Morgenausgabe Nr. 591 A292 46.Iahrg v-w-wy, Berliner Voltsvlan Mittwoch TS. Dezember 1.929 Groß-Serlin 1v Pf. Auswärts i 5 pf. Die einspaltige Ronparei�ezeile 80 Pfennig. Retlame eile S.— Reichs- mark.„5Uetne Anzeigen' das ettge- druckte Wort 25 Pfennig(zulassig zwei fettgedruckt« Worte), jede» weitere Wurt 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort IS Pfennig, jede» weitere Wort 10 Pfennig. Worte über IS Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsme t- Zeile 60 Pfennig. Familienanzeigen Ze 1e Ä Pfennig. Anzeigenannahme imHaupt- gefchäst Lindenstraße 3. wochentäglich von SV, bis 17 Uhr. Asntvawvgan der Goziatdemokvatifchen Oartei DeutMtandö Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstratze 3 Fernsprecher: Dönbof» 293—297 Telegramm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Vorwärts-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: Berlin 87vSö.— Bankkonto: Bank der Arbeiter. Angesieflien und Beamten. Wallstr. Kä. Dt. B. u. Tikc.-Gej.. Depositenkali« Lindensir ct. Aufruhr in Frankfurt. Schwerste Ausschreitungen in der Altstadt.— Zusammenstöße in der Rächt. Frankfurt a. M., 17. Dezemiber. Die Erwerbsloseudeuronstration. zu der die Nom- tnuniften aufgefordert hatten, führte heute abend zu schwersten Ausschreitungen. Tie Demonftrauteu zogen vor das Ruthaus. Die Polizei wurde mit Backsteinen beworfen. Sie zerstreute die Ansammlungen mit dem Gummiknüppel. Bei der wilden Flucht wurden viele Personen der- letzt. In verschiedenen Strohe« der Altstadt sowie auf der Zeil bis zur Hauptwache versuchten die Ruhe» störer immer wieder, sich zu sammeln und in die Gegend des Rathauses zu gelange«. Die Polizisten mußten von Straße zu Straße eile», da die Augriff« von den der- schiedenste« Seiten aus gleichzeitig erfolgten. Bei dieser Jäuvernngsaktiou gab es ans beiden Seite« Verletzte. An der Hauptpost geriet eine Polizeistreife so in Bedrängnis, daß ste von der Schußwaffe Gebrauch macheu mußte. Ob es hierbei Verletzte gegeben hat, konnte noch nicht festgestellt werden. An der Liebsraueustraße wurden fünf große Schau- seusterscheiben eines ilonfektionsgeschäfts eingeworfen. Noch in den späten Abendstunden kam es wiederholt zu Zusammenrottungen, bei deren Zerstreuung die Polizei öfter Schreckschüsse abgeben mußte. Bis gegen 11 Uhr abends wurden etwa 2 0 Per» fönen wegen Widerstandes und Beleidigung der Polizei- beamten vorläufig festgenommen. Nach einer Mitteilung des Polizeipräsidiums kam es gegen 11 Uhr abends zu erneute» Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten, wobei die Polizei wiederum mit Steinen beworfen würbe. Am Domplatz versuchten die Demonstranten das Straßeupflaster aufzureißen. An einer anderen Stelle wurde ei« Personenwagen beschossen. Der Schnß ging durch die Windschutzscheibe; doch wurde niemand verletzt. Die Polizei sah sich darauf genötigt, wiederum Feuer zu gebe«. Von den Polizeibeamten wSrden drei leicht verletzt. Die Zahl der verletzte« Demonstra«, teu steht noch nicht fest. Die Tumulte dauern zur Zeit noch an. Steuer und Monopol. Zur Erhöhung der Tabaksteuern. Der Tabak ist nach berechtigter allgemeiner Auffassung als tragfähige Steuerquslle w Deutschland bisher noch nicht ausreichend ausgeschöpft. Durch ein staatliches Tabak- Monopol können für den Staat ohne jede Mehrbelastung des Konsumenten sehr beträchtliche Mehrerträge herausgewirt- schaftet werden, die von bürgerlicher Seite auf mehr als eine halbe Milliarde Mark geschätzt werden. In der Zigaretten- industrie ist der Konzentrations- und Vertrustungsprozeß be- reits soweit vorgeschritten, daß alle Voraussetzungen für ein staatliches Zigarettenmonopol gegeben sind. Auch im bürger- lichen Lager haben die führenden Finanztheoretiker den Monopolgedanken für die Tabakwirtschaft aufs eindringlichste befürwortet. Aber alle bürgerlichen Parteien leisten der Ein- sührung auch nur eines Teilmonopols für Zigaretten den al l o r'stä r k ste n Widerstand. Unter diesem Unistän» den konnte in so kurzer Zeit, wie sie zur Verfügung stand, die Monopolfrags nicht mit Erfolg aufgerollt werden. Sa konnte die Sozialdemokratie vor allein nur dasür Sorge tragen, daß durch die neuen � Maßnahme die Verbraucher so wenig wie möglich belastet und keinesfalls der Weg für die Einführung des Tabakmonopols in einem späteren Zeitpunkt verbaut wird. Die Steuererhöhung wird nur die Zigarette und de n Rauchtabak umfassen: die Zigarre loll mit Rücksicht auf die schwierige Lage, in der sich die Zigarrenindustrie befindet, von Steuererhöhungen verschont bleiben. Der Rauch- tabak ist bisher außerordentlich stark gegenüber den anderen Tabakwaren begünstigt, so daß eine stärkere steuerliche.szer» anziehung des Rauchtabaks nicht ungerechtfertigt ist. Die Sozialdemokratie ist bemüht, die billigsten Tabak» waren ganz von der Steuererhöhung zu be- freien, um so den Bedarf der ärmsten und aittprucks» losesten Verbraucherschichten nicht zu verteuern. Mit der Zigaretten industrie laufen ferner Verhandlungen, um eine fühlbare Preisheraulsetzung als Folge der Steuererhöhung zu verhindern. Bei den enormen Gewinnen der Zigaretten- Industrie— oder besser gesagt des Großkonzerns Reemtsma- Neuerburg, der heute schon mehr als 00 Proz. der gesamten Zigarettenindustrie kontrolliert—, könnten die Produzenten einen beträchtlichen Teil der Steuererhöhung selbst tragen. Wenn die Kontingentierung durchgeführt wird— wir werden noch von ihr sprechen—, fallen auch sehr große Reklame- und Ausstattungsausgaben(heute mehr als 166 Millionen Mark im Jahr) zum großen Teil weg. Endlich könnte die noch imnier viel zu hohe Handelsspanne zum Ausgleich der Steuererhöhung herabgesetzt werden, so daß eine P r e i s- e r h» h u n q v e r m e i d b a r erscheint. Jedenfalls sollen in das Gesetz Sicherungen eingebaut werden, die eine wesentliche Preissteigerung für Zigaretten verhindern. Als ein Erfo.lg der Sozialdemokratie ist es anzusehen, daß schon in den Vorberatungen der Parteien die Dauer der Kontingentierung der Zigarettenproduknon wesentlich herabgesetzt, wurde. Statt der von der Industrie geforderten-edn'ährigen, und der in den Entwürfen vorne- sehenen fünfjährigen Kontingentierung ist diese in dem ge- me-nsamen Vorschlag der Regierungsparteien a u f IVi Lahr — bis zum 31. März 1931— befristet worden. Wenn niedrere Tageszeitungen gestern davon zu beriästen wußten, daß alle bürgerlichen Parteien außer der Sozial- demokratie gegen die Zigärettenkontingentierung Bedenken geltend gemacht hätten, so ist das eine Entstellung der wahren Lage. Die Sozialdemokratie ist im Reichstag der ein- zige Schrittmacher für das Zigarettenmonopol. Sie ist der stärkste Gegner der Kont'na-ntlerunq und der dam't v-rbun» denen Schaffung eines Prioatmonopols und wird sich mit dieser nur unter dem Einbau.stärkster Sicherungen abfinden. Dagegen sind die bürgerl'6)en Rarteien schon mit Rücksicht auf die Wünsche der in ihren Reihen einflußreichen Zigaretten- industrie bereit, jedwede Kontingentierung mitzumachen, wenn dadurch das Staatsmonopol ganz verhindert oder wenigstens lange Zeit hinausgezögert wird. Die Kontingentierung soll freilich auch neue ausländische Konkurrenz abwehren. Der amerikanische Tabak- t r u st errichtet zurzeit e'ne Zigarettenfabrik in Hamburg die im Frühjahr die Produktion aufnehmen soll. Die Zigaretten- iidustrie befürchtet einen schweren Konkurrenzkampf, der Fiskus Verluste als Steuergläubiger, auch eme Ueberfrem- dung der deutschen Zigarettenindustrie ist möglich. Deshalb soll auch die Zuteilung von Quoten an Werke, die nach dem 1. Oktober d. I. betriebsfähig wurden, dem Reiclisfinanz- Ministerium vorbehalten bleiben. So verständlich aber die Be'orgn's vor Steuerverlusten ist so muß doch unbedingt ver- hindert werden, daß durch die Kontingentierung auf Jahre hinaus ein Brivatmonopol mit jetzt schon riefen« haften Monopolgewinnen staatlich garantiert und der Kanitalwert der Fabriken noch weiter erhöbt nvrd. Es mär? eine Ilygeheuerlichbeit. wenn man eine? mit Steuer» r r e d i t e n aufgebauten Industrie, der man setz/ gegen einen neu ausiretenden Konkurrenten einen besonderen �chux gewährt, in einigen Jahren infolge der durch die Erhöhung der Die Zollforderungen der Industrie Deutfchnaiionales Einheiisfronimanöver mit der Volkspartei. Der Handelspolitische Ausschuß des Reichs- t a g» s war am Dienstagabend mehrere Stunden beisammen, um die neu« Zoll vorläge soweit wie irgend mögiich zu be- schleunigen. Die Sitzung nahm aber einen höchst sonderbaren Ver- laus und ein unerwartet schnelles End«. Es ging um die Vorloge des Rcichsrates über eine weitere Erhöhung von Inbustriezöllen. Hierzu b«- antrogt« der volksparteiliche Abgeordnete Schneider zunächst ,nicht nur die Garne, sondern auch die Gewebe der Tcxtilsabrikation bei der Erhöhung einzubegiehen.. Hiergegen wandte sich Abgeordneier Krätzig(Soz.) mit aller Entschiedenheit. Wenn die Garnzölle um die hundert Prozent erhöht würden, die der Reichsrat vorschlage, dann würden Hunderte von kleinen Betrieben der verari'eitenden Textilindustrie vernichtet. Wenn der Ausschutz trotzdem diese Er- höhungen beschließen sollte, dann sehen sich die sazialdcmoknatisck)«» Vertreter genötigt, mit weiteren Verhandlungen dar- über ihre politischen Führer zu betrauen. Diese Bedenken wurden auch von Aliaislerialdirektor passe unter- stützt. Er wies namentlich darauf hin, daß Deutschland in seinen Handelsverträgen mit olle» Textilzöllen gebunden sei. Noch deut- licher wurde Minister Dietrich, indem er erklärt«, datz sich die Reichs- regierung mit den Beschlüssen des Reichsrates besonders über die Textilzölle ausgiebig beschäftigt habe und der Meinung sei. datz alle diese Beschlüsse abgelehnt werden müßten. In dieser gespannten Situation machte Abg. Dessauer(Ztr.) den Vermittlungsvorschlag, die Wstimmungen über die Anträge des Reichsrates bis nach Erledigung der Agrarzölle zu vertagen. Er betonte dabei allerdings, daß die Industrien sehr berechtigte Wünsche hätten, warunter sich namentlich die Automobilindustri« befinde. Bezeichnenderweise legte sich hier der Abg. Rademacher(Dnot.) ins Mittel, um zu erklären, datz er sich vom Abgeordneten Schneider über die Notwendigkeil habe überzeugen l a s s e n. daß di« Textilzölle noch über die Beschlüsse des Reichsrates hinaus erhöht werden mühten, und daß er deshalb gemeinsam mit diesem einen entsprechenden Ztntrag eingebracht hätte. Das schien dem Abg. Schneider selber außerordentlich bedenklich geworden zu sein und deshalb erklärte er. datz die Debatte «inen geradezu krisenhaften Charakter an- genommen hätte, so daß er sich genötigt sehe, in eine Der- tagung über die Reichsratsbeschlüsse einzuwilligen. Allerdings be- schwor er dabei die Sozialdemokratie, nicht nur der Landwirtschaft, sondern auch der Industrie durch höhere Zölle zu helfen. Schließlich brachte Abg. Meyer(Dem.) eine Entschließung ein. worin gesagt wurde, daß der Ausschutz olle weitergchenden Be- schlüsie des Reichsrates und die dazu gestellten weiteren Anträge nersj-ied'ner Parteien der Regierung als Material überweise Die Regierung loll? sich dachst b-kos'-n und dein Ausschutz in allernächster Zeit ihre Stellungnatme dazu Dieser Antrag wurde von der« o z i a l d e m o k r a l i e, dem Aeutrum und der Vottspartet unterstützt. Nur di« Baye- rische Volkspartei lieh durch ihren Vertreter Rauch erklären, daß sie miichestens sofort noch die Autonwbilzölle erledigt wissen möchte. Der Abg. Rademacher versuchte danach noch ein letztes Manöver, iichem er beantragt«, die noch ausstehende Abstimmung über die A l u m i n i u in z ö l l e ebenfalls so lange auszusetzen, bis sich die Regierung über die anderen Industriezölle geäußert habe. Der Ausschuß lehnte jedoch diesen Antrag ab und nahm die Aluminium- Zölle in der von der Regierung vorgeschlagenen Form endgültig an mit einem Ergänzungsanirag, der von den Rcgiernngsparteic» über Aluminiumspäue nachträglich noch eingebracht worden war. Die Abstimmung über die Entschließung der Regierungsparteien soll zwar erst Mittwoch vormittag statt finden, jedoch stoht jetzt schon fest, dah diese Entschließung angenommen wird und infolgedessen die weitergehenden Anträge auf Erhöhung der Industriezölle oorläusig erledigt sind. Der Ausschuß mutzte hier seine Beratungen abbrechen. Man einigte sich schlichlich darauf, die nächste Sitzung Mittwoch, morgens 9 Uhr. beginnen zu lassen. Man will dann sofort in die Spezial- bcratung der A g r a r z ö l l.e eintreten. Giaatsgerichtshof/Hugenbergentscheid Die Verhandlungen in teipsig. Leipzig, 17. Dezember. Der Staatsgerichtshof trat heute zusammen, um über den Antrag der Dcutschnotionolen Dolkspartei zu verhandeln. Der Antrag lautet: „Der Staatsgcrichtshof wolle bcschliehcn, datz die Teilnahme der preußischen Beamten am Vollsbegehren und Volksentscheid grundsätzlich zulässig und daß die dagegen gerichteten Kund- gedungen des preußischen Staatsministeriums verfassungswidrig sindk" Das Land Preußen beantrqgt, die Klage als unzulässig zu ver- werfen, evtl. sie als unbegründet zurückzuweisen. Noch Erörterung der Vorfrage nahm Rechtsanwalt Dr. Seel- mann-Eggebert dos Wort, um die Aktiolegitimotlon der Landtagsfraktion zu begründen. Ministerialdirektor Dr. B a d t bestritt für die preußische Regierung die Aktiviegitima- tion der deutschnationalen Fraktion. Die Warnung des preußischen Ministerpräsidenten an die Beamten sei kein gerichtsfähiger Akt. Es handle sich nicht um eine Beschränkung des Rechts der freien Meinungsäußerung, sondern um eine Reinigung des politischen Lebens. Der Staatsgerichtshof hat, nachdem im Verlauf der weiteren Verhandlung sowohl der Vertreter der klagenden Deutschnationalen Dolkspartei, Dr. Seel mann-Eggebert, als auch der Ver- treter der preußischen Regierung und Ministerialdirektor Dr. Badi und Ministerialdirektor Dr. Fo erst er vom Reich Ministerium des Innern zu ergänzenden Ausführungen das Wort-rgristen hatten. die weite e Verhandlung auj Mittwoch neun Uhrj vertagt. Monopolrente eingetretenen Wertsteigerung viele Millionen draufzahlen müßte. Darum muß die Kontingentierung so kurz wie möglich befristet, und es muß schon heute gesetzlich verankert werden, daß bei einer späteren Abfindung der In- dustrie Wertsteigerungen aus der Kontingentierung keinerlei Verückfichtigung finden. Nicht minder dringlich erscheint im gegenwärtigen Zeit- punkt stärkster Kassennot des Reiches ein Ä b b a u d e r v i e l zu langen Stundung sfri st en der Tabaksteuern. Die Laufzeit der Steuerkredite, die die AigareUenindustrie in An- spruch nimmt, überschreitet die Dauer des Warenumschlags bei weitem: infolgedessen arbestet die Aigarettenindustrie mit einem zinslosen Staatskredit von etwa 140 Millionen Mark. Schon der nur mäßige Abbau der Stundungsfristen bei der Materialsteuer von sechs auf drei Monate, bei der Banderole von zwei Moaten auf sechs Wochen würde der Reichskasss innerhalb eines Jahres aus seinen?lußenständen einen einmaligen Betrag von mehr als Sl) Millionen Mark zuführen können. Wenn die hier angedeuteten Aenderungen und Sicherun- gen durchgeführt werden, dann sind wenigstens die größten Gefahren der ursprünglichen Pläne beseitigt, die Konsum- belastung in ihrem Ausmaß gemildert, und vor allem ist das spätere Staatsmonppol nicht verbaut.. Die jetzigen Maß- nahmen betrachten wir in jedem Falle als eine Zwischen- l ö s u n g, das Ziel bleibt nach wie vor das staatliche Mono- pol, das wir auch weiterhin im Interesse der Staatsfinanzen wie auch im Interesse der Berbraucherschast aufs nachdrück- lichste anstreben werden. Oemagokratie. Kapitalistisches Mitgefühl mit Proletariern. Kein Zweifel: Die aus der finanziellen Zwangslage der Stadt Berlin geboren« plötzliche Erhöhung der Tarife für Gas, Wasser, Elektrizität und Verkehr wird von niemanden als«in« chimmelsgabe aufgesatzt. Sie wird wahrscheinlich sehr bittere Ge- fühle auslösen, besonders bei den Massen, die ohnehin jeden Groschen zehnmal umdrehen müssen, bevor sie ihn ausgeben. Die Neunmalklugen allerdings, die schon seit langem und immer alles vorausgesehen haben, kommen jetzt auf ihr« Rechnung. Sie haben nichts davon gehört, daß Berlin eine Derkehrseinrichtung hatte, die für ihren Einheitspreis von 20 Pf. eine ungeheure Streckenfahrt ermöglichte: sie schwiegen und schweigen über die Tat- fache, daß die städtischen Werke bisher Gas, Wasser und Elektrizität um ein Wesentliches billiger liefern und auch noch der Erhöhung noch liefern werden, als die P r i v a t g e s e l l s cha f- ten, die noch immer«ine» Teil der Vororte Berlins mit der gleichen Ware beliefern. Sie schweigen, well ihnen die st ä d t i- fchen Werke ein Dorn ins Auge sind und sie viel lieber dem Privatunternehmer phantastische Preis« zahlen lassen als ein Werk der Allgemeinheit aufrechterhallen zu Helsen! Zu diesen Neunmalweisen gehört auch das demokratische „Berliner Tageblatt"', das sich seil langem zum Herold derjenigen gemacht Hai. die der Gemeinwirtschost a n den Kragen wollen. In diesem„Berliner Tageblatt' wird die Tariferhöhung zu einer Spitzenleistung demagogischer(nicht demokratischer) Dar- stellung ausgenutzt. Dort erscheint ein gefühlvoller Schrieb von den .arbeitsgebeugten Racken", die„noch«in paar Zenti» meter herabgedrückt' werten. Dort hat nun ,chie kleine Steno- tqpistin", um die„Stempelbrüder', um die Aermsten der Armen' geweint, denen die Erhöhung neue Enttäuschung und neu« Not dring«, von dem„weniger gesund gekochten Essen', das jetzt auf den Tisch« komm«... Das„Berliner Tageblatt' erscheint bekanntlich im Verlag des Haukes Mass«. Der Verfasser des bombastischen Letter» sollte sich also dort einnial umhören, wie seine Rührseligkeit auf die „kleinen Stenotypistinnen' und andere Angestellte wirkt. Es würde ihm dann bekannt werden, daß im Hause Moss« seit Iahren jeg- fiche sozial« Schutzeinrichtungen für Angestellte durch Machtspruch des Verlsger» beseitigt sind, bis keine A n g e- ste Ilten Vertretung geduldet, kein Tarifvertrag abgeschlossen wird. Es dürft« ihm auch die Feststellung nicht entgangen sein, die der Zentralverband der Angestellten kürzlich im ..Vorwärts' veröffentlichte, daß im Hause Masse von den kauf- männischen Angestellten, nach ihren eigenen Angaben bei einer Rundfrag«, im Durchschnitt kaum 150 Mk. monatlich ver- dient werden! Angesichts dieser Totsach« sollte das Blatt des Herrn Lachmann- Masse, das Organ der gesättigten GroßtausleufL und BörsenmaNer» lieber nicht über„avbeitsgebeugte Nacken' und entbehrende Kinder Glyzerintränen vergießen. Ei« wirken unecht. Sie sind nicht demo- kratisch, sondern höchstens— demagokratifch! Hoefth bei Briand. Vorbesprechung für den Haag. Paris, 17. Dezember.