Morgenausgabe Nr. 5 - A 3 47.Iahrgang «Sch-Ntlich 8515f., ni«naw4»«M. im voraus z-hldar, Postbezug«�Z M. eiulchließlich 60 Pfg.Postzettungs. und 72 Pfg. PostbefteNgebühn«. Zluolondz» abonnemem 6,— M. pro Monat, Dar.BonoSrfs* erscheint«ochentlg» sich zroednal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel.Der Abend"', Illustrierte Beilagen.Boll und I-tt� und„Aindcrsreund". Ferner »Unterhaltung und Wissen",»Frauen- stimme",„ledmif.»Blick in die Büchenoelt" und»Iugend-Porwarto" Berliner VoltsblaÄ Sonnabend 4. Januar 19)0 Groß-Äerlin Ii) Vf. Auswärts �5 Z)f, Die einspaltige NonparetllezeNe 80 Pfennig. Reklame'.eile 5.— Reichs» mark.„Kleine Anzeigen� dos'.ettye. druckte Wort 25 Pfennig(zulässig zwei fettaedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennio. Stellengesuche dos erste Wort 13 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 13 Buchstaben Jählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt feile 60 Pfenni g. Familienanzeigen Ze.le 40 Pfennig. 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I a s p a r- Belgien eröffnete die Tagung in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Konferenz, den er nach allgemeinem Uebereinkom- men seit August beibehalten hat. mit einer längeren Ansprache. Er ehrte zunächst in warmen Worten das Andenken Dr. S t r e s e- manns und erinnerte daran, wie man gerade während der August- komerenz die Fortschritte seiner verhängnisvollen Krankheit hätte feststellen können. Dann begrüßte Jasper die neu erschienenen Kc sserenzteilnehmer, zunächst Tardieu, der nun mit seinem„lächeln- den Optimismus* an den Konfercnzarbeiien teilnehmen werde, die neuen deutschen Reichsminister Moldenhauer und Robert Schmidt und die Vertreter Oesterreichs(Schober), Ungarns (Bachtel) und Bulgariens(Buroff). Den Rest seiner Rede bildeten die üblichen Wendungen über Frieden und Freundschaft zwischen den Nationen, sowie der Dank an die Niederlande. Danach war die öffentliche Sitzung, die einschließlich der Ueber- setzung dieser Rede, knapp zwanzig Minuten gedauert hatte, zu Ende. In der darauf folgenden nichtöffentlichen Sitzung wurde die Technik der konferenzärbeilen vereinbart. Mav bildete zwei Komitees, das sine für die deutschen Reparationen, das' andere für die Ostreparationen. Zum Vorsitzenden des ersten Komitees wurde Iaspar, zum Vorsitzenden des zweiten Komitees Loucheur ernannt. Dos erste Komitee trat sofort zusammen und setzt« ein Unterkomitee ein, das einen Bericht über die Arbeit der verschiedenen Ausschüsse vorzulegen hat. die seit September in Paris. Baden-Baden und Brüflel getagt haben. Es gab da ein kleines Geplänkel, weil die einlösenden Mächte dieses Komitee nur. aus ihren Per- ireicrn zusammengesetzt wissen wollten, während Titulescu(Rumä- nien) den Wunsch äußerte, daß ihm auch die kleinen Gläubige? angehören sollten, zumal sie bisher über die Baden-Badencr und sonstigen Kommissionsbeschlüsse nicht informiert worden seien. Schließlich einigte man sich dahin, daß das Komitee zwar nur aus Bertretern der sechs großen Mächte bestehen wird, aber vor seiner Berichterstattung auch die Vertreter der kleinen Mächte insornnert und ihnen damit die Möglichkeit gegeben wird, ssch zu diesem Bericht zu äußern. Mit dieser rein formalen Konzession gaben sich Titulescu und Genossen zufrieden. Das Komitee für die ungarischen, österreichischen und bulga- rsschen Reparationen tritt am Sonnabendvormittag zusammen. Noch in der Plenarsitzung gab es einen kleinen Zwischenfall, dessen Bedeutung man allerdings nicht übertreiben soll. Der Ner- treter Polens überreichte dem Vorsitzenden Iaspar ein Exemplar des deubsch-polnischen Liquidationsabkommens mit einer Bemerkung, die so hätte gedeutet werden können, als bildete dieses Abkommen einen integrierenden Bestandteil der Haager Konferenz. Reichsminister Dr. Curtius bestätigte, daß mit Polen vereinbart worden sei, das Abkommen im Haag zu überreichen, fügte aber ausdrücklich hinzu, daß dos deutsch-polnische Abkommen sich wohl aus den haoger Verhandlungen historisch ergeben habe, daß es aber seine Rechtskrast unabhängig von den Haager Reparationsbeschlüssen erlange. Diese Feststellung wurde widerspruchslos zur Kenntnis genommen. Es fällt allgemein auf, daß England nur den Schatzkanzler Snowden und den Handelsminister Graham entsandt hat, daß aber das britische Auswärtige Amt weder durch Henderfon noch durch einen prominenten Diplomaten vertreten ist. Lediglich der Gesandte Sir Eric Phipps ist für das„Foreign Office" anwesend, aber, nve die Engländer scherzhast selbst hinzufügen,„nur als Beobachter". Damit hat die englische Regierung offenkundig zum Ausdruck bringen wollen, daß sie die Hoager Schluhkonferenz als eine rein f i n a n- zielle und wirtschaftliche Angelegenheit ansieht, sie aber weder erwartet noch wünscht, daß irgendwelche politischen Fragen von Bedeutung aufgeworfen werden. Vom Hugenberg-Krach. Die Ausgeschiedenen bekommen den Agrarierterror zu spüren. Der aus der Hugenberg-Partei ausgetretene Reichstags- abgeordnete Hülser hat vor vier Iahren in Schlesien ein Blatt gegründet, das für die christlichen Arbeiter bestimmt war und den Namen„Schle fische Landpost" führt. Nach dem Krach in der Hugenb.erg-Partei und dem Austritt Hülsers haben die allmächtigen Großagrarier eine Boykott- bewegung gegen die„Landpost" eingeleitet, voran der Bor- sitzende des Landesverbandes der Deutschnationalen Volks- partei, von Goßler. der zugleich verkündet, daß der Reichstagsabgeordnete Hülser«das in ihn gesetzte Ber- trauen schwer enttäuscht" habe. Hülser klagt nun. daß unter diesem Druck eine große Anzahl von Abonnenten die„Schlesische Landpost" abbestellt hätten, und fährt dann fort: „Gleichzeitig führt die altkonservativ«„S ch l e s i s ch e T a g« s- p o st", die in vielen tausend Exemplaren von Guts- besitzern für ihr« Landarbeiter gehalten wird. einen höchst unsachlichen Kamps gegen meine politische Haltung und vor ollem meinen Austritt aus der Deuffchnationalen Bolkspartci. ohne daß ich>» der Lage bin, auch meine Auffassung in der„Tages- post* wiederzugeben. So sollen die Landarbeiter ihres einzigen eigenen christlich- nationalen und so- zialen schlesischen Blattes beraubt und der fazial- reaktionären Beeinflussung der Herren von Seidlitz-San- dreczki und von Freytagh-Loringhoven ausgeliefert werden. � Mit der Haltung der„Schlesischen Tagespost" werden sich die leitenden Stellen der christlich-notionalen Arbeitnehmerbewcgung und vor allem der christlich-nationalen Landarbeiterbewegung als- bald befassen. Ihr« hcrausfordernd« und beleidigende Schreibweise wird die erforderliche Antwort und praktische Auswirkung be- kommen. Die ländlichen Arbeitnehmer sollten lieber die örtlichen Kreis- blätter auf eigene Kosten halten, als ein Blatt umsonst zu lesen, da» für ihre Standes- und Kulturbedürfnisse so wenig Ber- ständnis hat wie die„Schlesische Tagespost". Das ist ein bezeichnendes Kulturbild aus Ostelbienl Die ..christlich-ncuionalen" Landarbeiter müssen das Leiborgan der Gutsherren lesen, das ihnen gratis geliefert wird. So «hält ein deutschnationales Blatt eine größere Auflage, und die Arbeiter werden geistig verblödet. Daneben dürfen sie ein eigenes christlich-nationales Organ auf eigene Kosten lesen, aber nur, solange dessen Leiter mit den Grundherren durch dick und dünn gehen. Wagen sie zu mucksen wie Hü l s e r, so kommt der Terror, und wehe dem Gutsarbeiter, der noch eine solche Zeitung im Hause hat! Oberbürgermeisterschub. Neuwahlen in Leipzig. Dresden und Ehemnih bevorstehend Außer dem Leipziger Oberbürgermeister Dr. Rothe beabsichtigen auch der Oberbürgermeister von Dresden, Dr. B l ü h e r, und der Oberbürgermeister von Chemnitz, Dr. H ü b s ch m a n n, zurückzutreten. Der Ausgang der letzten Gemeindewahlen und die neue Kommunaltaktik der Kommunisten haben die Aussichten der Bürgerblöckler in den Gemeinden verstärkt. In Chemnitz hat sich bereits eine bür- gerliche Arbeitsgemeinschaft von den Demokraten bis zu den Hakenkreuzlern zusammengefunden. Die bevorstehenden Oberbürgermeisterwahlen scheinen demnach im Zeichen des Bürgerblocks zu stehen.___ Schulraub in Oirschau. Ein Terrorakt des Magistrats. Der neue polniscii« Inneiiministcr Jüzewski(sprich Iusewski) ist in den Tclegraininen als Freund g e r e ch l e r Behandlung der Minderheitenvölker vorgestellt worden. Man wird ihn also noch nicht für entgegengesetzte Handlungen seiner Unterbehörden verant- wortlich, ihn aber darauf aufmerksam machen müssen. Der Magistrat der Stadt D i r s ch a u(jetzt Tschcw) hat beim Jahreiwechsel dem Deutscher» Schulverein die Räume im Eoange- lischen St.-GeorgemHospital zum 1. Juli d. J.g e k ü n d Ig t, die für das deutsche Progymnasium gemietet sind. Nach Ablauf eines Semesters würde das Progymnasium ohne Schulräume da- stehen. polendenkmal in Ostoberschlesien gesprengt. Kotlowih, 3. Januar. Freitag morgens gegen 4 Uhr wurde in B o g u s ch ü tz das Aufständischendenkmal gesprengt. Die Detonation war so heftige daß in den umliegenden Häusern Scheiben durch den Lust- druck zertrümmert würden. Schutz der Republik... ist Schuh der Freiheit! Wenn sich der Reichstag am Ende dieses Monats wieder versammelt, wird zu den vielen Aufgaben, die er dann zu lösen haben wird, auch die Verabschiedung des Gesetzes zum Schutz der Republik gehören. Nach einer ziemlich hastigen ersten Lesung ist der Entwurf zur Beratung im Straf- rechtsausschuß reif geworden, aus der er wahrscheinlich nicht ohne erhebliche Veränderungen hervorgehen wird. Der Entwurf will bekanntlich eine Lücke ausfüllen, die durch den Fall des alten Republikschutzgesetzes im Sommer vorigen Jahres entstanden war. Zeitlich will er die Distanz überbrücken bis zum Inkrafttreten des neuen deutschen Stras- gesetzbuches. Das alte Republikschutzgesetz, das im Sommer vorigen Jahres fiel, weil die erforderliche Zweidrittelmehrheit für den Kaiserparagraphen nicht aufzutreiben war, entsprang einer be- stimmten geschichtlichen Situation und war ganz auf sie zu- geschnitten. Es richtete sich gegen eine organisierte Hetze, die sich in einer Reihe von Attentaten auf führende Männer, zuletzt in der Ermordung Rathenaus, ausgewirkt hatte. Heute können wir die Periode der politischen Attentate als abgeschlossen betrachten, und es darf überlegt werden, in- wieweit noch besondere gesetzliche Schutzmaßnahmen gegen ihre Wiederholung erforderlich sind. Man kann vielleicht finden, daß der vorliegende Entwurf im Ehrenschutz für Mini st er etwas weitergeht, als notwendig ist. Damit soll nicht gesagt sein, daß eine kurz- sristige Gefängnisstrafe für grobe Beschimpfung oder Ber- leumdung eines Ministers zuviel ist. Aber die Eigenart dieses Gesetzes besteht eben darin, daß als Subjekte der in ihm auf- gezählten Straftaten nicht nur Einzelpersonen, sondern auch Vereine und Zeitungen in Betracht kommen. Sie verfallen, wenn sie gegen das Gesetz verstoßen, der A u s l ö s u n g und dem Verbot. Es kann also unter Umständen— wie das übrigens auch unter dem alten Gesetz der Fall war— eine Zeitung verboten werden, weil sie ein lebendes oder ver- storbenes Mitglied einer Reichs- oder Landesregierung be- schimpft oder verleumdet bat. Wenn auch in der Praxis ein Mißbrauch dieser weitmaschigen Bestimmung und ähnlicher nicht zu verzeichnen war, so könnte man sie doch auf ihre weitere Unentbehrlichkeit prüfen— und das um so mehr, als die Z e i t u n g s v e r b ot« in Zukunft viel wirkungsvoller gestaltet werden sollen als bisher. Bisher war es nämlich möglich, Zeitungsverbote zu um- gehen, indem der Verlag den Abonnenten eine Ersatz- z e i t u n g lieferte. In Zukunft sollen solche Ersatzzeitungen, die der Umgehung des Verbotes dienen sollen, gleichfalls ver- boten werden. Natürlich bleibt dem Abonnenten das Recht, nach dem Verbot seines Leibblattcs diejenige Zeitung zu abonnieren, die ihm unter den erlaubten am besten gefällt. Aber er muß selbständig aus einenem Willen zu dieser anderen Zeitung in Beziehung treten, sie darf ihm nicht vom Berlag des verbotenen Blattes als Ersatz ins Haus geschickt werden, sonst verfällt auch sie dem Verbot. Wegen dieser sehr weitgehenden Möglichkeiten sollte man sich im Ausschuß die einzelnen Delikte des Geseßsntwurfs ge- nauer ansehen. Man soll die Auflösung von Vereinen und das Verbot von Zeitungen auf solche Fälle beschränken, in denen sie wirklich notwendig sind. Hier entsteht die grundsätzliche Frage, ob eine solche Not- wendigkeit überhaupt gegeben ist. W'e heute die Dinge liegen, muß diese Frage bejaht werden. Man könnte in äußerster Verfechtung liberaler Grundsätze sogar die A n r e i z u n g z u Verb rechen als„freie Meinungsäußerung" ungehindert passieren lassen-- aber nur solange, als diese Anreizung ohne Wirkung bliebe. In dem Augenblick jedoch, in dem die Wirkung sichtbar wird, ist der Punkt erreicht, an dem es auch für den Fanatiker der schrankenlosesten Rede- und Presse- freiheit einfach nicht mehr so weitergeht, wo das Einschreiten der Staatsgewalt unvermeidlich wird. Der neue Entwurf nennt als seinen Zweck nicht mehr bloß den„Schutz der Republik", sondern auch„die Befriedung des politischen Lebens". Man kann nicht mit Unrecht behaupten, daß die Republik als solche heute nicht mehr gefährdet ist, eines gerichtlichen Sonderschutzes also auch nicht bedarf. Desto notwendiger ist jedoch das. was der Gesetzentwurf die„Be- sriedung des politischen Lebens" nennt. Hier handelt es sich nicht darum, irgend welche Freiheit zu unterdrücken, sondern im Gegenteil die Freiheit des Kampfes mit geisti- gen Waffen zu schützen, die Arena der Demokratie abzu- riegeln gegen den Einbruch des politischen Rowdy- t u m s. Tagtäglich liest man von Schießereien und Messer- stechereien, nicht selten mit tödlichem Ausgang, die in so- genannten politischen Meinungsverschiedenheiten ihre Ursache haben. Jeder Mensch van anständiger Gesinnung— er mag mit seiner politischen Ueberzeugung in welchem Lager immer stehen— muß es aufs tiefste bedauern, wenn diesem smnlasen Treiben ein junges Menschenleben nach demandern zum Opfer fällt. Wenn es nun Organisationen gibt, die sich die Schlägerei mit politischem Dorwand zum Zweck gemacht haben, wenn es Zeitungen gibt, die tagtäglich ihre Leser auffordern, chre politischen Gegner körperlich anzu- greifen, sokannderStaatsolchenZuständennicht tatenlos gegenüberstehen. Ein altes Römerwort sagt, daß zwischen den Waffen die Gefetze schweigen. Die beiden Lausbubokratien. die heute im Zeichen von chalenkreuz und Sowjetstern auf dem Boden der Deutschen Republik miteinander Krieg führen, haben die Ge- setze der Demokratie stets mißachtet, sie lassen nur die Sprache der Gewalt gelten. Da ist es nicht nur unser Recht, sondern auch unsere Pflicht, Gewalt gegen Gewalt zu setzen, soweit es nötig ist. um den Gesetzen der Demokratie wieder Geltung zu ver'chaffen. Käme es aber eines Tages wirklich so weit, daß an die Stelle der Borpostengevlänkel. wie sie heute üblich sind, der offene Bürgerkrieg träte, so wäre natürlich auch die sich verteidigende Republik genötigt, zu außerordentlichen Maßnahmen zu greifen. Jeder Krieg, der Bürgerkrieg ganz besonders, bedeutet das Aufhären jeder Freiheit— ob sie nachher wieder hergestellt wird, das hängt vom Kriegs a u s g a n g ab. Daß Faschisten und Bolschewisten im�Fall ihres S'egss die Freiheit vernichten würden, das gehört zu den Prinzipien, zu denen sie sich offen bekennen. Schutz der Republik ist also nichts anderes, als Schutz der Freiheit— und unter diesen Grundgedanken möchten mir gerne das ganze Gesetz gestellt sehen. Keine seiner Formu- lierungen soll die Mißdeutung zulassen, als wolle sicb eine herrschende Macht vor der oppositionellen Kritik hinter Straf- Paragraphen verkriechen. Kritik ist heilsam und not- wendig, und nie dürfen wir Sozialdemokraten aufhören, für ihre Freiheit einzutreten. Gerade darum aber, um d'e Freiheit der Meinungsäußerung vor der Vergewaltigung durch Rowdys und Diktatorschwätzer zu schützen, sind wir bereit, der Republik die Mittel zu geben, deren sie zum Schutze ihrer Autorität bedarf Falsche Behauptungen. Keine Kürzung der Steuerüberweilungen im Dezember. Di«„Kölnische Volkszeitung" brachte kürzlich aus dem rheinisch- westfälischen Industriegebiet eine Metdung, nach der vom Reich bzw. von Preußen den Gemeinben von den fälligen GesrnntbetrSgen nur 4 0 bis 50 Proz. für den Monat Dezember überwiesen worden seien. Wie dem Amtlichen Preußischen Pressedienst von zuständiger Seit« hierzu mitgeteilt wird, gehen dies« Angaben von irrigen Vor- aussetzungen aus. Tatsächlich hat«ine derartig« Kürzung nicht stattgesunden. Preußen hat die vom Reich überwiesenen Steuer» anteil« nach Abzug des gesetzlich festgelegten Stoatsanteils u n- verkürzt und unverzüglich an die anteilsberechtigten Ge- moinden und Gsmeinbeverbände weitergeleitet. Es trifft auch nicht zu, daß die Einheitsbeträge für die Ein. komenensteuerüberweisung. die im Dezember 1029 ausgeschüttet worden sind, niedriger sind als die im November 1029 ausgeschütteten. Sie sirü» im Gegenteil fast 20 Proz. höher als die des Vormonats.. Wenn demgegeirÄer di« Korperschafts st euerüber- Weisungen im Dezember 1920 die chöhe der Ueberweisungen In den Vormonaten nicht erreichten, so ist das nicht auf eine Kürzung der Ueberweisungen durch das Land, sondern lediglich aus die Tat- fach« zurückzuführen, daß das Auskommen an Körpers chaftssteuer im November 1920 etwas niedriger war.als in den vorangegangenen Monaten. �■ V- Der Roifront-Generm Reaktionäre Amtsblätter. Rsiwendige Maßnahmen. Sn Neudamm erscheint das„Neudammer Lage- b l a t t".„Behördlicher Anzeiger". Das Blatt gehört einem Herrn I. Neumann in Neudamm. Obwohl Neumann also den behördlichen Anzeiger druckt, läßt er gleichzettig in seiner Drucker«! Flugblätter herstellen, welche in der gehässigsten Weis« die preußische Regierung und besonders den gegenwärtigen Innenminister angreifen. Auf die Vorstellung der Nepublikonisehen Beschwerdestelle Verlin teilte der Regierungspräsident Bartels in Frankfurt a. d. O. am 18. Dezember 1920 amtlich mit. daß er„angeordnet habe, daß bis auf weiteres die Veröffentlichung amtlicher Bekanntmachungen der Polizeioerwaltung Im„Neudammer Tageblatt" zu unterbleiben hat". Ein ähnliches Blatt ist die.„Küstriner Zettung, Oder» b l a t t", welches sich ebenfalls als behördlicher Anzeiger bezeichnet und die ebenfalls demselben Verleger I. Reumann gehört. Gegen sie ist das gleich« veranlaßt worben. Die ZoMriedenskonferenz. Zusagen bisher nur aus Europa. Genf. 3. Januar.