Morgenausgab««SonnabenS V/ 21.©ejember 1929 �W> JL swß.sM° 10?,. im»or-u« z-hlix». Poftbe.ug«« M. I WF JfeftP 4ULJL I AHW-WD HL JSk � ÄX AB«°Nl»ss.nZg. I?d°»°....»W°r'. Ebent" SnuftriMl# Z7- H\ 10 Ps.nnig. Bort« übet 15 Buchstob-, Slb �ü- mb ir�"«äbl.n Iii. zwei Wort.,-rb.it-mo.k VevttnevVottsvlatt ZGWM Zientvalorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlage Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Fernsprecher: Tönbos» 292—297 Telegromm-Adr: Coiialdemokroi Verlin. In einer außerordentlichen Sitzung der Berliner Stadt- verordnetenoersammlung verlas Bürgermeister Scholtz ein Schreiben des Oberpräsidenten von Branden- bürg und Berlin, in dem der Oberpräsident der Stadt Berlin bezüglich chrer Finanzwirtschaft bestimmte Auflagen macht. Das Schreiben des Oberpräsidenten enthält folgende An- ordnungen: „Neue Aufgabe« dürfen bis zur Regulierung der kurzfristigen Verschuldung nicht übernommen werde«, auch dürfen Ausgaben nicht geleistet werde«, die sich auf solche Aufgabe« beziehen. Für den Monat Dezember 1S2S sind die dort er- mittelteu Ausgabe» für den Bedarf nach Maßgabe vor- liegender Aufstellung unbedingt innezuhalten. Ueb«rschLsse aus den Tariferhöhungen und etwaigen Steuererhöhungen sind zunächst vom Januar lS3y ab in einem besondere« Tilgungsfonds bei der preußischen Staatsbauk im Betrage von mindestens fünf Millionen Mark ein- zuzahlen. Darüber hinausgehende Ueberschüsie sind eben- falls zur Schuldeutilguug zu verwenden, es sei deuu, daß ich auf besonderen Antrag ein« Ausnahm« gestatte. Ich will«ich aber damit einverstanden er- klaren, daß über den Betrag von fünf Millionen hiuaus- Zolltarifkrise. t>er Konflikt am den Futtere erfienzoll. Bei der Beratung der ZoMarifnovelle kam es gestern im Reichstag zu einem Zwischenfall, durch den das Zuftandetcm- men des ganzen Gesetzgebungswerkes aufs schwerste gefähr- bet wurde. Ein von der Bayerischen Bolkspartei und den Bauerngruppen handschriftlich eingebrachter Antrag, den Zoll auf Futtergerste über die Regierungsvorlage hinaus auf 5 M. zu erhöhen, fand überraschenderweise Annahme, da im Hammelsprung Volksparteiler und Zentrumsabgeordnete für ihn stimmten. Das Gesetz ist jetzt für die Sozialdemo- kratie mit einer Bestimmung belastet, durch die es für sie unannehmbar wird. Ein Zerfall der Regierungspar- teien bei der Schlußabstimmung über den Zolltarif könnte aber— ganz abgesehen von der Frage, was dann mit der Zollpolitik würde— nicht ohne allgemein politische Kon- sequenzen bleiben. Gestern gelang es. die Krise zu verhüten, da über den nur handschriftlich eingebrachten Antrag heute in der Schluß- abstimmung noch einmal abgestimmt werden soll. VerHand- lungen der Fraktionsführer wurden gestern abend begonnen und dann auf heute vormittag vertagt. Eine Fraktions- sitzung des Zentrums endete damit, daß der Führung für weitere Verhandlungen freie Hand gelassen wurde. Die Mitte wird sich heute entscheiden müssen, ob sie weiter mit der Sozialdemokratie Politik machen will. Daß sie sich nach Laune und Zufall hier und dort ihre Mehrheiten sucht, geht natürlich nicht. Sie kann das billigerweise auch gar nicht verlangen!_ Mrarechie Regierung in Thüringen. Hokenkreaz, Wirlschastspartei und Landvolk. Weimar. 2<1. Dezember. Heute vormittag traten die fünf über die Regierungsbildung verhandelnden Parteien(Landvolk. Nationalsozialisten. Wirtschasts- pcrtei, Deutsche Volkspart« und Deutschnationale) zusammen. Nach der Sitzung wurde eine Erklärung ausgegeben, in der es heißt, daß die Parteien sich auf eine Regierung einigen würden, deren Au- fammenfetzung Gewähr dafür biete, daß sie auf fester Grund- läge ruhe. Der Landtag werde am 7. Januar zusammentreten. Es verlautet, daß Landvolkpartei. Wirtfchafts- partei und Nationalsozialisten die Minister stellen wellen, während die Deutsch« Volkspartei und die Deutschnationalen Staatsräte in die Regierung entsenden werden. München» erster Sü'aermeiller. Der bisherige erste Bürger. meister Scharnagl(Bayerische Volkspartei) wurd« im zweiten Wahlaang mit& Stimmen gegen 17 Stimmen, die auf den Sozial. demokroten S ch m i d entfielen, wiedergewählt. Di« Nazis enthielten sich der Stimme. Borwärts-Verlag G. m. b. H. gehende Ueberschüsie zwr Fertigstellung solcher Baute» verwendet werden, bei denen die Fertigstellung unbedingt zur Erhaltung notwendig ist, in der Erwartung, daß die Fertigstellung«ach den Grund- sähen äußerster Sparsamkeit erfolgt. Die auf Grund vorstehender Anordnung notwendige Entscheidung darüber, welche Mittel zu letzterem Zwecke freizugeben find, sowie die zur Durchführung vor- stehender Anordnung erforderliche Ueberwachnng des Fiuauzgebarens der Stadt Berlin, und zwar sowohl der Zentralverwaltungeu, wie der Bezirksverwaltunge«, übertrage ich in Vertretung des Oberbürgermeisters Ihne«. Herr Bürgermeister Schollj. und mache Ihnen diese zur besonderen Pflicht. Ueber die Durch- führung der notwendigen Kontrolle erbitte ich fort- laufend Bericht unter Darlegung des Haushaltes und der Kaffenlage. Den ersten Bericht erwarte ich am 2. Januar 1930." Abschließend stellt der Oberpräsident eine Verfügung hin- sichtlich des Ueberbrückungskredües in Aussicht und erklärt, daß er sich weitere Anordnungen wegen Abbürdung der kurz- fristfgen, insbesondere der nichtgenehmigten Schulden, aus- drücklich vorbehalte. Die Anlage enthält einen Ausgabenvoranschlag für Dezember auf Grund der städtischen Finanzverwaltung. Das neue Hannover. Das Stad'parlameni räumt auf. Hannover. 20. Dezember.(Eigenbericht.) In der Bürgervorstehersttzung kam es heute zu Auseinander- setzungen Die' sozialdemokratische Fraktion gab eine längere Er- tlärung ab gegen die Ausführung des Oberbürgermeister Dr. Meng« und forderte in einem Dringlichkeitsantrag besten Rücktritt. Die bürgerlichen Parteien tobten und schrien Berge- waltigung und verließen einschließlich der Nationalsozialisten ge- schlössen den Saal. Daraus wurde das Mißtrauensvotum gegen den Oberbürgenneister einstimmig angenommen. Bei der nachfolgenden Beratung eines sozialdemokratischen An- träges auf Bewilligung von 500 Oü» M. sür Weihnachts- b e i h i l s e n an Wohlsahrtsempsänger und Arbeitstosc kam es wiederHoll zu lebhaften Auseinandersetzungen, weil die Kommunisten sich der Geschäftsordnung nicht fügen wollten. Nach eingehender Debatte wurde aber de r sozialdemotra tische Antrag an- genommen. Auch die Kommunisten und Nationalsozialisten stimmten dafür. Borher war die Wahl der unbesoldeten Mngistratsnütglieder er- folgt. Sämtliche bürgerliche» Parteien von den Demokraten bis zu den Deutschnationalen hatten sich zu einer Fraktionsgemeinschaft zu- sammengeschlolsen, um der Sozialdemokratie den achten Sitz streitig zu machen. Bei der Wahl wurden sür den sozialdemokratische» Wlchl- Vorschlag 38 Stimmen, für den bürgerlichen 29 Stimmen abgegeben. Kommunisten und Nationalsozialisten gaben weiß« Zettel ab. Da- durch erhalten die Sozialdenrokraten sieben ehrenamtliche Senatoren und die Bürgerlichen sechs. pleiiegeier über München-Gladbach. Zahlungsschwierigkeiten des katholischen lVol'SvereinSverkagS Köln. 20. Dezember.(Eigenbericht.) ' Der Katholische Bolksvereins-Berlag in Glad- bach- Rheydt befindet sich seit längerer Zeit wieder In Zahlungsschwierigkeiten. Obwohl der Bolksverein für das Katholische Deutschland alle Möglichkeiten zur Erhaltung des Berlages und Abdeckung seiner Berpflichtungen ausgeschöpft hat, ge- long es n i ch t, die zur Sanierung des Berlages erforderlichen Mittel zusammenzubringen. Es wurde daher ein Vergleich mit den Gläubige-n beantragt. Der Verlag war in der Jnflalionszell schon cinnral in finanzielle Schwierigkeiten gerate». Damals wurde die Sanierung durch Geldmittel aus Amerika durchgeführt. kommunistcnkrawallc vor Rathäusern fanden in Stuttgart und Hannover statt. In Köln sind alle Ummge und Kund- gedungen unter freiem Himmel bis einschließlich 2 Januar verboten. Die Mllglleder der Dei'tsckmalionalen Arbellsgemeinlchalt haben zur Frage des Reverses, durch den Abgeordnete der Deutschnatio- nalcn üch jür den Fall ihres Ausscheidens aus der Reichstagsfraktio» zur Mandotsniederleaung verpflicbtet haben, eine Er- klärung abgegebn. Sie versickern darin, daß der Revers nur für den Fall des Austritts oder Ausfcklustes eines einzelnen Abgeord- ncten Geltung habe. Bei ihrem Austritt handele es üch jedoch um dl« Abspaltung einer ganzen Gruppe. Aus diesem Grunde komme eine MandatsmederkeguNg für sie nicht in Frage. Poklsibeckkomo: Verlin 37536.—.Vankkonio: Vank der Arbeiier. Angeliellicn und Veatmen. Wallftr 65. Dt B u Titc-Gel.. Teposiienkolle Lindenlir 8. Neues Preßgesetz in Wien. Das konfiszierliche Paradies wiederhergestellt. Der Nalionalrat hak die Preßgefetzvorloge in dritter Lesung angenommen. 1922 wurde das Preßgesetz der Republik Oesterreich ge- schaffen. Bundeskanzler war Schober, wie heute. Damals begrüßte er feierlich das wahrhaft freiheitliche und dabei sehr genau gefaßte und zweckmäßige Gesetz— ein Werk unseres Genossen Friedrich Austerlitz, Chefredakteur der „Arbeiter-Zeitung". Heute hat wieder eine Regierung Schober die Verschandelung dieses Gesetzes zu verant- worten. Die Novelle schließt unter dem Vorwande, R o t w e ir- d i g e s zu vollziehen, Anschläge auf die Preßfreiheit ein. Es ist notwendig, der Verwilderung einer gewissen Wiener Presse in Sachen der Beleidigungen zu begegnen, selbst dann, wenn dadurch die Schrankenlosigkeit in der Freiheit der Meinungs- äußerung beeinträchtigt wird. Aber man macht gegenüber dem verantwortlichen Redakteur eine Ausnahme zum schlechten von allgemein gültigen Rechtsgrundsätzen; wenn bei ihm strafbare HaiMungen zusammentreffen, gilt nicht das allgemeine Recht,„daß die im Gesetz bestimmte höchste Strafe nie überschritten werden darf", sondern„daß die Summe der Geldstrafen die höchste im Gesetz angedrohte Strafe über- steigen darf". Die Höchststrafe wird auf 250!) Schilling erhöht. Dabei wird durch Verweisung aller Ehrcnbcleidi- gungen vor das Bezirksgericht das Klagen ungemein erleich- tert. Geistiger Vater der Novelle ist der christlich-soziale Dr. Kienböck: gerade ihm ist die Arbeiterpreffc durch Aufdeckung von allerhand dunklen Affären verhaßt und darum ist das ganze Gesetz von Gehässigkeit erfüllt. E'nä Strafbestlmmung gegen Kreditschädig u.ng wird den Banken zuliebe, die soviel zu verbergen haben, erlassen. Den Klerikalen zuliebe wird ein Schmutz- und Schund- Paragraph eingeführt, um ihn gegen Kunst und Wissenschaft gebrauchen zu, können. Die Aufhebung der Zuständigkeit der Ge- schworenen für strafbare Handlungen, die durch Druck begangen werden, ist im Ausschuß hineingeschmuggelt worden, obwohl sie, außer in die Verfasiunq, höchstens in eine Straf- Prozeßordnung gehört, aber gewiß nicht in das Vreßgesiktz! Weltbekannt war die aliösterreichische K o n? i s- kationspraxis. Der Staatsanwalt, in kleinen Städten der Bezirkshauptmann, konnten jede Zeitung beschlagnahmen. Das Gericht bestätigte so aut wie ausnahmslos die Konfis- kation: in den seltenen Fällen, daß sie auf Einspruch der Redaktion aufgehoben wurde, mußte der Staat der Zeitung den Schaden ersetzen. In politisch erregten Zeiten nahm das Konfiszieren so überhand, daß die Notwehr aufkam, die de- schlagnahmien Artikel im Parlament als Interpellation ein- zubringen, nur zu dem Zweck, sie dann als Bestandteil der Parlamentsoerhandlungen doch abzudrucken. Die ichmere Schädigung der Zeitung durch das Wegtragen ihrer Auflage konnte dadurch nicht wieder gutgemacht werden. Das Preßgesetz von 1922 hatte dem schrankenlosen Konfiszieren ein Ende geinacht. Seither war die„vor- läufiqe" Beschlagnahme beschränkt auf versuchte Beeinflussung der Rechtsprechung, auf Vergehen gegen die öffentliche Sitt- lichkeit und auf den Fall, daß das Druckwerk„zu einem Per- brechen auffordert und die dringende Gefahr besteht, daß die Verbreitung des Druckwerkes die Verubung� des Verbrechens unmittelbar zur Folge haben könnte". Auf jede Konfiskation mußte die Anklage vor dem(echten) Schwurgericht folgen — sonst mußte der Staat den Schaden ersetzen. Nun wlrd das Konfiszieren wieder ermöglicht, nur muß der Staats- anwalt dazu die Erlaubnis des Untersuch ungsrich- t e r s haben. Dazu wird verfügt, daß dem Staatsanwalt ein Untersuchungsrichter immer zur Hand steht, alle vierund- zwanzig Stunden des Tages: und so kann sich das Konfiszie- ren des Staatsanwalts ungehemmt entfalten. Wenn er die Zeitung konfiszieren will, die zu konfiszieren das Gesetz ihm verwehrt, so winkt er einfach dem Untersuchungsrichter: der versieht das Blankett mit Stempel und Unterschrift und die„gerichtliche" Beschlagnahme ist fertig. So ist der Staats- anwalt natürlich in der Lage, jede Zeitung, von der er b e- h a u p t e t, daß darin eine„strafbare Handlung" begangen worden ist, mit Beschlag zu belegen: also die Zeitungen nach seiner Willkür zu konfiszieren. Indem das Gesetz sür die Presse die Schwurgerichte abschafft, führt sie die Wahrschehl- lichkeit herbei, daß der verantwortliche Redakteur im vorge- schriebenen Strafprozeß verurteilt wird, und die Sicherheit, daß die Konfiskation nicht aufgehoben, die Zeitung für ihren Schaden nicht entschädigt wird. Die Zeitun- gen werden fortan nicht bloß konfisziert, sondern ihre Redak- teure werden überdies eingesperrt werden! Das bedeutet in Wahrheit die Aufhebung �der Schwurgerichte, und deshalb waren sie auch so hinter dieser Aufhebung her! Man wendet ein. daß die Aufhebung der Geschworenen- gerichte für die Prelle nur drei Delikte treffe: Religions- delikte. öffentliche Unsittlichkeit, Ausstreuung beunruhigender Gerüchte, daß aber die andern politischen Delikte, da sie wegen ihres Charakters den Schwurgerichten ver- Das Berliner Sofortprogramm. Bürgermeister Scholh mit der Lteberwachung beauftragt. bleiben, vor die Geschworenen auch kommen, wenn sie durch Druckschr.sten begangen werden. Aver man kann schon mit freien paar Delikten, d.e alle vor fre Schöffen g-r.ch.e kommen, fre halbe Preßfreih«it erwürgen: wenn der Staats- anwalt Konfiskationen wegen dieser Delikte nicht mehr vor den Geschworenen?;u rechtfertigen hat, kann er jedes frei- finnige Wort über Religion, jedes tapfere Wort gegen Sitt- lichkeitsheuchelei, jede politi che Information, die den Herr- schenden gerade unbequem ist. mit der Konfiskation bestrafen. Alle Beleidigungen, auch die ausgesprochen p o l i- tischen, kommen vor das Bezirksgericht, selbstverständlich kann man jeden politischen Angriff als eine Beleidigung verklagen. Der llnioerfalparagraph für Konfiskationen way'der 8 3l)0 Strafgesetz: Wer durch Schmähungen, Berspoltongen, unwahr«, Angaben oder Entstellungen von Tatsachen die Anordnungen odess Entschei- düngen der Behörden herabzuwürdigen oder auf solch« D�ise andere zum Hasse oder zur Verachtung gegen Staats- oder Gemeinde- bthsrdsn oder gegen einzeln« Organe der Regierung in Beziehung auf ihre Amtsführung aufzureizen sucht. Das kann man bei gutem Willen irgendwie von sedem Zeitungsartikel behaupten. Der Staatsanwalt, der sich jetzt. well er wegen politischer Delikte zum Geschworenengericht zu gehen hatte, doch noch eine gewisse Reserve auferlegen mußte. wird nach Herzenslust konfiszieren können. Die Anwendung des neuen Gesetzes wird zeigen, ob Recht oder— Heimwehrungeist in der Republik Oesterreich regiert!', Rumänien reformiert auch. vutarest. 20. Dezember. Justizminister Iunian hat der Kammer den neue, Preßgesetz- entwurf vorgelegt, der strenge Bestimmungen enthSt. Es sollen z. B. besonder» für Beleidigung und Verleumdung Haussuchungen bei verdächtigen Redakteuren vorgenommen wcitden können, um die Urheberschaft eines Artikels festzustellen. Schweidniher Urteil am Montag. Wüste Reden der Verte dlger. Qreslau. 20. Dezember. sEigenbericht.) Die Reden der Verteidigung im Nationalsozialisten- Prozeß in Schweidnitz dürften an gehässigen Angrissen alles in den Schotten stellen, was man auf diesem Gebiete b.sher erlebt hat. Dr. Frank-München findet, daß die Anklage restlos zusammen- gebrochen sei und sordert von dem vorher niederträchtig angepöbelleii Vertreter der Staatsregierung sofortige Aufhebung des Ortsvereins- Verbots, dos wegen Landfriedensbruchs erfolgt war. Die Genossen B rutsch, der Führer des Schweidnitzer Reichsbanners, und Partei- fekretär Hoppe mußten sich indirekr den Doqourf des Meineides gefallen lasten. In der Beweisführung der Verteidigung wurden die National- sozialisten zu einem h a r m l o s» n V e r e i n. der sich mit neudeut- scheu Plänen beschästigt, während die Reichsbonnerleute selbstoer- stündlich die schwärzesten Teufel stnd. 1LZ Todesopfer aus den Reihen der Nationalsozialisten soll ihr« marxistische Movdfucht bisher ge- fordert haben und 1000 Jahre G-sängnis haben die harmlosen Natwnaljozialisten von der versolxungswütlgen Republik erdulden muffen. Di« strittig« Versammlung wurde zu„einer bewußten An- gxiffshandlung der SPD.- und die Behauptung Wendemuths, sich geistig Mit den Natianalsozialiste» befassen zu vollen, nannte Dr. Frank absurd. Zum Ende folgerte er, Hoppe und Vratsch hauen die Versammlung schon außer Kraft gesetzt gehabt, daher könne ihre Störung gar nicht voriliege«. Der Mitvexteidiger Dr. G« i s l e r redet« noch um eln« Nuance schärfer. Die A n k l a g« s ch r i f t wäre mit blühender Phon- tasi« zusammengestellt und ihr Verfasser sei geeignet, Jugendbücher für den Weihnachtstisch zu schreiben. Mit hohem Idealismus zahlen die Nationalsozialisten aus Erwerbslosen-llnter- ftützungs Mitteln ihre Lastaulasahrten, nur um ihr« Redner vor den Marxistischen Angriffen zu schützen. Das Gericht soll« sich bei der Urteilsfindung nicht von den Sudeleien der Preste deirren lasten. Dr. Frank schwächte diese Angriffe ab. indem er„lediglich die jüdisch-marxistffche Presse" gemeint wistcn will. Lebhaft e»widern die Staatsanwälte. Die Anklage auf Land- friedensbruch ist nur zustandegekommen, weil die Waldenburger An- oeklagten ihren Richllinien entsprechend bei der polizeilichen Lernehmunggelogen hätten. Der Verteidiger Dr. G e i» l« r stellte ausdrücklich fest, daß diese Lügen den Angeklagten erlaubt seien. In wüsten Schimpfereien aus die Prestehure und aus den„iun> gen, verbitterten, bezahllen Sozialdemokraten Hoppe" erschöpften sich die Schlußworte einiger Angeklagter. Ein s ch w a che r P r o t e st des Borsitzenden tarn» die Helden tn ihrem Kroslmeiertum nicht erschüttern und die Verteidigung nicht zur Mäßigung brin- gen. Für jeden denkenden Menschen haben st« sich und die Sache, die sie vertreten, noch einmal selbst gekennzeichnet. Das Urteil wird am Montag gesprochen werden. Llebernatwnalismus. Hetze ia pole« gegen Dölkerverstäadignag. Di« nationalistisch« Sturmflutwell«. die der Weltkrieg erzeugt pnd die Nachkriegspolitik der meisten Staaten immer wieder belobt hat, ist noch lange nicht im Verebben. Im allgemeinen finden Reaktion und Nationalismus sich auf derselben Seite, und die Bor- kümpser des Fortschritts durch Ueberwindung der Haßprapaganda, die Wortführer der Völkerverständigung, sind die Objette wüster .Hetze. Das muß jetzt auch der polnisch-sozialistisch« Abgeordnete Dr. Eiolkosz erfahren, von dem wir berichtet haben, daß er in einem Vortrag vor oölkerbundfreundlichen Berliner Studenten bei Besprechung des polnischen Korridors durch Ostdeutschland gemeint hat. es wäre vielleicht bester gewesen, wenn man Polen den Zu- gang zum Meer gesichert härte, ohne ihn, das jetzige Korridorgebiet einzuverleiben. Deshr/b wird Eiolkosz und die ganze Sozialistische Partei von der polnischen Nationalistenpreste geradezu des Landesverrats be- schuldigt. Es soll also Schädigung eines Volkes fem. wenn einer seiner Angehörigen lagt, im Interesse des guten Devhälmistes zu seinem Nachbarn wäre seinerzeit eine andere Grenzziehung vielleicht bester gewesen. Kann denn irgendein vernünst'ger Pole sich verhehlen, was die ganz« Welt längst eingesehen hat und was von den Machern dieser Grenzziehung zweckbewußt gewollt war— daß dieser Korridor das Haupthindermz deutsch-polmfcher Freund- schaff ist?! Um jedoch die A n g st der Angreifer unseres Genossen, aus der ihre Hetze neben älterer Feindseligkeit gegen den Sozialismus snt- springt, zu beschwichtigen, sei ergänzend mitgeteilt, daß Eiolkosz in dem gleichen Vortrag auch betont hat, k«ine polnische Partei l nke an eine Aenderung dir Grenz«. Angriff auf Br Oer Außenminister gegen Paris, 20. Dezember.(Eigenbericht.) Die außenpolitische Debatte«m Senat führte zu verschiedenen recht lebhaften Zusammenstößen zwischen Außen- minister Briand und der nationalistischen Fronde. Briand iedock> wußte sich energisch zur Wehr zu setzen und protestierte vor allem dagegen, daß ständig die Außenpolitik zu parteidemagogischcn Manövern mißbraucht werde. Der Senator Lemery begann die Interpellationsdcbaite mit der skeptischen Erklärung, er hoffe kaum von Briand heute mehr heranszubekommen, als«ine neue eindrucksvolle Kundgebung'seiner Friedensliebe. Trotzdem wolle er seine Sorgen vor dcm Oberhaus nicht verbergen. Frankreich Habs kein legales Mittel in der Hand, um zu wissen, was in der entmilitarisierten Rheinlandzon« geschehe. Es Hobe auch kein« wirksam« Kontrollmöglichkeit. In dielem Punkte habe Bnand die Sicherheit Frankreichs gefährdet und den Frieden selbst bedroht. Nicht daß er Briand? Patriotismus bezweifeln wolle. aber Briands diplomatische Methoden flößten ihm die größte Bc- sorgnis«in. Briand baue auf den guten Willen Deutsch- l a n d s. wie das Beispiel des Poung-Planes und der Saarver. Handlungen zeige. Doch mit dieser Mystik schwäche er Frankreichs Berteidigungsmittel. Zum Schluß betont? Lemery noch enmal, daß er nicht gegen die Räumung des Rheii'/andes, sondern aus- schließlich gegen den Mangel jeder Kontrolle in der Rheinlandzone protestiere. Briand verwahrte sich in seiner Antwort zunächst dagegen, daß er in den Verhandlungen mit Deutschland irgend etwas ohne Not preisgegeben habe Er habe sich in, Gegenteil bemüht, die Lücken de» Der» sa Itter Vertrages auszufüllen. Durch den L o c a r n o- Vertrag habe er das fehlende Sichercheitsdeurfnls der Alliierten zur Verteidigung der Rheinlandgrenzen ersetzt. Selbst E! e m« n- ceau hat erTärt. wenn dieses Bündnis nicht zustonds komme, bleibe vom Dersaillec Vertrag nicht» mehr übrig Dazu habe er. Briand, erreicht, daß das Rheinland unter die Völker- bundskontroll« gestellt werde.