(Eigenbericht.) Der deutsche Botschafter in Paris von H o e s ch hott« am Dienstag mit dem französischen Außenminister Briand'ein« Unterredung über die Borbereitung der zweiten Haoger Konferenz. Ausführlich wurde auch die Frag« der Liquidation des ehemals deutschen Eigentums besprochen, über die es zu einer für beide Teile befriedigen- den Einigung gekommen sein soll. BelgischeGozialisten und Gprachenftage Keine Vermittlung zwischen den streitenden iRegierungS» Parteien. Brüssel. 17. Dezember.(Eigenbericht.) Die sozialistisch« Kammerfraktton hat nach ein- gehender Debatte mit 36 gegen 15 Stimmen beschlossen, sich nicht an der parlamentarischen Kommisston über die Sprachenfrage im Mittel- und Dolksschulunterricht zu beteiligen. Sie will den Mehrheitsparteien allein die Verantwortung für den Gesetzentwurf überlassen. Die Mehrheit der Fraktion ließ sich von dam Gedanken leiten, daß es nicht Aufgabe der sozialistischen Opposition ist, die Gegen- sätze innerhalb der Mehrheitsparteien überbrücken zu helfen. Diese Gegensätze sind nach wie vor sehr ernster Namr. Das zeigt u. a. der am Dienstag von«inem liberalen Abgeordneten eingebracht« Gesetzentwurf, wonach die Ellern der Schüler dos Recht haben sollen, die Unterrichtssprache in den Mittel- und Volksschulen zu bestimmen, ein Vorschlag, den die flämischen Katholiken mit der größten Entschiedenheit bekämpfen. Sicherung des 3 Sofortprogramm um Der Reichstag setzte am Dienstag nachmlltag die letzthin unter. brachen« Beratung der Richtlinien f ü r das Wohnungs- wesen und der vielen Anträge dazu fort. Verbunden ist damit ein von mehreren Parteien unterstützter Gesetzentwurf L i p i n s k i kSoz.). der u. a. die ausschließliche Verwendung der Rückflüsse aus öffentlichen Wohnbaugeldern zum Wohnungsbau sichern will. Reichsarbeitsminister Wissel! widerlegt eingehend die Ausführungen des Redners der Wirt- fchaftspartei In der früheren Debatte: Niemand, der die Woh- nungsoerhällnisse kennt und der weiß, wieviele taufend« Familien feit Jahren auf ein eigenes Heim warten, wer jemals einen Blick in die Elendsquartiere geworfen hat, die leider noch immer bestehen, wird sich der Ausgabe emziehen können, an der Beseitigung dieser Uebelstände mitzuwirken. kein objektiver Mensch wird heule bestreiken, daß eine grund- legende Aenderung der wohnungsverhällnisse nur durch um- fassenden Neubau von Wohnungen erreicht werden kann. Wir alle wissen, daß die heutigen wirtschaftlichen Verhältnisse und eine groß« Reihe anderer wichtiger Ausgaben uns hemmen, und daß das Endziel der Verfassung noch in weiter Ferne liegt, nämlich jedem Deutschen eine gesunde Wohnung zu sieben und allen deittschen Familien, besonders den kinderreichen, ein ihren Bedürfnissen ent- sprechendes Wohn- Und Wirtfchoftsheim zu sichern. Die Reichsrichtlinien beschränken sich zunächst auf die drin- aendften Aufgaben, und zwar auf das Herausnehmen von Familien, die mit anderen zusammen in überfüllten Wohnungen leben, auf die Abschaffung abbruchreifer Wohnungen und die bessere Unterbringung der Einwohner, auf die Herausnahme kinderreicher und gefundheit- lich gefährdeter Familien aus überfüllten und unzureichenden Woh- nungen, auf die Schaffung neuer Wohnungen kür diejenigen Arbeiler, die durch Ilmfchichlong oder Rationalisierung der Betriebe mit einer Veränderung des Standorke» zu rechnen haben. endlich auf die Festhaltung der Landarbeiter in ihrer Heimat durch Anstedlung auf eigener Scholl«. Wenn im Ausschuß auch die Ein- richtung einer durchgreifenden Wohnungsaufslcht und pflege gefordert worden ist, und wenn diese Forderung hier belämpst wurde, io stelle ich fest, daß damit gar nichts Neues angestrebt wird, sondern mir die Durchführung und nötigen- falls Anpassung einer schon vor dem Krieg erlassenen Gesetz- gebung. Der Abgeordnet« Lücke hat die von uns vorgelegten Zahlen angefochten, da er sie aber ohne jedes Wort der Kritik in der Zeitschrift„Für deutsche Bodenbesitzer' oerwendet hat, so können diese Zahlen nicht so falsch sein.(Sehr gut!) Wer sich über Woh- nungsnot und Wohnungselend unterrichten will, dem empfehle ich die gleichnamige Schrift des Vereins für das Wohnungs- wefen. Die Wohnungsfürforg« für kinderreiche �amllien liegt ebenso im Interesse der Gesellschaft und der Nation, wie im Interess« dieser Familien selbst. Mu der Wirtschaftspartei glauben viele, daß«ine Abhilfe durch Entziehung derjenigen Wohnungen möglich werde, die nur von einer einzelnen Person bewohnt werden. Aber das sind fast durchweg Personen in vorgeschrittenem Alter, zumeist verwitwete Frauen. Vier Fünftel dieser Einzelpersonen mll eigener Wohnung sind über 45 Jahr« alt, drei Viertel sind Frauen, 51 Prozent verwitwet oder geschieden. Es find also nichi. wie Abge. ordueter Lücke behauptet. Achtzehnjährige, die eigene Wohnungen haben. Dies« älteren Personen können n i cht ohn e weiteres durch Zwangsmaßnahmen, aus.' ihren Wohnungen entfernt, werden. Pas durchschnittliche Lebensalter ist heute um S 3ahr« länger als vor dem Krieg, teil» infolge unserer sozialpolitischen Gesetz- gebung.(Sehr wahr! links.) Wenn aber das Lebenealler so gestiegen ist, dann ist es nicht ver- wunderlich, daß ältere Personen ihren eigenen Haushalt und ihre Wohnung soviel länger besitzen. Die Gesamtzahl derartiger Woh. nungsbesitzsälle ist nur um 2�3 Proz. höher als vor dem Krieg, also für die Lösung der Wohnungefrage nicht sehr wichtig. Die Wohnung und die Habe ist meist der einzige Rest des Vermögens dieser älteren Leute. Ich werde einen Gesetzentwurf, der diesen Leuten die Wohnung nehmen soll, nicht vorlegen. Das kann ja die Wirtschastspartei tun, aber sie sollte dann den Hausbesitz auch oerpflichten, in diese Wohnungen linder- reich« Familien hineinzusetzen!(Sehr gut! links.— Widerspruch der Wirtschaftspartei.) Der Rattonalisierung und Umschichtung in der Industrie muß auch im Wohnungswesen Rechnung getragen werden, wird doch die Arbeiterschaft ihre volle Leistungsfähigkeit erst erlangen. wenn sie auch nicht allzu weit vom Arbeitsplag untergebracht tst. Das Heimst ättengesetz wird zurzeit mit den Ressorts ver- handell. Es wird sich auch mit der Bodenbeschafsung usw. befassen. Za den letzten zehn Zahren bis Ende 1929 sind in Deutschland 1 650 000 Wohnungen gebaut worden. Im Jahr« 1926 waren es 220 000, 1927 bereits 306 000, 1928 sogar 330 000. Spätere Generationen werden diese Leistungen de» deutschen Volke» in den schlimmen Iahren nach dem Krieg weit mehr zu würdigen wissen, als das heute gefchicht.(Sehr wahr! links.) Dies« Leistungen zeigen den Lebenswillen unseres Voltes und sein Streben nach dem Wiederausbau. Wir solllen daraus den Mut schöpfen, mit doppelter Kraft an die Lösung der noch vorhandenen Probleme heranzugehen. Di« Mittel für den Woh- nungsbau dürfen nicht geschmälert, müßten«her verstärkt werden. Di« Richtlinien fordern, daß die Neubauwohnungen den Ein- kommensverhältnissen der Wohnungsanwürter, besonders den Löhnen der breiten Schichten unserer Arbeiterschaft«nt- sprechen. Alle Volksschichten, besonders die mll dem niedrigsten Einkommen, tragen zu der Mieizinsstcuer bei, und es haben deshalb auch die Arbeiter mit geringen Löhnen berechtigten An- spruch daraus, in gesunden Wohnungen untergebracht zu werden. Ich werde mit allen Mitteln darauf hinwirken, daß dieser Grundsatz nicht Theorie bleibt, sondern im weitesten Umfang verwirklicht wird. In Zeiten besonders schwieriger Derhällnisse auf dem Geld- und Kapitalmarkt wie setzt müssen wir zu besonderen Mitteln greifen, um die besonderen Schwierigkeiten zu überwinden. Di« Bau- t ä t t g t e i t im Jahre 1920 war in den großen Mittelstädten im allgemeinen befriedigend. Bis Ansang November wurden in 91 Groß- und Mittelstädte» 116 717 Neubauwohnungen begonnen gegenüber 90 629 in der gleichen, Zeit des Borjahres. Der Zugang in 96 Groß- und Mittelstädten beträgt in der gle'chen Zeit 98 360 Wohnungen gegen 96 662 in den ersten zehn Monaten 1028. Dos Ergebnis der Bautätigkeit auf dem Land« und in den Kleinstädten wird erst nach Jahresende erfaßt. Im vorigen Jahr wurden 7,6 Pro,-,, der Wohngebäude von öffentlichen Körperschaften und Behörden, 20,4 Proz. von gemeinnützigen Baugesellschasten und 72 Proz. durch pri- o a t e Bauherren errichtet. Für die Wohnungen betragen diese Prozentsätze in gleicher Reihenfolge 10,4, dann 30, schließlich 69,6. >4� V 9/ 99 W 9f«4 V tr*9 Vg einen Tag verschoben. Von sämtlichen Wohnun-»en in Wohngebäuden wurden in diesem Jahr in 95 Groß- und Mittelstädten 89.8 Proz. und in den ersten 9 Monaten dieses Jahres 90 Proz. mll Unterstützung aus öffen!- lichen Mitteln gebaut. Die Klagen über- ungenügende Beteiligung des privaten Baugewerbes sind also unberechtigt. Es ist zum über- wiegenden Teil auch an öffentlicten und gemeinnützigen Bauten de- teiligt. Nach den Berichten der Gswerbeaufsichtsbeamten haben von 1926 auf 1927 die Mittel- und Großbetriebe im Bau- gewerbe um 5031 oder 19,1 Proz. und von 1927 auf 1928 nochmals um 1835 Betriebe zugenommen. Ein großer Teil dieser Zunahme dürste auf die Unterstützung des Wohnungsbaus durch die öffentlich« Hand zurückzuführen sein. Die Finanzierung des Wohnungsbau» ist in den letzten Monaten auf wachsende Schwierigkeiten gestoßen, deshalb hat der Rückgang der Bautätigkeit in diesem Jahr wesentlich früher eingesetzt, obwohl genügend Bauvorhaben vorhanden sind, und die Witterungsverhältnisse der Bautätigkeit bisher ununterbrochen günstig waren. Der Oktober weist zum ersten Mole einen Rückgang bei der Anzahl der begonnenen Neubauten auf. Je besser unsere Wohnungen, desto gesünder unser Volk, desto geringer die Ausgaben für Krankheit und Erwerbslosigkeit. Die Bedeutung des Wohnungsbaus für den allgemeinen Arbeits- markt sst allgemein bekannt. Der Herr Abgeordnete Lücke ha: behauptet, daß der„angebliche Inflationsgewinn', der durch die Hauszinssteuer erfaßt werden soll, durch neu« Schulden, die der Hausbesitzer für Instandhaltung seines Hauses aufnehmen müßie, wieder wettgemacht worden wäre. Diese Behauptung hält einer Nachprüfung in keiner Weise stand. Am 31. Dezember 1913 lagen ungefähr 26 422 Millionen Anstaltshypotheten auf dem städti- schen Grundbesitz. Am 31. Oktober 1929 waren schätzungsweise 9063 Millionen neue städtische Hypotheken vorhanden. Bon diesen neuen Hypotheken dürften aber rund die Hälfte auf Neubauten treffen, so daß auf dem Althausbesitz einschließlich der Gewerbe- betriebe höchstens 4,5 bis 5 Milliarden kommen. Dem Reichstag wird demnächfi da» Gesetz über die Verlängerung de» Riieierschuhgesehe» und de» Reichsmietengesehe» zugehen. Schon heute möchte ich bezüglich de» Mietwuchers hervorheben, daß er durch das Mieterfchutzgesetz unter Strafe gestellt ist. Ich habe zum Schluß nur den«inen Wunsch, daß mehr noch als bisher jeder verantwortliche Deutsch« sich einmal umsehen möchte, wie heute noch Millionen unserer Volksgenossen in den elendsten Wohnungen untergebracht sind. Ich wäre dann auch sicl�r, daß nicht nur alle Mitglieder dieses Hauses, sonder» sämtliche berufenen Organe in den Ländern und in den Kommunen mit neuer Arbeitsfreude an diesem Aufgabenkreis mitwirken möchten. In diesem Sinne wünsche ich, daß der Inhalt der Richtlinien im weitesten Umfange in die Wirklichkeit umgesetzt wird zum Segen und zum Wohlergehen unseres Voltes.(Beifall links und In der Mitte.) Frau Dr. Hertwtg-Vünger(D. Vp.) wünscht die Beschränkung des Enteignungsrechts auf die allerdringendsten Fälle. Die Ent- schädigungspflicht müßte bisstimmter geregelt werden, als es in den Richtlinien geschieht. Abg. Mendt(Soz.) ladet die Wirtschaftsparteiler«in, die auf den Tisch de» Hause» ge- legten Photo g.raphiensammlungen der Ortskran- kenkasse Berlin zu besichtigen und daraus das Wohnungselend *u entnehmen. Der Redner fährt fort: Der Wohnungsbau nach dem Krieg muß sich grundsätzlich von dem der Vorkriegszeit unter- scheiden. Das kann man aber nur erreichen, wenn der Wohnuims- bau zu einer Angelegenheit der öffentlichen Hand erhoben wird. Die Richlltmen und unser« Anträge wollen eine durchgreifend« Woh- nungzaufsicht und Wohnungspflege, um die Wohnungskullur des deutschen Volkes zu heben. Di« Wcchnungsaufsicht muß nicht nur die alten, sondern auch die Neubauwohnungen erfassen, und die Wohnungspflege ist aus sozialpolitischen Gründen ebenso notwendig, wie die Wohlfahrt»- und die Iugendwohlfahrtspflege, die bereits bestehen. Es werden dazu keine neuen Beamten angestellt werden. auch die Wohnungspflege wird ehrenamtlich ausgeübt werden. (StäMge laute Gegenrufe der Wirtschastspartei.) Die Wohnungspflege richtet sich auch keineswegs mir gegen den kjausbesißer, sondern auch gegen solche Mieter. M« es nicht verstehen, mit ihrer Wohnung vernünftig und zweckdienlich um- zugehen. Es gibt ja auch heute schon ehrenamtliche Wohmingspflege, aber noch lang« nicht in dem notwendigen Umfang. Ei« werden aber die Wohnungsfrage aus der Dislussion nicht mehr ausschallen, ebenso- wenig, wie Ihnen das gelungen ist als wir unsere sozialpolitischen Forderungen zur Erhallung und Förderung der Arbeitskraft und der Volksgesundhcit betrieben. Im Interesse der Gesunderhaltung des Volkes liegen auch gesunde und ausreichende Wohnungen. Durch die Schaffung eines Reichsstädiebaugesetzes müßte dl« Stadt- und Landplanung geregelt werden, sie kann nicht mehr den einzelnen Gemeinden überlassen bleiben bei ihrer Bedeutung. Der moderne Städtebau stellt ganz ander« Forderungen als der in der Vorkriegszell, wo der Profit anstatt des Menschen im Mittelpunkt stand. Es hat immer einzeln« Hausbesitzer gegeben, die das beste ihrer Mieter wollten, aber diese weißen Raben konnten die all-' gemeinen Ursachen nicht ausschalten, aus denen die Elendsquartiere entstanden sind.(Sedr wahr! links.— Geschrei der Wirtschastspartei.) Wir haben diese Schäden schon in der Vorkriegszeit be- kämpst, wir haben schon damals die Proletarierkrankheit der Tuberkulose im Zusammenhang mit dem wohnungselend dargestellt und Abhilfe gefordert. Die allumfassende Bewegung des Sports und des Manderns ist nichts anderes als der Ausschrei pegen die überfüllten Häusermeer«, gegen unsere Großstädte, die den Men- schen seelisch zerdrücken, gegen die schlechten Wohnungen, in denen 80 Proz. der deutschen Bevölkerung hausen, und aus denen sie sich ins Freie und nach der Sonne sehnen. Spielplätze für Kinder, Erholuixisräume gehören In moderne Wohnungsbauten hinein. Di« notwendige Auflockerung der Großstädte kann stur durch den Klein- Hausbau geschehen. Di« Quergebäude und Hinterhofe müssen ver- schwinden. Frei- und Grünflächen geschaffen werden. Dazu aber ist Grund und Boden nötig, und deshalb müssen die Enteignungs« bestimmungen wesentlich verbessert werden, während heute das Ver- fahren noch unglaublich langstielig und saumselig ist. Man hat die Grobgemeinde im Ruhrgebiet geschossen, weil d'ese Ausgaben über den Rahmen einer einzelnen Gemeinde hinausgehen, und dadurch konnte Bedeutendes geleistet werden. Die Wirtschastspartei behauptet, daß die privat« Initiative aus- geschaltet worden sei. Nennen Sie mir doch einen solchen Fqfl! (Zuruf der Wirtschastspartei.) Sie bauen also nicht, weil Sie daran nicht genug verdienen?(Zuruf der Wirtschaftspartei: Wir haben kein Geld!) Nun also, weil dos Privalkapilal nicht bauen kann, muß eben die öffent- liche Hand bauen! (Zuruf der Wirtschaflsvartei: Die anderen Leute können betteln gehen.— Heiterkeit lincs.f Durch die Verordnung des preußischen Wohssahrtcministers vom 7. Okto:.-er 1026 ist die Zwangswirtschaft gelockert worden: die Hausbesitzer haben für ihre verheirateten Kinder oder auch für sich selbst beim Nachweis des Bedarfs«in Recht auf freiwerdende Woh- nungen. Nun berichtet das Wohnungsam: Bochum, daß dort dieses Recht benutzt wird, um freiwerdende Wohnungen möbliert weller« „Herr Portier, kommenfe mal, bei uns ist der Hahn zugefroren!" Die Schuld derGtadtbantdirektion Wie der Gklarek-Veirug aufgedeckt wurde. junennicten. Solche Fälle beweisen, daß di« Aufhebung der Zwangs- Wirtschaft eine wahre Katastrophe auf dem Wohnungsmarkt bedeuten würde. Für absehbare Zeit kann der Wohnungsbau nur von der öfseul- licheo Hand betrieben werden, weil sonst ein unerträglicher Wucher einsetzen würde. Schon heute sind Wohnungen nicht ju bekommen, ohne ganz erheb- liche Zahlungen an den Hausbesitzer. Die Ncubaumieten sind für die Massen unerschwinglich. Es wird sehr zu überlegen sein, ob nichr an Stelle der schematlschen Zuweisung der Wohnungen durch die Wohnungsämter nach der Eintragung sozial« Gesichtspunkt« matzgebend gemacht werden sollen, damit Einkommen und Woh- nungsmiel« in eine erträgliche Beziehung gebracht werden(Sehr wahr! links.) Die Ergebnisse der letzten Wohnungs-ählung sollten allen, di« eiire ausreichende Wohnung haben, das furchtbar« Woh- nungselend und ihre Pflicht vor Augen führen, zur Abhilfe bei- zutraaen. Wann kommt das Gesetz über Bausparkassen? Wenn es auch nicht für die Finanzierung entscheidend ist, kann es doch auf ethischem Gebiet wirksame hilfsmittel für die Finanzierung liefern. (Lärmende Zuruf« der Komm.) Sie würden sehr zufrieden sein, wenn Sie nur einige Prozente vom deutschen Wohnungsbau in Ztuß- land hätten. In einem lichten Augenblick hat die„Rote Fahne" be- richtet, dah im Jahre 1312 auf den Kopf der Moskauer Bevölkerung 7,4 Quadratmeter, 1330 aber 5,3 Quadratmeter kommen. während in Deutschland auf 100 Wohnungen 10S,Z Familien entfallen, zählt man in Rutzland aus 100 wohmmgen 168,7 Familien. Also reden Sie nicht so große Töne, sonst mützte ich Ihnen noch weitere Daten vorlesen. Stimmen Sie lieber für die Reichsrichtlinien. (Zuruf der Komm.: Täuschung der breiten Masten.) Das sagen Sie, deren� Anträge ein so gewaltiges Maß von Bescheidenheit zeigen, daß Sie darin Sachen fordern, die längst durchgeführt sind!