Morgenausgabe Nr. 595 A 299 46.I trifft, im Reichstag ein Initiativantrag der fünf in der Reichsregicrnug vertretenen Parteien ein» gebracht worden, welcher wie folgt lautet: „Gesetz zur außerordentlichen Tilgung der schweben- den Reichsschnld. Bei der Aufstellung eines Nachtrags zum Haushaltsplan lS2S und des Haushaltsplans 1930 ist ein Tilgungsfonds zur Abdeckung der schweben» den Schuld des Derschen Reiches einzustellen, der spätestens bis Ende des Rechnungsjahres 1930 den Be° trag von 420 Millionen zu erreiche« hat. Ter Fonds ist ans Stenern und aus Einsparungen bei de« Ansgaben zu speisen." Dir von der Relchsregierung mit dem amertka- nischen Bankeukousortinm eingeleiteten Ver» lmndlunge« werden nicht weiter verfolgt. Die Beschaffung der notwendigen Kredite wird unter Füh- rnng der Reichsbank erfolgen. » Die Sozialdemokratisch« Reichstagssraktion hat diesen Gesetzentwurf am Donnerstag in einer kurzen Fraklionssitzung gebilligt, nachdem die übrigen Regierungs- Parteien ebenfalls ihre Zustimmung erklärt haben. Wenn dieser Fraktionsbeschluh in nahezu völliger Einmütigkeit, zu- stände kam, so vor allem deshalb, weil die Sozialdemokratie immer verlangt hat. daß der Steuersenkung die Sanierung der Reichskasse und d.cs Reichshaushalts vorangehen muß. Soweit der neu« Gesetzentwurf diesem Ziel dient, ist die Sozialdemokratie mst ihm sachlich einverstanden. Soweit er darüber hinausgeht, wird sie bei den Entscheidungen über die Ausführung des Gesetzes alles tun. um ihren Standpunkt durchzusetzen. Es ist keine Frage, daß durch dos Schuldentilgungsgesetz die Steuer- senkung außerordentlich erschwert wird, zumindest dürsten damit die uferlosen Pläne der bürgerlichen Steuerrcsormer für alle ernsthaften Menschen begraben' sein. * Gerüchte um Hllferbing. Der Erfolg, den Reichsbonkpräsident Dr. Schacht durch die Per- Hinderung der Auslandsanleihe gegenüber der Reichsregicrung er- rungen hat. gab am Donnerstag zu Gerüchten über den Rücktritt des R e i ch s f l n a n z m> n i st e r s Dr. Hilfer- ding und des Staatssekretärs Dr. Popitz Anlaß. Es ist demgegenüber festzustellen, daß in den Besprechungen der Parteiführer am Donnerstag nachmittag von keiner Partei die Frag- des Wechsels der leitenden Persönlichkeiten im Reichssinanzministe- «um ausgeworsen worden ist. Ferner ist auch anzunehmen, daß eine derartige Absicht auf Widerspruch gestoßen wäre, da der Erfolg des Herrn Schacht nicht nur gegenüber dem Reichssinanzminister. sondern der Gesamtregierung gegenüber erzielt wurde. Das Kabinett hat die Maßnahmen des Reichsfinanzministe- riums stets gebilligt und mußte sich infolgedessen aus den Standpunkt stellen, daß es als ganzes für ste verantwortlich sei. Außerdem ist daraus hinzuweisen, daß ein Wechsel in der Leitungdes Reichsfinonz Ministeriums mit Rücksicht aus die im Januar in Aussicht stehenden Reparationsverhandlungen im Haag sehr starke Bedenken hervorruft. In der Hand des Reichsfinanzministeriums lausen die Fäden über die Reparations- Verhandlungen zusammen. Man müßte bei einem Wechsel also mit gewissen Schwierigkeiten, vielleicht sogar mit der Bertigung rechnen. Daran hat Deutschland kaum ein Interesse. «* O Dem Reichsbankpräsidenten S ch a ch t ist es gelungen, die in den letzten Wochen von der Relchsregierung mit den aus» ländischen Geldgeberp geführten Verhandlungen wegen Bereitstellung eines ausländischen Kredits zum Scheitern zu bringen. Diese völlig veränderte Situation hat die Re-, gierung zu neuen Verhandlungen mit Schacht gezwungen, die schließlich zu folgendem Ergebnis geführt haben: Schacht zieht seinen Widerspruch gegen die Beschaffung des Reichskredits zurück, wenn dem Reichstag ein„Gesetzent- wurf zur außerordentlichen Tilgung der schwebenden Reichs- schuld" vorgelegt wird, durch den im Wege der Steuer- erhöhung und Ausgabekürzung bis zum Ende des Rechnungs- jahres 1930 ISVMillio'nenzurSchuldentilgung beschafft werden. Schacht ist weiter bereit, die Führung eines deutschen Bankkonsortiums zu übernehmen, das die fehlenden 330 Millionen unter Zuhilfenahme der Auslands- guthaben der Reichsbank beschaffen will. Diesen Gesetzent- wurf haben die Führer der Regierungsparteien z u g e- stimmt, nachdem festgestellt worden war, daß mit ihm Sicherheit für die Ueberwindung der Ultimoschwierigkeiten geschaffen wird. i Wenn man diesen Gesetzentwurf zur Schuldentilgung richtig beurteilen will. muß man noch einmal die p o l i t i j ch e n Ereignisse der letzten Wochen überblicken. Die Reichskaste steht Ende Dezember vor der Notwendigkeit, Zahlungsverpflichtungen von 459 Millionen befriedigen zu müssen, für die bisher nur 129 Millionen vorhanden sind, während für 339 Millionen bisher keine Deckung beschafft werden konnte. Die Reichsregierung hat mit diesen Kassen- schwierigkeiten seit langem gerechnet und eine Reihe von Maßnahmen zu ihrer Ueberwindung in Angriff genom- men, deren wichtigste der Abschluß der Schweden- a n l e i h e im Zusammenhang mit dem Zündholzmonopol ist. Zwar soll die erste Zahlung aus die Schwedenanleihe erst Mitte des nächsten Jahres eingehen, aber es�war von Anfang an beabsichtigt, zur Ueberwindung der Kastenschwierigkeiten im Winter auf Grund der Schwedenanleihe einen Ueber- brückungskredit bei ausländischen Banken zu de- schaffen. Die Verhandlungen über einen solchen Kredit sind bald nach dem Abschluß der Schwedenanleihe mit dem amerikanischen Bankhaus Dillon Read u. Co. aufgenommen worden.> Diese Verhandlungen waren in einem günstigen Stadium, als plötzlich der Reichsbankpräsident Dr. Schacht mit seinem M e m o r a»n d u in hervortrat. Selbstverständlich mußte dieses Memorandum die Kreditoerhandlungen un- günstig beeinflussen und das Mißtrauen der ausländischen Geldgeber in die deutsche Finanzgebarung erwecken. Aber Schacht begnügte sich nicht mit seinem Memorandum, sondern teilte der Reichsregierung mit, daß seine Mitwirkung bei der Beschaffung eines ausländischen Kredits nur in Betracht komme, wenn das Reich bis Ende 1939 etwa 599 Millionen zur Abdeckung seiner schwebenden Schuld verwenden würde: Re i ch s r.e g i e r u n g und Parteiführer lehn- ten diese Forderung des Reichsbankpräsi- denken ab, Sie glaubten dies um so eher tun zu können. weil die Regierung sich.schon vorher entschlossen hatte zur Ueberwindung der Kassenschwierigkeite.n dem Reichstag ei» Sofortprogramm vorzulegen, das tinmal die Er- höhung der Beiträge zur Arbeitslosenversicheruug um Proz. und zweitens die Erhöhung der Tabaksteuer vm etwa 229 Millionen vorsah. Da auf diese Weise bereits etwa 499 Millionen zur Verminderung der schwebenden Schuld bereitgestellt werden, hoffte man den Widerstand Schachts ab- zuschwächen. Außerdem wurde erwartet, daß es möglich iein Macdonald siegt mit 8 Stimmen. Konservativer Antrag mit 281 gegen 225 Stimmen abgelehnt. London, 19. Dezember. Unterhaus. Der konservative Antrag auf Ver- wcrfung der Kohlcnbcrgwcrksvorlagc der Regierung in zweiter Lesung wurde mit 2 81 gegen 273 Stimmen, das ist mit einer Mehrheit von nur acht Stimmen, abgelehnt. Die Vorlage erfuhr damit die zweite Lesung. Oer Vorstoß der Liberalen. Im Unterhaus wurde heute nachmittag die Debatre über das Gesetz zur Reform des Kohlenbergbaus wieder auf- genommen. Die mit großer Spannung erwartete Abstimmung zur zweiten Lesung findet, wie bereits gemeldet, heute abend um 11 Uhr statt. Lloyd George ergriff heute selbst das Wort, Er nannte die Vorlage„u n g l a u b- l Ich schlecht" In chr könne man die schlimmsten Merk- male sowohl des Sozialismus sowie des Indioi» d u a l i s m u s feststellen. Sie werde die Preise hochtreiben und die Förderung einschränken. Die Antwork der Regierung auf die Anfrage der Liberalen Partei vom Dienstag sei durchaus unbefriedigend. Aber s e l b st eine befriedigende Antwort hätte den Liberalen nicht erlaubt, auch nur das geringste Maß von Verantwortung für die Vorlage zu übernehmen. Enthalte sie doch Bestimmungen, die die Liberalen als vollkommen verwerflich be- trachten. Sic wüßten sich vollste Freiheit vorbehalten, diese Frage im Ausschuß zu behandeln, falls die Vorlage heute abend zur zweiten Lesung komme, Lloyd George wiedorl>olte zum Schluß, die Vorlage lasse das allgemeine Interesse des Volkes vollkommen un- berücksichtigt. Die Regierung erfülle nicht die Hoffnungen, die ste bei den Neuwahlen erweckt habe. Aus den Aeußerungen L'oyd Georges glaubt man j m m e r noch entnehmen zu können, daß sein« Anhänger sich der Stimm« enthalten werden, wenn der Premierminister beim Schluß der Debatte den liberalen Ansichten� Entgegenkommen zeigt. Als Partei werden nach Ansicht parlamentärischer Kreise jedcnsalls die Liberalen nicht für die Vorlag« stimmen, obgleich vielleicht einige Liberale dies tun werden. Gegen 8 Uhr abends konnte man bemerken, daß die kanser- vallven Ulikglieder entgegen der Erwartung i» großer Zahl im Unter- haus eintrafen. s Liberale retten die Arbeiterregierung. London, l9. Dezember.(Eigenbericht) Die Debatte über die vergbaugesehgebung der Regierung, die merkwürdig ruhig eingesehl halle, erreichte in den späten Abend- stunden ihren Höhepunkt in der Rede des ehemaligen Schatz. kanzlers E h u r ch i l l und des TNinisterpräsidenten Macdonald, der im Ramcn der Regierung die Argumente für die Kohlengesetzgebung nochmals zusammensahle. Zm Laufe der letzten Stunden war das bis dahin beinahe apathische Unterhaus von einer starken R e r v o I i l ä k erfaßt worden, da es von Minute zu Minute deutlicher wurde, daß die Mehrzahl der Liberalen die pussührnngen der Regierung ntcht als befriedigend betrachtete und gegen die Regierung zn stimmen ent- schlössen war. Es wurde deutlich, daß die Regierung keineswegs mit der ursprünglich erwarteten Mehrheit von 30 bis 50 Stimmen rechnen könne, sondern daß es sich im besten Falle um eine äußerst knappe Mehrheit handeln könne. Die Abstimmung ergab schließlich 28l Stimmen für die Regie» rnng und 273 gegen die Regierung. Die Regierung ist im wefent- lichen dadurch gerettet worden, daß L Liberale nicht abstimmten und 2 mit der Regierung stimmten. Die Rettung der Regirrung ist auch dadurch möglich geworden, daß eine Reih« von konservollven Abgeordneten bereit» nach der Riviero abgereist waren und dem Rufe der Einpeisscher nichl mehr Folge leislelen. Konferenzeröffnung durch König G-eoiz. London. 19. Dezember.(Eigenberichh) Macdonald teilte im Unterhaus mst, daß König Georg V. an der Eröffnungssitzung der Seeabrüstimgs- konfevenz am 21. Januar in London teilnehmen und die Eröffnungsrede hatten wird. würde, auch ohne Mitwirkung von Schacht aus- länüischs Gelder zur Ueberwindvng der illtimoschwierigkeilen zu bekommen. Somohl die Haltung einiger deutscher Banken als auch der Stand der Verhandlungen mit der Dillon Read u. Co. berechtigten zu dieser Annahme. Kaum war es aber der Reichsregierung gelungen, ihr Sofortprogramm im Reichstag unter außeroichentliichen Schwierigkeiten durchzubringen, als plötzlich gegen die Aufnahm» eines ausländischen Kredits neue Widerstände von einer Seite auftauchten, mit der bis dahin nicht ge«chnet morden war. Diese Widerstände kanten einmal vomReparationsagenten und auher- dem von der f r«.n z ö s i f ch« n Regierung. Der Repa r�iti.o nsagent. der schon gegen den Ab- fchkuß der Schwede nasrle che Bedenken geltend gemacht hatte, stellte sich auf den Standpunkt, daß die Aufnahm« der neuen Anleihe nur mit seiner Zustimmung erfolgen dürfe und er- Närte weiter, daß diese Zustimmung nur im Einverständnis Vit dem Reichsbankplräsldenten gegeben würde. Die fran- zöscheRe gierung begründete ihren Einspruch gegen die Aufnahme des vuslsndskredit» vor allem damit, daß dadurch die nach Annahme des Doung-Planes beabsichtigte Modili- fierung eches Teiles der Reparationsschuld unmöglich gemacht würde. Durch die Auflegung einer so großen deutschen An» leihe im Auslande würde der internationale Kapitalmarkt auf lange Zeit mit deutschen Reichsanleihen übersättigt sein, so daß es nicht möglich wäre» Reparationsbonds unterzubringen. Unter diesen Umstanden sei die beabsichtigte Anleihe eine ernste Gefahr für den Abschluß des Voung-Planes. da sie Frankreich für die nächst« Zeit eine» wesentlichen Dorteil» beraube, aus den es bei Annahme des Doung-Plane« bisher gerechnet habe. Diese reparationspolitischen Widerstände machten natur- gemäß die Aufnahme eines Auslandskredits für Deutschland vÄlig unmöglich. Einmal, well die Reichsregierung es nicht hätte übernehmen können, dadurch die Annahme des Foung-Planes zu gefährden und außer- dem. weil sich bef dieser Sachlage kein ausländische» Dank- konsortium gefunden hätte, den Kredit zu geben. Die Re- gierung war also pliötzlich vor die Wahl gestellt, entweder End« Dezember die Gehälter der Beamten und A v g e st e t l te n. die Löhne der Arbeiter, die Renten für Kriegsbeschädigte und Erwerbslose, die U e b« r- Weisungen cm Länder und Gemeinden usw. nicht voll auszahlen zu könmen oder neue Verhandlungen mit Schacht anzuknüpfen, um seine Einwilligung zur Kreditbeschaffung zu erhalten Angesichts der unermeßlichen Gefahren, die aus einer Zahlungseinstellung des Reichs für da» ganze deutsche Wirlschostslebeo erwachsen müssen, mußte sich die Regierung wohl oder übel bereit finden, den Forderungen Schachts«nt- gegenzukomnvn. Das Ergebnis der sofort aufgenommenen Bsrhandlungch, mit dem Reichsbantpräsidenten. der bereit» «rwähnte GefcPentwurf. bedeutet l«.d i g l ich eine grund« f S tz l t ch e F eist k e g u n g über das Ausmaß der Schulden- titgung. bringt aber keinerlei Bindungen darüber. welche Steuern erhöht und welche Ausgaben gesenkt werden sollen. Der Gesetzentwurf, der dem Reichstage bereits am Donnerstagabend vorgelegt wurde, läuft auf eine Not, stand smaßnahme hinaus, die nur durch die außer« gewöhnlichen Umstände gerechtfertigt werden kann. Es hat in dieser Stunde keinen Zweck, die Dinge zu verschleiern. sondern man muß es offen aussprechen, daß die Regie» r« n g mit dieser Mahnahm« sich demDiktatSchacht« beugt. Sie gibt den Forderungen des Reichsbank» Präsidenten nach, weil anders keine Möglichkeit besteht, das Reich in den nächsten Monaten zahlungsfähig zu erhalten. aber sie hat erst nachgegeben, nachdem oll« anderen versuche a» den Widerständen der ReporotioMgläubiger gescheitert sind.' Zweifellos hätte es die Regierung unter anderen Um- ständen vorgezogen z u r ü ck z u t r e te n und die Kapitulation vor Schacht ihrer Nachfolgerin zu überlassen. Wenn sich die Regierung entschlossen hat, das nicht zu tun, so war dafür die Ueberlegung maßgebend, haß Prestigefragen setzt zurücktreten müssen und«ine Regierungskrise die Schwierigkeiten nur noch vermehren würde. Der„Ernst der Stunde", von der der Reichskanzler vor«inigen Tagen im Reichstag« gesprochen hat. verlangt außergewöhnliche Maßnahmen und«in« außer- gewöhnliche Haltung der Regierung. Der Reichstag wird nicht umhin können, diese Haktung zu bill'aen. Die Gemeinöewahl in Bayern. Wrsauftich« DerstAfkung der Gozialdemotratie. München, lg. Dezember.(Eigenbericht.) Eine vorläusig« Uebersicht in dem.N-chrichtenblatt für die sozialdemokratischen Gemeindevertretungen Bayern»- enthält neu« Beleg, dosür. daß sich die Toztawemokratisch« Partei ,n Bayern im G-meind-wahkkamps am 8. D«z«mb«r hervar, ragend geschlagen und nicht in» die schon innegehabten Positionen zum T«U erfolgreich verteidigt, stmdern ihren Einfluß In zahlreichen Semeindeparlomenten auch wesontliq verstärkt hat Im Bezirk Ob« r b a ye r n. S ch wa den hat die Sozi««. demokratie in 14« Gemeinden 543 Stadt, und AemeindsrSte und neun Bürgermeister erhalten. Unter diesen Gemeinden befinden sich 32 Städte mit 171 soz'.aldemokratischin Stadtrat-mltgliedern und einem Ersten Bürgermeister. Au» dem Bezirk Franken(Ob«.. Müt-l. und Unterfranksn) liegen bisher die Ergebnisse au» 320 Gsm»ind,n vor. Sn diesen Gemeinden erhielt die Sozialdemokratie 1341 Stadt- und Gemeinde- rät, und 42 Bürgermeister. Darunter sind 33.Städte mit Slü sozial. demokratischen Stadträten und zwei erste Bürgermeister, ein Bei»«» dafür, wie stark die Partei gerade in d«n fränkischen Dorfgemeinden geworden ist. Fortschritte im Lande macht die Sozialdemokratie besonders auch im Bezirk Niederbayern m der Oberpfslz. einer alten Doman« der Bayerischen volkepart«. In IS Städten hatte die SPD f.:, bei 75 Vertreter S>, konnten sich voll behaupten und in 160 Landgemeinden wurde dt, Zahl der sozialdemokratischen Se- meinderatsmitglieder von 27S auf 44S gestcigert. was eine Ler. mehrury»ot, über 60 Prozent bedeutet. Au, 50 Orten stehen die enausn Ziffern noch au». Sozialdemokratie und Zollvorlage Erklärung der Reichstagsfrakiio«. Der Reichstag hat feine vonnerslagsitzung nach der Paust statt um 4 Uhr erst um 6 Uhr wieder aufgenommen. Di« Schwierig- leiten der Anieihebeschassung sowie Differenzen über die Ksntingsn- tiervng der Zigarettenstever hatten dies« neue Vertagung herbei« geführt. Di« Redezeit für die zweite Beratung der Zolloortage wirb auf eine Stund« für jede Fraktion festgesetzt. Anträge der Kom- inunfften auf Absetzung des Gegenstandes, weil der Hendels. politisch« Ausschuß noch tagt, sowie der D-utschnytionas«n auf zwei Stunden R«d«;«lt werden abgelehnt. Abg. Robert Schmidt(Goz) verliest folgende Erklärung: Di« sozialdemokratische Reichstag»- fcaktion M bereit, der Zollvorlag«, so wie sie im HanMsvol'H'chzn Ausschuß beschlossen worden ist, zuzustimmen. Maßgebend sind für sie dabei folgend« Gesichtspunkt«. Die Zollvorlage stellt in chrem agrarischen Test«inen radi« kalen Bruch mit der bisherigen Praxi» der AgrarpoUtit dar, Aollechöhungen...«inseitig zu Lasten der Der- braucher vorzunehmen. Die Sozioldemokrati»«rkemit an, daß die Preise einer Reih« landwirtschaftlicher Erzeugniss« unbefriedigend sind und den Landwirten nicht ein« angemessene Vergütung für ihr« Aufwendung und ihr« Arbest gewähren. lll» Berireterin der arbeitenden Volksmasse« la Sladt«ad Land tritt die Sozialdemokratie für eine Preirpolilik der laich. mlrlschastlichen Erzeugnisse ein. die oleichzellig den Produzenten dl« nötige Hilfe bringt und die Verbravcher vor einer nv- nötigen Verteuerung der Ernährung schützt. Gute Agrarpolitik und Volks«rnähru>ngspolit»k sind nicht Degen- sätze, sondern ein«, ist nur durch da» andere möglich. Diesen Forderungen oersucht die Borlag« bei den Setreche- zollen dadurch zu entsprechen, daß je noch der Preislog« die heut« bestehenden Zölle auf die Hälft« herab-'esttzt oder auf das Einein- Halbfache erhöht lverden können. Der Regierung ist dabei die Einhaltung eines Durchlchnittspreist» als Richstinie mitgegeben, der �twa 135 Proz. der Vorkriegszelt entspricht. Damit ist die Gewähr gegeben, daß die Getechepreise keine vaangemessene Entwicklung gegenüber der sonstigen Preisentwicklung nehmen. und daß besonder» die Brotprelse nicht über den Durch» schnitispreis der letzten Jahr« hinaus steigen können. Ein« Neudelastung der Derbraucher ist damit vermieven. Trotzdem wird die Lanboirtschast bei der Durchführung dieser Bor- lag« gegenüber dem heutigen Zustand wesenstich bessere Preis« er» halten, da bisher Erzeuger und Berbrauck>er durch die übermäßigen Schwankungen der Getreidepreis«, denen die Brotpreis« nur nach oben, nicht' aber nach unten gefolgt sind, m gleichem Maße ge- schädigt wurden. Die Einschränkung der Preicschwankuuzev de» Getreides, welche durch die Regierungsvorlage erreicht werde« soll, führt Er. zeuger und Verbraucher In gemeinsamem Kamps gegen Speku- lolloa und übermäßlAr Awlscheahandelsg-winn« zusammen. Mit dieser Gestaltung der Getreidezöll« ist dem deutschen G«- lreibe, besonaers dem Roggen bei guten Ermen der deutsche Markt gegen jede Auslandrkonturrenz voll gesichert. Di« Sozial- demokratie hat sich mit oller Entschiedenheit und mit Erfolg dagegen gewehrt, da» bestehende System der Exporserkeichteruna durch den Einfuhrschein wieder auszubauen. Finanziell und ootkswirtschaiftlich wäre e» nicht erträglich gewesen, über den heutigen Wert des Eimuhrscheines hinaus Summen zu zahlen, die zwar den Eharacrer von Zollvergütungen tragen, aber bei dem heutisen Umfang der Getreideaussuhr die Reichsfinanzen schwer belasten. E» wäre ein« un»rträglrch» Lerschwendung, wenn wir durch eine Bewertung de» Einsuhrfcheine» m Höhe des Zollsatze» deutschen Raggen für 4 bis S Mark im Ausland ver- kaufen. Der Lorschleg der Regierungsvorlage, den Einfuhrschein auch bei hohen Zollsätzen nich« über den hautigen Wert zu steioern. ihn aber bei niedrigen Zollsätzen aus den Wert de» jeweiligen Zollsatzes herabzusetzen, entspricht daher der objektiven Wirtschaft- lichen Erkenntnis. Ebenso stimmt die Sozialdemokratie der Zlb« rtcht der Regierung zu, an Stelle von ausländischer Gerste deutsch« Roggenüberschüsse durch Be» billigungsprämien der Berfütterung dienstbar zu machen Auch den neuen Wegen, welche die Regierungsvorlage bei der Gestaltung der Schwei.nezölle beschreiten will, stimmt die sozialdemokratisch« Fraktion durchaus zu. Für die mittler« Preis- lege sollen die heuiioen Jollsätze aufrecht erhatten bleiben. Wird ein Preis von 85 Mark überschritten, so sollen die Zoll« aus die Hälfie herabgesetzt werden, wird«in Preis um 70 Mark über- schritten, so soll eine Erhöhung auf dos Eineinhalbfache erfolgen. Dies« Maßnahme zeiat. daß-» sehr wohl möglich lss. durch da» veschrelien neuer Wege den Verbraucher gegen eine übermäßige Fleischieuerum, wirksam zu schützen und gleichzeitig dem Landwirt elueu Schutz gegen einen 0ber»Sßlgen Sturz d» Schweinepreise zu geben. der wesentlich wirtsamer ist. al» seder bisher versucht« ZoMchutz. Ein solcher Schutz der S-Hweiivproduktion ist um so notwendiger, al» die Einnahmen aus dem Schweineverkauf der Haupteinnohme- Posten in Millionen von Kleinbauern, und Landarbeitersamilien darstellen. Die Sozialdemokratie ist sich dabei dessen bewußt, daß durch Zölle ollein. auch durch'»lche gestaffelten Zölle, die Be- seitigung der übermäßigen Preisschwankungen be, den Schweinen nicht erreicht werden kann. Hand in Hand damit muß ein« umfossend« Aufklärung der Landwirtschaft über die Ursachen der Schweinepreis-schwantungen und eine planmäßige Propaganda mit dem Ziel einer besseren Anpassung der Schweineproduktion an den Bedarf des Markte» einhergehen. Was die Jndustriezölle betrifft, so ist die soziakbemo- kratische Fraktion der Meinung, daß»in« Erhöhung der Industrie- zölle in weitgehendem Umfang, wi, es geplant war. nicht er- träglich ist. besonders im Hinblick auf die Beschlüsse der Inter- nationalen Wirtschaftekonferenz in Genf. Wenn sie trotzdem der Einführung eines Alumimumzolls zustimmt, so ge chieht e». nach. dem das LuswärtiH« Amt erfostz'os den anderen Aluminium pro- irnzierenden Staaten die allgemein« Einführung der Zollfrei- heit für Aluminium vorgeschlagen hatte, und nachdem die reich»- eigenen deutschen Alumsmumwerke vertragtiche Garantien der ver- arbeitenden Industrie dafür geboten haban. daß keinerlei Preis- erhödungen für Aluminium eintreten werden. Dl« sozialdemokratisch« Reich-tagssraktion erwartet, daß die Reich»reglerung ihre Bemühungen fortfetzt und in den Genfer v«r- Handlungen für die Herbeiführung eines europäischen Zollsrieden» al, Vorläufer eine» allgemeinen Zollabbaue» in d»r West wirkt. Abg. Swbbeudors sDnat.): Die Preisentwicklung der Sand- Wirtschaft ist noch lang« nicht bei 135 Proz. angelangt-- trotz der früheren Zollerböhirngen. Vi« Verarmung Deutschland» ist nicht. nur durch den Krieg und sein« Folgen oerschuldet, sondern auch jährlich für über 4 Alilllarden Mark Nahrungsmittel an» dem Ausland eingeführt werden. All« Handelsverträge sind so geartet, daß sie in dieser Richtung wirken. Bitte nehmen Sie unser«-ahl reichen Ver. besserungsanträge an. Aber Sie lehnen ja alles ab. Darüber werden wir dU Sandwirrschaft aufklären.(Beifall rechts.) Abg. Dr. Dessaner(Z.): Bei gründlicher Neuberatung de« immer wieder verlängerten, ursprünglich nur für»tu b>» zwei Jahre berechneten Zolltarifs von 122o. der auch jetzt nicht sehr verändert wird, müssen oerschisdene gerechtserügten Wünsche berücksichtigt werden. Die überwältigende Mehrheit unserer 2 Mtl- lionen Arbeitslosen drängen sich nach Arbeit. Dazu kommt die Not der Bauern. vi- Arbeiterschaft, au» der drei jetzige Relchsminlster hervor- gegougeu lind, reicht den Bguern hilsreiche Hcmd, obwohl sie selbst jchwer leidet und einer dunklen Zutun, l entgegengeht. Großes leisten heißt zugleich Maß halten. Ist mcht da» Ueber- steigern jeder Forderung«in schwerer Fehler aller Politik? Ge- säHrden nicht die Maßloien das Gute?(Sehr richtig! in der Mitte.) Di« Industrie hat bei zwei wichtigen Handelsverträgen ihre tjorte- rungen zurückgestellt damit landwirtschosttiche Forderungen durch- geletzt werden tonnten. Geiechler Ausgleich muß unser Ziel sein. (Beifall im Zentrum.