Morgenausgabe Dienstag f�46.2.»rm9 J/ 31 Oejember 1929 srsÄÄas �MlW A!�' �2�5 einfchlietzUch 60Pfg.Voftzeitung». und UW s�LW W Wj>» W» M>> t?[ B vS �-/ 7Z Pfg� Poftb�itllgebühr». Zw,!«,»». gSSSk: ICJBE B B B � B B B B B B V) B B /■' Die etntpaltlgc WunporeiUejeil« aboimement 6.— SR. pro SRonol. mlaiaata fP~Ks I M Psenn'g. ZieNameieU» i.~ Reich». VB|I I B B>> B B war!,„ftlelnc * Tr�H 1 HB■ HB WM� L�H\ H» W> �BBTjRM druckte Wort ZS Psennig(zulässig zwei Der, vorwärts erlchedrt«ocheirtög. HB! I! HB! B HB B WH settgedruckte Worte», sede» weitere Wort II M WfWs W/W/�h ML 7/ m im» im Handel mit dem Titel.Der � X—�Bl L lo Pfennig. Worte über 18»uchftaben Sttend-, Illustrierte Seilogen.Voll>we> Worte. Slrbeitsmorf; und Zeit" und �llndenreunb". Ferner �.4.0*****■. �» j � 3eile80Sfennlg.8amllienonäeigen3eil» esEas Verkin�v NvbtsblM»»w» Jentraloegan der«Sozialdemokratischen Partei Deutschtands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 i!rnlpr«ch«t Dönbof» NS�2S7 Telegrainm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Vari», 30. Dezember.(Eigenbericht.) Am Dienstag vormittag hält das französische Kabinett einen Ministerrat, und zwar den letzten vor der ch a a g e r Kon» serenz. ab. Trotz der optimistischen Haltung., die die ojfiziellen Kreis« in Paris zur Schau tragen, scheint es. daß im letzten Augenblick hin- sichtlich der Verständigung unter den Wliierten über die im Haag zu behandelnden Fragen wieder neue Schwierigkeiten aufgetaucht sind, dl« auch in den intensiven Verhandlungen, die der belgische Ministerpräsident Ja s pa r mit Tardieu und Briand in Paris und die französischen Finanzsachverständigen mit dem englischen Schatz- amt in London führten, nicht aus der Welt geschafft werden tonnten. In der O st re p a r a ti o n s f r a ge ist man unseres Wissens seit dem Kroch mit Ungarn und Bulgarien noch Luit du». 30. Dezember.(Eigenbericht.) Tie Verhandlungen des indischen Nationalkongrefses spielte» sich am Montag im wesentliche« im Rahmen «ine» Komitees ab, das den Schauplatz eines heftigen Ringens zwischen der Rechten und der Linken, zwischen tvaudhi und feinen Gegner« bildete. Eine Entschließung. t» welcher der Beginn des passive« Widerstandes und der Stenerverweigernng bereits für den 1. Januar fest- gesetzt werde« sollte, wurde von dem Komitee verworfen. Die Debatte erreichte ihre« Höhepunkt in einer Rede Gandhis, der erklärte, daß er an keiner Koufe- renz mit der britischen Regierung teil» nehmen werde, bei der die Umwandlung Indiens in ein Dominion behandelt würde; er würde lediglich eine Friedens ionferenz mit Großbritannien besuche«. Indien befinde flch von nun ab in einem„friedlichen Krieg" mit Großbritannien. Wie auS Lahor« verlautet, sind im kongreßlager Nachrichte« über zahlreiche Verhaftungen in Ben» g a l e u eingetroffen. ES scheint sich um vorbeugende Maßnahmen der Regierung von Bengale« gegen eine Ausrufung des Passive« Widerstandes zu Handel«. Trost für London. Madras, 30. Dezember.(Reuter.) Der Kongreß der liberalen Inder nahm einstimmig eine Entschließung an. die das Attentat auf den Zug des Vizetönlgs vsr- Schurmans Nachfolger in Berlin. Senator Sackest. Zum Nachfolger des demnächst scheidenden USA.-Bot. schafters in Berlin. Jakob Schurmann, hat Präsident H oov«r seinen politischen und persönlichen Freund, den Senator Frederic M. Sackett bestimmt, der im Parlament den Südftaat Kentucky vertritt. Sackett ist 61 Jahre alt und von Haus aus Rechtsanwalt. Er war aber vor allem geschäftlich tätig und ist beute noch Bergwerksbesttzer. Zeitweise stand er auch an der Spitze der Zederal Reserve Pank im Staate Kentucky Im vergangenen Jahre hat er Deutschland besucht. Seine offizielle Ernennung dürfte am Montag erfolgen. Oer Minifferwechsel. . Moldenhauer und die Qoadroiur des Zirkels. Der neu« Relchsmimster der Finanzen, Prof. Dr. Molden» ? au e r. hat sich am Montag den Beamten und Angestellten de« Reichzslnanzmimsteriumz oorgestellt. Bei dieser Gelegenheit führt« Reichsminister Prof. Dr. Moldenhauer aus: Vorwärts-Verlag G. m. b. H. um keinen Schritt weiter gekommen. So droht das ganz«, in der ersten Konferenz mühsam ausgearbeitete System er- s ch ü t t e r t zu>o«rd«n, zinnal Frankreich unt» Belgien eine Enb- lastung durch die Ostrcparationsfrage erwartet hatten, um die „Opfers die sie zur Befriedigung der Forderungen Snowdens im Haag aus sich genommen hotten, decken zu können. Eine andere Schwierigkeit droht, gleichlautenden Informationen des„T c m p s" und des„Paris Midi' zufolge, durch dos deutsch-amerikanische Soaderabkommeu. das eine grundlegende Aenderung der Statuten der Reparationsbank erforderte. Die direkten Zahlungen, die Deutschland an Washing» ton leiste, würden Deutschlands Gesamtannuität abgezogen und somit zu einer Verminderung des Kaprtalumsatzes der Reparationsbant führen, was wieder ein« Verminderung der Ueberschüsie der Reparotionsbank nach sich zöge, die zur Deckung der letzten 22 Annuitäten dienen sollten. urteilt und Lord und Lady Irwin zur glücklichen Errettung beglück- wünscht. Eine zweite Entschließung begrüßt di« Erklärung des Vizekönigs vom 31 Oktober mit lebhafter Zustimmung, da sie in maßgebender Weise den Standpunkt, daß das Dominion st atut für Indien den Absichten der Erklärung von 1917 entspreche, be- stätige auch den Anspruch Indiens, mit der britischen Regierung auf dem � Fuße der Gleichberechtigung über die künftige Form der Verfassung Indiens zu verhandeln, anerkenne. Der Kongreß besteht darauf, daß 1930 sobald wie möglich«ine britisch-indische Konferenz abgehalten werde und daß dem fortschrittlichen Element eine ausschlaggebende Vertretung eingeräumt werde Smpfang eines Gouverneurs. eondon. 30. Dezember. Der Gouverneur von Bombay, Sir Frederico Sykes, wurde bei seiner Ankunft in Abmedabod von Mitgliedern der Iugendliga mit s ch w a r z e n F a h n e n und Rufen„K« h r« u ml" empfangen. Von der Stadt wurde ihm später eine Willkoinmensadrcsse überreicht. Große Polizeiaktion in Indonesien. Amsterdam. 30. Dezember. In ganz Riederländisch-Indien nahm die Polizei chaussuchun- gen bei den Führern der nationalen Bewegung vor und verhaftete zahlreiche Personen, darunter die Rechtsanwälte Sartono und Gatot. sowie die Ingenieure Soekarno und Anwari. Die Polizei glaubt, überzeugende Beweis« dafür zu haben, daß zum Jahreswechsel ernste Zwischenfälle beabsichtigt waren, die Stadt Bandung sollte das Zentrum der Bewegung bilden. Zwei Hauptaufgaben sind der deutschen Finanzpolitik gestellt: die Ueberwindung der Ka s se n sch w! e ri g k ei t« n und damit der trostlosen Finanzlage, die wir seit langem betlagen, und die Durchführung eines Finanzprogramms, dos die Entlastung bringt, der die deutsche Wirtschaft dringend bedarf. Aufgaben, die wie die Quadratur des Zirkels erscheinen mögen, aber die doch lösbar sind, wenn ein stählerner Will« sich mit einer eisernen Energie verbindet: dann iverden wir dos Jahr 1930, trotzdem und alledem einst als den Beginn der besseren Zukunft werten können, die wir dem deutschen Volte und dem deutschen Vaterland« wünschen. Der Minister nahm während setner Ausführungen Gelegenheit, auch den neuen Staatssekretär im Reichsfinanzminisierium. Dr. Han» Schäffer, in sein Amt einzuführen. Am Montag begrüßte Reichswirtschaftsminister Robert Schmidt die Beamtenschaft de« Reichswirtschastsminisierimns, die er zum Teil noch von seiner früheren Tätigkeit als Reichswirtschafts- miitister her kennt. Der Saklomlßer sotialisttsche.valkswllle" hat immerzu Pro- zesse. Der Redakteur Helmerich wurde jetzt wegen eines Ar- rikels.Nach acht Jahren zu 300 Zloty Gcldsiras« oder einem Monat Pesängnis verurteill. Der Artikel enthielt u. a. die Behauptung, daß J>i« Ententemächte einen Teil Osiaberichlesiens an Polen per- schoben" hätten. Postscheckkomo: Berlin 37536.— Bankkonto: Bank der Arbeiter. Angestellten und Beamten. Wallstr. 65. Dt. B. n DiSc.-G«i.. Depositenkall« Lindenstr. S, Berlin im neuen Jahre. Vov Erllet Reuter. Niemals hat«in neues Jahr für die Berliner Stadt»«-. waltung unter schwereren Borzeichen begonnen, als das kommende Jahr 1930. In der Lage, in der sich im Augen- blick die Stadt Berlin befindet, hat es gar keinen Zweck. irgend etwas zu beschönigen oder zu verschweigen. Die Schwierigkeiten, die der Regulierung der Ultimoverpflich- tungen gegenüberstanden, haben sie zum ersten Male in der Geschichte ihrer Selbstverwaltung bis hart an den Rand der Staat saufsicht geführt. Die Formen, unter denen der im Dezember aufgenommene Kredit schließlich genehmigt wurde, tonnten bei Zweiflern mit Recht die Frage auftauchen lassen, ab die Stadt überhaupt noch im Besitze ihres eigenen Selbstverwaltungsrechtes sei. Wenn auch durch neuere Er- klärungen diese Gefahr abgewendet zu sein scheint, so ver- bleibt doch die peinliche Erinnerung an die letzten Tage, in denen unsere Gegner höhnend von dem Bankrott der„Ber- liner Mißwirtschaft" glaubten reden zu können. Das Peinliche dieser Lage für Berlin wäre sicher nicht so stark in Erscheinung getreten, wenn diese Borgänge nicht unmittelbar auf die Erörterungen über den S k l ä r e k- S k a nd a l gefolgt wären. Die Amotläuferei der Berliner Skandalpresse hat hier in den Wochen vor der Wahl in weiten Kreisen eine Stimmung erzeugt, in der jeder, aber auch jeder Borwurf gegen die Berliner Stadtverwaltung ein williges Ohr fand. Die gewaltige aufbauende Arbeit, die mit Stolz können wir das sagen— wie in kaum einer anderen Stadt in Berlin in der Nachkriegszeit geleistet worden ist, schien gegenüber den psychologischen Aus- Wirkungen dieses Skandals vollkommen in den Hintergrund zu treten. Die Zehntausende von Männern, die in der Ber- liner Verwaltung in den letzten Iahren die ungeheure Wieder- aufbauarbeit geleistet haben, erschienen beinahe vogelfrei gegenüber all den Angriffen, die von allen Ecken und Enden auf die Stadtverwaltung niederprasselten. Niemand wird ein Wort der Verteidigung für die persönlichen und fach- lichen Mängel finden, die in der Sklarek-Affäre zutage ge- treten sind. Aber aus ihnen den Schluß zu ziehen, daß die Berliner Verwaltung überhaupt korrupt und unfähig sei, das konnte nur denen vorbehalten bleiben, die d i e w i r k l i ch« n großen Leistungen Berlins nicht sehen wollten und auch heute noch nicht sehen wollen. Diese Vorgänge sind in erster Linie ein gefundenes Fressen für die Kreise gewesen, denen die ganze Entwicklung Berlins in den letzten Iahren ein Dorn im Auge war, den Kreisen der G r o ß i n d u st r i e und Großfinanz, die seit langem gegen die angeblichen„Auswüchse�' der kommu- nalen Wirtschaft reden und in Wirklichkeit nicht ihre Aus- wüchse, sondern die großen kommunalen Dersor- gungsunternehmungen selbst meinen. Die Ver- trauenskrise, die in diesen Wochen künstlich gesteigert worden ist. sollte und soll ausgenutzt werden, um der Stadtihre großen Werk« zu nehmen und damit die Revanche für die Durchsetzung des allgemeinen und gleichen Wahlrechts in den Gemeinden nachträglich zu erreichen. Im Reichsbant- Präsidenten, der jede Ost dank sofort saniert, aber für die Gemeindewirtschast nicht einen Finger krumm machen will, haben diese Kreise einen starken, im Augenblick schein- bar unüberwindlichen Bundesgenossen gefunden. Er ist seiner Politik, der vollständigen Erdrosselung des Ge- meindetredits. auch diesmal trotz der Einwendungen aller anderen amtlichen Stellen treu geblieben und hat da- durch die Stadt zu den schweren Maßnahmen der Tarif- erhöhungen in letzter Stunde gezwungen. Man muß sich darüber im klaren sein, daß dieser Druck wester auf Berlin lastet und vorläufig noch nicht abzusehen ist, wann er von der Stadt genommen wird. Die radikale Ab- drosselung jeder Anleihemöglichkeiten bedeutet zwange- läufig die Einstellung aller Bauten der Stadt Berlin. Gegenüber dieser Konsequenz ist-es eine beinahe untergeordnete Frage, wieviel von den begonnenen Bauten noch eingestellt werden. Es ist eine Unmöglichkeit, die baulichen Bedürfnisse einer Weltstadt wie Berlin mit zurzeit 4.3 Millionen Einwohnern, die jahraus, jahrein um 80000 Menschen wächst, aus laufenden Einnahmen zu bestreiten. Eine noch so brutale Politik der Einnahmesteigerung durch Tarif- und Steuererhöhungen kann nur einen Teil dieser Be- dürfnisse befriedigen, im wesentlichen muß diesem Druck gegen- über die Entwicklung zum Stillstand kommen. Heute noch begrüßt„die Wirtschaft" in merkwürdiger Verkennung der Zusammenhänge Herrn Schacht als«inen Vorkämpfer ihrer Ideen; es wird sich zeigen, wie lange diese Sympathie an- dauern wird, wenn die Konsequenzen dieser Erdrosse- lungspolstik für die Wirtschaft selb st fühlbar wer- den. was nicht lange auf sich warten lassen wird. Die Stadt- Verwaltung wird gor nicht anders können, als aus der durch diese Politik heraufbeschworenen Sstuation die für sie unver- meidlichen Konseouenzen zu ziehen. Da sie unter allen Um- ständen das GesetzdesHandelns in der Hand be- halten Muß, so wird sie gezwungen sein, vorläufig auf jeden Neubau zu verzichten, von allen begonnenen Bauten nur das Schwierigkeiten vor dem Haag. Noch keine Einigung über die Ostreparationen.