Morgeuausgab« Tit. 603.. A 303 �ahxgaug Döch-nMch 85*f,>m>ii<>wch SM 9. im nsrauf zahlbar. Pl>f!t«�ug 02 M. einschließlich 60 Pf�PostzeUziuis. und ZZPIz Posibeitellgebülz reu. Auslands- aNnnnemeni S.— M. pro Manat. D».Burwärts' srlch-lni wochsnUlz- Lbend". gllusiriiNr B»>l->g-u.Voll und Zeii� und �kindirsreund'. Ferner „Ilnierhaliuug und Wils-n'..grauen- stimm»'..Technik'..Blick in die Bücherwelt' und �Jugend-Borwärts' P> ZZsrUneZ! vowsblan Miilwoch 26 Dezember 1929 Groß-ÄeNin 19 ps. Auswärts pi. Dt«« t n f p a ltig« NonporeiL«?»!? 60 Pfennig. Reklame eile ii.— RelÄs- m?r?.„Kleine Anzeige»" das errgo- druckte Wort 25 Pfennig HjulSfiig zwÄ fettgedruckte Worte), jedes meiteee Ä5.->rt 12 Pfennig. Stellengesuche d-is erst» Wort IS Pfennig, jedes weitere Wert 10 Pfennig. Sporte über!S Buchstabe» zahlen für zwei Dorre. Ärbensma.kr Zeji« 60 Pfennig. Familienanzeigen Ae le 40 Pfennig. Anzeigenannahme imHaupl- gefchäft Lindenstrohe Ä. wochentägtich von 8»/, bw 17 Uhr. Aentvawvsmi der Gozialdemosratifchen Partei Deutkchtands Redaktion und Verlag! Berlin SW 68. Lindenstraße Z �rrnlvrechcri Tönbofl 293—207 Telefframm-Adr:»o�albemoftot Berlin. Vorwärts-Verlag G. m. b.H. Dosischcckkonko! Berlin 37S3S.— Bankkoniol Bank der Zlrbeirer. SnaelieUie» und Beamten. Wallstr KZ Dl B u Tisc-Gel. Teposiienkalie Lindeuftr it. Friede auf �kröen? Klarheit vor allem!> Von Karl Severtng. Es find friedlose Weihnachten, die wir in diesem Jahre feiern. Sellen haben sich in die Klänge der Weih- nachtsglocken und der Märchensieder so hart und gellend die Sturmrufe des politischen Kampfes gemischt wie in diesem Jahre. Der friedliche Zauber des Weihnachts» festes hat durch das Aasten und Treiben unserer Zeil ohnehin eine arge Einbuhe erfahren. In diesem Jahre aber wird die Wechnachtsbotschafk besonders gedämpft durch die bittere Not einer freud- und lichklosen Segenwart. Den Kundigen überrascht das nicht. Wer nicht mit Scheuklappen durch unsere Zeit wandelt, der weih, daß die karte Last des verlorenen Krieges noch lange nicht abgeschüttelt ist, und daß die Zerstörungen des Wellkrieges auch heute noch andauern, wenn auch die Form der Zerstörung eine andere geworden ist.. Aber wissen das nur die Kundiaen. weiß das nicht das ganze Volk? Ich habe im Neujahrsaufsatz des „Vorwärts"— zu Vc g i n n dieses Jahres— auf die geistige Einstellung gewisser Volksschichten hingewiesen, denen erst immer durch neue Steuergesetze zum Bewußtsein gebracht werden muh, daß wir einen schweren Krieg verloren haben. Diese Schichten sind auch am Jahres- ende noch nicht ausgestorben, und wenn wir uns anschicken, zu Beginn des nächsten Jahres mit den Ver- lretern der anderen Staaten den Krieg zu liquidieren, dann würden wir gut daran tun, um so eindringlicher bei uns zu Hause von den Zerstörungen des letzten Krieges und der Kriege überhaupt zu reden. Es gehört keine besondere Prophetengabe dazu, um voraussagen zu können, daß die zweite Haager Konferenz uns zu'diesen Reden und Erinnerungen überreidstich Anlaß geben wird. Nach Beendigung der Konferenz werden wir, deuMcher noch als bisher, erkennen können, wie schwer die Lasten sind, die uns die Liquidation des Weltkrieges auferlegt. Wir täuschen uns nicht darüber: DiefeKlarheit wird hart sein. Aber die Arbeilerscyaft braucht in allen ihren Kämpfen Klarheit, auch dann Klarheit, wenn sie unangenehm, ja niederdrückend ist. Es ist in der jähr- zehnlelangen Geschichte der Arbeiterbewegung immer der Stolz der Bewegung gewesen, die großen Probleme mit rücksichtsloser Offenheit an- zusprechen und sich alle Konsequenzen klarzumachen. Die deutsche Arbeiterschaft hat nach dem Kriege mit vor- bildlicher Besonnenheit und Sicherheit des Urteils die Größe der Katastrophe, die über Deutschland herein- gebrochen war, erkannt und ihre Politik auf die Liqui- dierung dieser Katastrophe eingestellt. Seit dieser Zeit hat die organisierte Arbeiterschaft Deutschlands manchen Erfolg im polltischen Kampf erzielt: immer wieder aber muß sie selbst klar erkennen, daß seit 1318 bis zum heutigen Tage und wohl noch in absehbare Zukunft hinein auch die Politik der deutschen Sozialdemokratie unter dem ungeheuren Druck der reparotionspolitischen Verpflichtungen, also unter dem Druck der KriegSkata- sirophe stehen wird. Nur dann, wenn die deutsche Ar- beiterschaft stch diese Situation mit Nüchternheit und Entschlosienheit klarmacht, wird sie zu einem richtigen Urteil über die parlamentarischen Schwierigkeilen der Gegenwart kommen. Denn letzten Endes sind all die Kämpfe des vergangenen Jahres, die Parlament und Wirtschaft in Bewegung gesetzt haben— die Kämvse um die Arbeilslosenverstcherung, die Kämpfe um die Finanz- reform, nicht zuletzt die Kämpfe um das Huoenbergscke Volksbegehren— Auswirkungen der Neparationspolilik, Auswirkungen des verlorenen Krieges, den die deutschen Arbeiter in allererster Linie pottlisch, moralisch und leider auch materiell zu liquidieren haben. Denn die Kämvfe um die Neichsftnanzreform sind !n der Hauptsache Kämpfe um die Verteilung der Lasten, die der verlorengegangene Krieg und die aus ihm resultierenden Neparationsverpflichtungen dem deutschen Volk auferlegt. Man hat bei der Führqng dieser Kämpfe den Vertretern der organisierten Arbeiter- schaft in Negierung und Parlament den einen und den anderen Vorwurf gemacht, Fehler der Taktik und an- ebliche Schwächen des Kampfeswillens bemängelt und abei trotz vieler Uebertreibungen und Verzerrungen nicht immer unrecht gehabt. Aber das entscheloet nicht; denn Weihnachten 1929 Von Max BctrEiaZ Jn diesem Jahre 1929, dem Jahre der Krise, Sprichi man viel weniger als sond vom'Paradiese, Und auch die sehr helieblen Weihnachtsglocken 'beginnen rnrSpn in ihrem Cäalen zu docken. "Die armen Ceale haben nichis zu teaem, Jhnen wird heiß von den neuen Steuern, Jhpen wird kqR, wenn sie daran denken Und sehr verbiüevi die Stirnen senken. Friede aui Süden? Heule id Krieg J■ SammeR euch alle: Slurmlahne. iliegl Heule laßt uns ganz emdhaR besprechen, Wie wir den Winter der Kol zerbrechen, Wie wir die Schmerzen, die ans bedrücken. 'Mä einem Puck auf die rechte Seile rücken. Wie das Qleichgewichl unsrer aRen Srde flach das Gleichgewicht zwischen den Kenschen werde. Wie die aRe WeR verworfen and richlbar. Wie die neue WeR trotz alledem sichtbar: Krieg auf Süden? Wann kommt der Sieg? SammeR euch alle: Slurmlahne, flieg! Hiebe Genossen, liebe Frauen and liebe Kinder, Jhr Wegbereiter, Kameraden and WeRüberwinder. Herde rücken wir trotz alledem ganz eng zusammen. Heute sind wir die wilden, sausenden t lammen! "Die Frühhngsverkünder. die Hichlaneagenden, T/immer die Klagenden, immer die Wagenden!■ Kicht mehr die in Verbdlerung Schweigendenl Kein: Wir sind die Ruf wavissleig enden, Frieden Friede auf Srdenl Morgen ist Sieg!,[Zeigenden! SammeR euch alle: Slurmlahne, Iliegl mit u n s e r e n Fehlern haben die der a n d e r e n immer erfolgreich konkurriert. Nicht angebliche oder wirk- liche Fehler sind es, die unsere Positionen schwächen, noch sondern die Spaltung der Arbeiterklasse, die es nicht gestattet, die Interessen der schaffenden Masse Kraft zu vertreten, Deutschlands mit d e r ungebrochenen die dazu nun einmal notwendig ist. Die polltischen Ver- treter der Arbeiterschaft können nicht mehr Kralt zeigen, als die Arbeiter selber ihnen zur Verfügung steilen. Hinzu kommt, daß im wachsenden Maße die sozialpolitischen Kämpfe durch die internationale Verflechtung des Arbeilsmarktes an Schwierigkell zugenommen haben. Das Problem des sozialen Dumpings ist für die moderne Arbeiterpolitik ein besonders ernstes Problem geworden. Zwar ist es für jeden Sozialisten eine alt- bekannte, längst vertraute Lehre, daß alle Kämpfe der Arbeiterschaft letzten Endes international geführt werden müssen. Aber gerade bei der S a z i a l p o l i t l k, beim Kampf der Arbeiter gegen die entsetzlichen Hungerfolgen der heutigen Wirtschaftsordnung bekommt die alle Parole der Internattonalltät ihre volle Bedeutung. Denn immer verhängnisvoller wirkt sich die Tatsache aus, daß in Europa und schließlich in der übrigen Welt die Arbeiter- klaste des einen Landes die der anderen sozial- politisch unterbietet und ihr dadurch den Komps um ein menschenwürdiges Dosein erschwert. Auch in unserer internationalen Betätigung gilt das Wort: Leicht bei- einander wohnen die Gedanken, doch hart im Baume stoßen sich die Dinge. Die Zeiten eines rein rechorischen Internationalis- mus sind vorbei. Die Zeiten der praktischen und ernstlich notwendigen internationalen Betätigung beginnen. Sie werden uns noch oft enl- täuschen, aber auch hier gibt es nur ein Vorwärts. Schon die ersten Reparalwnserleichterungen hoben durch die Zusammenarbeit der internationalen sozialistischen Or- gonisalionen eine beträchlliche Förderung erfahren. Es wird nutt darauf ankommen, das Gebot praktischer lnlor- nationaler Arbeit auf die Sozialpolitik auszu� dehnen und die schweren Hemmungen zu beseitigen, die die sozialpolitische Unklarheit in der Welt den fortgeschrittenen Arbeitermassen In den europäischen Ländern bereitet. Es wird weiter darauf ankommen, das Gebot praktischer internationaler Arbeit auszudehnen aiü die Begulierung der großen wcltwirlschaftllchen Problcmc, die bislang zwar lebhaft diskutiert, aber ihrer Lösung nicht nähergebracht worden sind. Das alles durchzuführen, wird schwierig und mühsam sein. Aber wir müssen hindurch. Vom Inter- Nationalismus träumen, hat gerade für uns keinen Sinn. Wir wollen ihn v e r w i r k l i ch e n. Dabei geben wir nichts auf von unseren nationalen Interessen, die auch die deutsche Arbeiterschaft und gerade sie durchaus er- kennt. Denn auch der deutsche Ar beiler hat ein Vaterland, das er sich erkämpft hat und ausbauen will. Aber gerade jetzt, wo es gilt, das Recht der Arbeiter auf Heimat und Sluat gegen den Hochmut und den Eigennutz der Privilegierten von ehe- mals zu verteidigen, kommt es daraus an, daß die Arbeiter in allen Ländern sich brüderlich und praktisch helfen, um ihren gemeinsamen Kampf gemeinsam voranzutragen. Aus grauen Jahrhunderten her hat uns die lieber- lieferung das Fest der Weihnachten gebracht, das ein Fest des Lichts, der Liebe und Brüderlichkeit sein soll und dessen hohen und menschlich schönen Sinn wir gern mit ehren wollen. Die Sehnsucht nach dem Licht, nach der Erkenntnis, der Klarheit bleibt bei uns immc�r lebendig. Das Gebot der Liebe, das Gebot des brüder- lichen Helfens, das Gebot der Standhaftigkeit und Treue hat in den Herzen der Arbeiter immer einen tatkräftigen und freudigen Widerhall gefunden. Und so wollen wir deyn in dieser Weihnachtsstunde allen unseren Sorgen und Nöten mutig ins Gesicht sehen, nichts ver- schweigen, nichts verkleinern und auch unsere Fehler ruhig und offen einge- stehen. Wir wollen die Schwere unserer politischen Aufgabe richtig erkennen und eingedenk sein, daß ein Erfolg für unsere Arbeit nur dann erst möglich ist, wenn wir lernen, in allen Fragen der Praxis, in allen Fragen der grauen, nüchternen Alltagsarbeit über die Grenzen zu sehen, um dort mit unseren Freunden an der stolzen, hohen und beglückenden Aufgabe des Sozialismus zu arbeilen: an der Befreiung der arbeilenden Menschen aus unmorali- schen Ketten der Würdelosigkeit und Erniedrigung und aus den materiellen Kelten des Hungers, der Not und des Elends. Mit diesem Ziele vor Augen werden alle Sorgen des Alltags, alle kleinen Zwischenfälle des politischen Stellungskrieges leicht überwunden. Den» unüberwindlich ist der Mensch, der seine Aufgabe sieht und an seine Aufgabe glaubt. Und mit diesem Glauben im Herzdn wenden wlr die Winlerkälle der Menschheit, wenden wir die Not. Klassenkampf und Weihnachlsfest Ist Sozialismus Liebe oder Hast? Vcm Erich Kuttner. Die Frage, ob man als Sozialist Wechnachken feiern soll, bedarf in SDentsdjland kaum einer Diskussion. Wer einmal als Kriegsteilnehmer Weihnachten an der Front oder im Lazarett miterlebt hat, der wird bezeugen, daß dieses Fest in unserem Gemütsleben etwas Unentbehrliches darstellt. Dabei kann von dem eigent- lichen religiösen Inhalt ganz abgesehen werden. Vielen Millionen, die Weihnachten genau so hingegeben und herzlich wie die Gläubigen feiern, wird er kaum bewußt. Für sie— und für die Mehrzahl der Feiernden wohl überhaupt— ist Weihnachten ein Fest der Liebe, an dem ein jeder nach Kräften versucht, in seiner Umgebung soviel Freude wie möglich zu verbreiten, vor allem unter den Kindern, den Schwachen und Hilfsbedürftigen. Sollten wir Sozialisten ernsthaft ein Fest bekämpfen. dessen volkstümlich gewordener Znhalt Liebe zu unsere nMitmenschen, Altruismus(wenn auch in begrenzter Form) geworden ist? Wir können im Gegenteil einen solchen Festcharakter sehr wohl in unsere Weltanschauung einordnen. Denn unsere gesamte Tätigkeit entspringt aus der Wurzel des Glaubens an die Menschheit und der Liebe zur Menschheit, nicht nur zu , einzelnen Menschen, sondern zur Gesamtheit der Mitlebenden. Es wird vielleicht eingewendet: Am Beginn der sozialistischen Weltanschauung steht die Erkenntnis de6 Klassenkampfes. Gewiß, aber auch diese Cr- ' Kenntnis ist nicht gleichbedeutend mit K l a j s e n h a h. zumindesten verlangt sie nicht die Ueberbetonung LVr Haßgefühle in unserem Empfinden. Die Erkenntnis von der Notwendigkeit des Klassenkampfes gibt viel- ' mehr unserer MenschHeltsliebe die gestaltende . Kraft, sie bewahrt unsere MenschHeltsliebe davor, sich . in nutzloser Nührseligkeit zu verlieren. Unser Wissen um .. den Klassenkampf verleidet uns zu gutem Glück die facharinsüße Oeligkeit, die uns so unsympathisch und un- echt in den Kanzelpredigten vieler Geistlicher entgegentritt. Wir verlachen dieses frömmelnde Liebesgcsäusel. weil es dazu dienen soll, die Fehler und Ungerechtig- Kelten der Welt zu verschleiern und damit zu verewigen. Unsere Liebe zur Menschheit ist herberer und männlicherer Art. Sie übersteht die Fehler unserer Gesell- schaftsordnung nicht, sondern legt sie bloß, sucht ste zu erklären und zu erkennen, um ste zu beseitigen. Dabei stoßen wir freilich auf Gegner, nämlich auf' die Klassen, die an der Erhaltüna der Ungerechtigkeit< interessiert sind. Wir wissen, daß wir diese Klassen als solche nicht überzeugen, sondern nur überwinden können. Kampf läßt stä) nicht mit schonender Liebe führen: Ohne Erbitterung gegen das Schlechte gibt eS keine Begeisterung für das Gute! Trotzdem ist der Klassenkampf kein Aufgehen dessen, der ihn führt, in Haßgefühlen. Wer sich hemmungslos den Stimmungen der Wut, der Erbitterung, des Zornes \ Ingibt, der entwickelt sich bald zu jenem disharmonischen itchp des Fanatikers, dessen angebliche MenschHeltsliebe sich allein auf eine abstrakte Idee, auf eine gedankliche Theorie beschränkt, während er in Wirk- lichkeit die Menschen haßt! Diese Erscheinung tst in Deutschland gar nicht selten. Die Nationalsozialisten zum Beispiel behaupten, daß die glühende Liebe zum deutschen Volke die alleinige Triebfeder ihres politischen Handelns sei. Spürt man ihrer Praxis nach, so erkennt man nichts als Haß. Haß und abermals Haß gegen mindestens neun Zehntel der Bevölkerung. Von den Juden ganz zu schwelgen, hassen die Nationalsozialisten alle Sozialdemokraten, alle Republikaner, alle Verständi- gungspolitiker. Ein Teil ihres Hasses(freilich aus versetzter Liebe stammend) richtet sich auch gegen die Kommunisten: sie hassen die völkische Nachbargruppe, sie erblicken sogar in einem Teil der Deutschnationalen„Verräter". Die völkischen Rassetheoretiker weisen nach, daß der größte Teil des deutschen Volkes aus Bastardrassen niederer Qualität besiehe, mährend die edelrasstgen nordischen Langschädel(die bekanntlich zur Weltherrschaft berufen sind!) sich nur in verschwindender Minderheit unter uns befinden! Zügellose Aufpeitschung aller Haßgefühle ist auch das A und O der kommunistischen Politik. Da den Kom- munisten der Klassenkampf der Arbeitnehmerschoft gegen den Kavitalismus nicht genügt, so haben sie eine neue Scheidelinie zwischen den„gehobenen" Arbeiterschichten und den niedrigst entlohnten ungelernten Arbeitern gezogen. Sie schüren den Haß des Proletariats unterein- ander, finden immer neue„Verräter" innerhalb und außerhalb ihrer Reihen und versäumen nicht, gegen jeden, der von der jeweils in Mode befindlichen Linienrichtung abweicht, den zügellosen Haß zu entfesseln. Die kommunistische Presse ist ein Spiegelbild davon. Geifer, Gemeinheiten, geballte Schimpfwortladungen, > Verleumdungen— jedes Mittel, das an Haßinstlnkte appelliert, wird auf das sorgfältigste in dieser Presse gepflegt. Das Ziel des gesamten Inhalts ist, die Leser in eine sinnlose und tobende Wut zu versehen, indem man ihnen suggeriert, daß alle Andersdenkenden, namentlich alle Sozialdemokraten, käufliche Lumpen, bestochene Subjekte, wurmstichige Charaktere seien. Für solche Denkart ist natürlich ein Fest der Liebe sinnlos. Aber «indem die Kommunalen ihre Anhänger einseitig mit Haß erfüllen, treiben sie das Proletariat in die bitterste seelische Verarmu n g. Der Haß mag einmal ex- plädieren, sich durch Gewalttat abreagieren,— hinterher bleibt nichts als traurige eelische Leere. Im Gegensatz hierzu bemühen wir Sozialdemokraten uns, dem Leben der Massen einen neuen gel st igen I n h a l t zu geben. Wenn der Haß des Kämpfers nicht eine seelische Wüste in seinem Innern erzeugen soll, so muß ihm ein G e g e n g e w i ch t gegeben werden in dem beseeligenden Gefühl des S ch a f f e n s. des W i r k e n s und Vorwärtsschreitens. Den eigentlichen Sozialdemokraten lernt man erst kennen, wenn man ihn von seinem Schaffen im Dienste der Allgemeinheit, im Dienste namentlich seiner Leidensgefährten berichten hört. Wie mancher unscheinbare Funktionär wächst zu- sehends, wenn er von seiner Tätigkeit in der sozialen Fürsorge, von seinem Wirken als Gemeindevertreter oder von seinem Richteramt als Beisitzer des Arbeitsgerichtes erzählt. Hier erlebt man die innere Befriedigung des Schaffenden, die dem Menschen Harmonie und seelisches Gleichgewicht verleiht. Diese positive Tätigkeit verhindert den Sozialdemokraten, sich in zügellosen Haß zu verrennen: sie hält gleichzeitig seine Menschenliebe lebendig. Indem sie durch die tägliche Praxis ihm zum Bewußtsein bringt, daß Gegenstand seiner Bemühung nickt nur eine abstrakte Idee, sondern der lebende, der fühlende und leidende M e n s ch ist. Man ist kein guter So'ialdemokrat. wenn man nicht gleichzeitig ein Menschenfreund und Altruist ist. Wohl handelt eine Klasse als Ganzes unter dem Antrieb ihrer wirtschaftlichen Interessen. Aber selbst als Ganzes betrachtet ist der Klassenkampf der Arbeiterschaft nicht vom nackten Interessenstandpunkt diktiert. Ist sich doch seit jeher die Arbeiterklasse bewußt, daß mit ihrem Klassenkampf verbunden ist die Erlösung der ganzen Menschheit aus wirtschaftlichem Druck, ihre Befreiung aus politischem Zwang und ihr Aufstieg zu höheren Formen des gesellschafdichen Zusammenlebens. Indem sie die Sache der Menschheit zur ihrigen gemacht hat, hat die Arbeiterklasse ihren Befreiungskampf vom Fluche der Borniertheit erlöst, der auf jedem engherzigen Interessen. Kampf lastet. Liebe zur Menschheit, Liebe zu den Menschen, Schutz der Hilfsbedürftigen und Schwachen, Pflege des Kindes und der heranwachsenden Generation mit besonderer Sorgfalt, das sind Grundgefühle des sozialistischen Kämpfers. Als Ausdruck einer solchen Gesinnung können, wollen und dürfen wir Weihnachten feiern als Fest der Liebe, die über allen Dingen waltet. Denn den Wert der Liebe des Menschen zum Menschen kann kein noch so kostbares irdisches Gut ersetzen, wie umgekehrt die Liebe auch eine geringe Gabe wertvoll macht. Ohne Mentchenliebe gäbe es keinen Sozialismus, und ein Sozialismus, der die Menschenliebe in unS verkümmert, hätte seinen Sinn verloren. Auch in dieser trüben Zeit handeln wir unserer Weltanschauung gemäß, wenn wir zu Weihnachten recht vielen Kindern, Schwachen und Hilfsbedürftigen Freude bereiten. Mit dem Dichier Kurl Eisner rufen wir: Welt, werde froh! Das unbekannte Vaucrnrußlanö Treffpunkt in Prcnzlau. Von Mhx Barthel. Prenzlan ist eine kleine tkretsstabt in der Uckermark und hat rund 20 000 Einwohner, viele Denkmäler mittelalterlicher Kultur, große Arbeitslosigkeit und holpriges Straßcnpflaster. In den Prenzlauer Kasernen kampieren jetzt 1700 deutschrussische Auswanderer. Sie trafen sich mitten im Winter, warten auf den Frühsing und auf die Weilerreife nach Kanada oder Brasilien. Sie kommen aus Sibirien, aus Turkestan, au» der Krim, au» ber Ukraine und aus der Wolgagegend. In den kahlen Stuben, ist viel Bewegung. Drei» hundert Kinder wimmeln in den Kasernen. Sie tragen, wie ihre Eltern, dicke Bkäntel," russisch« chemden und Pelzmützen-Aber viel« Kinder sind krank, haben die M-isern. Luaenentzündung ist häufig. und die ersten loten gibt es auch schon. Wie zum Ausgleich sind In den letzten Tagen drei Kinder geboren worden. Die Bürger von Prenzlau haben sich beruhigt, sie sind jetzt für die Gäste, denn die Verpflegung(aus den Kopf und auf den Tag werden 60 bis 70 Pfennig gerechnet) wird in der Stadt getauft. Große Kessel dampfen und geben gute Suppe. Jeden Tag rollen 300 Liter Milch an. Es gibt auch freiwillige Helfer, ein Kinder« garten soll eingerichtet werden, produktive Arbeit für die Männer wird folgen. Der Reichskommissar für die Deutschrusienhilfe und seine Mitarbeiter haben olle» ausgezeichnet organisiert. Ein Besuch in den Kasernen gibt tiefer« Einblicke in da» bSuer- liche Rußland als hundert Leitartikel oder Romane. Das unbe- kannte weite Land wird sichtbar. Die deutschen Bauern waren in den letzten Jahrhunderten die tüchtigsten Arbeiter und wurden oft den Russen von den Russen selbst als Borbilder hingestellt. Die deutschen Bauerndörser waren berühmt. Es ist leicht und billig, diese Auswanderer, man kann auch Flüchtlinge sagen, als Kulaken, als reiche und sowictfeindliche Elemente mit gefährlicher Ideologie hinzustellen. Wir wollen diesen Menschen ganz leidenschaftslos selbst das Wort geben, die jahrhundertelang der Erde verwurzelt waren und durch eine wirtschaftliche Revolution entwurzelt werden. Die meisten Auswanderer sind Mennoniten, Religionspazifisten, wenn man so sagen will. Ihr Glaube oerbie'et den Dienst mit der Waffe. Wir haben mit sibirischen und ukrainischen Bauern gesprochen. wir wollen dl« Gespräche in ein Gespräch zusammenpressen. Ort»« namen sind aus leicht begreiflichen Gründen geändert worden. Frage: Wann begann der Marsch auf Moskau? Antwort: Marsch auf Moskau ist nicht richtig. Schon nach der großen Hungersnot sind mennonitische Familien noch Kanada ausgewandert. In diesem Jahre, im Juli» fuhren wieder 63 M- tische Familien ab. Sie schrieben, als sie die Pässe bekamen, an ihre Freunde, und das war der Anlaß, daß viele tausend Menschen nach Moskau zogen.- Die Ausreise war die einzige Rettung für uns. Frage: Die einzige Rettung? War es in den Jahren des Bürgerkrieges nicht viel schlimmer als jetzt? Antwort: Im Bürgerkrieg war es schon schlimm, aber dann kamen ja bessere Aeiten. In unserem Dorfe, in Kisselowka, wohnten wir zwanzig Jahre und bebauten rund 60 Desjatinen. Das ergab eine Jahresernte von 2S00 Pud Weizen. Im Jahre 1i(?S ernteten wir 1600 Pud, im letzten Jahre nur noch 1400 Pud. Für ein Pud gibt es 1,17 Rubel. An Steuern aber mußten wir 1100 Rubel aufbringen. Da rechnen Sie selbst aus, was wir verdienten! Und oft werden überhaupt mehr Steuern eingefordert, als die Ernteerträgnisse ergeben. Als Lenin noch lebte, war es besser. Jetzt hat Stalin alle alten Mitarbeiter Lenins beseitigt. Jetzt werden überall in Rußland Kommunen eingerichtet. Wir sind Bauern. Wir wollen eigene Erde bebauen.. Was wir von den Kommunen gesehen haben, ist nichts Gute». Sie sind erstens dem Staate oerschuldet und dann fehlt>a auch der Anreiz zur Arbeit. Frage: Warum sind die hohen Steuern?.. Antwort: Um uns in die Kommunen zu zwingen. Aber wir hängen an der alten Erde und der alten Arbeit. Run erdrücken un« die Steuern. Wer nicht zahlen kann, dem wird das Bieh ge- nommen, der muß seinen Hof stückweise verkaufen. Wie schwer es für den Bauern, für den selbständigen Bauern, der arbei'en well, ist, kann Ich aus dem Dorfe Kisselowka beweisen. Dort gab es im Jahre 1028 Milchkühe 170 und Pferde 200. Und setzt gibt es mir noch 12 Kühe und 16 Pferde.