----„Echt München-Gladbach" bei den Kom- Abg. härule(Komm.): vi« Ausschußberatung hat gezeigt, daß dieses Zollwuchergesetz erst der Anfang neuer Dolksausraukung ist. Der Redner wirft der Sozialdemokratie vor, im Ausschuh allen Zollerhöhungen zugestimmt, aber die Zollsreihelt für Futtermittel und die Erhöhung des Gesrierflelschkontingents abgelehnt Pi haben entgegen ihren eigenen Anträgen aus der Zeil, da oie SPD. Oppo. sstion gegen den Bürgerblock zu sein vorgegeben hätte. Auf den Steuerraub, das Doung-PIan-Diktot des internationalen Kapitals. diesen Zollwucher und das Maullorbgesetz der Geschäftsordnung müssen die Arbeiter durch Demonstrationen med Lohnkämpfe der Soziakdemokroti« antworten, dieser Prostituierten des ��Abg! D�Schnelder'(D. Dp.): Die Ausschußbeschtüsss beseitigen verschieden« Bedenken, die die Industrie gegen di« ursprüngliche Fassung der Regierungsvorlage hatte. Mit diesem Zollgesetz wenden wir uu» wieder stärker dem Schuhzoll zu. nachdem wir seit 1323 vergeblich auf allgemeine Zollsenkung. Der- ständigunq und Zinsfußgieichheit mit dem Ausland gerechnet hatten. Unter unseren Tribudlasten. unter der Verdoppelung von Steuern. Soziollasten und Zinsfuß sind unser« Produkttonskosten so gestiegen, daß wir Schutzzölle mcht entbehren können.(Gegen- rufe der Kommunisten.» Das ist nicht Zollräuberei, sondern not- wendig« Wirtschastspotitik: an der Erhöhung unserer Prvduktwns- kosten haben Sie Ihren Anteil.. Die Kommunisten bezweifeln dl« Beschlußfahigkelt. Aus die Glockenzeichen eilen soviel- Abgeordnet« in d«n Saal, daß die Beschlußfähigkeit außer Zweifel steht. Ein Bertagungs- antrag der Kommunisten wird abgelehnt. Abg. Freybe(Wirtschp.): Monatelang hat tue Regierung Zeit gehabt. Jetzt kommt sie kurz vor Tovesschluß mit einem Entwurf, der durchgepeitscht werden muh. Gegen die Ueberschwemmung mit Auslandsprodukten muß der deutsch« Markt aeschützt werden. Der Landwirtschaft kann nicht allein mit Zöllen geHolsen werden. sondern dadurch, daß die ungeheuren Lasten erletchiert werden. unter denen heule die Gesamtwirtschaft leidet. �_ Abg. Gerauer(Bayer. Bp.) dankt der Regierung für lK« Bor. la«, kn» von dem Willen getragen ist. der Laichwittschaft zu Hessen. In oielxn Punkten ist den Wünschen der Landwirtschafk nicht oder nur unzureichend Rechnung getragen worden, aber es ist besser, unter Zurückstellung weitergehende? Wünsche da» Ergebnis der Ausschußberatung anzunehmen. Reichsernahrungemmister Dietrich: Di« Loraussetzung für einen verbessert-n Zolls chutz war die Kun- diguna des Schwedenoertrages, der noch bis zum 15. Februar läuft. Wen» dann der neue Bertrag angenommen ist. dann bestallt die Möglichkeit, daß d« Zölle schon Ansang nächsten Schre» rn Kraft treten können. Der Vorwurf, daß das Ernährungsimnu.e- num gsbummcst habe, ist granz unberechtigt. Ohn««ine gewme Hast sind Zollvorlaaen nie erledigt worden.� Nirgend» in Per Welt ist die Un durchführbartett von Kleitzöllen bewiesen worden. Wir haben nicht hl« Absicht, ein Setreibemonopol zu machen. Zu solchen Vorwürfen habe« gerad« die veulschualioaalen «Inen Grund, denn sie wollten doch im Sommer ein Ge- lreidemonopol macheu. All« Wünsch« der Landwitts chast können nicht erfüllt werden, denn schließlich desteht die Mehrheit des Dostes aus Konsumenten. Ein Gstreidehandelsmoiropol ist nicht beabsichtigt, aber«» wäre für beide Teile günstig, wenn wir mit Polen zu einer Verskanbigung über«in Rokgenfynbidat kämen. Sin« historisch« Wendung liegt darin, daß diesmal durch fast alle Parteien der Aug der Per- ständigunz gegangen ist. Wir hoffen, daß wir auf dem hier beschritt« n«n W-ge in Zukunft miteinander und nicht gegen- einander gehen.(Beifall.) Abg. Yepp(Chr.-nat. Bauernp): Di« ofsenfichiliche Notlage der Landwirtschaft ist heute auch vom Redner der Sozialdemokratie au- erkannt worden. Die deutsch« Landmittschajt schließt das Jahr 1920 ab mit einem Defizit von In Milliarden. Da bedeutet die Dorloge keine ausreichend« Hilfe. Abg. Mlken»(Natsm.): Die Regierung behauptet, mehr al» «ine frühere vorher für die Landwirtschaft getan zu haben. Die Redner der Landwitte beweisen das Gegenteil. Wir lchließen uns Pen Anträgen der„Grünen Front" an.(Aha! und ironischer Beifall der Komm.— Rufe: Schöne Arbeiterpartei l) Während der folgenden Rede des Abg. Dr. F« h r(Bayer, vp). der als vorletzter auf der Rednertafel stand, füllt sie sich unerwarteter. weise mit den Namen der zweiten Rednersen« bis aus den letzten Platz. Da es genau 10 Uhr abends ist, erweckt dies« optische Er, scheinung einige Bewegung in dem schwach besetzten Saal. Die deutschnationalen Abgeordneten Dr. Rademucher und v. Richthofen bezeichnen die Borlage als unzureichend und die gleiten. den Zölle al» Anreiz zpr Spekulation. Abg. SchrSter-Merseburg(Komm.) wiederholt die Polemik seiner Partei gegen die Vorlage und gegen die dafür eintretenden Parteien, besonders die SPD. Damit schließt die Debatte, da die anderen Redner sich streichen lassen. Unter Ablehnung der Opposittonsanträg« wer- den die«yzelnen Paragraphen angenommen. Die Slbstimmung dauert recht lang« infolg« der vielen Aenderungsanträge. In der großen Unruhe entsteht ob und zu«in Mißverständnis, es bleibt Sm Beispiel ein« Koalitionspartei sitzen oder nur ein« steht auf— on brüllen die Kommunisten vor Vergnügen und patschen gleich Kindern jauchzend in die Hände. Noch um H12 Uhr wird«in deutschnationaler Liehzollantrag in namentlich«? Abstimmung mit 273 gegen 181 Stimmen bei, zwei Enthallungcn abgelehnt..■_ E» ist Mitternacht, als die Tagesordnung erledigt ist und das' Hau? sich auf heut« mittag 12 Uhr vertagt zur Beratung de» Tilgungssondsgefetze», außerdem dritt« Losung de» Zoftfle fetz es, zweite Lesung de» Sofortprogramm». Abg. lorgler(Komm.) hält eine Red« gegen den Tilgunoz- fondsantrog, der die ganze Jämmerlichkeit dieses Parlaments zeige (Ordnungsruf und Mahnung, bei der Geschästsordnungsbemer. kung zu bleiben). Als Torgler zum drittenmal vom Pästdenten ermahnt wird, nicht auf de» Inhalt des Antrages einzugehen,«rwibett der Kommu- I »ist unter großem Hallo, er wolle dem Hause nur die Sedeutuno dieses Antrages klar mach«». HMjMjch �xhebt er Einspruch gegen die Behandlung diese? Antrage? am Freitag. da der Antrag erst am Abend verteilt worden sei. Einspruch erhebt er serner gegev die zweite und dritte Lesung der Tabaksteuer, da der Steuerausschuß noch lange nicht damit fertig sei. Da der Emsnruch von 15 Mitgliedern unterstützt wird, setzt der Präsident den Tilgungssond?antrag und die dritte Lesung der Tabak- sieuer von der Tagesordnung ab: die zweite Lesung wird aus Mehr- l)eitsbesch!ub durchgeführt werden. 2)9 dä? Tilgunasfondsgesetz gm Freitag noch nicht beraten werden kann, dürste die letzte Sitzung vor Weihnachten am Sonntag oder vielleicht auch erst am Montag sein. Dänemark und die deuifchen Zotte. Die gleichen Begünstigungen wie Schweden gefordert. Sopenhagen, 19. Dezember. sEigendencht) ßm Auswärtigen Ausschuß des dänischen Reichstages«rNäne die dänische Regierung am Vonnerstag zu den d«ut, f che" LandwirtschaftszSllen. Hotz die Auslegung d-s dänischen M e istb egünstigungsrechte? durch Deutschland irrtümlich sei und man Dänemark mindestens die gleichen Vergünstigungen zuteil werden lassen müsse wie Schweden. Der Ausschuß stimmte dieser Auffassung der Regierung einmütig zu und beaustragt, das Sabinett, die Verhandlungen mit Deutschland fortzusetzen. D,r konservattv« Antrag auf Einberufung einer vertraulichen Beichstagssttzung zwecks Entgegennahme einer Regierungserklärung über die Handelsvertragsoerhandlungen mtt Deutschland wurde abgelehnt.\ Der vorsichiige Freiherr. Die Urkunde gegen den Entelfluch. In der thüringischen Landeszeitung„Deutschland' vom 17. Dezember befindet sich ein Inserat eine» ganz besonderen Patrioten. Ein gewisser Freiherr v. Beaulleu-Marconnay, der schon um seine» Namens willen ganz sicherlich darauf Anspruch erheben kann, daß er berufenster Vertreter des Deutschtums ist, veröffentlicht folgendes: „Urkunde. Für den traurigen Fall, daß beim Volksentscheid die Mehrheit des irregeführten souveränen Volkes das Freihetts- gesetz ablehnen sollte und damit freiwillig oder ahnungslos sich selbst, Kinder und Enkelkinder endgültig und vollständig zu .Heloten mackt und in die Sklavenketten des Doung-Planes fesselt, beurkunde ich hiermit meinen Kindern und deren ipäteren Nachkommen. daß ihr dermaleinst berechtigter Fluch auf die heutige'Tene ratio» nicht, mich treffen kann: denn i ch habe da» Volksbegehren unterzeichnet und werde beim'NolkLentscheid am 22. Dezember selbstverständlich mit Ja für die Annahme des Freiheitsgesetze» stimmen.' Au» welcher sonderbaren Urkunde hervorgeht, daß stch dl« Patentpatrioten vom Schlage der Dolksbegehrler nicht mehr al» Teil« de» einheitlichen deutschen Volke» fühlen, sondern als Deutsche ganz besonderer Art. Run fehlt nur noch, daß nächsten, die Herr, ichaften, die da« H'igenberg.Segehren unterstützt haben, behaupten weiche», st« müßten von Recht» vagen von Steuern frei bleiben! Zweierlei Maß. Rotsrcnt?ruß vnt» JaWstktigrytz. Die sozialdemokratische Fraktion hat im Landtag die folgende Klein« Anfrage«ingebracht: In der Strafanstalt Berlin. Tegel wurde vor einiger Zeit dex politisch» Strasgesangen« Surkasch mit fünf Tagen stren« gern A rr»st bestraft, weil er beim Besuch von Angehörigen sich von diesen mit dem„Rot- Front. Äruß'(erhobene geballte Faust) verabschiedet hatte. Dagegen spiest« sich bei dem Prozeß, der jetzt in Schweidnitz gegen Angehörige der Rationalsoziali st ischen Partei wegen schwerer Gewalliätigkesten geführt wird, unbeanstandet sab gende Szene ab: Es sollte Adolf Hitler als Zeuge vernommen wer» den. Als Hitler den Gerichtssaal betrat, erhoben stch sämtlich« An- geklagte demonstrativ von den Sitzen und nahmen militärisch« stramm« Hallung ein. Sie verharrten stehend, solange Hitler im Saal weilte. Al« Hitler dest Saal verließ, grüßten ihn die An- geklagten wiederum in militärischer Haltung durch da» nationalistische Srußzeichen. Der Gericht-vorsitzende. dem nach dem Gerichtsversastungsgesetz die Sitzungepolize! obliegt. hat dieses Verhallen der Angeklagten nicht einmal gerügt, geschweige denn durch Ordnungsstrafen geahndet. Ich frage die Staatsregierung: 1. Wie erklärt stch dieses unterschiedliche Verhalten von Organen der Justizbehörde in zwei ähnlich gelagerten Fällen. wobei besonders zu beachten ist, daß der erste, zur Bestrafung füh» rende Fall sich in der Verschwiegenheit«ine» Gefängnisraumee. der zweite unbestrafte Fall dagegen in voller Gerichtssaalöfsentlichkeit abspielte? Z. Warum wird im Gefängnis da» Grußzeichen einer staat?» feindlichen Verbindung schwer geahndet, im Gerichtssaal dagegen die demonstrative Begrüßung de» Führer, einer staatsfeindlichen Partei geduldet? 2. Ist die Staat-regierung bereit, für ein« gleichmäßige und gerechte Behandlung derartiger Barkommnisse Sorge zu tragen?_____ Hakenkreuzkrawall. pSbelti gegen internationale Eisenbabatariftommiffion. Karlsruhe, 19. Dezember. In einer hiesigen Gastwirtschaft kam e, in der vergangenen Nacht zu Zusammenstößen zwischen Nationalsozialisten und Mitgliedern der zurzeit hier tagenden internationalen Eisenbahntarifkommission, so daß die Polizei ein- schreiten mußte. Diele stellte die Ruhe wieder her und zerstreute die Menschenansammlung, die sich infolg des Borfall» vor dem Lokal gebildet hatte. Gegen mehrere nationalsozialistische Teilnehmer an der Schlägerei ist Strafanzeige erstattet worden. Die veisahung Dr. ItolMns. das in Bozen verstorbenen, einst von den Faschisten verfolgten südtiroler Führer», fand in seinem Heimatsdorf Salurn statt und war Anlaß einer großen. itummen Demonstkation de, bedrängten Deutschtum». Die Kränz- schleifen dursten keine deutschen Inschriften tragen, dafür beteten die Trauergäste am Sarge laut in deutscher Sprache. Die italienischen Polizisten notierten sich die Nummern der Kraftwagen, die von außerhalb zur Beerdigung gekommen waren. Berufung im Kieler Munillonsprozeß. Wie die Justizpresse- stelle mitteilt hat die Staatsanwaltschaft im Kieler Ndunittons- prozeß. In dem auf Freisprechung aller Angeklagten erkannt wurde, Berufung eingelegt. Oer Gtaatssekreiär. '> GtaatssekretSr Gchmid:»Wie fang ich'S nur an, um endlich hier raus« geschmissen zu werden?� Hakenkreuzler vor Gericht. Der Prozeß von Schweidnitz.— Wie die Hitlerpest gehaust hat. Schwetdaitz. 19. Dezember, t Eigenbericht.) 3n dem Schweldnlhercandfriedensbrochprozeh beantragte der Staatsanwalt am vounerstag gegen 12 Angeklagte Gefängnis st rasen zwischen sech» Monaleu und einem Monat, gegen zwei der Angeklagten 200 bzm. 600 Mark Geldstrafe. Jür zwei Angeklagte lautete der Autrag de» Staat». anmalt» wegen Mangel, an V-weife» ans Ireisprvch. * Al» Antwort aus eine nationalsozialistische Kundgebung in Schweidnitz veranstaltete die Sozialdemokratie Ende September ein» Bersammlung mit' dem Reichstagsabgeordneten Dendemuth als Redner. Die Versammlung war kaum eröffnet, als die Rational- sozio listen einen wüsten Tumult entsachten, der schließlich in «ine blutige Schlägerei ausartete. Etwa 50 Personen wur, den zum Teil schwer, andere leicht versetzt. Da« Inventar de, Ver. sammlungslokals wurde restlo, demoliert. Di« Urheber dieser Auseinandarsetzungsn. 16 Nationalsozialist« n, stehen zurzeit in Schweidnitz vor Gericht. Sie haben sich wegen Landfriedensbruchs und anderer Delikte z» ver, antworten. Alle Angeklagten sind in voller Uniform er- schienen. In der gehässigsten Form sprechen die zum großen Teil eben aus der' Schule entlassenen, ahnungslosen Menschen von der Republik, ihren Beamten und allem, was nicht auf Hitler schwörr. Ihre Partei lehne jede Gewall ab und führe nur den Kamps mtt „geistigen" Waffen.„SA." bedeute Eporiabteilung und nicht— wie es festgestellt worden sei— Sturmabteilung. Im übrigen ver- biete ein ausdrücklicher Befehl Hitler» den Besitz von Baff*. Am ersten Verhandlungstag« erzähllen die Angeklagten aus ihrem Leben. Ihr Lebenslauf zeigt, daß es sich um pol! tisch es Treibholz handelt, um Menschen, die ewig zwischen link» und recht» pendeln und sich immer dort einfinden, wo«» was zu „holzen' gibt. Natürlich veriuchen alle die Schuld von sich abzuwälzen und Mitglieder der Sozialdemokratischen Partei bzw. des Reichsbanner» zu belasten. Aus den Zeugenaussagen ergibt sich jedoch, daß die Justiz diesmal den richtigen Griff getan und die wirklichen Urheber der blutigen Schlägerei auf die Anklage- dank gefetzt hat. Ein« Frau Fischer erklärt z. B. al» Zeugin, daß der Saalschutz de, Reichsbanners wiederholt zur Ruhe mahnte. Dennoch erschallte von nationalsozialistischer Seit« schließlich das Kommando:„Mützen auf!' und ml« die Rasenden schlugen die Ratlonalsoziallsten mit Tische». Stühle«, Gläser» um sich. Einige Frauen retteten sich durch die Flucht vor einem Hagel von Wurfgeschossen in einen Nebenraum. Angstvoll hielt die Zeugin Frau Fischer die Tür zu. während draußen die Nazi« wetter tobten und schließlich auch den Nebenraum mit den Worten zu stürmen suchten:„Aufgemacht, hier sind auch noch solch« ver- fluchten Bestien I' Der Kaufmann Wilhelm Angenendt hat gesehen, daß die Nationalsozialisten sehr geschickt i m Saal verteilt waren. Von den Borgängen gibt er di« gleich« SchiGe- rung, wie die Zeugin Fischer. Mit eigener Gefahr hat er seine Frau vor dem politischen Janhagel geschützt. Die Verteidigung will ihn zum„früheren Kommunisten' stempeln, worauf der Zeuge sich als langjähriges Mitgliedde» Marineoerein* ausweist. Auf die als Zeugen vernommenen Reichsbannerkameraden haben zeitweise nicht weniger als zehn Mann auf einmal ein» geschlagen. Einer ging nach Hause, al« es Derwundete gab, um Hilfe zu bringen. Als er mit dem Abzeichen der Arbeiter, samariier wiederkam, wurde er mtt wüsten Schimpfwort«» hinausgehauen. Der Nazi-Landwirt Lütt, jetzt politischer Agitator Hitler»,«klärte. die Rakionassozialistea feie» noch viel zu human vorgegangen. Im übrigen mach:« er den Staat und seine Symbole nach Kräften verächtlich. Seine Aussage veranlaß'« die Verteidigung der Rowdy» gegen die als Zeugen vernommenen und vereidigten Reichsbanner- leute ein Meineidsversahren anzukündigen. Langsam vervollständigt sich da« Charakterbild der Nazis. Sie sind auf B-fehl au» der ganzen Umgegend angerückt, wie entsprechende Anordnungen ergeben. Sogar e l a Sanitätsauio brachten sie mit. Ausdrücklich wird In der Der- nehmung des Versammlungsleiters Hopp« festgestellt, daß die Ein- ladungen zur Versammlung nur in Schweidnitz ausgegeben wurden. Auswärtige Gruppen der Nazis können nur von Nationalsozialisten au» Schweidnitz benachrichtigt worden sein. Merkwürdig, daß die Ver- teidigung, die gern dem Saalschutz die Provokation zuschieben möchte, selbst an Hoppe geschrieben hat,«s„sei kaum von einem Teilnehmer bemerkt worden, daß überhaupt Saalschutz vorhanden gewesen fei". Die Nationalsozis von auswärt» wissen natürlich von nichts: alles hat sich rein zufällig ergeben. Man hat gehört und ist au» Disziplin gekommen, ja. sogar, ohne zu wissen, daß eine Versammlung war. Wendemuth bestätigt als Zeuge, daß et bereits vor der Per, sammlung di« wüstesttn Schmähbriefe mit Morddrohyn- gen und Hakenkreuzen erhalten Habe und schildert den bekannten Verlauf der Versammlung., Sechs Rakionaffoziallsten seien auf die Buhne gestürm» und hätten ihn und Hoppe verletzt. Stühle seien ihre Massen gr mcfUL Hoppe und ihm wären Akteylaschen und Uhren geklaut worden: st« seien bl» jetzt noch nicht wiederln ihren Besitz gelangt. An einem der Derhandlungstage wird Idols Hitktr ver- nvmmen. Nur er entscheidet nach den Erklärungen des Verteidigers der Nazi». Nur. feinem Willen hat stch alle» zu fügckn. Die ge. ftindenen Gebote seien Stilübungen einzelner Herren. Aber zum Entsetzen der Verteidigung bezeichnet Hitler gewiss« Regeln— „Vor der Polizei weißt du nichts'— als vollgütlig und kennt auch „S.-A.' nur als Sturmobteilung! Kurz vorher hat der Gaugeschäftsführer Brückner aber beschworen.«5 bedeute„Sport- abteilung'I' Pech in der Regie. Wo bleibt ht�r der Meineid!? Dem großen Adolf, der eine Dersammlungsrede von über einer Stunde hielt, assistiert sein Adjutant Hauptmann Pfeffer, dessen Pension die Republik bezahlt. Dafür greift er den Innen- minister Preußen» an,„dessen Namen er nicht aussprechen könne'. Eine Niete, dieser Hitler nebst Gefolg«, sogar ein« Niet« für die Verteidigung. Für die Schweidnitzer Spießer erst recht. Am Schluß der Beweisaufnahme zerstört auch die Schweidnitzer Polizei da» Märchen von dem in den Saal geschleuderten Stuhl. Sie hörte da» Kommando„Mützen auf', gebot dem Werfen von Biergläsern und Stühlen, das gleich darauf einsetzte, erfolg- lo» Ruhe. Die Beamte« wurde« durch die Nazi» selbst bedrängt: einer konnte nur auf einen Tisch lehnend sich dt« Rasenden mit der Pistole vom Leibe halte». Weshalb sich der Agitator Lütt im Gerichtssaal noch beschwert:„Ich bin von der Polizei mit der Pistole bedroht worden!' Mtt den letzten Kräften rückt die Verteidigung an, hat aber Mißgeschick. Die Garderobiere S p i l l e r aus dem Versammlungslokal hat National- sczialisten sagen hören:„Auf diese Bluthunde haben wir schon lange gewartet.' Ein Werkmeister St kehl traf die Hauptschuldigen nach ihrem„Siege' in einem anderen Lokal, wo sie sich die gestohlenen Utensilien Wendemuths zeigten: „Hier ist die Rede, die Wendemuth halten wollt«!'- und zum guten Ende stellt sich heraus, daß einer der Angeklagten vor Beginn der Versammlung die Damen seiner Couleur aus die Galerie expediert»— die Frauen der Reichsbannerleute fast aus- nahmslo» i m Saal«— mit dem Bemerken:„Die Damen heut« auf die Galerie;«s wird Keilern geben.' Am Donnerstag begann die Staateanwaltschafi mit Ihren Plädoyers. Oberstaatsanwalt Schreiber betonte, daß es sich um keinen politischen Prozeß handele und sich die Änklagebehörde um Objektivität von vornherein bemüht habe. Sie selbst habe Eni» leftungszeugen geladen. Die großen Widersprüche bei den Zeugen. aussagen seien erschreckend. Man werde sich daher nicht nur aus diese Aussagen, sondern vor ollen Dingen auch auf v o r g e f u n- den« Schriftstück« verlassen müssen. Staatsonwalischostsrat Loderhos« führt« aus. für eine vorbereitet« Sprengung vor langer Hand sprächen verschiedene Umstände, so der auf- fallend starke Besuch der Versammlung durch Nationalsozsalisten, jedoch ließe ssck» die Dorbereituna nicht einwand frei beweisen Notwendig für da» Delikt des Landfriedens- bruchs fei, daß die Angeklagten das„Bewußtsein der Oefsent'ichkeit' gehabt hätten. Das fei hier nicht nachweisbar. Er müsse daher die Anklage wegen Landfriedensbruch fallen lassen: Dagegen bleibt der Versuch d�er Sprengung in Tateinheit mit ge- fährlicher K ö r p« r.ve r letzu n g bestehen. Hier sei der Bor. sa.tz a.uh«r Zweifel. Unter keinen Umständen habe der Saal- schütz zuerst angegriffen und selbst, wenn es so gewesen sei. hatt- er das Recht gehabt, gegen die Störenfried« vorzugehen. Da» Urteil ist voroussschttich am Freitag zu«rwart-"- H lerm- � G Ladc-Bilbiduli mo4»m« g halbrund« Form, cnte« g Lackled«r 4«50 Kinder» g Plösch Antol � 1»«ehr»ulcr aualildl M -TTSSZZS�SSSSSSS� I«»-» W I�itZldlll mirrro««»»»»» dequ. � U»a»»»k Fatter Alter 5 TeAre Kle�anttt# PIO«chmantel ffuio /eil- ImHatios B«nA jefOttert Herren- Ulster mollige QuelitJU lA.t ingewebtrm Futter tu modern. Kurnmustera firaTREL� OHNE PIVBEKl ANZAHLUNQ BIS ZU 24 MONATSRATEN Kompl. Schlafzimmer, Speleezlmmar, Herrenzimmer, Wohnzimmer, Küchen, Einzelmöbel, Polsterwaren, Me�ellbetten, Korbmöbel Palwiitt« riiifach 6el uns Kaufen Sie billig auf nilZAHIUlK i bei ailerkieinster Anzahlung izu spielend leiefiten Zahlungsbedingungen. Besser Können Sie Ohre �ihnachtswunsche nicht erfüllen! Damen- und Kinder-Konfektion Herren- u. Burschen-Konfektion PELZ-M A'NTEL Woll waren für Damen, Herren und Kinder Oardlnoo, Toppich«, Ltufsr�tofT«, Baum woll waren, Inlette. 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Pfund»on 0.48 an Paranüsse 0.58 Haselnüsse pm 0.78 Spanisdic Wein f rauhen Pfand Datteln... Kaiton ca. 350 Gramm 0.52 Bananen........... 3 piond Krachmandeln- 0.58 0.78 1.00 0.95 Fische Schellfisch........ finnd 0.24 0.35 Rotbars............... pumd 0.30 Kabeljau ohne Kopf, ganze Flache, Pfand 0.32 Fischfilet.......... Pwnd 0.45 0.58 Karpfen ptd!vo'n1 10 (Pfefferkuchen •Marxipan (Prasentßorhc von Sf M MB Frisches Fleisch Kalbs�mm wnd 0.88 Kalbsbrust P'und 0.88 Kalb5nierenbrat.0.96 Kalbskeule g«« geteUt, bis 9i-fd, Ptd. 1. 10 Rinderkamm pt-t 0.90 Rinderbrust Pwnd 0.90 Querrippe.Pfund 0.85 Gulasch..ptund 0.95 Schmorfleisch Pid 1.10 ohne Knochen 1.30 Roastbeef Kn�eB 1.10 Wurslwaren Dampfwurst pü 0.95 Würstchen"und 1,20 Hausm. Leberw. 1.25 Jagdwurst, pfund 1.45 Mettwurst Br Art 1.45 Schinkenpoin. piu- 1.65 FiletWUrSt. Pfund 1.65 Zervelafk Salami holst.- an wtst SL o sert Ptd. 1.80 t-fuud 2.60 Leberwurst f-me 1.80 Schinkenspeck �1.90 Nußschinken p und 2.10 Lachsschinken 380 Gänsebrust p»-nd 3.40 rtllimtf. Rassntlifllsr Sic. Uteri lnrl: Knoblauchwurst 1.20 Po nische. Piund 1.50 Gierwurst.pwnd i.so Käse Camembert___ Tulllett, Schachtel 0.25 Limburger 0.48 1.05 Steinbusch. 0.68 1.00 Edamer pm. 0.75 1.15 Tilsiter Art wZ 0.85 ■ steine 0.76 Mirabellen.... 1.00 Birnen extra Quallt« 1.25 Kirschen saure, o.st. 1.50 Kalif. Pfirsiche 1.45 Kalif. Aprikosen 1.60 Kalif. Fruchtsalat 1.85 Räucherwaren FeltbücklingetutsO 43 Dorsch.. Pfand 0.52 Seelachs'"�fnuS 0.55 BücklingeKwer.pfd. 0.60 Sprotten..Pfand 0 60 Spickaal Pfund 2.65 an Fette Margarine Pfund 0.50 Kokosfett i-Pfd.-TtL 0.50 Molkerei-Butter 1.75 Tafelbutter 1.82 1.96 Dän. Butter Piund 2.08 Johannisbeerwein feineQti*L.Ltt. 0.80 1928 Maikammerer P'aizwcin.Ltr. 1.15 Tarragonau, Talelrotwein ur. 1.10 Muskateller n. Wermut.Evisa* 1.40 Oouro Portwein aehr kriitig. Liter 2.00 Dtsch. Weinbrand s Kronen, Ltr. 4.60 Frisch gebrannter Katlee Pfd. von Maiossol-Kavlar V, Pfund 9,50 Ital. Salat Pfund 1,40 HeringsSaiat Pfund 1,00 Backartikel Olympia-Mchl 2 pfund-Bentei 0.58 0.62 5 Plnnd-Beutel 1-25 1.38 1,45 Rauhreif-Mehl.... 5 pfund.ßeuui 138 Auszu�mchl..pfund 0.25 0.27 0.30 Kai f offclmchl 0.20 Ma!spudcr ptd. 0.30 Mohn-eis., Pfand 0.68 blaa..Pfund 0.48 Kokosnuß r, �,0.52 Mandelio � 0.58 Vanillin-Zucker..... 5 Beutel 0.20 Sultaninen.... ptnnd 0.38 0.52 0.68 Rosinen ,'6ds 0 48 Korinthen 0 50 Mandeln sso und bittet 1 90 2.40 2.8* Orangeat y*. 1.10 Zitronat ptd. 1.50 Backpulver.......... 5 Beutel 0.30 Geflügel u. Wild Gänse gefroren..Piund von 0.92 an Irische... Pfund von Puten'eine nngarisebe..... Ptund von Suppenhühner..... pw»» von Enten....... Ptund von Fasanen-"�"n 2.45« HaSCn eeatreltt n. ausgeworfen. Pfund von Kanindien£"lrcl" va, Reh-Blätter.......... p'-nd ' 1.15.» 0.98« 1.05» 1.20»n 3.25« 1.15« 1.25 an 1.38 Hirsch u. Wildschwein billigst (füeihtiachisQerxen Molard 1.20 Molard 0.65 KoiaposlL-Ken.�0.40 Ceresln-Kerzen �,"0.70 Wachs-Kerzen'�0� 1.10 Komposlt.-Kerz., f.S" 0.70 (füaehm faden u»(WachastSeße Nr. 595* 46. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Freitag, 20. Dezember 4929 Arbeitsbeginn im Gtadtparlament Vorstand ohne Kommunisten.