Nr. 56. Erscheint täglich außer Montags.. Preis pränumerando: Viertel jährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 M., für das übrige Ausland 3 Mt. pr. Monat. Eingetr. in der Post Zeitungs- Preisliste für 1896 unter Nr. 7277. Vorwärts 13. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 fg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 1hr abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: " Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. 42 mm Adua! Adua! Eine traurige Stunde ist für Italien angebrochen. Eine Stunde der Schande und der Verzweiflung! Im Süden zwischen den Höhenzügen Abessyniens ist ein ganzes Armeekorps, die Blüthe des italienischen Volkes, von den Afrifanern vernichtet worden. Noch kennen wir nicht den vollen Umfang des schweren Mißgeschickes, aber man fann ihn sich schon ausmalen: Tausende von Todten, tausende von Verwundeten, tausende Gefangene. 50 Kanonen sind in die Hände des Feindes gefallen. Ein Landstrich, fast so groß wie ganz Jtalien, ist verloren gegangen. Die Ueberreste der Armee, die zersprengten Haufen sind bis ans rothe Meer zurückgeworfen. Das ist nicht mehr eine Niederlage, das ist weit mehr, das ist ein vernichtender Schlag, ähnlich wie die Schlachten bei Novara und bei Sedan. Wenn auch die Schlacht bei Adua das Wert eines Augenblicks war, so war sie doch die nothwendige Folge der langen Reihe von Schrecken, Infamien und Verbrechen, die zusammengenommen der afrikanische Krieg heißen, die nicht anders enden konnten, als mit einer Katastrophe, wie der bei Adu a. Freitag, den 6. März 1896. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. folger bestimmt war, in Wirklichkeit ersetzt hätte. Da konnte| merksamkeit des Volkes von der inneren Politik abman schon 15 000 junger Leben aufs Spiel setzen. Das ist lenken konnte. So erschien der Gedanke eines erithräischen das Geheimniß der Schlacht von Adua: der Wille eines Kaiserthums auf der Bildfläche, als die Entrüstung Generals, der an seinem Kommando klebt. So faßt des Volkes über die Fälschungen und Betrügereien der ganz Italien, so die ganze Welt die Katastrophe von Banca romana und die Aufsehen erregenden Dokumente A dua auf. Deshalb fordern auch die Zeitungen, daß der Cavalotti's das Ministerium Crispi zu stürzen drohten. gewiffenlose General vor ein Kriegsgericht gestellt und Damals sollte ein großer Sieg in Afrika das moralische" füfilirt werde. Ansehen Crispi's wieder stützen und seine Schmach in der Banca romana- Affäre und seine Verbrechen in Sizilien in Vergessenheit bringen. Die Schmach der Verfolgungen der Sozialisten, die Einkerkerung der sizilianischen Märtyrer sollte durch einen Sieg Baratieri's in Afrika ausgelöscht werden. Die Blutflecken der italienischen Waffen im sizilischen Bürgerkriege sollten durch das Blut der Schoaner übertüncht werden. Die Offiziere, die Lieblinge der Bourgeoisie, träumten von Ruhm, Ordenssternen, doppeltem Sold und sprunghafter Karriere. " Abissus abissum invocat!( Ein Abgrund reißt einen neuen Abgrund auf.) Die erithräische Kolonie ist ein Kind Gewaltpolitik, die Gewaltpolitit stützt sich auf den Militarismus, der Militarismus bedarf des Krieges: des Krieges ohne Vernunft, ohne Gerechtigkeit, des Eroberungskrieges. und der ungerechte Krieg führt zu Ereignissen, wie zu der Schlacht zu Adua. Doch wie dem auch sein mag, die demokratischen Elemente des italienischen Volkes sagen, daß das afrikanische Abenteuer von seinem Beginn( 1888) ab bis zu der Katastrophe von Adua nichts anderes war, als ein frevles Börsenspiel, unternommen, um die Augen des Volkes seinen wahren Interessen abzulenken, um es nicht schauen zu lassen das Brigantenthum und den Raub seiner Raub seiner Staatsmänner und seiner Großtapitalisten. Diese alle nennt das Volk Baratieri's*). Aber wie groß auch der Schmerz über die ungeheure Die erithräische Kolonie war das Paradepferd der Katastrophe, über die Hekatomben junger Leben, die der ganzen italienischen Baratteria". Ihr Ursprung war Arbeit und dem Frieden bestimmt waren und die ihrer ein ungeheurer Raub.. Der Minister Depretis der Geschäftspolitik, die Geschäftspolitik stützt sich auf die Aufgabe durch eine Politik von Banditen entzogen worden wollte seine schmutzige Geschichte mit den italienifind, wie groß auch die Trauer hierüber sein mag, in erster schen Eisenbahnen zum Abschluß bringen. Eine Linie muß man in diesem Zusammbruch die Nemesis der Bande von Börsenwölfen hatte von Börsenwölfen hatte der italienischen ReGeschichte erkennen. gierung vorgeschlagen, ihr die Ausbeute der Staatseisenbahnen zu überlassen. Es handelte sich da um ein Geschäft von hunderten von Millionen, die Finanzgrößen hatten Die Baratieri können nicht immer obenauf bleiben, dies vorher ihr Geld gut angewandt: Eine große Anzahl von beweist auch der tiefe Stoß, den die Nachricht von der Barlamentariern, eine Reihe großer Blätter, ein Menge von Katastrophe von Adua im italienischen Voltsbewußtsein Staatsbeamten wurde bestochen; aber im Volke, das die Zwecke hervorgerufen hat. Mit Ausnahme der Barattieri's der dieser Spekulation verstanden hatte, herrscht große Unzufrieden- Presse, die bezahlt sind von den Barattieri's der Reaktion Nach einer langen Reihe von Niederlagen und Irr heit. Die Opposition im Lande wuchs, das Projekt mit und des Militarismus, hat sich bis jetzt auch nicht eine thümern hat der General Baratieri, dieser Held zahl- den Eisenbahn- Gesellschaften war fompromittirt; da schiffte Stimme erhoben, welche die Fortsetzung des ungerechten Lofer Zweckessen, die ihm das Crispinische Italien bei seiner man italienische Truppen in Massanah aus, der wohl Krieges gefordert hätte. Im Gegentheil, das italienische Triumphreise durch das Land geboten hatte, die Garnison überlegte Schlag war gemacht, das öffentliche Jntereffe war Bolt, vor allem das des Nordens, dort, wo man arbeitet von Makalle aus Mangel von Waffen und Soldaten, vom Eisenbahnschwindel abgelenkt, man hatte die Auf- und die ungeheuren Steuern bezahlt, hat seine mächtige zu einer eigenthümlichen, bis jetzt noch nicht aufgeklärten merksamkeit auf das koloniale Abenteuer gelenkt. Die Stimme erhoben: Endet endlich Eure verbrecherischen ThorUebergabe des vorgeschobensten Postens in der Kolonie ge- Eisenbahnverträge wurden nun genehmigt, der Staat ver- heiten! Ziehet die Truppen aus Afrika zurück! Die Republizwungen. Der General schien die Ankunft der am lor zirka 200 Millionen und die Barattieri" fackten faner und die Sozialisten stehen an der Spitze der Bewegung, ein, So 28. Februar in Neapel eingeschifften Truppen abzuwarten, zirka 50 Millionen wurde Italien eine die anständigen Konservativen folgen ihnen. In gauz denn er telegraphirte, es sei absolut unmöglich, die feind- Kolonialmacht". Italien tam es zu großen Demonstrationen gegen Crispi liche Stellung anzugreifen. Aber gleich nachdem er die Die Bourgeoisie verstand aber auch sonst aus der und die afrikanische Politik. Die Arbeiter und die Stus Depesche abgesandt, ließ er, ohne absehbaren Grund, von erithräischen Kolonie ihren Nugen zu ziehen, so die denten stehen an der Spize der Bewegung. Die Regierung 15.000 seiner Leute 900 000 Feinde angreifen. War dieser Militärlieferanten, die Aktionäre der Navigazione generale, antwortet mit blutigen Unterdrückungsmaßregeln. In MaiMann, der kommandirende General der Armee plöglich verrückt deren Rechtsberather lange Zeit Herr Crispi gegen ein land hat die Soldateska mehrere Bürger verwundet, einen geworden? Sicherlich nicht! Blos vom schmuzigsten, persön- Jahresgehalt von 50 000 Fr. war, dann die Bankiers, die getödtet. Aber diese Maßregeln können Crispi nicht mehr lichen Interesse getrieben, hat er in äußerster Verwegenheit ein sich nichts besseres wünschen, als der Regierung Geld zu retten, die Entrüstung des Voltes ist so hoch gestiegen, daß teuflisches Spiel begonnen, das, wenn es gelungen wäre, leihen, und die großen Emissionsinstitute. Für die Ne- fie jeden Widerstand brechen kann. Man vergesse bei der seine Attien auf der Börse des Patriotismus und des gierung hatte die Kolonie den Vortheil, daß sie durch die Beurtheilung der italienischen Verhältnisse nicht, daß naco militärischen Ruhmes bis ins Ungemessene in die Höhe ge- kriegerischen Ereignisse in derselben stets die Auf der Verfassung das Staatsoberhaupt Frieden schließt und trieben hätte. Dies hätte ihn in seiner Stellung als Chef Krieg erklärt. Trotz aller konstitutioneller Fiktionen fält der Armee befestigt, hätte ihn die Zufriedenheit des auf das Haupt des Königs, des unentwegten Beschützers Ministeriums in Rom gesichert, hätte es unmöglich gemacht, des Verbrechers Crispi, die ganze Verantwortlichkeit. daß ihn der General Baldissera, der ihm als Nach72 Clotilde. ( Nachdruck verboten.) Ich durch meine Verse, seitdem habe ich noch kein Wort mit Clotilden gesprochen, morgen heute noch reise ich zurück auf mein Gut." " Ich nach H., um mich nüßlich zu machen, um in etwas die große Schuld der Eltern zu fühnen, durch die Elternsünden werden ja die Kinder oft schwer heimgesucht." Kommen Sie." Diesen Brief hier will ich doch mitnehmen und absenden, er enthält Wichtiges." Sie gingen versöhnt. Beide hatten Interesse, Freundschaft für einander gewonnen. Im Wagen erzählte Langenberg den ganzen Verlauf der peinlichen Untersuchung. Rürdorf hörte mit Grauen zu und dachte mehr an das Zukünftige als an das Gegenwärtige. Beide Männer bemitleideten und beklagten tief die unglückliche Clotilde. Erstaunt, daß der Wagen schon am Ziele, stiegen fie aus. Majors Hausarzt, auf dem Wege zu einem entfernten Patienten, war auch hier eingetreten und noch zugegen. Langenberg wurde ihm vorgestellt und beide Aerzte befanden sich im Einverständnisse über Clotilden's Leiden und die Mittel zu ihrer Heilung. Nur Ruhe und gute Pflege konnte bei dieser Nevenerschütterung helfen. Mit stummem Schmerz betrachtete Langenberg und Nürdorf die bleiche Clotilde, sie erkannte weder den einen noch den anderen. Die Majorin und die Oberförsterin waren um sie beschäftigt und lösten sich ab in der stillen Pflege. " Reinen Dant, teine lauten Worte", sagte die Majorin, als Langenberg gerührt den beiden Frauen die Hand drückte. " Nur die Worte Clotilden's," sprach leise Langenberg, Unter dem Wort barattieri versteht man im Italienischen Beute, welche die öffentlichen Gewalten zu ihrem persönlichen Bortheil mißbrauchen. " will ich Ihnen wiederholen. Als sie schon einmal in diesem gastfreundlichen Hause liebevolle Aufnahme gefunden, sagte sie zu mir:" Das war ein trauter Raum, wo das häusliche Glück und gute Menschen wohnen." Und so ist es, hier nur kann Clotilde genesen. Tausend Dank für Ihre bisherigen Mühen, nehmen Sie sich auch so menschenfreundlich ferner einer schwer heimgesuchten Seelenfranken an." Majorin. Von Herzen gern, zweifeln Sie nicht," sagte die „ Es könnten Nachrichten eintreffen, wodurch diese reine Blume in ein trübes Licht gestellt wird." Wir haben keine Geheimnisse hier", begann jetzt die Oberförsterin, mein Bruder hat mich eben aufgeklärt, was geschehen, was tommen kann; wir werden nicht ermatten, unsere Fürsorge auch ferner wie bisher zu bethätigen. wir werden nicht wanken das zu vollenden, was wir begonnen." " Das wird mich beruhigen und ermuthigen zu freudigem Wirken, meinen jetzt schweren Beruf mir erleichtern-" " Ihre Frau wird schon bald wieder genesen," sagte die Majorin, und sich wohl bei uns fühlen. " Das wird sie." " Dann lassen Sie ihr nur Zeit zur Erholung und schenken auch Sie unserem Hause Ihre Syympathien." Mit Verehrung. Ich überlasse Ihnen mein Liebstes." Langenberg drückte Clotilden noch einmal die Hand, sie erwachte nicht, er schrieb auf eine Karte einige Worte an sie, warum er fortgegangen, dann empfahl er sich, um auch dem Hausherrn seinen Daut abzustatten. " Eine gütige Vorsehung", flüsterte ihm Rürdorf zu, wirft sie nieder, um tödtliche Eindrücke abzuwehren." Der Oberförster und der Major tamen schon von ihrem Morgenspaziergang zurück, den die Kur ihnen auf erlegte. Langenberg ging ihnen entgegen. Crispi hat wohl seine Rolle ausgespielt, er hat seine Nachsehen, Herr Doktor," sagte nach freundlichem Gruße der Major zu Langenberg, da ist hier Herr Oberförster von der Mühle." Ich hatte bereits in der Nacht das Vergnügen," schaltete der Oberförster ein Der versteht das, er hat Ihnen die Frau entführt." " Und ich bin ihm sehr dankbar dafür. Ich müßte verlegen werden, wenn ich nicht so hocherfreut wäre, im Dunkel der Nacht eine so interessante Bekanntschaft gemacht zu haben." Etwas galanter," sagte der Oberförster, konnten Sie doch sein, Herr Doktor, wenn Sie auch nicht die erste beste Fremde", wie Sie unbewußt Ihre Frau nannten, ansehen wollten, aber es war immerhin eine Dame." " Ich verspreche, mich zu bessern," erwiederte Langenberg, so habe ich hier zwei Damen kennen gelernt, die so liebenswürdig und hilfreich, über alles Lob erhaben sind, daß ich ihnen nicht genug danken kann, daß ich sie verehren muß, und-" Halten Sie ein mit Ihren Galanterien," rief der Oberförster. " Da haben wir's," sagte lachend der Major ,,, unsere Frauen scheint sich der Doktor genau angesehen zu haben, hoffentlich kommt es zu keiner Entführung." ,, Nein, denn beide verrichten ein Werk der Barmherzigteit. Ich möchte die geehrten Ehegatten solcher edlen Franen bitten, ihnen dies ferner zu gestatten und meines Dankes gewiß zu sein." „ Natürlich bleibt Ihre Frau bis zur Genesung hier," sagte der Major. Unsere Frauen, fügte der Oberförster hinzu, laffen sich da weder aufhalten, noch hineinreden." Herr Doktor, ich will," begann der Major,„ nach Ablauf der Gaison hier, den Winter wieder in Italien, in meiner Garnisonstadt, die unweit Genua liegt, verleben, halten Sie das für gefährlich? Wird die Cholera auch dorthin ( Fortsetzung folgt.) Man muß die Frauen ansehen, sonst hat man das kommen?" " Demission gegeben und der König hat sie endlich an- erscheinende Vorlage vertrösten läßt. Die Berathung wird am nicht! Den Arbeiter vor derartigen unverschämten Zumuthungen genommen. Eine Wolff'sche Depesche meldet hierüber Freitag fortgefekt. zu schützen, fällt niemanden ein, obwohl selbst die auf den Uniaus Rom: Ueber die Berathung des sächsischen Wahlgefehes faß aufgestellt hat, daß das moderne Verhältniß des Arbeit versitäten gelehrte bürgerliche Volkswirthschaft selber den GrundDie Zugänge zum Gebäude der Deputirtenkammer sind von meldet uns eine Privatdepesche aus Dresden: leistenden zum Arbeitgebenden ein Vertragsverhältniß gleichs einer bichtgedrängten Menschenmenge besetzt. Der Saal, bie In der zweiten Kammer begann heute die Schlußberathung berechtigter Personen, nicht ein Verhältniß zwischen Herrn und Galerien, auch die Diplomatenloge sind überfüllt. Minister- des Wahlgefeßes. Der Antrag der Sozialisten auf General Knecht ist. präsident Crispi zeigt die Demission des Kabinets an und erklärt, diskussion wurde abgelehnt. Darauf folgte eine siebenstündige Ueber die Einführung der Zivilisation in Afrika daß der König dieselbe angenommen hat.( Langanhaltender Debatte über§ 1 der Vorlage. Genosse Geyer fritisirte scharf schreibt Herr Stanley in einer der englischen Revuen. Er Beifall auf mehreren Bänken; Rufe„ Es lebe der König!" Leb- als erster Redner die Deputationsberathung. Von den Sozial- Thaten mit eingeschlossen und glaubt, daß das große Werk bewundert die gemachten Fortschritte natürlich seine eigenen hafte Zwischenrufe auf der äußersten Linken.) Crispi erklärt als- demokraten sprachen noch Goldstein, Fräßdorf, Stolle. fehr bald gelungen, das heißt, daß ganz Afrifa der Zivilisation" dann, daß die Minister zur Aufrechthaltung der öffentlichen Ord- Suweilen wurde die Debatte sehr heftig. Der Minister hielt erschlossen sein werde. Die" Zivilisation" des Herrn Stanley nung bis zur Ernennung der Nachfolger auf ihren Posten ver- sich zurück. war bekanntlich ein gutes Repetirgewehr, mit dem er à la bleiben werden.( Große Unruhe und laute Rufe auf der äußersten Linken.) Der Präsident ersucht das Haus, fich zu vertagen, 23 gegen§ 1. Außer 15 Sozialdemokraten stimmten folgende wuth wegen Majestätsbeleidigung treibt immer herrlichere In namentlicher Abstimmung waren 56 Stimmen für, Peters Eingeborene erlegte", wie Spaßen. Chronik der Majestätsbeleidigungen. Die Denunziations bis die Krone ihre Entscheidung getroffen haben werde. Abgeordnete dagegen: Huste, Käsiner, Minkwiz, Rollfuß, Preibisch, Blüthen. Ein früher in Sande ansässiger Küpermeister, welcher ( Andauernder Lärm auf der äußersten Linken.) Die Sigung wird Richter, Großschönau, Schubert, Theuerkorn. feit einiger Zeit von seiner Frau getrennt lebt und sich augenunter großer Erregung geschlossen. blicklich in Harburg aufhält, denunzirte den früher bei ihm in Arbeit gestandenen und noch jetzt in S. beschäftigten Gefellen W., eine mißliebige Aeußerung über den Kaiser gemacht zu haben. Die That soll im April des vergangenen Jahres geschehen sein. Im Senat gab Ministerpräsident Crispi die gleiche Ertlärung wie in der Deputirten- Kammer ab. Auf Ersuchen des Präsidenten vertagte sich sodann der Senat auf un bestimmte Zeit. So ist nun Crispi beseitigt und wohl für immer. Aber ob die späte Einsicht des Königs noch die Monarchie retten kann, wagt wohl kein Ginsichtiger jetzt schon zu beurtheilen. Die nächsten Tage können für das Haus Savoyen verhängnißvoll werden. Der Sozialdemokrat Grünberg trat heute in die Rammer ein. Die Kommission für Arbeiter- Statistik ist für Frei tag, den 18, d. M., zu einer Sigung zusammenberufen, um die Erhebung über die Verhältnisse der in der Kleider: und Wäsche Fabritation beschäftigten Arbeiter einzuleiten. Ueber das fürchterliche Grubenunglück in Kattowit liegen heute die folgenden Meldungen vor: g Bis heute früh sind einundsiebzig Leichen von den in der Kleophasgrube Umgekommenen geborgen worden, darunter die von vier Rettungsmannschaften. fänglich angenommen worden war. Nach der offiziellen Lifte Das Unglück auf der Grube Kleophas ist größer als an: Deutsches Reich. Der Bundesrath hat in seiner heutigen Sigung dem Ausschußantrag betreffend die Errichtung eines Freibezirks in Stettin die Zustimmung ertheilt. Grjahwahl im 3. Wahlbezirke des Regierungsbezirks Breslau Dels i. Schles., 5. März. Bei der heutigen 2 andtags. wurde nach amtlicher Fenstellung Dr. v. Korn, Majoratsbesitzer in Rudelsdorf( Kreis Wartenberg)( df.) mit den abgegebenen 333 Stimmen gewählt. Carlo Alberto, der Großvater Humbert's, mußte 1849 nach der Schlacht bei Novara seine Krone nieberlegen, Napoleon III. hörte am Tage der Schlacht von Sedan auf, Kaiser von Frankreich zu sein. Ada wurden bis jetzt 86 Zobte heraufbeförbert; noch tages, Reichsrath Dr. Buhl( natl.) aus Deidesheim, iſt könnte leicht Novara und Sedan für König Humbert sein. Civis Romanus, " Politische Weberlicht. Berlin, 5. März. - Der frühere Bizepräsident des Reichs. heute früh gestorben. -Prächtige Beispiele zum Rapitel von der Sparsamteit bei der Post liefert der neue Ober- Postdirektor Röhrig in Königsberg. Von demselben wird folgendes berichtet: etwa 20 odte befinden sich der allgemeinen Annahme zufolge in der Grube. 23 Pferde sind erstickt. Der Brand dauert noch immer fort. Die Verwaltung hat sofort Anordnung getroffen, daß bis zu 50 pet. der monatlichen Unfallrente vorschußweise an die Hinter- Versegung nach einem bestimmten Ort erbittet, stellt der Herr Wofern ein angestellter Beamter oder Unterbeamter seine Glaubt nicht: wenn Ihr Skandal erregt, daß bliebenen gezahlt werden. Außerdem ist eine erhebliche Er- Ober- Postdirektor grundfäßlich die Bedingung, schriftlich folgendes The dadurch die Welt bewegt", rief am Schluß der böhung der gesetzlichen Unfallrente in Aussicht genommen. zu erklären: Der Betreffende muß 1. auf seine Reisekosten und heutigen Debatte über die Zuckervertheuerungs- Vorlage der Ferner wurden aus öffentlichen Mitteln Fonds gebildet, um 2. auf Umzugsfoften überhaupt verzichten, 3. muß er sich verwelfische Abgeordnete dem Troß nebst Hörigen des Bundes besonderen Bedürfnissen abzuhelfen. pflichten, nachträglich tein Gesuch um Untera der Landwirthe zu. In diesem Zuruf liegt eine aus der ftügung einzureichen, und endlich muß 4, das betheiligte Der Mangel an Garantien für das Koalitionsrecht der Postamt sich gutachtlich darüber äußern, daß der Beamte auch praktischen Thätigkeit dieses Bundes reicher Bettler ent- Arbeiter ist geradezu eine Prämie auf den Ueber- im stande ist, ohne Schädigung feiner wirthschaftlichen Lage die nommene recht treffende Kennzeichnung der Agitationsweise muth des Unternehmerthums. Insbesondere berüchtigt Kosten des Umzuges felbst zu bestreiten; andernfalls ist an die eines v. Plöt, Paasche u. dgl. In der heutigen Sigung sind in diesem Punkte die Ta bat industriellen. Trogdem diese Genehmigung eines solchen Gefuches gar nicht zu denken. traten als Anwälte für Vertheuerung des Buckers und für Leute aus der Organisation der Arbeiter felber Bortheil gehabt Also nur der wirthschaftlich Stärkere, darf auf Erfüllung seiner Vermehrung des Vermögens Reicher ein: der Schazminister haben, infofern als der Verband der deutschen Tabatarbeiter Wünsche rechnen! Ob den höheren Beamten ähnliche Berzichte v. Pojadowsky mit einigen Verlegenheitsphrasen, von Miquel's Pläne in Beziehung auf neue finanzielle Belastung der leistungen zugemuthet werden mögen? Blö mit bombastischen, die krasseste Selbstsucht wieder deutungsvoller Versammlungen in ganz Deutschland durchkreuzen fiegelung des Wahlrechtsraubes, die am Donnerstag von der Tabakindustrie durch Veranstaltung zahlreicher und sehr be Dresden, 4. April.( Eig. Ber.) Noch einmal vor der Beeinmal flar stellenden Brusttönen und-" Professor" half, maßt man fich in den Kreisen der Tabatindustriellen schon zweiten Kammer vorgenommen werden soll, hatten sich die ArPaasche, deffen selbstgefällige, sophistische Kunststückchen wieder an, den Tabatarbeitern die Zugehörigkeit zu ihrer Orbeiter von Dresden zum Massenprotest zusammengefunden. dem Tiefgrad ökonomischer, wissenschaftlicher und politischer ganisation durch Androhung des Arbeitsverlustes zu untersagen. Sechs große Versammlungen, in denen die Genossen Dr. GradEinsicht, der in seinen Reden Ausdruck findet, fast gleich Aus Bremen wird darüber gemeldet: Wegen Differenzen nauer und die Abgg. Geyer, Goldstein, Fräßdorf, Kaden und ftehen. Die Abgg. Rösicke( wild freis.) und Barth mit der Firma Klevenhusen haben bekanntlich etwa 200 Ar- Hofmann referirten, sollten zeigen, daß der Grimm über das ( frs. Vg.) traten deren Tiraden wirkungsvoll entgegen. beiter die Arbeit niedergelegt. Der Fabrikantenverein hat schmähliche Attentat durch die Verzuckerungsversuche der Deputation Den Höchstpunkt erreichte die heutige Debatte aber in einer angelegenheit befaßt und einstimmig folgenden Beschluß gefaßt: in deutlicher Sprache. Der Zudrang war überall ein außerordent fich in einer Versammlung am 2. b. M. mit dieser nicht geringer geworden ist. Und die Versammlungen bezeugten dies vortrefflichen Rede des Abg. Schippel. Unbarmherzig legte er an der Hand einer Fülle von Thatsachen dar, machern, Sortirern, Wicklern und sonstigen Hilfsarbeitern), welche die zornentflammte Empörung über den VergewaltigungsDie Mitglieder sind verpflichtet, allen Arbeitern( Bigarren- licher. Die Stimmung spiegelte mit wünschenswerther Klarheit daß die Regierung ihren Standpunkt zu ungunsten der nicht nach dem festgestellten Formular schriftlich bestätigen, daß versuch der Reaktion wieder. Solche Ausbrüche der VolksstimSteuerzahler gewechselt und der internationalen Bermehrung fie feinem Verein angehören, der den Streit bei der Firma mung mögen nun der Regierung fehr unangenehm sein. Denn einer Ausbeutung der Steuerzahler zu gunsten der Zucker- G. Klevenhusen billigt und die Streifenden unterstüßt, in die an sich schon außerordentlich nervöse Polizei war geftern barone durch die Vorlage die Wege zu ebnen beginne. Ver- Bremen, Sebaldsbrück und Hemelingen auf den 17. März, in noch gereizter. Jeden Augenblick wurden ohne ersichtlichen Grund legen strich der Schahminister seine langen Bartkoteletten der übrigen Umgegend auf den 31. März zu fündigen und die die Redner unterbrochen. In der Güldenen Aue entzog der eine Erklärung für den Wechsel in der Anschauung der selben an diesen Tagen zu entlassen, falls nicht bis dahin feitens Polizeibeamte dem Genossen Kaden nach etwa 15minutigem Sprechen Regierung fand er nicht. Nachdrücklichst ermahnte der Firma G. Klevenhusen die Mittheilung eingegangen ist, daß das Wort. Warum? Kein Mensch wußte es! Das gleiche die Arbeit bei ihr wieder aufgenommen ist." Schippel die vornehmen Ausbeuterseelen, schon aus Die bremischen Tabatarbeiter gaben auf diese Provokation fammlung aufgelöst. Entrüstungsstürme waren die Antwort. Schicksal ereilte einen anderen Redner, dann wurde die Vers , politischem Reinlichkeitsgefühl" mit ihrer Interessenpolitik die Antwort in folgender Resolution, die in einer großen öffent Im Trianon war es Genossen Gradnauer gelungen, der polizeiendlich einzuhalten und nicht durch den Ludergeruch der lichen Versammlung am Montag einstimmig angenommen wurde: lichen Empfindlichkeit bis zum Schluß seiner Rede jede Handvon ihnen vertretenen Interessenpolitik" das Ansehen Die Versammlung erkennt in dem Vorgehen der Firma Kleven- habe zu nehmen; da beim letzten Sah wurde ihm das Wort des Reichstags herabzudrücken. Unwidersprochen konnte bufen einen Angriff auf das Vereinigungsrecht der Tabakarbeiter. entzogen. Das entstehende Gelächter und der Gradnauer Schippel feststellen, daß die Ausbeutungs- Reichs- Die Arbeiter haben nach dem gehörten Bericht die Hand zum gespendete Beifall waren Anlaß, daß auch diese Versammlung boten alles gern nehmen" und den wirklich Darbenden Frieden geboten. Die Firma Klevenhusen hat eine ablehnende aufgelöst wurde. Unter nicht endenwollenden Hochrufen auf nichts weiter gönnen als die Pflicht, die Taschen der nimmer blicken, daß sie unter Umständen geneigt sind, sämmtliche ArStellung eingenommen. Die übrigen Fabrikanten laffen durch das allgemeine Wahlrecht ging die Menschenmasse auseinander. fatten reichen Agrarier und Schlotbarone durch ihrer Arbeit beiter von Bremen und Umgegend auszusperren, wenn die Resolution überall einstimmig und mit heller Begeisterung an In den nicht aufgelösten Verse mmlungen wurde die folgende Bein zu füllen. Offenbar recht peinlich waren die packenden Klevenhusen'schen Tabatarbeiter nicht nachgeben. Die Versamm genommen: Darlegungen unseres Genossen der Regierung und den Ver- lung ist entschlossen, allen Angriffen ruhigen Muthes entgegen Die heutige Voltsversammlung erhebt in legter Stunde vor fechtern privilegirter Ausbeutung. Die werthen Herren zu sehen; sie erwartet von allen Tabakarbeitern, daß sie in gesuchten durch einen Lärm, wie er auf der Zuckerbörse üblich wohnter Weise zum Schuße ihrer Arbeitskraft und des Vereinigungssein soll, ihr Verlegenheitsgefühl zu verdecken. Möge die rechtes eintreten, selbst auf die Gefahr, daß die Arbeiter wochen nächste Wahl ihnen die Quittung für ihre Interessenpolitik lang auf der Straße liegen. Die Versammlung verlangt es Als eine solche Entrechtung der großen Masse des sächsischen durch Nichtwiederwahl ertheilen und den Zuckerkranken die umsomehr, als seit Jahren es unausgesetzt die Fabrikanten Volkes stellt sich die Vorlage, wie sie nunmehr aus den Be die vorziehen, verdiente Auszehrung verschaffen. Die Zuckersteuer- Vorlage mit zu Fabriken verlegen. Es ist besser, rathungen der Deputationen hervorgegangen ist, bar. 80 Prozent einem Schlage alles au verlegen, als wurde schließlich gegen die Stimmen der Sozialdemokraten verhungern, langsam der kleinen und mittleren Leute werden jeder selbstständigen po alsdann zieht mit dem Fortziehen der litischen Willensmeinung beraubt und der Willfür von 20 Prozent und Freifinnigen einer Kommission von 21 Mitgliedern Fabriten auch die Agitation für das Arbeiterrecht in die der Wohlhabenden und Reichen rücksichtslos ausgeliefert. Den überwiesen. Nächste Sigung morgen 1 Uhr: Gewerbe- Filialen der Bremer Bigarrenfabriken ein." Weiter wurde Unbemittelten und Armen wird der gesetzliche Weg zur Verordnungs- Novelle. beschlossen: Falls es vorkommen sollte, daß die übrigen Fabri- befferung ihrer wirthschaftlichen Lage versperrt. fanten von Bremen und Umgegend einen Theil ihrer Arbeiter Die heutige Versammlung spricht ihre Ueberzeugung dahin Das preußische Abgeordnetenhaus fette am Donnerstag entlassen, so sind die noch Verbleibenden gehalten, sich sofort aus, daß das gesammte entrechtete sächsische Volt sich geschlossen die Berathung des Kultusetats fort. Der Versuch des solidarisch zu erklären und demgemäß zu handeln." zum politischen Krieg gegen die herrschenden Klassen, die ihm Zentrums, bei dem Kapitel katholische Kirche und Geistlichkeit" Die Aussperrung der Bremer Tabatarbeiter scheint sein Bestes zu entreißen sich vermessen, organisirt. Jeder einzelne von neuem eine Stulturtampf- Debatte heraufzubeschwören, hatte übrigens von langer Hand vorbereitet- ohne Zweifel ist es auf Mann verspricht, diesen politischen Krieg unentwegt und übernur geringen Erfolg, da ein Schlußantrag dem öden Geschwäß die Sprengung der Arbeiterorganisation abgesehen denn von zeugungstreu mitzufämpfen, bis daß schließlich doch Gerechtigkeit ein Ende machte. Die Herren scheinen wirklich für nichts anders Semelingen, wo sich zahlreiche Bigarrenfabriken befinden, über Unterdrückung, Bollswohlfahrt über tapitalistische Ausmehr Sinn zu haben. So ist es denn kein Wunder, daß die sind Die Unternehmer in gleicher gleicher Weise Weise vorgegangen. beutungsgier den endlichen Sieg davontragen wird. Berathungen, die schon acht Sigungen in Anspruch genommen Fast sämmtlichen Tabakarbeitern ist bis zum 17. März Die Versammlung erklärt insbesondere noch, daß sie die Vorhaben, nicht von der Stelle tommen. Die ursprüngliche Absicht, gekündigt. Gleichzeitg wurde ihnen gefagt, wenn fie bringungen der Wahlrechtszerstörer gegen die Sozialdemokratie, den Kultusetat in dieser Woche zu erledigen, ist jetzt einen Revers unterschreiben wollten, laut welchem sie wie wenn diese alles umstürzen" und alle staatliche Ordnung aufgegeben, im Gegentheil, es ist sogar ziemlich gewiß, aus dem Unterstüßungs Verein Deutscher Tabak Arbeiter aus- vernichten" wolle, als elende Berleumdungen und Vorwände zum daß von Montag ab Abendsigungen stattfinden, damit der Etat, treten, sowie die Kollegen von Klevenhusen nicht unter Zwecke der Errichtung der Alleinherrschaft des Kapitals dessen zweite Lesung noch längere Zeit in Anspruch nehmen füßen, so tönnten sie weiter arbeiten, wenn nicht, dann würden zurückweist. Die Bersammlung erkennt vielmehr an, daß sie dürfte und der, bevor er an das Herrenhaus gelangt, auch noch bis zum 31. März die Tabatarbeiter von Achim, angin der Sozialdemokratie diejenige Partei sieht, welche ftets uneine dritte Lesung zu bestehen hat, vor Ostern fertig gestellt wird. wedel und Verden nachfolgen. Daraufhin wurde fofort ermüdlich für Besserung der Lage der arbeitenden Klasse gekämpft Eine längere Debatte entspann sich heute bei dem Kapitel von sämmtlichen Fabriken eine Kommission zusammenberufen und hat, welche nicht Ordnung vernichtet", sondern Neuordnung zu Universitäten", bei welcher Gelegenheit Abg. Dr. Fried sämmtliche Zigarrenarbeiter beschlossen, nicht schaffen gewillt ist an stelle der heutigen fapitalistischen Unberg( natl.) die Borgänge auf den Universitäten Bonn und am 17., sondern schon am 7. März die Arbeit nieder- ordnung, unter der die Millionen des werkthätigen Voltes den Marburg zur Sprache brachte. Bekanntlich hat hier zulegen und auf die anscheinend aus Humanität festgefeßte mannigfachsten schwersten Leiden ausgefeßt und von der Antheilder Kultusminister theologische Professuren nach eigenem 14tägige Ründigung zu verzichten. nahme an den Kulturgütern ausgeschlossen sind. Gutdünken besezt, ohne einen Beschluß der Fakultät Eine fofort einberufene Versammlung der Tabakarbeiter beeinzuholen. Minister Dr. Bosse vertheidigte sein Borgehen schloß:" Die heute den 3. März im Lokale des Herrn Lünzmann mit dem Hinweis auf die Universitätsstatuten und be- zu Saftedt tagende öffentliche Tabakarbeiter- Versammlung erklärt zeichnete es als einen Segen, daß der Minister auch ohne Rück- das Anfinnen der Fabrikanten, einen Revers zu unterschreiben, Weimar 4. März.( Eig. Ber.) Landtag. Nach ficht auf einen Fakultätsbeschluß Berufungen ergehen lassen tönne. dahingehend, aus dem Unterſtüßungsverein D. T.-A. auszu Erledigung einiger unwesentlicher Vorlagen wurde heute der Bei dieser Gelegenheit nannte sich Dr. Boffe einen aus treten, sowie die Kollegen der Fabrit von Klevenhusen nicht zu Landtag vertagt und zugleich auf Montag den 18. April gesprochenen Vertreter der akademischen Lehrfreiheit", ein Titel, unterstützen, als dem freien Willen der Arbeiter zuwider, viel- b. I. wieder einberufen. der nach den letzten Vorgängen wohl taum ernst gemeint sein mehr erklärt die heutige öffentliche Tabatarbeiterversammlung, dürfte. In sarkastischer Weise trat Abg. Dr. Birchow dem Minister treu und fest zum Unterstüßungsverein D. T.