Morgenausgabe Nr 15_,, ■ A 8- 47.�ahrgang «ScheaMch 859t««MwtfWii IM 9t im voraus zahlbar. Postbezug Wt einschließlich 60 Pfg. PoftzeitunLS» uud ?2Pfg Postbestellgeb ühreu. Auslands- abonnemem k.— ZK. pro Monat. ♦ #«r.Sonnte»* erftetat«ochontZz» lich zwtimol. Sonnlag, uno Montag» «iamgl. d>» Lb«ndau,gal>«a für B»I» und im Handel mil dem Titel.Der Sduid". Snuftrteru Beilagen.Soll unt Zeit* und Jiinberfreunb*. Ferner .Unterhaltung und Wiffen",.Frauen- stimme'.„Technil'..Biiil in dt, Bücherwelt' und.Jugend-Lorwürt»' P> asteüuee Volbsblatt Fretiag 10 3anuar 1930 Groß-Äerlin 10 Pf. Auswärts 15 pf. 3Mf siaspaltige NonpareMezelw 80 Pfennig. Reklame eUe 5— Reichs» mark.„Kleine Anzeige»' das ellge- druckte Wort 25 Pfennig(zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort jZ Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 13 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 13 Buchstabe» i'ihlen für zwei Worte. Arbeitsmartt eile SO Pfennig. Familienanzetgen Ze.l« !) Pfennig. Anzeigenannahme imHauot» ejchäft Lindenstraße S. wochentäguch von L>/, bis 17 Uyr. Zsntrawssan des SosialdsmoSvattkOen Vartei Deutk lächerliche Eitelkeit!— als„Bundeskanzler a. D." bezeichnet. Im Borwort wird ausgeführt, daß die eben durch- müssen" beendete Kampf soll wieder angefacht werden! Mit diesem Buch vollzog Seipel seinen Wiedereintritt ins politische Leben. Er ist des trockenen Tones verborgener Intriguen satt geworden und wirst der Welt den Fehde- Handschuh hin. Höhnend kanzelt er diejenigen ab, die ihm im abgelaufenen Jahre nicht unbedingte Gefolgschaft leisteten. Landbündler, Großdeutsche, aber selbst etliche seiner eigenen Parteigenossen bekommen sorgsam gezielte Stiche zu spüren, die ihnen lehren sollen, wer ihr Herr und Meister ist. Aber mit der Abrechnung über das Gewesene begnügt sich der Prälat nicht. Just an dem Tage, an dem der Bundes- kanzler Schober nach dem Haag fuhr, ließ Seipel eine Siloesterrede veröffentlichten, die fein Aktionsprogramm für die nächste Zukunft enthält. Oesterreich brauchte schonungs- volle Ruhe? Nichts da, erklärte er:„Verlangen Sie nicht, d a ßwirnäch st esIahr,.n urRuhe" haben sollen." Die Verfassungsreform, die eben unter so großen Mühen und Gefahren zustande kam, sei nur eine kleine Teil- reform. Es müsse, so kündigte Seipel in dieser Rede ebenso wie in seinem Buche an, weitergekämpft werden... Und die Kleinen von den Seinen haben Seipels Wort richtig verstanden. Sie begannen wieder mit den gleichen Reden, die man zur Zeit des Verfassungskampfes vernahm. Diesmal waren es nicht die Faschisten der Provinzen, sondern die der Stadt Wien, die den Reigen eröffneten. Einer von ihnen, Stadtrat Rummelhardt, phantasierte am />. Januar var Gewerbetreibenden davon, daß sich das Bolk von Wien zusammentun müsse,„um die rote Tyrannei zu brechen". Falls Neuwahlen keine Entscheidung brächten, werde ein V o l k s a u f st wch d kommen—„und da können wir auf die H e i m w e h r-schien!" rief er aus. Wer die Machtverhältnisse.in Wien kennt, lacht natürlich über solche aufgeblasene Redensarten, hinter denen nichts als die Wut verärgerter Spießer stecrt. Aber als Stimmungsbild sind die Reden solcher Wirtshausdemagogen immerhin zu beachten. Sie zeigen den Kurs an, den der Seipel so gerne einschlagen mächte. Freilich, es wird nicht leicht sein, dsn Rummel zu wieder- holen, der beim Verfassungskampf so klägliche Früchte ge- zeitigt hat. Schon deswegen nicht, well die cheimwshr in den letzten Wochen eine Entwicklung genommen hat, die für Ssipels faschistische Pläne— ar bezeichnet sie selostverständ- kich als die der„wahren" Demokratie— alles eher denn günstig sind. In der cheiinwehr geht es nämlich drunter und drüber. Die Enttäuschung über den Ausgang des Berfassungs- kampfes hat einen Zersetzungsprozeß eingeleitet, dessen Resultate noch nicht abzusehen sind. Die militärischen Führer machen den zivilen Häuptern Vorwürfe, und um- gekehrt. Es hat sogar in öffentlichen Versammlungen Zu- sammenstäße zwischen den streitenden Gruppen gegeben. Dazu kommen Konflikte der Heimwehren mit den bürger- lichen Parteien. Der dem agrarischen Landbund angehörige Innenminister Vinzenz S ch u m y wurde aus der Heimwehr ausgeschlossen, was seine Partei damit quittierte, daß sie sich mit scharfen Worten gegen die Heimwehr wandte und beschloß, selbständige Bauernwehren aufzustellen. Nicht mit Unrecht höhnte der christlichsoziale Arbeiterführer Leopold Kunschak, ein alter Feind der Heimwehren, recht grob und derb, daß das einst so stolze Heer der Heimaffchützler nun„mit Gestank" auseinanderlaufe"... Ssipels diplomatische Künste werden kaum gewandt genug fein, dieser Entwicklung eine Wendung zu geben In seinem Haff gegen die Arbnterpartei und in seiner maßlosen Selbstüberschätzung hat er sich dazu oerlesten lassen, in einem Augenblick mit neuen Zündeleien zu beginnen, in dem eine weise Selbstbeschränkung das Gebot der Stunde für alle politischen Parteien Oesterreichs ist. Die Folgen dieser hero- stratischen Tat werden nicht ausbleiben, weder für Seipel selbst, noch für diejenigen, die ihm noch immer Gefolgschaft leisten. Vie Opposition des Landbundes. Wien. S. Januar.(Elzcnberlchl.) In Linz haben die oberösterrelchischcn Lauern zu der poNllschen! und wirtschasilichen Lage Stellung genommen. Lei dem Aufmarsch| der Lauern, der rund 20 000 Teilnehmer auswies, hielt der| Londbundiahrer Viehl �iue Rede gegen die Efcrlstltch- sozialen. Sr warf deck Seipel-Parlel vor. daß ihre FunkllouSre von den wirklichen Sorgen jfcer Lauern keine Ahnung HLtle». vr. Seipel sei das wahre UnglL� Deperrcichs. Seine wellfremdhelt werde nur noch von seiner maßlosen Herrschsucht überkroffe». vie chrisklich-sozialeo Großbauern und Grundbesitzer seien ganz üble Ausbcnler uud Leuleschmder. Lie Lauern zogen uach der.Rede Riehls vor das tandbuod- gebäude. Es kam zu Tumullfzeven vnd die pollzel mußte eingreifen. Immer wieder effcholl der Ruf„INeder mit der Lands»- regienirg". Der chrb'Mch-soziale Lande-haUpimanu Vr. Schlägel vm suchte vergeblich die m-sgcrezkcn ZNassea zu beruhigen. Erst in später Abendstunde legte sich der Sturm. Reichsrat gegen Genoffenschasten. Zündwarenmonopol angenommen.— Kürzung des genoffenschastlicheu Anteils. Bürgermeister Gcholh gegen Genoffenschasten. vor Reich stak verabschiedete am Donnerstag die Gesetz. entwürfe der Relchsregierung über die Verlängerung der Gellllozvdauer de» Relchsmieleugesches und des Mieterfchntzgesetzes. Leids Gesehe sehen eine Verlängerung der jetzt gellenden Lestlmmuagen bis zum Z0. Juni 1932 vor. Ferner nahm der Reickzsral den Gesetzentwurf über ein Züud- warenwouopol mit verschiedenen Aenderaugea au. Der jetzige Entwurf über das Zündwarenmonopol sieht vor, daß die durch das Sperrgesetz von 1927 für die privaten Betriebe fest« gelegte Produktionsquote zu ein Drittel auf deutsche und zu zwei Dritteln auf schwedische Fabriken umgelegt werden soll. Ein Sonder» recht ist der genossenschaftlichen Produktion(GEG.» Hamburg und Gepag-Köln) eingeräumt, die neben dem deutschen Drittel noch die Ermächtigung zur Herstellung von 23090 Normal. listen mit je 2000 Schachteln erhallen soll. Der Aufsichtsrot der Monopoloerwaltung soll je zur Hälfte aus deutschen und schwedischen Vertretern bestehen und einen deutschen Vorsitzenden haben. Auf Antrag Sachsens hallen die Reichsratsausschüsse das Sonderrecht der genossenschaftlichen Produktion gestrichen, und zwar ausFeindssligkeitgegendieKonsumvereine. Wäre auch das Plenum diesem Antrage gefolgt, so hät-e die deutsche Wirt» schaft durch Wegfall der Glmossenschaftsquote den Nachteil gehabt und die mit der Herstellung dieses Teiles des deutschen Zündwaren» bedorsz beschäftigten Arbeiter wären erwerbslos geworden. Es gelang der preußischen Regie r.uug. im Prinzip das Rächt der genossenschaftlichen Produktion wiederherzustellen, jedoch wurde auch ein sächsischer und ein bayerischer Antrag angenommen, durch die die Genossenschastsquote von 23 000 auf 19 000 Normal listen herun'ergesetzt und ferner die nn Regie. rungsentwurf vorgesehene Möglichkeit einer späteren Erhöhung des genossenschaftlichen Anteils beseitigt wird- Diese Verschlechterungen wären nicht möglich gewesen, wenn nicht auch hier wieder die preußischenProvinzialbevoll» mächt igten zum großen Teil gegen die preußischen Anträge ge» stimmt hallen. Bayern und Sachsen erhiellen Zuzug aus den preußischen Provinzen Ostpreußen, Pommern, Brandenburg, Nieder» schlesien, Oberschlesien, Schleswig-Holstein und einmal sogar durch den Berliner Bürgermeister Scholtzl Die pilsudski-Legende schwindet. So etwas darf in polen schon gedruckt werden. Michskanzler Mütter antwortet. E skalle Abfuhr für Huoenberg. Amtlich wird mitgeteill: Das an den Reichskanzler gerichtete Schreiben des Reichscmsschussez für das deutsche Volksbegehren hat der Reichslanzler wie folgt beantwortet:„Dem im Schreiben vom 7. Januar gestellten Antrage, das sogenannte.Areiheitsgesetz* zu verkünden, kann nach dem Verlauf des Volksentscheides nicht«nt» sprachen werden. Die Reichsregierung hat bei Zuleitung des Eni- wurfs eines„Gesetzes gegen die Versklavung des deutschen Volke»" an den Reichstag bereits dargelegt, daß zur Annahme des Gesetzes durch Volksentscheid gemäß Artikel 76 Abs. 1 Satz 4 der Reichsver- fafsung die Zustimmung der Mehrheit der Stimm be- rechtigten erforderlich ist. Im übrigen hat sich an der Abstimmung nicht einmal die durch den Artikel 7S der Reichsverfassung vorgeschriebene Mehr» heit der Stimmberechtigten beteiligt. Di« in dem Schreiben zum Ausdruck gebrachte Rechtsauffassung muß dmmach als irrtümlich bezeichnet werden. Was die im Zusammenhang mit dem Boung.Plan in Ihrem Schreiben aufgeworfenen polltischenFragen anlangt, so wird nach Beendigung der Haager Konferenz im Reichstage Gelegenheit sein, Stellung zu nehmen._ Kein Panzerkreuzer B. Kein Serienbau beabsichtigt. Durch die Presse geht die Meldung, das Reichswehrministerimn Hab» dl« Absicht, in den Etat für 1930 die erste Rate für den Bau eines neuen Panzerkreuzers„B* einzusetzen. Diese Absicht sei durch- kreuzt worden-, im Manneetat 1930— der sich im übrigen auf 190 Mlllconen Mark bsfaule— erscheine darum kein Betrag für einen neuen Panzerkreuzerersatzbau. Die„Deutsche Allgemeine Zeitung" knüpft an diese Mitteilung die Bemerkung, bei der Be» willigung der ersten Rate für den Panzerkreuzer„X* habe es als Selbstverständlichkeit geg ollen, daß vier Schiff« der Panzerkreuzer- klasse gebaut würden, Dazu ist folgendes zu bemerken: In der vom Reichsfinanz. minister Dr. Hilferdürg ousgearbeikten Vorlag« war ein' Betrag für«inen Panzerkreuzer„B" nicht enthalten. Im übrigen hat der Etat für 1930 dem Kabinxll noch gar nickst vor» ssrlsgen, so daß genaue Angab«« über den Marineetat noch gar nicht gemacht werden können. Pei der Bewilligung d«r ersten Panzer. kreuzerrate hat auch bei bürgerlichen Regierungsparteien die Auf» fassung vorgehsrrfcht, daß damit nicht der Anfang für den Bau «inar Reih« von Panzerschissen gemacht sei. Di« Stellung der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion zur Frag« von Ponzerkreuzerneubauten ergibt sich klar aus ihren Bs» Schlüssen zum Panzerkreuzer ,„4." im Herbst 1928. vr. llafll, der bekannte Jndustriellensyndikus, gibt wegen Usber- kastung die Mitgliedschaft bei dem Mandatsausschuß des Völker- bundes auf: den Nachfolger bestimmt der Rat, natürlich auf deutsch»» Vorschlag. Warschau, S. Januar. Der sozialistische„Nobotnik" stellt in einem Artikel fest, daß es in Polen mit der Legende um Piljndsti zu Ende gehe. Seit Mai 1V2K übe Marschall Vilsudski in Polen die tatsächliche Diktatur ans. Im Juni uud Juli ISSK habe die Macht Pilsudskis iu seiner Volkstümlich- keit den den Volksmassen bestanden. Heute stützte sich daS System nur auf physischer Gewalt. Ein solche» System sei aber überall ein Koloß aus tönernen Füße». Auf Ministerprastdeut Bartel last« eine ungeheure Poll- tische Verantwortung. Pole« habe genug von der Dik- tatnr Pilsudskis. Der einzige Ausweg sei die friedliche Liquidation. Unter Sp!onageverdacht verhastet. Vorschau. 9. Januar. In Graudenz ist Stanislaus Reiwer unter dem Der- dacht der Spionage zugunsten eines Nachbarstaates verhaftet worden, er ist Fabrikangestellter und soll mit seinem Bruder, der in Ddnz ig Beamter Ist..in�De�hindupg stehe»,- ir.-. Dartel gegen die Telephon- Gplhesei. Warschau, 9. Januar.(Eigenbericht.) Ministerpräsident Bartel hat die Staatsanwaltschaft ersucht, näher« Feststellungen darüber zu treffen, ob in Polen eine tele» phonische Abhorchstation besteht, da vor einigen Tagen «in wichtiges Telephonzefpräch Bartels mit dem Staatspräsidenten auf bisher ungeklärt« Weise zur Kenntnis Unberufener gelangt ist. Die Opposition hat dem Postminister schon vor zwei Jahren die Existenz einer Tslephon.Abhörstation vorgeworfen. Heute ist«in Mitarbeiter einer Warschauer Presselorr espondenz verhaftet worden. Er hat in der Zell vor der Regierungsbildung eine telephonische Unterredung zwischen Bartel und dem Staats- Präsidenten Mosicki belauscht und unbefugter Weise in einem anonymen Bericht für die Presse veröffentlicht. Der Verhaftet« hat bereits zugegeben, der Urheber dieser Veröffentlichung zu sein. Besseres Wahlrecht in Ostoberschlessen. Warschau, 9. Januar. Das neue Wahlgesetz für den ostoberschlesischen Sejm enthält als wesentlichste Aenderung die Bestimmung, daß all« in der Wojewod» schast Schlesien am Tage der Ausschreibung der Wahlen wohnhaften polnischen Staatsangehörigen wahlberechtigt sind. Bisher hatten das Wahlrecht lediglich Personen, die vor dem 1. September 1922 ihren Wohnsitz dort hatten. Die neue Bestimmung erweitert den Kreis der Wahlberechtigten um mehrere Tausend. Das Wahlrecht steht Frauen und Männern zu, di« das 21. Lebensjahr vollendet haben. Gewähll werden wie bisher 48 Abgeordnete, die sich auf drei Wahlkreise verteilen: 1. T eschen, Bielitz, Pleß. Rybnik mit 18: 2. Kattowltz und mehrere Gemeinden des Kreise« Kallowch mit IS und S. Aönigshütte.die Kresse Swjentochlowitz. Tarno» witz und Lublinitz mll IS Abgeordneten: Verhältniswahl. ,- Polen sprengen ein Polendenkmal. � .....;... Aaktowltz, g. Januar.'. - Obwohl für die Ermittlung derer, di« vor einigen Tagen das' Aufftä»bischenden lmal in Vogutschütz gesprengt Hoden, eine hohe Pe. lohnung ausgesetzt worden ist und ihre Name» bereits be» tannt sind, ist ihre Festnahm« bisher noch nicht gelungen. Es handelt sich um drei Arbeiter, die alle dem Aufständischenverband nahestehen. Der»ine. der den Sprengstoff besorgte, hat in» J wischen Selbstmord verübt. Di« beiden anderen sind flüchtig. :in«r von ihnen, der als gewalttätiger Mensch bekannt ist, hat sein« beiden Helfer bei der Kattowitzer Polizeidirektion angezeigt da er glaubte, sich dadurch die ausgesetz'e Belohnung sichern zu können. Der Bogutschützer Polizeikommissar sst seines Postens ent» hoben worden. Es steht fest, datz Minderheitsangehörige in k« i n e r Weise beteMgt sind. Die Sankiionsfrage. Ein deutscher Abändemngsvor schlag wird ausgearbeitet. Haag. v. Januar. Auf Grund einer Besprechung Curtius-Wirth-Briand-Tardieu wird«in deutscher Aenderungsoorschlag zu dem französischen Ent. wurf in der Sanltiansfrage ausgearbeitet. Wie aus Paris gemeldet wird, schreibt der sozialistisch«„Soir": Allem Anschein nach wird die sranzösisch« Regierung gezwungen sein, morgen oder übermorgen zuzugeben, daß ihr Standpunkt unhaltbar ist. Der Doung-Plan hatte zum Hauptziel, di« Re« parationsdebatte der reinen Politik zu entziehen. Sobald man die poßisschen Sanklioaen hervorholt, verstößt man gegen den Geist der Verhandlungen, die im vergangenen Jahre eröffnet wurden. Tardieu wird, wi« Poincar« nach der Ruhraffär«. auf eine derartige international« Lag« stoßen, daß er gezwungen fqin wird, nachzugeben. Weder die hallenden Apostrophierungen noch die intronsigenten Gesten»erben zu etwas dienen. Wenn las Rhiinland einmal geräumt ist. wird jede Verletzung deutschen Ge» hiets als Kriegsinitiatide erscheinen und«in« Störung her- vorrufen, die in sofortigen Konflikt auszuarten drohen würde. Jeder» mann weiß, wie England einst üb» das Vorgehen gegen Dössel» darf und über die Ruhraffäre urteille. Die Warte, di«<5 n o w d e n neulich im Haag gesprochen hat. zeigen, daß die Londoner Regierung gegen derartige Operaklanen auch in Zukunft sst. und daß das ganz« englisch« Parlament hinter jeder Regierung stehen wird, die sich solchen Operationen widersetzen würde. Reichssinanzen im Aovember. 900 Millionen Fehibelrag. Der Monat November ergab im ordentlichen Etat Sin» nahmen in Höh« von V94L Millionen Mark Ausgabe» in Höh« von 77ZL Millionen Mark und m außerordentlichen Etat Einnahmen aon 7,9 Millionen Mark, Ausgaben von 139 Millionen Mark. Im ordentlichen Etat liegt für di« Zeit von April bis einschließlich November 1929 ein Ueberschuß von 72,7 Millionen Mark vor. Berücksichtigt man den FePbetrog aus dem Vorjahr in Höhe von 131,4 Millionen Mark, so stellt sich das Defizit für das lausende Etatsjahr einschließlich November auf 81.7 Millionen Mark. Im außerordentlichen Etat betragen die Mehreinnahmen für die Zeit von April bis einschließlich November 80,4 Millionen Mark. Durch den Fehlbetrag aus dem Vorjahr in Höhe von 904,5 Millionen Mark verwandelt sich der Ueberschuß in«in Defizft von 818,1 Millionen Mark. Dem Ii stellt sich der Fehlbetrogfür November 1929 insgesamt auf 899.8 Millionen Mark. Für die K a s s e n l a g e für den 30. November 1929 werden folgend« Angaben gemacht: Zur Verfügung standen 1S39 Millionen Mark(Oktober 1826 Millionen Mark). Di« einzelnen Posten weisen kein« wesentliche Veränderung aus, mit Ausnahm« der kurz» fristigen Darlehen, die sich von Oktober bis November von 268 Millionen Mark auf 344 Millionen Mark erhöht haben. Dl« Ausgaben erforderten im November 1627 Millionen Mark(Oktober 1588 Millionen Mark). Der Bestand machte 12 Millionen Mark (Oktober 88 Millionen Mark) au». Di« schwebend« Schuld, di« schon von September bis Oktober 1929 von 1152,7 Millionen auf 1219,6 Millionen Mark an» gewachsen ist, erhöht« sich im November aus 1319,2 Millionen Mark. E» liegt u. a. ein« Erhöhung der kurzfristigen Darlehen von 268 Millionen-ms 544 Millionen Mark vor, weiter eine Erhöhung des Reichswechselumloufs von 376,1 Millionen auf 400 Millionen. Bilanz des Terrors. 247 Erschießungen in 2 Monaten in Rußland. Das Pariser Kerenskl-Blatt hat sich in seiner letzten Ausgab« der Aufgabe unterzogen, ein« Liste der im letzten Vierteljahr 1929 in der Sowjetunion zum Tode Verurteilten auf Grund einer Reih« von größeren Sowjetzellungen zusammenzustellen. Die Statistik erstreckt sich nur auf Todesurteile, dl«„Straftaten� mit politssch«m Hintergrund zum Anlaß hatten, wobei zu bemerken ist. datz durch die Jnformarionemechoden der Sowietpresie so manches rein politische Bersahren im Endeffekt als Bestrafung«ine? kriminellen Verbrechers erscheint, so daß in Wirklichkeit auch di» Zahl der aus der Press« bekannt gewordenen Erschietzungen mit politischem Hintergrund höher sein mag, al» nachstehend zusammengestellt ist. Di« Zusammenstelllmg ergibt, daß im Oktober 120, im November 127 Todes. urteile �«fälkt wurden, die mit Hilf« dieses unvollkom» menen Berzahrens— auf Grund dar Informationen der Sowjet» presse— registriert werden konnten. Dies« ungeheuerlichen Zahlen sprechen für sich. Der Terror wütet lautlos, aber— gründlich. Oer steinerne Gast im Berliner Luxusamüflervetrieb. Oer Repuvlikschutz. Seraivng im StrafrechtSauSschuß des Ne'chSiags. Dar Strafrechtsauzschuß des Reichstags nahm gestern den§ 5 des RepudKkschutzgesetzes unverändert an. K S hat folgenden Dort- laut: „Mit Gefängnis nicht unter drei Monaten wird, soweit utcht andere Lorschriften eine schwer« Straf« androhen, bestraft: 1. wer an einer geheimen oder staatsfeindlichen Ls'-biridung(§§ 128, 129 des Strafgesetzbuchs), die die Bestrebung verfolgt, die verfasiungs- inätzig festgestellte republikanische Staatesorm des Reichs oder eines Landes zu untergraben, teilnimmt, oder wer ein« solche Verbindung unterstützt: 2. wer sich einer geheimen oder staat: feindlichen Lcc- bindung(§§ 128, 129 des Strafgesetzbuchs) anschließt, die selbst oder deren Mitglieder unbesugt Massen besitzen.* Es folgte die Beratung über§ 6. der folgenden Wortlaut hat: „Mit Gefängnis nicht unter drei Monaten, neben der auf Geldstrafe erkannt werden kann, wird bestraft, wer öffentlich oder in einer Lersamrnlung 1. die verfassungsmäßig festgestellte republikanische Staatsform des Reichs oder eines Landes be. schimpft»der absichtlich der Verachtung preisgibt oder dadurch herabwürdigt, daß er den Reichspräsidenten oder ein Mtgsicd der Reichs- oder einer Landesregierung beschimpft oder verlaum- det: 2. die Re'chs« oder Landesfarben befchimvft oder durch B«> kundung der Mißachtung absichtlich in der öffemlichen Meinung herabzusetzen sucht: 3. e nen verstorbenen Reichspräsidenten oder ein verstorbenes Mitglied d«r Reichsrepierung oder einer Landes- regierung beschimpft oder verleumdet: 4. zu Gewalttätigkeiten der im K 3 und 4 Ziffer 1 bezeichneten Art auffordert oder eine solch: Gewalttä�gkeit, nachdem sie begangen worden ist oder«inen Hoch- verrat(KS 81 bis 86 des Strafgefeßbuchs). der gegen die vsr> faifungsmäßiq festgestellte repubsikanifche Staatsfonn des Reiches oder eines Landes begangen worden ist. verherrlicht oder aus- drücklich billigt.— Sind mildernde ilmstäade vorhanden, so ist die Strafe Gefängnis, neben dem auf Geldstrafe erkannt werden kann.