Morgenausgabe Nr. 601.. �, A 302 Jahrgang »Sch-»Mch 8SPs, monatlich SfiOVL im oorous jo�lbor, Postbezug ch t s Furcht haben. Mit dem Abg. Franklin-Louillou, der anschließend das Wort er- griff, begann der neue Vorstoß der nationalistischen Fronde gegen Briand. Franklin-Bouillon richtete die wil- fc« st t u Angriffe vor allem gegen die Locarno. Politik und den Aoung-Plan. Der Außenminister Briand habe in seinen wiederholten Kundgebungen die von ihm, Franklin-Bouillon, vorgebrachten Tatsachen nicht entkräften können. Briand habe sich dadurch herauszureden versucht, daß er die gesamte Regierung für seine Verzichtpolitit mit verantwortlich gemacht habe. In der Tat sei die Loge der Regierung anormal, aber er, der Redner, werde alles tun, um sie zu ändern. Briand habe weiter erklärt, wenn er Deutschland Konzessionen gemacht habe, dann sei es nur im Intsrestc des Friedens gewesen. Das sei falsch. Von Konserenz zu Kon- fercnz sei Frankreichs Reparationsanteil geringer, seine Sicher- heit schwächer, geworden. Di« unverständliche Haltung der Alliierten hätte dazu natürlich viel beigetragen. Aber gerade der Locarno-verlrag sei nichts Französisches, sondern er sei ausschließlich deutsches Werk.(!) Ueber den Wert von Locarno herrschten in Frankreich tragische Miß- verständniste. Für Frankreich bedeuten die Locarno-Berträge den Frieden, für Deutschland bedeuteten sie ein Instrument, um den Versailler Dertrog zu zerstören. St res« mann habe dies zuerst gesogt, noch ihm hätten Luther, Fehrcnbach und B r e i t s ch e i d genau dasselbe geäußert. Gewiß habe Deutschland aus die Gewalt verzichtet, weil es sie nicht besitze. Aber es habe ein neues Mittel, um Europa zu teilen und zu sabotieren: die Min de;» h e i t e n f r a g e. Alle deutschen Parteien verlangten die Ab- schaffung des Polnischen Korridors und den An- schluß Oesterreichs. Der deutsche Irredentismus sei überall am Werk. Ein Vergleich mit Frankreich nach 1870 und Deutschland nach 1918 sei irrsinnig, denn schon jetzt iei der Kronprinz zurückgekehrt und paradiere in den Straßen. Die Haupt- bedingung für jede Annäherung sei die, daß Deutschland sein« Schuld am Kriege anerkenne. Dann müste es daraus ver» richten, zu verlangen, daß die übrloeu Rationen abrüsten sollen.(!) Endlich müste dag R h e i nl an d solange besetzt bleiben, bis die letzten strategischen Werke zerstört seien. Der Verhandlungen über das Saargebiel müßten aufgegeben und in den Poung-Plan müsten Sanktionen aufgenommen werden Wolle denn der Außenminister nicht endlich auf die Warnungen, die ihm von polnischer Seite zugegangen seien, hören? Briand erwiderte kurz und trocken, daß er in der Tat von gewissen polnischen Umtrieben Kenntnis erhalten Hab«, von denen er wirklich nicht sagen könne, daß sie dem Frieden nützten. Polen Hab« eben auch seine Chauvinisten wie. andere Länder. Franklin-Bouillon schloß seine Rede, die von der Sammer mit eisigem Schweigen und nur sehr zögerndem Beifall bei einigen Unentwegten aus dem äußersten reckten Flügel aufgenommen wurde, mit dem pethctischen Ausruf, daß in Deuffchland der G e i p v o n L o c a r n o den Geist von Potsdam stärke. Frankreich müste also wachen und auf der Hut bleiben. De Kammer vertagte die Fortsetzung der Debatte auf Dienstag vormittag. Griechenlands Llmbildum Ein kleines Land im großen Krieg. Von Lormann Wendel. Was die Teilnahme an einem„frisch-fröhlichen Krieg" bedeutet, hat Deutschland so gründlich erfahren, daß noch Generationen die Folgen am eigenen Leibe spüren werden. Gleichwohl ist es in mehr' als einer Beziehung aufschlußreich. an der Ihand genauer Darstellung den Einfluß des Krieges auf einen kleinen Balkanstaat wie Griechenland zu betrachten; den Schlüssel dazu gibt ein Werk der äjarncgic- Stiftung, das sechs französisch geschriebene Abhandlungen griechischer Fachleute über„Die ö k o n o m i s ch e n u n d sozialen Wirkungen des Kriegs in Grieche n- t a n d" zusammenfaßt. Aber die Erkenntnisse, die das Buch vermittelt, haben nicht nur akademischen Wert, sondern bilden auch die Voraussetzung für das Verständnis der politischen Irrungen und Wirrungen, an denen Nachkriegs-Hellas für- wahr nicht arm ist. Für Griechenland reichte die Kriegsperiode eigentlich von 1912 bis 1923, vom ersten Balkankrieg bis zum Frieden von Lausanne, aber das Entscheidende war sein Eintritt in den Weltkrieg, in den es zu einem Viertel durch die waghalsige Politik von V e n i s e l o s. zu drei Vierteln durch die Gemalt- maßregeln der Entente hineingestoßen wurde. All die tönen- den Redensarten vom„Recht der kleinen Völker", für das England. Frankreich und die anderen das Schwert gezogen haben wollten, zerfallen wie mürber Zunder, wenn das Buch mit Zahlen und exakten Angaben dem lebrreichen Bild, das da heißt: die Vergewaltigung Griechenlands den letzten Pinselstrich gibt; sarkastisch wird gesagt, die Alli- ierten bätten die Grundsätze der Neutralität„mit einer ge- wissen Elastizität" angewendet. Zu dieser Elastizität gehörte stnter anderem die Blockade, die die Athener Regierung kirre machen sollte, und die Ziffern der Kindersierbsichkelt zu phantastischer Höhe emportrieb. Als dann der Hohenzollernschwager und-schwärmcr König K o n sta n t i n über Bord war und Griechenland sich unter Venise los' Führung den Alliierten gesellte, wurde es so kaltblütig als Kanonenfutter verbraucht, wie es allemal in der Weltgeschichte den Kleinen von den Großen widerfährt. Die ansehnliche hellenische Handelsflotte, bis zum letzten Fahrzeug in den Dienst der Entente gepreßt, verlor durch Torpedierungen zwei Drittel ihres Bestandes, Schiffe im Werte von 716'Millionen Gold- franken. Ader von den eingereichten Schadenersatz- forderunaen erkannte England nur ein Drittel. Frankreich nur ein Dreißigstel. Italien nur ein Sechzigstel an; die Ehre, für die Entente Gut und Blut hinzugeben, mußte einem armen Sckstucker wie Griechenland genügen! Nicht einmal die Barvorschüsse, die in Höhe von 75 Millionen Dollar die griechische Regierung der französischen und englischen Salo- nik-Armee geleistet' hatte, wurden in bar zurückgezahlt. Humoristischerweise lieferte die Entente dakür Material. dessen Griechenland in dem für ibrc Interessen geführten Krieoe bedurste! Die Folge: gänzliche Zerrüttung der oriechischen Finanzen, Inflation, Entwertung der Drachme, eine märchenhafte Schuldenlast, deren Ver- zinsung bis 40 Prozent der Einnahmen verschlingt, und eine Ausquetschung des Volkes durch eine rücksichtslose Steuer- gesetzgebüng, die bis herab zur Ziege des Aermsien alles zu Abgaben heranzieht. Ebenso einschneidend ist die B e v ö l k e r u n g s v e r- s ch i e b u n g, die kein Land in solchem Maße in diesen Jahren erfahren hat. Vor dem Krieg lebten rund zwei Millionen Hellenen außerhalb des griechischen. Staates, hauptsächlich tn der europäischen und assatischen Türkei; d'e größte Griechenstadt der Welt war nicht Athen, sondern Konstantinopel. Der unglückliche Ausgang des Anatolischen Abenteuers, in das sich Griechenland auf einen englischen Wink gestürzt hotte, brachte die Austreibung von anderthalb Millionen Griechen aus Kleinasien mit sich, deren Aufnahm� und Unterbringung sich für das schwer geprüfte Mutterland als fast unlösbares Problem aufwarf und schließlich nur mit tat- kräftiger Hilfe des Völkerbundes zuwege kam. Sowest es sich bei den Zuzüglingen um Bauern handelte, wurden sie vor allem in Makedonien und Westthrakien angesiedelt: zu diesem Ende zerstückelte eine Agrarreform, kodifiziert in dem Sammelgesetz vom 15. Oktober 1926, den Großgrundbesitz, soweit er aus der Türkenzeit in Griechenland noch bestand, in Kleingüter; insgesamt wurden 1496 Latifund'en für reif zur Enteignung erklärt. Diese Malsenansiedlunq. für die auch diö Aufteilung von Staats- und Gemeindebesitz wie die Urbar- machung von Brachland Boden beschaffte, änderte den natio- nalen Charakter von Hellenisch-Makedonien durch und durch, de-n da aus Grund besonderer Abkommen 350 000 Türken und 32 000 Bulgaren abwanderten und 776 000 Griechen zuwanderten, ist dieser Struh beuce nahezu hellent- sierl Durch einen ähnlichen Vorgang stieg in Westthrakien der Anteil der Griechen an der Gesamtbeoölkerung von 36,7 auf 67 2 Prozent! Aber die Hälfte der Zuzüglinge aus Kleinasieu bestand handelnden Hler Ueberschrift„Arbeiten und nicht oerzweifeln": „Jetzt gilt es, sich über Gründe und Schlußfolgerungen diese« �rgebnifl»» klar zu werden. In aller Offenheit, vor allem Der Reichskanzler hat an den Reichsfinanzminister a. D. Dr. Hilserding tzas foigend« Schreiben gerichtet: „Sehr geehrter Herr R-ichsministert Im Auftrage des Herrn Reichspräsidenten übermittle ich Ihnen die Urkunde, wonach der Herr Reichspräsident Sie in Genehmigung Ihres Antrages vom 20. Dezember d. I. von Ihrem Amt als Reichsm�nister der Finanzen entbänden hat. Es sst mir ein aufrichtiges Bedürfnis, bei dieser Gelegenheit zum Ausdruck zu bringen, mit wie großem Bedauern ich Sie aus dem Reichskobinett scheiden sehe. Ihr reiches Wissen auf allen Gebieten der Finanz- und Wirtschaftcpolitil wurde oon allen Mit- gliedern des Reichskabinetts stets in hohem Maße geschätzt. Ich gedenke mit besonderem Dank Ihrer wertvollen Mitarbeit bei den während der Dauer Ihrer Amtstätigkeit gefühnen Reparations- Verhandlungen, insbesondere den schwierigen und verantwortungsvollen Unterhandiungen während der Haager Konferenz. Roch in den letzten Tagen haben Sie maßgeblich zum Erfolge großer Gesetzeswerk« beigetragen. Ich nenn« nur die soeben vorn Reichstag verabschiedete Neuregelung der Zollgesetzgebung, deren Aus- Wirkungen für unser gesamtes Wirtschaftsleben von größter Be- deutung sein weiden. Auch für die koimnend« Resvrm der Finanz- gesetzgebung des Deutschen Reichs hoben Sie durch Gestaltung des oon der Reichsregierung dem Reichstag vorgelegten Finanz« Programms und einer Anzahl oon wichtigen Gesetzesvorlogen«ine Grundlage geschassen, die für die späteren Arbeiten auf diesem Gebiet oon größter Bedeutung sein wird. Wer mit Ihnen gemeinsam gearbeitet Hot weiß, daß diese Ihre unennüdliche Tätigkeit dem ernstesten Pflichtgefühl und stärkster Hingabe an die schwierigsten Aufgaben entsprang. Ich darf Ihnen bei Ihrem Scheiden meinen und oller Ihrer-Ministerkollegen auf- richtigen Dank aussprechen In vorzüglicher Hochachtung bin ich Ihr sehr ergebener gez. Müller." Oer Nückiritt des Staatssekretärs pop-h. Reichskanzler Hermann Müller hat an den ausscheidenden Staatssekretär Dr. P o p i tz ein Schreiben gerichtet, in dem er die Arbeil des Staatssekretärs in den letzten zehn Iahren würdigt. Der legte Absatz des Schreibens lautet: „Be: all Ihren Arbeiten, di« Sie mit besonderer Entschluß- freudigkeit und Tatkraft durchführten, haben Sie sich stets mit ganzer Kraft für die Staatsidee und S t a a t s a u t o r i t ä t eingesetzt. Ihnen hierfür noch besonders zu danken, ist mir Be- dürfnis." Staatssekretär Dr. Popitz hatte am 19. Dezember 1029 dem Reichsminister der Finanzen dos folgende Schreiben zugeleitet: „Nachdem seit heute morgen«ine Aussicht nicht mehr besteht, ohne Unterwerfung uMer die Bedingungen des Herrn Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht die Ultimo» schwierigkeiten zu überwinden, und nachdem damit die Steuersenkungsaktion aus einige Zeit unmöglich geworden ist, stelle ich Ihnen hiermit mein Amt als Staatssekretär km Reichssinanz- Ministerium zur Verfügung." Aufregender Diplomatenbesuch. Oiwinoff will Herbeite als Sprachrohr Rumäniens nicht anhören. Moskau. 23. Dez.(Telegr.-Ag. d. Sowjetunion.) Der frau.zöstsche Botschafter Herbette stattete Außenminister Litwiuo ff einen Besuch ab. um ihm di« Mitteilung der rumänische»Regierung im Zusammenhang mit dem Schritt Stimsons zu über- Mitteln- Litwinoff lehnte eS ab, diese Mitteilung entgegenzunehmen, und erklärte Herbette, daß die Sowfetreglerung in ihrer Antwort an die französische Regierung auf den unfreundlichen Charakter der Aktion der drei Mächte verwiese« habe und daß feg- lich: Erklärungen über einen Beitritt zu dem Schritt StimsoaS insbesondere seht, wo bereits in der ganze« Welt die fast völlige Regelung des StreiteS bei der oft- chinesischen Bahn bekannt sei. gegen st anbSloS ge- worden feie«, mit dem Kellogg-Pakt nichts z» tun hätte» und deshalb lediglich als feindliche Kundgebung betrachtet werden ktznten. Sitwinoff betonte in diesem Znsammenhang, daß überdies zwischen der Sowjet- unio« und Rumänien keine Beziehungen bestehe«. Aus de» Hinweis HerbetteS, er sei ver» pflichtet, be» Auftrag seine« Regierung aus- znfuhren, erwiderte Litwinoff. der Austrag der sranzö» fischen Regierung könne ihm nicht zur Pflicht mache«. irgendwelche Erklärungen dritter Staaten entgegen» zunehmen, und Herbette könne somit seiner Regierung von der Ablehnung des Außenkommisiariats. die rumä- ntsche Erklärung anzunehmen, in Kenntnis setzen. Her- bette versuchte trotzdem, di« Erklärung Rumä- niens zu verlesen, doch Litwinoff weigerte sich, sie anzuhören. Ebenso lehnte Lltwlaosf es a b, das Dokument anzunehmen, das Herbette ans seinem Tische zurücklasse« wollte. Rußland meldet Siegfrieden in Chabarowsk. Riga, 23. Dezember.(Eigenbericht.) Di« m Ehabarowsk geführten Dorverhondlungen zur LSsung des russisch- chinesischen Konflikt» sind mit d« Unterzeichnung«ine» Protokoll« abgeschwssen worden. Darin haben die chinesischen Unterhändler all« russischen B.orbe.dingnngen angenommen. Der FriedenszüstaNV an den Grenzen der veibeä Länder idlrd stfoN" wicherhergestellti' Die aus beiden Seiten stehenden.Truppen werden zurückgezogen. Außerdem sind sämtliche russischen Beamten der oft» chinesischen Bahn wieder in ihre Aemter einzusetzen und di« aus beiden Seiten Derhasteten und Internierten freizulassen. mit dem Dillen, jede gefällig« Selbsttäuschung zu vermeiden. Aber auch mit dein Ziel und dem Willen, sich durch das im ganzen unbefriedigende Ergebnis nicht entmutigen zu lassen, sondern au» begangenen Fehlern für di« notwendige Fortführung des Kampfe» gegen Tributoers klavung zu lernen." Aber sie predigt tauben Ohren. Hugenberg versteht nicht, zu unterliegen. Er oerstebt es nur. zu siegen, wenn auch nur mit dem Munde und auf geduldigem Papier. Niederlage, nicht entfernt, wir haben doch gesiegt! Das ist die Tonart der Presse, die er kontrolliert. Die Hugenberg-Front wird allerdings kleiner werden. Die„Kreuz-Zeitung" teilt mit: „Der Reichsausschuß für das deutsche Volksbegehren hat offen- bar die Absicht, den Kampf weiterzuführen. Ob da» unter den bisherigen Boraussetzungen und mit der bisherigen Zu- sammensetzung möglich sein wird, steht noch dah'n. Es ist jedenfalls zu erwarten, daß Uinformierungen«intreten, bei denen auch der Stahlhelm, der Reichslandbund und die christlichnationalen Bauern ein gewichtiges Wort mitzu- reden haben." Da werden dann die Herren Hugenberg und Hitler ganz unter sich fein Sie brauchen sich keinerlei Zwang aufzu- erlegen, und dl« Zuchthaushetze kann von neuem losgehen. Hugenberg und Schacht. pariser Urteile. pari», 23. Dezember.