BERLIN Zreltag 20. Dezember 1929 10 Pf. flr. 586 B 297 4�Iahrgang Lrschei«ttislichallterSo»«t«st. Zugleich Abendausgabe de«.Vorwärts'. BezugSorei« beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, 3, MM. vro Monat. Redakliou und Lmditioti; Berlin SW 68, kindeusir. s .A.( 1 Sujeigeupreis: Die einspaltig« Nonrareillezeil« 80 Pf.. Reklamezeile ü M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto: Dorwärts-Verlag G. m. b.H.. Berlin Rr. 37536. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis 297 Entscheidung über die Zölle. Robert Schmidt widerlegt kommunistische Agitationsphrasen. Wintertälte- Schneestürme. Bei Beginn der heutigen Reichstagssitzung um 12 Uhr verlangte Beigeordneter Bernds(Dnat.), daß �in Antrag auf die heutig« Tagesordnung gesetzt meld«, der die Reichsrcgierung ersuchen will, dos Urteil des Staatsgerichtshofs über das Recht der Be. awten, sich am Volksentscheid zu beteiligen, genau so öffemltch bekannt zu gehen, wie seinerzeit das Verbot an die Beamten, sich am Volksbegehren zu beteiligen. Widerspruch der Sozialdemokraten verhindert, daß dieser An- trag heute beraten wird. Aus eine Bemerkung des Abg. B e r n d t, daß der erwähnte Antrag aus unbekannten Gründen nach nicht gedruckt worden sei. obwohl er bereit» gestern nachmittag eingebracht worden wäre, stellt Präsident Lob» im weiteren Verlaus der Sitzung fest: Gestern abend gegen'48 Uhr ries das deutschnationale Porteibureau beim Reichs- tagsbureou an, es sei eben ein Antrag fertiggestellt worden. der abgeholt werden solle.(Heiterkeit.) Das ist geschehen/ der Antrag ist um 7,36 Uhr im Bureau eingegangen. Niemand hat von einer besonderen Dringlichkeit gesprochen.(Hört, hört! links.) Des- halb mußte die Drucklegung hinter jene Sachen zurückgestellt»erden. t:e für die heutige Tagesarduuug uaentb ehrlich, sind.(Hört, hört!) C» liegt also keinerlei Lsrschulden vor, und Herr Berndt hat mir dies auch bereits■zugegeben. Als erster Redner i» der drilken Verakung der Zollvorlage, für die die Redezeit aus«in« halbe Stünde festgelegt wird, spricht Abg. Robert Schmidi-Verlin(Goz.): Di« Deutschnationolen erklären diesen Gesetzentwurf und die ganze Agrarpolitik der jehlgen Regierung, die mehr als eine frühere zur Hilfeleistung für die tandwirtjchast getan hak. als durchaus un- zureichend. Warum haben die Deutschnationolen ihre Pläne nicht verwirklicht und überhaupt nichts für die Landwirtschast geleistet, als sie.in der. Regierung saßen.(Sehr gut! link», Unruhe rechts.) Gegenüber verschiedenen Äritikern stelle ich fest, daß die Sozial- demokratische Parte, niemals dogmatisch sreihändle- r i s ch.war: sie hat sich ihre Emschlüsic je nach der Wirtschajtslage vorbehalten. Lei dem hohen Zollschutz des Auslande» ist ein absoluter(sreihandelsstandpunkl nicht hallbar. Deshalb sind wir in der ftrage der Getrcidezölle zu einem Standpunkt gekommen, der auch in der. Landwirtschast immer mehr anerkannt werden muß. Gerade de jüngste Entwicklung beweist, wie mißlich die kapita- l! st i s ch e Wirtschaft ist. Infolge der Ueberproduttion der überseeischen GelreibeexporUänder und ihres Suchens nach Zlbsog- . gebieten sind die Getreidepreis« so gedrückt, daß unsere Land» Wirtschaft>n außerordentlich ungünstiger Loge ilt. Das ist die Folge der heutigen planlosen Produktion. Wir haben einen Roggenüberschuh, dessen Absah durch keinerlei Propaganda für - größeren verbrauch von Roggenbroi usw. wirksam gehoben werden kann.<5» bleibt also nur übrig, den Roggenanbau zu- gunsten des weizenanbaue» einzuschränken. Da, zu muß die Landwirtschast die Initiative ergreifen. Wenn wir Zollschutz bewilligen, so sorgen wir aber gleichzeitig sür Schutz de? Konsumenten gegen spekulative Preissteige. rung. Getreiöepreissenkung ist noch nie in den Brotpreiscn zum Ausdruck gekommen.(Sehr wahr! bei den Soz.) Deshalb muß die Spanne zwischen Getreide, und Brotpreis vermindert werden, und beide müssen in ein enges Verhältnis gebrocht werden. Der kommunistisch« Vorwurf de« Arbe-terverrgts gegen uns Hot längst jede Wirksamkeit in der Arbeiterschast verloren.(Sehr richtig! bei den Soz.: Geschrei der Komm) Im Volkswirtschaft. lichen Ausschuß ist die Kommunistische Partei dafür eingetreten, daß die alten Zd-Millionen-Winzerkredite vollständig gestrichen werden ohne ilücksicht darauf, ob unter den Kreiditnehmerv nicht auch Großgrund- besitz« sind, die nur nebenbei Weinbau beireiben und daher über. Haupt nicht besonders hilfsbedürftig sind. Diese Haltung der KPD war vom Standpunkt der Arbeiterintsresisn nicht zu rechtfertigen (Gedrüst der Komm») Betrachten wir doch die Praxi» der Kommunisten dort, wo sie dazu in der l*age find: in Rußlandl(Aha! b«' den «komm.) Russisch« kommunistische Blätter haben festgestellt daß am (Fortsetzung auf d«r 2. Seite.) Kälteopfer in Amerika und China. Der Wintersport hat jetzt überall mit Energie einge- setzt. Aus verschiedenen Erdteilen treffen Nachrichten über Sälteverheerungen ein, die zum Teil Lpfer an Menschenleben gefordert haben. Chicago, 20. Dezember. Ein heftiger Schneesturm, begleitet von ungewöhnlicher Kälte, wütet im gesamten mittleren Westen und Nordwesten Amerikas. In Chicago sind 20 Personen erfroren Infolge des in den Straßen liegenden Schnees sind 300 Straßen bahnwagen entgleist. Pi« Bvtni- und Zelegraphenverbindungon sind unterbrachen, die Landstraßen zugeschneit. Ein eisiger Wind macht den Aufpnthalt in den Stratzen fast unmöglich. In Montana sank die Temperatur auf minus 40 Grad Celsius. Auch die Südstoaten verzeichnen elnc Kältepenode von ungewöhnlicher Intensität. So fiel in New Orleans feit Iahren dos erstemal Schnee. Man«wartet, daß sich die Kälte zum Wochenende auch über hie Oststooten ausdehnen wird. N c w?) o r k. das eine Woche lang dichten Nebel hatte, erwartet Schneefälle und Kälte.— Die Kältezone«streckt sich vom Mississippi bis zur A t l a n t i s ch e n Küste und südlich bis Texas. Loudon. 20. Dezember. Einer Meldung aus Peking zufolge herrscht dort eine große Kälicwcllc verbunden mit starken Schneefällen. Die Bevölkerung hat stark unter der Kälte zu leiden. In den Straßen sind im taufe dies« Woche ZI Personen erfroren. Rom. 20. Dezember. Aus A n c o n n a und S p e z i a werden Unglücksfälle gemeldet, die durch schweren Sturm entstanden sind. Bei Ancona wurde bei Rettungsarbeiten ein Matrose von den Wellen hinweggespült. In Spezia wurden zwei kleine Schisse durch den Sturm beschädigt. Infolge der Kalle kamen in Neapel zwei alle Leute um. In der Nähe von Salerno wurde noch dem„Popolo di Roma" ein Autobus von einem Rudel Wölfe angegriffen. Der Chauffeur erlegte durch Re« volverschüsse einen Wolf und verwundete andere, worauf das ganze Rudel die Flucht ergriff. In Venedig wurde eine Fischerbarke von den Wellen umgeworfen, wobei Zwei Fischer den Tod fanden. lieber Mittel» und S ü d i t a l ie n geht eine Kältewelle hinweg. Florenz und auch der Vesuv sind sogar leicht ein- geschneit. Das Winterwettcr hat auch in ganz Frankreich feinen Einzug geh Ilten. Poris hotte heute früh 4 Grad Kälte. tlrieil des Staatsgerichtshofs Dumte(zum deutschnationolen isamteu): »Vv derfst!" Niesenexplosion inHolland Arbeiter über die Häuser weggefchleudert und getötet. Amsterdam, 30. Dezember. Wie aus bironingen gemeldet wird, ist dort hetztä morgen gegen 5 Uhr anf dem Reitdiep der Dampf« kesfel eines Schleppdampfers explodiert. Di« Gewalt der Explosion war so groß, daß die Zwei Männer, die die Bedienungsmannschaft des Schleppers bildeten, hoch in die Luftsiber mehrere Häuser hinweg geschleudert wurden. Ihre verstümmelten Leichen wurden in einer Entfernung von mehreren hundert Metern aufgefunden. Ferner wurden noch zwei andere Personen getötet und verschiedene Personen mehr oder minder schwer verletzt. Auch der durch die Explosion angerichtete Sachschaden ist sehr groß. Verschiedene Häuser sind e i n g e st L r z t. Einige Arbeiter wurden schwer verletzt. Tausende von Fensterscheiben sind zertrümmert. Infolge der Explosion sprang auch ein Gasrohr. wobei das ausströmende Gas Feuer fing. Der eut- standene Brand konnte jedoch von der fchvll alarmierten Feuerwehr bald wieder gelöscht werden. England liquidiert nicht weiter. ES behält 280 und gibt 200 Millionen zurück. London. 20. Dezember Unter der mehrzeiligen Ueberschrift„Zugeständnisse iür Deutschland" berichtet der„Daily Telegraph", daß nach Aer- Handlungen, die während der letzten zehn Tage im Schatzamt .zwischen Vertretern der britischen, und der deutschen Regierung geführt wurden, ein Uebereintommen erzielt worden sei über die Frag« des vormals deutschen Eigentums, das ivährend des Krieges in England beschlagnahmt wurde. Auf der«inen Seil« behalte Großbritannien den Heber« schüfe otis dem bereits liquidierten Eigentuni in Höhe von etwa 14 Millionen Pfund Sterling, auf der anderen Seite werde es den deutschen Eigentümern das noch nicht liquidierte Eigen tum zurückerstatten, das ungefähr auf zwei Millionen Pfund Sterling geschätzt werde, und weiter zu Deutschlands Gunsten aus seine» Anspruch auf drei bis vier Millionen Pfund Sterling in amerikanischen Wertpapieren verzichten, über d«en Besitz langwierige Auseinandersetzungen vor den aincrikani- schen Gerichten stattfinden sollten. Schließlich sind in lieber- «instimmung mit einer srüheren Erklärung der britischen Regierung etwa fünf Millionen Pfund Sterling für sogenannt»..Trost- Zahlungen" von einem für diesen Zweck zu schaffenden Schieds- gericht bewilligt worden. Das Uebereinkommen bedeute die Beseitigung eines Zwischen- falls, der noch vor kurzem die zunehmende Harmonie der englisch- deutschen Beziehungen und die Aussichten der nächsten Hooger Konferenz getrübt habe. Diese Mitteilung beweise auch die voll- kommen- Grundlosigkeit der in der koiUinentalen Presse erschienenen Berichte, wonach sich bei den deutsch-englischen Verhandlimgen solche Schwierigkeiten und solch scharfe Gegensätze ergeben hatten, dost Snowden die Einfügung von Sanknonsklauseln m den$)oun.'- Plan gefordert habe, Die Entscheidung über die Zölle (Fortsetzung von der I.Seite.) Jahrestag der Soyzjehrevolution schwerer Mangel an sag allen Vsodnklen der Landwirlschafl besteht, das, die Arbeiter vor den Geschäfte« Schlange stehen wüsten. Das ist Ihre Praxis, eine Ban- krottwirtschaft! Ein anderes Blatt berichtet, daß in Samara, im Mittelpunkt eins» großen GetreidegebictL». die Leute sieben Stun» den nach Brot anstehen wüsten und daß selbst von den Mitgliedern der Konsumvereine nur wenige Brot erhallen konnten,(lhört! Hört!) Eine solche Agrarpolitik für Deutschland wäre cm Ftasko und wir haben gar keinen Anlaß, derartige Agrorsorderungen zu unterstützen.(Sehr wohO Der Abg. Hörnte hat von der Belastung der Arbeiterschaft durch i�ese Zollönderungen gesprochen. Nach dem russischen Etat für der mit 6028 MAionen Rubel um 17 Proz. höher ist als im Jt(hre vorlzer. betragen die direkten Steuern 087, die indirekten l Sil) Millionen Rchbel.(Hört, hört!) Das find 61 Proz. indirekte und nur Ist Proz. direkt« Steuern, rechnet man aber die Jolle noch als mdHvkic Steuer, dazu, dam, beträgt der Anteil der direkten Steuern nur 70 Uro.z. Die russischen Staatseinnahmen au» Spiritus- iltld Weinst zuor waren mit 71.8 Millionen, aus aperen Getrönkeu mit R) Mtllfctnen. aus der Zuckersteuer mtt 280 Millionen (hört, hörtl), aus der Teesteuer mit 36 Millionen, aus der Jüudhahz- abgab« mit 30 Millionen, aus der Tabaksteuer mit.164 Millionen, aus einer Kerzenabgache mit 3 Millionen, aus einer Textilstcuer mit 127 Millionen oeransi�lagt usw. Dieser russische Etat ist durchaus nicht aufgebaut aus dem Grundsatz, die großen Massen zu«irllasten. Im Vergleich zum russischen Etat stehen wir glänzend da mit dem Verhältnis von direkten und indirekten Steuern gegenüber diesen, Proletarierstaat� In dessco Etat- und Wirtschastepolitik von Gründsähen proletarischer Bolilik nichts zu spüren ist.(Sehr wahr! bei den Sizz.. Murren der Komm.) Und wie steht es mit Ihrer Arbeiterfürsorg� Das Jahrbuch der russischen Gewerk- schaften berichtet, daß der Zenlxalrat der Gewerkschaften verpflichtet worden ist. zun, 1. Februar 1030 2ö000Industricarbeiter in landwirtschaftliche st.o l l e k t i v b c t r i e b e zu kom- mandieren.