Morgenausgavs Nr 604 A 304 46.Iähtg wr- WMG Verliner Voltsblatt Freitag 27. Dezember 1P29 Groß-Serlin 10 Pf. Auswärts 15 pf. Dt««( 0 t P a 1 1 i g c Nonpareillczeile 80 Pfennig. Reklame eUe v.— Reicks- mark,„kleine Anzeigest das euge» druckte Wo« 2b Pfennig(zulässig zwei settaedruckte Worte), sedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 16 Pfennig» jedes weitere Wo»t 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmrikt 'eile 60 Pfennig. Familienanzeigen Ze le v Pfennig. Anzeigenannahme imHaupl- gefchäft Lindenstraße 3. wochentäglich von 8'/, bis 17 Uhr. Äentvaloegan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redoktion und Verlag! Berlin SW 68. tiindenstraße 3 Ser»ft>r«cher Töuboil 233—297 Telegromm-Adr.: Soualdemokrol Berlin. Vorwärts-Verlag G. m. b. H. PoslllKeckkonwl Berlin S75SS.- Bankkonio� Bank der Arbeiter Angeliellte« und Beamlen. Wallstr KS Dt B n DiSe-Sei. DepoNienkasie Sinbenftt 8. Bnands Antwort an die Rechte. Fortsetzung der pariser außenpolitische« Debatte. Varls. 26. Dezember.(Eigenbericht.) SJn der Kammer, die am Dienstagabend ohne besondere Vorkommnisse und besondere Reden die außenpolitische De- batt« vertagte, kam es am Donnerstag bei der Fortsetzung der Diskussion zu einem ziemlich hestigen Zusammen st oß zwischen Tardieu. und der extremen Rechtsoppo- siition-, die Tardieu zu einer demerkenswerren Dcinporstrulion von der Kammertribiine aus veranloßte. Der Ministerprästden' hatte mitten in einer Rede des zweiten Vorsitzenden der Reparationskommission, des Abg. Dubais, der auf dos Hestigsie den Doung-Plan angriff, das Won ergrisfen, um zu erklären, daß die Regierung der unsicheren parlomen- tarischen Situation müde sei und die Kammer ge- zwungen habe, durch ein« eindeutige Abstimmung zu den außenpolitischen Problem« Stellung zu nehmen. Ehe die Rc- gierung im chaag und in London eine schwere Verantwortung auf sich nehme, werde sie oerlangen, daß die Kammer sich in ebenso eindeutiger Weis« für oder gegen sie ausspreche. Die Regierung sei sich bewußt, daß sie sich i n n« r p o l i t i s ch c n Gefahren aussetze, sie wolle aber nicht eine politisch« Situat'on fortbestehen •lassen, in der Abgeordnete, die der Regierung ihr Vertrauen aus- gesprochen hätten, trotzdem ununterbrochen von oer Tribüne der Kammer aus die Politik dieser Regierung angriffen. Zu Beginn der Sitzung sprach Herriol in einer eindrucksvollen Red« sich für das Briandsch« Prosekt einer europäischen Föderation aus. herrivt erklärte,'einer Ansicht nach fei der Vrwmdsche Plan nicht nur logisch und richtig. sondern auch unmittelbar praktisch durch ührbar. Es handle M) um eine neue Etappe aus dem Wege der D.rwirklichung des Friedens Man dürfe aber nicht an das Beispiel de? Zollvereins denken. Der Zollverein Hab, zu einer Einigung Deutsch! inds zugunsten Preußens geführt. Das sei d-r Grund zur Verpreußung Deutschland» gewesen. Frankreich wolle im Gegenteb allen i-nderen kleinen Rarionen große Rechte einräumen und lehne jeden versuch. die Idee des europäischen Zusammenschlusses zu einem Versuch der Porstellung einer Hegemonie Frankreich? auzzubeuten. ans da» entschiedenste ab. Der Gedanke einer europäischen Union sei daher der Konstruktion des Zollvereins durchaus nicht oergleihbar. Di« Gefahr einer politischen und ökonomischen Katastrophe stießen Europa unabänderlich aus den Weg zu seiner Vereinigung. Die wirtschaftliche Möglichkeit des Zufammenschlusies Europas ist unmittelbar gegeben. Es sei zu hoffen, daß Frankreich in kürzester Zeit in Genf einen präzisen und detaillierten Plan der europäischen Föderation einginge. Dieser Plan des Fried« as solle nur auf universell« Art verwirklicht werden. Eine geplante Lerbotsformcl gegen den Krieg könne nicht genügen. Es handle sich um die Schaffung einer Organisation, die gegen Kriegsv-rsuche au«b Sdnktionen ergreifen könne. » u b o t» erklärte, gegen Lrionds Außenpolitik gerichtet, der Aoung-Plon biet« Frankreich keine Gewähr dafür, daß Deutschland feine Verpflichtungen erfüllen werte. Dubais nahm dann aufs schärfste Stellung gegen die Räumung der dr'tten Zone, ehe die deutsche Schuld mobllsiert sei. Tordieu erklärte wiederholt, e» sei unrichtig, daß die Räumung der dritten Zone begonnen habe. In diesem Zusammenhang entspann sich eine etwas konfuse Dis- kusiion, an der sich die Abgeordnelen Marin, Franklin- Bouillon. Ministerpräsident Tardieu und Außenminister Briand durch Zwischenrufe beteiligten. Dann nahm Briand das Wort. Seine, mit größter. Spannung erwartete Rede ta der außen- politischen Aussprache In der Kammer hat sachllchtaum etwa» Reue s gebracht. Sie war ein mit gewohnter oratarischer Meisterschaft abgelegtes Bekenntnis zur Sache des Friedens und gleich- zeitig ein« dialogisch glänzende Verteidigung gegen die Angriffe der Rechtsopposition. Briand polemisierte zunächst gegen die Abgeordneten Franklin-Bontllon und Mandel, die sich in negativer Kritik erschöpften, ohne in der Lage.zu sein. seiner Politik«in anderes konstruktives Programm entgegenzusetzen. Der Dorwurs der Verzichtpolitik, den man gegen ihn «rhobf. sei.unberechtigt. Das habe lediglich die Lücke von ver- sailles durch Locarno ergänzt. Man könne veulschlaod, ein Vd-Millionen'volk, auf die Dauer ulchl durch Zwangsmaßnahmen beherrschen. Die Politik von Locarno sei n cht schlecht, weil diese Politik von Deutschland au-glng. Besondere ungerecht empfinde«r den Vorwurf, daß er die Interessen Polens mißachte. Als «r sich der o b e rschl« si s ch e n Frage annahm. Hobe es keinen Polen gegeben, der ihm nicht Dank dafür gewußt hätte. Der Locarnopakt habe auch den Vorteil gehabt, daß er den end- gültigen Verzicht Deutschlands auf Elsaß. Loth- ringen besiegelt«. Was den Anschluß betrifit, Hobe er niemals versäumt, auf die Gefährlichkeit der Anschlußpolitik hinzu- »«isen. Im übrigen sei er nicht der Erfinder des Anschluß- gedankens. Man brauche nur den Friedensvertrag nachzuksfen, um festzustellen, daß auch der Vertrag unter gewissen Bedingungen den Anschluß gestatte. Die Sache des Friedens basiere auf dem vertrauen, und es kämen immer wieder versuch«, das vertrauen zu erschüttern; das Volk sei immer noch eher geneigt, an einer heroischen Geste Gefallen zu finden als an Friedensreden.„Ich aber', erklärte Briand,„werde diesen Weg weitergehen bis zu meinem letzten Atem- zuge, auch wenn Flüche meinen Weg begleiten; denn dies ist mein Glaubensbekenntnis." - Jeder Staat könne aus sein« eigene Sicherheit bedacht sein, ohne deshalb, die Politik de» Friedens aufgeben zu müsien. Was die Londoner Konferenz betrifft, gab er zu, daß das Terrain vielleicht nicht gerade günstig sei, aber bei seder Konserenz könne man ja erst langsam Schritt für Schritt der Klärung des Programms näherkommen. Man macht mir Vorwürfe wegen der Räumung des Rheinlondes, jedoch der von einer parallelen Deklaration der Alliierten bestärkte Arttkel 43l des Friedensvertrages sieht vor, daß die Räumung beschleunigt werden könne, wenn Deutschland seinen guten Willen erweise, d. h. einen Teil der ihm auferlegtet» Verpflichtungen erfüllt hat Solange er Außen- minister sei. werde er aichk zulassen, daß man eine solche Derpslich. tuog bricht. Am Schlüsse feiner Rede fordert Briand die Kammer aus. klar Stillung zu nehmen. Wenn sie Mißtrauen zu seiner Politik heg«, so Hab« sie immer die Möglichkeit, durch Streichung eines Teiles des auswärtigen Budgets, die er mit der Der» trauen»frag« beantworten würde, ihn zu oerhinder», daß er im Haag weiter„schlechte Politik" macht. Er werde nur nach dem Haag fahren, wenn er al» Reisegepäck das Vertrauen der Kammer mit sich führen werd«. Di« Kammer habe sich zu entscheiden und die Verantwortung für ihre Meinung auf sich zu nehmen. Di« außenpolitisch« Aussprache wurde nach der Rede Briands auf morgen oertagt und die Kammer beschäftigte sich mu dem Amuestleeutwurs für Ltou Daudet verschieden« Redner der Linken, darunter H« r r> o'. der Sozialist M o u t« t und der Kommunist C a ch i n forderten, daß die De» gnadigung Daudet? mit einer Seneralan-nesti« ver- knüpft werde, ver diesbezügliche Antrag des Gen ästen Moutet wurde sedoch mit 303 gegen 260 Stimmen abgelehnt. nachdem Tardieu die Vertrauensfrage gestellt hatte, mithin erscheint dt« Begnadigung Daudet» gesichert. Feuer im Weißen Haus. W chtige Staa'Spaviere verbrannt. Washington. 26. Dezember.(Eigenbericht.) DaS Seitengebäude des Weißen Hauses, in dem sich die Privatbureaus des amerikanischen Staats- Präfidente» befinden, brannte in der Nacht vom Tienstagznm Mittwoch völlig aus. Zahlreiche wichtige StaatSPaPiere wurden ein Opfer der Flammen. El« Teil der wichtigsten Privatpapiere des Präfidenten konnte in Sicherheit gebracht werden. Der Schade« ist austerordentlich groß. Das Feuer ist durch tturzschlnst entstanden. Bankkrach mit politischen Folgen. Äelg.scher Kolonialminister Tfch offen zurückgetreten. Brüssel, 26. Dezember.