- Bedenken wegen der deutsch- amerikanischen Abmachungen. technisch und wirtschaftlich Unvermeidliche fertigzustellen und unterdessen zwischen Einnahmen und Ausgaben einen solchen Ausgleich.herzustellen, daß niemand m der Lage ist, ihr die Schlinge um den ch als zuzuziehen. S.e wird das unter allen Umständen, allen Schwierig keilen zum Trotz, aus eigener Kraft �un müssen und dazu jeden Weg gehen, der zur Erreichung dieses wichtigsten Zieles in den nächsten Monaten gegangen werben kann. Was die Herrschaft des privaten Kaoitals oder gar des a u sl ä n d i» 1 ch e n Kapitals über»n'ere VerforgungsunternohmMgen be achten würde, dafür haben wir in der Vergangenheit genug Beispiele gehabt, und in der Gegenwart genügt es voll- ständig, auf den Unterschied zwischen öffentlichen und privaten Unternehmungen in Berlin hinzuweisen, um einen Vor geschmack davon zu bekommen, was der Berliner Bevölkerung bevorstehen würde, wenn diese Kreise ihre Ziele erreichen würden. Hier geht es wirklich um die wichtigsten Lebens» htteresssn der Berliner Bevölkerung, die nur eine a u f e i g e« nen Füßen stehende Selbstverwaltung auf die Dauer verte'd'gen kann. In diesem Kampfe steht die Stadt Berlin im Augenblick-in der Defensive. Wir täuschen uns nicht darüber, daß die gegen sie verbündeten Mächte groß und stark find und daß die Bundesgenossen, auf die die Stadt in dieser Auseinandersetzung vielle-cht rechnen kann, im Augenblick offenbar noch nicht in der Lage sind, die Widerstände zu brechen, die einer vernünftigen Entwicklung entgegen- stehen. Es ist eine Utopie, daß das deutsche Volk m wenigen Jahren, ohne fremde Kapitalzufuhr in der Lage sei, durch eigen? Kapitalbildung d'e ungeheuren wirtschaftlichen Auf- gaben zu lösen, die die Voraussetzungen eines wirtschaftlichen Wiederaufstiegs sind. Es ist«ine Sinnlosigkeit ohnegleichen. der Kommunal Wirtschaft den Auslandsmarkt zu ver- sperren, den die private Wirtschaft ohne jede Kontrolle' für die unproduktivsten Zwecke in Anspruch nehmen darf. Diese Politik ist im wahrsten Sinn« eine Katastrovhenpoötik und w'rd letzten Endes auf ihre Urheber zurückfallen. Für die Stadt sind nach den Vorgängen der letzten Worden die Aufgaben des kommenden Jahres klar vorqezeichnet. Sie wird jede Anstregung machen müssen, um die finanziell« Bewegungsfreiheit wiederzugewinnen, die die Vor» ausfetzung seder Selbstverwaltung und seder Selbständigkeit überhaupt ist. Wenn sie vom Anleihemarkt weiter abgeipern wird, wird sie daraus die Konl-quenzen der rücksichtslosesten Einschränkung ziehen und die Verantwortung für die wirtschaftlichen Folgen diese» Borg-Hen« denen überlassen müssen, die es nicht anders wollen Die Stadt Berlin niht auf einer gesunden und kräftigen Grundlag«. Ihr Organismus wird auch diesen Rückschlag ertragen, weil das Leben auf die Dauer stärker ist als fanatische Doktrinen. Daneben werden die politischen und personellen Schwierigkeiten der letzten Monat» die dringende Aufgabe ein»r neuen Reform der Berliner Verwaltung nicht mebr lang« aufhalten dürfen. Die Schaffung Groß-Berlins war in dir Nachkrieaszelt e'ner der arö�en verwaltunaste-s'nl�en Fortschritte. Die tatsächliche Entwicklung ist in vielen Punkten über da» Gesetz vom April 1920 hinausgegangen, und die Cr- fahrungen der letzten Jahr- haben gezeigt, daß eine weiter« Vereinfachung und straffere Zusammenfassung d-r Verwaltung unbedingt notwend'g ist. Wenn in der Stunde � größter Gefahr sich alle die Kräfte denen an einer Erhaltung und Fdrietziwicklung dgA neuen Verlin Wirklich geleaen ist.! zusammenfinden,»m dies« beiden Aufgäben- W'ederberstellung d?r fiuattz;«S»n Bewegungsfreiheit und Fortentwicklung der Verwaltung Berlins zu lösend dann braucht uns um die Zu- kunft Berlins nickt bange zu sein. Dann hat vielleicht der Druck der letzten Wochen sein Gutes gehabt. An uns soll es nicht liegen! Wo gespart wird. Der Sparkommissar gegen die Arbeiter. Heber die Tätigkeit de» Reichsfporkommissar, dursten die Meinungen geteilt sein. Im Reichstag war man zwar bei der vorjährigen Etatberatung entzückt darüber, daß es ihw gelungen war, an dem t0-Mill>arden-Etat Z Millionen ein- , ufparen. Die Arbeiter dagegen sind von den Taten des �«ichssparkoimnissars weniger entzückt: denn überall, wo her Spartommissnr erscheint. Hot regelmäßig seine ganze Sparwut Arbeiterentlassung zur Folg«. Das gilt besonder« für da» Reichswehrministerium. Arbeiter, die teilweise schon«in« l?. und SOjährige Dienstzeit hinter sich haben,«»erden rückstchtslo» und brutal abgebaut. Alle Bemühungen der Twerrschoftlen und dar Referenten im Reichs wchrmsinsterium. seiner Sparwut Einholt zu gebieten, sind bis jetzt leider»rfolglo» geblieben. Neuerdings sind wieder eine ganz« Meng« Verordnungen und Verfügungen er. gangen, aus denen zu ersehen ist. daß spätesten» mit dem De- ginn de» Haushaltsjahre» ISZ« abermal»«in« Anzahl Arbeiter und Arbeit« rinnen abgebaut werden. Diesmal hat die Sbbaumit selbst die Lazarett« c>us? fkorn genommen, und sogar Betriebe, wie die Maschinenzentral« in siiel-Wit, die in den letzten Iahren Ueberschüsse bi» zu 70 000 M. abgeworfen hat. wurden durch den Spartoimnissar gezwungen, Ar» freiter zu entlassen. Ob das richtig« Methode ist, in Deutschlanb die Ar. freitskosigkeit zu bekämpfen, erscheint am sehr zwaifei« hast. Wem» der Neichsspartommissar nur dadurch spare« kann. daß er die armen Reinemachefrauen auf die Straße wirft, dann kann er uns gestohlen bleiben. Dar Reichstag sollt« sich mit de» Aufgaben und Erfolgen de» Sparkommissars baldigst einmal etwa» eissgehsnher beschäftigen. Die Angestelltenversicherung. Dyppelvorlagr für den Reichstag/ Aebruar plenarberaftmg Di« Ängestalltenversicherung wird aller Voraussicht nach im Februar den Soziakpolltlschen Ausschuß des Reichstags beschäftigen. Es sst damit zu rechnen, daß dem Reichstag -in« Doppelnorkage zugeht, da der Reichsrat gegmüber dem Entwurf des Reichsarbeitsministeriums verschiedene Abänderungen vorgeschlagen hast Man wird sich aus scharfe Auseinandersetzungen gefaßt machen- müssen, da bereit« die Regierungsvorlage den Wünschen der freien Angestellten keineswegs in ollen Punkten, vor allem nicht in der Frag« der Steigerungsfätz«, entspricht. Schweidnltzer Llrreu wird angefochten. Wie der Amtsichs Preußisch« Pressedienst mittestt, hat der Oberstaatsanwalt in Schweidnitz gegen da» Urteil de» Erweiterten Schöffengericht«« in Schweidnitz wegen Beifmnmkungssprengung BenijAng eingek«#. Oer Schmid-Skandal. Eine schöne partes- Llnd ein schöner Beamter! Am 14. Dezember haben 14 volksparteiliche Abgeordnete im Reichstag gegen das Vertrauensvotum gestimmt, das von den Parteiführern vereinbart war. Sia haben damit der Unterschrift ihres eigenen Fraktionsvorstandes die Anerken» nung und den beiden volksparteilichen Rcichsminiftern das Vertrauen verweigert. Dafür wurden sie noch am selben Tage vom Zentralvorstand ihrer Partei b e l o b i.g t. Zwei von ihnen, Staatssekretär Schmid und K ö n g e t e r. haben sich nunmehr auch in ihrem Wahlkreis, Düsseldorf-Ost, die einstimmig«„vollste Billigung" und den Dank des Wahlkreisoorftandes aussprechen lassen. Außerdem beliebte es dem Wahlkreisvorstand, Einspruch da- Segen zu erheben, daß Schmid wegen der Abstimmung in, nner Beamteneigenschaft«zur Verantwortung gezogen" wurde. Er sprach die Erwartung aus, daß Schmid in fein« bisherige Amtstätigkeit zurückkehren könne. Schmid selbst erklärte in einer öffentlichen Versammlung in Düsseldorf, daß er an einen Rücktritt zurzeit nicht denke. Irgendwelche �Unstimmigkeiten mit seinem Ressortminister. Dr. W i r t h, beständen nicht, und seine Beurlaubung sei lediglich auf Betreiben„gewisser Linkskreise" erfolgt. Später werde er noch auf die Angelegenheit wegen ihrer g r u n d- sätzlichenbeamtenpolitischenBedeutungzu- rückkommen. Dem Schmid-Skandal kommt in de? Tat eine grundsätz» liche bcamten politische Bedeutung zu. Die Berufsbeamten haben allen Anlaß, sich um die schwere Schädigung zu küm- mern, die Schmid ihrem Stande zufügt. Schmid ist ein Berufsbeamter, der es als Parlamentarier zu einem hohen Amt gebracht hat. Es handelt sich hier um einen jener bedenklichen Fälle, die man mit einem gewissen Recht gegen das parlamentarisch« System ausspielen kann: denn durch seine persönliche Eignung hätte es Schmid kaum jemals sehr west über den Assessor gebracht— aber als Abgeordneter der Bolkspartei konnte er sogar Staatssekretär«erden. Vis zur Ernennung Wirths zum Minister für. das besetzte Gebiet stand Schmid als parlamentarischer Ministerersatz an ber Spitze dieses Ministeriums und wurde auch als solcher der Bolkspartei„angerechnet". Kein- Zweifel also, daß Schmid nicht nur in dem Maße.wie jeder anders Staats- fekretär, sondern noch darüber hinaus ein p'olitifcher Beamter ist.'" Schmid hat es nun für taktvoll gehalten, als Abgeord- neter gegen das Kabinett zu stimmen, an-deflen Sitzungen' er teilnimmt. Er' findet ein solches Verfahren' korrekt und 'beruft sich auf fefne.Immunität als Abgeordneter. Das Mandat, das ihm als Schlüssel zu seinem hohen Amt diente soll ihn jetzt als Talisman vor den selbstverständlichen Ko sequenzen schützen, die sich für jeden politischen Beamte ergeben, wenn er gegen seine Regierung öffentlich Steklu: nimmt. Schmid legt Gewicht darauf, einer Regierung, zu l kein Dertrauen hat. weiter als Staatssekretär gegen<'■ dienen zu dürfen, und wenn man ihn auf das Ska löse seines Verhaltens aufmerksam macht, den t. sich darauf, daß er Abgeordneter ist. und daß man ihm d n nichts tun darf. So entwürdigt er fein Amt und sei Mandat in gleicher Weise. Das Relchskabinett kann jedoch nicht durch eine rabu- listische Heranjüehung der Reichsverfassung dazu gezwungen werden, einen Menschen in seiner Nähe zu dulden, dem jedes politische Anstandsgefühl fehlt und mit dem zu ver- handeln die s o z i a l d e m o t r a t i s ch e R e i ch s- tagsfraktion ablehnt. Wenn Schmid weiterkkeb-' wird man ihn mit dem Schabeisen abkratzen müssen. Einseitige Kampfberichte. Der Blutsonntag in der presse der Rowdyparteien. Drei schwere Bluttaten au» politischem Anlaß sind am Sonn» abenh bzw. Sonntag abettd in Berlin erfolgt In zwei Fällen waren die Kommunisten, im dritten die R a t i o na l> ozi a» listen die Angreifer. Selbstverständlich bemüht sich jetzt jede Rlch- hing, sich als da« Unschuld« lämmleln hinzustellen und oll» Schuld auf die böse Gegenseite zu wälzen. Di« kommunistisch«„Welt am Abend" weiß demgemäß einzig und allein von dem UeberfaU am GSrlitzer' Bahnhof zu berichten, den die Nationalsozialisten auf die Gäste de» kommu. nistischen Parteilokal» verübten Umgekehrt hat die Hakenkreuz» lerische„Deutsche Zeitung" nur Kenntnis pon den kommunistischen Ueberfällen iss' T e m p e l h o f. und. in bei. T a v r.o gg«ver Straße, während sie itver dt« Schtäche am chptrtjzrr Tfttjnhof nur ganz kurz vermeldet, daß«s t«rt- zu einer..westeren Schicherei vor einem kommunistischen Parteilokal" gekommen sei, woraus wohl ihr« Leser schlußfolgern sollen, daß auch hier die Kommunisten die Angreifer gewesen seien. Di« gleich, Taktik befolgen Hugenberg» „Lakal-Anzeiger" und die �deutsch» Tageszeitung". Aber freilich: nachdem diese Blätter ein so dewegte» Lamento über komntrntif tische Uebersälle angestimmt hoben, würde e» schlecht in den Text passen, wenn sie im Anschluß von einem Trupp Nationalsozialisten be- richten würden, der auf die Gälte eines kommunistischen Lokals «in regelrechte» Schnellfeuer eröffnet. Gegenüber allen Bertuschungsversuchen muß festgestellt«erde«. daß dt« Revolverhelden und Messerstecher, w»« wir da» schon seit Monaten gewöhnt sind, sich gleichmäßig auf die kam- münistische wie nationalsozialistisch« Seit« verteilen. Daß unter den Raufbolden sich solche befinden, die alle paar Wochen von einem in» andere Lager hinüberwechseln, gehört duxchau, zum Bilde. Zwischen der Gesellschast hüben und drüben- ®s fhft mri dl« r»h« sten" u nd a yp«QA, fist e n E le m t aiiT oer tsrotziioot. denen ine PoUtik.'nur'Borwand ist. um ihre blutgierigen Instinkte ov»- «inander auszutoben. Ein Recht, sich über dies« Elemente zu entrüsten, hat nur, wer weder di« ein«»och die andere Sekt» in Schutz nimmt. Stintbombeupoliii? der KPD. Stinkbomben anv ZeoerwertekSrper im Kieler Rathaus. Kiel. SO. Dezember. In der heutigen Sitzung der Stodtkollegien. in der die Einsüh. nntg von sieben neu gewählten unbesoldeten Stadträten durch den Oberbürgermeister erfolgte, wurden mehrere Ant-räge der Kommunisten, di« den Unterstützungsempfängern besondere Bechilfen bringen sollten, abgelehnt. Darauf entstand auf den Tribünen, wo sich zahlreiche Angehörig« der KPD. eingefunden hatten, ein w ü st« r L ä r m- E« wurden Stinkbomben in den Saal geworfen und Feuerwerkskörper zur Explosion ge- bracht. Der Oberbürg« rmeistev unterbrach die Sitzung und ließ die Tribünen durch Polizeibeamte räumen. Der Tumult setzte sich jedoch auch noch an Treppenhaus des Rathauses fort. Auch dort wurden Feuerwerkskörper geworfen, bis da» Rathaus völlig geräumt war. Zufammenroitvngea in Köln. Köln. Z0. Dezember. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten ergriff nach Ablehnung einiger kommunistischer Anträge der kommunistisch« Stadtverordnete E tz b o r n unaufgefordert da» Wort und setzt« sein« Rede trotz wiederholten Eingreifen» de» Oberbürgermeister» fort. vi« bürgerlichen Parteien verließe» darauf den Sitzungssaal. Etzborn, der. umgeben von seinen Parteifreunden, weiter oedete. wurde schließlich durch Polizeibeamt« ip Zivil aus dem Sitzungssaal entfernt. Bor dem Rathau» und an verschiedenen Stelle» der Altstadt kam es zu Zusammenrottungen. Die Polizei ging gegen di« Demonstranten vor und oerhastet« mehrer« Rädelsführer. Ja der Bolzengoss« gab di« Posiz« einig« Schüsse ab, durch die«in Teilnehmer an der Kundgebung leicht verletzt wurde. Etwa 80 Personen wurden zur Hauptwach« gebracht. Zm Wahlkreis Hugeubergs. Ein Vertrauensvotum für Trevlrqnas Ein« am LS. Dezember in Löhn« i. Wests, vom Lorsitzenden de» Deutschnationalen ArdeUarbuNde» einberufenen Dertreteroersammlung der deutjchnationalen Arbeiter tw L a n d» s» verband Westsalen-Ost(Wahlbezirk Treviranu»- Hugenberg). di« au» allen Teilen de» Bezirk» stark besucht war, beschloß nach einem-Bortrage de» Reichstagsabgeordneten F r anz Vehrens und einer längeren Aussprach«, an der sich auch der offizielle Vertreter des Vorstandes des Landesverbandes der Deutsch. nationalen Volkspartei beteiligt«, einstimmig folgende Vertrauens- kundgebung: Die Versammlung dankt dem Reiehstagsabgeordneten Irevt» ranus für olle in der Deutschnationalen Dolkspartet zum Nutzen aller Bolkskreise geleisteten Dienste, spricht ihm da» voll« Ver- trauen aus und billigt seinen A»»trttt au» der Deutsch- nationalen Bolkspartet. Ferner wurde ebenso einstimmig der Anstritt der Christlich- sozialen Abgeordneten Hartwig. Hülser. Lambach. Mumm. Lehrens und Meyer gebilligt und ihnen das Vertrauen ausgesprochen. Was ist Faschismus? Adelsherrfchaff, auf Umwegen zu erreich«� Einen interessanten veitrag über da» Wesen da» Faschlsmu« liefert der ständig« Vertreter der»Deutschen Zeitung' in Rom durch einen Artikel, den er End« Dezember an sein Blatt gibt. Lader deutsch« Faschisinu» den italienisch«! als fein Borbild betrachtet. so ist dieser Artikel natürlich von Gefühlen wärmster Sympathie diktiert, und es läßt sich gegen ihn nicht«inwend-n, daß der Verfasser des Artikels den italienischen Faschismus etwa irgendwie gehässig habe entstellen wollen. Er schreibt: „Der Faszlo hat seine Rolle al» reot lutionäre B«-- wegung gegen Obrigkeit und Staat ln seiner anfänglichen Eni- Wicklung beendet...... Um so stärker bleibt der revolutionäre Will« gegen jene Mächte, die nach faschistischer Ansieht früher den Staat mißbrauch. ten und ausbeuteten, die sprungbereit jenseits der Grenzen und wohl auch noch versteckt im Lande auf ihre Stunden lauern: Liberale. Demokraten. Sozialisten, Freimaurertum. Parlamenten- Herrschaft. Di« Abstotzung aller Derdächngen. Nichtgewünschten oder schwachen Mitläufer dringt auch inssfern«in« Angleiehung der saschilttschen Partei an den Staat, als-sie in strenger Erpralrtng. und Auslese die Führerschaft heranbildet Bemerkenswerter«"ist: hak oaker dem Faschismus diese Schicht einen Neigend?« Zawacks aus dem eingesessenen Adel erhalten, dessen Kräfte früher brach- lagen oder in Faulheit oerschlenderten."' Das Ergebnis: Die Führerschieht de, Faschismus rekrutiert sich mehr und mehr aus dem Adel. Alle anderen Kräfte, wie fis sich in der Reihenfolge der historichen Entwicklung der Alleinher schost de» Adel,»m gegenstellten: Liberal tsmu». Parlamentarismus, Demo» kratie, Sozialismus, werden mit eiserner Strenge unterdrückt. Nur mit dem Königtum hat man paktiert � ausdrücklich erwäfrn: der- Verfasser, daß die faschPische sreiwillig» Schutztrupp� schon seit 1924 den Treueid auf den König leistet—. denn da» absolut« König- tum war ja nie etwas anderes al» der Pchlbav« Exponent der Adels-. Herrschaft.-».■•--r. Genau die gleiche Entwicklung würde— den unmögsichev Fall seines Sieges vorausgesetzt— der deutsche Faschismus nehmen. Mag sich Hitler heute mit noch so viel sozialistischen Phrasen b«�- hängen— Mussolini hat sich einst noch viel! revolutionärer g bärdet. bevor der Faschismus an die Macht kam—, das Ende würde auch: hier schließlich sein, daß das preußisch« Junkertum in die Führerstellen- einrückt. Damit würde dann, über«inen kleinen Um-' weg, glücklich da» oormärzlich« Preußen des Absolutismus und de,, Junkertums wiederhergestellt sein. Di«» und nicht» andere« ist dckr'. wirkliche Ziel de« Faschlsmu». England und die Exiemtomliiäisrechte Prinz p für attmShiichrn Abbau, aber nur durch Verhandlungen coadoa. ZU Dezember.(Reuter.) t)le chinesisch« Regierung hol trog dem vom Zentralen Poiiti- schen Rat gefaßten Entschlusses zur Abschaffung der exterritorialen Recht« bisher die exterritorialen Klauseln der international n Verträge noch nicht ipiderrujen und auch der britischen Re» gierung keinerlei daraus bezügliche Mitteilungen gemacht. Die bti. tische Regierung hat sich erst kürzlich w einer an die Nanking.Regie. rung gerichteten Denkschrift vor dahin ausgesprochen, dah sie dem GrüMatz z u st i m m t. dah ab t. Sanuar 1Ü30 die Cxterritoriali ät allmählich abgeschafft werde. Die britische Regierung kann nicht glauben, dah die chinesisch« Regierung gewillt sein sollte. zu diesem Zweck in Verhandlungen einzutreten. Aegyptifcher Regierungswechsel. Eine Folg« der Wahlen. ftalro, 80. Dezember.(Eigenbericht.) Das ägyptische Kabinett Adly Pascha ist noch drei- monotiger Revierungszeit zurückgetreten. Dieser Schritt ist eine unmittelbare Folge der Wahlen, die dem Führer der National portei und. früheren Ministerpräsidenten Naha» Pascha eine riesle Mehrheit>m Parlament brachten. Prag und Moskau. Sozialisten fordern normale Beziehungen. Prag. SO. Dezember.(Eigenbericht.) Die Tschechoslowakei hat die Sowletregier"ng bisher nicht offiziell anerkannt, so daß offiziell« diplomatische!e.zzi«Hungen nicht bestehen. Die beiden Staaten waren anfänglich verfeindet, da die au» ehemaligen Kriegsgefairgeuen und Ueberläufern bestehende tschechische Arme« In Rußland die Bolschewiki mit Waffengewalt gezwungen hatte, sie nach Wladiwostok durchzulassen, von wo sie nach Frankr«,ch zur Verstärkung der Wiie-tenfront sollte: dazu ist es aber nicht mehr gekommen, da der Krieg inzwischen beendet war. Schon längst besteht in Prag eine.inoffizielle" Sowjet- Mission. vi« tschechische und dl« deutsche Sozialdemokratie fordern die Anerkennung der Sowjetregierung schon fest Jahren, neuerding» im Parlament durch den Abg. Dr. Wint«r. Winter erklärt«, es bestehe keine Gefahr, daß eine ordentlich« Sowsetgesandtschaft In Prag ein. bolschewistisches Propagandanest werben könnt«, da die Gesandtschaftsbeamten sehr bald ihr« Regierung darüber insornne- ren würben, daß die Unterstützung der Kommunistisch.n Partei'n der Tschichoslowakei da» dafür verausgabte Geld nicht wert ist. Vie Einwanderung nach USA. Uta** Gesetz mit Geflammgoparagraph. Washington. 80. Dezember.(Eigenbericht.) Li« feit Sohren umstrittene Frage der Beschränkung der latein- amerikanischen Einwanderung in die Vereinigten Staaten wird im Januar vor dem vurcheskongreß kommen, dem eine Vorlage des AiUvanderungsausschusiss zugegangen ist. Roch dieser Vorlage, Fi�elhesren noch a'��elossen �nb, soll Mfoch- Ein- 30 000 Personen beschränkt werden. Danach wird die gesamte jähr liche Einwanderung in die verewigten Staaten au» a l l« n Ländern der W-Il«tw« 200 000 Personen betrogen, was nach der Ansicht de» Ausschusses die Höchstgrenze ist. Dieselbe Borlage wird auch alle« Kommunisten undLintsradikalen den Eintritt verwehren und die Ausweisung derjenigen vorschreiben, die auf den Sturz de» gegenwärtigen Wirtschaft», und Regienmgssystems hinarbeiten. Reues Strafrecht in Mexiko. Nicht nur ein audere«. Alexiko�lUy. SO. Dezember.(Eigenbericht) Auf Grund de« setzt in Kraft getretenen neuen Strafrechts ge- HSrt dl« Todesstrafe in Mexiko der Vergangenheit an. Alle Straf. prozesie sollen von besonder» ausgewählten SachverstSndigen ge- leitet werden, während die Urteilssindung einer Art Psychiater« kam Mission obliegt. Die höchst« mexikanisch« Justizbehörde ist der.Fiat für soziale Verteidigung und Vorbeugungsmaßnahmen", unter dem zwei Klassen von Gerichtshöfen, die Straf- und die Besserungsgerichte, funktionieren werden. An Hand der Erfahrungen der Ratsmit- osseder-soll eine juristijch« Basis für die„soziale Borbeugungs- Methode" geschaffen werden. Da, Strafgesetz hebt besonders den Gedanke» hervor, daß das verbrechen eine Krankheit und daher ln erster Linie nicht Bestrafung, sondern Heilung am Platz« ist. In allen Strafverfahren ist nicht etwa der Zweck, ohne wetteres ene Strafe zu verhängen, sondern zunächst die Hintergründe der Strafhandlung auszuklären und wenn möglich auch die Der- hältnisse abzustellen, welche den Angeklagten in Konflikt mit der Gesellschaft brachten. Die Strafverküadung erfolgt nicht durch den Vorsitzenden, sondern durch den hohen Rat. dem die Akten und das Schuldurteil übermittelt � werden. Der Rat muß den Prozeß gründlich prüfen und darf erst dann über das Strafmaß be- »Inden. Gewohnheitstrinker, die unter dem Einflusie des Alkohol» ein Verbrechen begangen haben, werden nicht in Gefängnisse, sondern in Entziehungsanstalten untergebracht. Da» neue Strafgesetz«rkennt auch da, sogenannt«„unge- schrieben«" Gesetz der Römer an. wonach«in Ehegatte ungestraft den Liebhaber seiner Frau oder«in Dater seine minderjährige Tochter und deren Verführer ungestraft toten kann. Brandkaiaflrophe in Ehikago. Malzfabrik vernichtet, neun Ardeiter verletzt. Ehikago. 30. Dezember. Ln«Wer Werkstatt eine» großen Getreidespeichers der hiesigen Malzfabrik Albert Schwill u. Co. brach heut« ein Brand au». Während die in dem Raum beschäftigten neun Arbeiter dos Feu«r zu bekämpfen versuchten, erfolgte«ine Explosion, wobei olle neun A r b« i t« r verletzt wurden, darunter zwei schwer. Der Vrand breitet« sich rasch auf den ganzen Speicher aus, der nach einer Stund« zusammenstürzte. 700 000 Bush»! Getreide im Werte von einer Million Dollar wurden vernichtet. Da» Gebäude selbst hott« einen Wert von einer halbe« Million Dollar. Der Sieger des Lahres. Halt, lassen Sie mich!- Ich bin schon überfahren!� Die neue Negierung Polens. Ihre Aufnahme durch die presse. Warschau, 30. Dezember. Bon den bisher als Reglerungsblätter geltenden, erklärt di»„Gazeta Polska", daß die neu« Regierung un wesentlichen die politische Linie der bisherigen weiter verfolgen werde, da auch s i e au» Vertrauensmännern Pitsudskis bestehe.—»Kurier Polski" spricht von«ner neuen Chance für den Paria m.en- tarlsmu». und von Erleichterung der Lösung der Verfassungs- frag«.— Der sozialistisch« �stobotnik" drückt sein« U n z u- friedenhelt mit dem Verbleiben des Arbeitsnnnisters Oberst P r y st o r aus, der di« Stellung Bartels gegenüber dem Parlament und der Oeffsntlichkeit schwächen werde.-- Der gemäßigte national- demokratische.Fkurser Warszawski" empfieht, die Politik des neuen Kabinetts abzuwarten.— Di«.tÄazeta Darszaroftq" erklärt, Professor Vcrrtet werde in den Nationaldemokraten kein« ge- lehrigen Studenten finden. MinssterprSstdent Bart«! findet bei d« deutschen Minder, Heft im ganzen ein« gute Press«. Di«„Kattowitzer Zeitung" rühmt sei,« hohe i Bildung, die ihn vor politischer Einseitigkeft und eng- herzten Porurteilen immer bewahrt Hab«. Das Blatt erinnert daran, daß Bartd nicht nur tu Polen, sondern auch in Deutschland studierte und die dettlsche Sprache vollkommen beherrscht. E» sei mit» einigem Grund zu vermuten, daß der 1WZ in Ost- galizien geborene Sattel von polonisierten deutschen Ansiedlern ab- stammt. Er habe in seiner früheren Minästerprüsldentschast im ganzen immer recht geschickt operiert. Allerdings müsse man im Auge behalten, daß sein« Ergebenheit gegenüber Pil- s uds k i sein« Selbständigkeit immer bis zu einem gewissen Grob« beeinträchtigen müsse, wenn auch„ein so ganz im Dunkel des G«- heimnisse» ivaltender Herr wie PUsudskl mft den Einzelheiten der täglichen Regien» ngsgeschäst« mcht allzu sehr behelligt zu»»erden wünscht". pariser Ein- und Ausfuhr-Kouferenz. Em« offizielle Darstellung ihres Ergebnisses. ____ Da» A«ch»wirtschastsministermm teilt über da» Ergebnis der Ittetü» p�Jartfer Ztonferenz Sber die Abschaffung des Sin- und- Ausfuhroer. bates folgendes mit» Auf di« Ratifikation durch die Türkei wurde von den beteiligten Staaten, insbesondere von Italien, verzichtet. Dagegen konnte aus die Ratifikation Polens und der Tschechoslowa.ket. die nicht allein von Deutschland, sondern auch von einer große« Anzahl anderer Staaten geforidert worden war. nicht verzichtet wer, den. Alle Bemühungen, diese beiden Staaten auch noch zur Rast- fikation zu veranlassen, erwiesen sich als vergeblich. So wurde lediglich ein Protokoll ausgestellt, durch da» sich l? Staaten, zu denen voraussichtlich Schweden und Finnland hinzu- kommen»Verden, oerpsllchteten, die Konvention am 1. Januar 12 80 in Kraft zu setzen, saboch mit der auflösenden B«» d t n g u n g, daß. wenn Polen und die Tschechoslowakei bis 31. Mai 1930 nicht ratifiziert haben werden, di« Unterzeichner des Protokolls ihr« Hairdlungsfreiheit wieder gewinnen Da die Inkraftsetzung der Konvention zunächst nur die Folge hat. daß die beteiligten Staaten verpflichtet sind, bis zum 30. Juni 1930 di« Ein- und Ausfuhrverbot« abzuschaffen, bleibt es ihnen überlosien, diese Verpflichtungen erst zu erfüllen, wenn der Bestritt Polens und der Tschechoslowakei feststeht. Erweist sich di« Erwar, tung. daß Polen und die Tschechoslovxikei ratifizieren, als Irrig, so bricht das Vertragswerk automatisch zusammen,«» sei denn, daß sich die beteiligten Staaten oder einige von ihnen gleichwohl verpflichten, di« Konvention auch ohne Polen und die Tschechosloivakei aufrecht zu erhalten. Hierzu müssen st« ober«in« besondere Erklärung ab- geben, die an den Generalsekretär de» Völkerbundes zu richten ist. Das Protokoll vom 19. Dezember 1929 sst von Deutschland. Oesterreich. Belgien, England und Nord-Jrland, Frankreich. Däne- mark, den Bereinigten.Staaten van Nordamerika, Luxemburg. Hos« land, Norwegen, Jugoslawien, Schweiz. Ungarn, Portugal. Nu- mäniep unb Italien unterzeichnet-- Vor dem frauzösischen Parteitag. Fair Play gefordert. „ Parts. 