(Hört, hört! bei den Soz., Geschrei der Komm.) 'Das würden Sie sagen, wenn bei.uns solche Foederungen gestellt würden? 3n keinem europäischen Staat herrscht eine so brutale Diktatur wie in Sowjetrußland. Es gibt keine Meinungsfreiheit. wir aber vertreten öffentlich das, was wir tun. Herr Hörnte hat behauptet, für die Kleinbauern zu sprechen. Er hat Forderungen gestellt, die den Bauern nicht Helsen können, sondern nur Propaganda der übelsten ujtf» seichtesten Art bedeuten. Sie können keinen einzigen Bauern vorweisen, der mit Entrüstung höhere Bi-Hzöllc ablchm. nicht«innicl ein kommunistisches Exemplar können Sie vorführen, dos dagegen Protest erheben würde.(Heiterer Beifall der Soz., Geschrei der Komm.) Wenn Zlmerika und andere Produtttonsländer von A l u m i- nium auf den Borschlag der Zollfroihest eingegangen wären, so hätten auch wir an der Zollsreiheü selbstverständlich festgeholten. So aber sind wir zur Zollerhöhung durch die anderen Staaten gezwungen. Wir können mft gutem Grwsisen unseren Standpunkt verteidigen und werden uns darin durch Sic (zu den tobenden Kommunisten) nicht irre machen lassen.(Leb- hafter Beifall bei den Soz.) *Abg. Putz(Komm.) versucht, die Angaben des Borreders über die russische Wirtschast zu widerlegen und beruft sich dabei auf Aeußo- rungen des Loichoner sozialistischen„Daily Herald". Die meisten Oppositionsanträge werden abgelehnt, dagegen wird im Hammelsprung ein Antrag der»echten, den Fultergcrstenzoll unter Beibehaltung der Verbilliguag von Roggen zur Fütterung von 2 aus 5 Mark zu erhöhen, mit tSZ gegen 177 Stimmen an- genommen. Da der Antrag jedoch noch nicht gedruckt vorlag, muß diese Abstimmung nachher wiederholt werden. Oie Tabaksteuer erledigt. Der Steuerausschuß beendet die Beratung. Oer Steuerausschuß des Reichstages erledigte am Freitag vormittag die Tabak st euer-Rovelle. Auch die Bestlm- mungea über das Kontingent wurden ln der Fassung der Regierungsvorlage genehmigt. Die Kontingentierung wurde auf 114 Zahr bis zum Zl. März 1931 befristet. Der Finoazminisier wird ersucht, wesenlliche Preiserhöhungen oder unbillige veschräa- kung des handclsautzens zu verhindern. Neu eingefügt wurde die Bestimmung, daß die durch die Novelle arbeitslos Werdend eu mindestens 26 Wochen Ar- bcilslosea- oder kurzarbeiterunterstühuag erhallen. Ferner wurde eine Entschließung angenommen, bei den notwendigen Verhandlungen mit Industrie und Handel auch den Orlenilabakhandel zu beteiligen. Brandkatastrophe in Freiburg. Menschen in Zseuersnot.'— Heldentat eines Vaters. Freiburg i. Br.. 20. Dezember. Ein unmittelbar neben dem alten historischen Nartinstor befindliches fünfstöckiges Haus in der Kaiserstraße steht seil 9% Uhr in Flammen. Das Feue« entstand in einem im parterre gelegenen Blumenladen und verbreitete sich mit rasender Geschwindigkeit durch das Treppenhaus, so daß den in den oberen Stockwerken sich aushallenden Personen der Ausweg zur Straße versperr t w a r. Der Inhaber des Blumengeschäfts lief im brennenden Treppenhaus in feine im dritten Stock gelegene Wohnung hinauf, u m s e i„ K i n d z u retten. Cr konnte auch mit dem Kiad das Freie erreichen, doch erlitten beide so schwere Brandwunden, daß nur geringe Aussicht besteht, sie am Leben zu erhallen. Oer Brand ist noch nicht gelöscht. Die gesamte freiwillige Feuerwehr, die Sanitälekoloune und die Polizei flnd alarmiert. Die Brandstelle. die sich inmitten der Hauptstraße der Stadl befindet, ist ln welle« Umkreise abgesperrt, wodurch der Verkehr völlig lahmgelegt wird. Wetter für Berlin: raevers mft südöstlichen mft Frösten. Fortdauer U» vorwiegend Hefteren Frost. Linden. Für Deutschland: lieberoll heiter „Bc-lk und Feit", unsere illustnerte Wochenschrift, und "er Kinde�reuod liegen der heutigen Postauflage bei. Dicht am Sturz vorbei. Die erste ernste Krise der Arbeiterregierung. London, 20. Dezember. Je näher die Stunde der Abstimmung über die Kohlcnberg- werkovorläge der Regierung rückte, desto größer wurde die Er- regung des Hauses. Die Bänke der Arbeiterpartei füllten sich ollmählich, bis kein Platz mehr frei war als sich Churchill um 9,30 Uhr erhob, um die Schlußrede für die konservative Opposition zu halten.— In den Wandelgängen wurde lebhaft die Nachricht erörtert, daß nur vier von den 290 Arbeitermitgliedern abwesend sein würden, von denen der eine auf dem Wege noch Indien ist, und ein zweiter in Amerika weilt, während zwei krank sind. Auch die konservative Seite des Hauses war dicht besetzt, und Oppositionsmitglieder, die keinen Platz fanden, begaben sich auf die für sie reservierte Galerie. Die volle konseroatioe Stärk« ist be- kanntlich 260. Auch die Liberalen waren in ihrer vollen Stärke von S8 Abgeordneten vertreten: die Zahl der Unabhängigen beläuft sich auf sieben: Churchill charakterisiert« die Regierungsvorlage als«inen Plan der Allgemeinheit, zugunsten privater Interessen neue indirekte Steuern aufzuerlegen. Cr warf der Regierung vor, unter dem Einfluß ihres radikalen linken Flügels gehandell zu haben, und bemerkte, für die Gruben- besstzer dagegen sei die Vorlage ein Weihnachtsgeschenk aus Lossiemouth(dem schollischen Heimaldorse Macdonalds). Churchill sprach von der anfänglichen Absicht der Regierung,„demütig das Ultimatum anzunehmen, dos brutal gegen sie von den liberalen Bänken geschleudert wurde", und schloß, die Konservativen müßten sich dem widersetzen, daß dem Derbraucher eine Verteuerung der Kohle auferlegt werde. Als sich Macdonald zu der Schlußred« erhob, wurde er von Sellen der Regierungsdänt« mit lautem und anhaltendem Lnfall begrüßt. Er sagt«, er sei gar nicht ganz sicher, daß die Lage heute abend nicht weil mehr eine p o l i t i s ch e K r i s« sei als ein« auf die Kohlenvorlage bezügliche. Zu der Frage Lloyd Georges wegen des Zusammenschlusses von Bergwerken bemerkt« der Ministerpräsident er zweifele immer noch, ob durch eine oder zwei Klauseln ln der augenblicklichen Borlage unverzüglich ein Zusammenschluß erreicht werden könne. Aber wenn es möglich sei. so werde es getan werden. Bei dieser Aeußerung des Ministerpräsidenten, die als ein Nachgeben gegenüber den Liberalen in dieser Frage gedeutet werden konnte, erhoben sich bei den Konservativen laute und höhnische Aha- Ruf«. Als das Haus sich zur Abstimmung begab, bemerkt« man, daß Lloyd George und ander« Liberale gegen die Borlage stimmen. während Runciman, Maclean und einig« andere Liberale sich der Stimme enthielten. Als Lloyd George und die Lft>«ralen. die mft Ihm gegen die Vorlage gestimmt hatten, zurückkehrten, wurden sie von den Regierungsbänken mll lauten ironischen Rufen empfangen. Als zutage trat, daß die Regierung eine Mehrheit halle, erhoben sich die Arbeitermilglleder von ihren Sitzen und brachen in ein mehrere Minuten währendes Vessallsruscn aus. Als dagegen die Mehrheit von nur acht Stimmen verkündet wurde. ertönten auf Seiten der Opposition laute Rufe„Zurücktreten!" Mehrheit und Minderheft setzten sich solgendcrmohcn zu- sammen: Arbeftcrpartei und Unabhängige...... 279 Liberal«............... 2 Konservative Liberale.. Unabhängige _ Wehrheft: zusammen 381 ......... 228 ......... 43 ......... 4 Minderheit: zusammen 273 Fünf Liberal« enthielten sich der Stimme. Die Vorlage wurde an«inen Aueschuß des gesamten Hause» verwiesen, in dem die vollstmöglich« Gelegenheft zur Erörterung der Einzelheiten vorhanden sein wird. Aus Seite« der Arbeiterpartei wird keineswegs die Eni- t ä u s ch u n g über die Kleinheit der Regierungsmehrheft verhüllt, nachdem der Premierminister der Hoffnung und sogar der Zuvcr- sicht Ausdruck gegeben hlute, daß die Vorlage mft einer wesenilichcn Mehrheft angenommen werden würde. Laut„Preß Association" wurde gestern vor der Abstimmung die Möglichteft einer Regierunge- niederlag« von vielen konservativen freudig begrüßt: dies« Mit- glieder waren voll bereft, die Folgen eines Regierungswechsels oder von Neuwahlen auf sich zu nehmen. Es wurde dem auch die höchste Zahl von Stimmen, die die Äoisssrvatioen in diesem Parlament abgegeben haben, erreickt: nur 14 Konservative sahllen. „Daily Herald" spricht von der„ersten kritischen Abstimmung im Leben der Regierung" und stellt fest, daß nur zwei liberale Mitglieder mit der Regierung gestimmt haben.„Daily Telegraph" nennt den Erfolg der Regierung«inen„Pyrrhu». sieg". Das Blall hebt die Schärfe de» liberalen Angriffs auf die Vorlage hervor und erwartet ein« völlig« Umgestallung der Dorloge In den Ausschußberatungen. Lleberall Kommunistenskandale Auf Anweisung der Zentrale. kiel, 20. Dezember.(Eigenbericht.) Bei der Eröffnung de» Provinztallandtag«» von Schleswig-Holstem, dem zum erstenmal«in Sozialdemokrat, der Bürgermeister Brauer aus Altona, vorsteht, kam es am Freitag zu beträchtlichen Ruhestörungen der Kommunisten In einer Geschäftsordnungedebatt« versuchte«in kommunistischer Redner den Nachweis, daß der Provinziallandtag zu Unrecht tage, wobei er sich auf die Anfechtung der Wahlgültigkeit durch die Sozialdemo. kratische Partei stützte. Der Redner mußte dreimal zur Orb- nung gerufen werden, und da er den Weisungen auch dann noch nicht folgt«, wurde die Sitzung unterbrochen und die Tribünen geräumt, auf denen«ine Anzahl Kommunisten den Skandal im Plenum zu verstärken oersuchkn. Nach Wicdereröfsnuüg des Provtnziallandtages wurde der Aus- s ch l u ß des Komnmnisten von der Sitzungsperiode beschlosien. Tumulte auch in Dresden. Dresden, 20. Dezember. Die Kommunisten veranstalteten am Donnerstagabend anläßlich der letzten Sitzung der Stadtverordneten größere Demonstrationen. In der Nähe des Neuen Rathauses hatten sich etwa 2000 Personen eingesunden. Die Polizei mußt«, um die Umgebung des Rathauses von den Demonstranten freizuhalten, in mehreren Fällen vom Gummiknüppel Gebrauch machen. Auch mußten einig« beritten« Abteilungen eingesetzt werden. Vier Perjonen wurden festgenommen, darunter«ine, die Stein« In der Tasche halle. Ein Polizeibeamter wurde leicht verletzt. In der Sitzung der Stadtverordneren kam es bei Beratung von Anträgen wegen Unterstützung Erwerbsloser zu Tumultszenen, die zunächst zur Ausschließung des kommunistischen Stadtverordneten Gäbe! führten. Der Lorsitzende ließ ein« Pause iri den Verhandlungen eintreten, während wclcher Gäbe! von Polizcibcamten gewaltsam aus dem Saale entfernt werden mußte. Nach Wiederaufnahme der Sitzung brach im Saal und auf den Tribünen von neuem Lärm los, so daß de: Vorsteher D ö l r tz s ch (Soz.) sich genötigt sah, die Tribünen räume r, zu lassen und die Sitzung aufe neue zu unterbrechen. Da die lärmenden Kund- gedungen der Kommunisten kein End« nahmen, wurden weitere fünf Stadtverordnete und schließlich, aus Beschluß des Kollegiums, die ganze kommunistische Fraktion von der Sitzung ausgeschlossen. Im weiteren Verlaufe der Sitzung erledigte da» Kollegium dann noch eine Reih« von Bor- lagen und Anträgen. U. a. wurde mll ZTgegen 23 Stimmen ein sozialdemokratischer Antrag aus Bereitstellung von 100 000 Mark zur Gewährung einer einmaligen Unterstützung an die bedürftigsten Fürsorgeempfänger angenommen, ob- wohl Oberbürgermeister Dr. Blüher aus den im Haue haltsplan be- stehenden Fehlbetrag von über 10 Millionen Mark hingewiesen hatte. Ein neunjähriger„Arbeiterverräter"! Ein kommunistisches KnXnrdokumenk. Aus Leipzig wird uns geschrieben: Anläßlich einer Wählerversammlung, in der ich zu reterieren halle, fomnt« ich nach Brandis. Brandis ist ein Ort in der Gegend um Leipzig, i» der die Sozialdemokratie trotz aller kommunistischen Machenschaft,-» seit Jahren die sinkst« und schlagkräftigst« Partei ist. Noch Schluß der Versammlung wird mir eine kommunistische Schulzeitung, die..Schultrommel" zugereicht, die um«r der Ber- antworUichkeit«ine» komunistischen Landtagsabgeordneten«scheint. Ich blättere die..Schultrommel" durch und finde einen Artikel mit der Ueberschrift„Sozialdemokratische Kinder als Verräter der Arbeiterkinder", darum« eine mehr gewollte als gekonnte Zeichnung und folgender Text, der wegen seiner kulturgeschichtlichen Bedeutung, wegen des echten KomIMerngeist.s, den er ausatmet, über Brandis hinaus Interesse oerdient: Er lautet: „Wie die SPD. die Arbeiterschaft im ganzen Reiche verrät, ist es den SPD.