(Eigenbericht.) D« Mißerfolg de« Hugenberg-Boltsent» fcheides wird in Paris als«in kleiner Beitrag zur Reini- gung der ianerpolitischen Verhältnisse in Deutschland begrüßt, zudem da» linter�iehmen praktisch zu nicht» anderem geführt hat, als, wie der„Temps" ausführlich feststellt. Sine Spal- tung der Deutschnatiönalen Lolt'»part«l hervorzu- rufen. Der Beweis sei heut« erbrächt, erklärt da» Blast weiter daß«»«in« ernst zu nehmende Minderheit gegen den Poung-Plan in Deutschland nicht gibt. Selbst der Vorstoß de« Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht habe kein« Aenfco- rung in der politischen Stimmung der Wählermassen hervorrufen können,,..... ) Immerhin hat" die Rolle Schacht«™ Paris zu starten Besorgnissen Deranlassung gegeben. Schon auf der Parsser Dachoerständigenkonserenz. so schreibt wiederum der„Temps", habe Schacht den Eindruck erweckt, als oerfolg« er ein« rein per fön- l i ch e Politik in der Reparationsfrage, als wolle er sich nicht nur der Reaktion in Deutschland angenehm machen, sondern sich auch zum Finanzdiktator aufwerfen. Jetzt wo er an der Haager Schlußkonferenz nicht mehr al, Sachverständiger, sondern als be- vollmSchtfgter Delegierter, auf gleichem Fuße mit den Vertretern der deutschen Regierung teilnehm«(«in« Entscheidung darüber steht New- Stimme» Hn- gültige noch au»), müsse man ssch fragen, was er noch tun«oll«, zumal die Autorität Stvesemanns fehle. Oos Ergebnis in den Wahlkreisen. Der Volksentscheid ergab nach vorläufigen Lerechmrngen bei insgesamt 42,5 Millionen wahlberechtigten Deutschen 5 825 082, Stimmen mit Ja, gegen 4 147 725 Einzeichnungen beim Dolks« begehren Die Zahl der R e i n> St i m m e n beziffert sich auf rund 400 000, annähernd 150 000 Stimmen sind ungültig. Die Stimmen verteilen sich auf die einzelnen Wahlkreise wie folgt: Wahltrei.«X. Berlin-Sladt.... 1 597 000 Potsdam I w..,. 1 334 372 Potsdam II..... 1 362 468 Ftankturt Oder... 1 068 69t Land Baden.... 1 527 048 Land Württemberg.. 1 749 935 Hesien-Darmstadt... 930126 Hessen-Rassau.... 1 691 859 Leipzig..... 933 282 Dresden-Bautzen... 1 31 J 512 Chemnitz-Zwickau.. 1 282 912 Thüringen..... 1 495 970 Magdeburg.... 1 104 482 Merleburg.... 932 697 Osthannover... 692 021 Lüddannover- vraanlchw. 1 324 005 Oberbapern-Schwaben 1 620 072 Riederbayern.... 765 920 Pfalz...... 606104 tranken...... 1 527 118 Hamburg..... 915 000 Schiesiplg-Holstein.. 1 060 092 Wefer-Em».... 956933 Pommern Mecklenburg Köln-Aachen. Westialen-Nord Weiifalen-Süd Koblenz- Trier. Düsseldorf-Ost. DüsseldorstWest Breslau... L.isgnitz... Oppeln..... Ostpreußen.. 1 200 COO 578 350 , 1482 773 98 647 1 654 060 792 095 1 488 04 1 195 149 1 233 250 78. 417 655 655- 100 052 1335 276 359 495 Sa- Stimmen 133 530 241 727 188 015 260833 87 735 202 504 78 308 181 389 122 924 ;02 585 26>208 356 757 283 161 224 378 173 791 215194 129 562 34 204 32 481 311313 47 116 190318 145 675 393 555 147 275 34161 104 597 90 820 89 715 46 272 65 716 210980 152 150 13 710 8330 16 275 3 957 5 333 4127 7 130 7 411 12 058 12 883 14 781 13 477 14 328 10 201 15 164 7 896 2 493 1884 10127 2261 10 617 5017— 25 539 11 263 13 064 9 087 2 658 5 858 4 434 2 584 2 868 3 905 17 4SI 12 038 11 040 27 528 8 020 821 1530 2 022 3 898 3635 6 818 8 628 1403 442 4 048 636 3 760 1881 968 381 617 7 754 5225 3277 Sofl». bfgftrea 95 646 190 583 130 649 201 232 33110 110 548 27 700 89 670 82 397 122 704 193 449 241 394 181 487 174 341 131532 143 739 69 101 19 522 16 691 215 052 35650 140.844 11.044 385 757 122 752 18 881 59 960 51 159 9 916 29 370 35 412 164 201 109 943 79 692 SÄ 898 Republik! reue Bauernwehr st, Skelermark. Der Bauern. b u n d von 11nte>stcieni«rt vslösfentlicht einen Ausruf, in dem er an. gestchts der fortwährenden„bald oon rechts, bald von linke" kämmen. den Diktaturdrohungen zur Gründung eigener. Bauern- wehren auffordert. Sie sollen zur Aufrechterhallung der Ruh« und Ordnung dienen, oll« Putschdrohungen abwehren, sich treu zur Republik und zur Regierung bekennen. Nach dem Volksentscheid. ,llnd Vir ziehe« stumm, ein geschlagenes Heer../ Wie wählen die Krauen? Das Wahlergebnis von Verlin. Berlin ist eine Stadt der Arbeit.. Di« grLstt« sozial« Schicht seiner Bevölkerung stellt dos Proletariat. Die Frauen werden in immer größerem Umfang« in das Erwerbsleben einbezogen. In Berlin ist fast jeder drill« Angestellte und fast jeder vierte Arbester weiblichen Geschlecht».Nach den Ergebnissen der Berus»- und.Be- triebszählung von 1923 entfallen nur 1S.7 Proz. der erwerbstätigen Bevölkerung Berlins auf Selbständig« und testend« Beamte. 2 Proz. auf mithelfend« Familienangehörige und 11,3 Proz. auf Erwerbstätige ohne Beruf und Berufsangabe. Dagegen umfassen Angestellt« und Beamte 27 Proz., Arbeiter 40,7 Proz und Hausangestellte 6,3 Proz� zusammen also 73 Proz. der«rwerbsiätigen Bevölkerung. Em genaues Bild darüber, inwieweit die Wahlberechtigten nach ihrer sozialen Lag« sich für die ihren Lebensinteressen entsprechen» den Parteien entscheiden, wäre allerdings erst lwm möglich, wenn Zjahlen über die berufliche Gliederung der Wahlberechtigte« vor« lagen. Di« Angaben über die Gliederung der Erwerbstätigen sind von 1925 und erstrecken sich nur auf Z 132 947 Personen, während bei den Kommunalwahlen 1929 3 288 932 Stimmberechtigte gezählt wurden Immerhin geben di>> Zahlen über die Berteilung der Cr- warb-tätigen gewiss« AnHaltepunkt« für dl« soziale Gliederung der Wahlberechtigten. Dies kommt astch bei der Stimmabgabe der Frauen zum Zlusdruck, wie nachstehende Tabelle zeigt: prozentualer Anteil der wichtigsten Parteien an den abgegebenen güstlgen weiblichen Stimme«. 1929 1928 Kommunalwahl Reichsiagswahl 1. Sozialdemokratie..... 28,4 SZ.1 214) 19,7 6.7 7,6 13 43 2. Kommunisten...... 21.4 8. Deutschnalionale..... 203 4 Deutsche Voltspartei... 7,2 5. Demokraten....... 6,0 6 Nationalsozialisten.... 5,1 7. Zentrum........ 4,2 Aus den Zahlen der Tabelle geht hervor, daß der größte T«1 der wahlberechtigten Frauen Berlins sich für die Sozialdemo- kratische Partei entschieden hat. Der Rückgang des Anteils der Sozialdemokratie an den Frauenstimmen gegenüber der Reichstags- wähl 1928 ist wohl vor allem auf die beispiellos« Hetze gegen die Sozialdemokratie in diesem Wahlkampf zurückzuführen. Im übrigen entspricht dem Anteil an den Frauenstimmen genau der Anteil unserer Partei an sämtlichen abgegebenen gültigen Stimmen (28,4 Prozent). Sowohl den rechtsradikalen� wie den linksradikalen Parteien stehen die Frauen kritischer gegenüber als hie Männer. Trotzdem ist es zu bedauern, daß von 100 für die Nat'onalsozialisten abgegebenen Stiinmen 46,9 von Frauen stammen, obwohl die Ratio- nalsozialisten die Frauen für polstisch minderwertig hallen S'e stellen grundsätzlich keine Frauen auf ihr« Aand tatenlistcn, Von 100 abgegebenen Stimmen waren weiblich.- 1929 1928 Kommunalwahl Reichstagswohl 1. Zentrum......., 62,1 2 Deutlchnational«.... 59,5 8 Deutsche Bo'kspartei... 56,3 4. Sozialdemokraten.... 52,5 5. Demokraten....... 52,1 6, Kommunisten...... 45,6 7. Nationalsozialisten.... 46,9 63.0 58.8 54.8 53.1 52.6 46.9 45,1 Der stärkere Einfluß religiöser Fragen auf Frauen kommt in dem hohen Anteil der Frauen an den Zentrumswählern zum Aus- druck. Doch läßt stch erfreulicherweise auch feststellen, daß das Der- trauen der Frauen zur Sozialdemokralle gefestigt ist. Es haben wiederum mehr Frauen als Männer sozialdemokratisch gewählt. Das muß uns ein Ansporn sein, unsere Aufklärungsarbeit immer weller auszubauen, damit alle Frauen der Arbeiterschaft ihr« Klassenlage erkennen. Wir dürfen dabei kein Mittel außer acht lassen, das geeignet ist. uns in Zukunft noch mehr Frauenstimmen zu sichern. Bor allem dürft« sich ein« stärkere Btrücksichllgung der Frau-n bei der Aufstellung von Kandidatenlisten als notwendig erweisen. Die Kommunisten haben im letzten Wahlkamps eine große Propa- ganda damit gemacht, daß jeder drille Kandidat ihrer Liste ein« Frau war. Auch die Sozialdemokratisch« Partei Berlins wird gut daran tun, bei künftigen Kandidatenaufstellungen nicht nur au» agitatorischen Gesichtspunkten, sondern auch gerechlerroeif« den Frauen mehr Plätze einzuräumen. Diesmal ist in dieser Hinsicht bei der Ausstellung der Kandidaten In den Kreisen manches»er- säumt worden. Von 64 sozialdemokratischen Mitgliedern der neuen Stadtverordnetenversammlung sind 7 Frauen(im Borsahr von 73 8), von 225 neu gewählten Bezirksverordneten sind 34 Frauen (im Vorjahr von 261 87). Kalle Kern. Protest der Beritner Partei. Gegen den Erlab des Oberpräsiven en uno die Verfügung des Bürgermeisters Scholz. Am Montag abend befchäfttgl« sich ein« fast vollzählig besucht« Sitzung des engeren Bezirksoorstandes und der Kreisleiter zusammen mit den Magistratsmitgliedern, dem Dorstand der Stadtoerordnsien» jrakiion und den Berliner Reichstags» und Landtagsabgeordneten mit der durch den Erlaß des Oberpräsidenten für Groß-Berk in geschaffenen Lage.- Nach eingehender Aussprach« würde einstimmig folgend« Entschließung angenommen: „Die Sozialdemokratische Partei. Bezirksverband Berlin, pro- testiert gegen die von dem Oberpräsidenten über die Stadt Berlin ausgesprochene besondere Kommunalaufsicht, Di« neu« Der- fügung des B ü r g e.r m e i st e r s Scholz verschärft den Erlaß des Oberpräsidenten und hebt die Selbstverwaltung prak- risckoölligouf. Die sozialdemokratische Fraktion des Rathauses wird bei den kommenden Beratungen jeder Maßnahm«, die dos Selbstverwal- tunasrcchk der Stadtverordnetenversammlung und des Magistrats einengt, den schärfsten Widerstand entgegensetzen. ~:e sieht in dem Komps um die Selbstverwaltung der Staltgemcinde Berlin die d r i n g e n d st« Aufgab«, um eine Kommunalpolitik zu führen, d>e den Interessen der Berliner Bc- völkerung entspricht." Das(?chweidniher Ltrieil. Unmögliches Urteil— unmögliche Begründung. Schweidnitz. 23. Dezember. Bei der Begründung des Urteils im Schweidnitzer National- sozialisten-Prozeß ging der Vorsitzende des Gerichts zunächst auf die Lersammlungsvorgänge ein. deretwegen die Angeklagten unter Der- sclxung gesetzt wurden, und führt« au», da» Gericht sei zu der Heberzeugung gelangt, daß von einer planmäßigen Ab- ficht zur Bersammlungssprengung nicht die Rede sein könne. Zweifellos habe der Angriff eines Unbekannten auf den Diskussionsredner Lüll den Anlaß zu den Ausschreitungen ge- geben. Andererseits müsse die Frage der Notwehr bernelnt werden. obwohl in einem Falle feststehe, daß einer der Angeklagten zu- nächst von Reichsbannerleuten angegriffen wurde. Die Bestrafung habe nach§ 107» de« Relchsstrafgefetzbuches zu erfolgen. Beim Strafmaß habe das Gericht berücksichtigt, daß die Angeklagten nicht aus verbrecherischen Beweggründen handelten. Trotz- d°m bleibe ihr Vorgehen verwerflich, weil es zur Derschärfung der Parteigegensätze beitrug. Als strafmildernd sei die Atmosphäre der Wahlzell, in die jene Ausschreitungen fielen, in Betracht zu ziehen. Daher habe das Gericht nur insoweit auf Gefängnisstrafe erkannt, als besondere Verletzungen von Personen vorgekommen flien. Den Antrag der Verteidigung aus Erstattung der notwen- digen Unkosten mußt« das Gericht ablehnen, da nach wie vor auch gegen die Freigesprochenen immerhin«in gewisser Derdacht vorliege. Zahlbusch aus der Kast enilassen. Fememörder und Kammerger chkc r; w Die Zustkzpressestelle teilt mit: Di« von dem Angeklagten F a h l- dusch gestellten Anträge auf Aufhebung der Untersuchungshaft bzw. auf Perschonung mit der Hast gegen SichechellKleistung waren durch Beschluß der ersten Strafkammer des Landgericht» III vom 5. De- zember 1929 zurückgewiesen worden. Auf di« von dem Angeklagten hiergegen«ingelegte Beschwerde hat der dritte Strafsenat des Kammergerichts gegen den Widerspruch der Staateanwqll- «chast beschlossen: Der Haftbefehl bleibt aufrechterhallen, jedoch wird der Angeklagte mit der Hast verschont, wenn ex ein« Sicherheit von 5000 Mark leistet und sich täglich hei der Polizei meldet: Oer Fall Lampel und Genossen. Breslau. 23. Dezember. Die Iustizpressestelle teill mll: In der Sache Lampel und Genossen ist nunmehr dl« Voruntersuchung dem Abschluß nah«, da fast alle zunächst zur Verfügung stehenden Beweismittel im wesentlichen erschöpft zu sein scheinen. Ueber die Frage, wie Köhler von Dittersdorf, Kreis Iauer, nach Wackenau gekommen Ist, hat sich«in« bestimmte Feststellung trotz sehr eingehender Ermittlungen nicht treffen lassen, da dl« darüber vorliegenden Aussagen auseinandergehen und. soweit sie die angeschuldigten Lampel und Schweninger belasten, nur Ae u ß e r u n- gen D r i t t er wiedergeben, deren Juverlässigkell bisher nicht nach- zuprüfen war. In der letzten Woche hat der Untersuchungsrichter. Landgerichts- rat Dr. Tzschentte, Vernehmungen in Dresden und Berlin vor- genommen und hierbei u. a,«inen früheren Bertrouten des getöteten Köhler gehürt, der über«ine Spionagetättgkell des Köhler keine be> lastenden Angaben gemacht, aber sonst Nachteiliges über sein Ber- leiten in Geld, und Eigentumxfragen bekundet hat. Der Spionageverdacht gegen Köhler hat sedoch durch andere 'Zkundungen erhebliche Unterstützung gefunden, ins- sondere auch insofern, als Köhler einen namhaften Betrag vom 'l'-sland zugewandt erholten hoben soll. Daß die Angeschuldigten .vfizlell den Köhler auf Befehl eines Vorgesetzten getötet haben. v-t sich bisher nicht bestätigt, wohl aber soll unmittelbar nach der ~at einer der Beteiligten offiziell dem Bataillon ein? Meldung über ie Vorgänge bei der Tötung des Köhler erstattet haben, der sich mll er jetzt" von Beulwrtz gegebenen Schilderung einer Notwehr- Handlung deckt. Die bisher auf den Umfang von sieben Bänden angewachsenen Akten enthalten eine Füll« von Vernehmungen und sonstiger Cr- mittlunaen, an deren Zustandekommen die unermüdlich« Arbelt de« K''minalkom?n!siars Siedentopf und des Kriminalaffistenten Lasz- kiewitz von der Landesknminalyolizeittelle in Liegnitz ganz besonders verdienkllollen Anteil hat. Das Dtrfahren, ist bisher. mll den modernsten.kriminaltechnischen Mitteln durchgeführt worden. Nur hierdurch und durch das reibungslos«. Zusammenarbeiten der Landes- kriminalpolizei, der Staateanwaltschast, der Berteidiaer und der Unters'-chungsrichter, sowie durch die bereitwillige Mitorbell des überwiegenden Teil» der Presse ist es möalich geworden, in der ver- bästnismäß'g kurzen Zeit von noch nicht drei Monaten so viel- sättige Ermitttun-sarbeit in einer acht Jahre zurückliegenden An- gelegenheit zu leisten. Nach dieser etwa« merkwürdigen Meldung könnte man fast annehmen,'dah die Sache Lampel nicht zur Haupt- Verhandlung führen wird! Manifest der bulgarischen Sozialisten. Das Land am Rande des Abgrundes.