(Eigenbericht) Aach einem unerwarkel telegraphisch einberufenen geheimen Ministerrat ist der katholische Solonialminister T s ch o s s e n zurück- gelreten. ver Grund de» Rücktritts ist der Zusammenbruch der Bank Ehaudoir in Lüllich. in deren Verwattungsrat Tschoffen auch während seiner Amtszeit als Minister geblieben ist. Durch den Bankkrach sind hunderte von kleinen Leuten mit dem Ruin bedroht Tschossen selber soll finanziell zugrunde gerichtet sein. Ein« gerichlllche Untersuchung ist gegen die Verwalter der Bank elngeleilei worden, um deren Verantwortung festzustellen. Der Rütrltt Tschoffens erregt starkes Aufsehen Er ist einer der hervorrag enl-sten Führer der katholischen Partei, rechnet sich zu den christlichen Demokraten und unterhält trotz seiner wallonischen Herkunft gute Beziehungen zu den Flamen. Er wurde allgemein als künstiger Ministerpräsident angesehen, und während der letzten Regierungskrise wurde er al» der wahr- lcheinlichst« Nachfolger Jasper» genannt Die beiden katholischen Führer, di« b e I b e Abgeordnete von L ü t t i ch sind, sind als Rivalen bekannt, die nicht viel für einander übrig haben. Die Ausschaltung Tscheffens, obfchon«in empfindlicher Verlust für die katholisch« Partei, ist Herrn Iaspar vielleicht nicht sehr unangenehm. Vor- läufig übernimmt Iaspar da» Portefeuille des Kolonialmmisterwm?. politischer Maffenflreik. " Kommunistische Tragitomövie in vier Alten. Die Kommunistische Partei taumelt zurück in jenen Kurs, den sie einst unter der glorreichen Führung der Ruth F.scher und Maslow verfolgt hat. Wie einst ist das Kern- stück dieser genialen Taktik die Auslieferung der Rathäuser und Gemeindeparlamente an das Bürgertum. Die zentrale Anweisung an die kommunistischen Funktionäre im Lande lautet, daß mit Sozialdemokraten über die Besetzung wich- tiger Gemeindeämter nicht verhandelt werden darf, daß Kommunisten nicht für sozialdemokratische Gemeindefunktio- näre stimmen dürfen. Diese Taktik hat ihre ersten Erfolg« zur Freud« des Bürgertums. gezeitigt— kommunistische Funktionäre, die der Stimme der Vernunft gefolgt sind und mit Sozialdemokraten verhandelt haben, sind gemaßregelt oder ausgeschlossen worden. Der Zweck der Uebung ist. die Gemeindevertretungen zu diskreditieren und den Eindruck bei den gläubigen Kommu- nisten hervorzurufen, als sei jeder Versuch positiver Arbeit für die Arbeiterschaft in den Gemeinden ergebnislos. Diese Taktik ist die Antwort der KPD. auf die Niederlage, die sie allenthalben bei den Gemeindewahlen erhalten hat. Sie ist um so hirnverbrannter, als das Bürgertum darum kämpft, die Ansätze des sozialistischen Werdens in den Gemeinden zu ersticken. Die kommunistischen Drahtzieher wollen wieder einmal oerrückt spielen, und wieder einmal nach dem bewährten Schema der revolutionären Etimnastik. Mit der Bosheits- Politik in den Gemeinden und mit den Radaudemonstcationen Erwerbsloser beginnt die Reihe; Aktion— steigern— Ausstand wieder einmal von vorne. Natürlich wird sie wieder einmal in den Anfänjzen stecken bleiben, und die Leidtragen- den werden wieder einmal die Arbeiter sein, die sich durch das große Maul der Kommunisten haben verführen lassen. Für Berlin hatten die kommunistischen Drahtzieher einen besonderen' Clou vorbereitet: Kundgebung am Weihnachtsabend auf dem Kurfürsten- dämm. Man merkte an der Dorbereitung der Demon» stration den russischen Oberbefehlshaber, den Zusammenhang mit dem Antiweihnachtsfeldzug in Sowsetrußland. die Er- bitterung de» Turkestaner» darüber, daß der deutsche Prolet nicht so will wie er. daß er immer noch etwas für Weih- nachten übrig hat Diese deutsche Sentimentalität sollte den deutchen Kommunisten ausgetrieben werden, deshalb der Befehl zur Parteiarbeit am Weihnachtsabend! Ach, es war ein kläglicher Derfager: die Befohlenen glänzten in hellen Scharen durch Abwesenheit. Ein paar hundert Demon- stranten fanden sich zu kümmerlichem Zuge zusammen. Experiment verunglückt. Um so dicker sind die Lettern der Ueberschriften in der „Roten Fahne":„Rot Front in den Straßen der Millionäre — Tausende durchbrechen dreifaches Polizeikordon— Schrecken in den Wohnpalästen." Es war zwar alles ganz anders, es gab keine. Tausende und keine durckbrachenen Polizeikordons— ober die Hand des Turkestaners lastet schwer, und die Ausführung des Befehls muß möglichst blumig gemeldet werden. Denn es gilt, die Willfährigkeit des befohlenen neuen Kurses zu erweisen. ' Akt eins der„revolutionären" Komödie in vier Akten ist durchgefallen, aber das ist für gehorsamsbeflissene Kommunisten kein Anlaß, Akt zwei, drei und vier nicht nachzu- liefern. Mo erfährt man in der„Roten Fahne", was nun kommen soll: Akt zwei: „Jetzt gilt es vielmehr, eine breite Kampfbswegung zu«ntfcilten. viel zahlreicher noch als bisher müsien sich die E r- werbslosen aus jeder Stempel st eil« vereinigen, um die Winterbeihilfe und die Lieferung von Kohlen und Kartoffeln In so überwältigender Zahl zu fordern, daß niemand sich ihren Wünschen zu widersetzen wagen darf." Akt drei: „Da die Kapitalisten und Sozialdemokraten eure Lebenshaltung noch unter das Existenzminimum herabdrücken, so gilt es. mit der sofortigen Einleitung von Kämpfen für höheren Lohn zu antworten." Akt vier endlich— das Ende krönt das Werk: „Gegen diese Lawine, die sich gegen das arbeitende Volt heran- wälzt, gibt es eine wirtsame Form der proletarischen Abwehr. Das ist derpolitische Massenstreik. Die herannahenden großen Klasientämpse zwingen die Arbeiter, diese Waffe zu ergreifen und mit Ihrer Hilfe der Bourgeoisie einen vernichtenden Schlag zu ver- setzen." Ganz nach Schema wie es der Turkestaner befiehlt! Das ist nicht etwa eine private Stilübung der„Roten Fahne". es ist ein? wirkl'ch ernst gemeinte Parole der Leitung der Kommun'ststchen Partsi. Damit kein Zweifel darüber ent- steht, und dam't der Moskauer Befehl erkennbar wird, ver- öffentlicht die. Rote Fahne" dazu die Ausführungen des Kommunisten Molotow auf dem 10. Ekki-Plenum: „Das Problem des politischen Massenstreiks ist für die Kommunistischen Partelen setzt das entscheidende Pro- b l e m. Darin besteht das Reu«, das Grundlegende und das / Charakteristisch«, um heut» in vtlttrlpuatt der kölschen Aufgaben der Öammunlftijchen Parteien steht... Wir würden aber lein« Kommunisten fem. wenn wir nicht ver- ständen, daß sich die steigende revolutionäre Welle in einem bestimmten Stadium, und zwar nicht in einer weit entfernten Zulunft. in höhere Formen des revolutionären Kampfes verwandeln kann. Daher entsteht vor uns heute mit aller Schärfe die Frage nach einer so l ch e n Losung des revolutionären prole- tarischen Kampfes, die in maximaler Weise den Zusammenschluß der zersplitterten Aktionen der Arbeiterklasse in eine gemeinsame revo. lutionäre, allgemeine Klassensront des Proletariats fördert. Dies brachte uns auf der gegenwärtigen Etappe zur Losung des politischen Massen st eile. Wir hätten diese Losung nicht aufstellen können, wenn wir uns nicht in einer Periode des Aufschwunges befänden/ Das ist weder neu noch grundlegend noch charakteristisch — alles genau so schon dagewesen. Es bleibt also dabei: Akt eins die Weihnachtsabenddemonstration. Akt vier der po- litische Massenstreik. Der Krampf ist befohlen und soll ge- macht werden. Politischer Massenstreik in einer Zeit der Massenerwerbslosigkeitl Eine Hirnoer» branntere Parole ist nicht gut möglich. Die Spuren sollten schrecken! Der politische Masienstreik nach den Maitagen war eine tolle Farce, und der Effekt war nur. daß ein paar tausend Arbeiter dann Feiertagsarbeit leisteten, um nicht aufs Pflaster zu fliegen. Oder soll man an den glänzenden Massen- streik in der Verkehrsgesellschaft erinnern, als der Kommunist Seter gehen mußte— in derselben Verkehrsgesellschaft, in der die Kommunisten mit Hilfe der„revolutionären Un- organisierten" gesiegt hatten? Sollen etwa die„revolutionären Unorganisierten" dann die Arbeitsstellen der Organisierten einnehmen, die man mit Hilfe einer polstischen Massenstreitfarce aufs Pflaster bringen möchke? Der Lärm der Hakenkreuzler läßt wohl die kommu- nistischen Drahtzieher nicht schlafen, sie möchten ihn wohl übertrumpfen? Aber es ist befohlen, und Befehle müssen ausgeführt werden, sonst— wehe dem kommunistischen„Führer", der wider Moskaus Stachel lökt! Die Tragikomödie soll also durchgeführt werden, wie der Moskauer Theaterzettel es vor- schreibt. Der Effekt? kommunistische Arbeiter, die aus Partei» disziplin der hirnverbrannten Parole folgen, werden aus der Arbeit kommen, die„Führer" retten ihre Haut, und das Publikum, das dem Spiel zuschaut, gebt lachend nach Hanse '— das Bürgertum.__ ReichskaSineii und Haag. Heute Ernennung der Delegierten. Der„Sozialdemokratische Pressedienst" teilt mit: Die Reichsregierung wird ihre Entscheidung über die Zusammensetzung der deutschen Dele- g a t i o n am Freitag treffen. Außer dem Außenminister <£ u r t i u s, dem Finanzminister Moldenhauer und dem Minister für die besetzten Gebiete W i r t h dürften der Delegation von den sozialdemokratischen Mitgliedern des Kabinetts entweder Rsichswirtschaftsminister Robert Schmidt oder der Reichsminister des Innern Severins angehören. Reichsbankpräsident Schacht dürfte ebenfalls als deutscher Delegierter mit nach dem Haag reisen. �Locarno" des Miiielmeeres? England als Garant für Krankreich und Italien eovdan. 26. Dezember.(Eigenbericht.) Es kann kamn mehr einem Zweifel unterliegen, daß sowohl Frankreich als auch Italien auf der kommenden Fünf- Mächte-Konferenz den Plan für ein M i tte l me e r» L o c a r no unterstützen werden. England» Aufgabe unter diesem Plan würde darin bestehen, sowohl Frankreich als auch Italien nach dem Muster der Locarno-Verträge gegen den Angriff durch das andere Land zu verteidigen. Nach dem vorliegenden Plan hätte Großbritannien zunächst seine Flotte, nötigenfalls jedoch die ganze Streitmacht des britischen Reiches gegen Angreifer«nzu- setzen. Man nimmt in London an. daß die Zustimmung der bri- tischen Regierung zu einer derartig weitgehenden Garantie es Frank- reich ermöglichen wird, das Prinzip der Parität gegenüber Italien einzunehmen, womit eines der schwersten Hindernisse für den Erfolg der Seeobrüstungs-Konserenz aus dem Wege geräumt nxire. Reuer Kurs in Prag. Gonderunterslützung für Arbeitslose. Prag. 26. Dezember.(Eigenbericht.) Der tschechoslowakische Ministerrat beschloh auf Antrag des Ministers Dr. Ludwig E z e ch(Deutsch»Soz.). für die Arbeits» losen 1 500 000 Kronen(etwa 190 000 Mark) als außerordent- liche Unterstützung zur Verfügung zu stellen. Die Unterstützung ist insbesondere für die arbeitslosen Textilarbeiter bestimmt, di« sich in einer überaus schwierigen Lebenslage befinden. Die Spaltung der Komintern. Eine zweite tommunistifche Partei in der Tschechofkowakei. Prag, 26. Dezember.