Morgenausgabe& sid 9bilo 1900 nij Nr. 3 A 2 47.Jahrgang Wochentlich 853f., monatlich 3,60 m. im noraus zahlbar, Bostbezug 4,32 m. einschließlich 60 Bfg. Boftzeitungs- und 22 Bfg. Bostbestellgebühren. Auslands. abonnement 6,- m. pro Monat. * Der Bormorts erscheint mochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, bie Abendausgaben für Berlin wid im Handel mit dem Titel„ Der Abend", Juftrierte Beilagen Bolt. und Zeit und Rinderfreund". Ferner Unterhaltung und Wiffen"," Frauen ftimme"," Technit", Blid in die Bücherwelt" und Jugend- Borwärts" 070 Freitag 5. Januar 1930 of anal all Groß- Berlin 10 Pf. Vorwärts Berliner Boltsblatt Auswärts 15 Pf. Die einipaltige Nonpareiffezelle 80 Pfennig. Retlamezeile 5. Reichs. mart. Aleine Anzeigen bas jettges brudte Wort 25 Pfennig( zufäffig zwei feftgebrudte Morte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Borte über 15 Buchstaben gählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Seile 60 Pfennig. Familienanzeigen Zeile 40 Pfennig. Anzeigenannahme im Haupt geschäft Lindenstraße 3, wochentäglich von 8 bis 17 Uhr. Rentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Berlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Donhoff 292-297. Telegramm- Adr.: Sozialdemokrat Berlin. lieg mi allo Vorwärts- Verlag G.m.b.. Vorbereitungen im Haag. Die Delegationen im Eintreffen.- Paris sieht große Schwierigkeiten. Haag, 2. Januar. Pariser Preffelärm. Wie das Generalsekretariat der Konferenz amtlich Paris, 2. Januar.( Eigenbericht.) mitteilt, wird die zweite Haager Konferenz am Freitag= Unmittelbar vor dem Konferenzbeginn schwirren hier die wider. nachmittag, 17 Uhr, in der Abgeordnetenkammer des sprechendsten Gerüchte. Obwohl man offiziell nach wie vor Optimis Binnenhofes mit einer öffentlichen Sigung eröffnet mus betont, werden Schwierigkeiten hervorgehoben, die vor allem in werden. Um 15 Uhr ist eine private Zusammenkunft der Frage der Ergänzung der Statuten der Internationalen der Abordnungen, in der Tagesordnung und weiteres Reparationsbant immer noch bestehen. So gab dem ,, Intransigeant" Arbeitsprogramm festgelegt werden sollen. deiner der amerikanischen Young- Sachverständigen zu, daß das taff ons deutsch- amerikanische Sonderabkommen tatsächlich alle Berechnungen im young- Plan ändere. Die Delegationen unterweas. Die deutsche Delegation für den Haag hat am Donnerstagabend 9.47 Uhr mit dem fahrplanmäßigen Zuge Berlin verlassen. Auf dem Bahnhof waren zur Berabschiedung erschienen der spanische Botschafter, der niederländische Gesandte, als Vertreter der Reichsregierung Reichswehrminister Dr. Groener, ferner Bertreter der Reichskanzlei, des Auswärtigen Amtes und der Presseabteilung der Reichsregierung. Entsprechende Meldungen liegen aus den Hauptstädten afler anderen Konferenzländer vor. Die Borbereitungen. Haag, 2. Januar. Die Borbereitungen für die zweite Haager Konferenz konnten biesmal mit weit größerer Sorgfalt und Ruhe getroffen werden als Bei der zeitlichen Begrenzung der ersten Konferenz möglich war. Meistens hat man dieselben Einrichtungen benutzt, die sich damals gut bewährt haben, so die Drganisation des besonderen Post-, Fern fprech und Telegrapheñverkehrs sowie die Vorkehrungen zugunsten der Presse. Der Binnenhof, in dem die Konferenzgebäude und die Arbeits: räume der Bresse liegent, wird für die Dauer der Sitzungen von der Außenwelt durch Bolizei abgeschlossen werden. Zu Ehren der Konferenzteilnehmer find auch verschiebenne Empfänge geplant, so beim Magistrat und bei der Königin. Amerifa lege nach wie vor den größten Wert darauf, daß feine Forderungen an Deutschland nicht mit der interalliierten asia Schuldenfrage vermengt werden. Es sei daher. durchaus noch nicht abzusehen, was Amerifa für oder gegen den Young- Plan unternehme. Auch in der Frage der Sant tionen tömne im Augenblick noch nicht übersehen werden, wie weit die Dinge in den Verhandlungen gediehen seien. Dem Reichsbantpräsidenten Dr. Schacht ist in dem früheren Ministerpräsidenten Poincaré ein Verteidiger entstanden. In dem füdamerikanischen Blatt, La Nacion" hat Poincaré einen Artikel südamerikanischen Blatt, La Nacion" hat Poincaré einen Artikel veröffentlicht, in dem er über das Schachtsche Memorandum erklärt, veröffentlicht, in dem er über das Schachtsche Memorandum erklärt, Schacht habe zweifellos im guten Glauben gehandelt. Seine Kritik der Finanzgebarung des Kabinetts Müller verdiene große Auf merffamfeit; in der Tat habe Bostschedkonto: Berlin 37 536. Banffonto: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wallstr. 65. Dt. B. u. Disc.- Ges., Depofitentasse Lindenstr. 3, การ Großreinemachen im Haag. Der Streit um den Papierdolch der Sanktionen. Heute nachmittag beginnt in der holländischen Haupt-, Residenz- und Bankierstadt die zweite Konferenz zur Rege= lung der Reparationsfragen, die das Werk der ersten Konfe= renz vom vergangenen August zu Ende führen soll. Es handelt sich dabei um die endgültige Vereinbarung einer Gesamtsumme für Deutschlands Reparationsschuld in der Höhe von etwa 35 Milliarden Goldmart- gegen die 132 Milliarden des Londoner Ultimatums von 1921, um die Erleichterung der deutschen Zahlungen um mehrere 100 Millionen Mart jährlich für das nächste Jahrzehnt, und die Gründung der Bant für den internationalen Zahlungsaus gleich." Wie die Abwesenheit des englischen Außenministers Henderson andeutet, dreht es sich aber nicht mehr um die politischen Folgen dieser finanziellen Vereinbarungen: die Räumung auch der dritten und legten Rheinzone ist eine beschloffene Sache, die spätestens bis Mitte 1930 durchgeführt wird und die beginnt, sobald die Haager Vereinbarungen der Minister von den Parlamenten oder sonstigen Instanzen ratifiziert sein werden. Aber es handelt sich nicht nur um Deutschland und seine Gläubiger, nicht nur darum, daß dieje jezt für die gleiche Zeit möchten, die sie für den Wiederaufbau anlegten und die sie an die gleichen Summen von Deutschland garantiert erhalten neben dem großen Reparationsproblem dreht es sich Amerifa als interalliierte Kriegsschulden zurückzuzahlen haben: über elf Jahre nach dem Waffenstilstandum viele fleine Reparationsprobleme, die den europäischen Osten betreffen. So sind im Haag von heute ab, wer meiß für wie viele Tage über die Hälfte Europas, zur Beratung versammelt. Aus oder Wochen, im ganzen sechzehn Regierungen, weit Warschau, Prag, Wien, Budapest, Belgrad, Bukarest und Athen eilen die Delegationen herbei, um sich an den Aufräumungsarbeiten des Weltkrieges zu beteiligen und dafür zu forgen, daß feiner schlechter, feiner besser als der andere megtommt. Desterreich möchte dabei erreichen, daß ihm die Repa distrationen gestrichen werden, die es somieso schon nicht zahlt. Bulgarien und Ungarn streben die gleiche Regelung an, die ihnen die internationale Kreditfähigkeit wiedergeben foll: aber noch will Ungarn auf die ihm von den anderen Nachfolgerstaaten gestellte Gegenforderung nicht eingehen, daß es dafür die Ansprüche auf Entschädigung seiner Bauern und Feudal herren aufgibt, die Rumänien, Jugoslawien und Tschechoslowafei aus nationalen Gründen enteigneten. Diese Staaten wieder sollen untereinander und mit jenen drei anderen zu einer endgültigen Bereinigung der finanziellen Kriegsfolgen Pommen. bereits der Reparationsagent Parter Gilbert darauf hingewiesen, daß ohne fofortige und tiefgreifende Reform der Finanzen, das Reich weder den Dawes noch den Young- Plan finanzieren fönne. Allerdings scheint Poincaré mit seiner Meinung ziemlich allein zu stehen. Die gesamte Bresse verurteilt das Borgehen Dr. Schachts nach wie vor aufs schärffte und beglückwünscht die Regierung, mit Schacht nicht an einem Verhandlungstisch sizzen zu müssen. Prinz Lippe, der Polensiedler. Kotau der Hugenberg- Preffe vor fürstlichem Berrat am Deutschtum. Die ehemals fürstliche Familie zu Lippe hat nach der Revolution durch mehrere ihrer Exemplare von sich reden gemacht. In unsympathischer Erinnerung ist der Prinz Friedrich Wilhelm zu Lippe, der von der Republik Pension bezieht, dafür alle republikanischen Minister für 3uchthäusler erflärt, einen Landesgerichtspräsidenten, der ihm mißfällt, in einem Rüpelbrief nach Balästina versehen möchte, um dann vor Gericht, als er 500 m. Geldstrafe zahlen soll, weinend die Hände zu ringen, - er sei zu arm dazu! 22 Hugenberg- Organ, ob hier nicht etwa ein Versagen des preußischen Landwirtschaftsministeriums vorliege! Aber nicht ein Wort des Borwurfs, nicht eine Silbe des Zornes findet der L.- 2." gegen den Prinzen Bernhard zu Lippe! Bei all diesen komplizierten, bis jetzt noch nicht zu Ende geführten Verhandlungen ist Deutschland insoweit interessiert, als es noch in zweiter Linie für die Kriegsschulden seiner Kriegsverbündeten haften sollte. Davon wird aber ernstlich nicht die Rede sein: es ist das Interesse der Gläubiger an der Leistungsfähigkeit ihres Hauptschuldners selbst, das eine solche Haftung praktisch ausschließt. Auch sonst wird der Kompler der Ostfragen den Gang der Haager Verhandlungen nicht stören: im Hinblick auf ihre eigenen Schuldzahlungen an Amerika ist regelung so groß, daß sie ihre Verständigung mit Deutschland nicht durch die Ünversöhnlichkeit ungarischer Magnaten stören lassen werden: der Young- Plan wird von den sechs Hauptmächten aus eigenem Recht in Kraft gesetzt werden, auch dann, wenn manche der fleinen Gläubiger- und Schuldnerregierungen wähnen, durch Hartnäckigkeit ihre Interessen eher als durch Versöhnlichkeit fördern zu können. Das ist die Presse des gleichen Hugenberg, der Minister wegen Landesverrats mit 3uchthaus bedroht, wenn sie den Young- das Intereffe der Hauptmächte an der endlichen Reparations Bian unterzeichnen. Hier, wo mirtlicher Landesverrat vor sliegt, hier, wo für Judaslohn ein deutscher Prinz deutsches Land preisgibt, da find die Hugenbergschen Landesverratsfreier mudsmäuschenstill! Da hackt man auf den Staat los, aber der Berräter, der ja ein Prinz ist, bleibt ungeschoren. Man spricht von einem„ Bersagen des Landwirtschafts. ministeriums"( beileibe nicht von einem Bersagen der fürstlichen Baterlandsliebe), obwohl nachweislich die amtlichen deutschen Stellen sich nach Kräften bemüht haben, den Verkauf zu verhindern bzw. rüd gängig zu machen! bzw. rüdgängig zu machen! Da ist sein Better, der ehemalige Prinz Bernhard zu Lippe, ein anderer Mann. Er weiß, wo Bartel den Most und ein Fürst Geld herholt. Daß fich Bernhard in finanziellen Schwierigkeiten befindet, gehört ja wohl zum standesgemäßen Auftreten eines ehemaligen Prinzen. Selbst für fürstliche Moral auffällig aber ist die 2rt, wie er sich aus seinen Schwierigkeiten zu helfen weiß: Bring Bernhard zu Lippe befigt nämlich größere Liegenschaften in der Grenzmart, und zwar im füdlichen Teil des Kreises Bomst. Da hat er nun ein Rittergut Woynowo, hart an der polnischen Grenze gelegen, verkauft. An wen? An die Leute, die am besten zahlten, im vorliegenden Falle also umar m E an polnische Bauern, die mit Hilfe reicher finanzieller Subsidien aus polnischen Fonds in der Grenzmark Land auftauften, um fich dort anzujiedeln. Da es sich um politische Expansionsbestrebungen des polni schen Staates. handelt, so spielt der Bodenpreis nur eine untergeordnete Rolle. Nach der gewiß unverdächtigen Information des Hugenbergschen Lokal- Anzeigers" sind die Polen durch zins lose Kredite aus staatlich polnischen Fonds imitande, Breise zu zahlen, die das Biersache des Wertes betragen. Mit diesem Polen geld macht sich der Bruder eines vormals regierenden. deutschen Fürsten gesund. F In der Grenzmart hat dieses verräterische Verhalten helle Empörung hervorgerufen. Interessant ist, wie sich die deutschnationale Hugenberg Presse mit diesem Fürsten abfindet, der sein Land für polnische Siedlungen vertauft. Wehmütig schüttelt der Lofol- Anzeiger" das Haupt und findet, daß dieser Fall ein Reweis für die ungeheuren Schmierigkeiten sei, in denen sich die deutsche Landwirtschaft befinde! Stirnrunzelnd fragt das Es wiederholt sich hier in potenzierter Form, was wir vor wenigen Tagen bei der Verschacherung des Welfenschatzes an das Ausland erlebt haben. Damals schrieb ein welfenmonarchistisches hanno veranisches Blatt, die Niederdeutsche Zeitung", von einem ,, unge wöhnlichen Streich". Wessen? Des Braunschweigers, der den Sahab an das Ausland verhöfert? O, nein der hannoverschen Sozialdemokratie, die nicht durch lebernahme des Schatzes die Finanzen der Stadt Hannover ruinieren will! Wenn ein ehemaliger deutscher Fürst unerseßliche Kunstschäße an das Ausland verhöfert, wenn ein deutscher Prinz deutschen Boden an die Polen verschachert, dann sind alle möglichen Leute, denn find Republikaner, Sozialisten daran schuld, bloß die allerhöchsten Herrschaften sind gänzlich unschuldig! Ganz gewiß wird der Lokal- Anzeiger" demnächst herausfinden, daß auch der Verlauf, menschlichen Kanonenfutters im 18. Jahrhundert an ausländische Staaten, nicht Schuld der Fürsten, sondern ihrer Untertanen war, die den armen Fürsten zu wenig Steuern für den Unterhalt ihrer Maitreffen gezahlt haben. Rex peccare non rotest" der König fann nicht Unrecht tun, so lautete ein Rechtsfaß des Absolutismus. Für den Lokal- Anzeiger gilt der Saß für alle Angehörigen aller fürstlichen Häuser auch noch in der Republik. ge= Zwischen Deutschland und den Gläubigerstaaten nauer gejagt zwischen Deutschland und Frankreich, das deshalb auch den Ministerpräsidenten Tardieu entfendet gibt es nur eine Streiffrage, die manche Gemüter diesseits und jenseits des Rheines und der Vogesen erhigt: die Santtione n. Soziologisch und ökonomisch gesehen ist der Gedanke absurd, Frankreich dürfe auf das Recht auf militärische und andere Sanktionen gegen Deutschland im Fall einer absichtlichen Zahlungsverfäumnis zurückgreifen: nichts würde eine Stockung deutscher Zahlungen so verschärfen und feine völlige Zahlungsunfähigkeit so sicher herbeiführen wie die Drohung und Durchführung von Sanktionen es braucht nur an die fatastrophale Währungszerrüttung von 1923 erinnert zu werden. Juristisch ist die Idee, auch nur den Schein eines Rechts auf Santtionen zu bewahren, nicht weniger verdreht: hat doch der Vertrag von Locarno für alle Rukunft Gewaltmaßnahmen von der Art des Ruhreinbruchs ebenso gut wie den Krieg selbst zwischen den beiden Nachbarvölkern ausgeschlossen; und wenn es sich seine Mitglieder ernsthaft überlegen, so wird selbst der auswärtige Ausschuß der französischen Rammer bahinter temmen, daß er Frantreichs Friedensliebe diskreditiert, wenn er die Regierung zwingt, auf Versailles gegen Locarno zu bestehen. Der Plan, das Sanktionsrecht aufrecht zu erhalten, wäre um jo abjurder, als die Reparationstommission endgültig und für immer verschwindet- also die Instanz, die einzig dazu berechtigt war, eine deutsche Verfehlung festzu stellen, ouf die hin die(Zläubigerregierungen Sanktionen unternehmen dürfen: Reparotionssanktionen ohne Repara- tionskommission wären gerade im Sinne des Verfailler Ver- träges eine völlig törichte, in sich haltlose Vorstellung. Daß der französische Nationalist sich trotzdem an sie klammert, das oerdanken wir seinen deutschen Gesmnungs- und Ungeistesgenossen: würde er die französifcke Presse lesen, so würde er finden, daß die 6 Millionen?!a-Stimmen, die er für Hugen- berg aufbrachte, seinen französischen Kollegen in die Angst versetzten, die ihn veranlaßten, sich an die Vorstellung der Sanktionen zu klammern. Der französische Nationalist hat den Dolch hergeben müssen, den er gegen den deutschen Nach- barn zückte: nun will er seinen Dolch wenigstens noch auf dem Papier behalten dürfen. Die Angst vor dem Papierdolch der Sanktionen existiert nicht für die britische Arbeiterregierung; ebenso wenig ist von ihr die französische oder die deutsche Sozialdemokratie be- fangen. Aber die Angst vor den Papierdolchen ist nun ein» mal eine Realität in den heute noch mit- oder vorherrschenden Schichten des kontinentalen Europa. Deshalb hat man sich in Verhandlungen zwischen Paris und Berlin bemüht, aucy hier eine Konkordienformel zu finden, um die ge- ängstigten Gemüter zu versöhnen. Man darf hoffen, daß diese mehr l a ch e r l i ch e als ernste Angelegenheit ohne Ge- fahr für den Erfolg der Konferenz aus der Welt geschafft werden wird. Gemeindeflandal im Westen. Rechtsparteiliche Auffichtsräte als Lieferanten. Larmeu-Elberseld. 2. Januar. Die sozialdemokratische Fraktion hat zwei Anfragen an die Stadtverwaltung gerichtet und Erledigung in der nächsten Sitzung verlangt. Es handelt sich um Vereinheitlichung und Verbilligung des Verkehrswesens in der Wupperstadt und ferner um angebliche Monopollieferungen von Stadtverordneten an die Bergische Elektrizitäts-Versorgungs G. m. b. H., das Elberfelder Verkehrsuntsrnehmen. Es ist in der Presse behauptet worden, daß fe ein deutschvolksparteilicher und deutschnational« Stadtverordneter als gemeindlich bestellte Aufsichtsräte bei der Lieferung von Kohlen und Velen bevorzugt worden sind. Macdonald an die Liberalen. Arbeiterregierung durchschaut Lloyd Georges Manöver. London. Z. Januar.(Eigenbericht.) In einer Neusahrsbotschaft, die der Glasgower„F o r w a r d" neröffentlicht, richtet Macdonald eine Warnung an die Liberale Partei. Lloyd George und Churchill, so schreibt Macdonald, scheinen den Beschluß gefaßt zu hoben, die Arbeüerregierung zu Fall zu bringen. In seiner Rede bei der Kohlendebatt« habe Lloyd George es darauf Abgesehen gehabt, alle guten Beziehungen, die sich zwischen Liberalen und Arbeiterparteilern angebahnt hatten, zu zerstören. Das Manöver werde auch in Zukunft fortgesetzt werden. DI« Ar- besterregierung würde sich jedoch hierdurch nicht verwirren lassen, sondern den geraden Weg weiter verfolgen. Sie er- warte, daß die Wähler ihre Tätigkeit gerecht beurteilen werden. Ergänzung des Kellogg-Pakies von Tarvieu beabsichtigt. Varls. 8. Januar. „New Dort Herald" bringt eine Meldung aus Washington, wonach die von der„Chicago Tribüne" verbreitet, Nachricht sich bestätige, daß Ministerpräsident Tardieu die Absicht hebe, nach seiner Unterredung mit Staatssekretär Stimson Abänderungen am Kellogg. Pakt anzuregen. Diese Abänderungen hätten den Zweck, solidarische Schritte der kontrahierenden Länder im Faste der Kriegsgefahr zu ermöglichen. Senator Lorah sowie zahl- reiche andere Senatoren sollen sich, der gleichen Meldung zufolge, gegen jede Aenderung am Kellogg-Pakt ausgesprochen haben. Spaniens Hoffnung enttäuscht. primo regiert weiter. Madrid. 2. Januar. Am Donnerstag tagte der Kronrat, von dem die Dittaturgegnsr die endgültige Entscheidung über de« Rücktritt Primo de Riveras und die Festlegung einer neuen politischen Linie erwarteten. Cnt- gegen diesen Hoffnungen erklärt« Primo soeben, daß im kommen» den Halbjahr lediglich Gemeindewahlen in beschränktem Umfang vorgenommen würden, wobei man daran denke, in Dörfarn und kleineren Städten«in Viertel der Gemeindeverwaltung direkt wählen zu lassen, in den Großstädten soll auch dieses Viertel von Handels-, Industrie, und wissenfchastlichen Verbänden gewählt werden! Erst noch Beendigung der gesetzmäßigen Lebensdauer der Nationalversammlung, Ende Juli, werde die Regierung dem König weitere Schritte zur Wiederherstellung normaler Berhältnisie empfehlen. Landsmännische Vegrüßung.. Mexikos Präsident ausgepfiffen. Oetroll, 2. Januar. Zu einem unliebsamen Zwischenfall kam es anläßlich des Eitz- treffens des neuen mexikanischen Präsidenten Ortiz Rubio, als 300 rnexikontsche Arbeiter, die in den Fabriken von Detroit beschäftigt sind, ein« Protestkundgebung veranstalteten. Ortiz Rubio wurde von den Arbeitern niedergeschrien und ausgepfiffen. Sech» Demonstmnten wurden in Haft genommen. Schießstadt Sosta. Feindliche Mazedonier. Sofia, 2. Januar. Heut« nacht gab es in einem Tanglokal in der Bechststraß« einen regelrechten Revoloerkampf zwischen mazedonischen Komitat- schi«. Der Mazedonier Sareisti gqb zwei Schüsse auf Gergslin, einem Mazedonier der gegnerischen Partei, ab, oerfestzt« ober sein Ziel, worauf Tergelin ebenfalls den Revolver zog und Sarcisti mit zwei Schüssen niederstreckte. Daxaus griffen alle anwesenden Mazedonier zu ihren Revolvern und es begann«ine wild« Schießerei, bei de? aher niemand weiter verletzt wurde. Die Polizei verhaftete Gergeltn. Sarcisti ist seinen Derletzungen erlegen. Zum zehnjährigen Amlsjubiläum als Staatssekretär im Reichs- justizminifterium hat Dr. Jo el ein herzliches Schreiben des Reichs« kanHers erhalten. Krassin über di 3« Briefen< In London ist vor kurzem ein Band Briefe erschienen, die Krassin in seinen letzten Lebensjahren seiner Frau geschrieben hatte.