ein« einheitliche Linie gesichert werden, und bei manchen Punkten war das auch möghich, so z. B. bei den Bestrebungen aus Anwendung des Reichebeamtenrechtes auf die Reichsbahn und bei den Besoldungsvorschriften. Die Angst vor der Gefährdung des Berufsbeamtcntums machte jedoch ein energisches Vorgehen in der Bsamtenfrage vielfach schwierig. Das Ziel mußte sein, die Beamten aus dem U n t e r t a n e n v c r h ä l t n i s bei der Reichsbahn herauszureißen. Es fehlte jedoch an Einigkeit, und dieser Mangel steigerte sich beim Kapitel der Leistungszulagen zum offenen Konflikt unter den Organisationen. Kein Wunder, wenn bei diesem Kapitel so gut wie n i ch t s herausgeholt wurde. Die Pariser Reichsbahnverhandlungen waren ein Schauspiel voll von dramatischen Spannungen. Der tiefste Eindruck dieses Schau- spiels, der allen, die ihm beiwohnen konnten, unvergeßlich bleiben wird, entsprang aus folgendem charakteristischen, bei den Verhandlungen immer wiederkehrenden Borgang: deutsche Unternehmer und deutsche Beamte plädierten in Paris um Nichtanwen- d u n g deutscher Gesetze, und f r a n z ö s'i s ch e Arbeitnehmer plädieren für die Anwendung deutscher Gesetze. Nur wo«ine starte gewerkschaftlich« Macht in die Wagschale siel, wurde etwas erreicht. Wer unter den Arbeitern und Beamten Augen hat, zu sehen, kann an den Pariser Reichsbahnverhandlungen viel sehen und— lernen. 2500 Angestellte wurden entlassen. Inflation entschuldigt Versäumnis der Klagefrifien. Das Bcichsarbeitsgericht hat am Sonnabend sechs wichtige Entscheidungen in den Rentenprozessen der früheren Angestellten der„Victor! a" Versicherung«- gesellschaft zugunsten der Angestellten gesällt. Als in der Inflationszeit 2ölX> Angestellte bei der„Victoria" abgebaut wurden, versäumt« ein großer Teil seine Alters- bzw. Invaiid«noerstchcrul�sansprüch« bei der Gesellschaft a n z u• melden, da beim damaligen Stand des Geldes nur wertlose Popiermarkrenteu zu erwarten waren. Die bei ihrem Arbeitgeber versicherten Angestellten hotten vom achten Dienstjahre ab für jedes abgelaufene Jahr ein Dreißigstel der vollen Altere- rente zu envarten, wenn sie sechs Monate noch ihrem Ausscheide» durch amtsärztliches Attest eine erheblich verringerte Be- rufsföhigkeit nochweissn konnten. Tos Arbeitsgericht und das Landesarbeitsge- r icht hatten in fünf Fällen den auch sonst üblichen Standpunkt ver- treten, daß mit versäumter Frist all« Ansprüche erloschen sind. Das Reichsarbeitsgericht dagegen betonte, ebenso wi« das Reichsgericht in zwei gleichartigen Fällen, daß die u n- klaren Verhältnisse in der Inflationszeit einen aus- reichenden Entschuldigungsgrund für die versäumten Fristen darstellen. Diese Fälle' werden damit an die vorige Instanz zurückvermiesen, die nun erst prüfen muß, ob die Erwerbs- fähigksit der Kläger damals tatsächlich erheblich verringert ge- wesen ist. Selbst wenn dieser Nachweis gelingt, missen aber die 40l) ehemaligen Angestellten der„Victoria", die teils auf Anerkennung ihrer Rentsnansprstche, teils auf Auswertung der in der Inslotion be- willigten Renten klagen, noch immer nicht, mit welchen Cum- inen sie am Ende der seit Jahren lausenden Prozesse rechnen dürfen. Schon der Reichstag hotte sich bei der Abfassung des Auf- wertungsgefetzes mit der Notlog« der.,Bictoria"-Rcntner befchäf- tigt: damals entstand ein Paragraph, der solchen, bei ihrem Ar- bcitgebsr versicherten Angestellten gewiss« Vorrechte vor den übrigen Kunden einer Versicherungsgesellschaft einräumt und die Möglichkeit offen läßt, daß ein Gericht die Höh« der Auf- Wertung bestimmt. Um diese 5?ohe auf 2.Z Prozent zu begrenzen, hatte die„Vic- taria" bei der Spruchstelle für Aufwertungssachen beim Kammer- gericht beantragt, ihre Versicherungen für Angestellte als eine„Be- t r i« b s p e n s i o n s k a s s e" zu erklären. Dieser Antrag wurde im April abgelehnt und wird im Februar nächste» Jahres von der Beschwerdeinstanz, den, Rcichswirtschaitsgericht, erneut geprüft wer- den. Erst nach dieser Entscheidung können die mit den zahlreichen Klagen beschäftigten ordentlichen und Arbeitsgericht« eine Entscheidung über die endgültige Höhe der Renten treffen. Zwei,, Kategorien von ehemaligen„Victoria"-Angestellten sind in besonders trauriger Lage: 28 Pensionäre klagten vor Jahren, vor dem Bekanntwerden des Aufwertungsgesetzcs, beim alten Kaufmannsgerichl, wurden sowohl dort wie in der Be- rufuugsinstanz abgewiesen und haben, da der Justauzemveg erschöpft ist, jetzt kein« Möglichkeit mehr, ihre Ansprüche von neuem geltend zu machen. Andere wieder haben eine K a p i- talab findung in Papiermark entgegengenommen und sind in letzter Instanz dieses Jahres vom Reichsgericht mit ihren Ansprüchen abgewiesen worden. HiMe Walter. Buchdrucker zur Ltrwahl. Sie stimmen gegen Moskau, für den Verband. Aus Buchdruckertreisen wird uns geschrieben: In der kommu- nistifchen Presse werden Klagelieder darüber ang«stimint, daß die Kommunisten zu scharf angegriffen werden. Die Kommu- nisten als Lehrer des guten Tons ist endlich einmal wirklich etwas Neues. Das von de» Kommunisten verbreitet« Flugblatt ist in diesem Punkt freilich noch rückständig. Es bringt«ine ganze Anzahl oft widerlegter Behauptungen, die das G e g c n t e i l von der Wahrheit darstellen. Da schreibt u. a. M a h l o:„Alles mit, alles für, alles durch die Fraktion!" ist die Devise der Amsterdamer Fraktion, die zu feige ist, sich ehrlich als SPD.-Fraktion zu be- zeichnen." Sogar„unehrlich" soll die Amsterdamer Richtung sein.' Ausgerechnet Mahls spricht von Feigheit, derselbe Mahlo, der mit den Kommunisten durch dick und dünn geht, ober selbst zu feige ist, um sich offen zur Kominlmistisckjcn Partei zu bekennen! Die„Rote Fahne" unterschiebt der Amsterdamer Richtung sogar, daß sie ein«„Wahlsälschungl beabsichtige. Sic vergißt, daß im Buch- druckerverband vorläufig noch nicht nach dem Sowjetsystcm gewählt wird. Wolf, der sich wenigstens offen zur KPD. bekennt, nennt das die„proletarische Demokrotte". Die sieht so aus: Der Kollege Wacker wurde aus der KPD. ausgeschlossen, weil er sich bei den Betriebsrätewahlen nach den Beschlüssen des Ber- bandes richtete. Was aber die Buchdrucker der Reichsdriickcrci betrifft, die aus dem Verband ausgeschlossen wurden, so wird den Kollegen bewußt ein Märchen aufgetischt. Ihr Ausschluß erfolgte, weil sie sich bei der Betriebsratswahl auf einer verband?- feindlichen Lifte aufftellen ließen, mos noch den Ausführungen von Wolf im Frühjahr allgemeine Praxis werden soll. Für die Kandidaten der KPD. ist der Feind"der Verband. Auf die erfundenen Geschichten von der Amsterdamer Fraktton«in- zugehen, verlahnt sich nicht. In der Generalversammlung haben die Kommunisten mit Ach und Kroch di« zur Urwahl erforderliche Unterstützung erhalten. Die Berliner Buchdrucker werden sich nicht vor den Wagen der KPD. spannen lassen und für die folgenden bewährten Mitglieder des Gauvorstandcs stimmen: Robert Braun, Rudolf lllbrecht, Hermana Zchlefsler, herwann Buhle«, Paul Borh, Adalbert Pietsch. Wahlersolg desLandarbeiierverbandes. Bei der Landwirtschafiskommer Mecklenborg-Strelih. Vor einigen Tagen wurden auf Grund des durch die Regierung Reibnitz geänderten Landwirtichaftskammergcsetzes in Mecklcn- burg-Strelitz die Wahlen zur Landwirtschaftskannner unter Veteili- gung der Landarbeiter vorgenominen. Mecklcnburg-Strelitz ist für die freigewerkschaftliche Landarbeiterbewegung steiniger Boden. Die Landwirts und der Landbund arbeiten gegen die Bewegung mit einer Schärfe und Gehässigkeil, wie sie in den entlegensten Teilen Deutschlands nicht schlimmer sein können. Der L a n d b u n d bc- zeichnet Mecklenburg-Strelitz auch als eine feiner Hochburgen. Trotzdem hatte der Deutsche Landarbeiterverband bei diesen Wahlen einen großen Erfolg zu oerzeichnen. Der Deutsche Land- arbeikerverband bekam die meisten Stimmen. Er hat in der Land- wirtschaftskammer fünf Sitze der Arbeitnehmervertreter, der Landbund nur drei Sitze. Der deutschnationale Verband länd- licher Arbeitnehmer(Zentralverband der Landarbeiter), der sich ebenfalls an der Wahl beteiligte, ist vollständig ausgefallen. Besonders bemerkenswert ist der Wahlausfall im Bezirk Stargard. Selbst in den„Hochburgen" des Landbundes, das � heißt in all den Orten und Betrieben, wo die Landarbeiter aus ' Furcht vor dem Arbeitgeber dem Landbund angehören, haben die i Landarbeiter Min großen Teil di« Liste des Deutschen Landnrbeiler- verbände? gewählt. Das zeigt besser als alles andere, daß die Zu- gehärigkeit der Landarbeiter zum ,L a n d b u n d" nicht freiwillig, sondern lediglich durch Terror und Druck herbeigeführt ist. Haben die Landarbeiter die Möglichkeit, frei zu entscheiden, dann entscheiden sie sich für den Denlschen cemdarbeiterverbond. Der Deutsche Landarbeiterverband weiß das Vertrauen, daß ihm die meckleuburg-strelitzer Landarbeiter bei der Landwirtschafts- kamnrerwahl bekundet haben, zu würdigen. Er wird sich auch durch den stärksten Kampf der Landwirte und Landbündlcr nicht abhalten lassen, sich für die Interessen der Landarbeiter energisch einzusetzen. Schwere Zusammenstöße in Australien. Polizei gegen Bergarbeiter. WTB. meldet aus Sydney: 4000 Bergarbeiter, die infolge der Schließung des Bergwerks von Rotbury arbeitslos gewordei/�waren, unternahmen heut« vormittag einen Angriff auf die Polizei, dje das Bergwerk bewachte. Diese mußte vom Revolver Gebrauch machen, und es kam zwischen den Arbeitergruppen»nd der Polizei zu einem oerzweifelten Kamps, der etwa 20 Minuten dauerte. Bald daraus entbrannte der Kampf in der Nähe des Grubentores von neuem, und die Polizei mußte wiederum schießen. als die Arbeiter sich gewaltsam Eingang in das Bergwerk zu ver- schaffen suchten. Nach den letzten Meldungen ist inzwischen Ruh« eingetreten. Bei den Zusammenstößen wurde ein Bergarbeiter getötet, neun wurden schwer verletzt, und etwa vierzig erlitten leichtere Verletzungen. Auch sechs Polizisten wurden verletzt. Die Bundesregierung beschloß sofort nach diesen Vor- gängen, den Arbeitskonflikt durch ein Schiedsgericht zu regeln, und hat die Grubenbesitzer und Vertreter der Arbeiter für morgen zu einer dringenden Kontere� nach Sydney zusommenberufen. Eine nette christliche Firma ist die Druckerei„D e st f ä l i s ch e s Voltsblatt A.-G." in Paderborn. Sie hat ihre Zei- tungspacker ausgesperrt, weil sie sich weigerten, auf ihre Entlohnung nach dem Reichstarif für das Buch-"und Zeitungs- druckerei-Hilfsperfonal zu verzichten. Der„Deutsche", das Organ der christlichen Gewerkschaften, bemerkt dazu:„Es ist beschämend, festzustellen, daß ausgerechnet eine christliche Firma den Mut aui- bringt, einen eingegangenen Vertrag mit Gewalt zu brechen, und christlich organisierte Arbeiter vor dem Fest des Friedens auf die Straß« wirft, weil sie sich weigern, einem vollkommen unberechtigten Lohnabbau und Vertragsbruch zuzustimmen." z.ntralixr&aiii) der girnawKr Drrttchlexd». gahlstckle Berlin»nd Um. acstend. Morarn. Mittwoch. iL. Dezember, um lSZ, Uhr. Berirauensmäiiner. fcitfcwn�(Bau. und Plakdeleqicrt«) im Rofenthaler Hof, Rofenthaler Straße 11—12. Mitgliedsbuch und Betriebskarte legitimieren. Freie Gewerkfchafts-Iugend Berlin. Heute. Dienstag. Udr, tagen folgende Gruppen: Spandau: Stöd!-. Iugendbeim Lindenstr. 1. Bortrag:..Die Berufsausbildung der Frau". - Rariendarf: Iugenblieim Dorfstr. 7 lalte Schule). Bunter-Abend. Humboldt und Gesundbrunnen: Iugenddoim Graun-. Ecke Lordingft'-oße. Weih' uachtsfeicr.— Treptow: Gruvpencheim Sckule Wildcnbruckitr. 53— 54 lHo?. Zimmer). Fabrtenrevue.— Frankfurter Allee: Ctädt. Iugendl�eim Litauer Straße. Veibnaäitsfeier.— Neu'Lichtenberg: Jugendheim Gunterstr. t-t. Bor- trag:„Etwas vom GcrichtswcsenD— Landsberger Blaß: Iugendbeim Dicstd. inrnerftr. 5. Lichtbildernort rag:..Winter im Nieseng? birge*.— Lichtenberg: Jugendheim Dossestr. 22. Wieder Neues von Karlchen Ettlinger. F», Iuaendgruppe des3en". Referent Brigitte Schneiher. Rordwest: Zliqettdheim Lehrirc Sttahe 15—19. Wir itietn Weihnachten.— Itthungsakxnd des Sprech, und Be wegungschors in der Turnhollo der Schule Bäruther Sir. 20, Beginn 20 Uhr. f Verantwortlich filr Volitit:?r. tturl cheyer: Wirtschaft:®. Kliogrlböscr: Gewerkschaitobewcgung: I. Steiae«: IZcuillcton:». s. Tofcher: Lolale, und Sonstiges: i?ri» Soeftödt: Ar.«!nen: Th. Slockc: fämttich in Berlin. Verlao: Lorwärts-Verlag S. m. b. A.. Berlin. Druck: Vorwärto-Biichdruckercl und Verlagsanstalt Paul Einger u. Co., Berlin SZL. 65, Lindenstrage Z. chietju 2 Beilage»»od.Untcrhottur.g»nd wisse»'. j Nr. 589» 46. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Dienstag, 17. Dezember 1929 (�VV) Vj> y�i Dos Ist«o draußen vor dem Schönhauser Tor. in einer gar nicht noblen Gegend. Da sieht man plötzlich in den Keller- und Porterrefenstern eines alten Hauses eine Versammlung der allernodelsten und elegantesten Puppen. Erstaunt fragt man sich, wie die elegante Gesellschaft wohl in das anscheinend so kleine. unscheinbare Geschäft kommen mag? bald aber muß man feststellen, daß das hier ja kein gewöhnliches Spielzeuggeschäst Ist. Nein, hier ist die größte und auch fast älteste Spszioipuppenfadrik Berlins. Daß hier neben dem Engrosvcrkouf auch noch das Detailgafchäst beibehalten worden ist, ist eine Liebhaberei des alten Herrn, der hier als Puppenvoter für all die Puppenkinder sorgt, eh« das Sorgerecht für sie in die Hände der vielen Puppemnütter übergeht, die heut wie früher zu jedem Weihnachtsfest leidenschaftlich den Schrei nach dem Puppenkinde ausstoßen. 49 Jahr« long besteht diese Puppensabrik hier schon, hier in Verlin, und da« wird manchen erstaunen, der der Meinung ist, all« deutschen Puppen kämen aus Sonneburg oder sonstwo her aus dem Thüringer oder Franken- walde. Aber ein« solche Puppe kann schon vor ihrer Geburt Schicksale durchmachen, die so angreifend und so romantisch sind, wie die der einstmals berühmten Puppe Wrrnderhokd, und es ist ganz amüsant, den alten Herrn davon erzählen zu hören. Die Odyssee vor der Geburt der Puppe. Erstens mal: Puppen gibt es son« und solche, und die billiger« Ware kommt ja wirklich zumeist fix und fertig aus Thüringen nach Verlin. Aber die ganz feinen Pirp�n kommen sozusagen Stückweise hier an, Peine apart und Arme apart, und werden hier erst zusammengefetzt. Das ist di« Puppenariftotrarie, die Puppen aus gepreßtem Papier, was, bitte sehr, Nicht mit gewöhnlichem Papier- machee zu verwechseln ist. Dies« Puppen sind natürlich auch den Stürmen eines Puppendaseins viel besser gewachsen; die größten von ihnen- sind SO Zentimet« hoch und die feinsten von ihnen sind in reine Seide gekleidet und kosten 75 Mark das Stück. Die meter- großen Puppen find dann schon nicht mehr für Kinderhände be- stimmt, di« sind besonders schwer und massiv gearbeitet und gehen vom Puppenvoter aus in Kindermodenhäuser, wo sie ein« Stellung als Mannequin annehmen. Die Normalpuppe von heute und der Schwärm oller Puppenmütter ist das Puppeuklad, da» In feinem Aussehen ungefähr einem zwei- bl» dreijährigen Sind« entspricht. Das krummbeinige Baby wird bald ebenso ausgestorben sein wie heute das Entzücken unserer Kindertag«, die Brautpupp«, die freilich für ganz konservative Pupperrmütter und-grvßmütter doch noch mal von Zeit zu Zeit angezogen werden muß. Ein teures Vergnügen: Denn während es die ganze andere Puppenkonfektion von der Stange zu kaufen gibt, muß für solche Fälle„Maßarbeit" geliefert werden— und die ist für Puppen ebenso teuer, als für große und lebendige Leute. Noch«in anderer Stolz unserer Kindertage stirbt aus, die Pupp« mit der echten Haarperücke. Todesursache: Bubi- topf. Das klingt komisch, um so mehr, wenn man weiß, daß jetzt das End« des„wilhelminischen" Zeitalters, solches Haar und falsche Zöpfe derart im Preis gedrückt hat, daß sie kaum noch teurer sind, als das Haar der Angoraziege. Aber für den glatten oder gelockten Bubikopf der Pupp« eignet sich das schmiegsan* und weich« Angvramaterial viel mehr, es besticht mehr, und— es braucht ja nun von den Puppemnüttern von heute nicht mehr so tief frisiert und gekämmt zu werden; und vielleicht werden di« kleinen Mädchen von heute bild ganz und gar verlernt haben, einen Zopf zu flechten. Neben den rosigweißen Puppenkindern stehen aber dann noch braun« und schwarze Negerkinder mit buntem Hüftschurz und goldener Kette um den Hals: Wer si«ht es ihnen heute in all ihrer Pracht und Herrlichkeit an. daß sie eigentlich„vom Schicksal gezeichnete" sind? Denn sie alle waren emst bestimmt, weiß und rosig aus der Boennform aufzuerstehen; dann aber machte das bös« Schicksal einen Strich durch die Rechnung, und alles, was nun nicht ganz tadellos aus der Form kommt, nuiß, wenn es nicht wirklich verunstaltet ist, Neger studieren. So erzählt der alt« Puppenvater von all seinen Kindern, von den weihen und den schwarzen, empfindlichen und den„unzerbrechlichen", vor allem von seinem Stolz, dem wirklich unzerbrechlichen Geschwisterpaar Harald und Znge mit den Sladerkopfchen und dem nnverwüststchen. In den Proportionen so richtigem Leder balg, auf das er sogar so stolz war, daß er für die Erstgeborenen dieser Rasse ein« zweijährig« Garantie übernahm.Llber das haben rmr denn doch ausjejeben." meint er traurig,„denn es fibt ja Kinder, die haun ihnen mitb, Hammer aufn Kopp-*■ und das hält doch wich mal'« Mensch aus!" Die kranken Puppen. Und wenn man„ihnen nu mifn Hammer aufn Kopp geharnt" hat?