(Eigenbericht.) In Prag fand dieser Tage unter Teilnahme des deutschen oppo- sitionellen Kommunisten Heinrich Brandler eine Sitzung des Aktionskomitees der geeinigten kommunistischen Opposition in der Tschechoslowakei statt, in der der Gewerkschaftler Hais zum Obmann gewählt wurde. Durch diese Einigung ist eine neu« politische Partei entstanden, welche 50 000 Mitglieder, ein« Druckerei in Prag, fieben Arbeitshäuser und sechs Zeihingen besitzt. Ein Gemütsmensch. Die Arbeitslosigkeit geht um und damit der Hunger. Viel« Hunderttausende wissen nicht, wie sie vor Hunger in den Schlaf kommen sollen. In dieser Zeit sprach ein Agrarier, der Oekonomie- rat Schlote, auf einer Landwirteversaminlung in Anklam: J&6 ist in solchen Fällen besser, man verbrennt den Roggen, als daß man ihn zu billig verlauft, und wenn die Schweine zu billig werden, dann Wersen Sie die Ferkel lkeber in die Ostsee." Das ist eine Variante zu dem bekannten Westarpschen Wort aus dem Jahre 192S:„Das Volt verhungert bei vollen Scheuern." Das Volk hungert, aber di« Großagrarier verbrennen lieber den Raggen und werfen die Schweine in die Ostsee! Warum nichtReichsfinanzminister? Eine Rundfunkrede von Paul Herh. Am zweiten weihoachlsfeierlag sprach im Berliner Rundfunk der Relchskogabgeordneke Dr. Paul Hertz über das Thema:„warum ich nicht Reichssinauzmiuifler werden wollte." Dr. Hertz führte im weseuMchev aus: „Die Funkskunde hat mich aufgefordert, über di« Gründe zu sprechen, die mich bewogen hoben, das mir angetragene Amt eines Reichsministers der Finanzen abzulehnen. Dabei kann es sich selbst- verständlich nicht darum handeln, die Gründe persönlicher Art dar- zulegen, die gegen die Usbernahm« eines so verantwortungsoollen Amtes sprechen, dessen Leiter bereits in wenigen Tagen auf der Konferenz im Haag zu den Führern der deutschen Delegation ge- hören wird. Ich will vielmehr versuchen, die sachlichen Motive auseinanderzusetzen, die mich bestimnit haben, die lieber- nähme des Amtes abzulehnen. Damit Sie dieft verstehen, muß ich jedoch zuerst darlegen, wie es zum Rücktritt des bisherigen Reichsfinanzministers Dr. Hilferding und des langjährigen Staatssekretärs dieses Amtes, des Professors Dr. P o p i tz ge- kommen ist. Die deutsche Finanzpolitik steht seit längerer Zeit vor zwei großen Problemen. Es müssen erstens die Schwierigkeiten in der Kasse des Reiches beseitigt werden, und es soll zweitens noch der Annahme de» Voung-Planes durch eine Finanzreform eine steuerliche Entlastung aller Schichten des deutschen Lölkes erstrebt werden. Ich will zunächst über das erste Problem sprechen. Die Schwierigkeiten, die Zahlungsverpflichtungen des Reiches pünktlich zu erfüllen, tauchen jetzt nicht zum ersten Male auf. Bereits im Frühjahr diese» Jahres fehlten der Reichs- lasse zur Deckung laufender Verpflichtungen am Monatsschluß vor« übergehend mehrere hundert Millionen Mark. E» mußte zu ganz außergewöhnlichen Maßnahmen gegriffen werde», um git verhindern, daß das Reich seine Zahlungsverpflichtungen nicht erfüllen konnte. Die Ursache für diese Schwierigkeiten reicht mehrere Jahre zurück. Bereits feit dem Jahre ISZS hat die Reichskasse einen verschleierten Fehlbetrag. Es wurde mehr oerausgadt als vereinnahmt. Eine weite« Er- schmerung der Kassealage de» Reiches trat im Winter 1928/1929«in. als durch dos gewaltige Anschwellen der Arbeitslosigkeit das Reich gezwungen war, de? Arbeitslosenversicherung ein Darlehen in Höh.» von etwa 260 Millionen zu gewähren. Auch dafür war keine Deckung vorhanden, das Reich mußte diese Summe borgen. Der Reichefinanzminister Dr. Hilserding hatte diesen Ernst der finanziellen Lage Deutschlands«chtzeitig erkannt. Dies zeigte der Entwurf de» Haushalts für das Jahr 1929, den er dem Reichstag vorlegte. Di« Regierungspart eiev aber versagten diesem Plan die Zustimmung. Alle diese Umstände, der seit 1926 vorhandene Fehlbetrag im außerordentlichen Haushalt, die erheblichen Darlehen an die Arbeits- losenverstcherung, die Fehlbetröge im ordentlichen Hausholt 1928 und>929, führten zu der bereit» erwähnten bedrohlichen Zu» spitzung der K a ss e n o e r h ä lt n i s se im Frühjahr 1929. Schon damals konnte man ahnen, was dem Reiche in dem Monat der höchsten Ausgabenalzspannung, dem Dezember, bevor- stehen würde. Als selbst der Anreiz der Steuerfreiheit nicht aus- reichte, um dem Reich erhebliche Beträge auf dem Wege der Anleihe zuzuführeis mußte durch die Aufnahm« kurzfristiger K r e d i t e bei inländischen und ausländischen Banken vorübergehend Abhilfe geschaffen werden. Ueber die Schwierigkelten im Frühjahr kam man auf diese Weise hinweg, nicht ober über die Schwierigkeiten, di« jetzt Ende Dezember vorhanden sind. Die Reichskasse steht Ende Dezember vor der Itotueudigkelt. Zahlungsverpflichtungen von<59 Millionen Mark befriedigen z» müssen, für die mir 129 MUllonea vorhanden find. während für 359 Millionen die Deckung fehlt. Die Reichsregierung hat mit diesen Kassenschwierigkeiten seit langem gerechnet, und nach dem Fehlschlag der steuerfreien Anleihe nach anderen Mitteln gesucht, um einen Test der schwebenden Schulden in langfristige Schulden umzuwandeln. Die wichtigst« Maßnahme war der Abschluß der Schwedenanleihe im Zu- sammenhang mit dem Zündholzmonopol, durch die dem Reich zu günstigen Bedingungen für 50 Jahre eine Anleihe von etwa 500 Millionen M. gewährt wird. Zwar soll die erste Zahlung auf die Schwedenanleihe erst Mitte des nächsten Jahres eingehen. Aber es war von Anfang an beabsichtigt, zur lleberwindung der Kassen. schwierigkeiten im Winter auf Grund der Schwedenanleihe einen Ueberbrückungstredit b« ausländischen Banken zu beschaffen. Die Verhandlungen über«inen solchen Kredit sind bald nach dem Abschfeitz der Schwedenanleihe mit dem amerikanischen Bankhaus Dillon Read u. Eo. aufgenommen worden. Die Verhandlungen waren in einem günstigen Stadium, als plötzlich der Reichsbankpräsident Dr. Schacht mit seinem Memorandum hervortrat. Selbstverständlich mußte dieses Memorandum die Kreditverhand- lim gen ungünstig beeinflussen und da» Mißtrauen der ausländischen Geldgeber in die deutsche Finanzgebarung erwecken. Herr Schacht begnügte sich aber nicht mit dem Memorandum, sondern teilte der Reichsregierung mit, daß sein« Mitwirkung bei der Beschaffung des ausländischen Kredits nur in Betracht komme, wenn das Reich bis Ende 1930 etwa 500 Millionen zur Verminderung seiner schwebenden Schuld verwenden würde. Reichsregierung und Parteiführer lehnten diese Forderung des Reichsbankpräsidenten ab. Sie glcuchten dies um so eher tun zu können, well die Regierung sich schon vorher ent- schlössen hatte, zur lleberwindung der Kassenschwierigkeiten dem Reichstag ein Sofortprogramm vorzulegen. Außerdem er- wartete man, daß es möglich sein würde, den ausländischen Kredit auch ohne die positive Mitwirkung de» Herrn Schacht zu erhalten. Herr Schacht erklärte sich passiv zu verhalten. Aber das ver- ursachte Reden kea beim Reparatloasazeuteu und bei der frcmstiflschen Regierung. Der Reporationsagent stellte sich aus den Standpunkt, die Aufnahme der neuen Anleih« dürfe nur im Einverständnis mit dem Reichs» bankprästdenten erfolgen. Die französisch« Regierung dagegen fürchtete, die Aufnahme des Auslandskredits mach« di« nach An- nähme des Doung-Planes beabsichtigte Mobilisierung eines Teiles der Reparationsschuld unmöglich Unter diesen Umstünden könne die beabsicktigte Anleihe eine ernste Gefahr für den Abschluß des Doung-Planes werden, da sie Frankreich für die nächst« Zeit eines wesentlichen Vorteils beraub«, auf den man bei Annahme des Voung-Planes bisher gerechnet habe. Dieser Einwand hängt viel» licht auch damit zustimmen, daß das alte mächtig« Bankhaus Morgan nicht zulassen wollte, daß dem Konturrenzhaus Dillon Read ein Dorrecht für deutsche Reichsanleihen eingeräumt werde. Dies« Wderstände machteo die Aufnahme eines Aus- landskredits völlig unmöglich. Die Reichsregierung konnte es nicht verantworten, die Annahme des Voung-Planes zu gefährden, zumal die Aussicht außerordentlich gering war, trotz dieser Widerstände den ausländischen Kredit zu erhalten. So war die Regierung also plötzlich vor die Wahl gestellt. entweder Ende Dezember die Gehälker der Beamten und An- gestellten, die Löhne der Arbeiter, die Renten für Kriegs- | beschädigte. Kleinrentner, Iuvalideurevlner und Erwerbslose. sowie die lleberweisung au Lände? und Gemeinden nicht voll auszahlen zu können, oder neue Verhandlungen mit dem ReichvbankprSsidenten anzuknüpfen, um feine Einwilligung zur Kreditbeschaffung zu erhallen. Angesichts der unermeßlichen Gefahren, d« aus einer Zahlungseinstellung des Reiches für das ganz« deutsche Wirt» schastsleben erwachsen müssen, mußte sich die Regierung bereit sin- den, den Forderungen Schachts entgegenzukommen. Das Ergebnis der sofort aufgenommenen Verhandlungen mit dem Reichsbank- Präsidenten war«in Gesetzentwurf der Regierungsparteien zur „Außerordentlichen Tilgung der schwebenden Reichsschuld" Er sieht vor, daß bei der Aufstellung eines Nachtrages zum Haushaltsplan 1929 und dem Haushaltsplan 1930 ein Tigungsfonds zur Abdeckung der schwebenden Schuld des Deutschen Reiches einzustellen ist, der spätestens bis Ende des Rechnungsjahres 1930 den Betrag von 450 Millionen zu erreichen hat. Der Fonds ist aus Steuern und Ein- sparungen b« den Ausgaben zu speisen. Dies« Unterwerfung der Reichs rezlerung unter den willen de» Reich»- bantpräsidenten Schacht hoben sowohl den Staatssekretär Dr. P o p i tz als auch den Reichs- finanzmürister Dr. Hilferding veranlaßt, von ihrem Amt zurückzutreten. Beide Herren brachten damit zum Ausdruck. daß dieser Eingriff von außen in die Politik