- Rur Kurswechsel kann es retten' Sofia, 23. Dezember.(Cigei�ericht.) Da» Zentralkomitee und die Parlament«. fraktion der bulgarischen Soziatisten haben ein Manifest „An da» Volk" gerichtet, in dem sie chren Standpunkt zu der schwierigen innen-, außenpolittschen und wirtschaftlichen Log« de» Komödienhans. Eurt Goetz:.Oer Lügner und die Roune*. Eurt Goetz brilliert als Autor einer feinsinnigen, spannenden und von zarter Ironie gegen katholisch« Intoleranz getragenen Komödie und ol» Darsteller mit seiner überlegen sympathischen und bezwingenden-Art. Er erfpiell sich im letzten Akt»inen ehr» lichen und herzlichen Erfolg. T>gt. Tribüne. .Frooeuopfer"' von Georg Kaiser. ' Der erst« Napoleon kehrt von Elba zurück, und d?« RopoLsten erschießen noch schnell den treuesten Grafen des Kaisers. Aber sie irren sich in der Person. Dl« königlichen Flinten treffen die Gräfin. die sich für ihren Gatten aufopfert« au» Lieb« und anderen sehr komplizierten Ursachen. Großer Beifall für hie Darstellerin der Gräfin, Fräulein Eleonore v. Mendelssohn. dl. kl. Lartt»«» darlegen.„Unerträgliche Reparattonslosten, Staatsschulden, Steuern, Korruption, Spekulation, Auspowerung der werktätigen Klasse." alle» das, heißt es wörttich im Manifest„haben die Be- vöikerung und das Land an den Rand der Katastrophe geführt." Di« Regierung den Sgoworpartei trag« für diese Situation die Verantwortung. Es sei höchste Zeit, daß sie durch«in demokratisches Regime ersetzt wende. Die sozial- demokratisch« Partei habe in den gegenwärtigen schicksalsschwere» Tagen kh« Sttmme vor der sozialistischen Arbeiterinternattonale und vor dem demokrattschen Europa erhoben, um in der Reparation«- und Mnderhellenfroge des Lande» Recht und Gerechtigkeit zu erfahren. Das Manifest appelliert schließlich an di- arbeitend« Bevölkerung, die sozialdemokratische Partei in ihrem schwerenKampfe gegen Reattron, Faschismus und Diktatur zu unterstützen. Der rettend« Ausweg fei schließlich nur in einer neuen Wirts chofte- und Finanzpolüik im Schutz der Interessen der Arbellenden und in einer Politik de» Friedens und der Verständigung'mit allen Völkern gegen Krieg und Abenteuer zu sehen. Nur eine Regierung der Arbell und de» Sozialismus/ die in enger Berbindung mit der Demokratie und dem Sozialismus der Well steh«, könne Bul- garten vor dir Katastrophe bewahren." Sein« �«meamnestie. Auf ein« nattonalsozialistiflhe Anregung, angesichts des.Deibnackt-festes all« wegen sogenannte'- Feme» taten von preußischen Gerichten verurteilten zu amnestieren oder wenigsten» dürä) Bewilligung einer sofortigen Bc- w ä h r u n g s s r i st. au» dem Gefängnis zu entlassen, hat der preußisch« Iustizminister. erwidert, daß er zur Gewährung weiterer als dar bisher bereits bewilligten Veraünftigungen für die wegen sogenannter Femetaten Derurteillen sich zurzeit nicht in der Log« sieht. Die Buchdrucker gegen Moskau. Liste Amsterdam mit großer Mehrheit gewählt. Das Ergebnis der Wahl des Ganvorstandes der Der- Huer Buchdrucker wurde gestern abend im Saal l des Ge- merkschaftshauses unter großer Beteiligung der Delegierten aus den Betrieben aurgezählt. Die Wahlbeteiligung war eine außerordentlich starke. Zaegesamt wurden abgegeben 14 805 Stimmen gleich 92 Prozent der Stimmberechtigte«. Ungültig waren 149 Stimmen. Es erhielten die Kandidaten der Amsterdamer Liste: 1. Vorsitzender Braun 9689, 2. Vorsitzender Albrecht 9581. Kassierer S cht esst er 9517. Sekretäre Buhle» 9462, Vorh 9437, P i e t s ch 9396 Stimmen. Aus die Liste Moskaus der sogenannteu..revolutionären Opposition" entfielen: wols 4881(bei der Beisih�rwahl zum Ver- band? vorstand erhielt der kommunistische Spitzenkandidat im ersten Wahlgang 5584. in der Stichwahl 6599 Stimmen). Mahlo 5373, Döring 5041, Areigang 5236. Srusemark 5122, Schmidt 5995 Stimmen. Pie Liste Amsterdam Ist somit in der Urwahl mit großer Mehrheil wiedergewählt. * Der Ausgang dieser hartumkämpften Wahl wird nicht nur>n den Kreisen der Buchdrucker, sondern darüber hinaus in allen Ge- werkschaftekreis-n große Befriedigung hervorrufen. Nicht allein des» halb, weil der bisherige Gauvorstand, der mit Umsicht und Tatkraft — das erkennen auch die objektiv urteilenden Kollegen de?„Oppo- sition" an— die Organisation verwaltet hat. wiedergewählt ist. Be° friedigen muß auch die außerordentlich starke Beteiligung an der Wahl. Dadurch war es möglich, ein klares Bild über die wirtliche Stimmung der Mitglieder zu gewinnen. Die Kommunisten hatten sozusagen all« Chancen für sich. Die Wirtschaftslage ist so ungünstig, wie sie schon seit langem nicht gewesen ist Die A r b e i t s l o s i g k e i t unter den Berliner Buch. hruckern ist«ine anormal große. Dazu lommt die politisch ver- morrene Situation. Alle dies« Umstände haben die Kommunisten skrupellos ausgenützt. Wenn trotz der viel stärkeren Wahlbeteiligung die Stimmenzohl der kommunistischen Kandidaten gegenüber der Bei- sitzerwahl zum Berbandsvorstand noch zurückging, so ist das der beste Beweis dafür, daß die Kommunisten den Bogen überspannt haben. Unter der Maske der„P a r t e i l o s i g k« 1 1" und der„O p p o- sition" oersuchen sie die Buchdrucker über die eigentlichen Ziele ihrer Auftraggeber zu täuschen. Sie taten so, als wollten sie weiter nichts als eine etwis schärfere Tonart und größere Energie in der Vertretung der Arbeiterinteresien. Darauf sind viele Buchdrucker hereingefallen. Bei der nunmehr abgeschlossenen Wahl zum Gouvorstand baben die Kommunisten aber die Maske etwas zu stark gelüftet. Den Buch- druckern wurde es klar, daß sich hinter der„Opposition" Moskau verbirgt und daß es sich darum handelt, die Berliner Mitgliedschaft des Buchdruckerverbandes unter die Gewalt der KPD. zu bekommen, um sie in Gegensatz zur Gcsamtorgamsation zu bringen und, wenn möglich, van dieser abzutrennen. Diese Er- keimtnis hat zu der außerordentlich starken Wahlbeteiligung und zum Rückgang der kommunistischen Stimmen gesührt. Die erfolgreich« Aufklärungsarbeit unserer Genossen muh fortgesetzt werden. Man braucht nur die große Stimmen- differ.enz zwischen dem kommunistischen Spitzenkandidaten und dem letzten der als Sekretäre vorgeschlagenen Kandidaten anzusehen. die 1114 beträgt, um sich darüber klar zu sein, daß sehr viele der kommunistischen Stimmen vor persönlichen Motiven beeinflußt sind. Diesen schwankenden Kollegen gilt es zunächst klarzumachen, daß bei aller Kritik, auf die jeder Anspruch hat, die U n a b- hängigkeit und das Gesamtinteresse des Verbandes voranstehen müssen. Wenn das vielleicht etwas kostspielige Experiment, das durch ein Zwölftel der Generaloersaminlungsdelegierten erzwungen wi.'rdc, viel Mübe und Zeit erfordert hat, die a uderweit besser angewe.rdet worden wäre, so hat dieses Experiment doch auch sein Gutes gehabt: Es ist nunmehr der unwiderleglich« Nachweis erbracht, daß die Luchdrucker gegen Moskau sind. Musikerelend. Doppelverdiener und Gchwarzarbeiier als Gchmuhkonkurrenten. Ddr Deutsche Musiker-Berband schreibt uns: Die Arbeitslosigkeit wächst von Woche zu Woche. Der- ursocht wird sie in manchen Berufen durch die Ratio na li sie- r ii n g der Betriebe, in anderen durch das einsetzende Winter- weiter und durch die Einstellung der Arbeiten mangels f l L s- {•gen Kapitals. Auch im M u s i k e r b e r u f ist die Zahl der Arbeitslosen und Arbeitsuchenden ständig im Steigen begriffen. Di« Arbeitsmöglich- ki-itvn«»erden immer geringer. Die öffentlichen Tanzveranstol- ltisigisn lohnen sich nicht mehr, well sich die Jugend dem S p o r t zuwendet und lieber in der frischen Lust als im Tobakqualm und Alkahoidunst lebt. Di« Dereine müssen sich mit ihren Bergnllgun- gen einschränken, well für das zu erwartende Difizit Deckung nur in den wenigsten Fällen vorhanden ist. Aus den kleinen Kaffees und R-staurants werden die Musiker durch Grammophon und Radio verdrängt und in das bisher stabile Arbeitsfeld der Musiker im Kino hält der Tonfilm seinen Einzug und verkündet den Musikern, daß ihr letztes Stündlein geschlagen hak. Wohin wir blicken und hören, überall mechanische Konservemnusik. Diese trostlose wirtschaftlich« Lage der Berusemusiker, die sich mit der Zeft auch auf die Musikkultur verheerend auswirken muß — dürste dem Publikum und den Musikveranstaltern nicht un- bekannt sein. Trotzdem kann täglich festgestellt werden, daß nicht nur die L o k a l i n ho b e r, sondern auch die Vereine mit Bor- liebr doppeloerdienend« S ch w a r z a r b e i t e r(musizierende Beamte, Militännusiker und Dilettanten) beschäftigen, weil diese billiger spielen und die tariflichen Lohnsätze der Berufsmusiker unterbieten. Ist das nicht ein Hohn auf die gesamte Gewerkschaftsbewegung? Aber nicht genug damit, daß die Organisationen und Deren« bei ihren Deranstalwngen doppewerdienende Schwarzarbeiter beschäftigen— nein— sie legen sich sogar eigene Kapellen zu, die auch wieder aus musizierenden Beamten, Angestellten und Ar- britern bestehen. In Städten von kaum 50 000 Einwohnern gibt es eine Stahlhelm-. Iungdo-, Kriegervereins-. Reichsbanner-, Turner- kapelle oder wie sie sonst noch heißen mögen. Angeblich nur für Propagandazwecke zusammengestellt, dann bei befreundeten Dereinen gegen geringe Entschädigung für Ab- Nutzung der Instrumente und Roten spielend, entwickelt sich der Ge- schäftsbetrseb immer mehr zum Schaden der Berufsmusiker. Der Berussmusiker kann sich nicht einseitig vor den Partei- wagen de/ einen oder anderen Organisation spannen lassen, sondern er muß seinen erlernten Beruf— wie jeder andere Berufsan- gehörige— überall dort ausüben, wo sich die Möglichkeit dazu l'ietet. Diesen Standpunkt der Berufsmusiker werden und müssen vor allen Dingen die Gewerkschaften und die aus Arbeitnehmern zusammengesetzten Vereine verstehen. Was du nicht willst, das man dir tu, das füg' auch keinem andern zul Die freistehenden Verussmustker gehören zu den unständig Beschäftigten, die zwar versicherungspflichtig sind, aber trotzdem keine Erwerbslosenunter st ützung beziehen, weil sie nicht nachweisen können, daß sie in den letzten 12 Monaten an 156 Tagen eine versicherungspflichtige Beschäftigung ausgeführt haben. Dom Reich stiefmütterlich behandelt, auf Gelegenheits- bcschöftigung im Musikgewerbe angewiesen, sst es für die Berufs- musiter noch ein bitteres Gefühl, wenn sie feststellen müssen, daß sie selbst von ihren Arbeitsbrüdern nicht unterstützt werden. Des- halb rufen euch die arbeitslosen und arbeitsuchenden Berufsmusiker zu: Unterstützt nicht doppeloerdleNende Schwarzarbeiter, sondern be- schästigt bei euren Deranstalwngen Berufsmusiker. Die Verleumder suchen sich zu drücken. Die„Note Faßae* vor Gericht. Am Sonnabend hatte sich in Moabit wieder einer der Strohmänner zu verantworten, die die Derleumdungen der „Roten Fahne" eine Zeitlang mst ihrem Namen decken, um dann, wenn sie genügend Prozesse angehängt bekommen haben, einer an- deren Strohpuppe Platz zu machen. Diesmal lzandelt es sich um «inen Beleidigungsprozeß, den der Vorsitzende der Berliner Bau- gewerkschast, Genosse Drügemüller, gegen den früheren ver- ontwörtlickzen„Redakteur" des Berliner Bolfchewistenblattes. Firl, angestrengt hat. Die„Rots Fahne" hatte während des wilden Bauarberterstreiks auf dem Tietz-Neubau in der Ehausscestraße im September d. I. die Bauhandwerker, die sich nicht an dem Ausstand beteiligten, als Streikbrecher beschimpft und in diesem Zusammenhang auch dien Genossen Drügemüller mit bewußt verleumderischer Absicht m den Schmutz gezogen. Die Belegschaften des Tietz-Neubaues befchäf- tigten sich in einer Versammlung mit diesen Angriffen und wiesen sie m aller Oefftntlichkeit als völlig haltlos zurück. In der Dersammlung wurde festgestellt, daß die Lohn- und Arbeitsoerhält- nisse durch Tartsverträg« geregelt waren und für die nichtstreikenden' Arbeiter gar kein« Deranlassung vorlag, sich an dem wilden Streik zu beteiligen, zumal auch die Mitglieder der kommu- nistischen Rohrlegeroereinigung dies nicht taten. Aus begreiflichen Gründen wurde diese„Avantgarde" der KPD von der„Roten Fahr«" nicht des Streikbruches bezichtigt. Die„Rote Fahne" legt« dem Genossen Drügemüller in ihrem Bericht über die Dersammlung Wort« in den Mund, die er nicht gebraucht habe, und knüpfte daran die üblichen beleidigenden „Schlußsalgerungen". Acht Wochen hatte der Angeklagte Zeit zur Benennung von Zeugen, ohne solche dem Gericht namhaft zu machen. Jetzt brachte er nun eine Anzahl von„Gewährsmännern" mit, die er aber noch nicht einmal dem Namen nach kannte. Da der Vertreter des Angeklagten, Rechtsanwalt Alfred Apfel, nicht rechtzeitig zur Stelle war. wurde schließlich der Prozeß auf den 25. Januar vertagt und Firl aufgegeben, dem Gericht binnen zmei Wochen die Namen der Zeugen mit ladungssähiger Anschrift mitzuteilen. Wenn die ZZerhandlung auch kurz war. so war die Derschlep- pungstaktik des Angeklagten doch offenbar. Erst setzt man ohne jede Prüfung die dicksten Schwindelmeldungen und Verleumdungen in die Welt, und nachher ist man krampfhaft bemüht, sich um die Verantwortung herumzudrücken. Oer Landarbeiter in Gowjeiruß!and. Er ist rechtlos, wird ausgebeutet und mißhandelt. Das Zentralorgan der sowjetrussischen Gewerkschaft„Trud" bringt unter Schlagzeilen:„Sklaoenverträge: Mißhandlung von Landarbellerv: unerhörte Verletzung der Rechte der Landarbeiter— keine vereinzelte Erscheinung: Viele Landarbeiterbetriebsräte, Dorf- röte und Gerichte begünstigen die Kulaken, usw." eine Schilderung der unglaublichen Ausbeutung von Landarbeitern. Die Unternehmer begnügen sich nicht nur mit einfachen MIß- Handlungen, sondern nehmen sogar systematische Züch- t i g u n g e n vor. Selbst Totschlagsfälle sind bekannt- geworden. Aus dem Gebiet der Mitielwolga, aus dem Kaukasus. aus Sibirien, aus dem Leningrader Gebiet, aus der Ukraine— von überall her kommen Miiteilungcn von derartiger Behandlung der Landarbeiter. Die Arbeiterbetriebsräte, wie auch die Sowjetorgane rühren aber keinen Finger, um die Landarbeiter zu schützen. Die Normalverträgc werden einfach nicht eingehalten, ja noch mehr, es werden zu Hunderten, ja zu Tausenden ungesetzliche Verträge geschlossen, die einer Versklavung gleichkommen. Das schlimmste ist aber, daß solche Verträge von den örtlichen �owjel Organen registriert werden, obgleich sie sich im vollkommenen Widerspruch mit der Arbei'ergesetzgebung besinden. Nicht selten fehlen darin Bestimmungen über den Arbeitslohn. über Arbeitskleidung, über den freien Tag. In einem Falle mutzte der Landarbeiter sich verpflichten, das ganze Getreide, das er als Arbeitslohn erhallen hat, zurückzugeben— entweder als Naturalabgabe oder als Barzahlung. Der Dorfrat hatte aber mich diesen Vertrag bestätigt. Der„Trud" schlägt Alarm! Zubilare der Meiattarbeiier. Die Iubilarseier der Berliner Ortsverwaltung des Metoll- arbellevverbandes am Sonnabend im Saalbau Friedrichshain verlier, wie in den Vorjahren, in guter Harmonie. Der Aufforderung der „Roten Fahne" an die kommunistischen Verbandsmitglieder, die der Organisation seit 25 Jahren angehören, der Feier f e r n z u- bleiben, war fast kein Kommunist gefolgt. Für ein feit einem Vierteljahrhundert freigewerkschafUich organisierten Arbeller sst ge- miß nicht das Eisbein oder die Rehkeule, die ihm an diesem Ehren- abend auf Kosten der Organisation serviert werden, die Anerkennung für sein« 2öjährig« treue Mitgliedschaft. Es ist die Freude und Genugtuung, an einem solchen Abend mit seinen alten Kampfgefährten einige Stunden gesellig beisammen sein und Erinnerungen austauschen zu können, die diesem Abend den Wesenszug gibt. Das werden die Gewerkschaftsstrategen der KPD. aber wohl nie begreifen lernen, weil sie gar nicht wissen, was es bedeutet, 25 Jahre gewerk- schaftlich organisiert zu sein. Es war wieder eine stattliche Zahl von Metallarbeitern im Friedrichshain zusammengekommen. 