— Nun, darum braucht ein Puppenleben noch lange nicht zu Ende zu fein; wofür ist denn di« Puppenklinik da? Und man soll nur nicht denken, daß hier nur jugendliche Patienten kuriert werben können! Hier kann auch die ehrwürdigste Puppenmatrone noch von allen Leibesschäden kuriert werden. Denn in dieser Puppen- tliinik steht eine groß« Kiste mit Puppenkörperteilen von allen Grüßen, Formen und Material: Für Lederbälg« wie für die ersten Kugelgelenkpuppen. die noch aus Holz waren, bis zur modernsten kleinen Puppendam«, deren Proportionen ganz der Natur abgelauscht sind. Sogar ein« 36jährige Puppe kann hier repariert und völlig wiederhergestellt werben, und es kommt noch häufig genug vor, daß solche Patienten hierher gebracht werden, denn es gibt immer noch Erbpuppen,„und die Großmütter sind meine beste'Kundschaft", sagt der alte Puppenvater. Di« Großmütter, deren heißgeliebte„große Puppe" hier aus diesem alten Geschäft stammte, bleiben ihm auch treu, wenn sie tforn Loben schließlich in«in« ganz andere Gegend Berlins verschlagen werden.„Manche Reparatur kostet heute doppelt so viel, wie früher die ganze Puppe getostek hat. und dann hält es manchmal die größte Pietät nich aus— di« Pietätspuppen bleiben von den Reparaturen am leichtesten liegen, bei denen muß man schon immer eine Anzahlung nehmen!" meint der alte Herr betrübt.„Und dabei waren das damals unser« besten und dank- barsten Artikel! Mit den Perücken von echtem Haar— sieben Mädels habe ich damals allein auf Haarperücken sitzen gehabt..!" Und dann erzählt er, daß auch alle Kleider für seine Puppen Originalmodell« der Firma sind, die ganze Familie hatte sich aus Puppenbranch« eingearbeitet, und sein« verstorben« Tochter besaß die größte Puppcnkonsektionsfirmo von Berlin, wie ihr Dater war sie weit im Reich bekannt; denn das ist das Kuriosum: Die hier zusammengestellten Puppen gehen wieder weit ins Reich, sogar oftmals ganz in di« Nähe ihres Ursprungsortes im Thüringer Wald— nach Gotha und noch Erfurt oder anderen Provinzstädten. Sogar für den Puppenschick ist also Berlin maßgebend— wenn sich so ein« kleine Puppenmutter unter der Thüringer Weihnacht»- tanne auch nichts von der Odyse« träumen lassen wird, die ihr„neu- geborenes" Puppenkind schon hinter sich hat! Das Verbrechen bei Malchow. Noch keine Spur von dem Raubmörder. Zu dem Raubmord an dem ZS Jahre alten Chauffeur Ewald von Schalepanski erfahren wir. daß jetzt auch die hülse der zweiten Patrone gefunden ist. Sie lag unter der Fußbremse. Daß der Ermordete ausgeraubt worden ist. steht auch fest, denn bei ihm wurden weder ein Portemonnaie noch eine Brieftasche oder ein anderer Geldbehälter gefunden. Nur zwei lose Pfennigstücke entdeckte man in den Taschen. Die wagen- zulassungspapiere und die persönlichen Papiere fernes Opfer», die in einem Etui steckten, hat der ZNörder nicht mitgenommen. Die Leiche ist zur weiteren ärztlichen Untersuchung nach dem Schauhause gebracht worden. Das Auto ist, nachdem man die Taxrchr entfernt hat, dem Besitzer wieder zur Verfügung gestellt worden. Ueber die Persönlich- kert des Erschossenen ist inzwischen manches bekannt geworden. Ewald von S ch a l e p a n f k i war der Sohn eines Medizinalrats Pordom aus Wiesbaden. Während des Weltkrieges war er Offizier und wurde auch ausgezeichnet. Später wandte er sich dem kauf- männischen Berufe zu und beteiligte sich, da er vermögend war, an einet Kaligrube, die aber nicht den erwarteten Erfolg hatdr-� Seine Tante, die Kunstmalerin von Schalepanski, adoptierte den Neffen im Oktober d. I. und zu dieser Zeit übersiedelt« er owilr� aus seiner früheren Wohnung in der Paderborn«: Str. 9 nach de?" Dahlmannstr. 10. Eine frühere Che des Schalepanfti ist geschieden worden, well die Frau einen großen Teil des Bermögens chres Mannes durch leichtfertigen Lebenswandel vertan hatte. In der letzten Zeit hatte Schalepanski sich dem Chauffeurberuf zu- gewandt, um so seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Am Sonntag vormittag hotte der Ermordete sich von seiner Tante verabschiedct mit dem Bemerken, daß er diesmal 24stLndigen Dauerdienst machen Wik/ Als der Bote Tannenbaum nach geraumer Zeit erfuhr, Escher Rubin wäre wieder in der Stadt, da kam er und brachte gleich Blumen mit. Und als Escher ihn sah, muhte sie weinen. Dieser Mensch mit den grauen eingefallenen Backen und dem guten, sehr kranken Blick hatte ihr einmal auf der Festwiese, als die Stadt chrem eigenen Alter zu Ehren im Fahnenschmuck war, einen Strauh von zerrauften Blumen gebracht. Der war einmal ihr Lehrer gewesen, ganz zum Ende noch in Gesangunterricht. Das hatte sie immer für ihn eingenommen, daß er selber seiner Liebe zu ihr nicht ent- rinnen konnte. Roch setzt, da sein kranker Kopf m Gott weih allein was für Gedanken lebte, hallte sie in ihm immer noch wie ein Echo nach, seine Liebe. Er nannte sich nicht mehr den General von Lothringen, er war wieder der Lehrer Tannenbaum, und keine Ahnung schien chm zu kommen, daß er auch das nicht wäre. Der Bater Rubin fragte ihn aber im Beisein von Zeugen, ob er diese seine Tochter Esther in der Hauptstadt besucht und gesehen hätte? Der Bote Tannenbaum schüttelle darauf den Kopf. Niemand wußte warum, er hatte Tränen im Blick. Einige Wochen blieb Christine in der kleinen Stadt. Sie bemühte sich, am städtischen Jrrenhause wieder Stellung zu erhalten, aber wen bekümmerte noch das Unglück, der Brand, der sie damals um ihren Posten gebracht hatte? Und sie sah ihre Estern um eine Existenz, um dieselbe, die sie einmal. von neuen Hoffnungen angelockt, hatten fahren lassen, erneut, aber nun geallert, kämpfen. Und auch sie dachte an den Sommertag, als der Festzug. in dem sie mit Esther ging, plötzlich ins Stocken geraten war... ja, der Krieg, der hatte hie und da wohl manches zerbrochen... Sie tonnte es nicht mehr ansehen, sie fuhr wieder zurück nach Berlin, sie wollte verdienen, viel Geld verdienen. Magda Rubin, die nun in einem Haushall in Stellung diente, ah nur noch am Sonntag mit jungen Leuten Windbeutel und Schlagsahne, um sich dann bis an den Kücheneingang der Dilla be- gleiten zu lassen. Gott oder sein Engel hatte sie wieder auf die rechten Wege geführt. Ausgehen mit jungen Leuten und Schokolade trinken und Windbeutel mit Schlagsahne essen, ja, das war gut und das wollte sie tun, und sie glaubte nicht, daß das sündhaft wäre— aber unsolide sein? die Nächte durchjuxen? „Da hüte mich Gott vor", sagte Magda Rubin. Christine schlenderte durch die City, es war Abend; der Puder oerdeckte die Narben am Kinn. Armut, Hunger quälle die Stadt; die knöchernen Füße des Krieges standen noch in den Vierteln der Armen und Bürger. Aber hier war Licht und großer Betrieb; sie ging durch die Menge, in Nestau- rants, hinein und hinaus. Plötzlich trifft sie ein Blick, den sie kennt. Sie erschrickt von dem Blick— sie, Christine, erschrickt. Und ihr wird traumhaft zu Sinn. Wer war das? Diesen Menschen hat sie schon einmal gesehen, und an eben derseben Stelle wie nun. Sie sieht sich um nach ihm, er ist stehen geblieben, nur um sie im Gewühl noch zu sehen. Sein Blick ist still, und nichts von Angriff darin. Er kommt auf sie zu. Da erkennt sie ihn. Es ist der freundliche Mann, der ihr damals, als sie zum erstenmal allein auf der Straße stand und noch nicht einmal wollte, was sie schon tat, Geld ge- geben hatte, genug, um einen Monat davon zu bestehen, und dem sie in seine Hand versprochen... was hatte sie ihm doch damals versprochen? «Wie geht es Ihnen?" „Wie damals." Wer sie wird rot, indem sie das sagt. Es ist inzwischen so vieles geschehen. Der Mann sieht sie an, und dann sieht er zur Seite. Sein Gesicht ist fest, die Gestalt gedrungen; er trägt einen grünen Hut.— Dann bittet er sie, mit chm in ein Restaurant zu. gehen, auch er wollte eben zu Abend essen. Es ist alles wie damals. Es ist auch dasselbe Restaurant. Christine fühlt, in einem anderen Leben hat sie einmal dasselbe erlebt. Dann erzählt sie von der Zwischenzeit. Der Mann gibt ihr Geld, er hilft, wie er sagt, jemanden gern aus der Patsche. Sie trennen sich. Diesmal nimmt er ihr kein Versprechen ab, aber er verabredet mit'chr eine Morgenstunde, wann sie sich treffen wollen, am Sonntag. Christine geht ihre Treppen hinauf. Am Sonntag also wollen sie sich treffen. So wie die anderen Menschen, am Sonntag, denkt Christine und bleibt im Dunkeln auf der Treppe stehen. Ihr ist zumut wie an einem Anfang, nein, wie an einem Ende. Sie geht mühsam hinauf. Sie fühlt manchmal ein Sausen und Schwindeln im Kopf: das ist nur nervös. In ihrer Stube sieht sie in den Spiegel hinein. Ein guter Herr, denkt Christine und sieht ihre dunkel gelagerten Augen an. Sie legt das Geld, den größten Teil, in einen Umschlag, sie will es morgen den Eltern schicken, in di« kleine Stadt. Ein guter Herr... Wie sie im Dunkel liegt und beinahe schon schläft, springt sie auf, macht Licht und sieht sich die Brandnarben an. Der Winter war da, und er brachte wirklich Wwechslung für Irene mit. Ihre Estern kamen und Hans, sie wohnten wie in früheren Jahren in ihrer eigenen Billa. Wenn sie sich«infam fühlte, konnte Irene Besuche machen. Besuche empfangen. Uebrigens wunderte es niemanden sehr, daß man sie eigentlich nie in Gesellschaft ihres Mannes sah, denn Albert de Castro war letzthin öffentlicher Vertreter seiner Partei geworden. Man konnte es aus der Zeitung ersehen, daß ihm dies Amt nicht gegeben war, damit er nur auf seinem Abgeordnetensitz erscheinen und höchstens einmal bei einer Abstimmung in Aktion tretten sollte— nein, er rührte sich sehr, kaum daß er auf dem Plan erschien, er stand am Rednerpult und wuchs rasch zum Führer. Irene konnte deswegen von verschiedenen Seiten Komplimente hören— aber wenn sie davon einerseits geschmeichelt war, so fühlte sie andrerseits etwas wie Beschämung, denn zu der Inter- essengemeinschaft des Volkes, die Albert vertrat, gehörte zum Beispiel Hohenau nicht.\ Wenn Hans mit Wert einmal zusammentraf, so war es mehr deny je fem Wunsch, einen Angriff zu reiten. Ueber die Zeit solcher hitzigen Angriffe war er eigentlich innerlich längst schon hinweg, um so verkrampfter blieb er bemüht, sich äußerlich als derselbe zu zeigen, der er bei der ersten Begegnung mit Wert gewesen war. Seltsam, wenn Irene ihren Bruder so reden hörte, kam er ihr jung, sehr jung, ja unreif kam er ihr vor; sie konnte, ob Wert nun dabei war oder nicht, chres Mannes Partei ergreifen und seine Art zu leben, wenn auch gleichsam nur mit verhaltener Stimme, erklären. Später freilich versicherte sie Albert, sie hätte das nur getan, um sich seiner nicht offen schämen zu müssen. Aber ihn interessierte ihre Ablehnung ebensowenig als ihre Zu- stimmung von vorher. Und so, wie er ihr entglitten war, so war er auch Hans vollkommen entglitten, so wie ein Mann, der nun seinen Weg endgültig kennt, und mit einem Blick zu erkennen gelernt hat, wo er stehen zu bleiben, wo er vor- überzugehen hat. Am Kamin, die Arme gekreuzt, schien er zuzuhören, und schwieg. Aber es konnte mitunter auch sein, daß Hans, ohne jeden ersichtlichen Grund, sich selbst unterbrach, als wollte er sich selbst nicht mehr hören. Das geschah dann so unoermittelt und schroff, daß selbst Wert darüber erstaunte. Und als Irene einmal ihrem Bruder in das Musikzünmer folgte, fand sie ihn rot und mit dem Fuß aufstampfend. Ja, was hatte er nur? Er erklärte es nicht. Sie ging unruhig durch alle Zimmer des Hauses. Dann nahm sie ihr Kind, das die braunen Augen hatte, und trug es auf dem Arm. Albert war inn n'rhe" fchon wieder gegangen� (Fortsetzung folgt.), luolle, wv zu Weihnachten noch ein ordentliche» Stück Seid»ach i,anse zn bringen. Dieser, sein letzter Tag, ist chm zum Derhängm» geworden. Obwohl sich nach Bekanntwerden der Bluttat schon zahl- reiche Personen mit Bekundungen aller Art bei der Kriminalpolizei gemeldet haben, ist noch niemand erschienen, der hätte angeben können, wo der Chauffeur seinen Fahrgast aufgenommen hat. Eine Beschreibung des Mörder» ist zurzeit noch nicht vorhanden. Wer nun in der Nacht zu Montag und zwar gegen den Morgen hin von einem Fremden angesprochen und um Mitnahme gebeten wurde, wird dringend ersucht, dies der Mordtommis» s i on R a s s o w- Dr. Barisch im Polizeipräsidium mitzuteilen. Verhängnisvoiles Aufspringen. 360 Personen sind in 9 Monaten in Berlin verunglückt. Die Zahl der verkehrsuafälle in der Reichs- Hauptstadt hat in den letzten Jahren im Rahmen de» steigen- den Sraflfohrzeugverkehrs in erschreckendem wiche zugenommen. Fahrzeugsührer und Stratzeu Passanten müssen immer wieder zur Vorsicht aus der Strotze ermahnt werden. Zillen Matznahmen der Unsalloerhütung und allen Warnung«- Plakaten im Innern der Verkehrsmittel zum Trotz ist die Unsitte des Auf- und Abspringens auf in Fahrt befindliche Straßenbahnen und Omnibusse leider noch immer ein« weit oerbreitete Erscheinung im Berliner Straßenverkehr. Wie an» den neuesten Unfallstatistiken der Berliner Der- t« h r s- 2t.«©. hervorgeht, verunglückten im Lauf« dieses Jahres vom Januar bis einschließlich September durch Auf- und 2lb- springen oder durch Sturz von der Plattform nicht weniger als insgesamt 360 Personen, von denen 10 ihre Unvorsichtigkeit mit dem Leben bezahlen mutzten. Weiter« 104 erlitten schwere Verletzungen, sei es durch den Berluft von ©liedmaßen oder durch kompliziert« Knochen- und Schädel- bräche. Die Zahl der Leichtverletzten belief sich auf 183— nur fi5 Personen kamen bei ihrem Unfall mit dem bloßen Schrecken ohne weiteren Schaden davon. Bedauerlicherweise verzeichnen die durch 2luf- und Abspringen verursachten Unfallzisfern in den letzten Monaten eine steigend« Tendenz. Während sich noch im Fairuar die Zahl der auf diese Weise verunglückten Personen bei der Straßenbahn allein auf 24 belief, waren im September 30 der- artige Unfälle zu verzeichnen, so daß mehr als«ine Verdoppe» lung eingetreten ist. Angesichts der Zunahme dieser gefährlichen Unsitte kann daher nicht eindringlich genug davor gewarnt«erden, auf in Fahrt befindliche Straßenbahnen oder Omnibusse aufzu- springen und dadurch sich und andere Personen leichtsinnigerweise zu gefährden. Ebenso sst das Absteigen an anderen Stellen als on den Haltepunkten infolge des lebhosten Kraftfahrzeugver- kehrs auf den Straßen mit großen Gefahren verbunden. Abgesehen davon, daß die verunglückten Personen jeglichen Anspruch auf Schadensersatz verlieren, können sie obendrein noch mit einer Geldstraf« belegt werden, da es auf Grund der für Fahr- gäft« geltenden Bestimmungen der neuen Berliner Straße»- ardnung verboten sst,„während der Fahrt auf- und ab zu- springen, sich außen an den 2ßng?n festzuhalten oder anzuhängen". Lustmord in München. Gin jnnqes Mädcken das Todesopfer eines Unholds. INüuchen, den IS. Dezember.(Eigenbericht.) Am Montagmittag wurde auf einer Wiese an der äußeren Boschetsrieder Straße, etwa 40 Meter von der Straß« entfernt, die Leiche der 18 bis 2V Jahre alten Grete Meixner gefunden, der die S ch ä d e l d e ck e«ingeschlagen und die Kleider vom Leib« gerissen waren. Der noch unbekannte Mörder Hot sein Opfer auf einem Fußweg der Wiese getötet: on der Mordstelle be- fanden sich zwei große Blutlachen. Die Leiche sst dann etwa 60 Meter auf die Wiese getragen worden, wo sie, vom Schnee zugedeckt, erst Montagmittag gegen 12 Uhr entdeckt wurde. Es handelt sich um «inen Lustmord. In einem in der Nähe gelegenen Hause hatte man nachts gegen-X12 Uhr zwei Schrei« vernommen, die das Mädchen in höchster Not ausgestoßen haben dürfte. Don der Polizei- direktion, die sofort die Untersuchung einleitete, waren am Nach- mittag noch keine Einzelheiten zu erhalten. 