BERLIN Dienstag 31. Dezember 1929 10 Pf. Nr. 611 B 304 46. Jahrgang Erschet-ttSslichallSerGontttag«. Zugleich Wendauegabe de«.Porwürtt'. Bezugs»-«« beide ÄuSgabeu»-»ESvche, 8/fiO?9l. uro Monat» Vledaktiou und Expedition; BerlinSWöS.LindeuAr.S »zeigeurvei«: Die einspaltige NonpareMezeile vo Pf.» Sleklamezeile b SR. Ermäßigungen nach Tarif. vstscheckkonto! VvrwärtS-Derlag T. m. b.H., Berlin Nr.»7SZK. Fernsprecher: Dönhoff 292 bi« 297 Fürstliche Schacherei. Der Welsenschah wird ans Ausland verkaust. HmKttBver. Tl. Dezentber.(Eigesbericht.) (?ii« bertraolrdzc Sitzung der städtische« Aullegie« de- sntzte steh«n Moutng mit eine« Antrug des Mugistrats auf Ankauf des Welfeufchutzes. der zurzeit i« der Schweiz liegt. Der ehemalige Herzog von Braunschweig scheint in Geldverlegenheiten zu sein. Gr bot deshalb der Stadt Hannover de» Welfeuschatz au. Um der Sozialdemv» tratie diese« Schatz schma«thaft zu macheu, drehte der reaktionäre Oberbürgermeister Dr. Menge die Ge« schichte so, als ob es sich um den Ankauf der Herrenhäuser vzärte« für die Stadt handele und der Welfeuschatz nur so nebenbei erworben werden sollte. Die Sozialdemo« kratie war wohl bereit, die Herrenhäuser Gärte» für die Stadt anzukaufen, nicht aber den Welfenschatz; denn durch den Ankauf, wie ihn der Magistrat empfahl, ent. steht für die Stadt ein« Zinse«last auf SV Aahre von mtu- d«j»en» einer Million M-rk�äMtch�auberdeR«L«« ei»«. malige Belastung von 3.Z Millionen Mark. Angesicht« des vorhandenen Defizits von über 4 Millionen, das der Bürgerb lort hinterlassen hat. und augestchts der dringenden sozialen Aufgaben und des Wohnungsbaues lehnte die Sozialdemokratie den Antrag des Magistrats ab. Dadurch geht der Welfenschatz wahrscheinlich für Teutschland verloren, da, wie in der Sitzung mitge- teilt wurde, der ehemalige Herzog den Schatz an ein Ron- sortium von Kunsthändler» verkauft hat. Der Welfgnschatz besteht aus zahlreichen herrlichen Er- Zeugnissen deutscher Goldschmiedekunsi des Mittelalters und anderen Kunstwerken und Juwelen. Er ist nicht zu verwechseln mit jenem Welfenfonds, den Bismarck nach der Vertreibung der Welfendynostie 1866, der Annexion Hannovers und der Einsetzung eines Hohenzollern als Regent in Braunschweig aus beschlagnahmtem Eigentum des„von Gottes Gnaden" eingesetzten und durch Hohenzollerri-Interesse gestürzten Herrscherhauses errichtete. Aus den Zinsen sollte die welfische Propaganda bekämpft werden— und wurden Bismarcks und späterer Kanzler„Reptilien" bezahlt: Zeitungen und Lohn- schreiber. die die Opposition herunterreißen mußten. Aber auch die Lockspitzel wurden aus diesem Fonds besoldet, die Arbeiter zu Terrorakten verleiteten, damit man sie der Sozialdemokratie an die Rockschöße hängen und die Rot- wendigkeit immer neuer Verlängerung des Ausnahmegesetzes nachweisen konnte. Den Welfenfonds hatten die flüchtigen Cumberlands nach Altösterreich gerettet, nach dem Umsturz in die Schweiz geschafft, und nun verkaust ihn Wilhelms Schwiegersohn an Kunschändler, weil die„angestammte Residenz" sich nicht bankrott machen will, um dem Herrn Cumberland den ge- forderten Riesenpreis zu zahlen. Dabei haben diese Leute jahrhundertelang Geld aus dem Lande gezogen, besitzen in Oesterreich und Deutschland noch Schlösser und Güter, haben gewiß ihr goldenes Schäfchen rechtzeitig in hübsch trockene «anksafes im sicheren Ausland gebracht und schließlich auch noch von der deutschen Fürstenabfindung profitiert. Doch wie man einmal mehr sieht, der Besitz ist unersättlich, und der Prosit geht ihm stets über die Vaterlandsliebe. Die kommunistische Radauserie Diesmal Rathauskrawall in Köln. S S l«. 31. Dezwnbrr. fEigenbericht.) Der komnnrnistrsche Stadtverordnete Ebbor««lusite am Montag Wege« fortgefetzter Störung der Stadtver- ordnetenversaururlnng durch Bolizeibeaorte in Zivil ans dem Saal entfernt werden. Etzborn hatte im Verlauf der Versammlung wiederholt»«aufgefordert das Wort er» griffe«; er ließ sich von dieser zweifellos vorbereiteten Demonstratio« auch nicht abhalte«, als die bürgerliche« Lkraktwue» ans Protest de» Saal verließe». Daß feine ..Aktion" vorbereitet war. ergibt sich u. tu daraus, daß währenddessen vor de« Rathaus zahlreiche komm». niftifche«efolgmanne» zu demonstrieren versuchte«. Di« Polizei schritt jedoch hier und in der Altstadt» wo es eten falls ,« Zusammenrottungen kam» ein. SifaefierbeiracMung Ton Alberl Qrzefinski, preufHfchem lllinifler des dnnern Das hinter uns liegende Jahr hat innenpolitisch unter ieinem gerade glückbringenden Stern gestanden. Die letzte Jahreshälfte brachte politische Auseinandersetzungen von besonderer Heitigkeit. Sie drehten sich um Volksbegehren und Volksentscheid und fanden in Preußen und anderen deutschen Ländern im Kam- wunalwahlkompf erst vor kurzem nur äußerlich einen gewissen Abschluß. Weitere Merkmale heftiger Spannungen waren die blutigen Zusammenstöße in den ersten Maitagen in Berlin, waren die Vombcnattentate in Schleswig-cholsteii, und Niedersachsen, waren das Verbot des Roten Front« kämpf erbvn des intd die Auflösung des Stahlhelms «»-SV,>>»«»»«,»an isi hij il in. tttichu läßt darauf schließen, daß das Herauffteigende Jahr 1980 von solchen heftigen innenpolitischen Auseinandersetzungen weniger heimgesucht sein wird. Da? ist an sich nicht bedauerlich, denn politische Kämpie werden und müssen sein Ich fürchte auch vop noch so scharsem Zusammen- prall polstischer Meinungen wahrlich nicht, daß die Sache der Repu- blik und der Demokratie leidet oder gar bedroht werden könnte! Ich bin vielmehr der festen Ueberzeugung, daß unser« Sache, auch die Idee, die wir Sozialdemokraten vertreten, im heftigen politischen Ringen geistiger Art Sieger bleiben wird- Aber je länger, je mehr wirb der Zustand, der heute in Deutschland eingerissen fft, um erträglich, nämllch, daß gewisse radikale Parteien und Gruppen in Wop und Schrift Andersdenkende nur noch mit gemeiner Verleumdung. Ve- fchlmpfung und Gewalt bekämpfen. Es ist auch unsaglwir lusschäinend für das deutsche Volk— nachdem es sich noch harten: Ringen endlich die politisch« Mündigkeit und das politische Selbstbestinmrungsrecht erkämpft hat—, daß in ihm Parteien Gläubige und Anhänger finden, die zwar kein« politischen Ideen vertreten, desto kräftiger aber uut Mitteln zu arbeiten ver- fteljen, di« jeder anständige Mensch im Privatleben für sich mit Entrüstung ablehnen würde. Es wind nicht ganz mit Unrecht die Forderung erhoben, daß der Staat hier mit Gesetzen, Vorschriften und Anordnungen ein- greifen müsse. Soweit das möglich ist und soweit Ten- denzen zutage treten, die den Staat mit offener Das alte Jahr zum neuen! Gewalt bedrohen, muß und wird das geschehen. Aber es ist unmöglich, politisches Benehmen mit gesetzlichen Mitteln erzwingen zu wollen. Da kann nur Helsen die S e l b st z u ch t des Voltes, das endlich unterscheiden muß zwischen politischem Rowdy- tum und politischem Bekenntnis. Politische Fanatiker wird es immer und überall geben. Aber neu ist, daß es ganze Gruppen, Orgo- nisationen und gar auch Parteien gibt, die politisches Rowdytum gewissermaßen zum Programm erheben. denen es ailrägliches Kampfmittel ist, den politischen Gegner ver- ächtlich zu machen und zu versuchen, ch» durch Verleumdung nie- drigster ichrl!)«rabzujetzei,. Gottsried Keller sagt einmal:„Strauchdiebe stich kein« Partei!" Wir erleben leider voch täglich, daß nicht unerhebliche ViZlksteile in Deutschland politisches Vnschkleppertum mit politischem Kamps verwechseln. Mein Wunsch für das kommende Jahr ist, daß das öffentliche Gewissen in Deutschland so geschärst werde, daß einhellige Verachtung ein solch beschämendes Treiben in Zukunft unmöglich macht. Wir wollen den Kampf an sich freudig bejahen. aber nur den Kamps mit geistigen wassen und nicht den mit dem„Rüstzeug der Barbaren". Wir wollen heraus aus der Atmosphäre des Hasses und des Schmutzes innerpolitisch, wie wir auch außenpolitisch danach ringe», als gleichberechtigtes Volk in sriedll.cher Verständigung mtt den anderen Völkern der Erde zu wetteifern. Was wir auße» politisch erstreben, müssen wir rnnenpolitijch aus eigener Kraft und eigenem Wollen uns schaffen. Wenn das Jahr 1930 uns diesem Ziele merNich näher brmgt, dann wird es politisch nrertvoll und nützlich für unser Land und Volk gewesen sein. .Halt dich strmmv, meiaKmd, und fall nicht ia dea Schacht!" Strafantrag Hindenburgs. Gegen den„Angriff"- Goebbels. Der Reirftspräsident hat gegen den Reichstagsabge- ordneten Goebbels— der sich höhnisch als„Inhaber der Immunität" bezeichnet— Strafantrag wegen des Schimpf- artikels„Lebt Hitrdenburg noch?" in der Zeitung„Ter Angriff" gestellt. Eine dritte Haager Konferenz? Stimmungsmache in Paris.- Einigung nur mit Bulgarien. Paris, 31. Dezember.(Eigenbericht.) Die Pariser Presse erklärte am Dienstag, daß das depffch-ameri- kanifche Lohnabkommen eine tiesgreise n de Abänderung der Statuten der Internationalen Reparationsbank notwendig mache. Die französische Regierung habe deshalb auch schon einen eifrigen Meinungsaustausch mtt Londan und Washington gepflogen. Sie sei fest entschlossen, aus dieser neuen Totsache die notwendigen Kon- sequenzon zu ziehen. Durch di«„Desintercssicrtheit der Vereinigten Staaten an der von ihnen selbst vorgeschlagenen Zohlungsbant" wurden nicht nur die Aussichten für die Mobilisierung der deutschen Schuld, sondern auch die Gewinnübcrschüssc zur Deckung der letzten 22 Annuitäten wesentlich vermindert. Man sei sich in Pariser zuständigen Kreisen darüber klar, daß die Einbringung tief- greifender A bände rungsanträge die Arbetten der Schlußkonferenz verzögern und erschweren müsse. Man müsse dies aber in Kauf nehmen, selbst aus die Gefahr hin, daß die choager Konferenz eventuell unterbrochen und eine dritte Fortsetzung jinden müsse. „Pettt Parisien" und„Joucnol" berichton übereinstimmend, daß te der Frage der Ostreparotionen«ine völlige Einigung mit Bulgarien erzielt worden sei. Bulgarien habe schließlich«ingesehen, daß es klüger fei, sich zu lügen. Ungarn dagegen habe sich in seinem Widerstand noch weiter versteift. Dazu kämen von Jugoslawien neu« Schwierigketten wegen gewisser Vorschüsse, die e» aus Sachlieserungskonto erhalten habe. Silvesterulk bei Hugenberg. Das Zuchthousgeseh„rechtmäßig bindend". Wenn nvn gewisse langbeinige Spinnen zertritt, zappeln tu« � ngen Beine noch eine ganze Weile weiter. Auch der Pressedienst des R e i chs a us s ch u sses für den Volksentscheid -appelt weiter, obwohl der Volksentscheid schon am 22. Dezember rom Volke tatoetretcn worden ist. Der Pressedienst erklärt: Da am 22. Dezember fast K Millionen mit Ja. aber nur etwas mehr als 300 000 mit Nein gestimmt haben, ist das Zuchthausgesetz an- genommen und..rechtmäßig bindend": was aber im Haag an- genommen werden wird, ist auf alle Fälle„unverbindlich für das deutsche Noll". (Banz im Sinne dieser Ausführungen schreibt auch die Hitgen- bergsche.München-Augsburger Abendzeitung": „Solauge kein Staatsgerichtshof die Abstimmung der ZL Millionen als Niederlage erklärt. Kteibt der Sieg: dos Votum, das das Roichskabinelt in eigener Sache hier gefällt hat, ist nicht uerbindlich und jeder Minister, der uns dos Zoung. Zoch er. richten will, tut es auf feine Gesahr. Es komnit die Zeil, wo man ihn zur Rechenschaft zieht. Das mögen sich die Herren Curtius. Schacht(!), Moldenhauer. Wirth, die fetzt ihre Haagreise vorbereiten, gesagt sein lassen, und besonders die Herren Severing und Robert Schmidt, die große Lust z» verspüren scheinen, als Aufpasser mitzufahren." Hilgenberg läßt also durch seine Presse den volksparteilichen Ministern drohen, er werde sie ins Zuchthaus sperren lassen, wenn er einmal an der Macht sei. Staatsrechtlich ist die Behauptung der Hugenberg-Leute»atitr- lich glatter Unsinn. Ein Gesetz tritt erst in Kraft, wenn es ver- kündet ist Was nicht im Reichsgesetzblatt gestanden hat, das hat für Gerichte und Behörden keine Gültigkeit. Was aber ins Reichs- gesetzblatt kommt, das bestimmt der Reichspräsident. Dieser hat nach Artikel 70 der Verfassung„verfassungsmäßig zu- stondegskommene Gesetze auszufertigen und binnen Monatsfrist zu verkünden". Wäre durch die Abstimmung vom 22. Dezember ein Gesetz verfassungsmäßig zustondegekommen, so müßte der Reichs- Präsident es verkünden, oder er müßte einen Verfassungsbruch begehen. Wer dem Reichspräsidenten diesen Vorwurf nicht machen will und nicht machen kann, der kann logischerwekse auch nicht bc- haupten. daß am 22. Dezember ein Gesetz verfassungsmäßig zu- standegekvmmen ist. Indes kommt es den Herrschaften natürlich nicht auf staatsrecht- liche Logik an. sondern nur auf gemein« personliche-Hetz«. Man stellt die Minister, die im Haag«in Uebereinkommcn schließen, als Leute hin. die von Rechts wegen ins Zuchthaus gehören. Und man tut so, als ob die Deutschuationalen, wenn sie wieder einmal an die Macht kämen, alle internationalen Verträge mit einer Hand- dewegung wegwischen würden. Das sieht ungeheuer forsch aus und macht auf politische Wickelkinder einen großartigen Eindruck. In Wirklichkeit ist natürlich sede Regierung an die Verträge gebunden, die ihre Vorgängerin geschlossen hat. Auch Herr Kopp beeilte sich seinerzeit, sofort nach seiner„Machtergreifung", den auswärtigen Mächten zu oersichern, daß Deutschland seine internationalen Ver- pflichtungen resttos erfüllen würde. Von der Deutsch nationalen Partei ist nichts als eine Gruppe von Gauklern übrig geblieben, deren Vorstellungen selbst In der hintersten Prnvinz bald nur noch ein dürftiges Publikum finden werden. Drei Mark Geldstrafe. Revision gegen das Stargarder Urleil. Die Berufungskammer, allerdings in Stargard in Pommern. hat zwei Hokenkreuz-Redakteure, Balz und Schuh;, zu der gesetzlichen Mindeststrafe von je drei Mark, andernfalls zu je einem Tag Gefängnis, verurteilt. Angeklagt waren schwere Beschimpfungen der Minister Stresemann und Hilferding, des Reichs- kanzlers Müller und der Republik überhaupt in dem Organ„Die Diktatur". Obwohl das Schöffengericht Bah; zu zwei Monaten und zwei Wochen Gefängnis und Schuh; zu einem Monat und zwei Wochen Gefängnis oerurteilt hatte, war die Große Strafkammer in Stargard auf je drei Mark Geldstrafe heruntergegangen. Die Republikanische Beschwerde st elle Berlin bat deshalb den Oberstaatsanwalt in Stargard, gegen dieses Urteil Re» vision beim Reichsgericht einzulegen. Darauf ist unter dem 26. De- zember die amtliche Mitteilung ergangen, daß„gegen das Urteil der ersten großen Strafkammer des hiesigen Landgericht« vom 5. Dezember 1929 Revision«ingelegt ist". Klugzeugkatasirophe in Texas. Fünf Passagiere getötet. New Boek. 21. Dezember. Wie Ott« Amarillo in Texes gemeldet wirb, er- eignete sich dort ein schweres Flugzeugunglück. Bei dem Nbstnrz eines Verkehrsflugzeuges aus 60 Meter Höhe ernncn fünf Personen ums Leben. Die Heftigkeit des Auf- prnllS des Flugzeugs auf deu Boden führte zum so- fortigen Tod aller Insassen. Das Flugzeug wurde vollstSndig zertrümmert. Die Ursache des Un- alncks konnte noch nicht festgestellt werden. Von einer Lawine verschüttet. Innsbruck. Zl. Dezember. Gestern nachmittag ist. wie die„Neueste Zeilung" meldek. der Sah« des Vetriebsleikers der Zugspihbahn. Karl Haas, bei der Talfahrt vom ZuFfpihpla«, durch«lue Lawine«öd- lichvernnglückl. Als feine VeglcUer. darunter feine Schwester. mertlen. daß Haas fehlte, gingen sie zurück und stießen auf die Lawine, die ihn verfchülkek halte. Er konnte erst henke früh in den Schneemassen aufgefunden werden. Heimwehf in Rot. Wien. Zl. Dezember. sEigenbericht.) Di« Hernusforderung der Landbundbauern durch dt« schmählich« Ausschliessung ihres Führers S ch u m q. des Landesverteidigers gegen die Südjlowen 1919 und jetzigen Bundesinnsnmmi sters. aus der Heimmehr Klageirfurt, läßt die Heimwehrführer den Abfall der Landbündler befürchten. Die Laudeslsitung der Kärntner Heimwehr hat nun S ch u m y feierlich wiederaufgenommen und die Ausschließung reumütig bedauert. Die Lantbünd'er erklären aber. dass ihre küusttge Stellung zur Heimwehr erst durch in« Lnndbund- .