-Kindern schon beigebrocht, die Uossenlxwußicn Arbeiterkinder zu verraten. Das hat wieder einmal ganz klar be- wiesen bei dem Rolf....... dessen Vater«in strammer SPD,- Maim ist. Arbeiterkinder, hier könnt ihr wieder Nor sehen, daß die SPD, sowie die SAI. und ihre Kinderorganilationen, für die i}(x- einigung der Arbeiterkinder kämpfen. Reim verraten tun sie dieselben." » Ich erkundig« mich noch dem Sachverhalt, irgendein« neben sächliche Angelegenheit, die sich übrigens anders zugetragen hat. als es die Kommunisten behaupten. Der kleine Rolf, der hicr „gebrandmarkt" wurde, ist der Sohn des sozialdemokratischen Paitci- Vorsitzenden, sein Alter aber: neun Iahrel Also wohl der jüngste„Arbeiteroenäter" Deutschlands. Wenn jemand so von den Kammunisten bezeichnet wird, ist das nachgerade zu einer Ehre geworden. Ein Neujähriger aber al» Kronzeuge für„Arbeüer- verrat"?-V es den Kommunisten an wirklichem Beweismaterial fehlen, wc«., j.e sich«wen derartigen Rekord an Unsinn und»er- brecherischen Verhetzung leisten I Millionärin als Hehlerin. Mittelalterliche Näuberromantit in Böhmen. Königgräh, 20. Dezember. In ganz Mittelböhmen, namentlich im S a z a w'a t a l c, wo sich reiche Schlösser befinden, hm ln letzter Zeit da» Treiben einer oerwegenen Räuberband« großes Entsetzen erregt. Hinter- einander wurden dreist« Einbrüche in 4 Schlössern und vielen Lauerngeh östen verübt und hohe Wert« geraubt. Laim letzten Einbruch in ein Schloß bei Tabor sand man ewe Spur, dt« zu einer Mühle führt«. Di« Müllortn gestand, daß ihr Mann Mitglied eine: Räuberbande sei und oerriet, wo dl« Beut« vergraben war. Mm fand sie dort tatsächlich. Müller und Knecht wurden oerhaftet Dann verhaftete man den Anführer der Bande,»inen reiche» Viehhändler Rieger aus Moldautcin, und sogar einen Restg ft- besitzer Kaba und eine Reihe anderer Beteiligter. Insgesamt wurden um Moldautein und Podebrad zwanzig Mitglieder oder Mitwisser der Bande verhastet. Ale H e h l e r i n für die große Beute wurde«ine als Millionartn bekannte Frau, die Höcklerin Novak aus Podebrab, festgenommen. Schon bei der ersten Haue. durchsuchung fand man 33 Kilogramm seine» Silberzeug aus dem Zrutzer Schlosse. Die Verhaftungen haben ungeheures Ausseh-n erregt. Münchener Mädchenmord aufgeklärt. Der Tä.er überführt und geständig. München, 20. Dezember. Der unter dem Berdachl de» Morde» an der Berta Wein- manu in München verhaslele Eleklromonleur peter fitd'ji- let hat die Tal eingestanden. Die Bewe se aegen krp'ller waren erd ück-nd schwer. Da» Holzbell, mit dem d'e Tat aus�e- führi wurde, stamm» aus dem Keller seiner Mutter. Se t H Ia-"n war tirävlter arbelt.'los. Leine als brave und flelß'ge Frau geschilderte Mutter ist unter dem schweren Lchicksalsschlag oöll'g zu- sammengebrochen. Aushebung de» haflbeseh,» gegen von Solomon. In der Vor- uiiierluchung wegen ber Sprengstoftallentate hat die Straskommer de» Landgerichts I die im Haftprüftliigstermin ausgesetzte Enischei- düng über den Angeschuldigten Ernst von Saloinon dahin vet kündet: Der gegen von Solomon erlassene Haftbefehl wirb ausge- hoben, weft dringender Tatverdacht nicht mehr vorliegt. Wassermannmenschen. Von Paul Gutmann. Eine grohc Berliner Buchhandlung, die Namen und Ursprung von«lnem bei bekanntesten Aus klärer und Bernunsimenschen des 18. Jahrhunderts herleitet, versendet einen Wechnachtskotalog� Oben auf der ersten Seite prangt stolz das Bild des Ahnherrn, eines Freundes Lessings und Moses Mendelssohns, darunter Vird eine Serie astrologischer Bücher„Dein Sternenschicksal liM" angekün- digt. Hierbei ist zweierlei zu bemerken. Es'ist ein Unterschied, ob diese Dinge auf Straßen und Märkten, In den Kaschemmen der Literatur oder von einer renomierten Buchhandlung vertrieben und reklamehast angekündigt werden. Zweitens scheint der Vertrieb ge- rade dieser Schriften besonders gewinndringend zu sein da erst im Innentext des Katalogs die gute Literatur oermerkt steht. Der Ahn- Herr, dem Goethes„Werther' schon.zu vernunftwidrig erschien, müßte sich nn Grab« od solchen Intelligenzsortschritts nach l.Vl Iahren umdrehen. Dies« ofiendar badoutsamst« Verhssentlichung des Jahres zer- fällt in zwölf.hafte, dt« nach den Bildern des Tiarkreises angaordnet sind. Eine berechtigt« N«ugi«r veranlaßt mich, nach dem Wassermannmenschen, der zwischen dem Zl. Januar und 18. Februar ge- boren ist,.zu greisen. Ich erwähne aus Bescheidenheit zuerst das Geburtsdatum Wilhelms II., dem sich meine Wenigkeit, natürlich nur, was das Monatsdatum betrifft, anschließt. Ost, wenn ich an Deinem Godurtslag jchulsrei hatte, erhabener Monarch, gedachte ich Deiner mit inniger Dankbarkeit. Die Festbeleuchtung dieses Tages strahlte ja auch auf meinen bescheideneren Geburtstagstisch mit magischem Glanz. Nun aber erfahre ich. daß wir beide ge> wissermaßen Genossen sind» in derselben Sternttnjunktur geboren. beide Wafiermanirmenschen. Es muh also zwischen uns«was Ge- meinsames sein,«ine Art Seelenoerwandtschaft Und siehe da, schon entdecke ich dos sselisch« Band, da« uns eint. erdab«n«t Bruder. „Die innere Unruhe wird diese Menschen immer wieder von Ort zu Ort treiben, und sie werden stet» die Sklaven eig-ntümlichar und phantastischer Gelüste sein.' Also das war es, was mich einen bürgerlichen Beruf meiden ließ, was mich in die Arme der Lit«> ratur iriab. Dich hingegen zum Reisekaiser macht», zum phantosti. schen Admiral des Weltmeeres und schließlich zum Feind der ganzen Welt. Warum mußten wir ausgerechnet im verfluchten Wasser- mann gcvoren sein. Bier Wochen später, und wir wären vielleicht dl« ruhigsten Fischwnenschen geworden, acht Tage früher und der Steinbock hätte uns bis ans Lebensende eine gkarrstche Existenz verschafft. So einfach aber scheint die Sache nicht zu sein Wenn dos der Fall wäre, könnt« ja jeder Astrologe werden und viel Geld ver- dienen. Da gibt es verschieden« Dekanale mit verschiedenen Einflüssen, da steht die Sonne n.al im ersten, mal im'ünslen Haus. und jsdcsmal ist die Sache anders.„Bei wenig günstiger Stellung, besonder» bei beschädigter Venus und bei beschädigtem Merkur im Horoskop macht sich eine gewiss« Neigung zu Melanchoii« und menschenscheuer Ziirückhaltimg bemerkbar.' Andererseits können die Wassermannmenschen gesellig, freundlich, liebenswürdig fein. Je weiter ich Iss«, können sie alles sein: geizig und freigebig, glück lich und unglücklich, erfolgreich,«rsolgarm, verheiratet und ledlg. gesund und krank. Es ist ganz wie im Leben auch, gar nicht anders. Somit wären diese Forschungsergebnisse vortrefflich', denn sie be weisen, daß a tz a oder wenn'« regnet, es naß ist. Die Menschhell hat die Welt technisch erobert, überfliegt den Ozean und funkt Rachrichten um den Erdball. Dar naiv« Menfch, für den dar Himmel nach eine Käseglocke icher dem madenwimmeln den Quarkkäse, Erde genannt» ist. studiert wie Im Altertum und Mittelalter den Sternenunsinn, um zu erfahren, ob er im nächsten Jahr verdienen wird, ob sein« Braut ihm treu ist, ob er von seinen Geschäftsfreunden über» Ohr gehauen wird. Der Sternenkalender oerzelchiiet gewissenhaft alle günstigen und ungünstigen Tag« des Jahres, in geschäftlichen, behördlichen, dt« soziale Stellung, Haus- und Grundbesitz betreffenden Angelegenheiten und selbstverständlich solchen der Liab«.. Danach wäre ich persönlich, wie ich seh«, in soder Hinsicht pleite. Mein Prozeß fällt aus einen ungünsd-gen Tag, die Steuerbehörde hat für mich als Wossermamnnenschen, rücksichtslos wie sie ist. einen ungünstigen Termin angesetzt, und von der Liebe wollen wir erst gar nicht roden. Aber da gibt es ja andererseits die Glückstagc, die Ich mir nach meiner Sternenkonjunktur nur aus« zusuchen brauch«, wenn ich eine Reise mache, mehr Buch einem Verleger überreich«,«in Lotterielos kauf«, mich einem einflußreichen Menschen vorstell«.> Solcher Unsinn ist Heute gang und gäbe. Nicht das gute Buch de» Jahres hat heute den Haupterfolg, nicht da» Wert des Geistes trotz Nobelpreis und sonstiger Anerkennung, sonder» der platteste Unsinn, dos Teufelswcrk der Volksverdummung,.heiliger Nikolai! Die„Bomben" im Lohnbureau Die Tat eiueel Geist, Sgessörten? Der geplant« Lohugeldraub In den Kasicnräumen der AEG. In der BruUnenstraße 107. bei dem der Täler mit Explosivkörpern arbeitete, um Verwirrung zu schassen, stellt sich jetzt al, ein ganz plumper versuch heraus, der von vornherein zum Mißlingen verurteilt war. Als Täter kommt«tn gewisier Oskar h v b a k I ch in Frage, der in der Weserstraßc in Neu kölln wohnt. Er ist zurzeit nach flüchtig, hubotsch war srüher Im Lohnbureau der AEG. als Buchhalter ongestelll, wurde dann aber abgebaut. Mit den Oertllchkeiten in den Bureau- und Kassenräumen da: AEG. mar er eng vertraut. H. hau« es ohne Zweifel auf«inen Kasien- raub abgesehen. Cr wußte, daß am Donnerstag die Lohngelder eingehen und für die Auszahlung am Freitag lertiggcmacht werden. hieraus baut« er ofsenbar seinen ganzen Plan aus. Er schmuggelie sich wahrscheinlich mit einem Ausweis, den er als früherer Ange- stellter noch in Besitz hatte, tn das Gebäude. In einer Aktentasch« trug er drei„Bomben' bei sich, die au» Konservenbüchsen bestanden, in denen sich Schivorzpulver und Feuerwerkskörper mit einer Lunte desanken. Di« Sprengkörper waren sd primitiv konstruiert. daß sie gar keinen Schaden anrichten konnten. Hubatsch benutzte einen unbeobachteten Augenblick, um die Lunten anzuzünden. Mit einem schwachen Knall, jedoch unter starker Rauchentwicklung, brannte der Inhalt der Büchsen aus. hubotsch war am Zil. November aus seiner Stellung als Lohn- buchhalter und Kalkulator entlassen worden und hatte seiner Frmi, mit der er in kinderloser Ehe lebt, gesagt, er würde noch Guben fahren, um sich dort um einen neuen Posten zu bewerben. Bon Guben aus schrieb er seiner Frau eine Postkarte, mif der er seine Rückkehr für den Donnerstag ankündigt«. Er kam aber nicht in die Wohnung, sondern begab sich gleich nach der Brunnenstrahe, iun seinen Plan ins Werk zu setzen. Noch dem Mißlingen ist er flüchtig Ob er sich noch in Berlin aushält oder ob«r in die Provinz.zurückgefahren ist, steht noch nicht fest. Hilfe für Itozis. Die„neue' kommunistische Taktik. Das einträchtige» wenn auch laut« Zusainmenjpiel der Lonnnu- nisten und der hitler-Leute in der Stadtverordnetenversammlung ist durchaus kein Einzelfall. In der täglichen Praxi» wiederholt sich das. Die„Rote Fahne' teilt mit, daß die bisherigen kommunistischen Betriebsräte de» Siemens- Kabelwerks aus der KPD. ausgeschlossen worden sind. Wo» Ist ihr Verbrechenk Seit fünf Jahren beherrschen in dresem Werk dt« Kom- munisten den Betrtehsrat. D>« bisherige Bertretung bestand au« ltz. Oppositionellen' und 3 sretgewerkschaftlich organisierten Sozial- demokraten Gegenwärtig findet eine Neuwahl statt. Bei der durch die sretgewerkschasUich Organisierten vorgenommenen Kändi- datenaufstellung blieb es bei dem bisherigen Verhältnis. Das genügte aber der KPD. nicht. Drei Sozialdemokraten'? Noch dazu-gewerkschaftlich Organisierte? Unmöglich! Die tommun'stischen Arbeiter des Kabelwerkes er- hielten also den direkten Befehl, schleunigst mit der Gewert. schal! und den Sozialdemokraten zu brechen und an deren Stell« U n o.r g.a.n I s ie rt<..zu- nomintereu....... Das war selbst diesen parteitreuen Kommunisten zu starker Tabak. Sie verweigirten d«» Gehorsam. Darauf flogen sie in weitem Bogen aus der„einzigen Arbeiterpartei' hinaus. Wo» haben auch organisierte Arbeiter noch in der KPD. zu suchen? Und nun läßt die KPD. Flugblätter verbreiten, mit der Aufforderung, bei der Betriebsratewahl ungültige Stimm- zettel abzuged«n. Do im Kab«iwerk— dank der jahrelangen hcrrschoft der Kommunisten— die Nazis und die Christlichen, besonders aber die Nazi», ziemlich stark vertreten sind und«Igen« Listen aufgestellt haben, bedeutet die Aufforderung der KPD. eine direkte Unter st üßung der Nazis. Jede ungültige Stimme, die sonst auf die stvigewerkschostlichc Liste entfallen wäre, kommt den haken kr euzlern zugute. Da» ist die„neue' revolutionär« Taktik der KPD. Der Feind ist ihnen die G«- w e r k s ch a f t. Der Bundesbruder ist Hitler. Ziehung der Slrbeiterwofjlfahrtslo�ene? In