30. Dezember.(Eigenbericht.) Angesichts der bebdrstehcnden Entscheidung über die Frag« der Regierungsbeteiltgung der französischen Sozialisten, die auf dem für den 20. Januar einberufenen außer- ordentlichen Parteitag fallen wird, spitzt sich die Agitatloir der Freunde und Gegner der Beteiligung immer mehr zu. In der Montagsausgabe des.„Pvpulaire" verlangt Pierre Re» naudel. daß ein« loyale und einwandfrei« Abst'm- in ungs Prozedur vom Parteibüro garantiert werde. Bei einzelnen Praoinzsettionen seien die Einnahmen an Mitglieds- geldern und Parteimaitteu plötzlich sehr ausfallend ge» st i e g« n. Das lege die Detmutung nahe, daß sich die betreffenden Sektionen auf diesem Weg««ine größere Delegierte»»- zahl sichern wollen. Angesichts der Wichtigkest der Entscheidung sei es daher unbedingt erforderlich, daß bei der Verteilung der Mandate mit der g rö ßteipG« n au i g t e i t vorgegangen«erde. Leon Daudet und 12 Somwumsten begnadigt. Präsident Dou- mergu« hat die Begnadigungsdekret« für den aus dem Gefängnis entwichenen und in Brüssel lebenden royalisttschen Schriftsteller Leo» Doudet und zwölf Kommunisten unterzeichnet. die al» Geschäftsführer oder Bertriebsstellenftster verbotener low. munistischer Zeitungen oder Flugschriften verurteilt worden waren. Albert Abraham Michelson. Oer große Physiker gefiorbea. Prof. Michelson ist nach längerer Krankheft im Wer von 77 Jahren in Chilago gestorben. In ihm verliert nicht nur Amerika, sondern die ganz« Well einen der hervorragendsten Physiker, dessen Arbeiten zu bahnbrechenden Forschungen und Entdeckungen Anlaß gegeben haben. Geboren wurde er am 19. Dezember 1852 in Strelno in der damals preußischen Provinz Posen, doch wanderte er mst seinen Ellern schon ln sehr jungen Jahren»ach Amerika aus, wo er sein« Schulbildung erhielt und da» er stet» als sein eigentliches Baterland betrachtete, obwohl er fein« physikalischen Studien zum' großen Test an den deutschen Universitäten Berlin mtd Heidelberg betrieb. In Amerika bekleidete er verschieden« Lehrämter, zuletzt seit 1893 an der Unwersftät Chikagp. 1907 wurde er mst dem Robel-Prei» ausgezeichnet. Don seinen zahlreichen Arbeiten ist vor allem da» Inte«- serometerzu nennen, ein Apparat, der auf der Snterserenz von Lichtwellen beruht und zu sehr genauen Messungen Ihrer Wellenlängen dient. Durch di« letzten Vervollkommnungen, die Michesson Ihm gegeben, ist«» sogar gelungen, von Fixsternen, die selbst in ganz großen Fernrohren nur punktförmig erscheinen, die Durchmesser zu bestimmen Am bekanntesten wurde der Name Michelson durch die be- rühmten, ansang« der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts zuerst gemeinsam mit Morley angestellten Versuch« zur Messung derLichtgrschwIndigteit, deren Ergebnisse«in« der stärksten «xperdnmtellen Stützen der Ei nst e ins chen Relativitäts- theori« bilden. Wenn die frühere Annahme eine» den Welten- räum überall crfüHenden. all« Körper durchdringende« Aether» zu- treffend wäre, müßte frU Ausbreitung der Aether. oder Lichtwellen je nach der Richtung dar Erdbewegung verschieden schnell sein, wie ja auch die Ausbreitung des Schalles in der Luft verschieden gemessen wird, j« nach' der Richtung, in»»elcher sich der Beobachter zur Schallquelle beweg ti Diesen Einfluß der Erdbewegung auf die Lichtgeschwindigkeit nachzuweisen, war das Bemülien des berühmten Mchelsonschen Versuche« Tatsächlich existiert ein solcher Einfluß nicht/und die einwandfreie einfach« Erklärung dafür gibt die Relatioftätstheori«. Wegen der merkwürdigen Folgerungen ist ker Micheljsnsch« Versuch vielfach wiederHoll worden und stets mit dem gl«>'vn Ergebnis, so daß auch Michelson, der anfangs zu den lZegpe»»*r MlatimtStsthevrie gehörte, sich später zi» ihr bekannt h�e. p. Molnar-Einakter. Erffouffühmng im Deutschen«Snsileri? atee. Franz Molnars„Eins, zwei, drei", schon in rtrstn Städten bewundert, enttäuscht in Berlin. J?i einer Stunde—■-in«, Zw«', drei— verhilft ein Bai'kdirektar einens jungen Mann zu eii'er großartigen Karriere. Der Einsall, nicht einmal originell, wird zu breit ausgewalzt. Max Pallenberg führte das Spiel durch fein fabelhaftes Tempo zu Premierenapplaus! Der zweite Einakter .Soüpä" ist ein harmloser Theaterabendfüller. vzr. Oer deutsche Arbeitsmarkt. Die Ergebnisse der gewerkschaftlichen Arbeitslosenstatiftik. Die Arbeitslosigkeit ist heute das zentral« Problem unserer Wirtlichast. Mau verstehe aber unter„Wirtschaft� nicht etwa das Unternehmertum, das sich selbst gern und unbescheiden dasilr ausgibt, sondern die gesamte Voltswirtschaft, zu der die Unter- nehmen, die Arbeiter, Unternehmer und auch die Verbraucher gehören. Das Gleichgewicht zwischen Produttioität, Verbrauch und Arbeitskraft ist besonders zuungunsten der letzteren ze r st ö r t. Dieses Gleichgewicht wieder herzustellen ist die dringendste Aufgabe der Oeffentlichkeit. Daher ist die Veröffentlichung der Ergebnisse der gewerkschaftlichen Arbeitslosen statt st ik von ZEUS bis 1920 unter dem Titel„Der deutsche Arbettsmartt� von Wladimir W o y t i n s k y im Verlag des Allgemeinen Deutschen Gewerkschoftsbundes vor allen Dingen deshalb zu begrüßen, weil diese Arbeit uns wenigstens teilweise die notwendigen Unterlagen zur Beurteilung des Arbeitsmarktes verinittelt. Woytinsty beschränkt sich nicht darauf, die gewerkschaftliche Arbeitslosenstatistik der Nachkriegszeit in ihren Einzelergeb- nissen auszugleichen, er gibt uns gleichzeitig einen auffchlußreichen UeberbliS über dies« Statistik dar Vorkriegszeit. Wenn ein Vergleich über den Umfang und die Ursachen der Arbeitslosigkeit der Vorkriegszeit mit der Arbeitslosigkeit der Nachkriegszeit auf Grund der gewerkschaftlichen Arbeitslosenstatistik nur sehr bedingt möglich ist. so ist doch ziemlich zweifelsfrei festzustellen, daß im Durch- schnitt die Arbeitslosigkeit vor 1914 wesentlich geringer mar als nach 1918. Dies war aber keineswegs in allen Berufsgruppev im gleichen Umfange der Fall. So ist z. B. die durchschnittliche Arbeitslosigkeit bei den Buchdruckern in der Vorkriegszeit mindestens ebenso groß gewesen als die Arbeitslosigkeit der Nachkriegszeit. Interessant ist auch, daß innerhalb einzelner Industriegruppen infolge bestimmter Ursachen einzelne Fachgruppen im Bejchäftizungs- grod zurückgehen zugunsten anderer Gruppen. So geht z B. aus der Ueberficht der Arbeitslosigkeit unter den Mitgliedern des Text;!, arbeiter-Derbandes hervor, daß die Arbeitslosigkeit in der S e i d e n- und Ku n st s e i de n i nd u st r ic in den Iahren 1927 bis 1929 erheblich zurückging, während in anderen Berussgruppen, de- sondere aber In der L e i n e n i n d u st r i e, die Arbeitslosigkeit ganz außerordentlich gestiegen ist. Es liegt auf der.arbeit«r- organisationen maßgeblich beteiligt sind. Die Deutsche Arbeiter- zeirtrale sowohl wie auch die Arbeitsämter kontrolliere» ständig die Arbeitsstellen in bezug auf Unterbringung der vermittSten Fliegerhorstschüler. wie auch hinsichtlich der Einhallung der tariflichen Be- stimnrungen. Daß die Verhältnisse nicht ganz so mangelhaft mehr sind, wie sie der Verfasser der Notiz am»Schlüsse schildert, ergibt sich aus der Tatsache, daß 70 Proz. der Schüler in der Laadwirffchast verblieben sind. Mit einem so günstigen Erfolg« hat man bei Er- richwng der Schule nicht gerechnet. Allerdings sind die bisher ausgebildeten Schüler fast ausschließlich in Bauernwirtschaften vermillell worden, in denen noch immer«n engeres persönliches Derhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehiner besteht, wie aus den Gütern der Großagrarier. Aber diese müssen sich zur Einhallung der tariflichen Bestimmungen bequemen, wenn sie Arbeitskräfte von der Deutschen Arbeiterzentrale erhallen wollen. Daß hinsichtlich der Behandlung hier noch manches zu wünschen fft, fft richtig. Hier werden aber die deutschen Landarbeiter das Erziehungswert oerrichten müssen, dos die deutschen Industriearbeiter an ihren „Arbeitsherren" mit Erfolg vollzogen haben. A. An oll. Anmerkung der Redaktion: Die Kritik in der Betrachtung über den Erfolg des Werbefilms richtete sich niiht gegen„Fliegerhorst", sondern gegen die vielfachen Mißstände in der Behandlung der land wirtschaftlichen Arbeiter im allgemeinen. Oer Strumpfwirkerstreik in TtarSböhmen. Gewerkschaften für Verhandlungen, KPD. für „Weiterstreiken�. Prag. zo. Dezember. Der Streik in der nordböhrnischen Strumpfmduftri« fft im Abflauen begriffen. Die Streikenden sind uneinig, da die Komnu» nisten für die Wellerführung des Streiks eintreten, während die sozialdemokratischen Arbeiter«ine Beilegung des Konflikts auf dem Berhandlungsweg« anstreben. Di« in den nächsten Tagen beginnen- den Derhandlungen mll den Strumpfindustriellen sollen eine Klä- rung der Lag« herbeiführen._ Slnseher mW Dsschler? ZM Reu»«»nsdn?« In«k�örs� Friedrich-Wilhelm-, Ecke Grimm- und Alte Friedrichstroh». Tffitzler- meister Griegert. fft wegen LohndifferenAen für Einsetzer und Tischler gesperrt. Deutscher Holzarbetterverband. Zn den Lodzer Banken sind für das neu« Jahr größere Eni- las fangen geplant. Als Ursach« wird die äußerst schwierige Lage der Bonken angegeben. Die Beamlenorganriariol�n bereiten bereits«ine Aktion vor. um den zur Entlassung kommenden Beamten eine Entschädigung zu sichern. Avaendonivve des?enes der ZlnaeffeMen �luaendarw »§! D>« s r u v»« � fallen au». naEenbe btt(BmnDeii SiAten&eta SsEtocS B«antwortlich«St Politik: St.€att«cyttt Bietschak»:•. Rlin«,lh»kt; Dewerkschaktoieweaun«: Z. CSteinn; gfstleian: 8.& Tisch«! Lokale» nni Sonfliacs*tl* SntRäkt: Anzeiaen: ich.«locke: sämtlich in»trlio. «tclaa: Pnewärts-Berlaa®. m b. S Berlin Track: Lorwärte-Buchdruckeret und BerlaaoanNalt Baal Sinzer n. Co.. Berlin SB<8. Linden straße 1. Sieun 1 BeUaat»nd.»ntercholtnno und Bissen-. WERTHEIM Leipziger Str.(Versand-Abt.) Königstr. Rosenthal er Str. Moritzplatz Beginn 2. Januar Große Preisherabsetzung in fast allen Abteilungen Tir. 610* 46. Jahrgang ± Beilage des Vorwärts Dienstag, 31. Dezember 1929 Vorderhaus«', Geitenflügek, Qiwrge&oJibe bilden«Ährinfl'jg jueinarrtvr stehend gewöhnlich einen?buon, den wir'Hof neun««. tkinen Aof, wo man Teppiche Nopfen. chol.; zerhacken od« Müll m Kästen schütten kann. Das alte, graue Gefchästshous?! r. 129 in der Friedrich ft raste zu Derlin wacht oci, diel« profanen Regel eine bemerkenswerte Ausnahme: statt eines chvtes be- bätet das Vorderhaus ein« bunte Stadt. Eigentlich einen Garten, denn die chäuf« dieser Stadt kieaen versteckt �zwischen Eichen und Kastanien, wozu«in paar Ahornbäume rmnrrvcn, gar nicht zu roden von den Ströhen, die«ingebettet in weite Rafenstächcn, von ML- lionen welk« Vlätter verborgen uxtlden. Still und feierlich ist«s aus diesem chas, der keiner ist. Rüde taumelt Dlatt um Blarr zur Erde, die letzten Strahlen der Herbst. sonne zeichnen fahle Kringel auf einen Barockgiebel mit sein« hoch emporstrebenden Senkrechte und den weit ausladenden Gesimsen, irgendwo singt ein Bogel. Es ist. als stünde die Zeit itill Kreuz und quer kann man durch die seltlomc Stadt pilgern, ohne eine M eniche rifeele zu treffen, es sei denn die drei Kinder, die mit Federn um die Stirn und Dolchen und Bistolen an den Hüften sich in eine Ecke verkrochen haben und Kriegsrot hallen. Gigmitfich sollen sie nicht«irmal das tun, den» über ihren Kopien??ängt ein rostiges Schild:„Jegliches Spielen von Kindern ist streng vor- baten. Der Hauskormnissar:(Kuiard." Ricmand soll die Ruhe dieses schlafen gegangenen Idylls stören. Oer Schabernack eines Hohenzollem. Es ist fetzt zweieinhalb Jahrhundert« her, als König Ludwig XIV. das Edikt von Nantes widcrrios, wodurch die Pro- t c stauten in Frankreich w gut wie vogels rei erklärt wurden, man Ehre 400 Gotteshäuser dem Erdboden gleichmachk. ihre Schicken schlost und die Lehrer und Prediger der Hugeiroben in die Zuchthäuser cid« auf die Galeere schickte. Der brandenburgisch preutzischc Gesandte in Paris, der Reichsgras Otto von Schwerin, legte feierlichen Protest gegen diese Herrschast der Klerus ein, aber Ludwig XIV'. lieh sich nicht erweichen, sperrte vielmehr die Grenzen und beauftragte obendrein seinen Berliner Gesandten, bcn Grasen, von Rebenac,. dem Per.li«r Hof, klarzumachen, daß Em !