-itiiiK) im Januar festgesetzt werden wird. Solang« zunächst ein- rl können die Herreu Pabst Steldle und Genosscu zappeln. Die ierlichen Sympathien für die„Ehrgeizlinge" werden sich bis da- kaum wesentAch ändern. Zwischenbilanz der Labonr-Regiewng. Fruchtbare erste sieben Monate. London. Ende Dezember 1929 M« dem Jahresschluß beendet die Arbeiterregierung den siebenten Monat chrer Slmtszeit. Roch ist es zu früh. eine Bilanz zu ziehen— aber«ine Zwischenbilanz ist möglich. Die zweite Regierung Macdonald ist, ebenso wie die erst« sozialistische Regierung Großbritanniens im Jahre 1921, eine Minderheitsregierung. Aber ihre parlamemarische Lag« ist günstiger als dusenige von 1924. Sie ist zahlenmäßig stärker, ist nach der persönlichen Seite hin innerlich einheilstcher und besser als damals auf die besonderen Aufgaben und Schwierig- keiten«wer Minderheitenregierung vorbereitet. Sie hat überdies im Parlament ein« Opposition gegenüber, die sich bis End« 1929 von chrer Wahlnioderlag« noch nicht genügend erholt hatte, um ihre zahlenmäßige Mehrheit gegen die Zlrbeiterrezierung geschlossen in die Wagschale zu werfen. Die Konservativen waren in den verflossenen sieben Monaten durch ihre Niederlage moralisch geschwächt, ihre Parteimaschinc war desorganisiert, das Vertrauen zu ihrer Führung erschüttert. Furcht vor Neuwahlen vorhinbert die Entfaltung chrer Ofsenstvkraft. Di« liberale Partei bildete zwar, wie im Jahre 1924, so auch im Unterhaus von 1929 dos Zünglein an der Waag« und«ine ungeteilte liberal« Fraktion konnte mit Hilfe einer geschlossenen konservativen Front die Arbeiterregierung, technisch gesprochen, nach Belieben stürzen. Aber in Wirklichkeit war und ist chre Lage nicht so günstig. Ob sse die Arbeiterregierung über ein« fortschrittliche sozialpolitische Gesctzcsvoriage mit Hitj« der Konservativen stürz oder Macdonatd durch dick und dünn unterstützt— sie wird aus jeden Fall einen Teil ihrer Zln Hänger verletzen und rebellisch machen. Aus ihrer günstigen Lage ist für sie eine Quelle ständiger Schwäche geworden. Dos Auseinanderfollcn der liberalen Fraktion bei beinahe ollen wichtigen Entscheidungen in eine Gruppe, die mit der Regierung,«in« zweite mit den Konserva- tiven stimmt und eine dritte Gruppe, die sich der Abstimmung über- Haupt enthietr. ist dos äußer« Anzeichen für ihre inneren Schwierig- keiten. Man hat gesagt, daß sich die Arbeiterregicrung im Gegensatz zu 1924 nicht nur an der Regierung, sondern auch an der Macht befindet: dies war für die ersten vier Monate dank der Ratlos ig- keit der Opposition zweifellos gültig, stimmte in einem abgeschwächten Maße auch noch sür die letzten drei Monate, dürft« jedoch im Jahr« 1930 von Monat zu Monat weniger der Fall werden. Dies ist mn so unvermeidlicher, als die Arbeiter- regierung mehr und mehr zu Gesetzesvorlagen fortschreiten muß, bei denen die Klassen- und Interessengegensätze zwi- schen Arbesterpartei und Opposition stärker aufeinander prallen. Eine größere Geschlossenheit der Liberalen und konservativen Op- Position scheint unvermeidlich. Aus dieser doppesten Entwicklung, der fortschreitenden inneren 5tonfolidierung der Opposition gegen- über allen fnMNftkschen Mvsswkssbb.Oi talW kvr'MlköeMM! M die Arbesterregierung, von parteipolitisch mehr oder- minder neu- tralen zu s o z i a l i st i s ch e n Maßnahmen überzugehen, ergibt sich mit logischer Notwendigkeit früh« oder später eine parlamentarische Situation, über die die Arbeiterregierung stürzen muh. Die Arbeiterregierung hat' unter den schwierigsten parlamentari- schen Verhältnissen in den ersten sieben Monaten ihres Bestandes eine überraschend große Allzahl ihrer Wahlversprechen einlösen können. soweit es sich nicht um sazialistischc Forderungen im eigentlichen Sinne des Wortes Handeste. Sic hat auf außenpolitischem Gebiete beinah« inst einem Schlage dl« herrschend« Er- starrung beendet, durch die amerikanischen Verhandlungen nicht nur eine unmittelbar« Entspannung zwischen London und Washington bewirkt, sondern damst auch die Grundlage für eine hoffnungsvolle Inangriffnahme der Abrüstung zur See gelegt. Die ins Stocken geratene Gesamt- Abrüstungsbewegung hat einen neuen, vielversprechenden Anstoß erhalten. Sie hat die Fakultativklausel über die obligawrische Schiedsgericht»- darkest unterzeichnet und durch ihr« Hallung im Haag chre Pro- grammsordemng nach einer sofortigen und bedingungslosen Zurückziehung der Truppen aus dem Rheinland erfüllt. Sie hat die diplomatischen und Handelsbeziehungen zu Rußland wieder aufgenommen und damst einen der folgen. schwersten Fehler der konservativen Regierung Baldwin wieder gut gemocht. Di« Arbesterregierung vermochte also dank der vollen Unterstützung von festen der Liberalen und der Duldung der Kon- servativen m kürzester Zest einen unverhältnismäßig großen Teil ihre» außerpolitischen Sosortprogramms zu verwirklichen. Auf kolonialpolitischem Gebiet« lagen zwar Probleme von wahrhaft gigantischem Ausmaß vor, aber nur wenig« Entscheidungen, die mit wenigen Federstrichen gelöst weiden konnten. Der Fragenkomplex Indien ist.zu ver- zweigt, als daß ein« Lösung auch bei bestem Willen in wenigen Monaten möglich gewesen wäre. Wie die Proklamation des Vize- königs von Indien und die Unterhauserklärungen der Regierung bewiesen, hat die Arbeiterregierung auch hier einen neuen G e i st bei der Behandlung der Fragen mitgebracht. Di« jüngsten Entwick- lungen in Indien scheinen allerdings anzudeuten, daß dort r a d i- k a l e r e als die in Schwebe befindlichen Massnahmen und Vor- bereitungen dringend nötig sind. Die einzige Entscheidung kolomalpolstischer Natur, die die Arbesterregierung im ersten halben Jahre ihres Bestehens von sich aus zu fällen haste, betraf die Verfassung Teylons. Hier erwies es sich, m welchem Sinne eine sozialistisch« Regierung zu- gunsten des kolonialen Fortschrstt« wirken kann, ohne die Grenzen der traditionellen Kolonialpolttik wesentlich zu überschreiten. Seit Jahresfrist befand sich in den Archiven des Soloirialamtes. im- erledigt, ein bemerkenswert großzügiger Kommissionsbericht., der die Schaffung einer, in beinahe allen inneren Fragen svuveränen Parkamentsregierung in Ceylon, sowie die radikale Ausdehnung des dortigen Wahlrechte vorsah. Der Kolonialminlster Sidney Webb(Lord Paßfield) setzt« diesen Dersassunosentwurf in Kraft, nachkam er noch weitsre demokratisch« Verbessernnoe», darunter die Gleichstellung der Frauen und Männer als Wähler, in den Entwurf«ingesührt hatte. Größere» Aussehen hat im Ausland der Beschluß dar Arbeiter- rcgieriing erregt, im Jahre 1932 doz mc'opotomiichc Mandat aufzugeben irnd dir Ausnahme des I ro't in den Völkerbund zu empfehlen. Man hat in diesem Schritt auf d«m Kontinent ein« Entscheidung von grundsätzlicher Bedeutung erblickt Mit Unrecht: Di« Ausgabe des tnesoporcmnschen Mandates im Jahre 1932 war bereits 1927 von der konscroatioen Regierung vor- bereuet worden und wäre wohl— wenn auch mst einer gewissen Verzögerung— van einer bürgerlichen Regierung durchg-sührt worden. In ihrer Aegyptenpolitik, die zwischen Aussen- und Kolanialpolstik ihren Platz findet, hat die Arbeiterregicrung die Ersetzung des bisherigen Heroschoiisverhgstinsses Über Aegypten durch euren Bündnisvertrag vorgeschlagen. Einen' solchen Alltanzoerhälinis zwischen einer Macht wie Großbritannien und einem Vasallenstaat wie Aegypten hastet allerdings bei der Vor- fchiedenarkigkest der Handlungsfreiheit der beiden Partner e i» Erdenrest Imperialismus on. der für eine sozialistische Partei zu tragen peinlich ist. Weitaus engere Grenzen als auf kolamalpolitischem Gebiete find der Wirtfauckeit der Arbeiterregierung in sozialpoliti- scher Hinsicht gezogen. Grundsätzlich am wichtigsten ist die geplante Ratifizierung des Washingtoner Acht- stundenabtommens. Praktisch von weitaus größerer Bc deulimg ist jedoch die Verbesserung der Erwerbslosen- Versicherung und das Witwenpensionsgesetz, das eine halb« Million Wstwen in ken Genuß von Altersrenten setzt. Der schwäch st e Punkt der bisherigen Politik der zweiten Regierung Macdonelld» ist ihr Programm.zur Bekämpfung der Erwerbslosigkeit. Hier wirst sich«n persönliches und ein sachliches Moment gegen die Regierung ans. Nack? beinah« allgemeiner Aiiffassung hat der Eiienbahneriührer I. H. Thomas, dem die Aitsgabe eines ..Ministers für Arbestsdeschassung" zugefallen ist. seine besonderen Gaben auf diesem undankbaren Posten n i ch t zu entsollen vermocht. Es sehst ihm wohl an der für tue erfolgreiche Durchführung seiner schwere» Mission nötigen Vision und Fähigkeit des konstruktiven Denkens. Nach der sachlichen Seite macht sich hier, auf dem Gebiete der Arbeiiedeschaffung, die parlamentarische Situation in besonderem Mäße fühlbar— dies um so mehr, als die englischen bürgerlichen Parteien traditionell ein stärkeres Mißtrauen gegen den ganzen Gedanken der produktiven Erwerbslofeusürsorge zu überwinden haben, als dies beim kvntinentaleit Bürgertum aus historischen Gründen der Fall ist. Di« Ausgab« gleicht unter dielen Umständen einer Quadratur des Zirkels: im eigentlichen Sinn« soMisrisch« Maßnahmen sind der Regierung oersagt: GeUü mittel für eine großzügig« produktive ErwerbSlosensütssorge sind vom gegenwärtigen Parlament nicht zu erhallen, und die normaler- weise möglichen Maßnahmen sind nichts als Tropfen auf«inen h«iß«n Stein. Die Bcrgbaugcsetzgcbungder Regierung sieht zwischen Sozialpolitik, Wirtschaftspolitik und der Politik der Arbeits- befchasfuiig— sie alle unmittelbar berührend. Sie hat zu den bisher schwersten parlamentarischen Kämpfen Anlaß gegeben. Der Gesetz- cntwurf der Regierung ist ein erster zögernder Schritt auf dem Wege der Wiedergesundung des britischen Kokend« rgbaus und der Erfüllung des feierlichen Betsprechens an die Bergarbeiter, denen Labour eine halb« Stunde der ihnen von der konservativen Meqierunq SaldiBia rfjn n A»>*>11 1?l4 1 SnrStttri** Wenn man dos Verspreche» auf Erhöhung des schul- Pflichtigen Alters aus 13 Jahre hinzufügt, hat man einen nackten, nüchternen Ueberblick über da« bisher Geleistete. Die ganz« Politik der Regierung ist vom Gesichtspunkt bestimmt, bei einem Minimum an Macht ein Maximum an Leistungen zugunsten der arbeitenden Bevölkerung zu erzielen. Sieben Monate sind für«ine Regierung eine kurz« Zeit— niemand wird leugnen können, daß sie fruchtbar oerwendet worden sind. Di« eng. Irsch« Arbester pariei kann mst gesteigertem Selbstvertrauen und un- gebrochenem Optimismus in das für sie schicksalsschwere Jahr 1930 treten. Dr. Egon Wertheimer. Fünf Jahre umsonst gearbettet. Tochter und Vater vor dem Arbeitsgericht. Di« Tochter ist 25 Jahre all und klagt vor dem Arbeitsgericht chr Gehalt für f ü n f s ä h r i g e Tätigkeit im väter- liehen Geschäft ein. Sie hatte ursprünglich als Stenotypistin in fremden Bureaus gearbestet. Dann aber hate chr Dater sie zu sich genommen. Sie arbeitete in seinem Bureau, wo sie gleichzestig die Buchführung mit erledigen mußte. Es war zwischen Bater und Tochter keinGehaltoereinbart worden. Wenn das Mädchen davon sprach, daß es sich doch einmal etwas sparen wolli«, so meint« er mir, dos sei nicht nötig, denn die Tochter erbe ja doch einmal alle«, was da sei. So wurden keine Verelnborungen getroffen, es wurde aber auch nie GeHall gezahlt. Die Tochter wohnt« zu Hause und bekam von Zeit zu Zoll die Summen ausbezahst. die notwendig waren, um sich Garderobe zu kaufen. Fünf Jahr« hatte so das Arbeitsverhältnis zwischen Vater und Tochter bestanden. Dann irot eine T r ü b u n g ein. Die Tochter wollte sich verheiraten, aber der Vater war dagegen. Er wollte nicht die billige und zuverlässig« Ar- bei-strast der Tochter verlieren. Als sich die Tochter trotzdem ver- lobte, da entließ sie der Vater fristlos. Ohne Zahlung von Sehall- Die Tochter stand jetzt völlig mittellos aus der Strotze und an die beabsichtigte Heirat war zunächst nicht zu denken,»rnn auch zum Heiraten gehört nun einmal Geld. Und so lief die Tvchier zunächst aufs Arbestsgericht, wo sie. sichtbar schweren Herzens, ihrem Sater die Rechnung für die fünfjährige Arbeit präientiert«, gestützt auf den Tarifvertrag. Aber der Voter w e i g e rt e sich auch vor Gericht, etwas zu zahlen. Er erklärte, daß sein« Tochter überhaupt nur eine ganz manzelhaft« Arbeiterin sei, die höchstens ein Monatsgehalt von 125 M. beanspruchen könne, und dieses Gehalt hätte« stets ausbezahlt durch Gewährung von Kost und Logis. Und wenn