«Seltst der General V a r a t i e r, Vorsitzender osr Jntsralliiertm Militärkontrollkom- Mission, Hab? erklärt, daß es unmöglich gewesen wäre, mehr zu erreichen. Was habe man schließlich mit der M litärkoniroll- kommission in Berlin ausgerichtet? fragte Briand dann. Deutsch- land Hobe doch Festungswerke auf viele Kilometer Länge an der polnischen Grenze bauen können. Auch mit Zwangsmaßnahmen fei auf die Dauer einem äy-Millionen-Volk gegenüber nichts zu. er- reichen. Es sei unmöglich, den Frieden unter den Völkern ohne ver. trauen und Versöhnung zu sichern. Er frage sich daher, ob der besorgte Interpellant nicht etwa nur den Wunsch habe, snn« Sorge ewig behalten zu können und ach nur etwa nicht be- ruhigen zu lasten. Wogegen er aber mit aller Macht protestleren müsse, das fei dos Mißtrauen, daß die Außenpolitik zu einem Spielboll der Varteien gemacht werde. Hier gingen Grenzen. die nicht überschritten werden dürfen. Er wünsch«, daß endlich einmal jene Polemiken aufhörten, die ihm des Illusionismus und der Letchtfert'gkeck beschuldigten Auch.das Spiel.müsse.aufhören daß moa ihm immer gegen d.e übrige Regierung auszuspielen suche. Die- fronzSsisch« Regierung gehe mit der Hoffnung nach dem Haag, den Poung»Plan zur. Annahme zu bringen.. Weder im Haag noch später in London werde die Sicherheit odcr der Friede kompromittiert werden. Er glaube, so'chloß Briand, niemand könne das Recht beanspruchen. ihn für einen Feind des eigenen Landes anzusehen, wenn er den Frieden wünsche. Er glaub« im Gegenteil, daß«r optimistisch sein dürfe, wenn er die Haltung Frankreichs in der Welt als Friedens- macht ins Auge faste. Nach Briand ergriff der ehemalige Präsident der Republik Millerand, der kürzlich die lapidare Formel geprägt hat. daß Briand unter der Fahne des Friedens direkt in einen neuen Krieg h i n« i n st e u e r«, das Wort, um sofort zu erklären. Briand fühte eine gefähi-liche Außenpolitik. Sein schlimmster Fehler sei gewesen,»ine unterschiedliche Behandlung für dl« Sicherung der deutschen Ost- und West grenz« zuzulasten. Genau so gefährlich seien die verfrühten Soorverhand- lungen. Briand vertrau« einem Deutschland, besten Minister beinah« täglich die Zerstörung des Dersoiller Vertrages fordern. Seine Außenpolitik sei daher unbedingt zu verwerfen. Sofort protestierte Briand. Cr habe die Locarnp-Verträg« i m engsten Einvernehmen mit Polen abgeschlosten. Schon Die Eklarek-Llniersuchung. Aetz-rksbörgermeiffer vor dem Ausschuß. Der SNarek-Unterfuchungsausschuß des Preußischen Sondtages hielt am Freitag seine letzte Sitzung vor den Weih- nachtsferien ab. Vernommen wurden«in« Anzahl Bezirks» bürgermeister, teils solche, die iw Verwaltungsrat der Stadtbank gesesten haben, teils solche, die Beschwerden über die Sklorekschen Lieferungen geführt hotten. Dabei sogt« insbesondere Bürger- meister Augustia aus, daß bei allen diesen Beschwerden sofort Stadtamtmann Sakolofski in Tätigkeit getreten sei, um die An- gelegenheit gütlich beizulegen. Al» er das einmal abgelehnt habe, habe Herr Stadtrat Dcgner ihn angerufen und ec sucht, doch keine Schmie: igkeilep zu machen.- Er habe sich schon damals sehr gewundert, wie dieser besoldet« kam- munistische Stadtrat aus einem anderen Bezirk zu einer solchen Intervention komme, an der«r sachlich gar nicht beteiligt gewesen sei. Aetznlich sagten die Bürgermeister Dos lein und Reich- Helm aus. Bürgermeistsr Dr. Herz hat vor Iahren vertraulich cm die Vereinigung der Berliner Bezirksbürgermeister zu Händen von Bürgermeister Augustin geschrieben, daß man Wege suchen müsse, von der Alleinbelieferung durch dl« Sklareks loszukommen. von diesem vertraulichen Schritt erfuhr Stadtrat Säbel und hat daun deswegen die Bürgermeistär Dr. herz und Leid gerüffelt. Am Nachmittag erstattete Abgeordneter Koenneck« wiederum Bericht aus den Akten, und zwar über den Prozeß Nooarra und über die Akten der Finanzabteilung ll, die seit der Stabilisterung immer auf schleunigsten Abbau der KP®, drängt. Nach dem Vortrag zeigt Oberregierung-rat Tapolsti dem Ausschuß einige auf Grund seiner Feststellungen gezeichnete Kurven über da, Perhältni» von wirklichen und gefälschten Rechnungen. iand im Senat. systematisches Mißtrauen. der Versailler Vertrag habe einen Unterschied zwischen den beiden Grenzen Deutschlands gemacht. Auf jeden Fall aber habe Frankreich keine Politik des Egoirmus getrieben. Aus keinen Fall habe es Polen aufgegeben, denn es habe Deutschland zu der Verpflichtung getrieben, Polen nicht mit Gewalt anzugreifen. Was die Saar- Politik angehe, so habe er hier in vollem Einverständnis mit Poincarä gehandelt. Die Volksabstimmung sei keineswegs endgültig aufgegeben. Die augenblicklichen Verhandlungen drehten sich nur darum, zu w'sten, welche Vorteile Frankreich aus der Ausgabe des Saarpsandes erhalten könne. Die Verhandlungen selbst hätte» nicht abgelehnt werden können. Schon um der guten Nachbar- s ch a f t willen. Er habe nochmals die Pflicht, wiederHolle Briand zum Schluß. dagegen zu protestieren, die Verteidigung der Interessen Frankreichs fei ungenügend. Di« Außenpolitik einer Negierung in der P e r s o n des Außenministers zu bekämpfen sei ein« traü'rige Taktik. Di« Regierung sei mit ihm vollkommen solidarisch. Sie werde solidarisch die Haager Vereinbarungen vorlegen und dann könne das Parlament dieselben annehmen oder ablehnen. Es entspann sich dann noch ein« heiße Debatte über die Fastimg des Vertrauensvotums, mit dem die Diskussion abgeschlolley werden sollte. Ein von dem Interpellnnien selbst eingebrachter An- trag, der allerdings zur' Tagesordnung übergeht, ohne der Regierung das Vertrauen auszusprechen, wurde mit 267 gegen 8 Stimmen abgelehnt. Das Vertrauensvotum dagegen, daß die Politik d«r internationalen Verstöndigunci, die Politik der Verti-äae von Locarna und Kellogg-Paktes ausdrücklich billigt, wird mit 263 gegen 2 Stimmen angenommen.(Do der Senat 314 Mitalie�er-äbff, haben stch rund 60 Senatoren der Stimme enthalten, Radikale und Sozialisten, die nicht indirekt der Regierung Tardieu das Vertrauen aussprechen wollten. Red. d.„V.".) Vorstoß auch in der Kammer bevorstehend. Paris. 20. Dezember.(Eigenbericht.) Die Geschäftsordnungskommission der sran- zösischen Kammer hat dcm Drängen des reaktionären Flügels nachgegeben und di« Diskussion des Auswärtig em Budgets für kommende Woche angesetzt,, um den Nationalisten nochmals Gelegenhell zu geben, Briand vor Beginn der Haager Schlußkonserenz einem neuen peinlichen Verhör zn unterziehen. Die Kammer wird nach Erledigung des Gesetzentwurses' über die Verlegung des Budgetjahres am Montag mit der äüßenpokitifchen Diskussion beginnen. Obwohl die Reaktionären einen heftigen Generalangriff gegen die Briandsche Politik vorbereiten. scheint indessen eine Weihnachtskrise wenig wahr. s ch e i n l i ch. Zwischen Tardieu und der Opposition fft inzwischen eine gewisse Entspannung eingetreten, seitdem Tardieu selbll der Linken einige ostentative Verbeugungen gemacht und in den Wandelgängen der Kammer keinen Zweifel darüber gekästelt hat. daß er stch in allen Fragen mit der AußenpoNttk Briand identifiziere. In den hiesigen politischen Kreisen hall man es daher für wahrscheinllch. daß die Radikalsozialen sich zu keiner Angriffs gemein schaff mll der Reaktion hergeben und eilten zu ungelegener Zeis kommenden Sturz des Kabinett», d« auch den Pcnlng-Plan a/iif» treue hitmuszögern würde, oerhinderit werden, llm so meßr. äft v o r devt ZusammenMsi des sozialistischen ävßerordMlichen P'ä r t'e'tll a g e s im Januar, der über die' Regierungsbeteiligung entscheiden soll, die Bildung eines rewen Links» kabinetts nicht möglich ist.- Briand hält am 3 Januar fest. Parts- 20. Dezember.(Eigenbericht.) Dar Außenminister Briand hatte am Freitag vormittag ein« Unterredung mll dem deutschen Botschafter o. Hoesch, die. dem Datum der Eröffnung der zwellen Haager Konferenz zur Annahme des Pomig-Plane« galt. Briand hatte bereits in London und Brüssel offiziell mitteilen losten, daß er in Ueberein» st i m m u n g mll den Wünschen Deutschlands an der Bei- behallung des 3. Januar als Termin des Zusammentrittes der Haager Schlußkonserenz festhalt«. Das deutsch-britische Liquidat'onsabkommen. Die offiziöse Reut er-Agentur bestätigt, daß in der Liquidationsfrage zwischen der deutschen und der englischen Regie- rung ein U eb e re i n t o mm e n erzielt worden sei. Die Unter- zeichnung wird für die nächst« Woche erwartet. Insgesamt hatten die Sklareks etwa 5 Millionen wirklich« Forde- rungen und 21 Millionen fingierte Forderungen bei der Stadtbank eingereicht, von welch letz'eren über 10 Millionen wieder durch sin- gierte Einzahlungen der Bezirksämter abgedeckt worden sind. Die singierten Rechnungen laufen seit dem Jahre lS2S. haben aber seit 1927 erst den riesenhaften Umfang angenommen. Der Ausschuß vertagt« sein« weiteren Arbriten bis zum 13. Äinuar. Volksenifcheid im Neichs�ag. Bequeme Abstim nuug öer Hui'enderg-�euie. Um den Hugenherg-Leuten im Reichstag die Beteiligung an ihrem „Volksentscheid" möglichst zu erleichtern, wird in der S'tzung am Sonntagmorgen 0.06 Uhr ein Saal des Reich-togegebäudes als Ab- stimmungslokal zur Verfügung gestellt. Sie erhallen Stimmschei..«. um fern von ihrem Wohnort wählen zu können. Der Wvhlyo. stand wird aus Abgeordneten verschiedener Parteien bestehen. Schw-rzweihrol bri Schulfestea. Vor einiger Zell ordnete die Regierung in Schleswig, Abteilung für Kirchen und Schulwesen, an, daß schwar�weißrot« Fahnen, auch überl'eferte Schulfahnen in dieser Zusammenstellung, bei Schulumzügen anläßlich von Schulfesten, nicht mitgeführt werden dürften.. Ein deuffchnotionaler LanUagcabgeord- netqr bpt das. Staatsministerium, in einer Kleinen Anfrage um Aus- tunfi. ob es diesen Erlaß der Regierung in Schleswig dilllge. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mllteilt, wird diese Frage vom' preußis-yen Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung bejaht unter dem ausdrücklichen Hinweis darauf, daß die o.e r f a f s u n g s- mäßigenReichsfarbendie Farben schwor zrotgold sind. Der neue Oberbürnermeifler von Wuppcrskadt. In der Stadt- verordnetensitzung von Barmen-Elberfeld wurde der bi-berige Oberbürgermeister von Barmen, Dr. Hartmann,- zum Oberbürger- meister der neuen Wupperstadt mll 39 von 70 Stimmen gewählt. Pundesinnenminifter Schumy, den die Heimwehr ausgeschlossen hat. ist nicht christlichsozial, sondern Landbündler. Beschlüsse des Neichsrats. Aus.teferung-aeieh.— ZZeamtenverireiorgeu� Der Reichsrat genehmigte in seiner öffentlichen Doltsitzung am Donnerstag endgültig das A u s l i e f e r u n g-s g e I e tz nach den Be- schiüssen des Reichstags und erklärt« sich mit deh vom Reichstag be- schlössen«» Abänderung des Gesetzes üb«r die Enrichädigung der Reichsta gs mi tgl iader einverstanden.- Ferner wurd-e verabschiedet das Gesetz über Beamten- Vertretungen, das dem Reichsrat schon seit längerer Zeit vorliegt In den Ausschüssen haben drei Lesungen stattgesunden. Entgegen der. Regierungsvorlage haben die Ausschüsse beschlcssen, daß die Bildung von chauplbeamten- Ausschüssen nur' für Rerchsbeamte obligatorisch, kür Länder, und Gemcindsb samte aber nur sakultatio entsprechend dem Ermessen der Landesregierungen gelten sollt«. Weiter haben die Ausschüsse den Barographen gestrichen, der«nen Kündigungsschutz der auf Wider. ruf angestellten Beamten der Gemeinden und Gemeindeverbände eru hielt. Während nach der Regierungsvorlage die Regierung all- gemein mit der Ausführung der Borlage bsaujlragt rruriw. soll sie nach den Aueschußbeschlüsien nur ermächtigt werden, ollgemeine Aiissührungsbesliminungen mit Ausrimmung des Reichsrars zu er- lassen. Namens der Reichsrsgierung beantragte Staatssekretär Zweigert, die Bestimn-ung über die obligatorisch« Einführung von Haup.deamten-Ausschüssen auch für die Länder und Gemeinden mieder herzustellen. Dieser Antrag wurde mit 33 gegen 32 Stimmen abgelehnt, ebenso ein weiterer Antrag der Regierung, den Kündigungsschutz für Kommunalbeamte wieder herzustellen, wobei das' Stimmenverhältnis dos gleiche war. Angenommen wurde dagegen mit 33 gegen 30 Stimmen ein Antrag Hamburgs, die Ausnahmebestimmungen für Polizeibeamte und Beamte der Landjägerei zu streichen Die Reichsregierung erklärte, daß sie sich in den be- treffenden Punkten eine Doppeloorlage vorbehalte. In der Eesamtabstimmung wurde die Vorlage mit Mehrheit nach den Ausschußbeschlüssen mit Ausnahme des erwähnten Punktes ange- nommen,— Bayern stimmte dagegen. Nach dem Kieler Prozeß. plelsthkaiiis will sich rechlferligen. E ne Zuschrift aus dem Gefängnis. Aus dem Untersuchungsgefängnis I n st e r b u r g sendet uns Hyronimus P l e t s ch k ai t i s eine Zuschrift, in der er stch energisch gegen die in der litauisch-sozialrstischen Emigration wehr- fach aufgestellte Behauptung wendet, wonach er. in Verbindung mit Aertrauensmännern von Woldemaras gestanden und von ihnen Austrage erhalten hätte. Weiter erklärt.er, daß er mt der terroristischen Tätigkeit in Litauen keinerlei Beziehungen gehabt habe und daß sein Name in Zusammenhang damit mißbräuchlich genannt worden sei. Pletschkaitis fügt hinzu, daß er sich in Zukunft jeder politischen Tätigkeit außerhalb Li'aucns enthalten und nur noch für seine Rehabilitierung gegenüber den erwähnten An- i Huldigungen kämpfen werde. ;r. Wir haben uns den Vorwurf der Spitzeltätigkeit, der gegen Pletschkaitis. erhoben wird, nicht zu eigen gemacht,, vielmehr haben wir eingeheiche Darlegungen, die uns au» den Kreisen der- sozial- b.makratischen Emigranten zugegangen waren.» nicht odgedrucki mit Rücksicht aus die, besondere Lage des Angeschgldigtep..peber- hckUpt halte«, vfa.ü, ichwsbenden Strasoersahren» ab�u.p-arten., endgültiges Urteil über die zumindest recht ulÄür«n"Zufamm«n>' h-inge des Falles Pletschkaitis bilde. Es liegt übrigens nicht nur im Interesse der fünf Angeklagten, sondern auch im algeme inpolitischen Interesse, daß der Proz-'ß endlich stattfiiche, denn die Festnahme an der ostpreußisch. litauischen Grenze liegt schon über drei Monate zurück. Die Ber- Handlung, war bereits für die zweit« Novemberhälft« angekündigt worden, wurde aber aus unbestimmte Zeit verschoben. Es ist Pflicht der Justizbehörden, dafür zu sorgen, daß diese Wartezeit nicht unnötig verlängert wird, zumal es sich um Angeschuldigte handelt, die in Untersuchungshast sitzen.. I KriegSminister Groener:-Meine Herren Abg-ordneien, hier habey Sie die von mir verheißene restlose Aufklärung der Kieler Munitionsschiebung!� NeuerVorstoß gegen I. H. Thomas Abgewehrt trotz Llnterstühung durch die„Schottischen Rebellen". London. 20. Dezember. lEigenbericht.) Das Unterhaus erörterte am Freitag neuerdings die von Tbomas eingeleitete Politik der Arbeitsbeschaffung, wobei ein konzentrischer Angriff aus den Minister von seilen des konservativen Führers Valdwin. des liberalen Führers., Lloyd George und des radikalen schottischen Arbeiterführers whcalley eriolgte. Thomas umriß in Beantwortung der Angriffe neuerlich seine bekannten Pläne zur Arbeitslie schassung und betonte, daß er alles tue. um solch« Arbeiten aus öffentlichen Mitteln zu fördern, die eine dauernde Produktivität der britischen Wirtschast mit sich brächten. Der Debatte lag der weiter« Antrag aus Herabsetzung des Gehalts de» Ministers zugrunde. Bei der Abstimmung erziell« die Regierung 220 Stimmen, die Gegner der Regierung 140 Stimmen. -Oailp Aerald" droht mit Neuwahlen In ein«. Wychlgung des Ergebmsses der Abstimmung von Donnerstag nacht stellt der„Daist) Herald" fest, der Lorgang Habs bewiesen, daß die Arbeiterregierung im Parlament dank der Disziplin der Fraktion die vereinigt« Opposiiion zu schlagen vermocht«.,.Lloyd Georges � v e r a n t w or tu n g slo se s Perhaiten werde jedoch unter Umständen, dazu.führen, daß es viel früher zu Neuwahlen kommen- werde, als nötig, sei./ Das Neujahksmotto-für die Arbeiterpartei lautet, zu neuen Wahlen zu rüsten. Sokolnitoff beim Prinzen von Wales. :. London, 20. Dezember.(Eigenbericht.) Der russische Botschafter Sokolnitoff überreichte am Freitag dem Prinzen von Wales, der in Stellvertretung des Königs fungierte, sein Beglaubigung? j.ch reiben. Der russische Botschafter begab stch hieraus nach dcM Außenamt, wo der Aus- tausch der.auf die bei der s e iti ge�.P r op a ga»da t äti gk ei t S�ÜWchM"Mckit e«>"stSilsand.'Die'-PröpÄKakchaklauseln schüeßen i ch e n�' Rote» zum Änsdruck kam.'.— � Der Fatt Elisabeth Bergner Starwirifchafi an Berliner Theatern. Neue Ausireibung von Armeniern« Aus Anatolien nach Syrien verjagt. In den Tagen, wo der stellvertretend« Außenminister Sowjet» rußlands, Karachan. sich in Angora mit den türkischen Paschas, Henkern seiner Stommesgenossen(er ist armenischer Abstammung) und lintersochern türkischer Arbeiter verbrüdert und ein neues Zeug. „ig von der Sowjetlieb« zur Kemaldittatur ablegt, werden neue Tausend« von Armeniern aus Anatolien gewaltsam ver- trieben. Die heutigen Nachfolger Enoer und Taiaal Paschas scheinen unzufrieden zu sein, daß nach der staatlich organisierten Massenabschlachtung von 1 Million Armenier in den Iahren 1015 und 1016 Uebcrreste ihrer Stammesgenossen in Türkisch-Armenien übriggeblieben sind. Da nun einmal die Kemal und Ismet..zioili- sierler" sind als ihre Vorgänger, so begnügen sie sich damit, daß sie in diesen kalten Winterlagen ihre armenischen„Staatsangehörigen", vorwiegend Frauen, Kinder und Greise, lebend zur syrischen Grenze treiben. Dabei vergessen sie freilich nicht, ihren neuen Opfern im voraus alles wcgzunohmen. Es muß um jeden Preis, schreiben lürkischc Blätter. Anatolien gesäubert, türkisicrt werden. Die durch den modernisierten türkischen Stach. gewaltsam aus- gew'e'enen Armenier sind zumeist aus den Gegenden Kharbch und gewiesenen Armenier sind zumeist aus den Gegenden Kharpch und wancn der Flüchtlinge angekommen. Sie befinden sich in äußerst elendem Zustand. Ihre Stammesgenasion dort wn zwar ihr Mög- li-bes, um die traurige Lag« der Flüchtlinge einigermaßen zu lindern, da sie sich aber selber als Flüchtlinge von gestern in nicht viel besseren Umständen befinden, so kann bcgrelflichermeise ihre Beihilfe nur ein« geringe sein. Es ist demnach am Platze, daß die Flucht- lingskom Mission des Völkerbundes sowie die franzü- fische Mondatarmacht Syriens die notwendige ilcherstüßungsaktion >ck leunigst organisieren. Viel zweckmäßiger wäre es freilich, den Flu" tlingen in Sowjel-Armenlen Unterkunft zu schaffen, zumal dies a"ch ihr Wunsch ist. Die traurig« Erfahrung tuz der jüngsten Zeit bat sedoch gelehrt, daß in dieser Frage der Völkerbund sow'e der Sowj-lstaat in gleichem Maße oersagt haben. Das Nausen- Programm, durch di« materielle Unterstützung des Völkerbundes 15 000 bis 20 000 armenischen Flüchtlingen in der Ararat-Ebene eine LabensmägLchkeit zu schaffen, scheiterte an dem Widerstände Moskaus und der Westmächte. Die Karachan und Ruschdi. die an ihren»anketten die Freundschaft beider Nachbarländer zueln- ander beteuern, könnten dem armenischen Dolk«-in neues Unglück ersparen.'Aber das Schicksal der Armenier interessicri die kema- listische und sowsetistische Staalskunft am wenigsten. Die gemein- sam« Unterdrückung der Armenier stellt vielmehr den Kitt zwischen den beiden Staaten dar. Die Schauspielerin Elisabeth Bergner ist ihrem Direktor, Dr. Klein, einfach» weggelaufen. Sie meldete stch krank und bestand darauf, nicht mehr spielen zu müssen, obwohl ein ganzes Konzilium berühmter Aerzt« die gegenteilig« Ansicht vertrat. Dieser Zank zwischen einer launischen Künst'erin und chrem Direktor scheint bei oberflächlichem Ansehen nur die Leute anzugehen, die besonderes Vergnügen am Thcaterllatsch haben. Doch dieser Seitensprung der Frau Bergner hat auch sein« verdammt ernste und soziale Seite. Die Hundert« von ganz oder halb oder gar nicht beschäftigten Schauspielern, die in Berlin um ihr Brot kämpfen, klagen bitter darüber, daß sie besonders in den letzten Iahren d u r ch d> e S t a r- Wirtschaft moralisch und wirtschastlich außer- ordentlich geschädigt werden. Die Direktoren stellen meisten- teils ihr ganzes Repertoire auf das Dutzend Stars ein. die durch Zufall oder auch durch außerordentlich« Begabung an die Obersläche geschwemmt wurden. Der Star, mag er nun Dame oder Herr sein, zieht zwar unter Umständen zahlende Leute ins Theater, doch er stellt alles auf den Kopf, er macht das Theaterumernehmen zu einem Irrenhaus, in dem nur die noch schlechte oder gut« Laune des eitlen �bioiduums regiert. Wenn die Direktoren in Berlin so miserable Gagen zahlen, dann drücken sie die kleinen Künstler, well sie vom großen Künstler dauernd erpreßt und gequetscht werden. Wer die Verhältnisse ein wenig kennt, der weiß, daß dies« gequällen Künstler aerallezu unter dauernden Nervenkrisen leiden. Sie werden gedemütigt durch den Star. Ob es im Film oder auf der Bühne ist die ineisten Stars nehmen Manieren an, die schon' dem Größenwahn nahe sind. Der Star wird zwar bei'allen Veranstaltungen, die etwa zugunsten notleidender Künstler organisiert werden, auf Plakaten und Ein- ladungen mit Riesenlettern angezeigt, doch meist bleibt es nur bei der Reklame. Meist denkt der Star gar nicht daran, daß er seinen Kolleginnen und Kollegen' gegenüber auch ew« Mindestpflicht der Anständigkeit zu erfüllen Hot. Auch die Schriftsteller haben über die Starlaunen ständig zu � klagen. Entweder verhunzt ihnen der Star-Regisseur das Manuskript, oder der spielende Star erlaubt stch Eingriffe in den Text des Dichters, di« auch den ruhigen und ver- ständigen Dramatiker zur Berzweislung bringen. Ann sch'immsten ist es aber, wenn der Star, der nun einmal zur gangbaren Aomödiantenwor« geworden ist, nun plötzlich nach tausend Seiten hin oerhandelt, wir nicht nach der Seite, mit der er stch bei schlechterer Konjunktur in Berbindung setzte. Dies Versündigen gegen Treu und Glauben ist beinah« die alltäglich« Gewohnheit der Stars geworden. Und auch Elisabeth Bergner hat nichts anderes getan, als ihren Direktor sitzen zu lassen, weil sie bei anderen Unternehmern plötzlich bessere-Ehancen entdeckte. Dieses Weiterkommenwollen ist ver- ständlich, doch der Ehrgeiz darf nicht so weit gehen, daß der Star mit Wonne über Leichen schreitet. Di« Hauptleidtragenden der Stars sind so gar nicht die Direktoren, sondern die große Menge der mittleren und kleinen Künstler, die durch diese Starwirtschast sozial und moralisch' immer mohr prolctarisicrt werden. Der Kampf, der gegen die-Starwirtschoft geführt werden muß, hat hauptsächlich«in.. Kampf der Arbeitnehmer zu sein. Sie müssen sich endlich, dagegen wehren, daß sie von den Stars ganz hilflos gemacht werden und den Direktoren� aus Gedeih und Verderb ausgeliefert werden. Die Direktoren haben es schon versucht, und sie werden es weiter versuchen, sich gegen den Größenwahn der Stare zu schützen, und sie werden auch wohl einigen Erfolg haben. Die Bühnenkünstler als Arbeitnehmer iverden das schon schwerer tu» können, denn m�n mutet ihnen ja gerade zu» einen ihrer Kollegen auf die schwarz«"Liste zu setzen. Doch es wird nichts anderes übrig bleiben, wenn die Künstler stch darüber klar geworden sind, daß ihre augenblickliche Misere nichts als das Produkt dieser hier charoktc» risterten Zustände ist. dl. H. « Die Rechtsvertreter von Frau Elisabeth Bcrgner bestreiten— wie uns kurz vor Redaktionsschluß mitgeteilt wird— die Angaben des Direktors Klein. Sie behaupten, daß ärztliche Autoritäten, wie Geheimrat Krauß und'Medizinalrat Leppmann, ein Gutachten ab- gegeben hätten, noch dem es völlig ausgeschlossen sei, daß Frau Bergner gegenwärtig Proben Machen oder spielen könne Unsere prinzipiellen Ausführungen über Starwirtschast werden durch diese Feststellung ndtüffich nicht berührt. Ein riesiger Sonnen steck gesichtet. Die Hamburger Sternwan« n Berzedors teilt mit: Ein Sonnenfleck von ungewöhnlicher Größe ist seit, einigen Togen auf. der Sonne sichtbar. Er zeigt einen kies- dunklen kreisförmigen Sern von etwa 25000 Kilometer Durchmeistr und ist von einem breiten Hof umgeben. Iar Stalin, geb. DugaichwiK., wird heute fünfzig Jahre alt. Wie sich's gehört, erfiölt die Haupisiadt der neuen Tadschiken-Sowje« lepübkik.'bisher Dujchambe, den allerhöchsten Namen: Stalinabad. Zwei«tädtc haben bereits diese Ei?re: Stnliflgrad„(früher Sarysin) und Stalin(früher Iusowta).