» Morgenausgabe Nr. 599 A301 46.I' 'Lachdem-die Aufnahme ldes Kredits zur Uefwrmmbung der Ultimofchwierigkeitsn gesichert! ist. fallen die Gründe weg. die meine politische Handlungsfreiheit eingeengt haben. Di« von mir verfolgte Politik sah vor: Die fortschreitend« Konsolidierung der schwebenden Schulden, die bereits durch den' Abschluß der Kreuger-Anleih« eingeleitet war; i.' � Verwendung der Erspornisie aus dem Doung-Plan zur v« f e i» tigung de» Defizits im Haushalt der Jahre 1328 und 1323 und zur Entlastung der Wirtschast durch Steuersenkungen von wirksamem Ausmaß und zu emem nahen Zeitpunkt. Diese Politik ist durch Eingriff von außen gestört und tonn deshalb von mir nicht weitergeführt werden. Deshalb bitte ich Sie. sehr geehrter Herr Reichskanzler, dem Herrn Reichs prS-si° deuten mein Rücktrittsgesnch zu unterbreiten.'' Wie es kam. Vau Friedrich Stampfer. Di« Berufung Hilferdings zum Reichsfinanzmlnister am 28. Huni 1328 war das Werk Hermann Müllers. Die Fraktion stellte sich auf den grundfäglich richtigen Stand- pttnkt. daß man einem neuen Reichskanzler bei der Bildung seines Kabinetts soweit wie nur möglich freie Hand lassen soll. Man war aber in der Fraktion nicht ohne Bedenken. Hermann Müller hat auf dem Kieler Parteitag Hilfer- ding den b e st e n T h e o r e t i k e r der Partei genannt. Wahrscheinlich gibt es niemand, der dieses Urteil bestreitet. Man kann aber die glänzendsten menschlichen und geistigen Eigenschaften besitzen, ohne darum alles mitzubringen, was zum Amt eines Ministers gehört. Hilferding ist vielleicht der klügst«, kenntnisreichste Mann, der seit Jahren auf einer Ministerbank gesessen hat. Trotzdem hat er manches nicht richtig gesehen, hat er sich in wichtigen Fragen falsch beraten lassen und ist er schließlich gefalten als ein Opfer der Koali- tionspolitik und seines Amtes. Mr werden desto weniger genötigt sein, von Hilferding. dem glänzenden Wissenschaftler und sturmerprobten Partei- genossen irgendwie„abzurücken", je offener wir zugeben, daß er viele von uns als Reichsfinanzmtnister enttäuscht hat. Der Wille zu vollkommener Offenheit berechtigt uns auch erst auszusprechen» daß das Gerede der Rechtspresse über„sozialdemokratische Mißwirtschaft" in den Reichfinanzen eine agitatorische Lüge ist. Wahrheit ist. daß es vor allem— wenn nicht einzig und allein die sozialdemokratische Peichstagsfraktion war. die fürOrdnungindenReichsfinanzen gekämpft hat. Hllferding hat diesen Kampf mit ihr geführt, ist aber später — das war bei vielen der Eindruck— darin erlahmt. Anfangs freilich waren die Rollen zwischen der Fraktion und Hilferding umgekehrt verteilt. HUferding hatte zur Balanzierung des Reichshaushalts von 1929 neue Steuern im Betrage von 300 Millionen Mark gefordert, bei den Fraktionen, zumal den bürgerlichen, war für un- populäre Steuererhöhungen wenig Neigung. Die Bayern drohten wegen der Biersteuer mit dem Abmarsch— also entschloß man sich, auf die neuen Steuern zu verzichten und im Etat ein nur scheinbares Gleichgewicht herzustellen, mdem man manche Einnahmen zu hoch, manche Ausgaben zu niedrig einsetzte. Hllferding hat in seiner Reichstagsrede am vorigen Sonnabend offen ausgesprochen, daß er damals rich- tiger getan hätte, zurückzutreten. Er tat es nicht, weil er den Sturz de« Gesamtkäbinetts und mit ihm schweres politisches Unheil befürchtete. Biellekcht wäre es richtiger gewesen, wenn Htlferding damals auf jede Gefahr hin die Zügel in der Hand behalten hätte, statt ste den Fraktionsführern zu überlassen. War also die Nichtausführung des HUferding-Pro- gramms für 1929 eine der beiden Hauptursachen für die Verschlechterung der Finanzlag«, so war die Weigerung der V o l ksp art el, der Reichsanstalt für Arbeitslosenversiche- ruvg die Mittel zur finanziellen Selbsterhaltung zu gewähren, dle andere-' '/ Erst unter dem Eindruck der letzten erschütternden Er- eignisse haben sich die Partelen der Mitte dazu entschlossen, dasjenige nachzuholen, was im Frühjahr dieses Jahres ver- säumt worden ist. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion war schon durch die steuerfreie Anleche und die K r e u g e r- Anleihe alarmiert. Sie sah. wie die Reichsregicrung durch den Druck der Kassenlage zu Zugeständnissen an das Finanz- kapital gezwungen war, die an die Grenze des Erträglichen gingen. Sie sah vor allem auch die Gefahr eines Frontal- angriffs der Sozialreaktion auf die sozialen Er- rungenschaften der Arbeiterklasie— eines Frontalangriffs, der von der Finanzseite her, durch Verknappung der Reichs- einnahmen, vorbereitet wurde. Darum ist vor allem auch der „Vorwärts" nicht müde geworden, immer wieder den Ruf nach starken und geordneten Reichsfinanzen zu erheben. Befreiung vom Elend der Kassenlage, das die Regierung in eine demütigende Abhängigkeit von den Finanzgewaltigen stieß. Herstellung des Gleichgewichts im Reichsetat ohne Berzicht auf notwendige kulturelle und soziale Ausgaben, das schien uns ein Ziel, auch der größten Opfer wert. In diesem Kampfe hatten wir uns Hilferding zum Füh- rer gewünscht. Daß er es nicht wurde, hat viele von uns ent- täuscht. Gewiß wurde er es deshalb nicht, weil er die Dinge anders sah als wir. Daß er sie anders sah, konnten wir uns nur erklären aus den Einflüssen, die die Koalition?- partner und die Beamten, voran der Staatssekretär Dr. P o p i tz, auf ihn ausübten. Während'wir nach Stärkung und Gesundung der Reichs- finanzen riefen, führten die bürgerlichen Mitteiparteien, be- sonders Demokraten und Volkspartei, einen Feldzug zur „Entlastung der Wirtschaf t". Ueber die angeblichen Möglichkeiten dieser Entlastung wurden die blühendsten Phantasien verbreitet. Dabei erschien der noch gar nicht cnd- gültig angenommene P o u n g- P l a n als das Füllhorn, aus dem sich unendlicher Segen ergoß. Diesen gemeingefährlichen Phantastereien hätte die Re- gierung mit ihrer ganzen Autorität entgegentreten müssen. Sie hätte rechtzeitig klar aussprechen müsien, daß der Ueber- gang vom Dawes-Plan zum Poung-Plan gerade noch recht- zeitig kam, um die Reichsfinanzen vor dem Schlimmsten zu bewahren, daß abbr dabei— wenigstens zunächst— kaum etwas übrig bleiben werde, Um Steuergeschenke an die Wirt- schaft zu'mächen.'' Hier ist nun gegen den Staatssekretär Dr. Popitz der allerschwerste Vorwurf zu erheben. Popitz hat die Finanz- Politik des deutschnationalen Herrn Ober fahren gemacht, der das Wort ausgesprochen hat, man müsse den„M u t z u m Defizit" haben. Diesen„Mut zum Defizit" hatten mit den Deutschnationalen so ziemlich alle bürgerlichen Parteien ge- teilt, und auch Dr. Popitz hat diesen wenig beneidenswerten Mut besessen— bis in den letzten Tagen das fürchterliche Erwachen kam. Popitz mußte die Entwicklung der.K a j s e n l a g e voraussehen und seinen Chef ans die drohende Gefahr recht- zeitig aufmerksam machen. Da er das unterließ, erlag die Reichsregierung wehrlos der U e b e r r u in p e l u n g durch den Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht. In dem Augenblick, in dem sich die Regierung ans eigenem Willen darauf vorbereitete, dem Reichstag ihr Steuerprogramm vorzutragen, machte Dr. Schacht seinen Vorstoß, indem er sein schulmeisterliches Memorandum ver- öffentlichte. Damit begann ein Ringen zwischen dem Reichs- finanzminister und dem Reichsbankpräsidenten, das mit einem vollständigen Sieg des letzteren endete. Die Regierung ließ sich von ihm die Anleihe bei D i l l o n, Read u. Co. aus der Hand schlagen und war von diesem Augenblick an Herrn Schacht aus Gnade und Ungnade ausgeliefert. Da das Sofort- Ziegierungsbildung in polen Barkel beaustragt.— Ein Erfolg des Parlaments. Warschau, 2t. Dezember.(Eigenbericht.) Staatspräsident Mosciski hat den Professor Kasimir Partei beauftragt, die neue Regierung zu bilden. Partei war der Borgänger Switalskis und mußte unter dem Druck der„Oberstengruppe" zurücktreten, weil er Parlamentes reundliche Politik zu treiben ver- sucht hatte. Tie Ernennung Partels bedeutet einen Erfolg de« gemäßigten Flügels d«S RegiernngsblockS gegenüber der diktatorische« Grnppe der„Obersten". In sehr bemerkenswertem Unterschied von der„Obersten- ruppe", hie in dem Abg. Slawek ihren parlamentarischen �ortsührer hat, ist Bartel seit seinem Rücktritt im Sejm nicht hervorgetreten. Er ist selbst schon das Objekt der Terror.sten gewyrden, wenn auch nicht persönlich, so doch in der Zeitung„E p o t a". die chm sehr nahe stand und Organ des Außenministeriums war. Anfang Oktober d. I. trieb die militätische Clique der„Evoka" die Druckerei ab. Man wandte sich hilfesuchend an den sozialistischen„R o b o t n i daß er den Druck übernehme Unsere Genossen erklärten sich auch bereit dazu und die„Epoka" wurde in der Arbeiter- druckerei hergestellt. Lange ging das allerdings nicht, denn unter dem Druck der Machthaber stellte alsbald das Außen- Ministerium die Geldunterstützung der„Epoka"«in, und da das Blatt von seinem Absatz nicht leben konnte, mußte es eingehen. Bezeichnend dafür, wie weit Polen nach von der Durch- führung des Verfassungsgrundsatzes der Rechtsgleichheit aller Staatsbürger ohne Unterschied der Nationalität ist, war die Nichteinladung der Führer der nationalen Mindcrheiäs- fraktionen zu den Besprechungen beim Staatspräsidenten. Wurden einzelne Minderheiienvertreter eingeladen, so waren es nicht die gewählten Führer, sondern solche, die weniger entschieden die Ansprüche ihres Volkes vertreten! Ob das Kabinett Bartel endlich Gerechtigkeit den nicht- polnischen Völkern zuteil werden läßt, wird sich bald zeigen. Nichtpolnifche Muttersprache im Sejm verboten' Der EescbSftsordnungsaueschuß des Sejm lehnte den Aritrog de« Vesm-Dizemarschalls, des Ukrainers Dr. Zahajkiewicz, ab. den Abgeordneten der nationalen Minderheiten das Recht zu geben,:m Sejm in i h re r Muttersprache zu sprechen. ♦ Programm g?ni?gte, mußte der Reichstag noch etn Gesetz beschließen, nach dem im Jahre 1930 459 Willionen Mark zur Schuldentilgung zvt rermendem sind. Nach Annahme dieses Gesetzes kann das Reich durch Herrn Schacht von Morgan und seinen deutschen Kompagnons eine Anleihe erhalten, die, wie man jetzt hört, um Prozent teurer fein wird als die geplante bei Dillon, Read n Co. Ist es wirtlich schon so weit, daß im. Konkurrenzkampf amerikanischer Banken sin deutscher Fivanzminister zum Sturz gebracht werden kann? Jedenfalls ist aber emae traurige Wahrheit geworden. Seit der Niederlage im Kiiege und den gesetzgeberischen Folgen, die sich aus dem Übertrag von Vepsailles ergaben, ist der Reichstag zum ersten Male wieder genötigt worden, auf ein Dtktat von außen hin Gesetze zu machen! Dieser Zustand ist unerträglich. Er kann nicht länger dauern, ohne zu den schwersten Erschütterungen zu führen. Es bleibt jedoch der Trost, daß er sein Heilmittel in s ch selber trägt. Was Regierung unixReichsta.g jetzt unter dem Drucke Schachts und der hinter ihm stehenden Finanzgruppen getan haben, das hätten sie aus eigenem Antrieb tun sollen, und das müssen sie jetzt ams eigenem Antrieb fortsetzen: Schuldentilgung, Sanierung der Kassenlage, Balan» cierung des Reichshaushaltsl Hinter diesen Lebensforderun- gen des Staates müssen alle anderen zurücktreten! Erfüllen wir sie nicht, so wird uns an jedem Quartalsersten die Angst würgen und wir werden alle Gesetze, auch die sozialpolitischen, ändern müssen nach dem Diktat desjenigen, der uns die Beamtengehälter bezahlen hilft! Hilferding hat seinen Rücktritt damit begründet, daß seine Finanzpolitik„durch Eingriffe von außen gestört" worden ist. Das ist richtig, denn weder das Tabaksteuergesetz noch das Tilgungsgesetz sind seiner Jnitkative entsprungen. Hilfer» ding kann die Verantwortung für eine Finanzpolitik, die er nicht geführt hat, nicht tragen, und er handelt richtig, wenn er geht. Das Kabinett Müller verliert an ihm einen klugen Rat- geber und einen ausgezeichneten Kenner des Reparations- Problems. Die Partei behält einen Genossen, dessen glän- zende Fähigkeiten sie nach wie vor zu schätzen weiß. Die Tatsache, daß er nicht jedermann zu Gefallen Minister ge- wesen ist, ändert daran gar nichts. Mit de? weiteren Eni- Wicklung des parlamentarischen Systems müssen wir damit rechnen, daß es noch öfter zwischen einzelnen u nerer Minister und wesentlichen Teilen der Partei Meinungsver- schiedenheiten geben wird, die dann nicbt vertuscht, son- dern offen ausgetragen werden sollen. Die gegenseitige Wertschätzung und der gemeinsame Wille, der Sozialdemo- kratischen Partei zu dienen, brauchen durch solche aufrichtige Ausemandersetzungen in keiner Weise berührt zu werden. In das Kabinett Müller ist Bresche geschlagen. Kann seine Rekonstruktion bis nach der zweiten Haager Konferenz aufgeschoben werden? Und wer soll Deutschland im Haag vertreten? Das sind letzt die brennendsten Fragen. Heute vor einer Woche wurde hier gesagt: Kommt es über kurz oder lang zur Krise, die durch politische Einsicht in diesem Augenblick oermieden wurde, denn(gibt es für die Sozioldemokratische Partei nur zweierlei: Entweder sie kehrt stärker in die Regierung zurück oder gur nicht! Kpalitionspolitik ist, wie die Dinge in Deutschland liegen, unvermeidlich. Gerade darum ist es notwendig, sie zu kriti- sieren und aus begangenen Fehlern zu lernen. Im Kabinett Müller sind der verfehlten Finanzpolitik der Volkspartei und der Demokraten zuviel Zugeständnisse gemacht worden. Das hat sich jetzt schwer gerächt. Die Sozialdemokratie muß in der Koalition st a r k sein, wenn ste noch weiter Mitverantwor» tung tragen soll. „Ein Sieg Morgans." In der„Vossischen Zeitung" schreibt Georg Bern- h ä r d unter der Ueberschr.ft„M organs Sieg" über den Rücktritt Hilferdings und das Tilgungsprogramm. Die Folgen des Ttlgungsprogramms beurteilt er wie folgt: „In Wirklichkeit kann oorlüusig von den Steuersenkungen, die das Kernstück des bisherigen Regierungsprogramme» ge> wesen sind, keine Rede mehr sein. Mit der Hilfe de» Reichs- bcmtpräsidenten Dr. Schacht ist vielmehr jegt jenes Programm»er- wirllicht, das eine starte Minderheit, oder vielleicht sogar ein« Mehr- heit der sozmldemokratischen Fraktion seit langem anstrebte, und gegen das der sozialdemokratische Reichskanzler gemeinsam mit dem sozialdemokratischen Finanzminister vor dem Dazwischentreten Dr. Schachts mit Erfolg gekämpft hatte: teine Senkung der direkten Steuern, Verwendung der gesamten, aus dem Boung-Plan sich ergebend en Ueber'chüssezur Ordnung des Budgets." Er sieht den kritischen Punkt für Hilferding in der Aul- stellung des Etats für 1929. der nur künstlich und rechnerisch ins Gleichgewicht gebracht worden sei: „Es war für den Reichsfinanzminister verhängnisvoll, daß«r diesen Weg mitging. Wenn er damals unter Prot« st sein Amt verlassen hätte, er wäre jetzt der grotz« Mann. Aber er hätte sich doma's auch gegen die eigen« Fraktion entscheiden müssen, die um d.e politisch« Koa- lition ausrechtzuerhalten. der Finanzpolitik der Hanlooundes Ron- Zessionen machte. Sehr schnell nach der Fertigstellung oes Budgets sür 1929 zeigte sich denn auch das Verhängnis jener Lösung." Schließlich wendet sich Bernhard sehr kritisch gegen Schacht und„die Wirtschaft": „Dieser Sieg Morgans— denn um ewen solchen Handel: es sich— wird zunächst sehr teuer bezahlt durch die HZinsdifferenz, die das Reich. zu zahlen hat. Wie bestimmt versichert wird, hätte Sie Anleih« von D.llon Read nur wznig über 7Vi Prag, gekostet. Den deutschen Banken muß das Reich 8,8 Proz. zahlen. Man braucht daraus den Banken gar keinen Vorwurf zu machest. Denn durch die Ausnahme der Anleche In � Deutschland bleibt zunächst voraussichtlich der deutsche Markt für (Md weiter verknappt. Zumal ja auch durch die Hilfe, d'e jetzt die Deutsche Reichsbank zugesagt hat. auch bei ihr eine erhebliche Fest- legung von Mitteln zu einem Teile, und zum anderen Teile eine Erweiterung des Notenumlaufes erfolgen wird. Wie aber schon rühere Maßnahmen Schachts, fo wird auch die jetzig« Umstellung War der Rückiritt notwendig? Schwere Erschütterung der Koalition. Der Sozialdemokratische Pressedienst schreibt: Der Sieg des ReichsbankprHstdenten Schacht über die Reichsregierung hat am Sonnabend den Rücktritt des Reichs- finanzministers Dr. H i l f e r d i n g und des Staatssekretärs Dr. Popitz zur Folge gehabt. Hilferding, der bereits im Frühjahr, als der Reichstatz seinen Etat grundlegend oer� änderte, den Rücktritt ins Auge gefaßt hatte, hat jetzt diese Absicht verwirklicht. Sein Rücktrittsgesuch an den Reichs- kanzler gibt die Erklärung für diesen Entschluß. Sie liegt in der Unmöglichkeit, nach dem erfolgreichen Eingreifen S ch a ch t s in den Machtbereich des Reichsfinanzministcriums länger die Verantwortung für eine selbständige Führung der Reichssinanzpolitik zu tragen. Mit Hilferding scheidet der Mann aus der Reichs- regierung aus. der in den wichtigsten Fragen eine e n t- scheidende Rolle gespielt hat. Es ist gewiß umstritten, ob ihm, dessen Kenntnisse und Fähigkeiten auf allen Seiten stets anerkannt wurden, und der an der Spitze einer Riesen- Verwaltung eine ungemein schwierige Aufgabe zu erfüllen hatte, nicht etwas mehr Entschlußfähigkeit und fester Wille diese Aufgabe erleichtert hätten Aber seine überragende Intelligenz und die Schlüsselstellung, die ihm das Amt eines Reichsfinanzministers oerschaffte, machten ihn doch zu einem starken politischen Faktor innerhalb der Reichsregierung. Das ist zugleich die Ursache dafür, daß er nicht nur von seinen politischen Gegnern heftig bekämpft wurde, sondern oftmals auch in Meinungsver- schiedenheiten mit seinen politischen Freunden geriet. Das Amt des Reichsfinanzministers ist stets eine schwere Bürde, mit ungeheurer Verantwortung für den Mann und die Partei, die es zu tragen haben. Die Hijhe der deutschen Steuerbelaftung, die außenpolitischen Verpflichtungen und Bindungen und der große Apparat der Steuer- und Zoll- Verwaltung, der dem Ministerium unterstellt ist. bedingen eine Arbeitslast und eine Berantwortungsflllle, der nur wenige Menschen auf längere Zeit gewachsen sind. Hilferding hat dieses Zlmt unter denkbar ungünstigen Verhältnissen über- nommen. Seine beiden Borgänger, Dr. R e i n h o l d und Dr. Köhler, haben aus dem Vollen gewirtschaftet und manche Maßnahme mehr unter dem Gesichtspunkt der Popularität als der Sachlichkeit getroffen. Unter allen ernsten Finanzpolitikern besteht keine Meinungsverschieden- heit darüber, daßdieFinanzpolltikderfrüheren Jahre überaus schwere Fehler gemacht hat. Sie mußten um so verbänanisvaller wirken, weil das Jahr 1929 durch den Fortfall bisheriger Einnahmen und die Steigerung der Reparationscrusgaben einen Mehr»j bedarf von über 600 Millionen hatte. In einem Jal-r niedergehender KoHunklur und ungeheuerer Arbeitslosigkeit, also geringerer Einnahmen und erhöhter Ausgaben,! war daher der Ausgleich de» Reichsetats'Überaus schwierig. Hilferding hat diese Ausgab.- gelöst und dem Reichstag einen H a u s h a l t s p l a n vorgelegt, der unter Errechnung der vollen Dnwes-Belastung balancierte.-. Unter dem Druck der Deutschen Volkspartei hat aber der Reichstag diesen Etat grundlegend umgestaltet, so daß ein großes verschleiertes Defizit entstand, das die Erleichterung der Reparationszahlungen durch den Poung- Plan vorwegnahm. Hilferding hat sich damals, im Hinblick auf die bevorstehenden Verhandlungen im Haag, trotz großer Bedenken den Reichstagsbeschlüsien. nicht widersetzt. Aber schon wenige Monate nachher hat sich herausgestellt, daß der Defizitetat für die K a.s s e n l a g e des Reiches schwere Gefahren hervorrief, die schließlich ! dahin geführt haben, daß unter dem Einfluß Dr. Schachts Maßnahmen getroffen wurden, die nicht den Absichten des Finanzministers eycsprachen, ja sogar im Gegensatz zu ihnen standen. Wie man auch zu der von der Reechsreoierung ge- planten Finanzreform stehen mag, man muß. anerkennen, daß das Vorgehen Schachts dem bisherigen Reichsfinanzminister die Fortsetzung seiner Aufgabe» un m o glich macht. Obgleich wir den Wunsch des Finantzministers nach Befreiung von seiner schweren Bürde voll verstehen, so haben wir doch schwere Bedenken gegen seinen.soforltigen Rücktritt. Im Januar beginnen die abschließenden Äe-rhandlun- gen überdie Reparationslei st ungen Deutschs- l a n d s i m H a a g. Dr. Hilferding hat diese Verhandlungen mit eingeleitet. Er ist innerhalb der Reichsregierung der- jenige Mann gewesen, in dessen Hand die Entscheidung, über die weittragenden finanziellen Probleme log. Für einen erfosgreichen Verlauf der Haager Verhandlungen wäre seine Mitwirkung von größter Bedeutung gewesen. Das alles ist mit einem Schlage vernichtet worden, obwohl e i n zwingender Anlaß dafür nicht vorgelegen hatte. Der Vorstoß Schachts richtete sich nicht allein gegen den Reichsfinanzminister, sondern gege» die Reichs- regierung. Und so wenig sich die Reichsregierung mit Rücksicht auf die Haager Verhandlungen zum Rücktritt ent- schlössen hat, so wenig hätte sie in den Rücktritt d e s. R e i ch s f i n a nz m i n i st e r s willigen dürfe n. Aber es scheint, als ob im R e i ch s k a b i n e t t keine Uebereinstimmung in dieser Frage zu erzielen gewesen ist und als ob der Reichskanzler, der entschlossen war, den Rücktritt der Gesamtregieruntz vor den Haager Verhand- lungen zu verhindern, zur Vermerdung politischer Schwierig- keiten die Demission des Reichsfinanzministers bewilligt hat. Der Rücktritt des Reichsfinanzministers Dr. Hilserding ist vor allem für die Sozialdemokratie eine entscheidende politische Frage. Ihr Eintritt in die Reichsregierung ist erfolgt, um Richtung und Inhalt der deutschen Politik ent- scheiden!» mit zu beeinflussen. Das Ausscheiden des sozial- demokratischen Reichsfinanzministers. die Verminderung der Zalst der sozialdemokratischen Minister von vier auf drei ruft die Gefahr hervor, daß der Einfluß der Sozial- demokratie im Reichskabinett künftig erheblich. ge- ring er sein wird als bisher. Wir glauben nicht, daß die sozialdemokratische Fraktion eine solche Schwächung, ertragen kann. Sie muß verlangen, daß der Einfluß, auf den ste kraft ihrer Stärke im Bolk und Parlament Anspruch hat. auch innerhalb der Reichsregierung sich geltend machen kann. Die veränderte Richtung der deutschen Politik,, durch Herrn Dr. Schacht erzwungen, macht �das Festhalten an diesem An» sprach nicht' nur notwendiger:' sondern' auch berechtigter. Durch das Ausscheiden Dr.- Hilserding». aus dem Reichs« kabinett' wird nur unterstrichen, was durch den Kampf um die Dertrauensformel für die Reichsregierung in der ver- gangenen Woche bereits angedeutet wurde, daß das Gel.aide der gegenwärtigen Koalition schwer erschüt» tert ist und durch den leisesten Wind zum Einstürzen g. bracht werden kann. der Anleih« aus den inneren Markt eine starke Zunahme der aus- wärtigen kurzfristigen Verschuldung Deutschland» zur Folg» haben. Denn da» Zinsgefälle von Deutschland zum Ausland bleibt ver- mutiich noch längere Zeit so, daß kurzfristig« Kredite ganz autv- matisch von draußen nach Deiuschland gelegt werden. Es wird also statt einer Sanierung der deutschen Zahlungsbllanz eine viel gefährlichere Situation für die deutschen Zah. lungsbeziehungen vom Au»lande zeschaffen. Ein« Situation, die der Wiederbelebung der deutschen Wirtschast wirtlich nicht nützlich sein kann Man hört jetzt sehr kräftig« Mannesworte, wie: erst Ordnung in den Finanzen, dann Steuererleichterung. Ja. aber weshalb hat sich denn vorher nichtdie Wirtschast zudiesem Grundsatz bekannt? Weshalb hat man eine heftige Propa- ganda für Steuersenkungen durchs Land gehen lassen? Man hat doch' die deutschen Finanzoerhält-risse gekannt!" Es bleibt beim 5, Zanuar. Eadgültiae Entscheidung Inspars. Brüssel. 21. Dezember. Ministerpräsident Z a spar Halden 3. 3anuar endgültig als Zeitpunkt für die Eröffnung der zweiten haager Konferenz fest. geseht. Eine bewaffnete Putschorganisation. Die Auflösung des WerwoljbondeS in TUeder fachten. Hamburg. 2L Dezember. Au der gemeldeten Auflösung des Landesverbandes Niederlachsen des Wirwolflnindes durch den Senat gibt die Polizeibehörde folgende Einzelheiten bekSnM:. Die staatlichen Sichsrheilsorgan« haben feit- längerem dem. W-rwost ihre besonder« Ausmerbsomikett geschenkt, da der Verdacht bestand, daß die Anhänger oes Vundes mit militärischen Waffen, in militärischer Weise ausgebildet wurden. Wie erinncrirch, wurde in? März 19?a die Vundesorte» gruppe Elmshorn aufgelöst und im Februar 1927 in Hamburg e i n Waffenlager beschlagnahmt, dessen Eigentümer ein Werwolfmann war. Ini März 1928 fand man Waffen und Munition bei zwei Landleutcn in Hanstedt uird w«der Itan'«n Werwolfleute mit diesem Lager in Verbindung. In letzter Zeit wurde ein Ermittlungsverfahren gegen den Landes« verband Niedersachsen eingeleitet dessen Erg bnisse d:e Staats» anwattschaft veranlaßten. ein Hochverrats verfahren zu eröffnen. Di« Polizeibehörde hat festgestellt, daß die Mitglieder des Wcrwolfs in Hamburg bis in die letzte Zeit an Maschinen» gewehren und hnsanteriegewehren Modell 98 ausgebildet wurden, und daß Ihnen de- Ausmärfchen mili- tärifche felddienstmäßige Aufgaben wie Brückensprengun» gen, Erstürmung von Gebäuden usw. gestellt worden sind. Beschlagnahmte Schriftstücke beweisen, daß im Bunde mili» tärifche Rangbezeichnungen angewandt worden sind- Rach der Rechtslage liegt demnach ein Verstoß gegrn den Artikel 177 des Bersailler Vertrages vor, der Bereinigungen oerbietet, sich mit militärischen Dingen zu beschäftigen. Die Auslösung durch den Hamburger Senat erfolgte, wie es heißt,, unter ausdrücklicher Zustimmung der Reichsregierung. In einer sofort nach der Beschlußfassung vorgenommenen Durchsuchung der Geschäftsräume des Bundes entdeckte man drei militörifch« Rundblickfernrohre. Fekdfernfprecher und Revoloermunitioni einen Moschinengewchr-Patronengurt, einen Maschinengewehr-Wasser- kästen und eine Reih« militärischer Lehrbücher. Kommunlsien sür ReaMon. Oer neue Kurs der KpO. in den Gemeinden. Halle. 