Morgenausgabe Nr. 9 A 5 47.Iahrgang' Wöcheatvch SSPf, mavatlZch 8,60«. te oorau» zaHlbar. Postbezug 432 M. emschließlich 60 Pfg-Postzeitunzs« unh 73 Pfg. Postbestellgebühren. Auslands» abormemeat 6.— M. pro Monat. Der.BorwSrts� erscheint wochentäg. vq zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Verlm und im Handel mit dem Titel„Der Abend*', Illustrierte Beilagen„Voll «md Zeit- und„Kinderfreund". Ferne? „Unterhaltung und Wissen-,„Frauenstimme-.„Technik-.„Blick in die Bucherwelt- und„Iugend-Vorwarts- WM Dienstag 7. 3anuar 1930 Groß-Äerlin 1© Pf. Auswärts 15 p{. p> Verliner Soltsbiatt Aentealovgan dev GoziakdemoSvaMGen Partei DeMOZands Die einspaltige Nonpareiklezetle 80 Pfennig. Reklame' eile 8.— Reichs» mark.„Äleme Anzeigen' das ettge» druckte Wort 25 Pfennig(zuläjfig zwei fettoedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Won 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. WoNe über 15 Buchstaben »ahlen für zwei Worte. Arbeitsmai kt Zeile 60 Pfennig. Familienanzeigen Ze le 40 Pfennig. Anzeigenannahme imHauot» gejchäst Lindenstraste S. wochentäglich von SVs bis 17 Uhr. Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönhos» 292—297 Telegramm-Adr.: So,ialdemokrat Berlin. Vorwäris-Verlag G.m.b.H. Poltscheckkonio: Berlin Z75LK.— Bankkonto: Bank der Arbeiter. Angestellten und Beamten. Wallstr W Dt B u Diic.-Gej.. Deposit enkasie Lindenktr 3. Zahlungsverschiebung um 14 Tage ist SO Millionen Mark wert. V. Sek. Haag. 6. Januar.(Eigoubericht.) Auch am heutigen Nachmittag ist es nicht gelungen, sich über die Frage zu einigen, ob die allmonatlichen Zahlungen am Monats- eyde oder schon am IS. des Monats von Deutschland zu leisten siiid. Nach den Berechnungen der deutschen Delegation würde eine Aorvertegung der Zahlungen um 14 Tage einen regelmäßigen mo- nallichen Z i n s v e r l u st für Deutschland bedeuten, der, auf die ganze Dauer des Joung-Planes berechnet, insgefanit 8 0 Mit- l i, o n e n Mark ausmachen würde; in den ersten Iahren würde dgr jährliche Zinsoertust 4—5 Millionen Mark betragen. Die Fron- zasen behaupten, daß die deutschen S a ch v« r st ä n d i g e n auf der Pariser Konferenz selbst durch ihre Dorschläge den Zahlung-tennin vom 15. des Monats indirekt angeregt hätten. Das wird von deutscher Seite entschieden bestritten, indessen hat man vereinbart. dif Diskussion darüber einstweilen abzubrechen und erst einmal von d der deutschen Delegation im Haag die Sorge um die Entscheidung zu überlassen, wie er das bekanntlich in vielen anderen strittigen Punkten schon getan hat. Diese Frage des Zahlungstermins nahm den größten Teil, der heutigen Beratungen in Anspruch, während das Problem der Sanktionen, das in den privaten deutsch-fronzösischen Besprechungen am Sonnabend und am Sonntag eine hervorragende Rolle gespielt hatte, heut« überhaupt nicht berührt worden ist. Ilm die Selbstverwaltung. Eine sozialdemokratische Anfrage im Rathaus. Die sozialdemokratische Stadtverordnetenfraktion hat ini Rathaus folgende �Anfrage eingesandt: Der vom Herrn B ü r g e r m c i st c r in der Stadtverordnetenversammlung vom 20. Dezember u. I. verlesene Erlaß des Herrn O b e r p r ö s i d e n t e n ist von diesem selbst nach einer Mitteilung des städtischen Nachrichtenamtes vom 28. Dezember v. 3. in. einer besonderen Magistratssitzung des gleichen Tages dahingehend evläutert worden, daß die verantwortliche Mitwir� k» n g des Magistrats und der Stadtverordneten. Versammlung auch bei der Regelung der jetzt erörterten be- sonderen finanziellen Angelegenheiten nicht ausgeschaltet werden soll. Der Herr Bürgermeister, der über die Aussassung des Herrn OSerpräsidenten auf Grund eines am 19. Dezember v. I. nach seiner cigeuen Angabe ersolgten Gespräches orientiert fein mutzte, hat ge- mäßr der Mitteilung des Städtischen Nachrichtenamtes vom 23. De� zewber v. I. eine Verfügung an die Bezirksämter und eine Verfügung über die Schassung einer sogenaimten beson- deren Kontrollstelle erlassen. Beide Versügungen hätten, w(>nn sie in dieser Form dauerird zur Durchführung gelangt wären, in. ihren Wirkungen die verantwortliche Tätigkeit der Stadtver- o rdnetenversommlung. der B ez i r k s v e r s a m m l u n- gen, ja, auch die Mitwirkung des Magistrats und der B c- zlrksämter entgegen den gesetzlichen Bcstinnmingen ausge- schaltet. Wir fragen an: ist der Magistrot bereit, Austunst zu geben 1. ob die genannten Verfügungen seine Billigung gefunden hrchen, Z. ob in Zukunft der Erlaß solcher die Selbstverwalkungsarbeil lähmenden Anordnungen, die der Auffassung der vorgesetzten Be- hstede nicht zu entsprechen scheinen, vermieden werden wird, Z. ob Vorkehrungen getroffen worden sind, daß fortan kommu- n,le Presiekouserenzea wichtige Auskünfte in finanziellen und or. gauisatorischen Angelegenheiten uicht eher vom Magistrat erhalten als die mitverantwortliche Sladlverordnelenvcrsammlung. 4. ob auf solchen Pressekonferenzen nicht Mitteilungen ver- mieden werden können, die als private Meinungsäußerungen einzelner Magistratsmitgliedsr so lange gewcrtet werden müssen, bis eine Stellungnahme des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung erfolgt ist. Das Recht der städtischen Körperschasten muß gewahrt werden! Di« sozialdemokratische Stadtverordnetenfraktion hat für die heutige Stadtoerordnetensitzung ferner folgenden Antrag eingebracht: Die Stadtoerordnetenversammlung wolle beschließen: 1. Verträge, durch welche die Stadt zu Leistungen irgend- «Ächer Art verpflichtet werden soll, oder durch welche die Stadl Dritten Rechte zugesteht, unterliegen auch, insoweit ihr Abschluß sonst ohne Zustimnumg der städtischen Körperschaften zulässig sein sollte, dieser Zustimmung, falls sich ihre Zeit- daver über das lausende Etatjahr hinaus erstreckt. Dtcsx Vorschrjjten sollen nt ch t gölten für im Rahmen der lausenden Verwaltung abgeschlosienc, ihrer Natur nach regel- mäßig wiederkehrende Verträge. 2. Bei allen einmaligen und allen außerordentlichen Ausgaben, b?: denen es sich um die Ausführung einer sich aus mehrere Jahre erstreckenden einheitlichen Ausgabe handelt, sind der ge- samte voraussichtliche Kostenaufwand sowie etwaige Beiträge Dritter bei der erstmaligen Einstellung in den Haushalts- plan anzugeben. Das gleiche gilt, wenn in den Haushaltsplan weitere Ausgabemittel für eine sriiher bewilligte Maßnahme eingestellt werden. In diesem Falle sind auch die in dem abgelaufenen Rechnungsjahr bewilligten oder an anderer Stelle verausgabten Mittel anzugeben. 3. Di« Bewilligung von Mitteln für b a nl i ch e U n t s r n e h- m u n g e n der Stadt ist davon abhängig, daß Pläne, Kosten- berechnungen und Erläuterungen den städtischen Körperschasten vorgelegt sind. Aus allen diesen Unterlagen müssen die Art der Ausführung und die gesamten Kosten der baulichen Maßnahmen ersichtlich sein. Bei Bauvorhaben, deren gesamte Kosten voraussichtlich den Betrag von bOOOO M. nicht übersteigen werden, kamt von diesen Erfordernissen Abstand genommen werden. 4. Bürgschaftsverträge oder andere ähnlichen Zweck«, dienende Verträge dürfen nur mit vorheriger Zustim- m u n g der städtischen Körperschaften abgeschlossen wer- den. In Verträgen dieser Art ist grundsätzlich für die Stadt das Stecht auszubedingcn, die Unternehmen der B c t e i- l i g t c n durch eigene Organe oder durch besondere Sachverständige jederzeit einer Buch- und Betriebsprüfung zu unter- ziehen, um festzustellen, ob eine Inanspruchnahme der Stadt in Frage kommen kann. Die Querulanien. Hitlersche Kindertrompeten zu den Haager Verhandlungen. Die„Deutsche Zeitung" teilt in großer Aufmachung mit: „Die Landtogsfraktion der Nationoisozialistischen deutschen Arbeiterpartei wird, wie wir erfahren, die Mecklenburgische Staatsrcgier ung onfsordern, von der Reichsregierung die Verkündung des Freiheitsgc- setz« s als verfassungsmäßig beschlossenen Reichsge- s e tz e s zu verlangen und bei etwaiger Ablehnung dieses Verlangens die Entscheidung des S t a a t s g« r i ch t s h o f c s für das Deutsche Reich auf Grund des Artikels 19 der Rcichsverfasiung herbeizusühren. Es ist zu erwarten, daß die Mecklenburgische Rechts- Regierung diesem Wunsche entsprechen wird." Das Organ der Hugsnberg-Front fügt dieser Mitteilung hinzu, daß es Tatsache sei,„daß die jetzigen Haager Abmachungen gegen Verfassung und Gesetz verstoßen". Die Hoffnungen der Hugenberg-Leute, daß die mecklen- burger Regierung dem Hakenkreuzbefehl folgen werde, sind sehr interessant. An dieser Regierung ist die Deutsche Volkspartei beteiligt. Wir sind sehr gespannt, ob die Volkspartei in Mecklenburg um der Koalition mit den Haken- kreuzlern willen den Volksparteilern C u r t i u s und Moldenhauer nachsagen wird, daß sie im Haag gegen Gesetz und Verfassung verstoßen. Oer Reichsbankpräsident. isoung-plan und Vankgeseh. Der Präsident der Deutschen Reichsbank, Dr. Schacht, hat die schwierige Kassenlage im Dezember benutzt, um der Reichsregierung und dem Reichstag sein Diktat aufzuzwingen. Es ist ihm gelungen, die von der Reichsregierung mit aineri- kanifchen Banken geführten Verhandlungen zu zerschlagen und damit die Finanzpolitik der Regierung zu durchkreuzen. In der Oeffentlichkeit ist nach diesen Vorgängen mehr- fach die Frage nach den Machtbefugnissen Dr. Schachts und der Machtverteilung zwischen Reichsregierung und dem Reichsbankpräsidenten aufgeworfen worden. Die Machtbefugnis des Reichsbankpräsidenten ist in dem neuen Bankgesetz vom 3v. August 1924, das nach der Annahme des Dawes-Planes verabschiedet wurde, klar umrissen. Er ist als Präsident des Direktoriums einzig und allein für die Aufrschterhaltung der Währung, sowie die Kredit- und Diskontpolitik der Reichsbank verantwortlich. Politische Kompetenzen stehen dem Reichsbankpräsidenten in keiner Weise zu. Herr Schacht hat es aber verstanden, sich mit dem Hinweis auf den Schutz der Währung E'nqriffe in die Finanzpolitik des Reiches anzumaßen, deren Folgen die deutsche Volkswirtschaft zur Zeit in verhängnisvoller Weise zu spüren bekommt. Der Dawes-Plan, der die Souveränität des Reiches er- heblich einengte, hat auch das Verhältnis zwischen der Reichsregierung und dem Reichsbankpräsi- d e nt e n grundlegend geändert. Auf Grund des alten Bankgesetzes war der Reichskanzler für die Politik der Reichsbank verantwortlich. E r ernannte den Reichsbank- Präsidenten und war zugleich Vorsitzender des damaligen Reichsbankkuratoriums, dessen Mitglieder gleichfalls v'o n der Regierung bestellt wurden. Die Stellung des Reichshanknräsidenten unter dem alten Bankqesetz entsprach also der. Stellung eines Staatssekretärs, der dem Reichskanzler zu gehorchen hatte. In dem neuen Bankgesetz von 1924 ist j e d e r E i n f l u h der Regierung ausgeschaltet worden. An die Stelle des Kuratoriums ist ein Generalrat von 14 Mitgliedern getreten, von denen sieben Deutsche und sieben Ausländer sind. Dieser Gencralrat. der aus unabhängi- gen Wirtschaftlern besteht, wählte den Reichsbankpräsidenten. Der R e i ch sr e g i e r u n g steht kein Einspruchsrecht gegen die Wahl zu. Nur der Reichspräsident besitzt ein Vetorecht, aber auch dieses ist eingeschränkt. Hat der Reichspräsident zweimal feine Unterschrist unter die Wahl des Generalrates verweigert und wählt der G�ueralrat zum drittenmal die gleiche Persönlichkeit, so ist die Wahl trotz des Widerspruches des Reichsuräsidenten endgültig. �Die Dawes- Gesetze haben also die Reichsbank zu einem Staat im Staate gemacht. Der?) o u n g- P l a n räumt mit den Einschränkungen der deutschen Staatssouveränität auf. Wie bei der Reichsbahn werden auch bei der Reichsbank die ausländischen Mitglieder des Generalrates ausfckzeiden und durch deutsche Mitglieder ersetzt werden. Dies ist jedoch nur ein Teilvorganq bei der jetzt bevorstehenden Umorganisation. Es erhebt sich die politisch außerordentlich bedeutungsvolle Frage. wie der Reichsregierung wieder enff-Heidender Einfl"ß auf die ihrem Einfluß durch den Dawes-Plan entzogene Reichs- bahn und Reichsbank wiedergegeben werden kann. Wie liegen die Dinge in anderen Ländern? In Frank- reich steht an der Spitze der Bank von Frankreich der Gouverneur, dem zwei Subgouverneure beigeordnet sind. Diese drei Persönlichkeiten werden vom Finanzminister vor- geschlagen und vom Präsidenten der französischen Republik bestätigt. Von England, wo historische Gründe mitsprechen, abgesehen, liegen die Dinge bei den meisten europäischen Staaten ähnlich. Der Hinweis, daß die Person des deutschen Reichsbank- vräsidenten aus Gründen der währungspolitisclien Sicherheit dem Einfluß der Reichsregierung entzogen bleiben soll, kann keineswegs mehr als stichhaltig anerkannt werden. In dem im Reichsbantgesetz verankerten kredit- und deckungspolitischen Vorschriften ist die Sicherheit der Währung durchaus gewähr- leistet. Die Frage der Wiederher st ellung der deut- schen Souveränität in diesem Punkte ist bei den Variser Verhandlungen des Organifationskomitees für die Anpassung des B a n k q e s e tz e s bereits erörtert worden. Die Einzelheiten dieser Verhandlungen sind bisher noch nicht bekannt, jedoch verlautet zuverlässig, daß bei diesen VerHand- lunqen bereits eine Stärkung des Einflusies der Reichs- reqi-rung»"d des Reichzvrgsidenten vorgesehen M�den ist Nach diesen Vorschlägen soll der Generalrat vor der Wahl des Reichsbankpräsidenten Fühlung mit der Regierung nehmen, und dem Reichspräsidenten soll künftig nicht nur ein beschränktes, sondern ein absolutes Ein- s p r u ch s r e ch t gegen die Wahl des Bankpräsidenten durä) den Generalrat zustehen. � Die Regierungen hoben im Haag volle Freiheit, über diese Vorschläge hinauszugehen. Die Sonderstellung des Rerchs�mkprasidenten, wls sie das jetzt geltende Bankgesetz errichtet hat, ist für Deutschland unwürdig und unerträglich. Die Diktaturgzlüste des Herrn Schacht zeigen, wohin diese Sonderstellung jjihrt. » MTB. meldet aus dem Haag: Ein« Meldung, wonach von französischer Seite eine Abände- rung he« Reichsbankstatuts, insbesondere in bezixg auf die Stellung des Rtzichsbankpräsidenten gewünscht worden sei, entspricht in keiner� Weise den Tatsachen. Eine Meldung, wonach Frankreich eine Aenderung in hezug auf dd� Stellung des Reichsbankpräsidenten wünscht. ist uns nicht hekannt. Dieser Wunsch kann doch nur auf deutscher Sölfte vorhanden sein, und ihm zu willfahren, wäre von ausländischer Seite, ein Akt des Entgegen- k o m m e n s.___ „Ein gewisses Remlichkeiisgesühl." Bei Polen vorhanden, bei OFUtschnationalen nicht. Die deutschnatianale Pressestelle hat eine Meldung de- mentiert. daß die D e u t s ch n a t l o n a l e n im Frei- staat Danzig mit de» Polen Listenverdin- düngen eingegangen sind. Der deutschnationale Landesverband Danzig hat die Kühnheit besessen, zu erklären. daß dies in keinem einzigen Falle geschehen sei. Das deutschnationale Dementi wird Lügen gestraft durch das amtliche Stenogramm der 109. Sitzung des Danziger Volkstags. Der sozialdemokratische Abge- ordnete Mau stellte fest, daß in den Gemeinden Po sie lau und R o s e n b e r g die Deutschnationalen mit den Polen Listenverbindungen eingegangen seien. Darauf antwortete der polnische Abgeordnete Moczinski wörtlich: ..... Es sind zwei Sachen zu berichtigen. Nämlich, Herr Abg. Mau. es hat keine List«n»erbindung mit den Deutschnationalen in P o st e l a u stattgefunden. Sie müssen falsch informiert sein. Herr Lendzion war noch am Sonntag dort und hat das festgestellt, und Sie waren am Sonnabend da. Ich habe also einen Zeugen, der noch später dort gewesen ist. von Rosenberg stimmt es. Ich schäme mich, das zugestehen zu müssen; denn ich selbst habe ein gewisse» ReiaNchkeitsgefühl. (Was sagen Sie dazu, Herr Schwegmann? links.) Das ist auf folgendes zurückzuführen. Sie werden in Ihren Reihen wahrschein» j lich ebenso unbotnräßige Leute haben wie wir. Es ist der Groß- grundbefitzer Wofnowski gewesen, wolcher wider unsere Direktive in Rosenberg das gemacht hat, was wir ihm immer ver- boten hoben. Die Konsequenzen wird er trogen müssen.(Abg. Beyer: Dann wird er deutschnationall Heiterkeit.— Was machen Sie mit Ihren Leuten? links.)' Der deutschnationale Abgeordnete P a p t e brachte nach diesem Zugeständnis nur noch faule Ausflüchte vor. Die Tat- fache ist nicht aus der Welt zu schaffen— ebenso nicht die andere, daß das„gewisse Reinlichkeitsgefühl" bei den Polen größer war als bei den Deutschnationalen. Von der Aowdypariei. Zwei kommvnististhe Itaolbolde verurteilt. LÄpzlg, 6. Januar.(Eigenbericht.) Die kommunistischen Raufbolde Z a w a d« und Komm aus Leipzig wurden am Montag wegen gefährlich« Körperverletzung und| Wwerstand«, gegen die Staatsgewalt zu drei bzw. vier Monaten Gefängnis verurteilt. Die Angeklagten hatten im Oktober des vergangenen Jahres Teilnehmer einer Versammlung der kommunistischen Opposition üb«- fallen und den früheren Funktionär der KPD., Merker, so miß- handelt, baß« mit einer schweren Schädelverletzung in ein Krankenhaus gebracht werden mutzte. Kür Sanw'onen kein Raum gelassen. Franzosen sehen selbst ein, daß sie nur noch auf dem Papier stehen. Paris, 0. Januar.(Eigenbericht.) Mit Ausnahm« einig« nationalistischer RadauWStt«, die das Konzert der HugeNbevg, Presse würdig ergänzen, konstatiert am Montag die sranzösffche Press«, daß zwischen Frankreich und Deutschland bei d« Haager Koirferenz eigentlich nur nocheineinzigesProblem stehe, das noch gewisse Schwierig- leiten in sich berge: das Problem der Sanktionen. Es scheint jedoch, daß auch dies« Schwi«igke>iten im Grund« genonrmen lediglich formaler Natur sind, von Prestigerückstchten bedingt, und daß sachlich zwisckzen dem Standpunkt der französischen und dem der deutschen Delegation höchstens Nuancen zu unterscheiden sind, so daß die baldige endgültige Einigung als sicher angesehen werden kann. Jedenfalls erkennt man m maß- gebenden französischen Kreisen an, daß der Doung-Plan selbst tt, 11(1 8 tischen und sonstigen Sanktionen keinen Raum gelassen hat, und daß. so lange dies« Plan in Kraft ist, weder d« Artikel 430 noch irgendeine andere der etwa ein- schlägigen Bestirmnuugen des Friedensvertrages Geltung haben kann. Die einzige Lücke, die der Noung-Pian in dieser Beziehung gelassen habe, sei die Bestünmuitg, daß im Falle eines deutschen Morawrimnsgesuches ein« Sp ezialkomm if sio-n der Internationalen Zahlungsbank darüber einseitig zu entscheiden haben würde, ob Deutschlaitd tatsächlich zahlungsunfähig sei oder ob«s sich nur um«inen deutschen Versuch handele, sich böswillig seinen Der- pflichtungen zu entziehen. Dies« Lücke soll nunmehr durch das von deutscher Seite vorgeschlagen« schiedsgerichtliche Per« fahren geschlossen werden, das Deutschland ausreichenden Schutz gegen willkürliche Maßnahmen von feiten der Gläubiger gewährt. Die Agrarkrise in Genf. Internationale Verainngen begonnen. Genf. 6. Januar. Im Völkerbunds sekretariat begann heute die erste Beratung von landwirtschaftlichen Sachverständigen aus 21 Ländern. Deutscher Vertreter ist Dr. Hermes. Die Bsrhandlungen dieses Ausschusses sind nichtöffentlich. Di« Leitung der Aussprache besorgt«ine Ab- nrdnung des Wirtschaftsausschusses des DöU«bundes, dem u. a. als deutscher D«tr«ter Staatesekretär Dr. Trendelenburg an- gehört. Im wesentlichen steht zur Auesprache die Frage, wie der Landwirtjchaftskrile allgemein begegnet und wie in der Getreide- frage die gegenwärtige Krise überwunden werden könnte. Katastrophe auf dem Arbeitsmarki svv oov suchen Arbeit in Berlin.— Or. Schachts furchtbare Ernte. Das Laadesarbeitsamt Brandenburg teilt mit: Die enorme Belastung des Arbektsmarktes km Bezirk das Laudesarbeitsamtes Brandenburg spiegelt sich am deutlichste» in dem sprunghafte« Austeigen der Arbeit losen, iffer um 37S37 auf 418137 Wider. Die Uuterstützungsbezieher habe» i« der Woche zum 28. Dezember um IS 804 zugenommen. Die Arbeits» losigkeit hat damit deu Höhepunkt zur Zeit der großen Kältewelle im vergangenen Winter bereits jetzt bedeutend überschritte». Gegenüber de« gleiche» Tage des Borjahres liege« die diesjährigen Ar- vettsloseuzahre« um VS SS8 oder 20 Proz. höher. Der Unterschied ist rein zahlenmäßig i» Berlin mit SS 368 am größten. Auch prozentual liegt Berlin mit 24 Proz. über dem Durchschnitt. O Diese, Mitteilung bedeutet für Arbeitsmarkt und Wirt- schaff eine Katastrophe. In den drei letzten Wochen oor Jahresschluß fft die Zahl der Arbeitsuchenden in Brandenburq immer rapider gestiegen. Sie hat heute die Zahl von fast 420 000 ereicht, davon entfallen auf Berlin am 28. Dezember 293 000: heute wird die Zahl von 300000 bereits überschritten sein. Unterstützt werden von diesen Arbeitsuchenden Berlins von der Arbeitslosenversicherung 151000, in der Krisenfür- sorge 25 500: rund 125 000 Arbeitsuchende erhalten gegenwärtig keine Unterstützung und müssen aus der Wohlfahrts- sürsorge der Stadt Berlin unterhalten werden. Die Finanzen der Stadt Berlin werden auf diesem Wege noch weiterhin auf das allerfchwerfte angespannt. Aber es wird auf dem Arbeitsmarkt noch schlimmer kommenl Bereits jetzt haben wir schon mehr Arbeitsuchende als zu dem Zeitpunkt der schwersten und schärfsten Kälte des vorigen Katastrophenwinters, des kältesten seit 200 Jahren. Bon diesem Zeitpunkt der höchsten Arbeitslosigkeit des Bor- jahres trennen uns aber noch zwei volle Monate. Es muß erwartet werden, daß die Arbeitslosigkeit, bis dahin noch sehr erheblich zunimmt. Das gilt nicht nur für Berlin, sondern für das ganze Reich. Wir sind nicht geneigt, wirtschaftliche Dinge schwärzer zu sehen als sie sind und die Verantwortlichkeit des Reichsbankpräsidenten für die kommende Entwicklung zu übertreiben. Sicher hat die riesige Arbeits- losigkeit auch konjunkturelle Gründe. Sicher wirkt auch die Lage auf den Kapitalmarkt, der im letzten sind noch der Dr. des Jahre wegen der internationalen Zuspitzung besonders un» ergiebig gewesen ist, auch auf die Beschäftigung in der Wirt- schaft noch zurück. Seit wenigstens zwei Monaten aber hätte nicht nur w Deutschland der Kredit verbilligt werden können, womit die wirtschaftliche Tätigkeit trotz des Winters eine Anregung empfangen hätte. Es hätte auch. da im Ausland, besonders in den Vereinigten Staaten von Nordamerika, die Zinssätze sehr stark gesunkey und dia deutschen Anleihemöglichkeiten sich immer mehr verbessert haben, sehr viel ausländisches Kapital hereingeführt werden können. Die Gründe sind bekannt, weshalb das nicht geschehen ist. Die Gründe bekannt, weshalb das auch in den kommenden Monaten nicht geschehen soll. Sie liegen ausschließlich in Politik des Reichsbankpräsidenten Schacht. Wegen dieser Politik, die in einem Augenblick zweifellosen Konjunkturrückganges die Kapttalzufuhr nach Deutschland sperrt, haben nicht nur das Reich, die Länder und die Kommunen, sondern auch die öffentlichenWerke aufhören müssen, größere Aufträge zu ertellen. Bereits erteillo Aufträge mußten sogar zurückgezogen werden. Man weiß, daß die öffentlichen Auf- träge jährlich über 10 Milliarden Mark ausmachen. Weil diese Aufträge jetzt zum Teil ausgefallen sind, und weil die Wirtschaft weiß, daß sie auch in den kommenden Monaten ausfallen werden, deshalb werden heute die riesigen Massen von Arbeitern und Angestellten auf die Straße geworfen. Wir übertreiben wieder nicht mit der Befürchtung, daß die kürzlich erfolgte Sperrung alter und Nichtvcrgebung neuer Aufträge durch die Stadt Berlin im Betrage von rund 200 Millionen Mark allein auf die Dauer von zwölf Wochen eine neue Arbeitslosigkeit von 100 000 Menschen nach sich zieht. Weil im Reich die Dinge nicht anders liegen als in Berlin, wird man aus der Mißhandlung der öffentlichen Finanzen and der öffentlichen Werte durch die Politik des Reichsbankpräsidenten eine neue gewaltige Zunahme der Arbeitslosigkeit im Reiche erwarten müssen. Die Frage, ob es mit der Politik des keiner Regierung verantwortlichen Reichsbankpräsidenten so weitergehen darf, ist im höchsten Maße kritisch geworden. Wir haben oor kurzer Zeit darauf hingewiesen, daß Dr. Schacht eine Volks- wirtschaftliche Gefahr zu werden droht. Diese volts- wirtschaftliche Gefahr ist heute da, sie wird sich in den aller- nächsten Wochen und Monaten in ihrer ganzen Größe noch erst enthWen. Der Kämpfer Eduard Bernstein. Die Keier der Partei. Auf Einladung des Parteivorstandes versammelten sich am gestrigen Mvruagavend vi« Witgried« der zenrralen ParteibehSrdm und der Reichstagssraktipn, sowie«ine Reihe von Gästen in den schönen Räumen, die der Reichstagspräsident, Genosse Paul Löde, zur Verfügung gestellt hatte, um den 80. Geburtstag Eduard Bernsteins in schlichter Weite zu feiern. Au» Wen war Ge- nofsin Luise Kautsch herbeigeeilt, als Gäste auch die Derireter der russilchen Sozialdemokratie erschienen. Die Begrüßungsansprache an den Jubilar, der in beneidens- werter Frische den Ästend mirmachk«, hielt Genosse Hermann Müll«, der dem Jubilar bereits am Morgen in seiner Wohnung sein« Glückwünsche ausgesprochen haue. Hermann Müller: Lieber Genosse Bernstein! Alz Sie heute vor achtzig Jahren ge. boren wurden, da hat Ihnen niemand an der Wieg« gesungen, daß Ihnen zu diesem Geburtstage der amtierende Reichskanzler die Glück- wünsch« der Partei aussprechen würde! Lebte d« Rabbi Ben Akiba noch—« müßt« sich heute dementieren, denn das fft noch nicht da- gewesen. Damals herrschte die Reaktion m Preußen, uird die Welt. geschicht« machte gerade einen ihrer beliebten Witz«, indem sie den Schwager von Karl Atarx, Herrn o. Westphalen, preußischen Innenminister werden ließ___ Als nach dem Krieg von 1870/71 die große Scheinblüte über Deutschland kam, haben Sie sich ebensowenig da- durch täuschen lassen, wie Si« nach dem Weltkrieg der Illusion er- legen waren, daß nun die Götterdämmerung der kapitalistffchen Ge- sellschaftsoydirung hereingebrochen sei. Sie schlössen sich der ver- femten Sozialdemokratie an. Ihr wirken an der Spitze der Parle! gehört der Geschichte au. deren Urteil Friedrich Engels in den ehrendsten Worten der Anerkennung für Ihre Arbelk gesprochen hat. Wir Jüngeren, die anfangs der neunziger Jahre in die Bewegung eintraten, wissen, wie viele der alten Genossen sich nicht damit ah. finden wollten, nunmehr die Geheimorganisation aufgeben zu sollen. Sie aber haben gleich die Notwendigkeit des Neuen«kannt. 