er noch die in den fünf Iahren gezahlten Barbeträg« rechne, so muß c er ..eigentlich" von seiner„undankbaren" Tochter noch Geld herausbekommen. Freilich wußte sr keine Antwort auf die Frage des Richters, wo denn die Tochter diese« Geld hernehmen solle, das st« ..eigentlich" ihrem Boter schulde. Nach langer Verhandlung kam Zwischen Bater und Tochter schließlich doch noch ein Ver gl ei ch zustand«. Di« Tochter wird einen Betrag bekommen, um sich einige Möbel taufen zu können, und der Bater hat ein« ansehnlich» Summe gespart. Daß er die Achtung se nes Kindes verloren hat, dürfte diesen Vater nicht well« stören. Wetter für verlim 7 ils iviUr tsi's molkig, oh« wesentlich« N tdffsch'äsc, etwas iuiiicv a. ,r, mestiiche Winde. Für veulsilland: Im Nordosten und Süden vorwiegend bewölkt Mit Niederschlägen, im übrigen Reiche Beruhigung des Wetters mit etwas Abkühlung. Pattenberg glänzt. Molnar-Ematter im Deutschen Künstler-Theater. Der zestriHö Adend im Deutscheu Lünstler-Theater hatte unzweifelhaft«inen durchschlagenden Premiereneriolg. Das liegt nicht an den beiden Einaktern von Franz Molnar „■Souper" und.Eins, Zwei, Drei", er kommt auf Max Pollen« b« rg s Konto, der eine schauspielerische Bravourleistung vollbringt. fo daß sich das Publikum nicht von ihm trennen mag und ihn noch vor den eisernen Vorhang klarfcht. So lange Palleuberg in.Eins. Awei. Drei" auf der Bühne steht, reißt er die Zuschauer mit; sie Kaden an seinen Einfällen, an feinem wirbelnden Tempo, an der unvergleichlichen Virtuosität, mit der er die schwere Roll« hinlegt. nvei Stunden lang ungetrübten Genuß. Man kommt nicht zum Nachdenken. Aber hinterher, wenn man das Ganz« iLierblickt, über- fällt«inen das unbsfriedigte Gefühl der Leere. Der Anlaß, der Pallenberg brillier«» läßt, ist zu wingig und zu wemg originell. Franz Molnar«rsindet«in« seit Jahrzehnten in Bühne, Film und Familienroman abgeklappert« Fabel. Der Börsenmagnat Pollen- berg hat die Tochter eines noch mächtigeren Kollegen aus Amerika zu Besuch Zu feinem Entsetzen heiratet sie heimlich einen armen Chauiieur. In einer Stunde werden die untröstlichen Eltern da lein, die Tochter enterben und Pallenberg wirtschaftlich ruinieren. Was ist zu tun? Der sunge Mann muh gemanagt werden. Eine Stunde später darf keiner feine nieder« Herkunft ahnen können. Also wird«r neu eingekleidet, von einem verkrachten Grafen adop- tiert. zum Direktor eines der Pallenbergfchen Werke gemacht. Was an diesem simblen Lorwurf wirkt, dos ist das Höllentempo, in dem Pallenberg die Perwandlmig vor sich gehen läßt. Er überrumpelt alle, den Widerstand des jungen Mannes— und die Zuschauer. die erst hinterher merken, daß der große Aufwand um kleine Dinge geht: Biel Geist hat der große Börsemnann nicht aufzubringen. Er kümmert sich persönlich um die neue Kluft, m die sich der Ehoufieur einzupuppen hat und verpulvert darauf seine Haupt- energie. Alles übrige besorgt das im Ueberfluß vorhandene Geld. Schade, daß die Märchen unserer Autoren mir in der Welt des Scherkbuches möglich sind. Dennoch ist der Abend im Deutschen Künstler-Theater kein ver- lorener. Es lohnt sich schon, Pallenberg als Börfenmagnaten auf der Bühne herumfuhrwerken zu sehen. Er benutzt drei Telephone gleichzeitig, diktiert mehreren Stenotypistinnen zugleich, schreit, schimpft, ist liebenswürdig und macht ein Leben, dos einem Hören und Sehen vergeht. Im übrigen geht Gustav Hortung in semer Regie auf grob« Wirkungen aus. Außer diesem Bankdirektor gibt- es nur Dmnmerjahne auf der Bühne, deren Verholten ab und zu geraden- wegs auf Albernheit hinzielt. Im vorangehenden„Souper" gibt Molnar«in« hübsche, etwas zu bescheidene Typenzeichnung, die ebenfalls in Börsenkreisen spielt. Der Aprilscherz eines Spaßvogels bringt die Teilnehmer an einem Freundschaftssouper dazu, ihren wahren Charakter zu zeigen. Der harmlose Einakter erfüllt seinen Zweck zu erheitern durch die so- mosen Leistungen eines guten Ensembles, in dem Rosa Valetti, Jakob Tiedtke, Anton Pointner und Felix Pres- s a r t glänzen. E. D. Die Hoffnungslosen. „.mimer«ran ene Wnn«ne oiaa.- Myamvro. , Die Fahrt s ins Glück bedeutete für Mutter Krause die Fahrt in den Tod. In allem enttäuscht, nach dem Leben, das nur Sorge, Not und zwecklose Arbeit war, zieht sich die kleine, arme, alte Frau ihre besten Kleider an und öffnet den Gashahn. „Laßt alle Hoffnung hinter euch," dies« Danteworte könnten als Mct o des Films dienen, der dem Andenken Heinrich Zilles gewidmet ist. Man kennt eine Reihe von Filmen, die vor einigen Iahren unter der Regie Lamprechts irgendwelche Hinterhausmotive mit dem Namen Zilles verknüpften, um dadurch für«ne kitschige Handlung Propaganda zu machen. Hier liegt der Fall anders. Mit einer unerschütterlichen Konsequenz rollt das tragische Geschehen ab. Es ist ein« Welt trostlosen Elends mit einer Sachlichkeit gestaltet, die an die besten Russenfilme erinnert. Ein paar Wort« Zilles sind als Text« eingeschaltet, ohne daß sie für den Ablauf der Handlung, für ihre nähere Eharatteristit notwendig sind. Dies« Einschallungen er- scheinen nur als eine Konzession, denn dem Felm fehlt dos Versöhnliche, Gütig-Humorvolle des Verstorbenen. Ueber ihm schwebt der tragische Wille einer Käthe Sollwitz, eines Baluschek oder Otto Nagel, die auch das Protektorat übernommen haben. Der Titel könnt«„Die Hoffnungslosen" heißen. Denn um die Mutter ftrailsen, die im Mittelpunkt des Geschehens steht, gruppiert sich die Welt der vom Leben Verstoßenen, dze Welt der Verbrecher. Dirnen und Zuhälter. Nichts wird in diesem Film beschönigt, sondern alles erscheint in absoluter Wahrheit, die Ver- kommenheil wie auch die tief verwurzelte Sen'imentalität und das Sich-Anklammern an bürgerliche Gebräuche, die diese Menschen charalterisieren. Nur ein junges Mädchen, die Tochter der Mutter Krausen, entehrt und von dieser Atmosphäre des Wohnungselends und der Verkommenheit vergiftet, findet den Weg zu einem besseren Leben. Ein junger organisierter Proletarier heiratet sie. Dieser Film zeigt nicht das Proletariat, er zeigt vielmehr die Schicht, die darunter liegt, die Schicht der völlig Enterbten. Zwei- mal wird das wirtliche Proletariat bei einer Demonstration gezeigt, und dieses Proletariat, klassenbewußt und mit dem Willen zum wirt- schaftlichen Sieg ist der gro�e Gegenspieler. Es ist nicht notwendig, daß Stars der Regie oder der Dar- stelluug in Fettdruck auf dem Programm figurieren. In diesem Film spielen weniger Bekannte und doch hat selten ein deutscher Film diesen Grad absoluter Wahrheit erreicht. Der Regisseur P i« l I u tz i vermeidet jede theatralische Auf- machung, ,r will nur dos Leben geben. Alexandra Schmitt gibt die Mutter Krausen mit einer wundervollen, diskreten und naturwahren Gestaltung. Hervorragend Ilse Trautschold. Ernst Bien»rt, Vera Sacharowa und Friedrich Gnaß Regisseure ui*> Schauspieler mit Namen sollten in diesen Film gehen und endlich einmal lernen, was wahre große Gestaltung ist. G?S«nSber diesem Film versinken gepriesene Werke der deutsche» Produktiv» i» ihr wohlverdiente» Nichts. P. Seh. Gedanken zur Zeit. Ein Rundfunkdialog zwischen-1929 und-1930. Die Rundfunkdirektion, Abteilung„Deutsche Bauch-! welle" veranstaltet heute Mitternacht Punkt 12 Uhr im Rahmen ihrer Zwiegespräche„Gedanken zur Zeit",«ine höchst interessante Aussprache zwischen den Jahren 1329 und 1930. Die Kontrahenten erscheinen persönlich am Mikrophon, um ihr« wechselseitigen Geistesklingen anein- ander zu zersplittern. Leider konnte wegen des übrigen Siloefterprogrammes die Redezeit mir sehr kurz bemessen werden. Hier der von uns vorausgeahnte Verlauf: 1929:„Es ist mir«in besonderes Vergnügen..." 1930: l.Für Sie lein Bergnügen. Jetzt amüsier' i ch mich." 1929:„Ich wollte nur sagen..." 1930:„Sie haben nichts mehr zu sagen, Ihr« Uhr ist ab- gelaufen. 1929:„Aber geben Sie mir doch erst einmal Gelegenheit, meinen eigenen Standpunkt logisch zu fundamentleren. Sie können ja darauf..." 1930:.Ihre Fundamente wackeln. Ich brauche Ihren Stand- punkt nicht erst zu hören. Ich mißbillig« ihn. Vernehmen Sie den Ruf der neuen Zeit, er lautet..." 1929:„Aber so kommen wir doch nicht weiter. Unser« Seit ist sowieso nur kurz bemessen." 1930:„Namentlich Ihre!" 1929:..Ich muß vor allem.. 1930:„Ich muß vor allem..." 1929:„Sie benehmen sich wie I Hering!" 1930:„Und Sie wie Huf song!" (Störungsgeräusche. Klatschende Tön«, die aber nicht nach Bei- fall klingen. Dann hört man eine An Sprechchor, der jedoch nicht verständlich wird, well beide Teil« oerfchieden« Texte sprechen.) 1929(sich durch lauteres Organ schließlich durchkämpfend):„Und ich jage Ihnen, daß diese neue Zeit mein innerstes Empfinden ver- letzt. Sie ist eine einzige Geschmacklosigkeit. Ich lehne sie ab!" 1930:„Was haben Sie denn sigenttich schon vom Jahre 1930 gesehen?" 1929:„Gar nichts!" 1930:„Sehen Sie. da urteilen Sie schon wieder über Durge. in« Sie gar nicht kennen. Ich kenne Sie dafür um so genauer. Ich s sage nur: Kunstseide! Ich sage: Schacht! Ich sage: Sklarek!" 1929:„Sie leiden wohl an der Papageienkrankheit?' 1930:„Warum?" 1929:„Weil Sie rufen, was alle polltischen Papageien krächzen. Ich bin weit besser als mein Ruf. Ich habe bcispiels- weise..." 1930:„Sie haben'» nötig" 1929:„Was?" 1930:„Besser zu fein als Ihr Ruf." 1929:„Sie haben leicht reden. Eine Zukunft, die noch mchl- gezeigt hat, die mag über die Vergangenheit spotten. Woraus be. stehen Sie denn? Aus lauter Hoffnungen und Entwürfen! Haben Sie erst mal vier Wochen Haager Konferenz hinter sich, da werden Sie schon vom hohen Pferd herabsteigen." 1930:„Sie reden lauter konfuses Zeug, um über Ihr« eigene Unzulänglichkeit hinwegzutäuschen. Wir sind die Zukunft. Wir sind die neue Generation! Mit uns Piscator! Was wir bisher p- zeigt haben, waren nur Versuch«, die allerdings mißlungen sino. Aber nun kommt erst da« Richtig«, was noch keiner kennt. Des- wegen haben Sie gar kein Recht, sich darüber«in Urteil anzu.. 1929:„Ich will mir aber ein Urteil anmaße». Ich maße mir über alles..." 1930:„Eine Anmaßung...!" fWiedernm längerer Sprechchor, es geht«in unverständliches Duett in Art einer Fuge über die Bühne bzw. durch» Mikrophon.) 1929(sichtlich erschöpft):„Na. dann bleibt mir nur eine Hoffnung." 1930:„Na, und welche?" 1929:„Daß Sie in einem Jahre hier mit 1931 diskutieren werden." 1930:„Wobei Sie gottlob nicht mehr zugegen sein werden!" Stimme des Ansagers: Achtung— Achtung, hier Berlin, Stetttn, Magdeburg sowie der Kurz- und Langstreckenläufer Königswusterhausen. Meine Damen und Herren! Das Zwiegespräch zwischen den Jahren 1929 und 1930 ist be-endet. Es folgt die Zettansage: Es ist jetzt genau 23 Uhr und S9 Minuten und— 58 — 59. gleich 60 Sekunden..." Jonathan. Oer Konflikt in der Gtaatsoper. Generalintendant Tietjeu äußert sich zum Kall Gchühendorf. Welche Musiker werden 1S30 frei? Außer für Johann Strauß Sohn und Karl Millöcker, für die Oesterreich bereit, eine provisorisch« Verlängerung der Schutz- ftift angeordnet wurde, läuft in Deutschland 1930 die Schutzfrist für dl« Werk« einiger Komponisten ab. die für die Entwicklung der beutschkn Vokal». Salon- und Schlagermusik von Bedeutung waren. llußer Albert Becker Ujid Ludwig Hertel werden die Wert« von W. Speidel, 2. Allstnmml. Heinrich Ehrlich und Fr. August Zimmer 1930 frei. Wie wir unseren Leser» benchtct haben, ist der Opernsänger Leo Schützendorf, well er am 2. W-ihnachtsfeiertag ohne Urlaub der Generalintendanz trn Theater des Westens aufgetreten ist, fristlos entlassen worden. Zu dem Borgang, der in der Berliner P-mi»—r&»■«.!> ii.i|«iii»iir und teilw-ii« Utituaeä-ods: Injov- mationen eine lebhaft« Diskuffio» entfesselt hat. erhalten mir eine eingehende Erklärung de» Generalintendanten Ttetjen, der wir folgendes entnehmen: „Ich nehme zu dem Fall Schützendorf nicht juir deswegen Stellung, um alles dos richtigzustellen, was Herr Schützendorf in ferner Zuschrift an die Press« unrichtig niedergelegt oder verschwiege hat, sondern auch, weil der Fall Schützendorf ein Symptom für «ine immer mehr anwachsende schleichende Krankheit im Opernwesen Berlins darstellt, die zu bekämpfen meine Pflicht in Wahrung be- rechtigrer Interessen der mir anvertrauten Operninstitut« ist. Die Oeffentlichtett soll wissen, wie die Dinge in Wirklichkeit liegen." Ee folgt zunächst«ine Richtigstellung unzutveffender Behausi- tungen, die Verbrettu»g gesunden haben. Der Generalintendänt erklärt in aller Unzweideurigkeit, daß ihm weder von ernem Konflikt mit dem Operndirettor H ö r t h noch mtt dem Generalmusikdirektor Kleiber etwas bekannt sei. Auch könne von einer Kompetenz- strettigtett, betreffend die angeblich erfolgte Urlaubserteilung, keine Rede sein.