21. Dezember. sEIgenberichl.) Dl« Parole der Kommunisten, aus den Rathäusern und in den Sreisparlamenten nur für dieeigenen Kandidaten zu stimmen, hat u. a. dazu geführt, daß In Elslebeu das Bureau der Sladtverordneien vorläufig von den Schildknappen der IN a a» s e l d A.-G. beseht worden ist. Au» einer Erklärung der Kommunisten ging hervor, daß sie auch die Wahl eine» sozialdemo- kratischen Oberbürgermeisters, die gesichert sein würde, wenn die Kommunisten mit dafür stimmen, verhindern wollen. Znfolgedcsscn wird die Mansfeld A. G. ihren willen durchsehen. Schlimmer noch war der verrat, den die Kommunisten Im Kreise Liebenwerdn verübten. Sämtliche Amlsvorstehcr des Kreise» wurden durch ihre Schuld in bürgerliche Hände gespielt. während bisher die hülfte von Sozialdemokraten und einigen Kommunisten besetzt war. Die Wahl in Gch'eSwig-Holstein. Oas OberverwaitungSgericht muß entscheiden. Kiel, 21. Dezember.(Eigenbericht) ' Der schleswig-holsteinische ProvinziallaNdtag lehnre gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und- der Kommunisten den von der Sozialidemokralischen- Parte! erhobenen Einspruch gegen die Gültigkeit der Provinziallandtagswihl ab. Im Namen der sozialdemokratischen Fraktion ertkörl« Dr Lampl» Altona, daß die Sozialdemokratische Partei-ihrem Einspruch geren die Wahl aufrechterhalte, da durch die'Zusammenjassung verschiedener Parteien unler dem gemeinsamen Kennwort.�he'mal und Wirt- schaft" eine V e rl e tz.u ngdes Wahlgesetzes gegeben sei. Im übrigen werde numne-hr das..Ob.e r v e r w o l l u.n g s g e r I ch t über die Gültigkeit der Wahl zu entscheiden haben. Krankreichs Marine-Richtlinien. Vorbedingung: Freiheit d-tMeeie.— See« und Land- adrüstu."g untrennbar. Paris, 21. Dezember.(Eigenbericht.) Das Memorandum, das die Stellungnahme der sranzö- fischen Regierung zu der Londoner Seeobrüslungskon- ferenz und gleichzeitig die Richtlinien, die für die sran- zösische Delegation maßgebend sein werden, enthält, wurde am Sonnabend vom sranzösifchen Botschafter im englischen Aus- wärtigen Amt überreicht. Wie der Pariser Berichterstatter des „S o z. P r e s s« d i e n st e s" von gut unterrichteter Seite erfährt, besagt die französische Rote in ihren Grundzügen folgendes: Wenn Frankreich der Einladung zur Londoner Konferenz offen beigestimmt babe, fo geschah das vor allem, um dadurch die Auf- gaben der Genfer Abrüstungskommisston und der kommenden vorbereitenden Abrüstungskonferenz zu erleichtern. Die Lon- dcner Konferenz fei nur als ein Glied des Genfer Abrüfkuogswerkes aufzufasten im Sinne des von der Bölkerbundsverfammlung selbst zum Ausdruck gebrachten Befchlusfes, daß stch die M a r i n« m ä ch t e noch vor der Abrüstungskonferenz untereinander verhändigen mögen. Die französische Regierung erblicke in der Londoner Konferenz einen weiteren Schritt zum Ausbau des Briand-Kellogg- P a k t e s. der in seiner gegenwärtigen Form noch nicht genüge um die allgemeine Sicherheit zu garantieren, was aus den beschleunigten Flottenrüstungen der Vereinigtes Staaten hervorgehe. Desgleichen müsse vor allem der Genfer Pakt als Grundlage für die bevor- stehenden Verhandlungen dienen, denn welche Lücken er auch habe, so sei er doch geeignet für die Abrüstung. Die Losung der See- abrüstungssrag« habe die Lösung des Problems der Freiheil der Meere zur Vorbedingung. Die See abrustung fei von der Abrüstung zu Lande und zur Lust untrennbar und bilde nur einen Teil des gesamten Abrüstungskomplexes, der wiederum in den Rahmen des Völker- bundcs gehöre. Abschließend wird der englische Vorschlageines Mittclmeer-Locarno aufgegrüfen und auf die Möglichkeit des Abschlusses eines Vertrages zur Garantierung der gegenseitigen Sicherheit und der Ausschaltung jedweden Angri'is zwischen den Mittelmcerstaaten, Spanien einbegriffen, hingewiesen. Auch in der italienisch-französiichen Flotten- kontroverse ist am Sonnabend ein neuer Schritt zu verzeichnen. Die italienische Antwortnote auf das letzte Memorandum des Quai d'Orfay, in dem Frankreich die von Italien geforderte Flottenparität abgelehnt hatte, wurde am Sonnabend von dem italienischen Bot- schafter in Paris dem Quai d'Orfay überreicht. Lialienifcher„Minister" in München. Wem gi t v ese„Ehmng*? Italien» neuer Generalkonsul in München. G'-af Caprara, ist mit dem Prädikat„bevollmächtigter Minister S. W. des Königs non Iialien" ernannt worden und in Bayerns chauptstadt einge- rroffen. Außer Frankreich, das in der ersten Aest nach dem Kriegs den bayerischen Separatismus durch Ernennung eines besonderen Gesandten bewußt fördern wollte, aber inzwischen ans diese törichte Politik verzichtet hat, hat keine fremde Macht Bayern in dieser Weise„misoe/eichnvi" und gegen dos Reich auszuspielen versucht. Sollte in Mussolinis Schachzug dieemal weniger eine Reverenz vor dem Föderalismus als vor dem f a s ch i st i s ch e n Putschrsmus liegen und ist Graf Eaprara inoffiziell vor allem bei Aoolf ch l tl e r „abkreditiert"?_- Lettische Justiz im Felde. Opfer viehischer Oifiziere als Spione erschossen? Riga. ZI. Dezember.(Mlb.) während der vermout Zell im Herbst ISIS wurden aus Sssehl des ßommaudaolen der das Guk Groseutal besetzt Halteaden lettischen Truppenableilung Frau Auguste von Waller-Raulensec und ihre Tochter Alexandra wegen Spionage erschossen. Später aber kanchlcn Gerüchte ans. daß die Tochter vergewal- ligk und zur Vertuschung dieses Verbrechens beide Frauen ermordet worden seien. Die Untersuchung hat über zwei Jahre zedauerk. Räch der„Rlgaschen Rundschau" sind unter Anklage ge- ilellt worden zwei Oberleutnants, ein Kapitän und ein früherer Militärarzt sowie süns Unteroffiziere. Diese Unterofsizlcre er- klären, daß sie die beiden Damen ans v e s e h l ihrer vorgesetzten erschossen haben und diesem Befehl unweigerlich hätten Folge leisten müssen._ Japanischer proiestschritt in Moskau. Rußland fügt sich unier Vorbehalt. ToNo, 21. Dezember. Der japanisch« Botschafter in Moskau hat die Aufmerksamkeit der Sowjetregierung auf die Tatsache gelenkt, daß bei der Be- schießung von Mandschuki eine Japan«rin ums Leben gekommen sei und mchrere japanische Angestellte der südmanschurischen Eisenbahn verletzt worden seien. Die Sowjet reg lerumg hat hierauf mitgeteilt, daß ste bereit sei. Schadenersatz zu leisten, wenn dl« Berantwort- l'chkeit der russischen Truppen nachgewiesen werde. Komische Oper. �Kulla di Bulla" von Arnold und Bach. James Klein hat, unterstützt von Gerichtsvollzieher und Staat?. anwaltschaft, die alte Komische. Oper geräumt. Martin Zickel Hai sie gepachtet, gesäubert, gcschinückt und mit einem neuen Schwank eingeweiht. Ccr dürfte bald die investierten Kosten und dazu noch den" üblichen T h i e l sch e r- Ueberschllß herau-h-len, d«nn Berlin W. amüsiert« sich, trotz seiner Ultimosorgen, känfglich. M. H. Der Kvnstikt Bergner-Klein beige?egi. Wie uns von Justizrat Dr. Lubezynsli im gemeinsamen Auftrag der Dirckiion des Deutschen Küi'.stlerth-a'.er? und der Frau Elisabeth Sergner mitgetellt wird, ist zur Brse tigung der ZV'.schen Herrn Dr. Klein und Frau Bergner entstandenen Unzuträgllchkesten eine Bercinbarüng zwischen den Partelen dahin getroffen, daß Frau Dergner am 2S. Dezember d. I ihre Tätigkeit am Deutschen K u n st t e rst h e a t e r wieder aufnimmt. Frau Bergner wird in der Zeit, vom'2ö. bis 2». Dezember ein- schließlich im Deutschen Künstlerthrater und in der Zeit vom 1 bis IS. Januar 1030 einschließlich im Berliner Theater allabendlich die Rolle, der„Nina" im.«Seltsamen. Zwischensp el" durchführen. Mit dem lS. Januar endet alsdann dos Bertragsverhällnis. Fabrikant Pinke zahlt Weihnachtsgratifikation. «Mein lieber Kassierer Krause Ihre ganz besonbereu Leistungen in diesem Jahre.. .... geben m«r Veranlassung, Ihnen als Zeichen meines gesteigerten Vertrauens..." .... Ihnen dieje beträchtliche Summe in die Hand zu geben..." .... mit dem Austrage, sie zum erstenmal ohne Begleitung eines zweiten KafiiererS für mich auf die Bank zu tragen" Nachtsitzung im Reichstag. Tilgungsgesetz angenommen. Kurz noch Vil Uhr eröffnet. Bizepräsident Esser di« gut besuchte Nachtsitzung. Dl« Kommunisten fragen nach Hilferding. Der Vizepräsident verliest die Mitteilung des Reichskanzlers vom Rücktritt des Reichsfinanzministers, was die anscheinend recht animierten Kommunisten mit allerhand Ausrufen be- j gleiten. Der Abg. Dr. Lobe, früher Voltsrechtspartei, legt sein Mandat zum Januar 1Ö30 nieder.— Bor Eintritt in die Tagesordnung versucht Abg. Torgter(Komm) die Erzwingung dieser Nachtsitzung durch Ägstationsphrasen zu begründen, wobei ihn der Vizepräsident mehrmals zur Sache mahnt. Torgter verlangt ein« Aeußerung der Reichsregierung zu dem Mißtrauensvotum der Kom» muni st«»gegen— H I l f e r d r n g. Von der Regierung sind anwesend: Der Reichskanzler, Außenminister Dr. C u r t i u S, Reichewirtschaftsminister Molden- Hauer und Reichsjustizminister o. G u« r a r d. Selbstverstäirdlich geben sie Torgter keine Antwort. Der Vizepräsident schlägt zum Tilgungsgesetz 10 Minuten Rede- zeit vor. Die Kommunisten vergesien ganz zu toben und lachen bloß.— Das Haus beschließt 20 Minuten. Abg. Dr. Reubauer(Komm.) zitiert das Rücktrittsschreiben Hilferdings, ohne es zu kennen, zum Beweis dafür, daß Schacht und das amerikanische Kapital Deutschland regieren. Weitere Wortmeldungen Legen nicht vor. Di« Kommunisten schreien auf diese Mit ellung des Dizepräsidenten„Pfui, Räuber- bände. Geprügelte Hunde!". Bizepräsident Elser scheint in der Unruhe diese Exzesse zu überhören. Sie S ch l u ß a b st i m m u n g ist auf Perlangen der Nattonal- sozialisten, das ausreichend unterstützt wird, namentlich und ergibt die Annahme des Gesetze». Die Annahme erfolgte mit 2SS gegen 131 Stimmen bei 4 Enthüllungen.(Pfuiruf« der Komm.) Kurz vor 1 Uhr schließt Vizepräsident Esier di« Sitzung mit d«m üblichen Weihnachtsmunsch. Die nächste Sitzung w'rd schriftlich ein- berufen werden. Nach dem Plenum trat diesozialdemotratischeReichs» tagsfraktion zu einer Sitzung zusammen.'> « In der Schlußabstimmung über das Aolländerungsgesetz hat nicht die Christlichnationale Dauernpartei, wie irrtümlich km Bericht ge- sagt ist, sondern die Deutschnationale Arbeltsge, mei n fcho ft mtt der Mehrheit f.ü r gestimmt. Der Aeltestenrat des Reichstages ermächtigte am Sonnabend den Rsichstagspräsidenten.. den Reichstag im Januar einzuberufen, fohald die ailf�GrckÄ Haager'Beschlüsse. zu erlassenden Gesetze sür den, Reichstag ,"verhaiidlung»reif fein werden. Es wird angenommen, haß''Äne" Vnberuftmg vor d-m 21. Januar nicht in Frage kommt.' Die Rachtwahi. Beim Hugenberg-Klub in der Oorotheenfiraße. Das nächtliche Wahllokal in der Dorotheen- st ratze, das für die Abftünnmirg der Hugenberg-Wgeordneten ein- gerichtet worden ist. Der Abstimmungsraum dient nach den an der Wand hängenden Bildern zu urteilen, für gewöhnliche als TaHungÄokal für einen Hundezüchter verein. Pünktlich um Mitternacht wrrd die Wahlhandlung eröffnet. Innerhalb fünf Minuten geben etwa 13 Abgeordnete ihre Stimmzettel ab. Bis.l Uh- waren etwa 22 Stimmzet tel abgegeben worden. Zwei junge Leute, osfenbar deutschnationale ParteiangSstellt«, führten eifrig Liste über die Cr» schienen«». Es stimmten u.a.: Lettow-Dorbeck, Ohler, Frcylagh-Loringhoven, merkwürdigerweise auch der von der deui�chnationalen Fraktion ausgeschiedene Behrens, Domsch, Lindl, Schultz-Dromberg, Graf zu Eulenburg, einige christliche nationale Bauern, u. a. Domsch, etliche Nationalsozialisten, u. a. Frick und Ritter v. Epp. Aber— wer Terror fürchiet. stimmt mit Nein! Es ist alles vor- gesehen, um das Wahlgeheimnis zu wahren, �lm Schluß der Wahlhandlung um 1 Uhr wird nicht ausgezählt, vielmehr werden dl« abgegebenen Stimmzettel v e r s i e g e l t. Sie werden am Schluß der. Wahlhandlung am Sonntag uneröffnet mit den übrigen abgegebenen Stimmzetteln vermengt, so daß eine Kontrolle darüber, nicht möglich ist, ob einer der deutschnationalen Abgeord- neien mit Nein gestimmt oder einen ungültigen Stimmzettel abge- geben chat.-... Ein Postbeamter erschien mit einem Stimmzettel� bewaffnet und wollt« durchaus Gebrauch von dieser Wahlgelegenheit maclzen. Er wollt« sich nicht abweisen lassen uyd wurde schließlich hinaus- komplimentiert. Landbund verleiht Orden. Die..Neutralität" der Landwlrtfthafis'ammern. Wie notwendig eine Umgestaltung der Londwirtschaftskammern nach der Richtung hin ist. daß ihr zukünftig auch Landarbeller an- gehören, ist bei der Landwirtschaftskammer Niederschlesien zu beobachten Diese Kammer fühlt sich derart al» Organisation des Land- bundes, daß es der Schlestsche Landbund für zweckmäßig ghhallen hat. den Direktor der Landwirtschaftskammer mit einer Auszeichnung zu versehen. In den„Mitteilungen des Reichsbundes akademisch gebildeter Landwirte"(1029. Nr. 16, Seite 162) heißt es wörtlich: „Der schlestsche Landbund zu Breslau hat Herrn Oekonomierat Dr. Reimann,. Direktor der Landwlrtschasiskamm« Niederschlesien, für die tatkräftige Vertretung und Unterstützung de» Londbund- zedankens in der Kammer die„Silberne DerdlenN- medaille" des schlestsche» Landbundes verliehen." Der Landbund und di« Londwirifchaftzkammer werden sich darauf herausreden, daß totkräftige Vertretung und Unterstützung des Landbundg-dankens g'eichbedeutend ist mit Aufopferung für di« Interessen der gesamten Landwirtschaft. Dagegen ist einzuwenden. daß selbst Landwirte die Nützlichkeit des Landbundgedankens be- streiten und der Landbundgedanke Ding« erstrebt, die unmöglich für die Landwirtschost förderlich und nützlich sein kännen. Mögen die Feststellungen des Reichsbuodes akademisch gebildeter Landwirte dazu führen, daß die Uistgestaltung der Londwirtschafts- tammern in der vom Preußischen Staatsministerlum vorgeschlagenen Form recht bald Tatsache wird.- Die Oirettricen aus Berlin. Wir lesen in der Frankfurter Zeitung: Im Landtgg von Mcckl«nburg-Strelitz kämpft man nicht nur' leidenschaftlich mit den Schivierigkesten' in der Politik des Landes. Mit mehr oder weniger Glück v-rsucht man auch gutklinaende Fremdwörter zu meistern. Wollte da cin Redner auf der einen Seite des Hauses einem wichtigen Problem energisch zu Leibe rücken. Der Redner von der anderen Seite, des Hauses ergriff als- bald das Wort und bezweifelle, ob der geschätzt« Herr Vorredner und seine Partei überhaupt In der Lag« wären, dieses Problem zu meistern. Darüber, erklärte der Angsgriffone,. brauche man sich kein« grauen Haare wachs«« zu lassen!..Die Partei," so fuhr er fort,„erhält regelmäßige Direktricen aus Berlin und wird sich damit schon zu Helsen wissen!" Dann kann es ja nicht sehten. Stimmenthaltung der Hugenberg-Leute bei der ZoNSnderung. In btr gestrigen Reichstogssitzung, über deren Beginn wir schon berichtet haben, nahm Zlbg. Dillmann sSoz.) das Wort zur Geschäftsordnung nach der Rede des Hatenkreuzlers Stöhr zum Tilgungsgesetz, um auszu- fuhren: Ich habe Beschwerde dagegen«inzulegen daß der amtierende Vizepräsident«s duldet, daß der Reichstag in einer Werse mißbraucht wird, die ihn auf das Niveau eines Schmierentheaters herabdrückt. Der Vizepiäsident hätte darauf achten müssen daß der Abg. Stöhr nicht die Redezeit weft überschreitet und Ausführungen macht, die mit der Sache nichts zu tun haben.(Unruhe.) Vizepräsident Graes-Thüringen: Der Abg. Stöhr hat hie ihm zustehende Redezett nicht übH�schritten. Als er vom Thema ab- lchweifte, habe ich ihn zu? Sache gerufen. Di« Vorwürfe des Abg. Dittmann sind unberechtigt. Ich werde die Sache dem Aellestenrat vorlegen. Abg. Sloenne(Dnat. AS-) forichtIch gegen den D das ontrag aus. Die Linke habe das Reich bankrott gemacht, aber nichts daraus gelernt. Damit schließt die Aussprache. Nach dem beretts gemeldeten Abschluß der Beratung des Til- gungsfondsantrages folgte die dritte Beratung der Tabaksteuer- vorläge und der Erhöhung des Beitrags zur Arbeitslofenversicherung. Abg. SlShr(Nat-�soz.) bestreitet, daß feine Parci von den Aigarettengroßkonzernen finanziert werde. W r haben die Monopolstellung dies« Konzern« schon vor den Kommunisten bekämpft, und ar im Gegensatz zu den Sozialdemokraten, die alle ihre Grund- ze über Bord geworfen haben. Aenderungsanträge der Regierungsparteten ermäßigen die Steu« für Feinfchnitt-Pfeifentabak noch weiter und sprechen den infolge d« Steuererhöhung arbeitslos werdenden Angestellten und Arbettern, unbeschadet der Arbeitslosenversicherung, k'ir ein halbes Jahr 75 Proz. ihres durchschnfttlichen Arbeftsverdienstes Äs Unter- stützimg zu. Präsident ttbe: Der Bonours gegen den Vizepräsidenten Graes, daß er den Abg. Stöhr die Redezeft habe übersckweften lassen, ist unberechtigt. Abg. Rädel(Komm.) spricht gegen die Erhöhung des Bei- trag? zur Arbelislosenversickerung und greift natürlich die Sozial» demotraten an. bei denen nicht Kwssenkampf— sondern Deihnachts- stimmung herrsch«. Abg. Dr. Alldem acher(Dnat.) kündigt die Ablehnung der Ar- beftsloienvorlaq« durch seine Partei an. , Abg. Dr. Süll(Dem.): Mft insgesamt 1100 M'wonen Mark ist der Tabak 22 mal so hoch belastet, als im letzten Bortriegsjahr. Nur aus dem Zwang der Derhältnifle stimmen wir der Vorlage zu. Abg. Or. Hertz(So,): Der Abg. End« hat gegen die Firmen Batschari und RenntSspa heftig« Dorwürs« wegen betrügerischer Handlungen gegenüber dem Reich erhoben. Ich habe keinen Anlaß, die Firme« irgendwie in Schutz zu nehmen, ihr Verhalten war zweife'los außerordentlich anfechtbar. Ende hat aber im Zusammenhang mit diesen An- griffen auch die Sozialdemokratische Partei beschuldigt, und dies« Angriffe sind in seder Beziehung unwahr. Nicht die Kommunisten haben als erst« die Beschädigungen gegen dies« beiden Firm«»«- hoben, fondern die Sozialdemokratie hat bereft» am 31. Mai 1020 durch ihre Redner im-Haushaltsausschuß dies« Angelegenheft zur Sprache gebracht und die-schärfst« Kritik an dem Verhalten dies« Firmen geübt. Für die sozialdemokratisch« Fraktion habe ich folgendc Erklärung abzugeben: Die Abänderung der Tabakbesteuerunq ist«in Bestandteil des Sofortprogramms der Regieruno zur Beseitigung der Kasien- schwierigkeiten des Reiches. Die sozialdemokratische Reichstagssrattion hat gegen dies« Aenderung schwere Bedenken, vor allem weg«» d«r damit verbundenen Kontingentierung der Aigareitenherstellung. ag des Vrtoakmonopols der ma-Reuerburg die die Gefahr ein« wetteren Zinnen hervorruft. W«nn sich die Sozialdemokratie trotzdem entfchlofftn hät. dem Gesetzentwurf ihre Zustimmung zu erteilen, so geschieht dies unter zwei Voraussetzungen. Einmal»st es ongei chts der Kass«nschwierigtett«n des Reiches erforderlich, dem Reiche sofort wirksame n«ue Einnahmen zu verschaffen Außerdem ist der ursprünglich« Borschlag der Regierung in Verhandlungen mit den Regierungsparteien in folgenden Punkten verbesser» worden: 1. Der größte Teil der Steuererhöhung entsällt aus dre Mehr- besteuerung der Zigaretten. Das Gesetz sieht vor. daß dies« Mehr- besteueruna in erster Linie von der Industr'«'elber zu tragen ist(Lachen und Zuruse der Komm.. Wie soll das gemocht werden?), so daß eine vermehrte Belastung der Dt rb rauche? nach Möglichkeit vermieden ist. Bei den erheblichen Gewinnen, die die Zigareltenindustrie erzielt, ist sie in der Lage, dies« Mehrlosten zu tragen, um so mchr. als die Kontingentierung ihr den A b kwi u ihres verschwenderischen Werbeapparates und sonstige Einsparungen ermöglicht. 2. Der Vorschlag der Regierung sah die Kon-ingentierung für fünf Jahre vor. Die Sozialdemokratie hat erreicht, daß die Frist aus IM, Zahre verkürzt< worden ist. Dies« Beschränkung der Kontingentierungssrist aus den denkbar kürzesten Zeitraum gewährt die Sicherheit, daß das Reich den erwarteten Mehrertrag erhält, und daß die Derbraucher vor der willkürlichen Ausnützung der Monopolstellung der jetzigen Er- zeug««schützt sind. Eine länger befristete Kontingentierung hätte ein uneingeichränkt«? Privatmonopol für den in seinen Geschäfts- Methoden nicht immer wählerischen Sroßkonzern geschossen und die Derbraucherichaft vollkommen diesem Privatmonopol ausgeliefert. Dies» Gefahren sind durch die jetzige Kontingentsdauer so gut wie beseitigt. 3. Arbeiter und Angestellte der Zigaretten- und Rauchtabak- Industrie, die durch die Steuererhöhung in ihren Arbeitsmöglich-leiten befchräntt werden. erHaften unbeschadet der Leistungen der Arbeits- losenversicherung für die Dauer von 26 Wochen Uitterstützung aus der Reichskasse in Höhe von 75 Proz. des entgangenen Arbeits- Verdienstes. Wie schon aus der kurzen Befristung der Kontingentierung hervorgeht, bedeutet die jetzig« Aenderung des Tabaksteuergesetzes lediglich ein Provisorium. Die übrigen Regierungsparteien haben anerkannt, daß die künstige Gestalhing der deutschen Tobakbesteuerung von den Ersahrungen abhängig gemacht werden soll, die mit dieser Regelung gemacht werden. vle Sozialdemokratie ist schon jetzt d« Aufsasiung. daß In einem Industrie, iveige. an dem das Reich mit einem Steuer- «trog von annähernd 100 MUlionea Mark jährlich beteiligt ist, und in dem die Konzentration der Unternehmungen'u einem Drivatmonopol geführt hat. sowohl zur dauernden Sicherung dies» Sienerertrages al» auch ,um Schutze d« vcrbroucher und der allgemeinen»olkswirtschafllichea Interessen ein Siaals- Monopol die allein mögliche Lösung darstellt. In dieser Austastung wiffen wir uns einig mit großen Schichten der Verbraucher, mir den w der Zigarettenindustrie beschäftigten Ärbeits- träften und den Kreisen des Tabakwareichandels, die nach der voran- gegangenen Entwicklung von dem Privatmonopol die größten Ge- fahren zu befürchten haben. Die künftige Einführung des Zigarettenmonopols darf aber durch die Kontingentierung nützt erschwert werdin. Aus das Der- langen der Sozialdemokratie hat deshalb die Reichsregierung im Steuerausschuß eine- Erklärung abgeaeben. daß Wertsteigerungen. ie durch die Kontingentierung bei den Produktionsbetrieben eintreten .>llten. unter keinen Umständen bei der Festsetzung ber Entschädigung Berücksichtigung, finden dürien. Diesem Standpunkt haben sich olle Regierungsparteien— unbeschadet ihrer sachlichen Stellung zum staatlichen Zigorettemnonopal— angeschlossen Angesichts des unmittelbaren Zwecks dieser Vorlag«, die Kasten- lag« des Reiches zu erleichtern, haften wir eine weiter» Verkürzung der Slnndi'ngsfristeu auch bei der Bande- rolensteu« ftir notwendig, die auch ohne Beeinträchtigung'der Leistung sfA>ig- keit der Zigarettenindustri« möglich stt. In Anbetracht der schwierigen Kastenlage de» Reiches und im Hinblick auf die erreichten Berbest«ung«n ist die Sozialdemokratie bereft dee Dorloae ihre Ziiftmnn'-nq z» geben. Die T a b a k steuervorlage wird mit den erwähnten Derb ste- rungen unter Ablehnung aller Oppositionsanträge in namentlicher Abstimmung «st AS gegen 14? Stimmen bei S Enthaltungen verabschiedet. Auch die Schlußabstimmung üher das Arbeiislofenge- setz ist namemlich und«gibt die Annahme mft. 248 gegen 156 Stimmen bei 9 Enthaltungen. Die Zoll-Abstimmungen. Nun folgt die zu wiederholende Abstimmung über den am Frei- tag angenommenen Antrag Dr. Horlacher(Brqer. Vp.)-Döbiich (Chr.-Nat. Bauernp) über den Zoll aui F u t t e r g« r st e. Ein Antrag des Abg. Dr. Frick(Nat.-Soz.) auf namentliche Abstimmung wird nicht ausreichend unterstützt und in punktweiser Abstimmung über diesen Antrag und über die dadurch betroffene Bestimmung der Regierungsvorlage in der Ausschußfastung festgesetzt, daß der Futtergerstsnzoll für«kn Jahr S M. beträgt, dann wieder 2 M. Nfach dieser Aenderung. die ein Kompromiß der Regierung.» Parteien darstellt, folgen Erklärungen vor der Schlußabsttm- nnmg: Abg. Dr. Oberfohren(Dnat.) erklärt, daß die Vorlag« noch wie vyr unzur.'ichend sei, wenn sie auch einige Derbesterungen erhalten habe. Seine Partei werd« sich der Stimme enthaften.(Aha!-Rufe und Heiterkeit.) Abg. Dr. hepp(Ehr.-nat. Bauernp.) kündigt Stimmenthaltung seiner Partei an.' Abg. Schlang«- Schöningen(Dnat A G.) erklärt, daß fem« Gruppe fpr die Lorlage stimme, denn wenn sie auch Bedenken Hab«, wall« sie der Landwirtschaft auch eine teilweise Hilfe keinen Augenblick vorenthalten.(Lebhafter Beisall in der Mftte.) Die Schlußabstimmung ist wieder namentlich, dos Zollävde- rungsgesetz wird mit 311. Stimmen der Regierungsparteien, der Ch-ristlichnationalen Bauernpartei, der Hakenkreuzler, vermutlich auch einiger Deutschnationaler gegen 40 Stimmen der Kommunisten bei 64 EntHaftungen der Deutschnationalen verabschiedet. Räch Erledigung d« Entschließungen wird das Mißtrauens- votum der Kommunisten gegen die Reichsregierung in einfach« Zlbfttmmung abgelehnt, nur die Kommunisten stimmen dafür. Präsident Löbe teill mit, daß«in Abstimmungsiokal im Reichs- togsgebäude für den Voltsentscheid aus gesetzlichen Gründen nicht bereitgestellt werden kann. Diejenigen Reichstagsmitgl eder, die sich am LölkSentscheid beteiligen wollen, haben die Möglichte l dazu zwischen 12 und 1 Uhr morgens in dem örtlich zuständigen Abstim- mungslokal Dorotheenstraße 36 bei Pauli(Hestert eft). wenn sie sich vorher im Reichstagsgebäude Stimmscheine besorgen. Ich sch'age deshalb vor. die dritte Lesung des Ti'gungsgesetzes Sonntag. 0.15 Uhr, zu beginnen. Abg. v. Lindeiner- Wildau(Dnat. A.