d«r Rotlz über die Ziehung der Arbeiterwohlfahaelorteri« ist leider ein Fehler unterlaufen insofern, als der erste Haupt- gewinn nicht wie in der heutigen Morgenausgabe angegeben auf die Nunmrer 3Ü5ll, sondern aus die Nummer 633 933(In Worten: Sechshundertu nddrei taufe tchneuichundertundneuniinddreißig) gtfollen ist. Die übrigen angegebenen GewtnnnummerN sind richtig. Wir machen an dieser Stell« itochrnÄs daraus aufmerksam, daß wir. wie immer, auch in diesem Falle keinerlei Gewähr für die Richtigkeit der von uns angegebenen Gewinnummern übernehmen konmen,.zumal unser Berichterstau«r bei dem starken Zugang zu ker Ziehung nicht die Möglichkeit hatte, die von'ihm nach dem Gehör notierten Nummern mit der amtlichen List« zu vergleich'«». Kein Oisz'plinarverfahren gegen Ztytahl. Wie bekannt, hotte auch Stadtschulrat Genosse N y d o h l wegen der Press eangrlss« ein Disziplinarverfahren gegen sich beantragt. Jetzt Hot ihm der O b e r p r ä s i d e» t mitteilen lassen, daß dl« bis- Irrigen Ermittelungen ktlne Veranlassung zu einem Disziplinarverfahren gegen ihn gegeben haben. bargeldlose Weihnach'sbeihilfe. Der Mangel an Bargeld in der städtischen Kasse in D a d h o m b u r g aus der einen Seit« und der Wunsch aus der anderen Seite, den Erwerbslosen«ine Weihnachtsbeihils« zu ge- währen haben zu einem originellen Ausweg geführt. Man wirb nämlich die Beihilfe in Gestalt von Gutscheinen aus hom- burger Geschäfte ausoeben. Dies« Gutschein« werden bei Steuerzahlungen an Stell« von Bargeld bei der stadtischen Kasse angenommen.. Die Slodlverordoeienversammlung tritt heute nachmittag um lö-ffc Uhr noch zu einer außet ordentlichen Sitzung zu- stimmen. DI« Finanzlage der Stadt und die Toris. «rhöhungen werden die hauplstücke der Erörterungen sein. « Im Stadiverordnetensitzungsberlcht(Freitag- Morgenausgabe) läßt«tn Druckfehler uns sagen, daß die Kam- munisten im Vorstand keinen ein,zlff-n Sitz..oerlangten' Ver- langt haben st« alles möglich», aber weil sie anderen Fraktionen gar nicht» zugestehen wallten, haben j>« schließlich im Vorstand keinen einzigen Sig er langt. Chaplin als„Pilger". Universvm. Nach jahrelangen Irrfahrten durch die anderen europäischen Länder erlebt Chaplins Film„the pilgrarn' endlich in Berlin die deutsch« Erstausführung.„Goldrausch' und„Zirkus' beschatten heute diesen Film, bei dem sich wie in den kleinen Grotesken eine Fülle von Einfällen aneinanderreiht, dem ober dl« Geschlossenheit der neuen Werke fehlt. Und doch, trotzdem manch« Näht« zu bloß liegen, und trotz einer primitiven Technik, wird der Zuschauer gepackt dann Chaplin selbst ist herrlich wie immer. Der entflohene SlrSsl'ng kommt als Predigex in ein« kleine Stadt an der mexikanischen Grenze. Er soll predigen und erzählt, die Geschichte von David und Goliath. i Wie Chaplin dies« Szene gestaltet und ausbaut, gehört zu dem � Genialsten, was wir von ihm kennen. Schließlich wird«r vom Sherifs verhaftet, aber der Staatsbeamte steht die tief« Anständig- feit des kleinen Schlcmihls, dieses Narren de» Glucks, und schickt ihn über die Grenze in die Freiheit. Aber die Zustände In Mexiko sind wenig erfreulich, Chaplin gerät sofort tn eine Revolnerschlcßerei zwischen Desperados und kehrt deshalb reumütig in die Staaten zurück. Eine Derbsugung vor dem Patriotismus der Pänkees, „America for everi"' Spät kommt dieser Film zu uns, viel zu spät, aber das Wunder geschieht, daß alles Verstaubte verweht und man nur mitgerissen wird von der Genialität des kleinen Mannes mit dem Schnurr- bärichen und den großen Schuhen, der zu den Größten des Films gehört.. Setz. Europas größte Fernheizanlage. Da» größte Fernheizunternehmen, das gegenwärtig tn Europa besteht, befindet sich im Besitz der hamburglschen Clektrizitätswerte, wie wir einem Bericht des Unternehmens entnehmen. Das der Fernheizoersorgung dienend« Dampfrohrnetz hatte am Ende des Verichtrjahres«ine Systemlänge von 7,5 Kilometer, da» heißwasser- rohrnetz ein« solch« von 1 Kilometer bei einem Wen für die an- geschlossenen Wärmebezisher von«Z Millionen Wärm«. et n Reiten(Kilogrammkalorien). Im Lerichtesahr wurden in». gesamt 0 2 Milliarden solcher Wärmeeinheiten abgegeben. Ein weiterer Ausbau ist unter Mtoerwendung des Kranwertes Pille in Angriff genommen, und die Im Bau desindkiche neue Perbindungs- leitung Zwischen diesem Werk und der Hamburger City wird vier Kilometer lang setn: dazu kommen noch die Ausdehnungslettungen m t einer Länge von 14 ÄNometer. Andere große", Fernheizwerk« brttehen In Deutschland In Barmen und Leipzig mit se 4S Millionen Wärmeeinheiten, in Dresden mit 35 Millionen, in Be-'lin-Ehar. lottenburg mit 28 Millionen und Berlin-Tteglitz mit IS Millionen. in Bresfau mit S1 Millionen und Brvunschwelg mit 17,5 Millionen Der Memling Altar bleibt in Lübeck. Von zuständiger Stell« in Lübeck wirtz da» tn dir Reichstogzsitzung am Mittwoch aufgetauchte Gerücht über einen Berkauf de» Memling-Altar» in Lübeck berichtiot. Zwar sind au» Wien ansck-einend im amerikanischen Auf. trage, Aniragen gekommen, ab der Memlmg-Altar verkauft werden könne. Aber es schweben weder Kaufverhandlungen, noch besteht überhaupt hi« Absicht, in solch« Verhandlungen sinzutreten. Inzwischen sind Schritt« unternommen worden, um dies Bild aus die Liste der geschützten Kunstwerke zu setzen, die nicht aus- geführt werden dürfen. Warum es nicht längst darauf steht, ist übrigens unbegreiflich. 57 000 Kinos. Noch den neuesten Erhebungen über ote Eni- wickluna d«r Filmindustrie werden in»In-r Leröfsentlichung de« Genfer Arbeitsamtes eln'ge interessant« Zahlen onoe�den. Da» Kapital, da- qeflenwärtia in der Äinoindustri« angelegt flt, wird mit etwa 16 Milltorden berechnet, von denen dt« Hälfte auf die Verelnioten Staaten kommt, wo die Klnolndustrie nach der Nah- uingcmittel- und Äroftwaaenlndusirie den driti-n Platz einnimmt. Di« amerikanischen Kinos können wöchentstch 10 Millionen Zuschauer nusnehmen Im Kinoaeschöft stnd In den vereinigten Staaten mehr als 250lM Personen tätig. ver wiener ttolk»theat»r.?ut, wurde dem Dichter Leonhard graut jür ein Drama„Die Urs acht' zurrt annt. Das Jubiläum der„Habima". Im Lessing-Iheater feierte man gestorn das zehnjährige Jubiläum des hebräischen russischen Theaters.�fabimo'. Es wurde vor zehn Jahren in Moskau gegründet, ist aber inzwischen In Westeuropa und Palästina heimisch geworden. Ein zionistischer Festrodner feierte es als Stätte jüdischen Gemeinschaftsfiihlan». Man erfuhr auch, daß«e einen Freundeskreis der habima gibt, der die Truppe fördert. Glück zu! Das Theater Ist seinerzeit in Rußland gegründet, ist aber dann in Moskau in Unjjnade gefallen, weil man die hebräische Sprache und auch die hebräische Literatur für konterreooluttonär hält und dafür das„Jüdische akademifch« .Theater', das tn der jüdischen Volkssprache spielt, unterstützt. Uns Westeuropäern ist hahimo aber eine Bereich:rung nichi.. nur künstlerischen Genusses, sondern auch solklorkstischen Verständnisses geworden. Das gestern gespielt« Stück..D y b u t', das in Berlin such bereits in jüdisch Und deutsch gegeben wurde, gewinnt nachgerade klossisckx Bedeutung als jüdisches Bolksstück, dos uns Leben und Gemüt der chofsidtsch frommen Oslsuben mit ihrem Geister- und Wunderglauben nah« bringt. Man mag dos tieses Mittelalter nennen. Ader sadensall» ist es Ausdruck eines Dolkstumes. wie es blutvoll noch bis vor kurzem bestanden hat. Den ehemaligen Getto- juden wird beim Anhören dieser Szenen die eigen« Jugend wieder iebert&tg. Uns anderen aber, die wif nicht an ein« Renalssontc jüdischer Gemeinschaft auf dieser Basis glauben können(wie über- Haupt an keine wahre Volksgemeinschaft im Klassenstaat) bleibt neben all dem Befremdenden der Eindruck wahrhaft echter und tiefer Kunst. Wo» an diesem prachtvollen Theaterspiel jüdisch, was russisch ist, soll heut« nicht erörtert werden. E» wäre wirklich schade, wenn diese Truppe, die einen solchen Hexensabbat}) des Elends, ein so echtes Milieck einer Schul« und eine so ergreifende kultische Goisterbannung gestaltet, nicht irgendwo auf der Welt ihr Visum bekäme. r- Die letzte öffentliche Ariesschreiberin. In der Nähe de» Pariser Saint Lazarc-Gesängnss«» fäll.' dam herumschlendernden Wanderer ein kleiner Laden auf, dessen Schild die Worte trögt:„Oeffentlicher Bneflchrelber. Authentische Schriftstücke.' hier waltet noch ein« ältliche Dame sine» Amtes, da» bis auf die Zoit Karls V. zurückging und einstmals blüht« heute ist sie die letzt« in Paris, die diesen Berus ausübt. In früheren Zeiten, als noch so viel« nicht lesen und schreiben konnten, da war auch in Europa der öffentliche Briefschreiber eine viel de- gehrte Persönlichkel!. In ihrer Jugend hat die Frau noch sehr viel zu tun gehabt, und sie erzählt, daß ihre Hauptaufgabe damals dann bestand, schöne Liebesbrief« zu schreiben und denen, die solch zärtliche Schriftstücke bekamen, ihr Glück vorzulesen heute läßt man kein« Liebesbriefe mehr schreiben; man telephoniert und schreibt, wenn es sein muß, selbst. Sie verfertigt nur noch Eingaben und Gesuche an die Behörden, und Ihre Kunden hoffen, daß ihre An- liegen«her berücksichtigt werden, wenn sie in der wundervollen .Handschrist der Beruf sschrelberin gelesen werden. Ein Doppelgrab aus der jüngeren Slelnze». Beim Pflügen wurde südwestlich Zappendorf. Maneselder Seekreie.«in Grab ausgedeckt. Bei der Untersuchung der Fundstelle durch die Land««- anstatt für Vorgeschichte in Halle ergab sich die Anlage eines großen Doppelgrade». Das Grab war ursprünglich ein unterirdischer holz- bau g«wes«n, der zur Verfestigung von einzelnen Steinen gestützt wurd». Die Anlage dieser holztonstruktton war noch deutlich in Verfärbungen im Lehm erkennbar. In dem einen Grabraum waren die Reste eine» Toten in Hockerloge. Al» Beigab« fand sich nur ein Steinbeil. Im zwetten Raum logen neben den Resten de« Hocker» ,w«I Steinbeile und zwei reichverzierte Beig-efäß« aus Ton. Die Doppelgrab gehört zur Frühstufe der Schnurkeramik und r hört in die Zett um L500 a Chr. Dl« herkunst der preußischen Studenten. Nach einer Zu» sammenstellung des preußischen Kultusministerium» sind öon den Studenten der preußischen Universitäten ihrer sozialen Herkunst nock 20 Vroz. Söhne von Akademikern. 14 Proz. von höheren Beamf 30 Proz. von mittleren Beamten. 22 Proz. von Handel«, und' werbetreibenden und 14 Proz. von Arbeitern. » Für die ffeiertage prtma Spiegel- und Schuppenkarpfen sowie alle Arien See- und Flußfische billigst Für den Frühstucks- und Äbendliscb empfehlen wir b«*» Flensburger Rauchaai Ahlbecker Flundern. Bücklinge. 