- Pogrom in Zassy. Bei neuen antisemitischen Kundgebungen in Jasiy wurden u. a. der Oberrobbmer und em Kantor schwer m'ß- handelt. TJolnifchc Henkersbilan,. In einem Interview hat der polnische Justizmiwstcr Cor eine/ Aufstellung der T o d e s u r t c i s e d:r letzte» Jahrx gegeben..Nach den Angaben der Presse wurden im Jahre 1024 98 Todesurteile vollstreckt, im Jahre 1925 10 und im Jahr«.1928 noch 7 Todesurteile Im Jahr« 1029 ist bisher noch kein Todesurteil vollstreckt worden. Neue Zölle und Tabaksteuer. Annahme des Schwedenvertrags. ■oti der gestrigen Reichsiwgssitzung, über deren Beginn tr.ir schon berichtet fraben, hatte es während der Rede des Kommunisten Putz heftige Auseinandersetzungen'wischen Sozial- demolraten und Kommunisten gegeben. Als Präsident Löb« um Ruhe ersucht, nennen ihn einige Kommunisten Hausknecht". Präsident Lüde ruft die Flegel zur Ordnung und droht ihnen im Wiederholungsfall die Ausweisung an. Außer der bereits gemeldeten Futtergerstenabstimmung wurde, abermals im Hanimeifprung, der agrarische Antrag, den erhöhten Futtergerstenzoll sofort in Kraft zu fetzen, mit ISä gegen 180 Stimmen angenommen. Auf Lorschlag des Abg. Tr. Breit scheid �Soz.) wird dir Schlu ßabstiminu ng über die Vorlage— die unter Bruch der Koalition durch diese beiden Äbstimmungen oerändert worden ist— aus Sonnabend vertagt. Das Gesetz, wonach die Rückflüsse aus Hauszins- steuerhypotheken wieder zum Wohnungsbau verwendet werden sollen, wird nach ziistiminender Erklärung des ursprünglichen Antragstellers Abg. L! p i n s t i(Soz.) in dritter Lesung verabschiedet. Gin Einspruch des Abg. Dr. Qua atz(Dnat.) gegen d'« ihm in einer-früheren Sitzung erteilten Ordnungsrus« wird von der Mehrheit zurückgewiesen. Das deutsch. türkische Abkommen über den Rechtsverkehr in Zivil- und Handelssachen wird nach dem Ausschußbericht des Abg. Landsberg(Soz.) in zweiter und dritter Beratung angenoinmen. Es folgt die zweite Beratung des Zusatzabkommens mit Schweden. Oer Schwedenvertrag. Die Ab gg. Geras(Dnat.), Dr. Rademacher(Dnat.) und v. Sichel(Chr.-Nat. Baueinp.) lehnen das Zusagllbkoimnen ab mit Rücksicht aus di« Behandlung der Rindoieheinfuhr und der Pflaster- steininüustrie. Abg. HSrale(Komm.): Dieses Abkommen ist der Schlüssel zu neuen schärferen Zollerhöhungen. Darin sind olle Parteien einig, von der SPD. bis zum Hakenkreuz Das gehört logisch zur Politik des Voung-Plans, der Kap!taIbiK>ung, des Republikschutzes und der Krieosrüstung gegen Sowjetrußlanü. Abg. Tremmel(Z.) spricht für die Vorlage. Abg. Rauch(B.'her. Lp.) bedauert die Benachteiligung der deutschen Sleinindustrie durch den Schwedenvertrag: besonders die Steimndustrie im bayerischen Waid ist in geradezu verzweifelter Lage infolge der zollfreien Einsuhr ausländ; icher Produkte. Abg. Meyer-hannover(D.-Hann.) begrüßt zwar den Vertrag an sich beklagt ober di« Konzessionen, die dafür gemacht werden müsfen Andere Staaten fordern die gleiche Begünstigung, so Däne- mark, wie der„Vorwärts" heute irüb berichtet hat. Reichsernährungsminister Dietrich widerspricht dieser Aus- fasiung. Die dänische Forderung ist verständlich, aber die Dänen haben kein Recht, ein höheres Einsuhrkontingent zu fordern als Schweden Abg. Mollat tWp.); Di« Steineinfuhr ist in fünf Jahren von 140 wl> auf 500 COO Tonnen gestiegen, 4000 Steina rbeiter find brotlos. Die klein« Preiserspanris an schwedischen Steinen stellt sich sehr teuer. Wir lehnen das dlbkommen ab. was keineswegs ein« Spitze gegen Schweden haben soll. Abg. Passehl(Soz): Wir stimmen dem�Abkommen zu. Me die Parteien, die hier verlangen, daß die Selbstoenoaltungskörper bei ihren Bauten mehr deutsche Steine verwenden, haben ihre Vertreter i» diesen Körpern und können dort dasür eintreten. Die Provinz Pommern hat jetzt den Straßenbau in eigene Verwaltung übernommen. Sie nimmt zunächst einmal zur Hülste schwedische, zur andeien Hälfte fchlesischc Stein«. Das können Sie überall so machen. Die Tatsache, daß die schwedischen Steine um 10 Proz. billiger sind, kann natürlich angesichts der besonders schwierigen tage der deutschen Stein. Industrie und ihrer großen Arbeitslosigkeit kein Grund sein, ausschließlich schwedische Sterne zu oerwenden. Uebrigens ist Deutschland am Kapital und an der Verwaltuno der schwedischen Steunndustne stark beteiligt. Die schlesische Stein- industrie, in der auch die deutschen Kommunalverbände ihre Vertreter haben, könnt« sehr gut ihr Absatzgebiet im Osten und in Polen erweitern. Dazu müßten allerdings endlich die deutsch- polnischen Hankelsvertragsverhandlungen mehr in Fluß gebracht werden. Zu bedenken ist aber auch, daß an der Einsuhr schwe- bischer Steine das deutsche Transpvrtqewerbe ein lebhaftes Interesie hat. Jsdcnsalls kann praktisch mehr gebessert werden, als durch Fassung von Entschließungen.(Beifall der Soz.) Der Schwedenvertrag wird mit zwei Entschließungen zugunsten der. oorzugsweisen Verwendung deutscher Steine oerabsäziedet.— Roch debatteloser Erledigung einer Anzahl Ausschutzbenchte und kleiner Vprlagen, folgen Auslieferungsfälle. Abg. Dr. Frstk(Rat.-Soz.) beantragt Rückoemveisung an den Geschästeordnungsausschuß zur schriftlichen Berichterstattung, zumal diefer Ausschuß zur reinen Willkür übergegangen sei, seitdem der Abg. Heilmann dort herrscht. Der Rückverweisungsantrag wird abgelehnt. Abg. Geschke(Komm): Man verlangt die Auslieferung unseres Genossen Blenkle, der bei einer Erwerbslosendemonstration in Reu- kölln von der prügelnden Polizei verhaflet worden ist. Wir wissen, daß die Polizei beauftragt ist, besonders gegen Abgeordnet« vor- zugehen, die mit kommunistischen Demonstrationen marschieren. Im Ausschuß hat Heitmann erklärt, der Bolksstaat brauche keine solche Jmmmrstät der Abgeordneten wie früher, er wolle sie aus- höhlen. Abg. Dr. Frick(Rat.-Svz.) wirft den Sozialdemokraten und ihren„bürgerlichen Trabanten" Terroriemus vor, weil der Abg. Stöhr ausgeiisfert werden soll, der als Redakteur der Hakenkreuz- presiekorrespoasenz geschrieben hat, bei den Bombenotteniaten hätten Polizeispitzel ihre Hand im Spiel. Früher hat man Ab- geordnete wegen Pressedeliite» niemals ausgeliefert. Verfolgen Sie uns nur, das Volk wird Sie hinwegfegen! Präsident Lobe: Der Ausschuß schlägt allerdings auch vor, in drei Fällen dem Abg. Dr. Goebbels die Immunität zu gewähren.(Heiterkeit) Abg. Hildenbrandt(So;): Früher hatten Abgeordnet«, gegen die«in Verfahren schwebte, sich bei Beginn größerer Verhondlungepausen dem Gericht zu stellen. Seit Jahren läßt der Reichstag, besonders während der Wahlen, Pausen nicht mehr eintreten, so daß die Abgeordneten fünf Jahre lang für. die Gerichte vollständig unnabbar wä;en. Dadurch ist es Ihren(zu Dr. Frick) Parteig-enosien möglich gewesen, in öffentlichen Versammlungen und in der Press« Personen und Ge- sellschasten in unverantwortlicher Weise zu beschimpfen und zu verleumden.(Dr. Frick; So wie Sie vor der Revolution!) Damals hätte kein Sozialdemokrat derartige Verleumdungen und Be- schimpfungen aussprechen können, die Gerichte hätten schon Mittel und Wege gefunden, die Angearifsenen zu schützen. Niemals hat a-ber auch ein sozvaldemok'atischer Abgeordneter derart vor- antwortung-los geschimpft und verleumdet. Beweisen Sic Ihre Be- hauptung, wenn Sie können! während früher ganz wenige Zmmonitätxsälle den Geschäft?. ordaung-auxschuß beschäsligten, hat er jetzt immer Z0 bis 40 Fälle aus seiner Tagesordnung, von dencn durchschnittlich l0 bis 12 aus die Rationolsoziolislen kommen. Längst bevor Heil mann in den Ausschuß eingetreten rst, hat seine große Mehrheit die Notwendigtest einer Aenderung seiner Praxis erkannt Herr' Goebbels hat Veisammlungsplakate in Hamburg mit der Unterschrift versehen:„Dr. Goebbels, Inhaber der Jmmunstät des Deutschen Reichsmgs"(Hört, hört!) und hat öffentliche Flug- blätter unterschrieben;„Dr. Goebbels I. d. I.". das heißt„Inhaber de r Immunität". Eine ärgere Verhöhnung des Reichstages und der Immunität ist nicht denkbar. Der Ausschuß würde seine Pflicht verletzen, wenn er nicht Abhilfe gegen solchen Mißbrauch ichasste. Herr Stöhr hat übrigens cn seiner Korrespondenz nicht etwa nur eine Vermutung ausgesprochen, sondern ze- schrieben: ,W!r behaupten, daß die Serie der in Rede stehenden Bombenanschläge das Werk von Lockspitzeln der gegenwärtigen Machthaber ist, ja, um es ganz deutlich zu sagen: aus planmäßige Anstiftung der Zörgiebel, Grzejynski und Sevcrina zurückgeht, die um jeden Preis die Bevölkerung gegen die NSDAP, aufputschen wollen. Wir quittieren mit eisigem Hohn über diese hundsföttischen Methoden der imchnovemberlichen Regierungstunst."(Hört, hört!) Wenn ein Reiststogsabgeordneter so etwas behauptet und der Minister Straiantrag stellt, so müßte der Schreiber sich freuen, die Möglichkeit.zum Beweis, diefer Behauptung zu erlangen.(Sehr wahr!) Es ist traurig, wenn ein Abgeordneker den Mut nicht hat. seine Behauptuno vor Gericht zu beweisen. Damit ist nachgewiesen. daß er wissentlich Falsches behauptet hat und zu seige ist. den Beweis anzutreten. (Stürmische Zustimmung.— Präsident Löb«: Ich nehm« an. daß Sie domst nicht, ein Mitglied des Hauses meinen.) Ich meine den, auf den es zutrifft.(Lebhafter Beifall) Die Ausschußanträge werden angenommen, Stohr wird aus- geliefert, bei Blenkle wird das Verfahren bis zur Sommerpause eingestellt. Es tritt daraus ein« Pause bis 5 Uhr ein, da der Präsident einige Stunden vorher die zweite Beratung der Tobatfteuervorlage auf diesen Zeitpunkt angesetzt hatte. Um 5 Uhr beginnt die zweit« Beratung des Tabaksteuevgesetzes. Abg. Dr. Marum(Soz.) gibt folgende Erklärung ab: Der Abg. Ende hst mich gestern ge- iragt, welche Rolle ich bei dem Berkaus der Firma Batschari an die Firma Reemtsma gespielt habe. Ich antworte daraus; Gar keine: ich habe mst dem Verkauf nichts zu tun gehabt. Der Abg. Ende hat mich ferner gefragt, ob es wahr wäre, was man sich unter den badischen Bauern erzählt, daß ich ein Honorar von 1000 Mark für meine Dermittlungstätigkeit zwischen den Firmen Minoux und Horn bekommen habe. Ich antworte darauf: Ein« Vermitrlungstätigkeit zwischen Minoux, den ich gar nicht kenne und Horn habe ich niemals ausgeübt, und kein Honorar dafür bekommen. Die Bauern in Baden erzählen sich das auch nicht. So leichtsinnig sind die Bauern nicht, das ist lediglich der Abg. Ende. Die Anwoltssirmo. welcher ich angehöre, hat die Firma Batschari in Rechtsangelegenheiten vertreten und dabei die in der Gebühren- ordnung bestimmten Gebühren erhallen. Mst der ganzen vom Abg. End« berührten Angelegenhell sind wir jedoch niemals befaßt gewesen. Aehnliche Behauptungen standen auch in der .Mastalter Zeitung": sie sind von mir am 14. Juni 1029 be- r i ch t i g t worden. Auch die übrige badische Presse �hat diese Richtigstellung von sich aus gebracht.(Hört, hört! b. d. So;.) Abg. Ende(Komm.): Es genügt, daß der Reichstagsabgeordnete Marum als Rechtsanwalt die Firma gegen das Reich vertreten Hai. Da es sich um«in Millionenrbjekt aehaiidelt hat, wird das Honorar entsprechend gewesen sein. Wie patzt da? zu der hier so eerühmten Würk« eines Reichstagsabgeoldneten Der Redner hechelt die ein- zelnen Paneien durch, kommt schließlich zu den„National- b a j a z z o s" und behauptet, daß der Konzern Reemtsma-Neuerburg die rechtsradikalen Wehrve bände stark fördert. Der Reichsfinanz- minister hält es nicht der Mühe wert, hier für dieses Gesetz einzu- treten. Er oder Staatesekretär Popitz gestatten ihren Beamten nicht, vor Gericht gegen die angeblichen Berleumdungen über die Berbindung Reemtsma-Reichssinanzministerium aufzutreten. Neichsfinanzmin ster Or. Hilserding erklärt gegenüber den Behauptungen Endes, daß die Ehrenhaftig- kell der angegriffenen Beamten des R e ichs f inaazmi m sie r i ums außer Zweifel stehe. Im Ausschuß hat das Reichssinanzministerium die Angriffe der Kommunisten wegen unzulässiger Begünstigung der Firmen Batschari und Reemtsma-Neuerburg wideilegt. Da diese Behauptungen mst dem vorliegenden Geietz nicht in direktem Zusammenhang stehen, kann ich jetzt dazu eine Erklärung nicht ab- geben, beHalle mir jedoch vor, im Haushaltsausschuß bei der Etats- beratung darauf zurückzukämmen. Abg. Dr. Rademzchsr(Dnat.) HAt eine Rede gegen das Finanz- Programm der 14 Punkte, wobei er die darin geplante Steuersenkung als so gering bezeichnet, daß Mut dazu gehört, sie vo.- mschlagen. Außerdem seien diese 14 Punkte gar nicht ausführbar. Infolge dieses Gesetzes werden zwar die Zigaretten nicht teurer werden, aber der inländische Pseisentabak um ein D.ütel, während der ausländische Im gleichen Preis bleibt, was wieder den Absatz des Jnlondstabaks stark schädigen wird. Da das Gesetz eine vorskuse zum Reichsmonopol, also Slaalssoziallsmus ist. den wir bekämpfen, lehnen wir die Vorlag« ab. Wie die Sozialdemokratie 1918 den Zusammenbruch vor ausländischen Waffen benutzt hat, um unserem Volk ihren Staat aufzuzwingen, so benutzen Sie jetzt die Wirtschaftsnot des Reiches, um-hm Ihre Wirtlchattsziele aufzuerlegen. Wir warnen vor diesem Wege. Abg. Köster(Wp.): Die Vorlage wird Lohnbewegungen hervor- rufen, üird nützt nur einer überragenden Industrie, die bereits in einer Hand oereinigt ist. Wir lehnen das Gesetz ab. Abg. Neddenriep(Chr.-Nat. Bauernp.) spricht gleichfalls gegen die Vorlag«. Nach einer Rede des Abg Ende(Komm.) wird das Tabak- steuergefetz unter Ablehnung der Opvositionsanträge ange- nommen. Für die Einsetzung eines U n t e r s u ch u n g s a u s- s ch u s s e s wetzen der behaupteten Tabaksteuerschiebungen erheben sich nur 57, wahrend 99 eisordeilich wären. Gegen 7 Uhr abends vertagt sich das Haus auf heute. Sonn- abend, Ii Uhr: Tügungssondsgesetz, dritte Lesung der Tabaksteuer, Schiutzabstimnuing über das Zollgesetz, vorher Wiederholung der Abstimmung über den Futtergerstenzoll. Ein Antrag der Bayerischen Volke partei, diese Absttmtnungtn heute vorweg zu nehmen(Rufe links: damit Sie gleich abfahren können!) wird abgelehm. Präsident Löbe stellt zur Erörterung, ab die drille Lesung des Tilgungsfondsgesetzes am Sonntag oder am Montag erfolgen soll. Gegen den Sonntag spricht, das verschiedene Abgeordnete ffir den Volksentscheid zu stimmen wünschen. Die Zunenminister des Reiches und Preußens haben sich jedoch verelk erklärt, diesen Abgeordneten ohne Rücksicht auf ihren Wohnort die Abstimmung in Berlin zu ermöglichen und zwar in einem Wahllokal nah« dem Re-ichstagsgebäude. Abg. Schultz(Dnat.) wünscht unter stürmischer langandauernder Hesterkett, daß das Abstimmungslokal für diese Abgmrdneten in das Reichstagsgebäude verlegt und ihnen die Abstimmung in den ersten Morgenstunden des Soimtugs ermöglicht werde. Präsident Löbe: Das wäre vielleicht zu erreichen, ober dann müßte der Wahlvorstand aus Abgeordneten der verschledeneu Reichstagsfraklionen gebildet werden.(Große Heüerkeü.) Unter Ablehnung eines komniunisti-schen Antrags, die letzte Sitzung vor Weihnachten am Montag oonntttag abzuhalten, wird beschlossen, diese Sitzung am Sonntag 5 Minuten nach 0 Uhr beginnen zu wssen. (Gewerkschaftliches steh« 1. Beilage.) Beranlwortii» NN?olitit:?r. 6ntJ®«qct; Wirlichatl:®. aii»qell»Skr! Sewkrlschailsbuvcguna; 3,«leinet: Feuilleton: Jt i. Sat4«; Cofolti und Sonftioco Fti*»arslädt: Än, einen: Tb.»locke: sämtlich in Berlin. Bering: Borwäris-Berlag E. m t». S. Berlin kruck: Borwärrs-BuchSruckerci und Berinnoanltoll Paul Singer u. Co.. Berlin SW 68 Cindcnfttafee 3. 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Bliler— ta- Tl.- 42/ Mols.. in.- ts.- 45/ !i. 60.- 45/ I U 55.- 34/ letojaiteolu'E 79/ Peliweslea.«.-«.- 42/ �porlpelzjoiipei.«.' 79/ Sporlpelie. m- 145/ fieüoelte.. a«,- Mi- 185.- Hosen..... is- u- 5.« MasievesteniM--6/ Froctveslen n- u 10.- Ar. 597* 46. Jahrgang *1. Beilage des Vorwärts Gonnabend, Ii. Dezember 1929 Berlin in Not Oberpräsident diktiert: Sparen!— Sta gegen Tarif schraube Der Spardiktator für BerlI» ist da! der Stadtverordnetenversammlung meldet« gestern Bürgermeister S ch o l tz, dah es soweit gekommen ist. Der Oberpräsident hat als Vertreter der staatliche» Aussichtsbehorde weitgehende Ausgabeneinschräntung angeordnet. Zum Äuipasser Hot «r den Bürgermeister selber ernannt, der im Austrage des Oberpräsidenten die Finanz ebarung der Stadt überwachen soll. Für die bürgerlichen Parteien war's«in gefundenes Fressen, gegen die städtische Ausgabenpolitik der letzten Jahr« wettern zu rönnen. Den Sozialdemokraten gaben sie di« Schuld und den Kom- munisten dazu, chcrr Pieck aber, der jegt im Rothaus die Kam- munisten kommandiert, hatte zu Beginn der Debatte die Sozialdemokratie für die Tariferhöhung verantwortlich machen wollen. llnser Genosse Loe wy antwortet« ihm, daß Pieck noch nicht weiß, was in Berlin los ist. Dieser Kommunistenführer weiß nicht, daß Berlins Vermögen immer noch doppelt so groß wie die Schuldenlast ist. Weiß er auch das nicht, daß die Großbanken die Geldnot der Stadt dazu benutzen möchten, d i e Werte der Stadt an sich zu bringen? Die Sozial- demotroten hoben vor der Wohl die Tar«' e nicht er- höhen wolle« und sie wollen es auch nicht nach der Wahl. Gestern brachten sie einen Antrag ein, der den Magistratsbeschluß mißbilligt und für die Zukunft Gelegenheit zu vorheriger Stellungnahme fordert. Er wurde fast einstimmig a n> genommen. der Al« einziger Lerhandlungspunkt standen die Anträge wegen Fiuanzgebarung der Stadt und wegen der Tariferhöhungen auf der Tagesordnung. Der Antrag der sozialdemokratischen Fraktion Hot folgenden Wortlaut: Der Bing! straf wird«sucht, dem haushaßsausschuß da Stadt «rordneteo, Ansammlung unverzüglich einen umfassende« Leber- blick über di« gesamt« Finanzlage der Stadt Berlin zu geben und alle hierzn erforderlichen Unterlagen zusammen- zustellen und vorzulegen. Di« Kommunisten lehnten In ihre» Antrag die Tariferhöhungen ab. die Zentrumsleute verlangten ebenfalls Nachprüfung der Finanz- las« Für den Magistrat nahm sofort Bürgermeister Scholtz zu einer Erklärung das Wart: Die auf 400 Millionen Mark angewachsene kurz- f r i st i g abzutragen Schuld der Stadt Berlin erforderte schon im Sommer, ganz besonde-s ober jetzt im.sterbp die Stoppung äsjeut. sicher Bauten und der Bohnbauten. Heber den in jedem Jahr« schweren Dezemberultimo sollte die vielbesprochene ld-Millionen Dolloranleih« hinweghelfen. Durch die Einwirkung der Verawngs- stell« wirrde der Abschluß dieser Anleih« hinfallig. die Stadt mußt« sofort nach inländischen Heberbröckungskredlicn Umschau halten, die dann auch zustande kamen unter der von der Aus- sichtsbehörde g e st c l l t e<« Bedingung, daß sie ma zur fälligen Schuld« ndeckimg und.zur Gehaltszahlung verwendet werden dürfen. Allererst- Voraussetzvag war aber, daß die Einnahm« der Stadt aus den Tarifen der Werk« und des Verkehrs erhöht wurden. damit eben erhöhtem Kredit erhöhte Einnahmen gegenüberstehen. Hätte der Magistrat die Tariferhöhung nicht beschlossen, so wären st« von der Aufsichtsbehörde angeordnet worden. (Zurufe von den Komm.: Das ist Diktatur— Schwindeldemokratic!) Auf dieser Grundloge kam unter Führung der preußischen. Staats- dank der Jmlandskredste zustande, der gefolgt war von einem Schreib« de» Oberprä fi den teu. das Vorschriften für die Verwendung des Geldes enthält, di« Anlegung eines besonderen Tilgungsfonds aus den erhöhten Torifen soidert und dem Bürgermeister die Ueberwachung der Finanzgebarung und strengste Sparsamkeit zur Pflicht macht.