� Frage: Erklären Sie: worum ist das so? Antwort: Warum? Run, wir mußten das Vieh verkaufen, schlachten oder verhungern lassen. Es fehlt eben. der Anreiz zur Produktion. Sogen wir: ich kaufe eine Maschine. Ich kann besser arbeiten. Meiü Hos wird reicher. Ich habe mehr. Run, da bin ich nach der neuen Ideologie ein Kulak, verliere das Wahlrecht und bin rechtlos, habe mehr Steuern zu zahlen und so weiter. Auch die Anbaufläche ist überall zurückgegangen. Unser Wunsch dieses Jahr war lieber eine Mißernte zu haben als eine gute Ernte. Frage: Warum Neber eine Mitzern'e? Antwort: Run. da hätte uns die Regierung unterstützt, aber es gab in diesem Jahre in unserem Gebiet eine gute Mittelernte. und da wurden uns so hohe Steuern auferlegt, daß wir sie nicht mehr zahlen konnten. Dazu kamen auch die geistigen Bedrückungen. Unseren Lehrern und Predigern wurde jeder Derkeh? mit den men> nonitischen Gemeinden verboten. Das war kein Ausnahmegesetz gegen un». in Rußland ist'setzt.. überall Kampfansage gegen die Religion.'-'~----- FT a g e; Wie stellte sich Pioskau gegÄ�di?'plStzlich anströmen, den Bauernmosscn? Antwort: Zuerst war olle» gut. Die ersten Bauern bekamen auch die Pässe. Ein Paß kostet in Rußland 400' Mark.' In der Provinz gab man keine Pässe, darum der Zustrom nach dem Zentrum, Run kamen die Widerstände. Moskau sagte, die Ausreife, fei eine Provokation, organisiert durch unsere Lehrer und Prediger. Pielk Bauern wurden durch die GPU. verhastet. Und wir warteten. Es war schrecklich. Diele Familien wurden zurückgeschickt. Und sie hatten doch nichts mehr. Endlich kam die Ausreisegenehmigung. Borher gab es große Versammlungen. Die Sowjets wollten uns zur Heimreise überreden. Aber wir blieben fest. Wir hatten ja alle» ausgegeben. Wir wohnten in der Umgebung von Moskau, in den Datschen, in den Sommerhäusern. Und immer neue Bauern kamen am Diele waren ganz mittellos, sie konnten keinen Paß kaufen und mußten zurück. Endlich durften die ersten Transporte fahren. Ader dabei wurden oft Familien auseinondergerissen. Wir fuhren über Seebesch. Dutt wurde un, alles Geld abgenommen. Wir gaben es freiwillig hin. Manche von uns wurden auch nach Geld untersucht und mußten sich nackt ausziehen. Aber wir waren ja auf der Fahrt nach Deutschland. Frage: In Rußland gibt es 100 000 Deutsche Warum wandern die nicht aus? Antwort: Wo sollen sie hin? Dir sind die ersten, he sich auf den Weg machen. Sie werden nochkommen. Oder ste haben sich ergeben und gerettet. In die Armut, das Heißt, sie bauen nur soviel an, wie sie selbst für sich und ihre Familie brauchen. Oder sie gehen in die Kommune, in das tägliche Brot. Frage: Und die russischen Dauern? Antwort: Die Russen sagen: Wo sollen wir hin? Um euch kümmert sich jemand, aber wir sind verloren« Seelen. Und dann ist es für du Auswanderung dieses Jahr auch zu spät, nächstes Jahr wird man mehr hören. Es wird eine große Wanderung einsetzen in Rußland, eine Wanderung wie damals in der großen Hungersnot, eine unorganisierte Flucht vielleicht. Da werden wieder die Bauern- wagen fahren wie In der Hungersnot. Rußland ist groß, irgendwo wird es schon besser sein... � F r ag e: Was tun die Sowjet für die Bauern? Antwort: Die Sowssts gründen überall die Kommunen. Ueber die Kommunen habe ich schon gesprochen. Die Sowjet» sind in der Hauptsache für die Arbeiter da. Für den Dauer haben iie die kalte Faust, für den Säger, der arbeitet und Besitz haben will Und wenn der Bauer in Rußland gearbeitet hat. da hat er es mich zu etwas gebracht. Aber wenn es jetzt in Ruß- land ein Bauer zu etwas bringt, da heißt es: HeH. Kulak, du bist ein gefährliches Element, gib das S! immrecht her. Frage: Was bedeutet das Stimmrecht? Wird oft das Stimmrecht entzogen? Antwort: Das Stimmrecht bedeutet viel. Man bekommt aus der Kooperative geliefert, hat Einfluß auf die Gemeindrange» legenchesten, kann Kredite haben und so weiter. Wer kein Stimm- recht hat, ist ein verlorener Mensch, er muß höhere Steuern bezahlen und hat überhaupt kein Recht mehr.. In unserem Dorfe gab es zg�ihundertoier Stimmberechtigte, dreiundstchziq Bauern hatte man das Stimmrecht genommen. Ich hatte zwei Pferde und zwei Kühe und wollte nicht in die Kommune gehen, schon hieß es: du bist Kulak, gib das Stimmrecht. Frage: Wie stellen sich die Bauern zu den großen Sowchos. den riesenhaften Gctreidesabriken? Antwort: Da» sind die Stützpunkte der Sowjets. Sie sind ganz modern und wirtschaften gut. wenn sie gute Leitung haben. Ein Weihnachtsscherz mit Alfted Hilgenberg. Ab-r cs gibt nicht soviel Land, um überall diese Sowchos zu errich'en. Und wo sollen wir kleinen Bauern auch hin? Wir sind nun einmal auf der Welt. Wir wollen leben. Was sollen wir machen? In die Armut fliehen? In die Kommune gehen? Wir sind Bauern, und in der Armut und in der Kommune stirbt der Bauer, er wird Faulenzer und hat keinen Ehrgeiz mehr. Bauer ist Bauer, und das ist Schicksal. Wir wollten nicht auswandern. Wir lebten jahrhunderte- lang in Rußland, aber man hat uns aus der Erde gerissen, die B.rhältnisse waren stärker als wir. Ich will noch ein Beispiel über den Druck, der auf uns lastet, erzählen, damit Sie sehen, wie schwer es fetzt in Rußland ist. Mein Schwager kaufte sich in der Kreisstadt eine Dreschmaschine. Sie kostete 787 Rubel und sollte in vier Iahren bezahlt werden. 175 Rubel wurden sofort angezahlt. Lei einer Neuwahl wurde meinem Schwager das Stimmrecht entzogen, das bedeutete, daß er die Dreschmaschine sofort bezahlen mußte. Er hatte kein Geld, er mußte also die Maschin« zurückgeben. Wir freien Bauern sind in dem Fünfjahreplon nur die.Hilfsmittel" zur Durch- führung einer uns fremden und uns feindlichen Staatsordnung. Die„Motorisierung der Erde" kömmt nur den Sowchos und den Kommunen zugute, uns bringt sie nur Unglück. Dieses Frage- und Antwor spiel könnte noch Ins Endlose fort- gesetzt werden. Fast alle Antworten aus unsere Fragen gründeten sich in erster Linie auf wirtschaftliche Tatsachen und nicht auf reli- glöse Erwägungen. Das kleine Prenzlau gibt Einblicke wie noch nie in das unbekannte Bauernrußland. Das dicke Ende kommi nach! Die Folgen kommunistischer Ziatau aktik.- Gerichtliches Nachspiel in Frankfurt a. M. Arauksurk a. 2Jt.. 24. Dezember. Wegen der Krawall«, zu denen& am 16. Dezember im Anschluß an die Erwerbelosendemanstrationen kam, ist heute, aus Antrag des �Staatsanwalts gegen die in�aft' befindliche» und lS mei fönen, die sich nicht in choft befinden, die Dorunterfuchung unter der Beschuldigung des Landfriedensbruchs eröffnet worden. Sie wird sich auf di« gesamten Vorgänge während der Erwerbzlosenkrawalle erstrecken. puifchisten in der Regierung. vie Regierungsbildung in Thür noen. Weimar, 24. Dezember.(Eigenbericht.) Di« Rationalsoziasten werden in der neuen thüringischen Regie» rung wahrscheinlich durch einen Minister und«inen Staatsrat vertreten sein. Als Kandidat für das Ministeromt dürsten di« Nazis einen aus Thüringen stammenden Akademiker und nicht den Münchener Putschisten Frick präsentieren. Arbeiierregierting und Opposition. Das Bergbaugesetz wird umgestaltet. London. 24. Dezember. Der t)ande:-m!nister Graham wies darauf hin. paß di« Regierung zu Zugeständnisien bereit sei, die von der Opposition verlangt werden. Die Regierung beabsichtige: 1. eine Klausel in die Dorlage einzuführen, durch die die Er- nennung von Kommissaren sür den Zweck der Ausarbeitung von Zufammenschlußplänen in den oerschiedenen Teilen des Kohlen» bergbaues sestgclegt werde. 2. werde die Regierung geeignete Schritt« ergreifen, um zu v e r h i n d e rn. daß auf Grund der Borlage nennenswert« Er« h ö h u n g e n des Kohlenpreises eintreten. 3 werde die Regierung weiter« Schritt« ergreifen, um dem Publikum Sicherheiten für einen st« t i g e n P r« i s der allgemeinen Verbrauchskohle zu geben. Wie verlautet, hat sich das Kabinett sehr eingehend mit der Berg» bauvorlage befaßt. In der Sitzung sind die von dem Hondelsminister angekündigten ZneestLndniffe beschlosien worden, die vor ollem dazu bestimmt sind, d'e Opposition der Liberalen gegen di? Vorlage auszuschalten. Die Regierung ist sich darüber klar. daß die Mehrheit von acht Stimmen, die sie bei der zweiten Lesung der Vorlage erlangt«, nicht ausreicht, um di« schwierigen Ausschuß» Verhandlungen und die dritte Lesung im Unterhaus ohne Gefahr für thren Bestand durchzuführen._ weihnachlsamnesiien aus dem Balkan. Reichsverweser ch o r t h y «ine W�hnackt�rmnesti« geplant ist, sollen sich die politischen flfifl- linae soffdarisch erklärt und iei>« Amnestie verweigert haben, die nicht allgemein sein würbe. Der Londwlrlschaskskommlssar d«r russischen Republik, Kobjak, wurde zum Mitflivd des Obersten Voliksivirtfchaftsrutes der SaWt- union und zum Dorsitzenden des russischen staatlichen Elektrotrusts «i-n-innt. Der ehemalige Brenräsident der rufllfchen Gewerkfck-rfien. Melnischanski, würbe zum Mitglied des Obersten Bolkswirtschasts- rate» der Sowjetunion und»um Dorsitzenden des ruffischen Textil- trusts ernannt. Die pariser Außendebatte. Bracke über die faschistischen Kriegsgefahren. pari». 24. Dezember.(Eigenbericht.) In der Kammer sprach am Dienstag zur außenpolitischen De- batte zunächst der Kommunist Marcel Cachin, der eine geschlagene Stunde lang vor leeren Bänken die Borzüge des russischen Paradieses schilderte. Der sozialistische Abgeordnete Bracke führte aus, daß zur Sicherheit des Friedens nicht nur direkte Schritte erforderlich seien, sondern di« Mächt«, die den Frieden wollen, auch die Pflicht hätten, die Kriegs- gefahren, die in Zentraleuropa. und auf dem Balkan existieren, abzuwehren. Bracke schilderte ferner die Gesahren des kriegerischen Faschismus und sprach dem österreichischen Proletariat den Dank der französischen Sozialisten aus für den Widerstand, den sie den Versuchen des österreichffchen Faschis- mus entgegengesetzt hätten. Der Kampf in Oe st erreich sei ledoch noch nicht beendet, und falls die chcimwehrler eine neu« Ge- walttat planten, sei es di« Pflicht des Auslandes, die Ordnung in Oesterreich zu sichern. Frankreich müsie ein- greifen, um bei der Entwaffnung der österreichischen Faschisten zu helfen. Der Redner lobte alsdann das Derhalten der panischen Sozialisten, während die IMNlärparlei in Polen gegenüber Ostpreußen und der Ukraine eine Politik betreibe, die nicht gerade friedlich sei. B r i a n d Hab« gestern den Chauvinismus gewisser polnischer Parteien unterstrichen. Man dürfe nicht aus. dem Auge verlieren, daß diese Parteien sich aus gewisse monarchistische Elemente stützten. Da polen Frankreichs verbündeter sei. habe Frankreich ein wo« mitzureden. -- Sl-.ffjc n mimst« i-— B r i a ii d warf �einr�Dte srauznsis-heinmb die polnische Regierung haben stets tv engster Gemeinschaft an der AufrechteihaltuNg des Friedens gearbeitet, wie es dem Emp- finden der ungeheuren Mehrheit de» polnischen Volke» em- spricht. Abgeordneter Bracke erklärte weiter, in Ungarn herrsch««ine Krtegsatmosphär«. die der Wiederherstellung der Habs» burgischen Dynastie dienen solle. Man müsse sich auch mit den dikta- wrdjchen Bestrebungen in gewissen Balkanländern und vor allem mit der in Jugoslawien und Albanien drohenden Kriegsgefahr beschäftigen. Habe man doch in diesen Ländern Hunderte von Kilometern von Bahngleisen zu strategischen Zwecken gelegt und schaffe militärische Sanitätsstellen aus den Bahnhöfen. Der Abgeordnete de Fels von der radikalen Linken sprach sich entschlossen für die Politik von Locarno und vom Haag aus. lieber die Rheinlandräumung fei gar nicht zu diskutieren, erklärt« er, denn man könne und wolle das Rheinland doch nicht annektieren. Frankreich fei heute die reichst« und stärkste Macht des Kontinents, aber es habe dafür auch als allererste Macht die Pflicht, die friedliche Organisation Europas zu sichern. Der aus den Berhandlungen mit K l ö n n e und Genossen be> kannte Abgeordnete Paul Raynaud setzte sich ebenfalls für die An- Näherung an Deutschland ein: denn nur diese könne Frankreichs Sicherheit garantieren, die weder durch die Abrüstung Deutschlands, noch durch die Rheinbefetzung gegeben fei. Auch die Zeilen der Diindnispolikik seien vorüber. Als einzige Möglichkeit bliebe heute, die Grenzen unter Wahrung entsprechender Garantien zu tnter» nationalisieren. Der Locarno-Pakt müsse durch eine wirk» same Annäherung an Deutschland ergänzt werden, es sei nicht richtig, daß eine solche Politik in Polen Anstoß erregen würde; habe doch Außenminister Zaleski selbst erklärt, daß ihm die deutsch- französisch« Annäherung keinerlei Unruhe bereite und der tschechische Außenminister Benesch habe sich im gleichen Sinn« geäußert. Man könne aber nicht nur mit den pazifistischen Kreisen tu Deutschland, sondern müsse auch mit den Rechtsgruppen rechnen. Das fei der Grund gewesen, weshalb er anläßlich seines Berliner Ausenthaltes auch mit den Rechtslreisen Fühlung ge» ! nommen Hab«. Man dürfe ihm daraus keinen Lorwurf machen. p Als letzter Redner des heutigen Tage» sprach der Abgeordnet« Mandel, der sich immer mehr äl» der parlamentarische Erbe Cle» menceaus zu erkennen gibt, in schärfsten Worten über die Durch» führung des Versailler Vertrages. Prinzipiell sei er zwar nicht gegen die Versöhnung mit Deutschland, erklärte e: dann weiter, aber man dürfe ihnen kein Zeichen der Schwäch« geben, sonst ermutig« man es zu neuen Forderungen. Die Verzichtpolitik Hab« schon viel zu lange gedauert. ; Brian d wird voraussichtlich erst am Donnerstag das i Dort ergreifen. Oer Konfl kt Herbette-Liiwinow. Heibeite will feinen Posten verlassen. Wie au? Moskau gemeldet wird, verlautet im Zusammenhang mit dem Konflilt zwischen L i t w i u o w und dem französischen Bot- schaster Herbette, daß der französische Lotschaster Moskau nach Weihnachten verlassen werde, um seiner Regierung eingehend Bericht zu erstatten. In politischen sowjetrussischen Kreisen nimmt man an, daß Herbette nicht auf seinen Posten zurückkehren wird. Infolge des Zwischenfalls zwischen Litwinow und Herbett« hat sich, wie ebenfalls aus Moskau gemeldet wird, Herbett« entschlossen, auf sein Amt als Doyen des diplomatischen Korps in Moskau zu verzichten. An seine Stelle als Doyen dürft« der derzeit älteste Botschafter in Moskau, und zwar der japanisch« Botschafter Tanaka, treten. Nach wetteren Moskauer Meldungen hat Herbette vorläufig auf einen persönlichen Verkehr mit Litwinow verzichtet._ Rankings außenpolitisches Programm Eine Erklärung ves Außenministers Wang. Der Außenminister der Nalikingregierung. Dr. W a n g, gibt noch Meldungen aus Schanghai dasaußenpolitifcheProgramm fürdas Jahr 1330 bekannt. Es umfaß: folgend« Hauptpunkte: chinesischen viuuevgewässern: 1. Abschaffung der ausländischen Schifsahrksrechle auf den 2. Zurückziehung der ausläodischen Truppen? 3. Rückgabe der.ausländischen konzessiovsgcbiele und Nieder. lassungen in Ehlua.- Zur Frage der Abschaffung der Exterritorialität, die für den 1. Januar angekündigt ist. weist'Wang darauf hin, daß ausreichende Maßnahmen durch die Zentrolregrerung getroffen worden seien, um. die ausländischen SivatsangehSrigen anderweitig zu schützen. Di« Durchführung der drei Aufgaben er- achtet Wang als nicht sehr schwierig. Zur Frage der Ab- schaffung der Binnenschiffahrtsrechte sei zu sagen, daß der die«, bezügliche chinesisch-japanisch« Vertrag abgelaufen sei und der chiuesisch-bijitischc Vertrag aus Vorschlag Groß-Brttanniens ohnehin geändert werden soll«. Der Entwurf eines neuen Vertrage», der der britischen Regierung zugeleitet worden fei, trage dem chinesischen Standpunkt Rechnung., Ein Reger spricht im Parlament. Seit 25 Jahren zum ersten Male w eder in Amerika. Washington, 24. Dezember. Zum ersten Male seit 23 Iahren hat im Repräsentantenhaus ein Negerabgeordneter gesprochen. Der Abgeordnete de P r i e st» der In Chikago gewählt worden ist, befaßte sich mit den Borgängen I in Haiti und billigte di« von Hoooer in der„schwarzen Republik" verfolgte Politik..__ Wirbelsturmunglück in Kleinasien. Zwei Häuser brechen zusammen und begraben ihr? Opfer. llonstanflnopel, 24. Dezember. Im Besise(Anatolien) zerstörte ein W i r b e l st u r m zwei Häuser, wobei sieben Menschen getötet und elf schwer verletz: wurden; w-uere Opfer liegen noch unter den Trümmern. Kardinal pacelli» bevorstehende Ernennung zum Generalsekre- tär des Vatikans an Stelle von G a s p a r r i wird jetzt offiziös in Rom bestätigt.__ Hugenbergs Kuchenherz. Bei Hugenberg ist auch Bescherung. Zwar dämpfen noch die FrAstichfeit Di« Ostbanlpleit'. der Polkrentscheid, Doch naht sich jetzt besondre Ehrung: Wer hat erjonnen diesen Scherz? Es bringen zwei Konditorjungen Ein großes Pfefferkuchenherz Mit schwarzwcißrotem Band umschlungen. Es leuchtet zwischen diesen Schlingeln Höchst appetitlich anzuschau'n, Don seinem Untergrund, der braun, Mit blendend weißen Zuckerkringeln. Weiß ist gegossen auch die Schrift. Di« dennoch just ins Schwarze trifft: „Lieb Hugenderg, magst ruhig sein. Hier kriegst Du wieder volle Backen Es gibt, beißt Du ln's Herz hinein, Nur Ps-sfferkuchen-Herzatwcken!" Jonathan. Neues Steuersenkungsgeschrei. Oer Schwindel fängt von vorae an. An der Spitze der Propaganda für Steuersenkungen. die sich kritiklos über die wirkliche Lage der Reichsfinanzen hinweggesetzt hat, marschiert der Hansabund, und sein Prophet mar Herr Günther Stein im„Berliner Tageblatt". Die offene Darlegung der Kassenlage des Reiches und die Aussicht auf den Etat für 1930 hat nicht vermocht, diese finanzpolitischen Dilettanten von ihrem Geschrei nach Steuer- senkung abzubringen. Die Ernennung des Herrn Dr. Molden- Hauer gibt ihnen Gelegenheit, das alte Lied von vorne an- zustimmen. Herr Günther Stein beschwört den neuen Finanzminister im„Berliner Tageblatt", um Gotteswillen die Steuersenkung nicht zu vergessen, denn eine Finanzreform, die keine Steuersenkungen bringe, sei keine Reform. Steuer- senkungen schnellstens, noch bevor der Aoung-Plan im Haag und im Reichstag angenommen sein werde, A u s w e i- t u n g des Hilferdingfchen Programms in der Richtung ver- ftärkter Steuersenkungen, neues Kompromiß, noch ehe die Regierung nach dem Haag geht! Die Tatsache, daß der Etat für 1930 init 150 Millionen für den Tilgungsfonds vorbelastet ist, macht den Herrschaften bei ihrem Steuersenkungsschwindel nicht die geringsten Be- schwerden! Der politische Dilettantismus ist nicht minder groß als der finanzpolitische. Der Virtuose des Steuersenkungs- jchwindels erklärt: „Jim übrigen kennt man zwar das Anfangsdatum, aber noch nicht da? Enddatum der Haag« Konferenz, den Tag, an dem die deutsche Delegation vorbehaltlich der Genehmigung des Reichstags durch ihre Unterschrift den Foung-Plan endgültig annehmen muß. Bis zu diesem Zeitpunkt kann, wenn man nur will, unter dem noch vorhandenen Druck der Einigungsnotwen- big k eit noch manches in bezug auf die Finanzreform getan werden." Steuersenkung mit Erpressung unter der Parole: keine Steuersenkung, kein Poung-Plan? Bitte, nur den Versuch zu machen! Die politischen Kinder, die mit diesem Gedanken spielen, würden sich böse die Fingerchen verbrennen! Wer ist der Reichsausschuß? Nomen nennen! In dem Organ des Jungdeutschen Ordens lesen wir: »Auf eine Anfrage bei der Pressestelle des Reich-larrdbundes teilt uns diese mit, daß der ReichÄaudbunb der Ansicht ist. daß der Reichsausschuß lediglich zu dem Zwecke ber Durchführung eines Volksbegehrens und Volks- e n t s ch e i d s gegen den Noung-Plan zusammengetreten ist, und daß mit Beendigung dieser Zweckaufgabe der Reichsausschuß nicht mehr existier«. Es erübrig» sich aho für den Reichsland. bund ein besonderer Austritt aus dem Reichsausschuß. Die gleich« .Haltung nimmt, wie wir erfahren, die Ehristlichnationale Bauern» und Landvolkpartei ein. Ob sich der Stahlhelm dieser Ansicht an- schließen wird, ist noch fraglich. Es sind jedenfalls im Stahlhelm stark« Stimmungen dafür vorhanden. Die Entscheidung über die .Haltung des Stahlhelms wird am 11. Januar auf einer Vonstand»- schung des Stahlhelms fallen. Wenige Tagi vorher wird sich das Präsidium dieses Bundes wohl schon über die einzunehmenbe.Haltung klar werden." Wenn der Reichsausschuß nicht mehr eristiert— wer sind dann die Autoren des Aufrufs, den der Reichsausschuß am Montagabend veröffentlicht hat? Man bittet, Namen zu nennen! Haag endgültig 3. Januar. Eröffnungssitzung am späten Nachmittag. Der Viederbeginn der haager Konferenz Ist nunmehr enb. gillkigausden Z. Zanuar seslgcsehl worden. Die Eröffnung»- sihung findet 5 Uhr nachmittags Im Vinnenhof stall. Attentat auf Präsident Jrigoyen. Jrtgoyen unverletzt.— po!izeiches getötet.— Ehauffeur schwer verwundet.- Täter erschossen. vnenas Aires. 23. Dezember. Ans den Präsidenlen Zrigoyeiz wurden von einem Unbekannten drei Schüsse abgegeben. Ver Präsident blieb u a o e r- Ich», dagegen wurde der ihn begleitende polizeiches getötet. Sein Chauffeur wurde schwer verletzt. Der Angreifer wurde von einem Polizisten erschossen. Das Attentat ereignete sich in unmittelbarer Nähe der prlvalwohnnng des Präsidenten. Abgeblasene Attentatssenfatiou. Wie das.Brüsseler Anarchiste'-komplott" in nichts zerrann. Am Montag wurde durch die Agentur aus Brüssel die Der» Haftung zweier italienischer Anarchisten gemeldet und bald danach mit nachstehenden aufsehenerregenden Einzelheiten be- gründet: D-e Verhaftung des Italieners Berneri hat zu sensationellen Enthüllungen geführt. Danach hat Berneri. der Anarchist ist. est, Attentat gegen die belgische Kön'gsfamlli« und gegen den italienischen Justizminister Rocco geplant, der am 27. Dezern- der hier an einer Konferenz teilnehmen wird. Vor mehreren Monaten schon hatten die Minister Jaspar, Jansen und de Brocque- ville Drohbriese erhalten, in denen gewisse Maßnahmen gegen die königlich« Familie angekündigt werden, falls diese ihre Zustün- mung zur Heirat ihrer Tochter mit dem italienischen Kronprinzen geben sollten� Die Untersuchung blieb damals erfolglos. Man glaubt jedoch heute, daß Berneri auch damit In Zusammenhang steht. Dos Attentat gegen die königliche Familie sollte aus italienischem Boden in der Nähe von Mailand ausgeführt werden. Es sollten von einem fahrenden Zuge Bomben gegen den königlichen Sonderzug geschleu- dert werden. Lerner! soll über all diese Einzelheiten bereits«In Geständnis abgelegt haben. Die Polizei verhaftete auf seine Angaben hin einen weiteren italienischen Anarchisten namens Roseon>. Zwei andere Anarchisten bekamen rechtzeitig Wind 1 OKI der Geschichte und konnten entkommen. Ein am Dienstagmittog aus Brüssel eingelaufener eigener Bericht besagte inhaltlich doslelbe, betonte ober, daß es sich um Kommunistischer Aussehenerregende Enthüttuugen in Paris, 21. Dezember.