-A. zu halten." Defterreich. entgegen, indem er mit einem Seitenhieb auf Bismarck betonte, Sofern die Fabrikanten ihren übermüthigen Plan aus Wien, 4. März. Der Wah Ireformausschuß seizte daß ja seinerzeit auch der medizinischen Fakultät in Berlin eine führen, wird wieder über weite skreise der Arbeiterschaft undie Spezialdebatte über die Wahlreformvorlage bei Artikel 2 unbequeme Persönlichkeit, nämlich Profeffor Schweninger auf- fägliches Glend hereinbrechen. Die Schuld trifft wie in fort. Der Ministerpräsident bat, die Regierungsvorlage an gedrängt sei. Leider vermiste man an Virchow's Rede die anderen Fällen so auch bier den Gesetzgeber, weil er es im zunehmen und legte die Gründe dar, weshalb die Regierung die nöthige Schärfe, die ganz besonders am Blaze war, nachdem er Intereffe der besitzenden Klassen unterließ, das Koalitionsrecht Bestimmung des Wahlmodus den Landtagen überlassen habe. auf feine neulich an den Minister gerichtete Anfrage wegen der der Arbeiter mit Garantien zu umgeben. Weiter sprach sich der Minister gegen den von Friedrich Schwarzen= rechtlichen Stellung der Privatdozenten noch immer keine Antwort Wie würden die Vertreter der kapitalistischen Ordnung eifern, berg eingebrachten Antrag aus, nach welchen die Festsetzung des bekommen hat; es ist traurig, daß sich eine Boltsvertretung in wenn es den Arbeitern einfiele, den Unternehmern Vorschriften Wahlmodus ganz den Landtagen überlassen werden solle, da dies einer so wichtigen Frage mit dem Hinweis auf eine demnächst zu machen, welcher Berufsorganisation sie angehören dürfen oder mit den Bestimmungen der Verfassung nicht in Einklang zu • der Schlußberathung des Dreiklassen- Wahlsystems in der Zweiten Rammer nochmaligen schärfften Protest gegen die Durchführung der ungeheuerlichen Wolfsentrechtung. Die Versammlung gelobt daher, allzeit treu zur Sozial demokratie stehen zu wollen unter der Losung: Durch Kampf zum Sieg!" Schweiz. Die Theil des französischen 9 Die bringen sei; auch der Antrag Krauß betreffs des Pluralitätstags- Wahlkreis Niederingelheim- Finthen- Gansenheim, eine rege votums der Intelligenzwähler entspreche dem Geiste des EntAgitation zu betreiben, indem dieser Kreis für die Partei eben= wurfes nicht. Die Regierung babe nichts dagegen, wenn behufs neue Revolution in Frankreich, falls günstige Chancen bietet. Die Kandidatenfrage wurde der Berhütung von Wahlmißbräuchen ein Gefeß zu ftande tame, so bezeichnete das englische konservative Wochenblatt„ Saturday im April stattfindenden Landeskonferenz überlassen. käme, welches einen Wahlgerichtshof schaffen würde. Review" den Regierungsantritt des Ministeriums Bourgeois. Fünf öffentliche Volksversammlungen in München, Und nicht mit unrecht. Weder die Julirevolution noch die wo die Bedeutung des Heimath- und Bürgerrechts im Hinblick Februarrevolution haben für den französischen Staat auf die bevorstehenden Gemeindewahlen besprochen wurde, sind Basel, 4. März.( Eig. Ber.) Die schweizerische Bundes eine so gründliche und durchgreifende Veränderung be- am letzten Sonnabend abgehalten worden. Sie waren sämmtlich versammlung ist auf Montag, 16. März, einberufen. Von den deutet, wie der Sturz der tapitalistisch panamistischen zahlreich besucht und nahmen einen schönen Verlauf. zu behandelnden Geschäften nennen wir: Kranten und Sippe durch bürgerliche Demokraten, welche zwar nicht Agitation für die kommende Gemeindewahl ist von der SozialUnfallversicherung; Rekurs des Genossen Plouisler in Sozialisten find, jedoch das Regierungs- oder Mitregierungsrecht demokratie der bayerschen Hauptstadt somit eröffnet. Bafel gegen den Bundesrathsbeschluß betr. dessen Ausweisung der Sozialdemokraten anerkennen. Es ist das ein ungeheurer aus Elsaß- Lothringen; Schuß der landwirthschaftlichen Produkte Fortschritt, dem allerdings voraussichtlich ein Rückschlag folgen kratischen Arbeiterpartei wird am 5. und 6. April in Utrecht Der zweite Kongreß der niederländischen sozialdemo und Eisenbahn- Geschäfte. Das ganze Zrattandum für diese wird, der aber trotzdem einen Geschichtsabschnitt bedeutet. Seffion weist 89 Geschäfte auf. Das Ministerium Bourgeois hat in der Kammer nur eine abgehalten. Verschiedene interessante Anträge stehen auf dem Gewiffen Unternehmern, die sich gern um die Lohnzahlung zweifelhafte Majorität, bie jeben Augenblick versagen kann; aber Programm, drei davon behandeln die Bauernfrage. Der eine herumdrücken, dürfte folgender vom Justisdepartement gestellter im Lande gewinnt das radikale, mit Unterstützung der Sozialisten betrifft die Propaganda unter den Kleinbauern und LandAntrag betr. Busa au Art. 121 des Obligationenrechts nicht so regierende Ministerium sichtlich an Boden. Frankreich zeigt jetzt wecke der Untersuchung der Lage der landwirthschaftlichen arbeitern, ein anderer verlangt Einsetzung einer Kommission zum recht in den Kram paffen. Der Antrag lautet: Bei Urtheilen recht deutlich was wir früher schon hervorhoben baßarbeiter, ein britter fordert Einführung und Förderung sozialbetr. Bezahlung von Löhnen, welche einen Kapitalbetrag von Bourgeoisie in dem kapitalistischen Sinne doch nicht einerlei ist Arbeiter, ein britter fordert Einführung und Förderung sozial200 Frts, nicht übersteigen, hat das Gericht die Befugniß, dem mit Bürgerthum. Ein großer demokratischer Bereinigungen auf dem Lande. anspruchsberechtigten Angestellten oder Arbeiter einen Verzugszins Bürgerthums hat sich von dem kapitalistischen Schmuß bis auf die Höhe von 8 Frts. pro Tag zuzufprechen. Dieser freigehalten und hält fest an den den Ideen der großen Die Lohnbewegung Verzugszins läuft vom dritten Tag nach der Urtheilsverkündigung Revolution". Diefe Jdeen schienen dem radikalen Bürgerbis zu erfolgter gänzlicher Bezahlung oder wenn diese nicht er- thum bisher allerdings den sozialistischen Prinzipien zu wider- in der Konfektions- Induffvie. folgt bis zu dem Zeitpunkte, wo er das doppelte der zugesprochenen sprechen. Es glaubte noch, daß Freiheit und gesellschaftliche Hauptforderung erreicht haben wird. Von dem Zeitpunkt an soll der Regelung der Produktion im Widerspruch mit einander ständen; Einigungsamt des Berliner Gewerbegerichts. Zu der gefeßliche Bins an feine Stelle kommen."- 3ur Begründung dieser und es träumte von einer radikalen und ehrlichen Republik ohne gestrigen Gigung waren aus der Herren- und Knaben- Konfektion Gefegesbestimmung ließ der Bundesrath drei Gutachten einholen Sozialismus. eine Anzahl 3 wischenmeister, Arbeiter und Arvon Bundesrichter Soldan, Prof. Dr. Huber und Dr. Brüftlein in Bern. Das Gutachten des Genoffen Brüftlein gab den Aus liche dieser Auffaffung dargethan. Das Gift der Korruption er 1-6( für Kinder von 2-6 Jahren). Sie giebt an, bei 11ftündiger Allein die Entwicklung der letzten Jahre hat das irrthüm- beiterinnen erschienen. Eine Näherin, welche 2 Jahre in Aus- liche der Branche thätig ist, fertigt Knabenanzüge in der Größe von fchlag. Brüftlein stellt den Saß auf: Der durch Arbeit erzielte griff immer weitere Kreise des Bürgerthums, die Minifterien Arbeitszeit einen Wochenlohn von 12 M. zu verdienen. Die Lohn muß dem Gesetzgeber beiliger sein als jede aus sonstigen wechselten, allein Panama unter verschiedenen Namen Verhältnissen entsprungene Forderung, denn der Arbeitslohn ist blieb immer das herrschende Prinzip, und nur eine Partei Unkosten betragen per Woche: für Garn und Seide 1,20 m., Familie, und deshalb rechtfertigen fich Spezialmaßregeln, welche fozialistische. die normale Nährquelle jedes erwachsenen Menschen und seiner brang mit wachsender Energie auf Reinigung der Republit: die Maschinen- Abnukung, Del und Nadel 60 Pf., Petroleum 40 Pf., Krantentasse 25 Pf., Fahrgeld 80 Pf.; zusammen 3,25 M. Der den Zwed verfolgen, daß der Arbeiter seinen Lohn thatsächlich Schon vor Jahresfrist mußte die„ Frankfurter Zeitung" in Nettoverdienst beträgt also pro Woche 8 Mart 75 Pfennige, und rechtzeitig erhalte. pro Stunde reichlich 13 Pfennige. Der Meister, bei einem Pariser Brief, den wir seinerzeit zum Abdruck und zur bem die Frau arbeitet, ist zugegen und giebt an, daß Besprechung brachten, das Eingeständniß machen, daß es nur Eine andere eine Partei gebe, der es ernst sei mit der Ehrlichkeit, und das Arbeiterin der gleichen Branche erreichte, bei täglich 12stündiger sie eine febr flotte Arbeiterin ist. sei die sozialistische, deren Stärke gerade hierin wurzle. In den Kreisen des bürgerlichen Radikalismus hat man dies Arbeitszeit einen Wochenlohn von 10,70 M. Ein Herren- Konbegriffen hat man begriffen, daß ohne die Sozialisten eine fettionsschneider giebt an, daß er Paletots im Preise von ehrliche Regierung in Frankreich nicht mehr möglich ist. Unb 8,50 M. arbeitet. Bei täglich 13ftündiger Arbeitszeit erreicht er einen Wochenverdienst von 21 M. Davon gehen ab für Wertaus dieser Erkenntniß ist das Ministerium Bourgeois hervor stattmiethe, Feuerung, Nähfaden, Nähmaschinen- Abnutzung u. f. w. Bei Gelegenheit früherer Ministerwechsel, die keine System- 4,20 m., so daß ein Nettoverdienft von 16,80 m. bleibt. Giner wechsel waren, bemerkten wir, daß es nur eine Macht gebe, Arbeiterin, welche nachweisen konnte, daß sie von dem Zwischendie dem gesellschaftlichen Körper das Korruptionsgift austreiben meister, bei dem fie arbeitet, nicht den vereinbarten Lohn erund den Augiasstall des Kapitalismus ausräumen tönne und halten hatte, wurde der Rath ertheilt, den Restbetrag einzutlagen. das sei der Sozialismus. Italien. Nom, 5. März. Wie die" Agenzia Stefani" meldet, fehlt noch jebe Nachricht über die Generale Dobormida, Albertone und Arimondi. Man nimmt an, daß auf italienischer Seite 9000 Weiße und 8000 Gingeborene( Astaris) an der letzten Schlacht theilgenommen haben. Es wird versichert, der König habe heute bereits ein Dekret unterzeichnet, durch gegangen. welches General Baratieri aur Disposition ge stellt wird. Das Kriegsministerium hat alle Berichte des Generals Baratieri dem militärischen militärischen General anwalte in Rom übermittelt, damit sich letzterer über die Verantwortlichkeit des Generals im Sinne der Artikel 72 bis 88 des Militärstrafgeseges ausspreche. Diese Artikel fezen als Strafe den Tod nach vorhergegangener Degrabirung feft. England. Jezt bewahrheitet sich das. Während das Bürgerthum, dem Eine Aufbefferung der Löhne in der Berliner Blousendas Ministerium Bourgeois entsprungen ist, in sich gespalten da branche soll, wie eine Notiz bürgerlicher Blätter besagt, soeben steht und in seiner mächtigeren Hälfte dem Panamismus huldigt, aus eigener Entschließung der Prinzipale dieser Geschäfte erfolgt ist die Arbeiterklasse einig in dem Haß und in dem Kampi sein. Die Näherinnen erhalten danach für das Dußend gewöhn gegen die politische wie die ökonomische Raubwirthschaft. licher Blousen 50 Pf., für das Dußend besserer Blousen 75 Pf. London, 5. März. Ein heute veröffentlichter Armeebefehl Die Hauptstüge eines bürgerlichen Ministeriums, das der Raub- bis 1 M. Bulage zu dem bisher gezahlten Lohne. Die Bebestimmt, daß fünftig das Gehalt aller Armee- wirthschaft im Staat ein Ende machen will, ist deshalb nicht stätigung dieser Nachricht bleibt abzuwarten. Offiziere, die zu Mitgliedern des Parla das Bürgerthum, welches in sich gespalten ist, sondern die ments gewählt wurden, auf die Hälfte herab Arbeiterklasse. gefegt wird. Spanien. Ein ernster Kampf gegen die Rorruption im Staate muß deshalb mit logischer Nothwendigkeit einen sozialistischen Charakter annehmen und schließlich zum Kampf gegen das wirthschaftliche Raubsystem werden, von dem das politische nur ein Theil ift. Ein Opfer des tubanischen Aufstandes ist ber spanische Minifter des Auswärtigen Elduagen. Er hat wohl mit Rücksicht auf die Haltung der Bereinigten Staaten Spanien Und dieser Kampf ist eine Revolution. Der Sozialismus gegenüber feine Demission gegeben, die auch angenommen wurde. ist in Frankreich noch nicht Regierung, aber er ist in der ReMadrid, 4. März. Im Verlaufe ihrer Kundgebungen ver- gierung, wenn auch die Regierung selbst noch durchaus nicht brannten die Studenten eine amerikanische Fahne, welche sie sich fozialistisch ist. Und wenn der Sozialismus als Hort und Vertreter gekauft hatten. der bürgerlichen Ehrlichkeit den Staat revolutionirt, so beweist dies nur, wie tief der Sumpf ist, in den der Kapitalismus die bürgerliche Gesellschaft hineingeschleift hat. Der Ministerrath beschloß die Universitäten zeitweilig zu schließen und entschied sich dafür, ein besonderes Budget für Marinerüstungen aufzustellen. " Rußland. er wurde dem Welch' blutige Satire aber ist es auf die Weltordnung der Bourgeoisie, daß die Haupt Bourgeoisorgane, nicht blos Frank reichs, sondern auch anderer Länder, das Ministerium Bourgeois als revolutionär und umstürzlerisch denunziren, weil es ehrlich ist und den Spizbuben zu Leibe geht. Partei- Machrichten. Kasan, den 3./15. Februar. In einem der letzten Sefte der Wissenschaftlichen Denkschriften der Kasan'schen Universität" finden wir in den Protokollen der Semstwosversammlungen folgendes: Der Privatdozenten der historisch- philologischen Fakultät der hiesigen Universität, Herr Firsow, hielt Vorlesungen aus der russischen Geschichte, Ministerium zum Empfange eines höheren Gehalts für seine Von der Agitation. Frl. Ottilie Baader aus Berlin Vorlesungen vorgeschlagen. Das Ministerium bewilligte die unternahm an der Ostseeküste eine Agitationstour mit gutem Er. geforderte Summe, aber in dem Begleitschreiben an den Kurator folge. In GIbing sprach sie am 16. Februar in einer für hieß es: Der Herr Minister muß ihn dabei auf das vom dortige Verhältnisse gut besuchten Frauenversammlung über das Privat- Dozenten Firsow gewählte Thema„ Geschichte der Mittel- Thema„ Die politischen Rechte der Frauen und ihre Ausbeutung und Unterwolgaländer" aufmerksam machen. Dieser Kursus, durch das Kapital". Nach lebhafter, der Referentin zustimmender der zum Gegenstand die Geschichte derjenigen Grenz- Diskussion beschloß die Versammlung die Wahl einer weiblichen länder des russischen Reiches hat, bie in ihrer Vertrauensperson für die Agitation. Vergangenheit sich durch einseitige und aufrührerische Aeuße Am 17. Februar wurde eine Frauenversammlung in den rungen der tulturellen Thätigkeit der russischen Regierung Phönighallen in Rönigsberg abgehalten. Die Männer mußten widersetzten, dürfte wohl nicht passend sein, man sollte ihn viel- den nicht sehr großen Saal verlassen, um den herzuftrömenden mehr durch einen anderen Kursus ersetzen, der dem Programm Frauen Blaß zu schaffen. Viele Frauen konnten troßdem feinen und den Prüfungsforderungen mehr entspräche." Den Inhalt Ginlaß finden, weil das Lokal überfüllt war. Auch hier sprach Frl. biefes Schreibens des Ministers theilte der Kurator dem Rektor Baader unter lebhafter Zustimmung. und dieser der Fakultät mit. Dieselbe wandte sich zurück mit der Eine zweite Versammlung war zum 18. Februar für die Bitte, ihr zu erklären, wie man den Vorschlag Sr. Exzellenz Schneider und Näherinnen in einem anderen Theile Königsbergs die Ursachen des bezüglich auf den Gegenstand der Vorlesungen des Herrn Firsow veranstaltet. Dieselbe Rednerin sprach über verstehen muß; ob man ihn sofort zur Ausführung bringen und Streits in der Konfektion". In einer Resolution wurde der Herrn Firsow vorschlagen muß, sich noch in diesem Semester Streit als sehr berechtigt anerkannt und den Streifenden in ( Frühjahr 1895) ein anderes Vertragsthema zu wählen, oder ob jeder Weise Unterstügung zugesichert. Um die Schneider und man ihm die Fortsetzung seiner Vorlesungen geftatten dürfe und Näherinnen Königsbergs aufzurütteln und sie womöglich dem die Weisungen des Ministers blos in der Zukunft in Erfüllung deutschen Schneider und Schneiderinnen- Verbande zuzuführen, bringen muß. Auf diese Anfrage antwortete der Kurator wurde eine aus Frauen und Männern bestehende Kommission dem Rektor folgendermaßen:" Ich habe die Ehre, Ew. Hoch- gewählt. wohlgeboren zu bitten, dem Privatdozenten Firsow die Wahl eines anderen Themas für seine Vorlesungen in diesem Semester vorzuschlagen." Auf solche Weise mußte Herr Firsow feinen Kursus der Geschichte der Wolgaländer unterbrechen. Amerika. Von sachverständiger Seite wird uns geschrieben: Die Firmen, die Sie Mittwoch als solche bezeichneten, welche sich den Kommissionsbeschlüssen nicht fügen wollen, tommen fast ausnahmslos überhaupt gar nicht in betracht. Bei der Firma Benjamin u. Caspary wird es Sache der Arbeiter und Meister sein müssen, dahin zu wirken, daß sie das allgemein Beschlossene durchsetzen. Schwer wird das nicht sein. Die Konfektionäre achten besonders darauf, daß die Lohnerhöhungen den Arbeitern zu gute kommen." erhöhungen den Arbeitern zu gute kommen." Recht gut! Nur dürfen sich die betheiligten Arbeiter und Arbeiterinnen nicht damit zufrieden geben. Sie müssen selbst Kontrolle üben und nur dort arbeiten, wo die Tarife zum Aushang kommen. zum Aushang tommen. Alle Zwischenmeister, welche nicht den Vereinbarungen entsprechend handeln, sind der FünferKommission( Bureau: Alte Jakobstr. 83, vorm. von 8-1 Uhr) bekannt zu geben. 1 Spittelmarkt 12, erklärt uns gegenüber der betreffenden MitDer Damenmäntel Fabrikant Gustav Lefèvre, Berlin, theiiung in der Mittwochnummer, daß er sich sofort den Vereinbarungen angeschlossen habe und das Zeugniß seiner sämmtlichen Schneider beibringen könne, daß er die vereinbarte Lohn= erhöhung voll und ganz zahle". Wir sind über diese Mittheilung erfreut, bemerken aber, daß die Angaben über die in der Mittwochnummer veröffentlichten Firmen aus den Kreisen des Herrn Lefèvre stammen. Die Herren Holz n. Comp., welche in der Mittwochnummer gleichfalls unter den Firmen genannt waren, die den Vereinbarungen nicht beigetreten find, haben jetzt bei der zuständigen Kommission der Berliner Damen und KindermäntelFabrikanten die Erklärung abgegeben, daß sie sich voll und ganz mit den gefaßten Beschlüssen einverstanden erklären. In Breslau hatte der Streit der Konfektionsarbeiter und Arbeiterinnen am Montag ein fleines gerichtliches Na ch piel. Am 8. Februar hielten sich vor einem Konfektionshause in der Reuschestraße eine Anzahl streikender Schneider auf. Sie saben, daß die unverehelichte Schneiderin Schöbel fertige Waaren brachte und einer der Gesellen war darüber so entrüftet, daß er das Mädchen mit schroffen Worten zur Rede stellte, weshalb es sich nicht am Streit betheilige. Ein Schußmann, der schnell zur Hand war, nahm sich der Schneiderin an und stellte die Personalien des Gesellen fest. Gleichfalls am 8. Februar traf ein streifender zwischenmeister in der Nähe der Universität mit der Schneiderin Olgo Scholz zusammen. Die Schola trug fertige Schneiderwaaren auf dem Arme, und obgleich der Meister zufällig ein bischen start im„ Thran" war, kam er doch zu dem richtigen Schluß, daß sie in ein Konfektionshaus gehe, um abzuliefern. Er gerieth in großen Born, beschimpfte die Frau und machte ihr heftige Vorwürfe, auch bewarf er sie mit Orangenschalen. Einige Passanten riefen den an der Brücke poftirten Schuhmann herbei, und der Zwischenmeister mußte seine Personalien angeben. Der Gefelle und der Meister wurden wegen Verrufserklärung" Das angeklagt und am Montag standen sie vor Gericht. Schöffengericht, welches gegen beide gleichzeitig verhandelte, ertannte gegen den Meister auf einen Tag, gegen den Gefellen auf drei Tage Gefängniß. Begründet wurde das Urtheil auf folgende bemerkenswerthe Weise: Es sei nicht Aufgabe des Gerichtshofes, zu entscheiden, ob der Streit berechtigt oder nicht berechtigt war. Wohl aber sei dem Gerichtshof bekannt, daß noch nie einem Streit fo viel Sympathie von seiten des Publikums entgegengebracht worden sei, als dem der feien einig gewesen, daß hier eine Bohndringend nöthig war. Ueber die Versammlung der Schneider und Schneiderinnen auf befferung bringend Danzigs, wo am 23. Februar Frl. Baader und Genosse Käming sei daber anzunehmen, daß die Angeklagten begründete Ursache hatten, gegen dieaus Stettin referirten, ist im Vorwärts" schon berichtet worden. Fazit der Agitationstour: Es zeigte sich, daß die Frauen jenigen Personen entrüftet zu sein, durch deg bie der Erfolg ber arbeitenden Bevölkerung aller Orten von der Unhaltbarkeit der jetzigen Zustände überzeugt sind und es nur der Belehrung erkannt werden müssen. Demnach habe auf sehr milde Strafen bedarf, um sie dem Sozialismus zugänglich zu machen. nicht zuläffig.", umb Die Frauenversammlung in Memel, wo Fri. Baader am 20. Februar referirte, war- hauptsächlich von Frauenfo start besucht, daß die Polizeibeamten Mühe hatten, zu ihren Blägen zu gelangen. Obgleich dies hier die erste Frauenverfammlung war, betheiligte sich das weibliche Geschlecht an der Disfussion in sehr verständiger Weise, betonend, daß ein fester Bu Washington, 5. März. Der Ausschuß für die auswärtigen sammenschluß der Frauen geboten ist und erstrebt werden soll. Angelegenheiten im Senat hat sich nur deshalb geweigert, den Theodor von Wächter, der ebenfalls anwesend war, und zum tubanischen Anerkennungsbeschluß des Hauses als Substitut für Besuch einer von ihm anberaumten Versammlung aufforderte, den des Senates in traft treten zu laffen, weil der erstere Kuba wurde von den Frauen entschieden abgewiesen und ihm der Eindie Möglichkeitloffen ließ, auf der Basis einer autonomen Regierung tritt in die Heilsarmee gerathen. mit Spanien ein gütliches Uebereinkommen zu treffen. Die Sodann sprach Frl. Baader am 22. Februar in Danaig Mehrheit des Ausschusses ist zu gunsten der unbedingten An- in einer ebenfalls gut besuchten Frauenversammlung. Es wurde erkennung der republitanischen Regierungs- bier eine aus drei Frauen bestehende Kommission gewählt, die form für Kuba als die einzig mögliche Lösung die nöthigen Schritte zur Gründung Gründung eines Allgemeinen Der Frage. Der Senat erklärte fich in feiner geftrigen Arbeiterinnen- Vereins auszuführen hat. Um planmäßig die Abendsizung mit dieser Auffassung des Ausschusses einverstanden politische Aufklärung unter den Frauen zu betreiben, wählte onfettionsschneider. Publikum und Presse und ernannte einen Spezialausschuß, welcher mit dem des man eine Frau zur Vertrauensperson. Repräsentantenhauses den Beschluß in einer Form feststellen soll. die unzweideutig eine Anerkennung der Republit von Kuba" ausspricht.Savannah, 5. März. An den Straßenecken ist hier im geheimen eine Bekanntmachung angeschlagen worden, welche kundgiebt, daß Präsident Cleveland den Anerkennungs- Beschluß des Senates genehmigen werde. Der Zweck des Plakates ist, die spanische Partei zu schrecken und den Insurgenten Muth einzuflößen. Letztere find hart bedrängt. Maceo ist nicht im stande, nach Westen vorzubringen und zieht sich gegen Matanzas aurüd.F und Streits in SD Frage Geldstrafe sei nach dem Gesetz es müsse daher Gefängnißstrafe Die Vertrauensmänner Konferenz des Wahlkreises eintreten. Der angeklagte Meister sei ziemlich start betrunken Mainz Oppenbeim beschloß, eine rege Agitation zu ent- gewesen, und es liege teine Veranlassung vor, bei ihm über das falten, damit bei den im Herbst vor sich gehenden Neuwahlen niedrigste Strafmaß hinauszugehen. Der Geselle habe härter zum hessischen Landtag die zwei Mandate der Stadt Mainz, bestraft werden müssen, weil er die strafbare Handlung in Gegendie die Partei seit 1884 in ihrem Befiz hat, auch dieses Mal wart vieler Kollegen begangen hat und weil er sich sagen mußte, und selbst gegen den vereinigten Ordnungsklängel, behauptet daß feine Worte geeignet waren, die Kollegen gegen das Mädchen werden. Weiter wurde beschlossen, auch im 9. rheinischen Land. aufzureizen. erübrigt sich. Die Geraer Konfektionshänser haben' dem Gesuch der Nach Lage der Sache vermag ich mir von einem Eingreifen, des Artikels nichts erwiesen. Der Schuh des§ 193 tönne dem An Vertreter der dortigen Schneider und Schneiderinnen, in des Gewerbegerichts als Einigungsamt feinen Erfolg zu ver- geklagten in diesem Falle nicht zugebilligt werden, da es sich in Stettin vorläufig teine Waaren zu bestellen, bereitwilligst sprechen. Dreifert, Bürgermeister, dem fraglichen Artikel nicht um die Aufdeckung eines MißFolge gegeben. Verschiedene derselben haben sogar bereits geals Vorsitzender des Gewerbegerichts.". standes in einer Partei handele, sondern nur um einen gehässigen machte Bestellungen wieder rückgängig gemacht. Jedes Wort zu diesem Vorgehen der Fabrikantenkoalition Angriff gegen Otto, was aus dem Schlußsaß hervorgehe, worin Otto als eine kleine Parteigröße bezeichnet und weitere Angriffe Der Schneider Fachverein in Zürich beschloß in seiner Für die Ausständigen regt sich sowohl in Deutschland wie gegen andere Führer in Aussicht gestellt werden. Rechtsanwalt am Montag abgehaltenen Versammlung, mit dem Bundeskomitee So Dr. Bieber plädirte für Freisprechung des Beklagten. Er hält des Gewerkschaftsbundes in Verbindung zu treten, um für die im Ausland die werkthätige Sympathie der Arbeiter. Ronfektionsarbeiter und Arbeiterinnen einen geregelten Arbeit 3: theilte das Sekretariat der schweizerischen Textilarbeiter mit, die Aussage der Fau Ziegenhirt für glaubwürdig und sucht daß von Montag, den 9. März an in der ganzen die Glaubwürdigkeit des Klägers Otto anzuzweifeln. Das tarif zu erhalten. Es soll für die Konfektionsbranche ein be- Schweiz Sammlungen für die Ausständigen Urtheil gegen Snudat lautet auf 100 Mart Geldstrafe oder fonderer Arbeiterverein gegründet werden. veranstaltet werden. 25 Tage Haft, Unbrauchbarmachung der betreffenden Nummer 10 Gewerkschaftliches. Ist das ein Verbrechen? Wegen Ungebühr vor Gericht in Abwesenheit des Gerichtshofes, der sich zur Berathung zurüdgezogen hatte, wurde der Kutscher Neumann zu einer sofort zu vollstreckenden Haftstrafe von 1 Tag verurtheilt, weil er seinem mitangeklagten Komplizen Wolter, der sich in Untersuchungshaft befand, ein Stückchen Wurst zugesteckt hatte. Es ist daher nur noch nöthig, darauf aufmerksam zu des„ Sozialist" sowie der zur Herstellung derselben benutten machen, daß auch bei diesem Streik schnelle Hilfe doppelte Platten und Formen sowie Tragung der Kosten durch den BeHilfe bedeutet. flagten. Dem Kläger wurde die Publikationsbefugniß zuIn der Stuhlfabrik von Haltenhof u. Zeidler in Lauter gesprochen. In der Urtheils begründung heißt es, es sei nicht erDer Streit in der Pianoforte Fabrik von S. Sansen berg a. H. ist ein Streit ausgebrochen; die ohnehin jammer. wiesen, daß Otto der Frau Biegenhirt einen unfittlichen Antrag in Berlin ist gestern vor dem Einigungsamt durch Vervollen Löhne sind von den Fabrikanten noch um 20 bis 50 pct. gemacht. Wenn diese eine solche Behauptung auch beschworen habe, gleich beendet worden. Wie unseren Lesern bekannt ist, gekürzt worden, ohne daß mit den Arbeitern Rücksprache ge- so müsse ein Mißverständniß auf ihrer Seite vorliegen. Die war es zwischen Herrn P. Hansen, dem Vertreter der Firma, nommen worden wäre. Es ist nun nicht mehr möglich, mit Strafe sei deshalb so hoch bemessen, weil das Gericht den und dessen Arbeitern zu Streitigkeiten gekommen, weil diese nicht diesem Hungerlohn auszukommen, und wurde infolge dessen von Artikel des„ Sozialiſt" für verheßend und beleidigend hält. mehr gewillt waren, gelegentlich der Anfuhr von Holz dies den Arbeitern der bisher gezahlte Rohn weiter beansprucht. Da fozusagen gegen ein. Trinfgeld zu zerschneiden und in die Fabrik die Firma Haltenhof u. Beidler die Forderung nicht bewilligen räume abzutragen. Mit der auch im Hansen'schen Betriebe üblich wollte, so legten alle Arbeiter einmüthig die Arbeit nieder. gewesenen Unfitte, das betreffende Tagewerk ohne reguläre Geldentschädigung zu verrichten, aber auf Kosten des Unternehmers Meistern ausgesperrt worden. In Norderney sind eine Anzahl Maurer von ihren dafür reichlich dem edlen Gerstensafte zuzusprechen, hatte Herr. Hansen insofern gebrochen, als er 15 M. baar als Ersatz dafür Die Arbeiter der Lübecker Maschinenbau- Aktienauswarf. Er stellte dabei die Bedingung, daß die Trinkerei in a brit befinden sich in einer Lohnbewegung. Es handelt sich der Werkstatt aufhöre. Waren hiermit die Arbeiter auch einver- um die Schlosser, Dreher und Modelltischler der standen, so doch nicht mit der gewährten Summe. Sie bean- genannten Fabrit. Da an eine freiwillige Anerkennung der Spruchten 30 M., die sie unter sich zu vertheilen beabsichtigten. Forderungen( Lohnerhöhung) seitens der Firma nicht zu denken Herr Hansen ging hierauf nicht ein und nunmehr forderten ist, wird der Streit als unvermeidlich betrachtet. Die Agenten die Arbeiter für das Holzzerkleinern und-Abtragen pro der Unternehmer versuchten bereits in Hamburg Ersatzarbeiter Stunde to Pfennig. Das wollte der Fabrikant zahlen; dafür anzuwerben. aber von den bisherigen Akkordfäßen entsprechende Abzüge Die Werkstatt Stuckateure Nürnbergs befinden sich machen. Er war der Meinung, die Affordsäge feien gegenüber im Streit. waren der Pianofortefabrikant Stößel und Klavierarbeiter Die Brauer und Böttcher der Attienbrauerei zu Agram Daso erschienen. Nach längerer Verhandlung kam folgender haben sämmtlich die Arbeit eingestellt. Vergleich zu stande: Gerichts- Beifung. " Die Verantwortlichkeit der Gaft- und Schankwirthe für das Verhalten ihrer Gäste war in letzter Zeit von den GeInsbesondere waren richten sehr weit ausgedehnt worden. Wirthe in Fällen, wo deren Gäste sich lärmend benommen hatten, wegen ruheftörenden Lärnis angeklagt und auch in beiden In stanzen verurtheilt worden, indem ihr Verschulden darin erblickt wurde, daß sie den Lärm nicht verhinderten. Ju zwei Fällen hatten die Verurtheilten durch ihren Vertheidiger, Rechtsanwalt Dr. Schöps, die Revisionsinstanz beim Kammergericht in Anspruch denen anderer Fabrikanten so gut, daß die ftrittigen Arbeiten Die Nürnberger Tischler beschlossen eine 11/2 stündige genommen. In dem einen Falle war die Verurtheilung erfolgt, darin schon mitberechnet wären. Seine Angestellten vertraten Mittagspause einzuführen. Die Versammelten erklärten: wenn weil die Gäste noch bis 3 Uhr nachts auf der zum Lokal geindeß den entgegengesetzten Standpunkt und verließen, da eine die Sache auf gütlichem Wege geregelt werden kann, dann be- hörigen Kegelbahn Regel geschoben und dadurch die Ruhe der Einigung nicht zustande kam, 25 Mann an der Zahl die gnügen sich die Gehilfen mit einer 36ftündigen Arbeitszeit pro Anwohner gestört hatten. In dem anderen Falle hatte der VerFabrit. Die Parteien waren nun gestern einer Einladung des Woche, kommt es aber zum Streit, dann wird seine 54stündige urtheilte lautes Singen seiner Gäste in nächtlicher Stunde und bei Vorsitzenden des Gewerbegerichts, Magistrats- Assessors v. Schulz, Arbeitszeit gefordert. Eine 13gliedrige Kommission wurde zur offenen Fenstern geduldet. Der Bertheidiger führte zur Begründung zum Einigungsverfuch gefolgt. Außer diesem saßen im Einigungs: Ausführung dieses Beschlusses gewählt. Außerdem wurde noch der Revision aus, daß man die Gäste selbst für ihr Treiben veramt Einfeger Millarg, Klavierarbeiter Rüdiger( Arbeit eine Kontrollkommission gewählt, welcher die Aufgabe zufällt, antwortlich machen müsse und nicht den Wirth. Ein grober nehmer- Beifizer), Tischlermeister Gutjahr und Tischlermeister durch Werkstatt- Kontrolle für die Aufrechterhaltung der Arbeits- Unfug fönne doch nur durch positives Handeln und nicht durch Neuendorf( Beisiger der Arbeitgeber). Als Auskunftspersonen zeit zu sorgen. bloße Unterlassungen begangen werden. Das Rammergericht folgte diesen Ausführungen, hob die früheren Erkenntnisse auf und sprach die Angeklagten frei. In den Gründen wird auf die ganz unhaltbaren Konsequenzen hingewiesen, zu welchen die An1. Herr P. Hansen, der Vertreter der Firma H. Hansen, ficht der Vorderrichter führe. Denn lege man dem Gastwirth erklärt, daß die Firma in Zukunft das Abtragen des Holzes einmal die Verpflichtung zur Verhinderung der Störung der von der Straße nach dem Hofe und das Aufstapeln daselbst öffentlichen Ordnung auf, so müsse man ihn auch überall da bedurch besondere Bretterträger ausführen laffen wird. 2. Herr gegen den derzeitigen verantwortlichen Redakteur des Solialist" einer gegen die öffentliche Ordnung gerichteten strafbaren HandEine Beleidigungsklage unseres Parteigenoffen Otto strafen, wo er es unterlassen habe, einen Gaft von der Begehung Hansen verpflichtet die Firma, für das Zuschneiden Snudat wurde gestern vor der 149. Abtheilung des Schöffens lung abzuhalten. des Holzes auf dem Hofe an die diese Arbeit er= ledigenden Arbeiter der Fabrik pro Stunde 45 Pf. zu zahlen. Artikel des„ Sozialist" vom 23. November 1895, worin behauptet gerichts verhandelt. Gen. Otto fühlt sich beleidigt durch einen Vornehme Schinderknechte. Welchen Qualen Pferde 3. Herr Hansen verpflichtet die Firma ferner, für das Hinauf, wird, daß ein gewisser Ziegenhirt, der angeblich infolge unterworfen werden, um ,, smart" auszusehen, zeigte eine Gerichtsschaffen des geschnittenen Holzes in die Fabrik den diese Arbeit von Berlegungen, die er bei der Blumberger Prügelaffäre verhandlung vor dem Polizeirichter in Watefteld. Es giebt verrichtenden Arbeitern 30 Pf. pro Stunde zu zahlen. 4. Die in der 1890 er Wahlbewegung erhalten haben soll, zum Krüppel nämlich auch Pferdemoden, und gegenwärtig ist es Mode, daß geber, die soeben aufgeführten Arbeiten für die festgesetzten Lohn- geworden sei, und, obwohl er in seiner Thätigkeit für die sozial- die den höheren Ständen" angehörigen Gäule den Schweif gestuzt fäße auszuführen. 5. Die Parteien sind sich einig, daß trot demokratische Partei sich sein Leiden zugezogen habe, dennoch nicht und den Stumpf stolz aufgerichtet tragen. Bu diesem Behufe der Festsetzungen zu 2, 3 und 4 die Affordsätze, von derselben unterstützt werde. Dem Genossen Otto wird in werden sie zwei Operationen unterzogen, die in der englischen sie bisher dem Artikel nachgesagt, daß er sich zwar früher für die Unter- Stallsprache mit docking und nicking bezeichnet werden. Die der Firma gezahlt sind, auch ferner- ftüßung des Ziegenhirt verwendet, auch demselben solche erwirkt erstere besteht im Stußen des Schweiss und erforderte keine einhin[ weiter gezahlt werden. Sämmtliche Arbeiter werden habe, dann wieder eingestellt, Maßregelungen finden nicht statt." aber in Parteifreisen gegen jede Unter- gehende Erklärung, während nicking ein sehr komplizirtes Nach Erledigung der Sache erklärte Assessor v. Schulz, das stützung des Biegenhirt aufgetreten fei. Diese angebliche Sinnes- und vermuthlich bisher nur im Lande der Thierschutzvereine änderung Otto's wird darauf zurückgeführt, daß er seine fernere befanntes Verfahren ist. Man legt die Pferde auf Stroh Einigungsamt sei der Ueberzeugung, daß für die frag: Berwendung für Biegenhirt davon abhängig gemacht habe, und macht ihnen je vier breite Einschnitte in die Muskulatur lichen Arbeiten ein Stundenlohn von 50 Pf. daß sich die Frau Ziegenhirt in geschlechtlicher Hinsicht ihm unter dem Schwanz. Das ift der erste und minder. nicht zuviel sei, daß es jedoch hier unter den obwaltenden Verhältnissen den geschlossenen gefügig zeige. Der Artikel bemerkt zum Schluß mit Beziehung graufame Theil der Operation. Nun werden die Thiere aufBergleich für die richtigste Lösung der Diffe auf Otto, daß so die Kleinen von den sozialdemokratischen gerichtet und erhalten links und rechts eng an den Leib geprest renzen halte. Führern handeln, und stellt ähnliche Veröffentlichungen auch be- zwei Strohsäcke, die es ihnen unmöglich machen, sich niederzüglich der Großen" in Aussicht. Der Kläger Otto be- zulegen. In die Schwanzhaare wird nun ein Strohfeil ge leber den Stand des Streiks in Kottbus wird uns streitet die in dem Artikel aufgestellte Behauptung, er flochten, an das ein Tau gebunden ist, und dieses wird über eine mitgetheilt: Der Vorsitzende des deutschen Textilarbeiter habe der Frau Ziegenhirt unfittliche Anträge gemacht. Er an der Stalldecke befestigte Rolle geleitet und am Ende mit Verbandes, Hübsch aus Berlin, verhandelte am Dienstag in sei der Meinung, daß Ziegenhirt sich sein Leiden nicht in einem Gewicht von drei bis vier Pfund beschwert, so daß der Gemeinschaft mit einigen Mitgliedern der Fünfer- Kommission Blumberg, sondern bei einer späteren, mit seiner Partei- Schweif des Pferdes in senkrechter Stellung erhalten wird. Ju mit dem Kottbuser Gewerbe- Inspektor. Dort erfuhren sie, daß thätigkeit in feiner Beziehung stehenden Prügelei, sowie dieser Verfassung mußten die armen Pferde drei Wochen verdie Fabrikanten nur dann in Verhandlungen eintreten wollen, wenn drei Viertel der Streifenden die Arbeit bis 6. März und bedingungslos wieder aufnehmen. Da zu befürchten ist, daß dann das übrige Viertel von den Fabrikanten einer Auslese unterworfen werden würde, so beschloß am Dienstag eine von über 5000 Personen besuchte Versammlung der Streifenden einstimmig, auf diese Bedingungen nicht einzugehen. Vertreter der Arbeitnehmer verpflichten sich und ihre Vollmachtwerden. von wie " durch eine Lungenkrankheit zugezogen habe. Obwohl nun harren. Schon nach einer Woche waren die Beine der ge= Ziegenhirt aus diesem Grunde an die Partei feinen Anspruch quälten Thiere unförmig angeschwollen; gleichwohl behaupteten auf Unterstüßung habe, auch sonst derselben sich unwürdig er die von dem Angeklagten zitirten Sachverständigen, daß von wiesen hätte, habe er( Otto) fich dennoch für Ziegen- Thittquäleret nicht die Rede sein könne.