1020 Metallarbeller im Wter von 39 bis 79 Jahren und 4 Frauen, wovon die jüngste 41 und die älteste 49 Jahre zählt, waren dem Rufe der Organisation gefolgt, Der Bevollmächtigte, Genosse E ck e r t, gab in einer zllnbende» Rede einen Rückblick auf die Zeit vor 25 Iahren und zeichnet« mit wenigen Strichen ein Bild des gewaltigen Aufstiegs der Organisation in de» letzten Iahren. Seine Red« klang aus in den Appell an alle Iubi- lar«, weiterhin treu zum Verbände zu stehen und allen denen ent- gegenzutreten, die dos stolze Gebäude der Organisation wieder ein- reißen möchten. Di« Feier wurde umrahmt durch gute Musik und Darbietungen namhafter Berliner Darietckünstler, die reichen Beifall ernteten. Weihnachisfeier der Maler. Die Ortsverwaltung des Verbandes der Maler, Lackierer und Anstreicher veranstaltet« am Sonnabend im■ Gewerkschaftshaus für ihre erwerbslosen Mitglieder ein« schlicht« Weihnachtsfeier. Ueber 400 arbeitslos« Maler und Lackierer hallen sich mst ihren An- gehörigen«ingefunden, um wenigstens für einige Stunden der Sorgen des grauen Alltags enthoben zu sein. Eine Kapell« des Deutschen Musikerverbondes sorgte für die Unterhallung der unfreiwillig Feiernden, denen der Bevollmöcht'gte. Genosse Schiemorn in einigen herzlichen Worten wieder Mut zusprach. Zur Aufbesserung ihres kleinen Etats bedachte die Ortsverwaltung jeden Erwerbslosen mst einer Konsumstoll«, die Kinder mit Nasche- reien und schließlich noch jeden, j« nach der Dauer seiner Mbglied- fchaft im Verbände, mit einer Geldunterstützung von 6 bis 13 M. Gesperrte Gastwirtsbetriebe. Wegen Differenzen werden hi.r- burch folgende Gaslloirtsbctriebe für die Mitglieder des Zentr�locr- bandes der Hotel-, Restaurant- und Cafä-Angestelllen gesperrt: Mitte: Bötzow am Alexanderplatz. Inh. Jos. Hinzmann, Kassel- straße l. Eck« Alexanderstraße. Norden: Restaurant„Zur Deutsch«., Ecke", Inh. Jonas, Invalrdenstr. 124. Restaurant„Königstor". Inh. Anna Mücke, Prenzlauer Bern, Ecke Neue Köniqstraße. Moabit: Moabiter Gesellschaftshaus, Wiclcfstr. 24. Nordwest Hot-l, Nestau- rant und Festsäle, Turmstraße 7/8. Osten-LicHeriderg: Palais des Ostens, Inh. Pfeilstifter, Warschauer Str. 35. Bertiner Kin l (früher Boriissia-Fektsöle). Oekonom Artur Oehlke Weißen'ce, Berliner Allee 211. Gastwirt Lössel, Weißensee, Len-ch'nsstr. 1�6. Restaurant Memeler Krug. Große Frankfurter Straße 1. Zdd�reie „Rosine?" fragte der Vater,„wie lebt sie denn? Wie?" „Ach, Rosine mit ihrem Fischhändler meine ich nicht." „Und Magda?" Der Alte schob feine Brille hoch. Magda war immer noch in Berlin, und von Berlin erwartete er sich nie etwas Gutes— gerade für Magda war Berlin ja das Haus des Versuchers! „Sie hat nun eine Stellung, gut", fuhr Esther fort, „aber was ist das, eine Stellung! Am Sonntag abend kann sie glücklich sein, wenn eine Menschenseele mit chr ini Eafö sitzt, damit sie in Ehren Windbeutel mit Schlagsahne essen kann." „Ob sie das immer noch so gerne ißt?" fragte die Mutter. „Sie soll überhaupt nicht ins Cafck", grollte der Alte, „Frauenzimmer gehären wo anders hin." „Und so", sagte Esther,„wie Magda, soll es auch mir ergehen." Der Vater Rubin nahm die Brille nun ab. „Wessen Schuld ist das aber?" fragte er drohend.„Sind in das Haus deiner Eltern, nur um deinetwegen, nicht acht- bore Leute genug eingeladen worden? Und wie hast du sie alle behandelt, wie?" „Ich brauche keinen Mann", sagte Escher kalt. „So", sagte der Alte, halb ärgerlich, halb gemütlich, „also hast wohl schon einen." „Ja", sagte Esther,„ich habe schon einen." ..Wie?" Das hatte der Vater Rubin nicht erwartet.„Und wer ist's also? Wie?" Aber da verließ seine Tochter das Zimmer. „Das sage ich nicht", rief sie, schon draußen,„du.zerstörst mir höchstens auch die Hoffnung noch!" Vielleicht weinte sie auch. Jedenfalls schloß sie sich ein, ibre Kammer blieb dunkel, es war längst nach nicht Zeit, zu schlafen. .Tfch.zerstöre— fragte der Alle,„wieso? Bin ich denn solch ein Barbar. Frau? Wie?"— Die Mutter ging gebeugt und seufzend herum. Mitunter weinte sie auch für sich. Das sollte dem Vater Rubin wohl angenehm sein? ..Was weißt d u denn von dieser Geschichte, wie?" fragte der Alte. Sie schüttelte nur den Kopf und seufzte. Dann gtng sie hinaus. Womit der Dater Rubin seine Antwort hatte, wieviel sie wußte. „O Frauensleut...!' (Fortsetzung folgt.) I V-Zug Berlin— ZnsierHurg enigleifi. Im polnischen Korridor.- IS Verletzte. SSulgsberA, 23. Vezemd«. Die RelchsbahnkilrekNoa kellt mit; heute aachmilkag gegen 2 Ahr ist nach Mitteilung der polnischen Staaksbahn. d l r e k k i o n Danzlg der v-Zug 55 vsrlia— Schneidemühl— Veutsch. Eylau— Allenslcin— Zufterburg auf polnischem Gebiet bei Waiden zwischen Schncidemühl und Rakel mit sechs wagen e n t- gleist. Räch Angaben der polnischen Eisenbahnverwaltung find l 5 Personen verleht. niemand getötet. Untersuchung und Reltuagemaßuahmen obliegen der polnischen Staatsbahnver- tvaltung. Diese hat einen Ersahzug nach Deutsch-Eylau— Zaster. barg abgesandt, der erst im Laufe der Rächt in Deutsch-Eylau zu erwarten ist. Nach einer späteren Meldung ist der Ersatzzug gegen �»10 Uhr in Deutsch-Eylau eingetroffen. Unter den mit diesem Zuge eingetroffenen Reisenden befanden sich nur drei Leichtverletzt«, es find dies Fräulein Charlotte Stahnk«. Kassiererin aus Berlin, Fräulein Junga aus Mensguto in Ost« preutzen und Fräulein Deichest aus Riesenburg in Ostpreußen. Ave drei Personcn konnten ihre zReis« sortsetzen. Näher« Einzel» heilen, insbesondere die Namen der übrigen Verletzten, . find bisher nicht bekannt. Kaserne oderaii* sich kaum«inige Miiwten ent.. f»nt, ab«in chauvb«wohnertz«m«rtt«. daß durch die Tür der M.fchsn Wohnung dichte Rauchwolken drangen. Der Mann verschaffte sich sofort gewaltsam Einlaß, da er wußte, daß sich die Kinder in der Wohnung befanden. Der Retter kam gerade «och rechtzeitig genug, um die Kleinen, die in dem ver- qualmten Raum durch di« Rauchgase schon staef mitgenommen waren, unversehrt in« Freie zu holen. Inzwischen erschien die alarmierte Feuerwehr und in wenigen Minuten ge- Lang««, die Flammen, die»in Kleiderspind und bereit» den Fuß- Hoden erfaßt hatten, zu ersticken.— Im Haus« Zehdenicker Straße 15«ntstand gestern abend ein Dachstuhlbrand, h«n die Feuerwehr nach kurzer Tätigkeit niederkämpfen konnte. „Don Polo", der Hungerkünstler. Die Laufbahn eines pfychopaiifchen Kautionsschwindlers. .'Neichsgerichtsurteil im ,falfchen'Ia?ubowf?i'pfozeH Leipzig, 23. Dezember. Der dritte Strafsenat des Reichsgerichts unter dem Vorsitz des Reichsgerichtsrat» von Kienitz verkündete in der Rem'ions» »erhanolung um das Todesurteil gegen August Rogens am späten Rachmittag folgendes Urteil: Da« Urteil des Schwurgerichts Neu- strelitz vom 17. Juni iO'ZS wird, soweit e» den Angeklagten August Rogens und Frau Köhler wegen Beihilfe verurteilt, nebst den ihm insoweit zu Grunde liegenden Tatsachen sowi« hinsichtlich der gegen Fritz Rogens und Frau Kahler erkannten Ehrcnstrossn auf- gehoben. Die Sache wird in diesem Umfange zu anderweitig»? Verhandlung und Entscheidung an di« Vorinstanz zurückverwiesen. Im übrigen werden die Revisionen verworfen. Keia Lustverkehr Wöhrend der Feiertage. Die Deutsche Lufthansa teilt mit, daß d« Luftverkehr am 1. and 2. Wdhnachtsfüertag. sowie am Reujahrstag eingestellt wird. Dagegen bleibt der Flugb«trieb am 24. Dezember voll aufrecht erhalten. Es liegen bereits zahlreiche Vor- best«llunz«n für Flugkarten in den Tagen vor Weihnachten vor, so daß stch ein« rechtzeitig« Platzbelegung empstehtt. Wegen der Ein» stcllung des Flugdienstes an den beiden Weihnackstsfeiertagen und am Reujahrstag ruht auch der Lustpostvertehr an diesen Tagen. Am 24. und 31. Dezember wird Lustpostvertehr w« an den übrigen Werttagen durchgeführt. Im Streit den Bruder erstochen. Einen tragischen Ausgang nahm kürzlich ein Streit. dar plötzlich zwischen zwei Brüdern in der Wohnung dar Eltern. Berliner Straße 18 in Wilmersdorf, entstanden war. Gegen 15 Uhr kehrten der ILjährige Hans Pfeil und sein um 4 Jahre älterer Bruder Hermann von einem gemeinsamen Ausgang etwas angeheitert heim. Plötzlich kam es zwischen beiden zu einem heftigen Wortwechsel, der gleich in Tätlichkeiten aus- ort«t«. Hans Pfeil griff darauf zu einem Brotmesser und stach damit auf seinen Bruder ein. Er traf ihn so unglücklich, daß er blutüberströmt zu Boden sank und wenlge Mipuiea später starb. Der Täter wurde fesizenommen. Bei seiner Qer- nehmung behauptete er in Notwehr gehandelt zu haben. Er sei von seinem älteren Bruder mst einem Feuerhaken bedroht war» deu und in seiner Angst habe«r zum Messer gegriffsn. Dag Weihnachlefefl im Rundfunk. Am 24. Dezember um 14.30 fci» 15.50(3.30 bis 3.30) ilhr sendet die„D« u t s ch e W el l e" als Uraufführung ein.,Z r ipn e» sp iel" das nkeversächsischen Dichters Ludwig Bäte. Im Anschluß davon gelangt Otto Woll- mann»„D e r W« i h» a ch t s m a n n kommt" zur Aufführung.— Am 28. Dezember um 12 bis. 12.50 Ubr wird„Ein Weih- nachtsspiel»ach alter Art' von Ko-mrad Dürre zur Die Laufbahn eines abenteuerlichen Lebens rollte gestern vor dem Schöifeugerichi Eharlotlcnburg ob. Wegeu Be- lruges in 71 Fällen und versuchten Betruges lu 13 Fällen Halle sich der Angeklagte Willi Haler zu veranlworleu. Das Urteil lautete aus zwei Zahre Gefängnis. Die linker. suchungshafl wurde voll angerechnet. Der 4Sjähr!ge Angeklagte ist der Sohn eines Alkoholiker». Aeußerst schwer erziehbar, ging er schließlich als Steward auf See. Er kam nach Süd- und Nordamerika, nach China und Mex ko und kehrte dann nach Europa zurück. Jetzt beginnt sein« Der- brecherlausbahn. Er begeht verschiedentlich Betrügereün in Berlin. In Hamburg, in Bremen, in Dresden, erhält acht verschiedene Strafen, achtmal wird das Bsrsohren gegen ihn aus Grund de» 8 51 eingestellt. Er hatte Moloria durchgemacht, war luetisch m- fiziert,«In schwerer Hysteriker, litt an Krampfansällen, ergab sich Zllkohol» und Morphiumexzessen— mit einem Wort: zeigt« das Bild eines schwer«»Psychopathen. Wie sein Leben, so sein« Ehen. Das erstemal heiratet er im Jahre 1010, läßt sich von setner Frau nicht scheiden, verliert sie aber aus den Augen, heiratet im Jahre 1012 zum zwecken Mul«, steht unter der Anklage der Bigamie, läßt stch von feiner zweiten Frau scheiden und heiratet im Jahr« 1010 zum dritten Male. Während des Krieges wird er fahnenslüchtiq, ist zweimal wegen Tätlichkecken gegen Borgesetzte angeklagt, wird auf seinen Geisteszustand untersucht und erhält den§ 51 zugebilligt. Im Jahr« 1919 entdeckt er«in t o m m u n i st i s ch« s W a s s« n I a g e r uick» empfängt eine Belohnung von 460 000 M. Zw Zahre 1926 produziert er sich unter dem Ramen Don Polo als Hungerkünstler In Magdeburg. Das Geschäft bringt ihm 14 700 M. ein. Jetzt beginnen seine Schwindeleien, derenwegen er gestern vor dem Schöffengericht Chavlottenburg stand. Aus Veranlassung seiner Mutter wurde gegen Dater das Entmündigungsverfahren durchgeführt. Im Bureau des Anwalts, der das Verfahren durchgeführt hart«, schl-eßt der entmündigte Vater zahlreich« Verträge über Spiel- klub Gründungen ab. Hier engagiert er Kassierer, Crou- piers, Geschästssührer und Empfangschefs. Seine Gründungm waren di« Brandenburger Sportvereinigung, die Vereinigung Berliner Künstler, der Winterfeldt-Klub, der Elite-Klub des Westens. Aeckweise pochtet er auch den Tanzpalast Fiamecka. Die Branden» burgsr Sportosrsinigung bemüht sich um Spielklubs in W e st e r- l a n d und Swinemünd« Die Konzession wird nicht ertellt. In anderen Fällen erhält Later die Konzession. Die Ausgaben werden stets durch die bersitps st eilten Kautionen be. stritten. In der Regel sind es 1000 bis 2000 M Die Zahlungen worden nicht selten im Bureau des Amvast» entrechtet und an den Anwalt wenden sich die Begaunerten mit ihren Ansprüchen. Der Zlngeklagt? war in allen Punkten geständig. Das Gutachten des Düchersachver'ländig«» ergab, daß bsi den Grün. düngen kein Pfsimig«igen«» Geldes verwandt worden war. Die psychiatrischen Sachverständigen waren der A-sicht, daß bei? Angeklagt« ein stark oermindert zurechnungsfähig«' Mensch sei. der für di« leider noch nicht vorhandene Sicherungsverwah- r u n g wie geschaffen sei. Den§ 51 wallten sie ihm aber nicht zubilligen. Eniwurzelie Jugend. Das Urteil gegen die Charlotier. burger Kassenräuber. Das Schöffengericht Charlolieoburg oerürleilte in dem üosseuraubprozeß nach langer Beratung den Angeklagten Erwin will« zu SU Zahreo Gefängnis, den ZOsährigen S. zu zwei Zähren Ge'lugaiz und den 20jährlgeu G. zu 6 Monaten Gefängnis. Der letzlere erhielt Be- währnogssrist. Usber das Wildweststück der vier Birgen Leute— für den lSjährigen Sch. ist dos Jugendgericht zuständig— ist noch manches zu sagen. Sch., Fürsorgezögling, der seit vierzehn Tagen in Berlin herumlungert«: St, währeiü) der Vater im Kriege war, gleichfalls in die Fürsorge gegeben, hatte sich später gut gehalten und war erst vor kurzem arbeitslos geworden: G.s Lebenslauf zeigte nichts Auf- fälliges, und schließlich Wille, der bereits eiinrm! wegen Raubes Mit Todeserfolgzu einer längeren Gefängnisstrafe ver- urteist worden war. Di« drei ersten worei, geständig und bezeichneten Wille als den Verführer. Dieser weigerl« sich anfarlgs, über feine Teilnahm« an der Tot Erklärungen ad, zugeben: er wollt« es nach Anhörung der Angeklagten und des Zeugen Sch tun. Der Vor- sitzende unterließ es aber, feine Aeußerungen entgegenzunehmen urrd gab dem Staatsanwalt das Wort zu seinem Plädoyer. Will«, der schon während der Red« des Staatsanwalts durch Handbewe- gungen kund tat, etwas sagen zu wollen, erhielt erst iin Schlußwort hierzu Gelegenheck. Der Vorsitzende meinte zwar, die Beweis- aufnähme sei bereils geschlossen, ließ aber hinterher doch die Er- rlorung des Angeklagten zu. Als dieser aber zu weitschweifig wurde, schnitt ihm der Vorsitzende dos Wort ab. Das Verfahren gegen ihn wurde abgetrennt und das Urteil vorerst nur gegen seine Mit- angeklagten gefällt. Und totsächlich wurde die Verhandlung gegen de» Angeklagten Wille bis in die Abendstunden ausgesetzt.