(Wir bringen an anderer Stelle des Blattes den Brief wörtlich.) Di« Lag« der Stadt ist schwer, sie ist traurig, betont« der Redner. Der Magistrat bedauerte auf dos lebhafteste, gerade den Bedürsligsten zu Weihnachten nicht mehr geben zu können. EI« Recht, von einer üaiastrophe Berlin, sprechen zu können. hat viemlmd. Reich. Staat, ander« Städte haben die gleichen Sorgen, aber Ber- lins Besitzsundament ist unberührt, ist gut, es ist nicht zu erschüttern, besonders wo bisher die Steuerkroft und die Tarife nicht übermäßig angespannt waren Wenn vorsichtig ge° arbeitet wird, werden Berlins Finanzen bald wieder gesundet sein — sie erlogen vorübergehend dem Tempo der Wirtkchoit und der allgemeinen Finanzgebarung. Bon den Kommunisten begründete Bieck die Anträge, die sich gegen die Tariferhöhungen wenden. Er sprach von einer Täuschung der Mosten, von einer Ausplünderung der Mosten durch die Sozialdemokratie. Die Werke seien verschachert worden, wir die Diktatur de? Proletariat? könne helfen. Den Antrag der s oz iald em o i ra tisch e n Fraktion b«- gründete Genosse Loewy. Er betonte zunächst, daß sich der Borredner, der nougewähtte kommunistische Stadtverordnete Pieck, feine Mühe gegeben habe, die Berhältniste in Berlin kennen zu lernen, und daß seme Rede danach zu bewerten sei. Wir Sozialdemokraten stellten unseren Antrag, well die Stadtoerardnetenoersammlung des Recht Hot. über di« Finanzlage der Stadt unterrichtet zu werden. Mr Sozialdemokraten sehn die Vermögenslage Berlin» immer noch für gut an. (Ungeheurer Lärm im Haufe.) Berlin» Verschuldung ist lange nicht so groß wie die des kleinen Vorkriags-Berlins und d» dazu gehörigen Vorort«. Bor dem Kriege betrug die Gesamtoerschuldung 2 Milliarden Mark, ohne daß man das Vermögen der Stadl und der Börorte auf diese- Summe ansetzen konnte. Das Vermögen des h e U t t g« n B e kl i n s tst bcstnnmt 2 M i l l i a r? den M-a r f wert? an Schulden sind aber nur t Milliarde Mark vorhanden. Aus dieser einfachen Aufstellung ist unschwer zu ersehen, daß die Finanzpolitik des heutigen Berlin sich gegenüber derjenigen früheren Zeiten immer noch außerordentlich vorteilhaft abhebt. Genosse L o c w y besprach dann die Anleihe Politik. Besonders bei der Ausnahme der letzten Anleihe hat es sich gezeigt, daß das in den großen Banken vertretene Privat- kapital für Kredite nur deshalb so schwer zu haben war, weil Berlin eben die Stadt Berlin und nicht irgendein Industriekonzern war. De» Bestreben der Privakbankeu ging ganz offensichilich daraus hinaus, die Berliner Werke-in die haud zu bekommen.(Bravo bei den Sitz.) Hätte die Stadwerwaltuug darin eingewilligt, so waren Berlin Kredite über Kredite gemährt worden. Dies« E r- presserpolitik des Finanzkapitals! st durch die verrückte Politik der Kommunisten(großer Lärm,.er-- regte Zurufe bei den Kommunisten) unterstützt worden: die Kommunisten haben das getan, was früher die Gelben taten. Die Sozialdemokratie war vor den Wahl« nicht für die Tariserhöhunam und sie ist es auch jetzt nicht!(Erneuter Lärm.) Wir werden das durch die Abstimmung nachher beweilen. Di« sozialdemokratischc Fraktion ast ober auch nicht bereit, dem Diktat des Obcrpräsidenten zu folgen, der nicht bciiigt ist, der Stadt solche Bedingungen für ihre Finanzgebarung zu stellen.- Ganz ab- gesehen davon, daß die Fman,zdeputaiion der Stadt beim Abschluß der Inlandsanleihe nicht entscheidend mitgewirkt hat, sind aber auch die vom Oberprästdenten gestellten Bedingungen in bezug aus die Tilgung der Anleih« untragbar. Ein solches Schreiben, wie es der Oberpräsident an Berlin richtet«, ist bisher nur bei der KPD.- Zentrale an ihre untergeordneten Instanzen möglich gewesen. Es ist unmöglich, daß sich die Städte unter der Selbstverwaltung solche militärische» Vorgesetzten gefallen lassen können. Es ist bisher der Stolz Berlins gewesen, siihr Genosse Loewy fort, sehr niedrig» Tarife z» haben, iieberoll find st« höher: aber Berlin hat auch die niedrig st c Gewerbesteuer.(Lärm rechts.) Wen« der Bürgermeister vorhin davon gesprochen hat, daß mit einer Erhöhung der Gewerbesteuer kaum zu rechnen sein wird, so ist wohl die Frage erlaubt, ob hier auch ein Diktat d-s Oberprästdenten vorliegt? Wenn der so etwas angeordnet hätte, so hat er es ofsenbar in dem Gefühl getan, Vertreter der Großindustrie und de» Reichsbankpräfldenten Schockst in Berlin zu sein. (Großer Lärm im ganzen Hause.) Diese Diktate kosten der Stadt ein balbe? bis dreiviertel Prozent Zinsen mehr. Wenn überall von Sparsamkeit geredet wird, dann hätte auch die Aufsichtsbehörde vermeiden sollen, daß ihre Einsprüche solche Rückwirkungen boben. Wir werden den Kamps gegen eine solche Politik nicht nur sin Stadt- verordnetensaal führen, sondern wir werden auch die Porla- mente zu beeinflussen wissen. Die Sozialdemokrasi« wird ihre Politik fortsetzen, sie wird, ohne die Interessen der Bevölke-- rung zu vernacklössigen, eine sparsame Finanzpolitik führen, so wie bisher.(Lebhaftes Bravo! bei den Sgz.) Den Antrag des Zentrums begründete Stadtv. Lange. Er protestierte gegen die Tariferhöhungen. Der Mogistrat Hot Geld unnötig ausgegeben, er kann also offenbar nicht verwallen. Stadw. Haoke(Wirtschv.) sprach von uferloser Ausgabenwirtschaft: die Erps» nmente mit den Regiebetrieben müßten aufhören. Bon den Volks- p o r t e l l« r n kritisierte Stadw. Eawari die Finanzgebarung der Stadt, nach ihm sprach n. Jeckllu(Dnat.) von einer beispiellasen Blamage der Stadt und der früheren Ctatparteien. Von den Demokraten sprach Stadwerardneter Schubert. Dem Nationalsozialisten Löpelmanu mußte der Vorsteher- stellvcrtrcter sagen, daß er noch wen in der Versammlung sei und dgß es nicht üblich fei. von hochbezahlten„Oberbonzen' zu sprechen. Löpelmann, der den Eindruck eine? Bierredners machte, erntete Helterkeitsstürme. In fünf Minuten war er fertig, drei Nazi klatschten leise Beifall. Ein Zuruf des Nationalsozialisten- Goebbels.zu den Sozialdemokraten hin:„Ihr seid ein« Schiederpartei' löste den lebhaften Protest unserer Genossen aus. Dei:»ohe wäre es diesem kleinen Mann schlecht ergangen. -Hinter der nationalsozialistischen Pöbelei konnten natürlich die K o nv munisten nicht zurückstehen: Herr Lange» Neukölln rettete sofort seine Pirtei und schrie:.F) alt et die Schnauzet' Poiz diesem ehemaligen Lcbrer und jetzigen Mann des öffentlich« Lebens härt hl l1*! Uli Irene wurde rot Er sagte zu dieser Frau also du. Aber da hörte sie, indem sie schon einstieg, Ihn draußen dem Chauffeur als Ziel fein eigenes Haus bezeichnen. Sie ver» stand das nicht. Wen wollte Albert zuvor nach Hause be» gleiten... Etwa sie? Seine Worte wären also an sie ge- richtet gewesen? Das Automobil sauste fast lautlos dahin. Albert saß neben Irene Ihr war, als säße er neben der Frau, die mit ihnen im Wagen fuhr. „Ich wohne zu Hause, bei meinem Vater', sagte Albert. Ja. das wußte Irene. Wenn auch bis zu diesem Moment ihr noch nicht der Gebanke gekommen war. er könnt« dort weiterhin wohnen wollen, obgleich sie. Irene—• Aber Albirt sagte weiter nicht« darüber, und sie schwiegen. Mitunter sah Irene das Profil der Frau, die auf dem Eitz vor ihnen faß. Nicht Schönheit, aber Klugheit war darin ausgeprägt, und von diesem Ausdruck übertrug sich und: rrbare kraftvolle Ruhe. Noch in dieser gespannten Si- tuaton bewies ihre Haltung nur Festigkeit, die innerlich war. Wer war diese Frau für Albert!— Sie schwiegen. WUL Ulv) v I—» w.v Da hiett der Wagen, und Irene sah durch die Scheibe. Ja sie befanden sich vor ihrem Haus. Albert war schon aus- gestiegen um ihr behilflich zu sein. Aber die Frau blieb sitzen. Irene, von draußen, sah in den Wagen zurück, und dann sah sie Albert, der vor ihr stand. Er verbeugte sich leicht. w'e um sich hier von ihr zu trennen. Sie wollte fragen: Bist du bald zurück? weil sie wußte, er käme in dieser Nacht über- Haupt nicht zurück, sondern bl'ebe da. wo er jetzt sein„zu Hause" hatte, also: bei seinem Vater. Du bist mager g'worden sagte sie nur. «ab etwas wie Lächeln in leinsm Gssi S'e mh etwas w:« Lächeln in'einem Gesicht. Sein Blick gin" n hren Zügen umher und hielt in ihren Augen still. Und's war ihr. als'aate er etwas zu ihr. Dann gab er ihr die Hand. Er stieg wieder em. Sie ging in dos Haus. In dieler selben Nacht hatte sie dann einen Brief ge- schrieben. Als sie ihn beendet und von Anfang bis Ende gelesen hatte, zerriß sie ihn. Sie schrieb darauf«inen zweiten Brief, der war kurz, und auch de!" war an Albert gerichtet Sie trug ihn in der Nacht noch zur Post— Sie wollte ihn sprechen, stand in dem Brief. Weiter nichts. Die Fetzen des ersten Briefes verbrannte sie sorgfältig. Am nächsten Nachmittag war Albert da. Da sie schwieg, fing er an:„Du wolltest mich sprechen" .La. wegen des Kindes', sagte sie nur. Er saß müde in einem kunstreich verzierten Armstuhl und sah vor sich hin. „Da? Kind", sagte er und strich mit zwei Fingern die Schläfenlinien entlang,„ist dein. Behalte das Kind, ach gebe es d i r." Was hieß das? Er gab chr das Kind? Hatte sie es denn nicht schon? Oder wollte er damit sagen, das Kind sollte chr bleiben, da sie sich also trennten! Das war nicht die Ab- ficht chrer Frage gewesen! Aber ihre Stimme war sc' sie sagte:„Ja, das Kind ist mein." Er schien zu lächeln. Wenn ich selbst mir nun schon längst nicht mehr Fessel bin. dies Kind soll mir das noch weniger sein. Ja. so lächelte er. Das hieß also wirklich— die Trennung? ,Lst sonst noch etwas—?" fragte er leise. .Lch weiß es nicht", sagte sie gerefzt Laß uns ruhig und gut miteinander reden", antwortete er.„wir walleu diesmal beide dasselbe. Darum muß es uns doch gelingen, zu reden, ohne uns anzugreifen." „Was ist es mit dieser Frau— stieß sie hervor— „diese Frau— wie hieß sie—" Er saß still im Sesiel. „Ruth?" fragte er. ..Ruth.— Nun schön. Ruth... Du lebst mit chr?" Er wurde um eine Nuance bleicher. Für einen Augen- blick sah er sie an. Wieder war es. als jagte er etwas zu Ihr. Aber was feine Zunge dann sagte, war ganz anders. „Warum müssen wir davon reden? Laß uns tun. was zu tun ist. das. was wir beide wollen. Wir wollen ja beide dasselbe d-esmal." Sie börte es kommen, immer näher heran, das Wort. vor dem sie Entsetzen fühlte— es wäre nicht schwerer für sie geweien, ihr Kind in e°n-m brennenden Hauie zu sehen, als von'einen Lippen das Wort zu vernehmen. Und sie wußte, wenn es qs'vrochen märe, dann käme das Schweigen und nagender Schmerz. Und da chqte sie— nur. um zu ent» fl'ehen... um dem Wort und sich selber zu entfliehen... 'agt? sie, wa? sie so oft schon gesagt hatte: ,Lch reis« mit dem Kinde nach Hohenau." Er blieb allein in dem Armsessel zurück, es war schon halb dunkel. Sie jagte im Automobil durch die Siraßen, sie rannte auf den Bahnsteigen umher, und trug d"? Kind Die Lokomotive bebte wie ein Tier mit Nüstern ins Dunkle hinein. Die Gräfin kam die Treppe herauf, sie faßte leise an die Tür: di� Tür war verschlossen. Also faß Irene immer noch in ihrem Zimmer und schrieb. * Nun gab es zwei kleine Kinder auf Schloß Hohenau, das eine braunäugig, mit schwarzem Haar, das ander« blond. mit tiefblauen Augen. Da hatte die Gräfin sa nicht zu klagen: sie hatte oemlg mit den beiden zu tun. Diese beiden! sie konnten«inander schon lebenswichtige Künste lehren. Wenn einer von ihnen an der Tischdecke stand, um sie und die Base herunterzureißen, so merkte der andere sich die Sache genau und tat sie das nächste Mal auf seine Weise mit derselben Wirkung. Der Melker war gor nicht traurig gewesen, daß .„Hans" aus dem Hause kam.„Dat's'n dullen Kirl", sagte er nur,„hei trakeelt os'n Düwel, am Sündag ouk, man goud, dat hei weg kummt." Aber die Melkersfrau und die Tochter hatten beinahe geweint. Hans ritt umher, er ritt jetzt im Trabe. Er traf Kuno von Prerows Schwester, sprach einige Worte mit ihr, ritt weiter und weit weg vom Gebiet Hohenaus. Er ritt hin und her, wo wollte er hin? Einmal kam er auch bis dicht an die kleine Stadt heran, die durchaus nicht weit von Hohenau log. Aber da ließ er den Schwarzen stillstehen, sah reglos nach vorn— und wendete um. ritt wieder hin und her. Mitunter jprengte er gar im Galopp, halsbrecherisch sah es aus, wie er ritt Einmal, wie er am dunkeln Abend zurückkommt, sieht er ungewöhnlich viel Lichter von Hohenau her. Schatten eilen und Diener rennen. Auch im Park ist Bewegung und Haft Ein Wagen rennt eben, mit zwei Pferden bespannt, ins Dunkel davon. „Wer fährt dort im Wagen?" ruft Hans einen Diener an. Der Graf und Irene saßen im Wagen. Irene reiste wieder nach Berlin. Ja. da? Kind reiste mit, aber auch der Gras.— Der Wagen war schon vom Wege verschwunden, Teufel noch eins, so waren noch niemals die Pferde gerast. Hans hört Klagegeschrei durch geschlossene Fenster, da» ist seine Mutter; er springt vom Pferd, rennt die Trepve« hinauf verstreut liegt Kleidung in den Räumen umher, der kleine Hans sitzt allein'n der Stube er sitzt auf dem flache« Boden und lackt, das Eeschirr und Schüsseln stehen unangerührt auf dem Tisch.— . Was ist denn gestehen!" schreit Hans durch d'e Stuben. Da kommt seine Mutter, das Haar naß und zersträhnt „Albert—" sagt sie—„Albert ist tot" '..Ist tot?" Sie deutet mit schüttelnder Hand zu Boden. Da liegt«Ine Zeitung. Er reißt sie her und liest Worte:„Attentat auf Albert de Castro... gelungen.. Die Zeitung fällt hin.(Fortsetzung folgt.) rnaa fette» mtbsr« Zleußerungen.— Ztach Schlußwort« let Avsß- Üflnen wurde» die ZLbstimmungen vorgenommen. Die sozialdemokratische Fraktion hatte salgenZxm Zlb» änderungsantrag oü�ebracht: Vke Skadkoerordnekenverfammlung stimmt der elofelttg vom ZNagiskrak angeordneten Erhöhung der Tarife der Werke und Vcrkehrsunlernehmuugen nicht zu. miß- billigt diesen Deschlust und erwartet, daß iu Zukunft der Stadtverordnetenversammlung rechtzeitig Geiegeuheit zur Stellungnahme gegeben wird. Dieser Antrag wurde mit 139 von III abgegebenen Stimmen t« namentlicher Abstimmung angenommen. Ein kommunistischer Antrag wurde gegen die Stimmen der Antragsteller und der Nationalsozialisten abgelehnt': angenommen niit geringer Mehrheit wurde ein kommunistischer Protestantrag gegen die Tariferhöhungen, ebenso ein Antrag des Zentrum, auf sofortige Prüfimg der Ftnany tage durch den Haushaltsausschuß. Abgelehnt wurde«in deutsch- nationaler Antrag, der die Bewilligung der Tariferhöhung durch den Magistrat mißbilligt. Brand auf der Rew-Uorker Ltntergrund Mnfzig paffagiere verletz«. New Jork. 20. Dezember. Et» aus sechs Boge» bestehender Zug der Untergrundbahn ZZrooklyn— Manhattan geriet im Inanel unter dem tkastriver. der die Stadlteile Manhattan und Queens verbindet.| infolge Kurzschluß in der Sttomfchfeue in Brand. Der Zug wurde, sofort augehalten. Der Passagiere bemächtigte sich infolge der durch i die brennenden Isolierungen entstehenden Dämpfe größte Auf.| regnag. Zahlreiche Personen versuchten sich den Ausgang aus dem Zuge zu erkämpfen. In dem furchlbaren Gedränge erlitten viele vuelschuugea. andere Schoittwuuden durch Splitter der eingeschlagenen Fensterscheibe«. Aach Ausschaltung des Stromes stürmten die Passagiere aus den Bogen in den rauchersülllen Tunnel. Einige liefen ans dem Gleise zu der 800 Meter eulferuteu Station Queens Plaza, andere zu den Notausgängen und kletterten zu der über dem Tunnel liegenden Insel Belfave hinaus. Die Übrigen Passagiere wurde« von einem Hilfszuge hinausgebracht. Zw ganzen wurden bei dem llnglü-k SO passaglere, darunter mehrere Zraurn.uerleht. Der Einheitsfahrschein bleibt Stadtrat Reuter Uber die Erhöhung der Verkehrstarife Es wird eine Tarif gemeinschalt mit der Stadt' und Ringbahn angestrebt Mauereinsturz in Wilmersdorf. (Sin Arbeiter getötet, drei weitere verletzt. Gestern nachmittag ereignete sich in der Mansfelder Straße ll in Bilmersdorf«In folgenschweres Ein- siurzunglück, bei dem ein Arbeiter verschüttet wurde und hilflos erstickte. Drei welkere Arbeiter ersttteu erheblich« Verletzungen. Auf d«m Grundstück Mansfelder Straße 11. Ecke Hohenzolleru» danon, wird zur Zeit sin Neubau aufgeführt. Aus dem Hof wurde «in« etwa drei Meter hohe und zehn Meter lang« Liebelmauer errichtet. Läng, dieser Mauer wurden nun{a-i einigen Tagen Ausschachtungen vorgenommen. Inmitten der Arbellen er- folgt« gestern nachmittag gegen 1t Uhr au« noch unbekannter Ursach« ein Erdrutsch und die Mauer stürzte in ihrer ganze» Länge plötzlich krachend zusammen. Während die Gefahr von einem Teil der Bauarbeiter, die an der Unfallstelle beschäftigt waren, rechtzeitig erkannt wurde und die Männer sich noch in Sicherhell bringen konnten, wurden vier Arbeiter unter den niederstürzenden Sandmasten und de« viel« Zentner schweren Mauerblöcken begraben. In» Augenblick war die gesamte Belegschaft des Baues alarmiert. Mit größter Eile wurden die Trümmer beselligt und schon nach kurzer Zeit gelang es. drei der Berlchülleten. den ZbsShrigen Bauarbeiter Egmont Kalkowski aus der Düsseldorfer Str. 13 in Wilmersdorf, den 17jährigen Paul Bachen aus Lichtenberg. Wiesen- weg 14 und den 17jährigen Lehrlinz Herbert Jauch cküs der Brun- hildstraße 8 in Schöneberg, zu bergen. Die Verunglückten wurden durch Wagen de» Städtischen Rettungsamtes in das Wilmersdarser Krankenhaus in der Achenbachsteatze gebracht Dan dem vierten Bauarbeiter, einem ZDjdljrigen Hermann Lütke aus Glienick bei Zossen war zunächst keine Spur zu entdecken, er war völlig ver- schüttet. Die alarmierte Feuerwehr konnte den Verunglückten nach langen Bemühungen nur noch als Leiche ausgraben. Don der Polizei ist sofort eine Untersuchung über die Ursachen des Unglücks eingeleitet worden. Das Gaiower Autounglück. V!e Aerufvns des Kauiwanns sRieke verworfen. In mchrkägiger Verhandlung beschäftigte sich die 11. Große Strafkammer des Landgerichts I unter Vorsitz van Landgerichtsdireklor Sternheim nochmals mit de« Auto- uoglück aus der Satower Chaussee. Wie erinnerlicb, war Ende?VunI der Zeitungshändler Fritz iEngelke und dessen Frau, die vor ihm auf dem Rade saß, von dem entgegenkommenden Auto des Kaufmanns Riete naehts ersaßt und getötet worden. Ricke Halle sein Auto kurz hinter her Unfallstelle angehallen und hinaus gesehen. Da«r aber nichts erkennen tonnte, war er weitergefahren. Das Schöffengericht Halle Riete nicht nachweisen können, daß er falsch gefahren sei und hatte ihn von der?lnklage der fahrlässigen Tötung freigesprochen, da- z-iegen zu drei Monaten yesöngnie mit Bewährungsfrist »erurteilt, weil er die von ihm übersahreuen Personen in hilfloser Lag« zurückgelassen hatte. Gegen das Urteil hallen sowohl Staats- «nwallschastsrat Ortmonn. als auch Rechtsanwalt Dr. Arthur Brand Gestern abend sprach über den Berliner Auodfunk- send« der Vorsitzende des Aufsichtsrales der Berliner Der. kehrs-Aktien-Gesellschast. Stadlrat Genosse Ernst Renler. über di« Gründe der Erhöhung der städtischen vertehrstarise. Die Tarife der städiischen Derkehrsimttel seien für die Wirt- schasttichen Interessen aller Schichten der Bevölkerung von so starker Bedeutung, daß stets dos menschenmöglichst« versucht werden müsse, um sie so niedrig wie irgend möglich zu halten. Der augenblicklich in Kraft befindliche Tarif sei im Frühjahr 1927 festgesetzt worden. Er Hab« zum ersten Mal« drei bisher völlig gstrennt arbeitende Gesellschaften einheitlich zusammengefaßt. Ein« solche Regelung werde zurzeit auch in anderen Weltstädten. allerdings mit weniger Erfoig. angestrebt. Mancher neige dazu. den heutigen Tarif mit dem Dorkriegsfahrpreis der che- makigen Großen Berliner Straßenbahn zu vergleichen. Da» Netz der Großen Berliner Straßenbahn aus der Vorkriegszell lasse sich aber in keiner Weise mit dem Netz der heutigen städtischen Bahnen vergleichen. Bei U-Bahn und Omnibus hätten damals Staffei- tarife bestanden, deren Fahrpreis« weit über di« heutigen hinaus- gingen. Auch di« bisherigen Abonnementspreij« lagen zum Teil weit unter den Preiesn der Dorkriegszsit. Es gebe tat- sächlich teiu« Stadt tu der Belt. die«ine derartige Preisentwicklung nach unteo habe aufrecht erhalleu können, wie es bisher Berlin getan habe. Es sei ein sehr verbreiteter, wcim auch leicht ver- j tön blicher Irrtum, daß man glaube, die BVG. nehme für jeden Fahrgast 29 Pf.«In. In Wirklichkeit betrage die Einnahm« für die Gesellschait pro Fahrgast im Durchschnitt nur 13,7 Pf. Schon lange vor Berten hätten andere Großstädte, wie z. B Köln und Leipzig, den Preis für eine einfache Straßenbahn- fahrt auf 25 Pf. fest gesetzt. Man habe vorgeschlagen, die zweite W a g e n k l a s s e bei der Hoch> und Untergrund bahn wieder einzusühren, um dadurch«ine neu« Einnahmegnellc zu schaffen. Dieser Vorschlag müsse rundweg abgelehnt werden. In der Vorkriegszeit habe das Schwergewicht des Schnellbahn» iretzes im Westen Berlins gelegen. In der Nachkriegszeit habe die Stadt ganz bewußt das Unter- grundbahn netz gerode in. den Siadtleiten ausgebaut, die früher vernachlässigt wurden, nämlich in den dichtbevölkerten Arbeiter- bezirken. Andere Dorschläge seien dahingegangen, an Stell« eines Einhcits- tarifes«nen Zonentarif einzusühren. Für Berlin wäre aber ein solcher Zonen- oder Staffeltarif schon deshalb fast unmöglich, well es sowohl nach verkehrs technischen wie auch nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten sehr schwierig sei. gerechte Grenzpunkte zu schaffen. Zonentarif« mittlerer deutscher Städte seien überdies bis zu 49 Pf. heraufgegangen. Be! der Aufrechterhalwng de« Einheitstarifes habe man das Wohl der Berliner Fahrgäste im Auge gehabt. In einer Stadt wie Berlin sei es oft unmöglich, von einer Stell« zur anderen mit nur einen, Verkehrsmittel zu gelangen. Di« Umsteigeberechtigung aber gebe auch die Möglichkeit, da? Liniennetz besser und wirt- s ch a f t l i ch e r zu gestalten. Auch da- liege selbstverständlich ,m Interesse der Allgemeinheit. Es fehle noch ir.t Verbindung d«? städtischen Verkehrsmittel mit dem Netz der jetzt elektrisizterten Stadt- und Ringbahn. Es komme darauf an, dieses Netz in eine möglichst enge baulich« und betriebliche Derbiradung mit deen städtischen Netz zu bringen. Man hoffe, bereit, im kommenden Iahr in Verbindung mit der Eröffnung der neuen großen Schnell- bahnlluten auch in dieser Rtchluag voranzukommen. Vielleicht werde es möglich sein, der Beriiner Bevölkerung durch diese neue V« r- kehrserleichterung einen Heine n Ausgleich für die noteveiidig gewordenen Erhöhungen der Fahrpreise zu verschaffen. Wie allgemein bekannt, seien disse Erhöhungen durch die schwierige finanzielle Lgge der Reichsl>auptstadt notwendig geworden und durch den Erfolg jener Politik, die die dringend nol�vendige Aufnahme von langfristigen Anleihen zurzeit so gut wie umnöglich mache. für den Angeklagten Berufung eingelegt. Es fand ein« erneut«, sehr eingehende Beweisaufnahme unter Vernehmung zahlreicher Sach- verständiger vor der Strafkammer statt. Es wurde auch wiederum ein L o k a l t e r m i n auf der Gatower Ehauffee vom Gericht ab- gehalten. Auf Gnnfd der Gutachten konnte der Swotsonwalt seine Berufung nach der Richtung der fahrlässigen Tötung nicht aufrecht- erhallen und zog sie zurück. Das Gericht hatte daher nur noch zu entscheiden, ob Rieke dos Ehepaar in hilfloser Lage zurückgelassen habe. Das wurde von der Strafkammer gestern Nach- mlltag bejaht. Der Angellagte habe selbst zugegeben, daß ex das Radfahrerehepaar gesehen habe, als ss feinem Wagen entgegenkam. und ferner habe er zugegeben, daß es unmirtelbar darauf einen dumpfen Schlag an seinem Wagen verspürt hatte. Als langjähriger Kraftwagen führ« mußte er die beiden Vorfalle in Zusammenhang bringen und mit einem ltnsalle rechnen. Nach Ansicht de« Gerichts hat er daher durch sei» Wetterfahren dte Verletzten in hilfloser Lage zurückgelassen. Di« Berufung des Angeklagten wurde daher auf dessen Kosten verworfen._ Das Gronmger Explosionsunglück. Hünf Todesopfer des geplatzten Schiffsfess-ls. Amsterdam. 