de» Deutschen Reiche» di« Fortsetzung der bisherigen Reichssinanzpolitit unmöglich macht. Dieses Berhalten wird man um so eher verstehen, wenn man be- rücksichtigt, daß der Dorstoß von Dr. Schacht nicht nur dem Reich allein gilt, sondern der gesamten öffentlichen Wirt- schost, deren Ausdehnung er stets bekämpft hat. Das mach: es auch erklärlich, warum die Kreise der Wirtschaft, denen jetzt Schach: die Steuersenkung gefährdet, trotzdem hinter ihm stehen und ihn decken. Damit komme ich zu dem zweiten Problem, zur Finanz- r« f o r m. Für die Finanzreform. insbesondere für die angestrebte Steuersenkung, ist ein ganz neuer /Tatbestand geschaffen. Durch die Annahme des Voung-Plans werden zwar die deutschen Reparationslasten in den nächsten Jahren um rund 700 Millionen jährlich ermäßigt. Davon steht aber nur ein kleiner Teil zur Steuersenkung zur Beriügung, da der größer« Teil dieses Betrages für den Ausgleich' des Reichshaushalts erforderlich ist. Di« ungünstige Entwicklung der Reichsfinanzen im Jahre.1929, die Stagnation des Wirtschaftslebens, die vermutlich auch im Jahre 1330 die Reichsfinanzen ungünstig beeinflußt, engt den Spielraum weiter ein. auf dem das Mnanzprogramm der Reichs- regierung beruht. Me diese Tatsachen in Verbindung mU den Sasseoschwierig- kellen haben bei ernsten Zlnauzkritikern Bedenken hervorgerufen. ob es überhaupt mSglich sei, Steuersenkungen in erheb Nchem Umfang oorzu nehmen. Diese Kreis« wiesen mit Recht darauf hin, daß«ine Steuersenkung erst in Frage kommen könne, wenn zuvor die Kassenschwierigkeiten des Reiches beseitigt und die Fehlbeträge tm Haushalt gedeckt feien. Nach dem Eingreifen des Reichsbankpräsidenten Schacht und nach der Verpflichtung,<50 Millionen im Jahre 1930 au» dem Etat zur Schuldentilgung zu verwenden, ist aber die Sachlage noch viel ernster als vorher. Da» Schulden- tilgungsyefetz läßt zwar die Frage offen, welche? Teil von diesen 450 Millionen Mark aus Steuern und welcher Teil aus Einsparungen bei den Ausgaben aufzubringen ist. Berücksichtigt man jedoch die ungeheuren Schwierigkeiten, die auftauchen, wenn man Ersparnis!« in nennenswertem Umfang bei den Ausgaben erzielen will, so kommt man zu dem Ergebnis, daß die 450 Millionen wahrscheinlich nur dadurch beschafft werden tonnen, daß die in Aussicht genomnrene Finanzreform mit der Ermäßigung der Steuerlasten aus erheb- liche Zeit verschoben werden muß. Man kann infolgedessen annehmen, daß da» Schulden- tilgungsgesetz nicht ohne Einfluß bleiben wird auf den Zeitpunkt und den Inhalt der von der Reichsreg'.erung ge- planten Finanzrefarm. Dem steht jedoch di« Tatsach« im Wege, daß das Dertrauensvotum, das di« Reichsregierung am 14. De- zember vom Reichstag erhielt, ausdrücklich auf das Fi- nanzprogramm Bezug nahm. Gewiß geschah dies mir vorbehaltlich der endgültigen Gestallung der Gesetze im einzelnen. Es enthielt auch nur di« Verpflichtung zur.Wahrung' der Grund- züge der Finanzreform der Regierung. Immerhin ist die Regie- rung dadurch auf dies Programm festgelegt, so daß es strittig fein kann, ob ein neuer Finanzminisler frei ist!n seinen Entscheidungen oder gebunden ist an di« bisherigen Absichten der Reichsregierung. Das ist um so wichtiger, weil die Reichsregierung auch nach de? Annohme des Schnldenülgungsgesehes au dem Programm der Steuersenkungen festgehalten hat. Unter normalen Verhältnissen wäre der Neubesitzung des Amtes des Reichsfinanzministers«ine Klärung dieser Frage o orange- gangen. Aber dieselben außenpolitischen Erwägungen, die den Rücktritt der Gesamtregierung verhindert haben, zwangen zur so- fort igen Wsiderbesitzung des Postens des Reichss!nanzminist«rs. Wollte man die Haager Konferenz nicht gefährden, so mußt« ohne jede Verzögerung der neu« Fmapzminister sein Amt antreten. Zeit zu neuen Verhandlungen unter den Parteien mit der Regierung über den Einfluß der Annahme des Schuld entilgungsgesitzes auf die Reichsfinanzreform war infolgedessen nicht vorhanden. Die Annahme des Amtes mußle bedingungslos erfolgen und die Klärung etwaiger Streitfragen auf die Zeit nach den haager , Berhandlungeu verschoben werden. Unter diesin Umständen tonnte ich mich zur Ued er nähme de» mir angetragenen Amte» nicht entschließen. Bereits siit längerer Zeit habe ich große Zweifel, ob eine Reichsiinangreform mit dem Ziel« einer Steuersenkung, die wirtschaftlich großen Nutzen bringen kann, finanzpolitisch möglich fit. Mein Standpunkt deckt sich mit dam Schlußsatz der Erklärung der sozialdemokratischen Reichs- tagsfraklion. die der Abgeordnet« Dr. Breitscheib am 13 Dezember im Reichstag« abgab. Nach btr Verpflichtung des Reiches zur zwangsweisen Tilgung seiner Schulden aus dem Erat werden die Möglichkeiten der Finanz. rejorm weiterhin erheblich eingeschränkt- E» ist überhaupt fraglich, ob durch diesen Druck von auheu die unabhängige Führung der Reichsfinanzpolitik noch möglich ist. auf die jeder Wert legen muh, wenn er volle Verantwortung zu übernehmen hat. Daher entspricht es den Onmdjötzen des parlamentarischen Staates, daß diejenigen, die diese Entwicklung herbeigesührt bzw. ge- billigt haben, auch die Verantwortung für sie übernehmen. Da die Regierung sich an chr früheres Finanzprogranun gebunden erachtet, mußte die Besetzung des Amtes des Reichsfinanzministers mit einem Manne erfolgen, der aus dem Boden dieses Programms sieht und glaubt, es verwirklichen zu können. Kommt er in seiner Tätigkeit zu der Ueberzeugung, daß von den bisherigen Absichten ab- gewichen werden muß, so wird ihm die Aufstellung neuer Ziele und ihre Durchsetzung auch leichter möglich sein als demjenigen, der immer offen seine Zweifel bekannt hat. Revolutionärer Wettbewerbsunfug. Oer neueste Sowjetschwindel, Der sogenannte revolutionäre Wettbewerb ist große Mode in Sowsetrußland. Er wird veranstaltet zwischen der Arbeiterschaft verschiedener Betriebe. Der Zweck ist, den Sportgeist und die Rekordsucht der Produktionosteigerung dienstbar zu machen. Es ist, wenn man so will, eine Art sowsetrussischer Taylorismus. Diese r jte Erfindung muß selbstverständlich sofort international angewant. wenden. Mit chilfeder kommunistischen Internationale wer. den revrmtlonäve Wettbewerbe veranswltet zwischen der Arbeiterschaft russ'fcher Fabriken und den kommunistischen Arbeitern in deutschen Fabriken. So ist vor einiger Zeit«in solcher Weit- beverb angetündigr worden zwischen den Arbeitern einer großen Jeningrader Fabrik und der kommunistischen Zelle in den Leuna- werken, das Neueste ist ein revolutionärer Wettbewerb zwischen der Zelle der kommunistischen Jugend der Sowjetunion der Transforina- torensabrik in Moskau und der Zell« der kommunistischen Jugend der ACG.'Lpparatefabrik in Treptow- Berlin. Wozu dieser Wettbewerb? Streng genommen müßten sich die Kommunisten in deutschen Fabriten verpflichten, die Produk- t i o i t ä t ihrer Werk« ebenso zu steigern, wie es die russischen Arbeiter in ihren Fabriken tun sollen. In Wahrheit soll die Leistung der deutschen kommunistischen Arbeiter in verstärkter Propaganda für die Kommunistische Partei bestehen. Der Wettbewerb wird im allgemeinen von den russischen Ar- beitern verflucht. Sie erblicken darin ein Mittel des An- t r e i b e r s y st e m s, das sich nach der Ausschaltung der Gewerk- ichasten in Sowsetrußland breit macht. Die deutschen kominumsti- schen Arbeiter machen sich also zu Helfershelfern dieses Antreiber- jystems, wenn sie an den Wettbewerben teilnehmen. Das russische Gewerkfchoftsorgan hat wiederholt Fäll« an- geführt, in denen in Rußland rekordlüsterne Arbeiterschaften sich den Sieg in solchen Wettbewerben erschwindelt haben. Fanatisch verbohrten Kommunisten in Deutschland dürft« da» ebenfalls nicht schwer fallen. Sie sind es gewohnt, daß ihre Presse über die Be- wegung der Kommunistischen Partei kräftig schwindelt, um ihren Auftraggebern in Moskau zu imponieren. Warum also nicht auch ein wenig Schwindel bei solchen internationalen revolutionären Wettbewerben! An den Schwindel, der dabei in Rußland getrieben wird, werden sie doch trotz aller Virtuosität nicht heranreichen. Was muß man ruffischen Arbeitern bei solchen internationalen Weit- bewerbe» über die Zustände in Deutschland erzählen. Was müssen sie darüber für Vorstellungen haben! Alle« in allem werden sie schließlich noch zu der Einbildung gelangen, daß Deutschland so eine Art Sowjetstaat sei. in dem die Kommunistische Partei nur eben noch gerade nicht die Macht«rgrissen habe. Die Belogenen sind dabei die in künstlicher-Unwissenheit ge- haltenen russischen Arbeiter und die deutschen kommunsstsschen Arbeiter leisten bei dem Schwindel Hilfsstellung. Irland vom Sturm heimgesucht. London, 26. Dezember. Ueber große Teile Englands ging in der Nacht zum ersten W e i h n a ch t s t a g und in den frühen Morgenstunden ein sehr schwerer Sturm hinweg. Besonder» heimgesucht wurde das s ü d- lich« Irland. In Tipperary wurde bedeutender Schaden an- g»richtet. Teile der Stadt sind überschwemmt. Aus Kirkwall wird gemeldet, daß sämtliche Seedienst« wegen der Heftigkeit des Sturmes eingestellt werden mußten. Der Sturm erreichte zeitweise «me Stärke von mehr als 70 Stundenmeilen. Die nördlichen Orkneyinseln sind ohne Wechnachspoft. Im Kanal ist die Schiffahrt gleichfall» stark behindert. In der Bucht von Plymouth haben zahlreiche Dampfer vor dem Sturm Zuflucht suchen müssen. Verhängnisvolle Rempelei. Sin junger Mann in der Ttotwebr niedergeschossen. Lei der Helmkehr von einem Weihnacht«besuch gerieten am ersten Feiertag kurz nach lll Ahr abend» ein 53 Zahre aller kansmaon Theodor S. au» der Waldstraße und seine Angehörigen mit einigen jungen Leuten aneinander. In der Rot wehr zog der Kaufmann seine Plskole. schoß und verletzte einen jungen Alaun schwer. Der Kaufmann hatte mit Frau, Sohn und Tochter Bekannt« in der Paulstraße besucht Auf dem Heimweg ging der Baicr mit dem Sohne zusammen und etwa drei Schritte vor ihnen die Che- frau und die Tochter. An der Ecke der Wilsnacker und der Straße Ait-Moabit kamen fünf bis sechs junge Leute des Weges, die nach der Ansicht des Kaufmanns nicht ganz nüchtern waren. Einer von ihnen stieß das junge Mädchen mit der Schulter beiseite, während«in zweiter sich gewaltsam zwischen Mutter und Tochter hmdurchzudrängen suchte. Der Vater und der Sohn eilten den Frauen zu Hilfe und der jung« S. geriet alsbald mit einem der Fremden in einen Ringkampf. Zwei ander« griffe» den alten S. an und oersetzten ihm einen wuchtigen Schlag gegen 'die rechte Schläfe. Als es S. sah, daß seine Frau zu Boden gestoßen worden war. zog er sein« Pistole und gab in der Auf- regung mehrere Schüsse ab. Einer traf den 21 Jahre alten Arbeiter M a x L. au» der Stromstraße in den Bauch, ein zweiter den lg Jahre allen Schlosser Roman K w. vom Weidenweg in den Arm. Beide wurden nach dem Krankenhaus Moabit gebracht, wo 2. verbleiben mußte, während der Schlosser nach Anlegung eines Verbandes entlassen werden konnte. Der Kaufmann und fein« An- gehörigen hatten sich auf ein« Straßenbahn der Linie 3 geflüchtet, bis sie zu einem Schupoposten kamen. Diesem teille S. den Vor- fall mit. Sein« Persmvllien wurden festgestellt und er dann vor- läufig wieder entlassen. Rotkoller Immer neue! Tokio. Ende Dezember.