(Leonid Krassin, sein Leben und sein Werk, von seiner Frau Ljubom Krassin, London 1929.) Für die Beurteilung der Bolschewiken und der führenden Persönlich- keiten unter ihnen sind Urteile aus der Feder eines so klugen Mannes wie Krassin zweifelsohne von großem Interesse. Altes Parteimitglied, kannte er Menschen und Verhältnisse wie kaum einer. Daß Krassin sich von vornherein sehr skeptisch der Politik seiner engeren Parteigenossen gegenüber verhielt und daß er auch in den späteren Iahren verschiedentliche Differenzen mit ihnen hatte, ist ja kein Ge- heimnis. Daß er sie aber derart vernichtend be- urteilte, wie dies aus seinen Briefen hervorgeht, hat man doch nicht ahnen können. So schreibt er z. B. im Juli unmittelbar nach dem ersten Putschversuch der Bolschewiken m Petersburg: „Schöne Sachen haben die Bolschewiken gemacht: übrigens vielleicht sind es auch nicht sie gewesen, sondern von dem deut- fchen General st ab bezahlte Agenten oder schwarze Hunbertler... Si« waren und werden Schwätzer bleiben. Sie sind zu nichts anderem fähig als Reden zu schwingen und in den Zeitungen wuchtige Artikel zu schreiben— statt dessen sollten sie, als Führer des Proletariats, die Situation nutzen. Sie sollten ein positives Programm schaffen und es verwirklichen und nicht in viehischer Weise schrecklich und unnütz Blut ver- gießen..." Wenige Tage vor der bolschewistischen Revolution heißt es in einem Briefe: „Die Idioten, di« sich Revolutionäre nennen, parodieren noch immer auf den Hauptstraßen, schwätzen und verunreinigen den Boden mit Schalen von Sonnenblumenkernen. Die Lust ist mit Anarchie geschwängert, das macht.selbst die Bolschewikin nach- denklich. Die Masien, auch die„Genossen Proletarier", verhallen sich von Tag zu Tag gleichgültiger gegenüber der Politik." Ungefähr in die gleiche Zeit fällt ein anderer tntereffanter Brief Krassins. Es heißt darin: „Alles bestärkt mich immer mehr in der Ueberzeugung. daß noch viele Jahre vergehen werden, ehe man in der Lage sein wird, das russisch« Volk zivilisiert zu nennen. Dank dem Zarismus sind die Dolksmasien verbittert und durch und durch verroht. Erst wenn es gelingen würde, zwei Generationen in gesunden Verhältnissen auszuziehen, würden wir uns vielleicht so benehmen, wie es an- ständigen Leuten ziemt." Und zwei Monate nach dem Sieg der Bolschewiken schreibt Krassin an seine Frau: „Ich muß gestehen, die Bolschewiken tun alles, um zum Wider- stand gegen sich aufzureizen. Ich habe ihnen gesagt, daß ich ihr« Taktik für selbstmörderisch halte und daß Ich erst dann an ein« organisatorische Arbeit, sei es auf dem Gebiet des Handels, fei es im Verkehrswesen, herantreten werde, wenn die politische Struktur des Landes eine Zvjammenarbstt sämtlicher demo. kretischen Gruppierungen ermöglichen wird." Krassin hat sich schließlich überreden lasten, am Aufbau Rußlands mitzuwirken. Wie er aber Lenm beurteilte, ergibt sich aus einem Brief vom Ma! 1918. Cr sagt da: „Lenin hat oft sehr interessant« Ideen. Ost aber sind sie wieder ganz kindisch... Di« sogenannt« Arbeiterklasse ist durch die Illusion, als wäre sie aus einem Sklaven zum Herrn der Sttua- tion geworden, demoralisiert. Man muß gestehen, daß die Bolsche» wiken mit ihren phantastischen Pläney von einer sofortigen Verwirklichung des Sozialismus den Weg zur Zerstörung des Landes beschritten haben. Di« verschiedenen Posten werden mit Menschen besetzt, di« für sie vollkommen ungeeignet sind, nicht sellen mit Nichtstuern, selbst mit ausgesprochenen Gaunern, in den meisten Fällen mit Ignoranten, die, um ihr« Existenz zu Adieu, Hugenberg-Ausfchuß! Reichs-LanSbund und Landvolk verlassen ihn. Wie di«„Landoolk-Nachrichten" mitteilen, haben die Präsidenton des Reichs- Qandbunbes, Minister a. D. Schiel«, Hepp und B e t h t t an die geschästssührenden Präsidenten des Reich»aus- schusies für das deutsche Volksbegehren. Hugenberg und Seldte, einen Brief gerichtet, der praktisch das Ende de» Reichs- ausschusses«inleitet. In dem Brief wird zunächst erklärt, daß der Reichs-Landbund in dem.Kampf gegen die Kriegsschuldlüge und den Tributplan" seine ganz» Kraft für das Volksbegehren und den Voltsentscheid eingesetzt habe, obwohl diese Hilf« nicht ohne Gefahren für den inneren Bestand de« Lanbbunde« und für eine Zusammenarbell mit anderen Parteien und Wirtschastsgruppen gewesen sei. Ferner betont der Brief, daß nach Auffassung d«? Reichs-Landbundes der Reichsausschuß eine für die besondere Auf- gäbe des Volksentscheids geschaffene Einrichtung gewesen sei, di« nach Erledigung dieser Aufgab« aufgehört habe zu bestehen. Schließlich wird in dem Brief noch hervorgehoben, dtr Reichs-Lanb- bunt» vertrete di« Auffassung, daß für den Kampf um di» deutsch« Zukunft eine breite Front gebildet werden muffe. Der Reichs- Landbund fn bereit, di« kommenden Ausgaben gemeinsam mit allen nationalen und christlichen Kräften im Volk in Angriff zu nehmen. Dia gleich« Auffassung, di« in diesem Brief vertreten wird, herrscht, wie die„Landvolk-Nachrlchten" weiter erfahren, in der Ehristlich-Nationalen Bauern,'und Landoolkpartei. Im Gegensag zum Reichs-Landbund ist die Landoolkpartei dem Reichsausschuß nicht korporativ beigetreten, sondern hafte durch zwei ihrer Bor, standsmftglieder di« Verbindung zum Reichsausschuß hergestellt. Wie auch au» einer Meldung der„Nastauischen Bauern-Zeitung" hervorgeht, fleht die Landoolkpartei die Tätigkeit ihrer beiden Vertreter im Reichsausschuß als erledigt an. Der„Reichsausschuß" selbst teilt mit, daß ihm der Brief des Re'lchslanddundss schon am 2S. Dezember zugegangen sei. lleber die kommenden politischen und organisatorischen Maßnahmen de» Reichsausschusses werde im übrigen die auf den 7. Januar ein- berufene Präsidialsitzung entscheiden. Relchspräfldenk von hindenburg dankt öfsenikich für oll« Reu» lahrswünsche, di« ihm zugegangen sind. Bayerisches Relchsratsmilgtied an Stelle des zurückgetretenen Staatssekretärs Oswald ist der neue Staatssekretär im Staats- Ministerium für Landwirtschaft und Arbeit, Funk«, geworden. e Bolschewiken. n feine Fran. rechtfertigen, Plan« aus den Fingern saugen. Wendet man sich an dies« Leute mit irgendeiner Frage, deren Beantwortung mit einer gewissen Verantwortlichkeit verbunden ist, so wälzen sie di« Arbeit sofort ouf jemand anderen ad. bloß, um den unangenehmen Fragen aus dem Weg zu gehen. T s ch i t s ch e r i n wetteifert in seinen Fehlern mit Trotzt!..." Der im Jahre 1922 unter Vermittlung Krastins zwischen der rustischen Regierung und Urquart abgeschlossene Vertrag verursachte bei ihm einen neuen Anfall von Verzweiflung: „Ich verliere jede Hoffnung... Wieder sind alle msine Bs- mühungen, meine ganze Arheitsenergie umsonst gewesen— ein« kleine Gruppe von Eseln undDummköpfen hat mein« Arbeft vernichtet, ähnlich, wie ein Kind mft einem Griff das feine Spinn- gewebe zerstört." Der Bertrag wurde nicht ratifiziert, Krastin reichte seine Demission ein, sie wurde nicht angenommen. Im Juli 1923, also ungefähr zu derselben Zeit, als die Komintern eifrig bemüht war, ihre„Weltrevolution" in Deutschland mit Hilfe der deutschen Kommunisten zum ent- scheidenden Sieg zu führen, schrieb Krastin aus Moskau: „We gewöhnlich, befindet sich hier alles im vollen Chaos: die Regierungskreise tun aber das ihrige, um die Lage noch zu verschlimmern." Nach der kommunistischen Geschichtslegende besteht eine der vielen Verrätereien der Sozialdemokratie darin, daß sie im Jahre 1923„den Sieg der Weltrevolution verhinderte". Was dieser Sieg und die Desorganisierung der Wirtschaft nach russischem Muster für die deutsche Arbeiterklaste bedeutet hätte, kann man den Briefen Krassins entnehmen, der zur Zeit seines Lebens den Bolschewiken als ihr erster Wirt- schastssachverständiger gegolten hat. Siolins Hoffnnng auf einen neuen Bauerntyp. Moskau, 1. Januar(Ost-Expreß.) Die Blätter veröffentlichen«ine Rede, die Stalin aus einer Konferenz der Agrarsachversiänbigen gehallen hat. Im Mittelpunkt stand eine Polemik gegen di«.Zweifler", die«ine Zusammenarbeit von Stadt und Dorf.beim sozialistischen Aufbau für unmöglich halten, d. h. gegen die Rechtcopposition: die Theoretiker dieser Rich- tung haften sogar behauptet, daß die bolschewistische Revolution der Bauernschaft genau genommen nichts gegeben habe. Di- Trotzki und S i n o w j e w hätten das aufgegviffen und gegen die Partei ausgenutzt. Stalin betonte, daß nur das Kulakentum durch dt« Rc- volution Verluste erlitten Habs, di«„Dorfarmut" und das„mittlere" Bauerntum dagegen außerordentliche Lorteile genössen. Stalin sprach die Hoffnung aus. daß ein„n e u« r B a u» r n) y p" siä, herausbilden und dem Sowjetstaat ganz zur Derfügung stehen werde. Gewiss« Andeubrnzen in der Rede berechtigen zu dem Schluß, daß di« von Stalin angegriffenen„abweichenden Theorien" in dar Frage der Zusammenarbeit von Stadt und Dorf auch jetzt. nach der scharfen Maßregelung dieser Opposition, ihr« Vertreter finden.....>........• Wenn Stalin ouf einen neuen Bauerntyp chrfft, fo hat.«? offenbar die Hoffnung ausgegeben, daß di« Bauern van heute mit ihm gehen! Atten-at in der Ukraine. Charkow, 1. Januar.(Ost-Expreß.) Bei oer Durchführung der Getreide-aufbr'ngung ist der Leiter des Konsumgcnassenschaftsoerbandes Tschornij im Dorf Scheschenka von Bauern überfallen und schwer verwundet worden. Zusammenbruch eines Verlages. Zahlungseinstellung des Katholischen Ltafttvereius. Die überraschend« Zahlungseinstellung bei dam München-Glad- bacher Volt»oereinv«rlag hat weit über die Grenzen des Rheinlandes hinaus Aufsehen erregt. Der Verlag, dem eine groß? moderne Druckerei angeschlossen ist, stellte bisher auch«in« k a t h o- lisch« Arbeiterzeitung in einer Auslage von etwa ILO 0 0 Exemplaren her. Wieviel von dem IL-Millionen-Kapital des Unternehmens zu retten ist, läßt sich noch nicht übersehen. Wie wir hören, war der Reichskanzler a. D. Dr. Marx mit mehr als einer h Iben Million an dem Unternehmen beteiligt, außerdem der bekannte München-Gladbacher Prälat Dr Pieper. Andere Kapitalscigne waoen katholisch« Fabritanten und Weingutedesitzer. D« gesam.en Verpflichtungen des Unternehmens werden auf drcinnha'b Millionen Mark beziffert. Hieran sind Berliner Großban- ksn mit etwa anderthalb Millionen und einige rheinische Banken mit fast einer Million beteiligt. Außerdem haben größere Forde- rungen einige Maschinenfabriken für die L'eferuna von Druckereimaschinen im Werte von etwa einer halben Million M-rk. Zurzeit schweben mft den Gläubigern noch Verhandlugen, um besonders bei den Banken einen Nachlaß der Forderungen zu erwirken. Man glaubt, daß der Volksoereinverlag die Glä'bia r mit einer Quote von 40 Proz. befriedigen will. Bauern gegen Faschismus. Landbund und Heimwehr. Men. 2. Januar. Aus dem Verlauf einer Versammlung d-s Landbundes in Rad- karsburg in Südsteiermark, an der alle Vertrauensmänner des Bezirk« teilnehmen, geht hervor, daß die Meldungen über«ine Beilegung des Streites zwischen Landbund und Heimwehren, dik nach dem Ausschluß de» Minister» Schumy aus der Ortsgruppe Klagenfurt der Heimwehren entstanden war, den Tatsachen vorauseilen. Nationalrar Dewaty betont«, daß der Landbund auf dem Baden des Heimatschutzes stehe, daß er aber alle Dil- toturgelüste entschiede» ablehne. Die Frage der Er« richtung von Bauernipehren sei erst zu behandeln, wenn di« Ver. hältniss« in der Heimwehr, di« geklärt werden müßten, die» erfor- derten. Di« Versammlung beschloß darauf, von der Gründung w«i- terer Ortsgruppen der Bauernwehr vorläufig abzusehen und die Entscheidung über das Verhältnis zwischen Heimatschutz, Landbund und den Bauernwehren der höchst«» Parteiinstanz de, Landbundes zu überlasien, dl« demnächst«nffchetden soll. Kanzlera.O. Bauer gegen„RoieKahne" Sin Monat Gefängnis wegen schwerer Beleidigung Wegen eines beleidigenden Artikels der.Ltoten Fahne' hotte die StaatsanValtschdft für den früheren Aeichskanzlsr Gusto» Aauer den verantwortlichen Redakteur Schräder verklagt. 3n der Beweisaufnahme vor dem Schöffengericht Neukölln wurde der kommunistische Parteisekretär Stolt vernommen. Cr war als Londtagsabgeordneter Mitglied des Barmat-Untersuchungsaus- schufles. Er sagt«, die meisten. Ausschußmitglieder hätten den Ein- druck gehabt, daß Bauer Entschädigungen in irgendeiner Form von den Barmats erhalten haben muffe. Wenn ein« Resolution des Untersuchungsausschusses auch besage, daß kein Politiker seinen Einfluß für prioatwirtschastlich« Machinationen mißbraucht hätte, !a habe man dieser Entschließung kein« große Bedeutung beizumessen. da sie noch politischen und nicht immer tatsächlichen Gesichtspunkten gefaßt worden sei. Die Frag«, ob Bauer Reichseigentum an die Barmats vergeudet habe, könne er. der Zeuge, nur bejahen. Der Vertreter des als Nebenkläger zugelassenen Reichskanzler a. D. Bauer verwahrte sich energisch dagegen, daß die Rollen in diesem Prozeß vertauscht würden und der Kläger als Angeklagter hingestellt werde: Bauer habe allerdings mit den Barmats Devisengeschäfte in der Inflation gemacht. Verteidiger R.-A- Al«xand«r. M. d. R-, bs- bauptet«, daß der ehemalige Reichskanzler regelmäßig seinen Einfluß für Barmat geltend gemacht Hab«. Auf Veranlassung Bauers Habs der damalige preußische Innenminister S e o« r i n g die Durchreis« von Barmats Angehörigen aus Rumänien durch Deutschland nach Holland ohne Paß zugelassen.. Schröder wurde schließlich zu einer Gefängnis st ras« von einem Monat verurteilt. In der Urteilsbegründung betonte der Borsitzende, daß die Beweisaufnahme nicht. Ehrenrühriges gegen Reichskanzler a. v. Bauer erbracht habe. Wenn auch seine Beziehungen zu Barmat weit enger gewesen seien, als es der Nebenkläger darstelle, so habe die Beweisaufnahme nichts ergeben, um Bauer irgendwie moralisch zu verurteilen. Der Angeklagte habe weniger eine Kritik der Vorgänge bei der Wohnungsgesellschast„Eintracht' als eine Bloßstellung des Reichs- kanzlers a. D. Bauer beabsichtigt. Dem Privatkläger wurde die Publikationsbefugnis des Urteils in mehreren Berliner Zeitungen zugesprochen._ Die Vorgänge auf der„Emden". Geheimniskrämerei und Widersprüche. Aus Wilhelmshaven wird uns geschrieben: Als der Kreuzer..Emden' von seiner Auslandsreise vor Weihnachten zurückkehrte, muri»« bekannt, daß vor dem Einlaufen de« Kreuzer? durch UZ.-Doot von Schillig- Ree de drei Mann der Bsfatzung abgehokt und in der hiesigen M a rin e st ra fa n fto lt inhaftiert wurden. Dies« Tatsache gab Veranlassung zu allen möglichen Gerüchten: u. a. wurde behauptet, der Kreuzer habe seine große Schulr«is« vorzeitig abbrechen und wegen dieser Dinge zurückkehre» müssen. Das war zweifellos unrichtig. Der Kreuzer ist vielmehr, so wie vorgesehen, in seinen Heimathafen zurückgekehrt. Immerhin erhielten sich all« möglichen Vermutungen, und di« Marinebehoid« selbst trug durch ein« sehr wenig angebracht« Geheimniskrämerei dazu bei, daß in der Presse mehr oder weniger über die Sache gemunkelt wurde. So'würde"zuerst von den hiesigen Mannestellen behoupt«, dt? Hcrrmlnfigkeit der Bärgängr- ergab« sich am besten daraus, daß ein Kriegsgericht?- verfahren gegen di« Beschuldigten nicht in Frage käme. Aber schon am nächsten Tag« wurde amtlich mitgeteilt, daß am Freitag, dem 20. Dezember, in öffentlicher Sitzung des Kriegsgerichts gegen drei Angehörige der„Cmden'�Besatzung verhandelt worden f«:. Das Urteil des Gerichts habe gegen zwei Angeklagt« auf fünf Wochen oerfchärsten Arrest unter Anrechnung der Untersuchungshaft wegen Ungehorsam gegen einen Befehl in Dienstsachen nach§ 92 des Militärstrafgesetzbuches gelautet. Der dritte fei freigesprochen worden. Die Marinedienststellen berichtigten sich also sozusagen selber. Aber auch diese letzt« amtliche Darstellung hatte ängstlich per« mieden, irgendwelche Mitteilungen über den Tatbestand zu machen. Wäre das geschehen, würde sofort völlige Klarheit über die Dorgäng« herrschen. Daß der Tatbesband nach wie vor ängstlich geheimgehalten wurde, öffnet« den Vermutungen und Munkeleien Tür und Tor. In den letzten Tagen endlich ist die Marineleitung mit der Bekanntgabe des Tatbestandes herausgekommen, wonach die ganze Sache ziemlich harmlos war. Im übrigen haben wir noch nicht gehört, daß Angehörig« der Reichsmarins vor das Kriegs- gericht gekommen sind, wenn sie„Hakenkreuz am Stahl. Helm' oder andere„schöne' Lieder singen, was ja bekanntermaßen dann und wann vorgekommen ist und noch vorkommt. Inventur- Ausverkäufe. Oer Kapitalist: ,!lnd immer warte ich noch vergeblich, daß hier mal der große Ausverkauf kommt!'' Der Pyrrhussieg der Wafd-Partei. Aegyptens schwere Wirtschastsnöte. Erwünschte Klärung. Obuch verNagt den„Hamburger Arnekger*. Hamburg, 2. Januar.(Eigenbericht.) Der preußische Landtagsabg. Obuch hat gegen den demvkra, - chen.Hamburger Anzeiger', der vor wenigen Tagen da, mit ' uchs Unterschrift versehene„vertrauliche Rundschreiben' der nnmunistischen Partei veröffentlichte, Gtraiantrag wegen„Per- l. umdunz und Urkundenfälschung' gestellt. Obuch will vor Gericht beweisen, daß da? Rundschreiben nicht von ihm herausgegeben wurde und sine Fälschung sei. Veichsansialt und(Semeinden. Ke n« höhere Entschädigung. Infolge von Meinungsverschiedenheiten zwischen einer Anzahl E.ineinden und der R-icheanstalt fsir Arbcitswrmittlm.g und Arbeitslosenversicherung über die Entschädigung der Gemeinden für Arbeiten im Interesse der Arb«üslosenversich«runz, bat der Präsident der Reichsanstast erklärt, daß nach seiner Ausfassung di«. vorgebrachten Beschwerden ungerechtfertigt seien. Die Heranziehung von Gemeinden zu diesen Aufgaben beschränke sich in der weit üb-npiegenden Mehrzahl aller IZälle daraus, daß von den Gemeinden entweder nur die Entgegennahm« und Dorprüfung von Anträgen ober die Konirolle der Arbeitslosen oder die Auszahlung der Arbeitslosenunterstützung oder auch mehrere dieser Auf- gaben zusammen vorgenommen weroen. Dafür seien d>« Entschädi- gungssätze ausreichend: bei der derzeitigen Finanzlag« d«r Reicheanstalt sei eine Erhöhung dieser Satze ausgeschlossen. Im übrigen werde per weitere Ausbau der inneren Organisation der Arbeilcämter ohnedies dazu führen, daß auch die Ausgaben der Arbeitslosenversicherung in steigendem Maße durch die Rcichsanstall selbst ausgeführt werden, und zwar zunächst in d e n Semeinden, die sich über«in« zu gering« EntschSdigiwg b«Ichw«rt hätten, Kairo. Ende Dezember.(Eigenbericht.) Infolge ihres großen Wahlsieges hat die„Wafd' genannte Unabhängigkeitspartei eine überwältigende Mehrheit in Kammer und Senat, die Opposition zählt nur 30 Mann, dazu noch ohne Führer und ohne Programm. Nichtsdestoweniger bleibt die Frage, wie der Wafd die Probleme der nächsten Zukunft bewältigen wird, selbst für die denkenden Köpfe der nunmehr herrschenden Partei ein vollkommenes Rätsel. In einem Punkt werden di« Sieger allerdings auf ihre Rech- uung kommen. Die Träume von einflußreichen Regierungsposten und nach einträglichen Beziehungen werden sich jetzt nach langem Harren erfüllen, aber di« Befriedigung dieser Sehn- iüchte genügt noch lange nicht zur Bewältigung der Aufgaben, die Dem Waid Dlurch seine Rückkehr an jjie Macht obliegen, nicht allein die Regelung der �Ziehungen zu'England. Das Schicksal Aegyptens hängt vielleicht sogar noch in höherem Maße von ander«» Dingen ab. Selbst wenn das von Rähas Pascha angewandt« System der diplomatischen Spitzfindigkeiten zu du» erhofften Erfolge führen sollt«, bleibt noch ein Bündel bedeutsamer Fragen übrig, deren Lösung Mut, Sachlenntnis, Arbeitskraft und selbstlose Hingabe an die Sache fordert. Die Befürchtung bleibt bestehen, daß mit der Rückkehr des Wafd zur Macht die Günstling?- und Schluderwirtschaft wieder einreißen wird, die den ögypti- schen Parlamentarismus so schwer diskreditiert hat und Mohammed Mahmud die Wege zur Diktatur geebnet hat. Di« neuen Männer stehen vor einer Feuerprobe, die selbst stärkeren und sähigeren Per- sönlichkeiten, als sie es sind, bange machen könnte. Vor allem werden fi« nicht umhin können, sich ernsthaft mit den Fragen der ägypti« schen Wirtschast zu befassen, die von ernsten Erschütterungen bedroht ist. Das Land steckt inmitten einer schweren Absahkrise der Baumwolle. die Geschälte stocken, die Börse ist pessimistisch und auf Ackerbau und Handel lastet der Druck einer Finanzkrise. Dabei werden Palliatiomittel zum Abstoppen der einer oder der anderen Teil- katastrophe auf di« Dauer nicht ausreichen, wenn das Weiterfressen der Krise nicht zur Ünterhöhlung des Funiements der gesamten Wirtschaft führen soll. Di« g o l d e n e n Jahr«, in denen die ägyptische Baumwolle«uf den Weltmärkten gesucht wurde, wie Brot in einer Hungersnor, pnd vorüber. Es geht auch auf die Dauer nicht, Ägypten wirtschaftlich von negativen Momenten abhängig zu machen und sich durch Heber» schwemmungen des Mississippi oder Mißernten in Indien . au, zeitweiligen. Katastrophen cheraushelfen.zu. lassen. Ein« gründ- lich« ökonomische Sanierung Ägyptens ist nur durch energische Agrarreform und durch die Umstellung der Landwirtschaft auf weniger wertvoll« aber auch mit geringerem Risiko beiastete Produkte möglich, als Baumwolle bei dem heutigen Austand des Weitmarktes ist. Unter solchen Auspizien wird sich der billige Sieg der Was« disten wahrscheinlich sehr bald teuer bezahlt machen. Die Permutung liegt �nahe, daß die Erholung des Wafd auf der Oase der Macht keiif« lange Dauer haben wird.. Gerade di« Zurückhaltung Mohammed Mahmuds bei den Wahlen ist«in oedentliche« Zeichen dafür, daß der gestürzte Diktator auf der Lauer liegt und daß er nur di« passende Gelegenheit abwartet, um seine erfolgreichen Rioalen in eine neu« Wanderung durch die Wüste der politischen Bedeutungslosigkeit zu treiben. Spaltung der Inderfront. Die Gemäßigte« gegen Kongreßbescklüffe.. Sah vre über London. 