(!!) Der Richter machte birt verwandt, und zwar nur mit Rücksicht auf sich jedoch die Auffassung der Thierschutzvereine zu eigen, die die dessen Familie. Erft als Ziegenhirt das ihm als Sache zur Anzeige gebracht hatten, und verhängte für jeden Unterstützung gezahlte Geld zum theil in der Kneipe verbracht Fall eine Strafe von 6 Pfd. Sterling nebst den sehr beträcht Eine Anzahl Fabrikanten haben ihre Fabriken wieder geöffnet, habe, wäre er gegen weitere Unterstützungen desselben aufgetreten. lichen Rosten. um zum Streitbruch zu verlocken. Das ist ihnen aber nur in so geringem Die Zeugin Frau 3iegenhirt sagt demgegenüber aus, daß Maße gelungen, daß sie beschloffen haben, in der Kottbuser Lofal- ihr der Kläger Dito bei Gelegenheit eines Tanzvergnügens Depeschen und lehte Nachrichten. presse eine Erklärung zu veröffentlichen, worin den Streifenden in nicht mißzuverstehender Weise einen unfittlichen Antrag gedroht wird, falls sie bis Montag Mittag die Arbeit nicht auf gemacht und ihr, wenn sie ihm zu Willen sei, seine Verwendung Dresden, 5. März.( W. T. B.) Die zweite Rammer trat genommen hätten, würden die Fabriken endgiltig geschlossen für weitere Unterstützungen in Aussicht gestellt habe. Nachdem heute in die Berathung des Gesezes betr. die Wahl zur Stände= fie ein derartiges Anfinnen zurückgewiesen, habe Otto sie nicht Bersammlung ein und nahm nach längerer Debatte in namentAm Mittwoch lag der Kottbuser Stadtverordneten- Versamm: nur bei jeder Gelegenheit in ein schlechtes Licht zu stellen gesucht, licher Abstimmung mit 56 gegen 23 Stimmen den§ 1 nach der lung der Antrag zweier ihrer Mitglieder vor, der im Textil- sondern auch von da an gegen jede Unterstützung ihres Mannes Regierungsvorlage an; dieser Paragraph lautet: Die Abgeordneten arbeiterstreit die Intervention dieser Körperschaft anrief. Gestellt gewirkt. Die Beweisaufnahme dreht sich nun hauptsächlich für die zweite Kammer der Ständeversammlung werden von war der Antrag von den Herren Käte und Krote; beide sind darum, ob Otto der Frau Biegenhirt wirklich einen unfitt- Wahlmännern in Wahlkreisen, und die Wahlmänner von den Vertreter der 3. Wählerklasse und Mitglieder des Hirsch- Duncker lichen Antrag gemacht habe. Diese Anschuldigungen gegen Otto Urwählern in den Wahlbezirken gewählt. schen Gewerkvereins; letzterer Herr streift als Textilarbeiter selbst sind seinerzeit Gegenstand der Untersuchung einer Kommission Wien, 5. März.( B. H.) Wie das„ Extrablatt" aus Newmit. Beiden Stadtverordneten blieben nur wenige Minuten Zeit, des Vereins der Lohgerber und Lederzurichter gewesen. Diese York meldet, ist die Hutfabrit Danburg in Connecticut niederihren Antrag zu begründen. Die im Kollegium sizenden Fabrikanten Kommission war behufs Ermittelung des Thatbestandes auch bei gebrannt. Die Ursache ist eine Benzinexplosion gewesen. und deren Gesinnungsgenossen machten durch lärmende Unruhe Biegenhirt, und bei dieser Gelegenheit will Frau Biegenhirt, wie Drei Feuerwehrleute und zehn Rinder sollen um's Leben geden Vertretern der 3. Wählerklasse das Weiterreden unmöglich, fie ganz bestimmt bekundet, auch den unfittlichen Antrag tommen sein. und die große Mehrheit des Kollegiums lehnte dann den Antrag Otto's den Kommissionsmitgliedern gegenüber erwähnt haben. Wien, 5. März.( W. Z. B.) Bei den heutigen Gemeindemit der unwahren Begründung ab, die Bürgerschaft habe gar Die Beugen Schwarz und Ebel, welche der fraglichen raths Wahlen für den ersten Wahlkörper wurden 28 Liberale feine Sympathie für den frivolen, durchaus vom Baun ge- Rommission angehörten, behaupten dagegen auf das und 18 Antisemiten gewählt. Somit ist gegen die Wahlen brochenen Streit". Einer der Antragsteller wurde als Person be bestimmtefte, sie hätten eine derartige Aeußerung nicht gehört. im September vorigen Jahres ein Zuwachs von 4 antizeichnet, der nur daran gelegen ist, sich als Voltstribun auf- Wenn sie gefallen, wären fie unbedingt darauf eingegangen, da semitischen Mandaten zu verzeichnen. Die Gesammtzahl beträgt zuspielen". Durch diesen Kniff haben die Fabrikanten zwar dies ja doch der Zweck ihrer Anwesenheit bei Ziegenhirt war. also 96 Antisemiten und 42 Liberale, gegen 92 Antisemiten, erreicht, daß ihr Verhalten zu den Textilarbeitern der Be Letterer habe allerdings die Vermuthung ausgesprochen, 45 Liberale und einen von beiden Parteien gemeinsam aufleuchtung im Parlament der Gemeinde entzogen bleibt. Daß daß Otto seiner Frau einen solchen Antrag gestellt haben könne. gestellten Kandidaten bei der vorigen Wahl. ihr Verhalten feine Kritik verträgt, ist aber schon durch den Umstand genügend erwiesen, daß die Regierung in Frankfurt a. D. nicht auf ihre Seite getreten ist, sondern sich in vielfagendes Schweigen hüllt. Das # = Frau Biegenhirt, vor der Vereidigung vom Vorsitzenden ein- Mährisch Offrau, 5. März.( B. H.) Die Direktoren der dringlich zum Aussagen der Wahrheit ermahnt, bleibt bei ihrer Gruben des Ostrau Karwiner Kohlenreviers richteten namens Behauptung. Rechtsanwalt Heine als Vertreter Otto's sämmtlicher Bergbaubeamten eine Eingabe an das österreichische beantragt, diese Zeugin nicht zu vereiden, da der unter Klage Abgeordnetenhaus, in welcher fie gegen die vom Abgeordneten Durch die Verbohrtheit des Fabrikantenthums hat auch der stehende Artikel des Sozialist" in ihrem Interesse geschrieben, Pernerstorffer erhobenen Anschuldigungen bezüglich inhumaner BeRottbuser Stadtfäckel nicht unbedeutend zu leiden. Wie uns mit wohl auch auf ihre Veranlassung entstanden sei. Der Anwalt handlung der Bergleute protestirten, die Beschuldigung als Vergetheilt wird, kostet der Stadt die Gendarmerie, die wegen des des Beklagten, Dr. Bieber, besteht auf der Vereidigung. leumdung bezeichneten und um Entfendung einer parlamentariStreits die Straßen, abpatrouillirt, täglich 150 Mart. Zur Das Gericht beschließt, die Frau Ziegenhirt zu verschen Untersuchungskommission baten. Die Situation auf den Charakteristik der bürgerlichen Herrschaft in den Kommunen ist eiden. Rechtsanwalt Heine plädirt für Be Gruben ist seit gestern Abend unverändert. Seitens der Direktoren diese Geldverschwendung ein sehr lehrreicher Beitrag. strafung des Angeklagten. Die Höhe des Die Höhe des Strafmaßes werden fortgesetzt Rädelsführer wegen Aufwiegelung ihrer Die Streifenden haben nun einen letzten Versuch gemacht, zu bestimmen, wolle er dem Gerichtshof überlassen. Es sei dem Kameraden entlassen. um die Differenzen in Güte beizulegen. Sie riefen am Mittwoch Kläger weniger um eine Bestrafung des Angeklagten zu thun, Lemberg, 5. März.( B. H.) Seitens der hiesigen Affentdas Gewerbegericht als Einigungsamt an. Darauf erhielten sie als um eine Feststellung der Grundlosigkeit der betreffs des fommission wurden gestern auf dem Affentplate zwei Refruten am 5. März folgende Antwort: Klägers behaupteten Thatsachen. wesentlichste an verhaftet, welche bei der Vereidigung Ausdrücke gebrauchten, die Rottbus, den 5. März 1896. den in dem Artikel ausgesprochenen Beleidigungen sei die scharfe Majestätsbeleidigungen enthielten. Auf die geft. Anfrage vom 4. März benachrichtige ich die Behauptung, Otto habe der Frau Ziegenhirt nicht Rom, 5. März.( W. T. B.) Der König empfing gestern Kommission der streifenden Textilarbeiter und-Arbeiterinnen zu nur unsittliche Anträge gemacht, sondern auch seine Mit- Abend die Präsidenten der Deputirtenkammer und des Senats, Kottbus hierdurch ergebenst, daß ich den dortseitigen Antrag auf wirkung bei der ihrem Manne zu gewährenden Unterstützung heute Nachmittag nach einander Biancheri, den General Ricotti, Anrufung des Gewerbegerichts als Einigungsamt dem Verein von dem Eingehen der Frau Ziegenhirt auf das unfittliche Visconte Venosta und di Nudini. zur Wahrnehmung der gemeinsamen Interessen der Tuchfabri- Verlangen Otto's abhängig gemacht. Diese Behauptung sei Nach der Sigung der Kammer verblieb die Volksmenge auf fanten zu Rottbus mit dem Ersuchen zur Kenntniß gebracht habe, nicht erwiesen, auch von Frau Ziegenhirt selber nicht auf der Piazza Montecitorio und in den angrenzenden Straßen. Die fich darüber zu erklären, ob die Arbeitgeber ihrerseits sich diesem gestellt. Aber auch die Behauptung, daß ihr überhaupt ein Polizei räumte die Straßen, Truppenabtheilungen sperrten die Antrage anschließen. In der gestrigen Abendfihung hat die folcher Antrag gestellt worden, fei nicht erwiesen. Der Aussage Bugänge ab. Kommission des Vereins der Tuchfabrikanten beschlossen: Das der Frau Ziegenhirt sei, obwohl fie dieselbe beschworen habe, keine Paris, 5. März.( W. T. B.) Die Deputirtenkammer nahm hiesige Gewerbegericht als Einigungsamt zwischen den aus- Glaubwürdigkeit beizulegen. Sie handele offenbar unter dem Ein- den Gesezentwurf an, wodurch die Verfälschungen von Butter ständigen Arbeitern und deren Arbeitgebern nicht anzurufen." I fluß ihres Mannes. Ebenso sei von den weiteren Behauptungen unterdrückt und die Verwendung von Margarine geregelt wird. Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glede in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin. Hierzu 3Beilagen. , Beilage zum„Vorwärts" Bttliner Volksblatt. Ur. 36. Freitag» den 6. März 1896. 13. Jahrg. AeirtzskÄg. Sitzung vom 5. März 1898, 1 Uhr. Am Tische des Bundesraths: v. Bötticher, Graf « o s a d o w s k i, v. H a m m e r st e i n. Bor Eintritt in die Tagesordnung theilt Präsident v. Buol dem Hause mit, daß der frühere erste Vizepräsident des Reichs- tages. Reichsrath der Krone Bayern Dr. Armand Buhl, einem Telegramm zufolge heute Nacht gestorben ist; er hat dem Reichs- tage seit der Eröffnung des ersten deutschen Reichstages vom Jahre 1371 bis 1893 angehört und sich in stets hervorragender Weise an den Arbeiten desselben betheiligt. Sein Andenken wird bei uns immer in Ehren stehen. Die erste Beralhung des Zucker st euer-Gesetzes wird fortgesetzt. Abg. Hilpert(Bayerischer Bauernverein); Die Vorlage zeigt, daß die Znckerindustrie der Regierung wichtiger ist, als die Land- wirlhschaft. Wenn die Zuckerindustrie das Rückgrat der Land- wirlhschaft ist. dann hat die bayerische Landwirthschaft überhaupt kein Rückgrat. Wir können deshalb nicht voller Freude für die Vorlage stimmen, aber wir werden für die Kommisstonsberathung eintreten. Abg. Ehni(süddeutsche Volkspartei) erklärt sich gegen die Vorlage und gegen eine Kommisstonsberathung. Die Vorlage enthält eine Belastung der Konsumenten, während wir eine Ermäßigung der Zuckersteuer zur Hebung des Konsums ver- langen. Staatssekretär Graf Posadowöky: Der Abg. Barth hat sich als Gegner jedes Schutzzolles bekannt. Das ist eine wissen- schaftliche Auffassung. Aber er berücksichtigt dabei nicht, welche hohen Einnahmen wir vom Schutzzollsystem haben und ich vermag nicht einzusehen, wie wir diese Einnahmen ersetzen sollen. Die Aufhebung der Schutzzölle würde uns die Mittel entziehe», um die Aufgaben des Reiches zu erfüllen. Ueber die englische Landwirlhschast theile ich vollständig das Urtheil des leitenden englischen Staatsmannes, fdessen Urlheil mir mehr werth ist als das des Herrn Barth. Herr Barth meinte ferner, die Prämie würde den Weltmarktpreis drücken und es würden nur die ans- ländischen Konsumenten einen Vortheil haben. Dann können aber die inländischen Preise nicht steigen und alle Befürchtungen ivegen Rückgang des Konsums sind dann aus der Luft gegriffen.(Zuruf links: die Steuer!) Auf dem Weltmarkt bestimmt Angebot und Nachfrage die Preise; wenn aber das Angebot überwiegt, dann bestimmt der den Preis. der die geringsten Produktionskosten hat. Wir haben die Betriebsergebnisse von 245 Fabriken geprüft und da hat sich herausgestellt, daß 97 gar keine Dividende gegeben haben, während 143 mit Unterbilanz gearbeitet habe», zum theil mit 408— 500 009 M. Ueber die Betheiligung der Rübenbauer an den Fabriken steht folgendes fest: 183 Fabriken hatten 22 731 Aktionäre, davon waren nicht weniger als 19 000 Rübe»- lieferanten. Die vom Abg. Zimmermann verlangte Staffelsteuer für Bier ist auch von der Regierung in Erwägung gezogen worden. Herr v. Staudy empfiehlt die Rückkehr zur Materialstcuer. Wenn er die Arbeit sehen würde, die ich habe anfertigen lasse», so würde er sich selbst überzeugen, daß diese Steuer nicht mehr möglich ist. Es würde sich selbst unter seinen Freunden keine Stimme dafür finden. Wie kann man bei Differenzen von 12—13 M. in den Steuersätzen für den Zentner Zucker, je nach der Güte des Materials und der Fabrikationseinrichtungen, eine Materialsteuer wieder einführen! Herr v. Staudy hat Unrecht, wenn er meint, die Vorlage sei unsrenndlich gegenüber dem Osten. Das ist durchaus nicht der Fall. Abg. Rösicke(wildliberal): In bezug auf volkswirthschaft- liche Kenntnisse mag Herr Paasch? mir über sein, aber in kauf- männischen Dingen glaube ich etwas mehr zu verstehen und ich weiß, wie man Bilanzen beurtheilen muß; sie können weiß und auch schwarz geinalt sein(Sehr richtig! links), ohne daß man mit der Wahrheit in Widerspruch geräth. Die Bilanz des nächsten Jahres dürfte so günstig sein, daß von einem Verlust über- Haupt keine Rede sein kann. Der Nothstand der Zucker- industrie soll in der Hauptsache hervorgerufen sei» durch die Gesetzgebung von 1891. Allerdings bestand 1894—95 ein niedriger Preis, aber es ist niemandem gelungen, nachzu- weisen, daß noch in einem anderen Jahre so niedrige Preise gewesen sind. Der niedrigste Preis von 19,75 M. war immer noch um 55 Pf. höher als der durchschnittliche Herstellungspreis von 19,20 M., der in der Begründung berechnet wird. Der Minister v. Hammerstein hat gesagt, eine Fabrik koste 1 Million Mark. Wenn die Regierung 23 M. als den richtigen Zuckerpreis bezeichnet, also einen Gewinn von 4 M. für den Doppel- zentner, so giebt das für die einzelne Fabrik 180 000 M. oder 18 pCt. Verzinsung, und den Fabriken, welche diese Verzinsung nicht erreichen, sollen wir eine Unter- stützung zuwenden!(Hört! links; Widerspruch rechts.) Welche andere Industrie stellt denn eine ähnliche Forderung an das Reich? Die anderen Fabrikanten tragen ihre Verluste selbst. Von einem Preisgeben der Industrie dem Weltmarkt gegenüber kann man beim besten Willen nicht reden, wenn der Export immer noch 8 Millionen Doppelzentner beträgt. Durch die Er- höhung unserer Prämie» werden wir die Nachbarstaaten nicht veranlassen, ihre Prämien zu ermäßigen. Es ist davon gesprochen worden, daß das Gesetz nur auf Frist gegeben werden solle, Dafür würde aber die Zuckerindnstrie sich nicht begeistern, sie will Ruhe haben und nicht alle paar Jahre ein neues Gesetz. Das Zentrum hat sich gegen eine Prämie von 4 M. ausgesprochen. Ich hoffe, daß es nichr eine Prämie von 3,20 M. bewilligt, die doch der Prämie von 4 M. sehr nahe steht. Wenn auch durch die Erhöhung der Verbrauchsabgaben ein Konsumrückgang nicht entsteht, so tritt doch eine Belastung des deutschen Volkes ein zu gunsten einer der am besten fundirtcn Industrien. Wenn die Belastung auch nicht überall stark empfunden werden sollte, so wird ihr Vorhandensein schon genügen, um z. B. den Sozial- demokratcn als Agilationsobjekt zu dienen. Bei einem Preise von 50—55 M. für den Doppelzentner beträgt eine Preiserhöhung um 9 M. eine Mehrbelastung von 20 pCt. Eine derartige Ge- setzgebung muß die Reihen der Sozialdemokraten verstärken auch aus den klein biirgerlichen Kreisen heraus. Das bedauerlichste ist. daß die Anregung zu dieser Gesetzgebung von einer liberalen Partei ausgegangen ist.(Sehr richtig! links.) Die Absicht des Gesetzes, wie jedes Schutzzolles, ist. die Preise zu steigern, sonst hätte ja das Gesetz gar keinen Zweck und brächte nur den ausländischen Konsumenten Vorrheile. Redner verweist auf die soeben eingelaufene Eingabe des Schlesischen landwirthschaftlichen Vereins, welche denselben Ge- danken vertritt. Die Kontingentirung soll eine planmäßige Pro- duklion herbeiführen. Das wollen die Sozialdemokraten auch; aber sie wollen auch eine planmäßige Vertheilung der Kon- sumtion.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Die Kon- tinqenlirung wird sehr verschieden in den verschiedenen Landes- theilen ivirken, besonders nachtbeilig aber für den Osten. Der Minister hat gemeint, die Zuckerindustrie sei noch ein land- wirthschaftliches Gewerbe. Das ist dock- nicht ganz zutreffend. Schon 1390 hat der Staatssekretär von Maltzahn hervorgehoben, daß die Verhältnisse sich so entwickelt haben, daß die Landwirlh- schast neben der Znckerindustrie fast als Nebengewerbe erscheint. Die Regierung bestreitet, daß die Kontingentirung die Kaufrüben benachtheiligen würde. Die Ueberschreitung des Kontingents wäre doch nur möglich, wenn die Fabrikanten die Rüben billiger erhalten, um sich vor Schaden zu beivahren. Das wäre bei der Brauerei, wenn sie kontingentirt werden sollte, was gar kein so übler Gedanke wäre, bezüglich der Gerste ebenso. Herr Ruprecht- Ransern, ein be- kannter Agrarier, führt in der„Deutschen Tageszeitung" eben falls aus, daß die Landwirthe ihre Kaufrüben behalten werden, weil die Fabriken ihr Kontingent anderweitig decken würden, denn es gebe niemand mehr für eine Waare aus, als er zu geben brauche, er wäre denn ein Engel, und einen solchen habe er unter den Znckerfabrik-Dircktoren noch nickt entdeckt.(Heiterkeit.) Wen» eine solche getheilte Meinung im Bunde der Landwirthe ist, dann sollte doch der Vorsitzende des Bundes sich zurückhalten bei dieser Frage. So wie es vorgelegt i st, stellt das Gesetz nichts iveiter dar. als ein Gesetz zur Bildung von Ringen mit Staatshilfe gegen die Rübenbauer. Wir sollten doch unser Wohlwollen für die Landwirthschaft bethätigen dadurch, daß wir eine solche Vorlage verwerfen. Wenn die neuen Fabriken erst nach mehreren Jahren ein Kontingent bekommen, so ist damit im großen und ganzen die Erbauung neuer Fabriken, namentlich keinerer Fabriken, ans- geschlossen. Eine Staffelsteuer auf den Betrieb wäre für die Brauereien wohl anwendbar, weil wir dort eine Materialsteuer haben. Aber bei der Zuckerindustrie haben wir keine Materialsteuer mehr. Bei solchen Staffelsteuern soll man sich aber nicht ein einzelnes Gewerbe heraussuchen. Die Melasse- Eni- zuckerung ist eine der bedeutendsten Erfindungen der Jetzt- zeit; es würde eine Besteuerung des technischen Fortschritts sei», wenn man diese Fabriken einer besonderen Steuer unterwirft. Der Landwirlhschaflsminister soll den Wunsch habe», daß überhaupt keine Melasse auf Zucker verarbeitet wird. Die besonderen Maßregeln gegen die Melasse habe» ja deren Preis von 3 auf 2 M. hcrabgedrückt. Der Staatssekretär Graf Posadowsky hat gemeint, die laudwirthschaftliche Opposition sei eine kleine, geführt von den technische» Leitern der Zucker- sabriken. Darin schien ein Vorwurf zu liegen; es wird wohl auch umgekehrt sein, daß die Fabrik- direktoren für die �Vorlage gewirkt haben. Aber von einer Einigkeit ist weder bei der Zuckerindustrie noch bei der Landwirthschaft die Rede. In Posen, Brandenburg, Pommern u. s. w. habe» sich in den Versammlungen entweder die Mehr- heilen oder doch große Minderheiten gegen die Vorlage erklärt. Ein Brief, den mir Herr Rickert zur Verfügung gestellt hat, be- kündet ähnliche Anschauungen bei Landwirthen im Wahlkreise des Grafen Bismarck. In den Versammlungen, die sich für die Vorlage erklärt haben, hat man immer den Versuch gemacht, die Minderheiten zu beschwichtigen. Daran hat sich auch unser Kollege Paasch? betheiligt, z. B. in Bromberg, damit nicht in die Welt tclegraphirt werde, der ganze Osten habe sich g?gen die Zuckersteuer- Vorlage erklärt.(Heiterkeit.) Er hat die Landwirthe und Zucker- fadrikanten als kluger Geschäftsmann ermahnt, ihren Vortheil zu wahre». Da kann er eigentlich den Börsenlenten nicht gram sein, die auch nichts anderes wollen. Wir aber müssen uns auf den Stand- pnnkt stellen, ob nicht der Vortheil, der dem einen zugewendet wird, dem anderen zum Schaden gereicht.(Beifall links.) Abg. t>. Plötz(k.) wendet sich gegen den Abg. Götz v. Olen- Husen, der den Bund der Landwirthe angegriffen hat in der Tonart, wie es in freisinnigen und sozialdemokratischen Blättern geschieht. Er mag sich mit diesen Gesinnungsgenosse» auseinandersetzen. Sein Angriff ist ihm leicht geworden, nachdem wir hier als gemeingefährlich bezeichnet worden sind. Er hat ja auch für seine Siede einen Händedruck erhalten; ob für die Zustimmung zur Vorlage oder für den Angriff auf den Bund der Land- wirthe, weiß ich nicht. Wir sind den Angriffen gegen- über etwas dickfällig geworden und sagen: Schwamm drüber! Wenn er uns aber undeutsche Art vorwirst, so hätte er nur einmal in eine Versammlung nach Braun- schweig oder Hannover komnien sollen; es wäre ihm nichts ge- schehen aber ein Hohnlache» wäre entstanden. Die preußischen Bauern sind treu wie Gold, wenn sie auch manchmal räsouniren und klagen. Wir sind auch treu wie Gold. Das muß ich mir verbitten, uns für»»deutsch zu erklären. Ich verzichte darauf, an die Welkenlegion i» Frankreich zu erinnern. Ich erwähne nur, daß die Agitation des Bundes sich niemals gegen die Welsen gewendet hat. Diese Worte des Herrn Götz von Olenhusen werden wohl auch in Hannover zünden und bei den nächsten Wahlen wird man es merken. Daran wird er selber schuld sein. Wir sind dankbar, daß die Vorlage eingebracht ist als eine Grundlage für die Sickerung des Rübenbaues, aber wie sie jetzt lautet, können wir sie nickt annehmen. Die Betriebssteuer müßte gänzlich wegfallen, dadnrch würden wir viele Zustimmende gewinne». Der Zuckerpreis wird, wenn er nicht steigt, wenigstens aus einer Höhe erkalten, daß die Rübenbauer noch einen annehmbaren Preis erhallen können. Auch die Kontingentirung ist eine schwer umstrittene Frage, ich würde sie auch gern beseitigen, aber ich weiß nicht, wie es ge- macht werden soll, wenn wir nicht ins Uferlose kommen oder eine so niedrige Prämie festsetzen wollen, die gar nichts nützt. Meine endgiltige Abstimmung behalte ich mir vor. Ich möchte bitten, daß in der Kommission das gemeinsame Ziel vor Augen behalten wird, damit eine Verständigung erzielt werden kann, die ohne Konzessionen nicht erreichbar sein wird. Wenn die Konsumsteuer nicht erhöht wird, dann brauchen wir das ganze Gesetz nicht, denn ohne Geld könnte es nicht durchgeführt werden. Die Belastung ist doch keine so große, wenn etwa 3 Ps. auf das Pfund kommen. Die arme Arbeiterfamilie braucht in der Woche doch kaum ein Pfund Zucker, das macht für den Tag einen halben Pfennig. Die Arbeiterlöhne der Zuckerfabriken sind doch ein Vortheil für die Arbeiter. Mit der Einführung des Rübenbaues sind die Löhne überall gestiegen; sie würden wieder sinken, wenn die Zuckerindustrie geschwächt wird. Indirekt kommen dabei die Masckmenfabriken und der Kohlenbau in betracht. Herr Richter beliebte zu sagen, daß mit der steigenden Kultur die Preise der landwirthschaftlichen Produkte sinken müssen. Dann müßten wir ja in Asien und Rußland die größte Kultur haben, weil dort die niedrigsten Preise sind. terrscht in England die größte Kultur? Vor den Thoren ondons sieht man meilenweit keinen Pflug mehr arbeiten, nickt einmal die Viehheerden sieht man(Lachen links). England geht zu gründe in seiner Landwirthschaft. Ueber die Konsum- steuer mache ich mir nichr die geringsten Sorgen. (Zuruf bei de» Sozialdemokraten: Das glauben wir!) Nothwendig ist aber, daß denjenigen Landwirthen, welche bisher nicht zum Rübenbau gekommen sind, der Rübenbau nickt allzu sehr ersckwerl wird. Der Landwirthsckailsminister hat die Wichtigkeit des Rübenbaues betont; das Rückgrat der Landwirth- schast ist er aber n>cht; denn sonst würde Schleswig-Holstein und Ostpreußen gar kein Rückgrat haben. Selbst die unbetheiligten Fabriken würden dem Zuckersteuergesetz zustimmen, wenn ihre Interessen nicht in den Hinlergrund gedrängt werden, wenn die Entstedung neuer Fabriken erleichtert würde. Das würde die Annahme des Gesetzes ermöglichen. Es ist wieder von der Liebesgabe gesprochen worden; warum hat man denn aber noch niemals von Liebesgaben gesprochen, wenn der Staat die Kohlen und Schienen theurer bezahlt als auf dem freien Markte. Redner spricht nochmals die Hoffnung ans, daß die Kommissions- berathung zur Verständigung führen möge.(Beifall rechts.) Abg. Schippe!(Soz.): Die Regiernng hatte 1891 die Ab- ficht ausgesprochen, die Prämien auf internationalem Wege ab- zuschaffen. Bei der Beschlußfassung über das damalige Gesetz hatte in der ziveiten Lesung der Fürst von Hatzfeldt eine Re- solution vorgeschlagen, die Regierung möchte in erneute Ver- Handlungen mit den betr. Staaten zwecks Beseitigung der Zucker- Prämien eintreten und dem Reichstage einen entsprechenden Gesetzentwurf vorlegen. Diese Resolution wurde allerdings in der dritten Lesung nicht vorgelegt, aber nicht, weil der Antragsteller sie fallen gelassen hatte, sondern weil zwischen Reichstag und Regierung in dieser Frage allgemeines Einverständniß herrschte. Die Regiernng wollte es damals versuchen, mit anderen Staaten über die Frage sich zu vereinbaren, aber sie machte die Beseitigung der Prämien nicht von dem Vorgehen der anderen Staaten abhängig. 1887 sagte Herr v. Bennigsen bei der Berathung des Zuckersteuer- Gesetzes, wir wollen die ersten sein mit der Abschaffung der Prämien, ob die andere» Staaten uns folgen, darüber wollen wir später sprechen. Noch im vorigen Jahre sprach Graf Posadowsky die Meinung aus, daß wir auf der Basis des ersten Gesetzes von 1891 zur Abschaffung der Zuckerprämien kommen könnten. Ich frage nun, welche Aenderungen sind denn seit dem vorigen Winter ein- getreten, daß wir jetzt unbedingt Kampfprämien haben müssen, um auch andere Staaten zur Abschaffung ihrer Prämien zu ver- anlassen? Ich verlange Gründe vom Herrn Staatssekretär, wirkliche Gründe, nicht Jagdgründe! Welche Informationen berechtigen die Regierung zu dem Glauben, wir würden mit der Erhöhung unserer Prämien die anderen Staaten zwingen, ihre Prämien herabzusetzen? Der Zentralverein der österreichischen Rübenzuckerindustrie-Vereine hatte im vorigen Jahre, als derAntrag Paaschs hier eingebracht wurde, die österreichische Regierung auf- gefordert, bei der deutschen Regierung vorstellig zu werden, dem Antrage Paasch? nicht zu entsprechen. Die deutsche Kampsprämie würde die ganze österreichisch-ungarische Zuckerindustrie, die sich bis dahin noch von innen heraus habe helfen können, ans das Aeußerste gefährden. Die Gefahr dieser Kampfzölle für die österreichische Industrie könne nur durch eine Erhöhung der österreichisch- ungarischen Zuckerprämie paralysirt werden. In gleichem Sinne sprach sich auch die Prager Handelskammer aus. In der franzö- fischen Fachpresse wurde die Befürchtung ausgesprochen, daß bei einer Erhöhung der deutschen Prämie deutscher Zucker sogar in Frankreich eindringen könnte und es wurde eine Erhöhung des Ein- gangs-Zolles verlangt. Daraus geht hervor, daß die Kamvfprämie wahrscheinlich garnicht den erwarteten Erfolg haben wird, und trotzdem sollen wir auf das Eis gehen und den Sprung ins Dunkle machen, ohne zu wissen, was daraus wird. Noch eine andere Legende möchte ich zerstören. 1891 hieß es vom Regierungstische, die deutsche Regierung habe die allmälige Herabsetzung der Prämien vorgeschlagen, weil Frankreich und Belgien ihre Prämien herabgesetzt haben. Also die anderen Staaten sind uns vorangegangen und wir sind ihnen nachgefolgt, nicht umgekehrt. Seitdem haben sich nicht die Grundlagen der Prämien geändert, wohl aber die Rechenkunst der Herren am Regierungs- tisch seit dem vorigen Jahre. Früher sollte Frankreich eine Prämie von 4—5 M. haben. Dann wurden 5—6 M. genannt und gestern oder vorgestern hieß es, sie betrüge in Wahrheit 7—9 M. Deu größten Schaden würde unzweifelhaft der Osten von dem Gesetz haben, und ich wundere mich, daß nur der Abg. v. Staudy darauf hingewiesen hat, was für ein Jkainpf eigentlich unter der Decke dieses Gesetzes geführt wird: es ist der Kampf der alten privilegirteu Zuckerdistrikte gegen die neuen Zuckerdistrikte, die sich entwickelt haben und sich noch weiter entwickelii können, der Kamps der mitteldeutschen gegen die o st deutsche In- dustrie, deren Enlwickelung mittels der Kontingentirung todtgeschlagen werden soll. Dieser Kampf richtet sich auch gegen die östlichen Kleinbauern. Diese, nickt die Aktionäre haben das größte Interesse an dieser Frage. Während in der Provinz Sachsen nur etwa 25 pCt. Kausrüben. in Hannover 21—24 pCt., in Braunschiveig 11 bis 14 pCt., in Anhalt 32—37 pCt. Kaufrüben verarbeitet werden. steigt dieser Prozentsatz im Osten bis zu 99 pCt. Im Osten sind die Rüben liefernden Bauern nicht reich genug, umalsselbstäudigeUnter- nehmer aufzutreten, dieKontingentirung würde sie ain härtesten treffen. Durch die Vorlage wird eine ganze Menge neuer Interessen» konflikte geschaffen und diese werben sich jedes Jahr von neuem infolge der Kontingentirung wiederholen. Die Raffinerien lehnen sich auf gegen die Melasse-Entzuckerer. Die Chokoladen- und Dauermilch- Fabrikanten lehnen sich auf gegen die Ver- theuerung eines Rohstoffes u. s. w. Durch die Hineintragung solcher Konflikte in den Reichstag wird dessen Ansehen nicht erhöht. Die Agrarier und die übrigen Interessenten nehmen gern Staatssubventionen, aber sie gönnen sie keinein anderen. Ich bitte, die Borlage abzulehnen.(Beifall bei den Sozial- demokraten.) Abg. Paaschs(natl.): Bezüglich des Weltmarktpreises hat Herr Barth es sich sehr leicht gemacht; er nieinte, jeder nimmt. was er kriegen kann; aber bei überflllltem Weltmarkt muß sich jeder mit dem niedrigsten Preise begnügen. Für Zucker ist der Weltmarkt überfüllt und da bestimmt derjenige den Preis, welcher die anderen unterbieten kann. Wir verlangen keine Prämien, sorgen Sie nur dafür, daß die anderen Staaten ihre Prämien beseitig?»; so lange das nicht geschehen ist, können wir auf die Prämien nicht verzichten. Weshalb haben andere Länder Prämie»? Weil sie ohne dieselben auf dem Wellmarkt nicht konkurrireu können. Herr Barth hat bemängelt, daß ich von den Steuer- zahlern nichts gesagt hätte. Wenn die Prämien auf den Preis keine» Einfluß haben, dann fühlt man die Steuer nicht. Wie soll die Vorlage dazu beitragen, einen Ring von Fabrikanten zur Ausbeutung der Rübenbauer zu bilden? Ein Widerspruch zwischen diesen Jnteresscntengruppen besteht thatsächlich nicht. Herr Rösicke meinte, ein Börsenmann würde nichr so dumm sein, sich ein solches. Gesetz anhängen zu lassen. Daß die Börse mich für ihren Feind hält, merke ich allerdings; aber ich glaube, mit unrecht; denn ich denke nicht daran, die Börse in ihren berechtigten Interessen zu schädigen. In Bromberg soll mir ein sachverständiger Mann entgegengetreten sein. DerMann war ein Mühlenbesitzer, der eine einzige Aktie einer Zuckerfabrik hatte. Das war seine Sachverständigkeit. Ich habe in Mecklen- bürg Zuckerfabriken ins Leben gerufen und mehrere Aktien ge- habt(Aha! links). Das wird man mir doch nicht zum Vorwurf machen. Ich rühme mich dessen, daß ich den Rübenbau in Mecklenburg gefördert habe. Der Kampf ans dem Weltmärkte muß geführt werden, bis einer siegt oder unterliegt. Ich hoffe, daß wir den Sieg davontragen werden, wenn wir auch vorerst eine schwere Zeil zu überwinden haben werden. Das wird ein großer Erfolg sein für unsere Zuckerindustrie.(Beifall rechts.) Abg. Barth(frs. Vg.): Daß die Prämie den Weltmarktpreis drückt, ist möglich, aber es handelt sich um die Verbrauchsabgabe, die um 6 M. iür den Doppelzentner erhöht wird. Das macht 32 Millionen Mark für den deutschen Konsum. Dieses Geld muß bezahlt werden, auch wenn die PräMie nicht um 1 Pf. den Preis erhöht. Für die Preisbildung ist das Angebot und die Nach- frage entscheidend, nicht wer am billigsten produzireu kann.(Zuruf des Abg. Paaschs: Ueberproduktion I) Das ist ganz Nebensache. Wer billiger produzirt, nimmt doch die Preise, die er bekommen kann. Der Herr Schatzsekretär fragt) wie die Einnahmen aus den Schutzzöllen anderweitig gedeckt werden sollen; er hat dabei die indirekten Steuern mit dem Schutzzoll verwechselt, denn die Schutzzölle sind dann die besten, wenn sie gar keine Einnahmen bringen. England hat gar keine Schutzzölle, aber sehr hohe Einnahmen aus indirekten Steuern. Was Graf Posadowsky aus einer Rede des Lord Salisbury mitgetheilt hat, waren doch nur allgemeine Wendungen und Vertröstungen, aber Lord Salisburi) hat nirgend zu erkennen gegeben, daß er durch irgend welche projektionistische Mittel der Landwirthschast bei springen will! Abg. v. Staudt,(dk.): Meine Bedenken bezüglich der Kon- tingentirung hat der Staatssekretär nicht widerlegt. Abg. Schultz-Lupitz verzichtet auf das Wort.(Lebhafter Beifall.) Damit schließt die Diskussion. Abg. Götz v. Olenhusen(persönlich): Ich halte in vollem Umfange das aufrecht, was ich gegen denBund derLandwirthegesagt habe, weil der Bund der Landwirthe eine unangemessene Agitation in Hannover ins Werk gesetzt hat. Aber ich kann den Herren nur sagen: Glaubt nicht, wenn Ihr Skandal erregt, daß Ihr damit die Welt bewegt.(Heiterkeit.) Die Vorlage wird einer Kommission von LI Mitgliedern überwiesen. Schluß 43/4 Uhr. Nächste Sitzung Freitag 1 Uhr.