10 Lahre Bauhütte Berttn. Die Scala öffnete am Sonntag schon am Vormittag ihre Tore. Di«„Bauhütte Berlin" seierte ihr zehnjähriges Bestehen. Die Männer von den Baustellen und aus den Kon- torcn, die Freunde und Schöpfer der Bauhüttenbewegung und der freigewerkschaftlichen Wohnungssürsorg«, die Vertreter der Sozialdemokratischen Partei und der Gewerkschaften füllten den Riefenraum. Der Berliner Lendoai-Chor stand als erster auf der Bühne. Mit drei Gesangsvorträgen eröffnete er die Feier. Walter A st o r begrüßt« die Gäft« im Namen des Gs- burtstagskindes. Heinrich Schuß ler zeigte in klaren und glön- -enden Ausführungen den Aufstieg der Bauhütte Berlin. Im De- zembcr 1019 hat die Bauhütt« Berlin mit Wohnbautsn in Raihenow und Neukölln begonnen. Von 300 stieg die Ziffer der durchschnittlich beschäftigten Arbeiter in den zehn Jahren auf 830. Der �Jahresumsatz stieg in der gleichen Zelt von V/i auf 11 Zltii- lionen wart. Der Vorsitzende des Baugewerksbundes, Nikolaus Bernhard, sprach über die Entwicklungsgeschichte der gemein- nützigen Baubetriebe lind der Desorganisation. In einer Zeit, in der man viel über Sozialisierung redete, hat die Bauarbeiter- schaft gehandelt. Der Versuch ist geglückt, heut« sind etwa 150 Betriebe im„Verband sozialer Baubetriebe" zu- sammengeschlosscn. Für die Sozialdemokratische Partei überbrachte Reichstagsabgeordneter Vogel, für den Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund Hermann Müller und für die An- gestellten und Beamtenverbände Reichstagsabgeordneter Siegfried Zl u f h ä u f« r die Glückwünsche. Don allen Rednern wurde erneut die innige Verbundenheit von Partei, Gewerkschaften und gemeinnützigen Betrieben der Arbeiterschaft betont.— Für den künstlerischen Teil der Jubiläumsfeier hatte mau zwei unserer prominentesten Kunstler gewonnen. Leo Schützen- darf sang— stürmisch gefeiert— einige Lieder und Mo reell Salz er erfreute durch lustig« Vorträge. Die Bauhlliienbewegung kann mit Freude und Stolz auf das zehnjährige Wirken eines ihrer größten Betriebe zurückblicken. Mögen die' kommenden Jahrzehnte die Bewegung im gleichen Tempo vorwärtsbringen und möge im Interesse der Berliner Ar- beiierfchast die Berliner Bauhütt« im besonderen weiteren Jahren des 2s»sstiegs und der Festigung«ssgegenoehen. Die Leijetzpilg Schalldaajs. Die Bedsetzung des am 13. d. M. »erstorbenen Obermaglstratsrals und früheren Stadtverordneten Schalldach findet heute, 14� Uhr. in Zehlendorf-Mitte auf dem Friedhof an der Spandau er Straße statt. Totschlag an der Ehefrau. Er tonnie ihr Leiden nichi mehr mii ansehen. Das Schwurgericht des Laudgerichl» III verurteil le den Angeklagten Hoffmanu wegen Totschlags an seiner Ehefrau und wegen forlgesetzter Unterschlagung in Taleinheit zu 2 Jahren 6 woaateu Gefängnis. S Monate Unlersuchungs- hast wurden voll angerechnet. Arn 8. April d. I. fand man den Kaufmann Bernhard H. in der gaserfüllten Küche seiner Wohnung bewußtlos auf. Im Schlafzimmer lag seine Ehefrau mit zertrümmertem Schädel auf dem Bett, das Mordinstrument, ein Beil, stand am Schrank. H. hatte sich gestern wegen Totschlags an seiner Ehefrau zu verant- warten. Er erklärte, sie aus ihren Wunsch gelölet zu haben. Der 40 Jahre alte Angeklagte stammt aus Oberschlesien, hat Kaufmann gelernt und verschiedene Stellungen innegehabt. Im Alter von 23 Iahren heiratet« er. Als seine Frau kurze Zeit abwesend war. infizierte er sich mit Syphilis und übertrug die Krankheit auch auf seine Frau. Bon Haus aus hysterisch und mit verschiedenen Krankheiten behaftet, war sie von nun an ganz besonders leidend und verbrauchte große Summen für Medikamente und Anstaltsouf- enthalt. Das Gehalt reichte nicht. H. beging Veruntreuungen. Auch das eheliche ZZerhältnis war nicht mehr ganz so harmonisch wie früher. Die Frau litt an schweren hysterischen Anfällen, befand sich stets in gereiztem Austande und war selbst von dem stets ruhigen und nachgiebigen Manne nicht zu beschwichtigen. Die Veruntreuun- gen erreichten schließlich die Höhe von 1400 M. Am 23. März wurde H. von seiner Firma entlassen: er erlitt einen Nervenzu- sammenbruch, feine Frau befand sich gerade in der Charit«. Am 4. April, kam st« nach Hause, ihre hysterischen Anfälle setzten wieder ein, die Eheleute erwogen gemeinsamen Selbstmord. Den 2lbend des 7. 2lpril verbrachten die Eheleute bei den Nachbarn. In der Nacht hörte man in der Wohnung der Eheleute lautes Sprechen, am Morgen verspürt« man einen intensiven Gasgeruch. Die Woh- nungstür wurde aufgebrochen, der Mann wurde bewußtlos auf- gefunden, feine Frau loa mit zertrümmertem Schädel auf dem ZZett. Zur Besinnung gekommen, erklärte H., nicht zu wissen, unter welchen Umständen er der Frau mit dem Bell den Schädel zcr. trümmert habe. Wie im Traume entsinne er sich, daß er nachts auf- gestanden sei und das Beil geHoll habe. Ueber den Seelen zu- stand des Angeklagten vor der Tal geben aber seine Abschieds- b r i e f e Zlufschluh. Einer von diesen Briefen war an seinen Freund adressiert:„Ich scheide aus dem Leben," schrieb er da.„denn für mich ist alles verloren. Lieber Otto, stehe Du nach bestem Wissen meiner Frau bei. Ich will sie ja noch mitnehmen, denn was soll das arme Geschöpf noch aus der Welt. Ich gebe Dir die Vollmacht, die Woh- nung zu verkaufen: falls meine Frau noch am Leben sein sollte, überlasse uh Dir alles nach bestem Wissen." Ein anderer Abschieds- brief war für seine Frau bestimmt.„Du, mein liebes, gutes Frau- chen," hieß es da,„folge mir nach, denn das ist das beste, was Du machen kannst. Es ist nun alles vorbei und nichts mehr zu retten. Ich weiß nicht aus noch ein." Der Angeklagte hat also bis zum letzten Augenblick gezweifelt, ob er seine Frau mit in den lad nehmen soll oder nicht. Schließlich hotte er sich entschlossen, es doch zu tun.„Ich konnte ihr Leiden nicht mehr mit ansehen, und sie hattg mir erklärt, ich möge tun. wie ich es für gut befinde," sagte er. Die psychiatrischen Sachverständigen hielten der, § 31 nicht für gegeben, wollten aber oermindert« Zurech- nungsfähigkeit gellen lassen. Das Gericht fällte das oben wiedergegebene Urteil. Schwerer Arrest um einen Gruß. Allzu strenge Gefängnis disziplin und ihre Folgen. Der Kommunist V. hatte im Gefängnis Tegel 10 Monate wegen eoudfriedensbroche» zu verbüßen, wenige Tage vor der Entlassung erhielt er Besuch. Beim Abschied machte er die bewnßke Rot-Froul-Fanstbewe- gang. Dafür erhielt er fünf Tage strengen Arrest zudiktiert. Di« Straf« schien ihm ungerechtfertigt:«r glaubte auch, daß sse nicht vom Obeodirektor selbst über chn verhängt worden sei und befand sich deshalb in großer Erregung. Zlls der Strafaisstallsober- Wachtmeister L. morgens die Tür' feiner Strofarrestzsll« öffnete, um ihm Gelegenheit zu geben, den Nachtkübel herausgüftellen, verlangte er von ihm. wlchl nicht in sonderlich höflichem Tone, dem Ober- dirktor vorgeführt zu werden. Der Oberwach ttnesster L., der an diesem Tage den Dienst allem versah, meint« auf diese» Ersuchen nicht eingehen zu können: und wies es ob. Was weiter geschah. konnte in der Verhandlung vor dem Schöffengericht W e d d i n g nicht mit voller Gewißhell festgestellt werden. Frühere Strafgefangene wollen mit Bestimmtheit gesehen hoben, wie der Oberwachttneister L. den Gefangenen B. mit einer derartigen Wucht in die Zelle zurückgestoßen hat, daß dieser gegen die Wand flog und der Wasserkrug dabei in Stücke ging. L. dagegen behauptet, B. habe gegen ihn de» Wassertrug erhoben und da habe er, um sich zu wehren, auf den Gefangenen mit der flachen Seite des Säbels losgeschlagen. L. sst später noch zweimal in Begleitung eines anderen Wachtmeisters zu B. in die Zell« gegangen und die Ge- fangenen wollen Schreie gehört haben:„W« s halb schlagt Ihr mich". B's Rücken zeigt« am nächsten Morgen Striemen. Er erstattete«ich gegen L. Anzeige wegen Körperverletzung. Die Staatsanwallschoft stellte aber das Bersichren ein und eröffnete dafür gegen L. selbst ein Verfahren wegen Widerstand«» gegen die Staats- gewatt und Meuterei. Der Staatsanwall beantragt« gegen B. wegen Widerstandes 6 Wochen Gefängnis. Das Gericht sprach ihn aber frei. Es erklärte, daß es sich nicht von B's Schuld habe überzeugen können: es stehe fest, daß L. den Angeklagten sehr barsch angefahren habe, er sei auch später derart aufgeregt gewesen, daß er am ganzen Leibe zitterte. Seine Angaben konnten deshalb nicht zur Grundlage eines Urteils gemacht werden.— Der Gefangene B. sst bestimmt ein gewalttätiger. und auffahrender Mensch. L. ober, ein alter Afrikaner, besitzt nicht die Ruhe, die bei Behandlung schwieriger Strafgefangener erforderlich sst. Und dann: War es wirklich not- wendig, den an sich vielleicht unangebrachten Rot-Front-Gruh mit fünf Tagen strengen Arrest zu ahnden? Laßt den Toten ihre Nuhe! llnerfreuliches von deuischen Kriegerfriedhöfen in Frankreich Paris, 16. Dezember.(Eigenbericht.) 'Auf den Schlachtfeldern Nordfrankreichs, wo ein Teil der Kriegsopfer zurzeit umgebettet wird, sst ein neuer Skandal aufgedeckt worden. Man hat festgestellt, daß die Au?- grabungen mit schändlicher Leichtfertigkeit vorge- nommen wurden.' Die Unternehmer nahmen sich keinesweP die Mühe, alle Ueberreste der Gefallenen sorgfältig zu sammeln. Auf der Loretto-Höhe fand man z. B- noch.zahlreiche Gebeine, die bei der Umbettung„vergessen" worden waren. Schlimmer noch gingen die Unternehmer auf dem deutschen K r i eg e rs ri e d- Hof in der Nähe von St. Vaas vor. Hier wurden bei einer Kontrolle von 20 angeblich schon geleerten Gräbern überall noch die vollen Ueberreste der deutschen Gefallenen, sogar mit der Er- kennungsmarke gefunden. Danach dürften die Gräber des neuen Der Sonntag brachte ein wirklich hübsch zusammengestelltes, unterhallendes Programm. Dickens„Christmeß Choral"—„Der Weihnachtsabend", wie man ihn verdeutscht nannte— bleibt trotz seiner stark betonten Moral ein witziges, fein erzähltes ZVeihnachts- märchen für jung und all: Ernst Ginsberg sprach es als echter Märchenerzähler. Die„Adoentsmusik", übertragen aus der Stadt- halle Magdeburg, brachte ausgewähll schöne alle Kompositionen, die trefflich vorgetragen wurden.— Am Abend wurden„Volks- komiker angekündigt: Lotte Werckmeister, Oskar Selm, Schorsch Ruselli, Ludwig Manfred Lommel, Karl Wessel— lauter bekannt« und beliebte Namen. Eine besondere Freude werden viel« Funk- Hörer gehabt haben, den beliebten Ansager Karl Wessel nun einmal von einer so heiteren Seit« kennengelernt zu haben.— Alsred Kerr beschäftigt sich ersreulicherwoise in letzter Zeit rn seinen„Tagesglossen" stets mit Themen, die von allergrößtem Jnter- esse für die Allgemeinheit sind und die durch seine geistvolle Be- leuchtting den Hörern doch wohl etwas klarer umrissen erscheinen. Montag abend: Uebertragung der Kurzoper„A b a s s 0 porto" von Nikolas Spinelli. Die veristische Oper ist die funk- ungeeignesste. Sie bringt viel und krasse Handlung und entwickelt sich musikalisch aus dieser. Der Hauptgenuh dieser Veranstaltung war der schöne Gesang, besonders von Emmi Bettendorf, der die Rolle der Mutter Maria übertragen worden war.— Ob Adalbert Stifters Erzählung„Der Hosball" der Jugend heut« so viet zu geben hat, daß ihr Vortrag in der Jugendstunde gerechtfertigt war, ist mindestens fraglich.— Durch Programm gestallung und Aus- führung erfreute das F l ö t« n k 0 nz« r t, das von Zllfred Lichtenstein und James Simon bestrillen wurde.— Dr. Alfons Goldschmidt sprach unter dem Titel„Mexiko und Petroleum" Er gab in diesem ersten Dortrag einen Ueberblick über wesentliche Fragen der mexikanischen Wirtschaft und Polllik.— Ludwig Spitzer sortiert« in seinem Vortrag„Kinder, die im Schatten leben" zu Weihnachlsspenden für die Kinder der Aermsten auf. Die Beispiele. die er für das Lebensmilieu dieser Kinder anführte, ließen aller. dings. wahrscheinlich bei vielen Hörern, tiefe Zweifel darüber«nt- stehen, daß diesen unglücklichen Geschöpfen mit Weihnachtsgaben wirklich gedient werten kann. Bei diesen kinderreichen verelendeten Prvletarierfamilien muß Hilfe schon tiefer gressen, wenn sie auch raa den geringsten wirklichen Nutzen bringen will.. Te«. Frirthvfes von Masson-Blaoche nichts anderes als Attrappen fern."• � Diese entsetzliche Nachricht muß in den Herzen vieler Hinter- bliebenen kaum vernarbt« Wunden erneut austeitzen. Sollte es nicht möglich fein, eine Umbettung, wenn sie wirklich nicht zu umgehen sst, in einer Form vorzunehmen, die den internattonalen Formen der Pietät gegen Verstorbene entspricht? Innungsgelder unierschlagen. Die veiuntreuten 40000 Mark auf'Rennplätzen verspitst. Breslau. 16. Dezember. Bei der Krankenkasse der Friseur- und Perückenmacher- Zwangsinnung in Breslau sind Unterschlagungen von über 40000 Mark Innungsgeldern aufgedeckt worden, die zur Verhaftung zweier Angestellter, des 46jährigen Rendanten Kolonka und des 40jährigen Beitragserhebers Schubert ge- führt haben. Nach den bisherigen Fessstellungen soll Schubert, der die veruntreuten Gelder auf Rennplätzen ver» spielte, den Hauptteil der unterschlagenen Summen für sich ver- braucht haben und überhaupt der Haupsschuldige sein. Die Ermitt- lungen sind noch nicht abgeschlossen. * Ein raffinierter Einbruchsdiebstahl wurde in der Nacht zum Montag im Warenhaus Schocken in Kottbus verübt. Geldschrankknacker gelangten vom Keller durch den Fahr- stuhlschacht in das Hauptkontor. Hier erbrachen sie den Geldschrank und«Mnohmen ihm eine Kassette mit der Tageseinnahme von etwa 100000 Mark. Die Fahndung nach den Tätern, als die zwei junge Leute verdächtigt werden, ist aufgenommen worden. Weihnachtsfreude für Arbeiterkinder! Die Arbeits- gemeinschaft der Kinderfreunde Groß- Berlin und der Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt ver- anstalten am Sonntag, dem 22. Dezember 1929, in der Volksbühne am Bülowplatz um 11.30 Uhr und 13.30 Uhr zwei Winterfonn- wendfeiern. Das Programm bietet neben Musik und Chorgesang der Roten Falten die Kindermärchenkomödie:„Hans Urion geht nach Brot", aufgeführt von der Gruppe„Junger Schauspieler". Eintrittskarten für Kinder sind erhältlich durch die Kreis- leiter und Gruppenhelfer der Kinderfreund« und durch die Kreis- leller der Arbeiterwohlfahrt. Lose derArbeiterwohlfahrt- Weihnachts- Lotterie zu 50 Pfg, das Stück/ Doppellos 1 Mk. GlUcksbriefe| enthaltend fO Losa für Mark 8.— 20 Los« fOr Mark tO.- noeh zu haben bei AligUSt Heinz, Staatliche Lottariealnnahme Berlin W8, Frledrlohatrafle 83■"•"Ilk'trÄ 15000 ftmfor ohne Väter. Die Folgen der Besahung im Rheinland. Die rheinischen Frauenverbänd« haben bei den zu. ständigen Stellen in Paris und London Schritte unternommen� um die Unterhallsbeiträg« für die i 5 Ol) st unehelichen Kinder zu erhatten, die die Bcsatzungstruppen in den besetzten rheinischen Gebieten zurückgelassen haben. Die französischen 21« m t e r haben eine glatte 2lbsage erteilt. Die rheinischen Frauenverbändc beabsichtigen deshalb, bei den Gerichten in Paris und London Klagen anzustrengen und, falls auch das nicht erfolg. reich sein sollte, die Angelegenheit beim Völkerbund anhängig zu machen. Acht Jahre Zuchthaus für Vatermörder. Zranksurt a. d. Oder. 16. Dezember. Der Landwirt Paul Deitert aus Grunow bei Drossen, der im Jahre 1913 nach einem häuslichen Streit seinen Dater erwürgt und in einer Eichenschonung vergraben hatte, ist vom Schwurgericht wegen Körperverletzung mit tödlichem Ausgang zu acht Jahren Zuchchaus und acht Jahren Ehrverlust verurteilt worden. Der Nadeltonfilm. Die K i n o t o n> Apparate-P«rtriebs-G. in. b S). veranstaltete in diesen Tagen die erste öffentliche Vorführung ihrer neuen Ton- filinapparatur. Ein Direktor der Gesellschaft hatte seinen Be> grüßungsoortrag tonfilmisch aufnehmen lassen. Das heißt, man sah den Vortragenden im Film und hört« seine Worte, die von dem elektrischen Tonverstärker der Berliner C. Lorenz A.-G. durch Grammophonplatte» wiedergegeben wurden. Gebärden und Bewe- gungen stimmten Harrschars mit den Worten überem. st.ier herrschte zweifellos Vollkommenheit. Es blieb aber doch ein Rest Uiwoll- kommenheit. Man spürte deutlich, daß die Worte nicht aus dem Munde des Sprechenden kamen, sondern aus einer tiefer gelegenen Apparatur. Hier muß noch gearbeitet werden, um die Illusion voll- kommen zu machen. Lei Szenen aus bekannten Tonfilmen war dieser Umstand nicht mehr so störend, weil die Spannung des Zu- schauers feine Neigung zur kritischen Beobachtung unterdrückt. Di« Apparatur, die mit vollem Orchester spielt, soll besonders den mittleren und kleineren Theatern zugute kommen. Das wird sie zweisellos auch. Bei diesen Kinotonapparaten handelt es sich um so- genannte N a d e l t o n apparat«, bei denen Musik und Wort auf Schallplatten übertragen und ebenso wiedergegeben werden. Die kleineren Theater werden diese billiger« Art bevorzugen. Für die andere Art des Tonfilms ist die Bezeichnung Lichtton einge» führt. Bei ihm wird der Schall photographisch aui ein Zelluloid- band fixiert. All« großen Kinotheater werden sich im wesentlichen diese» Tonstims bedienen. Was aber wird bei Lichtton und bei Nadelton die Folge fein? Die großen Theater werden, wenn sie es nicht für den Varieteteil brauchen, ihr Orchester, die kleinen ihre Klavierspieler und Molinisten entlassen. Die Technik feiert einen neuen Trumps, aber das Arbeitslosenheer wird vermehrt. 