}*£««»'•«•«'*4�-wtf1? oyri-f�ctT; f«.'»ftr nrar natürlich Wasser curs küe Mül�e des.Kurfürsten, dem wicht verlwrgeu geblieben war, dah er wie alle Hohenzollern für Rom nur ein ganz gewöhnlicher Ketzer war, denen man den Raub des einstmals katholischen Orden slandcs Ostpreußen, den Kern des nachmaligen Königreichs Preußen, nie verzieh. Wenn sich der Große Kurfürst also jetzt mit einer noblen Geste hinstellte u:td alle drangfalimen Hugenotten einlud, nach Berlin zu kommen, dann spielte er damit scheinbar' Ludwig X IV. einen Schabernack, in WErttichkeii aber suche er Rom zu treffen. Ganz abgefelxm davon. daß er.zwei Fliegen mit einer Klappe schlug, indem er hockte, wenn „ich heut«, dann morgen, ein billiges und williges Kanonenfutter für fem Söldnerheer zu ergattern. Davon ahnten selbstverständlich die Hugenotten nichts, sie hotten nur die schönen Worte und konieu eines Tages mit Sack und Pack über Frankfurt und Hall-erftadt in Berlin amnarschert. Hier er- wartete sie der.Kursürst vor dem Tor und war so erschüttert über ihren Anblick, daß ihm nur so die Tränen über die dicken Lacken rollten, wie uns ein hölischer Ehromst berichtet. Zur Genealogie des Anloine Bardo». Einig« Nachkommen dieser Alessieurs Troucemevst Brihomm«, Pr-perit, Jormetod und wie sie all« hießen, leben noch heute in fever Stadl aus dem Hinterhof. Biel« von ihnen sind natürlich nicht m«hr die rein&lickigen Franken von chemals— nordisches Blut fließt fast in sedtr Ader— aber an Sprache und Sitte sind die alten Leute, die van der sran.zösischen Kolonie in Berlin betreut werden, Franzosen geblieben Di« anderen sind aufgegangen in Preußen �Deutschland, wie es die Genealogie des Sirun'piwirkers Anttüne Bordou aus Gesstres und seiner Frau Glckabeth'Pederotty au? Eroise beweist. Di« hotten einen Sohn, den wannten sie noch Gharles Guilleauure, der, als er groß war, die Eharlotte Hamann aus Berlin heiratete. Dieser Ehe entsprossen zwei Töchter, von denen die älter« sich den Generalarzt Lomeyer und die jüngere sich den Rechnungsrot Reifert zum Mann« nahm. Nun. wir brauchen kein Gelehrter und kein Prophet zu sein, um zu sagen. daß die Lomeyers und Reiferts unserer Tage wohl kaum noch wissen werden, daß ihre Ahnen«nsttnals Refugies waren, 1K8S wegen ihres Glaubens aus Frankreich Vertrieben«. Wie in den zeit- aenössischen Berichten auz jenen Tagen zu lesen steht, waren dir Hugenotten über Nacht die' erklärten Lieblinge am Berliner Hof geworden. Wenn sie auch nicht gleich alle wie der Graf d'Gfpenc« zum Generalleutnant und Oberftollmeister des Kurfürsten avancierten oder wie der Marschall de Schömberg.zum Ehef der brondenburgischrn Truppen mit einem Oohresgehalt von 30 000 Talern, so wurde eine stattliche Reih- doch in recht aus- könnrckiche Staatsstellungen berufen. Soweit die Refugies aller- dings bürgerlicher Herkunft waren, mußten sie sich insgesamt mit einer Beihilfe von 40 000 Talern begnügen, wozu schließlich noch «in« zehn Fahre während« Befreiung von allen Abgaben kam. Da? war inrmerhin etwa? schmal und wenn die nackt und blaß wich Berlin gekommenen Refugies doch zu Wohlstaitd gelangten, dann oerdanken sie dies der Tatsache, daß sie Gewerbe in, Leben riefen. Me dt« Berliner damals nur vom Hörensagen kannten. Sie machten Hute, wirkten Strümps«, züchteten Blumen, schmiedeten Gold und Silber, gründeten die ersten Speisewirt- schoften, fragten an, wir es mit einer Lotterie wäre und brachten den Berlinern Kaffee, Tee, Schokolade, Liköre und Perücken. Dos muntere Völkchen wuchs und gedieh, hatte fein». eigene Kirche mit vier Geistlichen, sein eigene? Gericht und ieme eigene Verfassung, und als Berlin am 1. Januar 1700 ganze 25 000 Ginwohne r zählte, waren 5682 Seelen davon französischer Abstammung. Darunter Familien wie die d'Ancillons, Savigny? und Recloms. Die Berliner wolle« leine Perücken. Ran kann es immerhin verstehen, daß es für die Berliner keine reine Freude war, zuzusehen, wie die Hugenotten den Rahm obschöpiren. Wenn man sich die Leitungen von damals hernimnu. dann sind sie wohl des Lobes darüber voll, was die Hugenotten für die Reichshauptstadt getan haben— allein die Stadt auf dem Hinterhos ist sa heute noch ein kleines Schmuckkästchen— ober es linden sich in den Gazetten auch genug Spitzen gegen die überall schnell heimisch gewordenen feineren französischen Gebräuche.„Wo ist Aucht und Sitte geblieben", ruft jemand aus und ärgert sich bitter über die französischen Mieder, die den Busen so schwnlos entblößen. Und ein anderer Rauschebart steht auf und kiest dem Kurfürsten ein« Philippika, weil er feine dichte« braunen Locken unter einer weißen Perücke versteckt und für diesen Umug seinem französischen Leibschneider jährlich 100 Taler für Puder»nd Pomade zu zahlen hat. Ä- In dem großen„klospiec pour les evfauts Üe I'sxsie« dx refusc", das mit seiner nüchternen Bauart ganz aus dem Rahmen der idyllischen HugenottensieiKung in der Friedrichs trotze herausfällt. wohnt heute das Finanzamt Gefundbrunnen und das nicht minder große rote„Hökpital francais*, das noch Wc Zabres- zahl 1687 trägt, hat das Finanzamt Mitte mit Beschlag belegt. Und die Wohichäuier wurden zu einem nicht geringen Teil zum.zoxnten Male dazu bestimmt, Fküchtting« zu beherbergen. Als wir die kleinsn spielenden Jungens fragen, ob sie noch französisch können. sagten sie nein, aber russisch könnten sie und der ein« noch polnisch dazu. Es waren dl« Siitdcr russischer Emigranten, die in den Tagen des.zufarnrn snbreäzcndcn Zarenreiches ihr Land verlieh-m. Friedrichstraße 129 Wieder ein schweres Auiounglück. Sin Toter und eine Schwerverletzte. Sin ähnliches schweres Autounglück wie im Grunewald. dem der bekannte Tennismeister Moldenhauer zum Opfer fiel, ereignete sich gestern abend in Moriendors.- Gegen 16 Uhr befand sich der Ichährige Fabrikant Siegfried Bloch aus der M a r t i n- L u t h e r- S t r a ß e 10 mit seinem P r i v a t a u t o aus dem Hachhauseweg. In seiner Begleitm� be- sand sich ein 2.3jähriges Fräulein Edith R. aus der Atazienstraß« 7. Bloch durchfuhr in schnellem Tempo die Ehausseestro.tzc. Zior dem Grundstück Nr. 136 versuchte er mit kaum verminderter Fahrt- geschwindigkett ein anderes Auto zu überholen. Dabei verlor Bloch aus noch ungeklärter Ursache d!« Herrschaft über dü Steuerung, geriet mit seinem Wagen auf den B ü r g e r st e i g und prallte mit voller Wucht gegen einen Baum. Das Auto wurde völlig zertrümmert. Der Führer und die Insassin wurden von Passanten schwer verletzt hervorgezogen und durch Wagen des Städtischen Rettungsamtes in das Ivsephs-Kronkenf�us nach Tempelhof gebracht. Bloch starb bald nach seiner?lufi«hme an den Folgen schwerer Kopfverletzungen: mich seine Begleiterin, die einen Schädelbruch erlitt, liegt ernst danieder. Wreos Kinhmijrs alte Uhren. M Aeximder m öochwMoch. (Schluß.) Oft begegnete ich ihm auf seinen Spaziergängen, aber nie gelang es mir. mehr als wenige Worte mtt ihm zu wechseln. denn er war immer sehr zerstreut und sehr in Eile. Es log chm daran, schnell wieder heimzukommen, denn daheim wartete der Sohn auf die Rückkehr des Vaters. Einmal be- fragte ich ihn jedoch über seine Uhren, denn es war ollgemein bekannt, daß der seltsame Kauz«ine der schönsten Uhrensamm- lungen besaß. Aber eifersüchtiger noch,»U seinen Sohn Joseph, hütet« er seine Uhren. An jenem Herbstabend nun wollte ich meinen Weg fortsetzen, nachdem der Uhrmacher hinier dran Regmnorhang verschwunden war. ol? Zlndreas Kirchmavr zum zweiten Mole vor mir auftauchte. Er rief mir zu. ich möge ihn begleiten. Daraus erkannte ich. daß«r mich oorhm dennoch gesehen hoben mußte. Er sprach etwas hastig und abgehackt und klopfte mir mit seiner knochigen.Hand un- beholfey auf die Schulter: �Komm, Vürschchen," sagte er,„ich will dir meine Uhren zeigen." Und dann sagte er noch, gleichsam zu sich selbst, vor sich himnu»melnd:..Der Joseph ist so allein." „Zch will gern mitgehen. Meister Andrea?." sagte ich und ich meint««z ehrlich. Natürlich zogen mich die alten Uhren mächtig»m Ehor aus den „Meistersingern"„Wachet auf!. den der gemischte Ehor geschult und ausdrucksvoll sang, begann die Feierstund«. Di« Rede de» Reichrtagsahgeordn-ten Genossen Dr. Rudolf Breitscheid de- Hondelle da» Erwachen des Proletariats zu Menschheuebewußt- in' ejn, zur spzlalisftschen Idee. Di» schön« Veranstollung, in deren Rahmen man neben Gesangsoorllögrn d«Z gpmifchlen Ehor, npch Rezitationen Albert Fkorath» hprte. wird oftl« Hörer erfreut Höpen.— Musik aller Art, leicht« Unterhallungsmusil, Kammer- kompositwncn und«in volkstümliches Orchesterkpnzert. da» aus der Phtiharmoni« ü-lrernoinmen wurde, brachte für jede» Ge'chmrck etwa».— Die Kars--Pallentin-Schallolallesübertragung enttäuschte. Ron muß Dollentin auf dem Podium ernsthaft und hilflos ieine kleinen Szenen aufführen lshen. um feiner Snnst gerecht zu werden. Montag abend war«ine..Stund« d-B Gruseln»" anzekündzgti sie hätte richtiger den Tllgl„Stunde des Qnttftns a«führt. Nicht die angenchm gruftlnde Gänsehaut überllef den Hörhr, solcher., tief», grauenvoll« Erschütterung packt« ihn beim Anhören dieser Geschichten von Poe, Meyrink, Hauptmann. Di« Zusanrmensielluns war für sehr starke Nerven berechnet Eine dieser Erzählungen im Rahmen einqs Vortragsabend» hat schon ein schweres Gewichr. eine dies« Geschichten, elwa Hebbels Erzählung„Die Kuh. ein« Tragödie des armen Mannes, den der Verlust van ein paar Taler- scheinen zum Untergang mit Kind und Haus bringt, oder die wchn, I'tznstoll« Geschickte Po«» van dem„Pochenden Herzen". Gertrud Evlold: und Wolfgang Haffmann-Harnisch bewährten ssch wieder alz gute.Sorecher. Aus Breslau wurden über Konigswusierhaufen Hauffs„Phantassr vn Bremer Rätskeller", zum Sendespiäl verarbeitet. gesendet Da» witzig.graziäse Wertchen Hauff» hat viel. zu wenig fest« Substanz, um solch« Vchavhlung zu«trag«». S» löst: sich in ein wichtigtuerisch«».Nicht» auf. Ttt. Vorträge, Vereine und Versammlungen. /As Reichsbanner„Schwarz- Not-Gold" ÄWM S« l cha«ll-nltr 37*$* tel i«t jflV S'.cnrtM, N.«weitet.?>':bbtrq, rob'cqtft. urfc Stachr'ch,«». fibtcilung:?Z ITfjr; t(T?am-rafc SKot 3)? toaK'ii Ist n»-ftsr(>-".'»f-b. II. famaz. mnFArt Säet Jsrt FtfiintTcvht D-vtf�tr SnMJiiiDrt, «Nt 115t. Sitzuv».wl Scr.fn ZiA.. fft'-br.t- el6«rt.®fTflfto �7 r a-rf?iz®-ReeavD»T'onmyunq. j. cecli»Lsts- Sc?!»:, i. T r>rst»nt»-»,k>I I. 8 UÄt: fottra« d»> renn eteetffiAirtic» f>. De, In üler.Sit forfchlo#« btt reerlUren ftin'cr-n'triT«*ur Si'fr;.te'arnt". ntf'ion. 8, Sanrat. 20 Ufit,'s» i*WBnffstrm. flo+ift 1». Oi'MR tide». tu»«1» Lp««Äl de» otele" Sit«nffflltetcniea Tlveri- m-n�l�dararterb-urt-Nungen,_____ ®«n«»frtw»er estenN«e» w»n«b Serlin m,» Um--r««d c?Z«chdr perb Seiterbln nnieständlg mit Keigvng«u einzelnen Regm- ISllen. Temteraturcu bei westlichen Smden«l»a« niedriqer alz bi«Z«r.— �str''eolsgland-?Ivgemein unbes'ärdiq gel ven Nanvesten nach Südosten lorstchreitender»bkü'llimg: rasicvtltch im Na, dosten Niedcr>chläee. Häßlich gesärbier Zahvbrtag. ,Mn Kummer wären stets meine gelben Zahn«. Nachdem ich all« Hil�mitral angewondt hatte/ vev. sucht« ich«»an« Ehlprodont und die Wirkung mar.erftaVnlich. Heut» erfreue ich mich gesundsr weiß« Zäh«.«' Gez. S. Sa«z»ht. Land«- btzfi a. d. Warth«. °was sagt üer Bär? ICOH LINOM das neue Jahr alle Josetü freunde t Möge es für sie im Zeichen des Glückes stehen und aufs Neue bekräftigen die dankbar empfundene Treue zu Joseiii Juno Berlins melstgerauchter Cigarette swsendmlge- füt bicfe Rubrik Sab tut« an bss CejitI«Iekrrtorliu Berlin SS 65, Lindenürn�e 3.!. Hoi. Z Treppe» recht«, zu richten 9. Stei»©ilmftelioif. Torrn ctäilfl, 2. Januar, 29 Ilhr, bei Zblrnkelb, llftlanb,(rS»>Mni>«lstroKr, S!»uua dr« Srrtsru'rjkranbe, mit saultlickiau AdleUunnnioiretn. Adrechituua der"ithtfilunpslnfftiec muß bis fpätcftons 2.?anuor in Honinn des ftreiskaffieuts sein. 12. Sie;» Stenlift. Sojinctstan. 2. Januar, IS!» Mr.'SiKung de« Ärrisnar, stände« an beiannlcr Stelle. H«ite. Dienstag. Zt. Dezember. 21,«Iii. ÄSrbrna, BerirkiMhrerl önmttiehes Material ist sofort i» der Geschäftsstelle, lltreckter Str. 21, obiuiaeben. 2t. Äbi. Die Beeirkssilbrer werden gebeten, sofort neue» Nacfenmgterial vom W.'eilimaskoMerer oiuutkolen. Donnerstag, 2. Januar, 30. Hb». 19K Übt wichtige ssunktionärsibnng bei Poblt. Lnchener Str. IllK. 33. Abt. A llbr bei Loiack, Benmestr. 3. ifunftionätstkunj. 36. Abt. 19t3 b'br fiel Buich. Tilstter Str. 2!, ffunkrwnärsttzung. Grfcheinan aller dringend neitwendig. BS. Vir. Sborlotterbura. I3',j llbr bei RAricht, Schloßstr.-15, ssundtionär- llbung. 104. Abt. Riede rfchäuewe'.d«. 20 Uhr Lorstondssidung Mit allen ffutiftivnown bei Zomalla. Berliner Sir. SS. Zungsozialisten, Griinpe RrukSlln: Harfe, Dicnzwg, 31. Dejeattier, Silvestersahrt. Trrsf- Ounlt 17 ITfit Schlestfcher Babnbof. Gurve Temvelbos'Dtariendorr: Heuie, Dienstag. A. Degember. Silvester. fahrt nach Riedersinow. Srefuuntt 1761 Ubr Saiserv-Aulmsta-S tröste oder 18.53 Uhr Stettiner Babnberf. Instrumente und guie ipiint mitbringen. Gruuvq Uleddiuarfdesuudstruuueirt Kaste. Sienstaz. Zl. Demmb«. Trefst» mockt li'i lSf. Rai» NNO f Gefunik-jainncn. Singunz! Badsiraste,»ur Iobresenchseier. Sruqpe SchSueberg! Unsere Silnestrrseier iindet beute, Dienstag. 31. De» deurber. viinKIich 20 Ubr. beim Senosten Seiaewasser, Steglitz. Buggeste. 21, statt. Arbeitsgemeinschaft der Lindersreunde. Mitte,«Sruuve chngeluser: Heute Dressen«ur Aatsabreiabrt um 14 Ubr an ' der ffaücfale sReubau Gnaeldecken). Wir fabeen bi» Kornau, laufen nach Uetzdors. 2 M. und Siraxenbabn sabraeld mitbringen. Rach.>ügl-.r 6 Uhr Stettiner Babnhoi. Geburtslage. Znbtläcll usw. 111» Abi. Bohusdsr». Unserem liebe» langjäbriae» Genest e» Robert S r S MM, t l DIU) I einer CVsiaa die berrlichsten Slückmüusche 8»e. Silber» chocheeti, Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation � fL Abt. Am 26. Dezember vorstarb noch lurrem schweren Leiden unser lanmächriger Genosse Wt lhelm Potter. Paul-Singer'Str. 87. Ehr« seinen Andenken! Einäscherung beute. Diens'ag. 31. Degember. 17 Uhr. im Ztrestnatorium Baumschulenweg. Dir bitten um rege Boteiligung. 1 SozialistischeArbetterjugend Gr.-Verlm ■KA 1 fxJ MB Einsendungen sie diese TtubrO nur an das IngendserreUrtal MknanoIB Salin SS 68. Onbenllrsfc 3 Vallsbühueuvorftelluug für Zuge ndlicke von 14— 18 Jahren am 12. Januar. •*1Z Uhr. Gekvielt wird„Apollo Drunnenstraste", Bolkestllck mit Gesang und i Mustk. von Grostmann und Hessel. Einirittskarien»u SO Pf. stnd von den Ad- teilunqen gegen sofortige Desablung ab.u'dolen. desgleichen auch die Beitrags marken filr die Abonnenten der VoUsbübne. SAZt-ZUngbachbruaenk Sonntag. 