(Zweite Berathung der Novelle zur Gewerbe-Ordnung.) Varlmnenkcmsiches. Aus der Justiznovcllc- Kommission. Soll das freie Er- messen, soll Willkür des Gerichts darüber befinden, ob und welche Beweise in der Hauptverhandlung zu erhebe» sind, oder soll im Interesse der Ermittelung der Wahrheit und der Rechte des Angeklagten sich die Beweisaufnahme wenigstens auf sämmtliche vorgeladenen Zeuge» und Sachverständigen und auf die anderen herbeigeschafften Beweismittel erstrecken? In letztcrem Sinne entscheidet das bestehende Gesetz. Die Regierungen verlangen statt dessen in der Justiznovelle die Aufnahme einer Bestimmung nach der unbehindert um Anträge oder herbeigeschafftes Beweis- materiel jedes Gericht, mit Ausnahme des Schwurgerichts und Reichsgerichts, künftig den Umfang der Beweisaufnahme be stimmen kann. Es soll allein von seinem Ermeffen, seiner Laune abhängen, inwiefern eine Beweisaufnahme stattfinde. Dieser Vor schlag zum Gesetz erhoben, würde der lüderlichsten Rechtspflege den erheblichsten Vorschub leisten und das Volk aller Willkür der Richter in Strafsachen ausliefern. Der Vorschlag ist deshalb selbst von angesehenen Mitglieder» des Reichsgerichts, wie z. B vom Reichsgerichtsrath Stenglein, auf das energischste bekämpft worden. Die Regierung hält aber nach ihren Dar legungen in der Kommission solche Bestimmung für absolut nothwendig. Nach langer lebhafter Debatte lehnte die Kommission den Antrag, das bestehende Gefetz nach dieser Rich tung hin einfach aufrecht zu erhalten, mit II gegen 9 Stimmen ob. Für Aufrechterhaltung stimmten Schmidt(Warburg) und B r o e k ni a n n(Z.), M u n ck e l und B e ck h(frs. Vp.), v.Wolszlegier(Pole), F r o h m e und Stadt Hagen(Soz.), Schröder(srs. Vg.) und Förster(Ant). Der„freisinnige" Abgeordnete L e n z m a n n enthielt sich der Abstimmung. Die Zentrums» Abgeordneten Rintelen, Wollstein und Stephan stimmten mit den Konservativen, Freikonservativcn und Nationalliberalen gegen Aufrechlerhaltung des bestehenden Gesetzes. Den Ultrareaktionären gelang die Durchsetzung des Regierungsprinzips indeß doch nicht. Nach vielem Hin und Her gelang es, folgenden Zusatz zum bestehenden Gesetz durchzusetzen:„In den Hauplverhand- lungen vor dein Landgericht in e r st e r Instanz kann das Gericht die Erhebung eines einzelnen Beweises ablehnen, falls es die Thatsache. welche dadurch bewiese» werden soll, ein« stimmig für unerheblich erachtet. Das Gericht hat die Gründe, weshalb die Thatsache unerheblich sei, in dem Ablehnnngsbesckluß anzugeben." Aus der weiteren Ver Handlung der Kommission ist hervorzuheben, daß der Vorschlag, die Schädlichkeit des Dreimännerkollegiums durch das Ersorderniß der Einstimmigkeit über die Schuldsrage abzuschwächen, gegen die Stimmen der Freisinnigen und Sozialdemokraten abgelehnt wurde. Die nächste Sitzung findet Freitag Vormittag statt. Die Wahlpriifunas- Kommission prüfte in ihren letzten beiden Sitzungen zunächst die Wahl des Abg. Rother(S. Breslau). Da ein umfangreicher Protest gegen diese Wahl vorliegt, beschloß die Kommisston, Erhebungen zu veranlassen und die Entscheidung über die Gilligkeit der Wahl bis auf weiteres auszufetzen.— Weiter wurde die Wahl des Abg. Graf v. Dönhoff-Friedrichstein (4. Königsberg) für giltig erklärt und die Erhebungen über die Wahl des Abg. Fuchs(Köln> Land). welche früher bereits sür giltig erklärt worden ist, durch das negative Ergebniß der Er Hebungen für erledigt erachtet. Im preußischen Landtage ist ein N a ch t r a g s- E t a t von 4000 M. als persönliche Zulage für einen Stellvertreter des Direktors der Staatsarchive eingegangen. Viotummmles. Stadtverordueten-Versammlung. Oefsentliche Sitzung vom Donnerstag, S. März. Stadtverordneten- Vorsteher Langerhans eröffnet die Sitzung un> Bl/s Uhr. Der neugewählte Stadtbaurath H o f m a n n dankt in einem Schreiben für seine Ernennung und bittet, sein Amt am I. Oktober d. I. übernehmen zu können, da er bis dahin noch beim Reichsgerichts-Gebäude beschäftigt sei. Der verstorbene Rentier Simon B l a d hat die Stadt Berlin zur Universalerbin der Hälfte seines Vermögens und die Städte Mainz nnd Bingen zu Erben der anderen Hälfte desselben eingesetzt. Das Vermögen beträgt l1/« Millionen Mark. Der zur Berathung über die fernere Behandlung der Bau- platz st euer eingesetzte Ausschuß beantragt folgende Beschlußfassung: Die Versammlung erkennt die Nothwendigkeit an, die Härten, welche sich bei der Veranlagung der Bauplatzsteuer er- geben haben, zu mildern, nimmt aber zur Zeit von einer Aende- rung der Bauplatzsteuer-Ordnung Abstand und ermächtigt den Magistrat, die Einziehung der veranlagten und noch zu veran- lagenden Bauplatzsteuer bis längstens am l. Januar 1897 einzustellen. Stadtv. Sachs verwirft die Bauplatzsteuer an sich nicht. meint vielmehr, daß sie einen richtigen Kern enthalte. Nur müsse der Prozentsatz der Steuer erniedrigt werden. Der Ausschuß erkenne an, daß Gründe zur Sistirung der Einziehung der Steuer vorhanden seien, wolle es aber in die diskretionäre Macht des Magistrats legen, ob er die Einziehung sistiren wolle oder nicht. Redner beantragt, dahin zu beschließen, daß die Einziehung der Steuer sistirt werden muß. wenn der Steuerzahler nicht freiwillig bezahlt, sondern Einspruch gegen die Veranlagung erhebt. Die Werthermittelung der zu besteuernden Grundstücke sei nach der Steuerordnung nicht richtig. Es frage sich, ob der Werth in jetziger Zeit veranlagt werden solle, oder der Werth zur Zeit der Festlegung der Bau- fluchtlinie. Ein Mangel sei ferner, daß die Straßen, an welchen die Baupläye liegen, nicht regulirt sein brauchen, sondern allein die Feststellung der Baufluchtlinie genüge, um die Steuer zu ver- anlagen. Das bedeute eine Vermögenskonfiskation. Stadtv. Kreitling beantragt, den Magistrat nicht nur zur Einstellung der Einziehung zu ermächtigen, sondern die Ein- ftellimg der Einziehung und Veranlagung der Steuer obligatorisch zu machen. Die Bauplatzsteuer enthalte einen gesunden Kern und für die Härten könnte eigentlich schon jetzt Remedur ge schaffen werden. Indessen füge er sich dem Antrag des Aus schusses, wenn nur die Einziehung nnd Veranlagung der Steuer bis zum 1. Januar unterbliebe. Stadtv. M o m m s e n meint, daß man jetzt die Steuer wenigstens so ausführen müsse, wie sie sei: das Ober-Verwaltungs- gericht könne ja nachher entscheiden, ob die Steuerordnung der Bauplatzsteuer richtig ausgeführt werde oder nicht. Unter den obwaltenden Umständen sei es am besten, den Magistrat zur Einstellung der Einziehung zu ermächtigen; der Magistrat werde auch keinen falschen Gebrauch davon machen. Stadtrath Hir f ekorn theill mit, daß schon jetzt die Ein ziehung sistirt werde, wenn Einspruch gegen die Steuerveranlagung erfolge. Stadtv. Es man» beantragt, daß die bereits gezahlten Steuerbeträge vorläufig zurückgezahlt werden. Nach allen An- trägen bleiben immer noch Härten übrig für die, welche schon die Steuer bezahlt haben, umsomehr da die definitive Ent- scheidung des Gerichts über die Steuer sich sehr lange hinziehen könne. Stadtv. F r i e d e m a n n widerspricht diesem Antrage schon wegen der technische» Schwierigkeiten der Rückzahlung und stimmt dem Antrag Kreitling zu, der anch dem Magistrat am angenehmsten sein könne, da er ihm eine bestimmte Norm vorschreibe, nach welcher zu verfahren ist. Stadtv. M o m m s e n spricht sich noch besonders dagegen aus, daß der Antrag Kreitling auch die Veranlagung der Steuer sistiren wolle. Dadurch würde die definitive Entscheidung viel- leicht noch um zwei Jahre verschoben werden. Unter Ablehnung aller anderen Anträge wird der Ausschuß- antrag angenommen. Der'Ausschuß zur Vorberathung der Vorlage, betreffend die Ueberweisung eines städtischen Grundstücks behufs Benutzung als Spiel- und Eisplatz beantragt: Die Versammlung erklärt sich damit einverstanden, daß von dem städtischen Grund- stücke Pankstraße 11/12 und Wiesenstrnße 49/S4 die als Eisbahn benutzte Fläche von 3749 Quadratmetern, sowie von dem am grenzenden Lagerplatze eine Parzelle von ca. 2099 Quadratmeter vom 1. April 1399 ab bis auf weiteres der Deputation für das städtische Turn- und Badewesen zu dem bezeichneten Zwecke unter Vorbehalt des Widerrufs überlassen iverde. Der Ausschußantrag wird ohne Debatte angenommen. Die Borlage, betreffend die Herstellung eines Fußgänger Tunnels unter den, Bahnkörper der S t e t t i n e r Eisen- bahn im Zuge der Sckwartzkopff- und der Feldstraße, wird einem Ausschuß von 15 Mitgliedern überwiese», desgleichen die Vorlage, betr. die Erwerbung einer Fläche des Grundstücks Alte Jakobstraße 23 zur Straßenverbreiternng. Schluß 7>/e Uhr. Es folgt eine geheime Sitzung. UoKstles. Ter neueste EntriistungSstnrm. Es giebt zwei Arten, die Sozialdemokratie zu bekämpfen, die rüpelhast-rohe und die zum Kugeln komische. Von der letzten Sorte finden wir in der frei- herrlich von Stnmm'schen„Volkswirthschaftlichen Korrespondenz" ein geradezu erschütterndes Beispiel. Bekanntlich haben in diesen Tagen die Zeitungen einen Aufruf veröffentlicht, der sich mit einem in gefnndheitlicher Beziehung schlimmen Mißstände befaßte, unter deni die Verkäuferinnen in Ladengeschäften zu leiden haben. Auch wir brachten den Ausruf in der Nummer vom Mittwoch und wiesen darauf hin, daß er zum theil Namen enthält, die auch in der S o z i a l- demokratie einen guten Klang haben. Dieser Umstand trägt die Schuld, daß wegen einer so harnilose» Sache gewisse einflußreiche Kreise, die sich namentlich des Verdienstes rühmen, eine Sozialresorm vor der Hand hintertrieben zu habe», wild geworden sind und nunmehr einen„Entrüstungs stürm" inszeniren, der die zum Lachen reizende Gewalt früherer Stürme ähnlicher Slrt vielleicht noch hinter sich lassen wird. Schon die„N a t i o n a l- Z e i t u n g" brachte am Mittwoch einen Artikel, der an dein Aufruf tadelte, es scheine in ihm die Voraussetzung obzuwalten, daß— man höre das Ent- setzliche— die Sozialdemokratie als ein berechtigtes Glied innerhalb der bürgerlichen Ordnung anerkannt werde. Doch dies Gesalbader hielt sich noch in Schranken, die wenigstens äußerlich den Schein der Gesittung trugen. Diesem Vorstoß folgte aber ein zweiter in der soeben herausgegebenen Nr. 13 der „Deutschen Volkswirthschaftlichen Korrespon- denz". Die Leistung ist zu klassisch, als daß wir dem Versuch widerstehen können, den Artikel ganz abzudrucken. Er lautet dem Titel nach„Nothhelfer der So.zialdeinokratie" und hat einen Inhalt, den unsere Gegner gefälligst einmal gründ- lich auf seine klassenverhetzende Wirkung hin prüfen wollen. Hier ist er: „Den Berliner Zeitungen ist dieser Tage ein Aufruf zu- gegangen— einige haben ihn abgedruckt, andere, die sich die Sache offenbar gründlicher überlegt haben, nicht. An sich war allerdings der mit dem Aufrufe verfolgte Zweck sehr u n v e r- f ä» g l i ch und durste als w o h l l ö b l i ch zensirt werden. Bereine, insbesondere Franenvereine wandten sich an die „Käuferinnen" Berlins, sie in der Forderung, daß die Geschäfts- »»Haber ihrem weiblichen Ladenpersonal für die Zeit, in welcher es keinen Kunde» zu bedienen hat, zu sitzen gestatten sollen, zu unterstützen, eine Forderung, die, weil aus gesundheitlichen Gründen gerechtfertigt, aus Humanitären Gesichtspunkten begründet erscheint. Die„Käuferinnen" werden in dem Aufrufe aufgefordert, nur in solchen Geschäften ferner zu kaufen, welche das Sitzverbot für ihre Verkäuferinnen ausgehoben haben. Schmeckt freilich letztere Aufforderung schon ein klein wenig nach Boykott, und wird durch sie die an sich gute Sache dieser Agitation kaum verbessert, so darf man billiger Weise e r st a u n t sein, wenn Vorstände von zwölf Frauenvereinen den bürgerlichen Blättern der Residenz zumuthen, ihren Aufruf abzudrucken, nachdem sie ihre Unterschriften durch die deS sozialdemokratischen Parteihäuptlings A. Bebel kompletirt haben. Diese Zumuthung grenzt so dicht an Unverschämtheit, daß die bürgerliche Presse wohl gethan hätte, sie einmüthig als solche zurück- zuweisen. Natürlich werden sich die Vorsteherinnen der Franenvereine auf die Einrede zurückziehen, sie verstünden nichts von Politik. Letzteres ist gewiß richtig. Indessen giebt es leider Frauen, welche in die Politik hineinzupfuschen sich nicht scheuen, obwohl sie nichts davon verstehen, und da die a in o s e Gesellschaft sür ethische Kultur durch Frau Lily von G i z y ck i unter dem Aufrufe vertrete» ist, wäre es wohl nicht allzu schwer gewesen, den anderen Damen klar zu machen, daß, wenn man einen Aufruf erläßt, mag der Zwcck auch ein noch so berechtigter sei», nnd man„A. Bebel, Mitglied des Reichstages", an der Spitze der Unterschriften paradiren läßt, man damit einer ganz unpolitischen Sache eine» politischen Stempel aufdrückt, der patriotisch em- zfindendcn Leuten gebietet, ihre Sympathie einem Ver- iangen vorzuenthalten, dem sie um seines Humanitären Zweckes willen sich gern zuwenden möchten. Sollte aber Frau Lily von Gizycki nicht politisch genug veranlagt gewesen sein, um an der Unterschrift des A. Bebel Anstoß zu nehmen, so hätte vielleicht der L a n d t a g s- A b- geordnete von Schenckendorff oder einer der übrigen Männer, deren Namen unter dem Aufruf stehen, sicherlich Ver- anlassung gehabt, die prinzipielle Seite der Frage zur Erörterung zustellen, bis zu welchem Grade der Verwirrung es führen muß, wenn die Frauen der ersten Männer der Stadt, wie z. B. Frau Bürger meister Margarethe Kirchner oder Frau Henriette Schräder ihre Namen in einem öffentlichen Aufruf unter den A. Bebel's setzen. Diejenigen, welch« den Frauen das Recht bestreiten wollen, in öffentlichen Angelegenheiten überhaupt mitzuwirken, können aus derartiger N o t h h e l f e r e i bei den Sozialdemokraten nur in ihrer Meinung bestärkt werden. Die Sozialdemokratie aber, welche den Haupträdelsführer der sozialrcvolutionären Umsturz- Partei— vielleicht deshalb, weil er als Verfasser des albernen Buches„Die Frau", wie man zu sagen pflegt,„berühmt" geworden ist— von achtbaren, gebildeten Frauen so geehrt sieht, kann sie an den E r n st des Kampfes glauben, welchen die Männer jener Frauen ihr verkündigen, jenes K a m p f e s, zu dem Kaiser Wilhelm II. den gesittteten und g e- bildeten Theil der Nation aufgerissen hat, und zu dem eben die Bahn frei zu werden anfing, nachdem die a n t i k a p i t a- listischen Schrullen zu verschwinden begannen? Jene Vereine aber, deren Vorsteherinen diesen kaux pas machlen und die Unterzeichner des Aufrufs, die vielleicht nicht wußten, daß ,,A. Bebel" ihnen als„Kollege" beigesellt wurde, oder die Bedeutung dieser Kollegialität nicht kannten, werden gut thun, nachdem diefer Aufruf einmal veröffentlicht worden ist, klarzustellen, ob sie wirklich damit ein- verstanden sind. dnrch Zusammenkoppelung mit dem ärgsten Feinde des Vaterlandes sozialdemokratische Nothhelfer wider Willen zu sein." Es hieße das Behagen stören, mit dem unsere Parteigenossen sich an diesem Angstprodukl weiden werden, wollten wir es ein- gehend kommentiren. Der hiermit niedriger gehängte Entrüstungs- ärtikcl spricht nur zu deutlich für die ergötzliche Furcht und das böse Gewissen derer, die in wahnsinniger Vermessenheit meinen. eine dem Untergang geweihte Weltordnung müsse ihnen und ihrem Interesse zu liebe mit allen, auch den schäbigsten Mitteln aufrecht erhalten werden. Welch ein Stück überwältigender Komik liegt in diesem Größenwahn und in dieser Furcht! Der hiersclbst verstorbene Rentier Simon Blad hat die Stadtgemeinde Berlin in Gemeinschaft mit den Stadt- gemeinden Mainz und Bingen zu Universalerben seines, nach oberflächlicher Schätzung mindestens V/i Millionen Mark betragenden Nachlasses eingesetzt, dergestalt, daß Berlin die eine Hälfte und Mainz und Bingen die andere Hälfte erhalten sollen. Der Erblasser hat bestimmt, daß der Nachlaß zur Gründung einer Stiftung zwecks Belohnung von hervorragenden Leistungen auf dem Gebiete der Kunst, der Wissenschast und des Handwerks verwendet werden soll. Nichts ist erhebender nnd bernhigender für das bllrger- liche Gewissen, als wenn man sieht, wie Ehrenmänner, die nach eigener Versicherung nie sür sich selber sorgen, sondern stets das öffentliche Wohl ins Auge fassen, sich von dem— man weiß nicht wie— aufgetauchten Verdacht des Eigennutzes und der unlauteren Profitsucht reinigen. Die„Vossische Zeitung", das berufene Organ der bürgerlichen Wohlanständigkeit hatte die drei Mitglieder des Arbettsausschusses der Berliner Gewerbe- ausstellung laut und vernehmlich zur Feuerprobe aufgefordert. Und sie kamen, die Siecke», ernsten Angesichts zwar, aber mit sichern Schritten. Zuerst gaben die Herren Felisch und Goldberger feierlich im Redaklionsburcau der„Vossischen Zeitung" die Erklärung ab, daß sie in keiner Weise an irgend einer gewinn- bringenden Arbeil für die Ausstellung mittelbar oder unmittelbar betheiligt seien. Das waren zweie, der dritte fehlte aber noch, der Kommerzienrath Kühnemann. Eine feierliche, lange Pause entstand, ähnlich wie in der Oper„Lohengrin" vor der Ankunft des Ritters hoch und hehr zu schauen. Ein abermaliger Trom- petenton in der„VosstschenZeilung", abermalige lange Erwartungs- pause. Und dann rückt Schwanenritter Kühnemann heran und legt gleichfalls feierlich vor seinen gestrengen Richter» ein um- fassendes Reinlichkeits- Bekenntniß nieder, das folgendermaßen schließt: „Ich erkläre endlich, daß ich niemals, weder direkt noch indirekt, weder jetzt noch je in meiner bald dreißigjährigen Thätigkeit im öffentlichen Leben diese Stellung zum Vortheil meines Geschäfts benutzt habe. Nichts liegt mir ferner als Selbstsucht; rm Gegentheil, ich habe in meinem öffentlichen Leben stets nur da? Gelingen des Werke? im Auge gehabt und oft über Gebühr Geschäft, Familie und Gesundheit vernachlässigt. Ich weise also jene» ausgesprochenen Verdacht mit Gntrüflung im Bewußtsein meines guten Gewissens zurück." Daß solches Selbflbekenntniß richtig ist. wissen bekanntlich auch die Berliner Arbeiter von der selbstlosen Opferspende her. die Herr Kühnemann am I.Mai 1899 der Berliner Schutzmann- 'chaft für die Wahrnehmung der Interessen von seinesgleichen darbrachte. Nach dem solennen Akte von gestern wird hoffentlich nicht nur in der„Vossischen Zeitung", sondern in der ganzen bürger- lichen Welt Berlins jeder Zweifel an der Lauterkeit der Aus- tellungssörderer sür jetzt und alle Zeiten behoben sein. Literarisches Rüpclthum. Zwei Vorkommnisse der letzten Zeit lassen deutlich erkennen, wie die Schneidigkeit, jenes wider- liche Gemisch von Feigheit, Dummheit und Rohhcit, bereits in bürgerliche» Kreisen um sich gefressen hat. Ende Januar zer- �.aust Herr Kerr, der Thealerreferent des Wochenblattes„Die Welt am Montag" irgend ein gleichgiltiges Stück des Reserve- Unteroffiziers und Lustspiel- Fabrikanten Skowronnek. Dieser liest die Rezension und schickt dann zwei Leute zu Kerr, die den Auftrag haben, den Rezensenten zu einer Duellrauserei einzuladen. Herr Kerr war, wenn wir recht unterrichtet sind, verständig Peinig, die Ab- gesandten auszulachen und die Einladung zur Prügelei abzu- lehnen. Ueber das zweite Vorkommniß, das sich am Mittwoch Abend im Kassenflur des Schiller-Theaters zugetragen hat, berichtet der Berliner Börsen-Kurier": „Als gegen 8 Uhr abends der Theaterreferent der„Berliner Börscn-Zeilung" Herr Paul Linseinann in Begleitung eines Kollegen den Raum betrat, kam ihm der Schriftsteller Herr Arent äußerst aufgeregt entgegen und fragte ihn, ob er den Ausdruck„unanständig", den Herr Linsemann für einen persönlichen literarischen Angriff von Seite Arent's gebraucht halte, zurücknehmen wolle. Als Herr Linsemann sich den un- gehörigen Ton verbat und Herrn Arent anheimstellte, ihn auf einer Redaktion auszusuchen, zog Arent plötzlich aus den Falten eines Mantels eine verborgen gehaltene Reitpeitsche hervor und versuchte damit, nach Linsemann zu schlagen, der in demselben Augenblicke seinem Augreifer mit dem Spazierstocke einen wuchtigen Hieb über den Kopf versetzte. Herr Arent. der zurück- getaumelt war, beklagte sich nun bei den herbeigeeilten Schutz- leuten, daß er geschlagen und verletzt worden sei—«ine Be- merknng, die das peinliche der Szene insofern milderte, als sie eine gewisse Heilerkeit hervorrief. Jedenfalls ist das eine kuriose Logik für einen Mann, der zuerst angegriffen hat." Man kann der Meinung sein, daß Leute, deren geistige Fähigkeiten entweder gänzlich unbekannt sind, oder, soweit die Welt von ihnen weiß, auf der kulturelle» Höhe des Schauspiel- Hauses stehen, sich nach einer Seite hin beliebt machen wollen. wo die Rohheit ganz besonders wohlgefällige Pflege findet. Wie dem aber anch sei, jedenfalls sieht die Arbeiterschaft deutlich an 'olchen Vorkommnissen, wie es mit der Bildung moderner deutscher Geisteshelden bestellt ist. Ter Großbetrieb legt sich nunmehr in umfassender Weise auch auf die Z e i t u n g s- B e r i ch t e r st a t t u n g. Das be- kannte offiziöse Wolss'sche Telegraphenburcau. das den politischen Nachrichtendienst fast ganz in Händen hat, und. wie das Fest vom 18. Januar lehrte, anscheinend auch den Hofbericht als Monopol erhalten soll, versandte gestern an die Zeitungen ein Probematerial von— Lokalnachrichten. Es sind meistenZ Mittheilungen, die aus polizei-amtlicher Quelle stammen müssen. Verallgemeinert sich der Wolss'sche Lokalnachrichtendienst, so find die unabhängigen Berichterstalter bald überflüssig geworden. wenigstens aus dem Arbeitsgebiet, das sie jetzt ausbeuten. Wie qnge wird es währen und es liegt von der kleinsten Polizefthat bis zur großen politischen Staatsaktion bald alles im offiziösen Netze: Ein herrliches Aussichtsgebiet für die unabhängige Presse, wie für das Publikum, das gewissenhaft bedient sein will! Die Arbeiterfürsorge der Regierung ist kein leerer Wahn. Man erkennt sie aus dem Bericht, den der„Volks- Zeitung" zufolge der Vcrbandsvorsitzende der Gastwirthe, Herr Th. Müller in einer am Mittwoch abgehaltenen Interessenten- Versammlung erstattete. Herr Th. Müller beklagte, daß alle Schritte, die Polizeistunde während der Ausstellung allgemein zu verlängern, erfolglos gewesen sind und gab die Worte wieder, die ein höherer Polizeibeamter ihm gegenüber in der Frage geäußert hat: „Lokalen mit weiblicher Bedienung werde diese Er- laubniß nicht zu theil werden, auch nicht vom Ministerium ebensowenig hätten die Behörden«in Interesse daran, den Destillationen eine längere Konzesston zu gewähren. Bis 11 Uhr abends genüge für diese Lokale vollständig; denn in diesen Lokalen verkehrten doch zumeist nur Arbeiter die durch ein längeres Offenhalten derselben nicht nur um eine Stunde Ruhe, sondern auch um ihr Geld, das sie zu eiwas anderem nothwendiger gebrauchen können, kommen würden." Ist das nicht rührend? Mit solcher Logik muß man zu dem Schluß kommen, daß die Polizei insgeheim die Geschäfte des— Umsturzes besorgt. Duldet sie doch an den bekannten Stätten in der Friedrichstrage und Leipzigerstraße, wo gar häufig zum leiblichen Schaden der zahlungsfähigen Bourgeois� sprößlinge der unzüchtige Handel mit Menschenfleisch betrieben wird, daß sie die g a n z e N a ch t geöffnet bleiben! Welchen Zweck hat im Gegensatz zur umsichtigen Arbeitersürsorge die offenbare Vernachlässigung des sittlichen Wohles der Bourgeoisie Auch ein Beitrag zur staatlichen Hebung dcS Hand Werks. Aus Spandau wird den„Bert. N. N." von dem folgenden Stücklein Zuchthauskonkurrenz berichtet: Die hiesige Garnisonverwaltnng hatte kürzlich eine Lieferung von Tischen ausgeschrieben. Außer verschiedenen Tischlermeistern und Holz bearbeitungs-Fabriken reichte auch die Direktion des Zuchthauses in Rendsburg eine Offerte ein, und zwar von allen die weitaus billigste. Sie fordert für einen Tisch 10,60 M., während der Nächst-Mindestsordernde, ei» Tischlermeister, 13,80 Ps. verlangt. Letzterer hat die Arbeit auf das äußerste berechnet und würde daran nur einen ganz geringen Gewinn haben. Der Zuschlag ist noch nicht erlheilt; man glaubt aber, daß wegen des un- gemein billigen Preises die Lieferung dem Zuchthause übertragen iverden wird. Vor einiger Zeit haben wir an dem Wirken der Vereine für entlassene Strafgefangene dargelegt, wie die Landproletarier, die es in Ostelbien nicht mehr aushalten konnten und dann in der Großstadt zu gründe gingen, auf dem Umwege über das Zucht haus als reuige Sünder und wahrhaft zufriedene Arbeiter wieder den heimathlichen Junkern zugeführt wurden. Vielleicht erlangen auch die Zunftmeister noch einmal bei zunehmender Proletarisirung ideale Arbeiter nach ihrem Sinne, Arbeiter, denen im Zuchthause das Laster der Begehrlichkeit und Un zufriedenheil abgewöhnt worden ist. Die Herren sollten daher nicht gar zu scheel auf die Strafanstalten blicken. Die Bildung cincs Bundes Deutscher Lotterie-Kollckteure und Loosehändlcr wurde gestern in einer Versammlung de schlössen, welcher über 100 Interessenten aus allen Gegenden Deutfchlands beiwohnten. Der Zweck dieser Vereinigung soll sein: der Schutz gegen ungerechtfertigte Maßnahmen und ganz besonders die Herbersührung in der Aenderung der Gesetzgebung bezüglich des Lotteriewesens. II Mitgliedern, darunter 6 Ber liner und 5 Auswärtige, wurde die Ausarbeitung der Satzungen übertragen. Neue Karten und Ttrastenführer. K i e ß l i n g's U e b e r- s i ch t s k a r t e von»00 Quadratmeilen um Berlin 1: 300 000. Mit Ortschaftsverzeichniß. Preis 1 M. Unter diesem Titel giebt der Verlag von Alexius Kießling in Berlin SW., Klein beerenftr. 26, eine Karte heraus, die sich durch Deutlichkeit und Uebersichtlichkeit auszeichnet. Die Chausseen sind mit Kilometer eintheilung versehen.— Laska's Slraßenführer von Berlin und den Vororten(Preis 75 Pf.) ist vor einigen Tagen in, Verlage von W- Laska, Lindenstr. 16, in dritter Auflage er- schienen. Das handliche Büchlein giebt schnelle Auskunst nicht allein beim Aufsuchen jeder Straße, sondern zeigt auch die Lage der einzelnen Häuser an. Zahlreiche Pläne verständigen die Ueber sichtlichkeit. Den Bau einer neuen Gasanstalt hat die Gemeinde Vertretung von Tegel in ihrer letzten Sitzung genehmigt. Als Diebe, die es zu ihrer Spezialität gemacht hatten Tuchballen aus den Lagerräumen größerer Stoffgeschäste. wahr scheinlich von den Fluren und Geschäftseingängcn, aber auch mittels Nachschlüssels aus den Räumen selbst zu entwenden. sind die stellungslosen, vorbestraften Käufleute Bruno und Marlin Cohn zur Haft gebracht worden. Als Hehler diente der dritte Bruder Eduard Cohn, der die gestohlenen Ballen bei Pfandleihern auf verschiedene Papiere, u. a. auf solche des wegen Tuch ballen-Diebstahls in Haft befindlichen Malers Jvens— versetzte auch Eduard Cohn ist festgenommen. Die Verbrecher haben meist die Mittagszeit zur Begehung ihrer Diebstähle gewählt, wenn nur wenig oder kein Personal in den Geschäfts- und Lagerräumen anwesend war. Bei verschiedenen Pfandleihern sind Stoffballen ermittelt und können Geschädigte im Zimmer 320, 2. Stock des Polizeipräsidialgebäudes in den Vormittagsstunden 9—12 Uhr nähere Auskunst erhalten. Zur Affäre Friedmann. Ein Telegramm aus Hamburg bringt folgende Meldung: Die hiesige Polizei verhaftete Dr. Fritz Friedmann's Privatsekretär von L., welcher bei der Claußen'schen Angelegenheit betheiligt sein soll.— Recht bezeichnend für die sittliche Anschauung in gewissen bürgerlichen Kreisen ist folgende Reporlernotiz: „Anna Merten, die Geliebte Fritz Friedmann's, ist, nachdem an- scbeinend die französischen EngagementS-Verhandlungen sich zer schlagen, mit dem Büffet Frangais in der Passage brieflich in Unterhandlungen wegen eines Engagements getreten. Sie ver- langt die Kleinigkeit von 1000 M. Gage pry Monat und freie Station, außerdem sind 300 Fr. nöthig, um sie in Bordeaux „auszulösen". Ihr Eintreffen in Berlin wird außerdem noch davon abhängig gemacht, ob Friedmann ausgeliefert wird oder nicht, in letzterem Falle würde sie mit Friedmann nach Balti- more gehen. Anna Merten würde keine 1000 M. Monatsgage verlangen, wenn sie nicht genau wüßte, daß sie in dem Lokal ein Zugmittel allerersten Ranges würde, bei dem der Besitzer doppelt aus seine Kosten käme. Ein trauriger Borfall ereignete sich am Mittwoch Mittag gegen 12 Uhr auf offener Straße. Auf einem im verflossenen Winter ausgeworfenen Sandhügel in der Frankfurter Allee, der dicht neben den Pferdebahngeleisen gelegen, spielten mehrere Kuider. Unter ihnen befand sich auch die achtjährige Hedwig Hennig ans Friedrichsberg, die auf der Spitze des kleinen Hügels stand. Plötzlich verlor das Kind das Gleichgewicht, es rollte von dein Sandhaufen herunter und unter die Räder eines gerade vorbeifahrenden Pferdebahnwagens der Linie Friedrichsfelde- Dönhoffsplatz. Die Räder des Gefährtes gingen der Kleinen über die Oberschenkel, die von dem Körper völlig abgeschnitten wurden. Noch lebend wurde das Kind nach dem Krankenhause Friedrichshain gebracht, doch ist keine Hoffnung vorhanden, die Schwerverletzte am Leben zu erhalten. Auf der Fahrt im Pferdcbahuwagcn vom Wedding nach der Badstraße starb Mittwoch Naa»nitlag der öljährige Kauf- mann Paul Dräsel infolge eines Schlaganfalles. Der Schaffner des Wagens bemerkte erst de» Tod seines Fahrgastes, als er ihn am Ende der Linie zum Aussteigen veranlassen wollte. Ei» antisemitischer Heldenstreich. Vorgestern Abend gingen über die Bellwuebrncke drei Italiener, welchen das Geschick schwarze Augen und schwarze Haare verliehen hat, obgleich sie regelrecht getauft waren. Sie gingen ganz ruhig spazieren, da sie finden. glaubten sich in einem zivilisirten Lande zu be- Plötzlich rempelte ein Mann mit einem großen Korbe den jüngsten Italiener, der auch die dunkelste Hautfarbe hatte, mit der dummen Frage an: Kennen Sie wohl den Morschl vom Nil. der in diesem Korbe gerettet wurde? Der junge Italiener antwortete mit einem Stoße, der den dummen Frager ins Wanken brachte. Als Leute hinzukamen, flüchtete der Mann nnt dem Korbe in ein nahes Wirthsbaus, aus dem er bald mit 20 bis 2ö Gesinnungsgenossen zurückkam, um an den drei Italienern Rache zu nehmen. Die drei Fremden vertheidigten sich nach Kräften, da sie aber blas drei, die antisemitischen Raufbolde aber mindestens achtmal so stark waren, so zogen sie den kürzeren, sie wurden übel mitgenommen, einer von ihnen wurde schwer am Hinterkopfe verwundet. Als der glorreiche tentsche Sieg erfochten ivar, brachen die Burschen in Hochrufe aus Ahlwardt aus und stimmten ein Siegeslied an.— Um 3000 M. ist ein Geschäftsmann auf folgende Weise betrogen worden. Vor einigen Tagen fuhr, wie der„Kon- fektionär" mittheilt, eine Dame vor einem großen Magazin vor. kaufte einen Pelzmantel für 1200 M. und gab einen Check über 5000 M in Zahlung, auf eine große Bank gezogen. Der Jn> haber des Geschäfts gebrauchte die Vorsicht, rasch jemand nach der benachbarte», kaum 10 Minuten entfernten Bank zu schicke», mit der Anfrage, ob der Check in Ordnung sei. Als die Dame etwas lange warten mußte und die Ursache des unfreiwillige» Ausenthalles erfuhr, wurde sie höchst unwillig, ver- langte ihren Check zurück, erhielt ihn von dem in- zwischen von der Bank zurückgekehrten jungen Manne und verließ das Geschäft, ohne den Pelzmantel gekaust zu haben. Nach einer Viertelstunde kehrte sie jedoch zurück und kaufte den Pelzmantel, den man ihr selbstverständlich auslieferte, und sie er- hielt aus den soeben vorgezeigten Check 3300 M. heraus. Als der Check nun wieder auf der Bank vorgezeigt wurde, löste man ihn nicht ein, da die Dame, nachdem der junge Mann zurückgekehrt war, sich inzwischen schon selbst auf die Bank bei gebe» hatte, um den Betrag abzuheben, und dann sofort nach dem betreffenden Geschäft geeilt war, um einen anderen, mit dem ersten vollständig übereinstimmenden Check, der zu diesem Zwecke schon vorbereitet war. in Zahlung zu geben. Die beiden Morde an den Köllnischen Wiesen haben den Einwohnern Rixdorfs Veranlassung gegeben, bei den Behörden eine Maßregel in Anregung zu bringen, deren Ausführung in der That geeignet sein dürste, dem Treiben des lichtscheuen Gesindels in jener Gegend vielleicht etwas Einhalt zu lhun. Man will dahin vorstellig werden, daß das große Wiesengelände, das der Gemeinde und dem Eisenbahnfiskus gehört, an allen neuen Straßenzügen mit einem hohen Bretterzaun umgeben werde. Ein Diebstahl ist am Sonntag in der evangelischen Kirche zu Rixdorf verübt worden. Die Opferstockbüchse wurde erbrochen und der Inhalt, der etwa 4 M. beträgt, entwendet. Eine Gasexplosion entstand Mittwoch Abend in dem Keller des Hauses Bellevuestr. 8. Die Pförtnerin des Hauses, die die mit Gas erfüllten Räume mit offenem Lichte revidiren wollte, erlitt bedeutende Brandwunden io> Gesicht. Ein Spielcrnest wurde Mittwoch Abend gegen 10 Uhr fimmerstr. 