— Der Zuhörer aber stellte folgend« Betrachtungen an: Ware «« mcht richtiger gewesen, in diesem Fall« den jungen Leuten einen Offizialverteidiger zur Seite zu stellen? Und wäre es nicht Pflicht des Vorsitzenden gewesen, gerade well sie keinen Verteidiger hatten, ihre Re-hie ganz beson- dsrs wahrzunehmen? Das ist in bezua aus Wille nicht gsschehen. Der Vorsitzende Hölle ihn der Forderung der Straf- Prozeßordnung und fernem Wunsche gemäß zu den Zeugen- aussagen das Wart geben müssen War das unterlassen worden. so konnte in die Beweisaufnahme wieder eingetreten werden. Will« wäre vüÄeicht noch zwanzig Minute« mit seinen Erklärungen fartgefahren und hält« versucht, sich von der Besichtigung, er sei der Verführer gewesen, reinzuwaschen. Sein« Mitangeklagten und der Zeugs Sch. hätt� ihn Lügen gestraft, und das Gericht war» in der Logs gßzpefen.. ein Urtsch zp fällen.'Stoit dessen hat'«S sich nun � der Mühe. umerziehen Wssen, zweimal zu verhandln.* d- Ausführung gelangen. Wahrens stch Bäte» und Dürres Krippen- spiel« auch an Erwachsene wenden, ist Wollmanns„Weihnachts- mann" für die Kleinen und Aleinste» gedacht. Esti« willkommene wethaachksüberraschvr.g bereitete di« Direktion der„Plaza" am Sonntag zahlreichen Kindern dar minder bermttelten Bevölkerung de» Berliner Ostens. Di« Eingeladenen wurden an gedeckten Tafeln mit Schokolad« und Kuchen bewirtet und waren dann Gäste der Nachmittagsvorstellung der„Plaza". Jugendweihen der Sozialisten und Freidenker. Wie im Herbst dieses Jahres werden auch zu Ostern 1030 dl« Frühjahrejugendmcihen unter dem Namen„Iuflendweihen der Sozialisten und Freidenker" gemeinsam veranstaltet vom Ortsausschuß Verlin des ADEL., Bezirksvcrband Berlin der SPD.. Devbono für Freidenkertum und Feuerbestattung E. P., Be.z. Groß-Berltn, Bezirksoerband Berlin im Bund der freien Schul- Zwei Briefe von Kriegsteilnehmern werden am Sonntaguach» mittag von Ernst B r i n g o l f vorgelesen. Trotzdem in diesen Briefen, die in den Wiutertagen von 1914 versaht sind, noch so etwas wie kriegerische Begeisterung liegt, merkt man doch schon die Skepsis, fühlt man den unterdrückten Haß gegen«in sinnloses Morden. In derselben Veranstaltung wird eine klein« Skizze von Walter o. Holl ander vorgelesen. Sie zeigt: daß schon im ersten Kriegswiicker der Will« zur Aerstöndiaung stärker rrrac als der Will« zur Eroberung. Holländer matt mst ganz zarten Farben ein kleines Weihnachtsidyll hinter der Front, er beweist, daß §ranzosen und Deutsch« nur eines wollten, nämlich den Frieden. in paar hübsche weiynachlliche Kinderlieder singt Agnes Schulz- Lichters cid mit einem in allen Tonlagen ausgeglichen«« Alt. Es sind Ainderlieder, die jeder kennt, Kinderlieder, oie jeden an eine längst vergangene Lugend«rinnern. Am Abend wird aus Schmargendorf ein altes Berliner Weihnachtsspiel übertragen, das Hans Brenner erneuert hat. Den stärksten Eindruck hinterläßt die Leistung des Orchesters unter Bruno Seidler-Winkler. Der Bearbeiter des orchestralen Teiles wird nicht genannt. Es muß jedoch hier sine Stilisierung de« allen Orchesters vorliegen. F. Seh. Das mittäglich, Schallplattenkonzert brachte Operetlenmusik von Ottenbach Unter dem Titel„Arbeiterkinder singen" hört man Kinder der Neuköllner Riitilischule Dinterlieder aus dem 16. Jahrhundert und heiicre Bolksliedchen.„Das Ouieselchen",„Das Moriannchen".„Den Butzemann u. a. fingen. Hell und zart klingen all die jugendlichen Sttnimen und was die Großen durch Routine und Sangeekunst an Essel: herausholen, das vollbringt hier die naive Ursprünglichkcil. Zwischendurch rezitiert Theodor Ü o o s weihnachtliche Stttnmungsmolereien von Griejar und Barchel. Griefars„Die flammende Stadt", Der Schrei der Geknechteten. Unterdrückten»ach Hslligkeck, noch Sonne, ihr qualvoller Hilferuf nach Freiheit und Licht und Barchels„Römische Weihnachten", Erinnerungen aus einer Ltalienwanderung, erwiesen sich al» gut empfundene, wirkungsvoll« Erzählungen. Die einaktige Oper„Weih- nachten" nach dem"gleichnamigen Schauspiel ,Xm die de Natale" von Riohatti. Musik von Gen tili, unter der musitalischen Leitung Manfred Gurlitt», behandell das für unsere Tage h«- reits stark abseits liegend« Problem der verlorenen Tochter— ein Pendant etwa zu Sudermanns.H-ümat" die unter dem W»ih- nachtsbaum reumütigst wieder in. Gnaden ausgenommen wird. Di» Musik, weit lebendiger al» die Handlung, zeigt in einigen gut- klingenden Arien lyrischen Charakter. Die Besetzung mit B r o n s» aeest, Irmgard Sturtz und Maria Hartow lag m besten Händerg O. E. gemeinschaften Deutschlands, und von der Arbellsgsmsinschaft sozial- demokratischer Lehrer Deutschlands. Bezirksgrupp« Berlin. Da die Dvrbereckungsturse End« Januar nächsten Jahr«» be- ginnen, bitten wir sofortige Anmeldung unter Zahlung der Elnschrsibegebühr von 50 Pf. bei nachstehend aufgeführten An- Meldestellen vorzunehmen: Setmltnaaibnitt Mitt«, H ScSntaira, S. 54, Ackrrstr. 174 fBetaiärt»- Sret itintiZ.— Deutscher Sit aKaacU-etrerbciifc, ff. Ä>, äinlenfte. 83—85(jtbffnrt »— tfl Üjc. ffiillafl»>—19 Uhr,(Snnpaixt.ti? 9— 13 Uhr).— ftMiouDcdfitoft. >ich« Jugend,-nttale, CO. 16, Sngelnfer 24—26, 1 St., nimm« 7t 1««öffnet 9—17 Uhr, ffMÜaaä 9—19 Uhr.(Sonnoherd* 9—13 Uhr). ®euj>aXttuiBJt«,!tl Siersatten: S. Joseph, 914?. Tt, Wilhelmshavener ff trade 48ilrts.ff?rdton). «euraUilnatde»«k»edbinfl.- 91.•»öntftfi. 91. 65, Mlillrr. Site Utvecht» Strafte(Socmücir-SpeWlion).— U. NroÜ. N. 65, llfr-chter 0fr. il s.»estai>. raiif).— 9). Toürodlow, Zt. 37. Sro.neoihnver Sir.>4(v.-flouroiil),— Ä. Andcrsion, R. 81, clrclfanbtt Str. 19(Schuhmacherei).— H. fZisöffr, N. 20. Sastiaustr. 7(ZlonwärfZ-Sp-.dit on). Veru>allunato«»:rl Prenzlauer Beta» V. Lotsmann. 31. 58, Lnchener Str. 8 (Siestaurant).— ch ffer'h, N. 113, Grettcnhaaeiier Str. 22»Lormärto-SpeSi» tiouN— D. Döll, SO. 55, Ilwnanuelt rchsrr. 24 t ZZor.wi!rl»-Spet>>.lion). Berrvaltpnashetill tzriedrichthaln> ff. Arndt.£), 34. Marlustir. 33(Vor- wörts-ffpediiisn),— M. WarZinann. O 34, ltönigekeraer Str. 37 iPhntotaden. fflnaanq vom Kaurtlur).— Ä. Mite, O. 43. tetmhinfler ZNoft 4(Lormiirls. fpti'fon).—£. Wiutchuft. O. 34,..R«ttrs6utaet Str. 5 ofeltourattt). Betteolhiaasbejia ar«l,o»ea: Barwlrtsspedü-on SN. 6l. Kaeruiatdttroft» an her Sneltcnaugraftr.— Urban, SO. 36, kousidsr Pia« 14—44!jrts.Srrd:tu>n.ffhartottenhura, ffesenbeimer ff'r. 1, pari.— ffrau Ioachmie. ffhortottendura, Na verdamm!>5, ffinaana Ooaniftftrafte sLorw3rt».ffpedition). 14—18 Ufte.-— ff. Schm dt. ffhar- lottenbura.? osinentir. 4(Laden).— Daulsch« Lexkehrbbiind, ffdariottellburg, vapreuthrr fftr. SL «eri-altnnaebet'rl Spar da«: idcf'or M. ffchul»e, ffrae-dau. Brthetmtladt, «dnwrd'aitrafte(L«I>:noaemeintu7e).— rei»r T. Oechncr. Znoudau- Steustadt. M.ttelttrofte'Sek>e->»a-mein!ch«fteschute).—.voudblatr-BuÄiand- luna, Spandau, Potodamer Strafte. verwaltnna,lu,'rk W!ln>er»dart: Strafte 46. Siedsuna.. P-rwallunaebeztrl ff,»«»-»?«,! S'athmann. ffchlbiebem,?«I»Iser Str. 2? (Vorwär's�nedition).— ffra» Mamltter. Schönebelg. Agstd!<.PauIÜZ-Str. 7.— 9. ffchaudt. ffrifimau, tfochetle. 9, vermaUaneebe,'»! Steglift- ff. fenbutg, StegNft, ffchscftftr 103.— .». Schönnxy r. Lichtertettu-W., Söudelstr. 3.— G. ffela-ntreu. Lankw'.ft. «iaiser.WühclM.Str. 70.. «armaltumi-desirl� Re-Mln- Vormörto�pedliion»kulölln, Sl-atried. strafte 26-96, 14—18 Uhr.— Pormäris-Svehitto-, SerkHS«,«eiatf-r. 2, 14 M» 'S Uhr- ZJar eiiuteau.«euIBUr., ffuldastrafte t?dealp-isage).«utgan« Z. 17—19 Uhr Perioaltungoheeirk Tutiom ff®s»-l»pra, Srepto«. ffraeftstr. 50'9?«. wärtsAvedit-»»).-S». TeUd». Paumschulentvea. S-braderstr. 18. v. M.— M Shikt'. NIkd-rtcheneire de. Berliner Str� 33(Oestaulant �Zuc Post").- tziege, itdtershof. B emarffstr. y sZ'estauranl) Pe«»all»na.°9e,ir,«Zpenlch ff.«Sprnlch Bit, Bah'w«er Strafte.2— vt'p. ffr edrlchshaqen, Nirchstr.«4 tOessai.'ravt).— ff. ttteln, Srvnau. ffriedrichftr. 17- Keimann, Bohnedar'. V-l'er»dor«« fftr. 100 (Restaurant).— ff. Nra'I.?ahnedork. fforstOr. 9 ffrau Ungerer, Vilm er»dort, Kanauer MW.....-----—......r Schule Leopotdltrafte— Rettor Letr,. Lichtenberg. Schul» ffcharnmrhirktrafte.— A.?.«ftew>i>. O. 112 ffortneritr. 6. B�oltuoa.bee'r: D chavas,®e!ft'nkee, peff—ftr. ID Nestau. mnt).— Maravardt. k ohrrschhnbanfen. Bertiner tr. 35�!sk.�dor'»?ielt und Wittenau. Scharnmrbersir. N4.- �drnom. Tegel, ffchliever» cht« rreodoa». strafte, für Tegel. Bortzgivalde und Kelllgente». Außerdem nehmen alle Hal'skassi«r«r des..VirSandsz kür Frei» dvntertum und Feuerbestattung E. B." Anmeldungen für di« Jugend- weihen entgegen. Häßlich gefärbter Zahvbelag.„Ein Kummer waren stets mein« gelben Zahne. Nachdem ich oll, Hilfsmittel ongewandt hatte, ver- suchte ich«« mit Chlorodonl und. die Wirkung war erstaunlich. Heul« erfreu« Ich mich gesunder w»iß«r Zähne." Gez. E. Iacobl, Land»- berg a. d. Warthe. Drucker und Schreiber Aus den Anfängen des Bertiner Zeitungstvesens Vertieft man sich«ingchenÄ in die mit viel Liebe und Vach- fenntni« aufgezogene Ausstellung„Berliner Buchdruck«inst u n d j c tz r, die gemeinsam mit der Berliner Typographischen Gesell- schast und der Preußischen Staatsbibliothek in den Räumen der Staatsbibliothek aus deren Beständen zusammengestellt wurde, so kann man die Entmicklung genau versolgen. Nicht im Handwerklichen. Die beherrschenden Tendenzen wechselten vom Religiösen und und Pietistischen zum Freigeistigen, von Scharlatanerie zu wertvollen wissenschaftlichen Drucklegungen, vom Byzanti-mus zur Zeitsprache der revolutionären oder gemäßigten Presse. Wander- und Lehrdrucker. Wichtiges und Unwichtiges wurde gedruckt, wie«s noch heute geschieht. Das Werk eines unbekannten Druckers, sedensalls eines Tvanderdruckers. der von Stadt zu Stadl zag, an Ort und Stelle druckte und auch verkaufte, ist aus dem Jahre 1484 vorhanden, von dem man annimt, daß es Berlins erstes Druckerzeugnis ist. Es bc- handelt eine Broschüre des Berliner Stadtarztes Schwe st ermiller über die Pest und ihre Behandlung und zeigt als Druckort Kölln an der Spree an. Die Tendenz des Buches ist immarhin eine gute, wie aus folgenden Zeilen hervorgeht:„Für Swanger Fraroen iunge Kynder und« x. loren Für gute ruters gesellen und arme leute die dy apoteck nit alle zeit mit inen können faren."(Für schwanger« Frauen, junge Kinder unterjährig, für gut« Reitersgesellen und arm« Leute, die die Apotheke nicht alle Zeit mitführen können.) Nach der Einführung der R«sormation in die Riark 1540 wunde der Drucker Hans Weiß aus Wittenberg nach Berlin berufen, der für dieses gewagte Unternehmen ein Privileg erhielt, daß alle Publikationen nur bei ihm gedruckt und von ihm verkauft werden durften. Es wurden in dieser Zeit auch sehr schöne Holzschnittblätter, den Vorläufern unserer Illustrationen, in Dürermanier in Berlin gedruckt. Berlin schien aber keine geistigen Ansprüche zu stellen und die nächsten 30 Jahre ist kein Bedürfais nach einem Buch, geschweige einem Drucker vorhanden. Ein ganzer Kerl mußte erst kommen, der den Laden neu eröffnet«. Es war Leorchardt ThurneysserzumThurn.wie er sich nannte, ein Baseler, der als Arzt und Goldmacher, mehr aus letzterem Grunde, an den Hos des Kurfürsten berufen wund«. Dieser Mann, um einen heutigen Zeitausdruck zu gebrauchen, verstand es aus- gezeichnet. Gold aus anderer Leute Taschen zu ziehen, aber er ver- stand es auch wieder auszus, den. Er hott« viel srüher als alle anderen erkannt, welche Macht die Presse ist, besonders wenn man sie in seine eigen«» Dienste spannen kann. Da der Allerweltskünstler auch den Buchdruck verstand— sein Vater war Drucker gewesen—. eröffnete er bei seiner Niederlassung sofort eine Druckerei, deren Erzeugnisse sein Lob in allen Tönen singen mußten. Der Kurfürst war es zufrieden, denn er zog auch seine Lorteile davon. Mau sagt, daß Ihnrneysser in sein« Druckerei bis 200 Drucker beschäftigte. Zll» Ihurneysier aber zuletzt doch als Betrüger entlarvt wurde, der wohl schön« Bücher zu schreiben und drucken verstand. ab«r kein Gold machen tonnte, wurde er mit Schimpf und Schemde davongejagt. Reichtum und fürstlicher Besitz, den er zusammengerafft hatte, wurde konfisziert. Di« ersten periodisch erscheinenden Zeitungen, die vordem»och geschrieben wurde«, beginne» in VerN» erst im 17. Zahrhoudert. Aus dem Zohre 1SSS ist ein Flugblatt vorhanden, gedruckt zu Berlin im Grauen Klo st er durch Nicalaum Boitzen, das den höchst merkwürdigen Titel führt:„Wunderneu« Zeitung, die uns ein Hering aus dem Meer bracht, allen Menschen zur Warnung und Besserung beschrieben durch Jacobum Eolerum, der Heiligen Schrift Doktor und Probst zu Berlin." In der Art der noch heut« aus Jahrmärkten fellgehaltenen Mortitaten wurden auch damals solche Zeitungen ver- trieben. Zum Ueberfluß enthält dies« erste Berliner Zeitung auf der Titelseite die Abbildung des Wunderherings: der Fisch ist einmal aus seiner rechten, zum andern Mol aus seiner linken Hälfte ab- gebildet. Aus einer von Michael Hentzen 1578 gedruckten Zeitung entnimmt man eine Schilderung der furchtbaren spanischen Inquisition, die in protestantischen Ländern ihre Wirkung nicht ver- fehlen tonnte. Die ersten Zeitungen, aus graues Hadern- papier in der Art von Löschpapier gedruckt, in Kleinattavformat, meist in recht unsauberer gotischer Schrift, enthalten in der Haupt- fache kurze Hinweis« auf Truppenbewegungen, Ernteaussälle, Wetter- katastrophen, Hofnachrichien. Bon einer politischen Einstellung, wie wir sie kennen, konnte natürlich keine Rede sein. Manchmal verirrt sich wohl nicht ohne Absicht ein grobschlächtiger Scherz, aber mich ein« Pikanterie zwischen diese Notizen, wenn der Betreffende, dem es angeht, recht weit vom Schuß sitzt. Bon der Einstellung Friedrich II. zur Berliner Presse ist man allgemein wohl hinreichend unterrichtet und sein Wort„Gazetten nnissen nicht geniert werden" ist durch Verfolgungen von Druckern und Verbot« von Publikationen hinreichend Lügen gestraft. Er war nur für die Freiheit der Presse, soweit sie ihm dienstbar war. Leider ist aus diesem interessanten Zeitkapitcl