1836 haben Sie mit der Deröffenllichung Ihrer Arbeiten begonnen, dl« sich gegen das richteten, was Ihnen als Jllusipnsglaube erschien und gegen Anschauungen, die Sie glaubten berichtigen zu müssen. Das ganz« politische Leben jener Zeit um das Erscheinen Ihres Buches „Die Voraussetzungen des Sozialismus und die Aufgaben der Sozialdemokratie' stand geradezu im Zeichen dieser Arbeit. Nicht wenige Ihr« Gedankenvondamals haben sich als prophetisch erwiesen.(Widerspruch Eduard Bernstein».) Ich werde es Ihnen gleich beweisen und bitte, olle Zwischenrufe zu unter- lassen.(Stürmische Heiterkeit.) Waren Sie es nicht, der ebenso wie Eduard Dayib darauf hingewiesen hat, daß d« landwirtschaftliche Klein- betrieb nicht in dem früher oermuteten Maße vom Großbetrieb aufgefressen werde? Haben Sie nicht gegenüber dem Streben nach den Produktivassoziationen an dem Beispiel d« belgischen Genossen» schasten dargelegt, daß die Konsumgenossenschaften die Grundlag« des prolmrischen Genostenschaftswesens sein müsse? Hat sich nicht dos, was Sie über die Bedeutung und di>e Ten- denzen der Gewerkschaften geschrioben hoben, als richtig erwiesen? Waren Si« es nicht, der die stark bezweiftste Bedeutung des Mittelstandes festgestellt hat? Man braucht nur daran zu erinnern, daß Professor Leder« jetzt zu dem Ergebnis gekommen fft, daß die Zahl der Industriearhestex stagniert, die ZahlderAnge st eilten aber riesig wächst. Soll ich von der Werttheorie und von der Materialist ischen Geschichtsauffassung und dem, wo» Sie darüb« geschrieben haben, reden? Zu all deu hefkige» Kämpfen Jen« Zell ab« hak Zhre Toleranz verhindert daß persönliche Feindschaft daraus erwachs. (Ledhafter Beifall.) Ball» nachdem Sie in den Reichstag eingetreten waren, fühlten Sie die Sorge, was aus der deutschen Demokratie werden würde! Wir wissen heute genau, wie sehr das allgs» meine Wahlrecht bedroht war. Sie waren es auch, d« bei allem „Revisionismus' den Massenstreik einbezogen haben in die Waffen zur Abwehr eines Wahlrechtsraubs. Es war gewiß einer der Gründe zum Weltkrieg, daß Deutschland nicht rechtzeitig den An- schluß an die westlichen Demokratien gefunden hat.— Dann kam der Zusammenbruch, und in der Revolution ging e» wieder v« die Demokralle, und da kämpften Si« mit für die Demokralle und gegen eine Diktatur. Als Beirat im Reichsfinanzministerium haben Sie schon 1313 vor der Gefährdung der Währung gewarnt und de- tont, daß man die Staatsausgaben nicht mit der Notenpresse de- streiten könne. Wahrhaftig mit Stolz können Sie auf Ihr« 60 Kampffahr« in der Politik zurückblicken. Sie haben Großes leisten können, nicht nur durch Ihr Wissen und Ihren glühenden Idealismus, sondern vor allem auch deswegen, well Sie Zell Ihres Lebens e i n p o l i t i» scher Charakter gewesen sind. An Ihnen sieht man, wie falsch das Sprichwort fft, daß die Politik den Charakter v«d«be: nein, die Charakterfehler mancher Politiker verderben die Politikt Ihnen ob« dankt die Partei für alles, was Sie ihr geleistet haben und was unserer Jugend ein Borbild fein soll. Es war Ihnen vergönnt, mitzugestalten. und ich wünsche Ihnen noch eine lange Reihe von Jahren, in denen Sie noch manchen Fortschritt in der Richtung auf das Ziel erleben, das Si« sich in jungen Jahren gesteckt haben. Daß Sie diese Zeit noch in Erinnerung an das verbringen, was Sie erreicht hoben und in dem Gedanken, was Sie noch er- reichen wollen, darauf rufe ich Ihnen im Nam-.n der Partei zu: A u f Wiedersehen bei Ihrem 90. Geburtstage!(Große Heiierkest und lebhafter Beifall.) Heute aber bringen wir dem Bau. meister der Partei, ihrem Vorkämpfer, unserem bewährten Mitarbeit« Eduard Bernstein ein dreifach e's Hoch! Nachdem die begeisterten Hochruf« verhallt waren, ergriff unk« lebhaftem Beifall Eduard Rernstem das Wart, um,' aufrecht stehend, eine längere Antwortrede zu halten: Liebe Genossinnen und Genossen! Bei ollem Donk für dies« Ehrung muß ich Müller in einem widersprechen.(Heiterkeit) Stolz war bei mir nie eine hervorragende Eigenschaft, und was ich wirklrch empfinde, ist dos Gefühl der Dankbarkeit, mit der ich auf mein Leben zurückblicke. Als ich Sozialdemokrat wurde, das war rchön— aber ein Heldentum war es nicht. Gewiß, wir waren ein« kleine und verfolgt« Partei, aber besonderer Mut mar nicht so nötig wie ein« gewiss« Enffchlossenheit und Begeisterung. Die war ja da! Liebling des Volks zu sein... Das italienische Kronprinzenpaar beim Besteigen der Brautkutfche. Ziotfron< expropriiert. Oer Gausekretär als Lohngeldräuber.- Führende Kommunisien vom �aubplan unterrichtet. Und diese Gefühle haben mich m den ersten Jahrzehnten meiner Zu* gchBrigteil zur Partei beseelt. Dazu kam aber eine gewisse innere Sehobeoheit über den Geist der Bewegung. Auch in der langen Zeit, die ich der Reichstagsfraktion angehörte. fühlte ich mich oft gehoben durch das Niveau, die Ruhe und Sach- lichkeit ihrer Beratungen auch bei den gröbten Meinungsverschieden- heiten. Und von diesem Geist waren auch oll« anderen beseelt, vor allem Auer und Bebel. Wenn Bebel auch mit der ganzen ungeheuren Leidenschaftlichkeit seines Wesens meine abweichenden Ansichten bekämpft hat, wir sind doch immer wieder zu« sammengekommen und haben in voller Eintracht gewirkt, denn uns alle beseelte die tiefe Ueberzeugung von der Notwendig. keit der Einheit der soziakistischen Bewegung. Wenn wir heute auch Bestrebungen sehen, die vorgeben, den Sozia- lismus zu wollen, die aber nur von wütendem chatz gegen die So- »ialdsmokratie erfüllt sind und alles tun möchten, um ihr Schwierig- keilen zu bereiten, so wird das alles weder unsere Partei noch die Entwicklung im Sozialismus aufhallen, mögen jene auch noch so sehr zur Freud« der Kapitalisten arbeiten Unsere Partei hat Jahre der schwersten Derfolgungen durchgemacht, sie hat alles überwunden. Lesen Sie in Ianaz Auers Schrift..Nach zehn Jahren!' welchen Opfermut unsere Genossen damals ausgebracht haben! heuke sind wir eine mächtige Partei der Zahl und der Ge. schlosieubeik nach. Alle Schwierigkeiten können unseren Kampf nur stärken. Zn dieser Gewistheit begehe ich heute meinen SO. Ge. burkstag. Ich hätte nie geglaubt, daß ich ihn erleben würde, desto größer ist meine Freude an unseren Erfolgen, an unserem Kampf, an dem Fort- schritt der Entwicklung und unserer ganzen Bewegung. Bleiben wir Zusammen, wie wir sind. Ich hoffe, so lange ich noch zu leben habe. merde ich so kräftig bleiben, um gemeinsam mit euch zu kämpfen für unsere große Partei! In einer berzlichen Ovation gaben die Versammelten ihrer Be- wegung über die unzerbrechliche Begeisterung und den jugendlichen Kampfeswillen unseres alten Vorkämpfers Ausdruck. Glückwunsch an Vernsiein. Telegramm des Reichskanzlers. Der Nekchskanzler hat an Eduard Bernstein sol- gcndes Glückwunschtelegramm gesandt: „Zu Ihrem 80. Geburtstag sende ich Ihnen zugleich im Namen der Reichsregieruna meine herzlichsten Glückwünsche. Ihr politisches Leben ist an Arbeit und Erfolgen außergewöhnlich reich gewesen. Lliisqerüstet mit Kenntnissen aus den verschiedensten Gebieten der Wissenschaften und dabei immer wieder auf der Suche nach neuen Erkenntnissen haben Sie Ihr« Erfahrungen in der Praxis des politischen Lebens zum Wohle des deutschen Volkes verwertet Ich gedenke heute ganz besonders Ihrer langjährigen Tätigkeit im Reichstag und der Verdienste, die Sie sich in der Zeit der Vvlksbeaustraflten als Berater des S ta a f s sekr etä rs im Reichsfchatzministerium erworben hoben. Ich wünsche Ihnen für den Abend Ihres Lebens weiter Gesundheit und Schaffenzfreude.' Glückwunsch der sozial'ffischen Kammerftaktion. Parts. 6. Januar.(Eigenbericht.) Die soztalisttscheKammerfxaktion hat an Eduard Bernstein folgendes Telegramm gerichtet: „Dem unermüdlichen Kämpfer für den internationalen Sozialist mos und den Frieden, dem Schriftsteller und Denker sendet die sozia- listisch« Fraktion der französischen Kammer die herzlichsten Glück- wünsche zum 80. Geburtstag«.' Gegen Mussolini und das Königspaar. Neue Spihelbehauptvngeu der pariser poli»ei. Paris. S. Januar.(Eigenbericht.) Das Pariser Abendblatt, die �Libertä'. das traditionelle Sprach- rohr der Pariser Polizei, wartet am Montag mit einer neuen Sensation über die angeblich antifaschistische Ber- j ch w ö r u n g auf. Es soll sich gar nicht um einen, sondern gleich um zwei Ättentatspläne handeln. Der erste Plan sollte gegen die italienische Pölkerbundsdelegation in Genf und der zweite gegen das belgische Königspaar gerichtet sein. Mit der Durchführung des Attentats gegen hie italienische Völkerbunds- delegation sollen Tarchiani und Sardelli betraut gewesen sein, mit der Ermordung des belgischen Königspaares, die während der Durchreise durch die Schweiz erfolgen sollte, die Organisation der belgischen Antifaschisten, die angeblich mit den Pariser Antisaschisten in stetiger Verbindung waren. Außerdein behauptet die„Liberte', die Kriminalpolizei habe bei einem Komplicen des verhafteten Anti- iaschisten einen Briefwechsel mit dem in Thikago lebenden italienischen Emigranten S p a d a gefunden, aus dem eindeutig Hervorgehe, daß Spada mit der Pariser Gruppe in Kontakt ge- standen und bei«iinem Chikagoer Anarchisten eine Höllen- Maschine bestellt habe, mit der man das Völkerbundzgebäud« in die Luft habe sprengen wollen. Die„Enthüllungen" der reaktionären„Libertä'. die seit jeher mit dem Faschismus kokettiert hat. sind selbstverständ- lich mit großer Vorsicht aufzunehmen. Sozia�demokraiie für Kolonialfreiheii. Mossenverhastungen in Holiändisch-Indieu. Amsterdam, S. Zanuar.(Elgeabertchl.) Nach offiziellen Milleilungeu der indischen Regierung in Latavia wurde« insgesamt 100 sühreade Persönlichkeiten der indonesischen Nationalparlel in Schuhhesl genommen, darunter der gesamte chauplvorstand. Eine nähere Erklärung will die Re- gierung am ls. Januar anlaßlich der Eröffnung des Volkstages abgeben. Der Parieivorstand der sozialdemokratischen Ar- beiterpartei richtete wegen der eingeschränkten politischen Bewegimgsfrrtheit in Ind ones ie n ein Schreiben an die nieder« ländisch« Regierung, worin darauf hingewiesen wird, daß das gegen. wärtige Vorgehen der iichiichen Behörden gegen die indonesische Nationalpartei dieser jede össontliche politische Aktion unmöglich mache. Indonesische Beamte bei Polizei, Heer und Flotte würden für den Fall der Mitgliedschaft in dieser Partei mit Entlassung bedroht. Dieses Austreten habe auch bei denjenigen indonesischen Gruppen, die bisher noch.zu einer Zusammenarbeit mit der nieder- ländischen Regierung bereit waren, das größte Rißtrauen hervorgerufen. Die Sozialdemokratis fordere daher van her Regierung Auf- llarung. Die niederländische Sozialdemokratie spricht dem Per- antwortungsgesühl der Vertreter her indonesischen Polksbeauftragten chrt Anerkennung ma,■.. Hannover, 6. Januar.(Eigenbericht.) Am 22. November wurden au» einem wagen der Drahtseilbahn in Blankenburg 7 5 0 0 Mark Lohngelder der Braun- schweizer Harzkalkwerke gestohlen. Alle Ermittlungen der Krimwalpolizei blieben ersolglo», bl» jetzt bei der Kriminalpolizei in Hannover die vertrauliche Mitteilung einging. daß der Bezirksleiler der SPD. Haas Manowflt in Hannover den Lohngeldraub ausgeführt habe. Manowski wurde beobachtet: er macht« verschiedene Ausgaben und Neuanschasfungen. die feinem Einkommen nicht entsprachen. Schließlich wurde er festgenommen und legt« bei seiner Vernehmung ein volles Geständnis ab. Er gab als Anstifter zu der Tat den Vorsitzenden der SPD. in Blankenburg, Franz Slomberg, an. Von den 7500 Mark DohugÄderu will Mqnawskl 000 Mark behalten und 400 Mark an Slomberg abgegeben haben, während die restlichen bS00 Mark noch am Tatort vergraben seien. Die hannoversche Kriminalpolizei veraulaßte durch die Blankenburger Polizei die Festnahme Klombergs. der aber jede Be- keillguog au der Tat leugnete und auch kein Geld erholten haben will. Bet einer Gegenüberstellung von Manowski und Klomberg leugnete Slomberg weiter. Zm Verlans der richterlichen Vernehmung wiederholte Manowski sei« Geständnis: daraus wurden beide iu Untersuchungshaft genommen. Später wurden sie an den Tatort geführt, um die Stelle anzugeben, wo da» Geld vergraben sein soll. Die Suche verfies ergebnislos. Es ist wahrscheinlich. daß Manowski gleich nach der Ausführung der Tat de« Gesamt- betrog mit nach Haanover genommen hat. vi« gesamte Lohnfumme, die in einzelnen Lohntüten verstaut und w Packpapier eingewickelt war, wog 25 Pfund, so daß ihr Transport in einem Rucksack keine große Belastung für den Täler war. Die Eiseabrechstang«. mit der Manowski da» Schloß de» wagen» tu der Fahrt ausgebrochen halte, tst in der Nähe de» Tatorte» bereit» gefunden worden. « Von eiitem kommunistischen Funktionär wird dem Hau. noverschen„D a l k s w i l l e' noch mitgeteilt: Die Herrschasten im Parteihaus der KPD. in Hannover haben entschieden Pech. Eine ihrer stärksten Stützen, der Herr Gausekretär des NFP., genannt der„Rote General von Niedersachs«»', ist verhaftet Die neue Wunderraffe in der*OA3". Propaganda für die Internationale des Faschismus. Während sich Alfred Fabre-Luce um die Verständigung des liberaleren ftanzösischen Bürgertums mit dem deutschen bemüht. spezialisiert sich sein Letter Robert darauf, du deutschen und französischen Faschisten und Faschistenfreunde miteinander in De- rührung zu bringen. Die„Deutsche Allgemeine Zeitung' öffnet ihm zwei ihrer Spalten, damit«r sich dptt Über die Frage verbreiten kann:..Was kann Europa vom Faschismus erwarten?' Der franzö- fische Baron erzählt dabei, daß die Söhne bürgerlicher Familien ihm den Sinn des Faschismus mit den Worten erläutert hätten:„Er ist das Bürgertum, das sich verteidigt.' Ihm. dem fran- zösischen Bücgeraristokraten. erscheint allein Italien als das Edle in Europa, neben dem vielleicht nur noch Ungarn zu nennen tpär«. Van dem deutschen Nationalsozialismus meint«r. er könne den Auftakt zu einer dem Faschismus ähnlichen Tat bilden,„ujenn er intellektualisiert würde': die von ihm geliebten heutigen Italiener nennten sich Schüker Nietzsches, der da? Signal gegeben hast« für den großen Kampf,„durch den sich langsam und zähe ein« neue Wuicherrasse heranbilden wich'. Jeder Faschist setze einen gewissen Stolz darein, zu zeigen, daß er den früheren deut schon Staat nochzumachen und in seinem Sinne besser zu machen verstanden hott«. Deutschland werde sich mehr und mehr zu einer revolutionären Auffassung durchringen müssen, um einen Damm aufzurichten gegen den immer stärker um sich greifenden Sozialismus und Kominunismus. Schließlich beißt es: Wir halten deshalb fest an Italien, weil es dep Urteim der europäischen Gesundung ist. Es tut bitter not. daß wir uns be- sinnen: denn der Mensch, der auch nur drei Jahre im Auslande war und jetzt wieder nach Berlin zurückkehrt, muß mit Schrecken wegen gemeinen Lohngeldraubes. Arbeitergeldec hat der große Revolutionär gestohlen, und. das fei mit aller Schärfe betont. nicht zum erstenmal. Herr Manowski war hier 1923 bis 1929 Gausekretär des RFB., gleichzeitig Mitglied der Bezirksleitung der KPD. Er hat es fertig- gebracht, für den RFB. trotz hoher monatlicher Zuschüsse der Bundesleitung bis zum Jahre 1928 vier, bis fünftausend Mark Schulden zn machen, die bis heute noch nichi bezahlt wurden. Obwohl die Mitglieder des RFB. dauernd gegen M. Sturm liefen, und besonders in Hannover fast keine Mitgliederversammlung statt- fand, in der nicht die Entlassung Manowstis gefordert wurde, blieb M. bis März 1S29 Sekretär des RFB.. allein durch den Willen der Buvdesleiwng der KPD. Jeder, der dagegen war, wurde ausgeschlossen, ja, ganze Abteilungen(z B. in Linden) wurden aufgelöst, nur damit M. bleiben konnte Natürlich hat M die viertausend bis fünftausend Mark Schulden nicht etiva für den RFB. gemacht: sondern alles Geld für sich verbraucht. Die gesamten Einnahmen de» Bundes hat er lediglich, wie immer wieder festgestellt wurde, für sich verbraucht. Soweit sie nicht als Gehalt verbraucht wurden, gingen sie al» Fahrgeld und Spesen drauf. Buchführung gab es nicht, all« Abrechmingen bestanden aus losen Zetteln. Man kann sich denken, daß dies Leben auf Kosten der Arbeiter Herrn Manowski ausgezeichnet bekam, und darf sich nicht wundern, daß er nun, als diese Duell» versiegt war, sich auf andere Weise Arbeitergelder verschafft. Auch hierfür ist die Bezirksleitung der KPD. miweront- wortlich zu machen. Bereits Ausaug 1929 hat Herr Manowski tn der Gausührer- sitzuug de» RFB. den Vorschlag gemocht, zur Finanzierung de» RFB. die Lohngelder aus der Drahtseilbahn zu hole». An dieser Sitzung nahmen u. a. teil der Herr Parteisekretär Möller-Richthofer und Herr Bürgervorsteher S o d a t, Keiner der Herren hielt es für notwendig, etwas dagegen zu äußern, sondern sie stimmten leider ausdrücklich dagegen, als von anderen Mitgliedern aus diesem Grunde ein Antrag auf sofortige Entlassung des M. eingebracht wurde. erkennen, wie weit die Verwesung inzwischen um sich gegriffen hat. Es ist nicht gerade hübsch von der„DAZ.'. daß sie einem Artikel Raum gibt, in dem von der Verwesung Deutschlands die R de Ist. Wenn ein /Deutscher so etwas sagte, wäre es eine mehr als lieblose Kritik von Heimat und Vaterland. Hier ober darf»in „fremdstämmiger Ausländer' sich derart äußern Das ist eine nicht mehr zu überbietende nationale Würdelosigkeit. Die Synipathien der„DAZ." gehören eben nicht mehr der„Volksgemeinschast'. Diese wird viglmshr von ihr beschimpft—. hier ist die„Volks- gemeinschaft' nicht einmal mehr als Phrase vorhanden. Geht es um den Geldbeutel, geht es um die Verteilung des Sozialertrage». so ist jeher Bundesgenosse gegen den Ausstieg der eigenen Volks- genossen willkommen und man liebäugelt nur mit dem, der die eigene Nation verachtet. Heber diese Gesinnung kann mir eines forttröstcn: die Gewißheit, daß Faschisten und Faschistenfreunde samt„DAZ." die Elemente in Deutschland sind, die den Geruch der Verwesung um sich verbreiten. vom Ministersessel ans die Anwa'.tsbank. Der frühere Justiz- minister Car. der in dem durch die Ministerpräsidentschast Bartels' abgelösten Kabinett einer her schärfsten Vertreter des onlipartamenia- rischen Kurses war, scheidet aus dem Staatsdienst aus. Bei der Warschauer Anwaltskawmer ist ein Gesuch Cars um seine Wieder- aufnähme in den Gtqnd der Rechtsanwälte eingegangen, dem er früher angehört hat. Durchgangxnerkehr nach Wladiwostok. Wie die Leitung der Ost- chinesischen Eisenbahn mitteilt, sind die Vorbereitungen zur Eröffnung de» Durchgangsverkehrs nach Madiwostak beendet. Chorbiner Exporteure bestimmen deshalb van ihnen gecharterte Dampisr nach Wladiwostok anstatt nach Dairen, WERTHEIM a�enw- Leipziger Str.(Vereand-Abt) Königstraße Rosenttialer Str. Moritzplatz �9 M M �6� MMMMwM'MMWMWMWMM Große tk.mts&rß***' Preisherabsetzung—- Beginn 2. Januar I45 Div. Posten Kleiderstoffe Baumwoll-Musseliiv Pullover-Velour# Kleider-Tweed l*>*t n. 1«* ft A n.'•** Meier W W Pf. Meter W Pf« Meter Div. Posten Seidenstoffe Damassd, Kunstseide kunstsd.Crfipede Chine reinsd. Taffef, kariert Meter 95 M. C 1«!*" 3 50 Div. Posten Damen-Mäntel 1975 sr 39 h s,r 49 h Div. 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Beilage des Vorwärts Dienstag, 7. Januar 4930 Neubauten an der Potsdamer Brücke Zu einem DsrkehrspunN«rften Rsnges rfi in ben letzten Jahren die Straßenkreuzung an und auf der Potsdamer Brücke oufgeftiegen. Der Doppsloerkehr im Zuge der Potsdamer Araße und die f> cr oorbeiführcnden, stets stark fre- quentierten Einbahnstraßen am Schöneberger Ufer und der Königm» Zlugufta-Straße stehen dem Riesen- verkehr am Potsdamer Platz nur um treri-ges nach. Der steigenden Bedcu- tung als Verkehrsknotenpunkt ent- sprechend haben sich auch die Bauten rings um die Potsdamer Brücke mo- dcrit;f;trt Mit dem veralteten Fas- sodenschmuck murde aufgeräumt.