* Staatssekretär Zw tigert sprach sich für unveränderi« An. nähme des Paragraphen aus. Er führte eine Reihe von skandalösen Beschimpfungen und noch slandalöseren Gerichtsurteilen an, die dies« Fassung notwendig machen. Zum Schluß führte der Staatssekretär aus, daß der neue Gesetz. entwurf in keiner Weif« eine sachliche Kritik am Staat oder an den Mitgliedern der Reichs- oder Landesregierung verhindern will. Es kann aber keine Einschränkung der freien Meinungsäußerung be- deuten, wenn man die Beschimpfung der Staatsform und der vom Bolke bestellten Vertreter des Staates sowie die Absicht, Staat?. und Regieningsmitgl-eder allgemeiner Verachtung preiszugeben, unter Strafe stellt. Wetterberatung Freitag. Schaumburg-Lippe und Preußen. Der Bückeburger Laadtag berät über die Vereinigung. Vückeburg. 9. Januar. Im Landtag kam heute d«r Gesetzentwurf über die Vereinigung dez Freistaates Schaumburg-Lippe mit dem Freistaat Preußen zur ersten Lesung. In einer Erklärung der Regierung wurde aus- geführt, daß durch Beschluß vom 4. April 1929 der Landtag die Landesregierung ermächtigt habe, neue Verhandlungen mit Preußen wegen des Anschlusses Schaumburg-Lippes aufzunehmen, unter grundsätzlicher Anerkennung des Standpunktes, den Preußen in einem schreiben des preußischen Ministerpräsidenten an den Reichsminister des Innern dahin präzisiert. hat. daß ein Anschluß suchende« Land. das. auf den Kopf der Bevölkerung berechnet, weniger Staatsbesitz habe als Preußen, in keiner Form Anspruch darauf erhebe» könne, daß ihm ein Teil, seines Slaatsbesttzes als selbständiges Vermögen belassen werde. Die Landesregierung beantragt, der Landtag«olle beschließen, dem Entwurf eines Gesetzes über die Bereinigung des Freistaates Schaumburg-Lippe mit dem Freistaat Preußen sowie dem zugehörigen E n t wu rf eines Staatsoertroge« nebst Schiußprotokoll unter Beachtung der Vorschriften des§ 57 der Verfassung des Freistaates Zustimmung zu erteilen und , damit der Landesregierung die Möglichkeit zu geben, den vom Landtag genehmigten Vertrag über die Vereinigung Schaumburg- Lippee mit Preußen mit der preußischen Staatsregierung rechts- oerbiMich abzuschließen./ \ Der Landtag beschloß, die Angelegenheit zur weiteren Beratung einem Ausschuß zu überweisen, der sich aus sämtlichen Fraktionen des Landtags zusammensetzt. itzockspihel Menapace. Oer Asew der Antifaschisten. Paris, v. Januar. tEigenb-richt.) Ja der Affäre der angebliche« antifaschistische« Ber- schwörnng beginnt man jetzt endlich klarer zn sehen. Ent- hüllungen der linksstehenden..Polontö" scheinen den Ve- weis dafür zu liefern, daß es sich bei der ganzen©c- schichte am das Werk von faschistischen Lock- spitzeln handelt. Danach sind die..Verschwörer" Tarchiani, Ciaaca nnd Sardelli ans eine Anzeige der italienische» Botschaft hia verhaftet worden. Die italie- nische Botschaft hatte ihre Informationen von einem ihrer Lockspitzel namens Menapace. Dieser ivlenapace hat bereits mehrere» Unschuldige« den Strick zw drehe« gewußt und ihre Verhaftung der- airlaßt. So hotte et u. a. mit dem jetzt verhafteten Pro» fcssor Bervieri iu Brüssel zusammengewohnt, sei» Vertraae« erschliche« und dann seine Verhaftung ver- aulaßt. nachdem er vorher«inen Revolver dem Professor i« die Dascho geschmuggelt hatte. Beruieri lcug- uete ahunngslos. eine Schußwaffe zu besttzeu. Er wurde dann, als man den Revolver bei ihm fand, verhaftet. Da sich bei der Verhaftung Tarchianis. Ciancas und Lar- d-llis der„Volontö" zufolge ebenfalls auf Veranlassung des Menapace zahlreiche Aualogiea zum Falle Beruieri ergebe«, liegt die Vermutung nahe, daß die in ihrer Wohnung beschlagnahmte» Zpengstvffe. die i',ucu kurz vor der Verhaftung in einer Kiste zugeschickt wurde». gleichfalls von Menapace stammen. Di« faschistische B otschast in Paris ha» sük, bisher in tief«K Schweige« gehüllt. Di- schwere« Angriff« der..Volants" sind aber in so konkrete» Form gehalten. daß die Botschaft zn einer Stellungnahme gezwungen ist. wenn sie de« schweren Verdacht eines künstlichen Komplotts zur Sompromittierung anständiger Politiker nicht auf sich ruhen lasse« will.- �. Betrogene Ltralzeff und die Di« weitere Vernehmung des Russen Uralzeff vor dem Raiss- eistn-Aueschuß ergibt die amüsante Tatsach«, daß die Schädigung der Raiffeisenbank durch Uralzeff mit einem Betrug der Bant an Uralzesf anfing. Oder ließ sich der schlaue Russe geflissentlich be- trügen? Es ist darüber keine Klarheit zu gewinnen. Jedenfalls steht fest: Als die Raiffeisenbank das von ihrem Prokuristen Rathk« für 7,2 Millionen ongekaust« Ostwollepaket um 6,8 Millionen an Uralzeff abzugehen suchte, war sich über den Richtwert der Aktien keineefalls im unklaren. Uralzeff hat die Mittagspause benutzt, um eine Anzahl von Schriftstücken herbeizuschaffen. Er verliest u. a. auch eine eidesstattlich vor einem Notar abgegeben« Erklärung des früheren Großkaufmanns Riebe. Riebe hat im April 1924 im Auftrag der Raiffeisenbank den Wert der Ostpreußischen Dampf» Wollwäscherei geprüft. In seiner sidesstaMichen Erklärung gibt Riebe an. was sich auch mit dem Akteninhalt deckt, daß er sofort der Raifseisendirektion mitgeteilt hat, daß 7 Millionen für die Aktienmajorität«ine ungeheure Ueberbezahlung dar- stellten. Der Wert des gesamten Werkes sei höchstens IM Willionen. Riebe hat der Raifseisendirektion auch'mitgeteilt, daß es ihre Pflicht fei. den künstlich hochgehaltenen Börsenkurs der Dampfwollaktien. nämlich etwa 150, auf eine» dem Wert entsprechenden Kur» herab» zusenken. Nach Riedes Ansicht wäre berechsigk gewesen ein Sur? von—- 20! Trotzdem hat die Raifseisendirektion bei dem Berkaus von 4499 Aktien an Uralzeff(etwa 99 Prozent des Aktienkapitals) einen Kurs von 155 zugrunde gelegt, fast das Achtfach«! Allerdings kann auch Uralzeff keinen Grund angeben, warum«r auf dieses plumpe Manöver hineingefallen ist, obwohl er sich ein paar Tage Dedenk» zeit ausgebeten hatte. Der der Raisfeifendirektion an kaufmännischer Intelligenz sicher weit überlegene Uralzeff hat sich offenbar ab« sichllich hineinlegen lassen, um die Direktion dann desto fester in der chand zu haben. Die Folge war ja auch, daß er für sein« Gefälligkeit Kredite über Kredite erhiev. Die dann folgende Vernehmung des«Heinaligen Abteilungs» direktors Lieber von der Raiffeisenbank bedeutet einen neuen Zusammenbruch für die Raifseisendirektion. Lieber hat im Januar und Februar 1925 die als Sicherheit verpfändeten Ural- zeffschsn Warenlager in Berlin. Rotterdam und Hamburg revidieren sollen. Nach den Aussagen der Direktoren Seelmann und Schwarz sei diese Revision günstig ausgefallen, so daß man weiter Ver- trauen zu Uralzesf haben konnte. Di» Feststellungen Llsbers hätten ergeben, daß die von Uralzeff angeführten Waren vorhanden gs- wesen seien und die an ihn gegebenen Kredit« deckten. Liebers Vernehmung zerstört auch dies« Ausrede. Der Zeug« oerliest die Protokoll« über die Lagsrrepisionen im Januar und Februar 1925. Er selbst bezeichnet sie als„Fragmente*, als „Anfänge einer Revision*. Die Protokolle ergeben, daß Lieb« mangels eigenen Sachverständnisse» die Hauptposten an angeblichen Edelchemikalien, Arzneien, Medikamenten usw. gar nicht schätzen konnte, sondern fichaufUralzeffseigeneAn. gaben stützen und alles weitere einer späteren Nachprüfung vorbehalten mußte. Solche Vorbehalt« hat der Zeug« allein im Protokoll Oer Siurz der spanischen Währung. Stürzt der Oittotor mtt? Trotz aller beruhigenden Versicherungen und Erklärungen des spanischen Diktators Primo de Nivera und trotz des Erfolg«? der inneren Anleihe von 359 Millionen Eoldpesetas stürzt die Peseta weiter. Das englische Pfund stand in Madrid vor einem Jahr auf 29,7, heute ist e« auf 39 herausgeklettert. Es ist also in einem Jahr um fast ein Drittel gestiegen. Die Erklärung dafür ist nicht schwer zu finden: Angeblich soll die ausländische Devisenspekulation an dem Pesetensturz schuld sein. obwohl strenge Devisenvorschriften, wie wir sie van der Inflation her kennen, die Devisenspekulation sehr erschweren. In Wirklichkeit ist die Finanzpolitik det Diktatur für die Valuta» Verschlechterung verantwortlich zu machen, dmn sie arbeitet mtt ungeheuren Defiziten im außerordentlichen Haushalt. die ew« versteckt« Inflation darstellen. Di« Staat?» schulden sind in den letzten sechs Jahren um nicht weniger als 4 Milliarden Peseten gestiegen. Dazu kommt di: politische Beunruhigung des Landes, da? zähe Kleben Rivera» an der Macht, obwohl st« innerlich längst brüchig ist, der unauslasbare Wechsel politischer Versprechungen, mtt dem Rivera die seiner Dik« tawr längst müde geworden« Bevölkerung vertröstet. Betrüger. RaiffeisenHank. über die Revision des Berliner Lagers nicht weniger als vier» zehnmal gemacht und gerade bei den entscheidenden Positionen. Dl« von ihm verlangte Nachprüfung ist aber niemals erfolgt. Auf die Frage, warum sie unterblieben sei, gibt der Zeug« an. daß er monatelang alle paar Tage, im ganzen vielleicht zwölf» b i» fünfzehn mal gemahnt habe:„Alle meine Bemühungen aber, die Anfänge weiter fortzuführen, die Waren durch einen Sachver- ständigen prüfen und schätzen zu lassen, wurden von der Direktion der Raisselscnbank nicht unterstützt, um nicht zu sagen: sabotiert. Schließlich stellte ich mein« Mahnbriefe ein, weil ich mir einfach albern vorkam, wenn ich ein dutzendmal schrieb, ohne daß irgend etwas daraufhin geschah.* In Rotterdam hatte der Zeuge Lieber ein Lager von Anilinfarben zu prüfen. Er entnahm den Fässern Proben, die in Berlin van Sachverständigen begutachtet' werden sollten. Vorsitzender Abg. L e I n« r t:„Sind denn nun diese Proben untersucht worden?* Zeug«: Neim. niema l».(Drohe Bewegung.) Berichterstatter Abg. Äüjtptr: Herr Zeuge. Sie sind uns min von dzr. Direktton immer. Med.or. al» der Man» genannt � worden, der die Direktion darüber beruhigt hätte, daß die Kredtte an Uralzeff durch die Pfänder gedeckt feien. Zeuge: Das konnte ich gar nicht, denn ich hatte mtt der Kreditgewährung an Uralzeff nichts zu tun und wußte nicht einmal, vre hoch die Kredite a»' Ural'eff waren. Berichterstatter: Direktor Schwarz beruft sich darauf, daß Sie eine«ingehend» Prüfung der Lager vorgenommen hätten. Zeuge: Eingehende? Ich betonte immer wieder, daß es nur der Anfang einer Prüfung war, die nur Zweck hatte, wenn st« fortgesetzt wurde. Berichterstatter: Haben Sie über das Berliner Lager irgendeine Werttare abgegeben? Zeuge: Das konnte ich gar nicht, weil die wichtigsten Voraussetzungen mir fehlten. Bericht- erstaüer: Das Rotterdamer Lager war von Uralzeff mtt 2.7 WU- Tonen Wert angegeben. Hier konnten Sie wenigsten? die von Uralzeff selber aufgewendeten Einkaufspreise der Waren er» fahren. Es war noch nicht eine halb« Mill'on. Direktor Schwarz hat stch nun darauf berufen, daß Ihre Schätzung nur eine Teil, s ch ä tz u n g gewesen sei. Waren noch weitere Lagerbestände vor» handen? Zeuge: Nein, was ich geschätzt habe, war alles. Bericht» « r st a t t e r: Ich stelle also fest, daß die Direktion der Raiffeison* dank«inen V-richt, der ein von Uralzeff mit 2,7 Millionen an» gegebenes Pfand kaum eine halbe Million wert erscheinen läßt, als eine Beruhigung und als Bestätigung der Angaben Uralzesfs aufgefaßt hat! Zwischenruf: Und ihm darauf hin noch weiter« Kredit« gegeben hat. Aus dem Bericht Liebers ergibt sich, daß Uralzeff bei der holländischen Lagerfirma de Drics nicht einmal die Lagerspefea hat zahlen können! Die? wußte die Raiffeisenbank und erachtet« Uralzeff trotzdem für 29 Millionen gut! Ein späterer Bericht Lieber? ergibt, daß im Oktober 192ö ein Teil der im Februar festgestellten Waren aus dem Berliner Lager verschwunden war. Zu diesen An- gaben wird sich Uralzeff selbst, der der Vernehmung Liebers schweigend beiwohnte, in der am Freitag um 19 Uhr beginnenden nächsten Sitzung zu äußern haben. Wie lange wird stch ein Regierungssystem in einem Land noch halten können, das in einer Zett. in der in allen in di« Weltwirt» fchaft verflochtenen Ländern di« Währung bsretts stob'listerl ist. es noch immer nicht zuwege gebracht Hot. fein« Währung zu festlgSul Liberale und Labour. Sie woilen die Arbeiterregierung nicht stürzen. Dandou, 9. Januar.(Eigenbericht.) Das offizielle Organ der Liberalen erklärt in Erwiderung auf die Warnung d«s Ministerpräsidenten zu Neujahr, daß ein liberaler Plan zum Sturz der Arbettcrregierung nicht besteht. Die Liberalen innerhalb und außerhalb des Parlaments feien bestrebt, anständige Beziehungen zur Arbeiterpartei herzustellen. Ein großer Zeil der gegenwärtigen Schwierigkeiten fei aus d«r Un willi gleit der Arbeiterpartei entstanden, die neu« parlamentarisch? Situation al»«ine Tatsache anzuerkennen. Die gegenwärtig« Regierung könne nicht dauernd ohne Zusammenorbett mtt einer der beiden anderen Parteien existieren. Zur Seeabrüstvuqskoufercuz ist die USA.> Delegation mtt dem Dampfer„George Washington* nach Europa abgereist. 199 Köpf« Personal und zahlreiche Journalisten fahren mtt nach London. Amnestie im Tscherwonzenprozeß? Oas Ziel der Verteidigung.— Bevormundung der Angeklagten.— Oer Plan gegen Güdrußland. Im Tscherwonzenprozeß wurde gestern die Vernchmung der Angeklagten Bell und Schmidt über die Angelegenheit des Konsultitels für den Nürnberger Lebensmittelhandter Rieger fortgesetzt. Schmidt und Bell trafen sich Ansang 1927 in Lausanne. Bell bat Schmidt um 2000 Mark für eine politische Sache. Schmidt hatte kein Geld Da kam Bell auf den Gedanken, von Rieger 3000 Mark als Spesen in der Konsulatsangelegenheit zu verlangen. R'egcr erhielt ein Telegramm, daß er Konsul geworden sei und ein zweites Telegramm, in dem 3000 Mark verlangt wurden. Rieger zahlte an Bell und Bell überwies Schmidt von dem Gelde 1000 Mark. » Nach einer kurzen Pause nahm der Vorsitzende sodann die Frage wieder auf, was eigentlich aus der Krmsiilr.tslache geworden sei. Bell erklärte, daß er nicht wisie. was aus der Sache gewor. den sei. Vors.: Rieger soll sich doch in Sofia furchtbor dumm benommen haben. Weshalb ist ihm denn alles schief gegangen?— Dell: Ich habe darüber nur etwas gehört. Mir wurde gesagt, er hat sich in Sofia benommen wie ein deutscher Diplomat.— Dorf.: Was heißt denn das?— Dell: Nun. so schlecht. sAll- gemeine Heiterkeit.) Er erzählte Sachen, von denen er wußte daß sie gar nicht stimmten.— Dorf.: Jedenfalls ist Rieger also nicht Konsul geworden.— Oberstaatsanwalt Tehlaff: Der Angeklagte hat hier immer ge- sagt, daß er von Schmidt das Geld für politische Zwecke bekommen habe. Darunter kann man doch allerhand ver- stehen. Er soll uns doch einmal sagen, welche Zweck« das waren. Die Verteidigung greift ein. R.-A. Dr. Sock: Herr Bell, beantworten Sie uns doch einmal genau die Frag«, wer der Kreis um General Hofimann, welches die wirtschafts politischen Kreise waren, die sich dafür interessierten und welchen politischen Erfolg sich die deutschen Kreise von der Sache versprochen.— Dell: Wir sind auf die politischen Möglichkeiten im Balkan durch Kavumids« aufmerksam gemacht worden. Es ist nämlich nicht möglich, dort politisch tätig zu fein, wenn man nicht wirtschaftlichen Einfluß gewinnt und die maß- gebenden Kreis«, Kaufleute usw. unterstützt R.-A. Dr. Sack: Es war nämlich so, daß Rieger nicht bloß den Konsultitel haben wollte, sondern durch Erlangung der Schweine- konzesiionen Beherrscher des Schweineexportes werden wollte. Es handelte sich nicht um Geschäfte mit Konsulstiteln, sondern um«ine rein geschäftliche Angelegenheit. Angeklagter Schmidt: In der Boruntersuchung habe ich den Eindruck gehabt, daß man seitens der Anllagebehörde mein Ver- fahren durchaus in diesen Prozeß hineinhaben wollt«, um die ernst. zunehmende Sache der georgischen Freiheitsbewegung lächerlich zu machen. Der Faden der ganzen Angelegenheit darf in der Ver- Handlung nicht verloren gehen und nicht durch Schwemekonzestionen und ähnliches lächerlich gemacht werden. R.-A. Dr. Sack: Der Angeklagte Schmidt hat ganz recht, deshalb wäre es angebracht, daß der Angeklagte Bell endlich einmal sagt, welches der Freundeskreis war, der sich i n Deutschland mit' dieser Angelegenheit der wirtschgftspolitischen Fühlungnahme mit dem Kaukasus und dem Balkan beschäftigte. Dell: Ich bin doch hier wegen der Tscherwonzen- f 2 l s ch u n g angeklagt, und diese Angelegenheit hat doch gar Nichts damit zu tun. R.-A. Dr. Sack: Die Bewegung stand doch unter Führung des verstorbenen Generals Hoffmamn und anderer. Es handelte sich doch um die große politische Zlufgabe, eine neue deutsche Interessensphäre zu schaffen. Das müssen Sie doch klar zum Ausdruck bringen. Dell: Dazu bin ich nicht in der Lage. Ich we!ß auch nicht, was das für einen Zweck haben sollt«. Auf erneutes Zureden seines Verteidigers. Rechtsanwalt Dr. Sack, der daraus hinwies, daß die Beantwortung dieser Fragen von großer Bedeutung in diesem Prozeß sei, erklärte Bell, daß«r es sich bis Montag überlegen werde, ob er darauf Antwort geben wolle. An seiner Stelle erklärte der Angeklagte Schmidt: Die ganzen Grundzüge sind durch die Aussagen Bells verzerrt worden. Ich wollte auch gar nicht, wie er in der Loruntersuchung erklärt hat, eine politische Rolle spielen oder«ine Führerstcllung einnehmen, denn an der Spitze der Bewegung stand General Hoffmann. zu dem ich unbedingtes Vertrauen hatte. Ich konnte mir ja auch nicht denken, daß die frühere deutsch« Regierung einen unfähigen Mann einen Frieden abschließen läßt. General Hofsmann hatte Beziehungen zu den größten wirtschaftlichen Faktoren, er war es, der mit dem englischen Oelkonzern in Verbindung stand, und er hatte die Pläne mit maßgebenden Leuten in Deutschland durch- gesprochen. Vors.: In diesem Prozeß entwickeln sich also jetzt drei Pro- b l e m e, die von den Angeklagten erstrebt worden sind. Erstens der Kampf gegen den Bolschewismus, zweitens Schaffung von Handelsbeziehungen zu Bulgarien und drittens dos neueste Problem: der Kampf des englischen Oelkonzerns um die reichen Quellen Süd- rußlands. Erzählungen über südrussifche Aufstandspläne. R.-A. Dr. Sack: Die drei großen Probleme, die der Herr Bor- sitzende hier eben genannt hat, sind untrennbar voneinander. Rur wenn wir die Wechselbeziehungen zwischen den einzelnen politischen und wirtschafilichen Fragen verfolgen, können wir rekonstruieren, was fest dem Jahre 1926 von führenden englischen und deutschen Wirtschaftlern angestrebt worden ist. An der Peripherie dieser großen Probleme steht die Tat der Ange- klagten, stehen auch die Tscherwonzenfälschungen. Wenn wir das Verhallen der Angeklagten bis in die letzte Tiefe durchleuchten wollen, müssen wir die Kernfrage, den Kampf um Rußlands Oelquell-n, hier aufrollen. Wir wollen doch endlich einmal das Visier hoch- schlagen. Ist es richtig, Herr Schmidt, daß die geplante Eroberung Südrußlaudg bis in das letzte hin- ein durchdacht war. daß mau Verkehrswege und Fluglinien vor- bereitet, daß man Geheimverbinduagea hergestellt hatte, daß alles getan war. nm die Produktion der Oelgebiete ohne Störung zu übernehmen uud auch deu Absatz iu die Wege zu teilen? Angekl. Schmidt: Das alles ist in den deutsch-englischen Kreisen bis in das kleinste besprochen woroen. N.-A. Zung-München: Mir scheint, als ob durch die Erörterung der Konsulatsaffäre jetzt«in gewisser Wirrwarr ent- standen ist. R.-A. Dr. Sack: Von einem Wrrmcrr kann gar keine Rede sein, denn unser Ziel ist, die politischen Hintergründe auszu- klären. Das K a m.m e r g e r i ch t selbst hat sich ja mll diesen Dingen schon eingehend beschäftigt, und es ist für die Angeklagten von eminenter Bedeutung, ob dos Gericht anerkennt, daß ihre Handlungsweise duirch ihre politische E i n st e l l u n g be- stimmt war. R.-A. Dr. Deer stellte dann noch zum Schluß der Sitzung den An- trag, daß am kommend«: Montogmorgen Ka r m u i ds e noch einmal Gelegenhell gegeben werde, über die politischen Hintergründe, über die Besprechungen mit Sir Deterling und Nobel in London sich ein- gehend zu äußern. Das Gericht stimmt diesem Antrag schließlich zu. Darauf wurde die Sitzung aus Montag früh 9'ä Uhr vertagt. Oie Länderwirischast. Ole Sächsische Ge ar.dtschafi und die LandtagSdeputÄ»«. Zu unserer Notiz über �LänderVirtschast" i« der Nummer vom 8. Januar wird uns von beteiligter Seite geschrieben: „Es ist mcht zillreffenb, daß die Sächsische Gesandtschast iu Berlin aus einem Gesandten, vier Mmisterialdirektoren und ent- sprechendem Personal bestcht. Es sind neben dem Gesandten drei Ministerialdirektoren vorhanden, die als Bevollmächtigte zum Reichsrat die Aufgabe haben, in den zahlreichen Ausschüsse» dieser Körperschaft die gesamte Reichsgesetzgebung, wie sie durch den Reichstag geht, auch ihrerseits mll zu bearbellen. Wenn man sich über die Zahl der zum Reichsrat entsandten Bevollmächtigten Sachsens verwundert, so sollte man sich auch erinnern, daß das Land Preußen neben seinen Bevollmächtigten im Hauptamt mehr als 60 seiner Ministeriakbeamten als Stellvertreter für die Beratungen im Reichsrat berellstellt. Es ist ferner nicht zutreffend, daß die Deputation des Hauptausschusses des Sächsischen Landtages nach B?rlin gesandt worden ist.