(Eigener Bericht.) Obmolss die politische Macht seit dem Sturz des Barons T a n a k o mis den Händen der.militärischen Feudolaristokratie in die Hände der Großbourgeoisie mit dem„Löwen* H o m o g u cht als Ministerpräsident übergegangen ist, hat sich an der Einstellung des offiziellen Japan dem Sozialismus gegenüber nicht das geringste geändert Nach wie vor werden alle fortgeschrittenen Ideen im Lande als „Kommunismus* verdächtigt, und der wegen seiner Dürgertugenden und seines moralischen Mutes so hoch gepriesene Zivilist Homoguch! ist nicht weniger rotscheu als der General Tanaka. Anläßlich des sechsten Gedenktages des großen Erdbebens, das in ganz Japan als eine Art Waffenstillstandstag gefeiert wurde, hat der Ministerpräsident in einer kurzen Rundsunkonsprach« Klage geführt, daß das japanische Volk seinen allen sittlichen Ernst ver- loren habe und nicht weniger unterirdischen Katastrophen ausgesetzt sei als die japanische Erde. Es sei nötig, sich vor der Auswirkung von Umsturzideen zu schützen. Umnittelbar auf diese Mahnung ist eine Kanunumstmjagd gefolgt, die als Ergänzung zu der im Frühjahr verairstalleten gedacht mar; damals ist sie auf höheren Befehl von der gesamten Presse totgeschwiegen worden. Die Ergebnisse sind aller- dings nicht so bedeutend gewesen, wie 1928. 1000 Opfer dieser Attacke sitzen noch hinler Schloß und Riegel. obwohl die Mehrzahl van ihnen nicht» mit den Idee« Moskaus zu tun hat Ihr ganzes verbreche« ist. daß sie gewagt haben, freiheitlicher zu denken, als es der lRegierung angenehm. Auch unter dem„neuen Kurs* erinnert die Presse in reget- mäßigen Zwischenräumen daran, daß die Beschäftigung mit sozio. lsstifchen und kommunistischen Ideen höchst gefährlich sst. Die Pro- vinzialbehörden und die Polizei haben die Weisung erhallen, gegen die Gefahr eines Umsturzes auf der Hut zu sein. Offiziell wird Schweigen über alle Dorgäng« bewahrt, die in Zusammenhang mit der als„radikales Denken* bezeichneten sozialen Bewegung stehen. Von Zeit zu Zell dringen jedoch durch Zufall interessante Mfttei- lungen in die Oeffenllichkeit Kürzlich telegraphierte der Korrespon- dent des hiesigen Reuterbureaus nach Schanghai, daß der bekannte japanische Kommunist Sana Gaku in Japan angekommen sei. Mit sellener Eile ließ die Regierung all« Zeitungen, die diese Nachricht von China her übernommen hatten, b e s ch l a g n a h m en. Die Mitteilung selbst kam ganz überraschend, da bekannt war, daß Sana Gaku, der aus einer angesehenen Familie Japans stammt und mit dem Hochadel verschwägert ist, 1928 aus Japan geflohen war, wo er Versammlung der Außenmonleure. Bericht über die Verhandlungen mit dem VBM). Di« während der Feiertag« in Berlin weilenden Außen- Monteure der Berliner Metallindustrie waren, wie es seit Jahren schon üblich ist, am zweiten Feiertag vormittag in den Sophlensälen zusammengekommen, um ihre Erfahrungen aus- zutauschen und sich von den Organisationsoertretern über die or- ganisatanschen und tariflichen Fragsn unterrichten zu lassen von denen sie trotz des schriftlichen Verkehrs mtt der Derbandsleitung nicht bi» auf all« Einzelheiten informiert werden konnten. Der Vertreter de» Metallarbeiterverbandes berichtet» über den Ausgang der Verhandlungen mit dem Verband Berliner Metall- industrieller, die wegen des Neuabschlusse» de« Abkommens über die Auslösungssätze der Man- teure geführt worden sind. Die Osterversammlung der Außen- Monteure Halle die Ortsverwaltung des Metallorbeiterverband es beoustvagt, dieses Abkommen zu gegebener Zeit zu kündigen und zu versuchen, es so abzuändern, daß es den durch die Steige- rung der Lebenshaltungskosten im In- und Auslande veränderten Derhältn'ssen wieder entspricht Die Ortsverwaltung war diesem Beschluß auch nachgekommen und hatte dem DBMJ. eine Anzahl Berbesserungsvorschläg« unterbreilet So hatte sie vom BBMI. für die Monteure der Eisenkonstruktionsbranche des Auf- zugsbaues usw. die Gewährung einer Höhenzulage ge- fordert was aber weder in den Parteioerhandlungen noch in den anschließenden Verhandlungen vor dem Schlichwngsousschuß durch- gesetzt werden konnte. Da diese Frage aber in der gesamten Eisenkonstruktionsbranche debattiert wird, und zwar nicht nur von den Monteuren, sondern auch von den Schlossern und Helfern, ist mit der Ablehnung der Forderung der Monteure noch nicht das letzte Wort darüber gesprochen worden. Die Forderung nach Schaffung einer Städteordnung, wodurch endlich der dauernde Streit um die richtige Einordnung des Montageortes in die jetzt vereinbarte Größengruppierung der Städte beseitigt worden sei, konnte ebenfalls nicht durchgesetzt werden. Ebensowenig tonnte die tarifliche Regelung der A u»- lösungssätze für das europäische und das über- seeische Ausland erreicht werden. Hier hat aber der Metallarbeiteroerbaich die von der Monteur- kommifsion«rmitteltm Erfahruvgswerte zusammengestellt imd drucken lassen, so daß sich die Monteure, bevor sie einen Montag everirag nach dem Ausland abschließen, verge- wissern können, ob sie mit dem Auslösungssätzen auch auskommen können, die ihnen von chren Firmen angeboten werden. Vor dem Slksslchtunasausschuß wurde lediglich die Erhöhung der A u s l ö s u n g s sä tz e für Deutschland um 26 bis 40 Pf. pro Tag erreicht Ebenso wurde eine teilweise Nivellierung der Auslösungssätze, die bisher je noch der Industrie- gruppe verschieden waren, durchgesetzt. Die Monteurkommission hat dem Abkommen trotz der wenigen Verbesserungen zugestimmt, da sie auf Grund der äußerst schlechten Arbeitsmarttlage keine Möglichkeit sah, mit anderen gewerkschaftlichen Mitteln mehr zu erringen. In der Diskussion wurde ausnahmslos die Arbeft der Monieurkommission und der Ortsverwaltung anerkannt Daß die Arbefts- und Entlobnungsbedingungen der Autzenmvnteure in vielen Betrieben noch sehr unzureichend geregelt sind, liegt nicht allein an den Konjunkturverhältnissen, sondern oftmals auch a n der mangelnden Kollegialität der Monteure selbst. Die trüben Erfahrungen, die manche Monteur« bei ihren Auslandsmontagen gemacht haben, und die sie in der Bersamm- lung zum besten gaben, lassen e» jedenfalls als dringend rossam erscheinen, sich vor jedem Vertragsabschluß wegen einer Auslands- Montage mtt der Organisafton in Verbindung zu setzen. Wohlbegründet war auch der Dorscblag, dahin zu streben, daß für da« gesamte Reichsgebiet bald die Auslöfungssätze durch einen in Japan. extremistischer Vergehen als verdächtig gall. Tassächlich war Sana Gaku von japanischen Geheimagenten in dem britisch-chinesischen Schanghai auegehaben und als Gefangener an Lord eines ja- panischen Schisses nach Japan gebracht worden. Dies« Verletzung des Ajylrechtes durch Japan steht keines- weg« oereinzell da. Kurze Jett nachher wurde ein Koreaner, der sowohl als Sportsmann wie als Vorkämpfer der von Japan ge- rauhten koreanischen Unabhängigkeitsbewegung bekannt ist, am hellen Tage auf einem Schanghaier Sportplatz verhaftet und znm Ver- hör nach Japan gebracht. Auch die chinesische Presse sah sich ge- zwungen, zu diesen Gewalthandwngen zu schweigen, da die chine- s i s ch« Regierung Japan freie Hand über die Japaner in China läßt. Der japanische Konsul in Schanghai war jedenfalls in der Lage durch- zusetzen, daß die Zeftung„Mainitsche Slchimbun*. die über die Der- Haftung Sanas berichtet hatte, auf vierzehn Tage verboten wurde. In Japan herrscht pöllige Unkenntnis darüber, was mtt den sogenannten Kommunisten geschieht. Ueber das gegen sie schwebende Verfahren verlautet kein Wort Die Regierung hat bisher nur mtt- geteill, daß sie den Kamps gegen den Umsturz bis zu dessen völliger Ausrottung auch dann weiterführen werde, wenn die Untersuchung keine Refullate ergeben solllel'Die Für- sorg« der Obrigkeft erstreckt sich naturgemäß auch mss die Behütung der Jugend vor der Roten Gefahr. Obwohl die Freiheft des Denkens auch für hie japanischen Universitöten proklamiert rst. sind sie bereits völlig rebellenrein, denn jeder Professor, der auch nur entferni der Sympafhieu mit fort- geschrittenen Ideen verdächtig war. ist von seinem Lehrami enlsernl worden. Die Gesinnung der Hörer kontrolliert ein ausgebildetes Spitzel-- system, und der Methode sst es geglückt, den geistigen Standard der Hochschulen auf das Niveau von Kleinkindekbewahre an st alten herabzudrücken. Genau so ängstlich sind die Behörden in der Ueb erwachung des Gedankenimports. Nicht nur jeder Buchhändler, sondern jeder zu Schiff Ankommende ist verpflichtet, eine Liste seiner Bücher vorzulegen. Dabei sst wie in allen Ländern mit einem ähnlichen System auch in Japan festzustellen, daß zugleich mtt den Verfolgungen das allgemeine Interesse am Studium der so arg verpönten sozialen Frage bedeutend zunimmt, und es ist sicher, daß der Rottoller der Regierung das Entgegengesetzte der beabsichtigten Wirkung erreichen wird. Reichstarif geregell werden, damit endlich wenigstens in Deutschland eine einheitliche Bezahlung der Monteure Platz greist. Die Versammlung, die von einem guten kameradschaftlichen Geist getragen war. beschloß, daß die nächste Zusammenkunft der Beniner Außenmonteuve am Ostersonnabend um 17 Uhr, und zwar wieder in den Saphiensälen sein soll. Erzieher der Landwirischast. „Rur auf Staatshilfe zu vertrauen ist kurzsichtig und wirtschast.ich verderblich.