25 Jahre„Tie Mark". Bor nunmehr 25 Jahren machte sich«in Berliner Buchdrucker, Georg Eugen Kitzler, daran, unterstutzt von einer Anzähl von Freunden und ein paar Touristenvereinen, die erste Touristen- und Heimatzeitschvift für Berlin und die Mark herausgegeben, der er den Namen Mark gab. Dom ersten Tag bis heul« ew mühsames Arbeiten auf einem— besonders was Berlin selber anbetrifft— kargen Boden Aber die Zeitschrift hiest sich, dank der zähen Energie ihres Gründers, dem auch das Verdienst gebührt, bei Lehnrn dem mörttschen Romanschriftsteller Willibald Alexis, den man auch den märkischen Walker Scott genannt hat, ein Denkmal gesetzt zu haben. Unbestreitbares Verdienst Kitzler» ist e« auch, in den Jahren 1908 und 1909 und seit der Zeit ununterbrochen bis heute für den Wald- und Naturschutz in Berlin und Brandenburg gewirkt zu haben. Di« 25. Wiederkehr des Gründung»- tages brachte dem Begründer und Letter mancherlei Ehrung. Für den Brandenburger Verkehrsverband ließ Oberbürgermeister Dr. Fres- dorf(Brandenburg) durch Major Schubert Grüße überbringen, für den Berliner Wochenendausschuß gratulierte Cheftedakteur Karl Vetter. Viel« alte Freunde waren gekommen, um zu gratulieren. Berlin und die Provinz Brandenburg aber, denen Kitzler die Arbeit seines Lebens gewidmet hat, waren nicht vertreten. Die Irelrellgiöfe Gemeinde bittet uns um 2>eröst«ntlichung folgender Zuschrift: In kirchlichen Kreisen sieht man mtt einiger Sorg« die Kirchenaustrittsbewegung wieder ansteigen. Warum? Man sollt« sich doch freuen, daß eine reinliche Scheidung einsetzt! Was nutzen der Kirche Mitläufer, die tatsächlich nicht mehr kirchlich gesinnt sind. Anderersetts sollten sich aber auch olle diese Mitläufer fragen, ob nicht ein Gebot ihrer Ehrlichkett verlangt, reinen Tisch zu machen. Wer innerlich noch zur Kirche gehört. soll ihr wetter angehören und ihr auch die Steuern weiterzahlen. Wer sich innerlich von der Kirche gelöst, soll das auch n a ch a u ß« n tun. Am Donnerstag, dem 19. Dezember, von 18 bis �20 Uhr, hat die Freireligiöse Gemeinde in der Freidenker. klaus«. Pappelalle« 15. ihren letzten diesjährigen Kirchenaus. tri tts abend. Wer dort seinen Austritt anmeldet, ist ab 31. Dezember 1930 steuerfrei. Austrtttsgebühr 2 M. Sine Falschmeldung. Die Firma Zl. Wertheim®. m. b. fj. bittet uns um Zlufnahme folgender Zellen:„Der„Berliner Herold" bringt in seiner Ausgabe vom 15. Dezember 1929 einen Artikel mtt der Ueberschrist„Fusion Werth eim-Karstadt". den er auch durch Anschlag an den Litfaß-Säulen verbreitet hat. Wir haben«in Interesse daran, die Ocffentlichkett zu unterrichten, daß die in diesem Artikel enthaltenen Mitteilungen sämtlich aus der Lust gegriffen sind. Auch Verhandlungen bestehen natür- lich nicht." parteinachnchten/M�fürGroß-Berlin kt»I«ndu»ge» fite di-s-«»drU st»d WuBPli stet» m> da»«„lek-seftet-ria, «» r l i» S««, Lindeostraß« 3, 2.$o(,«Steppen recht», ju richten. Engerer Vezirksvorstand und Kreisleiter. Die für heute vorgesehene Sihuug finde« erst morgen, Mittwoch, 18. Dezember, 18 Uhr, im Bezirkssekretarint. Lindenstr. 3, statt. 2. fttel» Stetflotten. Achtun»! Di« für heute. Dienstag. 17. De»ewbtr, an. beraumte Siticecrftartieftfcma fällt aus und findet erst am ffreita» 20 Dezember, bei Artiger. Putlistftr. 10. statt. L«rei» Premtlnuer«et«-»ildnng»an«Ichnß: Zufaurmeneunft der jüngere» «aMeimilgaedct imats Crfaffun« m inttnitoir Arbeit innitSatb der Sottet am Mittnxuh. IS. Dezember, IflH Uhr. im Bezirksamt. Danziger Strafce 64 Reterat: Engelbert Graf. M. d. N. U«tri.«iln.tt.bori. Mittmach. 18. Deztmbtt,» Uhr. tri fttrnft. chalst-inlfche Str. 60, Sitzung de» erweiterten Nreisvarstande»«tt allen Abteilungsleitern und der graktian.«ntzersrdentlich wichtige Tage«. heule, Dienstag. 17. Dezember. ». Abt. Oefletriliche«undgebnn« de» Reichsbanner» u» mi Uhr st» R-tionalhol. Bttlnwstr. 37. Die«enaile» werde» um Teilnahme dringend ». tlbt?' Pachtung. Seetriafühcetl 9t«tetial ldiart va»«engste»»euoebautt «. IIb: bri Stet fttwute. Mariannenplatz O. ifunftiandrsttzun» Die Seihnachtsbescherun« findet am Sonnabend. 21 Deeember. 18 Uht, im qr-ßen Saal bes Gewerkschaftshause». Sngelufer 34-.«. statt,«aal. « Wethnachttcheschttun. bmwm Sfaff du fchon ein<£os der JlrbeHerwohlfahrtsloUerle? 'irmn nfrhd. dann kaufe dir JrhlrunlgJt etat*, denn et ffnd nirhl mehr viele da. 3)er Preis für ein tlnaellns hetrSql ■>0 Pfetmlg, dafür kannst du allerlei gewinnen; -CaruUtgnfer, IC ochenendtigutcr,3{la plere. Sprcritapparat« LI liehen, Itlolorräder, Bahrräder und Itähmafchluen Um ganzen werden in der am IB. und 10. Dezember d. J. stattfindenden Siehung IBB 979 gewinne und zwei Prä mlen mit einem gefamlmerl von SOOOOO XelchsmarU ausgefplelL Tter es wünfehi, kann aueh 31 arg e Id he kommen, denn alle gewinne find mit 90% Ihres Iterles In bar ausaahlbar. Derfiume dlefe QelegenheH nichi., Tcrfuche dein glück und nimm dir ein JCos! Qlürbsbrlefe mli 10 Xofen SnhaU koften 5 SteMismark 85. Abt. Am 37. Dezember deranstalten wir im Birke nwälbchen. Monteussel. strafte, ein gemütliche» Beisammensem mtt Ton«. Die Veranstaltung be. ginnt bereit» um 1» Uhr. Wir erwarten zahlreiche» Erscheinen. tt Abt. Rrukölla. iszz Uhr Vorstanbssttzuna bei« Senasten Scharschmidt, Mnghasrnstr.«5. ««. Abt. Btitz»B»ckow. 19% Uhr Mitgli eberneriammluna im Lakai Busch» krua. Rudvwer Stt. 4». Vortrag: �tensumgenossenschast und Partei. Referent Genosse Miru». Barteiangeiegenheiten. Morgen. Mittwoch. IS. Dezember. 33. Abt. Alle SBD..A»nsummttgNed» der 6. Verkaussstelle treffen stch um 19V4 Uhr bei Benz. S«str. 10«. Partei, und Mitgliedsbuch der Aonsum. oenosteirschatt stnd mitzubringen. 33. Abt. 20 Uhr bei Baientin. Ärautftr. 96», Uunktionärflftung. PünktNch erscheinen. 39. Abt. 20 Uhr stunktionärsttznn« bei Wertalla. Kohenlohestr. tz. Verteilung de» Sammeleraebnisse». Reuelnteilung der Bezirke. Die Borschläge und SammeNisten für die Weibnachtsspende stnd bestimmt bi» zur Sitzung abzugeben. Borher, um 19 Uhr, ebendort Vorstanbssttzuna. 37. und 38. Abt. l9�> Uhr Bttfammlung aller SPD..Z>onsununit«riebtt de: Beidaussstellen Aochhannstrafte, Ebelingstrafte. Parteimitgliedsbuch und Einkaufskart« stnd mitzubringen. Wichtige Tagesordnung. 74. Abt. stehlendori. 20 Ubr im Lindenpark. Berliner Ecke Sartenstrafte, Stitgliederoersammlun«. Vorttag:„Was lehren uns die Bahlen?" Re» fetenl Stadtrarordneter Sans Wonwod. 81. Abt. Biltungskrri, jüngerer Parteigenosten: 20ZH Uhr im Restaurant Slawe. Sandiernstr. 60—61, Arbeitsgemeinschaft:»Das Aommunisttsche Manifest". Um zahlreiche» Erscheinen Stet gebeten. 82. Abt. Steglitz. Die Mitaliederreriammlun« für Dezember fällt au». Dafür Donnerstag. 26. Dezember<2. Weihnachtsfeiertag), IstZH Uhr. Weihnacht». sei« im Parkrestaurant Südente. Renkill». 68. Abt. 19ZH Uhr bei«inig. BLHnrische Ecke Schubomastrafte. ....— S.--- MNU I I.........--»-....* t a....«a..H.H. WGM..... Meze—. I 1- j;- DlMfclTfflk?, OK® gawi* 1 J. il|jJHi A>L|ÜH-i3!PCT WBOt CSS Cc3ILLilu>t startomeSarten müssen mitgebracht werden. Dien»tag, 17. Dezember. Mi Uhr bei Zimmermann. Treptower«che. Stuttgarter. Strafte. Bersaimn. lung der. 120. Abgabestelle Sttftbergstraße.—»4. Abt. ISft Uhr bei Schräder. Sternmetzstr. W. Borstandssttzung.—»5. Abt. ISZh Uhr Ber. sammlung alltt SPD..SonsummitaIiader der 80. Berkaussstelle bei Grieger. Lesstngstr. 9. Wichtige dringende Besprechung aller Bezirksführer mtt dem Vorstand,«ein Bezirk darf fehlen. 1«. Abt. Adlershos. ISZH Uhr Versammlung alltt SPD..KonsummitgIieder bei Lehngut, Eebanstr.&. 116. und Iii. Abt. Lichtenberg. Alle SPD.-Aonsummitolieder dtt Verlaus'» stelle Güttelstrafte treffen sich um im Uhr bei Seipke, Kronprinz: tistr. 17. Mitgliedsbuch dtt Partei und Konsums mitbringen.— HZ. Abt. Donnerstag. ISZh Uhr. Quartalsabrechnung bei Gosse, iZtnow. Ecke Scharr. mebttstrafte. 13«. Abt. Reinickendors�st. Igt� Uhr im Schützenhaus. Restdenzftr. 1. Mi!- aliederversammlung. Bortraq:»Dtt Nounq.Plan". Referent Wolfgana Schwarz. Frauenveranslaltuug. 48. Abt. Donnerst«. 19. Dezembtt. 18 Uhr. im„Aletandriner", Alerou- drinenstr. 37». Weihnachtsfeier. Ansprache, Musik, Kasperletheater. Arbeitsgemeinschaft der Siaderfreunde Grosi-Verlin. Gruppe Kehlenbsri! An unsere« nächsten Gruppenabend, ssreitvq dieser Woche<20. Dezember), von 18—20 Uhr im Papillon b« Nordschule, Po'?. damer Strafte, wollen wir bei Aepfeln. Nüssen und Pfefferkuchen, bei Liedern und Vorlesungen Weihnachten seiern. Bei dieser Gelegenheit werden auch .sreikarten für die Wintersonnenwende in der Volksbühne an dt« Kinder per, teilt werden. Kreis Friedrichohain: Donnerstag. 19. Dezember, 20 Uhr. wird unser KreiM hclseriursu» im Jugendheim Litautt Strafte fortgesetzt. Zugendgenossen und Eltern kännen teilnehmen. AnschNeftend findet eine kurze Selfersttzung statt. Alle Selftt müssen erscheine». Kreis Wedding: Wir treffe»'un, am Sonntag, 22. Dezembtt, lofh Uhr. zur Wintersonnenwendfei« in dtt Volksbühne Leopoldplatz. Leiter Ott« Reibsch. Lumboldthain fKIrche): Leiter Adolf Kollat. Die Eintrittekarien wer. den in den Gruppen ausgegeben. Elternkarten stnd nicht psrbanten. Gruppe Gesundbrunnen: Achtung. Eltern! Dtt Zalkentag am Sonnabend, 21. Dezembtt, muft wegen technischer Schwierigkeiten mrschov-n werden. Zungsozialisten. Gruppe Tempelhof.Steriendori: Beute, Dienstag. 20 Uhr. im Jugendheim Germaniastr. 4—6. Vortrag:»Regierung und Opposition. Bahlen. Referent Gregor Bie»stock. Mitgliedskarlen stnd mitzubringen. Geburtstage. Zubiläen usw. 18. Abt. Lnlrrem Genossen Kurt Senne und seiner Gattin Martha zur Silberhochselt die herzlichsten Slückwüniche. 25. Abt. Unserem Heben binnen Genossen Brammer und seiner Ehe. sran. Allen steinar Str.»7, zur Silberhochzeit die herzlichste» Glückwünsche. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation| 17. Abt. tlnseee Geitassin Anna Kuno», Kennstr. 50. ist am 1Z. De. i zemb««erstorben. Ehre ihrem Andenken! Einäscherung Mittwoch, 18. De- zembtt. 14 Uhr, im Krematorium Sttichtstrafte. Um rege Beteiligung wird I gebeten. ,, Andere leiten, andere Menschen- aber immer vor Weihnachten das gleiche Bild auf Straßen und Plätzen! Leicht ist es, passionierten Rauchern Freude zu bereiten, denn für sie bleibt immer das Richtige: doseiHJun® Berlins meisigemuchle 4� Cigareltß \ Die Wirtschaft am Winterbeginn. Von WL Woytimky. Die gewerkschaftliche Arbeitslosenstatistik bestätigt in vollem Mast« den Eindruck, den einzelne Berichte der Landesarbeitsämter erweckten: der November bracht« keinen Umschwung auf dem Arbeits- markt«, dessen Lage recht unerfreulich bleibt und in den letzten Wochen eine weitere Verschlechterung aufweist. Von Mitte Oktober bis Mitte November ist die Zahl der Haupt- Unterstützungsempfänger um nrnb 245 000 gestiegen, d. h. etwa in demselben Mast« wie im Vorjahre. Zahl der Hauptunterstützungsempfänger Im Jahre 1929 Im Jahre 1928 Arbeitslosenversicherung: 15. Oktober...... 783 559 593 589 15. November..... 1015 593_ 804923 A Zunahme..-s- 23� 034+ 211334 Krisenfürsorge: 15. Oktober...... 165 028 89 703 15, November..... 178 496 99 120 Zunahme...+ 13 468+ 51l7 Im Jahre 1928 setzte bekanntlich die ungewöhnliche Kälte erst in der zweiten Hälft« November ein, bis Mitte November entsprach die Zunahme der Zahl der unterstützten Arbeitslosen dem saison- üblichen Rückgang der Beschäftigung. In diesem Rahmen bewegten sich die Zahlen der unterstützten Arbeitslosen auch in diesem Jahr«. Auch die Arbeitslosigkeit unter den Gewerkschaftsmitgliedern stieg in diesem Jahre ungefähr in demselben Mäste wie im Vor- jähr«. Es waren arbeitslos: Im Jahre 1929 Im Jahr« 1928 Ende September.... 9,6 Proz. 6,6 Proz. Ende Oktober..... 11,0. 7,3, End« November.... 13,8. 9,4» Als wichtigster Herd der steigenden Arbeitslosigkeit ist immer noch das Baugewerbe zu bezeichnen, da» in diesem Jahre von der Auswi/kung eines frühen und harten Winters oerschont blieb. aber Opfer der eingefrorenen Kredite wurde. Die Gesamtzahl der Arbeitslosen unter den Mitgliedern der berichtenden Verbände des ADGB. hat im November von 463 509 auf 591 714, d. h. um 128 205 zugenommen. Dabei stieg die Zahl der Arbeitslosen in der Saisongruppe allein von 149 697 auf 240 516, d. h. um 90 819 oder um 61 Proz., während die Arbeitslosenzahl in der K o n j u n k- turgruppe um 38 014 oder um 12 Proz. zunahm. Von 100 Gewerkschaftsmitgliedern in den Bauberufen waren arbeitslos: 1929 1928 Tnd« Ende End« End« End« End« Septdr. Oktober Noodr, Septdr. ONoder Novdr. Im Baugewertsbund. 12,5 16,5 27,4 6,5 8,9 17,6 Bei den Zimmerern.. 15,0 20,2 33,4 9,7' 12,8 20,3 .* Malern... 13,2 17,6 28,9 6,6 11,7 20,8 , Dachdeckern.. 14,6 14,9 31,5 10,0 15,0 26,4 Steinarbei beitern. 12,9 20,3 31,2 74 9.7 16,5 In der gesamte»„Saisongruppe- betrug die Arbeits- lostgkiit End« Oktober 17,7 Proz., End« November bereits 28,6 Proz., ein« etwa» größer« Zunahm« als im Lorjahr«, wo in demselben Monat der Progentsatz der Arbeitslose» in den Verbänden der „Saisongruppe' von 1D4 auf 18,5 anstieg. Di« durch die Geldknappheit oerursachte vorzeitige Stillegung der Bauarbeiten wirst ihren Schatten auf den gesamten Arbeits- markt, auch auf die Beruf« der �konjunkturgruppe'. Hier waren Ende September 8,3 Proz. der Gewerkschaftsmitglieder, End« Okto- der 9L Proz. und Ende November 10,2 Proz. arbeitslos.(Im Bor- fahre waren die entsprechenden Zahlen 6,4 bzw. 6,5 bzw. 7,3 Proz.). Am stärksten oerschlecht« rte sich die Lage bei den Hutarbei- t«rn. die im Winter immer an schwacher Beschäftigung leiden. Beim Hutarbeii erverband waren arbeitslos bzw. standen in Kurzarbeit: Waren arbeitslos standen in Kurzarbeit 1929 1928 1929 1928 Proz. Proz. Proz. Proz. End« September.- 22,9 19,5 9,7 64 Ende Ottober... 294 50,9 20,1 19,6 End« November.. 48/) 384 50,1 22,8 Im vorigen Jahre bei einer ungewöhnlich schlechten Geschäft». läge waren End« November 39 Proz. der Hutarbeiter vielbeschäftigt, in diesem Jahr« waren es nur noch ZIL Proz. Von den Schlüfselindustrien wies neben dem Baugewerbe noch die Metallindustrie ein« dauernde Verschlechterung auf. Unter den Metallarbeitern ist die Arbeitslosigkeit von 9,7 Proz.(Ende Okto. ber auf 114 Proz. Ende November und die Kurzarbeft von 104 Proz. auf 12,2 Proz. gestiegen. Bei den Kupferschmieden nahm die Arbeftslosigkeit von 84 Proz. auf 12,1 Proz. und die Kurz- arbeft von 14 Proz. auf 2,4 Proz. zu. Zahlreiche Entlassungen fanden auch in der chemischen Industrie und im Holz» gewerb« statt, wo die Arbeftslosigkeit unter den Gewerkschaftsmitgliedern von 8 Proz. auf 9.7 Proz. bzw. von 15,7 Proz. auf 174 Proz. anstieg. In den übrigen Bernsen schwankt« die Arbeftslosigkeit End« November ungefähr auf demselben Niveau wie im Bormonat mit geringen Abweichungen, die sich auf zufällige und vorübergehende Wirkungen zurückführen lassen. Ein Rückgang der Arbeitslosigkeit ist zu erkennen bei den Textilarbeitern, Glas- und Por- zellanarbeitern, Buchdruckern. Luchbindern, Ta« bakarbritern— alle» In ausgesprochenen Verbrauchsgüter- industrien, die gegenwärtig Träger der Widerstandsfähigkeit der deut- schen Wirtschaft den depressiven Einflüssen gegenüber sind. Die stark rückgängige Baukonjunktur. Entsprechend der stark rückgängigen Baukonjunktur sank der Zementversand im November auf 499000 Tonnen gegenüber 556000 Tonnen im gleichen Monat de» Vorjahres und gegenüber 667 000 Tonnen im Oktober 1929.— Da» Wetter ist in diesem Jahr« günstiger als im Vorjahr. Dennoch ist der Zementversand erheblich geringer. Der Baumarkt ist also osfenbar schlechter, als es der Saison entspricht. Tabakarbeiier und Tabaksteuer Gegen die Kontingeatienmg. Am Sonntag beschäftigten sich die Vertreter des Deutschen Tabatarbeüerverbandes in Bremen mit der geplanten Tabaksteuer- erhöhung. E» wurde eine Entschließung angenommen, in der es unter anderem heißt: j„Die oersammelten Funktionäre des Deutschen Tabakarbeiter- verbände» wenden sich mit aller Entschiedenheit gegen jede Erhöhung de» Tabakzolls und der Steuern auf Tabak und Tabakerzeuguisse. Aber auch gegen die vorgeschlagene Kontingent!