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Ginen Querschnitt durch dieses Lemurenreich der Verlorenen und Versprengen legt ein so- eben im Verlag Marcel Seheur, Poris, erschienenes Buch„Gotia- lantes de- la Villettc et d ailienrs'(Lieder von La LilleUe Und anderswoher), dessen Verfasser. Emile Chagtard. Jghrzehnte hinter dem Setzkasten stand und wohl noch steht, chalb Geschichte. halb Reportage, gitt ausgestattet mit Photos, Jeichmingen, Plöneit und Dokumenten, erschließt das Wert einen Einblick in ein Land, von dessen Geographie und Ethnographie der satt« Bürger nichts ahnt. Der Prodem der„Bistros* ynh Bordell« umfängt uns: Tanz« lokale, berühmte und berüchtigt«, leuchten mit greyen Dichtern auf: wir vernehmen die Sprache derer, die im Schatten der Gefgngniss« Saint-Lazare, La Zloquette und Santa Hausen. Zigaretkeirflummelsammler. Veitler. Zuhälter, Einbrecher. � Lustmörder. Da Ehautard auch die Borgangenheit durchforscht hat, erzählt er von längst verschwundenen Stötten des Elends und Lasters. Da gab es unweit des Friedhofs Montparnasse, aus dem Boulevard Edgar Ouinet, ein Speiselokal„Klein-Kalisorni« n*. in dem man für acht Soüs oder vierzig Pfennig eine reichliche Mahlzeit erhielt, aber da die Physiognomien der Smmmgäste wenig Vertrauen einflößten, waren Gabeln, Messer und Blechteller mit Sellen an den Tischen befestigt. Bon anderer Art war das„Rote Schloß*, lllue de.la Galande 39, in der Nahe der Plüc« Saint- Michel. In einem kleineren Naum des Erdgeschosses warteten Sänger mit zünftigen Zoten aus. während der groß«« Naym als Schlassaak diente. Für zehn Centimes streckten sich hier die Aerm- sten der Armen auf dem nackten Fußböden aus, um, besser al? unter Brück-nhögen vor Regen und Kälte geschützt,«n paar Stunden Schlummers zu' genießen, wirklich nur ein paar, denn um zwei ilyr nachts wurde unbarmherzig ausgefegt. Eine Elendskarawaue von Zerlumpten. ytreise, Weiber, Kinder davunter, schleppt« sich dann die Boulevards S-iiot-Michel und du Palais enilang: die einen versuchten, meist von Poliztstensäusten-. unsanft ausgepüttelt. aus einer Promenadenbank den grausam unterbrochenen Schlaf fortzusetzen, die anderen schmip- perien um die� Markthallen herum, um irgendeinen Abfall für ihren chiinger-Merhoscheii.' v . Dagegen heute noch itt-BWe steht, das„D! st ra d e r M ie,. rafel", itn kleines, ünMinhares Üotot an der Avenue, hie, zwi, ji�en den Buttes Chainnäm Und den geiooliigen SchlachihZusern La V-llette gelegen, noch dem großen Ärbeiterführer Jean Iaurt-S benonnt"Nt. Tagsüber.wird das Cafe wie andere auch von Arbeitern besucht, aber noch zehn Uhr abends macht es feinem Namen Ehre. Do sammeln sich''in einem chinterzimmer die Bettler, die bis dahin an den M-itro-Staiionen' Pigalfe, Place Blanche lind (fficht) oder vor dem Eingang des Moulin Rouge das Mitleid der Vorübergehenden erregt haben, und es begibt sich dos Mirakel, daß die Blinden wieder sehen und die Lahmen wieder gehen. Ilm salslba Krüppel handelt es sich, um Betrüger, und da sie mit den mich das Lokal besuchenden Dirnen aus Kriegsfuß stehen, mußte sich«siner der Gilde im Streit man einem Straßeumädchen sagen lassen:„.stur«? Jawohl? Aber ich verdiene wenigstens mein Geld, du aber stiehlst!* Da die mittler« Tageseinnahme zwanzig bis dreißig Fran° ken beträgt, um an besonderen Tagen bis aus hundert Franken zu steigen, lassen die Bettler„nach getaner Arbeil* etwas springen und fallen beim Wein und Karteln schon durch d'« ungewöhnlichen Trinkgelder aus- Auch unter ihnen gibt es Spezialisten, wie den „Vater Vaillant*. der in seiner Art ein Schmoroher der Arbeiterbewegung ist. Sein Jagdgebiet sind die ausgesprochenen Ardeiterkneipen. Dort biedert er' sich an die Gäste an, um zunächst zu erkunden, ob er Sozialisten oder Kommunisten vor sich hat. Je nachdem schimpft er, von den wütenden Ausfällen gegen die„dreckigen Bourgeois" ganz zu schweigen, im Brustton der Ucberzeugung aus dic andere proletarische Partei und bekommt nicht nui sein«„Consommation*. seinen Verzehr bezahlt, sondern zlcht auch selten ohne ein paar«ous Almosen ab. Weil sich in dieser Unterwelt die Leidenschaften hemmung'los austoben, verstreicht kaum ein Tag ohne blutige Tragödien. War da Therese D., zwciunddreiß gjährig. ein Staatsweib. groß, herrlich gebaut, kühne Brust, herausfordernde stuften, lüsterner Blick. schweres, üppiges stoor. Schwester eines Bertifscinbrechers, der aus der Uebersahrt noch der Strafkolonie Neu-Kaledonien starb, ward sie mtt fünfzehn Jahren Mutfer, kam in Zwangserziehung, beiratete mit achtzehn noch ihrer Entlastung. Aber bald kehrte st« ibrem steim den Rücken und teilte ihr�e Gunst zwischen beliebigen Männ?>n, die ste bezahlten, und einer Freundin, die ihr Deit'chatz war. Dann lebte sie fünf Jahre mit einem Zuhälter namens S y l- vain, der, zugunsten eines anderen oerabfckiedet, sie nlchi zu ver» gesten vermochte. Um sich mit feinein glücklicheren Nebenbuhler o u se m ande rzu setzen, ritt er ihn eines Tages aus der Schenke, wo er mit Therese weilte. Statt seiner kam. stolz ethobenen stauptes, die Frau, hatte-Nur ein kaltes Nein! für die Bitten ihres Liebhabers van einst und empfing von dem Rasenden einen furchtbaren M sssr- ft-ch in den Unterleib, der die Gedärm« heraustreten ließ. Sie starb anderen Tags Im Sp'tal. Ihre letzte Bitte: man möge ste unter ihrem Mädchennamen in die Listen eintrogen., damtt ihr Kind nichts von ihrer Schande erfahre, stinter ihrem ärmlichen Le'chenwagen gmgen zwei Männer und wqnkenden Schrittes ihre ochtziajäh-iae Mutter. An der Ecke des Boulevard de la Billetts und der Rue de Flandre harrten Straßenmädchen des Zuges, näherten sich zaghaft. legten mtt.ungeschickter stand..----. «Inen Vlumenstrmch aus den dürftigen Sarg und weinieN. Die Fortsetzung solcher Leidenschaftsdramen heißt für ihr« vr- leb« Zwangsarbeit, Cayenn« und Suillatin«. Aber da es kein« noch so oerpesteie Lust gibt, in der die edle Blume der Menschlich- kett nicht gedeihen könnte, erzählt Choutord von dem Abbe Crozes. der, durch Jahr und Tag Seelsorger des Gesängnistes La Roy» die. dos Evangelium der Nächstenliebe nich: nur aus den Lippen trug. Seine Güte kannte keitte Grenze; er fragte nicht, zu welchem Glaube» sich ein Menscheitbruder bekannt«, sondern ob er unglücklich war. Äm 7. Ianuyr 1870 ikat er in dt« Zelle T r o p p- maNns, zog ein Pakeichen aus der Täschc und wickelte«in Stück Kuchen aus:.Ich habe gedacht, Sie müßten sich gestern der Zeit erinnern, wo Pie den Königskuchen bei Ihrer Mutter gegasten hoben; darum Hab« ich, Ihnen eine Freude zu machen, ein Stück des kychens mitgebracht, der mir gestern in einem befreundeten stause vorgesetzt wurde." Troppmann war, bereits für das Fallbeil bestimmt, der verabscheutest« Mörder seiner Zeil. der«in« ganze sechsköpsige Familie Kaltblütig abgeschlachtet hatte. In dem giftchen Gefängnis La Rsquette macht« sich ein Auf- seher durch unmenschliche stärke so verhoßt, daß sich unter den ihrer Berfchickung horrenden Sträflingen eine Verschwörung entspann. Ihrer zwanzig stürzten sich im stos aus thn. überwältigten ihn und hißten thn hoch, um ihn an einem Gaskandelaber aufzuknüpfen, als der helle Ruf einer Mädchenstimme aus der Wohnung des Direktors:„Gnadel* sie innehalten und ihr Vgsshaben aufgeben ließ. Um die Erinnerung an dieses Ereignis geziemend wochzuhalisn. hatte der Abb« Crozes durchgesetzt, daß jedes Jahr am Palm- sonntog der jüngste der zu Deportierenden einen Kranz aus Buchs- bäum an dem Kandelaber niederlegte und danach eine Geldsamm- lung für die zy Verschickenden stattfand. In diesem Prioester, von deni Choutord sagt:„Wenn er nicht im Paradiese weilt, gibt es keinsl*, lebte sicher etwas von der Erkenntnis, daß der Verbrecher gegen die Geseklschäst zugleich Opfer der Gesellschaft ist. Es>par nicht nur seine Erkenntnis. In dem Buch finden sich. abgefaßt im„Argot", im wenig zimperlichen Rotwelsch dieser Unter» weit, Strophen der Verkommenen und Verlorenen, die keine Lieder- tasel auf ihr Programm setzen würde, huiideschnäuzig freche, gallen- bittere, bös vergiftete Strophen, und aus einer von ihnen bricht erschütternd ebenfalls jene Erkennttus: Aü si tout 1' rnond' pouvait gratter, gagner sfiilimient de qnoi, boulofter. Au Roefa'ebouari. 1' y aurait rqoin« de rnac' dans las tue» Et pen de fill's sur les ar'uües Art Rocfa'chöuajt. Gäb's zu schaffen für jederntonn, Verdienst, daß man sich sattfressen kann, Auf dem Boulevard Rochechouart, dann wär' so mancher kein Ludewig, gingen wenig Weiber ous'n Sirich Auf dem Boulevard Rochechouart. Hernlann Wendel. Bautz! Bumhum! Marschmarsch! Harra! Ein Kgl. Preussischer Leutnant unter Zulunegern Man soll nicht Immer nur die jüngst erschienenen Bücher lesen: «in«„alle Schwarte" kann manchmal viel inferestanier sein. Freilich. oftmals gehört auch eine große Portio» Gedyld dazu. So, wenn man an das Buch eines königlich preußischen Leutnants gerät. Da ist, unmittelbar vor Ausbruch des Wettkrieges, ein Buch erschienen:-„G e g e n Araber und W a h e h e" von Tom von Prinee; es behandelt Erlebniste und Tätigkeit des Derfasters bei der Eroberung und Gründung von Deutsch-Ostajrika. Zu lesen ist es für den gewöhnlichen Sterblichen nicht mehr— war es wohl nie. Der Stil ist her eines mittelbegobten Lateinfchülcrs: ganz abzusehen davon, daß der Berfaster bci seinen Lesern onfcl>einend einige Kenntnis des Kifitohsli vorausfetzt; wer nicht weiß, daß U die Kisuahelwor- silbo und Bezeichnung für.Land", Wa die gleiche für..Volk, Leute" u ich dl' für die Einzahl, den einzelnen Mann, ist. der wird sich wohl aus dem Wirrsol von Ugogo, Wagogo und M'gogo nicht heraus- finden. Auch der ethnographisch Interessierte wird schwerlich aus seine Kosten kommen; das Buch ist zwar reichlich mtt Bildern geschmückt ~ aber die stellen in den allermeisten Fällen eine Galerie schöner Männerköpfe dar: Schutztruppenkameraden des Verfostcrs. die ihre mehr oder minder ordengefchmitckte ste ldenb ruft zeigen. Von ihren steldentaten handelt dos Buch, vor allem von den steldentaten des Verfasters, und sejne dreihundertzweiunddreißig Seiten sind weiter nicht! als eine Aufzählung seiner Märsche und Siegezzüge. Don Kilwq nach Lind!, Kilosta. Kisaki, Usoloe, Ugogo— alles bleibt«ine tote Aufzählung von Namen. Von der Landschaft mtt ihrem Cha- rakter erfahren wir nur soviel, daß das hohe Gras sich vorzüglich zur Deckung eignes, daß seine hartgebrannten Wurzeln das Mar- schieren schauderhaft erschweren und daß ein afrikanischer Moskito infam sticht. Auch von den Bewohnern des Landes ist nicht viel die Rede. Desto mehr vom Leben in der Schutziruppe, vom Dienst und den weißen Kulturträgern» la Tom von Prittce. Und das ist überaus aufschlußreich, wenn auch in anderem Sinn«, als es sich der königlich preußlsche Lvuwant damals gedacht hat. Wer von uns ge- wöhnlichen Europäern wäre z. B. auf Pen Gedanken gekommen. daß bei einer kriegsmäßig ausgerüsteten„Safari*(Karawane) königlich preußischer Obfervonz nicht nur Spirituosen als Medika- ment, sondern auch als„lebenswichtiges Genußmiitel* einige Listen mit Sekl unentbehrlich waren? So aus dem Wißmonnzug zum Kilimandscharo. Wie man da im Jahre 1891 Kaisers Geburtstag feierte, erzählt« der Ver- fasser genau: „Es war Parade angesagt, sodann große allgemeine Jagd in der angeblich wildreichen benachbarten Steppe, darauf Fest- s ch m a u s, zu dem der Prooiantmeister allen vorhandenen Sekt herausgab, um das Zeug loszuwerden und di« Kisten zu erleichtern.* Kein Wunder, daß der Herr Leutnant an Mozambique (Portugiesisch-Asrika) hauptsächlich auszusetzen hatte,„daß er lroslsos nach einer Flasche Sekk suchen mußte, denn es gab nur eine Art „Spumante*. eine Limonade, die des Portugiesen sterz entflammt*. Überhaupt— die Por ugiesepl Minderwertige» Volk! Ihr Milttär — lächerlich! Da mußte man zur Schutztruppe gehen, um zu sehen. wie wahre Manneszucht aussah!(Meditiert der Herr Leutnant.) Wieviel Mühe gehörte aber auch dazu, den schwarzen Kerls, den Zulus, echte deutsche Manneszucht beizubringen!. Allein so«in Parademarsch..(Diese Neger hatten nämlich gar kein Derstöndnis für die Sä)önheit und Zweckmäßigkeit des Marschierens mtt durchgedrückten Knien und für den berühmten langsamen Schritt!: „Wenn einmal ihnen das Verständnis für Stramm- und Stillstehen im Sinne preußische» Militärs ouszegongen war. konnte man des dem brillanten Wuchs der so sugendfrischen Leute e.i n e Richtung in der Kompanie erzielen, die vielleicht i n Potsdam selbst als tadellos hatte gellen können." Den preußischen Leutnant der glorreichen Kalserzett machte uns eben keiner nach! Mtt welch rührender Lieb« ist«r um die Erziehung setner Leute besorgt: tagelang bemüht er sich, seinen Musikern als Vorbereitung aus den Parademarsch die schöire Strophe beizubringen: ..Der Krao— nich, der Kraa— nich. Der möchte, gern und ka— an nich." Welch übersprudelnder Geist! Aber noch bester: eines Tages hält er eine„richtiggehende" Gesongstintde ab! Do versammelt er seine Zulus unter den schattigen Mangobäumen und läßt sie zwei Stunden long üben: „Zulus, das sind lust'ge Brüder, haben frohen Mut,. Singen immer lust'ge Lieder, Sind den Mädchen gut—* so daß sein Borgesetzter verwundert hinzugcritten kommt. und aus den Leutnant starrt, der säbelschwingcnd den Takt angibt. Wie, bitte, was soll das heißen?„Durchaus dicnsiliche stanblungl" klappt där Leutnant die statten zusammen, und da ist der Vorgesetzte, geschlagen, er kann nittst umhin, den Gesang der Zulus sehr sehön zu finden... ! O, der Herr königliche Leutnant schildert durchaus nicht nur !„heitere Szenen aus der Garnison". Da gibt es auch Gefechts- lchilderungen, um die ihn ein Remorque, Renn und Beumekbürz beneiden können: „Plötzlich Bautz! Bum! Bum!— Wir sind bemerkt! Bum! Bum!