„um an Ort und Stelle die Frag« zu prüfen, ob die Sächsische Gesandtschaft in Berlin notwendig sei". Ein solch ab- wegiger Austrag ist der Deputation natürlich nicht gestellt worden. Denn jeder sächsische Abgeordnete weiß sehr'wohl, daß die Ge- sandtschaft zugleich die Vertretung des Landes Sachsen im Reichsrat umfaßt, die aus der Reichsverfassung von Weimar beruht. Nicht richtig ist auch, daß die Deputation aus 21 Personen bestanden habe. Es waren vielmehr zwölf Abgeordnete, darunter acht von der sozialdemokratischen Fraktion des Sächsischen Landtages. Der Zweck dieser Reise war nicht allein die Prüfung von Ersparnis- Möglichkeiten, sondern ebenso die Aussprache über verschie- deneschwebendepolitischeFragen.diefürdie Industrie und Arbeiterschaft Sachsens von großer Bedeutung sind. Es war durchaus begrüßenswert, daß einmal ein« Anzahl Abgeordnete mit der Vertretung des Landes Sachsen in Berlin einen Gedanken- austausch herbeigeführt haben. Schließlich ist es auch verfehll, die .Losten dieser Massendeputation" tadelnd zu betonen; die Reise hat dem Sächsischen Staat außer den Fahrkarten zwischen Elsterwerda und Berlin keinerlei Kosten verursacht." Dementiert. Auf Anfrage hören wir vom preußischen Staats- ministemrm. daß die Meldung der„Börsenzeitung", der preußisch« Staat Hab« die Zettungs-Korrespondenz des Dr.-Rubalf- Dämmert- Berlages, sowie den„Reichsdienst der deutschen Presse" und die �konjunkturkorrespondenz" erworben, unwahr ist. Aus der Partei. Zusammenschluß in Palästina. Wie die„Iüd. Tel.-Ag." meldet, haben die beiden jüdischen Arbellerporteien Palästinas Aschduth Awoda und Hapoel Hazair auf einer Tagung in Tel-Awiw beschlossen, sich zusammenzuschließen und den Namen Jüdische Arbellerpartei Palästinas anzunehmen. Die neue Einhellspartei steht auf dem Boden der sazialisti» schen Internationale und hat beschlossen, sich durch das Ver- bandsbureau der Poale Zion der Internationale anzuschließen. Der englische Arbeitsminister George Lonsbury beglück- wünschte die Partei zu der Bereinigung, die die Schlagkraft und das Ansehen der Arbeiterschaft vermehre. Das Schreiben schließt: „Ich erwarte den Tag, an dem Juden und Araber gemeinsam eine neue Kultur schassen, die größer sein wird als jede ihr voran-- gegangene.". Die Konferenz sanhte an Eduard Bernstein«in Glück- «ünschtelegramm zu seinem 80. Geburtstag. Das hebräische Arbellerorgän„Dawar" gab elne Bernstcln-Festnummer heraus. tGcwerkschaftliches siehe 2. Beilage.) BeranNvorlllÄ für Politik: Dr. Sur» Srqcr: Wirtschaft:®.»lw«,eIHSfr»i Geoorkschaktsbcwigung: g. Stetorr, Feuilleton: Dr. Zob» Schlkowrki: Lokale» nn!> Sonitiees- Fri» XarltSdt: An,ciaen: Ib. Glocke: sämtlich in Berit». Beriao: Borwärts-Berloo S. m b. H.. Berlin Druck: Bormärts-Buchdruckerei uni Berlaasanltalt Paul Singer u. Co.. Berlin SW Linden ltrag» ll, SUhu 2 Beilaaeo..Untcrbaltnog und Stilen* ood.Stadtdeilogr* WERTHEIM Lerpziger Str.(Versand-Abt.) Königstraße Rosenthaler Str. Moritzplatz Preise für Freilag u. Sonnabend, soweit Vorrat, Mengenabgabe vorbehalten. Fleisch, Fische, Geflügel, Obst und Gemüse werden nicht zugesandt fSHKge iaehenstnittel Geflügef, Wild Gänse Br.T00„TvoB 0.86» Suppenhühner_.. 1.und von U.yö» Wolgahühner... ■ lund von 0.98«n Brathühner. i fand ▼oa 1.• O an Puten Pfund von 0.98 an Enten p-and von 1.35» Schneehühner.. Stück von 1.00 an Wildragout Hd. 0.35 Hirschblatt Pfand 0.98 Kolonial waren Olympia-Mehl_ Z Hund-Beuel 0.62 0,00 irafai' 26 1.38 1.45 Bruchreis. Pfand 0.18 Tafelreis Pfd. o.so 0.22 Haferflocken m 0.21 Weizengrieß«.zz 0.24 Viktor.-Erbs. o.» 0.22 Linsen ptund 0.5s 0.24 Backobst«em.o.cs 0.48 Pflaumen bosnische 0.52 uhne Stein. HlunJ 0-65 •__« amerikanisch' 0 Äc Aeote» Wund 0.53 0.65 Schnittnud'fSi 0.44 MakkaroniöHaCnp. 0 42 iL 0.48 il Hangt, Makkarooi BrJCh Fische Schellfisch, in o.jj 0.1 8 Kabeljau. «.<■ pf.Ciazefiscte. Pii. O ljU. I o GoldbarsÄaSk 0.20 Fischfilet..Pfand 0.34 Grüne Heringe. i rfund U.OO Karpfen lebend,Pld. 1.10 an Schleie lebend,P(d.1.38 an Wurstwaren Dampfwurst Ptd. 1.00 Rotwurst.. Pfand 1.00 Fleischwurst piund 1,15 Sülzwurst..Pfand 1.15 Würstchen Pfand 1.25 Hausm. Leberw. 1.25 Jagdwurst. Pfand 1.45 Mettwurst b,. an 1.45 Filelwurst.Pfand 1.55 SchinkenwurstPid.1.65 Leberwurst»eine 1.80 Teewurst.. Pfand 1.80 Zervelat u.Salami on hols'.tinlsclie, Piund l.öO Speck ft(t 1.35 masier 1.60 Schinkenspeck.d.1.90 Nußschinken.- und 2.10 Niji.vls. KsunUsait; Mr. IHnNuliU Landleberwurst 0.95 Knoblauchwuist 1.15 Po n.u. Bierwurst 1.45 Käse u. Fette Frisch. Fleisch Obst, Gemüse Konserven Camembert n. vcUlett, Schachtel U 24 Limburger 0.45 1.00 Kümmelkäse. sch cslscher, Pfund U.OU Steinbusch. 0.68 1.00 Emmenthal. Art n-0 Schachtel, 6 Poi t onen U.DO Edamer pfd.0 75 1.10 Tiisiter Art"pfade 0.78 Ho ländervom.Pid. 1,10 Schweizer vtz Querrippe• Pfand 0.85 Gulasch.. Pfand 0.95 Rinderkamm P'� 0 90 Rinderbrust Pfand 0.90 Schmorfleisch Knochen 1.10 Knoden 1.30 Roastbeef �K.Tnd 1.10 Liesen... Pfand 0.85 Gehacktes Pfand 0.85 Schweinekamm,.. t-latt u. Rück., m- Beilage l-1o Schwemeschink. 1.28 Rlnder-Nierentalg___ ausgelassen, Pfand U.OD 20 Rinderzunge 1 irisene,. fund■ Halfiudinitzel O,0 . fand 2Q Rinderkamm o. Brost, ge roten, Pld. 0.35 Hammei-Vordarflelsch geLaren, Pfand 0.86 Gebrannter tiatiee eigene K6aleo»c Br.- u. Schnittb. 0.62 Gemüse-Erbsen 0.60 Jge. Erbsen �' 0.73 Kaiserschoten.. 1.65 Leipziger Allerlei 0.92 Gern. Gemüses 1.10 Gem. Gemüse J�r 1.75 Karotten gescbmttnn 0.42 Ka rotten junge Uelne 0.8 5 Junger Spinat 0.55 Jg. Kohlrabi � 0.60 Br.-Spargei � 2.75 Stg.-Spargel 3.10 Apfelmus..... 0.56 Pflaumen..... 0.60 Mirabellen.... 1.00 Saure Kirschen 1.15 Pfirsiche i-amo-n. 1.50 Fruchtsa!atkauiorn.1.90 KonlitQre Vi Eimer Pflaumen..... 0.92 Orangen...... 1.10 Aprikosen..... 1.10 Kirschen...... 1.30 Erdbeeren..... 1.40 Vierfruchtmarm. 0.78 We/n ohne Glan 1928 Wöllsteiner. � TUchwein 0.85 1928Dürkheim.Portu- gleser Rotven.. 0.90 1928 Dittelsheimer Kloppberg lieblich 1.00 1926 Niersteiner Rasse und Blume««46 1926 San Justo burgunderihnlichcr 4 •panischer Koturem> 4L/ >923 Liebfraumilch tblaue Kapsel). sehr»sprechend l-OU Hnnnäm empsdilauiBerts Bnrdaai nnd Kargnader: 1922 Chät. Cap de Haut Propr. Lassere 2.00 1924 Chat. Montrose SL Esltpbe 3.00 1920 Beaujolais Supe- rieurmollig. fargund. 2.00 1926 Graves-Langoi- ran weu. Rorj. 2.00 Jamaika-Rum- Verschnitt* 3.50 Tarragona Orig.-Aare v. ,-«8, l/r.'.ZU Deutsch. Weinbrand » Kionen, v. Fall, Ur. 4.60 rrelMDertz Rulbuiaiule non Kol- llidl weibmel» BKS Jir. 15» 47. Jahrgang 3�01�8001�� Ireiisg. 10. Januar 1�50 Demagogie der Kommunisten. StadtverordnetenMung wieder vorzeitig abgebrochea. An d«r Berliner Stadtverordnetenversammlung Kaikn die Kommunisten gestern kernen guten Tag. Nachdem sie mit einem neuen Krakeel gegen die Polizei begonnen hatten, beruhigt«! sie sich wider Erwcnren und ließen die Versammlung zur Arbeit fnnwien. Sie hofften, bei ihren Anträgen zur Erwerbslosen- frage und zur Verkehrsgesellschaft mit chver gut Schau getragenen„ArbeitersremMichteit� glänzen zu können. Aber die Redner der sozialdemokratischen Fraktion rissen den kommu- nistischen Demagogen die Maske vom Gesicht. Bei der Beratung de« Erwerbslosen« utrage» besorgt« dos unser Genosse Siegle so gründlich, daß die Kommunisten ihn mit Schreien und Toben zum Schweigen zu dringen suchten, was ihnen nicht gettmo 3" den Arbeiterentlassungen bei dem Waggonbau der Verkehrs- geseHchaft gab Genosse Reuter die Erklärung in seiner sachlichen Art, gegen die das blöde Gelärm der Kommunisten ans die Dauer nicht auskommen kann. Heber die Entlassung des Kommunisten Jeter bei der Derkehrsgesellschaff sind sei« Parteifreunde besonders erbost. Gegen sei« Hetze in dem Betrieb der Stadt wandten sich scharf Stadtverordneter Genosse Schäfer. Auf die Ausfäll« des Oberkommunisten Pieck gegen Schäfer antwortete die sozialdemo- iratssche Fraktion mit stürmischem Protest. Angesichts der Haltung der Kommunisten, die mit Tätlichkeiten drohten, schloß der Vorsteher dt« Sitzung. • Die Versammlung begann sofort mit einem Kommunisten- krach Herr Pieck forderte die Entfernung der Polizei au« dem Rathaus«. Stadtrat Richter(Dnati habe Kriminal- beamten Anweisungen für die Räumung der Tribünen gegeben, nnd die Nationalsozialisten hatte» um polizeilichen Schutz gebeten. So werden die Kommunisten dmiernd provoziert— sagte Herr Pieck mit Emphase. Di« Nazi» bestritten die Behauptung Piecks, Stadtrat Richter bestätigte das. sprach sich aber für das Verbleiben der Polizei aus, da neben Leib und Gesundheil der Stadtverordneten auch Stadteigentum vor Eingriffen Außenstehender(und ins Rathau» widerrechtlich Eingedrungener!) zu schützen sei. Die Kommunisten machten während der ganzen Angelegenheit großen Krach. Zwischen- und Zurufe flogen hin und her. man nannte stch Lügner, ein« Be- zeichmmq, die gerade die Kommunisten verschwenderisch anwandten. Schließlich wurde«in die Entfernung der Polizei fordernder Antrag gegen die Stimmen der Kommunisten und Nazi» abgelehnt. Dann begann endlich die prakkische Arbeil. Die Bestätigung der für die Ausschüsse, Deputationen, Aufsichtsrät« vorgeschlagenen Stadtverordneten wurde widerspruchslos«rlodigt. ebenso die Be, schlüsse be» vorberatendeu Ausschusses für die Zuteilung der Stadtverordneten am die Bezirksversammlungen. Ohne Debatte wurden den zuständigen Ausschüssen u. a. überwiesen: Bor- lag« über die Berwoltungsreform de» höheren Schulwesens, Nach- Bewilligungen für Lauten im Bezirk Pankow Ebenfalls ohne Debatte verabschiedet wurde»«in« ganz« Reihe kleiner Vorlagen. darunter er« llteuregelung der llnfallfürsorge für städtisch« Angestellt« und Arbeiter. Abgelehnt wurde di« Anforderung von Mittel» für die Aufstockung eines Pavillons des Stubenrauch-Kreiskrankenhaufes in Berlin«fiichterfsfd«. Zwei kommunistische Erwerbsloseaanträg« hatte der Ausschuß so«lsdigt: Dem Protest gegen die Derschlechte- rungen. die das Erwerbslosenversichorungsgesetz bringt, schließt sich die Bersmnmluna an: über die Wirkungen der aesorberten Arbeits-eiwerkürzung fordert« der Anschuß Erhebun- gen durch den Magistrat. In der Debatte beschwerten sich die Rationastozialfften über Terror in den Betrieben, dabei gab's wieder sehr ledhafte Zurufe und Gegenruf« zwischen Kommunisten und Nazis. Stadtv. Engel(Nat.-Soz.) beantragt«, daß an Grwerbslole, dt« infolge politischer Einwirkungen ihren Arbeitsplatz verlieren, die Unternedmer die Unterstützung zurückzuzahlen haben. Stadtv. Msaewski(Komm.) tobt«.qegen di« Nationalsozialist«, i. diese wieder gegen den Redner— von Enverbslosenhllfe war wenig zu hören. Wisaewski sagte: Die Arbetterschaft müsse de» Kampf führen gegen Unternehmertum. Nationalsozialisten und Erwerbslosennot. Genosse Siegle betonte, er hob« keine Veranlassung, auf die Auseinandersetzung der Kommunisten und Nationalsozialisten einzugehen. Bon der Kampfführung durch Kommunisten Hab« man«inen Borgeschmack bekommen, al» nach dem von den Kommunisten angezettelten Streik der Notstandsarbeiter vor einiger Zeit di« Führer kleinlaut und bettelnd beim(sozialdemokratischen!) Präsidenten des Amtes für Arbeitslosenversicherung um Hilfe und Nachsehen boten!(Lärm bei den Kommunisten!) Der Protest gegen da» Erwerbsiosenverfiche- rungegesetz stehe den Kommunisten schlecht an: sie wollten ja dieses Gesetz„im Feuer der Revolution verbrennen". Die kommunistischen Erwerbslosenanträge seien Sand in die Augen der Erwerbslosen. Bei den Kommunisten erhebt sich Lärm, der sich steigert, als Siegle den Kommunisten im einzelnen vorhielt, wie durch ihre verrückte Haltung Verbesserungen im Gesetz teils abgelehnt, teil» durch diese Haltung Verschlechterungen direkt hineingebracht wurden. Di« fort- gesetzten Zuruf« verfolgten nur den einen zukcE. den Genossen Siegle als Gewerkschaftler zu provozieren. Nach einer sachlichen Würdigung de« Erwerbslosengefetzes zeigte Genosse Siegle. wie in Rußland dt« Erwerbslosen behandelt werden. wie gerade dort die ungelernten Arbeiter Wartezeiten bis zu zwei Jahren durchmachen müssen, während man hier in Berlin die Ab- schaffung jeder Karenzzeit fordert. Man könne doch von den So- zialdemokrate« unmöglich veriangen. daß sie solchen kommunistischen Anträgen mit besonderem Vertraue» gegenüberstehen.(Großer Lärm; die Kommunisten beginnen, den Redner nachzuäsi«,.) Selbst unter Berücksichtigung des niedrigeren Lebensniveaus seien in Rußland di« Erwerbslosenunterstützungen nur halb so hoch wie in Deutschland! Mehr als merkwürdig ist die Forderung, die Unternehmer sollten die Beiträge für die Erwerbslosenversicherung allein tragen. Wissen denn die Kommu- nisten nicht, daß di« Wirtschaft dies« Betträge«l» einen Teil des Lohnes betrachtet und daß dann die Löhne sinken müßten? Aber das geht ja die Kommunisten nichts an!(Lärm ganz links.) Die berufene» Vertreter der Erwerbslosen sind die Gewerkschaften.(Erneuter großer Lärm bei den Kvmnmnisten: ablehnend« Zurufe!) Was zu erreichen ist. wird von den Organisationen erreicht!(Bravo! bei den Sozial- demokroten.)— Der deutschnational«„Arbeiterführer' Vartheis versicherte, an der Entlarvung der Linksparteien mithelfen zu wollen. Stadl». Schmidt(Z) trat dafür«in. daß trotz der schlechUn Finanzlage Berlins die Kinder der Erwerbslosen Naturalunter- stützungen erhalten. Auf der Beteiligung der Arbeiter an der Bei- tragszahlung beruh» ihr MstbesiiMMungsrecht an der Verwaltung. Wer da» nicht versteht(zu den Kommunisten), der soll nicht darüber reden Was sollen Ervtsrbklosenräte? WM man berufsmäßige Erwerbslose züchten?(Lärm bei den Kommunisten.) In der Ab- stich mung wurden die Allslch�hbesäüüss« bestätigt. De» Pptest geg«, das Erwsrbslose-nversicheimngsgesetz schloß sich die Mebr» best an. ein nationalsozialistischer Zusatzamrag wurde abgelehnt. Bei der Abstimmung üb« den Antrag, den Erwerbslosen ine t auszinsstev er zu erlassen, kam e» wieder zu starke« ärm. Die Sozialdemokralen stimmten dagegen, weil die Erwerbelose» ans Anlrag schon ießt von der Janszinsstener befreit werden? Der Antrag wurde angenommen. Zuvor erklärte Genosse Siegle gegenLber Aeußerungen von Kommunisten noch, daß in Rußland außer der für beschränkt« Zeit gewährten Erwerbslosenunterstützung keine weiter« Hilf« giwahrtl wird. In Deutschland gibt«» da» nicht.(Lärm ganz links.) Hier trist die Wohlfahrtsunterstützung in Kraft so daß also in Deutschland kein Erwerbslos«? hilflos seinim Schicksal Sberlass«» wird. Zwei kmiwimui striche Anträge. die die Arbeiierenklassnngeu bei der BVG. zum Gegenstand haben, lösten«ine lebhaste Debatte aus. Ein Mit- gUed der kmnmunssüschen Fraktion erhob schwere Vorwürie geHe.i die Direktion der BVG. Dom Magistrat äußerte sich Stndnat Genosse Reuter zur Sache. Die Entlassungen seien nicht im lan senden Betriebe, sondern bei den Bahnbauten erfolg!. Bei den umfangreichen Bauten der letzten Zeit sind nicht«ur'PrivZt- Unternehmer, sondern auch die eigenen Werkstötten der BVG. de- teistgt gewesen. Das betrifft Außenarbeiten und Betrieb smst'ü- Neubauten wie Autobusse. Straßenbahn- und HochbahnwageN. Wenn so umfangreiche Bauvorhaben vorliegen, wie das jetzt der Fall gewesen ist, schwellen die betreffenden Abteilungen der DAG. sehr stark an. Sind die Bauten beendet, gehl die Arbeit und damit die Belegschaft naturgemäß zurück. Wenn der kommunistssche Fraktwnsredncr Behrendt verlangt h.ü. daß kern« Neueinstellungen hätten vorgenommen werden sollen, fr muß demgegenüber festgestellt wenden, daß di« Arbeüez.M!- verkürzungen diese Nevemslellunoen nötig machten. Unmöglich ist ba Dergleich zwischen der Streckenlänge und der Zahl der Belegschaft. In Vergleich zu fetzen ist nur die Waqenkilometerleistung. und hier versagt de« kommunistischen Redners Beweisführung voll- kommen. Wenn jetzt also Entlassungen nötig sind, dann eben wegen der Fertigstellung der Bauten. Zu diesen Bauten sind nicht nur die neuen Strecken zu rechnen, sondern man muß auch berück- sichtigen, daß umfangreiche Arbeiten, z. B. bei der Vergrößerung alter Bahnhöfe, beendet sind. Grundsätzlich gehen allerdings die Erweiterungsbauten bei asten Bahnhöfen planmäßig weiter. Der Abbau de» Fuhrparkes bei der Rord-Südbahn ergab sich aus d» Emstellung der Tiefbauarbeite». Gegenüber den Behauptungen des kommunistischen Redners bemerkte Stadtrat Reuter, daß das Signalsystem der Berliner hoch, mch llntergrunddah» als das beste der Test bekannt sei. Allerdings müßten bei neueinge richteten Strecken die Signal» im Anfang stet« neu eingestellt und kontrolliert werden. Grundsätzlich ist zu sagen, daß srelwerdende Stellen Heilder BVG. den entlassenen Arbeitern zuerst wieder angeboten werden. Für ö« sozioldemotratssche Fraktion sprach Stadtverordneter Schäfer. Genosse Schäfer rechnete mit dem kominunistischeu Vorredner ab, der in Ausficht gestellt hatte, die Belegschaft der BVG. werde die„Schäfchen der Direktton', die im vorigen Jahre als Be- triebsrät« gewähst wurden, in diesem Jahre nicht wieder wählen. Diese«Schäfchen der Direktton' waren keine anderen als dir Oberkommunisten veter und Krüger. (Große Hetterkett bei den Sozialdemokraten.) Er, Schäfer, nehme auch an. daß sich das Personal der BVG. bei d«« Miktionen, die hie Knmmumsli'cke Partei mit ihm vor hat, genau so„einschüchtern' lassen«ich, wie da« im vorige» Jahre bei der Maifeier der Fall war.(Lebhaftes- Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten., Haben Sie. so faste er, zu den Sozialdemokraten gewandt, jemals erlebt, daß. solange HerrBantedre Personalpolitik in der Berkehrsgesell- schast führte, di« Kommunisten diesen Herrn an- gegriffen haben? Nein? Aber mit dem gleichen Tag«, an dein der Sozialdemokrat Brokat Direktor wurde, ging der Höventanz los. , Lebhafte«: Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Damit zeiaen die Kommunisten die wahren Hintergründe ihrer Politik. Mit erhobener Stimm« fuhr Gen. Schäfer fort: Wir Sozialdemo- trat«» decken den V« rk« h r s di r« t t o r Vrolat und sein« Personalpolitik vollkommen. vi« städtisch«« Betriebe müssen Musterbetrieb« in der Wirtschaft-> lichkeil und in der sozialen Fürsorge sei»: sie müssen also auch in dieser Richtung geführt werden!(Lehbaffes Bravo bei de» Sozialdemokraten.) Selbstverständlich ist allerdings In solchen Momenten kannte Dotelhos Zorn keine Grenzen, und seine Donnerkeile flogen nach rechts und links, Geifer und Groll seines Herzens schäumten über und seine eingefallenen Augen schoflen giftige PfeUe. Räuber und Diebe sind das. brüllt« er dunkelrot: wieso wagen sie, sich in rechtmäßig erworbenes Eigentum zu drängen! Er verspottete Tugend. Schönheit. Talent, Jugend, Kraft, und vor allem das Glück: das tonnte er bei niemand dulden. Seine Flüche hagelten auf jeden, der Erfolg hatte, der Früchte genoß, die er niemals hatte ernten dürfen, der feschielt, was er verloren hatte. Als ihm das Recht entzogen wurde, Menschen zu beschimpfen, richtete er seine Geschütze auf Bra» silien. das undankbare Land, das allen Portugiesen zu Reich- tum oerhalf, aber Leute wie ihn elend verkümmern ließ. Seine Tage waren nach einem festen Schema«ingeteilt, von dem er niemals abwich. Um acht Uhr stand er auf, wusch sich in seinem Zimmer mit einem«ssiggetränkten Handtuch und verbrachte den Morgen, während er aufs Frühstück wartete, mit Zeitunglesen. Nach dem Mittagbrot nahm er die Trambahn zur Stadt und pflanzte sich in einem Tabakladen der Rua Ouoidor auf. wo er den ganzen Nachmittag damit zu- brachte, alle Borübergehenden lächerlich zu machen und schlecht von ihnen zu sprechen. Er behauptete. Rio de Janeiro in- und auswendig zu kennen. Gelegentlich betraute ihn Dona Estella mit«inigen Einkäufen, die er jedesmal zur vollsten Zufriedenheit ausführt«. Aber seine große Leidenschast— oder vielleicht seine große Schwäch«— waren Uniformen. Alles, was zum Militär gehört«, regte ihn rasend auf. obgleich er es niemals fertiggebracht hatte, eine außergewohnllche Furcht vor Schuß- Waffen zu überwinden. Ein in der Nähe abgefeuertes Gewehr oerseßte ihn in die unglaublichste Angst, aber er schwärmte t.'o�dim für alles, was ngch Krieg roch. Die Nähe eines Offiziers in prächtiger Uniform entlockte iqm geradezu Tränen der Rührung. Er wußte mit dem Kasernenleben, mit den Misitärreglements und all den verschiedenen Pflichten de« Soldaten ausführlich Bescheid. Ein Blick genügt«, um ihn Rang. Truppengattung und Bewaffnung jede« vorbeigehen- den Kriegers erkennen zu lassen. Ein« Militärkapelle, ja selbst ein« Trompete und Trommeln versetzten ihn in fieber- hafte Erregung: festen nur tonnte er widerstehen, der Schar von Straßenjungen zu folgen, die di« Nachhut bildeten, und stapfte manchmal meilenweit mit, um die Nähe seiner glor- reichen Helden länger zu genießen. Nach solchen Aueschweifungen kam er. gewöhnlich bei Einbruch der Dunkelheit, so ermattet nach Hause, daß er sich kaum noch auf den Füßen halten konnte, und sein« allen Beine taten ihm von der ruhmlosen Heimkehr ohne die An- regung kriegerischer Taten heftig weh. Dann kam die Re- attion. und er schleuderte dem kommandierenden Offizier, der den Marsch absichtlich so ausgedehnt hatte, um ihn zu er- müden, saftige Flüche nach. Cr rief alle zu Zeugen an. um die ausgeklügelte Grausamkeit mitanzusehen, die darin be- stand, einen schwachen, kranken Grei« meilenweit in stechen- der Sonne drei Stunden über harte Steine zu schleppen. Ein« von Botelhos lustigsten Schrullen war fein Haß auf Valentin. Der bloße Anblick de» Mulatten versetzt« ihn in Wut. und der junge Diener, der Estella» Schutz hinter sich fühste, tat alles mögliche, um seinen alten Feind zu reizen. Das hilflose Opfer der Bosheit des Mulatten hätte seinen Peiniger am Nebsten erwürgt, aber er war sich klar, daß er die Herrin des Hauses nicht kränken durfte. Botelho kannte Estella und die Geschichte, wie sie in Ungnade gefallen war, wie seine Fingerspitzen. Miranda selbst haste seinem Freund alles haarklein erzähst und ihm offen erklärt, warum er sie damals nicht hinausgeworfen hatte. Botelho gab ihm recht und meinte, der Weg. den er«rnge» schlagen haste, sei unter den obwaltenden Umständen der einzig mögliche, denn der Alte war überzeugt, daß das Geschäftlich« alle anderen Erwägungen in den Schatten stellt. Eine Frau, die sich so benimmt, ist nichts wert, stellt« er fest, abetz Kapital ist Geld, und niemand kann behaupten, daß Geld wertlos sei. Daher mußte das Geld behasten, die Frau aber übersehen werden. Der alle Schmarotzer bekräftigte seine Zustimmung und seine Bewunderung für M'.randas Verhalten durck eine in- brünstige Umarmung, und beschwor seinen Freund, fsstzublci- den und in dieser höchst kleidsamen Pos« des beleidigten Ebc- mannes zu verharren. Aber wenn er sich mit Dona Estella unterhielt, hört« er mit tiefer Anteilnahme zn, wie sie sich bitter über Miranda deklagte» denn Haß und Zwietracht waren Balsam für sein« verschrobene alt« Seele. „Damit Sie's nur wissen", versicherte sie ihm.