(Eigenbericht.) Das Völkerbundestkretariat teilt mit, daß e? bisher 32 Ant- warten auf die Anfrage über die Einberufung einer Zollfriedens» konfercnz erhckten hat. 25 Staaten, ausnahmsws«irpväische, er- klären sich zur Teilnahme der est: Albanien. Litauen und Portugal haben noch nicht geantwortet Dagegen lehnen Südafrika, Australien, Aegypten und Neuseeland di« Teilnahm« ab. Brasilien, das dem Völkerbund nicht angehört, und ein kleiner mittelanrerikanlscher Staat wollen sich durch einen Beobachter vettreten lassen. Di« Vereinigten Staaten haben noch nicht geantwortet. Einige Staaten haben bereits chre Delegierten genannt, und zwar meldet England seinen chandelsminister an. Belgien den Außenminister, Spanien und Polen Ihren Wirtschaft- msnister. Diese Meldungen entsprechen dem Wunsche der legten Völkerbunds- versanimlung, die auf Wittschastsverhavdlungen nicht mehr unob- hängig« Privatpersonen, sondern die verantwortlichen Minister als Stimmführer wünschte. Die endgültige Entscheidung über die Zollfricdensk'onserenz trifft der am 13. Januar zusammen» tretend« Völkerbundsrat. Prozeß der Tscherwonzenfälfcher. Korrupt bis zur Spitze' Aus Danzig wird uns geschrieben: An der Spitze des Danziger istotfron kämpferbundes marschierte bis vor kurzem noch stolz und schmuck als„General"«in Hans Mierov. Kein' Umzug, keine Demonstration, bei der er nicht aus die Rednertribüne stieg und geggn die„Soziälfoschisten" wettert«. So ging das jähre- lang. Rur wenige wußten, daß dieser Hans Mierau, der als ..Führer" des Danziger Roten Frontkämpf-rbundes«in GeHast von 300 Gulden(275 Mark) pro Monat bezog, der Polizei für Geld alles verriet, was aus der KPD. zu oerraten war. Don den Kam- munisten yeß er sich das Schimpfen auf die„Sozialfaschisten" be> zahlen, von der Polizei die Spitzeldienst« gegen die Kommunistische Partei. Dieser Tag« wurde Mierau nun„entlarvt". Was blieb der KPD anderes übrig als ihn schnell abzusägen? A-n 6. Januar beginnt vor dem Schöffengericht Berün-Mitt« der Prozeß der Tscherwonzenfälscher—«in Seitenstück zu dem Orlow-Pawlonowski-Prozeß. Leuchtete dieser hinter die Wachenschaf» ten der antisowjelistischen Dokumentens Ascher und internationaler Brunnenvergifter, so führt jener hinter die Kulissen einer Iitter- ventionisten-Farce: georgische und deutsche Faschisten hatten sich zu- sammengefunden, um vermittelst gefälschter Tscherwonzen. We Kreditgewährung der Sowjetrepubliken zu untergraben. Im August 1927 tauchten in Berlin falsche russische 1«Tscher- woneznoten aus. Privatbonken in Berlin und München hielten sie für echt: die Reichsbänksalschgeldprüfstelle entlarvte sie als gefälscht: dos angewandte Druckverfahren ließ keinen Zweifel zu, sie waren außerhalb Rußlands hergestellt. Die verhafteten Zwischenhändler Nannten den Namen des Georgters Sadothievaschwili. Dieser hatte Münchener Geschäftsleute für ein angebliches Importgeschäft von allertümlichen Kunstgegenständen aus dem Kautasus interessiert und für ein Darlehen in Höhe von 15000 Mark— als Sicherheit 1500 Stück.Tscherwoneznoten hinterlegt. Als er ein weiteres Dar- sehen in Höhe von 5000 Mark aufnehmen wollte, versuchten die Geschäftsleute 500 Stück der Noten abzustoßen. So gerieten die Tscherwonzen in die Hände der Berliner Polizei. Sadathieraschwili wurde in seiner Münchcner Wohnung nicht angetroffen: statt seiner fand man hier einen gewissen ftarumidse. Gegen diesen lag nichts vor, er lonnte nickt verhaftet werden. Die Spuren wiesen nach Frankfurt a. M. In Sadarhieraschwilis Wohnung entdeckt« man sechs Druckklischees. Man stöberte unmittel- bar danach auch Sadathieraschwilis Falschmünzerwertstatt auf. In einer kleinen Druckerei hatte er unter falschem Namen Räume und Maschinen gemietet, um hier mit einem eigenen Drucker 1», 2-, 5- und 10-Tscherwoneznoten fertigzustellen. Man fand ganze Ballen angefangener. gesäschter Noten für 120 000 Stück und Papier für 1 200 000 Stück. Sadathieraschwili hatte einzelne Teile deS Notenbildes bei verschiedenen Klischeefabriken bestellt Und sie später zu einem Gesamtnotenbild zusammengefügt. Er erklärte, aus Rache gegen die Sowjettegienmg gehandelt zu haben und in der Absicht, die Sowjetwährung zu unterminieren. 150 000 Tscherwoneznoten waren bereits früher in München fertiggestellt worden. Die weiteren Nachforschungen der Polizei brachten verblüffende Ergebnisse. DI« Fäden führten zu dem in Sadathieraschwilis Münchener Wohnung angetroffenen Karumidse und von diesem zu Münckener völkischen Kreisen— ganz wie im Falle der ungarischen Frankenfälschungen des Prinzen Ludwig von Win- dischgrätz. Der Vorsitzende des Bundes Oberland, Führer im Hitter-Putsch, Ingenieur Dr Weber, hatte feine Hände im Spiele: der früher« Buchdruckereibesitzer Schneider, bei dem völkische Broschüren gedruckt wurden, war mit von der Parti«. Die Namen des deutschen Generals Hoff mann, des russischen Gene- rals Wrangel, des Herzogs von Leuchtenberg und des englischen velmagnaten Deterding wurden genannt. Man stand einem Komplott der Interventionisten gegenüber. Hauptakteur war der Georgier K ä r u m i d s z. Der Nationa demotrat Karumiv e. Ms Nationaldemorrai war Karumidse im. Jahre 1910 in die zevrgischr konstsiuiorende Versammlung pewähst morden. Aus dem rechten Flügel- seiner. Partei- stehend, fühlte«r sich als herufsncr Vertreter des georgischen• Grcßgrundbesitzes und der Bourgeoisie. Neben 81 Prozent sozialdemokratischen Abgeordneten verfügten die Nationoldewokraten nur üb« 6 Prozent der Sitze. Als im Jahre 1921 die sozialdemokratische georgische Regierung nach Besetzung Georgiens durch die Eowjsttruppen das Land verlassen mußt« und chr Domizil In Paris aufschlug, blieb Karumidse in Georgien. End« 1921 fuhr er, mit einem So wjetpaß ousehen, als Der- treter von Wolle-Genossenschaften nach Konstantinopel und von dort nach Frankreich. Cr nahm die allen Beziehungen zu seiner Partei auf und kam so in Fühlung mit der nationalen georgischen Regie. rung in Paris, bei der auch die Rationaldemokraten ihren Vertreter hatten. Im Jahre 1924 wurde aber Karumidse au« dem Bor- stand seiner Partei wegen maralischer, poli- ki sck er und Parteivergehen" ausgeschlossen. Schon am Ende desselben Jahres erschien In dem vom Georgier Weshabeli in Paris herausgegebenen Somietblatt„Das neu« Georg!« n". ein an diesen gerichtet« Brief Karumidses, worin er schrieb:„Mein lieber Bruder Grigorie, Du kennst meine Stimmung. aus..taktischen Gründen kann ich aber nicht öffentlich Deine Partei ergreifen." Cell diesem Augenblick hatten.sämtliche georgischen Parteien die Beziehungen zu Karumidse abgebrochen. Als später auch ein anderes Mitglied der nationaldemokratischen Partei, Kedija, wegen Unstimmigkeiten seine Parteizugehörigkeit ausgab, fand er sich mn Karumidse zusammen. Die Interventionisten an der Arbeit. Im Jahre 1925 nahmen Karumidses interventionistische Pläne ihren Anfang: mit Kedija und einigen anderen georgischen Faschisten will er in Paris ein„georgisches Freihestskomstee" gegründet hoben. Er setzte sich..mit einer internationalen Gruppe in Verbindung, die durch die russische Revolution ihren Öelbesitz im Kaukasus eingebüßt Halle. Sie erklärte sich berett, Geld für die angeblichen Befreiungs- pläne Georgiens zur Verfügung zu stellen. In Paris fand die erst« Besprechung statt. Man beschloh sowohl englisch« als auch deutsche Kreise für die Pläne zu gewinnen. Es folgten schnell hintereinander Begegnungen mit einem englischen Industriellen und General Hoff» mann eine Besprechung, der 30 Personen, darunter auch Mit- glieder des Reichstages beiwohnten, eine Konferenz im Haag unter Teilnahme des Generals H o s f m a n n, des Georgiers Kedija und des Oelmagnaten Deterding. Das Ergebnis dieser letzten Konferenz war ü. a. die Fühlung- nähme mit General Wrangel, dessen Vertteter in Deutschland, der Herzog von Leuchtenberg. Karumidse mit einem Empfehlungsschreiben an den Vorsitzenden aller antibolschewistischen Organisationen in England Sablin versah. H o f f m a n n und W.r a n g e l entzweiten sich wegen taktisch« Differenzen. D e t er» ding trat zurück: General Hoffmann resignierte: die Pläne der Interventionisten waren zerstört, ohne eine großzügige Finan- zlcrung wäre nichts zu erhoffen. In Karumidses Hirn entstand die Idee der Tscherwonzenfälschungen. Er gewann dazu Sa- dathieraschwili, den früheren Sekretär Vermont—».Awalowj. Dieser erhielt in Budapest— etwa von den ungariscken Franken- fälschern— eine Empfehlung an den Hitler-Führer Dr. Weber: Dr. Weber vermittelte die Bekanntschaft mit Schneider, und durch den Buchhändler Böhl« fand er den Weg zur Druckerei. Mit der Herstellung der Tscherwonzen tonnte begonnen werden. Der Plan war groß ausgezogen: Von Madrid bts Kon» st a n t i n o p e l bestand eine weitverzweigte Agentur zum Absatz der Tscherwonzen: sie waren bereits nach Ungarn und nach Frankreich ausgeführt— zum Teil auch abgesetzt worden: mög- lich, daß die falschen Tscherwonzen, die der frühere Sekretär Räspu- tins, SimanowUsch, von den Georgiern Eristawi und Ochokolacci erhallen hatte, aus derselben Quelle stammten....■ � Sowohl die Sowjetregierung als auch die Karumidse nah«» stehenden georgischen Faschisten haben versucht, die nationale georgische Regierung in Paris, das sogenannte„Unabhängigkeitskomitee" Georgiens, für die Tscherwonzenfälschungen verantwortlich zu machen. Di« Sowjetkreise wollten auf diese Weis« die sozialdemokratische nationale Regierung in ihrem Kampfe für ein unabhängiges Georgien kompromittieren, die Faschisten die Verantwortung von' sich auf andere abwälzen. In Wirklickksit fällt aber die Verantwortung für diese, politisch«. Tsch«wonz«nfälschung voll und ganz auf di« georgi. sche» Faschisten und deren deutsch« pöttjsche Freund«. Zwischen den öfteren und den georgischen Sozialdemokraten herrscht aber fett jeher ein Kampf bis aufs Messer. Mehr als«in georgisch« Sozialdemokrat im Ausland ist das blutige Opf« georgisch« Faschisten geworden. Die» die politischen und internationale» Zusammenhänge b«s sensationellen Prozesse». Angeklagt sind außer Sadathierasch» wili. Karumidse, Dr. Weber und BLHle noch der Drucker Johann Schneider. Dr. Becker, Äipping, Wilhelm Schmidt. NürnSerg, und Georg Bell, der flüchtig ist. Das Ergebnis der Voruntersuchung und. der kriminal» polizeilichen Nachforschungen in verschiedenen Städten umfaßt 30 Bände lüften. Die Anklage hat vierzig Zeugen geladen. Die Verteidigung will versuchen, die Amnestie für politische Vergehen geltend zu machen. Tatsächlich war das Versahren gegen die An- geklagten aus diesem Grund« bereits einmal eingestellt worden: das Kammergericht hat sich jedoch auf den Standpunkt gestellt, daß etat Amnestie für Ausländer, die gegen das Ausland gehandell haben. nicht in Frage komme und daß in diesem Fall« nicht bloß politische, sondern auch gewinnsüchtige Motive vorgelegen hätten. Oer Volksverems-Verlag. Eine Richtigstellung. Wir hatten mttgetellt, daß der München-Gladbacher Volksver- «ins-Verlag in Zahlungsschwierigkeiten geraten ist und hinzugefügt, daß Rcichekanzler a. D. Marx mst 500 000 M. beteiligt sei. Die „Germania" teilt dazu mst: „Diese Darstellung Ist unrichtig bzw. sie gebt von unrichtigen Voraussetzungen aus. Tatsach« ist. daß das GmbH.-Sapllak des Dolksvereins-Verlags in früheren Jahren 1H Millionen Mark be- tragen hat. Dieses GmbH.-Kapital war so verteilt, wie es in der betreffenden Notiz angegeben ist. Die betreffenden Personen sind jedoch nur Treuhand«? gewesen und haben ihren Anteil treuhänderisch auf Grund eines Gefell- schafterbaschlusses übernommen, nach dem d« frühere Treuhänder verstorben war. Persönlich sind sie nie mit«i»«m Pfennig an dem Verlag beteiligt gewesen. Die Tätigkeit wurdg von den Gesellschaftern. immer ehrenamtlich ausgeübt. Der Volksvereins-Verlagist seinerzeit aus Veranlassung des ersten Ehrenvorfltzenden, des bekannten Sozialpolitikers Franz Brand alc Stiftung ins Leben gerufen worden mtt der Maßgab«, daß das..gesamt« Gssellschafts kapital st iftungk weile zur Verfügung gestelkt wurde. Die ersten Gesellschafter verwatteten die so gestifteten Grseksschaftsonteile treuhänderisch. Nach ihrem Tod« wurde durch die Gelellschasts» Versammlung immer«In« prominente koch»lisch« Persönllchkest bestimmt. di« bis auf Widerruf den Anteil treuhänderisch verwalten sollte.".._... s Ausbau der Angestettienverflcherung. Oer Gesetzettffysrf der �eichsregterung. - Dem. Reichstag fft ein- Gesetzentwurf zum Ausbau der An gestellt««Versicherung zugegangen. Bei den vor» geschlagenen Aenderungen handelt es sich zunächst um den Aus» bau der Selbstverwaltung, dann um«inen Ausbau der Bersi che r-ungsle istungen und schließlich um eim'gr Aende» rungen verschiedener Art. Dir Selbstvervaltnng der Angrstelltenverstcherung soll ähnlich der der Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung und Ar- beitsvermittlusig gestaltet werden. Di« Zahl der ehrenamtlichen Dlrektoriumsmitglieder wird auf je vier«höht Die beamteten Di rektoriumsm! lg! ieder sollen vom Reichspräsidenten ernannt werden. Die Bestellung der anderen planmäßigen Beamten bes höheren Dienste« wird dem Derwaltungsrat überlassen, dessen Mit- glleder von den Vertretern der Arbeitgeber und der versicherten Angestellten unmittelbar gewählt werden sollen. Di« Aufsicht über die Reichsoersicherungsanstatt wird, wie bisher, vom Reichsarbeits- minister geführt. Beim Ausbau der Dersscherungsieistungen handelt es sich zunächst um«ine Bestimmung, wonach im Falle der Schei- dung«in« Witwenrente für dl« früher« Ehefrau des Der» sicherten, solange Bedürftigkeit besteht, gewährt werden soll.- Ferner «nrd für die Eltern und Großeltern eine Rente- vorge- schlagen, wenn sie vom Versicherten überwiegend aus feinem Ar- beitsverdienst unterhalten werden und bedürftig find. Der für die seil dem 1. Januar 1924 entrichteten Beiträge gewährte Steigerung s b e t r a g von 15 Proz. wird in eine» für jede Klasse feststehenden Markbetrag umgewandelt, der von der jeweiligen Höhe des Beittags unabhängig ist. Dadurch soll verhindert werden, daß jede Erhöhung der Beiträge von selbst auch ein« Erhöhung d«r verstcherungöleistungen bewirkt. Schließlich wird bestimmt, daß einer weiblichen De r.s i ch e r t e n. die heiratet, ein Anspruch quf Erstattung der halben Beiträge zusteht- Damit wird die bisherig« Verwallungsübung zum Gesetz erhoben. Unter den sonstigen Vorschriften ist»on Bedeutung, daß rück« wirkend ab 1. September 1928 Radokteure und leitende Angestellt« im Dienste der Presse, di« bei der Versorgungsonstalt der Reichs« arbeitsgemÄnschaft der deutschen Presse versichert sind, von der Angestelltenversid�rung befreit sind.- Der R e i ch s r a t hat den Abschnitt über den Ausbau der Selbst-verwaltung abgelehnt Die Reichsregierang hätt demgegenüber ihre Vorlag« aufrecht und hat- pem Reichstag i« diesem Punkte ein« D�ppelvorlage zugeleitet. Deutschland und der Freistaat Irland haben dtplomallfchr Beziehungen ausgenommen. Geschäftsträger ist der Generalkonsul in Dublm. Dr. D e h n s ch m i d t.— Auch im I r a r ist der Konsul in Bagdad, Litte», zum Geschäftsträger ernannt worden. < Das Ende eines Atteniäiers. ZarErschießungÄiumttn�deSMördersdtSGrafenMirbvch Die Erschießung des ehetrnligen linken Sozialrevolutionärs und späteren Kommunisten Dl u m k i n, de» Mörders des Grafen Mirbach, hat sich bestätigt. Die Gründe der Hinrichtung sind noch nicht bekannt. Das Schicksal dieses Mörders, die näheren Umstände seiner Tat verdienen ein kurzes Nachwort. Am 6. Juli 19ZS gegen 3. Uhr erschien in der deutschen Gesandt» schaft in Moskau Blumktn in Begleitung eines gewissen And res e w. Sie befanden sich im Besitz von Tfchekaausweisen, ausgestellt vom- stellvertretenden Vorsitzenden der allrussischen Dscheka, gleichfalls einem linken Sozialrevolutionär. Blumtin und Andrejew wunden von den Legationsräten Müller und Dr. Ritzler empfangen. Sie verlangten dm Gesandten zu sehen. Graf Mirbach erschien. „Sie wünschen?"„Wir sind in der Sache des Grafen Robert Mirbach zu Ihnen gekommen und nehmen an, diese für Sie von Interesse sein dürfte."(Im Gefängnis Butyrki faß ein ungarischer Offizier Robert Mirbach, der sich für einen Verwandten des deutschen Gesandten ausgab.)„Ich habe mit diesen Ofsizierm nichts zu schaffen, die Angelegenheit kenne ich nicht. Worum handelt es sich?" Blumkin und Andrejew sprachen noch zwei Sätze, es knallten in schneller Auseinanderfolg« vier Schüsse, Gras Mirbach war im Hinterkopf ge. troffen. Gleichzeitig wurde eine Bombe geworfen, die Zimmer waren vell Rauch, Blumkin und Andrejew sprangen aus dem Fenster und eiltm in einem bereitstehe ndm Auto davon. Der Schuß aüf Graf Mirbach gab das Signal zum Ausstand der linken Sozialrevolutionäre— gleichzeitig erfolgte das Attentat auf General Eichhorn in Kiew. Die linken Sozialrevolutionäre wollten sich mit dem Frieden von Brest-Litowfk nicht zufrieden geben, die Agrarpolitik der Regierung brachte zwsschm ihnen und den Bolschewiken neue Differenzen. Reben Alexandrowitsch hatten sie in der allrussischen Tscheka zwei weitere wichtige Posten inne. Ihr Gesinnungsgenosse Popow war Leiter der bewaffneten Macht der Tscheka. Sie verfügten über 6 bis 8 Geschütz«, 4 Panzerautos, 80 Mann Kavallerie, 1800 Infanteristen, 48 Maschinengewehre und eine groß« Anzahl Bomben und Sprengstoffe Sie verhafteten den Leiter der Tscheka Dsershinski, besetzten das Post, und Telegraphen» arnt, verbarrikadierten sich im Zentrum der Stadt und hielten sich zwei bis drei Tag« gegen die Uebermacht der Sowjettruppen. Lenin erklärte, daß er sämtliche Sozialrmolutionäre erschießen lassen würde, wenn nur ein Haar Dsershinlkis gekrümmt würde. Die Rache war schrecklich. Alexandrowitsch und eine große Anzahl von Teilnehmern des Ausstandes wurden erschossen. Die Mitglieder de, Zentralkomitees der Sozialrevolutionäre retteten sich durch die Flucht. Jetzt sstzen sie fast alle in Gefängnissen und in der Verbannung. Blumkin hielt sich bis zum April 1319 verborgen, er' leistete Abbitte in Kiew bei Lazis, wurde erhört und einen Monat später vom allrussischen Vollzugsrat amnestiert. Während sein« früheren Gesiimungsgen offen in Gefängnissen und in Verbannung schmachteten, wurde«r Mitglied der Tscheka. Jetzt hat ihn da» Schicksal ereilt. Er ist von der Nachfolgerin der Tscheka, der CPU. erschossen worden. Gros Mirbachs Tod ist aus eigentümliche Weis«, gerächt. Blumkin— gar nicht tot? Ueber Blumtins Persönlichkeit gibt Stalins ehemaliger Sekretär Bafchanow, der es vorgezogen hat, den Staub Sowjetrußlands von seinen Füßen zu schütteln und in dos Lager der rechtsstehenden russischen Emigranten übergelaufen sst, iitter» essant« Aufschlüsse. Er erzählt, daß Blumkin, nachdem er wieder 'n QjkHcti aufgenommen war, in hefonderen Missionen«ach.Per» sien, Palästina, Aegypten und Arabien geschickt würde. 1924- den Äufständ der G«vrgi>r im Blut 4rtrst»tt hat. 1b!ö nach Moskau zurückgekehrt ist und von der GPU. in Kamenews Sekretariat als Beobachter der Opposition be» ordert wurde. Blumkin las«in« Zeitlang Trotzki jeden Wunsch von de» Augen ab, fühll« sich ober hinterher durch irgend etwas getränkt und wurde ihm spinnefeind. Bafchanow warnt davor, der Mitteilung über Blumkins Erschießung Glauben zu schenken. Cr hält es nicht für ausgeschlossen, daß die Nachricht von der GPU. absichtlich in die Auslandspresse lanciert worden fei, um ihren Mitarbeiter gewissermaßen totzusagen, während er in Wirklichkeit wohl ins Ausland zu illegaler Tätigkeit beordert worden sei.