78 von der Polizei ausgehoben. Das dort belegene okal von R. Matheus war schon seit längerer Zeit von der Polizei beobachtet worden, da verdächtige Personen dort ver- kehrten. Gestern wurden die Gäste beim Spiel überrascht und zur Wache gebracht. Eine heftige Gasexplosion hat im Gemeindehause zu Pankow stattgefunden. Der große Sitzungssaal sollte, wie ein hiesiges Blatt berichtet, eben zu den Vorarbeiten für die Bier- stcuer-Kommission benutzt werden, als plötzlich die Gasöfen in diesem Saale explodirten und sämmtliche Fensterscheiben zer- trümmerten. Zum Glück hatte noch niemand den Saal betrete». Die Explosion war so heftig, daß man sie in ganz Pankow und darüber hinaus vernehmen konnte, und die Splitter der Fenster- scheiden bis zur andern Seite der Straße hinüberflogen, glück- licherweise, ohne jemand zu verletzen. Witternngsiibersicht vom 5. März 1896. Wetter-Prognose für Freitag, de» 6. März 189«. Mildes, vorherrschend wolkiges Wetter mit geringen Nieder- chlägen und mäßigen bis frischen westlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Kimpk und UMssenMzafk. Das hiesige Museum für Völkerkunde hat soeben ein Geschenk erhallen, welches den Phonographen im Dienste der Völkerkunde nutzbar macht und überraschende Resultate zu tage fördert. Das Geschenk besteht nämlich aus zwölf Phonographen- Zylindern, auf welche festliche Tanzweisen eines Nordamerika- nischen Jndianerstamines, der Knakintl, übertragen sind. Die Ausnahme dieser Musik hat Professor Dr. Boas besorgt und die Walzen dem hiesigen Museum geschenkt. Mit ihrer Hilfe ist es jetzt möglich, die seltsame Musik, welche zu Maskentänzen dieses Jndianerstammes gespielt wird, hierzu Gehör zu bringe». Auch die Masken, welche zu diesen Tänzen benutzt werden, befinden sich in der amerikanischen Abtheilung des hiesigen Mufeums für Völkerkunde. Im Lessing-Theater kommt nunmehr das fünfaltige Ber liner Schauspiel„Fräulein Tizian" am Sonntag zur ersten Aus fübrung. Tie Hauptrollen werden von Paula Wirth. Luise von Pöllnitz, Mcia Jäger, Milly Risca und Hermine Reichenbach, vou Oskar Sauer, Franz Schönfeld, Ferdinand Suske und Karl Waldow dargestellt. Für die zahlreichen episodischen Figuren sind erste Kräfte des Lesstng-Theaters wie Franz Guthery und Klaudius Merten herangezogen worden. Die nächsten Wieder- holungen von„Fräulein Tizian" sind für Dienstag. Donnerstag, Sonnabend und Sonntag der nächsten Woche angefetzt. Schillcr-Theatcr. Von Adolf Wllbrandt's Dramen, deren ich die Direktion Löwenseld in dieser Saison nunmehr zum dritten Male erinnerl hat, wurde am Mittwoch Abend das historische Schauspiel„Der Graf von Hammcrstein" aufgeführt. Das Stück ist zuerst im Vorfrühling 1870 gegeben worden und hält sich im Banne der romantischen Periode, als deren später Nachzügler der junge Dichter auf den ersten Blick erscheint. Viel weiche holdselige Poesie, viel Liebessehnen und harte Prüfung, Schwerlergeklirr und Harnischgeklapper. Aber der Dichter ist mit dem Herzen bei seinem Werk und darum mag eine kalte Zergliederung desselben unziemlich erscheinen. Mit dem Herzen schien auch das Publikum dabei z» sein, das sich sattsam an der Minne Lust und Leid erquickte. Nur mit der Herzens- freudigkeit der Künstler haperte es zuweilen; wir erinnern uns, ,n letzter Zeit auf dieser Bühne schwierigere Werke in besserer Darstellung gesehen zu haben. Mit vielem Fleiße zwar waren Fräulein Pauly und Herr Winterstein als ritierlich-romantisches Liebespaar bei ihrer Sache; auch erschien der alte Kaiser des Herrn Pategg als braver Biedermann von Fleisch und Blut. Aber sonst klapperte es in der Darstellung zuweilen recht laut wie dürres Holz aneinander. Trefflich war die Jnszenirung des Ritterstückes gerathen. Die Negersänger, über deren erstes Auftreten im Hotel de Rome wir schon berichtet, traten gestern bei Kroll auf. Be- dauerlicherweise fand die Veranstaltung nicht die verdiente Würdigung beim Publikum; wahrscheinlich war die ganz un- genügende Bekanntmachung daran schuld, daß der Saal fast leer war. Desto dankbarer zeigten sich die Erschienenen, die den ausgezeichneten Leistungen der Sänger lebhafte» Beifall spendeten. Besondere Hervorhebung verdienen die Sologesänge. Wenn auch die Leistungen aller Sänger lobend anerkannt werden müssen, so verdienen ganz besondere Hervorhebung Mrs. Maggie, L. Porter Coll, Mr. Payne, Mr. Caldwell. Verfninttilungen. Eine von über 790 Werkstatt-Vcrtrauensmänuern be- suchte Versammlung des deutsche» Holzarbeiter- Verbandes tagte am 4. März in Cohn's Festsälen. Der Vorsitzende Glocke gab einen Bericht über den bis Dato ver- lansenen Streik. Hiernach sind nach den Meldungen der Ver- lrauensmänner in 930 Werkstellen mit 9300 Tischlern die Forde- rungen durchgeführt. Es sei aber zu bedauern, daß immer noch ein Theil der Wcrkstellen, die bewilligt erhalten haben, sich noch nicht gemüßigt gesehen haben dies zu melden. Es sei noth- wendig, daß dies nachgeholt würde, um einen Ueberblick über die Gesammterfolge der Bewegung zu erhalten. Ausständig sind noch 190 Kollegen, darunter ein Theil solcher, die schon die dritte Woche streiken; für diese muß es eine Ehrensache sein, nun auch so lange auszuharren bis die Meister bewilligt hätten. Es wurde sodann beschloffen, den Streik in der Form als beendet zu erklären, daß die jetzt noch Streikenden, gleichviel ob Ver- bandsmirglieder oder nicht, nach dem bisherigen Modus vom Verband unterstützt werde» und für alle Neuhinzutretenden nach den Vorschriften des Verbandsstatuts die Unterstützung geregelt werden soll. Von nächstem Montag ab soll die Werkstatt- Kontrollkommission wieder in ihre früheren Funktionen als die Werkstellen-Ueberwachende eintreten. Die Höhe der Unter- stützung für die Streikenden wurde bei dem für vorige Woche beschlossenen Satz, 18 und 15 M., belassen. Die Streikbeitrag- leistungsoll für diefe Woche IM. betragen, für die nächste Woche 50 Pf. Hierbei wurde daraus hingewiesen, daß der Streik in Berlrn verschiedene Städte wie Koltbus, Lübben u. a. in Mitleidenschaft gezogen habe. Aus Kottbus beziehe die hiesige Firma Mittag fast wöchentlich einige Waggons Bauarbeit, die sie sich von un- gesähr zwanzig Einsetzern einsetzen läßt. Die Kollegen in Kottbus haben ebenfalls ihre Forderungen gestellt. In Lübben besitzt die Eirma Morgenstern noch eine größere Werkstatt für Luxus- und >alanteriemöbel. Die Lohn- und Arbeitsverhaltnisse sind dort derartig, daß die Kollegen ebenfalls Lohnaufbesserungen fordern. Im Interesse der Berliner Verhältnisse, so betont Glocke, sei es mit Freuden zu begrüßen, daß die Kollege» im Lande die äugen- blickliche Konjunktur ausnützen und Verkürzung der Arbeitszeit und Lohnerhöhungen fordern. Dadurch könnte das gewonnene Terrain in Berlin um so besser behauptet werden. Die Aus- zahlung der Unterstützung an Streitende erfolgt heute Freitag, nachmittags von 3 Uhr ab, auf dem Arbeitsnachweise-Bureau, Annenstr. 16. Beschlossen wurde ferner, daß die Vertrauens- männer-Versammlungen von jetzt ab alle 14 Tage im Zentrum stattfinden sollen. Nach Bekanntgabe verschiedener Werkstellen, in denen die Forderungen noch nicht durchgeführt waren, erfolgte der Schluß der Versammlung. In der öffentlichen Sattler-Versammlnng, die am Mitt- woch in Brochnow's Saal ragte, referirte P ö r s ch über die Mittel und Wege für Aufbesserung der mißlichen Lage der Sattlerei-Arbeiter. Die Hausindustrie, die hauptsächlich unter den Militäreffekten-Arbeiter» platzgegriffen habe, müsse auf alle Fälle beseitigt werden. Nachdem die Kriegs- Ministerien, die eigentlichen Arbeitgeber, eine diesbezügliche Petition unbeantwortet gelassen, sei die sozialdemokratische Fraktion ersucht worden, im Reichstage zu gegebener Zeit diese Frage anzuschneiden; hierzu aber gehöre beweiskräftiges Material. Ist dies herbei- geschafft, so könne die Kommission für Arbciterstatistik nicht umhin, sich mit der Lage der Sattler eingehend zu bc° fassen. Die Versammlung nimmt nach den beifällig auf- genommenen Ausführungen eine» Antrag an, nach welchem die Lohn- und Agitationskommission beaustragt wird, an all den Orten, an denen Militäreffekten angefertigt werden, bei den Vertrauenspersonen anzufragen, ob sie gewillt, eine Konferenz statt- finden zu lassen, in der über dieHerbeischaffung des nöthigenMalerials berathen daß die werden soll. Unter„Verschiedenem" wird mitgetheilt, Firma Aug. Loh, Wilhelmstraße, ihren Arbeiter» pro Tornisterkasten 25 Pf. in Abzug gebracht hat. Des weitere» wird zur Untersuchung der gegen P ö r s ch erhobenen Anschuldi- gungen eine Kommission von 5 Mitgliedern gewählt. Ztrb«tt»r-Kildung»f>>i«>e. Unterricht am Freitag. Südost-Tchule, Matdemarslr. I«: Rede-Uebung. Nord-Schul«, Müllerstr. l?«»: Geschichte. Beginn g Uhr, Schluß ioX Uhr. Die Schulrtumi sind»ur Be- »uhung der Bibltothet und des reichhaltigen ZeitschristenmaterialZ schon von 8 Uhr an geöffnet. Freie pereinignng der Händler und Händlerinnen Herliiis und Umgegend. Freitag»dendS 8 Uhr bei Wihel, Acterstr. Iii, Ethung. Vermischtes. Ueber die Betrügereien des verstorbeneu Landtags- Abgeordneten Hans Lassen wird der„Kieler Zeitung" aus Sonderburg berichtet: Es steht jetzt fest, daß der verstorbene Landtags-Abgeordnele Hans Lassen sich(wie schon gemeldet) einer große» Unterschlagnug schuldig gemacht hat. Die Sparkasse zu Lysabbel ist im Jahre 1866 errichtet. Lassen war von Anfang an erster Vorsitzender der Kasse; das Komtoir befand sich in seine»! Hause. Bei der Revision wurde ein Fehlbetrag von 284 000 festgestellt, aus privaten Auszeichnungen Lassen's war die Höhe des Uuterschltsses leicht ersichtlich. Die Betrügereien sollen bis ums Jahr 1870 zurückdatiren. Die Unterschüffe wuchsen von Jahr zu Jahr, da die Zinsen nicht bezahlt und stets dem Kapital zugeschlagen wurden. Nur in den letzten Jahren sollen die Zinsen bezahlt sein, sodaß der Fehlbetrag njcht anwuchs. Die Verheimlichung bei den jährlichen Revisionen soll in der nicht ungewöhnlichen Weise erfolgt sein, daß zwei verschiedene Listen geführt wurden. Waren die Posten auf der ersten Liste mit den Büchern verglichen, so wurde während einer Frühstücks- pause oder dergleichen die zweite Liste untergeschoben, welche gefälscht war. Wenn dann nach der Pause die Zahlen addirl wurden, so stimmte die Hauptsumme mir dem Kassenbehalt. Bei der Kasse sind rund 533 000 M. belegt, der Garantiefonds beziffert sich indeß nur auf 45 000 M. Es werden ernste Versuche gemacht, den Fehl- betrag zu decken. Der Vorstand und die Garanten scheinen willig gewillt zu sein, bedeutende Opfer zu bringen, aber ob es möglich sein wird, die immerhin recht beträchtliche Summe aufzubringen, läßt ich noch nicht sagen. Niemand versteht, in welcher Weise der große Unterschuß entstanden ist, da Hans Lassen sehr einfach lebte. Inzwischen hat dieser neueste Bankkrach in ganz Nord- chleswig das größte Aufsehen erregt und man fragt, was denn endlich geschehen kann und muß, um derartigen nngehencrlichkn Vorgängen mit Erfolg vorzubeugen. Die höheren Töchter, jene Spezialität des bürgerlichen Denghlands, haben gefährliche Konkurrentinnen bekommen. Laut einer Verfügung der Regierung zu Merseburg ist fortan die bisherige höhere Mädchenschule" in Weißenfels als gehobene Mädchenschule" zu bezeichnen. Vielleicht übertrumpfen die gehobenen Mädchen" die höheren Töchter" noch in Geziertheit und Afterbildung. Ein langlebiger Schwindsüchtiger. Aus Paris, 29. v. M., schreibt man dem J. W. E.": Präsident Faure dekorirte auf dem Bahnhofe von Laroche den 104jährigen Bailloid, welcher noch unter Bonaparte gekämpft und nach der Schlacht von Waterloo wegen hochgradiger Lungenschwindsucht heimgeschickt wurde Eingelaufene Druckschriften. Bon der„ Benen Zeit"( Stuttgart, J. H. W. Die h' Berlag) ist soeben das 22. Heft des 14. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Unparlamentarisches und Parlamentarisches. Gewalt und Dekonomie bet der Herstellung des neuen Deutschen Reichs. Gin nachgelassener Auffag von Friedrich Engels. Die Arbeitsbörsen. Von Louis Héritier. -( Schluß.) Ein wenig neueſte Dichtkunft. Von Ed. Bernstein.( Schluß.) Die Lohnbewegung in der Konfektionsindustrie. Von Berthold Heymann. Feuilleton: Natur. Erzählt aus dem kleinrussischen Leben von Olga Kobylansta.( Fortsetzung.) statistik. -OW Profeffor Theodor Gomperz. Grillparzer als Lyriker. Bon Heinrich Bulthaupt. Barben d'Aurevilly. 6 Zur Geschichte. Von Dr. M. Schwan. Die Woche.- Bücher. Ruvue der Revuen. Der Traum eines lächerlichen Menschen. Von F. M. Dostojewsky. Glück im Verbrechen. Von J. Barben d'Aurevilly. Bon Hermann Bahr. Albert Limbach. 1 werden würde. Die rückwirkende Kraft dieses Paragraphen ist in unserem Zeitalter unhaltbar und giebt zu juristischen Das Findigkeiten Anlaß. Die Folge davon ist eine große RechtsUnsicherheit unter uns Mitgliedern. Wir verlangen deshalb Sozialer Aufruf an das deutsche Volk. Von Bütow. Braunschweig, eine klare Form, da das Statut unser Gesez ist. Allerdings praktische Rechtskunde für den Handelsverkehr im In- und Aus- werden durch Erfüllung der gesetzlichen Bestimmungen bezüglich lande. Von Schimmelpfeng. Berlin, Puttkamer u. Mühlbrecht. des Refervefonds große Anforderungen an die Kasse gestellt Die geseklich unmöglichen Verurtheilungen des Amtsgerichtsraths und muß das Augenmerk des Vorstandes darauf geSeidler. Bon Seidler. Landsberg a. W. Kommissionsverlag von Friedr. Schäffer u. Co. richtet sein, die aufgebrachten Beiträge zweckentsprechend Breviarium Juridicum. Von Adolphus Hansen. Verlag von zu verwenden; aber keineswegs dürfen wir dulden, daß ein Rosenbaum u. Hart, Berlin. Medra. Modernes Schauspiel in 4 Atten von May Kempner- Hoch- Ausgleich der Finanzen auf Kosten unserer langjährigen Mitstädt. Berlin und Leipzig, Trautwein'sche Buchhandlung. glieder stattfindet. Daß dies geschehen, fann durch eine Anzahl Realistische Erzählungen. Von Philipp Langmann. Leipzig, Robert von Fällen bewiesen werden. Aber nicht nur in unseren WahlSolon. Schauspiel in 4 Aufzügen von Franz Schäfer. Karlsruhe, Abtheilungen, sondern auch in den Eurigen ist eine Mißstimmung über die dehnbare Anwendung des§ 10 Abs. 6 des Statuts vor= Den Männern in's Ohr. Von Karl Konrad Wild. St. Gallen, handen. Wir halten es deshalb für unsere Pflicht, Euch aufstuttgarter Epigramme. Von 2. M. D. J. Berlin, Fuffinger's Buch Friese. Buchdruckerei 6. H. Meyer. handlung. Hart. Preis 1 M. tung der Privatdozenten. Von Jastrow. Berlin, Rosenbaum u. Die deutsche Frau und das bürgerliche Gesetzbuch. Von Bulling. Sozialreform in Oesterreich. Von Dr. Leo Verkauf. Wien 1896, Erste Wiener Boltsbuchhandlung( Ignaz Brand). Berlin, Rosenbaum u. Hart. Einleitung zur Geschichte der Mark-, Hof-, Dorf- und Stadt- Verfassung und der öffentlichen Gewalt. Von Georg Ludwig von Maurer. Wien 1896, Erste Wiener Boltsbuchhandlung( Ignaz Brand). Sprechlaal. Die Redaktion ftellt die Benugung des Sprechsaals, soweit der Raum dafür abzugeben ist, dem Bublikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Intereffes zur Verfügung; sie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt desselben identifizirt zu werden. Allgemeine Kranten und Sterbekasse der Metallarbeiter. ( E.. Nr. 29 Hamburg.) zufordern, den gewählten Delegirten Delegirten das hierauf be. zügliche Material mitzugeben, damit eine rege Aus Sprache und eine durch Meinungen geklärte Beschlußfaffung ftattfinden kann. Die Losung unserer Vertreter auf der diesjährigen Generalversammlung muß sein: Fort mit dem Busabantrag des Abs. 6 zu§ 10 des Statuts. Mit Gruß! Die Beamten der obigen Wahlabtheilungen. J. A.: A. Meyer, Usedomstr. 21, Berlin N. Alle arbeiterfreundliche Blätter werden ersucht, vorstehenden Aufruf abzudrucken. Briefkasten der Redaktion. Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( zwei Buchstaben oder eine Bahl anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Die juristische Sprechstunde findet am Montag Dienstag, Freitag und Sonnabend, abends von 6-7 Uhr statt. Soziale Praxis, Zentralblatt für Sozialpolitit" enthält in ihrer neuesten Mr. 23 folgenden leitenden Auffay: Die Parteien in Selbstzeichnungen. I. Der Parteitag der älteren Chriftlich- Sozialen in Frankfurt a. M. Bon S. v. Gerlach. II. Die sozialistische Partei in Italien. Von Professor G. Calvioli. Aus dem Notizentheil heben wir hervor: Sozialpolitische Gesezgebung in Amerika 1895. Natural- Verpflegungs- Stationen und Brovinzialverwaltung in Westfalen. Projekt einer Arbeiterkolonie in England. Hamburger Waisenpflege. Von Dr. N. Brückner. Städtisches Beerdigungswesen in Biebrich. Ortsstatut für die Löhnung Minderjährtaer in Rees.- Ablehnung städtischer Wohnungspolitit in Mannheim. Desterreichische Gewerkschaften im Jahre 1895. Bedrückung der evangelischen Arbeitervereine in Baden. Achtstunden- Bill für Bergarbeiter in England.- Das Boltsbegehren nach Berftaatlichung der Eisenbahnen in der Schweiz. Bon Stadtrath A. Steck. Ersazleistungen an Krantenfaffen. Uebernahme des Heilverfahrens seitens der Berufsgenossenschaften. Städtische und ländliche Gemeinden in der bayerischen ArmenElberfelder System in Mainz. Altersversorgung in England. Fortbildungsschulwesen in Preußen und in Heffen. Heilkurse für stotternde Schulkinder in Brieg und Osnabrück. „ Süddeutscher Postillon". Die diesjährige Märznummer des Süddeutschen Poftillon"( Verlag M. Ernst, München), wird vorwiegend dem Andenten der Kommune gewidmet ſein. Neue Revue". Die Wochenschrift für Politit, Wissenschaft, Kunst und W. D. Nein. M. 2. 311. 1, 2 und 3: Nein. 4. Strafs öffentliches Leben Neue Revue" veröffentlicht in Heft Nr. 9( 7. Jahrgang) Mitglieder! Nur wenige Monate trennen uns von der dies- antrag und flagen. Das Recht zum Besuch der Sprechstunde vom 26. Februar 1896 folgende Auffäße: Dr. G. Bantmann: Der Ausgleich jährigen Generalversammlung, deshalb erscheint es nothwendig, steht jedem Abonnenten ohne vorherige Anmeldung frei. mit Ungarn; E. Franzos: Der fünfte Stand. Das hohe Haus, parlamentarische Köpfe( Confiantin Noste, Dr. Emauel Dyt, Dr. Gustav Groß); daß wir Klarheit unter uns schaffen, in welcher Form die Dele- M. F. 19. Zum Verkauf des Bieres an einen Fremden ist der Dr. R. Schüller; Die Kosten eines Schultindes; Dr. R. v. 2.: Defterreich girten auf derselben zu wirken haben. Insbesondere wird es der Wirth nicht verpflichtet. In der Art der Weigerung kann Ungarn und die Orientfrage; J. Fischer: Konzerte; Literatur; Miniatur§ 10 Abs. 6 des Statuts sein, welcher seit seinem Entstehen zu aber eine Beleidigung erblickt werden. n. – Max Wöllner. Von der Wiener Wochenschrift Die Zeit" ist soeben das 74. Seft erschienen. lebhaften Klagen Veranlassung gegeben hat und deshalb einer 1. Richten Sie das Gesuch um Aufnahme in den preußischen Aus dem Inhalt desselben heben wir hervor: Das sogenannte böhmische eingehenden Diskussion werth erscheint. Wohl keiner der Staatsverband an den Polizeipräsidenten. 2. Nein. S., Staatsrecht". Von Profeffor Dr. Emil Pfersche. Das bürgerliche Gefeß- Delegirten, welche ist Aschaffenburg für den buch und das deutsche Parlament. Von Dr. J. Leuthold. Zusatz Fürstenwalder 2. 1. Nein. 2. Das hängt von der bei Bearbeiter in Desterreich. Von Dr. Stephan Bauer. Die Finanzlage in antrag des Vorstandes flimmten, haben geahnt, daß er ginn des Arbeitsvertrages geschlossenen Vereinbarung ab. den Vereinigten Staaten. Von Henry Villard." Bionismus“. Bon in so scharfer Weise seitens des Vorstandes gehandhabt. T. Ch. 14. An das Bezirkskommando. C. C. Nein. bilder aus der Zeit. Für den Inhalt der Juferate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Freitag, den 6. März. Opernhaus. Der Vampyr. Schauspielhaus. 1812. Die Land 5. Am Sonntag den 1. März hielten die Beamten der 3., 4., und 6. Wahl- Abtheilung im Röllig'schen Saale zu Berlin eine Versammlung ab, um Stellung zur diesjährigen GeneralVersammlung zu nehmen. Das Ergebniß derselben war: Nach stehenden Aufruf an die Mitglieder zu erlassen: ( Wallner- Theater.) Schiller- Theater. Freitag, abends 8 Uhr: Gin toller Einfall. Urania A. P., Frankfurt a. M. Die Firma ist betreffs der Ins sertion vorgemerkt worden. Weiteres können wir in diesem Falle nicht thun. Neuer Circus. Anstalt für volksthümliche Circus Busch Bahnhof Naturkunde. Börse). Freitag, 6. März, abds. 71/2 Uhr: Sonnabend, abend3 8 Uhr: Der Am Landes- Ausstellungspark Gr. humoristische Vorstellung. Graf v. Hammerstein. Alexanderplatz- Theater. Heute 8 Uhr: 3um 138. Male: Deutsches Theater. Don Carlos. Die kleinen Lämmer. Leffing Theater. Comtesse Guckerl. Berliner Theater. Freund Friz. Neues Theater. Der Erbförster. Residenz- Theater. Hotel zum Freihafen. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Hungerleider. Schiller- Theater. Ein toller Einfall. Theater Unter den Linden. Die schöne Helena. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Vorher: Die Bajazzi. Central- Theater. Eine tolle Nacht. Belle Alliance Theater. Böse Buben. Alexanderplat- Theater. Die kleinen Lämmer. Vorher: Pitts. National- Theater. König Heinrich. American Theater. SpezialitätenBorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten- Vorstellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenBorstellung. Reichshallen- Theater. SpezialitätenVorstellung. National- Theater. Große Frankfurterstraße 132. Direttion: Max Samst. Volksvorstellung zu bedeutend ermäßigten Preisen. König Heinrich Tragödie in 5 Atten und einem Vorspiel von Friedrich Helbig. Regie: Max Samst. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tanke. Schwank in 3 Atten von Brandon Thomas. Repertoirstück des GlobeTheaters in London. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Borher: Die Bajazzi. Parodistische Posse mit Gesang u. Tanz in 1 Akt von. Ed. Jacobson und Benno Jacobson. Musik von F. Roth. Anfang 7/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Central- Theater. Alte Jakobr. 30. Freitag, d. 6. März 1896: Emil Thomas als Gast. Zum 181. Male: Eine tolle Nacht. Große Posse mit Gefang und Tanz in 5 Bildern, von Jul. Freund und Wilh. Mannstädt. Mufit von Jnl. Einödshofer. Anfang 1/28 Uhr. Morgen Sonnabend u. folgende Tage: Eine tolle Nacht. Von der gesammten hiesigen Presse als die beste Novität der Saison anerkannt. Borher: Pitts. Operette von Löwenfeld. Apollo- Theater Friedrichstr. 218. Dir. J. Glück. Eugenie FOUGÈRE. die unerreichte franz. Excentrique. Fritzi Ferry, die pikante Wiener Excentrique. Eugenie Laugé, Phänomenale Instrumentalistin und 30 Künstler I. Ranges. Kaffeneröffnung 7 Uhr. Anf. 8 Uhr. Eden- Theater. Vogler's Belt- Restaurant 97. Dresdenerstr. 97. Im vorderen Saal täglich: Weltberühmte E Tyroler Sängar- Gesellschaft Almenrausch u. Edelweiss. Direktion: Alois Ebner. Entree vollständig frei! Jm Theater- Saal: Sensationelles März- Programm! Bestes Ensemble Berlins! Auftreten fämmtlicher nen engagirter Spezialitäten. Nur hochkomische Nummern! Anfang 71/2 Uhr. Sonntags 6 Uhr.. Alcazar. Variété- u. Spezialitäten- Theater. Dresdenerstr. 52/53, Annenstr. 42/43 ( City- Passage). Neu! Familie Schenk Trappe Marvelli Neu! ( Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 5-10 Uhr. Täglich Vorstellung im wissenschaftlichen Theater. Näheres die Anschlagzettel. I. Rennen in Carlshorst Jeden Abend das urkomische Purzelbaum- Jodey- Rennen Kaufmann's Variété- Theater Königstraße, Colonnaden. 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Glocke in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin. 2. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 56. Abgeordnetenhaus. 35. Sigung vom 5. März, 11 Uhr. Am Ministertische Kultusminister Dr. Bosse und Kommissarien. Eingegangen ist ein Nachtrags- Etat betr. die penfionsfähige Bulage( 4000 M.) für einen Geh. Staatsarchivar als zweiten Direktor. Die Berathung des Kultusetats wird bei dem Kapitel Katholische Geistliche und Kirche u" fortgefeßt. Bei dem Kapitel 113 a( für den altkatholischen Bischof) erflärt ungemein knapp bemessen seien. Freitag, den 6. März 1896. 13. Jahrg. Das Haus vertagt sich, nachdem dem Vorschlage des Präfi-| Bimmerer haben deshalb die Arbeit wieder niedergelegt. Wir denten gemäß der eingangs erwähnte Nachtragsetat widerspruchs- bitten, dieses zu beachten. Die Lohntommission der los ohne besondere erste Lesung an die Budgetkommission ver- Berliner Zimmerleute. wiesen war. Der Präsident fündigte für Montag und Dienstag AbendSigungen an, wenn die Berathung kein schnelleres Tempo an nimmt. Morgen 11 Uhr: Fortfehung der Berathung. Schluß 4 Uhr. Soziale Webericht. und = Die Stellmacher Berlins haben sich jetzt aufgerafft, um zu versuchen, ob sie ihre Lage verbessern können. Die letzte fehr gut besuchte Versammlung hat gezeigt, daß die große Mehrzahl gewillt ist, für eine Verbesserung ihrer Lebenshaltung eins zutreten. Der Beschluß der Versammlung, bei der gewählten Kommission Gelder zum Zweck einer Lohnbewegung zu sammeln, ist auch recht rege befolgt worden; wir haben in der ersten Woche ein gutes Resultat zu verzeichnen. Zwar fehlen noch einige Wertstätten, aber wir hoffen bestimmt, daß auch diese Rechnungsergebnisse des Reichs Versicherungsamts. Säumigen sich noch einstellen werden. Es gilt jezt, die günstige Abg. Danzenberg( 3.): daß die fchroff ablehnende Im Jahre 1895 betrug nach einer vorläufigen Ermittelung die Ronjunktur, die uns die Gewerbe- Ausstellung bietet, auszunuzen; Haltung des Ministers während der fünftägigen Bahl aller bei den Berufsgenossenschaften, Reichs, Staats-, allen Anzeichen nach zu urtheilen, werden wir nach kurzem Kampfe Debatte das Vertrauen des 3entrums nicht nur Provinzial- und Kommunal Ausführungsbehörden zur Anden Sieg erringen. Nöthig ist dazu, daß diejenigen auswärtigen habe, meldung gelangten Unfälle 309 verloren gegangen fei.- Redner legt dann an einzelnen schädigten Unfälle 75 954, von denen 6280 den Tod, 2129 Kollegen, die gewillt sind, jetzt nach Berlin zu kommen, sich das Beispielen dar, daß die Aufwendungen für fatholische Geistliche eine dauernde, völlige, 42 447 eine dauernde theilweise Erwerbs Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. überlegen. Möge ein jeder von ihnen seine Schuldigkeit thun. unfähigkeit 25 098 eine vorübergehende Minister Dr. Boffe: Sie sollten doch bedenken, daß durch unfähigkeit zur Folge hatten. Erwerbs. Die Lohntommission. J. A.: Friedrich Michels, Die im Jahre 1895 ver: Sebastianstr. 1, 4 Tr. ein zu weitgehendes Entgegenkommen meinerseits gegen ausgabten Entschädigungen( Renten 2c.) betrugen über den Wünschen der Katholiken 2/3 der Bevölke nach Im einer vorläufigen Ermittelung 50 172 082 M. Für den Kongreß aller auf dem Boden der modernen rung, alle Evangelischen sich verlegt fühlen.( Sehr Jahre 1894 betrugen die Entschädigungen 44 281 736, Arbeiterbewegung stehenden Handlungsgehilfen und Gerichtig!) Streitige Ansprüche auf Kosten der Steuerzahler zu 1893: 38 163 770, 1892: 32340 178, 1891: 26 426 377, 1890: hilfinnen, der am 5. und 6. April in Berlin in der Berliner erledigen, halte ich für unrecht. Ich thue meine Schuldigkeit 20 315 320, 1889: 14 464 303, 1888: 9 681 447, 1887: 5'932 930, effource, Stallschreiberstraße 43, tagt, ist die Tagesordnung vor. ohne Rücksicht auf Ihr Vertrauen oder Mißtrauen. Ich fürchte 1886: 1915 366 m. Entschädigungen( Henten 2c.) wurden im läufig wie folgt festgesetzt: I. Geschäftsbericht der Agitations. nur zwei Dinge: Gott und mein Gewiffen, und dafür sollten Jahre 1895 gezahlt oder angewiesen an: 277 133 Verlegte, Kommission. II. Unsere Taktik. III. Unsere Forderungen: Sie( im Zentrum) doch auch einiges Verständniß haben.( Leb- 29 071 Wittwen Getödteter, 54 356 Rinder Getödteter, 1952 1. Unsere Stellung zur Versicherungs- Gefeßgebung. 2. Sonntags hafter Beifall.) Aszendenten Getödteter; daneben erhielten ferner im Jahre 1895: ruhe. 3. Einführung einer einheitlichen Geschäftsschlußstunde. Abg. Dauzenberg( 3.): Es handelt sich in den angeführten 8017 Ehefrauen, 17437 Kinder und 218 Aszendenten als An- 4. Stellung der Handlungsgehilfen unter die Gewerbe- Ordnung. Fällen gar nicht um streitige Ansprüche, sondern um solche, die gehörige von Verletzten, die in Krankenhäusern untergebracht 5. Ausdehnung der Gewerbegerichte auf die Handlungsgehilsen. aus der staatlichen Anerkennung der Gemeinde folgen. Es handelte waren, die gesetzlichen Unterstützungen gezahlt oder angewiesen, 6. Weiterer Ausbau der Kranken- und Unfallversicherung auf alle sich um Kirchenbauten für arme Gemeinden. Regierungs- Kommissar Geheimrath Bartsch: Das Bedürfniß thaten der Unfallversicherung theilhaftig geworden sind. so daß im Berichtsjahre zusammen 388 184 Personen der Wohl- Handlungsgehilfen. 7. Die Lehrlingsfrage. 8. Einführung einer Minimal- Kündigungsfrist. 9. Unterstützung bezw. Versicherung war in dem betreffenden Falle von der Regierung verneint worden. Gegen die Kellnerinnen richtete sich eine Versammlung gegen Stellenlosigkeit. IV. Unsere Presse. Im Anschluß an diese Mittheilung ersucht die Agitations. Abg. Graf Strachwitz( 3.) bekämpft die Ausgabe für den eipziger Kellner, die, wie es scheint, auf Betreiben der altkatholischen Bischof. Der Staat müsse logischerweise die sogenannten„ Inneren Mission" einberufen war. Der Referent Rommission der Handlungsgehilfen Deutschlands alle Kollegen, die bis jetzt zur Wahl von Delegirten noch nicht geschritten freireligiöse Bewegung dann auch unterstützen, denn sowohl als auch der nachfolgende Redner, ein Pastor Roch, diese hat für die evangelische Kirche die gleiche Bedeutung, wie plädirten für die Beseitigung der Kellnerinnen aus„ fittlichen" find, dies schleunigst nachzuholen. Die Wahlen sind ent die Altkatholiken für die Römisch- katholischen. Er beantragt von Kellnerinnen auf der nächstjährigen Induſtrie- Ausstellung in Sammlungen von Unterschriften zu bewerkstelligen( in keinen Gründen. Namentlich wandte man sich gegen die Beschäftigung weder in öffentlichen Versammlungen vorzunehmen oder durch Streichung der Position, da ein Bedürfniß für dieselbe nicht Leipzig. Die Versammlung beschloß, sich petitionirend an den Falle dürfen Delegirte in Vereinsversammlungen gewählt Minister Dr. Boffe: In den kirchlichen Konflikt zwischen festen und Ausstellungen Kellnerinnen zur Bedienung Kollegen August Penn, Berlin NO., Friedenſtr. 46, mitRath der Stadt, zu wenden und zu verlangen, daß bei Schüßen- werden). der katholischen Kirche und den Altkatholiken mischt sich die der Gäfte nicht mehr zuzulassen seien.- Wenn auch das zutheilen; an ihn sind auch alle den Kangreß betreffende UnRegierung heute so wenig wie früher. Abg. Dr. Friedberg( natl.) stimmt dem Minister bei. Kellnerinnenwesen, wenigstens soweit Norddeutschland in fragen zu richten. Desgleichen wird gebeten, Anträge und ReAbg. Dr. Porsch( 3): Der Kirchengebrauch durch Alt- betracht kommt, zum großen Theil auf unſittlicher Basis beruhen olutionen möglichst bis 10. März an dieselbe Adresse zu senden. fatholiten ist nicht berechtigt. mag, so ist der im vorstehenden bezeichnete Weg doch keineswegs Minister Dr. Bosse: Wir bemühen uns besondere Räume der richtige. Das Vorgehen der Leipziger Kellner scheint für den altkatholischen Gottesdienst zu finden. Den gleichen Eid, übrigens weniger von sittlichen Bedenken, als vielmehr vom gewie ihn die katholischen Bischöfe leisten, können wir von dem wöhnlichsten Egoismus diktirt zu sein. altkatholischen Bischof nicht fordern, denn es wird darin Gehorsam gegen den Papst gelobt. vorliege. = Abg. Graf Limburg- Stirum( t.) will einige formelle Zugeständnisse bei dem Titel machen, um die Empfindungen der Statholiken nicht zu verlegen. Der Titel wird gegen die Stimmen des Zentrums bewilligt. Abg. Krawinkel( nl.) wünscht Vermehrung und Besser stellung der Provinzial- Schulräthe. Regierungskommissar Geh. Rath Stander: Eine Aufbesserung dieser Beamten ist bereits vor einiger Zeit erfolgt; eine weitere Aufbesserung würde bei der Rangstellung der Beamten zur Zeit nicht durchführbar sein. Der Entwurf eines Gesetzes betreffend die Fürsorge für erkrankte Dienstboten ist der braunschweigischen Landesvertretung zugegangen. Er lautet: Die Namen der gewählten Delegirten sind dem Soziale Rechtspflege. 10 Die Rechtsprechung des Reichs Versicherungsamts. Im Jahre 1895 wurden beim Reichs- Versicherungsamt in Sachen der Unfallversicherung 7806 Refurssachen anhängig, wozu noch 3327 unerledigt aus dem Vorjahr übernommene famen, § 1. Durch Orts- oder Kreisstatut tann bestimmt werden, sodaß im ganzen 11 133 Nekurssachen zu bearbeiten waren. Von daß Dienstboten, welche gegen Gehalt oder Lohn beschäftigt wer diesen waren eingelegt von den Versicherten 9151, von den den und deren Beschäftigung nicht durch den Dienstvertrag auf Berufsgenossenschaften und Ausführungsbehörden 1982. Von den einen Zeitraum von weniger als eine Woche beschränkt ist, so- tetursfachen wurden erledigt durch Urtheil 7351, durch Beschluß weit sie nicht bereits nach dem Gesetz vom 29. Mai 1890 wegen formeller Mängel 767, auf andere Art( Zurücknahme, VerNr. 20 frantenversicherungspflichtig sind, der Krankenversicherungs- gleich 2c.) 235, zusammen 8353, fodaß 2780 unerledigt blieben. pflicht nach Maßgabe des Reichs Krankenversicherungsgefeges Bei den durch Urtheil erledigten 7351 Sachen wurde in unterliegen. 