Mr. 59. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränitmerando: Biertel: jährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret tu's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 M., für das übrige Ausland 3 Mt. pr. Monat. Eingetr. in der Post Zeitungs- Preisliste für 1896 unter Nr. 7277. Vorwärts 13. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder beren Raum 40 Pf., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inferate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ift an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Eernsprecher: Amt 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Dienstag, den 10. März 1896. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. zweiten Lehrjahre gewährt werden. Die untere Verwaltungsbehörde darf die Ueberarbeit( a) fü höchstens 20 Tage im Jahre gestatten. Der Bäckerarbeiterschuh. Würde wenigstens die Verordnung, zu deren Erlaß es Auch an solchen Tagen, mit Ausnahme des Tages vor dem so langer Zeit bedurfte, mit den Mißständen in diesem Weihnachts, Oster- und Pfingstfest, muß zwischen den ArbeitsDer große Anlauf zu einer sozialpolitischen Gesetz wichtigsten Nahrungsmittelgewerbe gründlich aufräumen, so schichten den Gehilfen eine ununterbrochene Ruhe von mindeſtens gebung, der mit dem kaiserl. Grlaß vom 4. Febr. 1890 gemacht tönnte man sich über die Verzögerungen mit dem Spruche acht Stunden, den Lehrlingen eine folche von mindestens zehn wurde, kam bald ins Stocken. Die Regierung verzichtete schon trösten:„ Gut Ding will Weile haben". Wie wenig An- Stunden im ersten Lehrjahre, mindestens neun Stunden im nach wenigen Monaten auf die Durchführung der gemachten Ver- laß dazu ist, zeigt leider die Verordnung des Bundesrathes, sprechungen, Herr Berlepsch hatte immer wichtigere Dinge aus der wir in unserer letzten Nummer einen Auszug zu thun als an den Ausbau der Arbeiterschuh- Gesetzgebung brachten und die wir nachfolgend in ihrem Wortlaute 4. Der Arbeitgeber hat dafür zu sorgen, daß an einer in die zu denken, Fürst Hohenlohe erklärte, daß die Durchführung abdrucken: Augen fallenden Stelle der Betriebsstätte ausgehängt ift: der Arbeiterschutz- Erlasse noch nicht ins Auge gefaßt werden a) eine mit dem polizeilichen Stempel versehene Kalenders tonnte, mit einem Wort, König Stumm hatte einen voll- Auf grund des§ 120 e der Gewerbe Ordnung hat der tafel, auf der jeder Tag, an dem Ueberarbeit auf grund der Bes ständigen Triumph über die Befürworter des Arbeiterschutzes Bundesrath nachstehende Vorschriften über den Betrieb von ftimmung unter Ziffer 3b stattgefunden hat, noch am Tage der errungen. Ueberarbeit mittelst Durchlochung oder Durchstreichung mit Tinte Nur eins hatte er nicht erzielen können: Bäckereien und Konditoreien erlassen: die Arbeiten der Reichskommission für Arbeiterstatistik I. Der Betrieb von Bäckereien und solchen Konditoreien, fenntlich zu machen ist; in denen neben den Konditorwaaren auch Bäckerwaaren her- b) eine Tafel, welche in deutlicher Schrift den Wortlaut aus der Welt zu schaffen. Wenn wir auch die letzten gestellt werden, unterliegt, sofern in diefen Bäckereien und dieser Bestimmungen( I bis V) wiedergiebt. sind, die in der Reichskommission für Arbeiterstatistik Konditoreien zur Nachtzeit zwischen achteinhalb Uhr abends und 5. Au Sonn- und Festtagen darf die Beschäftigung von mehr als einen Nothbehelf sehen, wenn wir auch bedauern, fünfeinhalb Uhr morgens Gehilfen oder Lehrlinge beschäftigt Gehilfen und Lehrlingen auf grund des§ 105 c der Gewerbes daß das Deutsche Reich sich auf dem Gebiete der Er- werden, folgenden Beschränkungen: Ordnung und der in den§§ 105 e und 105 f a. a. D. vors forschung der Arbeiterzustände von anderen Ländern über- 1. Die Arbeitsschicht jedes Gehilfen darf die Dauer von gefehenen Ausnahmebewilligungen nur insoweit erfolgen, als flügeln ließ, so muß doch anerkannt werden, daß durch die zwölf Stunden oder, falls die Arbeit durch eine Pause von dies mit den Bestimmungen unter den Ziffern 1 bis 3 ver Reichskommission für Arbeiterstatistik eine Reihe schwerer mindestens einer Stunde unterbrochen wird, einschließlich dieser einbar ist. In Betrieben, in denen den Gehilfen und Lehrlingen für Mißstände im Bäcker, Müllerei-, Handels- und Gastwirths- Pause die Dauer von dreizehn Stunden nicht überschreiten. gewerbe amtlich festgestellt wurden und daß diese amtliche Die Zahl der Arbeitsschichten darf für jeden Gehilfen den Sonntag eine mindestens vierundzwanzigstündige, spätestens am Sonnabend Abend um zehn Uhr beginnende Ruhezeit ge Beleuchtung toloffaler Ausbeutung und tiefsten Elends die wöchentlich nicht mehr als fieben betragen. Außerhalb der zulässigen Arbeitsschichten dürfen die Ge- währt wird, dürfen die an den zwei vorhergehenden Werktagen Nothwendigkeit eines Eingreifens der Gesetzgebung jeder- hilfen nur zu gelegentlichen Dienstleistungen und höchstens eine endigenden Schichten um je zwei Stunden über die unter den mann flar bewies. Freilich von dem Nachweis dieser Noth halbe Stunde lang bei der Herstellung des Vorteigs( Hefeftückes, Biffern 1 und 2 bestimmte Dauer hinaus verlängert werden. wendigkeit bis zur gefeßlichen Ordnung ist ein weiter Schritt, Sauerteigs), übrigen aber nicht bei der Herstellung Jedoch muß auch dann zwischen je zwei Arbeitsschichten den Ges wenn es sich blos um verelendete Arbeiter und nicht etwa um von Waaren verwendet werden. Erstreckt sich die Arbeitshilfen eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens 8 Stunden, nothleidende Großgrundbesitzer handelt. Nichts zeigt dies schicht thatsächlich über eine fürzere als die im Absatz 1 ben Lehrlingen eine solche von mindestens zehn Stunden im deutlicher als die rasche Folge agrarischer Gesezentwürfe bezeichnete Dauer, so dürfen die Gehilfen während des an ersten Lehrjahre, mindestens neun Stunden im zweiten Lehrjahre gegenüber dem Schneckengang in der Erledigung der von der zulässigen Dauer der Arbeitsschicht fehlenden Zeitraums gelassen werden. der Reichskommission für Arbeiterstatistik zum Abschluß ge- auch mit anderen als gelegentlichen Dienstleistungen beschäftigt brachten Arbeiten. Zwischen je awei Arbeitsschichten muß den Gehilfen eine ununterbrochene Ruhe von mindestens acht Stunden gewährt werden. werden. 2. Auf die Beschäftigung von Lehrlingen finden die vor stehenden Bestimmungen mit der Maßgabe Anwendung, daß die zulässige Dauer der Arbeitsschicht im ersten Lerhrjahre zwei Stunden, im zweiten Lehrjahre eine Stunde weniger beträgt als die für die Beschäftigung von Gehilfen zulässige Dauer der Arbeitsschicht, und daß die nach Ziffer 1 Abs. 3 zu gewährende ununterbrochene Nuhezeit sich um eben diese Zeiträume verlängert. Erst eine der von der Reichskommission für Arbeiter statistik vorbereiteten Arbeiten ist erledigt. Am 3. Juni 1892 wurde die neu errichtete Kommission beauftragt, bei einer Enquete über die in Bäckereien und Konditoreien üblichen Arbeitszeiten und Lehrlingsverhältnisse mitzuwirken und sich sodann gutachtlich darüber zu äußern, ob die Ver: hältnisse in den genannten Gewerben die Anwendung des § 120e Abs. 3 der Gewerbe- Ordnung nothwendig und durch führbar erschienen ließen. Im Juli 1894 wurde von der Reichskommission der Schlußbericht über die Erhebung 3. Ueber die unter den Ziffern 1 und 2 festgesette Dauer veröffentlicht und erst nach 134 Jahren wurde die Verordnung dürfen Gehilfen und Lehrlinge beschäftigt werden: des Bundesrathes über die Verhältnisse in den Bäckereien a) an denjenigen Tagen, an welchen zur Befriedigung eines und Konditoreien publizirt. Bedenkt man, daß schon im Spät bei Festen oder sonstigen besonderen Gelegenheiten hervortretenden sommer 1890 Bebel durch seine Schrift über die Lage der Bedürfnisses die untere Verwaltungsbehörde Neberarbeit für zuArbeiter in den Bäckereien Aufsehen erregende Ent- lässig erklärt hat; b) außerdem an jährlich zwanzig der Bestimmung des Ar hüllungen machte und damit die Frage des Schußes beitgebers überlassenen Tagen. Hierbei kommt jeder Tag in der Bäckerei- Arbeiter in's Rollen brachte, so muß der Anrechnung, an dem auch nur ein Gehilfe oder Lehrling über Schneckengang der deutschen Gesetzgebung auf diesem Ge- die unter den Biffern 1 und 2 festgesette Dauer beschäftigt biete in schärfster Weise getadelt werden. worden ist. 75 Clotilde. II. Als Gehilfen und Lehrlinge im Sinne der Bestim mungen unter I gelten folche Personen, welche unmittelbar bei der Herstellung von Waaren beschäftigt werden. Dabei gelten Personen unter sechzehn Jahren, welche die Ausbildung zum Gehilfen nicht erreicht haben, auch dann als Lehrlinge, wenn ein Lehrvertrag nicht abgeschlossen ist. Die Bestimmungen über die Beschäftigung von Gehilfen finden auch auf gewerbliche Arbeiter Anwendung, welche in Bäckereien und Konditoreien lediglich mit der Bedienung von Hilfsvorrichtungen( Kraftmaschinen, Beleuchtungsanlagen und dergleichen) beschäftigt werden. III. Die Bestimmungen unter I finden keine Anwendung auf Gehilfen und Lehrlinge, die zur Nachtzeit überhaupt nicht oder doch nur mit der Herstellung oder Herrichtung leicht ver derblicher Waaren, die unmittelbar vor dem Genuß hergestellt oder hergerichtet werden müssen( Eis, Crêmes und dergleichen), beschäftigt werden. IV. Die Bestimmungen unter I finden ferner feine An wendung: 1. auf Betriebe, in denen regelmäßig nicht mehr als dreimal wöchentlich gebacken wird; 2. auf Betriebe, in denen eine Beschäftigung von Gehilfen oder Lehrlingen zur Nachtzeit lediglich in einzelnen Fällen zur Befriedigung eines bei Festen oder sonstigen besonderen Ge= Diese Karte mußte ein Eilbote an Doktor Langenberg befördern. Langenberg war indeß nicht zu Hause, sondern nach dem nahen Bahnhof geeilt, wohin ihn folgendes Telegramm gerufen: Ich komme mit dem Nachtzuge, hole mich ab. Im Hotel angekommen, verlangte er ein Zimmer, ( Nachbrud verboten.) fleidete sich aus, legte sich zu Bett und befahl, einen Arzt zu holen. Die Ermahnungen des Majors: doch wenigstens so lange Balavi bildete sich allen Ernstes ein, er habe die zu warten, bis ihr Mann selbst sie zu sich riefe, waren umsonst, alle Bitten der Majorin, doch noch zu bleiben, wo Der Arzt kam und lachte, als Palavi ihm seine Be- Clotilde." man sie gern habe und nicht Unruhe über das Haus zu fürchtungen vortrug. bringen, blieben erfolglos und weckten nur Clotilden's Wiederholt klagte Balavi. Thränenstrom. Cholera. Der Arzt untersuchte ihn nochmals und sagte: Solch Sie packte ihre, aus dem Hotel nachträglich herzu- einen terngesunden Mann, wie Sie sind, giebt es selten in geholten Sachen und reiste noch am selben Abend ab.- Ihren Jahren, stehen Sie auf, essen Sie, zerstreuen Sie Langenberg, der noch immer als Arzt start beschäftigt sich, und alle Besorgniß wird schwinden." Der Arzt war, unternahm auch medizinisch- physikalische Experimente, ging. er wollte seinen zweifelnden Kollegen beweisen, der Cholerafranke sei nicht ansteckend. Das allmälige Erlöschen der Epidemie wurde jetzt in den Zeitungen bekannt gemacht, und es kehrten Viele zu ihrem heimathlichen Herde zurück. Balavi blieb im Bett. Die Verwandten boten alles auf, ihn auf andere Gedanken zu bringen; er mußte seine Erlebnisse erzählen. Clotilde kam. Das Wiedersehen war ein tiefbewegtes. Clotilde wollte freundlich sein, herzlich reden, sie vermochte es nicht, immer wieder umarmte sie ihren Eugen. Endlich flüsterte sie:" Sage mir alles." " Willst Du mir auch versprechen, stark zu sein und nicht zu klagen?" " Ich verspreche Dir, nie mehr zu klagen." Und Langenberg erzählte seiner Frau in schonendster Weise die ganze furchtbare Begebenheit vom Tode ihrer Eltern. Clotilde blickte starr und stumm mit verglasten Augen ins Leere. Ihr Schmerz war so groß, daß sie nicht weinen tonnte. Blöglich erhob sie sich, umarmte ihren Mann und schluchzte:" Verlaß mich nicht." Balavi that dies in aller Kürze, ließ sich dann seine Geldtasche geben, überreichte alles Geld darin. seinen VerUnter den Angekommenen befand sich auch Palavi. wandten und sagte: Hier nehmt alles, ich brauche nichts Was führte diesen klugen Mann in die noch immer mehr, ich habe die Cholera, schickt nur nach einem zweiten gefahrvolle Stadt? Arzte." Er wollte seinen Berwandten ihr Erbe vom Major Mit Schrecken willfahrten seine Verwandten diesem Sherman bringen und ihnen erzählen, wie er dazu ge- Wunsche. Besonders seine Schwägerin, die Wittwe des langte. Apothekers Palavi, die Schwester Sherman's war in großer zu Von diesen Verwandten waren nur zwei am Bahnhof, Aufregung. um Palavi abzuholen, die andern fünf hatte die Seuche als Opfer hinweggerafft. Seines Bruders Frau, die Schwester Sherman's, empfing ihn. Als Palavi hörte, daß auch in seinem Hause die Krant heit gewüthet hatte, beschloß er, nicht dahin zurückzukehren, sondern in einem nahen Hotel Familienrath zu halten und dann wieder abzureisen. Auf dem Wege nach dem Hotel begegneten ihnen Träger, welche einen Sarg trugen. " Niemals! Halte nur Du Dich aufrecht." " Ich will's, ich verspreche Dir, mich ebenfalls nützlich machen wie Du, um der Eltern Schuld zu fühnen."" Langenberg hob seine Frau in die Sänfte und führte Sie erzählte ihrem Schwager, als der herbeigerufene sie bald darauf in seine, nun auch ihre neue Wohnung Hotelwirth den Auftrag zu besorgen versprach, daß der ein. Als ihm Licht gebracht wurde, zeigte er ihr die Doktor Langenberg hier sei und viele Erkrankte gerettet 3immer und erfuhr auch, daß eine Karte für ihn auf habe. Sie kannte alles, was mit diesem Namen und dem seinem Schreibtische liege. Als er dieselbe las, zuckte er zu Ende ihres Bruders verknüpft war, wußte, daß Langen- sammen. berg's Frau die Tochter Brambach's war. Sie rief einmal über das andere aus: D Gott! das Verhängniß, welches über unserer Familie schwebt, naht auch jetzt!" " Was hast Du?" fragte Clotilde. " Das lies der bucklige Franzose meldet sich schon wieder, ich gehe nicht." Aber er ist frant. Laß' uns unser Wiedersehen feiern durch ein gutes Werk. Vielleicht wird er gerettet, wenn er beide sieht." Wie? Du willst mitgehen?" " Nimm mich mit." Bei dem Namen Langenberg schien sich Palavi zu er Das ist hoffentlich der letzte Cholerakranke," hörte mannes, zu trösten, er ließ sich sein Notizbuch bringen, nahm Balavi im Vorbeigehen die Träger sagen. eine Karte heraus und schrieb darauf: Kommen Sie schnell uns Balavi bekam nach diesen Worten einen so furcht zu mir, werden Sie nochmals mein Lebensretter, ich baren Schreck, daß er sofort über Leibweh und plögliches liege hier krank an der Cholera. Hotel de Londres. Palavi. Unwohlsein klagte. ( Fortsetzung folgt. Tegenheiten hervortretenden Bedürfnisses mit Genehmigung der unteren Verwaltungsbehörde stattfindet. Diese Genehmigung darf die untere Verwaltungsbehörde für höchstens zwanzig Nächte im Jahr ertheilen. V. Die vorstehenden Bestimmungen treten am 1. Juli 1896 in traft. Während der Zeit vom 1. Juli bis 31. Dezember 1896 darf Ueberarbeit auf grund der Bestimmung unter I Biffer 3 a für höchstens zehn Tage und Nachtarbeit auf grund der Bestimmung unter IV Ziffer 2 für höchstens zehn Nächte gestattet werden, sowie Ueberarbeit auf grund der Bestimmung unter I Biffer 3b an höchstens zehn Tagen stattfinden. Berlin, den 4. März 1896. Der Stellvertreter des Reichskanzlers. v. Böttiche r. V " die als Räuber ins Land kamen, notorisch die schändlichsten Grausamkeiten verübt haben. vor sich. " " Die sozialistische Partei bes italienischen Parlaments hat folgenden Antrag eingebracht: Nach einer Privatdepesche aus Massauah telegraphirte am In Erwägung, daß die Verantwortlichkeit für die letzte 2. März Major Prestinari, der Kommandant vom Fort Adigrat, Niederlage in Afrika ganz auf seiten der Regierung ist, welche, er sei entschlossen, das Fort zu halten bis zur letzten Möglichkeit indem sie die Verfassung verlegte und das Land über den wahren und fügte hinzu: Wir haben Lebensmittel für einen Monat und Charakter und die Bedeutung des Unternehmens täuschte, dem ich hoffe, diese Frist noch verlängern zu können, indem ich als Eroberungszuge eine vom Parlament nicht gewünschte Ausdehnung bald die Rationen vermindere. gegeben und ihrer Politik das Blut und die höchsten Interessen Nach einer Meldung der Agenzia Stefani" aus Asmara der Nation geopfert hat; in Erwägung ferner, daß das afrikanische tommen dafelbft fortgesetzt Haufen Versprengter und Verwundeter Unternehmen, welches höchstens den gewerbsmäßigen Kriegsleuten, an. Die ausgezeichnete Haltung der Truppen der Generale den Spekulanten und den politischen Abenteurern Nugen bringt, Dabormida und Albertone in der Schlacht von Adua wird der Zivilisation Hohn spricht und mit der wirthschaftlichen Lage immer mehr bestätigt. Kundschafter berichten, daß die Verluste Italiens unvereinbar ist, beschließt die Kammer, die Truppen der Schoaner sehr beträchtlich sind und daß General Arimondi aus Afrika sofort zurückzurufen und, nach dem Artikel 47 ber Vorstehende Bundesrathsverordnung ist sicherlich gegen sich verwundet in Adua befindet. Der Gesundheitszustand der Verfassung, das Ministerium in den Anklagezustand zu versehen. über den gegenwärtigen Zuständen in den Bäckereien ein Truppen ist gut. Die Verproviantirung geht ordnungsmäßig Ferri, Agnini, Badaloni, Casilli, Berenini, Andrea Costa, De Marinis, Prampolini, Salsi wesentlicher Fortschritt, dies ist aber kein Lob für den Ein offizieller Bericht tonstatirt, daß die Verluste bei Shoan 3avattari."