__ Wiener und Weimarer Verfassung. Gne Erklärung im Bun heckrat. Dem Reichsrat in Berlin entspricht in Wen der Bundes» rat übrigens und nebenbei bemerkt: Wösterreich hatte einen Reichsrat und das kaiserlich« Deutschland einen Bundesrat. Als Berichterstatter de» Bundesrates in Wen für die Derfassungs. änderung hat Professor Dr. Hugelmann(ChvisU..Soz.) gesagt. er stünde nicht da, wenn«r glaubte, die Bundesoerfassung könne ein ernstes Hindernis werden, fall» Oesterreich sein Selbstbestim» munxsrecht erhall«, um den Anschluß an das Deutsch« Reich zu vollziehen. Wörtlich erklärt« der Berichterstatter:„Artikel 17 der Weimarer Verfassung enthüll die normativen Bestimmungen für di« deutschen Gliedstaaten: ich stelle fest, daß di- Bundesverfassungs- Novelle, di« wir verabschieden, nichts enthüll, was diesen normo- ttven Pestimmungen widerspricht!" Dies« autoritattoe Feststellung hat ihre grundsätzliche Bedeu» tung, sie zeigt aller Well, daß Deutschösterreich auf das Selbst» bestünmungsrecht nicht verzichtet, da» man Ihm noch immer vor- enthält. Landbund gegen Heimwehr. Wien, S. Januar.(Eigenbericht.),. " Di« Rationalratsfrottion und die Reichsparteileitung des Lavdbundes beschlossen, mtt den Heimwehrsührern erst wieder zu verhsitdeln, wenn der Ausschluß des Minister» Schumi) au, der Särtner Heimweh? wiedergutgemacht ist. In der De» batte berichteten die Delegiert«», daß dt« Bauernschaft überall dringend die Errichtung eigener Bauernwehren fordert und di« Heimwehren ablehnt. Da» hat seinen Grund darin, daß die Heimrpehrleitung der Pabst, Steidl« und Piriemer den Leit- gedanken:„Innere Ordnung und im Notfall Landesverteidigung" verleugnet und dafür Unordnung, Terror und Man» archismu« zu ihrem Programm gemacht hat. DI« dunklen Auslandsverdindungen der Heimwehr spielen dabei chr« Rolle._ Tkchikscherta hat am Freitag dl« Rückreise von Wiesbaden nach Moskau angetreten. Nanking will keinen Vertreter nach Moskau schicken, aber Tschang Hsuelmg. der Beherrscher der Mandschurei, schickt einen-Ge» sandten hi«, Die Krawallbrüder. »Oer Scheibe sieht es sowieso niemand an, ob sie einer von ganz rechts oder von ganz links eingeworfen hat!- Glückliche Insel als Hungerland. Wie das Großkapital portorico verarmt. San Ziurn(Portorico). im Dezember.(Eigenbericht.) Elend und Hunger greifen unter der Bevölkerung Portoricos um sich. Seit den verheerenden Stürmen des Vorjahres und ihren Verwüstungen aus der Insel hat das amerikanische Rote Kreuz Millionen Dollar in die Bevölkerung gesteckt und kürzlich wieder eine erhebliche Summe zur Bekämpfung der um sich greifenden Krank. hellen. Neben dem vom amerikanischen Bundeskongreß bewilligten Hilfskredit von 8000 000 Dollar gehen zahlreiche private Spenden, die in dem neuen Gouverneur Roosevelt einen warmen Befür. worter gefunden haben und di« auch weiterhin reichlich fließen dürften. Aber wo die Wirtschaft an oer Wurzel erkrankt ist, kann Wohl» tätigkeit nicht helfen und nur ab und zu die schlimmsten Folgen lindern. Die Probleme Portorico, ssnh in erster. Linie wirtschaftlich. Seit langem sind sich die Theoretsser darüber einig, daß die kleine, Insel mit knapper Müh« nur zwei Drittel der gegenwärtigen Be» völkerung«nrähren tmm: Heute aber kann nur ein Beoölfeningsbtlttel ein knappe» Exislenzmlnlmum •; sei« Eigen nennen, während der überwiegend« Rest der öffentlichen Wahllätig» kesi zur Lost fällt. Das Ist die Tragödie eines langsam n.«r. hungernden Volkes, die ein vernichtendes Urteil über das gegen. wärtig« Wirtschaftssystem fällt..• Was sind die Gründe dieser Krise, bei dem natürlichen Reichtum des Landes? Auch hier hat wie überall im Bereich« der Dereinigten Staaten das ameritlmische Großkapital der einheimischen Bevölkerung alle Existenzmöglichkeiten durch Bildung riesig« Trusts entzogen und sie zu Lohnsklaven herabgedrückt, die man für sein« eigenen Zweck« abrichtet, ausnutzt und wegwirft, wenn man sie aus diesen und jenen Gründen nicht mehr brauchen kann. Portoricos reicher Boden ist auf dies« Weis« für Zucker spezialisiert und der Land» arbeller und klein« Eigner langsam von seiner Scholle vertrieben worden. Di« Gewinne der Industrie fließen nach außerhalb, während Lebensmittel zu ungeheuren Preisen«in» geführt werden müssen, die der Arbeiter mll seinem lächerlichen Lohn nicht kaufen kann. Unterernährung ist etwas, womll man sich machtlos wie mit der Tropensonne und der Regenzeit„abfindet?. Die Ausbreitung von Krankheiten ist Sache der Medicos, aber kein Gesprächsstoff der„besseren" Gesellschaftskreise. Zahlreiche Lösungen sind vorgeschlagen worden, die aber all« versogt haben. Dem Leoölkerungsüberschuß ist nicht beizukommen, da der Portoriqueno mll seiner Familie von zehn und mehr Km» dern der Geburtenkontrolle völlig abweisend gegenübersteht und sich auch durch die verlockendsten AusVanderungsprospekl« nach dem Fest, lande und Hallt nicht bewegen läßt, seine Heimat aufzugeben. Unter diesen Umständen muh dem Uebel von unten beigekommen werden. und Gouverneur Roosevelt hat airscheinend das Richtig« getroffen, wenn er sich mit allen Kräften bemüht, amerikanisch» Kapitalisten zur Schaffung kleiner Industrien auf der Insel zu bewegen. Die- Durchsetzung derartiger Pläne würde eine starke Einschränkung der Arbeitslosigkeit im Gefolge haben, die noch durch Vermehrung dtt'LStrbaüez.gesördert wetden soll, ein Vorhaben, mit dem.der GouvArneux M. Hickgrmgmwte», kestlK hesonders Gegenliebe finden wird. Wie die Ändwirtschast vermehrt werden soll, Ist reichlich unklar, da'■ Land sehr knapp und dementsprechend teuer ist und dl« verbliebenen Landwirte IN der Mehrzahl nur Pachtrecht« haben, aus denen fi« nach und nach von den Zuckerinteressen per» trieben werden, Die Ironie der Situation ist, daß auch die Z u ck« r industrie durch die Depression aus den Wellmärtten stark benachteiligt sst. Derselbe Zucker, der die Bevölkerung aus Heim und Existenz oertrieben hat. macht schwer« Zeiten durch und ist nach dem Urteil von Fachleuten außerstand«, mit dem kubanischen oder domini» konischen Zucker zu konkurrieren. Das alles hat die Politik das viel» gerühmte moderne Wirtschaftssystem mit seinen Wirtschaste- und Industriekapitänen getan, die aus einem freien«ingeborenen Land- eigner«inen kleinen miserablen und halbverhungerten Sklaven ge» macht und nur Zerstörung im Wege des angeblichen Fortschritts zurückgelassen haben. Di« Regierung des Präsidenten Hoovsr,' di« für alles und jede»«ine Unioersollösting berell zu haben scheint, sieht sich m Portorico einer gigantischen Aufgab« gegenüber, an di« bei aller Scheu eines Tages doch herangegangen werden muß. Wer ist besser als der Dikiaior? Erlaubte llm»aqe n Spanien. Madrid über Paris. 8. Januar.(Hevas.) Die Zeitung.Lnformacion" soll ermächtigt werden, die öfseni» lich« Meinung zu befragen, welchen Politiker sie für di« Uebernahwe der Regierung nach Beendigung des gegenwärtigen Diktaturregimes für den geeignetsten halt«. Die Zeitung „Rocion" berichtet, daß Primo de Rioeva in sechs Monaten zurückzutreten gedenk«, vorausgesetzt, daß bis dahin dos vor- gesehene Programm durchgeführt sei. Die Antisafchisten-Razzia. Frankreich will dack Asylrecht gewahrt sehen. Paris, 3. Januar.(Eigenbericht.) Die sikberhast« Tätigkell der Pariser Kriminalpolizei zur Auf» deckung der„weUverzweigten Fäden he» antifaschistischen Kom. platt," hat in Marseille. Lyon und Nizza über 200 Jta- liener unter Ueberwachung gestellt. Di« Scharfmacher« des Polizeipräsidenten Eh i o p p e, der sich durch seinen Konnnunistenseldzug vom 1. Augisst lächerlich ge» macht hat, löst in der Oifscntllchkell großen Unmut aus, da man hinter dem Manöver leicht durchschaubare politisch« Motia« vermutet und die Verletzung de. Gast rechte» der Opfer de» Mussoiini.Regim«» verurteilt. Beifall der Mörderpariei. Rom. 3. Januar. „Messaggero" bespricht die in Paris vorgenommen«, Verhaftung von drei die aÄHfosMtischg.'Vrwegung lestenden Italienern Ünd erklärt, es sei nun ita r, daß die sogenannten Idealisten und' JntSlettuellep in Wirklichkeit'Morde t. im Dienste der Dritten Internationale seien, die nicht, nur Italien, son» dern auch ganz Europa bedrohten, „Popolo d'Italia" sagt, die antifaschistischen Intellektuellen seien jetzt auf Mord angewiesen� Cianca, der zuerst den„demo-frei- maurerischen Humanismus" verküittiet habe, ende als Werkzeug des bolschewistischen Terrors. Man könne solchen Leuten keine Gast» freundschoft gewähren, ohne sich zu ihrem Mitschuldigen zu machen. KrpwaN in Tkeurumänien. Zehn Polizisten verseht, 65 Verhaftungen. Temesoar über Bukarest, 3. Januar. Arbellslos« griffen bei einem Dcmonstrotionsversuch vor dem. Rathaus« die Polizei tätlich an und oer letzten zehn Beamte. Nach dem Krawall slüchteten die Demonstranten in da» Arbeiterheim. Polizei und Gendarmerie hatten in Kenntnis des Vorhabens der Demonstranten, die Stadtpräfekturzu besetzen, sämtliche Zugangsstraßen abgeriegelt Die Feuerwehr versucht«, die Arbeitslosen durch Wasscrgsben zu vertreiben, doch war ein Zu» sammeisstog mll Polizei und Gendarmerie nicht zu vermelden. Von den zehn verletzten Wachbeomten wurden drei schwer verletzt. Unter den SS Verhafteten ist der kommunisttsche Führer Koloman Müller, Lndifch-demokratlsche parket. London: 3. Jämiar.(Eigenbericht.) Di« iieugegründet« Indisch» De inö'kratis�e Partei, dj« au% dem linken Flügel des all. indisch«» Kongresse» besteht, oer» offentlicht»ine Kundgebung, tr der sie ihre Ausgab« innerhalb der indischen Nätionalbewegung mit der Tätigkeit der britischen U n»' abhängigen Arbeiterpartei innerhalb der gesamten Lahour Party � vergleicht. Die Führer der neuen Bewegung machen kein Geheimnis daraus, daß sie es auf Verdrängung Ghandis un� eine Eroberung der Mehrheit des Kongresses abgesehen haben, MZ. tteo***-�. 2�-� � ENORM Strümpfe SS I35 Damen-Strümpfe Baumwolle, gut verstärkt, oder HfirPSn�SOCkdl Jacquard....... Jetzt Paar Damen-Strümpfe künstliche W&sclitcide, feinmaschig, oder WM sv olle mit künstlicher Seide. nur I dl'SwCRdl neue Muster........ Jelrt Paar Damen-Strümpfe Semders Cell), oder Wolle mit künett. Seide, oder Flor m. ItOnitllcher Seide, oder Fil de Mawam C a#-L- An reine Welle, Kaschmir, oder perae, oder nCfTcnOOCKCii Wolle m.kllnstl.Salde,|etz1Pur <185 Damen-Strümpfe �85 Flor mit künstl. Seide, gute Qualiia*. oder Hemberg■ Gold, feinmaschig oder Wolle mit küastllcber Seide, jetat Paar BILLIG Trikotagen Unterziehschi ü pf er 48 ftr Dtmen, lein gewirkt, weiss und zarte Farben, Paar Jetrt SS, 75, Hemdhosen s TS Bandirägen), weiss und zarte Farben................ 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Metall- warenjaorikblogelsdezg(®t Gallen). Itr. 5* 4T. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Ssrmabend, 4. Lanuor 4930 Baublodk unter Zwan�sverwaltung. In neuerer �cii weist das große Gelände gu beiden Seiten des Süd- mestkorsos zwischen Rüdesher- «er Platz und BraitenbaÄ» platz eine erhöhte Kautat'gkeit auf. Den Anfang machte die sogenannte �A.ünstlertolcnie� am Südwestkorse, dar dann«n riesiger Saufetod! nach dem anderen folgte, so daß inner- halb kurzer Zeit hier eine neue Stadt entstanden ist. Noch ein riesiges Gelände zwischen der Unter- grundbahnstrecke und Schmargendorf harrt der Bebauung. In die Westen ausgedehnten Lanbenlolonien ist jetzt die erste Bresche geschlagen. Ein gewaltiger Block mit etwa SOv bis 600 Wohnungen steht im Rohbau fertig inmitten der Laubengär- ten. Straßen fehlen noch. Ein prooisorischer Dohlenmeg machte das.heronschaffe» der Baumate- rialien möglich. Die Schmalseite des Baues, die unser Bild zeigt. wird später an dar Verlängerung der Wiesbadener Strotze liegen. l'-i., 2�--. 3sj» und- Aimmcrivohnungen mit Balkon ohne Wohnungsschein werden angeboten.(Die Mietpreise stehen nicht daneben.) Zentralheizung, Warmwasser, zentrallnaschinclle Waschküche, Fahrstühle, herrlich und verlockend alles. Aber! Eine Menge Anschläge warnen vor Betreten dos Grundstücks:»Dieses Grundstück steht unter gerichtlicher Zwangsver- w a l t u n g und ist das Betreten desselben bei Strafe und Pfändung oerboten!" Leider kann man Wind und Wetter durch keine Der- Niemand darf hinein. 500-600 Wobnungen harren der Fertigstellung. böte hindern, hoffentlich dauert also die„Zwangsverwoltung" nicht allzu lange. hunderte von Wohnungfuchenden, die das langersehnt« heim endlich in diesem Häuserblock zu finden Hoisten, sind jetzt bitter ent- tauscht. Bei der katastrophalen Wohnungsnot in Berlin ist ein der- ort unsinniger Zustand allerdings kaum zu übertreffen, daß die Arbeiten an einem fast fertigen riesigen Wohnungsblock durch irgend- welche mißlichen Umstände nicht zu End« geführt werden können und Wind und Wetter mit ihrer Zerstörungsarbeit an dem Gebäude einsetzen. Sollte hier nicht von den DeHörden ein Ausweg geschaffen werden können? Zehn Kinder ertrunken. Opfer de« SchlitffchuhlaufenS auf zu dünner Gsdecke. Kopenhagen, A. Iannar. Ans Malmo wird berichtet, daß in den» FlLstche» Flion in Siid schweben gestern zehn Knabe» im Alter von S bis 8 Jahren ertranken. Sie hatten sich, um Schlittschuh zu laufe», anf die dünne Eisdecke gewagt; brachen durch und ertranken. Selbstmord eines Theatermannes. Leo Walter Stein hat sich erschossen. ' Der 7Z Zahre alle Verfasser zahlreicher Lust spiele, Li- beeflifi und Direktor des TriauontheatersLco Wal- t e r Stein Hut sich gestern nachmittag in seiner Wohnung in der Uhlandfiraßc wegen finanzieller Schwierigkeiten erschossen. Leo Walter Stein wurde am lO. August 1836 in Glcirnitz geboren und hatte sich als Textdichter fowie als Theaterdirettor in der gesamten Bühnenwelt einen Namen geschaffen. Er gehört« dem deutschen Bühnenvercin an und war zuletzt auch Direktor des Trionontheaters, heute mittag fand in seiner Wohnung, U bland- straße 194a. eine Besprechung zwischen ihm uird seinen Gläubigern statt, bei der auch fein Rechtsberater onwescird war. Obwohl man allgemein die Ausfasiung hatte, daß seine Finanzlage durchaus nicht verzweifelt fei, war Stein doch außerordentlich nieder- geschlagen. Er verließ den Beratungsroum und begab sich noch feinem Schlafzimmer, wo er seinem Leben durch einen Revolver- s ch u ß ein Ende machte. Auf grauenhafte Weise schied gestern nachmittag der Z4jährige Reisende Rudi Kreuztger in einem Hospiz in der Borsigstraße aus dem Leben. Der Lebensmüde befestigte sich mehrere Leder- läppen vor dem Mund, die mit einem Riemen fest um den Kopf verknotet waren, und fand so einen schrecklichen Erstickungstod. In diesem Zustande wurde er von hotelongestellten, auf dem Fußboden liegend, hilflos aufgefunden. Alle Wiederbelebungsversuch« blieben ohne Erfolg. Das Motiv zur Tat ist noch unbekannt In der Wohnung ihres Arbeitgebers!n der Binger Siroße 30» machte die ISfährig« Hausangestellte Luis« R ad l a f f ihrem Leben durch Erschießen ein Ende. Auch in diesem Falle ist der Grund zu dem Berzweislungsschritt noch unbekannt. Organisierter privatkrieg. Hakenkreuzler gegen Kommunisten. Der Polizeipräsident teilt mit: Die Ermittlungen in der Angelegenheit der Schießerei in der Nähe des Görlitz«! Bahn. Hofs haben nunmehr zur Aufklärung des T a t be st a n de s geführt. Danach ist ain 29. Dezember 1929 in dem Lokal„Wintergarten'' von Angehörigen der Sturmabteilungen 5, 23 und 27 der NSDAP. beschlossen worden, mit Rücksicht aus die wiederholten Ueberfälle durch Angehörige der Kommumstischen Partei diesen„eins aus- zu wischen". Eine Gruppe von 6 bis 10 Mann, die größtenteils m-:t Schußwofien versehen war, hatte sich in der KPD.- Gast- Wirtschaft von helmuth in der Görlitzer Straße aufgeholten, einen Kundschafter in dies Lokal gesandt und später vier aus dem Lokal heraustretende Angehörige der APD. beschossen. Einer dieser Der- letzten, der Arbeiter Waller Neumann, ist om 1. Januar l9Z0 im Kronkerchause seinen Verletzungen erlegen. Von den Festgenommenen haben Wolter Wied! und Otto Born gestanden, Schüsse aus die Kommunisten abgegeben zu haben. Weiter sind Willi Verth, Karl Senkbeil und Hans Dlwig von Zeugen einwondirci als O hützen wiedererkannt worden. Die Genannten sind mit den an diesem planmäßige» Ueberfall weiter beteiligten Friedrick) Kopohnke, Wolter. Wer- «> ck c dem Vernehwungsrichlsr beim Polizeipräsidium zugeführt worden. Die Ermittlungen dauern noch an. Kindersterben im Ruffenlager. Die Masernepidemie in Hammersteiu greist nicht weiter um sich.— 57 Kinder sollen gestorben sein. Hammer st«in. Z. Zonvar. Zur Zllascrncpldemi« in dem von Russen besehtc» Flüchtlings. lagcr In hammerstell!