„mir ist es vollkommen klar, daß mein sauertöpfischer Mann mich haßt, aber e» interessiert mich genau so sehr wie die Frage. welche Bluse ich anziehen soll. Unglücklicherweise ist die Ge sellschast so eingerichtet, daß verheiratete Frauen bei ihren Männern leben müssen, also muß ich mich fügen, vb ich will oder nicht." Botelhos reiche Erfahrung verbot es ihm, des einen Be- merkungen vor dem anderen zu wiederholen, und deshalb war er imstande, sich mit beiden ausgezeichnet zu vertragen und die Flamme häuslicher Zwietracht noch zu schüren, wäv, wie schon gesagt werden muß, in sein sonst so freudloses Da- sein etwas Sonnenschein brachte. Als er eines Nachmittags früher als gewöhnlich noch Hause kam, weil er sich nicht wohl fühlt«, hört« der Alte zu seiner Ueberraschung gedämpfte Stimmen au» dem teilweise ummauerten Kellergeschoß: die Laute kamen au» einem ab- getrennten Winkel, der von Blumenranken verdeckt war. Statt di« Trepp« hinaufzusteigen, lief er auf Zehenspitzen vorsichtig zu einem Guckloch, von wo au» er Dona Estella und Henrique beobachten konnte, die sich dort verborgen hatten. Ohne sich zu rühren, kaum atmend, sah ihnen der alte Schurke zu und verriet seine Anwesenheit erst, als die beiden sich trennten. Estella gab«inen kleinen Schrei von sich, und der Jüngling wurde erst purpurrot und dann wachsbleich, aber Botelho versucht« sie zu beruhigen und sprach ihnen freund- lich und vertraulich zu. .Lhr junges Volk seid mächtig unvorsichtig. Zum Glück bin nur ich zufällig vorbeigekommen, aber es hätte auch jemand anders sein können." „Wir haben doch gar nichts getan", erwiderte Estella und gewann ihre Fassung wieder. .Llh", entgegnete der Alle und heuchelte tiefe Zer» tnirschung.„dann bitte ich um Berzeihüna. Ich bin in solchen Sachen nicht engherzig. Ich finde sie höchst natürlich und vernünftig— wir bekommen im Leben nur das, was wir uns nehmen. Wa« ich auch sah, für mich ist e». al» hätte ich es nicht gesehen, weil ich mich in anderer Liut« Angeleaenheiten nicht hineinmische. Wir sind nun einmal so, wie Gott uns geschaffen hat, und können nicht« daran ändern. Ich würde euch nur raten, vorsichtiger zu fein, nur—" (Fortsetzung folgt.; t auch, dah dabei jedtt Arbeit« seine Pflicht toi, und zwar nicht des-- halb, weil hinter jedem ein Aufpasier steht, sondern weil er weiß, daß«r in einem stadteigenen Betriebe arbeitet. Die sozialen Ein- richtungen für die städtischen Arbeiter sind bekannt. Jeder Arbeiter genießt die Recht«, die ihm zustehen. Wir Sozialdemokraten aber denken nicht daran, durch Anträge in der Stadtverordnetenversamm- lung den städtischen Arbeitern soziale und wirtschaftliche Dorteile zu vcrschassen. Wir meinen vielmehr, daß der Arbeiter sich seine Rechte selbst erkämpfen muh. und zwar ia den Gewerkschaflea. sLebhaftes Dravo bei den Sozialdemokraten, Lärm und Geheul bei den Kommunisten.) Genosse Schäfer�erklärte am Schluß seiner Aus- führungen das Einverständnis der Sozialdemokratischen Partei mit den Erklärungen des Stadtrats Reuter. Nur erwartet die sozial- demokratische Fraktion, daß die Entlassungen unter allen Umständen noch sozialen Gesichtspunkten vor- gen o m wen werden. Als der kommunistische Stadwerordncte Pieck sich in«ine große Polemik mit den Sozialdemokraten einlassen woll'e, kam es wiederum zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten zu Lärinszenen, weil sich unsere Genossen die fortgesetzten unerhörten Anpöbelungen der .Kommunisten nicht gefallen ließen. Nach einer kurzen Vertagung der Sitzung schloß deshalb der Vorsteher vorzeitig. auf Grund der Empfehlung der Gefundhestsbetzörde» in Quara«. töne gestellt, sondern getötet. Ander« überängstliche Empfänger verschleuderten die Tiere zu niedrigsten Preisen im Straßenhandel von St. Pauli, während wieder ander« ihre Vögel dem Zoologischen Garten schenken wollten. Der allgemeine Papageienwahn steigerte sich noch, nachdem ein bisher von den Behörden verschwiegener, tödlich verlaufener Papageienkrankhcitsfall bekannt wurde. Gelbstmord eines Gchülers. Die Furcht, nicht versetzt zu werden, wieder als Gruud. Gestern nachmittag verübte der l7 jährig« Oberrealschüler Günther Hinze in der Wohnung seiner Wntter in der Elberselder Straße tZ Selbstmord durch Gas. Als die Muter des stmgen Menschen gestern nachmittag um . 1845 Uhr von einem Ausgang heimkehrte, nahm sie im Flur .G a s g e r u ch wahr. An der Küchentür war ein Zettel befestigt, auf ] dem die Worte standen:„Vorsicht Explosionsgefahr". Ms die Frau . die Küche betrat, sah sie zu ihren, Entsetzen ihven Jungen in dem l gasersüllten Raum leblos auf dem Fußboden liegen. Ein sofort Hinzuge ruscl»er Arzt vermochte keine Reitung niehr zu bringen. Der unglückliche Schüler hatte den Schlauch vom Gaskocher entfernt, so daß die ausströmenden Easrnengen schon nach kurzer Zeit seinen Tod herbeigeführt haben müssen. Räch den bisherigen Ernrittlungen scheint die Angst vor der Richtversetzung der Grund der Verzweiflungstat gerne fen zu sein. Frau Hiizzc hatte vor einigen Tagen, von der- Schule ein Schreiben erhakten, in dem ihr mitgeteilt wurde, daß die Aussichten für eine Versetzung ihres Sohnes sehr schlecht seien. Die Leiche des jungen Mannes wurde beschlagnahmt. Verbot der Papageien-Sinsuhr? Es ist eine„Papagekenkrankheitspsychose" ausgebrochen. - Di« Ankändtgung zuständiger Regiernagsfiellen. daß man für den Fall des weiteren Auftretens von Papageien- k r a n k h e i l sich gegen diese noch unerforschte Krankheit zunächst mit einem allgemeinen verbot der Papageien einfuhr nach Deutschland wehren würde, hat in Tier- händlertreisca große Beunruhigung hervorgerufen. Die Einfuhr dieser exotischen Vögel hat am gesamten Tier- Handel einen nicht zu unterschätzenden Anteil, was schon daraus hervorgeht, daß z. B.«in einziger Hamburger Tierhändler im vergangenen Jahre rund 60 00 Papageien eingeführt hat, bei denen sich übrigens nachweislich nichi ein Fall von.Psittalost» ereignet hat. In Tierhändlcrfrc.sen verweist man dar, ms, daß der legitime Handel von�sick/ aus schon im eigenen Interesse alle not- weiidifl?krt)t»-kehnmgcn treffe, um nur gesund« Tiere zu impor- tieren. Wichtiger sei dagegen die Ueberwachung der privaten Einfuhr, hauptsächlich durch Besatzungen der aus dem Auslaich koinmcnden Dampser, die sich mit dem Weiterverkauf exotischer Vogel eitie« Rcbetiverdienst machten und denen natürlich beim Er- werb der Tiere die notwendige Sachkenntnis fehlt. Im übrigen müsse aber auch berücksichtigt werden, daß augenblicklich eine wahre „P a p atze i c n k r a n k h c i t s p s y ch of«" herrsche und daß sicherlich ein« ganze Reihe von Erkrankungssällen nicht auf Psitta- kosis, sondern auf ganz normal« Krankheitserreger zurückzuführen feien. Daß eine solche Psychose tatsächlich besteht, können zahlreiche Tierärzte bestätigen, von denen verängstigte Papayeicnbesitzer die sofortige Tötung der Vögel verlangen, well irgendeine harmlose Krankest der Tiere soiort als Psitiakosis aufgefaßt wird. Auch aus den Kreisen- der- Tierschutzvcreme wird vor einer Uebertre»- b u n g in de? Frage der Papageienkrankheit dringend gewarnt. Auf der anderen Seite mahnt aber beispielsweise ein Rundschre den des Landest ierfchutzvcreins die Papageienbesitzer zur Vorsicht. Was den umfangreichen Papageien- und Kakadubestand des Zoologischen Gartens betrifft, so ist dort bisher kein ein- ziger Fall von Psitiakosis vorgekommen. Papageien mit Krank- hsftzerscheinungcn werden in einem besonderen Ouarantänehaus von den übrigen Vögeln isoliert, ebenso werden neu«intreffende Tnanspörte monatelang getrennt untergebracht, bis die Gefahr einer Krankheftsübertragung ausgeschlossen ist. » In Hamburg ist eine regelrecht« Papageienpfychose ausgebrochen. Als am Mittwochabend ein Dampfer aus Südamerika ankam, wurden die zahlreichen mitgebrachten Papageien nicht etwa Am Nachmittag ein Solistenkonzert rrni Kompositionen vc» Reger. Schumann und Brahms. In der Jugendstunde spricht Dr. Wolf Zucker über Sagen und Abenteuer und zwar über die Eagcttbildung um den großen Hohenstausenkaiser Friedrich ll. In einfachen Worten stellt er Dichtung und Wirklichkeit gegenüber untz es gelingt ihni auch, ein Bild von dieser überrageichen Persönlich- keit zu entwerfen. Entscheidend bleibt aber etwas anderes. Wir stehen heute nicht mehr im Bann der Heldenoerehvung. wir be- treiben nicht mehr den Kultus der Persönlichkeit. Es wäre darum besser, wenn auch der jugendlich« Hörer mit den sozialen Verhält- Nissen vergangener Zeiten vertraut gemacht werden würde, wenn er erfahren könnte, durch welch« wirtschaftlichen und politischen llm- stände die Herrschaft diese» Kaisers ermöglicht wurde.— Früh am Abend singl der Berliner L e n d v a i- E h o r unter der Lei- tun« G. O. Schiimanns. Er stellt sich dem Hörer als ein wohl- diftipliniemr Ehor vor. der vor allem ausgezeichnet im Rhyth- ntschen ist.—..Wenn mir Stadtbahn fahren" ist ein« �ärmvntaga,«in Ouerschnitr durch Berlin vom Ollen nach Westen. Ansschn.tie aus der Wirklichkeit, Lieder, Musik, Ausblick« auf die fnzialen Verhältnisse und ein Versuch, die Wirklickzkett auch stellen- weis« nicht zu schnftnkwl. Ein paar Szenen ergreifen, wi» ew»i die im limelfuchungsgofangntek. Daiwhen a«stre,ch« Aenmrttmgen, Kusch, alt« Witz«, mondän,;» Geschmus«, besinnlich» Pemichtunge« All« zusammengesav,«In, brauchbar« Mischung, k-i« Victor Heinz Fftlchv«braut hat. Der Regte sohlt«s an Tempo. F. Sek, Hinter den Banderolendieben. Vier Täter mit der Deute festgenommen. I» der Rocht zum 27. Oktober v.J. drangen Einbrecher in das Gebäude des Zollamts in Güstrow in Mecklenburg«in und erbeuteten für 70000 Mark Banderolen für Tabakwaren. Di« Er- mittlusgen am Tatort ergaben, daß es sich um Berliner Spe- z i a l i ste n gehandelt haben mußte. Das Zollgrenzkommissariat.. das daraufhin in Berlin noch- forschte, stellte fest, daß ein als Einbrecher bereits bekannter Mann namens Meier bei einem Bäckermeister in Schönholz einen unbewitzten Raum zum Abstellen für größere Pakete gemietet hatte. Er hatte dem Meister erzählt, daß er eine länger« Reis« antreten müsse und die Pakete später selbst wieder abholen wende. Nachfor schungett, die in dem Raum angestellt wurden, förderten die in Güstrow gestohlenen Banderolen zutage. Zwei Helfershelfer des Meier, ein gewisser Weiß und ein Herder. wurden in der Nähe des Stettiner Bahnhofs ermittelt und hinter Schloß und Riegel gebrocht. Meier und der vierte Mann, ein ge° wisser Fischer, waren aus Berlin verschwunden, doch wies eine Spur noch Neubrondenburg. Dort gelang es, auch dieser beiden habhaft zu werden, als st« im Begriff standen, wiederum einen Einbruch in ein Zollamt auszuführen. Die vier Derhaftetsn hatten feinerzett gemeinsam die Reis« nach Güstrow unternommen, es aber noch nicht gewagt, mit der Beute hervorzutreten und sie anzubieten. Wieder vier Bergleute verschüttet. Bochum. 0. Januar. Auf der Zeche Bruchstraße gerieten gestern abend zwei Hauer unter herab st ürzende Kohlenmassen. Die Retmngs- arbeiten wurden sofort aufgenommen. Während der eine Der- schüttete heute nacht als Leiche geborgen werden konnte, ist es noch nicht gelungen, den zweiten zu bergen. Dormullich ist ein Kohlen- pfeiler gebrochen. Auf der Schachtcmlage IV/VM der Bergbaugrupp« Hamborn der Bereinigten Stahlwerte brach heute vormittag bei der Kohlen- gewimmng in einem Flöz dos Hangende herein und begrub zwei Bergleute unter sich. Die beiden Verunglückten konnten nur als Leichen geborgen werden. Verkehrsstörung in der Leipziger Straße. Die Innenstadt wurde gestern am frühen Nachmittag von einer schweren Störung im Straßen b ahnbetrieb betroffen. Um 13.40 Uhr riß am Leipziger Platz die Oberleitung und fiel aus den Fahrdomm. Im Augenblick stockte der gesamte Berkehr in Richtung Spittelmarkt. Die Straßenbahnwagen sammetten sich in der Leipziger Straße bald zu einer langen Kette an. Ein Teil des Betriebes tonnte durch Umleitungen aufrechterhalten werden. Durch «inen Hllfsgerätewagen der Slraßenbahn wurde der Schaden um 14.10 Uhr behoben. / j Todesfpruug aus dem Akurfenstcr. Der 49jährige Schlosser Edmund Starck sprang am Donnerstag nachmittag nm 5 Uhr aus dem Flurfenster des vierten Stockes im Hause Warschauer Straß« 79 auf den Hof. Er war sofort tot. Die Leiche wurde ins Schauhaus gebracht. 3.k1aM3JCladds. Owalkenlo&O heiter. 9 halb bedeckt 9walkig.9bedeckt*RegeaÄGraupeIn skebal.T Ge�tttec©Windstille Allgemeine Wetterlage. Die Stvrungelinie, dl« am Mittwoch an der Weflgrenze des Reiches lag, ist ostwärts vorgedrungen. In West- und Süd- dcutfchland hat ste etwas Regen, im mittleren und äst- lichen Deutschland nur Bewölkungszunahme ge- bracht. Nach ihrem Ducchaang brach die Wolkendecke rasch wieder auf. Am Donnerstagabend hatte sich eine Randstörung über den Weftansgang des Kanals gebildet. Sie wird mit der allgemeinen Luftströmung nach Nordosten ziehen und wohl nur die Witterung im Nordwesten des Reiches wesentlich beeinflusssn. ck- Wetteraussichken für verttn und weitere Umgebung. Meist heiter, etwa, worvier als bieder, auffrischende südwestliche Wind«. Allgemeine U-etteraursichlen für Deutschland. Im Rordmestsn norssberoeAend atmf Ä-»riltting-, i« Sichdrunchlond Rachlasswi der Niederschlag«, im ubrinen Rache vgrwiegand heiler, aus frischend» Alw. und Güdwestwiiwe. etwa» wärmer, nur un Osten wenig geändert« Freie Sozialistische Hochschule Am kommenden Sonnabend, dem 11. lennar, t&h Uhr, findet im jSroBesi Saa! des ehemaligen Herrenhauses, Berlin, Leipziger Str. 3 ein Vortrag des Genossen Prof. Dr. Edu&rd Heimann-Hambarg, stau über das Tbemau Grundsütziiche Probleme der sozlalisferung. Karten zum Preise von 50 Pfennig(einschl. Garderobe) sind an folgenden Stellen ru bähen; Bureau des. Bezirksbildungsaussdiusses, Lindense i 2. Hof links. 2 Trep-en; Arbeiterjugend Qioß-Berlin, Lindense. 3. 2. Ho! links. 2 Treppen; BuchhaneJung J. H. W. Dietz Xachf� Lindense. 2; Bank 4er Arbeiter! Angestellten und Beamten. AVaiistr. 65; Deutadter Holzarbeiter- Verband. Air Küllnischcn Park 2; Verband der graphischen Hilfsarbeiter, Rilterseaße Ecke Luisenufer; Zlgarrengeschafl Horsch, EogeJufer 24 25? AfA-Ortskarteil. Engelufer 24/25, Verlag des Bildungsverbandes der deutschen Buchdrucker, Dreibundstr. 5; Zentralverband der Angestellten, Hede» tnannstraSe 12; Vciagsgesellsc'-alt des ADQB- Abteilung Sor.iment. Inselstraße 6a; Frauensekretariat der SPD-, Lindcnstr. 3, 2. Hof links, 2 Treppeng Bezirksausschuß für Arbeiterwonlfahrt, Lindcnstr. 3, 2. Hof links, 2 Trepipen. Iii i SoziaMcheArbeilerjiigcndGr..Verlin � finfentungen für diese Tfubrtl nur an b«4 3ttgmdfefrtiariaf | Berlin 6S68, tfndenffroSe 3 PoUtilch» Snfniianttnnsöbenb am Monfag. htm 18. Januar, Xß'j Mr. Genosse Scilnutna fptitfit übet Cnnctlislofißtett und ffiuansnoL ßtschein« aüer ffnititionate ist Pflicht. Petöffentlichung des P.aumes erfolgt morgen. „Offene ö'ngßucbe" unter Leitung pmt Ktch ISöe Sonntag, 12. Januar» 12Aä Mr. im Ticcier am BiUompIatz. flotten 1 M. EotifttiillKflellungcit üb« 10 Stück an die flartr 75 P>. Dir flarten find eichältlich in der Hefchätt» stelle her Poltsbüstne. Lintenftr. 227. Sil die Soltsbfihncimocftcllnpg„SpoSo Brunnen strafe' finh dir flartr» für Sonntag, 12. Zanuar. ausoerlauff. Die nächste gleirye Botstellung findet statt Sonntag. 2S. Zanuar. flarten �u 30 Vf. Ar Zugendliche»wische» 14 UNS IS Jahren im Srtrcfarlat erhältlich. Die Stellung der Kran, ihre Aufgaben und Zulnnstsau-sschten. Mädel. kursus für 6 Abende mit 6 Einaelthemen. L Abend Donnerstag. 16. Januar, 19'? Mr. in der Schule flackstr. 18. Genossin Anna Geyer spricht stder: ,Di« Stellnngnahme der erwerbstätigen Alan tu der Wertichaft". Zehe Gruppe muß unbedingt uertreten fein. Achtung, Abteilungsleiter: Reicht umgehend den Berichtsioge»»»» TV. Quartal ein. heule. Frei lag. 10. Zanuar. 19>1 Uhr: Artonaplah: Schule Slisabe-Hkirchstr. IS. Vortrag:„Arbeiterschaft und Kirche".— fltllnifcher Park: Seim Waisen sir. IS. Vortrag:„Die SoZlalvet» sichernngen".— Kanfa: Seim Jochumer Str. A>. Zahresmitgliederoersanrmlung m!t Borfrag:„Gefahren des Faschismus".— SBnobit I: Schule Waldrusco- straße 20. Vortrag.-„Der Nationalsozialismus'.— Moabit II: Heim Lehrten Straße IS— 19. Jahre snrite�tedernersatnmlung— Arniwpfah: sseier stunde mit Referat:„Die Arbeiterjugend im proletari'chen fllafltnlampf.— Arnswalder Plah: Seim Wchlouer Ecke Nastenburger Straße. Vortrag:„flarf Liebknecht— -To'« Lnremburg".— Arnswatder Plast n: Schule Pasteurstr. 44. flarl» Llebknecht>f?eicr.— Zaltxlast ll: Schule Sonnenburger Stt. 20. Vortrag:„SAZ. und Neichsbanneif.— KelmHolstf last: Selm Dangiger Str. S2. Lichtbilder: „Das szrugincfen".— SohenschZnhaufen: Seim jsreienwalder Str. 6. Bortrag: „Sw'alismus und flirche".— Smnannplast: Seim Schrrenbergstr. 7. Vortrag: „Reichs- und flommunalpolitik im Jahre 1!>2S".— Nordost I: Seim Danoigee (Strafte 62. Bor'rag:„flarl Liebknecht— Nosa Lnremburg�.— Wßrthee Blast: Schule flastanienollee 82. Bortrag:„Das wahre Gesicht des Nationalsozialismus". - Baltenplast: Seim Tilsiter Str. 5. Jahre smitgliederversammlung.— Frankfurter Viertel: Seim frankfurter Allee S07. Arbeitsgemeinschaft.—»aefchanen Biertel: Seim Li'auer Sir. 18. Jahresmitgltederverfammlung.— Barfchoucr Viertel iJt.ff.): Seim Litauer Str. 1». Bortraa:„Unser Wandern".— Dtea» lauer Viertel: Seim Gostlerstr. 61. Bartag:„Wamn SAZ?"— Süden: Sein» Yorckstr. 11. Bortrag:„Die Arbeit der„Noten Jaflen".—«chöneberg IV fR.-ssf.): Seim Sauptstr. 15. Jwessahr-Jrier.— Schönebelg V: Keim Kaupt. strafte IS. Arbeitsgemeinschaft.— ckharlottenbnrg: Seim Nostnenstr. 4. 10» Sliinuten�Reffcotc.— Charlotten burg-Süd: Seim Epartplast. Goethestrafti. Vorfrag:„Geschichte der risssischen Arbeiterbewegung".»- Steglist Leim Baulsenstr. 22. Ecke Serderstrafte. Varttaa:.Entstehung der Arbeiter» hewegung".— Neukölln!ll: Keim Berastr. 2«. Elfernabend.— Ne»köll» VI: Selm Treptower Str. Sä. Bortrag:„Berussschulfragen".— Nenköll» Vlle Sdntfe fla-fer�lriedrich-Straft«. Bartrog:„fsragen z»m Sozialismus", I. Teil.-- Neukölln IT: Schule Mariendorfer Weg. Jfurmer 36. ffunltionätoetfamr-'ung. — Vaumfchulenweo: Keim Ernststr. 16. Jahresmifgfiedemersammlung.— flonl«» dort: Schule Adolfftr. 25. Jahresmitgliederveeiammlung.— Lichtende eq-Mitte: Seim Scharnroebcrfti. 28. Bortrag:„Bolksentscheid". Kcrmedorf: Kein» Noonstrafte. Iahresmitgliederoerfammlung.— Ntedeefchönhanfe»: Schule Bfanteti burger Stt. 70. Zahresmitgllederverfammluug. Kerbebezirk Beddinq: Aeltereugrutwe fällt aus. ll. Teil der Arbeitsgemein» stbaft Ire! tag. 17. Januar. Gerichtstr. 18. Jeder Genosse kann noch teilnehmrn. Berdebezirk Lichtenberg: Grllndnngsneriammluna der SSG. Lichten. derg um 0,9 Uhr im Seich Scharnweberstr. 18. Vortrag:„Autgaben der SSG." Redner- �liU. Piodsrich. Werde bezirk Prenzlauer Berg: M>rggn, Istlch llhr, im Keim Danzigee Strafte 02, Baracke 3, Beginn des Sutfuo:„Das Seidefberger Programm". Referentin: Dr. Bora ssabian. Es wird um zahlreiche Befeiligu.ig gsbeie». Sonn-ag, S-denlfeler für b'c Opfer de, 15. Zannar U29. 11 llhr, im„Slnsium", Btoiulaurt Allee 58. Aus dem Programm:„Der Tag dos Proletariats" unter Mitwirkung von A. Jloraib und S. Witte Orgelmnsi!. Streichorchester. R» zitattonen usw. Aniorach« Genosse Seinrich Ströbel, W. d. N. Eintritt 40 Bk. Gruppe Aenimplnst. Heute, Ire: tag, Grstndnngsfeiee. Letzter Tag fit»! llebertritte. Da neue Gruppe, Propaganda besonders notwendig.: Vorträge, Vereine und Versammsungen. Reichsbanner»Schwarz-Rok-Gold". Geschäftsstelle: B-rlln S 14. Sebastianstr. 27— A. Sek S. SÜ. Gauporstand. Vom 25. Januar bis 3. Kcbruar praktische SikurVe im Harz Geiamtkoste» für Relchfldannerkamerodeu und deren weibliche Angehörige einidMieftlick aller Unkosten 50 M. Anmeldungen bi» 12. Januar an den Gauvorftand, Berlin S. 14, Sebastianstr. 87—88.— Foeüag, 16. Januar. Ariedrichshain. flameradichft Memel. 191» Uhr Generaloersamm» lung bei s-nichel. Wemeler Str. 18. flam-radichastsneuwahl. Alle oktineu UN» passiven flametoben müssen erscheinen. Lichtenberg lQrtsverein). 20 llhr Logen» kasino. flnorrpromenade 2, Borirag des flanieraden Neidhardt. Jllmvorstlhrunq. Erfcheinen aller flamevaden Pflicht. Angehörige hcchen Juttitt.—©ounaden#, 11. Januar,«nbettieqe. Beginn eines neuen Anfänzerkurius w der Ruder« airlage der Berliner Turnerfchaft. Tnnnelstr. Z— von 101: bis 21 Uhr. Gäste willkommen.- Sonntag. 12. Januar. Reulöllu.Prlst. Rlmikiorps MI» 17 llhr in fllttntz ffefrtdlen, Saierheide, ffamiTicubotfOicrtrubel. Sin' ritt für Kameraden und Angehörige 50 Pf. Äiameradlm snöerer Ortsvereine Liehteuberg iOrtsoereinl. Alle flameraden. die Eintrittskarten fstr d-e Zw» fammerfunf: im ehetnal-oen Serrenhaus haben, müssen pünktlich erscheinen. — Tempelhof. flamerad-'chaft Lichtenrade. Freitag, Ist. Zanuar. 20 Uhr. Generalversammlung bei SchteberL »elchslartel Republik. Sportnlaft Friedrichsfclde. Svimtag. 