( Der letztgenannte ist Republikaner.) Gesetzgeber, sondern einer der schwersten Vorwürfe gegen ganz enorm waren. Arimondi ist verwundet und gefangen. Ein unsere sozialen Zustände. Als Arbeiterschutz bietet die Privattelegramm theilt mit, daß Major Hidalgo Rafjala ge- trag baben auch 30 Abgeordnete der äußersten Linken dars Einen ähnlich lautenden, nur weniger scharf abgefaßten AnVerordnung das Minimum dessen, was überhaupt noch räumt habe. unter endemini, Marcora, Imbriani, Mussi, Arbeiterschutz genannt werden kann. Sie erreicht auch Eine von der„ Agenzia Stefani" veröffentlichte Note kündigt de Cristoforis, Bovio, Diligenti, Barzilai, nicht das, was voll der Reichskommission vor an, der König habe um 7 Uhr abends den Auftrag zur KabinetsEngel eingebracht. geschlagen wurde. Während diese nicht nur die bildung dem General Ricotti ertheilt. Die Agenzia Stefani" Ferner brachte die sozialistische Partei des Parlaments folBäckereiarbeiter sondern auch die in Konditoreien befügt hinzu, Ricotti werde sich alsbald mit dem Marchese schäftigten Personen schützen lassen wollte, werden jetzt neben schaft abtreten werde. Man nimmt an, daß das Kabinet morgen die Greignisse auf der Tremiti Insel, wo am 1. März der zu di Rudini ins Einvernehmen sehen, welchem er die Präsidenten- gende Anfrage ein: Die Unterzeichneten befragen den Minister des Innern über den Bäckern blos die in Bäckereien mitbeschäftigten Ron- gebildet werden würde. Brin werde an der Bildung des Zwangswohnsitz verurtheilte Argante Salucci getödtet und die ditoren des durch die Bundesrathsverordnung geschaffenen Ministeriums theilnehmen. Arbeiterschuhes theilhaftig. Während nach dem Entwurfe Bei einer heute Nachmittag in der Wohnung Brin's ab: gleichfalls zu Zwangswohnfit verurtheilten Musetti, Manfredi, Bei einer heute Nachmittag in der Wohnung Brin's ab: der Reichskommission blos die oberen Verwaltungs- gehaltenen Konferenz einigte man sich auf folgende Ministerliste: Leombriani, Binazzi, Dellungo, Canaletti, Lodi, Graffi und Pap pini verwundet wurden. behörden Ueberarbeit gestatten sollten, ist jetzt diese Inneres: Rudini; Krieg: Ricotti; Auswärtiges: Brin; wichtige Befugniß schon den unteren Verwaltungsbehörden Finanzen: Perazzi; Landwirthschaft: Guicciardini; Justiz Unterzeichnet: Salsi, Agnini, Prampolini, Andrea Costa, Berenini, Ferri, Badaloni, Casilli, eingeräumt. Auch die Beschäftigung der Arbeiter außer Gianturco; Deffentliche Arbeiten: Sermoneta; Marine: Corfi. De Marinis." ihrer Arbeitszeit zur Herstellung von Vorteig ist ein RückDer Vossischen Zeitung" wird telegraphirt: Rom, 9. März. Saraccos Versuch, ein Kabinet zu schritt. Diesen und anderen Nachtheilen gegenüber fallen bilden, mißlang, weil Sonnino und Rudini den Eintritt Politische Weberlicht. die wenigen Verbesserungen der Vorlage nicht ins Gewicht. ablehnten. Rudini überwand feine frühere Abneigung Wenig ist es, was den Bäckerei Arbeitern nach jahre- gegen eine friegerische Afrikapolitik, um mit General Ricotti ein Berlin, 9. März. langem Harren und Bangen gewährt wurde, und auch das Kabinet bilden zu können. Dessen Programm ist: Erzielung Der Reichstag beschäftigte sich in der heute fortsteht vorläufig blos auf dem Papier, es zu wirksamem eines ehrenvollen Friedens mit Menelit, aber Fortfehung der gesetzten Berathung der Gewerbenovelle ausschließlich mit Nußen für die Bäckerei- Arbeiter zu machen, wird weit mehr Rüstungen und Kampfbereitschaft, bis das Ansehen der italienischen dem Flaschenbierhandel und zwar eigentlich nur mit dem Aufgabe der Gehilfen als der Behörden sein. Die Bäckerei- Waffen hergestellt und die Ehre der Nation gesichert ist. Antrage des bayerischen Zentrums- Abgeordneten Schädler, Ricotti verzichtet auf seine bisherige militärische Hauptforderung, arbeiter müssen nun mit allem Eifer daran gehen, endlich die Armeekorpszahl auf zehn herabzusehen. Die Artillerie: dem§ 33 folgenden Zusaz zu geben:" Durch Landesgesetz zu einer innerlich gefestigten und den Meistern und Regimenter sollen ohne Verminderung der Geschützzahl( 1152) auf fann angeordnet werden, daß der Kleinhandel mit Bier den Behörden gegenüber Respekt einflößenden Organisation zwölf zu zwölf Batterien herabgesetzt werden. Bei allen 24 Reiter vorstehenden Bestimmungen nämlich der Konzessionirung zu gelangen, welche in jedem Bäckereibetriebe dafür regimentern wird die sechste Schwadron, bei allen Infanterie- und unterstellt wird." Herr Schädler hatte den Antrag mit sorgt, daß die Bestimmungen der bundesräthlichen Jägerbataillonen auf dem Friedensfuß die vierte Kompagnie ab- dem Interesse der Schankwirthe, also der Konkurrenten der Verordnung nicht wesenlose Worte bleiben, sondern wirklich geschafft. Die erzielte Ersparung soll den verbleibenden Truppen- Flaschenbierhändler begründet. Den Antrag bekämpften die Zustände in den Bäckereibetrieben einigermaßen ver- theilen zu gute kommen, der Kriegshaushalt auf 232 Millionen heute von verschiedenen Standpunkten die Abgg. Rösicke bessern. Geschieht dies nicht, dann war alle Mühe, dies des Königs, abzudanten, falls feine persönlichen Verbindlich Schmidt und Birt. Schmidt wies besonders darauf hin, Lire verbleiben. Der Meldung von einer angeblichen Erklärung ( wild), der Fortschrittler Lenzmann und die Genossen wenige durchzusehen, vergeblich gewesen. feiten gegenüber den Dreibund- Monarchen der neuen KabinetsAuch über den Kreis der Bäckerei- Arbeiter hinaus ist politik hinderlich wären, wird widersprochen. Der Dreibund daß bei der Konzessionirung politische Rücksichten maßgebend die bundesräthliche Verordnung von Bedeutung. Die Sozial- fam bei den Krisisbesprechungen nicht in Frage. Laut zu sein pflegen und daß namentlich Sozialdemokraten dabei politik der Regierung war eingeroftet; mit der Phrase, Tribuna" sagte der König nur bezüglich Afrikas:„ Einen Frieden regelmäßig Benachtheiligungen ausgesetzt sind; allein schon daß wir an der Spitze der Sozialreform marschiren, mit dem Negus könnte jetzt Victor Emmanuel III., nicht Humbert I. aus diesem Grunde könnten wir unmöglich einer weiteren wurden alle Forderungen nach Weiterführung der Arbeiter unterzeichnen." Die wahrscheinlichste Miniſterliste ist: Präsident Ausdehnung der Konzessionspflicht zustimmen. Birk erschutz- Gesetzgebung abgespeist. Nun aber hat der Bundes- und Inneres Rudini, Aeußeres Brin oder Visconti Benofta, Krieg klärte es für zutreffend daß die Gastwirthe durch rath durch den Erlaß der Verordnung die Nothwendigkeit Ricotti oder Belloux, Marine Racchia, Finanzen Colombo oder die Flaschenbierhändler eine Schmälerung ihrer EinGarmine, Schak Berazzi. Juſtis, Gianturco, Landwirthschaft eines Ausbaues dieses so vernachlässigten Zweiges der Bavoncelli oder Guicciardini. Die Ansichten über Stärke und nahmen erführen aber das müßten sie sich unter Gesetzgebung selbst zugestehen müssen. Zum ersten Male ist Dauer des Kabinets find äußerst widersprechend. Es wird die der heutigen Konkurrenz eben gefallen lassen; die Beein Marimalarbeitstag für erwachsene Arbeiter im Deutschen Radikalen durch eine Amnestie besänftigen, aber ohne weitere hauptung Schädler's, daß infolge von Trunksucht die SittlichReiche eingeführt. Spezialgesetze für die Arbeiter in den Bugeständnisse an sie schwerlich lange dauern. feit in Bayern abgenommen habe, sei dagegen nicht zuMüllereien, den Handels- und Gastwirthsbetrieben und in Wir lassen hier den Brief unseres römischen Korrespondenten treffend. Herr Schädler wußte herzlich wenig zu erwidern; der Konfektion sind unabweisbar und von der Bahn der folgen: er nannte diejenigen, die nicht mit ihm das„ seßhafte Spezialgesete muß sich die Erkenntniß durchdringen, daß Rom, 7. März.( Eig. Ber.) Der Sturz Crispi's. Schankwirthsgewerbe" vor einer Konkurrenz schützen wollen, es eine der schwersten Vernachlässigungen der Kulturpflichten Das Ministerium Crispi glaubte die Bernichtung des italienischen Manchestermänner und setzte ohne jeden Beweis FlaschenbierHeeres bei Adua überdauern zu können; aber die Volksbewegung hat es hinweggefegt. In Mailand zuerst, dann in Turin, in handel und Winkelschank gleich. Für den Antrag Gröber Benedig und selbst in Neapel fanden nach der Nachricht von der über das Verbot des Handels mit Droguen bei einer geNiederlage Massendemonstrationen statt, durch die der Rücktritt sundheitsgefährdenden Art des Gewerbebetriebes hatten sich des Ministeriums verlangt wurde. In Rom waren während der Antragsteller und der Konservative v. Holleufer auf des 5. März, des Tages der Eröffnung des Parlaments, die eine andere Fassung geeinigt. Diesen veränderten Antrag Plätze und Hauptstraßen von einer Menschenmasse gefüllt, erklärte der Präsident für angenommen; dafür hatten welche darüber wachen wollte, daß die Entlassung des Ministeriums die von Anfang an eine Regierung 3 frise war, ist, wesent- auch wirklich stattfinde. Crispi selbst mußte sich, um in das Zentrum und Deutschkonservative gestimmt, während die lich durch die unglaubliche Berblendung des Königs, zu einer Barlamentsgebäude gelangen zu können, auf Umwegen und durch Reichspartei mit der Linken ging. Der Beschluß ist ein Dynastietrifis gemacht worden. Statt dem deutlich und eine Hinterthüre dorthin begeben. Seine Parlaments majorität, farter Schlag für die Droguengeschäfte. Die Gesammtleidenschaftlich zum Ausdruck gebrachten Verlangen des Volts, die er sich durch das Eingreifen der Präfekten in die abstimmung über Artitel 4 war eine namentliche und ergab nachzugeben, auf die blödsinnige Kolonialpolitik zu verzichten, Wahlen geschaffen und durch die Befriedigung der die Annahme mit 137 gegen 78 Stimmen. den Opfern des Verbrechers Crispi die Kerferthore zu persönlichen Anliegen der Abgeordneten gesichert hatte, hat ihm Morgen Fortsetzung der Debatte. öffnen und eine Politik der Versöhnung, der Reform und zu gar nichts nügen fönnen. Wie die Italiener in der Schlacht Das preußische Abgeordnetenhaus sette am Montag der Sparsamkeit einzuleiten hat der übelberathene, noch im bei Adua von ihrer Artillerie zum großen Theile keinen Gebrauch Bann Crispi's gefangene Monarch dem Ernst der Lage die Augen, haben machen können, weil sie gar nicht Zeit hatten sie auf die Berathung des Kultusetats beim Kapitel„ Elementardem Ruf seines Volkes die Ohren verschlossen und einen Versuch zufahren, so hat Crispi seine Majorität gar nicht einmal auf schulwesen" fort. Es tamen meist nur lokale Beschwerden und gemacht, statt im Inneren im Ausland, an den beiden die Probe stellen können, weil er in das Barlament nur mit der Wünsche zur Sprache; eine prinzipielle Frage schnitt nur Abg. übrigen Dreibundmächten eine Stüße zu gewinnen. Das bestätigt Erklärung, daß er die Entlassung eingereicht habe, überhaupt nörde von der freifinnigen Boltspartei an, der verlangte, beiläufig unser schon früher ausgesprochenes Urtheil, daß der Gingang finden konnte. Ja noch mehr! Die Opposition hatte daß die Schulaufsicht nur von Fachleuten und nicht auch von Dreibund an Italien nie eine Stüße hatte, sondern umgekehrt Crispi durch den Kammerpräsidenten Ridle wiffen lassen, es ge- Geistlichen ausgeübt wird, da die Schulaufsicht dem Staate und von der italienischen Monarchie als Stüße betrachtet wurde. nüge nicht, daß er erkläre, er habe die Entlassung eingereicht; nicht der Kirche gebühre. Da im übrigen die Herren vom Zentrum und Aber der Dreibund kann die Krone Umberto's nicht retten. Eine er müsse zugleich mittheilen, daß der König die Entlassung an der nationalliberalen Partei der Meinung waren, daß man der bewaffnete Intervention, im Fall einer revolutionären Erhebung, genommen habe; andernfalls könne man für nichts stehen. Diese ewigen Kulturpaukereien noch nicht satt sei und infolgedessen sich wiederum ein wenig fazbalgten, und da auch die Polen die Gewürde unter feinen Umständen von Frankreich geduldet werden Erklärung wurde denn auch abgegeben und vom Hause und hätte ungweifelhaft einen europäischen Krieg zur Folge. und den Tribünen mit Beifall begrüßt. Ebenso wenig legenheit für gekommen hielten, wieder eine kleine Polendebatte Rann König Umberto nicht das Vertrauen feines Voltes ge- wie die parlamentarische Majorität hat die seit zwei zu beginnen, so wurde die Berathung des Kapitels noch nicht winnen, so ist er ohne Gnade verloren. Wurzeln hat die Savoyen- Jahren von ihm mit Staatsgeldern erkaufte hauptstädtische beendet. Der Präsident setzte, vermuthlich in der Erwägung, daß Dynastie in Italien nicht geschlagen, der Vater Umberto's, Presse Crispi retten können; vielmehr wurden ami 5. März die bei Nacht die Faulen die Macht bekommen, die nächste Sitzung Victor Emmanuel, hatte eine gewisse Beliebtheit, weil namhaftesten der bestochenen Journale, die" Tribuna", der auf heute Abend an. Vielleicht wird den Herren, wenn sie sich er zusammen mit einem Garibaldi für die Einheit Popolo Romano" und die„ Capitale" selbst zum Gegenstand täglich acht bis neun Stunden streiten dürfen, der edle Redelampf Italiens getämpft getämpft und freiheitliche Einrichtungen her- fehr unliebfamer Volkskundgebungen gemacht, deren Spuren die um nichtige Dinge bald selbst über. gestellt hatte. Der Sohn ist jedoch in schlechte Hände ge- Fenster der Redaktionsgebäude aufwiesen. Die Flottenpläne, mit denen unsere Aegirssöhne und rathen. Er hat zu feiner Zeit das Herz des Voltes zu gewinnen Bei dieser Gelegenheit ist es geeignet, auf die sonderbare verstanden. Rühl, eigenfinnig, mit engem Gefichtstreis ließ er sich und verkehrte Haltung hinzuweisen, welche der größte Theil der Weltpolitiker sich tragen, reifen einer greifbaren Gestalt zu einer fleinlichen, chifanenhaften Politit hinreißen und warf bürgerlichen Presse Deutschlands gegenüber dem Ministerium entgegen. Nachdem die Peters und Konsorten den Mund sich schließlich dem Henker Siziliens, dem Todtengräber der Grispi während deffen ganzer Amtsdauer eingenommen hat. gewaltig vollgenommen hatten, gossen die Staatssekretäre italienischen Freiheit, Francesco Crispi, in die Arme. Er folgte Obwohl Crispi schon während seines vorigen Ministeriums die v. Marschall und Hollmann Del auf die Wogen der ihm durch Dick und Dünn. Er hat sich in den Sumpf des Finanzen Italiens an den Rand des Abgrundes gebracht hatte, Meeresherrschaftsbegeisterung, so daß leicht befriedigte Panamino hineinschleifen lassen, er hat den Bürgerkrieg in und jetzt, nach einer der Wiederherstellung des Gleichgewichts Steuerzahler- Seelen befriedigt aufathmeten: Dem Herrn Italien entzünden laffen, er hat die Verfassung mit Füßen treten, im Staatshaushalte gewidmeten, durch die Namen Giolitti, der Fluthen sei Dank! Allzuarg wird unser Geldbeutel den Parlamentarismus zu einer Farce herabwürdigen laffen. di Rudini und Sonnino bezeichneten Pause wiederum mit vollen nicht ausgequetscht werden! Nun tommt aber, wie das bei Nun ist sein böser Rathgeber gestürzt, aber er steht noch Segeln dem Staatsbankrott entgegenfuhr, ist der größere Theil umfassenden Heeres- oder Marine- Bergrößerungsplänen so unter seinem Einfluß. Er kann sich nicht entschließen zu thun, der deutschen Presse nicht müde geworden, ihn als den„ Retter der Brauch ist, den beruhigenden ministeriellen Erklärungen was allein ihn und die Dynastie- wenigstens für einige Zeit- retten Italiens", als den einzigen Staatsmann" des Landes hindas dicke Ende nach in Gestalt einer offiziösen könnte. Und inzwischen verrinnt Tag um Tag; schlimmer und zustellen. schlimmer lauten die Nachrichten aus Afrika, zorniger und Ob durch diese Haltung die Allianz mit Italien aufrecht Programm- Entwickelung, die durch die Wiederspiegelung brohender werden die Rufe des Voltes; auf die Armee, welche erhalten, oder ob blos der Kurs der in Deutschland viel gewisser ministerieller Jbeen zeigt, daß der Verfasser nicht den afrikanischen Krieg verabscheut, ist fein Berlaß. verbreiteten italienischen Staatspapiere geschützt werden sollte, ohne Fühlung mit den Regierungsleitern gewesen ist. Die Und König