„Fas- s.iden zu'Reklamezroecke zu vermieten" ist das Schlagwort, dem die glatten Streifen zwischen den Fensterreihen beredten Ausdruck verleihen. In bun- tin Riefenbuchstabcn' werden nachts den Passanten die Namen einiger Weltfirmen eingehämmert, di« chnen sowieso schon von Kindesdeinen vertraut smd. AK imposanter S ck b a u erhebt sich das kürzlich vollendete Verwaltungsgebäude van Loeser u. Wolfs an der Potsdamer Straße und dem Schöneberger Ufer. Ein moderner Eisenskelettbau mit Heller Sandsteinsassade. eigener Kraftstatron und sonstigen technischen Neuerungen wird dieser Bau der Nachfolger für das alte Gebäude am Alex anderplatz, das 6t) Jahr« zu Berwaltungszwecken diente und durch die Untergrundbahnballten der Spitzhack« zum Opfer fiel. Interessant ist, daß ein richtiges Alt-Berliner Zimmer, das«inst der aus der Goethe-Zeit bekannte Komponist Boelcke r bewohnte, originalgetreu aus dem alten Haus am Alexarcherplatz in den Neubau übertragen wurde und schon äußerlich durch An- bringung eines„goldenen Daches" ausgezeichnet wurde. Gegen ihr« moderne Umgebung wirkt die erst 1S98 gebaute Potsdamer Brücke mit den überladenen Brückengeländern recht oltoäterrjch. Naächenklich bücken die Schöpser moderner Technik, wie Gauß. Siemens, Hclmholtz und Röntgen, deren Standbilder die Brücke .zieren, auf die primitiven Versuchsobjekte in ihrer Hand hernb. Beschluß des Magistrats. Die Liste der sofort stillzulegenden Bauten. De« Magistrat hat in seiner Sitzung am Sonnabend die Stillegung folgender Bauten beschlossen: 1. Zentrale Hochbandepntation.> l. Bad Müggelsee. 2. Beck» Daansee. 3. Bauausstclluug. Hebet die 3 ouausfielloug ergehl noch besonderer ZNaglstratsbeschluß. 2. Bezirksämter. 1. Bezirksamt Mitte: Bad Gartenstraße. Endgültige Eick- schetduug ist noch vorbehalten. 2. Bezirksamt Tiergarten: Dikloria-Fachschnle. Krankenhaus Moabit. 3. Bezirksamt TSeddkug: Verwalkuugsgcbände. Endgültige Entscheidung ist noch vorbehalten. 4. Bezirksamt Friedrichshai»: Rönkgcahaus. Turnhalle Rüdersdorfer Straße. S. Bezirksamt Yhartotten- bürg; Obdach. Sammluer Straße, Erweitorvngsbau der Friesen- Realschule, RSnlgcuhaus im Krankenhaus Westend. U. Bezirks- amt Spandau: 2. Hilfsschule. 7. Bezirksamt Wilmersdorf: iiendurhota. Volksschule Schwargendars. 8. Bezirksamt Zehlen- dorf: Beamten wohuhaus Reichsbahn. Bedürfnisanstalt Spandaucr Straße, Sporkplatz Spandaucr Straße. Die Schule am Siebcueudcn- meg kann im Rahmen der vom Magistrat bereits freigegebenen Mittel soweit fertiggestellt werden, daß zehn Slasseuräumc in dieser Schul« in Benutzung genommen werden können. 9. Bezirksamt Schöneberg: Stadtbad. 10. Bezirksamt Tempelhof: Umbau Friedhofsgebäude. 11. Bezirksamt Neukölln: Trcppcnanlage Sportplatz. Obdach. Die Inbetriebnahme des Obdachs wird bis zum tS. November 1930 zurückgestellt. 12. Bezirksamt Treptow: 4-/5. Volksschule Lanmschulenwcg. 12. Bezirksamt Köpenick: Küchengebäude Pferdebacht. 14. Bezirksamt Lichtenberg: Schulen Schlichl-Allee, Entbindungsaastali, Altersheim Diesdorf. IS. Bezirksamt Weißensee: S. Volksschule. Umbau des Ge- säagnisses. IS. Bezirksamt Pankow: Schule in Luch. 17. Be- zirksamt Reinickendorf: Volksschule Wittenau. Tuberkulose- Pavillon Nachdem die Berliner organisiert« Bauarbeiter- schuft, vertreten durch den Deutschen Baugewerksbnnd, in Gemein- schaft mit dem Bund der technischen Angestellten und Beamte« ihre warnende Stimme gegen das Stillegungsprogramm der Stadt Berlin erhoben hoben(stehe„Der Abend" vom 6. Januar 1930), protestieren setzt auch die Bauunternehmer gegen die Aus- Wirkungen des Sparerlafles. Der„Verband der Bauqeschäste von Groß-Berlin1 Polizeirevier war aämlich die Meldung eingelaufen, daß sich auf der Wache ein Mann befinde, auf den die Beschreibung des Ve>- mißten passe, der sich ober beharrlich weigere, feinen Namen z» nennen. Dem Beamten«inet Streife war der Unbekannte aufgc fallen und er vermietete, daß es Becker sei. Als er Ihn nach Namen und Adresse fragte, bekam der Schupobecmrte eine ausweichende Antwort. Das bestärkte den Polizisten noch in feinem Glauben daß er den Gesuchten vor sich habe und er nahm ihn kurzerhand mit zur Wache. Man benachrichtigte Angehörige Beckers und ein Neffe von ihm erschien alsbald auf der Wache, der sogleich erklärte. daß der Mann nicht sein verschwundener Onkel sei. Wer der seit- same Kauz ist, konnte bisher muh noch nicht ermittelt werden. Grüna« erhält Berliner Gas. Vom 2. Januar 1030 ab wird der Berliner Onslell Grünau durch die Berliner Städtische Gaswerke Akt.-Gei bereits mit Gas versorgt. Mit der bisherigen Lieferantin des Gases, der Gasbetriebsgesellschaft A.-G., ist im Wege des Gebiets austaufches ein« Vereinbarung aetroffen worden, dimch welck.e sie di« Gasverlorgung einiger Ortschaften außerhalb des Berliner Stad:- gebietes. die bisher von der Berliner Städtische Gaswerke Akt.-Ges. geschah, übernimmt, während die Berliner Werke nunmehr das zur Stadt Berlin gehörige Grünau ,zu den üblichen Oki:-llc}enmep- bedingungen versorgen. Jlfttixi* Joao Romao begnügte sich nun nicht mehr damit, seine Waren von einheimischen Grossisten zu beziehen. Er lernte die Vorteile, direkt aus Europa zu importieren. Statt zum Beispiel Wein flaschenweise zu kaufen, bekam er ihn jetzt in Fässern aus Portugal, und die übliche Beimischung von Wesse? und einheimischem Rum ermöglichte es ihm, das vor- teilhafte Wunder zu vollziehen und aus einem xzatz zwei zu machen. Butter und Ääse kamen direkt von den Bauernhöfen, und auch alles andere wurde von Produzenten bezogen. Joao hate eine große Abneigung gegen Mittelmänner und Kommissionäre, aber er überwand dies Vorurteil so weit, daß er einige seiner eigenen eingeführten Waren anderen Kauf- leuten, die in kleinerem Maßstabe Geschäfte betrieben, mit anständigem Berdienst überließ._ Aeußerlich hatte sich sein Unternehmen sehr verändert. Die„quitanda" war aufgelöst worden, denn beim Gemüse- Handel war wenig zu verdienen, und das Restaurant nahm alle Erzeugnisse des Gartens in Anspruch. Nach hinten hin- aus wurde neben der Küche ein Schuppen gebaut, der als Schlafraum diente, und das frühere Schlafzimmer wurde mm Laden hinzugenommen� Das war jetzt ein richtiger Basar. wo man alles bekam, laicht nur Eß- und Trinkbares, sondern allerhand sonstige Artikel— Küchengeräte, Teller, Bureau- waren, weite Üeberziehhosen, gedruckte Kattune, garnierte Strohhüte, billige Parfüms und Seifen, seidene Taschentücher, auf denen sentimentale Verse gestickt waren, jmvelenae- schmückte chaarkämme, herrliche Ringe und Ohrgehänge, die letzteren zu erstaunlich billigen Preisen. Und immer war der Laden voll. Das Geschäft blühte, und to'•———■-t— /ck------ O lajmaaeno in uet» Uiucii 4*uw,m oerotaa�iun, ju welchem zahlreiche Pfeifen, der Bratendunst vom Fisch und ei« halbes Dutzend Oellampeu beisteuerte». Joao Romao versorgte sie in jeder Beziehung, diente ihnen sogar im Notfall als Bankier, wenn irgendein Unglück- licher vor dem Zahltag leere Taschen hatte. Und das war ein so alltägliches Ereignis, daß nur wemge Arbeiter ihren Lohn ausbezahlt bekamen, ohne einen Test bei dem haushälterischen Portugiesen zu lassen. Der Zinsfuß betrug acht Prozent monatlich, das war höher als in den Lechämtern, aber worauf Joao die Freunde, die er unterstützte, hinwies, er vertraute ihnen ja, während der Pfondleiher ihnen ihre Uhren ab- verlangte. Im selben Maß. wie sich das Mietshaus vergrößerte, rissen sich die Leute darum, einzuziehen und warteten nicht einmal, bis die Farbe getrocknet war. Es lag für Arbeiter in der bequemsten Gegend Botafogos. Besonders beliebt war es bei den Leuten vom Steinbruch, deren Arbeitsfeld sich ganz in der Nähe befand. Miranda kochte vor Wut. „Eine Mietskaserne!" schrie er außer sich.„Eine Miets- kaserne! Verdirbt mir dieser Schenkwirt mit seiner dreckigen Mietskaserne da vor meinen Fenstern mein ganzes Haus." Er machte seinem Zorn Luft, schwor Rache und beklagte sich bei der Obrigkeit über die Wolken von Staub, die sein Haus belagerten, über den höllischen Lärm der Maurer und Zimmerleute, deren Hämmer und Meißel vom frühen Morgen bis zum späten Abend rumorten. Aber sein Aerger störte in keiner Weise die Fortschritte der Siedlung, deren massige Einzelabteilungen eine noch der anderen die Köpfe erhoben, wie Soldaten in festgeschlossener Reihe: direkt von der„venda" bis beinahe zum Hügel hin. dann mit einer Biegung nach links bis hinunter zu dem schmalen Streifen hinter Mtranda« Haus, wo st« jäh abbrach. Das fertige Gebäude umschloß-inen rechteckigen Raum, auf den all die Häuser blickten und der den gemeinsamen Hof der fünfundneunzig zusammengezwängten Wohnungen bildete. welche den sichtbar gewordenen Traum von Joaos Dasein vor- stellten. Dem wütenden Miranda erschien das Gebäude wie eine Riesenschlange aus Mörtel«nd Stein, die bereit war, ihn bei der ersten besten Gelegenheit zu verschlingen. Also beeilte er sich, seine Mauer zu errichten. „Je«her. je besser." stammalte«. �Ker Teufel P im- staube nud kommt noch direkt so mün fimm tibvibt' Als alles fertig war, machte sich Joao Romao daran, zwischen seiner Besitzung und Mirandas Grundstück eine hohe Ziegelmauer zu bauen, die sich bis zur Straße hinzog, wo st' in einem luftigen, gewölbten Vorbogen endete, den eine fest- liche Lampe aus buntem Glas erhellte und über dem zu lesen war: sao Romao-Siedlung. Wohnungen zu vermieten. Dito Waschwannen. Die Häuser wurden monatweise, die Waschwannen tageweise vermietet, beides nur gegen Vorausbezahlung. Die Wannen waren in Wirklichkeit kleine, steinerne Becken mit vorne schräg abgeplatteten Rändern, die als Waschbretter dienten. Jedes'wurde zu einein halben„Milreis" täglich einschließlich Wasser vermietet, und Seife bekam man in Joao Romaos Laden. Die Hausbewohner wurden beim Gebrauch der Kübel bevorzugt und durften sie kostenlos benutzen. Der Ueberfluß an Wasser und der reichliche Raum zum Wäschetrocknen im Hof verschaffte den Becken sofort große Beliebtheit, und die Wäscherinnen kamen von weit her, um unter so günstigen Bedingungen zu arbeiten. Und im Augenblick, wo sich dos Gerücht oerbreitete, eine der kleinen Woh- nungen oder aach nur ein Zimmer mit einer einzigen Mo- rratze wert»« frei, wurde Joao Romao von wartenden Mietern bestürmt. So entstand eine große geräuschvolle und unruhige Wäscherei mit einem Netz von Wäscheleinen. Zu jedem Häuschen gehörte ein Stück Land mit Gemüse und vielleich: einer Blume oder Pflanze— kleine Flecken Grün, welche sich von dem glänzenden Meer trocknender Wäsche, die im Sonnen- licht simkelte, und von der grauen Reihe der Steinbecken ab- hoben, wo überall fleißige Waschfrauen einseiften, rieben. spülten und wrangen. Der Hos mar feucht und schlüpfrig: überall Schmutz und Schlamm, und die Luft war ständig mit Seifendunft erfüllt. Aber hier, mitten in dieser Umgebung, begann sich die klein« Welt zu regen, zu wachsen und sich zu entfalten— etwas Lebenldigse. das hier geboren zu fein und hinzugehören schien. etwas für sich, eine Generation, die aus dem. Schlamm der Mietskaserne eytsprvssen war und sich eben diese Mietskasern.' ganz und gar zu«gen machte. (Fortsatzvng folgt.) Tscherwonzenfalscher vor Gericht. Karumidse und seine völkische» Freunde. I?S WM!»gleicht die qualvollste Verhandlung, di« man ie in lWondst eslefci hpt. Der Dolmetscher ließ bald die Frage des Vorsitzenden, bald die Antwort des Angeklagten unter den Tisch fallen oder überfetzte sie in einer Weise, daß ihr Sinn uiwcrständlich blieb. Nach der Pausp wurde die Sack)« trotz des zweiten Dal metschers, des Berichterstatters der„Deutschen Zeitung", doch nicht besser. Der.sterr spielte sich gewissermaßen als Kommentator aus, und so hatte man neben einer schlechten Ilcbcrsctzung einen nicht viel besseren Kommentar. Gibt es denn in Berlin wirklich bei dem großen llcbersluß an Russen nicht«inen erfahrenen Dolmetscher? So manche pathetische Perle, die Karumids« seiner aufopfernden Tätigkeit in dem Kampf um Georgiens Freiheit widmete, so manches lvtfrt der Verteidigung, da» er seineu völkisch« Freunde», zu schuldeu glaubte, siel unter deu Tisch. Nun sollten sie all«, ja selbst Schneid e r, der die Noten druckte gewußt haben, daß die Tscherwonzen in Deutschland fertiggestellt werden. Der-Vorsitzende meinte mit Recht:„Sie haben ja früher gesagt, daß.Sie in die Fälschungen eingeweiht waren. Es ist nämlich sehr toichtig, ob Sie wußten�, daß sie in Deirtschtold gedruckt werden." Ebensowenig wie apf diese Frage erhielt man auch auf die andere Frage Bescheid: o.b die Angeklagten irgendeine» Bortcil gehabt haben. Die internationalen politischen Zu- sanimenhänge-will Karunüdse erst im späteren Verlaus des Pro zesses ousfährlich schildern. Vorläufig nannte er den Namen ch o f j- mann nur so ganz beiläufig. Auch streifte er die englisch«, Geld- quellen nur so ganz nebenher. m . Roch der Pause wurde Hie Verhandlung erst interessant. Der Vorsitzende bemühte sich, d-ie Teilnahme der einzelnen deutschen Angeklagten an den Geldfälschmigen festzustellen. Wußte Weber, daß in der Münchencr Druckerei'Tscherwonzen gedruckt wurden? chat er das Wasserzcichcnpapier gefchen? Das crftere verne nte Karumldse. Die zweite Frage beantwortete er mrt einem„Ich glaub o. ja." Im gai�zen wurden in der Münchens? Druckerei tZOOO Cin- T scher man«z-Noten gedruckt, von dcmm 14000 brauchbor Waren. i2QC)0 von diesen 14 000 wurden nach Sowjetrußland hinübergcschmuggelt, im gatzzcn übergab Karmnidse an Schneider 4000 bis 5000 Bogen Wasserzeiche npopi er. Als dann das gleiche Wasferzeick>«npop!« in Paris auftauchte, bekam Karu- midse Angst, daß seine Feinde hinter seine Tätigkeit kommen könnten, er verlegte sie deshalb nach Frankfurt o. M. Das Papier be- stellte er bei der Firma Tetting und brachte es zeitweilig beim .Buchhändler Böhl« unter. Sadathieraschwili betätigt« sich in Frankfurt unter dein 'Nmnen Schwärz, Schneider führt« sich in der Druckerei Schmidt unter dem Nomen Müller ein: man benahm sich äußerst konspirativ. Die Aussagen des Angiklagtsn über seine Beziehungen zu seinen vblkst�eu Krcunden.sind derart unbestimmte daß der Oderstaats- anwilt V 2 e tz.l alt- die.. Perlesu ng der UistechuchungeptökLkoll« des Werfüchüngsrichters.beantrag, Die Verteidigung erhebt dagegen" Cmsprüch, indem sie sich auf die schlechten Ucbersetzüngen' bekust. Jedenfalls versucht Karumidse, seine Aussagen unter diesem Vor- wqnde abzuschwächen. Als äußerst interessante Figur entpuppt sich der Angeklagt« Bell, der übrigens von einem Münchener Gericht wegen Spio- nage verurteilt worden ist. Karumidse lernte Bell in München gelegentlich einer Gesellschaft beim Maler K o u r s e l kennen, drei Wochen vor der Reise' des Generals ch offmann nach London. Bell interessierte sich sehr für die Ukraine und Laukasien: aus der Unterhaltung ergab sich die geschlossene Stimmung sämtlicher Herren für die Bekämpfung des Kommunismus in Rußland und des Bol- jchewismus in Deutschland. Bell, den er als„deutschen Patrioten" kennenlernte, stand auch mit der Reise. des Generals Hoffmann nach London in Verbindung und spielte später den Mittelsmann zwischen dem Angeklagten Karumidse und der Gruppe, der er an- gehörte. „W a s wa r das für eine politische Gruppe?" fragt der Vorsitzende.» „Fragen St« doch Herrn Bell," erwidert Karumidse. Karumidse brauchte Geld. Er wandte sich an Bell. Dieser fuhr mit ihm nach Berti» zu ErHardt. Es gab aber doch kein Geld.„Wieviel brauchten Sie", fragt der V v rfi tz e n d e.—„13 000 Mark."•—„Haben Sie nicht einfach an Ähre Pariser Freunde schreiben können, daß Sie Ihnen die .lumpigen 1Z 000 Mark schicken? Vielleicht hätten Sie gleich 130 000 Mark, bekommen!" Karumidse verschasste sich 6000 Mark bei seinen Freunden, 4000 Mark erhielt er von dem berüchtigten Vermont Awalofsz als er eines Tages Bell traf, machte ihm diefsr Vor- �türse„daß er ihn gar nickst wegen des Geldes in Anspruch nehme. Karumidse hatte ihm gerade den Vorschlag gemacht, als Agent des Georg ischen.Freiheitskomttees nach Trope- zuni zu gehen. Und siehe da? Kurze Zeit darauf zeigte ihm Bell einen Kreditbrief auf 630 Psund, zahlbar in Kon- stantinopel.?liit diesen, Geld sollte Bell im Austrage des Freiheits- lomitees sein Amt antreten. Wie war aber Bell zu dem Kreditbrief gekommen? Sa da- thieraschwili hatte nämlich Karumidse um 1000 Ein- tscherwoncz gebeten, um sie mit Bell noch Rußland zu schmuggeln. Bell kam nach München, halte sich die Tscherwoneznoten oon S„ deponierte sie als Sicherheit bei dem Bankhaus >--'0 e ß u. S t r o b e l und erhielt darauf 13000 Mark. Karumidse erklärt, daß er in höchste Aufregung gerate» sei. als er von der Deponierung der Tschsrwanzennotc» erfahren habe. Er fei sogar Bell»ach Sofia»achgesahrcn und von dort nach Philippopel. Nicht weniger bestürzt sei er gewesen, als er hört«, daß Becker Tscherwonzennoteu in Berlin abzustoßen var- s u cht habe. Es wäre ihm nie eingefallen, etwas Derartiges zu i.un. da ja die ganze groß angelegte politische Aktion auf diese Weise Pchährvet werden tonnte. Es sollte» iL» erHaupt ferne Tscherwonzen »ach Deutschland oerhreuet werde»; sie rpaxm einzig und r-Ns-i» far Rußland bestimmt. Bell habe sicherlich nicht zqoeckAi. daß sie in Deutschland gedruckt würden, da er, RmtUwidfe. kenofm Menscheu etwa? davon gesagt habe. Va-rstt JtSb haben aber in der Vorimterfuchung gesagt daß «st den D emschen Dr. jP-ber. Schneider. Bbhle und Bell i» die Fotschgeldstchrikation eingeweiht gcwesen war«»." „Ich habe nicht gesagt„eingeweiht", das ist eine falsche Veber- setzung. Ich habe gesagt:„h i n z u g e z o g e n".' Der Vorsitzende bemüht sich, ihm den Unterschied klarzumachen; die Aussagen des Angeklagten bleiben aber nach wie vor aus- weichend. Wer hat die Falschmünzerei finanziert? fragt der Vorsitzende.—„Es waren die Freunde der gemein- famcn Sache, die die Mittel hergegeben haben."—„Wer waren diese Freunde?"—„Ich kann die Namen nicht nennen. Vielleicht haben sie den letzten Pfennig hergegeben. Ich bin verpflichtet zu schweigen." Der Oberstaatsanwalt will wissen, ob Karumidse Geld für seine politisch« Tätigkeit bekommen hat.—„Ich habe keinen PfemÄg erhalte», auch kern« Tagesgeld«-. Ich will offen spreche« Unsere Maßstäbe sind ganz verschieden. Dom europäischen Standpunkt mag es unbegreiflich erscheinen, daß man alles für seine polt- tische Tätigkeit opfert. Aber wenn man das im Kampf mit deu» Zarismus getan hat, so noch mehr im Kampf« mit dem B Äsche- wismus." „Wer wovon haben Sie gelebt? Sie habe» doch Reisen unter» nonnnen und in den teuersten Hotels gewohnt."—„Ich habe Geschäfte gemacht."—„Was für Geschäfte?"—„Ich bin Vermittler gewesen in Wolle, Flachs und Fellen." Es folgen leicht ironische Fragen des Vorsitzenden und ebenso leidenschaftliche wie ausweichende Antworten des Ängellagten. Er erklärt schließlich, daß er z. B. der Firma Hern, es in Bremen zehntausend« Zentner Wolle verkauft habe, Füchse— auch Hasenfelle an Leipziger Finnen. Der Oberstaatsanwalt will noch zum Schluß wissen, welche» Erlös die 12 000 Tscherwonzen gebracht haben, die nach Rußland geschmuggelt wurden. „Sie haben überhaupt keinen Erlös gebracht. Aber im Oktober hat die Sowfetregierung darüber beraten, in welcher Weife nach Rußland falsche Tscherwonzen verbreitet werden konnten." Der Angeklagte ist äußerst erregt: seine Vernehmung ist ob- geschlossen. Di« Verhandlung wird aus heute vertagt. Um sozialistische Bildungsarbeit! Die erste Berliner sozialistische Kulturtagang Am Sonntag fand eine vom Bezirksausschuß Berlin sür sozialistische BildungsarbeU veranstaltete Üulturkazung statt. Genosse Künstler, der Vorsitzende der Berliner Bezirks- organifakioo. hob die Bedeutung der Kulturarbeit und der ersten Berliner Sultnrkagung als ZNarkflein für die gesamte sozialdemokratische Arbeit hervor. Als erste sprach Genossin Professor Anna S i e m s e n über „Sozialistische B ild u n g s a r b e i t und B i l d u n g s- aufgaben". Sie führte aus: Die Bildungsarbeit der sozialisti- sehen Arbeiterorganisationen ist kein Moment zweiter Ordnung im Klassenkampf. Die grundsätzliche Verschiedenheit sozialistischer von bürgerlicher Bildungsarbeit entspringt daraus, daß Biftmngsarbeit eine unserer wichtigsten Waffen im Kamps um die Macht ist. Die Arbeiterbewegung erschöpft letzten Endes ihre Aufgabe nicht in dem Kampf um die für die breite Masse möglichst günstige Verteilung der in der heutigen Gesellschaft vorhandenen wirtschaftlichen und kulturellen Güter. Eine solche Aufgabe ist durch die Struktur der kapitalistischen Gesellschaft nur bis zu einem gewissen Ersolzsniveau lösbar. Aus den Einzelkämpjen und Einzclersolge» erwächst zwangsläufig die Erkennlui» von der Rokwendigkeit einer grundsätzliche» Gcsamtumwäl zung der gesamte» Gesellschaft. Der A r b e i t c r. der kn der Arbeiterbewegung nur den Kampf um sein persönliches Tagesinteresse sieht, wird hilflos vor der ent- scheidenden Situation stehen, die entsteht, wenn die kollektiven Klassen- sorderungen der Arbeiterschaft an die Schranken der bürgerlichen Gesellschaft stoßen. Hier rückt die Bildungsarbeit, die Arbeit an der SekbstoerstSnl�güng Lee- Arbeiterklasse über ihre Wünsche und Ziele, an die erste Stelle: Sie wird das Fundament aller' Klassen- Politik der Arbeiterschaft. Die Bildungsarbeit muß A) orte schaffen, die den mächtigen Anreiz der noch in der Macht befindlichen bürgerlichen Welt verdrängen. Nicht nur zu politischen und wirtschaftlichen Fragen muß Stellung genommen werden, sondern, well die Jnter- essen der gesamten proletarischen und dem Proletariat nahestehenden Massen mit der Gesamtheit aller gesellschaftlichen Probleme ocr- wachsen sind, darum müssen wir grundsätzlich alle gesellschafllichen Fragen in Angriff nehmen. Eine grundsätzlich neue Einstellung zum gesellschaftlichen Leben muß erarbeitet werden. Genosse Alexander Stein vom Reichsausschutz für sozialistische Bildungsarbeit behandelte die Praxis der sozialistischen Bildungs- arbeit in Berlin. In Berlin ist es die von Wilhelm Licö» k n e ch t gegrüiülcte Arbeiter-Bildungsschule, die«ine Produktionsstättc qualifizierter Kräfte sür die sozialistische Bewegung ist. Im Schuljahr 1928/29 fanden 37 Einführungskurse mit 1067, 4 zentral« Kurse mit 120 Teilnehmern und verschiedene Spezial- kurse statt, die die Gesamtteilnehmerzahl auf über 1300 erhöhen. Im Schuljahr 1929/30 laufen 43 Einsühnmgskurse und sechs zentrale Kurse; Theorie und Praxis der Arbeiterbewegung, Kulturprobleme. Staats- und Verwollungswesen, Volkswirtschaft sind die Haupt- arbeitsgcbiete. Gemessen an der Zahl der Parteimitglieder sst die Zahl der Hörer, die durch die Seminarteilnehmer der Freien Sozialistischen Hochschule noch nm 130 vermehrt wird. noch zu gering, besonders unter dem Gesichtspunkt, daß es sich nicht darum handelt, eine gebildete proletarische Oberschicht zu schassen, sondern die Kämpfer um Verständnis der heutigen Gesellschaft zu wissenden Kämpfern um ihre Veränderung zu machen.. Im Gesamt- bild der vielfältigen Arbeit muß zum Ausdruck komme», was das Ziel der gesamten Arbeiterbewegung ist: Die Borbereitunz des Kampfes um die.gesellschaftliche Gcfamtmacht sür den Sozialismus! Eine auszedehnte Diskussion über einzelne Fragen der Peo�s schloß sich den Referaten, im....E..... Gin raffinierter Lebensmittelschieber. Seit dem 30. Dezember flöchtig. Ein au» Rumänien gebürtiger 37 Zahre aller Kaufmann Julius Landau, der aus bayerischem Gebiet bereit» aus- �wiesen ist, ließ sich i« Berlin nieder und gründete Anker de» Linde» 40/41 und im Hause 3tr. 39 Bureaus, von denen aus er große Lebeusmittelfchiebungen in» Werk setzte. In der Dorotheenstraß« mietete er außerdem einen Lager- k eller, hielt aber diesen Raum selbst vor seinen Angestellten geheim. Nach Slrt dieser Schieb« bezahlte er die ersten Sendungen der Lieferanten mit b a r e w. G e l d e. um so den Kredit und das Vertrauen zu stärken. Später bekamen die Finnen nur vor- datierte Schecks und Wechsel zu sehen, für deren Einlösung keine Aussicht besteht, da Landau über kein: Geldmittel verfügt. Die Ware», die ihm zugingen, verschleuderte er sofort und trieb von dem Erlös einen groß«, persönlichen Aufwand in Luxus- lokalen des Westens. Vierzehn Tage vor Weihnachten ließ er durch Vertrauensleute, wi« festgestellt werden konnte, den Keller in der Dorocheenstraße bis auf de» letzten Rest ausräumen. Am 30. De- zember verschwand er. angeblich zu einer Geschäftsreise nach H a m- bürg. Soweit bis jetzt bekannt ist. beläuft sich der von ihm ange- richtete Schaden bei den Lebensmiltellieferanten aus etwa 10 000 337., doch dürste sich die Summe noch beträchtlich erhöhen. Landau hat nebenbei noch zmei große Briefmarke»Handlungen empfindlich hereingelegt. Er ließ sich zwei Alben im Werte von 50 000 Mark schicken und gab als Bezahlung seine faulen Schecks. Diese Alben wird er vermutlich zu Geld zu mache» suchen. Es ist anzunehmen, daß Landau von Hamburg aus versuche» wird, das Ausland zu erreichen. Geschäftsleute, die Schecks und Wechsel von ihm angenommen haben und von seinem Verschwinden noch nichts wissen, werden ersucht, sich an die Dienststelle v. 1 der Kriminalpolizei zu wenden. Das Znsterburger Auiobusunglück. War der Schrankenwärter«igetronkea? Königsberg, 6. Januar. Bei den weiteren Vernehmungen zur Aufklärung des schweren Autobusvnglücks am Bahnübergang bei Inst«- buvg— Sprindt. das fünf Tote und elf Verletzt« forderte, hat der Schrankenwärter Fiedl« gestanden, daß er in dem Augenblick, als der Autobus mit dem Zug zusammenstieß, noch in seiner Wohnung gewesen sei und mit seown Söhnen Glühwein getrunken habe. Angetrunken sei er nicht gewesen, da sie erst das erste Glas ein» gegossen hätten. Sie seien hinausgestürmt, als das Unglück go schehen war. Er sei dann l» dar SBürtertmde zu Boden gefallen und ohnmächttg liegengeMsben. Die städtischen Körperschaften gratulier«» Eduard Lerustew. Zum 80. Gabun-Wae Efeuari, Bernsteins hqben Bürgermeister Schaktz und SlWtverordnetenoorsteh« Haß iwmens beider städtftch« Körperschaften tetegrophische Glückwünsch« üfeetftrndk. Oer Mann mit der Gnppemedlzlo. Schon im vergangene» Jahr hat ei» Schwindler, der sich „Dr. Julius Reichelt" nannte, gute Geschäfte mit einer angeblich unfehlbaren Grippemedizin gemacht. Er verstand es, Leuten, die sich nicht recht auf dem Posten sühllen, einzureden, sie feien schwer grippetrank. In sein« Eigenschaft als Arzt verschrieb er ihnen sein Mittel und erbot sich auch gleich, es zu besorge». Das Mittel war allerdings ziemlich teuer, die Flasche kostete zwischen 4 und 5 Mark. Gingen die Leute«mf sein Angebot ei», so entfernte sich der angebliche Doktor, kam nach kurzer Zeit zurück und händigte den„Patienten" eine Flasche aus. Diese enthielt kemerlei Medizin, sondern gefärbtes Wasser. Der Betrüger, der sich zu Unrecht den Doktortitel angemaßt hat, wurde damals fest- genommen, kürzlich aber aus der Untersuchungshast enttasienr Sofort liefen wieder neu« Anzeigen ein, daß d« Schwindel abermals Opfer gesunden hat. Die Dienststelle D. 3 der Kriminalpolizei ist bemüht, des alten Gauners wieder habhaft z« werden, und erbittet Mitteilungen über sein Auftauchen. Ooppelselbstmord in der Wichmannstraße. Gester» nachmittag spieße sich im Haus« Wichmaunftr. 