12. Januar. vvu 9 bis 12 llhr. fchicftcu die Ortsvereine. Prenzlauer Berg und flreuzbevg, van 12 bis 17 llhr Btdding und Reinickendorf. Die folgenden Tage bis ein» ichlieftlich Frei'ag bleiben den genannten Ortsvereinen gleichfalls frei. Dienstag. 14. Januar. 20 llhr, ordentliche Generalversammlung aller am Sportvlast an» gefchlossencn Bereine im Lokal..Zur Rennbahn", am Bahnhof Trrpttw. Di« flartellmarke für 1829 muß geklebt fein. Zutritt nur mtt Einladung. Wiedereröffnung des»Prälaten�. Nach vollständiger Renovierung und Modernisierung wurde dw aktbekanifte Gaststätte der Schloßbrauerei.Lum Prälaten" am Alexanderplatz wiedererössnet. Unter der Leitung von Bau» rat Bootsöbrer erstanden moderne, in schlicht-geschmackvollen Farbe» gehaltene Gasträum«, die die Gewähr für einen angenehmen Ällfcnt- halt bieten. Die Wanbbemaiung ist in einem zarten Zitronengelb gehalten,'die Fensterverkleidung in abschattiertem Bleu, moderne Beleuchtungskörper setzen dos Ganz« in ein mildes, anheimelndes Licht. Der Prälat war von je— feil im Jahre 1884 in dem Stadl- bahnbogen am Alexanderplatz ein Wirishaus altdeutscher Art mit Hoiztöfelung eingerichtet wurde und vorzügliche Küche und ein gute» Glas Schloßbräu bot— eine Sehenswurdigke t Berlins. Jeder Raum hat fein« Sonderart. Da ist zunächst die Stehbierhalle..Alt- Berlin" mit Deister Kacheln, die von Berlins Gesuchte erzählen. Der„Rolandbogen" repräsentiert den bürgerttchcn Gastraum. Der , G-imbrinueboaen" weist gemütliche Tische vor Sp.'isenausgabe und Kaffee, und Likörau-Ichank auf. Der„Berolinabogen" verbreitst Stimmung aus Altoäierzeit.„Hubertusbogen" ist ein lauschiges Platzchen für die Jäger. Eine wunderschöne..Weinstube" in fein abgetönten Farben bietet einladende Geleuenbeit zum besinnlichen Genieß»n. Wenn dann noch erwähnt wird, daß auch ein« Lftör, stube„PrSlatenklaisse" und«in.Lon'erchvaen" da sind, so sind die Reize des neuen„Prälaten" kurz aufgezählt. Sehr» Erruft weniger Ausgebe! Eine hsrvorra-.nd??»es»i und Uelff- zigoTM bor 15-BivUlesse,.Eassnp". fst tejtt fix w Pf, in allen tusfe» bi»!, Waiff-Lädr» zu baSen Jchtr, der..llast:-«!?!«" gttanchi 1W1. ist cuTä vöt-sttz ttstauin uni erttntt stt,, den few»n«ttstf-tNock. ha« gut« Ardma»nh de» prädifigm, Pratch de» fl'eertt Mar. beolle sich, dir.Eafitu» Sbor" zu dutfeu. da es sich u» chnep. Roiteoi-« handelt. Inventur- Ausverkauf 2.-15 Januar ßCSt- und Einzelpaare zum Bruchteil des wahren Wertes! Ueberschuhe der be» e Schott vor Erkältung Reßoh*vr«aux >anK*n«chuh« m. hell. ■4.rrntt«t.»olid« Ver.rb Pelzschuh« mit warmem Futter,«te»- liehe For»- ok Spangenschuhe öclKarb. Leder kombiniert, mit Loni« und Trotteur. Laektrotteur» Sehuhe m. ZierstepperÄ? 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Oktober 1913 m 3, 0 O k. ober 1923 .4........ Dezember 1926 . ö......... 1327 0 7, 0 m 1926 . ö. 0»»,»,,» 1929. Im vergleich zum Dezember 1926 mit i Millionen Mark Umsatz ist bereits nach ZJahren eine Verdoppelung auf 8 Millionen eingetreten. Gegenüber dem Dezember 1928, der einen Umsatz von 7918 366,26 Mark erbracht«, zeigt der Dezember 1929 ein« Steigerung um 1 216 981,78 oder 17,2 Proz. auf - 8 263 351,01 Mark. Für das Salenderjahr 1929 beträgt der Umsah 76 Millionen Mark; das Kalenderjahr 1929-hat gegen 1928 eine Steigerung um 16 Millionen Mark gebracht. Wie der Umsatz, so ist auch die Zahl der Mitglieder in starkem, ununterbrochenem Wachsen begriffen. 3622 Haushaltungen schlössen sich im Dezember 1323 der Berliner Derbraucherorganisation an; hinzu kamen weiter 3323 Mitglieder des am 1. Oktober 1923 übernommenen Konsumvereins für Velten und Umgegend, so daß der gesamte Mitgliederzugang im Dezember sich auf 6913 belauft. Das Kalenderjahr 1929 schließt mit einem Mitgliederbestand von 192 876: in der ersten Hälfte des 31. Geschäftsjahres Puli- Dezember 1929) wurden 21 891 neue Mitglieder gewouuen. Ein Vergleich der größeren Konsumvereine Deutschlands zeigt, daß die Konsumgenossenschaft Verlin im Monat November 1923 zum ersten Male an der Spitze der deutschen Konsum- vereine stand. Seither hatte der Konsumverein„Produktion" in Hamburg einen Vorsprung. Beide Genossenschaften wurden im Jahr« 1899, vor 39 Jahren, gegründet. Während jedoch in Ham- bürg der Genossenschaftsgedanke sofort auf günstigen Boden fiel, hatte die Genossenschaftsbewegung in Berlin mit vielerlei Widerständen zu kämpfen, und es dauerte fast ein Jahrzehnt, ehe sie es zu einiger > Bedeutung brachte. Die Entwicklung der letzten' Jahre hat die Berliner Genossenschaft machtvoll gefördert: der Rückstand wurde aufgeholt, und nun nimmt die Konsumgenossenschaft Berlin inner- halb der 1999 dem Aentraloerbandc deutscher Konsumverein« angeschlossenen Genossenschaften«ine Spitzenstellung ein. Oer Bankier und die Arbeitslosen. Freche Provokation eires Zierprofitlers. Die Brauerei-Aktionär« gehören in Deutschland be- kannllich zu den Kapitalisten, denen Jahr für Jahr Rekord- dividenden in den Schoß fallen. Infolge der Riesenprofite der Brauereien im letzten Jahr sind auch die ZlktienkUrse im Gegensatz zu den nieisten anderen Jndustriepapieren von der schweren Börsen- krise des letzten Jahres kaum in Mitleidenschaft gezogen worden. Die meisten Brauereiaktien, die aus 1999 Mark lauten, müssen heute noch mit 3 999 bis 5999 Mark bezahlt werden. So wirkt sich der Profit aus! Es muß daher als eine freche Herausforderung bezeichnet wer» den. wenn auf der Generalversammlung von Schultheih-Patzenhofer einer dieser Riesenprositler die Stirn Hot, zu der � Abwälzung der Biersteuer auf die Massen folgendes zu bemerken: Im übrigen brauche die verivastung. solange die Ar» beikssofenversicherullg befiehl und erhöht(!) wird, um den Absah ihres Bieres nicht besorgt zu sein. Das ist die zynische Sprache eines Schwerverdieners, der sicher in feinem Leben noch nie zu spüren bekommen hat, was es heißt, plötzlich auf die Straße gefetzt zu werden und seine Arbeitskraft, das einzige, was der Werktätige besitzt, nicht mehr verwerten zu können. Der Herr Bank.er hat auch sicherlich noch niemals einen Blick in einen Arbeiterhaushalt getan. van einem Arbeitslosenhaushalt gauz zu schweigen. Wir wissen nicht, welcher politischen Richtung der Herr Bankier Mayer angehört, und es spielt in diesem Falle auch kein« Roll«. Sein beißender Hohn gegen eine soziale Errungenschast. die wenig- stens das größte Massenelend lindert, spricht deutlich genug dafür. daß er zu der Richtung bürgerlicher Klassenkämpfer gehört, die von den sozialen Notwendigkeiten auch nicht den ge- ringsten Hauch verspürt haben. 3V Prozent sür Beamtengläubiaer. Von dir Dresdner Bant für Reichsbundbank und Bank für deutsche Beamte gm an iert. Die Dresdner Bank teilt mit, und zwar für die van ihr neu- gegründete Spar- und Kreditanstalt für deutsche Beamte und Angestellte A.-G-. daß diese eine Garant! ebürgschast zur Durchführung des Zwangsverglciches bei der R e! ch s b u n d b a n k und der Bank für deutsche Beamte übernommen habe. Die Spar« und Kreditanstalt eröffnet dabei auch gleichzeitig ihre Tätigkeit. ' Noch dieser Garantisbürgschaft sollen die Beamtengläufrtqer der beiden zusammengebrochenen Banken eine Min�estquote von 30 Proz. ihrer Forderungen erhalten. Danach haben die urirMck- lichen Gläubiger der beiden Banken also 79 Proz. ihrer Ein» lagen veiloren. Selbstverständlich zahlt die Dreidner Bank diese Quote nicht aus eigener Tasche, sondern die Quote en-spricht den Aktiven, die man bei den beiden oerkrachten Beamtenbankeu glaubt retten zu können............. �; Die h ntir dey beiden ehemaligen Bcamtenbanken ss:hen!«n ' Verbände sollen zugesagt haben/ für die Spar- und Kreditanstalt der Dresdner Bank zu werben. Aus brn„Vorteilen" d:r besagten Garantiebürgschaft ergibt sich natürlich keine Verpflichtung, nun Kund« der Spar- und Kreditanstalt zu werden. Neuer Angriff gegen Siemens. Eine AGG-G'ündung in Irland. In Dublin, der Hauptstadt Irlands, ist eine neue Elektro- Gesellschaft unter dem Namen„I r i s h AEG. Electric"«�- gründet worden.„Führung von Jngcnieurgeschäften" wird im Handelsregister als der scheinbar harmlose Zweck der Gesellschaft bezeichnet. Das Kapital ist mit 199 Pfund Sterling oder 2999 M. auch lächerlich gering, es ist aber offenbar nur das zur Begründung der Firma erforderliche Mindcstkapital. Um so bedeutungsvoller ist die Gründung selbst. Der Sie- mens-Konzern konnte bisher sehr viel Staat mit dem von ihm gebauten. In der Tat gewaltigen Shannon-Kraftwerk machen, das der irische Staat errichtet hat. Irland konnte so vom Stand- punkt der deutschen Elektroindustrie als Domäne von Siemens an- gesehen werden. In diese Domäne bricht die AEG. mit ihrer Grün- dung jetzt ein. Daß hinter der AEG. heute die amenkanische General-Elektric steht, macht das Ereignis noch in- tercssanter. *1929 Nekord der Eisenproduktion. Nach der Zeitschrift„Stahl und Eisen" stieg die Roheisen- Produktion der deutschen Hochöfen im Dezember auf 1,1 gegen 1,09 Millionen Tonnen im November. A r b e i t s t ä g l i ch ist dagegen(31 Arbeitstage im Dezember) ein leichter Rückgang von 36 378 auf 3.5 196 Tonnen eingetreten. Insgesamt stellten sich die Leistungen der Hochöfenbetriebe lm Jahre 1929 auf 13,1 Millionen Tonnen und liegen damit noch um sap 399 990 Tonnen oder 2,3 Prozent über den Ergebnissen der Hochkonjunktur vyn 1927. Das Jahr 1928 kann wegen der Aussperrung an der Ruhr zum Vergleich nicht herangezogen werden. Es zeigt sich also, daß die Eisenkonsunktur des letzten Jahres eine Stärke besaß, die sogar noch über den großen Aufschwung von 1927 hinausging. Das hindert aber auch die Stahlmagnaten nicht, der Oeffentlichteit das Märchen von einer wachsenden Per» elendung der Industrie aufzubinden. Neue Bankpleiten. In Bayern krachen die kleinern Privat- banken weiter zusammen. In B a d T ö l z hat das 1998 gegründete Bankgeschäft Hcrrmann A. Reis die Zahlungen eingestellt, nachdem der mit unbekanntem Ziel.ri, gereiste Geschäftsinhaber n, hinter- lasscnen Briefen feinen Buchhalter zur Anmeldung des Konkurfes angewiesen hat. In München hat die Bankverein A.-G., 1873 gegründet mit einem Aktienkapital von 255 999 Mark, ihre Zah» lungen eingestellt und um Stundung ihrer Schulden gebeten, um die Gläubiger vor Schaden zu bewahren. Belegschafleabbau bei Mannesmann unterbleibk. Der Mannes- mann- Konzern In Düsseldorf hatte bei der zuständigen Behörde die Entlassung von 1399 Arbeitern beantragt, und zwar sollten in der Abteilung Schweißwerk 890 Mann und in dem Werk Düsseldorf- Rath 509 Mann abgebaut werden. Die Entlassungsanträg« wurden jedoch zurückgezogen, da inzwischen der Auftragsein- gang erhebsich besser geworden ist. Damit fällt auch die vor- gesehene Stillegung der Schweißerei fort. Stahltrust zum Jahresende. Kohlenförderung und Stahlproduktion bleiben stark. Der Rheinisch- Westfälische Stahltrust, die Der- einigten Stahlwerke A.>G. Düsseldorf, hat Geschäftsbericht und die Abschlußziffern für das am 39. September beendete Betriebsjahr 1928/29 noch nicht veröffentlicht. Dagegen liegt jetzt bereits der Quarta lsbericht mit den Umsatz- und Produktionsziffern für Oktober bis Dezember 1929, also schon für das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres 1929/39 vor. Die Produktion in den wichtigsten Erzeugnissen stellt sich kn Vergleich zu dem vorhergehenden Viertessahr: Oktober-Dezember 1929 Jüll-September 1929 Kohle.«,,,. 7,85 Mill. Tonnen 7,41 Mill. Tonnen Koks 2,65„„ 2,70,, Roheisen.... 1,65,. 1,68,» Rohstahl.... 1.70.. 1,69. Die Produktion hat sich asso fast durchweg annähernd auf dem Stand des vorhergehenden Pierteljahrs gehalten und ist in den R o h st a h I b e t r i e b e n sogar noch gestiegen. Dagegen ist der Ilms atz um mehr als 11 Proz. von 192,2 auf 351,2 Millionen Mark zurückgegangen. Hiervon entfällt auf den Inlands- abjatz ein« Umsatzsenkung von 15 Proz. auf 217,2 Millionen Mark, auf den Auslandsumsatz ober nur ein Rückgang von 7 Proz. aus 137 Millionen Mark. Wie schon die stabilen Produktionsziffern zeigen, ist auch in den letzten Monaten des vergangenen Jahres weder im Kohlenbergbau noch in der Stahlindustrie eine Wendung zum Schlechten eingetreten. Der Umsatzrückgang ist zum Teil auf Saisoneinflüffe zurückzuführen, sicher aber auch durch die abwartende Haltung der Käufer während der Kartellverhandlungen im letzten Vierteljahr maßgebend beeinflußt. Vergleiche mit dem entsprechen- den Quartal von 1928 lassen sich wegen der in diese Zeit fallenden Stillegung der Ruhrbetriebe nicht anstellen.> Di« Gesamtbelegschaft in den Betrieben stellte sich zum Jahresende auf 173 852 Mann gegen 176 716 Ende September 1929 und 167 313 Mann Ende 1928. Auf den Kohlenbergbau ent- fallen hiervon 86086 gegenüber 87 085 bzw. 8? 275 Mann. Die Zahl der Angestellten ist mit 15191 Mann ziemlich stabil geblieben. Ein Vergleich mit dem letzten Vierteljahr 1327 läßt erkennen, in welchem Maße die Leistungsfähigkeit der Kahlen- arbeiter gestiegen ist. So wurden Qktober-Dezember 1927 bä emer Belegschaft von 87 729 Mann 6,66 Millionen Tonnen ge- fördert, Qktober-Dezember 1929 dagegen van einer auf 86 986 Mann g e f u n k en e n Belegschaft die 1 Förderung güj 7,35 Millionen Tonnen gesteigert: Ble Leistungsfähigkeit je Kopf der Beleg- fchafl ist also um durchschnittlich 22 Proz. gewachsen. Da die Be- legschastsstaiistiken für die Hochöfen, Stahlwerks- und Verarbeitungs- betriebe nicht getrennt aufgeführt sind, lassen sich gleiche Berechnungen für die Cisenarbeiter leider nicht anstellen. Milliardenprogramm des amerikanischen Giahlirusts Nach amerikanischen Meldungen hat der amerikanisch« Stahl- trust, die B e t h l« h e m- S t e e l C a rp o r a t i o n. ein Riesenbau- Programm ausgestellt. Im Laufe der nächsten drei Jahre sollen für Neuanlagen und Werksausbauten nicht weniger als 399 Millionen Dollar, das sind 1,26 M i l l i a r d e n M a r k, in die Betriebe gesteckt werden. Diese phantastischen Summen werden mit angesammelten Reserven undlaufenden Betriebsgewinnen bezahlt. Der Bethlehem-Steel-Tmst, der mit einer Jahresleistung von 24 Millionen Tonnen Rohstahl— die Produktion des Rheinisch- Westfälischen Stahltrusts schwankte 1327— 1929 zwischen 6 bis 7 Millionen Tonnen jährlich— etwa 40 Proz. der gesamten Stahlproduktion in USA. auf seine Betriebe vereinigt, holt mit diesem Neubauprvgramm offenbar zu einem lange vorbereiteten Schlage ans, um die unbedingte Vorherrschaft in der Stahlindustrie der Vereinigten Staaten zu erringen. Relchsbank ohne Arbeit. Kredite müssen verbilligt werden. Es ist gekommen, wie es zu erwarten war. Die erste Januar- woche hat der Reichs dank eine außerordentlich starke Entlastung van ihren zum Jahresschluß von Banken und Wirtschaft in Anspruch genommenen Krediten gebracht. In der letzten Dezenrberwoche waren bei der Reichs dank insgesamt für 819 Millionen Mark Kre- dite in Anspruch genommen worden. Die erste Januarwoche brachte allein schon Rlinterteanfpruchungen von 653,9 Millionen Mark. Die Banken haben für 216,8 Millionen Mark Reichsschatzwcchsel zurück- genommen, so daß die Reichsbankbestände auf 23,9 Millionen sanken. Die Bestände an sonstigen Wechseln gingen um 237,8 auf 2369,9 Millionen und die Lombarddarlehen uni 199,1 auf 51,2 Millionen Mark zurück. Obwohl die Reichsbank zum Jahresschluß einen nicht unerheblichen Teil des Reichskredites von 359 Millionen und des Berliner Kredites mit zu tragen hatte, war die Entlastung der Reichsbank schon in der ersten Januarwoche nicht unerheblich größer als ein Jahr zuvor. Der Geldmarkt ist mit an- deren Worten so reich und di« Banken haben so viel flüssige Mittel, daß sie die Reichsbank nicht in Anspruch zu nehmen brauchen. Fast könnte man die Reichsbank gegenwärtig den Arbeitslajcn zuzählen. nur daß sie nicht stempeln zu gehen braucht. Die zinslosen Gelder auf Girokonto wurden von der Reichs- bankkundschast. die nur zum Bilmtztcrmin des 31. Dezember ein Interesse daran hatte, höhere Guthaben bei der Reichsbank aufzu- weisen, um 179,7 auf 581,5 Millionen gekürzt. Im Zusammenhang mit diesen Abzügen verringert« sich der Notenumlauf auch nicht entsprechend den Kreditabzügen, sondern nur um 439.9 auf 1601,7 Millionen Mark. Die Gold- und Devisenbestände blieben mit zusammen 2687,6 Rillionen Mark fast unverändert. Die Deckung der umlausenden Roten verstärkte sich sehr beträchtlich, und zwar durch Gokd allem von 15,3 auf 49,6 Prozent, durch Gold- und Deckungsdeoisen zu- sammen von 53,3 aus 58,1 Prozent. Diese um 18 Prozent die ge- setzliche Vorschrift überschreitende Notendeckung dürft« am Ende der ersten Januarwoche n o ch s e l t e n zu verzeichnen ge- wesen sein. Die außerordentlich günstige Lage der Reichsbank hat natürlich ihre Gründe. In allererster Linie in der schlechten Wirtfchafts- lege, durch dt« große, sonst in den Betrieben arbeitende Mittel auf die Banken getragen werden. Reben diesem Hauptgrund ist der Januar ein wichtiger Steuereinzahlungs- und Dividend enaneschüt- tungstermin. Endlich lockt immer noch der sehr hohe Zinssatz der Reichsbank mit seinen 7 Prozent viel ausländisches Geld nach Deutschland herein. Die Konsequenz daraus liegt auf der Hand. Es ist aller- höchste Zeit, daß die Reichsbank die Kredite verbilligt. Sie kann es, nach ihrer Kredit- und Wähningslagc, sie muß es, aus wirt- schaftlichen Gründen. Das Volk will arbeiten. Deutschland braucht Kapiial. Amerikanischer Bankier über Deutschlands Kapitasmangel. Au? New Port wird uns gemeldet: Der Banker Ludwig B e n d i x. der früher der d e u t- schen Botschaft in Washington als Finanzberater aitachlert war, erklärte nach feiner Rückkehr aus Deutschland, daß die deutsche Wirtschast zusätzliches Betriebskapital dringend benötige, das falls das Ausland es zur Verfügung stellt, nicht nur eine Wiederbelebung der industriellen KoNiunttur in Deutsch- land herbeiführen, sondern ouch eine Steigerung der deutschen Importe ermöglichen würde. Insbesondere würde«ine Steigerung der Importe von Rohstoffen, wie beispielsweise von Baumwolle und Kupfer, erfolgen. Eine solche Entwicklung würde ohne Zweifel sowohl den Vereinigten Staaten als auch der ganzen übrigen WM zum Vorteil gereiche«. KPD befiehlt Streiks. Die kommenden Aktionen. &Uk neu««revolutionäre Sirtikwell«* soll dem- nächst auf Befehl der Zentral« der KPD. in Bewegung gesetzt werden. Zlusersehsn doM sind, wie der Bezirtssetretär der KPD. auf einer internen kommunistischen Konferenz kürzlich bekanntgab, folgend« Betriebe: l. Seyling u. Thomas, Eisengießerei Zt- G, Ackerstr. l2k/127. Z. Ollo Zachmaao. Eisengießerei iL� Borsigwalde, Spandau« Straße 40, 1 ASG. Turbine, hukteufkraßr. 4. AEG. Kabelwerk Oberschöneweide, wilhelminenhofstr. 76/77, 5. Osram G. m. b. h« Rotherstraße. Die sogenannt» revolutionär« Streikwelle, durch die wohl die kommunistischen Drahtzieher, nicht aber die mißbrauchten Arbeiter trockenen Fuße» hindurchgehen werden, soll durch die„roten Be- triebsoertrauensleute" geführt werden. Auch die Frauen der Streikenden sollen in den Kampf hineingezogen werden. Sosort nach Beginn des Kampfes sollen Frauenversammlungen stattfinden. Außerdem sollen die Straßenzellen sür die Unterstützung der Streiken« den und die Bekämpfung der Streikbrecher sorgen. Man kennt das vom Streik der Rohrleger und anderen„reo» lutlonären Streiks" her. Es werden Stoßtrupps mit knüppeln. Schlagringen und Messern bewaffnet, um die taristreuen gewerk» schoftlich organisierten Arbeiter auf„bolschewistische Art" zu miß- handeln. Die fünf angeführten Beirieb« sollen nur den Anfang machen; die anderen Betriebe sollen dann begeistert nachstoßen. Alle „faulen Elemente" In der KPD. sollen deshalb ausgemerzt und nur solche Funktionäre gewählt werden, die wirk- lich gewillt seien, „die Anordnungen der KPD. unbedingt und auf jeden Fall durchzufuhren". Da wird man in der KPD. bei der Ausmerzung allerlei zu tun bekommen. Revolutionär klingende Entschließungen annehmen, ist«ine Sache, sie durchführen, ist eine ander« Sache. Siehe Lorenz, Tempelhof. Der„Revolutionäre Betriebsräteousschuß" ist zwar ein recht gefügiges und ergebenes Instrument der KPD., er scheint aber den gegenwärtig amtierenden Drahtziehern nicht mehr recht auf der chöh« zu sein. Er wird etwas in die Ecke gedrängt. Dos kam be- sonders in der Sitzung des„Revolutionären Betriebsräteausschusses" zum Ausdruck, die kürzlich im Karl-Liebknecht-chaus stattfand. Der neugeschaffen»„Bezirksausschuß der revolutionären Gewertschoftsopposition" macht dem nicht minder„reo» lutlonären" Vetriebsräteausschuß erfolgreich Konkurrenz. Di« Z e n- trole ist für den Bezirksausschuß. Darüber ist man im revolutionären Betriebsräteausschuß sehr betrübt. Man wA aber sein« Existenzberechtigung nachweisen und zu diesem Zweck zwei Läden mieten. Man müsse sich rühren. Da? sei die einzig« Möglichkeit, die gebührend« Beachtung und Unterstützung der Kommunistischen Partei zu gewinnen und „von dieser auch im gewissen Maß« unabhängig zu werden". Die Betonung ist dabei natürlich qpf die„U n t« r st ü tz u n g"(in pekuniärem Sinne) zu legen. Die„neu« Linie" der Partei— so fordert es die Zentral«— müsse bei den kommenden Betriebsrätewahlsn unbedingt ein« gehalten und in allen Betrieben „der reformistischen eine oppositionelle Liste entgegengestellt werden". Alles Traditionelle müsse in den Hintergrund treten, „auch wenn dadurch Genossen betroffen würden, die schon lange Jahre die Funktion eines Betriebsrates inne hätten". Di« söge- nannten traditionellen Betriebsröte seien bisher ein Hindernis bei der Durchführung der Parteibefehle gewesen. Die anwesenden„traditionellen Betriebsräte" hatten natürlich ihre Bedenken. Von heute auf morgen lasse sich die Betriebsräte- bewegung nicht auf Kommando der Zentral« um- stellen. Eine gewisse Entwicklungszelt fei erforderlich. Aber trotzdem wolle man sich bemühen, es den Drahtziehern in der Zentrale recht zu machen. So sieht also die kommend« große Aktion der KPD. aus. Die AEG. und Siemens werden durch dies« Ankündigung sicherlich nicht im gering st en beunruhigt sein. Auch nicht die kleineren Firmen, die da ausersehen sind. Hinter denen steht ja der Verband Berliner Metallindustrieller. Im Gegenteil, die Metallindustriellen würden sich schmunzelnd die Hände reiben. wenn e» der KPD. wirtlich gelänge, einen Teil der Belegschaft der genannten Firmen vor ihren Wagen zu spannen. Das würde Un- « i n i g t e i t in die Reihen der Arbeiter bringen. Arbeiter würden gegen Arbeiter stehen. Urich, der Bevollmächtigte des Deutschen Metallarbeiterver« bandes, hat kürzlich in einer Versammlung erklärt, daß der Lohn- t a r i f im kommenden Frühjahr gekündigt werden müsi«. Wenn die KPD. die Arbeiter vorher gegeneinander aufhetzt, so kann das den Unternehmern nur willkommen sein. Wir sind aber überzeugt, daß der Plan der KPD. s ch e I t« r n wird. Die Arbeiterschaft wird ihre eigene Kampffront nicht zer« brechen, w«il»s die Kommunistische Partei von ihr verlangt. Jeden- falls weiß nunmehr jeder, daß, wenn d>« kommunistisch« Presi« demnächst behaupten wird, die Belegschaft bei der oder jener Firma fordere„stürmisch" den Kampf, in Wirklichkeit die Zentrale der Kommunistischen Partei der kommunistischen Betriebszelle einen Befehl gibt. Damit ist der Bluff von vornherein erledigt. „Massenbewegung" ohne Massen. FlaekkK der KpO be! Naistadt. Seit der Eröffnung des Warenhauses Karstadt am Hermann- platz ist die KPD. auch hier eifrig am Werk, um diesen Geschäft»- betlieb zu einer Versuchsanstalt für ihre gawerkschaftefeindlichen Experiment« zu machen. In einer Betriebszeitung„Die rote Karstadt» sacket" wird versucht, die Belegschaft durch verleumderische Artikel gegen ihr» Betriebsvertretung und die freien Gewerkschaften aufzu- hetzen und sie so allmählich für die Parolen der KPD. zu gewinnen. Am Dienstag sollt« nun d>« Generalprob« abgehalten werden, um festzustellen, ob die Stellung bei Karstadt sür die Antigewerk. schmtsparlel schon sturmreis sei. Es war eine außerordentliche Betriebsversammlung nach Kliems Festsälen einberufen und die Kanonen Torgler und Kaspar als Referenten ange- kündigt worden. Doch mit des Geschickes Mächten... Von der rund 4000 Kopie zählenden Belegschaft waren etwa 90 Personen erschienen, wovon noch IS gegen den KPD»Rummel eingestellte Arbeiter- und Angestelltenrät« waren, und von dem Rest etwa die Hälfte betriebsfremd« Kommuni st en. Kafpar war nicht erschienen, da er im Rathaus zum Radaumachen gebraucht wurde. Nachdem Torgler über alles mögliche, nur nicht über die Betrtebsverhältnisis bei Karstadt gesprochen hatte, meldete sich als erster«in kommunistisches Arbeiterratsmitglied zum Wort, der die Schreibweise der kommunistischen Betoiebs- zeitung verurteilte und die darin erhobenen Angriff« gegen hie Betriebsvertretung und die Gewerkschaften zurückwies.