„Herr Generalmusikdirektor Kleiber", heißt es wörtllch, „hat mtt mir niemals über eine Beurlaubung des Herrn Schützen- darf gesprochen und erklärt zu dem Fall ausdrücklich, daß er Herrn Schützendorf niemals einen Urlaub erteilt hat und auch gar nicht erteilen konnte, da dies sein« Befugnisse überschrill«, worüber er Herrn Schützendarf auch niemals im unklaren gelassen habe." Schützendorf hall« bekanntlich behauptet, ein Recht gehabt zu haben, am 26. Dezember im Theater des Westens auszutreten und dabei von seinem kontraktlichen Urlaub ordnungsgemäß Gebrauch gemacht zu haben. Demgegenüber erklärt der Generalintendant, daß Schützendorf zwar berechtigt gewesen sei, die Roll« in der Operette„Hotel Stadt Lemberg" im Theater des Westens zu singen, daß aber bei der mit der Intendanz getroffenen Urloubsverein- barung von vornherein bestimmte Tage ausgenommen waren, dar- unter im Hinblick auf die Aufführung von„Schwanda, der Dudel- fackpfeifer", in der Schützendorf bekanntlich"eine Hauptrolle inne hat, der zweit« Weihnachtsfeiertag. Diese Erklärung wird durch den Briefwechsel bestätigt, der zwischen der Opern- intendanz und der Direktion Rotier stattgefunden hat. Irgendein Mißverständnis, irgendeine Unklarheit erscheint hier in der Tat völlig ausgeschlossen. Zum Schluß gibt Tietjen folgende grundsätzliche Erklärung: „Wahrend wir in Wahrung berechtigter Interessen für unsere Berliner Opern und ihr Publitmn bei der Lösung der schwierigen Aufgaben sind, das Derhültnis unserer zu internationalen! Ruf gelangten Sänger und Sängerinnen zu Amerika in ein« für alle Beteiligten würdige Form zu bringen, ist uns inzwischen im eigenen Lande und in der eigenen Stadt ein neuer, kaum mindergesährkicher Gegner erwachsen, und zwar in der Setien-Operett«: Ich will mich dabei nicht gegen mein« Kollegen von den Operettenbühnen wenden, die schlechte Geschästsleut« wären, wenn st« nicht versuchten, ihrem Publikum die größte» ihnen erreichbaren Attraktionen zu bieten, fondern ich richte mich gegen da« System der Serien- Operette selbst, die durch den Begriff Serie zu einer ungeheuren Gefahr für die Berliner Oper geworden ist Wem, nun schon di« ersten Operettenkräft» in Berlin unbedingt von der Staatsoper fein müssen, so geht«» nicht mehr an. daß ksi« Macht de» Geldes, denn»ur das ist der ausschlaggebend« Faktor, der hinter dem Begriff Serie steht, unwürdige Verhältnisse schafft, mtt denen ein Ende gemacht werden muß Wenn die Operettenbühnen, wie es die Opernbühnen tun müssen, wechselnden Spielplan führten, so würde auch der menschlich allzu verstönditch« Anreiz fortfallen, Abend für Abend, unter Umständen auf Monat« hinaus, eine vier» stellige Zahl als Austrittshonomr zu ersingen. Die öffentlich-rechtlichen Bühnen können mtt dem Nielsen- einkornmen, das die ersten Kräfte an der Operette beziehe», nicht konkurrieren. u»d ich lehn« in Zukunft diesen Konkurrenzkampf ob Ich will nichts anderes, als firr die Opsrettendühnen und uns klar« JBcihftÜmÜe schaffen. Wenn also Künstler der Slaatsoper glauben. ihre wirtschaftliche Lage nur durch die Operette sicherstellen zu können, so mögen sie das tun. Ich gönne ihnen von Herzen die große Berdiensttnöglichkett, aber sie müssen dann bei uns ausscheiden. denn Oper und Operette machen wir nicht mehr mit, sondern nur noch Oper oder Operette. Es wird dann keine unwürdige« Kam- prvmisf« oder Aergernisse mehr geben." Diese kläre, bestimmte Erklärung greift mtt dankenswerter Entschlossenhett in eines der Probien«, die wir fett langem mtt besorgtem Interesse oerfolgen. Der Vorgang ist in der Tat für die bedenkliche Situation der Berliner Opern in mchr als einem Sinne symptomatisch. Wir werden auf die Sache und auf die Gesamt situcrtion des Opernlebens, die sie beleuchtet, noch zurück- kommen. „Hamlet" mit dem Turban. Da» turkmenische Staatstheater in Baku n>«ist in feinem Spielplan, neben Stücken einheimischer und russischer Autoren, auch Shakespeare»,„Hamlet" aus. Der Regisseur dieser Borstellung scheint etwas von Ießner und Meyerhold gehört zu haben, denn er hat seinen Klassiker aus eigene Weis«„modernisiert". Die Hand- lung ist von Dänemark noch Persien verlegt, die ganze Jnszeme- rung ist in orientalischem Stil gehalten und der Text hat ent- entsprechende Aenderungen erfahren. Nach dem Hamlet im Frack haben wrr also nun auch einen Hamlet mtt Turban. So komisch uns diese Dinge auch anmuten, erweisen solche Transformationen im Grund« doch nur die ewige, allen Zonen und Völkern zugöntt- liche Sprache unserer europäischen Wellklassiker. Oos Publikum wünscht Opern. Ein Preisnmdschreiben des Duisburger Stadttheoters an d«s Theaterpublikum» von Duisburg und Umgebung wegen der z»- künftigen Gestaltung des Spielplans hatte folgendes Ergebnis: 64 Prozent der Einsender bevorzugen die Oper, 22 Prozent das Schaufpi�(darunter wiederum zwei Drittel klassische Stücke) und — ein gänzlich unerwartetes Resultat!— nur 14 Prozent die Operette. Wilhelm Maybach gestorben. Oberbaurat Dr.-Jng. e. h. Wilhelm Maybach. Gründer der Maybach- Wert« und Mitbegründer der Daimler-Motoren-Gesell- jchajt ist im Atter von 84 Jahren nach kurzer schwerer Krankhrt gestorben. Stadlisch« Oper. Wegen einer schwere» Erkrankung Dr. ffurtwänolerÄ milflcn die tür den 6. und lt. Januar 10-0 vorgesehenen �nhengim-Ans sühnmgen auffallen. Zuvu« Sab HZ» aus Einladung der Volksbühne E.B einen Bortrag«- zhklus über da»„Drama w der Ge enwail». Die BortrSge finden am 6., IS., IS und LS Januar seweil» 20 Ubr im Büro« saal de» Ralhauies. Eingang Konigstratze, statt. Einlaßkarten sür jeden Bortrag 0.00 M. Pool(Ca Iss«e»rSswet am d. Januar im Oberlichtiaal ein« ilutflellung von neuen«rbeilen von Edwin Lckmff Die Ausstellung„Ein Jatrdundrr! fianzZflicher Zeichnung' dleibt gleichzeitig geSssnet. VI« I» der dollsdlldae, Tbeoter om Blllowpla». stattfindende Cilvener� Vorstellung von„Die Aslüre Drehsu»' beginn» ausnahmsweise um 6*1, Uhr. ver gute alte Allm! Der schon in dieler Saison fübllarc Mangel r guten stummen Filmen bat die Ktnobefitzcr Europa» vtialilafit. die no. ibnen schon vor einiger Zeit gespiellen Kllme zur Zuüiedenbeit de» Pubtil.-.nie neu oufzusubren. Eine neugegründete Kilmrepiiien-Stesellichau will dir teste« Negative sammeln, neu bearbeite» und der» Filmverieip zuführen Geschichtsbücher in den Schulen. Das Rmgsrt um bort Volksstaat unb um bic Jugciid für ben neuen Staat spiegelt sich in dem Kampf um bas Geschichtsbuch tmber. Am S. Dezember 1919 verbot chaenisch die alten Geschichtsbücher, aber es waren kein« neuen b o. unb man wurstelte weiter, vor allem in ben schweren Zeiten ber Inflation. Der vom Minister Haenisch angeregte Versuch zur Schaffung eines neuen Geschichtsbuches(der„Synoptischen Geschichtstabellen" von Auslänber, Kawerau, Reintjes unb Wuesstng) stieß auf stärkste Ab- lehnung. noch«he das Werk veröffentlicht war. Die von ber Carnegie-Stiftung herausgebrachte„Untersuchung über die Schulbücher" erregte bi< Oessentlichkeit von neuem, bas Urteil über Deutschlanb mürbe auf allen Seiten als ungerecht«mpfunben. Die von b«n entschiedenen Schulreformern veranstaltete Internationale Geschichtstagung im Oktober 1924 siel in den Augenblick, ber geschicht- lich fruchtbar würbe; biefe Tagung brachte auch den 23. Welt- srisbenskongreß noch Berlin, unb die erste Oktoberwoche 1924 zeigte Deutschlanb zum ersten Male nach langer Zeit wieber als ein« kulturell ebenbürtige Macht unter bsn Großmächten ber Erbe. Diese Bewegung erfaßte auch die Kirchen, unb im Jahre 1923 sieht der Stockholmer Kongreß für praktisches Christentum deutsche Mit- arbeiter in leidenschaftlichem Ringen um eine neue Weltgeltung des Vaterlandes. Ein Ausschuß dieses Kongresies zusammen mit dem Weltfreunbfchaftsbunb ber Kirchen nahm sich besonders der Ge- schichtsbucherfrage an, und unter dem Druck der Weltmeinung und der von den beutfchnationalen Kabinettsmitgliedern mit inaugurierten Berstärtbigungspolitik ging es an eine_ Ikeugcftalkung der Geschichtsbücher in Preußen. die auch für alle anberen Länder(außer Bayern) einflußreich wurde. Der Gebrauch der alten Geschichtsbücher wurde endgültig unter- bunden, benutzt werden dürfen nur vom Ministerium genehmigte Bücher, die zunächst nur bis auf weiteres gestattet sind. Als die „Denkschrift über die deutschen Geschichts- und Lesebücher, vor ollem seit 1923"(chenfel 1927) erschienen war, schuf der Minister aus Drängen des Landtags eine Kommission zur Prüfung aller Lehr- bücher, also auch der Geschichtsbücher; noch ist kein Geschichtsbuch endgültig genehmigt. Der Bedeutung und der Verbreitung nach stehen in Preußen unter den Geschichtsbüchern im Vordergrund das K u mst ell er s che(Quelle u. Meyer), dessen Mittelstufe etwa an einem Viertel aller deutschen Schulen«ingeführt ist; das Teub- nersche Unterrichtswerk(Pinnow. Wilmanns, Bonwetfch, Kania. Schnabel), dessen Verbreitung ein« ähnliche ist unb langsam die des vorigen Werkes überholt, und schließlich die Gruppe der katholischen Lehrbücher(Mertens, Stein, zur Bansen). Alle übrigen Geschichtsbücher werden sich mit dem letzten Viertel der deutschen Schulen begnügen müssen. Welche Bücher kommen nun der For- Öerung des neuen Staates. der Erziehung zu selbstäudigem Denken. ernsthast nach? Dieser Gesichtspunkt ist wichsiger als di« Feststellung dieser oder jener Unrichtigkeit oder Unzulänglichkeit in der Dar- stellung. Und so finden sich nach ihrer meihodifchen Anlage drei Gruppe» von Geschichtsbüchern: die Leitfäden alter Art(im Ssile der Neubauer und Brettschneider von früher), als„Arbeitsbücher" frisiert; Bücher lebendig geschriebener, suggestiver Art. die eine bestimmte Auffassung nooellistisch-geschmackvoll zu übertragen versuchen, und endlich wirtliche Arbeitsbücher, die zu eigenem Urteil erziehen. Die ersten beiden Gruppen scheiden unter dem Gesichts- punkt dessen, was für die Zukunft wesentlich ist, völlig aus. Und dieser Forderung dient unter den genannten Büchern eigentlich nur die Oberstufe des Xeubncrfchcn Werkes in ihrer ursprünglichen Fassung. Dazu kommen einige weniger gebrauchte Werke wie die den Synoptischen Gefchichtstobelten nachgebildeten Geschichtstafeln von Peters-Wetzel und die originelle Leistung von Henche(Diester- weg und F. Hirt). Was den Inhalt der Geschichtsbücher betrifft, so liegt hier ein stilles, hartnäckiges Ringen um Wahrhaftigkeit vor, das sich auf Grund eines Programms vollzieht, dos sich heute im wesentlichen alle europäischen Nationen zu eigen gemacht haben. Dies Programm kam auf der Berner Konferenz August 192fi zur Annahme(einer Konferenz, die die Stockholmer Mission fort- führte) und lautet folgendermaßen: 1. Ausmerzung aller nachweislichen Unwahrheiten; eine Un- Wahrheit ist auch das Verschweigen wichtiger, wenn auch für das eigene Volk ungünstiger Tatsachen. 2. Vermeidung doppelter Moral, Anerkennung fremder Leistung. 3. Vermeidung aller generalisierenden Werturteile. 4. Zurückhaltung bei der Bearbeitung des Weltkrieges, zumal in der Schuldsrage. 5. Positive Behandlung der Bölkerbundsrage. $a vollzieht sich in manchen Geschichtsbüchern ein Kampf, der oft Satz für«atz von Auflage zu Auflage geführt worden ist! Dos hat es für Mühe gekostet, die eine Totsache in die Ge- schichlsbüchcr hineinzubringen, daß Erzberger den Wassenstillstand erst aus ausdrückliche Weisung hindenburg» unterschrieb, der da uerlangte, der'Waffenstillstand müsse angenommen werden, selbst wenn sich keine Milderung der überaus horten Bedingungen er- reichen ließe! Und doch ist aus der Legende, Erzberger hätte damals das deutsche Volk verkauft, seine Ermordung hervorgegangen! Diese ttegende lebt noch z. B. in dem Geschichtsbuch„B ö k k e r s ch i ck f a l" (Taube, Gumlich, Steuer bei Diefterweg); Dort gibt ein Rat der Volksbeoustragten(der zu dieser Stunde noch gar nicht funktio- »ierte. es war m Wirklichkeit Max von Baden, der letzte Kanzler des alten Reiches) den Auftrag,«inen Waffenstillstand anzunehmen. um dessenwillen Ludendorfs zurückgetreten ist.(Ludendorffs Rücktritt erfolgte am 26. Oktober; der InHall des Waffenstillstandes wurde am 8./g. November der Delegation bekannt!) Wenn man z. B- beob- achtet, wie K um st eller langsam in manchen Punkten zugelernt hat, wie er neuerhings den Ausdruck„Raubkriege" für die Kriege Ludwigs XIV. meidet, wie er die Erbverträge Preußens jetzt als„B o r w a n d" für die Eroberung Schlesiens bstracht-t, w!« er fetzt Mlgkbt. daß m» We BchMs 1789 gekämpft wurde(früher hieß es:„keinen Widerstand"), wie der höhnische Ton gegenüber der„Grande Nation" abgelegt wurde, wie er die 1926 verschlechterte Fassung über die Märztage 184S in Berlin wieder verbessert hat, wie er den Ton der Mißachtung gegen- über dem allen Reichstag in seiner Stellung zu Bismarck jetzt meidet, wie er die Bedeutung gewisser beliebter Zitate aus der englischen Presse zum Beweis des englischen Kriegswillens jetzt einschränkt, wie er Belgien gegenüber korrekter wird, kurz, wie er in Dutzenden von Fällen sauberer und sachlicher wird— dann ist da» ein hier und allenthalben sich vollziehender Prozeh, der den wachsenden Willen zur Objeksioität bekundet. Demgegenüber bleiben natürlich noch zahllose Wünsche aus sachlicher« Darstellung bestehen; kein Buch meldet die deutsch-österreichische Militär» konoention von 1909 in ihrer das deutsch-österreichische Bündnis umstürzenden Bedeutung, kein Buch spricht von der schweren Mitschuld Deutschlands am Krieg«— nur das bekannte katholische Buch von zur Bonsen gebraucht gelegentlich den Ausdruck„Mitschuld", andere stellen wenigstens den Tatbestand einer solchen Mitschuld fest, 3n Sachen des Völkerbunde» hat sich eine große wand- lung vollzogen, die srüheren, fast allgemein gehässigen Bemerkungen weichen einer sachlichen, ja sympathischen Stellungnahme(so z. B. bei Stich und Schnabel). So Hot die wachsende internationale Fichlungnahme seit 1924 zu einer verständnisvolleren Einstellung in den Geschichts- büchern geführt, so hat die im Westen Deuffchlands liegende und nach dem Westen Europas zielende Führung der deutschen Kultur und der deutschen Politik«inen entsprechenden Ausdruck in den deutschen Geschichtsbüchern gefunden. Das äußert sich aus innen- politischem Gebiete in den Versuchen unserer Geschichtsbücher, dem Wirken der Sozialdemokratie, des liberalen Bürger- tuws und des Zentrums gerechter zu werden. Das äußert sich schließlich ober auch negativ in einer völlig unzulänglichen BeHand- lung der Ostfragen; das Problem Polen wird eigenllich nur in dem Teuberschen Werk einigermaßen zu meistern versucht(Bon- wetsch), dem neuen Rußland gegenüber ist ein all- gemeines Versagen zu beobachten. Die außen- und innenpolitische Entwicklung hat also von neuem unserem Schulwesen ihren Stempel aufgedrückt; der großen Er- regung der Reoolunons- und Inflationsjahre ist eine Konsolidierung gefolgl, die sich in der größeren Stesigkeit unseres Schullebens, m der Gestaltung des Unterrichts und der Lernmittel ausdrückt. Gegenüber der einseisigen Politisierung vor 1918 zu Ehren der Hohen. .zollern und des neudautschen Imperialismus ist eine vielseitigere und gerechtere Stellungnahme in der Gegenwart zu beobachten. Rur iu dem Maße, in dem das deutsche Volk sich untereinander achten und verstehen lernt, nur in dem Maße, in dem da» deutsche Volk zu einer wahrhaften VerstäodigungspoUlik unter den Völkern heranwächst, nnr ln diesem Maß« werden Unter. richt und Erziehung Fehler und Einseitigkeiten, linwohrhoflig. keilen und Mißverständmss« ablegen. Sieglrieck X�wereu. SUU Karten Am 1 W«thnachtefn«rtag verstarb untere lieb« Tante. Schwester unb Schwilaerw, bte verwitwete Frau Stadtrat Lopkis Hintze geb. Ldffier im fast vollendeten 7S. Lebensjahre. Berliu-ZtieberlchSnbaufen, 28. Dez. 29. Biamarckstr. 