18 eine Liebestragödie ab. In der Wohnung des SOjäh eigen Syndikus �Dr. Richard Bach krachten gestern kurz hintereinander mehrere Schüsse. Mieter wurden aufmerksam und benachrichtigten die Polizei. Die Beamten fanden den Syndikus mit seiner Ge- liebten im Schlafzimmer mit schweren Kopfschüssen leblos auf. Der hinzugezogene Arzt stellte bei beiden den Tod fest; die Schüsse müssen auf der Stelle tödlich gewirkt haben. Die Leichen wurden beschlagnahmt. Die Gründe zur Tat sind noch unbekannt. Räumung des„Nanseu Barackenlagers". Das Zentralwohnungsamt teilt folgendes mit: Ein Teil des„R a n f e n- B a r a ck e n l a g e r s" auf dem Tempelhofer Feld ist gestern von der Eigentümerin, der„Tempelhofer Feld-Tied- lungs-Gesellschaft geräumt worden, damit die in Angriff genommc- n«n Wohnungsbauten fortgeführt iverden können. Die in den Baracken wohnenden russischen Flüchtlinge werden durch die Zentrale Obdachloscn-Polizei vorübergehend in Wohnungen des Blocks Molkenmarkt-Parochial-Iüden-Stralauer Strotze untergebracht. Diese Wohnungen wurden vor kurzer Zeit wegen des geplanten Abbruchs von den bisherigen Mietern freigemacht; der Abbruch konnte jedoch wegen der eingetretenen finan» ziellen Schwierigkeiten bisher nicht durchgeführt werden, so daß ein Teil der Wohnungen für die Unterbringung der russischen Flucht- lings in Anspruch genommen werden kann.' Die russischen Flucht- ling« werden also nicht obdachlos; über ihre endgültig» Unterbringung wird demnächst entschiedm werden. tlt Neukölln« Bezirksgruppe des„Sturmvogel" konnte am Sonntag ihren neuen Bastelroum einweihen. Der Porsitzend« Voll- mar betonte, daß es väel Mühe und Ausdauer mckoftet habe, um dieses H-w, zu schaffen. Di» Genossrn Rynek. M. d. L.. die nl« Mitglied dar Gruppe ebenfalls»richten«! war. fordert« vor alle» dte jüngeren Mitglied««ck, tattröftigst im..Swrmvogee'»tefr zuarbeiten. Berlin von der Schattenseite. In den Elendsvierieln des Ostens. e-s Z-it ist«s vatoeuL. fcaS i>l« Srtaiben Ms a t c e> i est i I«k» i Sellin" besuche». Da werden khuen in sorMItig au» Hssuchten Snsipen. eir.iae harmls'e und wahlseftente Ganowen mit weiblichem AnHans sszsigt. Das wabre unterirdische Berlin, die ..Bürger" Berlins, die bei lebendigem Leib begraben in den fürchter. licfrftru Söblen des Ostens ibr Laben verbringen müssen, kennt niemand. und kein ffremder wird jemals seinen ssust bierber setzen. Ein Mit. arbeiter des.Vorwärts" ist nun durch die Ltätirn jus Grauens gegangen und schildert seine entsetzlichen Eindrücke. D. Rad. Wenn mau durch Berlin euren Querschnitt vom Osten zum Westen zieht, so belomnN man Kultur zusiimde vom übertriebenen Luxus bis zur tiefen Grenze, wo deu Menschen nur noch weniges vom Tier trennt, zu sehen. Der Schoßhund der Gnädigen in Berlin W. ist ein königliches Geschöpf gegenüber vielen Kindern, die in der Fäulnis der nassen und stickigen Kellerhöhlen im Osten Hausen müssen. Wen» sich der Massenzustrom der leben- und existenzsuchenden .�u Wanderer über Berlin ergießt, so ist die Gegend um den Schlesischen Bahnhof das große Staubecken, wo Taufende von ihnen hängen bleiben und irgendwo unterschlüpfen. Irgendwo m den trosstos grauen und kahlen Mietskasernen mit ihren licht- losen Hofschächten, den baufälligen, ausgetretenen Treppen und Stiegen und den dunklen Ecken und Winkeln, wo niemand weiß, was dort geschieht. Das Elend, das ewig gleich« trostlose Grau des Alltags, die Hoffnungslosigkeit ohne Ende zermürbt alle: sie leben >m Schalten und verlernen fast die Sehnsucht nach der Sonne. Opfer des kapitalistischen Systems, das wir bekämpfen und das wir besiegen werden! Fünf Stockwerke hoch und dann auf stcSer, morscher Stiege ins Dachgeschoß. Zwei kleine Kammern für fünf Erwachsene. Durch die Decke läuft der Regen in die Stube, in der zwei Betten stehen. Für fünf Menschen mit zw« Deckbetten, die mehr schwarz, als grau sind. Der Fußboden ist durchgetreten, einige Bretter liegen über den Löchern in der Balkendecke. Ein Dachfenster, das nicht schließt, erhellt den Raum. Auch ei» Küchenlchrank steht da, mit Brettern gestützt, weil er sonst zusammenbricht. Die Wände, ehemals tapeziert. sind seit Iahren mit Zeitungen ausgebessert. In einer Eck« ltegt ein Bündel— Garderobe. Hier hausen fünf Menschen seit lS Jahren. Bier sind auf Arbeit und der Vater ist Invalid«. Zum .Krüppel geworden im Berufe; er kam nicht mehr allein die steile und ausgetretene Dachtreppe hinuntergehen. Schon seit Iahren nicht mehr. Eine» Tages wird man ihn hinuntertrage«... * Im zweiten Stock einer anderen Mietskaserne. Heber einen schmutzigen Hof steigt man«in« enge Wendeltreppe empor. Atem- beraubender Gestank von Fäulnis und Moder. Wiederum zwei eng« Räume in chaotischem Zustand«. Ein Raum ohne Ae»st«r. wo die Familie schläft. Bier Köpfe aus einem Lagor� das einem Lumpenballen gleicht. Die Dielen find durch- getreten und die WSnde durchlöchert. In der„guten Stube" wird gekocht. Auf dem Tisch« steht alles wirr durcheinander, Teller, Töpfe, alles mit lleberresten vom letzten Mahl. An dem Gestell . eines ehemaligen Ruhebettes kriechen in schmutzigen Kleidchen-AÄei Kinder ans der Erde und spielen. Ein siebenjähriges Mädchen, blaß und bleich mit Lungenhusten und ein vierjähriger Knäbs, rachitisch entstellt, der noch kein Wort sprechen kann. Die Mutter ist aber bereits wi�er.guter Hoffnung",«est sochs Jahren wirtschaftet die FwniSe in dieser Wohnung und monatlich kassiert der Vertreter ei«« ausländischen Hausbesitzers seine 30 Mark Mietzins ein. vntea im Keller wohnt«ine Frau, die tmtervernnetet. Bier dt.» fünf Schlafbursche« hat sie zu Gast. In dem ein- zig« halbhellen Räume wird gekocht, gewohnt, geschlafen und neben. bei leben dort Hühner» eine Katze und Ratte«... * Ei» früherer Sagerkeller. Drei„Räume*, knapp 10 Quadrat- meter et» jeder. Will man die Stufen in den Abgrund ohne Gefahr liinobsteigen. so muß man die Kellertür zur Straß« öffnen. Kein Lichtstrahl dringt sonst in das Dunkel. Im Mstrclraum tastet man sich an einer Bettstelle vorbei. Hier schläft die Mutter mit ihren nier Kindern. Der Ernährer der Familie ist der älteste siebzehnjährige Sohn, der gewöhnlich Zö Mark verdient. Di« Mutter ist schwer tuberkulös, sie hat gerade einen Vlutsturz überstände« und kann sich vor Schwäche kaum auf den Beinen hockten. Früher hat sie geschneidert. Heimarbeit vom frühen Morgen big in die späte Nacht bei einer kleinen Petroleumlampe. Im dritten Zimmer ist wenigstens ei« kleines Kellerfenster. Dort steht ihre Nähmaschine und dort liegt in einem Körbchen auf der Erde ein menschliches Wesen. Ein Jahr all und entwickelt wie ein. Säugling von drei Monaten, Die Frau lebt in Scheidung, ihr Man» zahlt ihr keinen Pfennig zum Unterhalt und als sie beim Wohlfahrtsamt um Unterstützung bat. um ihre Miete— 51 M, monatlich!— zu zahlen, wurde sie abge- wiesen, weil Ihr Mann bezahlen müsse.... ...+ Im vierten Hofe. Em« Wanderung durch faulig stuckende, schmutzige Winkel und ein Abstieg mst Lebensgefahr in einen Keller. Ein ätzender, pestilenzartiger Geruch schlägt dem Eintretenden ent- gegen. In einem Raum von knapp 12 Quadratmeter sind Betten ausgeschlagen für Schlasburschen, junge, kräftige Menschen, die nicht c rbesten und sich mst Mandolinensptel und Gesang die Zeit ver- i reiben. Sie haben Geld, irgendwo l>cr. Im dunklen Nebcnraum sitzt der Wohnungsinhaber mit offener Tuberkulose. Seit -wei Monaten ist er aus der Heilanstalt wieder daheim und spuckt Blut. Die Frau ist ebenfalls tuberkulös und Unterleibs- trank. Ein Winkel im Keller ist die sogenannte Küche— ohne Heid. Und in diese Wohnung hat"das Wohnungsamt einen Zwangsmieter gesetzt. Ein junges Ehepaar mit Kind. Das Wasser läuft von den Wänden und die Feuchtig- '«it hat die bescheidenen Möbel aus dem Leim gebracht. Kästen, Tisch und Stühle brechen zusammen. Aull) diese jung« Mutter trägt schon den Keim der Schwindsucht in sich, lind das Kind? Es ver» kommt in der Moderluit dieser Kellergrust. A Häuserblock an Häuserblock. Ueberall das gleiche Bild. Furcht- .bares, unausspreckiliches Elend vom Keller bis zum Dach. Kinder ohne Sonne und Luft, und Mütter, die nur noch von den Erinnerungen zehren, wie sie auch einmal in der Welt der Sonn« leben konnten. Nun sind sie im tiefsten Sumpfs der Weltstadt. Sie fühlen, wie sie versinken, tiefer und tiefer und sie .haben nicht mehr die Kraft, sich emporzuschwingen, weil sie den Glauben ort sich und die Menschheit verloren haben Was wird aber aus ihr«, Kindern werden, die in dtefetn freudlosen Dafsin geboren itwd und nichts von einer West des Licht? und nichts von Liebe lama lernen? Ihre Bahn geht«nnmer aufwärts, sie müssen allen schlechten Einflüssen erliegen, die sie unrwuchern. Körperlich und seelisch krank, siech, schon ehe sie reif sind. Unerhörte Opfer fallen hier. Menschenopfer! * Gegenüber dieser gehäuften Masse von Elend kann die b e- scheiden« Hilfe aus öffentlichen Mitteln trotz aller anerkennenswerten Aufbauarbeit der Nachkriegszeit nicht ausreichend sein. Der Bezirk Frtedrichshain verfügt über nur einen städtischen Kindergarten; seine Tageskurstätte für rachstische Kinder kann 75 Krüppel ausnehmen. Taufende aber vertommenindenElendswohnungeneinesgroßen Stadtviertels. Dort wohnen auf jede» Hektar bebauter Fläche 761.4 Menschen, m Zehlendorf dagegen nur 57,0. Der engbebaute Bezirk Friedrichshain hat keinen Raum mehr, um durch öffentliche Anlagen grüne Lungen in die Stsinwüsten der Miets- kafernen zu setzen. 85 Proz. aller Wohnungen im Bezirk« sind Kleinwohnungen. 42778 Wohnungen haben keinen Abort und sogar 8033 Wohnungen weder«inen Abort,«och einen Wasserhahn. Allein 6367 Doh- nungen haben weder Gas, noch elektrisches Licht. Das ist das Berlin von seiner Schattenseite. Nero zündete kurzer Hand die Elendsviertel des alten Roms an. für unser« Städtebauer wird die Auflockerung der östlichen Elendsqvaröere zur schwierigsten Aufgabe. Der Zersetzungsprozeß der heute schon mehr als brüchigen Steinkästen nimmt schnellen Fortgang.. Man kann die Jahre zählen, bis Berlin vor die schwierige Frage gestellt, sein wird, wie durch einen E.neuerungsprozeß von städtebaulicher Groß- zügigkest der Osten neugestaltet und die Elendsviertel zu menschenwürdigen Wohngegenden ausgebaut werden können. Bis dahin aber werden wir alles daran fetzen müssen, um mst dem Behelfe ausreichender und vorbeugender Schutz- und Hilfsmaßnahmen die Menfchhest mi Sun pfe Berlins vor dem Verkommen und Versinken zu bewahren. Schrcckenöszene auf der Hochbahn. Aus dem Hochbahnhof Hallesches Tor ereignete sich gestern im stärksten Frühoerkehr ein sclpverer Unglücksfall. Als gegen 'AS Uhr ein Zug einlief, stürzte in dem Gedränge ein junges Mädchen zwischen zwei Wagen. und geriet unter die Räder. Da es dem Bahnpersonal nicht möglich war, die Unglückliche zu befreien, mußte die Feuerwehr alarmiert werden. Mst schweren Armverletzungen wurde dos Mädchen, eine lbjährige Berkäuferin Elisabeth M a t h i ß e g aus der Müllerstraß« 1, geborgen und ins Urbankrankenhaus gebracht. Durch den Vorfall war der Verkehr etwa zwanzig Minuten gestört. Die Bauordnung der Stadl Berlin, veröffentlicht in Rr. 51 des Amtsblattes der Stadt Berlin vom 22. Dezember 1929, ist infolge besonders starker Nachfrage bereits vergriffen. Es erscheint iedoch am 13. Januar 1930 ein Sonderdruck inTaichenior m a t, der zum Preise von ILO W. in der„Geschäftsstelle des Amtsblattes der Stadt Berlin", Berlin E„ Rathaus, Spandauer Straße, Zimmer 890, zu haben ist...... Brieftasche verlöre«. Am Sonnabend, dem 4:' Januar, zwischen 14 und 141- Uhr ist dem Genossen Paul Schnell, Matternstr. 19, auf dem Postamt 0. 34(Petersburger Straße! oder auf dem Wege nach der Matternstr. 19 eine Brieftasche mst Inhalt verlorengegangen. Der Finder wird gebeten, die Brieftasche gegen Belohnung.zurück- zu erstatten. Achtung! FIGB�Lezirk Slrecka». Die Generalversamm- lung findet nicht am Msttmoch, sondern am Dienstag, dem 7. Januar, 20 Uhr, bei Bollenbach, Ast-Stralou 8, statt. Rafenlnmcen für diese Rubrik find V e r I i n SB«S, Lindenfir-tze 3, partemachrichten für Groß-Berlin stete er das Vejtrtsfefteteri«! t.Hof, 3 Treppe» recht».,» richte». Nrei» griedrichshpt».?Ud»»g«ru«schoß. D»n»errt»n.%. 3ca»*r, 2» ildr. in Seolda» Ariedrichshoi», n. StaI»»iQ?a»,ert de» ÄvtlsdUdiuiesamte». Maliler, Lieder eise» sahreade» Geselle», Rheialcgeadeu. 4. S»»f»»ie. Witwirieiede! Ph>ll»arow»isch«» Orchester.«Se»»ffe». rueterstiidi die gute Arbeit des DoU-bilduuqsamte» durch zahlreiche» W statt»» g. eintritt«»tet» 1 Marl. Berich dieser Sera». Am Sonntag mittag liest Ania Simon Volksmärchen. Es ist eine Sprecherin, die den richtigen Tou für diese Art der Dichtung trifft. Ihr Vortrag schwankt zwischen Pathos und Nomstät. Aber immer findet sie einen Ausgleich, und alles fft b-n ihr empfunden und plastisch gestattet. Jb oln k a Zilz e r spiest ein paar Braoour- stücke für'Violine wie de Fallas„»spanischen Tanz" und Sarasates „Zigeunerweifen". Dabei liegt ihr das Gerrageu« das Ausdrucks- gesättigte mehr als das Spielerisch-Virtuos«. An Stell« des ver- hinderten Erich Poisto spricht der Schriftsteller R o m b a ch Teil« aus seiner.Novelle„Der Brand im Affenhaus". Es ist fast ein« psychologische Studie über Menschen, die chreu Aerger und ihre Depressionen an unschutdigen Opfern abreagieren,«ine Studie über die unterdrückten.Herrschaftsinstinkte, die am Schluß zu einer sprach- künstlerischen Leistung wird- Gut. daß der Rundfunk diesem Schrift- stellcr das Bekanntwerden in einem großen Kreise vermittell. Zlbends cm erlesenes Orchesterkonzert, dessen Stück« jedoch für den Sonntag beinah« zu anspruchsvoll sind. Immerhin b-etcn die übrigen Konzerte des Tnqes dem anderen Hörer genug. Im ganzen ein Programm, das schr abwechslungsreich und auch gut zufammenge- setzt ist. Der bekannte Filmregisseur Dupont hält am Montag einen Vortrag, bck'stelt„Die Welt hinter der Kamera". Eigentlich will «r über die Tätigkeit des Regisseur? sprechen, wie er einlest cnd bemerkt, aber er greis; weiter aus und streift intercffaittere Gebiete. An einer Reih« von Beispielen weist er nach, daß der Geschmack des Publikums unberechenbar ist, und daß sowohl Produktion� leistung als auch Regisseure und Darsteller niemals im voraus wissen können, welche Szenen Erfolg haben werden. Es ist nicht nur im Film so, sondern auch auf ollen Gebieten künstlerischer Gestavung. Dann mach; Dupont den Versuch, eine völkerpsychologssch« Studie zu gaben� indem er aufdeckr, wie die einzelnen Nationen auf de- stimmte-swsfe reagieren. Ein kluger Mann spricht hier über seine Erfahrungen.— Im Rahmen des Internationalen Pro- gram maustausches wird diesmal«in Gymphsntekonzert aus Leipzig übertragen. Es find hauptsächlich m«erne Kompositionen in dos Prooromm oufHenammen.'— Elena Gerhardt frnat drei Lieder von Ludwig Neubeck, ernste, getragene und melodiöse Gesänge, die eine nuanciert« und reich ir.strvinentierte Begleitung aüftveis«'. Das Konzert ist nick' repräjsyKuio, für die moderne deutsche Musik', okier es bringt gin« Reche tntepessauter Werke zu Gehör. Sehr gut das Orchester unter Alft-ed Szendrez. S.Sek u. twt» Setfeatarl. aftiaswxti, 8. Sareja«, labe Jttü, im Sirenueiamt«! bz Lnlitä Lind-nparl, Berliner Etrnße, Sitzung de» engere» ÄMisnaeftaniie«, U. Siel» Scheneberg-griede»»»- Heute, Dienstag. 7. boomet, 30 UV, Sitz-mg der ßetbingsionänffton in der Spedition. Beljiget Str. 37. Neuuxibl des Berst-inde». 13. Jteeis Tempcsb»!. Heu!«.?>ienstag, 7. Zanuar, pSnktlich 10 Uhr. Sitzung des NreisbildungsausZchusses bei Görlitz. ZSiärlendprk. EKanffeefte. 10.— De».»riet«g, s. A«»»«!. pilnttlieb 20 UV. in Teunpeltzsi. 3>orkstr. 43, StBmcr'l. Atci-uörslante-sstzung mit der neuzeueählten Bezirtsverordnelen. frgklion. Heule, Dieuslag.?. Januar-. Itz. tzlbt. ISti UV Mitgliederaerfammlnnz bei Krüger, Hugitrnste. TA. Ctte SckerwgslroM. Reuuxrhl der AdleiUingsIeitung. 33. Abt. lZunttionSriitzunq findet umftanteV-Hxr nitfit bei Sarlclt, SS5t£f)t£ ©tr/itzc 19. fonber» bei Meyer, Obertetget Str. tu. statt. Renke ll». 90. Abteil»»». A» Zltzr Mitgliedernersarivnlungen in folgenden 3ö>- kalen: Ii!., 2S. und 37. Bezirk bei Letzmeinn. Tellstri ü 24. Bestrk bei Sflcmt, Berliner Str. 100. 25., 34.. 35. und 48. Vfirf bei SchaViZ». eeeime.istr. z. 28. mb 32. Bezirk bei Braun, Meichfelstr. 15. 39. Beeiek bei Rüdiger. LebuiüblenV 36. 30. und 31. Befiel bei Jabn,?uld«. strsße 45. 83. und Ä>. Berlek im Ideglkossn», Weickstelftr.. 8. 4s..und 01. Be.girk bei Rnunn. Sristr. 10. Mitgliederversammlungen und Zahlabende morgen. Mittwoch, ö. Jauuar, w deu nachstehend angegebeuc» Lokalen:. 1. Abt. 19W Uhr im Hdckefche» Hof. Rofe»tVl«r Str. 40— v, Borfirnge„Der Ausfall der Berliner Stadwerordnetemnohlen". Referent: Erich Kuttner. M. d. L. Reumahl der AdteilunzÄeitunq und ZeVesbericht. 2. Abt. ISVi Uhr bei Ohnaemach, Vmrmandäntenstr. 89. Bertrog:„Ban- Europa". Referent: Dr. Römer. Reuwabl des Borstande». 3. Abt. ISA Uhr toi großen Saal des Eewerkschafishauses, Engelufer ZtKö, Ge.cchäftsbericht und Reuwahl. 4. Abt. J»lh Uhr Vi Stommel, Rem ffri-dttchstr. t. Zienwa« der«V te:luoozle!tnng und Wabl der Delegierte.!. I. Abt. ISA Uhr in Hoffmanns ssestfäfe». Schmebter Str. 23, IahresberiSfi. Reuwahl der Abteilungsleitung, der Ifrauenleiterin und der Delegierirr. ödttritt haben nur Mitglieder. Mitgliedsbuch' legitimiert. 7. Abt. Igth Uhr bei Doll, Bergstr. 70. Bechrauch, Bfiugstr. 1. Recwe. Donenstr. 19. Arndt. SchrSdsrstr. 3. Ätott, otteliger Sit. 48. Bärmo»:. e-chlegelstr. 8. 8- AhU»Ii Uhr in den bSamiten Lokale» DahlaV.nde Vi Matschte. Nur- - fgrstenstr. III. Referentin: ssrieha Tbaunheuser. Meyer. Liitzowftr.-.7. Referent: Hermann Wager: Die volitifche Lage. Seiler� Hdeizrutetzstr. N. Referent: Mdgiswatsrat Adler über:..Die tetzten Borqiinge kn d-r Berliner Stadtverwaltung". Ri-tert, Steinmetzstr. 36». Genosse Rfichaek Hirf»- bstg. über: Die politische Lage. Älemke. Eltzholjstr. 1». Referent: Gero',' Wtnlredt. lotudtenrat. 9. Abt. 19� Uhr bei Kaber, Stephan str. IX..stahl-bend und Dizknsston»«?e«d. Bortvig:.Dt- Aeeidenkerhewegunz". Ref.: Gen. Paul Mehlhoso. AV Mitglieder, besonders die- iäieideitkerfunllionäre, stich gang besonders da Uhr bei Berger. Levetzowstr. IX. Bortrag:„Dir volltische Lage". ..~l:: Aufhäuser, Ri. d. R. Reuwahlen.— Pünktlich erscheine». X3. Abt. Mitgliederuersammlung fallt au» und findet erst at» 15. 5anuo- ttottz Lokal wird noch bekanntgegeben. IZ. Abk. XSlh Uhr in den Arminiusballen, Bremer Str. 7S, Bortrag:„Die .. o�efoenkcebewegung. Ref.: Gen. Graul. Renwahlen. 14. Abt. ISA Uhr bei Gottschalk. Pulbusser Etr. 24, Stark, Butbusser Str. 14 und Schuh. Graunstr. 41. ttäh Uhr bei Mar Dahm. Bineiaplatz 7 und Theodor Nurkowitt. sseldstr. Z. X7. Abt. 191- Uhr Vi Minze. Sellerstr. X4, Crtortt, Mllllerstr. 163, Schwid». towstt. Triftftr. 48. Schreiber, Trifistr. 63, Pimoffii. Tegeler Str. 24 mid Stcgcrt, Tegeler Sir. 23. 18. Abt. lOVi Uhr stahlabende in den bekannten Lokalen. 1». Abt. XS>4 Uhr: Bez. 805.3 bei Henntg. Pankstr. 59: Be,. 800illl. be i Schrepel, Grilnthaler Str. 13; Bei. 8X1 bei Brodfinski. Grünthaler Str. 6: Bee. 812 bei Schulz, Stettiner Str. 52: Bes. 813 u. 819 bei GottschalX. GrUirtbaler Str. 14: Bez. 814, 817, 818 bei Echuchardt. Thristianiastr. 1X6: Bei. 315116 bei Hag. Grünthaler Etr. 63: Bet. 820 bei Steffen. Vrtnzen.- allee 57.• S*. Abt. 19% Uhr bei Bontie, Echulftr. Gke Christianiaftr., Pose. Kolonirstr.lö und Ttllner, Lolonieftr. Ecke Zechliner Str. Refereutr» und Themen werde» in de» Aalilallenden bekanntgegeben. 31. Abt. 19>h Uhr Zahlabende in den betanntcn Lokalen. Die llunktionSro laden data besonders et». 22- Abt. ISA Uhr bei Bartsch. Ifehmarnstr. X. Lofchke. Antmervener Str. 0. Bot-owsk:,. Brüsseler Sir. 43..Herrn?. Wüllerstr. 26. Senkel, Ut rechter Str. 10. 33. Abt. 191, Uhr stahlabende bei Lewandowski, Seestn. 104, Gen. stnause: Bmh. Seestr. 106, Gen. Pfeiffer: Grunewald. Kameruner Sir. 19. Gen. Ldsche; Gutschow, Transvaaler Sir. 25, Gen. Hol«: Lvß. Barfusste. 9. illew� Hautb>'„Mttschaftllche TagodfrageVt Lackner, Barfusstr. Ist. Gen. c, SSenet®t..1r4; und.■Suamlfer— _..........—„—_________________ Thema angegeben umtet oasielbo;»Die Sekbstoeriogltung Berliimd. 