(Grotze Heiterkeit.) Wir stimmen den Richtlinie,, zu, weil sie geeignet sind, die Wohnkultur und die Voltsgesundheit weiter zu heben, der arbei- tcnden Bevölkerung ausreichend« und gesunde Heimstätten zu schaffenl(Beifall bei den Soz.) Abg. Trotzmann(Bayer. Vp.) spricht gegen das vom Ausschutz geforderte baupolizeiliche Reichsrahmengesctz. Abg. Dr. Steiniger(Dnat.) findet an den Richtlinien verschie- denes annehmbar und bespricht das Wohmmgselend in Rußland. Abg. Lipinski(Soz.): Aus den hauäzinesteuerhypotheken, mit deren hilf« Wohnungen gebaut worden sind, slietzen heute etwa 30 bis 40 Millionen im Jahr aus Tilgungsraten und Verzinsung zurück, di« allmählich aus 120 bis 150 Million«« im Jahr steigen werden. Obwohl der Reichs- tag wiederholt einstimmig gefordert hat, daß diese Rückflüsse ausschließlich sür den Wohnungsbau verwendet werden, haben einzelne Bezirke, und zuletzt auch Preußen, diese Beträge für Verwaltungsausgaben verwendet. Der von mir zusammen mit anderen Parteien eingebracht« Antrag will dem einen Riegel vorschieben. Wenn aus dem Hauszinssteuerertrag jährlich 800 Millionen den Ländern zur Verfügung gestellt werden, dann können sie ihre Finger davon lassen, die Rückflüste für Ver- waltungsausgaben zu oerwenden. In bestehende Rechte greift unser Gesetzentwurf nicht ein. EigeiUumsveihältnifse behandelt er über- Haupt nicht. Gemeinden haben mit Hilfe dieser Rückflüste Anleihen verbürgt und ihre Deckung aus diesen Mitteln vorgenommen. Soweit Rückflüsse aus diesen Anleihen vorhanden sind, mutzten auch sie dem Wohnungsbau zugeführt werden. Eine entsprechende Be- stimmung unseres Gesetzentwurfs will das bewirken. Di« Länder können gar keinen Elnfprnch gegen ein solches Gesetz erheben, das nur einen Rechtszuftand klarstellt, der ibsher schon bestanden Hot, bloß noch nicht in völliger Klarheft. Nun will der Entwurf die Länder auch verpflichten, Bericht zu erstatten, welche Rückflüste sie erhalten haben. Das hat der Reichstag schon früher gefordert. Di« von manchen Rednern erwähnte Notwendigkeit einer Ausschutz- bcrawng seh« ich nicht ciu. wenn der Reich»ral Einspruch erheben will, kann er es tun. aber tch glaube, ein« erdrückende Mehrheit Im Reichstag wird diesen Einspruch glatt zurückweisen. Eine Verweisung unseres Gesetzcntwuris bis zum Finanzausgleich wäre sinnlos, denn damit hat er gar nichts zu tun. Auch die sozial- demokratisch« Fraktion im Preuhischen Landtag untelstützt unseren Antrag, denn sie hat sich dort sehr stark gegen die Verwendung der .Hauszinssteuer zu Verwaltungsausgaben gewendet. Die Regelung der Mieten ist letzt den Ländern überlasten. Preußen heabsichtiot, die Mieten auf 150 Proz. der Vorkriegs- miete zu erhöhen. wenn ein Land, dos zwei Drittel von Deutschland umsatzl, ohne Rücksicht aus das übrige Deutschland eine solche Erhöhung vor- nimnft, so ist eine starke Erschütterung unausbleiblich. Ich hafte es deswegen für notwendig und habe einen entsprechenden Antrag gestellt, daß diese Festlegung dem Reich vorbehalten bleiben .soll, weil das Reich die Konsequenzen leichter und klarer übersehen kann und weil im Reich die einzelnen Lönderbedürfnisse nicht so maßgebend sind. Mein Antrag will serner neben die Reick.sregierung und den Rcichsrat noch einen Reichstagsausschutz in dieser Frage einschalten, damit der Reichstag die Kontrolle Hai. Dem volksparteilichen Antrag aus Zlusschutzberatung der Richt- linien bitte ich, nicht stattzugeben. Die Richtlinien können ohne weiteres hier angenommen werden.— Recht bald sollte die Regie- rungsvorlagc über die Gemeinnützigkeit von Baugesellschaften ein- gebracht werden. Die Finanzämter sind sich darüber noch recht un- klar, und das Dorlinor Finanzamt Reander hat es sogar fertig gebracht, die Gemeinnützigkeit einer Baugescll- schast zu verneinen, weil diese Gesellschaft nicht bftliaer baue, als das Prioatkopital, aoer wenn sie billiger baue, den freien Handel und die frei« Bautätigkeit unterbinde, was m ederum nicht gemeinnützig sei.(Lel h. Hört, hört!) Eine gesetzliche Klarstellung ist also unerlählich.(Berfall Unls.) Abg. Schumanu-Leipzig(Komm.): Diese Richtlinien sollen bloß den Masten Sand in die Augen streuen. Der Minister hat ja selbst betont, daß die Richtlinien zneniand verpflichten. Abg. Ducke(Wp) wettert gegen die„ruinöse" Zwangspolitit im Wohnungswesen, ohne deren Aufhebung keine Gesundung mög- lich sei. Die Richtlinien werden unter Adlehming der meisten Anträge der Wirtschostspartei, der Deutschnationalen und der Kommunisten angenommen. Der Gesetzentwurf Lipinskr(Soz.) wird in zweiter Lesung gegen die Stimmen der Wirtschastspartei und der Demokraten a n- genommen. Dem Vorschlag des Vizepräsideiften Ester, auf die Tagesordnung für Mittwoch da» Sofortprogramm zu stellen, nämlich die inzwischen eingebrachten Anträge der Regie- rungsparteien auf Erhöhung der Tabaksteuer und dss Beitrags zur Arbeftslosenoersicherung widerspricht Abg. Torgler(Komm.) mit dem Hinweis darauf, daß diese Gesetz- entwürfe erst abends verteilt worden sind, die vorgeschriebene Frist also nicht gewahrt ist. Abg. Döbe(Soz.): Da dieser Einspruch wohl von 15 Abgeord- neten unterstützt werden wird, mutz ihm stattgegeben werden. Ich bitte aber, sich für die dritte Lesung am Sonntag einzurichten, da sie nicht früher möglich fein wird Dementsprechend wird der Punkt von der Tagesordnung sür Mittwoch abgesetzt. Die Mitttvochsitzimg beginnt erst um 4 Uhr, sie wird kleinere Vorlagen behandeln. Schluß%8 Uhr. Der Stlarek-Ausschuß des Preußischen Landtags vernahm am Dienstag den Stadtbanidirektor Schmitt in Gegenwart der Mitglieder des Kreditausschustes R o s e n t h a l und Mühl- mann, sowie des Stadttämmerers Lange. Der Zeuge Schmitt verlieft eine schriftlich fixierte Darstellung der Entwicklung des Sklarek-Kredits. Der Zeuge äußerte sich sodann über seine Beziehungen zu den Sklareks. Er hat wohl einen gesellschaftlichen, aber keinen persönlichen Verlehr mit ihnen gehabt. Zweimal sei er bei den Sklareks und diese ebenso oft bei ihm gewesen. Ungefähr zehn- bis zwölf« mal war er auf dem Iagdschlotz in Wa�en. Für einen vierwöchigen Sommeraufenthaft mit Familie in diesem Jahr in Waren Hab« er 400 Mark bezahlt. Dieser Verkehr habe ihn in seinem dienstlichen Perhalten nicht beeinflußt. Di« weitere Vernehmung des Zeugen dreht« sich um die Frage, ob die Mitglieder des Kreditausschusies über die Unterlagen der Kredfte unterrichtet gewesen sein mußten. Der Zeuge Schmitt behauptet dos, was jedoch die Zeugen M ü h l m a n n und Rosen- t h o l ganz entschieden be st reiten. Sie hätten sich als ehrenamtlich tätig« Bürger und Stadtverordnete unbedingt aus die' Angaben der Direktion, respektive auf die Kreditkontrollstelle der Stadtbant oerlasten müssen. Aus Befragen mutz Direktor Schmitt zugeben, daß die Kredftgrenz« im Dezember 1928 von 7 Millionen im August 1323 auf 10 Millionen erhöht worden ist. Erst später sei der Kreditausschuß in Bild gesetzt worden, und zwar durch telepbonische Umsroge.(Bewegung.) In der Nachmittogssitzung bekundet Stadtbankdirektor Schmitt, daß er im September 1328 die Sklareks um Abstimmung ihres Kontos mit den Bezirksämtern ersucht habe. Sie hätten aber darum gebeten, bis zum Jahresschluß damft zu warten. Später haben sie ihn sogar ersucht, die Revision bis nach den Stadtverordneten- wählen zu verschieben. Da der Zeuge Schmitt behauptet, ihm sei im Gegensatz zu den Bekundnungen des Overregierungsrats Tapolski nichts davon b«> kannt, daß die Beamtenschaft und die Revisoren der Stadtbonk sich der Kreditgebarung gegenüber den Sklareks äußerst reserviert verhalten haben, werden dazu die Revisoren Fabian und Höge vernommen. Revisor Fabian bekundet, daß er mit seinem Kollegen Seidel im Oktober 1328 das Konto Sklarek geprüft habe. Sie hätten ihrem Bericht den Satz angehängt, daß es sich empfehlen dürste, ebeuso wie sonst üblich, die Bezirksämter zu veranlassen, die Richtigkeit und Höhe des Rechnungsbetrages der Firma Sklarek jedesmal sofort bestätigen zu lassen. Dieser Bericht ist an die Hauptprüfungsstelle gegangen, aber am 22. Dezember 1328 sei ihnen dort bei Brandes von Vertretern der Stadtbant erklärt worden, daß die Form ihrer Aeuherung im Bericht vielleicht beim Magistrat Anstoß erregen könnie, was den Stadlbankdireklorcv, di« den Kredit selbst verwallcten, unangenehm wäre.(Hört, hört.) Sie müßten kritische Zleutzerungen uiiterlasteii und die Nachprüfung der Krodft« dem Kontrollbureou der Stadtbant überlasten. Sie hätten deshalb den Bericht umgeschrieben und nur ge- sagte Die Richtigkeit der Angaben wäre noch vom Kreditkvntroll- bureau zu bestätigen. Zeuge Mühlmann bekundet, datz B ü r g e r m e i st e r S ch o l tz am 13. September unbedingt gewußt haben müsse, daß mit den Sklareks etwas nicht in Ordnung war. Trotzdem hätten die Sklareks am 2 0. September noch 300000 M., a m 2 5. September, also einen Tag vor ihrer Ver- Haftung, 475 000 M. von der Stadtbank abheben können.(Bewegung.) Zeuge Direktor Schmitt meint, daß man damals ja noch nicht hätte wissen können, ob ein« Verfehlung der Sklareks oder ein Ver- sehen des Bezirkeamts Spandau vorliegt. Roch am Tag« vor der Verhaftung hätte der gesamte Vorstand dem Vizepolizeipräsidenten Weiß gegenüber die Sklareks nicht für schuldig gehalten. Der Zeuge Sanschloh von der Reoijionsabtellung äußert sich zu dem Reoisionsbericht der Revisoren Fabian und Seidel dqhin, daß er ein« direkt« Bestätigung jeder Rechnung durch die Bezirksämter bei der Stadtbonk erreichen wollte. Direktor Schmitt habe ihm aber das Protokoll mit dsr Bemerkung zurückgegeben, daß die � Sklorek-Kseoite vom K cedit- kontrolldureau bearbeitet werden und in dieser Form nicht an den Magistrat zurückgegeben werden kann. Diese Bemerkung sei in sehr unwirschem Ton« gefallen. Schon am 13. September habe ihm. Banschloß. Fabian er- klärt, daß di? Rechnungen Bezirksämter nicht zu stimmen scheinen. Ihm war aufgefallen, daß das Bezirksamt Spandau Zahlungen an die Stadtbank über das Postscheckamt geleitet hoben sollt«. Solche Postscheckzahlungen seien aber von Spandau nicht erfolgt: er sei darauf sofort mit Fabian zu Stadtbankdirektor 5) o f s m a n n gegangen, per wiederum sosdrt seinen Kollegen Schmitt verständigt habe. Als er sofort nach Neukölln jähren wollte, um festzustellen, ob auch dieses Bezirksamt Postscheck- Überweisungen gemacht habe,., habe da» Hossmann verhindert mit der Bemerkung, daß dann die Oefsenllichkell aufmerksam wird. Am 14. September hob« seine Rückfrage beim Rendaiften op.m Prenzlauer Berg, ob Postscheckzahlungen gemacht sind, er- geben, daß dort gar nicht so viel Geld in der Kasse gewesen i st. wie eingezahlt worden ist. Davon habe er telephonisch Hoffmonn unterrichiet. Dieser habe ih** daß Direktor Schwill der Meinung ist. man solle zur Aus- kläruug die SNareks selbst befragen.(Bewegung.) Aus seinen Hinweis, daß man hoch Beschuldigt« nicht über ihre eigenen Verfehlungen befragen könne, meinte Direktor Schmitt, daß sie zu schwarz sehen. Am Mittagmi»Ionsprozeß. Im Kieler Muni- tionsprozeß wird voraussichtlich am Mittwoch, nachdem die Beweis- aufnähme geschlossen werden tonnte, mit den Plädoyers begonnen werden. Das Urteil dürfte eventuell noch im Laufe des Mittwoch- nachmittags gefällt werden. Arbeiter als Grubenbesitzer. Ein gelungenes Experiment des spanischen Bergarbeiterverbandes. Der spanische Bergbau steckt schon seit Iahren in einer Dauer- k r i s e. Auch die spanischen Bergbauunternehmer, die nicht Besitzer, sondern nur Pächter der dem Staate gehörenden Zechen stiiö, versuchen diese Krise mit den gleichen„probaten" Mitteln des Lohn- drucks, der Arbeitszeitverlängerung usw. Herr zu werden wie ihre Kollegen aus anderen Ländern. Der Pächter der Zeche„San B i c c n t e" war derart in Schwierigkeiten geraten, daß er seinen Arbeitern im März 1926 schon den Lohn für drei Monate schuldig war, so daß die Bergarbeiter schließlich die Arbeit einstellten. Bevor die Bergarbeitergewerkschaft gegen den Pächter gerichtlich vorging, bahnte sie Berhandlungen mit ihm an, die zu solgendcr notarieller Abmachung führten: Die osturisch« Bergarbeitcrgemarkschast bewilligte dem Pächter eine Anleihe von 90000 Peseten, ausschließlich zur Zahlung der rückständigen Löhne, mit 0 Prozent verzinsbar. Bom Mai 1926 an sollten der Gewerkschaft bis zur Ainortisotion der geliehenen Summe monatlich 10 000 Peseten zurückgezahlt werden. Der Berband behielt sich das Recht vor, bei Nichterfüllung der Ab- mochungen die Zeche so lang« zu beschlagnahmen, bis die geliehene Summ« entweder zurückgezahlt oder anderweitig vergütet worden sei. Nachdem der Bertrag notariell beglaubigt war, und der Pächter die 90 000 Peseten erhalten hatte, wurde die Arbeit wieder auf- genommen. Als jedoch an dem vereinbarten Tage die rückständigen Löhn« ausgezahlt werden sollten, stellt« sich heraus, daß der Pächter der Zeche mit dem geliehenen Gelds auf und davongegangen war. Das Exekutivkomitee des Bergarbeiterverbandes war nun in eine Situation geraten, die zu meistern nicht ganz einfach war, zumal ihre Borschläge an die Arbeiter, die Ausbeutung der Zeche s e l b st vorzunehmen und sich dasür von der Gewerkschaft entlohnen zu lassen, infolge kommunistischer Quertreibereien bei der Belegschaft wenig Gegenliebe fanden. Die Arbeiter verlangten kategorisch die Zahlung chres rückständigen Lahnes. Notgedrungen wandte sich der Verbandsvorstand an die spanische Regierung mit dem Ersuchen, ihm gegen Verpfändung der Bolks- Häuser im Werte von etwa 2 Millionen Peseten 150 000 Peseten zu leihen. Die Regierung bewilligte diese Summe, von der nach der Auszahlung der rückständigen Löhne und der Begleichung anderer Verpflichtungen noch 3000 Peseten als Betriebsfonds für die Zech« übrig blieben. Die Gewerkschaft übernahm auch von den Schulden des geflohenen Pächters 600 000 Peseten. Das Berwaltungs- komitee der Zeche wurde gebildet aus dem Dorsitzenden des spanischen Bergarbeiteroerbandes Manuel Llaneza, dem Schriftführer Ramon G. Peöa und dem Vorsitzenden der asturischen Berg- arbcitergewerkschaft Amador Fernand«;. Der gewerkschaftlichen Zechenlcitung wurden nicht nur von den Unternehmern, sondern auch von einem Teil der Belegschaft infolge kommunistischer Einslllsie große Hindernisse in den Weg ge- legt. Das Verwaltungskomitee mußt« schließlich mit disziplinarischen Maßnahmen vorgehen. Bis Ende 1926 hatte die gewerkschaftliche Zechenverwaltung bereits 100 000 Peseten Gewinn erzieU und ging nunmehr daran, die Zeche technisch zu modernisieren. Neu« Maschinen und Pumpen wurden angeschafft, eine Klinik errichtet, sanitäre Anlagen für die Arbeitek geschaffen usw. Als die spanische Regierung 1927 an Stelle des Siebenstundentages in den Zechen den achtstündigen Arveitsag einführte, behielt die Zeche„San Vicente" den Siebenstundentag bei. Der Lohn ihrer Arbeite'- liegt um durchschnittlich 1,5 Peseten höher als in den anderen Zechen. Den Arbeitern wird weiter die Kohle für ihren eigenen Bedarf frei geliefert, während die Arbeiter der übrigen Zechen pro Zentner Kohle 1 Peseten zahlen müssen. Die Arbeiter haben einen Anspruch auf freie ärztliche Behandlung. Zur- zeit prüft die Grubenverwaltung die Frage, ob sie den Arbeitern 14 Tage bezahlten Urlaub gewähren kann. Sie hofft, diese Absicht im Jahre 1931 verwirklichen zu können. Trotz all diesen erhebliche Kosten verursachenden Maßnahmen ist die Ausangsschuld von 600 000 Peseten vor kurzem bis auf 140 000 Peseten abgetragen worden und dürfte Ende dieses Jahres gänzlich beglichen sein. Während die übrigen Zechen aus der Finanz, und Zlbfotzkalamität nicht herauskommen-und ihre Arbeiter oftmals stärk verkürzt arbeiten oder gänzlich feiern müsien, ist auf der Zeche„San Bicente" in der Zeit der gewerkschaftlichen Verwaltung nochkeinTagausgesetztoderverkürztge- arbeitet worden. Die Bergarbeitergewerkschaft will mit diesem Experiment der Regierung beweisen, daß die Mißwirtschaft in den spanischen Zechen lediglich auf die Unfähigkeit ihrer Verwalter zurück- zuführen ist und nur durch«ine wirtschaftliche Betriebs- f ü h r u n g, möglichst in staatlicher Regie, behoben werden kann. Der Beweis ist den spanischen Bergarb eüerführern glänzend gelungen. Wie die Reichsbahn verhandelt. Provozierung des Personals. � Seit fast drei Jahren wird zwischen der Hauptver- waltung der Reichsbahngesellschaft und den G e w e r k- s ch a f t e n über die Neufassung des Tarifvertrages verhandelt. Als dieser Tage die Verhandlungen in Goslar nach einer längeren Unterbrechung wieder aufgenommen werden sollten, zeigte sich, daß die Verwaltung in ihrem als Verhandlungsbasis vor- gelegten Entwurf die bisherige Derhandlungsgrundlage vollständig verlassen hat und wesenttiche Verschlechterungen gegen- über dem bisherigen Zustand plant. Die Unterhändler der Tariforganisationen haben den Entwurf abgelehnt. Ein Wciterverhcmdeln war für st« unmöglich, da die Vertreter der Hauptverwaltung erklärten, sie seien nicht in der Lag«, irgendwelche von der Vorlage wesentlich abweichende Zu- geständnisse zu machen. Die Tariforganisationen werden in den nächsten Tagen zu der durch den Abbruch der Manteltarisverhandlungen geschaffenen Lage gemeinsam Stellung nehmen. Buchdrucker, schützt euren Verband! ilnfähige und Schädlinge als Kandidaten der KPD. Uns wird geschrieben: Di«„Rote Fahne",„Welt am Abend" und„Berlin am Morgen" wetteifern in der Besudelung der Buä�druckersunttionäre. Der jetzt zur Wahl stehende 1. Vorsitzende Braun,>der seit 24 Jahren führend im Berliner Gauvorstand tätig ist und seit 46 Jahren in der Arbeiterbewegung viele ehrenamtliche Funktionen ausgeübt hat, feit 1923 aber erst angestellt ist, wird von den kommuivistischen Schimpforgonen als„kleinbürgerlicher Spießer" hingestellt, Die Opposition stellt ihn Walter Wolf gegenüber, der seit 6 Jahren in kommunistischen Parteibetrieben, äugen- blicklich als G e s ch ä s t s s ü h r«> in der„Roten Fahne" tätig ist. In seiner freien Zeit beschimpft er die Gewerkschaften als„Gelbe" und arbeitet auf die Spaltung unseres stolzen Verbandes hin. Als 2. Vorsitzenden hat die„Opposition" M o h l o vorgeschlagen. Dieser Mahlo ist eine Nummer für sich. Er ist ein ganz Schlauer und führt die Beschlüsse der KPD. durch, ohne dieser Partei an- geblich anzugehören, weil er olles besier weiß, als SPD. und KPD. zusammen. Bon feinen Vorstandsmitgliedern nimmt ihn niemand ernst, da er um 3 Uhr nicht mehr weiß, was er um 2 Uhr gesagt hat. Das Verbandsorgan, der„Korrespondent", wird von ihm und seinem Vorstand nicht mehr als Publtkationsorgan des Maschinen- setzervereins anerkannt und benutzt. Dafür wird das„Mitteilungs- blatt der Maschinensetzer" von ihm zu Anwürfen gegen die Funk- tionäre der Organisation und als Sprachrohr der ZkPD. verwandt. Freigang, Krusemark und Schmidt sind völlig un- beschriebene Blätter in der Orgamsation. Eine Ausnahme allerdings macht Freigang, der sich als Betriebsratsvorsitzender von Maurer u. Dimmick als Hausknecht der KPD. betätigt hat und bei Ent- lassungen den Kollegen der Amsterdamer Richtung selbst in zweifelhasten Fällen, den Klageweg zum Arbeitsgericht ver- sagt«. Hierbei hat ihm Otto Mahlo hilfreiche Dienste geleistet. Mit Döring könnte man Mitleid haben, da ihm die tasten- technischen Kenntnisse als Gaukassierer völlig fehlen. Kollegen! Bewahrt die Organisation vor diesen Schädlingen der Arbeiterbewegung, die aus«in« Zertrümmerung unseres Verbandes hinarbeiten, und wählt nur die Kollegen der Amsterdamer Richtung: Roberl Braun. Rudolf Albrecht, Hermann Schleffter, Hermann Bühles, Paul Bortz, Adalbert pielsch. Die Knorr- Bremse wählt am Zreitag. Entkleidete„revolutionäre Klassenkämpfer". Am Montagabend fand eine ausgezeichnet besuchte Versammlung der Belegschaft der Knorr-Brems« in der Schulaula Markt- straße