(Eigenbericht.) In Paris ist in diesen Tagen ein Schwurgerichtsprozeh zu Ende geangen, der von der gesamten Oesienttichkeit mit größtem Interesse verfolgt worden ist. Auf der Anklagebank saß der M e> tallarbeiter Clöment, Mitglied der kommunistischen Partei. der beschuldigt war, am 21. März einen Geheimagenten der Polizei durch slnen Hammerschlag getötet zu haben. Wenn je ein Angeklagter unschuldig vor die Ge- schworenen gekommen ist, so war«s dieser Element. R i ch t« i n m a l der Schatten eines Beweises konnte gegen ihn erbracht werden, so daß sich sogar der Staatsanwalt gezwungen �sah. indirekt den Freispruch zu beantragen. Was jedoch dle Prozeßverhand- lungen weil über den Rahmen des Alltäglichen hinaus gehen ließ, war nicht nur die Bloßstellung der Pariser Polizei- Methoden, sondern vor allem das Blitzlicht, das i n d i e k o m> munistische Partei Frankreichs hineii�eworsen wurde. Am 21. März fanden sich die kommunistischen Parteimitglieder der Sektion Elichy zu einer Parteidiskusfion zulammen. Fünf- zehn Geheimagenten hatten jedoch den Eingang des Der- sammlungslokales besetzt: ein ausländischer Kommunist sollte beim Betreten des Saales verhastet werden, es gab einen Tumult. und einer der Geheimagenten wurde durch einen Hammerschlag tödlich verletzt. Der völlig unschuldige Arbetter Clement wurde denunziert, verhaftet und angeklagt. Von wem denunziert? Das beschwor der Untersuchungsrichter beim Polizeipräsidium: von zwei Mitgliedern der kommunistischen Partei! Aufgefordert, die Namen zu nennen, verschanzte sich der Untersuchungsrichter hinter das Dienstgeheimnis, aber die. weitere Zeugenvernehmung bestätigte die bekannte Totsache, daß die französischen Kommunisten von oben bi, unten mit Polizei- spitzeln und Provokateuren durchsetzt sind. Von einem darüber entrüsteten Geschworenen befragt, meinte der Zeuge Untersuchungsrichter lächelnd:„Wir brauchen diese Leute und können aus sie nicht verzichten!" Der Verteidiger des Angeklagten. der Ä o m m u n i st L« r t h o n, sin guter Freund des Untersuchungsrichters, tat zwar fahr entrüstet, zog aber schnell den Vorhang vor dieser unangenehmen Szene zu. Er wurde aber noch einmal aufge- zogen, als der Kommunist Ls Houä als Zeuge vernommen wurde. Der wollte feinen Zorn an einem im Saal« anwesenden Po- lizeiagenten auslassen und berichtete: Dieser polizeiagenl da, Zourulal, war kommunistische» Parteimitglied. Unter diesem falschen Namen Halle er Arbeit in der Autosabrik genommen, und weil Iourniat s o radikal war und ein so tüchtiges Parteimitglied, wurde er zum Betriebsobmann der kommunistischen Fabrikzelle ernannt. Diesem guten Kommunisten und Vertrauensmann waren all« kommunistischen Aktionen zu„weich" und zu„sozialdemokratisch". Mittellungen handle, d« aus Regierungs« und Polizei» quellen stammen und fügte hinzu, daß man abwarten müßte, was an diesen Behauptungen wahr fei. � W i e b e r e chti zt diese Skepsis war/ zeigt nun stachstehendes späieres WTB.-Telegramm aus Brüssels Der Italiener Poscat R u s c o n i. der auf Grund der Verhaftung B erneris wegen Poßvergehens vorübergehend ebenfalls fest- genommen wurde, ist durch die Untersuchungsbehörde wieder auf f r e i en Fuß gesetzt worden, da sich keinerlei Verdachts- Momente gegen ihn ergeben haben. Noch den letzten Ermittlungen bann von dem zunächst ausgetauchten Verdacht, daß Berneri oder Rusconi an einem angeblich geplanten Attentat gegen die belgisch« Königsfamllie beteiligt sein sollen, nicht mehr die Rede sein. Die Brüsseler ,F>ug«nberg"-Blätter hatten sich obendrein be- eilt, sozialistise Abgeordnet« mit diesem„Komplott" in Verbindung zu bringen Was bleibt von alledem übrig? Ein« neue Blamage der Brüsieler Polizesttellen. Bombenattentäter verhastet. Anschlag auf Mnanzamt Oldenburg gestanden. Altona, 21. Dezember. Die Ermittlungen in der Sprengstosfangelegenhell haben zu einer neuen Festnahme geführt: es handelt sich um einen E x- pedienten Otto Risper aus Hamburg, der an dem An- schlag auf das Finanzamt Oldenburg in der Nacht zum 3. Juni beteiligt war. Rieper. der g« st ä n d i g ist. wurde heute der Staatsanwaltschaft zugeführt. Vor dem Untersuchung»- richter wiederholte er sein der Polizei gemachtes Geständnis, worauf Haftbefehl gegen ihn erlassen wurde. Die deutsch-polnischen Verhandlungen. Schv erigteiteu wegen der l�chwelaelieferu gen. In den letzten Verhandlungen der deutschen und polnischen Delegation haben sich in der entscheidenden Frage de» deutsch-polnischen Handelsvertrages, der Schweineeinfuhr Polen«, noch erhebliche Schwierigkeiten ergeben. So wird von polnischer, der Regierung nahestehender Seste, darauf hingewiesen, daß zwar über den Umfang des polnischen Schweinekontingenls. dos in den folgenden Iahren vergrößert werden soll,«in« Verständigung erzielt werden konnte, in den technischen Fragen dagegen kein« Einigung zustattde kam. Die deutsche Dcfe- gction beharrt auf dem von Deutschland stets vertretenen Standpunkt, daß die lebenden polnischen Schweine nur an die S e e g r e n z- Nhlacht Häuser und geschlachtetes Schweinefleisch nur an Fleijchfabriken zu führen sind. Polen fordert aber, daß im Fall« der Richtausnutzung seines Kontingents der Rest der nicht verkauften Schweine auf dem freiendeutschen Markt zum Angebot gelangt. Da die deutsche Delegation diese neuen polnischen Forderungen nicht annehmen konnte, müssen die Verhandlungen im neuen Jahr noch sortgesetzt werden. Ueber die meisten anderen Punkte konnte ein« Ver- ständigung zwischen den beiden Delegattonen erzielt werden. Der rote Tiroler Adler, den dos Stück von Angermayer als Sinnbild im Titel führt, ist den Unterdrückern Deutschsüdtirols natür- lich lies verhaßt. Sie appellieren an eine T h« a t e r z e n s u r, die der Geichs Verfassung unbekannt ist, und verluchen auch, den Dichter.zur « e l b st zenfur.zu bewegen Lockspitzelsumpf. Wem pariser Gchwurgerichtsprozeß. Eines Tages schöpften jedoch die übrigen Kommunisten in der Fabrik Panhard Verdacht. Denn sobald ein neuer Arbetter eingestellt wurde, der zur Kommunistischen Partei gehörte, war er gleich darauf wieder entlassen. Rur Iourniat konnte so genau über dt« Porte!- zugehöngteit eines Neuankömmlings unterrichtet sein. Trotz allen verdachtes blieb der Polizeispitzel Zournlal Zellenobmonn, und als eines Tages der Sekretär des vierten pariser Parteibezirks erkrankte. wurde Zourvial beauslragt, seine Funktionen zu übernehmen. Bold darauf konnte der Polizeispitzel durch eigen« Unoorsschligkett e n t- l a r v t werden. Cr hatte im kommunl st Ischen Partei» bureau ein« Quittung über empfangene Polizei- g e l de r liegen lassen! Nicht minder entlarvt und bloßgestellt als dieser Polizei- agent und Provokateur ging jedoch die Kommunistische Partei Frankreichs aus dem Gerichlsfaal. «.Teils im OiensteTardieus- teils imOienffeStams� Paris, 21. Dezember.(Eigenbericht.) Die sechs kürzsich aus der Kommunistischen Partei Frankreichs ausgeschlossenen Stadtverordneten, denen seither von den offiziellen kommunistischen Parteiorganen keine Deleidigung und keine Schmähung erspart geblieben ist. haben jetzt eine Broschüre veröffentlicht, in der sie Ihrerseits die schwersten Anschuldigungen gegen die Kommunistische Partei und chre Führer erheben Die sechs Stadtverordneten erklären, die französische» Komm»- nisten seien heute nur noch eine kleine Sekte revolutionärer und zu allem sähigen„Anarchisten". teils im Dieuste Tardieus und teils tm Dienste Slalias. Sie seinen von Spionen derart durchsetzt und verseucht. daß von politischer Arbeit, geschweige denn von Geheimarbeft über- Haupt keine Rede mehr sein könne, da die Polizei mühelos von allen geheimen Unternehmungen Kenntnis be- komme und jederzeft in der Lage fei. sich jedes beliebige Partei- dotument zu verschaffen In allen Parteizellen und selbst auf führenden Posten säßen Vertrauensleute Stalins. Parallel zur polftischen Korruption gehe die unverantwortliche Finanzgebarung der Parteileitung, von der man soft längerer Zeft vergeblich einen Rechenschaftsbericht über die chaotischen Patteiftnanzen fordere uNd die aus naheliegenden Gründen sich immer wieder der Berichterstattung entziehe. Unter vielen anderen Beispielen erwähnt die Broschüre den Fall eines Parteisekretärs, der eines Tages mit 50 000 Franken aus der Parteikasse verschwunden sei. Wie so viele andere Fälle sei auch der- Betrug aus Furcht vor neuen Skandalen von der .Lumantte" vertuscht worden Ein vergessener Kall. Wenn zwei tasselbe toi», ist es nicht vas gleiche. Graf Christion von Stolberg ist unter Anteilnahme der ganzen Oeffcutlichkeft wegen fahrlässiger Tötung zu neun Monaten Gesang- nis verurteilt worden. Er befindet sich auf freiem Fuß. Ist der Gerechtigkeit Genüge geschehen? Hat wirklich der Schleier über dem Geheimnis von Stolberg nicht gelüftet werden können? Das sind die Fragen, die immer wieder gestellt werden. Es gibt Fäll«, in denen eine solche Milde, wie sie in Hirschberg unzweifelhaft geübt worden ist, auch hätte angewandt werden können. Wir rufen die Erinnerung an«inen solchen Fall wach. Rur ist ein kleiner Unterschied. Der Angellogte war kein Graf, es war e I n Arbeiter. Aber was er tat— dieser Leonhard Z,nser— wiegt nicht schwerer als der„versehentliche Schuß" des Grafen- söhnchen Am 2. August 1927 erschlug Leonhard Zmser seinen Dater mit einer Forke. Furchtbore Tat, die Sühne fordert! Und doch, es war ein Notwehrakt. Aber das Gericht dachte nicht so milde und schickte den jungen Zinser zwölf Jahr« ins Zuchthaus. Und aus de» Akten wird die Tragödie erkennbar, die aus einem unbescholtenen Menschen«inen Vatermörder macht«. Das Familienleben war ein unerträgliches Die Mutter wurde von den Kindern geliebt, vom Vater gehaßt. E r schlug sie im Jähzorn und war gemeingefährlich ge- w a l t t a t i g. Ein tiefer Haß grub sich in das Herz des kleinen Zinser ein Unerträglich wurde da« Leben, und die Mutter wollte sich scheiden lassen. Zu diesem Zweck hatte sie den aus dem Hause vertriebenen Sohn Leonhard, der ihre Stütze war, zu sich gerufen. Als man den Vater erwartete, versteckt« sie den Sohn auf dem Heu- boden, wo er schlafen sollte. „Roch acht Uhr(so heißt es im Urteil) kam der aste Zinser nach Haus«. Da er mit dem ihm von seiner Frau vorgesetzten Essen nicht zufrieden war, sing er an zu schelten, ergrisf den Teller und warf mit diesem nach seiner Frau, die laut schreiend an? dem Hause gelausen war. In der Gartenpforte hotte er sie e-n und gab ihr«inen Stoß, so daß sie auf der Straße innerhalb der Pforte zu V o d e n fiel. Sie erhielt während dieses Lo-'falles ein« stark blutende, aber ungefährliche Wunde am Kopf." Der Sohn hörte die furckitbaren Schreie. Er eilt« in höchster Aufregung seiner Mutter zu Hilfe. Sah die blutende Wunde, ergriff eine Forke, und in heller Verzweiflung schlug er auf den Bater«in, der die M'stter mißhandelt hatte. Das Urteil verneinte das Notwehrrecht und schickt« Zinfer zwölf Jahr« ins Zuchthaus. Nur wenig« willen von dieser Tragödie, denn hier handelte es sich„nur" um das Leben eines Arbeiters! Es ist eben nicht daefelbe, wenn auch zw« das gleiche tun! K. Gr. Die südslawische Polizei behauptet. In Agram(Z-greb) vrgen der Sprenganschlage Verhaftet? hätten zugegeben un�i es sei ih en auch sonst bewiesen, im Austrag des geflüchteten Kroot nfüsters Dr. K r n j« w i t s ch gehandelt zu hoben. Er soll in Italien sein. Don keudell. der frühere deutfchnotionale Reichsmtnstter des Innern, der in-mifchen die deutfchnaiionale Reichstag-fraktion mit vielen anderen Abgeordneten verlassen hat, ist nunmehr auch aus der Deutschnationalen Partei ausgetreten. (G-werkschaftliches flehe 3. Beilage.) Perantw-Nlitli'ür Catifif:?r«nt» Sni«rl"zz>l!:-t-iu S«näatIt7f(Z( ©cmcrffd-aftsbeintfliine: 3.«eicet;!Tea;Delon:«. S. SöW«; Lolalw und Sonftiat» ffr««orftöbt: anjttoen: Zd Slocke: lämtliS) in Berlin. Brilaa: BorwSriz.Beriaa D. m b. t Berlin Bruck: Born>ärts.Bi:ä'br! ckeret linb Benkaasankialt Bau! Binacr v. Co.. Berlin CV 68 Linb'ritraSe U. Kierz» t Beilage«, �l«terh,ltong und Lifieu» aab.Snaer Mlonoott»-. Hr. 603* 46. Lahrgang 1. Beilage des Vorwärts Mittwoch, 25. Dezember 4020 Wimfa. büibM Socken— Puppenwagen— Äinderpost..Nein« wünsche— MultI soll im uächslea Zahr gesund bleiben.- Abgebildet hat sie die Mutter. wie sie Zeitungen austrägt. Aehnlich bescheiden in den Grenzen der Möglichkeiten wünscht Lydia sich nur ein Kleid, eine weihe Schürze und Schlüpfer. Doch darunter steht der heiß« Herzens- wünsch, den sie zeichnerisch nicht lösen konnte: ,Vch wünsche mir. daß meine Blolti immer gesund bleib«, und dah sie nie ihre Arbeit verliert.-— Lieselotte weiß dagegen gut zu umerscheiden, was man wohl wünschen kann und was man davon erreicht. So hat sie ihre Wünsche geteilt: was ich brauche— etwas zum Spielen: Mal« ei, Handschuhe. Hut. Strickkörbchcn— Schlittschuhe, tlinderpost. Glücks. spiel. Clfriedc schreibt»Mein Vater möchte bald aus dem Kranken. haus kommen und Arbeit haben. Dann kann ich mir Schuh« und eine Suti«(Kleid) wünschen.- Man beachte ja das Wörtchen Ej hat, nie immer in den Tagen, bot Weihnaddetu, xin~ tihlige Binde gegeben, die ruhelog gehabten. Ermadigere und Kinder: um zu nehmen, um zu gehen. Es gab Bn ff nun gen und Wünsche.— Bangen um ihre Erfüllung. Verbissenes Ringen, eine Winzigkeit Freude, ein Strähldien Weihnachtsglanz in die. düsteren Reoiere der Borge zu lenken. Weihnachten bot scheinbar eine Möglichkell, räch aus'klebrig haftender Hoffnungslosigkeit zu befreien, mitschaffen zu können, mitschöpfen zu können aus den vielen. Kanälen, in denen das Geld reichlicher floß. lind zu Bause träumten Kinder unter dünnen Dechen zusammengekuschelt oom Weihnachtsmann, Eine Zelluloid puppe und ein Bolzpf erdchen, und ein Kleid. Und menigsfens für die Feiertage mal ein kräftiges Stück Fleisch, Mehr läßt sich nicht erhoffen. Kleid, Flippe, Pferdchen, Fleisch. Wienirl Groschen sind das? Was lebt sonst in den Seelen, dieser Kinder, die das Schicksal in dürftigen Verhältnissen groß werden ließ, gedrückt von der Furchi: Vielleicht hat Vater morgen keine Arbeit mehr. Was rocht durch den Kreis der Wünsche, die das Weihnachts- fest auslöst? Antmort mögen die Wunschzettel geben, die, von Kindeshand gezeichnet und gesehrieben, zwischen diese Zeilen gestreut sind. Sie entstammen zwei lierliner Schulen: einer weltlichen Schule im Herzen Neuköllns und einer Gemeindeschule des Weddings. Die weltliche Schule hat die Aufgabe mehr zeichnerisch gelöst, jedes Kind hat in knappen Worten seine Wünsche notiert und hat den begehrten Gegenstand gezeichnet. Die weltliche Schule. Aus dem kreis der Achtsöhrigen wünscht sich ein Zunge Schlitl- schuhe und eto Tor zum Fußball spiel, sein dritter Wunsch lautet: „Zum Äscn.- Dieses»Zum Esie,,- ist entgegen den anderen zwei» mal unterstrichen. Aehnlich läuft der Wunsch eines Käme raden- Schlittschuhe, ein Paar Schuh«. Aber über diesen praktischen Wünschen der dringlichste und am wenigsten hofsnungsvolle:„zuerst- ein Fußball. Resigniert schreibt«in Karl-.Hetnz:„Alle zu hause sollen gesund werden. Turngerät möchte ich haben, damit ich kräftig werde. Da? stnd all« mein« Wünsche.- Armer KsrlI Seines Freundes Wunsch geh» weiter, sofern e£ die mlrischoftlichen Möglich' ketten zu Haus« erlauben: ein Fahrrad. Gr braucht den Wunsch nicht weit« auszuführen, er macht dies zeichnerisch bester. Da fahrt er mit seinem Rad durch die Straßen mit den Vietkasernen. und aus der andere» Hälft« des Bildes radelt er durch einen Tannen- wafo Der folgend« ist ein lustiger Wunschzettel: Flugzeug— Aquarium— Mundharmonika— lange hosen. Fem säuberlich und nicht ohne Talent ist da» alles aufgemoll und mit bunten Farbstiften schön gemacht. Die Dünsche des Achtjährigen, vom Flugzeug angefangen bis zur, Fangen Hos«-, folgen einer bestimmten Zielrichtung. Er will mit den langen Hosen im Sommer aufs Land und will dort nicht hinter feinem gleickalterigeu Better zurückstehen Die Wünjcke der kleinen 7!lädel sind noch besckieidener. man weiß nicht recht. in:o:m. Eins wün'cht sich, e-nc Kindelpost(Bnei papier— einet! Mantel— ein[ $aoi Schuhe— zwei Bücher, Ein anderes zeichnet auf: zwei t W oiean- -fuxAc-aor oun uooxi oltiAV". HtXcJLi- IcA gedanks. Bei Tag und bei Bacht ist mein Gedanke ein Lodeljchlttt« und ein Sweater. Boxhandschuhe und eine verelnsbadehose müßten dazu kommen. Zch bin das Nesthäkchen, und das Thristkind hat mich noch nicht im Stich gelösten. Vom Spind ist immer der Schlüssel abgezogen, und ich vermute, da ist ein tostbores Geheimnis drin. Mein Geldbeutel ist ziemlich leer, aber deswegen bekommt Mutter doch ihre Schürze und Vater seine Zigorren.- Auch der folgende Herzenserguß ist nicht ohne tiefe Einblicke: „Allmählich wird man ganz unruhig. Mutter sieht mich immer so komisch an. Dauernd habe ich von Säiliitschuhen geschwärmt, und ich glaube, sie sind schon da. Lieber Gort schenke uns doch Eis und Schnee, damit ich aus die Eisbahn gehen kann. Mutter erhält von mir die gewünschten Latschen, und Vater betommt ein paar Ii- garren. Zleptel und Rüste hat mein Vater schon besargt. Die Kaste ist knapp, wir sind olle gute Ester, das kostet viel Geld. Aber dafür sind wir auch mit den geringeren Geschenken zufrieden, vielleicht zuftiedener als mancher Reiche.- „Metn Vater ist trank und kann nicht arbeileu.- klagt ein anderer Jung« und fährt fort:„Dos Geld brauchen wir, was schon so wenig ist, für Nahrung und Kleidung. Also brauche ick» mir keine gut« Hoffnung zu mochen' Der Jung« armer Ellern schildert das vorige Weihnachten:„Ter Vater war krank, die Mutter war arbeitslos. Kein Geld war im Hause, gerade so viel. [h�Ot „dann* die Voraussetzung der anderen Wünsche. Es zeigt die Fähigkeit«inee Arbeiterkindes schon dos Leid der Familie mit zu tragen. Dieses„dann' wiederholt sich auch in dem Wunschzettel eines vaterlosen Buben:„Mutti soll wieder lustig werden und Geld verdienen. Dann wünsch« ich mir«in Schachbrett und eine Eisen- bahn.-— Ein Mädchen, deren Vater viel geschäftlich unterwegs ist, wünscht unter anderem: Vater soll recht oft zu hause sein. Warum? Die Zeichnung gibt Auskunft: er darf dann mit ihm Tischtennis spielen.— Einer von den Burschen wünscht sich u. a. auch einen Anzug, den er doneben abkonterfeit hat. Das Bildchen ist unten verschmjert, als ab die Hosenbeine im Wasser stehen. Der Lehrer fragt ihn, was das Gekritzel unter dem Bill« zu bedeuten habe, und der Junge sagt:„Ja. der Anzug hängt noch bei Karstadt und spiegelt sich dort im Parkett!- Ote Schule im Norden. hat Ihre Wünsche in anderer Form wiedergegeben, mehr auisotz- mäßig. Ein Dreizehnjähriger schreibt:„Aus den Straßen werden am ll. Dezember lSZZ dir Weihnachtsbuden ausgebaut, damit der Vater für uns ungezogene Kinder sein Geld ausgibt. Zu Weil»- nachten möchte ich einen Fußball haben, aber mein Vater ist orbeits. los, da werde ich armer Kerl kaum was bekommen. Ich bin zu Hause der Größte von sieben Kindern, mein Dater ist arbeitslos, ober einen schönen Weihnachlsbaum möchten wir doch haben Meinen kleinen Geschwistern mache ich aber eine Freud«. Ich schenke ihnen eine Estenbohn. Meinen Eltern schenke ich auch etwa», meiner r» Jk*p oaasHsLyrnc TfrU+'U*- -tßctwflZ—J■ Jtnfi'fu**1*4*-*£****' � 1£v4v CmMäJJcw,-£*%£elgHr c L. M. Mutter schenk« ich einen Besen und meinem Dater Zigaretten. handle am ll. Devmbee t?2S oUs dem Weiiwachtsmark« in der Rewickendorier Straße, abe» wenn der Selzupo kommt, müsten wir Jungens ftüch:cn.- Em anderer gleichalteriger Knabe schreibt:„Mein Weihnacht»- daß wir zu esten und zu trinken hatten. Ich war den ganzen Tag schon sehr ersreut, aber siehe da, ol» der Abend naht« und die Tür geöffnet wurde, stand da der kahle Weihnachtsbaum. Mein« Eltern iveinten, daß sie mir nichts kaufen konnten, und ich weinte mit. Mein Wunschzettel lautet: ein Lumbcrjack. Weiter Hab« ich mir nichts gewünscht. Zu diesem Geschenk habe ich ein« besondere Freude/„Die Träume einer arbeitslosen Familie- hat der«leine folgendermaßen illustriert: Ein Tisch mit einem Weihnachtsbaum. unter dem links ein Geldbrief hängt und der heruntergesetzte Butter- preis auf 6A Pft; rechte liegt eine Gans. Am Tisch hängen zwei Schilder:„Hier werden Arbeiter angenommen- und„f>err Müll«. Sie möchten bitte morgen als Maschinenarbeiter ansaugen.- Ein rein praktisch veranlagter Junge schreibt:„Mein Weih- nachts wunsch ist. daß ich eine Badehose bekomme, well meine vorige Badehose zu eng ist. Dann wünsche ich mir einen Stabilbaukasten. damit ich mir bei schlechtem Wetter die Zoll vertreiben kann. Dann noch ein Paar ledern« Handschuhe, weil meine vorigen Handschnhe Löcher haben und ich sie verschenkt habe." Hiermll sei dies« klein« Auswahl der Wunschzettel geschlnste» Es ist bezeichnend, dah von den 1t? Kindern keins sich mil'itärtsche Spielsachen gewünscht bat. Dielsacb kommt«in« ähnliche Wendung vor wie dt«:.Hetzt spare ich zu Weihnachten, dem fröhlichen und traurigen Fest.- Gin traurige» Fest deshalb, weil die meisten nicht könne» wie jene, die ihm den Stempel ausdrückten. Fried«»nd Freud« auf Erden find gute Dinge, aber dt« Kraft derjenig«». die guten Willens sind, sie zu schaslen, ist zu gering, und deshalb werden auch die bescheidensten der bescheidenen Wünsche kaum GrhörUng finden. Wenn nicht em neues Geschlechc hioÄ Des armen Mannes Weihnachtsbaum. ätobor Fontane schrieb diese Stlue n�btiitb seine» Ausent- Seiles in London in den Zöer Zabren des vorige» Zahichnnbert»» »ab« sie aber nicht in sei» Buch iioer England aus. London, 2-i. Dezember. Ich sah heut« in den Straßen Londons einen prächtigen Ginstcrbusch. nicht als kriegerisches Wahrzeichen wie vordem, sondern als sriedlichen Weihnachtebau in. als schlichteren Ersatz für die schlichte Tanne. Es war in Tottcnham- Eourt'Road, und tS begann schon zu dunkeln.. Groß und klein eilte noch Haus«, um zu rechter Stunde an rechter Stelle zu sein: olles war Loben, Bewegung. Freude. Unter denen, die ihrer Woh- nung zuschritten, war auch ein Arbeiter, ein Mann in der Mitte der Dreißiger, blaß, rußig, ermüdet. Neben ihm ging sein ältestes Kind, ein Knabe von sechs bis sieben Iahren: er schleppte sich müh- sam weiter. Das jüngste Kind war aus der linken Schulter des Mannes«imgeschlasen, während er auf der rechten einen mächtigen Ginstcrbusch als Weihnachtsbaum nach Hause trug. Der G!nst«r- busch blühte. Man sieht viel Elend in den Straßen Londons, aber fetten cinss, in dessen Oedc sich zartere Züge mischen, und so blieb ich stehen und sah dem müden und matten Zuge nach. Es war ersickztlich, die Mutter war t o t und dem Vater war die Aufgabe zugefallen, den beiden Kinder» ihr Christfest zu bereiten. So war er denn hinausgegangen nach Hampstead-Hcoth, um auf der weiten. wintevlichen Heide den Weihnachtsbaum zu finden, den er zu arm war, an der nächsten Straßenecke zu kauf«». Die Kinder hatten ihn begleiten müsse«, weil niemand im Hause war, der sich ihrer an- genommen hätte. Jetzt käme,, sie von ihrem Gange zurück, der Aelteste müde, der.Jüngste eingeschlafen. Was mochte sie daheim empfangen? Welcher Weihnachtsfreud« gingen sie ent- gegen? Ich malt« mir da» Zimmer des armen Mannes aus: der Ginsterbusch stand auf dem Tisch und ein ärmliches Feuer brannte im Kamin: nichts Festliches sonst uinher, als das Herz seiner Be- wohner. Im Widerschein des Feuers aber sah Ich die gelben Ginster- bluinen wie Weihnachtslichter leuchten, und Ihr Blühen war wie dir Verheißung eines Frühlings noch Erdenk? d und Winterzeit. Das Ltnglück im polnischen Korridor. Sechzehn Verlehte, darunter fßnf Deutsche. Königsberg. 24. vezcmbee. Bo« der Rstchsbahndircktlaa Königsberg wird milgeletlk: Nach amtlicher Mitteilung der polnischen Eisenbahnverwallung sind. wie m-nmehr feststehi, bei dem Eiscnbahnunsall des V.Zuges 55 insgesamt 16 Reisende leicht verlehl worden. Außer öra drei bereit» bekannten Reisenden, die gestern abend in Deutsch. Eglau eintraten, bestnden sich unter den Verletzten ein Zugschaffner Schwarz aus Schneidemüht und ein Postschaffner Habekost vä« vahnposkamt 4 perltn. Räch privater Älitleilung scheint es sich zu bestätigen, dah aus dem Bahnhof Walde« eine Draisine im Einfahrlrgleis des V.Zoge» gcftanien hat und daß infolgedessen der Zahrdicnslleiter den V-Zua oef ein abzwc�cades Gleis gelellel hat. wobei die Cotemofloe tat. gfeifte. Ein amtliches Unlersuchungsergebui», das allein die wirklich- Ulfache des Anfalls zu klären vermag. Ist bisher tedoch«och nicht bekannt. Schneestürme und starker Krost. VkrtchrSstSrunge« in Sachsen.. Dresden, 24. Dezember. Die heftigen Schneestürme der letzten Tage hoben im wffichen ErWobirge s chwereDerkehrsstörungen verursacht. Mehrere der Krasioerkehrsünlen mußten vorübergehend eingestellt ad�r'emHeschrönkt werden, darunter die wichtigsten Linien nach Zinn. walb— Teptttz und Okbcrnhau. Be! Altenberg blieben ein Auto- bus und ein Priootkrastwagc» in den meier hohen Schnee- ver'wehungen stocken. Da der Schneesturm auch heut« bei st bis IG Grad Kälte nicht nachgelassen hat und die Straßen über die .Hohen zum Teil nicht mehr fahrbar sind, muß der Verkehr durch die /Taler geleitet werden. &elem am Weihnackisabend dlersenfchimmer und SRefcherung auch in den gefängniffen. Weihnachtsabend im Frauengefängms. Wie immer im Te- fängms ist das Fest nicht ungeteilte Freud«. Ganz ist die Wehmut nicht zu unterdrücken.