5480 Fällen der Rekurs, der in 4642 Fällen Don § 2. Hinsichtlich aller frankenversicherungspflichtigen Dienst- den Versicherten und in 788 Fällen von den BerufsAbg. v. Eynern( natl.) tritt für die Ausbesserung ein. boten besteht eine Verpflichtung der Dienstherrschaft zur Kranken- genossenschaften eingelegt war, zurückgewiefen; stattgegeben Bei dem Kapitel„ Universitäten" wünscht verpflegung und zur Uebernahme der Kosten für Arzt und wurde dem Rekurse der Versicherten in 1320 Fällen, der Abg. Dr. Friedberg( natl.) Alterszulagen für die Professoren, Arzneien, sowie zur Zahlung von Lohn und Gewährung von Berufsgenossenschaften in 601 Fällen, zusammen in 1921 Fällen. Beschleunigung der Universitätsreform und Förderung der Rost während der Dauer der Erwerbsunfähigkeit, nicht. Unter der Gesammtzahl der eingelegten Rekurse befinden sich Kuratorenfrage. Redner erörtert sodann die sogenannten§ 3. Nicht frantenversicherungspflichtigen ertranften Dienst: 2355 landwirthschaftliche Rekurse, von denen 1717 erledigt Strafprofessuren, anschließend die Bonner Borkommnisse. boten hat die Dienstherrschaft bis zur Beendigung der Dienstzeit, wurden. An ausschließlich dem Reichs- Versicherungsamt nachHier habe der Minister durch Berufung eines Konkurrenten längstens jedoch auf die Dauer von 4 Wochen vom Tage der geordneten Schiedsgerichten waren im Jahre 1895 1266 vorgegenüber zwei mißliebigen Professoren eine bedauerliche Schwäche Erwerbsunfähigkeit an, bei Fortzahlung des Lohnes freie Ver- handen, bei denen im ganzen 33 553 Berufungen anhängig gezeigt. In Marburg ist ein orthodoxer Pastor eines fleinen pflegung( einschließlich ärztlicher Behandlung und Lieferung der wurden. Diesem gegenüber stehen 81 177 berufsgenossenschaftOrtes als Professor berufen unter Uebergehung sämmtlicher Arznei) zu gewähren. liche( ausführungsbehördliche) Bescheide, durch welche erstmalig Dozenten. Das ist bereits der vierte derartige Fall, wo das§ 4. Die entgegenstehenden Bestimmungen der Gesinde- Renten festgestellt oder abgelehnt, und 62 606 Bescheide, durch Recht der Fakultäten, ihre Mitglieder frei zu wählen, unbeachtet Ordnung werden aufgehoben. welche laufende Renten abgeändert worden sind, zusammen bleibt. Der Berufene gehört der streng lutherischen Richtung an, Das Ministerium bemerkt zu diesem Gesezentwurfe: ir 143 783 Bescheide. die Universität Marburg ist reformirt. Will der Minister in hatten zunächst eine gefeßliche Ausdehnung der Kranken- In Sachen der Invaliditäts. und Alters. fireng orthodoxen Universitäten, z. B. in Greifswald, die freie versicherungspflicht auf alle Dienstboten beabsichtigt, haben in versicherung beträgt die Zahl der im Jahre 1895 bei dem Richtung zulassen? dessen hiervon insbesondere mit Rücksicht auf den Wunsch des Reichs- Versicherungsamt anhängig gewordenen Revisionen 3606, Minister Dr. Bosse: Strafprofeffuren giebt es bei uns hiesigen( Braunschweiger) Stadtmagistrats Abstand genommen, von denen 2092 in Invalidenrenten- Sachen, 1493 in nicht; es ist das ein sehr unglücklicher Ausdruck. Unsere Pro- welcher in Uebereinstimmung mit der herzoglichen Polizeidirektion Altersrenten- Sachen und 21 in Beitragserstattungs- Sachen feffuren werden lediglich nach dem wissenschaftlichen Bedürfnisse für die hiesige Stadt ein Bedürfniß zu solcher Maßregel nicht eingelegt wurden. Unerledigt aus dem Jahre 1894 überbesetzt. Das ist auch in Bonn und Marburg geschehen. Ich anerkennen zu können glaubte." nommen sind 500 Invaliden- und 401 Altersrenten- Sachen, so bin ein ausgesprochener Vertreter der akademischen Lehr- Diese Nachgiebigkeit des Ministeriums liegt um so weniger daß im ganzen 4507 Sachen zu bearbeiten waren. Von den freiheit, auch der theologischen; aber ich muß für den im Interesse der Dienstboten, als die Herrschaften" nach dem 3606 neu eingelegten Revisionen wurden eingelegt von den Vergenügenden Nachwuchs der verschiedenen kirchlichen Richtungen Gesezentwurfe nicht länger als 4 Wochen verpflichtet sind, ihnen sicherten 2643, von den Versicherungsanstalten und Kassenforgen. Das ist fein Eingriff, sondern eine nothwendige freie Verpflegung, Arzt und Medizin zu gewähren. Abgesehen einrichtungen 789, von den Staatskommiffaren 174. Von den Ergänzung der Lehrfreiheit. In Bonn war ein Mangel an davon, gebührt dem Ministerium Anerkennung, daß es die Für- Revisionen wurden erledigt durch Urtheil nach mündlicher VerLehrkräften positiver Richtung eingetreten. Die kritische Richtung sorge für erfrankte Dienstboten gesetzlich zu regeln sucht. handlung 2734, durch Urtheil ohne mündliche Verhandlung überwog. Die Folge war ein auffallender Rückgang in der Ein Gewerbegericht soll nun auch in Ludwigsburg wurden zurückgewiesen 477, auf andere Art( durch Zurücknahme, Frequenz der theologischen Fakultät und da benutte ich( Württemberg) ins Leben gerufen werden, nachdem die Arbeiter Vergleich u. s. w.) wurden erledigt 215, zuſammen 3426, so daß die Gelegenheit, um die Befehung einer Profeffur mit sich beschwerdeführend an die Kreis- Regierung wandten. In ihrer unerledigt blieben 1081 Revisionen. Von den durch Urtheil nach einem Professor rechtgläubiger Richtung vorzunehmen, dem letzten Sitzung beschlossen die bürgerlichen Kollegien, ein Orts- mündlicher Verhandlung erledigten 2734 Revisionen wurden es auch gelungen ist, das volle Vertrauen feiner Schüler zu er- statut für ein Gewerbegericht ausarbeiten zu lassen. Des weiteren 1826 Revisionen zurückgewiesen; stattgegeben wurde den Relangen. Das Recht der Professoren Berufung liegt bei wurde die Errichtung eines städtischen Arbeitsamtes visionen der Versicherten in 340 Fällen, der VersicherungsOrdinariaten dem Könige, bei Extra- Ordinariaten mir ob und beschlossen. Es bestehen jetzt in Württemberg Gewerbegerichte anstalten und Kaffeneinrichtungen in 480 und der Staatskommiffare das ist ein Glück, denn die freie Entschließung der Fakultäten in allen Städten mit über 15 000 Einwohnern. in 88, zusammen in 908 Fällen. würde leicht Folgen haben, die Herrn Friedberg am wenigsten In den ersten Monaten des Jahres 1895 bestanden im Reich Arbeitszeit der städtischen Arbeiter in Paris. Die gefallen würden. Nicht nach Willkür, sondern nach festen Grundsätzen wird die Berufung gehandhabt. Uebrigens find französische Regierung hat fürzlich den Beschluß des Gemeinde- 624 auf grund des Invaliditäts- und Altersversicherungs- Gesetzes zu allen Zeiten Professoren gegen den Willen der Fakultäten rathes von Paris vom 13. Juli 1895 betreffend die Lohn- und errichtete Schiedsgerichte, von denen 604 auf die 31 Versicherungsberufen, so zum Beispiel Tholuck, Helmholz, Ranke und Arbeitsverhältnisse der städtischen Arbeiter genehmigt. Darnach anstalten, 20 auf die 9 besonderen Raffeneinrichtungen entfaller. Die Zahl der letzteren Schiedsgerichte ist durch die Neuorganiviele andere. Die Bezeichnung Marburgs als reformirte Univer- werden dieselben monatlich angestellt und aller 14 Tage bezahlt. fität ist mindestens bedenklich. Einseitige Entwickelungen der Für die Handwerker beträgt die tägliche Maximalarbeitszeit 10, fation der preußischen Staatseijenbahn- Verwaltung um 9 ver Fakultäten sind mit der Freiheit der Wissenschaft unverträglich für die Aufseher, Thürhüter, Wächter u. f. w. 11 Stunden. Außer mehrt worden. Ebenso trat am 1. Juli 1895 in Preußen in den und deshalb halte ich es für meine Aufgabe, in solchen Fällen 10 Tage Ferien im Jahr unter Fortbezug des vollen Lohnes, insofern eine Aenderung ein, als, während bisher fast für jeden einem Ruhetag in der Woche haben alle ständig Beschäftigten je Bezirken zahlreicher Schiedsgerichte der Versicherungs- Anstalten dagegen einzuschreiten. Kreis ein Schiedsgericht bestand, mehrere Kreise, insbesondere Abg. Weyerbusch( frk.) billigt das Verhalten des Ministers. Im Krankheitsfall bezieht der Arbeiter den vollen Lohn während Stadt- und Landkreise oder benachbarte Kreise, zu einem Schiedseines ganzen Jahres. Dauert die Krankheit länger, so wird Abg. Lückhoff( frf.) stimmt ebenfalls dem Minister bei. Infolge dessen beträgt die Zahl der Abg. Dr. Virchow( frs. Vp.): Der Minister braucht ja untersucht, ob er noch weiter den ganzen Lohn oder einen Theil gerichtsbezirke vereinigt wurden. im Schiedsgerichte Reich seit dem nicht immer die Vorschläge der Fakultäten zu genehmigen, aber desselben erhalten oder pensionirt werden soll. 1. Juli 1895 528, von denen 499 auf die 31 Versicherungsals Regel folle das doch gelten. Friedrich Wilhelm I. anstalten, 29 auf die 9 besonderen Rasseneinrichtungen entfallen. ernannte eine völlig ungeeignete Person zum Mediziner Während im ganzen Jahre 1895 insgesammt 34 847 Anund wenn der Minister einmal gegen einen ähnlichen Willen sprüche auf Altersrente erhoben worden sind, von denen, einanzufämpfen haben sollte, so wird ihm das nicht leicht werden. Achtung, Zimmerer Berlins und der Umgegend! Auf schließlich der aus dem Vorjahre unerledigt übernommenen Preußische Tradition ist das aber nicht, ebenso wenig wie die der Liste der Firmen, die nicht bewilligten, sind noch zu streichen: 5268 Altersrenten- Ansprüche, 27 586 von den Versicherungsvom Altreichskanzler durchgesetzte Ernennung eines wenig be- Fichel, Danzigerstraße: Fritsche, Quizowftr. 140; Goetel, anstalten 2c. anerkannt, 7598 zurückgewiesen, 1571 anderweitig liebten Medizinalprofessors. Lothringerstr. 73; Heinschte, Lychnerstr. 9; Hoppe, Duncker- erledigt und 3360 unerledigt auf das Jahr 1896 übernommen Regierungskommissar Geh. Rath Althoff: Im allgemeinen straße 2; Russin u. Co., Beuffelstr. 39; Paul, Elbinger- wurden, und während ferner im ganzen 73 710 Ansprüche auf wird ja nach Virchow's Vorschlägen verfahren. Finanziell schlecht straße 10; Schubert, Groß- Görschenstr. 21; Trinkaus, Invalidenrente geltend gemacht worden sind, von denen gestellt sind die Universitäten nicht; so erspart ja auch Herr Sennefelderstr. 41; agentnecht und Gödicke, Rummels- einschließlich der aus den Vorjahre unerledigt übernommenen Virchow jährlich mehrere tausend Mark bei dem von ihm ver- burg. 7399 Invalidenrenten- Ansprüche-54 424 von den Versicherungswalteten pathologischen Institut, wofür wir ihm sehr dankbar Der Zimmermeister Reinhardt, Thurmftr. 61, hat sein anstalten 2c. anerkannt, 14 454 zurückgewiesen, 3611 anderweitig find.( Heiterkeit.) Wort schon wieder gebrochen, indem er die in allen Geschäften, erledigt und 8620 unerledigt auf das Jahr 1896 übernommen auch im Winter am Sonnabend übliche einstündige Mittagspause wurden, sind bei den Schiedsgerichten 18 819 Berufungen anin eine halbstündige umwandeln wollte; feine sämmtlichen hängig geworden, und zwar in Invalidenrenten- Sachen 11 873, in 0 Abg. Damink( t.) bittet den Minister, auf dem betretenen Weg fortzufahren. Gewerkschaftliches. Altersrenten-Sachen 6449«nd wegen Erstattung von Beiträgen gemäß tzZ 80 und 31 des Jnvaliditäts- und Altersversicherungs- Gesetzes 497 Berufungen. Bon den Versicherten oder deren Hinter- bliebenen sind erhoben 13 262, von dem Staatskommissar 537, von beiden Seiten 20 Bernfungen. Von der Gesammtzahl der anhängig gewordenen 13 319 und der ans dem Vorjahre unerledigt übernommenen 4756 Be- rufungen sind erledigt: durch rechtskräftigen Ablehnungsbescheid des Vorsitzenden 1311, durch Vergleich oder Zurücknahme der Berufung 2935, durch Entscheidung des Schiedsgerichts 13 257 und auf andere Weise 860 Berufungen. Unerledigt blieben 5212 Sachen. Gegen de» königlich preußischen Eisenbahn-Fiskns, vertreten durch die Eisenbahn- Direktion Berlin, klagten die Hinterbliebenen des Streckenarbeiters Franke ans Gewährung einer Rente. � Die Kläger sehen darin einen Betriebs Unfall, daß ihr Ernährer am 3. Januar 1395, auf dem Heimwege vom Friedrichshagener Bahnhof nach seinem Wohnorte Köpenick be- griffen, von einein Schnellzuge zermalmt wurde. Die Eisenbahn- Direktion und auch die Berufungsinstanz hatten durch Abweisung der Ansprüche aber ihre gegentheilige Auffassung ausgedrückt. Inder Begründung des Bescheides wurde besonders hervorgehoben, daß der Verunglückte verbotswidriger Weise das Bahnplanuni aus dem Heimwege benutzt und schon dadurch sich außerhalb des Be- triebsbannes gesetzt habe. Das Rekursgericht glaubte durch Ver- anstaltung einer Beweiserhebnng der Behauptung der Klüger Rechnung tragen zu müsse», daß Frauke ohne Benutzung des Bahndammes nicht hätte nach Hanse kommen könne n. Es wurde festgestellt, daß die Chaussee von Friedrichshagen nach Köpenick vom Bahnhof Friedrichshagen alis, auf dem Franke am fraglichen Tage mit dem Entfernen von Schnee beschäftigt worden war, leicht zu erreichen ist. Ferner wurde dargethan, daß die JnstruktionSordnung, der die Slreckenarbeiter unterworfen sind, die Benutzung des Bahnkörpers zur Verkürzung des Heimweges verbietet. Zeugenaussagen ergaben, daß der Verstorbene erst mit einem Kollegen zusammen den nördlich vom Bahndamm unterhalb desselben hinlaufenden Fußsteig benutzt halte und, als der sumpfige Untergrund dies nicht mehr gestattete, die Strecke selbst betrat, um einen ähnlichen Steig auf der Südseite aufzusuchen. Dieser war jedoch nicht gleich aufzufinden, und irregeführt durch die Blendlichler eines vor ihnen haltenden Zuges— es herrschte Schneesturm— betraten die beiden wieder die Nordscite des Dammes, ohne den heranbrausenden Breslaner Schnellzug in, Getose der Elemente zu bemerken. Franke's Be- gleiter wurde nur beiseite geschleudert und kam mit dem Lebe» davon. Das R ei ch s- Ver s ich er» n g s a m t wies den Rekurs zurück. So bedauerlich auch die Lage der Kläger, Wiltwe und Kinder des Verunglückten, sei, ein Anspruch aus den Unfall-Versicherungsgesetzen liege nicht vor. Der Unfall sei passirt, als die Grenzen des Betriebes überschritten waren. Die Betriebsstätte sei hier der Bahnhof Friedrichshage» gewesen, mit dem Verlassen desselben habe für den Verunglückten der Betrieb seinen Abschluß erreicht, wenn auch die Grenzen des Eisenbahnbetriebes nicht zu eng zu ziehen seien. Im vorliegenden Falle sei aber die Grenze des Betriebes 4n dem Verbot scharf markirt worden, daß die Benutzung des Bahnplannms nach Feierabend zu unterlassen sei. Gerichks-Äoikuttlg» Ei» Majestätsbeleidigungs- Denunziant. Das Schwur- gericht des Landgerichts I verhandelte gestern gegen den Schau- sleller Otto August r a»i s e, welcher des Meineids beschuldigt war. Der Angeklagte reist mit einem sogenannten„Lungen- Prüfer" umher, ein Apparat, durch den man die Stärke seiner Lunge soll erfahren können, wenn man in denselben bineinbläst. Am 19. Dezember v. I. trat Krause als einziger Belastungszeuge gegen den Arbeiter Propper auf, den er wegen Majestäts- beleidignng angezeigt hatte. Da Propper. ein vollständig unbescholtener Mann. seine Unschuld beiheuerte und be- hauptete, daß Krause ihn nur aus Rache angezeigt habe, so wurde der letztere auss eindringlichste zur Wahrheit ermahnt und in erster Linie nach seinen Vor- bestrafungcn befragt. Krause erklärte, daß er einmal wegen Sittlichkeitsvergehen mit einem Jahre Gefängniß bestraft worden sei. Auf die weitere Frage des Beisitzers, Landgerichtsraths Dr. Felisch:„Sind das alle Ihre Vorstrasen?" erwiderte der Angeklagte:„Jawohl". Das ganze'Austreten des Krause machte aber auf den Gerichtshof einen so wenig Ver- trauen erweckenden Eindruck, daß man dessen Akten herbeiholen ließ. Hieraus wurde nun festgestellt, daß Krause außer wegen Sittlichkeitsverbrechen nicht weniger als 19 Vor- strafen wegen anderer Vergehen erlitten hatte. Die Folge davon war, daß Propper freigesprochen wurde, der damalige Zeuge Krause mußte wegen Verdachts des Meineids ins Untersuchungs- gefgngniß wandern. Er legte vor dem ihn vernehmenden Richter auch ein umfassendes Geständniß ab und gab an, daß er seine vielfachen Vorstrafen verschwiegen habe, weil er sich nicht vor dem damaligen Angeklagten Propper habe blamiren wollen. Im Termine vor dem Schwurgerichte widerrief er sein Geständniß, er behauptete, die an ihn gerichtete Frage so verstanden zu haben, daß er nur seine letzte Bestrafung nennen sollte. Der damalige Vorsitzende sowie zwei Beisitzer wurden vernommen, sie hielten einen Jrrthum des An- geklagten für ausgeschlossen. Der Staatsanwall plädirle für Schuldig im Sinne der Anklage, während der Vertheidiger aus- führte, daß doch immerhin die Möglichkeit eines Mißverständ- nisses nicht ausgeschlossen sei und deshalb nur eine Fahrlässigkeit vorliege. Der Wahrspruch der Geschworene» lautete auf Schuldig des wissentlichen Meineides, worauf der Gerichtshof den An- geklagten zu einer Zuchthaus st rafe von drei Jahren verurtheilte. Wegen Verkaufs gefälschter Butter(dieselbe enthielt S5pCt. Margarine) wurde der Kaufmann Ernst Thiele in Steglitz gestern vom Schöffengericht des Amtsgerichts II zu 10 M. verurtheilt. Kneipfreiheit in der Nenjahrsnacht. Ein Berichterstatter meldet: Ein für die Gastwirlhe interessanter Fall betreffend die Offenhaltung der Lokale in der Nenjahrsnacht ist vor einigen Tagen vom Schöffengericht des Amtsgerichts II entschiede» worden. In dem„Gesellschaflshause" zu Friedenau waren in der Neujahrs- nacht um 3t/s Uhr morgens noch mehrere Gäste und darunter auch die beiden Gendarmen des Ortes anwesend, als der Gemeinde- Wachtmeister Meyer hereintrat und die Schließung des Lokals verlangte. Einer der Gendarmen erklärte dem Wachtmeister, daß in Friedenau die Nenjahrsnacht seit 16 Jahren schon für das Schankgewerbe eine freie Nacht sei. Der Wachtmeister bestritt dies jedoch und brachte den Wirth zur Anzeige, woraus dieser wegen Konzessions- Ueberschreitung niit einer Strafverfügung von 6 M. bedacht wurde. Er beantragte jedoch gerichtliche Entscheidung, und in der Verhandlung wurde nur der schon erwähnte Gendarm als Zeuge vernommen, welcher bekundete, daß seit 16 Jahren alle Gastwirlhe von Friedenau in der Neujahrsnacht ihr Lokal so lange, wie sie wollten, offen gehalten hätten, und daß auch der Amtsvorstehcr die Beamten nicht angewiesen habe, auf Jnnehaltung der Polizeistunden zu achten. Auf weitere Beweiserhebung verzichtete der Gerichtshof, und der Amtsanwalt beantragte selbst die Freisprechung, weil, wie ihm bekannt, die Nenjahrsnacht allgemein für das Schank- gewerbe freigegeben sei. Demgemäß hob das Gericht die Strafe auf und wies die Kosten der Staatskasse zu. In der Privatklagesache des Pastors Rauh zu Cladow gegen den Redakteur der„Konservativen Korrespondenz" A. C l a r stand gestern wiederum ein Verhandlungstermin vo r dem hiesigen Schöffengericht an, Pastor Rauh gehört zu de» Geistlichen, die eine soziale Thätigkeit entfallen und hat einige Artikel in der„Sozialen Praxis" und einen Aufsatz in Pfarrer Naumann's„Hilfe" veröffentlicht. Er fühlt sich durch zwei Artikel der„Kons. Korr." in seiner Ehre als Geistlicher verletzt. In den Artikeln wurde gegen ihn der Vorwurf erhoben, er ge- höre mit zu denjenigen Geistlichen, welche sozialpolitischen Be- strebungen nachgingen, um„Begehrlichkeit zu erwecken und Klassenhaß zu predigen". Er fühlt sich weiter durch den Vorwurf beleidigt, sein und anderer in dem Artikel bezeichneter Geist- lichen Verhalten sei ein„lediglich den Klassenhaß schürendes und Unfrieden säendes Vorgehen" und„diese frieden- störende Thätigkeit beruht einzig auf der verwerflichen Absicht, die Arbeiter zu umschmeicheln und sich— nach Art der Sozial- demokraten— einen möglichst zahlreichen Anhang von Unzu- sriedenen zu schaffen". Der Vergleich mit den bösen Sozial- demokraten wurde dann noch weiter fortgesponnen.— In einem früheren Termin war beschlossen worden, den Parteien Zeit zu Vergleichsverhandlungen zu gewähren, die letzteren sind aber ge- scheitert und das Verfahren nahm deshalb seinen Fortgang. Im gestrigen Termin waren Rechtsanwalt Dr. S ch w i u d t als Ver- treter des Klägers, Rechtsanwalt Bank für den Verklagten zur Stelle. Der Vorsitzende stellte aber fest, daß das persönliche Er- scheinen des Privatklägers angeordnet gewesen war. Da dieser nicht erschienen war, so wurde auf Einstellung d e s V e r- fahren s erkannt. Versttmmluttgen. Die Buchdrucker Berlins waren am Mittwoch Abend wieder in Keller's Saal versammelt, um sich über die Antwort des Bundes der Berliner Vuchdruckereibesitzer auf die in der Versammlung am Sonntag gefaßten Beschlüsse zu entscheiden. Wohl selten war eine Versammlung so außergewöhnlich stark be- sucht, wie diese. Der große Saal, in dem gegen 4000 Personen dicht gedrängt zusammenstanden, wurde schon eine Stunde vor Beginn der Versammlung wegen Ueberfüllung ab- gesperrt. Immer neue Schaaren strömten noch hinzu, die keinen Einlaß mehr fanden, sodaß sich schließlich eine tausend- köpfige Menge in der Koppenstraße und auf dem Hofe des Keller'schen Lokals angesammelt hatte, die von zahlreiche» Schutz- leuten zum Weitergehen veranlaßt wurde. Mit gespannter Auf- merksamkeit und lebhaftem Interesse folgten die im Saale und auf den Galerien anwesenden Berussgenossen dem ein- leitenden Referat M a s s i n i' s, der die am Sonntag gefaßten Beschlüsse kurz besprach, die bekanntlich am Montag dem Vorsitzenden des Bundes der Berliner Buch- druckereibesitzer zugegangen sind, worauf die in Nr. 54 des „Vorwärts" enthaltene Antwort erfolgt ist. Mit dieser Antwort — so führt Massini ans— könnten sich die Berliner Buch- druckergehilfeu einverstanden erklären. Die Prinzipale hätten darin ihre Bereitwilligkeit ausgedrückt, am 10. März mit den Verhandlungen über den Tarif betreffs Verkürzung der Ar- beitszeit und Erhöhung der Grundpositionen zu beginnen. Was die Gehilfenschaft in der Sonntags- Resolution verlangt hat, sei somit bewilligt, und könne man nun den weiteren Verlans der Dinge ruhig abwarten. Wenn die Berliner Gehilfenschaft — wie es vielleicht mancher Kollege wünsche— schon morgen mit ihre» Forderungen an die Prinzipale herantreten und deren Bewilligung»erlangen würde, so sei gar kein Zweifel, daß die Prinzipale.veranlaßt durch den gegenwärligen flotten Geschäftsgang, einem solchen Verlangen nachgeben müßten. Es frage sich aber, wie lange solche durch einen Streik erzwungene Versprechnngen gehalten würden. Nicht um einen Augenblickserfolg könne es den Kollegen zu thnn sein, sondern es handle sich darum, eine dauernde, alle Betheiligten befriedigende Besserung der Verhältnisse zu erreichen, und zwar nicht nur für Berlin, sondern für die ge- sammle deutsche Gehilfenschaft. Die Berliner Kollegen dürften nicht gesondert in dieser Bewegung vorgehen. Das wäre eine Gefahr für den großen deutschen Buchdruckerverband. Da die deutsche Kollegen» schast und auch der Deutsche Buchdrucker- Verein sich für Ein- leitung der Verhandlungen am 10. März erklärt haben, so müßten auch die Berliner Kollegen diesen Beschlüssen Rechnung tragen und sich dem Wunsche der großen Mehrheit fügen. Auch auf die öffentliche Meinung würde es einen günstigen Eindruck machen, wenn man sich bei der Antwort der Prinzipale beruhige. Zwar sei die öffentliche Meinung, soweit sie in der bürgerlichen Presse zum Ausdruck komme, der Buchdruckerbewegung nicht günstig gestimmt. Während diese Blätter von unbedeutenden Ereignissen das größte Aufheben machen, sei die imposante Versammlung vom Sonntag in den meisten Zeitungen ,»il Stillschweigen übergangen. Diese Hallung erkäre sich allerdings dadurcki, daß die Zeitungsbesitzer durch die Buchdrnckerbewegung ihr Unternehmerinteresse gefährdet glauben. Gegenüber den Kollege», die an der Aufrichtigkeil der von den Prinzipalen gegebene» Zusicherungen zweifeln, meint der Redner, daß kein Grund vorliege, anzunehmen, die Prinzipale würden ihr Wort nicht hallen. Die Prinzipale wüßten ganz genau, daß sie in diesem Falle auf den kräftigsten Widerstand der gesammten Gehilfenschaft stoßen würden, und daß ihnen dann ein harter Kamps in Aussicht stehe, den zu vermeiden sie alle Ursache hätten. Wenn die Kollegen noch die wenigen Tage bis zum 10. März warteten, hätten sie nichts zu verlieren, aber alles zu gewinnen. Hinsichtlich der im Gutenbergbuud organistrten Kollegen erklärt der Redner, daß sich aus diese» Kreisen einige gefunden haben, die in einem Flugblatt den übrigen Mitgliedern abrathen, sich der Bewegung anzuschließen. Die Mehrheit der Gutenberg- bündler werde aber diesem unschönen Vorgehen allem Anschein nach nicht folgen, und zirka 100 von ihnen hätten sich iusolge- dessen sogar zum Eintritt in den Verband gemeldet. Der Referent betonte zum Schluß nochmals, daß man es nicht auf einen Kampf ankommen lassen solle, sondern sich niit der Antwort, die der Vorstand des Bundes der Berliner Buchdruckereibesitzer der Gehilfenschaft gegeben, begnügen solle. Der zweite Referent, D ö b l i n, Vorsitzender des Verbandes der deutschen Buchdrucker, vertrat in sehr sachlicher Weise denselben Standtpunkt, wie der Vorredner. Auch er hält es für selbstverständlich, daß die Berliner Kollegen nicht gesondert vorgehen und etwa schon morgen losschlagen. Er habe nach Rücksprache mit dem Vorstande des Deutsche» Buchdrucker- Vereins die Gewißheit erlangt, daß eine Verschleppung der Tarif- beralhung nicht zu befürchten sei. Am 10. März finde die Zusammenkunft der Prinzipals- Vertreter l a t t, am II. März würden diese mit den Vertretern des Verbandes iiber die Grundlagen, auf denen die VerHand- lungen zu führen sind, sich berathen, und unmittelbar darauf sin de die Wahl der T a r i f k o m in i s s i o n und die Berathung des Tarifs st a t t. Ferner sei ihm zugestanden worden, daß der Gehilfenschast bezüglich der Wahl ihrer Vertreter keine Vorschriften von feiten der Prinzipale gemacht werden sollten. Somit seien die Vorbedingungen eines gedeihlichen Zusammenwirkens von Prinzipalen und Gehilfen geschaffen, und der Erfolg der Vewegung gesichert. Eine Errungenschaft ohne Kampf, allein durch friedliche, wohlwollende Unterhandlungen erlangt. ei werlhvoller und von größerer Dauer, als im harten Kampf erstrittene Vortheile. Der Redner betont schließlich, daß nur durch einmüthiges Zufammengehen des gesammten deutschen Gehilfenverbaudes ein Erfolg der gegenwärligen Bewegung mit Sicherheit zu erwarten sei. Lebhafter Beifall folgte den Aus- sührnngen der beiden Referenten. In der Diskusston erklärte Stereotypeur S t e r n i tz k y, daß die Stereotypeure diesmal nicht wieder, wie es leider 1891 geschehen sei.dem Vorgehen derBuchdruckerentgegenarbeiten würden, sondern gemeinsam mit ihnen vorzugehen gewillt seien. Des- gleichen bekundete M ö h r k e im Namen der o r g a n i s i r t e n Maschinenmeister, daß auch diese sich dem Vor- gehen unbedingt anschließen. Wie am Sonntag, so waren auch in dieser Versammlung mehrere Redner dafür, daß die Gehilfen sogleich ihre Forderungen stellen und bei Verweigerung derselben den Streik erklären sollten. Von R o s e n> a n n und anderen wurden auch dahin gehende Anträge gestellt. L ö w erklärt, daß eine große Anzahl der Mitglieder des Gutenberg-Bundes mit dem schmählichen Flug- blatt des Vorstandes nicht einverstanden seien(Bravo!), daß sie sich vielmehr mit der Kollegenschaft solidarisch erklären und daß sie morgen Donnerstag eine Versammlung abhalten wollen, in der sie beabsichtigen, den bisherigen Vorstand abzusetzen und einen anderen provisorischen Vorstand zu wählen. (Beifall.)— Von mehreren Seiten wurde den in der Antwort des Bundes der Berliner Buchdruckerei- bescher gemachten Zusicherungen Mißtrauen entgegen ge- bracht, auch stimmte ein Theil der Versammlung durch Zwischenrufe und Beifallskundgebungen den in diesem Sinne gehaltenen Reden zu. Andere Redner vertraten den Standpunkt der Referenten. Anfangs konnte man über die Stimmung der Mehrheit in Zweifel sein. Die Kollegen M a s s i n i und Döblin empfahlen schließlich nochmals die in der gestrigen Nummer des„Vorwärts" bereits abgedruckte Resolution, die wir hier wiederholen: „Nachdem der Bund der Berliner Buchdruckereibesitzer er- klärt hat, das Verlangen der deutschen Buchdruckergehilsen nach einer Tarifrevision unterstützen zu wollen, erklärt sich die am 4. März stattfindende allgemeine Versammlung der Berliner Buch» drucker mit den zwischen dem Vorstande des Verbandes deutscher Buchdrucker und der Leitung des Deutschen Buchdrucker-VereinS getroffenen Vereinbarungen einverstanden und macht ihre weitere Stellungnahme von dem Ausgang der Verhandlungen abhängig." Die genannten Redner betonten nachdrücklich die Roth- wendigkeit eines gefchlossenen, einheitlichen und einmüthigen Vorgehens der gesammten deutschen Gehilfenschaft im Sinne dieser Resolution. Nur auf diese Weise könne die Lage der gesammten Ge- Hilfenschaft Teutschlands und des Buchdruckgewerbes ge- fördert werden. Die erwähnte Resolution wurde darauf fast einstimmig— nur etwa 6—10 Hände erhoben sich dagegen— angenommen. Rauschender Beifall folgte diesem Resultat, worauf nach einigen warm empfundenen Worten des Vorsitzenden F a b e r, der zum treuen Festhalten an der Organi- sation und zur Theilnahme an deren gedeihlicher Weiterenlwicke- lung aufmunterte, die imposante Versammlung mit einem brausenden Hoch auf die Bnchdruckerbewegung auseinander ging. Den Verhandlungen wohnten auch eine große Anzahl Buch- druckereibesitzer und Faktore bei. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Eine gut besuchte Branchenversammlung der Parquelbodenleger. die am 2. März stattfand, befchästigte sich mit dem von der Werkstatt- Kontroll- konunission und den Vertrauensmännern ausgearbeiteten, neu einzuführenden Lohntarif. Es wurde beschlossen, für das Ver- legen von Stabsußdoden eine Grundtaxe von 90 Pf. pro Quadrat- meter einzuführen, außerdem soll für jeden Stab, welcher aus den Quadratmeter verarbeitet wird, ein Zuschlag von 1 Pf. gefordert werden. Die Kommisston gab darauf eine Ucber- ficht, wie hoch sich der Preis für das Verlegen von einzelnen Dimensionen nach dem neuen Tarif stellt. Es würden, wenn Stäbe von 50 Zentimeter Länge, 10 Zentimeter Breite zur Ver- wendung gelangen, aus den Quadratmeter 20 Stäbe erforderlich fein, demnach betrüge die Grundtaxe 90 Pf., Aufschlag für 20 Stäbe auf den Quadratmeter, ix Stab 1 Pf.— 20 Pf., Ge- sammtpreis mithin 1,10 M. Bei Stäben von 40 Zentimeter Länge und 3 Zentimeter. Breite würden aus den Quadrat- meter 32 Stück erforderlich sein, stellt sich mithin der Preis hier auf 1,22 M. u. s. w. Wird der Stabfußboden in den Fließ ver- legt, so wird ein Zuschlag von 10 Pf. pro Quadratmeter be- rechnet, einen gleichen Zuschlag erfordert auch das Verlegen von Musterboden. Für das Verlegen massiver und fournirter Parkets wird pro Quadratmeter 85 Pf. berechnet, sind jedoch die Fließe zu beschneiden und zu nuthen u. s. w., wird pro Quadratmeter 5 Pf. mehr berechnet. Bei Arbeiten, welche nicht im Akkord ausgeführt werden, soll der bisherige Satz von 6 M. pro Tag beibehalten werden. Außerdem wird beschlossen, daß die Lieferung der Nägel fowie die Fuhren der Arbeilgeber zu trage» hat. Weiter soll die Anerkennung des in Händen der Arbeiter befind- lichen Arbeitsnachweises gefordert werden. Sämmtliche Ver- trauensmänner hoben hervor, daß in den Firmen diese Forderungen wohl durchführbar seien und verpflichteten sich, bis zur Ein- führung des Tarifs dahin zu wirken, daß alle indifferenten Ar- beiter der Organisation beitreten. Tie Musikiustrumeutcn Arbeiter hielten am Mittwoch, den 4. d. M., im Louisenstädtischen Konzerthause eine öffentliche Versammlung ab zwecks Stellungnahme zu der Arbeits- e i n st e l l u n g und den Lohnstreitigkeiten bei der F i r m a Hansen. Dahse schildert die Entstehung des Ausstandes, die lediglich in der selbstverständlichen Forderung bestehe, die Arbeit des Holz- und Brettertragcns, die mindestens viermal im Jahre je einen Tag Zeil in Anspruch nähme, mit 50 Pf. pro Stunde zu bezahlen. Da der Fabrikant in seinem Betriebe verboten hätte, gelegentlich einmal ein„Achtel" aufzulegen, so könnten sich die Kollegen auch den für das Brettertragen üblichen Zahlungsmodus, der aus Gelränken bestehe, nicht länger gefallen lassen. Außerdem sei auch in den meisten Werk- stätten diese Unsitte längst abgeschafft. Es könne keinem Zweifel unterliegen, daß alle Kollegen diese Arbeitseinstellung gut heißen. In der Diskussion wurde die von Herrn Hansen im„Vorwärts" veröffentliche„Berichtigung" von Anfang bis zu Ende als uu- wahr hingestellt. Gleichzeitig wurde mit Unwillen die Mit- theilung entgegengenommen, daß von Herrn Hansen ein gänzlich unbetheiligter Hausdiener als zu den Streikenden gehörig entlassen wurde. Wustrow und Niediger empfehlen, unbedingt auf den vom Unternehmer angebahnten Einiguugsversuch vor dem Gewerbegericht einzugehen, da die Entscheidung hier zweifellos zu gunsten der Streckenden ausfallen müsse. Der Einigungstermin fei auf Mittwoch Mittag anberaumt. Von anderen Rednern, Kleinlein:c., wird eindringlichst gewarnt, bei jeder Gelegenheit, wo offenbar das Recht aus seite der'Arbeiter sei, nach dem Gewerbegerichl zu laufen, mit diesem Manöver beabsichtige Herr H. nur die Organisation und die Kontrollkommission bei feite zu schieben. Das Eingreisen des Gewerbegerichts bei den jetzigen Streiks schädige nur das Ansehen und den Einfluß der Arbeiter- organisationen und dem müsse Einhalt geboten werden. Ein Antrag, das Verhältuiß der Organifation zum Einigungs» amt besonders in einer öffentlichen Versammlung zu debattiren, gelangt zur'Annahme, desgleichen eine Sympathie-Erklärung für die Streikenden, sowie das Versprechen, sür ausreichende Unter- stützung zu sorgen. Durch Beschluß der Versammlung wird die Forlsührnng des Streiks dem Verein der Musikinstrumenten- Arbeiter überwiesen. Im Punkt Verschiedenes erstattet Wester- mann Bericht über die Bewegung der Bech st ein' scheu Arbeiter, welche die Forderungen der übrigen Berliner Tischler aufgestellt hatten. Trotz des Zeugnisses des Herrn Rath Bechstein, das er seinen 500 Arbeitern in der Aus- stellungs-Zeitung ausgestellt habe, worin es heißt: in seiner Fabrik seien über 500 der intelligentesten Arbeiter beschäftigt. habe derselbe die Forderung auf einen Minimallohn von 21 M. rundweg abgeschlagen und nur 2—3 pCt. den Abputzern bewilligt. Leider haben sich die Kollegen dort nicht verständigen können, ihre Forderungen trotz der günstigen Kon- junktnr durchzusetzen. Durch das Verhalten eines Thcils des- selben habe man sich veranlaßt gesehen, die Angelegenheit auf später zu vertagen. In der Diskussion herrscht bei allen Rednern völlige Uebereinstimmung darüber, daß zur Abstellung der Uebel- stände in der Bechstein'fchen Fabrik energische Schritte gethan Naether 30 Pf., nach 6 Wochen 35 Pf.; Schleifer 35 Pf., ungelernte daß jeder an jedem Abend fie nie, woran ſie ſeien. Dazu komme dann noch, arbeiter der Organisation zuzuführen, und sich verpflichteten, alle werden sollen und eine weitere Versammlung darüber ent. I die nichtreguläre Arbeitszeit die Regel. Wer gegebenen Falles Wehlan gelernt haben müsse. Ein Muster sei die Tempelhofer scheiden wird. nicht länger arbeiten wolle, fliege hinaus. Die Löhne seien un- Schmiede der Firma. Sie fei nur 9,75 m breit, 15 m lang und 3 m hoch, Die öffentliche Metallarbeiter- Versammlung, welche am geheuerliche. Der Durchschnittslohn fog. qualifizirter Arbeiter be- und in diesem Raum befänden sich vier Feuer. Es sei schon vor. 4. d. M. bei Rabe, Rolbergerstraße, tagte, beschäftigte sich mit trage für die Stunde etwa 38 Pf., und sog. Hilfsarbeiter würden gekommen, daß Kolonnen statt eines Ueberschusses ein Minus Ingenieur der Frage: Welche Vortheile haben die Arbeiter von Schäffer fei aber nur der Lohnfah, und fragen, wie es denn mit dem Kunße von O. u. K. trat hierauf für die Intereſſen ſeiner mit 20 Pf. pro Stunde angestellt. Nun werde man sagen, das trot forscher Arbeit zu verzeichnen hatten. u. Dehlmann durch ihr Borgehen erreicht?" Diefe Frage beant- Machschuß aus den Kolonnenakkorden, dem allgemeinen bei D. Firma eiu. Die Strafgelder flöffen in eine Fabrikunfalltaffe, wortet in einfachster Weise das Schriftstück, welches die Firma und K. durchgeführten Arbeitssystem, sei. Nach der Arbeits- welcher auch der Ueberschuß der Kantine einverleibt werde. der nunmehr anerkannten Siebener- Kommission ausgefertigt hat. ordnung folle bei folchem Kolonnenattord die Berechnung des Daraus seien vom Januar bis Mitte Februar an hilfsbedürftige Dasselbe lautet: Den Arbeitnehmern der Firma Schäffer u. Dehlmann wird Ueberschußtheiles jedes einzelnen Betheiligten nach dem Verhältniß Arbeiter ca. 60 m. verabfolgt worden. Redner stellt eine neue feitens der Inhaber und Meister eine anständige Behandlung der Zeit, welche er dabei zubrachte, und dem jeden gewährten Arbeitsordnung in Aussicht, worin auch die Verwaltung dieser zugesichert, so lange die Arbeitnehmer selbst in anständiger( bekommt erhöhten Saz) erfolgen. Der Kolonnenführer, auf diese ein Drittel des gewöhnlichen Lohnfazes mehr bezahlt werden. Lohnfate unter besonderer Berücksichtigung des Kolonnenführers Raffe geregelt werden solle. Für Ueberstunden werde in Bukunft Weise auftreten. Die Affordpreise werden den Arbeitnehmern für die Folge durch die Meister mitgetheilt resp. steht den Arbeit: Weise interessirt an der möglichst schnellen Vollendung der Arbeit, Er betont, im letzten Jahre wären nicht so sehr viel Ueber nehmern das Recht zu, sich über den Alfordpreis zu informiren, treibe nun die Arbeiter an, welchen ebenfalls der Mund damit stunden gemacht. Die Unzulänglichkeit der bisherigen Kloſet= d. h. die Meister sind verpflichtet, den Preis vorher anzugeben. wäfferig gemacht werde, daß sie den zu erwartenden Ueberschuß einrichtungen giebt er zu; es feien auch schon zwei neue Klosets Etwaige Lohn- und Akkorddifferenzen ordnet eine Kommission, ie eher verdienten, je mehr sie hinterherschufteten. Die Preise gebaut worden und es würden weitere Verbesserungen folgen. zur Zeit bestehend aus den Gesellen Kinne, Bowe, Platow, Schulz III, feien nun zum theil so gestellt, daß von einem Ueberschuß viel Kreutz fonstatirt, daß bei Orenstein u. Koppel im vergangenen Karel II, Siegmund und Joyquick, sowie sämmtlichen Meistern. fach wenig oder nichts gespürt werde und das bei angestrengter Jahre während der großen Hige nur 1/2 Stunde Mittag gemacht Die Wahl dieser Siebener- Kommission bleibt den Arbeitnehmern die übrigen Arbeiter müßten froh sein, wenn sie mit 21 und konnte in seinem Schlußwort feststellen, daß seine Angaben in Arbeit. Der Kolonnenführer verdiene seine 33 bis 36 Mart und und abends bis 8 Uhr gearbeitet werden mußte. überlassen. Jugendliche ungelernte Arbeiter im Alter von 16 bis 24 Mart nach Hause gehen. Das schönste sei, daß den Arbeitern ihrem Grundgehalt