-G.) appelliert im In- tereste des Ansehens des Reichstags, im Intereste des Reichstags- Personals und auch aus Rücksicht aus die nicht in Berlin wohneaden Reichstogsobgeordneten und ihre Angehörigen an die Opposition. ihren Widerspruch gegen die Vornahme der dritten Lesung am gleichen Tage doch nicht bis zuletzt ausrecht zu erholten. Schon durch die Erhebung des Widerspruchs sel die opposillonelle Haftung genügend betonk worden. Man müsse doch wirklich nicht die Goschafteordnuna bis auf ihren letzten Buchstaben ausnutzen, um nach einer neunstündigen Po se das sich ereignen zu sehen, was mit derselben Sicherheit auch ,chan am heutigen Nachmittag vorgenommen werden könne. Präsident Löbe: Die dritte Lesung kann am gleichen Tage m-r stattfinden, wenn kein einziges Mstalied widerspricht. Abg. Torgler(Komm): Es ist bezeichnend, daß Herr v. Lind- einer Wildau' vorschlägt, die Bestimmungen der Grschästsord mnq außer Kraft zu setzen, west es der Mchrheit paßt(Präsident Ho c Es soll hier gar keine Bestimmung der Geschäftsordnung außer Kraft gesetzt werden, es genügt vollständig, wenn Sie meine?. S. Berlin Druck: Lorwärt�Buchdruckeret und Berlaasantialt Paul Einaer u. Co.. Berlin«W tS. Lindn-Iirali» l. Pier»» ö D«ilo«e°..Uaterhalto-a»nd Wisse»- und.z-auenstimm«-. Ilr« 599* 46. Jahrgang i. Beilage des Vorwärts Sonntag, 22. Dezember 1929 letzte? Ausy>eg ift, treppaief, treppab, vor den lürcn der Mitmenschen bittend die Hand auszustrecken, hören jetzt öfter ein.gutes Wort, fangen manchen freundlichen Blick auf zu einem geipendeten scchfer oder Groschen, wo es sonst ein Pfennig war oder zwei und eine schleunigst zugeklappte Tür. Sozusagen Konjunktur. Also heitzt es auch hier tüchtig fein, denn schnell ist die Vormeihnachtszeit, find die Feiertage herum, und es kommen wieder ein ganzes �ahr lang Man schnallt sich ein paar Tag« den Lechriemen enger, um wenigstens soviel zusammen zu bringen dah es für einige Dutzend Briefe Lametta reicht. Run steht man Tag für Tag von morgens bis abends auf der Strafte, die Kalte beißt durch die fadendünnc Kleidung. Man hat sich heiser geredet, bevor das erste Dutzend oerkauft ist; man ist schon zehnmal mutlos geworden und bangt um den kleinen Einsatz, den man leider in Lametta angelegt hat, statt sich dafür einmal halbwegs satt zu essen. Traurig sieht es auch zwischen den großen Weihnachtsbuden aus, wo auf wackelig zu- sammengehauensn Gestellen, auf Kinderwagen, Leiterwagen oder auch nur in abgegriffenen Pappkartons unzählige Puppen, Blech- autos, Klettermaxen. Teddybären, eben die vielen bunten Weih- nachtsnichtigkeiten auf Käufer und schmale Kassen auf Einnahmen warten. Es spricht aus den Bewegungen, mit denen resigniert an. geboten, ausgerufen wird: es ist die einzige Weihnachtshoftnung, der erwartete Verdienst für das bunte Vielerlei, was da aus den Pappdeckeln und Kistenbrettern präsentiert wird, wofür man mül>- selig zusammengekratztes Geld hingegeben hat. Wird es wieder zurückkommen in die Kaste, und wird auch noch ein kleiner Verdienst mit dranhängen, um den es gelohnt haben wird, die ganzen Tage hier ,zu stehen? Denn das Geschäft geht herzlich schlecht, der Zauber des Weihnachtsmarktes verblaftt immer mehr. Gelegenheitskäufe. I Man muß dem Weih Nachtspublikum schon mit Einfällen fonv men, um ihm das Geld ein biftchen locker zu machen, mtd den Zauber der vielen brennenden Ehristbäume und die Weihnachtsstimmung in leine Kalkulation einbeziehen. Schlängelt sich einer suchend durch die menschengesüllten Straßen, hakt sich bei einem an dem Mantel, kragen tost, hält ihm den kleinen 5i"ger mit einem blitzenden Ring unter die Rase und versucht, ihn augenzwinkernd und hartnäckig aus dem Menschenstrom m den nächsten flausslur zu ziehen. Nicht immer gelingt es, aber ünmerh-u noch oft genug. Und dann erzähll er dem interessierten Zuhörer, der bis jetzt noch keine blaffe Ahnung hat, was der andere überhaupt mit dem Augenzwinkern beabsichtigt. rührende Geschichte, von bitterer Not, ständigem chunger, voit dem einzigen Andenken an die Mutter und der lleberwindung, die es nun tostet, sich davon zu trennen, und stichtelt dabei dem Zuhörer immer mit dem beringten kleinen Finger unter der Nase bennn, redet und redet, nennt schämig den Preis von fünf Mark für das teure Andenken, redet und redet, fordert vier Mark, läßt den Mantel- kragen seines Opfers nicht los und ist schließlich mit dem Preis bis auf zwei Mark herunter, zieht den Ring vom Finger und verfucht ihn dem anderen— da!— in die fiand zu drücken. Nur um einmal wieder warm zu essen. Wer kann da schon widerstehen, vor einem solchen Redestrom, und vielleicht ist der Ring wirklich was wert, vielleicht das Vielfache— ein billiges Geschenk, mit dem sich Staat machen läßt— na,— und der Ring ist oerkaust. Das Straßengewühl verschluckt einen strahlenden Käufer und einen zufriedenen Verkäufer. Zehn Mimiken später. Auf der anderen Seite der Straße schlängelt sich einer suchend durch die Menschenmenge, hakt sich bei einem an dem Mantelkragen fest, hält ihm den kleinen Finger mit einem blitzenden Ring unter die Nase und--- Das Geschäft macht sich mit dem Andenken an die Mutter, von denen er noch eine ganze Portion in der Tasche bot und die, auch nur mit zwei Mark verkauft, einen ganz schönen Verdienst abwerfen. Manchmal ist es auch ein« Ftafö« Parfüm, flüsternd und äugen- zwinkernd, halb im Mantel verborgen angeboter., was eine dunkele Quelle vortäuschen und einen besonders günstigen Kauf ahnen lasten soll. Bluff. Aber das goldige Berliner.herz fällt immer wieder darauf rein, na— und Weihnachten nimmt man es nicht ganz fo genau. Mitleid und verbrannter Kuchen. Nein, man ninrrnt es jetzt wirklich nicht jo genau wie sonst, und � d« herzen und Hände öfinen sich leichter, und auch die Menschen., die sonst mit gemischten Gefühlen betrachtet wurden, die, denen es f „Stille Nacht, heilige Nacht." magere Tag«, an denen der Groschensegen dieser Tage nur immer wiederkehrender Gesprächs- und Gedankenstois ist. Aber es gibt nichr nur Grojchen jetzt. Tllandy- Hausfrau ist dankbar dafür, daß sie wli ihrem verbrannten Suchen noch Freude stiften kann. Und es schein«, daß eine ganze Menge Kuchen um dteie Zeit anbrennt oder Kuchen-Hausse in der Herberge. sonst irgendwie dancbcn gerät. In den Herbergen und Schlupf- winkeln, wo die Aermften der Armen untertauchen, ist jetzt Hausse in Kuchen. Mit vollen, weitabslehenden Taschen kommen sie abends an. Kuchen! Pakete aus Zeitungspapicr, Tüten. Kuchen! Riefen- stücken, Scheibchen, manchmal in der Tasche auseinandergekrümelt. und durchaus nicht immer angebrannt. Kuchen genug, sich tagelang daran fattzuesscn. «-Stille Nacht, heilige Nacht." Und da und dort setzen sich zwei, drei zusammen, kramen aus der Erinnerung bsfjercr Kindertage Weihnachtslieder hervor und üben zmeiftimmig. Es ist nicht leicht, zwei, drei wenig geübte Siimmen einigermatzen harmonisch zusammenzubringen, und ort steigt dabei ein verdächtiges Würgen in der Kehle hoch. Aber wvs hilft es, das ist auch noch eine, viclleichi die letzte El>ance, etwas von dem Wcihnachtsjegeii in die Hände zu bekommen, denen die Arbeit verweigert ist. Wenn es endlich klappt— ach Gatt, f» ganz wichtig ist das ja nicht—, dann geht es aber los, von Hof zu Hot,»on morgens bis abends. Und die Fenster, hinter denen sich duftende Weihnachtsbäume, bunte Dinge der Freude und frohe, weihnachtsfrohe.Herzen ahnen lasten, öffnen sich oft, und Groschen, sorgsam in Papier gewickelt, knallen berunter auf die Jetondeckc des Hoses. Stille Nacht. Heilige Nacht! Vielen Menschen eine Hoffnung, die einzige Hoffnung, und vielen der Ausweg, der letzte Austveg, Luftschöpfen für viele, viele kommende Tage im Dunkel von Elend und Sorge. Oer Berliner„Spardikiator". Er hat seine Arbeit sofort begonnen. Nachdem am Freitag der Oberpräsident dem Bürger- meister Scholtz die Uebcrwachung der Geldwirtschaft der Stadt Berlin zur besonderen Pflicht gemacht hat, bat der Bürgermeister bereits am Sonnabend vormittag den zentralen Verwaltungen amtliche Nachricht gegeben und die Einrichtung einer besonderen Kontroll st elle geschaffen, die ihm unmittelbar unterstellt ist und nach seinen Weisimgen arbeitet. „Zahlungen dürfen nur noch geleistet werden, wenn Zahlungsanweisungen van dieser Kontrollstelle unbeanstandet in den Saffenverkehr gegeben werden. Unnachsichtlich wird, lagt eine ans dem Rathaus kommende amtliche Meldung, diese Stelle Anweisungen zurückgeben, die den freigegebenen Rahmen der Ausgabe- Wirtschaft überschreiten. Durch diese Stelle wird die Möglichkeit de« tiefsten Einblick» In die Mahnahmen aller Dermal langen gegeben, so daß bei einer Richtinochaltung der gebotenen Sparsamkeit gegen die verstoßenden vorgegangen werden kann. Man wird ferner durch diese Maßnahmen sehr schnell die Möglichketten des Abbaus od« der Einschränkung gewister Einrichtungen, die zwar schön und zweckmäßig, ober nicht unbedingt notwendig sind, erkennen." In einer Besprechung im Rathauje, an der die V o r f i tz« n d e n der Bezirksämter am Sonnabend nachmittag vollzählig teil- nahmen, wurde zwischen der Zentrale und den Bczir- ken ein einheitliches Vorgehen sowohl hinsichtlich der zentral angeordneten wie auch der in den Bczirkshaushallen vorgesehenen Äusgabcn festgestellt. Die Lorsitzenden der Bezirksämter erklärten ausdrücklich, daß sie sich ftir notwendige Spärinaßnahmen mitverantwortlich fühlen und den Bürgermeister in jeder Hinsicht bei seinen Mahnahmen unterstützen werden. Da darf ntan gespannt darauf sein, welche Maßnahmen der Sparditwtor für notwendig halten v-"d. Urlaub für den Stadikämmerer. Bertreter bis auf weiteres Gtadt'yndiws Longe. Aus dem Rathaus kommt die Meldung, daß der Stadt- kämmerer Dr. Lange infolge der seil vielen Wochen dauernden Ueberanstrengung einen Nervenzusammenbruch erlitten und beim Bürgermeister Scholtz um einen Urlaub gebeten Hot. der ihm zunächst aus vier Wochen gewähr» worden ist. Weil die unbesoldeten Mitglieder des Magistrats noch nicht wieder neu gewählt find und auch sanft Vakanzen im Magistrat varhandcu sind, ist mit der Vertretung des Kämmerers bis«ws weiteres der Stadtsyndikus Lange betrau» worden, der zu- sammen mit vürgermetstcr Scholtz die Geschäfte leiten wird. Zur Eollastnng des Stadtsyndikus Longe wird dieser oertralen« der allgemeinen Verwaltung und in Kunst- und Lildungssachen durch Skadkral Dr. Ireilel, lm Personaldezernat durch Stadtrat Dr. Fötsch«. raktischt'VWellinachtsfMilie r*--..... � Im,; ft'UssSt f' f O Fortiges Obarbett Iftperrtout, gr«u-rai gwinifl, r««r Stnite« •ent türWsch-rot, mit wmctM-lA-.e Sme«. frtM'mtmr, 1Wv?no w*T-'O Oborbett-Inlott 13.76 wrttOrtfisch-roiOder ilt.gald. fraiw, indanthekn, 13B*vfl8 feinfädig.ünontmltL«?-.e.-.-A5)pp»t, C zum Krö,;t«n, ca. 130y?£i0... w.SO Bettlak©nA„ kriftig«? Oaw'w, c«. t.SO Heute von 2 Kissenbezüge,.. mit(mU Wicial t fwr....' mit Hih'siu-nai 2.75 Hand tücherftoM RcinMnOT, firw-mt.. VW" Prtfl vmfl, mit roter Ktnte.. 63� ats Kuwifokto, in schönen Mus'.erti von■•w Schlafdecken schöne weiche Quantat, mrt tar- O I bic-fr Kante, 1I0> 1».....! wiee Welte, grau, mit Strejfen- Q! ante. 1«x1»....... 57.0Ü 6 Uhr geöffnet! Steppdecke kyn-'-widenet Damsst. 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Für später ist«ine Lerlüngerung der Bahn um etwa 1,7 Kilometer bis Über den Teltowkanal mit den Bahnhöfen.Rathaus Tempelhot' und .illlfteinstraßa' vorgesehen. Di« Bestrebungen, Spandau an das Berliner Schnellbahn- netz anzuschließen, führten zum Bau des ersten Abschnittes der Schnellbahn oericngerung der Strecke Stadion nach Ruh- leben. Vom Bahnhof Stadion der ans Anlaß der Verlängerung eingebaut und erweitert werden muß, führt die neu« Strecke zu« nächst durch das Gelände des Betriebsbahnhofs Grunewald, als- dann über das für Bahnzwecke bereitgestellte Gelände zur Char- lottenburger Chaussee, auf deren Südseite der neu: Eirdbahnhos Ruhleben liegt. Der Bahnhof Oskar-Helene'fleim an der Zehlendorfer Strecke. Kaufen oder nicht kaufen. Weihnachtsspuk im Shristbeumhandel. Aus fränkischen und Thüringer Bergen und aus den Wäldern anderer Gegenden sind die Weihnachtsbäume in dic Städte hinab- 'gestiegen. Auf Lagerplätzen liegen sie in Berlin m großen Haufen tzufammen. Kleinhändler bringen sie zu den Ständen. Sonderbare Unruhe befällt die Passanten. Kaufen oder nicht kaufen? das ist hier die Frag«. Die Mehrzahl der Kauf- lustigen verhält sich abwartend. Sie wollen erst den Markt son- feieren, ob dic Zufuhr in diesem Jahr stark ist. Wenn genügend Bäume da sind, werden sie noch in den letzten Tagen billig. Ander« Käufer wollen sich guf eine solche gewagte Spekulation nicht ein- lassen. Sie erinnern sich eines Jahres, da ste stundenlang wandern mußten, um am Weihnachtsabend noch einen Baum aufzutreiben. (Sin guter Beobachter braucht nur die Gesichter der Kleinhändler zu betrachten, um zu wissen, daß das Geschäft nicht floriert. „Schlechte Zeiten, kein Mensch hat Geld!' klagen sie. Di« meisten Händler sind keine gelernten Gejchäfts'eute: sie sind kleines Bürger- rum. das heute keine Schande mehr dann sieht, mit Weihnacht?- ssäumen zu handeln. In der Mahrzahl sind es Arbeitslose, die auf inese letzte Karte setzen, um für das Fest«in paar Mark zu er- übrigen. Sie stehen nun da und bangen. Nicht allein de» schwin- hanfeen Bordienstes wegen, nein, mehr noch wegen de» Bertufte» thver Auslagen. Das Geschäft geht schleppend. Meist lassen sie einen Groschen oder zwei am Baum abhandes». Immer neu« Konkurrenten stellen sich auf der Straß« aus. Es scheint tatsächlich In diesem Jahr Bäume über Bäunrz zu geben. Plötzlich macht am Markt ein Neuer einen Laden auf. Er ist gleich mit einer ganzen Fuhre angerückt und verkaust vom Wogen herab. Hohe, prachtvolle Tannen von zwei bis drei Metq� Hohe, Stück für Stuck ein« Mark. Da» Publikum schlägt sich fast um die Bäume. DI« Hausfrauen schleppen'Hre Last nach Haus«, froh, daß sie billig und gilt gekauft haben. Doch, wie sie von der Hauptstraße m ihre Wahnstraße einbiegen, stoßen ste auf ein anderes Baum- Inger, wo die Bäume mit 50 Piennig ausgebote» werden. Auch Hier ist wieder eine Schlacht im Gange. Die ganz« Straße ist mit Zweigen grün überdeckt. Nur dt« Menschen, die schon gekauft haben, gehen ärgerlich vorüber. Man kann hundert gegen eins wetten, daß der kleine Derkäufer wenige Schritt« weiter nicht einen Baum mehr bis zum Fest abfetzt. Da liegt der Haufen unk» die Menschen sehen gleichgültig Über ihn hinweg. Herr Siaaisanwali, ich warne(Sie! Ein w�der, aber höflicher Mann in Moabit. Eine turbulente Szene spielte sich vor kurzem am Schluß der Sitzung der Großen Strafkammer' des Land. gericht» III in Moabit ab. Ein Schwerverbrecher Emil(Biese war wegen schweren Diebstahls im Rückfall in mehreren Fällen in dar Berufungs- instaiy angeklagt. Das Schöffengericht hatte ihn M l Jahr !> M o n a t e n Zuchthaus verurteilt und war damit versehentlich unter di« gesetzliche Mindeststraie gegangen. Deshalb hatte auch der Staatsanwalt Berufung eingelegt und.zwar mit dem Erfolg, daß die Strafe auf 2 Jahre und 3 Monate Zuchthau? erhöht wurde. Giese ist schon zehnmal vord« straft und gilt als ein gewalttätiger Mensch. Er ist auch Boxer und schon mehrfach aus- gel, rochen. Nach Dcrkundung des tlrteil» wallte ein Justiz wacht- meister Meie und einen Mitangeklagten abführen. Wahrend fear Mitangeklagte willig folgte, blieb Giese stehen. Plötzlich setzte er mit einem Sprung über ds« Schränken per Anklagebank und dem davor stehenden Berte idigertisch und wollt« ur schnellen Laus durch den Saal über di« Schranke Mm Zuhörerraum springen, um sich unter dos den Sga! wegen des Schlüsse» der Sitzung per- lossend« Puftkikum zu milchen und so zu entkommen. Im letzten Augenblick packte der Justizoberwachtmeistv Klatte noch den Bar- brcchcr und es entspann sich zwischen den beiden ein schwerer Ringkampf. Als der Staatsanwalt sich der ringenden Gruppe näherte, riej fecr Angeklagte in feer Meinung daß der Staatsanwalt dem Beamten zu Hisse kämmen wollt«:„Herr Staatsanwalt, ick) warne Sie, bleiben Sie weg!" Er versuchte dann auch nach dem Dtaatsanwolt m t t d c n F ü ß«» zu stoßen. D«r Slotsanwalt eilte hinaus und holte Justizbeanu« herbei, deren vereinten Kräften es nach schwerem Kampf gelang, Giese zu überwältigen und trotz heftigster Gegenwehr in» Untersuchungsgefängnis zu befördern. Landgerichtsdirektor Bode sprach dem Justizoberwacht- meister Älalt« nachher seine Anerkennung für das bewiesene ent- schlössen« und tapfere Verhalten au?. Ein Weltreisender trifft ein... Der Südameritareisend« Dr. Baesler, der das Indianer« gebiet des Gran Ehaco zwischen Bolivien und Argentinien bereist hat, traf in Veckin«n. Umringt von seinen Freunden, Geschäfts- lemen,.Kameraleuten, Photographen und Reportern, muht« der Bielgereiste sofort von feiner fünften Expeditionsresse erzählen, was ihm nicht einmal Zeit ließ, sich um fein zahlreiches G°päck zu kümmern, so daß ein freundlicher Schupomann emiprang. Aber das gehört mit zum Metier, denn der For'cher hat 10 000 Meter Fssm gedreht und über 11 000 Standeu-inahmen gemacht, die ihrer Ber- wertung engegen sehen. Schnell wurden ihm die grünMichslen Fragen vorgelegt. Und man erfuhr so in aller Sil« nebenbei, daß in den Anden noch einig« Dolksstäinme laben, letzt« Splitter der indianischen Rasse, vielleicht gar Nachkommen der alten Jnkas, deren Kulturreste Baesler überall in Peru noch angetroffen bot. Van zwei solcher Dörfer berichtete der Forscher, hier waren die Menschen äußerst ablehnend den Weißen gegenüber. Ihrem Charakter nach aber waren es bescheidene und irieMertige Mensehen, die man mit kleinen Geschenken schnell zu Freunden gewinnt. Das Un- berührte und Jnftinkthafte ihrer Natur bez-ichnefe er als höchstes Kulturgut, das st, der Zivilisation gegenüber besitzen. Disssionare sinfe noch nicht zu ihnen gedrungen. Dagegen sind die Stämme, die in der Eben« wohnen, degeneriert, sie sind geldsüchlig. durch Krankheiten heraüg« kommen. Als eigenartig bezeichnet« es der Reifend«, daß de« unbekannten Stäinw« der Chulupiindianer seinen Ausdruck für„Dank", auch keinen Gruß wie„Guten Tag" o�er „Auf Wiedersehen" besitzen, nur das Wort„Arn— 4»"(jetzt ist es genug!1 wurde ihm begreiflich gemacht. Gegenüber dem Tag mn einer Hitze bis zu 54 Grad siicki feie Nächte von außerordentlicher Schönheit. Die Nächte gehören den Tänzen und Festen, von denen di« Pubertätsfeier am interessantesten ist. In Berlin will Dr. Baesler feine Erlebnisse in Borträgen behandeln. Oeuifchland-Iava. Am 23. Dezember wird der dralftlosc Fernsprechverkehr zwischen Deutschland und R!« d« rl ä n d i s ch-Jnfe i c n der Oeffeni- lichfelt übergaben. Zugelassen sind bis auf weitere? nur gewöhnliche Gespräche- In Deutschland kann von allen Teilnehmer. sernsprech stellen ans gesprochen werden. In Java sta-. zunächst mm folgende Orte angeschlossen! Westiava: Bamweng. Batemio, Buttenzorg, Cheribo»! in Mssteljava! Djokia, oolo, Semarang: in Ostjana: Soerabaja. Mulang. An diesen Orten wrrd ' im allgemeinen noch nicht von d«n Teilnehmersprechstellen. sondern vom Amt aus gesprochen, wohin die gewünschte Person herange- rufen wird. Personen, die an anderen Plätzen in Niedanandssch- Indien wohnen, können ebenfalls zu den össentüchen Spoeckiftcttc« an uorgenannten Deren herangerufen Warpe l!', tiefe Eesprachsver- binfeungen fönnan allerdings erst später m demjenigen Zsupunkt atrsgeführt werpan, per von Java nach hier mssgetailt wfrp. �-ra Gebühr beträgt 135 W. filr ei»©efpräch von fear Minuten (TftlnMibouech. yafea weiter« Minute oder«in Bruchteil.tfoorr, kostet 45 M. Dia Dauer fear einzelnen Gespräche ist auf höchsten/ zwölf Minuten beschränkt. In besondareu Fällen kann feiesv Höchst- feau-r auf sechs Minuten herafegesstzt werfeen.-— 5er Erbschaftsschwindler festgeuommen. Mü dar Millsonenerbkchaft einer amerikanischen Tante lockt«. wie wir kürzlich bcrichteisu. feer 28 Jahre alte Kaufmann «erthokfe Krumfehplz giitsfäichigen Leuten ansehnliche Summen aus dar Tasche. Sei« Refeeschmall und fetita„Papiere waren so überzeuaenfe, fcnß er in einen, Falle 11 000 Mark erbaUett Gestern tauchte der Schrainller bei«»nem Wolssfahrtsverein«ruf urch uepfncht«, als„stellungsloser Kaufmann" ein« Unterstützung Die Züge zerrissen von Sugelrvunfeen, diesa»wult trat diesem Antrag entgegen, und her Senat füllt« die oben wieder' gegebene Entscheidung,_______ * V!e Lage der deutschen Landwirtschost. Vor dem B-rkiner Anawlt-Aerein sprach der Präsident de» Deutschen j�ndwirtschastsrates Brandes üb-, die Lag« der deutschen Landwirtschaft. Er bezeichnete die Landwirlschast als den Motor der deutschen Wireschoft. Motor sei bei uns in Unordnung geraten, von 3000 vom Enqueteausschuß über die Lage der Landw-rtschost unter. suchten Betrieben arbeiten wr 80 Praz. mit Reingewinn, dl« übrigen o!)n« Gewinn oder sogar mit Defizit. D« Lösung de» Prob ems ist lür Herrn Brandes sehr unkompliziert: er sorder: ein- fach«in« Steigerung der Preis« aller landwirtschaftliche» Poduite. Der Bortragend« macht« sich die van Srcis-n der Landwirtschaft ünmer wieder gestellte Forderung nach Zollevhöhung zu-igen. Ein« Vod«rmsterunq und Raitonalisierung der laichwirtschoftfichen Produk-stm zog er nicht in den Kreis seiner Betrachtungen. Bei etnem Zu'ammenstoh getötet. Gesten, nachmittag ereignet« stch im Osten Berlin» ander Eck» Elbinger und Wernevchener Straß««n schwere» BerkehrsunglÜck. Sin größeres Lieserautr fuhr mit einem Doppelspinner ln voller Fahrt zusammen. Be'k« Fahrzeug, wurden dabei schwer beschädigt. Der Sljälzrig» Kutjchr; Richard B a s»« aus der L-uüZsberger Alle« 1?« wurde von seinem Bock auf d-S Strußen pflaster gejchleudert. wo er b-sinvungsle« liegen blieb. Er hotte so schwere S o p f v« r l« tzu v g» n erMen. daß er wenige Minuten später starb. Di« Schukdfrage ist zurzeit noch Gegenstand polizeilicher Ermittelungen. Auftakt der Weihnachtsfeiern Weihnachten das Zstfi der Motterfchast. Im Deutschen Srantenkossenhau»(Charlotten. bürg. Bertiner Strohe 137) hatte die Frauenklinik der Krankenkasien schon am Sonnabend ihr« Weihnachtsfeier. Den mit Weihnachtsbäumen geschmückten Vortragssaal füllt« eine festlich ge- stimmt« Versammlung, neben den Acrzten und Schwestern, die auf eigenen Wunsch an der Feier sich beteiligenden Patientinnen, von denen einig« in Letten.zum Saal gefahren wurden. Prosesior Dr. Wilhelm Liepmann, der als Direktor di« Frauenklinik leidet, nannte in seiner Festrede das Weihnachtsfest das Fest der Mutterschaft. Dieses Hau», die Frauenklinik ist um der Mütter willen geschaffen worden. Bom Geist sozialer Liebe sind all« beseelt, die hier an dem Werk sozialer Hilf« mitarbeiten. Liepmann gedacht« in Worten des Dankes derjenigen, die zum Ge- lingen de» Festes beigetragen hatten. Die Gabentische waren dem Personal und den Patientinnen aus Mitteln privater Spender bereitet worden Gesang, Rezitation und Violinvortrögc(eine virtuose Leerung von Frt. Zit.zer) verschönten die Feier. Weihnachten bei den Blinden'. In der städtischen Blindenanstalt, Raunynstraß«, brennt der Weihnachtsbaum Ilm Ihn herum sitzen Linder und Er« wachsen«, den wesenlosen Blick nach oben gerichtet, und lauschen den schönen Worten, die Direktor N i e b e l Über das Weihnachlssest und sein« historisch« Bedeutung bei allen Bölkern der Erb« spricht. Dann steht einer von ihnen aus und sprichf ein Gedicht. Mit gut- geschulten, schönen Stimmen singen die Frauen und Mädchen Weih- nachtslieder mit Orgelbegleitung, und ein Ärippenspiel, Marias Gang nach Bethlehem, beschließt den Reigen der Darbietungen. Schön und ergreifend wirkte die Feier. Rur eines hätte man im gesprochenen Wott vermeiden müssen: Wie darf eine blind« Maria de» leuchtend schönen Stern bewundern? Weihnachtsfeier Prenzlauer Berg. Im Saalbau Friedrichshain sitzen 1200 fröhlich plaudernde Menschen an festlich gedeckten Tischen und lassen.sich � einen guten Happen pappen wohlschmecken. Zwei»«! im Jahr, das eine Mal auf der sommerlichen Dampferpartie, das ander« Mal zur Weih- nachtszeit, ladet das Bezirksamt Prenzlauer Berg sein« Unter. stützungsempsänger als Gäste zu sich. Nicht allen kann es solch sorglos-sröhlichen Tag bescheren, denn die Not ist groß und der Bezirk Prenzlauer Berg zählt ollein 12 000 lausende Unterstützte. worin die gelegentlichen Wohlfahrtsempsänger nicht enthalten sind. Und wer dieses Jahr für ein paar Stunden sein tiefes und schweres Leid vergessen darf, der muh im nächsten zugunsten anderer Schicksalsgefährten verzichten. Bei Musik und künstlerischen Dar- bieti-ngen erhellen sich die zerquälten Gesichter, das schmackhaj!« reichliche Essen tut dem arg vernachlässigten Magen unendlich wohl. das Festtagskleid, das Jahrzehnte einsam im Schrank« hängt, ward heute herausgeholt. Freudig« Stimmung liegt über den Menschen. und sin paar Stunden lang leben sie in einer glücklicheren Ver- gange nhe it. Sic sind so dankbar, daß man sie einmal weniastens ihrer trostlosen Einsamkeit entreißt. Die einzigen Abschnitte in ihrem langen Leben.... In schlichten, schönen Worten sprach Ge» nosse Stadtrat R o s e m a n n vom Fest der Freude, dann sang der Zlrbeitersängcrverein.Lyrania* die Weisen der Weihnachtszeit. Mir die Kinder im Bezirk Milte. 13 Wohlsalirtskommissionen des Bezirks Berlin-Mitte veranstalteten in den Germaniasälen in der Chausseestraße ein« Weihnachtsfeier für die von den Kommisstonen betreuten Kinder. Das Wohlfahrtsamt Halle Betröge von 10 bis 50 M für jedes Kind zur Verfügung gestellt, wovon Kleidungsstück«, Spielwaren und ein bunter Teller beschafft wurden. Außerdem hatten di« ein. zelnen Kommissionen durch besondere Veranstaltungen erhebliche Geldmittel ausgebracht, die es ermöglichten, jedem Kinde das zu verschaffen, was gebraucht wurde und was dem Kinde selbst Freude bereitet«. Di« Bescherung war in eine lustig« Feier«Inge- kleidet, in der Freund Kasperle, der Weihnachtsmann und ein Zauberkünstler allerlei lustige Darbietungen brachten und die Kinder in fröhlicher Rund« beisammen hielten. Die Ein- richtung dieser Weihnachtsfeier für Kinder der Wohlsghrts. unterstützten im Bezirk Mitte besteht schon mehrere Jahre und gewinnt immer größere Ausdehnung. Sie zeigt, daß die in den Wohlfahrtskommissionen tätigen Menschen mit Liebe und mit- fühlendem Herzen arbeiten. �lvas fö VÜN t,i NQ N »zaLa,.....»•syr ji_ -LMWMMs Alle Jahre wieder unterliegt Berlin dem Zauber der Weihnacht. Frohe Festtage bringt sie dent Rauchern, die unier dem strahlenden Baum ihre Lieblmgs-Cigarette finden: iMosetti«Ifino Berlins meistgerauchte 4$ Cigarette Verkäufe Sraia�tjtflrttB fnorot billtn. Slenici. ■CtefibJiitt nftraftc 8. Wcblcbler.Tkppichr. «leine Webfehler 2x3 18� Mark. «leine Webfehler 2x3 21,— Marl. «leine Webfehler 2HXSI* 3L— Marl. «leine Webfehler 2M.x3Va iL- Marl. Vrlma Qualitell Zxi Mark. Prima Qualität 2x3 Z8>— Mari. Prima Quali'ät 2�xZiH bs�- Marl. «Srner. Berlin. PatsdamerKraKe 28». Hausnummer beachten.___* Beitenveelanf? Neue 12,50! 15,-1 192S0I Prachtnolle 25,—! 2750! Bauern. betten 29.— I SZ.— I Inlette! fvottbillia und autl«eine Lombardware. Leih. bau- Brunnenftraste 47 Sonntag von 2-6 Uhr geöffnet! Linoleum. Saillat. 