stalt. Die Aula war überfüllt, viele mußten sich mit Steh- platzen begnügen. Der Bevollmächtigte des Metallarbeiter-Derbandes, Genosse Urich, sprach über die Frage der Möglichkeit einer außer- tariflichen Zulage. Urich kam zu dem Schluß, daß der jetzt gültige Lohntarif im nächsten Frühjahr gekündigt werden müsse. Darum müsse, heute schon die Arbeiterfront geschlossen werden. In der Diskussion versuchten die anwesenden Kommunisten zunächst, sich mausig zu machen. Sie wurden aber bald recht kleinlaut. Es wurde festgestellt, daß der„revolutionäre Klassenkämpfer" M ä r t i s ch seinerzeit Gauleiter im Roten Frontkämpfer-Bund gewesen ist. aber wegen Beruntreuung en aus dem Bund wie aus der KPD. ausgeschlossen wurde. Heut« hält chn die KPD. für würdig, der Arbeiterschaft der Knorr-Bremse als Lelriebsratskandidat präsentiert zu werden. Ob aber der Belegschaft auch so„großzügig" ist wie die KPD., wird sich am Freitag zeigen. M, suchte sich daraus hinauszureden, daß sein Ausschluß„wegzn persönlicher Dlsscrenzen" erfolgt sei. Es hat wohl noch niemand angenommen, daß Unterschlagungen„unpersönlich" sind, Der zweite„revolutionäre Klassenkämpser". der im bengallsoim Licht erschien, ist der kommunistische Kandidat Fischer. Er war einer der vier Entlassenen, deren Entlassung infolge Eingreisens des Betriebsrats wieder zurückgenommen wurde. Das fiel der Direktion um so leichter, als Fischer zu jenen„g l o r r e i 6, e n Barrikadenkämpfern des I.Mai" gehört, die als cchle Drückeberger am 1. Mai gearbellek haben. Der«ine sinkt in die Knie, als er entlassen wird, unterschreibt demütig und gehorsam die Ausgleichsquittung: der andere quittiert gefälschte Rechnungen: der dritte benimmt sich wie ein Gelber. Alle zusammen sind Hampelmänner der KPD., um die Arbeiter zu spalten. Am Freitag muß die Antwort lauten: Jede Stimme der Liste l. Nie Beiriebswirtschast der Reichsbahn. Kritil des EinheitsverbandeS. Die Betriebs- und Beamtenräte des Ciicheitsosr» bandes der Eisenbahner haben aus ihrer Reichskonferenz eingehend zur Betriebswirtschaft und zu den Arbeits- Methoden der Reichsbahn Stellung genommen. Die Vorstandsmitglieder A p i tz s ch und Jahn erläuterten die grirnd- sätzliche Stellung des Verbandes. Die Houptgesichtspunkte sind: die Gewerkschaften treten ein für den technisch-organisatorischen Fort- schritt, sind aber gegen verschärfte Ausbeutung der Arbeitskrast durch falsche Rationalisierung. Sie sind für Erweiterung des Absatzes auf Grund gesteigerter Produktion durch Erhöhung des Reallohnes, aber gegen die Auslieferung der Arbeitermassen an das Elend der Ar- beitslostgkeit. Die Vorbedingungen für den Erfolg dieses Kampfes ist die Stärkung der Macht der organisierten Arbeit und ihr Ein- dringen in die Organe des Staates und der Wirtschaft. Je stärker die Machtposition der Gewerkschaften, desto fester auch der Unter- grund für die gesetzlichen Velriebsoer tretungen. Ohne Gewerk» schasten keine Räte! Anläßlich der Erörterung der Eryebmsse der Betriebswirtschaft bei der Reichsbahn wurde festgestellt, daß der Personal st and sich seit 1925 um 4,4 Proz. oermindert hat. während die Leistungen ständig g« st i e g e n sind. Gegenüber 1925 be- tragen die Leistungssteigerungen in Prozenten: bei den Aus- besserungswerten 27,2, Güterböden und Umladehallen 12,1, Bahn, Unterhaltungen IQ, Betrieb 22: die durchschnittlich« L« istu n gse stelgerung beträgt 17,9 Proz. An den gegenwärtigen Arbeitsmethoden der Reichsbahn wurde in der Aussprach« scharfe Kritik geübt. Die Bemühungen der Ver- bandsleitung zur Sicherung eines möglichst weitgehenden Schutzes der Arbeitskraft gegen ungerechtfertigte Ausbeutung fanden allseitig Anerkennung. Aus sozialdemokratische ZnitiaNve beschlossen die gesetzgebenden Körperschaften des Freistaates Danzig noch deutschem Beispiel den 5- U h r- L a d e ns ch lu ß für den Weihnacht?» abend, auch darüber hinaus den Ladenschluß zum gleichen Zeit-- punkt auch für die Vorabende des Ost er- und Pfing st festes. Rur die Konnnu nisten machten dem Gesetz- entunirf Schwierigkeiten. fftreieGewertschafts-Iuaend Berlin. Sollt. Mittwoch. ISVj Ilbr. tage» fct« Stuoptn: CUra, eitbrotiltii; Srupptnbtim etoW. Iugtnichom Ponkftr. 11 tlsabokgtbäude). See irofi:»Di« itenu im Sausball urtb Struf.— RtuIüDn ttnb Stttnan*. plat: Setafle. 29(SoO. Wtibnachlslei««.— Renltnm: Iuatntdei« Rtbbcnults StreSe 24—25. Bei uns ist Slinununn.— Beilen!««: chrupvenhoin Wöß-n» !««, Dorlftr. SB. Wohnachlsttler.— Ra«dring: Iuatndheim Echul« Sonnen» durfte« Sir, 30. varlraft:»Di« grau in der SWiflion*.— kaumschnlenweg: Zuarndbeim Baumschulenweft. Srnstftr. 16. Unlnchaltunftsabe nd.— ilchluuft. Voranzeige! Winlersonnenwendfeier der ssreien Sewerkschattsiuftenb am Sanirlaa. 22. D«»mb«r. um 1714 llbr. am Sell!«« bei Bernau. Aus dem Bro- fttnmm: Musik, Rezitation,©etenq. Svrechchor. Teilnahme nur mit Karlen. Unkostenbeilroq 25 Pf. Karlen sind In den Zuftendftrunnen der Verband«, in den Bezirksiuqendftrupven der WZZ. und in der Sfreiftemcrkl'chafil'choe Zuaendzenlral«. 5 immer 7», zu baden. .�Udendaruvve des �ensrawerbandes der Anaefteltten WM beule. Mittwoch, bilden solftende DeransialNinaen siatl: Seiunb, x—' brnnnen: Jugendheim Schön fledlsir. 1 fLediftenheimi. 6. Tr. Pro!-» da tische Weihnachten.— Osten: tzuftendheim der Schule Litauer Str. 18. Bor. traft:„Arbeilerdichler und ihre Werke". Referent Wilhelm Lewinski.— Rordoslr Iiiftendheim Danzifter Str. 63 l Baracke 3). Iulklarw mit Kaffee und Kuchen. — Sita lau: Jugendheim der Schule©osilersir. 61, Boriraq,„Die paria'.l.n. torischen Parteien in Deutschland". Referent Seinz Mann,— Reulölln:* guftendheim?öhmise Sit. 1—4. Ecke Kanner Strafe. Dunkle©esialle» er, zählen«rufelifte Geschichten.— Südost: siiiaendheim Wranftelstr. 128. Boriraq: »Der Sozialismus ron der Utopie zur Bissenschast". Referent Dr. Schütte— Spandau: Iuqendheim Lindenufer 1. Vor'roq:»Die ssrau und der So.valis» mus". Referent Briftitte Schneider.— Potodam-Rowawe,: Iuftendherberqe Rowawcs. Ptiesterftrasie. Lichtbildervortrag: �Lintcrbilder der deutschen Alpen". Verantwortlich'ilr Politik: Dr. Cnti©euer: WirllchaU:®.»lingelb-ier: ©ewcrkschaitsdewegung: Z. etlin«! Feuilleton:«. S. löschet: Lokole, und Sonsiloee: ffti»«arftödt: An, eigen: Tb.©locke: sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwärts-Veelag©. m b. S. Berlin Druck: Vorwärtz-Buchdruckerci und Lerlagsanstalt Paul Singer u. Do.. Berlin SW 68 Linden strafe 8. Sienn t Beilage und»llnterbaltnnn und Wissen". lviüÄvyckj m m ../>>.'-.TV-: M * 22 0� % M jedes Pfund OekilaieP- Margartno lRßichcIliÄeraDe?*«t!D, oder ßeidiellUUörfcinsle* nal00 irlVJ r* v..•:< •3££ -K? 9•-• sowie >!>Jl v* :V,V »15 -dtiteP1� Auf ->,« 5 Pfund Reiche It11 eden Beutel sowie tttvi Auf jedes halbe Pfund töffee zu Mark 2.« 1.90 � 150 � /taugrnehl 155 ————————■»_ einen Weihnaditsmani! aus feinster Schokolade r-A'-v# WWW 3lr. 591* 46. Jahrgang i. Beilage des Vorwärts Mittwoch, IS. Dezember 1929 Noch immer Weihnachtsmarkt unb Schäferin. Nußknacker stehn mit dickem Kopf bei Jud' und Schornsteinfeger, chier hängt ein Schrank mit Kell' und Topf, dort hegt den Hirsch der Jäger. Hier ruft ein Kuckuck, horch! und dort spaziert ein Storch, mit Aepfeln prangt der Tannenbaum und blinkt von Gold- und Silberschoum. Zu Pferd paradiert von Blei ein Regiment Soldaten, ein Sansfacon sitzt frank und frei gekrümmt— und münzt Dukaten... Und, weil so hell der Nachtstock brennt, voll Freud« alles durch- einander rennt."— In den 80cr Iahren werden in Berlin besonders die Zauberkösten, Lehr- und Befchäf- tigungsfpiele und das Dllettmtieitmerkzeug erwähnt, und von der Weihnachtsausstellung 1889 wird als Weihnachtszauber vor dem Rathaus in der Konigsiraße. Die Reste des M-Berliner Weihnachtsmarktes, die auch In diesem Jahre bis zum 27. Dezember einige Straßen besetzt halten (Petersbirrger Straße, Warschauer Straße und kleinere Budenwinkel an verschiedenen Stellen), können bekanntlich auf ein« glor- reiche Bergangeicheit zurückblicken. Haupt- fächlich wurde damals Spielzeug feilgeboten. Das Praktische war maßgebend bei der Auswahl der„Spiel. fachen", denen auch Gebrauchsgegenstände beigezahlt wurden. So berichtet ein Schreiben von 1S7Z, daß Geschenke„zur Christ. bescheerung" ganz oder teilweise beim Holzschneider, Drechfler, Tischler, Schlosser, Riemer, Glaser, Buchbinder, Schneider, Maler und Schreiber in Arbeit gegeben wurden. So galten damals als Spielsachen:„Samtene Betbücher, Böcke zu Bratspießen, Mörse! (Mörser). Barbierbecken, Fischtiegel, Badefässer, Bratpfannen, Gieß. kellen, Leuchter, Rechenpfennige. Reibeisen, Schlüsselringe, Wärme- pfannen..* Auch„2 Ruthen im Preise von 6 Pf., gemalte Körbe und gemalte Schachteln, ein« Wiege aus Draht, vier Spiegel für dje Nähkissen(zu 3 ff. 4 Er.), eine Henne mit Jungen(Schnitzwerk), ein« Jagd(geschnitzt), Hundehalsbänder, Schlitten und Zaumzeuge" werden als Weihnachtsgaben genannt. Die Spielsachen nehmen somit einen sehr bescheidenen Platz ein, dagegen überwiegen messingene, kupferne und eiserne Gegenstände, Getüch, Steingut, Zinnwaren, Konfekt und Süßspeisen. Schon mn 1750 bringt der Berliner Christmarkt eine große Aus» mahl von ausgesprochenen Spielsachen. Di« Berkäüfer preisen besonders die.üDukatenminmchen" an, rufen ihre Hampelmänner, Walddeubel, Zinnsoldaten, Schaukelpferde. Flinten, Trommeln, Trompeten und wohlriechenden Wässer aus"..„Kauft die Schäfchen, een Dreier, een Sechser der Bock! een Groschen die Knarre.. Um 1830 zählt Aug. Schmidt-Werncuchcn in seinem Gedicht„Der heilige Abend" die Spielsachen seiner Zeit aus:.Hier nickt der Säge- mann, dort grünt ein Busch mit Lämmern drin, bewacht von Hund Die Budenstadt in der Petersburger Straße. „Neuheit" genannt„Las Telephonspiel" und„Die Reis« nach Amerika"(Gesellschaftsspiele), ferner Kinderoutomaten mit Schoko. ladenfullung, durch Luftdruck springende' Tiere und Variationen von Zinnsoldaten. Die ersten Berliner„Weihnachts-Annoncen" erschienen 1784, also vor 145 Jahren. So war in der.„Königlich privilegierten Berlinischen Staats- und Gelehrten.Zeitung" verkündet:„Der Kaufmann Catsl in der Brüderstraße macht einem hochverehrten Publica bekannt, daß er den diesjährigen Chrsstmarkt wie gewöhnlich den 8. Dezember eröffnen wird. Das Derzeichnis seiner Waren wird täglich gratis ausgegeben: eine Landschaft mit einer Wasserkunst und alten Gebäuden, welche durch die neue Pansenompe erleuchtet werden wird, möchte vielleicht nicht wenig Beifall als die. vorigen Stücke erhalten." Eine zweite Annonce zeigte an,„daß der Karton- Fabrikant Kubitz auf den: Weihnachtsmarkt verschiedene aus Papier gefertigte Waren zum billigsten Preis zum Verkauf halten wird". Ab 1800 wurden die Wcihnochtsausstellungen förmlich Mode. Den Weihlrachtsinseraten von 1810 zufolge boten picht nur Firmen der verschiodsnften Branchen ihre Weihnachtsneuheiten an. sondern auch Dergnügungslokale versuchten,«in Weihnachtsgeschäft zu machen. Sprechchor für proletarifchc Feierstunden. Die nächste Uebungs- stunde findet am Freitag, dem 20. Dezember, abends 7% Uhr. im Gesangssaal der Sophienschule, Wemmeisterstrahe 10— 17, statt. Schlagende Wetter! 65 Grubenarbeiter unter der Erde eingeschlossen. New Bork» 17. Dezember. Durch eine Schlagwetterexplosion wurden in einer Kohlengrube bei Mac A l l i st e r sOklahama) SS Grubenarbeiter 1230 Meter unter der Erde eingeschlossen. Die Ausgänge sind versperrt. A« der Rettung wird fieberhaft gearbeitet. Bisher wurden zwölf Tote und zwei Verwundete gc- borge». Die Hoffnung auf Errettung der übrigen Arbeiter ist gering. Llnruhen in Frankfurt a. M. ZvischenfSlle bei Demonstrationen der Erwerbslosen. Franksuri a. ZlL. 17. Dezember. Nachdem die Kommunisten bereit» gestern Kundgebungen ver. anstalkel hallen, kam es heule in den Abendstunden zu einer großen Demonstration der Erwerbslosen. Gleich. zeitig mit dem Beginn der Stadtverordnetenversammlung um 17 Ahr. tu der über eine lveihnachlsbeihilse für die Erwerbslosen Beschluß gefaßt werde» sollte, fanden an zwei verschiedenen Plätzen der llnneustlld» große Kundgebungen der Erwerbslose« statt. Die Teil. nehmer setzten sich nach Schluß der Kundgebungen im geschlossenen Zuge in der Richtung ans das Rathaus in Bewegung. Die gesamten Dollzeikräfte sind aufgeboten. Das Rathau» ist in weitem Umkreis abgesperrt. Berlehungen von Dollzisten und Demonstranten find bereits zu verzeichnen, doch fleht die Zahl der Verwundeten noch nicht fest. Aus eine« Hau» der Altstadt wurde mit Backsteinen aus die PoNzei geworfen. Dabei erhielte» zwei uubeleiligtc Bassaulc» klaffende Kopfwunde« und mußten in» Sraukenhaus gebracht«erden. Die Geschäftsleute in dem von den Kundgebungen berührten Gebiet sahen sich infolge der bedrohlichen Spannung ver- anlaßt, ihre täde« z« schließen. Don Einbrechern niedergeschlagen. Einen schweren Zusammenbruch mst Einbrechern hatte m der vergangenen Nacht ein Wächter der Wachbereitschast Groß-Berlin in der Elsasser Straße. Bei einem Kontrollgang durch da« Haus Nr. 33. in dem u. a. auch eine Schlächterei ist, sah der Wächter, daß die Kellertür offenstand und ging hinunter, um nach- zusehen, wer dort sei. In der Dunkelheit standen ihm plötzlich drei Männer gegenüber, die ihn sofort angriffen. Einem warf der Wächter sein Schlüsselbund ins Gesicht. Ehe er aber noch nach seiner Waffe greisen konnte, hatte der zweite eine B r e ch. stanze erhoben und dem Wächter damit einen wuchtigen Schlag auf den Kops versetzt. Besinnungslos brach de? Wächter zusammen und die Einbrecher ergriffen die Flucht und entkamen leider. Der Wächter wurde aus der Rettungsstelle verbunden. i. t:,, mwaor Jugend im Burgenland. Eine reichsdeutfche Jugendabteilung besucht? unter Führung des Herrn Studienrates Dr. Zwetz im vergangenen «amtner das Burgenland. Im Zusammenhang damit ist ein Austauschunternehmen geplant, wonach burgenländische Jugend«ine mehrwöchige Reise durch dos Deutsche Reich unten, nehmen soll. wmUhuf Gegen Ende des Winters kam Kuno von Prerow zu Besuch. Er wohnte in der Villa von Küsters. Daß das Ver- hältnis zwischen Irene und ihrem Mann sich nicht entscheidend geändert hatte, wußte er bereits aus seinem Briefwechsel mit Hans. Nun ließ er sich von ihm noch mehreres berichten, und Hans erhitzte sich wieder über den Schwager. Solche Aus- brüche waren dem Fieber ähnlich, das Ausgleich und Heilung beschleunigen will. Kuno wiegte traurig den Kopf; je wilder und maßloser Hans empört schien, um so tieferes Mitgefühl schien sein Freund mit dem Schicksal Irenes zu haben. Und er führte sich in das'Haus Albert de Castros ein. um bald für Irene eine unentbehrliche Gesellschaft zu bedeuten. Das war ja prachtvoll, famos. Sie besuchten abends mitunter Konzerte, sie fuhren zusammen ins Theater und hatten am nächsten Abend eine gute Unterhaltung über den Inhalt des Stückes. Albert sah ihn. und sah ihn an, und war wie gegen jedermann schweigsam und höflich. Einmal, als außer ihnen niemand zugegen war. hatte von Prerow ein Gefühl davdn, daß er dem Manne, in dessen Hause er oft Besuche machte, auch eine Art von Einverständnis in bezug auf die Ge- sinnur!g auszusprechen habe. Er behauptete, durch eine Bro- sSüre de Castros seinen Ideen nähergekommen zu sein. „Manches", sagte er,„prachtvoll, famos." Aber auch dazu schw eg Albert: er sah ihn sich nur noch einmal an. Herr Kuno von Prerow war in Berlin, um sich zu amü- sff.rm. Er war ja auch jung warum nicht? Snne Unter- Haltung beschränkte sich n cht auf die Besuche im Hause de Castro und in Theatern mit Frau Irene— nein, er erkundigte sich gewöhnlich früh morgens bei einem Bekannten durchs Telephon, wo ihm der Abend Zusammenkunst mit sehr schönen Mädchen verspräche— und wenn der Abend ihm das nirgends versprechen konnte, dann war ja auch noch die Villa de Eastro da. Er lebte im Leben— warum nicht? Aber mit Albert de Castro, der so höflich und kalt zu schweigen verstand,«in Gespräch über die Broschüre zu wagen, die Albert m Nächten und Taqesarbeit seinem Sekretär diktiert hatte, jenem ehemaligen Kranken au, Gottlosigkeit— da» hätte Herr von Prerow nun doch nicht tun sollen. Herr von Prerow erkannte eben nur«inen Anstand an, eine Sitte, einen Adel— nämlich den, von dem er selber war. Den Adel der Innerlichkest respektierte er nicht. Bei der Unterhaltung unterbrach er andere Menschen sehr oft, sich selber übrigens auch: er füllte einen Besuch mit Worten aus wie ein Kissen mit Federn, da blieb keine Lücke. Aber eines Tages wünschte Albert, mit Irene allein, daß Herr von Prerow fortan nicht mehr kommen sollte. Und da es ja nun ebensowohl Alberts Haus als Irenes war, so konnte man ihm sein Recht, in dieser Sache ein Wort zu äußern, eigentlich nicht bestreiten. Aber für Irene war das dennoch zu viel! Und die Sache, ob Herr von Prerow seine Besuche machen sollte, ob nicht, wuchs sich gewaltig aus. Aber nur von ihrer Seite! Die arme Frau, sie täuschte sich, wenn sie glaubte, er wollte nun mit ihr streiten, wie früher. Nein, er führte einfach seine Bestimmung durch, indem er Herrn von Prerow am Eingang zum Hause durch eine dritte Person die Ungelegenhest seines Besuchs höflich und prinzipiell er- klären ließ. Irene erfuhr erst später davon, nun war wieder ein Ende da. Ja, sie machte Schluß mit diesem Zusammenleben, das keines war. Er nahm ihr ja die letzte Gesellschaft: nichts war ihm hellig, die Gastfreundschaft nicht einmal, er verstand nichts von dem vornehmen Gefühl der Freundschaft, das sie mit Kuno von Prerow verband.— Sie eilte sofort in die Billa ihres Daters. um den armen Kuno von Prerow auf- zujuchen, er war übrigens eben nicht da. Im Hause war man dabei, für die Reise nach Hohenau zu rüsten. Die Knospen schwellten schon an den Zweigen, der Frühling be- gann. Alle reisten, auch Kuno, auch Hans. Da packte Irene entschlossen ihren Koffer. Sie nahm das Kind und stand reisefertig am Morgen da. Sie wollte also nach Hohenau. Aber ex wunderte sich nicht einmal. War er vielleicht diesen Reiseverkehr inzwischen gewöhnt geworden? Oder— plötzlich trieb ihr ein Verdacht das heiße Blut zu Kopfe— waren diese Reisen aus gewissen Gründen ihm vielleicht angenehm? Am liebsten hätte sie ihren Entschluß nun zurückgenommen. Aber Wankelmütigkeit kam ihr mrwllrdig vor. Und er hätte wahrscheinlich dazu noch erraten, was sie bewegte und was sie besorgte.