„O du fröhlich«, o du fekge Weihnachtszeit� lösten wie immer Tränen und Schluchzen aus. Die Pastorale von Corelli und der erste Satz aus dem Konzert In A-Moll von Vioaldi glätteten die Wogen des Schmerzes: die kurzen Ansprachen de» Pfarrers über irdische und göttliche Liebe nick» des Regierungsrats Krebs über Weihnachten als das Fest der Hoff- n u n g auf Liebe, auf die weltumfassende, weltliche Äebe. spendeten Trost. Weihnachtslieder, gemeinsam gesungen, um- rahmten Rezitationen und Ansprachen. Die kurze Feier fand ihren Abschluß in einem Gedicht, versaßt und vorgetragen von einer G e- ? a n g«« e n. Schlichte Worte, ebenso siftficht gesprochen, lösten erneut Tränen und Schluchzen aus. Eine Gesängen« sprach hier für sich und ihre Loidensgefährtinncn. Die humorvolle Auf- forderung der Leiterin des Frauengefängnisies, Frau Helfers, ließ aber die Tränen versiegen. Die eben erst geweint, lachten fröhlich und alle begaben sich in die Schlaf- und Aufenthaltsrämn«, wo eine kleine Bescherung ihrer harrt«. Ein« der ergreifendsten Weihnachtsfeiern und gleichzettig vielleicht die schlichteste, war die im Jugendheim im Poliz«»- Präsidium. Junge Leute, au« allen Ländern Deutschlands zu« sammengewürfelt, meist von der Polizei aufgegriffen, verbringen hier die Weihnach'stage fern von ihren Nächsten. Da gibt es keine großen Gaben, aber doch gefüllte Teller an weißgedeckten Tischen bei brennendem Weihnachtsbaum. Die kurze Ansprache blett der Heimleiter Rasch. Seine Worte umrahmten Wildenbruchs Ged'cht„Weihnacht auf fremdem Meere". Jungen», die sich auf der Landstraße den Wind um die Ohren haben wehen lassen, aus deren Gesichtern mitunter Trotz und Eigenwille spricht, können be! dem Vers, der sagt„Die Mutter gedenket dein" die Tränen nicht zurückhalten, und auch hier löst„0 du fröhliche, o du selige" bei vielen Schluchzen aus. In der Erziehungsanstalt Llndenhof fanden, wie immer, zwo! Weihnachtsfeiern statt. Die ein« am Montag für die Jungens, die auf ihren sechstägigen Weihnachtsurlaub gingen, die andere am Weihnachtsabend sür diejenigen, die im Heim selbst die Festtage verbringen müssen. Beide Feiern verliefen ungefähr gleich- artig. Musikstück« und Rezitationen wurden stimmungsvoll von Gesängen des Lindenhofchores und gemeinsamen Liedern umrahmt. Im Potsdamer Gefängnis. In feber Gefangenenzell« brennen Weihnachtekerzen. Eine stimmung-voll« Weihnachtsfeier wurde de» Gefangenen im Potsdamer Gefängnis bereitet. 44 Gesängen«, darunter einige Frauen, versammelten sich am Heiligen Abend in einem großen Saal. Als das Lied„Stille Nacht, heilige Nacht' verklungen, wurde der Rückweg in die Zellen angetreten. Auf-dieiem Weg waren große Gabentisch, ausgebreitet. Jeder Gefangen« erhielt einen Christ. stallen, Wurst. Naschwerk. Lücher. einen großen Tannenzwetg mit zw« bunten Ächtern» dt«.in der Zell« brennen dürfen. 4000 ArHeiierkinder in der Volksbühne - ph A r b ei l» g e« e t n f ch a s l der Kinder, frevnd« hat gemeinsam mit der Ardeiterwohlfahrt 4000 Arbeiterkinder in die Voltsbtihn« eingeladen, o» ihnen ein« Weihnachtsfreud« zu bereiten. Von vormittags bis abends ein ununterbrochenes Kommen und Gehen. Zweimol füllt sich der große Theaterraum. An der Veranstaltung nehmsn teil WoiserihausUnder Hortkinder, dl« Kinder der Arbetterwohisechn und der Kindersreundegruppen. Da ertönt der Gong. Ein erwartungsoolles Raunen geht durch das Haus. Dann ist alles totenstill. Eher und Kapelle der Kinder- freund«, unterstützt von der städtischen Volks- und Musikschule Neu- kövn spielen zwei Stück« von Hiitfcemiths. Ein Sprecher spricht den Vorspruch. Ein Sonnenwendlied und eine proletarische Kantate erklingen. Zum zweitenmal teilt sich der Lorhang. Die Gruppe junger Schauspieler spielt tüe Kindcrmärchcnkomödie„Hansliriän geht nach Brat". Das Leben von Hans jpiegett das Schicksal vieler tausender Proletarierkindcr. Vater im Krieg gefallen, Mutter krank. Lein Brot ist im Haus.— Hans verspricht Brot zu besorgen. Er geht in die Welt, sieht allerorts die Not großer und kleiner Menschen, zu Wasser und zu Lande, in Asriko, Amerika und China. Cr kehrt mit Brot zur Mutter zurück. An Schutwisien zwar nichl bereichert, dafür aber durchdrungen von dem starten Willen, daß er, vereint mit allen Lindern der ganzen Wett, später einmal mithelfe» wird, die Dell gerechter, besser und schöner zu gestalten Es war «In Weckruf zu aktiver, sozialer Arbeit. Weit über die technische Leistung hinaus sind beide Feiern für die Arbeiterschaft von Bedeutung. Di« Kindcrfreundeorganisatioi» geht mehr und mehr dazu über, die Arbeiterkinder mit sozialistischem Gestaltungswillen zu durchdringen. Sie ergreift die Kulturausgaben der heranwachsenden Kindergesellschast, Spiel, Tanz, Theater aber vertieft auch gleichzeitig ihr Arbeitsieben und' ihre Wertarbei! Es ist zu hoffen, daß dies« sozialistische Kinderorganisation im nächsten Jahr überall schön« Feiern ausrichten kann. Bei den Körperbehinderten. Im Restaurant Michel, Kaiserdamm, beging der Seibsthilsebund der Bund der Körperbehinderten(Ortsgruppe Charlottenburgl seine Weihnachtsfeier. Das ist so eine kleine Wett für sich, das sind Menschen, die an all dem Hosten und Jagen, der Schnesieoigkeit unserer Tage, so gar keinen Anteil haben Sie stehen abseits von jenem Kampfgebiet, wo der Sieger wird, der die kräftigsten Ellbogen besitzt. Sie haben nur die eine groß« Aufgabe im Laben zu erfüllen: Wie kann ich mich durch Energie und Lebenswillen trotz meines körperlichen Mangels behaupten? Und was diese Menschen darin leisten und wie sie auch ihren Schicksalsgefährten den Weg dazu weisen, das ist hinlänglich bekannt. Aber nichts von all diesem Schweren war unter dem brennenden Lichterbaum zu merken. B« Musik und heiteren Vorträgen, bei Tombola und Tanz vergnügte sich «ine fröhliche kleine S-sellschast nach Herzenslust. Da war eine Gratis-Lotleri«, bei der es kein« Nieten gab, die also sür jeden ein« nette kleine Ueberraschung hatte. Einer kannte den anderen und es gab keinen toten Punkt in der Unterhaltung, die sich angeregt uno heiler bis in den späten Abend fortsetzte. Weihnachtsabend der Angestellten. Nun endlich haben auch die Angestellten der Warenhäuser und Verkaufeläden zum«rslenmal, dank dem Eingreifen der Sozial- demokratischen Part« ihren freien Wechnachttabend. Don» ltz-Uhr-Ladenschluß vor Jahren(st es nun endlich gelungen, für den Vorabend des Festes den v-Uhr-Ladenschluß h«rbeizufül,r«n. Schon kurz nach 5 Uhr lag die Innenstadt recht oerlassen da. Ueber» all schlössen stch die Pforten der Geschäfte, senkten stch die Rolläden. Di« Angesteltten eilten mit zufriedenen Gesichter» nach Haus«.— Lediglich die Ledenamiktet- und K onsbtü«« n g e I chä st« hieltein chtt Sadev- bis üm« llh?- geSfsnet.-- VWkach tonnt» man jcM dÄ Fnykiber-«sferisNeMfte schoirw»! zeitig schlössen- eben weil die Kauf«, die sich, röchtzettig versorgt.. hatten, ausblieben._•_'./<' � Kohlenbergwerk brennt ans!- Saarbrücken, 24. Dezember. Ein vor einigen Tagen In der Fettkohlengrube Elarenthal ausgebrochener Flötzbrand hat einen derartig großen Umsang angenommen, daß die Betriebsleitung die zur Be» kämpfung des Brandes aufgeboten« Mannschaft aus Gründen der Sicherheit wieder zurückgezogen Hot. Da der Brandherd unter der zweiten Sohl«, der jetzig«» ttefften Sohle, liegt, setzt man nunmehr die Stollen bis zu dieser Sohle unter Wasser. Di« Beleg» schast tonnte gestern nicht mehr einfahren. mIMfmf Cinen Tag. nachdem der Graf von Berlin zurückgekehrt war— ohne Iren', die mii dem Kind noch dort bleiben wollte— schrieb Hans einen Brief an seinen Regiments- kameraden in Hessen. Er saß am weitgeöffneten Erkerfenster und hörte entfernt, vom Garten her. ein Gespräch und tind- Üchz Rufe dazwischen. Die Mittagssonne kam warm durch die Zweige, unten im Garten an der anderen Seite des Hauses oder auf der Veranda saßen seine Eltern, und bei ihnen spielte der kleine Hans. Als er mit Schreiben fertig war, ging er zu chnen hin- .'nuer. Dsr Kleine hatte sich heute über eine selten gewohnte Unausnierksamkeit der Gräfin zu beklagen. Cr brachte ihr di« schönsten Steine vom Weg. sie beachtete sie nicht. Das kam, weil dsr Graf von Berlin erzählte; er mußte noch immer von den letzten Tag?« erzählen, von der Feier, dem Leichenbegängnis, den Reden. „Und Irene?" S'e ging stumm und trug gleichsam ein Kreuz auf dem Racken, mühevoll und in aufrechter Haltung. Hans jetzt sich zu ihnen, hört schweigend zu. Die Sonne Keht tiefer hinter die Bäume. Der Graf muß noch mehr »vn Irene erzählen. „Ja", sagt der Graf,„sie hat ihn geliebt Wer hätte da» geglaubt. Und sie schweigen. Cr schüttelt den Kops wie kwer ein Wunder, schon seit einigen Tagen schüttelt er manch- «al so verwundert den Kopf. »Exinnerst du dich noch", fängt Hans nun an.„wie du «tr eines Tages deine Ansicht erklärtest, deine Ansicht von der Liebs? Das war in der Zeit, als Irene mit Albert eben bekannt worden war. Du fragtest m'ch dsmal», was ich »ohl dazu sagte, wenn es Hochzeit gäbe." .Fst,. das««ß ich noch", sagt der Graf und hebt seine Stirn aus der Hand, um st nen Sohn anzusehen.„Du warst damals übermäßig empört. Du riefst uncrufhörlich: Ich schäme mich." «Ja. das rief ich damals, ich weiß es noch gut. Und was du dann von der Liebe sagtest, war so: Zu jedem bestimmten Mann gehört eine bestimmte Frau. „Du willst sagen, da hätte ich recht behalten. Das habe ich. ja. Albert mußte Irene lieben— darum mußte Irene auch Albert lieben. Ich sagte damals, zu jedem Menschen §ehört ein Pendant, und wo die äußeren Umstände den nstinkt nicht verwirren, da kann es keine unerwiderte Nei- gung geben. So sagte ich wohl." „Ja. das meinte ich eben", bestätigt Hans. Dann schweigen sie. Aber der Vater sieht seinen Sohn noch etwas verwundert an Wie gut hat sein Sohn diese Erklärung be- halten, dies? Theorie von der Liebe, die er damals nicht ein- mal zu verstehen schien. „Du hast recht behalten", fängt Hans nun wieder an, „und ich bin zu derselben Meinung gekommen." „Ja, Irene hat e.nen Beweis geliefert." „Ja. das wollte ich sagen"— Sie schweifen.—„Diese Che war«m direktes Wunder", sagt Hon»,„ein Wu-.der— das heißt, es kommt öfter vor. Nach allen Seiten hin stieß nur Gegensätzliches aufeinander. Einmal die andere Tra- dition, und dann: nur auf e'ner Seite Besitz. Denn Iren« war arm. bitte vergebt das nicht." „Nun, und was soll das?" fragt di« Gräfin etwas nervös. „Ich meine nur. daß trotz allen Gegensätzen die Ehe noch gut geworden wäre, hätte nicht ein Zufall denn das war doch ein Zufall— dies unglückliche Ende gemacht." ,Äh versteb« nicht", fragt der Graf etwas dumpf. ,.wss- halb du dies alles jetzt gerade sagen mußt?" Er sieht seinen Sohn von unten an. indem sein Kopf leise merkbar zittert. Und sie schweigen. Bis der kleine Hans mit einem besonders schönen Exemplar von Stein herankommt, um ihn der Gräfin zu übergeben. Das war sa eine Gelegenheit, dies unange- nehme Schweigen zu brechen und ein neues Gespräch zu beginnen. „Wie gefällt Euch der Kleine?" fragt Hans. Die Gräfin braucht te'ne Antwort zu geben denn sie ist eben iehr zärtl'ch mit ihm be'chäftigt. Aber Hans scheint Wert auf die Antwort zu legen- mit einem forschenden Blick dringt«r beim Bater auf eine Entgegnung. „Gut. warum nicht, er gefällt mir gut!" sagt der Graf. .So, er gefallt Euch gut?" fragt Hans Und nun müssen die Eltern ausdrücklich erklären, daß das Kind ihnen gut gefalle. „Dann hättet Ihr zum Berspisl aar nichts dagegen, den Kleinen zu eurem Adovtwiohn zu machen?" »Man kennt ja seine Eltern nicht", sagt der Graf. „Das tut nichts", sagt Hans,„die Abstammung ist bestimmt eine gute.— Das sieht man ihm an", fügt er noch hinzu und betrachtet das Kind. „Das tiu sehr viel" sagt der Graf,„es wäre schon an» der», wenn dies Kind ein Kriegswaise wäre. Ueber die Ur- fachen, weshalb es ellernlos ist, würde man sich da im klaren sein." „Ja. das wäre schon anders" sagt die Gräfin. Darauf schweigt Hans. Dann sagt er:„Dann werde i ch einfach das Kind adoptieren." „Sage einmal, was ist denn heute mit dir?" fragt der Graf. Da beginnt Hans zu erklären, was heute mit ihm ist— ausgeizend von einem Wint-rnachmfttags. wen'ge Tage vor seinem Svldatenabschied in Berlin. Se'ne Erklärung ist von ziemlich langer Dauer, obgleich sie an Worten gar nicht lo reich ist— unterbrochen manchmal von Schlucken man-<'mal von Schweigen..Er endet, indem er seine Elt'ril fr�gt: . Die Großeltern von dem kleinen Hans da— seid Ihr. W tzt Ihr das? Ne'n. das wußten der Graf und die Gräfin n'ckt Im Anfang saßen sie da wie von Enftetzen gelähmt. Dann ss-md die Gräfin auf— sie geht die Treppe hinunter und in V» dunkelnden Park h'nein. Sie kommt an der Stelle vorbei. wo neulich ihr Sohn an der Staffelei stand, um das Schloß zu malen— und die Gräfin fängt an, dies und das zu verstehen. Der Graf hingegen orientiert sich noch gründlich in seines Sohnes Sachen, ehe auch er in den Park verschwüret. Dann geht auch Hans, aber nicht in den Part, er hat für heute kemen Wunsch mehr nach einer Begegnung dort. Cr geht die Landstraße aufwärts und kommt auf den W-g, der zur kleinen Stadt führt: zur rechten Seite in e niger Entfernung dehnt sich das Gut von Prervw aus. da wohnen Kuno und leine Schwester. Hans geht durchs Dunkel und singt dabei. Der Graf und die Gräfin st eßen-m Part aufeinander. .Du bist es", sagt? die Gräfin.„Vielleicht hat er alle» im F'eber gesprochen?" „Ja. er fiebert vielleicht. Aber wa» er un» erzählt hat, ist wahr. .Me'n Gott, mein Gott!... Und so fest entschlossen!... Hast du ihm noch de'ne Meinung qs'agt?" „Meine Meinung ist...' Aber laß un? ein wenig zu» sammen g'hen. Elisabeth, der Abend ist kühl."'• Daraus gingen sie durch den dunklen Pa'-k und baft-n eine leise Unterredung.(Schluß folgt.) Kindesmord aus Angst vor Girafe. AufNarvng nach 7 Monaten.— Die Täter in Hast. Leipzig. Z4. Dezember. Am 23. mal 1828 wurde der dreizehnjährige Schulkoabe Herbert Hu lebet aus Leipzig-Mkxtau im Part von Abtnaundorf erdrosselt aufgefunden. Die dreizehnjährige Helene Kirchhof ans eeipzig-mockau wurde am S. November 1826 ertrunken aus der parthe gezogen. An ihr war offenbar ein Sittlichteits- verbrechen begangen worden. Jehl ist es gelungen, beide Straf- taten aufzuklären, die Täler zu ermitteln und fest- zunehmen. Schon im Mai 1928 wuchte gegen«inen Mann namens Her- mann Martin Lutz aus Leipzig erstmals der Verdacht auf, den Mord an dem Knaben Hnicdek begangen zu haben. Er wurde m Haft genommen, mußte aber am 31. 9D!ai 1928 mangels Beweisen wieder entlassen werden. Am 16� Dezember 1929 ging nun beim Kriminalamt eine Postkarte ein, aus der der anonyme Sarleuschreiber sich als mörder des Knaben und der kleinen Kirchhof bezeichnete. Die Ermittlungen nach dem anonymen Kartenschreiber führten zum Erfolg. Am 18. Dezember wurde Lutz abermals wegen Mordverdachts festgenommen. Zunächst leugnete er wiederum die Tat, am 22. Dezember legt« er dann«in G e» st ä n d n i s ab. Danach hat er sich am 22. Mai mit dem Schüler Hniedek getroffen. Auch sein bester Freund war mit ihm. Im Park hätten st« sich an dem Knaben unsittlich vergangen und, da der Junge drohte, alles seinen Eltern zu sagen, ihn er- d l o ff e l t. Die kleine Helene Kirchhos will Lutz beim Einholen abgefangen haben. Er habe das Kind dann in die Nähe der Parthe geführt und es dort vergewaltigt. Den Eimer, den das Mädchen trug. Hab« er in die Parthe geworfen. Di« klein« Kirchhof fei kann wahrscheinlich bei dem Versuch, den Eimer wieder heraus zuhol.m, in»©aster gefallen. Der von Lutz beschuldigte 21jährig« Arbeiter B. wurde am 23. Dezember ebenfalls festgenommen. Er leugnet« bisher noch haet- nackig, aber eine sofort vorgenommene Tatortsbesichtigung in Gegen- wart der beiden Täter ergab die R i ch t i g k e i t der Angaben des Lutz._ Oachstuhlbrand in Moabit. Und zwei nächtliche Feuer. Gestern früh wurde die Feuerwehr»ach der Bändel- streß« 9 in Moabit gerufen, wo im Dachstuhl aus noch unbekannter Ursache Feuer ausgebrochen war. Der obere Toll des Hauses war so stark in Rauch gehüllt, daß der Umfang des Brandes zunächst gar nicht zu erkennen war. Au» diesem Grunde rückten aus 8. Alarm drei Löschzüge an. Di« Wehren trafen gerade noch zur rechten Zeit ein, um ein Großfeuer zu vechüien. Nachdem dem Qualm Abzug verschafft worden war. konnten die Flammen, die«ine Anzahl Bodenkammern und bereit» Teil» de» Dach- stuhle» ergriffen hatten, bald niedergekämpft werden. Ein größere» Feuer entstand in der vergangenen Nacht kurz»ach 1 Uhr in einer Autowerk st ättein der Alexandrinen- strafte 107. Die Flammen fanden an vel. Festen und Weekliichen »eich» Nahrung. Drei Schlauchleitungen stärkst»« Kaliber» wurden in Tätigkeit gesetzt. Nach einstündiger Löfcharbeit kannte der BrarK». Herd eingekreist«erden,—'Der driji« B r ,n d alannien? die Feuerwehr nach dem' Gründstück E n'g e l u s»? 28. Dort war ein gr»ft»» Baugerüst plötzlich in Brand geraten. Der heftige Wind trieb vi» Fla, innen schnell weiter, so daß bald der größte Teil he»«erüsle, lichterloh brannte. Auch tu Hiesem Fall« tonnt« die Feuerwehr die Gefahr durch starke» Waffergeden schon nach kurzer Jett deseistgen. Werkstudent schwer verunglückt. Am Montag gegen 12 Uhr entstand im chemische« Labo- ratorium der Firma V»ram in der Sicking«nstraß« eine Explosion bei einem chemischen Derfuch, der bereit» etwa 200mal ausgeführt worden war. Der 24 Jahre alte Werkstudent Echierl, der bereits über«in Jahr sich mit dieser Arbeit che- fchöftigt und im achten Semester stand, brauchte da» Experiment für seine Doktorarbeit. Al» der Werkstudent seine Experimente einem Laboranten zeigen wollte, explodierte die Mischung auf ganz unerklärlich« Weise und riß dem unglücklichen Studenten die recht« Hand ab; der Laborant kam mit leichteren Lerletzungen davon. Da» Gewerbeamt hat berei's ein« Untersuchung»ingeleitet. Beide Verletzt« sind vernehmungsfähig. Bom Gewerbeaufsichtsamt ist Herr Aloensleben mit der Untersuchung betraut worden, der aber bisher den Expwstonsherd nicht ausfindig machen konnte. Dl«„Rote Fahne" benutzt da» Unglück des bedauernswerten jungen Menschen zu Ausfällen gegen die Werkstuden» t e n und zu einer höchst überflüssigen Anrempelung des B« t r i e b s r a t e». In der Redaktion der Fahne sitzen offenbar Knäblein, die keine Ahnung davon haben, daß der weitaus größte Teil der Werkstudenten arme junge Menschen von proletarischer Herkunst und Lebensführung sind. Vom Znge enthauptet. Am Dienstag früh macht« ein Lokomotivführer in der Näh« des Hauptbohnhofes Spandau»ine grauenhalte Entdeckung. Neben dem Gleis Spandau— Eharlottenbarg am Kilo- melersteio ll lag die Leiche eine« jungen Mannes, dem der K o p f vom Rumpf getrennt war. Ein Stück weiter wurdsn der Hut und die Aktentasch« des Toten gefunden. Er wurde von der Polizei als«in Njähriger Bergarchitekt Johanne» Mattheu» ans Chemnitz festgestellt. Nach dem Besund handelt es sich znxlfeflo» um«inen Selbstmord. M. mutz im Duntel der Nacht da» Bahngelände betreten und sich vor«inen Zug geworfen haben, ohne daß vom Lokomotivführer etwas bemerkt wurde. kein Disziplinarverfahren gegen Sfadtrat Neueadars. Der Oberpräsident hol dem Magistrat mitgeteilt, daß er dem beantragten Disziplinarverfahren gegen Stadtrat Neuendorf keinen Fortgang geben kann und auch kein« Veranlassung sieh1, ein solches Verfahren einzuleiten. Enzlisch-- Französisch— Richtige, Deutsch. Im Januar be- Srnvn neue Kurs« für Anfänoer und yortgkfchrittene bai Gemsisin « 6, W 50, Spichernstr. 18. Gartenhaus. L Tr. recht» �Untergrund- bahnhof Nürnberger Platz). Amnelduneen— auch schriftlich— bis zum 4. Januar täglich von 17 bis 20 Uhr. AM Rsühel-Effenzen können Sic zu Hans rlchllge Likör, selbst «achonl NeicheWSkör-tMenzen enthalten im richtigen Verhältnis die gleichen echten Urstoffe a»« die teueren Liköre der Well und find keine Kunflprodukt« oder Ersatz- Di« Sache ist so«infach, und bringt hohe Ersparnis. In Drogerien und Apotheken zu hob«», dafrfbst auch umsonst Dr. Reichels Rezeptdüchltl». Weihvachlsstimmmg beim Schnellrichier. Man übt Nachsicht mit den kleinen Sündern. Auch beim Sckpiellrichter Weihnachtsstimmung. Um 13 Uhr ist Schluß in der Gerichtsschreiberei. Zur Verhandlung stehen acht Sachen; sie müssen schnell erledigt werden Den armen Schachern, die am Weihnachtsabend vor dem Richter stehen, soll das Fest der Lieb«-nicht verdorben werdern Fast in allen Fällen können sich die Tore des Polizeigefängnisses für die Inhaftierten öffnen. „Ich bpauchte Geld zu We hnachten." Cr brauchte Geld zu Weihnachten. Wer brauchte es nicht? Und da er arbeitslos war, dieser 2ljährige, sympathisch dreinschauende, rotbackige Gärtner, und kein Geld hatte, verabredete er sich mit einem anderen Burschen, einen Schaukasten einzuschlagen Cr tat es mit einem Stein, der andere ging hinter ihni her, um einen photographischen Apparat an sich zu nehmen, es wurde aber nichts daraus, der Gärtner wurde festgenommen, der andere lief davon. Die Strafe, drei Tage Gefängnis für ver- suchten Diebstahl, ist durch die Polizeihast verbüßt. Oer Taschendieb auf Weihnachtstour. Der Mann heißt Siegfried F« i n e r l das einzige Feine an ihm ist wohl, daß er«in feiner Taschendieb ist. Er ist in der Tschechoslowakei zu Hause, zieht es aber vor, Deutschland als Arbeitsfeld zu bereisen, ist im Jahre 1923 in Beuthen, im Jahre 1924 in Berlin wegen Taschendtcbstahls verurteilt worden und hat dies- mal ein Portemonnaie mit 3,93 Mark gestohlen. Di« Sache kommt vor dos Schöffengericht. Wie man besonders billig einkaust... Man tut's, indem man nichts bezahlt. Man geht ins Waren- Haus, nimmt eins Kleinigkeit vom Derkaufsstand. Wird aber dabei gefaßt. Am Weibnochteobend standen vor dem Schnellrichter vier solcher billiger Einkäufer— vier traurige Gell allen, Arbeits- lose, die weder sich noch anderen zu Weihnachten eine Freude bereiten konnten. Ein 2Ziährig«r, der bereits von klein auf mit der Justiz in einer gewissen Berührung steht— fein Dater Ist Haupt- justizoberwachtmeister: letzt kam er zum erstenmal mit ihr in sehr unangenehme Berührung. Er hatte in einem großen Warenhaus ein« Jacke im Wert von 39 Mark genommen. Auch in diesem Fall« drei Tage Gefängnis Unter Anrechnung von drei Tagen Polizethaft. Die anderen drei— zwei Frauen und ein junger Bursche— waren gleichfalls bei Tietz gefaßt worden. Die Frauen hatten Strümpfe, Spielzeug. Schreibpapier und eine Handtasche entwendet. Di« eine ist bereit» zweimal vorbestraft, dl« andere noch unbestraft. Die erste erhall zehn Tage Gefängnis, wird aber aus der Host ent» lassen. Die andere 30 Mark Geldstrafe, die durch die Polizei hast ver« büßt ist. Der junge Bursche ist nur wegen Hausfriedens- b ru chs angeklagt. Das Warenhaus hatte ihm den Zutritt verboten. Auch er bekommt seine Freiheit wieder. Das Urteil lautete 30 Mark, verbüßt durch drei Tage Untcrsuchungrhaft. Sie alle, wie auch der junge Gärtner, kommen zu dey Fürsorgern des Pflege- amts._ Vorficht! Taschendiebe! Havpifelft ihrer„Arbeit": Straßen« und llntergmndbahnen Sei» einiger Zell«reiben ganz des ander» raffinier,» Taschendiebe Ihr Unwesen. Da» haupkfeld jhrer Töiig. keil sind gerade die in diesen Tagen häufig übersüllkcn wogen der Straßen, und Unlergrundbahnen. in denen die Verbrecher in äußerster Geschicklichkeit Brief- laschen, Portemonnaies. Uhren und andere werigegenstäade stehle«. Einem Kaufmann wurde aus der Innentasche feiner Weste die Brieftasche mit 600 Mark InHall auf die Weise entwendet, daß der Dieb da- U n t e r s u t t e r der Weste, die er von dem im dichten Gedränge stehenden Destohlenen unbemerkt hochheben konme, mii einem scharfen Messer du r ch s ch n i t t. Eine Arbeiterin ist ihres gesamten Wochenlohne�.dadurch beraubt worden, daß ihre Handtasche, ohne daß sie es merkt«, �öffnet und dos Portemonnaie herausgenommen wurde. Obwohl die K r i m I n o l p o l i z e i dem Treiben der Taschendieb« ihre größte Aufmerksamteu widmet, ist es noch nicht gelungen, die jetzt wieder häufig«'- austulenden Dieb« zu fassen. Es muß daher dem Publikum dringend empsohlen werden, sich auch selbst durch höchst« Vorsicht zv schützen. Domen, dl« sich z. B. zur Gewohnheit machen, beim Stahe« in einem Wagen den Riemen der Geldliche um einen A-m zu schlingen und die Handtasche am Bügel ha'teck, werden im allgemeinen ver- schont bleiben, ebenso Herren, die deri iMantel verschlossen hallen. Sehr zu empsehlen ist auch das Befestigen �r Brieftasche in Rock- und Westentaschen durch eine Schliehklakomer so daß die Brieftasche auch nach Aufschneiden de» KleidungzstiAg? hängen ble.bt. Wer einen Taschendieb aus frischer Tat festnimmt— hierzu ist nach dem Gesetz jedermann berechtigt— erhält vom Polizeipräsidium eine Belohnung von 30 Mark, die nach der Bedeutung de» Falle» und der aufgewendeten Mühe»och er- höht wird. Wenn der Weihnachisbaum brennt... vealt auch an die erhöhte Zrversge'ahr' Wem, in der Weihnachtszeit de» Abend» der Weihnachtsbaum brennt. Hort man häufiger als sonst dk bekannten Signal« unserer K«üe r««H r.' Dana»rst eomnu, un» zun, Bewußrjeip, daß mit der schönen allen Sitte des Lichterbrennen» erhöhte Feuers» gesahr verknüpft ist, daß iniolgedesien gerade um diese Zell die Feuerwehr stark in Anspruch genommen wird. Im vergangenen Jahr wurde die Feuerwehr SSmol bei Ehr« st bäum. brände» zu Hilfe gcrvsen. Ehristbaumdrände veruifachen oft nicht nur erheblichen Sachschaden, e» kommt auch häufig vor, daß Personen dabei gefährliche Brandwunden erleiden, die ihre Ueber- führung tn«in Krankenhaus notwendig machen Es dürste dchrr angebracht sein, sich mit der Frage zu befchäftigen, wie man sich gegen derartig» Brände am besten fchütz?