(Wann ist fein Ausschluß aus der KPD. fällig?) Di« anderen Mitglieder der Betriebsvertretung wandten sich gleichfalls gegen dies« Sudeleien und die persönlich»» Angriffe Torglers und ertiärten unter großem Beifall, daß sie nur einer vom Betriebsrat oder von den Gewerkschaften einberufenen Belegschaftsoerfammkung Rechenschaft schuldig seien. So wurde au» der Generalprobe bei Karstadt eine Generalpleite der Ä P D-, die ihr hoffentlich bewiesen haben wird, daß in diesem Betneb kein Resonanzboden für sie ist. Verleumder gesucht. Unauffindbare„revolutionäre" Entlarver. Wir berichteten kürzlich über die Dertagung eine» Beleidigungs- Prozesse», den der Lorsitzende der Berliner Baugewerkschaft ffienosse Drügemüller gegen den früheren verantwortlichen Redakteur der„Roten Fahne" F i r l beim Amtsgericht Mitte angestrengt hatte. Firl hatte während des von der KPD. angezettelten wilden Bau- ardeiterstreiks auf dem Tietz. Neubau in der Chausseestraßs im Sommer v. I. mit seinem Namen Artikel gedeckt, in denen Ber» leumdungen und Lügen über das Verhalten des Genossen DrÜge- müller verbreitet wurden. Da der Angeklagte zu dem ersten Termin mit„Gewähr». männern" erschien, die er noch nicht einmal dem Namen nach kannte, vertagt« der Borsitzend« den Termin bis zum 2S. Januar und gab dem Angeklagten auf, fein« Zeugen dem Gericht mi' ladung»« fähiger Anschrift mitzuteilen. Jetzt ist Firl für da» Gericht, da» ihm dt« Ladung zu dem neuen Termin zustellen will, unauffindbar. Der „Roten Fahne" ist angeblich sein Aufenthalt auch„unbekannt". lldkratdi man ran»rai SadnMt« Sc« ®»uit<6m MuIUcrvcrSande«. B'rltn. Äom- manSantcnftr 68,61 Dönhoff 32T7— 78 •tf4Sft*)tU 8—8. Sonntag* 10— t Uhr •ut W milch> Oemtticbtluch, Sonderbar! Den„Entlarvern" wird Gelegenheit geboten, die „sozialfaschisttschen Arbeitervenäter"/ zu«nLarl�m DtaÜ-dies« Ge- -legenheit auszunützei� verduften sie�unbekannt wbhin. Womit für jedermann der Beweis erbracht fft, daß den �evolutionären Kämpfern" di« schlotternd« Angst ins Gebein fährt, wcnn si« Ge- legenheit bekommen, Aug« in Aug« ihr« verleumderischen Dehaup« tungen zu vertreten. » Don der Baugewerkschaft BerNn wird UN« geschrieben: „Die„Rote Fahne" vom Donnerstag behauptet, der Kolleg« Drügemüller habe bei den Tarifv-rhairdlungen im Frühjahr 1929 erklärt:„Verkürzung der Arbeitszeit ist Unsinn." Daß dies« Behauptung ein« elende Lüge ist, geht schon daraus hervor, daß diese Behauptung erst«in Jahr, nachdem sie gemacht sein soll, erstmalig verbreitet wird. Wäre sie wahr, sie wä e längst als Agitationsmittel für den ständigen Hausgebrauch zur Verwendung gekommen." Sabotage gegen Musiteriarif. Vorbereitete Rüpelizenea. Seit Iahren kämpfen di« Musiker um den Tarifvertrag. Run haben sie, teil, in freier Vereinbarung, teils durch Schiedsspruch Tarifverträge durchgesetzt. Der stärkst« Wider- staich war im Gastwi rtsgewerbe zu überwinden. Aber auch hier wurde schließlich vor einigen Monaten«in Schiedsspruch gefällt und für verbindlich erklärt. Da di« Unternehmer mit allen Mitteln die Verbindlichkeit zu umgehen suchen, hat der Deutsche Musiterverbaich den Antrag auf Allgemeinoerbindlichkeit gestellt. Darüber wurde nun am Donnerstag im Reichsarbeits- Ministerium verhandelt. Cs sollte vielmehr darüber veichonMt werden. Die Unter- nehmermrtreter, die unter Führung des deutschnationalen Reichstags- abgeordneten Hamps acht Mann hoch erschienen waren, hauen »S von vornherein darauf angelegt, durch herausforderndes und rüpelhafte« Benehmen die Derhandlungen ausstiegen zu lassen. Sie pfeifen auf di« Verbind lichkeid Sie beschäftigen als gute Deutschnationole mit Borliebe Ausländer(die gelegentlich auch zu spiele» hoben:.�Deutschland. Deuschland über alles"). Si» sind affo überzeugt, wenn sie den Vertreter de» Reichsarbeit»' Ministeriums kräftig anpacken— nicht nur bildlich—, dann wird das Ministerium die Derbindlichkeitserklärung preisgeben und zu Kreuz kriechen. Wir würden dos Reichsarbertsmimsterimn geradezu beleidigen, wenn wir auch nur«inen Augenblick annähmen, daß »S vor diesem Unternehmerbolschewismus zusammenklappen könnt«. Korderungen der Schulhausmeister. Di« Fachgruppe der Schulhausmeister, SchulheiZsr, Turnhallen« aufseher usw. in her Reichsgewerkschast deutscher Kommunalbeamten appelliert« in einer öffentlichen Versammlung am Montag in Hader- land« Festsälen an die städtrschen Körperschaften, ihren seit Jahre» erhabenen Forderungen nach einer gerechtere« Eiagrup» pisrung in die Vesoldungsordnung. der Neugestaltung der Dienstanweisung für die Schulhausmeister und der Neuregelung der Vergütung für die Bergedung von S ch u l r ä u in i i ch k e i t» n endlich Rechimng zu tragen. Angesicht» der finanziellen Notlage der Stadt Berlin fordern di« Schulhausmeister. Heizer usw.» kein« allgemeine Besoldungserhöhung, sondern nur di« baldige Berwirklichung der Beschlüsse des sogenannten Härteausschusses der Stadtverordnetenversammlung, die eine Wiedergutmachung««ngstens des größten llnre-htes bei der letzten Besoldungsrsgelung anstreben. Hinsichtlich der Dienst- anweisung für die Schulhausmeister fordert die Fachgruppe de» baldigen Erlaß einer neuen Dienstamveffung, die nicht mehr wie die jetzt bestehende, den Geist der Dorkriegszert atmet. Auch die Schulhausmeister haben ein Recht, zu veAangen, daß ihre Arbeitszeit so begrenzt wird, daß ihnen noch sinige fvers Stunden am Tage verbleiben, in denen sie sich ihrer Familie widmen und sich erholen können. Schließlich ist es kein unbilliges Verlangen, zu fordern, daß ihnen für die Nebenarbeiten, die ihnen durch die Bereitstellung der Schulräumlichkeiten für Dsranstaltungen er- wachsen, eine angemessen« Entschädigung gewährt wird. Der Satz von 1,15 M. für drei Stunden Ueberarbeit kann wirklich nicht mehr als zeitgemäß angesehen werden. Bon dem Vertreter der sozialdemokratischen Stadtverordnetenfraktion, Genossen W o y w o d. wurde zugesagt, daß sich de« sozlaldemakra! ischen Stadtverordneten in den neuen Verhandlungen sowohl im Beamtenausschuß wie im Plenum für diese Forderungen einsetzen werden. Die Finanz- kalamität kann nicht ewig dauern, so daß die begründete Aussicht. besteht, diese berechtigten Wünsche bald zu erfüllen. Der Vorschlag eines kommunistischen Stadtverordneten, durch dag Erscheinen auj der Rathaustribüne den Forderungen„Nachdruck" zu verleihen. fand bsi den Versammelten begreiflicherweise kein Gehör. In einer Entschließung legte die Versammlung ihre Forderungen nieder und beauftragte die Verbarrdsleitung, sich für deren Durch- fetzung einzusetzen.__ Schluß der Aussprache der Kohlenkonferenz. Genf. 9. Januar. Die Kohlenkonferenz des Internationalen Arbeitsamtes beendet« die allgemeine Aussprache und überwies die Etnzelberatung des Konoentionsentwurfes über die Arbeitszeit der Gruben- arbeite? einem kleinerenAusschuß. Zur Lohnsrage wird sich die Vorkonferenz darauf be- schränken, durch ein« Entschließung das Internationale Ar- beitsamt zu ermächtigen, seine bisherigen Arbeiten(vergleichbare Statistiken der Kosten der Kohlenförderung und der Arbeitslöhne» fortzusetzen._ Moskau befördert Riederkirchner. Für feinen Verrat am Metallarbeiterverband. Michael Niederkirchner, der bewährte kommunistisch« Nieder- lagen- und Spaltungsstratege, der in der Geschichte der Berliner Rohrlegerbewegung eine so üble Rolle gespielt hat, ist zum stell- vertretenden Generalsekretär der sog. Roten Gewerk- schaftsmternationale auserkoren worden. Damit wrrd nur noch deutlicher, daß Niederkirchner i M Dien st e Moskaus steht, im Dienste der gegen die Amsterdamer Gewerkschaftsinternational« ins Leben gerufenen Moskauer Inter- nationale, di« mit der freien Gewerkschaftsbewegung nichts gemein• hat, sondern lediglich ein Instrument in den Händen staatlicher Machthaber ist.__ 250000 Arbeitslose in Oesterreich! Die(Sewerlschafien fordern Abhilfe.. ..".50."•••:..'.c CUi, •■ 9. Januar.(Eigenbericht.) 7 Ende Dezember wurden in Oesterreich nach einer, amtlichen Mitteilung 2765»? nnlerstühte Arbeitslose gezählt. Da.pt kommen 2 3 200 angemeldete Erwerbslos«, die noch kein« Unter, stützung beziehen. Diese Ziffern bedeuten gegenüber der letzten Zählung tun 15. Dezember eine Zunahm« um 33 400 Per» s 0 n« n. Mit dieser katastrophalen Lage auf dem Ardertsmarkt befaßt« sich am Mittwoch eine Dorstandskonferenz der freien Ge- wertschasten. in deren Bertauf eine ganze Reihe von Forderun. genandieRegierung aufgestellt wurden. Verlangt wird unter anderem eine Beschleunigung der Bestellungen des Bundes und der Bundesbahnen, die Ausgestaltung der produktiven Er- werbslosenfürsorge und die Errichtung einer Kreditorgani- sation sür Auslandsaufträge. Arbeitslosigkeit auch in Amerika. Die Arbeitslosenzahl auf drei Millionen geschäht. New JJork, 9. Januar.(Eigenbericht.) Die Exekutive der American Federation of Labour beschloß auf einer Sondertagung in Petersburg(Florida) eine sofortige Unter. suchung des amerikanischen Arbeitslosen- Problems, das mit jedem Tage drückender wird. Der Gewerk» lchaftsbund schätzt die Arbeitzlosenz ahl auf d re i Millionen. was angesichts der gegenwärtigen Lage sogar noch als zu niedrig gegriffen erscheint. K»�rete Gewerkschafis»Iuaend Verlin Leute, grettaa. ISzj Uhr. tagen dl«(tcuvvtn: geppeliaplag! Zugend. he.» de« Bceirleatnt» ffictdlnfl. Turiner Tck« keestraff«(fftnganB Muriner Straff,). Bar'rag:.Sd�arnerlüterung."»Das nun ArdeUe'ascn. aeftlu*— ffharlottenbnrg: Jugendheim Sureestr. 86. Liederadeud.— Sidea, Südwesten: Druppenheim Massertarstr. ff, v. St. Dl-kusslanosartraa:.Iugrr.d und Neliginn".— Leemannslaff: Zugendheim Sanderstr. Ji, Sek« f onttdfjlittaffe. T-oztzats:.Warum lind wir arganiliert?"— Rardring: Zugendheim. Schul« Sannimburger Str. JO. Borwaa:..Sa* Beuleausbirdunrngeseff".— Crtl"'- ssunttianörsiffuna um II Ubr in der Jugend, entrale. si mmer 7.— Di« Sin- loßtarten sür die Zugendvorstellung am 13. Januar atiiifcn beute abgerechuet werden. �lnnendorvvve des?eniralverbandes der Anaefiellten fj Leute, isreitag, finden folgend« Veranstaltungen statt: vberspree, Zuaendbc!M Lausener Sir Z. Vortrag:„S aketenflua in» neu« Zodt". Zieferent: ftutt Wcner.— Köpenick: Zugenddeim Dahlwitzer Straff« Dork verKlricht Der Artikel, dessen ZZcr» iasser»endall ss o tz Ist ld!« U-berseKnng besorgte Will» Möbu»), »eigt. bog UNS SR em Jork auf dem ßebitt de» Berkel, rs in vielem unterlegen ist. Zita Ausländer, der Berlin besucht, wird von der großen Zahl der Äraßendahnlinien. der Omnibus- sowie Hoch, und Unter- gruud-dcchilstrccken überrascht sein— uird dann eine. Autodroschle nehmen, weil er sich unter der großen Zahl der Linien nicht zurechtfinden kann. Das wird besonders dann der Fall sein, wenn der B-tresfend- nur geringe deutsche Sprachkenntnisse besitzt. Hat sich aber der Ausländer«imnnl mit dem Berlehrsnetz Berlins vertraut gemacht, und versteht er es vor allem, sich mit Vorteil der U m st e i g e m ö g l i ch t e i t e n von einem Verkehrs. mittel zum anderen ohne Erhöhung des Fahrpreises zu bedien«». so wird er gewöhnlich«n begeisterter Lobredner des Ber. liner Verkehrs werden. Gerade die Umstelgemögltchkeit läßt das Berliner Verkehrswesen denen Londons und vieler amerikanischer Städte ak- überlege» erscheinen. In New Zork kann man für 5 Cents(20 Pfennig) zwar auch so weit fahren, w!« man will— aber nur auf dem gleichen Verkehrsmittel. Wenn man die„Sub- way", die Untergriuchbahn, benutzt, kann man nicht mit dem gleichen Fahrschein zur Straßeilbahn umsteigen. Auf der Straßenbahn da- gegen gibt es eine Umfretgeberechtigung, falls man einen Umsteige. fa�rfchein löst und den en? sprechenden Preis bezahlt. Eine Om- niousfahif ist doppeil so teuer wie eine Fahrt aus anderen Verkehrsmittel«. Die B e i s e g e s ch w i n d i g ke i t New Dorks und anderer omerikanischer Städte ist g e r i n g Im Vergleich zu Berlin. Das liegt an der großen Zahl von Prioatauios, die jede größere Ge- schwittdigkeit unmöglich machen. Die Hochbahn, die der Amerikaner „Elevated" oder kurz die„S" nennt, hält weder einen Vergleich aus mit der Berliner Hochbahn noch mit der Stadt- und Ringbahn. Die Züge find nicht schneller, auch nicht bequemer eingerichtet, und außerdem macht sich das Anfahren und Halten meistens sehr un- anggnehm bemerkbar. Nur hie Untergrundbahnen New Nork» sind denen Berlins überlegen, soweit man nämlich den Hauptzweck einer U-Bahn, ein Ziel so schnell als möglich zu errejchen, ins Augs faßt. Nach allen vier Himmelsrichtungen sind die Untergrundbahnstrecken mit vier Gleisen ausgerüstet, so daß durchgehend« Züge über die beiden mittleren Stränge geführt werden können. Dies« Schnellzüge halten nur an jedem fünften und sechsten Bahnhof. Sie können daher«in« verursachen jedoch einen ge Schlsngsrbewegungen, unbedingt gut festhalten muß. Viele Besucher lächeln und bezeichnen es als typisch amerikanisch, daß die Fahrgäste ein derartiges Geschüttel und Gelärm ertragen, um ja nur zw« Minuten früher an« Ziel zu konnnen. Der Verfasser zieht dann London als Vergleichstadt heran «nd schreibt abschNeßend: Di« Fahrpreis« find in London sehr verschieden. Da» mag für eine kurze Teilstrecke ganz angenehm sein: «her wenn mqn für«ine Strecke sechs oder acht Pencs(50 bis 65 Pfennig) bezahlen muß. die in Berlin et-a die Hälfte kostet, dann wünsche man auch in London sehnlichst den Berliner Ein- heltssahrscheln zn haben. Jeder Ausländer, der sich mit dem Berliner Verkehrsnetz vertraut gemacht hat—«ine Schwierigkeit, die«s für den Berliner natürlich nicht gibt wird stets oolleAnerkennungfürdte Regelung des Berliner Verkehrs und für die Arbeit der Berliner Verkehrs- gefsllschast finden. Insbesondere begrüßt«e der Amerikaner, daß auf jedem Verkehrsmittel durch Raucherabteil« den Wünschen der Raucher Rechnung getragen wird. Heute außerordentliche Wagiftratssiquug. Heut« nachmittag findet«ine außerordentlich« Ma» gistratesitzung statt, die die zweit« Lesung d«s Rvchtragzhaus- Halls vornehmen wird, der mit einer Gesamtanfordarung von rund 70 Millionen Mars abschließt. Wir haben im gestrigen„Abend" dargelegt, auf welch., Positionen sich die einzelnen Anforderungen verteilen. Ob endgültige Beschlüsse über die Deckungsfrage bstre-ts in dar heutigen Sitzung gefaßt werden, ist noch ungewiß Es wird nicht möglich fein, ein« Balavcierung des Etats allein durch v-ststyre Einsparungen zu erreichen. Allerdings besteht die Möglichkeit,«inen Teil der Summe auf das übernächst« Etatsjahr zu übernehmen. Geschieht da? nicht, bleibt als letzte Möglichkeit der Etaisoeuöjchiedung lediglich die Schaffung neuer Einnahme» quellen. JVeiies jEeben blübf. Bvsd Miliimiibus2&s&lalx,ief jd&x?h&Iss.m&s8iis:ii& des» ßtebeiteEhmdev/ Nsss beElmew JugenMamd. Der im Jahre ISIZ angelegte M illt 2r ü b u ngsplatz Zossen, der nach Beendigung des Srieges znnächft zur Unter- bringuag heimkehrender Truppen und dann zur Aufnahme von Ftüchllingen an» den abgetretene« Gebieten tm Osten Deulschlands diente, wurde nach der Umsiedlung dieser Flüchtlinge in andere preußische Drovinzen frei. Da da» Gelände als Trnppeuübungsplah keine Verwendung mehr finde» durfte, entschloß sich die Stadt Berlin Im Jahre 1924. die gesamte Eiurlchluug zor Unterbrin- gung«rholungsbedürskiger Berliner Kinder und Jugendlicher vom Staat auf 25 Jahre st» pachten. Dort, wo einst militärisch« Uebuugen stattfanden, gehe« heute Taufende von Kindern au» Berlin ihrem friedlichen Spiele «ach und finden so in frischer Laudlufk Erholung und Ge- nesnag. Der Pachtvertrag mit dem Staat bezieht sich auf sämtliche Anlagen des früheren Aossener Miütärübungsplotzes. Im Rahmen der von den städtischen Körperschaften zur Verfügung gestellten Mittel mußte dieses Gelände allmählich für feine heutige Bsttim- mung eingerichtet werden. Zunächst wurde das«hemaligs Offizierskasino zu«mem Erholungsheim für schul- Pflichtige Äinder beiderlei Geschlechts ausgÄiaill. In den ehemaligen Mannschostsgeböuden wurden Schullandheime errichtet. Da» i-ebsn wurden auch ander« Gebäude zweckentsprechend verwandelt. Die übernommene Badeanstalt wurde instandgesctzt. Aus der«he- maligen Arrestanftall konnte eine Arantenstation geschaffen werden. So wurden von Jahr zu Jahr alle Anlagen erheblich verbessert. Wie aus dem Verwaltungsbericht des Landeswohlsahrts. und Jugendamts hervorgeht, wurde der wettere Ausbau des Zossener Jugendlandes sowett gefördert, daß am l. April 1028. zu Beginn des Berichtsjahres, folgende Einrichtungen bestanden: l. Ein Erholungsheim mit 180 Betten: 2. drei Kindergärten mit je 25 Betten: 8. ein Ferienheim für die berufstätige weiblich« Jugend mtt IS Betten: 4. ein Kröppetsiechenheim mit 40 Bellen: 5. zwölf Landschulheime mtt je 50 bis 60 Betten(ab 1. Juni 1028 vierzehn Qandschulheime): 6.«ine.Haushaltungsschule für Krieger- maisen mit 23 Betten. Die Unterbringung der von den Schulärzten für«holungsbe» dürfttg erkannten schulpflichtigen Kinder im Erholungsheim erfolgt« in acht Kur pari oben. Aufnahme fand»» für je sechs Woche» 727 Knabon und 695 Mädchen Der Kurerfolg war noch dam Gut. achten des Heimar.ztes als durchaus befriedigend anzusehen. Dte körperliche Erholung der klnher wurde durch eine durchs christliche Gewichtszunahme von zwei bis uier pfuud besonder» gekennzeichnet. SLahrend der Ferien im Juli waren außer den vorgenannten Kin- der» noch 200 Erholung»- und Hilfsschulkinder m den wähnend dieser Zell nicht benutzten Landschulheimen untergsbracht. Die Notwendigkeit der Arbellsfchulung und Berufsvorbildung für erwerbsbeschränkte Mädchen trat in den Fürsorgestellen der Jugendämter immer dringender hervor, so daß sich das Landes- jugeitdamt entschloß, am 1. Oktober 1928 im Berliner Juzenbland ein Hauswirtschaftsheim für diese Mädchen zu schassen. in dem sie unter Berücksichtigung ihrer psychischen und pjysischen Anlagen in einfachen wirtschaftlichen Arbeiten ausgebildet werden sollen. Das im September 1927 eröffnete Ärüpp«!fiechenh«im »var am 1. April 1928 mit 35 Kindern und Jugendlichen belegt. Schwierigkerten bot noch immer die BeschäftizungsmöglichkÄt für die älteren Pfleglinge. Es ist versucht worden, ihnen durch Per- mllllung des Otto-Perl-Bundes Beschäftigung zu geben. Auch d-'e rm Wrtschaktsbetrieb des Berliner Jugendlondes vorhandenen Mög- lichketten der Arbeitsbeschaffung für dies« Pfleglinge wurden weit- gehend ansgenutzt. An die Errichtung besonderer Werkstätten kann erst gedacht werden, wenn ein weiterer Ausbau in der Bttte».zahl des Krüppelstechenheim« durchgeführt ist Die Pfleglinge wurden olle vierzehn Tage oon einem Arzt des Oskar-HeleUt!