— Debatte über Rotstandshilfe. Die erste Arbeitssitzung i)cr neuen Stadtverordnetenversammlung hatte mit Erschwerungen zu kämpfen, die von den Kommunisten ausgingen und auf Sabotage abzielten. Störungen von' brausten waren durch Sicherungsinost- nahmen abgehalten worden, aber die kommunistische Stadtverordnetenfraktion sorgte dafür, daß die Vorstandswahl unter großem Zeitaufwand durch Zettel vollzogen werden mußte und dann erst um Uhr an die Beratung der Notstandsanträge herangegangen werden konnte. Im Vorstand verlangten die K o m- munisten keinen einzigen Sitz, weil sie gegen den parla- mentarischen Grundsatz den Posten des Vorstehers nicht der sozial- demokratischen Fraktion als der stärksten überlasse» wollten und daher bei den Wahlen der Larsteherstellvertreter von keiner Fraktion unterstützt wurden. Zum V o r st e h e r wurde unser Genosse Haß(gegen die Stimmen der Kommunisten und der National- sozial-isten) mit großer Mehrheit wiedergewählt. Bei der Beratung der Notstandshilfe für Unter st ützungsenrpfänger und Erwerbslose(Anträge der Sozialdemokraten, der Kom- munisten und der Nätionalsozialisten) gab es sehr stürmische Austritte. Die Kommuni st cn lärmten andauernd gegen die Redner der anderen Fraktionen, besonders gegen unseren Genossen Krause. der ih'-e angebliche Erwerbslosensrcundlichkeit gebührend kennzeichnete. Bürgermeister Scholtz griff in die Debatte ein mit der Er- klärung, daß der Stadtsäckel leer ist. Angenommen wurde nach dem Borschlag des Ausschusses der sozialdemokratische Antrag auf Gewährung einer Winterbeihilfe. * Der Aeltestenvorsteher, Genosse T e m p e l-Lichtenberg, er- öffnete mit Il-Lstündigcr Verspätung nach 18 Uhr die Sitzung mit einem Dank an die nicht wieder ins Stadtperlament zurückgekehrten Stadtverordneten. Einen Nachruf widmete er dem in der vorigen Woche verstorbenen Stadtverordneten S ch a l l d a ch von der Deut- schen Volkspartei. Dabei wußten die K o m m u n i st e n zunächst nicht, wie sie sich verhallen sollten: die anderen Stadtverordneten hörten, wie das Anstandsgebot ist, den Nachruf stehend an, ein Teil der Kommunisten erhob sich ebenfalls, der andere Teil blieb s i tz e n. �Nachdem Genosse Tempel die Nichteinberufung der von einigen Fraktionen geforderten außerordentlichen Sitzung gerecht- fertigt hatte, kam man zur Wahl des Vorstehers. Herr Pieck von den Kommunisten hielt zunächst erst noch eine P rote st rede gegen die Anwesenheit von Schupobeamten im Rathause— so oder ähnlich war auf der Pressctribiinc zu verstehen —, dann schlug Genosse Flatau den bisherigen Vorsteher Genossen Hast vor und betonte dabei, daß dessen objektive Geschäftsführung von allen Seiten anerkannt werde(Gebrüll bei den Kommunisten). Flatau machte weiter den Vorschlag, den Borstand noch der Stärke der Fraktionen zu besetzen: die sozialdemokratische Fraktion werde die Fraktionen unterstützen, die dieses demokratische Prinzip zu achten gewillt und und es bei' der Wahl des ersten Vorstehers an- wenden.(Zurufe bei den Kommunisten.) Für den Fall, daß bei der Versammlung die Absicht bestehen sollte, möglichst schnell orbeits- sähig zu werden, schlug Flatau Wahl durch Zuruf vor. Selbstverständlich widersprachen diesem durch die Geschäftslage gcrechtscrtigten Vorschlag— die Kommunisten. „Aus politischen Gründen", sagte Herr E afp er, seines Zeichens kommunistischer Landtagsabgeordneter. Dieser Herr schmetterte dann auch«inen Leitartikel der„Roten Fahne", den er als Erklärung bezeichnete, in den Saal. Den Kommunisten, die sich als die treuesten Freunde der Erwerbslosen aufspielen, waren mit einemmal die Er- wcrbsloscnanlräge völlig gleichgültig, es war ihnen gleichgültig, wann und ob den Erwerbslosen geholfen werden kann. So mußte dann also die langweilige Zettelwahl vorgenommen werden, die erst gegen Al Uhr beendet war. Gewählt wurde als erster Vorsteher Genosse haß. der, mit Beifall empfangen, für die Wahl dankte und oersprach, durch strenge Sachlichkeit auch diejenigen zu überzeugen, die ihn nicht gewählt haben.(Gebrüll bei den Kommunisten.) Genosse Haß ist das siebente Mal zum Vorsteher gewählt. Für Haß, ebenso wie für die Vorsteherstellvertreter— G r a n a ß(Dnatl.), C a s p a r i(D.Vp.) und Dr. Meyer(Dem.)— stimmten die Sozialdcmokrcilen, die Volkspartei, die Deutschnationalen, die Wirt- schoftspartei, das Zentrum und die Demokraten. Diese Fraktionen brachten von 152 Mitglieder»>19 Stimmen sür den Vorsteher auf. Die Beisitzer wurden in Listenwahl gewählt. Die radikalen Flügel der Versammlung, Kommunisten und Nationalsozialisten, nominierten sür alle Posten eigene Kandidaten und— fielen durch. Um 29 Uhr zog sich der neu zusammengesetzte AeL testen- a u s s ch u ß zur Beratung der Geschäftslage zu. öck. Nach V-Ä Uhr eröffnete der Vorsteher wieder die Sitzung. An den Haushaltsaus schuh verwiesen wurden Anträge der Kommu- nisten wegen angeblicher Arbeiterentlassungen bei der Verkehre- aktiengesellschaft: Widerspruch fand ein Dringlichkeitsantrag der Nationalsozialisten, der einen Protest gegen die Anleiheverlmndlun- gen der Stadt und gegen die Tariferhöhungen enthält und den so- fortigen Rücktritt der Stadträte verlangt!!! Einen Protest der Kommunisten gegen die Richteinbenisung der verlangten außerordentlichen Sitzung am Dienstag nahm die Versammlung zur Kenntnis— sonst nichts. Dann endlich kam die Versammlung zur praktischen Arbeit. Verhandelt wurden die Anträge der Sozialdemokraten aus Gewährung von Winier- belhilsen für alle Unterstützungsempfänger einschließlich der Erwerbslosen. Die Kommunisten hatten in einem Antrag noch unmittelbar vor den Wahlen sehr weitgehende Unterstützungsaufbesserungen für Hilf»- bedürftige beantragt. Nach den Mitteilungen des Äusschußbericht- erstatters Genossen Urich würden die berechenbaren Kosten für den kommunistischen Antrag 414 Millionen Mark betragen, die ?rnkalkulierbaren Kosten hätten diese 414 �Millionen Mark noch ganz erheblich erhöht.(Der Gesamtetät der Stadt beträgt rund ein- tausend Millionen Mari!) Urich konnte ferner seststellen, dost im Ausschuß kein Kommunist das Wort zu dem kommunistischen Ankrag genommen hätte! ("Lebhaftes hört! hört! bei den Sozialdemokraten und im Hause.) Der Ausschuß hat schließlich einstimmig folgenden Ersatzantrag angenommen: Die Stadtverordnetenversammlung ersucht den Magistrat, Mittel bereitzustellen für die Gewährung von Willlerbeihilfen in Höhe der vorjährigen sür» alle Unterst ü h n n g s e m pf ä n ge r einschließlich Erwerbslose. Genosse Urich empfahl diesen Beschluß auch dem Plenum zur rivstiinmigen Annahme. Obwohl Urich als Berichterstatter nur die Vorgänge in der Ausschußberaiung objektiv mitteilte, wurde er fort- gesetzt von den Kommunisten als„Lügner" beschimpft.— Eine bestige Rede zu dem Beschluß hielt dann der Stadtverordnete Wisnewski(Komm.). Dabei ziehen ihn die Nationalijozialisten der Lüge, was Herrn Lange veranlaßte, hinüber zu rufen:„Halts Maul da drüben!" Wisnewski brachte einen Abänderungsantrag ein, der seste Summen zur Unterstützung einsetzt. Die Deutschnationalen schickten den Stadtverordneten Krüger vor. Er bezeichnete die An- träge der Kommunisten als Demonstrationsanträgr und fragte, wo denn das Geld dazu herkäme?(Lärm bei den Kommunisten. Stadt- verordneter Lange: Wo kriegt Hitler sein Geld her?) Berbunden mit der Beratung waren auch die neuen Erwerbs- loscnanträge der Nationalsozialisten und der Kommunisten. Der Nationalsozialist Engel protestierte gegen die Verschleppung der Antrüge. Schuld an der Erwerbslosigkeit seien die Leute in der Wilhelm- straße, die Nooenrberleute. Die weiteren Ausführungen war die bekannte Walze, diesmal von den Nationalsozialisten gcspicll. Interessant war allerdings, daß Engel allen Parteien, von den Kommunisten bis zu den Deuts ch n a t i o n a l e n das Verständnis für die Erwerbslosen absprach.— Bürgermeister Schälk erkannte die Not der Erwerbslosen an. ließ aber keine Hoffnung auf andere Hilfe als durch die allgemeine Wohlfahrt. Das Recht der Stadtverordneten, Ausgaben zu bewillig», schließt die Pflicht ein, sür Deckung zu sorgen. Es wäre dem Magistrat lieber gewesen. wenn erst die Finanzlage der Stadt erörtert worden wäre und erst dann die Ausgaben für die Erwerbslofenantröge.— Ausführungen des Stadtverordneten Schmidt(Z.) veranlaßte» den Bürgermeister Scholtz zu der Erklärung, daß Geld nicht da wäre, um auch nur die Mittel für die Ausschußbeschliisse bestreiten zu können. Der Obcrpräsident hätte dem Magistrat eröfsnet, daß die durch die An- leihe auskommenden Gelder nur zum Schuldendienst und zur Aus- Zahlung der Löhne und Gehälter pro Januar verwandt' werden dürfen. Wenn die Stadtverordneten Ausgaben beschlössen, müßten sie auch sür Deckung sorgen.— Genosse krause kennzeichnete das passive Verhalten der Kommunistn im Erwrbslosenausschuß. Als sie dort vom Bürgermeister auf die 414 Millionen Mark Kosten hingewiesen wurden, verstummten sie: hier aber im Plenum er- neuerten sie ihre Forderungen, weil sie sich bereits in Konkurrenz mit den Nazis befinden.(Lebhaftes Sehr richtig! bei den Soz.) Nach den Antrügen der Kommunisten hätte ein Erwerbsloser für sich, seine Frau und zwei Kinder 260 Mark monatlich zn bekommen. wozu noch freie Kohlen, frei Kleidung, sreie Lieferung für Gas, Wasser, Elektrizität, Kartoffeln kämen.(Hört, hört! im Hause.) Genosse Krause polemisierte unter graßer Unnihe des Hauses gegen rechts und links. Wir Sozialdemokralcn. schloß krause, werden so wie bisher immer die Erwerbslosen zwar nicht mit dem Munde, wohl aber in der Tat unterstützen.(Ungeheurer Lärm bei den Komm,,- nisten und Nationalsozialisten.) Nach einem Schlußwor« des Berichterstatters wurde der Antrag der Nationalsozialisten gegen die Stimmen der Antragsteller ab- gelehnt. Für den Antrag der Kommunisten stimmten nur die kom. munisten und die Nazis. Mit großer Mehrheil wurde dann der Ansschnhankrag angenommen; die Nationai» sozialisten vergaßen in der Eile des Gesechks, die Hönde hochzuheben. Um>?2Z Ahr schloß der Vorsteher die Sitzung. * Am heutigen Freilag werden die Stadtverordneten eine außer- ordentliche Sitzung um 16"i Uhr abhalten. Ende des Reukötlner Betrugsprozesses. Gefängnisstrafen gegen Boigs und Groger. Am Donnerstag nachmittag verkündete der Vorsitzende des Erweiterten Schöffengerichts Neukölln., Landgerichts- direktor Dr. Braune in dem"Prozeß gegen, die Leiter der Neuköllner Großhandelsgesellschaft Boigs, Groger und Heinrich folgeudes Urteil: Der Angeklagte Borgs islderliTrtr Mi e in drei Fällen: schuldig und wird ZU einer Gefängnisstrafe von 7 Monate.» und zu einer Geldstrafe von 3-000 M. verurteilt. Die Angeklagten G r o g e r und Heinrich sind des gemeinschaftlichen B e-- trug es schuldig, und.zwar wird Groger zu drei Monaten: Gefängnis und Heinrich zu 600 M. Geldstrafe verurteilt. Im Falle der Nichteintreibung der Geldstrafen treten bei Boigs 100 Tag« und bei Groger 20 Tage Gefängnis" In der Urteilsbegründung führte der Vorsitzende aus, daß sich das Gericht bei der Strafzumessung von dem Gesichtspunk: habe leiten lassen, daß Mißstände, wo sie vorhanden seien, mit eisernem Besen ausgekehrt werden müßten. Besonders- verwerflich sei das Berhatten des'Angeklagten Boigs gewesen, der mSähuf „Weißt du—", sagt Hans. Mehr sagt er nicht. E' sieht das Schloß an, dann malt er. Aber seine Mutter steht wartend daneben. „Nun?" fragt sie ihn. „Mir fiel nur etwas ein", sagt Hans, und rührt mit den. Pinsel auf der Palette.„Gestern war ich bei den Melkers- leuten— kennst du die Melkersleute? Natürlich!— Ich hatte Durst und ging zu ihnen hinein. Da lag in so einer Art von Kiste ein Kind--" „Ja, das ist der Findling", fährt die Gräfin fort, denn Hans, weil er eine Farbe ins Bild fetzt, schweigt. „Ja", sagt er dann,„so nannten sie ihn. Ich wußte noch gar nichts von diesem Findling. Und die Melkersleute saßen so da. und es sah ans. als kümmerten sie sich nicht viel um das Kind, lind in einer Kiste hatten sie ihn verpackt. Ich ließ ihn mir zeigen. Es ist ein schönes Kind, ein kleiner fester, gesunder Körper, die Stirn war so klar, die Augen tiefblau. Nun ja, dieser Findling—" Er malt und schweigt. „Ja. das ist der Findling", sagt die Gräfin und sieht ihm zu.„Mitunter seh ich auch bei den Meltersleuten hinein, wir bezahlen ihnen die Pflege an dem Kind." „Ja,\a"', sagt Hans,„und dann kom ich nach Haufe und da waren die Stuben von Klagen voll, denn Irene wollte fort." „Soll man denn da nicht— sagt die Gräsin und schweigt. „ijatte sie nicht das Kind mitgenommen, dann wäre es wohl"nicht so schlimm gewesen." „Nein, dann wäre es nicht... Es war ja nur um das Kind. Ich hatte mich doch an das Kind gewöhnt. Jeden Morgen kam es mit den wilden nackten Füßchen über den Flur' und schlug mit der kleinen flachen Hand gegen meine Tür. Und dann machte ich auf. Und dann sah es mir zu. stand ganz still auf meinem Bett und sah mir nur zu, wie ich'mich kämmte, als wollt es das lernen." „Ja, ja",- sagt Hans,„und da dacht ich bei mir— aber es war nur so ein Blitz von Gedanke— den Vogel da mal ich nun mit", unterbricht er sich selber und malt. „Nun?" fragt er seine Mutter. „Ja, der Findling", jagt Hans,„man weiß nicht einmal — man kann ja nicht wissen, wer seine Mutter ist. Nämlich — ich denke so, es kann sein, daß das Blut in ihm gut ist und der Junge wird gut, und darum— es kam mir nur so in den Sinn— warum ist das Kind bei den Melkersleuten? Auf Hohenau wäre das Kind besser besorgt, und für dich— nun, für dich wäre das so eine Art— eine Art von Enkel— nein, das nicht, ha ha— aber ein Kind immerhin... Na, das dachte ich so." Die Gräsin steht neben ihm: sie sieht zu, wie er malt. „Ja, das Kind kommt nach Hohenau", sagt sie dann, „danke, Hans, ja, ich danke dir. Junge." Und sie geht in der Richtung zu den Hütten davon. 9. Aber dann geschah die Ueberraschung. Irene kam mit dem Kinde zurück. Wenige Tage nach ihrer Abreise war sie wieder da.— Ob sie Albert in Berlin nicht angetroffen hätte?— Ja, ja... Was denn wäre...? Nein, nichts.— Sie war noch immer innerlich bewegt, ihre Gesten waren von seltsamer Rast. Sie ging in ihr Zimmer hinauf und schloß sich dort sogar ein. Sie schloß sich ein, weil ihr Vater einmal heraufgekommen war, um zu sehen, was sie denn täte? Sie schrieb. Sie hatte etwas zu schreiben. Sie kam nicht zum Mittagessen herunter, also schrieb sie noch immer. Ja. Irene schrieb. Was war doch der wahre Grund, daß Irene nach Berlin hatte reisen müssen? Eine Notiz in der Zeitung, die mit der Post von Berlin nach Hohenau kam, eine knappe Bemerkung, welche besagte, Albert de Castro würde in einer öffentlichen Versammlung der kommenden Woche der Hauptredner sein. Da hatte es sie vom Herzen her getrieben, ein Strom, der sie zu ihm hinzog— und nun geschah aus tiefer Notwendig- teit ihres eigenen Fühlens endlich, was er so lange ver- gebens van ihr erwartet hatte: Sie war ergriffen von seiner Arbeit und Hoffnung, von seinem Willen und Leben. Aber es war wohl mehr als das. Die Bersammlunff fand in einem reprä'entariven Gebäude statt—»und mußte es nicht Ruhm und Stolz für sie sein, ihn als Führer von den Herzen der jungen Zeit getragen zu sehen! Und darüber hinaus war es noch mehr, das sie in chrem Innern bewegte, und die kleiue Notiz in der Zeitung war nur ein Anstoß, ein letzter Anstoß gewesen Ja, sehr vieles hatte sie im Innern bewegt, als sie von Hohenau abgereist war. Und die Versammlung, der sie bei- wohnte, noch bevor sie nach ihrer Ankunft in Berlin mit Albert gesprochen hatte, steigerte ihr Gefühl so mächtig, daß sie, in der Masse des Volkes, die das Haus überfüllte, mit den jauchzenden Stimmen der Jugend zusammen zu Albert hin- aufrief. Er war umdrängt von Augen, glühend von Ver- trauen und Freude, vom Rednerpult wallte ein Fahnentuch, und diese Fahne war wie sein Priesterkleid. Konnte er Irene, die zu ihm hinaufsah, erkennen? Das konnte er nicht- Er stand den Hunderten wie einem gegenüber, seine Züge blieben ruhig und klar, beinah kühl, die Augen sahen fest in die Weite des Raumes, wie in die Zukunft hinein. Und als er sprach, war seine Waffe gegen den Feind, der von den Tribünen mitunter höhnisch zu lachen begann— das durch- geistete leidenschaftslose Wort. War es nicht auch seine Waffe gegen Irene gewesen? Ihre Augen waren voll Tränen. Wie Kinder die Person des Schiffssteuermanns romantisch ver- klären, so hatte sie Zllbert mit Ruhm umwoben, in Hohenau, als sie feinen Namen angekündigt las, und während der Reise. Aber als was stand Albert nun über dem Meer des Volkes? In der Einfachheit, die keiner Verklärung bedurfte. war er ihr größer als Ritter und Helden, als Könige mit Purpur und Schwert. Ihre Welt krachte lautlos in sich sammen. Ihr mar, als hätte sie all ihr Leben nur Märchen gelesen und in Märchen gedacht. Sie schämte sich wie ein er- wachsener Junge, der merkt, daß er mit einer Puppe spielt. Um sie her war das Leben, es zog in sie ein. Das Leben—« das war Albert, ihr Mann. Sie hatte dann vor dem Gebäude auf Albert gewartet. 2üs sie sich mitten im Menschcnstroni befand, der sich nun durch die Pforten ins Freie ergoß, fühlte sie in sich ein er- regendes Glück, wie jeniand, der sich zum erstenmal in einer Vereinigung mit Menschen gleichgerichteten und onsdrucks- fähigen Willens befindet: dazwischen kam Bangigkeit in ihr auf, als müßte der Wert, der solchem hohen Gefühl Bercchti- gung gäbe, ihr erst noch verliehen werden, durch ihn. Als sich die Menge schon längst verlaufen hatte, kam Albert. Sie erkannte ihn in einer kleinen Gruppe, die lang- sam, unter Gesprächen das Gebäude verließ. Mit unsicheren Schrstten ging sie näher hin— er begrüßte sie: er schien nicht einmal erstaunt. Dann machte er sie mit seinen Begleitern bekannt. Während der ganzen Zeit fühlte Irene den dunklen Blick einer Frau neben Albert. Diese Frau war auch die einzige von allen, die sich nicht an der Pforte des Gartens, der zwischen dem dunklen Gebäude und der Straße lag. von dem Führer verabschiedete. Nein, sie blieb neben Albert. Das Automobil stand bereit, der Chauffeur grüßte: mit einem kurzen Blick sah er Irene und dann' Alberts Be- gleiterin an. „Ich werde dich zuvor nach Hause begleiten", sagte Albert. (Fortsetzung folgt.) wohl ciit gerissener Geschäftsmann sei, dem aber die moralischen Qualitäten fehlten, um dem Vertrauen gerecht zu werden, das nian in ihn gefetzt halbe. Moralische Qualitäten sprach das Gericht ebenfalls dem Mitangeklagten Groger ab, der seine Zwitter- stellung einerseits als Vertrauensmann des Aufsichtsrats, anderer- feits als Angestellter der Gesellschaft dazu benutzt habe, sich einen Bermögensvorteilzu sichern. Heinrich dagegen sei mehr in die Lage hineinnianäveriert morden und habe nicht genügend Rückgrat besessen, um vor den Schiebungen und Täuschungen zurück- zufchr ecken, sondern habe sie mitgemacht. Eine Bewährungs- s r i st miickv den Angeklagten nicht zugebilligt. Die neuen Fahrpreise. Ab 2. Januar Einheitsfahrschein 25 Pfennig. Herr Schacht hat in seinem Kampfe gegen die Gemeinden und gegen die Stadt Berlin eine Schlacht gewonnen. Er Hot der Stadt Berlin durch die Verweigerung der bekannten Amerika- anleihe die Bedingungen einer Sosort-Tariferhöhung a u f g c- zwangen. Die Stadl verlin, die ihren Beamten. Ardeitern und Angestellten Gehälter und Löhne zahlen muh, ist gezwungen, die Bedingungen des Reichsbankpräsidcnien anzunehmen. Plumpe Dem- agogie macht den Versuch, dieses Diktat gegen die Stadl und gegen die Sozialdemokraiie auszuwerten. Immer wieder muh dagegen gesagt werden, daß die rein prioatkapitalistische Po- l i t i k des Reichsbankpräsidenten unier den außergewöhnlichen Vec- Hältnissen, in denen zurzeit noch seine Machtstellung begründet Ist. die Städte zu Mahnahmen zwingt, wie sie seht in Berlin durch- geführt werden müssen, hinter diesem Kampfe steht der Wunsch, die Kommunalwirtschasl dem Privat- kapital in die Arme zu treiben, ein Wunschlraum, der selbst Herrn Schacht nicht in Erfüllung gehen wird. In diesem Kampfe zwischen privater und öffenllicher Wirischast müssen Opfer gebracht werden, die seht erzwungene Berliner Tarif- erhöhung ist vielleicht ein» der schwersten. Es bleibt ein schwacher Trost, daß die Berliner Tarife auch nach dieser Erhöhung im vergleich zur gebotenen Leistung und im Vergleich zu anderen Städten nicht als hoch bezeichnet werden können. Wenn zum Bei- spiel bei den V e r k e h r s t a r i f e n die Abonnemenlsprcise unter den Friedeospreisen lagen, so war klar, daß bei einem ständig steigenden Lohnniveau beim Ansteigen aller anderen Unkosten solche preise auf die Dauer nicht geHallen werden konnten. Aber man konnte die Hoffnung hoben, daß eine einmal eintretende Tarif- erhöhung mit einer Einbeziehnng der Stadt-, Ring- und Vorortbahnen in das Tarifsystem der Stadl verbunden werden würde, und man muß hassen, daß wenigstens seht nach dieser Erhöhung erneute Bemühungen einsehen, um eine einheitliche Regelung mit der Reichsbahn und die Ausdehnung der Umsteigeberechtigung aus die Reichsbahn ermöglicht. Bach dem Beschluß der Generalversammlung der Ber- Kner-Verkehrs-Aktien-Gesellschoft gellen ab Z. Zanuar 1930 folgende Fahrpreise: a) Einzelfahrten: Die Fcchrt auf der Straßenbahn, U-Bahn oder Omnibus tostet für Erwachsene 25 Pf., für Schüler ilS Pf. Einmaliges Umsteigen auf Straßenbahn und Omnibus oder einmaliges Uebersteigen zwischen den drei Verkehrsmitteln ist ge- 1 stattet.(Ueberfteigezeit 154 Stunde nach Losung des Fahrscheins.)| b) Bkonatskarlen der Straßenbahn: Für eine Straßenbahnlinie tO M.. für zwei Straßenbahnlinien 17 M., für alle Straßenbahnlinien 30 M., für Schüler, ein« bis drei Straßenbahnlinien 5 M. Bkonatskarlen der U-Bahn: Für Erwachsene 13 M., für Schüler KT» M. c) Uebergangsmonolskortcn. gültig für Straßenbahn und U-Bahn: Für eine Straßenbahnlinie und U-Bahn 18 Mk., für zwei Straßenbahnlinien und U-Bahn 24 M., für alle Straßen- bahnlinien und U-Bahn 35 M. d) Ucbergangsvertehr mit der Reichsbahn: Eine Fahrt auf der Straßenbahn, der U-Bahn oder dem Omnibus und eine Anschluß- fahrt in der dritten Klasse im Bereich der Stadt- und Ringbahn und der Nahzonen der Borortstrecken oder umgekehrt kostet 30 Pf.(Ueberfteigezeit V/i Stunde noch Lösung des Fahrscheins.) et Hachlfohrlen und Sonderfahrten werden entsprechend erhöht. Verkehrskatastrophe bei Barcelona. Sechzehn Personen iot, zahlreiche Verletzte/ Bei Barcelona hat ein aus Taragona kommender Eisenbahnzug an einer Straßewkreuzung einen Personenantobus überfahre», der zwischen Barcelona und dem Vorort San-Sadvrnt der- kehrt. Ter Autobus wurde ein Stück mitgeschleift; Ist Personen kamen ums Leben, mehrere andere wurde« schwer verletzt. Mesendefizit der Polenausstellung. Fünf Millionen Zloty Fehlbetrag. Warschau, 19. Dezember. wie aus Posen gemeidei wird, hat die Allgemeine polnische Landesausstellung mit einem Fehlbetrag von füns Willioae a Zloty abgeschlossen. Räch Abrechnung der Aktiva und der Subventionen der Stadl Posen bleibt noch ein Fehlbelrag von zwei Millionen Zloty zu decken. Man glaubt, daß die polnische Regierung diesen Beirag aufbringen wird. lieber versussungetämpse in Oesterreich wird aus Einladung der Vereinigung Sozialdemokratischer Juristen am Freitag, dem 20. Dezember 1929, abends 8 Uhr, im Mufchelsaal des Rheingold(Eingang Potsdamer Str. 3), Genosse National- rat Dr. Eister, Wien, der Sprecher der österreichischen Sozialdemokratie im Nationalrat, einen Vortrag halten. Gäste, auch Nichtjuristen, sind herzlichst willkommen. KpO.