20. Dezember. lieber das Szplosionsunglück bei Groningen erzählen Augenzeugen, Der Schlepper, der nicht aus Rotterdom, sondern aus Leeuwaarden kam, war mit fünf Schiffen im Schlepptau an der Brücke angekommen und warwie, bis die Durchfahrt frei wurde. plötzlich kam es zur Expioflon. Eine gewaltige Flamme schlug empor. Der Schlepper nmrde in zwei Siücke gerissen, die kurz darauf sanken. Dte Anzahl der Toten ist aus fünf gestiegen. Dte Leiche des Schiffer», die hundert« Meter durch die Luft geschleudert wurde, siel durch das Dach eines.Hauses in ein« Küchen Die Leiche des Knechts wurde gegen das Fenster einer Wohnung geschleudert, dao zertrümmert wurde. In den Häusern am Kai tnurten sämtliche Fenster eingedrückt. Ein Magazin wurde durch umherfliegende Eisenstücke zerstört. Ein Hau» ist ein- gestürzt: die darin wohnend« Familie tonnte durch die Feuer- wehr gerettet werden. Spiel mit Menschenleben. Don einem Augenzeugen des Donnerstagkrawalls am ?ltexandsrplatz wird uns geschrieben: Mit welcher beispiellosen Gewissenlosigkeit und lallen Berechnung die kommunistischen Drahtzieher mit Menschenleben spteleu, wurde jedem Aar, der gestern abend m dte Vorgang« am Alexanderplatz hineingeriet. Wie stet» um dte Weih- nachtszett, sind dte Geschäftsstraßen dieser Gegend in den späten Nachmittagrstunden überfüllt. Um 7 Uhr speien dann noch die großen Warenhäuser unübersehkwre Menschrnmengen au». In der Mehr- zahl Frauen, einkaufende Hausfrauen, vlelsach mit Kindern, dazu das Heer der Verkäuferinnen. Und gerade gegen 7 Uhr versuchen die von unverantwortlichen„Führern"' aufgehetzten Erwerbelosen in dieser drangvoll fürchterlichen Enge zu„demonstrieren*, ausgerechnet hier, nicht etwa am Kurfürstendomm. nein, hier am Alexanderplatzi Schupobeantte, die das gefährlich« Auf- einandcrprallen geballter Mcnfchenmassen mit größl« Anstrengung oerhindern wollen, werden von diesen klassenbewußten Proletariern bedroht, plötzlich fliegen Stein«. Man hat ja die Demonstranten wohlweislich in die engen Gänge des Alexander« platze, geführt, wo zur Zeit Steine und Lattep leichr greifbar find. � Steinhagel, wildes Stoßen und Rcnnen, Schreien und Johlen auf der einen Seite, Schreckschüsse und Gummi- knüppel auf festen der bedrohten Polizei, die mit größter Änstren- gunz ein Massenunglück zu verhüten sucht. Gewaltsames Durch- brechen der Postenkette, und mitten drin all die Hundert« von ganz- lich unbeteiligten Frauen, die vergeblich aus dem Gewühl zu ent- kommen suchen. Kinder werden von den Müttern gerissen. Schreie, eine Frau ist von einem Stein getroffen.«InMädchennieder- gestoßen. Hier zeigt eine Proletarie rsrau schluchzend ihre leere Markttasche, Geld, Eingekauftes, alles ist ihr gestohlen worden. So sieht eine Demonstration gegen da, satte, vÄlgesressene Bürgertum au»! So übt di» KPD.„klassenbewußte Solidarität*. In der«regte« Menschenmenge ab» taucht hier und da etti bescheidener suuger Wann in Windjacke und Manchesterhose aus, da? — als Augenzeuge!— mit entsetzter Miene erzählte„Eist Toter! Vor dem Bahnhof liegt ein Toter! Sie haben einen Toten weg- geschafft! Es sind gar keine Schreckschüsse, es wird ja scharf ge« schössen! Ein Toter!!* So sucht er, ein bewußter Provokateur der KPD-, die Ausregung zu steigern und die Katastrophe zu schaffen, deren die Kommunistische Partei für Ihre unsauberen politischen Zweck« bedarf. � Dor dem Schnellrichirr. Der Demonstrationsklamouk der Kommunisten konnte selbswerstandlich rncht ohne Widerstand gegen die Anordnungen de? Polizei abgehen. Zwei von den Verhafteten erschienen bereits gestern vor dem Schnellrichter v Eine Stenotypistin und ein Flcischergeselle. Beide erklärten, an der Demonstration nicht teilgenommen zu haben. Di« Stenotypistin. die sich am Eingang des Karl-Liebknecht-Hauses am Bülowplatz befand, wußte nichts Besseres als den Beamten, dte die Menge auf. forderten, auseinanderzugehen, zweimal hintereinander entgegen- zurufen:„Sie stnd wohl verrückt*. Als sie zwangsgestellt werden sollte, versetzte sie einem der Beamten einen so wuchtigen Faust« schlag ins Gesicht, daß er an den Zahnen blutete. Der Fleischer, der dem Lenin-Bund angehört, machte ausgerechnet am Rathause seine Weihnachtsewkäufe und gefiel sich gleichfalls im Randalieren. Luch er leistete bei der Zwangsstellung Widerstand und so mußte auch er vor dem Schnellrichter erscheinen. Uebngens war dieser Fleischer bereit, einmal wegen Sachbeschädigung und«in anderes Mal wegen gemeinschaftlichen Hausfriedensbruches vorbestraft. E r erhielt 3 Tage Hast, die S t e n o t v p i st I n 4 Tage.Hast. Beide wurden aus der Haft entlassen und beiden gegenüber deutete der Richter an, daß eventuell auch ein« Bewährungsfrist in Bettacht kommen würde. Zum QberbürgermMer von Barmen-Elberfeld wurde der bis« herige vberbürgermrrster von Barmen, Dr. Hartmann, mii 39 von 79 Stimmen gewöhn. Zwanzig Stimm«» entfielen aus Dr. Kirschbaum, den bisherigen Oberbürgermeister von Elbcrfeid. sieben aus den Kommunisten Schult«(Düsseldorf), zwei aus den NotionaksoMisten Gregor Strasser(Berlin) Ausstellung»Tod und Terror in Iugoslawien*. Die Auzstevung wird wegen des erfreulich starken Zuspruch«? bis aus Sonntag, den 22. Dezember, verlängert und ist von 11 bi? W Uhr abends im„Sturm", Kursürster»damn' 173, bei freiem Eintritt zu besichtigen. Bis jetzt besuchten l«« Personen die Ausstellung. HONIGKUCHEN WeihnachlsgrüB»... 0.50 Oesssrt-Kuchen.... 0.60 Berliner Happen.... 0.50 Makronen-Kuchen.... t— PrlnxeO-Kuchen..... t— Honlg.Katharlnchen.. 0.40 ----------. Schokoladen-Kuchen. 0.60 ZT* V?***0*' WelBer Lebkuchen.. 0.68 Ihn WathnmchU- Fruehi-Kuohen.... O.SS Kakmut» hühnJUgl Sport-Kuchen...... 1,- CVLiAX FABRIK MARZIPANE Marzipan-Teegebäck 0.75 Marzipan- Kartoffeln'/< 0.70 Marzipan- Brote mit Ananas Erstklassige Schokoladen Marke Sonne Marke Krone. Merke M:tch-NuB Marke Veilrn Ich.. Maifce Vanille Pralinen In allen Prelslaren .0 60 .....0 50 *060° attt* mrl*c,'B»n Sl» 0.40 ,hrm Bnthnmcht*' ElnkMufa fiühzolt/gl DIE GROSSE QUALITÄT PI LI ALE N IN AltEN STADT TEILEN— TAG L1 CH FRISCHE WA, R-C Die kommunale Entschuldungsakiion. Stellungnahme des �andkreistages. Die Pressestell« d«s Landkreistages teilt tnil: In den programmatischen Erklärungen der Reichsregierung durch Reichskanzlsr Müller, sowie auf der Tagung des Deutschen Industrie« und chandelstages ist auf die Notwendigkeit einer Ge« fundung der Äommunalkredite und der Aommunol« finanzen hingewiesen. Die kommunalen Spitzcuverbände haben sich schon vor einiger Zeit mit diejen Fragen grundsätzlich beschäftigt ktnd Maßnahmen beschlossen, die auf diesem Gebiet eine Selbsthilfe» a ktion einleiten. In folgerichtiger Fortiichrung dieses Gedankens stehen jetzt die technischen Durchführungsmaßnahmen zur Debatte. Als Ausweg aus der bedrängten Finanzloge ist in letzter Zeit auf eine verstärkt« Staatsaufsicht vielsach hingewiesen morden. Der LandkreUtog steht wie die übrigen kommunalen Spitzenverbände auf dem Standpunkt, daß kommunale Selbstkoulcollc und kommunale Selbstbeschränkung ein besseres und wirksameres Mittel darstellen. Er steht in der Forderung nach einer verstärkten kommunalen Aufsicht nicht das geeignete Mittel. Lhm scheint viel. mehr die sachliche Zusammenarbeit der Beteiligten bester und sicherer zum Ziel« zu führen. Diese sachkich« Zusammen. arbeit der Beteiligten muß allerdings auf paritätischer 'Grundlage erfolgen. Der solidarischen Haftung, die in den gemeinsanien Garantieverbänden begründet liegt, muß ein« mit- bestimmende Einflußnahme aus der Grundlage der Gleichberechtigung geaenüberftehen. Der Vorstand des Landkreistages hat sich infolge- besten erneut mst der technischen Durchführung beschäftigt. Cr macht sein« Mitwirkung davon abhängig, daß in den entsprechenden Au». schüsten Landkreise und kreisangehörige Gemeinden vertreten sind. Der Landkreistog steht in der wirtsamen Berhinde« rung einer Weiterverschuldung da» Kernproblem der ganzen Aktion. Di« gemeinsame Entscheftmngsbefugnis über die Verwendung der zur Verfügung siebenden MitM muß daher so ausgestaltet lverden, daß eine wirksame Garantie gegen Weiter- Verschuldung geboten wird. Nur in der Verwirklichung dieser Garantie steht der Landkreistag die Möglichkeit zu einer vollen M't. Wirkung bei der Lösung dieses für die K o m m u n a l f i n a n ze n so wichtigen Problems.__ Oer Falschmünzer von Weißensee. Drei Jahre Zuchthaus für den Hauptangef'ogten. Zu der Nacht zum 20. August dieses Zahre, konnten Beamte der Relchsbaukfalfchgeldabtelluag In der Slraßburgstroße 58 zu welßease« überraschend eiue Werkstall ausheben, in der Falschgeld hergeskellt wurde. Der Geldfälscher, ein Z7 Zahre alter Kaufmann Richard yo dam eck wurde dabei aagetroffeu. wl« er mll einer Lupe und einem Gravierstift bei der Arbeil war. Der Er. tnppte war so überroschl» daß er sich widerstandslos fest- uehmea ließ. Hadameck war erst vor kurzer Zeit au» dem Zuchthaus entlassen worden, in dem er ein« Straf« von 4H Sohren wegen Fälschung von Rentenbanknvten und Schatzonweisungsn verbüßt hatte. Di« lang« Straf« hatte scheinbar auf ihn nicht den geringsten Eindruck gemacht, aeäs schon während seiner Strafhast hotte er sich mit dem Studium graphischer Lehrbücher befaßt. Nach seiner Entlastung faßt« er den Plan, mit der Fabrikattvn von öv-Mark-Scheinenzu beginnen, was vor ihm noch kein Fälscher versucht hatte. H. hatte bei dem Ehepaar Kahl in der Straßbmg- s.roßc 58 zi« Weißense« ein kleines Zimmer bezogen. Dort richtete er sein« Wertstatt ein. Als alter Falschmünzer mußte er befürchten, bei seiner Tätigkeit beobachtet zu werden. Um dies zu vermeiden. hatte er da» zur Straß« führende Fenster mit einem dicken Teppich verhäitgt, damit kein Lichtstrahl durchdringe. Für dic herzustellenden Pionierarbeit der„Kinderfreunde" Reichsausschußsitzung in Erfurt. Di« erste Reich»avsschußsitzung der„Kinder» freunde* tagte im Erfurter„Bolkshaus*. Gsnost« Löwen- stein begrüßte die Delegierten aus allen Testen Deutschland?. Nach Begrüßungsworten der Erfurter Parteigenosten gab L ö w e n st e i n«in anschauliches Bild von dem inneren Aufbau eines Lagers. Notwendig fei, daß einem größerer Zelllager«in Probelager vorausgehe, denn nur gut vorbereitete und gut diszipli» nierte Gruppen können«inen Erfolg für ein Loger versprechen. Leitmotiv müßte für jede Gruppr eine freudige Arbeitsbejahung fein. Das Zeltlager fei kein Sanatorium: notwendig sei eine gründliche Untersuchung des Gesimdheitszustandes von Kindern und Helfern. Eine hochstehende pädagogische sowie technische Ausgestaltung des Lagers sei notwendig, ebenso ein« zeitige finanzielle Borbereitung des Lagers. Es wird w diesem Jahr in einem Lager der Versuch vorgenommen, eine Allersstufen- differensterung durchzuführen in einem Rot- und Simafalkenloger, da der Defchästigungs- und Spieltrieb bei den Altersstufen«In ver- schiedener sei. Samariter sowie Küchenhelser sind zweckmäßig auch aus der eigenen Bewegung zu nehmen. Anschließend gaben die vor- gesehenen Lagerführer Berichte über die Vorbereitungen der Lager 1980. Die Platzfroge spielt überoll«ine wesentliche Rolle. Durch die verschiedenartig« Struktur der Kinder ist diese Frag« eine schwierige, desgtelchen auch die Trinkwasserversorgung. All« Lagerleiter konnten über günstig« Resultate berichten. Ein Film, der das Logerleben des Rheinlogers Namedy widerspiegelte, schloß den ersten Tag der Tagung. Am Sonntag wurde die Spezialdebatt« über die vor- gesehenen Lager eröffnet. Das Rheinlooer Namedy wird in diesem Jahr in zwei Teilen beibehallen. Als Letter ist der Genoste N i v o lo i» Jena und der Genoste Q u a d t- Köln vorgesehen. De- schickt wird es im ersten Teil von Thüringen, Westfalen, Ostsachsen und Leipzig. Im zweiten Teil beteiligen sich Oberrhein und Nieder- rhein. Das Ostseclager Lübecker Bucht, gelettet vom Genossen Otto- Lübeck, ist ein versuchsweise getrenntes Lag« von Rot« und Jung- folkengruppen. Beteiligen werden sich an diesem Lager Schleswig- Holstein, Mecklenburg, Pommern, Oldenburg und noch ein« Reihe Gruppen des Reiches, die die Sehnsucht, einmal das Meer kennen zu lernen, in dieses Lager treibt. An dem Ost preußenlager, unter Leitung des Genossen M a l y, Nürnberg, beteiligen sich die Gruppen Ostpreußens, Freistaat Danzig und verschiedene Gast- gruppev aus ganz Deutschland. Das Kärnten«r Lager unter der Leitung N a d d e r m e y e r- Braunschweig, schließt die Braun- -chweiger und Oesterreicher-Gruppen zusammen neben einer Reihe Gastgruppen. Am Harzlager beteiligen sich insbesondere Han- v-over und Hessen. An zwei Schweizer Lagern beteiligen sich Berlin, Brandenburg, Schweizer und Oesterrcichec-Kinder. Diese Pläne sprechen für sich und geben«in Bild von dem Ausstieg der Bewegung. Genoste Weinberger gab beim zweite» Punkt der Togrs- ordnung einen Bericht über den Stand der Bewegung. 563 Ortsgruppen sind es bis setzt im Reiche, und ständig ist die Zahl im Wachsen. Den Reichsausschußmitgliedern sällt die Aufgabe zu, einen innigen Kontakt mit der Z e n t r o l l e r t u n g herzustellen. Die Kurs« sind Im Reiche systemotisch-r aufzubauen. Nicht nur Bostelkurse, auch Kurl«, die über imsere Probleme onev- tieren, seien notwendig, serner sollen Kurse Über die Zeltlagertät-g- keit abgehollen werden. Gründliche Werbearbeit muß organisiert«erden. Unsere Filme sind gutes Material für diesen Zweck. Wanderausstellungen trogen auch zu? Propaganda für unsere Bewegung bei. Gut organisierte Tresswande- rungen sollen zum gegenseitigen Kennenlernen und Austausch de* Gedanken dienen. Genoste Löwen st«in führte in seinem Schluß- wort aus, daß die erhöhte Aktivität der Bewegung zu neuen Kämpfen mit den Gegnern führen werde. Di« für alle Teilnehmer anregend« und für die Pionierarbeit wertvolle und befruch- tende Konferenz schloß mit dem Gesang der Internationale. Banknoten hatte H. bereit» das Walserzeichenpapter besorgt. Fern« war die Platte für da» Porträt fertig ziseliert. Er hatte sich aber, odne daß er es ahnte, längst verdächtig gemacht. Tage- und nächtelang war da» Grundstück von den Beamten beobachtet worden, die dann in der Nacht zum 20. August über- rajchend eindrangen. Bei der Durchsuchung fanden sie mehrer« hundert Donknoten in allen StÄien der Ausführung. Hadameck und sein Wirt, der Vertreter Kahl, wurden festgenommen. Beide hatten sich nun wegen fortgesetzten versuchter. Münzoer- brechen» vor dem erweiterten Schöffengericht Lichten- berc- zu verantworten. Zwischen den Angeklagten besteht setzt eine grimmige Feindschaft, denn Kohl beste ettet jede Teilnahme auf das Energischst». Kahl fall auch für t. alles Material besorgt haben. Nach vielstünöig« B«hmrdlung. in der zahlreiche Zeugen vor- nommen wurden unk, auch die falschen Banknoten vorlagen, wurde da» Urteil verkünoet. Der Hauptangeklagte Hadameck wurde zu insgesamt 3 Jahr e Zuchthaus, l Jahre Chrverlusi und Stel- iung unter Polizsiaussicht verurteil«. Der Mitangeklagte Kahl, der weger. Einbruchs dtebstahl» vorbestraft ist, kam mit«um Gefängni». strafe von 15 Monaten davon. Auch ihm wurden die bürgerlichen Ehrenrecht« auf die Dauer von 3 Jahren aberkannt. Der Arbetter.Abstlnenten.Bund bittet uns. mitzuteilen, daß du Triirterfurforger Ernst L i n d l g l-em von d« Organisation beab. sichtiaten Ausschluß ourch seinen Austritt zuvorgekommen sst. t-indlg ist nichk mehr befugt, der Arbelftr-Abstlneuten-Bund oder dessen alkoholfreie Gasiställe. Marheiaekeplah 3, zu vertreten. Keine Erhöhung her gesetzlichen Miele. Dom Z e nt ral w o h n u ng so m t wird mUgeteilt: Auf Grund der Erhöhung d« Tarife für Wastu, Gas und elektrischen Strom für Berlin erfolgt kein« Erhöhung der gesetz- lichen Miete. Es verbleibt vielmehr bei dem Satze von 120,8 Proz. oder, wenn der Miete« die Schönheitsrepavoturen über- nonrmenhat, von 116.5 Proz. der„reincn Friedensmiete*. Der B ermieter ist, wie bisher, berechtigt. 100 Proz. Gemeindezu- schlag zur staatlichen Grundvermögenssteuer umzulegen, ferner kann er da» Wassergeld auf die Mieter mich dem Verhältnis der„reinen Friederlsmiete* umlegen, wen«r die Miete im voraus um 3 Proz. gekürzt Hot. Svtwäss«rung»gebühr»n gehören nicht zum Wassergeld und können daher nicht umgelegt werden. Tod darch Teckeaemstiuz Gestern nachmittag«eignete sich m der Scneral-Pope-Siiaße ln Gchöneberg ein schwerer Unglücksfall. Auf dem Dach eine» Werkstattschuppens«vor der 30jähnge Dachdecker Ernst Landach mft Arbeiten beschäftigt. Plötzlich stürzte die Decke ein und riß den Handwerker mit In die Tiefe. Bandach erlitt bei dem Sturz aus den Zementsußboden«inen schweren Schädel- bruch, der leinen sofortigen Tod zur Folg« hatte. Eine polizeilich« Umerjuchung über die Schuldfrage ist eingeleitet worden. Die Leiche wurdc deschlagnahmi und ins Schauhaus gebracht. 5� ERTRAUEN ZUR MARKE kann audi die beste und lauteste Reklame nldit schaffen, wenn es nicht durch wirkliche Leistungen gerechtfertigt Ist. Die glänzenden Erfolge bei den schwersten Internationalen Prüfungsfahrten, die vielen Siege bei In- und ausländischen Schönheitswettbewerben, täglich eingehende Anerkennungsschreiben aus dem Kreis von über 15000 Besitzern, der trotz der Wirtschaftskrisis um mehr ab 20% gegenüber dem letzten Jahr gestiegene Absatz, haben das Vertrauen begründet, welches Mercedes-Benz Typ„Stuttgart" In aller Welt genießt lassen Sie bei der Wahl Ihres Kraftwagens nicht allein den Preis, sondern nur den wirklichen Gegenwert, den Sie für den Preis erhaken, ausschlaggebend sein. Entscheiden Sie sich nicht, ohne Mercedes-Benz geprüft zu haben. ; Daimler-Benz A-�O. Berlln-CharloHenburg 2. S&lrafer 2/3. Verkaufsstellen: Unter den Linden 50/51, Fernrat Zentrum 12113— Rudolf Caracciola& Co., Budapestcr Str. 9, Femruf Barbarossa 5777/78 Splttelmarkt 4/7, Famruf Merkur 570 V«rtr«tnniren: Berlin: Werthelm AutomobflAje*., Berlin W. 0, Pr'edrich-Ebert-Sf. T4, Fernrai Zentrum 5187 o. 8041/43 A. Hirt«. Indaetrle-Abietluna, Berlin SV. 68� Merkgrafcn-itr. 76, Fernruf Dönhoff 946— Für Kraftdroschken:„Automar" Auto- und Maschinen-Vertriebs Q. ra. b. BerllivCharlottenburg, Kantstr. 141, Femntf Steinplate 7902/03. (Sin minderweriiger Tarifeniwurf. Die Reichsbahn und ihr Manieliarifverirag. �iner Presimoty V»I« IS. Dezember«ersucht die Haupt» vermaltung der Deutschen Rekchsbahn-Gesellschast sich zu recht- fertigen und den Gewerkschaften die Schuld för das Scheitern der � Verhandlungen über de» Manteltarifvertrag zuzuschieben. We uns von zustandiger Stelle mitgeteilt wird, ist es u n- richtig» wenn die Hauptverwaltung behauptet, daß der von ihr vorgelegte Entwurf„nur in minderwertigen Fragen� gegenüber der bisherigen Derhandlungsgrundlage neue und weit' gehendere Forderungen enthielt. Tatsach« ist. daß allein in den Paragraphen und Ausführungsbestimmungen des Monteltarisver- trags, ohne die Lohngruppeneinteilung, 166 Aevderungen varge. nominell sind, bei denen vorher«in Antrag auf Aenderung nicht vorlag und über die auch im Laufe der Jahre niemals gesprochen worden ist.