— Alles nach vorn! Marsch, marsch! Hurra! Los! Greifen, was sich greifen läßt!" Meistens ist dann der Feind geflohen, noch bevor man das Nest betreten hatte. Manchmal kommt es freilich zu kleinen Zwischen fällen. So, wenn neugeworbene schwarze stilssoölker eingesetzt werden,„von denen jeder schon seinen Mann gefresteit hat". Die gehen dann durch und kommen erst auf dringende Signale hin zurück, jeder beladen mit einer besonderen stuldigungsgabe für den ..Bwanakubwa"(großen Herrn, Letter) der Erpedition: einen Arm, Bein oder Schädel eines der Feinde— und wenn man ihnen drei wichtig« Gefangene zu bewachen gibt, dann präsentieren sie einsach- hettshalder nachher einen Korb mit den drei Kopsen, sauber aus den Wirbeln gelöst... Dafür schrieb dann Pater Lombard in„Gott will es":„Die deutsche Kanone hat Wunder gewirkt zur Beruhigung dieser durch Kriege verwüsteten Länder!" So sah es aus, als der königlich preußische Leutnant auszog. l um den Buschnegern den Sogen der Kultur zu bringen. So sahen s sie aus, die deutschen Kolonisatoren und jenes deutsche Wesen, an j dem die Wett einmal genesen sollte. So sah es immer aus, wo � und wer immer im Namen des Kreuzes mit Feuer und Schwert um des Besitzes willen über die Naturvölker hersiel. Sie selbst aperdings, die Kolonisatoren k la Tom von Prinee, und ihr(nicht geringer) Anhang sind sich dieses Widerspruchs zwischen Aufgab«, tönender Phrase und äußerer stallung nie be- wüßt geworden, wie es denn, sehr schön ist, wenn sich der Herr Leut- nartt, der sich bei jeder möglichen und ttttmöglichen Gelegcnhett mit Sekt oder einem anderen Stoff besoff, über den Äuschneger aufregt, der„sich bei jedem erlegten Großwild vollfraß, bis er im Worisinn liegen blieb und eines widerwärtigen Todes starb" Rein, dieser Herr Leutnant merkt wahrhaftig nicht dag Selbstporträt das er von sich und seinesgleichen entwirft, wenn er auf der ein«» Seite schildert, wie er und sein« Siandesgenosjen überall dem i Alkohol und ähnlichen Errungenschaften der„Zivilisation" nach- läuft, unz auf der anderen Seite auf den Zulu hinzuweisen,..df fast vom Tsg seiner Werbung ab seden Pfennig seine Löhnung bei den verschiedenen Siaiionskasien sparte". Rose Ewa'' Wir oeräfsentlichen an dieser Stelle ein« Leseprobe aus dem soeben im Verlag ,�Der Bücherkoeis" erschienenen Roman„W e- r« y n tj« Geysens Kindheit von A. M. de Jong. Don Kindern, Frauen und einem seltsamen Küster handelt dieses Kapitel und man wird sich mit Wereyntse und seiner Umwelt bald so be- freundet haben, daß man mit Bedauern von ihnen Abschied nehmen wird. »« « Unter der milden Frühfahrssonne lag das weite Land offen aus« gebreitet, und auf allen Deichen am versinkenden Horizont grünten zart die Baume. Auf den Aeckern sprosien die ersten Schößlinge de» neuen Gewächses aus der grauen, lockeren Erde, und in den Fliederbüschen, die zerknitterte, kleine Blättchen entfalteten, jubilierten die eifrigen Vögelchen, die geschäftig im Holz pickten und unter leiden- schaftlichem Gepieps« und Gezirp ungestüm hintereinander hersagten. Der Himmel leuchtete in glänzendem Blau, als wäre er mit neuem Satin bespannt, und die einzelnen weißen Wölkchen, die hoch oben schnell gen Westen schwebten, waren weiß wie die Daunen der Schwäne, die stalllich im Spiegel de? tiefschwarzen Wassers des Kreekflusies trieben. Die ersten Dienen summten in gerader Linie vorbei, und ab und zu taumelte«in srühzettiger Schmetterling, trunken von Licht und Sonnenschein, über die Wtesen und Felder die wenigen Blumen suchend, die so früh bereits ihre Hontgkelche geöffnet darboten. Doch es war noch nicht viel zu finden, denn zwischen den spärlichen hellgrünen Gräsern lugten vorerst nur einige weißichimmerndc Gänseblümchensterne und buttergelbe Feigwurz- blümchen hervor. Schwere Düfte der aufgepflügten Erde und.des halbverfaulten Düngers schwebten in der kühlen Lust. Ucberall quoll die neue Jahreszeit hervor, aus den dunklen Baumknoten und aus der dampfenden Erde, der endlos fruchtbaren, ewigen Crneuerin des allen, guten Lebens. Fliereflöter lief, dl« Hände in den Taschen, den verschlossenen Hut ins Gcmck feines großen Kopfes geschoben, mll großen Schritten über den niedrigen PoLderweg, und lustig schallte seine Stimme: Bei uns im Dorfe sind die Mädchen, Ach, wie die Engelchen so schön! lind wenn sie mich am Aermcl ziehen Und dann rufen: Ei. Anion!... Errät« ich lose... Die ein« Rose!... Und wenn ein Mädchen mich ansiccht Würde Ich schon wollen... Ja sicher wollen... Aber, ach Herr« Gott... -> Ich rocchaaaaaag es nichtt.. � Er lachte laut und fröhlich, und Mereynrje. der mtt schnellen Schritten neben seinen langen Beinen hertrippelt«, fragte neugierig: „Was wagst du nicht, Fliereflöter?" „Hö? Was?" rief dieser, verwundert aus den kleinen Jungen herabblickend, den er in der Freude feines Manderns ganz und gar vergessen hatte. „Was du nicht wagst?... Du singst doch: aber, ach Herre Gott, ich wahaaaaaag es nicht?" ,TH, meinst du das?... Ja... siehst du Mereyntjc... ja... ach, das ist nur so ein Liedchen, weißt du.." „Wagst du vielleicht nicht, mtt den Mädchen zu albern?" fragte Mereyntje, und Fliereflöter brach in ein wildes Gelächter aus. „Ich wohl, oh ieja!" prahlte er.„Aber der Kerl in dem Liedchen. der wagt es nicht. Und du, Mereyntje?" „Wagen?" überlegt« der Kleine,.Ha ist doch nichts weiter zu wagen. Aber ich beschäftige mich nicht mtt den albernen Mädels. Die greinen immer gleich,— und überhaupt, die mtt ihrem lang- weiligen Gekicher. Bah. ich kann sie nicht ausstehen." „Gut so." lobte Fliereflöter.„Du bist«in Kerl. Halle dich nur oom Weibervolk so weit weg. wie du kannst. Jung«. Sie bringen doch bloß überall Unruh«, Schad«n und Schand«." Er lachte laut und herzhast, hob die langen Arm« über den Kopf und laumte, daß es über die Felder schallte. Dann ließ er(ich wie ein Wilder ins Gras am Wegesrand fallen und rollte mit strampelnden Armen und Beinen wie ein Pferd durch die Weide, um und um Mereyntje wurde von der tollen Lusiigkett angesteckt und sprang unversehens mitten auf Fliereflöters Bauch, der vor Schreck wie eine ängstliche Gans zu gackern begann. Doch alsbald schlug dieser die Arme um seinen kleinen Belagerer, und so balgten und kugelten sie sich, brüllten und lachten. Und Mereyntje gewami den Kamps. Triumphierend faß er auf Fliereflöters Brust und hiell chm die kleine kräftige Faust unter die lange, vor Beklemmung schnaufende Ras«. Gewalttätig drohte er. „Fleh' um Gnade, großer Schlumprian, oder ich hau' dich und mache Hackfleisch aus dir!" Fliereflöter jammerte erbärmlich um Gnade. Es war erstaun- lich, zu sehen, welche Angst er vor Mereyntjes Fäusten hatte, und dieser war so eingenommen von seinem Sieg, daß er tüchtig auf und nieder hopst« auf dem wehrlosen Körper seines Opfers das stöhnte und wimmerte, und desien großes Gesicht sich krampfhast verzog und dehmüttg sichte, freigelassen zu werden „Wenn du mir oersprichst,«in« Geschichte zu erzählen!" war Mereyntjes Bedingung, und der bedrängte Fliereflöter ging eilig auf dieselbe ein. Run ging der kleine Sieger zur Seite, und der große Besiegte stand auf und sah sich um, cd die Well seit se.ner schmählichen Niederlage nicht verändert sei. An der anderen Seite des Grabens stand ein braunes Pferd ynd sah mit großen, glänzenden Augen verwundert diesen zwei im Grase spektakelnden Windbeuteln zu „fjiinme'sakral" rief Flier/s löter wütend.„Dieses häßliche Schaukelpferd steht da und lacht mich frech aus. weil ich verloren habet Wart« du!" Und mit wüstem Geschrei und heftigem Scknvevken seiner Arm» sprang er über den Graben auf da, P'erd tos, to daß es von panilchem Schrecken erfaßt, mit großen Sprüngen fvrtgaloppierte Die Erde zitterte davon und lchroarze ErdNumpen flogen hinter den wild ausschlagenden Husen in die Lust Fliereflöter krümmte sich vor Lachen und patschte vor lauter Vergnügen aus Versehen mit dem Fuß In den Graden. Worauf er plötzlich zu lachen aufhört« und mit verdutztem Gesicht sein Bein zurückzog, so hastig und er- 'chreckt. daß Mereyntje sich halb tot lachte. Fliereflöter sprang über den Graben zurück. Er schwenkte das nasic Bein in der Lust, so daß die Tropfen in Bögen herumwirbelten. und klagt« in vorwurfsvollem Don: „Mußt du nun so drüber lachen, schlechter Kerl?... Warte nur... es wird dir schon noch oergehenl" „Ja, aber." lachte Mereyiuj«,„es war auch zu ulkig" „Für mich war es gar nicht ulkig," versicherte ihm Fliereflöter „Aber du freust dich über das Unglück anderer. Weißt du, daß das ein« Todsünde ist, Iungchsn? Vergiß das nicht— dul" „Ach. du schwindelst ja," verteidigte sich Mereyntje sogselch ernsthasd„Ich lachte doch nur, well du solche verrückten Gesicht« geschnitten hast." „Nun komm, dann wollen wir mal wetter gehen," seufzt« der Küster.„Du behältst doch immer recht." Schweigend gingen si« nebeneinander her. Mereynti« war durch die Bemerkung über dl« Todsünde nachdenklich geworden In Ge- danken verglich er den neuen Kameraden mtt dem früheren. Und plötzlich fragte er: „Glaubst du an Gott Fliereflöter?" „Na. selbstverständlich," antwortete dieser ohne Lögern.„Wie kann man so dumm sein und nicht an Gottglauben!" „Krug glaubte aber nicht an Gott." sagte Mereyntje ernsthast. und er erwartete die Antwort, die er von seiner Großmutter und von so vielen anderen gehört hatte:„Darum ist er auch verloren- gegangen." Aber Fliereflöter sagte ruhig: „Du irrst dich, Mereyntje: er glaubte wohl an Gott." Wie vom Blitz getroffen, stand Mereyntje still. „Cr selbst Hot gesagt, daß er nicht cm Gatt glaubt." „Und doch glaubt er an Galt," behauptete Fliereflöter energisch. „Aber es ist ein anderer Gott als der, an den du glaubst und wieder et« anderer, als k�r, an den ich glaub«." Es schwindelte Wereynlje, und mechanisch sagte er die Worte des Katechismus her „Es gibt nur«inen Gott." „Selbstverständlich." pflichtete Fliereflöter großmütig bei: aber sonderbarerweise fügte er hinzu:„für jeden Menschen gib! es nur einen Gott." Mereyntje war nur halb zufriedengestellt. Er sah in das ernst« Gesicht des langen Mannes neben ihm, od d« ihn etwa vtraTbern wollte. Nach ein« Weile fragte er: „Fliereflöter... wer ist nun eigentlich stärker: Gott od« der Teufel?" „Es gibt keinen Teufet." sagte Fliereflöter ruhig. Erstaunt sah ihn der kleine Junge an. „Woher weißt du das?" fragte er listig. „Ich habe ihn noch nie gesehen," antwortete der andere leichthin, „Das ist Quatsch," behauptete Mereyntje. und um dieser apo- dikttschen Aeußerung mehr Nachdruck zu verleihen, fügt« er Hinz": „Hast du vielleicht den lieben Gott schon gesehen, du?" Und zu seiner Verwunderung kam prompt die Antwort: „Den sehe ich doch wahrhastig alle Tage: du etwa nicht?" Run wurde es Mereyntje doch zu buitt Mißtrauisch sah er Fliereflöter ins Gesicht, der ernsthast blickte und keine Miene verzog. Deshalb sagte er: „Du bist wohl«in Ketzer, du? Bildest du dir etwa ein, daß du den lieben Gott sehen kannst! Um den zu sehen, muß man ein ganz großer Helliger sein! Halle dich selber zum Narren, du. aber mich nicht!" „Du mußt nicht böse werden, Mereyntje," antwortete Flicrc- flöt« heiter.„Sieh dich nur mal um. Siehst du denn den Herr- lichen blauen Himmel nicht und di« Bäume mtt ihren zanen Blättern. und das jung« Gras, dl« Blümchen und die Vögel, die hing:..- Ferkel, und mich und dich?... Siehst du. das alles zusammen, das ist Gott." Der klein« Jung« dachte nach. Er fühlle sich erleichtert Er begriff nun. was Fliereflöter meinte, und das war nichts Außer- gewöhnliches. Der Herr Pfarrer halle auch schon mal ungefähr so gesprochen. Alfer Fliereflöter hatte das total mißverstanden. Und darum half Mereyntje ihm nunmehr aus feinem Irttum: „Ja, wenn du das so meinst... man erkenm den lieben Gott an seinen Werken... das weiß ich auch. Aber da« ist nicht der liebe Gott selber, du. das ist«in großer Unterschied. Dann... dann." stotterte er. und versuchte, seine schnellen Gedanken in Worte zu kleiden,.chann kannst du ebenso gut sagen, daß du den Xeu'd stehst, denn.., denn du siehst doch oft genug, daß Oi« Menschen Vöses tun, und du sündigst doch selber auch manchmal na, dann gibt es doch ebenso gut einen Teufel wie einen lieben Gott." Fliereflöter sah in das erhitzte Gesicht mtt den großen, funkelnden Zlugen, und er wunderte sich. Kopfschüttelnd sagte er: „Ei, ei. Mereyntje, was kannst du doch gut disputieren! Du nagelst mich, weiß Gott, an jeder Ecke fest! Du solllest doch eigentlich Pfarrer werden!" „Oh, dachtest du vielleicht, daß ich das nicht würde?" fragte der kleine Bußprediger entrüstet. Nunmehr zwang er ihn.zu einem desinltkven Bekenntnis:„Und glaubst du nun, daß es einen Teufel gibt?" Der Lange schüttelte den Kopf: bestimmt sagte er: „Rein, das glaub« ich nicht. Ich habe Gott viel zu lieb, als daß ich glauben könnt«, daß es«Inen Teufel gibt." Unzufrieden sah Mereyntje ihm gerade in die Augen. „Du bist ein Halb-Ungläublger," stellt» er fest.