5. Januar, frfn ilbr, ustchrige SuTaBunafc Iinift im Jugendheim Liadenftt. 4, v. L SSI..Mttgli«dzbuch vorzeigen, Heule, Dienstag. Weddina. Tterfxunkt zur Jährt 191» Uhr Bbs. Wedding.— Schäniaast Borstadi: Fahrt. Srefsvunit 20 Uhr Bbs. EchSnhauscr. Allee.— Schöueberg I: Fahrt nach Tirsensec. Trerfnunit 20 Ubr AWP. Unkosten 12b M.— Dahlem. S. F.i Trefspunkt zum Treffen des V.-B. Iss'i Mir»Falker.Ech". Der Heim abend fallt am 2. Januar aus.— Britz I und II, Fahrt. Treffpunkt 1S!2 Uhr Rudower Allee Ecke Zahnstvaste,— Raulölln U: Fahrt nach Berkendrilck. Tr-'st. vunkt IZlh Uhr Bhf. ReitkMn.— Renkölln III: Reujahrsfohrer.' Treffvunst, ITH und und 2f>H Ubr Bhf. Neukölln.— Temvelhof: Treffpunkt»ur Fahr: 19 Uhr Bbs. Tempelhos.— Setding, K. F.; Nararu Tteffjiunlt»ur Fahrt 8 Ubr Bbs. Wedding. Werbebe»>el reslouckaual: Abfahrt»um Silveüertrefsen in Ra.'iZiehleianz 20.09 Ubr 6':tt!nct Vorortbabnhos. Sonnabend, 4. Januar. 19 Uhr, im Heim Alhr-chkstr, 47»Steglitzl. W�B.-Borstandssttzung. Rechnet die Karten sllr t'e Lieöknecht.Feier ab. Derbezirl Lichtenberg: Treffpunkt»»r Iahresendseier in Zt7..Söriz IS Uhr Bbs. Stralau»? I.'tnmelsbürg und 21 Ubr. Görlitzer Bahitbd?. Derb«b«»irk Prerzlauetz Berg: Die für Donnerstag, 2. Ich,uar. onaesetzte. Svrechcharprobe fällt aus. Bon jeder Abteilung müssen unbedingt 10 Gr nossinnen und Genossen erscheinen. Die Ein'rrttskarlen für die Fe.ier am 12. Januar mstssen bis spätestens z. Januar bei Äatban Älein, SSeitzinfee, Wörth str. 2. abgerechnet sein. Quirl-, Rndelhelzer, Kalzbreiter usw. können schnell und leicht gesäubert weiden. In jedem geordneten Sauobali spielt da« Aussehtn des Hoi»»eugeo, all der Bretter und Breischen, Quirle. Löffel, flloofer lllw. eine große Bolle. »Aber wiepies Arbeit verlangen gerade diese Dinge, damit stä immer Ichon weist und nicht grau aussehen. Das Saubermachen kaun mau stch wesentlich erlercheern durch das Aufwasch». Spul» und Reinigungsmittel.jYr". Spuren VON Gemüsesaft. Blut, Teigreftr usw. lassen stch in Heistern �dli".'Wasser schnell und leicht abwaschen. Dieses Reiniaungsmsttel beleirlgt nicht nur den schmutz. 'ondern verlecht dem Hollueira eine schöne helle Farbe, phn- daß da« Material und die Hände angegriffen werden. � Tin rnenf mr � Theater, Lichtspiele usw. Diens'ag. 31. 13 Stasls-Osier Unter d. Linden A.-V. 203 10 Uhr usrsiegeii. Die schone DLiSlhSS Staats-Oper Am Pl.d.Republ. Vorst 112 10 Uhr Die Mens Dienstag. 31. 13 Stadt. Oper Bismarcks». Turnus III 19 Uhr DerTenor StaatL Sdiauspli am tieadarmenmarkt A�-V. 251 19 Uhr Harte StaatLSeiiiller-Tiieater.CliaritiL Zum 1. Male— 20 Uhr SoundsasagBlit der orind Cniut-EM. TifL k ItnteU. S n««Vi llkr biumu wm Wotali: 5 ö. 5J Pl-3 H. Letzter Tag! uatrar-staUBU. Kalka. SlanUv». Man. Veiwo I& Ca. Denn& Partner usw. Tägi. S u.®1S Sonnt 2. 5 nB1' Alan. C. 4. 8066 VARIETE Mitnsigch, den 1. 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HildÄ H Wfttmnd, Mr. ot Weiter. ierrlMR, Flink Behresr. Weoek So n- una fe.er age nacom. 4 unr Frau ohne Kussl Lustspielhaus Fricdrirhitr. i36. Bergmann 29G2-2A _ Täglich S*ii Uhr .. WflosadmBXeal" LasUptel voo Ladislaus Fodor Käthe Hauk, Nora Qregor. Päd Hsidemaan. Bartaeb, Martha M. New»*. Ocndi, Stenn, Platen, Beckmann. Puch» VorvorVaui In beiden Häusern ob 10 Ubr ununterbrochen, EUEOWEIK Amoid Scholz« U-Bahu tiermeirapialr» Hazenhcide 108-114 Silvesäer-Ball in Ober-liapern V HdgvneSEctn» Baimar» SEEmmmntf CEnlaiO AS Ellar• AnCtzamü VVlur Mlitwodb. de» t. Januar 1959 Erfitmong der Hiiiiiciieeer BecKhiersaison Grofa OcheeBbraiercl* Scbwclnasdh] achten* Tanz O lenzte 43• Miitwodu• Daaneniagst Sonnahends and Sonntag* ®r€B>Öcr TKapeUe»! Aul der EtUmei bleue AltiakiioueD I 50 bayr. Modefai t Rfina,süa»cta-I',em8r| sMWWK 7 PARISER LEBEN Operette von Offenboch. Reglet Gustav ttartang. Musikalische Leitung: Thea Msckebeti. i steinmate C t 090! u. 26t 3,84.. Losisplelhaos Friedrichstr. 23« Bergmann 2922 Täglich 8». Uhr AM BAHNHOF POIEOeiCHSTP 94 WALLEN QMIM EH OBSfLVESTEBFEfEß Mein SCautabak schmeckt mir doeb am besten! WILLY POSEN EMER1CH GÖNDbP i H.EWERS'ROLF HEPBIG e UND WEITERE 6AJTP4KTIONEN KEINE ERHÖHTEN PßE/SE Venc.'ksuf: A. Werthd» und CSrnukeue Tel; HcillOP 840 iheater Ijfl. Beiireastr. 55-54 881. Uhr .. Vatepsein. dagegen se&r Sylve eJist- t« '»Ä« RefchsaialSan-Theater Hkfale cNrnd Q Uhr Gr." SilTetfer-Ulk-Vorstellnog der Sleötacr- Sauger LlaSfl! naehm fTlani ümikin J3r Das gfo8» Prooramm NÄ'fcjönbott-Beetti! ''VTO ststss»■& dta hsiiSsrer« feiAst«"'*- Silvathrfjijr._ Butter- Pls;n nkuchen mojo öl bd�i Lira bester QuaätA mit vA schiede nen Fällungen Qeritbeuet Hoba ä Pfa M. l.JO Omj nieste Eisbombta tafelfeetig Bestttlungen frühzeitig erbeten IrnjtbSdiuanzrire. 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Wenn heut« einer nach Amerika geht, mit der Zlbsicht. schnell reich zu werden, so rate ich ihm, unter die Bootleggers zu gehen, denen das Aitoholverbot der Regierung zu einem einträglichen Geschäft verholfen hat. Nun. ich war damals noch sehr jung und grün. Ich schwärmte »ür Abenteuer und wollt« etwas erleben. Der Durst der Ame- rikaner und das geietzwid-rigs Handwerk der Bootleggers schienen mir wie geschaffen dazu, mein« Abenteuerlust zu befriedigen. Jack — so will ich den Bootlegger nennen— witterte mit seiner feinen Nase für dergleichen Ding« in mir ein wertvolles Werkzeug für seine Zwecke. Er merkte, daß ich ihn für einen ganzen Kerl hielt und nahm mich großmütig in fein« Dienst«. Eines Tages, als er wieder mit einer Labung Schnaps nach der Stadt gekommen war, 'uhr ich auf dem Rückwegs mit hinaus nach der Form. Di« Farm lag etwa dreißig Meilen von St. Franziska entfernt im sonnen, heißen Livermoor-Vally. Dort wurde der Fusel hergestellt, für den Vcllblutameritaner schweres Geld bezahlten. Um die Leute zu läuschen, hatte Jack eme Hühnersarm angelegt, und wenn er die Eier in die Stadt brachte, so waren die Kisten zu dleioiertel tmt Flaschen angefüllt und nur obendrauf waren ein oder zwei Schichten Eier. Außer mir und Jack waren noch zwei Männer auf der Farm:. Jose,«in alter Mexikaner,«mb Red. ein echter Aankeekunde. In der ersten Zeit meines Dortseins besorgte ich mit Jack die Liefe- mnge». Frühmorgens fuhren wir mit dem mit Eierkisten beladenen Lastwagen los nach Frisko. Wir waren harmlose Händler und niemand belästigte uns. Unsere Abnehmer waren zum größten Teil amerikanische Arbeiter: die soffen den Fusel, weil sie kein Geld hatten, besseren Stoff zu kaufen. Der Sekt war für die Reichen, die ihn bezahlen konnten. Nach emer Zeit wurde die Nachfrage größer, und ich mußte mit in der Destille helfen. Jack war miß- irauisch geworden, er fürchtet« Verrat von einem benachbarten Farmer, mit dem er sich gekracht hatte, und so mußte ich Wache halten. Wir arbeiteten des Nachts, und meine Beschäftigung war es. onfzupaffen und dafür zu sorgen, daß uns keiner überraschte. Ich erhielt eine große alte Flinte, in der eine ungeheure«schrot- ladung steckte: genug, um einem Ochsen den Kopf wegzublasen. Mit dieser Mordwaffe in der Hand stand ich und paßte auf wie ein bissiger Kettenhund. Es fiel aber niemand«in uns überraschen zu wollen, und mir wurde die Sache schon in der dntten Nacht lang- weilig. In der vierten geschah endlich etwas. Jack war noch nicht aus der Stadt zurückgekehrt, aber wir begaben uns tratzde n aus unsere Posten. Der alte Mexikaner war hatb beiossen... als ich bn zum lefetm Mal« lad. urri» Red las m einer Ecke und Ed war eine schmarzdunfle Nacht. Kein Stern war am Himmel zu 'ichen und die Finsternis lag schwarz und unheimlich über dem Lande. Nach einer Stund« etwa hörte ich aus dem Feld«, das an die Farm grenzte, oin Geräusch. Ich unterschied Schritte und ein Schnaufen wie von einem Hund«. Ein Zittern der Aufregung .«fiel mich. Was zum Teufel konnte das fein? Ich lauschte auf- incrksam und hörte die seltsamen Geräusche immer näher kommen. Es war fo finster, daß ich nicht» unterscheiden konnte. Hatte uns doch jemand angegeben und war es die Polizei, die erschienen war. uns zu oerhasten? Ich spannt« den Hahn meiner alten Flinte und wünschte,«inen tüchtigen Schluck Whisky.zu haben. Ich war fest entschlossen, erst einmal anzurufen und dann zu schießen. Wer hatte auch in später Nacht um die Farm zu schleichen! Ich gab mir Müh« und riß mich zusammen, damit meine Stimme auch recht männlich und«ntschlosien klingen und nicht zittern sollte. In gedämpften Tonfall«, aber doch laut genug, um verstanden zu werden, ries ich:.Halt! Wer da?" Ein unartikuliertes Grunzen kam zurück. Die Sache fing an. gespensterhaft zu werden. Es wäre mir lieber gewesen, wenn die oder der Geheimnisvoll« mit einem Schusse auf meinen Anruf erwidert hätte. Ich legte aufs Geratewohl an und hatte Mühe, die Büchs« richig zu halten. Noch einmal rief ich: Ich schieße!" wieder erklang das gruselige Grunzen. Da drückte ich eben ob: es krachte und spi« Feuer und die alte Flinte schlug mir in die Zähne. Vom dunklen Feld« klang Aekreilch und Schimpfen und hört« nicht mehr aus. Ich war noch laum zur Kesumung meiner Tat gekommen, da erschien der schlaf- trunkene Red auch schon mit einem Revower in jeder Hand und wollte wciterschießen und wissen, wa» los fei. Mir schien, der Satan selber war los. Im Hühnerstall« gackerten die erschreckten .Hühner, auf dem Felde fluchte jemand immer lauter, und ich spuckte Blut vom Schlage der oarsintflutlichen Flinte.„Das ist ja Jose. b;r da draußen flucht," sagte Red. Auch eine Weiberstimme war .--u unterscheiden. Plötzlich erschien der Mexikaner mit einem offenen Messer in der Hand und wollte mir an die Kehle. Er schäumte vor Wut. und Red halle Mühe, ihn zurückzuhalten. Einige Augenblick« päter tauchte auch«in älteres mexikanisches Frauenzimmer aus dem Dimke! auf und schrie Zetcr und Mordio wie ein besoffener Papagei. Di« beiden Mexikaner fluchten spanisch und schrien in überhaupt keiner merlchenähnlichen Sprache. Jetzt war die ganze Situation furchtbar komisch. Jos« hatte die Zll'wefenheit Jacks benutzt, sich zu betrinken und war dann gegangen, um sich mit seiner pittoresken Freundin zu amüsieren. Das Weibsbild war beinahe ebenso besoffen wie er, und in ihrem Dusel waren sie über das Feld gekommen. Erst mein Schuß hatte sie ein bißchen ernüchtert, sie glaubten«der noch immer, daß ich sie mit Absicht hatte ermorden wollen. Alz Jack von dem Poriall hörte, gabs großen Kroch. Er ichlug die e!� Flinte in taufend stücke und äußerte dabei den krommen Wunsch, daß es besser wäre, wenn er damit unfern Schädel einschlug-. Don nun an wußte ich tüchtig in der Destille Höffen und arbeiten, bis mir der Schweiß aus allen Poren raun. Jack machte glänzende Geschäfte. Wir wurden gut bezahlt und übermütig dabei. Red war es, der zuerst meutert«...Wir arbeiten w!e die Hund« hier," sagt« er zu Jack,.grnd machen Geld für dich. Wir wollen uns ans wieder einmal amüsieren. Entweder du bringst Weiber mit, oder wir hauen ab m die Stadt." Jack versprach uns, Mähels mitzubringen aus Aristo und eine freie Nacht zu geben. Er hielt sein Versprechen, und am nächsten Soge hatte unser Junggesellendakein ein Ende. Wenn die Mädels ri nicht gerade hübsch oder sonst einwandfrei waren, so erschienen uns doch wie Göttinnen ans einer anderen Weist, und wir «nüst«-t« vati kSftSch. Hu MStenwcht war teb&c vkAx von uns nftltaR. 3Sg fra» aegefler. Ofc ariaaäMi, awb afe/ gfir schon längst mit Essen fertig waren, tranken wir immer noch. Di« stille Farm hallte wider von Gelächter und Gegröl«. Ganz von selbst trennten die Pärchen sich dann— und der Rest ist Schweigen. Jack verdiente immer schwereres Geld. ,Jch führ sie all« an," sagte er,„die Polizei ist ein Hausen Narren." Und er wurde mit Absicht immer unvorsichtiger. Dann erschien aber eines Tages die Polizei doch ganz unerwartet, und das Nest wurde ausgehoben. Ich seh« Jack noch zwischen zwei stämmigen irischen Polizisten stehen und mich anschauen.„Der Kid war bloß ans Desuch hier," sagte er, aus mich zeigend,„der weiß gar nickst, was hier los war. Den könnt ihr laufen lassen."..Allright, Kaptam," erwidert« einer der Polizisten,„aber ihr andern müßt mit. Der Staat freut sich schon auf euch."„Die kleineren kriegen sie nnmer," sagte Jack zum Ab- schied zu mir.„Aber ich wette, daß sogar der Polizeipräsident von Frisko ein Bootlegger ist." Ich habe Jack noch einmal im Gefängnis besucht Er war opti- mistisch und gut gelaunt.