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April 1930. Mitte jedes Monats 50 Millionen Mark zurückgezahlt werden, so dah der gesamte Kredit mit dem 15. Oktober nächsten Jahres seine Erledigung findet. Die Rückzahlung erfolgt aus dem Tilgungsfonds, dessen Bildung in dem dem Reichstag vorliegenden Gesehesvorschlag vorgesehen ist. Das Zustandekommen dieses Gesehcs, das Regierung und Volksvertretung zu einem genau fixierten Abbau der schwebenden Schuld nötigt, ist also eine Voranssehung für das Zustandekommen der Anleihe. Der Zinsfuh der Emission beträgt'A Proz. über Bankdiskont, daneben ist eine Bereitstellungsprooision von proz. zu entrichten. Der Weiterverkauf der Stücke(zu IV? Proz. p. a.) ist aus das Inland beschränkt. -i- Diese Mitteilung der Rcichsbank informiert die Oeffentlichkeit über das endgültige Zustandekommen jenes Jnlandskrediis, der die Kas'enscjjwierigkeiteii des Reiches zum Jahresende beheben soll und der an die Stelle des vom Reiche vorbereiteten Amerika-Kredits tritt. Die Mitteilung der Reichsbank ist in einigen wichtigen Punkten zu ergänzen bzw. zu verdeutlichen. Das gilt zunächst für den Zinssatz. Der Reichsbankdiskont beträgt 7 Proz. Das Reich zahl: also zunächst VA Proz. Dazu tritt die sogenannte Bereitstellungs- rrovision der an der Kreditgewährung beteiligten Banken mit "4 Proz. Diese% Proz. sind von der g a n f e n Summe zu zahlen, unbekümmert um die Laufzeit des Kredits und die Schuldabtragung durch Ratenzahlungen aus dem Tilgungsfonds. Damit erhöht sich die Verzinsung über die Rominaloerzinsung von SA Proz.(einschließlich der Bereitstellungsprovision) hinaus. Rechnet man 7 Monate für den Lauf des vollen Kredits, so bedeutet die Bereitstellungs- Provision nicht ein« Belastung um 94. Proz., sondern um 1,29 Proz., so daß rund 8,8 Proz. für den Reichskredit zu zahlen sind. Diese Zinsbelastung ist empfindlich höher, als sie bei Inanspruchnahme des Amerika-Kredits für das Reich ge- morden wäre. Nach unwidersprochenen Nachrichten' hat Dillon, Read u. Co. 794 Proz. verlangt. Dazu trat das Risiko aus der Kurs- fichcrung, das mit% bis 1 Proz. anzunehmen war. Der Amerika- Kredit hätte demnach insgesamt 8 bis 8,2S Proz. gekostet, gegen- über 8,89 Proz., die den deutschen Banken gezahlt werden müssen. Der von der Reichsbank besorgte Kredit bringt dem Reich also zusätz- liche Zinslasten, die hätten erspart werden können. Die Reichsbank hätte den Ehrgeiz haben müssen, den Jnlandkredit winde- stens ebenso billig zu besorgen, wie es der Amsrika-Kredit ge- wesen wäre. Das konMe sie nicht, weil sie den Forderungen der Privatbanken gegenüber sich nicht durchsetzen konnte. Zu einem niedrigeren Gewinnsatz hätte ein großer Teil der Privatbanken der Reichsbank die Gefolgschaft versagt. Wie wird das G e l d b e s ch a f s t? In der Hauptsache durch die Reichsbank. Die Reichsbank ist bereit, die Schatzanweisungen des Reiches zur Hälfte mit 75 Proz. des Wertes zu beleihen. Der Lombardsatz beträgt 8 Proz. Die Privatbanken können also 132 Millionen zu 8 Proz. bei der Reichsbank auf diesem Wege borgen. Zweitens will die Reichsbank— ohne Anrechnung auf das Wechselkontingent— Handelswechsel der Banken„rsdiskon- tieren". Der Diskontsatz der Reichsbank betrügt 7 Proz. Theoretisch können also weitere 175 Millionen bei der Reichsbank auf diesem Wege zu 7 Proz. slüssig gemacht werden. Die Reichsbank steht danach mit 3l>7 von den 330 Millionen für die Banken gerade. Die Gewinnspanne für die Banken ist beträchtlich. Sie erhöht sich für diejenigen Banken, das sind die größten natürlich, die Auslands- geld hereinnehmen können, das billiger als Reichsbankgeld ist. Für diese größten Banken entsteht also noch ein Differentialgewinn. Wer trägt die Kosten fiir den höheren Zins mid die zusätz- lichen deutschen Bankgewin�e? In erster Linie natürlich das Reich, d. h. der Steuerzahler. Soweit dieser Steuerzahler ein In- d u st r i e l l e r ist, zahlt er doppelt. Der inländische Geldmarkt wird natürlich verknappt, das allgemein« Zinsnivcau steigt, während der Amerita-Kredst es gesenkt hätte. Soweit die Steuerzahler Ar- beiter sind, zahlen sie auch doppelt; nämlich mit der Erhöhung der Arbeitslosigkeit, die notwendig mit der künstlichen Verkürzung der Kapüaldeck«, der Zinsteuerung und der eintretenden Verringerung der Beschäftigung einhergeht. So ist die Bilanz der von der Reichsbank herbeigeführten Lösung u n g ü n st i g: ungünstig nach allen Sellen. Möglich, daß die Reichsbank das Gegenteil wenigstens für die Kredllteuerung demnächst zu beweisen versucht, indem sie den Diskont er- mäßigt. Einmal aber wäre diese Diskontermäßigung schon längst fällig gewesen, sodann wird selbstverständlich mit künstlich ge- förderterEinschränkung derWirtschaft auch die Geld- läge leichter, zum dritten kann die Reichsbank äußerstenfalls auch eine Diskontsenkung aus Prestigegründen vornehmen. Unerhört wäre das keineswegs. Ein Lahr schlechte Börse. Die Kurse sind um mehr als 20 proz. gesunken. Nach dem Dezemberbericht der Deutschen Bank- und Diskonto- gejellschaft ist vom 19. November bis 16. Dezember der Durch- schnittskurs aller an der Berliner Börse notierten Aktien von 139,5 auf 127,5 Proz. des nominellen Werts weiter zurückgegangen. Seit dem 19. Januar, also im Laus« von knapp einem Jahre, ist der Durchschnittskurs von 161,7 auf 127,5 Proz. des nominellen Wertes, also um 34 Punkte oder um rund ein Fünftel, gesunken. Dabei ist bemerkenswert, daß auch die Bankaktien, die immer die stärkste Widerstandskraft zeigen, in der Kursbewertung beträchtlich zurückgegangen sind; der Durchschnittskurs der Bankaktien hat sich von Januar bis Dezember von 185,6 auf 157,7, Proz., das find 28 Punkte oder um fast 15 Proz., verschlechtert. Ein Versuchsballon. Llm die Elekirowirtschast der Saar. Soft Jahren wird darum gekämpft, dem Saargebiet für die Rückgliederung an das Reich den erforderlichen eigenen Lebensspie», rauni zu sichern, wozu auch eine einheitliche und lebensfähige Elektr»- Wirtschaft des Saargebiets gehört. Wir haben mehrfach die Rück-, stchtslosigkeit behandeln müssen, mit der das Rheinisch-West* fälische Elektrizitätswerk in dieser nattonalen Frage gegenüber dem Saargebiet operierte. Lange Zeit schien ein Frieden in Sicht durch ein« Erklärung des RWE., auf eine Festsetzung im Saargebiet zu verzichten und insbesondere auch das hart umkämpfte Gebiet der Weiherzsntrale dem Saargelnet zu überlassen. Troß allem ist bis heute der Frieden noch nicht erreicht. Jetzt wird eine Mitteilung oerbreitet, nach der sämtliche jaar-, ländischen Stromerzeugungs- und Berteilungsanlagen m einer Dachgesellschaft zusammengefaßt werden sollen, daß ferner ein zentrales Kraftwerk errichtet und dieser Dachgesellschaft einge-, gliedert werden soll und daß endlich das RWE. sich an dieser Dach, gesellschast durch Einbringung der Stromlieferungsverträge für die Weiherzentrale beteiligen wolle. Es wird hinzugefügt, daß man in» Rahmen dieser Gesamtregelung die.noch strittigen Einzelfragcn zu erledigen hoffe. Wie wir dazu von informierten Stellen erfahren, besteht keineswegs die Absicht, auf diese in der Tat vorgeschlagene einseitige Regelung einzugehen. Die Ablehnung der interessierten Körperschaften des Saargebietes ist sicher. Es dürste sich also bei der Lancierung dieser Mitteilung in die Oeffentlichkeit ausschließlich um«inen Versuchsballon Handel», der für die Absichten des RWE. die Stimmung vorbereiten soll. Und das ist Ihre letzte Chance vorm Fest, sich hei uns in Ruhe das auszusuchen, was Sie für sich oder als Geschenk an Kleidung noch kaufen wollen. Und sich davon zu überzeugen, wie grenzenlos billig Sie jetzt allerschönste Kleidung bei uns bekommen. Ein schönes Kleid?— Einen molligen Mantel?— Einen schicken Hut?— Für sehr wenig Geld?— Aber sicher—- Am Sonntag, dem 22. Dezember, sind unsere deschäftsrSume von 14 bis 18 Uhr geöffnet! Volksernährung und Landwirtschast Nie neuen Agrargesetze und die Arbeiierschast. Die nom ReichstciK jetzt angenommene Agrarvorlage-st ohne Zweifel ein großer taltifcher Erfolg. Die Politik der «Zrünen Front und der Bürgerblotfmehrheiten, die in den legtei» Jahren ständig Landwirtschaftspolitik gegen die Sozialdemo- kratie und die von der Sozialdemokratie vertretenen breiten Massen gemacht haben, ist zersprengt. An chre Stelle ist eine Agrar- Politik der Regierungskoalition getreten. Das bedeutet eine grund- sätzliche Wandlung. Reiner Verbraucherstandpunkt? Ist nun dieser taktische Erfolg etwa mit schweren fach- lichen Zugeständnissen ertauft worden? Diese Frage ist naheliegend. Aber sie geht von einer falschen Voraussetzung aus. nämlich von der, daß der Sozialdemokratie als reine Verbraucher- Partei die Lage der Landwirtschaft und der LandbeDölterung völlig gleichgültig und daß ihr daher jeder Sturz der landwirtschaftlichen Preise, mag er sich für die Loge der Landbevölkerung noch so kata- strophal auswirken, willkommen sei. Eine solche reine Verbraucher- Partei kann es überhaupt nichr geben, weil auch die Industrie- arbeiterschaft, wenn ihr an der Erhaltung des inneren Marktes und ihrer Arbeitsgelegenheit etwas liegt, für die Lebensfähigkeit der Landwirtschaft eintreten muß. Gerade die Sozialdemokratie kann nicht daran denken, einen so einseitigen und kurzsichtigen Ver- braucherstandpunkt zu vertreten. Die Agrarpolitik der Sozialdemokratie zielt, schon in Rücksicht auf die Jndustrieorbeiterschast und auf die Verfassung der indu- striellen Arbeitsmärkte, auf einen verniinstigen und gerechten Ausgleich zwischen Erzeuger- und Verbraucherinteressen hin. Vor ollem hat die sozialdemokratische Agrarpolitik erkannt, daß die Interessen von Erzeugern und Derbrauchern nicht gegensätzlich sind und daß Industriearbeiter und Bauern ein große» gemeinsame» Interesse haben, nämlich den Kamps gegen die unerträglichen Preis- fchwanknngen der landwirtschaftlichen Erzeugnisse, den Kamps gegen die übermäßigen Gewinne der Spekulanten und de» Zwischenhandel». Auf dieser Erkenntnis baut sich die neue Agmrzollvorlage auf. Beim Getreide wird mit dem System des starren Zolls, der bald die Verbraucher unerträglich belastet, bald den Erzeuger nicht ge- nügend schützt, gebrochen: der Reichsregierung wird danach die Be- fugnis erteilt, den Zoll jeweils so festzusetzen, daß ein vernünftiger Getreidepreis dabei herauskommt. Six erhält das Recht, den Zoll bi» auf die Hülste des gegemoärtigen Satzes zu senken oder ihn um da, Eincinhalbfache zu erhöhen, sobald die Preislage das erfordert. Es wird ihr die Pflicht auferlegt, die Zollsätze so zu gestalten, daß für Roggen ein Durchschnittspreis von 11,50 M. pro Zentner und für Weizen ein Durchschnittspreis von 13 M. nach Möglichkeit innegehalten wird. Dieser Roggenpreis wird sicherlich angesichts der bestehenden Ueberproduktion nur in knappen Ernte- jähren erreicht werden können, da das Regierungsprogramm sich mit Recht von der bisherigen Politik abwendet, die die Ueberschüsse reicher Roggenernten mit Hilfe hoher Ausfuhrprämien(Einfuhr- scheine) billig an das Ausland verschleuderte. Der Weizenrichtprcis liegt etwa 35 Proz. über den durchschnittlichen Vorkriegspreisen. Dieses System des Getreidezolls bietet dem Verbraucher die Gewähr. daß die Getreidepreise gegenüber der Vorkriegszeit nicht in un- angemessener Weise steigen können, und daß insbesondere die Brotpreise nicht über den Durchschnitt der letzten Jahre steigen werden. Auf der anderen Seite stellt das System für die Landwirtschaft«ine tatkräftig« Hilfe gegenüber einer Eni- wicklung dar, die dahin führte, daß die Weizenpreife teilweise nur 10 Proz. über den Vorkriegspreisen standen und die Roggenpreise sogar vorübergehend bis auf den Stand der Vorkriegspreise sanken. Aehnliche Wege beschreitet das Regierungsprogramm bei den Schweinezöllen. Das Elend in der Schweineproduktion liegt ja, ähnlich wie bei dem Getreide, in den übermäßigen Preisschwan- kungen. Dos bedingte, daß die Schweinepreise in wenigen Jahren von 95 M. für den Zentner aus 50 M. zurückgingen, um dann wieder auf das Doppelte anzusteigen. Auch hier leiden Erzeuger und Ver- braucher in gleicher Weise, weil die Preise immer dann hoch sind, wenn die Landwirtschaft wenig zu verkaufen hat und well die Fleischpreise im Metzgerladen dem Sturz der Schweinepreise immer, gelinde gesagt, nur unvollkommen folgen. Nach dem neuen Programm der Reichsregierung wird man sich bemühen, dies« Preisschwankungen zu verhindern. Es wäre«in großer Erfolg, wenn die Schweinepreise nicht mehr zwischen 50 und 95 M., sondern vielleicht in einem Raum zwischen 05 bis 85 M. schwanken würden. Um dieses Programm zu unterstützen, soll für die mittlere Preislage von 70 bis 85 M. der heutige Zollsatz gellen. Dieser Zoll wird auf die Hülste ermäßigt, wenn die Schweinepreise über 85 M. steigen und er soll auf das 1)� fache erhöht werden, falls die Schweinepreise unter 70 M. sinken. Die Sozialdemokratie löst mit ihrer aktiven Mitarbeit an der Regierungsvorlage einen Teil der Versprechungen ein, die sie vor 2� Jahren auf ihrem Parteitag in Kiel mit dem Sozialdemokrakischen Agrarprogramm gegeben hat, nämlich das Versprechen, eine Preispolitik zu betreiben, bei der die Lebensinteressen der proletarischen Massen in den Städten mit den Lebensinteresien der schaffenden Landbevölkerung, insbesondere denen der Kleinbauern und Landarbeiter, vereinigt werden. Ohne Zweifel werden der Reichsregierung mit dem ganzen System groß? Vollmachten gegeben, die manchem bedenklich erscheinen können. Tragfähig sind sie jedenfalls nur für eine Partei. die, wie die Sozialdemokratie, den Willen zur politischen Macht hat und die weih, daß sie stets, sei es nun in der Regierung oder in der Opposition, maßgebenden Einfluß auf die Gestaltung der politischen Verhältnisse haben wird. Extrawürste für die Agrarier. JDentfcher Landwirtschastsrat zur Finanz. und Steuerreform. Der Ständige Ausschuß des deutschen Landwirffchaftsrates hat durch eine Enffchließnng an die Reichsregierung appelliert, um noch besonder« Wünsche der Landwivffchaft zur Finanz- und Steuer- resorm durchsetzen zu können. Der Verwaltungskastendeitrag, die berüchtigte Kopfsteuer für die Gemeinden also, foll nach der Auffassung des Landwirtschaftsrates nicht von allen Gemeindebürgern gezahlt werden, sondern nur von denjenigen, die keine Realsteuern.zahlen müssen. Die Senkung der Realstenern um zunächst 10 Proz. genügt dem Landwirtschaftsrat nicht, sondern er verlangt die Herabsetzung der Realsteuern auf mindestens die Hälfte. Bei der Einkommensteuerfenkung legt der Landwirtschaftsrot besonderen Wert aus eine steuerliche Bevor- zngung der kinderreichen bäuerlichen Fanniien Die Hauszinssteuer soll für die gesamte Landwirtschaft sofort aufgehoben werden. In der Frage der Verbrauchssteuern hat der Landwirffchaftsrat gegen- über den Tabak- und Hopsenproduzenten nicht einmal den Mut, den der Reichsverband der Deutschen Industrie gegenüber der Tabak- und der Bierindustric ausgebracht hat. Er ist gegen alle Der- brauchssteuern unä> tritt für eine mäßige Erhöhung der Umsatz- steuern„als das kleinere Usbel" ein. Man rst dann weiterhin st» naiv, zu sagen, daß die vorge- schlagenen Maßnahmen auch unabhängig von der Annahme des Houng-Plans durchgeführt werden müssen und es müsse eine weitere Steuererleichterung für die Landwirtschaft eintreten, wenn der Poung-Plan eine Entlastung der deutschen Wirtschaft bringe. Be- scheiden ist man nicht im deutschen Landwirtschaftsrat und sehr auf- merksam verfolgt man die politischen Ereignisse auch nicht, sonst hätte man schon gemerkt, daß die neue» sinanzpolitischen Vorgänge die Möglichkelten zu Steuersenkungen in den nächsten Jahren weit- gehend auch dann verbaut haben, wenn die Poung-Plan-Enttastung im Haag Tatsache wird. Die Kampfgründung der AEG. Oer neue Schwachstrom-Konzera. Bon der Verwaltung der AEG. wird jetzt mitgeteilt, daß die Gründung des seit Monaten in der Oeffentlichkeit viel diskutierten Schwach st romkonzerns durchgeführt ist. Damit ist das erste Kapitel der erbitterten Fehde zwischen den beiden Elektro- riefen Siemens und AEG. abgeschlossen. Wenn auch die deutsche Oessentlichkeit in den letzten Wochen durch proletarlsme Felersfunde Donnerstag, 26, Dezember(2. Weihnachtsfeiertag) vormittags 11 Uhr, im Großen Schauspielhause Kreuzzu� der Plasdtine Werk de- Masse für gemischten Chor> Einzelsprecher> Sprechchor und Kinderchor mit Orchester> Worte von Uobo Frank> Musik von ArturWolff/' Ansprache AlexanderStelnxMitw irkende: Berliner Volkschor und sein Kindeichor/ Berliner Sinlonie-Orchester, Qesamtiei ung: Dr. Ernst Zander> Einzelsprecher: Heinrich Witte, Gustav Knuth, beide vom Staatstheater EintrUtiprefs 1,50 Mai k einacb' fehlich Garderobenablage Karten bei den punk'ionären der Kreise und Abteilungen— Buchhandlung Vorwärts, UndenstraBe 2— Zigarrengeschäft Horsch, Enge ufer 24.2$— Verband der graphischen HiUsarbeiter, Ritterstraße I— Zentralverband der Angestellten. Hedemannstraße>2 und Oranienstraße 40/41— In den Vorwärtsspedirionen— Im Bureau des Bezirksausschusses für sozialistische Bildungsarbeit Berlin, Undenstr. 3, 2 Hof 2 Treppen, Zimmer 9 die dicht auseinanderfolgenden pollltschen und wirtschaftlichen Kon- slikte in Atem geHallen wurde, so wirkte doch der im Oktober vor aller Oessentlichkeit ausgetragene Konflikt zwischen Herrn von Siemens und der AEG.-Verwallung zu sensatio- nell, um in wenigen Monaten in Vergessenhell zu geraten. Den Anlaß zu diesem Zusammenstoß gab der scharfe Vorstoß des Herrn von Siemens gegen die angebliche Ueberfiemdungs- Politik der AEG.(Beteiligung des amerikanllchen General- Electric-Konzerns), die den übrigen deutschen Großunternehmen das Erhalten ihrer Selbständigkeit ungemein erschwere. Die AEG. fuhr gegen diesen Uebersall schwerstes Geschütz auf. Sie erklärt« kurz und grob, daß die Hintergründe zu dem Vorstoß von Herrn v Siemens in der mißlungenen M o n o p o l p o l i t i k des Siemens-Konzerns auf dem Schwachstromgebiet liegen.. Das Schwachstromgebiet gehört zu den p r o f i t r e i ch st c n Betriebszweigen der Elektroindustrie. Es baut sich in erster Linie aus den großen Serienbeftellungen der Reichspost und Reichs- bahn auf und hat bei dem schnellcn Tempo der Elektrifizierung eine groß« Zukunft. Der Siemcns-Konzern, der an diesem guten Geschäft zu etwa 60 bis 70 Proz. beteiligt war, verfolgte auf diesem Gebiet eine Monopolpolitik, die den AEG.-Konzern nach den eigenen Worten der Verwaltung„zum Handlanger des Monopols" gemacht hätte. Der Gegenzug der AEG. bestand in der Bildung eines eigenen Schrvachstrombwcks. in dem außer diesem Konzern von deutschen Unternehmen die Felten und Guilleaume Karlswerk A.-G. Köln-Mülheim. die Ferdinand Schuchardt A.-G. sowie Mix u n d G e n« st A.-G Berlin, ferner die Berliner Fernsprech und Tele- graphen. die Telephon Berliner und Süddeutsch« Telephonapparate A.-G. in Nürnberg vereinigt sind. Der entscheidende Einfluß in diesem gegen«iemens gerichteten Schwachstromblock bleibt der amerikanischen International Standard Electric Corporation vorbehalten. Das jetzt als sogenannte Dachgesellschaft gegründete neue Unter- nehmen führt den Namen StandardElettrizitätzgesell- schaft A.-G(SEG.) und erhält ein vorläufiges Kapital von 25 Millionen Mark. In diesem Kapital kommt natürlich die tat- sächlich« Kapitalkrast des Unternehmens, die sich vielmehr in der Macht seiner Gründer verkörpert, auch nicht annähernd zum Ausdruck. ff, Million Arbeitsuchende. Flut der Arbeitslosigkeit sieigt bedenklich in Brandenburg. Di« Lage aus dem Berliner und Brandenburger A r b e i t s m a r k t Hai sich auch in der letzten Berichtswoche vom 9. zum 14. Dezember wellerhin bedenklich verschätst. Im Bezirk des Landesarbellsamts Brandenburg(Berlin. Brandenburg, Grenzmark) war ein weiterer Zugang von rund 19 600 Arbeit- suchenden und 21 850 Unterstützungsempfängern fest- zustellen. Da die Zahl der Arbeiffuchenden von dem tatsächlichen Umfang der Arbeitslostgkell ein genaueres Bild gibt als die Zahl der Ver- sicherungsempfänger in der Haupt- und Krisenunterstützung, geben wir nachstehend den wöchentlichen Zugang an Arbeitstichen- den in den letzten sechs Berichtswochen. Er betrug am 30 November 17513 Personen 7. Dezember 21 056 14... 19 596 9. November 18288 Personen 16.. 15 831 23... 18149 Wie katastrophal sich im Bereich« des Landesarbeitsamts Vran- denburg die Arbeitslostgkell entwickelt hat, zeigt die enorme Zahl der Arbeitsuchenden, die nach dem letzt«; Ausweis von Mitte Dezember bereits mehr als 356 000 Personen umsaßt. Um die Bedeutung dieser Zahl von Arbellsuchenden zu erfassen, muß man sich vergegenwärtigen, daß beim Höhepunkt der Arbells- lofigkeit während der Kältekatastrophe im vergangenen Winter die Zahl der Arbeitsuchenden im Bezirk des Landesarbeits- omts Brandenburg 398 000 Personen umfaßte. Da wir den eigent- lichen Winter mit all fernen ungünstigen Einflüsien auf dem Ar- beitsmarkt auf mindestens acht, vielleicht sogar zehn Wochen, noch vor uns haben, muß damll gerechnet werden, daß die Arbeits. losigkeit in Berlin und Brandenburg, an der Zahl der Arbell- suchenden gemessen, noch die Katastrophenzahlen des vergangenen Winters übertrifft. Es tst daher höchste Zeit, daß die ini Gange befindlichen Verhandlungen über vermehrte öffentliche Auf- träge, besonders der Reichsbahn und Reichspost, fchaellmöglichst zur Tat reifen, damit wenigstens im gewissen Umfang«in kleiner Kon- junkturausgleich geschaffen werden kann. Im einzelnen stieg in der Berichtswoche die Zahl der Arbell- suchenden um 19 596 auf 356 093 Personen, also um 5,82 Proz, gegenüber einer Zunahme von 21056 Personen gleich 6,68 Proz. in der Vorwoche. Die Arbellsuchenden verteillen sich a u f Berlin mll 258 299, aus die Provinz Brandenburg mit 88 881 und auf die Provinz Grenzmark- Posen-Westpreuhen mit 8913 Per- sanen. Die Zahl der H a u p tu nll e r stü tz u n g s e m ps ä ng er heiles sich in der Berichtsiboche auf 196141 Personen und in der Krisenunterstützung auf 26 956 Personen, insgesamt 225 097 Per- sonen. Auf Berlin entfallen von den in der Arbeitslosenversiche» rung befindlichen Haupt- und Krisenunterstützten 153 927 Personen. Für die Landwirtschaft ist die Dermllllungstclligkeit der Arbeitsämter fast vollständig zum Stillstand gekommen. Ver Braunkohlenbergbau war im großen und ganzen gut be- schäftigt und auch die Briketffabriken tonnten über Absatzmangcl nicht klagen. In der Industrie der Sterine und Erden setzten sich die Betriebsstillegungen fort. Dt« Beschästigungsmöglichkellen in der M e t a l l i n d u st r i e. die schon in i«n letzten Wochen stark nachgelassen hatten, gingen weiter zurück. Auch die Elektroindustrie und der allgemeine Maschinenbau setzten Arbeitskräfte frei. Jin Spinn st offgewerbe entwickelle sich eine lebhaftere Bermitt, lungstätigkeit, doch überwog die Zahl der Arbellsuchenden die Nach- frage nach Arbeitskräften. Im Bekleidungs- und Baugewerbe war allgemein ein Rückgang des Beschäftigungsgrades festzustellen. Veraiungsstelle wieder verlängert? Mllt« Oktober sind die Richtlinien für die Tätigkeit der Be- ratungsstelle bis zum Eirde dieses Jahres verlängert worden. Das Ende der Beratungsstelle scheint damll aber noch immer nicht ge- kommen zu sein. Die„Berliner Börsenzeitung" meldet nämlich, daß die Richtlinien für die Beratungsstelle darüber hinaus bis zum 1. März in Geltung bleiben sollen. Die Beratungsstelle solle bis zum Inkrafttreten des Poung-Plans in ihrer bisherigen Form erhallen bleiben. Dazu wird eine baldmöglichste Erklärung der zuständigen Stellen notwendig sein. Wiederaufbau bei der wagqonsabrik Fuchs in Heidelberg. Di« H. Fuchs Waggonfabrik A.- G. in Heidelberg, die Anfang Mai d. I. ihr Aktienkapital zur Durchführung der Sanierung des Unternehmens von 1,1 auf 0,17 Millionen zusammenstreichen mußte und zur Beschaffung netter Betriebsmittel sodann eine Kapital» erhöhung aus 2 M llionen Mark vorgenommen hatte, könnt? im Laufe der letzten Monat« den Wiederaufbau des Be- triebe» mll Erfolg durchführen. So ist die bis auf wenige Not- standsarbeller zur Entlasiung gekommene Belegschaft jetzt wieder bis aus 775 Arbeitnehmer gestiegen. Die vorliegenden Aufträge, die größtenteils aus Reichsbahnbestellungen bestehen, sichern der Gesellschaft bis Mitte nächsten Jahres aus- reichende Beschäftigung. Die Arbeitslosigkeit in Oesterreich. Mllte Dezember wurden in Oesterreich insgesamt 193 106 Arbeitslose gezählt. Im Vergleich zur letzten Zählung ergibt sich eine Zunahme um rund 25 600 Personen. Einsendungen für diese Rubrik find B e r I i» TB M. Lindenst ratze 3. Parteinachrichten für Groß-Verlin stet» au da» Bezirkefekretariai 3. Hos, Z Trevven recht», zu richte» Achtung, Engerer Bezirksvorstand und KreiS'eiter' Am Montag, dem 23. Dezember, abends 6 Uhr. im Bnlrfs- bureau wichtige Sihung mit den Magistratsmitgliedern, Araknons- vorstand und Berliner Reichstags- und Laadtagsabgeordneten. Die durch den Oberpräsidenten für Berlin angeordneten Ausnahmebestimmungen erfordern eine sofortige Stellungnahme der verantwortlichen Instanzen unserer Partei. Eine weitere Einladung ergeht nicht! * Dienstag, den 24. und Freitag, den 27. Dezember, ist das Sekretariat bis l Uhr geöffnet. Alls Parteinachrichlea müssso an diesen beiden Tagen bis 12 Uhr gemeldet fein, wenn sie Ausnahme finden sollen. Der Bezirksvorstand. * 2. fttti» Stetpottcn. Achluna. BiId»ngsko!MiliMonsm°tglied«r! Di« Mit. alied-r dft Bildung« koinm'fiwn totriKn gebeten, dl« Sorten filt die Prole. tariill'» fZe'erstund« bis ÜUM Mon'og, 22. Dezember, beim Genossen Portz ?tromstr. 52, obzurechnen. 14. str«'» st'euteNn. Die ermeitert« Arelsvorstondssstzung mit der ssroktion findet nunmehr bestimmt om Donnerstag, 2. Januar, statt. Das Partei- bureau bleibt vom 24. Dezember bis zum 2. Januar geschlossen. heute. Sounkag. 22. Dezember: I. Bbt. W-ihna*4,feier»m 17 Uhr in Hnifmann« ss-stfälen, Tchntbtei Strafe 23. florzcrt,«e'a-g, Vorträge, Tanz, unter Mitwirkung brr Soz'al ftifiben Slrbeiter'ngerd und der«indersrevobe. Festredner: Hann» K. Äa-m. All« Genossen find mit ihren AugehSrigen dazu frruudlichst eingeladen. 