-Demonstrationen verpufft. Eine(Schießerei am Bahnhof Alexanderplah. Die kommunistische presse hat mit wildeu und un- sachlichen Aufrufen versucht, die Berliner Erwerbslosen zu einer Demonstration aufzuhetzen, die das Stadtparlament an einer ordnungsgemäßen Tagung verhindern sollte. Man hat bei der kommunistischen Parteileitung gehofft, daß die irregeleiteten Arbeitslosen in Massen der trügerischen Parole folgen und daß es dabei zu folgenschwereu Zusammenstößen mit der Polizei kommen würde. Man hat sich schwer getäuscht: Die Berliner Ar- beikelosen haben auf die kommunistische Parole nicht gehört. Die Beteiligung war erfreulicherweise verhällui-mäßig gering. Und was noch erfreulicher ist: E» sind, mit einer bedauerlichen Aus- nähme, keine Opser zu betlageu! Leider wurde am Bahnhof Alexanderplah eine unbeteiligte Frau durch einen Steinwurs au» den Reihen der Demonstranten nicht«u- erheblich verletzt. Zm übrigen wurden bis nachts nur zwei leichtere Verwundungen von Demonstranten, die sich den Anordnungen der Polizei widersetzten, gemeidet. Die Demonstration der Kommunisten sollte programmäßig um 18 Uhr auf dem Neuen Markt einsetzen. Am B ü l o w p l a tz wurde aber die Parole ausgegeben: In kleinen Gruppen zum Rathaus! Vor der Volksbühne hallen sich etwa 4000 De- monstronten gesammelt, von verschiedenen Stellen wurden auf, hetzende Reden geholten. Gegen 3419 Uhr machte sich in der König« straße«n ständig wachsender Zuzug von Demonstranten bemerkbar. die vor dem Rathaus in Hoch- und Niaderrufe ausbrachen und sich um das von der Polizei stark gesicherte Gebäude herumbewegten. Den Aufforderungen der Beamten zum Weitergehen wurde Wider- stand geleistet, so daß zum Teil unter Anwendung des Gummi- kniippels Sistierungen erfolgen mußten. Um 19 Mir entschloß sich Kommandeur H e! ma n n s b e r g. den Vesehl zur Absperrung des ganzen Platze» vor dem Rathau» an der Königstraße zu geben. In langen Ketten drängten di« Poli- zeibeamten die Demonstranten ab. Im großen und ganzen ging es, von Johlen und Schreien abgesehen, ziemlich glimpflich ob, da sich die Demonstranten überzeugen mußten, daß noch starke Polizei- reserven bereitstanden. Nach und nach trat dann auch Ruhe«in. Der Fuhrwerks- und Straßenbahnverkehr erlitt keine Behinde- rung, nur die Bürgersteige wurden für den Durchgang gesperrt. Am Bahnhof Alexanderplah kam e» dann zu einem ernsteren Zusammenstoß zwischen den abgedrängten Demonstranten und der Polizei. Als der wachthabende Offizier den Platz wegen der drohenden Haltung der Demonstranten räumen lassen wollte, setzte plötzlich «in Steinbombordement auf die Beamten ein, und di« Schutzpolizei geriet schließlich in so große Bedrängnis, daß sie eine Anzahl von Schreckschüssen abfeuern mußt«. Daraufhin'st die Menge zwar vorübergehend zurückgewichen, versuchte aber von neuem vorzudringen und bewarf die Beamten mit Steinen, sodaß abermals Schreckschüsse, im ganzen 15, abgefeuert werden mußlen, bis vom Rathaus her Derftärlung heraneill«. Aber auch jetzt vec- suchten die Dem-onftranten, Widerstand entgegenzusetzen. Sie konnten unter Anwendung des Gummiknüppels vom Platz ent- f e r n t werden. Wie wir hören, ist ein berittener Beamter durch einen Steinwurf verwundet worden. Vis 21 Uhr wurden 2 ö Festnahmen vorgenommen. Man darf seiner Gemigtuung darüber Ausdruck geben, daß die wahnwitzigen kommunistischen Parolen nicht das erhoffte Echo ge- funden haben. Ebenso ersreulich ist die Zurückhaltung der Polizei, die sich nicht zu einem leichtfertigen Gebrauch der Schußwaffe verleiten ließ. Kommunistendemonstration im Westen. Die Kommunisten haben am Donnerstag abend eine anti» faschistische Kundgebung im Westen Berlins durchgeführt. Treff- puvckt war der F ehr bell in er Platz. Die Hcerhaufen der kommunistischen Garden hallen einige Mühe, sich auf den, weit» rämnigen Platz zusammenzufinden. In kleineren Trupps von 20 Mann rückten die Kommunisten an. Der Zug wurde nach ein- stündigem Warten formiert, insgesamt 680 Männlein waren an- getreten. Dann wurde zweientholb Stunden durch Wilmersdorf bis nach Steglitz getippelt. Motorradfahrer durchstreiften die Straßen und suchten offenbar die Nationalsozialisten. Sie kamen aber immer wieder zurück, ohne den„Feind" gefunden zu haben. Aus Wut darüber wurde fortgesetzt„Hitler verrecke!" und„Prolet erwache!" gebrüllt. Die Musikkapellen vollführten dazu einen ohren- betäubenden Krach. In Steglitz sahen die Kommunisten endlich ein, daß niemand von ihrer Demonstration Notiz nahm und lösten den Zug auf. Unwahre Nachricht des»Tempo". Da» U l l st e I n b l a< l„Tempo" berichket in einer Spät- aurgzbe von einem Erschossenen und einem Schwerver- letzten bei der kommunistischen Erwerbslosendemoastroiion am Alexanderplah. wie wir vom Kommando der Schuhpolizei erfahren, ist a« dieser Rochricht kein wahres Wort. Cs ist nicht da» erstemal, daß von diesem Boulevardblatt Rachrichlev ohne jede Rachprüsung in die Welt gesetzt werden. Absturz der„Teneriffa". Flugletter und Flugtapitän gelötet. Da, über Marseille von den Kanarischen Inseln zurückkehrende postslugzeug..Teneriss a". da» am vounerctag nachmittag in Tcmpelhos erwartet wurde. Hot in dem ünstMigen Wetter den Berliner Flughafen nicht erreicht und ist in der Rähe von Reu- r u p p i n bei dem Versuch, zu landen, verunglückt, hierbei wurden der Leiter des Fluge», vou Schröder, und der Flugtapitän Albrecht so schwer verletzt, daß sie bald daraus ihren Verletzungen erlogen. Der Lordmonteur Eichentops trug nur leichtere Verletzungen davon und war in der Lage, den Unglücksfall nach Berlin zu melden. Wir erfahren über das Unglück noch folgende Einzelheiten: Da» Flugzeug war in Tempelhof, wo zahlreiche Behörden- Vertreter und der Vorstand der Deutschen Lufthansa auf die Ankunft warteten, vom Flughafen Erfurt um 15.28 Uhr gemeldet worden, lieber Erfurt hatte die Maschin« mehrfach gekreist und dann den Weiterflug nach Berlin fortgesetzt, wo man mit dem Eintreffen für 17 Uhr rechnete. Allerdings waren di« Witte- rungsoerhältnisje di« denkbar schlechtesten, denn es herrschte bei niedriger Temperatur in ganz Mitteldeutschland und über Berlin stark«? Nebel, so daß verschiedene Maschinen in Tempelhof mit ein«r dicken Eisschicht auf den Tragflächen ankamen. Trotzdem fortwährend Rateten abgefeuert wurd«n und mit dem Scheinwerfer der Horizont abgetastet wuide, hat die Arado-Moschinc in der dicken Nebelschicht weder den Flughafen noch die Reichshaupt- stadt überhaupt sichten können und ist anscheinend westlich an Berlin vorbeigeflogen. In der Gegend von Neuruppim haben die Flieger wohl erkannt, daß sie sich verflogen hallen und wollten nun in der Dunkelheit, es war inzwischen 18.30 Uhr geworden, zu einer Außenlandung schreiten, und zwar etwa V/i Kilometer von W u st r a u auf einem Sturzacker in der Nähe eines Gutes. In der Finsternis haben sie sich aber wohl in ihrer Enffernung vom Erdboden verschätzt, denn beim Kurven über dem als Notlandepiatz ausersehenen Terrain berührte plötzlich di« eine Tragfläche den Boden, und im nächsten Augenblick schlug das Flugzeug auf und ging völlig In Trümmer. Der hintensitzende Bordmonteur Eichentopf war so glimpflich davongekmomen. daß er die beiden Piloten aus den Trümmern befreien und Hilfe herbeiholen könnt«. Der ärztliche Beistand kam aber leider für die beiden sehr Schwerverletzten zu spät, denn noch während des Transportes in dos Dorf Wustrau starb zunächst Albrecht und dann der Leiter der Expeditton v. Schröder. Eröffnung der ersten Teilstrecke der bayerischen Zugspihbaha. Am Donnerstag wurde di« erste Teilstrecke der bayerischen Zugspitz- bahn eröffnet, die von Garmisch-Partenkirchen bis zum Eibs«e in tausend Meter Meereshöhe führt. Sibirien in Bayern. 2S Grad Kälte im Hochgebirge, TZ Grad in München. München, 19. Dezember. In der Rächt zum Vonnsrstag halte München dreizehn Grad Sötte. Di« Temperatur am Donnerstag morgen betrug ll Grad kälte. In den bayerischen Gcblrgsorten wurden Morgenlempe- calureu zwischen drei und zehn Grad unter Rull gemessene rer Beobachter aus der Zugspitze meldet Z 8. ö G r a d S ä l t e. Die bayerische Landeswetterwarie stellt fest, daß die starke nächtliche Aus- strahlung auf der fchwäbifch-bayerischen Hochebene zu den gegen- wärlig tiefsten Temperaturen von ganz Europa ge- führt hat. VS55Tfen SCskiLS ZM es nkht. Die neue Vakuum. Geschenk« Packung sagen Sie?"-„Jav.-ohl, meine Herren, ich trinke nur Kaffee Hag, Man kann ihn Jetzt auch In Vakuum- Dosen bekommen, wie In Amerika. Der Kaffee hält sich in diesen luftleer gemachten Dosen unbegrenzte Zeit j'?*--~. vollkommen frisch. KftpSSg|£i|i Mach vielen Monaten �—---- schmeckt er noch so. als wäre er heute erst gerüstet. Wieder einmal eine Erfin. -düng, die von Deutschland nach Amerika ging und Jetzt zu uns zurückkommt." Festesfreude durch Kaffee Sias SSWS Der Stadtbank-Gkandal. Wie die Bombe platzie.— Oer ausgeschaltete Direktor Lehmann. Der Sklarek-Untersuchungsausschuß des Landtags vernahm am Donnerstag auch den S ta dt b a n k d i r e k t o r Dr. Lehmann zusammen mit den Direktoren Schmitt und chosfmann. Lehmann war Direktor der juristischen Abteilung und bekundete, daß er grundsätzlich Gegner von stillen Zessionen ist und sowohl im Bankoorstand als auch im Kreditausschuß gegen sie Stellung ge- nommcn hat. Er habe seine Kollegen oftmals gewarnt, denn die Sklareks seien ihm als Geschäftsleute zu smart und für e n öffentliches Bankinftiiut keine Gegenkontrahenten mit pupillari- scher Sicherheit gewesen. Auch hätten sie ihm zu lange Ohren gehabt. Als z. B. im Dezember 1927 im Hauptausschuß der Stadt- verordnetenversammlung über die Beamtengehälter verhandelt wurde, wußten die Sklareks, obwohl die Ausschußverhandlungen geheim sind, was über die Stadtbankdirektoren im Ausschuß gesagt worden ist. Lehmann fuhr fort: „hofsmonn sagte mir, die Sklareks seien so gut, die stünden gut mit allen Parteien, so daß sie geradezu auf eigene Faust ein Koalitions Ministerium bilden könnten. (Heiterkeit.) Keine Partei sei ausgeschlossen. Hofsmanu sagte mir:„Einer der Brüder Ist Demokrat, ein anderer Sozialdemokrat!" Und da habe ich gefragt:„Und der Drille ist deutschvölkisch?" Hossmann sah mich groß an und erwiderte:„?la. er duzt sich wenigstens mit Herrn Bruhn!" (erneute Heiterkell), womit das Gleichgewicht wiederhergestellt war. Deshalb, so meinte Hosfmann werde die Firma Sklarek so leicht nicht untergehen." Cr habe oft das Verlangen gestellt, die stillen Zessionen zu de- fettigen und endlich Bestätigung der Sklarekschen Lieferungen durch die Bezirksämter zt� verlangen. Wegen seiner juristischen Bedenken habe man ihn den pinseligen Lehmann genannt. Immer wieder aber sei ihm gesagt worden, man wolle die Bezirksämter nicht be- unruhigen, da jeder Kaufmann seinen Kunden gegenüber ein freund- liches Gesicht zeigen wolle. Mau habe schließlich von ihm gesagt:„Da siht ein Halboer- rllckter, der uns die besten Kunden rausgrault!" Im weiteren Verlauf der Vernehmung gab Direktor Lehmann noch an, daß das Zusammenarbeiten mit seinen Kollegen Schmitt und Hofsmann nicht das best« gewesen ist. Er habe deshalb auch schon einmal seine vorgesetzte Dienststelle ersucht, ihn zu ver- setzen. Oer dritte Direktor durfte nichts wissen? Das größte Auffehm rief aber im Ausschuß die Bekundung des Direktor Lehmann hervor, daß ihm bis zum 2 5. September, also bis zum Lortag der Berhaftung der Sklareks, nichts von den inzwischen läng st fe st ge st eilten Unregel- Mäßigkeiten und der bereits am 16. September aufgedeckten Unterschristsfälschung, und zwar weder von den Revistonsbeamten, noch von seinen Kollegen Schmitt und Hofsmann, mitgeteilt worden ist. Diese merkwürdige Tatsache sei daraus zurückzuführen, daß den Beamten von seinen virektionskollegen ausdrücklich untersagt worden ist. mit ihm darüber zu sprechen. In dieser Zell habe ihm Abteilungsleiter Schröder, den er um Aufklärung gebeten hat, versichert, daß mit den Sklareks alles in Ordnung ist, obwohl dieser damals wußte, daß Unterschriftsfälschungen festgestellt sind. Dr. Lehmann fuhr nun fort: Am 24. September(also zwei läge vor der Verhaftung der Sklareks) kam ich in das Zimmer von Direktor Schmitt, als Schmitt gerade eine Unterredung mll dem Rechnungsdirektor Neumann hatte. Ich wurde nicht hinzugezogen, sondern hörte nur den Namen„Brande s" und„R e v i s i o n". Ich weiß aber, daß, wenn der Name Brandes fällt, gewöhnlich etwas nicht stimmt, denn Brandes ist ja aus der Hauptprüfungs- stelle des Magistrats. Ich fragte daher, als ich selbst wieder von Schmitt herauskam, Neumann, was denn los wäre. Neumann sagt« mir mtt aller Höflichkeit:„Wollen Sie sich nicht bitte bei Herrn Direktor Schmitt danach erkundigen?" Das fiel mir auf. Ich sagte Neumann, Schmitt hätte es nicht ein- mal aus gesellschastlichen Gründen für nötig gehallen, mich bei seiner Unterredung mit Neumann hinzuzuziehen, und ich wollte ihm nicht nachlaufen. Am.nächsten Tage hatte ich mir ober überlegt, daß die Stadtbank wichtiger ist als sich beleidigt zu fühlen. Ich fragte also am 25. September Neumann wieder, was los wäre. Und als Neumann abermals zögerte, erteilt« ich ihm den dienst- lichen Auftrag, mich zu unterrichten. Da übergab er mir dea Bericht Seidel-Aabiaa. Ich las ihn mir durch und— sehte mich. Zch sagte zu Neu mann:„Das ist ja fürchterlich!" N e u m a n n zuckte mit den Achseln. Ich sagte: Wie konnte es denn nur verantwortet werden, mir als juristischen Dezernenten von diesen Dingen nichts zu jagen, obwohl doch scheinbar hier sofort juristtsche Eingriffe vorzunehmen waren. N e u m a n n erwiderte: „Ich laufe seit Tagen schon mtt schwerem Herzen herum. Ich werde das Gefühl nicht los: Hier sind böse Dinge für die Stadtbank ge- schehen."(Lebhaftes Hört, Hört.) Cr sagte noch, Schmitt und.Hoff- mann seien seit längerer Zeit darüber informiert.— Da bin ich nun fünf Jahre lang juristisch Verantwortlicher der Stadtbank und Dorstandsmitglied. Es passiert so etwas, und ich erfahre es nicht. Zch habe mir gesagt: Die Heren müssen doch dafür irgend- einen Grund gehabt haben. Und ich dachte au das bekaante wart: Zch kenne die Gründe der Herern nicht, aber ich miß- billige sie. Die Abhebung vor der Verhaftung. Der Zeuge jagt weiter aus, am 25. September sei das Konto gesperrt worden. Am 25. September seien aber noch 476000 Mark abgehoben worden auf Scheck. Deshalb sei sehr wichtig festzustellen, zu welcher Stunde und Minute das Konto gesperrt wurde. Nach Feststellungen, die er veranlaßt habe, habe die Abhebung etwa um 11 Uhr stattgefunden. Stadtamtmann Bandszus kann nicht genau sagen, wann die Unterredung zwischen Brandes und Schmitt über die Fälschungen in Spandau stattgefunden habe: es könne zwischen S und Vi 10 Uhr gewesen sein.— Rechnungsdirektor Neu wann ist der gleichen Meinung.— Stadtavllmann Höge äußerte sich gleichfalls zu der Sache. Herr Schmitt habe ihm gesagt, im Augenblick sei noch nichts Posttioes festgestellt worden. Er habe jedensalls am Nachmittag das Konto gesperrt: aus wesien Anweisung wiße er nicht mehr.— Direktor Lehmann erklärte, er habe mtt Höge an dem kritischen Tag« gesprochen. Er habe Höge gesagi, das Konto müsse selbstverständlich gesperrt werden, Direktor Schmitt müsse natürlich zustimmen. 14 Stunde später sei dann tatsächlich das Konto gesperrt worden. Die Zeugen Direktoren Schmitt und Hofsmanu bestreiten, eine Anweisung, Lehmann nicht zu informieren, gegeben zu hoben. Ab- teilungsleiter Schröder glaubt sich jedoch mtt Bestimmthett daran erinnern zu können, daß ihm nicht nur verboten worden ist, mit anderen Personen, sondern auch mit Dr. Lehmann darüber zu sprechen. Abteilungsdirektor Neumann gibt an, daß er über das Per- halten der Direktoren Schmitt und Hoff mann be- stürzt gewesen ist. Es fei ihm aber gesagt worden, er möge sich endlich beruhigen. Auch Schröder habe ihm mitgeteill, daß mit den Sklareks alles in Ordnung sei. Das verhallen von Schmitt und Hofsmann wäre ihm völlig unerklärlich gewesen, er sei mit einem bösen Gewissen herum- gelaufen und in einen schweren inneren Souslikl gekommen. Er sei der Nieinung gewesen, entweder mtt dem Kämmerer oder mtt Lehmann darüber zu sprechen. Cr habe jedoch gewußt, daß es anderen streng oerboten war, mit Lehmann darüber zu sprechen. Erst als er hört«, daß von Spandau aus die Aufklärung im Gange war, habe er sich beruhigt. Der letzte Versuch der Direktoren. Obermagistratsrat Brandes, der noch einmal vernommen wurde, bekundet, daß er am 25. September nach mtt den Direktoren Schmitt und Hofsmann verhandelt habe. Cr habe schNeßlich alle ihre Einwände mtt den Worten abgeschnitten:„Meine Herren, lassen Sie es endlich sein, hier muß jetzt reiner Tisch gemacht werden." Ein« Aussorderung, mtt esttem der Sklareks selbst zu sprechen, der in einem anderen Zimmer der Direktion anwesend war. habe er strikte abgelehnt. Zum Schluß wurde noch Bezirksbürgermeister Dr. Sirille- Spandan vernommen, der darüber Auskunft gab, wie die Betrugs- ossäre durch den Stadtbankrevisor Fabian durch eine persönliche Recherche in Spandau aufgedeckt wurde und welche Maßnahmen er getroffen hat, um unverzüglich weitere Feststellungen zu treffen. In dieser Zeit habe ihn einer der Brüder Sklarek angerufen und ihn gefragt, wann er den Bürgerinerster per- sönlich sprechen könne. Er habe ihn zunächst aufsuchen wollen, um sich nach seinen Wünschen zu erkundigen(Heiterkeit): er habe aber unter Hinweis auf eine Urlaubsreise abgelehnt, Herrn Sklarek zu empfangen.* Verschollene französische Flieger. Das französisch« Luftsahrtministerium gtbt be- tannt: Di« Nachforschungen nach dem Verbleib der französischen Flieger Lassalle, Reb ard und F o l t o t, die zuletzt i n T u n i s gestartet waren, haben noch keine Ergebnisse gezeitigt. Man nimmt an, daß sie gezwungen waren an einer einsamen Stelle der asrisa- nischen Küste zu landen. Die ttalienischen und belgischen Behörden sind gebeten worden, an den Nachforschungen tellzunehute» � ■ v S0ZIAL4Pfg. PERFEKT.? Pfg. seSctSp? j|AKED0 hOi'A" Mb M W pERPEio �AKE& StLEC W AS BEDE E T ET D A S WO KT „BEKÖMMLICH« IN DER TAB AK-INDUSTRIE? In allen Sprachen tauchen von Zeit zu Zeit Worte auf. die infolge ihrer häufigen Anwendung zum Schlagwort werden. In der Tobakindostrie sind neuerdings das Wort„bekömmlich" und ähnliche Ansdr&cke Mode geworden. Sie sind häufig das LEITMOTIV DER REKLAME und jeder, der seine Produkte anpreist, wendet sie an. Welche Bedeutung aber und welchen Sinn hat dieses Wort„bcköminlidt" für die Cigarette? Das Nikotin ist bekannt durch seinen schädlichen Einflufi auf Hals, Atmungsorgane und Hera. Aber in der Hauptsache ist es ein großer Feind der Sehnerven. Wir glauben deshalb, daß sich das Wort„bekömmlich" in erster Linie auf den EinfioO beziehen soll, den das Hänchen auf die Sehnerven ausübt. Je geringer der Nikotingehalt— desto geringer auch der schädliche Einfluß auf die Augen. Je weniger Nikotin aber der Tabak enthalt— umso edler ist er. Alle, die unsere Cigaretten rauchen, stellen natürlich fest, daß eine solche Höhe der Qualität nur mit edelsten Tabaken erzielt werden kann. Wenn unsere Kunden unsere umfangreichen Tabakinger besuchen würden, könnten sie sieh von der hohen Qualität der für unsere Fabrikation verwendeten Tabake überzeugen. Ohne Fachmann zu sein, kann jeder die vorzügliche Qualität dieser Tabake feststellen. Sichern auch Sie sich wahre„BEROMMLiCHKEIT", indem Sie unsere hochwertigen ' CIGARETTEN zu den fibhehen Marktpreisen kaufen. MAKEDON CIGARBTTENFABKIK G.M.B.H., MAINZ AM RHEIN Generalvertretung: CARL SÜDEL, Berlin WgS, Potsdamer Straße 118. Telephon: Bl, Kurfürst 8354 partemachrichten für Groß-Berlin Cinfesbungcn für biete Rubrik fmb IVOt i* stet« an bns«ejitfsfehetoriai ©etlin 3® 08, Äittbettstraße 3, 2. Hof, 2 Treppe» recht«, zu richte» lt. Ztrct». Wm'» ber �lliie stattfindenden Stablnerordnetensifiung kann die Sitü-'NB bfä evaieitcrfcn«tcisoocflandcs mit der Israktion nicht statt- finden. Sa erfatat spätere Einloduna. 1?» Krei» Liäiiendera. Aildilna»«»-«schusi! Heute, Freitag. 20. Dezember. J.0 llhc, im kärilien-Lnzeum, Patl,aussirane. Rinimec-7, ftntfiie:„Deutsche Auftenpolit! seit.arieasende". Silferent Woüaona.Zchwarz. heute. Areilag, 20. Dezember. S. Abt. Die Vez!e«st!U>rer reckinen sämtliche Marken und Sammellisten zum Sonnlaa, 22. Dezember, beim Kenossen Laeren ab. 2».«Kt. A> Ubr Siduna der Ädteilunasleitunz und der Bezirkafstbrer bei Päse. Zloloniestr. lä. 32. Abt. Bte�brackteieier in ben Andreai-Restsalen. Anbrea-str. 21. Ansanq Ibf-b Ul>e. Die chenofsiiittett»nb Genossen werben aebeien. piinlilich zu erscheinen. Räch ber«bwickluna des Praaramm« Tanz. 30. Abt. Mariesbors. 20 Uhr bei Görlitz, Chausseestr. 19. Zusaiiunenlunit aller Genossen, die beim Lollsendscheid als Ädstimmungsnorfteber oder Beisitzer tätia sind. Dazu die Bezirtssiibrer. Bei Derbinderuna vorber deot Genossen»üter Nachricht geben unter Siidrillg 3914.— Die Ab- teilungsleilung. 91. Abt. Neuuli it 20 Ubr bei Schröder. Eteinmeiisir. Z2, ntichtige ssunktiönär. silzung. Alle 11 Bezirte müssen vertrete» sei». 191. Abt. Treptow, i du Ubr in der Spedition Eraetlstr. SO Besprechung der Listenfilbrer.— Boranzeige! Sonnabend. 28. Dezember, 20 Ubr. in den Konkordio-ssestfälen, Am Treptower Pari 99. Weihnachtsfeier. Musik, Rezitationen des Genossen Theo Maret, turnerische Vorfsthrungen, Schattenspiele. Tanz. Eintritt einschließlich Tanz 73 Pf. Erwerbslos. Parteimiiglieder können sich am Sonnabend. 2>. Dezember, in der Reit von 17—19 Ubr in der Borwärtsspeditio» Graeizsir. 30 ihre irrrikarten abholen. 191. Abi. Niederschöneweide. Berichtigung! Achtung! Unsere Weihnachtsfeier findet erst am Freitag. 27. Dezember. Patt, nicht, wie irrtünilich ange. qeben, schon heute Freitag. III. Abt. Bobnsdars. 20 Uhr bei Mar Schulze. Dorsplatz 13, Wintcrlonncn. wenbseier der arbeitenden Jugend Bohnsdorfs. 13t, Abt. Buch. 1914 Uhr bei Lange, am Bahnhof, Wrrbeversammlung der Konsumgenossenschaft. Filmvorführungen. Wir bitten um recht rege Be. leiligung. Mergen. Sonnabend. 21. Dezember. 5. Abt. 20 Uhr im Lokal Perschke, Georgeniirchstr. 11, wichtige Funktionär. slszung. 9. Abt. 18 Uhr Weihnachtsfeier IM Natioualhos, Bülowstr. 37. Musikalliche Darbietungen und sonstige Boriührungett. Eintritt 39 Pi. 29. Abt. 19 Uhr püttttlich Weihttachtsdescherunq der Äinder in der Noten Schule, Sotenburger Str. 2. 21. Abt. Achtung. BezirlssüHrer der 2. Gruppe! Um 19 Uhr lurze wichtige Besprechung bei Bogel. ZablonMstr. 9. Keiner darf schlenl ln. Abt. Weihttachtsleier der Kameradschaft„Mcmel" des Reichsbanners in Schmidts Gesellschaftshaus. Fruchtstr. 36a. Anfang 20 Uhr. Einritt 50 Pf. Wir bitten um rege Beteiligung. 17. Abt. 18 Uhr im Sewerlschaftshaus. Engelufer 24—23, Weihnachtsbescharung. S-alöflnung 17 Uhr. Ab 29 Uhr Tau,. Dafür Eintritt 39 Pf. Fest. onlprache: Elara Böhm, Schiich, M. d. R. Mitwirken!«: SAZ.-Gruppe Köpenitter»iertel. Kiuderfreuadr, Gruppe Südost, Geiangoereiu Kegar- 48. Abt. Ab 1814 Uhr Abrechnung bei Keller, Fstrstenftr. 1. Wir bitten um recht pünktliches und beitimmles Erscheinen. 99. Abt. Neukölln. 2V Uhr im Idealkaslno. Weichselstr. 8, Versammlung aller SPD..Konsuniinitglieder. Partei- und Konsuuimitgliedsbuch legitimieren. 114. Abt. Lichtenberg. 19 Uhr Weihnachtafeier Im Loqenkastno. Knorrpromc- Nabe 2. Gäste find herzlichst willlommpn. Attschließenb gemütliches Bei- lammensein. 12Z. Abt. Weihensee. Achtung! Die Sonnenwende der Sniderirrunde findet bereit» schon am Sannabend. A. Dezember lnicht, wie irrtümlich angegeben, am Sonntag. 22. Dezembers, um 19 Uhr, in Lössels Festsälen. Langhans- itrafze 106. statt. Wir bitten um rege Veteiligunq. Sonnkag. 22. Dezember. 12. Abt. Säortllche Be�rksfllhrcr besetzen ihre Wabllokale mit Liste nsuhrern. Genossen, die üch noch bereitstellen wollen, treffen sich um S Uhr bei Schmidt, Wiclcsstr. 17. Eharlotteuburg. 53. Abt. SV3 Ilhr in den?>ahlobcndlokalen Ein- tcilunq /�ur Vesetzunq der Abftimmunqslokale. Die Mitgliederversammlung im Dezember fällt aus-.— 54. Abt. Genossen der 6. uird 7. Gruppe: 8'.2 Uhr Treffpunkt im Jugendheim Nosincnstr. 4 zur Kontrolle der Ab- ftimmungslokale. 84. Abt. Lonk.vitz. Alle Genossinnen und Genossen beteiligen sich um 18 Uhr an der Weihnachtsfeier bei Lehmann, Kaiscr-Wilhelm Sir. 29-31. Rczi- taticnen, �ilm. Tanzvorführungcn nsw. Dczirksousschug für Arbeilerwohlfahrt. 3. Kreis Bedbinq. Die noch ausstehenden Lose sowie die zum Vertrieb in Empfang genommenen Arbeiterwohlsohrtsmorken find umgebend abzurechnen. Die Arbeiiernwblfali et eheste stnd bis einschließlich 31. Dezember zu bezahlen. Zullgsazialistea. Gruppe Bohnsdorf: Heute. Freitag. 29 Uhr, bei Schulze. Dorsploh, Sonnen- wendieier gemrinlam mit den Kinderfrenuden. SAZ. und Freier Schulgemeindr. Beginn pünktlich 29 Uhr. Saalöffnung IflV-. Uhr. Eintritt frei. Dir auswärtigen Gruppen sind herzlichst eingeladen. Gruppe Süden: Heute, Freitag. 29 Uhr, im Zugendheim Dorcksir. II, Liierarischer Abend. Gäste herzlichst willkommen. Gruppe Wedding. Gesnndbrunnae»: Heute. Freitag, lO� Uhr. im Jugend- heim Orthstr. 19, Bortrag:„Die Frau in Ehe und Beruf". Referent!» Paula Kurgaß. Gruppe Schöneberg: Heute. Freitag. 29 Uhr. im Jugendheim Hauptstr. 13, Schwaben lanhzimmer, Fortsetzung der Arbeiisgemeinsckiafr des Genossen Dr. Bguecke:„Aufbau der Sozialzstifcheu �Internationale". Auch interessierte Parteigenossen sind eingeladen. Thomas Mann schilderto seine Stockholmer Erleb- n i l s e. Auch ein berühmter Dichter und ein l)«rvorragender Stilist, der eben den Nobelpreis erhallen hat! plaudert wie ein gewöhnlicher Sterblicher: das war für manch« ijörer wahrscheinlich das lieber- rafchendsts an dieser Darbietung. Doch gerade weil Thonias Mann so harmlos und zum» Teil kindlich-naiv über seine Reise sprach, erhielt man einen wertvollen, wesentlichen Eindruck, von dem Menschen und Dichter. Es ist selbstverständlich, dost Thomas Mann die Erlebnisse der Stockholmer Tage bildhaft anschaulich gestaltete.— Sehr schöne Chorgesänge Härte man vom Friedrich-Hegar- C h o.r, der unter Leitung von Dr. Sebastian S t r e l i tz e r aus- gewählte Kompositionen vortrug.— Das Ensemble Müller- Schlösser aus Düsseldorf spielte den zweiten Teil von Müller- Schlössers Komödie„Schneider Wibbel". Ob Hörer, die vorher „Wibbels Auferstehung" nicht kannten, den Zusammenhang der Handlung begrifsen, ist mindestens fraglich. Eine kurze Einleitung, die die Voraussetzungen zu dem Spiel geschildert hätte, wäre sicher nützlich gewesen. Aber olle Hörer haben gcwih ihre Freude an den heiteren Situationen des Spiels gehobt. Tes. Arbeiksgemeinschast der Sinderfreuade Groß-Verliu. Kreis Kreuzberg. Gruppe Lüben und Wassertorstinße: Am Sonnlag. 