� Der deusschnoftonale Reichstag-abgeordnete Schlange- Schön i.n gen hat in diesen Tagen im Berlag Pareq- Berlin ein Werk mit dem Titel„Landwirtschaft von heute* erscheinen lassen. Wie schon die vor zwei Iahren von Schlange-Schöningen ver- öffentlichte Schrift Nationalwirtschaft und Nationalwirtschaft* enthält auch die jetzt vorliegende manche beachtlich« Fessstellung. So heißt es besspielsweise aus Seit« 16: „Ein landwirtschaftlicher Betrieb ist ivcdec ein Spekulattons Objekt, noch eine Modefache des Augenblicks Cr wird in der ja irnendlich schwierigen Gegenwart wie Zukunft nur dann gedeihen, wenn er sich organisch aufbaut auf der Ausnutzung aller Möglich- kellen, die ihm von Natur gegeben sind: und nur die Betriebe werden auf die Dauer gosehen existenzfähig bleiben, welche sich durch breiteste, vielseitigste Organisation jeder, zeit bereit halten, das Risiko nach Möglichkeit zu oertellen, einen plötzlich hereinbrechenden Konjunkwrsturz eines Wirtschaftszweiges in seiner Wirkung aus den Gesamtbetrieb abzuschwächen und jede auftretende gllnsftge Konsuniwr nach Möglichkeit auszunutzen.* Das hätte Schlange-Schöningen bestimmt nicht geschrieben, wenn ihm nicht viele« In der Landwirtschaft mißfallen würde und wenn er nicht die Ueberzeugung Halle, daß unzählig« Landwirte die Er- fordernisse der Zell nicht begriffen haben. Wir legen die zitterten Aueführungen als die Mahnung der Landwirt« aus. selbst um die Sanierung der landwirtschaftlichen Betriebe bemüht zu sein, als sich einzig und Mein auf die HUfe des Staates zu verlassen. Di« Notwendigkeft, selbst am Wohl der Landwirsschaft zu ar- betten, betont Schlange-Schöningen mit noch größerer Deutlichkett auf den Sefttn 19 und 136 seiner Arbeit Dort heißt es: „Auf jeden Fall wäre es kurzsichtig— ja geradezu Wirtschaft- lich verderblich, wollte man die Betrtebsfühnmg einzig und allein auf zukünftig« Hilfsmaßnahmen des Staate» einstellen.* Und weiter:» „Denn nur der hat ein Recht aus Hilf« von draußen, der drintten sich selbst nach besten Kräften regt.* Diese Sätze sollt« sich insbesondere der Reichslandbund merken. Dielleicht kommt ihm dann endlich zum Bewußtsein, wie lächerlich es wirkt, daß sich seine Tätigkeit als landwirtschaftliche Großorganisation nur in der ständigen Kritik an den Hilfsmaß- nahmen des Staates erschöpft. „plan"wir; 2. Diwun stetn. 4. fictfcnniiiScfitn. too: 379;10. 18,-4 13, 14:10, Jjfttnec LieffÄJ Nrlly-anioli, P-rgier, Scale, etaatsf«, Lallore.©ouitaiiß, Mary Sattle u, Wrl-S. ftlaagcnle!), flapilamt falle. Steiftet 9.,.__ 2. Scacea: 1. Sotitd(3B. ffteunit): 2. Naau: 8. Brachweter; 4. Stabor. foto: 41:10. Plaft: 16, 84, 12, 24:10. Kernet liefe«: kofta Rica.«tlch L.. Pete- «ruMiaff.«omteß Isabell. Kttcbel Lee.»mala. Munleck:!. Btttwl. Thea- trat. To.man. Trama. ctchloftrose, Bellelr.ft. Sm OäiDa�ba. SaconcB_C. 3. Rennen: 1. Lnbzina,_«... 4. Renne«: 1. Riedetländet lWeidnet Irl: 2.««klawt: 3. Diana Ma»». wan: 4. Albisa. Dato. 111:10. Platz: 30. 1». 30.«M. Ferner liefen: Siege». ccttln, iDteiftcrfan.qer, AlelbiQdes SKcnato» Lu, Nonne,-j.crtara, 5»e dcmann. O'Capt. Leerberg, Halma, Abtuiah Srlver» Bastlüi», Turrdkm» �"-"Äeunen: t. Kurfürst tZ. Mills): s. Echnababüpfl: O. Tdfarb �-to: 33:10 Platz: 17. 18. 37:10. Ferner liefen: Damerlan, Nörgler� Wllles. Lindste- Peler. Damer.'ar. Lindawgalb. Marone. Etfr. Gaudster lt.. Meifterftück. Frede» *UT hrütft Ten(Cb M-lls): 2. Lebemann: S.&***£'• L Sfrottcrr. Totx>: 880:10. Platz: 87, 20. 21. 13:10. sserner liefen: Quitte B.. Cr'fa. Peter Larvester. Aatenne. Barvn Silvester. Eekstew. Marie Lur«. ftels. �7.�«—«: 1. ssreibera fE. Elias): 2. Weinstvck: 8. Lord Vvw Toto: 40:10. Platz: 10. 71. 20:10. Ferner liefen; Iierde, Eampanulo, Oderfteiger, Lunat a. l'aleneio 1. FtiedrlSisd'ar., �.-„n 8. Rennen: i.+. Pride rbe fficeat OleuenfeB)). Rate. 19.10. Platz. liJO. 1 t. Ilsenburg CS. ßaufmomt).?oio: 131:10. Platz: 22:10. 3. Caro Dcllo. 4 SelaeaboT. Platz: 16, 47:10. Ferner liefen: Silbetroaeel, fang«Ibctt, Orsoy. Oftcrmftdel.«rofchel. Nebellarpe. Eanean, Rnshaga Boy. Rodena. // 30 TELEFUNKEN-MATiNEE IM GR. SCHAUSPIELHAUS f m 79. BERLINER HUMOR CLAIRE WALDOFF, PAULGRAETZ, MAX ADALBERT Vervcrkaufi tote& Bodt, Wartheim und Grofia» Sdiautjiam KARTEN 0,50 BIS 3,- RM Fieitag. 27. 12. Staats-Opcr Unter d. Linden A.-V. 289 19-, Uhr DieMaditilei Sdiidisali Staais-Oper Am Pl.d.Reoubl. Vorst 110 20 Uhr HolläDder Fre.iag, 27 12 Stadl Oper Bismarckstt. Turnus I 20 Uhr DerTenor Staat). Sdiaospli. »a> üemJaxmenmarki A.-V. 256 20 Uhr Staat). Sebiller-lheater.CharltlL 20 Uhr Hans im schnakenioch NO t T enteil s«i»'h m Ititerua CM I Preis« 1-611. Wnienti.: 5 0. 5aPL-3IL latrav-fallitt. Kares! stiller■■ Mar. Peraio t& tiu ften» 6 Partner usw. | Tägi. S ii.«Ii SonaLS.ta l« | Alex. e. 4. 8066 i INTERNAT. VARIETE CASlNß-TBEATER Lothringer Strafte 87 Der neue Schlagerl Familie Hannemann nnd ein ctaiki. duale» Protzremn» Für unsere Leser Outsehem tür t— 4 Personen Fauteuil nur 12» 6L, Sessel 1.73 iVL, Sonstige Preise; Parkett u. Rang 0.80 M Reichshallen-Theater Abends 0 Sonntag nachm. Q Du grolle Weihnachla- Programm der Sletflner-sanger 31. Dezember: r. 51 vesltr-blk-Vorsletl. Dönnort-Brotn: rO« Var eti- Tanz- Konxtr. " ZI.: Uli in, baifflonlle Ülmltrfeier GROSSES SGHAUoPiELHAUd 8 Uhr I 3 Musketiere Regie; ERIK CHARELL Iheaterld.Bebrenstr. 53-54 B-f» A 4 Zentrum 928 927 8'/« ... Vater sein, dagegen sehr Renaissance-Theater ragur. Robert Klekiv Denlsekes lOBSllBr-Tketl Barbarossa 3937 '»»Übt Ende11r°J Selisanies Zvlsmensple lfdi BituSilted Montag, den 30 Uhr Zum t. Male .Ein'.mU«" nd Jo per" von M o I n a r. S«rIlD8f IHM Dönhoff 17u ■v Uh: Ende1',!! Leiste AaftObmegea Resarviirt iop HBPffl QSStDIL Regie. Förster Lamnaga Ab 1. Januar Se isoiue« IW'rffl'BTi'ei ROSE •THEATER Teleph. Alexander 3422 u 3 94 Täglich 8» Uhr Sonntags 3.13 und 9 Uhr Die csardasiorstin Breit Operette reo Emmtridi UMii. Für die Kinder: .onnabend, den 24. Dezember 3 Uhr Frau Holle Sonntag, den 29. Dezember 2J0 Uhr „Max undMoritz'' und dor WTfH,*iT>ht>iwoww Votverkauf für die nächsten 8 Tage täglich von 11—1 Uhr vorm. und von 4—9 Uhr abends. Met d. 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Eine FamMevkragödie vcm erschütternder Tragik, die in ihren Einzelheiten noch der Klärung bedarf, spielte sich am Heiligabend in Oberschönewelde ab. In der Wohnung seines Schwiegeroaker» in der Klara st raße 1 in Oberschäoeweidc weilte der Z4jährige Kaufmann w i l l i L ä ng e r l ch mit seiner Z�jährigen FrauGerlrud vud seinem dreijährigen Töchterchen Renate zu Besuch. Alach der Bescherung kam es zu einer kleinen Meinungsverschieden. hell zwischen den Eheleuten, die aber bald beigelegt zu sein schien. Plötzlich bekam Längerich jedoch einen Rervenanfall, eilte in das Rebenzimmer, ritz dort von der wand einen Hirschfänger und stürzte sich damit aus sein Töchlerchen. dem er einen linksseitigen Bruststich beibrachte. Der Stich wirkte sofort tödlich. Als Arau L. mit einem Schreckensschrei sich dazwischen warf, stach der Mann auch aus fle ein und verletzte fle durch mehrere Stiche in Brust und Rücken schwer. Che noch die Angehörigen weitere» Unheil verhüten konnten, stieß sich Längerich. der ossenbar den Verstand vcr- loren halle, da» lange Mester dreimal in die Brust. Zrau L. uud ihr Mann wurden in schwerverletztem Zustande in da» Elisabeth- Hospital in Oberschöneweide gebracht. Die Frau starb trotz aller ärzt- lichen Bemühungen wenige Stunden nach ihrer Einlleserung. Der Täter liegt schwer danieder und es besteht kaum Hoffnung, daß er mit dem Leben davonkommen wird. Ueber die entsetzliche Tat werden noch folgende Einzelheiten be- kannt: Längerich, der vier Jahre im Felde war, war seit süns Jahren als Buchhalter bei der AEG. angestellt. Dar vier Jahren heiratete er seine Frau und bewohnte mit ihr und dem Töch'erchen eine Wohnung in der F r i s ch e n st r a ß e 32 in Ober- schöneweide. Die Ehe war glücklich, wirtschastliche Sorgen lasteten nicht auf der Familie. Längerich war strebsam und fleißig und ersreute sich allgemeiner Beliebtheit. Seit einiger Zeit machte sich aber bei dem Manne, wahrscheinlich als Rachwirkung des Kriege» eine Rervenzerrüttung bemerkbar, die sich in Gedächtnisschwäche und st a r k e r Erregbarkeit äußerte. Der geringste Anlaß versetzte Längerich in große Aufregung. Sein Schwiegerva'er, der Mechaniker Georg Menz, der in der Klarastraße 1 in Oberschöneweide wohnt, und die anderen Berwandten sahen diesen Zustand mit Besorgnis und Anteil- nähme. Schließlich wurde auf Anraten de» Schwiegervaters be- schlössen, den Buchhalter eine Zeitlang in ein Erholungsheim in Falkenfee zu bringen, wo man Besserung für chn erhofft«. Am 24 Dezember fuhr Menz mit seinem Schwiegersohn vormittags hinaus, um die Aufnahme zu bewirken. Die Schwester in dem Heim äußerte Ehr Erstaunen, daß man den Patienten