« kann. Besonder» für Familien, m denen Kinder sind, und auch mit Rücksicht aus die heutzutage recht beschränkten Wohnungsveihall- niste ist ein solcher Hinweis von erhöhter Bedeutung. Frische Weihnachtsbäume find ziemlich schwer entzündlich: stehen ste aber länger« Zeit an der Reizung, dann trocknen sie rasch au» und können sehr leicht an den brennenden Weihnochtsbaumkerzen Feuer fangen. Dieses vorzeitige Trockenwerden läßt sich verhindern. wenn man den Baum in«in mit Wasser gefülltes Gefäß. Z. D. in ein« einfache Blechbüchse, stellt. Der Weibnack tsbaum mutz auch gegen das Umfallen gesichert werden. Am besten erreicht man die», indem man di« Spitze mit einem Bindfaden an zwei Stellen anbindet Man wird den Daum n'emals in die Nähe leicht brennbarer Gegenstände, wie Gar« d I n« n und Vorhänge, stellen, da schon«in geringer Luftz.g genügt, um diese an die brennenden Kerzen zu wehen und in Vrand zu setzen. Ein« weitere Gefahr besteht darin, daß beim Anzünden und Auslöschen der Ehrillbaumkerzen Pers'nen dem Licht zu n'he kommen und dabei die Kleider in Brcmd geraten. Die» läßt sich dadurch vermeiden, daß man beim Anzünden mit den o b e r st« n Kerzen beginnt. Auch ist daraus zu achten, daß di- Kerzen nicht unmittelbar unter Zweigen und Baum- schmuck befestigt werden. Größte Aufmerksamkeit ist auch darauf zu richten, daß die Kerzen nicht zu weit herunterbrennen, sondern rechtzeitig gelöscht werden. Em in Brand peratener Tannenbaum steht im Nu in Flammen. Äm Entstehen bemerkte Brände känen vielleickt noch von den Anwesenden gelöscht werden, wenn geeignete Lösch- mittel, wie ein Eimer mit Wasser oder eme wollene Decke rasch zur Hand sind. Gelingt es«'cht. das Feuer sofo-t zu löschen, so ist unverzüglich di« Feuerwehr durch Feuermelder oder Fernsprecher unter K II bzw..Feuerwehr'" zu almnieren. Frauen sollten sich mit Rücksicht auf ihre leicht Feuer fangmd« Kleidung an den Löscharbeitan nach Möglichkeit nicht be-keiligen. Ein Werbeheff der«.Wohnungs-W'rtschast�. Di« De wog, Deutsche Wohnungsfürsaoge Aktien-Gcfellschart für Beamte, Angestellt« und Arbeiter hat die Z e n t r a l st e l l e d e s freigewerkschaftlichen Wohnungsbaues stets als«ine ihrer Hauptaufgaben auch die propagandistische Arbeit für den Kleinwohnungsbau der Minderbeml tellen betrachtet. Sie bedient sich dabei in erster Linl« d« von ihr hc-au-neoabenen ans beach lichem Niveau ftebenben Halbmonatsschrift„W ö h n u n g s- Wirtschaft". Im Mittelpunkt de« soeben herausgekommenen Werbehefte« steht»in Architektengefpräch(F. HÄinger und P. Schmidt), in dem ein» Untersuchung üb« die wichtigsten Frage« der Gruudrißgestaltung angestellt wird� Richard L i p i n s i i schildert„Eogednisie einer Studienreise", die der Verfasser als Mitglied des Wohmmgsausschusies des Reichstags unternommen hat.— Uebsr Hauszinshypothek und Miethöhe" in- formiert«in Lrtik«l von Ministerialrat Dr. Wökz.— In einem Aufsatz«Der Wohnungsbau benötigt erst« Hypotheken" nimmt W. Astor zu den augenblicklichen Finanzierungsnöten im Wich- nungsbau Stellung.— In einem launigen Aufsag von Bruno Taut über„Di« vollkommen« Wohnung" wird die Forderung nach der neutralen Wohnung erhoben, die den Bewohner nicht , daraus festlegen will, in iveilher Weise er die ihm zur Verfügung� ..stehenden. M-beiwKen'gWM.— Eilt Artikel de» Frankfurtern Stadtbau r.ats C. Saufmarin fttzt sich dagegen für«in« Festlegung dys Wohnzwecke» schon im Grundriß ein— Ein Beitrag „Architekt und Hau»srau" von Elfriede Behne zeigt den wechselseitigen Einfluß, den Hausfrau und Architekt im Sinne einer ständig verbesierten Grundrißgestaltung auseinander ausüben. Die monatlich zweimal erscheinende„Dohnungs-Wirtschast" ist zum Preise von 1,50 M. für ein Vierteljahr durch die Post oder den Verlag der„Wohirungs-Wirtschast". Berli« S 14, Wallstr. 58, zu beziehen DI« Einzelnummer tostet 0,25 M. Der Verlag stellt Probe- wimmern gern kostenlos zur Verfügung. Höchste Zeit für E meichunq der Gteuerkarten. Da» neu« Steuerjahr beginnt am 1. Januar. Jeder Arbeit- nehmer(Empfänger von Lohn. GeHall, Ruhegehalt, Witwengeld und dergleichen) ist verpflichtet, zu diesem Zeitpunll seine Steuer. karte der zuständigen Lohn- bzw. Gehalirstelle ohne besondere Aufforderung einzureichen. Solange dies« Aurhöndigung nicht er- folgt ist, müssen vom vollen Lohnbetrag 10 Proz.(also ohne Abzug steuerfreier Beträge) als Steuer einbehalten werden. Wer nicht für di« rechtzeitig« Vorlegung der neuen Steuerkarte Sorge trägt, muß es sich sAbst zuschreiben, wenn ihm dl« ungekürzt« Steuer nach dem 1. Januar abgezogen wird. Auf«ine Genehmigung der zu- ständigen Finanzämter zwecks nachträglicher Rückerstattung der gesetzlich zuläsiigen Steuerkürzung, ist durchaus nicht immer, zu rechnen. Im Monat Dezember werden die neuen Steuertarlen durch Beamte der Gemeindeämter(in Berlin durch die Bezirksämter) zugestellt. Wer daher bis jetzt noch nicht in den Besitz der neuen Steuerkarte gelangt ist. sollte noch vor dem 1. Januar während der Geschästestunden beim zuständigen Gemeindeamt nach seiner Steuertarte Rückfrage halten bzw sich di« Steuerkart« iür 1930 ausstellen lassen, um sie noch rachtzett g seinem Arbeitgeber »der seiner Debörde«inreichen, zu können und sich vor Schädigunaen zu schützen. Die Finanzämter haben, wie vielfach irrtümlich angenommen wird, mit der Aurltellung der Steuerkorten nickt- zu tun. Bei ibnen jedoch baben Arbeitnehmer usw. m't einem Ein- kommen bis 30 000 M. jährlich all« Erhöhungen de- si e u e r f r e> e n Lobnbetrages w-aen besonde'-er wirtschnftl'ck'er Verhältnisse. z. Bi Belastung durch Unterhalt mittelloser Angehöriger u. dgl., zu beantragen._ No wraischnn G"lgbnker tödlich vernif lfickt. Der norw-dische Historiker Professor Alexander B u g g c wurde In Kopenhagen hilflos auf der Straße aufoefundm und'ur Poll�twache gebracht. Während er dort einen Augenblick allein im Zimmer blieb, fiel er gegen den Ofen, wobei seine Kl.nder Feuer fingen. Lugge wurde mit schw-ren Brandwunden ins Krankenhaus gebracht, wo er im Laufe der Nacht seinen Verletzung:« erlag. vi- Gesavgsgewein'chast Rosebern d'A-fii'» vrran stallet am 1. Weib- na.ttsieieitaa eine lünMeUiche und(Scme'nfcfiatisfc'tr in Rabe'o flcftfÄlen, ixichleiiraße id." unter a tun tun ntur uiio vreme risum nvic er im:nuur>»icitsilten. Jjteilrnfse if». stur kiusisibriina e?Iai:,ien»,Vo>tal!imIicke und Zcitgeiänge» izr?.:iwlrlii!i.i der Tanzftkmcin'chail Roifbny d' rgulo. cba rtfctral Ät | liatMtcbea ntcahwea Zur Cesustdhaitung! FaehlngerTrsandslell-, ttr'lo Stf II »cbOaebcrger Str. I«» TtU LOuo«.260-61 Mit WohnbereGhligungsscIiein mmmm 200 Wohnungen wmmm Johannisthal iv,; iz 2Ka; 2V, Z. Zent alheizune, teilwetse Wann- wasser. Beziehbar Mai/Juni 1930. In Vorbereitung: Pankow OOO Wohnungen Am Amtsgericht. Besondere Wünsche können noch berücksichtigt werden. Beziehbar Ende 1930. Genossenschaftsanteil rückzahlbar, verzinsbar „Stadt und Land" Siedlungsseselischalt m. b. H. 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Adielluaa. mwie dem Aedner fllr seine liedeoollea Solle hrermu unseren herzt chiren Dani. krau ElUe Fldua nfbsi Ange lörigen. Verkäufe Brachten»!»« rt! Deutsche» Tevvichhau» Emil Leftvrc. Bcrlin, seit IbSll nur Oronienstraßc 158. gewährt Zahlung»- erl-ichi-runa ohne Ausschlag. Der neue Kalaloaiostenfiei._* tinalenw� �»illa«. ÄolonIffttoSe#* Zeiß-Zlan. Selegenheitsläus« und an. der« llliorkenlamera». Prismengläser lvotibillig. au» Versteigerungen stam- mend Photo-Täuber. An der Span- bouer Bräck» 8 sBahnho« Bärsei.' Reujobr»Ioetea enorm billig. Blonder, Drohe Präsidentenstrasse 8. Stanbuhrc» mit bestem Schwarz- Wälder Gorontiewerk f&r—. vauckc All» Zakobstrah«»Z.________ Ohne Anzahlung! Äödel. tompltile Einrichtungen sowie Ankleideschränkc. Be'tsicllcn. Ruhebetten. Kllchc», Korb» mäbel. ffturgarderoben usw. Garde- rode. Wäsche, Gardinen und Decken aller Art. Abisch u. En.. Kaisersir. 6—7 Alerand« rvlah. Abrihhau». Lieferung nach auswärt».____ Danksagang. 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Sin deutsches Wintermärchen.— Morgau, Oillou und Schacht als MSrchenpriuzen. .Sla&aaait be* ftritorje» fcefifctn i»i« Vxhiäa:: Hn tprt�e ,vo5iT 1Ä« fcu Mass« fijSl wir In vi« SfBmtfA«!«.««im sin« Organisirtinn Ii« vrti Wissen fit Ititet." fftttrt Marx: Di« Zmluznral. adrtss«.) Nor mek»r als hundert Iadrrn(genau 1820) warnte der omeri- kan-'ch« Ltaotsmonn Webster seine Zettgenosten vor dem allgemeinen und glichen Wahlrecht. Das gleiche Wohlrecht, führt« er aus, sei un- oe' indor mit der Ungleichheit der BesitzverhSltnisse; Im Sv-ll« feiner Durchführung würde es entweder mit Angriffen gegen den Reichtum oder mit der neuen Einschränkung der De- reotratie enden. Die Doraussage von Webster hat sich für sein Land i" einem ganz anderen Sinne gerechtfertigt als er selbst es gemeint i'at. Der Sieg des Nordens im Bürgerkrieg« bedeutete eine ge- wali'gc soziale Revolution, hat den gigantischen Raum im ameri- konischen Westen für die Eigenheime aus dem Lande freigemacht und damit das Ventil für die sozialen Spannungen in dem sich rasch industrialisierenden Norden geöffnet. Die kapitalistischen Länder in Europa haben keinen solchen Raum und daher auch kein solches Rentll für ihr« sozialen Spannungen. Bei uns bewahrheitet sich deshalb die weitsichtige Erkenntnis von Webster, daß die politisch« Gleichheit, also die konsequent« politische Demokratie mit der Wirt- ichoitlichen Ungleichheit aus die Dauer unvereinbar ist. Jetzt däm- wert schon wieder diese Erkenntnis, auch drüben über dem großen Teich. M uns ober wüten schon erbitterte Klassenkämpfe um die wirtfchasttichen Konsequenzen der politischen Demokratie, die Älas'enkämps« um die Wirtschaftsdemokratie. DI« letzten Er- eignist«, die im Siege von Schacht über die Reichsregierung ihren höchsten Punkt gefunden haben, beleuchten die Situation blitzartig. Es wird heute immer stärker empfunden, daß sich in eipem danwkratischen Staat die Sozialpolitik, das Finanzsystem(Ein- nahm«» sowie Ausgaben), die öffentliche Wirtschast ganz anders entwickeln wüsten als in einem Staat, wo das kapitalistische Bürger- tum ein« durch dl« politisch« Ungleichheit gesicherte Machtstellung hat. Wen» unsere Unternehmer nie müde werden zu wieder- holen, daß unser« Sozialpolitik die Grenzen des„mirtschaftlich Möglichen" überschreitet, oder daß die„Auswüchse* der öffentliche» Wirtschaft die wirtschaftlich« Vernunft verletzen, so haben sie in ge- wiffem Sinn« recht. Nämlich, wenn man die„Wirtschaft* in diesem Zusammenhang als kapitalistisch« Wirtschaft in ihrer reinen, d. h. durch kein« gesetzlich festgelegte oder tatsächlich« Regelung«in- geschränkten Form versteht. Denn z.& durch die Arbestslosenn« rsicherung der Druck der Reservearmee, des großen Heeres von hungernden Ar- beitslosea. hü b««it find, die Arbeit zu jeder Bedingung anzunehmen, wesentlich vermindert wird, so verliert die kapüälistischc Wfetschast«inen Teil ihrer gllastizstät.<8* ist schon nicht mehr möglich, in der Zeit der sinkende» RentabilHät die Produktion-!- koste» einfach durch Lohnabbau zu senken. War schon die gewerk- lchaftlich« Organisation ein starkes Hindernis, so macht setzt die Arbeitslosenversicherung, namentlich in Verbindung mit dem stoat- lichen Schlichtungswesen, den Lohnabbau in der großen Mehrzahl der Fall« geradezu unmöglich. Es umerllegt ebenso wenig irgendeinem Zweifel, daß die stark« Emmicklung de« Sffentltchen Wirtschaft den Raum der privaten kapitalistisch«» Wirtschast verengert, daß insbesondere ein imnier beträchtlicherer Teil das neugedudeten Kapitals nicht den private», sondern den öffentlichen Unternehmungen zugeleitet wird. Dü Entwicklung wird bald da» Problem der planmäßigen Kapital. lenkung, also«in« Regelung der Kapitalzufuhr an die verschiedenen Zweig« der Wirtschast auf die Tagesordnung stellen(was übrigens die englisch«» Liberalen schon verstand«: und— theoretisch«e. rngsün»— anerkannt haben). Damit hahen wir schon die wichtigsten Punkt« des Kampfpro» zrqmms des kapitalistischen Unternehmertums aufgezeigt: Abbau der Leistungen der Arbeitslosenversicherung. Einschränkung b«» staut- lichen Schlichtungswesens, die Privatisierung der öffentlichen B«. trigh« und die Förderung der freien Kapitalbildung. Die letzte Forderung bedeutet dabei zweierlei: erstens die Einschränkung des Massenverbrauchs zugunsten der kapitalistischen Gewinne und zweiiens die Bevorzugung der kapitalistischen Verwendung de» tin Lande selbst nevgebildeten oder auf ander« Weise der Wirtschaft zugekührten Kapitals(Sperr« für die kommunalen Auslandson- leiben!). Für die Durchsetzung seiner Forderungen fehl! dem tapitalisti- schen Kürgertum die politisch« Macht. Da» ist der Sinn der Feststellung, daß in Deutschland nicht auf die Dauer gegen die Aebeiterschast regiert werden kann. Der demokratisch« Staat versogt öl» Förderer einer im oben gezeichneten Sinn« rein kopitalistiichen Wirtschaft. Darin besteht gegenwärtig dos Problem: Staat und Wirkichost. welch«» jetzt so modern geworden ist. Es ist nicht richtig. dop der demokratische Staat die wirtschaftlich« Entwicklung hemmt od« den«irtfchastlichen Aufschwung überhaupt unmöglich mocht. E» wird ober schon stimmen, daß er die Wirtschaft sich in der Richtung zu entwickeln zwingt, die den Kapitalisten äußerst un- sympathisch ist. Sie wollen dies« Entwicklung nicht, und sie de- lampjen deshalb den demokratischen Staat: sie bekämpfen die Ent- Wicklung von der politischen zur wirtschaftlichen Demokratie. Dabei Ishl«» ihnen, wie gesagt, die politischen Mittel. Mit anderen Aorten: sie find nicht imstande, eine parlamentarische Mehrheit zusammenzubringen, die ohne Rücksicht auf die Arbeiterschaft regieren lönnre. Daher das Bestreben, den Staat zu schwächen und ihn mit den Mitteln der kapitalistischen wirtschaftlichen Macht zu beherrschen. Dieser Komps um die Unterordnung der politischen Macht des demokra- tische« Staates unter die wirtschaftlich« Macht des Kapitalismus wird mm' in Deutschland seit Jahren geführt, er stellt namentlich den Hauptinhalt der Entwicklung der Äoalttkonspolitik dar, die durch den Dablsieg der Sozialdemokratie erzwungen wurd»- Wo» haben»ir in den letzten Tagen erlebt* Di« lozanannt«..Wirtschaft* bestürmt die Regierung mit Forderungen nech Süuersenkunasv. Hett Schacht iitierventot. miPwaucht sein« Machtstellung al» Reichsdankpräsident.»«Hinbert hü Behebung der Kasienschw-erigkeite» des Reiche, durch die amer'ckanische Anleihe und zwingt die Reichsregüruna, sich ihm zu beugen. Damit«»cht er aber zugleich all« von der„Wirtschaft* geforderte» Steuersenkungen illusorisch, ja schlechthin unmöglich. Löst das«ine» Sturm der Empörung bei den Unternehmern gegen Herrn Schacht aus? Keine Spur davon. D e r H a ß gegen die Regierung mit den sozialistischen Ministern und namentlich gegen den sozioldeinokratischen Reichssinanzminister ist so stark, daß man bereit ist. unter Umständen den Verzicht auf alle Steuersenkungen in Kauf zu Nehmen, wenn dadurch die Er- viedriaung dieser Regierung orreicht und chre Ohmnacht der ganzen West demonstriert wird. So sieht setzt die nationale Politik des Kapitals aus. Di« großmäuligsten Helden der«atiovalen Politik werden be- geistert, wenn man die Regierung ihres Landes durch den Druck einer auslSndischen Gruppe des Finanzkapitals und einer aus- ländischen Regiervag klein gekriegk hak. So vollzieht sich vor unseren Augen«in gewaltiger historischer Wandel. Di« Proletarier finden im demokratischen Staate ihr wahres Vaterland, indem sie im Begrifie sind, sich, mn mst Marx zu sprechen. als Nation zu konstituieren. Dagegen haben die Kapitalisten kein Vaterland mehr. Fragt man diese Sieger in den letzten Schlachten:„Wo liegt Ihr Vaterland, meine Herren?*, so wäre die beste Antwort daraus, die Adresse anzugeben: 23 Wall Street, New Zart. Büro von John Pierpont Morgan! Dornst will ich Pen Herrschaften gar nickst ihr« Vateriandslleb« gänz- lich abstresten. Ich will nur sagen, daß ihre Vaterlondslieb««ine sehr bedingte ist. Sie wird ohne Zweifel sehr heiß iverden. falls es dem Kapital gelingt, feine politische Mackst vollkommen wieder- herzustellen. Allerdings werden dann die bresten Mafien des Volkes von dieser heißen Liebe kein« Wärme zu spüren bekommen. Jetzt benutzt das Kapital seine international« Verflechtung zum Kampf um seine nationale Machtstellung. Oer Vorkämpfer für dieses Ziel der Kapitalisten ist Herr Schacht. Herr Schacht hat zwar im November 1018 die Sozialisierung gefordert: seitdem hat er aber schon zur Gamig« be- wies«», daß er auch anders kann(bloß ein« vernünftig« Raichsbonk- polstit, sogar im rein kapitalistischen Sinn«, kann er nicht machen). In seinem Haß g«g«N die öffentlich« Wirtfchast(selbst der Lest« Die süße Industrie. iSfollywdk beschert feinen Zlttumören 14 Venz. DwidenDe. Wohl dar stärkste deutsche Süßwa.r«, Produzent und Exporteur ist dü alt« Gebr. Stollwerck A-G. tat Köln mit ihrem IS�O-Millivjie«, tapftal und ihren Fabriken w Köln. Preßburg. Wien, Kronstadt und iubapest. Der Absatz wurde 1029 weiter gesteigert; fast entsprechend (die Exportpreise solle» schlechter geworden sein) auch die Gewinne. 9 Proz. Dividende»«den den Aktionären aus den lausenden Erträge» gezahlt Dazu kommen 5 Proz. Grtvadwidend« aus den eingegangenen Zins«» einer Amerikafreigabe, die netto 3,6 Millionen «bracht hat Di« Steuerlasten(eiwfchL Umsatzsteuer) sind 1929 zurückgegangen(1,10 gegen 1.22 Millionen). Der Absatz ist gestiegen-, also auch der Anteil der Umsatzsteuer an der Steuerlast. Stollwerck hat also bei steigenden Umsätzen erklecklich weniger Steuern gezahlt als 1928. Warum der Jammer über steigende Steuerlasten im ganzen deutschen Unternehmertum? Oer deutsche Gpielwareuexpori. Die bisberiHen Äerivste wurden feii September avfgeholt. Di« deutsche Spielwarenlndustiu« ladt hauprsächllch vom Export Von Januar bis August sah es ungünstig au». Es w-.rdsn nur für 5$,4 Millionen Waren ausgeführt gegen 67,3 Millionen rn der gleichen Zelt des Borjechres. Bon September bis November Hot sich das Blatt gewendet: in diesen drei Monate» stieg der Export aus 53,7 Millionen gegen nur 41.9 Millionen im Vorjahr. Ins- gesamt fit jetzt der Vorjahrsexpvrt von 112.2 Millionen mit 112,1 Millionen fast genau erreicht. ?lm stärksten kauft heute England deutsch« Spielwaren: der Englanderport fit Januar— Oktober mich noch von 197 499 auf 112 499 Dopelzentner gewachsen. Du Verewigten Staaten, der zweitstärkste Käufer, kaufen infolge ihres 7Sprozentigen, stark«w- I uhrhindernden Wertzolls immer weniger(nur 82990 gegen 193999 Doppelzentner im Borjahr. Dann folgen steigende Exporte noch Holland(27 990 gegen 25 ODO Doppelzentner), Kanada(16 999 gegen 12799 Doppelzentner) und Belgien. Nach Argentinien und A»- ftralien nahm die Ausfuhr etwas ab. Die Banken Ende November. Mckgans der fremden Gelder. Bei den Bilanz«» der deutschen Kreditbanken Ende November machen sich dereite Dorberaitungea zum Johresultimo bemerkbar. Dies trifft besonder« in der Verschiebung der ainzelnen .Kr«ditor«nposten(srantde Eeldor) in Erscheinung. Insgesamt haben bei den ftchs Berliner Großbanken die fremden Gelder gegenüber dem Oktober von 11V5 aus 11,64 Milliarden Mark leicht abgenommen. Dabei sind dt« erst nach drei Monaten fälligen Kreditoren um 75 aus 499 Willionen Mark, die bis zu drei Monaten fälligen Kreditoren mn 65 Millionen aus 5,61 Milliarden zurückgegangen, während die innerhalb stoben Togen fällige» fremden Gelder«inen Zuwachs um 86 auf 3.72 Milliarden zu verzeichnen haben. Hier spiegelt sich deutlich die Umwandlung von langfristigen und sofort greifbaren Einlagen zur Deckung der Illlimvverpflichtungen wider. Allgemein sind die Veränderungen, die die Zwischenbilanzen zum End« November zeigen, gegenüber dem Oktober nicht wesentlich. Börsen kredite erfuhren einen weiteren A b bau von 319 auf 294 Millionen bei den sechs Großbanken. Im Zeichen des lehr starken Außenhandels erhöhten sich die Vor» schfisseaufWarenvon 1897 aus 1943 Millionen bei den sechs Barkner und von 2194 auf 2248 Millionen bei sämtlichen berlch tevdev Kreditbanken einte wtrtschastlichan Institutes dar öftaatlichen Havd!) hat er nichi nur den Kommunen die Konsolidierung ihrer kurzfristigen Schulden verhindert, sondern zugleich die für die deutsche Wirischast so not- wendigen langfristigen Anlagen des ausländischen Kapitals überhaupt furchtbar erschwert Er ist in erster Linie für den akuten Kapitalmangel in Deutschland verantwortlich. Das wird ihm aber verziehen, weil er, fanatischer Diener de? Besitze»(sein Austritt aus der Demokratischen Partei wegen d>.r Fürstenabfindung!), gegen die wirtschaftlichen Kmrfeguenzen der Demokratie, gegen die„kalte Sozialistermig* durch die öffenklichc Wirtschast und die Sozialpolitik, den Kampf führt. Er ist auch am meisten für die gegenwärtige wirtschaftliche Depression vcr- antwortlich, die zwei miteinander«ng verbunden«, ja aus dem gleichen Urgrund stammende Gründe hat: erstens den akuten Kapital- mangel, der durch die Befhinderung der Auslandsanleihen in den letzten Jahren bewirkt worden ist und zweitens die Drosselung der öffentlichen Wirtschaft, die jetzt schon einen so bedeutenden Raum in der deutschen Gesamtwirtjchaft einnimmt, daß ohne ihr Gedeihen keine wesentliche Belebung der Wirtschast mehr möglich ist. Mit jedem Schritt der Arbeiterschaft zur polltischen A lacht wird der Widerstand der wirlschasllicheu Mächte erbitterter und der Kamps der Arbeiterschaft schwieriger, zumal sich die Lerbündotsn für diesen Widerstand unter den mächtigsten internationalen Gruppen des Finanzkapitals finden. Man mutz sich über diesen Zusammenhang völlig klar werden. Mehr als je braucht die Arbeiterschaft genaues Wissen aus diesem Gebiet«. Ich erzähle deshalb zur Klärung dieser Frag« in diesem Weihnachtsartikel ein hübsches Märchen ans unserer Zeit. E« war einmal: Zwei Brüder Dodg« haben in Amerika vor etwa 15 Jahren ein« große Autamobilgesellschast gegründet — Dodge Brothers, Inc., und haben ihre Gründung auf ein« sehr beträchtliche Höhe gebracht 1929 starben die beiden Brüder. Ihr« Erben haben si-W nach einigen Jahren«ntschlofien, ihr Unter- nehmen zu verkaufen.'Für die General Motors Eompanp war es eine ausgezeichnete Gelegenheit,«inen von ihr«» stärksten Konturrenten loszuwerden. General Motor» gehör«» zur Interesse». gruppe von Morgan, und John Pierpont Morgan hat es übernommen, das konkurrierende Unternehmen sür Gever.zl Motors zu erwerben. Er bot wie man hörte, für da» Unternehme das mit einem Kapital van Z Millionen Dollar gegründet ward?» war. die Riesensumm« von 90 Millionen Dollar, also rund 389 M!i- sinnen Mark. Dann erschien aber ein verhSUnisrnätzig junger Bankier Clarenc« Dillon vom Bankhaus Dillon. Read u. To. aus dem Plan, der sich schon aus dem Gebiet« der airÄSndischen Geschäft« ß.