2. Januar.(Eigenbericht.) Die gemäßigten Führer der indische» FreiheitS- bewegnng habe» unmittelbar»ach dem Abschluß der all-indischen Konferenz beschlossen, an di« öffentlich« Meinung Indiens zu appellieren, nm eine« Aufschub Sek der Durchführuug der Konferenzbeschlüsst durch» zusetzen. Diese Führer«einen, daß der Kongreß durch seinen Beschluß, die gemeinsam« Konferenz mlt der Arbeiterregierung abzulehnen, eine« übereilte» Schritt getan habe. Die gemSßigte Gruppe hat ferner beschlos. se«, bis auf weiteres der Weisung der Konferenz, samt- liche parlamentarischen Mandate niederzulegen, nicht Folge zu leisten. Oemonstraiionstog 2S.Lanuor. Lahor«. 2. Januar. Der von dem eben beendeten indischen Nationasistenkongreh eingesetzt« Ausschuß hat beschlossen, am 2L. Ianuak in ganz Indien ein« Demonstration für die neuen Ziele des Kongresses zu ver, anstalten, nämlich für eine Autonomie, di« der völligen U n- abhängigkvt gleichkommt. Der Präsident des Kongresse? ist ermächtigt worden, all« Nationalparteien der verschiedenen gesetz- gebenden Versammlungen zur sofortigen Niederlegung ihrer Mandat« aufzufordern. Die Organisierung einer allgemeinen Verweigerung der staatsbürgerlichen Pflichten ist, wie verlautet. vorläufig noch nicht in Aussicht genommen: man beabsichtigt ab» zuwarten, ob irgendwelche Zwangsmaßregeln der Regierung«inen geeigneten Anlaß für ein« derartige Aktion liefern. Die wirkungslose Einladung. London, 2. Januar. Achtzehn Mitglieder der Arbeiterfraktion des Unterhauses haben an die Führer des Allindischen Kongresses in Lahor««in Schreiben gerichtet, in dem sie den Kongreß dringend bitten, da» Angebot der Arbeiterregierung zu einer Konferenz in London anzunehmen, in der die indischen Probleme besprochen werden sollen. Dies Schreiben ist auf dem Allindischcn Kongreß ohne Wirkung geblieben. Muffoiinis Gnade. Amnestie für Olebe- nicht für politische! Rom, 2. Januar. Anläßlich der bevorstehenden Heirat des Sronpriuzen hat der König eine Amnestie erlassen. Sie betrifft im wesentlichen Frei- heltsslrafen bis zu einem Zahr oder entsprechende Geldstrafen sowie Slrafmandole. Ferner wurden alle Diebe beguadlgk, deren Beute den Verl von 500 Lire nicht überschritt, von der Amnestie ausgeschlossen sind alle, die zur Zeit de» verbreche»» unter besonderer Polizeiaussicht standen. Die Amnostie erstreckt sich nicht auf Verbrechen gegen den Staat, Spionage, Aufruhr, Desertion usw. Für das Heer und die Marine wird eine Amnestie für Dienstvergehen gewährt. Mörder Alkohol. Am Siivesterraufch gestorben. Amsterdam. 2. Januar. Wie die Blätter berichten, sind sieben norwegische Studenten, die sich auf einer Studien reis« noch Holland befinden und am Silvestertage mit dem norwegischen Dampfer „Zeta' aus Bergen i» Rotterdam eintrafen, mit schweren Alkoholoerg istungen in ein Rottevdamer Krankenhaus«in- geliefert worden. Drei von ihnen sind gestern gestprben. Di« Rotterdamer Polizei beabsichtigt, im Einoernehmen mit dem norme- gif che» Konsulat eine Durchsuchung de» Schiff«, vorzunehmen. Sechs Kinder verbrannt. Rew pork. 2. Januar. Nach einer Meldung aus Ormstown(Provinz Quebec) kamen in der Neujahrsnacht bei einem Brande eines Wohnhauses sechs Kinder ums Lebe»,'. WERTHEIM Leipziger Str.( Versand- Abt.) Königstraße Rosenthaler Str. Moritzplatz 020 Preise für Freitag u. Sonnabend, soweit Vorrat, Mengenabgabe vorbehalten. Fleisch, Fische, Geflügel, Obst und Gemüse werden nicht zugesandt. Frisch.Fleisch Kalbskamm Pfund 0.94 Kalbsbrust Pfund 0.94 Kalbsnierenbrat. 1.00 Kalbskeule ganz u. geteilt, bis 9 Pfd., Pfd. 1.10 Kalbsschnitzel id. 2,30 Rinderkamm Pfd. 0.90 Rinderbrust Pfund 0.90 Querrippe Pfund 0.85 Gulasch..Pfund 0.95 Schmorfleisch mit 1.10 Kn. Knochen Rindfleisch ohne 1.30 Rinderzungerische, 1.20 Schweinekamm Elatt u. Rücken, Pfund 1.20 Schweineschink. 1.28 Liesen.. Pfund 0.90 Gehacktes. Pfund 0.85 Hammel- Vorderfleisch 0.98 Nierentalg gelassen 0.58 Prima Gefrierfleisch Rinderkamm ausand Brust Pfund 0.85 Räucherwaren 9 fd. Fettbücklinge 0.60 0.48 Seelachs.Pfund 0.42 Rotbars.Piund 0.42 Sprotten Pfund 0.45 Flundern Pfund 0.45 an Fleckheringe Pfd. 0.60 Bücklinge Pfund 0.65 • Wurstwaren Dampfwurst Pid. 0.95 Rotwurst.. Plund 0.95 Fleischwurst Pfund 1,15 Sülzwurst.. Pfund 1.15 Würstchen Pfund 1.20 Hausm. Leberw. 1.25 Jagdwurst. Pfund 1.45 Mettwurst Br. Art 1.45 Filetwurst Schinkenpoln. Pid. 1.65 Leberwurst teine 1.80 Zervelat. Salami Pfund 1.65 holst., Piund 1.80 Speck fett 1.35 mager 1.60 Schinkenspeckid. 1.90 Nußschinken Pfund 2.10 Königstr. Rosenthaler Str. Moritzpl.: Landleberwurst 0.95 Knoblauchwurst 1.15 Ponische Pfund 1.45 Bierwurst Pfund Käse u. Fette Geflügel, Wild Camembert vollfett, Schachtel 0.25 Limburger 0.48 1.05 Steinbusch.0.68 1.00 Edamer Pfd. 0.75 1.15 ohne Rinde Tilsiter Art 0.85 Schweizer dän., Pid. 0.90 Tilsiter vollf., Pfund 0.98 Holländer vollf., Pid. 1.15 ohne Schweizer Art Rinde 1.15 Schweizer und 1.28 voll ett, Margarine Pfund 0.50 Kokosfett 1- Pfd- Taf. 0,50 Molkerei- Butter 1.75 Tafelbutter 1.82 1.96 Dän. Butter billigst Kolonialwaren Haferflocken fund 0.21 rst. Plant 1.45 Tafelreis Gebrannter Kattee eigene Rösterei Konsum- Sorte II 1.80 Mischung Sorte 2.00 Haushalt Misch. 2.60 Sonder- Misch. 3.00 Olympia- Misch. 3.40 Globus-Misch.Pid. 3.80 Tafelreis Ptd. 0.30 0.22 Viktor.- Erbs. 0.20 0.22 Linsen Pfund 0.38 0.24 Bohnen weiße 0.45 0.36 Backobstgem. 0.68 0.48 Pflaumen bosnische 0,52 ohne Stein, Pfund 0.65 Ringäpfel Pid. 0.30 0.65 Pfirsiche kalif. 1.10 0.90 Aprikosen 1.15 0.90 1.15 0.90 Makkaroni Bruch Hartgr. 0.42 Makkaroni Bruch Eler 0.48 Ptund von Gänse gefroren, 0.92 an Tauben Stück von 0.78 an Suppenhühner Plund von Wolgahühner 1.05 an Plund von 1.10 an Puten feine, Pfd. v. 1.05 an Hirsch- Ragout Pt. 0.35 Hirschblatt Pfund 0.95 Rehblatt.. Pfund 1.28 Fasanen Stück v. 2.65 an Fische Schellfisch Pfund 0.15 Schellfisch Pfund 0.15 Kabeljau Kepf, ganze Fische 0.18 0.28 Goldbars ohne Kopf, Pfund 0.27 Fischfilet..Pfund 0.28 Karpfen lebend.Pid. 1.10 an Grüne Heringe 3 Pound 0.72 TeeMischungen Plund Ceylon II...... 1.25 Indien 1.55 China....1.70 Ceylon..... 1.85 Darjeeling.... 2.00 dod. pun& Consigno Billige Lebensmittel ohne Glas Wein Preise für' n Flasche, 1928 Bergzaberner Letten Tischwein. 0.80 1928Dürkheim.Portugieser Rotwein.. 0.90 Tarragona Rot süß, Orig. Nörregaard 0.95 Domaine St. Coloma feiner span. Rotwein 1.10 1928 Dittelsh. Kloppberg milder Rheinh. 1.10 1922 Chât. La Grolet süffiger Bordeaux 1.50 1923 Beaujolais Fleurie Burgunder 1.50 1927 Mandeler Rosengarten sehr binmig 1.50 Gold- Malaga... 1.30 Wermutw., Evisa' 1.30 Dt. Weinbrand✶✶ 3.70 Punsch- Essenzen besonders billig Burgunder-, Arrak-, Rum- u. Schwedenpunsch Hausmarked 1 FL 2.25% Fl. 4.00 Orignal. 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Dose 0.36 0.45 Heringen Tomat., D. 0.70 norwegische, Konfitüre, Eimer Pflaumen..... 0.92 Orangen...... 1.10 Aprikosen..... 1.10 Kirschen...... 1.25 1.25 Erdbeeren..... 1.40 Gemüse Weißkohl dan., Pid. 0.04 Möhren gewaschen, Pfund 0.04 Zwiebeln Plund 0.05 Wirsingkohl hollst. 0.09 Rotkohl holl, Pfund 0.09 Sellerie Pfund 0.12 0.18 Schwarzwurzeln 0.28 Rosenkohl Pfund 0.28 Blumenkohl 0.30 an Kopf von Verkäufe Gänse billig. Stets dirette Ru fuhren aus Ober- und Wartebruch. Eridy Benalau, nur Graudenzerstraße 8, Ede Pitauerstraße, Nähe Frankfurter Allee. ginoleum. Gaillat. Rolonieftraße 9 Teppiche. Juventur- Ausverkauf ab 2. Januar. Musnahme- Breis 2x3 2X3 2x3 21, Möbelkäufer merte Arebit und bar Möbelbazar, große Auswahl. Musikinstrumente Dhne Anzahlung! Schlafzimmer, Batentmatzaken, Bolsterauflagen, 9.- 1 Soffmann Bianos. Stammhaus ge Richen, Schränke. Bettstellen, Rorbfeffel, Vanvelallce 12. Bantom. 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Bei diesen plöglichen, unvorher land, bei der nach den letzten Meldungen 72 Kinder auf furchtbare| gesehenen Unterbrechungen fommt es donn vor, daß der Film in Weise ums Leben famen, hat uns Veranlassung gegeben, einen Ber- Brand gerät. Lodert die Flamme auf, wird ein Zelluloidsicherheitsliner Feuerwehrfachmann über seinen persönlichen Eindruck streifen gleichzeitig in Brand gesetzt und die, Sicherungsflappe fauft und über die Möglichkeiten einer ähnlichen Katastrophe in Berlin im selben Augenblick herunter. Bom Zuschauerraum wird der ganze zu befragen. Branddirektor Po zdziech, als Vertreter des zurzeit Vorgang überhaupt nicht bemerkt. Durch Sicherheitsfilmtrommeln von Berlin abwesenden Oberbranddirektors Gempp, macht hierzu und andere technische Vorkehrungen ist auch für die Sicherheit des die folgenden recht interessanten Ausführungen: Vorführers gesorgt. Mit Argusaugen wacht die Feuerwehr darüber, daß jeder Vorführungsraum& mei Ausgänge hat, die dem Borführer und seinem Assistenten bei Feuersgefahr eine sofortige Flucht ermöglichen. Der Vorführungsraum ist die schlimmste Gefahrenquelle und hier das Rauchen selbstverständlich verboten. Um aber auch im Zuschauerraum die größtmögliche Sicherheit zu gewähr leisten, ist bekanntlich das Rauchen auch dort polizeilich verboten und es wird streng darauf geachtet, daß dieses Verbot eingehalten wird. Die Filme müssen in einem zweiten Raume in feuersicheren Schränten aufbewahrt werden. Es bestehen sogar über die Zahl von lagernden Filmen Borschriften und sie dürfen eine bestimmte Anzahl nicht überschreiten. Die Vorführer selbst müffen geschulte Leute sein, die ein feuerpolizeiliches Eramen abzulegen haben. Das entfeßliche Unglüd in Basley hat naturgemäß auch in Berliner Feuerwehrfreisen st ärtste Anteilnahme und gleich zeitig damit große Aufmerksamkeit erregt. Man weiß hier nicht so recht, wie die englischen Verhältnisse liegen und die bisherigen Meldungen aus England lassen noch keine genauen Einzelheiten über die Inglücksstätte erkennen. Man kann aber doch wohl sagen, daß Fabriken, öffentliche Anstalten, Kinos, Theater usw. in feuerpolizeilicher Hinsicht in Deutschland strenger als in England überwacht werden. Es sei darum vorweg bemerkt, daß in Berlin nach menschlichem Ermessen eine Kinokatastrophe, wie fie Pasley heimfuchte, kaum möglich ist. Die Berliner Feuermehr achtet mit peinlicher, oft als über trieben empfundener Genauigkeit darauf, daß in Lichtspieltheatern alle feuerpolizeilichen Anordnungen und Vorschriften auch genauestens befolgt werden. Laufende Revisionen in den Kinos, bei denen in besonderem Maße dem größten Gefahrenherd, dem Vorführungsraum, Beachtung geschenkt wird, geben den Theaterbesuchern die bestmögliche Gewähr für jede erdenkbare Sicherheit. Damit foll aber noch feineswegs gejagt jein, daß alle diese Maßnahmen eine Ratastrophe völlig unmöglich machen. Der schlimmste Feind aller Berechnungen, aller technischen Sicherungsmaßnahmen ist die„ Panit". Ist das Publikum erst einmal von der Banitftimmung erfaßt, ein Angst, ein Schredensruf genügt oft, sie herbeizuführen, ist es mit der menschlichen Kunst vorbei. Und gerade bei dem Unglück in Pasley ist die große Zahl der Opfer nicht auf das Feuer an sich, sondern auf die unter den unglücklichen Kindern ausgebrochene Panik zurückzuführen. Man kann sich des Eindruds allerdings nicht erwehren, daß zu wenig oder schlecht angelegte Notausgänge in dem Lichtspielhaus vorhanden gewesen sein müffen. Hoffentlich werden darüber in den nächsten Tagen noch nähere Einzelheiten bekannt. Brandbirettor Bozdziech gibt folgende mertvolle Anre= gangen: Es märe sehr münschenswert, daß sich die Besucher eines Theaters gleich nach Betreten des Zuschauerraumes vergewifferten, wo die Notausgänge liegen, um bei irgendeinem Borfommnis sofort ins Freie gefangen zu können. Die Notausgänge, die ja nach der Größe des Zuschauerraumes in entsprechender Bahl vorhanden sein müssen, sind vom Beginn der Borstellung bis 3 hem Augenblid, in dem der lette Besucher das Theater nariaffen hat, burch entes Sicht beutlich martiert. Bei Kindern ins befondere märe es amedmäßig, menn nicht mir in den Schufen. fomber andh einmal in den 2ichtfpieltheatern Webungen zum schnellen Berlassen eines nermeintlich gefährdeten Hauses oder Raumes abgehalten würden. Auch aufffärende Vorträge durch die Lehrerschaft fönnten viel zur Verminderung dieser Ge fahrenquelle beitragen. In allen Berliner Kinas ist der Vorführungsraum durch einen Femerficeren Abschluß nom Zuschauerraum streng isoliert. Es ist also unmöglich, daß bei einem Filmbrand im Borführungsraum die Flammen auf den Zuschauerraum übergreifen können. Sehr intereffant und sinnreich konstruiert sind die technischen Sicherungen, die bei einem Filmbrand sofort automatisch in Tätigkeit treten. Filmbrände, wie sie nicht selten paffieren, entstehen meist beim Laufen des Filmbandes durch Reißen furz vor der Linfe. Schlechtes Material, eine Klebestelle oder Selbstentzündung Aluizio Azevedo 2] Ein Cradlianischer Mietshaus te 2 Einige muntere Söhne, die ein Gut bewirtschafteten, hatten mehr zu tun, als einer weggelaufenen Negerin nachzurennen, die keiner von ihnen seit Jahren gesehen hatte. Wahrscheinlich würden sie zu dem richtigen Schluß fommen, daß sie durch ihren jahrelangen Fleiß die Freiheit genugsam verdient hatte. Bertoleza spielte jetzt an Joao Romaos Seite die dreifache Rolle der Teilhaberin, der Dienerin und der Geliebten. Ein Backesel war sie, das ist schon wahr, aber ein glücklicher. Tagtäglich stand sie um vier Uhr morgens auf und ging an die Arbeit. Für die Frühkunden muße der Kaffee gefocht und für die Arbeiter beim Steinbruch am Hügel hinter der, quitanda" das Mittagbrot bereitet werden; das Haus war sauber zu machen, das Effen zu richten, und sie mußte in Joaos Bar bedienen, wenn er fortgerufen wurde. Ihre eigenen Kunden besuchten sie am Tage nur gelegentlich, aber am Abend hatte fie wirklich alle Hände voll zu tun. Sie stand vor einem Holzkohlenherd dicht neben der Tür ihrer Wirtschaft und briet sachkundig einen ganzen Berg Leber und ein Meer von Sardinen, die Joan Roman in Hemdsärmeln, die nackten Füße in ,, tomancos"( holzbesohlten Sandalen, von denen die Brafilianer verächtlich als von der einzigen Erfindung der Bortugiesen" sprechen), bei Tageslicht vom Markt an der Küste herangebracht hatte. Sie war so emfig und behende, daß sie fogar noch Zeit fand zum Waschen und Stopfen nicht nur ihrer eigenen Sachen, sondern auch der ihres Freundes. Letterer, das muß schon gesagt werden, verlangte in der Beziehung nicht gerade piel. Die Monatswäsche für Joao Romao bestand in ein paar Zeughosen und einer gleich großen Anzahl baummollener Hemden. Joao Romao ging niemals aus, um sich zu amüsieren und besuchte auch nicht am Sonntag die Messe. Jede Kupfermünze, die seine Bar ihm brachte, ebenso wie die Einnahmen der quitanda", manderten direkt in seine Sparkasse und von dort auf die Bant. Mit folchem Eifer wurde dieser Brozeß be 3war laufen in faft jeder Woche Alarme über Filmbrände auf den Feuerwachen ein, niemals hat sich der Brand jedoch über den Vorführungsraum hinaus ausgebreitet. Die Kontrolle über sämtliche Lichtspieltheater Berlins untersteht den Leitern Bauräten bzw. Oberbauräten der 17 Brand= fchu bezirke. Diese Männer sind dafür verantwortlich, daß ständige Kontrollen ausgeübt werden und daß bei irgend welchen Beanstandungen die Mängel unverzüglich abgestellt werden. In letzter Zeit ist man bei der Berliner Feuerwehr sogar dazu übergegangen, bei Kinobränden, die sich immer auf den Vorführungsraum beschränken, gleichzeitig einen Brandingenieur zu entfenden, der bei einer eventuellen Panik oder bei einem Brande fachgemäße Anleitungen geben kann. Was für die Lichtspielbühnen gilt, trifft auch zum großen Teil, allerdings mit weit schärferen Bedingungen, für alle Berliner Theater zu. Theater zu. Ständige Feuerwehren während der Vorstellung, lleberwachung der Notausgänge, Kontrolle über Einhaltung des Rauchverbots, Unterhaltung von Haushydranten, imprägnierte Kulissen und Stoffbehänge, das alles find Dinge, die für die Sicher heit des Publikums den denkbar besten Schutz bieten. Der stärkste Beweis für die strenge Handhabung der feuerpolizeilichen Vorschriften waren Umbauten, die älteste Berliner Theater vornehmen mußten, an erster Stelle stand, wie auch im„ Borwärts" zu Anfang des vergangenen Jahres berichtet worden ist. das Admiralstheater. An die Unterredung mit Branddirektor Bozdziech schloß sich eine Besichtigung von zmei großen Neuköllner Lightspiel theatern in der Hermannstraße an. Somohl die Suschauer räume mie auch die Vorführungsraume in beiden Theatern, von denen beides mehrere tausend Besucher faßt, zeigten, daß der Schutz des Publikums auf das beste gewährleistet ist. Zahlreiche Notausgänge nach allen Seiten ermöglichen eine gefahrlose Räumung des Zuschauerraumes in wenigen Minuten. Die Vorführungsräume sind mit modernen Apparaten ausgestattet und die Durchführung der feuerpolizeilichen Vorschriften wird genauestens überwacht. Abgenutzte Filmfopien eine Gefahr. Bon einer Leserin wird uns geschrieben: Noch liegen die endgültigen Nachrichten über das große Kinobrandunglück im englischen Städtchen Paisley, dessen Arbeitereinwohnerschaft in den Baummollindustriebetrieben ihr mageres Brot ist, nicht vor. Foigendes erscheint mir als das Grundübel: Die Hunderttausende, ja, manch mal etliche Millionen, die heute ein„ aufgedonnerter" Film kostet, trieben, daß, als ein Jahr nach seiner Verbindung mit der Negerin die Baustelle hinter der ,, taverna" versteigert murde. Joao Romao alle überbot und sich ohne Zeitverlust daran machte, dort drei kleine Häuser hinzubauen. Und was für Wunder an Sparsamkeit und Gaunerei wirften bei dem Bau mit! Joao selbst war der Maurer. Er schleppe Sand, mischte Mörtel und flopfe Steine Steine. die mit Bertolezas Hilfe höchst ökonomisch hinten aus dem Steinbruch herbeigeschafft worden waren mährend der Stun den, menn die weniger fleißigen Nachbarn in Morpheus Armen ruhten. Dieselbe Methode murde verfolgt, um Ma terial von verschiedenen Bauunternehmungen in den Nachbarstraßen zu entnehmen. Diese Diebstahle wurden mit aller Vorsicht ausgeführt und waren regelmäßig, dank der nachlässigen Polizei jener Tage, von restlosem Erfolg getrönt. Ein abendlicher Spaziergang ermöglichte es Joao Romao festzustellen, wo am besten Material für den nächsten Tag zu ergattern war. Unter dem Schutze der Dunkelheit erschien er dann unweigerlich, non Bertoleza begleitet, und nun wurden Bauholz, Biegel, Dach platten und Säcke voll Kalt mit soviel Geschick auf die Straße geschleppt, daß niemals ein Laut in die Ohren der schlafenden Nachbarn drang. Dann, während einer einen Teil des Raubes nach Hause beförderte, stand der andere Bache, bereit, im Fall von Gefahr Warnungssignale zu geben. Es entging ihnen nichts, selbst Leitern, Bänke und Werkzeug der Arbeiter gehörten zu ihrer Beute. Und manch ein Handwerker fluchte über das blinde Vertrauen. das ihn bewogen hatte, ein Gerät über Nacht draußen liegen zu lassen. Es soll hier nicht unerwähnt bleiben, daß jene drei fleinen, so genial erbauten Hüttchen den bescheidenen Anfang des großen Sao Roman Familienwohnhauses bildeten. Heute ein paar Meter Land, morgen ein paar mehr, Schritt für Schritt erwarb der Budifer das beträchtlich große Feld, das zwischen seinem Haus und dem Steinbruch am Fuße des Hügels lag. Und ebenso schnell, wie ein neuer Fleck Boden sein eigen wurde, entstand ein Zwillingsbruder jener ursprünglichen Bauten, die durch die unfreiwillige Hilfe der Nachbarschaft ermöglicht worden waren. Alle waren zu vermieten, und im selben Maße, mie neue Häuschen emporwuchsen, erschienen neue Mieter, die sie bewohnten. Immer in Hemdsärmeln, immer ohne Sonn- oder Feier tog, ohne jemals eine Gelegenheit norübergehen zu lassen, zu Freitag, 3. Januar 1930 sucht man unter Einschaltung des Profits dadurch hereinzuholen, daß man das Verleihgeschäft richtig aufzieht. Aus den Kopien mird herausgeschlagen, mas fich nur irgendwie herausschlagen läßt. Und wenn eine Filmkopie bereits so verregnet" und verbraucht ist, daß sie nur noch mit erhöhter Lebensgefahr für die Zuschauer verliehen und verwendet werden kann, so geht sie immer noch von Kino zu Kino. Bevor die Zelluloidstreifen nicht in Etüde auseinanderfallen, find sie immer noch brauchbar". Für die Vorstädte