7. Im Samen aller Hinterbliebenen. Lacte Moser, geb. Kröger Die EinSfchernng findet am Freitag, dem 8. Januar 1930, 17 Uhr, im Zirema- turtum Serichtstratze statt. A.,-»■■■ A|. ? heulet, LidtispUle usw. | Thea.ler. Lt - JIJ-t.LJN.UL_ Renaissance-Theater Heute 7 Ubr PARISER LEBEN Operette von Offenbach. Regie: Cusla« Härtung. Musikalische Leitung; Theo.Mackeben. -- Stetimlali C 1. 0801 u. 2583/14.— Theater i. d. Behrenstr. 53-54 «'/. Uhr ... Vater sein, dagegen sehr »W Direktion Dr. Martin Zlckal WWW Komische Oper tneancdeti.NK Merkur 1401 4330. WiaaeierOffnuag nach«olliUna. Umbau Tägtich SVr Uhr Uraufführung Hulla di Bulla Schwank von Arnold and Bach mit Guido Thlelsc ver, frttr Schuir. Helnr. Schrstb, Eunaa Burg, Hilde Hildabrand, Margot Walter, Barriaon. Fllak. Böhmer. Wennk Ss a- und Faiar ags nachm. a Uhr: Frais ohne Ktissl Winrer ★ Garten* 8 um- lenu. 2810» llaomen ariaam 16 Original Lawranca Tiller-Girls und weitere Varietd- Neuheiten Reichshallen•Theater Heule abend 0 Ubr Gr.Silvester.Ulk'Vorsteiluog der stefflner-sanger 1.1.30: naehm Q]«ml Mails(7) Das qroüe Proqramm Dönhoff-Brottl: Baak fir itte tnilimrtle ladubillo- _ SUmtrrfrlrr._ Lothringer Strohe 37. Der neue Schlagerl Famme Hannemann und eis criiU. hnntea Programm Für unsere Leser; lutsch ein für 1—4 Personen . Fauteuil nur 1.2S Sessel 1.75 M-, Lustspielhaus Fnodncfastr. 236. Bergmaon 2922/25. Taglich SVi Uhr .. Wlestf«snlRes«!" Luatspiel von Ladislaus Fodor Utho Hasek, Nora Qrejor, Paul Heidemann. Berissb, Hartha H. Howas, eondi, Storm, Plate». Baekmaon. Fueh» Varuerkaul In bilden Häusern ab 10 Uhr ununterbrochen. ROSE -THEATER"«ÄW" Teleph.: Alexander 342? u. 3494 Täglich 8» Uhr: Sonntags 5-15 und 9 Uhr Die czardasiorstin Grale Operette von Emmerrii Ubpo. 31. Dezember(Siluester) msoaimmiu lilmg UO Üb Sonnabend, d. 4. Januar, 8 Uhr Frau Holle Sonntag, d. 5. Januar, 2/30 Uhr „Max und Moritz" und der Weihnachtsmann Vorverkauf für hie nächsten 8 Tage täglich von 11— 1 Uhr vorm. und von 4—9 Uhr abends. ResHuirant SlädLFluBbad Lidileo&erg. o.?fÄ.u GroBerSUvesterhall Humor. Jubel. Trubel. SHmmuog TUL t ftntelL 5»I t'A tflr ■aturaua 8S» Preise 1* EIL Wodientp.rSlLMPL-]!!. Heute letzter Tag;: PL Aza Tigi. 5 u. Sis Ut. 2. 9 B 8" Alex. 8066 INTERNAT. VARIETE Morgen Premiere 3 Vorstellungen 3, S und SU GROSSES SCHAUSPIELHAUS 8 Uttel Silveeter Beginn 7 Uhr 3 Musketiere Regie; ERIK CHARELL 3 Saanttu nadun. upek. Utbo Pr. Der Triumph des Pferdes! Das Prograntm voDdeni Berlinspiicht! nenm«bags« jnr. Neujahrstag ■achm. 3 Uhr halbe Preise fOr Kinder bis zu 12 Jahren vomrkauf: A. Wertheim und Circuskaste Tai: GE»II| Frankfurter Allee 313-314 i*4 mit Harry licdfke Auf der Bühne Varielischau 1. Die Lindgrecn-Brüllteai Roll- schuhakt 2. Selbe, der eigenartige Fang- Künsller 3. Henny Garden» der greBe Trapezakt a. d. Wintergarten Jugendliche haben Zutritt! iJRtdbjctrd&u'v Das leistungsfähige Spezialgeschäft für Stoffe— Ausete-aerarttkel— Sefden beginnt mit dem nventur- Ausverkauf am Montag, den 6. Januar. Ab 4. Januar sind die Fanstar und der Ausstellungsraum RelDiGiMortersir.33/3ii zu besichtigen. Volks bühne routsraioBIloviilttz 6-. Uhr Amre oreyfus Schauspiel von H. J. Rehiisch und W. Herzog Regie:" H. D. Renter. Planetannm am Zoo— VtrSig. Jadnmtbain Smli B.5 Barbarossa SS78 16'.'« Uhr Ol« Winlar- sternbllder 18V« Uhr Der Stern der Weisen. 20V« Uhr Dar Plana» Jupiter. Eintritt 1 Mark. Kinder SO PL Mittwochs halbe Kassehpreise. Bantowsky- Bohnen Thuter in du gOnijgräUer»trade Täglich 8"> Uhr Diu erste mrs. seiby mit FrltzJ Msssary Komödienhaus Täcllch 8V« Uhr Oer Logner undd.enonne mit tart satt Direktion Jr. Robert Klei» Deutsches Künstler-Theal. Barbarossa 3937 7 Uhr „Eins. zwei, dre." Regie: Gustav Härtung. ftitervirtgigiteii; soupsr von FranzMolnar it«lt: Hein Hilpert Berliner Hieater Dönhoff 170 lUhr EndelOUhr Letzte Agfffihnrad Resarvlert lilr Harro Basion. Ab morgen tägl. la Uhr «euaamei iwisäieiupiei Operettentians Alte Jabobstr..0/32 (Zentral- Theater) Täglich«>«. Uhr Heute Silvester?>? Der Seidel der msrie Uuxiav Männer, »ora Urach, Erich Jorcfaarr, der König des Jazz. Neujahr 5 Uhr Prluderike Dentsmes TDealer 0.1. Norden 12310 Tägl. m Uhr Heute Silvester 7U Der Kaiser v.Amerika von Bernard Shaw Reg.:Ma\ Reinhardt Kammerspiele D.i. Norden 12310 Täglich 8V« Uhr Heute Silvester 7 U- 06sir 6 Komödie von Sascha Gultry. Regie; Leo Mittler. Die Komödie 1 1 Bismck.2414/7516 Täglich 8-/, Uhr Heute Silves er 7 U. Zum 50. Male Tom Teufel geholt von Knut Hamsun Regie Max Reinhardt. Lastspiemaos Friedrlchstr. 236 Bergmann 2622 Silvester«sth Uhr Wiegenlied Lustspiel von Ladislaus Fodor nerkur 2391 1. glich sv« Uht Heute Silvester T>6 Sie vervelgen die Aassage Elisabeth Strickrodt Kort Etalc. Rasideaz-Thutar Kgst.228 BlumensLh Täglich S'U Uhr Heute Silvester 7 ü. Msst.mitMiisü u.Tm. Rundfunkhörer halhl Preise. Neujahr 5 Uhr Prl«d«rlke Netropel-Tii. 8V. Uhr Silvester 7>Jk Ubr Das Land des Llefaelns Vera Sdivarz, Richard Tauber Musik von Franz Lehär Kleines Theal. Merkur 1624 Täglich SVi Uhr Heute Silvester 7Vs Mai Adalbert in Das Parfam meiner Frau Lustsp v. Leo Lenz Mit'": an ZEIGEN tn der CcsRmtauflftt« des»Vorwart»" sind besonder» vuksaar «ad schrbtniit! AM BAHNHOF FglEOeiCHSTO 6* IM ALLEN PAUHEU OPSILVESTEPFEIEP CLAIRE WALDOFF HELLM. KRUGER, WILLY ROSEN| EMERICH GONDÖR g H.EWEPS*ROLF HERBIG tm WtlTEDESATTDMCTIONEH KEINE EWÖHTENPQEISE w anbekaaRttr flow wie seit M Jahres Seher opfel la 76 . 26« 0- -______ vr.aeti«; arm I nene«uiir»aia«» � A wßjf i neuer U r-Rino* 10 Blä. WW l neuer Uhr-SchiSstm 5 Vis- Meaae«Jimr«» iu grBOL«Ulm, genau reguliert. E. Plöbls 14 Kolltgiser Stnit 14 WOG(Nähe Kottbusser Tor) Berliner Ilül-Tf 10 Maukölln«E Lahastr 7* TS 1 m.iii Kapitän- Kautabak schmeckt mir doeb am besieg! AtfkUmfuniftift'ffiQ Von C. Gcllerl, Vorsitzenden des Arbeiter«Toni' und Sportbundes. An der Schwelle des neuen Zahn?» stehend, blicken wir zurück. um aus der hinler un» liegenden Zeil zu lernen und Schliistr zu ziehen für die kommenden Arbellcn. Die Warle„B u n d e s s c st Dürnberg" stehen mit ehernen cellern eingeschrieben in der Geschichte der Arbcileisportbewegung und auch in der Geschichte der allgemeinen Arbeiterbewegung. Zlürnberg gilt als eine gelungene Tal, als ein Wurf von gröhtcr Ledeutuug. Hindernisse aus Hindernisse lürmien sich aus und gestallelen die Durchführung außerordentlich schwierig. Die wirlschafilichen Verhältnisse hatten aus die Besucher- zahl einen sehr starken Einfluß, aber lroh aller Riißhelligkcilen gelang die Tat, so sie wurde zu einem persönlichen Erlebais. sie wurde darüber hinaus zu einer Steigerung des vewuhtsein» der Vrganisationstrafl. Da» Verbvndensein aller Icstteilnehmer, besonders mit den Genossen des Auslandes, die gemeinsame Teil- natime an der Gestaltung des Feste» ließ das Fest einen hohen rlhischen wert erlangen. Und darüber hinaus kam dos ver- bundrnsein mit der Arbeiterschaft allgemein in diesen lagen Herr. tich zum Aurdruck, so daß es kein Zufall war, al«. ganz außer drm Rahmen des Programm, liegend, die Schlußkundgcbung noch drm Treuschwur mik dem Lied endete„Aus Sozialisten schliesjt die Reihen— mit uns das Volk, mit uns der Steg." wo» im Stadion zu Nürnberg als ein hunderttausendfaches Gelöbnis in olle well drang, war mehr als ein bloße» Lippen- betrnnlais, es war der Treucschivur derer, die sich freiwillig ein- ordnen in den Rahmen der Gemeinschaft sozialistisch denkender und fühlender Arbeiter, die sich eins wissen mit der kämpsenden Arbeiter- schaft. Aber es war auch eine Viasie, die eins war in dem Bewußtsein. daß die Einheit der Bewegung nur gegeben sein tonn unter der Achtung der eigenen Gesehe und unter planvoller Einreihung in die Gesamtorganlsalion. Zusammenschluß in der Organisation muß in sich enthalten das seelische Verbunden- sc-n mit den Zdeen der Bewegung, muß sich osseoboren in der e.-oeoieiligen Treue und gegenseitigen Achtung, wenn die herrlichen Tage von Rürnberg und der innere Gesundungsprozeß der Arleilersportbeweaung der deutschen Arbeiterschasl milgeholsen haben, die Achtung vor den selbst gegebenen Gesehen und die Treue zur Bewegung zu stärken, dann war die Arbeit in dem verflossenen Zahr nicht vergebens. Vom neuen Zahrc wünschen wir, daß auch die sozialistisch cinoestelltc Arbeiterschaft ihre Verbundenheil mit der Arbeitersport. bewegung erneut und nachhaltig znm Ausdruck bringt, daß unser« Arbeitsbrüder in der Partei und in den Gewerkschaften erkennen, daß sie zu uns gehören. Erst dann wird es möglich sein, aus dem Wege des Sozialismus ein weitere» Stück vorwärts zu kommen, wir wissen, da» Jahr lOZO wird schwere politische und wiitschaslliche Käwpsc bringen. Auch die Arbeitcrsporibewegung wird ringen um Klarstellung ihrer Ziele: ober alle diese kämpfe werden dazu führen, daß die deutsche Arbeiterschaft mehr und mehr erstarkt, um in der deutschen Republik dem Sozialismus zum Siege z-.- verHelsen. Wir grüßen das Zahr l9Zll mit herzlichem Frei kzeil! Was krin�i der Sport 1930? Man soll die Feste bekanntlich feiern, wie sie fallen. Das ist leicht gesagt, aber beim Sport nur selten durchzuführen. Die Gründung von Sportorganisationen und-oereinen erfolgt zumeist im Winterhalbjahr, um für den kommenden Sommer den Sport- l'.lricb bereits flott im Gang zu haben. Aber die aus diesem Anlaß : cranstalteten Feiern werden fast durchweg in den Sommer ver- leot, da die Hallensportfeste dock) immer nur ein Notbehelf sind. Auch die sonstigen Sportveranstaltungen drängen sich auf die kurze Sommerszeit zusammen. Dazu kommt d-e starke Spielbewcgung. die alle verfügbaren Sonntag« besetzt. Di« Terminnot ist zu einer Dauererscheinung gewordan, trotzdem von den lestendsn Funkrionären stark gebremst wird. Soweit die größeren Beronstoltungen bereits fkstoelegt find, soll im nachfolgenden ein kurzer UeberWick gegeben werden. Die Mnterspartsefle und Schiläuse, haben bereits begonnen. Die„Naturfreunde� waren über die Feiertage eifrig bei' der Arbeit. Vom Arbeitcr-Turn- und Sport- biind hat der Z. Kreis fein Wintersportfest am 19. Januar im Fraucnwald, der 7. Kreis am 18. und 19. Januar in Warmen- steinach, der 9. Kreis am 2Z. und 26. Januar im Taunus, der 14. Kreis am 2. Februar in Langenbiclau. der l6. Kreis am 26. Januar in Sarau, und der Aussiger Verband begeht sein Bundeswinterfportfest am 11. und 12. Februar. Die Znkernattonale des Arbeitersports hat verschieden« Lundes- seste aus ihrem Programm, bei denen eine deutsche Vertretung er- wartet wird. Den Reigen eröffnet die Schweiz am 28. und 29. Juni. dann folgt Aussig am 6. Juli, Riga am 39. Juli bis 3. August, Belgien am 14. bis 17. August.— Das turnsportlich«» Programm des 1. Kreises (Verlin-Vrandenburgi zeigt folgendes Bild? 19. Januar?.Hallen- fponfest im Sportpalast: 9. Februar: Frouenwerbefesi der FTGB. in der Zentralturnhallc Prinzenstroß«: 23. Februar? Einzel- wetturnen in Schöncberg, Rätherstraße: 30. März: Kreiswaldstuif im Volkspark Rehberg«: 13. April? Straßenlauf Eichwalde— Schenk«ndors: 4. Mai: Straßenlauf Quer durch Moabit: 18. Mai: Anturnen: l. Juni: Frühjahrssportfest des Athlelik-Sport-Clubs: 22. Juni: Reichs-Arbeitersporttag im Station Grunewald: 6. Juli: 3.Z>Jahr-Feier und kreisoffenes Sportfest in Witienbcrge-, 27. Juli: Bundeeosfenes Sportfest der Turnerschaft Brandenburg: 17. August: 39.Jahr-Feier mit kroisoffenem Sportfest in Eberswalde: 24. August: Krmfrauensportfest: 7. September? Vereinsmchrkampf der Männer, Frauen und Jugend: 14.««ptember: Abwrn««: 26. Oktober? Wold- läufe in den Gruppen oder Bezirken: 19. November: Krciswaldlanf. Beim Handballspiel beginnt am 2. Februar die neue Frühjahrsjerie. Als Neuerung wird im 1. Kreis ein« erste Klaff« eingeführt, zu der die zwei besten Mannschaften der vier Bezirke gehören. Die erste Klasse trägt in einer Runde den Kreismcister aus. Die übrigen Spiele lverden in den Bezirken bis zur Bezirrsineisterschaft ausgetragen. Die Bezirksmeister der vier Bezirke rücken dann autornötisch in die erste Klaffe auf, so daß zum Herbst m.t dem Beginn der neuen Serie zwölf Mannschaften zur ersten Klage gehören. Die Ausschcidungs- spiele um die Lundesmeisterschafl finden vom 17. August bis 14. Sep- tember statt: die Entscheidung fällt am 28. September. Außerdem finden folgende Länderspiele statt: Deutschland— Oesterreich am 25. Mai in Magdeburg: Deutschland— Belgien am 29. Inn! in Hamburg: Deuts chland— Sch we i z am 29. Juli in Sinitgart. Für den Fußball beginnt mit den: neuen Jahr« die Ausjcheidungsrund« für die Kreisklasfo. Die Verein« spielen ab 1939 innerhalb ihrer Bezirke. Die Jugend beginnt ihre neue Spielserie mit 22 Mannschaften. Don den 197 FußbaUbezirken des Bundes find die Spiel» um die Vezirlsmeisterschast noch nicht überall zum Abschluß gekommen. Nach Erledigung dieser Spiele finden die Wertkämpfe um die 17 Kreismeister statt: diese spielen dann die owr Lerbondsnaeister ,15.1» tfndipiiii geb,„NM...die..Bimhesmeilttncksjü!..-Der..?oor. jährige Lundesmeister„Jorboer�-Hamburg ist benzits bei der Bezirksmeisterschaft abgehängt worden. Auch sonst hat fich ein« wesentliche Verschiebung der Kräfteverhältnisse ergeben.— Der Wassersport trägt seine Wasserball-Vundesmeislerschust am 9. und 19. August aus. Die Rüderregatra ist ooraussichllich wieder Ende Juni oder Anfang' Juli. Der 6. Kreis hat für den 29. Juli eine Regatta in Gelsenkirchen jestgcsetzt. 1930 ist auch wieder da« Hahr der Tagungen. DU Bezirkstage im 1. Kreis finden am 2. und 9. Februar, der Kreistag am 6. April stati. Der Bundestag des Arbeiter-Turn- und Sportbundes wird vom 31. Mai bis 3. Juni in Köln ab- gehaller». Einleitend werden die Sparten ihre Tagungen abholten. Die Kölner Tagung wird mll Befriedigung die jetzige gesunde Ent- wicklung des Bundes feststellen können, die vorwärts und aufwärts führt zu neuen Erfolgen.?. Lt. -ARBEITER. WSSBALL Resultate vom 19. November. Regen und grundlose Plätze machten am Sonntag sin Spielen aus den Fußballseldcn, fast unmöglich. Deshalb fielen die meisten Spiele aus. Oberspree und Weißensee ließen es sich oder trotzdem nick t nehincn, zuin fälligen Ausscheidungsspiel anzutreten. Das er- -iell» Resullat entspricht zwar dem Svielvcrlauf, aber nicht der Spiclsrärkr beider Mannschaften. Die ersten vier Tor« sielen bereit» in den ersten zwanzig Minuten. Schon nach zehn Minuten konnten ?!