„Die dicke Hanny von der Äearny Street, hat mich angegeben," erzählte er mir. Ich Hab' sie ein lausendes Hermgsfaß genannt und ihr gesagt, sie soll aus einem Walfisch- fänger anmustern und Tran sressen." Jack hatte noch zwei Jahre abzusitzen und als er wieder raus kam, war ich schon gottweißwo. ?f, Appeu: Am Sachsen I*££££ Silvefier in'Madrid Vleigießen Ree. Bleigießen Huhn mier heier wich. Dann bleedstmngen Awrgloom machen mier nich mehr mit. Da» is doch safach ne Kutdurschande. Wo de Bildung fo weid fortgeschriddcn is. dafle Bostbaket««achn Mond schießen kenn. Nee, in Middelalder lähm mier nich mehr. Mier nichl Das is ihr« Brifatsache. Mier blelln jedenfalls drbei. Mr will doch wissen, woran mr is. Das kennt« ich mir nich forschdelln. daß ich so ins Blau« neinlShm soll ä ganses Jahr lang, von«en Dahg zum andern. Ich will da S baar Aichaltsbunkte Hamm, was unge- führ kommt. Bei uns werd ahm an Sifiester Blei gegossen. Das lassen mier uns nich ausreden. Wie se denken. Awr wissen s« dem» ooch richt'g Beschsed. was das alles fr ne Bedeitung hat bei denn Bleigießen? Das ficht mr doch! Ä Haus— nu, da erbt mr ahm«en« w nächsten Jahr. Unn laude? solche kleen« Bissein das is Geld, unn wenns« alle off«en Hausen liegen, das is's große Los. Unn enne Wiege.... na. ich wills nich beschrem, unberufen, unberuien! Awr ä Rad, das is enne weide Sdeif«. Oder ä Schiff.... Bei«nn Rad Hamm mier immer gesagt, das war auswäriger Besuch. Enne weide Reif«, das war bei uns ä Fogel. Unn bei sowas Fiereckgen, da Hamm mier gemeent, das is ne Erbschaft, unn wenns wie ä bisse! ausgefranst war an dn Ecken, da kam die Erb« schaft fon enn srschollnen Fowandten in Amerika Unn sowas Hohles, das war enn« Braudkudsche, da gabs enne Hochzeid in dr Familie. Unn wenns hinden heeher war wie sorn«, da warsch enn« reiche Bardie. Awr wenn was drinn« lag in der Kudsche, da sinn mier erschrocken, da warsch nämlich enne Muß-Heirad. Also wie war das? Enn« weide Reise, das is 2 Fogel. Unn sowas Fiereckges, das is ä Desdament. He, da wissen sie doch mehr wie mier. Ja, das hat uns mal ä older Schäfer gesägt, der hat» aus» Schdernschnuppen gelesen. Da kenns« sich droff srlassen. Dos schdirmnt. Da Hamms« Nr scheen'Dank. Awr sagen se mr bloß mal, warum .sie eggeMjch lex. Biet mehr gießen wolln?. War denn. has ihr Ernst orhin, was sie gesagt Hamm vonwegen Slwrgloow««nn KuLmr schände? Halb unn halb. Wissens«, ich kann- ihn'» ja gon» offen sogen: ich browiersch dies Jahr mal mit dr Wissenschaft. Was frschdehn sie dn da drunter? Dreime. Da sinn doch schon gans dicke Bich« driew« geschriew worden. Ach, s ägibtsche Drvombuch, wafles immer offn �chrmarkt gibbt? Ä ne«! Bicher fon Brofesserfch unn Doti«rfch. Was schdeht dn da drinne? Ja, geläsen habb ich noch keens. Awr gedreimt habb ich was. In dn zwelf Weihnachtsnächten. Ach. was Scheenes! Unn nu habb ich ahm Angst, wenn ich ooch noch Blei gieß, da kennt« ich mier das hcechstens frmasseln. Nemmse mal an, ich däht fielleicht was gans andres gießen als was ich gedreimt habb— da mißte mr doch iewr- haubt nicht mehr, was gehaun unn geschdochen is. Awr wenn der Drovm nu nich in Erfillung geht? Wenn der Droom nich in Erfillung geht? 2>a gieß ich 5hm nächstes Jahr wieder Blei! Das Glfcfcschwein Babba, was isn ä Glicksschwein? Ä Glicksschwein, das is eens, was an letzten zunehnchen Mond for Nerjahr geborn is. Ach, das is ä richtges, lewendges? Was hast dn du gedacht? Ich habb gedacht, das is aus Borzellahn. mit enn Goldschdick in dr Gusche, oder mit enn Zeddel, wo droff schdeht: Schwein muß dr Mensch Hamm. Nee. das sinn bloß nachgemachte. Di« nitzen nescht. Awr die richtgen, die nitzen wohl was? Nu.' Di« muß mr, wenns zwelf» schlägt unn de Glocken leiten, mit«nner Winschelruhde nausdreim offs Feld, unn da derf mr kee Word reden drbei, unn wo das Glicksschwein schdehn bleibt, da is ä Dobb soll Dukahden vrgrahm. Denn muß mr ftx rausholn, eh de Glocken oftheern zu leiten, denn wemmer zu lang« mährt, da is nachher bloß Dreck drinn«. Awr wenns klabbt, da sinn de Du- kahden aus Gold, unn mr is bletzlich gans reich. Das Schwein derf awr bis zu denn Dahg weider nifcht gefressen Hamm wie Klee. Unn keen gewöhnlichen etwa, sondern laiider fierblättrigen. Babba, das glvob ich drwegen nich. Wo soll mr denn denn fieln fierblättrigen Klee hernemm? Sofiel gibbts doch garnich. Nu. wenn des nich gloobst, da läßtes ahm bleim. Da hast« ooch nifcht frseimt. Das is nähmlich sowieso alles bloß Kwatsch. •3eü> wenn fressen denn de Schwein« Klee? Denn riehrn die nöm- lich iewrhaubt nich an. Unn außerdem dähten die ooch bloß n. Durch-all drfon kriegen. Slste! Awr so zu fralwern hart sie mich eegendlich nich brauchen. Ich kann doch nich drfor. daß ihr Kinder heihzudahge so miß- drauisch seid. Awr ich weeß schon: das i« ahm die modern« Jugend. Di« hat for nifcht mehr Reschbekt, was mier Alden sagen... „Anoebe, en la Puerta de! So!: Las Doce uvas de! am»' nuero", verkündet die Morgenzeitung, und gegen Mitternacht ist alles Bolk von Madrid auf den Beinen. Durch die, in die Puer» i del Sol, den Hauptplatz des Verkehrs, einmündenden Straßen und Gassen wallfahrten jung und alt. Mann. Weib und Kind, um die altgebräuchlich« Silvesterfeier mit dem Traubenessen während der zwölf Glockenschläge zu begehen. Ein buntes, karnevaliftisches Treiben voll harmloser Fröhlich- keit. Ein Drängen und Fluten, Schwatzen, Rufen und Jauchzen: übermütige Verkleidung: Lärm der Kastagnetten, Trommeln und Ratschen: Mann hinter Mann im Gänsemarsch: schwarzhaarixe Mädchen hüpfend im Ringelreihen; Kinder um sich selber tanzend. Eine freudig« Erregung, festliche Erhebung, wie sie sich einstellt. wenn sich jeder mit jedem versteht im gleichen Wollen und Fühlen. An der erleuchteten Puerta staut sich die dunkle Menschenmenge an. Seine Trauben in der Hand, harrt jeder voll Ungeduld des erste» Schlages der Stadthausturnmhr. Endlich rückt der Zeiger auf die Zwölf. In der offenen Turmhalle wird ein Kranz von Lichtterzen herab- und wieder emporgelassen zum Zeichen des Jahreswechsels, und unter dem Hall der Glocken verzehren nun alle wetteiferiK» soviel Beeren als möglich, um dam kommenden Jahre eine reiche Weinernte und sich selber Segen und Glück zu sichern im neuen Ringe des Geschehens. Eine Woge des Jubels schwillt aus den Tausenden auf und verströmt über die Stadt am Manzanores. Di« Massen geraten wieder in Bewegung, und die Straßen sind nach lange nach Mitternacht von tagloutem Leben erfüllt. Ich suchte meine Herberge auf; aber der Tumult draußen ließ den Schlaf nicht aufkommen. Eine Bildgestalt, der ich des Morgei-s im Prado-Museum begegnet war, von Goyas dämonischer Phantasie erschaffen, ward mir schaurig lebendig: als wäre sie die leibhaft gewordene Ratlosigkeit des Menschen vor dem Geheimnis der Zeit, Im Geist« schritt ich durch die einsame kästilische Heide und sah, vor dem beschneiten Bergzug der Guadarroma, wolkenyoch aufsinstern jenes lnochige lkngetüyi mit wild � wehendem Haar, gierig, auf- gerissenen Rachen und Auge, jenen greisen nackten Riesen, her mit seinen ungeschlachken Händen«inen edel geformten Frawenleid gepackt hält und zermalmt: Kronos Saturn, der mitleidlos sein eigenes Geschöpf verschlingt. ..P?* Barometer kann als Wetterglas nur bei uns in der g«-- mäßigten Zone verwendet werden. In den Tropen sind di« täglichen Schwankungen de« Barometer., derart stark, daß das Barometer feine j-ienste als Wetterprophet ver'aot. Dies rührt daher, daß tn der tropischen Zone die Störungen der Luftzirkulatihn, di« bej uns in „Hochs" und„Tiefs" zum Ausdruck kommen, fehlen. Dagegen hat das Barometer in den Trvven eher di« Wirkung«iner Uhr, indem «p, h«l etrckger kfttong av der Höhe der VvsckflG-iMl« Vk Zhgmv 3m Warenlager der milden Were Etwa 20 Kilometer von Singapur auf einem einsamen Fieck baumlosen Sumpfes, der auf der einen Seite vom Urwald und auf der anderen Seit« vom Mekr umgeben ist, befindet sich eins der seltsamsten Warenlager der Welt. Hier ist nämlich der Ort, wo die wilden Raubtiere. Vögel und Reptilien, die in den Malaienstoalen und den angrenzenden Inseln gefangen worden sind, ihr Leven in der Gefangenschaft beginnen. Von diesem Sammelplatz aus, in dem sie zunächst einmal die angeborene Wildheit austoben müssen, wer- den sie dann verschifft, um entweder in einem öffentlichen zoo- logischen Garten ihre weiteren Jahre in trauriger Untätigkeit zu verbringen oder in einem Zirkus harte Arbeit zu nerricksten. Em Reisender, der dieses wenig bekannte„Warenlager" be- sichtigte, schreibt, er habe niemals sonst so mannigfaltig« Formen der Angst, der Wut und des Haffes gesehen wie hier.„Me Ge- fangen«» sind erst vor kurzem eingebracht, und sie weigern sich noch entschieden, zu glauben, daß diese roh gezimmerten Holzkäfig« sie wirklich für immer der süßen Freiheit beraubt haben. Ihr« Schreie dröhnen schrecklich durch die Wildnis, und ihr Jammer ist traurig anzusehen. Sie schlafen nur wenig, und in der Nacht ist ihr Gebrüll und Geheul besonders schauerlich. Aus der Schlammbank in der Nähe des Meeres fand ich 10 große hölzern« Kästen, die von den übrigen getrennt waren. Als ich hinzutrat, wurde ich von einem lauten Chor furchtbaren Knurrens begrüßt Sechs junge Tiger. alles prächtige starte Tier«, zitterten hier buchstäblich vor Wut; einer lag auf seinem Rücken in einem wahren Rausch von Haß, der seinen ganzen Körper erschütterte und nicht nachließ, bis er völlig erschöpft war Der tamulische Wärter, der sie beaufsichtigte, ging in aller Seelenruhe vor den Käfigen auf und ab, und sie fletschten ihn purch die Eisengitier an uyh machten vergebliche Anstrengungen, sich auf ihn zu stürzen. Nicht weit von ihnen waren vier kleinere Katzen untergebracht, nicht weniger mörderische Bestien. Da saß«in schwarzer Panther aufreckst auf seinen Hinterfüßen, mit büseu Augen ans anstarrend und auf uns fauchend. Cr war erst vier Tage in Gefangenschaft und schien noch wie betäubt von seinem Schicksal. das ihn so plötzlich aus dem Urwald gerissen. Unter einem Matten- dach, das enif Bambuspfählen richte, standen Kisten und Kästen von verschiedener Größe, willkürlich verstreut. Der Tamule rüttelte an einem dieser Behälter, und sofort schoß der Kopf einer Königs.' kobra gegen das Drahtnetz, das Rtaul zum Beißen geöffnet. Als der Deckel einer anderen Kiste behutsam geösknet wurde, sah man hier eine Riesenlfchlang« zusammengeringelt, di« bösen Augen geöffnet. s Große Orang-Utans hockten m chren Käfigen, und ringsherum waren Vögel in allen Größen und Farben, manch? von ihnen«den- falls in furchtbarem Kampf gegen die störenden Wände begriffen wie«in riesiger Adler, dessen Brust, zerrissen war und blutete und der mit ausgespannten Flügeln gegen das Drahtnetz flatterte, das ihn von einem Falken trennte. Ein halb erwachsenes Krokodil am- wartet zornig aüf«inen Stoß mit dem Stock,«in Leopard raste in Hysterie hin und her. Ein halbes Dutzend Wildkatzen mit riesigen zeihen Augen wälzten sidh wild durcheinander. Iii diesem großen Schweig«, des Urwalds' muffen diese seltsamen Gefangenen ihr, Wut austoben und sich langsam au ihr Schicksal gewöhnen. Dann touvm» fia aufs Schiff»ach ssnuwpa od« Amerika." Was ißt die Arbeiterfamilie? Lleberrafchettde Ergebnisse der Reichsstatistik.— Arbeiterwohl ist Bauernwohl. Unter allen Ausgaben stehen im Arberterhaushalt die Aufwen- düngen für Nahrung?- und Genußmittal an erster stelle. Für sie u>erden in den an der neuen Erhebung des statistischen ReichsamtZ für IÖ27/28 beteikigten Familien Mit durchschnittlich ZZ2.Z W. Ein- lammen jährlich rund 1500 M. ausgegeben, daß sind 45 Proz. aller Ausgaben. Die letzten Veröffentlichungen in„Wirtschaft und Statistik" zeigen nun im einzelnen, welche Nahrungs. und Genuß mittel i m Arbeiterhaushalt oerbraucht werden. Schon ein flüchtiger Blick über die nachfolgende Tabelle läßt er- kennen, daß drei Fünftel aller Ausgaben auf tierische und nur ,m?i Fünftel auf pflanzliche Erzeugnisse entfallen. Oer arbeitende Mensch ist ein Zleifchester! An der Spitze aller Nahrungsausgaben stehen Fleisch und iAc fchworen und unter diesen nehmen die Ausgaben für Wurst und Aufschnitt wiederum die erste Stell« ein. Dagegen sind die Ausgaben für Brot ausfallend gering, besonders gering auch im Vergleich mit der Vorkriegszeit. Es kann kaum ein Zweifel darüber bestehen, daß der Brot- verbrauch in Deutschland zurückgeht. Die Ausgaben iiir Brot und Backwaren sind geringer als die Aufwendungen für Milch, Ääse und Butter. Dabei ist aber der Butterverbrauch gegenüber der Vorkriegszeit sehr stark gesunken unter gleichzeitiger Zunahme des Margarinevcrbrauchs. Heberraschend hoch sind auch die Ausgaben für Eier, die höher sind als z. B. für Gemüse. Die Ausgaben für alkoholisch e Getränke hatten sich in bescheidenen Grenzen, wenn man bedenkt, daß eine »ierköpfige Jamiiic im Zahr noch keine SS Mark für vier. Dein und Schnaps ausgeben kann. Wahrend der Verbrauch alkoholischer Getränke im Arbeckerhausholl gegenüber der Borkriegszeit zweifellos zurück- gegangen ist. ist auf der andere.» Seck« der Auswand für Tabak- waren gestiegen, und doch gibt die Familie noch nicht 1 Mark pro Mache für Zigarren. Zigaretten usw. au». Man sieht aus diesen wenigen Ziffern bereit», in welch bescheidenen Grenzen sich dieser sogenannte„Luxus'konfum der Massen hält! Freilich ist bei den siW erfaßten Arbeiterfamilien mit den, hohen Durchschnittseinkommen von Z3L5 M. zu berücksichtigen, daß es sich um besonders gut gestellte Arbeiterfamilien aus Großstädten hartdclt, die dazu noch auf besondere vrdming im shaushalt achten können. Ausgaben für Nahrungs- und Genußnnttel im Durchschnitt pro Zahr und Familie(4.2 KSpfe) bei 3325 Mk. Jahreseinkommen. Fleischrnaren.. 346,— M.— 22,9 Proz d Ernohrunosousgab. Brot und Bockwaren Z2l,--.— 14,7 ,. wahrend der ErnöhrungÄ>edarf von Hindern zwischen 10 und 14 auf drei Viertel eines erwachsenen Mannes angenommen wurde. Auch wurde der Nahrungsoerbrouch der Frau nur mit neun Zehntel des Mannes eingeschätzt. Noch diesen Berechnungen wird für die erwachsene männliche Person im Haushalt durchschnittlich 1,30 M. für Nahrungs- und Genußmittel pro Tag ausgegeben. Da das Statistisch« Reichsomt die Ergebnisse seiner Unter- iuchunge» nach Wohlhaben heits st ufen gegliedert hat. läßt sich der Einfluß des Einkommens auf die Crnäh- rungs weife deutlich oerfolgen. Wir stellen in der folgenden Tabelle die verbrauchten Mengen pro Bollperson in den Familien ! mit geringster und größter Wohlhabenheit' gegenüber. Es haben � sich an der amtlichen Erhebung 102 Familien beteiligt, bei denen auf die Voll perfon weniger als 800 M. Jahreseinkommen entfiel und 125 Familien, bei denen auf die Vollperson ein Jahres- einkommen von mehr a l s 1500 M. kam. Wie verschieden sich ! der Verbrauch bei den verschiedenen Nahrungsmitteln je nach der ! Wohlhabenheit steigert, zeigt die nachfolgende Tabelle: Verbrauchte Mengen pro Vollperson im Jahr bei einem Zahreseinkommen pro Vollperson bis zu 800 Mark von 1500 Mark u.mehr Fleisch und Fleischwaren 33,0 Kilogramm 60,0 Kilogramm j Roggenbrot.... 