Umberto wartet, zaubert, schaut angstvoll nach oder ob endlich bloße Unwiffenheit der Grund dieser Anpreisung Kölnische Zeitung" hat zu dieser Veröffentlichung die Hand Berlin und Wien um Rettung. Dieses Ausschauen vermehrt nur Crispi's in Deutschland gewesen ist, kann dahin gestellt bleiben. geboten. Sie tehrt sich gegen den Flottenrummel", wie die Gefahr, denn es zeigt dem italienischen Volk, daß sein König Gewiß ist, daß diese Haltung der deutschen Presse in Italien, ihn die Peters und Genossen fultivirt haben, weil sie meint, sich auf die Ausländer stützt, auf die Tedeschi. wo Crispi von allen unabhängigen Kreisen als ein Charlatan es sei hohe Zeit, daß der Berfahrenheit, vielleicht auch der gefährlichsten Art angesehen wird, einen sehr ungünstigen Eindruck gemacht hat. Es ist auch eine bekannte Thatsache, daß Indiskretionen einfacher Erwägungen und Unterhaltungen Da wird dann dem die römischen Berichterstatter der meisten großen Zeitungen ein Riegel vorgeschoben werde." Deutschlands sich während der letzten zwei Jahre in beständigem Stenerzahler wohlwollend versichert, nicht auf 500 oder gar Kampf gegen die Vorurtheile ihrer heimischen Redaktionen be- 1000 Millionen, nur auf 150 Millionen sei es abfunden haben. gesehen bei der Marinereform. Die aber würde sich ja Crispi ist während der italienischen Unabhängigkeitskämpfe am besten durch eine Anleihe aufbringen lassen. Weiter Die neueren Nachrichten vom Kriegsschauplatz haben wenig nur eine Figur zweiten oder dritten Ranges gewefen. Er war erfährt man dann die zwar nicht neue aber immer wieder Bedeutung, da sie nichts Neues enthalten und offenbar von der viermal Minister; aber keine irgendwie wichtige gefeggeberische für die Schiffsbau- Interessenten erfreuliche Nachricht, daß Tendenz diktirt sind, die Niederlage nicht so schlimm erscheinen oder administrative Maßregel rührt von ihm her. Dagegen hat zu laffen, als sie ist, und die siegreichen Abeffynier als grau- er feine Stellung als Abgeordneter und als Minister in der un- schon wieder eine ganze Anzahl großer Panzerfahrzeuge samen Wilden hinzustellen. Dies ist um so verwerflicher, geheuerlichsten Weise zu seiner persönlichen Bereicherung aus veraltet sind. Ganz neue Pläne bestehen überhaupt als Besiegte von Italienern nie so gut behandelt worden sind, gebeutet. Jezt endlich ist er für immer zu den Todten ge- für den Weiterbau unserer Flotte, Bekanntlich wechseln wie die Befagung von Makalle, und als die Italiener selbst, worfen. die Ansichten über die zweckdienlichste Größe und Kondes Reiches wäre, wenn wir noch länger mit einer gründlichen Revision unserer hinter den berechtigten Anforderungen weit zurückbleibenden Arbeiterschutz Gesetzgebung warten wollten. V Die italienische Krisis, Abdankung zu gunsten des Sohnes? Ist es noch Zeit? Crispi, der letzte Minister der savoyischen Könige nach Mazzini's prophetischem Wort, ist von der Nemefis ereilt. Reißt er den König mit? Und die Monarchie? Die Springfluth steigt. Den Dreibund hat sie weggeschwemmt. Was wird noch nachfolgen? * " ftuiftion der Panzerflotten mindestens alle fünf Jahre von Grund auf. Kaum ist ein neuer„Typ" eingeführt, da ist er auch schon veraltet. Jetzt soll der ostasiatische Krieg eine neue Revolution in den Ansichten bewirkt haben. Der Offiziosus kündet deshalb in wohlwollendstem Tone an: „In unserer Marine hat die Ueberzeugung Platz gegriffen, daß dem Panzerschiff von 8« bis höchstens 12 000 Tonnen mit einer starken mittleren Artillerie in jeder Hinsicht die Zukunft gehört. Diese Auffassung stützt ffch aus sorgfältige und verwickelte Untersuchungen. Sie fanden durch die Ersah- rungen im japanisch-chinesischen Kriegs in mancher Richtung ihre Bestätigung. Es kann sich nur darum handeln, an der Hand unserer Flottenliste rechtzeitig für E r s a tz b a u t e n zu sorgen, wobei zugleich der andere Zivcck, Vereinfachung der Typen und Vereinheitlichung der Schlacht- und Kreuzer-Flotte, erreicht werden soll. Hierbei ist die Frage aufgeworfen worden, ob die Ersatzbauten durch jährliche Ratenbewilligungen bewirkt werden sollen oder ob es sich nicht vielleicht empfehle, aus dem Wege einer Anleihe vorzugehen. Wenn man schnell bauen und zugleich eine unter sich möglichst gleiche Klasse von Typen schaffen will, so käme man auf dem Wege einer Anleihe am besten zum Ziel, und die deutschen Privat- und Staals-Werften würden auch die Arbeit eines gleichzeitigen Auslegens einer ganzen Klasse leisten können. Wir würden deshalb den letzteren Weg für den geeigneteren halten. schon deshalb, weil die Schlachtschiffe aus den sechziger und siebziger Jahren ihre Bestimmung in nicht zu serner Zukunft nicht mehr erfüllen können. Dies sind König Wilhelm(ab- gelaufen 186S), Kaiser(abgelaufen 1874), Deutschland(abgelaufen 1874). Ter Ersatzbau Preußen ist bekanntlich in Angriff ge- »ommen. an der Bewilligung des Ersatzbaues Friedrich der Große kann nicht mehr gezweifelt werden. Da diese beide letzteren außer Belracht bleiben, so ergiebt sich, daß, falls man sich zu einer Marineanleihe entschließt, diese sich für Schlachtschiffe nicht über 00 Millionen belaufen würde. Zufolge eines wohl ziemlich zu- treffenden Ueberschlags würden sich die Forderungen für Panzer- kreuzer nicht über 60 Millionen erheben, die ganze Summe würde sich also auf 150 Milli onen veranschlagen lassen, wobei die 1303/00 bewilligten und für 1896/97 geforderten Kreuzer natürlich außer Ansatz bleibe». Nur 130 Millionen Z Kleinigkeit! Der ist nicht werth, den Namen Deutscher zu tragen, der nicht mit Hurrah für die neuen Panzerschiff-Typen die Mittel bewilligt! Das wird uns dem- nächst in allen möglichen Tonarten von patriotisch dressirten Reptilien bewiesen werden." Zum sächsische» WahlrechtS-Attentat. In letzter Stunde haben die Attentäter, um die öffentliche Meinung zu täuschen, wie den Lesern bekannt ist, eine Scheinkonzesston gemacht, indem sie den Zensus der zweiten Klasse herabsetzten. Damit will man aber blos denen, die nicht alle werden, ein X für ein U vor- machen. In Wirklichkeit bleibt alles wesentlich unverändert. Die „Sächsische Arbeiterzeitung" schreibt darüber: „Man hat die Mindeststeuergrenze der 2. Wählerklasse von 30 auf 38 M. herabgesetzt. Man will so noch emen Theil der „Mittelstands"leute vor der Herabwürdigung in die unterste Klasse der Entrechteten bewahren. Thatsächlich ändert diese Herabsetzung der Sleuergrenze fast nichts an der Gestaltung der Wählerklassen, denn es dürften so wohl nur gegen 2 pCt. der Wähler aus der 3. in die 2. Klasse erhoben werden; ob in der 3. Klasse 32 oder 80 oder73pCt. aller Wähler sich befinden, ist natürlich ganz gleichgiltig. Der gemeine Klassencharakter des künftigen Ge- s e tz e s wird dadurch nicht vermindert, nur die scheinheilige I e s u i t e r e i, die in ihm steckt, ist noch vermehrt. Uebrigens zeigt diese Veränderung in letzter Stunde, daß den Reaktionsparleicn selbst angst vor den Folgen des Gesetzes geworden ist; sonst hätten sie diese„Ver- besserung" nicht noch vornehmen brauchen. Darum haben sie schleunigst noch einige tausend Mittelstandsleute, die erst mit zu den Dumme» und Hcrrschaftsunfähigen der 3. Klaffe gehören sollte», für politisch reif und regierungsfähig erklärt. Das alles ist zu abgeschmackt und dumm, als daß es nun noch weiterer Worte verlohnte. Das sächsische Volk wird zur rechten Zeit die rechte Antwort an die Rechts» breche r ergehen lassen! Und das hoffen auch wir. Nein-- wir h o f f e n es nicht, wir wissen es. Der Ernst der Lage fordert gebieterisch das Zusammenstehen und Zusammenwirken aller Genossen. Wer sich nichr auf die Höhe der Aufgabe emporschwingen kann, der störe wenigstens nicht die Einheit der Partei! Angesichts der Thalsache, daß die Landesversammlung zusammen- tritt, lohnt es sich nicht, darum zu streiten, ob es nicht zweckmäßiger gewesen wäre, man hätte die Landes- Versammlung ein paar Tage früher zusammentreten lassen. Noch gegenstandsloser ist der Streit, ob alle sozialdemokratischen Landlagsabgeordneten die Mandatsniederlegung für takrisch nütz- lich oder nothwendig halten, Alle Abgeordneten ohne Ausnahme haben erklärt, dem Beschluß der höchsten Partei- behörde in Sachsen: der Landesversammlung geniäß zu handeln. Hiermit ist jeder berechtigte Streitgrund gefallen. Daß die Frage der Mandatsniederlegung nicht von einem einzelnen Wahlkreis entschieden werden kann, sondern Sache des ganzen Landes ist— das werden inzwischen auch die eifrigsten Heißsporne eingesehen haben. Und ob die Entscheidung der Landes- Versammlung 14Tage früher oder später erfolgt, ist in diesem Feldzug gegen die Mahlrechtsnmstürzler, der j ah r e l a ng d au er n wird, vollkommen gleichgiltig. Die 14 Tage sind für die Agi- tation ja nicht verloren. Daß aber die Mandatsniederlegnng als Protest-Aktion einen weit wuchtigeren Eindruck machen muß, wenn sie von der Ver- tretung der Gesammtpartei, einschließlich der Land- tags-Vertretung, als blos von dieser ausgeführt wird, das— dächten wir— kann keinem ruhig abwägenden Menschen zweifel- Haft sein, zumal im Landtag das Attentat sich ganz ohne dra- malische Schlußszene vollzieht. Vis zur Landesversammlnng mache jeder Genosse sich schlüssig, was im Interesse der Partei zu lhun ist! Ist es vortheilhaster. auch mit dem verschlechterten Wahl- gesctz sich an den Landtagswahlen zu betheiligen und in der Kannner, so lange es irgend geht, weiter zu kämpfen, wie das in einigen Landestheilen, wo auch viele der Genossen in die zweite Klasse gelangen würden, befürwortet wird'{ oder den Umstürzlern die Mandate vor d i e F ü ß e zu w e r f e n, und den Kampf auf ein anderes Gebier hinüber zu spielen, wie wir es befür- worlet haben— das haben die sächsischen Genossen jetzt unter sich auszumachen. Im Interesse der Sache warnen wir, in diese Diskussion, die durchaus ruhig gesührl werden muß, nicht zur Sache gehörige Momente zu tragen. Es ist häßlich, um den mildesten Ausdruck zu gebrauchen, den Abgeordneten, die nicht ohne weiteres ihr Mandat niederlegen wollen, ein„Kleben" an den 12 Mark Diäten vorzuwerfen. Das sind Fechterkunststückchen, der Partei unwürdig.— Vom Moloch. Ter Fall der österreichischen Husaren ist noch in frischem Gedächtniß— eine Anzahl Soldaten, durch die vichhische Rohheit eines Vorgesetzten zur Verzweiflung getrieben, tödteten diesen im Hand- genienge. Zweimal schon hieß es, es seien verschiedene der Meuterer kriegsrechtlich erschossen worden. Die Nachricht ward aber beide Male widerrufen. Jetzt lesen wir in der Wiener„Arbeiter-Zeitung": Lemberg, 6. März.(DaS Urtheil gegen die Przemysler Husaren.) Nun endlich liegt das endgiltige Urtheil gegen die 31 Husaren vor, die ihren Peiniger Wachtmeister Dioszeghi in einem Anfall äußerster Wuth niedersäbelten. Die bestialischen Quälereien und Mißhandlungen trieben die Soldaten zum äußersten. Die Folgen dieser Handlung waren sehr ernste. 31 Husaren wurden vors Kriegsgericht gestellt und 16 von ihnen bei geheimem Verfahren zu schweren Strafen verurtheilt. Einer, der Korporal Boros, wurde zum Tode, drei Husaren zu achtzehn Ja hren, zwei zu se ch ze h n«, ein er zu fünfzehn- und neun zu fünf- bis zwölf- jähriger Festungshaft verurtheilt. Fünfzehn Husaren wurden freigesprochen, ihnen jedoch die nahezu ein Jahr währende Untersuchungshaft als Arreststrafe angerechnet. Der Kaiser hat in letzter Stunde den Korporal Boros zu zwanzigjähriger Festungshaft begnadigt. Das ist entsetzlich! Und der österreichische Kaiser selbst hat es gefühlt, sonst hätte er das Todesurtheil vollstrecken lassen. Aber Begnadigung zu zwanzigjähriger Festungshaft! Und die übrigen zweihundert Jahre Festungshaft, das heißt die Galeeren- strafe zu Land!— An ihren Werken sollt Ihr sie er- kennen— die Hohepriester des Moloch!— Die französische Bndgetkommission hat das Ein- kommensteuer-Gesetz der Regierung mit großer Majorität abgelehnt und das Ministerium aufgefordert, eine neue Gesetzesvorlage einzubringen. Das Ministerium, dessen Präsident Bourgeois auf seiner Reise mit dem Präsidenten erfahren hat, daß seine radikale und energische Politik die Volksmassen für sich hat, wird wohl schwerlich den Herren der Majorität das Feld räumen. Einen neuen Entwurf einzubringen, hat es schon abgelehnt und erklärt, die Ent- scheidung der Kammer zu überlassen. Die Reise des Prä- sidenten Faure in Gesellschaft des Herrn Bourgeois war ein wahrer Triumphzugdesdemokratischen Republikanismus. Aller Pomp und offizielle Apparat war von Faure und Bour- geois beseitig!, jede Polizeibegleitung abgelehnt, dem Volk volle Freiheit gelassen worden. Und beide Männer ver- kehrten mit dem Volk so wie es sich gebührt— als Männer, die selber zum Volk gehören. Die„Petite Republique" schreibt aus Marseille, wo der Empfang be- sonders enthusiastisch war:„Zum ersten Mal hat man be- merkt, daß wir in einer Republik sind". Die Herren Reaktionäre haben Grund, mit der Reise des Präsidenten unzufrieden zu sein.— Eine chinesische Insel soll angeblich für Deutsch- land als Hasen erworben worden sein. Wäre das der Fall, so hätte man darin wohl so eine Art Belohnung zu er- blicken, die sich die deutsche Regierung von der chinesischen für die gemeinsam mit Rußland und Frankreich bewirkte Rettung der Halbinsel Liaotong aus den Händen der Japanesen er- wirkt hätte. Dieser Brosamen, der für Deutschland von dem reichbesetzten russischen Tischein Ostasien abgefallen ist, soll die Insel L a p p a in der Bucht von Hongkong, dicht bei der den Portugiesen gehörigen Hafenstadt Macao sein. In einer der„Voss. Ztg." aus Macao zugegangenen Mit- theilung heißt es darüber: „ L a p p a ist eine in der Bucht von Hongkong dem portu- giesischen Hafen Macao vorgelagerte Insel, die durch die ver- einigten Nord- und Westarme des Cantonflusses vom Festlande getrennt wird. Seil einer Reihe von Jahren ist der Hafen von Lappa von der chinesischen Regierung als Zollhafen den fremden Mächten geöffnet worden und besitzt eine chinesische Zoll- und Hafenbehörde. Gleichzeitig treffen auch aus A m o y Privat- briefe ei», denen zufolge die diesem Hafen gegenüber- liegende Insel Quemoy als deutscher Hafen in Aussicht genommen wird. Die erforderlichen Ver- Messungen und Ausnahmen sind von deutschen Seeleuten bereits gemacht worden und die Besitzergreifung soll binnen kurzem er- folgen.... Aber entscheidende Schritte zur Besitzergreifung von Lappa oder Quemoy oder beider Inseln sind bisher noch nicht unternommen worden." Die deutsche Regierung wird jedenfalls nicht umhin können, sich darüber klar auszusprechen, ob die Erwerbung wirklich vor sich gegangen ist.— Chronik der Majcstätöbclcidigungcn. Aus Elmshorn wird uns unterm 7. März geschrieben: Wegen Majestätsbeleidi- gung wurde in Elmshorn der Schuhmacher Groth, aus Körlin gebürtig, verhaftet. Tenunzirt war derselbe durch seinen früheren Logisvater, den Schuhmacher Härtung. Auf ein Schreiben, welches an die hiesige Behörde gesandt war und worin behauptet wurde, daß Härtung nebst Frau Kuppelei betreibe, wurden auf Anordnung der Polizeibehörde mehrere früher bei H. in Logis gewesene Arbeiter, darunter Groth, polizeilich vernommen. Auch der der Kuppelei beschuldigte H. wurde selbst vernommen und hat hierbei die Denunziation wegen Mnjestätsbeleidigung gemacht. Die Verhaftung erfolgte sofort. Es scheint hier nur ein Racheakt vorzuliegen, da Groth, ein junger 20jähriger Mensch, am heutigen Tage wieder aus der Hast entlassen wurde. Dieser Fall zeigt wieder einmal, wie man Majestätsbeleidigungs- Prozesse zu machen sucht.— »* Das Verfahren wider unseren Redakteur Brau» ist nun eingestellt worden. So nahe es läge, sich nun mit den perfiden Auslassungen einer Reihe gegnerischer Blätter gegen unseren Kollegen zu beschästigen, so verzichten wir darauf, und theilcn blos den unserem Kollegen heute zugestellten Beschluß mit. Er lautet: In der Strafsache wider Braun(J. V D. 202. 98— U. R. I. 92, 96) wird beschlossen: Den Angeschuldigten Redakteur Dr. Adolf Braun hier, bezüglich des demselben zur Last gelegten wissentlichen Meineides, Verbrechen wider§§ 134, 161 Straf- gesetzbuch, außer Verfolgung zu setzen und die Kosten des Ver- fahrens gemäß ß 499 Strafprozeßordnung der Staatskasse auf- zuerlegen. Da die stattgehabte Voruntersuchung keinerlei ausreichende Unterlage für die Annahme ergeben hat, daß der Angeschuldigte wissentlich oder fahrlässigerweise«ine solche Aussage mit einem Eide bekräftigt habe. Berlin, den 4. März 1396. Königliches Landgericht l, Strafkammer 6, gez. Scheuck. Rinne. Ziehm, » �» Deutsches Reich. — Die konservative Fraktion des Herren- Hauses hat, folgende Resolution beschlossen:„Die konservative Fraktion des Herrenhauses bedauert das Scheiden Stöcker's aus der konservativen Partei, tritt aber dem Beschlüsse des Elfer- Ausschusses bei."