und die kleinen Städte, wo es nur fleine Kinos gibt, die sich einen neuen und teuren Film nicht leisten können. Hier also ist das Absatzgebiet für die verbrauchten Filme. Da reißt so eine Kopie während der Veranstaltung rmal! Abspringende winzige Stückchen des brüchig gewordenen Zelluloidstreifens werden schnell ein Fünfchen, geben eine Flamme, wenn es den ganzen Streifen trifft, eine Flamme, die der geistesgegenwärtige Vorführer hundertmal zu löschen weiß, ohne daß die Menschen im Zuschauerraum eine Ahnung von der Gefahr haben, in der sie schweben. Und so ein gmal geriffener, geflicter, durchgebrannter Film geht immer noch in die Welt hinaus, ist immer noch gut genug für den kleinen Kinobefizer, für die Vorstadt, für die Kleinstadt. Will man dort nicht verzichten auf die Filmveranstaltungen, so muß man immer wieder die alten und verschliffenen Filmkopien nehmen, denn so sehr sich die Polizei auch um die Erfüllung aller von ihr erlassenen Vorschriften bekümmert( Saal, Apparate, Notbeleuch tung usw.), es gibt feine Borschrift, nach der es den Filmverleihern untersagt ist, immer und immer noch Kopien zu verleihen, die bei jeder einzelnen Veranstaltung viele Menschenleben gefährden. Die Filme müssen Geld bringen und immer noch Geld bringen. Affes andere ist Nebenfache. Kein Heiratsschwindler. Aber eine Frau opferte ihre Ersparniffe. Bor dem Schöffengericht Berlin- Mitte ftand ein Blinder unter der Anklage des Heiratsschwindels. Der dreißigjährige Kaufmann Walter B. beschäftigte sich nach seiner Heimkehr aus dem Krieg in Berlin als Rechtskonsulent und später als Wohnungsvermieter. Vor einigen Jahren entstand bei ihm eine Nezhautablösung, die schließlich zur völligen Erblindung führte. Eines Tages, als er noch sehend war, tam er mit Beamten des Wohnungsamtes in den Konfitürenladen eines Fräulein Kl. und bat um die Gefälligkeit, die Räume ausmessen zu dürfen, da es sich um einen Mietstreit mit einem anderen Inhaber des Raumes handelte. Fräulein Kl. fand an dem stattlich aussehenden B. Gefallen. Sie betraute ihn zunächst auch mit einer Klage auf Mietherabsetzung. Im Laufe der Zeit gestaltete sich das Verhältnis zwischen beiden sehr freundschaftlich. B. wohnte bei ihr und sie beabsichtigte, ihn trotz seiner inzwischen eingetretenen völligen Erblindung zu heiraten. Angeblich soll sich B. damals als abgebauter Beamter des Wohnungsamtes ausgegeben haben, der auch eine Abfindung von mehreren tausend Mart zu erwarten habe. B. trug sich mit dem Plan, ein Versicherungsbureau einzurichten und erhielt von seiner zukünftigen Gattin die Mittel hierzu bereiigestellt. Im ganzen opferte sie ihm ihre gesamten Erfparnisse in Höhe non 5000 Mart. Daun murde B. eines Tages verhaftet, weil gegen ihn einige Betrugsanzeigen ein gelaufen maren und weil er polizeilich nicht gemeldet war. Tun war es Fräulein Kl. Klar, daß sie einem Heiratsschwindler gum Opfer gefallen sei, und sie erstattete ebenfalls Anzeige. Dieser Fall allein stand zur Aburteilung, denn in den beiden anderen Fällen ist B. bereits rechtskräftig freigesprochen worden. Er mehrte sich mit Entschiedenheit dagegen, daß er es nur auf das Geld seiner Braut abgesehen hätte. Tatsächlich habe er das Versicherungsgeschäft sehr eifrig betrieben, die Vertretung mehrerer Gesellschaften gehabt, und es feien von ihm auch eine Reihe von Vertretern angestellt worden. Nur durch die grundlose Berhaftung sei das Geschäft zer schlagen worden. Der Staatsanwalt fonnte, trotzdem die Zeugin dem Manne ihr gesamtes kleines Vermögen geopfert, nicht finden, daß der Angeklagte seiner Braut falsche Vorspiegelungen gemacht hatte. Gemäß seinem Antrage kam das Schöffengericht dann auch zur Freisprechung des Angeklagten. ergattern, was ihm nicht gehörte, oder eine Schuld nicht zu bezahlen, wenn er es umgehen fonnte, bis auf den letzten Kupfer aber auf seinem Recht bestehend, ein Meister im fnappen Messen und Wiegen, der für einen Pappenstiel erstand, war treulofe Sklaven ihren Herren stahlen, der seine eigenen Ausgaben immer mehr beschnitt, sich Entbehrung auf Entbehrung auferlegte, der selbst zusammen mit der Negerin schuftete wie ein Paar Ochsen im Joch, konnte Joao Romas endlich den Tag begrüßen, an dem er imstande war, einen guten Teil des herrlichen Steinbruchs zu faufen, mit dem er seit Jahren geliebäugelt hatte, wenn er bei Sonnenuntergang vor der Tür seiner Hütte saß. In solchen Augenblicken, der einzigen Ruhe, die er sich zwischen Morgengrauen und Dunkelheit gönnte, gab er der Begierde, die in ihm brannte, freien Lauf. Und jetzt war er der Traum von Jahren Wirklichkeit geworden. Sofort stellte er sechs Mann zum Steinebrechen an und sechs andere zum Pflastersteineflopfen und-behauen, und dann fing er an, in großem Stile Geld zu machen in so großem Stile, daß er in anderthalb Jahren imftande war, das ganze Land zwischen seinem Besitz und dem Steinbruch zu kaufen, drei schöne ebene Morgen, die nur darauf warteten, bebaut zu werden, Der Zufall wollte, daß gerade zu dieser Zeit ein schönes zweistöckiges Wohnhaus zur Rechten von Joao Romaos Bar, dessen Fenster auf des Budifers Grund und Boden gingen, verkauft wurde. Der Boden dazwischen gehörte zu Joao Romaos jüngstem Erwerb. Romaos jüngstem Erwerb. Der neue Eigentümer dieses Hauses war ein gemisfer Miranda, ein portugiesischer Kaufmann mit einem Kurzwarenengrosgeschäft unten in der Stadt in der Rua Hospicio. Nach einer Generalreinigung beabsichtigte Miranda, es mit seiner Familie zu bewohnen, da seine Frau, Dona Estella eine anspruchsvolle Dante, die adliges Blut zu haben behauptete, das Leben in dem überfüllten Stadtviertel nicht mehr ertrug, während seine junge Tochter Zulmira, bleich und dünn war und frische Luft brauchte.. So erklärte es Miranda seinen Sozien, aber der wahre Grund des Umzugs lag in der Notwendigkeit, die er als gebieterisch anerkannte, Dona Estella dem Bereich seiner Angeftellten und Schreiber zu entziehen. Denn Dona Estella mar ein Weibchen, das einfach nicht ordentlich sein konnte. Wäh rend ihrer dreizehn Ehejahre hatte sie ihres Gatten Kelch nur mit Leiben gefüllt. ( Forthegung folgt.) Haftbefehle gegen politiſche Rowdys. Für den Sonnabend- Sechsuhrladenschluß! Wegen Landfriedensbruch und Körperverlegung. Wie die Justizpreffestelle mitteilt, murden gestern die Personen, die wegen des Verdachtes der Beteiligung an der Messer. stecherei in Tempelhof und an der Schießeret in der Görlitzer Straße festgenommen worden waren, dem Bernehmungsrichter im Polizeipräsidium vorgeführt. Unter dem Verdacht, den Nationalsozialisten Bartoil am 26. Dezember in Tempelhof mit einem Messer gestochen zu haben, waren vier Personen festgenommen worden. Gegen zwei von ihnen, namens Paps und Bauschte ist Haftbefehl wegen Landfriedensbruchs und Körperverlegung mittels gefährlicher Werkzeuge ergangen. Aus Anlaß der Schießerei in der Görlitzer Straße in der Nacht vom 29. zum 30. Dezember, bei der vier Angehörige der Kommunistischen Bartei durch Revolver dhüsse schwer verletzt wurden, waren zehn Personen festgenommen worden. Gegen fünf von ihnen, den Tischler Born, den Bäder Sengeis, den Schlächter Riet, den Arbeiter Berth und den Mechaniker Diwig hat der Bernehmungsrichter Saft befehl erlassen, und zwar wegen des Verdachts des Land. friedensbruchs und, da einer der Verletzten, der Kommunist Neumann, inzwischen gestorben ist, megen Körperver legung mit födlichem Ausgang. Bei sämtlichen Gefangenen wird Fluchtverdacht und Verdunkhungsgefahr angenommen, die übrigen Festgenommenen murden freigelassen. Herrn Winters Darlehnsgeschäfte. Ein vierwöchiger Betrugsprozeß.- 80 Zeugen. Vor dem Schöffengericht Schöneberg begann am Donnerstag der Betrugsprozeß gegen den Pfandleiher Bernhard Winter, mit dessen Persönlichkeit die Deffentlichkeit sich schon seit Jahren immer wieder beschäftigt hat. Gegen Winter haben bereits eine Reihe von Strafverfahren wegen Wuchers und Betruges geschwebt, er ist aber immer frei gesprochen worden. Nunmehr ist Winter angeklagt, in den Jahren von 1924 bis 1928 in 30 Fällen Darlehnsschwindel verübt zu haben. Dazu kommen noch mehrere Fälle des versuchten Betruges, ferner eine Anklage wegen Abgabe einer falschen eides: stattlichen Versicherung sowie Anstiftung seiner Sekretärin Frau 3. zu derselben strafbaren Handlung. Der Betrag, um den Winter eine große Zahl von Leuten aus allen Berufsständen bei seinen Darlehnsgeschäften gebracht haben soll, beläuft sich auf etwa 150000 m. Winter ist ein Mann von 70 Jahren. Er ist in der Tschechoslowakei geboren, obwohl er seit langen Jahren in Deutschland lebt. Durch die Inflation verlor er sein Vermögen und nun juchte er durch Inserate Darlehen für einen staatlich fonzeffionierten Pfandleiher zu außergewöhnlich günstigen Zinssätzen gegen erstklassige Sicherheiten". In anderen Inseraten suchte er auch unter großen Versprechungen stille Teilhaber. Durch die in Aussicht gestellten hohen Berdienste und im Vertrauen darauf, daß es sich um ein unter staatlicher Kontrolle stehendes Unternehmen handele, meldeten sich zahlreiche Geldgeber, die Winter ihre Ersparnisse anver. trauten. Winter gab sich als Inhaber der Pfandleihe aus. Zivilprozessen, die sich später entwickelten, machte er dann den Einmand, daß er gar nicht Inhaber der Pfandleihe sei. In Gegen Winter waren im Laufe der Zeit nicht weniger als 12 Haftbefehle zur Leistung des Offenbarungseides erlassen morden. Da er schließlich den Offenbarungseid leisten mußte, aber nicht wollte, daß das in Berlin bekannt werde, mietete er in Potsdam ein Zimmer und leistete dort den Offenbarungseid. Später hat Winter auch beim Amtsgericht Schöneberg den Offenbarungseid leisten müssen. Trotzdem hat er aber auch weiter Darlehen aufge: nommen. Die Sicherheiten", die Winter gab, waren vollkommen wertlos. In dem Prozeß merden 80 3eugen und Sachverständige ver nommen werden, Unser Konsum- Generalversammlung gegen ungerechte Steuerbelastung. In der am 30. Dezember abgehaltenen außerordentlichen Gen eralversammlung der Konsumgenossenschaft Berlin und Umgegend hielt der Borfizende des Aufsichtsrats Laul Lange einen Bortrag über:„ Barenabgabe nur an Mitglieder und Körperschaftssteuer." Die Entscheidungen des Reichsfinanzhofs in München in der Frage der Heranziehung der Konsumgenossenschaften zur Rörperschaftssteuer wurden einer scharfen Kritit unterzogen und die Versuche der Händlerschaft, das Konsumvereins personal durch Spigel zur Abgabe von Waren an Nichtmitglieder zu verleiten, gebrandmarkt. Nach einer furzen Aussprache fand nachstehende Entschließung einstimmige Annahme:" Die außerordentliche Generalver jammlung hält nach wie vor daran fest, daß der Betrieb der Konfum genossenschaft Berlin und Umgegend auf den Kreis der Mitglieder beschränkt bleibt und billigt die Kontrollmaßnahmen des Borstandes, die die Durchführung dieses genossenschaftlichen Grundsatzes gewährleisten. Sie wendet fich gleichzeitig gegen alle Versuche, die Konsumvereine mit Sondersteuern zu belasten. Da von der Körperschaftssteuer der gesamte Einzelhandel der Lebensmittelbranche freibleibt, ist es ein Unrecht, sie gegen die KonjumperFunkwinkel.z gut ausgewählt für ein Programm, das ohne große Ansprüche unter Der erste Tag des neuen Jahres bot vielseitige Darbietungen, halten wollte. Besonders nett war diesmal die Schollplattenstunde, die wirklich luftige, die Lachmuskeln reizende Vorführungen brachte. führung von Bizets ,, Carmen" war eine Glanzleistung in der Die Abenddarbietung fonnte höchsten Ansprüchen genügen. Die Auf Reihe der Sendejpiele. Rudolf Hindemith gestoltete die Oper mit Schwung, scharf, zum Teil eigenwillig rhythmisiert doch ohne ihren musikalischen Grundharakter zu zerstören. Prächtig John Gläser als Don José, Elsa Gentner- Fischer als Carmen Der Donnerstag- Abend brachte eine Aufführung von Shams des Dichters, das aber trotzdem für eine Funkaufführung nicht sehr Major Barbara", eines der wizigsten und geistvollsten Berte geeignet ist. Das Feuerwert von Sophismen, das darin aufbligt, mag manchen Funkhörer irregeführt haben. Dr. Alfred Einstein behandelte in der Vortragsfolge Wovon man spright" das Thema: Star und Stargagen". Er gab eine sehr interlieblinge in vergangenen Jahrzehnten und Jahrhunderten erhielten. effante Schilderung der riesigen Honorare, die besondere PublikumsDa Dr. Einstein aber immerhin eine recht beachtete Stellung unter den Berliner Kritikern einnimmt, wäre es doch wertvoll und nüßlich gewesen, wenn er vor der Deffentlichkeit des Mikrophons deutlich Stellung zu verschiedenen aktuellen Fällen von Kontraktbrüchen und ähnlichen Starkrankheiten genommen hätte. Tes. Gleich am ersten Tag im Jahre wurden die Hörer durch die intendant Dr. Hans Flesch selbst sprach und man hatte Gabe eines Redners überrascht und erfreut. Der Berliner Funkintendant Dr. Hans les selbst sprach und man hatte- rein äußerlich den Wunsch, daß ihm alle Redner, die jemals" vor dem Mikrophon gestanden oder noch zu stehen gedenken, zuhörten. Dr. Flesch verfügt über eine sonore modulationsreiche Stimme, er spricht ohne jeden. 3wang und ohne jedes Pathos. Er ist vollkom startes, aber gebändigtes Temperament. Er leistet sich man sachlich, aber feineswegs tühl. Man spürt ganz deutlich ein darf das allerlei Kritisches: Die Phrase im Bolfsbildungsproblem. und er der Redner am Mikrophon, der nur ablieft und nicht mitlebt, das ewig mache Mißtrauen der Hörer, die bei einer Beethovenschen Sonate nicht die Musik hören, sondern nach den Gründen fragen, warum man gerade diese Sonate gibt usw. Aber Dr. Flesch scheint über die seltene Gabe zu verfügen, Wahrheiten sagen zu dürfen, die nicht verlegen, sondern überzeugen. Man hat das Empfinden: hier steht ein Mensch, der etwas weiß und etwas fann, der aber Können und Wissen nicht aufdreht. Hier sprach, alles in allem, ein Mensch unserer Zeit ernst, ehrlich und fachlich und was er fagte, machte nachdenklich und froh zugleich. T Indanthren Inventur- Ausverkauf Auf alle nicht schon herabgesetzten Preise gewähren wir Indanthren- Haus beginnt am 2. Januar 10% Rabatt Johannes Lauersen G. m. b. H., Berlin W 9, Filialen: Steglitz, Schloßstraße 24 Potsdamerstraße 10-11 Charlottenburg, Wilmersdorferstraße 32( Nähe Bismarckstraße) Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin Nachruf Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unfer Kollege, der Schloffer Karl Spangenberg geb. 12. Dezember 1876, am 25. Dezember gestorben ist. Am 25. Dezember starb unfer Rollege, der Galvanisent Friedrich Otto geb. 19. Oftober 1900. m 27. Dezember starb unser Rollege, der Schmied Emil Mehlmann geb. 13. September 1887. Ehre ihrem Anbenten! Die Bellegungen haben bereits ftattgefunden Die Ortsverwaltung. Verband der Buchbinder und Papierverarbeiter Deutschlands Ortsverwaltung Berlin Todesanzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unsere Kollegin, die Falzerin Auguste Schreiber wohnhaft Wolliner Straße 3, verftorben ist Chre ihrem Andenken. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 3. Januar, nachm. 2 Uhr, auf dem Friedhof in Buch statt Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Für die herzliche Teilnahme bei der Einä cherung meines lieben Mannes Paul Schauß iage ich allen Freunden, Be annten, Kollegen un Genossen ber SPD. und flir bie troftretchen Borte bes Rebners, forte tes Betriebsrats ber ADA. meinen beften Dant. Ww. Anna Schauß nebst Kindern. -an. eine anzuwenden. Dieses Unrecht wäre um so größer, als die Konsumvereine nicht nur aus freier Entschließung, sondern im Gegensatz zu den privatkapitalistischen Betrieben der Industrie und des Handels auch gesetzlich angehalten find, ihren Betrieb auf die Mitglieder zu beschränken." Im weiteren Verlauf der Versammlung wurden einige Sagungsänderungen beschlossen, die inhaltlich von geringer Bedeutung find, aber sich auf Grund von Beanstandungen des Ge noffenschaftsregisterrichters notwendig machten. Zwei kommu nistische Redner versuchten sich in oppofitionellen Redensarten, erlitten aber einen glatten Reinfall, denn es fonnte darauf hingewiesen werden, daß die bemängelte Sakungsbestimmung, wonach nur dasjenige Mitglied als Generalversammlungsvertreter wählbar ist, das für die beiden legten verflossenen Geschäftsjahre mindestens den Durchschnittsumfaß nachweisen tann, bereits viel früher und in verschärfter Form in den Satzungen des unter kommunistischer Leitung stehenden Konsumvereins für alle und Umgegend Aufnahme gefunden hat. Was in Berlin als undemokratisch" hin gestellt wird, ist von den kommunisten in alle als gut und recht längst zur Einführung gelangt. Den Satzungsänderun gen wurde einmütig zugestimmt. Anschließend sprach das Vorstandsmitgfteb Schreiber über den 6- Uhr- Cadenschluß an Sonnabenden, der vom Januar 1930 ab in der Konsumgenossenschaft Berlin zur Einführung gelangt. Es fonnte mitgeteilt werden, daß die Mitgliedschaft volles Berständnis für einen früheren Geschäftsschluß an Sonnabenden Durchführung gelangen könne; eine Ausnahme macht sich nur für gezeigt habe, weshalb ohne Bedenken der Sechsuhrladenschluß zur Durchführung gelangen könne; eine Ausnahme macht sich nur für die Warenhäuser erforderlich. Durch einstimmige Annahme verständnis zu der einen sozialen Fortschritt bedeutenden Neuordfolgender Entschließung erklärte die Generalversammlung ihr Einnung: Die außerordentliche Generalversammlung der Konsumge nossenschaft Berlin und Umgegend begrüßt die Maßnahme des Borstandes, durch die an allen Sonnabenden der Geschäftsschluß in den Lebensmittelstellen auf 6 Uhr festgesetzt wird. Die Generalversamm Genossenschaft, nicht nur die Warenhäuser, sondern auch die Lebenslung billigt es auch, daß am 24. Dezember alle Abgabestellen der mittelabgabestellen, um 5 Uhr nachmittags geschlossen worden sind. diese Maßnahmen zugunsten der Ladenangestellten für alle Betriebe Die Generalversammlung erwartet von der Gesetzgebung, daß sie vorschreibt." nossenschaftliche Pressewesen, das für Berlin ab Januar 1930 Genosse Michaelis vom Aufsichtsrat besprach sodann das geeine Umgestaltung erfährt. Redner erwartet von dem Genossenschaftsblatt in seiner neuen Form erhöhte Werbetraft nach außen und eine Stärkung der genossenschaftlichen Treue der Mitglieder. Schwere Störung im Stadtbahnverkehr. Gestern abend brannte im Gleichrichterwerf Ebers straße der Reichsbahn im Sammelschienenraum durch starte Lichtbogenbildung ein Stredenschalter aus. Das Feuer sprang auf zwölf 800- Boftfabel über, die in einer Länge von 75 Meter lichter: loh branuten. Die höizerne Eisenbahnbrüde, die über Flammen erfaßt. Die Feuerwehr hatte zwei Stunden zu tun, um den Sachsendamm hinwegführt, wurde gleichfalls von den das Feuer mit mehreren Schaumleitungen zu erstiden. Der Ber fehr war über zwei Stunden gestört. Ueber die Märkischen Seen und Flüffe spricht heute Freitag abends 8 Uhr, Professor Dr. Solger auf Einladung der Ber liner Kommission für Naturbentmalpflege in cinem Lichtbildvortrag im Bürgersaal des Berfiner Rathauses( Ein. gang Königstraße). Zeichnungseinladung! Wir legen vom 18. 12. 1929 bis 7. 1. 1930 zur Zeichnung auf: GM 5.000.000.8%.ige reichsmUndelsichere Goldpfandbriefe Reihe 24/ J/ J. ( gedeckt durch erststellige Goldhypotheken und die Haftung der beteiligten Provinzen) Vorzugskurs 95% Rückzahlbar durch Auslosung zu 100% Augenblicklicher Börsenkurs: 95%. Erster Zinsschein fällig am 1. 7. 1930 Stückelung: 100.-, 200.-, 500.-, 1.000.-, 2.000.-, 5.000 GM Ein besonderer Vorteil dieser Reihe liegt darin, daß sie in Höhe der eingehenden Tilgungsbarbeträge nicht durch Rückkauf am freien Markt, sondern nur durch Auslosung zu 100% in der Zeit vom 2. 1. 1930 bis spätestens 2. 1. 1950 getilgt wird. Die Auslosung erfolgt einmal jährlich in Höhe von mindestens 2% der gesamten Reihe; erste Auslosung zum 2. 1. 