« Weißensecr d«n ersten Tresser buchen, dem sie zwei Minuten mater durch»inen langen Schuß den zweiten folgen ließen. Oder- ipree dadurch nicht«irtmutigt. griff weiter an. Der Erfolg blieb auch nicht aus. In der fünfzehnten Minute kam dos erste Tor und vier Minutsa spät-r der Ausgleich. Co blieb es bis zur Pause. Roch dem Wiedcranpsifs spicUen beide Mannschaften auf Sieg. Hier zriate sich auch die Unfähigkeit des Schiedsrichters. Die Spiel- nminiaung im 1. Kreis sollte co fick angelogen sein lasten, gerade zu deranigen Spielen gut- Schiedsrichter zu stellen. In der 55. MI- nute a.lana«» den Wciß-ns-ern. den dritten und damit den Sieg»s- ticffcr zu erzielen. Damit ist für Meißens«« der Weg zur Kreis- laste srel.— Die zwelt-n Mannschaften trennten sich mit dem Resultat von 3? l sür Oberspre«.— Lichtenderg II 2 gegen Eichs- Köpenick 2 4 l._ Radsportliches Allerlei. jp.-rriyr Sorpall und Paul Krewer. die am Sonmag ou?f der Balm in Marseille starteten, vermochten sich hier nicht durch- zusetzen. Ihr« Gegner Paillard und Grassin fuhren groß. Well- meister Paillard gewann all- drei Läufe, und zwar fcn IS-KUo- rneterJJauf aar Graf sin, Sawall und Krewer, den Z9-K!ll>meter-Oa-?f vor Gattoä und Krewer, und endlich den 49'Kilometer>Lauf vor Grafsin, Seiwall und Krewer.— Bei der Peranstavung der Pariser Winterbahn„Frankreich— Italien" schnitten die»ud- länder noch schlechter ad als letzthin die deutschen Fahrer und wurden in allen drei Wettbewerben geschlagen. In der Halle.Münster- lani" gewannen die jungen Beug— Resiger ein DreTstunötnreniwi, das recht sagdenreich verlies und mit acht Mannschaften besetzt ipar. Di« Lrcslauer bedeckten 123,849 Kilometer und sammelten 67 Punkte. Prosit Ncufahr} 2. Krüger— Funde 50 P.: 3. Frankenslein— Gabel 44 P.: 4, Zuom- Damm 29 P.i 5. Joksch— Stübecke 10 P. Eine Runde zurück: 6. Steeger— Bernhardt 21 P.; 7. K ras che l— Maczimski 8 P. Drei Rutstwn zurück? 8. Ehmer— Niermann. Kanadier und Schweden. Eishockey-Sonderklosse im Sportpalast. Der Sportpalast beginm das neue Jahr mit E i s h o ck e i> Grohkämpfeii, wie sie bedeutender noch nicht in Berlin gc- sehen wurden. Obwohl die Eishockeyweltmeisterschaft erst Ende Januar in Chomonix zum Austrag kommt, so fällt doch die Em- scheidung bereite am 2. und 3. Januar in Berlin. Die Schweden, die zur Wcllmeifterschaft nicht gemeldet habe», suchten eine Begegnung mit den K a n a d i c r n. Da die Wilcruugsverhältiiisie diesen Kampf zwischen den Kanadiern und Schwede» in Stockholm nicht zuließen, hat der Eishockey-Europameistcr die sicheren Well- meisterschastsanwärter, die Kanadier, zu einem Kampf im Berliner Sportpalast herausgefordert. Die Gäste aus Torronto, die sich inzwischen an das kontinrn- tal« Klima gewähnt haben, werden hier ihre eigentliche Feuer- probe zu bestehen haben: denn sie haben in den Schweden, die mit der kompletten Nationalmanistchast zur Slells jein werden, ihren schwersten Gegner vor sich. Hier werden wir also van den Kanadier!! eine Leiswng erwarten können, die alles bisherige in Pen Schotten stellt. Die Schweden haben bereits die Zusammenstellung ihrer Mannschaft gemeldet. Dos Tor ist wieder Sucksdaris nvertremi, in der Verteidigung stehen der massive und robuste Adrahainssou und Lindgrecn. Im Sturm ist diesmal Burma»!?, der schwedische „Kanadier", wolst der gefährlichste Mann. In Johannson und Petersson hat er die entsprechenden Rebevipiclcr. Genau ia stark sollte aber auch das Auswechseltrio Linde, Oeberg und Rundkoisl sein. Die Kämpfe finden Doimersiag»nd Freitag(Rückspiel), 29.15 Uhr, stall. Iuhiläum im Arbeitersport. Im Berliner Osten, rund um den Friedrichshain, feiern die bundeotreucn Turner und Sportler am 2. Januar ihr zehn- I ähriges Bestehen. Im Jahre 1919 waren die sszialdemo- kratischcn Mitglieder im damaligen Bundcsvercin„Fichte' rechtlos, sie wurden für unfähig erklärt, Aemtrr in> Verein zu bekleiden. Sa entstand im Slpril 1919 die„Freie Turnerschatt Berlin" inst einer Männerabteilunq im Süden Berlins, die den Reckst lost» eine Turn- Möglichkeit biet«» sollt«. Kurz daraus wurde auch eine Männer- abteilung im Norden Berlin» sowie Abteilungen für Frauen, Jugendlich« und Kinder eröffnet. Di« Berliner Arbeüerschast unter- stützte den jungen Berein sehr lebhaft, so daß Ansang 1920 bereits der 3. Turnbezirk, diesmal im Berliner Osten, begründet werden k anrste. Innerhalb eines Jahres entstanden nußer der Männer abteilung Frauen-, Jugend- und Kindenibleilunge». Der Bezirk Osten hat sich in turnerischer und sportlicher Hinsicht «ine führend« Stellung im Berliner Arbeitersport erworben, seine Mitgliederzohl beträgt zur Zeit rund 599. Für Interessemen geben wir die nachfolgenden Ucbungszeilen bekannt: Turnhalle Straßmannstr. 6: Männer: Dienstag und Freitag 29— 22 Uhr, Knaben: 18— 29 Uhr. Iungmädchen: Montag und Donnerstag 29— 22 Uhr.— Turnhalle Rigaer Straße 8? Mädcheii Montag und Donnerstag 18— 20 Uhr, Frauen über 26 Jahre: Montag. 20—22 Uhr.— Tunchiolle Friedenftr. 31:? Mrimrtlche Jugend? Svmeerstag 29—22 Uhr.— Turnhalle Eckertstr. 16: Männer liberal Jahre? Freitag 29—22 Uhr. Gäste willkommen. Kleine Boxerei. Leim polizeiboxen Wien— Berlin ain 8. Januar im Saackwu Friedrichshain kommt die bewährte Kampfmanm'chti't der Wiener. bestehend aus Anderschil;, Zehetmeycr, Neudauer, Rantei und Magyar, denen sich die Berliner Polizisten Michaelis, Wintgen, Gaitowski, Poutz und Thorei zum Kampf stellen werde». Der sür Mltte Januar im Berliner Zirkus Busch geplante Boxkampf um die Halb s ch w e r g e w i ch t s m e i st r r s cha s« zwischen Ernst Pistulla und Helmuth Hartkopp ist nunmehr end- gültig auf den 14. Februar anberaumt worden. Als Ersatzleute kommen Häufer(Koblenz) und Koska(Gleiwitz) tu Frage. Am 3. Januar steigt der nächste Boxabend des Ständigen Still ges in den Berliner Spichernsälen. Drei Kämpfe der obersten Gewichtsklassen oerzeichnet das Prvgranmi: das Halbschwergewichts treffen zwischen Heefer(Koblenz) und Hölzl(Hamm), dazu die Schwer gewichte Paarungen H. Swart(Wilhelmshaven) gegen Uffel mann(Barmen) und Bischofs(Dortmund) gegen K.Walter(Berlin, 3m Leichtgewicht kämpfen Herbert Ulrich(Hamburg) und Daniel Schink(Köln) sowie die Berliner Weltergewichte Willi Bolz und Baguhn. Zum ArbeiteT>Hallcnsporttcsti Die Bereine des ersten Kreises in Groß-Berliu fordern«b Donnerstag, 2. Januar, bis zum 9. Januar die Emiriltskarten im Borverkauf ab 19 Uhr bei Max Schulz, Berlin NW., Bremerstraße 64(Telephon Hansa 8562) an. Da st» Vorverkauf We Preise bedeutend ermäßigt sind und die Möglichkeit besteh!, daß die Verems «mgehörigen zufammensitzen können, ist die Beichafiimg der starten im Borverkauf gu empfehlen. »«Ii» C. Vht Tegel. Seilt«?!'nstog. 10 Uhr, IttktCAtS greif Sitoetlerfe Ittfet« q Mr alle■Wrtilnnflmi l. Januar. Lest den r. ARB E ITE R F U N K «rntitVon•*%** t AMmtntm asoto wünt oevrscwjume«.v. oa�b�t�de�j�rkt�tige�bastle�un�hoäeä »mteeheft kostanles dar tzsiauart' ••rtfn 924. Or««928/29 in Berlin und Brandenburg auf rund 256 540 Personen belief. Jetzt aber, wo der Arbeitsmarkt von den Frosteinflüssen noch so gut wie gar nicht bctrofsen wurde, ist die Z a h l d c r Arbeitsuchenden mit 380 600 Personen bereits bedenklich nahe an den Höchststand der Arbeitslosigkeit im vergangenen harten Winter herangekoinmen. Das gleiche gilt für die lintcrstlltzuiigsempsänger, die mit mehr als 248 000 Personen nur »och durch eine Differenz von 8500 Unterstützten von dem Höchststand im letzten Winter entfernt sind. Am bösesten sehen die Dinge in Groß-Berlin selbst aus, wo in der legten Berichtswoche vom 21. Dezember bereits mehr als 144 000 Haupt- und Krisenunter- stützte gezählt wurden, also der Rekordstand der unterstützten Arbeitslosen vom Februar 1929 schon f a st erreicht ist. Im einzelnen wird gemeldet, daß die Landwirtschast in der letzten Woche, wenn auch in geringerem Umfange, weiter« Ent- lassungen vornahm. Unberührt von der allgemeinen schlechten Lage des 21rbeitsmarktes liegt der Braunkohlenbergbau, der durchweg weiter voll« Befchöftigung melden konnte. In der Industrie der Steine und Erden sowie in den Ziegeleien setzten sich infolge der weiteren Einschränkung der Bautätigkeit die Entlassung«» fort. Luch die Metallindustrie hatte, abgesehen von. den satsonmäßig bedington Rückschlägen, ziemlich erhebliche Entlassungen zu verzeichnen. In fast allen Zweigen dieser Industrie haben sich die Arbeüsmöglichteiten verringert. Im Spinnstosfgewerbe ist gleichfalls eine ständig steigende Zahl von Arbeitslosen festzustellen, obwohl die Bcrmittlnngstätig- keit sich günstiger als in den Vorwochen entwickelte. Im Beklei- dungsgcwcrbe und in der Möbelindustrie konnte nicht einmal da» Weihnachstgeschäft eine wesentliche Entlastung mit stch bringen, vielmehr schritt auch hier die Mehrzahl der Betriebe zu weiteren Eni- lassungen. 27-1330 Arbeitsuchende in Berlin. Davon 165 692 llnterstuhte. 3n Berlin werden gegenwärtig, nach einer Mitteilung des zuständigen candesarbettsamles ISS 692 unkerstühke Arbeitslose ge- zählt, von denen 144 015 Unterstützung in der Arbeitslosen- Versicherung und 24 S77 in der S r i s e n s u r s o r g e erhallen. Die Gesamtzahl der arbeitsuchenden Personen in Berlin, in der Äadt. in der nicht mehr gebaut werden kann, beträgt 271 330. Tagung der Aeamten-Iniernationale. Am 7. und 5. Februar im Haag. Haag, 31. Dezember.(Eigenbericht) Im Haag tritt wahrend der Tagung der Regierungskpnserenz außer der Abrüstungskommissiou der Arbeiterioteryaklouale am 7. und 8. Februar auch das Bureau der Beamteninternatiouale zu- sammen. Die Tagesordnung dieser Sitzung sieht Besprechungen vor über die Berichte des Internationalen Arbeitsamtes in Genf bezüglich der Arbeitszeit der europäischen Beamten. d.'s Schwaugerschafts- Urlaubs für verheiratete Beamtinnen in Frankreich, Belgien, Deutschland, England, Italien, Holland, Polen, der Schweiz, Süd- slawien und der Tschechoslowakei. Lohnkampf im nordwestböhmifchen Bergbau Keiue Einigkeit unter den Verbänden. Brüx. 31. Dezember. Die Revierkonferenz der Bergarbeiteroerbände hat nach ein- gehender Kritik des neuen Lohnvertroges für das nordwAtböhmischc Bergbougebiet, der als nicht völlig befriedigendes Kompromiß be- zeichnet wurde, die Unterhändler zum Abschluß des Dsrlrogcs er- mächtigt. Die kommunfftischen Bergarbeiter hoben zu dem neuen Vertrag bisher noch nicht Stellung genommen. Der Deutsch-Sozia» listische Bergarbeiterverband, der zu den letzten Ben- Handlungen über den neuen Lohnvertrag nicht zugelassen wurde, hat erklärt, daß er diesem in keiner Weife befriedigenden Lohnabkommen nicht zustimmen könne und stch freie Hand vor- behalte. Das 1000. MER.-Bureau. Am 2. Januar 1930 wird im Warenhaus Wertheim, Königstroße, ein Reiseburcau eröffnet, das die 1000. Aus- g n b e st e l l e des Mitteleuropäischen Rcisebureaus(MER.) sein wird. Da über die Linden hinaus in östlicher Richtung bisher kein Reifcbureau besteht, bedeutet die Eröffnung dieses ersten Reise- bureous oni Alexanderplatz die Erschließung eines nenen Stadtteils für den Reisebureauverkehr. Die 1000. MER.-Bertretung wird noch den modernsten Grundsätzen eingerichtet werden: Das Reisebureou erholt u. o. eine Fahrkartendruckmaschine und wird Fahrtausweise für alle Verkehrsmittel, auch Sonntagsrückfahrkarten, zu den amtlichen Fahrpreisen abgeben. Es ist zu erwarten, daß dos neue Reisebureou von dem im Zentrum, im Osten und Nordosten wohnenden Publikurü stark in Anspruch genommen werden wird, zumol die Amtliche Auskunftsstelle im Bahnhof Alexanderplatz vor einiger Zeit aufgelöst worden ist. Feuerwehr rettet Kleinlustschiff. Das Kleinluftschiss D. P N. 28, das feit einiger Zeit in Staaken in der dortigen Luftschisshalle liegt, ist am Montag- nachmittag, als es zu einer Fahrt starten wollte, durch f ine Plötz. Ii ch«in setzende Bö zur Erde niedergedrückt und dabei an einem�Seitensteucr leicht beschädigt worden. Infolge des starken Windes war es der kleinen Besatzung des Luftschiffes nicht mehr möglich, das Fahrzeug wieder in die Halle zu bringen. Um zu verhindern, daß das Kleinluftsthisf etwa gegen das Tor der Halle bei der Landung gelrieben wurde, nmrde auf Veranlassung des Führers die Spandouer Feuerwehr alarmiert. Diese setzte etwa 30 Feuerwehr bca in te zur Verstärkung der Haltcmannschaft, die normalerweise aus 5 bis 10 Mann besteht, ein, und mit vereinte,, Kräften gelang es dann, das Kleinluftschiff ohne weitere Beschädigungen trotz der schwierigen Windverhältnisse in die Halle zu bringen. Wie die Eigentümerin des Kleinluftschiffes D. P. N. 28, die Deutsche L u f t fa h r4 g e s e ll s cho st, mitteilt, sind die Be- schädigungen an dem Luftschiff nur gering und können in zwei bis drei Stunden behoben werden, so daß voraussichtlich am heutigen Dienstag wieder ein neuer Start erfolgt. Das Kleinlufffchiff Hot bisher genau 100 Fahrten unternommen, und bei einigen davon ist es bis zu 10 Stunden in der Luft geblieben. Bcrantiviirtl. 61? d!? Ziedaktisn: Salfgaaa Schwär Berlin. Berlas: Vorwört,? erlag ffi. m b. S>.. Berlin. Druck_____________ druckerei und Lerla« sanltalt Paul Singer& Co.. Berlin SW SS. LindenZtraie& Sicrzn 1 Beilage. . Berlw: Sni«lg«n: ZH. Glocke. nick: Borwärts Duck,» PROGRAMM iOr die Zeit vorn 31. Drbr. bis 2. Januar K I N O-T A F E L PROGRAM M für die Zeit vom 31. Dzbr. bis 2. Januar ©oa Potsdamer Strohe 38 Katharina Knie mit Carmen Boni Die 42. Strohe(Ein Tonfilm in deutscher Sprache) Rhcinstraljc 14 KaulÄ) Die Weif In Flammen(10 Akte) mit Richard BarthelmeH Lnpino Lanc in der Sommerfrische Odcon, Potsdamer Sir. 75 Sprcagbagger 1010 mit Heiaridi George Ein Haadelebea mit Charlie Chaplla Jugendliche haben Zutritt Turmstrahe 12 Die weihe Hölle Ton PI» Palft mit Lenl Rlefenstahlp Gnsiar Diesel Jugendliche haben Zutritt Alcxanderstr. 39-40 (Passage) Den ganzen Tag geStlne« Hochverrat m>' t Gerda Mauras« Gustav Fröhlich Heilige oder Dirne mit Maria Corda FrieOrtchsUMft ich 9.15 Die Kamera 3, Unter den Linden 14 So Ist Paris Madame wöaschl keine Kinder Rache d. Fr. Schulze Passage-Lichtspiele Unter den Linden 22(Passage) Das große Lichtspielhaus der City Beginn ab 2 Uhr Zentrum 6082 Ehe In Not(Ehen zu dritt) mit Elga Brink, Evcline Holl Das Schilt d. verlorenen Mcasdhcn W cidcnhot-Licfatsp. An der WeidendantmbrOcke Friedrichstr. 