— — Reichskommission für Arbeiterstati st ik. Gutem Vernehmen nach ist der»preußische Unterstaatssekrekär Lohmann als Vorsitzender der Kommission für Arbeiterstatistik in Aussicht genommen. Herr Lohmann ist der Verfasser einer im Jahre 1877 erschienenen Znsammenstellung der Arbeiterschutz. Gesetzgebung in den europäischen Staaten. In die Kommission wurde auch der Geheime Ober-Regierungsralh v. Woedlke, der sich durch Kommentare über unsere ArbeiterversicherungS-Gesetze einen Namen gemacht hat, delegirt.— — Dr. Bödiker ist von seinem Urlaube zurückgekehrt und hat die Leitung des Reichs-Versicherungsamtes wieder über- nommen. Demnach scheint das einstimmige Eintreten der Presse für seine Erhaltung im Dienste der Arbeiterversicherung nicht vergeblich gewesen zu sein.— — Ein interessantes Telegramm! Die„Nord- deutsche Volksstimme" schreibt: Am 10. Februar 1896 unterzog der Herr Reichskommissar den Nordd. Lloyddampfer„Havel" in Nordenham einer Besichtigung. Nach der Markirung eines Bootsmanövers an Boot 3 äußerte sich der Herr Reichs- kommissar gegenüber den anwefenden Heizern und Kohlen- ziehern, die Berichte, die von sogenannter authentischer Seite an den Reichstag gelangt wären, seien nun doch nicht wahr- heitsgemäß gewesen, jeder habe sich davon überzeugt, daß Brot sowie auch Wasser in den Böten wäre, außerdem sei alles in bester Ordnung am Schiff gefunden. Eine interessante Illustration zu den Schiffsbesichtigungen giebt nun die folgende Depesche: „Havel" 1. Offizier. Nordenham. Telegramm aus Bremen 1896 d. 9. S. um 12 Uhr 48 Minuten. „Werde morgen„Havel" inspiziren, Bootsmanöver abhalten. Ersuche Bootsrolle bereit halte». Der Reichskommissar." Jeder Kommentar hierzu ist überflüssig! — Eine neue Partei. Unter der Aegide des Chef- redakteurs der„Hamburger Freien Presse" konstituirte sich heute Abend eine„Hamburger Rechtspartei". Dieselbe soll„deino- kratische" Grundsätze verfolgen und will sich speziell mit Ham- burger Angelegenheiten beschästigen. Nach den Reden der in der konstituirenden Versammlung anwesenden Leutchen hofft man der Sozialdemokratie gewaltigen Abbruch zu thun. Eitle Thoren!— Leipzig, 9. März.(Privattelegramm des„Vorwärts".) Das Reichsgericht verurtheilte den Ingenieur Schoren wegen des versuchten Verbrechens des Landesverraths(Verrath militäri- scher Geheimnisse an eine auswärtige Macht) zn sieben Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust mit Polizei-Aufsicht, den Ingenieur Pfeiffer wegen Beihilfe zu zwei Jahren Gefängniß, den Kaufmann R i n g b a u e r wegen Beihilfe zu einem Jahre Gefängniß; die übrigen Ange- klagten wurden freigesprochen. — Unsere Chauvinisten finden leider immer chauvi- nistische Rohheiten im Auslände nachnhmenswerth. Für die guten Seiten ausländischer Zustände fehlt ihnen das Verständniß und der Blick. So schreiben die„Leipz. Neuest. Nachr." im Hinblick auf den begeisterten Empfang des Flibustiers Dr. Jameson durch die Kolonial-Chauvinisten in London: „In der Solidarität, die das Engländerthnm dem Ausland gegenüber selbst dort bekundet, wo einer seiner Söhne geirrt oder gar gefrevelt hat, in der Anerkennung seiner Motive liegt ebenso etwas Gesundes, wie selbst in der Anmaßung und in dem H o ch m u t h, mit dem der Brite sich im Verkehr mit andern Nationen auszustatten pflegt." An Anmaßung und Hochmuth leiden unsere Musterpatrioten leider bereits mindestens ebenso viel wie die irgend eines andern Landes. Das Ansehen des deutschen Namens leidet darunter bereits zur genüge. Glücklicherweise treten aber die deutschen Arbeiter diesem Treiben mit gebührender Energie entgegen. Sie, nicht aber der schneidige Kolonialfex und seine Bewunderer, sind die wahren Vertreter des Deutschthums.— Belgien. — Eine Wahlrechtsverschlechterung wird auch in Belgien seitens der Regierung geplant. Durch Zerschlagen der großen städtischen Wahlkreise und raffinirten Wahlkreis- geometrie zu Schaden der Arbeiterbevölkernng und zu Gunsten der Regiernngsanhänger hofft man einen Theil der sozialdemo- kratischen Deputirten aus der Kammer zu verdrängen. Dieser Versuch kann der Regierung und dem Könige recht theuer zu stehen kommen.— Spanien. — Aus allen Theilen des Landes werden neue Kundgebungen gegen die Vereinigten Staaten gemeldet.— China. — Chinesische Anleihe. Wie das Wolff'sche Bureau meldet, hat das d e n t s ch- e n g l i s ch e Syndikat, geleitet von der„Deutfch-Asiatischen Bank" und der„Hongkong und Shanghai Banking Corporation", die in letzter Zeit mehrfach er- wähnte chinesische Anleihe abgeschlossen.— Die Vvme-guns in der KonfeMions- Indnflvie. Vor dem EinigmrgSamt des Gewerbegerichts wurden gestern wieder eine Anzahl Arbeiterinnen und Zwischenmcister. vernommen. Eine Stepperin auf Hosen bekommt für das Stück. 13, 16, 17 Ve Pf., wozu eine Arbeitszeit von!>/« Stunden er- forderlich ist, sodaß diese Arbeiterin bei täglich 10 bis 11 stündiger Arbeitszeit einen durchschnittlichen Wochenverdienst von 9 M. hat, wovon 1,93 M. Unkosten abgehen. Eine Wittwe, die seit sechs Jahren als Handarbeiterin aus Hosen arbeitet, fertigt in etwa zwölfstündiger Arbeitszeit 8 Hosen ä 12V2, 14, 15 und 16 Pf., wobei sie auf einen Wochcnlohn von 4,80 M., einschließlich 60 Pf. Unkosten kommt. Aehnliche Angaben machen noch mehrere Arbeiterinnen, die alle bei dem Zwischenmeister Nadol beschäftigt sind. Bei dieser Gelegenheit wird festgestellt, daß Herr Nadol, obwohl er von den Konfektionsfirmen die vereinbarten 12 Ve pCt. »schlag erhält, dennoch den Arbeiterinnen nur 1— 21/2 Pf. pro tück mehr zahlt, während er nach den angestellten Berechnungen 4 bis 6 Pf. zuzulegen hätte. Den betreffende» Arbeiterinnen wurde der Rath ertheilt, die zu wenig gezahlten Löhne, auf die sie einen rechtlichen Anspruch haben, beim Gewerbegericht einzn- klagen. Ferner wurden snoch einige Zwischenmeister ver» nommen, von denen einer, ein früherer Schlächter, erklärte, daß er nach außerhalb ziehen und dort für Berliner Firmen weiter arbeiten werde, um die getroffenen Vereinbarungen zn umgehen. Herr Gustav Lefevre, Inhaber der in Berlin, Spittel- markt 1 2, bestehenden Damenmäntel-Fabrik, versichert uns wiederholt, daß er den Vereinbarungen sofort zugestimmt. sich also nicht ablehnend verhalten hat. Wir halten unsere ent- gegengesetzle frühere Mittheilung schon berichtigt, wollen aber hiermit noch ausdrücklich erklären, daß wir an der Richtigkeit der Angabe des Herrn Gustav Lefevre nicht zweifeln. In Pforzheim haben die Verhandlungen zwischen den� Unternehmern und der Lohnkommission jetzt zu einer definitiven Einigung auf folgender Grundlage geführt: 1. Einführung von Werkstätten, wo dies nicht sofort möglich ist, wird der Arbeiter vom Platzgcld entlastet. 2. Einführung eines einheitlichen Minimal- Lohntarifs. 3. Lohnerhöhung von 10— 30 pCt. 4. Minimal-Wochenlohn für Wochenarbeiter. ,* * Bei der Berliner Gewerkschasts-Kommission gingen für die Konfektionsarbeiter noch folgende Beiträge ein: Durch Frau Zetkin 2. Rate L. 2234 171,58. Lnstige Brüder 1,90. Obere Dreherei von L. Schwartzkopff(Stgmnifghril) 9.23. Partei- Machrichten. Fünf Rothe und ein Blauer 8,-. Aus bürgerlichen Kreifen versuchen werben, länger arbeiten zu laffen. In erster Linie ist Die Tapezirer von Hannover 2inben find in eine Gefordert wird: neunstündige 4. Rate 100,-. Spandau durch V.( darunter rothe Hochzeit" es Aufgabe der auf diesen Plätzen beschäftigten Zimmerer, auf Lohnbewegung eingetreten. 2,50) 26,50. Konditoren Berlins 10,-. Matinee Sanssouci der Hut zu sein; wenn an sie die Aufforderung herantritt, länger Arbeitszeit, 21 M. Minimallohn, 20 refp. 30 pCt. Aufschlag auf 1. Rate 70,-. Zitherklub Frohsinn 10,-. Handelshilfsarbeiter zu arbeiten, ist sofort die Arbeit niederzulegen. Affordpreise, 331/3 pŒt. für Ueberstunden, 100 pSt. für NachtBerlins 100,-. 52 Baugeschäfte beschäftigen augenblicklich keine Leute und arbeit, Abschaffung der Kellerwerkstellen und prozentualer Zutommen somit nicht in betracht. schlag bei Ueberstunden für Attordarbeiter. Briefe und Anfragen Die arbeitenden Berufsgenossen werden hiermit noch einmal sind zu richten an die Lohnkommission der Zapezirer von aufgefordert, sich in den Besitz von Arbeitskarten zu setzen, Hannover- Linden. J. A.: S. Sliky. da uns fonft jegliche Kontrolle fehlt und manche Die Steindrucker der Firma Hesse in Fürth sind in Der Parteitag der österreichischen Sezialdemokratie zu unrecht als Streitbrecher betrachtet werden könnten. wird nicht, wie beabsichtigt war, in& inz, sondern in Prag Bur besseren Information für die Streifenden werden von heute eine Lohnbewegung eingetreten. Sie machen folgende Forderungen abgehalten werden. Diese Stadt war schon früher in Aussicht ab wieder Arbeitgeberlisten herausgegeben und sind die darauf geltend: 1. Die Lohnverhältnisse sind derart zu bessern, daß diese Verbesserung einer einer ca. 30 prozentigen Lohnerhöhung gleich genommen, da aber einige Schwierigkeiten zu überwinden waren, gemachten Angaben genau zu beachten. hatten unsere Genossen auch in Linz Vorkehrungen getroffen. Der Zimmermeister Fichel, Platz Danzigerstaße, hat fommt. 2. Unter 18 M. ist überhaupt kein Steindrucker zu be schäftigen. Die Hindernisse in Prag find nun gehoben und und so gestern seine Zusage wieder zurückgezogen und ist somit auf die folgen Ein Liste der Geschäfte zu sehen, wo nicht bewilligt worden ist. unfere österreichischen Parteigenossen der ladung nach Prag um so lieber, als sie Werth darauf legen, daß der Parteitag der internationalen Sozialdemokratie Desterreichs auf dem klassischen Boden des bürgerlichen Nationalitätenzwiftes stattfinde, in der Stadt, die vor furzem noch vom Grafen Thun und seinem Ausnahmezustand beherrscht war. betannt ist. Die Sammelliste Nr. 48 für die streifenden Zimmerer ist verloren gegangen; dieselbe ist abzugeben im Streitbureau Neue Friedrichstraße 44. Die Lohntommission der Berliner 3immerleute. Die Schneider und Schneiderinnen Prags fündigen den Ausstand an, falls ihnen eine Lohnerhöhung nicht bewilligt wird. " Aus Mülhausen i. E. wird dem Bolt" berichtet: In der Mülhausener Arbeiterbevölkerung gährt es gewaltig, und ist ein Streit in Sicht, wie man ihn hier noch nie gesehen hat. Es sind in erster Linie die Textilarbeiter des ganzen Landes, Achtung, Klempner Berlins! Mittwoch, den 11. März, welche einen Ausstand planen, sobald ihre Forderungen nicht beabends 8 Uhr, wird bei Cohn, Beuthstr. 21, eine Versammlung willigt werden. Diese sind: Zehnstündiger Arbeitstag bei gleich Gegenüber den von der reaktionären Presse mit be- der Vertrauensmänner der Klempner abgehalten. Aus jeder hoher Löhnung wie jetzt beim Elistundentag und Abschaffung der fannter Boshaftigkeit verbreiteten Nachrichten von einer Samm- Werkstatt muß ein Delegirer anwesend sein. Auf der Tages Attordarbeit. Die Fabrik Attien- Gesellschaft für Textil- Inlung in der Schweiz für ein Ehrengeschent" an Lieb: ordnung steht: Die bevorstehende Lohnbewegung. Die ausdustrie vorm. Dollfus, Wring u. Cie." hat( wie der„ Vorwärts" In echt sind wir zu der Erklärung ermächtigt, daß in Deutsch gegebenen Fragebogen müssen in der Versammlung ausgefüllt schon berichtete) am 1. d. M. den Behnstundentag freiwillig ein. land von einer solchen oder ähnlichen Parteiſammlung nichts abgeliefert werden. Sonntag, den 15. März, vormittags 10 Uhr, geführt. Ob die anderen Etablissements folgen, ist noch fraglich; ift im Feenpalast eine Versammlung der Klempner, die die ent- etwas anderes wird ihnen aber wohl kaum übrig bleiben. Die Ueber den Ausfall der Solinger Angelegenheit vor scheidenden Beschlüsse in der Lohnbewegung zu fassen hat. Der Arbeiter dürften jetzt einen Streit ziemlich lange aushalten können, der Reichstagsfraktion schreibt die Elberfelder Freie Presse": Vertrauensmann der Klempner. F. 3immermann, Bückler- da eine gutfundirte Streitkasse vorhanden ist. Der Beschluß des Solinger Provinzial- Parteitages auf Un- ftraße 55. würdigkeitserklärung des Abg. Schumacher beschäftigte am 4. und Achtung! Jedem organisirten Brauerei- Arbeiter 5. d. die Reichstagsfraktion. Die Fraktion verwarf in einer zur Kenntniß, daß die Differenzen zwischen der Direktion und den motivirten Tagesordnung die Unwürdigkeitserklärung, nachdem ausgesperrten Brauerei- Arbeitern des Münchener Brauhauses, sie zuvor einen Antrag Bebel's, der dahin ging, die An- Berlin, Johannesstraße 18/19, noch nicht geregelt find. Wir erstück eingezogen, das in gar komischem Kontrast stand zu den gelegenheit dem nächsten Parteitag zu überweisen, gegen suchen, Borstehendes zu beachten. Der Vorstand des Zentral- Werken, um die in diesem zu Ende gehenden Winter so heiß geeine starte Minorität abgelehnt hatte. Da diese An- verbandes der Brauer Deutschlands, Zweigverein Provinz fämpft worden ist. Die junge Frau Arneck", Lustspiel in vier gelegenheit so wie so nur auf einem allgemeine Parteitag Brandenburg. Akten von Hugo Lubliner hieß die lezte Première. Die Parole erledigt werden kann, wird sich der nächste Parteitag mit der Sache abermals zu beschäftigen haben." Das ist nicht unrichtig, giebt aber doch kein richtiges Bild der Sache. Der Bebel'sche Antrag, die Angelegenheit einfach dem nächsten Parteitag zuzuweisen, genügte der großen Mehrheit der Fraktion nicht, und es wurde deshalb der von uns mitgetheilte Beschluß gefaßt. " " Kunft und Wissenschaft. Jus Deutsche Theater war am Sonnabend ein Schau. . Au die Steinarbeiter Deutschlands.( Situationsbericht.) war Ruhe, Ruhe um jeden Preis; es schien, als ob auf die Wie bereits bekannt gemacht ist, hatten in den schlesischen schäumenden Wogen so mancher neuer Gedanken, deren WortSandsteinbrüchen bei Bunzlau 450 Steinarbeiter die fechter an dieser bedeutendsten Kunststätte Berlins in den letzten Arbeit wegen Nichtbewilligung des vorgelegten Tarifs nieder- Monaten zum Kampf erschienen waren, sanftes, versöhnendes Del gelegt. Nachdem sich die Berliner Kollegen mit den Streifenden gegossen werden sollte. Nichts von Fragen, die die Gegenwart bewegen, solidarisch erklärt hatten, ist es gelungen, eine Einigung die jeden Menschen zwingen, für oder gegen Stellung zu nehmen. ju gunsten der Streitenden herbeizuführen. Es In der seichtesten Gesellschaft bewegte sich die Handlung des Eine Agitationstour wurde am vorvergangenen Sonntag wurde eine Verkürzung der Arbeitszeit und eine wesent- Lustspiels, sie war getragen vom feichten, einschläfernden von den Genossen aus Hemelingen in folgenden Bezirken liche Erhöhung des Affordtarifs erreicht. Außerdem Dialog; und wenn das sonst so lärmsüchtige Premièrenunternommen: Bassum und Umgegend, Harpstedt, Syte haben sich die Unternehmer verpflichtet, von jetzt ab das Schärfen publikum sich verhältnißmäßig anständig verhielt, so trug offenund Umgegend, Kirchweihe und Umgegend, Dreye und der Werkzeuge selbst zu bezahlen, was eine der Hauptforderungen bar die einschläfernde Wirkung der fünf eintönigen Akte redlich Riede. Es wurden folgende Broschüren vertheilt: 3weierlei Ein Lebemann ver gewesen und speziell für die Steinbrecher von großer Bedeutung zu diesem einen günstigen Erfolge bei. Recht", Die Ziele der sozialdemokratischen Partei", Die it. Bisher wurden die Kosten des Schärfens den Arbeitern von heirathet sich, nachdem er alle Genüsse, die auf der Welt Soldatenmißhandlungen vor dem deutschen Reichstag" und ihrem Lohn abgezogen. Auch die Berliner Steinmeßen für Geld zu haben sind, bis zur Uebersättigung " Junker und Bauer". haben eine wesentliche Aufbesserung des Tarifs und eine ausgekostet bat, mit der lebensluftigen Tochter Tochter eines Erhöhung des Minimallohnes von Der abgelebte Gatte will sich von den 60 auf 75 Pf. er Thiergartenkrösus. Wegen Verbreitung eines Flugblattes an einem Sonntag reicht. Ein neuer Beweis dafür, daß die gewerkschaftliche Junggesellenstrapazen ausruhen; sie will das, was man in ihren Organisation doch etwas nüßt und diejenigen unrecht Kreisen die Welt nennt, fennen lernen. Aus diesem Grunde ein wurden zwei Genossen vom Schöffengericht in Münden zu fich zu drücken, die Ausrede bischen Schmollen und eine fanfte Intrigue, das dann schließlich 30 bezw. 20 M. Geldstrafe verurtheilt. Das Urtheil wurde ge- gebrauchen: es nütt ja doch nichts. Erwähnt sei hier noch, daß mit einer gefchniegelten Versöhnung endet. Während Herr fällt auf grund der althannoverschen Sabbathordnung. Der Redakteur des Chemnißer Beobachter?", Ge- sich in dem ganzen schlesischen Bruchdistrikt, der sich auf mehrere Reicher den müden Ehemann mit ausgesuchter Nonchalance und noffe Rosenow, wurde vom dortigen Landgericht zu drei Dörfer erstreckt, nicht ein einziger Streitbrecher ge- Sangweiligkeit gab, fuchte Frau Sorma als junge Gattin durch Monaten Gefängniß verurtheilt, weil er Staats- funden hat; in Wenig- Ratwiz haben sogar die Lehrburschen ein entzückendes Spiel aus dem Stück zu machen was nur mitgestreift. Außerdem befinden sich in den Postaer Elb- möglich war. Auch Herr Ritter spielte einen jungen Künstler, einrichtungen verächtlich" gemacht haben soll. Es handelte sich and steinbrüchen noch über 100 Steinbrecher und Stein- deffen Aufgabe es ist, verheiratheten Frauen den Hof zu machen, um einen ähnlichen, wenn nicht gar denselben Artikel, wegen dessen der Redakteur der Breslauer" Bolkswacht" frei. megen im Ausstand. In Würzburg streiken ebenfalls 17 mit leidlichem Temperament. gesprochen worden ist, nämlich um eine Kritik des Verbots Kollegen. Die Sache steht an beiden Orten sehr günstig. Unterftügung ist aber dringend nothwendig. Vor Belästigung der ber Einfuhr von amerikanischem Schweinefleisch. Streifenden durch zureisende Kollegen wird gewarnt. Polizeiliches, Gerichtliches 2c. haben, die immer, Genosse Riem in Wurzen hatte ein Strafmandat In Zwickau, wo sich ebenfalls 9 Mann im Ausstand bevon 15 M. erhalten, weil der Beginn einer öffentlichen Volksversammlung, die er bei der Polizeiverwaltung für nachmittags fanden, hat sich die Sache ebenfalls zu gunsten der Kollegen ge3 Uhr angemeldet hatte, in den Inseraten und Plakaten auf regelt. Alle Sendungen für die Streikenden sind an unterzeichnete Adresse zu richten. Alle Arbeiterblätter werden um 22 Uhr angesetzt war. Zweck solcher früheren Beitangaben ist bekanntlich die Herbeiführung pünktlicheren Abdruck gebeten. Die Geschäftsleitung der Stein Versammlungsbefuchs. Das Gericht, dessen Entscheid unser arbeiter Deutschlands. J. A.: Ph. Thomas, RigGenosse angerufen hatte, verurtheilte ihn sogar noch höher, dorf- Berlin, Bergstr. 