22. Abt. Alle Genossen haben bie Pflicht, fich ihrem Bezirk-stihrer zur Mit- arbeit bereitzuhalten. Die MitglieberverfaMMlung im Monat Dezember fällt aus. 22. Abt. k�arlottenbnrg. 9 Uhr treffen st» die Genossen in ihren Zahl- abeutlokalen, 8. Srupve: Schutz. Wallftr. W: 9. Gruppe: Reimer, Wilmeredorfer Str. 21: 10. Gruppe: Röhricht. Schlotzftr. 42. 68. Abt. Halcnlce. 8Vj Uhr treffen fich alle Mitglieder zur Einteilung»i� iigcr Parte'angelegenheiten bei Sandmann, Westfälische Str. 42. Gr- scheinen ist Pflicht. 84. Abt. Lankwitz. I« Uhr W?id"a-bt»icici bei Lehmann, staiser-Bilhelm- ?trah« Z»— 31. Seiner darf fehlen. »2. Abt. Renkölln. Sorten zur proletarischen Feierstunde am 2. Weihnacht s- ieicrtag find beim Genassen Weidner. Stcinmetzstr. 18.»v haben. Heut« sinden sich alle Genossen zwecks Einteilung wichtiger Parteiangelegenheiten im Lo'al Psroni, Prinz. Handjern-Str. 73, ein. 102. Abt. Pan-ns�nlenweg. Die Funktionär» und alle tätigen MilgNeder treffen fich Uhr bei Vorgmann, Siesholz- Ecke Baumschulen stratze, betresfend Son'rolle der Wahl. 139. Abt. Ten'l. Freiwillige Helfer treffen fich lMt st Uhr bei Ehristewsen, Schlieperstr. 89. Morgen, Monkag, 23. Dezember. 42. Abt. Abrechnung der BezirksMhrer ad ISVi Uhr bei Haehlke. 80. n-d 81. Abt. S�Snebera-Friebenan. Weihnachtiseler im Bäraersaal de» Ratbause». Am Lanteenlatz, nnter Mitwirkung bee SA?, und b-e Sind«. freunde. Eintritt SO Pf. Taalöttnung IS'o Uhr. Beginn 19 Udr. 88. Abt. L'cktenrad«. Die arbeitslosen Genossen werden gebeten, fich von 13—20 vbr beim Sasfierer, Genossen Semmlcr. einzufinden. Di« Anzahl der stindcr ist anzugeben. * 3. Abt. Voran»«!»«? Sonnabend. 28. Dezember, Weihnachtssele» im Rasen- tbaler Hos. Rosentbalee Str. 11-12.«»a«nn 19'� Uhr. Eintritt 20 Ps. Sorten find bei allen Bezirlssührern zn haben. 21. Abt. Mittwoch, 22. Dezember, grotz« Welbnackstife-rr in den drei Sälen der Ho»I-»nltra>:ercI, Amrumee Str. 11. Reichhaltige, Programm. B«> oinn 17 Ubr. E'ntritt 1 M. 27. Abt. Eharlottenbnrg. Weihnachtefeier am Sanntag. 2». Dezember. 16Vj Istic. in Eckmann» Fest! Sien. SGarrenftr. 34. 82. Abt. Tewoelhof. Freitag. 27. Dezember, ae-nSrlich»,»eifammenletn im Lokal B-rk«nwSldck>cn. Manten'trlstratzc. Di« Veraustalinng beginnt mit einen, Siubernachmitiaa v« 16 Uhr.«orgeftihrt werden»irr Film«. tzm Anfchlutz Tanz. Eintritt trei. 101. Abt. T-eptaw. Sonnabend. 28. Deze-ntee, 29 Ubr. B'!inach»»se>e, in de» Sonkordig.Festvile», Am rrentower Varl«9. Muffk. Rezitationen de» G«. nosten?he» Maret. turnerische Varsührnngen, Schattenspiele. Tan» Ein- tritt e'nsckl. Tanz 78 Pf. 104. Abt. Vieder�önewe'd«. Freitag, 27. Dezen-ber, 1814 Ubr. Weibnacht«. seier im nratzen Saal de» Snsshänser. Eiphrstt»eari»n 29 Bs.. Si-bee frei. Geiano. R''a«n. Db'ater, Dan». Sorten find bei den Fnnktianären nnd beim Genossen SgiowAn, Grfi-a»»« Str. 8. zu haben. Beteiligung aller Senalfinnen und Senosseu ist Pflicht. Fra» p»' n-t'Gf' tkrtkk« NE. -er- !Z l? m c-3 4. jtrei» Prenzlauer Vera. Fre-'ag, 27. Dezember, 19 Uhr fEiulatz W 18 Uhrl, im Ledigenheim Paope'allee 15, Weihuachtsfeirr. Gesangs- W norträge der«tzeuossin Anieschewskn. Rezitat'onen. Miisttoorträge der W Zugend. Anfchlietzcnd Danz. Eintritt 40 Pf. Sorten find der allen g Abteilungsleiterinnen und an der Abendkasse zu haben. Achkungi Funktionäre der Arbeiterwohlfahrt. Lotterie. Da d°c Ziehung inzwischen ersolgt ist. können keine unvertäus. te» Lose mehr zurstckgenommen werden. Di« Gewinnlisten werden am 20. De. zcm'-r neröfsentiicht.... jtirbrroorstelluao Sorten, die bis zmn heutigen Tag nicht untergebracht stnd. müssen bis 13 Uhr in der Geschäftsstelle. Lindcnstr. 3, aizegeben werden. Zungsozialislen. Gruppe Eharlottendnr». Montag. 23. Dezember, im Jugendheim Rofinen» stratze 4, um 20 Uhr. Vortrag:..Genossenschaftswesen�. Referent Genosse W. Bach©AI. und jung Parteigenossen find herzlichst eingeladen. Arbeitsgemeinschaft der Sindersreuvde Groh-Derlin. Biutcrsonnenweudfelern am Sonntag. 22. Dezember, 111- und\W> Uhr. Zur AufsUhruna aelangt neben Must! und Sinderchören die Sindermärchen. komödle..Hans Urian geht nach Brot"(Gruppe lunger Schauspielerl. Sorten Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. Sonntas, 33. Dezember: 7: runkgymnastik. 8: Für den Landwirt. 8.55; Stunden glockensplel der Potsdamer Garnisonkiiche. 9: Morgenfeier- Anschließend: Glockengeläut des Berliner Doms. 10: Wettervorhersage für Sonntag, II: Elternstunde.!I.30i Orgelkonzert. 12*- MiuagskonzerL 14: Jugendstunde. 14.30: Ankunft des Weihnachtsmannes in einem Flugzeug auf dem Tempclhofer Feld. 14.45: Unterhaltungsmusik. 16.30: Kinderlieder. 16-50: Weihnachten vor 15 Jahren. 17.10: Unterhaltungsmusik. 19: Märchen und Legenden. 19.30: Das Interview der Woche. 20; Berliner Weihnachtssplcl 1541. 21.30; Teilergebnisse des Volksentscheides. 21.35; Uebertragung Sportpalast: Schlußberichte über den Eishockeykampf gegen die Canadier. Danach: Tanzmusik- Montag, 33. Dezember: 7: Fnnkgymnastslc 12.30: Wettenneldaneen für den Landwirt 14: Schall. psattenkonrert. 15.20: Jugendstande. 15.48: Eine Viertelmilliarde Weihnachts- kerren. 16.05: Der Wert der geistigen Arbeit. 16.10; UnterhaUtuigsmnsik. 18: Was will der amtliche Wintersport-Wetterdienst? 18.20: Das neue Buch- 18.30: Kirchliche Probleme der Gegenwart 19: Arbeiterkinder singen. 20: „Weihnachten", Oper von Qentili. AnschlleUend:„Die heilige Nacht", von Seltna Lagerlös. Anschließend: Lieder. Anschließend: Kantilene. 22.30: Funk- tanzuoterrlcht Danach: Tanzmnsik. Dlcnstas, 34 Dezember: 7: Funkgymnastik. l2Jd: Die Viertelstunde für den Landwirt- 14: Schall- plaitenkonzert 15 J0: Jugendstunde. 15.40: Ans der Kinderstube des Weihnachtsbaumes. 16: Tierwelt und Wintersnot 16.20; Uebertragung Breslau: Den Kindern ru Weihnachten. 17: Unterhaltungsmusik. 17.45:„Heilige Nacht". von Ludwig Thoma. 18 30: Uebertragung Köln: Gelint der.Deutschen Glocke am Rhein". 18.45: Schallplattenkonzert 19: Heiligabend. 20.15: Stille Stunde an Weihnachten. 22: Turmmusik. 23-30: Weihnachtschöre. Mittwoch, 25. Dezember: 7s Funkgymnastik. 8-55: Stundenglockenspiel der Potsdamer Garnison- kirche- 9: Morgenfeier. Anschließend: Glockengeläut des Berliner Doms. 11: Schaliplatienkonzert 12: Mittagskonzert 14: Briefe berühmter Deutscher an ihre Mütter. 14.30: Blasorehesterkonzert 15.45: Märchen. 16-30; Ucber- Herbert Jherinfi betitelt sein« Ausführungen„Krise der geistigen Freiheit", uich dies« Ideen stnd problematisch. Er geht aus von jener Zeit, die gegen alles Neue Sturm lies, und kommt dann zu einer Kritik der Gegenwart, also zu einer-Zensur, die verhüllter und darum um so gefährlicher gegen die geistige Frei- heit anstürmt. Aber Iheririg ist nicht nur Frondeur, der mn des Kampfes willen kämpft, er schont auch nicht Namen, die bei der politischen oder künstlerischen Opposition als heilig gelten. Cr greift an. verteidigt und greift wieder an. Er versucht, allen Recht oder Unrecht zu geben. Was verstimmt, ist dies: Ein von Literatur unbelasteter Hörer weiß mst den Gedankengängen nichts anzu- sangen. Dann gibt Viktor«chifs in seinem Vortrag„Staats- männer auf internationalen Konferenzen" eine Impression von all jenen Unterredungen, die wenigstens das Bestreben zeigten, die Welt zu befrieden. Eine knappe Skizze bestimmter Persönlichkeiten, die vielleicht gerade wegen der Details ein besseres Porträt geben, als psychologische Analysen. Das Abendprogramm heißt „Umtausch gestatte t". Es ist eine Revue, gekleidet in den Rahmen eines Warenhauses, die fich sanft, aber trotzdem außer- ordentlich amüsant, über die Dummheit des Alltagsmenschen lustig macht. Fast eine Groteske mst Dialogen, Songs und Gedichten. eine Revue, die über Spitzen verfügt, etwa unter dem Motto:„Da werden Weiber zu chyänen". die aber dann wieder ins Versöhnliche abbiegt. Jedenfalls eine liebeswürdige Unterhaltung. F. Sch, tragung Leipzig: Konzert 17.30: Unterhaltungsmusik. 18.25: Stimmen großer Männer der Gegenwart. 19: Uebertragung Staatsoper Unter den Linden: „Alda", Oper von Verdi- Danach: Uebertragung Leipzig: Konzert 23.50: Uebertragung Breslau: Um Mitternacht beim 24-Stunden-Rennen. 0.15: Tanzmusik. Donnerstag, 26. Dezember: 7: Funkgymnastik. 8.56: Stundcnglockcnspiel der Potsdamer Qarnisonkirche. 9: Morganfeier. Anschließend: Glockengeläut des Berliner Doms, 11: Schallplattenkonzert. 11.30: Märchen. 12: Konzert. 14: Kioderstunde. 14-30: Klaviervorträge. 15: Uebertragung Trabrennbahn Mariendorf. 15.30: Schallplattenkonzert. 16: Matthias Claudius. 16.30: Uebertragung Breslau: Unterhaltungsmusik. 18.35: Politisches Theater. 19.05: Hinter den Kulissen eines großen Wanderzirkus. 19.30; Programm der Aktuellen Abteilung. 20: Orchesterkonzert. 22.25: Uebertragung Breslau: 25-Stunden-Rcnncn, Danach: Tanzmusik. 0.30; Nachtmusik. Freitag. 27. Dezember: 7: Funkgymnastik. 12�0? Wettermeldungen für den Landwirt- 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Die Melodie des JaLres. 15.40; Der Journalist als Berichterstatter. 16.05: D'e Sportschau des Monats. 16.30: Julius Weismann zum 50. Geburtstag. 17: Alte Violinmusik. 17 30: Jugendstunde. 18: Das neue Buch. 18.10; Die Städte im Kampf gegen Eis und Schnee. 18 30; Mexiko und Petroleum. 19: Heitere Lieder. 19.30: Wovon man spricht. 20: Kabarett. 22Jo: Drahtloler Empfang ferner Stationen. Sonnabend. 28. Dezember: 7: Funkgymnastik. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: SchaU- plattenkonzerL 15 20: Jugendstunde. 15.45: Das Cembalo. 16.05: 2�'anzig Kilometer Schornsteine. 16.30: Unterhaltungsmusik. 17.25: Wichtige Kleinigkeiten. 18.30: Französisch für Anfänger. 19: Humor im Lied- 19.30: Volkstanz und Tanzkunst 20:„Die Mottenburgcr", Posse mit Gesang von Qochr. Danach.: Tanzmusik. Königswusterhausen. Sonntag, 22. Dezember: Ab 7: Uebertragung aus Berlin. 18: Stunde des Landes. 18.30; Heinrich Hanslakob und der Schwarzwald. 19: Alte Flötenmusik. 19.30; Dichterstundc, Deutschlandsender; 20: Uebertragung Leipzig: Wcihnachtsoratoriura von Bach. Anschließend: Uebertragung ans Berlin. Montag, 23. Dezember: 16: Französisch(kulturkundlich-literarischc Stunde). 16.30: Uebertragung ans Berlin. 17.30: Alte Flötenmusik. 18: Chemie im täglichen Leben. J8 30: Französisch für Fortgeschrittene. 18.55: Die Aushaltnng und der Verkauf d�s Holzes im kleinen und mittleren PrivatwaJdc. 19.20: Der Beton- und Eisen- betonbau. Deutscblandsender: 20: Uebertragung Prag:„Die verkaufte Braut44, Komische Oper von Smetaua. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Dienstag, 24. Dezember: 16: Wie die bekanntesten Weihnachtslieder entstanden sind. 16.30: Ucber-t trasuns aus Leipzig. 17.30: Dichterstande. 18: Weihnachtsfeier Deutschland. sender: 20.15: Ucbertrasuns Leipzig; Konzert. Anscbließcnd: Uebertragung aus Berlin. Mittwoch, 25. Dezember: Ab 7: Uebertragung aus Berlin. Donnerstag, 26. Dezember: Ab 7: Uebertragung aus Berlin- Deuischlandsender: 20: Uebertragung Breslau: Weihnachtsmusik. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Freitag, 27. Dezember: 16: Uhr und Kalender. 16.30: Uebertragung aus Leipzig- 17.30: Dichter: stunde. 18: Aktienbilanz und Volkswirtschaftsbilanz. ÜLKJ: Englisch für Fort: geschrittene. 18.85: Weberei. 19-20: Wissenfchaftlicher Vortrag für Tierärzte. Deutschlandsender: 20: Kabarettt. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Sonnabend, 28. Dezember: 16.30: Uebertragung aus Hamburg. 17.30; Das Berufsbeamteatum 1* do Pressekritik. 18: Das proletarische Familienleben. ISjfl: Französisch für An. länger. 19: Stille Stunde- Deutscblandsender: 20: Alte Musik. 21: Sinfenischrtt Jazz. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. stnd nut burtb hia JtxtUIeitez unh Srupneuheliea erhältlich— Ehorsänger nup Mufiler trefseu stch pünktlich 10 Uhr Bolknbühne. Bflhneueingcmg Sutten. steatze. Di» greise Pankow nnd Eharlottenbura werben aebeten. urncehenb an die Seschäftistelle die Räume für die ab Januar«epsante Sinaestunde zu melden. Kelserbilbnuq. Di« neuen Mitteilungen erscheinen End« Dezember. Sie enthalten unter anderem die Terutiue für alle Kurse. Diese Termine mutzten eiubeitlich uou der Zentral« festgelegt werden, damit keine Beeinträchtigung der Kurse untereinander stattfand. Wir bitten alle schon getroffenen Beretn. barungen zugunsten der zentralen auszugeben. Frei» Renkölln. Wir trefsen uns am Sonntag zur gemeinsamen Fahrt nach der Bolkzbühne um 10 Uhr pünktlich in der Passage Bergstraße. Die Sänger pünktlich 9 Uhr Rathau». JUti« Kreuz bc ig. Gruppe Südwest:«Wen. Zungfalken und Rote Falken treffen std, Freitag. 27. Dezember, 17 Uhr. im Jugendheim Borckstratze zur Prob« der Feier in der 39. Abteilung.— Krei»helf«rfltz»ng Freitag, 27. Dezenr. der. 20 Uhr, Jugendheim Jorckstr. 11. Wichtige Tagesordnung.— Gruppen Südost: Alle Kinder der drei Gruppen des Südosten» trenen stch heute. Sonn» tag. zum Besuch der Theatervorstellung um 14>< Uhr am Görlitzer Bahnhof. Während der Ferien halten wir Sruppentage nicht ab. Tiergarten. Gruppe August Bebel: Die Sänger treffen fich am Sonntag, 22 Dezember. 9 Uhr, im Kleinen Tiergarten am DeilkmaL Alle übrigen Rot.. Jung, und Resttolken um 14 Uhr ebenda zur Gemeinschaftsscier in der Volksbühne. Geburtstage, Jubiläen usw. 8. Abt. Unserem um bie Partei sehr oerdiente» Genossen, dem Stadt- verordneten Paul Hirsch zu seinem 80. Geburtstage am 33. Dezember die derzlicksteu Glückwünsche. 57. Abt. Herzlich««lückwüssche zur Silberhochzeit unseren lieben Seuosson Ida und Leopold»odlo. Di« Genossen uub Geuosfinneu der 57. Abt. 111. Abt. Bohndorf. Unserem eifrig tätige» Genossen Pool G u t d 1 9 die herzlichsten Glückwünsche zu seine« 95. Gednrtstag. 122. Abt, Am 23. Dezember begebt unser-Nbewäbrtei lieber Genoths'- Ulbert Ott», Berliu-Biesdors, Hermanustr. 8, die Feier seine» 95. Gr- bnrtstage». Wie wünschen, datz er bei bester Gesundheit»och viele Jahr» un» erhalten bleibt. Briefkasten verAedakiwn. Die Juristische Sprechstunde fällt Dienstag, den 24., und Frestag, den 27. Dezember, aus. L.. Tegel. Eine Stundung der Hauszinssteuer kommt in der Regel nur dt Frage, wenn der Mieter nachweisbar ein Zabreseinkommen von weniger als 1200 M. hat. Stnd neben den: Mieter und seiner Ehefrau noch andere Familienaugehöria« vorhanden, so erhöhen fich die 1200 M. für setzen der Familie Angehörigen um 100 M.— B. 9i. 100. 3a. Die Kündigyng des Arbeltsperhältnisses ist iederzeit mst sofortiger Wirkung zulässig.— O. F. U Da Ihr Baier zur Zeit Ihrer Geburt bereit» au» der Kirche ausgetreten war, so gehören Sie ihr nicht an. 2. Die Befreiung von der Kirchensteuer erfolgt erst mit dem Ende de» laufenden Steuersahres. Ist der Austritt kurz vor Schlutz des E'eueriahres erfolgt, so ist die Kirchensteuer noch für die nächste:: drei Monate nach Abgabe der Erklärung zu entrichten.— R. S. 7. 1. Dir Ehegatten tonnen auch dann ein gegenseitiges Testament errichten, wenn Kinder aus erster und zweiter Ehe vorhanden find. 2. Jeder Ehegatte kau» auch selbst ein Testament errichten und zu seinen Erben den anderen Ehe- galten sowie besten und sein« eigenen Kinder ernenne::. Nur noch drei Tage-Nur noch drei Worfe! Nur zu SAxUev II Auch im grössfen Andränge des Weihnachtsgeschäftes ausnahmslos sorgfältigste, individuellste Bedienung! Prächtige Geschenkkartons— und bereitwilligster Umtausch nach dem Fest! Stiller-Gutscheine beresien Immer Freu4e Kinder- Slrumpfe 4 Volle, extra lang......... ab JL Schnallenstiefel � mollig, wenn. bSftlg..... ab Juj Für die Schule Ji b«o..der»«terez erlShl,-;' wi Sat'el.................. ab X 20 75 90 �/ Kinder-Qbcrstiefel � y schwer« und farbig.. S 50 M ni Vimacb kostenlose Verpedkung in gesebir ackvollen Geschenkkartons Hausschuhe tOr Damen, warm, beion- dert preliwcrl.............. 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Seine vorbildliche Treue und Gewissenhaftigkeit, sowie sein lauterer Charakter sichern ihm in unseren Herzen ein bleibendes Gedenken. Der Vorstand der Funk-Stunde A.-G. K n ö p f k e. Dr. F 1 e s c h. Die Beisetzung findet am Montag, dem 23. Dezember, naejimittags 3 Dhr, von der Kapelle des Kaiser- Wilhelms-Gedächtnis-Friedhofes in Westend, am Neuen Fürstenbrunner Weg, statt. kaufen Sie Sprediappa- rate mit neuester Tonführung in allen Preislagen. Unerreicht in Klangfülle undTonsdiön- heit. Kulante- iOcteon ♦ S�orloiBlAon Aiwartiie«and Matten woenenrate van 4 I. | ste Zahlungs- �bedingungen. I SPRECH MASCHi N EN-FAB R1 K f. Werner, ll Adainertstr. 9 Verkaufsstellen; 1. Berlin S 42, Rltterstr. 26 2. Neukölln, Bergstr. 148 3. Steglitz, Albrechtstr. 16 4. Friedenau, Rhelnstr. 25 Deutsdier Metallarbeiter-YerDand Am Freitag, dem 20. Dezember, verstarb unser langjähriger früherer Angestellter der Ortsvenvaltung Berlin des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes unser Freund und Kollege Oskar Ficius im Aller von 7.1 Jahren. 20 Jahre war er als Angestellter im Bureau des Verbandes tätig und war er seinen Kollegen ein crächtiger Mitarbeiter. Seit 1924 pensioniert war es ihm leider nicht vergönnt, sich eines längeren Lebensabendes zu erfreuen. Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.:.. Die Einäscherung findet am-Montag, dem 21 Dezember, 20 Uhr, im Krematorium Gcricbtstraße statt Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. föeßlelduvig 20% Rabatt auf die Anzahlung I Tss'S-r. OH* ote' ote ochCIir„_ 1��-#©***»Äd*t*r, ,n2 � � SU AuMe ZÄumsnn. Am 2ü. Dezember entschlief nach «ebnerem beiden meine liebe Frau ttuil Lobenskamcradin lieb. Ferna im Td.Lebensjahre. Dies zeigt tiofbetrübt im Name» der Hinterbliebenen an Emil$ diu mann. Oranlenburö, waldstr. 3z. Einttsehorung: Montag. 23. Dezember, abend- 7 Uhr, im Kremat. GeriohtstraUo. 10 Monate H.„-ah111„ 7* 30-- V�ffnl10' Serif u S» Aaia S-A-i suU�J--� aul icH Teilzahlung Itmr Wunsdi? Original Schweizer Taschen- Uhren Damen- und Herren- Armband-Uhren Britlantringa, Siegalringe Ketten usw, Standuhren Grammophone Unverbindliche Besichtigung Nur erstklassige Qualitäten! Auch zahlbar In bequemen Monatsraten— Streng reell! CHRONOS G. m. b. H. KronenstraBe 88-67, kein Laden Goldenen Sonntag geöffn.v.2-4Uhr. B E R L I N* N 5H LQTH RINGERSni55 AM ROSeNTHALER PLATZ. Sonntag 2— 6 Ubr geöffnet! 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Diese neue Taktik besteht bekonntlrch darin, aus joden Fall der Liste der freien Gewerkschasten eine kommunistische Gegenlist« entgegenzustellen. Das Hot zur Folge, daß diese kommunistische Liste automatisch zu einer Liste der Unorganisierten wird. Denn wenn auch elnige der kommunistischen Kandidaten bisher freigewerkschaftlich organisiert gewesen sind, so werden sie aus der Organisation aus. geschlossen, sobald sie als Kandidaten gegen die sreigewerk- schaftliche List« austreten- Das ist ganz selbstverständlich und un- vermeidlich. In Wirklichkeit ist es ja so, daß auf der kommunistischen List« von vornherein eine größer« Zahl von U n o r g o n i- fierten kandidiert. Die Kommunistische Partei stellt sich somit nicht nur bewußt gegen die Gewerkschaften, sondern proklamiert damit, daß die Kommunistische Partei die Partei der Un- « r g a n i s i e r t e n ist, nn Gegensatz zur Sozialdemokratischen Partei, die di« Part«! d«r Organisierten ist. Bisher hat die KPD. wenigstens den Schein zu wahren versucht, als vertrete auch sie dre Notwendigkeit der gewerkschaftlichen Organisation. Es wurde zwar kräftig gegen die Gewerkschasten gehetzt, ober am Schluß«in«r seden kommunistischen Rede wurde platonisch davon geredet, daß die Arbeiter sich„trotz alledem" organi. sieren sollten. Bei den Betriebsrätewahlen vertrat die KPD. bisher den Standpunkt, daß ihre Anhänger überall da mit den freien Gewerkschaften zusaminengehen sollten, wo die Kommunisten die Mehrheit oder wenigstens einen sehr starken Einfluß besäßen. Mit Moser Taktik ist nunmehr gebrochen worden. Auch da, wo die Kommunisten bisher die erdrückende Mehrheit im Betriebsrat besaßen und wo bei der Ausstellung der Kandidaten. liste dieses Mehrhestsverhältnis aufrechterhalten wurde, bekamen die kommunistischen Betriebsrotsmitglieder den Befehl, von der Kandidatur zurückzutreten und eine Sonderlist« gemein- sam mit den Unorganisierten gegen die gewerkschaftliche Liste zu bilden. Dieses neue Berfahren ist beobachtet worden bei der Betriebs- ratswahl in der Knorr brems«, im Metall» und Kabel- werk von Siemens, sowie im Dynamowerk von Siemens. Allerdings hat die Kommunistische Partei dies« Taktik nur unter schweren Widerständen ihrer eigenen Mitglieder durchführen können. Das Ergebnis bei der Knorrbremse haben wir bereits mitgeteilt. Es ist ein unbestreitbarer Erfolg für die Gelben. 873 Stimmen erhielt die freigewerkschafUiche Liste, was ungefähr der Anzahl der freigewerkschaftlich Organisierten entspricht, wäh reich die Gelben 77? und. die-Kommunisten 738 Stimwe» er- hielten, sich also Millich gleichmäßig, in die Stimmen der. Un organi- sterrem teilten.- Bei der Betriebsratswahl Im Metall» und K abelw frk von Siemen» hatten die kommuiitstischen Kandidaten sich geweigert, der Parole der KPD., zu folgen. Diese sord-rte daher die Arbeiter auf. ungültige Stimmzettel abzugeben. Nach dem uns bis jetzt vorliegenden vorläufigen Ergebnis der Wohl erhielt die freigewerkschaftliche Lift« rund 3653 Stimmen, 17 Ar- bester- und 15 Betriebsräte, die Gelben verloren etwa 73, die Na- tionalsozialisten etwa 43 Stimmen. Erstere erhielten drei Arbester- rät« und 2 Betriebsräte bei 642 Stimmen, letztere 1 Betriebsrats- Mitglied bei 229 Stimmen. Die C h r i st l i ch e n verloren 133 Stimmen und gingen von 234 auf 65 Stimmen zurück. Rund 433 ungültige Stimmen wurden abgegeben, davon etwa 333, die entsprechend der Parole der KPD. ungültig gemacht wurden. Im Dynomowerk war dos Ergebnis ein ähnliches. Die freien Gewerkschaften erhiellen 1454 Stimmen und 13 Betriebsrats- sttze, die Gelben erhielten 433 Stimmen und 2 Betriebsratssitze. Entsprechend der Parole der KPD wurden etwa 333 ungüst ge Stimmen abgegeben.: Bei diesen zwei Wahlen tritt noch deutlicher als bei der Wahl in der Knorrbremse in Erscheinung, daß dl« neue Taktik der KPD. ausschließlich den Gelben und Nationalsozia- listen zugute kommt. Die Kommunisten können mst dieser Taktik aus keinen grünen Zweig kommen. Hinter den srelgewerkschaftlichen Betriebsräten steht die Orgänisatron und stehen die Mitglieder, und Funktionäre des Betriebes. Hinter den Gelben und Notionalsozio- listen steht der Unternehmer. Was aber steht hinter den unorganisierten kommunistischen Be- triebsräten?— Nichts! Mit den Parolen und Kundgebungen der KPD. imponiert man den Unternehmern nicht. Lohnpolitische Erfolge können nicht erzielt werden, weil die Unorganisierten weder materiell noch moralisch imstande sind, eine Lohnbewegung durchzuführen. Daß die KPD. erst recht nicht dazu imstande ist, braucht nicht weiter betont zu werden. Der vorübergehende Erfolg der Gelben und der Unorganisierten ist nicht eine Schlappe der Gewerkschaften, sondern ein Pyrrhussieg der KPD. Die KPD säubert selbst die freien Gewerkschaften von der von außen hineingetragenen»Oppo- sition' um der Opposition willen. Die unorganisierten kommunisti- schen Betriebsräte werden sehr schnell abgewirtschaftet haben. Die Gelben werden dann nicht mehr die kommunistische Unterstützung bei ihrer Agitation finden Fester und stärker als je wird sich die Arbeiterschaft um die freien Gewerkschaften scharen. Schwere Niederlage der KPO. in Hatte. Gemeinsame Liste mit Christen und Hirsche. Halle, 21. Dezember, s Eigenbericht.) Die Lelriebsratswahleu in den neugebildelen Werke« der Stadt Halle führten zu öaer schweren Niederlage der fiornrnu- nt st e n. Obwohl. die. SPD. die Parole aurg-'P-l en halte, b«>en Lelriebiratewahlen ge«e knsll n>« lt�HFe u mst-d E hrk ff c n und den Hirsch- Duuck««schen aufznstqllen nnd ihren Anhängern unleisagl hatten, mst den..Söftaksaschiflen" zusammen za »mrschirren. morde nur die s r e I g e w e rf f chaf tli ch d Liste gewählt. Auch bei den Wahlen zum Angestellten rat fielen sämtliche Sihe in die Hände der freien Gewerk- schaslen. Glückauf dem Gesamtverband! Seine erste Veiraisfitzung. gm Plenarsaal des Dorläufigen Reichswirtschoftsrats tagte am l 13. und 23. Dezember der Verbandsbeirat des am 3. Oktober gc- gründeten Gesamlverbande» der Arbeitnehmer der össentlichen Betriebe und des Personen, und Warenverkehrs. Genosse Schumann betonte in seiner Begrüßungsansprache, daß seit dem Gründungcver- bandstage eine enorme Organisationsarbeit geleistet wyrde. In allen Bezirken wurden Konferenzen abgehalten, um den Aufbau der neuen Organisation in allen Einzelheiten auch örtlich und bezirklrch festzulegen. Die Beiratskvnserenz soll nun das»ganze Werk noch einmal überprüfen, damit am 1. Januar der ins Leben tretende Gesamtverbsnd die Bahn für eine erfolgreiche Entwicklung frei findet. Schumann gedachte des durch Krankheit verhinderten Genossen M ü n t n e r und begrüßte besonders den Genossen Groll- m u s vom Verband deutscher Berusssenerwehrmänner. der den sofortigen Anschluß an- den Gesamtoerband beschlossen' hat. Der Bund der vlasfeure sowie der Verband sozialistischer Aerzte haben ebenfalls den Anschluß beschlossen und treten der Fachgruppe Gesundheitswesen bei. Die K a r t« l l o e r t r ä g e, die von den jetzt im Gesamtverband vereinigten Organisationen mit anderen Verbänden abgeschlossen waren, werden vomGesamtverbandübernommen. Don besonderer Bedeutung sind die Verträge mit dem Einheitroerband der Eisenbahner Deutschlands und dem Verbände der Fabrikarbeiter Deutschlands. Auch mit dem Deutschen Metallarbeiterverbaitd soll ein« vollständige Bereinigung aller Diffcrenzsrazen erfolgen. Heber den Aufbau der Bezirk« berichtete Genosse Becker, d»'ß die Zusammenlegung der Verbände in allen Bezirken glatt durch- geführt werden konnte. Der jetz'ge Umfang der Derbandskörper- schaften müsse jedoch möglichst beschränkt werden. Genosse Schumann erörterte unter„Organisation und Verwaltung" noch einmal den' Aufbau der Organisation unter Berücksichtigung der Geschäfts- und Kossenführung, des Beamtensekre- tariats und der Sekretariate für Tariswesen, Sozialpolitik. Volkswirtschaft und Werbe, und Bildungsfragen.. Durch diese Sekretariate, die in engster Verbindung mit dem Terband-vorstand und den Reichs- atbeilungen arbeiten sollen, sei die weitest gehende Interessen- Vertretung der Verbandsmitglieder gewährleistet. Auch die parlameniarische Znteresseuverlrelung wird sich der Gesamtverband angelegen sein lassen. Die Einrichtungen der neuen Organisation würden ollen zu erwartenden Ansprüchen gerecht werden.