(Westpr.) wird von zuständiger Stelle mitgeteilt, daß nur»och wenige Sinder an Masern er- kranklseien. Eine genaue Zahl der Toten wird nicht angegeben. MP» nennt jedoch 17. Die anderen Sterbefälle seien auf andere Ursachen zurückzuführen. Es muß jedoch berücksichtigt«erden. daß die Todesfälle infolge von Lungenentzündung letzten Endes auch durch Masern entstanden sind, da eine starke Lungenentzündung mit hohem Fieber als Folgeerscheinung der Masern auftritt. Zm übrigen widersprechen sich die Meldungen über die Erkrankungen In hammcrstein sehr. Eine Schneidemühler Zeitung wußte zu berichte«, daß von den in hammcrstein untergebrachten 600 Kindern im ganzen 500 erkrankt gewesen, und allein in der Zeit vom 15. bis Zl. Dezember Z 7 Kinder im Aller von ein bis vier Zahren an Lungenentzündung gestorben seien. Der Lungenentzündung sollen auch drei Erwachsene zum Opfer gesollen sein. Das Lager selbst befindet sich in strengstem Onarantänezusland. Zm Laufe der nächsten Tage wird ein Beauftragter des Reichskommistars i« Lager hammerstein erwartet. Auf Anraten des Berliner leitenden Arztes am Dirchow- Krankenhause, Professor Ulrich Friademann, wurden Schutzimpfungen an den Kindern vorgenommen, woraus im Zustand vieler Kinder eine Besserung eintrat. Zweifellos sind die Krank. heitskeime, die die schwere Epidemie verursacht haben, aus Ruß- land eingeschleppt worden. Die nicht von der Krankheit befallenen Kinder haben eine Schutzimpfung mit Erwachstiienblut erhalten, weil weder Erwachsene noch Kinder im Alter von mehr als vier Jahren von der Krankheit ergriffen worden such. Die Kroitlhoit, die zahlreiche Geschwüre hervorruft, ist außerordentlich schmerzhaft. Di« Beisetzung der gestorbenen Kiicher erfolgte aus einem besonderen Flüchtlingssriedhof«. Es spielten sich dabei ergreifende Szenen ab. Der Lagerdirektor von Hammer- stein. Major a. D. Fuchs, stellt gegenüber aicherslautenden Meldungen fest, daß die Flüchtlinge ohne Ausnahme immer wieder betonen. wie außerordentlich dankbar sie Deutschland sind, daß es sich ihrer angenommen hat. Sie erklären weiter, daß es ihr größter Wunsch sei, nach Kanada weiter auswaichern zu können, daß aber nieinals eine Rückwanderung nach Rußland in Frage komme. Dasselbe wird aus den anderen Flüchtlingslagern gemeldet. Der Zustand der in Prenzlau erkronktcu 40 Kinder ist zu- s riedenstellend. Kriminalpolizei und Fahrkarten. Der Polizeipräsident teilt mil: In einem Teil der Presie ist die Nachricht verbreitet worden, daß der Kriminalpolizei die Hälfte der Fahrkarten für die Berliner Verkehrsmittel emzogen worden sei. Diese Nachricht ist absolut unzutreffend. Richtig ist lediglich, daß infolge der Tariferhöhung bei den Berliner Ver- kehrsmitteln Schwierigkeiten entstanden waren, die er» forderlichen Mittel für die Karten sofort bereitzustellen. Der Polizeipräsident hat aber bereits Maßnahmen getraii«.,, die es ermöglichen, die Kriemnalpolizci in dem gleichen Urnjongc wie bis her mit Karten ouszustotten. Afsutu# Axevvdv =57— j? Noch vor dem zweiten Hochzeitstage hotte Istiranda ent- deckt, daß sie ihn betrog und sie in flagranti ertappt. Staturlich hatte er Wut geschnaubt, und sein erster Impuls war. sie samt ihrem Liebhaber aus dem Hause zu sagen. Aber das Wohl seines Geschäfts fußte auf ihrer Mitgift, auf den achtzig „contes" in mündelsicheren Staatspapieren, mit dem ihre FamUie das junge Paar auf den Weg zum Wohlstand lanciert hatte. Mirandas Kredit beruhte ausschließlich auf den achtzig- lausend Milreis seiner Gattin. Dann hotte er auch den Skandal und das Gerede gefürchtet, die zweifellos durch eine plötzliche Trennung veranlaßt worden wären. Als eitler Mann war er stolz'' aus die kleine soziale Stellung, die er sich erobert hatte, und besaß mcht den Mut, Demütigungen zu er- tragen und noch einmal, arm, aus der untersten«prasse der Leiter zu beginnen. Er erinnerte sich gut an seine bescheidenen Anfänge und hatte Angst, dahin zurückzukehren. Zwar emp- fand er alle Empörungen des beleidigten Ehemannes, aber er tonnte die vornehme Geste nicht aufgeben, die er ange- nommen hatte, seit er in den Augen seiner Mitbürger als reicher Portugiese galt, der Portugal niemals erwähnte. Durch solche Betrachtungen eingeschüchtert, hatte er sich mit einer Trennung der Schlosräume begnügt und sich ein Zimmer abseits von dem seiner Frau eingerichtet. Nie er- schienen sie gleichzeitig zu Tisch, und bei den seltenen Gelegen-- heilen, wenn sie einander nicht vermeiden konnten, wechselten sie mühsam ein paar Worte. Es kam so weit, daß sie«mander ehrlich haßten. Jede? empfand für den anderen tiefe Verachtung, die allmählich in absoluten Widerwillen ausartete. Die Geburt Zulmiras ver- schlimmerte de» Zustand nur. Statt das unglückliche Paar einander näher zu bringen, war das arme Kind nur ein Hindernis mehr, das sie trennte. Cstella siebte sie weniger, als es der nackte mütterliche Instinkt sonst verbürgt, während «r seinerseits den unschuldigen Säugling haßte, weil er über- zeugt war. nicht sein Bater zu sein. Aber es kam eine Nacht, in der Mirandas leidenschast- krchez Temperament die Dberhand gewann. Er dachte an seine Frau, verwarf aber den Gedanken sofort voll Zweifel und Abscheu. Er haßte sie noch immer. Aber seltsamerweise diente die Tatsache, daß ihm die Ehre befahl, sie gleichgültig zu behandeln, nur dazu, die ungetreue Frau um so begebrens- werter erscheinen zu lassen. Endlich, ohne daß sein Äcrger über ihre Untreue sich vermindert hatte, schlüpfte er in ihr Zimmer. Sie schlief fest. Miranda schlich sich auf Zehenspitzen an ihr Bett. Er müßte umkehren, dachte er; es würde olles nur noch schlimmer werden. Aber sein Blut floß schneller, und er zögerte, stand unbeweglich und betrachtete sie... Estella, die von dem Blick ihres Gatten nichts wußte, be- wegto sich unruhig, öffnete einen Augenblick die Augen und heuchelte dann tiefen Schlaf. Es war geschehen, was sie er- wartet hatte. Als er sich unfähig erwies, sie bei der Eni- deckung ihres Treucbruchs hinauszuwerfen, war sie sich klar, daß er sie früher oder später wieder aufsuchen würde. Sie kannte sein Temperament gut, das stark im Begehren unh im Widerstand schwach war. Aber der ehrenwerte Kaufmann war überwältigt van Reue und Scham. Er konnte nichts sagen und kroch, von Selhstverachtung übermannt, in sein eigenes Zimmer zurück. Am folgenden Tage gipgen sie einander aus dem Wege und taten stillschweigend so. als sei in der vorhergehenden Rächt nichts Außergewöhnliches geschehen. Mit dem völligen Perlust seiner Selbstachtung empfand Miranda gleichzeitig wachsenden Abscheu vor seiner Frau. Und in der Nacht dar- auf, als er in seinem schmalen Einzelbett lag, schwor er feinem armseligen Ueberrest von Stolz mit taufend Eiden, daß er sich niemals wieder einen Persuch zur Versöhnung zuschulden kommen lassen wolle. Einen Monat später sedoch begab sich Miranda wieder m da? Zimmer seine? Frau. Und Estella, wohl durch des Gatten mürrische Cnthalsom- keit gereizt und durch das Unerwartete seiner Rückkehr er- regt, wurde von dem Derlongen nach ihm verzehrt und be- wullommnete ihn mit echter Zärtlichkeit. Von dieser Zeit an wechselte zwischen ihnen ein Lebe» intensivster Verliebtheit mit heftigster Abneigung und Haß. Zehn Jahre lang hatte dieser Zustand gedauert, und jeder hatte den andeten geduldet. Aber kürzlich hatte der Kauf- mann die beunruhigende Entdeckung gemacht, daß einige seiner Angestellten, die oben an seinem Tisch gemächlich mit- speisten, ein Auge auf seine Frau geworfen hatten. Um diese Zeit bestimmte er, daß Estella eine ruhige Umgebung und das bleichsüchtiae Kind frische Lust brauchten. und kaufte das Haus neben Ioao Romoos Bar. Das Haus selbst gefiel ihm ganz gut, der einzige Nachteil war das zu kleine Grundstück. Aber dieser Fehler konnte glücklicherweise leicht behoben werden. Wenn er ein pao? Meter zwischen dem Haus und der Bar kaufte und auch noch den Flecken dahinter zwischen Mirandas Grenzlinie und dem Steinbruch, könnte das Haus von einem zwar kleinen, aber doch reizvollen Garten umgeben werden. Dieserholb suchte er Ioao Romao auf und zapste ihn wegen des Berkaufs an, begegnete aber nur hartnäckiger Weigerung. Miranda drang in ihn „Sie vergeuden nur Ihre Zeit und Ihre Worte," ver- sicherte ihm Bertolezos Freund.„Ich verkauf� keinen Zoll von meinem Boden, aber ich kaufe gern dos Fleckchen, das hinter Ihrem Hause liegt, wenn Sie es abgeben wollen." „Meinen Hinterhof?" „Jawohl." „Und ich soll ohne Garten bleiben, ohne Hos, ohne olles?" ..Um so besser für mich." „Also seien Sie jetzt mal vernünftig: reden Sie keinen Unsinn mehr und sagen Sie mir, was Sic für das Grundstück. das ich brauche, haben wollen." „Ich habe Ihnen bereits gesagt, was ich zu sagen habe." „Gelien Sie mir doch wenigstens das Stück zwischen wir und dem Steinbruch." .»Keinen Fuß." „Das ist pur Gemeinheu von Ihnen, das ist ja klar. Ich wükde nichts von Ihnen verlangen, wenn es sich nicht um mein kleines Töchterchen handelte. Die muß etwas Raum haben zum Herumspringen» und es wäre nichts weiter als an- ständig von Ihnen, mir dies Stück Land abzutreten." „Ich gebe nichts ab. weil ich es selber brauche." „Dos tun Sie nicht. Was zum Teufel können Sie denn damit anfangen? Ein wertloses Stück Land, eingekeilt zwischen dem Hügel und meinem Grundstück. Ueberhaupt haben Sie ja noch Boden genug." „Warten Sie nur, dann werden Sie schon sehen, was ich damit anfange." „Gott, haben Sie aber einen Dickschädel! Passen Sie doch mal auf; wenn Sie mir dos Stückchen da hinten ver- kaufen, bekommen Sie eine gerade Linie zum Hügel hin und ich genau so. Denken Sie mal darüber nach. Ich baue mein: Mauer nicht, ehe Sie sich entschlossen hoben." fFortsetzung folgt.) Das Geheimnis der Iuwelenkiste. Ods Zieich beschlagnahmt Millionenwerte an Diebesgut. Eia einzig daslehender Sleuerprozcß beschöftigic das Große Schöffengericht Wedding. Durch die vom Gericht verfügte Einziehung der nicht versteuerten, nach Deutschland eingeführten Juwelen und Perlen im werte von vielen Millionen Dollars, Schätze, die aus Diebesgut bestanden. traf die Hauptstrasc die in Amerika lebenden Best ohleneu. An- geklagt wegen Zollhinterziehung war der aus Lettland ge bürtigc Matrose Herbert Sandowski. Im Jahr 1926 war Sandowski als T y p h u s k r o n k« r ins Virchow- Krankenhaus eingeliefert worden. Cr hatte«ine umfangreiche Kassette bei sich, die er ängstlich unter seinem Bett verwahrte und auch in seinen Fieberträumen bewachte. Man entdeckte bei einer Gelegenheit, daß diese Kassette bis obenhin ange- füllt war mit glitzernden Steinen und Perlen von hohem Werte. Die Kriminalpolizei, die hiervon benachrichtigt worden war, beschlagnahmte die Kassette. Cs ergab sich bald, daß der Schwerkrank« ein berüchtigter internationaler Dieb war. Trotzdem die Berliner Kruninalpolizei sich olle Mühe gab, in Amerika, England und Frankreich die rechtmäßigen Besitzer.zu er- Mitteln, blieben die Nachforschungen ergebnislos. Die Juwelen- schätze wurden auch auf der internationalen Polizei ausstellung ge- zeigt. Es meldete sich aber nieinand. Sondowsti wurde als geheilt aus dem Krankenhaus entlassen und war dann verschwunden. Einige Zeit später wurde er ergriffen, nachdem er einen Einbrach in eine Villa in W-ostend verübt Hatto. Er erhielt hierfür zwei Jahre Zuchthaus. Inzwischen hatte man auch Näheres über die abenteuer- liche Persönlichkeit des S. herausbekommen Er hatte in Am«- rika zahlreiche Einbrüche vorübt und war zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt morden. Es war ihm aber gelungen, aus Sing-Sing auszubrechen. Später wurde«r in Palmbeach. Morida, bei einem neuen Einbruch verhaftet. Cr konnte ober wieder entspringen und ist dann als Matrose auf einem englischen Fracht- dampfer nach Bremen gekommen. Seine Juwelenkifte hat er durch- geschmuggelt. In Berlin erkrankte er dann an Typhus. Während Sandowski im Zuchthaus in Luckau saß, meldete sich ein Mrs. Taylor aus New Jork als Eigentümerin einer Perlenkette, die aus 864 Per- len besteht. Dies« Kette ist ihr 1926 gesttthlen worden. S. war auch aus Luckau einmal ausgebrochen und befindet sich jetzt nach seiner Wiederergreifung unter einer neuen Anklage der Meuterei im Moabiter Untersuchungsgesängni«. Somit konnte gegen ihn der Steuerprozeß endlich durchgeführt merden. Es ergab sich nun fol- gendes eigenartige Bild: Nach den Gegenseitigkettsverttägen zwischen Deutschland und Amerika kann der Lette Sandowski aus Riga nicht ausgeliefert werden, um in Amerika wegen der dort verübten Ein- briiche zur Verantwortung gezogen zu werden. Er hat sich in Deutschland aber strafbar gemacht, weil er die eingeführten Juwelen nicht deklariert und den Zoll, der im ganzen 9,79 W. b«> trägt, nicht bezahlt hat. Neben der Sleuorsttafe steht aber auf diese Zollhinterziehung als Ncbcnstrafe die Konfiskation. S. be- stritt zwar, daß seine Schätze Diebesgut seien und behauptet«, daß cr die Juwelen im Handel gutgläubig erworben habe. Das Gericht entschied, daß Sandowski der Zollhinter- tzkehu n g schuldig sei, und verurteilte ihn zu 38 M. Geldstrafe oder hilssweise zwei Tagen Gefängnis. Gleichzeitig verfugte das Gericht die Einziehung der Iuwelentiste zugunsten des Deutschen Reiches. Wie aber bekannt gegeben wurde, ist die Zoll- b« Horde aus Billigkeitsgründen geneigt, Mrs. Taylor ihre Perlen- kette bei einem entsprechenden Antrage derselben an den Justiz- minister auszuhändigen. Oer TodeDurz aus Sem 4. Stock. Oer Abgestürzte von seiner Schwester erkannt. Zm Lause der letzten Tage wurde die Person des in der Wilhelm- Stolze- Skr. Zl tödlich abgestürzien jungen Mannes festgestellt. Er ist ein 19 Zahre alker Arbeiter Willy Schnwacher. der bei feiner Mutter, einer Wiiwe, in der [ z lieber straße 16 zu Neukölln wohnte. Er wurde von feiner Schwester im Schauhause einwandfrei erkannt. Der junge Mann hatte den Silvesterabend mit seiner Schwester und einigen Bekannten bis 12 Uhr mit einem Spazier- gang durch den Friedrichshain ausgefüllt. Dann war er mit Freunden weitergebummelt und hatte sich gegen 2 Uhr von ihnen vor ihrem Wohnhause in der Langestraße getrennt. Schumacher hatte Arbeit, als man ihn ausfand, hatte aber keinen Pfennig Geld in der Tasche. Auch sohlten dem Schwerverletzten die Stiefel, die nachträglich erst auf dem Boden des chaufes Wilhelm-Stolze- Straß« 31 gesunden wurden. Wo er sich in der Zeit zwischen 2 und 8 Uhr, der Zeit seines Sturzes, aufgehalten hat, weiß man nicht. Was er in dem Hause wollte, wird wohl nie geklärt werden können. Der Stiefel hat er sich wahrscheinlich erst enttedizt, als er die Der- falger hinter sich spürte und sich zu der schrecklichen Kletterpartic entschloß. Vielleicht glaubte er, mit den bestrumpsten Füßen einen besseren Halt auf dem Maucrsims zu haben Seine Angehörigen, die auch vor einem Rätsel stehen, schildern ihn als arbeitsamen und zurückhaltenden jungen Menschen, der selten ausging. Fahrpreisermäßigung im Nordatianiikverkehr. Der Norddeutsche Lloyd gibt bekannt, daß mit sofortiger Wirkung auf seinen sämtlichen Amerikädampsern die Mindest- fahrpreisc verschiedener Klassen herabgesetzt werden, und zwar die Mindestfahrpreise der Kajüteuklasse um 5 bis 10 Dollar und die der zweiten Klasse um 5 Dollar. Außerdem tritt eine erhöhte R u n d r e i s e c r m ä ß i g u n g, hie für Geschäftsleute, llumrislen und Msuchsrei sende groß« Vorteile bietet, ebenfalls mit sofortiger Wirkung für diese Klassen in Kraft. Di« vor einigen Jahren eingesührte dritte Kajüte für Touristen hat bei den Ueber- seereisenden einen so starken Anklang gesunden, daß man auch in dieser Klasse die Fahrpreise in einer für die Reisenden vorteilhaften Weise neu festsetzen konnte. Leichcnfuud am TeuselSfee. Die Auffindung emes Selbstmörders am Teufelsfee im Grüne- wlttd. in der Nähe der Wasserwerke, gab am Freitag Veranlassung zu einer Reihe yon Gerüchten, daß man den verschwundenen Ge- heimrat Becker entdeckt habe. Keines dieser Gerüchte trifft zu. Nach der einwandfreien Feststellung durch die Ver- wandten Ist der Mann, der sich im See ertränkt hat, der 57 Jahre alle Cisenvahnoberselretär August Fiedler aus der Fritschestr. 40 zu Eharlottenburg. Der Volkschor Lichtenrade Hütt am Sonntag, dem 5. Januar 1930, leine erste Generalversammlung ab. Der junge Ehor hat sich in dem halben Jahr seines Bestehens ganz gut behauptet. Berlins Finairnioi Aufhebung der slädiisdien Konirolie.- zwisdienefal für Januar bis ftürz. vor Vertretern der Presse sprachen gestern Vürgermeister Scholtz und Skadtsyndikus Dr. Lange über dio augenblickliche Finanzlage Verlins. Der für Dezember aufgestellte Elok ist materiell und formell innegehalten worden. Die vom Bürger- meisier Scholtz geschaffene Kontrollstelle wird nach AS- sendung des Berichtes on den Oberpräfidenleu wieder anigehoben werden. Neben dem nolwcndigen Nachkragshaushalk in höhe van rund 60 Millionen Mark wird der Magistrat einen Z w i f ch c n h a u s h a i k s p k a n für die Monate Januar bis März und zwar ohne Einwirkung der Aufsichtsbehörde einbringen. Die Ausführungen des Bürgermeisters brachten sonst in den wesentlichen Dingen nichts Neues. Cs wurden keinerlei Zahlen über die augenblickliche Finanzlage der Stadt genamtt. Scholtz führte im einzelnen aus: Am Mittwoch nächster Woche wird es möglich sein, dem Oberpräsidenten den endgültigen Bericht über die Durchjührung der bisherigen Spar maß- nahmen zu geben. Damit hat dann auch die Kontrollstelle ihre Ausgabe erfüllt. Der Magistrat wird sich zunächst darüber schlissig werden müssen, wie der notwendige Nachtragehaushalt, der rund 60 Millionen beansprucht, verabschiedet werden soll. Man wird versuchen, durch Abdrosselung vorgesehener Ausgaben die Summe flüffig zu machen. In den für die Monate Januar bis März vorgesehenen Zwischenhaushaltsplan wird mir dos aller- dringlichste an Bedarf stehen, dagegen wird man sich bemühen, all« irgendwie greifbaren Einnahmen hineinzubekommen. Die Cr- trägnisie aus den erhöhten Wertstorifen fließen be- kanntlich in den für die Abdeckung der kurzfristigen Anleihen be- stimmten Tilgungsfonds. Cs wird also meiter mit größter Anstrengung gespart werden müssen Der Bürgermeister sprach dann von der aus sechs Bezirksbürgermeistern gebildeten neuen Kommission, über deren Ausgabenkreis der„Vorwärts� bereits berichtet hat. Die Kommission wird erstmalig unter seinem Vorsitz am Montag zusammentreten Die Zentral Verwaltung sei bemüht, mit den Bezirken über die zweckmäßigste Art der Einsparung eine Einigung zu erzielen. Die Ausführungen des Bürgermeisters wurden durch Stadt- syndikus Dr. Lange, dem Bertreter des Siadttämmerers. ergänzt. Die vom Oberpräsidenten zunächst geforderte sofortige Stillegung aller städtischen Banken hälke nicht durchgeführt worden können. Es wären sonst k a t a st r o p h a l e Auswirkungen auf das Wirtschaftsleben und den Arbeitsmarkt unvermeidlich gewesen. Bei Durchsicht der Projekte habe man sich auf den Stand- punkr gestellt, daß Bauten, bei denen die Vergabe bereits vor längerer Zeit erfolgte, oder die kurz vor der FertiAtellunz stehen, auch zu Ende geführt werden mußten. Am Schlüsse der Konferenz bemerkte der Bürgermeister noch, daß Pressemeldungen, die van einer völligen Stillegung des Wohnungsbaues gesprochen hätten. unrichtig gewesen seien. Ebenso würden die II- B a h n st r e ck e n, die bereits vor langer Zeit in Angriff genommen wurden, noch zu Ende geführt. Die Fertigstellung dieser Strecken ward« eine Summe von etwa 43 bis 30 Millionen Mark erfordern. Weitere stadtischo Bauten, die bis zu 95 Proz. fertig feien, wie z. B. die neuen Stadtbäder Mitte nnd Schöneberg müßten gteichsalte. um weitere große finanzielle Schäden zu vermeiden, irnbeksrngt beendet werden. Von besonderem Interesse war die Mitteilung, daß der Magistrat sich itochrnnls mit der Frage der B a n a u e- st« kl un g beschäftigen müsse. Wenn die Kosten der Ausstellung auch auf 7 Millionen Mark zusammengestrichen seien, so sei es dermo ch fraglich, ob unter den augenftlicklichen Umstünden die Ans- stellimg 1931 werde durchgeführt werden können Die sozialdemokratische Stadtverordneten- fraktion wird sich nach wi« vor mit größtem Eifer dafür einsehen, daß der Reichsh-iupkstadt langfristige Auslands- an leihen zur Verfügung gestellt werden. Sie wird anch im besonderen Maß? darüber wachen, daß bei den notwendigen Ab- strichen die kulturellen und sozialen Aufgaben geschont werden. Befreit von allen Hemmungen... Acsuch in einer �eSnerschule. Daß wir altesaml als Kinder in das Geheimnis der Sprache «ingeweiht wurden, bedingt noch lange nicht, daß wir auch„reden" können. Reden in dem Sinne einer um uns versammelten Menfchen- gruppe, ein bestimmtes Thema in anschaulicher und fesselnder Form zu übermitteln. Und die Hemmungen, die wir be, unseren ersten rednerischen Versuchen zu überwinden haben— viele Menschen leiden ewig unter diesen, Zustand—. sind weit schwererer Natur, als die schüchternen Lallversuche des Kindermundes: das Kind, ge- drängt von seinem wachsenden Wahrnehmungsvermögen, gibt unbs- sangen, so gut oder so schlecht cs eben kann, seine sprachlichen Em- drücke von sich Die Erwachsenen aber, zur öffentlichen Rede ver- anlaßt, fürchten die Kritik unserer Mitmenschen. Und je nach unserer psychischen