162. nämlich zu 30 M., also zur doppelten Geldstrafe. Was würde wohl der alte Tacitus, der in seiner Germania" die Bummelei der alten Deutschen beim Versammlungsbesuch besonders rügt, zu diesem Urtheil sagen! Gewerkschaftliches. Zum Streik der Möbelpolirer wird uns mitgetheilt, daß die Firma Völkel, Königsbergerstraße, ebenfalls bewilligt hat. Die Streichung der genannten Firma aus dem heutigen Inferat fonnte nicht mehr erfolgen, da mit dem Druck des Blattes schon begonnen war. 0 M Gerichts- Beitung. = Die Stelle des Landgerichts Direktors Brausewetter ist dem Landgerichts- Rath Käller vom Landgericht I verliehen worden. Derselbe ist vom 1. April d. J. ab zum LandgerichtsDirektor bei dem Landgericht I ernannt worden. " In einem Die Frage, ob die Heimarbeiter als Gewerbegehilfen oder selbständige Gewerbetreibende anzusehen sind und zur Zu ständigkeit der Gewerbegerichte gehören oder nicht, beschäftigt jezt häufig die Zivilkammern. Die 23. Bivilfammer hat dahin entschieden, daß diejenigen Hausgewerbetreibenden in der Ronfektionsbranche, deren Thätigkeit sich darauf beschränkt, die ihnen von dem Konfektionär gelieferten Stoffe und Buthaten in ihrer Wohnung für dessen Zwecke zu verarbeiten, GewerbeIn Brandenburg sind die Schuhmacher der Filzschuh- gehilfen sind. Die Uebergabe der fertig gestellten Mäntel fabrik von A. Fuchs in den Streik getreten. gehöre zu den Leistungen des pausgewerbetreibenden aus dem Dem Einfluß der großen Bewegung, in der jetzt wieder In Kottbus haben gestern die dem Ringe angehörigen Arbeitsverhältnisse" und Streitigkeiten über solche Leistungen gedie selbständig organisirten deutschen Buchdrucker stehen, Textilfabrikanten ihre Fabriken geschlossen. Die Aus- hören nach§ 4 des Reichsgefezes, betr. die Gewerbegerichte vor die letzteren. Es mache dabei keinen Unterschied, daß für den Arbeitkönnen sich auch diejenigen Gehilfen nicht entziehen, die dem ständigen sind also fest geblieben. Den Unternehmern wird von den Prinzipalen inspirirten Gutenbergbund angehören. So wohl nun begreiflich geworden sein, daß sie den Bogen über- geber weder dauernd noch ausschließlich gearbeitet worden sei. Selbst wenn der betr. Arbeiter in der 2c. Zeit, die 3 Monate umfaßte, haben sich die Berliner Mitglieder dieses Vereins in einer von spannten. auch noch für andere Geschäfte gearbeitet habe, so sei ihm gegenüber in Am Sonntag beschlossen die Ausständigen etwa 300 Personen besuchten Versammlung mit der am 4. März einer der Arbeitgeber für den Umfang der ihm aufgetragenen Arin der großen Berliner Buchdruckerversammlung zu gunsten des von zirka 5000 Personen besuchten Versammlung, wo Adolf beiten ein bestimmter Gewerbetreibender im Sinne des Neunstundentags gefaßten Resolution vollständig einverstanden Hoffmann referirte, daß bei der Regierung Schritte erklärt und dem Vorstand des Gutenbergbundes ihre entschiedene gethan werden sollen, damit das Amt des Kottbuser Ge- Gesetzes. Gerade in der Konfektionsbranche gebe es eine große Mißbilligung wegen der Fassung des Flugblatts ausgesprochen, werbe- Inspektors einem andern als dem jetzigen Anzahl Hausgewerbetreibender, die für mehrere Geschäfte zugleich worin dieser zu der Tarifbewegung in einer den Prinzipals Juhaber übertragen wird. Daß Herr Ermlich, der jetzige arbeiten müſſen, um in der Zeit, wo die Arbeit in einem der intereffen entsprechenden abwiegelnden Weise Stellung nahm. Gewerbe Inspektor, sich bei dem Streit den höheren sozial- felben ruht, eine andere Beschäftigung zu haben. Die betreffende Resolution, worin dies ausgedrückt ist, wurde von politischen Aufgaben eines Gewerbe- Inspektors nicht gewachsen anderen, in den„ BI. f. Rechtspfl." mitgetheilten Falle hat die der Versammlung der Gutenbergvereinsmitglieder mit erdrückender gezeigt hat, wird außer den Leuten der Bismarck- Stumm'schen fünfte Zivilkammer entschieden, daß derjenige eine über das Maß eines Heimarbeiters hinausgehende Thätigkeit eines felb. Mehrheit angenommen. Richtung faum jemand bestreiten. Betreffs der in Nr. 56 des Vorwärts" veröffentlichten Mittändigen Handwerkers entwickelt, der nicht lediglich Der Streik der Tischler Berlins ist beendet. An der theilung über die bekannte Stadtverordneten- Versammlung bittet die ihm gelieferten rohen Stoffe bezw. Halbfabrikate bearbeitet, Bewegung haben theilgenommen über 10 500 Tischler in uns der Rottbuser Stadtverordneten- Vorsteher Herr Karl. h. die zugeschnittenen Stoffe zusammennäht und steppt, ca. 1000 Werfstellen. Ausständig sind noch 160 Tischler, Lehmann- Nie3 um Aufnahme der Erklärung, daß die sondern zum theil auch die Stoffe in derselben Weise, wie er ste welche zu unterstützen der Deutsche Holzarbeiter- Verband fiber- Stelle: Die im Kollegium fienden Fabrikanten und als selbständiger Schneidermeister von anderen Kunden geliefert nommen hat. Dieselben vertheilen sich auf die Mühlenbau- deren Gesinnungsgenossen machten durch lärmende Unruhe den erhält, selbständig zuschneidet und weiter bearbeitet. Werkstatt von Kapler, die Nähmaschinen- Fabrik von Frister Vertretern der 3. Wählerklasse das Weiterreden unmöglich" Die an dem Bildhauer Bruno Steiger in Potsdam u. Roßmann und die Kasten- Möbeltischlerei von Eckert, unwahr ist. am 12. Januar d. J. begangene Blutthat hat vor dem Potsdamer Ruppinerstraße sowie auf mehrere Kleinere Werkstellen. Bei der Berliner Gewerkschafts- Rommission Schwurgericht ihre Ahndung gefunden. Die beiden Angeklagten, Bemerkenswerth ist es" beiden erstgenannten Firmen vom Großkapital beherrscht werden,( R. Millarg, Berlin S., Annenstraße 16, Gewerkschaftsbureau) Bauunternehmer Karl Grabkowski und Töpfermeister Ed. Hoffein Beweis, daß im Tischlergewerbe dort, wo das Kapital fich gingen für die Textilarbeiter in Kotibus an Unterstützungen mann wurden zu 4 Jahren Gefängniß resp. zu 6 Jahren Zuchtein: Maiglöckchen I 30,-. Ene Metallwaarenfabrit 4,35. haus verurtheilt. Konzentrirt, ber Kampf der Arbeiter um bessere Lebensbedingungen besonders hart ist, da das Kapital auf die 2. B. 10,-. Rothe Briefenbrüder Köpenick 15,-. Eckstein, früher in Alzenau, wurde wegen Unterschlagung von Posamentenfabrik Reiß u. Burmeister 5,-. Porzellanmaler 20, Wieder Einer! Der Pfarrer Frih von Mömbris, Arbeiter teine Rücksicht nimmt. Doch kann im Tischler Danfestirche 1,-. Stodfabrik Heuer 10,-. Bading'sche Buch- kirchen- Baugeldern in 17 Fällen, wegen Betruges und gewerbe das Kapital jetzt taum auf die Dauer stand 10, halten, da die Verhältnisse in diesem Gewerbe noch so liegen, binderei 10, Buchbinder Berlins 50,- Hutmacher Berlins Diebstahls von der Straffammer zu Aschaffenburg zu fünf Jahren daß der größte Theil der Produkte in kleinen Betriebswerkstätten 200Gefangverein" Nord"( Mitglied des Arbeiter- Sänger- Gefängniß verurtheilt. bundes) 10.- Goldbach'sche Stockfabrik 10,-. Vergolder von hergestellt wird und die Inhaber derfelben, die Tischlermeister, Tiefe 3,50. Defateure, Färber in Köpenick 50,- Gastwirths bereits zu merken anfangen, daß auch sie der Zersetzung durch das Kapital entgegen gehen, weshalb der einsichtigere Theil unter gehilfen Berlins 20, Reichenbach i. S. d. Mertin 100, Glasarbeiter Köpenick 10,-. Seter des Vorwärts" 50,- Depelthen und lekte Nachrichten. ihnen, der merkwürdigerweise diesmal in den Reihen der Innungs. Verband der Metallarbeiter Berlins 500,-. Hutarbeiter meister sich befindet, den Tischlergesellen bei ihren Forderungen Braunschweigs 15,-. Morgenroth, Gesangverein Köpenick 30, bach ist überschwemmt. Die Donau stieg dort vormittags um Stuttgart, 9. März.( W. T. B.) Das Donauthal bei Erentgegengekommen ist. Der gut geleiteten Organisation der Zentralverband der Buchdrucker 1000,-. Stockarbeiter 4,75. Holzarbeiter wird es deshalb wohl gelingen, die Rücksichtslosig- Stammtisch d. Aug. Barthel, Nixdorf 5,50. Reibeisen, X- Strahlen 50 Bentimeter und steigt ſtündlich um 5 Zentimeter. Die Iller 50,- Zentralverein der Bildhauer 300,-. Holzarbeiter( Tischler) bringt große Waffermassen. schreibt man uns„ daß die keit der Großunternehmer zu brechen. Der günftige Verlauf der Bewegung ist im Interesse ber Arbeiterschaft zu begrüßen und wird sicher dazu beitragen, daß die Holzarbeiter zuversichtlicher denn je sich um das Banner der Organisation zu schaaren." An die Zimmerer Berlins! Berlins 500,-.. Wir bitten die Arbeiterschaft um weitere schnelle und that fräftige Unterstützung der Kottbuser Arbeiter. Offenburg, 9. März.( W. T. B.) Der Kinzigdamm ist durchbrochen. Ein über 100 Meter breiter Strom überschwemmt die Rheinebene. Auf einer Ausdehnung von 600 Metern ist der Bahndamm unbefahrbar, Mehrere Ortschaften sind bedroht, auch im Breuschthale ist eine große Anzahl von Ortschaften und Fabriten gefährdet. In Lübben haben die Drechsler der Firma Morgen Es sind noch 53 Baugeschäfte, die sich bis jetzt geweigert ft ern unter Führung des Zwischenmeisters Linke die Arbeit Paris, 9. März.( W. T. B.) Die Verhandlung vor dem haben, die Forderungen der Zimmerer anzuerkennen. niedergelegt, da ihre Forderung auf Verkürzung der Arbeitszeit Zuchtpolizeigericht in der Angelegenheit Lebandy begann hente In 336 Baugeschäften ist bis heute die neunstündige von 11 Stunden auf 10 Stunden und auf Erhöhung der Akkord- mit der Vernehmung der Brüder Ulrich und Joseph de Civry. Arbeitszeit eingeführt und wird dort auch streng inne gehalten. preise abgelehnt wurde. Anfragen sind zu richten an W. Wagner, Als erste Zeugin wurde Fräulein Marsy vernommen. General 28 Baugeschäfte zahlen den Stundenlohn von 55 Pf. und Lübben N.-L., Luckauerchauffee, bei Knoschückel. Die Lohn- Sermet erklärte, er habe von Givry wirkliche Denunziationen laffen 9 Stunden arbeiten, doch ist anzunehmen, daß sie bald tommiffion. gegen Lebaudy erhalten. Verantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey, Berlin. Für den Injeratentheil verantwortlich: Th. Glede in Berlin. Truck und Berlag von Wing bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen. 1 Beilage zum„Vorwärts" Bttliner Volksblatt. Ztr. 59. Dienstag, den 10. Marz 1896. 13. Jahrg. Neirsxskag« 55. Sitzung vom 9. März, 1 Uhr. Am Tische des Bundesraths: v. B ö t t i ch c r. Die zweite Beralhung der Novelle zur Gewerbe- Ordnung wird fortgesetzt und zwar bei der Frage der Konzessionspflichtigkeil des Kleinhandels mit Bier. Abg. Schädler(Z>) beantragt, den Kleinhandel mit Bier unter ß 33 der Gewerde-Ordnung zu stellen, d. h. ebenso wie die Gast- und Schankivirthschaflen konzessionspflichtig zu machen. Nach der Vorlage sollte der Kleinhandel mit Bier gleich dem Betrieb des Troguenhandcls untersagt werden können, wenn Thatsachen vorliegen, welche die UnZuverlässigkeit des Gewerbe- treibenden in bezug auf diesen Gewerbebetrieb darthun. Abg. Rocsickc beantragt, diese Vorschrijt nur für den Klein- Handel mit Bier vom Faß zu erlassen. Abg. von Hollenffcr(dk.): Der Antrag Schädler hat etwas Bestechendes, weil es scheinl, daß er geeignet ist, die Winkelwirth- schafien zu unterdrücken. Aber wie soll der Kleinhändler mit Bier konzessionspflichtig gemacht werden? Wie kann er die Völlerei, die Hehlerei, das Spiel fördern? Wie kann er inbezug auf die Lokalirage bestimmten Bedingungen unterworsen werden? Der Kleinhändler mit Bier braucht gar kein Lokal. Und wie soll die Bedürfnißfrage geprüft werden? Der Kleinhändler mit Bier soll bestraft werden, wenn er unbefugterweise Bierausschank betreibt. Aber dazu bietet die Gewerbe-Ordnung keine Hand- habe; denn darin kann noch nicht ei» Grund zur Entziehung der Konzession liegen. Deshalb sollte man sich begnügen mit der Bestimmung, daß bei wiederholtem unerlaubten Ausschank die Genehmigung zum Kleinhandel mit Bier zurückgenommen werden lönne. Abg. Nösicke(wildliberal) hält den Antrag Schädler für bedenklich über die Vorlage hinausgehend. Jedenfalls liege nicht für alle Einzelstaate» ein Bedürfniß für die Beschränkung des Kleinhandels mit Bier vor. Für Preußen selbst wünsche er eine solche Befugniß der Regierung nicht, denn wenn er auch zur augenblicklichen Regierung das Vertrauen habe, daß sie von dieser Befugniß keinen Gebrauch mache, so sei doch angesichts der Behauptung des Hrn. v. Ploetz, daß die preußischen Minister sich selber stürzen, die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, daß dem- nächst Herr Schädler Minister des Innern würde und von dieser Befugniß Gebrauch machte.(Heiterkeit.) Gerade die Ausdehnung des Flaschenbier- Verbrauchs hat denSchnapskonsuni vermindert. Die Regierung scheint selbst nur gedrängt zu sein zu dieser Be- stimmung, denn von Mißständen ist in der Begründung keine Rede, sondern nur davon, daß es Schwierigkeilen macht, fest- zustellen, ob ein Kleinhändler Bierausschank betreibt. Bier in Flaschen wird in 1509 bis 2900 Millionen Flaschen ab- gesetzt; wenn da wirklich einmal eine Flasche beim Händler ausgetrunken wird, so ist das nicht schlimm. Man trifft durch solche Maßregeln nur die kleinen Materialisten und Lebensmittelverkäufer. Warum soll denn bei einer kleinen Uebertretung gleich die Genehmigung zum Gewerbebetrieb ent- zogen werden? Die Bestimmungen über die Konzessionirung von Schankwirthschaften passen gar nicht für den Kleinhandel mit Bier, weil die Bedürfnißfrage dabei gar nicht in bctracht gezogen werden kann. Die Gastwirthe haben in ihren Ver- sammlungen sich gegen den Flaschenbierhandel ausgesprochen, aber lediglich aus Gründen der Konkurrenz. Die Gastwirthe haben in Norddeutschland allerdings trotz der hohen Preise eine schwierigere Stellung als in Süddeutschland. Aber durch die Beseitigung des Flaschenbierhandels können die Gastwirthe ihre wirthschastliche Lage nicht bessern; denn das Publikum hat sich an den Genuß des Flaschenbieres gewöhnt. Solche Be- schränkungen, wie Herr Schädler sie vorgeschlagen, führen zur Konzentration und Monopolisirung des Betriebes. In Süd- deutschland bringt man das halbe Leben in der Bier- stube zu(Widerspruch im Zentrum), bei uns in Nord- deutschland ist es nicht so. Die kleinen Brauereien in Bayern kranken nicht unter der Konkurrenz des Flaschenbiers, sondern unter der hohen Steuer. Den norddeutschen Brauereien rvird durch die Konkurrenz der kapitalkräftigen süddeutschen Großbrauereien das Leben schwer gemacht; Sie sollten ihre Lage nicht noch mehr erschweren durch solche INaßregeln. Wenn das Bier nicht in Flaschen, sondern voin Faß verkauft wird, so liegt die Gefahr des Winkel- schanks viel näher. Ich verkaufe weitaus das größte Quantum von Flaschenbier, mehr als jede andere Brauerei; meine Ab- nehmer hätten vielleicht auch gewünscht, daß eine Beschränkung des Flaschenbierhandels durchgeführt wird. Aber ich kenne aus eigener Erfahrung die Verhältnisse und weiß, daß durch jede Beschränkung nicht der Großbrauer sondern nur der kleine geschädigt wird. Jeder hofft aus diese Weise ein Paar Konkurrenten los zu werden, und die Ab- geordneten sind dann bereit, unter der Devise, dem Mittel- stände zu helfen, in den Kampf einzutreten. Ich verweise auf die Worte des Herrn v. Strombeck, daß, um dem Mittelstände zu helfen, ein Theil des Mittelstandes geschädigt wird. Man sollte die Beschränkungen nicht vermehren, sondern vermindern. (Beifall links.) Geheimrath Gruner: Die Gefahr des Winkelausschanks ist doch eine größere, als der Vorredner zugeben möchte. Der Klein- Handel mit Bier in Flaschen oder vom Faß giebt Gelegenheit, das Bier zum sofortigen Genuß zu verkaufen. Ter Antrag Schädler geht allerdings etwas weiter, als es das Interesse fordert. Die Vorschriften über die Schankwirthschaft, die Prüfung der Lokal- Verhältnisse, die Bedürfnißfrage ic. passen für den Kleinhandel mit Bier durchaus nicht. Der Antrag Rösicke würde die Vorlage der verbündeten Regierungen außerordentlich abschwächen. Abg. Lenzmann(dfr. Vp.): Ich bin weder Bierproduzent. noch im ganzen und großen Bierkonsument.