nicht widerlegt worden seien, worauf 18 Jahren erhalten 20 Pf. Stundenlohn, von 19 Jahren ab 25 Bf., nach 6 Wochen 30 Pf.; Hilfsarbeiter in der Gießerei der Lohn nur alle 14 Tage ausgezahlt und ihnen nicht einmol einstimmig eine Resolution angenommen wurde, in welcher die 6 35 Bf., Silfsarbeiter in der Dreherei, wie Revolverarbeiter 2c. eine spezialisirte Abrechnung gegeben werde. Eigentlich wüßten Bersammelten die Nothwendigkeit anerkannten, alle Metallentlassen Schleifer 30 Pf., nach 6 Wochen 35 Bf.; Schloffer 35 Pf.; Fraiser ohne daß den Entlassenen irgendwie ihr Antheil an dem event. moralisch und materiell zu unterstüßen. werden könne, kämpfenden und in den Kampf noch eintretenden Kollegen 25 Pf., nach 6 Wochen 30 Pf.; Dreher und Gürtler 35 Pf., nach 6 Wochen 40 Pf. Der Affordverdienst darf nicht unter in der Fabrik und Ventilation werde auch für überflüssig erAlfordüberschuß gesichert sei. Schutzvorrichtungen gebe es nicht dem Lohnsatz sein. Die in der Kürschnerei beschäftigten Arbeiter und Ueberstunden fallen mit Ausnahme von Reparaturen fort. Unterzeichnet Schäffer u. Dehlmann." achtet. Die Schmiede, welche außerhalb der Werfitatt be- Arbeiterinnen hatten für Mittwoch Abend eine öffentliche Ber Diese durch die Solidarität der Arbeiter erzielten Erfolge sind, schäftigt würden, erhielten nicht mehr, wie die in der Werkstatt, sammlung einberufen, die auch entsprechend der übergroßen An wie in der Diskussion betont wurde, ganz annehmbar. Die Lohn- Gin Arbeiterausschuß existire nicht. Wascheinrichtungen fuche zahl weiblicher Arbeiter in der Branche von Arbeiterinnen gut Da wegen Mangel an Mitteln der Verband erhöhung beträgt 5 bis 18 Pf. pro Stunde, abgesehen von anderen man vergeblich in der Fabrik. Die Arbeiter hätten sich dadurch besucht war. erreichten Vortheilen. Den Arbeitern der Fabrit von Schäffer u. 8u helfen gewußt, daß sie sich einen Eimer Wasser aus dem deutscher Kürschner" sich im Februar d. J. auflöfte und auch Dehlmann wurde nahegelegt, den guten Geist der Solidarität weiter Steffelhause holten, um nicht mit dem Arbeitsschmutz nach Hause das Organ eingehen mußte, war es einer dazu beauftragten zu pflegen, um später mehr zu erreichen, was heute noch nicht gehen zu müssen. Auch das wolle man nicht mal dulden; einem Kommission überlassen worden, wenigstens für Berlin eine dabei betroffenen Arbeiter sei es strengstens verboten worden. nene Organisation zu gründen. In diesem Sinne möglich gewesen sei. Vor allem wurde denselben auch nahe Mer fünf Minuten zu spät komme, müffe 20 Pf. Strafe zahlen. referirte Genoffe Jahn über über Zweck Zweck und und Ziele der gelegt, für die Feier des 1. Mai zu wirken. Ein 1. Mai sei es ueber den Werbleib der Strafgelder wüßten die Arbeiter nur, Organisation. gewesen, welcher die Metallarbeiter unter das schwarze Kabinet" baß es auf einem vorhandenen Sparkassenbuch angelegt werde; und Regge betont, daß man es gerade der früheren Organi in der Gartenstraße gebracht habe, ein 1. Mai müsse diefelben über die Verwendung des Geldes sei den Arbeitern niemals im fation zu verdanken habe, wenn die Arbeitszeit von 12 auf auch wieder hochbringen. Den Metallarbeitern im allgemeinen einzelnen Rechnung gelegt worden. Mit einer energischen Auf- 10-9 Stunden verkürzt sei. In einer einstimmig an wurde an diesem Beispiel gezeigt, was zu erreichen sei durch Solidarität und Organisation, denn von den 140 beschäftigten forderung an die Versammelten, sich zu organisiren, um den genommenen Resolution wurde hierauf die Neugründung einer Arbeitern seien bereits 115 organisirt. Um das Errungene hochhalten geschilderten Mißständen abhelfen zu können, schloß Redner Organisation befchloffen und die bereits bestehende Fünferzu fönnen, sei es Pflicht dieser, auch fernehin nicht nur in der unter stürmischem Beifall sein Referat. Nachdem ein Redner Kommission: Wittig, Hoppe, Friedrich, Stoldt und festgestellt hatte, daß bei der Firma Dr. Aron für Weinstock mit den weiteren Schritten betraut; Vorstandswahl Zeit des Kampfes, treu zur Organisation zu stehen, für dieselbe Minuten Zuspätkommen 50 Pf. Strafe genommen würden, erfolgt in einer etwa in 14 Tagen stattfindenden Versammlung. zu wirken und nicht eher zu raften, bis sich alle Arbeiter der Fabrik, nahm Herr e 13, Buchhalter bei dieser Firma, das Wort, um Gegen 100 Mitglieder ließen sich sofort aufnehmen. Der Vorsißende bis sich alle Metallarbeiter der Organisation angeschlossen hätten. Die Bersammelten befundeten ihren Willen hierzu durch ein diefelbe gegen Ausführungen Naether's in einer früheren Ver- ter verlas am Schluffe der Versammlung ein Schreiben der träftiges Hoch auf die Arbeiterbewegung, mit dem die Versamm- sammlung in Schuß zu nehmen. Zunächst betonte er, daß bei Stollegen aus Wien, worin die Arbeitseinstellung von 40 Arlung ihr Ende erreichte. Aron über die Verwendung der Strafgelder genau Buch geführt beiterinnen in einer Belzwaarenfabrik mitgetheilt und um die werde und daß dieselben bedürftigen Arbeitern des Instituts zu Unterstützung der Berliner ersucht wurde. Die Zustände in der Fabrik von Ohrenstein u. Koppel gute tämen. Daß der Arbeiterschaft, welche die Gelder zu zahlen zu Tempelhof beschäftigten am 4. März eine gutbesuchte, in habe, jedoch eine genaue Abrechnung nicht geboten werde, ver- Rummelsburg. Genosse Meyner sprach hier am Rennefahrt's Salon abgehaltene öffentliche Metallarbeiter- mochte der Herr nicht zu bestreiten. Des weiteren verwahrte er 29. Februar über die Bethätigung an den Kommunalwahlen. Versammlung, zu welcher außer den Arbeitern genannter die Firma gegen die angebliche, von Naether beftrittene Die lebhafte Befürwortung des Redners zur Betheiligung an Firma die Arbeiter einiger anderen Firmen eingeladen waren. Behauptung, daß diefelbe Hungerlöhne" zahle. Er will Naether der Wahl fand in der Diskussion allgemeine Zustimmung und D. Naether referirte. Bei der Aufzählung der Schönheiten ein Schriftftück überreichen, worin sich 120 Arbeiter mit den ge- wurde Genosse Als cher einstimmig als Kandidat der dritten des Betriebes von Ohrenstein u. Koppel begann er mit der zahlten Löhnen durchaus zufrieden" erklären. Naether fenn- Wählerklasse aufgestellt. Bu wählen ist im ersten Bezirk; dazu Arbeitszeit. Dieselbe sei in der Arbeitsordnung auf 10 Stunden zeichnet darauf unter großem Beifall die Unterzeichnung derartiger gehören: Neue Pring Albertstraße, Wilhelmstraße, Fischerstraße, normirt, jedoch lasse eine andere Bestimmung ihrer Ausdehnung Machwerke als Handlungen, die nicht aus eigenem Willen, Prinz Alberstraße, Liebigstraße, Portlandstraße und Hauptstraße den allerweitesten Spielraum: die Arbeiter werden verpflichtet, sondern dem Zwange folgend vorgenommen würden. Klein bis zu Kappler, Röpenicker- Chauffee. Die Wahlagitation wurde bei dringenden Arbeiten auch zu jeder anderen Zeit als der fest- schmidt: Der Meister Osterlöh bei Orenstein u. Koppel einer Kommission übertragen, der die Genossen Weise, Schulz, gesetzten Arbeitszeit zu arbeiten. Thatsächlich bilde denn auch belege die Arbeiter häufig mit Ausdrücken, die er bei Leist oder Schirmer, Ritter und Habermann angehören. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter| Unbem. Musikunterr.„ K." Postamt 79. ( Filiale Berlin 3.) 8 Ausserordentliche Mitglieder- Versammlung am Sonnabend, den 7. März, abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Liewald, Manteuffelstraße 46. Tages Ordnung: 1. Rassenbericht. 2. Aufstellung von Kandidaten zur Generalversamm lung. 3. Verschiedenes. Es ist Pflicht eines jeden Mitgliedes in dieser Bersammlung pünktlich [ 1166] Die Ortsverwaltung. zu erscheinen. Achtung! Kistenmacher. Achtung! Sonnabend, den 7. März, bei Joël, Andreasstraße 21: Gr. Wiener Maskenball. Billets à 50 Pf. sind bei allen Vorstandsmitgliedern sowie im Arbeitsnachweis, Wallnertheaterstraße 20, zu haben. 94 16 1 Gäste sehr willkommen. Sonnabend, den 7. März, in Köhler's Festsälen, Teltowerstr. 38: Grosser Wiener Maskenball Achtung! Achtung! Künstl. Zähne v. 3 M. an, Theilz. wöchentl. 1 M., wird abgeholt. Zahus ziehen, Bahureinigen, Nervtödten bei Bestellung umsonst. Gudret, Laufizerplatz 2, Elsasserstr. 12. 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Hirtel, 3 Tr. oder 2744b veranstaltet von Mitgliedern der Zentral- Krankenkasse Hofwohnungen Bimmer mit eigenem der Tischler".( Filiale C.) Bum Besten der Invaliden der Baffe. Während der Kaffeepause humoristische Vorträge. Billets sind in den Zahlstellen und bei den Komiteemitgliedern: Fritsch, Mittenwalderstr. 43 v. I; Kolbin, Alvenslebenstr. 10 v. II. zu haben. 182/7 Anfang 8 Uhr. Hackescher Markt 4, Ecke Neue Promenade J. Brünn, Das Komitee. Am Stadtbahnhof ,, Börse." Inventur- Ansverkauf! Korridor zum 1. April zu vermiethen Große Frankfurterstr. 48 ober 58. Berein der Einscher( Tischler) Berlins und Umgegend. Frankfurter Allee 1616 a am Sonntag, den 8. März, vormittags 11 Uhr, Nene Friedrichstr. 44: Ringbahnhof: Vorderwohnungen, 2-4 Bimmer, Bad 2c., Hinter- Wohnungen, 1 und 2 Stuben 2c. äußerst billig. Elegante Stallungen u. Remisen, große Lagerfeller. 936 General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Rollegen R. Millarg über: Der Bauschwindel und seine Beseitigung. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 4. Fragelaften. Der Arbeitsnachweis ftudet täglich abends von 8-9 Uhr und Sonntags von 10-11 Uhr vormittags Neue Friedrichstr. 44 statt. Magstr. 17 Stall. zur Molkerei, gr. Kellerei, auch z. jed. and. Zweck z. verm. Am Sonnabend, den 14. März, veranstaltet der Verein im Lokale des Ringbahnstr. 5, Wilmersdorf, direkt Herrn Keller, Koppenstr. 29, einen Wiener Maskenball, wozu jeder hiermit 59/10 Der Vorstand. am Bahnhof, 2 Stuben u. Küche 270 m., freundlichst eingeladen wird. 1 Stube und Küche 150 M. Achtung! 125b Stiftungsfelt Teppiche! Gardinen! Portièren! Stadthagen's Arbeiterredt des Centralvereins der Bureau- Angestellten Steppdecken! Leinenwaaren! Fertige Wäsche! zu aussergewöhnlich billigen Preisen. Kaufen Sie nicht bevor Sie sich nicht überzeugt haben, dass bei: mir die ,, billigste Bezugsquelle für Hüte" ist Herrenhüte, steif u. weich à 2,- 2,50 3,- 3,50 do. f. Haarfilz à 5,- 6,-7, Kinderhüte u. Konfirmandenhüte à 0,75 I, 1,25 1,50 1,75 2 2,50 Cylinderhüte à 4,- 6,- 7,50 9,- II, Lodenhüte, Reisehüte, Turnerhüte, weiche Damenhute und Mädchenhute etc. bei Oscar Arnold, Hut- Engroslager Dresdenerstr. 116 am Oranienplatz ( kein Laden). Controllmarken- Hüte sehr billig! Diese beziehe nachweislich nur aus der Genossenschafts- Hutfabrik, in Brachtband gebunden 3,50 m. liefert gegen Baar- oder Theilzahlung 4538b am Sonnabend, den 7. März im Schweizergarten, am Königsthor. Ludwig's Buchhandlung, Prolog, Festrede, Concert( Civil- Berufsmufiter), Theater, lebendes Bild, Ball. Anfang 9 Uhr. Entree: Herren einschl. Tanz 50 Pf., Damen 30 Pf. Der Vorstand. Grimmstr. 37. Arbeitsmarkt. Porzellanmaler, tüchtig im Decor., fof. verl. A. Hartmann, Krautstr. 14. Farbigmacher, tücht., verlangt Schulze, Wasserthorstr. 46. 1136 Grandirer u. Grundkocher such. Deutsch& Lachmann, Goldleiftenfabrit, Dresdenerstr. 97. 118b Ein Mädchen für Küche u. sonstige Arbeiten wird verl. im Lotal Richard Thate, Dresdenerstr. 110. 1226 4511 Verein Patentschutz", Berlin SW. 29, Mittenwalderstr. 26. Erwirkung, Erhaltung und Verwerthung von Patenten, Gebrauchsmusterschutz 2c. Mitglieder feden Berufes und Standes. Zweck des Vereins: Bewahrung seiner Mitglieder vor gewissenloser Ausbeutung, billige Ausarbeitung und Einreichung für Inland und Ausland. Rath und Prüfung kostenlos. Minderbemittelte Ausnahmepreise. Eigenes technisches Bureau. Eigenes chemisches Laboratorium. 64b Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter. Sonntag, den 8. März, vormittags 9, Uhr, Orts Krankenkasse der Buchbinder u. s. w. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß im Lokale des Herrn Julius Henke, Naunynstraße Nr. 27: der Jahresbericht pro 1895 erschienen Werkstatt- Delegirten- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn F. Hofmann über: Die Thätigkeit der WerkstattDelegirten in der Organisation. 2. Vereinsangelegenheiten. Beiträge werden entgegen genommen. Die Kollegen werden darauf merksam gemacht, daß der Vortrag um 10 Uhr beginnt. Um zahlreiche Betheiligung, auch der Mitglieder, ersucht 143| 19 Der Vorstand. ist und im Kaffenlotal Luisen- Ufer 11 ausgegeben wird. 25/11 H. Lindstädt, Rendant. Am 4. März entschlief nach langer auf- Krankheit der Buchdrucker Waldemar Seydell 117b Metallarbeiter! Sonntag, den 8. März, vormittags 10 Uhr, in Keller's Festsälen, Stoppenstr. 29: Oeffentl. Versammlung. Tages Ordnung: 1. Die gegenwärtigen Lohnbewegungen der Metallarbeiter. 2. Stellungnahme zum 1. Mai. 3. Wahl von Revisoren. 4. Wahl eines Delegirten zur Gewerkschaftskommission. im 25. Lebensjahre, tief betrauert von den Hinterbliebenen. Die Beerdigung Freitag, den 13. März 1896, abends 8½ Uhr, bei Louis Keller, findet am Sonntag Nachmittag 4 Uhr Koppenstraße 29( oberer Saal): von der Leichenhalle des Werder'schen Kollegen! Da ein geeignetes Lotal im Zentrum nicht zur Verfügung Kirchhofes, Bergmannstraße, aus statt. stand, findet diese Versammlung bei Keller, Roppenftr. 29, statt. Wir hoffen jedoch von allen Kollegen, daß dieselben für regen Besuch Sorge tragen Allen Verwandten, Freunden und werden, da die Versammlung wichtige Beschlüsse zu fassen hat. Der Vertrauensmann der Berliner Metallarbeiter. Bekannten die traurige Nachricht, daß 118/11 Otto Naether, N., Antlamerstraße 44. unser Bruder u. Schwager, der Bäcker Großer Vortrag über die Röntgen'schen X- Strahlen Entree 20 Pf. mit interesanten Experimenten. Entree 20 Pf. Bentral- Verband deutscher Maurer. Zahlstelle Berlin I( Buzzer). Carl Schmidt, Deutscher Metallarbeiter- Verband. Sonntag, den 8. März, vormittags 11 Uhr, in Cohn's Feßfälen, nach schwerem Leiden verstorben ist. Beuthstraße Nr. 20: Die Beerdigung findet Sonntag Nach4 von Leichenhalle Rixdorf. Mitglieder- Versammlung. martus- tirchhofs, Wilhelmsberg, statt. Sonntag, den 8. März, vorm. 11 Uhr, in den ViktoriaTages- Ordnung: 1. Unsere Stellung zur bevorstehenden Saison und das Verhalten einzelner Kolonnen den Kollegen gegenüber. 2. Verbandsangelegenheiten und Erfahwahl eines Kommissionsmitgliedes für den Südosten. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen bittet 134/14 Der Bevollmächtigte. NB. Die Kommiffionsmitglieder werden ersucht, Sonntag, vormittags 9/2 Uhr, bei Kleber, Seydel- und Alte Jakobstraßen Ecke, pünktlich zu erscheinen. Verein der Bauanschläger Berlins und Umgegend. Um stilles Beileid bitten 1126 Die Hinterbliebenen. Für innige Theilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes Emil Struk sage ich allen Kollegen u. Verwandten meinen tiefgefühlten Dank. 45362 Ww. Strutz nebst Kindern. Sälen( fleiner Saal), Hermannstr. 49: Versammlung. Tages Ordnung: 121/5 1. Vortrag. 2. Diskussion über den diesjährigen Gewerkschafts- Kongres und Wahl eines Kandidaten zur Delegirten- Wahl. 3. Anschluß der Rixdorfer Verwaltungsstelle an Berlin. 4. Wahl eines Bibliothekars. 5. Verschiedenes und Verbandsangelegenheiten. Die Ortsverwaltung. Achtung! Gäste willkommen. S Allen Genossen u. Bekannten Achtung! 124b Bier- u. Destillations- Lokal. Feilenhauer und Berufsg.! Max Schayer, Sonntag, 8. Märt, vorm. 10% Uhr, bei Buske, Grenadierstr. 33: Reichenbergerstr. 54, Ecke Lausigerstr. Versammlung. I Tages- Ordnung: Sonnabend, den 7. März, abends 82 Uhr, bei Scheps, Oeffentliche Versammlung. Große Zimmer( 40-60 Personen) für Gerichtstr. 10( Hochplah): Kaffen 2c. zu haben. Fernspr.- Anschl. 1. Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Abrechnung des Vergnügungskomitees. Stimmbegabte Herren und 3. Wahl des Vergnügungskomitee, der Kontrolleure und Festseßung der Vergnügen 1896/97. 4. Statutenberathung. 5. Verschiedenes und Fragekasten. 33/19 Der Vorkand. Allg. Kranken- u. Sterbekasse der Metallarbeiter ( E. H. 29, Hamburg). Filiale Berlin VI. Sonnabend, den 7. März, abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Marten, Adterstraße 123( Gartensaal): Damen 1146 werden aufgenommen im Gesangverein ( gem. Chor) Jugendlust jeden Freitag v. 9-11 b. Rudolph, Grüner Weg 20. Wer hilft? Morigplatz, Gefuche, Eingaben, Briefe Das Rechtsbureau Prinzenstr. 91, it. jurist. Rath nur 1,50 M. 1156 Außerordendil. Mitglieder- Versammlung. Für Restaurateure! fälen u. 3 gr. Regelbahnen, ist umständeEin flottgehendes Klubhaus mit FestTages Ordnung: %. 1. Statutenberathung. 2. Aufstellung der Kandidaten zur diesjährigen General Bersammlung. 3. Wahl von vier Beisitzern. 4. Verschiedene Kaffenangelegenheiten. NB. Die Bahlstelle in der Brunnenstraße bleibt an diesem Abend geschlossen. 1193 Beiträge werden in der Versammlung entgegen genommen. Die Ortsverwaltung. Allg. Kranken- u. Sterbekasse der Metallarbeiter ( E. H. 29, Hamburg). Filiale Berlin VII. Sonntag, den 8. März, vormittags 10 Uhr, im Lokale des Herrn Scheps, Gerichtstraße 10: Große Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 119 1. Kaffenbericht. 2. Geschäftsbericht. 3. Aufstellung des resp. der Kandidaten Tages Ordnung: K Die Arbeitsniederlegung in den Feilenfabriken der Firma Mägdefrau- Berlin, Gerichtstrasse und Pankow. Sämmtliche Feilenhauer und Berufsgenossen werden ersucht, in dieser Versammlung zu erscheinen. Der Einberufer. 113/4 Fachverein der Klempner Berlins und Umgegend. 89| 15 Sonntag, den 8. März, vorm. 10 Uhr, bei Brochnow, Sebastianstr. 39: Versammlung. THE Tages Ordnung: halber an einen tüchtigen Restaurateur stellen wir uns zu den Forderungen, die am 27. Februar in öffentlicher Ver1. Was lehrt uns die jetzige Bewegung unter den Klempnern? 2. Wie zu vermiethen. Die Einrichtung muß fammlung bekannt gegeben und beschlossen wurden? 3. Verschiedenes und übernommen werden. Meldungen bei Aufnahme neuer Mitglieder. Reich, Gr. Frankfurterstraße 43. B Die weltbekannte Bettfedern- Fabrik Gustav Lustig, Berlin S., Prinzenstr. 46, versendet gegen Nachnahme( nicht unter 10 M.) garant. neue vorzügl. füllenbe Bettfebern, b. Pfb. 55 Bf.. Halbbaunenb. Bfb. m. 1,25. h. weiße Salbdaunen, d. pfb. M. 1,75, borzügliche Dauneu, b. fb. M. 2,85. Bon diefen Daunen genügen 3 Pfund zum größten Dberbett. Berpadung wird nicht berechnet. Emaillirte Milchkübel, zur diesjährigen General- Versammlung. 4. Wahl der Beisitzer zum Wahl- Kannen und Gemaß fertigt 44829* fomitee. 5. Verschiedenes.. Zahlreiches Erscheinen erwünscht. Achtung! Die Ortsverwaltung. Achtung! Möbelpolirer. Nachstehende Werkstellen haben unsere Forderungen noch nicht bewilligt: Mathuse, Admiralstraße 18. Gänicke( Briz), Bürgerstraße 16. Unfrau, * Gäste haben Zutritt. Ganz besonders sind die Werkstatt- Vertrauenss Der Vorstand. follegen hierzu eingeladen. Zimmerer Berlins und Umgegend. Sonntag, den 8. März, vormittags 10%, Uhr, im Lokale von Boltz, Alte Jakobstr. 75( oberer Saal): Große Versammlung Otto Linduer, Gartenſtr. 158.! des Zentralverbandes deutscher Zimmerlente( Zahlft. Berlin). Täglich, auch Sonntags vormi. von 7-9 Uhr: 40412* Tages Ordnung: B 1. Unsere Lohnbewegung. 2. Neuwahl sämmtlicher Bezirkskassirer. Erscheinen der Mitglieder aus den miliegenden Zahlstellen ist noth Verkauf von gefochtem 3. Wahl der Delegirten zum Provinzial- Verbandstage. Rind- u. Schweinefleischwendig. Neue Mitglieder werden in der Versammlung aufgenommen. Der Vorstand. à 30-40 Pf. per Pfd. NB. Die Bibliothek ist an diesem Tage geöffnet; sämmtliche Rückenfett 45 Pf. per Pfd. D. O. ausgegebenen Bücher sind mitzubringen. Central- Viehhof. ophastoff Stoppa Brunnenstr. 98. Lucat u. Weiffelberg, Cuvryftr. 46. Krüger u. Comp., Gifen Verwaltung der Kochanstalt bahnstr. 36 b. Fischer, Forsterftr. 4. Salzmann, Frankfurter Allee 143. Bolle, Gerichtsstr. 72. Unger, Königsbergerstr. 7. Herford, Heinersdorfer Weg 3. Gerstenforn, Grüner Weg 105. Werner, Langeftr. 91. Rose, Manteuffelstr. 57. Quizau, Maibachufer 3. Laborentz( Rigdorf), Knesebeckstraße. Ilgen ( Weißensee), Prenzlauer Allee 12. P. Hyan, Rüdersdorferstr. 47. Baumgart( Weißensee), Charlottenstr. 81. Rösener, Weinstraße 6. Berendt, Wienerstr. 31. Kienow, Wollinerstr. 27 a. Görschner, Wienerstr. 44. Seibel, Wienerstr. 57a. Fischer, Gr. Frankfurterstr. 123. Völkel, Königsbergerstr. 30. Anders, Königsbergerstr. 29. Tirolf, Langestr. 35. Schon, Mariannenstr. 31/32. Schneider, Reichenbergerstr. 125. Cochi, Bacigalupo Graffigna, Schönhauser Allee 78. Freienstein( Weißensee), Königs- Chaussee 65. Frister u. Roßmann, Staligerstr. 134/135. Reste in Rizo, Damast, Crêpe, Phantasie, Gobelin und lüsch spottbillig! Proben franko! in allen Qualitäten zu Berlin S., 254/17 Verband d. Banarbeiter ( Zahlstelle Berlin). und Berufsgenollen Deutschlands Sonntag, den 8. März, vormittags 11 Uhr, im Etablissement Süd- Ost, Waldemarstr. 75: Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Konsum- und Produktivgenossenschaften. Ref. Gen. Fr. Hofmann. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Läuferstoffe Fabrikpreisen. 147/15 Emil Lefèvre, Oranienstraße 32/10 Die Kollegen werden ersucht, obige Werkstellen zu beachten! Sonntag, den 8. März, vorm. 10 Uhr, bei Keller, Koppenstraße 29: 158. Große öffentliche Versammlung. Rohtabak. Zages Ordnung: 1. Wie stellen sich die Kollegen zur Aufhebung des Streiks? 2. Wahl von Revisoren. 3. Verlesung derjenigen Werkstellen, in denen die Kollegen den Streikfonds vergessen haben. 4. Verschiedenes. Die Kollegen, welche Listen entnommen haben, werden gebeten, dieselben Die Kommission. abzurechnen. Stellmacher. Am Sonntag, den 3. März, vormittags 9 Uhr, im Lokale von Nieft, Weberstraße 17: Große öffentl. Versammlung. Tages Ordnung: 159| 10 1. Berichterstattung der Lohnkommission und weitere Beschlußfassung. Grösste Auswahl! Billigste Preise. Sämmtliche Fabrikations- Utensilien. Heinrich Franck, Nr. 185, Brunnenstraße Nr. 185. Milchkübel, Kannen, Satten, Dezimal- u. Tafelwagen Jordan, Kleine Markus-Straße Nr. 28 zu Bezügen ausreichend Wegen der Wichtigkeit der Tages- Ordnung ersucht um pünktliches on heftel scheinen 2. Diskussion. Die Lohnkommission. Achtung! Schäftebranche! in Phantafe, Rips, Damast, Crêpe, Gobelin, Moquette und Plüsch sowie Satteltaschen spottbillig. Fabrik, J. Adler TeppichSonnabend, den 7. d. M., abends 9 Uhr, findet im Lokale Spandauerstraße 30 Rosenthalerstr. 57: Versammlung mit Vortrag#tatt. Zahlreiches Erscheinen erforderlich. NB. Billets zum Maskenball sind daselbst zu haben. Der Vorstand. gegenüber dem Rathhause. 173/17 Reichillustr. Preisliste gratis u. franko Gäste willkommen. Neue Mitglieder werden dort aufgenommen. Die Ortsverwaltung. Tischler- Derein. Sonnabend, den 7. März, abends 9 Uhr, Melchiorftr. 15; Versammlung. Zages Ordnung: E Die Pflege der Augen" 1. Vortrag des Herrn Dr. Wurm über: mit Demonstrationen. 2. Abrechnung vom diesjährigen Maskenball und Vereinsangelegenheiten. Damen und Gäste haben Zutritt. Die Mitglieder werden auf§ 3 des Statuts aufmerksam gemacht. 129/1 Achtung! Der Vorstand. Steinarbeiter Berlins u. Umgegend. Freitag, den 6. März, abends 72 Uhr, Alexanderstr. 270 ( Englischer Garten): 207/1 Große Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Berichterstattung über die Verhandlungen der streikenden Kollegen in Bunzlau und den umliegenden Brüchen und Beschlußfassung. 2. Verschiedenes. Der Vertrauensmann. Liter- Flasche 80 Pf., 90 Pf., 1 Mark mit Fl., Korn( verschied. gemischt) Str. 45 Pf. ohne Fl., Nordhäuser 33b Liköre, Cognac, Rum, Ung arweine 2c. Carl Schindler, Chausseestr. 55. Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Berlag von May Bading in Berlin. 3. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 56. gehalten bei der Berathung des Rede des Genossen Singer, Etats pro 1896/97 in der Stadtverordneten Versammlung. Meine Herren, in der ersten Berathung des Etats, iverde ich die einzelnen Posten, die aus dem Etat ersichtlich sind, Ihnen hier nicht vortragen. Ich bin eher der Meinung, daß es richtig ist, daß die Stadtverordneten- Versammlung, bevor sie in die Berathung des Etats eintritt, ähnlich, wie der Etat es selbst macht, eine Bilanz über das, was in der städtischen Verwaltung geschieht, wie über das, was nicht geschieht, aufzustellen hat. Ich werde mir deshalb erlauben, eine Reihe von Gesichtspunkten zu erörtern, die in den Vorträgen der Herren Vorredner nicht zum Ausdruck gekommen sind. Ich habe deshalb auch keinen Anlaß, wie der Vorredner zu klagen, daß die Herren mir das Material vorweg genommen haben. Freitag, den 6. März 1896. 13. Jahrg. Gesundheit der Kinder mit Uebelständen verknüpft ist, liegt auf| entgeltlichen Desinfektion. Es ist mir überhaupt zweifelhaft, ob der Hand, und die Schulverwaltung könnte dagegen Fürsorge diese Anstalten so eingerichtet sind, sei es ihrer Größe nach, sei treffen in der Weise, daß wenigstens ein Zimmer in der Schule es ihrem Personal nach, daß sie die Anforderungen, die man an geöffnet ist, um den Kindern den Aufenthalt auf der Straße zu fie ftellt, erfüllen können. Wenn wir uns den Bericht der Verersparen. waltung, der diese Anstalten unterliegen auch merkwürdigerweise Eine wichtige Frage, die in hygienischer Beziehung außer wieder die Armendireftion, Abtheilung für Arbeitshaus, an ordentlich bedeutungsvoll ist, ist die Frage, die hier auch schon sehen, so lesen wir, daß im Verwaltungsjahre etwa in 200 Fällen mehrfach behandelt worden ist, die vermehrte Reinigung der desinfizirt worden ist. Ja, meine Herren, ich bin Laie, Schulklassen. Die Gesellschaft für Gesundheitspflege bat neulich aber so viel weiß ich auch, daß das nicht im entfernteſten die eine Resolution gefaßt, worin die sachverständigen Herren es für Biffer ist, wo vermöge anfteckender Krankheiten in der Familie nothwendig erachten, daß jede Klasse mindestens täglich naß auf eine Desinfektion nothwendig gewesen wäre. gewischt wird, um die gesundheitsschädlichen Zustände, die sich unmöglich, daß die Abtheilung für das Obdach und das bei Nichtbefolgung dieser Vorschrift entwickeln können, zu verhindern. städtische Arbeitshaus diese großen Aufgaben übernimmt. Auch Ich hoffe, daß es nicht mehr zu lange dauert, daß im Magistrat diese da muß durch ein städtisches Gesundheitsamt eine Organisation Auffassung zur Geltung fommt. geschaffen werden, die sachverständig ist und der die Mittel zur Verfügung gestellt werden müssen, um die großen Gefahren nach Möglichkeit von unserer Stadt fernzuhalten. Es ist ganz Meine Herren, bei dem Schulwesen habe ich einer Frage Erwähnung zu thun, die durch unfern Etat uns nahe gelegt wird. Die Vorlage des Magistrats klagt darüber, daß infolge der Abänderung Meine Herren, noch mehr als die eben angeregten Fragen Ich möchte zunächst dem Herrn Kämmerer gegenüber das Be- der Gewerbe- Ordnung von 1891 für das Fortbildungs- Schulwesen ein erscheint mir als ein Mangel unserer Stadt, der im Vergleich dauern aussprechen, daß wir den Etat diesmal später bekommen haben gewisser Rückgang zu verzeichnen sei, und theilt mit, daß eine Reihe mit anderen Städten Berlin auch nicht zum Vortheil gereicht, als im vorigen Jahre. Es herrscht seit einer Reihe von Jahren von Sonntagskursen haben eingezogen werden müssen infolge der das Fehlen der sozialen Fürsorge, die nach meiner Ueberzeugung Klage darüber, daß durch die späte Herübergabe des Etats die Bestimmung, die für den Sonntagsunterricht in der Fortbildungs- nothwendig ist, um so nothwendiger, je größer die Stadt ist. Etatsberathungen der Versammlung dadurch beeinträchtigt wer- schule gegeben ist. Meine Herren, so werthvoll ich den Fortbildungs- Meine Herren, es hat etwas Beschämendes für denjenigen, der den, daß wir nun, um zum bestimmten Termin mit dem Etat schulunterricht halte, und so sehr ich bemüht bin, nach allen Kräften die Erscheinungen auf diesem Gebiete aufmerksam verfolgt, wenn fertig zu werden, die Berathungen außerordentlich beschleunigen dafür zu sorgen, daß diesem Fortbildungsschulunterricht mög- er sowohl mit dem Auslande, als mit einer Reihe von Städten müssen. Erfreulicherweise ist das im vorigen Jahre ge- lichste Ausdehnung gegeben wird, so wenig bin ich in der Lage, des Inlandes Vergleiche darüber anstellt, was in dieser Beändert worden; aber ich fürchte, wenn wir nicht heute die Ge- diesen Umstand zu bedauern, weil ich ihn als einen Stimulus ziehung in Berlin geschaffen ist und wie es nach der Richtung Legenheit benutzen, um den Magistrat zu ersuchen, diese ver- dafür ansehe, daß endlich der Antrag, den wir wiederholt hier hin wo anders aussieht. spätete Herübergabe des Etats wirklich nur als eine Ausnahme eingebracht haben, zur Annahme gelangt, nämlich, von dem Recht Meine Herren, ich freue mich, in einem Punkte mit dem Herrn und als etwas einmalig Vorkommendes zu betrachten, daß wir des§ 120 der Gewerbe- Ordnung Gebrauch zu machen und durch Kollegen Kalisch übereinstimmen zu können, nämlich in der Andann in dieselbe Situation wieder kommen, und das würde ich Ortsstatut zu bestimmen, daß die Arbeitgeber verpflichtet werden, erkennung, die er der Thätigkeit des hiesigen Gewerbegerichts aus für sehr bedauerlich halten. Ich darf dreift behaupten, daß es ihren Arbeitern unter 18 Jahren die nothwendige Beit zum gesprochen hat. Ich bin auch mit ihm der Meinung, daß unser nicht nöthig ist, daß der Etat so spät an die Versammlung Fortbildungsschulunterricht in der Woche frei zu geben. Wenn Gewerbegericht die sozialpolitische Aufgabe, zu deren Erfüllung tommt. Soll die Versammlung ihre Pflicht bei der Etatsberathung der Fortfall des Sonntagsschulunterrichts diese Folge haben es gegründet ist, erfaßt hat, und ich darf es uns ſpeziell zur so erfüllen, wie sie es muß, dann muß sie Zeit zur Berathung sollte, würde ich sehr erfreut sein, und bei dem Intereffe, Ghre anrechnen, daß wir die ersten waren, die hier in der Stadthaben, und wir werden an den Herrn Kämmerer die Bitte welches auch hier die Stadt dem Fortbildungs- Schulunterricht verordneten- Versammlung den Antrag gestellt haben auf Gr= richten müssen, dafür zu sorgen, daß die Versammlung spätestens und dem gewerblichen Unterricht widmet, glaube ich, hoffen zu richtung des Gewerbegerichts. eine Verpflichtung, der ja die zu Anfang Februar in den Besitz des Etats tomme. dürfen, daß diefe von der Etatsvorlage des Magistrats als Stadt Berlin erst nachgekommen ist, als sie durch das ReichsMeine Herren, die Ansicht, die der Herr Kämmerer in bezug schlimm gefundene Sachlage dazu führen wird, diejenigen Ein- gefeß dazu gezwungen wurde, während andere Städte, Leipzig auf die Bauplatzsteuer ausgesprochen hat, kann ich im großen richtungen zu treffen, die getroffen werden müssen, wenn der und süddeutsche Städte, diese Einrichtung schon längst gehabt und ganzen, soweit es sich um das fattische Ergebniß handelt, Fortbildungs- Schulunterricht überhaupt Wirksamkeit haben soll. haben, ehe Berlin fich bewußt geworden ist, daß es theilen. Ich bin auch der Meinung, daß bei der Unsicherheit, Ich möchte die Schulverwaltung, der ja auch dieses Gebiet auch ein Gewerbegericht haben muß.