136 Woch. 12, Sonnt Z U. Unschuld mit KU« v. Nagy Ickern Hlmmelreldr mit Viltna Bdnlftr ■ Moabit» Artushof-Liditspiele Film' und BOhnenMbaa> Herleberger Str. 20 und Stendaler Str, Die große Sensation; Vier Teufel mit Po» Min Da* Priricholct lifihnenrdsa« Wa>1*~Iftnn Woch. 5.«, 7. 963 W eil-IVinO stgs. Z. 3. 7,9 Uhr Alt-Moabit 99 Pai und Paladlon im Raketen- omniho. Beiprogramm Jugendliche haben Zutritt Schlüter-Theater Schlüters tr. 17 W.6.30. 9 U, Stg. 3U, Jg.3 Sein bester Freund mit Harry Plel Ein Mülionenangeboi mit D. Coileilo WMImorsddrF Atrium Beha Palaai Kaiserallee, Ecke Berliner Straße WochenL 5,7, 9.15, Sonnt. 4 JO, 7,9.15 Vorverk.; II— 2 u. ab 5, Stgs. ab 3 Die nenen Herren Beginn am Silvester: 6 und§ Uhr Beginn a. Ncujahrstg.: 4.36, 7, 9,15 U. »«»>awb«rg Alhambra �Mr"" Schön�berg. Hauptstr. 30 Unschuld mit Köle von Nagy Der Trust der Diebe mit Agnes Esterhazy Titania(ufa Saneberg) Hauptstraße 49 Beginn ab 6-36 Uhr Oie weige Heile von Pix Palfi Beiprogramm Friedenauer Lichtspiele Kaiserallee 111(hundertelO Wöchig 6.30 u. 9 Uhr, Sonnig. 3, 7 u. 9Uhr Einlaß jederzeit 3 U. Jug. Weibergctdiidilen d. Captaln Laib Die Kgnberbande Silvester 2 Vorstellungen, 6 u.8 u. Kronen-Lichtspiele Rheinstr. 65 Woch. 7. 9, Sonnt, ab 5 U. Katharina Knie mit Carmen Boni, Engen Klöpicr, F. Kämpen Beiprogramm U«tuant» fc Titanla-Palast Steglitz, Schloßstr. 5. Ecke Gutsmuthsstr, Die Herrin und ihr Knecht mit Henny Porten, Fritz Kampers Beginn am Neujahrstag: 4. 6�0, 9 U. Südwesten _s FUm-Paiast Kammersäle Itower Str. 1 Prau im Mond(Regit- Fritz Lang) mit Gerda Plann». WlUy Ftümb Jugendliebe haben Zutritt Süden Th. am Moritzplatz Beghtm W. ab ÄUhr, Stg. ab 3.45 Uhr Das Sdiweigen im Walde mit Wilhelm Dieter ie Das leiste Fori mit Maria Pandier, Heinrich George Herlcnderr Vf s T{ Mariendorfer Neui 3 U. na-JLl Uddspleie_ lug.-Vprst. Chausseestraße 305 Die Scblelerignserte mit Evcline Holt Der 13, Geschworene BOhnensdian Südeatcn Filmeck Beg- w-5J0-5-ab3U Skalitzcr Straße, am GSrlitzer Bahnhof Die weiche HSIle von PU PaH mit Lenl Riefensiahl. Gustav DI echt Jugendliche haben Zutritt Luisen-Theater �-"zu! Reich enberger Str. 34 Die weiche Hölle von Pia Pai# mit Lenl Riefensiahl, Gustav Diechi Jugendliche haben Zutritt Stella-Palast KSpcnicker Straße 11—14 Beginn wochentags 5.36 Uhr Neujahr 3. 5, 7. 9 Uhr Kassenerofinung Vs Stunde vorher Peter Martin Lampeis großes Bühnenwerk als PBmt Giftgas Beiprogramm Internationale BUhnmsdtaa Urania-Theater*£&£* Wrangelstr. 11, Köpenicker Brücke Woch. 7, 8 und 9 Uhr. Stg. 3, S, 7, 9 Uhr IndUienbeweis Ein MUlionenangebot Bühne: 3 V«riete- Attraktionen W Nouicami i Primus-Palast Hermannplatz Beginn T, 9.13 Uhr Neujahr 4.45, 7, 9. 5 Uhr Silvester 6 und 8 Uhr AllaaUfc der gewattigste deutsche Tontilm Hauptrolle: Frila Kortner ICi.'L.iile Wochentags ab 6 15 U n.Ul£UK Neujahr ab 4 U. Kottbusser Damm 92 Die Welt in mit Barthelm ech Beiprogra Fvr-r-lairsw Wochen t 5, 7. 9 U. üAtClSIUr Neujahr 3. 5. 7, 9 U Kaiser-Friedr.-Str. 191 Toniilm: Drei Freunde Groches Tonfilmbeiprogramm Stern« Hcrmannsfraße 49 WochenL ab 6,15 Us Neujahr ab 4 U. Katharina Knie mit Carmen Boni, Engen Klöpicr Böhnensdaan— Beiprogramm Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Wochentags ab 6, Neujahr ab 3 Uhr Die Konkurrens piaist mit Harry Licdtke, Maria Corda Gnies Beiprogramm Greche Variettsdian Jugendliche haben Zutritt Luna-Fümpalast Gr. Frankfurter Str. 121 Der Band der Drei Rosen blähen auf dem Hctdegrab Bühne: HolUnder-Trio Comenius-Lichtspielc Mcmelcr Straße 67 Wochent. 6. Sbd. 5, Sonnt ab 3 Uhr Neujahr 3 Uhr große Jugcndvorstellung Der schwarze Domino mit Ha Lledtke Abenteuer mit Charlie Chaplin Concordia-Palast Andreasstraße 64 BOhnensdian Die Insel der Versdsollenen Rev.: FOr Jedermann, 1 Sick Lachen Kosmos-Lichtspiele Lichtenberg, LOckstraße 70 Zwischen Spree und Pauke(Zille) Los, Harold, losl mit Liojrd Bühnensdsau Jugendliche haben Zutritt Kinn Rncrh beginn«glich mno uusen 5. 7 und 8.45 Uh' Alt-Frtedrichslelde 3 Heilige oder Dirne m. Maria Corda Pai und Paiadson als Kannibalen �Hlodopschäruavvaicl�p Elysium Gu�pSast) Hasselwerderstraße 17 Varieüschan Frau im Mond mit Wttlr Frtiscfa, Gerda Mau ras Jugendliche haben Zutritt ■ Nordosten» Film and «.Elysium" Prenzlauer Allee 56 W. S S. 3 ü. Die weiche Hölle von PI« Palfi Grote Bfihnensdua Jugendliche haben Zairitt WelOcnsea Schlohpark FOm- Bühne ■Berlioer Allee 205— ZtO Zwei junge Herren mit GienTryon Trust der Diebe mit Agnes Esterhazy Norden Alhambra Müllerstraße 136, Ecke Seestraße Die Welt in Flammen Ab Donnerstag: Pai and Pateehon im Rakelenomnibns Jugendliche haben Zutritt Skala-Lichtspiclc Schönhanser Allee 80 W. 6, Stg.<30 U. Unschuld mit K. v. Nagy Die Goldmine von Santa Pazie Colosscum �f�35?h�hr Schönhauser Allee 123 Tonfilm; Heiden der Nacht P. Morgan, 5. Arne im Tonfilm Praier-Lichtspiel-Palast Kastanienallee 7-8 BOhnensdian Wochentags 3,30, Sonntags 4 Uhr Frühling.erwachen( F r. Wedekind) Bühne Uraufführung der Operette Das Weiberparadies(12 prominente Darstellen Eleldra-Palast Wiesen-, Ecke Köslincr Strafte Umchnld mit KAlhe von Nagy Jugendsünden mit Erna Morena BOhncnsthao Gala-Lichtbühne Usedomstr, H Anf.ö» 8.30. S. 5, 7, 9 U. Die Venus von der Strafe Die Todesfahrt Im Weltrekord Noadc's Lichtspiele Brunnenstraße ift Wtg. s U- Stg. 4 u. Ncuj.ZJOU Jugendvorst. Pai und Palachon im Raketen- omnlbns Schwarzwaldmgdel Pharus-Licfatspiele Müllerstraße 142 W.S'/cU. Stg 4 U Ab Mittwoch: R Lax, der König der Verbrecher Die rote Lady mit Lya de l'uttl. „Rialto" Film u. Bühne Reinickendorfer Str. 14(am Wedding) Hochverrat mit Gerda Manros Da. grfine Monokel Bfihncn.chaa >' Ceoundbrurmen M „Alhambra" Badstraße 55 Pal und Patachim im Raketen- Omnibus Der König der WUdnU Bühne Willy Ro.cn Bolls chmieder- Lichtsp Badstraße 16 Groche Bflhnenschan Ehen so driH mit Elga Brink Das M&cicl ans der Tanrbar mit Klara Bow Humboldt-Theater Badstraße 16 Der Baad dar drei ml« I.J Goldmine Santa Pexie m. Tom Mix Kristall-Palast Prinzenallee 1—6 Gr. BahocmAa« Ehen zn dritt mit Elga Brink Das MJtdel ans der Tanz bar mit Klara Bow Auf der Bühne: VUky Werkmeister ■■ Palast-Theater Lidüsp. Breite Straße 21 a Die Nibelungen(Beide Teile in einer Vorstellung) Jugendliche haben Zutritt Tivoli, Pankow Berliner Straße 27 Bfihaenachaa W. 6J0 U, Sbd. 5 30 Un Stgs. 4 U. Daa MSdel mit der Peliache Bühne; Lotte Werkmeister Film-Palast Blankenburger Straße« W. 6J0, 9 U. Stg. 4J0, 6�5, 9 U- Ich beb mein Herz im Autobus verloren Der Zarewltsch(Petrovich) ■ BalnlclcaB�orf-Oat�Jl Bürgergarten-Lichtsp. Hauptstraße 51 FUm- u. BOhnenschoo Welbergeschichlen d.Caplain Laib Das grüne Monokel mit Stuart Webbs «"» seKosmOS" FUmbübn« riauptitr. 6 W« ab 6 Stgs. af-t-1 5 Frau im Mond(Regie Lang) Bühne: Gastspiel Wllfaelsn Bendow Filmpalast Tegel Bahnbofstr. 2 W.6.8>«-.Neuj.4-/c.69-.�« Des gr. Erfolges wegen verlingerß Der gewaltigste Tonfilm: The singlog Fool mit AI JoImus Tonfilmbelprogramm_ Union-Theater Hauptstraße 3 N'cuj.« 6 Ii gz, u. Wochenendeben mit Monty Banks Die Prärie lalle U»MBBlsaGor»___ M Filmpalast Berliner Straße 59 Das Mfidel mit dar PeBacha mit Anny Ondra Zeichen Im Sturm Auf der Bühne: Rtp». Jongleur Beilage Dicn&iag, 31. Dezember 1929 S*aJnu±aa&' Jn ibwasA k »; Silvester bei „Chrono?, großer Tatt im Zeit, 3ft es endlich;tun soweit, Daß mal wird'n Punkt jemacht?— Kinder, haben wir gelacht!— Nemizehnhundcrtneunundzwanzig, Damit hat es nu' jeschimppt, Dieses Jahr war faul und ran�g Und hat wenig Fett jehabt!" Damit trat Herr Alphons Klei» Seinen Schlapphut schwenkend ein. Seine Schwester, Frau Marie, Hat den Kleinen auf dem Knie, Und der Schwager Adalbert Hatte lächelnd zugehört: „Alphons. du bist zu gelehrt! Woher haste det bloß alles?"— „Aus"n Schokoladen laden!" Lachte Alphons: �edenfalles Kann die Bildung nie nischt schaden! Rat« mal, was in de Tasche Ick hier habe?"— Eine Flasche Bauchig rund, mit Etikett, Stellte er mtf#-Foriftäftn#!-•'- „Dirsrs rft■�argMuSuvOwf�ln:'■!»■'■— Na, Marie, zieh' keinen Flunsch! Hier denkt keencr an besaufen! Und'n kleenen Assen kaufen Kann sich auch der Ehekrüppel,— Selbst'ne Irützwurscht hat zwo Zippel!" Alphons. wie ein lust'ger Bube, Tanzte in die Vordcrstube. Gut geheizt war heut der Raum. Stand auch noch der Weihnachtsbaum. Leider fehlle es an Lichten, Onkel Alphons sprach:„Mit Nichten?" Aus der Tasche seines Flaus Zog er zwo Pakete raus, Hat die Leuchter schön besteckt Und sich kichernd eins jejeckt. Adalbert, der.junge Riese— Er trug Steine auf dem Bau. Klein und zierlich war die Frau—, Der bot Alphons eine Priese, Und fragt leben schlug es sechst)? „Na, wo bleibt die kleene Hexe, Die Amanda? Muß doch setzt Hier sein, oder Hot se dir versetzt?!"— Doch indem ging schon die Klingel. Alphons, dieser große Schlingel. War Im Sprunge aus der Tiir Und kam wieder rein mit ihr Auf der Schüller wie'ne Puppe Zlus der Mary-Wigman-Gruppe... Und mit rosenroter Wange Zeterte die süße Rang«. Bis beim neue» Glockenklang, Tollkühn sie heruntersprang. Nun kam Schneidermeister Lehmamr. Alphons uzt ihn:„Aute, seh' man! Mein« janze Bude lacht, Wat d» mir für'n Rock jemacht!" Dach Frau Lehmann, lang wie rund, Etwa hunderte chtzig Pfund, Murmelt was von„schlechter Zähler"- „5a, det is so bei uns Maler! Iell> is leerer Schall und Dunst? Aber ewig bleibt die Kunst!"— „Du, da klingest et schon wieder!"— „Manda, mir fährts in de Flieder! Kommt nun noch der Schuster Krause, geh ick stantepeh nach Hause!"— Und er war's:„Amanda schimpfe Nicht zu viel, du süß- Nymphe? Hock»och umerm Tannenbaum,• Meins Träumst du deinen Liebestraum." Auch bei Alphons nicht vergebens Klopft einmal der Ernst des Lebens!— Doch jetzt wird der Tisch gedeckt Und der Christbaum angesteckt! Es beginnt die„Achelfahrt", Mariechen hat heut nicht gespart! Zu dem leckcrn Schweinebraten Mit zwo Schüsieln voll Salaten Schmeckt das Bier!. Prost, Kinder, Prost! Und wenn's die janze Miete kost'! Einmol muß man lustig sein! Rutsch ms neue Jahr hinein! Das Granunophon klingt zart und sacht — Meyers haben's mitgebracht—: „Stille Nacht, heilige Nacht!"— „Ach was". Alphons nahm die Platte. (Die er ausgesucht schon hotte: „Wenn du einmal dein Herz verschenkst, Dann schenk' es mir! Wenn du einmal ans Küssen denkst, Dann sag' es mir!"—) Und Amanda um die Hüft«, Walzte mir ihr und umschiffte Den Tisch, an dem die andern saßen Und Nüsse knackend Aeppel aßen. Dann ward die Diele freigemacht: Der Tanz beginnt, der Boden krocht. Herr Kraus« und Frau Hauswart Meyer, Genestn alfobald in Feuer!.. .„Frau Lehman» tanzt, mu. dem Memahl Wie Rollmops mst dem Räucheraol,- Sagt Alphons, schon ein bißchen blau Tanzend mit der Schustersfrau. Adalbert(.zwei Meter hoch), Der tanzte trotzdem kräftig doch. Und Frau Marie, die gor nicht klein, Könnt vor lachen kaum noch schrei'n. Jetzt zog Mariechen keinen Flunsch— Das machte der Burgunderpunsch! Es zitterte das ganz« Haus, Jedoch die Decke hiell es aus. Und plötzlich kritscht Amandalein: „Es muß doch beinah' zwölf« sein!" Da schollen schon die Neujahrsglocken. Die ganze Stadt war ein Frohlocken, Als fei auf dieser trauten Well,... Die Not für immer abbestellt. Prost Neujahr! Und ein gratülieren Begann, ein Küssen!(Bloh nicht zieren!) Dam, gingen Meyer, Lehmann, Kraust. Amanda, Alphons froh noch Haust! „Auch das neu« Jahr hat feine Sorgen!" Seufzte Alphons:„Aber, bitte morgen!" Hau» Hyan. Heinrich Hemmex:(StlfrCffCC Ein Mißverständnis „Einen Augenblick, bitte, eh' wir uns zu Tisch setzen", sogt« der österreichische Konsul(es war in Indien und am Siloestertag«). „Vielleicht nehmen die Hcrrschoiien indessen«inen Whisky-Soda. Boy. du Hund, bring' die Flasche." Nachdem wir ein jeder fünf geeiste Whisky-Soda getrunken hätten, kam der russische K o n s uU auf Ausallsbesuch. Er war. wie wir alle, von oben bis unten in Weiß gekleidet. Man trägt, damit man nicht zerKießt, weißlcinene Anzüge mll angenähtem, ab- gestepptem Stehlragen, ohne Wäsche. Acußerstenfalls zwingt man sich, ein Frackhemd unter einem weihen Leinenssnoking auszuhasten, z. B.. um weißen Damen vorgestellt zu werden(ans die braunen glaubt man in jedem Aufzug unwiderstehlich zu wirken). Ich und mein Gastgeber gehen dein russischen Konsul entgegen, meine Frau bleibt im Hinlergrund sitzen. Nachdem ich die Bekannt- jchajt des russischen Konsuls gemacht:„Komme« Sie nach rückwärts, Herr Konsul", sagte ich zu ihm,„ich möchte Sie gern meiner Frau vorstellen." „Wa— a— äs?" ruft der russische Konsul,„Ihre Frau ist da?" Er greift sich an die Brust und stürzt zur Tür hinaus. „Erlauben Sie die Frag«", sagte ich zum österreichischen Kon- sul,„hat meine Frau dem russischen Konsul einen Schrecken ein- gejagt?" „Was Ihnen einsällt," antwortete der�östcxreichische Konsul.„Ihre Frau ist reizend: alle Frauen sind reizend: der russische Konsul fährt nur noch Hause, um den weißen Smoking anzuziehen." Nachdem wir fünf weitere geeiste Whisky-Soda getrunken, kam der russische Konsul im weißen Smoking. Er sah fast genau so aus wie früher, fühlt« sich aber mir in diesem Anzug prässittabel. Wir setzten uns an den Tisch, der mit Blumen und kleinen roten Wachs- krampüssen geschmückt war. Die Boys liefen lautlas wie Katzen hin und her und servierten Platten aus nach hinten geschlagener Handfläche. Der russische Konsul winkt« ausnahmslos jeder Platte ab. Als wir zum Dessert kamen und der weiße Smoking noch immer nichts auf dem Teller hatte, bedauerte ich:„Das war ein fatales Menü für Sie, Herr Konsul!" „Nein," sagte er.„wieso?" „Essen Sie denn überhaupt nicht, Herr Konsul?" „Doch" „Was essen Sie denn?" „Toast(geröstete Brotchen) und Senf." „Niemols etwas anderes?" „Niemals." Das kommt von dem ewigen Schnapstrinken, dacht« ich, fein ausgepichter Möge»»erträgt nichts andere» mehr. Als wir uns nach Tisch abermals zu Whisky-Soda setzten, sagte ich zum öfter- reichischen Konsul: „P a r d an, 5) e r r Konsul, finden Sie nicht, man trinkt hier zuviel Whisky-Soda'?" Der Konsul starrt« mich lange verständnislos an. Endlich geht ihm ein Licht auf.„Boy, du Hund," ruft er,„nimm die Flasche weg.