(Heiterkeit.) Ich habe von Herrn Schädler'» Rede von, Sonnabend wegen des damals herrschenden Lärmes nicht viel gehört. Er scheint aber auf dem Standpunkt der Petition der Brauer Münchens zu stehen, an deren Spitze sich Herr Josef Sedlmayr befindet. Die Petition will einen Gewerbestand auf Kosten eines anderen stärke» und förder». Die kleinen Brauer, welche gestärkt werden solle», sind nur Schaustücke. Herr Sedlmayr als Protektor der kleinen Brauereien— das ist doch wirklich komisch.(Heiterkeit.) Klagen werden erhoben über die Winkel- fchänken; aber wer erhebt denn diese Klagen? Nur die scheel- süchtige» und neidischen Konkurrenten. Schnaps wird im Kleinhandel viel eher verkauft als Bier, schon weil mehr daran zu verdienen ist und weil die Steuer sür den Schnapsausschank eine sehr hohe ist. Spezielle Studien wird Herr Schädler wohl nicht gemacht haben; er wird seine Angaben von Interessenten haben. Aber ich habe die Sache studirt(Heiter- keit) als Rechtsanwalt und ich weiß, daß die Strasmittel aus- reichen,»m den Winkelausschank vollständig zu verhindern. Wenn man auf diese Weise Vergehen gegen das Nahrungsnuttelgesetz beim Bier treffen will, dann müßte man jede Nahrungsmittel- Industrie der Polizei unterstellen. Aber die Vorschrift hat lediglich den Zweck. denHaustrunk zu er- schweren und die Jffi irth sjr ä u m e z u fül l e n. Das ist Förderung der Völlerei. Wer dient nicht der Sittlichkeit.(Heiterkeit.) dafür Wenn eintritt, der die kleinen Schankwirthe nicht vorwärts kommen, dann sollen sie zum Flaschenbierhandel übergehen und diesen nebenbei betreiben. Wenn die Bierstuben gefüllt werden, wird das Karten- spiel gefördert. Der Flaschenbierhondel begünstigt den Haus- trunk und leert die Wirthshäuser. Ter billige Haustrunk kommt gerade den ärmsten Leuten zu gute, die sonst zum Branntwein greisen. An das Getränk des reichen Mannes, den Wein, wagt man sich nicht. Gegen die Bier- und Schnapskasinos schreitet man ein, um die Weinkasinos, wo vielleicht noch schlimmeres getrieben wird, bekümmert man sich nicht. Ter Biergenuß ist der beste Gegner des Schnapsteufels.(Präsi- dent von Buol: Ich bitte de» Redner beim Bier zu bleiben! Große Heiterkeit.) Wer den Schnapsgenuß beschränken will, der darf den Biergenuß nicht beschränken. Wer da weiß, welcher Mißbrauch mit dem Konzessionswesen getrieben wird, der dürste keine Lust verspüren, dasselbe auszudehnen. Redner empfiehlt die ganze Bestimniung zu streichen und alle Anträge, auch den An- trag Rösicke, abzulehnen. Ministerialdirektor von Woedtke bestreitet, daß ein Miß- brauch des Konzessionswesens vorgekommen sei. So lange nicht bestimmte Thatsachen vorgebracht werden, müsse er solche all- gemeinen Anschuldigungen zurückweisen. Abg. Haffe(natl.): Es handelt sich hier nicht um den Gegensatz von Wohlhabend und Arm, um den Gegensatz von Bier und Schnaps, von Flaschenbierhandel und Gastwirthschaft, sondern um die Sicherstellung der Konsequenzen aus§ 33. Es giebt sehr viele Leute, die, wenn sie eine Konzession nicht erhalten haben, den Versuch machen, aus einem Umwege das Schankgewerbe auszuüben. Ich glaube nrcht, daß irgend einer meiner politischen Freunde für den Antrag Schädler stimmen wird. Ter Klein- Handel mit Bier paßt nicht in den§ 33. Mir scheint der An- trag Holleuffer annehmbar, nach welchem der Gewerbebetrieb untersagt werden kann, wenn Kontraventionen vorgekommen sind. Der Antrag Rösicke würde die ganze Sache überflüssig machen, denn es wird wenig vorkommen, daß das Bier vom Faß ver- kaust wird. Abg. Schmidt- Berlin(Soz.): Der Herr Abg. Schädler glaubt, daß bei dem sogenannten Winkelausschank Sitte und Moral in Gefahr ist und befürwortet deshalb eine Konzessions- pflichl des Flaschenbierhandels. Unbedingt werden die Dinge in bezug auf den Flaschenbierhandel viel übertrieben. Wenn aber Sitte und Moral von der Zahl der Polizeimaßregeln ab- hängig wären, dann müßten wir in Deutschland eine ganz außer- gewöhnlich hohe Stellung in der Moral einnehmen. Nein, nieine Herren, es ist ein Uebelstand, daß man bei uns immer, wenn irgendwo sich ein auch noch so geringfügiger Mißstand zeigt, sofort nach der Polizei ruft. Das ist eine der größten Unsitten. Wenn der Herr Regierungsvertreter bezweifelt, daß die Handhabung der' Konzessionsertheilung keine einseitige und begünstigende ist, so bin ich in der Lage, einige besondere Fälle anzuführen: Wenn ein Gastwirlh seine Versammlungsräume den Sozialdemokraten zur Verfügung stellt, dann wird ihm fast regelmäßig die Polizeistunde beschränkt (hört! links); anderen Leuten, die sich der Behörde gefügig zeigen, wird sie verlängert. Redner verweist z. B. auf Adlershof, wo ein Lokal vom Amtsvorsteher in dieser Weise benachtheiligt wird. Es handelt sich hier um ein großes Sommerlokal, nicht ein Lokal, in welchem hauptsächlich Branntwein ge- schänlt wird. Und sonderbar, sobald der Wirth eine Versammlung bürgerlicher Vereine hat, wird ihm die Polizei- stunde verlängert. Nur wenn Sozialdemokraten da sind, muß das Lokal früher geschlossen werden. Wenn das kein Miß- brauch der amtlichen Befugnisse ist, dann giebt es überhaupt keinen. Aehnlich verhält sich die Sache in Rixdorf, wo einem Wirth einer größeren Lokalität die Konzession über die Polizeistunde gekürzt wurde, weil er seine Lokalitäten zu sozialdemokratischen Versammlungen hergab. Die Sozialdemokraten, welche sich mit dem Flaschenbierhandel befassen wollten, würde» wahrscheinlich ebenso chikanös behandelt werden, wie die Gastwirthe.(Sehr richtig links. Der Denunziation würde Thür und Thor geöffnet werden. Einer solchen Chikanirnng weiter gewerblicher Kreise stehen wir entschieden ablehnend gegenüber. Ministerialdirektor von Woedtke: Selbst wenn es in den einzelne» Fällen der Konzessionsertheilung nicht ganz objektiv zugegangen sein sollte, so paßt das nicht auf den Klein- Handel mit Bier, der nach der Regierungsvorlage nicht der Kon- zessionspflicht unterworfen wird, wo die Genehmigung zum Ge- iverbebelrieb nur zurückgenommen werden kann, und zwar im Rechtswege, wo keine Willkür entscheidet. Abg. v. Stumm(Rp.): Wir überzeugen uns doch nicht, sondern vertrödeln nur die Zeil.(Widerspruch links.) Daß das die Absicht sein sollte, habe ich nicht gesagt. Sie finden alles Heil in der freien Konkurrenz, wir nicht. Die Ausdehnung des Bierkonsums hat Herr Rösicke gelobt. Danach hätte der Reichs- tag also zu Unrecht die Frage des Bedürfnisses in den Vorder- grund gestellt; das ist aber geschehen. Ist es denn wunderbar, daß die Gastwirthe sich wehren gegen dieKonkurrenz des Flaschenbierhandels? Herr Leuzmann hat Herrn Sedlmayr vorgeworfen, daß er sich zum Vormund de r kleinen Brauer gemacht hat; das hat Herr Rösicke ebenfalls gelhan. Wenn man in diesem Hause etwas durchsetze» will, dann spricht man immer von den kleinen Leuten. (Heilerkeit.) Es handelt sich nicht um die Großen oder um die Kleinen, sondern darum, daß die Trunksucht eingeschränkt wird. Wenn Herr Lenzmann behauptet, der Bierkonsum in den Wirth- schaflen habe abgenommen, da der Haustrunk zugenommen hat, so ist das nickt richtig; an beide» Stellen ist der Konsum ge- stiegen. Die Trunksucht in Bier ist in Sü�deutschland ebenso groß wie in Norddeutschland beim Schnaps. Der Bier- konsum hat auch seine physischen Nachtheile. Wenn wir in Norddeutschland den Flaschenbierhandel nicht konzessions- pflichtig machen wollen, warum sollen wir den Wünschen der Herren im Süden nicht nachkommen? Wenn der Kleinhandel mit Branntwein der Konzessionspflicht unterstellt werden soll, warum nicht auch der Flaschenhandel mit Bier? Ich werde für den Antrag Schädler und für die Regierungsvorlage stimmen. Abg. Birk(Soz.) bestreitet, daß die Trunksucht zugenommen habe. In München habe vor einigen Jahren der Flaschenbierhandel angefangen und der erste An- fänger hat damit ein riesiges Geschäft gemacht, so daß das Publikum die großen Brauer gezwungen hat. ebenfalls zum Flaschenbierhandel überzugehe». Wer mit dem Konzessionswesen Ersahrungen gemacht hat, dem graut vor einer Erweiterung der Konzession. Trotzdem das Bedürfniß und ein geeignetes Lokal vorhanden war. ist die Konzession abgelehnt worden, während ein beim Magistrat beliebter Herr sogar aus einem Bauplatze eine Konzession bekommen hat. Vielfach sind berechtigte Gesuche und Konzessionen, selbst wenn sie von über die Hälfte der Ortsbewohner niit verlangt worden sind, abgewiesen worden. Die Polizei hat thalsächlich in ganz Deutschland so viele Machmittel, daß sie, wo sich Unsitt- l'ichkeiten und dergl. zeigen sollten, diesen entgegentreten kann. In der Petition des Brauerbundes wird wenigstens eine Grenze angegeben, wo der Kleinbierhandcl anfängt und wo der Groß- Handel aufhört. Die Brauer wolle» hier die Einschränkung des Kleinhandels bei 6 Liter. Durch die Vorlage wird nichts erreicht. Wenn die Brauer sich gemeinsam verständigen, so können sie alles das erreichen, was mit der Vorlage erreicht werden soll. Sie brauchen ja nur den Kleinhändlern kein Bier abzugeben. Jedenfalls aber wird mit allen Anträgen und mit der Vorlage nichts erreicht. Darum stimmen wir gegen beide. Abg. v. Salisch(k.): Herr Lenzmann meinte, dem Wein sollte man nicht zu Leibe gehen. Wer hat denn gegen die Wein- steuer gestimmt?(Sehr richtig! rechts. Zuruf links: von beide» Seiten!) Daß es vortheilhafler ist, Bier zu Hause zu trinken, als in der Kneipe, ist doch kein Standpunkt, den man ernstlich vertreten kann. Bei den Droguisten sollten die Zahlen aus Berlin nicht maßgebend sein, und jetzt werden zwei Fälle angeführt, in denen Konzessionen nach Gunst ertheilt sind, und das soll nun für uns maßgebend sein. Die Gastwirthe werden als Denunzianten hingestellt; was ist es aber anders, wenn man gegen einen Stand von Beamten den Vorwurf erhebt, daß sie chikanös verfahren. Dagegen muß ich auf das Entschiedenste protesliren.(Widerspruch links.) Abg. Schädler: Wenn das Bier zwei Tage angestochen ist, dann wird es etwas schaal. Es ist mir heute sehr gut gegangen; Herr Nösicke hat mir in Aussicht gestellt, daß ich preußischer Minister des Innern werden könnte. Wenn das eintreten sollte, so werde ich des Herrn Rösicke ge- denken, wie er meiner gedacht hat.(Heiterkeit.) Die Bedenken gegen meinen Antrag werden wohl am besten durch die Re- gierungen im Wege der Landesgesetzgebungen beseitigt werden können. Behalten Sie in Norddeutschland was Sie haben und geben Sie uns, was wir wollen.(Zuruf des Abg. Richter: Und wo bleibt das Deutsche Reich?) Das Deutsche Reich ist nicht auf der Grundlage des Flaschenbierhandels aufgebaut(Heiterkeit; Zuruf des Abg. Richter: Geben Sie uns doch die Biersteuer!) Kommen Sie doch mit Ihren Anträgen, wir wissen ja längst, was Sie wollen! Wir treten ein für den seßhaft gewordenen Gewerbe- stand der Schankwirthe. Sie brauchen noch lange nicht in den melancholischen Gesang einzustimmen: Was soll aus der Welt denn noch werden, wenn niemand mehr trinken will! (Heiterkeit.) Damit schließt die Debatte. Persönlich bemerkt Abg. Rösicke, daß Herr v. Stumm sein Versprechen, daß er mit einem Arbeit- geber, der die Pflichten seines Standes so sehr verletzt habe, nicht mehr diskutiren könne, gebrochen habe.(Große Heiterkeit.) Abg. v. Stumm: Ich habe damals nur von den sozial- politischen Fragen gesprochen. Ich denke nicht daran, daß ich Herrn Rösicke jede Antwort auch in anderen Dingen schenken soll. Abg. Rösicke: Herr v. Stumm hat ganz allgemein ge- sprachen, und ich würde ihn bitten, sein Versprechen zu erfüllen, weil er mir damit eine besondere Freude bereiten würde. Abg. v. Stumm: Ich denke nicht daran, Herrn Rösicke diese Freude zu bereiten. In der Abstimmung wird beschlossen, die Konsum- vereine nach dem Antrage Gröber derselben Konzessionspflicht zu unterwerfen, wie die Gast- und Schankwirthschaften. Der Antrag Schädler wegen der Konzessionspflichtigkeit des Kleinhandels mit Bier wird abgelehnt; dafür stimmten die Freikonservativen, ein Theil des Zentrums und einige Nationalliberale. Bezüglich des Artikels 4 wird beschlossen, nach dem Antrag v. Holleuffer für den Kleinhandel mit Bier die Untersagung ein- treten zu lassen, wenn der Gewerbetreibende wiederholt wegen nnbesugten Betriebs der Schankwirthschaft bestrast ist; serner wird nach dem Antrag Gröber der Handel mit Loosen von Lotterien und Ausspielungen unter die Vorschrift des§ 35 gestellt. Bezüglich der Droguen und Präparate wird ebenfalls der Antrag Gröber angenommen, wonach der Handel mit Droguen und chemischen Präparaten untersagt werden kann, sofern die Hand- habung des Gewerbebetriebes Leben und Gesundheit des Menschen gefährdet. In namentlicher Abstimmung wird darauf Artikel 4 mit 137 gegen 78 Stimmen angenommen. Nach Art. 5 kann, wenn in den Fällen des Z 35 die Unter- sagung eines Gewerbebetriebes erfolgt ist, durch die Landes- zentralbehörde oder von einer anderen von ihr zu bestimmenden Be- Hörde die Wiederaufnahme des Gewerbes gestattet werden, sofern seit der Unrersagung niindestens 1 Jahr verflossen ist. Art. 5 wird ohne Debatte angenommen. Darauf wird um b'/eUhr die weitere Berathung bis Dienstag 1 Uhr vertagt. Lokcrles. Die„Jllnstrirte März-Zeitung", die wir vorgestern be- sprochen haben, ist in der Buchhandlung Vorwärts bereits wieder vergriffen. Doch ist eine Neuauflage in Vor- bereitung, so daß die eingegangenen sowie Neubestellungen in einigen Tagen wieder erledigt werden können. Achtung» sechster Wahlkreis! Am Donnerstag, den 12. März, abends 8 Uhr, findet i» Schulz' Salon, Slettiner straße 57, eine große Volksversammlung statt, in der Reichstags-Abgeordneler B u e b- Mülhausen über das Thema „Regierung, bürgerliche Parteien und Sozialdemokratie" referireu wird. Männer und Frauen aller Parteien sind eingeladen. Auf die Gcdächtnißfeicr» welche der Leseklub„Karl Marx" am Sonnabend, de» 14. d. Mts., im Feen-Palast veranstaltet, weise» wir nochmals mit dem Bemerken hin, daß sich etwa 159 Sänger an den Aufführungen und Vorträgen betheiligen werden. Die Festrede wird von Liebknecht gehalten. Jw Stralau stehen der Arbeiterschaft folgende Lokale znr Verfügung: Brauerei Stralau, Alte Taverne und Schweizergarten (Markgrafendamni). Zum GetverbeausstcllungS-Skandal schreibt die„Volks- Jeitung" u. a.: Was nach und nach i» die Oeffentlichkeit ge- sickert ist, hat den Mitgliedern des Ausstellungskomitee's, mehr noch aber den Mitgliedern des Arbeitsausschusses doch schon längst bekannt sein müsse». Wo sind diese Organ« gewesen? Warum haben sie so lange geschwiegen, bis ein Schweigen nicht mehr möglich war? Waren die Gerüchte über die Aus- beutung seiner ehrenamtlichen Stellung zu geschäftlichen Vortheilen seitens des Herrn Kühneman» unwahr, so hätten die zuständigen Organe der Ausstellung diesen'Gerüchten mit allein Nachdruck entgegentreten müssen. Waren sie— auch nur zum theil— begründet, so hätten diese Organe mit eben demselben Nachdruck auf die Entfernung des Herr» Kühnemann aus seiner ehren- amtlichen Stellung dringen müssen. Sie wären das nicht allein sich selbst, sondern auch dem Ansehen der Berliner Geschäftswelt, dem Werke, für dessen glückliches Gelingen sie einen großen Theil der Verantwortung übernommen haben, schuldig gewesen. Und weiter: Warum schweigen die genannten Organe auch jetzt noch? Waruni ist die Sache nicht sofort, nach- dem die gravirende» Gerüchte i» die Oeffentlichkeit gedrungen waren, so oder so geklärt worden? Herr Kühnemann theilt einigen hiesigen Blättern mit, daß er gegen den Redakteur der„Ausstellungs- Zeitung", die am schärfsten die gerügten Geschäftspraktiken gegeißelt hat, die Be- leidigungs- und Verleumdungsklage erhebe» und bis zum ge- richtlichen Austrag der Sache jede weitere Er- örterung in der Presse ablehnen werde. Uns will es scheinen, daß dies der ungeeignetste Weg ist, sich von einer Anklage rein zu wasche». Wie unzählige Vcrnrthei- wird. auf Auf grund eines Haftbefehls der Staatsanwaltschaft zu Yungen fozialdemokratischer Redakteure gelehrt haben, ist es unter 1 gewöhnlichsten Ralibers, daß die wohlverdiente Ohrfeige, die ihr f der heutigen Gerichtspraxis tinderleicht, eine Person, die die an Gerichtsstelle applizirt worden ist, gesessen hat. Wir brauchen Berlin ist in Rixdorf der in der Berlinerstraße wohnenve dessen Ehefrau verhaftet und Wahrheit gesagt hat, zur Verurtheilung zu bringen, wenn bei wohl kaum zu erklären, daß es uns um Herrn Wawernot, der Buchhalter Gehring und dessen Ehefrau Verkündigung der Wahrheit in der Form gefehlt wurde oder ein durch die Zeugenaussage geschäftlich in eine nicht besonders an in das Untersuchungsgefängniß zu Berlin eingeliefert worden. nebensächlicher Punkt in der Darstellung sich nach Ansicht des genehme Situation gerathen ist, leid thut. Aber dafür möge er G. soll sich als Angestellter einer großen Aftiengesellschaft Unterschlagungen und Betrügereien in sehr erheblichem Umfange haben Gerichts nicht als erweislich wahr bekräftigen läßt. Und sich bei dem Stumm'schen Hezblatte bedanken. überdies gehen einige Monate ins Land, bis die Angelegenheit Wenn die Unterthanen brav und artig sind. Eine au Schulden kommen lassen, während seine Ehefrau der Beihilfe Kühnemann, die selbst nach bürgerlicher Anschauung dringend der recht eigenartige Belohnung für gute Führung am verdächtig ist. Aufklärung und Rechtfertigung bedarf, vor Gericht verhandelt Musterungstage hat in diesem Jahre der Landrath des Einen tödtlichen Ausgang hat der Unfall genommen, der Kreifes Beestow- Storfow, v. Gersdorff, burch eine Verfügung am Sonnabend Bormittag dem Rutscher Karl Grosse aus der Der Magiftrat hat jetzt die Stizzen für den Neubau einer an die Amtsvorsteher des Kreises den Gefstellungs Bergstraße zustieß. Der 39jährige Mann wurde unter seine dritten städtischen Voltsbadeanstalt nebst Depotgebäude Pflichtigen in Aussicht gestellt. Die betreffende Verfügung eigenen Pferde begraben, als fie, nachdem er sie kaum auf die der Straßenreinigung, Gerätheschuppen und Miethewohnhaus auf lautet: Aus Anlaß des bevorstehenden Militär- Ersaßgeschäftes Beine gebracht hatte, im Thorwege des Hauses Memelerstr. 