34. Abt X9'4 Uhr X.»ruppet. Rösner, ilmmanueltirchftr. 25: I, Gruvpe:.MX. sch'.äger, Binsstr. Ecke Ehrtftburger Str.: 2. Grunve: Bogel, flablonsttstk. 9. Bortrag:„Die politische Loge". Ref.: Adolf Buschick. M. d. L.: 3. Gruppe: Schulz. Earmen-Snlva-Sir. Ecke Hofemqnnftr. 25.«St. 19 ZhUhr im»einen Saal des Saalbau Srlefcrichzham Geschäktsbericht. Neuwahl.— Ohne Mitgliedsbuch kein ointess. 2». Abt. mi Uhr in Hoffmanus Festialrn, Schwedter Str. 23. Jahresbericht und Remvahlen. 27. SEM. rnh Uhr bei Zeug«. s«a-«r.- S; Mehrberg. Gaubostr. 6; Haus-t.cr, Korforer Str. X: Glans,«npenhagener Str.. ST. Der Zahlobend bei 9!."«» findet erst am Mittwoch, 15. Aanuar, statt. 28. Abt. 191h Ulli bri Maos, Prenzlauer Allee 232; Bartelt, Wörtber Sit.><: Iänecke, Aagenatier Str. 5; Rechenberg. Short aer Str. 49: iinndrl. Kastantenallee' 29/80: Meyar, Oderberger Str. 89.. Thema dt allen. Zem» abend eet:.Reuwahlen". 26. Abt. m.i im Altersheim. Dangtger Str. 6Z, Bartrag:»Die finangiellc Lage der Stadl Berlin",?lc{.: Siadtuerordneter Amt ftnnpf. SU. Abt..hablabend in folgenden Lokalen: Reg. ZO/OX bei Pohst., Lvchener Clratze 103; Bez. 93,"95 bei Seifert, Pannelalleo 45; Bez. 97 bei Schmidt. Papvelallee SO; Bez. 98,90 hei Hoffmann, Lnchener Str.- S: Bez. 1X4/120 bei Mabnkops, Sarmen-Sbloa-Str. X2S: Bez. IZXÄSl bei Eggert, Wichertftr. 80. Sief.: Data ffabian: Bez. 124/1240 am Doonerstag 19Vs Set istieherzal!. Eatmen-amoa-Str. 22. 81. Abt. 191t Uhr pünktlich i» der Schulaula, SchdnflieVr Str. 7, Lortrag Mit ffilmporfithiamg:„Partei und Aaniumgenassenschaft". 82. Abt. 1915 Uhr Gruppe fiiedtkau bei Aromphardt. Paul-Sinaer-Str. 49; Gruppe Meper bei Walto m. Arautstr. 54e; Gruppe. Buchmann bei Drescher. Stralauer Platz 5; Gruppe Kluge bei Aalentin, Krautfe. 86: 6tt|noe Aiartmann bei Schmidt, firuchtstr. ZSa: Gruvpe Tröder hei Lachs.Audre>ts. strafte 79. 38. Abt. 1915 Uhr bei Hab».!- Simost-Dach-Str.. 9: Hoffmann.- Stralauer Allee 17; Wertalla..Hoheldtohestr. 3, Barlrag:„Die Neuerungen i» der Arbeitslofenperstcheiung"','Ref.: Gen. Lepie. Die AbieilungspSleute Vr Arbeiterwohliahrt, Elttrndeiröte usw. werben gebeten, eine» kurzen Aahpes- bericht der Abteilungsleitung zu übermitteln. >4. Abt. 1915 Uhr bei Sieumann. Gubener Str. 47, Bortrag:„Polt fei und Arbeiterschaft". Ref. Ernst Hildebrardt. Lokal. Södiner Str. 10: Bortrag: .SPD. und Eherecht". Ref. Dr. spritz.Goldschmidt. Lokal Seidlttz.' Rootnt- taner Str. 7, Bortrag:„Das heutige England". Ref. Dr. Sturm.- 35. Abt» Die Januar., zahlallende finden erst am 18. Januar statt.— Der Fahlabend der Gruppe Mewe» gm 16. Januar bei Sräubner. Boigtstr. 25. lfteitag, AS. Jauuar. Berfamutlung aller Freidentergesoffen � bei Schalt, >aamartterstr. 88 um 19Vi Ubr. 84. Abt. IlO-i 116 1 zohlabenbe: Gruppe 1 bei Busch, Dilstier Str. 27; Gruvv« 2 bgi firancke. Loipestr. Ecke Fomdorfer Str.: Gruppe 3 u. 4 bei WWschutz. " Petersburger Str. 5. Tagesördnunzte Neuwahlen. Fohlreiches'Erscheinen notwendig. 87. Abt. ISA Uhr: 1. Bezirk: Fepka, Sbertustr. 7, 2., 3. Bezirk: Zerasch. Sbahy straft« Iii. 4-, 5.. 6. Bezirk: Rgschke, Matternstr. 14. Reuwahlen. 8». Abt. ISih Ubr F�thlabende in alle» 19 Gruppen mit Ausnahme de« 161. uud 154. Bezirks in den bekannten Lokalen. Der 154. Bezirk erst am Donnerstag. 9. Januar um 1916 Uhr bei Blawert. Weberstr. 24». Wichtige Saoesorduung. Berichte. i' 36. übt. 20 Ilde im Baugesertshaus. Großbeerenstr. 96. Port tag:„Hat die Aoalitionsolitik bankrott gemacht?" Referent Erich Steuer. Z»». Abt. Fahlntorgen 5 UV im Lokal..Ftim Mohren", Jerusalemer Etr. i 9, Bortrag:..Fiitanzreform". Referent Mar Hepdemann. 41. Abt. 20 Uhr Fahlabende in folgenden Lokalen: X. Gruppe: Lokal Köbel. Tcmpelhofer Ufer ck. 2. Gruppe" Lokal Erdmann, Belle.Allianee-Str.s 73». 3. Gruppe: Rechner, Kidieinstr. 4. 4. Gruppe: Schuster, Ehamissoplatz.4. 5. u. 6. Gruppe: Lutze. Bergmannstr. 93. 7. u. 8. Gruppe: Schult. Mariendorfer Str. 5 Botirag des Genossen Sickert:„Faschisten hübe», und dritben". �. 42. Abt. Fahlabende in den bekannten Lokalen, stellungnahm« zur.Neuwahl. 43. Abt. 191» Uhr: 123. u. 124. Bezirk: Alb recht, Urbanstr. 29. ID. Brzit!: «.hrist-.n, Fichteft c. 24. 126. u. 127. Bezirk: Bruhns. Gräfestr. 41. 128. iu. 129. Bezirk: Frankenhauser. Jahnstr. 15. 130. Bezirk: Albrecht, Urban. strafte 20. XZ1. Bezirk: Wolikr. Boeckhstr. 48. 132. Bezirk-stripp, Mi». nfer 75/76, 133. Bezirk: Lenschner. Dieffentetchstr. 54. 134. Bezuck: Bol>. Grlifestr. 26. 135. u. 136. Bezirk: Bogt. Bappftr. 8. 187/ u. 138. Bezirk: Alose. Boeckbstr.«4.- 44. Abt. ISA Uhr tn der Schulaula. Maeiannenitr. 47. Bortrag: �Finanziell« Rotloge und soziale Gemetitdeatcheiti'. Res.Stadtrat Walter Friidiauder. 46. Abt. ISA Uhr bei Eichholz. Euvroftr. 23, Bortrag:.23rankenversscherustg". Referent Aar! Asinoner. Sollen tun. Görlitzer Str. 12. Zlortrag:„Jugend und Partei". Referent Aarl Hübscher. 47. Abt, ISA Uhr:-82., 83. Bezirk: Baader, Raunpststr. 60. Ecke Adolbart- strag». Dort rag:'.Dtrtschgftobiktotnr oder Wirtschaftsdemokratie?" Referent Georg Raihle. 97. Bezirk: Hier, Raunpnstr� 9. Referent. Dr. Fritz Schon. Herr.»8, bi» X00. Bezirk: Giedentopf."Muskauer Str. 35. RefereNii» «Ulf« Aahler, M. d. L. im. bis 105. Bezirk: Lebmann.'Musiauer Stitz 1, Ecke��süshofstrafte. Bortrag:„Rstckfchah und. Auckblick". Referent Sann» 43. Abb 29 Uhr bei Gli-strg. Vasserfrrste..»8, Jahresbericht. Reuwahle» ' Aassenbericht nem 4. Quartal..' tte»b»ra. 51.«St. XSft- Uhr:'2, Gruppe;' Fahlabende bfi Ackmin. Sephig-Eoatzlatle�trafte 88, Torrrog:„Warden, und Wesen d-s Arde ds. rechts. Referent Ahrt Aietzmanp. X. Sritppe: Gch?Sbach.»iimignächkif«. heth, Straft««i, Bortrag:„Wgiro>-und Wetcken de?-Arbeitdrech»»". Referent Dr. Brdcker. 3. Gruppe: Lokal Dörre. Daitckelmannstr. 15.— ,'72.■ Abt. 29 Uhr bei Attstte, Aatfettr-Zuaujm-Allr« Ä, Ecke SommertngKoafte, hiä*mczaaa ät*z bk SoOsAUW. fUhatt»matt tWWii<o. »oM. S-MMiS«.-(ß-«fit*nt«itt-och, S. Sesam.» Jßt Sa«-- unenhe in h«t beiannieii 3 Lokalen, �agcsordnun«: Wahl der?ah ladend. funktianüre und StelZunynadmc?.uL ilSadl der AKlsUuacisfunktionSr«.?m .�»hlaveild Cchwsilerr sind««vor ein Sleseral kiott üi»-„tiranlendaksea. erNKerune!sw!!s..n". Aeier-nt Sen. Älorecht.— öZ. Äbt. Äi übt bei Stcimer, WiZinerodorfer Sit. 21, Aerichl und Neunzabl. Parteiangelegen» heiten. Milgiiedsouiy legilwitert.—»>. Abt. 13% Uhr: l. ttnppe: Arxidt. Kanritr. Jl, Bortrag:.Sittlicktoitouerdrechen iui neuen Straf. (jcfciSBuif. iftcferent?)c. Me!,-r.iSrodnijt, 2. Grunve: Thunaik. Wieialld. nraße S. Vortrag:»Reiorm der Sozialveriuderioin". Referent Dr. Lasse. — 53. Hit. 20 tchr bei Stein. Paiiauer Str. 35, Bvrfiands» und ffunttio, nörsitzung. Der Jak, labend iieidat erst am 15. Januar tut Nankchauo statt, M. Abt. Sneodint. 30 Uhr bei Kauer, Pichel-doiner Str. 33, Bortrag:„Das Reparatidnsvroblem". Rss-rent Loren» Breumg. K. Hit Siemcnestadt. 20 Uhr bei Marsandt, Nonnend anmialle», Mitglieder- versalnrnlung. 57. Abt. Eruncirald. 20 Uhr bei Wurtbacher. Vortrag:»Bas bringt uns der Dovng.Plan?� Referent Dr. Friedrich S-rtneit. 53. Abt..kiele;- see. 13-3 Uhr bei Sa,ndlnnnn, iVestiälische Str. 42, Neuwahlen. Mlversdorf. 70. Abt. 20 Uhr bin Sroiss, Holsteinische. Str. 60. Referent Rechtsanwalt Dr. Surr Rosenfeld. Um lS Uhr ebeniwrt Vorltandssthung- — 71. Abt. I9i$ Uhr bei Lau, Hildsgardstr. 14.?,a!?labend, Neuwahlen. 73. Abt Schwargenkorf. 20 Uhr im Deutschen Haus, Breite Straße. Bor. trag:„Palitklche Tagesfragen". Zteforent Gerhard Krämer. Geveralner- sommluag. 1 SchSnoberg. TT. Abt. 1 D'i Uhr:!. Berirl: Mild«, Rollendorsstr, 1«, Bortrag: ..Die volitifche Lage". Referent Georg Stieglitz. 2. Bezirk: Illrgene. Bardo rojiaar. Ze. Kortrag:„Moderner Strafoollzug". Referent Otto in Bropaganda» zirk: Rosenthal, Ebcrsstr, 66, Vortrag.Politischer Ausblick". Referent Genosse Greil.— 79. Abt. 33- Uhr: 1. Bezirk: Arndt, Bautzener Str. 10, Bortroa:„Politische Satire", Referent Herrn Reiff. 2. Bezirk: Gruna in, Geßlerstr. 12. Vortrag:„Gegenwärtige und»ukilnftige Wohnungspolitik". Referent Genosse Poehlke, 3, Bezirk: Kolck, Siegfriedstr. 9, Bortrag:„Um die Ankunft Berlins". Referent Vezirksoerordnete.r Ferdinand Bauhofs, 4. bis 5. Bezirk: Reimann. Ledanstr, 17, Vortrag:„Die Borteile der Wohmtngzordnung". Referent: Wohnunasinspektor Bau! Noetzel. 7. Bezirk: Podszus, Sachlcndamm 40. Bortrag:„Hochschulreform und Arbeiterschaft". Referent Wilhelm Tietgcns. 8. Bezirl: Siedlung Lintenho� GnthstraKe. Vortrag:»Ueber die Quell« der nationalistische; Istgen". Referent Alfred tzilatau. 31. Abt. rsriedenan. M Ubr bei und Steuernroblem", Taunusstratze, Vorti Rosenfeld, M. d. L. 32. Abt Steglitz. 20 Ubr bei Schellhase. Ahoruftr. 15», fsunktionZrsttznng. 33. Abt Lichterselb», ilahlakrcnd fstr West de! Reinh. Schmidt. Raonstr. 39, Bortvaq:„Sozialismus und Ghristentuni". Res. V-rsior San» ssrancke. 34. Abt. Lankwitz. 20 Uhr bei Lehmann. Kaiser-SSilhelm-Skr. 20,31. isnnktid- närsttzung.— Alle Vezieksssthrer mstssen bis dckhin abgerechnet haben. Abt. Zemrelhof. 20 Uhr Aahlobends: 3. u. 4. Bezirk: Lokal �riedrich.Franz.Sti kroatische Studien-.... W Wilhelm. Str. Ecke, Moltkestr.. Dortrag:„Wirtsk 35. Abt. Temvelhof. 20 Uhr Jahlobande: 3, u. 4. Bezirk: Lokal Liiggom. z»Str. Ecke Kaiser-Wilhelm-Str.. Bortrag:.Serbisch-tstrkisch» S.»'" ■_______..............>> tschalite.------->. I— Res. Helene Schmitz, M. d. L.— 6. Bezirk: Lokal Ublemonn, Riugbahnstr. Ref. Otto Günther.— 5. Bezirk: Henning. Soiser- Ssvolitische TaAessnagen" Ecke Germaniastr,. Vortrag:„Der Poung-Plan", Ref. Hans Bauer.-- 7. Bezirk bei Wanzlik. Sberlondstr. 1 Eck« öschersheiiiirr Str., Bortrag: „Eduard Bernssein", Ref. Dr. Mar Schütte. 33, Acht Marie ndari. Kahlabend am Mittwoch, 3. Januar. 20 Uhr: L, 2. u. 7. Bezirk Bei Neumeyer. SchSneberger Str. Eck» Katserssr.: Z. bis 3. Bezirk her Niendorf. Ehausseestr. 10: 3. bis 10. Bezirk bei Dbonan. ffrisdenstr. 6. Thema:.Stellunqnahm« Zur Generalversammlung". 37. Abt Wari'akelde. 20 Uhr bei Schuster, Kirch str. tS, kchhlab-nd. Renkölln. 89. Abt. Kahlabend« fallen au«. Dafür am 15. Lanuar Abkellungs. Versammlung.— 91. Abt 20 Ubr im Lokal BergschlosshUhe.»arlsgatten. straße 3—11, Bortrag de» Gen. Dr. Kurt Löwenstein. M. d. R.— Berichte und Wahlen.— 92. Abt. Zn den nachss.chenden Bezirken finden Pünktlich 20 Uhr Aghlabende statt: 51.. 58. u 60. Bezirk: Lolal Köllig, Bildenbruch- Ecke Weserftr. Bortrag des Gen. Dr. Decker über„Die Politische Lage": 52., 53. u. 57. Bezirk: Lokal Schikor«, Schandauer Ecke Elbestr., Vortrag: 54., 55. u. 56. Bezirk: Lokal Kanter. Harzer Str. 88, Bortrag de» Gen. S. Schlimme:„Rnanznot und Steuersenkung": 59.. 80., 81.. 82. tt. 85. Bezirk: Lokal Wolfs. Kaiser-ssriedrich-Etr. 173, Portrag de» Gen. H. Kehlt- ..Die Selbftverwalwng in der Kommune":«2., 63. u. 79. Bezirk: Lokal Simon. Bertechlsdorfer Str. 0: 87. it 88. Bezirk: Lokal Schneider. Rosen. stratz« 7.— 93. Abt Am Mittwoch, 8. Januar. 101$ Uhr. finden Jahlabende mit folgender einheitlicher Tagesordnung statt: 1. Äortrag:„Die Bedeutung . ergstr. 22. Ref. Gen Böhmisch« Str. 43. Ref. nosfin Behncke: 84., 86.. 103. Bezirk bei Tamm.. Rettor Linke: 104.. IN.. 114. Bezirk bei König. Gen. Link«: 106.. IM., 110. Bezirk f''M" bei Einkonf, Ref. Gen. Rektor Ll Winkel. Ref. Gen. Alt: 112.. 113. Gen. Sesemann: 115. Bezirk bei König. Sanner Str. 15, Ref. Gen. Theek; 116.. Ül7. Bezitt bei LLarnstedi. Thüringer Ecke Kanner Ref. Gen. Hauern— 94. Abt 193$ Uhr bei Kwella. Ockerstr. 15. Barirag:„Die '"" Dr. Ernst fsalck: bei Kuhfeld. Lichicnrader Stt„ 58. direkten Bortrag: Stattrat üfche und kommunistisch« KämPfesmetboden". Ref. — Abt 1!>1$ Udr bei Grimm. Lesssngstr. 0. ifanktionärsttzung. Mitglied hbücher find mitzubringen.— M. Abt. 16%. Uhr bei filllmer. Nogatstr. 56, Bortrag:„Krifi« der Wirtsssiaft tntd fsinanzen", Ref. Max Hevdemann. Neuwahlen.— 97. tut 13% Uhr Ret Weisel. Loiraestr. 22. Sottrag: Einser, Arbeit im B-rlrn«: Rarhause". Ref. Stadt- nerordnetsr Mar IXridi.— 93. Abt 134? Uhr bei Teiw. Kntsebeckstr. 135, Vortrag:..Brivätwirtschaft und konsumgeuossonschafr". Ref. Gen. Schmidt. H. Abt Btttz«ucko». Bezirk« 149, 150. 151 sGeoßficdlungl- 20 Uhr im Lokal Bufchkrug, Rudower Str.. Bortrag:„Die finanzielle Sitilatton". Ref. Dr. Arons vom ADGB. Partefemgelegenheittn. 100. Abt. Rudow. 20 Uhr b« Buckow-Ost. in. Abt Treptow. 194$ Uhr: 1. Bezirk: Stephan. Graetzstr. 1. Vortrag: ..Partei und Gewerkfchast". Referent Genosse ssreigan». 8. Beziül: Elseneck, Siefholzhrahe Eck« Ellsenstraß«. Borttag:..Streiszssg» durch da, deutsch» Parteimesen. Referent August Niemann. 4. Bezirk: Lokal Beer- manuitr. 10. Bortrag:„(Erziehung zum sozialistischen Menschen". Referent Vortrag:„So- Achtung! Der __________, legenb__ 20 Uhr bei Krüger, Bettbastr. 71. Bortvag de« Gen. Bittwer» lutfch» «nnstt Gotklied -zialism 2. Bezi mann iezrrk tagt erst am Douneretag. 9. Zavrar. 10H Uhr, im Lokal Hoff, n. Sieshvlzftr. 21. Bottrag:„Die Organisation de» Weltftteden«". Referent Wpllaalrg Schwarz. log. Abt. Baumjckuleuweg. Pünktlich 194$ Uhr. auierolchentriche chnnktionä:, fitzung bei Haß. Baumschulenstraße. aonsumwählen. Pressefragen. Neu. mahl«». Di« Mitgliederverfauunüuog findet erst am 15. Zanmrr statt. 104. � hr: U. 2-, 3. B«i-k: Svapp«. Westendstr. 16. chelmirienhofstr. Wd. 7� 8. Bezirk: Emmerich. Wichtig« Tagesordnung. 20 Uhr in der Bttlckenklaus«. sseuwohl. Rur Mitglieder Hab _______ 19V4 zitt: Winkler.- �""""-«uf«,«rückenstr. 15, Jbt Zabnnnisthal.' 1S4? Uhr bei Bothr Stllbenvauchstr. u. Bottrag: ..Ist die Stobt honkrott?" Referent Stadtverordneter Reinhald Eichber». Achtung! Di« Bibliothek ist wieder geöffnet Bücher können ausgeliehen inerd«». 107. Abt Fallenbero Ält-Slienicke. 194d Uhr bei Aobian. Altglienicke. Köpe. Nicker Srraße, Eck« Grünauer Straß«, Zahoos- und Kassenbericht Reuwahl Rerschiedenes. 198. Abt Köpenick. r>ah labende erst am Mittwoch, 15. Januar, ifrrijag. siinttlicher Funktwnör« bei Schulz. Bahnhosstr 34. im Stadttheater, Am Marktplatz. G�nerel. , oitzuna sämtlich« >me zur Neuwahl. cichehagen. 20 Uhr II». Ab?. 20 Sanger Konferenz" III. Abt Bohn»dorl. i 120. Iteäbericht. Neuwahl de» Abteibingovorstandeo. eilungsoorftand. br bei Berner. SZvevicker Str 125, Bortvag.Die Reserrni Robett Breuer. 20 Uhr bei Heimanu, Walterobvrfer Str. 100. Geuronl ______„.... Abt Der Kahlabend fällt aus und findet erst am Uü Januar statt-- 115. Abt 194? Uhr in der Schulaula, Kionprmzenstvaß». Bottrag: . Warum Tattferhöhuuoen?" Referent Rudolf schlichttng. Neuwahlen. 117. Abt 194p l&tin der Schule. Lllckst ratze. Borstands, und Kassen- Bericht. Neuwahlen.— 118. Abt 194? Uhr Grupvenzahlabenbe. Gruppe Werk: Lokal Schade, siuschestraße. Ecke Rormannenstraße. Refereut Genosse Orth mann. Gruppe Aörkel und Sahn: Temvel, Siwrunstr. 7. Referent Ernst Arndt. Gruppe Billett: Lokal Werner. Wilh-Irnsir. 3.— 119. Abt 194? Uhr im S-sang»saal de» Lyzeum». Rathau« straße. Bottrag:»Die i«.s.°�ft.h°°.. Wilhelm. straße W. Zahveshauvtversallimluug. Zleuwahl de» Borstande« und der «funttionär«. 122. Abt Bieedorf. 20 Uhr bei Porath. 5, Zahm»- Huer Str.»1. Neuwahlen. Bor. Bericht und Reuwahlen. 128. bi» 139. Abt. Parkow. 1944 Uhr. 1. Bezirk bei Noack,«aiser-ffriedttch. Straße. Bottraa:„Wie vctteidigt fich der Aicheiter ol» Angeklagter?" R«. f-rcnt: Dr. Ernft«atz. 2. Bezirk bei Lehmann. Mllblen. Eck- RLiximilla-. (trilfic. Referent: Likter Maliua sprich: über:„Materialistisch» Gefssiicht». ausmffung. 2«. Bezirk d«i Kaber, Borliner Straß». Bottrag: ufmssi oittik s. iss» SonnenbuU. Hönower Str. nanz- volttlk in Gemeint« und Staat". R-kerant: Sustao i?uß. 3. Bezirk bei Boreik. Berliner Stt. W. Bortrag:.Do» deutsche Bercchtigungaunwefen". Referent: Professor Dr. Strecker. 4. und 5. Bezirk bei Klemm, Berliner Ische Gest', ' 3» Straß« Ü8. Borttag:„Der RationalsozialiMnus". Referent! Bau! Bern- stein. 6, Bezirk bei Zleiimann. Mendelftr. 17. Esperanto. Referent: Se- ppsse Schock. 7.. 8. und 9. Bezirk im Sängerhelm, sslorastr. 93. Bottrag: „Die Neuerungen im Arbettzlosenverficherungsgesetz". Referent: Paul SubtiAu«» Seinersdorf. 20 Uhr Kahlabend hei 131. Abt Riede rfmöt..... Hilh-lunStr-ße. IM. WWWI «in« Stund« vorher.■ 1«. Abt. BuB. 20 Uhr bei«opfert, am Bahnhof. Dartrag:„Die soi staae" Ernft?ei:waiin, '» ZL- I n9, V«Dx. ZKC tzfllg eV POM' Vßl« /ssCiyliw>tnd 16. Bezirk bei Reumann, Provinz. straße Ecks Pantower Allee. 17. bis 21. Bezirk bei Brückner, Provinz. Itretze. 138.»or. Hermsdott- 20 Uhr bei Okrcnt, Bahnhof Ecke Berliner Straße. Bericht. Neuwahl. Gcichäftliches. 139. Abt. Tegel. Die Mttgliederversanunlung flndtt erst am 15. Januar statt. isuultionurtltzung ttt am Freilag, dem 10. Januar, 20 Uhr. der Schade. Berliner Straße 17. 140. Abt.«ortzgwaioe. 194? Uhr bei Wottschach, Ernftftr. 1. Bottrag:„Die politische Lage". Referent: Bernhard Krüger. Jahresberichte. Borstand». wählen. 149». Aot Wittenau. 20 Uhr Borstandsfitzung bei Schulz, am Bahnhof. Die Generawersammlung findet erst Ustittwoch. 15. Zanuat-beniall» bei licÖJiLa jtatr. 141» Abt. StoiciU�&I tuth RLeduschä-chtUtsea.Dest. 20 llhr gemeiasamer Zahl. ab?.nd bei HaffMQQa, Edelweitz. Ecke Aronyrin�evstraHe? Bortvag: JODitc listische ErAiehuLlg�. Rescreat: Rctwr Gustav Hävicke. �43. Avt. BarümalUlsliist. 20 Ahr bei Echmischte, ZÄ�idmannstr. 4. �uaktionar- jitzung. Der Zahlavend fallt aus. Mitgliederversaminlung ist erst am Li!. Sanuar— A ralieriveransialtuugen. 7. Abt. Freitag. 10. Jaquar, 194? Uhr, in Köhler» Festsalen, Tieetjtt. 24, 1, außerdem Mit. ___■..>M Munkgrupp« der SAZ. Mitte. 23. Abt Treffpunkt Donnerstag, 18?? Uhr, Müller» Ecke Seestraß«, Straßen- bahuhaltestclle. zur gemeinwmen Fahtt zum Karl�Schröder-Bortragsobend im Lehrervereinshau». 51. Abt. Ehattotteaburg. Korten für den Bottragsabend am 9. Januar im Lehrernerernshau» jiird noch bei der Senossin Brettschueider, Häfelerstr. 12«, zu haben. 54. Abt üdarlotteabnig. Kotten für die Karl�chrSder-Bcronstalttmg am 0. Januar im Lehrervereinshaus find noch an der Kasse zu haben. 119. Abt«ünan. Freitag, 10. Januar. 194? Uhr. bei Werner. Aäpcnicker Straß« 125, Bottrag:„Moderne Dichterinnen". Referrntin: Maria Löwe. Bezirksausschllh für Arbeiierwvhlfahrt. 19. Krci» Köpenick. Der Beginn de» Kursus über soziale EerichtsbUfe" wird oerschoben auf Dienstag, den 14. Januar, IS Uhr. st» Rathaa» Köpenick. Kiinmer 52. Zuugfoziallsteo. Gruppe Zempelhof-Marieadorf. Heute. Dienstag. 20 Uhr. im Zuaeichbei» Germlunaftroße, Einsang Götzstvaße. MiLglu�ervertanunlnny, Arbeitsgemeinschaft der Sivderfreuade. ZahresmAgNederversammlnagea heute. Dienstag. tS�> Ith«: Rof-pthaler Borstodt: Schule ElisaötthkirchLr. 19.— ivesten N: Heim Bülowstt. 8«.— Erjurbbrunnen I: Schul« Godcnburger Str. 2.— Bedding» Nord: Heim See. Ecke Turiurr Straß«.— Äcddiug(Ol�F.)-. Schule Hüttüher Straße 4.— Gewettschaftebau»: Schule KSpenicker Stt. 125.— Arn-walber Mitte. Gruppe Engeluser. Heute beginne» rnr wieder mit unseren Gruppe» abenden. Rote Falten: Dienstag von 174? bis 194? Ilhr in der welrl-.chen Schule, Köpenicker Str. 125. und Tonnerztag in der Warsenstr. 18. Juno» sacken am Freitag in der Schule Köveuicker Stt. 125. Krei» Schöneberg-Friedeoau. Die Heimabende kür die SchSneberger Ja»» und Rote Facken-Gruspen finden Dienetaqz und Freitags von 17 dl» 19 Uhr im Jugendheim Hauptstraße statt Die löruppe Friedenau hat ihren Hein> abend Dienstags von 17 bis 19 Uhr im Heim der Schule Offenbacher Straße. Rote Fallen und Zungsacke» der Gruppe.Friedrich Ellert". Am Dienstag. dem 7. Januar, Gruppenabend im Jugendbedn Sonnrnburgsr Stt. 20. Pünkt- liches Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. Jeden Mittwoch wieder Turn. abend. Helfctturin» in Kreuzberg. Der Kursus beginnt infolge Berückfichttgnng der zentralem Beranftaltungen erst am 16. Dezember. Der Kursuswiter.' Geburiskagc. Jubiläen usw. 25. Abt llnferr» treuen Genossen Sari«ufe nnb seiner Ehefrau. Allen. striuer Stt. 7, zur Silber Hochzeit die besten Slückwünlch«. Sterbetafel der Groß»Berliner Partei- Organisation � Sophie Hinße ist im Alter von 73 Jahren Eenosfin, war ft« uns«in« gut« und auf- 19. Abt Unsere lieb« Genossin. � verstorben. Seit über 20 Jahren Genossin, war rechte Mickämpferw. Ehre ihrem Andenken. Die Einäscherung hat bereit» stattgefunden. 11t Abt. Bohnsdorf. Unser aller Genosse Sufia» Büttner ist verstorben. Ehre seinem Andenken. Einäscherung Mittwoch. 8. Januar. 17 Uhr, im Kremawttum Balmrschulenweg. Wir bitteu um rege Beteiligung. W „Sfieue Lstes d» B-l SozialjstischeArSetterjugendGr.-Verlsu ckstasendunaev säe bisse Zlubitt mir an da« Jugendseiretariat Salw SW d3. Ondenstraße Z Singstunde" unter Leitung von Fritz 114? Uhr. im Theater am BtUomplatz. Jode am Sonntag, de« ______________ Karten l Rh. Sannnel- a 10 St an die«arte zu 75 Bf. Ku" habe» w der Gsschäftsstelle Lruienstr. 22?. latz: Hei» Wrhlauer Straß«.— Hajenheid«: Heim Wassettorftr. 9.— Enden-, Heim Horckftr. U.- Schönebrrg l: Heim Hauptstr. 15.— Schöne de rg M: Heim Hauptstr. 15.— Echöncberg V: Heim Sauprissr. 15.— Westend: Heim Westend.— Moriendorf: SÄuie Tocfstr. 7.— Britz Ii Rathau» Chaussee str. 48. — Rentrln I: Heim Sander. Eck« Hobrechtftraße 7.— RenIWs ckr Hcir: Bergstr. 29.—«mckölln III? Heim Flughafenstr. 68.— Reukölla IT? Heim Schierke str. 44.— Neukölln V: Heim Böhmische Stt. 1— 4.— Nevlöllv VI: Heim Treptower Str. 05.— Neukölln Vll: Schule Kaiscr-Fttehrich�Straße.— Neuköll» VIll- Schul- Rütllstraß«.—«enl-ll» IX: Schul« Wari-nb-rier Weg. K immer 86.— Reülöll- X sR�F.): Hei» Bergstr. 20.— Hermedorf: Heim Sioonstraßc.— Buchholz: Schul« Berliner Stt. 10.— Pankow 1z Heim Kisfingenfttaße.— Pankow ll: Heim Görschstr. 14.—»rnimplatz: Gründung». periammlung. Alle Genossen, die Mitglied der neuen Gruppe winden wollen. bttnaeu ihre Mitgliedsbücher mit Wahl des Fu nkt! v närkörp ers.—. Kölnischer Park: Heim Waifenftr. IL. Bottrag:„Paul Singer".— Bruunenplax: Httu- Bank. Ecke Wiesenstroß«. Bortrag:„Fahrienerlebnisse".— Helmholtzplatz: Heim Danziger Stt. 62. Bottrag:„Ausblick auf 19Z0".- Wötther Platz: Schule Kastanienallee 82. Bottrag: �:vderfreunö«— Rott Fallen— SBI."— Schöne borg llr Heim Hauptstr. 15. Organiamrisches.— Eharlotteuburg: Heim Rofinenftt. 4. Bottrag: �Heinrich Kille".— Steglitz: Sariellversaittmlung btt Schellhofc. Ahornflr. 15». Heimabenü fällt aus.— Lichterfeld«: Hciai Allttcht- straße 14». Bottrag:„Aufgaben der Gewerkschaften".— Wederschöneweide: Schule Berliner Stt. 3t Bottrag:„Religion und Sozialismus".— Rrinicken. dorf.Sft: Heim Lindauer Straße. Bottrag:„Arbettserlebnisse".— Bitteoan: Heim Rofenthaler Stt. 15. Glaßbrenner-Abend. » LSG. Pankow: Heim KiMngrnstr. 48. Zimmer 5, 18 Uhr 10. Ml nuten. Referatt. Serbebezttk Prenzlaner Berg: Baden in der Schwinmchalle Qderberger Straße. Eintritt 15 Pf. Donnerstag treffen stch die Gruppen geschlossen: Fall- platz 1. Arnswalder Platz I und ll, RO. t Hmnannplatz. Wötther Platz und Helmholtzplatz um 19 Ubr vor dem Bezirksamt zur Sprech chorprvbe. Die Kotten für die Feiet, müssen umgehend an Nathan Klein, Weißensee, Wött!,. straße 2. abgettchntt werden. Werbebezirk Wedding: Tambonrkapelle. Zum Uebungsabend am Donners- tag müsse« oll» Spieler erscheinen, da evtl. wichtige Bsschlüsse zu fassen find. Vorirckge, Vereine und Versammtungen. G Reichsbanner.Schwär? Rot-Gold" ««fS»ft,»elI»:BerIin S 14. S-bafiianstr 37-38. Sot 2. Tr. Gerich�straß«......