-Heims untersucht, um festzustellen, ob«ort Maßnahmen zu? Verhütung einer Verschlimmerung des Krüppelleidens erforderlich marsn, oder ob nicht in dem einen oder anderen Fall« doch noch zu einer Berufs- ousbildung geschritten werden tonnte. Die Landschulheimbewegung hatte in den Berliner Schulen immer mehr Freunde gewonnen, so daß auch in Zossen eine stärkere Nachfrage für«inen Ausenthalt vorhanden war. Im Monat April waren die Helme nicht belegt In der übrigen Berichtszeit waren insgesamt 51 verschiedene Berliner Schulen in Zossen an- wesend, darunter 42 Volksschulen. Die Wehrzahl der hier onwesen- den Schulkinder befand sich im Aller von acht bi? neu» Jahren. Die höchste Ziffer wies die Schulverwallum: Neukölln auf, die durchschnittlich monatlich 400 Kinder nach Zossen entsandte. Insgesamt waren im Durchschnitt 2935 Jugendliche für vier Wochen im Berliner Jugendlaud untergebracht. .Zur Ausnutzung der in dem Monat Juli nicht besetzten Land- fchüheime hielten sich noch etwa 100 Kinder von Prioatorganisatio- neu in Zossen auf Außerdem hatten zwei Nerßnar Schule« Kinder, die nicht verreisen konnten, yesammell. um it« unter Leitung von Lehrern in Zossen unterzubringen. Di- Zahl de? Kran kheitsl oll« war in der Berichtszett im Verhällms-ur untergebrachten Kinde?'- zahl sehr mäßig. Es zeigt sich wie segensreich dt« Einrichtungen in Zossen gewirkt haben, vte Stadt Berlin hak sich durch dte llmgestalklmg des früherca Trupp-ullbvngsplaßes zu einem wahr«« Jngendland da weiteres Verdienst um Uc Erholung unserer Arbeiterkinder erworben. Wünsche aus Lohannisthal. Schlimme Zustände am Bahnhof Aerlin-Schöneweide. Die Reichs bahngssellschajt orranstallet, wie kürzlich gemeldet wurde, einen Wettbewerb zur D e r s ch ö n e r u n g der Bahn- anlagen. Gedacht ist dabei vornehmlich— aber hoffentlich nicht ausschließlich!— an das Bahngelände draußen m Feld und Wold. Durch die Bepflanzung der Bahndämme soll das Landschaftsbild gehoben werden. Das ist«in sehr löbliches Beginnen. Die Reichs- bahngesellschaft sollte aber auch an das Bohngcländ« innerhalb Berlin» denkew Seine Verschönerung ist nicht weniger erwünscht. Die Herren der ReichsbahiwermaltttNA sollten sich«iiural den Bahndamm links Ond rechts vom Bahnhof Berlm-Schönewe'd« ansehen. Auf der Jvhonnisthaler Seite ist links am Bahndamm«in neues Wohnviertel entstanden. Die Wohnfträßs, die sin Stück am Bahn- geländ« entlang geht, heißt Ecksteinweg. Auf der Dahnseite sieht dies« Straß« wüst aus. Der Gehsteig ist ein regelrechter Schutt- abladeplatz. Dahinter bis au den Äihudamm liegt«in Lauben- gelände. Das Gelände sollte mit Bäumen bepflanzt werden, ahn- lich so, wie die» mtt dem B-chndamm am Bahnhof Karlshorst geschehen ist. Die Kosten einer solchen Anlage sind so klein, daß sie bei der Zteichvbahngesellschast kaum ins Gewicht fallen. Dringend notwendig ist ferner die Verbreiterung der Dahnunterführung am Bahnhöf Berlm-Schäneweide. Heut« ist der Weg auf der«inen Seite geradezu lchensgefährlich. Bor längerer Jett hieß es einmal, diese Angelegenheit werde w Angriff genommen. Heut« sieht und hört man nichts mehr davon. Auch die Bahnausgänge nach Johannisthal und Niederschöneweide müssen schnellstens vergrößert und modernisiert werden Haut« machen sie den Eindruck, als ob sie vor«inigen Jahrzehnten in aller Eil« als Notbehelf hmgebaut worden wären. Der Verkehr auf dem Bahnhof Berlin-Schöneweid« ist sehr groß und er wird in den nächsten Monaten, nach Fertigstellung einiger weiterer hun- dert Wohnungen, noch stark zunehmen. Johannisthal und Nieder» schöneweide machen ebenso wie die anderen Vorort« Anspruch auf sauber« und freundliche Bahnhofsanlagen. Jetzt Ist der Bahnhof Berlm-Schöneweide der schlechteste aller Borortbahnhöf!!. Ein neues Zuftizgebäude am Lehrter Bahnhof. Auf dem justjAfiskolifchen Gelände de» Zellsngefängmssss an der Jnvalidenstraß» in Moabtt ist der Neubau siues gzoßeu Justiz- gebäudes geplant. Da» neu« Haus soll für di» Zwilabteilungen der Berliner Landgericht« I. Il und III. für das Amtegericht Berlin- Mitte, für das Arbeitsgarich: Berlin und das Landesarbeitsgericht erbaut werden. Von der Akademie des Bauwesens auf dem Gebiete des Hoch» baues in Berlin C 2, Am Festung sgrabe» 1, ist«in Jdeenwettstrs't in Farm eines Preisausschreibens zur Erlangung von Bvpentwewfs- fkizzen des neuen Justizgebäudes eingesetzt worden. Die Eni würfe müssen bis zum 7. April 1930 abgegeben werden. Di« näheren Erläuterungen und Bestimmungen des Preisausschreibens könne« in der Geschäftsstelle der Akademie eingesehen werden. "(ßtMchcil dizlSyfyZigarre CASINO FLOR Jetzt für is&*i LOESER D WOLFr ZENTRALE: BERLIN W 35, POTSDAMER STRASSE 24/25 Zeiten der Not erfordern erhöhte Aktivität! daher für das Kampforgan der wmf WW VSl« Berliner Sozialdemokratie, den ff W■ WOB a Vor den Toren der Stadi. Roirufe der Gemeinde Osdorf. Aus btt Itfiren©ememit 0 s i> a t f, ilc nst de» Soctrt Sellins liegt. oSet Bereits tut laudrätlichen Sernxjlluna des Kreises Teltow gedSrt. erhielten wir svlgeeid« Anschrift: Seit 1. Oktober 1927 sind durch das Gesetz über die� Auslösung der Gutsbezirke die vier Güter Osdorf. Heinersdorf, Fried«rikenhof und Birkholz, die bisher einen Guts- h.ezirk bildeten, Landgemeinde geworden. Von den vier genannten Ortsteilsn hat nur Hemersdorf elektrisches Licht, well sich daselbst eine Heimstätte Berlins befindet. Di« drei übrigen Orlsteile haben weder elektrisches Licht noch Gas, alle Bewohner brennen hier die Petroleumlampe, im 20. Jahrhundert, im Zeitalter der Elektrizität, vor den Toren Berlins'— Die Versorgung mit elek- trischem Licht würde auch dem landwirtschafllichen Betrieb zugute kommen: denn das Dreschen des Getreides geschieht hier noch mit Dampfmaschinen, wie man sie in kürzester Zeit nur noch in Museen finden wird. So schlecht, wie es mit der Beleuchtung steht, so unglaublich sind auch die hiesigen Wegverhältniss«. Da sich in keinem der vier Ortstelle ein kleines Geschäft befindet, müssen die Bewohner fast täglich nach einem der Nachbarorte, um dort ihr« Einkäufe zu besorgen. Die Wege führen meist über Gebiet der Rieselfelder. Im Sommer sind alle„Straßen" so sandig und zerfahren, daß es Mühe macht, vorwärts zu konmien: noch viel schlimmer ist es aber im Winter. Da geht es nur durch Schlamm und Morast, und nichts wird gegen die völlig« Zerstörung getan. Die Stadt Berlin und der Kreis Teltow würden sich die Dankbarkeit der hiesigen Bs- wohner erwerben, wenn sie endlich für Beseitigung dieser unglaub- liehen und unhaltbaren Zustände sorgen würden. Es ist auch Zeit, daß der deutschnationale Herr L a n g n e r auf. hört, Gemeinde- und Amtsvorsteher dieser bedauernswerten Gemeinde zu fein. Das allerbeste und einzrig richtige wäre für die Gemeinde Osdorf die Eingemeindung nach Groß- Berlin. Der Schrei „Los von Berlin" ist längst»«klangen. Wenn die landrälliche Verwaltung Teltow weiter so tatenlos bleibt wie bisher, wird der Schrei nach Eingemeindung in Berlin bald nncder stärker werden. �Lindenhof� muß renoviert werden. Das Inventar des Erziehungsheims.Lindenhof" bedarf dringend der Erneuerung. Es befindet stch zum Tell in einem Zu, stand«, der eine Weiterbenunung ausschließt. Es müssen Bett- stellen angeschafft werden, da ein Tell der vorhandenen für Schul- kinder berechnet und daher viel zu kurz ist, als daß erwachsene Junge» in ihnen schlafen können. Ferner sind die Matratzen vollkommen abgenutzt und unbrauchbar geworden. Die in dem Heim vorhandenen Brühls sind meist nicht mehr verwendbar, Repa- raturen sind zum Tell nicht mehr möglich. Ferner muß eine größere Zahl von Schränken angeschemt werden, um den Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, ihre Kleidungsstücke usw. in geeigneter Weise abgeschlossen aufbewahren zu können. Schließlich mug die Wasch. anläge insrandgeleyt werden, da ihre Zulaufhähne und Ablaufvor. richtung unbrauchbar find. Nach eingehender Prüfung sind zur Beschaffung de« not- wendigen Inventars und Reparatur der Waschanlage 12000 Mark erforderlich, die der Magistrat aus gemeinsame» Lorbehaltsmitteln zu entnehmen beabsichtigt. Er bittet deshalb in einer Vorlage, die Stadtverordnetenversammlung möge diese Mittel bewilligen. Erweiterung der Deputationen. Di« Stadtverordnetenversammlung stimmte gestern einer Dringlichkeitsvorlage des Magistrats zu, die den wie\nc. bolt geäußerten Wünschen nach Erhöhung der Zahl der Mitglieder der Deputationen Rechmmg trägt. In den gemischten Deputationen und in den zent-cllen Der» walwngsdcputationen, in denen dies bisher noch nicht der Fall ist, soll die Zahl der Magistratsmitglieder auf S und die der Stadtverordneten auf 17 festgesetzt werden. Dies gilt auch für den Beirat beim Statistischen Amt. Wegen des Verwaltungs- ausschusses des Landesfugendamts erfolgt eine besondere Vorlage» Soweit jedoch bei einzelnen Deputationen«ine höhere Zahl von Magistratsmitgliedern ob« Stadtverordneten vorhanden gewesen ist. wird sie auch in Zukunft bestehen bleiben. Durch die mit den Stimmen der sozialdemokratischen Fraktion erfolgte An- nahm« der Vorlag« ist die Kontrvllmöglichkoft der Deputationen auf eine breitere Basis gestellt worden. Bezirksamt Neukölln muß ausbauen. Degen der im Neuköllner Rathauf» herrschenden Raumnot war das Bezirksamt Neukölln gezwungen, im Haufe Berlin. Neukölln. Flughafenstr. 21, Räume zur Unterbringung einer Steuerkasse zu mieten. Hier waren einige Ausbauten erfordtrlich. die vom Bezirksamt wegen der Dringlichkeit des Raumbedarfs bereits veranlaßt worden sind und deren Kosten 14500 M. betragen. Der Magistrat ersucht jetzt die Stadtoerordnetenversamm» lung in einer Vorlage, aus den gemeinsamen Vorbehaltsmitt In beider Körperschaften für den Ausbau der vom Bezirksamt Neu, kölln gemieteten Räume diesen Betrag zu bewilligen. Theater, Lichtspiele usw. Hreitas. 10. I. Staats-Oper Unter d. Linden A.-V. 10 Wh. Uhr Boris Godonotf Staais-Oper Am Pl.d.ReDübl. Voret7 20 Uhr t Freitag. 10. t. Stadl. Oper Bismarckstr. Turnus IV 2) Uhr Tosea StaatLSdiaasph. am Gendarmjnmarln A.-V.» - 20 Uhr StaatlSehUHeaterMtb. 20 Uhr Hans im schnaKenioch TB|I. 2 VontelL 5 und 8Va vdr _ Birbarwtt 9256. 1 Prelsal-SIL Vodieits.: SILS0Pf..1IL 18 Forster-etrls, Cortini, 3 Swilttonr. P£A2a Tägi. S u. 01» 1 Soimuj. Sa«B ---------- J A.ex. 8065 IINTERNAT. VARIETt Renaissance-Theater TiRlich SV< Uhr PARISER LEBEN Operstte von Offenbach, Regie: Gustav hartung. Musikalische Leitung: Theo Mackebea. —■Uein aö l! 1 0901 56I3.S«,— GROSSES SGHÄUaPIELHAUä 8 Ubr: 3 Musketiere Regie: ERIK CHARELL A sonmaa miiud. mtask. Halt« Pr. Volks btthne Tbottr an Mlnrplat!. 8 Uhr Ura uffflhrong Apollo BruDoenstraSa Volksstück von Gro Sm ann und Hessel. tsjil: TbnIUMx.i. B«Sle: Jlijn Fahiia;. ItaatLSdlllar-Th. 8 Uhr Hans im SCllMKBIilOCll I Uaalnr am smunwaenliimn 8V. Uhr StasShBef am Plaü CCTRCDUlUift S Uhr Hdelio fleflUdies meatei 0.1. Korden 1231(1 TigL N/- Uhr Der Kaiser V.Amerika von Bemard Shaw Rüg-: Mat Reinhardt fheateri. d.Behrenstr. 53-54 A 4 Zentrum 026 927 8Vi Uhr Kammerspiele 0.1. Norden 12310 Täglich PU Uhr Dösir A Komddle �tsn Sascha Guitry. Regie: Leo Mittler. Die Komödie Jl Bismclu24 14/7516 Täglich 8t,, Uhr forn Teofsl gehell von Knut Hamsun Regle MaxRelnhardt Mi d. WesfeEs Täglich 8'ii Uhr: Botel Stadl Lemberg Musik von Gilbert Kalbe Dorxli Leo Scbdirrndorf yyailner-Ilieater DillmrlliatsBtnSitS. Alex. 4592. Täglich 8Vi Uhr Revolte im Erziehungstieos. Ib. a. MoEeBfi'orfplatk Vorvk. 10-2. Kf. 2001 Täglich 8:,. Uhr (asttplcl der. OeaisUM TiMiers Die UimaDS Regit: Mai Etinbartl. WM Diroktlon Or. Martin Zickel Komische Oper fnedricb«tr.104 Merkur 1401«330. Nach vollständlvem Umbau Täglich S'h Uhr Hulla di Bulla Schwank von Arnold und Baeb mit Guido To leise er, Schul: Schro n. uro, H ldehriDi). Walter R<». Flink BahHier, Wenau soBoiaif oadnnimigs f- au ohne k u s « Unr: 1 IMMi| LusUpieihaus rriedriotet- 236. Sarg« wo 2993/3}. 14t}neh Uh' ..WK««SSW»�M««U- käthe tiuek. Pul Hademaih) Vorverkau In oetden HSusorn ab tO Uhr ununterbroohsn. LessIng-TlisalEr Norden IG 846 Täglich 8 Uhr ftttöre Oreytus von Rehfiscb und HcrzoT ... Vstei'8ein.d3gegen8eili' Sonnlag auch nachm. 4 Uhr(halbe Pr.) ROSE -THEATER"ÄSM* Teleph.: Alexander 3422 u 3J94 Täglich 8" Uhr. Sonntags 5.15 und 9 Uha Dia GzamasHn GraSe tymette too EmnerUi Moig. Jeden Mittwoch nachm. 5 Uhr „Max und Moritz7' und dar Walhnochtsmann Jeden Sonnabend nachm 5 Uhr , Sonntag. 230„ Der gestiefelte Kater iüeines Tneat. Merkur 162» Täglich 8»,*4 Uhr Max Adalbert in Das ParfQm meiner Frau Lustsp v. Leo Lenz WWVHs'MM Theater in der Kbmggrhteer Straße T3�Ich S** Uhr Ole erste fflrs. sei&y mit Frftzi massarg Komödienbaus Täglich PU Uhr Oer Lügner und d.e Nonne mit Cur! Gtttz Komische Oper Friedrichstr. 104. Merkur 1401/433(1. Allabendlich 8»/iU Sdivnit ru inoltl cd Bai iustspiemaus Friedrichstr. 236- Bergmann 2922,23. Allabendlich 8lä U. Wiegenlied lKtsjM vw UäalatB Mar. » Metropol- fö. SU Uhr Das Land des Läcbelns Vera Schwarz, Richard Tauber Musik von Franz Lehär, Direktion >r. Roberl Kleix Dentsehes Kflnsller-Tbeat Barbarossa 3937 PU Uhr Jin-, iwei.dln.' Regie: Gustav Härtung. Tohir wird fltyhe; Souper von Franz Molna Scjii; Hfiiz diUth Berliner üieafer Dönhoff 170 ViSUhr Endel!" Seltsames Zffisflicaspiel iMMlMir?! O-Salu Ikmfiuiplatt Iraali Sduit Hueubcid» I8S/t4 llgllot Grosses BocHbienesi tp den bayr. A'pca 7 KpeUnt.— Hae lwonNe»».— N dqfdch««M,. Linlsk 6 Uhr. nii)jimufn(itai>uni(ng;i}imiiisinJui-'Uiii(i;i(iiquimfnniuiu(!nrtMiU!i(U|iM(ili(rrf(!tri�rLi77i juiscoam tdr 1—4 Persona» Fautatjil nur tj» M, S«Me) 1.7« M, sonstige Preise Parka« v. Rang öjom Opereltenbans Alte Jakobstr. 0/32 (Zentral. Thealer) Täglich Ubi Der Soldat dop maris Sonntag nsdtai. 5 Uhr klebte Preise. PrlMtotik« m Reichshallen-Theater ÄDends 0 sonn og oadun. 0 Pas groBe laauar-Proor. oer Slclflncr- Server Sükiftf-.aisaps Zotna» Ii 29) Dönhof4-9 rett I: D« ranmen-Vimcu 18 SaBUBam. sousn Ihn Planefartnm « am Zoo» 'oä«! iBO antlial» Ilrah 3.5 Barbarossa 5578 1S>/< Uhr Dia Wlntar. etamblldar >8'/« Uhr 0ar Plana) lUFltar. 3914äJh' Markai4räl(a 8araB®zsau.?»jiaä Eintritt I Mark, Cndar SOPC Mittwoch« h a! bs ttutanpceiit Kreiiag 10. Januar 1930 Unterhaltung unü AVissen Deilas« des Vorwärts 3)er3ieM des Mulig ZlMhlich der 25. Wiederkehr des Tages, an den, Arbeiter- mosten, die sich zwecks einer friedlichen Manifestation dem Winter- palais des Zaren in St. Petersburg näherten, von der kaiserlichen Garde rücksichtslos niedergetnalll wurden— was den Auftakt zum Ausbruch der ersten Revolution gab,— verdient das äußerst auf- fchlußreiche und bisher unbekannte Materia der'Ochrono über den Organisator dieser Arbeiterdemonstration, den Popen G a p o n, be- sondere Beachtung. Dieses Material, besten Veröffentlichung in Moskau bevorsteht, rückt die abenteuerliche Persönlichkeit des„roten Popen", besten Lebenslauf jeden Äriminalroman in den Schatten stellt, in ein vollständig neues Licht. Gapon war ein populärer Pope in einem Petersburger Vor- padtviertel und verstand es, in seinen Predigten den Kontakt mit seiner Gemeinde, die beinahe ausschließlich aus Arbeitern bestand, zu finden. Er knüpjte zugleich Verbindungen' mit der zaristischen Polizei an und informierte die„Ochrana" über die Stimmungen der Arbeiterschaft. Er spielte dabei ein doppeltes Spiel und schloß sich einer revolutionären Organisation an, die er überzeugte, daß seine Beziehungen zu der Polizei nur den einen Zweck hatten, die Arbeiter vor Verhaftungen zu warnen. Wem der Pope„ehrlicher" diente, ist heute noch schwer festzustellen. Tatsache ist, daß er eine Manifestation der Arbeiter des Petersburger Bezirks, in dem es wegen Entlastungen und administrativer Verfolgungen zu Anfang des Jahres ISOä heftig gärte, vorbereitete, zugleich aber der Polizei versicherte, daß er eine Kundgebung, die die Ruhe der Zarenstadt gefährden könnte, unter keinen Umständen zulassen werde. Der Petersburger Polizeipräsident Fusion protegierte den Popen und war fest überzeugt, daß Gapon ein treuer Diener des Zarismus sei. Ms die Kunde von dem bevorstehenden Marsche der Arbeiter zum Zarenpalast bis zu den Ohren des Polizeipräsidenten drang, ließ er Gapon zu sich bestellen und sagte ihm:„Väterchen, ich bin ein einfacher Mensch, ein Militär und ein Diener des Zarcnthrons. Geben Sie mir Ihr Wort, daß die Arbeiter sich nicht rühren werden, und ich will nichts gegen sie unternehmen." Ohne mit der Wimper zu zucken, erwiderte der Pope, der am Vorabend dieser Unterredung den Aufmarsch von Arbeiterkolonnen mit Frauen und Kindern für den kommenden Sonntag, den 9. Januar alten Stils, festgesetzt hatte, dem allmächtigen Polizeipräsidenten:„Exzellenz, ich gebe Ihnen mein Priesterwort, daß keine öffentliche Kundgebung bevorsteht!" Einig« Tage später fand die historisch« Demonstration statt. Un- zähligs Arbeitermassen zogen durch die Straßen der Zarenresidenz. um dem Zaren ihre Leiden zu klagen— so hatte es der Pop« den Arbeitern eingeredet. Schnell wurden Gardetruppen zusammen- gezogen und das Winterpalais abgesperrt. Obwohl die Arbeiter durchaus friedlich gesinnt und unbewafknet waren, eröffneten die Truppen, als die Demonstranten die Bannmeile, zu durchbrechen iSOktSS, ein mörderliches Gewehrfsuer auf die Menge, in der stch viele unbeteiligte Passanten"�befanden. Die Massen zerstreuten sich erst gegen Abend und hinterließen unzählige Todesopfer auf dem Pflaster. Die versöhnliche Stimmung der Arbeiter schlug in furchtbare Verbitterung um. Gapon, dem die Verhaftung drohte, flüchtete recht- zeitig in« Ausland und begab sich in das chauptquortier der russischen Rsvolutionär«, das in Genf residiert«. Dort wurde er mit offenen Armen empfangen. Di« Leiter der revolutionären Bewegung sahen in dem roten Popen eine Persönlichkeit, dem«ine führend« Rolle in der jetzt scheinbar unaufhaltbar gewordenen russischen Revolution beschieden zu sein schien. Gapon erschien in Genf— mit abrasiertem Bart und in Sportkleidung, durch die er den Talar tes Popen ersetzt hatte— in Begleitung eines bleichen, kaum ISjährigen jungen Mädchens. Es war seine Geliebte, eine Schülerin des Lyzeums, in dem Gapan das Amt des Seelsorgers oersah. Das Mädchen betete ihren Gebieter an, er behandelt« sie dagegen, wie man einen chund nicht behandeln dürfte. Sofort nach der Ankunft Govons wurde in Genf eine Kon- ferenz der Revolutionäre einberufen, zu der alle führenden Leiter russischer Gebeimorganisationen Einladungen erhielten. Es galt. einen einheitlichen Plan auszuarbeiten, um den Ausbruch der russischen Revolution zu beschleunigen. Unter den Eingeladenen befand sich der Matrose Matjuschenko, der Organisator des später weltberühmt gewordenen Aufstandes auf dem Panzer- treuzer Potemkin. Den Vorsitz bei der Konferenz führte Gapon. Der Plan ging darauf hinaus, aus England auf Schiffen Waffen für die Arbeiter nach Rußland einzufchinuggeln. Di« ganze Arbeiterschaft des Riesenreiches— versicherte der Pop«— fei zum Aufstand bereit. Er selbst wollte sich an die Spitze des Arbeiter- Heeres stellen und die Mosten des Volkes zum Siege führen. Plötzlich trat eine Frau von sellener Schönheit in das Konferenz- zimmer herein. Gapon stellte sie den Genossen als ein neues Mitglied der revolutionären Organisation vor. Es war eine russische Fürstin, die in Oxford studiert« und noch dem blutigen Sonntag zu den Revolutionären übergegangen war. Ihr Parteiname war Larissa P e t r o w n a. Ms Operationsbasts für die bevorstehende Aktion wurde Stock- Holm gewählt. Als der Sozialrevolutionär Posse im Sommer 1L0Z in der schwedischen Hauptstadt eintraf, um den Waffentraneport nach der finnischen Küste zu überwachen, fand er dort den roten Popen In Gesellschaft der bildschönen Fürstin, die das bleiche Mädchen aus dem Herzen des priesterlichen Don Juans vollständig verdrängt hatte. In einer Dampssacht sollte der Transport des ersten Pastens Maschinengewehre vor sich gehen. An der finnischen Küste sollte die Jacht landen und von Verschwörern an einen sicheren Ort geleitet werden. Ein zweiter größerer Waffenposien folgt« zur gleichen Zeit auf dem englischen Dampfer„John Grafton". Fürstin Larissa, die außer Verdacht stand, fuhr„auf legalem Wege" in ihr« Heimat, um dort die Aufgabe, die ihr von den Revolutionären auf- getrggen war, zu erfüllen, nämlich den Ministerpräsident Grafen Witte zu ermorden, um durch diese terroristische Tat allgemeine Bestürzung in den Kreisen der Regierung hervorzurufen. Inzwischen geschah etwas ganz Unerwartetes— der englische Dampfer„John Graston", auf dem sich die geheime Waffenladung befand, wurde von russischen Zollbeamten bei der Einfahrt in russisch Gewässer einer genauen Untersuchung unterzogen. Die Mannschaft, die von der revolutionären Organisation gut bezahlt war, handelle, wie es ihr für diesen Fall vorgeschrieben war— sie verließ den Dampfer und sprengte die ganz« Ladung, ehe sie noch beschlagnahmt werden konnte, in die Luft. Das Schicksal schien aber die Pläne der Revolutionär« durch- kreuzen zu wollen. Gapon und sein Begleiter Posse wagten jetzt nicht, da die Küstenpolizei besonders wachsam geworden war, mll ihrer Dampfjacht zu landen, und mußten ein Motorboot benutzen. Kaum war die finnische Küste in Sicht, als ein furchtbarer Sturm aus- brach.„Da bereust es wohl, dich mit dem Teuselspiipen eingelassen zu haben?", fragt« teuflisch grinsend Gapon sehten-Mnosfen.