20 dem Grundstücke Dennewißstraße 24a ausgearbeitet. Der Kosten werden voraussichtlich von Gestellungspflichtigen auch diesmal vor einem Bretterwagen zum zweiten Male hinfielen. Grosse anfchlag schließt mit einer Summe von 691 000 m. ab; die bei den Herren Amtsvorstern des Kreises Gesuche um Ertheilung erlitt einen Bruch des linken Unterschenkels und innere Vers erste Baurate soll mit 200 000 m. in den Etat eingestellt werden. von angerlaubniß für den betreffenden Geftellungstag legungen, denen er gestern im Krankenhause erlegen ist. angebracht werden. Ich behalte mir für diesen Fall au 3 Aufgeklärt ist ein Vorgang, welcher die Kriminalpolizei Zur Ueberfüllung der Berliner Gemeindeschulen haben drücklich vor, über dergleichen Anträge selber zu befinden, der östlichen Vororte Berlins seit dem 8. d. M. beschäftigte. An wir, in Ergänzung unserer das Jahr 1893 behandelnden Mit- und bemerke hierbei, daß ich ihnen grundsätzlich nur dann Folge diesem Tage verließ der stellenlose Bäckergeselle Göldner die Stadt theilung über diesen oft erörterten Mißstand( in Nr. 262 vom geben werde, an wenn die Gestellungspflichtigen dem Köpenick, woselbst er in einer Herberge geweilt, um sich nach vorigen Jahre), aus dem nun vorliegenden Bericht der städtischen Musterungstage fich tadellos geführt haben. Die Berlin zu begeben und war seitdem verschwunden. Dagegen Schuldeputation über 1894/95 die Frequenz der einzelnen Klaffens betheiligten Herren Amtsvorsteher wollen eintretendenfalles wurde tags darauf ein Theil seines Gepäckes im Walde, in der stufen für 1894 nachzutragen. Darnach war Ende 1894( in dies den Antragstellern gefälligst in geeigneter Nähe der Station Hirschgarten aufgefunden unter Umständen, Bäckergesellen schließen Klammern: für 1898) die Dutchschnittsfrequenz allgemein 52,8 28eise eröffnen und ihnen gleichzeitig anheimgeben, ihren die eine Ermordung des ( 53,3) Kinder pro Klasse, doch im einzelnen in den Klaffen I 40,7 Antrag am Musterungstage bei mir zu wiederholen." Diese ließen. Diese ließen. Durch fortgesetzte Bemühungen der Kriminalpolizei ( 40,8), II 47,1( 47,0), III 51,9( 52,6), IV 55,8( 56,2), V 58,8 Verfügung ist geradezu klassisch zur Kennzeichnung des Polizei- gelang es endlich am gestrigen Tage G. in Friedrichshagen zu ( 59,8), VI 59,5( 60,4). Diesmal haben erfreulicher Weise staates. ermitteln. Nach Angabe des Aufgefundenen ist er von Köpenick besonders die am meisten überfüllten untersten Klassen von Ein Hilfsarbeiter aus dem statistischen Amte schreibt aus in Begleitung eines unbekannten Handwerksburschen gedem allgemeinen Rückgang profitirt. Im Vergleich zu uns: Das statistische Amt hat mit den Arbeiten, welche aus wandert, im Walde bei Hirschgarten haben sich die beiden jungen dem, was gefordert werden muß, ist die Befferung der Boltszählung vom Dezember vorigen Jahres erwachsen find, Leute niedergesetzt und G. ist alsbald eingeschlafen. Als er freilich auch jetzt noch äußerst gering, abgefehen davon, durchschnittlich Personen betraut, deren soziale Stellung durchaus später wieder erwachte, ist der fremde Kollege verschwunden gebaß im Einzelfalle die Besetzung der Klaffen V und VI felbft diefen Nebenverdienst entbehren könnte, während zahlreiche wesen und mit ihm das Gepäck des Bäckers, aus welchem nach verständlich immer noch an die 70 heranreicht. Der Abstand stellungslose Kaufleute sich vergeblich darum beworben haben. der Auffindung durch die Polizei nur ein Anzug fehlte. zwischen den Gemeindeschulen und den mittleren und höheren Verdient diese Praxis schon Mißbilligung, Mißbilligung, so fordert Der Gastwirth W. Schulze, Görligerstraße 69, ftellt an städtischen Lehranstalten hat sich, da auch hier theilweise ein geradezu Proteft heraus die Art und Weise, wie von manchen einem in Nr. 58 gebrachten Bericht über einen Selbstmord richtig, Frequenzrückgang eingetreten ist, nur sehr wenig zu gunsten der aus diesen Arbeiten Gewinn geschlagen wird. 3. B. zahlt das daß die That nicht auf seinem, sondern auf einem zum Hause Gemeindeschulen geändert. Ende 1894( bezw. 1898) tamen durch statistische Amt für die Ausfüllung der Karten, welche der Berufs- gehörenden Abort vollführt worden ist. schnittlich auf jede Klasse: auf den Gymnasien 30,5( 31,6), Real zählung dienen, 0,80 m. pro Hundert, einen immerhin annehm Aus Rigdorf wird berichtet: Gespenster sehen, wie in gymnasien 38,0( 38,0), Ober- Realschulen 35,7( 36,0), Real baren Preis, da man bei einiger Uebung in 12 Stunden 100 St. Moabit die Leute nach den Brandstiftungen, nun mitunter auch schulen 36,3( 36,0), höheren Mädchenschulen 45,7( 46,0), auf allen fertigstellen kann. Vielfach aber nun werden von den Leuten, die Einwohner von Rixdorf infolge der Mordthaten. Am diesen Schulen zusammen 36,5( 36,8). Daß auch die Gemeindeschul- welchen das Arbeitsmaterial übergeben ist, Hilfskräfte heran: Sonnabend Abend gegen 7/2 Uhr ging ein Mann mit seinent Frequenz einmal bis auf diese Zahlen herabgeht, ist vorerst nicht zugezogen, welche nach den Haushaltungslisten die Zähltarten aus: 10 jährigen Sohne über die Köllnischen Wiesen nach Rixdorf zu. erwarten; denn die in den letzten Jahren eingetretene geringe zufüllen haben. Je nach dem Grade der Unverschämtheit des Da der Knabe den Unfug, mit Steinen nach den Bauten zi Besserung wird ja, wie wir früher gezeigt haben, viel weniger betreffenden Arbeitgebers" erhalten diese dann, wie es dem werfen, trotz wiederholten Verbots nicht unterließ, so erhielt er dem guten Willen der städtischen Behörden als dem Rückgange Schreiber diefes erging, für das Hundert 30-40 Pf., verdienen von seinem Vater eine Züchtigung. Das sah ein Soldat, der, der Geburtenziffer verdankt. Neuerdings beschäftigt man sich also in der Stunde 20-26 Pf. bei angestrengtester Arbeit. Es nicht wissend, um was es sich handelte, in dem Glauben, daß der auch in den„ freisinnig- volksparteilichen" Kreisen Berlins leb: wäre wirklich wünschenswerth, daß das Amt den Ausbeutungs- Knabe vielleicht verfchleppt werden sollte, den Mann zur Rede stellte. hafter mit der Frage der Herabminderung der Gemeindeschul- gelüften seiner Bertrauenspersonen einmal einen Riegel vor. Die Versicherung, daß es sein Sohn sei, glaubte dem Manne Frequenz. Daß übrigens die Wohlhabenden, freifinnige" und schöbe. nicht, freisinnige", nicht blos um der Ueberfüllung willen ihre Kinder von der Boltsschule fernhalten, ist bekannt. weder der Soldat noch das Publikum, das sich bald zahlreich einJufolge des Sturmes ist am Sonnabend Nachmittag auf fand. Man brachte den vermeintlichen Verbrecher auf die nächfie dem Gelände der Ausstellung das Maschinenhaus der Firma Berliner Polizeiwache, von wo er nach Aufklärung des MißVegetarierheim und Gewissensfreiheit. Das Vegetarier Wolf- Buckau eingestürzt. Der Unfall hätte unbedingt zu einer verständnisses sofort entlassen wurde. Ein Dienstmädchen, das heim in Schlachtensee, in welchem auf Kosten eines Herrn schweren Katastrophe führen müssen, wenn nicht des Sonnabends den Vorgang mit angesehen hatte, ohne von dem Ausgange er Sourius mehrere Kinder nach vegetarischen Grundsätzen erzogen wegen schon um 4½½ Uhr Feierabend gemacht worden wäre. So fahren zu haben, erzählte ihn weiter, und so war am Sonntag werden, sollte, wie verschiedene Blätter vor einigen Monaten befanden sich nur noch drei Arbeiter in dem Gebäude, und auch Morgen eine neue Blutthat daraus geworden. Das Gerücht kam meldeten, durch Schenkung des Herrn S. in den Besitz der Ge- diese kamen dadurch, daß sie in einen Hohlraum fielen, mit dem auch zum Rigdorfer Amt, und nun stellte Gendarm Gürtler den meinde Zehlendorf übergegangen sein. Wir erfahren, daß die Leben davon. Das Maschinenhaus war zum theil massiv" ge- wahren Sachverhalt fest. Berhandlungen, welche darüber schwebten, sich wieder zerschlagen baut; es liegt am Ufer des Karpfenteiches in der Nähe der Drei Frauen versuchten sich am Montag Morgen zu tödten. haben; der Grund, welcher zu dem Abbrechen der Verband- Ausstellung Alt- Berlin; seine gewaltigen Maschinen waren im Eine Unbekannte sprang in der Nähe des Birkus Busch in die lungen geführt hat, ist für unsere Bustände außerordentlich wesentlichen bestimmt, das Theater Alt- Berlin mit elektrischem Spree, wurde aber von Schiffern gerettet. An der Herkulestennzeichnend. Licht zu versorgen. Das Gebäude war nahezu fertiggestellt. brücke stürzte sich eine Frau, in der später eine Wittwe R. vont Herr S. stellte als Bedingung der Uebernahme der Stiftung uns will scheinen, daß die Bauten in der Gewerbe Ausstellung, Schöneberger Ufer festgestellt wurde, in den Landwehrkanal, durch die Gemeinde eine Reihe von Forderungen auf, unter die bekanntlich schon eine große Zahl von Menschenleben ge- wurde jedoch von Vorübergehenden dem Wasser wieder entzogen. welchen gemäß seinen Anschauungen über naturgemäße Lebens- fordert haben, dem Publikum zu schweren Bedenken Anlaß In der Dennewigstraße sprang eine Frau U. aus dem Fenster weise die vegetarische Kost der Böglinge eine Hauptrolle spielte. geben müssen, wenn ein starker Wind sie schon umzuwehen ver- ihrer im ersten Stock gelegenen Wohnung auf den Hof hinab und Man kann zweifelhaft sein, ob eine Gemeinde sich auf derartige mag. Wer bürgt dafür, daß ein Unwetter wie am Sonnabend zog sich anscheinend schwere innere Verlegungen zu. Alle drei Experimente am Leibe von Kindern, welche sich nicht schüßen unter ungünstigeren Umständen nicht ein Unheil von unübersehbaren wurden durch Schuyleute mit Droschten Krankenhäusern zugeführt. tönnen, einlaffen darf, so lange die hervorragendsten Sachver Folgen anrichtet? ständigen einen ablehnenden Standpunkt einnehmen; wir sind Des Frau U., einer 76 Jahre alten Wittwe, haben Der Betrieb der elektrischen Bahn in Spandau Nahrungsforgen das Leben verleidet. Die Greifin lebte gewiß, daß viele ruhig denkende Männer, die nicht einmal ist eingestellt. In Spandau hat am Sonnabend die landes- mit einem Enkel zusammen, der Musiker ist, und auch in der Gegner des Vegetarismus sind, einer Gemeinde solches Recht be- polizeiliche Abnahme der elektrischen Straßenbahn stattgefunden; vergangenen Nacht seinem Berufe oblag. Sie war schon die fireiten. Wie dem auch sein mag, die Gemeinde Zehlendorf ging es wurde alles in Ordnung befunden und die Erlaubniß zur ganze Nacht hindurch in ihrer Wohnung unruhig auf und abauf diese Bedingung ein, stellte aber die Forderung. Aufnahme des elektrischen Betriebes von der Behörde vormittags gegangen. Um 6 Uhr stürzte sie sich zum Fenster hinaus. Den daß nur evangelisch getaufte Kinder in die An ftalt aufgenommen würden, die nach Erreichen 11 Uhr ertheilt. Abends 8 Uhr mußte der elektrische Betrieb Hausverwalter, der ihr gleich zu Hilfe eilte, erklärte sie, daß indeß wieder eingestellt werden, weil die Ober- Postdirektion Nahrungssorgen sie zu ihrem Schritte veranlaßt hätten. Die 14. Lebensjahres konfirmirt werden müßten. Herr S., welcher in Potsdam Einspruch erhoben hatte. Der Protest ist damit be- Frau hat sich außer inneren Verlegungen auch einen Armbruch in religiösen Dingen ein verständig denkender Mann zu sein scheint, hatte ursprünglich beabsichtigt, Kindern ohne jede Rüde gründet, daß der Telephon- und Telegraphenverkehr durch den zugezogen. elektrischen Strom gestört werde; monatelang ist an den zur Erschossen hat sich am Sonntag Morgen neun Uhr der ficht auf die Ronfession ihrer Eltern Aufnahme zu gewähren und Sicherung des Telephon- und Telegraphenbetriebes seitens der A3 jährige Former Paul Zimmermann in seiner Wohnung den Eltern die Bestimmung über die Art der religiösen Er: Post geforderten Einrichtungen gearbeitet worden; diese haben Mehnerstr. 3. Die Ursache des Selbstmordes ist nicht bekannt. ziehung zu überlassen. In Rücksicht darauf, daß in Preußen Religionsunterricht unter Billigung der Gerichte auch Dissidenten- fich jetzt also als unzureichend erwiesen. Seit Sonnabend Abend Gleichfalls hat sich am Sonntag Vormittag der 26 jährige findern aufgezwungen wird, und daß in der Anstalt wegen ihrer ist der Pferdebetrieb wieder aufgenommen; der elektrische Betrieb Handlungsgehilfe Kracht, der Weberstr. 13 wohnte, erschossen. Der junge Mann, der seit Januar d. J. wieder eine Stellung gering en Ausdehnung nur ein Religionsunterricht ertheilt ist vorläufig bis zum 18. d. M. inhibirt. als Verkäufer bekleidete, hatte, bevor es ihm gelang, Kondition 8 finden, Schulden gemacht, und war nun von seinen Gläu bigern verklagt worden. Aus Berzweiflung darüber jagte fich R. eine Rugel durch den Kopf, die den sofortigen Tod des Un besonnenen herbeiführte. werden könne, ließ sich Herr S. zu der Konzession herbei, daß Eine Säbelaffäre ereignete fich in der Nacht zum Montag nur Kinder evangelischer Eltern Aufnahme finden sollten; aber gegen 1 Uhr vor dem Aschinger'schen Bierlokal, Friedrichstr. 151. feineswegs wollte er dulden, daß den Kindern Taufe und Kon- Ein Unteroffizier vom 4. Garderegiment hatte mit einem Biviliften firmation gegen den Willen der Eltern in der Anstalt im Lokal Streit bekommen, der auf der Straße fortgesetzt wurde. aufgezwungen würde. Zehlendorf dagegen wollte ungetaufte Im Verlaufe der Affäre zog der Unteroffizier sein Seitengewehr Kinder nur aufnehmen, wenn die Taufe bei der Auf- und versetzte dem Gegner einen wuchtigen Hieb über den Kopf. Ein unbekannter Mann im Alter von etwa 30 Jahren nahme vollzogen würde und die Konfirmation später Dieser Vorgang hatte in der verkehrsreichen Gegend ein zahl hat sich am Sonnabend in einem Gasthof in der Friedrichstraße erfolgte; an dieser Unduldsamkeit der Gemeinde scheiterten reiches Publikum herbeigelockt, das lebhaft gegen den Soldaten erhängt. daher die Verhandlungen. Sie gab an, sie tönnte es nicht zu- Partei ergriff. Es muß als ein Wunder bezeichnet werden, daß Bengen gesucht. Die Personen, welche Zeugen des Vorgeben, daß in einer Zehlendorfer Anstalt erzogene Kinder der Mann entkommen konnte, trozdem mehrere Schußleute, durch gangs waren, der sich am Sonnabend Abend zwischen 6 und Später Bürger zweiter Klasse würden, was bei den Lärm herbeigelockt, schleunigst zur Stelle eilten. 