09.3 73.3 Weißbrot und Weizen- gebäck-...... 14,8. 26,5. I Brot und Backwaren insgesamt... 117,5„ 109,6 Milch....... 109,4 Liter 168,9 Liter Butter...... 2,7 Kilogramm 10,1 Kilogramm andere Fette.... 16,1.. 11,2 Eier....... 78,0 Stück 227.0 Stück Milch... Butter... ander« Fette Käse... Eier... .. 146.-. 9.7..„ .. 74.—. 4.9... .. 85.—, 5.6.„ . SZ,——„. 2,1„ .- 58.-,« 3,9„ Kartoffeln.... 67,—„= 4,5„ Gemüse.... 56,—, 3,7...... Obst....%55,-,= 3> � Zucker.....»--- 2,5. Nährmittel(Mehl, Reis, Hülsenfrüchte) 58.—. 4.5. Kaffee, Tee.Schokolad« 60,—. 4,0. Alkoholisch« Getränke 84,—„--- 5,6. Alkobotfreie Getränke 4,—, 0,3„„ Tabakworen.... 50.—, 3,3„ Verschiedenes.■■ 40,—,»» 2,7,„ 1474,— M.- 100 Proz. Ji,re besondere Bedeutuiu; erhält die Haushaltungsstatistik da- durch, daß bei ihr der Verbrauch an Nahrungs- und Genußmckteln auch mengenmäßig ersaßt wurde. E» beträgt der Tagesverbrauch pro Familie mit 4,2 Köpfen: an Fleisch und Fleilchwarcn.... 400 Gramm an Brot und Backwaren...... 1030 an Kartoffeln......... 1387 an Milch........... M Liter Die ganze Familie verzehrt täglich noch nicht 50 Gramm Butter. ollerding» 150 Gramm andere Fette, meist INargarinc. Vier per- fernen teilen sich täglich in 13 Liter Milch, in 13(Eier und alle zu- lammen verbrauchen nur 146 Gramm Zucker pro Tag! Natürlich schwanken dies« Ausgaben je nach den Eürkommens- oerhältnisjen, aber mit dem wachsenden Einkommen verändert sich iu den untersuchten Familien immer auch die Zusammensetzung des haushalte». Je größer das Einkommen der FamiL«, desto größer auch die Personsnzahl des Haushaltes. Deshalb hat es keinen Zweck, hier die Ausgaben der Familie weiter zu oerfolgen. vielmehr erhall man erst ein richtiges Bild, wann man die Aus gaben für die erwachsene Person in Rechnung stellt. Dabei ist da» Statistisch« Neichsamt davon ausgegangen, daß Kinder Unter 9 Jahren nur halb fa viel wie eine erwachsene Person essen, Abonniert den„Vorwärts", das Blatt der Kopf- und Handarbeiter! � Ich abonniere den.L orwärts"(und die Abend- ;> ausgab« für Berlin.Der Abend') mit den illustrierten Bei- > lagen.Volk und Zeit" und �7 ind« freund", sowie den Bei- lagen„Unterhaltung und Wissen*..Frauenstimme"..Technik", „Blick in die Bücherwell" und.Iugend-Borwärts' In Groß- Berlin täglich frei ins hau« lMonotlich 3.60 Mk.. wöchentlich 85 Pf.) 5 Namfl:_---------- ; Wohnung: 5 Ausfüllen und einsenden an den Verlag de»„Vorwärts*. yetiin SwSS, L>ndcnfiraße 3. Kartofsclu..... 117,8 Kilogramm 150,0 Kilogramm Gemüse...... 30,6„ 48,6■„ Obst....... 15,8., 51.6 Zucker...... 14,1„ 17,7 Nährmittel..... 23,9„ 243 Kaffee, Tee. Schokolade 5,1. 7,9 Bier........ 143 Liter 533 Liter Wein...... 0,5. 8.1. Branntwein.... 0,4„ 1,1 Mit steigender Wohlhabenheit vollzieht sich deutlich ficht- bar eine Verschiebung des Verbrauch». An Stelle von Roggenbrot wird mehr Weizenbrot, an Stelle von Margarme wesentlich mehr Butter, an Stelle von Brot mehr Eier, GenTüfe und Obst verbraucht. Aber es steigt auch der Derbrauch an alkoholischen Tetränken, während die Kaffee- und Teemengen keinen wesentlichen Schwankungen unterworfen sind. Ein« oolks- wirtschaftlich h o ch b ed« u t sam c Erkenntnis ist aus dieser mit Händen zu greifenden Verbrauchsverschiebung zu wertvolleren Nahrungsmitteln bei höherem Einkommen zu gewinnen: die Er- zielung einer höheren Rentabilität in der Landwirtschast ist geradezu unmittelbar abhängig davon, daß das Einkommen der arbeitenden Massen steigt! Sie ist zugleich»in schlagender Beweis für die Richtig- keit des sozialdemokratischen Agrarprogramm».- das in erster Linie die intensiv« Bauern und Staflwirtschah fördern UflÜQ. Xi'----*•- p Im ganze IT genommen kfl das Btto.«s.che StattstA,-ermm«ll. sicherlich zu günstige weil«»-sich allein» auf'Wirtschafts- rechnungen des bessersituierten Großstadtarbellers stützt und vor allem jene Rot unberücksichtigt läßt, die irut der Ardeitslosig> keit heut« über jede Familie hereinbrechen kann. Aus Grund einer Spezialuntersuchung der Hamburger Arbeiterschaft kommt der Mediziner Prof. Dr. Tyska zum Schluß: „daß die Lebenshaltung und Ernährung der breiten Blassen der großstädtischen Bevölkerung durchaus nicht«ine solche ist, die gewährleistet. daß die Leistungsfähigkeit In geistiger wie körperlicher Hinsicht auf voller höhe steht." Danach wird die Arbeiterschaft u. E. nur dann in der Lagesem, den gesteigerten Anforderungen des kräfteverzichrcnden Tempos der rationalisierten Wirtschaft gerecht zu werden, wenn ihr Lahn ausreicht, sich nicht nur ebenso, sondern besser nochals inder Vorkriegszeit zu ernähren? Otto Kühr. Börsenwunder zum neuen Jahr. Scharfe Hausse in Berlin. Am Sonnabend hat plötzlich aus der Berliner Börse auf dem Aktienmarkt eine Auswärtsbewegung der Kurse eingesetzt, und om 'Momag verstärtt« sich die Bewegung zu einer scharfen Hausse. Ban den Montan- bis zu den Grammophonaktien waren gestern schon beim Börsenbeginn Kurssteigerungen von 1 bi» 2 Proz. zu verzeichnen; im weiteren Verlauf setzten sich noch Äurssteigerunge» in doppeller höhe durch. Die Berliner Börse erlebt also«in Jahres. end»Wunder, nachdem zwölf Monate lang die Essektenkurs« ununterbrochen gesunken waren. Das Rätselraten über die Urjachen der Belebung ist groß unter dem Volk an der Börse. Daß das Kursstützungskonsortium der großen Banken erklärt hat, daß die von ihm aufgenomimnen Pakete nicht aus den Markt konunen werden, dürste zur Erklärung kaum genügen. Sicher ist es aber den Banken willkommen, wenn die Aktienkurse wieder einmal in die Höhe gehen. Die Erklärung ist zweifellos zu diesem Zweck abgegeben worden, nachdem die große» Banken in chrcn Wochen- und Monatsberichten schon seil langem bei der Beurteilung der Wirtschaftsloge— zur Emumterung der Spekulation und der Effektenkäufer— besseres Weller gemocht hatten, als die ilntcrnehmerverbänd« und das Institut der Kochunk- tuvforschung. Den Banken wären natürlich— ou* Bilanz- und. aus Derdienstgründen— höher« Aktienkurs«, besonders zum Jahres- tchluß, sehr willkommen. Dazu scheint der Geldmarkt zum Jahresschluß viel weniger angespannt zu werden, als allgemein erwartet wurde und vielleicht rechnen Eingeweihte schon mit einiger Bestimmtheit für Januar aus eine Distontsenkung, die tendenziell immer Krisenbesserungen mit sich bringt. Daß die Kurse der deutschen'Aktiengejellschoften ganz allgemein infolge der dauernden Schwarzmalerei der Wirtschaftslage — auch infolge der Verärgerung und Mßhandlung der Aktien- besitze?— allgemein zu niedrig sind, daraus haben wir Immer wieder hingewiesen. Streit zwischen dem norwegischen Lranotweinmonopol und den Gastwirten. Bon Neujahr ob wird in den Gastimrtschaften in Oslo und in anderen größeren norwegischen Städten kein Branntwein mehr ausgeschenkt werden. Die Monopolverwallung Halle beschlossen, den Gastwirten ihren Ausschankverdienst zu-uuziehen und sie stall dessen je st zu entlohnen. Sämlliche Sai'mnc haben dies« Neuordnung abaelehnt und aus das Recht zum Airs- scharrt von Spiritus verzichtet. Ein gutes Kalijahr. Vekordabsatz von 1925 fast erreicht. Ön da» Jahresbericht, den jetzt-die Gebr�Dammmns-Bauk ü» Hannover verSffentLcht, wird die Lage der deutschen Kaffindustri-c I im Jahr« 1929 im allgemeinen als weiterhin sehr günstig ge- kennzeichnet. Zwar blieb der deutsche Kalibergbau von der nller- nationalen Konjunktursenkung nicht ganz oerschont, doch tonnte dos Rekordergebnis des Vorjahres mit einem Absatz von 14,2 Millionen Doppelzentnern mit rund 14 Millionen Doppel- Zentnern Absatz im Jahre 1929 fast wieder erreicht werden Der Minderabsatz entsälll ausschließlich auf das Inland, mährend der Austandsabsatz sich auch im letzten Jahre weiterhin in aufsteigender Linie bewegte. Allerdings standen einem größeren Fort- schritt auch die Schwierigkeiten in der ausländischen Land- Wirtschaft entgegen. Das Abkommen mit der französischen Kaliindustrie von 1926 hat sich in der Zusammenarbeit aus den aus- ländischen Märkten durchaus bewährt. Es sind zurzeit Be- streb lmgen im Gang«, zusammen mit den sranzösifchen Kalwrodu- zenten Einlstuß auf die ausländische Mischoünger- Produktion zu gewinnen, hiervon uurd eine ivciteic be deutende Steigerung des Kaliobsatzes im Auslande erwartet. Innerhalb der Kalikonzerne fit im letzten Jahr eine w e s« n i- liehe Machtverschiebung durch die Angliederung der Sauer- werk« an den Wintershallk anzern eingetreten. Der seinerzeit gegen die Machtbestrebungen des WiMershällkonzerns errichtete Kaliblock hat durch dos Ausscheiden der Anhaltisehen Salzwerke seine absolute Duotenmehrheit im Kalisynditat eingebüßt und verfügt jetzt noch über 493 gegen 526 Tausendstel der Syndikmsbeteilignngen. Andererseits fit der Einfluß de» Wimershallkonzerns oon 387 auf 408 Tausendstel gestiegen. Di« dem preußisch«» Staate gelzörige Preußag bildet daher mit ihrer Syndikatsbeteiligung non 98 Tauscnd- ftel zurzeit das Zünglein an der Wage. Bas ist mit der Oeschimag? Eine neue Terstsubventwn durch das Beich? Die Deutfche Schiffs- und Maschinenbau A.-G. Bremen scheint 1929 mit Derlust gearbeitet zu haben. Die Net tust« find offenbar nicht gering, und es wird mit einer Äapitoi- .zusawmsnlegung gerechnet. Auch soll das Gesamtunternehmen wieder den allen Namen»A.-G. Weser" erhellen. Eine Zusammenlegung des 25-Millionen-Kapitals wäre auch ohne Derlust« im 1929er Abschluß verständlich, nachdem von der in den Jahren seit 1925.zusammengehäuften Wertsnbstanz in Stettin, Hamburg und im Wejergebiet inzwischen so viel versilbert wurde. Es heißt aber, daß die Aktionäre keinen Schaden dabei erleiden sollen, und dos„Berliner Ta-gebl-rtt" ergänzt diese Ankündigung in sehr interessanter Weis« dahin, daß ein Plan bestehe, daß nur die im Reichsbesitz befindlichen Deschimagaktlen fiisammengelegt wenden sollen. Diese Feststellung fit natürlich geeignet, Aufsehen zu erregen und die Oesfentlichkeit zu beunruhigen: denn die Zusammenlegung ratr bei den Reichsaktien würde ein« Suboenti on für die Prioataktionäre bedeuten. Eine Klärung der Frage witd im öffentlichen Interesse nicht.zu umgehen fem. Mnigsberger Llm'on in Konkurs. \\ Die Wirkuvg der toferaofiefrife Der Auffichtsrat der Königsberg»? llniongt»tz»v«i A.- G hat beschlossen, den Vorstand der Gesellschaft mit der Anmeldung de» Konkurs«, zu beauftragen Der Zusammenbruch dieses alten oftpreußischen Unternehmens ist wegen der zusätzlichen Belastung des ostpreußischen Arbellsmmckt» lehr unerfreulich, er war jedoch nach der Lage der Ding« kaum zu umgehen. Di« Königsberger Union befand sich mit ihrem Hauptbetrieb, der Lokomottoabtefiung, schon seit längerer Zeit m Schwierigkeiten und halte bereit» im Sommer eine Staat«- subvention von 200 000 M. erhallen. Bei den jetzt vergebenen Lokomotivaufträgen der Reichsbahn konnte die Union nicht berück- sichtigt werden, da ein« Verzettelung der für den Osten be- stimmten Lokomotiven aus Schichau und die Umongießerei weder dem«nen noch dem anderen Unternehmen etwas genützt hätte. Im Interesse einer notwendigen Konzentratton der Lokomotiv- fabrikation entschloß sich die Relchsdohn Im Einverständnis mit der Reichsregierung die vorgesehenen Maschinen ausschließlich be-i Schichau bauen zu lassen. Auch die Reichsregierung konnte weitere Siaatssubventionen an da» Unternehmen nicht verantworten, da diese bei der Un- Möglichkeit, die Union mit ihrem gegenwärtigen Prchuktionspro aramm auf ein« rentable Basis zu stellen, im wahrsten Sinne de--. Wortes.zum Fenster hinmisgemarfen worden wären. 360 Milliarden Volkseinkommen in LlSA. Räch einer neuen amerikanischen Schätzung des Nationalen Bureau» für wirtschaftliche Untersuchungen betrug das Bolkeeintom- inen der Bereinigten Staaten im Jahre 1928 89,4 Milliarden Dollar oder mehr ol» 360 Milliarden Soldmark. Gegenüber dem Jahre 1919 ergibt sich sine Zunahme von nicht weniger als 23 H Milliarden Dollar oder fast 100 Milliarden Mark. Noch in diesen Tagen hat da» Deutsch« Institut für Konjunkturforschung für das Jahr 1SZ9 da» deutsch« Volkseinkommen auf rund 69 bis 71 Milliarden Marl geschätzt. Da« gesamt« deutsche Dolk»eintommen ist demnach noch im, rund 30 Milliarden Mark niedriger al« der Z u w a ch». den dst Vereinigten Staaten im Laufe von neun Jahren zu verzcichi�" hatten. Die Bevölkerung von U.S. A. ist dabei nur etwa rund doppelt so groß wie die deutsche. Av»bou venfiche Bank vnd Discouto-Geselllchafl. Da» Bank- hau» L. Pfefiser-Kassel mit feinen Kasseler Depositenkassen und Filialen in DAenb-urg, Fulda. Herst eld, Marburg und Wildungen witt» am l. Januar Filiale der Deutschen Bank und visccmw- Gaiellschaft. TrlnKe Kräutertee und tferundef i-h«* wm der Sletdenä« ' H«n- __ MgnrradeeVtrd.stn d« elniii B InUcfctr Syttenw# g«««s«a. Die«Wf?. t00ren i Orjinismuj Subsumen tu, die cur A»»»ch«;0 lehren IrtufT» M 1/0. fKurp. 10 Kartons M- u_.) Mehlem ü-Krenkheiublider u-Cuuchxn greus d H. 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