22. Da» zember. 18 Uhr, findet unsere Weihnachtsfeier im Heim Wassertorsrr. 9 statt» Eltern und Parteigenossen sind herzlichst eingeladen. Krei» Weißcnlee: Morgen, Sonnabend. 21. Dezember, findet in Lössrl« Festsälen. Langhanssir. 196. unsere diesjährige Sonnenwendfeier statt. Au» fang 19 Uhr pllnltlich. Aus dem Programm: Lieder zur Laute. Rezitationen. Ansprache. Zugendspiel..Lodernde Flammen" issw. Auch eine Bescherung»er Kinder bei Kaiiee und Kuchen findet statt. Wir laden nun alle Interessenten und bauptiächlieb untere Elleru hierdurch ein. Nach dem o siziellen Programm gemütliches Beisammensein mit Tanz. Eiuiriit frei. Krei» Wedding, Gruppe Brunncnpleh: Am Sonnabend. 21. Dezember. findet im Ledigenheim Brunnenplan. Zimmer 22, 3. Stock, unsere Winter, ioiuicmpendfeict statt. Begin» U- iihr.— Gruppe Leopoldpiat!: Sonnlag, 22. Dezember. 10 Uhr, findet im Jugendheim Turiner Ecke Leestraße lEingang öeestraßei eine Feierstunde anläßlich der Wintersonnenwende statt. Eltern lind Freunde sind zu den Feiern herzlich willkommen. Eintritt frei. 11. Krei» Seböncherq. Heute. 17 Uhr. tiudet die gemeinschaftliche Weih» nachisseier oller Gruppen in der Schulaula Feurigstraße statt. Gruppe Landsberger Plast: Heute. Freitag. 20. Dezenrder. treffen sich alle Rotrn und Znngfalken zur Gelangeprobe für die Sannenw.'Ndfeier in der Bolksbiihne 110. ilstr pünttlia, Diestrlniener. Ecke Friedenstraße. T«fe der Lieder nicht pergessen. Wer nicht erscheint, erdält keine Eintrittskarte für die Feier. Sonntag. 22. Dezember: Die gesamten Grnvpenlinder gehen zur Volksbühne. Genauer Treffpunkt wird»och detanntgegebe». Montag. 23.'Dezember. Lichtbildervortrag für Zungfalken und Killen im Zug:ndheim um 16 Uhr: 2'iLe Falken Bnnier Abend ebenda. Ende 19 Uhr. Dienstag, 24. Dezember, bis Dannerstag. 26. Dezember, fallen die Gruppenabende aus. Sonnabend. 28. De- zember. Fahrt für Rote und Zungfalken gemeinsam mit den Roten Falken der SAI.— Aertung. Eltern! Rückständige Beiträge können noch bis 31. Dezember beglichen werden. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation J 17. Abt. Unser Genosse Friß Karzke. Müllerstr. 162a'. ist verstorben. Ehre seinem Andenken! Einäscherung heute, Frliiag. 20. Dezember, um 18 Uhr im Krematorium Gerichtftraße. Wir Hiiten um rege Beteiligung. 21. Abt. Unser langjähriger eifriger Genosse Max F rengang. Liebenwalder Sir. 8. ist verftorbeu. Ehre seinem Andenken! Die Einäscherung findet am Sonnabend. 2t. Tezemder. 20' 1 Uhr. im Krematorium Gerichtstraße statt. Der Vorstand erwartet restlose Beteiligung aller Mitglieder. Treff- puntt 20 Uhr in der Geschäftsstelle Utrechter Sir. 21. 33. Abt. Unser lieber Genosse Hermann B ö h l i n g ist im 68. Lebens- jähre plößlich verstorben. Ehre feinem Andenken! Einäscherung heute, Freitag, 20. Dezember, um löl-i Uhr. im Krematoriuni Gerichts! raße. Wir bitten um rege Beieiiignng. 38. Abt. Unlrr langjähriger treuer Genosse Hugo Wunsche, Landsberger Sir. 12, ist verstorben. Ehre ieinem Andenken! Einäscherung Sonnabend. 21. Dezember, um 19 Uhr. im Kremaiorinm Gerichtstraße. Wir bitten um rege Beteiligung. 1«. Abi. Unsere liebe Genossin Ottilie Finselderger, Wassertorstraße 19, ist am Dienstag verstorben. Ehre feinem Andenke»! Einäscherung heute, Freitag. 20. Dezember, um 11' 7 Uhr. im Krematorium Baumschulen- weg. Wir bitten um rege Beteiligung.« »2. Abt. Neukölln. Am Dienstag, 17. Dezember, verstarb unser Genosse Hans Brumme. Ehre seinem Andenken! Di« Einäscherung findet am Sonnabend, 21. Dezember, um 16>7 Uhr. im Krematorium Baumschulen- weg statt._ wellerbcrichi der öffentlichen wetterbienstssell« Berlin und Hingegen» sNachdr. Dcrb.i. Fortdauer des beständigen, vielfach nebligen V ellers, wenig Temi'eratiuäiidentng.— File Drusjchlond: Heiler oder neblig, ineist auch tagsüber Frost. Verantwortlich für Politik: Dr. Euri Geyer: Wirlschast: G. Kliugelhoier: Gewerlschaiisbewegung: I. Steiner; Feuilleton: it H. Döschcr; Lokale« und Sonstiges: Friß Karstäbi: Anzeigen: Th. Glotke: sämtlich in Berliv. Verlag: Vorwärts-Berlag E. m. b. ö-, Berlin. Druck: Vorwärls-Buchdruckerel und Verlagsanstalt Paul Einger u. Co., Berlin SW. 68, Linbenstraßi 8. Hierzu 2 Beilagen,„Stadibeilage" und.Unterhaltung»nb Wissen". Kolonialwaren| Weine u. Spirituosen Zucker fein...... pfck. o.tx o.so 0.29 Puderzucker........... pi� 0.40 Kaiser-Auszugsmehl sPfd-sa.■i.-iS LHamunt-Mehl... S Pfd-Btr 4.40 Califcmiiar Auszug 5 Pfd- Bti 4.40 Kartoffelmehl.......... Bf-d 0.22 Maispuder............ W- 0.30 Weizenpuder.......... W 0.40 Sultaninen..... Pfd-»•»» 0.50 Rosinen*><* sutn......... pij 0.55 Korinthen.............. W- 0.62 Zitronat................ W- 4.60 Mandelersatz.......... Pfd. 0.65 Mandeln>>>»« Pfd. s.oo süß p/d. 4.30 Haselnußkeme......... Pld. 4.60 Kokos eerasptlt............ Pfd. 0.50 Pflaumen...... W-»■** o.eo O.SO Mischobst............. Pfd. 0.85 Aprikosen.............-Pld 0.88 Ringäpfel.............. Pfd. 0.90 Auslese-Kaffee.......... Pfd. 4.98 Kbnsum-Mischg........ Pfd. 2.40 Festmischung........... 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Pfd. 4.40 Unacs« Besteltkaiss nimm« Jtuflrög» mOetctUcle unzS auch ielc.phonltcU unter BtirwaU 0042 entgegen. Lelchtverderbtlctim Ware Ist vom Versand ausgeschlossen. Sonntag von 2-6 Utiv geöffnet Wild-Kaninchen ohne Feti stA. 2.50 Rehblätter.............. Pfd 4.60 Rehkeule................ Pfd. 2.50 Reh-Rücken............ Pfd 2.50 Hirschblatt............. Pfd. 4.43 Hirschkeula............ Pfd 4.60 Hirschräckim........... Pfd. 4.90 Wild-Ragout........... Pfd- 0.48 Gänse-Keulen geräuchert... Pfd. 2-20 In der Dachhalle dirigieren: Otto Xermbacü u Paul ScbSndZer Gastspiele: I6.~2LIZ: EinödshoSer. 23-30. 12.: Victor HoWJnder a.U'BAHNUOP H ERMANNPIATZ',DER KAR STADT 8 BAUN MO i: 7tr. 595* 46. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Freitag, 20. Dezember 4929 Agrarpolitische Bilanz. Die Kämpfe im Reichstag.— Das Ergebnis für die Verbraucher. Die agrarischen Zollkämpie im Reichstag gehen ihrem Znde entgegen. Gestern abend wurde die Zollvorlag« in zweiter Lesung verabschiedet» die dritte Lesung dürfte am Sonnabend stattfinden. Gegenüber der ursprünglichen Regierungsvorlage hat die Zollneuregelung, die von allen Seiten außerordentlich stark um- täinpst wurde, verschieden« Veränderungen erfahren. Reue wesentliche Aenderungen find nicht zu erwarten. Es ergibt sich bisher folgendes Bild: In dem ursprünglichen R-gierungsprvgramm war der U.'ber- gang vom starren Zollsystem(feste Zollsätze) zum G l« i t z o l l- f y st e m für sämtliche Getreidearten vorgesehen. Angesichts geimsicr Schwierigkeiten, die dos Gleitzollsystem bei Gerste und Hafer mit sich gebracht hätte, und angesichts der Tatsache, baß der Zoll für die Preisbildung dieser beiden Getreidearten von untergeordneter Bc> deutung ist, wurde in einer Vereinbarung der Regierungspartei.» für Hgfer und Gerste ein starrer Zoll von 8 und 9 M. vereinbart. Die E i n f u h r s ch e i n e für Haser wurden dagegen auf dem bisherigen Stand von 6 M. belassen, für ein« auf SÜlM Tonnen begrenzte Meng« Braugerste wurde der Einsuhrschein aus kdv M. festgesetzt, so daß bis zu dieser Höhe ein Export von Brau, gerste möglich wird. An dem ursprünglichen Regierungsplan eines Gleitzolles für Weizen und Roggen wurde festgehalten; ent- gegen der ursprünglichen Vorloge, den Gleitzoll bei hohen Preisen bis auf» 3 und 5,50 M. pro Doppelzentner Roggen und Weizen zu senken, soll nach den neuen Vereinbarungen der Regierungspar- teien der Zoll bis auf 3 und 3,50 M. gesenkt werden, wenn die Preis« für Roggen in vier Monaten 23 M und fsir Weizen 26 M. pro Doppelzentner übersteigen. Während die erste Regierungmar- lag« eine schematische Senkung des Zolles um 2 M. vorsah, wenn die Preise im Zweimonatsdurchschnitt eine gewisse Grenze über- schritten haben, soll nunmehr das Reichsernährungsministerium ohne schematisch« Bindung verpflichtet werden, die Zölle eventuell bis auf den vorgeschriebenen Mindestsatz, also die Hälfte des gellenden Zolles, zu senken, damit die Richtpreise von 23 und 26 M. womöglich nicht überschritten werden. vi« Fu t t« r g« r st e z S l l«, um die gestern im Reichstag bis spät in die Rächt noch gekämpft wurde, dürft«», verbunden mit der Roggenverfütterungsaktion. entsprechend der ursprünglichen Regie- rungsvorsag« zur Annohme kommen. Di« E i n f u h r f ch e i n« für Hafer, Roggen und Weizen wer- den bei der Zollerhöhung nicht erhöht. Sie bleiben auf dem bisherigen Stand von 6 und 6,50 M. und sollen außerdem für Rogg«n und Weizen in Zukunft gesenkt werden, wenn der Zoll infolge Erreichung eines höheren Preisniveaus unter 6 und 6,50 M. berabaeletzt wird._____.______ ■ Sehr scharf wurde von den agrarischen Parteien die Regelung der B I« h z ö l k e angegriffen I phäNtastische DuchetzSlle wurden von den Deutschnationalen gefordert. Es ist jedoch gelungen, die gesamten Wehzölle entsprechend der ursprünglichen Regierungsvor- lag« und unter Uebergang zum Gleitzollsystem bei den Schweinezöllen zur Annahme zu bringen. Da» Koalitionsprogramm ist ofso trotz der ständigen Sprengungs- »ersuche durch die Opposition durchgeführt. Man muß sich nun einmal die Frag« vorlegen, ob diese Reu- «gelung der Lgrarzölle für öl« Lebenshaltung der deutschen Bevölkerung eine Verbesserung oder eine Verschlechterung gegenüber dem bisherigen Zustand» bedeutet, ob durch sie dem Verbraucher neue Losten aufgebürdet oder ob er durch diese Neuregelung vor einer Ueberteuerung der Lebenshaltung geschützt wird. Di« Beantwortung dieser Frage kann den Verbraucher im ganzen befriedigen. Nach Abwehr der sinnlosen Zollforderungen der Grünen Front kann man sagen, daß für Koggen, also das HouptbrotgetreD«. ebenso für Hafer und sämtliche Weh- und Fleisch- arten eine ins Gewicht fallende Verteuerung gegenüber den bis- gerigen niedrigen Preisen nicht zu erwarten ist, da sa die Einfuhr- scheine, die für die Preisbildung ausschlaggebend sind, nicht her- aufgesetzt werde». � Der Landwirtschaft wird jedoch durch die Roggenverfütterungsaktion eine verbesserte Absatzmöglichkeit für ihren Roggen geschaffen, außerdem wird durch die erhöhten Zölle dem deutschen Roggen der deutsche Markt gesichert. Durch die zu erwartende deutsch, polnische Roggenverständigung dürften außerdem so ausgesprochene Roggenpreistatastrophen, wie Erhöhte Keflstimmung auch bei magerem Beutel schafft selbstgebackener Weihnachtskuchen! Um sicher zu sein, für sauer erworbenes Geld einen wirklich brauchbare», zuverlässigen und dauerhosten Back- und Bratapparat zu erhallen, oerlang« man mir das bestbewährte.Küchenwunder"! Bei Verwendung von Dr. Oetkers Backpuloer kann auch die im Backen unersahrcne Hausfrau nach Dr. Oetkers Rezepten oder nach dem.Küchenwunder". Kochbuch mit sicherem Gelingen des Kuchens rechnen. sie im Herbst dieses Jahres vorkamen, in Zukunft ausgeschaltet werden. Beim Weizen ist eine gewisse Preiserhöhung, die aber lveit hinter der allgemeinen Teuerung gegenüber der Vorkriegszeit zurück- bleibt, zu erwarten. Die verstärkte Differenz zwischen Roggcnpreis und Wei,zenpreis dürfte, soweit«s in der Landwirtschaft betriebs- "wirtschaftlich durchführbar ist, einen wünschenswerten Anreiz zu verstärktem Weizenanbau schaffen. Man darf jedoch nicht in den Fehler oerfallen, die Wirkung des Gleitzolles, die naturgemäß bei den gegenwärtig niedrigen Preisen zunächst eine Zollerhöhung nach sich ziehen muß, nur von dem Gesichtspunkt dieser gegenwärtigen Preislage aus zu betrachten. Dielmehr kann gar nicht genug betont werden, daß durch die Neuregelung der Zölle für spätere Zeiten, wo die Ge- treivepreise infolge schlechter Ernten wieder einmal hoch sind, ein starker und' wirksamer Verbraucherschuh gegen Ueberteuerung von Brot und Mehl geschaffen wird. Dasselbe gilt für Schweine und Schweinefleisch. Gewiß� werden Preisschwan- tungen durch den Gleitzoll nicht ausgeschaltet.' Immerhin bedeutet die Neuregelung«inen ernsten wichtigen Schritt zu einer gewissen Stabilisierung der landwirtschaftlichen Erzeugerpreise, wie er von der Sozialdemokratie als notwendig crkanm ist mrd angestrebt wird. Du großen Preisschwankungen hoben nämlich bisher nur den.Händ- lern Nutzen gebracht, nicht den Verbrauchern. Eine gewiss« Gefahr für das Funktionieren der neuen Regelung siegt vielleicht darin, daß die Festsetzung niedriger oder höherer Zölle je nach der Preisgestaltung nicht automatisch eintritt, sondern daß die Regierung diese Zölle so festsetzen muß, daß die obengenannten Richtpreise aus die Dauer nicht überschritten werden. Diese Maßnahme kann dann«ine Verbesserung gegenüber dem schematischen Gleitzoll darstellen, weim die Regierung entschei dend von der Sozialdemokratie beeinflußt wird. Außenhandel bleibt stark. lleber 23 Milliarden Umsatz im November. Der Außenhandel im Monat November weist auf der Ein- und Aussuhrseitc annähernd die gleich« Höhe von 1,15 Milliarden auf. Die Ausfuhr ist erstmalig wieder seit dem Iün, rück gängig und hat sich um rund 100 Millionen aus insgesamt 1,15 Will, einschließlich der Lieferungen aus Reparationskonto v e r- ringert. Andererseits hat die Einfuhr Im reinen Warenverkehr gegenüber Oktober einen Zuwachs von 54.5 Mill. zu verzeichnen. Do sich auch in den letzten Jahren im Ncvember die gleiche Entwicklung gegenüber den Vormonaten Zunahme der Ein- fuhr uud Rückgang 56f AbSftths feftfteWiV lüßf, hänA" dies zum Teil zweifsllss mit f a i s e n m a ß i g« n-Einflüsfen zulsm m«n. Der Anteil der ReparationSsachlieserunge» an der Aus-uhr ist von 89 Mill. im Oktober auf 59,6 Mill. im Berichtsmonat zurückgegangen. Warengruppen (Elptiihr Au« übe Sooemhcr Oflobet Sooembet Oflober in 1000 M. nodi D»«»nwari?w?rl»n 1. ßrbenbt Tier.... 16323 16820 2.£eben*mittcl und(St- tränte...... 315 577 298 884 3. RohNrfie und hald- fettipe Waren... 652 269 600 966 *. Fertige Waren. 177 043 189813 2163 61260 1756 79718 Reiner Wareavertehr 1 161 208 5(Sold und Silber.. 25 717 1 186 68! 23(36 229510 249 249 650663 023 099 1 153588 1 253 822 2 847 3 841 gufonitncn: 1 186 925 1>2!) 7>8 1 156 54. 1257 768 Die. Zunahm« der Einfuhr entfällt, was konjunkwr- politisch von Bedeutung ist, überwiegend aus die Gruppe Roh- st o f f e und halbfertig« Waren. Der in den letzten Wochen fest- gestellten Belebung in der T e x t i I i n d u st r i e entsprechend weist allein die Bammvolleinftihr ein« Zunahme von 34.7 Mill. aus. Auch Lebensmittel und Getränke oerzeichnen eine Zunahme der Einfuhr von 16,6 Mill. Auf Weizen entsallen allein säst 8 Mill. Mehreinfuhr gegenüber dem Oktober. Dagegen ist die Einfuhr von Fertigwaren gegenüber dem Oktober ziemlich erheblich um fast 13 Mill. zurückgegangen. Auf Kraftfahrzeuge entsallen hieroon allein 4,3 Mill. Mindereinfuhr. Die verhältnismäßig sehr starke Senkungder Ausfuhr um 100 Mill. entfällt diesmal in erster Linie aus die Fertigwaren- ausfuhr, die im vergangenen Monat einen Rekordstand von ii23 Mill. ausgewiesen hatte. Im November ist insgesamt bei den Fertigwaren ein Rückgang um 72,4 Mill. zu verzeichnen, wobei Textilfertigwaren mit einem Exportoerlust von fast 23 Mill. an erster Stelle stehen. Es folgen fvdann Walzwerks- «rzeugnisie und sonstig« Eisenwaren mit einer Minderousfuhr von rund 17 Mill. Von dem saifonmäßig beeinflußten Rückgang der Ausfuhr ad- gesehen, bietet die Außenhandelsbilanz im November«in recht günstiges Bild. Die steigende Einfuhr von Rohstoffen insbesondere von Textilrohstofsen spiegell die einsetzend« Belebung in der deutschen oerarbeitenden Textilindustrie wider. Der Gesamt- Umsatz des deutschen Außenhandels liegt mit 2,3 Milliarden Mark gegenüber einem Monatsdurchschnitt von 2,l6 Milliarden im Vor- jähr und 1,08 Milliarden im Jahre 1027 weiterhin sehr hoch Gute Konsumvereinsarbeii. Absahsteigerung im Zentralverbanv— Oer Bezirk Ostdeutschland führt. Nach dem Bericht des Zentrolverbandes Deutscher Konsum- vereine hat der wöchenLiche Pro-Kppf-Umsatz der Konsumvereins- Mitglieder im Monat November g,69 M. betragen. Das ist gegen- über dem Monat Oktober zwar ein soisonmäßiger Rückgang um 10 Pf., gegenüber dem November vorigen Jahres aber eine Steigerung um 88 Pf. oder um genau 10 Proz. Bon 1927 auf 1928 wurde eine Umsatzsteigerung um 79 Pf. erzielt. d. h. etwas weniger als 10 Proz. Die Tendenz der Auswärts- entwicklung in den Konsumvereinqj ist also erfreulich stark geblieben Für den Bezirk Ostdeutschland, jn dem die K o n s u m g- r. o s- senschost Berlin natürlich die aidsschlaggebende Rolle spielt, ist die Bilanz besonders günstig. Mit 5? Pf. Mehrumsatz gegenüber dem Durchschnitt des Zentraloerbandes jleht der Verband Ostdeutscher Konsumvereine weitaus an der Spitz» derjenigen Verbände. die im November eine Umsatzsteigerung zu verzeichnen hatten. Der Bericht des Zentraloerbandes sagt dazu: „Die starke Umsahvermehrung im verband Ostiichiischer Konsum- vereine ist eine Folge der gewaltigen Entwicklung der Konsum- genossenschaflsbewegung in der Reichshauptstadt Verlin.-" Die Schwerindustrie im Rovember. propuktionsrückaang bei Wa'zwerken/ Kohle bleibt günst g. Di« deu' sche Rohstahlerzeugung ist im Roopmber gegen- über dem Vormonat von 1,38 aus 1,29 Mill. Tonnen gesunken. Arbeitstäglich hat sich die Erzeugung ober von.11000 aus 51 450 Tonnen erhöht. Die Stahlindustrie steht also noch günstig. In den Monaten Februar, März und Oktober war die ayheits- tägliche Erzeugung geringer als im November. Gegenüber der Höchsterzeugung von 55 700 Tonnen im April liegt im November aber ein beträchtlicher Rückgang vor. Die Erzeugung der deutschen Walzwerke ist im Novem- ber auf 867 800 Tonnen gegen 970 400 Tonnen im Oktober zurück- gegangen. Hier zeigt sich auch arbeitstäglich ein leichter Rückgang von 35 940 auf 34 712 Tonnen. Das ist die niedriz''te arbeitstägliche Leistung der Walzwerke in diesem Jahre. Gegen- über der HöchsUeistung von 43 500 Tonnen im Juni ist der Rückgang ziemlich beträchtlich. Freilich wird man bei Rohstahl- und Welz- werkerzeugnissen berücksichtigen müssen, daß auch die saisonmäßig , rückgängige Baukonjunktur des Inlandes ihre Wirkung ausübt. Die Kohlenproduktion des Ruhrgebiets war im November wieder rekordmäßig hoch. Die Kohlensörderunz ging absolut zwar von ll,18 auf 10,66 Mill. Tonnen zurück, die arbeitstägliche Förderung hat sich aber gegen Oktober von 41413t auf 436 367 Tonnen erhöht, was gegenüber dem Vorjahr einer Steigerung von mehr als 15, Proz en spricht. Die erbeits- tägliche Kakserzeugung Hot sich gegen Oktober mit 97 301 Ton- nen.-nur g»n.z geringfügig gesenkt, liegt.aber Muner-iwcha.-tii» 34 00Q Tonnen oder mehr als 5 0 P r o z. über dem Stande de» Borjahres. Die Zahl der beschäftigten Arbeiter hat sich im Novem- ber um rund 1400 Mann gegenüber Oktober auf 383 044 Mann er- mäßigt. Das sind rund 16 000 Man mehr als zur gleichen Zeit des Vorjahres, was einer Steigerung von etwa 5 Proz. ent- spricht, während die Kohlenförderung, wie oben gezeigt, sich«>n 15 Proz. erhöht Hot. Noch starker Güterverkehr. In der ersten Dezemberwoche ist die arbeitstägliche Wagen- stellung der Reichsbahn auf 154 800 Wogen zurückgegangen gegen 147 200 Wagen zur gleichen Zeit des Vorjahres. Der Rückgang ist saisonmäßig, die Tendenz zu einer leichten Stetgerung dcs Güterverkehrs besteht aber demnach noch fort. 5 Millionen Arbeitslose in LlSA. produttionsewschränkungen in vielen Industkieiweigen. Aus den Vereinigten Staaten hört man selten Ziffern über die wirkliche Höhe der Arbeitslosigkeit. Jetzt spricht ein Bericht aus Washington von mehr als 3 Millionen erwerbslosen Personen. Die von Hoover propagierte Politik der Konjunktursörderung erscheint damit unter einem neuen Gesichtspunkt. Aus mehreren Industriezweigen werden starke Arbciterenklas- sungen gemeldet. Die Auto Mobilfabriken haben in den Tsdisktsr« Togal-Tabletten sind ein hervorragendes Mittel bei RKtsiim», QlcHt, Ischiaa, Grippe, Nerven- und Kopfscimers, Erkältungskrankheiten. Laut notarieller Bestätigung an- erkennen über 5000 Arzte, darunter viele bedeutende Professoren, die gute Wirkung des Togal. Ein Versuch überzeug!! Fragen Sie Ihren Arzt. 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Die Gummireifeninduftri« hat infolge- dessen ihr« Produltion ebenfalls erheblich eingeschränkt. Eisen- und Stahlindustrie haben seit Wochen erheblich sinkende Veschästigung, das Baugewerbe meldet einen mehr als saison- mäßigen Rückgang, seit dem Börsenkrach ist eine Anzahl Textil- sabriken stillgelegt worden, durch die Verlust« im Börsenkrach baut die Luxusindustrie ob und auch die Eisenbahn- gesell schaften belasten durch den nochlassenden Güterverkehr den Arbeitsmarkt. Man befürchtet, daß die Freund« der Schutzzollpolitik durch diese Entwicklung noch mehr Oberwasser bekommen und daß auch die Kreditgewährung an dos Ausland infolge der von Hoover eingeleite- ten Investierungspolitik Einschränkungen erfahren wird. -AOS Millionen Auftragsbestand. Hochbetrieb im Maschinenkonzern Augsburg«Tkürnberg. Den Abschluß der Maschinenfabrik Augsburg» Nürnberg A.- G. für das Geschäftsjahr 1S28/Z0 haben wir bereits behandelt. Wir haben dabei auch die Totsach« festgenagelt. daß der an und für sich sehr dürstig« Geschäftsbericht der Verwaltung, wie auch in den letzten Jahren diesmal wieder zum größten Teil mit Angriffen gegen die Sozial- und Lohnpolitik und mit Klogen über mangelnd« Kapitalbildung angefüllt war. Daß das Unternehmen, welches für das legte Betriebsjahr neben einer kprozentigen Dividende noch ganz erhebliche außer- ordentliche Gewinnrück st ellungen vornehmen tonnt«, auch im lausenden Geschäftsjahr«ine gute Rente herauswirtschaften wird, zeigten die Angaben der Verwaltung auf der Generalversammlung. So wurde mitgeteilt, daß allein jm Dieselmotorenbau Austräg« in Höhe von 27 Mill. vorlägen. In der Abteilung Brücken- und Wehrbau erstreckten sich die Austräge bt» in das über- nächste Jahr hinein. In verschiedenen Abteilungen habe sich das Verhältnis zwischen In- und Auslandsaufträgen erheblich zu- gunsten der letzteren verschoben. So seien im Druckmaschinen- und Motorenbau 80 Proz. Auslandsaufträge vorhanden. Der gesamte vorliegende Auftragsbestand in den drei werten des Anlernehmen» belaufe sich auf 106 AM., während er zur gleichen Zell de» Vorjahres sich auf 90 will, stellte. Allein bei der Ausführung des gegenwärtig vorhandenen Auftragsbestände, wird da» Kapital der Gesellschaft mehr als fünfmal umgeschlagen. Ein großer englischer Zeltuugskonzern in finanziellen Schwierig. feiten. Die Inveresk Paper Comp., deren Chef William Harrtson seit 1896 neben einer Anzahl illustrierter Wochenschriften auch den „Daily C h r o n i c l e' und die ,.S u n d a y New s* sowie ein« Anzahl von Provinzblättern unter seiner Herrschaft gebracht hat, teilte mit, daß die am 81. Dezember fällig« Dividendenzahlung nicht erfolgen könne. Die Verpflichtungen betragen mehr als 50 Mill. Mark bei einem Kapital von nur 80 MA. Mark. Vanenropa für Aulomoblle. Mit den Autoindustrien Frank- reichs. Belgiens. Italiens, Oesterreichs und der Tschechoilowakei strebt auch die deutsche Autoindustrie di« Bildung eines europäffchen Kar- tells zur Abwehr der amerikanischen Einsuhr an. wozu für Deutsch. land auch«ine Erhöhung der Autozölle gefordert wird. Mitte Ianuarjindet in Prag«in« Sitzung des Länderausschusses der europäischen Automobilindustrie statt, in der über di« Frag« einer zahlenmäßigen Festlegung d«r Produktion für die einzelnen Länder(Kontingentierung) beraten werden soll. Man verspricht sich »on dieser Tagung— wahrscheinlich allzu optimistisch auch das Zustandekommen«ine»«uropäischen.Automobirtartells. Die freie vel. und Margartneinduflrie organisiert sich. Zwischen einer Reche von bedeutenden Firmen der freien deutichen Margarine. Industrie und der unabhängigen Oelindustrie— unabhängig und frei von dem deutsch.holläudischen Konzern Jürgens van den Bergh>*- ist die Interessengemeinschaft der freien deutfcken O«I- und Marga. rinindustrie* mit dem Sitz& 1—---- r._x.,--- x.