1931. Zeichnungen bei allen privaten und öffentlichen Banken, Sparkassen, Stadtschatten, sowie der unterzeichneten öffentlich- rechtlichen Pfandbriefanstalt; Prospekte sind bei diesen Stellen erhältlich. Preußische Zentralstadtschaft Körperschaft des öffentlichen Rechts Berlin W 10 Viktoriastraße 19-20 Fernsprecher: Kurfürst 58 67-69, Kurfürst 58 48( für Ferngespräche) Der Papagei als Krankheitsquelle. Argentinien als Ausgangsland der Erkrankungen. Zu der Papageienkrankheit teilt der Direktor des Hygienisch- bakteriologischen Untersuchungsamts in Westend, Dr. Elfeles, dem Städtischen Nachrichtendienst" mit: Das flagende Handwerk. Zwei Drittel der Selbständigen arbeiten ohne Gesellen und Lehrlinge. Die Fühlungnahme mit Hamburger Aerzten hat Offenbar gehört nicht nur flappern" zum Handiert, sondern| Was soll denn eigentlich die Berufung auf die Berufsständischweiteres Material dafür erbracht, daß die auf den Menschen über auch flagen. Dem Zuge der Zeit in diesem Punkte wenigstens fol feit im Zusammenhang mit der Regelung der Lehrlingsverhältnisse tragbare Papageientrantheit aus Südamerika durch Transgend, hat auch das Handwert" aus seinen Klagen längst ein Ge- bedeuten? Doch nichts anderes, als daß das Handwerk" nach wie porte franter Tiere in Deutschland eingeschleppt worden ist. Nach por bis in alle Ewigkeit einseitig und eigenmächtig darüber beden angestellten Erhebungen ist Argentinien diesmal das Ausstimmen will, wie lange für die Lehrlinge die Arbeits- und Lehrzeit gangsland der Papageienerkrankungen. Hier haben sich auch die sein soll, wie niedrig ihr Kostgeld und wie kurz ihr Urlaub. ersten Fälle der menschlichen Papageientrantheit ereignet. Die Die Tiere, die im November mit der Cap Arcona" antamen, bilden nur einen fleinen Ausschnitt der weitverzweigten Einfuhr solcher Tiere nach Deutschland. Kranke oder frankheitsverdächtige Tiere waren diesmal nicht mit an Bord der„ Cap Arcona". Im ganzen wurden nur zwei Papageien auf dem Schiff ermittelt, die dem Augenschein nach gefund waren und von einem Passagier mitge führt wurden. Bezüglich diefer Tiere und der in Frage fommenden Räume des Schiffes wurden besondere Maßnahmen durch den Hafenarzt in Hamburg angeordnet. Durch die Preffe dürfte inzwischen befanntgeworden sein, daß in Hamburg sowie in Altona eine Anzahl Fälle von Papageienfrankheiten aufgetreten sind, deren Entstehung und Krankheitsbild fich in allen Einzelheiten mit den Berliner Beobachtungen deckt. Größte Vorsicht ist, wie immer wieder betont werden muß, für die jenigen geboten, die in den letzten Wochen oder Monaten Bapageien oder Sittiche gekauft haben. Beitere behördliche Maßnahmen find zu erwarten. Mordverfuch an einer Lehrerin. Am Silvesterabend wurde auf einem Promenadenweg zum Infelsberg bei Friedrichroda in Thüringen die 56 Jahre alte Lehrerin Alma Mannede aus Zörbitz im Kreise Bitterfeld von wei jungen Leuten überfallen. Sie warfen ihr eine Gardinenschnur um den Hals und versuchten, sie damit zu erbroffeln. Schwer verletzt wurde die Lehrerin später aufgefunden und nach dem Krantenhause gebracht. Sie wohnte während der Ferien in einem Fremdenheim in Friedrichroda und hatte am Silvestertag nach mittags einen Spaziergang mit zwei jungen Leuten unternommen, die auch in dem Heim abgestiegen waren. Die beiden hatten sich als Königmann" und Kröger" eingetragen und erzählt, daß fie Gus Berlin seien. Die hiesige Kriminalpolizei, die von dem Mordverfuch benachrichtigt wurde, tonnte die beiden noch nicht ermitteln. Es ist möglich, daß die Namen fingiert sind. Was der Lehrerin geraubt ist, fonnte noch nicht festgestellt werden, da die Verletzte noch vernehmungsunfähig ist. Verfassungstrene soziale Hausbesizer. In bewußten und betonten Gegensah zu den vollkommen: eaftionär sich gebärdenden Haus- und Grundbefizerorganisationen, denen ein noch immer attiver Reichsbankrat Ladendorff Förderung und Hilfe leiht, stellt sich der Reichsverband der Freien jausbesiger Deutschlands. Dieser Zentralverband deutscher republikanisch und sozial eingestellten Haus und Grundbefizer ver= einigt in sich alle Haus- und Grundbesitzer einschließlich der Sied lungshausbefizer, die sich in Treue und Opferbereitschaft für die Verfassung von Weimar einjeßen. Die Freie Haus und Grundbefizetvereinigung Groß- Berlin ( Geschäftsstelle Berlin- Charlottenburgt, Berliner Straße 137) ift dem Reichsverband angefchlossen. In feiner legten Mitglieder: versammlung wurde mitgeteilt, daß der bisherige Borsigende Herr Ernst sein Amt niedergelegt hat. Als erster Vorsitzender wurde Herr Neumann, als zweiter Vorsitzender Herr Baruth gewählt. Ferner traten in den Borstand neu ein die Herren Senats= präsident Frenmuth, Timm und Dr. Wagenbach. schäftsführer bleibt Herr Leo Kleize miti. An der Aussprache beteiligte sich auch mit mesentlichen Ausführungen der Bodenreform Dr. Dr. h. c. Adolf Damaschte. In dem eigenen Organ Allgemeine Hausbefizerzeitung" werden sämtliche Haus, Grundbesitz, Mieter und Siedlungsfragen eingehend und fachmännisch in fortschrittlichem Sinne behandelt. Berlin weist Tausende von verfassungsund staatstreuen sozialen Hausbesitzern auf: fie haben es nicht nötig, sich in den langsam verschimmelnden und versäuernden unmodernen Hausbefizervereinen mit reaktionären staatsfeindlichen Reden und Schriften anöden zu lassen und sollten sich den freien Hausbesitzern anschließen. GeSchüffe auf eine„ Borwärts Filiale. In der Silvesternacht wurden mehrere Schüsse auf die ,, Bormärts"-Filiale in der Watt. itraße abgefeuert. In der im gestrigen ,, Abend" wiedergegebenen Meldung war irttinnlich von der Badstraße gesprochen worden, wohnheitsrecht gemacht. Dieses Recht soll ihm nicht bestritten werden, doch führt es bei allzu reichlichem Gebrauch dazu, daß die Klagen nicht wörtlich und nicht allzu tragisch genommen werden. Das gilt denn auch für die llebersicht des Berliner Handwertstammerpräsidenten M. Ludwig über Das Handwer! an der Jahreswende", die der Tagespreffe des Handwerkskammerbezirks zum Abdrud übermittelt wurde und eine einzige Klage bildet. Die Klage, daß die Kauftraft gering ist, ist durchaus zutreffend. Wie aber soll diesem Mangel abgeholfen werden? Dar über sagt Herr Ludwig fein Wort. Richtig ist auch, daß das Baugewerbe und seine Nebengewerbe nicht genügend beschäf tigt sind. Es folgt dann die nicht mehr ganz unbekannte Klage, die ,, das Handwert" von der Wirtschaft" übernommen hat, die Betätigung der öffentlichen Hand in den Gemeinden bilde für das Handwerf eine unerfrägliche Konkurrenz. Die Gemeinden hätten sich alle möglichen Unternehmungen angegliedert, die bei der Privatwirtschaft in besseren Händen sein würden. Der Verfaffer hat es unterlassen, die fommunalen Handmertsbetriebe aufzuzählen. Dann würde sich sofort zeigen, was hinter dieser Klage steckt. Viel fann es nicht sein. Dentbar wäre, wenn auch nicht ratsam, daß die Gemeinde Berlin z. B. die Unterhaltung ihrer gärtnerischen Anlagen den Gärtnereiunternehmern übertragen würde. Bei den Wasser-, Gas- und Elektrizitätswerken aber wäre es schon nicht gut möglich, sie dem Handwerk zu überlassen. Allein auch die kommunalen Betriebe, soweit sie handwerts mäßige Leistungen erfordern, müssen doch wohl oder übel and merter beschäftigen, seien es nun Gesellen oder ehemalige felb. ständige Handwerksmeister. Diese Handwerker aber gehören eben falls zum Handwerf, sind aus ihm hervorgegangen, selbst wenn das Handwerk", d. h. die in den Innungen vereinigten selbständigen Handwerksmeister und deren gefeßliche Berufsvertretung, die Handwertstammer sie als Handwerfer nicht oder nicht mehr anerkennt. Würden diese Handwerker vor die Frage gestellt, ob sie lieber arbeiteten und sich besser stellten, wenn die Betriebe, in denen sie tätig sind, der Privatwirtschaft überlassen würden, dann käme für " das" Handwert eine glatte Absage heraus. Das Handwert hätte weniger über unerträgliche Konkurrenz zu tlagen, wenn es ihm gelingen würde, die Zahl der von ihm zur Ausbildung aufgenommenen Lehrlinge in ein vernünftigeres Verhältnis zur Zahl der Gehilfen zu bringen, die es beschäftigen fann. Das Handwert tlagt auch über Kapitalmangel. Wer flagt darüber nicht! Auch die älteren Handwerksgesellen, die gern Meister werden möchten, klagen darüber, daß ihnen das nötige Kapital fehlt, um sich selbständig und damit ihren Meistern Konfurrenz zu machen. Bei der folgenden Klage über steuerliche Belastung, deren jetzige Höhe nicht aufrecht erhalten werden fönne, über die Gewerbesteuer, die wesentlich herabgemindert werden müſſe, würde sich eine Untersuchung darüber empfehlen, was heute mit Steuern verhältnismäßig stärker belastet at: das Eine lommen der einzelnen Handwerksmeister oder das der Arbeiter und Angestellten. Gegen die Sozialversicherung war das Handwert von jeher; warum sollte es denn nicht heute dagegen fein! Und warum ist das Handwerk dagegen? Weil Deutschland sich durch die Sozialversicherung seine wirtschaftliche Stellung auf dem Weltmarkt untergrabe. Das Handwerk und der Weltmarkt sind ein Kapitel, das einer besonderen Beleuchtung wert wäre. Doch Weltmarkt hin, Weltmarkt her: auf jeden Fall gegen die Sozialversicherung. Das erfordert schon die alte zünft lerisch- reaktionäre Tradition. Gestützt auf die Reichsverfassung hatten sich die Arbeitnehmer im Reichswirtschaftsrat erlaubt, die Frage der paritätischen Umgestaltung der Handwerkskammern aufzuwerfen. Eine solche Umgestaltung der öffentlich- rechtlichen Interessenvertretung des einen sei schon deshalb unberechtigt, meil Teils des Handwerks, nämlich der selbständigen Handwerker, zwei Drittel der selbständigen Handwerksbetriebe Alleinbetriebe sind, in denen der Meister ohne Gefelle und Lehrling arbeitet". Damit steht zugleich fest, daß für zwei Drittel des Handwerks Weltmarkt auch für das letzte Driffel nicht von überragender Bedeutung sein kann. Borträge, Vereine und Versammlungen. die Sozialversicherung überhaupt nicht in Frage kommt und der Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". Gefäftstelle: Berlin S. 14. Gebaftianfte. 37-38, Sof 2. t. Bautom: Freitag, 8: Samar, 20 1hr, Rameradschaftsverfamunbing Sonntag, 5. Januar, Rameradschaftsversammlung bei Döhling. Elfenftr. 100. Referat. der Kameradschaft Gild bei Raber. Treptow( kameradschaft): English Conversational Club founded 1878. Meetings every Friday 8 p. m. Café Josty, Potsdamer Platz Lecturer: Mr. Hoog on: Problems of daily life". Guests. Ladies& Gentlemen, are welcome. Reichslartell Republik: Charlottenburg: Sonntag. 5. Januar, ab 10 Uhr Schießen in Zehlendorf. Das Handwer! flagt meiter: Es wird auch versucht, wesentliche Teile der Lehrlingsverhälfuiffe auf dem Wege über die Berbindlichkeitserklärung von Tarifverträgen zu regeln. Das Hand mert erhebt einmütig Protest dagegen, daß auf diese Weise die berufsständische Regelung. verhindert wird. In das Be rufsausbildungsgesetz muß eine Bestimmung aufgenommen werden, welche die Meisterlehre sichert.". Das Handwerk hatte jahrzehntelang Zeit dazu gehabt, zu zeigen, daß diese Regelung bei ihm in guten Händen sei. Es hat leider die Zeit dazu ungenügt gelassen. Die berufsständische Kulisse ist längst zu fadenscheinig geworden, als daß sie die Mißstände verdecken tönnte, die insbesondere in den Berufen herrschen. in denen der Einfluß der gewerkschaftlich organisierten Handwerksgesellen nicht start genug ist, eine gewisse tarifliche Regelung herbeizuführen. Das Arbeitsschutzgeseh bzw. der Entwurf dafür gefällt dem Handwerf natürlich auch nicht. Schon deshalb nicht, weil es mit der Industrie gleichgestellt werden soll mit der es sich doch sonst so gern gleichgestellt wissen möchte. Hier rückt der Berfaffer vom Weltmarft ab und verlangt Rüdsichtnahme auf die besondere Funktion des Handwerks hinsichtlich der täglichen Bedarfsdeckung des Handwerks. Diese Rücksichtnahme foll also auf Kosten der Gehilfen und der Lehrlinge gehen. So hat das Handwert es stets gehalten. F. E. Betriebsrätewahlen. Der Auftakt des Metallarbeiterverbandes. Der Deutsche Metallarbeiterverband hielt dieser Tage in Stutte gart eine Konferenz des Reichsbeirats der Betriebsräte und Konzernvertreter in der Metallindustrie ab. Verfammelt waren 133 Bertreter, unter ihnen die Abordnungen der Angestellten, der Techniker und der Wertmeisterschaft, die gemeinsam mit den Metallarbeitern an der Lösung der Betriebsräteaufgaben arbeiten. Ueber die Betriebsrätewahlen des Frühjahres 1930 sprach Bührig, Betriebsratssekretär des Verbandes. Er schilderte zunächst die Fülle der Schwierigkeiten, die einem Betriebsrat, der es mit seiner Aufgabe ernst nimmt, im Wege stehen und forderte gesetzgeberische Hilfe zur Unterbindung der Versuche, die Betriebsräte aus der Mitwirkung in den Berufs= genossenschaften auszuschalten. Dann tam er auf die Bedeutung des Kampfes im kommenden Frühjahr zu sprechen. Er nannte die bevorstehenden Betriebsrätemahlen Schicksalswahlen für die Arbeiter. Stahlhelm, Gelbe und Werksgemeinschaften arbeiteten zusammen, um den freien Gewerkschaften bei den Wahlen Abbruch zu tun. Die gemeinsten Mitteln würden angewandt, aber auch diese seien der PD. noch nicht gemein genug. Die Kommunist en träfen um= faffende Borbereitungen, um bei den Betriebsrätewahlen mit Hilfe von Sonderlisten für Unorganisierte und andere Gewerkschaftsfeinde in diesem Jahre einen Erfolg zu erzielen. Das Treiben der Reaktion von rechts und links habe die Arbeiterbewegung bereits ihmer geschädigt. Es wird daher Zeit, daß die Arbeitermassen systematisch über das Treiben der Kommunisten aufgetlärt werden. In seiner Entschließung erklärt der Reichsbeirat: ,, Die Kommunistische Partei will bei den Betriebsrätewohlen 1930 thr arbeiterschädliches Treiben durch Airfstellung besonderer, gegen die Gewerkschaften gerichteter Kandidatenlisten fortsetzen. Wer diese Sonderliften unterstügt, fann nach den Verbandstagsbeschlüssen nicht Mitglied des Deutschen Metallarbeiterverbandes sein. Der Reichsbeirat der Betriebsräte erwartet von der Metallarbeiterschaft, daß fie gefchloffen die Liffen der freien Gewerkschaften unterstützt und den tommunistischen Kandidaten eine Niederlage, noch vernichtender als die des Vorjahres, bereitet." Ueber die deutsche Handelspolitit sprach Reichstags= abgeordnete Toni Sender. Sie wandte sich energisch gegen den Glauben an die Nüglichkeit von Industriezöllen, der sogar in die Kreise der Arbeiter eingedrungen sei. Die Unternehmerschaft wolle rücksichtslos mit Hilfe von Zöllen die Schäden einer zehnjährigen Produktionsvernachlässigung in furzer Zeit wieder wett machen. Die Arbeiterschaft dagegen müsse an dem Grundsatz, daß das Gefamfintereffe über dem Gruppenintereffe steht, festhalten. Der Reichsbeirat fordert in seiner Entschließung zur Handelspolitik die Reichsregierung auf, den baldigen Abschluß der noch ausstehenden Handelsverträge, insbesondere des Vertrages mit Polen, herbeizuführen, somie mit Nachdrud in Genf meiter: zumirfen für rasche Herbeiführung eines Zollfriedens als Einleitung eines allgemeinen Zollabbaus. Diese Bestrebungen müssen unterstützt werden burch das Zusammenwirten der deutschen freigemertschaft. fichen organisierten Arbeiter und Angestelltenschaft mit der inter nationalen Gewerkschaftsorganisation und ihren Landessektionen, damit dem theoretischen Gelöbnis in Genf aud) bie prattische Zatin den einzelnen Ländern folge. Neben Auch ohne Inventur- Ausverkauf jahraus jahrein billig u.gut MARKE LAMANDE SALAMANDER dem Abbau der Zölle seien Ausgleichung der Arbeits. bedingungen der industriellen Länder Europas an die zurzeit vorhandenen besten Arbeitsverhältnisse und deren Ausbau zur Stärkung der Kauftraft der Massen zu fordern. Rosam vom Bund der technischen Angestellten ließ in seinem Vortrag über So forgen die freien Gemertschaften und fo forat bie D. fr die Arbeitslosen. Es ist wohl überflüssig, diese Gegenüberstellung noch zu kommentieren. Ein Gewerkschaftsjubilar. In Schweden gibt es mr freigewerffchaftliche umb fynbita. listische Organisationen. Die letzteren haben sehr menig Bedeutung. Sie umfaßten Ende 1928 nur noch 19 600 Mitglieder gegen 37 000 Ende 1927. Ein Rüdgang von mehr als 17 000 Mitgliebern. Der freigemertschaftlichen Richtung gehörten 544 409 Mitglieder an gegen 492 974 Ende 1927. Die freien Gemertdie Veränderung in der Produktionstechnik Peter Hama cher blidt am 1. Januar auf eine 25jährige Lätig: schaften haben also im Jahre 1928 51 435 neue Mitglieder gewonnen die vielen Systeme zur Hebung der Arbeitsleistung, nom Taylorismus feit als Gauleiter des Zentralverbandes der Schuhmacher( 10,4 Broz.). Die dem JGB. angeschlossene Gewerkschaftszentrale bis zum Bedaur- System, Repue passieren. Die Maschine habe mohl erlernte er das Schuhmacherhandwerk. Sein Wanderweg führte den umfaßte 469 409 Mitglieder( 437 974 Ende 1927), die übrige freie die förperliche Kraftbeanspruchung nermindert, dafür aber den Ber Gewerkschaftsbewegung 75 000( 55 000 Ende 1927). sei stärker und gefährlicher gemorden. Nur der planmäßige Kampf Schloß. Bei den Streits der Schuhmacher in den Jahren 1895 die am 1. Januar 1929 220 545 betrug, bis zum 1. Oktober 1929 schleiß von Rerpent raft gesteigert. Die Arbeitsermüdung jungen Kölner nach Berlin, wo er sich 1892 seiner Organisation ander Gewerkschaften um mehr Ruhezeit, um beffere Bezahlung und befferen Arbeiterschutz im allgemeinen tömne die Schäden der neuzeitlichen Produktionstechnik mildern. ,, Aufwärts." Ein neues Gewerkschaftsblatt. Gestern erschien die erste Nummer des„ Aufwärts", des Wochenblattes der freien Gemertschaften Berlins. Das Blatt wird durch die Ortsgruppen allen Mitgliedern der freien Gewerkschaften zugestellt. Die erste Nummer enthält Begrüßungsartifel von Graßmann, Bredom, Vollmerhaus, eine Reportage über Berliner Arbeitsnachweise, von Otto Schindler, einen Artikel von Flatau: Guten Morgan, Herr Schacht!", usw. Der ,, Aufwärts" soll allen Gewerkschaften die Möglichkeit geben, zu ihren Berliner Mitgliedern zu sprechen. Wir wünschen dem„ Aufwärts" einen seinem Namen entsprechenden Erfolg. " Arbeitslosenfürsorge. Bei den Gewerkschaften bei der KPD. 491977,60 Marf und 1903 spielte er eine führende Rolle. Bei der Einrichtung der Gaue wurde er, durch das Vertrauen der Kollegen Berlins und der östlichen Provinzen getragen, vom Zentralvorstand als Gauleiter berufen. Wie das allgemein bei den Bezirks- oder Gauleitern der Fall ist, können sie sich in der Partei nicht derart an den Arbeiten beteiligen, wie das oft ihr Wunsch ist, weil sie ständig in ihrem Bezirk herumreisen müssen. So ergeht es auch dem Kollegen Hamacher. Dennoch hat er in der Arbeiterbewegung in jeder Hinsicht seinen Mann gestanden. Wir wünschen, daß er noch recht lange seinen Posten versehen möge. Die Vulkanwerft stillgelegt. Bon 5000 Arbeitern 400 übernommen. Die Hamburger Bultanwerft, die vor längerer Zeit von der Bremer Deſchimag übernommen wurde, ist am 31. Dezember tillgelegt worden. Schon anfangs Dezember war Belegschaft der größere Teil, rund 3200 Arbeiter, entvon der lassen worden; der Rest, etwa 1800 Mann, wurde am 31. Dezember entlassen. Davon stellten die Hamburger Howaldt- Werke, die einen Teil des Betriebes der Bulfanmerft über nommen haben, 400 Arbeiter und 55 Angestellte ein. Beihnachtsunterstützung Ausländische Gewerkschaftsbewegung. haben die freien Gemerkschaften Berlins, wie der Aufmärts" mitteilt, ihren arbeitslosen Mitgliedern zu den legten Weihnachten gezahlt. Das hat diesen Arbeitslosen zum Weihnachtsabend eine marme Stube und einen bescheidenen Weihnachts schmaus gesichert. Die KPD. hat zum Weihnachtsabend die Arbeitslosen zu einer Demonstration eingeladen. Das hat den Arbeitslosen, die darauf hineinfielen, zu nassen Füßen verhoffen. Wenn Schmerzen Togal Tabletten Logal Tabletten find ein hervorragendes Mittel bei Rheuma, Gicht, Ischias, Grippe, Nerven- und Kopfschmerz, Erkältungskrankheiten, Saut notarieller Bestätigung anertennen über 5000 Ärzte, darunter niele bedeutende Profefforen, dte gute Birtung des Togal. Ein Versuch überzeugt! Fragen Sie Ihren Arzt. In allen Apotheken. Preis RM. 1.40. 0,46 Chin- 12,6 Liht 743 Acid. acet. sal. ad 100 Amyl Fortschritte überall. Den Veröffentlichungen des Internationalen Gemertschafts bundes entnehmen wir einige Daten über die Entwicklung der Gewerkschaftsbewegung in verschiedenen Ländern. In Desterreich umfaßte der Bund der freien Gewerkschaften am 31. Dezember 1928 999 137 Mitglieder. Ende 1927 belief sich die Mitgliederzahl auf 963 550, so daß die österreichische Gewerkschaftsbewegung im Jahre 1928 einen Zuwachs von 35 587 Mitgliedern oder 3,7 Proz. verzeichnen fonnte. Die konfessionellen Organisationen zählten 100 987 Mitglieder oder rund 10 Proz. der Gesamtzahl. Die neutrale Gewerkschaftsbewegung umfaßte 45 000 Mitglieder oder 4,5 Proz. der Gesamtzahl, während die nationalistischen Organisationen 46 882 Mitglieder ( 4,7 Broz.) zählten. In Ungarn gibt es freie, tonfessionelle, syndikalistische und nationalistische Gewerkschaften. Alle freien Organisationen sind der dem JGB. angehörenden Landeszentrale angeschlossen, die Ende 1928 124 378 Mitglieder oder mehr als 90 Prog der gesamten Gewerkschaftsbewegung umfaßte. Den konfessionellen Orga nisationen gehören 10 000 Mitglieder an, der syndikalistischen Bewegung 300 und den nationalistischen Gewerkschaften( Ermadhendes Ungarn) 1000 Mitglieder. In Holland hat die Gewerkschaftszentrale ihre Mitgliederzahl, auf 251 539 Mitglieder verstärfen fönnen. Binnen drei Monaten eine Steigerung um rund 31 000 Mitglieder oder über 14 Proz In Lettland umfaßte die Gesamtgewerkschaftsbewegung am 31. Dezember 1928 37 888 Mitglieder gegen 34 032 Ende 1927. Bon der Gesamtmitgliederzahl der ganzen Bewegung entfallen auf die freie Gewerkschaftsbewegung nicht weniger als 25 888 Mitglieder( 22 732 Ende 1927), movon 21 888( 18 732 Ende 1927) der dem JGB. angeschlossenen Landeszentrale angehörten. 