«- rung müssen die versammelten Funktionäre des Deutschen Tabak» arbefterverbandes die größten Bedenken erheben. Ein« Kontingen- tierung würde das jetzt schon bestehende Prioatmonopol weniger Firmen noch mehr befestigen und damft zu einer Gefahr sowohl für hie Zigarettenarbeit« rschaft wie auch für die Zigarettenverbraucher werden. Außerdem würde sie eine später« Ueberführung der Ziga- rettenherstellung in die Gemeinwirtschast außerordentlich erschweren und verteuern, wobei noch gar nicht einmal feststeht, daß der mft der Kontingentierung gewollt« Zweck auch erreicht wird. Die versammelten Funktionäre des Deutschen Tabakarbeiterver- bandes siild sich aber auch darüber einig, daß mft der Betonung ihrer grundsätzlich ablehnenden Stellungnahme gegen jede Erhöhung de« Tabakzolls und der Steuern auf Tabak und Tabakerzeugnisse der Tabakarbeiterschaft allein nicht gedient ist. nachdem feststeht, daß Tabak und Tabakerzeuanisse höhere Reichseinnahmen bringen sollen. Au» diesem Grunde beauftragen sie den Vorstand des Deutschen Tabakarbeiterverbandes, alle nach Lage der Verhältnisse«rfolgoer- sprechenden Mittel in Anwendung zu bringen, die geeignet sind, die Nachteile für die Tabakarbeiterschast und die Verbraucher auf«in Minimum herabzudrücken. In erster Linie denken sie dabei an die Einführung eines staatlichen Zigarette»imonopo 1s unter eventueller Einbeziehung des feingeschnittenen Zigarettentabaks, weil ein solches Monopol Mehr- ertrüge für das Reich liefern würde, ohne Tabakarbefter und Der- braucher zu schädigen. Falls dennoch durch Betriebsumstellungen usw. Arbeiterinnen und Arbeiter verdienstgeschädigt werden sollten, muß für ein« angemessene Entschädigung dieser Arbeftsträfte ge- sorgt werden.' Die Forderungen des Deutschen Tabakarbefterverbandes decken sich weitgehend mit der Auffassung der Sozialdemokratie: insbeson- der« ist die beabsichtigte Kontingentierung bedenklich, die praktisch ein privates Zigarettenmonopol schaffen wird. Wir haben den Gedanken des staatlichen Tobak- bzw. Zigarettenmonopols von An- fang an vertreten. Er hat auch bei zahlreichen bürgerlichen Steuer- theoretikern Anklang und Unterstützung gefunden. Der Einfluß der Zigarettenindustrie aus die bürgerlichen Parteien. auf die das Kabinett bei Durchführung der Steuerreform angewiesen ist, scheint aber so groß zu sein, daß dies« für ein staatliches Ziga- rettenmonopol nicht zu haben sind. Es wird angestrengter Arbeit der Sozialdemokratie im Parlament bedürfen, damft der Weg für die monopolistisch« Regelung der Tabakwirtschaft durch den Staat trotz der gegenwörttgen Steuererhohung offengehalten wird. Masseuhafie Gersteneinfuhr. Cpttotanfen nützen die Zollerhöhung aus. Wenn eine Zollerhöhung in Sichtweite ist, dann ist der Handel sofort bei der Hand, noch möglichst viel von den niedrigeren Zollsätzen zu profftieren. Da» erlebt man auch wieder bei der vom Reichs- tag jetzt zu beschließenden Erhöhung der Gerstenzöllc, die bekanntlich mit einem Anreiz zur verstärkten Roggenoerfütterung verbunden ist. Wie gemeldet wird, sind fett Mille November über die süddeutsche Grenz« immer stärker anwachsend« Cerstenmengen eingesührt worden. Dom 8. November bis zum 4. Dezember haben sich die wöchentlichen Verschiffungen noch Deutschland von der Donau, aus Rußland und Bulgarien von 269 000 auf 455 000 Quarters pro Woche erhöht (1 Quarter--- 218 Kilo). Di« Gesamteinfuhr dürfte im Dezember 400 000 Tonnen erreichen. Da« ist dos Zwei- bis Dreifache der sonstigen monatsdurchschnittlichen Einsuhr. Meichzeftig dürste auch die Einfuhr von Mais anschwellen. Diese Totsachen sind außerordentlich interessant. Sie beleuchten die Bedeutung, die einer schnellen Berabschiedung der Getreidezoll. vorlag« zukommt. Banz zweifellos könnt« durch diese spekulativ so gewaltig gesteigerten Einfichrmengen die Absicht der Roggenpreis- stützung für länger« Zeit durchkreuzt werden. Fernftrom-Ausbau der Reichselekirowerke. Die oft- und mitteldeutsch« Fernstromversorgung hat jetzt einen wetteren Ausbau erfahren. Di« K r a f t w e r t s g r u p p e auf der Riede rlau sitzer Braunkohl«(Trattendorf und Lauta) ist durch zwei 100 000-BÄt- Doppelleitungen mit dem Großkraftwerk Golpa. Zschornewitz im Bitterfelder Brauntohlenrevier unmittelbar zusammengeschlossen. Die Reichselettrowerke, denen diese großen Anlagen gehören, sind so in die Log« versetzt, jedes der drei Werk« durch die Reserve- Maschinen der anderen unmittelbar zu unterstützen. Den an die Kommandostelle der Reichselektrowerke in Berlin gerichteten Stromanforderungen, mögen st« aus Berlin selbst, aus Niederschlesten, Provinz oder Staat Sachsen, Magdeburg oder Leipzig kommen, wird in Zukunft mit Hilf« der Reserven des«inen oder anderen Wertes in noch größerem Umfange entsprochen werden können. Es tritt also damft ein« Erhöhung der Wirtschaftlichkeit durch die bessere Ausnutzung der Maschinen in allen Werken der Reichselektrowerke und Erhöhung der Sicherhett der Stromver- sorgung ein, da jedes Werk über zwei andere zur sofortigen Hilfe- leistung verfügt. Mellon in Oentfchland. Zur Frage des Alvminiumzolls. Für di« Frage des Alummiumzolls ist die Tatsache von Be- deutung, daß der amerikanische Mellontrust bereits kleinere Werke in Süddeutschland beherrscht, die sich mft der Bearbeitung des weißen Metalls befassen. Don dem 400 000-Mart-Kapftal der Alumi- uium- Spritzguß- Werke G. m. b. H. in Nürnberg besitzt eine»Aluminium Die Eafting Corporation of Germany mit dein Sitz in Wilmington(Delaware), USA., nach dem Handelsregister seit einigen Iahren 399 000 M. Diese nordamerikanische Gesellschaft wird ihrerseits vom Oilver- Hochhaus in Pfttsburgh aus geleitet, der Zentrale von Mellons Almniniumtrust. Nach dem letzten Geschäftsbericht der Aluminium Co. of America Halle diese 153 000 Dollar Aktien der'.Aluminium Die Casting Corporation of Germany' in Besitz, von insgesamt 250000 Dollar. Die Höhe des Kapitals der Wilmingtonsr Gesell- schaft deutet schon darauf hin. daß die Nürnberger Firma nicht als einzig« deutsche vom Mellontrust beherrscht wird. Die deutschen Tochtergesellschaften der Aluminium Co. of America waren verwutllch schon bisher die Hauptabnehmer der nach Deutschland eingeführten amerikanischen Rohaluminium» und Aluminiumschrottmengen, die nicht ganz unerheblich waren. Das vorgesehene System des Aluminiumzolls mft Exportrückver» gütung wird diese Einfuhr nur erschweren, nicht aber ver- hindern können. Der amerikanische Trust hat in Norwegen. Italien und in Großbrftannien Fabriken, die Rohaluminium aus Bauxit gewinnen und zu niedrigen Preisen nach Deutschland expor- tieren können. Vermutlich wird der Trust durch einen hohen beut- schen Zoll nur veranlaßt werden, sein« Deredlungsbetriebe in Deutsch- land nicht wefter auszubauen und das Rohaluminium in angrenzen» den Ländern oerarbeiten zu lassen. Ob dem deutschen Arbeite» markt damit gedient sein wird, ist die Frag«. Daß dem Mellontrust übrigens auch in Amerika trotz des hohen Schutzzolls bei zukommen: st, zeigt das Dorgehen der Britischen Aluminium-Gesellschaft. des Partners der reichseigenen Aluminium» werk« im europäischen Kartell. Den Engländern gelang es vor einem halben Jahr, mit einem größeren Wert der oerarbeitenden Industrie in Sidney(Staat Ohio) einen Lieferungsvertrag auf mehrere Jahre hinaus abzuschließen, indem sie den Mellontrust durch di« bessere Qualftät ihres Aluminiums und«inen etwas niedvi» geren Preis aus dem Felde schlugen.. Wenn die Bereinigten Alu- miniumwerke in ähnlicher Weise vorgehen würden, könnt« eine Einigung mit den Amerikanern nicht ausbleiben, zumal das Unter- nehmen des Deutschen Reiches jetzt schon mit dem Mellontrust in dem Züricher Bauxittrust A.-G zusammenwirkt. Hn. Kleischpreise im Aovember. Schweinefleisch billiger, Ziindflcisch unverändert. Wie die Preisberichtstelle des Fachausschusses für Fleischver- sorgung mitteilt, senkt« sich der Preis für Schweinefleisch entsprechend dem saisonmäßigen Rückgang im November um 5 Ps. je Psund. Er liegt damit aber noch um 15 Pfennig über den Preisen des entsprechenden Monats im Vorjahr. Der Rindfleijchpreis hat sich gegenüber dem Oktober nicht verändert und liegt um 5 Pfennig über den Preisen vom November vorigen Jahres. Kalbfleisch stieg leicht um 1 Pfennig je Pfund.gegenüber dem Oktober und liegt damft um 10 Pfennig über dem Nooemberpreis 1928. Die durchschnittlichen Kleinhandels- preis? stellten sich je Pfund ftn November d. I. für Schweinefleisch aus 149 Mk.. Rindfleisch 1,24 Mk.. Kalbfleisch 141 Wk. und Ge- frierflehsch auf 76 Pfennig wie ftn Vormonat. Zusammenschluß bei Leiser. Die Betrieb« der Berliner Schuhfirma H. Leiser Nachf. sind mit ihren Tochtergesellschaften zu einem einheitlichen Unternehmen unter der Firma Leiser Fabrikations- und Handelsgesellschaft m. b. H. verschmolzen worden. Das Stammkapital des Gefomttutternehmens wird auf 34 Millionen Mark festgefetzt. Das Unternehmen, das als größte Schuhfabrik in Berlin auf «ine fast 40jährige Tätigkeft zurückblickt, beschäftigt in seinen Fobri- katums- und Reparaturwerkstätten sowie seinen DerkaufsfiUalen eine Gesamtbelegschaft von rund 3000 Köpfen. Der Umsatz, der 1913 sich erst auf 700 000 Paar Schuhe stellte, wies 1924 bereits «ine Steigerung auf 1,25 Millionen auf und hatte sich im ver- gangenen Jahr ollein in Groß-Berlin auf 24 Millionen Paar Schuhe erhöht. Der Umsatz an Strümpfen stellt« sich ftn gleichen Jahr« auf 2 Millionen Paar. Mit Subvenlionswünschen abgeblitzt. Die Gewerkschaft Neu- roder Kohlen- und Tonwerke, Neurode, welche der AEG., Berlin, der Rütgerswerke A.-G., Berlin, und der Linke-Hoffmann- Busch-Werte. Breslau nahesteht, hat sich in längeren Verhandlungen um Erlangung verbilligter Staatskredite bemüht. Die von den Reichs- und Staatsbehörden hierfür gestellten Bedingun- gen sind von der Gesellschaft als undurchführbar abgelehnt worden, so daß die Verhandlungen als gescheitert bezeichnet werden können. Die Gesellschaft hat sich daher di« zur Durch- führung notwendiger Rationalisierungsmaßnahmen erforderlichen Mittel von privaten Geldgebern verschafft.— E« war«in ziemlich starkes Stück, daß diese Gesellschaft, die im Besitz sehr kapitalkräftiger Großkonzcrne ist. das Reich über. Haupt um Subventionen angegangen ist. Immer wieder zeigt es sich, daß die Privatwirtschaft versucht, aus Kosten de» sonst so ver- haßten Steuerfiskus sich gesund zu machen. Um so erfreu- iicher, daß Reich und Preußen in diesem Fall offenbar Gegen- sorderungen gestellt haben, die den suboentionshungrigen Herren der Neuroder Kohlenwerke allzu schwer im Magen ge- legen härten. Seine Aufsaugung der Mercedes. Schuhfabrik durch Vota. Eni- gegen anderslautenden Meldungen teilt di« Mercedes-Schuhfabrik, Haueisen u. Co. A.-G., in Stuttgart mft. daß die Nachricht von dem Erwerb ihrer Aktienmehrheft durch den tschechischen Schuh. industriellen Thomas Data völlig aus der Lust gegriffen sei. Ver- Handlungen irgend welcher Art seien in dieser Hinsicht überhaupt nicht geführt worden. Margarine RfllTIQ ilTI BICHlbQnCl doppelt so gut Nr. 5Ä9» 46. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Dienstag, 47. Dezember 4929 Die Zollpolitik der Reichsregierung Zielbewußte Hilfe für die Landwirtschast. Der Reichstag begann am Montag nachmittag die erste Beratung des Gesetzentwurfs über Zolländcrungen in Ver- bindung mit einer Anzahl Wirtschaftsabkommen mit ausländischen Staaten. Die Zolltarifnovelle vom August 1925 läuft am 31. Dezember dieses Jahres ab. Die Vorlage will diese Zollregelung auf unbe- stimmte Zeit verlängern mit Aenderungen für Ägmrprodukte, Schuhe und Aluminium. Einige Agrarzölle werden etwas erhöht, aber dos System der gleitenden Zölle wird beibehalten; der Zollsatz richtet sich nach dem Preis und ermäßigt sich, wenn der Preis eine gewisse Höhe überschreitet. Der Reichsrat hatte u. a. auch für bestimmt« Textilwaren Zollerhöhungen vorgeschlagen, die die Regierung nicht m Ihre Vorlage aufgenommen hat. Zfeichsfinanzmittister Dr. Hilferding: Die Vorlage ist em Teil des Wirtschaftsprogramms der Reichs- regierung, das die Losten der deutschen Wirtschost erleichtern soll. Der Gesetzentwurf muh noch vor Weihnachten verabschiedet werden. weil sonst ein Vakuum eintreten würde. Er ist eine Verlängerung des Zolltarifs ohne wesentliche Aenderungen. Wenn auch verschie- den« Industriezweige in prekärer Lage Zollerhvhungen fordern. so müssen wir doch vermelden, daß von v«tschland eine neue Welle des Prokekkio- aismus ausgehl. Gerade jetzt muffen mir besondere Vorsicht üben, in Genf wird über die Einführung eines einheitlichen Zollschemas verhandelt, und wenn wir Zollerhöhung vorschlagen würden, so würde das in verschiedenen Ländern zu dem gleichen Vorgehen Anlaß geben. Wir haben aber gerade das Interesse, ausländischen Zollerhöyungen Hemmungen zu beroiten. Dazu kommt das Bestreben der englischen Regierung, einen Zollfrieden zu schliehen. Wir müssen uns davor hüten, in der Welt den Eindruck zu erwecken, daß wir kurz vor der Be- Handlung des Zollfriedens unsere Zölle erhöhen. Gerade für die deutsch« Industrie ist das Zustandekommen des Zollfriedens von größter Bedeutung. Mit der Veräniderung der Orgamsationstendenzen in der kapi- tchistischen Wirtschast ist auch die Funktion der Handelspolitik anders geworden. Früher hatten Erziehung-zölle zur Heranzüchtung einer inländischen Industrie eine gewisse Berechtigung, heute wirke» Zadustriezölle als Förderung der Wonopolbestre- bungen der Kartelle und Trusts aus den inländischen ZNarkl. wo- bei dann die Preise dauernd über den Weltmarktpreisen gehalten werden. In den letzten Iahren ist die Kartellierung über die Landesgrenzen hinausgeschritten, und die Schutzzölle dienen als Waffen im Quoten- kämpf innerhalb dieser internationalen Kartelle und Trusts. Es ist klar, daß die Handelspolitik zu einer gewissen Regelung des Marktes und der Preise streben muh, Anfänge zur Ueberwachung sind in unserer Kartellgesetzgebung«nthatteni Tatsache ist, daß die Lage der Landwirtschaft nach dem Kriege gedrückt und außerordentlich schwierig ist. Das wird heute von allen Parteien anerkannt. Zugleich hat sich herausgestellt, daß für gewisse Gebiete der Landwirtschaft die Hilf« durch Zölle ungenügend ist. Auch diese Erkenntnis steht außerhalb des politischen Meinung-- kämpf«, und es ist anerkannt, daß das wichtigst« für die Landwirt- schaft Standardisierung und Rationalisierung in der landwirtschast- lichen Produktion! und Verkürzung der Handelsspanne zwischen ihr und dem Konsumenten ist, deren außerordentliche Erweiterung nach dem Kriege dazu geführt hat, daß der landwirtschaftliche Produzent heut« nur einen kleinen Teil des Preises erhält, den d$r Konsument zahlen muß. Die Anbaufläche für Weizen ist seit dem Krieg auf der Erde um 12 Proz. gestiegen, die Hektarerträge sind durch Einführung der Maschinerie für Bebauung und Ernte erhöht worden, und«ine Reihe von Staaten erleichtern durch organisatorische Maßnahmen die Weizenausfuhr. Wenn auch für die landwirtschaftliche Produk- tion die Schweineproduktion und der Milcherlös bedeutender sind als die Eimiahme aus dem Getreidebau, so ist doch ganz klar, daß die Krise der Landwirtschaft vom Getreidebau kommt. Beim Weizen liegen die Verhältnisse einfach, weil wir ständig einen starken Ein- fuhrbedarf haben und Zollerhöhungcn unter Umständen eine wirk- same Maßnahm« sind. Die gegenwärtigen weizenpreise reichen nicht aus, um die Produktionskosten zu decken. Infolgedessen ist auch eine gewisse Erhöhung durch Zollmaßnahmen zu verantworten, es muß ober gleichzeitig dafür gesorgt werden, daß die Konsumenten für den Fall einer Wechten Weizenernte vor allzu starker Preiserhöhung geschützt werden. Deshalb ist dos erste Ziel dieser Vorloge, die Interessen der Produzenten und der Konsumenten zu verbinden, eine Stabilisierung des Weizenpreises auf etwa 259 bis 279 M. pro Tonn« zu sichern, wobei die Produk- tion rentabel wird. Das soll durch den G l e i t z o l l erreicht wer- den. Die Einwände dagegen treffen nicht zu, woil nicht zu er- warten ist, daß bei der gegenwärtigen Lag« d« Weltweizenmarktes und vermutlich auch in den nächsten Iahren von dem System des Gleitzolls allzu oft Gebrauch gemacht wird. Eine allzu häufige An- wcndung des Gleitzolls würde ungesunde Spekulation ermöglichen. Zugleich schützt der Gleitzoll die' Konsumenten vor allzu starker Preiserhöhung bei schlechter Ernte. Umgekehrt muß es unser Interesse sein, dem deutschen R o g- gen den deutschen Inlandsmarkt zu sichern. Es kann nicht unser Interesse sein, anderen Ländern deutschen Roggen unter den Pro- duktionskosten zu liefern. Deshalb sind Maßnahmen nötig, um den Absah des deutschen Roggens in Denlschland selbst zu steigern. und das wollen wir durch unsere Vorschläge durch die Verwendung des Roggens als Futtermittel erreichen, indem wir die billige Futter- gerste nur denjenigen Mästern zur Verfügung stellen wollen, die sich verpflichten, entsprechend viel deutschen Roggen zu verfüttern. Die Verbilligung des deutschen Roggens können wir tragen, weil wir bei jeder Tonne deutschen Roggens, die wir ins Ausland werfen, 49 M. aus der Kasse des Reiches drauf legen müssen. Es ist doch sehr viel vernünftiger, diese 40 M. zur verbilligung des Roggens für den deutschen Schweinezüchter zu oerwenden. Auch soll de? Roggenmarkt stärker als bisher, namentlich unmittelbar nach der Ernte reguliert werden, indem wir einen Teil der Roggenernte aufnehmen und einlagern. Das kann die bedeutendste Folge dieses Gesetzes werden. Di« Vereinbarung mit Polen über die Art des Roggenexports ist dadurch begründet, daß außer Deutschland Polen das einzige Land mit einem nennenswerten Roggenexport ist. Der polnische Roggen ist der einzige, der mit dem deutschen Roggen aus dem Auslandsmarkt konkurriert. Gelingt es, dies« Konkurvenz auszuschließen, so liegt das im In- teresse der Volkswirtschaft und der landwirtschaftlichen Produktion beider Länder. Wir kommen so dazu, den Zustand zu beseitigen, daß deutscher Roggen i« Auslände dos billigste Fulkermilkel ist. während der den ks che Landwirt durch dieses Dumping anßerordeallich geschädigt wird. Dieselben Mittel sollen für die anderen Produkte des Getreide- baus angewendet werden. Auch die Schweinezucht soll durch einen Glestzoll gesichert werden,, der den Schweinepreis bei höchstens 85 M- und bei wenigstens 59 M. hält. Eine solche Beherrschung und Kontroll« des Marktes ist ein alter Wunsch der Landwirtschaft, die an möglichster Stabilität ihrer Preise das größte Interesse hat, und durch Preis- schwankungen auf dos schwerste beeinträchtigt wird. Das sind die wesentlichen Grundlinien des Gesetz«, über das im Ausschuß weiter zu rede» sein wird. Wir bitten, auch das Zoll- ermähigungsgesetz jetzt zu erledigen, das längst dem Handelspoliti- schen Ausschuß überwiesen ist und auf dessen Verabschiedung wir de» größten Wert legen. Unsere Vorschläge gehen von einer«inheillichen Ausfassung an» und sind durchaus geeignet, die Lag« der Landwirtschaft, eines der wichttgsten Teile der deutschen Bolkswirtschaft, wesentlich zu erleich- lern.