-»— j der Gesellschaft ist die S Erhaltung der wirtschaftlichen Unabhängigkeit Lokomotivverlusle bei der Vlaschineubauanstait Karlsruhe. Di« .zum Hanjelkonzern gehörende Maschinenbau- Gesellschast Karlsruh« in Baden, die erst vor zwei Jahren«ine scharfe Sanierung vornehmen mußte, weist in ihrem Geschäftsabschluß für 1928 bereits wieder einen Verlust von annähernd einer halben Million Mark aus. Der Betriebsüberschuh ist von rund 600 000 aus knapp 129 000 Mark zusammengeschrumpft, jedoch hat die Ge-| sellschaft durch den Verkauf ihres Lotomotlvbau«» noch «ine Sondereinnahm« von 500 000 M. zu verzeichnen. Zu der Ab- stoßung des Lokomotivbetriebes bemerkt die Derwaltung, daß auf diese Abteilung noch Mitte vorigen Jahres 40 Proy der g e- samten Lobnsumme entfielen. Dl« gänzlich« Austrag», einstellung durch die Reichbahn zwang die Gesellschaft jedoch zur Aufgabe dieses Fabrikation-qweige». Auch die Belegschaft wurde trotz gesteigerter Umsätze in den anderen Betrebsabteilungen erheblich vermindert. Bemerkenswert fft der gut« Auftrags- «ingang in den anderen Betrieben, fo daß der Auftragsbestand End« Oktober diese» Jahre» sich«ms der Höhe de» Borlahres hält. Spiel mit der Arbeiislosennot. Demagogie und Sozialreakiion. itz in Hamburg gegründet worden. Zweck Sicherung der Rvhstoffbeschaffung und die Die soziale Reaktion und die KPD. tun sich zusammen, um die Not der Arbeitslosen, di« durch die Rationalisierung und die Finanznot als Folg« der Inflation erzeugt wurde, zu einer demagogischen Hetze auf Kosten der Arbeitslosen auszunutzen. Von den Unternehmern und ihren offiziellen Vertretern kann man füglich nichts anderes erwarten. Es ist selbstverständlich, daß der Reichsverband der Deutschen Industrie und die Vereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände sich gegen die Erhöhung der Beiträge mx Arbeitslosenversicherung stemmen. Das liegt in der kurzsichtigen Politik der deutschen Unternehmer. Diese kurzsichtige Politik hat Deutschland zur Inflation getrieben und würde es in eine katastro- phale Wirtschaftskrise hineintreiben, wenn die Gewerkschaften und die Sozialdemokratie sich nicht rechtzeitig und energisch dagegen wehren. Wa» aber soll man von der Politik einer Partei halten, die für sich den Anspruch erhebt, als Arbeiterpartei betrachtet zu werden und die verrückt spielt, dabei aber der Sozialreaktion in di« Hände arbeitet. Die Kommunisten wissen natürlich ganz genau, daß ihre uferlosen Anträge und Forderungen nicht verwirk- licht werden können. Säßen sie allein in der Regierung und in den Stadtverwaltungen, dann würden die Arbeitslosrtl vermutlich ebenso schlecht dastehen wie die Arbeitslosen in Rußland, die herzlich froh wären, wenn sie die sehr bescheidenen Unterstützungs- sätze bekämen, die in Deutschland gezahlt werden. Es kommt den Kommunisten aber gar nicht darauf an, etwas für die Arbeitslosen durchzusetzen. Wenn sie selbst in verantwortlicher Stellung ihrer Gewerkschaften stehen, dann sind sie gewöhnlich so zahm, daß sie de« Ansporns bedürfen. Wir haben bereits hier festgstellt, wie zum Beispiel di« Kommunisten bei den B u ch- d r u ck e r n die Arbeitelosen gegen die Berliner Gauleitung aufzu- putschen sich bemühen, gleichzeitig aber nicht einmal die Entschluß» traft aufbringen, einen Antrag auf Sonderhilse für die Arbeits- losen zu stellen. Die Sorge für die Arbeitslosen überläßt man ruhig den dreimal verfluchten Sozialdemokraten. Man hat es dann um so leichter, sich nachträglich hinzustellen und über diese Sozialdemokraten zu schimpfen. Das Elend der Arbeitslosen ist so ungeheuer, die Arbeitslosigkeit ist so groß, daß es ein D e r b r e ch e n ist. sie zu einer demagogischen Agitation auszunutzen, ohne ernstlich dem Problem näher auf den Leib zu rucken. Der Arbeitslosigkeit in ihrem gegenwärtigen Um- fang kann man nur Herr werden, wenn man das Uebel an der Wurzel anpackt: von der L o h n s e i t e oder Arbeitszeit her. Es handelt sich darum, die Arbeitskräfte, die durch die Rationalisie- rung au» der Produktion ausgestoßen wurden, wieder In diese einzureihen. Da» kann nur geschehen durch ein« Arbelts- zeltnerkÜrzung auf tariffichem und gesetzlichem Weg« und durch ein« Steigerung de? Absatzes durch Erhöhung der Kaufkraft der arbeitenden Masisn. Alle» andere istDemagogieundleeresGered«. wenn es nicht ein Attentat auf di« Lebanshaltung der breiten Waffen vor. berslten soll. Daß alles getan werden muß. was zur Linderung der Not der Arbeitslosen nur irgendwie getan werden kann, bi» ein« grundlegende Reform da» Arbeitszeit, und Lohnproblems ver. wtrklichk Ist, versteht sich non selbst. Auch hier sind«» die Sozial» demokraten und die sreitn Gewerkschaften, die allein ernsthaft und wirksam sich für die Arbeitslosen einsetzen. Christliche uttO Reichsverband. Segen die arbeiierfeiadlichen Vorschläge. Der Darstand de» christlichen Deutschen Gewerischaft»- bund«? hat sich am Mittwoch mit der Denkschrift de» Reichsver- band«» der Deutschen Industrie und mit den schwebenden wirffchafis- und stsuerpolitifchen Fragen beschäftigt. In setner Entschließung kommt er zu ähnlichen Schlußfolgerungen wie der Allgemeine Deutsch« G«werkschaft«bund. In der Enffchließung der christlichen Gewerkschaften heißt es: „Unter dem Schlagwort„Kapttalbildung" werden be. sonder, au» den Kreisen der Unternehmer Maßnahmen verlangt, di« letzten Ende» auf«in« einseitige Mehrbelastung der Arbeitnehmer hinauslaufen. Die ganz kürzlich vom Reichtverband der Deutschen Industrie geforderten Reformen' der Sozial- und Arbeitslosem)«. sicherung. der äußersten Einschränkung des Schlichtungswesen». Bc- seitigung des Wohnungsschutzes für di« minderbemittelte Bevölkerung und weitaehend« steuerlich« Entlastung des Besitzes bedeuten zu- sammengefaßt im Falle ihrer Verwirklichung«in« stark« Der- schlechterung der Lebenshaltung breitester Volks- schichten.... Di« Arbeitnehmer würden gezwungen sein, den Ausgleich dafür auf der tahnseite und für die Arbeitsunfähigen in erhöhten Leistungen der Sozialoersicherung zu verlangen. Die Gestaltung unserer Handelsbeziehungen zum Ausland«, d:r Aufbau des deutschen Zolltarifes und die notwendige Reform der Finanzwirtschaft in Reich, Ländern und Gemeinden müssen überein- stimmend ein Höchstmaß von Rücksichtnahme auf die berechtigten Interessen und die gedrückte Lebenslage der Ardeitnehmerschaft auf- weifen. Diese Rücksichtnahme vermissen wir in den Kundgebungen der organisierten Wirtschaft, deren Vorschläge und Pläne einseitig darauf abgestellt sind, dem Kapital eine Vorrangstellung zu ver- schaffen. Dagegen wenden wir uns auch im recht verstandenen Inter. esi« der Wirtschaft und des Volksoanzen. Wir verlangen ins- besonder«, daß die bevorstehenden gesetzgeberischen Maßnahmen auf steuerpolitischem Gebiete den Weg zur Kapitalbildung auch beim Arbeitnehmer erleichtern und fördern, nicht zuletzt auch im Interesse einer gesunden Volkswirtschaft.� Die Entschließung wendet sich dann„gegen das vorgehen mancher Stadtgemeinden, die auf der«inen Seite in unnötigem Aufwand nicht genug tun können und zum Ausgleich dafür die breitesten Massen der Bevölkerung durch rücksichtslose Erhöhung der Preise für d'« Lebensnotwendigkeiten aud) des ärmsten Haushaltes, Gas. Wasser, Straßenbahnen und dergleichen über Gebühr besteuern.� Es heißt dann weiter: „Es erscheint uns notwendig, daß die Polksgefamtheit eintritt, um eine Arbdislosenversicherung möglich zu machen, die diesen Namen oerdient. Auf diese P f l i ch t d« r A l l g e ist« i n- h« i t weisen wir unbeschadet der Notwendigkeit sparsamer und auch aus höchste Zweckmäßigkeit eingestellter Wirtschast auch in der Arbeits. losenverstcherung ausdrücklich hin.' * Wenn die Entschließung von dem„unnötigen Aufwand' spricht, der die Tariferhöhungen„mancher Stadtgemeinden'— gemeint ist wohl Berlin— zur Folge gehabt hätte, so trifft die Enffchliehung doneben. Wo ist der„unnötige Aliftvonb'. der di« Stahl Berlin zur Einstellung der Bauten gezwungen und an den Raßd de» Bankrotts getrieben hat? Die Beträge, die bei Studienreisen und Empfängen eingespart werden könnten, sind so minimal im Vergleich zu dem riesigen Kassendefizlt. daß sie gar nicht ins Gewicht fallen. Jeder weiß, daß die Finanzmifer« der deutschen Städte ganz andere Ursachen hat und daß man Berlin und andere deutsche Städte finanziell erdrosseln will, um sie zu zwingen. den„unnötigen Aufwand' ihrer Sozialaus gabenzu drosseln. Man hätte erwarten können, daß die christlichen Gewerkschaften sich auf die Seite der Städte stellen, statt au» Gründen billiger Demagogie— die. auf die Dauer gesehen, sehr teuer sein könnte— in da« Horn des Reichsverbanbes der Industrie zu stoßen, den es eben noch so treffend widerlegt hak. Schuh der Schwerbeschädigie». Eine bedeut ame Entscheidung des ReichsarbeltSgerichts. Durch Beschluß der Hauptfarsorgestell« würbe Arbeitgeber verpflichtet,«inen Schwerbes chäbigte» einzustellen. Der Arbeitgeber legt« dagegen Beschwerde«in. Dias« wurde vom Schwerbeschädigtevausschuß zurückgewiesen, Unter dem Borwand«, baß der SchwerbdchSdigt« völlig S N g«- eignet sei. wurde er bolid nach erfolgter Einstellung fristlos' entlassen. Da» Reichsarbeitsgericht stellt nun in seinem Urteil fest, daß di« Gericht« bei der Nachprüfung der Gründe an die Entscheidungen der Institutionen de» Schwerbefchädigteng«setze» gebunden sind. wenn dies« ordnungsgemäß zustanbe gekommen find. In den End- scheidungsgründen heißt e» u. a.: .Ist indessen«in Schwerbeschädigter durch Zwongsetnstdlung»- beschluß der Hauptfürsorgestell« dem Arbeitgeber zugewiesen und hyt der letzter« den Beschluß nichts mit der Beschwerde angegriffen. oder hat er ihn zwar angegriffen, ist aber vom Schwerbeschädigten. ausfchuß die Beschwerde noch dazu nach ausdrücklicher Prüfung der Tauglichleit des Arbeitnehmer» für di« ihm zu übertragenden Dienstverrichtungen als unbegründet zurückgewiesen worden, so ver, mag der Arbeitgeber die fristlos« Entlassung de» Zugewiesenen nicht mit dem Mangel der Tauglichteit zu begründen und di« Arbeits» gevicht« vermögen im Lohnstreit tn ein« Ueberprüfting der hierzu aufgestellten Behauptungen des Arbeitgeber» nicht einzutreten. Di« Annahm« des Segenteil» würde mit einer Unterstellung der sachlichen Boraussetzungen des Zuweisungsbeschlusse» und der Bsschwerdeenffcheildung unter di« richterlich« Beurteilung gleich- e>aa an» sm_______ [w•MWetPttbeabtp, e.rltn. tta (ISmiM Deulich-n nuflbrntrSenhM,_ monbanunto 63,, 61»fojof«ÖJ •«Idiftijtlt»—» SoniUaz» 10— J Ul «nf«antd,- bedeutend sein. Befee» find öfter Bermoltungsoft«, deren B echt- m o hi g t e> t der Nachprüfung der Gerichte noch ollgemeinen Rechtsgrundsätzen und noch der Rechtsprechung de» Reichsovbeiis- gerichts nur nach der Richtung unterliegen, ob sie oon der zuständigen Stelle ausgegangen und ob sie frei von sslchen«efent- lichen Fehlern fiiÄ, die ihre Unwirksamkeit zur Folge haben� Mängel dieser Art kommen hier nicht in Frage. Dem Arbeitgeber bleibt in Fällen diejer Art nichts übrig, als dah er den Schwerbeschädigten unter Einhaltung der im§ 1Z Abs. 1 Satz Z SchwBeschG. geregelten Frist kündigt und die Genehmigung der Hauptsürsorge- stelle hierzu einholt." Abrechnung. Entschließung bei„Osram", Kobrit 0. In der überfüllten Versammlung der freigewerkfchaftlich orga- nisierten Arbeiter der Firma Osram, Fabrik D am 17. Dezember, wurden die Schwindelparolen der KPD. durchgesprochen, wonach im Betrieb..Massenenklasiungeu" durchgeführt werden sollen. Dies« Luge wurde als bolschewistisches Kampsmittel zu dem Zweck ver» breitet, um ein Zugmittel sür eine von der„Opposition" ein- berufene Betriebsversominluiig zu hoben. Der Betriebsrotsvorsitzende, Kollege D o h m o n n, gab einen ausführlichen Bericht über die Arbeitsmöglichkert im Betrieb. Er geitzelte scharf die unsauberen Machinationen der Opposition, die sich mcht etwa gegen die Firma, sondern lediglich gegen de« Belriebs- rol richten.„Wir haben den Bruderkamps nicht gewollt." schloß Vastmann seine Aussührungen,„wenn uns aber die„Opposition" den Kamps in dieser schweren Zeit aufzwingt, wo es ein Gebot der Stunde ist, alle Kräfte gegen den Kapitalismus zu sammeln, dann werden wir uns zu wehren wissen." Roch eingehender Aussprache faßte die Versammlung folgende Entschließung: „Die am Dienstag, dem 17. Dezember 1929. tagende Versammlung der freigewerkschaftlich organisierten Arbeiterschaft van Oerarn. Fabrik D verurteilt die von der SPD.«nd der sogenannten revolutionären Opposition»erbreiteten falschen Tendenzmeldungen über Massenentlassungen in der Fabrik V ans da» schärfste. Sie erblickt in diesen Falschmeldungen eine schwere Schädigung der Interessen der Betriebsbeleg schask. Die Versammlung anerkennt die bisherige Tätigkeit de, ve- lriebsrales und weist die gegen ihn erhabenen Verleumdungen mit Entrüstung zurück." Mit dieser Entschließung hat die Versammlung zum Ausdruck gebracht, daß entgegen der Behauptung der„revolutionären Oppo» sition" der Betriebsrat das Vertrauen aller Nossenbewnstten Arbeitet bei Osram besitzt. Bestraste Verleumder. Zwei Urteile in Verlin und Magdeburg. Gestern wurden zwei Urteile gefällt, di« ein« späte und sehr milde Sühne darstellen für die mastlosen Verleumdungen. die seit Jahr und Tag von der KPD. gegen die in verantwortlicher Stellung stehenden Gewerkschafter und Sozialdemokraten ausgestreut werden, besonder» aber gegen die Berliner Ort»v«rwaltung des Deutscheu Retallarbeiterverbandes. und unter dieser in erster Linie gegen unseren Genossen II r i ch. In Magdeburg wurde der verantwortlich« Redakteur der kommunistischen„Tribüne" zu 300 Mark Geldstrafe und Publiko- lionspflicht in her..Flöten Fahne" und in der..Tribün«', sowie zur Tragung der Kosten»«rurteilt, well das kommunistisch« Blatt sein«- zeit di« verleumderische Behauptung aufgestellt hatte, dost.die DMB.'Bureautrati« der Korruption mit der Stahlhelmdirektion von Hennigsdorf überführt" fei. Das Urteil stellt ausdrücklich fest, daß d« Wahrheitsbeweis in keiner Weise gelungen ist. Ln Berlin wurde der verantwortlich« Redakteur der„Roten Fahne" zu 200 Mark Geldstrafe und den Prozeßkoste« verurteilt. weil er gegen ein tariftreue» Mitglied des Metallarbeiter- verbände, die verleumderische Behauptung verbreitet hat, er sei ein Streikbrecher. Man mag an sich bei den maßlosen Beschimpfungen und Ler- leumdungen der kommunistischen Presse berechtigt sein, die Achseln zu zucken und mit Derachtung darüber hinwegzugehen. Die Sur. ichen, die gewissenlos gegen anständige und ehrliche Menschen die schwersten Beschuldigungen ohne jeden Beweis und ohne jede Unter- läge erheben, würden aber von ihren Auftraggebern schr bald zurück- gepfiffen werden, wenn man in jedem Falle gegen sie gerichtlich vorgehe« würde. Denn da» wäre schließlich ein etwas teurer Lpaß. Niederlage der(Spalier. In Eh em Nitz erlitten die kommunistischen Spalter bei der Reuwahl der Ortsverwaltung de» Deutschen Metall, arbeiteroerbande» eine vernichtende Niederlage. Abgegeben wurden in der mit Stimmzetteln vorgenannrenen Wahl insgesamt 436 Stimmen. Aus die Liste der SPD..Fraktion entfielen 833. auf die der Kommunisten 102 Stimmen. Da» Wahlergebnis ist ein deutliche, Zeichen für den Niedergang der KPD. in chrer ehemaligen Hochburg Chemnitz. Zahlen beweisen! Dit Tätigkeit des Zimmerer verbau des. Der Zentroloerband der Zimmerer und verwandten Berufs» genossen Deutschland, hatte- in den Jahren 1924 bis 1928 nicht weniger als 1854 Streik,«nd Auesperrungeu zu führen. In der gleichen Zeit hatte der Verband zur Verbesserung der Lohn- und Arbeitsbedingungen in 9662 Fällen Bewegungen zu führen. An diesen ArbeitskSmpsen waren 77 432 Zimmerer be- teiligt. Der Zentraloerband der Zimmerer hat dafür gesorgt, daß 22 000 Lehrllnge auf tariflicher Grundlage entlohnt werden, auch die Schulstunde» bezahlt bekommen und jährlich vier bis sechs Tage Ferien erhallen. Den kommunistischen Maulaufreißern müssen diese Leistungen der„Sozialfaschisten" vor die Rase gehalten werden. Gewerkschaft muß Schadenersatz leiften Infolge eines Streits bei den Efha-Werten. Zwischen dem Verband der Nahrungsmittel,«nd Getränke. arbeiter und der Firma Faupel u. haake, Esha-Werke Komm.-Gos. in BerNu-Brih. war unter dem 12. Februar 1927 ein Manteltarlf- oertrag abgeschlossen worden, zugleich auch ein Lohnabkommen. Der§ 11 des Tansvertrages bestimmte, daß der Vertrag bis zum 31. Dezember 1927 gelte und beiderseits mit einer Frist von sechs Wochen vor Ablauf gekündigt werden känne. In dem Lohnabkommen hieß es dagegen, daß dieses mit vierzehn- tägiger Frist zum Schlüsse eines feden Monat» gekünd'gt werden kann. Der Manteltarisvertrag wurde nicht gekündigt, so daß er bi» zum 31. Dezember 1928 weiterlies, während der Verband der Rahrungsmittel- und Getränkearbeiter und die anderen beteiligten Verbände das Lohnabkommen zum 31. Dezember 1927 f r i st. gemäß gekündigt haben. Sie stellten Lohnforderungen, über die keine Einigung erzielt werden konnte. Am 3. Januar 1928 wurde vom Schlichtungsausschuß ein Schiedsspruch ge» fällt, der aber von den beteiligten Verbände» abgelehnt wurde. Am 5. Ionnar 1928 traten die Arbeitnehmer in den Streik. Am 12. Januar 1928 wurde die Arbeit wieder aufgenommen. Die Finna Faupel u. Haake behauptete, daß ihr der unoer- mittelt einsetzend« Streik durch Verderb von Waren eine« Schaden von 4900 TN. v« rurfacht habe. Sie sah in dem Verholten der be« klagten Gewertschasten einen larifbruch und machte die Gewerk- schaften für den entstandenen Schaden verantwortlich. Die Beklagten sind der Ansicht, daß eine Verletzung der Friedenspflicht nicht vorliege, da noch dem 31. Dezember 1927 hin- sichtlich der Löhne ein tarisloser Zustand eingetreten sei, die Friedenspflicht ober grundsätzlich nur relativ und auch durch§ 10 des Manteltarifvertrage» keine absolute Friedens- Pflicht begründet sei. Die Beklagten bestreit«» weiterhin, dah ein Schaden der Klägerin entstanden sei. Sie machen ferner geltend, daß ihr Verholten für den etwo erltttecw» Schoden nicht kausal gewesen sei, da sie auf de« Streikbeschluß der Belegs chas! feinen Einfluß§« nommen hätten und auch nicht in der Lage gewesen wären, diesen Beschluß zu verhindern. Da» Arbettsgerichi hat die Klage abgewiesen. Gegen diese» Urteil hatte der Arbeitgeberoerband und die Klägerin- V e nu s u u g eingelegt. Da» Landesarbeit»' gericht in Berlin hob am 25. Mas 1929 da, vorinstanzliche Urtell auf und verurleille den Verband, der Klägerin 1699 TN. sür den durch de« Streik entstandenen Schaden zu zahlen. Mit diesem unverständlichen Urteil gab sich der Verband nicht zufrieden und legte Revision beim R« t ch» a r b e ,t»g e rl cht«in. Da» velchsarbeitsgertcht wie» die Revision zurück und schloß sich den Urteilsgründen der Vonnstinz an. Weihnachtsuuterstützung der Maschinisten undHeizer Laut Beschluß de» Bezirksvorstandes werden heute. Frei- tag, die Weihnachtsuitterstützungen an unsere Kollegen ausgezahlt und zwar sü» bezugsberechtigte kranke und arbeitslose Kollegen in der Zelt von 9 bis 13 Uhr; für invalide Kollegen in der Zeit von 14 bis 16 Uhr in unserem Bureau, Engel- ufer 24/23, Aufgang C, 2. Etage. Zimmer 97. |frraU Gewertschafis-Lugend Berlin f ttutt. 1914 Übt. tefttn dl, Gruppen: geppelipplaz: Jugend. belw de«?«»-rk»amI» Wrdd'ng, Turiner Turiner Gieabrl. WW>WW Grestraße iSingong .gilmadend'. Vropagandanlm titr unser» Ostcrfalirt Sanderstr. 11, gib Ledrechisirabe. Li:er«rlfch,r Adend— Urdetierdlchtun«: .Di» Manner am teurtgen vtcn.— Ztirdnca, Iugeirddeim Schul« Sonnen. burger Str. so. Lortraa:.Lon der Dampsmaschin« ,um Wfltraiimschifst. FX �iuttenvarupne 0es?etttretk»erk'ank>es der Anaessettten Kfrf Atirt*. Tr-itaa. folgende«eranstattungen:«tidwtst: Iugenddelm storch. brab« 11 Wlmmtr 5, 5. tof. Dnericfc. T). Lrseabcnd:„Uplou Sinrlelr". vd-rfpree: Iugendbeim 2auf:n,t Sit.? Luftiger Wrlhiiachtadelrleb. RSpenich: guaendbeim SrÄnouer Str. d l.zimmcr I>. norde reiiungen»ur Weib nachtsfei er. SozialjstifcheArbetterLugtndGr..yerli« Äinsendunqen für diese �ubri? ovr an das Zuqendsefretariai Verlin SWS8. �tndenstraße Z Morgen, Freitag. 191/2 Uhr. Artoaaplag: Schule Glisadetbkirchftr. 19:„Mode und Reform".— Gemert- lioitshano: Schul««öpenichcr Str. 129: Weidnachlsfeiit.- Roientdalc, Bor. ftadi: Heim.z«l>l>cnicksr Str. 25: Bcfprechuna der Weidnachtofabrl. Zentr»»: e. t C\i,t;u>Vt.4.illiWU.»Uli.Ci.t,zAi.iUUU;i.»«VI VI* VI*.*». v'Ml-iVi. V*»' Milgiiedervee�lmmlung..Rechte und Pflichten in t«r SRI."—<»n»«>alder Ploz I: Seim Rastenburgtr chche Wedlaucr Strafte:..vcftrebun»:» de» eui»-. väifchen Tafchi-mus und Scimwcbr in Oesterreich". Arnowalber Pla« II: Schule Pasicurstr. 41— 46;„Wintensonnenwcude".— uallpletz ft: Schule Sannenburger Str. 20:.Ratianalicmu»".— SelmbolevloN: Seim Tqueiaer Straß?«2: Weidnaaii�eirr.— SuuianKgla«: Selm Schereni-eroftr. 7:..Alkobol und Rilotin".-- Rardost 1: Leim Tan�iger Str. 62:.7», Tonkumiel'olser'- schaff.— S»be»schi!nba»sea: Schule Dingelftrdter Straiie� Neihaachitskcier. WSrtber Plag! Schmie ktastanirnallce 62: Sun-or. Weihnachtsfeier.— Andrea»- vlad: Seim Brommnstr. 1:..SAI. und Rcichobaxncr".— Baltenplaii: Seim Tilstter Etr. 4— d:»Die kaschiftifch««t kl fit".— keirdrtchehnin: St'rn Gics«»!» men erste, d— 6: Weibnochtsieier.— Strnlauer Biertel: �teim Gostlerftr. 6t: „Türsen Somaliften Wclhnach'cn feiern?"— Karschauei Bicttel, R. g: Seim Litauer Etr. 16: Weibnachtoscier.— Süden: Beteil'ouna an der We dnocht». feier der 41. Parteiabteilung im„Zinoli". Lichte efelder Strallr. Tr-ffmintt 19 Uhr Bergmann- Scke Bellc-Alliance-Straii«.— Südmest! Betciliguno an der Weilinochtoseier der 41. Rarteiabieilung im..Tivoli".- GchSaebeta I: f.»' ut Sauvtstr. 15: Welbnachtcfeier.— Schöaebe-a II: Helm Haupistr. 15: Au», sprachcabcnd.— Schöncbcro TT. Jt.*.: Selm Lauptstr. 15: gu'Isoov.■ Schöneber» V: Seim Lauptstr. 15: Weibnachtoscier.--«baelottenb'-r-,: Seim Rolinenstr. 4:„Ter Samvf gcqen di- Kirche". � kba:lottenl.u"a-Züd, Selm auf dem Sporlplati Eoelbestraü«:»Tan>e».PIan— stouna Pfan/— LiStee leid«: Heim Albrechtstr. 14o: Porbereituni nur Weihnachtsfeicr. iwari-ndaef: Alt«. Schule.� Dorkstr. 7:� Proletarisch? Wribnachtofeirr.— Atrgtid. R. Trwraa»«.__________________.»WW>W Etrag«: Porbereitung«» zur Veibnachtsieicr.— llallender«: �«>m auf dem Sutohof: li>.Minut'u>Refcratr.— Banmfchnlrnineg! Srim Srnstftr. 16:..Rtich- bNck auf b>« Tätigkeit drr Srost-Brrlinrr GAst. Im stabre 1929".— MW: Seim In starlsborft. Gnmnaiium: Weibnachtsfe�er.-.stanlidoef: Schule Abaifstr. 25: Weibnachtsfeicr.— Lichtenbera-R-itte: kirim Scharnmederstr 29: Bcilinachtafeier.— Llchtcnbera.Ziard: Seim Du»t«r.ltr. 44:. Uctr-radüfiti't. Freundschaft, Liebe".— Poriigwalbc: ciir.il« Sommerfelder Strafte: Beib »achtafeicr.— Reinichindors.OIt: Seim Liudoucr Strafte: P:> iktanüibung« abend. Riebeeschänbaus«»: Schul« Blanieudurger Str. 79:..T'lr»der gegen die Todesstrafe?" «erbebnirk Wrddiog»nd Pren, lauer«rrg: Jode«kuppe fdich'-inio««e- nassen ,ur Svre»chorprabe nach dem Soobien-Somnasium. Ueinmeifterstr. 17. Werb«b«»>e>«eddiag: Sprcchchorprobe im Lebig-nheim Zchitustedistr. I. ?orber. um 191, Ubr, W.P..Porstond»I>dung. Aeiterengrupp« stillt au». Rächst« ZUsammenkunft am 5. Januar Kerichtstr. 12— iz. Wcrb.beiiirl Lichtend»««! Hoim«charucoeberstr. 29: gusamm"nki»iit der SAg.-GiWlIer. Werbtbiziri Osten: Morgen BMTrttt'o-nienw-V»— n STciit.flift'?. Sürnt- Nche Gruppen trefien stch 16 Uhr am Görlider Babnhaf. verb«t«6lrk Ritte: Morgen in der Samlaitla stöpenicher Sir. 125 A.-P.- Mitglirderver'ammlnng. Alle«enossen nrüllen crscheinen. Vortrage, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Rot lflold". »«fchäftaftelle:«erlin S 14. Eebaftianstr. 67-96«°k i Zr. Freitag, M. Dezember. Lichtenberg: Nameradschaftaverfamm unaru um 20 Ubr. Kam. Borhagrn d«i Stödrr. Jung. Gite Qt«: straft' Traprplaft bei Seivle,«ronprinzen. Ecke Schqrnweberstrafte. Nam. »rst mi Rar Kam. Karlsborst llommel. Treskowallre. Orauirnbura ivrtavcrei»): 20 Übt Ber- fammlung der pafstven Kameradtn im So'cl Ellers.— Soanadrnb, 21. D»»e». der. SchS»rbr?g-Tri«b«na», Iungbanner: iO Uhr«»ihnachtsieier in der tzinandtlaus«, Mählenftiafte. Zutritt nur Zuugkameraden. Lichtenderg: Name, radschaftzorrfammtungen um 26 Uhr:«am. Gustav TemnrI bei Erich Tempel. Gudrunstr. 7. Kam. Biesdorf bei Porath. Marzahner Str.!il. vta irodur, cOrtsvereiu): 20 Ubr Monotsoeriammlung bei Erernbera, Bahnhofstrost».— Krell»»« r«: Sonntag. 22. Degember. 1. und Z. HanddaUmannfmatt sn>»i«n. I. Mannschaft gegen Köpenick I. 10—11 Ubr: 11, Manu'chgii»>«'« Berlin, Schöneberg II, 11—12 Uhr. �___ R«lch»lartell Republi-, Gau Berlin. Brandenburg,«portnfaft Uritdrich«. selbe! Lanntag. 2L. 0«,emb»r.»an 9— 12 Uhr fchieften die Orlaaeretne»1«: nicken. darf und Seddin«: von 12—1? Uhr Kreubbrr« und Pren*lgu»r Bet». Die saigenden Tage die einfchlirftlich Trriiag bleiben den genannten Orrdvrreine» gleichfalls frei. Achtungl Während die Weibnachtskeiertqge treifen sich die Kamerade» mit Familien im Pcrciilsheinl. Srortplaft. tum gemgiliclie-i Bei. lammensein. Verein» .Ritt 44 Rum, «ich Teeitaa. 1964 di« 21 ich Uhr. Anfänger� Tortdichuvg-.gedeschrifl lehrgänge. Uebertragung der Elnbeit-kur.tfchrkn allf da» Enatifch». Siemen». Oberrealfchule. Schloftstr. 2?., »rbeitee-Abstlnenteu.Buad. Bc,irks«ruppe Kreutberg Kufemm-gfunst gm 21.?e»ember. l»>4 Uhr. im Lokal Ehamifsovlaü. ack» Williba Id-Alerie�riraftc. bei Afchcndrenn««. Angestchto der wichtigen Taaecordnuna utlcheir r c]:t Mitglieder notwendig. Selbstbllfebuad der Körperbehiaberte».«. V., Ortegeuppe»eea«>,«',«erg. Unsere Welbnachteseier findet am Sonnadend, 21, Tcjerndtr, iot Gcs lldbqf:.. Haus Pankam. Berliner Str. 102. Natt und begtnnt um 19 Uhr. Nnkgimr. beitrag 50 Pf. Lörperdehinderle und Lnmpathifierrnte al» ig all: heri�ci w�ll. kämmen. Tapographifche» vrchefter. Dirigent Erich Gut«e>t. vereinelokal:,.lleutolld. Weichfelstr. 6 ii-den Freitag IVi bis 22'i Uhr). 2.®rib-'oAf Hri-r'rg, I> IIb- bei de» Paffioen der„Tnragrnpb'a", Unterhafwngemustk bei vollrm Orchester f�riooli",. So» Earifch auch«um Fest! Mit dieser Losuna erschein« die Firma«rarl '-........ m■■----- ..____.M, liebten, in weitcsten Kreise» best:»« bekainier. «er», gekaufte» Egeisch�kr,»»«niffe>i wie ö grifch>Kaff«'> gr<+. Richard Schmidt mit ihren immer wieder gern, gckgufi«.. WWWWWWWWW. 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TafeläpSel usoHkiiiiBoh«........ tu. 4Sp(. Kr3m«Äpfel...................... m 3Qpt Paranüsse....................... mSSrr. Schal tnandeln............... pm 1 ,10 Datteln.......................... Korton 5a Pf, Ananas...................... m w» SOrr. u Walnüsse......... pm. 52, 68f Fische u. Räucherwaren *Zander g«(rono............ pm. tod 62pf. u *KabeljauCi«««puoiw,*.K� l», fulSSpi �Seelachs ohM ko,c>»(sun...FM. 30pt ♦Rotbars........................... m 30pt ♦Schell Sisch..................pm. 28pt ♦Grüne Heringe............. s tu. 8Spt ■ Lebende [ �Spiegelkarpfen„ru.™ I1* Spr ot tbflcfc finge............. tu. 55pl Seelachs............................ ti± 50pl Sprotten........... i-PM..Bntt»«ti/, Flizshe 2 60 xo ri.24,50 1925er Nirlw..) 1926er St. Enitllen 1 vorzügliche Bordeaux« Ti Schweine Vt Fluche Schloss Ayler Herrenberg 9 25 1»?>.-«>>» ltdat», katktraekaa, TorzkgUcher A 20®" Trzsben-Sch.iamweln.............. Am zuzOgllch Steuer pro FUscbe 1,00 Harken-Schaumweine «. a. 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Für die unbemittelte Bevölkerung ein paar Volksbibliotheken und Lesehallen. Die Hergabe einer Hypothek für den Bau der„B 0 l k s b ü h n e* am Bülowplatz bedeutete schon den Gipsel stadwäterlicher Bcwilligungssreudigkeil für das kunst- reiche Volk. Soweit nicht die Arbeiterschaft durch ihre eigenen Einrichlungen. aus eigener Kraft und Initiative die große Masse der Bevölkerung mit den Ergebnissen wissenschaftlicher For- schung und den Schöpfungen der Kunst und Literatur vertraut zu niachen suchte, blieb dies« von den Errüngenschästen der Kultur im ollgememen ausgeschlossen. Erst, als nach dem Kriege die Sozialdemokratie im Berliner Rathaus einen entscheidenden Einfluß erlangte, setzte sich die Auffassung durch, daß die Stadt auch für die kulturellen Bc- dürfniss« ihrer Bürger mit zu sorgen habe. So wurden im Etats- jähre 1929 allein für dos Bibliothekswesen in der Zentrale drei Viertel Millionen Mark, in den Bezirken 2,5 Millionen Mark ein- gesetzt. Di« Zentralbibliothek der Stadt Berlin wird am Bülow- platz in einem künstlerisch schönen Neubau ein« bleibend« Stätte erhalten. Die Baurate von 1 Million Mark rst in den Etat ein- gestellt. Weniger befriedigend sind die Erfolg«, die unsere Genossen auf dem Gebiets der bildenden Kunst bis jetzt erzielen konnten. Di« proletarische Kunst muß sich erst ihren Platz noch er- kämpfen. Immerhin sind auch die geistig mst dem Proletariat ver- bundenen bildenden Künstler bei dem Ankauf von Werten durch die Stadt Berlin wcitgehendst berücksichtigt worden. Ob in der Hauptstadt der Deutschen Republik, die in chren R lauern wertvolle staatliche Kunstsammlungen beherbergte, die Schasftmg einer städtischen Galerie ein dringendes Bedürfnis ist, erscheint zum mindestens zweifelhaft. Dagegen ist wester anzustreben, daß das moderne aufstrebende Berlin auf öffentlichen Plätzen Kunst- werk« aufstellt, wie es bereits in starkem Maße geschehen ist. Diese Werke müssen insbesondere in den Erholungsstätten der Arbeiter ukid Angestellten untergebracht werden. Auf Drängen' der Sozial- denfötratie ist die Sumib« für diese Zwecke IM Etdt lVM'auf 4001X10 Mark erhöht worden. Für die Riesenstadt recht bescheiden: angesichts der allgemeinen finanziellen Notlage der Stadt ließ sich leider mehr noch nickst erreichen. Dem volkstümlichen Konzerl und der Volksoper hat die sozial- demokratische Stadtverordnetenfroktion stets ihr besonderes Interesse zugewandt. Durch die zwischen Reich, Stadt und dem Phil- harmonischen Orchester abgeschlossene. A r b« i t s g e me i n- fcha f t wird es möglich sein, dieses Orchester von Weltruf finanziell und künstlerisch sicherzustellen. Die Aufwendungen der Stadt werden sich auf rund 300 000 Mark jährlich belaufen. Dem Ein- wirken der Sozialdemokratie ist es gelungen, festzulegen, daß auch künstlerische Konzertveranstaltungen stattfinden, die volkstümlichen Charakter haben, insbesondere auch in der Bemessung der Eintritts- preise. lieber den ZZertrag und seine Auswirkungen hat der „Vorwärts" bereits am 18. September 1929 ausführlich berichtet. Auch für das Sinfonieorchester wird die Stadt Berlin in einer noch festzulegenden Form ein« entsprechende Unterstützung gewähren.— Seit dem August 1025 ist die Oper in der Bismarck- straße die Städtische Oper. Das Institut hat durch die Auswahl ihrer leitenden künstlerischen Persönlichkeiten in kurzer Zeit führende Stellung im deutschen Opernlcben er- rungen. Selbstverständlich muhte von Ansang klar seiii. daß ein derartiges Unternehmen mit einer gewissen Großzügigkeit aufgebaut und geführt werden mußte, und daß es niemals«in wirtschaftliches Unternehmen mit Uebcrschüssen werden kann. Der Tätigkeit unserer Vertreter im Aufsichtsrat ist es gelungen, für sämtliche Arbeitnehmerkategorien(Solisten, Musiker, Choristen, Tänzer, Bureauangestelltc und das technische Personal vorbildliche tarifliche Grundlagen und Altersversorgung zu erreichen. Ferner ist vertrag- lich festgelegt, daß eine genügende Anzahl von guten Opern- Vorstellungen zu volkstümlichen Preisen(in, laufen- den Jahr vierzig Vorstellungen zum Eintrittspreis von 2 M.) ge- boten werden. Für diese besonderen Vorstellungen sind in dem allgemeinen Kunstetat der Stadt rund eine halbe Million Mark eingestellt.— Neben der Erhaltung großer Orchester und der Weiterführung der Oper ist die Erhallung einer dramo- tischen Bühne volkstümlichen Charakters Pflicht einer Millionenstadt. Eine solche ist vorhanden in dem Theater der Berliner Arbeiterschaft, der Voltsbühne am Bülow- platz. Nach dem Kriege mußten aber die städtischen Körperschaften erst durch die Sozialdemokratie gezwustgen werden, dieses gerade in letzter Zeit erneut auf hohem künstlerischen Niveau stehende Doltstheater einigermaßen Kl unterstützen. Das .(i bisher uu.u) Buscha yen|ui Hypolheten odee durch Hergabe zinsloser Darlehen versucht worden. Auch die neugewählte sozial- demokratische Ttadtverordnetensraktion wird weiter nach bestem Können bemüht sein, mit Hilfe der Stadl«ine feste finanzielle Grundlage für die Nolksbubne'chrffer Das Gesamtkapitel„Hu..,,, �.iduug u i.|< b-. j,,• schaff(für Zentrale und Bezirke) schloß 1928 mit einer Summe von rund Millionen Mark ob. Die Schlußsumme für 1929 ergibt einen Betrag von rund 8 M i l l i 0 u e n Mark. So erfreulich diese Steigerung des für kulturelle und künstlerische Zwecke bestimmten Betrages ist, so gering erscheint er natürlich im Gesamt- etat der Stadl Berlin. Immer noch find die Ausgaben der Sladt Berlin für die kulturellen und künstlerischen Zwecke relativ ge- r i 0 g e r al« die gleichen Ausgaben anderer deutscher Slädle. Dies legt der sozialdemokratischen Stadtverordneten. frakiion nach wie vor die Verpflichtung aus. in der bisherigen Richtung aus dem Gehiele der Kunst und der Volksbildung welter zu arbeileu. um endlich die Schäden gut zu machen, die Im ollen Berlin eine k u n st g e g n e r i s ch e bürgerliche Mehrheit jahrzehntelang hindurch vervr� sacht hat. ,/10 Gebote für Fahrgäste!" Wie man sich bei(Schaffner und Publikum„beliebt" machen kann. In der von der Berliner Berke5rs.Adti-n- cyst.-so. juchg aus.sämtiicheu Wejtenlajcheti-, die von dir, gelösten Fahrscheine der letzten zwei Monate heraut, um endlich, zwanzigmal zusammengeknifft, den gültigen Fahrschein unter dem Fingerring hervorzuziehen. 4. Nachdem du und nach dir bereits einige andere Fahrgäste vom Schaffner abgefertigt worden sind, frage den Schaffner, ob der Wagen noch dem von dir gewünschten Reiseziel fährt.(Was du ja bei dem eingangs erwähnten Besteigen des Wagens nicht feststellen konntest.) 5. Stellt es sich nun heraus, daß du gerade in entgegen- gesetzter Richtung fährst, so verlange vom Schaffner, daß er dir deinen Fahrschein wieder gültig macht. Denu er hätte ja wissen können, daß du einen falschen Wagen bestiegen hast. 6. Behaupte stets, auch wenn nur eine Luftllappe im Wagen geöffnet ist. daß es zieht. Dringe darauf, daß auch diese letzte Luftklappe geschlossen wird.(Es ist dies ein besonders empfehlens- wertes Mittel, um sich bei den anderen Fahrgästen beliebt zu machen.) 7. Hast du einen Sitzplatz„errungen", so entfall« sofort deine mttgebrachte Zeitung und halte deinem Nachbar den Reklameteil unter die Nase. Er wird es dir in jedem Fall mit einem freund- lichen Lächeln danken. 8. Hast du dein Reiseziel erreicht, so warte, bis sich der Wagen wieder in Bewegung gesetzt hat. Stürme dann, indem du die rechts und links Stehenden etwas„sanft" schiebst, zum Ausgang. 9. Stell dich dann auf das Trittbrett und warte, bis dtt die) Querstraße erreicht hast, in die du zu gehen beabsichtigst.. SpriyAe- dann während der Fahrt ab. 10. Kamst du dabei zu Fall, so mache unbedingt die BVG.' haftpflichtig, da der Fahrer dann bestimmt die Höchstgeschwindigkeit überschritten hat. * Wir wollen hoffen, daß die Berliner sich diese Gebote zu Herzen nehmen werden. Dann wird uns allen sicherlich der Weih nachts- 0 e r k e h r der nächsten Tage zur reinen Freude werden. Berlin als Fremdenstadt. Nachdem die wichtigsten vergleichszisfern vorliegen, wird ein llcberblick über das diesjährige Ergebnis der groß- zügigen Fremdeaverkehrspropaganda der Stadt Berlin möglich. Obwohl die absoluten Ziffern recht beträchlliche sind,, kann das Ergebnis, verglichen mit dem Vorjahr, uicht restlos befriedigen. Der Strom von Fremdtn. der im April Berlin besucht«— es waren 140 000 Personen— sank im Mai und Juni aus 131000 Personen. Diese Abwärtsbewegung hatte ihren Grund sicherlich in erster Linie in den Auswirkungen der Maiunruhen. Es be- durfte einer fast vierteljährigen Arbeit, um erst wieder im Juli mit 141 000 Fremden die Besucherzahl ans den Stand vom April zu bringen. Der August brachte dann den Höhepunkt mit 148 000 Fremden, im September begann daraus das Abflauen des Fremden- ftromes(143 000 Bejucher). Wie schon oben angedeutet, waren die vergleichenden Ziffern aus dem Vorfahr« teilweise bedeutend höher. Das H a u p t k 0 n t i n g e n t der Berlin Besuchenden bilsen natür- lich Reichsdeutsche, die ungefähr 75 Prozent aller nach Ber-> lin kommenden Fremden ausmachen. Die größte Gruppe der A u s»s l ander, die zu uns kommt, find nun nicht etwa die oerhältnis-- mäßig nahe wohnenden Holländer, Dänen, Tschechen, Polen oder die deutschsprachigen Oesterreicher. Schweizer und Danziger, sondern- weitaus die Amerikaner. So besuchten Angehörige der Der« einigten Staaten von Nordamerika in diesem Jahre Berlin:- im April... 2 089 im Juli.... 7 620 .. Mai.... 3039 ,. August... 8089 „ Juni.... 4093„ September.. 3-509 Mit derartigen Ziffern kann kein« andere Nation auch nue entfernt konkurrieren. Ihr am nächsten kämmt noch Groß-- britannien mit der Höchstzisser von 2616 Besuchern im August,- dicht gefolgt von Oesterreich, Polen, der Tschechoslowakei und Däne- mark. Es schließen sich in einigem Abstand Schweden, die Schweiz und Holland an. Im Berhültnis zur Größe ihrer Länder ist der Besuch von Franzosen und Italienern geradezu winzig. LACK" FORM HALLE LACK" FORM OANZIG Jn Berlin eigene DerkaufttStellen an allen Siauplrerkehrspunklen. 3kis$ßendeimkr8emUkiftnadßi$aum LACK" FORM LOCARNO „LACK" FORM GERA Werbt für den �Vorwärts 44 Das ist die beste und wirkungsvollste Pavleiagltation! Heist den Alkoholkranken! Gemeinschaffsarbeit von Gemeinden und Krankenkassen. Nach den Erfahrungen der letzten Jahre darf man sagen, daß in der Großstadt die Zahl der Trunksüchtigen kaum geringer ist als die der Offentuberkulösen! Und genau so wie diese eine schwere Gefahr für ihre Umgedung bedeuten, zerrüttet nur zu oft auch der Alkoholiker die Gesundheit seiner Frau und seiner Kinder. In seiner Familie häufen sich grauenvoll die körperlichen und seelischen Ge- brechen. Es ist sicherlich kein« unvorsichtige Schätzung, wenn man annimmt, daß in Deutschland etwa eine Mil/lion Menschen von den Folgen der Trunksucht schwer heimgesucht werden.. Dieser Zustaird belastet Krankenkassen und Gemein- d e n üi gewaltigem Ausmaß. Was für Summen müssen aufgewandt werden für die ambulante und stationäre Behandlung und Be- treuung der Opfer des Trunks! Und der Alkoholismus greift von Jahr zu Jahr immer mehr um sich! Gemeinden und Krankenkassen müssen in enger Arbeitsgemein- schaft gegen diese Volkskrankheit genau so ankämpfen wie gegen die Tuberkulose und die Geschlechts- krankheiten. Es gilt, nicht mir die Alkoholkranken frühzeitig einer planmäßigen Behandlung zuzuführen, sondern auch durch vorbeugende Maßnahmen zu verhüten, daß die Menschen olkoholkronk werden. Also großzügige Aufklärung über die Alkohol- gesahr. Schaffung von alkoholsreien Gaststätten, Einrichtung von Heimen für die Erwachsenen und die Jugend, vor allem schnelle Linderung des Wohnungselends. 25000 Mark auf Ar. 5959. Die Ziehung der Arbeiier-Wohkfahrtslotterie beendet. Die Ziehung der 14(5 474 Gewinne im Gesamtwerte von ZOO 000 M. wurde gestern nachmittag beendet. D:e Ziehung war eine der größten, die jemals in Berlin veranstaltet worden sind. Für die Losröllchen mußte im vorigen Jahre schon ein eigenes Rad gebaut werden, weil die vorhandenen die Millionenziffer von Losen nicht aufnehmen tonnten. In diesem Jahre ist wieder in zwei Ab't eilungen gezogen worden, trotzdem mußten IS Millionen Losröllchen in die Lostrommel eingeschüttet werden. Am letzten Ziehungstage wurde der Hauptgewinn auf die Nummer 3939 gezogen. Die Losinhaber erhalten sowohl in Klasse A wie auch in Klasse I- jeder einen Gewinn in Höhe von 2ä00Ü M. Zwei 19 lM-Mark-Gcwinne fielen auf die Nummer 133 535. Die vier 2599-Mark-Gewinne wurden auf die Nummern ti785g2 und 23L499 gezogen. 1999-Marr-Gewinne erhielten noch die Nummern 597 458:(504 613; 452 599; 611 679; 1535 743 und 373 690. StadwsrordneteindenBezirksversammlungen Die Vorschläge des Magistrats. Schulkinder werden gespeist 30 Prozent speisungshedürftig, aber nur 17 Prozent können bedacht werden Nach§ 15(1) 1(2). und(3) des Gesetzes über die Bildung einer neuen Stadtgemeinde Berlin vom 27. April 1929 verteilt die Stadtverordnetenversammlung die Siodtverordneten. die in mehrere Verwaltungsbezirke umfassenden Wahlkreise gcwähli sind, und die auf die Stadtwahlvorschläge gewählten Stadtverordne- ten auf die B e z i r k s o e r s a m m l u n g e n. Der Magistrat läßt deshalb der Stadtverordnetenversammlung jetzt eine Vorlage zugehen, die ein Verzeichnis der für die Verteilung in Frage kommenden Stadtverordneten enthält und bittet, diese Verteilung in einer der ersten Sitzungen der Sladtverordnetcnversammlung vor- zunehmen, damit möglichst bald die Bezirksoersammlungen ein- berufen werden können. Die Verteilung der sozialdemokratischen Stadtverord- neten soll in folgender Weise erfolgen: Wahlkreis X: 1. Klose, Otto, Angestellter, für Steglitz; 2. Vraemert. Richard, Kaufmann, für Zehlendorf: 3. Lurgemeister, Otto, Vcrbandssekretär, für Tempelhof. Wahlkreis XIII: 1. Strieder, Wilhelm, Kasienangestellter, für Treptow; 2. Woick, Fritz, Geschäftsführer, für Köpenick; 3. Lemperl. Hermann, Architekt, für Treptow. Wahlkreis XV: 1. Schäfer, Heinrich, Angestellter, für Reinicken- dor; 2. Amberg, Hermann, Derwaltungsamtmänn, für Pankow. 3. Faust, Otto. Volksschullehrcr; für Weißensee; 4. Weiser, Friedrich. Lehrer, für Reinickendorf. Stadtoorschlag: 1. haß, Johannes, Verbandsvorsitzender, für Reinickendorf 2. Weinberg, Dr., Siegfried. Rechtsanwalt, für Mitte, 3. kirlllc, Richard, Geschäftsführer, für Neukölln; 4 Reinhold, Walter, Redakteur, für Treptow; 5. Rohde, Robert, Sekretär der Arbeitsinvaliden, für Köpenick; 6. Todenhagen. Angestellte, für Treptow: 7. Siegle. Karl, Gewerkschaftsangestellter, für Lichtenberg; 8. Buchholz, Emil, Krankenkasfenangestellter, für Schöneberg; 9. Rogah, Georg, Techniker, für Lichtenberg. „Die politische Situation" ist das Thema eines Vortragsabend, den der Ortsoerein Tiergarten des Reichsbanners Schwarz- R o t- G o l d am Freitag, 29. Dezember, 29.39 Uhr, im großen Saal des Schilltheiß-Patzenhofer, Turmstr. 25(am Kleinen Tiergarten), veranstaltet. Es spricht der vor einigen Wochen zum Presse- chef des Reichsinnenministeriums ernannte Hamburger Senator Gc- noffe Dr. H a u b a ch. Eintritt frei. Die Frage der Schnlklnderspeifung ist erst kürzlich vielfach erörtert worden. Aus diesem Grunde werden Angaben über dieses Hilfswerk interessieren, die der verwaltuugs- bericht de» Londesjugeudamts enthält. Diesem Bericht ist zu entnehmen, daß die Sinderspcisung, die früher eine An- gelegenheit der privoteu Mildtätigkeit oder der Armenpflege war, im Zahre 1928 weiter ausgebaut und immer mehr in den Kreis planmäßiger Wohlfahrtsarbeit einbezogen worden ist. Auf Grund der im Jahre 1927 herausgegebenen„Richtlinien" zur Auswahl von Schulkindern für die Ernährungsfürsorge(Ma- gistratsdeschluß vom 23. März 19-27) wurden die Kinder in be- stimmte Gruppen eingeteilt. Di« Auswahl aus gesund- h e i t l i ch e n Gründen wurde danach wesentlich ergänzt durch die Auswahl nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Es wurde hierbei besonders an diejenigen Kinder gedacht, die 1. aus zer- rütteten häuslichen Verhältnissen stammen, und für die niemand sorgt; 2. die keine Mutter hoben; 3. deren Mütter auf Arbeit gehen; 4. deren Mütter krank sind und 5. deren Eltern nicht!n der Lag« sind, ihnen ein warmes Mittagessen zu verabfolge». Die Speisung bestand hauptsächlich in der Verabreichung von Schul- frühstück(Milch mit Brötchen oder Kakaogetränk) während der großen Schulpausen und von Schulmittagessen(Eintopf- gerichte) nach Beendigung des Schulunterrichts Wenn es die Säuglingsfürsorgestellen für notwendig erachteten, wurden auch vorschulpflichtige Kinder sowie werdend« und stillende Mütter zur Speisung zugelassen. In finanzieller Hinsicht konnte auf dem Gebiete dieses Teiles der Jugendpflege ebenfalls Erhebliches geleistet werden. Im Rechnungsjahr 1928 standen für die Speisungen in den Haus- Haltsplänen der Bezirke 5259 999 Mark zur Verfügung. Diese Mittel wurden später mn 922 999 Mark verstärkt, so daß aus städtischen Mitteln insgesamt 2 172 000 Mark verwendet worden sind. Hierzu kam ein Zuschuß aus Staatsmitteln von 35 999 Mark, so daß im ganzen 2 297 999 Mark zur Verfügung standen. Die Ermittlungen ergaben, daß 30 proz. der Berliner Kinder speisuagsbedürskig find, daß aber knapp 17 Proz. gespeist werden konnten. Es müssen also Möglichkeiten gefunden werden, die Zahl der Speisungen noch wesentlich zu erhöhen. Mit dem wetteren Ausbau und den Vorarbeiten zur Neuregelung der Kinder- spersung wurde daher vom Lande-jugendamt ein Sonderausschuß beauftragt, dem neben Vertretern der Zentrale und der Bezirks- ämter auch Schulärzte und Fachleute der SckMoerwaltung und des Hauptgesuirdhettsamtes angehören Schließlich dürste noch das Ergebnis einer Umfrage bei den Vezirksjugendämtern über den Anteil der verfchredenen Schularten an der Gesamtzahl der Speisungen im Jahre 1928 von besonderem Interesse fein. Die Zusamnwnfrellung unterscheid-:! vier Schularten: Volksschulen, höhere Lehranstalten, Mittelschulen und Hilfsschulen. Bei den Hilfsschulen sind die Speis ungszahlcn der Schulen für Schwerhörig«, siir Sehschwache, der Sprachheil. schulen und der Freilustschule für Tuberkulös« mitge-ähll word-eu. Es ergaben sich für die einzelnen Schularten folgende Prozentsätze: ©e'atnlAQM felftotm Schulaiten Prozent x,er Schüler wurden rejpelst 19,25 265 648 51 149 4.16 72 461 3 915 9,16 12161 1114 41,- 7 786 3293 1. Volksschulen... 2. Höhere Lehranstallen 3. Mittelschulen... 4. Hilfsschulen... Der Prozentsatz der an Hilfsschulen gespeisten Kinder überwog also bei wettern den der übrigen Schularten. Die Zu- sammenhäng« zwischen sozialer Not der Eltern und verminderter körperlicher und geistiger Lei- stungssähigkeit der Kinder wurden hiernach deutlich erkennbar. Aus dieser Uebersicht ist ersichtlich, welche Bedeutung in der sozialen Zlrbeit der Stadtverwaltung heute der Kinderspeisung zufällt. Während früher die Kosten hierfür zum großen Teil aus Reichsmitteln getragen wurden, sind sie 1928 fast ausschließlich aus städtischen Mitteln bestritten worden. Für das Etatsjahr 192S stehen insgesamt 2,2 MillionenMart aus Mitteln der Stadt zur Verfügung. Dazu kommen noch fast 399 999 Mark aus Zuschüssen des Reiches und Preußens, so daß für dieses Elaisjahr da, große Hilfswerk als gesichert angesehen werden kann. SS, 6 Millionen Mark sürBerlin Ultimosoraen der Stadt behoben. An» Donnerstag habe» bei der Teehandlnag dir lebten Verhandlungen der Vaake« über den tum der Stadt Berlin erbetenen Kredit stattgefunden. Sie find zu eiuent endgültigen Abschluß gelangt. Ein unter Führung der Seehandlung und der veukschen Bant und Disconto-Gesellschast stehendes Konsortium gibt hiernach der Stadt einen Kredii in höhe von 58,6 Millionen Mark. Die Auszahlung erfolgt nach Vereinbarung im Laufe de« Moaak» Dezember. Der kredii wird in 10 Monaisraien zu je 5 Millionen Mark und einer 11. Raie von 8,6 Millionen Mark aus einem Fonds zurückgezahlt, der vom 1. Januar 1930 ab aus den Mehreln- nahmen der erhöhten Tarife der werke und der Verkehrs- Gefellschaft angesammelt wird. Der Kredit ist mit 1� Proz. über Reichsbanklombardsah. mindestens aber mit S'ü Proz. verzinslich. Teerbeionsiraßen in Berlin. Der neue Sraftwageuverkshr hat den Straßenbon vor neue Probleme gestellt. Eine große Zahl der Zusammen- stöhc auf den Straßen wird aus die Beschaffenheit der Straßendecke zurückgeführt. Es ist allgemein bekannt. welche Gesahr der nasse und schlüpfrige Asphalt für Auto- mobile bedeutet. Das Studium des Straßenbaues, dos in allen Ländern mit gleicher Aufmerksamkeit oerfolgt wird, ist für den modernen Berkehr von ausschlaggebender Bedeutung. Auf der „Stufa-Tagung"(Studiengesellschaft für Automobilstraßenbau) sprach Magistraisratoberbaurat Br e e über Teerbetonstraßen in Berlin. Die F o n t a n e st r a ß e am Bahnhof Grunewald und die Erdener Straß« sind nach dem neuen Verfahren gedeckt, ebenso in diesem Jahre die„A o u s", die als Versuchsfahrbahn wohl die größte Beanspruchung erfährt; zuletzt noch die Havelchaussee mit der Berbindungschauffee zur Heerstraße. Der Teerbeton wird maschinell auf eine schon vorhanden« Straßendecke in 5 Zentimeter Binder- und 2% Zentimeter Deckschicht aufgelegt und mit einer Walze festgefahren, worauf beretts die Chaussee zur Benutzung fertig ist. Die Frage, die heute am meisten die Fachleute be- fchäftigt und die nur auf dem Wege des Erfahrungsaustausches gelöst werden kann, ist die der richtigen Beschaffenheit der Straßenteerpräparat«. auch der richttgen Mischung mit dem zerkleinerten Schottergestein. In einem Film wurde die Straßen- bearbeitung auf der„Avus" gezeigt. Interessant dabei ist. daß die Gesteinsmenge in einer Riesentrommel trocken auf 199 Grad Celsius erhitzt und dann tn einer Knet- oder Mischmaschine mit dem kochenden Teer vereinigt wird. Dies« trockenklebrig« Mass« wird auf der Straßendecke mit Maschinen ausgebreitet und festgestampft. Eine Besichtigungsfahrt auf der Avus gab allen Teil. nehmern die Ueberzeugung. daß die Teerbetonstraße die Zukunft». bauart fein wird, die den wachsenden Anforderungen des Verkehrs Rechnung trägt. Jack- Londo«- Feier der sozialistische« Studeote«. In einer gutbefuchten Veranstaltung der fozialistttchen Etüden- ten schilderte Alfred Beierle den Lebensgang Jack Londons; nachdem stuck, zur. Walter Ko h n in seinen einleitenden Worten auf die Bedeutung der Kunst als Ausdrucksmittel der Zettbewegungen hingewiesen Halle. So sei insbesondere auch Jack London ein Vorkämpfer der Freiheitsbewegung. Alfred Bei e de las drei packende Novellen des Dichters mit starker Empfindung. Seine Rezitationen hinterließen einen tiefen Eindruck. Interessante Lichtbilder umrahmten den wohlgelungenen Abend. Der Erweiterungsbau des Bezirksamts Pankow. Für den Erweiterungsbau des Bezirksomtsge. bäudes Pankow waren durch Stadtoerordneteirbesdstuß vom 8. September 1927 648 000 M. bewilligt wprden. Infolge der all- gemeinen Steigerung der Baukosten sind weitere 19 599 M. er- forderlich. Diese Mehrkosten sind durch die städtische Hochbau- deputaiion nachgeprüft und anerkannt worden und sollen aus gemeinsamen Vorbehaltsmtttelu gedeckt werden. Der Magistrat bittet jetzt in einer Vorlage die Stadtoerordnetenver- jammlung, dieser Nachsordenmg zuzustimmen. Trauringe zum liielhuaciiislest 1 R i n g 333 gestempelt nur S bis 8 Mk 1, 585. eichi».5u '_ 585 mittel 12.- 1. 585. schwer.4.80 1,«00_ leicht 16.50 >-«10. mittel 215« llllllr CnliS 1„ 900. schwer 18.