-------—„--------------—„. raloerfammlnng rat Meßpalast. Altt Jakob- Eck« Rittssssiraße. Neuwahl der Kugleitnna.— Donnerstag, 9. Zannnr. Prenzlauer Berg. Berfammlungen um 20 Uhr: Kameradschaft Königsttr bei Rösner, Jmmanueckirchstr. 25. Samerai'. ichall Falk« bei Zeuge, Milaftr. 5. Sienzberg. Lug 6. 20 Uhr Geueralversawur lung bei Seutchner. Dieffenbachstr. 54. Hermsdott(Kameradschaft!. 20 Uhr Gsneralvettammlnng bei Samerad Skrrnt. Berliner Ecke Bahnhofstraße. Er- scheinen aller Sanrevoden Pflicht.— Friedrichs harr. Kameraschaft Büfching. 1. Kug. Dienstag. 7. Januar. 194? Uhr. bei Jäck-l. Sächftt Stt. 16. Bor- berenung zuck Seneralverfaimnlung. Aktive und pafssve Kameraden müssen erscheinen._ Deutsch« Landanannfchast d-e Pro»:», Pose». Groß-Berlra. Monats. fitzung mit Hairptoerfanemlung in Sachen ondewoeller Feststellungen der Satzungen am Donnerstag, dem 9. Januar. 204? Ilhr. IN der Kinchl-Krauere:. 'Berlra.Neukölln. Sermannstr. 214—219. Deutscher Slperanto-Snob, Ortsgruppe Berlin. Freitag. 20 Uhr, SoudUorci Dobrig. Sacksscher Markt._ Stnrmnogel«.»„ Bezittoarnppe Nenköllv. Mittwoch, 8. Iamprr, General- Versammlung im Lokal Uhck«, Hermannstr. II. tong eilov Lnellsd vedutiack clud. sfiittvocb 20 Ubr: TnbnZrttebaus SSIou-ttr. 104, outtmannttttl: Or.Nilcko vebrenck:„Peonomlcnl stnzlnnck." «ettpon-sinxllib-Zocle«?, vannerstnz. cken 9 snnusr. 9 p. m. Caff ja barg, Berlin W, Bfllowstr. I. Lecture; ,The Point of View.* Mrs Ph. L agen- atnp Wellerbericht der Sffentllchen weckerdienfMelle Berlin und Umhegend (Ztachdr. verb). Zeitweife aibelig, sonst vielfach heiter, stellenweise leichte Nachtfröste, am Tage Temperaturen über Null,«eist schwache westliche Winde.— Für ventschland: Jim größeren Teste des Reichs, abgesehen von örtlichen Reielbstdungen. zieinlich heiter nnd trocken. Allgemein Nachtsrost, TazeStemperaturen jedoch über Null steigend. und Verantwortlich sttt Bolitck: Dr. Entt Geyer: Wirtschaft: S. Klingelhösem Geuattschattsbeweznna: z. Steiner-, Feuwettn: Dr. Zohn Schiko»«ki: Lokale» und Sonstiges: Fritz Karstadt: Anzeige»: Tb. Glocke: sämtlich in Berlin. Verlag: BrrwSrts-Beila» G. m. b„ H.. Berlin Druck: Borwätts-Buchdruckrrri ._____ Paul Singer n. Co.. Berlin£38. 68, Lindenitraß« 8. Hierzu 2 Beilagen und.Unterhaltung und Wissen". IWaBür- Sjnsifikb Bad l T. Site BeiQll). Beifni IL U. CtBsotnserStr.Jll Arn 1. Januar verstarb unser jähriges, Irenes Mitglied der A Leitung Köpenick fVUdelm keedvllbekg sein Andenlen in Wir werden Ehren halten. Di« Einäscherung findtt anr Mitt- woch. dem 8. Januar, um 1890 Uhr. im Krematorium Baumfchuleirweg statt. Zahlreich« Beteiligung ei wartet Orr VontaatL st :te Graf von Schmerin kostenpsttchüg :» veruseilt 29 J. 1854-23. Bekanntmachung In der Strafsache gegen L pp- 2. den Redakteur Eberhard vom Schwerin in Emcb. Kerckhost geb. am L Juni 1894 in Swinemünl wegen Beleidigung durch die Presse, wird auf Ersuche» de» OberstoatoanwallZ t» Essen folgende« veröffentlicht: Da« erweiterte Schöffengericht in Essen hat am 23. November 1028 für Recht ntonfc pp. Der wird zu-! Den Nebenklägern, dem SerrnPreußikchen Minister für Bollswobifahtt Dr. rittsieter in Berlin und dem Herrn Beigeordneten Kl Vit in Essen, wird die Bewgnts zuge- sprachen, den erkennende« Test de« Urteil« innerhalb zwei Monate nach Zustellung de» rechtskräftige» Urteils te einmat auf Kosten de« Augeckaglen öffentlich bekannt» zumachen und zwar tn der Rbetni ch-Weit- tälischen Zeitung, in der Essener Bolls- zettnng. in der Germania und dem Bor- wärt«. Alle Hemplare der Nr. I vom rer Herstellung � en find unbrauchbar zu machen Stt lll. grofie Strafkammer de, Land- gerichts in Essen hat am 25. September >929 für Recht ettannt: Dtt verufung der Staatsanwaltschaft wird auf Kosten der Staatskasse mit der Maßgabe verworfen, daß die llndrauch. barmachunq nur mit diu Einschränkungen au» i 4t Abs. 2 und 3 SlrGB. ausge. sprachen wird. Dtt Berufung der Nebenkläger wird auf ihre Soften eetmorim. Dtt Berufung de« von Schwerin wird auf worsen. Dtt vorstehend« Abschrift der Urttils form»! wirb beglaubigt. Da» Urietl ist vollstreckbar. Essen, den I Dezember 1020. gez. Stackmann. al« Urkundsbeamter der SefchSstsüeile des. Amtegerichts. � der Rheinisch. Westtälilchen Zeitung 7. Juni 1828 lowtt dtt zu ihrer Herstel bestimmten Platten und r Angeklagten Grafen ruf sei»« Koste» oer- Axa 4. Januar 1930 verstarb unsar Vorsitz ondar Harr Malarobvrmeistor Wilhelm Weiß Mit einam ihm zur Salbstverstaodliohiait Kvwordansn Eifvr und croßvm sozialen Verständnis hat er, selbst noch während seiner schweren Erkrankung, mitgearbeitet und den Ausbau der Kasse im Interesse der Versicherten stete gefördert. Seinen verständigen Bat nnd seine große Hilfsbereitschaft werden wir sehr vermiesen. Sein Tod ist ffir uns ein schwerer Verlust. Wir werden seiner stets gedenken Der Vonfand der Allgemeinen Ort tkrankenkasse Berlin-Pankow 0. eoiig. uorsnzendar feMr JUE�ENS Alexanderplatz Naae K5iila«tr.43 HAMBURG-AMERIKA LINIE won HAMBURG direkt nach KANADA NÄCHSTE PASSAGIER- ABFAHRTEN: M. S.«LI. LOUIS".. 21. Eni»-. D.„WESTPHALLA".. 6. Mörz D.„aEVELAND"...12. Mflrz M.S.„ST„ LOUIS".. 28. März M. S.„MILWAUKEE" 4. April D.„CLEVHAND"...16. April AUSWANDERER • ItKBtN SICH WtGEN ftü.19««IMZELHtlTSN ZU WINOIN ANi 99AMSURG- AMERIKA IINIE, HAMQURG I. ALSTEROÄMM LS oder die Vertretung in ßerün. W8, Unter den Linden S. Fernsprecher- Zentrum 9155 6. 9l9(/9. W 50. am Zoo, Har den bergstr. Ma-e. Fernsarecner: Barbarossa 0814 und 30)4, Poseidon Schiffahrt A.O, Potsdamer Str. 103,-i ScIiuMelss-PatzenMr Braoeres-.UktiengeMUschaft. IWan« an» n. Antznot 19X9. Akttrau Rejcfcsmart Anlage-Werte...... 71 088 3933« Kassa......... 1238181,97 Wertpapiere und Beteiligungen........ 13 990 491,40 Eigene Hypotheken... 1 lS379.5,Ss Guthaben bei Banken, Kontern- und Tochtergesellschaften....... 12884094,75 Darlehen........ 11 960 376,44 Außenstände 4 152 507,0: Vorräte....... 5160513�6 121 633 351,47 Pasel v«. Stammaktien.»-,. Vorzugsaktien.... Reservefonds...... Teiischuldverschreibungcn Hypotheken, Nichtabi . chtabgehobeneDividende Wohlfahrtsfonds u.-kasseu Richard-Roesicke-Beamten- Pensionskasse..... Walter-Sobernhelm-Stiftun� Reichsmark 50 000000,—. 1 000 000.— 8 600 000,— 42 097�9 2 492 636�6 3907235 1 404 447,15 2131 503.73 118 704,42 Outhaben der Kunden und Angesttllten...... 32 323595,06 Kautionen....... 763554,54 Reichs- und Gemeindebiersteuern........ 6 247 281,02 Steuer-Rflckstand.... 291 459,03 Kreditoren und Akzepte.. 3 765 926.51 Reingewinn.,,,..■ 10 363 073,71 _____ 121 633 351.47 Die Auszahlung der Dividende von 15% aufdasAktienkapItal von RAI 50 000 000,— Stammaktien erfolgt gegen Rückgabe des Oewlnnentrllsrh eines Nr.»5 rn dem Aktien Nr.eooi-9103 des flewtananteilsdielnes Nr S sn den Aktien Nr. 1-0600, 9101-38500, 103 701—136200 in Berlin bei der Deutschen Bank und Disconto- Gese.Ischaft(Kuponkassel, W 8, Kanonier- straBe 29/30, bei der Commera- und Privat- Bank A--G,\V8, Charlotten- strafie 47, bei der Darmstädter und Nationalbank Kommanditgesellschaft auf Aktien, WS, ßehrenstr. 6870, bei der Dresdner Bank, WS, Behrenstr. 35/59, sowie bei den Niederlassungen dieser Banken in München, In Berlin bei dem Bankhaus Jacquierä Seeurius, C2, An der Stech- bahn 3/4, , bei dem Bankhaus E. J.Meyer,• W 9, VoSstr. 16. Berlin, den 6. Januar 1930. Söml£ü£is§' FalzcRSofcr Du V. Soberahelm. Nr. 9- 4?. Jahrgang 2# Dienstag. 7. Ianuar 4930 Es„stinglt" zum Himmel. Ein Kapitel über persönliche Beziehungen und private Austragsbeschaffung. Dar chrig-m Jahre« engagierten fctc. Deutschen Kabelwerke in Berlin einen gewissen Herrn Süngl, einen früheren Offizier. Diesen Mann schickte das Berliner Unternehmen nach München und bald darauf konnte Herr Stingl seinen Auftraggebern in Berlin melden, daß es gelungen fei, den Deutschen Kabelwerken einen Auftrag der Münchener Postoerwaltung in Höhe von 1% Millionen Mark zu sichern. Das war ein Riefsnauftrog und Stingl soll sich in einem öffentlichen Lokal gerühmt haben, daß er an ihm eine Provision von 50 MV M. verdien«. Nun hat Herr Stingl in München und Berlin nicht den Ruf eines seriösen Kaufmanns. In München weiß man von ihm, daß er noch nicht 30 Jahre alt ist und im vorigen Sommer am Starnberger See durch fein übermäßig luxuriöses Auftreten unangenehm auffiel. In Berlin sagte man, als die Münchener Geschichte bekannt wurde,„die Sache stinglt zum Himmel". Man komint allerdings erst hinter die Feinheiten des Berliner Wortschatzes, wenn man weiß, daß der Vater des oben erwähnten„erfolgreichen" Münchener Vertreters der Deutschen Kabelwerke kein anderer ist als der frühere P o st m i n i st e r Stingl, der vor etwa zwei Jahren in Penston ging. Stingl ist Mitglied der Bayerischen Volkspartei. Don unterrichteter Stelle wird uns bestätigt, daß der frühere Postmmister Stingl des öfteren versucht hat, seinen Sohn anständig zu placieren. Im Verlauf dieser Bemühungen brachte Stingl sen. seinen Sohn bei den Deutschen Kabelwerken unter; Stingl selbst gehört dem Aufsichtsrat der Deutschen Kabelwerke an. Bestätigt ivird auch, daß die Abteilung Vl des Reichspostministeriums den in Frage kommenden Auftrag an die Deutschen Kabelwerke erteilt hat. Der gegenwärtige Leiter der Abteilung Vl ist ein Herr Reumeyer. Sein Vorgänger heißt Schätzet. Schätzet ist gegenwärtig Reichs- postminister. Anscheinend fällt der Austrog an die Deutschen Kabel- werke in die Amtszeit Schätzels. Die„Frankfurter Zeitung" weiß zu dieser Auftragserteilung interessante Einzelheiten mitzuteilen. Es handelt sich dabei, immer vorausgesetzt, daß die„Frankfurter Zeitung" richtig unterrichtet ist. um die Lieferung des ganzen Bezirkskabels München-Partenkirchen- Mittenwald. Bei Vergebung solcher großen Aufträge befolgen d'e entsprechenden Abteilungen des Reichspostministeriums im allge- meinen die Uebung, die Lieferungen auf mehrer« Werke zu verteilen, schon um die prompte Lieferung zu garantieren. In dem von Stingl jun. vermittelten Auftrag brach man mit dieser Uebung und gab den gesamten Auftrag an die Deutschen Kabelwerk« in Berlin, obwohl, was die„Frankfurter Zeitung" besonders unter- streicht, zwei Amtsstellen der restlosen Vergebung an das Berliner Unternehmen widersprachen. Die Deutschen Kabelwerk« haben dann auch die Lieferfrist nicht innehalten können. Man darf an- nehmen, daß die Abteilung Vl in München nicht so viel Sympathie für die Berliner KabAflNkza ausgehrach: hättei wenn ihr Bcrfi-eier in München, eben Stingl jun., nicht der Sohn des Reichspostministers gewesen wäre. Bis in die jüngst« Zeit hinein sollen die Deutschen Kabelwerke immer, wenn sie in München an einen Postaustrag heranwollten, Stingl jun. nach der bayerischen Haupt- stadt geschickt haben. Er war, weil ihm jegliche Fachkenntnis fehlen soll, von einem Fachmann begleitet. Wenn die Einzelheiten über die Auftragsvergebung bei der Ab- teilung VI in München zutreffen, dann stinkt die Affäre wirklich zum Himmel, und es ist allerhöchste Zeit, daß die amtlichen Stellen sich zu der Angelegenheit klipp und klar äußern. So kann auch aus München zur Bereinigung unseres politischen Lebens etwas getan werden. Dafür erwärmt man ssch ja seit Jahr und Tag in der bayerischen Landeshauptstadt und man sollte diesmal nicht ver- säumen, schnellstens den Dreck vor der eigenen Tür zu kehren. Der gegenwärtige Reichspostnnnister wird selbstverständlich auch mancherlei zu dieser Angelegenheit sagen können. Wenigstens mäch- ten wir das auf Grund der obigen Angaben annehmen. Gleich- zeitig aber muß die Abteilung VI klarstellen, weshalb der frühere Reichsminister Stingl in der teuersten Gegend Münchens ein« von der Post zur Verfügung gestellte Luxus- villa bewohnt. Stingl soll sich allerdings durch Vertrag mit der Post für die Zeit nach feiner Pensionierung eine Wohnung in München ausbedungen haben. Die festgesetzte Miete soll aber weit unier dem normalen Stand liegen. Der Oberste Rechnungshof des Reichs hat bereits einmal die geringe von Stingl bezahlte Mi'te beanstandet. Mit dem Charakter einer Dienstwohnung verträgt sich auch nicht, daß der Schwiegersohn des früheren Ministers, ein prak- scher Arzt, die zweite Etage der Villa bewohnt. Das Reichspostministerium erklärt. Kurz vor Redaktionsschluß erhalten wir ein« amtlich« Erklärung des Reichspostmimsteriums, in der zu den oben gesch iderten Dingen Stellung genommen wird. Es wird in dieser Mitteilung nicht bestritten, daß der Sohn des Reichspostministers a. D. Dr. Stingl den ungeteilten Auftrag an die Deutschen Kabelwerke in Berlin tatsächlich vermittelt hat. Es wird ober behauptet, daß der Auftrag aus technischen Gründen im ganzen hätte vergeben werden müssen; außerdem hätte die Berliner Firma das günstigste Angebot gemacht. Weiterhin wird nicht bestritten, daß der ehemalige Reichspostminsster Dr. Stingl die besagte � Luxusvilla zu einer niedrigen Miete für sich und feine Hinterbliebenen inn« hat. Es wird aber dazu gesagt, daß das aus Grund einer besonderen Ermäch- tigung der Reichsregierung geschehen sei, und daß der Rechnungshof des Deutschen Reiches den Tatbestand geprüft und anerkannt habe. Damit hat dos Rcichspostministerium die von uns gefordert« ..Erklärung gegeben..FreUich ist sieÄn'ckrinem Pmtftf jssnc aUSteichende Rechtfertigung......" �" Immer noch billigeres Geld. In Amerika!— Wie lange noch Anleihesperre? Wie aus New Jork gemeldet wird, ist in den Bereinigten Staaten der Geldmarkt zum Jahresschluß sehr leicht gewesen. Die Geldnach- frage war so gering, daß der Zinssatz für tägliches Geld 0 Proz. nicht überschritt, am 3. Januar aber bereits wieder auf 5 Proz. zurückging. Sicher ist das mich eine Folge der gedämpften Konjunktur, die dem Börsenzusammenbruch vom Ottober und November gefolgt ist. Jeden- falls ist die Geld- und Kapitalnachfrage in den Bereinigten Staaten gegenwärtig so gering, daß sich die Anleiheaussichten für Deutschland immer weiter verbessern. Dabei werden die Bedingungen für die Anleihen, die Deutschland jetzt drüben haben könnt«, immer günstiger. Man erwartet mit ziemlicher Bestimmtheit, daß die amerikanischen Diskontsätze weiter gesenkt werden, noch unter dem bereits sehr niedrigen jetzigen Stand von 4 in Proz. hinaus. Damit erweitert sich die Spanne zwischen dem 7prozentigen Diskontsatz der Deutschen Reichsbank und dem amerikanischen noch mehr, und die Möglichkeit einer deutschen Diskontjenkung wird noch deutlicher. Nichts braucht die deutsche Wirtschast gegenwärtig so sehr als eine Belebung durch die 5?ereinbringung ausländischer Kapitalien, für die überall der dringendste und volkswirtschaftlich gerechtfertigte Bedarf vorliegt. Der einzige, in keiner Weise zu rechtfertigende Widerstand gegen die Aufnahme solcher Anleihen liegt nach wie vor bsim Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht. Diesem Widerstand muß ein Ende gemacht werden. Lteber 9 Mittiarden Spareinlage«. 2050 Mittiooen Zuwachs im Iahre 1929. Im Jahr« 1929 haben sich in« Spareinlagen bei. den deutschen Sparkassen weiter recht beträchtlich vermehrt. Sie sind, von 0.99 Milliarden Ansang Januar auf 9,07 Milliarden End« Dezember gestiegen. Der Zuwachs beträgt also 2,08 Milliarden Mark. Dieser Zuwachs ist angesichts der Ber schiechte rung der Wirts chasts- und Einkommenslage� im Jahre 1929 sehr groß. Er bleibt nur um rund 10 Proz. hinter dem des sehr guten Konjunkturjahres 1927 zurück. Der Zuwachs ist umso beachtlicher, da er dos Vortrauen be- w e i st, das die deutschen Sparer trotz der Hetze gegen die öffentliche Wrtschaft nach wie vor den öffentlichen Banken ent- gegenbringen. Dos private Bankkapital in Deuts«hland hat das Bertrauen der Sparer nicht zu erwerben vermocht. Obwohl seit anderthalb Iahren die deutschen Privatbanken ihr« Kampagne gegen die Sparkassen und ihr« Werbung um den Sparer sehr verstärkt haben, war der Erfolg dieser Kampagne ganz minimal. Wir hosten, daß dies auch in Zukunst so bleiben wird. Auch pro Kops der Reichsbevölkerung stt eine sehr erhebliche Steigerung eingetreten. Auf den Kops der Reichs- bevölkerung logen bei den Spartassen Anfang 1929 110,18 Mark. Der Pro-Kopf-AnietI der deutschen Bevölkerung an den Sparkassen- emlagen hat sich bis Ends 1929 auf 141,72 Mark vder fast um e i u D ritt e l e rh ö ht. Die Sparkassen Härten im Iabr« 1929 im lÄesolge der Pariser Reparationsverhandlungen auch eine empfindliche Belastungsprobe mitzunwch«n> vnd zwar weil Schachts politische Seiteu- sprünge(Kolonialsorderungen) die Pariser Konferenz gefährdeten und weil auf der anderen Seite Hugenbergs Jnflations- g e s ch r e i das Vertrauen der Sparer zu erschüttern droht«. Wahrend in dieser Zeit der Zufluß von Geldern zu den Privat-. danken sehr beträchtlich zurückging, blieb er bei den Sparkassen trotz einer leichten Verringerung noch außerordentlich stark. In den, kritischen zweiten Vierteljahr 1929 betrug der Zuwachs 301 Mil- liönen gegen 444 Millionen im Iahre vorher. Dos Vertrauen der Sparer konnte also trotz Schacht und Hugertberg nicht erschüttert werden. Seit dem Iahre 1924 sind die Spareinlagen sehr schnell gewachsen; freilich sind dabei auch die Auswe rw ngsbe trüge und die nmner beträchtlicher werdenden Zinsgutschristen zu berücksichtigen. Die Tabelle läßt deutlich das Wachstum erkennen. 1924..... 008.0 Millionen M. 1925..... 1093,8 1926..... 3181,9 1927..... 4 693,0.', 1928..... 6 990,6 1929..... 9 070,0 Di« Zahl der Sparbücher hat sich in der gleichen Zeit vvn 1,8 auf 15 Millionen Stück erhöht, der Zuwachs im Iahre 1929 betrug noch rund 1,9 Millionen Stück. Kn'h Thyssen legi nieder. Kurz vor dem letzten Jahresschluß ist die Ncubegründung der Eisen- und«tahlverbände der deutschen Montanindustrie zustande- gekommen. Den Vorsitz in der Deutschen Rohstohlgemeinschast und den, Austichtsrat der Srahlwerksverband A.-G. hätte bisher Dr. Fritz Thyssen vom Ruhrmontantruft. Nicht zuletzt dadurch war. es bei, Vereinigten Stahlwerken möglich, ihre beherrschende Stellung in den deutschen Eisen- uui»' Stcchlkartellen auszubauen und die Politik der großen Kon.-erne auch in den neuen Kartell vertrügen weiter zu verfestigen. Dr. Fritz Thyssen hat jetzt um die Entlassung aus diesen Aemtern gebeten uiid zwar wegen Arbeits übsrlastun g. Sein Rach-oloer wird voraussichtlich Dr. Fritz P ö n s g e n, gegenwärtig lieben Thyssen und Vogler der führende Mann im Ruhr-Montan- Trust, der� gewiß dafür sorgen wird, daß die Uebcrmacht der Der- einigten Stahlwerke auch in der Zukunft gesichert bleibt. Oeffentliche Wirtschast in Preußen. Sie umfaßt nur rund 5 proz. der in der Industrie Tätigen. Das Preußische Statistische Landesamt veröffentlicht in der „Statistischen Korrespondenz" eine interessante Verarbeitung von Einzelheiten der Gewerbezählung des Jahres 1925. Dabei zeigt sich für die öfsentliche Wirtschaft in Preußen dos interessante Resultat, daß auch bei voller Einrechnung aller gemischtwirtschaftlichen Unter- nehmungen der Anteil der öffentlichen Hand am gesamten Gewerbe nur OB Proz. der Unternehmungen und 15,2 Proz. des Personals beträgt. Dabei ist aber das auf Preußen entfallende Personal der Reichsbahn und der Reichspost mit eingerechnet: Reichsbahn und Reichspost gehören aber nicht eigentlich zu jener Art von öffentlicher Wirtschaft, die neuerdings hart umkämpft wird. Zieht man den Anteil dieser beiden Reichsunternehmüngen ab, so entjällt aus ösfent- liche oder gemischtwirstchafUiche Unternehmungen in Preußen ins- gesamt nur ein Anteil von 5,4 Proz. all« Beschäftigte» der aus preußischem Boden arbeitenden Industrien. Aber auch unter dieser Ziffer befindet sich noch dos Personal zählreicher Krankenhäuser, städtischer Bauämter, Provinzial- und Kreisbauverwaltungen usw., das man schlechterdings in eine Gewerbezählung überhaupt nicht ein- beziehen dürste. Am größten ist die Beteiligung der ösfenilichen Hand naturgemäß bei den Gas-, Wasser- und Eleflrjzilätsunternehmurigen, wo der Anteil am Personal 89, l Proz, beträgt. Elend in Lodz. Die Krisis der polnischen Textilindustrie. Di« überaus schwer« Läge der polnischen Wirtschaft fpiegelt sia, in besonders starker Weife in den, katastrophalen Zustand der Lodzer Textilindustrie wider, unter dem nahezu 100 000 Arbeiter zu leiden haben. Das Zeniralorgan der Polnischen Sozialistischen Partei der Warschauer„Robotnik" gibt darüber folgendes Bild: „Die größte Arbeitsstadt Polens durchlebt eine fiü rchterliche Krise. Lodz, jenes legendäre„gelobte Land" steht vor seinem Untergang. Alle bisherigen Krisen, die die Lodz et Texliiindustrie je erlebt hat, verblassen vor der gegenwärtigen Katastrophe. In der Siadt der Arbeit schwindet von einem Fabrikschlot„ach dem anderen der Rauch, das Zeichen der Arbeit, das Summen, der Maschinen, verstumint allmählich und an seine Stelle tritt. d'» olles Lberschwem- niende Flut der protestierten Wechsel,- die täglich steigende Zahl der Konkurse und Zahlungseinstellungen.®o ist die Lage der Fabrikanten. Wie steht es aber um die, die auch in' dieser Krise nichts mehr zu verlieren haben, die bisher im Schweiße ihres Angesichts die schwieligen Hände emsig, in einem fort, ohne Ruhe, im Takt der schwirrenden Maschinen bewegten, derev ganzes Deuten auf den richtigen Lauf der Maschine, der sich kreuzenden Fäden, der drehenden Spulen tonzentriert war? Gibt es Worte,, um ihr« Lag» richtig zu schildern? Auch das allerkräftigste, a lle rg-r au 1 a m st e Wort muß banal und nichtssagend erscheinen angesichts der Hölle, in der sie leben. Nackte Zahlen mögen-sprechen: Di« größte» Fabriken in Lodz haben die Arbeitszeit aus wenige' Tag« in der Woche reduziert, andere die Produktion überhaupt eingestellt. Die Fabrik von Rosenblatt, die 2000 Arbeiter beschäftigte ist liquidiert worden, die größten Woll- und Baumwollfabriken von Barcinski, Kindermann, Kestenberg und andere, die Tausenden von Arbeitern ihre wenn auch noch so karge Existenzmöglichkeit gaben, sind in Konkurs geraten oder stehen unter Gerichtsaufsicht. Die vereinigten Werke von Scheibler und Grohmann(6000 Arbeiter) arbeiten nur an drei Tagen, die Widzemer Manufaktur(6000 Arbeiter) nur an zwei Tagen, die Vaumwollsabrik von Geyer(4500 Arbeiter) an drei Tagen; in den übrigen Städten des Lodzer Textilgebiets, Zgierz, Pabjanice, Zdunska Wala sind die meisten Fabriken geschlossen. Es gibt keine Arbeiterfamilie in Lodz, deren Mitglieder den normalen Lohn erhalten, es gilt für die Hälfte, für«in Drittel das Leben zu fristen. Und wie sehen schon die normalen Löhne aus? Der Durchschnittslohn beträgt, je nach der Arbeitsart, 3 66 bis 8,38 Zloty(1 Zloty 48 Psennig). Nimmt man den Lv-hndürchschnilt'von 5 Zloty und'den Arbeitsdurch-schnitt-woinoier Tagen, so ergibt der W o ch« n v e r d s« n st fü r« i n e A r b e i t e r- fa-mi sie noch k'eirtc 10 M a r k! Aber auch diese gehören zu den"„Aüserwahlten des'Gsstcks—'denn sie'haben jp noch Arbeit. Wie soll man sich aber das Schicksal der von Woche zu Woche wachsenden Arbeitslosen vorstellen, von denen nur ein Teil(22 000) registriert sind und Unterstützung bezichen. Das Heer derjenigen. die jeglicher Mittel zum Leben beraubt sind, beträgt im Lodzer Bezirk, die Familienmitglieder«ingerechnet, 150 0001 Wer wundert sich da, wenn die Zahl der Selbstmorde von Tag zu Tag zunimmt. Aach dem Zusammenbruch. Oer st�eichelbund der höheren Beamten sammelt für die Geschädigten.