(Beifall.) Abg. hoernle(Komm.): Die Genfer Wxltwirtfchaftskonferenz hat nicht den mindesten praktischen Erfolg gehabt. In Wirklichkeit hat«in internationales Wettrüsten im Zollwesen eingesetzt. Dem dient auch die Vorlage. Da weitere Woktmeldungen nicht vorliegen, ist die erste Beratung beendet. Die Zollvorlage geht an den Handelspolitischen Ausschuß, die Wirtschaftsabkommen an den Auswärtigen Ausschuß. In allen drei Lesungen angenommen wird ein Gesetz über die Eintragung von Schiffspfandrechten in ausländischer Währung, wo- durch dos bestehende Gesetz bis zum 31. Dezember 1939 verlängert wird. Um 2% Uhr vertagt sich das Haus auf heute, Dienstag, 3 Uhr: Richtlinien über Wohnungsbau. Ablösung der Markanleihen. Diäten- gesetz und Mimsterpenstonsgesetz. Aus der Partei. Ein Arbeilerheim in Bukarest wurde am Montag eröffnet. Das Haus bietet den Zcnttaloorftänden der Arbeiterorganisationen und öem Bukarester sozialistischen Organ Unterkunft. Bei der Eröffnungs- seier erinnerten die Redner an die Bedeutung des Tages für die rumänische Arbeiterschaft. An diesem Tage wurde im Jahre 1918 aus dem Thcoterplotz in Bukarest durch die Maschinengewehre des Militärs ein furchtbares Blutbad angerichtet. Die litauische Sozialdemokratie nistet zu neuer Tätigkeit, da das Kownoer Kreisgericht die Motto« für unzureichend erklärt Hot, auf Grund deren Woldemaros seinerzeit die Partei verbot. Es soll in nächster Zeit ein Aufruf erlassen werden, und der„Sozialdemo- kratas" wieder erscheinen. Ferner wird die EntHaftung des Partei- sekretärs Galinis gefordert, der im Zuchthaus sitzt. N SozialisiischeArbelterjugendGr.-Verlm «nsnidunaen sSr diese ZtubeN nur an bat Zllgendsesretarlal Berlin<53568, �tudenstrate z Achtna«, Serussinaen und v- nasse»!«esuSt die»üeheranasieinna int Sekretariat. heute, Dienstag. 19y2 Uhr. KLluische? Vark: Heim Mmfenftr. 18: Lichtbild«?: �Neues Wobnen�.— Roseuthaler Vorstadt: Schule Glisabethkirchstr. 19: �.'öns. Abend".— Zentrum: Heim Landsberger Str. 50:..Sexuelle ssragcn", 2. Teil.— Westen II: Heim Bülowstr. 88:»Die französische Revolution".— Gesundbrunnen I; Schule Gotenburger Str, 2:„Don SDlöfcs bis Darwin".— Schillerpark: Schule Schöningstr. 17:„Arbeiterdichtung".— Wedding-Rord: Heim See- Ecke Turince Straße:»Die Spaltung im Arbeitersport".— Wedding, R. f.: Schule Littticher Straße 4:»Tagespolitik".— Brnewalder Plaß: Heim Rastcnburger Ecke Wehlauer Straße:„Nationalität. Nationalismus. Internationali tät".— Rard- »ste» I: Heim Dan�ifler Str. 62:„Sozialversicherung", 4. Teil.— Wort her Platz: Schule Ko.stamenallee 81:„Ne�itationsabend".— Hasenheid«: Hein: Wasserwrstr. 9: Weihnachtsfeier.— Süden: Heim Yorckstr. 11:„Ottilie Daader". Referentin Klara Bohm-Schuch.— Südwest: Heim Lindenstr. 4: Arbeits» gerichtssitzung.— Schöneberg I: Heim Hauptstr. 15:„Tagespolitik".— Schöne. berg II: Heim Hauptstr. 15:„Sonnenwende und Weihnächtsseier".— Schöne. Berg HI: Heim Hauptstr. 15:„Rückblick! und Ausblick".— Dahlem, R. f.: .Heim SrfjlcnJdorf, Bahnbofftr. 3:„Konsumgenossenschaft".— Westend: Heim Sportplatz Westend:„Wir und die Kirche".— Britz N: Heim Chausseestr. 48: „Elnfübrung in den Sozialismus". 2. Teil.— Reukölln I: Heim Sander. Ecke Hobrechtstraß«:„Eonnenwendfeier".— Neukölln II: Heim Bergstr. 29: Bunter Abend.— Neukölln III: Heim flugbasenftr. 68:»Einführung in den Sozialis- mus", 3. Teil.— Neukölln V: Heim Böhmische Str. 1—4:„Staatslehre".— Reukölln Vi: Heim Treptower Str. 93— 96:„Stellung der Anarchisten zun: Staat und zur Erziehung".— Neukölln VII: Schule Koifer.friedrich-Straße: Weihnachtsfeier.— Neukölln VITT; Schule Rütlistraße: Bunte Iahresendfeier.— Äöpontrf I: Heim Grünauer Str. 5:„.Heitere und ernste Rezitationen".— Köpenick II: Heim Dahlwitzer Straße:„Arbeitevdichter".— Riedcrschöneweide: Schule Berliner Str. A:„Arbeiterüichter".— Hermedorf: Heim Roonstraße: „Das christliche Weihnachtsfest und wir".— Wittenau: Heim Rosenthaler Straße lo:„Sexuelle fragen"(Einführung).— Reinickendorf-Ost: Heim Lin» dauer Straße:„Staats- und Derfassungslehre".— Pankow II: Heim Görsch- straße 14:„Warum Gewerkschaften?" «erbebezirk Pankow: Heim Görschstr. 14: W.'B.'Borstandssitznns. Alfa Abteilungen und Iuaendbeiräte müssen vertreten sein. «s�beznck Reukölln: Die Gruppenleiter müssen morgen. Mittwoch, von 18—-19 Uhr sämtliche ausstehenden Abrechnungen vornehmen, ffreidenker. fklniabend, Schallplattenkonzert.) Besonders wichtig ist die freidenkerver« anstvltung, da wir weiter abrechnen müssen. Voriräge,Vereine und Versammtungen. Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". KesAIftsyell«: Berlinermsn-Ln«Il5b-zacI.lr, Dontierstsg, 19. Dezember, 20'. i p. m. CaJ« Ilgen- bui«. Bertin W, Bülowstr. I Christmas Festivtty. Xangfello* Engllsh Debatin« Club. Mittwoch 20 Uhr: Zahnärztehaut Bülowstr. 104, Guttmannsaal: Prof. Wcndlandt:„The Art of Thinking." Wetterbericht der öfientliche» wetterdirnstflelle Berlin und llmqegenb (Nachdr. vcrb.). Heiter bis wollig, ohne wesentliche Niederschläge, Tempo» roturen»uch om Tage nur einige Grade über Null.— Für veutichland: Teils wolkig, teils Hitler, nur nach vereinzelt Schauer, auch in den Mittags- stunden sehr kühl. Der Seniorches be» altbekannten Tcppich, nnb Sinolcumbauf« Quaniauftet n.•ide, Berlin W. 8, Wilhelnistr. 85, feiert am 19 Dczeniber feinen 70. ffic buttstos. schon in juuflen Iahren erkannte Herr Qnantmenet den Wert nnb die Bedentuna bes Linoleums, bas bis 1882 lediglich in England fabriziert wurde. Er gründete 188« mit Herr» Rodert Eide die Firma Quantmener u. Eide tmb nahm als erster in Deutschland den Vertrieb der ebenfalls-neu. gegrünbeten Serman»LinoIeum»Z>!aitufaeturing Com., Bremen. Delmenhorst, aus. Da» Richtige zu schenken, ist eine Sunst. 19T9 schenkt man nllhNche. poak, tische Dinge, wenn auch in schöner Form. Der Iweck und nicht der Breis bestimmt den Wert Ihrer Gabe. Wenn Sie Optik nnb Photo schenken, so be. reiten Sie weit mehr als nur eine Augenblieksfreude. Sehen Sie stch in ben Schaufenstern der Optisch-okulistischen Ansialt Josef Rodenstock. Nachfolger Optiker Wolfs G. m. b. H.. Berlin W. 8. Leipziger Sir. 191—102: W. 8, Friebrichftr. 30—60: Charlottenburg, Joachimsthaler Str. 4>: Schöneberg, Drnnewaldstr. 5«: R. 54, Rosenthaler Sit 45: SO. 16, Reanberftr. 23, bfe reiche Auswahl an ffeldstechern, Thealergläsern, Barometern, Thermometer». Lupen, Klemmern, Mikroskope», Photoavparaten und die niclen kleinen praktischen Dinge des photographischen Iubehörs an, und Sie werben Geschenk- anregnngen in Fülle empfangen, Ein Weihnachisbraten da„KSchenwunder". zubereitet— ein Gcnußi Mitte dflm-ttUK EIN VERSUCH Als kluger und fortschriülicher Mensch fordern Sie stets das Beste! Verlangen Sic auch unsere M AK EDO N- CIGA RETTEN Durch einen einzigen Zug werden Sie ihre kolossale Überlegenheit gegenüber anderen Marken feststellen. Diese qualitative Vollkommenheit rührt aus der Vervrendung edler und hoch- aromatischer Tabake her, die unter den besten mazedonischen Provenienzen ausgewählt wurden und mindestens 3 Jahre alt sind. Nach kurzem Versuch werden Sie bereits die hervorragenden Eigenschaften unserer SOZIAL 4« PERFEKT 5« SELECT 6« CIG AR ETTEN feststellen. Sie gewähren Ihnen reinen Genuß bei wohltuendem Einfluß auf Gaumen, Zunge und Rachen. Kaufen Sie gleich eine Schachtel unserer Cigaretfen und prüfen Sie unsere obige Beweisführung, CIGAR ETI C G M. B. IL. MAINZ ARU Generalvertretung: CARLSÜDEL, Berlin W 35, Potsdamer Straße iiS. Telephon; BI, KurHirst 8354 «»»2 ist baU sowsüfl Was schenke ich? Wir empfehlen: Theatergläser für die Dame schwarz RM. 9.50, 1 5.—, 18.—, 29.- Perlmutter„ 16.50, 22.50, 32.—, 45.— Rodenstodc„Eldis" RM. 29.— bis 61.— Feldstecher für den Jäger, Sportsmann, Wanderer Jagd- und Reiseglas„Addr" 3V*X RM.40.— „Robra" 4X43 Universal„ 30.— „ Prismenglas 6X30„ 65.— Photo-Apparate das Universal-Gcsdienlc für jedermann „Robra" Rollfilm 6X9 RM, 32.— Spezial 9X1 2 RM. 40.-,50.- mit Anastigmat 4,5 Cp. RM. 75.— Box-Tengor 6X9„ 16.— Billy 6X9, Bessa 6X9 36.—, Hconta 48.— Heimkino von RM. 55.- an Rundfunk-Geräte Netzanschluß von RM. 89.50 an GENOSSENSCHAFT BERLIN U. UMGEGEND E.G.M.B.H n einmal Fleth m 5�? 7', mT-'. wMlj RODENSTOCK Unsere pre�werten GEG-Fischkonserven bringen eine angenehme Abwechslung und sind wegen ihrer appetitlichen Aufmachung und pikanten Frische bei jung und alt äußerst beliebt NACHF. OPTIKER VVOLFF G.M.B.H. Leipziger Straße 1C1-1C2/ Friedridutraße 59-6C Joachimslhaler Straße 44/ Rosenthaler Straße 45 Grunewaldstraße 56/ Neandcrslraße 23 Fachanstalten für Augengläser j Optik/ Photo x Kino ✓ Radio 1 Besuchen Sie uns/ Besichtigung und Auskunft un- ijj j verbindlich. Preislisten gratis. Wir halten in unseren 260 Lebensmittel-Abgabestellen stets vorrätig: GEO-APNlIiSlid SO-g-Dose,.. Mk. 0.6S 6EG-ROlllDOPSe I-l-iter vos«. Mk. 1.20 6E8-6al)8ll)lSSen.«-g-oa-««k. 0.85 GEO-ROllmOpse aSo�g-SoSe*� 9 GEG-Aal Iii 86168 As-g-vos-. Mk. 1.10 Mk. 1.75 IiIWiuO Itutiratn 6E6-norweg. sim ww.oliven� 8.58 6E6-Heringssaiat Mk. 6.99 6E6'HGrlR98S8i8t I-Llter-Dosc. Mk. 1.30 GEOHeringe in Gaiee iLiter-Dos« Mk. 1.18 GEG-Bismarck-Heringe.-ur.poseMk i.20 GEG Portug. oeisardinen% Dose Mk. 0.98 6E8-Poriug. Oeisardinen v.Dose Mk. MdKrletallaHn-IFeM oemung. Funktionärs! Im aUnnet Sejembec fallen für folgende Branchen die Funfilonärkon'erenzen aus Stfen drehen. Drücker. Einrichter. Metalls farmer, Kllfsordeiter. Habler. Bohrer. Stoher. Zlohrleger. Banschlosfer. Eisen- ionstruktionsschlosler, Schwarzblechschlosser. Schmiede. Schnittarbeiter.Schraubendreher, Siromerz engende. Walzwertsarbeiter.Werl. zeugmacher. Wickler, Mechaniker, Schleifer und Salnaniseure. »omung. sotriovorsto! Di« Betriedsrilte-Keitfchrift Nr. 2Z tsl erschienen und kann gegen Vorzeigung der Legmmattonskari« de» Betrieb«rats-Ob- mann« in unserem Bureau, Limmer 5, täglich die« Uhr, Freitags bis 7 Uhr, entgegengenommen werden. M« Oi Iwci wallnng. Besonders in der aesant« Aatlasc ftJH J»! <•» Vorwirt» unck trotzdem U,,,,S* nirRheumatlsmus konnniuiieiler! Bald spüren Sie es wieder in den Crliedern: Das Wetter ändert(ich! Hit Nässe und Kälte werden sich aber auch die ziehenden, reiCenden Schmerzen Ihres Rheumatismus»ufs neue einstellen. Trübe Aussichten! Aber lassen Sie den Kopf nicht hängen. Können Sie sich anefi nicht mehr lasch abhärten oder Ihre Lebensweise ftndem.ura IhremRheu- taatismus ein Schnippchen zu schlagen, für etwas ist auch heute noch Zeit: Trinken Sie Zinsser-Rheumatismus- Tee, wie es Abertausende in Ihrer Lage tun. Wenn uns Frau Hedwig Schneider in Häuslingen schreibt, daß sie nach dem Tee wieder springen könne wie ein junges.Mädchen, dann sollten Sie Zinsser- Rheumatismus- Tee wenigstens einmal probieren. Ein Paket verstärkt kostet nur RH. 250. In den meisten Apotheken zu haben, sonst direkt DlZniCO. Leipzig 75 25000 Anerkennungen ' 5 Jahren Am 14. Dezember verschied mein lieber Mann, unser guter Baler, Schwiegervater und Großvater Brust Kaufholt im C9. Lebensjahre. In tiefer Trauer Wllhelmine Kaufholi geb. Richwien, nebst«Inder Die Einäscherung findet Donners- tag, 13. Dezember, nachm. 4 Uhr. im Zkreuiatorium Baumschulenweg statt Mdw Metallaräelter-VeM Verwaltungsstelle Berlin Nachruf Den Mitgliedern zur Nachricht daß unsere Kollegin, die Arbeiterin Katharina Kohlftz geboren 5 August 1882, am 6. Dezember 1929 gestorben ist Ehre ihre« Andenke»! Die Beerdigung hat bereit, statt- gefunden. Di« OclfloettoaltaBg. i.i» Kapitän- Kautabak schmeckt mir doch am besten 1 Verkäufe Websehler-Teupiche. Kleine W-bkehler 2XZ 18,- Mark. »leine Webfehler ZxZ 21,- Mark. »leine Websehlcr 2',HXZ>4 ZI,— Mark. Kleine Webfehler 2!�xZt6 41,— Mark. Vrima Qualität 3X4 55,— Mark. Vrima Qualität 2 X 3 38,— Marl. Prima Qualität 2>-2XZ>4 55.— Mark. Rätnet, Berlin, Potsdamerstraße 26a; Sausnummer beachte»._ i Paletat, Ulster, fast nett, 5—7. Schim, sik, Stralauerstraße U. Händler»er. beten. Wenig getragem»«avaliergarderod, von Millionären. Setzten, Anwälten. Fabelhakt billige Preise. Empsehl« Taillenmäntel, Paletot«. Frack», Smo» kingz, Dehrockanzüge, Hosen. Sport.. Gehpelze. Geleaenheitokäuse in neuer Garderobe. Wettefter Weg lohnend. 8E8- l-Llter-vose. Mk 1.98 6E6-iiordse6imen 17J�-Doee Mk. Lolhringerstraße 55, 1 Trepp«, tbaler Plak. Kosen. Leihhaus Morikplotz 53». verkauf von Kavalier-Garderobe. teils auf Seid,. Jackett-, Frack-, Smokinganzllae, Dakar. dinemäntel. Bauchanzllg«, für lebe Figur nässend. Sctra-Angedoie für neu« Gar. derobe. Delzjackcn i0.—, Pelzmäntel . Sportpelze 85�-. Gehpelze 100,- Keine Lombardware I Die Abgabe der Waren erfolgt in der Konsum- Genossenschaft Berlin und Umgegend nur an Mitglieder. Die Mitglicdadiaft kann von federmann erworben werden. Aufnahmegebühr 50 Pfennig Mitglieder- Aufnahmen werden in sämtlichen Abgabestellen der Konsum-Genossenschaft Berlin vollzogen. Getpogena Herrengarderode, Spezialität Bauchfiguren. spottbMia. Naß, Gor- inannftraß» 25/28. iriiber Mulackstraß«.» D-meumöntel. Qttvmanmänlel 3,—. Flauschulster 7,—, Eokimamäntel 12,—, B-louromäntel 14,—. groß« P-lzdubi. kragen, Modellmäntel 19,—. 29,—, 39,—, 49,—, Riesenauswahl. Schmechel, Gips. straßc lZ, Bahnhos Börse. HCvdol Ohne Anzahlung! Möbel, komplett, Einrichtungen sowie Ankleideschränk«. Bettstellen, Ruhebetten. Küchen. Korb. mübel usw. Garderobe, Wäsche, Gar. dincn und Decken oller Art. Abisch und Co., Kaiseistraße 8—7. Alerantervlali. Abrißhaus. Lieferung nach auswärt». Rehfeld, 22 Jahre Badstraß« 34. Haus. Nummer achten. Schlafzimmer, echt Eiche, 475.—. 590.—, 180 breit«75.— Echt Birke poliert mit Frifiertoklett« schwer geaiBeitet, 180 breit, 795,—. An- gebot nur kurze Feit. Rehfeld, 22 Jahre Badstr-ß-S4. Nummer achten. Speisezimmer, au». üfett Tapeten. Szillat. Kolonicstraße 9 sseiß.JIon. Gelegenheitskäuse, und an dere Markenkameras, Prismengläser spottbillig, aus Versteigerungen stam. mend. Photo-Täuder. An der Span. dauer Brück- 8 sBahnhol Börse).' «ebsedler-Teppich«. Webfehlertepplch 2x3 16,— Mark 2X3 21,— Maick 2'-iX31i 31,— Mark 2i/6 x 315 40,- Mark 3X4 52,— Mark Auch Teilzahlung. Sardinen. Bettdecken. Diwan-Steopdecken fabelhaft billig. Aberbach. Friedrichstraße 163, I. Etage. Ecke Kehrenstraße...VorwSrts"°Leicr 5 Prozent Rabatt.* Bekleidungsstücke, Wäsche usw. Dabardinemäntel, Eooertcoatpaletots. kür jede Figur passend. Spezialität: Bauch. anzüge spottbillig. Stsillschaftsaazstgt werden verstehen. Kalpaen. Rosenthaler. siraße 4. l. Etage» Wiudhorst.Röbel sind reell, gut und billig. 200 prachtvolle Speise». Schlaf. und Herrenzimmer, 50 neuzeitlich« Küchen, oiele Einzelmöbel. Polster. Möbel, Standuhren usw. find in unse- ren Riesenmöbellägern zur Bcsichtigu aufgestellt. Kommen Sie recht bald, es lohnt ssch—. Sie finden jede Holz. ort und gerade für Ihren Geschmack was Sie suchen, und Sie finden alles so oreiswert, so billig. Natürlich auch auf Teilzahlung bi» 24 Monate. Wir erwarten Sie. Möbel-Windhorst. Brun. nenstraße 162— nur 162—. Möbel. kataloge gratis!» Reu« Möbel! Schlafzimmer. Küchen, Einzelmöbel. Bettstellen, Läufer. Tcppich« usw. aus Kankursmasse»er. kauft billigst. Eko, Marstall. Breit». straße 36. Hof pt._ Kuchen in roh von 39,— an, lackiert und lasiert bis 760.—. Berg. Luisen. Ufer 11. Fabrikgebäude II. Teilzahlung gestattet. ssahlungs-Erleichteeung»hae Peeisool. schlag. Schlafzimmer 550,—, Speisezimmer 450,—, Herrenzimmer 800,—. Ankleide- sthränke mit Spiegel 95,—. Küchen. Polstermöbel. Möbelhaus Stein. Wein. b-rgswe- Nr. 24. Ehaiselongue», Batentmatraken,»Pri» missima". Metallbctten. Aukleaema» trati-n. Walter. Siargarderstraß« acht- zehn. Kein Laben. »ehseld, 22 Jahr« Badstraße 34. Hau». nummer achten. Herrenzimmer, große Bibliothel mit kaukasisch Nußbaum, Diplomat mit englischen Fügen, runder Tisch..Lederstühle. Ledersessel. 475,-. 590,—. Angebot nur kurze Feit.�___* »ehseld, 22 Jahr«»adstraß« 34. Kau». nummer achten. Ankleideschränk«, Nuß» bäum. Eich«, weiß. 125,—. 160,— usw. Diplomatcn.Schreibtische 79.—. Schreib. sessel. echter Ledersessel. 