- caraniieschein. Srauierea gratis sotori z. Mtinshmen ArtUlsriesiraile 30 passaoer Str. 12 lUOiiassei Domra 2 Sonntag, den tt. Dozember, wn 2-6 mir soOJtne:| Herman Wiese Freitag 20. Dezember 1929 Unterhaltung unü AAissen Beilage des Vorwärts s -chwßl Mam£eip: dilehie ftätlSEhtSel Mir fiel dabei aber plötzlich auf die Seele, was der Goldkost- mann negerisch gesagt hatte, ich fühlte eine Todesangst und hätte ihr die verfluchte Puppe gern wieder entrissen, aber die Musikban�e setzte gerade ihren Spektakel wieder an. Ein weicher Arm legte sich auf meine Schulter, weswegen ich mir doch leine Blöße geben konnte, und wir waren alsbald flott im Gewühl. Mit der anderen Hand aber hielt sie die armselige Schachtel hoch und schüttelt« sie, so daß der Fetisch darin wie ein Maiseber rumorte. Als wir nun bei der Musik vorbeisl gten, da stand wahrhaftig der Nigger, mit dem sie vordem getanzt hatte, und er sang den Shimmy durch einen anderen Grammophontrichter. «Er hatte vorhin eine Pause", sagte sie. «O, warum!" entgegnete ich in ineiner armen Möglichkeit, in- dem ich ausdrückte, wie es komme, daß sie, die so süß wie zehn himmlische Engel sei, gerade mit einem.... Und sie verstand wohl, was ich meinte, denn sie sah mich zärt- lich an, und ich schwor ihr in tiefster Serie zu, daß sie über mich und meine Seligkeit gebieten könne wie über einen nassen Mehboy. Aber dann sagte sie so etwas wie: Er studiert in Oxford. Sie hatte selbst schuld, wenn ich ein wenig aus dem Takt kam, denn ich mußte mich erst an das englische Tanzen gewöhnen. Auch klang mir der Lärm der Schachtel, den sie nicht unterließ, ver- wirrend in die Ohren: ich bilde mir vielleicht nachträglich ein. daß es wie Hundcgcbell klang. Ich wagte schließlich einen Griff danach. aber sie vollführte einen kurzen, hinterhältigen Schwung und rief mit Heller Stimme:„Baltimore!" Wir passierten aber gerade wiederum die Kapelle, der kleine Fetisch flog aus der Schachtel heraus, und der Nigger fing ihn glatt mit einer-Hand, als wenn er darauf gewartet hätte. „Dank you, brodder!" schrie er mir nach. „Oho", dachte ich höhnisch,«s ist nicht für dich und nicht von mir, aber es ist besser für dich als für mich und für sie. Ja, ich atmete irgendwie erleichtert auf. Und wir setzten uns danach wieder hin. Dennoch verspürte ich keine rechte Ruhe, so glücklich ich hätte sein können. Ich starrrc auf die hellen Tanz- breiter, aus denen ohne Umstände die schwarzen Stämme wuchsen. Die bunten Punkt« meiner vertrockneten Gangesblüten leuchteten hier und da. Gelb« Blätter wehten herab und legten sich dazu. Schatten von den Zweigen bewegten sich am Boden. Die Glüh- birnenfchnüre schaukelten, der Wind wölbte die Flaggen hin und her, ich erkannte es genau, das Signal hieß: Brandung voraus. drei Strich Backbord! Da drüben saß der Neger. Man konnte seine Augäpfel er- kennen. „Er heißt Baltimore Segnegott Zepharja!" sagte sie.„und er hat nach keine Pause." . Wirklich griff er schon wieder nach seinem Sprachrohr. Und ich freute mich, daß er noch keine Pause hatte. Mr beteiligten uns auch alsbald wieder, aber so schön die Musik war, ich war nicht recht dabei. Zwischen den Paaren leuch- tete der indische Tempel in der Ferne, grün, wie bengalisch, und die Eingänge rot wie Blut. Sternbüschel sielen hinter den Bäumen nieder. Der Nigger klappert« mit den Sohlen zu seinem Gesang. sein« Finger ragten senkrecht an dem Schalltrichter empor, und er hielt den Fetisch oben zwischen den Fingern wie eine kleine Blume. Er lächle mir zu, und das rötliche Haar, das an meiner Brust mit mir dahinschwenktc, wandt« sich jedesmal um, wenn wir vorbei- tanzten. „Es ist Feuerwerk draußen", sagte ich zu ihr. Der Tanz war noch nicht zu Ende, aber wir gingen über die Brücke, wo der andere Neger stand, und er brüllte noch immer sein: löbbly, läbblq löbbly! „Du bist lieblich", sagte ich zu ihr,„darum sollst du Löbbln heißen." Denn der Mensch hat von altershcr die Angcwohnh«»t, das zu betonen, was er liebt. „Ich heiße Daisy". sagte sie. „Nein. Löbbly mußt du heißen!" erwiderte ich,„denn mit Daisy, das ist lange her." Und wir gingen eng aneinander, weil es schon herbstlich war. E, war aber kein Feuerwerk mehr oder wir fanden die Stelle nicht. Bei der Wasserrutschbahn trafen wlr Jonni, und wir gingen weg, ohne gerutscht zu haben, denn er war sehr betrunken und fordert« die Umstehenden zu einem Gang he»aus. Dahingegen warf ich mit den Holzkugeln und traf beim zweiten Wurf, was nicht leicht ist, und es war die Bude, wo zwei lebendige Mädchen in einem Bett liegen und hsrousfallen, wenn man trifft. Von da an fühlte ich mich zu großen Taten aufgelegt und ich wollte zurück zu Jonni. Aber wir gerieten statt dessen an den Ausgang und wir nahmen einen Böß und rumpelten durch Nacht und Nebel davon, nach London hinein. Es dauerte eine lange Zeit, und ich erkannte im Dunkeln die vielen kleinen Schornstein« auf den Dächern und dachte an manche Stadt, die ich in meinem Leben gesehen, und daß es ein schönes Mädchen sei. .„Hier müssen wir aussteigen", sagte sie und war ganz schlaftrunken. An der Ecke war«in Knäuel von Menschen. Einer stand aus ein«r Kiste und predigte. Wir gingen daran vorbei, aber ich hörte wohl, wie«r die Stimme hob und sagte:..... und so einer seines Bruders Seele kränkt, es wäre ihm besser, er läge auf dem Grunde der See." Wir stiegen viel« Treppen hinaus, und wo ein Schild mar. gingen wir hinein und uns wurde ein Zimmer zugewi sen. Und ich fühlte wie schlank sie war und doch schön rund, und ich mußte an die Mädchen denken, die aus dem Bett gefallen waren bei dem zweiten Schuß, und die eine hatte ein lila Nachthemd angehabt. Als ich erwachte, war es noch imm«r dunkel. Ich hörte sie im Schlaf seufzen. Sie heißt ctgmtlich Daisy. dacht« ich.« Und ich wollr« meine Sachen nehmen und ipieder an Bord komm«n Ich roch noch immer den süßlichen Duft v«m Garges, uhd auch den Duft in ihren Kleidern, und daß sie m't einem Neger getanzt hatte. Mit dem Nigger, der Baltimore Segnegott Zepharja hieß und in seinen Ferien auf dem Eiland bei der Band angestellt war. Und auf einmal war mir mein Herz schwer, well er Bruder zu mir gesagt hatte und mir gedankt hatte für den Fetisch, der ihm Unglück bringen würde. Mir war, als hört« ich noch immer den Mann an der Ecke predigen. Göll gröfchöß!" sagte ich und weckte sie auf,„ist es denn wirk- lich wahr, daß du ihn liebst," Aber che sie sich ermuntert hatte, ging die Türe auf, und der Stuhl fiel um, den ich davorgestellt hatte. Sofort sagte ich mir, es ist der Neger, und machte mich gefaßt und stellte mich am Pfosten auf. „Brodder!" sagte er, und es war ein wenig hell vom Flur her. Und er wollte nur nach seinem süßen, weißen Baby sehen. So stand ich denn da. in der dunklen Kammer, in der fremden Stadt, mitten in London, und mir war nicht wohl dabei, wo ich ihn doch betrogen hatte. Sie erhob sich und nahm ihre Sachen. „Tschirio!" sagte sie leise zu mir, was Lebewohl bedeutet, und ging hinaus. Ich stand da, an meinem Bettpsosten. Ich wußte auch nicht, wo Jonni abgeblieben war, da ich mich doch hätte um ihn kümmern sollen, leichtsinnig wie er ist. Und meine Uhr war auch weg, dazu alles, was ich dort erworben hatte, obgleich es nicht viel wert war. Ich legte mich wieder hin und schlief noch ein wenig Als ich dann weggehen wollte, kam die Wirtin, und ich mußte für drei bezahlen.. Durch letzteres habe ich alle Gedanken an Sünde wieder von mir abgewiesen. Und sollte ich diesem Neger noch einmal begeg- nen, so werde ich zu ihm sagen:„Baltimore Seanegott', und einer von den kleinen Propheten, den ich vergessen habe, werde ich sagen, „wenn ihr dereinst einen Foxterrier zu verkaufen haben solltet. einen von dieser kleinen, glatten, schwarzweihgesleckten Sorte... Aber der Mensch soll keinen Spott treiben, so sehr er auch oft- mals dazu berechtigt sein mag. Jl. v. Wallsahn: 3)euilchland in Frankreichs ffielteiriftik Die lllerarischen Beziehungen zwischen Deutschland und Frank- reich seit dem Kriege konnten bis in die letzten Jahre als außer- ordentlich«inseitig bezeichnet werden. Ein prozentuales Verhältnis zwischen dem Konsum Deutschlands an französischen Romanen und Theaterstücken und dem der Franzosen an deutschen Werken anzu- geben, ist zwar nicht ohne weiteres möglich: tatsächlich war jedoch der sichtbare Beitrag, den Deutschland zum Geistesleben seines west- lichen Nachbarn lieferte, gleich null, wenn man die Buchanzeigen der Pariser Verleger und die Spielpläne der Pariser Theater als Unterlagen gelten lassen will. Anders stand es stets um die Wechsel- Wirkungen zwischen den Werken einzelner Persönlichkeiten: doch diese entziehe» sich dem statistischen Zugriff. Von Marcel Proust bis zum Revolverjournalisten Anquetil dürste es kaum einen bekaimtercn Franzosen geben, dessen Bücher nicht wenigstens zum Tell in die deutsche Sprach« übersetzt worden wären. Neben Rilke, den Brüdern Mann und Stefan Zweig kannte man Deutschlands erfolgreichste Autoren in Frankreich meist nur dem Namen nach. Erscheinungen wie Hauptmann, Wassermann und Schaffner, wie Wedekind, Kaiser und Werfel blieben weiteren Kreisen in Frankreich fast unbekannt, denn ihre Dramen wurden kaum gespielt und ihre Buchdichtungen blieben meist unübertragen. Der Gnmd hierfür darf weniger in einem Literaturchauvinismus gesehen werden der in Frankreich ebenso selten ist wie ein durch parteipolllische Gesichtspunkte getrübtes künstlerisches Urteil, als an der eigenen belletristischen Ueberproduktion und einer angeborenen Selbstzufriedenheit, an denen Frankreich unbestreitbar leidet. Nützlich« und erjolgreiche. Bersuche, hier Wandel zu schassen, hoben sich erst iu den letzten Iahren bemerkbar gemacht. Hierzu gehören die Gründung der„Revue d'Allemagne", einer vorwiegend literarischen Monat-schrist für deutsche Belange, das Erscheinen der vorzüglichen Geschichte der zeitgenössischen deutschen Literatur von F�lix Bcrtcaux(Verlag Kra), wertvolle Bücher von Carrö, d'Har- court und Guy de Pourlabs über Goethe, Schiller und Nietzsche sowie die doppelsprachigen Ausgaben der deutschen Klassiker durch die„Editions Montaigne". Mit diesen und ähnlichen Publikationen wurde eine Basis geschaffen, von der aus der gebildete Laie in Frankreich zum deutschen Geistesleben ein Verhältnis gewinnen konnte, dem seit jüngster Zeit durch ein Auschwellen der Uebcr- setzungen und Besprechungen deutscher Werke Rechnung getragen wird. Die Sonderstellung der deutschen Musik soll in diesem Zu- smumenhange nicht behandelt werden. Auch die Hochkonjunktur für deutsche Kriegsbücher, die sich zur Zeit in Frankreich geltend gemacht, bildet ein Spezialkapitel, das nur bedingt hier eingereiht zu werden verdient, da es, zum Teil zu- mindest, politisch und zeitlich allzu eng umschrieben erscheint. In der Tat ist„Im Westen nichts Neues" von Remarque einer der grüßten Bucherfolge, die Frankreich je gekannt hat, und Renns „Krieg" hat ebenfalls das erste Hunderttausend seiner Auslage über- schritten. Unaezählt sind die objekliven und schönen Aeußerungen prominenter Franzosen über beide Werke.„Ich liebe dieses Buch, well es ein Deutscher geschrieben hat und well ich einen Sohn habe," sagt etwa Francis de Croisset über Remarque. Gehässige Urteile sind selten und bleiben überlebten Clowns vom Schlage Bautels vorbehalten Dennoch ist eine gewisse Reaktion auf diese deutschen Erfolge nicht zu oerkennen, und die Ernennung des Ver- sassers der„Halzkreuze", Roland Dorgelös, zum Mitglied der ein- flußreichen„Academie Goncourt" sowie die Auszeichnung des Kriegsnovellisten Marcel Sanvage durch den Gringvire-Preis sind Symptome dafür, daß diese Art deutscher Literaturerfo'ge in Frank- reich im Interesse der Stetigkeit einer gegenseitigen geistigen Durchdringung nicht überschätzt und— überspannt werden sollte. Eine weit größere Gefahr für die Forderung des Verstäud- nisses für deutsches Wesen in Frankreich liegt jedoch auf ganz an- derein Gebiete. In seiner großen neuen Studie über Beethoven, von der bisher erst zwei Bände vorliegen, weicht Romain Rolland aus feiner Würdigung des Meisters nur ein einziges Mal zu einer zeitgemäßen Anspielung ab. Das Verhalten des französischen Ge- sandten am W'cner Hofe nach der Premiere des„Fidelio" veranlaßt ihn zu einer Warnung an seine Landsleute,„Ironie und Her- ablassung" als geeignete Mittel im Annäherungswerk zwischen den Völkern zu betrachten. Als zeitgenössischen Vertreter dieser Geistes- richtung nennt er Jean Giraudour. Es wäre heute nicht mehr an der Zeit, den Riesenerfolg zu kommentieren, den Giraudoux'„Sieg- fried" aus der Bühne der„Com�die-Champs-Elysees" vor dem Pa- rifer Publikum gesunden hat, wenn das sonderbare Werk nicht dicht vor seiner deutschen Uraufführung stände, die in Wien mit Moissi in der Titelrolle stattsinden soll, und wenn es nicht auch anderweitig Schule gemacht hätte.„Ein Franzose soll in seine Beziehungen zu Deutschland nickt das leitest« Unrecht hineintragen vor allem nicht, daß er den Deutschen nicht kennt." las man aus Giraudoux'»gener Feder im Programmheft für die Aussührung: so gerne man jedoch aeneipt war. den outen Willen des Verfassers, dessen Ehrlichkeit und Mut oft unter Beweis pestandcn haben, zu würdiaen und den Bei- fall des Publikums als deutschsreundlickc Kundgebung zu re- gistxieren, so grotesk blieb trotzdem die praktische Illustricrung seiner cm sich so lobenswerten Theorie. Die deutschen Figuren seines Stücke- waren einer Welt des Märchens entnommen und alle dio lettische Geschicklichkeit versagt« vor der Ausgabe, ihnen Ucber- zeugungskraft und Leben einzuhauchen. Die Mittel, mit denen Giraudoux im Drama vorzugehen suckste, haben andere und mindere Schnststcller inzwischen im Roman ein- geführt. Rene Trintzius, ein Angehöriger des Kreises um die„Nou-. velle Revue Franqaise", hat sein neuestes Opus„Deutschland" ge- taust, und die angeblichen Eindrücke einer Reis« durch Deutschland bilden die Grundlage dieser abenteuerlichen Erzählung. Nach der unzweideutigen Ablehnung seines letzten dramatischen Versuches, dessen Aufführung sich die„Comedie-Fmnqaise" aus unbegreiflichen Gründen nicht hatte versagen können, hatte sich Trintzius nach Berlin verfügt, wo ihm eine Aufnahme bereitet wurde, die zu seiner Bedeutung in Frankreichs literarischem Leben säst im umgekehrten Verhältnis stand. Die überhebliche Ablehnung, mit der er deutschen Gastfreunden gegenüber Theater und Drama in Paris behandelte, hätte zur Erregung einigen Befremdens genügen können Die Naivität, mit der er heute vor seinen Landsleutcn ein Zerrbild Deutschlands erstehen zu lassen sucht, bildet zu seinem Berliner Ber- halten das bezeichnende Gegenstück. Dabei dürfte ihn, iin Gegen-- sotz zu dem Elsässer Bcrnard Zimmer, im Grunde kein unfreund- liches Gefühl gegen uns, sondern nur seme geistreichelnde Selbst- gefölligkeit zu seinem von Vcrkcnnung und Irrtümern strotzenden Buch verleitet haben, denn ein Unterton von Bewunderung nrildert stellenweise diesen unwahrscheinlichen Bericht von den Irrfahrten eines jungen französischen Provinzhoteliers durch die„moderne" deutsche Gesellschaft. Der Hauptfehler dieser überflüssigen Publi- kation liegt jedoch in ihrem marktschreierischen Titel, denn wenn man heute„Deutschland" aus das.. Dekkclblatt eines französischen Roman«? schreiben will, so involviert das eine Verantwortung. über die man sich nicht leichtfertig � mit„Ibonie und Henablasiung" hinweghelfen kann. Wen» Rene Crevel in„Etez.vous lous?"(„Seid ihr verrückt?"), einem Buch, das ebenfalls im Berlage der„Nouvelle Revue Frangaise" erschienen ist, einige Kapitel voll Temperament und beißendem Spott an die Üldreß'e gewisser Berliner Kreise riclstet, die im Institut für Sexualwissenschaften ihren Tempel und Mittelpunkt sehen, so kann man seine Aeußerungen. als reine Geschmacks- frage, ablehnen oder anerkennen, da er sich von Berallgemeinerun- gen und Halbrichtigkeitcn ssrnhält, die den Nachteil der Werke von Trintzius und Giraudour ausmachen. Bedenklich ist es dagegen wieder, wenn der Russe Ivan Göll den Franzosen heute in seineni Roman„(loclc-me et Verl!»"(Ver- log Emile-Paul)— auch hier ist wieder ein Sensatianstitel ge- wählt— im Jahre 1929 das Jnflations-B-rlin in seiner ganzen Haltlosigkeit vor Augen zu führen sucht. Zumindest hätte er die Wigman und andere Persönlichkeiten des künstlerischen und öffent- liehen Lebens in Deutschland nicki in den Hexensabbat verstricken iollen, in dessen scharfer Beobachtung und sehr geschickter Dorste!- lang der Vorzug leines Buche- liegt. Wer, wie Göll, zu den stein- digen Mitarbeitern der deutschen Großpresse gehört,"Hätte besser daran getan, sich die billigen Komplimente an Frankreich zu sparen. die den wesentlichen Inhalt der Pariser Kapitel seines Romanes bilden. Daß Geschicklichkeit und Takt nicht immer die spezifischen Merkmal« deutscher Gastspiele in Frankreich gewesen sind, ick leider allgemein bekannt: ob es jedoch dankenswert erscheint, ein Buch zu schreiben, über das als Motto ein Satz gesetzt werden könnte, den Göll Anatole France in den Mund legt, ist eine andere Frage. „Vielleicht werden sich Frankreich und Deutschland vermählen» wenn sie sich kennenlernen. Lieben aber werden sie sich»ur unter der Vorauss-tz'cng, daß sie sich nicht kennen." Auch hei Göll hat wieder der Wille, geistreich zu sein oder zu scheinen, den Dercmt- wortlichkeitssi nn in den Hintergrund gedrängt. Gewissenhafte lieber- icgung sollte jedoch ihn und seinesgleichen dazu führen, die große Kulturausgabc der deutsch-französischeii Berständigl'uq für zu be- deutung-voll zu halten, um sie— auch nur im H:'"cn— durch billige„Ironie und Herablanung" zu erschweren Akklimalisicrung der ZZ'lai!'--n. A.ch Psianzen paisen Nch, genau wie die Menschen, dem Klima an. Versuch: dieser Art hat inan besonders mit Mais und Gerste gemacht In Alten in Nor- wegen(79 Grad nördlich), also an einem einzelnen Punkt, wo die klimatischen Verhältnisse besonders günstig sind, reift die Gerste nach 69 Tagen. Unter dem 69. Breitengrad reift die Gerste dagegen erst nach 99 Tagen. Wird nun Gerste von Alten in die südlicheren Gegenden verpflanzt, so reift sie jedes Jahr um füns bis acht Tage später und im.fteitraum von etwa fünf Iahren erft noch 99 Tagen, also genau so svät wie die Gerste, die hier schon länger beheimatet ist. Aehnlichc Beobachtungen hat man auch schon In Deutschland gemacht. Ein 200 Zahre altes Ei. Bei Gruudarbeircu in Cenierville fanden die Arbeiter in einer Tonschickt große Mengen Lebens- mittel eingegraben, darunter auch ein Ei, das der äußeren Form und Farbe nach noch vollständig srlptlten war. Nack vorgeiundenen Berichten handelt es sich um«ine frühere Niederloiiung, die etwa vor 299 Jahren verlassen worden ist. nachdem sich der Boden rtlötzlich durch unbekannte Ratnrercignisic um ,z Meter gesenkt hatte. Während, wie bemerkt, die Schwle des Eies vollkommen intakt war, war der Inhalt vollständig zy Pulver eingetrockaei. Der lnlernationale Hilferuf 608. auf den jedes Schi-- herbei- zueilen hat, heißt: Lave our Souls!(Rettet unsere Ssele-n .Alles isf bsgeiskd von den BS j[p— Kein Potpourri, keine Fanfasle, sondern dos ganze Werk, sinngemäß gekurzF.| „Die Fledermaus'!(5 pujTEN)„Hänse/u.Grefel','„DerTroubadour, �„Zar u. limmermann" u. viele and.(J£ 4 platten) Vorspiel bereitwilligst in allen offiziellen Verkaufsstellen der Deutschen örammophon Aktiengesellschaft Orarnmophon-SpeziaMustH. Kurfürstendamm 24 Fnedrichstr. 189» Steglitz, Schloßtfn 25 |P>E WMMEWHEtHERRHl Thediet, Lidtispiele usw. ji Fi ei lag. 30. 13 Staats-Oper Unter d. Linden 12 lihr; Sinfonie- Mittagskonzert 30 Uhi Z.Xinf.-KoDZsrt Freitag,. 20 12 Stadt. Oper Blsmarckstt. Turnus I 19'• Uhr Die Geielisitin Staats»per Am Pl.d.Reptibl. Vorst 105 19'ij Uhr Don Giovanni Staatl. Sdiauspti. i.m bendarmemnarM A.-V. 351 20 Uhr 2X2= 5 Staatl. Setiiller-Theater.Ctiarltb. (• Uhf Hans im schnaKenioch Ta«. t Vanteil 'A M 5 aal«Vi Utr laikaraau 125t PriiJ8l-6M. Woditnt?.: 51). SO Pf.-3M. Matrat-Bsliwi, Kalka. Stanley n. May. Penno I& Co.. Bernl& Paitoer usw. Täqi. S u. 81}' JOMl.2.5 u 8,s Alm. E. 4. 8066 INTERNAT. VARIETE VoiKsOilhne f.itater aitiSOiowDitti 8 Uhr knsfs Breyfus Schauspiel von RenO Kcsme Regie H. D Kenter Staatl. Sttiüler-Tt!. 8 Uhr Hans im SchnaHeniocti Staatsoper am Platt der Repebiie 7<'5 Uhr Don Giovanni rheater am sampauerdarem 8 Uhr OieOarieiileuiie ! 8 Uhr Ztr. 28Z9 Rauchen erlaubt Rasender Beifall 10 weintraubs Origina* 16 Lawrence TILLER-GIRLS _— oft kopiert— nicht erreicht— Roth& Shay— 2 Nathanos| Hartwells Schwungseilsensation Ein grandioses Programm!! jonnabena und honntug(e 2 Vorstellungen $*> und 8 Uhr iM kleine Preise. Legt unsere Orig.-Eintrütskarien auf den Weihnachtstisch Der Vorverkauf hat begonnen OsDtsöies Ttisaiei ü. 1 Norden I2 3lii S'« Uhr Der Kaiser v.Amerika von Bernard Shaw Ree.: Max Reinhardt Kammerspiele D. 1 Norden 12 310 8»/4 Uhr Letzte VorstelloDoen! Zur seil, flutidit Sonnabend, 21. Dez Ts Uhr Zum I. Male Desire Komödie von Sastha Guitry Regie: Leo Mittler. Die Komödie |l Bismck. 2414/7515 S'.i Uhi Vom Teufel neboll Ivon Knut Hamsun Regie; I M a x R e i n h a r d t. Renaissance-Theater r igtich»>.. Uhi PARISER LEBEN Operette von Offenbach. Regie:(lusiav Härtung. Musikatisrhe Leitung: Theo Mackeden. ■ StemolitzCl 0901 u. 2583,84.—— Kleines Ttieat. Merkur 1624 Täglich 89. Uhi Aüax Adalbert in Das Parfüm meiner Frau Lustsp v. Leo Lenz Lessing- Theater Norden 10845 Modtiuer hehriiscb KüosIletTaoater H r u i c 8' 2 Uhr Dybuk Elite-Sänger üotlbusrr Üt.r 6— Tel Mpl. Itt077 i T&gi.8Utir.au(:b Sonotag uaebm » 3 Ohr lau ermäßigten Preisen). WeihnaeSits- Spielplan! An oeideu Feiertagen uaebmitt 2 u 5 Ubi ungekürzte Vorstellg. zu ermaß. Preis. Vorverk ununterbr Preise 0.40. 0.75. 1.00, 1.25. 1.50 Mk etc Tiedmann's staunend billige Spirituosen u. Weine trotz erstklassiger Qualitäten! Feinstar Richtenbargei Edalbranntwein Vi PI 2 85 Feinster Weinbrand Verschn.„Marke B. T."„ 2.95 Echter Deutscher Weinbrand 3 Sterne..„ 4.95 Eüiler lamaiiia Rflni Versehe 3 Kr, Vi Fl. 3,85 Feinster iam.-Rum Verscbu. 4 Kr.(Teerom) Vi FC 4,95 Feinster Afrikaner-Likör lapezlalitäi). Or.g.-FL 3.25 Allerfainste diverse Edalliköra.. 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Andreasstrafte 4 ticke Breslauer äirsBe Bln. 80, KOpenlcker ttr. 55 Ecke Miensejkirchstrake Bln. 0. Frankfurter Allee 275 Am Rivgi ahuhnl Bln. SQ, BrOnauet Straft* 6 Bin. N, Brunnenetrafte 105 Ecke Ränderst rage Bin N, Swlneinllnder Str. 55 I-Che Liüi tzuicstraBe Bln. N, Kasianlenal ee 45 Ecke Zionsklr/'hntraBB Heukölln, Hermannstr.»5-54 Ecke Wartheatraße Barlin W, ar'eeretraBe 58 Ecke VorckstraBe ROSE -THEATER"ÄT' Telcph.: Alexander 3422 u. 3 94 Nur noch his 22. Dezember Täglich S'6 Uhr Sonntags 5.15 und 9 Uhr Pariser Büut Ab 23 Dezember tag!. P.N Uhr Die Csardasiürstln Jeden Mirtw. u. Sonnab. 5 Uhr „Max undMoritz" und der Weihnachtsmann jeden Sonntag, nachm. 2.30 Uhr Frau Hohe Piogramm am l.u 2 Feiertag: 4 Uhr Pariser Blut 7.45 uhr Die Csardasfflrsfin h m uhr Farailie iianneiMn Am 2 Feiertag spricht um 1 30 U. MfiRCELL SALZER. Der Vorverkauf hat begonnen. Direktion Dr. Martin Zickel»W> Komische Oper Fnedrichstr. 104. Meikur 1401 4330. Wiedereröffnung nach voliständ Umiau Sonnab., d. 21 De. UrauffUhrg. T1� ü. Hulla di Bulla Schwank von Arnold und Ba ch mit Guido Thieisc er, Fritz Schulz Heinr. Schro'h, Eugen Burg, Hild j K Idebrand, fc ar ot Walter, Garrison, Flink. Behmer. Wenck So n- und Feier ags nachm. 4 Uhr Frais ohne Kuss I Lustspielhaus Fnedrichstr. 256. Bergmann 2922 25. Heute Premiere s /« Uhr .. Wiegeniacicl" •Lostsfüel von Ladislaus Fodor Käthe Haack, Nor* Gregor. Paul Keidsmann,• Beriscb, Martha M. Newcs, Gondi, Storm, Piaten, Beckmann, Fuchs Vorverkauf In beiden Häusern ab 10 Uhr ununterbrochen. Reichshallen-Theater MadJ(Xl 53 an- aBd Feisrtags hcIid. Q] Das groös Weihnachis- Erogramni der Sleüiner- Sänger An beiden Feiertaaeo: Hidim.- Varstelliüig zti Italbeo Preiseiii Dönhoff-Brettl: v\ Das große Programm! Carl ftrann. f'rngfWaUcr Tiisaler 1 Westeos W ihnachten und fol ende Tage; Hotel Stadl Lemlterg Käthe Dorsch Leo ädhfi zendorf iTtill«"» 2. Feiertag 5 Uhr Friederike Trianon-Tti;M!l9T T glich SV* Uhr Sie verweigert die Aussage Elisabeth S-ricKrodJ Kart Eiale. Metropol-Tb. 8', Uhr Das Land des Lächelns Vera Schwarz. Richard Tauber Musik von Franz Lehär Di. a. ÜDllendorfplatz Vorvk.I0-i Kf 2001 Täglich 8-. Uhr Gaslsglel des Oeutsmen Thealers Die FMeiniaiis Regit: Max Reinhanlt. Lustspielhaus Fri'edrichstr. 23t Bergmann 2922 Täglich 8 Vi Uhr Grand Hotel Lustspiel von Paul Frank ä>ei JUERGEN5 ÄA Alexanderplatz Neue Königstr, 43 s,'Ubr CASINO-THEÄTEH Lothringer Strafe 37. Die aiiseing hBKannten Dresdener Christ- slollen Der neue Schlager! Famtlie Hannemann. Dazu ein trstklassiger bunter Teil. Für unsere Leser: Gutschein für 1—4 Personen Fauteuii nur 1.25 M., Sessel 1.75 M., Sonstige Preise: Parken u.Rang 0.80 M Marzipan, Honigkuchen nur von der Dresdener Buner-Bfidceret, condliorei n. Cnie Richard Richter BERLIN SW, Zimmerslr. 84 and Friedrichstraße,' Centrum 1365 V Direktion >r. 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