— Rein. Sie grüßte kalt. Und so reiste sie ab. * Die Riesenblätter der Wasserrosen liegen bewegungslos auf dem Teich, der Frühling ist da, der Wind geht sanft, die fremdartigen Bäume, die es irgendwo sonst in der ganzen Gegend zu sehen gibt, stehen rund um das Wasser. Am Ein- gang des Parks, mit zarten Linien, steht gegen den kühl- blauen Himmel des Schloß Hohenau. Die Treppe herab kommt Irene, Kuno von Prerow be- glestet sie. Sie gehen das Ufer des Teiches entlang.. Das Kind— es kann nun schon bedeutend mehr, als mit weifen und dunklen Augen in die Welt hineinstaunen, es kann jetzt schon sprechen und stürmisch gehen— es läuft neben ihnen und voran. Und Kuno von Prerow beginnt ein Gespräch. Er hat ein sehr gutes Urteil über Menschen, von einer schlechten Eheverbindung zum Beispiel vermag er sofort den schlimmen Grund zu erkennen. Er kannte genau den schul- digen Teil und traf den Nagel auf den Kopf. So viel Weis- heit bei so jungen Jahren! Aber er mußte zu seinem Verwundern erkennen, daß eine Frau, die von ihrer Ehe her einen Schmerz mit sich herumträgt, darum noch lange nicht ihren Schmerz einfach abgibt: Da, nimm ihn und wirf meinen Schmerz in den Teich:— und daß ihr der freundliche Tröster nicht das Min- deste bedeutete gegen ihren Schmerz. Da ging etwas Un- besiegliches, Unangreifbares neben Herrti Kuno von Prerow — er konnte es nirgendwo fassen, well es so meilenwest fern von ihm ging, und das war eben das Herz dieser Frau, m das all ihr Denken versunken war. So wandelte sie am Vormittag durch den Park, neben ihr an der Wasserseite Herr Kuno von Prerow, an der an- deren Seit« das Kind mit den braunfarbenen Augen. Mit» unter begegneten sie Hans, der von einem Ausritt nun schon zurückkam. Er ritt langsam und sah vor sich auf den Weg. Ach. während Herr Kuno von Prerow mit dem Rätsel der Frau neben ihm nicht fertig ward, konnte Hans sogar sich über sich selber wundern. Er ritt ja Morgen für Morgen an dem Gut von Prerows vorbei, und da kam sie manchmal mit ihren leichten Füßen an den Weg heran: Freude bewegt« chre Knie und Scheu hielt sie zurück. Gab es denn, wenn er es richtig bedachte, etwas Kostbarerers als Geschenk vom Leben, als den rehbraunen Blick, der aus dem sonnedurch- glühten Gesicht zu ihm auf dem Pferde hinaufsah! Warum ging das durch ihn hindurch wie Musik durch einen in Ge- danken oerlore-en Mann? Er vergaß ihren Bffck. indem er ihn traf. Was machte ihn so vergeßlich? Sffll, still! „Nun adse."— Und er gab plötzlich dem Schwarzen den Sporn. Der Sommer lag heiß auf dem Teich und den Feldern. die Bauern und die Tiere gingen des Weges und sahen«'cht auf. Im Schloß war es still. Aber das war nicht vom schwülen Sommer. Irene konnte Stunden'im Schatten de» Gartens ruhen, mit geschlossenen Augen, aber sie schlief nicht, ihre Lider flirrten, sie hatte Gedanken. Die Gräfin war glück- lich, sie spielte mit dem Kind. Der Graf war hinausgegangen zum Angeln. Hans ritt wahrscheinlich irgendwo durch den Wald.(Fortsetzung folgt.) Mißglückter Raubüberfall. Zuwelenladen als Ziel. Ein Räuber verhastet. Am Dienstag nachmittag gegen 2fe' Uhr wurde von zwei Männern aus die Ehefrau des Inhaber» des Goldwarenge' fchäfts von p i l h u. E o. in der Lindenftrahe 10.9. gegenüber dem.Vorwärts". Haus, und deren Richte ein Raubüberfall versucht. Einem glücklichen Zufall ist es zu danken, daß die beiden grauen mit dem Schreck davon kamen. Einer der Räuber konnte verhaftet werden, der zweite entkam leider. Das Geschäft liegt im selben Hause, in dessen Ouergebäud« das Lindenbad untergebracht ist. In dem Goldwarengcschäft waren zurzeit nur die 60 Jahre alte Frau Lina Piltz und ihre 28 Jahre alte Nichte Eoelin« Piltz anwesend. Der Mann war nicht zu Hause. Gegen Uhr erschien in dein ziemlich großen Geschäft ein Mann in mittleren Jahren, zeigte«inen mit Lichtbild versehenen Ausweis vor und gab sich für einen Kriminalbeamten aus. Er erklärte sein Kommen damit, daß vor einigen Tagen ein Iuwelendieb festgenommen sei, dessen Beute aus dem Piltzschen Laden stamme. Während er mit der Nichte verhandelte, betrat ein zweiter Mann das Geschäft. Auch dieser stellte sich als kriminal- beamter vor. Die junge Dame führte beide in das hinter dem Laden liegende Wohnzimmer, wo die Tante mit dem Sortieren von Schmuck st ücken beschäftigt war. Als sie vom Sofa aufstand und den Männern entgegentrat, zogen beide Pistolen hervor und versuchten die Frauen einzuschüchtern. Frau Piltz schlug nach der Pistole des einen. Dieser versetzte der Frau einen Faustschlag aus den Kopf, würgte sie und warf sie gegen den Ofen. Inzwischen war auch der andere mit dem jungen Mädchen in Kamps geraten. Diesem gelang es, dem Angreifer in einem unbewachten Augenblick zu entschlüpfen und auf den Hof hinauszulaufen, wo es laut um H i l f e r i e f. Die Räuber, die jetzt wohl einsahen, daß ihr Spiel verloren war und daß in der belebten Gegend bald Verfolger auf den Fersen sein würden, rannten auf die Straße hinaus, ohne etwas erbeutet zu haben. Die Hilferufe der Nichte hatten mittlerweile den Heizer des Lindenbades alarmiert. Als der Mann durch den Haus- flur lief, sah er die beiden Räuber gerade aus dem Laden heraus- stürmen. Sie flohen nach der Neuenburger Straße zu. hier stellte sich ihnen ein Aeiwngshändler in den Weg und packte den einen. Der zweite stieß den Händler aber beiseite, so'daß sein Komplice frei kam und die Jagd ging weiter. Vor dem Hause Nr. 30 wurde der eine, der später als der 34 Jahre alte Schlächter Otto Köbel aus der Feilncrftraß« festgestellt wurde, endlich angehalten. Er bc- drohte fein« Verfolger mst Erschießen. Em Schutzpolizeibeamtcr in Zivil schlug ihm die Waffe aus der Hand und rasch wurde er überwältigt. Der Festgenommene wurde auf da« 104. Polizeirevier in der Wilhelmstraße gebracht und hier von Kriminalkommistar Werneburg, der benachrichtigt worden war, einem kurzen Verhör waterzogen. Köbel ist verheiratet und vor einigen Iahren aus Eieleben nach Berlin gekommen. Auf dem Arbeitsnachweis lernte er einen Paul Schröder aus der Gitschiner Str. 35 kennen. Dieser Name stimmt aber anscheinend nicht Schröder wußte, daß in dem Gold- Warengeschäft die beiden Frauen oll ein waren und baute darauf seinen Raubplan auf. Dienstag früh hotte er sich wieder mit Köbel getroffen. Sie nahmen Pistolen mit und hatten auch Stricke bei sich, mit denen sie die Frauen fesseln wollten Die Nachforschungen nach dem angeblichen Schröder sind sosorl aufgenommen. MSWa. Tödliche Llnfälle. Von einem Müllwagen totgequeischt. der der Eine« furchtbaren Tod erlitt gestern nachmittag 2Sjährige Schlosser Georg Schmitz kiewicz an, Attilastroße 61 in Tempelhof. ©ch. war in der Werkstätte der Berliner Müllabsuhrgesellschost in Köpenick, Berliner Straße, beschäftigt. Gegen Vii Uhr war er mit dem Aufmont.ieren eines Hinterrades an einen, ö-Tonnen-Wagen tätig. Sch. lag unter dem Wagen, als sich die Winde, mit der das Gefährt hochgehalten wurde, plötzlich verschob und umstürzte. Der Hintere Teil des Wagens fauste im selben Augenblick nieder und begrub den Arbeiter unter sich: er wurde auf der Stelle getötet. Die Leiche wurde beschlagnahmt und noch der Halle In Köpenick gebrocht. Ein tödlicher St r a ß e n u n f a ll ereignete sich in der Lehderstroße in W« i ß c n s e c. Beim Spielen vor der elterlichen Wohnung lief Sott der vierjährige Helmut Achterberg in einen Viehtransportwagen hinein. Die Räder gingen so unglücklich über das Kind hinweg, daß es bereits auf dem Wege zum Weißenfeer Krankenhaus starb. Rundfunkgroßicnder für Snddeutschlaud. Wir amtlich aus Srullgart mitgeteilt wird, wird der erste deutsche G r o ß s e n-d e r auf der I l l i n g e r höhe bei der Eisenbahnstation Dürrmenz-Mühlacker an der württem- bergisch-badischen Grenze errichiet werden. Entgegen anderslauten- den Nachrichten ist sein« Antennenlei st ung auf 60 Kilo- watr festgesetzt. Der Sender bei Stuttgart-Degerloch wird auch nach Fertigstellung des Grohsei�ders weiter beirieben werden. Weiße und gesunde Zähne.„Da ich schon fest Jahren meine Zähne mit Ihrem hochgeschätzten„Chlorodont" und Ihrer Chloro- dont-Zahnbürstc pflege, so will ich Ihnen mein« Anerkennung für Ihre Präparate entgegenbringen, denn meine Zähne sind so weiß und gesund, daß mich meine Freunde und Bekannten darum beneiden." Gez. Karl Stein, Elversberg/Saar. Gelbstbewilligte Tantiemen. Oer Prozeß um die Aeuköttner Großhandelsgesellschast. In dem Prozeß gegen die Leiter der Zleukollner Großhandelsgefellschafl, Stadtoberinfpektor 5 o i g s. Stadtrat a. D. Groger und Prokurist Heinrich vor dem Erweiterten Schöffengericht Neukölln kamen im weiteren verlauf der Verhandlung eine Reihe sehr eigenartiger Vorgänge aus der Gefchäsissührung zur Sprache, für die die Anklage die Angeklagten verantwortlich macht. Es wurde festgestellt, daß vor einer Revision durch die hauptprüfungsstcll« des Magistrats die Gehattslisten und die Quittungen, aus denen die Zahlungen der vor- Borgs für sich und die Mitangeklagten selbst bewilligten Aufwandsentschädigungen her- vorgingen, oinsach b e i s e i t e g« s ch a s s t wurden. Die be- treffende Angestellte wurde mit den Listen und Belegen nach Hause geschickt und bekam den Austrog, neue Gehalrslisten anzufertigen, die diese Zahlungen nicht enthielten. Zu diesem Zweck wurde die Angestellte von Stadtrat a. D. Groger und dem Proku- irrsten Heinrich zu einer Zusammenkunft in ein Cafe bestellt, wo sie genau instruiert wurde. Die Angeklagten beschuldigten sich gestern gegenseitig und keiner wollte für drese Fälschung verantwortlich sein, durch die die beiden Revisionsbeamten auch tat- sächlich getäuscht wurden, da sie nur die für die Revision besonders angefertigten Listen vorfanden. Die eigentlichen Liften sollen, wie Stadtrot Groger gehört haben will, verbrannt worden sein. Es wurde dann in die Beweisaufnahme cmgetreten und zunächst Bezirksbürgermeister Scholz- Neukölln als Zeuge gehört. Er beantwortete die Frage des Vorsitzenden, ob Boigs als Leiter der Neuköllner Großhandelsgesellschast berechtigt gewesen sei, für sich und die anderen Angestellten Aufwandsentschädigungen fest- zusetzen, dahingehend, daß der Aufsichtsrat und er selbst davon keint Kenntnis gehabt habe und dies auch nicht gebilligt haben würde. Allerdings Hütten die Leiter ihre Spesen für Zechen usw., die durch den Betrieb der Eissabnt notwendig geworden seien, zurück- erstattet bekommen, und der Aufsichtsrat hätte wohl auch nichts dagegen gehabt, daß dies« lausenden Spesen in einen festen Pauschalbetrag umgewandelt worden wären. Der Borfitzenide stellte hierzu fest, daß die Angeklagten ober neben den Aufwands- entschädigungen noch lausende Spesen bezogen hätten, was Bürgermeister Scholz als unzulässig bezeichnet«. Es entspann sich über dies« Frage eine lebhaste Auseinandersetzung, da die Verteidiger auf dem Standpunkt standen, daß oft sehr erheb- liche Ausgaben zu leisten waren. Ein« wesentliche Rolle in der Zeugenvernehmung von Bürgermeister Scholz spielte auch die Frage der Tantiemen Zahlung. Insbesondere sollte darüber Klar- heit geschaffen werden, wieso Boigb die Eisenbahnaktten übernommen lial, wobei er nach der Anklage die Stadt um öOOO M. geschädigt hoben soll. Restlose Ausklärung wurde hierüber nicht geschassen, Bürgermeister Scholz erklärte jedoch, daß ein Besck/uß des Arn- sichtsrats hierfür. nicht vorgelegen und der Angeklagte Boigs die Aktien für die Tantiemezahlung, die er angeregt habe, voreilig an- geschafft habe. Breiten Raum nahmen auch die Provision? Zahlungen an Sta-dtoberinspektvr SJoizs ein, die er für die Bürgschaften der an die Stadt gegebenen Bankkredire erholten hatte, und zwar hotte er IM; Prcy. dafür verlangt. Die Angestellt« Frau Schmidr. die die Fälschung höckstwohrscheiniich aui Weisung der Angeklagten vornehmen mußte, bestätigt« im wesentlichen das bisherige Unter- suchungsergebnis bezüglich der Fälschung der Unterlagen. Der Prozeß nimmt heute seinen Fortgang. Nervenzusammenbruch der Sttareks. Die Gebrüder Sklarek haben im Untersuchungsgefängnis infolge der Nachricht von dem plötzlichen Tode des Obermagistrats- rotes Scholldach, der ihr Houptentlastuirgszsuge bisher gewesen war, schwere Nervenzusammenbrüche erlitten. Willi Sklarek mußte sofort in das Lazarett übergeführt werden und auch Leo Sklarek ist bettlägerig. Max Sklarek wird gegenwärtig von Ministcriol- rat Dr. Bürger auf seinen Geisteszustand untersucht. Die Nachricht, daß die Voruntersuchung in der Sklorck-Affäre in getrennten Abschnitten geführt werden soll, ist nicht zutreffend. Die Staatsrnwaltschaft und der Untersuchungsrichter stehen auf dem Standpunkt, daß eine Trennung nicht angebracht fei, da die einzelnen Komplexe ineinandergreifen. Die Untersuchung erstreckt sich gegen- wärtig darauf, wie sich die einzelnen Geschäfte, die die Sklarcks mit der Stadt abgefchlosierr haben, materiell für die Angeschuldigicn ausgewirkt haben, da buchmäßig immer noch 10 Millionen Mark fehlen. Dieser Punkt muß erst für die Frage dos Konkurs n er- b r c ch e n s geklärt werden, so daß an ein Ende der Vorunter- suchung vorläufig gar nicht zu denken ist. Die Voruntersuchung kann sich noch mehrer« Monate hinziehen. Llm die Tariferhöhungen. Die Aufsichtsräte erklären sich als nicht zuständig. Die Ausflchtsrät« der Berliner Städtischen Gaswerke ZL-G.. der Berliner Städtischen Wasserwerke A.-G. und der Berliner Städtischen Elektrizitätswerke A..G.. die am Dienstag nachmittag zu einer Sitzung zusammengetreten waren, haben mit Stimmenmehr. heit beschlossen, sich als u i ch l z u st ä n d i g zu erklären, well eine Reihe der bisherigen Aussichtsratsmitglieder aus dem Auf. fichtsrat ausgeschieden ist. nachdem ihr Siadtverordaetenmaudat et- loschen ist. Irgendwelche Beschlüsse über die geplanten Tariserhähun. gen wurden deshalb- von de« Austichtsrölcn der-drei- städtischen Weicksgesellschaslen nicht ge saßt.---- Der Aufsichtsrat der Berliner Verkehrs- A.-G. wird heute zu der Frage der Tariferhöhung Stellung nehmen, und es ist anzunehmen, daß er sich ebenfalls für unzuständig erklären wird. Rein rechtlich gesehen, würden derartige Beschlüsse gültig lein, da die Aussichtsräte den Bestimmungen des Handelsgesetz- buch? und nicht der Städteordnung unterstehen und in ihrer alten Zusammensetzung bis zur Neuwahl Beschlüsse fassen können. Große Lteberschwemmung in Zehlendorf Oer Ratskeller 1 V« Meter unter Wasser. Der Vorort Zehlendors wurde Dienstag nachmittag von einer außergewöhnlich schweren lleberschwemmung be- troffen. Mehrere Straßen züge wurden völlig überslulel. Das Master drang in die Keller mehrerer Häuser ein und richtet« dort erheblichen Schaden an. Vesan- der» schwer wurde der Ratskeller des Rathauses in der Hauptstraße mitgenommen. Kurz noch Vit Uhr nachmittags wurde an der Kreuzung der Berliner und Seehof st raße der Fahrdamm plötz. lich in weitem Umfange aufgerissen und ein mächtiger Wasserstrahl schoß an die Oberfläche. Die herausströmenden Wassermengen waren so gewaltig, daß die umliegenden Straßen, ganz besonders aber die Hauptstraße, in kurzer Zeit überschwemmt waren. Das Hauptwasserdruckrohr war vermutlich infolge einer Erd- sentung geborsten und die Gullys des Regenwasserkanals ver- mochten die unter starkem Druck herausgeschleuderten Wassermassen nicht aufzunehmen. Ein Unglück kommt selten allein. Ein Teil der Schlammassen des Abfluhkanals wunde durch die nicht dicht schließenden Gullyklappen in die Keller zahlreicher Häuser gepreßt. Der Ratskeller bot ein geradezu trostloses Bild. Die gesamten Kellerräume waren überschwemmt. Sie glichen einem einzigen schmutziggelben übelriechenden See, der eine Tiefe von etwa IM Meter hatte. Stühle, Tische und andere Einrichtung-- gegenstände schwammen in den trüben Fluten umher. In einer im Keller des Ratskellers befindlichen Wohnung wurden sämtlich e Möbel durch das Wasser verdorben. An anderer Stell« in der Hauptstraße wurden zahlreiche Waren eines Dalikateß- Warengeschäfts durch die eindringenden Wassermengen für den menschlichen Genuß unbrauchbar. Am schlimmsten waren die Schäden in den Häusern Hauptstraße ll, 17 und 23. Di« Straße ist an der Unsollstelle auf viele Meter mit einer etwa 20 Zentimeter hohen Sand- und Schlamist- s ch i ch t bedeckt, so daß dieser Abschnitt wegen seiner Unpassierbar- keit für Fahrzeuge non der Polizei gesperrt werden mußte. Der Verkehr wurde über die Winfriedstraße umgeleitet. Französische Ozeauflieger verunglücki. Im tchten Augenblick abgestüfz«. Rio de Janeiro, 17. Dezember. Das Flugzeug der srauzäsischen Transozeanflieger Ehalle und Larre Borges ist neueren Meldungen zufolge bei Maro. cuja in der Brovinz Rio Grande abgestürzt. Einer der beiden Flieger ist schwer verletzt, doch liegt noch keine Nachricht dar- über vor, um welchen der beiden Flieger es sich handelt. Die sür verschollen gehaltenen Ozeanflieger wurden nur durch einen glücklichen Zufall 100 Kilometer von der nächsten menschlichen Siedlung ent» sernt von Reitern ausgesunden. Zurzeit sind Aerzte ans Natal zur candungsstell« unterwegs. Die zurückgelegte Strecke beträgt SllXZ Kilometer. Telcphouverkchr Berlin- Leningrad.. Nach einer Meldung aus Moskau wird in nächster Zeit der Telephonverkehr zwischen Berlin und Leningrad ausgenonnnen werde». Die ersten Versuche haben zu guten Ergebnissen geführt. Offen bleibt zunächst die Frage, ob der Telephonverkehr auch für privat« Zwecke zur Verfügung gestellt oder nur den amtlichen Zwecken dienstbar gemacht werden wird. Kircheuauslrilt. In unserer gestrigen Notiz über den Kirchen- austrittsabcud der Freireligiösen Gemeinde heißt es infolge eines Druckfehlers, daß Steuerfreiheit am 31. Dezember 1330 eintritt, wenn der Austritt aus der Kirche in diesen Tagen erfolgt. Die Steuerfreiheit tritt aber bereits ab 31. März 1330 ein. „Der Hosball". Im„Funkwinkel" von gestern morgen ist von einer Erzählung Adalbert Stüters„Der Hofball" die Rede. Es muß selbstverständlich„Der Hochwald" heißen. Der gleiche Radio- unfall, der diese Verwechslung verschuldete, hat neulich d-n sozial- demokratischen Ministerpräsidenten Stauuing in Kopenhagen zu einem Schweden werden lassen. Stifter und Stauntng mögen dem Funkteusel verzeihen! .... auf den Weihnachtstisch der Hausfrau vor ollen Dingen ein echtes„Küchenuninder"! :-Ika'v-..-et-. e-'-- ■.■ v TT'y•;• V;.;~.;'..;A- ■»» ■ � 'Mm* ■L'■-■-v-k-:• • i'.,. Zum Weihnachtsfeste SALAMANDER Schuhe...Das Beste Dazu Strümpfe in allen modernen Forben. Elegante Überschuhe Zölle, Zölle, Zölle...! Oer Ansturm der Industrie.