gerade am Heilig. abend bringe und gab der Meinung Ausdruck, daß es vielleicht besser sei, wenn er das Fest noch bei seinen Angehörigen verleben würde. Längerich, dem die Trennung von Frau und Kind, an denen er mit inniger Liebe hing, sehr schwer fiel, bat seinen Schwiegervater, ihn doch erst nach den Feiertagen in das Heim zu bringen. Er versprach, sich sehr zusammenzunehmen, damit e, zu keinem Aegerniz käme. Menz ließ sich auch überreden. Der Weihnachtsabend verlief auch ohne Störung. Am ersten Feiertag war das Ehepaar Längerich mit dem Töchterchen bei den Schwiegereltern zu Besuch. Ein« Weile spielten der alte Menz. sein Sohn und Längerich Karten, doch zeigten sich bald wieder die nervösen Störungen. Längerich konnte dem Spiel nicht folgen und machte selbst den Dorschlag, lieber aufzuhören. Da das Zimmer stark verraucht war. so öffnete man das Fenster. Dem Sohn Menz fiel auf. daß Längerich wiederHoll an das offene Fenster Herautrat. Da er befürchtete, der Schwager möch'e sich in einem Anfall hinaus- stürzen, so hielt er sich stets in seiner Näh«. Es geschah aber nicht». Als das Fenster später wieder geschlossen wurde, glaubten alle die Gefahr beseitigt. Die Frauen begaben sich nun in die Küche, um das Abendbrot herzurichten. Diese Gelegenhell benutzte Längerich. um unauffällig seine Frau und die kleine Renate abzurufen und sich mit ihnen in ein Nebenzimmer zu begeben, das er blitzschnell hinter sich abschloß. Von der wand riß er einen Hirschfänger herab und stach die Waffe dem Kinde in die Brust. so daß es laut schreiend und blutüberströmt zusammenbrach. Dann wandte sich Längerich gegen sein« Frau und brachte ihr zunächst auch einen tiefen Stich in die Herzgegend bei. Unter gellenden Hilferufen suchte die Getroffen« aus dem Zimmer zu flüchten, fand aber d-e Tür verschlossen. Der Mann brachte ihr jetzt einen zweiten Stich in den Rücken bei. Die anderen Angehörigen, die neben- an die Hilferufe hörten, warfen sich mit aller Gewall gegen die Tür und es gelang ihnen, sie aufzusprengen. Als sie in das Zimmer hin- einkamen, sahen sie die Frau und das Kind sich im Blute wälzen. Längerich stand mit der Waffe in der Hand da und bracht« sich, eh« inan ihn hindern konnte, drei Stiche in die Brust in der Nähe des Herzens bei. So schnell es möglich war. beschaffte man einen Wagen von der Rettungsstelle und ließ alle drei— da auch Frau Längerich und das Kind noch Lebenszeichen von sich gaben— nach dem Eli-sabeth-Hospital bringen. Aus dem Wege dorthin verstarb aber das kleine Mädchen schon und die Mutter verschied gegen Mitternacht. Längerich selbst lebt noch, es ist aber zweifelhast. ob die Aerzte ihn retten können. Opfer des Verkehrs. Drei tödliche tlnfälle. Am Heiligabend ereignete sich im Zentrum BerNns an der Kreuzung der Schönhauser und Lothringer Straße ein folgen- schwerer Unglücksfall, dem leider ein Menschenleben zum Opfer flel. Zwei Autodroschken stießen so heftig auseinander, daß eine» der Fahrzeuge auf dem schlüpfrigen Pflaster mehrer« Meter weit fortgeschleudert wurde und dann umstürzte. Während die Führer der Autos und die Insassen mit ganz geringfügigen Berletzungen davon kamen, wurde ein Passant der in diesem Augenblick die Unfallstelle passierte, der 39jährige Arbeiter Karl Thomas aus der Schönhauser Allee 4, unter der umgestürzten Droschke begraben. Der Verunglückte erlllt schwere Verletzungen und wuro« m das Krankenhaus am Friedrichshain gebracht, wo er bald nach sein« Einli?f«rung starb. In der Fürstemvalder Straß« in Rahnsdorf fuhr am ersten Feiertag kurz nach lg Uhr ein Prioatauto mit einem Motorrad- sahrer zusammen. Das Kraftrad wurde zertrümmert, und der Führer, ein 23jähriger Roderich Lömmerhirt aus der Park. ftraße 4 in Oberschöneweide, in hohem Bogen auf das Straße» pstafter geschleudert. L. erlitt außer einem Schädelbruch schwer« innere Verletzungen und starb kurz nach seiner Aufnahme im Köpenicker Kreiskrankenhaus.— Beim Ueberschreiten des Fahr» dammes an der Ecke Skalitzer und Wrangelstraß« wurde am zweiten Feiertag mittags gegen 12 Ul)r der Händler M i e t h e r aus der Lübbener Straße sott einem Prioatauto erfaßt und über- fahren. M. hatte so schwer« Verletzungen erlitten, daß er starb, noch bevor ein Arzt zur Stelle war Außerdem ereigneten sich«ine Reih« von schweren Zu- sammenstößen und anderen Berkehrsunsällen, bei denen e» zahlreich« Schwer- und Leichtverletzte gab. die i» Krankenhäuser übergeführt werden mußten. Die Direktion de» Zucht- und Ruhviehmarktes. Magerviehhof, Berlin-Friedrichsfelde, blltet uns mitzuteilen, daß der nächst« Markt für Pferde. Ferkel und Läuserschweine am 2. Januar 1939 stattfindet. Der Rindermarkt fällt im Ein- vernehmen mit den Interessenten an diesem Tag« au». Isdisktsn Togal-Tabletten sind ein hervorragendes Mittel bei Rheiima, Qicht, Ischias, Grippe, Nerven» und Kopfschmnrs, Erkfiltungskrankheiten. Laut notarieller Bestätigung an- erkennen über 5999 Ärzte, darunter viele bedeutende Professoren. die gute Wirkung des Togal. Ein Versuch überzeugt! Frage» Sie Ihren Arzt. In allen Apotheken. Preis RM. l.49 6.46 Qiin. 12/ Llht. 74,3 Add. acet. sal ad 100 AmyT. 55S TT-" >* iri Ii* t m ICHTWIE EIN UNTERLIEGENDER SPORTSMANN! In Sportskreisen ist es bekannt, daß selbst der beste Sportsmann im Stadion unterliegen muß, wenn er nicht täglich seinem Training lebt und nicht jederzeit startbereit ist Das gleiche wird im täglichen Leben zur Regel: Jedem, der sich dem allgemeinen Fortschritt .seiner Umgebung nicht anschließt, ergeht es wie dem �unterliegenden Sportsmann. IGARETTEN stellen einen qualitativen Fortschritt dar und dürfen SCfffr* von fortschrittlichen Rauchern nicht ignoriert werden. mrrw g H Ihr Qualitätsniveau entspricht in jeder Hinsicht den% V JkjJHL JH 9*9 anspruchsvollen Anforderungen unserer Zeit. SEUSld 64 MAKEDON ClGARETTENFABRIK a M.B.H., MAINZ AM RHEIN Generalvertretung: CARL SÜDEL, Berlin W 35» Potsdamer Straße 118. Telephon: B I, Kurfürst§354 ffiüchfchaw Das Weihnachtsfsst ist wieder einmal vorüber. Die Armen und die Einsamen sind froh, daß es vorbei ist. Wer das Geld dazu gehabt, hat sich nicht nur Geschenke, sondern zweisellos auch einen überladenen Magen geleistet. Nun müssen Geschenke umge» tauscht und der v.rkorkste Magen muß repariert werden. Die cherren Doktoren sind über die kranken Mägen nicht gerade böse. aber die Herren Chefs und die Angestellten sind wenig erfreut Umtausch bringt viel Aerger und gar keine Kasse. Nur ein Glück, daß am Heiligen Abend diesmal endlich ein paar Stunden früher geschlossen wurde. Es ist wenig bekannt, daß früher die letzten kaufenden Kunden bereits den ersten Umtauschern. die früh be- schert worden waren, die Klinke in die Hand gaben. Als ganz sicher kann es gelte«, daß die Geschäftswelt von dem frühen Ladenschluß nicht den geringsten Schaden gehabt hat und haben wird Dennoch hat man den Angestellten den kleinen Er- folg, den der Zentralverband der Angestellten und die Sozialdemokratische Reichstagsfrattion für sie herausgeholt haben, nicht gegönnt. Unmittelbar vor dem Fest stellie eine neue Zeitungskorespondenz.Der Verbaucher�, die sich„unabhängige Zeitungskorespondenz für die Verbraucherinter- essen" nennt, den Zeitungen in auffälliger Menschenfreundlichkeit vollkommen gratis einen Beitrag zur Verfügung, in dem es heißt, daß„gerade in diesem Jahr der Einzelhandel(!) eine etwas ver- ständnisvollere Behandlung der Ladenschlußfrag« erwartet hätte". Wellerhin wcrd dann folgendes gesogt:„Ist das Weihnachtsgeschäft schlecht, so ist es nicht ausgeschlossen, daß aus Sparsamkeitsgründen mancher Verkäufer abgebaut werden muß." So also sieht die Weihnachtsethik des Einzelhandels au«! Der sogenannte Heilig« Abend war ihm gerade gut genug, um den Angestellten mit der Hungerpeitsche zu drohen. » Die Berliner Verkehrsgesellschaft hatte sich auf Hochbetrieb eingerichtet. Da setzte am ersten Feiertag gegen Mittag der Regen ein, der Tausend« abhielt, hinaus nach Zehlendorf zu fahren, um sich die neueste U-Bahn-Strecke anzusehen. Dafür wur» den aber km trauten Familienkreis die kommenden Tarif- erhöhungen wn so eingehender besprochen. Nun darf man durchaus nicht verkennen, daß gerade erhöhte Fahrpreis« den ein- zelnen besonders hart treffen. Man wolle ober dagegen da» folgende bedenken: Die Reichs p oft steht finanziell glänzend. Sie richtet ein« Autopostlinie nach der anderen ein. Die Landbevölke- rung, der e« im Durchschnitt keineswegs glänzend geht, muß jetzt Ittnlif flnffrflflo sc ! y mandantenftr 63)61 Dönhoff 8277-78 •««fifcaeu»-8. sonnt-g, 10-1 Uhr «uf Wunsch: Vertreterhekuch if die&eiUage. für den Kilometer Postauto tv Pf. zahlen. Eine Stpecke von II Kilometern, die der U-Bahn-Strecke Seestrotzc— Halles! che« Tor— Warschauer Brücke entspricht, kostet mtt Postauto 1.10 M. Tie Straßenbahn in Frankfurt am Main nimmt für die Fahrt von Frankfurt nach Bad Homburg(zirka 16 Kilometer) s« nach der Tageszeit öl) bis 75 Pf. Fahrgeld. Das sind nur ein paar Beispiel«. War«, die Berliner Verkehrsmittel in privaten Händen, so könnte die Bevölkerung mtt Stoffeltarifen von 30 bis 60 Pf. rechnen. Die Prioatindustrie geniert sich gar nicht, wie das berüchtigte Beispiel der prwaten Charlotten- burger Wasserwerke zeigt. Es dürfte auch in Berlin wenig bekannt sein, daß andere Städte für Umsteigekarten kein« 1H©tun. den Zwischenzeit kennen. Da heißt es, von dem Wagen der«inen Lin« sofort in den anderen umsteigen. Schließlich möge man auch nicht vergessen, daß ein so durchaus volkseigenes Unternehm«« wie die Volksbühne vom 1. Januar ab gezwungen ist, in ihrem Theater am Bülowplatz pro Person ZOP f. Garderoben- geld extra zu erheben. Wenn also die Berliner Verteyrstarif« erhöht werden, so steht dahinter ein hartes Muß. « Die Jugend macht sich von Jahr zu Jahr mehr frei von der herkömlichen Art, dos Weihnachtsfest in der FamUie zu feiern: sie fährt mit Skiern und Rodeln in die verschnellen Berge, ver- bringt den Weihnachtsabend in einem Gasthaus, einem Hotel, einer Baude und fühll stch inmitten gleichgestimmter sunger Menschen und umgeben von einer großartigen Natur ungleich wohler als daheim. Kann man ihr das verdenken? Auch die Berliner Jugend hat in diesem Jahr in Scharen die Riesenstadt oerlassen. Zugute gekommen ist ihr die eigenartige Lage des Weihnacht»- und des Reusahrsfeste», die zwei Wochen geradezu auseinanderreihen. Nimmt man zu den drei Sontagen. die zwischen ihnen liegen, drei Festtag« Hinz», so hat man, um im ganzen 15 Urlaubstag« zu haben, nur noch S Arbeitstag« nötig. Dieser Umstand ist von vielen auch ausgenutzt worden. Aerzt« und Hygieniker«mpfchlen geradezu, den Urlaub im Winter zu verbringen, und Reichskanzler Hermann Müller hat einmal geschrieben:„Trotzdem meine Ferien nur von kurzer Dauer— vom 2. bis 12. Januar— waren. habe ich mich in der reinen frischen Winterlust ausgezeichnet er- hold" Niemand wird in Deutschland das fonntagslofe Jahr, wün- scheu, wie es Rußland jetzt zwangsmäßig einführt, aber eine Erweiterung und Verbreiterung der Urlaubsbasi» durch den Winterurlaub scheint im Interesse aller Volkskrise zu liegen. Verständig« Unternehmer fördern den Winterurlaub, in- dem sie für jede im Winter genommene Woche Urlaub«inen weiteren Urlaubstag gewähre.