— Bring Brandy und Soda." Eine Bekehrung „Warum ich heuer nicht mittnachc," sagte Pipal, der Trimmer. gestern aus einem Siloesterberatungsabend und schlug auf den Tisch, „dos werdet ihr verstehen, wenn ich euch mein Erlebnis vom letzten Silvesterabend erzähle: In Hobarth ckuf Tasmanien war das, wo es im Winter so heiß wie hier im Sommer ist und die Leute gegen die Hitze ebensoviel trinken wie hier gegen die Kälte, aber dabei puritanischer tun als die Leute i» England, von denen sie abstammen. Wir hatten damats im Hasen abgemustert und Siloester besonders gründlich gefeiert. Was ich in diesem Zustand anstellte, dos habe ich nie erfahre». Ich erinnere mich mir noch an das bittere Ende. Als ich die Augen aufschlug, lag ich auf dem Gipfel eines hohen schwarze» Kohlenberges orn Hafen. Wie ich da hinausgekommen bin, ist mir«in Rätsel. Ein« böse Rutschpartie stand mir bevor. und meine Kleider... Himmel und Hölle, da sah ich, daß ich überhaupt kein« an hatte. Man hatte mich beraubt, bestohlen und pudelnackt auf den Gipfel eines Berges geschleift. Lieber wollte ich Hungers oben sterben als nackt herunterrutschen: so dachte ich anfänglich. Alz aber die aus- steigende Sann« meine Haut versengte und brennender Durst meine Eingeweide zusammettschrumpste, entschloß ich mich zur Abfahrt. * Mit schwarzer Musterung mif dem ganze» Körper erhob ich mich stöhnend, band einen zerrissenen Kohlcnsock um und hinkte von dannen. Ein unbändiges Gelächter erscholl, als ich mich in den Straßen zeigte. Ich hinkt«, so rasch es mein Zustand erlaubte, meiner Behausung zu. Aber vergeblich versuchte ich der Meute der Spötter zu entkommen: dos ganze aufgeputzte Neujahrs-Hobarth rannt« mir nach. Immer mehr Menschen sammelten sich um mich an. ganze Straßen folgten mir auf den Fersen. Erschöpft langte ich zu Hause an. Die Wirtin, das Gebetbuch i».der Hand, fiel bei meinem Anblick in Ohnmacht. Ich sprang Ins Bett und zog mir die Decke über den Kopf... Und jetzt werdet ihr verstehen, wenn ich damals bei Gott und dem Teufel schwor, niemals mehr eine Siloesterseier mitzumachen. Aber schließlich, wenn ihr glaubt, daß es nicht ohne mich gebt. «Noch ein« Rund« Grog Hab' ich gesagt, Herr Wirt", schlng Pipal«st der Faust auf den Tisch. AUmtechnische Mnnwrfuafl für bcn Leser: Aufblenden bedeutet das Uebergshen von der dunklen Fläche in das Lichtbild. Abblenden ist'die Bezeichnung für den Uebergang des Lichtbild«» in die dunkle Fläche. Ueberdlenden dedeutet das chinüberfließen eines Lichtbildes in das nächste. ,. Bild: Da» Zimmer �öfer». Im Beat schläft dt* Magittrattbetanie Häier. die chände auf der Decke gefaltet: auch m feinem Schlaf ist Ordnung. Die Äcckeruhr auf dem Rachtkästchen läutet. chäfer erwacht. Sein erster forschender Blick gilt dem Stande der Zeiger: es ist 7 Ahr 30. Der linke Ellenbogen chöfars stützt sich auf das Kopfkissen, der Oberkörper macht eine Vierteldrehung fensterwäns: fiöfer sieht noch dem Wetter. Durch das Fenster fällt die Morgensonne schräg in» Zimmer. 2. Bild: Typische Berliner Vorort st rast« in proletarischer Gegend(Wedding). Ein Bolle-Auto hält. Frauen und Kinder holen Milch. Aus dem chaus tritt mit einer leeren Milchstasche eine ocrhärmte, kleine Frau. Frau Hahntr, dit Wirtin des Uagistraisbtcmitn. Sie tauscht am Wagen die leere Flasche gegen ein« volle, zahlt. klatscht mit zwei anderen«in paar Worte. geht ins fiaue zurück. 3. Bild: Das Zimmer Häser«. chofer steht am Waschtisch, trocknet sich ab, hängt da» chandtuch sarg. sam über das Holzgestell, reinigt den Rasierapparat, alle» mit größter Pedanterie. Dann greift er zur Zahnbürste, untersucht sie nach locker gemordenen Borsten, zupft eine heraus, putzt sich die Zähne «.Bild: Wohnküche. Frau Hohner hat ihren Kaffs- zurvchtgeinacht. gießt Milch aus der Flasche in die Tasse, beißt in die Stull«, setzt sich an die Rähmaschrne. Ein Stapel Wäsche Legt aus dem Tisch vorbereitet.._ Sie beginnt zu nähen und ißt dabei. 5. Bild- Da» Zimmer Hösers. Höser zieht Kragen und Krawatte, West« und Rock an. Mes mit gleicher Pedanterie, schiebt die blauweißgestreiften Gummimanschetten über die gestärkten. Nun stellt er den Teekessel aus den Spirituskocher, gießt Wasser aus der Flasche in den Kessel. Oeffnet die Tür: da steht, offenbar von der Wirtin seden Mvrgen programmäßig hingestellt, die Spiritusflasche.. Cr füllt den Kocher mit Spiritus, schüttet«in-Häufchen Toeblatt» auf den Tisch, schiebt mit dem Finger ei» wenig davon wieg, und legt da» Abgesparte in das Ts« packchen zurück. Dann zündet er die Spiritusflamm« an» setzt sich und wartat auf da« Kochen de» Wassers. 6. Bild: Di« Borstadtstraße. Ein Trödler hangt alte Kleider an die Türpfosten seines tbeu geöffneten Ladens. Cin Mädchen aus dem Lumpavpwletoriat» in einem schwarzen Lüster- fetzen, unfrisiert, bleich, schmutzig, mit schiefgetretenen, zerrissenen Schuhen(Schnürstiefel), mit dem Gefichtsausdruck heroischer Wurstig. keit, bleibt vor dem Trödelladen stehen. Marie nimmt ihr Halstuch ab und bietst es dem Trödler zum Kauf an. Der Trödler prüft es, reicht es ihr zurück, als wolle er es gar mcht haben, sagt dabei: ..Zwanzig Pfennige." Gleichgültig wirst Marie ihm da? Tuch hin und nimmt da» Geld. Äe geht weiter. 7. Bild: Vor dem Haus« Höfers. Höfer tritt aus dem Haus, geht die Straße hinunter. & Bild: Das Zimmer Hüfer». izrau Hohner kommt mit Eimer und Schrubber herein, beginnt auf» zuräumen, stößt an die Weckeruhr, die zu Loden fällt. Sie hebt sie erschrocken auf. legt sie ans Ohr. beruhigt, daß da« Werk wciterticki. stellt sie auf ihren Platz zurück. �äumt weiter auf. g. Bild:. Bor einem Reubau. Di« Arbeiter auf de« Gerüst in Tätigkeit. Radfahrer flitzen vorbei. Mari« kommt. Auf dem Serüft. im obersten Stock, löst sich ein Balkan, so lang, wie da« Hau» breit ist. Die Gefahr für Marl« ist ungeheuer, den» sst ist eben mster de» Neubau angelangt. Der Balken saust ganz dicht neben Mari« zu Boden, streift beb nahe ihren Arm. Staub wirbelt auf. Passanten springen entsetzt zur Seite, stehen dann, reglos. San Schrecken gelähmt. Rur Mari« oerharrt in ihrer heroischen Wurstig- keit. Sie steht auf den Batten und geht. Di«»rbeiter auf dem Gerüst blicken verstört hinunter. Baron Holl, ein Passant, der sich der Anfallfrelle erst jetzt genähert hat, eilt Marie nach. Er ist der Typ des heruntergekommenen, degenerierten Aristo- lraten mit scharf geschnittenem Gesicht. Er sieht gutmütig aus und trägt einen Pappkarton in der Hand. Er Holl"Marie eür. sie kennen sich. Er sagt zu ihr in seiner ihm eigenen, mitteilungsbedürftigen Art: ,Jch bin schon wieder zurück aus Amerika." Marie zuckt nur mit der Schuller, als sagt« sie! Wichtigkeit!— Er geht neben ihr weiter, redet auf sie ein: „Sie haben mich drüben gar nicht an Land gelassen... Isi das nicht gemein?" Mari« reagiert nicht. Höfer kommt den beiden entgegen, sieht sie, weicht in wirktichem Abscheu unwillkürlich vor diesen Unierweltgestalten im Bogen aus. 10.« i l d: Bor dem Eingang„Zum P l a tz w i r t". Marie und der Baron erscheinen vor. dem Eingang, durch den einig« Typen der UnterwAt eben herausgekommen sind. Der Baron bleibt stehen und hindert Marie am Eintreten durch die warnend« Frage: „Der Kaffee kosfei zwanzig Pfennige." Marie gibt ihm keine Antwort, geht voran. Der Baron folgt. 11. Bild: Im Lokal„Zum P l a tz w i r t". Zuhälter- und Lsrbrecherkneip«. Leere Wände. Langgestreckter, saalartiger Raum mit dem Schanktisch bei der Tür. Von der Eingangstür laufen fünf lange Rethen zwifchenraumlos nebeneinander stehender Tische nach rückwärts und verschwinden im Qualm. Kein einziger Stuhl. Zehn Bankreihen: dicht besetzt von Straßemnädchen, Zuhältern, Arbeitslosen, Krüppeln, Verbrecher- iypen. in überaus lebhafter Unterhaltung. Marie kommt mit dem Baron durch die Tür. Ein neben dem Schanktisch stehender athletischer Bursche nickt Marie .zu. Der Baron begrüßt ihn, deutet auf seinen Karton, sagt offen- bar, daß er wieder aus Amerika da ist. Ohne Gesprächsunterbrechung wird für Mari« und den Baron mit fellsstoerständLcher Bereitwilligkeit Platz gemacht. Schon stell? nssne' HllftTDktük naM Kassiivimkbss' rnsne Assterfassoii rnif den Tisch und kassiert sofort. Sie trinken den Kaffee, der Baron mit Behagen. Der Baron trögt ein Monokel. Er sagt zu Mari«: ..Wenn meine Stiefmatter wieder heiratet, bin ich mit einem Schlage ein reicher Mann. Das hat mein Vater so verfügt.. Marie kennt das alles schon, sie trinkt ihren Kaffee, reagiert nur mit einem halb unwilligen, halb gleichgültigen Kopfnicken nach seitwärts. Au einem Tisch, zwischen Zuhällertypen, sitzt ein Mensch, der weniger durch sein körperliches Format als durch den Gesichtsauedruck gewalt- tätig und bösartig wirkt. Sein Blick bleibt begehrend auf Mari« ge- richtet, die ihren Kaffee trinkt, den Blick spürt und hinsieht, als dieser Mensch sich erhebt und auf sie zugeht. Mari« Hot sich nach ihrem unwillkürlichen Augcnaufschlag svsorl wieder in dos Schlürfen des Kaffees versenkt. Der Mann ist um den Tisch herumgekommen, steht jetzt hinter ihr, zwischen ihr und dem Paron, die Hände in den Hosentaschen. Da Marie nicht reagiert, saßt«r sie an den Schultern, dreht sie brutal zu sich herum. Mari« schüttelt ihn ab und schleudert den Rest aus der Kaffeetasse über chr« Schuller zurück in fein Gesicht. In ihrem Blick aus ihn li«gt eine so ungeheure Kraft der Drohung. daß er. der zuerst«ine wütend« Angrisssbewcgung macht, stockt. sich mit dem Aerniel das Gesicht abwischt und aus sie, die sitf wieder van ihm abgewendet hat, unsicher und bö'c-tückiich niederschaut.(£•: ist stärker als er.) Er geht aus dem Bild, an seinen Platz.zurück. Für Marie existiert er nicht.(Fortsetzung ioloi) Ws'u�' .-.n* F/orj- Dienstag, 31. Dezember 1929. B fc r! i n. 16.05 Jöseph Delmont: Oer Urvaldriese im Tierreich. 16.30 UntÄrhaltangßinofiik. 17.30 Sagen«mJ Abentener.(Bfifeöhor: Of. Wölf Zucker.) 1�.00 Dr. Bruno Borchardt: Warum beginnt da.< Jahr mit. dem Januar? l&oD Ein Librettist— ein Komponist.(Oftsungcn und abspielt von Jurmann.) 19.00 Ins;. Hans Dominik: Wie uard die Welt w fünfrijf jähren au.ssch- 19�50 Indendant Dr. Hans Flesth: Röckblick auf Platten. 20.00 Silvester Kurz vor 24.00: Ueberganc ins Neue Jahr. Choralblascn, Geläut der Clockcn. Anschließend: Programm der Aktuellen Abteilung. Anschließend bis 3.00: Tanz- und Untcrhalinngsmusik.— Als Einläse; l?cprf- tagc von der Silvesternacht. Königs Nv'uStcrbanscn. 16-50 Nachmlttagskonzert von Lelpjig. 17.30 Stgd-Rat Georg Thiel: Uhr«od Kaieoder. 15.00 A_ ß. Meyer: Der Silvestcrpunaoh, 18.30 Silvesterfeier. 23.00 Ans der Volksböhne: lX Sinfonie von Beexhövan.(Ug.; öpcrr.direktcr Qabfav Brecher. Leiprig.) Mittwoch« l. Januar 1930. Berlin. 8.25 Von der fraueokirche in Meißen: Porzellan-Glöckenspicl(s. Leipzig). 9.00 Morgenfeier. 11.00 Aus dem Bach-Saal: Ofgitkonxeft.(Walter Dfvcnski.) 11.30 Von Leipzig: Suiten und Ballettmusiken. 13.00 Mittagskonzert 13.00 Volksmärchen.(Sprecher; Lisa Teuner.) 15.30 Neujahrsünterbaltung(Schallplatten). 16.00 Oestliche Dichtungen. Nachdichtungen von Hans Bethgc(F.p-ccher; Hans Bethge.) 16.20 Unterhaltungsmusik- td.m Von BreAla«: Dorf spriobi" 13.40 Dr. Hans Flcsch: Rundfunk im neuen Jahr. 19.05 Volkstümliche Berliner Kottiponisten* 19.33 Jakob Haxiuger liest eigene Dichtungen. 20.00 Scndespiele:„Carmen", Oper in vier Teilen von George« Biret- Dirig.; Rndolf Hindemith. Anschließend: Zelt, Wetter, Tagesnachrichten, Sport. Anschließend bis 1.00: TannnusÜt. KöOigsucusterhaascn. 19.30 Von Leipzig; Oewandhaoskonzcrt. Rätsel-Ecke des„Abend". •»iimiiiinunTiiimiDiniitominBiiimtiBieÄBiBBBimiiijaerBMBBnsiinimiraiMBmnaimmiuninuiiirair.iinmnnnminrinni.imiiiimiiimiirainiiiamiiffliiai.:)!!» Rösselsprung. brouchsgegenstand: 5. deutscher Fluß: 4. Pyronäenrepublil: 6.«ch'ffsgegenstand: 8. weiblicher Vorname: S. Tochter des Zeus. 12. Christbaumschmuck: 13. weiblicher Vorname: 15. Stauwerk: 16. viereckiges Richtscheit: 17. pommerfcher Küstenfluß. F. 5. 12 3 4 346 Zahlenrätsel. 7 8 9 10 11 4 9 10 Silbenrätsel. Aus nachstehenden Silben find 14 Wörter zu bilden, deren erste und dritte Buchstaben, von oben nach unten gelesen, einen Aus- spruch von Lassalle ergeben,(ich gleich 1 Buchstabe, kk gleich i): bäum dat de di e ei ein en er sung ger glet ka kel man» m«i mo ix a« nie mutg re[an sch-i scher schöv sen son su tel tor un.— Di« Wörter bedeuten: 1. Frucht: 2. Erfinder: 3. Frauennam»; 4. Maschine: 3. Erz: 6. Organ: 7. deutscher Staatsmann: 8. Wasserfahrzeug: 9. Bollsstamin: 10. Eisstrom: 1!. körperlicher Schwächezustand: 12. Ansicht: 13. Kröte; 14. Verwandter.»k. Kreuzwort-Silbemätsel. Waagerecht: 1. Verwandter: 3. großes Gewässer. 7. südamenkanischee Säugetier: ; IL bekannter Karikaturenmatsr: ___ l ritisch« Kolont«; 16. Tetz des Pf-rde- gaschirr»; 1«. SpikMtNarti lS. Schisfsart.— Senkrecht: Z. S«- Neuesies Wunder der Technik Schiffszubehör Kampfmittel Nachkomme Gefährlich« Spinne Nachtvogel Afrikaner Symbol Stadt in der Schweiz j Soldat Stadt in Schlesien Handwerkszeug Gemütsbewegung Wasserrand Die erste senkrecht« Reihe lautet wie die erste wagevechkr. üb. Nemesis. 2 6 Z 4 4 6 3 2 4 9 6 4 7 8 8 S 11 9 8 Z 10 8 11 2 4 1 9 7 10 1 4 8 4 2 4 4 I 10 10 4 1 6 5 10 4 i 6 1 4 8 6 5 4 8 11 4 10 9 6 10 2 5 4 Du endest an dem 1. 2 noch. Dort wartet dem der 3, So warnt der Boter— wüßt' Daß es vergeblich sei. Nach kurzem war es auch so weit, Ar den 1. 2 kam der Sohn, Weil«r>eit früher Jugendzeit Gin l, 2, 3 war schon. jedoch. Auslösung der Ziäisel aus voriger Nummer. Silbsnkreuzworträtset Waagerecht: 1.-Komma: 2. Konkurs: 4. Europa: 7. Laut«: 9. Batzen: 11. Tara: 12. Stafette; 18. Garten; 14. Zement; 15. Riegel: 19. Oktober: 29. Donner: 21. Pforte.— Senkrecht: 1..Kommune: 3. Kurszettel: 5. Robert: 6. Platane; 8. Testament: 9. Batterie» 10. Attentat: 16, Poseidon: 17. Lotto; 18. Brigitte. Borietzoufgade: Mode, Ahorn Heuier Zliae, Ewald. Das«. Ostern, Rächt. Esprit, Bruder. TUrnst Etag«. Rhein. Etat, Sirene. Eulm, Hunger. Estrich, Reib. Brauch. Acha, E«ll« Hessen. -„ Marie von Ebner-Eschenbach. Kapselrätsel: Glodstrotter. Betrüger. Ehrlichkeit, Frohsinn. Wochenenddampfer, Obliegenheit, Güter. Kardinal. Lesezirkel. Lehrer. Brandenburg.— Beirvglich sind die Güter dieser Erden. Gruppenrätsel: 1. Remis«; 2. Banner; 3. Graves: 4. Bronze: S. Kabale: 6. Barnim: 7. Scherz; 8. Kalmus.— Minna von Barnhelm.