(Ju den früheren Verhandlungen waren im ganzen IS Abänderungsanträg« von der Verwaltung gestellt) Außerdem sind fast alle Punkte, in denen den Gewert- fchaftsvertretern früher schon Zusagen gemocht wurden, i n der alten Fassung aufgenommen. Dort, wo im Sinn« der Gewerkschaften Aenderungen vorgenommen sind, hat die Dermal- tuna durch Andersformulierungen m anderen Bestimmungen das scheinbare Entgegenkomme« ins Gegenteil umgewandelt. Forderungen, auf die die Lerwolmng schon bei den früheren Verhandlungen verzichtet hatte, sind verschärft in dem Entwurf ausgenommen worden. Möglich, daß in den Augen eines Zieichsbohndirektors ein Lohnonter schieb»an N bis 12 Pf. in der Stunde eine„minderwertige Frage"(st; für einen Lokomotivheizer. dessen Lahn nach der neuen Borlag« um II und 12 Pf. gekürzt werden soll» ist diese Frage«in« Existenzfrage. Für die Eisenbahner ist es auch nicht gleichgültig, daß chne» der Soziallohn ganz wesentlich gekürzt werde» soll. E» ist keine minder- wertige Frag«, ob de» Schichtlohnarbeiter» in der Woche drei und sechs Stundenlöhne geraubt werden sollen durch den neuen Tarifvertrag nach der Vorlage der Verwaltung, obgleich dieses bisher von der Verwaltung nicht beantragt war. Systematisch sind in dem Entwurf, ohne beantragt zu sein, alle Bestimmungen des alten Tarifvertrages zum Nachteil der Arbeiter geändert, die früher Streitgegenstand bildeten und durch die Arbeitsgerichte zugunsten der Arbeit- n« h m e r entschieden sind. Durch die gesamte Lohngruppen«, n- teilung, vor allen Dingen für die Beamtendiensttuer, die an und für sich sehr schlecht entlohnt werden, sieht der Eni- wurf ungeheure verschlechleruugcu vor. Der Entwurf kann in seiner Fassung nur fo aufgefaßt werden. daß die Hauptverwaltung kein« Neigung hat. mit den Gewertfchaf- ten den Tarifvertrag zu revidieren und die Verantwortung isir dos Scheitern den Gewerkschaften zuichiaben möchte. Wäre dieser Eni- wurf de» Gewerkschaften ISS? unterbreitet worden, dann hätte sich darüber reden loflen, nachdein ader die Parteien annähernd drei Jahr« in Verhandlungen gestanden hoben, ist es nichts weiter als«ine ganz ungeheure Provokation, wenn alles das. was in der langen Zeit zur Beratung stand und als Ergebnis gc- bucht wurde, vcm der Derwaltvng in den Wind geschlaqei' wird. Di« Eisenbahner werden sich schon bedanken, ihren Tarif» vertrag, der sehr verbesierunysbedürftig ist. gegen emen vist schlechteren einzutauschen. Daran wird auch die Ueberreldungskunst der Vertreter der Neichsbahnoerwaltung nichts ändern. Lohukouflitt der Geiräukearbeiier. In den Weingroßhandlungev und tttörfabrikeu. Der Verkehrsbund und der Verband der Rahrungsmittel- und Getränkearbeiter haben den Lohntarif für die Arbeiter in den Berliner Weingroßhandlungen und Ltkörfobrtken zum 31. Dezember gekündigt und«in« Lahnerhöhung«m 6 Mark pro Woche gefordert. Die Unternehmer lehnte» die Er- höhung der Löhn« meist nur ab. sie forderten Kürzung der Grund- lohne und wollen darüber hinaus den Neueingestellt» im erst» Lahre ihrer Tätigkeit nur 30 Proz. und im zweit» Jahre SO Prvz. des Grundlohnes zahlen. Dies«„Gegenforderung" der Unternehmer bedeutet einen Abbau der geltenden Löhn« um 1,50 bi, 12 M wöchentlich. Daß d,e Unternehmer gerade jeßt einen solchen Lorschlog machen, kennzeichnet ihren„sozialen" Geist zur Genüge. Dabei bc künden st« noch«ine ziemliche Geschmacklosigkeit durch den Hinweis, daß ihr Anerbieten ein.»außerordentliches Entgegen» kommen" fei, da die Mitglieder des Unternehmerverband«» an» der Getränkeindustrie noch viel weitergehend« Lohn- türzungen verlangt hatten. Di« Funktionäre und Arbeiter der Wein- und Likör- broncho haben diesen Vorschlag der Unternehmer, wie nicht anders zu erwarten war. einmütig abgelehnt. Dieser Beschluß wird auch von de» Organisationen voll und ganz gebilligt. Fraglich ist nur noch, ob auch d i« Firm», die vorwiegend Lohn« und Gehalts» «npfänger zu ihren Kunden zählen, das Vorgehen des Unter- nehmerverbanbes stutzen. Deshalb soll allgeinein von Maßnahmen vorläufig nach Abstand genonvnen werden. Allein die Derbänd« schrecken vor einer derartigen Kampfansage der Unternehmer nicht zurück. Sie werben vielmehr mit ollen gewerkschaftlichen Mitteln die Forderung» Ihrer Mitglieder durchzusetzen veifuch». ErwerbsloseVauarbeiier demonstrieren Durch Aortbleiben von der kommvuifiifchen Kundgebung. Seit mehrer» Tag» warm in der kommuniftrsch» Press« samt. Kch« erwerbslosen Berliner Bauarbeiter, also die Maurer, Zimmerer, Maler, Dachdecker. Steinarbeiter und Rohrleger aufgefordert worden, zu einer Versammlung zu komm», die von den kommunistischen Berliner Zinunerervereinigungen. der Zimmerer. Rohrleger und der Gruppenleitung der„revolutionär»" Bauarbeiter zu Donnerstag nachmittag 1 Uhr nach den..Musikersäl»"«in- beruf» waren. Als um 2% Uhr M* Moskauer Ordonnanz erschien, um d»„Masten" die neuesten Parolen zu überbringen, erwartet» ihn schon ganze 53 Mann. Dem Berjammlungsleiter blieb nichts| anderes übrig, als chiefe imposante Bertammtung zu vertag». Es fchi» chm amcheinend doch etwa» zu gewagt, seinen Auftraggebern zu berlchtm. daß von den etwa II 000 Erwerbslosen Im Berliner Baugewerbe ungefähr ein halbes Prozent erschienen war. Dieses Beispiel zeigt wieder einmal, wie„tief" die Kommuniltilche Partei in den Mast» verwnrzelt ist.. Weihnachtsfeier der Lithographen. Die Mitgliedschaft Berlin des Verbandes der Lithographen»nd Steindrucker verfolgt schon seit Lahr» den Grundsatz, daß für die Mitglieder bei leder Deranstoltung gerade das Beste gut genug sei, was man ihnen zur Unterhaltung und Erholung bieten kann. So trug auch die gestrige Weihnachtsseier für die erwerbslosen Mitglieder wieder«in« Note, die man im allgemeine» bei solche» Veranstaltungen, leider auch bei denen mancher Gewert- schaf en, immer noch vermißt. Der groß« Saal im G« w e r k- s ch-a s t» h a u s prangt« in einem schlichten, aber wirkungsvollen weihnachtlichen Schmuck. Tischleuchter aus Tannengrün, rote Fahnen, Tannengewinde längs den Galerien und zwei von der Decke herabhängende tunswollc Kränz« schufen schon vornherein «ine Feierstimmung, die mit jener bei den sentim»tal«n Weihnacht»- feiern nicht» gemein hatte. Ei» auserlesenes Konzertprogramm. bestritten von dar betonn- t» Kapell« Gebrüder Steiner. t«e ihre Kräfte unentgeltlich in den Dienst der Sache stellt«, und der Äonzertjäugerin Meto Glaß-Billaret bereitete den Erwerbslosen einig« frohe Stun- den. Außer einem ordentlichen Mtttagest» wurde jeder der rund 500 Erwerbslosen, sowie seine Angehörigen mit Lebensmitteln und Tabakwaren von der Konfumgenofienschast und seder Verheiratet« mit einem Betrag« von 20 Mark, die Ledigen mit 10 Mark bedacht. Der Geldbetrog für die Unterstützung ffntz aus dem Ueberschuß des Novemberfestes, der freiwilligen Sammlung unter den rund 3500 in Arbeit stehend» Mitgliedern, die allein etwa 8000 Mark ergeben hatte, und«inem Zuschuß aus der Lokalkoste. Di« Veranstaltung einer so echten proletarisch» Weihnachtsfeier wurde von allen Teil- nehmern. zumal auä» ihre? hob» künstlerisch» Niveaus weg». mit aufrichtigem Dank quittiert. Wen» die Kommunisten»ffegen*. Dann kommen die Selben in der Knorr-Vremse hoch! An der Arbeiterratswahl in der.„Knorr-Bremse" beteiligten sich 2(88 von 2688 beschäftigten Personen. Die Kommunisten stellten der freigemerkschaftlichen Lisi« diesmal eine eigen« List««ntgeg». Mit dem Ergebnis, daß sie 738 Stimmen bekamen und vier Sitz« im Arbeiterrat, auf Kosten der freien Gewerkschaft»; der» Liste weist 879 Stimm» aus. mit fünf Sitzen im Arbeiterrot, genau so viel wie die„Gelben", die 777 Stimmen erhielt» und ebenfalls fünf Sitz«. Bisher hatten die Vertreter der frei» Gewerkschaften 11 oo» den 14 Arbeiterratssitzen besetzt. Die Wohl» der Angestellt» ergab» vier Sitze für d» DHB.» drei für die Gelben und zwei für den AfA-Bund. Wie sich unter dies» Umstände» ein« Zulamorenarbelt der frei. gewerkschattlichen. gelb» und kommunistischen Arbeiterratsmit- gliüder und des Betriebsrats ermögbchen läßt, f« dahingestellt. Der KPD. gebührt jedenfalls das.zweiielhast« Verdienst, au« niedngster Gewerkschaftsfeindschoft dies« Mißgeburt von Betriebsrat»tstehen zu lasten._ Kommunistischer �Vormarsch". Der Krebsgang bei Low««Radio. Sn großer Aufmachung berichtet dt« konnnunisLsch« Presse über ein».Überwältigenden Lieg der revolutionär» Opposition bei Löwe-Rodio." Die Tatsachen stimmen mit diel«» Siege sgesthrei wenig überein. Bisher bestand die Betriebsvertretung au» si e b en„Oppositionellen" und drei Sozialdemokraten. Im neuen Betriebsrat halten sich„Opposition" und Freigewerkschoftler mit je vier Vertretern die Waage. Lmmerhin besteht ein Unterschied. Bisher waren s ä m t- l i ch e Betnebsratsmitglieder gewerkschaftlich organisiert. Jetzt stchen vier„revolutionäre Unorganisierte" den vier Frei- gewerkschafte» gegenüber. Aus diesen„Sieg" mag die KPD. stolz sein. Er kennzeichnet erneut ihre hinterhältige Gewertschafts. feindschaft. „An Arbeitergroscheu bereichert�. Kommunistische Verleumdung bloßgestellt. In der kommunistiMien Betrtsbszellenzeitung für das Rudolf. Birchaw-Ärankenhaus,.AVK.-Echo", war der Leiter der Reichs- sektwn Gesundheitswesen, Aolleg« Paul L« v y. verdächtigt worden, sich an Arbeitergroschen zu bereichern. Der vom Verband der Gc- meinde- und Slaatsarbeiter eingesetzt» Untersuchungskommistion bot nun der Kommunist R o b st, der hinter j»er Berdächtigung steckt, am 18. Dezember 1929 folgende Erklärung abgegeben: „L Ich ertläre. daß ich mit die Abficht hafte, dem.Kol- legen Levy Borwurfe zu machen, er habe sich an Arbeüergroscheu bereichert. Ich habe dies auch in der Versammlung am 14. No° oember 1929 nicht getan. ?. Ich Hobe nie erklärt, Kollege Levy sei Verräter«n Proletariat, auch in der Versammlung am 14. November 1929 nicht. 3. Demzufolge erkläre ich weiter, daß auch die versteckte« Audeulungen Im„RVS- Echo" Levy Hobe sich an Arbeller. grosch» bereichert, unwahr smd, und ich sie nicht decke." Damit ist wieder ein« elend» Verleumduirg zusianmengeb roch». die von der SPD. gegen ehrenwerte Arbeiterführe,' erhoben werden. Es" kommt ja d» Kommunisten auch nicht daraus an, durch Kritik reinigend und bessernd in der Arbeiterbewegung zu wirken, sonder» im Interesse ihrer Partei handeln sie noch der Devise:„Verleumde nur immer drauf los, es bleibt schon etwas hängen!" Wundern muß mau sich nur. daß trotz alledem noch immer Arbeiter dieser Verteumderoesellschoft nachlaufen. „Unberechtigte Forderungen" der„Gehag" Eia Glück aus dem kommunistischen Tollhaus. „Unternehmer werb» für den DMV.". bss-gt ein Balk» des Moska-ublatte?. Die Sache steht so. daß die betreffenden Umer- nehmer mit dem Deutschen Metallarbeiterverband ein» Tarif- vertrag für die Rohrleger und.Helfer adge-sckilosten haben und deshalb verlangen, daß die neu einzustellenden Rohrleger und Helfer dem Metallarbeiterverband angehören. Au? dem einfach» Grunde, weil der MetallarboiterverbaÄ» so„resvrmistlsch" wie alle übrig» Gewerkschaften ist, Tarifoerträge, die er abgeschlossen hat, einzuhalten, während die„revolutionäre" Nieder kirchner-Veteinigung. die durch ihren wild» Streck einen Tarifabschluß mit denselben Unternehmern erzwing» wollte, einen Tarifvertrag nur so lange einhalten dart, solange es ihr die KPD. ertaubt. Nachd«y es dm sozialdemokratischen Wohlfahrts- Vorstehern unterstellt hat, daß sie es ausdrücklich ablehnten, „Niederkirchner-Leuten irgendwelche Unterstützung zu zahlen", fährt das Schimpfblatt fort: „Eine weitere Roll« spielen die soaeimnnt»„Sozialen Betriebe«nd Genossenschasten". So macht die „Gehag" die Vergabung von Aufträgen an Privatunternehmer davon abhängig, daß die von ihn» beschäftigt» Rohrleger und Helfer Mitglieder des DMV. sind. Wenn eine Gesellschaft, dir zum größten Teil mit städtisch» Solde» arbeitet, derart uv- berechUgie Forderung» erhebt, wird es höchste Zeit, daß in der Stodtoemrdnrtenversammlung diese Dinge.zur Sprache kommen. Die„Gehag" wird es ertrag» können, wenn Kommunist» in der Siadtverordneterwersaminlung ihr.zum Vorwurf machen, das; sie organisierte Arbeiter beschäftigt und das gleiche von den für sie arbeitenden Privatunternehmern verlangt. Es wäre ja noch schöner, wenn ein von gewerkschaftlich organisiert» Arbeitern geschaffenes Unternehmen unorganisierte Arbeiter beschäftigte und die GewerkschaftsmitkSieder zm'ehen ließ«. Rögen die Klassenbewußten«volutionären" Unargani» slerte» sich samt der KPD. noch so sehr darüber ereifern, sie «rd» die„Gehag" nicht erobern". Di«„Gehag" wäre nicht wert »l erist*ren. wenn sie nicht Wert darauf legt«, freigewerkschasflich organisierte Arbeiter zu beschäftigen. Uebrigens, wenn die Behauptung des Blattes richtig ist:„Die anfangs aemaßregrtten Rohrleger haben last refttfos wieder Arbeit erhalt»," wo» w'll es dann noch? sieh»: Gey» den Metall. arbeiterverband, gegen die„Sozialfaschist»", gegen die soztaZdcm» krnftlch» Wohlfahrtsoorsteher und Stadträte und gegen die „Gehag"!_ Früchte der Gewer/schastshetze in Golingeu. KPO-Bo»kott gegeo das Sew«rt,'chastshoos. Solingen. 20. Dezember. sEigenbericht.1 Sezmung« durch die Hetze der kommunistisch» Gewerkschaft? Opposition hatte der Eigentümer des Solmger Gewerkschaftshauses, der Deutsche Metallarbeiter-Derband. die Sperre des Boltshaujes geg» die Gewerkschaftsopposition ausgesprochen. Nunmehr hat die„Opposition" nach«inem vergeblichen Ultimatum über das Solinger Gewertschaftchaus den Boykott»erhängt. Die Krise in der Oiamanttudustrie. Wetter« 15 Feiertage in Antwerpen. LrSsftl. 20. Dezember.(E1genbertcht.> Die Antwerpener Diomantschleiserinwstri« mackü. zum Teil in- folg« der anhaltenden New Yorker Börsenbaisse, die den a m e r i k a. nischen Diamantkäusen«inCniie bereitet hat. eine überaus schwer« Krise durch. Um die Lage einigermaßen zu sanieren, beschlosten di« Diatmontschleifer vor 15 Tag» die gesamte Produktion für die Dauer von 15 Togen stillzulegen. Diese Frist ist nun»»strich», aber eine wesentliche Besserung ist nicht«ingetreten. Es wurde deshalb am Freitag beschlossen, die Arbeit noch weitere15Tage ruhenzulassen und dann die Produktion allmählich wieder in Gang zu bringen. Die Arbeiter sind mit dieser Maßnahme einverstanden. # Freie Gewerkfchasis-Iuasnd Verlin «ennaieni, l# Uhr.©raw» EUUcabun nxb Zvm-rtchtellberg: Am 3ii«rAT)f.:nt frrtiff. er fxr Jeffinnfttofit ffieihnadiwatt,— fiotat-jM«! SiTrferfDrtntnmer.Mtln der ytrtlen Gewerilchs stsi u n j> am Conniafl Ä 17U Uhr, am tztUfte bei Dernau..«u« dem Itoffcamm: Mufit. t'vita' oi>.©cfarn, iT vrechltor. T«i'nar/Me mit Natten. Unt-ftenbetlraa» PI. I reffen um t« Uhr im S«eschl»h. Lanle bei Bernau. Sattu» Nnd dort iw-h ,u hod-n.— Srnp-e» Tüb-sten, Südicstea. vezr a' n» plah.? eulöl!»! Treffen ,ur Lsnnenwendfeier um S Uhr Eiettiner iorert- bahnhoi. .lunendonlpve i>eS?e»'lrolverftanftts Ver Anoeste>t«n zM Seltefanntarfu» im Zuaendhei» Lehrter Sir. IS— 1». � Deqinn 20 Uhr. ÄWMßfs'Mti. Ms» �WUWWU.....„„„/-e" Sd.ör.hauscT Alice 112 Lcndabeiger AI ee 39 öe�ewtiker dorn Rirngbahnhaf Nahe Pefarslurgar Str�/Us Gute Weihnachts- Geschenke Trikotagen' Strümpfe/ Wollwaien/ Wolle Herrenartikel/ Handadmhe/ Bleyle- Kleidung Nr. 597* 46. Iahrgang 2. Beilage des Vorwärts Sonnabend, 21. Dezember 1929 Programm der Bauwirtschast. Gefahren für die Konjunktur.— Gewerkschastsappell an die Regierung. Die drei Spitzellgewerkschaslen. A D G B.. A s A.- S u n d unb Allgemeiner Deutscher Beamtenbund haben an den Reichsarbeitsminister einen dringenden Appell zur Forderung der Bauwirlschast gerichtet, der zugleich Richt- linien zur besseren und stärkeren Finanzierung besonders des Wohnungsbaus enthält. Die Eingabe hat im wesentlichen folgenden Wortlaut: Das deutsche Volt steht seit mehr als einein Jahrzehnt unter dem Druck verschärfter Wohnungsnot. Zurzeit beläuft sich der Fehlbestand an Wohnungen aus mehr als eine Million. Zwar sind in den letzten Iahren erfolgreich« Ansätze zur Verringerung dieses Defizits zu verzeichnen. Aber das Absinken der Konjunktur, die Verringerung des ausländischen Kapitalzuslusses sowie die äugen- blicklichen Finanzschwierigkeit«n der öffentlichen Körperschasien drohen den Umfang des Wohnungsneuboues wieder empfindlich einzuschränken. Diese Tatsachen beeinträchtigen auch den Vau i n d u st r i e l l e r Anlagen. Die Anspanming der öffentlichen Finanzen führt schließlich zur Verminderung der Bauaufträge von Behör- den. Das Sparprogramm des Deutschen Städte- tag es, dem sich der Reichsstädtebund angeschlossen hat. läßt die Gefahren erkennen, die dem Baumarkt im nächsten Jahre auch von hier aus drohen. Die Abschwächung. die bereits in diesem Jahre im Vergleich zum Borjahr stattgefunden hat, ist unverkennbar. Sie drückt sich am deutlichsten im Beschäftigungsgrad der Bau- a r b c i t e r aus. In keinem einzigen Monat des laufenden Jahres hat die Beschäftigung der Bauarbeiterschast den Stand des Vorjahres auch nur annähernd erreicht', in den letzten Monaten ist die Arbeits- losigkeit bis fast auf das Doppelte des Vorjahres gestiegen. Die Bauindustrie ist ein Grundpfeiler der Gesamtwirt- schast. Nach der Statistik der Bcrussgenossenschasten zählte sie iin Jahre 1928 mehr als 2 Millionen Beschäftigte. Ihre Jahresleistung wird auf 9 Milliarden Reichsmart veranschlagt. Nach den Unter- suchungen des Instituts für Konjunkturforschung beruhte die Wider- stairdsfähigkeit der Wirtschaft gegenüber den Abschwächungstenden- zen der letzten Zeit außer auf der günstigen Gestallung der Aussuhr nur auf der verhältnismäßig günstigen Verfassung des Baumarktes. 3ede Einschränkung der Bautätigkeit muß sich also in der gesamten Wirtschast besonders schwer fühlbar machen. Daraus ergibt sich, daß die Bautätigkeit mit allen Mitteln gefördert werden muß. Die Aussichten des Baumarttes im nächsten Jahr« sind infolge der Schwierigkeiten, die der Beschaffung langfristigen Bau- kapitals entgegenstehen, sehr trübe. Der Ausfall, der seit einigen Monaten in dem"Einlagenzuwachs bei den Spart äffen und ip dcch ßsingang ncuer Mittel bei den Realkreditinstitchen ein- getreten ist, wird erst in Zukunft voll' zur Auswirkung� kommen.- Auch bei den Landesversichcrungsanstallen wird sich'die Schwierlg- leit. Ncuausleihungen in dem gewohnten Ausmaß vorzunehmen, erst im kommenden Jahre voll bemerkbar machen. Im laufenden Jahre konnten sie trotz der ihnen vom Reich aufgenötigten lb-l-Mil- lionen-Anleihe die Bautätigkeit noch recht gut fördern, weil die im Verjähr zugesagten Betröge zum großen Teil erst in diesem Jahre in Anspruch genommen wurden. Der Rückgang der Bautätigkeit droht also viel schrosser zu werde«, als aus dem bloßen Vergleich der für die Vamärigkeit maßgebenden Zahlen anzunehmen ist. Wir haben unsere Forderungen zur Vau- und Wohnungswirt- schnst in programmatischen Richtlinien wiederholt dargelegt. Es sei aus unsere Denkschriften vom November 1928 und Januar 1928 verwiesen. Die bedrohliche Lage des gesamten Vaumarktes zwingt uns ober, darüber hinaus Vorschläge zu machen, die uns geeignet erscheinen, die für das nächste Jahr zu erwartende weitere Zuspitzung der Verhältnisse zu verhüten. Dorschläge für stärkere Kapitalbeschaffung. Alle für die Hergäbe von ersten Hypotheken in Betracht kam- wenden Institute sollten ongelzalten werden, ihr Hauptaugenmerk auf die Bereitstellung von Boukopital zu richten. Im einzelnen machen wir folgende Vorschläge: Die Norm für Hypothekenousleihungen der Sparkassen bcträgi zurzeit 19 Prozent des �paroinlagcnbestoudes. Diese Norm ist bereits im Vorjahr überschritten worden, ohne daß die Liquidität der Sparkassen beeinträchtigt worden wäre. Die Ausleihnngs- grenze kann daher ohne weiteres erhöht werde». Solange die angespannte Situation auf dem Baumarkt anhält, sollten die Sparkassen einen noch größeren Teil ihres Ein- laaemmoachses für den Neubau von Wohnungen verwenden. Die Sparkassen, die in ihrem eigenen Bezirk nicht genügende Anlaacmöqlichkeiten im vorerwähnten Sinne haben, sollten ihre überiä-üisiacn Miitel durch Vermittlung der Girozentralen a n Orten mit besonders großem H y p o t h e I c n b e d a r f ytprf i Eine stärkere Heranziehung einzelner Sozialoersiche- ru nasan stalten zur Finanzierung des Wohnungsbaues er- scheint möglich. Bei der besonders schwierigen Lage des Bau- u—j_____---„Ein Kummer waren stets meine aelben 8annc. Nachdem ich olle Hilfsmittel angewandt hatte, ver- suchte e» mit Ehlorodont und die Wirkung war erstaunlich. Heut« erfreue ich mich gesunder weißer Zähne." Gez. E. Jacobi, Lands- berg a. d. Warthe. häßlich gefärbter Zahnbelag. gelben Zähne.' v" Marktes sollten die Ueberschüsse im kommenden Jahre weitestgehend im Wohnungsbau investiert werden. Es ist bedauerlich, daß das Reich der Invaliden vcrsiche- r u n g im Rechnungsjahr 1929 die ihr zukommenden Zuschüsse zum Teil in schwer veräußerlichen Schuldscheinen geleistet hat. Gegen eine Wiederholung dieses Vorgehens müßten wir entschieden Verwahrung einlegen. Die P r i v a t v e r s i ch e r u n g s.a n st a l t c n, auch diejenigen, des öffentlichen Rechts, müssen zur Finanzierung des W o h n u n'g s- b a u e s verpflichtet werden. In Anlehnung an die Denkschrift des AfA-Bundes zur Reform des Gesetzes über die privaten Versicherungsuntemehmen fordern wir vom Reichsaufsichtsamt für Privatversicheruug den Erlaß von Vorschriften, die eine Vcrpslich- tung zur Finanzierung des Wohnungsbaues durch Vermehrung der Anlagen in ersten Hypotheken und Pfandbriefen bis zu einer be- stimmten Grenze auferlegen. Um diesen Anstalten eine gewisse Vielfältigkeit der Anlage- Möglichkeiten zu gewähren, ist dabei auf die Förderung des l ä n d- lichen Wohnungsbaues und der industriellen Umsiedelung hinzuweisen. Sicherung der öffentlichen Baufinanzierung. Die Wohnungsbautätigkeit leidet auch in hohem Maße an der Unsicherheit der Baufinanzierung durch die öffentliche Hand. Sie würde wesentlich gemildert, wenn die seit langem von uns erhobene Forderung nach Aufstellung eines langfristigen Bauprogramms durch gesichertes Weiterfliehen der Hauszins- steuer gestützt würde. Wir fordern deshalb: Die Hauszinssteuer oder ein« etwa an ihr« Stelle tretende Gebäudeentschuldungssteuer muß fiir m i n d e st e n s 10 Jahre sichergestellt werden. Aus der Hauszinssteuer(Gebäudcentschuldungsstcuer) müssen höhere Beträge als bisher dem Wohnungsbau zur Ver- fügung gestellt werden. � Die Erträge und Rückflüsse aus Hauszinssteuer- Hypotheken sind resllos dem Wohnungsbau zuzuführen. Eine Ver- Wendung dieser Beträge für Verwaltungszwecke widerspricht dem Sinne der Steuer. Konjunkturausgleich durch rationelle Bauwirtschast. Die seit langem erhobenen Forderungen und die bis jetzt ein- setzenden Bestrebungen der Reichsregierung, bei der Vergebung von Bauaufträgen der öffentlichen Hand saison- und konjunkturausgleichend zu wirken, sind für den Baumarkt von besonders großer Bedeutung. Diese Aufgabe der öffentlichen Hand wäre vielleicht erfolgreicher durchzuführen, wenn der Beginn des Haushaltsjahres dct öffentlichen Körperschaf- tcn verlegt würde. Es ist deshalb in Erwägung zu ziehen, ob eine Verlegung auf den 1. Juli zweckmäßig wäre.