— Die Abwehr der Gozialdemokraiie. Der R c> ch s r a t Hot die Zallvorlage der Rcichsregierung nod) um ein«!tisih« von Zollerhöhnngen„bereichert''. Noch den Neichsrotsvorschlägcn soll eine Reihe von Textilzollc», darunter[o entscheidende chalbiobrikate-wie BaumwoNgarn, Kamin. gorn und Strilkgarn, wesentlich hcrauifleletzt werden; ferner sollen die Zollsätze für Automobile, A u t o in o b i l t e i l c und Motoren veroielsocht werden. Diese Vorschläge finden nun b«i den bürgerlichen Parteien starke Unterstützung, handelsvcrlräge werden Zehen Papier. Die iLrhöhung der autonomen Zollsätze für die Garne soll den Auitott bilden für die Aufhebung der vertraglichen Bindungen für diese Waren im deutsch-belgischen bzw. deutsch-fran- zösischen Handelsvertrag. Hierbei handelt es sich um Waren, an deren Export nach Deutschland die elsässische und belgische Textilindustrie auf« stärkste interessiert sind. Man würde also, wenn es nach dem Wunsch der Interessenten ginge, dem sich der Rcichsrat unoerständlicherweisc willfährig gezeigt hat. die wertvoll und müh- selig wieder aufgebauten Handelsbeziehungen zu Frankreich und Belgien aufs Spiel setzen. Wenn sich unser« handelspolitisch« Arbeit darauf beschränkt, die von uns in den Handelsverträgen gemachten Konzessionen wieder rückgängig zu machen, dann wird die Ausdehnung der deut- schen Ausfuhr nicht mehr gefördert, sondern aufs stärkste gehemmt werden. Der Finanzminister hat mit Recht auf die grotzen Gefahren hingewiesen, die diese neuen Zo.llerhähungcn In dem jetzigen Zeitpunkt einer sich anbahnenden internationalen Zoll- Verständigung für Deutschland als industrielles Exportland herbeiführen müssen. Ohne Grund und Ruhen. Aber ganz abgesehen von diesen Erwägungen ist für keine der vom Reichsrat neu vorgeschlagenen Zollerhöhungen ein zwingender Grund gegeben. Von wie geringer Sachprüfung die Reichsrats- vorschlüge getragen sind, geht schon allein daraus hervor, daß in seiner Liste auch eine Zollerhöhung vorgesehen ist für Buchbinder- z e u g st o f f, ein Textilprodukt, in dem so gut wie gar kein« Einfuhr, dafür aber ein sehr lxdmtender Export stattfindet, dessen Preise nach einmütiger Anschauung des Buchgewerbes weit überhöht sind und bei dem aus diesen Gründen der Reichswirtfchaftsrat bei sriiheren Zollberotungen eine Zollsenkung in Erwägung gezogen hat. Daß eine Zollheraufsetzung für die Garne eine Zollerhöhung auch für alle weiteren Stufen der Textiloerarbeitung zur Foge haben wird, darüber haben sich die zollbcgeisterten Rcichsratsvertrcter offenbar keine Gedanken gemacht. Die Einfuhr von Baumwollgarnen ist übrigens fast auf die Hälfte der Exportmengen des Jahres I9Z7 zurückgegangen: die vorhandenen Schwierigkeiten der Baumwoll. industric lassen sich, wie es auch in dem Gutachten des Reichswirt- schaftsministeriums betont wurde, nicht einfach durch Zollerhähungen überwinden. Die Vervielfachung der Automobilzöll« würde, wie wir schon früher ausführlich dargestellt haben, den jetzigen Zustand stärkster Zersplitterung sanktionieren, die notwendige Preis. scnkung würde unterbleiben und damit würde auch das Tempo der Motorisierung des Verkehrs stark aufgehalten werden. Die Gcsamtwirtschaft würde bei Durchführung der Jollvorschläg« des Reichsrats, die jetzt von den bürgerlichen Parteien unterstützt und noch erweitert werden, aufs schwerste geschädigt. Dieser neue ZollproieNionismus steht übrigens auch im Widerspruch zu den programmatischen Erklärungen des Reichsverbandes der Industrie, der sich gegen eine weitere Zollausrüstung aus industriellem Gebiet« und für eine aktive Handelspolitik, also für eine möglichst unveränderte Verlängerung der Zollnovclle ausgesprochen hat. Es steht zu hoffen, daß sich im bürgerlichen Lager gegenüber den egoistischen Bestrebungen der Interessenten noch die Bernunst und die Rücksichtnahme aus die Allgcmcininteressen Bahn bricht. Die Sozialdemokratie wird sich in jedem Fall« dieser neuen, höchst gefährlichen Erhöhungswelle für Induskriezölle mit aller Kraft auch weiterhin entgegen st emmcn. Das ist ein Geschäst. Berlin soll 9'/, Prozent zahlen— S'/, Prozent waren Herrn Schacht nicht genug. Ueber den Zinssatz der Berlin zu gewährenden bzw. zu ver- kängemden Kredit heißt es, daß er 9� Prozent betragen soll. Das ist bei den heutigen Geldmarktverhältnissen in Deutschland Wucher. Das kann man laut, das braucht man nicht leise zu sogen. Bei 8� Prozent würde noch sehr hübsch verdient iverden, denn bei der Reichsbank kostet das teuerste Geld heut« 8 Prozent. Ein Risiko braucht bei Berlin nicht eingerechnet zu werden. Aber Gelegenheit und Stimmung. Berlin zu schröpfen, sind einmal da. Don einjährigen Amerikakredil hätte man-für 8,56 Proz. haben können. Berlin verzichtete auf eine langfristige Anleihe, weil diese 8,56 Proz. zu viel schienen..Jetzt werden vis Proz. per- langt. Berlin zahlt allßerdem an das amerikanische Banthan, eine Konventiortalstrafe von 60/) 00 M. extra. Wirtschaft, Herr Schacht, Wirtschaft! --« Glanzabschluß bei Schultheiß. Wer keine Sorgen hat, pumpt sich welche. Nach der sehr guten Stonjunktur des letzten Braujahrcs und de» bereits bekannt gewordenen hohen Bcauereigewinncn bringt der jegt veröffentlichte Abschluß des Schultheiß-Patzen- Hvfer-Konzerns keine U Überraschung. Das gesamte Gefchästsorirägnis, das schon im Vorjahre von 69.7 auf 8Z,3 Millionen gestiegen war, hat sich iin Berichtsjahr Zk>28,'29 auf 87,2 Millionen erhöht. In der Steigerung der Steuern von 36,8 auf 38.0 Millionen, deren größten Bestandteil die auf den Verbraucher abgewälzten Biersteucrn. aus- machen, kommt der erhöht« Bierabsatz des Konzerns zum Ausdruck. Wie man das bei Schuttheiß-Patzenhofer schon seit jeher gewohnt war, schweigt sich die Verwaltung aus diesmal wieder über den Ilmsatz und den Bierausstoß aus. Da der Konzern bereits 1926/27 einen Bierausstoß von 2B Millionen Hektoliter aufwies, und in den beiden letzten Jahren außer der Betriebsocrstärtung durch den Zugang der fchlefifchen Brauereien des Ostwerkekonzerns eine ziemlich bedeutende Umsatzsteigerung eingetreten ist, wird man für das letzte Jahr den Gefomtbierausstoß auf annähernd 3,5 Millionen Hektoliter schätzen können. Die ganz offensichtlich zurechtgestutzte Gewinn- und Verlustrechnung hat nur einen sehr bebingten Wert. Der aus. gewiesene Reingewinn entspricht mit 10,36 Millionen fast haargenau den Gewnnergcbnissen des Vorjahres, so daß auch die Dividende mit lö Proz. keine Veränderung erfahren hat. Die infolge der Absatzsteigerung erzielten Mehrgewinne haben dem ilntsrnchmon bei seiner stabilen Dividenden pal! iik zweifellos ganz erhebNche-Gei»mnrückstrllllnä«n ermöglicht, von denen im Geschästs- bericht natürlich nicht die Rede ist. Wie leichtfertig die Vertreter des Brankapitals mit Zahlen jonglieren, um die Ocffentlichkeit von ihren„schweren Sorgen" zu überzeugen, zeigt, die Behandlung der Sienersrage im Geschäfts- bericht. So weist die Verwaliung darauf hin, daß die 38 Millionen Mark Stenern, die im letzten Jahre gezahlt wurden, rund 75 Proz. des Aktienkapitals sowie 370 Proz. des ausgewiesenen Reingewinns ausmachten. Natürlich ist die Schultheiß-Patzen- Hoser-Vcrwaltung sich der lln s i n n i g k« i t dieser Gegenüber- stcllung ganz bewußt, denn die Herren wissen nur zu gut. daß der größte Teil dieser Steuersumme im Bierpreis auf die Verbraucher- Massen abgewälzt wird. Aber jeder Versuch ist natürlich gut genug, um der Oessenilichkeit Sand in die Augen zu streuen. Gegen die beabsichtigte Bicrsteuererhöhung der Rcichsregierung wird im Geschästsbericht sehr heftig polemisiert und aus der bevor- stehenden Generakversauuntung wird dle Verwaltung sicher noch ihr schwerstes Geschütz auffahren. Wenn die Brauunternehmer s o k o n s u m f r e u n d l i ch sind, wie sie sich geben, so sollten sie es durch die Tat beweisen und die Bierstcuercrhöhung auf ihre eigene Kappe nehmen. Den Bombengewinnen des Brau- kapiials würde das nur sehr wenig Abbruch tun. Auslandskapiial ist nötig. Autosiraßenbau und Arbeitslosigkeit. Di« Studiengesellschaft für Auto mobil st raßen- b a u hielt am Dienstag unter zahlreicher Beteiligung aus dem In- und Ausland ihre Johrestagung ab, die sich insbesondere init der Finanzierung des Straßenbaus befchäftigic. Die Dinge liegen hier so, daß man ohne A u s l a n d s k a p i t a l mit der Er- weilerung und Verbesserung des Straßennetzes den niachfcudeu Au- fordemugeu des Verkehrs nicht nachkomnien kann. Um Auslands- änlechen für den Straßenbau jelbft wird aber schon seit Jahren gestritten. Auf der Tagung nahm Direktor Dr. Fischer von der Reichskreditge feilsch oft Gelegenheit, sich grundsätzlich zu der Frage einer Ausländsanleihe für den Straßenbau zii äußern. Fischer ging davon aus, daß auch die stärkste Drosselung der Jrwesti- tioneu nich tzur Ansammlung von Kapitalien führen würde, aus denen der inländische Kapitalmarkt ausreichend gespeist werden könnte. Wolle man nickst zu einer unnötig großen Arbeitslosigkeit kommen, so werde nichts iwrig bleibe», als den v o t h a n d e u e n Spitzenbedarf du r ch Ausländsanleihen a n s z u- gleichen. Im übrigen stellte Dr. Fischer Richtlinien für die Aus- nähme und Aerrckeiidung der Ausländsanleihen auf. Bei der Auf- nähme müsse man sich hüicn, wahllos vorzugehen: es müsse darauf geachtet werden, daß nur solche Arbeiten auf Grund von 2lnleihe»( ausgeführt werden, die einen h o h e n o g l l s w i r t fch a f t Ii ch e n Nutzeffekt hätten und geeignet wären, der Arbeitslosigkeit i» möglichst oielen Gegenden Deutfchla.ndö entgegeiizutretm. Das Aus- land fei nach feiner Auffassung grundsätzlich bereit. Straßenbauanleihe» auch nach Deutschland zu gebey. Erhöhung der Strompreise in Wien. Da beim Elektrizitätswerk der Gemeinde Wien«In ungedecktes Defizit in Höhe von 18,15 Mill. Schilling(1 SckMng=s 60 Pi.) vorhanden ist, steht eine Erhöhung der Stramprsfe durch die Gemeinde bevor. Ferner soll eine Grund- und Meßjcbiihr für den Strombezug zur Schaffung neuer Einnahmen eing, führt werden. Eine ähnliche Maßnahme ist auch für die Gasbeziehw geplant, um das Defizit der Städtischen Gaswerke, dris 3 670 000 Schilling beträgt, zu decken.> Befriedigender Reichsbonkausiveis. In der zweien Dezember- mache hat sich nach dem Ausweis vom 14. Dezember>ie gesamte Kapitalanlage der Reichsbank in Wechseln, Schecks, Lombard und Wertpapieren um 137,6 auf 2 301,9 Millionen ver- ringcrt. Gegenüber einer Zunahme der Kapitalanlagen um 597 Millionen zum liltiino November ist in den erste» beiden Dezemberwochen eine Entlastung von 365 Millionen ch verzeichnen. Im einzelnen haben in der Berichlswochc Wechsel i n d Schecks um 172,3 auf 2090,8 Millionen abgenommen, währen!: die Lombard- bestände um 51,5 auf 108,6 Millionen angewachsen sild. An Banknoten flössen 95,1 Millionen in die Kasse» der Bank zurück, so daß sich der G e s a in t u m l o u f an Noien auf knapp 5 Milliarden Mark�verripHert hat. Bei den..geständen aii Gold:un!>, heckjmgs- fähigen Devisen ist ein Rückgang um 5,5 Millionen a?f 2037,9 MÜl- lione» stsszustellen. Hisrvön häb'en sich die Goldbestände mn 2,5 auf 2217,1 Millionen erhöht, während bei den Devisen Abzüge in Höhe von 8 Millionen stattgefunden habe». Vi« Roten- d c ck u n g durch Gotd allein besserte sich von 17,9 ans 19 Proch diejenige durch Goid und deckungsfähige Devisen von 56,4 auf 57,5 Proz. Flugzeug-Kohrboch in Amerika. Unter Beteiligung amerita- nischer Bankhäuser hat der Leiter der R a h r b a ch-F l ug�e u g- werke ein MetallslUgzeugunternehme» in den Berririgien Staaten gegründet. Der Zweck dieses Unternehmens ist der Bau vier- niotorigcr Gan,zinciallslug,zeuqe, Typ« Ramar III. Des« Flug, zeuge sollen Raum iür vierzig Passagiere bieten»nd im Küstendienst von Nord- nach Südamerika Verwendung finden. Wie Rohrbackr er- klärt«, sei das Problem einer regelmäßigen»ierzstsstiindigen Post- verbindung zwischen Europa und 5icm Hark über die Azoren und Bermudas grundsätzlich gelöst, jedock» beansprlick>e die Durchführung dieses Plans noch mehrjährige Vorbereitungen. Adler könnte billiger bnu'n,' «ber nidjl greisverleri' Eine Reklame, die sich bezahlt macht... Ein ADLER EXPRESS ist die beste Empfehlung für Ihr Geschäft. Er wirbt für Sie und dient so nicht nur der Lieferung, sondern auch dem Verkauf. Außerdem ist er als Qualitätswagen ganz besonders wirtschaftlich im Betrieb.— Bedenken Sie, was es für Sie bedeutet, wenn Sie sitb auf Ihren Lieferwagen verlassen können! Sehen Sie die Kosten für vorzeitige Reparaturen und den Schaden(und den Ärger?!) als Folge von Betriebsstörungen mit auf die Rechnung, und Sic werden erkennen, daß ein ADLER auf die Dauer doch am billigsten kommt,— denn Adler spart nicht auf Kosten seiner Kunden! ADLER Atl 11LIALL BERLIN. BELLE- ALLIANCE-SIRASSL 6. UNTER DEN LINDEN 12-13, UND ADLER-SALON AM ZOO, HA RDEN BERGSTRASSE 29 a—c \\ eitere eigene Wcrksfilialcn; BRESLAU l HAMBURG/ HANNOVER/ KARLSRLTIC i. B./ KÖNIGSBERG i. Px./ LEIPZIG/ MÜNCHEN NÜRNBERG, STUTTGART . 1. (iL VonK K reis vrcis Jedes Werk in bester AusstAttuns nur z.- M. zu tum BOCHERKREIS BERUN SW<« U. Hulla di Bulla Scdiwank von Ärnnld und Bach mir Quid« Thlalscnar, Frib Schulz. Helur. Sehroth, Euna Bure Hilde HiMobrand, Mariot Waltar. Qerrlton, Flink, Behmer. Wenck So n- und Foiar ags nachm. 4 Uhr; Praia eline Kussl Lustspielhaus Friediichatr. 236. Bergmann 2922 23. Donnerstag zum letzten Mal; Oraan«! Ho.crl Nora Orogor— Walter Slezafc Freitag, dm 20, Dez.: Premiere 8'« Uhr .. WledenMeea" Lnstapie! von Ladialans Fodnr Kithe Haack, Nora Dregor, Paul Heidemann, Beriwb, Martha M. Nawaa, Bond Storm, Platan, Baekmann, Facha Vorverkauf In beiden Häusern ab 10 Uhr ununterbrochen. Volks bttlme l toter jmBalowjiati 8 Uhr Affire oreyfus Schauspiel von Rcnd Kestnef Regie H. D Kenten SfaafLSdiiller-Tli. 8 Uhr KaJaieB-liete stoaisopnrniäPlatt der Beonhllk 8 Uhr Tknainr am SdilimanBriiainsi 8 Uhr gentsdies Disaier D.I. Norden 12310 SV« Uhr Der Kaiser V.Amerika von Bernard Shaw Reg.: Max Reinhardt Die Komödie 1 Bismck.2414/7516 8',« Uhr Tom Teufel geholt von Knut Hamsun Regie; Max Reinhardt Tb. a. Hpllendorfpian Vorvk. W-2. Ki. 2001 Täglich 8V« Uhr Gostsplel des Zeiiswsn Thesisrs liqil; Hu aiinbintt. I V I'''■ J■ I f CARL .v,--■ MAGCNBECK IM Ol RCUS BUSCHGEÖÄUDE 2 5. DEZ E M RE R PREMIERE Direktion 3r. Robert Klei» Deutsehes KUnstler-Thetl. Barbarossa 3937 VtB Uhr Ende 11.10 Uhr Seltsames 81511; Hihu Bilutl BerliDer leater Dönhoff 170 8V1 Uhr Ende Vsll Uhr Ressralert ior Herrn fiasum. Regie: Forster Carrinaga Luslspielhtus Friedrich str. 236 Bergmann 2922 Täglich 8V* Uhr Grand Hotel Lustspiel von Paul Frank Triuon-TliM�r Täglich 8V. Uhr Sie Tervetgpn die Aussage Elisabeth Strickrodt Kurt Etale. Vorverkauf: bei A Werthelm und Cirkus, Norden 840 1 Reichshallen-Theater Abpnds[T) Sonntag nachm. Q] Du groBe Waihuchtt- Programm der Sfefflner- sanger Nachm. halbe Preise! M Dönhoff-Brettl: Da* phSnomenele Dexember-Progr. Tan«. Barpowskj Thuter in dar KBniggritzar StzaOn Täglich 8»« Uhr Dia erste mrs. seiby mit FTttU RUMMFf UtPM 1081 KomSdlanhaus Täglich SV« Uhr Oer HOhnerhot mit Can BDI« Pianetarmm w am Zoo—■ «trita«. JadiiBstbtia itnfe B.S Barbarossa 3378 16V. Uhr Dia Wlatar- atarnhlldar. WU Uhr Di der Watsaa. Z(fi!i Uhr Der Planet Jupiter. Eintritt 1 Mark, Kinder SO Pt Mittwochs halbe Kuaanpraite 8 um• leatr. 28X0» Banan«nam 1 16 Original Lawrenca Tiller-Girls und weiterp Varietd- Neuhelten Renaissance-Theater Täglich SV. Uhr PARISER LEBEN Operette von Offenbach. Regie: Gustar Härtung. Musikalische Leitung; Theo Mackeden - StiiaulatzCI. 0901 u. 2583/84.— ßesideni-Theater Kgst228 Blnmenst.9 Eröffiungsvonteltaig Sonntag. ZLOtz.?v- Uhr Diü Krone im Wo folkat.mitMrftn.Tui. >�3 Uhr Weihs iditswBBiier 3 Uhr Friederike Rundfunkhörer Haida Preise Lessing-Theater Norden 10846 Hohiaor heWisth RSnstltr-Thtafer Heute 8 Uhr Der Schatz Morgen 8Vs Uhr FtstrorsttUuo Oybuk Theater I. d. Behrenstr. 53-54 8V« A 4 Zentrum 926/927 8V< ... Valer zeln.dagegea�ehr ROSE •THEATER"ühW Teleph.: Alexander 3422 u. 3-194 Nur noch bis 22. Dezember Täglich 8» Uhr; Sonntags 3.15 und 9 Uhr Pariser Blat Ab 23 Dezember lägt. 8-15 Uhr Die csardastorstln Jeden Mittw. u. Sonnab- 5 Uhr „Max undMorits" und dar Wclhaochtsmcnn Jeden Sonntag, nachm. 230 Uhr Frau Holie Programm am 1. u 2. Feiertag; 4 uhr Pariser Blut 7*45 uhr Die Carksflrstiii iijo uhr Failie Binenam Am 2 Feiertag spricht um 1 30 U, MARGELL SALZER. Der Vorverkauf hat beconnen. TAgllch 7 9» S 7»'» »57»» Vit» PSflD «!«» ffttuh Autor: Mualk: H. Szakoty/ W. R. Mnym— I DU»»!»» Hanns Schwarz UFA-PALAST AM 200 Vorverkauf bei A. Wertholm und von 12-8 Uhr Im Ufa-Palaat am Zoe Kleines Theat. Merkur 1624 Täglich 8V« Uhr Max Adalbert in Das Parfllm meiner Frau Lustsp- ▼. Lee Lenz Wim d. Westoos Tagt. 8V« Uhr Narietfa Uailkf. OttarStraas micfisei B0IUI80 Breis Finkler Metropol-Th. 8V« Uhr Das Land des Läebelns Vera Sdtvarc, Ridtazd Tanber Musik von Franz Lehär TneaL o. Knllk.Tti Kottb. Str. 6 TägL S Uhr aodiSonnt. aaefem.äU.: rjit- � dmckesv nur auf(unm�hupfr vm das Programm des Ortssenders kraftvoll, rein und natürlich zu empfangen. So einfach ist der einzigartige PALADIN 5 zu bedienen. Es genügt der Anschluß an die Lichtleitung, Batterien sind überflüssig. PALADIN 5 ist nicht an das Programm des Ortssenders gebunden. Das Gerät gibt mit Hilfe einer PHILIPS Elektro� Aall- dose auch Schallplattenmusik in solcher Vollkommenheit wieder, daß Sie nur einen PALADIN 5 zu besitzen wünschen. Sie kaufen zwei Geräte zum Preise eines einzigen. Zorn PALADIN S der PHILIPS Lauteprecher. PALADIN 5 Vertrieb: D entgehe PHILIPS Gesellschaft m.b.H., «* Berlin Hersteller; C. Lorens A.*G� Berlin-TempelhoC Unverbindlicho Vorführung dieser Geräte bei iedem Rediohlndler und in unseren Ausstellungsräumen Potsdamer Str. 88 Unterhaltung unö Missen Äm, Torftoß in Am Freitag begann der Vorstoß der Jäger hoch oben im Waid. Die Kanonade brüllte drei Tage. Der Musketier Kettenschmidt kannte den Abschnitt der Jäger. Mit seinem Freund Oechsl« war er einmal dort gewesen. Da gab es keinen Wald mehr, leinen Busch und auch kein Gras. Di« zersplitterten Stämme des einstigen Hoch- waldes zeigten ihr erstorbenes Holz. Der Tag war glühend und wölbte sich in solch ungeheurer Klarheit über dem Land«, vis wölb« er sich hoch über der Erde eines anderen Sternes. Aber er war schon unser Stern, über den sich der Tag wölbte, unser« Erde, das Gräberfeld, die Trichterkette, der furchtbar« Streifen Front, in dem nichts leben konnte als der Mensch, um zu kämpfen und zu sterben. Di« beiden Soldaten waren die Laufgräben emporgestiegen, dos Gras verdorrte, und dann kam die Zone des Grauens, dann kamen die Jäger. Die Feuerwalz« der Artillerie war über ihr« Gräben gegangen und hatte einen kilometerbreiten Streifen der Vernichtung hinter sich gelassen. Angriff auf Angriff hatte jede Erdkrume um- gewühlt und vergiftet. Graben lag hinter Graben. Unterstand hinter Unterstand und dazwischen trauerten die Gräber. In ver» iassenen Stollen faulte Wasser. Viele Gräben und Sappen waren eingestürzt und störten irgendwie die Ordnung in dem Chaos. Drahtoechaue, Blindgänger und zertrümmerte Derschonzungsn: das war der Wald auf der Höhe, wo die schlestfchen Jäger lagen. Klettenschmidt und Oechsl« stießen bald aus die Sturmreserve im dritten Graben. Fünf Minuten hinter der Front ging ein beinah« lautloses Fest. Viele der jungen Soldaten waren angetrunken, sie liefen lustig durch die schmalen Gräben, in ihren hellen Augen aber zuckte Angst. Zluf zwei Jäger kamen drei Flaschen Wein, 20 Zigaretten und vier Zigarren. Das war eine grandiose Zugabe zur Mahlzeit, drei Stunden vor dem Angriff. Zwei junge Soldaten begrüßten den Besuch mit großer Heiter- keit und schleppten die Musketier« von der Landwehr in einen Unterstand. In dem dunklen Loch wurde gelärmt und gesungen. „Die Schwäble sind da', krähte ein Unteroffizier.