— Die Vorlage zur Regelung der Gehälter und Diäten wurde mit einigen Abänderungen angenommen. Bei der, Nachprüfung der Beitröge und Unter- st ü tz u n g e n hat sich ergeben, daß dieHtntsprechenden Satzung?- bestimmungen in einigen Punkten einer Aenderung bedürfen. Das ist namentlich bezüglich der Unterstützungen der Fall. Der Verbands- vorstand befürwortete deshalb die llnlerstühunarsätze für. die Erwerbelosenunlersiühung für das Zahr 1933 um das Elafache zu erhöhen. Die Beiratskönserenz nahm diesen und die übrigen Äbände- rungsvorschläge an.--... Die infolge der Verschmelzung der besonderen Rechtsschützeinrich- tungen des Verkehrsbundes und des Verbandes der Gemeinde, und Staatsarbeiter(„Rehag" und.„Fokulta") notwendig gewordenen Satzungsänderungen, über die der Genosse Nürnberg berichtet», wurden von der Konferenz ebenfalls gutgeheißen. Nach dem Referat des Genossen Dittmer über die Presse des Gesomkverbaades erscheint als Einheitsorgan, das allen Mitgliedern des Gesamtvc'- bandes zugestellt wird, ab 1. Januar 1333„Die Gewerkschaft" in einer Auflage von mehr als 733333 Exemplaren. Als Beilagen zur „Gewerkschaft" erscheinen für.die einzelnen Hauptberufsgruppen Sonderorgone, teils achttägig, teils vierzehntägig. Außerdem werden als Fachorganc herausgegeben: Die �.Beamtengewerk« schaft", vierzehntägig: die.LausangesteMen-Zeitung", monatlich: die.Just- und Kraftfahrer", vierzehntägig: die„Saniiätswarte" und „Wirtschaft. Technik und Verkehr". Genosie Förster, der mit der Leitung des Sekrelarials für Bildung»- und werbefragen beauftragt ist, schilderte die Aufgaben auf diesem weitverzweigten Gebiet gewerkschaftlicher Tätigkeit. Sein« Ausführungen wurden durch Genossen Junker über die Derwen- dung des Lichtbildes und des Films im Dienste der gewerkschaftlichen Propaganda ergänzt. Die Aufgaben des Sekrelarials für Volkswirtschaft behandelte Genosse Lengersdorss- Köln, der die Leitung dieses Sekretariats übernehmen wird. Der Erfolg'in der geroerkschoftlichen Kräfte- konzentration müsie im Kampfe um die Durchführung der Wirtschofts- demokratie ergänzt werden. Mit einem Schlußwort Schumanns, das die Arbeit der Konferenz würdiate, endete die Konferenz. Wir wünschen der neuen Großorganisation, die am 1. Januar ihre Arbeit aufnimmt, eine erfolgreiche Cntwickwng. Der Gesamkberbemd. die Organisation der 733 300. marschiert! Oer Aufstieg der Fabrikarbeiier. Abwehr gegen llnternehweranschläge. Die jüngste Beiratssitzung des Verbandes der Fabrikarbeiter Deutschlands wurde mit der Erstaufführung des DerbanMs« Werbefilms„Ausstieg" eingeleitet. Der Verbandsvorsttzende Genosie Brey berichtete über die organisatorische Vorbereitung zur Einsührvyg der Invalidenunlerslützung und den Abs bluß von Kar- telloerträgen mit dem Verkehrsbund, dem Deutschen Metallarbeiter- verband sowie über die vorbereitenden Kartellverhantiungen mit dem Nahrungsmittel» und Getränkearbeiierverband und anderen Organisationen. In seharsen Worten wandt« sich Genois« Brey gegen die For- derungen des Reichsverbandes der Deutschen Industrie, die Kriegs- lasten aus die breiten Massen des arbeitenden Volkes abzuwäl en. Nach einer sachverständigen Berechnung würde die Durchführung der Unternehmcrforderungen eine Einkommensverschiebung zugunsten der Unternehmer von über 7 Milliarden Mark bringen. Die entsch'edene 1 Abwehr des ADGB. und des AfA-Bundes gegen die Unter- nehmerförderungen wird vom' Beirat des Verbandes unterstützt. . Dein Abschluß des' Kartellvertrogs mit dem Verband« der Nah. 'wiWMWMiWd''Mtränkearbefter wurde z u g e fti in M t. MjKhl ' ftisr ftärfe1Öe<�fenr Boftie�.*' Die--Gäulefter wurden beauftragt. wegen der Durchführung der Kartellvxrtröge in Verhandlungen'mit den FuNktiön!ften �''änLer�' �rchand«''M' treten. Die sozialpoli- tis».'e Stellungnahme des Gefamtoorstandes wird vom Beirat ein- mütig geb'lligt. Der Bericht des Verbandskassierers Rößler konnte ein« g ü n st i g e finanziell« Entwicklung des Verbandes fest» stellen. Er stellte Anträge des Borstandes an den nächsten Derbands. tag auf Herabsetzung der Anteile der Zahlstellen an den Der» bandsbesträgen in Aussicht. Die Hauptkasse dürfte am IahresscPuß mit einem Vermögen von annähernd 15!4 Millionen Mark abschließen. Eine sehr ausgedehnte Aussprache war der Frage der Sihver. legung des Verbandes nach Berlin gewidmet über die der Derbands- Vorsitzende T h i e m> g referierte. In der Aussprache gingen Ine Meinungen weit auseinander Das positive Ergebnis war der Be- schluh, den Borstand zu beauftragen, Pläne und Kostenansch'äge über den Bau eines Verbandshauses in Berlin bzw. in Hannover einzuholen. Die endgültige Beschlußfassung soll der Verbandstag 1331 in München treffen. Ein Referat des Genomen Adler beschäftigte sich eingeVni» mit den organisatorischen Maßnahmen zur Einführung der Iii» validenunterstützung. Durch Referat und Aussprache wurden mancherlei Mißverständnisse klargestellt. In einem groß angelegten Referat schilderte Genosse Müller, Sekretär der TarifabteUung. dl« Lohn- und Tarlspolilit des Verbandes. Trotz ungünstiger Wirtschaftslage und starker Widerstände des Unternehmertums hat der Fabrikarbeiterverband und der Keramische Bund erhebliche Verbesserungen der Lohn- und Arbeltsbedingungen durchführen können. Sticht durch Herabsetzung der Löhn«, wie es die Unternehmer wollten, sondern nur durch eine allgemeine S t« i» gerung des Lohnniveaus können wir zu eirem Aufschwung der Wirschost kommen. Die Lohnfrage ist mit der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, mit der günstigen Gestaltung des Arbeitsmarktes aus das engste verbunden. Besonders bemerkenswert ist das Ergebnis der Tarif» statistik des Fabrikarbelterverbandcs über das Zustandekommen der Tarifverträge und Lohnabschlüssc inr Hinblick aus die Forderun- gcn'ber Arbeitgeberorganisationen zum Schlichtungswesen. Da zeigt es sich, daß im Gebiete des Fabrikarbeiterverbandes die von den Unternehmern gestellten Anträge auf V e r b l n d l i ch k e i t s- Kamelhaar schuhe/ Russenstiefel/ Ueberschuhe/ Eislauf« und Skistiefel/ Gamaschen/ Strümpfe rfJärung von Schiedssprüchen eine weit größer« An» �ahl von.Deschästigten hetvessen als die vom Verband gestellten Anträge. Der Fabrikarbeitervirband hat für 78 6Z6 Beschäftigte die Verbindlichkeit von Schiedssprüchen beantragt, die Unternehmer jedoch für 183 778 B�schäitigte. Es wurde also aus.zwang». tariflich« Regelung' der Lohn» und Arbeitsbedingungen von den Unternehmern weit stärker gedrängt als von den Gewerkschaften. Wir können aber schon aus ftaatspolidfchen Gründen auf die Der- bindlichkeitserklärung-von Schiedssprüchen der Hchlichtungrinstanzen nicht verzichten. Eine Entschließung im Sinn« der Ausführungen Müllers fand einstimmige Annahme» In einem Referat des Branchenlesters für die chemisch« In- d tl st r i e, Genosien Ha ü p t, wurde- das Ledavx- System ausführlich behandelt und zugleich scharf abgelehnt Haupt wies an Beispielen aus der Praxis nach, daß dieses mit viel Geheimnis» krämerei umgeben« System mit Wissenschaft nichts zu tun hat. daß es weiter nichts ist. als«in rasfinierAe» Auebeutungs» fystem. Die sogenannten K» Punkt« stnd willkürliche Lohn» festsetzungen, bei welchen die Zeitmessungen mit der Stoppuhr die geringste Roll« spiele«. Die Gewerkschaften haben alle Ursach«, di«se» System zu bekämpfen. In der Aussprach« wurde die Auffassung des Referenten scharf unterstrichen. Der Vorsitzende Karl behandelte in einem ausführlichen Bortrag die Werbearbeit des Verbandes» deren Erweiterung durch Film, und Lichtbildvorführungen schon infolge de» neu» geschaffenen Verbandswerbefilms erhöhte Beachtung fanden. Die sehr inhaltsreiche Tagung schloß mit Dankesworten des Vorsitzenden. Genossen Brey, an die Delegierten. G. 3t Solidarität der Bankanqestellten. We hnach sgabe für d e Arbeitslosen. Der Allgemeine verband der deutschen Bank. augeflelllen hat in den Betrieben eine Deihaachlssamm- luvg zur Unkerstühung der arbeitslosen Lankoagestellteu und aus- gesteuerten Mitglieder durchgeführt. Da» Resultat der Sammlung besteh« darin, daß der Verband ein« besondere Weihnacht». Unterstützung bis zum Höchstbetrag von 150 M. zur Auszahlung bringen konnte. Ein schöner, vorbildlicher Akt sreige- werkschasllicher Solidarität_ Konflikt im Krastdrofchkengewerbe. Die Unternehmer wollen d e Löhne abbauen. Im Berliner Krastdrofchkengewerbe besteht ein Lohn tarif, der den Kraftdroschtenführern neben einem F« st i o d n von 8,50 M. einen Mindestlohn von 8 M. pro Arteltstag sichert Diesen Lohntaris haben die Unternehmer zum l. Januar g e t ü n» digt Sie möchten Fest- und Mndestlohn wieder beseitigen und die Kraftdroschkenführer lediglich auf den prozentualen Anteil an der Einnahnie verweisen. Da die direkten Verhandlungen gescheitert sind, wird sich nunmehr zunächst der Schllchtungsausfchuß mit dem Konflikt befassen. Die Verhandlungen finden am 30. Dezember statt �09000 ausländische Landarbeiter. Der Reichsra-t hat in seiner Sitzung vom IS. Dezember dem Vorschlage des Reichsart« itsmimsters zugestimmt, wonach im Jahre 1S30 insgesamt 109 000 ausländisch« landw-irtschaftliche Wonder- arteiier zur Beschäftigung trn Reichsgebiet zugelassen werden sollen. Der Bedarf ist von den Arbeitsämtern unh Landesarteits- Sintern mit ganz besonderer Sorgsait, nach Prüfung der Verhält- nisse an Ort und Stelle und noch Beratung mit Vertretern der Arteitgeber und Arbeitnehmer festgesetzt worden Die Höchstzahl für 1930 bleibt um etwa 5000 gegenüber der Höchstzahl des Jahres 1929(114 000) und um etwa 20000 hinter der Höchstzahl von 1928(128 SSO) zurück Grundsätzlich dürfen höchstens 60 Prozent der für das Jahr 1930 zugelassenen ausländischen Lonidartester schon vor dem 1. April be» schäftigt werden. Damit wird den Dorschlägen der Landcsarteits» amier im wesentlichen Rechnung getragen, die verschiedene Zeit» punkte für die Zulassung angeregt haben. Dadurch soll die Unter» bringung deutscher Arteiter in der Landwirtschaft im kommen- den Frühsahr erleichtert werden. Sfrldl» Anzüge ifir Knaben in großer Auswahl Kleider u.seidenstoile Popeline ca. 100 cm breit... Meter Ripspopelrne e«. l» oa breit.. Meter Woll-Oeorgette-» isobr mo-, w.oo».t» Crep»Caid c*. iso cm breit. Meter 7.M Woll-Velontine ee. US cm breit. Meter Crepe de Chine Beiae Seide Meter 030 Crepe-Georgette,. Meter 7,po tm Veloutine Seide mit Wolle Meter 7.M Waschsamt bedruckt. Meter SO*»35 KSperSamt mod. Master Meter 8.15 730 3.95 6.50 7.25 7.50 8.25 5.50 6.25 6 90 2.25 6.60 leid- und BBttwascste Damenhetnden mu Treuer..».so».eo 2.25 Damenhemden m.AehseisebioB».7»»3» 2.25 Damen-Nachthemden...«34 4.»$ 3.50 Damen-Nachthemden e 0_ mit l«n«en Aermein.....«30 0.00 O.SSÖ Prinzeßröcke er.... 5.5» sas 8.25 Hemdhosen Cr. 42—«s. Schlafanzüge neuen. Herren-Nachthemden Linon-Garnituren I Oberbett, 2 Kissen.. 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Seide gemustvt.. 53»»30 2.75 Damen-Handschuhe. ßA Trikot halbgefüttert......»3» too l.OU Damen-Handschuhe 0 � Tr(ltof gefüttert, m. Manschette. X.7» tM ä.UU Damen-Handschuhe Kameihaar-fotter 2.75 Damen-Handschuhe Nappa 7.»« 7.00 6.25 Damen-HandschuheNappagefjo.oe s.«o 7.90 Herr.-Hattdschuhe THk-m-Futt».»»».»o 1.75 Herren-Handschuhe vappa 730 7.to 6.25 Herr.-HandschubeNappagei.u3»«.90 7.90 Kind.-Handscbubegestr.a. gel 1.70 130 1 50 Damen-Hemdbosen... 2.00>.00 2 10 Schlüpfer gefüttert.....»3«>40 1.90 Schlüpfer getattert mit so de 930«3« 2.75 Schlüpfer Kunstseide, gestreift 4.00«30 2.75 Kinder-Trikots......».70>30 1.80 Kinder-Schlüpfer..... uo 13« 1.25 Ribana-Unterwüsche f. Damen.Herreo.tt ind er Taschentücher-Schurzen )amentücher mit gestickter Ecke, 3 Stück. 0_ Im Karton.......... 1.45 135 I.aO Damentücher mit spitze..... 03$ 0.40 Herrentücher weis..... 0.40 035 0.15 Herrentücher Reinleinen... 13» 03» 0.70 Herrentfieber Halbleinen....... 0.70 Kavaliertücher seida.... 035 0.75 0.65 Kindertücher........«44 04» 0.10 Jamperschfirzenaineham>gestr.s.4e»3» 1.95 Jumperschürzen saun... 4.7» 1.00 2.25 Wirtscbaftsschürzen... ,35 235 2.25 Rockschürzen schwarz...»3» 435 3.90 Servierschürzen weis....«30»35 1.25 Kinderschürzen In großer Auswahl Photo- u. RadioariiKel Voigtländer Besse, Roirnimtam.»x» 36.00 Kodak Brownie Kamera m. a-tinse 16.00 Ledertaschen uioiininiarAv9a.5o 5.00 4.75 Huth Netzanschluß-Apparat 2R«br. 89.50 Fläcbenlautsprecher Melodia 27.00 Löwe-Lautsprecher....... 34.00 Anoden und Akkus, verschied. Preislagen woilwarenPelzwaren Herrenwesten u. Pullover ,«3, 1,35 9.75 Damenwesten a.Pulloveri«3« 1430 13.90 Kinderwesten n. Pullover 73,«.«• 4 00 Aufsatzkragen Mufflonette.... 73» 3 90 Aufsatzkragen seai EiektHk.... 11.90 Rollkragen schwarz Elaktrlk.. V«« 10.90 Rollkragen siberett......... 25.00 Aufsatzkragen amerikan. Opossum..31.00 Aufsatzkragen Skunks.......4950 Pelzkrawatten.......... 11 90 Herrenkragen......... tm 22.00 I rUJ H! Herren-Normalhemden.. 43»*30 2.95 Herren-Normalhosen... 430»3« 2.60 Herren-Makobemden.. 430 430 3.76 Herren-Makobosen....«30»35 2.25 Herren-Garnituren farbig.. 73»».0« 4.95 Herren-Hemdhosen.... 43»»30 2.25 Einsatzhemden«eit und gelb 43« 43« 3.00 Futterhosen........ 430».40 2.75 Damen-Normalheraden»3» 43» 4.00 Damen-Normaljackeo..»3«»3» 2.60 Damen-Normalhosen... 4.90 430 3.75 Herren-Artikel. 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Dagegen sind die Landesarbeitsäipter verpflichtet, bei der Der- teilung ihrer Kontingent« aus etwaige Nachforderungen Rücksicht zu nehmen. Ausdrücklich betont der Reichsarbeitsmmister. daß er die Höchstzahl im Lauf« des Jahres 1930 nicht zu erhöhen gedenk«. tftreieGewertschafts«Jugend Berlin Seilt« ffliittttfoniteiHDenfctei« der jftefen®OB«iIfifxift»iu9«ni um 17Vj Ubr am Senfe« bei Bernau Aus dem Proaramm: Musik. Reiita- t>»n, Geftma Sprechchar. Teilnahme nur mit«arten. Unkosienbeitroa 2S fßf. Treffen um 14 Uhr im Eeeschlosi Lanle am Odersce bei Bernau,«arten sind dort noch nu baden. § Iuaendaroppe desZentralvertondes der SlngeffeMer» teut« Tonntaa. finden folarnde Veranstaltuna«« vorivlad an der Treslowallee in griedrichofelde v si-tt-. Auf dem ndballsvttl von d— 12 Ubr.— Iuaendbeim Lichtenbera. Eunterftr. 44: Bunter Abend.—• Zuaendheim vberschöneweide. Laufener Str. 2: Luniter Abend.— Morsten. Manta«. finden solaende Beranstaltunaen statt! veddina: Zuaendbetm Turmer Ecke Seeftrasie. Weihnachtsfeier unter uns.- SefBnhausee Barstadt: Iiiqend- heim in der Schule«asianienallee 81. Weihnachtsfeier unter uns.— Urdeni ?uaendheim Lobrecht» Kcke Sanderstrasie. Wir sind im llahre IsiW noch einmal ausaelasien.— lempelhef: Juaendheim der Schule d'ermaniaftr. 4—6. Sinaana «chtftrafte.«ir lese»---- �'....„....r,.. b«ea: Iuaendbeim 7 Referent Artur Rachow. >n..Die Weber"' von Gerhari Louvimann.— ttharlBtt««» Tosinensir. 4. Dartraa:»siultursraaen der Seaeiroort". nurMCK MUT C2,$pandauep Str. 32 Schenken Sie Ireuöe unö Zefttagsstimmung mit ELZCIROIA* Kein« ander« Weihnachtsgabe erhöht die Lebens- freudeso sehrwieElectrola-lnstrumente und-Platten. Unsere neuen, preiswerten Modeile verbürgen eine Tonwiedergabe, die den teuersten Instrumenten ebenbürtig Ist und den reinsten künstlerisdien Genuß gewähren. Oberzeugen Sie sich bei einem persönlichen Besuch unserer Verkaufsstellen von der hervorragenden Qualität dieser und anderer Instrumente der niedrigen Preislage. 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Auch wäre es dringend wünschenswert, wenn alle Lohnzahlungen und besondere Ausschüttungen aus Anlaß des Weihnachtssestes möglich(t schon vor dem 24 Dezember erfolgten, um zu vermeiden, daß viele Käufer genötigt sind, ihren Einkauf auf die letzten Stunden am Heiligen Abend selbst zusammenzudrängen. Dann werden nicht nur die kaufmännischen Angestellren den Vorteil davon haben, daß sie früh nach Hause gelangen und mit ihrer Familie zusammen Weihnachten feiern können, sondern auch den Geschäftsleuten wird der Schaden erspart bleiben, den sie durch den früheren Ladenschluß vielfach be- fürchten.. Wer nun die Möglichkeit und den Wunsch hat, das Fest außerhalb Berlins zu verbringen, sich aber erst am Montag entschließen kann, der sollte es nicht versäumen, sich um- gehend bei der Al Tg e meinen deutschen Gesellschaft fiir Ferien» und Erholungsheime� Jena, Marien- stroße 4, oder beim Genossen Wilhelm Grottel, Berlin O. 442, Wcichselsiraße 40, zu erkundigen, ob in den herrlich gelegenen Heimen der Gesellschaft m.Kipsdorf im Sächsischen Erzgebirge, in Frauenwald und in Friedrichroda in Thüringen noch Plätze frei sind. Die Heime lüeten alle Gelegenheit für Ski- und Rodelsport. pol'zeidienst. Am 4. Weihnochtsfeiertag und am Reujahrstag« bleiben die Geschäftszimmer einfckstisßlich Polizeiämter, Polizei- reviere und Poli-eireoier-Zweigstellen geschloffen. Aus» genommen hiervon sind jedoch die Hauptgeschäftsstelle ■und die Paßstelle im Prosidialgeböude Alexanderstrahe 3/6, bei denen Sonntagsdienst von 41 bis 43 Uhr eingerichtet ist. Am 2. Weihnochtsfeiertag wird der übliche Sonntags» dienst versehen, also von 11 bis 43 Uhr, auf den Polizei- revieren und Polizeirevier. Aweigstcllen voy g bis 11 Uhr. Das 60. Lebensjahr vollendet am Montag unser Genosse Paul H o r s ch. Am 23. Dezember 1860 wurde er in Berlin geboren. Cr selber wird sich darüber wundern, daß wir seinen 60. Geburtstag hier erwähnen.„Sechzig Jahre, das ist doch noch gar kein Alter!" wird er sagen. Aber Genosse Harsch kann schon auf mehr alz vierzig Dieostjahr« in der Arbeiter- bewegung zurückblicken. Da darf man wohl auch ihn zu den „Alten* rechnen. Seit 1887 ist Paul Harsch gewerkschaftlich organisiert. Cr hatte Zigarrenmacher gelernt und trat damals in die Organisation der Tabatarbeiter«in, zu der er noch heute gehört. Seit 1888 dient er der Sozialdemokratie mit seiner Werbe- arbeit. Roch unter dem Sozialistengesetz stellte er sich in den Dienst unserer Partei. Später widmete Genosse Harsch sich auch der Ar- best in der Berliner Kommunalverwaltung. Zum Be- zirksverordneten für Berlin. Mitte wurde er 1020 gewählt, und seit 4024 ist er Stadtverordneter. Er gehört auch der neuen Stadtverordnetenversammlung wieder an. Wir wünschen ihm noch viele Jahre der Arbest für unsere Ziele. Die Kommunisten demonstrierten wieder einmal. Wiederum hatten die Kommunisten zum Sonnabend zu Demonstrationen auf- gerufen. Diesmal lautet« die Parole des nutzlosen Herumziehens: Gegen Finanzkontrolle und Volksentscheid! Die Beteiligung war schwach. Das Demonstrieren um jeden Preis läuft sich eben von selber tot! Am Oranienplatz kam es nach Beendigung einer kommu- nistifchen Straßenkundgsbung zu einem blutigen Zwischen- fall. Ein Polizeiwachtmeister, der zur Festnahme eines Demonstranten schresten wollte, wurde von Kommunisten umringt. Sie schlugen ans den Beamten ein und entrissen ihm das Seiten- gewehr und den Gummiknüppel. Von einem noch unbekannten Täter wurde dem Polizisten im Handgemenge ein tiefer Stich in die linke Schulter beigebracht. Der Verletzte mußte in das Polizeikrankenhaus gebracht werden.— Insgesamt erfolgten sechs Zwangsgestellungen lvegen Nichtbejolgung und Widerstandes. Plaza. In der zweiten Hälfte des Dezemberprogramms bringt die Plaza den bekannten Komponisten Jean Gilbert. Der Alt- meister dirigiert tks verstärkte Hausorchester der Plaza. Gilbert ist beliebt geworden durch seine Operette„Polnische Wirtschaft* und Schlager wie„Puppchen�, Ach das haben die Mädchen so gerne* und so viele andere Lieder. Zum Schluß gab der Meister einige Stücke am Flügel zum besten, mosür er reichlichen Peisoll erntete. Bewundernswert sind die beiden Caligoris in ihrer Zeitlupen. aufnähme. Nicht minder der Engländer Max Wall in� seinen exzentrischen Tänzen. Sehenswert sind ferner die vorzüglichen Fuchsdressuren der Golemans, die zehn Deblors oui ihren Hocheinrädern und die The F l y i n g I e n n o s am Reck. Auch für die Jugend war die Direktion zum Weihnachtsfest bedacht, indem sie Schichtl E Hortons bekanntes Marionettentheater und Bellis urkomischen Schattenspiele zeigt. Alles m ollem ein gut gelungenen Wcihnachtsprogramm. Stiefkinder des Lebens. Mißhandlungen in der Jugend machen die Menschen zu Verbrechern« Zeder Pädagoge weiß, welch seelische verherung Mißhandlungen an Kindern verursachen. Besonders traurig sind die Erfahrungen der Srimlnalpädogogen ans diesem Gebiete. ZugevdZmter, Zugendgerichle, Zngend» gerichtshilsen stoßen immer wieder aus die Tatsache, daß ge- prügelte Kinder sich durch Verbrechen an Erwachsenen schal». los halten. Die mannigfaltig die Beziehungen zwischen Srimlnalilät und Kindermißhandlungett sind, hörte man neu- llch in der Vereinigung für Zugendgcrichtshilfc aus dem Munde des Gesängnisorzte» und Psycküalers, Sonilätsrat Dr. Leppmann. Mißhandelt, sagte er, werden überwiegend gerade Kinder, die aus sozialen Ursachen: Armut. Wohmrnzselend, kriminelles Milieu, mangelnder Anhalt in der Familie, oder aus individuellen Ursachen: erbliche Belastung, angeborene Psychopathie oder Geistesschwäche ohnehin besonders in Gefabr find, kriminell zu werden. Die Miß- Handlung verstärkt diese Gefahr, indem sie einer echten und zweck- mäßigen Erziehung entgegengesetzt wirkt. Es sind in erster Linie die unerwünschten Kinder oder die mit irgendeinem körperlichen oder geistigem Mangel behafteten, die am meisten geprügelt werden. Rur zu leicht entsteht in diesen Kindern eine Reihe von Eigen- schaften, die sowohl den Trägern, wie auch der Gesellschaft gesöhr- lich werden. Die Mißhandlungen der Kinder können dreierlei tri- minelle Folgen haben. Die kriminelle Handlung kann als unmittelbare Reaktion auf die Mihhandlung in Erscheinung treten; sie kann in anderen Fällen nur die msttelbar« Reaktion darauf sein und schließlich wird sie sehr häusig eine Persönlichkeits- Veränderung hervorrufen, an der zeitlebens auch der Erwachsen« trägt. Einige Beispiele zeigen das in r> cksichtsloftr Klarheit. Ein Dater mißhandelt die ganze Familie: er trennt sich von der Frau: seine Rolle übernimmt der ältere Sohn- Er tyrannisiert die Mutter, mißhandelt die Schwester, prügelt unbarmherzig den jüngeren Bruder, bis der junge Bursche ihn eines Tages mit einem Bell erschlägt. Das war eine unmtttelbare Reaktion auf die Mißhandlungen. Nicht immer tritt sie so kraß zutage. Gewöhn. lich tritt sie als Trotzreal'tion des Kmdes in Erscheinung. Ein an- derer Fall: Eine Mutter ist den ganzen Tag über nicht zu Hause. Ihr Junge soll in der Stube bleiben Natürlich tut er es nicht. Er bekommt P r ü g e l. Das nächste Mal kommt er schon nicht nach Hause, aus Furcht vor Prügel. Er läuft in den Straßen umher, erlebt Abenteuer, findet Vergnügen am Herumstreifen, lernt die Kehrseite der Großstadt kennen und schliddert in die Jugendkrimi- nalstät hinein. Die kriminelle Handlung war hier die mittelbare- Folge der Mißhandlungen, die ursprünglich« Reaktion war- die Furcht vor Prügel. Noch wichtiger sind die Persönlichkeitsveräoderungen unter dein Eiirsluß von Mißhandlungen. Sie sind verschieden, je nachdem es;. sich um passive oder aktiv« Naturen handelt. Di«, leicht« m p f> n d s a m e n Kinder werden verschüchtert, verlieren de» Matz- stob für dos Richtig«, wen den Erwachsenen manches zu Gefallen um sich bei ihnen einzuschmeicheln, werden heuchlerisch und verlogen. Diese Persönlichkeitsgestaltung wird schicksalsbestimmend für; das ganze Leben. Ein junges Mädchen hat der Frau ihres Ge» liebten Salzsäur« ins Geficht gegossen. Ein wildes und lebhaftes Kind, körperlich etwas zurückgeblieben, wurde sie von der Mutter übertrieben streng gehalten, auch oft geschlagen. Hier fühlle sich im Leben zurückgesetzt und einsam, erlitt im Liebes»-; leben schwer« Enttäuschungen, wurde von ihrem letzten Geliebten zum Diebstahl verführt, verlor ihre Stellung: als sie dann erfuhr, daß sie betrogen sei, ihr Geliebter verheiratet, kam es zur explosiven Reo ktionshandlung. Noch schlimmer ist es aber, wenn die Kinder auf die Roheit der Erwachsenen mit eigener Roheit reagieren. Sie wissen zwar, daß es unangenehm ist, Prügel zu bekozymen, empfinden es aber als angenehm, Prügel zu verteilen. So entwickeln sie sich zu Roh» lingen. Ein extremer Fall dieser Art, der Massenmörder Schumann, der aus dem Scha sott endet. Auch hier schlug der Voter das Kind brutal. Als die Mutter ein zweites Mal heiratete, erging es dem Knaben kaum besser. Er war ein weiches Kind, konnte weinen, wenn man einer Fliege die Flügel ausriß. Als Schlosserlehrling war. er zwo? verschlossen, doch im großen und ganzen umgänglich. Schon im Wer von 18 Jahren erschoß er«ine Frau: man nahm an: durch unvorsichtiges Hantieren mit einem Revolver. In Wirklichkeit war es etwas anderes: das zeigte sich erst später: der Zunge halte sich zum Feind der Menschheil eul» wickelt. Cr mordete ohne irgendwelche persönlichen Motive: ganz besonders hatte er es auf glücklich« Liebespaar« abge» sehen. So findet man immer wieder, daß erwachsen« Verbrecher«ine schwer« Kindheit mit Mißhandlungen aufweisen. Ursprünglich gutartig, wurden sie später hart. kalt, abstoßend und feindselig. Die Folgen der Kindermißhandlungen sind unübersehbar. Sie werden meist zur Quelle einer mannigfaltigen Kriminalität. Die Ausführungen Dr. Leppmanns bilden einen weiteren Ansporn. im Kampf gegen die verheerende Sitte der Kindermißhandlungen nicht zu erlahmen, im Interesse der Mißhandelten selbst und in» Interesse der Gesellschaft. >......'............... Die Juristische Sprechstunde fäll! Dienstag, den 24. und Freitag. de« 27. Dezember, au».'