1927) und die nationalistischen sowie die gelben Organisationen 7000 Die kommunistischen Organisationen umfaßten 4500( 5000 Ende ( 6300 Ende 1927) Mitglieder. Erfolg der Maler und Anstreicher in Chifago. Fünftagewoche und Lohnerhöhung. fierten Maler und Anstreicher ab 1. März 1930 eine 2ohnIn Chilago erhalten die gemertschaftlich organis erhöhung um einen Dollar pro Tag. Das neue Abkommen läuft drei Jahre und bringt einen Durchschnittslohn von 1,62 Dollar pro Stunde. Gleichzeitig sieht das neue Abkommen die Einführung der Fünftagemo che vor. Freie Gewerkschafts- Jugend Berlin Sente, Freitag, 19% Uhr, tagen die Gruppen: Zeppelinplag: Jugendheim des Bezirksamts Wedding, Turiner Ede Seestraße( Eingang Turiner Straße). Seimbesprechung. Bir kritisieren die Arbeit der Funktionäre. Charlottenburg: Jugendheim Spreeftr. 30. Sefmbesprechung. Süben, Südwesten: Gruppenheim Wassertorstr. 9, porn part. Rüblid und Ausbrid.( Die freien Gewerkschaften im Jahre 1929.) Sermannplay: Jugendheim Sanderstr. 11, Ede Sobrechtstraße. Heimbesprechung. Wir fingen Kampf. lieder. Nordring: Jugendheim Schule Sonnenburger Str. 20. Vortrag: " Judentum in Wig und Satire" Jugendgruppe des Zentralverbandes der Angestellten Heute, Freitag, finden folgende Veranstaltungen statt: Südwest: Jugendheim Vordstr. 11( Simmer 5, 2. Quergeb. 1). Sallo! Bir find ieht ein Jahr älter. Oberspree: Jugendheim Laufener Str. 2. Berufskundliche Arbeitsgemeinschaft: Jugend und Beruf". Leiter Georg Seilbrunn. Röpenid: Jugendheim Dahlwißer Straße( am Bahnhof Köpenid). Seim. und Lefeabend. Treptow: Jugendheim Treptow, Elsenstraße( am Bahnhof Treptow). Lichtbildervortrag: Die Entstehung der Erde". Referent Krug. Berufstundliche Arbeitsgemeinschaft der Jugendbezirke Neukölln und Urban im Jugendheim Neukölln, Böhmische Str. 1-4, ab 20 Uhr. Muſifaufträge fibergibt man nur dem Nachweis bes Deutschen Musikerverbandes, Berlin, Rom. mandantenftr. 63/64 Dönhoff 3277-78. Gefchäftszeit 9-5, Gonntags 10-2 Uhr. Auf Wunsch: Bertreterbefuch. Berantwortlich für Politil: Dr. Curt Gener; Wirtschaft: G. Klingelhäfer; Gemertidaftsbemegung: 3. Steiner; Feuilleton: 2. H. Dischez; Sofqles und Sanftiges: ris Raritäbt: Anzeigen: Sh. Glode; sämtlich in Berlin. Berlag: Barmaris Berlag 6. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts.Buchdruderet und Berlagsanftalt Baul Ginger u. Co., Berlin G. 68. Sindenstraße 8. Sierzu 2 Beilagen und Unterhaltung und Wiffen. grange 90 Besser essen, weniger dafür ausgeben, durch: Butter und Käse ---KARSTADT Lebensmille Kolonialwaren Pid. 0.24 Pid. 0.38 Pfd 0.24 0.38 Wild u. Geflügel Konfitüren Aus eigener Fabrik Burgmühle Vollm Schok. 100g TL 0.25 Burgmühle Speise- Schok 100 TL 0.25 Burgm. Voll- Schohalade 200 gr T. 0.50 Hausmarke Agents Edelsgh 100g 0.50 Burgm.- Pralin. 100 100 200 gr 0.50 Burgmühle- Kakao Pid. 1.20 Konserven Karotten geschnitten. Karotten junge kleins. Molkereibutter......... Pd. 1.78 Erbsen. Viktoria Dänische Butter... ........ Pid. 2.03 Tafelmargarine Pid. 0.50 Spinat ......... Kokosfett.......... 0.50 Bratenschmals.... Pd. 0.75 Eier ..m to Sid 1.25 Bayer. Schweizer.... Pfd. 1.48 Dänischer Schweizer... Pid 0.95 Tilsiter.35% Pid 0.88 20% Pid. 0.65 Edamer 40% Pfd. 1.10 20% Pfd. 0.75 Pommerscher Korbkäse Std. 0.35 Obst u. Gemüse Apfelsinen Dis 0.38 Mandarinen.......... 34 0.55 2 Pfd. 0.35 Tafeläpfel.. Erbsen selbe, geschält Erbsen im Bohnen weiß Linsen...... Pd 0.38 0.26 Reis Burma, vell....... Ptd. 0.19 Pflaumen............. Pfd. 0.50 Mischobst....... Pfd. 0.85 Apfelringe........ Pfd 0.90 Aprikosen Standard....... Pd. 0.88 Prünellen. Pfd. 1.00 Kaffee .an Pfd. 1.75 Weine u. Spirituosen Apfelwein..... Maikammerer Amerik. Apfel.......... 3 Pfd 1.00 St. Martiner Tarragona Malaga SAG loss vom Faß Ltr. 0.52 Ltr. 1.10 Ltr. 1.20 Ltr. 1.40 Almeria- Wein......... Pid. 0.55 Liebfraumilch. Kranzfeigen......... Pia 0.85 Johannisbeerwein Blumenkohl......... Kopf an 0.30 Rosenkohl....... PI 0.23 Schwarzwurzeln Pid. 0.25 Canar. Tomaten....... 4 0.30 Rot- u. Wirsingkohl.... Pid 0.08 4 Lir. 0.85 Lt. 1.10 Ltr. 1.20 Wermuth- Wein......] Lt. 1.30 Weinbr.- Verschn. 3% 1Ltr.-FL. 4.20 Rum- Verschnitt ca 38% 1 Ltr.FL 4.80 Schinken gekocht Pid. 0.50 ca. Pfd Sprotten K.3 1.75 Mengenabgabe vorbehalten Kiste..... Russ. Gänse gefroren .... Pid. 0.92 Oderbrucher Gänse... an Pf. 1.15 Junge Enten, deutsche..Pd. 1.20 Wolgahühner feinste, sehr wert Pfd 1.30 Frikassé- Hühner..... Pid. 1.10 Brathühner, russ........ Pid. 1.15 Junge Puten Pf. 1.35 Rehblätter ...... P 1.38 Hirschblätter en Pfd. 0.95 ff. Fasanen Hähne..... Stck 4.50 Fasanen- Hennen....... Stck 3.50 Jg. Hasen ohne Fell........ ..... P. 1.20 Gänse- Keulen, sepakelt Pfd. 1.50 Gänse- Stückenfleisch gep. Pid. 1.10 Gänse- Rollbrust geräuchert. Pfd. 2.80 Gänsebrust a Knoch, geräuch. Pfd 2.20 Gänse- Keulen geräuchert... Pfd. 1.80 Gänse- Stückenfleisch... Pfd. 1.00 Gänse- Bruststücke Pfa. 1.40 Gänse- Keulen..... Pfd. 1.60 Gänse- Doppelkeulen... Pid 1.45 Gänseklein mit Magen..... Stck 1.30 Gänse- Liesen...... Pid. 1.20 Gänse- Darmfett........ Pd. 1.00 Gänse- Hautfett Pid 1.20 8860 Wiener Wiirste Pid 1.15 Delikatessen Saure Gurken...... 2LD 1.00 Essig- Gurken..1- L.Ds 0.95 Senfgurken... 1- Ko- D 1.00 Mixed Pickles......- Kilo- Ds. 0.20 Ölsardinen Portug.... Club- Ds. 0.50 Wurstwaren Leberururst Hausmacher Pfd 128 1.10 Dampfunurst Breslauer. Pfd 1.48 0.90 Fr. Blut- u. Leberwurst.Pd. 0.65 Sülze ...... Pd 0.48 Sülzuurst............. Pd. 0.95 Speckwurst........... Pid 1.05 Berl. Mettunarst......... Pd. 1.00 6460 ...... Erbsen junge mittelfen..... Gemischte Gemüse.... Weißkohl........ Rotkohl Kohlrabi De 0.45 Ds. 0.20 De 0.55 Ds. 0.78 De 0.95 D 0.65 Ds. 0.65 Ds. 0.25 De 1.20 Blumenkohl.... Apfelmus tafelfertig..... De 0.50 Pflaumen mit Stein Ds. 0.50 Stachelbeeren....... De 1.00 ... D. 1.10 660 Mirabellen Pfirsiche ganse Früchte..... Ds. 1.10 Fische Schellfisch mit Kopi........ Pfd. 0.25 Schellfisch ohne Kopf....... Pd. 0.30 Kabeljau ohne Kopf ...... Pfd. 0.35 Kabeljau mittel Pfd. 0.30 Goldbars ************... Pfd. 0.35 Seelachs ohne Kopf... Pfd 0.35 Kabeljaufilet ... Pfd. 0.40 Karpfen lebend......... an Pid. 1.10 Hering in Gelee 0.90 Bratheringe Lt. De 0.90 Versand nach allen Stadtteilen In der Dachhalle dirigieren Marek Weber u. Fr. Roy. Theremin- Aetherwellenmusik durch Kristy Tscharikoff mit dem Kammertrio Starikoff- Stupel ausgenommen leicht verderbliche INVENTUR- AUSVERKAUF Waren UMSTURZ ALLER PREISE IN ALLEN ERLAUBTEN ABTEILUNGEN U- BAHNHOF HERMANNPLATZ DER KARSTADT BAHNHOF Nr. 3 47. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Agrarpolitif 1929 und 1930. σε Rückblick und Ausblick. Die Agrarzollkämpfe im Reichstag find beendet. Das Regierungsprogramm ist, allerdings mit einigen nicht unmesent lichen Veränderungen, zur Annahme gelangt. Ueber den Inhalt der neuen Zollgesetze wurde bereits im Vorwärts" berichtet. Es soll daher hier nur auf die prinzipielle Bedeutung und die zufünftigen agrarpolitischen Aufgaben der Sozialdemokratie eingegangen werden. die Lebensverteuerung getragen, die Arbeiterschaft und die Berbraucherschaft hätten aber das Festhalten der Partei am Brinzip teuer bezahlen müssen. Deshalb und meil das Roalitionsprogramm eine Sprengung der grünen Front bedeutete, mußte das Koalitionsprogramm angenommen werden. Für den Sieg der Bernunft! Neue Zollerhöhungen, wie sie von dem Landbundführer müssen aber, nachdem durch das Koalitionsprogramm den landwirtschaftlichen Wünschen weit entgegengekommen wurde, nicht mur von der Sozialdemokratie, sondern von allen Parteien, die eine vernünftige Entwicklung der deutschen Wirtschaft anstreben, abgelehnt werden. 6910 Freitag, 3. Januar 1930 angelegt. Wenn der Konzern auch eigene Metallhütten- sowie Berarbeitungswerfe betreibt, jo liegt das Schwergewicht einer Tätig teit doch auf dem Gebiet der Beteiligung und des Metallhardels. Seine Beteiligungen reichen bis in die letzten Kanäle des pielverästelten Metallgeschäfts hinein. Anfangend bei Zink-, Bleibergwerfen und Silberhütten, über Metallwalzmerte greifen die Kapitalintereffen dieser mächtigen Gruppe auch zur chemischen Induftrie über. So unterhält sie mit dem deutschen Chemietrust zusammen mehrere Gemeinschaftsbeteiligungen bei metallurgischen und Aluminiumwerfen. Ueber er die hochrentable Sachtleben A.-G. für Bergbau und chemische Industrie erstreckt sich der Einfluß des Konzerns auch auf die Farbenproduktion und über die Stettiner Pommerensdorf- Milch auch auf die Superphosphat herstellung. elettroFür das am 30. September abgeschlossene Geschäftsjahr 1928/29 Das Zollerhöhungskompromiß mit jozialistischen Vorzeichen. Schiele bereits in der„ Deutschen Tageszeitung" gefordert werden, zahlt die Gesellschaft aus einem unveränderten Reingewinn von Die Agrarvorlage ist mit Zustimmung der Sozialdemokratie verabschiedet worden. Kein Sozialist wird diese Bouregelung ein Ideal jozialdemokratischer Agrarpolitik nennen. Wir haben noch feine fozialistische, sondern nur eine Koalitionsregierung, und dem entsprechend sind die neuen Agrarzölle ein Koalitionskompromiß. Sie find allerdings ein Krompromiß, das einen starten fo 3iali.. stischen Einfluß verrät. Es sind wesentliche Zollerhöhungen für verschidene Erzeugnisse vorgenommen worden, aber nicht starre Zollerhöhungen, sondern es find Gleitzölle zur Einführung gelangt, diese schützen den Verbraucher nicht vollkommen; aber der Gedante des Ver braucherschutes ist von neuem gefeßlich verankert, zugleich wird der Bauer vor Katastrophenpreisen geschüßt. Gemiß hat die Sozialdemokratie noch bessere und wirksamere Mittel für eine vernünftige agrarische Preisbildung vorzuschlagen, der politische Widerstand war zu ihrer Durchsehung aber noch zu groß. Die Einführung der Gleitzölle ist aber der erste Schritt in dieser Richtung. Ein zweiter Erfolg ist die Differenzierung zwischen Zollhöhe und Einfuhrscheinwert( Exportprämien). Auch hier ist nicht alles erreicht worden, was die Sozialdemokratie gemünscht hätte, aber menigstens fonnte eine Berstärkung der sinnlosen Verschleuderung deutscher landwirtschaftlicher Erzeugnisse im Ausland auf Kosten der Reichsfinanzen und damit des Steuerzahlers verhindert werden. Eine der wichtigsten Forderungen der Sozialdemokratie, nämlich die Beibehaltung des bisherigen Zweimartfuttergerstenzolles bei gleichzeitiger Verfütterung verbilligten Roggens konnte durch die Quertreibereien der Bayerischen Volkspartei und des Zentrums nicht durchgefekt merden. Die beschlossene Erhöhung des Futtergerstenzolls von 2 auf 5 M. wurde aber auf die Dauer eines Jahres beschränkt. Frontbildung gegen Berbraucher verhindert. Die Sozialdemokratie hat von jeher den Standpunkt verireten, daß durch Zölle und Maßnahmen von der Preisseite allein der Landwirtschaft nicht geholfen, sondern im Gegenteil sogar geschadet werden kann. Auf denselben Standpunkt steht auch eine prinzipielle Erklärung zu den Agrarzöllen vor dem Reichswirtschaftsrat, zu der fich 16 von 27 Mitgliedern bekannt haben. Nicht nur Arbeitervertreter, sondern auch bürgerliche Bertreter fagen in dieser Erklärung: Die Konturrenzüberlegenheit des Auslan des beruht zu einem entscheidenden Teile darauf, daß die ausländische Landwirtschaft in dem letzten Jahrzehnt Fortschritte gemacht hat, denen die deutsche bisher unzulänglich ge folgt ist. Standardisierung der Produktion, genossenschaftliche Organisierung des Absages in neuen Formen, Rationalisierung der Betriebe, das find Selbsthilfemaßnahmen der Landwirt schaft, die mit ganz anderem Nachdrud als bisher unternommen werden müssen und die der Staat besonders durch Besserung des 6 Millionen Mart wieder eine Dividende von 8 Proz. Nach den angeschwollenen Bilanzziffern muß der Umsatz im letzten Jahr erheblich gestiegen sein. So erhöhen sich in der Bilanz die Poſten: Metalle von 16,7 auf 23,6, Fabrikate von 6,5 auf 8,8 und die Forderungen von 47 auf 57,1 Millionen. Die kurzfristig lionen Mark fast unverändert. Auf der anderen Seite stiegen die ausgeliehenen Gelder und Bantguthaben bleiben mit 11,6 MilBank- und anderen Schulden von 62 auf 31 Millionen. In ihrem Geschäftsbericht attafiert die Gesellschaft, wie es jetzt bei der Industrie zum guten Ton gehört, die Steuerpolitik des leistungen der letzten sechs Jahre aufzuzählen und zu fummieren. Reiches, wobei sie sich sogar der Mühe unterzieht, die SteuerLeider versäumen die Herren von der Verwaltung bei dieser Ges Tegenheit auch die Umsatz- und Gewinnziffern anzugeben, so daß jede Bergleichsmöglichkeit von vornherein ausge nicht so engherzig zu sein, wie gegen den Staat, denn den Herreir schlossen ist. Gegen den Aufsichtrat scheint der Konzern wird als Neujahrsüberraschung eine Gesamttantieme voit faft 680 000 Mart beschert, so daß nach Abzug der Beamtengratifitationen fast 20 000 Mark auf jedes Aufsichtsratsmitglied entfallen. Bildungswesens auf dem Lande fördern kann. Durch eine immer Roheisen: und Rohffahlrekorde. weitere Erhöhung der 3ollsäge ist diese grundlegende Borausseßung jeder wirklichen Rentabilitätssteigerung der Landwirtschaft nicht zu erfehen." Bibs allWeltbilanz für 1929. Der Syndifus des Vereins Deutscher Eisen- und Stahlindu strieller schätzt die Weltroheisenerzeugung für das Jahr im Jahre 1928. Daran ist Deutschland mit 13,2 Millionen 1929 auf 97 Millionen Tonnen gegenüber 88,7 millionen Tonnen reich mit 10,3( 9,981), England mit 7,7( 6,717), Belgien mit 4 ( 1928 11,804 Millionen), das Saargebiet mit 2,1( 1,936), Franf lionen Tonnen beteiligt. Insgesamt hat sich die Roheisenerzeugung ( 3,885), Luxemburg mit 2,8( 2,77) und Rußland mit 4,2( 3,364) Mil der europäischen Länder von 45,428 millionen Tonnen im Nordamerika wird eine Steigerung von 38,766 Millionen Jahre 1928 auf 49,8 Millionen Tonnen im Jahre 1929 erhöht. Für Tonnen angegeben. Die Erklärung fordert dann vor allem eine starte Förderung der bäuerlichen Veredelungsproduktion durch Ber: änderung der Zollrelationen für Getreide und Veredelungsprodukte, nicht aber etwa durch Erhöhung der Zölle auf Veredelungsprodukte, sondern durch allmählichen Abbau der Getreidezölle! Aber auch diese Uebergangsmaßnahmen werden nur dann wirklich zum heile der Landwirtschaft führen, wenn die deutsche Agrarwirtschaft und Agrarpolitik in dieser Uebergangsfrist ent= fchloffen sich auf die veränderte Lage einstellt." eDer Zielsetzung dieser Erklärung, die Landwirtschaft nicht durch 3ölle, sondern durch Förderung der Produktion und des Absatzes zu helfen, müssen wie zustimmen. Die Sozialdemokratie hat ihre Bereitschaft, der Landwirtschaft diejenigen Preise für ihre fionen Tonnen im Jahre 1928 auf 123 Millionen Tonnen. Davon Die Rohstahlproduktion erhöhte sich von 111,5 Mila Produkte zuzuerkennen, die auch bei rationeller Wirtschaft zur entfallen auf die europäischen Länder$ 8,65 millionen( in Borjähr Deckung der Produktionskosten notwendig find, nicht nur 54,524 Millionen Tonnen). Deutschland steigerte feine Cra theoretisch im Agrarprogramm ausgesprochen, sondern durch ihre zeugung von 14,517 Millionen Tonnen im Jahre 1928 auf 16,3 MilMitarbeit an der Verbesserung der landwirtschaftlichen Preisverfionen Tonnen, das Saargebiet von 2,07 auf 2,20, England von hältnisse auch praktisch bewiesen. Soweit die Landwirtschaft eine 8,985 auf 10,25, Luxemburg von 2,56 auf 2,7 und Rußland von Hebung ihrer Rentabilität durch Berbesserung ihrer Produktions- 4,4 auf 4,7 Millionen Tonnen. In Frankreich ging die Erzeugung und Abjazverhältnisse, durch Ausbau des Bildungs- und Beratungs4 Millionen Tonnen zurüd. Nordamerita fonnte feme Rohstahlvon 9,63 Millionen Tonnen auf 9,6 und in Belgien von 4,108 auf stets bei der Sozialdemokratie weitest gehende Unterstüßung finden. erzeugung von 52,4 Millionen Tonnen auf 59,2 Millionen Tonnen Soweit sie aber fortfährt in dem Bestreben, durch unsinnige Zoll- erhöhen. forderungen auf Kosten der breiten Bevölkerungsmassen rückständige Broduktions- und Abjatformen aufrecht zu erhalten und nur die Berbraucher auszubeuten, wird sie nicht nur bei der Sozialdemofratie, sondern( vergl. die Erklärung vor dem Reichswirtschaftsrat) in steigendem Maße auch bei anderen Parteien und Wirtschaftsgruppen auf den energischsten Widerstand stoßen. F materiell find die Ergebnisse also nicht befriedigend. Das Ergebnis hätte aber viel schlimmer fein fönnen. Hätte nämlich die Sozialdemokratie sich nicht mit aller Energie dafür eingesetzt, daß die Agrarvorlage als Koalitionsprogramm von den Koalitions: parteien verabschiedet wird, so hätte sich gegen die Sozialdemofratie, mie dies bereits im Sommer dieses Jahres der Fall mar, die grüne Front mit den bürgerlichen Parteien zu einer Einheits front zusammengetan; die Folge wäre eine Regelung gewesen, in der fein Berbraucherschutz enthalten gewesen wäre, die noch weiter gehende starre Zollerhöhungen und außerdem ebenso starte Erhöhungen der Einfuhrscheine gebracht hätte. Die deutsche Berbraucherschaft märe dadurch sehr start neu belastet worden, die Dumpingperlufte der Reichskasse hätten sich ins ungemessene gewesens und ähnliche Förderungsmaßnahmen anstrebt, wird sie fteigert. Die von den agrarischen Parteien im Reichstag eingebrachten Bollanträge, die ohne Festhalten am Koalitionsprogramm wohl großenteils zur Annahme gelangt wären, waren ja so phantastisch, daß ihre Durchführung unbedingt zur Sprengung der Koalition hätte führen müssen. Für die Sozialdemokratie als Koalitionspartei wäre ihre Annahme unerträglich gewesen. Gewiß hätte dann die Sozialdemokratie als Oppositionspartei feine Verantwortung für 41/2 Milliarden Kursverlufte.affen. verlaufen. Go fommt es zum Sturz der Kurſe. Ein ganzes Jahr schwarzer Freitag auf den deutschen Börsen. Das Banthaus Gebrüder Arnhold in Dresden hat in seinem Jahresbericht nach reichsamtlichen Ziffern die Kursverluste berechnet, die im Laufe des Jahres 1929 bei den auf der Berliner Börse gehandelten Aftien durch die Absenkung des Kursniveaus ein getreten find. Gegen Ende des Vorjahres ist demnach eine börsen mäßige Entwertung der in Berlin gehandelten deutschen Attien unternehmungen von 18,24 auf 13,89 Milliarden Mark erfolgt; das find Kursverluste von rund 4% Milliarden Mark oder 25 Prozent. Man darf diese auf den ersten Blid enorm erscheinenden Berlufte" nicht überschäßen. Die rund 830 Attiengesellschaften selbst, um die es fich handelt, find nämlich feineswegs um so viel weniger wert geworden, und der„ Berluft" von 4% Milliarden ist auch ein echter Verlust beispielsweise nur für den Aktienbesizer, der seine Aktien nach einjährigem Befih jetzt etwa verkaufen muß. Im Gegenteil stecken in den heutigen niedrigen Papier"-Kursen sehr große Gewinnreserven. Wer nämlich heute Attien tauft, oder feine Aftien weiter im Besiz halten kann, erhält in dem niedrigen Kaufpreis der Attien und der Dividende der Unternehmungen eine erheblich höhere Berzinsung seines Geldes, als sie bei Banten gewährt wird und selbst bei festverzinslichen Bapieren heute er reichbar ist. Die niedrigen Aktienkurse, die eingetretenen Berlufte" von 4½ Milliarden find vielmehr ein Zeugnis des außer ordentlich großen Mißtrauens der Kapitalisten in das deutsche Aktienwesen selbst und eine Folge der unerhörten Schwarzmalerei über die deutsche Wirtschaftslage, mit der die deutschen Unternehmer sich wirtschafts- und steuerpolitische Vorteile verschaffen wollen. | diese neues Rapital nicht mehr zeichnen und alte Rapitaltitel in Wirtschaftslage, sondern ein Zeichen für eine schlechte Die Kursrüdgänge find also fein Zeichen für eine schlechte Wirtschaftsführung. Und zu dieser schlechten Wirtschaftsführung gehört auch das unerhörte Schwarzmalen in der Wirt schafts beurteilung, mit der unsere Wirtschaftsführer heute ihre unehrliche Politik treiben. Hier liegen die entscheidenden Gründe für die riesigen Kursverluste von 1929, neben denen Kapitalmangel und Kreditteuerungen, Wirtschaftsentwicklung und Geldteuerung auf dem Weltkapitalmarkt, Unsicherheiten in der Reparationspolitik und Insolvenzen mur noch hinzutreten. Daraus sollte man endlich, endlich lernen. Die Arbeitslosigkeit am Jahresschluß. " Damit ist auch gesagt, weshalb man die Tatsache der gewaltigen Kursverluste nicht unterschätzen darf. Die Börse ist der Ort, wo sich in der Entwicklung der Aktienkurse das Vertrauen und die Bereitschaft der inländischen Kapitalbefizer abzeichnet, den Kapitalbedarf der Aktiengesellschaften durch den Erwerb von Attien zu befriedigen. Wenn die Kurse so start sinken, wie im legten Jahre, daß Dividende und Aftienpreis zusammen eine viel höhere Rapitalrente bringen, als etwa langfristige Banfeinlagen oder festverzinsliche Anleihen und die Kapitalbefizer taufen die Attien doch nicht, dann funktioniert die Kapitalversor gung der Wirtschaft nicht mehr, obwohl das Geld dafür im Bande ist. Praktisch heißt das, die Politik der privaten Rapital verwendung erscheint den privaten Kapitalgebern so unfolide, daß Sehr scharfe Steigerung. Die beiden letzten Wochen des Jahres 1929 haben nach dem Bericht der Reichsanstalt( 16. bis 28. Dezember) eine sehr harfe Steigerung der Arbeitslosigkeit gebracht. Wesentliche Gründe liegen in der kurzen Frostperiode, welche die Außenarbeiten ſtillegte. Hinzu kam der Abschluß der Zucker- und Konserven tampagne; die Belebung durch das Weihnachtsgeschäft ist in Fortfall gelommen. Berschärft wurde der Rückgang dadurch, daß wichtige Industriebetriebe über Weihnachten und Neujahr für einige Wochen Entlassungen ausgesprochen haben, um in dieser Zeit, in der sich die Arbeitsruhetage ohnehin häufen, ganz stillzuliegen und notwendige Reparaturen und einmalige Jahresarbeiten vorzunehmen. Die Form furzfristiger Entlassungen tritt bei schwachem Geschäftsgang immer mehr an die Stelle des früher üblichen tageweisen Aus setzens der Arbeit. Neueinstellungen standen diesen Entlaffungen faum gegenüber. 