„Die Der- stärkung ist da". Sie sollen auch ein« Bulle Wein bekommen.' „Von wegen Verstärkung', antwortete Oechslc,„da saicht die Kay links! Mir wollet uns bloß eure Stellung besichtige!" „Mensch", sagte der Unteroffizier,„ihr seid doch die Hundert- dretundzwanziger, ihr sollt doch mitstürmen" �ondertdreiundzwanziger send mir scho, aber von der Land- «ehr! Und die Landwehr. Herrle, die stürmet hast nicht', antwortete Oechsle. Die Jäger lachten Spott und Hohn. Sie b rüsteten sich mit ihrer Jugend und Totckerestschast. Für sie war es eine Selbst- verständlichkest, misten im Feuer vorzustürmen. „Schöne Landwehr", maulte der Unteroffizier.„So sunge Kerle und bei der Landwehr! Wir dachten, ihr wäret vom aktiven Regiment. Aber euren Wein sollt ihr trotzdem haben. Da. nehmt und trinkt, ihr tapferen Hofens cheißsr!" Er dacht« und wölbt« die breite Brust, die mit den beiden Kreuzen ausgezeichnet war. ftettenschmidt wollte tragisch werden, aber Oschs!« behielt die Ruhe. Er nahm die Flasih«. sagte„Proscht, Jäger!', seAte an und trank. Dann gab er den guten Wein an seinen Kameraden wester, und als der trank, sagt« Oechsle bedächtigt: .Ach glaub«, mir machet uns wieder auf unfre Füß, damit mir zu unsr« Kompagnie kommet, sonst glaubet die Saudackel, wir seiet 'ahneflüchtig geworde!' Sie trösteten in ihre Linie zurück, und kaum hatten sie den Unterstand erreicht, da ging auch schon die Sauerei los. Bald bummertsn die großen Langrohrgefchütze. Die ersten Minen schaukelten an. Der Unteroffizier Richter spritzte in die Unterstände und brüllt«: „Alarm! Den Graben besetzen!' Der Traben wurde besetzt. Kestenschnndt und Oechsle bezogen mst einigen Kameraden den Vorposten im Wald. Sie nahmen die Gasmasken mst und sahen, bevor sie in die Sappe stiegen. Michel Dambacher mitten im Feuer laut aus feinem Gebetbuch« lesen. Die Feuerwalze stampfte hoch in den Bergen und schleuderte auch glühende Spritzer hinunter zur Landwehr. Aus dem Lerchen- gehölz brachen die Minen vor, aber sie kamen zu kurz nieder und zertrichterten nur die blühende Wiese vor dem letzten Drahtverhau. Und an der großen Buche log Kettenschmidt mst seinen Kameraden, äugt« in den Wald und hielt die Pistol« in der Faust. Kein Mensch war zu sehen. Im grünen Gras liefen goldne Käfer. Durch den Wald flogen Vögel und kauerten sich ängstlich in den Gebüschen. Sie hockten dicht beieinander. Man konnte sie mit den Händen greisen. Don der blühenden Wiese her molkt« der bittere Qualm der Mineneinschläg«. Und immer noch schien die Sonne. Zwei Stunden lagen die Posten vorn im Wald. Immer heftiger knallte in den Bergen da, Geschützseuer. Auch auf Vauqois war der Teufel los. Dort oben flog ein Grabenstück in die Lust und ver- schüttete 20 Mann. Die Maschinengewehre hämmerten die Särge zu. Den ganzen Tag ging das Feuer, rollte durch die Rächt und tost« auch am Zwesten Tag. Und am dritten Tag wurden von der Landwehr 50 Mann als Sturmreserve angefordert. Unter den S<) Soldaten waren auch Kettenschmidt und Oechsl«. Aus dem Weg in die Hohe wurde«in Mann verwundet. Streifschuß am Hals. Er hatte es gut und ließ sich verbinden. Als er ausgeheist war— er hatte es nicht gut— kam er in«in aktives Regiment und fiel schon am ersten Tag vor Ppern. Die Jäger hatten schwere Verlust« und waren schon dreimal au» ihren Gräben vorgestoßen. Aber sie brachen bei jedem Vorstoß im furchtbaren Maschinengewehrfeuer zusammen. Der jung« Unter» offizier mst den beiden Kreuzen, der so gelinde über die kühn« Landwehr gespottet hatte, war gefallen. Er kam aus den stillen und tiefen Wäldern des Eulengebirges in die lauten und ver- nichteten Wälder der Argonnen, trank eine Flasche Wein vor dem Sturm, rauchte fünf Zigaretten, machte Witze und kam nicht mehr zurück. Da, war mm am dritten Tag, und in der Frühe 5 Uhr 7 Minuten stießen die schlestfchen Jäger zum letzten Male vor. Diesmal erreichten sie den französischen Graben..Hl« gruben sich -in. schleppten Maschinengewehre heran, warfen Handgranaten. schössen wie oerrückt und hielten auch die mndannerte Linie. Auch die jungen Leute von der Landwehr stürmten mit. Kettenschmidt und Oechsl« stießen auf einen französischen Stollen, der beinahe unversehrt war. In dem Stollen kauerten Mig« Fvonzmävner. Sie ergaben sich sofort. Es waren Männer den Argonnen von der Azurküste. Oechsle sprach sie französisch an. Sie lachten und verloren die letzten Schauer der Angst. Ja, sie warfen die Gewehre beiseste, legten behutsam die Handgranaten weg und de- wasfneten sich mit süßer Schokolade, mst Zigaretten und weißem Brot. Mst diesen Waffen in den Händen entwaffneten sie den heldenhaften Oechsle und den tapferen Kettenschmidt. Die Granaten heulten und krachten, im Stollen aber war Fried« und große Ver» brüderung. Die beiden Musketier« waren schon vier Monat« an der Front. aber erst heute, bei diesem Vorstoß, hatten sie die eisten lebendigen Franzosen gesehen. Der Krieg war ein Maschinenkrieg, das Ma- terial triumphierte, die Chemie und Ballistik feierten Hochzeiten, die Maschinen überwältigen den Menschen und keulten ihn heulend zu Boden. Aber nun standen die Soldaten anderen Soldaten gegenüber. Ueber ihnen krachte die Hölle. Sie waren jenseits aller Hölle. Sie erkannten sich. Und als sie sich erkannten und von den Franzmännern weißes Brot. Zigaretten und Schokolad« entgegennahmen und deutsche Zigaretten dafür eintauschten, setzt« über ihnen der Gegenangriff ein. Die ZDefstendenseiheorie SEum 100. Todestage Xumarcks Das Gesamtgebiet der Naturwissenschaften ist im vergangenen Jahrhundert von keiner Erscheinung so sehr revolutioniert worden. wie von der sogenannten Deszendenztheorie, als deren Schöpfer im tnodernen Sinne der französische Naturforscher Jean de Monet de Lamarck zu gellen hat, der am 18. Dezember 1823 in Paris ge- storben ist. Wenn auch schon vor Lamarck mehrere Versechter dieser Theorie auftraten— wir finden Grundgedanken dazu schon bei Goethe in fetner Metamorphosenlehre—, so hat doch Lamarck zum erstenmal eine wissenschaftliche Begründung dieser Lehre ge- geben und ist somst der bedeutendste Vorläufer Darwins geworden. Diese Lehre hat während fast 100 Jahren nicht nur die Natur- forscher beschäftigt, sondern auch die Philosophen, Theologen, Rassen- forscher und Mediziner, so daß sie zum Angelpunkt eines großen Kreises von umwälzenden Anschauunzen geworden ist. Es handell sich dabei um die Lehr«, daß die nerschiedenen Lebewesen ihre Eigenschaften nicht von Uranfang an besessen haben, sondern daß sie sich allmählich aus einfachen Formen bis zu der heutigen Mannigfallig- kell und Kompllzierthest der verschiedenen Arten entwickell haben. Nachdem sich bereits Erasmus Darwin, der Großvater des be- rühmten Charles Darwin, des Begründers des Darwinismus, mst ähnlichen Fragen beschäftigt hatte, begründete Lamarck in seinem großen Werk„Philosophie zoologique", das in Paris im Jahr 1829 erschienen ist,«in wissenschaftliches, bis w die letzten Folgerungen durchgearbostetes System der Entwicklungslehre. Er ging von der Ueberzeugung aus. daß die höheren Tisrformen sich durch allmäh» liche Umbildung aus den niedrigsten und einfachsten entwickelten, und zwar dadurch, daß sich die verschiedenen Lebewesen an die neuen Lebensbedingungen aapaßsten. Dies« Lehre wird als Akkomvdations« theorie oder Anpossungslehre bezeichnet. Durch die Anpassung au die neuen Lebensbedingungen wird der Gebrauch oder Nichtgebrauch der verschiedenen Organe zu dem schöpferischen, umbildenden und neue Abarten schassenden Prinzip. Der Vorzug der Theorie La- marcks besteht aber für die moderne Anschauung hauptsächlich darin, daß er nicht nur von einem rein mechanischen Prinzip aus- ging, d. h. nicht allein in äußeren Einflüssen die Ursache für die Umbildung und Neubildung der Arten sah, sondern auch eine seelische Ursache annahm, die in den hauptsächlichsten Formen sich vielfach der modernen naturwissenschaftlichen und philosophischen Anschauung nähert. Nach feiner sogenannten„Deseelungslehre', tue einen Teil seiner Naturanschauung bildet, besteht in dem Triebe jeden Lebewesens zur Vervollkommnung auch ein Grund für seine Entwicklung zu höheren Formen. In dieser Ausfassung berührt sich die Theorie von Lamarck mst der deutschen Naturphilosophenschule. Die Deszendenztheorie wurde von den Naturforschern zurück- gewiesen, da sie wissenschaftlich nicht bewiesen werden tonnte. Die Lehre von Lamarck steht und fällt mst dem Beweis« einer direkten Vererbung erworbener Eigenschaften. Erst als Charles Darwin feine Lehre von der Entstehung der Arten veröffentlicht«, konnte die Deszendenztheorie einen großen Sieg erringen. Nach Darwin er- folgt die Entstehung neuer Arien von Lebewesen bekanntlich dadurch, daß die stärkeren und besser ausgerüstete» Lebewesen im Kampf ums Dasein den Sieg davontragen. Er nimmt an, daß auch der geringste körperliche Neuerwerd. den die Kinder den Evern gegenüber machen, vererbt wird, falls er für die Art der betreffen- den Lebewesen günstig ist. Durch die langsame und allmähliche Anhäufung von günstigen Eigenschaften verändert sich eine Art oder verwandest sie sich in eine andere. Visse Lehre herrscht« ein ganzes Menschenaller lang. Erst vor ungefähr 22 Iahren hatte der deutsche Professor Wert Fleffchmann den Mut, in einer wissenschaftlichen Untersuchung dem damals allmächtigen Darwinismus zu trotzen und Professor Gold- fchmidt in Berlin wies nach, daß derartige persönliche Veränderungen der Lebewesen nicht auf die Keimzellen, aus denen das Leben entsteht, übertragen werden und darum auch nicht vererbt werden können. Dem plumpen Zufall der äußeren Umgebung als Schöpfer anzunehmen, sst aber unmöglich. Auch die berühmten Forscher Mendel und Johannsen wandten sich schon frühzestig gegen den Darwinismus. Professor E. Landau wies nach, daß z. B. beim Gehirn alle verschiedenen Bestandteile bei ollen Säugetieren, also auch bei Menschen angelegt sind. Weder hat sich ein Värenhirn noch ein Fuchsenhirn aus einem Affenhirn entwickelt, nur die ver- schiedenen Eigenschaften haben sich bei den verschiedenen Lebewesen verschieden stark ausgebildet und werden dadurch für die Lebewesen charakteristisch. Spiel- und Stefchäfllgungsbücher Kein Buch hält Knaben und Mädels auf die Dauer so gefessell wie die eigene schöpferische Arbeit. Die einfachsten Mittel genügen, um ein« Fülle praktischer Beschästigungsmöglichkoiten zu schaffen. Schon das kleine vorschulpflichtig« Kind hat Freude am eigenen Gestosten. Mit einfachen Stäbchen legt«s Figuren, aus Glanz- papier schneidet es Blumen, Menschen und Tiere, aus Ton formt es Modelle, mst Buntstiften zeichnet es die Welt. Man soll sich Der vernichtete Wald mst seinen Schluchten und kahlen Bergen spie Feuer. Ungeheuerlich rollte und grollt» das Schlachtfeld über itmen. Die schweren Granaten trommelten. Und hinter der Feuer- trommel rückten die Franzosen an. Sie wurden mit Maschinen- gewehren niedergemäht. Die Soldaten im Stollen imkten sich Da nahm ein Mann von der Azurküste das Wort. „Die Sauerei geht wieder los. Kameraden', sagte er.„Wir sind eure Gefangenen und wollen nun auch noch euren Linien.' „Jetzt mitten im Feuer?' fragte Kettenschmidt. „Ja', sagte der Franzose,„das ist nur ein einmaliges Feuer, aber wenn wir bleiben, wird es ein Feuer für viel« Jahr« sein, Kamerad. Ihr werdet diesen Graben doch nicht hatten können.' Oechsle hörte aufmerksam zu und meinte: „Also so sst das? Nun, es sst gut, daß wir es wissen. Also los, Herrfchaften, türmen wir!" Sie krochen langsam aus der Tiefe an den Tag, in das Feuer hinein. Der Geschützkampf oerlöscht« langsam. Und die Franzosen und die beiden Deutschen sprangen durch das Krachen der Granaten und durch das peitschende Singen der Gewehr« hinüber in di« alten Linien. Dort wartete� schon neue Truppen aus die Ablösung. Kettenschmidt und Oechsle brachten ihre Gefangenen zum Bataillon. Der eroberte Graben wurde gehasten. Er soff noch viel junges Blut. sehr hüten, diese Eigengestallung des Kindes durch Vorlagen in starre Formen zu pressen. In vielen Fällen genügt es. dem Kind Material zu geben. Di« Anwessungsbücher sind messt nur für Ellern und Erzieher bestimmt. Otto Maier-Verlag, Ravensburg, bringt eine Fülle schöner Beschästigungsmöglichkesten für Klein und Groß. Den Kleinen sind zugedacht:.Löpfchenlegen'(Preis 1,2S M.s.„Formen- kleben aus Buntpapierblättchen"(Preis 1,23 M.), „Faltschnitt'(Preis 1,25 M.),„A u s n ä h e n"(Preis 1.25 M.). „Buntpapierarbeiten"(Preis 1.25 M.).„Konturen- kleben"(Preis 1,25 M.). Bssonlders erwähnenswert ist das kleine Lüchlein„N a t u r s p i e l z e u g. Anregungen für all« Jahres- zeiten"(Preis 2 M.). Es bringt eine vorzügliche Aaislese, Blumen, Früchte, Zweige, vor allem aber Tannenzapfen und Kastanien zur Herstellung von Spielzeug zu verwerten. Beliebt sind ferner Maiers bunte Bauheft«(Preis 52 Pf.). Als Ausschneide- intti Modellierbogen gehalten geben sie Modelle für„Puppenmöbel", „Cisenbahnzirg",„Fabrik" und.Siedlung".—„W a s soll ich schenken",«in praktssches Büchlein, insbesondere für Näh-, Stick- und Webarbeiten. Für Holz- und Laubsägearbellen bringt das Hast „Einfache Holzarbeiten' gute Dorlagen für nützliche Gc- brauchsgegenstä�»«. Das Heft„T i« r f i g u r e n" enthäll An- lellungen zum Aussägen einer Jagd einschließlich kleiner und großer Waldbäume. Größere Anforderungen an den Bastler stellt das Heft „Bewegliche Holzspielsachen". Vorlagen zum Aussägen und Bemalen. Für fortgeschrittene Bastler, insbesondere für die Arbell in Kindergruppan eignen sich„Segelflugzeug' modelle" von Henne.„Segelflugzeug" von E. Op itz und Artur Tlllers kleines Büchlein„Modell Segeljachten". Anleitung zum Vau von Blockmadellen mst vier Modellbogen. Unsere Radiobastler vermessen wir auf eine besondere leicht verständliche Einführung und Anleitung zum Vau von Empfangsgeräten„Wir lernen Funkbasteln". Verlag B. G. Teubner, Leipzig-Berlin:„Geschenke aus Kinderhand", Heft 4 der kleinen Beschäftigungsbücher für Kindergarten(Preis 2,62 M.) gibt vor allem den Müttern für die verschiedensten Holz-, Papier-, Web- und Bastelarbeiten wertvolle Fingerzeig«..Llotztier«, Hondarbest für Knaben und Mädchen"(Preis 2,80 M.) bringt eine Zusammenstellung neuer Tierfarmen aus Drei, und Bierecken aus Stäbchen und Brsttchen. „Allerlei P.uppen und ihre Bekleidung(Preis 2,22 M.). Eine Uebersicht der verschisdenarttgsten Puppen aus Bast, Stoff, Draht, Wolle, Zettungs- und Seidenpapier. Sehr hübsch'. geschmackvolle Kleidermodelle mst einfacher Anleitung zum Selbst- schneiidern sind im zweiten Teil des Büchleins enthalten. Verlag I. F. Schreiber, Eßlingen:„Wer spielt mit?" und „Tierscherze" sind zwei bosandcrs nette Kindermalbücher für die kleinen Pinselkünstler. Schwierig aber seht lehrreich sind einige von Schreibers neuen Beschäftigungs- und Arbeitsbüchern, z. B. „Einfache chemische Versuche" von Günter Mehner. „Physikalisch« Apparate zum Selbstherstellen". „Anleitung zur Herstellung elektrischer Schwachstrom modelle" und Heft 1 der neuen Sammlung„Hebungen und Modell« zur Menschen- künde",„Atmung und Blutkreislauf". Das Buch„C r d k u n dl i ch e Werk arbeit" von Dr. E. Silb e r und K. Hils(Preis 2,72 M) »ibt Anregungen für die Herstellung von Arbeitsgeräten, z. B. von einem Globus, von Linolschnlltstsmpeln. Es vermittelt' zugleich einiges über die Beobachtung von LandschaftsbAdern. Deutscher Verlag für Jugend und Volt, Wien:„Plastisches Gestalten" von Martha Bergemann-Könitzer zeigt in leicht verständlicher Art, was man olles aus Sand, Ton und Gips machen kann. Frank hsch« Verlagshandlung, Stuttgart:„Bastei buch". Ein Wegweiser für Handsertigkest, Spiel und Arbeit bringt Anleitung zu Metallarbetten, Linoleumdrucke, Stoffmalerei, Papierarbeiten. zur Anfertigung von Elektromotoren, Herstellung von Schaukeln. Kinderautos und Kinderspislzeug, kurz vielunssassende Baftelmö glich- leiten für Anfänger und Fortgeschrittene.„M ä d ch e n s p i« l- zeug", Bastelbuch für Väter. Das Buch sst eine Ergänzung des im Vorjahr erschienenen Bastelbuchs„Kuabenspielzsug", und gibt sehr viel nützlich« und prattssche Anregungen zur Herstellung von Puppen- sttlben, Kaufläden, Puppenmöbeln und Küchengeräten. Eine gute Uebersicht der für Spielzeugbastler notwendigen Werkzeug« geht den Ausführungen voran. Zum Schluß seien noch einige neue inleressante Spiel« des Verlags Otto Maler, Ravensburg, erwähnt.„F u b a" ein fesselndes Spiel zu zweit, das in geschickter Anlehnung an die Regeln des Fußballsportes aufgebaut ist.„D a s V l ü m ch e n s p t e l", eine ein- fach«, doch sehr orignelle Unterhaltung smöglichkeit für jünger« Kinder, ebenso„Die groß« Walze", ein lüstiges Gesellschasts- spiel für 2 bis 4 Personen. Für größere Kinder vorweisen wir auf di« neuen Quarjettspiele, die neben anregender Unterholtun-Z zugleich wertvolles Wissen ver- Mitteln:„Weltliteratur",„Deutschs Dichter",„Plastische Kunst" und „Komponisten". Di« Ausführung der Spiele ist gsdieoen und ge- fchmackvoll. Sie entHallen zum Teil vorzügliche Reproduktionen oller Kunstwert« und Photographien berühmter Persönlichketten. I. F. Keöwjg M»ngel wirbi für ihr Heim. D'-e HeÄwig-2�angel-Älfe, das Tor dsr fiir wciblichc Strofentlosiens kämpft bekanntlich schwer uin sein wirtschaftliches Fortbestehen. In einer Sonntags-Matinee im Theater am Schifs- bauerdamm hatten sich Prominente der 5lu>rst nnd Wissenschaft einer Werbeaktion zu-sammangetan. Leider war der Besuch recht dürftig. Proseflvr E i n st c i n sprach liebevolle Worte über das menschlich-fchöne Wert, Irene Tricsch bot in der Erzählung von Tolsto-is„Drei Greiser� reifste Kunst und cndbch griff die Bcranstal- ierin selbst, Hedwig Wangci, durch die schlichte, tie?«mpfuno» 1t>tt Uhr, Sbrrchnunft der DribiraKti�enrmrNiltrn fiir dir rrmrrbskosr» Pariessrnpsten. �raumveranslalkuvg. fit. ildt. SteakSl». Dvnnirztaa, IS. S>>.«mbrr. 1SZZ Ubr, d«i Aldtncke. lsd». ianr. Sek«.fiartsfiftri-mstraZs, gv>awmultunkt der �nnktionärinnrn smpl« drr ldrrrrsirvrr � t':c an drr Äusgrstnlturg de« Keibinichtskrittienadendb noepaudcs mit den KreiSlcitern im Lindenftr. 3 Sekretariat. 2. A«i» Tirrgartrn. Achturft, Lritunsskbwplisfion? Dichtig« Slturft Dvnrrr�ag. IS. D«lembrr. ISZZ Ubr, in der BormSrizspedition Witd« davencr Str. 1«. PiinZilickrs erscheinen nobwendicc ch.firei» P«»»Iau-r Ber . am >«lM2- _______________.. ra. Seütel Mit-bvech, 1«I Deleinber, 30 Udr.