-- AboilnemenUkarl«" tör die Sloal»?hca.— Moabit k! Schule Waldenferstr. 30.— Moabit ll: Seim Lehrter Str. 18—19.— Aamaanplaft: Heim Schörenberq. itraftc 7.— Nordost II: Heim Iinmanuclkirchstraftc.— Hollelche« Tor: Heim forckstr. U..— Baumichnleaweg: Heim Ernstste. Ib.— Lichtende rq.Nord: Heim unterftr. 44. Wellerbericht der öffentlichen weitcrdlcniistelle Berlin und Umgegend fNachdr. osrb.l. Bei kebbasien südöstlichen Winden Fortbestand der Herr» ichcnden Witterung.—.tflt Deutschland: Im Westen zunebmeude Bewöl. lung, später auch Schneefälle: im übrigen Reiche keine Aenderung Mmpalast Tegel neu eröffnet. In knapp zehn Tagen hat sich Tegels ältestes Kino, der Film. polost.In der B a h n h o f st r a ß e, in ein völlig neues Gewand gehüllt. Di« altmodischen Wanddekorationen sind einer schlicht ge- jchmackoollen, rotsilbern getönten Wandmalerei, im modernen Spritzverfahren hergestellt, gewichen Nett« Beleuchtungskörper neueste ivtühl« iorg«n für einen bequemen gemütlichen Ausentbolt. Auch binter der Leinwand wurde alles erneuert und den Anforderungen des modernsten Lichtspieltheaters angepaßt. Neu« btendentose Vor- führungsapparate und ein« eingebaut« Tonfilmanlagc sorgen für gutgesehene Bilder und machen die Besucher mit den neuesten Er- rungenschafte» des Filmstreifens bekannt. Die Eröffnunasvoritcl- !>mg wurde mit einem 70 Mann starken Gesangschor der Arbeiter- sänger.Freier Doltschor* und einem rcichhalligen Fitmgrogramm «ingeleitet. Endlich locgenirri! So manckxr heifte Wunsch konnte speziell zum Weih- nachtsfcst bisher nicht erfüllt werden, weil der Geldbeutel es nicht gestattet«. Dem ist nun obaeholfen worden durch die Errichtung der Volkstcchnik G. m. b. K., Aleranderstr. 81—82. 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Zoe.: L Snm Warmtuiidrcchrn»um Stan»- ozeon'chiff. iLichtditder mit Dotitog.) Zu der Woche oom r>. bi»*.ßaaaar 1930: t. Die Herrenttottoge(Selma SJogerUf). 2. Lon Betten und Wüsche. 5 Aumorevle Zu deuSacheu vom l5.btA l».Zauuar 1630: vermuste weihnachtsklange TRI- ERGO N ecsuN swee.. wrrtasTKAEse, i*ajWr MUSIK 0b)b(H0fF A—©• FEßNSPRECHECL" ÄSIÄ/ 23 IO 1; Bushldo! Das diente©rfe1(.-T . Mobetner sbjoljnungsbau.• 8. ftumotes.e/ Zu der«ach» vom 20. hi»« Zotmar ISüO-. I. Iin Lande»mannvabs 2 D;e Hetchtchte einer Siübe 3 Lumokesle. Zu der Woche vom 57. Zuu. bi» 2. Februar; L Lerrn Arbo 6 bah iSrirna Lagertbs,. 2. Älttlote Glasdächer.■■ S Humor esle. «ui SV Dezember tun 2 u. 5 ittt vach. mittags Märchenvvrste�twg. Märchen füll..Schaceroittcheu- un» arsau.euor» trüge neu rirl»uietchew-tH._... Die ktnber cnbeu unter tPeglcUuBg " euer irelen Eintritt. Zarten find seiegui.o des Mit Nsdsdnches im Ltukustrabe 25.85. gtmmrr 20, __ 24.. V>.. 26. lourt* oju»I. Dezember I 29 und.Zvuuar.950 bleibt bie hnltur- abtevunp refchiv?,! Die«benboon-rt. iung an 25. Dezember tälU ans. Antragen, wrren Ueberraltung unoBeluch der Adtdtung find letephonitch oder tck-rist. »ch an die ftultutabtellnng(«ureout Linien str. e&iÄ, Ammer 20) ,u richten. vi« Ortswirulhnig. Sonntag 22. Dezember 1929 l en Beilage des Vorwärts di.SIMeuberl: Um II Uhr hämmerte die dicke, ousnahmswerse mit engelhafter Kehulh gesegnete Wrtm gegen seine Tür-. �Thoma», Sie müssen stempeln gehen!" Rnr gn Donnerstagen warf sie ihn schon um 9 Uhr aus den Federn. An Donnerstagen klang ihre Stimme be- deutend wohlmoltender:„Sie müssen sich Ihr Geld holen. Thomas!" Und Thomas stand auf, wartete resigniert zwei, drei Stunden vor den belagerten Schaltern, bis man seinen Nomen aufrief, und brachte schließlich 1l) Mark noch Haufe.. Für die Lanze Woche. Sieben Mar? bezahlt« er für das kleine Zimmer, blieben ihm noch drei Mark! Wenn er mit langen Zähnen au? den Töpfen der Balksküchc ge- geffen hatte, warf er sich in feiner kalten Stube wieder aufs Sofa. So schlief er sich mit seinen drei Mark durch die Woche. Seine Wirtin -sah es natürlich nicht gern, wenn er sich ewig aui dem immer noch guten Sofa räkelte, sie legte dem Dösenden manchmal ihre ver- witwele Hand auf die Schulter und sagt« kopfschüttelnd:.„Thomas, Thomas.. so geht es nicht loeiter. Sie müsien suchen, suchen.... tlinmal werden sie schon Iviodei� Arbeit finden, aber nicht hier vom Sofa aus!",-. ,�sch habe ein halbes Jahr gesucht, gute Frau." knurrte schlaf- trunken Thomas.„Deshalb dürfen Sic noch lang« nicht den Mut verlieren," rief sie ärgerlich dem Verstockten zu. Sie hätte Thomas gar zu gern ihren Liabliirgsspruch, der eingerahmt über d«m Sofa hing, zu Gemüte geführt. Aber Thomas, statt dafür kein Verstand. ms, Wenn sie in der-gutmütigstem Absicht begann:„Hab" Sanne im lier�n!" seufzt« Thomas:„Und Gelh in der Tasche!" Dann warf er sich wütend auf den, stöhnenden Sofa herum. Wir dürfen Thomas nicht schlechtmachen. Er war eigentlich«in guter, williger Kerl. Auf dem Sofa log er auch erst seit 14 Tagen. Vordem war das'ganz anders mit ihm. Da hau« er sich die Absätze fch'ef gelaufen, halte unzählbare Türklinken gedrückt, vor vielen ibnfigen-Pförtnern höflichst den 5)ut gezogen, hotte- sich hin und her schieben, lafien, vou einem Schalter zum anderen, tneppaüi. treppab, -war abgewiesen ivorden und zehnmal wiödergetommen, halle ge. Ellert und gchofft. sogar gebeter.... Wie war Thomas,«he er sich boifnpngslo» auf das Sofa wari, hinter dem Leben her gerannt, Zeugnisse in der Hand schwenkend, mit tausend guten Dorsgtzen, m!t ■Flügeln der Hoffnung. Aber Thomas halle einmal den Anschluß verpaßt und kam r.imnalz wieder zurechr. Immer nur zu spat. Wenn er b«, irgend- welchen Reueinsteilungen der 34. Sewerber mar. konnl« er vorher tzjift darauf nehmen, daß mu dreiunddreißig eingestellt wurden. Dmmer waren schon andere vor ihn, da. Lief er, kam er auch nur früh genug zu spät. Wanchmol kam er mir eine Sekunde zu spät. um zu iehen, wie sich dos-angebelet«. heiß geliebte Leben einem anderen schenkte, vor seinen Augen, einem, der gewiß nicht so viel gerannt mar, wie e— r... Da machte er also eines Tages den Anfang mit dem Sofa. Wenn er dann abends mit leerem Magen und schwerem Schädel er- machte und von der Straß« her da» Leben z» ihm herautkicherte, lockend, quälend, schon für die Nacht geschmückt, seufzte Thomas, von Gott und allen guten Geistern verlassen:„Ich bin kein Mensch mehr. Eine Maschine ist etwas Menschlichere? als ich.'?' Als' die Frau wieder einmal gegen feine Tür hämmerte: „Thomas. Sie müssen stempeln gehen!" stand er zwar auf. aber siempeln ging er nicht. Er lies durch die Straßen. Drei Tage und drei Nächte ging Thomas durch die Straßen... Er Halle ein« ganz andere Richtung eingeschlagen, die entgegen- geietzi«, wo er mit offenen Armen empfangen zu werden glaubt«, Aber er irrte sich, wenn er glaubte, daß der Tod ihn mit osscnen Armen empfangen würde. Thomas mußte selbst nach dem Tode Müsen, als gäbe es auch beim Tode«ine Karenzzeit und die unvermeidlich« Stempelkarte. . Ls war ihn,, während er also den Tod auf der Straße suchte, ol» wiederholt« sich fein Schicksal Stempelkarte, als würde er wieder von einem Schalter zum anderen gefchobe� von einem Tag zum öndercn vertröstet, und wenn etwas da war, kam er immer zu spät, manchmal nur eine Sekunde zu spät, nur einen Schritt, aber dieser einzig« trennt« ihn jetzt vom Tod«, wie damals vom Leben. Wie dgmols das davoneilende Leben, sah setzt der vorübergegangene Tod mar noch seine schmerzlich enliäuschl«, hilslosc Geste nach ihm'... - Einmal kriege ich dich doch!" dachte Thomas, wenn'.er den Tod vielleicht gerade hinter einem Auto verschwinden sah. /.Einmal pack' ich dich uick laß dich nicht mehr los!". So kam er gewiß nickst' zun, Ziel, wem, er sich abends auf eine Bank.fegte und sich befahl, morgen tot zu sein: er konnte wirklich nstr diesen«inen Gedanken denken und nur dieses«Ine Bild sehen,'' hie ganze Nacht hindurch: /Thomas, du' willst morgen tot sein'" Aber er war am nächsten Morgen doch nicht gestorben, er lebte zwar nicht' mebr richtig, aber er konnte noch hungern und. frieren.... Als Thomas die vierte schlaflose Niicht vor sich sah, hätte er gern noch einmal warm und weich geschlafen, ehe er morgen zum.Tode spurixte. Aber er traute. sich nicht mehr heim. Seine Wirtin würde händeringend-angelaufen kommen:„Thomas, heute ist Donnerstag. Haben Sie Ihr Geld geholt'?" Vielleicht härte, der geschundene, hin und her geschobene, hoffnungslos«, splitternackte Thomas, sie erwürgt, tr>im sie sein grauenhaft dunkles Gefühl ewig leerer Taschen rnit ihrem Lieblingsspruch, der eingerohmtz über dem'Sofa hing, be- leuchtet hätte.:. Thomas nächtigre im Wortesaal. eines Fernbqhichvss. Vis ein peoidiercndet Schupo kam und ihn noch seiner Fahrkarte fragte. Aus dunklen Ecken erhoben sich schlaftrunkene Gestalten, torkelten hinaus, in die Nacht, auf d>« Straße. Vogelfre!«... Auch Thomas gchörte zu ihnen. Der Schupo glaubt« nämlich nur gn das. was man ihm w weisen konnte, darum wies er Mit der Hanh nach der Tur..iVille!" Sehr böslich sagte«r das. odei' Thomas nastnte ihn im stillen einen Dolksbedrücker, den er bei der nächsten Revolution an die Laterne hängen würde Hei» anständiger Mensch wäre so anstondiergemesim. daß«r dem müden armen Thomas für diese Nacht fein Lager anbo». Das hätten'höchstens die Mödch-n getan, die in dunklen.Straßen tön sich angelten: W?r Thomas ha», dafür bezahlen müsien. So schenkten sie dem verlosienen Thomas nur ihren wärmen»«,, Atem, wenn sie ihn ansprachen. Dieser warme Atem erinnerte ihn irgend- wie an dos Soio in der stets verschlossen«», guten Stube jesner Wirtin...■;''' Alz er am nächsten Morgen blaß und schwankend aus der Ein- famfett eines Parks kam. war er nahe daran, einen Schupo, der ihn argwöhnisch betrachtete, mit seiner klanglosen Stimme nach dem ••• Tod« zu fragen.-Wqs der für Augen gemacht hätte!„Machen Hie, daß Sie weiterkommen!" hätte der Schupo geschrien, weil er sich an- geulkt vorgekommen wäre. „Machon Sic, daß Sic weiterkommen!" sagte auch ein höherer Schupo in Thomas Brust. Der sagte e». nur viel wöhlwovender, beinahe wie zu seinesgleichen.— Der Verkehr-fchupo auj der kleinen Insel, gegen die der endlose Wagenstrom sich kreuzender Sträßen brandet«, hatte eben- die weiß- behandschuhte Rechte- erhoben, einer mühsam gebändigten Meute von Autos und Motorrädern das Zeichen zu neuen Jagden gebe ich, als Thomas zwischen den sich in Bewegung setzenden Wagen den Tod amtaucheir sab, wie er im gefährlichsten Gcivichl stand, ruhig, nvt verschränkten Annen und' ihm zunickend:„Hier,' Arbeitsloser Thomas!" In, dicfer Sekunde dachte. Thomas daran, daß kein Hahn nach ihm krähen würde, m'emänd, abgesehen von seiner Wirtin,'die am Donnerstag vergeblich' auf' die Ak�le. warten müßte,' wind. jemals fragen:'„Wo ist eigentlich der-Thomas? Man sieht-. und hört nichts mehr von.ihm, Wie Mg«s'wohl dem Thomas' gehen?" Niemand! Niemand! Nur' der Schutzo würde, wenn Thomas nicht hald über die Straße' schritt, kommen und ihn ausfordern, wetter zu gehen.. V Da aNiwckrtete Thomas verzweifelt und glücklich erlöst zngleich dem Markenden'Tod dort zwischen den Wagen:"„Iawob!. Arbeitsloser Thomas."'---.. Alle Leute, hie Thomas unter tipu Rödern sahen, mußten für einen Moment die Augen schließen. Allen, die um den hingesunkenen Thomas.standen, fiel das'zufriedene/ Gesicht des Töien auf. D e Leute konnten nicht wissen, daß Thomas zp.m erstenmal keiuen Schritt, keine Sekunde' zu spät, gekommen war, um an eineN, großen Schalte? endlich«ine ciilsstchtsreiche Antwort zu erhalten. Wir haben nicht'zu' fürchten, dnß Thomas wieder auffticheu. die H rinde in die Hosentaschen stecken und pfeifend seinen Weg'fort- setzen würde,. auf ech getvisscs Sofa zurück. Thomas dacht'gar nicht daran, /aufzustehen. Mit sich selbst zufneden, vor Glück stumm,' lag er am Boden, die. Arme inbrünstig verkrampst, als müsis er iemasid festhalten, den Tod,'und als wollte er ihn nie mehr lasläsien... Sienry fflellStm: Schon in Hongkong bekömmt man einen nachhoillgen Cindruck. in eine Well gekommen zu.fetn, in der man den aliermoderisiten Grundsätzen huldigt und ein Leben der Gefahr lebt, wenn man sich auch versichert, so gut.mqn. kann. Die großen Fbißdamps«r,,die vom Kai on Connäught Road zu ihrer Fahrt den Perlstuß mllwärts nach Kanton abgehen, gleichen schwimmenden Käsigen: widerstandsfähige Eijengiller trennen das Promenadendeck.'aüs den sich die Europäer und dtc.reichcn Ehinesen bewegen, van den Decks, auf denen die Killis"zusammöngepfercht tsind, und Siacheldroht ist kreuz und quer über das Vorschiff gezogen. An all den verschlossenen Gittertürea halfen turbongeschmuckie»Sikhs Wach«.,, diese Münuer aus dem nördlichen Indien haben aus irgendeiner uperforfchlichen, Ursache den Ruf erwarben, sich' als Wcichter im ganzen Osten zu-eignen: in Wirklichkeit find sie ungeheuer schläfrig, und es. war einmal ein Däne m Bangkok, der feinen Sith verabschieden mußte, weil er zu laut schrrarchtc. Zluch an Land steht(oder richtiger: liegf) vor fast jedem Hause ein Sith. Die. Chinesen befestigen mchtsdestowemger all ihre Balkons zum Haien hinaus Mit langen vorspringenden Stohlstacheln,' die Einbrecher am Einsteigen hindern sollen. Hinter verrostetem Stacheldraht schwanken die Laternen. Beim Frühstück lese ich in den Zeitungen sünf neue Fälle vou Seeräuberei aui de-in Iongllekiang. An de» anderen Tischen spricht man von dem Mqsterrum mit dem„Asiatic Prince". Uebevall wo Weiße zusammenkommen— in den Bureaus, den Klubs, der Bar im Hongkong-Hotel—, taucht dieser Name aus:„Asiatic Prince"! Mit de», Mysterium verhält es sich folgendermaßen: S/S.„Asiatic Prince". ein Frachtdanipser der Prince Line. verschivand vor oiiügen Monaten spurlos aus einer Reise von San Pedro in Kalisornien nach'statohama. Er hatte Goldbarren im Werte von einer Million Dollar cm Bord. Der Kapitän und die Offiziere ivaren Weiße, die Besatzung, insgesamt 34 Mann. Chinesen. Eines Morgens gegen 4 Uhr hörte der Radiotelcgraphist de» K/K.„City ckf-Eastbönrne" mitten auf dem Stillen Ozean ein Not- stgnal. Das rufende Schiis mochte' sich ungefähr 7 00 Seemeile» nordwestlich von Hawoi befinden. Ein Holbduyendmal wurde KOK gegel-en. Der Radiotelegraphist wartete gespannt mif den Namen des Schistes. Schließlich kam er:„ Striche und Punkte ergaben(8. I. B. R. Der Radiatelegraphist der„City af Eastbaume" schlug rasch G. I. D. R. in d«m Buch mit den internationalen Erkennungszeichen nach: aber das Schijf, das diese Buchstaben führt«, kannte sich unmöglich aus dieser Seit« des Erdballs befinden. Cr wartete und wartete, daß das Signal wiedef- hclt werden würde, aber es blieb still... „Asiatic Princes" Erkennungszeichen ist®. I. B. P. das in den Strichen lind Punklcn des Morsealphabetes folgendermaßen onssiehtr Der Radiotrlegraphist der„City of Eastbouru«" sing als letzten Buchstaben ein R auf,.—„ aber wahrscheinlich hatte sein Kollege aus dem in Not geratenen Schiff in seiner Angst einen Strich zu wenig telegraphiert. Kurz nachdem er das Signal gageben hotte. hatte ihn vielleicht fein Tod ereilt. Jedenfalls mar er plötzlich ver- ftummt. Aber kürzlich trieb mif einer der klMeren Südseeinseln die Leiche- eines weißen SeemanneK an Land. Die Tätowierung deutete auf Besuch visier Häfen. Ihm war ein kurzes chinesisches Messer tief zwischen zwei Rippen gepflanzt. Auf einer anderen Insel sand ißan etwa gleichzeitig halb im Strande vergraben eine Metallbox, mie sie amerikanische Banken zum Transport van Gold zu benutzen pslegen. Man nimmt nun als, daß die 34 Ehinesen eines Morgens um die Hundewache bamqfsnet auskamen tiiid«»__ Handimchrehen Öi« Offizier« auf dem„Asiatic Prince" erledigten. /Der Radiotele-' graphist konnte v gerade noch einmal das Erkennungszeichen des Schiffes aussenden. Vielleicht ist. es den Chinesen gelungen, mit ihrer Beute, einer Million Dollar in Gold, Land zu erreichen, viel- leicht hat sie ha? Schicksal auch bei dem Versuch ereilt... *• Chinesische Seeräuber haben überall ihre Spione auf den Bureaus der Weißen: sie wissen ausgezeichnet Bescheid, bei welchen Schisfeu e« sich lohnen kann, m/fmerksam zu sein, und bei welchen nicht! D-cht vor der Cmsahrt noch Hongkong umgibt die Küsten linie mit ihren niedrigen Bergen eine offene Bucht:'Pias Bay... sie ist die Bssis für die Piraten, die im Südchinesifchen Meer operieren. Hier bringen sie ihre Beute an Land., Jeder weiß es. ab«* niemand hat. offenbar recht Lust da.zu, einen. Man of mar dahin zu schicken, um aufzuräumen. Viele chinesische.Dschunkeiv diese Fohrzeug«, deren Segel der Riükenslosie eines Drachen gleichen, mhlen geradezu eine jährlich« Steuer av d>e Seeräuber. Das ist' eine. Form der Versicherung, und sie wissen, daß sie dann nicht «auegeplündert weiden. Selbst die Seeräuber haben nämlich Ge-' schästsprinzipien! Zwischen ihren Zügen leben sie ein glückliches Familienleben on Lglld. Biels von' ihnen habcn nett/ Häuser mit vielen Vogelbauern in Däunatt, fünf Mimiten von her Fähren- llotion In Kowloon auf dem Festlonde, der Hongkong-Insel gerade gegenüber. Ich nehme einen Rikicho und mhre hinaus... zahl- reich«, anscheinend e'hchare Chfiresen gehen über die Straße und«s wiMMelt von Kindern. So also, sage ich zu mir selbst, sehen See- räuber' aüsl''- � ."Von Hongkong. reise ich'näch Norden diirch die Straße van Fonnosa, wo hie Dschunken, zu. Hinderten Unter der' Küste Schutz aar einem äusziehe'nden Typhön suMn..Diese Fahrzeuge hoben keinen drahtlosen.Telegraphen,' der fhneir stündlich Wettermeldungen gibt, aber die Leulc haben, was besser ist: Instinkt! Me segeln mkt tö u st itdfä h rig e r ,E if ahru ng! lind mäyrcnd die/' Tage ereignet? sich im.Chinesischen'Meer sölgendes: ,''.s'''..' 7' Ein englischer Dampser in Küstcnsahrt, VS.„Ayk-iug", von Singappr� noch Hoik-oro aus der Insel Hainan unierwegs, befindet sich anderthalb'Tagereisen von diesem Hasen. Plötzlich, trennen sich gegen vierzig Ehinestii.von dcv übrigen Zivischendeckspafsaglereii, und shrc Absichten sind nicht-inißzuverstehen. Wahrend die Mehr- .zahl der Offizier«'bei'.der Mittggsiqstl. sitzt,'stünuen. die Chinesen die Komnzandobrücke, wo sich gerade der. Kapitän sind d«r Erste Stcuerntann aushaltey.. Ein Kamps entsteht....- uoter sehr un- glichen Bedingungen: denn, die Seeräuber lnitten fast alle Rsvalver, ; während die Schiffsbesatzung nur die nackten Fäuste oder irgend welche schweren Gegenstände hatten, die sich zusällig in Reichweit? befanden. Der Erste Steuermann, der Erste Maschinenmeister und der Bootsmann werden getötet und ihre Leichen ohne irgend welche Zeremonien über Bord geworfen Der Kapitän und mehrere Offiziere liegen schwer verwundet auf Deck. Der Rest wird über- mannt und der Zweite Steuermann gezwungen, das Schiff in Rich- trug Swataw zu navigieren. Die Seeräuber lassen ihn auf der Brücke stehen, während sie mit den Revolvern aus ihn anlegen, 34 Stunden ununterbrochen. Inzwischen wird die Last untersucht, und die Kisten, die Waren ovn Wert enthotten, hermisgebrocht. Sämtliche.' Kammern werden wie mit Staudsauger von Wertgegenständen gesäubert,- alle Passa- giere körperlich visitiert und ihnen wie Hühnern- Geld und Schmuck qenipsr. Dir Seeräuber teilen sich in zwei Wachen:- Die. die fr«!- haben, richten den Salon nach ihren Komforlbegrijsen als OpMM- böhl« etn und feiern Orgien in der Bar, 8/8.„Anking" nähert sich nun der Einfahrt nach Hongkong. Felseninseln mit' blendenden Leuchtseuery tauchen au? dem Meere ans. Alle Lichter an Bord werden gelöscht. Ein Blue-Funnel Dampfer und ein anderes, un- bestimmbares Schiff laufen im Dunkel dicht vorbei: aber die Offiziere werden mit sofortigem Tode bedroht, wenn sie nur den geringsten Versuch machen. Hilst herbeizurufen. In einem großen Bogen umfährt„Anking" Bieg Bay— diese sonst so beliebt« Frei- statt wird in diesem. Falle nickst als sicher genug angesthsn!—, erst in der Bucht von Hongkong, I Uhr nachts, gibt der Anführer der Seeräuber Befehl zu ankern. Drei Retkimgsboote werden.aus- gefetzt und darin veriasien die'Seeräubxr.das Schiff mit ihrer! Beute, Werten von über bvlXH Dollar, außer sieben chinesischen Passa- gieren, von deren Verwandter� sie Äsegelder zu erpressen hoffen. *• Der Fäll„Anking" hat hier draußen, wo'man so Nil im Hinblick auf derartige'Sensationen blasiert geworden Ist, mehr als gewöhn- liches Aufsehen erweckt. Die Behörden in.Kanton kündigen an, daß sie sich bemühe» werden,.. dys haben. sie früher angekündigt, ohne daß man je ein Rejulwt btx Bemühungen gesehen hätte! Wahrscheinlich nehmen die Weißen die Sache selbst in die Hand. Jedenfalls lptben öle Militärbehörden in Singapore den Mitgliedern des Freiwilligenkorps der Europäer gestaltet, künftig Schiifg istch und von Hongkong zu eskortieren. Das erste Schiff Mit Volnnwurs an Bord ging' den-«. OkMber 1928 ab und führte, einen Ätzizi'«.' imd-dreizehn Mcknn.. � Die verwundeten Offiziere ooN-8/8.„Anling".wurden m Las Krankenhaus von.Hongkong gebracht und es wurde ein Gottesdienst mr Erinnerung an die- drei Männer abgehakten! die als Leichen über Bord. geworfen wurden. Der Zweite: Steuermann, Mr. I W. Bennett. hat ioc-ter keinen Schaden von feiner»Zstündigcn Wach« auf her Brücke mit den ununterbrochen auf-sich gerichteten Revolvern gehabt... jedenfalls-ist er schon imstande gewesen, Hochzeit zu hotten." ftins brat kniffen mn.„. Z.-fi Die graßle kosmische Gejckstuiudigleit. uüt der-sich die Himmelskörper durch den Raum hewegen. vstirde auj dem Mount- Mlson-Obfervatorium in Amerika...von Dr Millon Huwasan fest- gestellt.' Es hondett sich um einen' weit entfernten.' an der Grenze der Sternbilder Wassermann und' Fische' gelegenen SpfriKnebel, dessen Llchi so' schwach ist. dnß 33 und 4 st Skundcn'nötig iva'ren. -um sei-n.. Spektrum- aus--zchet phowgraphilch«-Plalleu- ststzuhälten. Aus-den' Lssttenverschiebungen gxgen ein irdisches Spektrum folgt nach dem Dopplcrtck�n- Prinzip ein Zurückweichen in der Blick 'richdang um. MM Kilometer in der Sekunde.-•' 1-»- Leber die cebcnsbedlnqvnaen der Tiere in den zoologidhen chärteu haben amerikanische Foricher Angehende>' Untersuche, gen angestellt.-'- Donach haben die in den zcwlogischen Gärten�gehaveneu Tier« eine beträchtlich lönaere Lebensdauer als ibre in der. freien Natu? lebenden Genossen. Man schreibt dies der besseren Ernährung und Pflege zu. 3)r. 3L Sf. Sranrö: 3�1 C SiCHlfeoflldlclljJCM Was sind dos: Steinkohlenalpen? So höre ich mich fragen. Und wenn ich von dem faßlichen Wort auf di« Gelehrsamkeit über- leite und erläuternd hinzufüge, man könnte mit ihm ganz gut die zaristischen Gebirgsstümpfc Mitteldeutschlands bezeichnen, fo finde ich sicher noch immer kein Verftändms. Also lade ich meine neu- gierigen Leser ein, mit mir selbst diese Fobelgebirge zu besuchen. Wo streckt es seine Zinnen empor? Im schönsten aller Länder, im Land« der Vergangenheit. An einem Punkt, an dem jährlich hunderttausend« gedankenlos vorbeifahren, hat es seine Spuren deutlicher als sonst hinterlassen. Das ist die Wand des Bohlen, an dem sich dicht der Schienenstrang zieht, von Saalfeld in Thüringen noch Layern zu. In mächtigen Wellen ist an ihr der alt« Sandstein >rnd Kalk gefaltet, und hoch oben sind dann die Falten wagerecht zugedeckt mit Hellem ffialkgestem. Mehr ist daran nicht zu sehen, aber dieses wenige erzählt dem Erdkundigen eine lang« und interesiante Geschichte. Denn dieser in schönen Wellenlmie» dahinziehende Sandstein und Kalk ist uralt. Er lagert« sich aus einem Meer« ab. in dem seltsam« Korallen ihr stilles Leben spannen, und Urkrebse. Trilobiien krochen, die sich wie Asseln einrollen tomtten, und wie Schildkröten gebuckelt« Panzerfischc mit einem Auge und zwei großen säbel. förmigen Knochenflosien, so absonderlich, wie sie nur von der Phantasie der Romanschriststeller, nicht aber von der Feder eines soliden Naturwissenschaftlers beschrieben werden dürften. Dieser Sandstein stammt aus einer Zeit, in der es Noch gar kein« Blumen, keinen Laubbaum und kein höheres Tier gab als Fische. Ein Krokodil— unerhört« Neuerung—, ein Bogel—, unmögliche Vorstellung für ein Lebewesen aus jener DevonzsU. Säugetier und Mensch wurden erst nach vielen Jahrmillwnen möglich Dieses Devonmeer, das einst an Saatfelds Stelle seine Wasser rauschen ließ, mußt« erst austrocknen, sich in einen Sumpf wandeln, in dem da und dort die Wälder der Steinkohle grünten, mit ihren Schacht ei- halmen und Siegelbäumen, den Wattlchaben und den Riesenlibellen, die fast dreiviertel Meter klafterten und den walnußgroßen Kopf mit einem Papagei schnabel bewehrt hatten. So viel Zeit mußte in die Ewigkeit lstnabtropfen. daß von den steinkohleführenden Sand- steinen und Schiefern, von denen sich sicher in einem Menschsickeben ein kaum Nennenswertes ablagern konnte, rund 28M Meter der Crd rinde zugefügt wurden. Erst dann entstand das„variskrfche Gebirge", ein« ungeheure Faltenbildung im„Devon- und Oberkarbon", wie es die Geologen nennen, ein Drängen und Pressen. Aneinanderstürmen und Auffalten des alten Meeresbodens, daß m ganz Mitteleuropa ein Riefengobirge au, dem Boden stieg, noch ausgedehnter als die Wpen von heute, an deren Stelle«in sumpfiger Meeresstrand dampfte, und vielleicht ebenfo hoch wie st« und ebenso malerisch: «in Urgebivge, besten Gipfel olle jungfräuNch blieben, denn das höchst. organisiert« Landtier, das in seinen Wäldern kroch war nur«in eidechsenähitfiches Wesen. Und diese Alpen oerschwanden! Sie wurden abrasiert, abgetragen wie Erdhügsl von«in paar Arbeitern; Europa wurde«in- geebnet, wie ein Garten, den man umgraben läßt. Ein Weltereignis, besten Großartigkeit man sich gar nicht ausdenken kann, vollzog sich in der„kurzen" Spanne Zeit, während deren sich die St�in- kohlensümpfe in die Fels- und Kieswüsten der nächstfolgenden Formation wandelt«!. Eine kurz« Spann«, allerdings gemesten an der Erdentwicklung: fo kurz, daß während dieser Zeit da» Leben kaum eisten Fartfchrift machte. An ihrem Ende waren die erreichten Höhepunkt« im Pflanzenleben die Bildung der Nadelbäume, in der Tierwelt der Urmolche. lind von beiden gab es einfachere Formen schon in der Steinkohlenzeit. Natürlich wirft man sich ein: ob denn solches nicht ein Irrtum fei? Wer die Bohlenwand sagt es ganz unzweifelhaft. An ihr ist mit den großen Schristzügen der Natur hingeschrieben: in diesen, Buntsandstein und kleinen Resten der Kohlenzeitablagerungen sind noch die Spuren der Faltungen erhalten, durch die das variskifche Hochgebirge entstand. Aber die Sättel dieser Falten, ihr oberer Rcknd ist abgetragen und auf ihm liegen wogerechte Meeres- ablagerungen der permischen Zeit. Also bezeugt die Natur selbst, daß über dem Gebirg« das Meer später seine Wellen zog und seinen Kalk zu Boden sinken ließ. Das Zechsteimneer verschlang die übrig- gebliebenen Stümpfe eines der größten Gebirge, di« Europa je getragen hat. Und damit kann ich mich wieder vom Fachwirtschoftlichen zum Allgemeininterestanten wenden. Die„kurze" Spann« Zeit, m der das variskifche Gebirge ab- getragen wurde, bedeutet an der Menschheit gemesten, eine halb« Ewigkeit. Denn nichl Kalastrophen haben jene weggewischten Hoch berge im Thüringer Land, am Rhein und in Schlesien zusammen- gebrochen, sondern nur das Nagen der Zeit. Wir haben keine Ursache, anderes anzunehmen, als was auch heute in den Alpen wirk- sam ist. Der Steinschlag, der an jeder Felswand jede» Tag ein paar Steine zu Tal befördert, das heinilich« Rieseln des Schuttes, die Bäche, die ihr Geröll jeden Tag«in paar hundert Meter weit schleppen, di« Frühlingswässer, die Gewitterregen, sie nagen ein Gebirge ob, sie haben auch die variskffchen Alpen eingeebnet. Wenn man an das denkt, blitzt der Gedanke airf: auch jetzt ereignet sich auf Erden nichts anderes als damals Bor„kurzer" Zeit entstand durch Faltungen, dort, wo früher ein Meer war, wieder ein Hochgebirge. das eben jetzt abgetragen wird.