-> amerikanischen Kapitals demerkbar gemacht hat. Im Kampf ip» Dodg« Broch«» unterlag der mächtig« Morgan dem jüngeren Dillon. der das Unternehmen für 146 Milliomm Dollar (rund 615 Millionen Mark!) erworben hat. Ein« wahnsinnig« Tai eines jungen Strebers— dachten all« besonnenen Gefchästßlevt» Dillon hat aber in diesem Fall« die wirkliche Ilnberlegenheit seine? Urteil» und seiner geschäfistche» Kunst gezeigt Er hat die Aktien der Gesellschaft zu dem Gesamtwert von 169 Millionen Dollar realisiert und aus dies« Weis« mit einem Schlag« rund 14 Millionen Dollar oder 59 Milliönev Mark verdient, zugleich abv- einen Konkurrenten der General Motors am Leben erhalten. V» war für Morgan feine größte Niederlag«, überhaupt die erst« oen» solcher Bedeutung, und der mächtigst« der amerikanischen Finanzwel« i wird die Schmach dieser Niederlage nie vergessen. Elareuce Dillon stürzt« sich aber mit aller lNacht auch in da« ausländisch« Geschäft mit der sichtbaren Tendenz, sich dem Morgan- tonzern mlndestensebenbürtig zu mache». Bon allen sainsv Geschäften brauchen wir hier nicht zu sprechen: es fei hier nur barg* «riimert, daß Dillon seinerzeit die Gründung der Bereinigten StphI-. werke finanziert hat Morgan hat jedoch de» Kampf Nicht onfgezöben. er wartete auf die Stund« der Rache. Jetzt ist diese Stund« ge- kommen, und zum Opfer dieser Rache fit die deutsche Reichsregierung geworden. Schacht der Leparationsagent der mit lllorga» bakanavipi verbunden ist. und Morgan selbst haben die Anleihe de, Reiche bei Dtllon. Send verhindert? Es fit nicht wesentlich, od zwischen den Beteiligten a» dieser Wtftm ein« Bereindorzmg bestand. Wesentlich fit daß ihre Bestrebungen in diesem Fall« konform gingen, indem Morgan gegen Dillon und Schacht gegen da» Reich wirkten. Morgan soll Bedenken geäußert haben, daß durch diese Anleihe die noch der An- »ahme des Mung.Planes bevorstehende Mobilisierung der Reparo- tin neu in Frag« gestellt würde, und dies rief die franzostjch« Regie- mng auf den Plan, da da« amerikanisch« Kapital bei den Repa«- twnsverhandlungen und bei dar Gründung dar Reparationsbank durch Morgan vertreten wird und di« Mobilisierung der Repar» ttonen ohne Morgan unmöglich fit Darf man Morgan zum Dor- wurf machen, daß er in seinem geschäftlichen Joterefie gehandelt hatf Das ist doch der Sinn seiner ganzen Tätigkeit Dillon war auch nicht au» Liebe zur deutschen Demokratie bereit, der deutschen Reichs- r« gierung mit einer Anleihe zu helfen. Das sind die brutalen Real- täten, mit denen gerechnet werden muß. Bor allem muß ober die Tatsache festgenagelt werden, daß diese JnterefiengegensStze de« internationalen Finanzkopttal» der politischen Aktion de« deutsch?» ReichsbankprSsidenten zugute gekommen sind. Wie steht es nun mit dem Poung-Plon, der mit Hilfe von Morgan verwirklicht wird? Erst recht mästen wir jetzt mit aller Energie für diesen Plan eintreten, mrd das fit kein Widerspruch zu unserer Erkenntnis Über dl« eben geschilderten Zufavnvenhänz«. Die wirtschaftliche Schwäche des Reiches und die Machtstellung des Reichsbankprästdenten sinld in starkem Maße auf den Dawes-Pki zurückzuführen. Im Vergleich mit dem Dawes-Plan bedeutet der Young-Plan für un» ein« wesentlich« Entlastung und Befnäuna. Seine erst« Folge muß dl« Wiederherstellung der sinan ziellen Unabhängigkeit des Staates von den kap tallpischen Wirtschafsmächten sein. Das fit jetzt di? dringendste Aufgabe der Arbeiterschaft in ihrem Kampfe um d-: wirtschaftlich« und inzialie Befreiung und Günchberechtigung. T-r ist dir entscheidend« Woraussstzung für die Ergänzung der politisch-" durch die wirtschaftlich« Dwnokraiie»od damit sür den Kampf um Cr Ueberwmdung der kapttalfitfichen durch die s�fialfitische Wirrschaft- ordtwng S chichau erhält Arbeit. Schaffe für Rußland.— Lokomotiven für die Reichsbahn. Die Schichauwerke, deren Betriebs in Elbing und Danzig Le�en, haben von Sowjetrutzland Aufiräg« fiZr den Bau von 14 Schleppdampfern im Werte von mehr als S Mtl- kionen Mark erhatten. Da die Schnhauroerft erst vor wenigen Wochen von der Sowjetunton sechs Fifchdcunpfer im Werte von rund 3 Millionen Mark erhalte» hat. beläuft sich der Wert der bisherigen mfsifthcn Vestsllungen für das Wirtschaftsjahr 1929/30 auf rund 8 Millionen Mark. All« diese Aufträge müssen bis zum Juli nächsten Jahres durchgeführt sein. Wie wir hören, stehen dt« Sowjetbehörden zurzeit in neuen Verhandlungen mst der Donzigcr Klawitter Werft über einen Auftrag von sechs Mschdampfern, und wettere Verhandlungen mit der Scbichouwerft über den Bau von 14 Frfchdampfern sollen noch vor Jahres- ende aufgenommen werden. Zugleich wird von der Pressestelle der Deutschen Reichs- b a h n g e s e l lf cha s t mitgeteilt,' daß die- Reichsbahnverwaltung entsprechend der vorliegenden EntscheÄung der Roichsregierung, die im Rahmen des jetzt vergebenen Lokomotioauftrages der Reichs- bahn an die Industrie die zehn für Ostdeutschland be- stimmten Lokomotiven an die Schichauwerke vergeben hat. Wer sind„Verbrauchervertreier"? Zur lehren Drikettpreiserhöhung des Reichskohlenrais. Auch in der Arbeiterpresse wurde in recht hämischer Weis« über .L�erbrauchervertreter" berichtet, die im Großen Ausschuß des Reichskohlenrats für die Brikettpreiserhöhung eingetreten seien. Es wäre richtiger gewesen, wenn hinzugefügt worden wäre, wer in jenem Ausschuß als„Verbrauchervertreter" gilt; denn viel« Leser der Arbetterblätter denken natürlich in erster Linie an Konsum-' »ereinsvertreter. Als �Lerbrauchervertretsr" gelten im Ausschuß: ein Bürger- meister als.städtischer Kahlenverbraucher, ein Landrat als ländlicher Kohlenverbraucher, ein Generalsekretär des Hand- werks als Vertreter der kohlenverbrouchenden Gewerbe» treibenden, ein Ingenieur als Vertreter der kohlenver» brauchenden Industrie, ein Vertreter der Eisenbahnen, ein Bergschuldirekior(SachverstmÄtgar für Kohlenbergbau), der In- Haber eines K o hl e n t on t o r s als Vertreter der Binnenschiffahrt, ein Gasanstaltsdircktor als Vertreter der Gasanstalten. Von den. Verbrauchcrvertrstern Hai selbstverständlich der Ler- treter der Konsumvereine, der organisterten Verbraucher,— als einziger!— gegen die PreiscrhÄhnng gestimmt. Oer Kampf gegen die Konsumvereine. Wie die Stadt Opladen eine halbe Million verlor. Der Industrie- und Handelskammerverband Niedersachsen-Kossel hat in einer Erklärung ,�um Schutze der Privatwirtschaft" neben anderen unrichtigen Behauptungen über hie Konsumgenossenschaften auch die. Redensart von der„weitgehenden Zurverfügungstellung von Krediten aus Reichsmttteln an bestimmte Konsum- genvflenschaften" gebraucht. Das ist nach oll den vielen gerade auf diesem GÄbntte für dt« Privatwirtschaft blamablen Feststellungen«in«! H' i" i mmmrnm bewußt wahrheitswidrig« Verdrshunz der Datsach sn. Dahin öffentlich« Gelder gehen und wie sie„flöten" gehen— näm- lich in der Privatwirtschaft des Mittelstandes— zeigt folgende Nachricht: Das Retchsgerlcht hat heut« in letzter Inftattt die Revision der Stadigsmeinde Opladen gegen dos Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf tn der Angelegenheit des Edeka-Prozefles verworfen Die Edeka- Einkaufsgenossenschaft hatte im Jahre 1924 einen Wechsel über 270 000 M. ausgestellt. Bei Fälligkeit des Wechsels war die Genossenschaft in Konkurs geroten, so daß nunmehr d'.e Stadtgewetnde Opladen, deren rechtsverbindltch« Unterschrift der Wechsel trug, von der Reichsbaitkstelle Remscheid in Anspruch genommen wurde. Die Stadt erhob Widerspruch. Seit dem Jahre 1924 schwebt der Prozeh in den verschiedenen In- stanzen. Mit dem heutigen Reichsgsrichtsurteil ist der Prozeh nunmehr für die Stadt Opladen endgültig verloren. Mit Bro.vß- tosten. Zinsen usw. dürste die Stadt rund 300000 M zu zahlen haben. Hätte die Stadt ihr Geld der Konsumgenossenschaft ihres Bezirks anvertraut, wäre kein Pfennig verlorengegangen. Die Konfuingenosfenschaftsn brauchen aber dank ihrer gesunden Wirt- schaft und dem Sparsinn Ihrer aus«cht« Selbsthilfe«ingestellten Mit- gkieder solche Kredite überhaupt nicht! Privathändler in Eowjetrußland. Sie verteuern den Arbeitern das Leben. In Rußlaich wird fest langem wieder ein sehr scharfer Komps gegen die privaten Händler geführt. Die..Ekonomitschestoja Shisn", das offizielle wirtschaftliche Zemralorgan der Sowjets, nwh aber feststellen, doh der Privathandel nicht nur grohe Gebiete der Waren- Verteilung beherrscht, sondern dadurch auch die an sich sehr niedrigen Reallöhne der russischen Arbeiter ent. wertet. Der Anteil des Privathandels am Warenumsatz schwankt« im Wirtschaftsjahr 1928/29 zwischen 12 Proz. in Leningrad und Moskau und 25 Proz. in Charkow und im llralgebiet. Im Donez- decken erreichte er sogar 28 Proz. der Versorgung mit Gegenständen des täglichen Bedarfs. In der Mehlversorgung des Privathandels ist er besonders groh. Er beträgt nach derselben amtlichen Quelle in Moskau 50 bis 60 Proz., in Leningrad, Charkow und in dem Donez- decken sogar nahezu 100 Proz. Aehnlich ist die Lage in den gröhten Industriezentren bei der Versorgung mit Wollworcn, Lutter, Käse und Gemüse. Kartenspielen bringt 18 Proz. Aktionär egemiane. Während beim Kartenspiel die Freude des einen das Leid des moderen ist, gibt es bei den Spielkortenfabrikanten uild ihre» Aktionären (Uitn Jahresabschluß nur ungemischte Freude. Di« das deutsch« KartengsschSft fast restlos beherrschende Vereinigte Stral- sundcr Spielkartenfabriken A.>G., die fest Jahren schon 14 und 16 Proz. Dividende verteilte, wird nach dem Beschluß des Aufsichtsrats die Aknonärsgewinne für 1928/29 auf 18 Proz. heraufsetzen. Die Spiclkorteniabrikation ist also eine entschieden sicherer« Sache als das Kartenspiel. veulich polnische Eisen verhandlungeu. Zwischen dem deutschen Rohstahlkartell und dem polnischen Eisenhütten- s y n d i k a t sind Verhandlungen über die technische Durchführung des im Dezember vorigen Jahres abgeschlossene« deutsch- polnischen Eisenab.kommens nach dem Abschluß eines Hon- delsvertrages im Gangs. Das Abkonunen sieht vor, daß Deutsch- land nur solche Wakzwerkpraduktc nach Polen ausführe« darf, die von der Holnischen' Indirstrl« nicht hergestellt werden. Andererseits wird Polen das Zugeständnis gemacht, daß di» polnischen Eisenwerk« OL Proz. d« deutschen Inlandsabsatzes an Walzwerkprodukten, das wären jährlich etwa 40 000 bis 60000 Tonnen einschließlich des bisherigen Edelstahltontingents von 2700 Tonnen jährlich nach Deutschland ausführen darf. Gefahren des schlechten Bamnarktes. Trotz vergrößerter Umsätza hat sich die Karl FlohrA.-G. in Berlin zu Teilstlllegungen ge- zwungen gesehen. Bon der Verwaltung wird noch besonders auf die ungünstige Entwicklung des Baumarktes hingewiesen, die sich . unmittelbar auf. das Unternehmen auswirkt«. Französisch« Majchineuanfiräge für Mercedes. Die Buchung?- und Buxcaumaichinen Mercedes A.- G. in Thüringen hat, wie wir hör«:, aus Frankreich einen großen Auftrag auf 130 Buchungsmaschinen erhalten. Insgesamt find von dem französischen Auftraggeber 184 Maschinen vergeben worden, von denen 54 an amerikanische Firmen gingen. Preußische Landesreutenbank empfiehlt müadelsichere Siedlung». pftindbriesc. In dieser Ausgabe weist dl« Preußische Landesrenten« dank aus ihre mst 8 Proz. verzinslichen Landesrentenbriefe als Kapitalanlage hin, die der landwirtschaftlichen Äedlung Kapital zu- führen sollen. Die Landesrentenbriefe sind mst staatlicher Garantie versehen und besitzen auch die Reichsmündelsicherheit HttiWiAMtak voxnerotag. teu 20. 0e)«m0«c (2. WailinttttimleUrtag). norm 10 Uhr. In»et Bolea'lfator aomälU,«Wim Strafe SS«« (Berbandshan«) Konferenz ssmflicfie«1 am numtage artwf- temteo Oohr.esar und Kelter Xage« er 6 nu ng; t B-rband»- und gelig«». beNea. 2. Scfdjicfcea««, SR. tgliedsdnch legitimiert. In der Kon'ereni wird Ilde: wichtige! Vorgänge tn der Branche, unter deson- derer Berllclsichllgung der Imerefle» der auf Montage arbeitenden dollsg-n, Be> rtcht erltaltet. Ei iii Pflicht aller zu Weil, nachten von der Montage nach Berlin zurücklehrenden Aollegen, zu dteier Aonferenz unbcdtnz» und pünl.Irch zu erscheinen. «olienmonleore! vsnaarslag. d«n 20. Cejember 12. TOeihnoechlsfriwrtofl), norm. 10 Ufte, In den SraftUn-Sdlcn I (LOngersaalj. lopftlensteahs 12 I» verssrnrnwiiz aller aeserstani am Monlaee Leiilidi ctzen um- lesen der metaZlindualrls, mn pusnelims der eeftrlexer and\ Helzangsmonleure. Tagesordnung I. Reuregelung der Au» iisungsfätzr. 2. Moni curangelegenhettcu. Mitgliedsbuch legitimiert. Das Erscheinen aller Monteure wird erwartu._ venseitungsmitgiiederi A» Freitag, de» 37. Oezember, feine{ Sig-rng da Rtttiesen OanacuMlmn«. Ole Ortsrcrwnilnn«. nirBheumatismus HoiDinl wieder! lepüror den Gliedern: Das Wötter ändert, eich! Mit Nässe und Kilüe werden eich eher euch die sehenden, reißenden ßohmerron Ihres Rheumatismus aufs neue einstellen. Trübe Aussichten! Aber lassen Sie den Kopf niohti hängen. 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Kapital auf chre ßiGold-Laudesttnlenbriefe Reihe III.« dinglich erMeWg gesichert mit Staatsgararme reichsmündelsicher lombardfähig bei derReichSbauk Tilqung: Nur durch AuSlosuug»a l00°/n --■ Nicht durch Rückkauf am freienMarkt Für jede Reihe zwemial im Aahr Stückelung: Goldmark 100.—, 200.—. 500.— -- 1000.—, 5000.- Amtl. Börsenkurs: A Zt. AA � � L>t« PreutzUchcn BandeStenteRirieie«erden zur Finanzieruhg der landwirtichastliche« Siedlung 0 ausgegeben. Die Abgabe erfolgt— Sperrstücke provifivnsfrei � durch die Preußische Staatsbank (Seehandlung) und durch alle Banken, Spar lassen, Genossenschaften usw. I Tu. 8(!l!eBr. Robert KlcU Ceutscbes KBostler-Theai Barbarossa 3937 HSUbr Enden« Seltsaises ZwisdiPDSplel ietii Hea fliärti 3«Uhr morgen Sie eiiiwie Seiu in Premieienbes 0,73—9 Hk. Wim löeaiai DönhOfi 170 AiUhi End«-Olk Basanüsh M Harro Gastra. Regle. Förster Larrlaaga Letrts AolftUirtingeai Ab I. Januar SeJsaateä »«rttAeavpiei Franhfurtup All«e 313-314 Weihnachtsprogramm vom 25. u. 26. Dezember Gharile Chaplin in«einem grdhien Filmt „ZIRKUS" Aul der Bühne: Julius Fürst , s. de.-. Mann auf den KJSteen Msvsns T- l"' Pterdc- and Hande-DreMur Oirgiirat ruMledre~Balala:fca. Kapelle Jean Oavydetf Beginn: Z, S,?» S Uhr. Tu�rndUede hadrn Zutritt 1 WW oiratveii 0r. UrrLn 2ieäei WWW KsmiscUe Oper ?r!«It1->»tr.1v4. Uerkor 1401 4330. WbdererOMming awh voOetänd. Cmtro Täglich 8!'« Uhr Uraufführung Hulla di Bulla Scbwsuk von Arnold und Baoh mit Guido Tnlalac«r, Frtti Seholi. Hoinr. Sehntfe, Eugw itrro Hilda Hlldehrand, Mr aj Walter, Garrison, Hink Böhmer. Wenek Ieo»- uno temr aga nachm.« Uhr Fraa ohne Kussl Luslsplelhaus Fnedricbstr. 336. Eergmaun 3923 33. Täglich tPk Uhr . WBesIctnlfleed" Lnsttpiei von Ladislaus Foddr Uth« Haeek, Bor» Orajat. Piol Hs.'demaan, ■8«rleeb,M«rt)i» H. Kritt GorAitom. V, �t8i!,B«öm>e0.f�e Vorvorkoui In Miden HSu'ftrn«b 10 Uhr ununlotbroohen. I bester LdBelirenstr. 53-54 An beiden Feiertagen SUhrn.S1/« ... Vstes8ein.Ssgevev8ebr Nnchrnlttags ermäOlgte Pre'se. u gm MD BHHJt Hur Bross-Berno Alaxaitdarplatx mst Silvesterball des Pürsten Serenissfmus XXXIII« auf Bimini ig der oeseliscbsft der Freacsg' Ptüscanwr Sir. 9 31. Dezember 1929 Preise der Plätze i km Vorvericouf RsiÄ r an der Abendiccjsse RM.Ä-— böi Bote& Bock, Theatorkosse Wertheliri, Theaterkasse Josiy a« Potsdomar Platz. IMnoFMiicM Zweiter Feiertag: Doppelkonzert SGhnenschau Festball Gesamtpreiselasctil. Tanz M. 1.-» UrSSte Sllssits WerBsrlliu I URAUFFÜHRUNG des großen RUSSISCHEN FILMS Das (TURKEST AN-SIBIRIEN) Eoos einer Eroberung Autor und Regle; VICTOR TURIN Produktion: WOSTOK-KINO, Moekau Täglich S'°. 718, 918 An den Feiertagen 4 Vorstellungen MflRMORHAUS Kurfürstendamm PROMETHEUS-FILM OpereltenhaDS Alte Jabobstr. 0/33 (Zentral-Theaier) TJg ich Uhi Oer Seida! der Merls ünntav Mairner, Don Hrsch, Erich Beide Fclertg.S Uhr Trisnon-Tf�r täglich S"/« Uhr Sie Temigeri die Aussage Elisabeth Strickmdl Kort Uta!«. Lorch er. der bbnig de« Jazz. 1 i Feiertag 4 Uhr .«. So eio Mira tii!l Z Fefcrtag 3 Uhr Trieaerlife Eantovslni-Ste Theatar« Orr (SiiioarStaer StraCe Täglich 8", Uhr Die erste mrs. seioy mit frlta Kusarp Kemüdinnhaua Täglich 8-7. UH< CV LÜSESr und d enonnn mit Gurt SCO Der Meistetor 2 Feiertag!-» Uhr 3-. 4. Wen 10 Veihudib- boio die lidrtc: tan Losispiemalls Frtedrichstr. 236 Bergmann 2922 Täglich 8-,. Uhr Wiegenlied Lustspiel von Ladislaus Fodor ßssideu-Tlieatsi K�ot.228 BIamenst.9 Täglich'/«-Uhr Netropol-Tb. &"/« Uhr An de den Feiertagen auch nachm Das Land des Lächelns Vers 8 dawar», Ridaard Tauber Musik von Franz Lehär ..TÄC0 bietet jedem Auto Sdmte gegen Vn- still sowie stoßfreie weiche Federung! Verlangen Sie Prospekte! ■ MUMttra»« 69. Hrctf- ieiAS'. Tel.; Wilh. 9023.9223, 24 Neubau-Wohnungen Bin.-Reinic'endorf. Auguste- Viktoria-Aiiee u. neue StraBe 2- u. a�a-Za-Wohnungen mit Qfenliclzwig per 1. Februar und 1. 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Dezbr. na dim. i Ohr „Hallo 1 Hier Hans Adalbert woc tJchleitoiv!' „Hier Eodaktiou �Dia Filraprominenten", Freymann psrsSnliohl Sagen Sie Tiaber Schleitenr, Sie da bau doob soiion t-on der vergnügtesten SilveBterfeier Berliaa dero Si.1- vestorball darFilmpronjiaeataa ias Saahsaat, Lütrorvjtr. Tö. gehart k" „Nafcarliohf Gaaz Bartm spriob» ja eohon davon! Et. i-t sei etrarst5.n,üioh. dat ich strtfc dabei bin. Wir habern nno safcön verabrüdnt. Har/v Haide. Pcin-aer Und- jüa Ges-ylivrlerefr Belawald sind ausb mit von der Partie Wir haben eng einen oehr oehänoa Tisch, tesärcidrip lassen. Außerdem kann min ja auch Emen Im Vorrertau/ aa tbidea roSortaiUn un Bachsaal voa 10—2 Uhr hibenf* � SsfMft# xMnsäger Unsere Reiormschuhe ftetrenn den Fufil I AMtf>SA#«AmAln#lAhfiaa« Boriin-Mitt«. Newa SehSnhauaar Str. 8 Ig 8 Bl€l S Q O QlfBCaOnqllS �eriin�pandau. Potsdamer Str. SS-SS GLASERHUTTE Geselltchaft mit beactuin Itter Haftung > Imdatfrlo- a. Baaglaserel> Glesbeadlee* N0 18* Landsberger ahm 39 Telephon: Köliigßtadt 6�70{R.37 MS Max Gräbner Berlin 054. Petewborger Strafe 26 Telephon; Königstadt N? OUsl- u. SemQsevcnand cd gro« und es tUtell Nwtfl« fiemecei,d-£lectr« S KLUTSTR, S Zum kleinen GeweiKseolishans Slettloer Straße 52(R ice Verkehrslokal dar Farial, Reich». bannar und ArbaitaraporUer Genckeswolfril FUcn warenhandlang Berlin- AialBans«« 3efl(»*.r Allee M 16,164 1 Möbel-Kameriing Kastanienallee 56 jlae-,*or6- nob JtefcSg—mWbal. Wcftaamm.«panps., Suut-ücotaUkm. GroDgirige Nordhihnhof j. Müdmflian Janl»ch«wsld n E DI I AI AI KO EbenwaMer Str. 14.16 BBICbIVi Elp SO«(Merberger Str. 19 (I MimjM vom Nordbahnhop Garagen si Tankstellen Werkstatt faa ual Maat cBOITagL- Tel.; u, i Humboldt M7. 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August 1929 an die Staatsanwaltschaft I Berlin wettergelestet worden. Da bei der Bearbeitung sowohl in tatsächlicher als auch in rechtlicher Beziehung Schwierigkeiten bestanden, konnte die Sache bisher nicht erledigt werden. Ihr Abschluß steht aber bevor. Uebrigens hatte der anzeigend« Verband die von der Slaatr- anwaltschaft herbeigeführte Aeußerung der Beschuldigten Ende Oktober zur Stellungnahme erhalten und am 26. November mit einer Gegenäußerung zurückgesandt." Dies« Erklärung der Iustizpressestelle stellt leider eine Berich- t i g u n g des bisher beliebten Verfahrens der Staatsanwaltschaft nicht in Aussicht. Vielleicht sieht das Justizministerium nach dem Rechten und macht dem Staalsanwast klar, daß Arbeits- Zeitüberschreitungen nicht inst einem Zioilprozeß zu ver- wechseln sind. Nur«in schnelles Eingreifen kann hier helfen. Zu dem tatsächlichen Inhalt der Erklärung sei zunächst bemerkt, daß die irrtümlich« Angabe bei der Jahreszahl aus einen Tipp- oder Hörfehler zurückzuführen ist. Aber wenn dem Staatsanwalt die Anzeige auch erst am 6. August 1929— also e l s Tag« nach Ein- xanol— zugegangen ist, so sind seitdem immerhin VA Monate verstrichen, ohne daß ein greifbares Resultat erziell worden wäre. Wir können es nicht als ein greifbares Resultat betrachten, wenn in der An-eige 29 Zeugen namhaft gemacht werden und wenn dann — vier Monat« später— der Staatsanwall beim Zentralverband nack den Zeugen fragt. Wenn mfolg« der andauernden tarif- und gesetzwidrigen Ueber- arbeit Menschen vhysisch zusammenbrechen, wie es bei der Mitropa der Fall ist, während gleichzestiq«ine riesig« Arbeitslosigkeit Staat und Wirtschaft belastet, dann ist es die verfluchte B flicht des Siaotsanwalls, dem Amtsschimmel«in« schnellere Gangart beizubringen. Alle Mittel sind gut. Gchwmdeihaffe Gtreikankünd gung. In Neukölln hat die KPD. wieder einmal versucht, einen Streik der Fürsorgearbeiter anzukurbeln. Der Versuch ist aber fehlgeschlagen. Am Freitag fand sich im Bezirksamt Neukölln«in« der be- tonnten„starken Delcgatienen" der Fürsorgearberter ein, um über ein« Winterbeihilje und ähnliche Forderungen zu verhandeln. Den Drahtziehern dieser„Station" war es natürlich von vornherein klar, daß das Bezirksamt den Forderunaen nicht Rechnung tragen kann, da es in finanziellen Fragen vom Magistrat und dieser zurzeit wieder von dem als Berliner Fmangdiktator fungierenden Oberprösidenten abhängig ist. Das Bezirksamt erklärte sich bereit, ein sozialdemokratische» und ein kommunistische« Bezirksamtrmitglied zusammen mst einem Betriebsrat des Bezirksamte, und einem Vertrauensmann zum stellvertretenden Oberbürgermeister E ch o l tz zu entsenden, um mit diesem über die Forderungen zu verhandeln. Bürgermeister Scholtz lehnte jedoch tslephonifch solche Derhandlungen mst der Begründung ab. daß ihm durch die Finanzkontrolle des Oberprösidenten die Hände gebunden seien und daher Verhandlungen völlig zwecklos wären. Di«„Rote Fahne" berichtet nun in sensationeller Aufmachung. daß die Neuköllner Fürsorgearbeiter wegen der Ablehnung chrer Forderungen beschlosien hätten, am Dienstag(oder gestern) in den P r o t e st st r e i k zu treten. Wo und von wieviel Fürsorgearbeitern dieser Beschluß gesaßt wurde, wird allerdings nicht gesagt, Wie die Fürsorgearbeiter auf di« Parolenuder ÄPH. reagieren. zeigt die Durchführung dieses/„B�chsufses"...D�e. Neuköllner Fürforgearbeiter haben sich gestern. wie üblich zur Arbeit eingefunden und haben auch bis Feierabend dürchgeorbeitet Räch der Pleft« des kurz vor den Wahlen Inszenierten Wohlfohrtsarbeiter- st