„Wir können leicht dem Wasserteufel in die Krallen fallen," fuhr der un- heimliche Pope fort,„ich kann schwimmen, du bist aber rettungslos verlqren, falls unsere Nußschale umkippt". Eine stark« Welle schleuderte noch diesen Worten, erzählt Posse, das Motorboot an einen Felsen. Da» Fahrzeug zerschellte, die Insassen konnten sich aber noch rechtzeitig an die felsige Küste retten. Wochenlang hielten sich Gapon und Posse versteckt, wobei der Pope von der Zeit träumte, da er zum ersten Präsidenten der russischen Republik— er glaubte fest an sein« Sendung— gewählt werden würde. Es stellte sich bald heraus, daß die abenteuerlichen Pläne des Popen endgültig gescheitert waren. Gapon verschwand und setzt« sich im geheimen in Verbindung mit der Ochrana, der er wieder seine Dienste als Spitzel anbot, wovon die Revolut'onäre bald Kunde bekamen. Gapon wurde in eins leere Villa in T e r i o k i, einem Seebad an der finnischen Küste, gelockt und laut Urteil des Feme- gerichts seiner ehemaligen Genossen gehängt. Di« kurzen Zeitungs- notizen über de» Leichenfund in der Villa trugen die Ueberfchrift „Selbstmord eines Unbekannten". Dr. k'otrow. 3>er JCawfiimge und die In einem jener Wälder, die noch heute Hochwild in sich bergen. begann«in Knabe von fünfzehn Jahren mit wahrer Leidenschaft den Fährten der Hirsch» zu folgen. Michael diente im Sommer als Page in einsm� der großen Hotels, die in dieser wegen ihrer landschaftlichen Schönheit be- rühmten Gegend florierten. Zur Aufwartung trug er ein weinrotes kurzes Jäckchen und lang« gelb« Hosen. Jetzt aber, in der toten Saison, hatte das Hotel sein« Tor« geschlossen, und das Personal war«instweilen entlassen. Michael besucht« zwar die Fortbildungs« schule, verdient« sich euch hier und da als Laufjunge fünfzig Pfennig, im übrigen aber war er zum Leidwesen seiner Mutter ein freier Herr. Der Knabe verschrieb sich mit Haut und Haar den Hirschen. Nie wieder ist der Mensch einer so vorbahaltfosen Begeisterung fähig wie mit sünfzchn Sohren. Der erste Ansturm der sichtbaren W«U wirkt auf die noch ganz frische und unverbraucht« Seele wie eine einzige Entzückung. Michael war in der letzten Septembenvoche einem röhrenden Lrunsthirsch begegnet. Ein langer Ruf und dann abgrollend zwei andere hatten den Wald durchhallt, knöchern und langhindonnernd. Und plötzlich brach es im Unterholz, und der Hirsch schritt gerade auf den Knaben los. Er dampit«, warf das Haupt mit den» starken Geweih zurück, und ein neuer Schrei«ntgurgolie seiner Kchl«. Die Schätz« unter den Augen, di« Tränen�ruhen, wurden rund und»veit wie Münder. Der Hirsch cerhofft«, die Lausche- wanderten au? und ob. Michael regt« sich nicht. Auch der Hirsch stand nun starr. Aber unversehens kam«in lejchtes Tänzeln über ihn,« wühlt« fein Äe. weih in den Boden, und jäh wie ein« Erscheinung entschwebt« er. Da« war im September gewesen. Seitdem waren die Hirsch« wieder still geworden, die Brunstzeit war vorüber. Aber das Cr- lebni» macht« auf' Michael solchen Eindruck, daß er sich vornahm. täglich weuigstens einen Hirsch zu beschleichen. Gut, daß von diesem Borhaben niemand etwas erfuhr. Die Jäger hätien wenig Freud« über ein Bürschchen erfahren, das planmäßig ihr Revier abstreifte. Das Wild konnte durch häufig« Störungen rasch vergrämt werden. Michael ging nicht töricht zu Werke. Nachdem er den Tages- stand und di« Suhle auefindig gemocht hatte, gönnte er Hirschen und Tieren dort den Frieden. Was für einen Sinn hatte es, durch die Fichlenschonung zu stoßen, und olles Lebend« vor sich her zu scheuchen? Er spürt« die begangensten Wechsel aus, klettert« in«inen Baum und wartet« die Dämmerung ab. Am besten geeignet für die Beobachtung war ein Platz, wo die Wechsel in Schneisen oder Lichtungen übergingen. 0 Wie schon oft hockt« der Knabe in einer Astgabelung und rührt« sich nicht. Der Daldkauz heult«. Einzelne Krähen ruderten im dunkelblauen Himmel, dessen Stern« in Scharen erglommen. Jetzt schab sich der Kops der Leittieres durch die Zweige: zögernd das ganz« Rudel. Scder einzeli:« Kopf senkte sich mmier wieder. die Geisse waren in Tätigkeit, rupften hier ein paar Halme und dort«in Blatt. Gemächlich trollten sie an, immer wicder ver- hoffend. Da zog auch der Platzhirsch vorüber, ein kapitaler Zwölfer mit prachtvollen Stangen: Augenspross«, Millelsprosse. Eissprosse und Krone. Michael komrte die Bezeichnungen genau, eifrig lernte er alles, was mit der hohen Jagd zusammenhing. Ein Schmaliier und zwei Kälber bildeten den Beschluß. Dieser arme Lausjung« und Pag«, liebt« hie stolzen Hirsch«. Mit hellen Augen begleitete er das Spiel der stahlharten Läufe. Wi« di« Mähne sich wellt«, oben di« spröden Grannen, darunter da» seine Ballhaar. Ganz nahe war ihm der schwarze Schimmer der Lichter gewesen. Heute wollte Michael es nicht dabei bewenden lassen, das Rudel von oben gelehen zu Hachen. Cr sprang vom Baum und pürfchte vorsichtig nach. Die Schneise war mit Heidetbe-srkraut verwachsen, der Tau hing daran und schlug sich Michael aus die Schuhe. Er kannte die großen Schälten in der Dunkelheit, hörte das leise Schnappen und Scharren. Aus den Nüstern stieg Dampf auf. Plötzlich hoben all« Tier« das Haupt und äugten nach Michael hin. Jen selben Augenblick knockte es, knirschte es,— und mrn stand der Hirsch, der Zwölfender drei Schritte vor ihm. sichernd. starr auf federnden Läufen. Wenn der Hirsch jetzt das Geweih niederbog und ihn fcrkelte. -- Das Herz pochte in Schläfen und Hals. Es war nickst Feig- hell, kaum Angst. Aber daß er nun plötzlich allein unter diesen riesigen Schatten war, deren Gesellschaft er gesucht hatte, bennh.« ihm die Fassung. Cr hätte wohl nur in die Hände zu klatschen brauchen, und das ganze Rudel wäre auseinander gestoben. Michael suhlte sich wie gelähmt. Der Hirsch nahm den Menschen wahr. Sacht trat er etwa» zur Seit« und zog sich langsam zurück. Di« Schatten wuchsen um den Knaben, dann verblaßten sie allmählich. Mit großen glä�enden Augen lief Michael heim. Sie hatten ihn zum Pagen und Kellner bestimmt. Er aber woMe ein Förster werden. Oder vielleicht ein Tierphotograph, der mit seiner Kamera durch Brasilien schweifte. Er blieb kein Page,«r wollte zu einem Aus- stopfcr und Schmetterlingspräparator in die Lehre. Di« Zukunft lag vor ihm voller Herrlichkeiten. Es wogte darin von Bildern wunderbarer Tier«... Riebarck Gerlach, SPeler Seher: 3)08(jefpiUch Der große Komiker Karl Valentin und seine Partnerin Liest Karlstadt unterhalten sich im Leben mit den gleichen Mitteln, durch bit sie von der Bühne das Publikum unterhalten. Das Publikum unterhält sich herrlich, wenn die beiden Theater spielen— aber doch nicht so gut. wenn die beiden sich unterhalten, wenn sie Publikum spielen. Etwa so: Sie steigen als schlichte Bürger, der eine vorn, die andere hinten, in die Trambahn, nehmen einander gegenüber Platz, schaue» im Wagen herum, sehen sich gleichgültig an. Die Karlstadt hat eine Tüte Zwetschen, die sie an einem Wagen gekauft hat, vor sich, blickt hinein, schüttelt den Kops, sieht de« Herrn gegenüber fragend an. Valentin, ihrem Blick begegnend, zwingt seinem grämlichen Ge» ficht den Ausdruck verärgerter Interessiertheit auf. schnappt ei» paarmal mit dem Mund, als entschlösse er sich schwer, zu reden, sagt aber doch: „Entschuldigen S', Fräulein, was Hamm S'n da?" „Aepfi hamma da kaust," sagt di« Karlstadt mit unsicherem Blick erst aus die Zwetschen, dann zum fremden Herrn...„ja, Aepfil" „San dees Aepfi...V sagt Valentin, mit der spitzen Nase skeptisch gegen die Tüte schnuppernd— ,ch«es jan do Dirnl" Die Karsstadt, leicht betroffen, ober vertrauensvoll: „5 woaß net— i Hab Aepfi verlangt— nncha Hot st mir dees gw'n!" r;■7;.:�'■-, — Valentin, mit energisch verneinender Kopfbewegung, aber doch nicht sicher und als human denkender Mensch auch Irrtum sdner« seit? vorbehaltend:„Vielleicht san's Johann isbeer...?" „Raa," sagt die Karsstadt sicher, mit leichtem Triumph.. dt- für san'-i zu groß!" „Oder vielleicht Siachelbeer.. fängt Valentin nachdenklich überlegend wieder an. ,Fo sei. daß auf der Reist vo' Italien der d' Stacheln Weggängen sein oder"— ein rechthaberischer Zug leuchtet in seinen Augen auf: er ist der Lösung scheinbar nahe—„vielleicht Da— na— nen?" Der anderen Fohrgäste hat sich«ine gewisse Unruhe bemächtigt. Einige hären erstaunt, einige befremdet zu. Em« Hökerin in der Eck«, die muskulösen Arme auf den Korb gestemmt, der auf ihrem Schoß steht, schüttelt ununterbrochen den Kops: ihr Mund ist in wählender Bewegung, ihre Augen schießen Blitze nach den beiden. „Bananen," sagt die Karlstadt und es scheint, als ob sie diese Möglichkeit immerhin erwäge, während Valentin ihr mit lauernder Gespanntheit ins Gesicht starrt.... Aber schon gibt sie sich eine» kleinen Ruck und sagt mit einer gewisien, wenn auch milden Herab- lassung:„Raa— für Bananen sans' mir zu kurz." In diesem Augenblick stößt die Hökerin in der Ecke beide Fäust« erregt auf ihren Korb, springt auf und schreit belfernd in den Wagen:„Raa, jetz' ko i Mi nimmer halt'nl Solchen« Rindsviecher Hab' i da' mel Lebtag nst g'fehan. Jetz' kenna die olle zwoa net amal, daß dees Zwetschgen san!" Schreit es. stürmt hinaus und steigt— die Tram hält gerade—- anitichmuibend au»....... Valentin ihr nach: „Sie— Frau—1* Die Frau, mit hochrotem Kopf, dreht sich um und starrt ihn an. „Jetz' Hammes rausbracht, was ts", zischelt Valentin mit ge- heimnisvoll gedämpfter Stimm«:„— o Kartoffelsalat t»!" Die Frau zerspringt. Siunderl Millionen Schafe Gemeint sind w-rklich« Schaff die in Australien leben. Zlnn» 1797 waren es drei Paar«, und die Zahl der Menschen in Australien mag etwa 199 EX) gewesen sein. Die Bevölkerung wuchs auf 6 Mll- lionen, die Schafzahl auf IE) Millionen. Jede Familie hat i» Mittel 25 Schaf«. Und diese Schafe sind die Grundlage des Wohl- stände» der Australier. Eine Herd« von IE) 999 Schafen kann durch wenig« Retter überwacht werden, nur für da» Wolleschneiden(Schur) braucht man mehr Menschen. Doch wird auch dies heutzutage ma- lchinell erledigt, so daß«i» Mann täglich 299 Schaf« schert. Der Australier deckt«in Viertel de» Weltbedarfs an Wolle. Australien hat sich mit einem hohen Wall von Schutzzöllen um» geben, sein« Qebenemiüel sind teurer als tn irgendein cm ander« Land« der Welt. Das geht so lange gut. als di« 199 Million«» Schafe«inen gesuchten Artikel Lesern. Die Wolle des Merino- schafes ist ausgezeichnet. Abew die Frauen der ganzen Erd« wende« sich von der Wolle ab und gehen zur Seid« und Kunstseide überk Was geschieht mit den 109 Millionen Schafen in Australien? Und: Rußland und vor allem Südafrika ziehen heute da» australisch« Schaf auf ihrem eigenen Boden, um eine einheimische Wollwirtschast zu schaffen.- E? wird kein Lohrzehnt vergehen, und Australien muß sein« Schafe ubbauon Di« anderthalb Milliarden Mark, hie Austve- Ken bisher von der Welt für sein« Wolle bezog, sind schon 1920 um einig« hundert Millionen Mark zurückgegangen. Wi»1e»d»»s«» fS, diese Mlirik ft»d strt»»» da»««,irk»serret»rw> villi» SS M, Slnb«B|tcagc z, i. Hof, z Tnpp«,«cht», i» richt»» SPD.-Freidenkcr-Fraktto« Grotz-Derlr« tiu Vororte. Menskaa. 21, Zmmar. püokllich 20 Uhr. Sreisleltersihunz an de- kannter Stell«.— Erscheinen aller dringend erforderlich. Im Le- ifindeeunzvfalle ist ein Stellvertreter zu entsenden. Der Araktionsvorstand. « 1. fcri* BKttr. ffirttoa. 1». swmer.» Htr,»«Innitiftarffr- t»— IT, ff-rt. ng ttr. Htbrilsflcnwitif�ofl:»fiBjialismu« mtb Staat", feit«; StnnfT« itz.(Es ist erwünscht, wenn der in sich geschlossenen Arbeiisgemein» »eitere ft noch Teilnrinn« beitreten. heute. Areilug, 10. Januar: O>. A>t..Uns« Seg" Iii oon d«.vori»Srts"�ped!t!o» ZSilhelmshavenor Straße<« n«, den Be,irk»fllbrern abeuholen. Z2. Abt. Alle SPS..ffr«itensergenossen erscheinen»irr SAireibhilse um Z0 Uhr b»i Nromphardt. Paul�ing«i>St:.»Z. Di« Jegirksfllhrer worden gebeten, ihi» Listen urititubrinoe». Marge«. Sonnabend. 11. Januar: Tll. Abt. Donnfee. 10 Ubr«eneralversammlung. Erscheinen sämtlich» Nid- «liebt» dringend erforderlich. tlZ. Abt. SchmS-twid, starolinenhof»nd Zlauchtangrweeder. 2» Uhr i»«of« Landb»»«. Schmöckwiß. A» de» Brücke, Ritgliedcr»«sammluog. Jahres- bericht n»d Aeuwahle«. Wilden Sonntag.& Smutad, US W.r, S-neeafeeesommIung de, SM& «ereins im �iastn», tleiner Saal. Anschließend gemütliches Beisammensein. Erscheinen sämtlicher Senofsinnen und Senosssn wird erwartet. Der Korstand tagi bereits um 14 Uhr. Frauen vcraostaliung. U.«rei, Bitta, Achtung, Senvsstnnenl Sie Mr heut« angeseßt« lsinckti». närwnentonsrreiiz muß oerlegt werden. Bitte die Vartei Nachrichten im e«nntass..,B»rwärts" zu beachten. ZungsozlaNflen. (Hamburg) am Sonnabend, dem 11. Januar, im Rahinen der ssreieu Soz'alistische» Sochschnl« üb«!.Sru'biäßlich« Probleme bee So- ialisterung" auimerlsam und bitte» sm rege BeteMguug. lOVo Uhr im Saale Wir machen»nsr» Mitglied» ans de» Vortrag de,«onassen Peofessor ........' dem 11.'.-- � Il-cic» Loz-alistischea Sochschnl« üb«! ,! des ehemaligen femnhanl«, fewdlger Str. S. Gruppe Süden. Seut«, ssreitag. so Ilbr. im Jugendheim Jorckstr. 11. Bor- trag:.Dialeitisch« Liit«suchung der gegenwärtigen bürgerlichen Politik". Säst« herzlichst«illtommen. Srnpp, Schöneberg. Seut», ssreita». lS'b Uhr, im Jugendheim Saupt- straß« lö, Gchwabenlandzimmer. ltortsejumg der Arbeitsgemeinschas''. Leitung: Dr. Denicke.»Auflau der soztalistischen Interna' lonale." Sonntag, 12. Januar, ssahrt. Zläheres wird in der Gruppe bckanntgrgrben. Grnpne Seddiaa�esundbrunne». ssreitag. S. Januar, l?'4 Uhr. st» slugend- Helm Orthstr. 10. Les». und Diskussionsabend:»Die rot« Kahne in Zlop� Arbeitsgemeinschaft der Siuderfreuude. Ire!»«enkbllo. Sanntag. 12. Zanuar, 11 Uhr. gemeinsamer De« ff»unkt znr Trcfsahrt aller Bo'cn-Kalkcn- und Iungfälkengruppcn am Bahnhof ssried- tichshagen. Gruppe Elb« um 8 Uhr Tresspunkt Innplatz und Gruppe Lichta kämpser um V,'3 llhr Ringbahnhof Neukölln. Donnerstag, 18. Januar, lirels- Helferversammlung. ________-... VlaH. SoueaSen». S. Aatma. Wai-t vah Duhr»» berg für Rote und Iungsalken. Treifpunki 15� Uhr Landsberg« Platz. Losten; für Kohrgeld. Schlafen und Laif«« 220 M. Ende btt Kehrt Sonntag, 19'd Uhch — Montag. 13. Januar. Iungsalken und Restfalken. 18—20 Uhr UN Illgenk» heim.— Dienstag. 14. Januar. Rote und Iungsalken Spiel« aller Art im Seim. — Achtung. Eltern! Rückständige Beiträge von ISA und für ISA Berflcherung sind umgehend zu bezahlen. { Sterbetafel der Groß- Berliner Partei-Organisation� 23. Abt. Genofsin Martha Stou«. Otanifte. S8, ist am 4. Januar verstorben. Ehr« ihrem Andenken. Einäscherung heul«, Kreitag. 10. Januar, 111t Uhr. im Lremalorium Gerichtstraße. Wir vittea um rege Beteiligung. 24. Abt. Am Montag, dem 8 Januar, r erstarb nach lange« schweren Leiden unser lieber«Se nasse Max Lnpkc, Greisavald« Str. 9 Ehr« seinem Andenken. Einäscherung Sonnabend. U. Januar, 16 Uhr, im Lrematarium Baumschulenweg. Wir bitten um reg« Beteiligung. 32. Abt. Am 7. Januar verstarb nach kurzem schweren Krankenlager uns» Genosse Adolf Viertel, Lange Str. 10. Er gehörte der Par'ei seit über 25 Iahren an und wir oerlisren in ihm«ine» opferfreudigen Kämpfer. Ehre feinem An» denken. Einäscherung Sonnabend, ll. Januar. Ihlh Uhr. im Arematariu» Baumschnlenwcg. Wir bitten um rege Beteiligung. 43. Abt. Unser langjähriger Eenoss« Karl ssederharbt ist in der Dacht zum Dienstag im Alt» von 41 Jahren einem Schlagansall erlegen.(3« feinem Andenken. Einäscherung Sonnabend, ll. Januar, 12V4 Uhr, in,.. o.um Eerichtstraße. Wir bi'ten um rege Beteiligung. »1. Abt. Friedenau. Unser langjährig« Genosse Willi Wcrkmüll« ist am ZI. Dezember verstorben. Ehre seinem Andenken. Di« Beerdigung hat bereit» stattgefunden. 123.«it. Kanlebort. Am 7. Januar verstarb nach langem Leiden uns« Genasse Karl Gierig. Ehre seinem Andenken. Einäscherung am Sonnabend, dem 11. Januar. 14 Uhr, iflt Krematorium Gcrichtstraß«. Wir bitte» um rege Beteiligung. * FRISCHES FLEISCH Stsppeafleisch..................... rM.m78£ Rlnderkanun..................«....rn to» 88£ Fehlrippe........................... Pli ton 98pu, Schmorfleisch E«»I»,»bn» Knocken.. Pfd. 1)30 Schabefleisch u. Hackepeter pm. 1 ,30 FUnderieber triscb.............. Rindemmge»tt sehinnt...... .Ffd.1,28 pm. 98?i. Hammel'Vorder fleisch. ptd. eo» 1 ,04a» GlliaSCh ohne Knochen.................... Ptä. 1 ,1 0 Tsslg snegelusaa............................. Pfd. 58pt. Kalbshaxen............................ rta. 74 n Kalbskamm ohne Beiug«........... rtd. nn©2. Kalbskeule bis» P(d.eeäwet*»aio.Eel«llt,Pld. 1 ,03 Schweinebauch ohne Benage......... pm 1,18 Schweineschinken u.«Blatt ptj, 1 ,28 RBckenfett brattertt r. ohne Schwarte...PM. 88 P(. Isbeln(Blahbela«im» Spilrbel», qtpoke'f), Pfd. 1 ,08 Kalbsroulade g«om7 «ha« sseoehen. .F(d,1 ,SS .Ptd. 1,88 GEFRIERFLEISCH Itfiogrfltziaa» Kaeta. rtd. 1,22 fiulaidl ohne Kroch» Ptd. 9&Pf. 'csssiensselsüi..pm t» 68p(..» .•aiuDBiiar.leril. pm.v 61:•(.»« ...pm. 7#pr UadartaaiB .Ptd. MPt. lünderbanso....... pm Mpt Bladerliinjen....... pm 44pt Uilondivlnu....pm 94pt Eotir............... PM24pt SduntatsnlarBn....pm 1,16 ltliweteekb(iia»»<*aPM. 56 p». WURSTWAREN Rot- oder Leberwurst.......... pm 78pt. Sülze........................................ pm SOpl Dampf wurst.......................... ptd. 1 ,00 Hausmacher-Leberwurst.....pm 1 ,1 0 Speckwurst........................... pm T ,10 Jagdwurst............................. pm. 1 ,20 Fleischwnrst.......................... pm 1 ,20 Knoblauchwurst................... pm 1,13 MettWUrSt nn-b Bnaoelrwelcer Art____ Pfd. 1,38 Hildesheimer......................... pm 1 ,45 (I. Leberwurst................... pm 1,43 ZerveZat- od. Salamiwurst...pm 1 ,68 Teewurst.............................„..pm 1,80 Schinkenspeck...................... pm 1,82 Einer u.2 PM Konfitare if™ Paeumen..... 92pf. Aprikosen....1,10 JobannUbcer 1,10 .... 1.1» Kirceb........ 1,30 Himbeer...... 1,30 Erdbeer....... 1,30 Ananaa....... 1.40 Ausserdem s Apfelsinen............... s m 92?-. Mandarinen............ m 68pi Jamaika-Bananen...a pm 7Sn Tafeläpfel kanforauch»...... pm 45?«. Boskop....................... pm 20«. Kodiäpfel................ a Ptd. 35??. | Krim-Aeplel- pm 45 »PC •Schellfisch Im ranzen.......... PH. 20?f. •RolbMS........................ PM 24 PI •Kabeljau Im.................. Ptd. 25 Pf. •Seelachs........................ pmIöfi. •Kabeljaufilet.................. pm, 3dpf. KOLONIALWAREN Moulmain-Rcis............... p-d. 2»?«. Blucrose-Reis................ pm. 36pt. Eierfadennudeln............. pm 50 pl Polierte Erbsen............... pm 32Pf. Viktoria-Erbsen............. pm. 22?-. Linsen...................... pm 36, 50pt Kalifom. Badeobst........... Pfd. 65pf. «V.!i:;birti«l: SsJi:oss Aller Gerrenlierö 3 Enormür-BniMolz-WelflliraD(! ä S23 6°° 2B 10«JÄUOnrÖglitliUO kl.«3 V Stioer pro Flaactia billig I B Fl. ÄTfSO einschl. mm m Flaschie TOILETTE-ARTIKEL Stflek"Gr. 20/35 2� UM 3' afi 3�� „Ratniiin"GuniinI-Wörinflascli8n „Heliodor'-Gamml-fiQuslialtiiandsclinlie sä...... 95 c ,Jlegiaw-HaashaItiiandsc!iulie.«br Gänse 86 russische, gefroren............ Pfd. von>1� j 10« OBST UND GEMÜSE Weisskohl..................... pm 4pt Rotkohl Wirsingkohl..«....... j pm Rote Rüben.............- pm ISpi Grünkohl................ s PM 15?-. äellerie........................ pm IOpi Rosenkohl...............» pm 45p<. Rote Essäpfel............. pm 15«. Zitronen.......... vntz«nd«« 55?-.»n FISCHE UND RÄUCHERWAREN •Leb. Spiegelkarpfen pm ton t.lSan Sprotten........................ PM. 32?-. Büddinge............... pm ton 42?-. an Goldbars gertnehert............ PM 52pf. Sfüdtenladis gerlneheit....... PM 1,43 KXSE UND FETTE Romadour 20°?»........................ Etock 20?-. Allg. Stangenkäse»•;,............. pm 46?-. Allg. Stangenkäse toii-ett.......... pm SSpc. Edamer voiuett............................ pm1,10 Holländer vom««........................pmI ,1 0 Dänischer Schweizer sov...... pm SV?-. Stelnbusehcr vou-ett................... pm 98?-. Bayrischer Schweizer.......... pm1,48 Blockksse Pil-ii«r Art, 20»/.............. PM 78pi Blockfcäse Emmen thaler Art, 30*/t....... p-ä. 1 ,1 3 Bratenschmalz....................... pm 78?-. Griebsnschmalc..................... pm 88?-. l�o5t©3*ctt Ptd. SOpt. Margarine.......................... pm 30,62? Tatelbutter................... pm 1 ,73 1 ,86 Dänische Butter.................... fm2,00 Har; Ulpii)(r Str., Anaidirpl., Fruikturtar Allee, XotU. Damm, Btlle-AII.-SIr., Wllmersd. Str.. Chaiineutr. r Kalifom. Pflaumen...pm tob 43?-. an Pfirsiche........................ pm 95?-. Kalifom. Aprikosen......... pm 95 pl Kalifom. Ringäpfel.......... pm 95?-. Gebr. Gerste od. Roggen...pm 23?-. Tee loe«.................... PMvon320ia Gebr. Kaffee eieE8et.,teHr.Pfd.T.l,70an Eienenhoniga�SOydSpL Sardinen„Marks»srtis» l/» Klubdose lU Klöbdose'/s Doe«. hoch J/i Do«« so so 85» I60 KONSERVEN, Dos« Junge Erbsen«br-«w.................... 1,43 Junge Erbsen-«in..... /.................... 93?-. Junge Erbsen.............................. 73?-. Gemü seerbsen............................. 60?- Erbsen mit geschnittenen Karotten.............. 7 5 PL Erbsen mittel, mit gesebnlttenea Karotten...... 95pL Konsumgemüse ans getrocknet Erbsen 62?-. Gemischtes GemQse mittei-ein..... 1,10 Berliner Allerlei.................... 85?-. Sellerie w Scheiben........................ 1 ,03 Sjpinat...................................... 55pl Brech- oder Schnittbohnen..62?-. Jg.Brech- od. Schnittbohnen I 75?l Apfelmus.................................. 36?-. Birnen ganee Fracht........................ 1,10 Erdbeeren............................... 1,65 Rote Beeten.............................. 60?-. Kürbis................................... 78?-. Preiselbeeren..........................1,25 Stachelbesren.......................... 1 ,00 Kalifornische Pf irsische% ft. 1 ,50 GROSSER INVENTUR AUSVERKAUF PUSISE) teilweise herabgesetzt Vis zur