� Sie hätte zur Folge, daß. die ersteü Bauraten für öfsentlichc' Bauten in he« Herbst- nwnateu. zur. Vetfüglmg.. stehen, ,a1so i in einem Zeitpunkt, in, dem die Bautätigkeit zurückzugehen pflegt. Das Ende des öffentlichen Baujahres würde dagegen in eine Zeit fallen,"in der die sonstige Bautätigkeit sich bereits belebt hat. Die Befolgung der vorstehenden Gesichtspunkte ist unserer Ansicht nach geeignet, den drohenden Rückgang der Bautätigkeit im kommenden Frühjahr zu mildern. Es muß jedenfalls mit der Möglichkeit gerechnet werden, daß der deutsdfc Kapitalmarkt, besonders bei der augenblicklich beengten finanziellen Lage der öffentlichen Körperschaften, zur Finanzierung der Bauvorhaben nicht ausreichen wird. Deshalb legen wir nach wie vor den größten Rachdruck auf die Forderung, daß die Aufnahme von Auslandkredilen zur Ergänzung des inländischen kapitalmarkles nichl erschwer!, sondern im Gegen- teil gefördert wird. gez.: Graßmann. Aufhäuser. Falkcnberg. 35 Millionen Siemensgewinn. Aufsichtsrat liquidiert eine Million für Tantiemen. Die Verwaltung des Siemens-Konzcrns gibt jetzt die wichtigsten Abschlußzahlen für das am 30. September beendete Geschäftsjahr 1928/29 bekannt. Die bei Siemens erzielten Gewinne bestätigen in vollem Umfange unsere wiederholt zum Ausdruck gebrachte Ansicht, daß die Elektrokanjnnttur im lausenden Jahr besonders bei den drei großen Berliner Konzernen sich mindestens auf dem hohen Stande des Vorjahres gehalten lzabe. zum Teil sogar noch darüber hinaus gewachsen sei. Die Starkstromgruppc Siemens-Schuckcrt weist einen Reingewinn von 16,93 Millionen auf, wovon wie im letzten Jahr wieder eine Dividende von 10 Proz. ausgezahlt wird. Diesc� Dividende beansprucht jedoch nur 12 Mill. M., so doß allein 3 Mill. M. in ein? Sonderrücklage gesteckt werden können. Bei der Schwachstromgnippe Siemens u. Halste hat sich nach weitaus höheren Wzügen für Anleihezinsen und Abschreibun- gen der Reingewinn von 18,4 auf 18,7 Millionen gesteigert, aus dem wieder die sehr hohe Dividende von 14 Proz., wie im Vorjahr, ausgeschüttet wird. So hoch diese Aktionärsgewinne sind, entsprechen sie doch noch lange nicht dem ausgewiesenen Rein- gewinn, der eine Rekorddividcnde von 20 Proz. zu- gelassen hätte. Daß Herr von Siemens, der vor der Oeffentlichkeit die Lage der Wirtschaft gern schwarz in schwarz malt, kein Interesse daran hat, durch Rekorddividenden seine Belegschaften zu nützlichen Vergleichen zwischen Unternehmergewinnen und dem Inhalt der Lohntüten anzuregen, oersteht sich von selbst. Daher verschwinden auch bei Halste 2,5 Mill. At. in einer Sonderreserve und rund 2,8 Mill. M. werden auf neue Gewinnrechnung vor- getragen. Großzügig wie immer liquidieren die Herren vom Aufsichtsrat in beiden Konzernen als„Aufwandsentschädigung" eine runde Million. Nach Bekanntgabe der Geschäftsberichte und Bilanzen kommen wir auf die Siemens-Abschlüsse noch zurück. Die Krediie für das Reich. Verhandlungen bei der Reichsbank. Gestern mittag ist unter dem Vorsitz des Reichsbankpräsideiüen Dr. Schacht mit den Vertretern der großen Banken die Beratung über den dem Reich zu gewährenden 330-Millloneii-Kredit aufge- nommen worden. Die Verhandlungen waren offenbar bis zum Abend noch nicht abgeschlossen. Interessant ist das Rätselraten über die Form, in der die Reichs- kredite beschafft werden sollen. Im Vordergrund stand zunächst die Möglichkeit, einen großen noch offenen Auslandskredit der Gold- diskontbank für«inen größeren Teil des Rcichskredits flüssig zu machen. Dann wird van Reichsschatzwechseln gesprochen, die die Banken übernehmen sollen, wogegen sie entweder bei der Re'chs- dank durch Rediskont von Wechseln oder im Ausland durch Verkauf der Reichsschatzwechsel das Geld beschaffen wollen Der durch Direkt- informattonen aus der Reichsbank in der letzten Zeit aufsalleude „Börsen-Courier" spricht sogar von der theoretischen Möglichkeit eines „direkten Auslandskredtts des Reiches durch Vermittlung der R e i ch s b a n k". Das letztere wäre zweifellos die interessanteste Lösuirg...1 Gemeinsam ist allen Auffassungen die Anfchatnmg, daß man ohne Juans p ru chnahme des Auslandes in irgendeiner Form bestimmt nicht auskommen kann. 125 Millionen Preag-Kapiial. Der dritte Kapitalerhöhungsbeschluß in einem Jahre. Für den raschen Aufbau und die Expansionstraft der Preußi- scheu Elektrizitätswerke A.-G.(Preag) spricht das Tempo, in dem dieser preußische Elcktrizitätstrust seine Kapitalkrast er- höht. Die gestrige Generaloersammlung hat die Ausgabe von 25 000 neuen Namensaktien zu 1000 M. beschlossen, wodurch sich das Gefamtkapital von 100 auf 125 Millionen Mark erhöht. Im Juli erst war die Ermächtigung zu einer Kapitalerhöhung von 100 auf 110 Millionen Mark erfolgt, die jetzt mit durchgeführt wird. Im März war das Aktienkapital von 80 auf 100 Millionen Rtark erhöht worden. Dazu treten über 40 Millionen Mark englische uipd ameri-� kanische Anleihen, die in den beiden letzten Iahren ausgenommen. warben fmd. Freilich bleibt die Kapitalexpansion hinter dem-i Loistungsausbau. noch erheblich zurück. ' Die neun 25 Millionen Äktien werden.zunächst nur zu Z-t ein* gezählt: Sie werden von einem öffentfichen Konsortium übernommen, zu denen die Bereinigte Elektrizitöts- und Bergwerks A.-G. (Vewa), die Finanzgefellschaft der preußischen Skaatsindustriewerkc, und jene kommunalen Organisationen gehören, mit denen die Preag auf Grund von Kooperationsverträgen eine Aktienbetciligung ver- eindart hat. Für die Durchführung der von Preußen verfolgten. kommunal-staatlichen Zusammenarbeit soll die Hannover-Braun- schweigische Stromversorgungs A.-G. 2,1 Millionen, die Stadt Frank- surt 15 Millionen und der Schleswig-Holsteinischc Elektrizitnts-Per-- band in Rendsburg 0,35 Millionen von den jungen Aktien über-- nehmen. Der Rest von 7,55 Millionen sind Vorratsaktien, von denen ein erheblicher Teil zur Beteiligung an der neugegründcten Konnmzz nalen Elektrizitöts A.-G. Mitteldeurfchland verwendet werden wind.. Die Verlängerung der Eisenkartetle. Die neuen Verträge bis 1940 abgeschlossen. Die Entscheidung in der Kartellfrage der E l s e n- u n d S t a h l-' Industrie ist gestern gefallen. Sowohl die Verträge für das deutsche Rohstahlkartell wie auch für die Verkausssyudikate der Eisenindustrie sind in Düsseldorf auf zehn Jahre hinaus verlängert worden. Lange Zeit hat es so ausgesehen, als ob die K a r t c l l g� g n e r in der deutschen Eisenindustrie die Oberhand gewinnen und durch Sprengung der bestehenden Syndikate einen verbandslosen Zu- stand herbeiführen würden, der bei einem Kampf aller gegen alle in seinem Gefolge auch schwere sozialpolitische Aus-> «in« Übersetzungen gehabt hätte. Wir erinnern bei dieser Gelegenheit nur an die schweren Konflikte zwischen Mannesmam« und Krupp, die Ouotenkämpfe der Maxhütte und andere kartellpoli- tische Auseinandersetzungen. In den neuen Vertrag des Deutschsten Rohstahlkartells sind für die einzelnen Mitglieder kein« Quoten mehr festgesetzt, sondern es wird die Höhe der tatsächlichen Produktton für alle Lasten und Rechte der Mitglieder entscheidend sein. Ferner ist das neue Roh- stahlkartell als eine Art Dachverband gedacht, in dem die übrigen Verkaufssyndikate der Eisenindustrie eingegliedert sind. Nach dem Prinzip„Alles oder nichts" wird künftig das gesamte Syndikats system der Eisenindustrie mit der Existenz jedes einzelnen Verbandes .... und den Weihnachiskuchen NN �Küchenwunder" backen! Dieser Backapparat und Dr. Detter« Backpulver sichern gutes Gelingen! stehen oder fallen. Den neuen verbinden ist auch«in Teil der b i«. hcrigen Außenseiter beigetreten so daß die Produttion der auch jetzt noch verbliebenen Außenseiter kaum 2 Proz. der in den Syndikaten vereinegten Werk« erreicht. Das deutsche Röhren- s y n d i t a t, das vorläufig nur bis zum Jahre 19Z? läuft, wird gleichfalls über eine Verlängerung des Syndikatsvertrags bis 164U Beschluß fassen und sich damit wie die übrigen Vertaufsoerbände auch dem Vertrag des Rohstahlkartells angleichen. Dies« Verständigung innerhalb der veutschen Visenindustrie und die Synditatsoerlängerung auf wntere Zehn Jahre wird wcsent- lich« Wirkungen für den Ausbau der einzelnen internationa- lcn Eisensyndltat« haben. Abgesehen davon, daß das Intec- nationale Schienen- und Rährentartell. zu deren Mitgliedern auch die beiden angelsächsischcn Länder gehören, dadurch in ihrem Be- stand« wesentlich gesichert sind, ist nunmehr auch damit zu rechnen. daß für die anderen Eisenerzeugnisse internationale Vertaufgsyndi- katc gegründet werden. Die ersten Schritte hierzu sind ja von dem internationalen Rohstahlkartell bereits eingeleitet worden. Wir stehen also imnitten einer Entwicklung von der nationalen Monopolherrschast der Eisen- und Stahlindustrie in den «inzelnen Ländern zur weltbehcrrschendcn Monopol- macht durch den Ausbau de» internationalen Kartellsystem». Berliner Kindt verdient SO Prozent. Bei 24 Prozent Oivivende. Die BerlinerKindl-Brauerei A.-O. hat offenbar Bedenken. ihre im vorigen Jahr gezahlte Rekorddimdende von 24 Proz. noch zu überbieten. Sie hat daher den ausgewiesenen Reingewinn für das jetzt abgeschlossene Betriebsjahr 1928/29 auf Millionen Mark, wie im vergangenen Jahr,..abgestellt"', obwohl di« Erträge weit über den Ergebnissen de» letzten Jahre» liegen. � Irgendwo müssen allerdings die Gewinne bleiben, und so Hot die Verwaltung ohn« ersichtlichen Grund die Abschreibung«» aus Gebäude und Anlagen um fast eine Million auf 2.84 Millionen heraufgcschraubt. Einschließlich ihrer Abschreibungen konnte die Se- sellschaft im letzten Jahr rund 80 Proz. ihre» Stamm- Kapitals, das sind vier Millionen Mark, verdienen. Trotz dieser phantastischen Gewinn« oersteigt sich die Derwal- tung der Berliner Kindl-Brauerci in ihrem Geschäftsbericht zu fol- gcndem Satz: ..wie ungeheuerlich die steuerlichen Lasten der deut- schen vrauindustrie sind, erhellt darau», daß wir im abgelaufenen Geschäftsjahr annähernd lZS Millionen Mark da» sind rund ZZO Proz.(!!) unsere» Aktienkapitals— an die verschiedenen Steuer-, Finanz- und Zollkassen abführen mußten. Diese Zahlen zeigen mit erschreckender Deutlichkeit, daß ein weitere» ?ln,iehen der Steuerschraube unbedingt dazu führen muß. eine beute noch mit Gewinn arbeitende Industrie gewaltsam ,u zerschlagen." Jede» Kind weiß, daß die Braulndustri« die Bierstcuer auf h>« Verbraucher abwälzt. Die Verwaltung der Berltner Kindl-Brauerri aber besitzt di« Stirn, in ihrem Jahresbericht die Dinge so hinzustellen, als ob die Viersteuer zu Lasten de» Unter- nehmen» ginge, und spricht zugleich von den ungcheuettichen Steuer- lasten der Brauindustrl«. Ungeheuerlich ist in diesem Fall nur die Demagogie der Verwaltung der Klndl-Brauevei. Bemberg kürzt die Dividende. ;, Zür 1928/20 Senkung von 44 ans 8 Prozent. Der B e m b e r g- K o n z« r n. der selne Dloideiitic mit einem -kräftigen Sprung von 8 auf 14 Prozent heraufgesetzt hatte, hat in dieser Politik der s p r u n g h a f t e n S t e t g« r u n g der Aktionärsgewinn« wohl doch eln chaar gefunden. Jedenfall» hat die Der- wattung in der letzten Aufstchtsratssitzung beschlossen, die Aktionärs- gewinne für dos Betriebsjahr 1928/ZS wieder auf 8- Prozent z u senken. Dies« Senkung der Dividend« hat jedoch kaum etwas mit einem -Rückgang der beim Pemberg-Konzern erzielten Gewinne zu tun. Bemberg hat sein Kapital stark verwässert und darum dies- mal Z8 Mill. gegenüber 16 Mill. im letzten Jahr zu verzinsen. Schlügt man die 8 Prozent auf das erhöhte Kapital von 28 Mill. um, so ergibt sich die gleich hohe D i v i d e n d e n s u m m e wie bei 14 Prozent. Dividende für das 16-Mill.-Kapital. Von der Ber- »altuiiz wirb außerdem noch darauf hingewiesen, daß der Bau der großen Neuanlagen in Sicgburg bisher nur große Mittel erfordert habe, ohne schon im Lauf« dieses Jahres eine Rente zu bringen. Näher« Einzelheiten müsien noch mit dem Erscheinen des Geschäftsberichts und der Bilanz abgewartet werden. Da» Grünbuch der Aktiengesellschasten für 1929 liegt jetzt in allen .fünf Bänden vor.(Dos Gninbuch der Atliengesellschaften, Aufbau. Statistik und Finanzen, Interessengemeinschaften und Konzerne— 1929— Band 1 bis 5, 5296 Seiten, Verlag R. u. f), Hoppenstedt. Berlin.) Wir lzaben vor kurzem schon nachdrücklich auf den b e- sonderen Wert dieser als Handbuch der Privatwirtschaft dauernd auf dem neuest«» Stand erhaltenen Publikation hingewiesen, der insbesondere in der schnellen Orientierungsmöglichkeit über die Ent- Wicklung der Produktion»'. Bilanz-, Umsatz- und Beschäftigtenziffern der größeren Gesellschaften b«ruht. sowi« über die Vertrags- und Jiiteressengcmeiirschaftsbrziehungen, die in dieser Art kein anderes .Handbuch bietet. ?n der Vollsitzung de» Rrichskalirale» am 19. Dezember wurde zum 2. Vorsitzenden Genosse Albert Martmöller vom Verband der Bergbaulndustriearbeiter Deutschlands gewählt. Bedeutende Pianisten auf mechanischem Klavier: eine interessante, genußreiche halb« Stunde. Der Instrumentalklang war ausgezeichnet.—»Stunde mir Büchern"— diesmal: mit„billigen" Büchern. Sprecher Dr. Max W i c s e r. Sehr notwendige Borweih- nachtsbejprechung im letzten?l>igenblick. Das„Glasenoff-Quartelt" spielte, ein Werk ihre» Tauspaten, eins von Tschaikowski: virtuoses temperamentvolles Musiüeren, was ober letzt« seelische Anteilnahme nicht heraussorderte.— Dr. Christian Pfeil, der Leiter de» Rund- sunt-Trockenskiturses, sprach aus der Deutschen Welle über „W interiport der breiten Massen". Alle Volksschichten schätzen heule den gesundheitlichen Wart der klaren, reine» Winter- lust. Dr. Pfeil empfahl besonder» den Skilauf ol» Volkssport. Ueh«r den Dortrag Stadtrat Reuter«, der über die Gründe der Er. höhunq der Berkehrstarife sprach, wird an anderer Stelle berichtet. Te». klnsevduug»« für diel, RubrU find « t r 1 i■ 99 U Stodewira»,<. Parteinachrichten für Groß-Berliu Net, ,, dt«»toiMiftttttntM ?. bot, 2 Cttvoea recht,.,» richte» 7. drei» Narlotteab»»« und Svaodau. Zuriltifch« vtttMiiaie iiatt. Sonn» aUnt, 21. Dk,w,d»r. von 17-18 tftr, im Zuarndbelm Rsstnenstr. 4. Sclcgenhcit zum Sirchcnaustritt! Heute. Sonuabeud. ZI. Dezember. z. Abt. Lsronzcia«!«onvabrlld. j«, Dt-eml,«. im CnntlBlet 34-38,«roß» S--l. ÄibnoSofcitt.«fal»» 1» U4fc fm. tiilirfartc« Und ,»M Prris, von SS VI. b«i de»»iztS«lSb«r» z» babcv. 17. Abt. Die BczirtsMrer werde» oebetcn. die Mark.-nbcständc,«arnmel- listen usw. uwlicticnd beim Aenvsscn Hiibnc abzurechnen. Morgen. Sonntag. 22. Dezember. jMt«bsiwununsvlolale «ribvachttfrir« im Neineu Saal drr«b»r»»sSl«. Rlttler- ftrohc 143. Mufti, Auspr-chc, Rczitotlonc». Sortröa«.«umu-stU-tc - �-■----- b Sumpatbi. .! 2». Abt. ! ftrofte 142.__.....„. g] BorsLbrunnen und T«u». Benin» sicrendc ftud herzlichst eingeladen. 1» Uhr. Ernafte« und Sumpathi- WWWWw S-«-m.« bei �fHa b't©enoffen um 0 Uhr bei Bade.»an'erin.Augi-fta.-Älle« W.— ' S Uhr treffen sich die Geuolfen in ihre-» Zahlab-nd'otalen. -■■ Wallilr. 99, 9.©tu«»* bei Reimer. Ailmcr«, dorfer Ctr.Zl. 19.©ruvvc bei Röhricht,«chfoftstr. 48.— HS." Abt. gut i1" treffen sich di« Teilnehmer um St9 Uhr bei A. Stein, trassoi-et Str. U. klbt.«iwere�r». 814 Übt bei«r«». So'flelnltch« Str. 60, einieltuns .. ijl5, B-s«»unq der«t mmlokal« Ntr b-n«oil-entscheid. m\« X i?"— � Uhr treffen(ich alle(denoNrn und Cvnlt'onär« bei -?> T Uafnc Keihnachisfcicr Mr d e Kinder findet am Sanntan, tzember. um 16'-. Ubx, im Saale des Lrd'aenhetms. aeÄeii Senofflnnen und Senosse» herzlichst ein. �bt. Trentow. Die ffieroflen werden aedeten. ftch re»t zahlreich und frvhzeilia in der Borwärtssprdition Graehsir. so einzufinden. Zungsozialisten. Di» Hrunpenproq ramme stzr Z,n«ar«ad Fedruer Nnd bis(vitteftens Svnntao,'32.?ezcmb«r, an den Senoffen Kur« tzingelmann. Schiinedero. �ritz.Rruter.Str. Z. einzusenden. Die«rupven. die»och kein« schriftlichen ?ahre-b«richtc fertianiftellt haben, mttssen d'e, nun umaehrnb tun und au den chenolfen 0ans Se'ncwalser. k'enlih, Bnaarstr. 31. einfendm. sbensa muh die lbertlaftelluni, drr Nario'heftar'cn befchleun'at»erd?n. Dir ltard-n sind dann safart an den Nasfterer Nurt Bar», Berlin R.. Antwerpruer Str. 46, zu s-udcn. Sruppe Schincberpi Wir treffen un, zur Weihnachtsfeier um 1» Uhr am Bahnhof Schönebcrq. tzuq ab 19.88 Uhr tzriedrlchgrahe. Arbeitsgemeinschaft der H!nd!rsreunde. Vorträge, Vereine und Versammlungen. D Reichsbanner„Schwarz-Rol-Gold" SeschSktsitelle: Berlin S 14. Teboltianftr S7— 68. Sa f 3. De. »»»»bera, Iungmannfchaftl: Montan. 28. Dezember. 20 Uhr. Zugendheim Poraftr. 11, Zahreshauvtvcrfammlung. Zieuwahl. cheiwatvcreiu Marienwerder fWcftpr.Z. Kreis Mar>cnw«rde»Ltuhm.Mar!en. bürg. Zgchhnach'sfeier Sonntag. 39. Dezember. 16 Uhr. bei»lern. Blltcher. lfeftfäle. Vlllcherftr. 61.(Säfte willlammen. freireligiöse Seurnlrd«. Sonntag. 11 Uhr, Tappelallee IS, Vortrag des Herrn Dr. Sasse!.Di« Materialisten frisier". Gäste willlonunen. Interessenoertretnag Seldsthilie der geschädigte» Auslands, palanial. un» Srenzlar dedeuti,«v,«. V.. Berlin. Sonnabend. A. Dezember. In den?eft- denz-�estfälen. tZandsderger Str. 31, Weihnachtsfeier. Bewirtung und Do- sfterung der«Inder, Z hcaier und Tanz. Allfang 18 Uhr, de, Theaters 30 Uhr. Säfte herzlich willkommen. weuerdertchl»er ötzenllichcn wetterd evftflell« Berlin ttnfi Umoegend kNackdr. Verl).), storibesland dt»(todetttn ZrosUvellers.— jflr i«ut chlands- Um SUotbn eften lang am zuncbmevde Hewiiikung bei aussliichenden iüdl>chcn Winden und etwa» ansteigenden Temperaturen. 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Freiheit und Ott Pünktlich XOM Uhr Bahnhof Schönhauser Alle,.— chr»»»« am Montag zum Heiin komm:n. Hosten 2 bis'3.50 M. Die übrigen Gruppenabende fallxn in nüchstcr Woche aus. Wiederbeginn Montag. SO. Dezember, und Donnerstag, 2. Zanuar....... ttrel, Mitte.-»arten wr belb« Vorstellungen(lud noch zu haben bei Artur Wöllstein, Üranzstr.>1. zwischen 14 und IMh Uhr. Rrtlo ckborlottcuburqi Es können paute'genMschc stinder noch mit UN» am Sonn'ag in dir Volksbühne gehen. Zu melden hent« nachm'tta« im Zugenddeim tsoftncnstr. 4 in der Zeit von 16V4— 18 Uhr.®tt treffen UN» am Sonntag zur gimeintamen Fahrt in die Lviksdühne um I4Vi Uhr am Unter- grundbahnbok Wilhelmvlad. Ztrei,«reu, her«, Kruppe Südwest' Die Rote« staki-n sind«arge», Sonn. tag. um 9 Uhr bei Lotte«nguer. Hqgelberger Str. S. streiv remnelbofi Wir ireffen UN» am Sonntag um 14 Uhr Dorfstrate. »r«>»?rledrtch»haiu! All« Coien Salk-n und Zungfalen,»»lch, an d-n GefanoOprobin trllnahm-n, treffen stch Sgnntag. 33. Dezember. 9>a Uhr. 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Langha'isstr. 10«, stottf!nd?»de Eo'imiiWi'd'e'ft, Eintritt frei. strrt» Wilmerodorsi Sonnabend! Iungfa'k-» 174, Uhr im Sug-ndhetm Wllhetmsaii-. Probe zur Welhnachttseiec. Alle Gruppen tresfen stch um l9Vi Ubr iscbrbelliu-r Pla» zur Sonnenmendfeier. Sonntag: 914 Uhr am lTebrbelliner Platz. Wir sehen uno. Sans Urion gebt nach Brot" in d«r Volk-bllhnc an. 30 Vf. tzab-oelh mitbringen. Grunpe striedri-e-shoiN! Wir oeb:n am Sonntag zur Sonn-Nwenbleier in di« Vo'kobübn«. Es ir�rd das Märchenspiel.stan» Urian gebt nach Vroi" aufgeführt. Treffpunkt 3 Uhr am Bahnhof tzriedrichshageli. Treundfchaftl Geburistage. Jubiläen usw. 7. Abt. Unserem Genossen und Tuukttonär Tri« stSduc, Ehaussoe- Itraftr 17, zu leloew 5b. G«b»rt»toqe»te hrrzlichste»«llickwüuichr. groriiet. zu Gelegenheltskällfe i» Herren, Damenpelzen. Lrlhdauo Lowtö jeiiftrafte 10." Lombordwar»__ '««flftd� vocheieaanler Gesellschaft». Anzüge Leihbau» Lowick!. Prinzen. strafte 190____ ««»ig geteageue stackettanzllgo. Sve- 8.,�... St,,»>0 1 hP Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation) 6.«dt. Unser Genosse Zohanu Peters, Echwed'cr Str. 326«.. ist verstorben. Ebrc seinem Andenken! Dir Einäscherung hat bereits statt- 95.«dt. Reuköllo. Unser Genosse Adolf Vetero. tzäaerstr. 6». ist am 45. Dezember im«rantenhaus, Im Aller von«7 liabrin verftorben. Ehre seinem Andenken! Dir Einäscherung hat bereits stattgefunden. Soziallstische Arbeiterjugend G�Verlir. �-livsendimgen Mr viele st-drtt aur an»0« Zugmdsektetariat s Serüv SS««. Tlnvenstrafte, heute. Sounabend. Ig 1/2 Uhr: Gefu-dbruu»e» II: Seim Ehristiamaflr. 86; iZunktionärkouferenz.—»ott- dusser Tot: Heim Britzer Str. 29—30: Iahresendkei-r.— Reichender ger«Settel; Heim Britzer Sir. 27—80: Wsihnachtofreiiden.— Lüde»: Gemeinfchaiisfeier im Lokal Förster. Dreidundstr. II. Beginn pünktlich 20 Uhr.— Schöuederq lll: Zulklapp in Brieselang. Triffpuui! 20 Uhr Bahnhof Schöneberg.— Lnoi�da», Seim Lindenuler 1: Beihnoäüsfeier.— Friedrichvhageai Heim nriedrich- straft, 87: Weignachtefeier.— B»»to» 1: Seim stisstiigenstr. 46:«eihnachts- icicr.— Siidtraderg-Ritte: Heim Echarnweberftr. 39: 30 Uhr Weihnacht». ieier.— Reukölln VI; Wichtig rat Reujahrsfahrl. Sämtliche Zeilnelnner'reffen stch morgen 10 Uhr. Di«'3.' Anzahlung von 60 Pf. bei den Genossen Rörpel, Säusler oder Billwock entrichten. Anmeldungen können bis dahin noch vor. genommen werden.— Zkeuköllu Vj Selm Sännet Etrofte. Raum 3: ffunknonät. fttzung.; - 4.!■ Seilte Loinbardware Leihhaus richstrafte t Sallefche» Tot.__• Wenig getragen«, utl» au' Seide je, »rbei'ctf. erstilafstg« Sacketlauzüge. strack. -»züge. Lmokiaaanzüge Gehrotan'Uge ..lu»a>i,üa«. 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SO Uhr Beainn der steter auf dem Seapark lAugulni. r. straftc). Um zahlreiche Beteiligung wird gebet-nl D Weedebezirl Mitte: Schulaula»öpenjcker Str. 125: W..B.'Mitgl!ed«rver. sammlu»« Alle Geuossci, müssen erseheinen. «erdedezirl vstea! Win'erfonn:nw:nd'e!er in stlein.störi». Sämtliche Sruvvc» treffen ftch 18 Uhr Görlitzer Bakuhof. Weededezir» Brenzlaner Berg, Seim Danziger Str.«2. Baracke'3: W.-B., Borft«end:nlonfere»z. Wichtige Tagesornung. Sämtliche Abteilungen müssen vertreien fein. Werbebeziek tzchönederg, Sonnenwcud, gemeinsam m't der«ruvpe Bilmers. dorf. Wir ireffen uns 19 Uhr Bäuerischer Platz. Leiter sturt«oäi. Warbebezill Zeltowkanali Die Rsilnebmerlist.'n zum Siioeftertrenen müssen unbedingt bis morgen zurückoegeben werden Bcrbedezirk Reutelln: Alle steilnehmerUltea und stahr'chein« für Weih- nach'», und Reuiahresahreen müssen di» morgen abend beim Genossen Ernst Has'mann abgeaeb«» werden. SAG. Brevzlaue» Berg, Heimabend nicht baut«, sonder» erst am Montag. 