r e i k s, der eine Anzahl dieser Erwerbslosen um den Arbeitsplatz brachte, dürfte es der KPD. für länger« Zell sehr schwer fallen, mit ihren Parolen einen Fürforgearbeiter zu einem solchen sinnlosen Streik aufzirstacheln. Die Landwirte möchten unter sich bleiben Landarbeiter sollen nicht in die Landwirtlchastskammern. Bor kurzem fand in Berlin ein« Hauptversammlung der Land- Wirtschaftskammer für die Provinz Brandenburg und Berlin statt. Die Versammlung beschäftigte sich u. a. auch mst dem Entwurf eines neuen Landwirtschaftskammergefetzee. Es gelangte eine Entschließung zur Annahme, in der gesagt wird, daß der Landwirtschaft und ihrer Berufsorganisation durch ein voll- kommen neues Landwirtschaftskammergefeh ein Auiwand an Zeit und Kosten zugkdocht werde, der als fruchtbringend nicht angesehen werden könne. Des weiteren wird zum Ausdruck gebracht, daß die Art der von dem Gesetzentwurf vorgesehenen Beteiligung der Arbeit» eh mer diese in die Lage bringe, an Berhandlungen über Dinge teilzunehmen, die außerhalb des eigentlichen Arbeiterinteresses liegen. Es stellt sich immer stärker heraus, daß die Landwirte krampf- Haft bemüht sind, die Landarbeiter von den Landwirtschasts- kammern fernzuhalten. Besonders empörend ist dabei, daß die wahren Gründe verschwiegen werden. Es wird so dar- gestellt, als ob die in den Landwirtschoftskammern zur Verhandlung kommenden Dinge dl« Landarbeiter viel zu wenig interessieren und berühren. Der wirkliche Grund für di« Fernhaltung ist in- dessen nichts anderes als die immer stärker hervortretende Furcht. die Landarbeiter könuten bestimmte Pläne und Wünsche durch- kreuzen. Daß die Anwesenheft der Landarbeiter in den Landwirtschaft». kammern durchaus notwendig ist, dafür hat die erwähnte Haupt- Versammlung der märkischen Landwirtschasts tammer selbst ein Beispiel gebracht Man hat dort sehr eingehend auch über dl« Frage der Agrarkrise gesprochen. Die Agrarkrise ist von den Landwirten wiederHoll als ein« Angelegenheit bezeichnet worden, di« die Land- arbeiter in demselben Maß« wie di« Landwirte angeht und um die sich die Landarbeiter ständig bekümmern müssen. Gegen diesen Standpunkt läßt sich kaum etwas einwenden. Dadurch, daß die Landarbefter di« Träger der landwirtschaftlichen Produktion sind und ihre Arbeft die wirtschaftlichen Verhältnisse in der Landwirtschaft maßgebend beeinflußt, sind sie in demselben Maße wie die Landwirte, wenn nicht noch stärker, dazu berufen. sich an den Unterhaltungen über dl« Agrarkrise zu beteiligen Wir wagen sogar zu behaupten, daß dann, wenn Landarbefter der Hauptoersammlung beigewohnt hätten, mancher von ihnen mit seiner Meinung sehr nützlich hervorgetreten wäre. Die Landwirte werden, um auch das noch zu sagen, überhaupt Müde haben, auch nur«in halbes Dutzend von den in den Landwirt- sthaftskammern zur Erörterung gelangenden Fragen nennen zu können, die die Landarbeiter nicht interesfuren und für sie Reben- sächli-�keiten sind. Wir haben das Vertrauen»um Preußischen Staatsministerwm und Preußischen Landtag, daß sie sich auch durch di« Entschließung der märkischen Landwirtschaitskammer nicht von dem Standpunkt abbringen lassen, daß die Heremnahm« der Landarbeiter in die Laudwirtschaftskammenl«in Srfordernl» der Zeit ist. Schwankende Gestalien. Die KPD. und der Tarifvertrag. Preisfrage: Wie stehen die Kommunisten zum Tarifvertrag? Zur Beantwortung dieser Frage liegen solgend« Anhaltspunkte vor: 1. Der Führer des kommunistischen Iugendverbandes, Reichstagsabgeordneter B l« n k l e, erklärte vor kurzem bei der Beratung des Berufsausbildungsgesetzes im Reichstag:„Heute wird ein großer Teil der Fragen der Lehrlingsarbeit tarifvertraglich geregelt. Der Lehrling kämpft mft dem erwachsenen Arbeller um den Arbeits- lohn. Auch die Dauer der Lehrzeft und der Gang der Berufs- ausbildung werden teilweise durch Tarifverträge geregelt. Stets zeigt sich, daß die Entlohnung nach dem Tarifvertrag bedeutend höher manchmal doppelt und dreifach so hoch ist, wie die Entlohnung, die auf Grund der Bestimmungen der Hand- Werkskammern gegeben wird. Das ist auch ganz natürlich. Denn eine tarifliche Regelung ist fast immer dos Produkt des Kampfes." Blenkl« erkennt also die den Gewerkjchaften nicht unbekannt« Tatsache an, daß die Organisationen beim Abschluß von Tar's- vertrügen— nur die Gewenkschaften schließen Tarssverträge mit den Unternehmern— positive Erfolge für die Arbefterschaft er- reichen, und daß sie um diese Erfolge auch zu kämpfen wissen. 2.„Die Junge Garde", das Zentralorgon de» komm». nistischen Iugendverbandes, hat ein« ander« Auffassung als Blenkle. In ihrer Nummer vom 1. Dezember d. I. sagt sie:„Die reformistische Gewerkschaftsbureaukrati« hat bisher noch nichts zur Schaffung von Kollektivverträgen für Lehrlinge unternommen. Sie wird auch nichts unternehmen, well sie weiß, daß die kollektiv« Regelung des Lehrverhältnisses die Kampfkraft der Arbeiter stärkt. st« tut alles, um diese zu schwächen. Unternehmer und sozial- faschistische Gewerkschaftsbureaukrati« haben ein Interesse an der Differenzierung der Arbefterklasse. Da der Lehrvertrog ein« solche Differenzierung schafft, verteidigen beide denselben mit aller Kraft. Um so mehr sst es Pflicht der revolutionären Gewerkichaftsoppo- sition, den Kampf um Kollektivverträg« sofort aufzunehmen, die Lehr- lingsfragen in den Tarifverträgen der Erwachsenen festzulegen." Wer ist der verantwortliche Redakteur der.Lungen Garde"? Herr Re'chstagsachgeordneter Blenkl«. Z. In der Kommunistischen Partei gibt es ein« Gewerkschafts- obteilung, die unter der Leitung eines Herrn Merker steht. In seiner vor einigen Monaten erschienenen Schrift„Die Spaltung der Arbeiterklasse usw." sagt Merker:„Wie für die Reformisten und ihre wirtschaftsfriedlich« Polftik das Schlichtungswesen und die reaktiv, näre Form der Tarife den Eckpfeiler darstellt, so ist für di« Kommunisten zur Durchführung ihrer revolutionären L'nie der Eck- pfeiler die Sabotage und Zerschlagung des Schstchtungs- wesens und dieZerbrechungderreaktionärenTarife." Das nennt man eine„klare Linie". Di« Hauvtsache ist diesen geistlosen Demagogen die Hetz« gegen die Gewerkschosten. �Siadt und 5and" Ein Werbefilm für die Landwirts» afi. Aus Veranlassung des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft läßt die Erich-Stoecker.Film-A.-G. einen Film „Stadt und Land" über die Leinwand lausen. Der Film soll ein Experiment sein zu dem Zweck, die städtischen ledigen Arbeiter dafür zu gewinnen, den städtischen Arbeftsmarkt zu entlasten und sich der unter Arbeftermongel leidenden Landwirtschaft �uzu- wenden. Cr zeigt auch Wege, wie der tüchtige und fleißige städtssche Arbeiter es nach Iahren so weit bringen kann. mst bereftgestellten Reichsmitteln unter Zahlung von geringen Jahresraten sich und seiner Familie ein Eigenheim zu erwerben. Der Film ist technisch gut durchgearbeitet und läßt mit aller Deutlichkeit erkennen, daß der anerkannte Landarbeiter ein Mensch sein muß, der nicht nur in körperlicher Hinsicht gesund und kräftig sein muß, fondern der zur Ausübung seines Berufes einer viel- seitigen fachlichen Vorbildung bedarf. Alles das bringt der städtische Arbeiter nicht mit, und nur allzubald wird der Versuchs- weife in die Landwirtschaft hineingekommene Städter chr wieder den Rücken kehren, well er der körperlichen Anstrengung nicht gs- wachsen ist. Der Film zeigt aber, wie auch der ungeübt« groß- städtisch« Arbefter durch planmäßige Erziehung seines Körpers durch Sport und durch landwirtschaftliche Versuchsorbelt in vier bis sechs Wochen soweit gefördert wird, daß er als Dollarbeiter in londwjrtschosttiche Arbeitsstellen vermittelt werden kann. Diese Borschulung geschieht tn dem unter Aufsicht der deutschen Arbeiterzentrale und der Gewerkschaften stehenden lartd- wirtschaftlichen Umfchulungsbetrieb„Fliegerhorst" bei Frank- iurt a. d. Oder. Gut« Bilder zeigen das vielgestollig« Leben und Treiben der Schüler. Alles sehr schön. Don den Grundversuchen aber, warum der graßstädtische Ar- beiter abgeneigt ist, landwirtschaftliche Arbeften zu verrichten: übermäßig lange Arbeilszeil. teilweise noch schlechte Behandlung und noch schlechtere Unlerkunfl. dazu die in jedem Falle ganz ungenügende Bezahlung, sah und hörte man leider nichts. Und das ist di« Kehrseite der Medaille, die der Film«ftfjt zeigt. Erst wenn hierin eine gründliche Aenderung eintrftt, können solche Filme ihren Zweck erfüllen. Sr„ Berufsberater. Tarisstheu einer Tischlerinnuug. Das Neichsarbeitsaericht hat fle kuriert. Am 16. Februar 1929 war der Manteltarifvertrag für dos Holz- gewerbe sowie der Bezirtstarisoertrag für das nledersächstsche Holz- gewerbe abgelaufen. Beide Tarife waren allgemein verbindlich. Die Verhandlungen der an dem Mantellarisoertrag beteiligten Vertragsparteien führten am 6. Juni 1929 zu einem Schiedsspruch. Die Tischlerzwangsinnung Hannover erklärte nun schlankweg, der Schiedsspruch sei für sie nicht wirksam, da sie an den Derhandlungen durch den Nordwestlichen Tischlerinnungsverband nicht beteiligt gewesen und dieser Verband nicht tariffähig sei. Die Tischler- innungen Niedersachsens sind dem Nordwestdeutschen Tischler- innungsoerband angeschlossen, der der Vereinigung Niedersächsischer Arbellgeberverbände de« Holzgewerbes angehört, die wiederum Mitglied des Arbeitgeberverbandes der deutschen Holzindustrie ist. Di« Zwangsinnung Hannooer erhob F e st st e l- lungsklags beim Arbeitsgericht. Sie machte geltend, das zen'rale Derhandkungsergebnis fei für sie nur wirksam, wenn in der lückenlosen Kette der Arbeitgeberorganilationen nur tariffähige Verbände verhandellen. In der Vergangenheit hätte zwar der Nord» deutsche Tischler innungsverbant» Tarifverträge mit den Sewerkschaf- ten aligeschsosscn, uiih es hätten sich auch bisher kein« Schwierigkeiten boraus ergeben, weil die einzelnen Tischlerinnungen' die früheren Zentraloerbände nicht angejoch en hätten. Sie stehe aber nunmehr auf dem Standpunkt, daß sie das eigene Recht der Tarif» Politik nicht aufgeben wolle. Sie fei bereit, mit den zuständigen Arbeitnehmerorganisationen einen Ortstarif ab- zuschließen. Sie habe von dem zentralen Berhandlungs- ergebnis Kenntnis erhalten und infolge eines Beschlusses der Innungsversammlung freiwillig den Innungsmitgliedern empsohlen, die Lohnerhöhung des Schiedsspruches vom 6. Juni 1029 zu zahlen, erkenne aber im übrigen das. zen rale Verhandlungsergeb- n i s nicht an und bestreite die Rechtswirksamkeit für die Innung»- Mitglieder. Das Arbeitsgericht Hannover hat folgendes llrteil gefällt: Der Manteltarif für das deutsche cholzgewerbe sowie der Lohn- schiedsspruch sür das deutsche cholzgewerbe, Hot für die Tischler- Zwangsinnung Hannover keine Rechtsgülligkeit und keine Rechts- Wirksamkeit und ebenso hat die verbindllchkcilserklärung des Reichs- arbeitsministers für die Tifchlerzwangsionung keine Rechtswirksamkeit. Gegen dieses unverständliche Urteil wurde sofort Berufung eingelegt. Das Landesarbeitsgericht in Hannover hat am 13. August 1929 die Berufung zurückgewiesen. Gegen diese Entscheidung richtete sich die Revision de» Deutschen holzarbeiterverbandes. Das Reichsarbellsgerlcht beschäftigte sich am 18. Dezember noch- mals mit der Sache und kam zu folgendem Urteil: Das Urteil der Vorlnstanz wird wegen rechtlichen Mangel» auf- gehoben und die«läge der Tifchlerzwangsionung in Hannover wird abgewiesen. Damit ist ein Rechtsstreit beendet, der für die Holzarbeiter von größter Bedeutung ist. Eine sowjeirussische Arbeiteriragödie. Der Arbeiter Michail Beunrstvacher hat seinem Leben durch einen Sprung von einem 18 Meter hohen Turm ein Ende gemacht. Unter der Arbeiterschaft von Odessa herrscht deswegen große 'Aufregung. Die gerichtliche Untersuchung ergab solgendes: Beumstracher hatte«ine Erfindung gemacht, die die Herstellung von Mineralsarben in Rußland ermöglichen sollt«. Auf sein« Erfindung hott« er ein Patent erhalten: die Bezirksabteilung des Ehemikerverbondes und der Ingenieursektwn hatten die Er- bauung einer Fabrik gutgeheißen; es war bereits ein« spezielle Kommission aus Ingenieuren ins Leben gerufen worden. Es sollte aber anders kommen. Einigen Arbeit-genossen Leumstrachers gefiel es nicht, daß dieser sich„hervortat". Unter der Leitung des früheren Mitgliedes der Kommunistischen Partei Nagorny, der wegen Unter- schlagung ausgeschlossen worden war. beschlosien sie, Beumstracher in der Fabrik unmöglich zu machen. Sie schickten an den Betriebsrat«in« Denunziation, in der es heißt, Beumstracher habe als Sohn eines Fablikanten auf dessen Fabrik Streiks niedergeworsen und während der Okkupation Odessas mit dem österreichischen Stab Beziehungen unterhalten, habe sich mit Spekulationen befaßt und die Sowjetregierung beschimpft. De? Borsigende des Betriebsrates ist aber Nagorny selbst. Alle Beteuerungen Beumstrachers, daß die Anschuldigung«: aus der Luft gegriffen seien, halfen nichts. Er erbringt Beweis« dafür, daß er bereits im Jahre 1915 mit seinem Vater, der übrigens nur eine kleine Werkstatt mtt fünf Arbeitern besaß, gebrochen, stets als Arbeiter sein Brot verdient, während der deutschen Okkupation sich illegal revolutionär betätigt Hab« und auch Rotarmist gewesen i«. Es hilft auch nichts, daß er im Jahre 1917 Borstaradsmitglieb des holzarbeiterverbandes und im Jahre 1913 Mitglied der Revisionskommission desselben Verbandes gewesen war. Beumstracher wird aus dem Verband ausgeschlossen, dos Wahlrecht wird ihm genommen. Man boykottiert ihn bei der Arbeit. höhnt ihn und macht sich über ihn lustig. Eines Morgens, als er zur Arbeit kommt, fehlt ein Teil seiner Bohrmaschine. Die Band« um Nagorny Hot mit Absicht sein Arbeitswertzcuz beschädigt. Die Schuld wird aber ihm zugeschoben, er wird mit dein Wort„Schädling" bedacht. Am selben Tage begeht Beumstracher seinen Todessprung vom Turm. Aufgehobene Sperre. Die Difserenien mit dem Restaurant „Bötzow am Alexanderplatz". Inh. Josef hinzmann� Kaiserstr. 1 Ecke Alexanderstraße, sind beigelegt: die Sperre ist hiermit auf- gehoben. Zentraloerband der Hotel-, Restaurant- und Cafe- Angestellten, Zweigverein Groß-Berlin, Elsasjer Str. 86/88.. ��reteGewerNchasts-Iuaeno Verlin. > Die Evrech stunde am greiiag. dem 27. De,ember. fällt aus. Die Zu«?«-». ,enlrale ist am Mon'aa. dem 30. De,rmier. zwecks«usflo;e der Milteilunasblätter füc den Monat Januar bis IS llbr„eöfincl. * ßefchäfite-Jtnseiger* Kontrorrrnzios! r Klappkamera sehr siabll, Lederbalgen m. la Aplanat 1:8 I. Vario 6X« 16.-. 6X12 IS— Prima 9X12 Kamera Triebeinstellung. Rahmensucher mi: Meyer- Trioplan, 4JS in Vario nur 47.5a— dito, iedocn Doppe'auszug mit dem erst- ;lassigen Steinhell D.-A Unoiocal 6,5 in Vano nur SO,—. Verlang. Sie Liste S Vöstenfrei. Muster unserer Papiere 0 25. 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Andere, die Vertreter des nmndschurischen und mongo- lischen Wels, in langen engen Damaftkleidern von hochgelber, fleisch- färben« oder blaßgelber Seid«, mit goldgelben Holzhütcn aus dem Kopf, die an umgestülpte Barbierschilder erinnern. Im Hintergrund stehen Musikanten mit Querpfeisen aus bleichen Knochen, mit Flöten- instrumenten, die wie Miniaturorgeln aussehen und durch eine metallene Röhre geblasen werden. Andere handhaben bronzene Schellenspiele in hölzernen Rahmen. Das Merkwürdigst« sind die kupfernen Posaunen. Zwei Mann müssen sie an Stricken tragen, «in dritter entlockt ihnen borstige Töne. Ein ungeheures Getös« und Geklirre bricht los. Muschclhörner tuten, es tönen die Trommeln, die an roten Stangen wie Fahnen getragen und mit hakenförmigen Klöppeln bearbeitet werden. Zimbeln und Schellenbäume rosteln, und die Flöten zerschneiden mit einem schrillen, regellosen Zickzack das Fortifsimo. Zwei Gruppen höllischer Tiermasken treten aus dem Viereck. Ein regelrechler Kontertanz beginnt. Es ist ein Maskenball am hellen Mittag, sein Thema ist der Kampf der dunklen und der hellen Dämonen. Schiangensrotzen, Hirschköpfe, Wölfe mit blutrotem Rachen, mächtig gehörnte Ochsenhäupter, grün« Drachengebisse um- ringen die helleren Gestalten. Alles löst sich dann ans in ein Schweben von weißen Gewändern mit breiten grüngelbroten Gürteln? schließlich bleibt nichts übrig als der Tanz eines einzelnen weißen Hampelmannes, der Arme und Beine abwechselnd ausstreckt und sich immerfort um sich selber dreht. Ein Schwärm von Masken nimmt ihn in die Mitte, rotgekleidete Fahnenträger mit schwarzen Dannern und hellblauen, dreieckigen Wimpeln bilden den Hinter- grund und schließen sich zum Zuge, der sich mm zu einem Rundgang um die Mauern des Tempels animacht. Mönche voran, hinter ihnen die Musik, die Würdenträger und der Abt mit einem tragbaren Opfertisch. Dann solgt dos Allerheiiigst« in«in« gelben Sanfte. Rur ein Knabe hat Platz darin, ein kleiner, gelbaekleideter Novize. doch er hält in den Armen ein« klirrende Buddhafigur, die so groß lst wie er selber. Eine besondere Kraft muß von dies« Figur aus- gehen. Neben den Trägern drängen sich Frauen um die Sänst«. Sie bemühen sich, sie mitzutragen, zu schieben, zu stützen od« wenigstens ein« der herabhängenden Quasten zu«fasten. Geputzt und zerlumpt waten die armen Frauen im Staube, stolpernd und mit ausgestreckten Händen. Die Menge bildet ein« Gaste und folgt neugierig mit schmutzigen Köpfen dem langen bunten Zug aus dem schattenlosen Weg um die Mauer. An allen vier Ecken wird Halt gemacht. Dann bricht jedesmal das Geknatter der Rateten los, die Posaunen blasen, die Sänfte wird niedergesetzt, der Abt, ein Tibetaner und sonst ein sehr gemütlicher Herr mit manchen menschlichen Neigungen, thront würdevoll auf seinem hohen Stuhl vor dem Opfertisch, umgeben von den grölenden Mönchen. Der Weihrauch in den kupfernen Kannen wird ange- zündet. Pfauenwedel z«te!len den Rauch, und eine Saat von Hirse- körncrn fliegt in weitem Vogen über d!« Köpfe. Langsam nähert sich der Zug dem auf freiem Feld stehenden Ehrentor. Alles tleltert Lber die Schwelle, dann hält die Prozession ihren Einzug in den weit geöffneten Tempeleingang und verstreut sich in den Höfen. Neugierige Chinesen hocken wie blaue Vögel in den Zweigen der Bäume. Gongschläge aus einem der fast zerfallenden Pavillons im Tempelhof« begrüßen die Ankommenden. Es lverden Tische in den Hos getragen, die Mönch« kauern nieder, singen mit tiefen Basten eine unendlich« Litanei, füllen zugleich ihre hölzernen Trinkschalen mit einer Suppe, die aus Tee, Schofsfett, Hirsenmehl und Salz bereitet ist, und jede Pause ist ein Schluck. Auch das zuschauend«, von Skepsis und Aberglaube ersüllte Dolk gerät an diesem Tag« in festliche Stimmung. Händler mit kandierten Früchten und faulen Birnen, die aus Stäbchen gesteckt sind, mit rotbemalten Kuchen und zopfähnlichem Oelgebäck haben sich auf den Schwellen des Tempels niedergelassen. Am Wegrano «öffnen Leute einen Handel mit allerlei Spielzeug aus Blech, kleinen Leuchtern, Wagen und Opsergeräten, Verkäufer von künstlichen «chmetterlingen, Vögeln, Affen aus Draht und gefärbten Borsten drängen sich durch die Menge. Draußen auf der Wiese sind Küchen- zelte aufgeschlagen, es entsteht ein wirkliches Dolksfest, mit dem Quaken der Ausrufer und lustigem Bogelgezwitscher. Alier ein Frühjahrssturm erhebt sich über der Stadt. Die zahllosen blauen Gewänder stattern im Wind, der Staub fegt über die niederen Mauern des Tempelgartens und hüllt den uralten Ehrenbogen vor dem Tempel in Wolken, die gelb und beizend in die Augen gehen wie Holzrauch. Das Haus der Mkingerschisse. In dem schwedischen Volks- museum auf B n g d ö ist jetzt eins neue Abtelluna eingerichtet wor- den. die das Jhaus der Wikingerschifse" heißt. Nach einem Bericht des„Kunstwanderers" kann man hier den seltenen Anblick einer ganzen Flotille von Wikinqerschiffen genießen, denn außer dem Oseberg und dem Gokslnd-Schiss haben noch drei kleinere, bisher vernachlässigte Wikingcrboote hier Unterkunst gefunden. Das Gok- ftadschiff. das größte aller bisher bekanntgewordenen Wikingerbaote, wird sich kn keiner neuen Ausstellung viel stattlich« präsentieren, denn die beiden Teile, w die es vor Jahrhunderten von Räubern zerschnitten morden«ar, sind jetzt sorgfältig zusammengefügt und restauriert worden, so daß das Schiff feine ursprüngliche Gestalt hat. Clark JCillon: �ßlll'leyS QllUin Dolly Surfet) war zwar nicht gerade das,, was man einen „schönen Mann" nennt, aber er war sicher ein braver, sympaihischer Junge. Aber da« von den Frauen nie besonders verwöhnt worden war. gelang es Flora Hood, als sie es darauf anlegte, leicht, Dolly in ihre Netze und dann an den Altar zu locken. In der vierten Woche ihr« Ehe sagte die liebende Gattin eines i Tages ganz unvermittelt:„Wenn du je aufhören würdest, mich zu lieben, so würde ich mich töten." Wenn Dolly«in Mann gewesen wäre, so hätte er sich durch diese durch nichts gerechtfertigt« Bemerkung gereizt gezeigt, so aber tat- schelte er seiner Frau nur zärtlich die Wongen und tröstet« sie: „Aber Schatz, aber Liebling!" Nun hörte Flora für einige Zeit auf, sich mit der Zukunft zu beschäftigen und sie wendete ihre Aufmerksamkeit einmal der Der- gangenheit zu. „Warum nennt man dich Dolly," fragte sie, während sie auf seinen Schoß kletterte, ,cho du doch eigentlich Dolliver heißt? Nicht wahr, irgendein verliebtes kleines Mädchen gab dir den Namen? Nein, nein, lache nicht, erzähle es mir lieber, wie alles war. Hast du viel geküßt? Habe doch Vertrauen zu deiner kleinen Frau!" Dolly wollte nicht sein« ereignislos« Bergangenheit bekennen, um nicht in der Achtung seiner Frau zu sinken, und darum sagte er bloß:„Sprich nicht davon, Kind, die Erinnerung schmerzt." Flora hüpfte von seinem Schoß herab„Du hättest mir schon alles vor der Hochzeit eingestehen mästen," schluchzte sie,„damit ich nicht hinterher die Betrogene bin. Ich kann dich nicht mehr lieb- haben." Dolly wunderte sich in seinem einfältigen Herzen sehr über die Frauen. Aber er tröstete nur wieder:„Aber Klein«, aber Kleine!" Der Mann wurde jedoch noch nicht geboren, der mit diesem ./Iber, aber!" eine zornige Frau beschwichtigen kann. „Ich will nicht wie«in Baby behandelt werden!" rief Flora und stampfte mit dem Fuß, um zu beweisen, daß sie kein Baby sei, und fing gleich jämmerlich, zu weinen an. Und endlich begann Burley mit seinen Geständnisten. Er ge- stand, daß sie die einzige Frau sei, die er je geküßt habe. Aber Flora wollte diese Erklärung nicht hinnehmen. Das war es ja gar nicht, was sie zu hören wünschte. Lieb« den Verdacht bestätigt finden, als jeder Handhabe eines neuen Angriffs beraubt zu sein. „Belüge doch deine Frau nicht auf so törichte Weise," sagte sie höhnisch.„Jede andere Frau, die dich hörte, würde dir ins Gesicht lachen." Eines Tages, im elften Monat ihrer Che,«hielt Flora einen Brief von ihrer Tante, die sie erzogen hatte. Di« alte Dame war krank, und sie bat Flora für eine Woche in ihr Provinzstädtchen. Flora sah ein, daß sie gehen müsse... aber Dolly, der arm«, hilflose Junge! Was.würde er nur ohne sie anfangen? Oder— halt, was würde er wohl anfangen, wenn«r wieder einmal sein« Freiheit hätte? Dolly begleitete seine Gattin zum Zuge und«hielt dann seine festen Instruktionen. Und er kam wirklich zum Diner heim, aß ellig und ohne Appetit. Dann griff«r nach einem Buche. Aber das Haus erschien ihm so leer und öde... und dann wurde er nervös... und endlich nahm er Hut und Stock und ging aus dem Hause. Um neun Uhr, dann wieder um zehn und elf Uhr läutet« die Telephon. glocke in Burleys Haus wie wild geworden. Feau Flora hatte sich überzeugen wollen, ob ihr Gatte, ihrer Anordnung gemäß, zu Hause sei. Von tausend Teufeln gehetzt, ellte sie am nächsten Morgen heim« wärt?