— Wied el gibt Minister a. O. Scholz? Vor«inigen Wochen ist die R e i ch s b u n db a n k, die dem Reichsbund der höheren Beamten nahe steht, mit schweren Verlusten zusammengebrochen, und ein großer Teil der Beamtenein-leger kam in Not. Jetzt uMernimmt der Reichsbnnd eine Aktion zugunsten der Geschädigten. Die Mitglieder des Reichsbundes sollen' eine Erhöhung des Beitrages um 25 Pfennig pro Mann und Woche für die Dauer von drei Iahren rnif sich nehmen, womit man für die Einleger eine bestimmte Abfindung sicherstellen will. Weitere Mittel soll«ine freiwillige Umlage von 10 Mark zur Unterstützung der Geschädigten bringen. Gründer und Förderer der Bank, zugleich Vorsitzender des Aussichtsrats war der vvl-ksparteiliche Reichstagsabgeordnete und ehemalige Reichsminister Scholz. Wir haben nicht gehört, daß man dl« Äufsichisratsmitglieder zur Gutmachung der Schäden heranziehen s will. Es wäre auch interessant zu wissen, wie weii Herr Minister a. D. Scholz selbst zu der vom Reichsbund veranstalteten Sannnllmg bei« tragen will. Die guie iL929er Ernie. Fast LZ Prozent mehr Getreive in Deutschland. Nach den. auf Grund der Dreschergebnisse veröffentlichten deutschen E.rnt«zahlen für 1929 wurden geerntet: An Winterroggen ,8,052 Millionen Tonnen, an Sommerroggen. 0,103 Millionen Tonnen, an Winterweizcn 3,067 Millionen Tonnen, an Sommerwetzen 0,283 Millionen Twmen, an Wintergerste 0,381' Mil» lionen Tonnen, an Sommergerste 2B Millionen Tannen, an Hafer 7,333 Millionen Tonnen, an Frühkart ofseln 2,826 Millionen Tonnen, an Spätkartosseln 37,251 Millionen Tonnen, an Zuckerrüben 11,091 Millionen Tonnen, an Runkelrüben 24,208 Millionen Tonnen, an Kohlrüben 6,679 Millionen Tonnen, an Klee 8,121 Millionen Tonnen, an Luzerne 1,568 Millionen Tonnen, an Bewässerungs- wiesen 1,852 Millionen Tonnen uiid an anderen Wiesen 19.716 Mil- lionen Tonnen. Jin Lcrgleich zu den letzten fünf Jahren liegt, die Brotgetreide er nie um 1,33 Millionen Tonnen= 12,9 Proz. höher. Für Roggen liegt eine Steigerung von 1,04 Millionen Tonnen— 14,7 Proz. und für Weizen eine solche von 284 000 Tonnen-- 8.8 Proz. vor. Die Ernteerträge für Gerste haben sich um 17,4 Proz. und die für Hafer um 19,4 Prag, vergrößert. Da- gegen liegt die Kartoffelernte nur mit 7.2 Proz. über dem Durch- schnitt der letzten fünf Jahre. An Zuckerrüben wurden 4.7 Proz. und an Runkelrüben 2,5 Proz.. mehr geerntet. Rücklöut-g sind die Erträgnisse be i Heuernten und zwar liegt gegenüber dem letzten fünfjährigen Durchschnitt bei Wiesenheu eine Verminde- rung um 5,2 Proz. bei Kleeheu um 8,1 Proz. und bei Luzerneheu um 1B Proz. vor. Fortschritt im LGB. Außereuropäische Länder noch schwach vertreien. Wen» auch, mi« dos fast unvermeidlich ist. mit erheblicher Der« fpötung. erscheinen die Mitgliederzahle» des JGB. doch rechtzeitig genug, um einen ollgemeinen Ueberblick über die Entwick- lung der Gewerkschaftsbewegung der Amsterdamer Richtung zu er. möglichen. Di« Entwicklung ist gut. Es geht natürlich nicht über- all im gleichen Tempo voran. Es gibt auch Rückschläge. Am empsindlichsten ist der Rückschlag in Großbritannien, der eine srolg« des oerlorcnen Bergarbeiter st reiks und der an- dauernden großen Arbeitslosigkeit ist. Aiilgliederzahl der dem ZGL. angeschlossenen Landeszenkralen; Am stärksten hat die Bewegung in Deutschland gewonnen, und zwar von insgesamt 4 322�40 auf 5 288 032 oder um nahezu eine Million. Da» macht ein« Steigerung von mehr als 2 2 Proz. aus. während insgesamt die Mitgliederzahl um rund 730 000 gleich 3,3 Proz. stieg. Besonders erfreulich ist der Aufstieg in F r o n k r e i ch. der auch im vergangenen Jahr angehallen und sich verstärkt Hot. Frankreich hat nicht nur unter der Spaltung zu leiden, sondern unter einer riesigen Einwanderung, beides Umstände, die die Agitation sehr erschweret.. Bedauerlich ist, daß die außereuropäischen Länder noch immer schwach vertreten sind. Außer Kanada sind nur kleinere Organisationen angeschlossen. Argentinien scheint die Krise, in die es durch die bolschewistischen Treibereien gestürzt wurde, noch nicht überwunden zu haben. Eine große Lücke entsteht durch das Fehlen der De reinigten Staaten und Mexikos sowie Australiens. Nach dem Pariser Kongreß konnte man hassen, daß wenigstens Mexiko sich an. schließen würde. Aber der Eindruck, den der mexikanische Vertreter von dem Kampf Brown-Oudegeest mitgenommen hat, wobei Mexiko gewissermaßen der Anlaß war, scheint die Anschlußfreudig- kcit wieder abgekühlt zu haben. Nachdem man, um zu sparen, im ZGB. kräftig abgebaut hat, darf man sich nicht wundern, wenn die Anschlußbewegung stockt. Die außereuropäischen Länder haben ihre besonderen Sorgen— oder sind wenigstens davon überzeugt, während es sich in Wirklich- teit um verschiedene Formen derselben Uebel und Bestrebungen handelt. Es ist Sache einer intensiven Propagandatätigkeit des ZGL., den außereuropäischen Gewerkschaften die Zusammengehörig- keit mit den Gewerkschaften des IGB. klarzumachen, hoffentlich er- möglichen die Beschlüsse des Stockholmer Kongresses diese Tätigkeit. Di« Ucbersicht ergibt jedenfalls mit Sicherheit, daß es außerhalb des IGB. keine Gewerkschaftsbewegung gibt, die auch nur annähernd an die Gen>erkschaftobewegung der Amsterdamer Richtung heran- reicht. Der IGB. hat sich siegreich behauptet. Wollte man nach dem Rezept von Moskau verfahren und auch die Sympathie- sier«nden mitzählen, dann gäbe es außerhalb Rußlands keine Gewerkschaftsbewegung von Bedeutung, die nicht dem IGB. zuzu- zählen wäre. I. S.-I. Zieichsbauarbetterschuh. Endlich emheiiliche und modernisierte Vorschriften! Mit dem Beginn des neuen Jahres treten für den Hochbau nsus Unfalloerhütungsoorschriften in Kraft. Sie brin- gen eine einheitliche Regelung für das ganze Reich. Bisher hatte jede der zwölf Baugewerksberussgenossenschaston besonder« Unfallverhütung?vorschriften, die oft stark voneinander abwichen. Di« neue Regelung bringt vor allem auch den Bauarbeitern in den ländlichen Gebieten und in den Kleinstädten den gleichen S chA g. wie ihn bereits die größeren Orte hatten. Die Vereinheitlichung des Unfallschutzes im Baugewerbe krstete viel Der- Handlungsarbeit. Die Beratungen erstreckten sich über einen Zeit- räum von fast zwei Jahren. Di« Gegensätze waren sehr groß. Die Neuregelung ist nur ein Kompromiß, trotzdem ein erfreulicher Fortschritt. Die Gewerdschasten haben nicht alles erreicht. was sie erstrebten: immerhin bringt der neue Reichsbauarbeiterschutz wesentlich verbesserte Schutzmaßnahmen für alle Bauorb eiter des Reiches. Zu den bewährten Unsallverhütungsoorjchristen kommen neue Bestimmungen, die durch die zunehmend« Alechanisierung des Baugewerbes notwendig wurden, so z. B. Schutzbestimmunzen über Schweiß- und Schnecdeardeiten, Azetylen- und Gasanlagen, Gleis-, Seil- und Keuenbahnen, Auszüge und Hsbezeugmajchinen, Dampfkessel und Kraftfahrzeuge. Die neuen Vorschriften bringen auch eine Klärung über die bisher stark umstrittene Frage des„Ueber-die- Hand- Mauern s". Danach tonnen bei Neu- und Umbauten die Um- fassungsmauern vom inneren der Gebäude aus aufgeführt wer- den: sobald jedoch in einer Höhe von sieben Metern und mehr gearbeitet werben muß. sind an den Außenseiten Standgerüste anzuormgen und mit dem Fortschreiten des Baues hochzuführen. Das bisher meist oerwendeic Auslegegerüst ist nur noch in Ausnahmefällen, d. h. dort, wo ein Standgerüst nicht mög- lich ist. zugelassen. Bejonver» eingehend sind auch die neuen Lorschriften für die Derweiwung von Hängerüsten. Für die Ausführung von L e t p n- und Eisenbetonarbeiten sind die Bejlinunungen des Deutschen Ausschusses sür Eisenbeton übernommen worden. Auch die Verhütung von Unfällen durch elsktxischen Strom spiell in den neuen Vorschriften eine große Rolle. Neuerungen sind ferner bei den Bestimmungen über die erste Hilfe getroffen. Auf jeder Baustelle mit süns und mehr Personen muß«in Verband- kästen vorhanden sein. An kleineren Baustellen muß für jeden Arbeiter mindesten»«in Verbandpäckchen existieren. Durch Anschlag müssen auf der Baustelle der Aufbewahrungsort des Verband- kosten?, die Namen der Betriedshelfer(Arheiterfamariter) sowie An- schrift und Fernruf der nächsten Aerzte, Krankenanstalten und Rettungsstellen bekanntgemocht sein. Das K e r n st ü ck der Reue- rungen liegt in den Vorschriften für eine umfassende Tätigkeit des Baudelegierlcn. Die gesetzliche Betriebsvertretung jedes Betriebes soll «in oder noch Art und Größe des Betriebes mehrere chrer Mit- gli«d«r verpflichten, sich von dem Vorhandensein und der ovdnungs- mäßigen Benutzung per vorgeschriebenen Schutzvorschristen fortlaufend zu überzeugen. St« soll vorgefundene Mängel dem Betriebs- lecker melden, auf Grund ihrer Erfahrungen und Leobachtungen selbst Vorschläge zur Verbesserung der Echutzvorrich. lungen machen und ix?? Vexsländnis ihrer Mitarbeiter für den Unfall. schütz wecken. Der Unlerneymer hat einem Mitglied der B-triebs- Vertretung Gelegenheit zu geben, an de» V e t r i e b sb« s l ch t i- g u» g e n der technischen Aufsichtsbeamten teilzunehmen. Der Unter- nehmer hat den technischen Aussichtsbeamten die von der Betriebs- Vertretung gemachten Auszeichnungen über vorgefundene Mängel und vorgeschlagene Verbesserungen vorzulegen. Der Unternehmer hat der Betriebsvertretung auf Wunsch den Desichtlgungsbefund oder ein« Abschrift desselben zur Kenntnis zu geben. Macht der Betriebs- Unternehmer hiergegen Bedenken geltend, so entscheidet der Genossen- sthastsvorstand. Die Bau- und Platzdelegierten haben also das Recht und die Pflicht, zusammen mit Unternehmern, Polieren und Arbeitskollegen die Anwendung unfalloerhütender Vorschriften durchzusetzen sowie an den Beiriebsrevisioneu teilzunehmen. Ebenso ist für Fälle, in denen der Unternehmer glaubt, von den Bestimmungen der Unfall- oerhülungsvorschristen abzuweichen, die E i n sch a l t u n g d e r B a u- delegierten vorgesehen. Wenn z. B. nur ein Auslegegerüst an- gebracht werden soll, dann kann der Unternehmer das nicht ohne weiteres von sich aus machen. Er braucht dazu das E i n o e r st ä n d- nisdes Bau delegierten. Für die Jugendlichen sind besondere Schutzbestimmungen vorgesehen. Bei gefährlichen Arbeiten, z. B. auf hohen Gerüsten, an Dachkanten, beim Ein- und Ausschalen von Gewölben, dürfen Jugendliche nur unter Aussicht eines erwachsenen Fachorbeiter» mit- arbeiten. Mit gefährlichen Abbruchardeiten dürfen sie erst nach Dollendung des 18. Lebensjahres beschäftigt werden. Das gleiche gilt für Sprengarbeiten. Für Sprengungen selbst dürfen nur min- bestens 21 Jahr« alte, zuverlässige und erfahrene Personen verwendet werden. Mit der Bedienung von Dampfkesseln und Kraftanlagen können ebenfalls nur— und zwar nur männliche— über 18 Jahre alle Personen betraut werden. Eine Zusammenstellung der wichtigsten Vorschriften ist auf jeder Baustelle dem Bauarbeiter auszuhändigen. Damit hat jsdsr Bau- arbeiter die Möglichkeit, sich mit dem neuen Reichsbauarbeiterschutz eingehend vertraut zu machen. Die Kohlenkonferenz. Auf dem Wege zvr Verständigung. Gens. 6. Januar.(Eigenbericht.) Der erste Tag der europäischen Kohlenlonferenz brachte das erfreuliche Ergebnis, daß sich die Regierungsvertreter der Hauptkohlenländer ohne Ausnahm« prinzipiell zum Abschluß«ms internationalen Abkommens über die Arbeitszeit unter Tage bereit erklärten. Nur Polen hat sich noch nicht geäußert, dürfte aber nach den Zustimmungen Deutsch. lands, Frank reichs, Englands, Belgien» und Hollands kaum Einspruch erheben. Der im Derwoltungsrat des Arbeitsamt von den Unternehmern vorgebrachte Gedanke, sich mit ein paar Z u s a tz b e st i m m u n- gen zum Washingtoner Abkommen zu begnügen, fand keme Unter- stützung. Der englische Regierungsoertreter betonte. daß neben der Arbeitszeit auch die Frage der Löhne und sonstigen Arbeitsbedingungen ausführlich behandelt werden müßte. Er wies darauf hin, daß es aber bei dieser Konferenz darauf an- komme, ein er st es praktisches Resultat zu erzielen, und daß dos eventuelle Abkommen die Möglichkeit'späterer Verbesserungen enthalten müßte. Als Schwierigketten wurden von den Regierungsvertretern die Festsetzung einer einheitlichen Zeitberechnung und die Länge der Arbettszeit an sich bezeichnet. Immerhin tonnte angesichts des prinzipiellen Entgegenkommens der Sekretär des internatio- nalen Bergarb-iterperbandes. D e l a t t r e, dem Völkerbund und dem Arbeitsamt für dl, Einberufung der von den Bergarbeitern kett langem erstrebten Konferenz seinen Dank auesprechen. Cr hoffe, daß es durch gegenseitiges Entgegenkommen gelingen werde, zu einem baldigen günstigen Ergebnis zu gelangen. Die Arbetter» aruppe sei berett. die Standpunkte und Argumente der anderen Sett« sachlich zu prüfen und bei gegenseitigem guten Will-n mich ihrerseits Entgegenkommen zu zeigen. Delattre betont«, daß für die Arbeiter das zu schaffende Arbeitezeitabkommen zwei Haupt- punkte enthalten müsse: es müsse die Untertagearbeiter oller Kohlengruben, also auch der Braunkohlen- gruben, einbeziehen und es müsse eine Vereinheitlichung der Arbeitszeitberechnung in dem Sinne der internationalen Einführung der indioiduellen Arbeitszsitbemesiung von Bartk zu Lank bringen. Die allgemein« Aussprache wird am Dienstag fortgesetzt. Di« an der Konferenz teilnehmenden Länder sind Deutschland, Oester- reich, Belgien, Spanien, Frankreich, England. Holland, Polen und die Tschechoslowakei. Bon den deutschen freien Gewerkschaft«, sind entsandt A. Schmidt und Dr. Berg er vom Baigbau'Industrie- arbetter-Berband, Peters vom AfA-Bund. Die christlichen und Hirsch- Dunckerschen Gewerkschaften sind ebenfalls durch Sachver- ständige vertreten. Der Derwaltungsrot des Internationalen Ar- beitsamtss ist durch einen schweizerischen Unternehmer und durch den französischen Arbeiterführer I o u h a u x vertreten. Ihr laßt den Armen schuldig werden.«. Wo man fpar«n teilt. lieber die steigenden Wohlfahrtslasten der Koni. munen wird in einem Teil der Presse zur Zeit, viel gejammert und geklagt. Man durchleuchtet die Etats verschiedener Großstädie vitd macht dabei jedesmal die Entdeckung, daß das Defizit seine Urjache in den W o h l f a h r t S l a st« n hat. Für die Arbeiterschaft bedeutet die Feststellung, daß die Wohl- fahrtslasten steigen, kein« Ueberraschung. Der Abbau der Krisen sürsorge mußte naturgemäß die Aufgaben der kommu- nalen Wohlfahrt in die Höh« treiben. Soll auch die Wohlfahrtshilse in den Kommunen abgebaut werden? Wenn ja, dann braucht sich niemand zu wundern, wenn die S« l b st m o r d z i f f« r n noch weiter steigen. Und nicht nur die Seibstmordziffern... Jahrbuch des Arbeiterrats Groß-Hamburg. Schon zum Jahresanfang legt der Arbeiterrat Groß- Hamburg sein Jahrbuch 1929 vor. in dem er auf rund 200 Druckseiten der Oesfentlichkeit Bericht erstattet über seine Tätig- keit Im verflossenen Jahre. Der Arbeiterrat Groß�amburg ist keine gesetzgebende oder aufsichtssührende Körperschast, sondern nur eine in der Hamburger Verfassung verankerte Gutachter stelle der Hamburger Arbeiterschaft. Aehnlich wie der Reichswirtschaftsrat nimmt er zu allen wichtigen sozialpolitischen Gesetzentwürfen. Ver- ordnung-n usw. kritisch Stellung und legt seine Auffassung in söge- nannten Gutachten dar. Im verflossenen Jahr hat sich der Arbeiterrats Groß-Hamburg eingehend mit dem Entwurf des Hausgehilfen-Gesetzes, der Neu- fassung der Ecemannsordnuna, der Reform der Arbeitslosenversicherung, dem Berussausbildungsgesetz und ähnlichen Fragen beschäftigt. Di« Gutachten über die wichtigsten Gesetzentwürfe und sozialpolitischen Fragen sind in dem Jahrbuch mit ausführlichen Begrün- düngen wiedergegeben. Sie entsprechen in, großen und ganzen der Stellungnahme, die die freien Gewerkschaften zu den gleichen Fragen eingenommen haben Eine ganz unzweideutig« Haltung gegenüber dem soziolreaktio- nären Unternehmertum nimmt der Arbetterrat Groß-Hamburg in dem einlettenden Kapitel des Jahrbuchs ein, wo er die Ratio- nalifierung und ihre katastrophalen Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt einer eingehenden Betrachtung unterzieht. Jeder Gc- werlschaster wird die Schlußfolgerung des Hamburger Arbeiterrats unterschreiben,„daß ein« Wirtschaft, die mtt der schärfsten Rationali» sierung einen außergewöhnlichen Grad von Unsicherheit in die Ve- schäfttgung des Arbeitnehmers bringt, gar nicht zu denken ist ohne unsere sozialpolitischen Einrichtungen, insbesondere nicht ohne die Einrichtung der Arbeitslosenversicherung. Durch sie allein ist es möglich, zu verhindern, daß aus der wirtschaftlichen Depression ein« gesellschaftliche Katastrophe wird... Zum Schluß sei noch auf das Hilfswerk des Arbeiterrats Groß-Hamburg hingewiesen, das feit dem Jahre 1923 in jedem Winter für die besonders bedürftigen Erwerbslosen Hamburgs durchgeführt wird. Obwohl nicht mehr, Gie in den ersten Jahren des HUfswerks, ein Aufruf des Arbeiterrats zur Sammlung von Spenden ergeht, sind im Winter 1928/29 durch die Hamburger Be- völkerung und zum Teil auch durch die Hamburger Wohlfahrt?» bchörde so reichliche Geldspenden eingegangen, daß in der Z-ut von Mitte November 1928 bis 30. April 1930 insgesamt 122 049 Mittag- essen und außerdem etwa 45 000 Lebensmittelgutscheine über je eine Mark an besonders bedürftige Erwerbslose verteilt werden koimten. 10000 belgische Textilarbeiter streiken. Brüssel, 6. Januar.(Eigenbericht.) In dem flandrischen Tertilgebiet von R e n a i x sind am Montag» morgen 10 000 Arbeiter und Arbeiterinnen in den S t r e i k getreten. Die Ursach« des Streiks ist in der Verweigerung einer fünfprozentigen Lohnerhöhung zu suchen, die den Arbeitern der anderen flä- mischen Textilgebiet« bewilligt wurden. Die christliche Gewerkschaft hat sich dieser Lohnforderung der sozialistischen Gewerkschaft an- geschlossen.__ Rumänischer Textilarbeiterftreik. Bukarest. 6. Januar.(Eigenbericht.) InBuchischi sind die Arbeiter der größten rumänischen Tuch. f a b r i k wegen Lvhndifserenzen in den S t r« i k getreten. Di« Zahl der Streikenden beträgt rund 3000. Im Betrieb sollten 500 ppl- nische Streikbrecher beschäftigt werden. Der Zutritt zu den Werk- stätten wurde jedoch von den streikenden Arbettern den Streik- brechern unmöglich gemacht. Es kam zu Zusammenstößen zwischen Streikenden und Streikbrechern, so daß Gendarmerie die Fabrik- anlagen besetzte. ü©tooffe« de»««tr>ed»b»se» S-lmh-liistr.«1 txr««©.! SU»-»-». W müwai\. J» Uhr, im L-lal S-lmh-ltzqurll-, Lelmh-ltzstr. 21.«ct. g(oatninn» aiitt 9« spricht de»©tnüfl' Karl Kj über da* Thema:.Unser« Jnterefit» i» S«I«BS.-«• ist Pflicht W je!»«» Seaosse»,»a dieser Lcrsammiuug zu«rscheiae». ........|, I T-O TJ-, I-rrrn— f Freie Gewertschatts»Iuaend Verlin ! Beute, öttidt. I I h-im Sotfftt. Di«n«ia», •"«t« 7 19% Uhr. _Sue-n{chetm j£inl>«nuj«"c L�lmafieiti. ftTaenb««m-ppen:»»«»da»: __________ abend.—««tienborf: Zugend- (Site Schule). Lrirrbelvrechung— Liederabend.— eriSelm Traun. Ecke Lor» ngstrahe. Selmbriprechung.— penheim. Schul« Wildenbruckstr.»Z—K(Hartz rnuaech. Keim. zctalfattei an«: Sliidt, Sujcirbhcim Litauer ctr. 18. Keim. — Slea-Lichtraderg: Iuqendben» Sunterstr. St. Keimbesprechunz. mdheim Dieftelmeverstr. S. Keimbesprechung. Keim. ■''»: Iugei-.dhe'm Dosse. _________________.....______ len nicht« Reue«".— für die Zueendvorstelluag der ttaRsUhn« am 28. Zanaar 1930 sind nach in der ßugendzentra:» zu haben.?ur Auntihrung gelangt:.Bpolla Brunnenstrage, ei» moderne« Berliner Dalleltlick van Eraßmann und Kessel. �uoendaruppe desZenirateerbandes der Anaettellt«n Saute. Dienstag, finden falgend« Bevanftaltungen statt: Lichtenderg: Vortrag:.Die Boriiiufer de« Adst." Res«» - n Lehrter Str. 18—19. Wir -----.....—--------..._____—_... probt der«»rech, und Ve- wegu»g»chor in der Turnhalle der Schale Ba ruther Str. 20. alle Ritglreder grvssen erscheinen. Dienstag 7. Ianuor 1930 Unterhaltung und Wissen Beilage des Vorwärts dofeph Sielmoni: iDl0. OfAVt� Eine unbändige Wut überkam mich, als ich am frühen Morgen die tn den Bautuen befestigten Fallen untersucht« und wieder nur unnützes Viehzeug darin entdeckte. Von Orang-Utans keine»pur. Seit drei Wochen narrten mich diese gerissenen Vierhönder. Es waren ihrer genug vorhanden, aber sie lachten über meine Fallen. Bon Platz zu Platz wechselte ich, Nacht für Nacht. Es war ver- gebliche Liebesmüh. In den ersten Tagen war es allerhand kleines Affenzeug g«. wesen, dos sich in den Fallen fing. Da diese kleinen Luder für mich ohne Wert waren, wurden sie wieder In Freiheit gesetzt. Um endlich diese Störenfriede von den Fallen fern zu halten, nohin ich zu einem Radikalinittel meine Zuflucht. Die Orange leben in der Mitte der Baumkronen. Nur im Falle der Gefahr begeben sie sich hoch in die Aeste hinauf. Auf die Erde herab verirren sie sich selten. Die kleineren Affen tummeln sich meist in den höheren Regionen der Baume. Um ste am cherab- kommen an die Fallen zu hindern, wurden die Aeste über den Fallen mit einer klebrigen Masse,«ine Art Vogelleim, bestrichen. Beab- sichtigten die kleinen Biester nun, sich den Fallen zu nähern, be- schmierten sie sich die chände, versuchten das klebrige Zeug loszu- werden, beschmutzten und betlebten sich das ganze Gesicht, fielen von Ast zu Ast, um schnatternd und schimpfend an irgendeinen Wosserlauf zu kommen, und dort, im Sande und Wasser sich walzend, einander zu reinigen. So quälend diese Prozedur für die Affen ist, für mich war sie unbedingt notwendig. Nunmehr hoffte ich, daß meine mühselige Arbeit und Geduld belohnt würde. Ich war seit Wochen im Südosten des Sardonggebirges auf Vorneo, um Orang-Utans zu fangen. Fall sämtliche zoologische Gärten hatten meiner Firma in Liverpool Austrag gegeben, diesen damals in Menagerien und Zoologischen Gärten noch feltencn Menschenaffen zu beschaffen. Acht Jahr« vorher hatte ich in nicht allzulanger Zeit ein Dutzend dieser Affen gefangen. Inzwischen waren infolge der neuen An- Pflanzungen die Orongs weiter»n die sumpfigen Wälder zurück- gewandert und durch die steten Verfolgungen scheuer und schwerer zugänglich geworden. Der Orang-Utan lebt in sumpfigen Wäldern: dieses Klima ist für den Menschen nicht sehr gesund. Meine treue Malaria kehrte zurück und schüttelte mich einige Tag« äußerst kräftig. Mein Gin- vorrat verminderte sich.zusehends, die Ehininpillen logen— wie Klumpen von Mottenkugeln in einem Pelz zur Sommerszeit— schwer in meinem Magen. Da ich im Kampfe mit den größten Anneen von Malaria- b-l-.illen— wie meine noch bestehende Anwesenheit aus Erden be- , meist• stets siegt«, io fchipor ich mir, obwohl da» Fieberthermo- Meter über Z9 Grad zeigle, nicht nachzugeben und den Plag nicht zu verlassen, bevor ich nickst mindestens«In Dutzend Orang» in meinen Transportkäligsn hätte. Käuflich hotte ich zwei jung« Orangs erworben, doch waren die Tierchen zu zart und klein, um irgendwie Anklang zu finden. Dielfach haben Jäger säugend« Mütter von den Bäumen ge- schössen und dami di« Zungen vertaust. Nun ober habe ich die Ersohrung gemacht, daß diese kleinen Waisen sich niemal- voll ent- wick.kn. Mein Fieber ließ nach, die Molariabazillen verließen meinen Leichnam und ül>«rsiedelt«n in die Gedärme und Blutkörperchen eines Amerilancrs, der mir durch seine sportliche Aufgeblasenheit und Schießwut schon längst lästig und hinderlich geworden war. Da m«in Fieberthermometer mir 37,8 Grad anzeigte, hielt ich es rasch hinter meinem Rücken über di« Flamm««m«s Spiritus- kochers, und als der zu