«. Und verständige EUern werden es den flüggen Kindern nickst übel nehmen, wenn sie Weihnachten und Neusahr in der erhabenen Schönhell der Berge verbringen. Schweres Gasunglück in Weißensee. Drei Personen tot anfgefundeo. Ei» schwere» Ga»nnglück wurde am zweiten Feiertag. kurz nach 15 Uhr im Hause preuzlauer Prome« nade 24 io Uleißeasee entdeckt. Dort fand mau die 57jährige Witwe Elise Vrachmau«, ihre» Untermieter. den vbjährigeo Kaufmann Emil Gehrlcke, sowie dessen KZjährigen Bruder, den Zollamlmanu Paul Gehricke, durch Gas vergislet tot aus. Frau Brachmann Hot im dritten Stockwerk des Haufe« ein« größere Wohnung inne. Schon fett langer Zell wohnte bei ihr der KSjähnge Kaufmann Emil Gehricke zur Untermiete. Anfang der Woche empfing Gehricke den Besuch seines um zwei Jahre jüngeren Bruders, der iu Frankfurt a. M. bei der Zollbehörde beschäftigt ist. Am Heiligabend wurden die Leute von andere» Mietern in der Wohnung noch gehört. Am ersten und zweiten Feiev- lag dagegen war es in der Wohnung auffallend ruhig. Um 13.30 Uhr erschien ein Bote, der für Brachmann ein Paket abgebe» wollt«. Auf sein wiederholtes Klopfzeichen öffnete nie» wand und plötzlich bemerkte der junge Man, daß au, der Tür Gasgeruch drang. Er alarmierte, nichts Gutes ahnend, ander« Mieter und den Berwaller des Hauses. All« Versuch«, die von innen mit Eisen beschlagene Tür« zu öffnen, mißlangen jedoch. so daß schließlich die Feuerwehr gerufen werden mußte. Auch die Feuerwehrbeamten tonnten die Tür nicht öffnen, und so blieb nichts weller übrig, als von der Straß« her eine mechanisch« Leiter in die Höhe zu winden und die Fenster einzudrücken, wn so in die Wohnung zu gelangen. Als erste wurde die Wohnung»- mhoberin, Frau Brachmann, in ihrem mit Gas erfüllten Schlafzimmer leblos aufgefunden. Ein« Tür weiter lagen die Brüder Gehricke in ihrem gleichfall» mtt Ga« angefüllten Zimmer leblos da. Alle Versuch« der Feuerwehrsamariter, die Bewußtlosen in» Leben zurückPirufen, blieben ohne Erfolg. Die Leichen wurden beschlog» nahmt und in« Schauhaus gebracht. Nach den polizeilichen Ermittelungen liegt zweifellos ei» Unglücksfall vor. Di« Leitung des Gaskocher» in der Küche war undicht, so daß in kurzer Zell größere Sasmengen ausströmen konnten, die bald die ganze Wohnung erfüllte«. Zeuge» gesucht für Slraßeubahuunfall, den allerer Mann am Montag, dem 16. Dezember, nachmittags%2 Uhr vor dem Haufe in Schöneberg, Hauptstr. 129. beim lieber» schrellen de» Fahrdammes durch die Bahn 43 erlitten hat. Unkosten werden vergütet. Meldungen an Ring. Britz, Liningstr. 71. Verantwortlich für Politik: Dr. ffnrt Oceex: Wirtschaft: O.«UaRtlböIctj Eewerkschaslsbeweaung: Z. Steiner; Feuilleton: IL t. Döschee; Lokale» und Zonilloe, fftift»artlädt: An, einen: rk.«locke! sämtlich in Berlii».. Verlag: Vorwörto-Verlag(9. m d. ö. Berlin Druck: Vorwärto-Buchdruckerel urd Lerlogoaustalt Paul Singer u. Co.. Berlin SW. 6». Lindcnltraffe L einu 1 Beilage Wild und Geflügel Enten«-wo................................... m t« WolgehOhner............xu.»«. l«* Suppenhflhner.............. m 1° HaSen gestreift............................... TU.»on 1 an 15 an e&togfo». j I Gänse.92: ___ Btot»e mi»»««>i«n»« nm v»r>»re_ 57»_ W Obst ii. Gemüse Mondarlactt....................s tu. 66kl. ApfeWnen.....................» m 62pt Bananen.-................»...S ktck. Ä5Pt Rotkohl........................... ktck. lOPt GiOokohl......................» Pfd. ISpl Sclledc......................... Pfund lOPf. Kolonialwaren Auizugmehl............. Pfd. 24, 26, 26pl Sultaninen....................... Pfd. 58pc. Süss: Handeln................... Pfd. 1,66 Mohn bUa........................Pfd. 46fl Mohn weis».......................Pid. 65Pf. Eierbandnudeln.................Pfd. 46pl Patna-Rel»........................ Pfd. 50Pt Karoiinen-ReU................... Pfd. 66fl Kalifornisches Backobst....... Pfd. 62pl Kalifornische Pflaumen........ Pfd. 55Pf. Kakao io»........................ Pfd. 56 Pf. Kaffee l'i Frisches Fleisch Schweinebauch o&n.Beiun. ml ,20 Schweineschinken....... m1,28 Rftckenfett bi»ttetiC............ m SS? Hammelvorderfleisch PM. von Schmorfleisch ml, 28 Roulade. .TU. 1,38 Schabefleisch«.B.ek«p«ter.m1,28 Gulasch............ ••••••*•••• TU. 1,10 Suppenfleisch............ m™. 84» Roastbeef od»» Ksoeb«....... ml, 58 Rinderleber................. m1,28 Gefrierfleisch Schmorfleisch �n»r»�m1.20 GulaSCh oin® Knociles...............Pfd. 08?:. Suppenfleisch............ m�»58« Hammelvorderfleisch � 86« Rinderlungen Rinderherzen Rinderbaeken Euter.................. »••••••••••••••••< .m SOpi ,m 70? .m 58f m 2 3 Pf. Wurstwaren S. Leberwurst.................... m 1.45 Haurmadier-Leberwurst........ m 1.10 Zerrelat- und Salamiwurst..., Pfd. 1,65 Schinkenspeck...................pid. 1,65 Teewerst................... M.....m 1,60 Grobe Teewurst................ m 2,03 Zervelat- und Salamiwurst....m 2,40 Lachsschinken im s*n»en...-...pid. 9.40 Ganserollbrust.............-....Pfd. 3,00 Käse TUsiter Toniett...........m«6Pt«. ILO Dfin. Schweizer aov..........*u.95n Steinbusch er...................... m 96 PI. Gouda voiifett, m 1.15baiMMi m 76PL Emmen fhalcr«teffle....... Seheehtel 75pt Fische und Räucherwaren Fette Konfitüre Eimer ca. 2 Pfd. Vlerfrudit- Maraje'lde...... 85P1. PQoumcn..... 92kl. Johannlsbecr. 1,10 Aprikosen—. 1.10 ___ Relroreu................. Pfd.»ou C�Pf.wi Fischfilet..........................—.Pid. Särt Seelachs rrlachert..................... m 59pt Rotbare(eTiacbert....................... Pt't 4Spc, •Hör: Ulpzlgar Str„ Slnaa4«r,lttz, Fruktnisr IN«. loUkuter Dune, BtU<-JUIiua»-Str„ WhMrsdtrI« Str. OuHseettru« «Spiegelkarpfen.......... m««1,18«) ""Schellfisch im guM................. 40pt *Kabel)an tm giuzaa, esn* sopt...». Jfd. 33?(. *Sec1ach« im csnub.«ime Kopf....—..Pfd. 3€pr. m 50, 62pt ..................Pfd. 72Pt ••••••*••••••••< Flcehmarinaden bis») mar ckber inge�ollmops inRomoi) H K ladt, Bratheringe, Kronsardfnen I Hm Hw Pf. Zucker gurken Salzgurken...... Mixed Picklee. ....... Dose 95rL :}�50pt Margarine... Rohschmalz.... öratenschmalz.................. m 76Pt Rindertalg........................ m 55pt Kokosfett......................... m 50pf fafelbutter............... m 1.62. 1.92 34nUche Dutter................. Pfd. 2,00 Kunsthonig m« 32» Konserven 1•••••«••••«• ••••••••••••aaaaa» Kaiser schoten......... Junge Erbsen«w w« Junge Erbsen(ein...- Junge Erbsen GemOscerbsen Karotten geschnitten.................. 42 p- Gem. Gemüse au«etr. Erb««..... 68 n' Leipziger Allerlei............... 95;■ Berliner Allerlei................ 85f; Spinat 1............................... 58.'f. Sellerie m sotteldsu. Pres. ow. Na«-.. Äugeboie ttttsevev Wewabieilmtg '»aaaa»chOS�Som Apfelmus Eimen h, rmM SOsskir sehen am stein. Sauerkirschen ohne stein......... 1 ,90 Preiselbeeren..................... 1,29 Kalif* Pilr siehe hau» rmoht..... 1,50 Erdbeeren......................... 1,75 Staegenspargel stark........... 3,00 Stangenspargel mitteutaek....... 8,90 Brechspargel mituistark........... 2,75 Brechspargel dm»...-.............. 3,00 1828ap Margsaux, t9Z8er St. Emlllon. 1024 ar Artlaana Blava.......... 1927 er Schloas B ickalhalma«.. 1923 er Hackenhe-m. Klrchbaag 1923er Wlnnlnger Ecketala..... 1923 er Brauneaerger Rieullng.. Vt Flasche 1,60 10 Flaschen 15.00 _ Preise ohne Flssobs 1027 er Hallgart. MahrhOluoh.)„ 9 fiA 1927 ar Klanrlchar Barg....;.>'.Fl-Cl'r*' 1927 er WlnkelerHaaensprungj 10Fl24,0O Zur Bowle i h 7U«ch..0 plsicb. 1928er Wltlnser-Moi«!...... IsflaS f�CO 1928 ar Cdenkobenar Gerech J I Versuchen Li» anseien halotroc xeneo Scbloss Ayler Herrenberg sicxiiy«xi i» mmiiriiw 1027 ar Klanricher Barg. •927 er Winkeler Haaana 1923 er Haut Sautarnes 1024er Oh St. ei. ran Ave...— 1021 er Burgunder Fommard. Mdrlto Pal, aherry i.>,,Fi.2,78 10 FI- KS, 00 , Fia-ch» utlsscu. 1-12° »2S A90 nzOcUoh 1,00 .«91# Steuer pro FL 31 10 FL__.... Marke n»*8�haumwalna au Orlqlna'wPrelaGn Oeutttber"* Weinbrand �aOi.�,00| lamsika Rum Verschnitt«•f.fiaW.iLtr.as.BO| Zum(ilUtiwaini Ssudak Kita Rotwein........ KOnteSM spon iechar Botwein.■ JDilaonisüeeriueln 1 k tXf. gtÜM............— RflslnpiaizerWelssweln.. j,25 6,00 iunnUflierRotweln'�'*1.25 6.00 wekwini Lit«r ö-Lir-Fi. gute tlna- 95�4,50 Burgund. P nsd ksn-küi;»-».'.,FLK,7S>i,Pl.e,VS VUssaidort. 6U7S. Punsch v,FLI»?St,, n.e,90