„Das werde ich mal dem Hernr Pfarrer sagen, alter Junge!" tFortseßung folgt.) WAS DER TAG BRINGT. New-\ orker Verkehrspläne. Ein« Milliarde Dollar, über vier Milliarden Mark sollen in den nächsten zwanzig Jahren von der Stadt New(York für die Aus- gestallung ihres Verkehrswesens ausgegeben werden Ein dem Bürgermeister Walker vorgelegter Plan steht die Errichtung neuer Brücken, Untergrundbahnen und Derkehrsiunnels in einem bisher kaum--«ahnten Ausmaß vor. Das Kernproblem all dieser Pläne ist die Teibindung zwischen dem„Herzen New �jorfs". der Halbinsel Manhattan, und Long Island mtt Brooklyn einerseits und dem westiich und südwestlich gelegenen Festland mtt New Jersey und Skaten Island andererseits. Di« neue Brücke über den Hudson zwischen Manhattan und Fort Lee in New Jersey, nnt deren Errichtung im Mai 1S27 begonnen wurde, wird im Ähre IM fertig sein. Zwischen dem südlichen Stadtteil von Manhattan und New Jersey ist eine Verbindung durch den Holland-Tunnel unter dem Hudson geschaffen. Nach dem Vorbild des Holland- Tunnels soll das System der Untertunnelung künftig ausgedehnte Anwendung finden. Für den Ausbau des Untergrundbahnnetzes in der WId- Town sollen allein 103 Millionen Dollar ausgegeben werden. Unter den Narrow», dem Zugang zum New-Vorker Hafen, wird ein Xumiel gebaut werden, der die Verbindung zwischen Brooklyn und Staken Island herstellt: ein anderer zehn Mellen langer Ber- kohrstunnel soll vom Staditell Bronx unter der 7.?lvenue. dem Zentral-Park und der 5. Avenue nach Greenwich Dillagc führen. Racketeer ing— der neae Verbrecherberat. In amerikanischen Zettungen begegnet man setz» häusig einem Ausdruck zur Bezeichnung eines Spezialgebietes all? der Verbrecher- praxi», der vor wenigen Jahren noch unbekannt war Es handelt sich um das Macketeering" bzw. dessen Ausüber. die„Racketeers". Racketeering Ist Erpressung unter Anwendung von Gewall. Während sich früher dl« Erpressungen meist gegen Leute richteten, die etwas auf dem Kerbholz harten, suchen die Racketeerers sich ihr« Opfer unter den anständigen Geschäftsleuten. Bei einer großen Molkerei frelta«, 20. Dezember. B e r 1 1 a. 16.05 Christian Ledea. Oslo:..Bei dea Eskimos". 16.30 Unteitultimzsmnslk. 18.00 N'atorwissenschaften(am Mikrophon; Prot. H. Reichenbach). 18.30 Ueder. 19.00„Billlje Bacher"(am Mikrophon: Dr. Mas Wieser). 19.» BerOhmte Pianisten(Kontert aal mechaaischetn Klavier). 20.00 Wovon man sprichl. 20.30 OUsnnow Oaartett. I. Qlaasaov: Quartett A-Dur.•— Z-Tschaikovsky. Quartett Ca Moll. op. 30. 21.30 Anton Befrner eltene Dichtangea. Nach dea Abendmeldcngen: Dr. Christian Pfeil: Trocken Ski D'ebongea. Anschneäend Sport. Bild tank- 23.30 Abendunterhaitang. KBaigswostethensen. 16.00 SchsitiUn Käte Feoerstack: Die soziale Not unserer Volkucbulmädchei.. 16.30 Nachmlttag-konzert von Leipzig. 1730 Mersmann: Gespräche aber Mnsjk. 18.00 Prof Dr. Prion: Bllanzfragen und Aktienrochf. 18.» Englisch für Eortgeschrltten». 18-55 Prot. Dt Qo-Uer: Weberei. 1930 Wissenschaftlicher Vortrag für Aerzle. 30.«5 Unterhalttragsmoslfc. 21.30 ChOre. z. 3. erschien eines- Tage» ein Mann und»erlangte tausend Dollar. andernfalls könne die Milch nicht mehr geHcfert werden. Man schickte den Mann erstaunt weg, aber am nächsten Tag wurde d!« Firma mtt Anfragen chrer Kunden bestürmt, die in« ausgebliebene Milch reklamierten. Bald kehrten die Milchfuhrwcrko in die Molkerei zurück— die Mllchkutfcher hatten gebrochene Arme, blaue Augen und alle sonstigen Zeichen der Tätigkett der Racketeerers, die nun schleunigst ihr Geld von der Firma erhielten und diese dafür in Frieden ließen. Aehnlich erging es einer großen Färberei, hie sich erst zur Zahlung an die Nacketeerers bereitfand, als Ihr Geschäfts- betrieb durch Bomben- m>b Säureattentat« schwer geschädigt worden war. Auch ein Kampf ums Maiterhorn. Die italienischen Auswanderungsgesetze sind streng und Mussolini läßt, seitdem bekannt wurde, daß auch die schwierigsten Alpenpässe zur unerlaubten Auswanderung benutzt werden, jeden Paß so scharf bewachen, daß es geradezu unmöglich scheint, den Militär. kordon zu durchbreche». Und doch gelang es vor einige» Tagen wieder einer Gruppe von vierzehn Italienern, darunter einer Frau mtt ihrem Säugling, über den Furggrat— einen Kamm, der das „Große" mit dem„Kleinen" Maiterhorn verbindet— nach der Schwarzseehüti« und nach Zevmati. also auf Schweizer Boden, zu gelangen. Eine Auswanderung, die zugleich als hochalpine Leistung um so mehr anzuerkennen ist, als sie von gänzlich Ungeübten ohne jedes touristische Hllssmtttel ausgeführt wurde. Ein Haus des Grauens... Vor einiger Zctt machte viel die Meuterei und der Ausbruchs- versuch der Zuchthäusler von Canon City von sich reden. Canon Giti) dürste wohl die einzige Strasanstall der Welt sein, in der sich ausschließlich Mörder befinden. Von den 10 343 Jnsosien dieser Strasanstall sind SSö? wegen Mordes abgeurtellt. Auf ihr Konto kommen nach den Akten 16 7ZS erschlagene, vergiftete oder«r- schosscne Menschen. Bezeichnend ist auch, daß von den in Canon City inhaftierten Zuchthäuslern nur 23 Proz. in den Gerichlsver- Handlungen di« Morde zugegeben haben. Er war nun einmal zum Tode verurteilt... Es war schon lang« her. Im Jahre 1901 sprachen ihn Wiener Geschworen« des Mordes an seinem sünsjährigen Sohn schuldig. Er hatte das Kind getötet und die Leiche verbrannt. Vielleicht umr der Mann schon damals geisteskrank. Das Gericht oerurteilte ihn zum Tode durch den Strang: Koller Franz Joseph begnadigte ihn tu lebenelängltchcm Ktrker. Zwölf Jahre später verließ Oll dl« Straf. anstaltt Toi und Prozeß waren längst in Vergessenheit geraten. Der ehemalige Todeskandidat und Zuchthäucler ging in aller Stille, frof), daß sich niemand um ihn kümmerte, feiner VeschästiTng nach. Er legte sich Pferd und Wagen zu und trieb Handel. Do passierte ihm eines Tages«in Unglück Sein Wägelchen stieß mit dem Tramwagen zusammen. Ihn traf die Schuld, er mußte vor dem Richter erscheinen. Hier lauert« da« Verhängnis ihn auf. Längst Begrabenes wurde vlotzlich aus der VerlenHrng geboll; nicht mir, daß er noch ssiner 27 Ishre zu'-'ckfisgenden VnfProfe qefr-gt rvuröe, das Gericht verlas auch dst Urteflc begnin'-'mfl. Ott- V- r- brechen wurde wieder Lsute der Oeffentli-fkett Für feine Nach. barn mai er nun nl-c-t mehr der Kleinhändler, sondern der greu» liche Kindesmörder. Mit der Ruh war es vorhei und Ott nak-m GtfL Zwar wurde ihm im Krankenhaus? da. Leben gerettrf Tat vom Jahre 1901 bekam aber übermächtige Gewalt über hn: er wurde in die Psychiatrische Ansialt eingc liefert. Die Tragödie eines zum Tode Verurtefllen. UfTxyr�urwloJjzLel Die MCänadians". Das erste Spiel im Sportpalast. Seil gestern weilen die Eishockey in eist er der Welt. ..die C a n a d i a n s", in Berlin. Im Spotfpoloft gaben sie gegen das internationale Teem'des BöC. schon wenige Stunden nach ihrer Ankunft in der Hauprstadt ihr Debüt. Dem Erstauftreten der kanadischen Eishockeyspieler aus Dorvnto wurde ein riesiges Iickeressc emgegengebrachr. und der Sportpalast mies trotz der sehr hohen Eintrittspreise sehr guten Besuch aus. In dem Spiel der kanadischen Gäste mit dem Berliner Schlittschuh- kllch war Tempo die Losung. Die Eanadians gaben ständig den Tan an. und gesieten in der Scheibensührung außerordentlich. An ihrem Siege war nicht zu zweisÄn, wenn sich auch die BSEer die erdenklichst« Mühe gaben, für sich ein möglichst günstiges End- resultat herauszuholen, gm ersten Drittel hoäe man den Eindruck, daß die Gäste recht oerhalten spielte». Möglicherweise war aber auch die lan�e Reise an der Ermüdung der kanadischen Spieler Schuld. Ganz überraschend kam Verlin in Führung. Durch einen blendenden Alleingang von Brück, der die gegnerischen Reihen ge- schickt durchspielt«, fiel für Berlin dos erste Tor. Bald darauf glich Tränt, vielleicht der gefährlichste Mann in der kanadischen Mann- schaft, durch einen scharfen Schuß, den Steinte nicht halten konnte, au» Im zweiten Drittel machte sich das scharfe Anfang-tempv bei den Berlinern nachhaltig bemerkbar. Biennal fauste die Scheibe in das Berliner Netz. Park schoß zwei. Clayton und Grant je ein Tor. Obgleich Berlin im„Schlußdrittel wieder äußerst lobhaft wurde. gelang es nicht mehr, das Endergebnis zahlenmäßig günstiger zu gestalten. Einen Schuß von Ball hatte Canadas Torhüter Timpsan abgewehrt, aber der energisch nachsetzende Dr. cholsboer nahm die Scheibe auf und lenkte sicher ein. Mit K:2 T o re n für Canada wurde das Spiel abgepfftfen. Der zweit« Eishockeykampf zwischen der Bvanden&urgischen Auswahlmannschaft und dem BSE. ll wurde von Brandenburg mit\: 1 gewonnen. Arbeiter- Hockey. Serienspiele am Sonntag. Auf dem Sportplatz Ost in der Laskerstr. stehen sich am kommen. den Sonntag die Wannschaften ASE. I und Marlendorf 1(Ostring) um 10 Uhr. Ostring I und Ztordring II(ASE. I) um 11,30 Uhr und Moabit I und Nordrlng l(Manendors) um 13 Uhr gegenüber. Im ersten Tressen kann ein Sieger noch nicht genannt werden, da sich hier zwei durchaus ebenbürtig« Mannschaften gegenüberstehen. Das zweite Treffen wird nach leichtem Kampf Ostring für sich buchen, während im dritten Spiel Nordring alles daran setzen mutz, den Moabitern den Sieg abzuringen. Die Spiel« der Gruppe Z sind wie folgt: Neukölln I— Ostring III, Neuköllner Stadion, Platz 7. 8,30 bis 10 Uhr(ASE. II). Neukölln II— Ostring II, Neuköllner Stadion, Platz 7, 11,30— 13 Uhr(Tennis Rot II). Pankow II— Zdordring III, Kiijingenslratzc. 9i-10>j0 Uhr.(AST. III). Pankow I— AST. III» Klsilugenstraßc, 10,30— 12 Uhr(Nordring III). Frauenspiel Nord- ring— Ostring fällt aus. . Wir weisen nochmals auf das am 26. Dezember auf dem Sport. platz Ost. Laskerstratz«, stattfindende Werbospiel der Arknnier-Tennis. chockey-Vereinigung hin. Wie es den Friedmännern in Leipzig gehl. Aus Leipzig wird uns geschrieben: Die letzte Ausgabe des sich fälschlicherweise„Sport und Spiel" nennenden Berliner kommunistischen Sportblattes bringt«in Protokoll vom Spieler. ipartentag der Berliner KommunistenfporUer. Nach ihm hat der Berichterstotter der Hockeyspieler, Harnccker(der auch das Protokoll zeichnet)» folgendes ausgeführt:„Die oppositionelle Hockeybewegung in Leipzig hat ln letzter Zeit un- gewöhnlich« Fortschritte gemacht, so datz nur noch ein geringer Teil zu den Reformisten stebt/ Wir brauchen den Berichterstatter nicht als Schwindler hinzustellen, dann das besorgt die kommunistische„Welt am Abend" und die.Mole Fahne' besser. Die„W eltamAbend" schrieb am 30. November:„Anläßlich de?.Hallensportfestes am 15. Dezember weilen sechs Leipziger Mannschaften in Berlin.' Am 5. Dezember meldete dieses Blatt: „Die Leipziger-Hockeyspieler entsenden sogar fünf Mannschaften.' Am Ii Dezember känn die Zeitung nur noch von vier Leipziger .Hockeymannschasten. die komme:, sollen, berichten. Di« ,Mot« Fahne" vom 11. Dezember konnte beim besten Willen auch nur noch von vier Monnschasten schreiben. Dann kam der Tag des Geschehens, und siehe da, es waren nur noch drei Mannschaften. Im Leipziger Spalterlager sind also„un- gewöhnliche Fortschritte' zu verzeichnen? Arbeiferschach. Am Sonntag, 22. Dezember, findet die drill« Runde der N-Gruppc stalt. Es spielen: Neukölln l— Memel l. Lokal Grimm, Neukölln. Boddinstr. 10: Humboldthain I— Lichtenberg I, Lokal Döh- ling, Brunnenstr. 