( Buruf.) Herr Kollege, die augenblicklich über diefer Steuer schwebt, es vielleicht richtig unterliegt, bitten, nach der Richtung hin möglichst zeitig mit sehen Sie, bitte, die Aften nach; Sie werden sich daraus ist, mit der Einziehung der Bauplatzsteuer so lange zu warten, organisatorischen Vorbereitungen voranzugehen. überzeugen, daß ich nicht nöthig habe, auch nur ein Wort von bis auf grund einer Judikatur die Rechtsgrundsätze, nach Meine Herren, das große Gebiet der Gesundheitspflege, dem, was ich gesagt habe, zurückzunehmen. Denen diese Steuer erhoben wird festgestellt find. welches für die Wohlfahrt unserer Stadt von enormem Interesse Die Thätigkeit, meine Herren, der auch wir Anerkennung Aber, meine Herren, es hätte zur Vertheidigung dieses ist, wird nach meiner Ueberzeugung viel zu wenig beachtet. Ich zollen, beweist aber aufs neue, wie nothwendig auch nach dieser Antrags des Magistrats nicht des, wie soll ich sagen, sentimen- will nur jetzt eins herausgreifen. Wir lassen uns auf dem Gebiet Richtung die Errichtung einer Stelle ist, die zentralisirend das talen Bedauerns bedurft, dem auch der Herr Kämmerer gewisser- der Gesundheitspflege durch kleinere Städte überflügeln. Wir ganze Gebiet der sozialen Fürsorge für die arbeitenden Klassen maßen Ausdruck gegeben hat, und das sofort ein Echo bei einem haben wiederholt hier den Antrag gestellt, man möge Schulärzte ihrer Thätigkeit unterzieht. Meine Herren, heute haben wir die der Herren Vorrebner gefunden hat. Meine Herren, ich stehe anstellen, um den Gesundheitszustand der Schulkinder unter Gewerbedeputation; sie ist das einzige Organ, das in der Stadt heute nach wie vor auf dem Standpunkte, daß die Bauplatzsteuer dauernder Kontrolle zu haben. Meine Herren, fleine Städte Berlin dafür existirt. Ich will in diesem Augenblick die Sache an sich eine durchaus gesunde und gerechte Kommunalsteuer ist; wie Offenbach und Wiesbaden haben sich dieser Verpflichtung nicht zu weit ausspinnen; wer sich aber der Thätigkeit nicht und wenn es uns gelingt, die wüste Spekulation einzudämmen, nicht entzogen. Wie nothwendig die Einführung von Schul- der Gewerbedeputation, das wäre unrecht, das zu sagen, aber die sich an den Umstand knüpft, daß, wenn jemand im Besitze ärzten auch bei uns ist, ersehen die Herren, wenn sie sich den der Thätigkeit eines Mitgliedes der Gewerbedeputation, des eines Terrains ist, er es nur ein paar Jahre liegen zu lassen Bericht unferer Waisenverwaltung durchsehen, der außerordentlich Magistratskommissars für die Orts- und Krankenkassen Berbraucht, um einen Mehrwerth zu erzielen, wenn wir dieses instruktiv dafür ist, daß es unbedingt nothwendig ist, die Schul- lins erinnert, der weiß, daß die Gewerbedeputation wirklich durch die Bauplatzsteuer beschränken, so thun wir etwas tinder in bezug auf ihren Gesundheitszustand ich erinnere nicht das Organ ist, dem man mit rubigem Gewissen die Ver Gutes im Interesse der Bürgerschaft und der gesammten namentlich an die Kurzsichtigkeit- dauernd unter Kontrolle zu tretung dieser Interessen für die übergroße Anzahl unserer MitBevölkerung. Für das Geklage über die Belastung des Grund- haben und Einrichtungen zu treffen, um Zustände zu verhindern, bürger anvertrauen sollte. Ich bemerke dies im Hinblick auf die besizers habe ich gar nicht das Maß von Entgegenkommen, wie die dem späteren Fortkommen unserer Gemeindeschüler außer Kontroversen, die in bezug auf die freie Arztwahl sich ent es in vielen Kreisen dieser Versammlung zum Ausdruck kommt, ordentlich schädlich sein können. sponnen haben, wo allerdings der Magiftratskommissar eine - allerdings nicht verwunderlich, denn die Hälfte der MitStellung eingenommen hat, die schon um deswillen nicht als glieder dieser Versammlung besteht ja aus Grundbesitzern, und richtig bezeichnet werden fann, weil es das Naturgemäße ist, den es hieße Uebermenschliches verlangen, wenn man erwarten wollte, Orts- und Betriebskranken die Wahl derjenigen Aerzte zu überdaß der Grundbesitz gegen seine materiellen Interessen gerichtete laffen, zu denen sie das Vertrauen haben, sich von ihnen beSteuern gutheißt. handeln zu lassen. Die Ausführungen, die die Herren Redner der Versammlung im einzelnen gemacht haben, geben mir keine Veranlassung, darauf einzugehen, abgesehen von einigen Punkten, auf die ich noch im Laufe meiner Ausführungen zurückkommen werde. Ich sagte vorher, man soll auch bei der Etatsberathung an das denken, was nicht geschehen ist. Das führt mich auf ein Gebiet, welches sich ja der Fürsorge aller Herren in der Versammlung und im Magistrat erfreut: das ist das Gebiet der Schulen, auf dem aber, wie ich glaube, doch noch außerordentlich viel zu thun übrig bleibt ohne damit die günstigen Leistungen unserer städtischen Schulen in Zweifel zu ziehen. Meine Herren, es wurde vorher von einem Schmerzensfind dieser Versammlung gesprochen. Ich komme dabei auf ein Schmerzenskind meiner Freunde, auf den Antrag, den wir wiederholt gestellt haben, der der Unentgeltlichkeit der Lehrmittel. Dafür sind im Etat 40 000 m. angesetzt; verbraucht sind, wenn ich nicht irre, etwa 32 000 M. Man tönnte vielleicht aus diesem Umstande schließen, daß die Summe ausreichend sei, daß man also über die Sache hinweggehen tönne. Ganz abgesehen davon aber muß ich mich prinzipiell da gegen aussprechen, daß diese Summe unter dem Rubrum ,, Schulmittel für bedürftige Kinder" geführt wird. Und vor allen Dingen fann der Vortheil, der in der Unentgeltlichkeit der Schulmittel liegt, nicht zum Ausdruck tommen, wenn nicht der Modus, nach dem die Lehrmittel vertheilt werden, verändert wird. Heute werden die Lehrmittel vertheilt nach einer Untersuchung durch die Bezirks- Schulkommissionen. Ohne daß diese Untersuchung durch die Schulkommission die Folgen hat, daß die Hergabe der Lehrmittel als eine Unterstüßung aus öffentlichen Mitteln angesehen wird, ist doch die Thatsache, daß die Verhältnisse der Eltern erst untersucht werden, ein Umstand, der eine ganze Menge Leute, In einem Bezirk wurde eine Diphtheritis- Epidemie, gekommen ist, erweckt fast den Anschein, als ob man im Madie es sehr gern sehen würden, und deren Verhältnissen es welche im Winter 1894/95 zahlreiche Opfer forderte, durch giftrat in den einzelnen Verwaltungen, namentlich der Baudurchaus angemessen erscheinen möchte, ihnen die Lehrmittel zu das enge Zusammenwohnen sehr begünstigt; dieselbe ist verwaltung, überhaupt prinzipiell der Ansicht sei, daß es nützlich liefern, davon zurückhält, sich der Unannehmlichkeit auszusetzen, allerdings inzwischen erloschen. Dank dem Umstand, daß wäre, wenn die Stadt nach Möglichkeit die Versicherungspflicht von Leuten, die in ihrem Bezirk wohnen, mit denen sie sonst der größte Theil der Kinder behufs der Serumtherapie, dadurch von sich abwälzte, daß man Privatunternehmer in die ab und zu Verkehr haben, ihre Verhältnisse untersuchen zu lassen, gemäß Anweisung der Armendirektion, gleich am ersten Stelle setzt, an der früher die städtische Verwaltung selbst ge= ob sie der Wohlthat der unentgeltlichen Lehrmittel bedürftig Tage dem Krankenhause überwiesen wurde. standen hat. Mir ist ein Vorfall zur Kenntniß gekommen, der Meine Herren, diese sind. Wenn man sich nicht dazu aufraffen kann, die Lehrmittel ich möchte sagen in ihrem trockenen die sogenannten Straßenwalzen, die zur Planirung der Wege als ein Rorrelat des unentgeltlichen Gemeindeschulunterrichts Bureaustil um so erschütternderen Mittheilungen sprechen natürlich und Chauffeen benutzt werden, betrifft. Es wird behauptet, daß, zu liefern, dann sollte man doch wenigstens dem Lehrer- nur von dem, was sich den Armenärzten in ihrer Armenpraxis während früher die Dampfwalzen in städtischer Verwaltung unter kollegium oder dem Rettor die Entscheidung darüber überlassen, zeigt. Daß aber ähnliche Verhältnisse in vielen, vielen Fällen städtischer Aufsicht betrieben worden sind, in der letzten Zeit diese welches Kind mit unentgeltlichen Lehrmitteln auszustatten ist, in unserer Stadt auch noch vorkommen, darüber wird bei feinem Walzen an Privatunternehmer vergeben find, weil diese Behaup nicht aber den Apparat der Schulfommission in Anspruch nehmen, der Herren ein Zweifel obwalten; und ich meine, dieser Bericht tung wird gemacht; ob sie richtig ist, wird sich feststellen lassen- ein bei dem das Degradirende einer Untersuchung nicht zu ver- der Armenverwaltung spricht dringender, als irgend ein Redner Herr unserer Bauverwaltung geäußert habe, es empfehle fich meiden ist. es lönnte, dafür, endlich einmal die Forderung zu erfüllen, die dieser Modus, um dem etwaigen Risiko bei der Unfallversicherung Ich möchte bei dieser Gelegenheit noch ein anderes Moment im Intereffe der öffentlichen Wohlfahrt, der Hygiene gestellt werden aus dem Wege zu gehen. Ich halte das für einen großen Nebelzur Sprache bringen und die Schulverwaltung bitten, dafür zu muß, nämlich die Schaffung eines städtischen Gesundheitsamtes, stand; vielleicht werden wir im Etatsausschuß Gelegenheit haben, forgen, einem Uebelstande abzuhelfen, der im Winter von ziemlich von dem aus alle die Fragen ressortiren, die sowohl die authentische Aufklärungen über diesen Fall zu bekommen. Auch großer Bedeutung ist. Unsere Schulen werden jeyt um 8/48 Uhr Wohnungsfrage als die Lebensbedingungen und was dahin fällt, finanziell hat es eine außerordentliche Wirkung, falls es sich be= geöffnet. Mer aber durch seine Geschäfte oder durch den betreffen. So lange Sie nicht diese große Zentralisation schaffen wahrheitet, weil in diesem Falle, wie mir mitgetheilt worden ist, Wunsch, diese Dinge aus eigener Anschauung kennen zu und im Interesse der öffentlichen Gefundheitspflege einen Brenn- der Arbeiter unter der städtischen Verwaltung mit 40 Pf. ent lernen, in den Frühstunden des Winters vor die Gemeinde- punkt etabliren, von dem aus alle Maßnahmen vorgeschlagen und lohnt worden ist, der Unternehmer dagegen, dem die Sache schulen sich begiebt, findet, daß eine Menge Kinder vor geleitet werden, so lange werden Sie die in dem Bericht der übergeben ist, pro Stunde 1 M. berechnet. Meine Herren, Sie der Schule warten bis zu dem Zeitpunkt, wo das Thor geöffnet Armendirektion geschilderten Erscheinungen nicht aus der Welt sehen, daß die Sache auch finanziell von der weitgehendsten Bes wird. Die Thatsache, daß eine Anzahl Kinder früher zur schaffen können, und die eine eminente Gefahr für die Gesund- deutung wäre. Schule tommt, rührt von der sozialen Lage her, in der sich die heit der Stadt, nicht nur für die Armen und Kranken, sondern Eltern vielfach befinden; der Bater muß früh an die Arbeit, die durch Berührung mit diesen Personen auch für die gesammte Mutter ist vielfach außer dem Hause beschäftigt, die Kinder Bürgerschaft, für die gesammte Stadt bilden. werden frühzeitig aus dem Hause geschickt, und so mag es Es liegt ja nahe, daß ich bei dieser Gelegenheit ebenfalls kommen, daß viele Kinder sich früher vor dem Schulhause ver- auf einen Vorschlag zurückkomme, der auch von uns bereits sammeln, als es nothwendig wäre. Daß das im Winter für die häufig ventilirt worden ist, nämlich auf das Verlangen der unAber wir leben in Berlin in bezug auf die städtische Gesundheitspflege in ganz eigenthümlichen Verhältnissen, nämlich in dem Verhältniß, daß dieses überaus wichtige Reffort so nebenbei von der Armendirektion ressortirt. Ich bitte um die Erlaubniß, nur einen Sah aus dem Bericht der Armenverwaltung vorlesen zu dürfen, aus dem klar hervorgeht, welche unendlichen Aufgaben Es ist aber nicht diese Frage allein, die die Errichtung eines auf diefem Gebiete von der Stadt gar nicht berücksichtigt find. Arbeitsamtes nöthig macht. Wir müssen ein Arbeitsamt haben, Denn naturgemäß beschäftigt fich die Armendirektion doch nur um die Regelung des Arbeitsnachweises in gerechter Weise für mit den Leuten, die ihrem Reffort unterstehen. Der Bericht der die ganze Stadt vorzunehmen, und ich möchte wünschen, Armendirektion vom 1. April 1894 bis 1. April 1895 spricht sich daß der Zeitpunkt nabe ist, wo der Magistrat von seiner Aufdarüber folgendermaßen aus: Nachdem mitgetheilt wird, daß fassung abtommt, daß er seine Pflicht in dieser Richtung erfüllt, gegen früher verbesserte Einrichtungen zur Erforschung der Ver- indem er irgend einem Privatverein 5000 oder 10 000 M. Beihältnisse der Armentranten geschaffen sind, heißt es: trag giebt. Das ist eine Aufgabe, die die Stadt selbst zu erUeber die hygienischen Verhältnisse der Wohnungen füllen hat, und sie muß sie um so mehr erfüllen, als sie auch in wird in den Berichten mehrfach geklagt, so 3. B. im ihrem finanziellen Interesse liegt. Denn je mehr Einrichtungen 1. Medizinalbezirk( Altstadt) über alte übervölferte Sie schaffen, je besser Sie den Arbeitsnachweis regeln, desto Häuser, mehrfach Familienhäuser, namentlich wird mehr machen Sie auch die Arbeitslosen wieder steuerfähig; Sie eine ehemalige Kaserne und ein Waisenhaus erhalten sie bei der Arbeit und schüßen sie davor, der öffentnamhaft gemacht; ferner wird geklagt über feuchte, lichen Armenpflege zur Last zu fallen; Sie entlasten also die dumpfige Keller im 29.( Breslauer, Fruchtstraße), 38 öffentliche Armenpflege durch Einrichtungen, die geeignet sind, ( wo eine Kellerwohnung als menschenunwürdig polizeilich in vernünftiger Weise die Thätigkeit auf diesem Gebiete zu geschlossen wurde), 39.( Grenadier-, Auguftstraße), regeln. 58.( Wedding und Gesundbrunnen), 73.( Bernauer, Dann, meine Herren, ein weiterer, außerordentlich fühlbarer Strelitzerstraße u. s. w.) Medizinalbezirk. Die Beschaffen- Mangel ist die geringe Fürsorge, die nach meiner Meinung die heit der Wohnungen, heißt es in letzterem Bericht, läßt Stadt den städtischen Arbeitern, die direkt oder indirekt, sei es viel zu wünschen übrig; es ist nichts Seltenes, daß auf im eigenen städtischen Betriebe oder bei Unternehmern, die von einem Korridor vier bis fünf Parteien mit ihren der Stadt beschäftigt werden, in bezug auf die VersicherungsSchlafleuten wohnen; oft bestehen die Wohnungen Gefeßgebung angedeihen läßt. Unser Antrag, der neulich hier der Armenkranken aus einem Zimmer, in dem gewohnt, verhandelt worden ist, ist dem Magistrat mit dem Ersuchen übergeschlafen und gekocht wird, häufig von fünf bis sechs wiesen, die thatfächlichen Verhältnisse festzustellen, und es wird Personen. Ein anderer Uebelstand besteht vielfach darin, daß sich herausstellen, daß nicht wenige Arbeiter, die direkt oder für eine große Anzahl von Personen nur 2 bis 3 auf dem indirekt im städtischen Dienst beschäftigt find, der Vortheile Hof belegene Klosets vorhanden sind, der sich für die der Unfallversicherung entbehren." Auch in bezug auf die Armenkranken, denen es oft an dem nöthigen Warte- Alters- und Invaliditätsversicherung liegen schivere Mängel personal fehlt, besonders fühlbar macht. vor. Ja, meine Herren, ein Vorgang, der zu meiner Kenntniß Aber, meine Herren, ich meine, daß das Gebiet der sozialen Fürsorge, welches ein fo außerordentlich weites ist, viel mehr gefördert werden muß, als das heute der Fall ist. Meine Herren, Sie erinnern sich, daß wir es als eine Aufgabe der Stadt von jeber, folange wir in dieser Versammlung sind, bezeichnet haben, daß die Stadt da, wo sie als Arbeitgeber auftritt, wenigstens " die Verpflichtung anerkennt, daß den von der Stadt be-| sozialdemokratischen Föderation. Bei der Hauptwahl im vorigen hauptung. Der Staatsanwalt beantragte mit Rücksicht auf die schäftigten Unternehmern bestimmte Bedingungen vorgeschrieben Jahre hatte die Independent Labour Party ihr Mitglied P. R. Rohheit(!) und die Gefahr für die Schulkinder", welche das werden, sowohl in bezug auf den Lohn als die Arbeitszeit der Macdonald in Southampton aufgestellt, und, trotzdem die Föde- Bergehen des Angeklagten enthalte, drei Monate Gefängniß. Arbeiter. Auf diesem Gebiete muß ich leider konstatiren, daß ration denselben bekämpfte, 866 Stimmen für ihn erzielt. Das Der Gerichtshof erkannte auf einen Monat Gefängniß. eine Reihe anderer Städte Berlin weit überholt haben. Wie weit war noch nicht sehr viel, aber für die hiesigen Verhältnisse eine die Fürsorge auf diesem Gebiete von anderen Städten aufgefaßt präsentable Zahl, ein Achtung gebietender Anfang. Da stellt, wird, das können Sie aus dem Umstand ersehen, daß nicht etwa wie es bekannt wird, daß eine Nachwahl nöthig wird, die Föde Versammlungen. nur von sozialdemokratischen Schriftstellern, sondern auch aus bürger- ration, ohne sich mit der Independent Labour Party vorher zu lichen Parteien heraus die Anschauung vertreten wird, daß es verständigen, Gibson auf, um gegebenenfalls auch gegen Mac- Zu unserem Bericht der Versammlung der MöbelAufgabe der Städte sei, dafür zu sorgen, daß alles das, was ich donald zu fandidiren. Lekterer war vernünftig genug, unter polirer vom letzten Montag geht uns folgende Erklärung Ihnen vorgetragen habe, im Interesse der Arbeiter, so wie wir diesen Umständen vom Kampf zurückzutreten, aber die zu:" In der Montags- Versammlung der Möbelpolirer fordern, geregelt wird. Es heißt hier in einem mir vorliegenden Menschen müßten nicht Menschen sein, wenn danach die Mit- wurde nach Ihrem Bericht hervorgehoben, daß die Drechsler Bortrage: der Schuß gegenüber Arbeitslosigkeit der Arbeiter sei glieder der Independent Labour Party große Begeisterung für der Firma Hülsenbeck, Kroll u. Komp. sich dem erneuten die beste Armenunterstüßung; es sei sehr zu überlegen, ob nicht die Kandidatur Gibson entfaltet hätten. Sie werden sich wahr Drechsler haben dazu zu bemerken, daß die Forderungen der Ausstand der Tischler nicht angeschlossen hätten. Unterzeichnete den Submittenten ein Minimallohn und eine Maximal- fcheinlich der Stimme enthalten haben. Die Moral des ganzen Drechsler( verkürzte Arbeitszeit) gleich im Anfang des Streits arbeitszeit für ihre Arbeiter zur Pflicht gemacht Spiels liegt so klar auf der Hand, daß ich mir jede weitere Be- Drechsler( verkürzte Arbeitszeit) gleich im Anfang des Streits werden soll; man müsse sehr überlegen, bewilligt find. Ein weiteres Fortsetzen der Arbeit hat auf die Einrichtungen geschaffen werden müssen durch Hilfe der Städte, eine Niederlage erlitten, sondern der unsozialistische Sektengeist. Borwürfen der Kollegen über Unsolidarität aus dem Wege zu ob nicht merkung ersparen kann. Nicht der sozialistische Gedanke hat bewilligt sind. Ein weiteres Fortsetzen der Arbeit hat auf die Lohnbewegung der Tischler gar feinen Einfluß. Um aber allen die ihre Lieferungen nur unter Bedingungen vergeben, die die In Montrose wollte die dort vertretene Ind. Labour Arbeiter befähigen, in bessere Verhältnisse zu fommen. Party anfänglich Herrn Morley, der bekanntlich Gegner des gehen, haben wir beschlossen, während des Ausstandes der Tischler Meine Herren, daß auf diesem Gebiete bereits thatsächlich gesetzlichen Achtstundentages ist, einen Gegenkandidaten gegen die Arbeit ruhen zu lassen. Einrichtungen, wie wir sie wollen, in anderen Städten bestehen, überstellen, nach genauer Sondirung des Schlachtfeldes kam sie E. Hüttner. B. Langsieb. Zuttlich. darüber nur zwei ganz fleine Mittheilungen. Seit Mitte Januar aber zur Ueberzeugung, daß die zu erwartende Stimmenzahl das Die Filiale III der deutschen Schuhmacher hielt am 1894 ist in Amsterdam eine Einrichtung in fraft, wonach die Wahlresultat nicht ändern würde, und beschloß daher, für dies- 2. März ihre Mitgliederversammlung ab. Genoffe Kempf hielt flädtischen Unternehmer verpflichtet werden, ihren Arbeitern nicht mal lieber die Wahlkosten zu sparen und bis auf weiteres die einen interessanten, beifällig aufgenommenen Vortrag über geringere Löhne, als durch Vertrag mit der Stadt festgesetzt ist, Mittel lieber zum Ausbau der Organisation im Kreise zu ver. Pestalozzi und die Volksschule. Mit einem Appell des Vorzu zahlen, und wodurch die Marimalarbeitszeit für die Unterwenden. Kein heroischer aber nach Lage der Dinge wohl der sigenden an die Mitglieder um pünktlichere, regere Theilnahme nehmer festgestellt ist. vernünftigste Beschluß. Reine Zählkandidaturen bedeuten an den Vereinsversammlungen wurde die Versammlung ge= Meine Herren, der County Council in London, über deffen beim bestehenden Wahlgesetz meist herausgeworfene Arbeit schlossen. Einrichtungen ich Ihnen wiederholt Mittheilungen gemacht habe, und Kosten. Sie laffen die Partei meist als schwächer hat unter dem 4. Februar d. J. einen Beschluß gefaßt, den ich erscheinen als sie wirklich ist, weil der Zählkandidat gewöhnlich des Verbandes der Metallarbeiter, in der Kleinschmidt einen beiSchöneberg. Am 22. Februar tagte hier eine Versammlung Ihnen mit Erlaubniß des Herrn Vorstehers zur Kenntniß bringen nur die Stimmen der engeren Gesinnungsgenossen auf sich verfällig aufgenommenen Vortrag über den Nußen der Gewerk möchte, weil er ganz charakteristisch ist für die Auffassung, die einigt. Die große Maffe stimmt für denjenigen der um die fchaften hielt. Nach einer längeren Diskussion im Sinne des sich im Londoner Grafschaftsrath durchgerungen hat, daß es eine Majorität ringenden Kandidaten, dessen Programım ihren Wünschen Referats gelangte ein Antrag, der die Verschmelzung der Zahlfoziale Pflicht der großen Kommunen sei, Borrichtungen zu und Bestrebungen am nächsten kommt. Wo fast jeder äußere stelle mit der Berliner Filiale bezweckt, zur Berathung. Dem treffen, durch die die Millionen von Arbeitern in Verhältnisse Druck fehlt, kann das Gravitationsgesetz sich um so mehr geltend Einwand einiger Redner, die den Vortheil einer solchen Vertommen, die fie befähigen, menschenwürdig zu leben und sie machen. vor allen Dingen befähigen, ihre Pflicht als Bürger erfüllen zu Die Wahl John Morley's verstärkt im Lager der liberalen einigung in Zweifel zogen, schloß sich auch die Majorität der tönnen. Abgeordneten die gegen die Führerschaft Rosebery's anfämpfende Versammlung an und lehnte den Antrag ab. Richtung und es ist angekündigt worden, daß Sir William Harcourt nach erfolgter Wahl Morley's entgiltig erklären werde, daß er es ablehne, noch fürderhin Rosebery als Parteiführer anzuerkennen. Herr Harcourt hat von Anfang an Rosebery als Usurpator betrachtet und ihm, wo er nur konnte, Knüppel in den Weg gelegt. Ihn unterstüßte dabei der bekannte Radikale Henry Labouchere, der in seinem Wochenblatt„ Truth" ebenso unermüdlich und mit eben denselben Mitteln gegen Rosebery los zog, wie sonst gegen die königliche Familie, und die Demagogenpresse vom Schlage des„ Reynolds Newspaper" blies in das gleiche Horn. Dieser innere Feldzug hat meines Lafürhaltens mehr zur Niederlage der liberalen Partei im vorigen Sommer beigetragen, als alle Aufeindungen von außen, während Labouchere und Genossen alle Wahlverluste der Partei Rosebery auf Konto stellen. Jetzt soll also der entscheidende Schlag ge führt werden, und es ist auch kaum angängig ihn weiter hinaus zu schieben. Selbst die Freunde Rosebery's müssen eine Beendigung des jezigen Zustandes wünschen, denn niemand wird unter ihm mehr kompromittirt als ihr Held. Ein König ohne wirkliche Gewalt ist wenigstens eine Art Staatsstück, ein Partei mitgetheilt, daß in einer Versammlung die gegnerischen AnBerichtigung. Zur Gemeindewahl in Pankow wird uns führer ohne wirkliche Macht üben, aber mit der Verantwortung sichten zu den Gemeindewahlen seitens einiger Genossen offen für die Maßnahmen der Partei, ist eine Jammergestalt. Und bekundet wurden. Nicht prinzipielle Gründe, sondern Umstände so viel muß man den Gegnern der Führerschaft Rosebery's zu- rein lokaler Natur waren maßgebend, die Wahl für diesmal gestehen, daß ein Mann, der als Peer nicht Mitglied des Hauses nicht zu befürworten. Im übrigen haben die meisten der hier der Gemeinen werden kann, unter allen Umständen schlecht zum in Frage kommenden Genossen sich dem Versammlungsbeschluß Führer einer Partei paßt, die nur noch in diesem Einfluß ausgefügt und ihr Wahlrecht ausgeübt. Die Thatsache, daß die zuüben vermag. Mag Rosebery noch so begabt und in sozial- Neu- Eintheilung der Bezirke lediglich unseren Gegnern zu gute politischen Fragen noch so radifal sein, seine Gebundenheit an das gekommen ist, hat den Ausfall der Wahl für die letteren günstig Haus der Lords würde auch dann noch eine Bleifugel für ihn sein, gestimmt. Trotzdem ist ein Stimmenzuwachs bei den sozialwenn er es mit weniger strupellosen Gegnern im eigenen Lager demokratischen Kandidaten zu verzeichnen. zu thun hätte, wie der Truth"-Herausgeber und dessen Hintermänner. In der Sigung des Londoner County Council vom 4. Februar fam wieder die Frage der Foir Wages" zur Diskussion. Die diesbezüglichen gefaßten Beschlüsse zeigen, daß der Grafschaftsrath gewillt ist, auf der von fortschrittlichen Mitgliedern der Gemeindevertretung eingeschlagenen Bahn weiterzuschreiten. Den Standing Orders" des County Council zufolge müssen die Unternehmer, an welche Gemeinde- Bauarbeiten vergeben werden, ihren hierbei beschäftigten Arbeitern die von den Gewert vereinen festgefeßten Löhne zahlen, und zwar gilt diese bindende Verpflichtung für alle im Umkreis von 20 eng lischen Meilen befindliche Arbeitsstätten. In der er wähnten Sigung nun gelangte ein Antrag, das der fairwages- Rlaufel unterworfene Terrain auf das Gebiet im Radius von 12 Meilen einzuengen, zur Verhandlung. Der Antrag wurde jedoch mit 61 gegen 48 Stimmen abgelehnt. Es heißt dann zum Schluß weiter: Dagegen beschloß das County Council, daß jeder Unternehmer einer fommunalen Arbeit, der seine Arbeiter länger arbeiten läßt, als es im Lieferungskontrakt bedingt ist, einer Geldstrafe von 5 Schilling per Arbeiter und Ueberstunde verfällt; des weiteren ist der Unternehmer verpflichtet, dem inspizirenden Beamten jederzeit seine Arbeitszeit und Lohnlisten behuss Kontrolle vorzuweisen und verfällt im Weigerungsfalle einer Geldstrafe von 3 Pfund Sterling. Meine Herren, es ist nicht London allein, wo solche Einrichtungen bestehen. Ich weise auf Paris hin, wo seit einer Reihe von Jahren der Gemeinderath feine städtischen Arbeiten nur auf grund von Kontrakten vergiebt, in denen Arbeitszeit und Löhne festgestellt sind, Löhne, die denjenigen Vereinbarungen entsprechen, die die Gewerkschaften mit den Unternehmern festgestellt haben. Sie sehen also, daß wirklich hier das Sprichwort Anwendung finden kann: wo ein Wille ist, findet sich der Weg. Ich meine, wir sollten uns bemühen, diesem Beispiele zu folgen, und je eher, desto besser wird es sein für den Ruf der Metropole des Deutschen Reiches. Die Partei Rosebery wird im wesentlichen durch den „ Eighty- Club" repräsentirt, eine Verbindung, die im Jahre 1880 gegründet wurde daher der Name Eighty"( Achtzig) und damals viel zum Sieg der Gladstonianer beigetragen hat. Sie bildeten die Vertretung der„ Jungen" im liberalen Lager, aus ihr sind die Acland, Asquith, Haldane u. s. w. hervorgegangen, die sozialistisch gefärbte Linke im Rath der Liberalen. Ebenso war das gemäßigt kollektivistische Daily Chronicle" mit Paufen und Trompeten für Rosebery eingetreten. Aber während der Eighty- Club an demselben festhält, hat das„ Chronicle" ihn schon halb fiber Bord geworfen und bei der guten Witterung, die dieses Blatt für Aenderungen in der Richtung des Windes hat, fann man schließen, daß Harcourt- Morley- Labouchere diesmal nicht unterliegen werden. Meine Herren, die Auffassung, die in der städtischen Verwaltung bisher geltend war, muß, entsprechend dem sozialen Buge unserer Zeit, einer anderen Auffassung Platz machen. Auch die städtische Verwaltung von Berlin muß begreifen, daß sie sozialpolitische Aufgaben zu erfüllen hat, wenn der Haupttheil der Berliner Bevölkerung in gesundheitlich und wirthschaftlich vernünftige Verhältnisse kommen soll. Den Herren, die sich für die Dinge intereffiren, möchte ich sehr empfehlen, die Auffäße über„ Die Aufgaben städtischer Sozialpolitit", erschienen im Für die innere Entwickelung der liberalen Partei wird ihr Verlage des Hamburgischen Korrespondenten, einer Prüfung zu Sieg einen Dämpfer auf den staatssozialistischen Eifer un terziehen. Sie werden daraus ersehen, daß die sozialpolitischen der Richtung Acland bedeuten, denn Herr Morley Aufgaben einer großen Stadt darin bestehen zu regeln die ist in den Anschauungen der Manchesterschule groß Lohnfrage, Wohnungsfrage, städtische Betriebe, Boden- geworden und hält an ihnen fest, soweit dies heute nur möglich politit, Selbsthilfe, Gesundheitspflege, und Armenpflege. Meine Herren, es wäre in der That sehr zur völligen Schildträgerin des frankorussischen Bündnisses Arbeitsnachweis ist. In der äußern Politik wird oder würde er die liberale Partei nothwendig, daß wir durch die Errichtung eines Arbeitsamtes machen und daneben oder damit zur Vertreterin der Kleinund Sie werden sich die Ihnen unangenehmen Reden nach dieser in die Lage kämen, alle diese Fragen eingehend zu behandeln, Richtung hin am leichtesten dadurch ersparen, daß Sie unseren Forderungen auf diesem Gebiete mehr Sympathie entgegenbringen, als es bisher leider geschehen ist. Charlottenburg. Die Holzarbeiter besprachen in einer öffentlichen Versammlung, die am Sonntag tagte, die Lage des Tischlerstreiks. Nach dem Referat des Tischlers Bleeck wurde in der Diskussion mitgetheilt, daß bei der Firma Sommer u. Weimann nicht alle Forderungen bewilligt sind. Es wurde deshalb beschlossen, aufs neue in den Ausstand zu treten. Rigdorf. Ueber den Verlauf der Lohnbewegung referirte Genosse Ostermann am 1. März in einer gut besuchten Holzarbeiter- Versammlung. Redner ist mit dem Ausgang des Streifes sehr zufrieden und berichtet, daß nur noch 6 Arbeiter ausständig find. Demgemäß wurde beschlossen, für Rixdorf und Briz den Streit für beendet zu erklären. Die Untersuchung von Maßregelungen, sowie die weiteren Unterstützungen wurden einem Mitgliede der Kommission zur Regelung übertragen. Zur Revision des Etreitfonds wählte die Versammlung Sy, Drasdo und Rothenstein. Die Ausständigen haben sich täglich nachmittags 3 Uhr bei Ostermann, Jägerstr. 70, einzufinden, um ihre Streitkarte abstempeln zu lassen. Vermischkes. Dampfkraft und menschliche Arbeitskraft. Die Zeit ist nicht mehr fern, wo wir Hize und Arbeitsleistung ohne Hilfe von Feuer erhalten können, sagt der Zivilingenieur Marston c. Grath im St. Louis„ Globe- Demokrat". Das wird möglich sein, sobald wir Elektrizität direkt von der Kohle erzielen können, ohne etwas von der wunderbaren Kraft zu verlieren, welche in derselben steckt. Ich habe den ganzen Werth der Kohle als Krafterzeuger erst dann erkannt, als ich dieselbe auf einer Fahrt über den Ozean auf dem Dampfer Majestic" beobachtete. Das Schiff führt 2400 Tonnen Kohlen, fast genug, um jeder Familie in St. Louis einen halben Bushel zu geben, und es verbraucht 290 Tonnen täglich, un seine Geschwindigkeit von ungefähr 23 Meilen die Stunde zu erhalten. Das sieht wie ein folossaler Kohlenverbrauch aus, doch die„ Majestic" ist ein großes Schiff, 582 Fuß lang, und es gehören 18 000 Pferdestärken dazu, um es mit Volldampf über die Wellen zu führen. Rechnet man es aber im einzelnen aus, so findet man, daß anderthalb Pfund, 300 Pfund einen Fuß hoch heben kann, so daß anderthalb Pfund Kohle also weniger als eine gute Hand voll, eine Pferdeftärke für eine Stunde liefert. Eine Pferdestärke ist gleich der Arbeit, mit der man viele Whigs an Rosebery festhalten läßt, der einer der echten 100 000 Galeerensllaven Tag und Nacht rudern müssen, um der England- Politik. Vielleicht ist es diese letztere Aussicht, die wieder 300 Pfund einen Fuß hoch eine Stunde lang zu heben im stande find. Oder man nehme einen anderen Vergleich. Es würden Befürworter des Gedankens der Reichsföderation, des„ größeren" Majestic" eine Geschwindigkeit von 23 Meilen zu geben. Divi Britanniens", war. dirt man 18 000 Pferdestärken durch 100 000, so findet man, daß anderthalb Pfund Kohle ungefähr die einstündige Arbeit von sechs Ruderern leisten. Freilich würde man auf der„ Majestic" nicht mehr als 480 Ruderer plaziren können und zehn Bushel wiegen würden, als die 1740 Tonnen Kohlen, welche die„ Majestic" Kohlen würden diefelbe Arbeit leisten, während 100 000 Galeerensklaven, jeder im Durchschnitt 150 Pfund schwer, fünfmal soviel für eine sechstägige Fahrt braucht. Eo laufen auch hier die verschiedenartigsten Fäden nebenund durcheinander, und es ist nicht uninteressant, ihr Weben und Streben zu verfolgen. Bis zu einem gewissen Grade muß diese Gährung auch der englischen Sozialdemokratie zu gute kommen, tompatter dafteht und eine einheitliche Politik und Konsequenz und wird es noch viel mehr in dem Maße als die Partei Meine Herren, ich habe gemeint, daß es die Aufgabe eines Stadtverordneten ist, nicht nur die Zahlen, die im Etat stehen, einer Beleuchtung zu unterziehen dazu haben wir im Etatsausschuß und bei der zweiten Berathung Zeit die Aufmerksamkeit der Versammlung auf diejenigen Aufgaben sondern auch zu lenken, die meiner Ueberzeugung nach erfüllt werden müssen innehält.im Interesse der allen Wohlstand schaffenden Arbeiterflasse und bei deren Erfüllung die Ehre unserer Stadt im Spiele ist. ( Bravo!) Londoner Brief. Gerichts- Beitung. Briefkasten der. Redaktion. Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( zwei Buchstaben oder eine Bahl anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Die juristische Sprechstunde findet am Montag Dienstag, Freitag und Sonnabend, abends von 6-7 Uhr statt. -ONWOO Ein Streit am St. Sedanstage gab die Veranlassung zu einer Anklage wegen Beleidigung und ruheftörenden Lärms, Unser englischer Korrespondent sandte uns am 23. v. M. die welche die Berufungs- Straftammer am Landgericht I gegen den folgende Korrespondenz, die wir leider wegen Stoffüberfülle erst Arbeiter Hermann Görschel zu verhandeln hatte. Am heute publiciren tönnen. 2. September hatten zwei Gemeindeschulen zur Erinnerung an 3wei Nachwahlen haben gestern den Liberalen die 25jährige Wiederkehr des Sedantages auf einem Plate in W. G. Charl. 1. Ja. 2. 6 Wochen zum Quartalserften. Trost in ihrem jetzigen Elend gebracht. Im Distrikt der Demminerstraße eine patriotische Feier abgehalten. Gegen G. B. 50. Darüber bestehen feine Bestimmungen. Montrose( Schottland) ist einer ihrer Führer, John 2000 Kinder waren mit ihren Lehrern anwesend; es wurden die Gollnowstraße. Wenden Eie sich an den Magistrat.- K. 100. Morley, an ftelle eines Liberalen, der sein Mandat üblichen patriotischen Lieder gesungen und der Lehrer Würbel hielt Die Einsicht steht Ihnen in der juristischen Sprechstunde frei. niedergelegt, mit bedeutend erhöhter Majorität gewählt worden, eine Festrede. Dicht neben dem Plage befand sich ein Neubau, D. 24. Ja, durch Erklärung vor dem Amtsrichter. und in Southampton ist es ihnen gelungen, den Konser auf welchem eine Anzahl Arbeiter beschäftigt waren. P. 100. Nowawes. 1. Nein. 2. Nein. Stiller. Sie sind vativen einen Siz zu entreißen. Ginzelwahlen werden durch Während die Kinder die Wacht am Rhein" und andere bis zum 1. Oktober gebunden und müssen spätestens am 27. Juni so viel lokale und andere Neben erwägungen beeinflußt, daß es Lieder sangen, ertönte plöglich vom Hofe des Neubaues her der dem Wirth die Kündigung zugestellt haben. Schriftliche Antwort grundverfehlt wäre, diesen Wahlen eine größere symptomatische laute Gesang der Arbeitermarseillaise, und als der zu ertheilen lehnen wir ab. E. R. 9. Der erste, der Bedeutung beizulegen, aber eine gewiffe Rüdwirtung auf die Lehrer sprach, soll durch Klappen mit Brettern und Hämmern Entnahme von 10 M. günstige Beschluß ist danach angenommen. politische Situation dürfte sie jedenfalls haben. Sie lassen die ein gewaltiger Lärm gemacht worden sein, auch flogen verschiedene R. 3. 37. Es wäre zu spät. R. K. Sonntagsruhe für Lage der liberalen Partei als etwas weniger hoffnungslos er- Bemerkungen nach dem Festplate hinüber. Unter anderen Redens Spritzenproben besteht nach wiederholten Entscheidungen des fcheinen, als sie bisher gegolten und erhöhen damit in entsprechendem arten will der Lehrer namentlich den Ruf Halt's Maul!" gehört Rammergerichts nicht; nur darf die Probezeit nicht in die Maße das Gewicht ihrer Kritik. Was zunächst noch immer nicht haben; dies habe ihn veranlaßt, auf einige Augenblicke inne zu Kirchenzeit gelegt werden. Schramm. Mit Klagen gegen die viel fagen will. halten. Die Polizei ermittelte den Angeklagten als denjenigen, in betracht kommenden Behörden würden Sie nichts durchsetzen In Southampton stand neben den beiden bürgerlichen der den Ruf ausgestoßen haben sollte. Mangels genügender tönnen, wiewohl der Verkauf der Sachen geschlicher Grundlage Kandidaten auch ein Sozialist, Genosse Gibson von der sozial- Beweise war er seinerzeit vom Schöffengericht freigesprochen worden, wohl entbehrte. Eine Forderung gegenüber dem Militärfiskus demokratischen Föderation, zur Wahl. Er erhielt 274 von ins- die Staatsanwaltschaft legte jedoch Berufung ein und die Straf- würde an der Schwierigkeit scheitern, zu beweisen, daß die Krankgesammt 11 353 abgegebenen Stimmen. Das ist bei einer zum fammer fam zu einem anderen Ergebniß. Görschel, der an heit durch eine Dienstbeschädigung zugezogen ist. D. H. 12. großen Theil aus Arbeitern bestehenden Wählerschaft wenig jenem Tage zusammen mit zwei anderen Arbeitern mit Lehm Bum Abzug von der Miethe ist nicht zu rathen, wohl aber genug, und es würde traurig sein, wenn dieses Berhältniß als tragen für die Töpfer beschäftigt war und sich mit diesen zu fönnen Sie nach fruchtloser Aufforderung die Streichung selbst Der Ausdruck der Stärke des sozialistischen Gedankens in der be- sammen in dem Raum befunden hatte, aus welchem der be- ausführen lassen und die Kosten dann einflagen. 999. Nein. fannten Hafenstadt betrachtet werden müßte. Dem ist indeß nicht leidigende Ruf gekommen war, gab zwar zu, der Rufer gewesen O. K. P. 100. 1. Zeitig untauglich. 2. Schaltjahre bilden so. Die geringe Stimmenzahl ist meines Erachtens die Folge zu sein, doch habe die Aeußerung einem Arbeitsgenossen gegolten. Die durch 4 theilbaren Jabre mit Ausnahme der Jahre 1900, eines großen taktischen Fehlers seitens unserer Genossen von der Die Beweisaufnahme ergab die Unwahrscheinlichkeit dieser Be- 2000, 2100 u. s. w. W. K., Karlstraße. 1. Ja. 2. Nein Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Vading in Berlin. "