128 Prozent Metalldividende. Abschluß des größten deutschen Metallfonzerns. Seit der Verschmelzung der Metallbank und Metallurgischen Gesellschaft mit der Metallgesellschaft in Frankfurt a. M. stellt das neue Unternehmen, das den Namen Metallgesellschaft 2.-G. in Frankfurt a. M. führt, den stärksten Metallfonzern in Deutschland dar. Das Kapital der Gesellschaft beläuft sich auf 65 Mil Sionen. Hiervon find in Beteiligungen allein 51 Millionen Die Wirtschaft im Dezember. In dem Bericht der preußischen Industrie- und Handelskammern heißt es: Der letzte Monat des Jahres zeigte teine besonderen Verände rungen gegenüber der bisherigen Wirtschaftslage, die durch den Kapitalmangel und die unausgeglichene Finanzlage der öffentlichen Hand ungünstig beeinflußt wurde. Die geschäftlichen Zusammen brüche besonders im Bankwesen blicben unverändert hoch. Im Monat im November und Dezember dürfte diese Zahl noch gestiegen sein. Oftober gab es 840 Konturfe und 350 gerichtliche Vergleichsverfahren, Die in den ersten zehn Monaten des Jahres erreichte Kontursziffer Don 8152 übertrifft bereits die Konkurszijfer des ganzen Jahres 1928. Dennoch zeigten einzelne Wirtschaftszweige einen befriedigenden Stand. Insbesondere hatte der Kohlenbergbau auch im Dezember einen genügenden Absaz. Einzelhandel und Handwerk litten unter dem spät einfegenden Winter und dem Geldmangel der Konsumenten, was fich besonders im Weihnachtsgeschäft ausprägte. Der Arbeitss martt verschlechterte sich weiter. Im Vergleich zum Vorjahr vers ringert sich jedoch die Spanne in den Arbeitslosenziffern. Umtausch von Liquidctionspfandbriefen. Die Deutfde npothefenbant in Meiningen( Gemeinschaftsgruppe Deutscher Hypothefenbanken) ladet zur Zeichnung Sprozentiger Gold Pfandbriefe ein, bei der sie an Stelle der Barzahlung auch ihre einem festen Berrechnungsturje von 85 Brog. in 3ahlung 4½ prozentigen Liquidationsgolbpfandbriefe zu nimmt, während der Börsenturs zurzeit etwa 77 Pro3. beträgt.: Befizer von 4% prozentigen Liquidationsgoldpjandbriefen, die diese Pfandbriefe nicht zu behalten wünschen, fönnen sich also durch Zuzahlung von 11 Mart auf 100 Goldmart einen 8prozentigen Brandüberlegen haben, ob er den sicheren Nutzen dieses Angebots wählt brief verschaffen. Jeder Liquidationsgoldpfandbriefbefizer wird zu oder ob er die Auslosungsschance bis zum 1. Januar 1932 und die oder ob er die Auslojungsschance bis zum 1. Januar 1932 und die im einzelnen ungewissen Aussichten dieses Stichtages höher einschäßt. Bemerkenswert an dem neuen Angebot der Deutschen Hypothekenbank Meiningen ist aber nicht nur die Absicht, den Markt der 4% prozentigen Liquidationsgoldpfandbriefe zu erweitern, sondern der in Verbindung hiermit in Aussicht genommene Versuch, Teilbeträge der Auswertungshypotheken schon vor dem 1. Januar 1932 umzuſchulden.( Bergleiche Anzeigenteil.) Neue Goldpfandbriefe. Die Preußische Landes. pfandbriefanstalt in Berlin, die fagungsgemäß Darlehen zur Herstellung und Erhaltung Don Klein- und Mittelwohnungen gewährt, legt in der Zeit vom 6. bis 25. Januar 1930( pergleiche Inferat) einen Betrag von 3 Millionen Mart ihrer 8prozentigen Goldmartpfandbriefe zum Borzugskurs von 96% Pro3. zur öffentlichen Zeichnung auf. Die Pfandbriefe find in Berlin legt 8prozentige Goldpfandbriefe zum Borzugsfurs reichsmündelsicher. Die Preußische Zentralstadtschaft von 95 Proz Börsenturs 95% Proz. zur Zeichnung auf. Diese Pfandbriefe werden zum ersten Male nur durch Auslofung zum Nennwert getilgt. und zwar in Höhe ber eingegangenen Tilgungsbarbeträge von jährlich mindestens 2 Proz Inventurausverkauf bei Jofeph. Der preisfentende Rotstift hat dieses Mal im Warenhaus Joseph, Berliner Straße, im Bezirt Neukölln, besonders gemütet. Der Grund für diese Tatsache, so wurde uns erflärt, liege darin, daß zahlreiche Fabriten infolge des milden Winters heute noch große Bestände an Winterwaren lagern haben. Hauptsächlich handelt es sich hierbei um Damenbetleibung jeder Art, die unter allen Umständen geräumt werden müssen, wenn die stetig fortschreitende Mode fie nicht ganz entwerten soll. Dieser Zwang hat bann auch zu einer wahrhaften Revolution unter den Preisen geführt: fo fehen mir Mäntel zu 3,95 M., warme Stridfleider für 4.50., Damenfilzhüte für 0,95 m., Halbstores mit Handarbeit für 1,45 m., moderne Rippenvelvets zu 1,35 M., Damen- und Herrenstrümpfe zu 0,38 m. heus S. Jofeph. 6s., Rentals, mon berzaft ser bem energischen G Radikale Breis hluß, ber einen großen Siri durdy die alten Breife aog. herabſegungen faft ber gefamten Sagerheftände, teils bis zur Hälfte und barunter, ermöglichen selbst bei fieinften Mitteln den porteilhaftesten Eintaut, so daß jedermann in jeder Sinficht poll und ganz zufrieden gestellt wird. Ueber die verblüffenb niedrigen Breife berichten die Warenmassen in den Schaufenstern und an den Lägern! Die altbelannte Beberabfall., Militär- Testilien- unb 2eberwaren, Sceres gut anb Behözben waren- Großhandlung Salomo Raufmann, Berlin C. 25, Weiterfagen! Dieses Wort leuchtet von den farbenfreudigen Plakaten, Raiferftr. 11-12, feierte am 2. Januar e 25jähriges Geschäftsjubiläum. bie den Inventurausverkauf des Schuhhofes( 2. bis 15. Januar) verkünden, und le alljährlich, bietet aud biesmal wieder bez große Saventurausverkauf, in der Tat fagt man es weiter und fpricht davon, baß man für den Breis, den bas bekannte Barenhaus S. Jofeph a Co., Rentöllu, Berliner Str. 51-55, ben man für das Befohlen von Schuhen zahlt, fon neue Schuhe erhält. fest pecanstaltet, unerhört grphe, Forteile. Um Blas su faffen für die neuen er heute feinen Bedarf in einer der fünf Berkaufsstellen das Schuhhofes Abteilungen des täglichen Bedarfs und der Bekleidung gans gewaltig unter Raufgelegenheit ausnuten und sich von ber nicht zu erreichenden Leistungshjahrseingänge mecben ble betannten Qualitätsparen in 50 verschiedenen bedt,( part schon für morgen, Patum follte man bie nie wiederkehrende Breis verlauft. In den ersten Minuten des Rundganges burch das Waren- fähigkeit des Gojuhhofes felbft überzeugen. Breußische Landespfandbriefanstalt drperf@ aft bed offentligen Regté Mohrenstraße 7- s Berlin W8 Fernspr.: Zentrum 8033-37 Grundkapital und offene Reserven über 30 Millionen RM. Neue Mainzer Str. 25 Geschäftsstelle in Frankfurt a. M. Fernspr.: Hansa 4228 Zeichnungs- Einladung Wir legen hiermit in ber Zeit vom 6. bis 25. Januar 1930 zur Zeichnung auf: Reichsmündelsichere GM 3 000 000.- 8% Goldmart- Pfandbriefe zum Borzugsfurs von 961% Reihe XVIII Gesamtkündigung bis zum 1. Januar 1935 ausgefchloffen. Die Notiz ber Reihe XVIII an den Börsen zu Berlin und Frant furt a. M. wird Anfang Januar 1930 mit 97% erfolgen. Die Lom barbfähigkeit bei ber Reichsbant wirb bemnächst beantragt werben. Stüde zu GM. 100,- 200,-, 500,-, 1000,- und 5000, Zeichnungen nehmen alle Banten, Banfiers, Krebitgenossenschaften, Spar und Girofaffen, sowie bie Anstalt und deren Geschäftsstelle in Frantfurt a. M. bis eft entgegen. Ausführliche Profpefte und Zeichnungsscheine sind bei biefen Stellen erhältlich.- Höhe ber Buteilung und früherer Zeichnungsschluß bleiben vorbehalten. Theater, Lichtspiele usw. Freitag. 3. 1. Staats- Oper Unter d. Linden AV. 3 20 Uhr Schwanda, der Dudelsackpfeifer Staats- Oper Am Pl.d.Republ. Vorst 3 191 Uhr Die Freitag, 3. 1. Städt. Oper Bismarckstr Turnus III 20 Uhr Madame Butterfly Staatl. Schauspb. am Gendarmenmarkt A.-V. 4 20 Uhr Harte Zauberflöte Bandagen Staatl. Schiller- Theater, Charlth. 20 Uhr So und so, so geht der Wind SCALA Tägi. 2 Verstell. 5 mt 8 Ubr Barbarezca$ 256 Preise 1-6 M. Wochents.: 5 0. 50 PL- 3 M. 18 Forster- Giris. Cortint, 3 Swifts usw. Tägl. u. PLAZA Tag. 5. 815 Seant. 2, 5 u. 8# Alex. 8066 INTERNAT. VARIETÉ 8 Uber CASINO- THEATER 84 Uhr Lothringer Straße 57. Der neue Schlager! Famille Hannemann und ein ersikl, bantes Programm Für unsere Leser: Gutschein für 1-4 Personen Fauteuil nur 1.25 M., Sessel 1.75 M., Sonstige Preise: Parkett u. Rang 0.80 M. Gastspiel Car Hagenbeck Busch- Gebäude Die billigen Tage: Sonnabend nachm. 3 Uhr Kinder und Erwachsene ermäßigte Preise! Freles Ponyrelien für Kinder! Sonntag nachm. 3 Uhr Kinder bis zu 12 Jahren halbe Preise! Tagl. abds. 8 Uhr: Volle Preise! Vorverkauf: A. Wertheim a. Circuskasse- Tel. 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Norden 12310 Tägl. 8% Uhr Der Kaiser v.Amerika von Bernard Shaw Reg.: Max Reinhardt Kammerspiele D.1. Norden 12310 Täglich 8% Uhr Désiré Komödle von Sascha Guitry. Regie: Leo Mittler. Die Komödie 11 Bismck.2414/ 7516 Täglich 8 Uhr Yom Teufel geholt von Knut Hamsun Regie: Max Reinhardt Th. a. Hollendorfplatz Vorvk. 10-2 Kf. 2001 Täglich 81% Uhr Gastspiel des Deutschen Theaters Die Fledermaus Regie: Max Reinhardt. Direktion Dr. Robert Klein Deutsches Künstler- Theat. Barbarossa 3937 8 Uhr „ Eins, zwei, dre Regie: Gustav Hartung. Vorher wird gegeben: Souper TELE FUN KEN Sonntag 11.30 TELEFUNKEN- MATINÉE IM GR. SCHAUSPIELHAUS Matinée am 5. Januar 1930 DON- KOSAKEN- CHOR DIRIGENT: SERGE JAROFF Vorverkauf: Bote& Bock, Wertheim und Großes Schauspielhaus KARTEN 1,- BIS 4,- RM Weiße SCHATTEN Eine Cosmopolitan Prod. Ein Metro- GoldwynMayer- Film im Verleih der Parufamet mit Monte Blue und Raquel Torres Regle: W.S.van Dyke Musikalische Illustration: Schmidt- Gentner Täglich: 515 715 915 Uhr Sonntag: 315 515 715 915 Uhr PARU AMET UFA- PAVILLON AM NOLLENDORFPLATZ Var Town but w- thaim a. ab 12 ununterbr. Im Ula- Pavilion GROSSES SCHAUSPIELHAUS 8 Uhr: 3 Musketiere Regie: ERIK CHARELL. Sonntag pachm. ungek. baibe Pr. von Franz Molnar Renaissance- Theater Regie: Heinz Hilpert Täglich 8% Uhr Berliner Theater PARISER LEBEN Dönhoff 170 348 Uhr Ende 1110 Seltsames Zwischenspiel Metropol- Th. 84 Uhr Das Land des Lächelns Vera Schwarz, Richard Tauber Musik von Franz Lehár, Barnowsky- Bahnen Theater in der Königgrätzer Straße Täglich 8th Uhr Die erste Mrs. Selby mit Fritzi Messary Komödienhaus Täglich 8 Uhr Der Lugner und die Nonne mit Curt Götz Operette von Offenbach, Regie: Gustav Hartung. Musikalische Leitung: Theo Mackeben. Steinplatz C1. 0901 u. 2583/84. Direktion: Dr. Martin Zickel Komische Oper Friedrichstr.104. Merkur 1401-4330. Wiedereröffnung nach vollständ. Umbau Täglich 8% Uhr Uraufführung ROSE Gr. Frankfurier -THEATER Strabe 132 Teleph.: Alexander 3422 u. 3:94 Täglich 8 Uhr: Sonntags 5.15 und 9 Uhr Die Czardasfürstin Große Operette van Emmerich Kálmán Sonnabend, d. 4. Januar. 5 Uhr Frau Holle Sonntag, d. 5. Januar, 2:30 Uhr Max und Moritz" und der Weihnachtsmann Vorverkauf für die nächsten 8 Tage täglich von 11-1 Uhr vorm. und von 4-9 Uhr abends. Reichshallen- Theater Abends Sonntag nadm. Das große Januar- Progr.der Stettiner- Sänger Billettbestellungen Zentrum 11 263 Dönhoff- Brettl: Das Familien- Varieté 10 Nummern, Konzert, Tanz Theater 1. d. Behrenstr. 53-54 A 4 Zentrum 926 927 Ueber 100 Mal: 8% Uhr Vater sein, dagegen sehr Sonntag auch nachm. 4 Uhr( ermäß. Pr.) Operettenhaus Trianon- Th. Merkur Kottbussor Str. 6 Operettenhaus Trianon- Th. 2391 Alte Jabobstr. 30/32 Täglich 81 Uhr ( Zentral- Theater) Der sensation. Lacherfolg! Täglich 8 Uhr Der Der Soldat Meisterboxer. der Marie Schwank in 3 Akten. Gustav Matzner, Dora Hrach, Erich Theater d. Westens Borchert, der König des Jazz. Lessing- Theater Tägl. 8% Uhr Norden 10846 Flieg Roter Adler Schauspiel von Angermayer Täglich 8 Uhr: Hotel Stadt Theater am Kottbusser Tor Meritzpl 15077 Tägl. 8 Uhr u. zu ermäßigten Preisen auch Sonntags nachm. 3 Uhr: Das hervorragende Lach schlager- Januar- Progr.der Elite- Sänger mit dem Berliner Volksstück Die Buxe der Pandora! Lemberg Deutscher Metallarbeiter- Verband Musik von Gilbert Verwaltungsmitglieder! Käthe Dorsch Leo Schützendorf Planetarium am Zoo Verling. Joachimsthaler Straße 8.5 Barbarossa 5578 Komische Oper 16% Uhr Die WinterFriedrichstr. 104. sternbilder. Allabendlich 84 U. Jupiter, Am Freitag, bem 3. Januar 1980, feina Sigung der Mittleren Ortsverwaltung. Achtung, Betriebsräte! Die Betriebsräte- Zeitschrift Nr. 26 ift erfchienen und fann gegen Borzeigung der Merkur 1401/4330. 18 Uhr Der Planet Begitimationstarte des Betriebsrats- Dbmannes in unserem Bureau, 8immer 5, täglich bis 4 Uhr, Freitags bis 7 Uhr. 2014 Uhr Merkwürdige entgegengenommen werden. Sterne( Riesen u.Zwerge) Die Ortsverwaltung. Eintritt 1 Mark, Hulla di Bulla Hulla di Bulla Schwank von Arnold und Bach mit Guldo Thielscher, Fritz Schulz, Heinr, Schroth, Eugen Burg, Hilde Hildebrand, Margot Walter, Garrison, Fiink, Behmer, Wenck Song- und Felerlags nadm. 4 Uhr: Frau ohne Kuss! Lustspielhaus Friedrichstr. 236 Bergmann 2922/23. Täglich 8% Uhr Wiegenlled' Lustspiel von Ladislaus Fodor Käthe Haack, Nora Gregor, Paul Heidemann, 66 Berisch, Martha M. Newes, Gondi, Storm, Platen, Beckmann, Fuchs Vorverkaut in beiden Häusern ab 10 Uhr ununterbrochen. NEUE WELT U- Bahn Hermannplatz Arnold Scholz Hasenheide 108/14 Schwank von Arnold und Bech. Kinder 50 Pf. 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Nicht etwa, daß sie lein« Kinder hatten. Im Gegenteil: sechs Zungen und zivei Mädel. Aber die feierten auch schon gesondert Weihnachtein Meist auch zu zweien. Aber deren Kinder, tue feierten— dieses Jahr— mit ihren Kindern noch zusammen Weihnachten. Die diversen Dräut« und Bräutigams, jetzt Freunde und Freundinnen genannt, waren schon angetanzt und bildeten das Dolk unterm Weihnachtsbaum. Za, der lieb« Gott, falls es«inen gibt, was Gott geben möge, sagt Freidenker Meier, mußte an Schultzens mit dem Tz seine hell« Freude haben, wenn er sah, wie sie sein Gebot, seid fruchtbar und mehret euch* inbrünstig befolgten. Ja. Schultzens, Müllers, choffinanns. Lehmann», jetzt drän- gel« sich auch noch die Meiers mit dem weichen ei dazwischen, sind die ältesten deutschen Adelsgeschlechter und keimen„noblesse adlige" (Adel verpflichtet). Sie sorgten dafür, daß ihr Name nicht ausstarb, sein Glanz nicht erlosch und die Bevölkerungsziffer sich wenigstens b« ihnen in auffteigender Linie befand. Aber kehren wir zu Schultzes Urahnen zurück. Friedrich Wilhelm Schultz« hatte, wie alle Jahre, wieder einen Weihnachtsbaum„angeschafft", der von der Erde bis zur Decke langt«. Wenn seine Frau dann ängstlich meint«:„Aber Wilhelm, der kost' doch ein Heidengeld," schmunzelte er vergnügt vor sich hin und antwortete:„Du brauchst dir darum keine grauen Haare wachsen zu lassen, denn dein Borrat ist gedeckt." Schultze hatte recht. Ob die Bäume knapp oder reichlich nach Berlin angerollt waren: er wußte immer auf dem Schlesischen Güterbahnhof«ine noch nicht abgenommene Lore Weihnachtsbäume selbst am Weihnachtsabend zu entdecken, wo er dann seinen Baum meist für 28 bis 50 Pf., selten bis höchstens eine Mark erstand. Ar Haus« angelangt, wurde die Weihnachtskiste, die zugleich Weihnachtsbau mhutsche war. mit allem„Behang" vom Boden ge- holt, die Stehleiter beim Bizewirt gepumpt und dann putzte er ganz ollein« seinen Baum. Wer Ischias, Gicht und Herzklapps kennt, der weiß, wo» da» sagen will, wenn er bis nachts 24 Uhr die Leiter wie ein Laub- frosch bei Aprilwetter rauf- und runterklettert«. Punlt 24 Uhr war tt mit dem Anputzen fertig. Sein Weib räsonierte zwar, daß«» immer so spät werden mußte. Er aber meinte, weniger als Null kanns doch nicht sein. Uebrigens hatte auch sie so. lang« w der Küche zu tun gehobt. Nun fing er an aufzubauen. Er hotte in den letzten Monaten jalit* und irvch-rHoaV für sein„große» Mädel", wie er sein« Frau noch immer nannte, zusammengekauft.--- Diesmal war er besonders opulent. Einige von ihm verfoßt« populär« Arbetterschriften hatte er dem Konsumverein für sein« Basar« zum Dertrieb angeboten. Dieser, der gerade solche Schriften propagierte, tat es in diesem Fall« besonders gern, weil Schultze ein altes treues Mitglied war. Man setzte sich tüchtig für den Bertrieb ein und erzielt« spielend einen großen Umsatz. Da tonnte man sich schon mal was Besonderes leisten. Besonders beengte den Platz«ine groß« schwarzlackierte„Blech. kist«". Di« hatte er im Konsum basor am Oranienplatz erworben und er freut« sich, seit er in ihrem Besitz war, auf die großen Augen, die fein„großes Mädel" mackjen würde, wenn sie dieselbe erblickte. Lall» war der große Moment gekommen! Nachdem Muttern«in heiliger Eid abgenommen war,„nicht darunter zu kucken", fing ihre„Aufbauarbeit an. Al» sie den ganzen Tisch ausgezogen hatte und doch für ihre „Ueberraschungen" so wenig Platz fand, brummte sie unwillig vor sich hin:„Der hat wieder nen großen Hausen Geld für lauter unnützes Zeug verqueft."— Sie deckt« auch ihren.Lrimskram", der nur nützlich« Bekleidungsstück« von Fußsocken bis zur Hausjopp« ent- hielt, zu, al» es vom Turme ein» schlug. Ihr„dummer Junge" hatte in der Küche währenddem mit Kennermiene alles von ihr für morgen vorbereitet«, von Mohn- pielen bis zu den Gänfegrieben, gekostet und stand sinnend vor der zum Hineinschieben fertigen zarten Gan». als fein Weib in der Küche erschien. Es grollt«:„Nu ist es richtig wieder nachts«in Uhr geworden." Er nahm sie mit beiden Händen bei den Schultern:„Nu sage mal. mein„große» Mädel", wenn wir selbst nachmittag schon in, Bett gekrochen wären, wäre es doch jetzt auch schon ein Uhr." „Aber," warf st« energisch ein.„ich hätte mich mal richtig ausgeschlafen." „Tue mir den einzigen Gefallen." entgegnet« er mit komischem Ernst,„und halt« dich nicht so lang« im Bett auf. Wie oft habe ich dir schon gesagt, da sterben die meisten Menschen. Und in so lebensgefährlichen Gegenden soll man sich so wenig al» möglich er- wischen lassen." „Aber, wir wollen nicht die Zeit versäumen. Jetzt ist«, noch so schön früh, und«» wird mit seder Minute später. Also, schließe die Augen, und ich führe dich in» gelobt« Land." Wie ein Kind nahm er st« bei der Hand, führte st« ins Zimmer vor den Weihnachtstisch und enthüllt« sein«„Aufbau'arbeit.„Nun mach« deine Guckerl« auf." Sie war wirklich ganz platt, sah den ganzen übrigen Krim». kram überhaupt nicht, sondern starrt« wie entgeistert nur aus den grbßen, schwarzlackierten Blechkasten. Endlich lösten sich von ihren Lippen die nicht gergd« freundlich gesprochenen Wart«:..Aber Wilhelm! Bist du denn ganz närrisch geworden?" „Na. viel hat Poch nach deiner Einschätzung bei mir nicht mehr daran gefehlt," gab er lustig zurück. „Dos viel« Geld, da» du da wieder vertan hast und die groß« Schuldenlast, die wir wieder abzutragen haben." „Man kein« Angst. Das ist nicht so schlimm, als du denkst," wendete er ein. „Ueber vierhundert Mark." entfuhr e» ängstlich ihrem Mund«. „Was!" sogt« er jetzt erstaunt,„über vierhundert Mark?" Sirematorium „Na ja," du hast es mir ja selbst gesagt, daß er so viel kostet." „Wer?" forschte er. „Das ist doch, was du dir so lange wünschtest, der Netzanschluß für alle Stationen zum Rundfunk." Ein überlautes, aber herzliches Gelächter erschütterte d.is Zimmer. Wilhelm nahm sie beim Kopf und küßte sie so stürmisch und zärtlich„wie einst im Mai". Er stieß dazwischen unter immer neuem Gelächter die Worte heraus:„Und den Netzanschluß, den ich mir wünscht«, schenke ich dir zu Weihnachten. Du, Weib! Das ist ne glänzende Idee, die lasse dir patentieren." Unter neuem Gelächter sagte er:„Du denkst wohl,-ch bin meine eigene Schwiegermutter, die mir zu meinem Geburtstag«inen großen Kasfeetopf für dich ichenkte.". Halb ärgerlich über sein unbändiges Lachen gab sie scharf zurück:„Das war wenigstens was Praktisches und unseren Ver- Hältnissen angepaßt." Er hatte fie schon wieder beim Kopf.„Ja, deinen Berhä.'tnisscn beim Kaff ertrinken entschieden," neckte er. Jetzt machte sie sich energisch von seiner stürmischen Umarmung frei und sagte:„Na, was ist denn der lackierte Kasten weiter? Hier ist die Lein« mit dem Stöpsel für die elektrische Leitung und hier das Ding zum Einschalten, wo, wie du mir erklärt hast, man bloß drehen braucht." „Das stimmt alles," sagt« er, sich mühsam das Lachen ver- beißend.