— und sand den Gatten mit Fieber im Bett, da« sich im schlechten Wetter des vorigen Abends erkaltet hatte. Burley erwiderte nichts auf die Sturmflut von Berdächtigungen. die sich nun über chn ergoß, weder gereizt, noch ruhig, sondern« räusperte und schneuzte sich nur fortwährend. «' Burley war wieder gesund und ging in sein Bureau. Einige Tage später— die Ehegatten saßen gerade beim Früh- stück— brachte der Briefträger eine Postkarte, die Flora m Empfang nahm. Sie beguckte sie von beiden Seiten, stieß einen Schreckencruf aus und reichte sie Dolly hin. Dolly errötet« heiß. Das wor sicher keine Kart«, die einer Gattin Freude machen konnte. Das Bild auf der Rückseite stellte eine fidel« Gesellschaft dar, und darunter stand von weiblicher Hand geschrieben:„O, du süßer Dolly!" Dolly war entsetzt. Wer konnte sich. Floras Elsersucht kennend, diesen Scherz erlaubt haben? Floras Kopf lag schon auf der Tischplatte, und sie schrie wie eine Besessene:„O, meine arme, tote Mutter, ich wollt«, ich läge bei dir!" Dolly schwor, an jenem Abend, an dem Flora abwesend gs- wesen war, ganz allein in einem Kino gewesen zu sein, aber nichts half, nichts fruchtete. In elendem Zustande ging Burley in fein Bureau. Floras ver- zweifeltes:„O, wie konntest du nur!" stets im Ohr. Endlich fiel ihm ein Ausweg«in. Er wollte zu seinem allen Freund Teddy Swn« um Rat. Der würde schon etwas wissen. Und Freddie wußte auch Rat. „Ich will." sagte er,„heute abend in dein Zimmer stürzen und rufen:„Hallo, Dolly, hast du mein« Karte bekommen? Feiner Scherz gewesen, was?" Ganz glücklich kehrte Dolly zum Diner heim. Und ein wenig später kam der dramatische Moment: die Glocke schlug an, Freddie trat ins Zimmer:„Nun, wie geht's euch verliebten Leuten? Sag', Dolly, bekamst du heut« morgen meine Karte? Habe ich die kleine Frau sehr erschreckt?" „Ach, Sie Bösewicht!" rief Flora erleichtert aus.„Und ich habe mit Dolly gezürnt, weil ich dachte, die Karte käme von ein« Frau." Und da Flora lacht«, konnte sich Dolly erst recht nicht genug freuen. Guter, aller Freddiel Freddie blieb noch zehn Minuten, dann empfahl« sich. Burley begleitet« den Freund mit- vielen Danksagungen an die Türe. Als er dann wieder bei femer Frau war, sagt« er:„Ich wußte ja gleich, daß es«in Scherz sei, aber an Freddie hatte ich nicht gedacht." Da sah er seine Frau an— das Lächeln erstarb auf seinen Lippen. „Glaubst du denn, ich weiß nicht," stieß sie wutbebend hervor,„daß du diesen Esel Freddie batest, für dich zu lügen?" „Beweise das! Beweise das!" schrie Dolly in höchst« Ver« zweiflung. „Ich habe nichts zu beweisen," sagt« Flora kalt.„Du weißt ea selber, daß Freddie diese Karte nicht schrieb." „Wer schrieb sie also denn?" beharrt« Dolly kriegslustig.„Wer schrieb sie, wenn ich fragen darf?" „Wer sie schrieb?" schrie sie in höchster Wut.„Nun, ich wünschte schon lange, dich entlich bei einer Lüg« fassen zu können, d« Heuchler, und nun faßte ich dich. Weißt du nun endlich, wer 1\e schrieb?"■; wmy möbm: tRevolution am„Alex" Alexanderplatzl Lichtströme fluten, gleißen, leuchten, kämpfen i miteinander und verebben im Dunkelblauschwarz des nächtlichen i Großstadthimmels. Hier ist ein Zentrum der Weltstadt, hier quirll > das Leben, der Atem Berlins. Hier ist Völkergemisch, hier gibt ! es Klassen- und Rassengegensätze. Hier kämpft das Reue mit dem Alten. Die Stadt wird noch einmal geboren! Aus den Trümmern der Vergangenheit ringt das Neue der Vollendung entgegen. Das Neue sind die unerhörten Bauwerke, die nicht in den Himmel, sondern in die Erde wachsen, die unterirdischen Straßen und Bahnhöf«, die die Menschenmassen der Oberfläche in die Unter- welt hinabziehen sollen, damit Platz werde auf Erden und allen— auch den Unterirdischen— ein Wohlgefallen. Berlins Straßön sind zu eng. zu klein geworden. Berlins Einwohner mehren sich ohne Unterlaß. Sie alle pochen auf ihr gutes Recht, in Berlin zu wohnen, zu fahren und zu gehen. Dazu kommen die Fremden! Jeder einmal in Berlin, jeder einmal am Alexanderplatz. Wer Berlin begreifen will, muß setzt zum Alexanderplatz pilgern, gerade jetzt! Dort ist Wildwest, das mutet an wie eine Goldgräberstadt mit Jahrmarktsbuden, holprigem Pflaster, hölzernen Zäunen, dazwischen Sand, Bohlen, Zketten, Krane. Karren und Blusenmänner. Lasten wir die sinnverwirrend« Oberfläche etwas unter sich, steigen wir hinab in die Tiefe, die hinter den hölzernen Zäunen gähnt. Eine ungeheure Schlucht, über die auf noidürftigen, aber doch stabilen Straßen Autos, Omnibusse und andere Gefährte in ununterbrochenem Zuge fahren. Dies« Schlucht ist«in Bergwerk mitten in der Stadt. Man stelle sich vor: Berlin als Bergwerks- stodt, etwa wie Esten, Hamm, Bochum und andere Städte Im deutschen Westen. Ein sinnverwirrendes und doch wohlgeordnetes Durcheinander von Balken, Trägern, Stützen und Leitern erfüllen die Schlucht, die aus einem tief in die Erde gesenkten Betontasten gebildet wird. Ein ganzer Wald wurde niedergeschlagen, um diese gewaltige Betonwanne zu bändigen, die mitten im Grundwasser ruht, die aufschwimmen oder bersten müßte, wenn die Stützen, die Bohlen und Träger sie nicht unverrückbar festhielten. Und immer neue Beton- und Eisen- und Hülzmassen werden in die Schlucht gesenkt, und sinnvoll zu Treppen, Bahnsteigen, Gleiskörpern, Stützen und Decken und tausend anderen Dingen zusammengefügt, bi» endlich die riesige Betonwanne in den größten U-Bahnhof Berlins umgewandelt ist. Vom Osten, vom Norden und Süden her und später auch vom Westen lausen die unterirdischen Straßen in diesen Bahnhos hinein. Sie überschneiden sich dabei, so daß die Züge in zwei Stockwerken übereinairder dahinrasen werden. Durch ein« Spalle blitzt das Licht fahrender Züge: Menschenmaßen werden schon heute durch die Schlucht am Alexanderplatz geschleust. Die alte vom Nordring her kommend« Strecke mußte unterfahren werden, ohne ihren Betrieb zu gefährden. Luftdruckwertzeuge toben, Hammerschläge fallen. Sögen knirschen: hier wird die Zukunft Verlins in die Erde gebaut! Aber das hat man früher auch getan! Alle Häuser mußten«st in die Erde gebaut werden, bevor sie in die Höhe wachsen dursten. Ihre Fundamente müssen heute gestützt, gesichert, abgefangen werden. Nicht einen Millimeter dürfen sie sich von ihrem Platz« rücken, nicht den kleinsten Riß darf das Mauerwerk aufweisen! Das ist Präzisionsarbeit mit grobem Werk- Zeug! In dieser Unterwelt ist es kühl, ja es ist still für den. d« soeben aus dem Treiben der Oberwelt hinabgestiegen ist. Aber auch hier wird gekämpft mit den Feinden des Werkes. Hinter jeder Ecke sitzt ein Teufel, lauert der Unfall, kauert die Gefahr. Tausend Kräfte stützen sich hier gegenseitig. Eine muß sich auf die andere verlassen können, keine darf versagen, sie alle müssen aushallen, bis Menschengeist und Menschenhand sie freigibt. Die Stadibahnzüge donnern über diese Schlucht dahin, welcher Fahrgast denkt an die gewaltigen unterirdischen Brücken, die ungeheuren Hilsskonstruk- tionen, die die Gleise der Reichsbahn am Alexanderplatz geradezu „auf Händen" tragen, so daß man neue Kanäle, neue Straßen unter der Königstraße graben kann? Wer denkt daran, daß jeder Schritt am Alexanderplatz ein Schrttt über«inen Abgrund ist? Wer denkt daran, wer von den Tausenden und aber Tausenden, die Tag um Tag über diesen Platz im Herzen Berlins hasten? Und trotz Bergwerk und Wildwest ist der„Alex", wie Ihn d« Berliner oertraulich nennt, doch der Platz ein« Weltstadt! Da ist der Bahnhof der Reichsbahn. Elektrische Züge folgen in endloser Kette. Fernzüge fahren behutsam in die Halle. Di« schweren Lokomotiven sind hier ganz bescheiden, langsam, vorsichtig. Dann die Zentralmarkthallel Berlins ewig hungriger Magen muß immer wieder gefüllt werden. Alles, was die Nähe und die Ferne auf fruchttragenden Acckern erzeugte, das wand«t hier in diese Halle und aus ihr hinaus m ungezählte kleine Läden und Haushaltungen. Und dann die großen Warenhäuser: Die lieben Konkurrenten. Wert. heim auf der einen. Tietz auf der anderen Seite. Das ist ein Licht- reklamefluten, ein Werben, ein stummes, ununterbrochenes Rufen: Kommt herein, herein zu mir, immer herein, ihr sollt, ihr müßt. ihr werdet kaufen! Lichtrufer in der Wcllstadt! Dann ist die Nachtseite Berlins da. die hell erleuchtete Münz» straße, die oberirdische Straße der Unterwelt Berlins mit ihren zahlreichen dunklen Nebenstraßen Hier werden„billig erworbene" Waren an den Mann gebracht. Hier geben sich die Ganncven und Schicksen ein Stelldichein. Arme, gehetzte, rassinierte, gemeine, gut- mutige Menschen, Diebe, kleine und große Hochstapler. Nepper, Falschspieler, Bauernfänger und wie sie olle heißen mögen, daneben ehrbare, wohlhabende Bürger, Zciwngsfrauen. Proletarierkinder, die mit Schuhscnkeln, mit Streichhölzern und ähnlichem karge Pfennige verdienen wollen. Die Münzstraße strahlt aus auf den Alexanderplatz. Am„Alex" treffen sich zwei llveltenl An den „Alex" grenzt das Whitechapel Berlins. Und darum ist es auch ganz selbstverständlich, daß auf der anderen Seite das Heim der Ordnung und Sicherheit, dos rote, olle. häßliche Brckstelnhaus des Polizeipräsidiums steht. Das ist die aus- gleichende Gerechtigkel!, die am„A!ex" oerstnnbildllcht ist. Die Polizei regelt olles: die Oberwelt die Unterwell und den Verkehr. Hut ab vor den Derkehrsschutzleuten am verkehrdurchtränkten„Alex". Das ist Nerrenarbell, die m'tt Umsicht zu leisten ist. Das ist mehr als Razzia und anderer Derbrecherfong. Dieser Verkehr und diese Gegensätze machen den„Alex" za einem Platz der Wellstadt! Jtr. 603• 46. Jahrgang 4. Beilage des Vorwärts Mittwoch, 23. vezember 4929 Die Leihbibliothek im Torweg. Das ist Im Norden, auf Pankow zu, der Gesundbrunnen ist nicht weit. Da ist in einer der vielen Straßen ein T o r w e g, ein Tor- weg wie alle anderen auch hier in den Quartieren des schuftenden Elends und der arbeitenden Armut: grau und verräuchert, ab- bröckelnde Wände. Aber genau besehen ist dieser Torweg doch nicht so wie alle anderen, er hat etwas, das ihn aus der Masse der simplen Allerweltstorwege heraushebt: er hat in feinem Inneren— eine Bücherei,«ine regelrechte Leihbibliothek! Da hat also irgendwer in kluger Erkenntnis der Buchernot und der bibliophilen Mentalität des Nordens mitten aus der Straße ein« Bucherei eingerichtet, um dem Arbeiter und dem kleinen Fabrik- mödchen, die beide es zur Arbeit und aus dem lsemiweg immer eilig haben, die Zeit für die Laufereien zu einer wer weiß wo liegenden Bibliothek zu ersparen. Der Büchermann hat, well«r richtig kalkuliert«, großen Zuspruch Er leiht an Leute, die stch mit Quittungskarte, polizeilichem Anmeldeschein oder sonst einem amtlich gültigen Ausweis legitimieren können, gegen ein Pfand von M Pfennigen aus, wie die anderen Bibliotheken auch, nur eben billiger; und als Leihgebühr nimmt er, dem materiellen Können seines Publikums angepaßt. 10. IS und 20 Pfennige die Woche, je nach Umfang»nd Wert des Buches. Der mehr als 1000 Bande aufzählende Katalog, ein dickes Diarium in Wachstuchleder, ist von den vielen tausend Händen, die ihn täglich vor Arbeitsbeginn mtb nach Arbeitsschluß durchblättern, arg abgegriffen. Do» Goethe über Karl May und die allgegenwärtige Eourths-Mahler bis zu Tovote. Dallace und Jack London ist, reich nuanciert, sa ziemlich alles vorhanden, was fe von Dichtern, Mittelmäßigen und Nichts- könnern für die Bibliotheken der Welt zusammengeschrieben wurde. Es wird zum größten Teil„schöne" Literatur. Belletristisches geführt: ab«? auch viel Tropen, und?lbenteur«rromane— und sie werden bevorzugt gefragt und gelesen, denn am ehesten lassen innner noch die bunten und aufregenden, in allen Zonen der Welt und aus allen Ozeanen der Erde sich abspielenden Abenteuer die ewig arbeitende Menschheit die Misere des Schicksals vergesien, Ein paar Bücherkisten, hochgestapelt bis unter die Decke des Tor- wegs, und einige Schemel stehen da imnwr in herum, und aus ihnen hocken die, die sich aus Bildungseifer oder Biicherliebe gleich an Ort und Stelle m die geheiideten und gebundenen Bände oertiefen: manche vergesien darüber Zeit und Ort und flßen, versunken in die ge- schrieben«« Herrlichkeiten, m dem kalten Torweg an der Straße wie in einem behaglich geheizten Lesekabineit. Zirkus Hagenbeck in Verlin. In das Gebäude des Zirkus Busch ist der Zirkus der Hamburger Brüder Heinrich und Lorenz Hagenbcck enmezogen. Es war ein sehr liebenswürdiger und sehr glücklicher Gedanke, am Montagabend£hre Generalprobe durch Vermittlung der Berliner Ortsgruppe des Neichsverbavdes der deutschen Press« der Berliner Presse im weitesten Sinn«, serner aber auch den vielen Berliner Walsentindern zugänglich zu machen. Der Zirkus war denn mich bis zum allerletzten Platz— ausverfchenkr. Bei den H'geirbccks üderwicot natürlich die Tierdressur, Herr Gantier »uhrt 16 bildschöne Trakehner und sechs Ostpreußen vor. Ruhm und Stolzdeutscher Pferdezucht. Lydia Walter st eins hohe Schule ifi bekannt. Adols» o n y ö» führt v brasüuuii|che Maultier« vor, Albert Ieserich sibirische Maultiere und Zebras, Aap'tön Decker Seelöwen und Walrosse, Hundrieser eine riesige Herde Elefanten. Das Lustigste und Tollste sind die F i l m a f f e n aus Hollywood, das Großartigste Schillings gemischte Raubtiergruppe: Löwen. Leoparden, Tm<-r, weiße und braune Boren, Dies« beiden großen Nummen müssen, so schwer e? sein mag, gekürzt werden. Eine echte, großartige Zirkilsnnmwcr sind die 1 0 O t a v i s. die an Kühnheit die berühmte» Eodonas übertreffen. Bester Zirkus auch die dreifache Parforce der Damen Dnlinde, Elvi« und Odette, Brillant der argentinisch« Reitakt der Damen Konyot. Clotrm? sind genug da, man saßt sie aber nicht zur Geltung kommen. Zwei oder drei gute Sonderclownnummern werden immer gern gesehen Die Tiere befinden sich in einem glänzenden Austand, und es fehlt ihnen nichts als— die Freiheit. Hagenbecks brauchen um einen Erfolg in Berlin Nicht besorgt zu sein.__ Weihnachtskonzerte de» Philharmonischen Orchester». Am 1. und 2. Weihnacht-seiertag finden in der Philharmonie um 19!4 Uhr Konzerte des Philharmonischen Orchesters, Dirigent Prof. 3. Prümer, statt. ginfftiMmgen f3r bl*fe RubrU si»d 0 e r 1 1 n SA 68. Liudeuitratze 3. parteinachnchten /!5|| fürGroß-Verlin stets an(tat f ejtr(»(«(r«tortai 2. Kot. i treppen recht», in richten 5.»rei« ffriekri�etnin.«onnaSenh, 38. Seiembet, 18 Ul>r. ftunlt'ondr, fitums Ulli um IS Uhr Sitninq ic» Sitfiinotftanie» mit sämtlichen Ai. teitui'N-teltein in der Dtaikusstr. 49, zwimcr 29. 7. Brei» c hartottei bnm urd Lpnnda». gurist schc Tpreckstuni« an� Conn- abend, dem 28. Z�ikinbcr, rem 17—18 Uhr, im Iullcndhcim S.ostnenftr. 4. Neleaerieit»um Nirä eraneteltt! 18. Brei» Wcihcn'ee. Conrabend. 28. Tcieinber, 19 Uhr, bei Galla», Lehder- stragc, wlch�a«?orsiaiiisl!tiuna m t allen Abteilunasleitern. 8. Abt. Mittwoch, 25. Deiember, fällt die Mitgliederversammluna au«. zz. Abt. Di» Barten /ur Protein eggen sselerstiind« müssen noch heute Mitt- iroch abaerechnet wlrden. 9IIIe nicht»urnclaeae'«neu Narien ael'en al« verlautt. Desgleichen sind die restlichen DstcherlreisbäntX ab»uholrn. ZNorgeu. Donnerstag. 2S. Dezember. gZ. Abt. Steglist. 1B!4 Uhr Bethraff t»?»!« Im Porlrestourani Sädenb«. All« xerossen werden gebaten, mit ihren Bindern daran teUrnuehmen. Ab ZI Uhr Dorz. tin. Abt. Lichtenberg. Deidna»t,seier verbunden mit einer Velidernn« nniercr Allen tUtd der«an« Bleinen. Anschli-kerd ncmtitllchc»«eilammruscin. -im Logeukasw». Bnorrprswenad« 2. SaaUfsnnu« 17 Uhr. S-ginn 18 Uhr. «intiMsirei» 50 Vf. Borten fird noch bei den I»e,lrk»!osster«rn r» boben. Di«»rtslolsterer meiden gebeten, die nicht»arloulten Bort», mit- 117. tcubero. 1« Uhr Welhnocht,s»icr im Lokal b?» Stäbtis den?lust» b-d'o, BSvenlckee Shansse«. Ansch liesterd qcmtMiche, Aeisammeriein. Sitie'tt steil All« Genossen sind mit ihren Angehörigen herzlichst bo»n eingeladen. Areitag. 27. Dezember. 18. Abt. iS Uhr Weihnachtsseier im»rohen Saal» der Schnltheih-Pastenhoser- Aranrrei, Dhansseesir. 84. Alle Genossinnen und Genossen werden nm idr Erscheinen gebeten. 85. Abt. Tempelhos. 1» Uhr gemüllich«» Beisammensein im.Birkenwäldchen-, Monteusselstroh«. Nach bem Beisammensein der Binder NilmsarsSbrnngen nnb Bortrög». Ao spräche,. Reu Sestpbnl- Sonnabcud. 2S. Dezember. Z. Abt. Die Bedirksstihrer rechnen ihr« sämtlichen Wertbestände ad US Uhr ad. 14. Abt. 18 Uhr im Swinemünder GesellichasUha«». Swine mstr de» Str. 42. Äcier für unsere Barteioeteranen. Nebilet! Wilbciw Miethk«. 22. Abt. Kumorualle» Iahteser.be um 18 Übt im gtohrn Saas« der Kochichnl. beapetei. Amrumer Straha. Mitwirkorbe! Berliner Ult-Ttio, Gesang- »erein.Rorgengranev". Sportki»b.kiniakeit-, Mnstk. Eintritt einschlieh» sich San* 75 Bs Barten sind bei allen Isunviooöten. s»«i« i» de».A»». wart-'-Speditio». Utrechter Strahe. jv habexi. Horten 11 Vdr. tm Groben Sdiaasptei' Ganse. Proleiarfidie Feierslande Krciuzug der ffasdilne Werk der Masse für eenrsditen Chor» Einrelsprecher- Sprechchor und Kinderchor mit Orchester- Worte von Lob« Fmk» Musik v. Artnr Wollt■ Ansprache Alexander Stein Mitwirkende: Berliner Volkschor und sein K'nderchor» Berliner Sinfonie- Orchester, Gesamtlehung: Dr Ernst Zender• Einzelsprecher: Heinrich Witte, Gustav Knoih. beide vom Staatstbeater ElnirUispreli 1,50 H elnsdiileoudi GcrderobenaOLaOe IM. Abt, griebrtchohagen. Bo ran,«ige! Am Sannabend, dem 28. Pucntbet, im «»peil Saal de» Gesrllschastshanie». ffricdtichsbagrn. griedrichstr. 1Z7, iLeihnachtoseier. Progtamm- Bonsert. Gesangnorträg«. Proioo. Anspssd», Vnlchssrträge, Festspiel her Birlietsrranbe.?upsgejgenkoi-,«rt. Roch Ab» lchlnh b«, Proarawm» stirdetbelchernng vnb Tanzt. Saalalsnung 1812 Ilde. Beginn s» Übt. Eii>tritt»ptei, einschchiehlich Stcper und Ton, 75 Bl. Sonntag, 29. Dezember. 44. Abt. IubiUtieiet und Weihnachtileier im a rohen Soolr nnb Saal b de, Gew-rlschasteboule». Enociuirr 24-25. Zeitaniptoche! Barl Kestscholb. Baisenäiinanq I» Übt. 1? Uhr. E! a irittskarteo urn« Preis, non 7Z Pi. sirb bei den Be,irasi, Dauorschulei- str. 72, Vortrag: „Die'.Trau in der Dichtung" iernsse und heitere Ne�itat�oneu der Ge- nossin Griedel Lall). Anschliessend gemsitliches Beisammensein. 4lv. Abt. Ol'�rkchLnerrc'dc. 19 Uhr ZÄe-ilmnchtsse'er in Mörners Blumengarten, Ostendstrasse. Anschliessend Dan�. Eintritt frei. 116. Abt. Erürau. 18 Uhr bei Weinier. äovemefer Skr. 125. Weihnachlsfeier. Referent: Hanns H. �amm. Sonniag, 2g. Dezember. 124. Abt. Mahl-bors.'8 Uhr.Bunter Ahenb-' im Lokal Ander». Bahnhos. stiaße. Ansprache der Genossin Blara Bohm-Schuch. M. b. B.. Bezirksausschuß für Arbeilermohlfahrl. 8. Brei» Wilmerebors. Weihnachioseicr der Ardeiterwoh'iahrt und Binder- freunde im Sp'egeisaai der �ohann.Georg.sfeslsale i» der llohann�heorg- Straße lg am ssreiiog, dem 27. Dezember. 17 Uhr. ftaffee und Buchen für jede» Bind frei. Eintritt 40 Pf. Jeder Erwachsene hat 2 Binder frei. Gesang und Spiel der Binderftcundc, Basperietheatee. Danach gcmüiUäie» Bei- sammensein. Arbeitsgemeinschaft der Sinderfreunde Grofz-Berlin. Mariendorf. Am 28. Dezember, findet im Mali. Chaussee strasse. eine Weih- nachtsfeier statt, die von der �rauenaruvve Wariendorf veranstaltet wird, woran wir uns sämtlich beteiligen Beginn der sseicr um 18 Uhr. Geburtstage. Jubiläen usw. 4. Abt. Am 28. Dezember feieet unser Parieipateron und zunttionär Wilhelm BuiUri seinen 75. Stfutittaa. Wie gratulieren ihm hetztichst nnb msinstfen ihm noch»tele Zahr» der Mitarbeit in nnierrn Beiden. 88. Abt. Unserer bewährten Genossin Lulle Leedcl. Batnimstr. 15, zu ihrem 80. Geburtstage am 25. Teumbei die betzlichsten Glückwünsche. Sterbetafel der Groß> Berliner Partei- Organisation I 108. Abt. Köpenick. Unser Eeiioss« August Sitanz, Stubtnrauchstr. 11, ist im 56. Leben»jähre am 22. Dezember»erstorben. Ehre seinem Andenken. Ein. Sicherung am iZreiiag. dem 27. Dezember. 15 Uhr. im Nremawrium Baum fchulenweg. Wir bitten um rege Beieiiigung. SozialistischeArbetterjugendGr.-Verlm Änsendnngen für diese ZivdeN nn« an da« Zogendselreiorioi Seelin«25»»8, rmdensieat« J Da» Sekretariat ist am Z. Feiertag geschlosse»' heute, Mittwoch. 25. Dezember. Brunnenplast: ssahrt nach isreienwalde. Uchicnhagener Bült». Treiwuntt 17>4 Uhr Bahnhof Ersundbrunnen. Lichterseld«: Seim Albrechtstr. 14». Weihnachtsfeier.— Schvneberg Vi ffahrt nach.Bossen. Treffpunkt 8 Uhr BWP— Neukölln TT und VII: Bummel durch die Stadt. Treffpunkt s Uhr Bahnhof Hermann straße.— N-nkSlln III: Reuiahrsfahrer! Alle Teilnehmer müssen bis«im 27. Dezember beim Getieften Kirsche. fvetfutiSsir. 12. 1 R. Anzahlung geleistet daben. Morgen, Donnerstag, 25. vezember. No Ichast n: Seim Danzigei Str. 92..Das Saht 1928.*— Böpanicker viertel. Schule Wrangelsir. 128. Weihnachtsfeier.— Westend: Beim Sport. plost Westend. Weihnachtsfeier.— Ziehlenborf: Sonnenwendfeir in der Zugend» h-rber«e Nikolassee.— ssalieuberg: Seim auf dem Gut-Hof. Sulkigpp.— Sieiuiüeudors.vst: Seim Lindauer Straß«. Weib— mtsfeier.— Pankow in Seim Görschftr. 14 Sonnenwende. SS«. Neukölln- Skifahr.rl Treffpunkt 181h Uhr«sirlister Bahnhof s Salle). Freitag. 27. Dezember. 19 X Uhr. Arkoxaplast: Schul» Elifabrihkirchstr. 18. Bortra«:.Brinrich Sille�.— Ge- wertschaltohauo: Schul« Böpenicker Str. 125. Vortrag:-Unsere Zusammenarbeit Mit den Binderfreunden".— Zentrum: Seim Land»her« er Str. 50 Weih. nachtsfeier.~ Kausa: Seim Bochumer Str. 8t>. Se'mabend.— Moabit I: Schule Waldenferftr. 20. Bortrag:»Burschen und Mädel in der EAZ.— Moabit Tl: Seim Lehrter fite. 18—19. Bortrag:„Die sozialistische ffamilie�. II Teil.— Arnswalder Plast: S«m Nastenburger Straße. Bortrag:..Büch- blick und Ausblick".— Arnswalder Plast II: Schule Pasteurstr. 44—48. Bunter Abend.— Ualkolnst TT: Schule Sonnenburger Str. 20 Bunter Abend.— Kelmdokstplast: Seim Daniiger Str. 82. Bortrag:„Wie baut stch unsere. Grunvenarbeit an'?"— Wörthrr Plast: Schule Bastgnienallee 81. Srimabrnd. — igarfchaner Biertel: Seim Litauer Str 18. Reichstgssißuna.— Warfchoner viertel in.-fi.): Seim Litauer Str. 18. Bunter Abend.— Schö»ban'er Bor. stadt: Achtung. Zusammenkunft Gruppe n um A Uhr„Sozialisten-Gcke�.— Böllnischer Pari- Seim Wa'fenstr. 18. Bortrag:„Die neuen Stadwäter»nn Berlin"- GharlottenbvripSüd: Seim Gportplast Goethestra8e. Taaesnolitik. - Lichterielde- Seim Albrechtstr. 14-!. Bunter Abend.— Mar>«udnts: Alte Schule. Dorfstr. 7. Bun'er Abend— StenNst: Seim Albrechtstr 47. Weihnachtsfeier.- Neukölln ni: Keim Beraftr. 29 Bunter Abend.— Neukölln TT; Seim Treptonxr Steaße. Bunter Abend.— genen-ck- Borbereitung»ur Weih- nachtsfeier— Nirderschöneweid«: Weihnachtsfeier der Niederschönweider Bor. tri.— Lichten Heeg. mitte! Keim Scharnweberstraße 29. Bunter Abend.— Pankow 11: Keim Görschftr. 14. Bortraa:.Das bedeutet uns Sonnenw-nde?" — Ncinlckendorf-Vst: Keim Lindauer Straße. Bunter Ahend— Tempelhof: Beteiligung an der Beransialwng im„Birkenwäldchen� um 17 Uhr. Werbebezir! Beeuzberg: Seim Wassertorstr. 9. Derbebezlrksoorftandsssstung. Werkebezirk UTeraarten- Weistnachtsfeier in den.Arminiu-''.ZZesiälen, Bremer Sllu 72. Beginn 19 Uhr. Werdebezirk Prenzloner Berg: Bet«ilT»ung o« Krauengdend des 4. Kreises im Ledigenheim Pappelallee 15 um 19 Uhr. Serhe bezirk Lichtenberg: Die Teilnehmer!: sten �ahresenbfeier' Blei». Bdri» müssen bei Theo Dichert abgerechnet werden. Werbebezirk Mitte: Ssnitadend. 28. Dezember. 19 Uhr. Werbebeziitspop- standssistung im Seim Landsberger Str. 50. Vorträge, Vereine und Versammlungen« Reichsbanner..�chwarz-Rol-Gold'. GefchZktssteli»: Berlin S 14. Sebgsiianstr 87—88. Sok 2 Tr. Gannoriwnd. Da« Gaubureau ist gm Tre'tag, dem 27. Dezember. «efchlossen.— BitHevbcra. Aaweradslbaft Gustav Tempel. Sic. WeTlinaAts�eier findtt nicht am 2. �eiertaa. sondern am Mittwoch, dem 2S DvZember(1. freiertaa), bei Kamerad Miebe, Mesells�aftsbaus.'lVriedvi'�'s-- selbe. Wilbelmssrasse. statt.,«fie Ltameradschast b?7t Bt« ans weibere«/ ibvt S-ssunaen ffden iVreitaq. 20 Uhr. bei.�antfrab Konow, frankfurter 9TIIfe 2V, ab.— Vassersvor�abteilunfl. firjj pberfrwe. Donnerstag. 26. Detzems«, 16 Ubr, W