29,—, Flur» gardewben 29,50. Plüschsofa» 96,—, Ruhebetten, I» Material. 39,—, 45,—, Ausziehtische 34,—, Rohrstühle 3,95, Englische»ettstellen 36,-, 48,-, 60.—. Angebot nur kurz« Feit.__' »ehseld, 22 Jahre Bad straße 34. Saus nummer achten. Anrichtcküchen, Smaillelack. 115.—. 14«.— bis 350,-. Echte westfätts»« lästerte Küchen. 160 breit. 275,—. Metallbetten. Messingver» zierung. extra stark, 2S,—. 27�-. Ped» digsesscl 12.—. 14.— bis 26.—.»atalog« werden nicht versandt, da die Preise sehr herabgeseßt. Lieferung erfolgt bi« WO Kilometer mit eigenen Auto, frei Sau«. Sehen und staunen. Schriftlich« Garantie auf jedes Stuck.____• Möbelkäuler «eek« Kredit »»d bar Möbelbazar, groß« Auswahl, klein« Preis«! Beispielsweise- Schlafzimmer 455.—, Speisezimmer 51?,— Herrenzimmer 889,—, Spiegel. chräni« IIS.—, Dielenaarnitur 88,—, Anrichtekllch« 99,—, ReMngbettstell« 66,—. Kleiberschränle 4«,—. Chaise. lonaue» 28,—. Meiallbei-stell- 18.—, Auflegematrade 18.—. Sonstige Vilbel Oboe Anzatlupg. Schlafzimmer. Speise, immer. Herrenzimmer. Küchen. Polsterwaren. Einzelmöbel ulw.»u enorm billiaen Preisen mit langfristigeo Ratenzahlungen. Fuchs u. Co.. Ino«. lidenstraße 35. Chausseeitraße. eine Trepp«. Ecke Nachlaß! Billig zu nerlausen: Gar. derobenschrank. Bücherschvank. Sofa, Tisch«. Lampen usw. Arndt. Eisendahn. straße 34. Hos parterre. Mittwoch und Freitag 13—18 Uhr. Anzahlungen. Klein« auch ohne Anzab. ungen. Kredite bi, zwei Jahre. Mäß. m«. SauptgeschSft: Stegli». Schloß. iraß« 107: Z. Geschäft: Neukölln. Her. mannplad 7: 8. Geschäft: Belle-Allianee. Straße 95. Unterarundbabn: 4. Epezial, Abteilung: Neukölln. Hermannolaß 4: Z. Geschäft: Kottbusser Straße 23. aegenüber Elitesänaer. Katalog franko Mibel-kkamerling, Kastanienallee 58. Schlafzimmer. Rudebetten. Metallbetten. Riesenauswahl. Spottpreise. Fahlung». erleichtern»».• PIRschsesa» alle« nur 12. wie neu 50,—. Papveb Standuhren mit bestem Schwarz. Wälder Garantiewerk 85.—. Saucke. Alte IakobftiaßeSZ. Rotelkredit bis 24 Monatsraten auch ohne Anzahlung. Schlafzimmer. Speise� zimmer. Einzelmöbel. Küchen, Metall betten. Korbmöbel. Möbelhaus Luisen stadt. Köpenicker Straß, 77/78. Eck- Brückenstraß«. Sonntag geöffnet._ r Röbel Schrager. Großer Weihnacht« verkaus. In allen Abteilungen halb« Preise, troßdem F-Hlungoerleichterung. Kastanienalle« 45— 49._____• Passend««eihaachtsaeschenk»! Schlaf. zimmer. Herrenzimmer, Speisezimmer, Küchen, Klubmöbel, Kleinmöbel, Lurue. Möbel. Dielenmöbel. Riesenauswahl! Stadtbekannt dillige Preise! Moritz strschowitz, Südosten. Skalitzerstraße 23, .ochbahn Kottbusser Tor. Sonntag bi» 8 Uhr geöffnet.___• Kaula fisch• Nußbaum. Schlafzimmer. Großer Ankleideschränk, gerundet« Bei. ten, komplett, mit Patentmatratzen, 965 Mari. Auch Teilzahlung! Möbel- Haus Osten, Andrcasftraße 30, gegen. über Markthalle. Sonntag bis 6 Uhr geöffnet. dfiusitunskr'umQnte Fahrräder 2000 Kiuderräber. Großer Gelegen. beitsk-uf. 7.50. 13.—. 15.—. 23.-. Kinberdreiräder 9�0, 11.—. 15.—. Kinderauto«, Roller. Selbstfahrer so» wie Spielwaren aller Gattungen. Machnow. Weinmeisterftraße 14.• Kaufgesuche gahngebisse. Platinabfölle. Lötzinn Blei, Quecksilber. Silberschmelze. Gold. schmelzerei Ehristionat. Köpeuicker. straße 39 l Haltestelle Adalbertstraße> inmrn Piaaoueemietuaa Prin«nstr»ß« 73. 8,—. Kröning. eiutpiaao». überaus preiswert. Piano labrik Link Brnnnciistraße 35 875,, 4M.—. 550,-, 675�-. sehr gute, gebrauchte Pianos, in Fahlung genommen. Steinberg u. Co.. Piano fabrik. Frankfurter Allee 12. Piano». Gelegenheiten. Teilzahlung. Lerer, Prinzenstraße neunzig._ vhm« Auzahluog. Pianos, gebraucht und neu. Garantieschein. Thür,«oii- busser�Damm 64. I iam Sermannvlatz). Hossmann Pianos. Stammhau»«e. gründet 1887. Pianos. Flügel Lac. monium», 100 Instrumente. Auswahl. anerkannt« Tonschönheit, Preiswllrdig» keit. günstige Teilzahlungen. Reue Pianos 900 Mark,«-brauchte 400 Mark an. t-ts Selegenbeitskäuse. Alt« In- lrumente Gegenrechnung. Pianokorte. kabrik Georg Sofsmann G. m. b. H.. Berlin SW. 53. Leipziaerstraß« 57 lSpittelmarkt). Sonntag geöffnet._ Klaviere. 150,—, 175,—, 200.—, 275,- 425,—. gebraucht«, große Auswahl auch in neuen Langjährige Garantie. Be. sschtiguna lohnend. Teilzahlung ge. stattet. Herst. Brunnenftraße 191. 1 Treppe lRoscn thaler Platz). Sonntag geöffnet.___ Berlitz Schoo l. Leipzigerstraße Iii' KurMistendapim 26». Fremde Sprach..' Zirkel: 12 Teilnehmer, monatlich 12£1 vierteljährlich 30 R.. zahlbar in Raten. Eintritt jederzeit. Verschiedenes .Diamant'. Wäscherei. Berlin. Brun- nenstraße 192. Norden 2860 uud� 6983. gegründet 1896. wäscht mit best:» Sei- sen, Bezüge 0,38, Laken 0,20, Damen, Hemd 0,20. Preisliste verlangen. Ad. dolung täglich per Automobile kostenlos Schneeweiß wäscht Maria Weite. Köpenick. Parifiusftc. 2. Telephon 1235. Leibwäsche 15. Abholung Mittwoch.* Dctetlioburea» Siaschel, Ehaiiiiec straße 77. Fernsprecher Aebdina 188« Beobachtungen. Ermittlungen Aus- iünste allerorts. 40 808 Stück 0« straße 14. tten. 25.Zentimeter. lachaow. Deinmeiftcr. Vermietungen nmm 1 1 1 1 1 1 ir T-mp-lhof. Gegend Ranteuffelstraße Reubauwohnungen, einfache, Wohnbe. rechtigun, erforderlich, I>4. 2. 21z Kimmer, Miete Mark 74,—. 64.—. 103,—. Bad und Ofenheizung. Mäßigr rückzahlbar» Mieterdarlehen..Bermic. tungsbureau Carl Koerner. Belle. Allianceftraß« 79, V, Bergmann 806«. JUheitsmarkt Stellenangebote Baadagist. durchaus erfahren in An. >robi«ren. erhält Stellung in größerer Bandagen Werkstatt. Antwort mit An. gab« von Alter, bisheriger Tätigkeit und Sehaltsansprüchen erbeten vor Ab- lauf diese» Jahre» unter Chiffre �u- kinlftsstellung 1938" an Gumaelius An, noneen�Swreau, Stockholm, Schwebe». Oienstag IT. Dezember 1929 Unterhaltung unö AAjssen Beilage �es Vorwärts iCli. W. tlberiahagem<£tßbß Hill Ifilifßtldßtl 5ßilllli Diese Nein« Geschichte ist nur ein einziger Brief, den ich heut« erhielt. Er lautet also: „Lieber Freund! Während der langen Zeit, da ich keine Stellung hatte, warst du immer treu an meiner Seite geblieben. Du warst V ziemlich der Einzig«, der dos getan. Die meisten meiner Freund« rückten weit ab, denn ich roch wohl nach Pumpovin und Leimichmolea, Parfüms, die zurzeit in Deutschland weit verbreitet« Duftmorken sind. Ihr Fluidum ist aufdriRglich wie Moschus und Hyazinth. Weil tu aber darüber hinweg röchest— oder hattest du Schnupfen?— f? hast du ein Anrecht darauf, zu erfahren, wie es mir in meiner nrucn Stellung geht. Es ist aber keine Stellung, sondern ein« Srgung. Denn von morgens acht Uhr bis nachmittags fünf Uhr hock« ich auf einem der gelbgebeizten Stühlchen aus Buchenholz. immer auf demselben Fleck. Das müssen ander« auch? Ei frellich! '•Iber hast du schon einmal, auch nur«inen einzigen Tag, Stund« j-a S.unde. immer nur Zahlen geschrieben, immer und immer? Zahlen, die noch nicht einmal die geringst« mathematische Bedeutung haben, sondern lediglich Sortenbezeichnungen sind? Neben mir sitzt einer, der schreibt den ganzen Tag nur ein A oder ein B, oder, was sehr selten vorkommt, ein C. Acht Menschen sind wir, die zur Akkord-Stupidität oder besser zur langsamen Gehirimweicht�pg, verurteilt sind, damit wir das notwendig« Geld verdienen, um den geist- beraubten Körper zu atzen. Das ganz« nennt man, am lausenden Liand arbeiten. Anfangs habe ich mich abzulenken versucht und mich bei jeder Zahl gefragt, welches Geschehen war bei der gleichen Jahreszahl? Aber auch das wurde langweilig. Dann habe ich mit den Zahlen mathematische Kunststück« angestellt. Das brachte mir aber einen Anschnauzer de» Kontrolleurs ein, weil ich Fehler dabei machte. Da n-chm ich mich zusanRnen und schrieb mein« Lagernummer aus die Expeditionszettel, schnell und genau. Durch acht, richtiger sechzehn, Hände geht so ein Lieferzettel. Jeder schreibt nach der Bestellung«inen Teil darauf, bis er ein ganzes geworden. Den Ansang macht ein blondes Mädel mit blauen Augen, das Name und Adresse des Bestellers schreibt. Sie sitzt schräg vor mir, so daß ich den ganzen Tag über nur ihren Rücken seh«, der zwar entzückend ist, aber ihr Gesichtchen, ist noch entzückender. Ihre Handschrift ist nicht kalligraphisch schon, ober charaktervoll, weich und schmiegsam. Am vierten Tage des laufenden Gebandels aber stutze ich p ötzlich. Ja, was schreibt denn das blonde Model auf einmal für ene Schrift?! Die sonst graziös geschwungenen Buchstaben sind eckig, schmal und von ausgesprochener Streng«. Da muß etwas nicht stimmen. Ich schicke hypnotisierende Blick« hinüber, ober sie merkt es nicht. Ich huste, niese mit Betonung, es sind fast Melodien zu nennen-- umsonst. Ihr Rücken bleibt über den Tisch gebeugt. Nur ihr Blondhaar neckt mich, denn es flimmert wie Sonnenstrahlen an einem Moimorgen. Du weißt ja, lieber Freund, wie das mit mir und einem schönen Mädchen ist. In mein Herz siel«in knisternder Funke und entzündet« «in« kleine wärmend« Flaum«, ein Flämmchen war«» eigentlich zuerst nur. Aber es war doch groß genug, um mich auf einmal das ewige Zahlenschreiben schön finden zu lassen. In das leblos Gleichsörmig« war auf einmal Abwechslung gekommen. Jeder Zettel, der ihr« Schriftzüge trug, wurde zum Dokument, daran man rätselt, studiert und sich freut. Letzteres am meisten. Infolgedessen war ich ob der veränderten Schrift sehr in Sorg«. Was mag sie haben? Doch«n Nachmittag sind ihre Buchstaben wieder schön gerundet, schlank, gefällig, ausgeglichen. Als die Feierobendttingel schrillt, wirst das blond« Mädel mit den blauen Augen den Kopf in den Nacken, reckt sich und lacht. Lieber Freund, ich glaubte in der Brust ein« elektrisch« Sonn« zu haben, so wärmte mich dieses Lachen. Ich meint«, dos Herz müsse anfangen Flammen zu schlagen. In der Garderobe spreche ich sie an: Worüber haben Sie sich heut« nachmittag geärgert, Fräulein—" ich verschluck« den mir unbekannten Namen. „Ich?" fragt sie und ihr« Augen werden groß wie Mondscheiben. „Ja. Sie waren heute nachmittag einmal traurig oder böse oder besonders ernst." „Woher wissen Sie das?" Di« Mondscheiben dunkeln sich zu Beilchentellern. „Au« Ihrer Schrift." „Ich-- ich-- es ist so langweilig immer nur Adressen -, schreiben und da wollte ich mal sehen, ob das jemand merkt, wenn ich anders schreibe." So sagte ihr Mund. Ihre Augen aber hatten irgendwie Angst vor mir und sahen mich doch recht lieb an. Dann sogt« dos blonde Mädchen„Guten Abend" und stürmte davon. Lieber Freund, es ist schrecklich, wenn man eine ganze Nacht '-ündurch ein junges Mädchen immer namenlos anreden muß. Aber ist oerwirrend schön, wenn man am andern Morgen wieder ' nter ihm sitzt, die von ihm geschriebenen Adressen aussaugt und i'ck« schwärze Aleististgahlen darunter setzt. Ein« 1 bedeutet: meins. ein« 2: suchet!,«ine 3; o sei mir treu, ein« 4: du gehörst mir. So lchreibe ich' unter ihre Adressen gang« Liebesbriefe, die niemand !«f«n kann Ihr« Adressen! Ja, lieber Freund, es ist ein Unterschied wer auf einen Lieferschein schreibt:„Alois Himmelhuber, Klabauter- wannstroß« 5". In ber Frühstückspause, als ihre weißen Zähne sich krachend in ein« frische Schrippe bohrten, bestätigte st« mir aus meine Frag«, daß beut« die Arbeit am lausenden Bond gar nicht so schlimm sei. Es komme eben daraus an, was man sich dabei denk«. Und man könne ja auch-- Da birrt« die Klingel und das lausende Band begann wieder zu laufen. Kurz noch der Mittagspause entdeckt« ich unter dem W einer von ihr geschriebenen Adresse bei dem Nomen„Wimmerstriepke" «inen kleinen unauffälligen, aber doch energischen Punkt. Sonder- bar! Der nächste Zettel kommt-- Hollo!, da war wieder so«in unmotiviertes Tüpfelchen, diesmal unter einem Das war kein Zufall. Beim nächsten Zettel trug ein e eine heimlich« Punktkron«. „Wie"! Di« Kollegen an meiner Seit« wunderten sich, daß ich aus einmal wie ein Berserker zu. arbeiten begann. Die Zettel flogen nur so! Sie ahnten ja nicht, daß auf jedem Zettel für mich, nur für mich allein, Sonnen und Rosen und Himmel gemolt waren. Endlich war der Satz gepunktet:„Wie heißen Sie?" < Dies« Frage hat mir schwer« Gedanken gemacht. Denn, da alle Zettel nur von ihr zu mir kamen, nichl umgekehrt, so hatte ich keine Möglichkeit, chr zu antworten. Doch schon begann ein« neue Pmrkttelegraphie:„Ich heiß«: Swana Kreisler." So verging der Tag sehr unterhaltend, wenn auch nur einer von uns beiden schweigend sprach. Fiebernd erwartete ich den Wend. Aber kaum klingelte es, so sauste Swana Krcisler davon, «he es mir möglich war, auch nur ein Wort mit ihr zu wechseln. Ich war verzweifelt und furchtbar glücklich zugleich. Swana Kreislet! Der Name wurde mir Musik und durchsang mein« ganze schier schlaflos« Nacht. Aber-- mit des Geschickes Mächten ist kein ewger Bund zu flechten. Als ich am andern Morgen die Haustreppe hinunter rannt«, um mit dem blonden Mädel vielleicht vor der Arbeit noch ein Wort zu wechseln, da verknackse ich mir dermaßen den Fuß, daß meine Wirtin mich die Treppe wieder hinaufholen mußte. Da lag ich nun mit jammerlichen Schmerzen. Aber die hätten mir nichts ausgemacht. Weit schlimmer war ja, daß ich nun nicht am laufenden Bond sitzen konnte, hinter dem Rücken Swana Kreislers, um mir von ihr erzählen zu lassen, während meine Kollegen und der Kontrolleur der Ueberzeugung waren, daß ich sehr steißig sei. O, ich war entsetzlich wütend über meinen Fuß, über die Treppe und über die ganz« Welt. Ob„Sie" auch mal an mich denkt? fragte ich mich immer wieder. Ob sie von meinem Unglück erfahren? Ich hotte mich natürlich sofort entschuldigen lassen. Als ich am dritten Tag« meinem Fuß mit Emsigkeit die ver- ordneten Umschläge macht«, immer mit dem trotzigen Vorhaben, morgen ins Bureau zu gehen, und wenn ich hinkriechen müßte, da klopft es und mein« Wirtin läßt einen Mann herein, der aussieht, wie ein Kutscher. Er trägt ein Paket in feinen Händen und einen -- Lieferschein. Einen Lieferschein, lieber Freund, in dem ich sofort«inen solchen unserer Firma erkannt«, wie ich schon Hunderte am lausenden Band mitausgeschrieben habe. „Ick bringe Ihr« Näjel," sagte der Mann und reichte mir den Schein zur Unterschrift hin. „Meine Nägel?" Dabei muß ich«inen so roten Kops bekommen haben, daß der Kutscher meint«:„Sie hoben aber dolles Fieber, Männeken." Doch-- aus dem Lieferschein steht, von Swana Kreisler die Adresse und von sieben andern Händen das übrige:„Sie empfangen anbei: 1 Paket Drahsstiste l'A Zoll, 1 Paket Drahtstifte 2 Zoll, 1 Paket Drahtstiste 2'A Zoll usw." Schnell habe ich die Sache er- und mich gefaßt und unterschreibe den Zettel, der Mann geht hinaus. Immer und immer wieder konnte ich nun meinen Namen von ihrer Hand geschrieben lesen. Da-- auf einmal-- Heureka!