„Aber trotzdem es stimmt und du unbedingt recht hast, mich für närrisch zu erklären, brauche ich doch nicht so närrisch xi sein, dir zu Weihnachten für mich«inen Netzanschluß zu schenken. Jetzt wurde sie aber wirklich böse.„Ja, willst du mir denn nicht wenigstens sagen, was das wieder für ein Allotria sein soll?" „Ich wollte dir eine große Freude machen." sagte er etwas beleidigt. „Mir?" forscht« sie gedehnt,„ja, dann sage mir doch um alles in der Welt, was das für eine Wunderkist« ist?" „Mache sie doch mal auf." „Du weißt," antwortete sie a tempo,„daß ich an die Dinger nicht rangehe, denn nachher, wenn du nichts hörst, sagst du wieder, ich hob'» kaputt gemacht." „Du. das ist nicht zum Hören, sondern zum Riechen." Boshaft und schlagfertig zugleich entgegnete sie:„Na, dann trage sie nach dem Klosett: da hast du immer Anschluß nach dem Osdorfer Sender." Wieder hotte er sie beim Kopf:„Du giftiges Borstenvieh." „Ach, gehe los," kam es jetzt wirklich ärgerlich von ihren Lippen. „Denkst du vielleichi, ich will die Weihnachtsnacht zum Rätselraten verwenden?" „Liebe» Kind," klang«s begütigend von seinem Mund«,„ich will dich wirklich nicht kränken, sondern dir eine Freude machen," sagte er. „Hättest du mir lieber ein Paar Schuhe und Stoff zum Kleid dafür geschenkt. Beides brauche ich so notwendig." Vergebens war ihr Bemühen, sich loszumachen. Er hielt sie viel zu fest umklammert und sagte:„Hättest du nur die Wunderkiste aufgemacht, dann wären dir bereits alle Wünsch« erfüllt." „Höre mal, Wilhelm. Ich bin, so lange wir uns kennen, auf all« Narrenspossen, mit denen du auch mir oft mitgespielt, gern und mit Lochen eingegangen. Aber du solltest diese Feiertage, auf die ich mich so aufrichtig gefreut habe, nicht durch«in Ueberspannen verderben." „Na also dann:„Derhängnis nimm deinen Lauf," deklamiert« er mit komischem Ernst. „Ich werde dir das verschleierte Geheimnis ent- fchleiern, und du wirst mir auf den Knien Abbitte tun." „Meine, jetzt deine Wunderkist« ist ein G ä n s e- K r e m ae torium!" „Gänsekrematorium?" kam es zögernd von ihren Lippen. Noch mißtrauischer wie zuvor sah sie ihn an.„Und darin soll mein Kleid und meine Schuhe sein?" „Jawohl! Da die Gänse, die da hineinwondern, weder Kleider, noch Schuhe gebrauchen, vererben sie beides den Hinterbliebenen. Also, du altes, dummes Mädel, nun höre. Jetzt wollen wir ganz im Ernst mal der Wunderkiste alias Gänsetrematorium auf den Leib rücken. Ich Hab« da vorhin in der Küche die leckere Gans sein vor- bereiiet in der Bratpfanne gesehen." „Jawohl!" sagte sie stolz.„Um halb acht trage ich sie morgen früh zur Nachbarin."(Schluß folgt.) Stans£. Jßange: Als ffieiflister bei der fflugenberg&leüe Mein goldener Sonntag war ein bleiener. Wirklich, bis zum Rand« war er vollgelaufen van bleiernster Langerweil«, denn ich hatte das Pech, als Beisitzer eines Wahlvorstartde« bestellt zu werden.„Erscheinen ist gesetzlich Pflicht. Wer ohne triftigen Grund fernbleibt, kann«in« Geldstrafe bis zu tausend Mark aufgebrummt bekommen," hieß es in dem amtlichen Schreiben. Woher triftig« Gründe nehmen, wenn man kein Film- oder Theaterstor ist!? Also, wo, blieb übrig? Fluchen und hingehen. Hugenberg wurde mir noch viel sympathischer. Der Nebensoal eines Cafes im Westen. Der Vorsitzende begrüßt seine Gehilfen: sagt sein Sprüchlein auf. Ich entdeck««inen Leidens- und Parteigenosien. Wir drücken uns verständnisinnig die.Hand. Auch ein« Frau ist dabei, der Mann ist Budiker, gleich gegenüber. Aber in dieser Gegend ist die Budikersfrau deutschnational, verkehrt politisch in den„feinsten Kreisen". Wer alles sie herzlichst begrüßtl „Donnerwetter, da tonn einem dos republikanische Wasser im Munde zusammenlaufen." Ich nehme Platz und entrolle den„vorwärts", lege ihn vor mich hin. Das gibt im Laufe des Tages mehrfach Deranlaffung, daß mancher, der mich wegen irgendeiner Auskunft befragen will, sich plötzlich unwillig abwendet.„Wie«in Gaul, der dicht vor dem Hindernis ausbricht," denke ich. Spaß muß fein. An«wem Seitentisch sitzen deutschnattonal« Listenführer, Beobachter, Kontrolleure, Schlepper. Jung« Leute. Sie sind von ihrer Sache besessen. Rührig, unermüdlich, dos muß man ihnen lassen. Ab und zu erscheint in voller Äriegsbemrlung ein Stahl- helmknab«. Erstattet eine Meldung, nimmt Zettel entgegen, saust Vieder davon. Erfüllt von ungeheurer Wichtigkeit So, mm säßen wir fast ein« Stunde. Aber noch ist niemand gekommen. Ein gervisier Galgenhumor flügett durch den Raum. Ich werf« di« Bemerkung hin:..Dielleicht werden es heute abend dreihundert fein", was mir unwillig« Blick« einträgt.„Ich bitte Sie, hier in unserer Hochburg."„Na ja, dacht« ich. deshalb habe ich ja auch so hoch geschätzt:" Endlich der erst« Wähler. Zufällig heißt er Engel. Dankbar« Blicke begrüßen ihn, al» ob er wirklich einer wäre. Und nun tröpfelt«s so weiter durch den Tag. Freilich oft mit langen 2ltem- pausen durchsetzt. Wir und die Leere de» Rauine» gähnen um die Wette. Ich vertiefe mich immer wieder in den„Vorwärts". Stampfers Leitaufsotz könnte ich morgen In einer Dersammlung wörtlich in die Menge schmettern. Fabelhaft, wie interesiont auch Inserate fem können! Das Tröpfeln darf übrigem nicht allzu wörttich genommen werden, penn nicht allzu selten kugelt e» sich auch herein. Pelz- umspannt«, gewichtige Bäuche, di« nicht auf Darben deuten. Elegant« Domen gehören dazu. Und natürlich huldigt auch di« Monengard« der alten General« und Admiral« Herrn Hugenberg. Ob er sie, wenn«r wirklich da» Hest m di« Hände bekäme, auch so fpendabel mit hohen Pensionen weiter bedenken würde, wie es die gutmürig« Republik tutl Ader auch viel Jugend Wucht auf. Man kennt ihn schon, diesen gewissen Typ mit dem unsichtbaren und doch nicht zu verkennenden Hakenkreuz vor der Stirn. Ich will nicht so unhöflich sein, ihr« Intelligenz anzuzweifeln, immerhin: Man hat doch den Eindruck, daß sie zum mindesten leicht getarnt ist. Einmal will«in Ehepaar durchaus zusammen in ein« Wahl. zell« und läßt sich kaum davon abhalten. Es scheint zu glauben, daß Derhei ratet« auf«in« sozusagen zweischläfrig« Wohlzell« An- sp-ruch hätten. Plötzlich fahr« ich auf. Merkwürdig, wen man bei solcher Gelegenheit wieder zu sehen bekcmnnt: das ist doch der Generol W.. und da fallen mir Tag«, Geschehnisse«in. an die ich schon lange nicht mehr gedacht. �_ Generol W. war semerzett noch Schwerin geschickt worden, um nach den Kapp- Tagen die furchtbar« Erbschaft zu liquidieren, die General o. Lettow-Borbeck hinterlassen hatte. Ein Austrag, den..er im Einvernehmen mit. der Regierung auch- ganz loyal durchführte. Auch er hotte mich ohne Zweifel erkannt, und e? war ihm an- zusehen, daß auch ihm die Erinnerung an jene Zeit durch den Kopf fuhr. Ob er daran dacht«, daß er wir einmal ieinen Generatstabs- offizier Major von E. zugeschickt hatte, um mir seinen ganz be- sonderen Donk auszusprechen? Der Rittmeister Graf W. war>n die Hände einer zu allem entschlossenen, durch die Ereignisse der eben verstrichenen Tage zu höchster Mut ausgepeitschten Volksmasie ge- raten und es war mir gelungen, ihn zu befreien. Das war so gekommen. Warum soll ich nicht bei dieser Ge- legenhoit davon erzählen? In dem Schweriner Reichs postgebäude befand sich noch eine kleine Ret chswehrbeso tzu ng Man hatte wahr- fcheinlich in dem Drunter und Drüber jener Tag« vergessen,. sie zurückzuziehen. Wie es kam, wer weiß das! Aber plötzlich staute sich auf'den Straßen und Plätzen dort«ine vielhundertköpsige Menge, die immer weiter anschwoll, scheinbor willen», die Post zu stürmen. Unbesonnenerweis« ließ der Rittmeister einige Schreck- schüss« abgebin mtt dem Erfolg, daß ein junges Mädchen, durch einen Querschläger verletzt, blutüberströmt zusammenbrach und weg- getragen werden mußte. Der Stab des Reichswehrkommondos rief bei mir an, ob ich nicht helfen wollt«; Reichswehr hinzuschicken erschiene untunlich, dos würde die Loge nur verschlimmern. Selbstverständlich war ich sofort bereit, entsandte zwei osfene Lostkrastwagen mit einigen Beamten und begab mich auch selber an Ort und Stell«. Ich dränge mich, was wirklich nicht ciirfach ist, durch die Menge, spreche mtt einzelnen Leuten, die sich als Führer ausgeben. Mein Erscheinen wirkt« beruhigend. Es gelingt mir. die beiden Wagen in den Pofthof hineinzubekommen. In den» «inen nehmen di« Reichswehrsoldaten Platz, in dem anderen kommen ihr« Waffen und mein« Beamten. Auf die Forderung der Menge, die Waffen müßten dableiben, war ich nicht«ingegongen. Die Tore des Posthofes öffnen sich. Di« Wogen fahren scharf an, die Meng« macht Platz. Eine Straße weiter ist jede Gefahr oorbe:. ?lber di« Situation stand wirklich auf des Messers Schneide. Wäre in diesem Augenblick«m irgendwo herein Schuß gefallen, dann war da» Ergebnis klar. - Nie Hot mir jemand so kräftig die Hand gedrückt, wie es der Rittmeister Graf D. tat, als er sich dvn mir verabschiedete. Er wußte warum. Trotzdem: noch gar nicht so longer Zeit mußte ich mich gegen den Aorwurf verteidigen, bei dieser Gelegenheit höchst eigenhändig der Reichswehr zwei Maschinengewehr« geklaut zu haben. E» waren doch komisch« Zeiten damals. Eigentlich war ich dem alten Generol W. dankbar, daß er heute auch in das Wahllokal gekommen war. denn dies« Erinnerung war schließlich noch da. Unterhaltendste an diesem verlorenen Tage. Verloren erfreulicherweise vor allen Dingen auch mit Pauken und Trompeten für seinen Beranstalter, Herrn Hugenberg. Im übrigen hatte ich doch ziemlich richtig geschätzt: Zwei- buirdertvierundachtzig Wahlzettel wurden am Abend gezählt, zehn Neinstimmen darunter. Das waren wahrscheinlich die Hausangestellten, di« mtt ihren Herrschasten hatten mitkommen müsien. Der Freund wird ihnen schon gesagt haben, wohin sie ihr Kreuz zu machen hatten. An diesem Tag« hatte Hugenberg tm vollsten politischen Schein- werferticht gestanden. Was sah man? Einen Berg? Ach>---- nur«inen Maulwurshügel. Da» deutsche Volk wird über ihn nicht stolpern. Parteinachrichten Einsendungen für biefe Rubrik find Berlin 6 68, Sindenstraße 3, für Groß- Berlin ftets as bas Bezirkssekretariat 2. Hof, 2Treppen rechts, zu richten. alone and Kulturtagung des Bezirksausschuffes für sozialistische Bildungsarbeit, Berlin. Canntag, 5. Januar, von 9-14 Uhr, im Blenarfoal des Berfiner Rathaufes, Eingang Rönigstraße. Tagesordnung: 1. Bortrag ber Genoffin Prof. Anna Siemfen:„ Gosialistische Bildungstbee und Bildungsaufgabe". 2. Bortrag bes Genoffen Alexander Stein: Die Beagis der fosialistisches Bildungsarbeit in Berlin". 3 Aussprache. Alle an fozialistischer Bildungsarbeit Intereffierte find hierzu eingeladen. Barteibuch legitimiert. Achtung, Stadtverordnetenfraftion! Die nächste Fraktionssikung findet am Montag, dem 6. Januar, 16% Uhr, statt. * 2. Areis Tiergarten. Connabend, 4. Januar, 20 Uhr, bei Rrüger, Butlikftraße 10, Sigung der Geschäftsleitung, Beifißer und der 1. AbteilungsTeiter. Gefchäftsleitung trifft sich bereits um 19 Uhr ebendort. 3. Kreis Webbing. Connabend, 4. Januar, 19 Uhr, Arcistonferenz im Lebigenheim Brunnenplag, 5. Stod. Am Donnerstag, 9. Januar, findet im Rahmen des Helferturfus der Kinderfreunde, Gruppe Wedding, eine Rusammenkunft der Genossen statt, die sich der Rinderfreunbearbeit zur Ber fügung stellen wollen. Der Rurfus findet jeden 2. Donnerstag im Lebigen. heim Brunnenplag, 5. Etod, Zimmer 22, von 20-22 Uhr, statt. 20. Kreis Reinidendorf. Donnerstag, 9. Januar, 19% Uhr, im Lehrerzimmer der 5. Boltsschule, Auguste- Bittoria- Allee 37-38, Beginn des Rurfus Wirtfchaft und Staat". Lehrer Dr. Schlefinger. Genoffinnen und Genossen Zönnen fich zur Teilnahme ½ Stunde vor Beginn des Rurfus im Lehreraimmer melden. Rurfusbeitrag wird nicht erhoben. Rahlreiche Beteiligung fehr erwünscht. Der Obmann des Bildungsausschusses. Heute, Freitag, 3. Januar. in emit 5. Abt. Die Funktionärsigung findet heute, Freitag, 3. Januar, nicht, Sonn abend, bei Lehmann, Bartelstr. 7, statt. Erscheinen aller Funktionäre ist Pflicht. 8. Abt. Die Gammellisten für die Weihnachtsfeier find sofort abzurechnen beim Genoffen Runge, Steinmenftr. 46. sug The 20% the funktionäbligung ebenfalls bet Berhuis. Seber Bestick| Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin. nertreten fein. 77. Abt. Schöneberg 20 Uhr bei Jürgens, Barbamfiaftr. 5e, funktionärsgung. 81. Aht. Friebenen. 20 Uhr bei Alabe, Sanbjernftr. 60-61, Funktionärtigung Ausgabe des Mitteilungsblattes. 89. Abt. Renton. Funktionärtigung findet erft out Montag. 6. Januar, flatt. 120. Abt. Friebrichsfelbe. 20 Uhr bei Gdjmara. Capriviallce 104, Funktionär. fihung. 138. Abt. Sermsdorf. 20 Uhr bei Ofrent Funktionärfügung. Stellungnahme zur Neuwahl. Morgen, Sonnabend, 4. Januar. 8u Ehren bes 80. Geburtstages unferer Genoffen Eduard Bernstein ver anstaltet der Werbebezirk Schöneberg gemeinsam mit der Bartel am Sonntag. 5. Januar, einen Fadelzug. Der Treffpunkt ist 18 Uhr Bhf. Ebersstraße in Schöneberg. Alle Genoffinnen und Genossen anderer Abteilungen find zur Teilnahme herzlichst eingeladen. Fahnen und Wimpel mitbringen. Boltsbühnenvorstellung Apollo Brunnenstraße", Boltsstüd mit Gesang und Mufit, am Conntag, 12. Januar, 15 Uhr. Eintrittskarten für Jugendliche awischen 14 und 18 Jahren find umgehend gegen fofortige Bezahlung von den Gruppen abzuholen, besgleichen auch die Beitragsmarten für die Mitglieder Abteilungsleiter, gebt umgehend den Berichtsbogen vom 4. Quartel ab. 25. bt. 20 Uhr bei Reamer, Cotheniusstraße, Funktionärsigung. Um 19 Uhr der Jugendpoltsbühne. ebendort Gigung des Abteilungsvorstandes. 54. Abt. Charlottenburg. 20 Uhr im Jugendheim Roſinenſtr. 4 Funktionär Jahresmitgliederversammlungen, heute, Freitag, 19% Uhr. figung. Abteilungsvorstand Stunde früher. 131. Apt. Rieberschönhausen. 20 Uhr bei Alindt, Friedensplas, wichtige funt. tionärligung. Frauenveranstaltungen. am 2. Areis Tiergarten. Ratten für die Rarl- Schröder- Beranstaltung 9. Sannar find bei der Genoffin Jordan, Lübeder Gtr. 43, su haben. 7. Areis Charlottenburg. Seute, Freitag, 3. Januar, 19 Uhr, bei der Genoffin Lange, Rosinenstr. 6, vorn 2 Tr., Sigung der Abteilungsleiterinnen. 12. Kreis Steglik. Für die am 9. Januar stattfindende Karl- Schröder- Beranstaltung find Rarten zum Preise von 30 Pf. das Stüd bei der Genoffin Hermes, Steglig, Gadfenwalbftr. 18, zu haben. Jungfozialisten. Gruppe Süben: Seute, Freitag, 20 Uhr, im Jugendheim Bordste. 11, Dis. tuffionsabend über Glaubensfragen. Gäfte herzlichst willkommen. Gruppe Bebbing- Gesundbrunnen: Heute, Freitag, 19% Uhr, im Jugendheim Orthstr. 10, Sabresmitgliederversammlung. Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. Sterbetafel der Groß Berliner Partei Organisation 29. Abt. Am Montag, 30. Dezember, verstarb unfer alter Genoffe, der Schneidermeister Wilhelm Schulz. Ehre seinem Andenken! Beerdigung am Freitag, 3. Januar, 15 Uhr, auf dem Friedhof der Freireligiöfen Gemeinde in der Bappelallee. Wir bitten um rege Beteiligung. 32. Abt. Am 29. Dezember verstarb unfer Genoffe Seinrich Bieb, Rönigsberger Str. 34, im Alter von 62 Jahren. Ehre seinem Andenken! Einäfcherung heute, Freitag, 3. Januar, 16% Uhr, im Krematorium Baumschulen weg. Wir bitten um rege Beteiligung. Arkonaplag: Schule Elisabethkirchstr. 19. Gewerkschaftshaus: Schule Sentrum: Köllnischer Bark: Heim Waisenstr. 18. Röpenider Ctr. 125. Sansa: Heim Bochumer Str. 8b. Moabit I: Heim Landsberger Str. 50. Schule Waldenferstr. 20. Arnswalder Plag II: Seim Pasteurftr. 44-46. Selmholgplak: Heim Danziger Faltplas II: Schule Connenburger Str. 20. Nordost i: Straße 62, 9. 2.-Sohenschönhausen: Seim Freienwalder Ctr. 6. Danziger Str. 62, B. 3( nicht Conntag). Wörther Plag: Schule Kastaniens allee 82. Friedrichshain: Seim Dieftel Andreasplag: Heim Brommnstr. 1. menerftr. 5-6. Warschaner Biertel, R. F.: Seim Litauer Str. 18.- Char. Lottenburg: Heim Rofinenstr. 4. Charlottenburg- Süd: Seim auf dem Sport Reu- Lichtenberg: plaz Goethestraße.- Friedrichsfelbe: Heim Gunterstr. 44.Heim Scharnweberftr. 29. Sumann. Balten. Frankfurter Stralaner Biertel: Seim Goßlerstr. 61: 10- Minuten- Referate. Rofenthalee Moabit II: Heim Lehrter Borstadt: Heim Zehdenider Str. 25: Fahrtenberichte. Straße 18-19:" Jugendschuß durch die Arbeitermohlfahrt". Mitgliederversamm Tung am 10. Januar. Arnswalder Plak: Heim Rastenburger Ede Wehlauer Straße: Die Bedeutung, des Sturmvogel" für die Arbeiterschaft". play: Heim Scherenbergstr. 7: Die Gruppenabende in diesem Jahr". plag: Heim Tilfiter Str. 4-5: SAJ. oder Rummelplag?" Viertel: Seim Frankfurter Allee 307: Fortfegung der Arbeitsgemeinschaft. Warschauer Biertel: Heim Litauer Str. 18: Rüblid 1929, Ausblid 1930". Marienborf: Alte Schule, Dorfstr. 7: Unsere Fahrten". Steglik, R. F.: Neukölln VII: Schule Seim Baulsen. Ede Herderstraße: Rüdblid, Ausblid". Reukölln IX: Funktionärver. Kaiser- Friedrich- Straße: Die Roten Falten". fammlung beim Genossen Dalln, Emfer Str. 16-17. Rövenid: Seim DahlFallenberg: Seim auf wißer Straße: Bichtbilder: 3ille und feine Kunst. Johannisthal: dem Gutshof, Aelterengruppe: Besprechung der Heimabende. Rathaus. Niederschöneweibe: Schule Berliner Str. 31: Funktionärversamm lung Lichtenberg- Mitte: Heim Scharnmeberstr. 29: Was ist Faschismus?". Werbebezirk Schöneberg: W.- B.- Borstandssigung beim Genossen Jauch, Schöneberg, Brunhildstr. 8, 1. Aufgang, vorn 3 Tr. Sonntag, 5. Januar, 18 Uhr, Fadelzug zu Ehren Eduard Bernsteins. Treffpunkt Bhf. Ebersstraße. Alle Genossen müssen daran teilnehmen. Fahnen und Wimpel nicht vergessen. Werbebezirk Teltowtanal: Morgen, Sonnabend, 19 Uhr, W.- B.- Borstands. 1 Welterbericht der öffentlichen Wetterdienststelle Berlin und Umgegend ( Nachdr, verb.). Bunächst zeitweise heiter, später wieder neue Eintrübung isung in Steglis, Seim Albrechtstr. 47. Rechnet die Karten für die Liebknecht mit Neigung zu Regenfällen, nachts Temperaturen bei Null, am Tage ziem troden und vielfach aufbeiternd, in der westlichen Hälfte neue Eintrübung mit Niederschlagen, stellenweise leichte Nachtfröste, fonit ziemlich mild. 22. Abt. Bezirksführer, Material abholen vom Genoffen Seidel, Lütticherlich mild. Für Deutschland: In der östlichen Hälfte des Reiches meist Straße. 38. Abt. 19 Uhr bei Bartusch, Friedenstr. 88, Gigung des Abteilungsvor ftandes. Bollzähliges und pünktliches Erscheinen dringend erforderlich. Feier ab. Werbebezirk Neukölln: Morgen, Sonnabend, Bildungsausschußfizung im Barteisekretariat, Fuldastraße. Alle Gruppen müssen vertreten fein und die Berichtsbogen abliefern. Heute zu Ticks: billige und gute Lebensmittel einkaufen FRISCHES FLEISCH Kalbshaxen ..Ptd. 74 Pt. Kalbskamm ohne Beilage............ Pid. von 94 Schweinebauch ohne Beilage....Ptd. 1,20 Schweineschinken Schweine- Schulterblatt Rückenfett bratfertig. ......... 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Ptd. 1,25 FISCHE UND RAUCHERWAREN * Schellfisch a. K., im ganzen..... Ptd. 14PL| Seelachs geräuchert............... Pfd. 42Pt. * Kabeljau o. K., im ganzen....... Pid. 18P Schellfisch.... Pid. 48Pt. * Kabeljaufilet... ...... Pd. 30Pt. Bücklinge.... * Zander gefroren.......Pfd. von 60Pf. an Stückenlachs * Grüne Heringe................ 3 Pfd. 72Pt. Sprotten....... Wild und Geflügel Suppenhühner trisch Rebhühner gefroren...... Pfd. von 105 an Wildragout shad .Pld von 1 05 .Ptd. 50 Pt. ..... Pid. von 128 Rehblätter. Gänse92 russische, gefroren, Pfd. von Lebende Spiegelkarpfen Pid. von PL 05 an 118 an Sardinen Marke ,, Mertle" Clubdoss Clubdese Dose hoch/ Dose 50. 60P 85P. 160 ... Pid. Pid. KÄSE UND FETTE Allg. Stangenkäse 20% P. 48PL Allg. Stangenkäse vollfet.... PML 98PL Edamer Pid. 72Pt, vollfett, Pid. 1,05 Holländer 200td. 72 P., vollfett, Pf. 1,10 Pid. Dän. Schweizer 30% Pid. 92PL Steinbuscher vollfett....... Pd. 98Pt. Bayr. Schweizer Ptd. 1,48 Blockkäse Tiliter Art, 20%.Ptd. 78. Blockkäse Emmenthaler Art, 20%... Ptd. 1,15 Rohschmalz...... Bratenschmalz Griebenschmalz Pfd. von 45Pfan Pfd. 1,45 Ptd. 48Pf. Margarine Tafelbutter.. Wur: Leipziger Str., Alexanderpl., Frankfurter Allee, Kottb. Damm, Belle- All.- Str., Wilmersd. Str., Chausseestr. Billige Angebote unserer Wein- Abteilung 1928 er Hackenheimer Kirchberg. 1927 er Schloss Bäckelheimer.. 1928 er Braunsberger Riealing..... 1926 er St. Emilion 1924 er Artisane Blays... Flasche 1928 ar Oestricher Mitz.... 50 RESTBESTANDE 1927 er Niersteiner Ratsherrenwain.. 150 10 Flasch. In Likören, Punsch- Extrakten und Tafelweinen bis z.Hälfte d. regul. Sonnengartner, vorzüglich. Frühstückswein 14,00 Wertes im Preise herabgesetzt 1927 er Kiedricher Berg. 1925 er Wiltinger Klosterberg. 1924 er Sauternes, weiss und süss. Mérito Pale Sherry.... Gefässe bitten In unseren bekannt Vom Fass bring wi guten Qualitäten. .Ptd. 32PL .Pfd. 38PL .Pfd. 22Pf. .... Ptd. 30PA .Pid. 21Pf. Spezial- Apfelwein herb, zur Kur and Bowle 10 Ltr. 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