33, SSG. 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Es waren«in paar Früh- jähre landschaften mst fliehenden Feldhasen und einem gründe tappten Sonntagssäger, der auf einen Punkt im chintergeftell zielt«, der sich wie das Zentrum einer Schießscheibe ausnahm. Ho etwas paßt vicht einen modernen Haushalt. Zch versprach daher Mimi, meiner� seirs zu ihrem Gluck beizusteuern und etwas Besseres für das Bor» z immer zu besorgen,«twas ganz Ausgefallenes. Am Goldenen Honntag erschien ich mit zwei Jagdbildern. die iu München, nein, vielleicht auf der ganzen Welt nicht chresgleichen haben und doch ganz billig herzustellen waren: Vergrößerungen von zwei merkwürdigen Momentausnahmen, die ich seinerzeit in dar Wildnis geknipst hatte. Mimi nahm die Hasen ab. und ich ' ängte die zwei Photos auf. die wir Arm in Arm betrachteten. Auf dem einen war eine afrikanische Hochgrassteppe zu sehen, über ivelcher strahlend die Tropensonne ausging. Ring» um einen san. digen Fleck im Vordergrund saßen ehrfurchtsvoll wartend groß«, dunkle Vögel: Aasgeier. In der MUt« lag«in großes Zebra und Uber diesem stand, herrlich aufgereckt und göttlich unbekümmert um die harrende» Blick« der ihn umgebenden Kreatur, der Herr der Stepp«, ein formvollendeter alter schwarzmähniger Löwe, de? ge« mächlich an ein paar Rippen kaute. Hinter dem Löwen, bescheiden und taktvoll, vier kleine Schakal« in einer Reihe. Durch da» Gra» aber pürscht ein LSwensöger heran. „Ra. Mimi!" sagte ich. Mimi war sprachlos. Ich zog fie nach dem anderen Bild. Da lag auf einer lichten Srasstell« de» Urwaldes ein dunkler Fleischhügel. Ein Elefant ifk erlegt worden von den Zwergen des Kongogebtete». Der Riesenleib liegt am Rande des Urwaldes, der vor seiner Kraft auseinandergewichen»ar. hilflos niedergestreckt. Di« dunkle Masse ist von Zwergen wie von Ameisen bedeckt. Jeder Zoll des Kadaver» ist von emsigen, tlel»«,. schwarz- braunen, viehisch häßlichen Menschen in Besitz genommen. Alte Männer, junge Männer. Hutzelweiber, sunge Mädchen und Kinder: alles fuitert gierig. Blutiümoel haben sich gebildet und hie Haut hängt in Streifen nieder. Fleischklumpen»erben herausgerissen und im Gras, liegen die Sattgefreflenen. „Na, so etwa»," sagte Miyii und lächelte appetitlich üb»r dies« vnappetMichtesten— sie lud mich sür den zweiten Feiertag zttm Tee ein: der erste gehörte offenbar dem Bräutigam.— Ate ich hinkam, waren schon viele Leute da, die die schön« Ausstattung bewunderten. Jeder von Mimls Verehrern, lauter biedere Leute. hatte ihr etwas Praktisches oder Gefälliges mstgebracht. Rur eine» erregt« Mißfallen, gab allgemeine» Aergernio: mein« yagdbilder. Ich sah, wie man Mimi nach dem Spender fragte, und dann trafen mich verächtlich« Blicke hinter finsteren Brauen. Ich glaubte das Wort Rohling zu hören Mir war zumute, ol» hätte ich selber den Elefanten aufgefressen und da» arme Zebra. Ich schämte mich, denn Mimi» Blicke verri-ten schwer« Snstäuschung. Al» niemand ipi Vorzimmer war, stahl ich mich mit den Bildern davon. Und jetzt bin ich neugierig, wa» ich bei einem Berliner Ktndl mst den zwei Bildern sür Glück haben werde. vie Pakete rennen uns noch. In Japan. Wir hatten in Kode eingekauft: lauter billigen Krim« kram». In Malta, draußen am Strand, wollten wir ein lleines Iapanerhäuschen mieten und Weihnachten abwarten: wir wollten uns installieren und billig lebev bis zum Frühjahr, wo man reifen kann. Di» Sldresie von dem Vermieter hatte ich in der Tasche Wir fuhren S. � Stationen mst der Bahn, dann stiegen wir in Maiko au»: nollgepackt«i««in« Karawane..Du, wir nehmen nur das Nötigste mst." sagt« Ich zu meiner Frau,.morgen kann man ja alle» mst einem Karren in dos neue Häuschen fahren." „Können wir unser Gepäck bi» morgen zur Ausbewahrung hier- lasiev?" fragte ich die Bahnhofsjapancr, die hier kaum englisch spracbrn, auf englisch. „Hai." riefen sie. und verneigten sich alle zugleich wie Mario- netten, die man an einer Schnur zieht„Hai." das heißt:.Ha!" .Also cp't: Mein« Frau möchte diesen nrünen Korb, das Schirmetui, die Hutschachtel utid das Necessaire köfserchen mitnehmen und ich: dcc gelbe Lebertaschc, das Stativ und die Thermosflasche. Di« an- deren?8 Stück bleiben hier." „Hai. hoi. Hai!" „E# klappt alle» wunderbar." sagt« ich vorm Bahnhoi zu meiner Frau, und winkt« den Rikschas, von denen es auch im kleinsten Rest cine Ansammlung gibt, sobald eine Chance vorhanden ist, Passagier« zu bekammen. Sch st»? ein, der Kuli saufte mit mir lo». ein anderer K-li fauste mst meiner Frau hinterdrein und 2, 3 weiter« Wägelchen rnürten, wie es Usus ist. am das bißchen Handgepäck warten und dann nachkommen. Ach. wie schön war«». einmal ohne dos große G-päck loszm fefiren; ich suhlte mich so frei, io unbekümmert wie seit langem nicht. Saoonora" riefen uns die Bahnhofsjavaner nach und wir riefen ''Sovonora" zurück, dos heißt- Lebt wohl! Maiko ist ein weitläufige» Rcst— an der ersten Eck« sah ich m'ch um: da kamen schon einige Rikschas nach. An der zweiten Ecke sah ich mich wieder um: es waren eigentlich«me ganz« Menge Rfscha», die da nacb kamen. Als wir um einen Platz mit merk- würdipen unordentlich herumstehenden, fturmzerzausten Kiefern herumfuhren, schien mir, als ob alle Rikschas des Ortes hinter uns her wäten. Plötzlich, an einer Biegunp. sah ich die Riks�a, unter um- Kästen tau-bten auf. Dündel. Schackteln.«offer: Alles, was aij dem Babnhof hü ie bleiben sollen. Ein ganzer Sks-w-If von Rikschas folgt« uns nach. Jeder hatte e i n Stück Sepöck wte«ine Trophäe in seinem Wägelchen, die Weihnack-togeschenke. billiger japanischer Trösel, olle», war sorgsam auf Wägelchen gelegt, die •uns nachrasten und«Ine Schlange bildeten. Zwanzig Rikschas kauften hi-rt-r uns her. Unter verhaßtes Gepäck, taufend unnutz«. blödsinnige Ding«, die wir längst irgendwo zurücklassen oder über Bord hätten«ersen sollen, kam uns nachgerannt. Wir schlängelten vn« durch Straßen und Gassen und da» Iopaneroolk starrte uns bewundernd nach: wa« mußten wir für reiche Leute sein k Niemals tonnten wir den Bewohnern von Maiko begreiflich machen, daß wir zv ihnen hinausgezogen waren, um zu sparen. Sie hielten un» sür unermeßlich reich. Sie rupfen un». Die Ge- schenk« waren billig gewesen, aber dte Preise, die wir durch deren Aufmarsch bezahlen mußten, waren enorm. Nach Weihnachten beschlossen wir, von Motto wieder fortzuziehen. Man braucht fein Geld. „Halt," schrie mein« Frau. Sie sah(wir waren damal» frisch tn Kalkutta angekommen: e»«ar so ziemlich genau ei» Jahr später) Schal». Tücher. Seiden, Stickereien, eine buntwehende Stadt von Geweben. Der Ticca.ghorri(da« ist ein« Art Kiste, mst Nädern und nnern Ochsen versehen) hielt an und wir stiegen au«. „Also da, ist dein Weihnachtsgeschenk." sagte ich zu meiner Frau, nachdem sie einen Schal erhandelt hatte, den man durch einen Fingerring ziehen tonnte. Aus mehr reicht unser Geld nicht au». „Wollen Sie bar bezahlen oder einen Ehst ausstellen?" fragte der Ladenbesitzer. „Wo» ist»in Ehst?" Ein Ehst ist etwas Herrliche», erfuhr ich. Ein Impromptu-Schuldschein, ein Bon. Wenn man einen Gegenstand tn einem indischen Basar er- blickt, der einem gefällt, nimmt man ihn mit und stellt einen Chit au». Eine wunderbare Einrichtung. Man stelle sich vor: man könne m Berlin mit einem Papierzettel, aus dem di« Kaufsuwme und der Name steht, einkaufen. Wir stellten einen Chit aus. Jetzt tonnten wir noch etwa» JUfred Prügel: JjOkHlcItdrOHlk Sebent» in den Liammer», in den Stuben, in» und in der Straßenbahn fliesen tausend Äuge» über fruchte Zeitungsspalten. streifen auf der zweite» Seite schnell mal die Lotalrubrit: »Dreimal Tot» und«w Schwerverletzte, bei dem Äutouoxlürt auf der jRaifetJUatze.* (IXnfcteloet war|« nicht dabei. Schnell vorbei— schnell vorbei.) Blut ist über da» Asphalt gespritzt uub ein Todesschrei verging. Sanitäter kamen und e» stockte fünf Llllwuten der Verkehr.— Draußen ist»in alter OJlann erstickt— Motqnartier in einer Schreberlanber .Zweimal ei» Versuch mit Sa»... Mahrwngssorgen... sprang in den ÄaneL* (Unsereiner war ja nicht dabei. Schnell vorbei— schnell vorbei.! Hier«in Fehltritt vom Gerüst— Maurer Schmidt drei Binder»einen, Witwe hungert. Vatermord in dreißig Zellen. LXanbversnch— ein Attentat mit Schlägerei. Dachstnhlbrand im.Reim erstickt: eine Leiche ansgefischt— und»in Vermißter: Dieses alles frißt dein Schadet jeden Abend— Jahr um Jahr. (Einerlei— einerlei— nnser einer«ar)a nicht dabei.) Später wird dich anch das Mahlwerk parken, das de» andern Leben vor dir fraß— deinen Schrei erstickt das breite Guwmirad. Niemand fragt nach dir— vergessen lebst du blaß uoch im Lamllieurahmeu.— Sieben Zeilen meldeten der Stadt dein Schicksal. Aber niemand läßt stch stören. Jeder hat mit seinem-Rram zu tun. (Den» vo» denen, die es iesen— keiner Ist tn deiner Haut gewesen.) emaSBOffng: 3)ßV iMVOkC Z» Berliner Aauarlm» tft ein AAtkvker, von den WissensZdaftlern OcU-vn» enlx-rtb, Im To ftmunb Tinnnsisck»«nannt, einflc troffen. Diese Ii«», im Torben untrt; btm Steinen«rote, im eilten unter Bulv befannt. finb aufcerft tnlorestenle Ledeipesen. Und ba ticiiit Lebeno- « rinne runaen uni Interviews(a modern finb, soll ,u gnsern Lesern nujl ein«runk!e Wolke hüllt. Darum nennt mich da» Volk auch Tintenfisch. obwohl gar nicht alle meine Verwandten einen Tintenbeutel haben. Einig« von un« wohnen nämlich in großen Tiefen. Nicht in Untiefen, das stnd selchte, für die Schiffahrt gefährliche Stellen im Fahrwasser, sondern in wirklichen Meerestiefen. Und dort herrscht ewige Nacht, di« ohne westeres auch den Tintenbeutel überflüssig macht. Wir wohnen stet» Im Meere. Und dt« Sehnsucht nach dem M««r ist ein Teil unserer selbst. Der Mensch kann vor Heimweh nach dem Meere krank. sein, ihm können dieserhalb da» Herz klopfen und die Tränen in den Augen stehen, doch findet er, in unbekannte Gegend gestellt, ganz allein auf sich angewiesen, nur durch einen Glückszufall den Weg zu ihm. Wir aber, wir brauchen das Meer nicht zu sehen, wir brauchen das Meer nicht zu hören, wir brauchen keinen Kompaß und keine Landkarte, wir gehen stets tn Richtung Meer. Wir brauchen keine Eindrücke zu kombinieren, wir gehen über Steine, wir gehen über jedes Hindernis, allein geführt von unserem Instinkt. Wir Achtfüßer sind übrigens gut zu Fuß, wir sind desgleichen gute Kriecher und Schwimmer höchster Eigenart. Was wir können. macht un» kein Rekord und kein Kanalschwimmer nach, denn wir gebrauchen die AtemtStigteit zum Schwimme». Und zwar besteht bei uns die Fortbewegung in einem Rückstoß. An den Gestaden verlassen wir uns gerne auf unscre Armtraft. diese knochenlose Mass«, und bauen»in Steinnest. In ihm legen wir uns auf die Lauer und greifen uns, wenn wir Hunger haben, vorüberschwimmende Fische und Krabben. Wir greifen sie mit unseren Armen— so ähnlich, als ob ihr Menschen einen Tobenden in einen Mantel einhüllt ziehen sie mst unseren Saugnäpfen an uns und töten und lähmen sie durch ein« Absonderung unserer Speicheldrüse. Menschen haben Octopoden schon gequält und an- gegriffen und nie haben sie von chrem Gift Gebrauch gemacht. Nicht au« Gutmütigkeit, sondern weil sie von chrer eigenen Giftigkeit nichts wisien. Töter aus Mordlust find wir überhaupt nicht, obwohl wir eine rauflustige Bande find. Darum frißt auch mal der eine den andern auf. Im Aquarium in Neapel haben sogar klein« Tintenfisch« einen großen Kollegen zerrissen, weil der ihnen betgesellt werden sollte, und sie keinen Eindringling dulden wollten. Daher ging ich auch sofort auf den kleinen Tintenfisch los. als ich aus dem adriatischen Meer gezogen war und nach 4Sstündiger Bahnfahrt und einer Probezeit im Eingewöhnungs- decken m Becken S des Berliner. Aquariums gesetzt wurde Aber ich war der Fremdling und er der Ortseingesesiene. Ich kannte dte Situation nicht genau, war durchaus nicht Herr der Lage und da blieb mir nichts weiter übrig, als mit ihm Freund zu werden. Die Reise hierher war ganz gut, lebte ich doch in einer Emaille- könne, die 20 Liter Wasser enthielt. Darum war die Fracht ziem- ltch hoch, denn das Wasser hat immerhin Gewicht. Als ich über dte Grenz« kam. guckte der Zollbeamte ganz tief in meine Kanne hinein und dann wurde ich für zollfrei erklärt, weil ich zu wissen- schaftlichen Schauzwecken bestimmt bin. Mir gefällt es in Berlin recht gut. ich stoß bereits einen Dorsch und guckte nun die vorübergehenden Menschen an. aus Augen, die wahre Wunderwerke der Optik sind. Die Stäbchenzellen, hi« eigent- lichen Sehapapparate sind bei mir nämlich Unsenwärts gerichtet, sie liegen nicht, wie umstöndlicherweise bei euch Menschen, hirnwärt». Ich habe auch Aunenlider, was sich bei den Fischen nur die Hai- fische erlauben. Meine Kollegen, die zehn Füße haben, erhielten von der Natur keine Augenlider. Di« bekam nur ich. Natürlich sind sie ohne Wimpern und der schmachtend« KiMopvaugenalifschlog ist auch nicht mein« Sache. Und nun tie indiskret« Frage, ob bei uns die A'tiklärung». monier Mode ist oder ob wir an d«n Storch glauben. Keine» von delden. denn wir erlauben uns. die Kinder auf höchst originelle Art und Weise zu krieaen. Wenn Mann und Frau mal aemütlich bei einander sitzen, steckt er ihr«in Samenpaket in den Atmung»- schlitz. Oder es löst sich von einem Männchen die Dpermaspitze, schwimmt weg und wird von Irgendeinem Weibchen aufgefangen. So haben meine Eltern mich gezeugt, ohne sich dote>i anno-ti-ft'« gesehen zu haben. ( Theater, Lichtspiele usw. ) Sonnab., 21. 12. Slaats-Oper Unter d. Linden A.-V. 285 20 Uhr Madame Butterfly Staats-Oper Am Pl.d.Republ. Vorst 106 >0� Uhr Die Mns StaatlSehiiler- Sonneb, 21. 12 Stadt. Oper Blsmarckstr. Turnus l 20 Uhr Staatl. Sdiansph. am üend atmenmarkt A.-V. 252 20 Uhr Wallensteins Lager Piccolominl heater.Charltli. 20 Uhr: Kabale und Liebe Win 2er * Garten* 8 Uhr» Zentr. 2819» Rauiheo erlanhi 16 Original Lawrancs Tiller- Girls und weitareVarietd-Neuheiten Sonnabndu. Sonntag Je 2 Vorstellungen Z» und' Uhr. J» kleine Preise. Preise 1- 6 M. Tlgl. 2 Tinten. 5 so« r/j Dir Barbartui CSt Wodientii.:511. 5IPf.-3H, Mstrav-Balltti, Kalka. Slanley u. Übt. Perezo l& Co., Bern!& Partner usw. Tägl. 9 u. 8» SonnLS.Su 8® | Alex. E.4.8066 INTERNAT. VARIETE PItAZa Theater i. d. Behrenstr. 53-54 8<;< A 4 Zentrum 926/927 •Vi ... Vater sein, dagegen sehr WWW Direktion Dr. Martin Zickel WM Komische Oper Frledrichstr.m Merkur UOUMM. Wiedcrerfiffoung nach TOllsUnd Umtwu Heute TV» Uhr Uraufführung Hulla di Bulla Schwank von Arnold und Bach mit Quid o Thielscaer, Fritz Schulz. Helnr. Schroth, Eugen Bunt Hilde Hildahrand. Marsot Walter. Barriaan. Flink. Behmer, Wenck VoiKsbiUine fneeter am Bülowplstr 8 Uhr Affäre Oreytus Schauspiel� von Rend Kestnei Regle; H. D. Renter. Staat!. Sdiiller-Tli. 8 Uhr Kattulieti StaatsoptraniPlaii der RemBilk 7Va Uhr Die FledermaDs Theater an Sdunhanerdamni 8 Uhr DieGarteDlaybe So n- und Fmer ago nachm. 4 Uhr: Frau ohne Kiissl Lustspielhaus Frlcdrichstr. 236. Bergmann 2932/23. Täglich 8V1 Uhr „ WleU«nlfl«d** Lustspiel von Ladislaus Fodor Küthe Haack, Nora Gregor, Paul Heidemann, Beriseb, Hartha M. Newea, Gondl, Storni, Piaton, Bockmann, Fuchs Vorverkaut in beiden Häusern ab 10 Uhr ununterbrochen. »iUhr CASINO-THEATER Lothringer StraKc 37. Der neue Schlager! Famtfie Hannemann. Dazu ein Erstklassiger bunter Teil. Für unsere Leser; Gutschein für 1—4 Personen Fauteuil nur 1.25 M., Sessel 1.75 M., Sonstige Preise: Parkett u. Rane0.80M GROSSES SCHAUSPIELHAUS 8 Uhr; 3 Musketiere Regie; ERIK CHARELL An bniden WaihnachtsfninrtaQnn nachm. 3 Uhr ungakQrzta Vorstellung in Originalbenatzung zu halben Pral»en._ Renaissance-Theater Täglich 8V< Uhr PARISER LEBEN Operette von Offenbach. Regie; Gustav riartung. Musikalische Leitung: Theo Mackeben. ■f.. i StemniatrCI 0901 u. 2583/84.—— Reichshallen-Theater Utnib(T| Sonn- umi Fetartajs udm.[TJ Das uroSe Weihnachls- frogramm der Sfelfiner- sanaer In beiden Feiertagen; Kadun.- Vontetlung zu halben Preisen I Dönhoff-Brotti; Das große Programml Carl Br.un.Prnst Walter Kgst 228 Blurnenst.9 Erbffnungsynrjtellun Sonntag, 22. Dez. T/s Volksst.mitMiuitf n.TanL An beid. Feiertagen '/sZD.: Weibnadrtsminder 5 Uhr: Friederike. Rundfunkhörer kallig Preise. Theater d. Weitem WtUinachlen und folgende Tage! Hold Siadt Lemberg Käthe Dorsch Leo Schü zendort �iBiuidu 2. Feiertags Uhr Friederike Oentidies Ideatet D.L Norden 12316 89« Uhr Der Kaiser v.Amerika von Bemard Shaw RegcMax Reinhardt Kammerspiele D.L Norden 12310 7% Uhr Zum t. Male: D6sir6 Komödie von Sascha Guitry. Regie: Leo Mittler. Bühnenbilder: Ernst Schütte Die Komödie |1 Bismck.241 4/7516 8-/> Uhr Vom Tenfel geholt von Knut Hamsun Regie: Max Reinhard t Di. i üollentiiirfplatz Vorvk. 10-2. Kf.200V Täglich 8-,. Uhr Gusuplei dei Dsomtun Tneatsre tegie: Hai Kilnbirdl. Direktion Jr. Robert Klelr Deutsches KOnstler-Thett Barbarossa 3937 -/.8 Uhr Ende 11.10 Uhr Zum SO. Male Seltsames Zvlsmeospie aejli: Heinz Hilpert Berlioer Idealer Dönhoff 170 8t£ Uhr Ende"feil Uhr Reseruiart lür Herrn Gaston. Regle: Forster Larrinaga Trianon-Trar 1 Täglich 8V. Uhr Sie verweigert j die Aussage Elisabeth Sirickrodt Kurt Etale. Sonnabend 4 Uhr Sonntag 2Vj Uhr WeDo ai Vci)in:dits- baum die Liditer BarBOwaky-BlIbDen Theater Tn dar KSniggritzer Straß« Täglich SV3 Uhr Die erste mrs. seiby mit FMtzi tnatsary Alma ahm Kömödienhaus Täglich 8-/4 Uhr Der HQhnerhof mit CUPt BUS PlLf-iseYiKini ■ AM SAHNHOF FPIEDDI 1 etöfSOiS WBJSTADTPi.. 1 CLAißE WALDOFF. HELLM.K' | WILLY POSEN.EMFDICH GON! ■ UND WCITSDE�ATTBAKTiaNfN ■ KASINO u.BAYERNKELLER WsSUh» R Ö S E -THEATER"ÄVsT Teleph.: Alexander 3422 u. 349t Nur noch bis 22. Dezember Täglich 8" Uhr. Sonntags 5.15 und 9 Uhr Pariser Bliit Ab 23 Dezember tägl. 8.15 Uhr Die csardasfOrstin Jeden Mittw. u. Sonnab. 5 Uhr „Max und Moritz'' und dar Weihnachtsmann Jeden Sonntag, nachm. Z30 Uhr Frau Holle Programm am 1. u 2. Feiertag; 4 uhr Pariser Blut 7.45 uhr Die Csardasflrstio i].3o uhr Familie Hanneiaagn Am 2. Feiertag spricht um 1 30 U. mARGELL SALZER. Der Voiverkauf hat besonnen. Planefarinnr » am Zoo Vtrilsp. Judrimlhalu Sinti B.5 Barbarossa?.??? Wh Uhr Die Wintor- «ternbilder. 18V« Uhr Dar Stern der Weiaen. 20V« Uhr Der Planet Jupiter. Eintritt 1 Mark. Kinder SO Pf. Mittwochs halbe Kassen preise. Eiite-Sänger , Kottbaser Str 6— TeLMpl 16077 k TägL 8 Uhr, euch Sonntag nachm. < 3 Uhr(zu ermäßigten Preisen); Welhnachts* Spielplan I An beiden Feiertagen naebmitt 2 n 5 Uni ungekürzte Vorstellg. zu ermls. Preis. Vorverk anuntertr Prelte. OA«. B.75. 1.00,128, IJOMt«tc Uhren von Wiese die gehen Mise Zum Weihnachtsfetfi ist c ne Armband- oder Tascfaen-Uhr das beste Geschenk. Grobe Auswahl In teder Preislage HllflCCKS bl.v Artiii a rieslraße 30 ■ T�fBCSC W., Passauer Straße 13 G o I d- u nd St I b'e�rw* r Bn n mar S., KOttbUSSer 0aMM2 Brillanten nur OelegenheitskAufe I Sonntag, den 22. ds. Mts., von 2 bis 6 Uhr geötthet WSMW Sonntag 5 Uhr Der Meisterbuer. Lustspielhaos Friedrich str. 236 Bergmann 2922 Täglich 8V« Uhr Wiegenlied Lustspiel von Ladislaus Fodor. Kleines Theat. Merkur 1624 Täglich SV« Uhr Max Adalbert in Das Parfflio meiner Frau Lustsp v. Leo Lenz Lessing-Tbeater Norden 10846 Moskautr tehräisth KDnstler-Tbeater Heute 8' 2 Uhr Dybuk Metropol-Tli. 8V« Uhr Das Land des Lächelns Vera Schwarz, Richard Tauber Musik von Franz Lehdr ihrRheumailsmus kominiufieder! Bald spüren Sie es wieder in den Gliedern: Das Wetter ändert sich! Mit Nässe und Kälte werden sich aber auch die ziehenden, reißenden Schmerzen Ihres Rhenmatis- mus aufs neue einstellen. Trübe Aussiebten! Aber lassen Sie den Kopf nicht hängen. Können Sie sich auch nicht mehr rasch abhärten oder Ihre Lebens. weise ändern.nm IhremRheu- matismus ein Schnippchen zu schlagen, für etwas ist anch heute noch Zeit: Trinken Sie Zinsser- Rheumatismus- Tee, wie es Abertausende in Ihrer Lage tun. Wenn uns Frau Hedwig Schneider in Häuslingen schreibt, daß sie nach dem Tee wieder springen könne wie ein junges Mädchen, dann sollten Sie Zinsser- Rheumatismus- Tee wenigstens einmal probieren. 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De- zember. 15 llbr. van der Leichenhalle des Eemeindefriebhoses in Zeuthen aus statt._ Am I7.Dezember starb unserKollege, der Arbeiter Etrnst Miersch geb. 5. April 188L Di- Beerdigung findet am Sonn- abend, dem 21. Dezember. 15 Uhr. von der Leichenhalle des Emmanskirchh oies in Neufölln, Sermannftraße, aus stall. Am 17 Dezember starb unserKollege, der wchieiser Otto Lehmann geh 2 März 1000. Die Beerdigung findet am Montag. dem 23 Detemder. I5V, Uhr. von der Leichenhalle des Knaben irchhofes in Berlin. Bartnsstraße. aus statt. Ehre ihrem Andenlen! Rege Beteiligung erwariet Die Oetaaeewnltnng. Für die mir anläßlich der Ein» äscherung meines lieben Manne->. nnieres guten Baters, Schwieger. und Krohvaters. des Echwcrtsogermeifters Pranz Schulze bezeugte Teilnahme sage ich alle» Genoffeu. Sangeebrübern. Freunden und Bekannten besten Donr. Für die Hinterblieben ein. Anna Sdmlze. Das Finaniamt Cnlfenftabt verlegt feine Bureauräume von Sedemannilr. 14�! nach Berlin SW 61, Belle- Alltance-Str. 6.1 Die Bureauräume bleiben am 23. und 24. Dezember 1020, die Finanzkafic ami 30. und-!!. Dezember ION für. den Ber-I kehr mit dem Publikum geschloffen. Der Vrösibent de» Canbenftnan tamls II Beclia. Gewnba, GemelnnCtrlge Wbbnunzsbau tienossensebaft e. G. m b. H. zu Teltow. Km 28. Oejember, abbs Z Ahe, findet bei C inte. Iclloiu.potsbamec Str.. erat oustreorbcntl.(Benecaloerfammlung stall. wozu bierdurch die Genoffen ciu. gelabeu werben. Tag e sordnung: 1 Statutenänderung Der Aussicht»rat: Der Vorstand: Lovvuch. Schutze Bader. Bütow. Schulz. WD JÜERGgNS Alexanderplatz Neue Königstr.43 100 A» im i Qoittnngs-.Rabatl- o.Reklamemarken gegen Nachahmung gesell I. gesch. fertigt seit 45 Jahi als Speztalitfit. Conrad NOller Leipzig■ Schkeuditz Winlevspoitplalz. VviedvicJbvcd.a auch I h r Reifeziel. 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