wenig aus der Ausstellung zu sehen. Vorhanden ist ein Sammelband des ersten Jahrgang» der Privileglerken Zeitung von 1742, wo die aufgeschlagene Seite vom 13. August mit dem Leitartikel anhebt:„Stackholm, den 13. August. Am 7ten dieses wurden abermals beinahe 900 von den hier gefäng« lich gehaltenen Bauern, sowohl au» Dahlland als Wesmarland, auf freien Fuß gestellt usw." Auch dieses Zeitbild könnte beinah« wörtlich bis auf die Veränderung der Ländernamen den Zeilungen unserer Tage entnommen sein. Es gibt eben nichts neues in der Welt. Auch das„Wanzenmittel-Jiiserat" aus der gleichen späteren Priollegierten Berlinischen Zeitung von Staats und gelehrten Sachen, im Berlage Bosstschcr Erben und Unger, zeigt im 91. Stück von 1803, daß sich bis auf die Farm nichts geändert hat. Etwas Erfreuliches möchte als Ausklang dieser Betrachtung hier noch stehen, ein Satz des großen Reformers und Neubelobers de» Berliner Buchdrucks Johann Friedrich Unger(1753 bis 1804), der eines semer Bücher mit den Worten einleitet:„Es werden jetzt gegen acht Jahre seyn, als ich zuerst anfing, mich mit der Idee zu beschäfttgen, wie unsere gewöhnlichen Deutschen Lettern zu ver- einfachen, das viele Eckig« von der gemeinen, und da» Krause. Gochisch-SchnSrckliche von den großen Buchstaben oder Versalien weg- zuschössen wäre, ohne jedoch der Schrift durch die damit vor« zunehmende Veränderung ein fremdartiges Aussehen zu geben." Dieses Ziel hat Unger erreicht. Unser« heutig» deutsche Schrift hat sich vornehmlich aus dieser Ungerischen Reform entwickelt, die auch als Unger-Fraktur überall Eingang gefunden hat. Damit schließt in der-Ausstellung der historische Ueberblick der Entwicklung de« Zeitungswesens. Kriegsrenten und Arbeitslosenunterstützung. Als 1929 der Gedanke auftauchte, das Arbeitslosenver. sich« rungsg«setz so zu ändern, daß die Ausgaben für die Ar- beitslos«, Unterstützung gesenkt werden konnten, war es die Deutsche Volkspartei, die den Antrag im Reichstag einreichte, sämtliche Kriegsrenten bis auf einen Betrag von 15 Mark monatlich auf die Arbeitsloseuunterstützung anzurechnen. Der Reichsbund der Kriegsbeschädigten. Kriegsteilnehmer und Kriegerhin terbliebeuen wandte sich sofort gegen diese Maßnahmen, die unter anderem auch vom Ehrenvorsitzenden des Zentralverbandce deutscher Kriegsbeschädigter, dem oalkcpartei- lichen Reichstagsabgeordneten Thiel, unterzeichnet war. Das Bor- gehen des Reichsbundee hatte Erfolg. Der neue§ 112a des Gesetzes über ArbeitsvcrniitUung und Arbeitslosenversicherung fchfleßf die kricgsrenlen von der Anrechnung aus. Die Unklarheit, welche Rente» als auf Kricgsdienstbeschädigung beruhend anzusehen seien, ist vom Rcichsardeitsmlnisterwm durch einen Erlaß voin 8. No° vember 1929 beseitigt. Auf einer Kriegsdienstbeschädigung im Sinne des Absatzes 2 Nr. 1 des§ 112a ALAVG. beruhen nach diesem Er- laß Renten und Beihllfen, die unmittelbar auf Grund des Reichs- Versorgungsgesetzes einschließlich der Versorgung im Härte auegleich (für Geisteskrank« und noch ß 113 des Reichsoersorgungsgesetzes). sowie aus Grund des Altersrentnergesetze«, wenn die Dienstbeschädi- gung während der Teilnahme an einem Kriege oder einer knege- rischen Unternehmung erworben ist, sowie aus Grund des Z 2 des Kriegsperfonenschädengesctzes gewahrt werden. Der Reichsbund der Kriegsbeschädigten teilt dazu mit, daß derjenige Rentenempfänger. der Arbeitslosenunterstützung beantragt, seinem zuständigen Ar- beltsamte anzeigen muß. daß er Rcntenbe-ieher nach den ob� genannten Vorschriften ist. Der Bersorgungsberechtigte als crstq da« Arbeitsamt können von dem zuständigen Dersorgungsamt«in« entsprechende Bescheinigung, daß der Antragsteller Rentenempfänger ist, verlangen. Die Anrechnung der Renten bei der Arbeitslosen- Unterstützung unterbleibt nur. wenn dem Arbeitsamt die Bescheini- gung des Derforgungsomtes vorliegt. Ordner für Prolekarisch« Feierstunde«. Di« Ordner treffen sich am zweiten Weibnachtsseiertog. vormittags VtQ Uhr, im Großen Schauspielhaus, Eingang Schiffbauerdamm. wellerbrrlchl der SffenMche» Wetter» evftfleU« SerNn»ad Umzegead cNuchdr vcrb>. Wolkig und zeilwcii« heiter, wieder ciw s kZller. sriiche ö'Uiche bit ludistliche Winde.— Für i c»!schla»d: Im Wellen tagsüber Tcmprratmen über Null, im Südwesten SckurefSv«. In Mitteideui chland wieder täiter, im Osten keine wesemliche tlenderung Ein neues Filmtheaier. Der Lützow- Palast. Lützowstr. 111/112, wird am ersten Aei«lag um 17 Uhr eröffnet. Der Lützow-Palast darf sich mit Reckst zu den schönsten Lichtspiottchectern Berlins rechnen. Em Stob«ist- klofstoer KünfUer hat nach t«n Entwürfen de» bekannlen Arckitcffvn E. Gerlich aus dem früheren Theater in der Lützowstraße«n gediegenes neues Kinothewer geschaffen. Tiefes Rot mit Gold gut den Räumen ein« intime Behoglich'keit. Kapellmeister Alexander Eckst rmonn mU seinen Symphonikern dürfte Gewähr für beste Musik bieten. Die� Leitung des Lritzow-Palastes Lew m den Hänten des er. Das Theater wird als Filmen«in I„■._[___ M______. ff«h«»Mlch4gk«t- sind die Diele und- der Palinengärten- mtt ehren feenhafun Licht. effekten.> I IN ERFOLGREICHER VERSUCH. Es werden oft erfolgreiche Versuche angestellt, die neue Ideen vermitteln und den Kontakt mit neuen Dingen herstellen. Man freut sich dann über die durch gelungene Versuche erzielten Vorteile! Ein Versuch mit MAKE DON" CIG ANETTEN wird Sie davon uberzeugen, daß diese Tatsache sich auch beim Rauchen ergibt Wenn Sie MAKEDON-CIGARETTEN rauchen, sind Sie sicher, daß Sie das Beste kaufen, was Urnen überhaupt geboten wird. i/i-y:.!,'-,<>/, ----- � MATH 7*, 11/ •c>•>■ r -v V-'V-■• r*■■ ® 1 Cr A M K T TT Ii Mf sind Elite-Erzeugnisse, auf deren Genuß Sie nicht mehr verzichten wollen. �■./-i.-,>•- v'■y s-r.:'' MAKEDON CIGARETTENFABRIK G.M.B.H., MAINZ AM RHEIN Generalvertretung: CARL SÜDEL, Berlin W 35, Potsdamer Straße 118. Telephon: Bl, Kurfürst 8354 Wer ist Oillon, Read Co.? Oer wichtigste Kapitawermittler für Oeutschlaud.— Im Schatten Morgans. Die omerikan�chc Firma Dillon. Read«. To. ist im Lauf« der letzten Jahre in Dmrtschland zu einer wohlbekannten Geldgebertn geworden- Sie Hot lSZS insgesamt für 145, 1Ö26 für 457, 1927 für 249, 1028 für 212 und 1929 bisher für 286 Millionen Mark(ein. schließlich des ersten Reichskretsits) deutsch« Anleihen übernommen. Für da» Nerständnie dieser bedeutenden Kapitaloernrittlerrolle des amerikanischen Äonkhauses sind die schon langer bestekenden Verbindungen zu deutschen Großbanken wichtig- Gnde Dezember de? Jahr»? 1925 wurde bekannt, daß ein Aktienpaket von mindestens nominell? Millionen Mark der Disconto- Gesellschaft in die-ftünde von Dillon. Read u.(&>. übergegangen mar. 3m 3anuar 1926 erfolgte aemeinsam durch Dillon, Read u. Co. und die Disconto-Gesellschaft die Gründung der German Credit and Investment Corporation, die dir Vermittlung amerikanischen Kapitals an kleinere und mittlere Firmen zum Awe» vaten Handel rückgängige, bei den'Warenhäusern und besonder? Konsumvereine» aber wachsende Umsätze feststellen. Wir wallen der Industrie- und Handelskammer Berlin verraten, daß die wachsenden Erfolge der Konsumi'c.rcinc aus di« Finanzierung d.r Konsiimgenosienschaftc» durch die Spareinlogen ihrer Mit glieder beruhen, die geringeren Erfolge des privaten Handels aber sicher zum großen Teil auch in der Bernachlosiigung des Priori- Handels durch die Privatbanken ihr« Ursache haben. Zweifellos meist die Kammer auf eine sehr wichtige ilrsadie volkswirtschaftlicher Verschwendung hin, wenn si" de» Großbanken ins Siarmnhuch schreibt:„Die ungemein große Zahl ihrer Nieoerlasiungen, die auf die Verbältnisie der Inflatwnszcll zurückzuführen waren, ging jetzt well über da? Bedürfnis hinaus und bedeutete Berfchwendsrng an sachlichen und persönlichen Kosten Wem, das noch im Jahr« 1929 zum Zusammenschluß DeutscheBank— Disconto-Gesellschaft gesagt werden kann, so müssen die Banken in den Jahren seit der Stabilisierung zu? volkswirtschaftlichen Verschwendung ganz besonders reichlich beigetragen haben. � Gegenüber der sazialdewokratischen Kritik— gemeint ist wahr- scheinlich der„Vorworts*—> die Berliner Kammer möge sich auch einmal um die Skandale in der Privatwirtschaft kümmern, nachdem sie an der Stadtbonk so fleißige Kritik übe. meitr der Jahresbericht, die Tagespreise sei zum Kritisieren do� und nicht die.Kammer: dieser liege vielmehr an praktischen Borschlägen. Praktische Vorschläge Holle dü Berliner Kammer sehr viele gelegen:- lich das unerhörten Frankfurter Lersichernngsskandals, der fünf Dutzend Bonkenzusammenbrüche usw. machen können, bei denen moflenhaft für die Handelskammer u rn 1? g e p f li ch t ige G e wc rbetre,bende schwerste Verluste erlitten habe». T>:eh hätten sich gewiß über piaktsich« Vorschläge zur Vermeidung wenigstens zukünftiger Verluste lehr gefreut. Die Bescheidenheit der Berliner Industrie- und Handelskammer in der Kritik scheint uns auch heute noch recht einseitig. Hugenbergs Ostbankpleiie. Die Generalversanimwna genehmigt die Fusion mit der Dresdner Bank. Aus der außerordentlichen Generalversammlung der. Akt-mw s der Hug«nb«rgschen O st b a n k für Handel und Gewerb- wurde di« Fusion mll der Dresdner Bank genehmigt. Der Au- fichtsratsvorsttzende. Herr Oberpräsident a.D. von Bat-xki- gab zwer einen Ueberblick über di« Entwicklung des Unternehmens, berühr, e aber kaum di« eigenen Ursachen des Zusammenbruchs. Um d>> 19. November herum habe eine sachlich nicht begründete Bounruh- gung unter den Kreditoren der Bank«ingesetzt und die Abbsbunqc i nahmen einen Umfang an, dem die flüssigen Mittel der Bank auf Dauer nicht gewachsen bleiben konnten. In dieser Lage mußte- Verwaltung es schließlich begrüßen, wenn unter Beibilfc der Reich? baut und der Preußischen Staatsbank di? Dresdner Bank sich zu? Usbernahrn« da? Unternehmens unter Haftung für die Verbindlich- leiten der Ostbank berell fand. In der Diskussion nernüßte ew Kleinaktionär den klaren Aufschluß über den Stand der Ostbank. Die Vermutung sü nicht abzuweisen, daß durch die überstürzte Fusion die Aufstellm-g der Bilanz für 1929»ermieden werden sollte Der von der Dresdn.-r Bank gezahlte Uebernahmepreis van noch nicht IH Dkillionen hi viel zu niedrig. In der Erwiderung wurde von der Verwaltung noch die st'.c.-- würdige Feststellung getroffen, d« Run aus die Dank Hab« im wesentlichen politische Hintergründe gehabtt Die Verwaltung habe das einzig richtige getan, indem sie sich-sofort- mll der Reichsbank in Verbindung gesetzt habe, ehe es zu spät gewesen wäre. Bei dem Uebernahmepreis müsie das außerordentliche R i- ii k 0 berücksichtigt werden, das die Dresdner Bank eingehe. Danach war es für hugenberg selbstverständlich, daß sein erster weg zu Schacht war. Des weiteren wird sich die Oessenllichkcii sehr dafür ioleressieren. welcher Art die p o l 1 1 l s ch e v hinter- gründe des Runs aus die Ostbank waren und schließlich auch, welcher Art das außerordentliche Risiko ist. das die Dresdner Rank eingehen mußte. Ausbau der(Siickfloffsyndikate. Forbentrust und Montauindustrie begraben das Kriegsbeil. Dem stärksten deutschen Stickstoffuitternchmen, drr I. G. Fa r- benindustrie A.-G. in Frankfurt am Main, dir auch im Stick- stoffsyndikat den Ton angibt, ist es in längeren Verhondbmzen g�ungen, die wichtigsten Außenseitergruppen zum Eintritt in das Kartell zu bewegen. An den Abmachungen siitd außer dem Chenne- trust und der Deutschen Ammoniak-Derkaufs-Vereim-gung die Ruhrchemie A.-G., das Stickstoffwerk Scholven und die Gas- Verarbeitungs-Gejellschaft Sadingen beteiligt. Damit ist nach langem erbitterten Kampf zwischen dem deut- schen Chemietrust und der Montanindustrie das Kriegsbttl begraben. Der Konflikt entstand infolge der wachsenden Eigen- produktiv» von Stickstoff in der Montanindustrie, die für den Chemietrust und das Sückstoffsyndikat ein äußerst unangeneh- wer Konkurrent wurde. Lange Zeit hat der Streit um die von der Montanindustrie verwandten Potente(Mont-Cenis-Vcr- sichren) die Gerichte beschäftigt, die schließlich gegen den Chemietrust als Kläger entschieden. Die jetzt erfolgte Verständigimg zwischen de» beiden Gruppen wird für die künstige Stickstofspolitik nachhaltige Wirkun- gen haben. Während bisher durch den Druck der Außensütsr einer allzu rigorosen Preispolitik des Syndikotes ein Riegel vorgeschoben war. fällt diese Gegenwirkung nach dem Eintritt der Außenseiter ins Sttckstofffyndikat fort Mit einer für die LoNdwirt- schaft durchaus notwendigen Senkung der Düngemittelpreise wird also kaum zu rechnen sein. Aufhebung der Ein- und Ausfuhwsrbois. Das Protokoll der Internationalen Konferenz für die Aufhebung der Ein- und Ausfuhrverbote, die am 20. Dezember zum Abschluß gekommen ist, wurde von Deutschland, Oesterreich Bei sien Dänemark, den Bereinigten Staaten van Amerika, Frankreich, England, Irland, Ungarn, Japan. Luxemburg. Norwegen Hollanl Portugal, d«r Schweiz und Südlawien unterzeichnet Die Länder Finn'and, Italien, Rumänien und Schweden haben sich das Recht vorbehalten, später zu unterzeichnen Di« Staaten, di« das Proio'oll bedingungs- los unterzeichneten, setzen es am 1. Januar in Kraft. Im einfachen— im vornehmen Haushalt überall, wo auf giues Haupgebäck, aui einci, guten Wechmachts- braten Wert gelegt wird, muß das„Küchenwunder" sein! Nach vr. Oetkers Rezepten(stehe auch.