70: Grünau I— Siemensstadt I. Lokal G«m«in- ichastshaus Gutehof Falkenberg: Weißensee I— Moabit l,' Lokal G'.llas. Berliner Allee Ecke Lehderftr Resultat der 2. Rund«: Moabit— Humboldthain IVt: 2�-. Sicnicnesiabl— Neukölln 2:8, M:mel— Weitzcnse« 1%:8H. Don der 1. Runde: Grünau— Hum- boldthain 5:5. Die Abteilung Licht-nbcrg spielt jeden Freitag bei Flemming, Ostkasino. Simplon- Eck« Gärtnerstr. Ausstel'ung»Kunst und Sport*. Sie der Amtliche Preußisch« Pressedienst mitteilt, beabsichtigt d«r Berein Berliner Lünstler in Eemeinschast mit dem Museum für Leibesübungen im Frühjahr 1030 eine Ausstellung„Äunst und Sport' in größerem Zlusmaße zu veranstalten. Es ist ge. plant, durch Gegenüberstellungen aus der Entwicklungsgeschichte des Sporte der Ausstellung sin« besondere kulturelle Bedeutung zu geben Die Ausstellung soll u. a. dazu dienen.«in«n ständigen Kon- takt der SünstUf mit der Sportbewegung zustande zu bringen. In eigener Sacke! Vom Pressedienst des A r be i te r-Tu r n- und Sport- b und es geht uns jn eigener Sache des iSundesvorsitzenden nach- stehende Mitteilung zu: Im Frühjahr dieses wahres ging durch die kommunfttifche Presse«in Artikel mit Bild, der mich beschuldigte, der Polize» da- durch Material geliefert zu hoben, daß ich vor der Ausnahme der aufgelösten„Rot-Froni'-'Abteilungen in unser« Vereine warnte. Ich stelle scst. daß wir in einer Stadt kürzlich 62 früher« Mitglieder des verbotenen Rot-Frontkämpfer- bundes hoben ausschließen müssen, weil sie mit Wissen des Der- einsvorsitzendcn geschlossen zu unserem Verein übertraten, um illegal in unserem Bund« weiterzubestehen und dadurch eine kommunisti- sch« Mehrheit in unserem Derein zu bilden. Die kommunistische Fraktion in unserem Verein hoffte auf diese Art das Vereins- «igentum, Spielplatz und Aereinshaus in einem Wert« von rund 30 000 Mark in kommunistische Hände zu bekommcit Durch den Ausschluß der Rotfrontleute bleibt der Verein bundestreu und das Eigentum in unseren Händen. Wenn ich den Namen des Ortes (nachweisbar nicht nur der einzige!) nicht nenne, so gebietet mir das mein proletarisches Bewußtsein, das bei den Kommunisten mit der Laterne zu suchen ist. Nach wie vor warnen wir unsere Bereine. Brutstätten kommunistischer Umtriebe oder Zusluchts statten aufgelöster Rotfrontleute zu werden, da in solchen Fällen der Derein sehr leicht der behördlichen Auflösimg verseilen kann. E. Geliert. Borsitzender des Arbeiter-Turn- und Sportbundes. Länder Fußballspiele 1930. Di« Fußbalieitung des Arbeiter-Tinm- und Sporänrndes Deutschlands hat für 1030 folgende Länderspiel« vorgesehen: Deutschland— D eutschböhmen, anläßlich des Bundesfestes in Aussig von, 4. bis 6. Juni. Ein Spiel ist in Aussig, das andere ln Töplitz geplant. Spiele Deutschland— L e t t l a n d sind vorgesehen Mischen dem 31. Öuü und 3. August im Zusammenhang mit dem lettischen Bund«?- fest in Riga. Neben einem Spiel in Riga soll eins in Reval und eins in Libau stattfinden. Deutschland— B elgien. Gelegentlich des belgischen Bundes- festes tn Lüttich wird"die deutsche La ndormann schaft vom 14. bis 17. August voraussichtlich drei Spiele in Belgien austragen. Die Spiele Deutschland— F i n n l a n d werden mit internatio- nalen leichtathletischen Wettkämpfen verbunden und sollen in Deutsch- laich ausgetragen werden. Das erste Spiel ist anläßlich der Hygiene- ausstellung in Dresden am 24. August in Dresden geplant. Für da- zweite Spiel kommt Chemnitz tn Frag«, für das dritte Spiel Leipzig und für das vierte Spiel Magdeburg. Deutichland— Oesterreich Diese Spiele sollen ausgetragen werden am 3. Mai in Frankfurt o. M. und am 4. Mai in Köln. Deutschland— England. Die sympathische englische Mann- schast soll am 3. August in Kassel spielen, am 6. August in Nürnberg am 9. August in München und am 10. August in Stuttgart. Kleiner Sport. Arbeiter-Turn- und Sportschule, l. krei». lllännerklassc! Während der Schulferien ist die Turnhalle geschlossen. Nächster Uebungsabcnd Montag. 6. Januar. Arbeilersußballvcrcine des 1. Kreises. Die Vereine werden er sucht, ihr« Wcihnachtsfußballspiolc schnellstens spätestens bis Sonn lag abend, an die Adresse von Florian Man.;. Berlin-Stroiau, Ärachtstr. 17, mitzuteilen. Die Resultate von den Weihnachtssvielen werden am zweften Feiertag unter Dönhoff 202—297 bekannt- gegeben. Arbeiter. Radfahrer- Verein Groß-Verlin. Sonnlag, 22. Dezember, 13 Uhr: Zehlendorf, Karlstr. 12. 1. Feiertag, 17 Uhr: Weih- imcktsfeier in Treptow. Parksir. 2, 2. Feiertag, 13 Uhr: Wahls- dorf-Süd bei Dröger. Start: Waldemarstraße. Eck« Mariannen- platz. Gäste willkommen. Eine Eiuladung nach England erhieU der Berliner P o l I z e i s p o r t v e r e ist zu den Mttc Februar in London statt- sindenden Boxmeisterschaften der Londoner Polizei.— Jn Erwiderung eines Besuches, den Berliner Polizei boxer vor einigen Wochen ihren Kollegen in Wien machten, kommt in den ersten Januartagen. die stärkste Boxermonnschast der Wiener Polizei nach Berlin. Berlins ständiger Boxring bietet am 27. Dezember nebe» der Begegnung der Halbschwergewichte Emil Koska-Gleiwitz und Franz Boja-Dortmund noch ein« zweite interessante Paarung. Zum ersten Male werden Otto Lauer- Saarbrücken und Gustav Eds r- Dortmund ihre Kräfte messen. Titrie sunu-Unuii Guß-fecclin. IHtiluna vb»ri»r««. SRfilinacftlafti.r cm 1. WciünackNstcicrtca um 17 Ulir bei ffltflntt, fftoutfuticc OTcc 236. Mitcli-d hat sin Pcketchen miUubtinatn m Aii«tt«r-RaS- und»inttiahrrr-Bund Berlin. Gekchsstsstell«: Rodert Ralbdartb. öchSnederger St. I?a. 2. 26. BpsMmn» Deckbett#n, Stoppdecton, filwlbaft» Muttsr 1B.76, 22.50, Daunemtoolten 39.50, 454)0, 65.00, 9M0. iolmmer prPLSwei4- SM iJärrial moncdl- �die hunie cJugandceitung' [„Der liehe•Augfuskn Jüp unsere kleincnKün�cn� gpaiis. �biXouis�JT.Ahs. versehiedModelle. \erVavi*&f?" fegsÄ, Br. flusuepHaui in Damen-KonleHllon Wegen voHständigen Umbaus meiner Geschäftsräume bin ich gezwungen, mein großes Lager In maniein, Kleidern. 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Akte Alcxandcrstr. 39-40 (Pattage) Den ganzen Tag geöffneü Sein berter Freund mit Harry Fiel Abenteuer in 10 Akten tln Handeleben m. CbarU. ChanUn • Jugendliche haben Zutritt g FrlecJrich»t«rtt h Die Kamera Unter den Linden 14 Anna Karenina mit Greta Garbo. John Gilbert Wr_|A Woch. 5.45, 7. 9 05 W eu-timo Stgs. 3. 5. 7, 9 Uhr Alt-Moabit 90 Unsdinld mit Käthe von Nagy Trust der Diebe mit Agnes Erterbasy g Charlottänbu�- Schlüter-Theater Schlütcmr. 17 W.ft..30. 9 Uu Stg. SU., Jg. 3 Da« Panaerauio mit Carlo Aldln Da« Mädchen ohne Heimai W wllmarsdor���� Atrium Heba-Palart Kaiserallee, Ecke Berliner StraBe Wochent 7, 9.15, Sonnt 430. 7, 9.15 Vorverk: 11—2 u. ab S. Stgs. ab 3 Fat and Palacbon Im Raketen- omnlbas Auf der Bühne: Imanow, Mclsterjongleur 5yd Fox o. TUly Kay, Exzcntrik Alhambra b�w.mo 5 u. Schöneberg, Haupistr. 30 Sprcnghagger 1010 mit Heinrich George Beiprogramm BQhncnscfaan S. ab 3 Uhr Passage-Liditspiele Umer den Linden 22(Passage) Das große Lichtspielhausder Citv Beginn ab 2 Uhr Zemrum'6082 Die Gardedlva m. Agnes Exterhary Mit Amandscn im LufixchU: Nordpol W eidenhof-Licfatsp. An der Weidendammbrücke Fried tlchstr. 136 Woch. 12. Sonnt 3 U Fran Im Mond. Regie: Fritz Lang Beiprogramm Jugendliche haben Zutritt F Moabit tz Artushof-Lichtspiclc Film- and Bühnenschaii Perleberger Str. 29 und Stendaler Str. Mensekenanenal Beiprogramm Botin«: Immer Inrttdl Titania(U und ab 5 U. Die weihe Höde vom Pia Palü Jugendliche haben Zutm» g SÜrtwnztnn W Füm-Pa'asi Kammersale Teitower Str I Böhnenxcbar 1. und i Feiertag ab 3 Uhr Dax Mddel mit der Pcitxchr mit Anny Ondra Kennxf da das klalne Haas am Mtchlgansoe7 mit TaxMy 601 Stella-Palast Köpenicker Straße 11—14 Beginn der ersten Vorstellungen: Wochentags SJ3, Sonntags 3 Uhr Kasseneröf nung Stunde vorher Vater and Sohn m. Harry Lledlkl Auf der Bühne: Mar' ha Hfibner, die bekannte Parodistin Laxie. Laczv und Aenal vom Trocadero, Paris Urania-Theater FBS�?d Wrangelsu 11, Köpenicker Brücke Woch. 7. 8 und 9 Uhr. Stg. 3. 5. 7. 9 Uhr Flndil In die Fremdenlegion Sfindealali Varir.Axchaa W M«uicaiiw H Primus-Palast Hermannplatr Beginn der ersten l'orsteltungen: Wochent 7 Sonnt ab 4AS U. Mein Himmelreich mit V ilm. Banky Beiprogramm fifilmeaxdiaa Am A W elboaehtxfol erlag J-b Uhr ieadmkiaei Wochent. ab 6.15 Uhr Sonnt ab 4 Uhr Kottbusscr Damm 92 Tonfilm: Oer Gfinxtling v. Schön " rnnp mit LU Dagover, Fetrovtch Programm Kukuk ittbu« Toni hrur Bein Beginn 6.13 Sonnt, 4 Uhr Exceisior Kalser-Friedr�Str. 191 Men«chm&r«eaal IVr Haaptgewin BObnr.njcchnu Sonn ab. 3 Uhr t Märchen vorstelle. Stern, Hermaxuutraöe 49 Wochent ab 6.15, Sbd. u. Sonnt ab 4 U Ueberin Scantag lieber Schatz mit Clara Bov Oer verliebte Reporter Bfihnenxchaa ■«»'»«"■ Germania-Palast Frankfurter.Allee 31 i Wochentags 6 Uhr, Sonnabd.-MbyKr, Sonntags 3 Uhr Da» Maddienxchtft(Lebende Ware) mit Margot Land. Auf der Bühne: Total mcMhogge(Lustig. Hörspiel) FL Jankermann. K. Vexpermaan, Margo Land« persön'lch Luna-Fümpalast Gr. Frankfurter Str. 121 Die Gardedlva M Agnes Esterhazy Vogelfrei mit Tom Mi* Btl; Perlen d. Musik« Oper.-Revue ComeniuS'Lichtspiclc Memelcr Straße 67 Wochent 6. SN). 5. Sonnt ab 3 Uhr Der 19. Geschworene Das rote Brandmal Concordia-Palast Andreasstraße 64 BAhnensdiao Die stärkere Macht m. F. Korlner Die Hache der Afrikanerln BQ; Gastmiel Gast t Beer Kosmos-Lichtspiele Lichtenberg. Lückstraße 70 Milchen am Krcnz m Evellne Holl Der Oranfglnrcr m Betty Balfonr Gate bfihnenxchan g�rrtertrleBs»el»«�|g Kino Busch ,Bftnnd ÄK Ah-Fnedr.chslelde SlrUiln« von Slambnl m. Trade He» erberg. F. Hörblger Palalx de Danxe � Htcriersrhönewetdl« p Elysium GuS�Sartl Hasselwerderstraße 17 Bfibnenxchao Fiflhlln�xraMdbm�nv W, Dieter te Nordost««! „Elysium* g�r1 Prenzlauer Alle« 56 S. 3 U. Jug. Vorst Der gewaltig« Ton- u. Sprech h'Irn: Atlantic W«IO«ns«« Schloßpark Film- BQhne Berliner Allee 205—210 Varietixchau Die Inxel der Verxcbollenen Unxcfaald mit Kidc V. Nagy Auf der Bühne: Reinbold Sdbflnxel perxöaUch Alhambra Bfibnea�an Müllerstraße 136, Eck« Seestrgße Die Lady von der Straße mit Lope Vele* Beiprogramm Skala-Lichtspicle. Schönhauser Allee 80 W. 6, Stg. 4J0 U. Sein berter Freund m. Harry Fiel Dia Fottrtnber von Arhaasa. f oloSSfUTTI ab 5-30 Uhr vuiuascum Stgs ab 3 � Schönhauser Allee 123 Hochverrat mit Gerda Mitsn» Bühne Hier herrscht Ordnung Pratcr-Lidilspiel-Palast Kastanienallee 7-S Bfihneasdbaa Wochentags 5�0, Sonntags 4 Uhr Die Ladv von der 8 träte mit L. Velea Pal und Patachoa alz Malier Auf der Bühne; Revue: Zwixchen Neckar o. Spree Elcktra-Palast Wiesen-, Ecke Kösliner Straße Heilige oder Dirne ml! Maria Coroa Oer loie 5 nrm Ufihnensshan Gala-Lichtbühne Usedomstr.14 Anf.6i83a S. ab 5 U. Die Liehe der Betty Fatferson Der rote Kreit ml Lva Mera Noack's Lichtspiele Brunnenstraße 16 W'ig. 5 U.. Stg 4 L Stgs. 2 U lugendv Dax Schwelgen Im Walde mit Dteterle Tarzanc neue Dscfanneelgexchldtt. „Rialto" Film u. Bühne Reinickendorfer Str. 14(am Wedditrg) Was eine Fran L Frühling Mnmf Hotfmanna ErzAblongea Bfibnenxchao „Alhambra" Badstraße SS BfihnenMh«« Giftgas mit Llssl Arna. H. Stfiwr Revue: Ihr trSnmt von naz Ballsdunieder- Liditsp. Bad Straße 16 Grote Bfihnenxchaa Dax Mldel mit der Prllxche mtf Anny Ondra Die Fr Sri«falle Humboldt-Theater Badstraße 16 BAhacnxchan Der Schwor de» Harry Adam Acht gegen Einen Kristall-Palast Prinzenallee 1—6 Zwei dankt« Aagen Die Schlange von Pari» mit Ramoa Novarru Bfibnenichan �«■■neaamv—MMeaamMxMaaanoOMoartNnmM�� ■ Ponkow B Tivoli» Pankow Berliner Stiaße 27 W. 6-30 U, Sbd. 5 30 U, Stgs, 4 U. Heilige oder Oixne mit M*ria Corda Seeleaverkäoier Bühncnschaa � MlaahftchanBäutSrß Film-Palast üL�än«. Blankenburgei Straße W. 6.30, 9 U Stg, 4.30, 6.45, 9 U. Napo'eon Lustige« Beiprogramm Juüendliche haben Zutritt _ T« 3« I B Filmpalast Tegel Bahnhofstr 2 W.6, 8'x. Stg. 4 1 1. o' j. K-a Wledcreröffnunö ■""!> Renm-'� 6 Uhr nach vo.lstä'.dige1 Renovierung bör. abend, 6 Menidbenarten«; Vater unu Sohn m. Harry Lle�- ke Pharu�-Lichtspiele Müllerstraße 112 W.ä'.U S,tg4U Stg 2U;(Ugendvorstell Ich hob' mein Herz Im Aatobox verloren Oetekür mm Udw Union-Theater Hauptstraße 3 Beg. Wtg. 8 U. Stg. 5, 7.39 Zeichen im 5: arm Dalderm Weib mit Marl« Cord« d B«rnitk«n>tior>-Ctt j Bürgergorten-Lichtsp. Hauptstraße 51 Film- a> Bfllmcnxchoa Die Arche Noch lU-Oolore» Cortello Beiprogramm Jugendliche haben Zutritt