Beschaffenheit beginnen wir mit falscher Atemtechnik zu stottern, zu stammeln, im Staccato, im Eilzugtenipo, mtt gepreßtem Ton uich verschiedenen anderen rechorischen Unarten eine höchst un- brauchbar« R-üe.qom Stapel zu lassen. Wir sind also un höchsten Grade lehrbedürstig und müssen wieder zur«chllle. Da sitzen wir nun in einem richtigen Schulzimmer, in richtigen Schulbänkchen, die unseren körperlichen Ausmaßen meist nicht mehr gereckt zu werden vermögen und lauschen, was der Herr vor uns am Katheder spricht. Di«„ältere Schuljugend" setzt sich aus den verschiedenartigsten Menschenkindern zusammen. Äaufleute, Angestellte, Schwestern, Ae rz t e, alle Berufs- schichten sind oertreten. Der Mann am Katheder ist ein kluger« psychologisch begabter Pädagoge, der seine großen Kinder in die Mysterien d«r Rechorik, ms Neuland der freien Red« einzuführen versucht Logisch und verständlich erklärt er die Materie. Zuerst das intuitive Moment der Rede: Positives Denken auf Grund schärfster Willenskonzentration, das heißt: Gruppierung oller geistigen Kräfte— Verstand, Gedächtnis und Phantasie— um«inen Punkt. Dann das sprachtechnische Moment: Beseitigung der Hemmungen, die sich in den obenangeführten fehlerhasten sprachlichen Effekten bemerkbar machen. Das find so die. Haupttiaderkrantheiten der Rednernooizen, die es zu bescirigen gilt. Einer kurzen theoretischen Erläuterung folgt dann gleich der praktische Teil der ersten Unterrichtsstunde, wobei die Probe aufs Cxempel gemacht wird. Mit falschem Pathos, Fisteltönen oder Grabesstimme liest der Schüler ein paar Sätze aus einem Buch vor. Auch Stottern und Zungenfehter, nervöse Hast oder unnatürlich ver- stärttes Organ offenbaren sich hier dem Sprachlehrer. Manches Organ eignet sich überhaupt nicht zur öffentlichen Sprache: bei den Frauen ist es oftmals eine zittrig«, schwache Piepsstimme. die weder Klangfarbe noch Tragtraft besitzt. Schließlich aber sagt sich der Lehrer: Dez Menschen Wille ist sein Himmelreich. Und er unter- richtet Begabte wie Unbegabte, weil er ja davon leben will. Er erzählt als aufmunternde These, daß sich die Redefrecheft schon nach einigen Unterrichtsstunden einstellt und weiß von Schülern zu be- richten, die nach ganz kurzer Lehrzeit ruhig und beherzt das Ka- lhcder bestiegen, um eine wohldurchdachte, von keinerlei Hemmungen beschwerte Rede vom Stapel zu lassen. Hugo Heimann 30 Jahre Siadiverordneter. Die Zahl 30 ist eigentlich keine IuhilÄrmZizahl. Wer die ParbK darf wohl mit Rechr heute der drei Jahrzehnt« langen uiumter- brochenen vorbildlichen Tättgkeit des Genossen Hugo Heimanu als Berliner Skadtvervrdneter gedenken.?lus Anlaß telneo 70, Goburtskages ist am 13. April vorigen Jahres ansfühtlich auch die Pionierarbeft geschildert worden, die Hugo Heimann— neben Paul Singer— in der Berliner Gemeinde für den sozialdemokratischen Gedanken geleistet hat. Genosse Hugo Heimann möge als dienstältester Stadtverordneter von Berlin in feiner bisherigen körperlichen Rüstigkeit uich geistigen Frisch« noch erleben, daß die Berliner Konnnuna.larbeit und ihre Ergebnisse sich wieder günstiger, als es gegenwärtig der Fall ist, gestalten. Daß der Chor schon noch kurzer Zeit seines Bestehen? in der Loge war, bei zwei Veranstalttingen der Arbeiterschast mitzuwirken, ist nicht zuletzt der guten Leitung des Dirigenten Höllerbach zu ver- danken. Anmeldungen stimmt entgegen Willy Schütz, Bsrlin-Lichten. rade, Kaiserstraßc 38 oder im Uebungpahend jeden Dienstag ab 20 Uhr bei Schiebert, Berliner Straße 30. Programmaustasch zwischen Deutschland, Belgien und England an einem Abend: eine musikalische Völkerverbrüderung. Schön in der Idee, schön in der Ausführung. Köln wählte Haydn, des ersten Oesterreichers, 4. Londoner Sinfonie— eine hübsche Geste. Dr. Wilhelm B u s ch k ö t t e r und das Orchester des West- deutschen Run-dsunks führten das Werk mit liebevollem Verständnis für die Grazie seiner mustkalischen Sprache aus. Brüssel bracht« ein Orchesterkonzert mit sehr gefälligen Kompositionen von Gretry: das Orchester der Radio belgique unter Leftung von Renä P e l l i c r und unter Mftwftlung des ausgezeichneten Baritons Maurice Weyreandt konzertierte. London bot den 4. Alt von Purcells„Foiry Queens ein Werk, in Komposition und Ausführung typisch englisch. Hervorragend schön sang die Trägerin der weäb- lichen Hauptrolle Elsie S u h d a b y. Angenehme Abwechslung iin Programm der Unterhalttiugemusil war das Konzert des slott spieleilden und singenden Schrammelquartetts„Loi D'Loisachtaler* Das Interview der Woche zftiert« Max Polle nberg vor das Mikrophon, der Erich Burger Rode und Antwort stehen mußte, allerdings— und leider— nur auf eine Reih« ziemlich kanventio- neller Fragen. Die witzige und menschlich sympathische Art, die Pollenberg die meiste» dwwrn zu beantworten wußte, bewies, daß er eme Fragestellung verdient hätte, die stärker geeignet gewesen wäre, sein? Persönlichkeit zu enthüllen. Te«. » Man glaubte, eine Kölner.Reportage' über— die Ausfahrt der Delegierten un Haager Binnenhof auch den Berliner Hörer» vermitteln zu müssen. Sie vernahmen also. was die zweite Haagar Äonserenz soll, daß Stresemann seft der ersten verstorben ist und daß— die Dotegierteisi mit ihrem pelz. tragenden„Damenslor" In Autos ankamen, deren Türen die Polizisten öffnen mußten. Das hörte man aus zahllosen Fern- und Fcrnanftzge�pröchen ai ch yur dann heraus, wenn nicht fürchter. ücher Störungelärm alles übertönte. Die starke Verspätung dieser „Auffahrt" verschasste uns wenigstens die Entschädigung, ein paar Minuten Bach auf'Gambe und Eembclo aus Köln zu hörsn. - ßa. Katze« aller Rassen. Die vierte Berliner Äatzenausstellung, die. genau wie chre Vorgängerinnen, außerordentlich gut beschickt ist. wurde im Schnbert-Saal, B ü l o w st r. 104, erössnet. Veranstalte? ist dio Berliner Ortsgruppe des Bundes jür Katzenzucht und Käßens chutz. der die Rassezucht pflegt und vor ollen Dingen für das richtige Verständnis der Menschen gegenüber der Katze erfolgreich wirbt. Der Bund will mft dafür sorgen, daß die Kaszenhaltung nach ver. nünstigen Grundsätzen geschieht und sein Katzenschutz erstreckt sich auch auf die Forderung schmerzloser Tötung kranker und über- flüssiger Tkre. Die Ausstellung selbst ist ein? Versammlung wahrer Katzenschönheiten. Man sieht nicht nur Katzen aller Rassen und Abarten, sondern desgleichen Katzen der verschiedensten Eharaltere. Einige der Ausstellungsobjekte sind ganz und gar regste Ausmerl- samkeft, während andere spielen und wieder andere einfach— schlafen. Prächtig machen sich u. a. die Perser, Angora und solche. die man stolz /betont, deutsche Perser nennt. Hübsch sind die an lebenden Beispielen gezeioten Tiersreundschasten. Sieht man doch Hund und Katze, Hund. Asse und Katzen. Fuchs und Kotze, sowie Taub«, Ratte und Katze. Bei diesen unnatürlichen Freundschaften wird selbstredend nicht der geringste Zwang asgeübt. Aekherwellenmusik. Im Warenhaus Karstadt. Hermannplatz. gab es eine äiljerische Musikmallnse. Kristy Thschaitoss führte den ThereminschenAetherwellenap parat vor, einen«tek- irischen Musikapparat, der hochfrequente etekirische Wellen erzeugt, die durch Bewegung der Hand zu den verschiedensten Tönen und Klangwirkungen gesonnt werden- können. Nähert man die Hand dem Apparat, wird der Ton höher, je weiter man sie entfernt, um so tiefer sinkt der To»! auch die Tmistärk« kann durch alle Register, vom zartesten Piano bis zum stärksten Fortissimo reguliert werden. Di« Töne ähneln der Geige, in der Höhe auch oft der menschlichen Stimme und in Vorbindung mu einem Orchester kamen wirklich schöne Klangwirkungen zustande. Das Entstehen des Toner und ganzer Melodien hat für den Zuhörer, aber auch für den Zuschauer wirklich etwas Verblüfsendes, denn der Ausübende hat, oberflächlich gesehen, nichts weiter zu tun, als mft der Hand leicht vibrierend in der Luft herumzugeistern und mit dem Fuß eine Art Pedal zu be- dienen. Es gehört auf jeden Fall große Musikolstät, Feinneroigkeft und»in völliges Bshsrrschen aller mustktechmschen Vorgänge dazu. Ein Achizigsähriger. Der ehemalige Maurermeister Richard Zucht, Weißensee, Berliner Allee 2:-9, beging seinen 8 0. G e- burtstag. Er ist seft vielen Jahren eifriger Leser des„Porwätts" und lebte in lungen Jahren in Königsberg i. Pr., wo er unter dem Sozialistengesetz in ausopfernder Weise für die Partei tätig war. Der Bund der Filmamateure, der die einzige Zusammenfassung oller an der Amateurkinegraphie Interessierten in Deutschland ist. wird am Freitag. 10. Januar, 20 Uhr, in einer Film, und Vor- tragssolge in der Technischen Hochschute, Eharloitenburg, Berliner Straße 170— 172, eine Reihe von wissenschaftlichen Filmen zeigen, die von Amateuren gedreht worden sind, und beweisen, laß die Am.oteurkincgraphie berufen ist, den Wisse»- schofller bei der Ausübung seines Berufes zu unterstützen. Der Eilftrill ist srei. Das Sekretariat der Hmnboldk-Hochfchnle ist von der Schellmg- straße 7 in die Köfligin-Augusta-Straße 15 verlegt worden. .sr"» Unterhaltung unö AViffen jsz* Adolph Jioffmann: Sms Qänle (SchUlh.) � „Nichts tft,* meinte er katex arisch.„Da hast du doch wieder Airgst, daß sie das Fett abschöpft.� ,�a, was snll ich denn anfangen, wenn der Wirt die Soch- Maschine und damit den Vratosen nicht Herrichten läßt?" warf si« ärgerlich ein. „Für Usine Schönheitsreparaturcn hat der Mieter 511 sorgen. steht im Vertrag. Das habe ich getan. Also hole mal die Gans rein." „Du hast wirklich einen Vogel." rief sie ihm zu, als sie das Zinuner verließ. „3a doch. Aber diesmal hast du den größeren und auch genieß- bareren," schalste es heiter hinter ihr her. „Du," ließ sich ihre Stimme aus der Küche vernehmen.„Wenn du mich wieder aufziehst, kippe ich dir die Gans ins Gesicht." „Abgemacht. Aber erst wenn sie gebraten ist," war seine Gut- gcgnung. Durch seinen unverwüstlichen chumor hatte sie ihre sonst staunenswerte Ruhe wiedergefunden und entgegnete schlagfertig: „Damit du bei deinem großen Wundwerl sie gleich unz-rlogt ver- schluckst." ■ie Da sta�i sie schon mit dem Aratvogel in der Tür. Er nahm die Last ab und sagt«:„Nun mache mal auf meine Verantwortung die Wunderkiste auf." „Warum tust du dos nicht?" „Weil dieses Departement zum Ressort der chaussrau geHort und— lachte er— weil du erst, ehe die andere©ans da hinein kann, die Geschenke für meine herausnehmen mußt." Sie hatte inzwischen an einem Grift gezogen. Eine Tür kloppte herab und entlockte ihr den erstaunten Zlusrus:„Das ist ja—" „Ein Gänse-Krematorium," fiel er ins Wort. Während sie nallendete:„Em elektrischer Bratoten." Sich umwendend, fuhr sie fort:„Mann, du bist doch verruckt." „Weiß ja! Weiß ja! Wenn ich in Berlin mit der Straßen- bahn Linie 68 fahre, komme ich nach deiner Meinung immer znm Ziel. Dalldorf oder ijerzbsrge— ganz gleich, in welcher Richtung." „Das kostet doch aber ein Heidengeld." klang es schon freund- licher von ihren Appen. „Doch nicht über vierhundert Mark. Aber weißt du. Ich habe meine stille Freude gehabt, als du dieses Mal eine so große Gans gekauft hast. Und doch hätte ich für eine leichtere plädiert, wenn ich gewußt hatte, wie lang« ich sie hier hasten muß." „Du bist ja selbst schuld. Du läßt einen ja nicht zur Besinnung komme m" Sie wollte ihm die Bratpfanne abnehmen .-„Nichts da. Entferne erst die zur Desinsizierung im Krematorium-' befindlichen Bekleidungsstücke von dir und der' feierliche Akt der ersten Feuerbestattung einer Gänseletche beginnt." Nochmals gab es bei Mutter Schultze«ine große Enttäuschung, als sie im.Krematorium" nichts als ein größeres Kuvert fand. Unschlüssig hielt sie es in der Hand: er schob die Gans ms .Krematorium" und machte die Klappe zu.„So, Friede ihrer Äsche und knusprig ihr« Haut, wenn sie uns begehrlich ins Aüge schaut," deklamierte er wieder. Sein„großes Mädel" sah noch immer verblüfft auf das Kuvert und erst sein ermunternder Zuruf:„Na, da kannst« nichts kaputt machen, öfsnc es mw, es ist kein Netzorschluß," vsrakloßte sie. zögelmd dem Kuvert feinen InHast zu entnehmen. Ein mit farbigen Bildern hicksch ausgestattetes Gefchentbuch hielt sie m ihrer Hand. Der InHast war mit künstlerisch gezeichneten Geschentscheinen durchschossen. Drei Scheine davon waren ausgefüllt. Einer mit d«r Summe non 30 Mark für Kleiderstoff, der zweite enthiest 13 Mark für Schuh« und der dritte«ine ganze Mark— für Rundfunkartikel. Jetzt hatte sie ihn gepackt und er ließ, gm mistig, wie er nun mal veranlagt war, alles geduldig über sich ergehen...Seit wann." forschte sie, als der.Zugendsturm" ausgetobt, hat denn der Konsum- verein solch« Geschentbücher?" „Seit ich ihm auf seine Bestellung meine Bücher hingebracht habe und d«n Direktor den Borschlag machte. Gejchenkbücher dieser Art einzuführen, die sich das ganze Jahr über auswirken können." Mutter Schultze schüttest« den Kopf und sah ihren Alten ver- Erfit. beinahe stolz an. Sie wußte ja, daß sein Gehirn voller Ideen und Raupen war. Aber, wie kamst du gerade aus die Idee, die ja einzelne Schuhgeschäfte ohne besonderen Erfolg ausgeführt haben?" „Ja," entgegnete er.„ich kalkuliere so: Es gibt viele Mensche», die. wie ich, es prosaisch und kühl finden, Geld zu schenken. Bei Vnis für Spezialgeschäste ist es aber«ine eigene Sache. Da ist der Boschenkte zu beengt. Bei Basaren und besonders bei denen des Konsumvereins, wo die Mstglieder sich als ein« große Familie fühlen, ist es ganz etwas anderes. Hier kann man gerade, wie es emem paßt, das Eeschenkbuch ausnützen. Der Beschenkte ist nach jeder Richtung unbeschränkt, da der im Buche inosstierte Betrag auf alle Abteilungen übertragbar und das ganze Jahr.zu ver- wenden ist. Ich kam besonders darauf, weil du gern Kleiderstoff zu Weih- nachten haben wolltest. Das war für müh und für dich sehr miß- lich Ich konnte und wollt« ihn nicht aussuchen und du kamstest. wenn vom Stück attcschnisten, ihn nicht umtauschen. Durch die Gesckenkbficher ist mich die leidig« Umtauschirage zum großen Teil gelöst. Man kann im Jahr« zu jeder Zeil für das Buch einzahlen. Der Betrag wird wie bei der Sparkasse bis zu dem Tag.', wo man über ihn verfügt, verzinst. Die Geschenkbücher hatten sich, obwohl erst kurz vor Weih. nachten eingeführt, glänzend bewahrt. Für die Idee und die dazu entworfenen Zeichnungen wurde mir eine Entschädigung angeboten, und ich wählte dafür nicht einen Rundsunk-Netzanschluß, sondern— ein„Gänse-Krematorium" ohne Ab-ahlung-sargen. „Na. bist du nun mit mir zufrieden?" Schelmisch hielt er ihr den gespitzten Mund Hrn.„Ich halt« ihn fest zu. damit du Gans nicht hineinfällst" Wieder um sin gen sich ein Paar alt«, aber trotzdem noch ver- liebte Mensch-nstnder. Nun aber wollte er. daß sie den anderen„Krimstram", den er zusannnengakauft hatte, auch besichtige und auch den für ihn be« stimmten Teil des Tisches enthülle. Das war natürlich das Gegenteil von seiner Seite. Nur prak- tKremalorium tische, warme Sachen. Kein„Rundsunkmumpitz", kein Netzanschluß. Nur für den Sommer ein paar Netz Hemden, in denen, wie e r meint«, die Flöhe Fußball spielen könnten. Noch lang« saßen die beiden jungen Asten vergnügt beieinander. Schließlich bereuet: sein„großes Mädel" n-och den Kuchen vor, mit dem nun natürlich auch das Kramatormm" ausprobiert werden sollte. Da es inzwischen lzalb drei geworden war. wurde lür morgen, richtiger Heist«, solg-endes Programm ausgestellt: Um-VSS Uhr wollt« sie aufstehen und das„Gänse-Kreinatorium", das bereits in der Küche aufgestellt war, einschalten. Dann wollte sie sich noch einmal ins Bett kuscheln, bis um Vi!) Uhr der Briefträger klingeln würde. * Als um Vi 8 Uhr der Wecker rasselte, saß das„Große Mädel", dem sonst Aufstehen die schwerste Arbeit vom ganze Tag« war. schon an dem neuen Bratofen. Der Kontakt wurde hergestellt, der Kuchenteig noch einmal be- tätschelt und— fünf Ministen später erklang ein beseeligendes Duo-Schnarche».--- * Furchtbares Klopfen und Klingel» an der.Korridortür!!! Beide Sctjläser sprangen entsetzt aus den Betten, waren ober in«ine furchtbare Qualmwolke gehüllt. Korridor und Küche waren noch dichter damit durchdrungen. Wilhelm war der erst« draußen und riß den Kontakt des Brat« ofens aus der Schalldose. Wieder rassost« es. an der Korridortür.„Herr Schultze! Herr Schultz«!" schallt« es von draußen.„Ist denn bei Ihnen ein Malheur passiert?" rief«ine Stimme ängstlich. Frau Schultze riß die Fenster aller verqualmten Räum« auf, während er im Korridor schrie:„Jawohl, ein großes. Es ist ein oller Fetllappen verbrannt." „Auf dem Treppenflur stinkt es entsetzlich," schallte es von draußen wieder. , Za wohl. Meine Festlappen stinken olle so." gab er wütend zurück. „Aber Mann," sagte leise seine Frau,.die meinen es doch gut." „Na also." gab er gedämpjt zurück, dann sage ihnen doch, daß wir uns ein wirkliches Gänfe-Krematorimn angeschofst und die erste Einäscherung vorgenommen hoben. Dann host du zum Schaden nocb den Spott" „Haste ich mich doch nicht wieder hingelegt," heulte sie. „Aber du schläjst doch so gerne." Sie sah, während er die verkohlle Cansaleich« aus dem Krcma- torium zog, in der Küche und heulte sich satt „Wie kam es nur, daß ich den Briefträger nicht gehört habe?" Schultz? knipste das Licht auf dem Korridor an und sagte: „Dieses Rätsels Lösung kann ich dir geben: Weil er noch nicht hier war." ,Za, wieviel ist denn die Uhr?" fragt« sie. „Erst halb Zwölf." „Halb Zwölf fchon?" echme sie. Der Briefträger kommt doch immer um halb Neun, und ich höre ihn jeden Morgen." „Auch wenn er nicht kommt?" „Zwiebele mich doch nicht noch mit deinen verquercn Fragen," stieß sie hervor. „Nim werde ich ja bald wieder schuld sein." sagte«r lakonisch. „Rede doch nicht solchen Unsinn. Du hast es doch mit dem Geschenk so gut gemeint." Zweifellos.?lbcr trotzdem ist mein Geiz daran schuld, daß uns das passiert ist." „Wilhelm!" stieß sie verzweiscll hervor. „Na ja." erklärte er, sich neben si« stellend und chr das Gesicht tätschelnd, wie sie heute morgen den Kuchen,„sich mal, wenn ich nicht so ein Geiztnochen wäre, hätte ich. da unsere Linder. Enkel und Urenkel dazu keine Zell hasten, an dich gestern Abend noch eine Weihnachtskarte gesäp-leb�u, dann wäre der Briefträger gekommen und das„Gänse Krematorium" haste als Bratsien richtig funktio- niert." „Du bist und bleibst ein Kindskops," sagte st«, als er sich zu ihr beugte und die Tränen von ihren Augen wischte. Und jetzt tätschelte sie ihn. Ferdinand Steyer: {Köhlen werden •Heinrich Märker kam eben vom Stempeln. Das war jeden Morgen um neun Uhr das gleiche Bild. Man schob feine Kart« über den Schalter, der Beamte machte den Sichtvermerk, all« sechs Tage. Am Freitag legt« er ein paar Mark auf den Tisch, man schrieb seinen Namen aus einen großen Bogen, dann strich man mit müder Bewegung das Gold ein, suchte immer wieder vergeblich mit einem Blick die Anschlagtafel nach offenen Stellen ob— und dann schlenderte man nach Hause. Freitags ging Frau Märker schon einmal mit, damit man schnell Brot bekam, um den Morgenkaffee nachzuholen. Was hatte Heinrich Marler nicht schon olles versucht— wenn er nur Arbeit bekäme, dauernd« Arbeit— nickst nur hier und da einmal ausheben, täglich avbaiten, fest arbeiten, daß die blödsinnigen Gedanlen wegkämen-- An der Ecke Körngsallc« stand-die Villa non Direktor Hahn. Henrich Märkcr mutzte jeden Tag auf seinem Weg zur Berwollimg zweimal daran vorbei. Vis jetzt ist ihm dos Haus nie aufgejallen. Heute lag ein großer Haufen Koks vor dem Tor. „Heizung." dachte Heinrich Märker— großer Wintervorrot, »tele Räume, feines Haus, sicher steinreiche Leute— Kohlen in den Keller schaffen, ein paar Mar? verdienen—" Marler stand an der Tür, klingelte. Frau Hahn kam selbst um zu öffnen, da Eimna Einkäufe in der Stadt macht«. „Guten Tag," jagte Marter. Frau Hahn fühlte, daß die Uarterredimg unangenehm werden würde, sie war mit ihren Gedanken schon am Ende des Gesprächs. „Nun," erwidert« sie. Märker ging es qu-u,„gnädige Frau" zu sagen. Warum sollte er nur, well er di« paar Mark von ihr haben wollte— ober das war nur einen Augenblick— er unterdrückte das Gsfü-hl, eh« es richtig aufgskonmren war.