„Küchenwunder"-Kochbuch) unter Verwendung Dr. Oetkers Backpulver gelingt auch der im Backen unerfahrenen Hausfrau der herrlichste Rüchen. Oieusiag 24. Dezember 1929 Unterhaltung unö �Dissen Beilage des Vorwärts Aettx Scberrel: Schema lllt&fliM Jede Schsmatisierung schadet der Kunst, erdrosselt sie und'ötct verheißungsvolle Ansätze. Sieht man fünf DurchschnittefUmc der deutschen Pxoduttion und fünf der amerikanischen, dann kennt man sie Themen, die Gestalten, den Ausbau und die Inszenierung des modernen FUnp. Der Film wie auch das Drama oder der Roman hat im Lause der Zeit verschiedene Typen entwickelt, etwa den historischen, den gesellschaftlichen oder den grotesken Film. Formen, d'.e vom Stosf diktiert werden. Diese Typen bedeuten noch nicht von vornhercin ein festliegendes Schema. Hier sind außerordentlich große Unter- schied« möglich. Man erinnere sich etwa an die Behandlung d.r Massen bei Grisfith in dem historischen Film.Zwei Waisen im Sturm der Zeit" oder bei Lubitsch in der„Madame Dubarry". Beide Film« spielen ungefähr zur gleichen Zeil, in der Französischen Reoolution, haben also annähernd dasselbe Sujet. Aber während Griffith die Regie von Anfang an aus die wilde Bewegtheit der Massen richlet, läßt Lubitsch den Sturm all- mählich entstehen, und während Grisfich die schauspielerische Leistung durchaus summarisch behandelt, versucht Lubitsch jedem Schauspieler -in eigenes Gesicht zu geben und feilt die Darstellung bis in die ileinsten Details sauber und sorgfältig aus. Am Ende sind zwei FUme entstanden, däe, trotzdem sie zur selben Zeit spielen, in dem- 'ekben Lande unter denselben Umständen, zwei durchaus verschie- inne Welten geben. s)i«r ist keine Spur von Scheknatisierung. Ler- folgt man dagegen den Weg von Ernst Lubitsch über„Anna B o l e y n" bis zum„Weib des Pharao" und zieht man seilt erstes größeres Massenwert„Sumurum" noch in dic�Betrach- mng mit ein, so zeigt sich bereits der Ansatz zu einer Schemata. sierung in der Dramaturgie der Massen, die im Aufbau immer dasselbe Bild zeigen und in der Behandlung der Schauspieler, die iqimer wieder im gleichen St>l spielen. Lubitsch entging allerd nzs der Gefahr der Schsmatisierung, indem er das Kammerspiel„ D i« Flamme� und später in Hollywood die Gesvlllchafiskomödien ..Die Eh« im Kreise" und.Lady Minder me res Fächer" schuf. Also die Gefahr einer Schemaäsierung des Vilms beruht nicht in der Bevorzugung irgendeines Genres, biifpielsweise des histo- rischen oder grotesken, sondern in der strikten Nachahmung eines Musters, das«in genial begabter Regisseur oder Schemspieler aus. stellte. Da.Sumurum" und..Madam« Duborry" den groß«n Publi- kumserfolg hatten, wurden Stücke im selben Sni, wenn auch mit wechselndem Sujet, immer welt«r gedreht. Weil Czerepy und Qtto Gebühr mit Ihrem.Friderikus' sensationellen Erfolg erzielten, iokgte eine Hausie an Filmen, in denen Friedrich II. wenn auch nur in einer Episode erschien. Durch irgendeinen Zufall hat man eine Saite in der Seele des Publikums zum Schwingen, gebracht und dieser Zufall wixd w«it« lukrativ ausgebeutet..' � An, deutlichsten zeigt sich dies« Art bei den 0perettenv-rsll. mungön. Dr. Ludwig Berger errang mit der Bearbeitung von Oskar Strauß' Operette„E i n W a l z e r t r a u m"«inen außer- ordentlichen Erfolg, und sofort war das neu« Gebiet gefunden. Run soll nichts dagegen gesagt werden, daß ein Genre, erspürt von einer genialen Begadung, weiter ausgebaut werden darf, wenn die Nachahmer annähernd über dieselben Qualitäten �verfügen wie der Schöpser. Das ist aber leider nur selten der Fall. Man lernt ungefähr die Art, wie das Ding gemacht werden soll, man lernt den Ausbau der Handlung, man lernt mich die Verteilung der Groß- ausnahmen, man weiß, wie sich der Schauspieler zu bewegen hit, aber es fehlt der geniale Geist, der diese Dinge zu einer künstle- nschen Einheit zusammenschweißt. Aber auch die geniale Begabung kann sich aus dem einmal gewählten Geleise festfahren. Keine Bühne verlangt soviel Neu- schöpfungen wie der Film. Woher den Stoff nehmen? Woher die szenischen Einfälle? Woher neue Ausdrucksmögiichkeiien bei den Schauspielern? Die Zahl der Filme, die ein genialer Regisseur mit hochbegabten Darstellern im Laufe eines Jahres herstelle» kann, ist außerordentlich gering, steht jedenfalls in keinem Verhältnis zu Nix Nachfrage, her Bedarf mutz also durch Produkte gedeckt wer- den, deren künstlerische« Niveau alles andere eher als hoch ist. Es ist ferner verstäntÄch, wenn die Kleinen das Vorbild der Großen tuchahnien, weil ihre eigene Einbildungskraft im Schöpferischen »ersagt, und wenn das Publikum wiederum Filme sehen will, die den großen Werken in irgendeiner Begehung ähnlich sind und von denen es das gleich« Erlebnis erwartet. Das Schlimmst» bedeuten augenblicklich die Manuskripte. Abgesehen von einigen Spitzenerscheinungen bevorzugt der anicrika- nisch« und westeuropäisch« Film eine West, in der der Moraltod ex -iner Eourths-Mahler herrscht. Es ist eine Weit, in der nur der Arrwierte recht behält, m der die herrschende Klasse sei sie aristo- lrat'schen oder plutolratischen Charakters, als der Inbegriff des Wertvollen und Erstrebenswerten gilt. Der Film ist zu einer Wunicherfüllung des Bürgertums geworden. Er zeigt eine West. wie sie der Bürger gern sehen möchte, ein: West von Eleganz. Luxus und Äeb«, in der die Sorgen des Alltags nur an der Pen- pheri« auftauchen. Cr spiegelt die Ideale des Bürgers, er häuft auf ihn alle,? Glanz, er macht für seine Wohlanstäudigkeit Propa- aanda. Hin und wieder schildert er auch mit ganz sympathischen Farben die vom Glück weniger Gesegneten. Pessimisten behaupten, daß der stumme Film an den schlechten Manuskrlpien zugrunde gehen und in dem Schema, geschafft» vom C3::st eines vermusfien Kleinbürgertum», ersticken wird. Der Film ist zum Ausdruck dieser Weltanschauung geworden. Aber ist der russische Film nicht frei von jedem Schema? Liegt hier'nicht Neuland? Man weiß allgemein, daß die Rusien h' e Filme als Propagandamittel benutzen. Ganz obgef hen von ih ein länstlcrischsn Wirt präslnii.ven sich etwa„Die letzten Tag? von St. Petersburg".„Potemkin" oder„Sturm über Paris" als reine Tendenzfllws. Bon Anfang an betonen Manuskript, Rege und Darstellung den Zweck, die Revolution oder den Bolschewismus zu verherrlichen. Alles drängt diesem Ziel entgegen. Das Best-eben geht sogar so weit, daß die künstlerische Gestaltung darunter le det und die Gefahr der Schematisierung nahe lieft. Als vor v'-r Jahren d'« ersten ruMcken Film« nach Deutschland kamen, sth man nur di» yorzügs der Regle und der Darstelluna. Jetzt, da die ?de?sZ>s» Sekoftnter wage, hfct man sich ist» Disioncnzsn. man er- rennt, wt« dft Eenden? da« Unterst"»' chen de? westanschch'stch-n Moments gcwlsts st-zeslnve Ausdrucksfarmen xsStQrt hat.*"■ .Sturm übe: Pari:* gibt es mir noch Typen t* plafflftrrftsr 1 Echwarzwekßzetchnung. Der Weisheit letzter Schlug lm russischen i Film ist die Formel Mensch-- Bolschewik, und diese Formel be- deutet auch in künstlerischer Beziehung ein Schema. Doch die Schsmatisierung geht in der Filmindustrie weiter, sie beschränkt sich nicht allein auf das Manuskript, auf die großen Um- risse eines einmal geschaffenen Vorbildes, sie greift auch aus die kleinsten Einzelheiten über, vor allem leidet darunter die schau- spielerische Leistung. Es gibt nur wenige Schauspielsr, die sich im Laufe ihrer F lmtcuigkeit ein großes Ausdrucksrepsrtoirc bewah t haben. Asta Nielsen. Werner Krautz, Lou Chaney, um Namen zu nennen, sind im Grunde Ausnahmen, deren Darstellungsgebiet un- begrenzt erscheint. Die Mehrzahl der anderen aber ist mehr oder minder auf ein gewisses Schema festgelegt, trotzdem sie natürlich viel mehr können als nur dieses Schema erfüllen. Besonders weit in der Schematisierung der Darsteller ist der amerikanische Film gegangen. Es kommt hier zuerst darauf an, daß der Schauspieler die äußeren Merkmale des Berufs bei den dargestellten Persönlichkeiten bringt und nicht die Ausdruckefähig. keit, seelische Affekte bildhaft darzustellen. Bon Amerika ist über- Haupt die Normierung des Filmmenschen ausgegangen. Monte Blue ist immer der liebenswerte große Junge mit den schlaksigen Bewegungen und dem gutmütigen Kinderlachen. Menjou ver- körpert immer wieder den blasierten Lebemann und es liegt nur an der großen spauspielerischen Begabung dieser beiden, daß sie nicht auf die Dauer den Zuschauer unerträglich langweilen, was bei anderen minder Begabten der Fall ist. Noch stärker als bei den Männern ist im amerikanischen Durchschnittsfilm die Schemaiisi:- rung der Frau, von der sich selbst europäische Schauspielerinnen in Amerika nicht ganz frei machen können. Diese Mechanisievung, wie schon bemerkt, von Amerika aus- gehend, hat auch auf Europa, besonders auf den deutschen Film, übergegrissen. Eine Schauspielerin, wie bsispictsweise Sil Dago- ver, die unter anderen Gesten auch dl« der blasierten Weltdame be- herrscht, wird nun unentwegt in Rollen beschäftigt, in denen sie nur diese Geste der Weltdame zu zeigen hat. Schließlich läuft sich aber die Begabung fest und es ist fraglich, ob heute diese Sckau- spielerin noch andere Rollen mit derselben Vollendung wie früher spielen kann. Es fft für die Filmproduzenten und.für die Filmregisseure leichter, mit Schauspielern zu arbeiten, die auf einen bestimmten Typ festgelegt sind. Auch das Publikum weiß sofort, wenn ein Rani« auftaucht, wie die Rolle einzurangieren sein wird. Man kann sich heute beinahe aus dem Darstellervcrzeichms eines Films die Handlung konstruieren. Dies ist natürltch sehr bequem und er- leichtert das Leben für den Schauspieler wie für den Zuschauer. Leider wird dabei übersehen, daß der Film und der Schauspieler in ein gleichbleibendes, ertötendes Schema hineingetrieben werden und daß gleichzeitig damit der Film an Interesse und Niveau ver. lieren muß. Es soll hier nichts gegen begabte Regisseure in Durchschnitts- filmen gesagt werden, aber auch der Regisseur ist heute meistens durch die Gleichförmigkeit der Darsteller und des Textbuches auf ein gleichbleibendes Schema festgelegt. Ausgesprochene Geschmack- losigkeiten ereignen sich selten. Bon vornherein ist ein« bestim nte Anzahl von Situationen in Großaufnahmen gegeben, von vornherein kennt der Regisseur das Schema der G«sellschaftssz«nen. der Klubausnahmen und ähnlicher Dinge. Ebenso liegt das Schema für Rührungen am Rhein oder an der Donau sesi. Es sind so viele Vorbilder da. daß man sich nur zu bedienen braucht ohne besonders sein Talent auszunutzen. Die Dinge entwickeln sich reibungslos von allein. Innerhalb dieses Schemas kann es nun allerlei Erfreuliches geben, neue Regieeinfälle, witzig pointierte Situationen, gute Szenenbilder, doch das Ganze wird kaum besonderes Jnteresie be- anspruchen. Die Schematisierung ist aus der Rücksicht auf den Publikums- gcschmack entstanden, aus dem Wunsch, die Produktion so bill'g wie möglich zu gestalten und aus dem Mangel an originellen Film- Ideen. Aber diese Schematisierung ist«in zweischneidiges Schwert. Einerseits kommt sie einer gewissen. Trägheit im Publikum ent- gegen, das sich freut, wenn es Altbekanntes in einigermaßen auf neu gebügelten Situationen sieht, andererseits lähmt es da» In- teresie am Film. Hierbei ist ganz abzusehen von dem Teil des Publikums, der an den Film künstlerische Ansprüche stellt, und gerade die Schematisierung des Durchschnittsfilms hat zur Folge, daß es heute noch Immer Menschen gibt, die den Film überhaupt nicht als Kunstgattung ansehen, sondern als leichte Unterhaltung ablehnen. Man spricht von einer Filmdämmerung und prophezeit dem deutschen und amerikanischen Film besonders mit Hinblick auf den Tonfilm, der sich vielleicht bald in derselben Lage befinden wird, ein sanftes Ende. Diese Prophezeiung klingt heute noch wie alle Prophezeiungen: übertrieben. Der Film muh aber aus seiner Schematisierung herausgerisien werden. Es ist unbedingt not- wendig, daß er die Welt zeigt, wie sie ist. und nicht gebrochen durch das Prisma kleinbürgerlicher»der bolschewistischer Ideal«. Wäret Capek: Es ist fchö« ein paar Jahre her, stit ich einen Wechnochtsmann gesehen habe— ich meine, einen wirklichen, gabenverteilenden und nicht einen Reklame-Weihnachtsmann, der in einem Schaufenster Stiefel anpreist oder im Straßenschmutz dahintrottct, ein Plakat aus dem Rücken, auf dem verkündet wird, daß man die besten Wcihnachts- gcschenk: bei der Firma soundso bekommt, und zwar zu den billigsten Preisen, auch in Raten zahlbar. Den letzten echten Weihnachtsmann sah ich vor einigen Jahren in einem Vorort von Prag. Er lies im Trab über die Straße zu einer bekannten Familie, war weder von einem Engel noch von einem Teufel begleitet und schämte sich sichtlich. Glaube nich', lieber Leser, daß ich mich nur mit Literatur befasie! Manchmal fallen wir auch ganz praktische Dinge und verschiedene Unternehmungen ein, in die ich mich stürzen würde, wenn ich nicht schon mein Handwerk hätte. Vielleicht aber möchte jemand meine guten Ideen durchführen, darum will ich sie oerraten. Wie wäre es, wenn man zum Beispiel ein Zentralbureau ,Lum Weihnachtsmann" einrichten würde? Ich stelle mir das ganz ein- fach so vor: Am Morgen würde das Familienoberhaupt schlicht tele- phonieren:„Hallo, Bitte schicken Sie mir heute abend um sieben Uhr einen Weihnachtsmann in meine Wohnung." „Wünschen Sie eilten Teufel oder einen Engel dazu?" „Ist der Teufel nichl gar zu fürchterlich? Ich meine, werden sich dft Kinder nicht fürchten?" „O, Sie können ganz ohne Sorge sein. Wir haben Teufel in der feinsten Ausführung auf Lager, die den Ki ädern großen Spaß machen. Welche Klasse wünlchen Sie, bitte?" „Klasse 7?" „Wir haben nämlich Weihnachtsmänner erster Klasse. Die haben einen echten Bart, ein prächtiges Ornat und ein silbernes Glöckchen. Der Engel hat echte Flügel und der Teufel wird drei Purzelbäume produzieren. Sie kommen per Auto angefahren. Die Taxe beträgt hundert Mark." „Und wie ist die zweite Klasse?" „Bei der zweiten Klasse ist der Bart aus Werg, auf dem Rücken trägt der Weihnachtsmann einen Korb, er hat einen weißen, mit Kanin verbrämten Mantel. Der Engel hat geschmackvolle Papier- flüzel und der Teufel ist Durchschnittsqualität. Taxe Stz Mark. Dritte Klasse: Bart aus Watte, Miträ auf dem Kopf, sonst nur Zivil Der Enge! trögt ein langes Hemd über dem Winterrock und der Teufel Hai mir ein geschwärztes Gesichß eine Kette und eine Rute; kostet zwanzig Mark. Der Weihnachtsmann ohne Begleitung in volkstümlicher Ausstattung ist zum Preise von zehn Mark zu haben. Wir führen auch Strüinpse für die Bescherung, das Paar zu einer Mark und geben Geschenke, je nach Höhe des Stockwerks.. Ich würde mich wundern, wenn ein solches Unternehmen nicht florieren würde: zudem würde es eine größere Anzahl von Schau- spielern, Pensionisten. Invaliden, moralischen Mädchen und armen Teufeln Beschäftigung geben, außerdem die Erziehung der Kinder unterstützen und überhaupt die Poesie des Lebens erhöhen. Und wenn ichon ein solches Umernehmen«ristierie, so könnte es noch eine ganze Reihe anderer ebenso nützlicher Dinge führen: Für Siloester an öfsentlichc Lokale das al'e Jahr tn Gestalt eines hink nden, mit Schimpfen behafteten allen Mannes! Für Neujahr einen Rauchianakehrer! Es könnte«in hübsches Mädchen einem Menschen vors Haustor stellen, de: im Begriff ist. zur Matura zu gehen oder sich um eine Anstellung zu bewerben— weil das nmnsich dem Betroffenen Glück bringt. Es könnte ift'e Mütterchen mit Rückenkorben verleihen, die einmal wöchen-lick'-* die Türen k.fta-in und murmeln, daß sie un- fplaiame Kinder kaufen. Kurz, es könme ssute Erfahrungen und sein Personal zu allen möglichen. Familienfesten. Jubiläen und Sympathiekundgebungen herkihm?, i......