„Nicht lange mehr," und es ist so nieder, daß vielleicht wieder das Meer darüber fluten kann bei der nächsten großen Bodensenkima. Just um die Zeit, da dieses Gebirge Zranat Stothenf eider: llarhl der Oefangenen BZir roaudelo oaGts auf rpciftzen S�wingen. Die ivtr der Sorme SGatteu find; Es rührt und streicht ein feines.Sulingen lind will ein sattes keuchten dringen Den fBlcnfrfjett, die am Tage blind... �.TTat&ts, wenn die SQlaucm tief versinken, Tinhörbar fast und doch ein>5Tlang Aus eiaes fOlüden Trostgesang, Wie eines �Tranken kühles Trinken iXns wesenloser"Wellen Gang. Es war ein c?ch, doch wem es eigen. "Weiß nicht die Nacht, der nichts gehört, "Wenn durch das grenzentose Schweigen - Den bebenden sich"Wellen zeigen Die keines Ätems Stille stört. sich auffaltete, entwickelte sich wieder ein« neu« Art von Lebewesen: di« Menschen, die jene Bodensallen Alpen nannten..... Wie oft sprechen wir davon, daß diese Menschen sich die letzte und endgültige Blüte am Baum der Erde dünken, dem sie ent- wachsen sind, als fein Endziel und wahrer Sinn. Der Geichicht- schreib«* der Erdgeschichte lächelt ironisch bei diesen schönen Träumen. Der ungeheure Entwicklungsweg des Menschen von der Horde des Urmenschen bis zu den Radiaabonnenten und Ozeanfliegern der Gegenwort entspricht also im Leben der Erde einem Faltenwurf, der im Begriff ist, sich zu glätten. Bis di« Alpen verschwunden sind und neu« Meere blauen, kann dieser Mensch das Schicksal der Panzer- fische, der Trilobiten, der Riesenlibellen, der Saurier, der Siegel- und Schuppenbäume geteilt hoben. Sic alle saßen auf einem Ast, der abbrach, sie sind ausgestorben. Das variskische Gebirg«, seine Wälder und seine Lebewelt sind ausradiert aus dem Bild der Erde, und es kamen viele neue Perioden. Warum glauben also viel«, jetzt sei die letzte da? Di« Menschheit hat ein« kürzere Lebensdauer ais die Erde, über die sie herrschen will. Man kann es als Denker nicht glauben, daß die Erde ihrer Herrschaft nicht entgleiten werde. Was sollen uns Ewigkeit und Weltenroum! Unser Intellekt ist auf keine weitere Sphäre eiirgerichtet, als unseres Daseins Spann« bedeutet. Versteht man denn nicht, was es bedeuten soll, daß des Menschen Geist Ewig- keit so wenig fassen kann wie Unendlichkeit? Und so lehrt uns die Geschichte der Steinkohlenalpen das energischste Iasagen zum Dasein und das Nutzen jeder Minute. Nichts ist»sicli«r— nur sie. Zwischen Ewigkeit und Web und zwischen mir liegen noch ungezählt«, ungekannte variskische Gebirge der Ver- gangenheit und Zukunft, di« die gerade Linie der Gesetze und Wahr- heften abbrechen, und kein Ankmipsungspunkt an jenen, fernen Ufer drüben ist uns oerheißen. Ts%l,9toh1fs trird ßOjahre Christian Rohlss, der am 22. Dezember seinen achtzigsten Ge> burtstag erlebt, und dessen Schaffen srrsch und lebendig geblieben ist bis heut«, hat eine merkwürdig« Entwicklung durchgemacht. In seiner Jugend schien es mft ihm übel zu stehen. Als Bauernfohn und Erb« eines Haies in. Holsteinischen wurde er durch ein zehnjährig» Krankenlager und nachfolgende Amputation eines Beines jeder Mög- lichkeit beraubt, den angestammten Beruf auszuüben. Theodor Swrm entriß ihn der trübseligen Existenz und brachte ihn nach Berlin, wo man seine künstlerische Begabung entdeckt«, und Ludwig Pietsch swa» würde der heut« sagen?) hals ihm weiter an die Weimarer Kunst- schule. Dort saß er Iahrzehifte im vergessenen Winkel und malt« eirtzückend« Landschaften, Waldbildcr von heimlicher Schwermut, wie sie der unglückliche Buchholz gesehen hafte, und das stille Lebens- bächlein schien am End« ganz im Sonde der Kleinstadt zu versickern. Da fand ihn Karl Ernst Osthaus, dem die neue Kunst so Unermeß. liches verdankt, und holte ihn 1900 nach Hagen, wo er bis heute gelebt und mft einigen Unterbrechungen, in Soest, München, Mellingen, von wo er jedesmal mft anderer Zlusbeut« in das ihm zur Heimat gewordene Folkwang zurückkehrt«. Erst in Hagen hat Röhls? sich zu dem visionären Künstler entwickelt, als den wir ihn kennen: erst im hohen After ist er zu einem anerkannten und geliebten Führer der Jungen geworden. Was als schlackenlose Schöpfung von seinen ungezählten Arbeiten übrig bleiben wftd, sind die Werke der beiden Epochen, di« seiner elgensten Natur entsprechen: die Weimarer Landschaften voll eines stimmungshaft gedämpften Vorimprefflonismus, destsn licht« Farbig- keft der stillen Waldlandschost Nordthüringens entspricht: und di« Farbenvisionen der letzten zwanzig Jahr«, die sich ganz aus seiner Vorstellung entwickell haben und Rohlss als einen Meister der deutschen Ausdruckskuust erkennen lasten. Es ist eine Molerei des Visionären, das mft einem zarten Mespiikst sehr eigner Farben di« Wirklichkeft umkleidet, vor allem Blumen jeder Art, Soester Kirch» türme, Menschenköpf«, allmodische Gäßchen zauberhaft einsängt und in eine Form versetzt, die unsere Sehnsucht nach einem überwirk- lichen, märchenhast gesteigerten Weltbild erfüllt. Naturvorbild ist Rohlss nur Material, mft dem seine Phantasie souverän schaltet; nicht abstrakt'wie Klee oder Kandinsky, sondern in der Art, daß ihr Gegenstand immer deutlich erkennbar bleibt, aber umgeschmolzen wird in'ein feurig glühendes System von Farbbändern, und in materiell« Linien, hinter deren lichten, Netz die verklärte Wohrheft auftaucht als lieblichste Verkörperung eines Wunschiraumes. Heue deuifche diompaBpflanaEe Bisher wurden immer nur Vertreter der Gattungen Lattich (T»ctu««) und Krümling(Chondrilla) besonders der Wild« Lattich (Lactuca scariola), als die Pflanzen aufgeführt, die die seltsam« Eigentümlichkeft besitzen, sich mft ausgerichteter Blattspreite in di» Nordsüdrichtung einzustellen, so daß man sie als �tompaßpftanze" bezeichnet. Nach einer von Stahl ausgestellten und später von Karsten experimentell gestützten Hypothese sieht man den Zweck dieses Ver- Haltens darin, daß die Pflanze dank der Stellung ihrer Blätter der starken Strahlenwirkung der Sonne zur Zeft ihres höchsten Stande» entgeht- Denn das Licht trifft die Blätter mittags nur von der Schmalseite, so daß eine allzu stark« Wasterverdunstung vermiede« wird. Wie Schanderl nun kürzlich in einem Aufsatz in der Zeitschrift „Planta" berichtet, beobachtete er in der Umgebung von Würzburg dasselbe auch an einer Wasterpfftmze. nämlich an den über dem Wasserspiegel bestndlichen Blättern des bekannten Pfeilkrautes <8a«ittaria zachuilolia). Außerdem konnte er feststellen, daß di« Ausgestallung der Blattform von der Lichtbilanz des betreffenden Ortes abhängig ist. Die Blätter mft günstiger Beleuchtung«HSSP9' schmäler, haften also die bestrahlte Fläch« verringert und haften. abgesehen von ihrer Nordsüdorientierung, ein? nahezu vertikal« Stellung eingenommen. Dabei zeigt« es sich, daß die Ausgestallung der Ober- und Unterseite der Blätter fast zu einem vollen Ausgleich des normalon anatomischen Unterschiedes zwischen beiden Flächen geführt hatte, was ebenfalls als«ine Herabsetzung der Ausbeutung des Oberlichtes zu deuten ist: denn die Blätter des Pfeilkrautes in weniger günstigen Lichtverhällnissen wiesen noch alle den für sie erforderlichen normalen anatomischen Gegensatz im Bau der oberen und unteren Blattflächen auf. Stahl vermutet, daß der Kreis der Kompaßpflanzen bei genügender Beobachtung noch durch weitere Beispiele vermehrt werden kann, wozu auch Nichtwisienschastler bei» tragen können, da ja das Aufsinden Ausmertsomkeft, weniger ober wissenschaftliche Borbildung erfordert. Zum Schluß unser« großen Welhnaohts• Vcrkanla versäumen sie nicht, von unseren heutigen fabalhattan Angabotan Gebrauch zu machen, deren unübertreffliche Billigkeit Sie In iatstar siunda veranlassen wird, diese harrllchan Paslgaachanka zu erwerben. 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Die Publikation überschreite die Grenzen rein wissenschaftlicher Forschungsarbeit und des- halb werde das bewilligte Forschungsstipendium eingestellt und Schemanns Antrag auf Weiterbewilligung eines Forschungsstipendiums nicht entsprochen. Aus dieser gewiß porsichtigen Formulierung geht hervor, daß das Präsidium der Notgemeinschast den wissenschaftlicheü Charakter der Ar- beit Schemanns, soweit die im„Vorwärts" gekennzeichneten Stellen in Betracht kommen, ausdrücklich verneint. Sie selbst, hochgeehrterHerrProfessor, stellten fest, daß die im„Vorwärts" mitgeteilten Proben genügen, um die Aeußerung Schemanns auf das schärfste zu verurteilen. Sie geben zu, daß es sich um ganz flache, ganz einseitige und äußerst be- deutliche tages politische Erörterungen handelt, die in der Tat eine unzweideutige Ablehnung verlangen. Sie sprechen von einer geradezu unerträglichen poli- tischen Polemik, wie sie Prof. Schemann übte. Auf der anderen Seite aber wollen Sie aus dem Ar- tikel im„Vorwärts" herauslesen, daß von sozialdemokratischer Seite eine Wissen schaftszensur verlangt werde. Wenn ich auch selbst kein Forscher bin. so sehe ich mich doch genötigt, hier einmal Klarheit zu schaffen, um so mehr, als es sich hier gleichzeitig auch um ein politisches Problem handelt. Sie haben vollständig recht, sehr geehrter Herr Professor, daß es verwunderlich wäre, wenn die Sozialdemokratie eine wissenschaftliche Zensur verlangen sollte. Wir Sozialdemo- traten sind Gegner einer jeden Zensur, möge sie gegen die Wissenschaft oder die Literatur oder sonst welche anderen kulturellen Güter gerichtet sein. Auch wir unterstreichen Ihre Auffassung, daß Kulturproblemc nicht allein und ausschließ- lich mit Zensurfragen gelöst werden können, ja, wir gehen darüber hinaus und erklären, daß die Zensur über- hauptnicht geeignet i st, als Entscheidung bei der Lösung, kultureller Probleme benutzt zu werden. Aus diesem Grunde haben wir seinerzeit auch gegen das Schmutz- und Schundgejetz, eine ausgesprochene Zensurmaßnahme, gestimmt, die von Ihren Parteigenossen verlangt und im vollen Umfange gebilligt wurde. Wenn Sie aus dem Fall Schemann die Folgerung ziehen. unsere Kritik an der Bewilliaungspraxis der Notgemeinschast im vorliegenden Falle laufe auf eine unbeschränkte Wissenichafts- zensur hinaus, so befinden Sie sich im Irrtum. Die Sozial- demokratie hat die Freiheit der Wissenschaft immer gefordert, auch zu einer Zeit, als der freien wissenschaftlichen Betätigung schwere Hindernisse in den Weg gelegt wurden. Die Sozial- demokratie hat niemals geduldet und wird niemals Dulden, daß die Freiheit der Wissenichaft angetastet werde. Sie hat beispielsweise auch im Fall Wahrmund, dem Standardfall einer Verletzung des Prinzips der wissenschaftlichen Lehr- freiheit. sich auf'die Seite der Verfolgten gestellt.— Sie wird auch für Gelehrte vom Schlage Professor Schemanns immer eintreten, wenn ihnen irgend welche Nachteile drohen sollten, die mit dem verfassungsmäßig sicbergeftellten Recht aus freie wissenschaftliche Betätigung im Widerspruche stehen. Wohlgemerkt. es' handelt sich immer um Wissen- s ch a f t. Aber auch dem Nichtforscher muß das Recht gegeben sein, die Grenzen zwischen Wissenschaft und Nichtwissenschaft zu ziehen, soll nicht eine unerträgliche Diktatur a la Schemann sich entwickeln, die um nichts besser wäre als eine Diktatur politisierender Militärs. Die Wissenschaft und ihre Lehre sind frei. Damit sind aber nicht politische Hetzereien und poli- tiscbe Brunnenoergiftungen. die von Wissenschaftlern in ihre sonst— ich gebe es zu—, vielleicht hochwertigen wissenschaftlichen Arbeiten eingeschmuggelt werden, zu oerstehen. Auf diese Weife könnte ein politisches Ausnahmerecht für eine ganz bestimmte Gattung von Staatsbürgern entstehen. Selbst- verständlich bleibt es jedem Gelehrten, wie überhaupt jedem Staatsbürger, unbenommen, seine politischen Ansichten frei zu äußern. Nur darf er nicht verlangen, daß politisch-literarische Exzesse, wie sie Professor Schemann sich zu schulden kommen ließ, als Wissen- s ch a f t g e w e r t e t und staatlich finänziert werden. Und von diesem Gesichtspunkt aus ist auch das Verhält- nis zwischen Schemann und der„Notgemeinschaft der deut- schen Wissenschaft" zu beurteilen. Sie schreiben selbst, sehr geehrter Herr Professor, daß Sie das Buch nicht gelesen haben. Nun, ichhabees gelesen, und ich kann Ihnen vonnei'Ztag, den 9. Januar, um 19 � Uhr im groBen Saal des Lehrervereinshauses, Alexanderplatz, Vortragsabend Proletarische Dichtung nminHDinuiiininminiininnrainiimimramiiiiiiininimniiinnniiniiiiniiuMiiinmiiraiiiiiiiiHuiniiiiiiiniii Vortragender: Gen. Dr. Karl Schröder, der Verfasser vieler Arbeiterromane, u. a.„Ein Sprung über den Schatten",„Jean Beek" Der„Volkschor Lichtenberg" wird diese Veranstaltung mit Kampfliedern umrahmen. Preis einer Eintrittskarte 30 Pfennige. imiiiimiiimiiiiuiiiiiiiiiiniiiiniiiiiiiimiiiiiiiiimiiniiniuniiiiiNiimnniiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiNiiumiiiiiiiiimiiiiiit Jede Inhaberin einer Karte Ist berecht gt, sich nach der Veranstaltung an einer Verlosung zu beteiligen. Auf jede 60, Eintrittskarte entfällt eine Buchprämie des„Bücherkreises". Karten sind ab Dienstag, dem 24. Dezember, im Frauensekretariat des Bezirksverbandes Berlin, SW 68, Lindenstraße 3, 2. Hof, 2 Treppen, Zimmer 4, im„BQcherkreis", SW68, Belle« Alliarce-Platz 7-81 Treppe, in der Buchhandlung Dietz, SW68, Undenstraßs 2, Im Zigarrengeschäft Hprsch, SO 36, Engelufer(Qewerkschaftshaus), zu haben. Das Frauensekretariat versichern, daß die Zitate aus dem„Vorwärts" nur einen kleinen Teil dessen wiedergeben, was auch Sie als einseitig, bedenklich und als unerträgliche polstische Polemik be- zeichnen. Gewiß, auch für die Bewilligungspraxis der Not- gemein jchaft der Deutsch en Wissenschaft muß daß Prinzip der Freiheit der Wissenschaft der ober st e Grundsatz sein. Aus diesem Grunde haben wir seit langem bedauert, daß beispielsweise Wissenschaft- liche Wer ke, die auf dem Boden der soziali- stischen Weltanschauung stehen— und deren gibt es genügend—> nicht die entsprechende Förde- rung erfahren haben. Die Unterstützung der Arbeiten Schemanns steht zu dieser Praxis in einem, nicht zu über- fehenden'Gegensatz. Etwas anderes ist es aber, wenn die Gelder der Notgemeinschast— und diese find Zu 90 ProZ. öffentliche Gelder— zur Unterstützung eines Werkes ver- wendet werden, das nach der nachträglichen Feststellung der Notgemeinschaft selbst die Grenzen von rein wissenschaftlichen Forschungsarbeiten überschreitet, das sich in einer üblen, hetzerischen Polemik gegen den republikanischen Staat, jüdische Staatsbürger und— die katholische Kirche ergeht. W i r sehen es als unerträglich an, daß staatliche Gelder für eine jeder W ifs e n s ch a f t l i ch k e i t bare politisch-reaktionäre Streitschrift verwendet werden. Denken Sie, sehr geehrter Herr Professor, die Konsequenzen weiter aus. Was man Herrn Schemann zubilligt, das müßte man natürlich auch einem jeden Gelehrten zugestehen, der etwa auf die glorreiche Idee kommen sollte, sich eine politisch-aktuelle Streitschrift von der Notgemeinschast bezahlen zu lassen, indem er sie einfach unter wissenschaftlichem Namen und in wissenschaftlicher Ver- brämung erscheinen läßt. Damit wäre der wahrhaft geniale Zustand erreicht, daß der Staat seine eigenen Feinde unter- stützt, daß die Steuergelder der staatsbejahend eingestellten Bevölkerung für die politischen Gegner verwendet würden, weil diese ein Vorrecht als„Wissenschaftler" genießen. Wenn wir gegen einen solchen Unfug Front machen, so geschieht das nicht allein aus selbstverständlichen politischen Gründen, son- dern weil wir die Wissenschaft scharf trennen von jenen Ab- arten, die den Ehrennamen der Wissenschaft mißbräuchlich für sich in Anspruch nehmen. Es wäre ganz verfehst, das Recht der kritischen Diagnose den Wissenschaftlern allein zu- zubilligen. Auch derjenige, der kein Forscher im technischen Sinne ist, kann genügende kritische Vernunft haben, um eine wissenschaftliche Arbeit von einer politischen Hetzschrift zu unterscheiden. Um richtig verstanden zu werden: Selbstverständlich bleibt es allen Gelehrten unbenommen, die Wissenschaft aufzufassen, wie sie es wollen, und wenn es ihnen gut scheint, politische Tendenzschriften als wissenschaftliche Arbeiten anzusehen. Daß damit das Vertrauensverhältnis der Bevölkerung zu der Wissenschaft nicht gerade gestärkt wird, ist eine andere Frage. Die Wissenschaft und ihre Lehre ist frei. Dagegen wer- den wir nicht zulassen, daß die Notgemein- jchaft der Deutschen Wissenschaft mißbraucht wird, um politische Schriften, die unter wissenschaftlichem Decknamen sich verbergen, zu unterstützen. Ich dächte, daß das eine durchaus klare und selbstverständliche Stellungnahme ist, die mit einem Angriff auf die Freiheit der Wissenschast auch nicht das geringste zu tun hat. Wenn Staatsgelder auf dem Umweg über die Notgemeinschaft zu solchen Zwecken ver- wendet werden, so könnte morgen auch Herr Hitler kommen, und für eine gegen Iuda und gegen Rom verfaßte Broschüre eine Reichsunterstützung verlangen. Eine Unterscheidung zwischen ihm und Herrn Schemann zu machen, weil er kein Wissenschaftler im technischen Sinne ist, wäre gegen Herrn Hitler eine himmelschreiende Ungerechtigkeit. Damit, sehr geehrter Herr Professor Schreiber, ist unsere Stellungnahme zum Fall Schemann und zur Notgemeinschast gegeben. Wir schulden der Notgemeinschaft den größten Dank für ihre bisher geleistete Arbeit, wir sichern ihr auch in Zukunft unsere volle Unterstützung zu. wir sind die ersten. die auch bei der Notgemeinschast den Grundsatz der Freiheit der Wissenschaft bis zum äußersten verteidigen werden. Der Fall Schemann soll uns aber eine Warnung sein. Deshalb gebührt dem Reichsinnenminister Dank für sein schnelles Em- greifen, ebenso der Notgemeinschast für ihr entschlossenes Ab- schütteln des Herrn Professor Schemann, dessen sonstige wissenschaftliche Verdienste nicht bestritten werden mögen. Ich bin der Überzeugung, daß sich eine ähnliche Affäre nicht mehr ereignen wird, denn ich sehe eine Bürgschaft dafür in der Tatsache, daß Sie, sehr geehrter Herr Professor, dem Haupt- ausschuß der Notgemeinschaft angehören. Im übrigen bin ich überzeugt, daß eine Lektüre des Schemannschen Buches Sie veranlassen wird, mir recht zu geben. l Ich verbleibe in vorzüglicher Hochachtung Ihr ergebener •.... Dr. Julius Moses, SN. d. R. Vorträge, Vereine und Versammlungen. W Reichsbanner„Schwarz-Rol-Gold". ««schSftsst-ll»! Berlin E 14. Eebastianstr 37-38, S-i 2. St. ÄMnabctfl, Iungmviiirschoft I: Montag, 23. Dezember. 20 NI,r, Iugendkieiin Aorckftr. 11, Iahreshouptvcrsanlnilung. Ncnwahl.— Prenzlauer Berg, Inn«bannet: Montd!,, 33. Dezember, Seiinabend. Weltliche Schule, Sonnenbutaet Straße. Vottran:„Miüstände in den Juacndvcrbändcn". — Lichtenberg: Montan, 23. Dezember, Zunomanntchaft und Schutlsnortler: Der Turnabcnd fällt aus. Wiederbeginn der TraininAsabenbe am 13. Januar, bis 21 io Ulli, in der Turnballc Nummelsburqet Str. 34.— Binteriport- abteilun«: Dicnstaa, 24, Dezember, Abfahrt der Sar�fobrsr Potsdanicr Babn- bo?. Sammeln:■ 11 nr Vorhalle, an. der«rohe» Zrcitreppe,— Mariuc- abteilunq: Mittwoch, 25. Dezember, fällt Turnen aus.— Zriebrichehain. tiunabanner: Die Turn- und vcimabende fallen aus. Nächste Iunjlbanncrver. fammlung am 6. Januar im Jugendheim Zranifurter Allee 307. Reichsbund der Sriea-bcfchädiatcn,»ricqstcilaehmer und Srieaerhinter- bliebenen, Sau Berlin, Ortsqruppc Nordeu 14. Sonntaa, 22. Denember. 17 Uhr, Weihnachtsfeier mit anschliestcndcr Beschetunn der mit Ausweiskartc versehenen Kinder. Thorncr Seimatbund. 2. Weihnachtsfeiertaa. 23. Deaember, 17 Uhr, in dein oroücn Zcstsaal des Schillcr-Theater-Nestaurants, Charlottenburg, Bismorcl- strafte 110. Weihnachtsfeier mit stinderbefcherung. Männer, und Gemischter Chor Adlershos. Wcihnacki'skonzcrt in Adlcrshaf am 2, Tciertog. 11 Uhr, im Lokal von Wöllstein iiu Adlers mit dem Titel: „Bon Kampf und Arbeit". Eintritt 3ö Pf. Bund religiöser Sozialisten, Neukölln. 28. Deicmber, 19 Uhr, Weibnachts» frier im Eemeindesaal, Sertastr. 9. Eintrittsgeld einschl. Kaffee und Kuchen: Erwachsen« 30 Vf., Kinder 23 Pf. Karten bis 27. Descmber beim Genossen Rackwih. Äranoldstr. 13. Tel.: Neukölln 3831. Gäste willkommen. Zreie Arbeiter-Stenograpben-Vereinigung Srost-Berlin. Allen Mitgliedern zur Kenntnis, dast unsere Kursc der Schulferien wegen erst in der Woche vom 3, bis 13. Januar wieder beginnen. Gleichzeitig machen wir schon heute alle Interessenten darauf aufnicrksain, da st.uuscre Anfangerkurse in der Reichs» kur,schrift in der Woche vom 13. bis 18. Januar beginnen. 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Staats-Oper Unter a Linden A..V. 286 IS-Ä Chi Staats-Oper Am P;.d.Republ. R.-S.'96 >n Uhi Hans Helling Sonntag. 22 12 Stadl Oper Bismarcksti. Turnus i 20 Uhr DerTenor Sfaatl. Sdiaospti. am bendarmenmark i A--V. 253 20 Uh' StastLSeliiller-Tlieater.Cliarltl). Kanal« nnd Liebe IPnln1-6M. datraf'�aL,..,____. Ptruol&CiL. Barnt TlfL 2 ImtalL • m r/t nr ItttantM tat Wo«i.:5 0. 5BM.-3M. dairav--allen. Haina. siaaJtr n. Mar. -------—---- 4 Partner usw. Winter ★ Qarren� duhi» enlt. 281 j» Baumen erlandi 16 Original Lawrence Tiller.Oirle und weitere Varietd- Neuheiten Sonnabeed u. Smetag)• 2 Varstallungen Iii r 3»«" 2* und kleine Preise, | Tiqi, S u. 8" Soeat.l.Se B" __| AI«». B. 4. 806« | INTERNAT VARIETE CASINO-THEATER othrtB<*er Str« te 97 Der neue Schlagerl Familie Hannemann. Dazu ein rstklassiger bunter Teil. Für unsere Leser Qutscnem tOr l—« Personen Fauteuil nur I.2S M, Sessel t.7$(iL, Sonst! ee Preise- Parkett u. Rane CL80 M WWW Olraktlon Or. Martie Zickel Wg» Komische Oper fnedrtclistf.IDl Merkur IUI 4310. WledersrBffiiung atch trollatine. Umbau Täglich SV. Uhr Uraufführung Hulla di Bulla Scfawiuili von Arnold und Bach mit GuMe Ttilaluc er, Fritz Schult. Haiar. Scbralb, Eugaa Jurg Hilda Hildabrand, aar et Wutar, Sarritsn. Flink Behmer. Wsnck So». und feier tga nachm.« Uhr JPrauoHne Kussl Lusispieihaes Friedricbatr. 236. Bergmum 2922 23. Täglich tPh Uhr Lustspiel von Ladislaus Fodor Käthe Haack, Nora Orjger. Pairt Hcldsmann. Barlscb, Martha M. Newel, Oondl, Storni, Platen. Beckmann. Facha Vorvorkau In beiden Häusern ab 10 Uhr ununte'brochen. VoiKsbttline fitster im ttlowDiati 8 Uhr Affäre Dreylus Schauspiel von H. J. Rehfiscfa und W. Herzog Regie H. D Kenter Staafl.Sdiill«r-Iti. 8 Uhr llMiM Tteater an sminneaerdanim s Uhr OieliartenlsDtie Lessing-Ttieaier Norden 10846 Boskantr bebrälscli Ktastler-Tbutsi Heute R Uhr Oybuk Meiropol-Th. «'/. Uhr Das Land des Lächelns Vera Schwan, Richard Tauber Musik von Franz Lehdr Direktion >r. Robert Klelr Oenisebes Iflnsller-Theii Barbarossa 3937 s'i8 Uhr Ende ILIO Uhr Seltsames lijis lieint Hilm Berlioer Theater Dönhoff 170 80, Uhr Ende'bll Uhr Rsservfsrt rar Herrn oaston. Regie Forster Lärrinana Renaissance-Theater Täglich SV» Uhr PARISER LEBEN Operette von OffenbacFv Regie-, Güster rtartun*. Musikalische Leitung; Theo Hackebce. —, Stsinolatz C 1 090t u. 2903/84.—■ 1 besten, d. Benrenstr. 53-54 •>/» A 4 Zentrum 926 927•>/< ... VsterselMsgegensebT GROSSES SCHAUöPIELHAUö 3 Musketier« Regie: ERIK CHARELL 1 An bAlden Weih.aachtsfniertagen 1 nachm. 3 Uhr ungekOrzta Vor- I stallung in Origfnalbasatzung zu _ hatban Preisen._ ROSE •THEATER Teleph.: Alexander 3422 u. 3<94 Dnter WelUnaiiliDrogranniil L und Ii. Feiertag: 4 Uhr Pariser Blut 7 45 Uh- Die GsardaslOrstln II 15 Uhr Familie Hannemann. Am 11. Feiertag 1-30 Uhr mittags MARCELL SALZER Zwei Stunden Frohsinn! 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Saniowskj-fita rbMtar ib dar KOaiggrätzar ttraOe Täglich B'b Uhr Die erste mre. selby mir fmi mataary Aitrao Abel Kemödlanhaus Täglich 8V» Uhr Oer HOhneriiot mit cur! Bau Theater d. Westens W ihnachtcn und fallende Tage: Holet Stadl Lemberg (äthe Oondi Leo SchQ xendor 2. Feiertag 5 Uhr Fried erlk« Trianon-Tt�r T glich 8»,'» Uht Sie verweigen die Aussage clisabeth Strickrod Kort Etole. Sonntae 2� Uhr Wtno imVtibnadibbuni die liditer bmnen. Sonntag 5 Uhr Oer Shislerboxer. Residenz-TheatRi Kg$L228 BIumensi.9 EröffninigsTiiRWliiiig Somilag, 22. Bo. Te Obr VoitestniiiHiBih Lfaii:. An beid Feiertagen ■nll: WodradibTOidir 5 Ohr: Friedirike. f undfnnkhör. "albo Preise II IM SO 16, Engelufer M-25 Während der Feiertage: Künstler-Konzert In den Sälen I bis III: Erweiterter Restaurationsbetrieb Bberf*Manns*Quarfe ff Hervorragende Speisen und Getränke Bekannt billige Preise Am 31. 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