— Quatsch, dachte er— „Gnädige Fvau. könnte ich wolst den Koks— ich bin gern mit wenig zufrieden, oder wenn Sic mir etwas abgelegtes Zeug geben tonnten, ein« Hofe oder so—" und er dachle daran, wie er noch vor zw« Wochen bei der alten Exellenz drei Tage gehalsen haste Erde fahren, und wie er da dreimal hintereinander gist zu Mittag gegessen und seiner Frau noch etwas mitgebracht hatte, zwölf Mark und am zweiten Tag ein großes Stück Fleisch, das er selbst nicht gegessen haste-- Frau Hahn tat etwas nervös. „Sie sind heute morgen schon der siebente," jagte sie.„Das wird schon besorgt." Märker menfst« feine Anstalten, nach diesem Anlauf noch etwas zu sagen. Er rückt« etwas au feinem veri.'hossensn Schlapphut— drahte sich halb um und hörte, wie dos Türschloß einschnappt«. „Schon der siebente," sagt« Frau Hohn, als sie ärgerlich durch den Flur zur Speisekammer ging. Sie sucht« einen alten Kasten, schnitt eine Pappdeckelfelle ob und zwei Minuten später konnte man an der Haustür lesen, was auf den Deckel mit Blaustift gemalt warr „Kohlen werden schon eingeschüppt" Herr Direktor Hahn bog gerade um die Ecke der Königsallee, als er mir Heinrich Märter zufammenstietz. Sie waren beide in Gedanken. „Emschirldigung," sagt« Hahn und wallte weiter, aber da sah er iu das Gesicht Heinrich Märkers: er wußte nicht, wie es kam. daß er sagte„Fehlt Ihnen etwa»?" Mark«- oerkroch sich, sagt« nichts. „Arfceit?" sagt« Hahn. Märter macht« nnt dem Kaps«in« ruckarrige Bewegung zum Kokshaufen.„Schon der siebeiste." sagte er tonlos. Hahn merkte sofort, daß Märker vergeblich gefragt hast«. Er faßte in di« Seitentafchen.„Tobanständiger Kerl," dachte er. gab Wärker. was er gerade an Sllbergeld fand— Drei Mark— drehte sich sofort um. faßte noch einmal an den Hut. wartete keinen Dank ab— und war der erste, der das Schild an der Tür las. 'clion em§ele Märter stand noch eine ganze Zell, sah dos Dreimarkstück an» und als er endlich ging, wußte er nicht, warum er eigentlich noch fy verstiimmt war. Am Nachmittag kam Hermann, der Ehausseur. Seitdem Herr Hahn Diretlor geworden war, sland ihm-dör. Wagen der Firma ganz allein zur Beifüflin®. Hermann haiw.stgV. ntchr Zeit, vor«Uem, «n Rachnüttag. wenn Herr Hahn meist fjn Bureau arbeitete. Er kam deshalb des öfteren in die Priuatwohming und niachie sich hier und da im Garten nützlich, besorgt« manch« Einkäufe, d>« Emma nicht selbst«Ueduien könnt« und mochte, und»ahm ihr auch sonst gern dic schmutzig« oder anstrengende Hausarbeit ob. Heute sagte er nieht viel, als er den Kokshaus-en sah. Emma meinte, ihn noch darauf Hinweis-.-:» zu sollen. Aber er hatte die Schaufel bereits aus dem Hcizkcller geHost und much zwei Stunden sehon war das Kellerloch wieder verschraubt, die Schaitfel in die Ecke gestellt. „Das wäre wieder einmal getan," sagte Hermann, alz er sich die Hand« in der Küche wusch—„so'n bißchen körperliche Bs- wegung tut doch ganz gut—" und dabei lacht« er freundlich. Ws er Herrn und Frau Hohn abends zum Theater fuhr, fragte sie beim Einst« ig«»: „Hermann, haben Sie den Koks hiifeingsschofst?" „Jawohl, gnädige Frau."— Dann.zog der Wogen an. „Ho," stöhnte Frau Hohn noch einmal ganz ärgerlich zu ihrem Mann herüber,„das war heut« morgen aber auch zu toll— immer ging die Türtbntgeli Emma war in der Stadt und als der siebente kam, da hoste ich genaug. Das ist ja schlimm heute." „Der siobente," dachte Herr fjabn, und er sah Heinrich Märker vor sich stehen. „Ja," sagte er,„es ist schlimm heute." Am anderen Morgen ging der erwerbslose Märker wi-eder stempeln. Aus der Zagd nach dem kostbarsten Velztter. Im nördlichsten 'Argentinien, dicht an der Grenze von Bolivien, liegt die uralte Indianerstadt Hulmamaea. in die sich ein Fremder nur höchst selten verirrt. Ein« kleine Plaza, mit einem alten Brunnen aus der Z-it der Konquista, ist ihr Mittelpunkt: die Stadt selbst ist von den Er- rungenschasten moderner Knlnir noch i» keiner Weise gesegnet. Sie liegt da, ohne Grün, vrni Wind und Staub heimgesucht. Die Ein- wohner oerlassen nur selten ihr« kleine verschlasenc Welt. Frauen verbringen ihre Zell mit Weben und Stricken. Wasser gilt c!ü Kostbarkeit. Der elnziae Brunneu der Stadt genügt ka"m. um den Bedarf zu decken. Nach eintägigem Ritt durch die Pampas erreicht man die berühints Ehinchillasarm, wo Gelehrte versuchen, das kost- barste Pehztier der West.zu züchten. Dieses Nelstier wird in einer Höhe von 4000 bis Meter ge sangen Ost lauern die kühnen Jäger zwei bis drei Monat« auf eine» günstigen Zufall.?«»» das Tier ist beinah« ausgerottet. Ein Tinchillasell wird mit 300 Dollars bezahlt. Wittep in den Bergen liegt ein« der ältesten Indianer- siädte dieses Gebietes. Ebochinoca. Ihre Häuser find beinahe»oll- ständig verfallen, und dic einzige schöne Kirch« ist von demselben Schicksal bedroht. Dt« Einwohner ziehen im Sanmrer auf die Arbeit in die Zuckergebicte, und n-anchmal btriben nur fünf bis i-ech« Menschen in der verlassenen Stadt zurück. Die Fortziehenden haben di« sonderbare Sitte, das Doch ihrer Behausung mitzunehmen, da ein argentinisches Dach das Produkt einer mühseligen Haudirbeis ist, aus lauter bearbeiteten Baiunftäinmon besteht und mit einem feinen Gewebe aus Gras geschmückt ist. In dieser weltfremden Gegend kennt man weder Radio noch Kino und lebt wie vor vielen hundert Jahren. Kinder fertigen hier ihre Puppen aus getrocknet»" Aprikosen an. Der größte Eisenbohalunnel io Deutschland ist der Distelraien- tunncl hei Schlichtern(H«si«ns mit.10 Kilometer Longe. Dann folgen der.Kaijer-Wllh>elm>Tunm!? zwischen Koblenz und Frier mit einer Länge von 4,? Kilometer, der Dinkelbergrumrel Hwilchen Leo- pnldslfähe und Säckingsn) mst einer Lange vv» 3170 Meter der Brondleitetunnel bei Oberhof in Thüringen 13038 Meter) und der Krähdergstmpcl im Odenwald<8100 Meter). Zweieinhalb Millionen ohne Arbeit Das Ergebnis der Politik des Herrn Schacht. Die Zahl der kjanpwnterskühmtgseW»taugee in der U r oeilslofenversicherung hat in der enie« Dezember. Hälfte eine verstärkie Zunahme— nämlich um 2.VS ODO perionen oder fast 20 Proz.— erfahren. Am 15. Dezember wurden sawil rnnd i.i MAioaen Der innen in der Arbeitsloienverfichcrunq vnlcrstüht, davon rund 1.1 Millionen Männer und rund ÄO 000 J tauen,)u der K r i j c n. Unterstützung befanden sich Mitte Dezember lä4 000 Per. fooen. Die Zunahme gegenüber dem letzten Stichtag (30. Novembers belief sich aus 4 proz, Mitte Dezember gab es also rund 1 600 000 Hauptunter- stützungsewpfänger in der Arbeitslosenversicherung und der Ärisenfürsorgo Bei den Arbeitsämtern waren Ende November Tlrbcits suchende insgesamt eingetragen Z lOO 910(I 647 5S4 männliche, 453 326 weibliche). Gegenüber dem Vorjahre bedeutet dos eine Zunahme von rund 44Z 000 Arbeitsuchenden. Die offenen Stellen bei den Arbeitsämtern gingen von 19 254 Ende November 1928 auf 14 977 Ende November 1929 zurück. Wenn auch«ine Verlan gfamung des Tempos der Zunahme der Arbeitsuchenden im Vergleich zum Vorjahr zu beobachten ist, so«st das wohl darauf zurückzuiühreii, datz der Stand der Arbeits- lostgkeit im Jahresdurchschnitt ein viel höh er er als 1928 war und somit die saisonmäßige Zunahme der Arbeitslasigreit nicht so stor? in Erscheinung treten konnte. Da nach den vorläufigen Mitteilungen über den Verlauf des Arbeitsmarktes in der zweiten Dezemberhälfte eine weitere starke Zunahme der Ar- beirslosigkeit zu beobachten ist, kann man wohl die Gesamtzahl der Arbeitsuchenden am Jahresbeginn mit annähernd 2S Millionen schätzen. Diese Verschärfung auf dem Arbeitsmarkt Hot angesichts des milden Winters sicherlich viel weniger saisonale Ursachen als im Vorjahre. Es dürfte sich hier in erster Linie die Zimmzkrife auswirken, unter der besonders die Städte leiden und dies« gs- zunmgen bat. die össentlichen Arbeiten so gut wie ganz einzustellen Diele Einstellung der össenttichcn Arbeiten bat unausweichlich ihre Nückwirlung auf die Gesomtlage des Arbettsmarkts. Man kann von dem Abschluß der Verhandlungen im ch a a g eine Erleichterung aus dem Finan.zmarkt erwarten. Diese Erleichterung wird sich aber mir dann auswirken, wenn der unausgesprochene aber tatsächlich geübte Finanzboykott gegenüber den Gemeinden autgehoben wird. Darüber hinaus erfordert die rissige Arbestslosig. keit, die nur zum Test saisonalen Cborakter hat, und die durchaus nicht in der allgemeinen Wirttchaftstoge begründet ist, daß man endlich ernsthaft an die Bekämpfung der Arbsitslosigkeit geht. Ver- gleicht man den Arbeilsmarkt in Deutschlaad und im Ausland. dann kommt man zu der Feststellung, daß in Deutschland die Ar- beitslosigksit nicht nur größer ist als in den anderen Industrie- löndern Europas, sondern daß im Ausland fast überall gegenüber dem Vorjahr ein R u ck g a n g der'Arbestslosig lest zu verzeichnen ist, während wir in Deutschland eine starke Zunahm« boben ■.Vn Großbritannien waren von den nahezu 12 Millionen gegen Arbeitslosigkeit versicherten Personen Ende November 1929 11 Proz. arbeitslos, während End«'November 1928 der Prozent- satz 12,1 betrug. Absolut ist die Zahl der Arbeitslosen von 1 4.39 000 Ende November 1928 aus 1 32.3 000 End« November 1929 zurück- gegangen. Ist dieser Prozentsatz auch ein außerordentlich hoher. so ist es doch auffallend, daß gegenüber dem Vorjahr ein Rück- gang um 110000 Arbeitslose«ingetreten ist, während in Deutsch- tcmd in demselben Zeitraum die Zahl der Arbeitsuchenden u m 445 000 zugenommen Hot. Hier dürfte sich die entschiedene polikik der Arbeiferregieruvg zur Bekämpfung der Arbestslosigkeii auswirken. In Belgien ist der Prozentsatz der ganz oder teikweile Arbeitslosen in 165 Ar- beitslosenkosien mst einer Gesamttnftgliedschost von 623878 End« D stob er 1029 aus 9,5 Proz. ganzlich und 2,2 Proz. teistveis« Arbest?- loser festgestellt morden gegenüber 0,6. bzw. 3,5 Proz. im Oktober 1928. In Irland ging die Arbeitslosigkeit van 9,9 Proz. im dritten Vierteljahr 1028 auf 7.8 Proz. im dritten Vierteljahr 1929 zurück. In Schweden ging die Arbeitslosigkeit in den Gewerk- schalten von 9 Proz. Ende Ottober 1928 aus 8,6 Proz. Ende Oktober 19?9 zurück. In Dänemark ging die Arbeitslosigkeft von 17,7 Pro-, Ende November 1928 auf 12,5 Proz. Ende November 1929 zurück. In cholland fft gleichfalls ei» kleiner Rückgang festzustellen von.3,8 Proz. End« Oktober 1928 aus.3,7 Pro;. End« November 1929 salso zu einem ungünstigeren Zeitpunkt als im Vorjahr). Auch in Norwegen ging die Arhestslosigkest in den Geo-erkjchaften von 14,6 Proz. End« 1928 auf 11,5 Proz. Ende Oktober 1929.prrück. In der Schweiz ging die Ardestelosigkeit von 1,1 Pro;. Ende September 1928 auf 0,8 Proz. Ende September 1929 zurück. Daneben wird eine Zunahme der Arbostslosen be- sonders aus Polen und Oesterreich gemeldet und zwar in Polen von 97 414 End« November 1928 auf 115 455 Ende November 1929, während in Oesterreich Mitte Dezember gegenüber dem Vor- jähr eine Zunahm« der Arbestslofen um 1,5 090 festgestellt wurde. Aus der Tschechoslowakei liegen widersprechende Nochrichten vor, die teils eins gcringfügige Zunahme teils sine ebensolche Ab- nahm« der Arbeitslosigkeft erkennen lasten. Von den außer- europäischen Ländern interessieren besonders die vercinigien Staate» von Nordamerika. Nach dem vom Arbestsdepartement veroftentlichten Bericht über 34 722 Betriebe mit 5 255 529 beschäftigten Personen beträgt die Inderziifer des Beschäftigungsgrades(1926— 100) 98,1 gegen 95,9 im Oktober 1928. So wen alio«rntgermaßen verläßliche Zahlen aus bedeutenden Industrieländern vorliegen, kann man feststellen. daß in Deutschland eine außerordentliche Verschärfung auf dem Arbeits markt eingetreten ist, während im Ausland der Arbeftsmartt im allgemeinen eine Tendenz zur Besse- ruug zeigt. Dieser Vergleich bekräftigt unser« Beobachtung, daß in Deutschland die Arbeitslosigkeft über das durch die Rattonakisierung und die Kriegsfolgen gefchalfenc sozusagen normale Maß hinaus noch eine durch Herrn Schacht künstlich gesteigert« A rb e i t s l o s i g k« i t herrscht. Di« Frage fft nun, wie lang« die verantwortlichen Stelle» dieser' Wirtschaftssabotage zusehen wollen! Oer Konflikt im Krastdroschkengewerbe. Ergebnislos Derhandlungtn. Freitag vormittag wurde vor dem Echlichtungsausschuß über den Neuabschluß des Lohn- und Mmiteltarffes für das Berliner Kraftdroschtcngewerbc verhandelt. Die Droschkenchaussaur« verlangen die Erhöhung des täglichen Festlohnes von 2,50 M. auf 4 M. unter Beibehaltung der 2Sprozentigen Beteiligung an der Bruttoeinnahme und des Garontielohns von S M. pro Tag, der nach dem oierzehntägigen Verdien st durchschnitt berechnet wird. Als Verbesserung der Manteltarisbe- stimmungen fordern die Chauffeure, daß ihnen auch ein an- teiliger ilrlaub gegeben wird, wenn sie vor d«n Ablauf eines Beschäftigungsjahres, nach dem ihnen jetzt erst ein Urlaub zu- steht, aus dem Betrieb« ausscheiden. Wefter fordern die Chauffeur: die Beseitigung der K ü n d i g u n g s k l a u s e l 3m Manteltorisoer» trag, wonach sie zu leder Zeit und Stunde entlassen werden können. Die Untsrnehmer haben den Lohntarif gekündigt, um den völligen Abbau des tägliche» Festlohnes und des Garvntietohnes von 8 M. durchzusetzen. Sie wollen die Elzaiufseure nur noch pro- z e n t u o l an der Bruttoeinnahme beteiligen. Da die Unternehmer in den gestrigen Verhandlungen ihre Ab- bauwünjche nicht preisgaben, mußten sie ergebnislos abge- brachen werden. Die Verhandlungen werden m der nächsten Woche aar einer ordnungsmäßigen Schlichtungskammer fortgesetzt. Wo Kommunisten herrschen. Die Lage der Arbeiter im Don-Vaisia. Das Zentrakorgan der Sowjetregierung ,I s w c st i j a* bespricht ausführlich die Lage der Arbefter im D o n- B a s s i n. Es stellt fest, daß trotz der vielen Millionen, die für Reubauten ausgegeben werden, die Wabiutgsverhältniste nicht bester, sondern immer schlechter werden. Der Wohnungsbau steht in keinem Verhältnis zu der Steigerung der Arbeiterzahl. Di« Arbeiter- siedlungenersausen im Dreck. Grün« Anpflanzungen gibt es kaum. Die Kanalisation fehlt vollkommen. Die hygienischen Verhaltnisse sind katastrophal. Die Zahl der infektiösen Erkrankungen sind zweimal so groß, als in der Ukraine. Badoanstalten mit technischem Betrieb sind nur ganz vereinzelt vorhanden. In der Regck sind sie baufällig und ganz primitiv. Gemeinschafts-Waschküchen gibt es überhaupt nicht. Die Speiseküchen reichen nicht aus und sind in ganz un- geeigneten Räumen untergebracht. Da? Schul netz bedrent nur 50 Prozent der Kinder; sie müssen in zwei bis drei Schichten zur Schule antreten. Diese Aufzählung, sagt das Blatt« kann noch auf«in vieles«r- weftört werden. Aber oüch das genügt, meint es, um zu zeigen, daß die Plane für die nächste Zeil unausführbar sind. Hinzu kommt, daß die zur Verfügung gestellten Gelder in einer Weise vetuwn''« werden, die«inen Plan überhaupt nicht vermuten laste». Die Siedlungen«nffteh-n unabhängig von den neuen Schächten; die neu.'n Gebäude sind in einer Weise errichtet, daß sie bereits jetzi eine vollständigc Renovierung erfordern. Der Verfasser verlangt zum Schluß, daß die breiten Arbeiter Massen zur Ausstellung der Plan« herangezogen werden. Was wenig nützen wird. Ergänzt werden diese Ausführungen durch ein« Notiz m dar „PraMda". Die letzte Reoisinn der Kontrollkommission, heißt es da. stellt fest, daß die öffentlichen Speffungen auf den Schächten „Artem" und..Di« Oktoberrevolution" sehr nies zu wünschen übrig lassen. Die Speä ehalten fehlen. Die ledigen Arbeftsr, die vierzig Prozent der Belegschaft betragen, bekomm«» wochenlang kein warmes Essen. Auch an Kons umladen mangelt es. Das Brot ist oft vollständig feucht; man fft turmkich bestrebt, sein Gewicht künstlich zu erhöhen; nicht selten sind auch Loppeu, Stricke und dergleichen mehr hineingebocken. Einig« Bäckereien befinden sich in höchst aittffanftärem Zustande. Di« Ge- werrschoftsorganisationen haben aber für dies« Schäden kein Auge. Nicht besier ist es mit den Badeanstalten bestellt. Zmo? sind berefts in einigen Schächten des Bergwerks .Lomintern'- Badeanstalten erbaut, sie sind aber nicht in R e- trieb, da sowohl die Rohre als die Krön« und anderes mehr fehlen. Auf dem Schacht Nr. 142 wird schon drei Jahre an der Badeanstalt gebaut. Wieder in anderen Badeanstalten gibt es weder Bänke noch Gelegenheit, die Kleider aufzubewahren. » Dieser Ausschnitt über die Ergebvisse der Tätigkeit kommunlsti- scher Betriebsräte fft um so bezeichnender, als in Sowjeirußland bekanntlich Sozialdemokraten nur im Gefängnis und in der Deportation geduldet werden. Im übrigen-rinnern diese Zu- stände an den Teilftreik bei der Firma Lorenz in Tempelhof, wo die Koinmunfften im Betriebsrat seit Iahren das Feld be- haupten, die Arbeiterinnen aber wegen der unhygiemschen Ein» richtungen streikten, von denen der kommunistische Beir-ebsrat kerne Ahnung hatte. Und das fft kein Wunder. Diese kammunfftffchen Betriebsräte werden— ht Deutschland wie in Sowjet rußland— von der Durchführung der Parteiparvlen so sehr in Anspruch ge- nonnnen, daß sie ihren eigentlichen Aufgaben kein« Aufmerksmnkeu widmen können. Gegen Kaffentteugründtittgett. Oer llnfug Der Invoagskronkenkassea. D» Glaser-Fachgruppe im Deutsche» Baue gewerks b und, die dieser Tage im Bundesschulheim Werste« ein« Reichskonserenz abhielt, hat gegen das in letzter Zeft besonders hervortretende Bestrebe» der Glaser-Innungen. für ihre Innungsbezrrk- Innungskrankenkassen zu gründen, scharf Stellung genommen. Die Konserenz ersucht« die Regierungen des Reichs und der Länder, die in Bettacht kommenden Öberversich«. rungsämter anzuweisen, daß sie die Errichtung n«u«r Innungs» krankenkofsen nicht mehr genehmigen. Die Bergarbeiter-Zniernaiionale tagt. Gast. S. Januar.