_...... In gorößerem Maße geführt, könnte das Unternehmen sogar öffentliche Demonstrationen veranstalten, spontane Aeußerungcn bei Sitzungen. Ovationen und Ständchen. Fesllichkeitcn und Umzüge arrangieren. Es könnte repräsentative Erscheinungen zu Deputätions- zwecken liefern, zu passenden Gelegenheiten älteste Zeitgenossen: Leute, die mit einem Fuße im Grab stehen. Dudelsackpfeifer, Ver- ivandte, Waisenknaben für eine Tomhola, den vierzehnten Gast zu einer Tafel, einen Menschenauflauf, Fremde, Tänzer. Es kömvte die öffentliche Meinung beschaffen, die Stimme des Volkes, die Stimmen der Presse— kurz, alles, was überhaupt man wünschen kann, und all das nur auf eine einfache telephvmsche Bestellung hin, punktlich und in größter Auswahl. Wenn es Anstalten zur Besorgung von Leichenbegängnissen gibt. warum sollte es nicht eine Anstalt zur Besorgung verschiedenster Lcbensäußerungcn geben? Putsch mn«nn« auteSnfceM ITie fich Wilder ventanddn Bei der Restaurierung alter Bilder erlebt man manchmal die merkwürdigsten Ueberrolchmtgen. So wurde kürzlich einem englischen BAderrestauvator ein BiCS übergeben, auf dem eine Landschchst init einem Wasserfall dargestellt war und das für ein Werk des groben holländischen Meisters R u i s d a e l galt. Die Malort wies qßdr darauf hin, daß das Bild schon viel früher geschaffen sein mußt«. Der Restaurator überging mit einer Lösuno vorsichtig die sNüt« des Bildes, und an Stelle der Landschaft erschien— etn FraueN- kop-f. Nun wurde die ganz« Uebermalung entfernt, und es kam eine„Anbetung der heiligen drei Könige" zum Borschein, die sich zweifellos als ein ottvene.zianisches Gemälde erwies. Ein ganz ckhn- liches Bild, nur in größerem Maßstab, befindet sich im Wiener Museum� und gilt dort als B a s s a n o. Auch der angebliche Runs- dael dürft« ein echtes Werk eines Mitgliedes der bekannten venezia- niichen Molerfamilie Bassano sein, und so wurde ans dem alten Holländer ein alter Venezianer. Sonder&Shne für Waucher Daß die Gebisse für Pfeifenraucher und Spieler von.Musik» instrumenten besondere Formen erhallen sollen, wurde auf her letzten Sitzung der.zahnärztlichen Abteilung der Britischen Medizinischen Gesellschaft gefordert. Verschieden« Zahnärsie teilten mit, daß ihre Patienten, die große PfeifÄtrauch.'r sind, sich über die gewöhnlichen Gebisse beklagten und erklärten, daß sie die bald breiten und bald schmalen Mliivdstiicbe ihrer Pfeifen nicht bequem zwischen die Zähne klemmen könnten. S!« haben sich daher besondere Gebisse anfertigen lassen, die sie beim Rauchen ihrer speziellen Lieblingspsctsen je nach der Größe und Stärke anlegen Auch die Bläser von Blechinstrumenten, die dazu besonders starke Borderzähne brauchen, find mit den üblichen falschen Zähnen nicht zufrieden und verlangen verstärkte Geb Kl e zur Ausübuttg ihres Berufes. £in Staudamm jiir SOO llliUsouen Ulark Ueber die riesige Bewässerungsanlage, durch die der Indus bei Sukkur durch einen Staudamm zur Bewässerung eines Gebietes von 2 400 000 Hektar abgedämmt werden soll wurden von dem l essenden Ingenieur C. Harrison genaue Mitteilungen gemacht. Danach werden sich die Kosten auf über iiOO Millionen Mark belaufen: man hofft ober durch die Anlage einen jährlichen Etrtircg oera 2-4 Millionen Tonnen Ernte zu erzielen. Dl- ZZopietfcbftken Deutschlands verbrauchte» vor dich%Ü3e jährlich IVi Milionen Bäum«, die zusammen ein Ar»Sl von 6000 Quadratkilometer(halb Thüringen) bedecken wurden. mir uaa«uz 23« ö- Groß-Verttner parteinachrichien. ".'Vf's ZJifmctehBtf. Sie den Wtetlungen üSennütelten Ciuttlösäattan -ur„ißtDlciariföen sseierstunde" an 2. Weihnachtsfeiertac! int»Großen ctfianfpiellKtne" bitte ich bis sunt 25. Sejcmbet mit dem Obmann des Dildunasouslchusses, Cenosien Michel. Aachener Gtr. tt, ll. abzurechnen. lt. Are!» KculEBn. Sos Parteibureau bleibt noa" 24. Dezember Bis zum 2 Januar geschlossen. Zunzsoiialislea. Srnos« Reatölln. Mittwoch. B. Dezember, wesfea wir uns nack'tsfassrt um«Vi Übe am Schlessschen Babnbof, Haupteingang. Gruppe Wtbdir.g.Sesunbbrunuen. Am 25. Dezember, Äb Uchr, treffen wir uns am UniergunbbabnBot Reinickendorfer Strasse zum Spaziergang im Grunewald. Am 2. Weilmachtsfeieriag Treffen Ivb- Ilbr por dem..Grossen Schauip'.lbaus" zur..Vroletarifchen sseierssunde". Arbeitsgemeinschaft der Sivderfreuude. Erupx Lermannplazt. Nachkommende Teilnebmep an der Lonneumendfabrt nach Treienwalde treffen sich am Mittwoch, dem 25. Dezember. 5.25 llbr am iPabr ftof Gesundbrunnen, Gingang Badstrass«. Geburtstage. Zubiläen usw. lt. Al'.f Am 2Z. Dezember feierte uuser Genosse Stefan Mab»» feinea CO. Geburtstag. Wir gratulieren ihm herzlichst»ad müuscheu ihm»och»tele Jahre der Mitarbeit iu uusereu Reihen. 42. Abt. Unserem lieben laugjährigen Genossen ssael Lankow, gosseuer Str. 11, zum 73. Geburtstage die herzlichste» GlSckwLnIche. «Z. Abt. Untere« langlllhriaea Genosse» Zullu, SiSbef, Me herzktchste» Gllickwünfche zu seinem 05. Geburtstage.— Untere« langjährigen Bezirk». tubrer Herwann ssaifer die herzlichste:- Glhchwiizzfch« zum 0a. Geburtstage. | Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Orgsnisation j 115. 2lbt. Lichtenberg. Am 20. Dezember ist unfer Neber bcmMrter Ge. nosse Oskar ssicius. Ober fit. 9, verstorben. Air werden ihm ein ehrende» Andenken bewahren. Die Einäscherung hat am 2S. Dezember stattgefunden. Vortrage, Vereine und Versammlungen, £Jk3 Reichsbanner„Schwar;-Rol Gold". GefchLktsstelie: Kerlin S lt. Ecbastianstr Z7— 88. Hok 2. Tr. Gauuorstaud. Das Gaubureau ist am Dienstag, dem Zt Dezember, � bis 12 Uhr geöffnet, und am Freitag, dem 27. Dezember, geschlossen. Mittwoch, 25. Dezembern Lichtenberg. Die 2Belbuub'sfeiec der«ameradjchast Gustav Tempel findet am l. Feiertag um 18 Uhr bei Zlamerad Wiehe. Ge» fellsckaftshauso Fricörichsfelde. Wilhelinstrasse, statt. Karten fütb bei den Funktionäre» erhältlich.— Kameradschaft Porhagen. ZSeihnachtsfeier im Logcnkastno. Knorr-Promenade 2. Anfang 18 Uhr. Äar'en stnb bei den Funktionären erhältlich.— Donnerstag, 20. Dezember. Neukek!u.B:ih. l. Kamerad. fchaft. Treffpunkt S Uhr Lerhbergplah in Kannerkleidung zum ZSeihnachts. fpaziergang. Treptow. Mustkkorus. 10 Uhr Stiftungsfest uu Spreerestaurant Kpffhüufer, Riederfchöneweide. Kameraden anderer Orlsnereine find herzlich eingeladen. Köpenick. 10 Uhr Weihnachtsfeier mit Kinderbesä)erung im Wil- »dMtof,»w»««*ejtliz. 1.«IirfeBl frei. AnkchNessenh Dan».««ei»«» see fOrtchierelnl. 2Seihna«sfeier. Konzerr der Kapelle de» Orlsoerein». De- scherung her erwerbslosen Kameraden und Kinder. Gemsttlichrs Beisammen» fein und Tanz.__ Den Zunge Ghor peranstaliet am 25. Dezember(X. Feiertag) eins eis. tägige ZlSanderung. Treffpunkt 9 Uhr ZZahnhof Erkner. Sozialistisch e Arbeiterjugend Gr..Verlm Musendungen für diese Rubrik nur an bat Zuzendsekreteriat Deriin«SOS. kmdenstr-be, Heule, Dieuskag. 24. Dezember: Hasauheide: Heim Bassertorstr. 9. Weihnach'sfeier.— Brifc t sab U. AeUinachtskahrt. Treffpunkt 19)h Uhr ll-Dahnhof Bergstrasse. Süderugang. Tempalhofr Uhr Treffpunkt zur Weihnachtussahir Bahnhof Temvelho'. Morgen 7 Uhr ebendort. Morgen, Mittwoch, 25. Dezember: brnnue». bau V, »ach dem Dabenfee. Treffpunkt 0 Betbcbeztrl Tiergarten: Achtung! .Aminius-Festfälen". Bremer Str. 1» Uhr. statt. Uhr Bahnhof Hermannstratze. to! Die Weihnachtsfeier findet in den 72, am Freitag, dem 27. Dezember, um r, Pnlsal-SH. Tazl. k Venten. 0 II i»'h Hilf Beibenue KU 3,; 5 0. 50 PI.-3 M. Mairaf-Eaitett. Kofta. Sioolov n. May. ssveza I& to» Beiot& Parinar usw. K«i:s*!>em) sesorjossrai i um» zontr. 2818» Raomen eriBusi I Original Lawrence Tillor-Oirls| 1 und weitarsVarialö-NeuIieitsnl iNTERNAT Tssgl. S u. Ö13 Soimi. t.Sub- | Alex. E. 4. 6065 VARIETE Olealtioo Or. Martn kiriial Komische Oper eriedricbsir.ICl. Merkur 1401 4330. WMepsrattnusa neab velaUinä. Um de« Täglich gv« Uhr Uraufführuna Huila ds Bulla Sabweak ran Araold and Beeh mit Qulda Tnlolsc«r, reite Schuir. Heinr. Schroib, Luga» Zurg. Hiids H UebesnO. ker ot Weiter. Bsrrleon. Flink Bebmer. Wenck Sa n- una Feier es» nechm, 4 Uhr Prau oline KussS LusispleEhaus Friediicbstr. 236. Bergmann 2922 23. Tiglich»It Uhr .. W3024 Täglich N/< Uhr Max Adalbert Das Parfüm meiner Fraa Luattp v. Leo Lern Direktion >r. Robert Klelr Deoisebes IQnstler-Theai. Barbarossa 3937 Beato Besdünmiil Morgen&i8 Uhr Seltsames ZwisdiessDiel Reeit: fliiu ffi leert ateUhr Z.Feiertag J 20 Dez. Die andere Seile in Premier enbes 0,75—9 Mk. Berlingr Mr DCnhoff 170 Harte psdik�bl Morgen t-'-j Uhr Ende"ill Uhr Bassroisn für Harra sasion. Re«is: Förster Larrinaca: Volksbühne Tta e cager a>m BUBowwisBadK Sondervorstellungen zu ermäßigten Preisen! 1. emd 2. WeibnacbtifelcTiag, nachm. 3 Uhr: Frühlings Erwadien Eiee löflendir jßöflie von Frank Wedekind Regie: Karl Heinz Martin Karten Im Vorworkauf an darTageskaaseund In den Warenhäusern Tletz und Werthelm. D.1 Norden 12310 Heute geschlossen. TägLSVeUhr Der Kaiser v.Amerika von Bernard Shaw Rege Max Reinhardt Kammersplele O.I. Norden 12310 Heute geschlossen. Täglich 89, Uhr DSsira Komödie von Sascha fiuitry Regie: Leo Mittler. Die Komödie 1 1 Bismek. 2414/7310 Beute geschlossen. Täglich NA Uhr Vom Teofel gebolt von Knut Hamsun Regle. Max Reinhardt. Planetart inn am Zoo■ •iriit]. IndlnftWa UnBi 3.5 Barbarossa 5578 IN/, Uhr OK Winter- zternhililar 18'/', Uhr Dar Stern der Weizern. MV, Uhr Oer Planes lupiter, Eintritt 1 Mark. Kinder 30 Pf. Mittwochs halbe Kassenpreise. Für die herzliche Teilnahme bei der Bestattungsfeier meiner ru früh dahin- geschiedenen Gattin und Mutter meiner Hoben Kinder sagen wir allen Beteiligten, Freunden und Genossen der SPI), den» Herrn Redner der Volks-Feuerbestattung, sowie dem Kollegen August Sohmohl für den liebevollen Nachruf unseren herzlichsten Dank. Otto Micrs nebit Kindern. Bln.-Wibtenan, Neue Straße 20. Hasideni-TfeM!« Kgss. 238 Blumeot'Ä Täglich V, Uhr MoseicM toteLBttKoailuz. An beid. Ftiartagen "dO.: WsSmatowinder 5 All: Frterite Rund Inn kböre r 65198 Praise. 7öe8terLfl.Belirenstr.53-54 An beiden Feiertagen 4 Uhr n. 81/, ... VsteZ'8iZlv.üsgögeD8elir Nschmiltags«rmäSigre Prelsa �oickskoilsn-7k«o»sr ümli[Ei Sm"-«>l> Ftbrtags oadia.[T] Das grorts Welhnaohts- Programm der SleUlner-sanöer ü btidsB Feertagej; Hiltm.. Varsislluni ui Dälko Preisen! DÖnhoff-Brotti: Das große Programm! Carl Braon. rrn><: Waliar GROSSES SCHAUSPIELHAUS Heide aesoaietaer.i 3 Musketiere Regie; ERIK CHARELL An baldon Walhnochtafatartogen nachm. 3 Uhr ungokQrate Vor» stallung lo Orlglitalbosauung zu halban Pratean._ Renaissance-Theater TfigUcb SV, Ubr PARISER LEBEN Oporotto von Offonbach. Regle: Gustav tlartung. Musikalische Leitung: Thro Mackeben. — StflmrlalzCI 090Ia.J583/J4.— Theater am Ketthuser Tor Xoltbutar«r« MorltzplaU 15077 Weihoacbts-Spielplzn dwEllte-SSnger 2B.5! An beiden Fei�rtegen n*chna. Uhr ungekOrzteVoTBlenung zu ermäßigtefi Preisen. Noch gute Plätze vorh, Vorverkauf ununterbrochen. Preite 0.40. 0.75. 1.00. 1.SS,< 50 U. usw. Achtuitti. 1900 Rm. Belohnung! Seit Wochen wird durch böswillige Verleumder das Qerflcht verbreitet meine Firma hiite»ich eine» Zollvergehen»«chu dlg gemacht Waren wären brarhlagnahmt. da» Baaptveriahrea eingeleitet und hohe Stroer»traten verhängt worden. A les vom ersten bis zum letz ea Wort ist wissentlich erlogen. Da man mir nichts im chrlldjea Kampf anhaben kann, greift man zu elenden Verleum dangen. Wer mir die Verleumder so nambatt macht, daß ich diese ben mil Erfolg vor Gericht zur Verantwortung ziehen kann, et hält von mir eine Belohnung von cinlaosend Mark. Allen zur Kenntnis, daB raeine Firma ml» keiner Behörde irgendwelche Dttfe'enzcn hat. im Gegenteil, zum Neid vieler Ist bei sPen Bebfirdeo meine Firma als Itnzter betrieb bekannt. Eduard SUBkind UHör-, ssH!-. mifuraicjaasartiDrm, WBinjrflMlwafliu� arüjsiw onwsisasctian seinar Art ic ganz Deutschland SerHn N 31, Brunnens�. 42 Frankfurter Allee 3«3.314 Weihnachisprogramm vom 25. u. 26. Dezember cnarsie Chaoiin In»einem grSHten Filmt „ZIRKUS" Auf der Bühne; Julius Fürst der' Mann aal den Klöfzen Sisidsns Pferde' and Hande-Dreunr Oiiglnsi russlsclio Balalaika* Kapelle iean Oavydoff Beginnt 3, 5. 7. S Uhr. Jcgcndlfdie haben Zolrifl! isee»eaeeeee#ee®sseeee»»®»*eeea Eine onvereeSlidie Weiluiäditstfe&fie für jung und alt bedeutet ein Besuch im Zftrlsus Alberi� WclAemce, C�nrlotienb arger Ecke Mex-Stein ke- Beginn der Prunkfestspicle am 2«.Dezember. Sir. Aa Hl a. BaliEodorlplitz Vorvk. 10-2. Kf. 2001 Täglich 8V, Uhr GtSISplC) 8(3 üctisflicn TüEäicrs Die Meiam Regle: Max ieialianlf. Bafüovskj-E&iifltD rheatsr>* der Xluiggrätzer Straße Täglich m Uhr Die erste ffirs. Selby mit frtta raasasni attrea uwi KomSdienhnus Täglich S>h Uhr oep ßQhnerbot mit dar: Bois 1080161 1 Woüeot W.ihaacbten und tal ende Tegel Bote! Slaffi lemöerg Käthe Oor,d> Leo»cbü sendort 2 Feiertag 3 Uhr Friederike Welfanacbtatagen zwei gl. leb grob« und abends S Uhr. Voratellaneee. nadnnlPaVs 31. WochentagstäglichabendsSUhraieSpi zenleistungen der zirzensischen Künste. Kartenvorverkaul ab heute �n den Zirkuskassen. Volkspreise von 30 Pf. b!» 3 51. NurSi'zp ätze AtbenysWin erzIrkusistgaranhertauf Stuben empera-.ur geheizt ABn Erttsimsto fnbt ssvimutst» I äeaaea— aatacoaaoQBaaaeeeaoaaoa »•/.uhr CASINO-TBEATER 8,''U1- Lothringer Sirafee S7. An allen Felcrteticn 6 Vi Uhr: Der neue Schlager I Familie Hannemann. Siürme der Heiterkeit und ein erstkl. bnntea Programm Für untere Leser äutschetn für 1—4 Personen Fauteuil nur 1.25 M, Sessel 1.75 5L, Sonstige Preise; Parkett u. Rang OSO M ROSE -THEATER Teleph,-. Alexander 3422 u. 3<94 lirtiar Weiftnalitsproqraniii] 1 L und Ii. Feierlag: 4 Uhr Pariser B!ut 7 45 Uhi Die csardasturstm II 15 Uhr Familie Hannemann. Am IL Feiertag 1J0 Uhr mittags MARCELL SALZER Zwei Stunden Frohsinn! Lastsplelbaos Friedriehstr. 236 Bergmann 2922 Täglich 8V, Uhr Wiegenlied Lustspiel von Ladislaus Fodor Lessüiij-Theater Norden 10846 Erate gtsthbsua! Ab morgen tägl. 8V, Uhr fliea Reter Adler Schauspiel von Antermayer Dm Sonntag, dem 22. Dezember 1029 machte der Tod dem mutange- Pollen Leben unseres braven Genossen Otto Eteiiin ein schnelle« Ende. Wr verlieren lu ihm ewen Klassen» genossen seltener Alt und werden sein Andeuten bewahren tuSH-kiM« Fl SernutiD fitooL NacFirufl Am 22. Dezember verstarb unsere' lreue GenoOn>< Angnste Schumann ß geb. Ferka!Z im 72. LebenUjahr«. Tross ihres hohen> Allere nahm die Ve stortene regen! An eil an»Nieren Äeranstaitungen und werben wir ihrer stet« m Ehre»| g Mimten, gpjj� Oranienburg. Feiss-Ron. Gelegenheitskäufe, und an. Martenlamera«. Prismengli' au« Versteigerungen stam. der» kpotkbMi, mend Pbota-Zäuber. An der Span> daucr Drstcke 8 lBohnhof BSrf->. LskleilliifigZbfücke, VFLscbe»zw. kZeuig getrag»»« FrackanzSge. Sm». Luganzllge. Gehrocka rrnge. ZaSett» andtge. Gummimäntel. Cutawavandlgk babardinemäutel. Dover rcvatpgietot«.«kr lede Figur passend. Lp eialität: Bauch- anzllge spottbillig.®i sellschatteanzitge werde» verliehen, balnem. Roscnthaler. strass« 4. 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