Tode erschrockene Amerikaner nun sah, daß seine Körpertemperatur bereit» 4l,h Grad betrage, riß er aus und fuhr, so rasch es die damaligen Transportverhältnisie erlaubten, in die Berg«. Fetzt endlich sollt« mir das Glück hol-d sein. Wieder war ich mit meinen Leuten zwei Tagereisen weiteroezogen. hatte meine Fallen gestellt und die Daumwipfcl mit Klebesteff beschmieren lassen. An dieser Stelle beobachtete ich ewige groß« Exemplare der von mir gesuchten Opfer. Fch sah einen riesigen Orang, wie er aus den wippenden Acsten von Baum zu Baum sich fortbewegte, neugierig ouk mich herab- blickte und verächtlich den Kopf abwendete. Kurz hinter diesem ehrwürdigen fienm kletterte die Frau Gemahlin: sie würdigte mich nicht einmal eines Blicke». Fm llill-n lud ich die beiden Herrschaften ein, in der kommenden Nacht einer meiner Fallen einen kurzen Bos'ich abzr'siatten. der sie sicherlich zum dauernden Verweilen unter meiner Obhut veranlassen würde. Eine Streck« weiter, an einer kleinen Psianzung, hatte ich wieder dos Vergnügen einer Begegnung mit einem herrlichen Orang-Utanherrn, und am Ufer des Tümpels, in desien Nähe mein Zeltlager stand, war ein Orong-Füngling bei der Verfolgung«wer Spröden vom Aste abgeglitten und schwang sich schon wieder in die buschige Krone. Es ist geradezu fabelhaft, mit welcher Sicherheit sich diese großen Menschenaffen in den Bäumen bewegen. Sellen komm-n sie auf den Boden herab, da sie olles Notwendige zu ihrem Leben dort oben finden. Zum essen und trinken ist es nicht erforderlich, vom Baum zu steigen. Früchte, funge Schößlinge. Blätter und saftig« grüne Aestchen stillen den großen Appetit des Orang-Utans. der sich täglich fünf bis sechs Stunden nur mit dem Essen beschäftigt. Die großen Blätter der Ripapalme sind Wasierbehälter. Morgentau und Regen lasien sie festen austrocknen. Noch bevor die Nacht mit der üblichen Plötzlichke� hereinbrach. waren acht Fallen W den Bäumen befestigt und gut kaschiert. Als Köder benutzt« ich di« Duriannuß. Ein Leckerbissen der Orang-Utan,. Ew Leckerbissen aber auch sju di« Menschen. Ich selbst könnt« nie von dieser köstlichen Frucht— yon der jed« ein- zelne eigentniimllcherweise einen anderen Geschmach hat tt- genug bekommen, lieber dreißig Meilen Transport war notwendig, um dl« Durian heranzubringen. Auf einer Machan. einer Art Hochsitz, fünf Meter über dem Sumpfboden, erwartete Ich das Klappen der sich schließenden Fallen. Die Nacht mar hell, und ich konnte von ineinem Sitz, der sich fünfzig Meter vom Waldrand befand, nachdem sich das Aug« an das Halb- dunkel gewöhnt, den Wald beobachten, Zn meine Deck« gehüllt, der Stummelpfeife Glut mit der Hand verdeckt hastend, horcht« ich den Stimmen der Nacht. Sn der Ferne das Brüllen eines Parders. Auch der Leopgrd und die Affen ließen sich hören. Nachtfaller und Nachtvögel umschwirrten meinen luftigen Sitz. Oftmols verstummt alles Geräusch wie auf Kommando; nur die lieben Moskitos singen im prächtigen Massenchor das Lied von Sumpffieber und Malaria. Da plötzlich das überlaut« Brüllen einer Kuh. Es ist aber kein« Kuh, sondern diese Töne geben die Orang-Utans aus ihren Kehl- fäcken, in denen sie Lust aufspeichern, zum besten. Irgendein un- ruhiger Kleinoffe oder sonst neugieriges Getier mußten dem Bett eines Orangs zu nahe gekommen fein. Der Orang-Utan geht bei Anbruch der Dämmerung ins Bett, das er sich aus Zweigen und Blättern zurecht macht, und nimmt erst nach Sonnenaufgang die ihn bedeckenden Palmblätter von feinem Fell. Nichts ist dem Orang unangenehmer, als naß zu werden. Im Regen sucht er sich mit allen möglichen Dingen zu schützen und unter dichten Blatt- krönen zu verkriechen. Interessant ist stets das Gebaren dieses Menschenaffen, wenn die Nacht zu Ende. All« Augenblick« strccki er sein« lange Hand aus dem Nest und befühlt die erreichbaren Blätter und Aeste. Solange noch irgendwelche Feuchtigkeit zu verspüren ist, verläßt der Orang sein Bett nicht. Bis zum beginnenden Morgengrauen hatte ich nur einmal das Zuklappen«wer Fallentüre gehört. Der Sonnenaufgang ließ, das Nachtionzert verstummen, und die für den Dag vorgesehenen Musiker begonnen ihr« Instrumente zu stimmen. Vor mir hing auf dem Mochan«in verirrter Pelzflatterer. Ich ließ das feltfam« Tierchen ungeschoren, denn es vertrögt den Transport nicht und stirbt rasch in der Gefangenschaft. Ein mqlaischer Bär schritt auf allen Vieren im hohen Gros umher, während unweit von ihm ein Tapir in der End« wühlte: fernab sah ich Wildschweine bei derselben Beschäftigung. Große Filier, von wunderbarer Farbenpracht, flatterten von Blum« zu Blum«. Libellen, von unheimlicher Größe, durchschnitten in hohem Vogen die leuchtende Landschaft, Nashornvögel überflogen den Wald und liehen ihr häßlich klingendes Geschrei hören, Affen zankten sich. Die Sonne stieg höher. Jetzt fand ich mit meinem Glas auch die Stelle wieder, an der ein Orang-Utan-Männchen am Abend zuvor fein Bett gemaäst hatte. Es faß jetzt ruhig und biwegte den Kopf trübselig hin und her. Von Zeit zu Zeit befühlt« es di: Blatter ringsum. Keine zehn Meter von ihm befand sich eine Falle. Ich glaubte öfter zu bemerken, wie es den Kopf dorthin wandte und mit der Naj« in der Luft fchnüffelte. Endlich erhob es sich. Lässig streckte sich fem Arm nach einem Ast über ihm, es dehnte seinen Körper, sein Mund öffnete sich, der lange, dunkel- rostbraune Backenbort erzitterte, ein lautes Gähnen, bei dem es ungebildet nicht einmal feine Hand vor den Mund legte, ließ fein prachtvolles, aber auch furchterregendes Niefsiigebiß sehen. Dieses Gebiß, mit dem es einen Parder zerreißt. iSchwß folgt.) .7. nioriidu Japillll* fcIlCS Man spricht so gern von der asiatischen Sphinx, die dem Euro- päer ein ewiges Rätsel bleibt, von der Seele Chinas oder Indiens, die in ihren letzten Regungen für uns undurchsichtig bleibt wie der Spiegel eines tiefen Gewässers. Wir staunen vor dem gehcimnii- vollen Lächeln der Asiaten, dos jener tieferen inneren Ruhe eist- springt, die uns verhetzte und nervöse Abendländer aus der Fassung zu bringen droht wie der in unendliche Fernen sich wendende und doch ganz in sich gekehrt« Blick des Tigers.— Dieses seltsame Lächeln nun hat in Japan umfassende Ausbildung erfahren und damit«inen Grad erreicht, den der Uneingeweihte zunächst nicht versteht.— So oft hört man die Frag«, warum lacht der Japaner dauernd und ebenso oft heißt di« Antwort:„Das find eben Asiaten",... und man glaubt, damit alles gesagt zu haben. Dann muh Ich immer an jene kleine Japanerin denken, die ich damals kennen lernte. S'e lächelt« liebenswürdig, wenn man sie grüßt«: sie lächelt« freundlich, wenn man ihr etwas Heiteres erzählte, und sie lächelte fröhlich, wenn sie etwas Trauriges berichtete. Von diesem Mädchen, muß ich ge- stehen, lernt« ich das Rätsel des japanischen Lächeln» läsen: und wie alle Geheimnisse, die- enthüllt sind, verlor es seinen mystischen Schleier leise im Wind«, und was blieb, war«in Mädchen, das mit einemmal furchtbar weint«. Es war an einem Nachmittage, heiß und schwül noch,«In De- witter in der Näh«: ich sah im Garten vor dem Haus« im Schatten eines Baumes, da kam sie vorbei und begrüßte mich lächelnd. Ich fragte nach Woher und Wohin: sie wollte im Hause etwas aus- richten, keine Zeit, ihr« Mutter fei gestorben, und sie lächelte heiter, so heiter, daß ich einen Augenblick völlig überrascht war, kaum ein Wort des Mitleids'and und leise aufbegehrenden Abscheu verspürte: Wie konnte man nur unter diesen Umständen lächeln! Und dennoch... Di« Japaner halten den Europäer auch heute noch für un- angenehm ernst,— und dieser oft den Japaner für unangenehm lächelnd: dem Europäer stände alles aui der Stirn, der Japaner verdecke alles unter der Maske fein«? Lächelns Ab-r ebenso wenig wie der Europäer alle inneren Bewegungen unter dem Zeichen de, Ernstes ausdrückt, ebenso wenig legt der Japaner nur die Maske des Lächelns vor, um seine Gedanken zu verbergen. Do lebt doch noch etwas mehr dahinter. So gab es z. B, einen europäischen Herrn, der seinen japanischen Boy mit Faustschlägen traktierte, wenn er ihm gegen den Strich war, und, man weih, daß dieser Boy auch dann sich verbeugend umerwürsig lächelt«, als wollte er sagen:„Sieh' Herr, ich lächle, weil ich nicht will, daß du dich noch mehr erzürnst." Aber der Mann geriet darüber noch mehr in Wut und griff zum Stock.„Was. du lachst noch...!" Selbst dies ließ sich der Diener ein« Weile gefallen, bis er eines Tages dem wüsten Herrn lächelnd das Messer in den Bauch rannte; denn gegen persönliche Be- leidigungen ist auch der einfachste Japaner sehr empfindlich. Wenn einer herzlich lacht, so aus voller Fröhlichkeit des Herzests, oder ein« Frau des Westens lächstt so ganz au, tiefer Heilerkeit, so lacht und lächelt es bis tief in ihre Augen Das japanisch« Läck?«ln ist anders. So beobachtete ich. als ich schwer krank lag und mich jene klein« Japanerin auch besucht«, daß sie, di« mir so ganz still gegen. Über saß und Imhelte, nur um den Mund und vielleicht etwas um die Augen herum lächelt«, aber das Aug« selbst lag gqn,z ernst und tief da, als ginge es das Lächeln drumherum gor nichts an. Mich reizte es nun, das Geheimnis dieses Lächeli', ganz kennen zu lernen: aber Japaner sind mißtrauisch und sehr scheu die Frauen. Es dauert sehr lange, eh« man ihr ganzes Vertrauen hat... Di« Abendländer kennen ein Lächeln, da» sie dann anwenden, wenn sie etwas verbergen wollen: man nennt dies auch dos tonnen- tionelle Lächeln. Dieses zeichnet sich dadurch aus. daß es meistens sehr süßlich ist oder kalt oder dünkelhast, wenn nicht verlegen Das kann man wiederum vom japanischen Lächeln nicht sagen: in ihm liegt immer ein gewisser Grad Ergebenheit, manchmal auch Unter- würfitzkeit und sehr oft rücksichtsvollst« Zarthei«. Man sindet es in allen Volksschichten oertreten his hinaus zu den größten Leuten des bedeutsamen Reiches, doch soll ep perschwinden aus dem Antlitz heg Kaiser«, dessen Anblick dem Aug« ursprünglich oller Sterblichen verhüllt bleiben sollte: aus seinem Gesicht durste nur unbeugiamer„ steinerner Ernst ruhen. Dys Lächeln war immer nur für die Meirichen.— Als ich dann jener kleinen Japanerin nicher ko-st, wurde ste auch vertxauler, schließlich zutraulich wie ein Vögelchen, da« sich ollmählich an die Gefangenschast gewähnt hat. Sie war nicht etwa«in Geisha. typ. jener Mädchen aus dem lisbesbereiten Tdshiwars. oder etwas Aehnliches: nein, sie stammt« au» einer vornehmen Familie des Lande«: ihr Voter hatte in Deutschland studiert und bekleidete«in wichtige» Amt. ihr« Brüder studierten wiederum und sie selbst sollt« in Deutschland ihre Musikstudien beenden. S'e sprach über- Haupt sehr hübsch Deutsch, das durch die selt'awen Quetschlaute jenen fremdartigen orientalischen Akzent bekam.— Ja, warum sie immer lächelt«, das wäre ihr zur zweiten Gewohnhett geworden, und, sei es denn nicht unhöflich, die anderen auf seinen eigenen Kummer oder Schmerz besonders aufmerksam zu machen. Es wäre doch sehr egoistisch, wenn man ein Leid habe, die anderen mit hinein zu ziehen: darum eben müsse man auch im Schmerz lächeln, damit der ander« nicht aus dem Gleichgewicht feiner Heiterkeit heraus- komm«. Ihr englisch erzogener Bruder habe es sich aber bereits obgewähnt, gegenüber Westlern wenigstens, so zu verfahren, er übte diese Kunst nur noch im Kreiie der Seinen.... Schließlich sagte ich mir, müßte dieses Lächeln doch, wenn nicht angeboren, so doch anerzogen sein.— Eine Deutsche meinte, sie bewunder« die Selbsibsherrschuiig der Japanerin, dock? diese sagte eines Tages, sie beneidete di« Europäerin, welch« weinen dürfte, wenn es ihr danach ums Herz sei. Da, japanische Lächeln ist nämlich Erziehung, welche von den Eltern mit einem wahren Fanatismus oft ausgeübt wird So erzählte sie, wie sie als ganz kleines Mädchen, „so klein wie eine Puppe", bereits von Vater und Mutter Prügel erhalten hätte, bis sie endlich auch dann nicht mehr Tränen per- gössen, sondern eben gleichmütig gelächest hatte. So habe sie denn die Lächelnskunst gelernt und dann habe sie immer nur gelächelt, oft getrieben von der Angst vor den Tränen, So wurde dieses Lächeln zu einer religiös getragenen Ctiquette der Rücksicht■ auf andere: wie dieses sellsaire, schlürfende Atemeinziehen heim Gruß« eines.Höheren oder dessen, den man wenigstens so behandeln will. Di« kleine Japanerin hatte noch manches darüber gesprochen, wie sie dos Lächeln lernte. Dann saß sie mir erwartungsvoll gegen- über, lächelnd, mit einem sellsam süßen Lächeln und seufzte nun leise:„Ja. es war schwer, dos Lächeln zu lernen...' Doch kaum hatte sie diese Worte ausgesprochen, begann sie bitterlich zu weinen, wi« ein Mädchen im Westen, wenn es Kun-mer hat. und sich nicht «ehren kann, oder es auch nur glaubt, weil sie nun recht glück- lich ist..._ Die großen Siuchflabeu koften Vlillionen Grade Persönkichkesten, die es mit den Gesetzen der Schreibung sehr ernst nehmen, wie Gennanisten und Dichter, haben die großen Buchstaben in unserem Alphabet heftig bekämpft. Es braucht nur an so berühmte Beispiele wie Jakob Grimm und Stefan Georg: erinnert werden. Bekanntlich halten auch einige germanistische Zeitschriften an dieser Schreibung fest, die Jakob Grimm in allen seinen Schriften durchgeführt hat. und ebenso ist«s bei George und seinem Kreis. Aber die Allgemeinheit hat sich bisher ziemlich ob» lehnend verhalten. Run wird ein neuer Vorstoß von Seiten der Wirtschaftler gemaelst, und vielleicht gelingt den Praktikern, ipas den Idealisten versagt blieb. Die Baslcr Bureausachausstellung ist nachdrücklich für das Kleinschreiben eingetreten, und nun veräffent- licht Hanns Wagner in der Wochenschrift„Die Ilmschau" einen geharnischten Appell, in dem er die„F l i e h- H ch r i f 1" empfiehlt, die keine großen Buchstaben kennt. Bei einer Umfrage, die er peranstaltete, wurde die Kleinschreibung von 86 Proz. gefordert und nur von 14 Proz. abgelehnt. Wenn man sich auch zunächst auf dies« neue Schreibung mit mancher Mühial umstellen muß und im Druckgewerbe sowie bei den Schreibmaschinen verichiedenes „außer Dienst" gestellt werden muß. weil all« großen Vvchstaben wertlos werden, so bedeutet das doch nichts gegen die ungeheuren Ersparnisse und die Leistungesteigerung, di« dadurch bewirtt werden. Versuche haben ergeben, daß beim Maschineschreiben die Leistung um 36 Proz. und beim Maschinensatz bis zu 20 Proz. erhöbt wird. Die Unwirtschostlichteit der großen Buchstaben geht daraus hervor, daß auf 106 Buchstaben eines beliebigen Drucksatzes in deutscher Sprache nur etwa 5 Proz. große Buchstaben entfallen, die unver- hältnismäßig viel' Arbeit beanspruchen. Die Sparfaktoren, die durch die großen Buchstaben unausgenutzt bleiben, ergeben Riesen» summen, die niemand vermutet hätte. So Hot man berechnet, haß allein in der deutscl)«» graphisäien Industrie etwa ein? Biertel- Milliarde Mark brach liegt. Die Summe der Abschreibungen auf Druckschriften würde jährlich den Betrag von rund 43 Millionen Mark ausmachen, und weitere 20 Millionen Mark wären als G«- winn zu buchen, die bisher der Zinscndienst des investierten Kapitals anteilswcif« ver ichlang. Da die„Fließ-Schrift" Einsparungen in den Betrieben aller Wirtschaftszweige bringt, sind 0;« Summen, die gespart werden können, in Wirklichkeit noch erheblich größer. Das Schicksal aller Zeitungen. Die Veröffentlichungen der Handelskammer in Los Angeles aeben ein interessantes Bild über das Schicksal alter Zeittmgen in vstasien. So wird der groß!« Teil der alten amerikanischen Zeitungen in Hongkong anqekaust, um daraus billige Tropenhelm« anzufertigen. In Kanton wird aus dem Papier hauptsächlich Spielzeug hergestellt. In Amerika selbst dienen die alten Zeitungen hauptsächlich gemeinnützigen Zwecken. So hat die Polytechnische Hochschule in Los Angeles alte Zeitungen«in sammeln lassen und aus dem Erlös des verkauften Papierez eine Orgel im Werte von über 100 000 Mark anschaffen können. Konsefpen � Karotten geschnitten... 42 Pt Spinat................... 55 Pt, Brech- und Schnittbohnen........ 62pl Konsumgemüse aus getrocknetea Erbsen... OoPL Junge Erbsen........ 75pf. Singapore-Anan&s.. 95fl Wursfwaren Dampfwurst....... Pfd. 1,02 Sülzwurst........... Pfd. 98?l Fleischwarst....... tu. 1,20 ff. Leberwurst..... Pfd. 1,45 Zervclai u. Salami Ff J. 1,68 Schinkenspeck....Pfd. 1,80 Kolonialwaren Backobst........... Ptd 62pl Pflaumen........... p/d. 55?t. Pfirsiche............ tu. 95 pl Aprikosen........ Pid.95Pt Tafelreis............ Pfd. 24 Pf. Viktoriaerbsen...Pfd. 2SPf. Elerschnlttuucleln pm. 46 pl Ausserdem: •ßUCtoe utäautiJCbfohSmltfeC Qpf Vsrtmuf soweit Vorrat— Meneensbsabo vorbohoiloo M Geflügel Ganse gefroren............ TU. ron 92 ja Gänsestückenfleisch....pfd. 78pt Gänsebrust- oderfÄ*.PM. 1.40 Rebhühner gefroren...... stncn 1,05 Fische Zander gefroren.............. Pfd. 60pf. Kabeljau Ohne Kopf, im g»n*., Pfd. 52pf. Grüne Heringe........ s Pfd. 68pt Makrelbücklinge......... Pfd. 48pf. Käse und Fette Allg. Stangenkäse m»j«..pid.52pf. Edamer Käse w;,.......... Pfd. 7ÜPf Holländer Käse«To...... Pfd. 7Spf. Dän. Schweiler Käse 95pf. Edamer Käse m........... Pfd. 1,06 Holländer Käse 40»/,...... tu. 1,06 Tafelbutter...............—Pfd. 1,78 Dänische Butter.......... pfd.2,08 Gemüse und Obst Weisskohl..................... Pfd. 4pi. Wirsing- u. Rotkohl....Pfd. IOpl Möhren gewsechem............. Pfd. 5Pf. Grünkohl.................. 2Pfd.15pf. Sellerie...................... pm. 10pt Apfelsinen................. s ptd. 52pi. Mandarinen.............. 2 Pfd. 48pt Kochäpfel.................. 3pfd.38pt Boskop....................... Pfd. 20pt KONFITÜRE Vterfrccfatmarmelade...... SSpt I Aprikoien............... 1.10 Hlmbecr. Ktrsdi. Erdbecr 1.39 I Eimer e«. I Pfund Pflaumen..................... 92Pf. I Johannisbeer............ 1,10; Anaaas....................... 1,40| GROSSER INVENTUR' Frisches FLEISCH Kalbskamm o.»g, pk. 94pf. Schweinebauch, ohne Beilage.......... Pfd. 1,18 Rückenfeit 88pt Suppenfleisch vraTSan Bratwurst........ m 1,10 Rinderlcber....rfd. 1,28 Schmorfieisch Kenia, ohne Knochen..Pfd. 1,28 Gebadetes...... jü SSpc Gehierileisch tj____.-Korderflaiach. ,Pf. nammei rtd. von 01 an Hammel 68pf. Suppenfleisch vcn63aa Schweinekopfe.. jnit Backe..............Pfd. 55Pt Rinderlunge... Pfd. 46pf. Euter frisch......... Pfd. 26p£, PL Beginn: 2. Januar AUSVERKAUF Trotz des grossen Ansturms während unserer ersten Inwentur.Auswerkaufs- tage finden Sie bei uns wie zuvor grosse Läger unserer betannt�guten Qualitäten, zu Preisen, die teilweise bis zur Hälfte herabgesetzt sindl — ENORM BILLIG? 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Rang(L80 M. 6R0SSES SCHAUfePIELHAUä S Uhn 3 Musketiere Regie: ERIKCHARELL H senntta ufto. aicsk. tan» Pr. Iheater 1. d. Behrenstr. 53-54 A 4 Zentrum 926 927«Vi Uhr ' 9.. Vater sein, dagegen sebr *-----------— 4Uhr(halbePr.) Reichshallen-Theater Abends CD Sonn'ng nadim. CD Das grobe lanuar-Proor. der Slettlner- Sänger KHihdvI«»»«!»» Zerinns 1 1 2S3 Dönhoff-Brettl: Das FamUlen-VarleM 1B Kumraem, Konzert Tanz Direktion >r. Robert Kiel» Dentsehes KOnstler-Theal Barbarossa 3937 m Uhr Jus. zwei, dre." Regie: Gustav Härtung. fulttr wird gegthtn: sooper von FränzMoinat Htglt: HeinrHilptn Berüner mnler Dönhoff 170 !'i8Uhr Endell10 Seltsaines ZWiSdiCGSplDl Frankfurter Allee 313-314 ATLANTIC der größte deutsche TONFILM (Die erschOiternde Darsfellung der oBTergc�bcben TilaBic-Kataatrophe) Hauptdarsteller: Fritz Kortner Lucia Mannhelm Elsa Wagner Wim Faust Heinrich schroth Auf der Bühne persönliches Auftreten des ehemalig, seeettlziers Pelz von Feiinau der«U Ueberlebender d r Titanic- Katastrophe«eine penönllchen Eindrücke schildert Beginn: 5, 7, 9 Uhr VolKsbUtine rneitBrsnBUcvpliti 8 Uhr Affäre Creyfus Schauspiel von H. J. Rehfisch und W. Herzog Regie. H. D, Kenter. StiatLSdiilier-Ih. 8 Uhr lo und so, so geht der wind Staatsnper am Platz aer Rmntllk 8 Uhr Die verkaufte Braut i Dealer am smiilDaueraamm »Vi Uhr Olefiartenlgfllie Deotidie! Itieater O.I Norden 1231C Tägl. 8>,'i Uhr Der Kaiser v.Amerika von Bemärd Shaw Reg.: Max Reinhardt Kammersplele D.I. Norden 12310 Tägilth S1;, Uhr D�sir 6 Komödie von Sascha Gültry. Regie; Leo Mittler. Die Komödie 1 J1 Bismck.2414/7516 Täglich SV, Uhr Tom Teufel geholt von Knut Hamsun Regie; Max Reinhardt | Di. a. HoMoriplali Vorvk. 10-2. Kf 2001 TS«IICh.8Vi Uhi easisDiel des oeaistnen Theaters M kW»! Rsaia■ Mn»elalunll. Philharmonie 8 Uhr ! Wagner-Abend desPhilharntOrch Ding. ProL L Prüwit Eintritt I Mk. Opereltenhaus Alle Jabobstr. 30/32 (Zentral- Theater) Täglich W, Uhr Der Soldat der Marie Gustav Matzner, Bora Urach, Erleb Borcben, der König des Jazz. Lessing- ,-Diester Norden 10846 TMgt. 8-/4 Uhr Flieg Reter Adler Schauspiel von Anaermayer Kleines Theat. Merkur 1524 Täglich SV, Uhr BHax Adalbert in Das Parfüm meiner Fran Lustsp v. Leo Lenz Metropoi-Th. 8V1 Uhr Das Land des Lächelns Vera Schwarz. Riebard Tauber Musik von Franz Lehlr, Tnnai. a. Kom.Tor Kottb. Str. 6 Tägl. 8 Uhr auchSonnt. nacl:in.3U.: i BIKe- Süngcr. ianuar- Programm Lachschläger Die Buxe der Pandora. Planetarlam — am Zoo—— I villi. Itidi fftlkalv Sinti B.S Barbarossa 8578 16". Uhr Die Wlatar- zternbitiler IS1/. Uhr Der Pleaet lupitar. 20 V. Uh1 HertuOrdlje S sttte(Riou Umrgt Eintritt> Mark. Kinder SO PI. Mittwochs halb Kassenpreise M-DlM VillDettteatcrtlralziS. Alex. 4392. Täglich 8V1 Uhr Reuoite im Erziehongshaas. Itieater fl. Westeos Täglich N/. Uhr: Hotel Stadl Lemberg Musik von Gilbert XÄthc Doredi Leo Schützmdorf Bamowskj- Bahnen Theater in der KOniggrätzer StraOe Täglich S»/, Uhr Die erste Mrs. selby mit frnzi massary Komödienhaua Täglich 8V. Uhr Oer LQgner und d.e Nonne mit Gurt Bätz Komische Oper Fried rieh str. 104. Merkur 1401/4330. Allabendlich«V.U. Sönsk v«i Aneid i Lustspielhaus Fried richstr. 236. Bergmann 2922/23. Allabendlich SV, U Wiegenlied lubiirt to U&ian feilt. wo apeut man gut und Ollilg? Nur eross- Berlin Alaxundorplot« MWJWr? U-Balm Utnoaniijlafz InioM Molr teuheia! 106 II SraBss Bottieifßli In den bayr. Alpen Gr.OcüsenDraterei and Ppdmiierung I desfesenn UiintersMiris. 3 Geldpreise: 75 60, 26 RM, 1 7 Rapellm.— Kne Dekorationen.— SO hayrisdie Hadln.| Einlaß 6 Uhr. Weissensee, Franz-Joseph-Str. 5—7 Telefon; Amt Weissensee 911, 912, 913, 3003 Oberhemden 60 Pf. Kragen.... 15 Pf. _ Oirektian; Or. Martin Zickel Komische Oper Frtedfleltstr.l 04. Herkor ,401/48». Wiederarüffnong aaeh vailatänl Uubaa Täglich 8Vi Uhr Uraufführung Hulla di Bulla Schwank von Arnold und Bach mit Guido Thielschar, Frttz Schulz. Hainr. Schreib, Eugau Burg. Hilda Hildahrand, Margot Waltar, Samson, Flink, Eahmer, Wanek Lustspielhaus Friedrich rix. 236. Bergmann 2922/23. Täglich SV, Uhr Lnrispiei von Ladislaus Feder Käthe Haactc. Nora Qragnr, Paul Haidemann, Bcrlscb, Martha H. Hevea. Oondl, Storm, Pisten, Beckmann, Fucha Vorverkaut in beiden Häusern ab 10 Uhr ununterbrochen. Renaissance-Tüeater Täglich 8 Vi Uhr PARISER LEBEN Operette von Offenbach. Regie; Gustav uartuog. Musikalische Leitung: Theo Mackcbcii. — Steinolatz C 1 0901 o. 2583/84.— ROSE TuenvcB«f FranlilGiier •THchTcR hirafte 132 Telenh��ilexander���a Täglich 8" Uhr. Sonntags 5.15 und 9 Uhr Die czardäsHn GiaBf Opentt: van EmnuruB Ralmäa. Jeden Mitturoch nachm 5 Uhr „Max und Moritz" und dar Wulhnschtamann Jeden Sonnabend nachm 5 Uhr „ Sonntag_ 2 30„ Der gestiefelte Kater