(Eigenbericht.) Das Gxekutlvkowite« de? Bergarbeiter. Inter- nationale trat am Freitag in Genf zu einer in der Hauptsach« der Erledigung innerer Aufgaben der Internationale gewidmeten Sitzung zulowmen. Das Exekutivkomitee nahm zunächst mit Bedauern von der Amtsniederlegung des bisherigen Präsidenten der Inter- natftmal« Smith(London) Kenntnis, die infolge innerer Vorgänge in der englischen Arbeiterbewegung erfolgt ist, med dankte ihm für sein längsöhbiges Wirken an der Spitze des Verbandes. Zu fefoeni vorläufigen Nachfolger wurde der belgische Bergarbeiterführer Dejard!» gewählt: die endgültige Nachfolge wird zusammen mit der Neuwahl"des Exekutivkomftees auf dem Krakauer Bergarbeiter- kongreß geregelt werden. Für die Krakauer Tagung wurde vorgesehen, daß der Sekretär des Verbandes Delattre(Belgien) über das Ergebnis der Schritte des Bergarbeiterverbandes beim Völkerbund und beim Arbeftsamt. berichtet. B e r g« r(Bochum) wird über die Ratio- nalisierung im Bergbau referieren. England wurde das Referat über das Schlichtungswesen übertragen. Ein A u ft nohmegesuch des portugiesischen Bergarbefterverbandes wurde genehmigt. Ferner wurde beschlossen, den n o r w e g i s ch e n Bergarbefterverband darauf hinzuweisen, daß ein Abkommen mit den russischen Gewerkschaften, das dieser Verband geschloffen hat. nicht mit den Statuten der Internattonale im Einklang stehe. Die Norwegrc werden aufgefordert, die nötigen Maßnahmen zur künstigen Einhaltung des Statuts zu tteffen. „Llrichs Kettenhunde." Reowahl 0er DMÄ.-Dezirtsleitungen. Di« Neuwahlen der BeMslsirungen für die 24 Bezirk« der Ortsverwaltung B-rkm des Deutschen Metallarbeiter-Berbandes sind im Gang«. Di« SPD. fordert in ihrer bekannten Bescheidenheit, nur„oppositionell«" Kandidaten vorzuschlagen. Und um zu de- weileu, daß wrr„oppositionelle" Kandidaten, di« Trabanten der g-werkschastsf-indlichen KPD., geeignet sind, die Interessen der organisierten Metallarbeiter durch all« möglichen komonrnffttichen Ouertrerbereien zu„vertreten", müssen die bisherigen B e- zirksleiter. joweft sie sich nicht der Moskauer Filiale in Berim verschrieben haben, nach Strich und Faden heruntergeriffen werden. Die Bezizksleiter, die auf dem Boden der Amsterdamer Ge- werkichastsinter nationale stehen, werden als„Urichs Ketten- Hunde", als„Sozialfaschisten" beschimpft. Die Leiter der Bezirk« 6, 9. 10 und 21 werden den„Oppositionellen" noch besonders denunziert, weil sie sich hinter den Deutschen Metallarberter-Verband stellten, anstatt als Funktionäre desselben gegen ihn aufzutreten und mft der„Opposition" durch Dick und Düim zu gehen, wie diese es verlangt. Di« von den Quertterbern systematisch provozierten Aus schlüsf« aus dem Verband werden falsch verbucht, auf das Komo der„Sozialsaschtsten". Di« einzige Antwort, die unser« Gewerkschastsgenossen im DVB. auf diese verlogene Wahlmache geben können, fft die, die mit der KPD. Parole bereits gegeben ist,„nur oppositionelle Kandidaten" vorzuschlagen, nur„Sozialfaschisten" vorzuschlagen und für ihr« Wahl einzutreten. Die Berliner M etallarb« i t e rs cha st darf der„Opposition" gegen ihren Verband das FöE> nicht kampflos überlassen! Werbeprämien. Erfolgreiches Mittel gewerkfchostlicher Agiiation. D>r Pp-stand des Verbandes der Vergbaumditstriearbeitet Deustchlands hat für dos Jahr 1930 eine neue Werbeprämie aus- geschrieben. Als Prämien werden gute Bücher und Gebrauchs- gegenstände wie Akttmnappen, Füllied er Halter und dergleichen aus gegeben. Heber den ersten Versuch in dieser Richtung teill der Ver- bandsvorstand mit: .„Die: vertloffene/zwft Prämien bedacht«. Mitgliederwerchutg chöt, dem Verband tt>. der Zeft von November. 19Ä bis August 192? an- nähernd?S 000 Neuaufnahmen eingebracht. Beteiligt hoben sich Kber 500 Kameraden, die auch olle cht« Prämien erhalten haben. 105 Kameraden haben mehr als 35 neue Mitglieder geworben. Davon hafte» einzelne Werber 50 bis 1Ö0 und mehr K o- meraden für den Verband gewonnen. Ein Kamerad hat sogar 169 Neuausnahmen gemacht. Im Ruhrgebiet haben sich allein 248 Kameraden an der Prä mienwerhung beteiligt, davon haben 32 Kameraden mehr als.35 neue Mitglieder gewonnen. Darunter befinde» sich Leistungen von 50 biz 100(ein Kamerad sogar mit III) Neuaufnahmen." Ist auch diese Werbemethnde nicht neu, so fft doch ihre An- Wendung in der Gewerkschaftsbewegung neu. Solange dt« Gewerkschaften noch klein waren, nur die einsichtsvollsten und opferbereite» Berussgenossen heranziehen konnten, solange war jedes einzelne Mitglied zugleich Werber für seinen Verband. Da die Verbände noch wenig oder nichts an Leistungen zu bieten hatten. waren die Erfolge der Werbearbeit nur gring. Die dann allmäh- lich ausgebauten Unter st ützungseinrichtungen der Verbände wirkten der Fluktuation der Mitglieder entgegen und erleichterten zugleich die Werbung neuer Mitglieder. ff eute sind viele Gewerkschaftsmitglieder der Weinung, rs müsse genügen, wenn sie ihre Beittäge zahlen, alles übrige sei Sache der Angestellten. Aber auch heute noch ist die Agitation von Mund zu Mund notwendig. Sie ist zwar nicht mehr mit den früheren persönlichen Nachteilen verbunden, doch ist sie auch jetzt, bei der koimnumstischen Verherrlichung der„klassenbewußten",„revolutionären" Unorganisierte», nicht immer leicht. �reieGewerkschasts-Luqend Berlin ®oton*fig»; atotpen. 6tmnfoq. fotottii»' Beronstaltunpen um 19 Iffit: ClÜMt*; ltuqcnicheim©untetftt. 4t. Scctroq; ,3!cue ptnletatifd» ®ehimnflatultut".— lluqeubdeim CTirtortcnbutfl, Srrefftt. 30. PerNoa:„Sont alten VatkÄied bi» 3ur mnhenren Soflsbilhnr". — Sotiifrti»; llugkndhciu, ffieiftenfee, Parlslr. 36. Lichtbild« rvor! vaa:.cell und Saiwn" oon Paul StiraittL �iuaendonwpe Ves Zentralverbandes der Anaestellton Heut«. Sunuabeub. fmMn fotaenfii Seranfraitung»!- Patt; Vull-tau». mx\vr int 3'jflnnhtl-fnt SUMcr. Str. 18—19«6 20 Unr; ftotci B3eu« Nnlt.tanjtalvti}! un Zug«nbb«lm ZSrauaellw. 13S oB 20 Uhr. Botanfmotfri«) fQt Politik: Dr. Cntt»«V«: Wirtschaft:«. 9ti«qel35f«i; Eeracklchattslxweguug: I. 8t«tn«r; StutUcton: Dr. Z»h» SAUamrii; Lokal«» und tSor.'tiacs,«ri»»arltädt: Ar»«ia«n: Tb. Slock«: lämtlich in Perli». B«rlaa: Porwärte-Berlag2ö/Zg wird die irfchze- Sage zu klären versucht. Nicht S p e t u l a t t g n und! Ueüerexpansion haben heute wie 19ZZ den Konjuujtukrück- schlag herbeigeführt, sondern dos Bestreben, Bcrfümnniss« von mehr als lO Iahren nachzuholen und dringende R a t i o>: a l i f i c r u n g s- und Wachstumsbedürfnisse zu befriedigen. Während aber 1927 noch öO Prozent des dazu nötigen Kapitals aus dem Ausland herein kam, hat bcjonders 1929 der große Eigen- bedarf des Auslandes(Amerika), die Kapitaleinsparungspolitik in .Frankreich und die Kapitolabsperrungspolltik der Beratungsstelle den Auslandszufluß gesperrt. Unternehmungslust und Bereitwilligkeit zur Kapitalanlage in Deutschland wurden durch das lange und noch nicht beendet« Wechselspiel der R c p a r a t i o n S v c r h a n d l n n- gen gelähmt. Besorgnisse um die Stabilität der Währung, dann der öffentlichen Finanzen, fülirtcn zu Kapiürlabwandenin- gen. Beides erhöhte das Mißverhällnis zwischen Kapitalliedars und Bersügungsmöglichkeit über das durch die verringerte Kapitaleinfuhr bedingte Maß hinaus. Angeschene Unternehmungen brachen.zusammen und erhöhten noch Krcditerschwcrung und Vertrauens- Minderung. ..Um unter diesen Bcchältnisscn die Liquidität schnell wieder her- zustellen, hätten neue I uv est i t i o n e n unterlassen wer- den müsse». Dies« Einschränkung ist nur zögernd erfolgt. Die Dauer und das Maß der Anspannung auf dem Kapitalmarkt waren nuker dem Eindruck der Größe des Machskuwsbedarss und der 3tol- wendigkeU feiner Befriedigung unlerschähl worden. Außerdem wird der Entschluß, begonnen«, als nützlich angesehene Bauten und Ein- rickstungen stillzulegen oder auf Durchsühning bürge durchdachter Plane zu verzichten, immer zögernder gefaßt, als der Cmschluh, den Wareneirckauf und die Produktion einzuschränken. Ein großer aus- ländisther Streik kam dicsMal der deutschen Wirkschaft nicht zu Hilf«. Die össcullsthe Hand konnte zur Anlcrstühung der Mrlschast nicht herangezogen werden. Sie Hai« ihre Ueberfchüsse bereits in den vorangegangenen Iahren verausgabt, im Verrrauen auf die llstö glich- keit, Anleihen.zu begeben, mehr investiert, als aus laufenden Ein- nahmen verfügbar war,. trat deshalb selbst mit Kreditairsprüchen an den Geldmarkt heran und mußte jetzt ihre Investiticrnstätigkeit einschränken. Die Repararionsvcrhoirdlungcn find noch nicht beendet, mit ihnen dauert die Unsicherheit an. zu der sie bisher schon Anlaß gegeben haben. Dagegen ist auf dem Weltkapüalmarkt eine ent-' scheidende Wendung eingetreten. Konjunkturrückschläge gibt es auch außerhalb der deutschen Grenzen, wie die jüngste"wirtschaftliche Entwicklung in den Bcr- einigten Siaatcn zeigl. Ihre Dauer hängt in allen Ländern nicht nur von den materiellen Reserven ab, sondern ebenso sehr von den personellen, nichi nur von dem Ausmaß der liquiden oder iiquidierbaren Mittel im Inlands oder Auslande, sondern auch von der Arbeitskähigkeit und Anpassungsfähigkeit einer Wirtschaft, von der Entschlossenheit, das einmal eingetretene Mißverhältnis zu beseitigen., In Deutschland ist der Prozeß der Slnpsst mg der Anlage. tätigkeir an tue anlagesähigcu Mittel gegenwärtig im Gange." Optimistischer Ausblick. Der Ausblick unterstreicht noch einmal die außerordentlich schweren Belastungen des vergangenen Jahres. Die Zuversicht des Inlands und Auslands in die Entwicklung Deutschlands war empfindlich oerletzt, die pünktliche Erfüllung seiner wirtschaftlichen Per- pflichiungen nicht immer sicher, die Liquidität der öffentlichen Körperschaften war vermindert-, dazu strömten aus aller Welt die Kapitalien noch Amerika.„Um so bemerkenswerter und zur Zu- verficht stimmend ist die Widerstandsfähigkeit, die sie(die deutsche Wirtschaft. D. Red.) in fast allen ihren Teilen dem großen Drucke gegenüber bewiesen Hai." Wichtige Veränderungen lassen bereits eine Besserung zu: „Die besondere Anziehungskvasi des amerikanischen Marktes auf das europäische Kapital ist geschwunden, die Möglichkeit, die Reparationsoerhandlungen im Sinne des Voung-Planes bald zu beenden und die Räumung Westdeutschlands von ausländischer Ve- sotzung zu vollenden, gegeben. Maßnahmen zur Verbesserung der Liquidität der öffentlichen Finanzen sind eingeleitet. Damit entfallen wichtige Ursachen des gegemvärtigen Mangels an Unternehmungslust und Zuversicht in Deutschlands wirtschaftliche Entwicklung."" Wenn auch zunächst noch weitere Einschränkungen der Investitionen unvermeidbar, Konzentration und weitere Rationalisierung — mit Opfern— notwendig sind, so ist, sobald in diesem Sinne der Boden dafür bereitet ist, ein neuer Aufschwung der deutschen Wirtschaft sicher. Auf mehrere sehr interesiante Einzelheiten des Berichts kominen wir noch zurück. Krediiverbilligung möglich! Sie Zieichsbank am Jahresschluß. Nach dem AusweiszumZI. Dezember wurde die Reichs- dank Zum Icchrcsschluß gegenüber der Vorwoche mit neuen Krediten im Gesamtbeträge von 819,3 Millionen in Airspruch genommen. Dos sind noch 73 Millionen weitiger als zum Jahresschluß 1928! Dieses Ergebnis ist außerordentlich überraschend. Die verhältnismäßig geringe Inanspruchnahme kam nämlich zustande trotz des von der Reichsbank vermittelten Reichst redits von 350 Millionen, der zweifellos zu einem Teile stvden Iahresobschluh- krediten., her Rcichsbank euch allen ist. Im.einzelnen, Hobe!) sich die Bestände an Reichschatzwechseln um 206,7 auf 240,7 Millionen M, die Bestände cm sonstigen Wechseln und Schecks um 451,2 auf 2607,7 Millionen M.(Vorfahr 693,8 bzw. 2627,4 Millionen M.l) und die Lombardbestände um 152,6 auf 239,6 Millionen M. erlstchi. Bcz der Gewährung des Reichskredits durch die beteiligten Privatbanken war vorgesehen, daß die Hälfte der Reichsschatzaiiweisuiigen zu 73 Proz. bei der Rcichsbank lombardiert und im übrigen Handele- Wechsel über dos Kontingent der Banken hinaus von der Rcichsbank aufgenommen werden konnten: die Weitergabe der Schatzanweisungen ins Auolaiü) mar verboten. Da die Lombardbcstande � nicht übermäßig gewachsen sind, die Wechselbestände relativ nur sehr wenig zugcnonmren haben, ergibt sich der Schluß, daß der Jahres- ultimo in Deutschland trotz des zusätzlichen Reichs- tredits ganz ungewöhnlich letcht gewesen sein muß. Damit wird die Vermutung bestätigt, daß die Reichsbank schon im N o o c m b e r u n d D e z e m b e r in der Tai in der Lage gewesen wäre, den Diskont herabzusetzen und den Kredit in Deut' h- land zu verbilligen(die wichiigste Maßnahme zur Anregung der Konjunktur), daß diese Herabsetzung aber unterlasscii wurde, eis überflüssigerweise durch tos Eingreifen des Rcichsbankpriisidniten lue Amerikaanleihe des Reiches zerschlagen wurde. Daß die Diskontennähigung früher hätte erfolge» können, zeigen auch die W ä h r u n g s v e rh ä l t n i f f« bei der Rcichsbank, die trotz des Rcichskredits außerordentlich günstig blieben. Die fremden Gelder auf Girokonto stiegen zum Jahresschluß um 396,8 auf 733,2 Millionen M. Dadurch vermehrte sich der Noten- Umlauf nur mn 464,6 auf 5043,7 Millionen M..und der UniMnr aus Rentcnbankscheincn um nur 14,8 auf 396,7 Millionen M. D e Deckung konnte aber noch vermehrt werden: während die Decknngs- dcvisen um 2,2 aus 403,6 Millionen M. abnahmen, sind die Gold- bestände um 18h aus 2283.1 Millionen M. gestiegen. Zum Jahres- schluß ergab sich so eine reine Notendcckung durch Gold von 43h bzm. durch Gold und Devisen zusammen von 33,3 Prozent, gegenüber den gesetzlichen 40 Prozent. Berücksichtigt man, daß der Reichskrcdit van 330 Millionen durch dos beschlossene Dcckungsgesctz zu einem echten Kassentrcdit geworden ist, der den Geldmarkt im Ausmaß feiner Rückzolzlung absolut entlastet uitd daß die iiitcrnationale Geldmark tlagc immer leichter wird, so hat die Reichsbank heute und in der Zukunft Kredit- gewährungsmöglichkeiten, die die wahrichcinlichc Rachsroge außer- ordentlich übersteigen. Eine.Herabsetzung des Reichsbankkislonts kann und darf also se h r bald erfolgen. Freilich ändert das nichts, unterstreicht vielmehr nur den schweren Schaden, den die Rcichsbank durch die Verzögerung dieser Krediwcrbilligung der deutschen Wirtschaft zugefügt hat. Eiemens-Konjunktur-1929. �4 Prozent Dividende.— Steigende Llmsätze.— Große Reserven. Wer im letzten Jahre die Klagelieder und Trauermärsche des deutschen Unternehmertums auf Induftriewgungeit, Kundgebungen und Generalversammlungen mit angehört hat, mußte den Eindruck gewinnen, daß das Privatkapital in Deutschland aus dem letzten Loch pscist. Bei den trüben Berichten über die Unmöglichkeit der Kapitalbildung, den„unerträglichen" Steuerdruck und Auspowerung der Betriebe durch Abgaben und Soziallasten stellte man sich unwillkürlich das Bild eines halb verhungerten, abgerissenen Menschen vor, durch dessen hohle Backen der Wind bläst. Inzwischen ist ein großer Teil der Industrieabschlüsse aus dem letzten Jahre veröffentlicht worden, und auch der berufsmäßig« Pessimist muhte seine vorgejaßte Meinung von dem trostlose» Zu- stand der Wirtschast erheblich revidieren. Auch der jetzt verössent- lichi« Abschluß des Berliner Siemens-Konzerns. des mächtigsten deutschen Elcktrounternchmens, ist mehr als gunstig. Di« Haupt- Ziffern des Gewinnabschlusses haben wir bereits vcrösscnllicht. Bei Siemens u. Halske wird nach Abzug der Gcneralunkoften und der wichtigsten Abschreibungen ein Rohgewinn von 31 und bei Schuckert von 38,2 Millionen Mark ausgewiesen. Der ausgewieseire Reingewinn bei beiden Konzerrntiiternchmen beläuft sich auf 35,3 Millionen, wovon Siemens u. Halske die gleiche hohe Dividende von 14 Proz. wie im Vorjahre zahlen und Schuckert wieder 10 Proz. Ganz abgejeheu davon, daß bei der besonders ausgeprägten Reservebildunz bei Siemens die ausgeschütteten Dividenden nur einen Teil der tatsächlichen Gawürne ausdrücken, zeigt chre von Jahr zu Jahr ansteigende Kurve doch deutlich, in welchem Maße neben dem Petrieb auch hic Aktionäre von den Rationalisie- ruugserfolgcn dar letzten Jahre profitieren konnten. In den letzten fünf Jahren wurden an die Aktionäre verteilt: 1924 25 1923/26 1926/27 1927 28 1928 29 10B Millionen M. 16,7 21,7 24,7 24,9 Siemens hat also seine Betriebüätigkeit derart ausdehnen können, daß im letzten Jahr« die Aktionärsgewinne um rund 150 Proz. höher lagen als 1924/23. Demgegenüber hat die Belegschaft, die sich vor sllnf Iahren auf 112 000 und im letzten Betriebsjahrc ruf 137 000 Mann stellte, sich nur um 22 Proz. erhöht. Di« lim- siitze des letzten Jahres wurden im Geschäftsbericht nicht genannt, doch wird erwähnt, daß sie nicht unerheblich gestiegen seien. Da der Gesamtumsatz bei Siemens im Vorjahre mit. 730 Millionen angegeben wurde, wird er 1928/29 auf 53 0. bis 830 Millia- neu Mark zu schätzen sein. Gegenüber. 1924/23 wäre also der Umsatz bei Sicniens um rund 50 Proz. gestiegen, also mehr als doppelt so schnell wie die Bclegschait. Auch in dieser Tatsache drückt sich die reiche Rationalisterltugsernte bei dem Unteriishnzcn aus, die von Siemens immer bestritte» wird. Daß auch die ständig beschäftigte Belegschaft bei Siemens ein sehr schlechtes Aus- kommen hat, beweist, daß für die sämtlichen 137 030 Beichästigten eine Lohnsumme von nur 270 Millionen ausgewendet wurde. Es kommen also jährlich 1970 M. oder ganze öS Mark in der Woche auf den Kops der Belegschaft. Berücksichtigt man, daß in der Summe von 270 Millionen auch die mittleren und hohen Beomtenzehäfter entHallen sind, so gelangt man aus einen noch niedrigeren Durch- schnitt für die Masse der Betriebs- und Bureouarbeitcr. In quf- reizendem Widerspruch zu diesen elenden Lohnsätzen stehen die Auf» sichtsratstantiemen, die, wie im vergangenen Jahre, ureder dickt an die Millionengrenze herankommen. Die Bilanz hat trotz der Umsatzstelgcritng und der zur-eit vorliegenden größeren Anftragsbeständc nichts von ihrer früheren Flüssigkeit eingebüßt. Die Bankguthaben bei beiden Uutc- nehmen Hoden sich von 52 auf über 63 Millionen erhöht, während die gesamten Forderungen sich cutf 326 gegen 313 Millionen belaufen. Demgegenüber stehen an laufenden Schulden 276 Millionen Mark. Das Hauptsaminelbccken für die stillen Reserven bei Siemens stellen die Mafchinemullagen und Werleeinrichtungeii dar. D'r riesige Maschinenpark. Anlagen und Geräte sind mit je einer Mark(!) in die B'tatz eingesetzt und auch die jährlich neu«irg-- stellten Maschinen sind sofort auf 1 M. abgeschrieben morden. 