-- I» dem B der Adresse war ja ein kleiner Punkt! und da in den: tlemen e. Und da und da! Besserun— Mehr bekam ich nicht heraus. Das fehlende g war aus nicht vorhanden. Aber„Bessrru»" ist ein unglaublich seliger Run! Wie hat das Mädel das nur an- gestellt, wie hat sie meine Adresse herausbekommen? O, ich habe ja sofort verstanden, was sie mit dieser glückselig vernagelten Sendung wollte. Drei Pakete Nägel von Ihr! Durchgeschmuggelt, damit sie mich grüßen kann und keiner hat es gemerkt. Auf Kredit habe ich drei Pakete Nägel bekommen. So schöne Drahtstiste hatte ich noch nie gesehen. Am andern Tag«„kroch" ich ins Bureau und erhielt für meinen oermeintlichen Arbeitseifer«in anerkennendes Wort des Konttolleurs und von Swana Kreisler«inen himmelblauen Blick. Wir haben an diesem Tage sehr viel gepunktet. Zum Beispiel: „Me kann man so vernagelt sein?" Oder:„Die Nägel sind schon bezahlt." Ja, was soll ich dir nun noch berichten, lieber Freund? Am Abend bin ich mit Swana Kreisler noch lange spazieren gehumpelt. Und nun find wir beide so ineinander vernagelt daß wir für immer aneinondergehämmert sind. Als ich sie fragt«, wie sie denn mein« Adresse herausbekommen hob«, hat sie nur geantwortet:„Wenn man jemanden lieb hat, dann bekommt man olles heraus, auch wenn man noch so vernagelt om laufenden Band arbeitet." Damit hat sie so recht, daß ich für mich und dich nichts mehr hinzuzusetzen habe. Schönste Grüße! Dein Theodor." Qerdland: SBtvifchen geflem und morgen... Das Mädchen stand vor der Außenwand eine» Kinos. Es stand vor einem grellbunten Plakat und hört« die galoppierende Musik einer geifernden Geige und eines oerstimmten Tastenbretts. Es gibt nichts Trostloseres, als solche Begleitmusik zu hören, ohne den Film zu sehen, es gibt nichts Trostloseres, ol» dabei auf dem Bürgersteig einer sturmzersegten, menschenleeren, kalten Weltstadtstrahe zu stehen... Man kam von einem Fest, man hatte mit belanglosen, un- intevessanten Leuten irgendwelche konventionellen Worte getauscht, man hatte getanzt mit fleischernen, brillantbehängten Puppen in seidenen Kleidern. Man hatte sich noch einer Seele gesehnt... Da ging man an den endlosen Stroßenreihen entlang. Und da sah man dies Mädchen mit schmerzzerschüttelten Schultern vor einein grellbunten Kinoplokat stehen. Man wußte plötzlich, daß sie nicht des Filmgesichtes auf jenem Plakat achtet«, weil sie weinte, man wußte, daß ihre Sinne die galoppierend« Kinoniustk nicht wahrnahmen... Jetzt graut der Morgen. Die Weckeruhr hat geschnarrt. Unten rumpeln Lastwogen vorbei. Sie ist gegangen. Noch liegt- der Duft ihres mädchenhasten Körpers in dem Raum, noch sieht man ihr Bild, ihr seltsam lichtes, blondes Haar, die dunklen, traurigen, verquätten Augen, den blassen, zerschämten Mund... Wie long« noch? Da stcht man aus und geht zum Fenster und reißt es weft auf. Der klar«, kalt« Morgen strömt herein. Aber da ist es, als hör« man wieder chre Worte. Da ist es, als sehe man wieder ihren unschuldigen, unkeuschen Körper. Und da besinnt man sich und schließt das Fenster wieder. Und dann sitzt man am Schreibtisch. Man will etwas tun. Arbeiten? Schreiben? Soll man etwa einen Bericht schreiben über eine kleine Mädchenseele, die man irgendwo aufgelesen hat, irgendwo zwischen gestern und morgen, irgendwo an der Außenwand eines kleinen Kinos... Soll man einen Bericht schreiben über dieses Mädchen, das wenige Tag« seines armen jungen Lebens sein Heut« vergaß. von seinem Gestern zehrte und auf sein Morgen hoffte? Das Mädchen stand vor der Außenwand eines Kinos. Und man trat heran, denn man war hungrig nach irgendeinem Er- lebnis, man hatte getanzt mit luftlosen, lüsternen Lustgeschöpsen, man hotte geplaudert mit arroganten Intelligenzlern. Und man sproSf zu ihr. Man ging zusammen die Straßen«nttang. Sie schwieg. Plötzlich aber sogt« sie:„Sie Mhen doch jetzt noch Hause, Sie wollen mich doch mitnehmen!" Und alz man betroffen schwieg, fuhr sie hastg fort:„Ich komme mit. Ja, ich tu« olles, was Sie wollen. Nur nach Haufe geh« ich nickst. Mein Dater, wissen Sie, mein Dater, der schlägt mich, wenn ich nach Haufe komme, und meine Mutter, die wird zu meiner neuen Herrschaft laufen und wird sagen:„Die Hanni ist wieder da. gnädige Frau, Sie brauchen sich kein neues Mädchen zu engagieren." Ich bin fortgelaufen, wissen Sie? Nein, ich habe nicht gestohlen. Ich habe was ge- spart. Und da war ich sechs Tag« weg von zu Haus« und weg von der Herrschaft. Ja. ich bin Dienstmädchen. Aber.zurück gehe ich nicht. Es gibt ja noch", si« halt« ttef Atem und sah mich von der Seite an,„es gibt ja noch--- die Straße!" Man wollte sie beruhigen. Aber da flüsterte si« schon weiter und klammert« sich soft an mich, den Fremden. „Sie nehmen mich mit?! Ja, ich tu«, was Sie verlangen. Ich habe kein Geld mehr. Das war wie ein Taumel, wissen Sie, ein Rausch, ich habe ganz vergessen, daß ich nur ein armes Mädchen bin, ich war in den Tonzpalästen und in den Dielen. Getanzt hob' ich Wenn Männer kamen, dann bin ich mitgegangen. Aber, glauben Si« mir, ich habe kein Geld genommen..." Da stand man vor dem Hause. Da schob man ss« vor sich her, die Treppen hinaus. Dann betrat pon sein Zimmer. Man sagte: „Warte«in wenig, Kind, ich werde Likörgläser holen und etwas zu essen. Und dann werde ich eine Nsgerplatt« aus das Grammophon legen und wir werden tanzen..." Als man hineinkam stand sie nackt da. Si« sogt« ein einziges Neines, trauriges Wort:„So!" Und da man schwieg, sagte si« mit einer gemein-sein-sollenden, aber unsagbar schmerzlichen Fragen in der Stimme:„Na?!" Zwischen gestern und morgen hat man da ein Mädchen ge- nmnmen. Zwischen gestern und morgen hat sie oersucht, Liebe vorzutäuschen. Was ist das Heut«? Die Gegenwart? Jetzt graut der Morgen. Die Weckeruhr hat geschnorrt. Unten rumpeln Lastwogen vorbei. Si« ist gegangen... Antut Wanlororrirs: �IßT Und WldlgCh I. Viele Wege hoben schon immer nach Rom geführt. Der Mensch in seiner Verschiedenarttgteit kann viele Wege ein- schlagen, um zu einem Ding« zu gelangen. Um so mehr als sich alle Wege in unserer Kultur so wunderbar verzweigen und verästeln bis zum Labyrinth, aus dem es keinen Ausweg gibt. Der einfachste Weg aber ist die Liebe— wenn sie da ist, Heißt es. Eine unsagbar« schwierige Bedingung. Weil sie nämlich eine Naturkraft ist. Weil sie da sein muß, bevor sie noch in» Bewußtsew tritt. Ein« wunderbare Tatfache, schön und manchmal zum Ver- zweifeln. II. Mensch und Tier haben viel miteinander zu tun. Geschäftlich und privat, sozusagen aus kommerziellen Gründen oder einfach aus Liebhaberei.\ Einig« unter den Menschen lieben sie wirklich, die Tiere, Ge- schöpfe aus der anderen Gattung. Man hält Tiere, holt sie in sein Haus. Einige von den wenigen Menschen gehen jedoch zu ihnen. So wie wir Menschen zu Menschen gehen, die wir sehr lieben. III. Paul Eipper hat ein Buch über die Kinder der Tiere geschrieben.(„T i e r t i n d e r." Mit 32 Bildnisstudien nach Originalaufnahmen von Hedda Walther. Berlin 1329. Dietrich Reimer- Ernst Vohsen-Verlag.) So wie er auch über das Menschen- junge, über die Kinder feiner eigenen Gattung geschrieben hat. („M e n s ch e n k i n d e r." Mit 32 Bildnisstudien noch Originakius- nahmen von Hedda W a l t h e r. Berlin 1929. Dietriech Reimer- Ernst Vohsen-Verlag.) Aber noch wärmer, in innerster Harmonie mit den Geschöpfen. Er zeigt sie nicht wie ein Belehrender, die Tier- linder, und entblößt sie nicht ihrer Wärme, sondern geht unbeirrt seines Weges zu ihnen, mitten unter sie, die sein Herz habe», gleich allem, was Kind ist. Und wir folgen ihm, angezogen von der Kraft dieses starten Seins, dos das Verborgene und Bewahrt- sieht in seiner Hellsinnigkeit. Die Photos dazu sind festgehaltene Spiele von Licht und Schatten, in denen die Kreatur und ihre Art sichtbcr wird. IV. Der Skeptiker Stephan Ehrenzweig aber steht a» den Käfigen des von Menschen eingerichteten Zoo. Betrachtet er mit melancholisch-ironisierenden Augen das Tier, das im Ääjig hockt, sitzt, turnt, schläft frißt, wandert hin und her, her und hin? Oder nur den Zoo, diese rein menschliche Einrichtung, in der das Tier dahinlebt, zu Ende lebt, sein Leben nicht lebt? Das Buch heißt: „Zoo."(Mit Zeichnungen von B. F. Dolbin. Berlin 1930. Herbert Stusser Berlag.) Gäbe es noch andere Bereiche, als die der iTerwelt, griffe der Mensch vielleicht auch dort hinein...? V. Sollte der Mcissch nicht Massenkurse in großzügigein Stii aus Freiheit versuchen? Welche allerdings mehr auf„Bon-innen- heraus" gerichtet ist. Die Freiheit so wie die Liebe. Eine merk- würdig« Aehnlichkeit ist in beiden, was schön ist, aber manchmal zum Verzweifeln. Vielleicht versucht sich der Zeichner vom„Zoo", Dolbin. einmal an einem menschlichen Zoo, einer Art Mischung von Tier und Mensch? Man sollte alles einmal versuchen... VI. Wer jedoch weniger für Synthesen ist, findet in beiden Tier- büchern spezifisch das, wovon er sich mehr angezogen fühlt Und das Eippersche Buch sei noch besonders warm den Menschen k i n d e r n empfohlen, während der„Zoo" ausschließlich die Erwachsenen etwas angeht. Backariikel Sultaninen Ki»Uve* V\00 PüJOPt üPhktjf Aaszugmehl Pfand 14, Z4, l&Pt Auszugmehi Bentei55Pf �1,40,1�0 Süsse Mandeln pid. 1,88 BlüercMandeln p/d. 1,10 Zitronat......... Pfd.1,40 Orangeat..�.�.pm, 1,10 Korinthen______ Pfd. 58pf. Rosinen.......... Pfd.58Pf- Kokosraspel....pfd.50I>' Blauer Mohn...PM.48Pf. Kakaopalver...pid.58pt Vanillezudccr»p*k 10pt Obst und ApfdUincn....... 5 Pfd. 82pt, Mandarinen.....3 Pfd. 70pt Walnfitse........... Pfd. 56pf. Paranüiir.......... Pfd. 58p(. Hatdnfiste......... Pfd. 78pt Erdnürte............ Pfd. 35pt Kranz- and Smjnma- Fcf*en............... Pfd. 28pf. Datteln........... Karton 58pt 1 Odtti. Gmüie bleibtat IVnrsfwaren Gemüse Roi«iiUhnchett..2Pid. 35pf. Krina- Apfel........ Pfd. 38 pt ISÄÜ ,ra35„. Ananas....... Pfd. Ton 78Pf.an Rosenkohl.......... prd. 30pf. Weisskohl............ Pfd. 4pf. Rot- n. Wirsingkohl Pfd. 8 Pf. Cnrünkohl......... 2 Pfd. ISpf. Vertud auagtsdiliin««> Fleischwarst. .Pfd. 95pt .Pfd. 99p f. .Pfd. 1,20 Feine Leberwarst...Pfd. 1,45 Fetler Speck.......... pfd. 1,18 Nussschfnken......... Pfd. 2,10 CältSC gtlrorea.......„ Pfd. Ton 92?!»n SchneehüSsner �1«................. 8t»ck150 B�lT34LjfliUlCt61T gefroren...................... Stack Käse und Feite Roh schmalz, Pfd. 72pf. Rindertalg............ Pfd. 50Pf. Kokosfett............. pfd, 50Pf. Margarine........ PSd. 50, 62pf. Molkereibutter........ Pfd. 1.78 Tafelbatter..... Pfd. 1,90 2,00 Dfin. Schweizer xf» Pfd. 95pt. Tilsiter Tolifett, Pfd. 98pf., 1,20 1928 er Edenkobener] �"°h* Dohannlsbeerwein[ rot und süss, vorzügliche QuaEt&tJ � F] Frisches Fleisch Bratwurst........ ptd. 1,10 Schweinebauch ohne Beilage..........Pfd.*>18 Rüdkenfctt 1 ,08 Schmorfleisch Keale ohne Knochen...Pfd. l>Xo Suppenfleisch tm 80 � Hammcr��ÄOöS Kalbskamm«, bi, ru. 96pl Gehacktes....... ptd. SSpt Gefrierfleisch Suppenfleisch Pfd...Pf ▼on OOan MÄWwhwwkanl-VDrderflelach,„ �.Pf. Hammel rf(L T0'n 86a.„ 40„Diner« Spciialititcir" 40»/, Deutscher Weinbrand*** oder Jamaika- Rum-Verschnitt tiPI.SfBS Liter 4,80 S-Lttcrfl. 23,50 Preise ohne Flasche I Motard-Kronen-Kenen Stearin...................... I-Pfd. Pahet 1�0] Mo tard-E aum licht e Siearin.....................»k-Pld- Pak«««5Pt 1 Waehs-Kroner.-Kerren I0%l-Pfd.-Pak«t2,10 V'achs-Baumllchte lOf.,>;'rPld.-Pak«« 1,19[ Ideal-Kom posifion-Kronen-Kerzen l-Pfd.- Paket 70p/.] PrfljentRärDe und Ueihnochts- Päckchen in grosser Auswahl Schweineköpfe mit Backe, frisch...... Pfd. 5oF1. Euter wsch......... Pfd. 18pf. Alter Malasa dank.i.......... IdfGO Sonnengartner vorzüglicher j B rotsüsser Frühslückswein........... j 15,06 1 Idcol-Komposition-Baumlichtc �rFfi-Pakei 40p#. Ccrcsin-BaumlicW« weiss und bunt............ ,/rPfd.-Pakct 75Pf, Rauchtiscb-Kcrzcn rot und gelb, ' in verschiedenen Grössen... Stück 15bis65pf. 1 Lichfe für Advontkränz« u. Geburtatagsringe, | reich dekor., in rcrsch. Grössen, St 10 bis 50 Pf. Grosser Weihnachts-Verkauf ■"1 TI|L 2 Tonten. S nl t'h«bf SaUrMu 1211 Preise 1-BM. Woditirte.; 5 1). 50 Pf.-3 II. Mairay-Oaileil. Kolks. Stanley u. May. Perszo t 6 Co.. bemt 8 Pnnner usw. I Tägl. H u. SIS sonnt.2.$o.e | Alex. E. 4. 8066 INTERNAT. VARIETE Renaissance-Theatsr Tlglidi S'Ji Uhr PMiSER LEBEN Operette von Offonbach. Regie; Gustav Härtung. Musikalische Leitung: Theo Mackcbcn. 1 SteirmlaizCt. 0901 u. 2583/84.— VAUE/v Qesundheirspfeife Schont Herz und Lunge linjiertenkLIInuttteftlfeiidl ftmafebiml Winrer * Garren* 8 Uhr» Zeotr. 281»» Roaihen erlonhi 16 Original Lawrence Tiller-Girl* und weitere Varietd- Neuheiten VoIKsbUbne flieilR imBiloviilalz 8 Uhr Affäre Dreyfus Schauspiel von Rend Kestnei Regie; H. D. Kenter. Staat). Sdiiller-Tli. 8 Uhr Hans im SctinalienlOGb Sioaisoperain Plau nur Repnhltk 8 Uhr Salome TbeoKr an SdilllhaotrdaAin 8 Uhr Die&artenlaolie Direktion Gr. Robert Klein Deutsches Kflnstler-Theal Barbarossa 3937 -,«8 Uhr Ende 11.10 Uhr Seltsames Zvismenspiel Rifii: Hns: Hilparl Berliner Idealer Dönhoff 170 8V. Uhr Ende'All Uhr Rassruiert tflr Herrn Gaston. Regie: Forster Larrinaga Deotsdiei Idealer D.I. Morden 12310 8>.« Uhr Oer Kaiser V.Amerika von Bernard Shaw Reg-- Maz Reinhardt Kammersplele D.I. Norden 12310 8'/. Uhr itdit Tomciteni**! Zur gell. Antiditl Lustspiel von Frederik Lonsdale Regie: Gustaf GrBndgen» Die KomOdie ) 1 Bismck. 2414/7516 SV» Uhr Vom Teufel geholt von Knut Hamsun Regie: inax Rei nh ardl Tb. a. Itollendortpiatz Vorvk. 10-2. Kf. 2001 Täglich 8>. Uhr Gastspiel des Deatsdiea Tbeaters Die Mi»! Reoie; Max Reinhaidt. Lustspielhans Friedrichstr. 236 Bergmann 2922 Täglich 8'/. Uhr Grand Hotel Lustspiel von Faul Frank TriMoa-Tli.Mä,T Täglich 8". Uhr Sic verweigert die Aussage Elisabeth Strickrodt Kort Etalc. GROSSES SCHAUSPIELHAUS 8 Uhr: 3 Musketiere Regie; ERIK CHARELL An b«ld«n W«lhnaehtsf«lertagan nachm. 3 Uhr ungakOrxta Vor* stallung In Orlglnalbasatxung su haihon Prolaon._ CASINO-TBEATER*,kVhr Lothringer 8 trage 37. Der neue Schlager! Familie Hannemann. Dazu ein erstklassiger bunter Teil. FOr unsere Leser: Gutschein für I— 4 Personen Fauteuil nur 1.25 M„ Sessel 1.75 M., Sonstige Preise: Parkett u. Rang 0.80 M. ROSE wuBHVEB ir. Fraaklartir -THCATCX strafte ,32 Teleph.; Alexander 3422 u. 3494 Nur noch bif 22. Dezember Täglich 8" Uhr: Sonntags 5.15 und 9 Uhg Pariser Bluä Ab 23. Dezember fägl.&Wuhr Die csardasfQrstin Jeden Mittw. u. Sonnab. 5 Uhr „Max und Moritz" und dar Walhnachtsmann. Jeden Sonntag, nachm. 2.30 Uhr Frau Holle Programm am l.u 2. Feiertag: 4 Uhr Pariser Blut 7.45 Uhr Die iÄIlIttilNtlll ii-3o uhr Faisilie Hanneraann Am 2. Feiertag spricht um 1 30U fflARCELL SALZER. ■ Voi verkauf hat begonnen. Theater Ld.Behrenstr. 53-54 8'.« A 4 Zentrum 926 927 8. ... Vaier sein, dagegen sehr . Idealer Norden 10846 Moskuer hebrämb Könstlet-TiwlM 8 Uhr Dcrsmalz Hieater d. Mm Tägl. 8'/» Uhr Nariella Msslk v. Oskar Straus mishaei Bohnen BntiFiouar Kleines Theat Merkur 1624 Täglich 8'/i Uhr Max Adalbert Das ParrQm meiner Fran Lustsp v. Leo Lenz Bamovsky-Bllliiien Th.st.r in d.r KSniggrätz.r Str.8. Täglich 8 Vi Uhr Die erste ffirs. seidy mit Frnzi mawürv «itiHM aooi Komödionhaus Täglich 8Vi Uhr Dor HQhnerhoi mit Curt BDI* Reichshallen-Theater Abends[T] Sonntag nachm.[T] Das groBe Weihnschts- Programm der siefflner-saiigcr Nachm. halbe Preise! Dönhotf-Brattl: Da. phänomenale Deaember-Progr. Tanz. Metropol-Th. 8'/« Uhr Das Land des Lächelns Vera Schwarz, Richard Tanbcr Musik von Franz Lehär Intal, a. Kottu.Tor Kottb. Str. 6 Tägl. 8 Uhr auchSonnt. nachm.3U.: Elitesanger. Di. einzig dotehande. vielseitige Waihnachts-Pr. Planelarlnm — am Zoo— Vnlhg. Judümtbalsr Stnlt 8.5 BarbarossaS578 16'/« Uhr DI« Wintar- aternbllder. 18'.'« Uhr Oer St.ro d.r Weiten. 20'. Uhr Der Planet Jupiter. Eintritt 1 Mark, Kinder 50 Pf. Mittwochs halbe Kassenpreise. wo speist min> out uno biiitg? Nur Rross- Bariin Alaxandarplat» Passendste fiesflienke litt jung und alt! Gebnndene Biidier Ganzleloea mit Dedtelpressano Adolph' „Hoffmanns Erzählungen** 200 Seiten stark aut holzfreiem Papier/ Gesammelte Erinnerungen aus sozialistengesetzlicher Zeit Preis 3 M. Porto, Verp. 40 Pf. *Spälherbstblüten gereimte und ungereimte Lebens- Bilder von Adolph Hofimann/ Mit 6 Vollbildern und Titelvignette von W, Stelnert auf Kunstdruckpapier/ Porträt u. Faksimile des Verfassers Frei. 2 M. Porto. Verp. 25 Pf. "ftmoreHen Giftpflanzen aus dem Irrgarten der Liebe v. Adolph Hofimann/ II. Aufl. Preis 1 M. Porto, Verp. 25 PL Geh. Sanitätsrat Prot. Dr. Brandenburg. Berlin, sagt:„Darin liegt das große Verdienst dieses so überaus geschickt ärztliche Lebten in wirksame, packende Lebensbilder kleidenden Buches." Hervorragende. Gcacfaenk für die Jugend! Alle 3 DD eher gegen Eintendung von 7 M. portofrei-• Letztere beiden auch kartoniert a 1 M. Zu beziehen durch die Botenfrauen und Ausgabestellen des„Vorwärts" sowie direkt vom Verlag Adolph Hoffmann Berlin O 17. Koppenstragc 6 II Fernsprecher: Alexander 7670 Postscheckkonto: Berlin 130 461 Ab(«fort nccfenDe ich frciblcibcnö la Winteräpfel in flabilen Holltifttn(attber und sroitsichrt oetpatft, 50 Pfd netto Inhalt, per Bahw Nachnahme. Der Preis beträgt für: Sortiment 1 pro Äiile Rrnt. 12.50, Sortiment II pro Elfte Rmf. 9.—. Sortiment I besteht ou« meinen guten W uttersorten, Sortiment II aus guten Wirt» ichottsäpfeln. Zahlreiche Rachbesieilungen und Danffchretben geben Seugmo oott meinem reellen Versand. Max Oehmigcu, Obstversandhau«, Hfondftft in?a. VAU preiswerte Weihnachtsgeschenk Ton bleibendem Wert für deine Angehörigen: für die Mutter! b»»' # für den Tat er! fof<. Ä fcfZ*/ z* ctüF* für die Tochter! C6* a*»: Mv JV für den Sohn! Weitere BSndc%at freiem WaU< AaLiZr: drendc Kräfte. GrottawlNillälia.i Beliiir. Der«ittamc Kälter. Karawejewa; Dm SigEweifc Lemonnice: Moloch. ätolrc: AngeOt.. W«*3«li SmcUi.nfiiäae Wolf: Kreatur. Diese Büdter gekoren nach emoten Preaeurleilen zu den besten Neacnclicinansea der letzten Seit. Sie sind wertvoll in der Ausstattung und unerreiclit billig(Gatuleinen, blütenweißes Papier), im Ircien Buchhandel 4/80M. und darüber pro Band. Wer aber Mitglied de* Bücherkrcisce wird(Monats- bei trag 1 M.— Lein Eintrittsgeld) erhält sie für den ermäßigten Frei* von jj Jfnrk i Außerdem werden bei 7, Jahr Probemitgliedschaft, die«um Be*use von nur«wei Bänden verpflichtet, noch 6 illustrierte Monatshefte gratis geliefert, bei aans/ähriger Mitgliedschaft 4 Bände mit fSMonats- ' heften, dasu den Ansprucli auf die Treueprämie, ;d. K. da« Recht, einen fünften Dreimarkband für nur 1 Mark cu begehen. Darum: t Werde Mitglied im Bficherkreis! Hier abtrennen und dnsenden an Der Bücherkreis Berlin SW 61, Belle-Alliance-PlatzT-S Hiermit erkläre ich meinen Eintritt in den Bücher- kreis, und«war auf Vi Jahr(Begog von Z Bänden ä 3 AI.) auf T Jahr(Bezug von 4 Bänden Ä S AI. und 1 Treueprämie zu dem Vorzugspreis von nur 1 M.) Senden Sie mir sofort von den angezeigten Büchern folgende Bändet | f o-Bde.-Paket unverbindl. für midi zurAuswahl� Den Betrag von___ ein— wollen Sie per Nachnahme erheben. . M. zahle ieh per Post Unterschrift: Adresse;_ iNichlcatreffcnti»! durchstreiften) Sonntag, den 22. Dezwnoar von 14—18 Wir godrrnat