«ichwg de««riftcren firei-mrirschrV? mit sämtlichen Abteilunftsichter» bei»luft. Dan.ciq»r Str. 71.— Sflli)ts,9,an»fdi»|: Zusammenkunft der iänfierrn Partelmitglieder pvecko Srfalltins jiu tniatftntt Arbeit innenbalb(vi Bartes Beuf«. Mitm-ach. 18. DeZembeft. 19�2 Uhr, im Bezirksamt. Dan. «,cr Str.«4. Neterat.: Snftelbert Srak. M. d. N. Ist. trei» stäpenick. Morgen. Donnerstaq. 19. De,nnbrr, IS'ch Uhr. Sreibvor- swnbssißvnft in Köpenick, öchloßsir. 37. Sijmtliche Bsrsiairdsnitgsieder umssen erscheinen. I». lstrei» Zicini-senbers. Margen. Dannerrtaa. 19. Detanber, Idtz Uhr. ipi/ Vernen Siburg�sel des Bochauses in Wittenau Areisvorfiandaiitiun» mit allen Abt,,! UN 9- leite rn unj> dem Obmann de« Arei-ibilduuqsausschvfir-S. mitZiclsen Möllen. Iungsaziaffsten. Srnp»« lfiohnrdbrs! Morgen, Dannerzlag. IS. De«oS«r,«anktlich 30 Uhr. bei War Schul'«. Dnrfplai.. Scneralvrobt. Es ist unbedingt notwendig, daß seder pvnkLich erscheint. Gftsie baben seinen Zutritt. chropp« Zieutälln: Leute. Mittwach. 18. Devmbcr, 30 1lk>r, Sruppenabend im Zitftendheim Treptower Str. lch— 96. Hrnppr Baumschulen weg: Keitte, Mittwoch, 18. Dezember, W/j Ubr, im Jugendheim Srnstsir. 16. Bortruz:.Drr moderne Sapitolismils�. Zieserent Genosse Dosgin. Arbeilsgemrwschafl der Auiderfreulide Groh-Verllv. Zeltlagnrkursu, ist Mittwoch. 18. Dezember, zo Mr. Lindenftr. z> fimaur. 18, Bertpgg von M. Beinber-zer und S. Präger über.Bressearbert im Zelt. lag« IWr" Falkens,»gefinnde gm Freitag. 39. Dezember. 1" Uhr, ZZeinmeisterfir. IS Lebt, Probe zur Bintrttonnennvudfelcr. All« Falken und Selker, dix am leklen Ftritag««probt laben, müssen unbedingt kommen. Borssandsssbung am F«U 8r-i,....__ | Ge'&äfie.sl'D« zuridtzugeben. Frei« Weißen l-e. Genppc Scbonschörbauicv! Donnerstag Sene�Iprob« im "sim Frrienwgsber Str. 6. «rsn»! Da keine Avsficht„orchanben ist. daß in den Wmbnachtsseier, ta«u entsprechendes Wintcrwetter sein wird und auch die Unter. bringetnasmbalichseitet! unseren Wünschen nicht entsprechen, mu? d« Ekikursu», der zwischen Weibnochjrn med Neutobr geplant war, abgesagt weiden. Tiergarten, Gruppe August Bebel: Am Donpe'.-taq. 19. Dezember. IS Ubr, si'chet in der Aula der 240. 264. Gemeitch«schul«, RoldenserstraK». unsere Gemdi» schortsseier statt. Mi Eltern und pariftiqenossen find berzlichst ein. aeladu,. Programme ssrd am Eingang ,u haben. Geburtslage. Zubiloou usw. it. Abt. ttrsercr lonajökrigcn Genossin Em«« Zaiser di« herzlich, sten Glückwünsche zu cbrr« 8Z. Geburt itagc. 39. Dezember,?<> Uhr. Seschöftsstrll«, Lindenstr. Z. Di« nicht ausgegebenen Ziar'en bitten wir bis Freitag iu der hcule. Mittwoch. IS. Dezember. II. Abt. Di« Bezirkskilbrer rechne» sämtliches Markenmatrrial und dir Gammollistcn umgebend mit dem Kassierer., Genossen Tschirne, ab. 87. und 38. Abt. und Zeil vom Prenzlauer Berg. Me SPD�Mirglieder, welche in der Albgab« stell» Aoch!i»i:rn. Ecke. WeißbaKstratze der Berliner koniiimgenpsseulchgsr lausen, werden dringend ersucht, zu der beule ISt� llbr in der Brauerei pabenbaktr. üandsderger Alle« 34— 37, flati. findenden Eichung zu ersüreinen. Wichtige Tagesordnung. 38. Abt. Di« nichr»erkauften Zarten Zur proletarischen Feierstunde sind bis beut«, Mliwoch 19 Uhr, dem Billniuftsobmann der Abteilung zurück- zuaeben. Ein« fpii'ere Zurücknahme erfolgt nicht. 4t. Abt. Di« Lauskassierer müssen im Lause dieser Wach« abrechnen. Sammellilten abgeben. 117. Abt. Lichtenberg. lO'l Uhr bei Eiewert. Schill erstr.' IZ. persammlung «Her SPD.-Zoniummitglieder der 39. Abgabestelle. Morgen. Oonnerskag. Ist. Dezember. 8. Abt. Z9>, Uhr bei Dobroblow, Ewinemiindee Str. 11. Fimktiongrsichung. LS. Abt. Achtung! Die Bszirlssührer rechnen von 18—20 Uhr bei Burg, ptenzsauer Allee 189, ab. GleichzeLiq sind noch sämtliche ousstebendc Billerts und Sammelliste'! abzurechnen. ZI. Abt. 20 Uhr bei Eoldsckmiot. Swlvisch» Str. 88. Sisinng sämtlicher Funktionckre. Die Bezirkstübrer müssen bis dabin dt« Sammellisten ob. gerechnet haben.— Di» stommlssion zur Beeteilnn» der Weib''acht»'»e»de trifft sich bereits um 19 Ubr cbensallz bei Goldschmidt, Stoipisch« Str. 38. 38. Abt. 20 Ubr Versammlung aller jüngeren Parteimitglieder sbiz zu 2S Fahren) bei Bertalla. Koben lohestr. 3. SS. Abt. 20 llbr bei Schulze. Samariterstr.?8. Fiinktionänsijiirng. 88. Adt. Lichtenrade. IPs, Ubr S?D..Mitgl!ederversaormlung der Zonku«, genossenschatt bat Delam, Bahnhosstrajjc. Partei, und Eewerkfchaftsmit. «liSsbilcher sind mitzubrin«,,. »1. Abt. Rentell». Illtü Uhr bei Balrwski. Boddinstr. Z7, Persammluna aller EPD.-Snnsnmmisglieder der«8. AbgaLcstell«. Partei« und Zonsummit- glie.dsbuch mitbringe». 4b. Abt, u,s«-ftr Lahe« Genossin K«l«»e»ch»««,» t* �«t» 6«. Sabnrtage die herzllchste» Sltckwü-sche. Sir hoffen, dm Senossi» Schumann noch Niel« Aahr«>» u»scrc» Zieihcn al« Ritstrelteri» zu stachen. 77. Abt. Schbneberg. Unteren, lieben Genossen Fronte. Apostel. paulu». Strahe 4, z» skinc.« die derzlichstoii GUic' wünsche. Wir wünschen, ihn noch recht lange in unserer Mitte für die parte, wirken z» sehen. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation s z. Abt. Unser« Genossin Anna Schulz ist verstorben. Vi« ihrrm Andenken! Einäscherung am Donnerstag, 19. Dezember. 12 ffitt, ,m Zrema- torvmr S-richtstrasi». Wir bitte» um reg« Beteiligung._ 7. Abt. Unser« Ii-»- Genossin Paulin« Reumann, Bonenstr 8. ist am Eonnebend. 14. Dezember, v-rst-rb-n. Ehre ihrem And-nk-ml Beerdigung heute, Mttmo». 18. De.z-rgber. um II Uhr aus dem Städtischen Friedhof in Beinickendors. chumboldtsirasie. Wir bitten uv, rege Beteiligung. 33. Abt. Unier lieber Genosse Ort» Lück ist pliMich varstorben. Sbra s»inem Andenken! Einäscherung am Donnerstag, 19. Dezember, um 18 Uhr im«rematorium Gcrdcftrog'. Wir bitten um rege B-tciligun- 4».»bt. Unter Genosse Willi Zerschi«. Morisistr. 4. ist vcrstorbm. Ehre seinem Andenken! Beerdigung beute. Mittwochs 18. �Dezember, in» >8 Ubr. aus d-m Dreisaltigt-ittslieddot in de, B-ll-.Alluince.alrgxr. elügftn» Barutber Stratze. Wir bitten um rege Beteiligung. IjUSvzialistischsArbeiterjllgendSr.-Selliii Slnsendunze» für diese Zivbrt? IN» an da« Zlljoidsttotaeiot Sellin 6368, Ttadeaslrosie 3 SAZ..I»«gbnMrvckee: Seutc wichtige Zulamme nkunt: im Keim Beeck. strast« U.. 19 Ubr.. heute. Mitlwoch. 19V3 Ahr. Arkonavl-Z: Schul« ENiabethkirchstr. 13: �Po» der-»«volutlon bis zuot ZOVwplIÄch'— Geinndbinnne» II: Keim Ebristianiaftr. SN: Wenmogst.'- seier.— Keddi»?: Keirn Turiner Eck« Seestraße:„Bi'b und Wädel.— Seiches beraer Viertel! Keim»riß-r Srr. 27-30: �in lerspor"-«ottbnss« Tor: Seim Brißer Str. 27--39: Funttionärsitzung.— Eharlotte.ndllrg.Bord: Keim Olber-stvaß-:.Fragen, die uns angehen".— Lantanß:©emttniMfttiTe Schulstraße:.SA?., und Ä?/— lempelhot: Le,m Sermowlaltr. �4�-S�Werb. herg.Mittei Keim Scharr. wckkierstr. Ä:»EeruÄle Fragen— Seu-Lichtea�ng: Se>m aus dem Spartplat, Sautütraße:.Das neu« Ernita.— Sohrnlcho»- banfen: Keim Dingelstedter Straße:.Weibnachten oder Sonnenwende? Werbe bezirk prenzlaner Berg: Zursus Heidelberger pre�ramm' fällt aus. Alle älteren Genossen beteilioen sich an der Zufouinuiickunkt der jüngeren Pateiaenokse» im Bezirksamt. Danziger Str. 64. 19'ch Uhr. Reierent Enge,. '�'©«bebezirt Aenköll«: Di« Gruppenleiter müssen von 18—19 Ubr sämtlich« aussiebenden Abrechnungen vornebmen.< Freidenier. Filmabend. Schall Vlatten. krnz«rt.l Besonders wichtig ist die Freidenkerveranstaltung. da tveiirr abgc. rechnet werden muß.___ �...„ SSG. Wedding: Seim Gotenbimger Str. 2. 18 Uhr:.Der Faschismus". S«G. NcnkSIo: Sei« Bergftr. 29. 1» Ubr:.politisch-sattrischer Abend'. Vorträge, Verein« und Versammlung«». Heilwlrkend! PiciiiossrTdrsaQjfiicftc, Berlin SVil ScMncderfcrStr.Ks. Tri. Liitrow 8366-61 Stefan G r o ß m o n n sprack? mit rinem khimaligsin Straf- sterangenen üstor„G o f ö n g n i e r c v o l t c n". Dir Untcrhaltung wäre ssemiß inhalisrcicher und dir Urteile ssenouer formuliert sse- ! weien. wenn nicht dos Mikrophon sie der Menge zugetragen hättr. Xroftdcm mar dieses Awirgespräch außerordentlich wertvoll. Es gab wahrscheinlich einer ganzen Anzahl nun.Hörern zum erstenmal ein richtiges Bild von den Zuständen in den Gefängnissen im Staaten New Pork, in diesen melsach über hundertjährigen Gebäuden, in denen die Verbrecher zum Teil nicht in Zellen, sondern in Gitter- köfigen leben müssen, ohne Arbeit, unter strengem«Brechverbot — eine hoffnungslos longo Zeit. Denn die amerikanischen Gesetze sind grausam und verdammen zu unheimlich langen haftstrafen. Großmanns Partner hat recht, wenn er sagte, daß in solcher Mmo- sphäre Revollen entstehen müssen, weil ohne Hoffnung kein Mensch leben kann, und besonders kein Gefangener. Diese amerikanischen Gefangenen leben ohne Hoffnung. Der Tod ist ihnen weniger schrecklich ols die lebenslängliche Haft,"und eins Revolte kann wenigstens immer nach den Weg in die Freiheit öffnen. In Deutschland kam es zu Gefängnisrenollcn vor allem in den Nachkriegshungerjahren. in denen unzureichende Kost, Kälte und Ueberfüllung der Gesöngnisse die Gefangenen aufreizten. Don Fähigkeiten angemessene Arbeit, die Hoffnung aus Rückkehr in ein geordnetes Leben, das lind zwei der wichtigsten Faktoren, um die Aufruhrftünmung aus den Gefängnissen zu bannen. Die Funkstunde sollte öfter so unmittelbar aus dem persönlichen Erleben geschöpfte aktuelle Gespräche bringen. — Eii? geschmackvolles, schönes Abendkonzert wurde von der Pianistin hanfi Freudberg und dem Cellisten Prosessor Nicolai Graudan bestritten. Das Programm vereinte Werke van Philipp Emamiel Vach, Schumann, Debussy: lauter Werte zu deren Jnter- pretotion mehr Musikkultur als starkes musikalisches Temperament nötig ist.— Das Schallplattenkonzert am Abend brachte leider allzu- viel gehörte Schlager neben bekannten Volksliedern. Die Schallplatte kam? viel Abwechslung in dos Fimkprogromm bringen, und wohl werte Auswahl zu sorgen. Tes. IIA w Reichsbanner �Schwarz-Rot�Sold". «efdjäftsiltn«: Berlin S 14, Sebastian Itr. 37—38, Lok 2. Tr, Ineptow sKonnradstbattl. Iunftbaim«: Mittwoch. TR. Dezember, pünktlich 19H Uhr. ins Iugrnsth-'.m Wilstenbruässtraße. Rctfonrnu Imw. Anolprack« fister 0-" Sennaliend. Erscheinon Pflicht.—«rlner lDrtft. «««>»): MittwoG. 18. Dezeznber. 29 Uhr. Seneraloersamwlun«?« Eeirü. sSakt-hftn- SUtTbt.—«eisten!«: FrcUaft. 20. Dez-mstkr. 29 Witt Mrtftlttd�- «rsonnirlü-ia im BerNn-r Kot. Bvrstant, 1 Sttinstc snther. Erschttn-n pfltchst. Seiihesinnst t-z«tti-ittdeich-tiiftte'i. Nrieft-i-ilnehlner VN»»i-«eihiitt«. bliest«»« a.«»» Berlin. vrt»ni»p»- Bord«, 14. Donnerslos. 1». Dezember, V> 116», in b-n«tasino-Fftsssälen. Pannolalle« 18. Mr6sl,-»«rv«ssamvrl->n«. Referent Som«rad Rothinann. Dh-wo:.Seid nachten im 2, cht- st«: Lrfion» fotion-'.__ «etteeberich» st« Lfiepillchea wkilcrälevWelle Serli» vud Umgegend lN-chdr. v-rb.). Dechselnd bewölkt mit einzelnen Schauern. Temperaturett am Tage nur wenlg über Null: nördlich- Winde.— Zür v-nttchland- Ueberall Temperaturen bei Null. In der südlichen Halste beZ Reiches noch vielfach Schauer. Herr Wilhelm Qosukmeyer. der Seniorchef der Firma Ouontmeyer u. Eicke, Derlln W. 8, Wilhelmstraße 5S, feiert am kommenden Donnerstag, dem lki. Dezember, seinen 7ll. Ge» b u r t s t a g. Herr Quantim-yer ist in Berlin eine anerkannte Autorität auf dem Gebiete des Teppich- und des LmoleuinbmiM;.. Er ist Lieferant für Reichs-, Staats- und Kormnunatdchörden. Seine gediegenen.Fachkenntnisse, sein großes kaufmännisches Wissen und sein persönliches, liebenswürdiges Wesen haben seiner Firma den großen Ruf verschafft, den sie genießt und der weit über die Reichshauptstadt hinausreicht. Trinkt Föching««. Trink« ieden Mprg«n«in Glo».Fachinftrr" nücktor». imi» ei.n(öI«Z.s vor drm SHlafenfze�n, dam'st! erhältst»u vir Gesundheit uoö sohlst dich stets frisch und gesund. - mmmmmmmmmaBaBmmmaammmamwmmmBmmmmmmKmmmmammmmmmmm m ein lasier,'«? nwiel- Pssaslsr ' Jedoch achte dabei immer auJ den Patentschutz.Schlimmer Finger". Seit 80 Jahren käuflich in Apotheken st 45 Ptg. Qutachten über aeößBpetßr, Mg. KarDfinSßl Mampe- Ha!b und Halb mit dem Schimmetgespann Die gute alte Marke Carl HampeA.-G. Berlin spo,. so. ADtenüng nem<öiin{ Am 14. Dezember Vrrstord itn'et| elttr. bewährter©«rosse, der«rast. droschtenbesisier Lrast Kaufstolt Mitglied der Part»! feit 1?9l, Im! 69. Lsb«»»iaHre. S.Hre seive» Andenlen! D!« S!nSId>erunesfrt«r findet am annerataft. dem 19. Dezember, nach-! wütoga 4 Ilhr. iotKremotorluinBaum. schuleinvez statt. Zahlrejckie Belesiigung erbittet Oer Ab IrfUmgrront»» d.{ Linoleuw. Lzlllat.«oloniesiraiie»' Brechtepowert! Derttches Teppichhau« Emil Lefenre, seit 188Z nnr Sranien- straste 158, gewahrt ZaHlungserleidtti- rung ahne Snflchlao, Seinerlei?«- Ziehungen zu ähnlich klivgenber Firma. Bettcnnerlonf! Zteus 12.091 13.— I 19ÄI! Prachtvoll- 35,-1 27J501 Bauern. betten 29,— I 33,-1 gnlette! spotthilbg und gut! Kein« Lombardware. Lett- bauo. Trunnrnftra�e 4?.' (fciileidungsstücilc, Wasche usw. ®«a. Fackett, wzMcküsMiMM Im Auftrage des Marx-Engeis-Instituts Moskau herausgegeben von D. RJazanev Mitte Dezember verde« ausgeliefert: Abteilang; I, Band 1, Hnlbband 2: Karl Marx: Werke und Schritten bis Anfang 1844 nebst Briefen und Dokumenten. Zweiter Halbband: Jugendarbeiten. Nachträge, Briefe und Dokumente. XL,V1II und 362 S, Preis geb. 18.— M. Abteiiaa g; III(Briefe). Baad 1t Der Briefvechscl rvlscben Marx und Engel«. Erster Band- Von 1844 bis 1836. L und 540 S., Preis geb. 18.- Ick. Früher erschienen: Abtcilnax I, Band 1. Halbband 1 1 Kerl Icker« Werk« a Schriften Ms UM. LXXXIV astSS. Fe IS.— H, Barx-Engels-Arebivt Band I retgiftteu. Maanf-Enc«I«.Ar*rhfTS uead iL 617 f,«rthaltEed 0.8.: Engels .Dfalekti" und>Ietm� Preis Uk-M.. geh. IS.- K. Harx-Ensals-Verlas Dö-rtkHogrunsr Für bis hrrzüdit Anfrilnahmc an. ldtjlM) der Trauerfeier stlr motno liebe Frau, unser« gute Mutter, Schwteger- mutter und Großmutter imma 6rönzel lagen wir allen'ntunbeu und De» kennten, den Zollegen vom Dcrbande der Fabrikarbeiter und dem Zerami- schcn Bund Ipwie Herrn Lenze vom Lerdande der Freidenker iiefgesühlten Dank. kkenae»» Qranrel im?!amen der Hinterbliebenen Berichtigung 3» beut Weibnachts.Inlc:at bet bekannten Zigarren. Fmporisirma Dtto Boenick«. B-riin WS. FraiizSssschefir 21. vom lö. De» zemder war irrtüotltcherwrife die Züten. Packung aller 9 Sorten der„Boenicke. Zubitönmkmartc" nn:»0 Stück angeacben Die» trifft aber nur für die prcfstagen van 15 dto SO psq zu, während d!« Zt- garreu dieses Sotttnientco zu 40. 50, 69. S> und ICO Pfg. fn der in höheren Pwiv lagen gangbareren Packung vcn 88 Stück zum Dertau,-owmen. Verkäufe vtte», eiserne, seder iltt und Sröst« von 18« o». Aurerlign«, Srilch«. ..-—- nerstrand lexch für SSI« die'JfX) odml. uwottoile Seche lSstm. iran ev- Kochherste, Oos-. PoBfeCcfsn, Oftn» Silren. Lsteroshr. BafafeifS.„ Westh- ckchsichtsnn. Abwascht och«. WisKersIleU. Tmlzarlung. Di« alle Sner.iaifkb-tk " ehb-ra Ä..S..' vhee Anzahlung! Möbet.. komplett« Einridüungen loivie Ankleibeschränke B«tlstrlie». siiuhestcttcn. Sfidxn. Zorst- riööet usw. Garderobe, WSsch«. Sardinen und Decken aller Art. Astisch nnst Co.. Zaisersirast« 6—7. Aleranderplast. Ab risthaus. Liesernng noch auswärts. MSstelkönfer merke Srestit v»d bat Mostelstozor. Omrc Auswahl. Kerne p-eife! Bellvieiaweife: Schlasziinmer 455�-, Speisezimmer 517,—. Kerrenzimmer 389.—, Spiegel- schränkc 118,—. Dieteuftarnftur 38.---, Anrichicküche 99.—, Messingbettsielle 69,-. Kfeiderschrant« 48.—. Ebais«- longuso 23,-. Metallbettfiells 18,—, Auflegeinatraste 13�—. Sonsiige Röbel angemessene preise Teilzahlung ans» fchfagfrei. Wochen rakcn. Monatsraten Zassarabatt bis zehn Prozent, auch auf Anzahlungen,»fein« auch ohne Anlast. lungen. ssrehite bi» zwei Fahre. Möst. Zins. Kauv'g-schaff: Siegüst, Schlosi- f trabt 197: 2. Gefchaft: sileulölln. Sei. mannpfolz 7: 8. Geschäft: Belle-Slliane«. Ltrasi» 85 Untergrundhahn: 4 Sv«»!e!- Abteilung: Reuklllln. Kermannofast 4: S. Seschast: ssottbusser S'.raste». gt,enlld,r«lllasängir. st�alea tranko «Zmückfongue». tpk, neu, 5 St. VaBstefall«« 12.. s'enkmgtralt? Mistel lawerling, Sasianienalle« 56 Herrenzimmer. Sostelingarnifuren, ftlud» tisch«. Armlehnsessel. Aisfcnauttvahl SvoU»reift. Zablungzeileichteruna» Dhue Anzahleng! Schlafzimmer. Kücken. Schränk«. Bettstellen. Aohhsegel, Büdferfchränke, Nähtische, Zlubtifch«, Standuhren. Nadioschränlc, Zloten, sfiftch«. Ariel. Grast« Frarckfurtcr- straste 34 fSrravsöerzerplastl._ Ztöstel-Schran»«. Eroster Weihnacht?. nerkaut. Fn allen Ubtaelilnarn halo« preise, trostdem«ablungserleichterung. Sastanienallr« 45— 49." 'Musikinstrumente Pia na», neu und gebrauch-, mit Herr. Itcher Tonfülle, ohue Anzahlung, kleine Raten, sehr preiswert. LauzZSHrige Garaittte. Pianohaus iionizgrdher- Ittaste 81. Sanntag geöffnet.�__ 329,—, 390/—, 428,— gchtcjpht« BiaNstz. Teilzahlung. Serer. Prinzen- ftnaste neunzig. Ltntpianv». überaus vreisweri piano- •obrif Link»tiinitenftrat« 35• Sa kf mann pianoa. grfinoet 1887. Stammhaus ae- piano«. FISg-t Sar- Ksufgesueks Zahvgeblsse. platinabföllr. Lötzinn, Blei. Quecksilber. Sflsterschmclze. Sott,« lchmelzerci Ehrisiionat. Sövenicker» strast« 39 kSsItesiella Adalbsristrastel.* ■»tmf-aanw.w SchnellfZebernbe prinatzirlcl, Sur:, schritt, Maschinenschreiben. Buchhaltung. Micherrevifor Aultch, Setzbelstratz« 1. Spitt- Imgrkl. Vermietungen V/sbnungen. Tz'wpcihof. iSegenb Mant-'uEÄstrasts. Reubauchohnunftrn.«insachc. Wnbnb«» ttchiigunft rrforderliS, y4, 2. 21, Zimmer. Wiele Mark<4.—. Z+t'- 103.—. Bob und C'ftnhewung. Mästige rückzahlbare Miete rdarlehen. Vern-il- fungsbureau Earl Soernec, Belle, Allianeesiras,« 79.?. Bergmann 896«. 909 Mark, gebrauchte 499 Mark an. stets Gelegenheitskäufe. Alte In- siruniente Gegtnrechnuug. pianotarti- -abrii Georg Lokstnaun G. m. b. K.. Berlin SW. 53. keipziaerstraste Z7 .—. KcAtt, Alt« per»» Teilzahlung. Schdnleinsirest« i FNickN treebcRatflcajil IIS.• Tabrracter Sugenteober, attsstt« Auswehl, vir-, 40.—. 48—. 8 Machnow. Wrin» me.sterstnftst« 14______• Spottoretso. Motor- Äll« 40».„ Westen. Möbliertes Zimmer, m:«. licksi kein Tis-d-Tis, ponniftagsZonne. zirka Mar? 49<-. kuckt Akabtmik-r. postlageriarte 391, Berlin 57. Arbeitsmarkt Stefienangebote Hedaicteyr ■ gesucht! FOr otiser Kopfbfett in Rathenow rochen wir zum>. Feb uar«Inen Redakteur. In Fra c kommen nnr bewerbet, di« e pe tnindes cp? 1 8 n f isibrle» partauugehör gkelt n»otrw«1$«n können und an von g •elbttihertges Arbotten auf kor»- miinattorirschem oeblet gewttrvt ckdmi. arwertunee» mkt<5ehef''- anspetcheh sind Ks zum 10 Januar 1930 Zu ridhttn an den Verlar aer ,8randerbur»«r Afiiip CL Ssdow k Co. (3«vä>, SV-Annes ibur»«r Brand entuffitt .es-Strüe 1»M