2e'-- gleicht man damit, daß die AEG. in den letzten Heiden Jähren für etwa 9 Millionen neue Maschinen in Betrieb gestellt und den Wc-t dieser Anlagen trotz hoher Abschreibungen mit 22,6 Millionen in die Bilanz von 1928 eingesetzt hat, so erhält man eine ungefähr« Vor- stellung von den millionenschweren Reserven. die bei Siemens in diesem einen Posten stecken. Der Geschäftsbericht weist wohl auf starke Schwankungen in der Beschäftigung hin, betont aber, daß fast sämtliche Abteilungen ttn Berichtsjahr gut zu tun hatten. Bei Siemens u. Halske erreickien die Aufträge der Reichspost 13 Proz. des gesamten lim- satzes. Da der gegenwärtige Auftragsbestand größer ist als Anfang vorigen Jahres, so ist mit einer abflauend:» Kqnjiinksur bei Sie- mens für absehbare Zeit nicht zu rechnen. hiOCHV/eFITIQe EOEL-CIGARETTE.5"-* PhänoHeH Staat tmö Stadt helfen einander. In der Verteidigung der öffentlichen Wirtschaft. Huä) für die Stadt Zwickau war offentsichtlich die Kapital� l�schasfung für die weitere Entwicklung ihrer Verkehrs- und Ber- 'orzungsdetriebe durch die Anleihedrasselungspolitik in das dem Prioatkapital erwünschte Stadium getreten, wo die O e s s e n t l i 6,- keit der Betriebe gefährdet wurde. So wird man eine Gesellfchaftsgründung verstehen müssen, die die Stadt Zwickau mit der staatlichen Sächsischen Werke AG. in Dresden vor- genommen hat(Energie- und Verkehrs AG. Westsachsen in Zwickau) und non der die Gas- und Elektrizitätsversorgung Zwickaus vertrag- lich auf 25 Jahre übernommen werden wird. Das Kapital der gemischt staatlich-städtischen Gesellschaft be- trägt 8,8 Millionen Mark, wovon ZwickauSOProzent erhält. Zwickau bringt das städtische Elektrizitätswerk, seine Straßenbahn. sein Gaswerk ein und außerdem seine 8Zprozeniige Beteiligung am Erzgcbirgischcn Sieinkohlen-Aktienverein in Zwickau(Kapital 4.32 Mill.t. Heber die KOprozentige Aktienbeteiligung an der neuen Gesellschaft hinaus erhält Zwickau dafür noch einen Barbetrag von 4,4 M i l l. Mark. Fern- und Nahverkehr mit Straßenbahn und Omnibussen sollen von der neuen Gesellschaft ausgebaut werden, die Steinkohlcnzeche soll zu einer Zentrale für die Landesgasversor- gung eingerichtet werden. Dieses gemeinsame Vorgehen von Staat und Stadt in Sachsen ist angesichts des Hochdruckes, mit dem heute die kalte Privatisierung der össentlichen Wirtschaft betrieben wird, als ein sehr er- srouliches Beispiel aktiver Abwehr durch öffentliche Zusammenarbeit zu begrüßen. Oie Reichsbahn berichtet. Das Fiasko der Tariferhöhung. Die Demsche Reichsbahn gibt jetzt in einem vorläufigen lieber- bück die wichtigsten Ziffern des Berkehrsund Betriebes im Jahre IllZS bekannt. Trotz des Katastrophenwinters 1928/23 hat der Güterverkehr im Laufe des Jahres nicht nur sämtliche Ver- kehrsoerluste ausgeholt, sondern weist insgesamt sogar noch «ine Steigerung um l Proz. aus. Der Personenverkehr erreichte dagegen die Ergebnisse des tstorjahres nicht. Die Eirnichmcn des Gesanuntverkehrs stellten sich auf 33.2 Proz., die beförderten Personen auf 89,4 Proz.» und die Personcnkilometer gingen sogar aus 96,4 Proz. des Standes von 1328 zurück. In diesen Zahlen kommt das völlige Fiasko der unvernünftigen Personentarifpolitik der Reichsbahn zum Ausdruck. das die Verwaltung davon überzeugen sollte, daß bei einer schon mit der Kauskraft zurückgebliebenen Bevölkerung von Tariferhöhungen gar nichts zu erwarten ist. Erfreulich ist, daß die Zahl der bei Augunfällen verunglückten Personen ans 60 Proz. des Vorjahres zurückgegangen ist, obwohl in den ersten drei Monaten die Zahl der Betriebsunfälle infolge der Kälteeinflüss« sehr hoch war. In finanzpoliti- s ch e r Hinsicht spricht die Reichsdahiwerwattimg die Erwartung aus, daß sie infolge der Erleichterungen des Noung-Ptones die Bc färderungssteuer von 299 Millionen vom Reich zurückvergütet erhält. Eine Annahme, die allerdings kaum in Erfüllung gehen dürfte. Das Gesamtpersonal stellte sich ans 715 000 gegen 700 000 Personen im Vorjahr. INicholin Gummircisen werden in veolschlarrd produzier«. Die irattstistsche<9 u irtrrt i r eis entab n k Wichelin, die schon in England, Italien und dm Vereinigten Staaten«-zeugt, will die monopolistische Stellung der deutschen Gummireifenerzeuger zur Konkurrenz Produktion in Deutschland ausnutzen. In Karlsruhe soll ein Gelände von 140 000 Quadratmetern gekauft worden sein, um Ende Februar mit der Errichtung einer Fabrik zu beginnen, m der 1000 Arbeiter beschäftigt werden sollen. Vennahluvgszwong in der Tschechoslowakei. Zur Milderung der landwirtschöstlichen Krise soll durch«ine Regierungsverordnung die zwangsiueise Vermahlung inländischen Getreides im Verhältnis von 6»: 40 eingeführt werden. Museodungen für diese Rubrik find Berlin SB«8, Linden strehe g. Parteinachrichten für Groß-Berlin ftet, an da, Deziriaseiretariai t. Hat. 2 Trennen rechts, zu richten. ttrei» ichäft am Äribeiter-Billuingsschule: gertseimna der Ärbeitsgemein, nstaz. T. Zanunr. 20 Uhr. im Ändreas-Reaignmnaiium. rtnnneiiitr. 76. Iiologiezimmer. Thema:.Der Staat". Zlrei» Sharlattruduiq und Spandau. Iuriitische Snrechswnde heute Sonnabend. L Januar, nnit 17—18 Uhr, im Jugendheim Rosinenslr. 4. Ge- l-genheit zum Airchenaustritt. lz. Ärei, Trental». Die Mitglieder der Sreisbildun«sausschills« und Bor. Thenden bar Abteilunaen haben am Somita«. 6. Januar. 9 Uhr. an der ftitKurioBunfl im Plenarsaal des Berliner Rathauses teilzunehmen. Köpenick. Heute. Sonnabend, um 18 Uhr, kombinierte ttnelsoorstandsiidrng des u. und 18- ttreises in NtederlchöNkwcide. Restaurant».zur Pasr', Berliner Str. 38. Rur die Genolsen, die noch eine telephonische Ein. ladung erhalten, sollen erscheinen: ihre Aitwesenhert wird bestimmt erwartet. I». Krei» Pankow. Montag. 6. Januar, um 19 H Uhr. ssraktionssiilunq mit ben Areisdcleaierte» im Sihungssaol des Ralhirnses Pankow. Brette Straße. Es wird piinktlich begonnen. heute, Sonnabend, 4. Januar. 26. Abt. 19 Uhr bei Beinlich. Weißenburzer Str. I, Funktionärnhung. tiqo Taqrsordnung. 27. Abt. I» Uhr bei Reeh, Sonnenburger Str. 1, Borstandssthung. ggt-U-.!.!. Wich- ! I I J I IjE: 28. Abt. 1914 Uhr in den Berelina-isestsälen, Schönhauser Allee 28—29, grohes Winterfest, bestehend aus ikonzert, Borträoen und D Tau,. Eintritt einschließlich Steuer und Tan, 73 Ps. Billetts stud M au der Abrudkaffe noch erhältlich. Alle Senalsinuea uad Genossen mit Anqehöriften und Sympathisierenden sind sreuadlichst cinyeladrn. Die?r!. Be,irk»führer werden yebetcn, die Eintrittslartcu kurz vor Beyinn der Pcronstaltunq spätestens»Zurechnen. ÖZ 42. Abt. Di« ssiinkttonärstsning findet erst am Montag. 6. Januar, statt. Siehe Eennian-„Vorwärt--". 114. Abt. Lichtenberg. 20 Uhr bei Schwarzer. Hobriel-Mar-Str. 17. Bor- stand s- und isunktionärsihunq mit den streisdelegierte». I I t> l s-kl-.'~M I 1 1 1 I'' t hVt:U I I l'l I ei 124i. Abt. Mablckdorf. Winterfest im Lokal Hubert»», Säpenicker' z M Allee lll». unter Mitwirkuug des Gesangoerein» der Berliner Buch» druck» und Schristgießcr»Zypoqrapbia", Kapelle Hossmaun. Aasaug W 20 llhr. Eiatritt einschliehilch Tanz I M. Alle Senosstnuen»nd Se> KZ nosseu find freuudNchst eingeladen@ Morgen, Sonntag, 5. Januar. 98. Abt. Rcutälln. 9 Uhr bei Teich. Knesebeckstr. 1ZS, JunklilNlärngung. 113. Abt. Lichtenberg. 10 Nbr bei RadLle. Miggel- Ecke Scharnwederstraß«, Tunktianärkhung. Wichtig« Tagesordnung. Bezirksausschuß für Arbeikerwohlfahrt. Achtung. Gewinnausgabc! Unsere Geminnanogohe stelle ist täalich von 9 bis 17 Uhr geöffnet.'Zargeldzahlungen werden vom Bankhaus Rwlling, Lenne. st raste 4 stbcrnommen. 3. Treis Wedbing. Die Geschäftsstelle der Arbeiterwohlfahrt für den Kreis Wedding befindet sich nicht mehr Afrikanische Str. 140 bei Kaasch, sondern bis am weiteres Binctaplnß 7 bei Hartwig. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisafton! 31. Abt. Uns« Genosse Paul Perrour, Ezornikauer Str. 17, ist ner- starben. Ehr« seinem Andenken! Einäschening heute. Sonnabend. 4. Januar, IZt» Uhr. im Krematorium Gerichtstraße. Wir bitten um rege Beteiligung. w B Sozialistische Arbeiterjugend Gr.-Verlin für diese Ztubrik nur an da» Jvgendfekreiariak B, Ptndenstrade 3 SAZ..Zungb-chdrtick»: Morgen. Sonntag, 9>,~ Uhr. wichtige Zusammenkunft im Jugendheim Lindenstr. 4, n. l. SAZ..MiraltWWWWWWWWWWWW Bttbebezirk Reukilln: Parteilekre-ariat, ausschustststuna. Morgen„Greste Wasche" im. � W. M Werbebe,iik Prenzlauer Berg. Tambourkorps: Zahresmilgliodernersamm. lung im Heim Danzmer Str. 62. 20 Uhr. Jeder muh sein Instrument mit. bringen. Di« sslStenspieler mtissen zwecks Kontrolle zur Stolle sein. Jeden Sonnabend übt wird» das gesawte Taurbourlorps. Morgen, Sonukaxfi Weste» II: Trettvunkt 8 Uhe Bhf. Blllowstrah« zur BestchllgitNS der 9mi» wache Paniftraste. Arbeitsgemeinschaft Rote Kalken: Tahrt. Trefsninckt 7 Uhr Bhs. Schiwr hauser Allee. Berbcbezirk Tiergarten! Bestchtigrwg der Feuerwache Pankstvahe. Trecks» Punkt 9 Uhr Kleiner Tiergarten oder 10 llhr Pankstr. 1» Berbcb-,irl Schöne bergt Kackelzvg zu Ehren Eduard Bernsteins. Tnekst- punkt 18 Uhr Bhf. Ebcrsstrahe. Alle Genossen müssen daran teil nehme lt. Jahnen und Wimpel nicht«rgesscn. WeeVebezirt Äedding: Montag, 6. Januar, 20 Uhr. im Ledigenheim Schön» stedtftr. 1. W..B..!snnktionSrversammlung. Thema:»Unsere Arbeit im Bord«. be,irl"._ Vortrage, Vereine und Versammlungen, Reichsbanner.Schwarz-Rok-Gold". Geschäktsstelle: Berlin S- 14. Sehastianstr. 67—88. Jos 2. Tr. Treptow sKameiodschaft): Sbb., 4. Jan., 20 Uhr. Kamera dschasts- Versammlung bei Döhling. Elfensir. 100. Referat Kam. Sillmeister. — Bedding: Sonntag. 5. Januar. 9 Uhr. Sportplast Humboldthain, Handball- spiel Prenzlauer Berg gegen W-dding. 9 Uhr: 2. Mannschaft: 10 Uhr: 1. Mannschaft. Turnabenbe beginnen wieder wie folgt: Montag. 6. Januar, Gate nb arger Str. 2; Donnerstag. 9. Januar. Aitticher Str. 4: Jreitag. 10. Januar. Puibusser Str. 3.— Wilrtcrsportobtciiung: Sonntag, ü. Januar. 18.30 Uhr Ankunft der Tirolfahrer onf dem Anhalter Bahnhof.—»reuzberg! Montag. 6. Januar. 20 Uhr. Zug 7: Jahresgcneralversammlung im Reichen- berget Sof. Reichenberqer Sir. 147. Zug 8: Außerordentliche Borfaurmlung bei Siedenwpf, Muskaucr Str. 33. Neuwahlen. Jugend I: Jugendheim 'Zlorckftr. II. Referat.— Wilmersdorf, Kameradschaft Best: Montag, 6. Januar. 20 Uhr. Versammlung bei Sandmann. Halens«?, Westfälisch« Str. 42. Wichtige Tagesordnung. Erscheinen Pflicht.— Strglist iOrtsnereiit): ktamerad Rein» hold Schmidt. Lichterfelde, ist verstorben. Beerdigung Montag. 6. Januar. 14 Uhr, in Westend, TUrstcndrunncr Weg 2(Endhaltestelle Auwbus 201. Wir bitten um ,ablreiche Beteiligung. Kameradschaft Skeglist: Montag. 6. Januar. 20 Uhr, Porstondssistung im Restaurant SelUb Bismarckstr. 63. Eck« Knien-. hofftraße. Vorbereitung der Borstandswahlcn.— Lichterfelde- Lankwitz i gerne rad schafft: Montag, 6. Januar. 20 Uhr. Jahreshauptversammlung in de» Lichterfelder Jestsälen. Zehlendorfer Str. 6. Bvrtrag des Kam. Rechtsonwail loachim ilber Rechtsfragen. Neuwahl des Vorstandes.— Tiergarten, Kamerad- fchaften Arminius und Stephan: Die monatlichen Kameradschaftsverfamm lungrn fallen aus. Dafür gemeinsam« Kameradschaft sversammluno am 22. Januar.— Mitte: Sonntag. 5. Januar, 10 llhr. 4. Kameradschaft. General. Versammlung. Reu« Triebrichstraste 1. Borstandswahl. MitgNetsbllcher mit- bringen._. Rcpnblikanisch« Rednerneminignn«. Montag. A Uhr, Bortragsaheird mit Diskussion im»Alten AÄanier". Anhaltstr. 11. Wer.Bsstkcrrechwfragen'. Gäste willkommen.„, Zreirellgiosc Semeutde. Sonntag. 11 Lbr. Pappelalle» 15. Bortrag des Herrn A. Domden:»Der«rotische Mensch". Harmoiri-iw:«ngel-Terzeti (Mendelssohnl. Gäste willkommen... � R-ichäbnnd»er Kriegsbeschädigten, Arleg-tetl-ehm« und Kriegerhrnt»� blicbencn. Bezirk Zentrnm. Montag. 6. Januar. 20 Uhr. findet im Sackreche» Hof, Rvseirrbalcr Str. 40— U. dir Generalversammlung statt. Zageso�nuwg' Bericht de-«orstanles. Neuwahl de-.: Vorstandes.— Drtsqruppe i. Moabit! Dienstag, 7. Januar. 20 Uhr, Generalversammlung in den Sohenzollernialen. Bandelstr. 35. Neuwahl des Borstandes. Erscheinen ,st Pflicht. Deutscher Arbeiter-Abstiueaten-Bunb, Bezirk«frunpe»rmlZbevg. Regel» mäßige Zusammenkünfte jed.en Sonnabend, 20 Uhr, in der alkoholfreien Gast» still'e. RdarhcinÄeplast 3—4._ Vereiulgnug der Arbei terphatogoaphen Groß-Berlin». Am Dienstag., 20 Uhr, Stralauer Krug, Stralauec Str. W, Vorstandsflstung. Zw Rohmen der städlilchn, I>««nslalwv,en znr ZSrdenma d«» fremd- sprachigen llnkerrlch!» svricht am Montag, dem 6. Januar, abend» 8 llhr, in der Aula des DorotheenstZdt. Realgymnasiums. Dorotheensir. 12, Pro» sellor Dr. Lerch aus München über.Französische Sprach- strömungen im 13. und 20. Jahrhundert" Bat bringt die Treptow- Skermvarle? Im Januar.Prograiu» der Treptow- Tternioarte wird diesmal auf eine Sonderausstellung vom Mond aufmerksam gemacht, die ohne Nachzahlung beim Besuche des Instituts besichtigt werden kann, und aus eine astronomische Vortragsreihe. die Dienstag, den 14. Januar, abeuds 8 Ubr beginnt und die Dor- ausfeßungen der Bewohnbarkeit andererSimmelskörper in lOErnzeloorträgeu. die jeden'Dienstag, abends 8 Uhr. stattfinden, behandelt Die als vorzüglich auerkannten Filme»Im Sande des Vogelzuges"..Die Donau«,»Da« große weiße Schweigen",»Wunder deS Schneeschuhs" und andere stehen aus de« Programm. Anßerdem werden neben den astronomischen Lichtbildervor» trägen solche über Doutfch-Südtirol und Japan geboten. Henri» Torrta, der bekannte französische Anwalt, der als Verfasser des S-bauspiels»Der Prozeß der Mary Dugan* auch in Deutschland Bühnew- erlalge. erzielte, wird als Gast der Deutsch-FranzSsischeo Gesellschast a» .Donnerstag, dem Sl Januar/ abend« 7ft, Uhr. lm Plenarsaal, de« ehem. Herreuhauses leipziger Str.) einen Vortrag in fiaNzSAscher Sprache halte»: �Vor den Geschworeueu". Da» Generalioasulat der polnischen Repvbsik bleibt am b Januar 13 8 0. infolge des katholischen Feiertages.Hl. 3 Könige- gefchlosses. wellerderichl der öffevMcheu Bekierdieuststelle verlin und Awaeg«»» iNachdr. derb). Größtenteils, stark wolkig mit Neigung zu emzelo«: Reg««. 'ällen. teil« ntitt.— Jfit veulfchland: Auch im Süden etwa« WeUmve». schlechtermig, im übrigen Reiche fortbestand deZ etwas wechselhafte» Milde» BeUers, im Küstengebiet zeitweise starte Südwestwmde. :onnab., 4. I. Staats-Oper Unter a. Linden 4,-V. 4 Wk Uhr Oer fMM Sonnab., 4. l. Stadl Oper Bisranrekstr. Turnus lll 30 Uhr DeFTenor Staats-Oper Arn Pl-iRenubl. R.-S. T» IV- Uhr SiaatLSeMOer- aw Rendirmenm jrtl A.-V. 4 30 Uhr Harte Bandagen leaMarltti. 30 Uhr Souad so. so gebt der uiiod TI|L t TanleU. •»l»fc»r RarlrrtiM e-m jPtO!Ml-6N, iotteirti!.: 5 II. 50 PI-JH. "6 rorslor-lllr s. CorUnl, 3 Swltls usw. Tlgl. S u.•» Sonnt J, 5 a 8" Alex. 8066 1 INTERNAT. VARIETfe iheaterl.d.Belirenstr. 53-54 A 4 Zentrum 926 937 80« Uhr Ueber 100 Mali ... Vater sein, dagegen sehr Sonn tag auch nachm» 4 Uhr(enpäs. Pr«) Renaissance-Theater -h 8i. Uhr Operette von Öftre nbaoh. Regie; 6ustt»( ilartUDX Musikalische Lei tun#: Theo Hsckaben. - SttOtwekr 01, 0801 o. 2681/84.— Winrer * Qarreru 8.15 au Zentr. 281» RaodWB«180» > Original IS Lawranea Tillar-Blrls I Mol Wsstsrntar«. Ena»« Troaw etc.| | Sannabwtf u. Sonrrtsg Je 2 Vorntsllangu I 4 und.15 Uhr. 4 kleine P ; Preist. VolksbMluie rustEjinsaiiivsiiitt 8 Uhr attars Droytus Schauspiel von kl. J. Rehfls eh and W.Herzog Regle: (4. D. Kenter. Staatl-Sdiillei-Tb. 8 Uhr so und so. so geht dar wind Kleines Tbeat. Merkur 1634 Täglich SU. Uhr Max Adalbert in Das Parflün meiner Frau Lustsp v. Leo Lenz Komische Oper Friedrichstr. 104. Merkur 1401/4330. Allabendlich 8V» U. SdrwMl Ol InuU«4 M. Lustspieiliaus l riadrichsir. 236 Bargmanr 2932/33. Allibendlicb Nd U Wiegenlied Direktion Tr. Robert Klein Deotsehes SBnstler-Theat. Barbarossa 3937 Sst» Uhr J». zwei, dre; Regie: Ousta* Härtung. (utaralrtppta); Souper von Franz Mol trat teste: Siitr Illrol Mm TlnatEf Dönhott 170 >18 Ubr Enden» Sellsames Zwlsflieosple UM 1 tfötßfli Täglich 8� Uhr; Hotel Stadl lenuterd Musik von Oilbert. Käthe Dorsch Leo SdiQtzeadorf Planetanimi Uta«. JwstinMa knli B.S BarbarossaäSW 16-/. Ubr neWtetw- IL>2 Ubr Per Plemt lapltor. 30'. Uh, Markwttrdige SUirnrenbmiJmwl Eintritt 1 Mark. Kinder 30 PL Mittwochs halbe Kasaeoprelsc. Reichshallen-Theater Abends S sonn'an naöim. DD DosDroBelannar-Proor.der Stefflner-Sfinaer Mewmhllin'Zrz lo/trm II 26] □ önhoff.Brettl; Dos Famßten-Varleie 18 llomwoiA. Konzert Tau Operettenhaus Alte Jabobstr. 30/33 (Zentral» Theater) Täglich 80. Uhr Der Soldat der marie Gustav Matzner, Bora Brach, Erich Borebert, der König des Jazz. PALAiT ATLANTIC dergroote deutsche TONFILm (Die erschütternde Darstellung der un vergeblichen Titanic-Katastrophe) Hauptdarsteller: Fritz Nortner Lucie lYlanntieiRi Elsa Wagner Wim Faust Heinrich senrotn Auf der Bühne Persönliches Auftreten des ehemBiig.SBeofllziers reiz von Feiinau der als Ucb erlebender der Titanic' Katasfropbe seine persönlichen Eindrücke»Ändert Besinn: 5, 7, 9 Uhr GROSSES SCHAUSPIELHAUS 8 Uhr: 3 Musketiere Regie; ERIK CHARELL 3 Smuiton na dun. nagRk.«aUw Pf. ROSE -THEATER«WMT Teleph.: Alexander 3433 u. 3494 Täglich S» Uhn Sonntags MS and 9 Uhr Die czardastdrstin Gnti Dpodh m EDDtridi Kälmän Jeden Mittwoch nachm. S Uhr „Max und Moritz" uad dar Wrelhnochtsmann Jeden Sonnabend nachra 3 Uhr . Sonntag. 330.. gestiefelte Ilster WWW Direktion. Or, Martin Zickel WWW Komische Opor Friadrhfeir.llH. Merkur 1401 4330. Wladernrtttming nasb nOttind. Umbau Täglich Si/z Uhr Uraufführung Hulla di Bulla Schwank»an Arnold und Bach mit«Zu Ida Thlrelachrer, Fritz lobnlz. Halnr, Scbrotb. Euna Burg. Hilda HlUahrand. Uargnt Walter. Qarritnn Flink, tz ahmet. Wuek sonn' um) Feleriags nadHitAIDir: Frau ohnn Kusel Lustopielhaus friadrichstt. 236. Bergmaim 29«/». Tlgllcb S'k Uhr Lnsrepiel a« Ladislaus Fodor kitha Hwck. Nora Sragn: Paul HeHemenn, Stritch. Harths M. Newa*. QanSi, ttorm. Platn, Beckmann, Pnahs Vorvorkaut In dreidrei, Hlusrerrt ab 10 Uhr ununtrerbroohen. 0.1. Norden 12310 TlgLSViUhr Oer Kaiser v.Amerika von Bernard Shaw Rege Mar Reinhardt »".ubr CASINO-THEÄTER LoHiHncker«trage 87._ Kammerspiele 0.1. Norden 12310 Täglich SV« Uhr D6slr6 Komödie von Sascha Guitry. Reche: Leo Mittler. Die Komödie II Bismck. 2414/7316 Täglich»U Uhr Ton Tente! geholt von Knut Hamsnn Regie: Max Reinhardt Vorvk. 10-3. Kf. 2001 «glich 8st« Uhr easupiti«« Dtondm naaters Die Mm Itfii;■nBiinM. Netropol-Th. 8Vr Uhr Des Land des Lftebelns Vera Schwan, Bichard Tauber Musik von Franz Lehllr. Der neue Schlagerl Familie Hannemann nnd clu crstkL buntes Programm Für unsere Lesen □utschein fOr 1—4 Personen FauteuII nur 1JS SC, Sessel 1.73 M- äonsäge Preise Parks« u. Rang 080 H. Barauwsky-Slüinen Thaatar w dar KSaiggrltzar StrsSa Täglich 8«h Uhr Dia erste mrs.seiby mit Prttzi nutsar« Kombdienhaua Täglich S'/c Uhr Der Logner und die nonne mit Cait setz Lessing.Theater Norden 1084« Tlgl. 8*4 Ubr Pilus Rolut Adlur Schauspiel von Angermayar Trlanon-TlLUf," Täglich 8llc Uhr »A susztion. Lsdierhljl Bor Heisterboxer. Schwank in 3 Akten. Thaatar am Kotthussar Tor Kattbusser Str.• MaritzpL 1*071 Tägl. 8 Uhr o. zu ermäSigten Preisen auch Sonntags naenm» 8 Unr: Das' heraorragcade Ladt» rehlagcr» Jannar-Progr. der Elite-SSngar ( mit dem Berliner Volksstück Die Baxe der Pandor« 1 10/14 | H-bte(ternjunplrt ArmiU lckck TBglUb Brosses BocKbiertest in den bayr. Alpen und grosser Alpenball. 1 1«sptllai.— Im Drtiiiiß.m—!I dysssi» tbillo.| Einlaß 6 Uhr Anfang 7 Uhr