7 Uhr vor der Revierwache in der Schönleinstraße abgespielt den Ungetauften, also den Dissidenten der Fall sei!!! Ueber den Mörder der Clara Galle behauptete ein hat, werden ersucht, sich bei Mehlis, Gräfestraße 66 und 67, zu melden. Fast klingt das Ganze wie eine Geschichte aus längst ver- Mann, genaueres zu wissen, der sich einem hiesigen Blatte zufolge Von Fritz Friedmann. Aus Bordeaux wird vom Sonntag floffener Zeit, wie eine Mär aus dem Mittelalter. Denft man gestern Morgen 8 Uhr auf dem Polizeirevier 75 in Moabit meldete. Er nannte auch den Namen des angeblichen Mörders, berichtet: Gegen den ehemaligen Rechtsanwalt Friedmann ist, aber an die Maßnahmen, welche die Behörden im Lande der der in der Ackerstraße wohnen soll, und berichtete ferner, daß wie die Blätter melden, das Auslieferungsverfahren auch wegen Denter zu größerem Ruhme der preußisch- deutschen Freiheit Gegen die gegen die Dissidenten erft in letzter Zeit wieder getroffen haben, Gin Kriminalbeamter fuhr sofort mit dem Manne zum Polizei- bezügliche Mittheilung des Staatsanwalts hat Friedmann ihm der Betreffende 20 m. für sein Schweigen geboten habe. Theilnahme an betrügerischem Bankrott gestellt. so wird sie recht glaubhaft; darnach sind ja die Ungläubigen wirklich Bürger zweiter Klasse, welche in jeder Beziehung zurück- präsidium, wo Kriminalfommiffar Lazar die drei Polizeireviere, lebhaft protestirt und erklärt, er sei ein Opfer nicht ein Mitgesetzt werden müssen. Erst mit dem Siege des Sozialismus zu denen die Ackerstraße gehört, telegraphisch dahin verständigte, schuldiger an dem Bankrott der Rheinisch- Westfälischen Bank". In Schönwalde( an der Stettiner Bahn) ist, nachdem auch wird die Freiheit des Dentens, welche jetzt nur auf dem umgehend nach dem angeblichen Mörder genaue Recherchen anPapiere gewährleistet ist, auch in Wirklichkeit zu einer Thatsache zustellen. Auf die Entdeckung des Mörders find jetzt 600 M. der Restaurateur Scholz auf die Arbeitergroschen verzichtet hat, Belohnung ausgesetzt worden. tein Lokal mehr für Arbeiter zu haben, was wir bei Ausflügen werden. Vermischtes. Die Beerdigung des ermordeten Dienstmädchens zu beachten bitten. Anwalt und Richter. Ein Gerichts- Berichterstatter schreibt: Klara Galle hat am Sonntag unter großer Betheiligung der Der Berliner Anwaltverein hat zum 12. d. M. eine außerordent: Bevölkerung auf dem neuen Rigdorfer Friedhofe stattgefunden. liche Versammlung einberufen, zur Besprechung des Verhaltens Gin Bericht meldet furiofer Weise, daß außer sechs Gendarmen, eines Richters einem Berliner Anwalt gegenüber und der Stellung die man zur Aufrechterhaltung der Ruhe aufgeboten hatte, zahlder Justizverwaltungs- und Strafverfolgungs- Behörden hierzu", reiche Kriminalbeamte unter der Menge bemerkt worden seien. find aus dem Süden und Westen Deutschlands einBahlreiche Nachrichten über Hochwasser und Unwetter Es handelt sich um Vorkommnisse, welche in Anwaltstreifen von dem Geistlichen, der am Grabe sprach, theilt der Bericht getroffen. Wir stellen die wichtigeren Nachrichten zusamuren: großes Aufsehen erregt haben. erstatter folgenden wenig beweisrfäftigen Ausspruch mit: Solche Stuttgart, 9. März. Infolge starker Regengüsse ist der weil in unserer gott- Bahnhof Wildbad Nochmals die Lügenartikel der ,, Post." Zu dem in der Mordthaten seien nur möglich, überschwemmt; auch die Bahnstrecke Sonntagsnummer gebrachten Bericht über die Gerichtsverhand losen 3eit feine Religion, fein Glaube mehr Schramberg- Schiltach ist zum großen Theil unter Wasser geLung gegen unsern Parteigenossen Hoffmann, in der ein Ver- unter den Menschen herrsche; fie mahnten aber daran, fegt. Der Frühzug von Jeny nach Leutkirch ist heute in der fammlungsbericht der" Post" eine so sonderbare Rolle spielte, dafür zu forgen, an der Wahrheit festzuhalten, daß es Nähe der Station Friesenhofen infolge Unterspülung eines Brückentheilte uns der als Zeuge vernommene Journalist Herr Wawrenock einen Gott giebt. pfeilers theilweise entgleist, wobei ein Schaffner getödtet wurde, mit, daß er über die Versammlung am 19. Dezember vor. Js. Nach dieser Rede trugen Arbeitsgenossen des Formers Passagiere sind nicht verletzt. Das ganze Ensthal von Wildbach bis nicht einzig der Post," sondern als Herausgeber einer Jädicke, bei dem als dem Manne ihrer Koujine die Ermordete Pforzheim und bis zur Mündung der Enz in den Neckar hat seit 1848 Korrespondenz einer ganzen Reihe hiesiger Blätter einen Bericht zuletzt wohnte, den Sarg still, ohne Musik oder Gesang, zur die höchste Ueberschwemmung. Die Städte Wildbad, Nauenburg, zugesandt habe. Auch betont Herr Wawrenock, er habe als Gruft. Das Publikum drängte sich so ungeſtüm an die Gruft Pforzheim, Vaihingen und Bietigheim sind größtentheils überfluthet. Zeuge im allgemeinen erklärt, daß eine Reihe Blätter heran, daß die Beamten mehrere Personen festnahmen. Bisher ist kein Verlust an Menschenleben gemeldet. Köln, Bersammlungsberichte in Rücksicht auf Raum und Tendenz Beim Besuche der Versammlung der freireligiösen 9. März. Bei anhaltendem starken Regen steigen der Rhein und ,, türze"; er wisse nicht mehr genau, wie die Redaktion der" Post" Gemeinde verunglückte am Sonntag Morgen um 9 Uhr der seine Nebenflüsse schnell; besonders überschwemmt die Saar viel mit dem in Frage gekommenen Bericht im Einzelnen ver- 14 jährige Wilhelm Prinz. Als der Knabe sich nach dem in der Land. Die Kinzig hat auf der linten Seite den Damm_bei fahren sei. Auf diese nebensächliche Richtigstellung kommt es in erften Etage des Hauses Rosenthalerstraße 38 belegenen Ver- Elgersheim, Schutterwald, Bühl durchbrochen; auch Offender Sache an sich nun ja garnicht an, abgesehen davon, daß die fammlungsfaal begeben wollte und bereits die Treppe fast burg gegenüber ist der Damm gefährdet. Freiburg, Beugenaussage in dieser Form insoweit zum theil unsinnig ist, gänzlich erftiegen hatte, verlor er plöblich das Gleichgewicht und 9. März. Die Schwabenthor- Brücke über den Dreisamfluß ist als aus tendenziösen Gründen doch nur Aenderungen und stürzte rücklings die Stufen hinab nach dem Podest, wo er be- infolge Hochwassers eingestürzt. Der Landeskommissar Siegel feine Rürzungen vorgenommen werden können, es sei denn, die sinnungslos mit schweren inneren Verlegungen liegen blieb. und der Stadtdirektor Sonntag, welche sich auf der Brücke beKürzung des Berichts gäbe, was ja gewiß denkbar ist, zugleich einen Auf Anordnung eines hinzugerufenen Arztes mußte der Knabe fanden, werden vermißt. Der Erbgroßherzog, welcher bei den entstellten Inhalt wieder. Im übrigen bestätigt die Bost" in mittels Kopp'schen Krantenwagens nach der Universitätsklinik Rettungsarbeiten zugegen war, befand sich ebenfalls in Gefahr.ihrer Ausgabe vom Montag Abend durch einen Schimpfartikel überführt werden. Heilbronn, 9. März. Der Neckar steigt noch; das Hochwasser In Karlsruhe drang am Montag früh der erst kürzlich aus dem Ludwig Wilhelm Krankenheim entlassene Italiener Luigi Tarlarina in dasselbe ein und tödtete seine Pflegerin Schwester Julie Rezzbach durch einen Messerstich in die Brust; darauf entleibte er sich selbst durch mehrere Stiche. Um fit größer, als feit vielen Jahren. Bahlreiche Ortschaften am I gestört.- RöIn, 9. März. Der Rhein ist vom Sonntag bis verfügt, daß das Gedicht von Freiligrath: Aus dem schlesischen Neckar sind überfluthet, Heilbronn selbst ist noch geschützt.- heute Mittag von 3,72 auf 4,26 Meter gestiegen. Auch die Mosel Gebirge" wegen seiner sozialdemokratischen Tendenz in den Wildbad, 9. März. Seit Sonntag Nachmittag 4 Uhr ist die steigt rascher. Der Wasserstand bei Trier ist 3,80 Mtr. Der Regen Schulen nicht mehr besprochen werden darf. Das prachtvolle Enz rapid angeschwollen, hat verschiedene eiserne Brücken forts dauert fort. Es besteht Hochwassergefahr. Auch die Saar ist in der Gedicht ist wohl in allen besseren Lesebüchern enthalten und gerissen und den Bahnhof sowie fast die ganze Stadt überschwemmt. Nacht auf 4,40 Meter gestiegen. Die Saarbrücke bei Saarlouis ist wurde von den Lehrern meist gern und eingehend besprochen. Die Feuerwehr war die ganze Nacht thätig, um Hilfe zu leisten. gesperrt. An einzelnen Stellen herrscht große Ueberschwemmung. Für die Anordnung der Regierung dürfte der Der Bahnverkehr nach Pforzheim ist eingestellt. Karls- Straßburg i. Elsaß, 9. März. Aus dem ganzen oberen stand maßgebend gewesen sein, daß dieses Gedicht auch Aufruhe, 9. März. Die Karlsruher Zeitung" meldet weitere Rheinthale, sowie aus den östlichen Gebietstheilen des Elsaßnahme in sozialdemokratischen Liederbüchern gefunden hat. durch das Hochwasser verursachte Schäden. So wurde von der werden Ueberschwemmungen gemeldet. Im Leberthal zwischen Gegenüber der Ausbeutung dieses Gedichts im sozialdemokra= angeschwollenen Dreisam bei Freiburg i. Br. ein Bauern- Markirch und Schlettstadt ist der Bahnverkehr unterbrochen. An tischen Interesse erscheint uns nun gerade eine unbefangene Be hof fortgeriffen, bei Lörrach durchbrach das Hochwasser der Wiese mehreren Stellen ist der Bahndamm unterwühlt. Das Stations- fprechung in der Schule weit zweckmäßiger als die gänzliche Ausden Damm, in Wolfach zerstörte die Kinzig viele Brücken und haus bei Wanzell ist dem Einsturz nahe. merzung aus den Lehrplänen der Schulen." Das würde nun Straßen, sodaß der Bahnverfehr unterbrochen werden mußte, bei nicht viel nühen. Betrachtet man sich aber die, gelinde gesagt, Steinach fanden ein Dammbruch und zahlreiche Grdrutsche statt. merkwürdigen Maßnahmen, die neuerdings von amtswegen zur Ob noch weitere Verluste an Menschenleben zn beklagen sind, konnte Bekämpfung der Sozialdemokratie ins Werk gesetzt werden, so bisher nicht festgestellt werden. Das Wasser fält langsam. muß man unwillkürlich zu der Ansicht kommen, daß der Sieg des Wien, 9. März. Infolge massenhafter Schneefälle sind fast sämmtSozialismus näher vor uns liegt, als der tühnfte Optimist unter liche Telegraphen- und Telephonverbindungen gestört. Eisenbahnunglück. Aus Modane wird vom Sonntag unsern Parteigenossen bisher zu hoffen wagte. Bern, 9. März. Infolge andauernden Regens erfolgte eine berichtet: Ein mit Waaren und Vieh beladener Zug entgleiste rasche und bedeutende Schneeschmelze in verschiedenen Kantonen. am Ausgang des Mont Cenis Tunnels. Mit Ausnahme In Locle( Nesenburg) stehen mehrere Straßen unter Wasser. In der legten 3 Wagen ist der ganze Zug und die Lokomotive gerden Häusern ist das Wasser 1-2 Meter hoch. Bei Basel ist der trümmert. Der Maschinenführer und der Heizer sind getödtet. Rhein seit Sonnabend um 3 Meter gestiegen. In Wallis ist die Ans London wird vom Sonntag über ein Eisenbahn Bahnlinie durch Geschiebe gesperrt. Der Regen dauert fort. Unglüc berichtet: Die beiden letzten Wagen eines ExpreßMagdeburg, 9. März. Der starte Schneefall in der legten zuges entgleisten gestern bei Peterborough und fielen den Nacht richtete große Verwüstungen in den Telegraphen- und Bahndamm hinab. Zwei Passagiere wurden getödtet, mehrere Fernsprechleitungen an. Fast sämmtliche Telegraphen- verlegt. gerüste auf dem Dache des Haupt- Telegraphenamts sind Freiligrath's ,, Rübezahl" verboten. Unglaubliche Dinge zerbrochen. Dabei wurde die Giebelwand mit herabgeriffen. führt doch die Angst vor der Sozialdemokratie zu tage. Das Der Fernsprechverkehr ist voraussichtlich auf Wochen hinaus" Berl. Tagebl." schreibt:" Die Regierung zu Magdeburg hat 4. B Versammlungen. Die Auflösung der Freien Volksbühne wurde in der gestrigen Generalversammlungen dem Antrage des Vorstandes gemäß einstimmig beschlossen. Arbeiter- Bildungsschule. Dienstag tein Unterricht. Die Schulräume schon von 8 Uhr an geöffnet, find zur Benutzung der Bibliothek und des reichhaltigen Zeitschriftenmaterials Hausdiener und kutscher. 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Einödshofer, Anfang 1/28 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Parodie- Theater. Oranienstrasse No. 52 am Morigplay. Dienstag, den 10. März: 1. König Heinrich. Wildromant. Schauspiel von Erust v. Sanftenbruch. 2. Gräfin Ilse, Was willſe oder der Trompeter von Bilse. Nach Dr. Fritz Friedmann's Kriminal- Roman. 3. Zscheus, das Waldmädchen. Urania Anstalt für volksthümliche Naturkunde. Am Landes- Ausstellungspark ( Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 5-10 Uhr. Täglich Vorstellung im wissenschaftlichen Theater. Näheres die Anschlagzettel. Passage- Panopticum. Letzte Woche! Affentheater und Circus. Obne Extra- Entree. Soldaten und Kinder 25 Pf. Todes- Anzeige. traurige Nachricht, daß unser alter Allen Freunden und Genossen die Klubbruder und Genosse Carl Lehmann plöglich verstorben ist. 1956 Durch die glückliche Geburt eines kräftigen Knaben wurden hocherfreut Franz Renz und Frau Alwine geb. Winkelmann. Berlin NW., 8. März 1896. Danksagung. 186b Für die zahlreiche Betheiligung und Die Beerdigung findet Mittwoch, erdigung unseres lieben Sohnes, Vaters, die schönen Kranzspenden bei der Bes den 11. d. M., nachm. 4½½2 Uhr, von Bruders u. Schwagers Wilh. Voelmy der Leichenhalle des Zentral- Friedhofes sagen wir herzlichen Dant. in Friedrichsfelde aus statt. Skatklub Treff. Verband Die Eltern u. Geschwister. Danksagung. Für die rege Betheiligung u. vielen Kranzspenden beim Begräbniß meiner lieben Frau, besond. dem Gesangverein Berliner Kürschner u. den Kollegen u. sage meinen verbindlichsten Dank. 190b M. Wilpert, Kürschner. der Möbelpolirer. Kolleginnen d. Müßenfabrik Hoffmann Den Mitgliedern zur Kenntniß, daß erau unseres Kollegen Fritz Echtermeyer am 6. März nach schweren Leiden sanft entschlafen ist. Die Beerdigung findet heute Nach mittag 4 Uhr vom Trauerhause Frank furter Chaussee 103 aus statt. Um zahlreiche Betheiligung bittet Anfang 7/2 Uhr. Wochentags 8 Uhr. Borst. 51/2 und 8, Sonntags 4, 6, 8 Uhr 147/18 Alexanderplay- Theater Die kleinen Böhmisches Brauhaus Castan's Panopticum. Lämmer. Vorher: Pitts. National Theater. Die Grille. American Theater. SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. Spezialitäten- Vorftellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Reichshallen- Theater. SpezialitätenVorstellung. Schiller- Theater. ( Wallner- Theater.) Dienstag, abends 8 Uhr: Romeo und Julia. Mittwoch, abends 8 Uhr: Der Graf v. Hammerstein. National- Theater. Große Frankfurterßraße 132. Direttion: Max Samst. Volksvorstellung zu bedeutend ermäßigten Preisen. Die Grille. Schauspiel in 5 Aften von Charlotte Birch Pfeiffer. Regie: Max Samst. Morgen: Maria Stuart. Alexanderplatz- Theater. Letzte Woche. Zum 142. Male: Die kleinen Lämmer. Borher: Pitts. Operette von Löwenfeld. Landsberger Allee. Heute, Dienstag: Neu! Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Krone, Röhl und Schrader) Neu! Cavalleria Schufticana. ( Die Ehre des Schubbejacks.) Romantisch diabolisch infernalische Oper von Ferd. Meysellino. Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf. Vorverkauf 40 Bf.( f. Plakate). Mittwoch: Moabiter Stadt- Theater. Bum Schluß auf allgem. Verlangen: ,, Vor 25 Jahren". Feen- Palast Direktion: Winkler& Fröbel. Das kolossale März Programm Tanisan, die Königin der Luft. Hiese& Nogat, Miniatur- Ringer. Borsini- Trio, Afrobaten auf der Kugel. Donnerstag, den 12. März: Benefiz Jackley's Affenspiele. für Carl Swoboda. 3. 144. Male: Die kleinen Lämmer. Borher: Bum 34. Male: Pitts. Adolph Ernst- Theater. Charley's Tante. Schwank in 3 Aften von Brandon Thomas. Repertoirstück des GlobeTheaters in London. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Borher: Die Bajazzi. Parodistische Posse mit Gesang u. Tanz in 1 Att von Ed. Jacobson und Benno Jacobson. Musik von F. Roth. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Gegründet 1845. Gegründet 1845, Circus Renz Karlstrasse. Dienstag, den 10. 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Zum Schluß: Paster's Fettsäle Neue Königstr. 7. Mein Saal mit Nebenräumen noch einige Sonnabende zu vergeben.[ 4269L* Gin wirklicher Schiffsuntergang Th. Boltz' Festsäle, in 20 Fuss Wasser. Außerdem: Der Tigerhengst Tiger, der orient. Hengst Mustapha u. equeftr. Arrangement von 100 Hengsten, dress. u. vorgef. v. Dir. Busch. Conversano II, echt Lipizaner Schimmelhengst, dress. S., Alte Jakob Strasse 75. Amt I, 1082. 4501L* Empfehle meine Säle zur Abhaltung von Festlichkeiten und Versammlungen zu toulantesten Bedingungen. zu Festlichkeiten u. Versamml. Der Vorstand. Danksagung. 193b Allen denen, welche meinem lieben Manne, unserm guten Vater, die letzte Ehre erwiesen haben, bes. seinem Herrn Chef, dem Gesangverein, Sanges- Echo" u. dem Zentralverein d. Bureau- Angeft. fagen hiermit uns. tiefgefühltesten Dant. Wittwe Korseh u. Kinder. Belle- Alliance- Theater. Belle- Alliancestraße 7-8. Sonntag, den 15. März, nachm. 2½ Uhr: 25. Volks- Vorstellung unter Regie v. Julius Türk. Bum lehten Male: Die Räuber. Trauerspiel in 5 Aufzügen von Fr. Schiller. 235/16 Karl Moor: Ostar Krüger, als Gast. Franz Moor: Julius Zürt. Amalia: Hedwig Margot. Roscinsky: Carl Wesselsky, als Gast. Der alte Moor: Wilh. Ruff. Beginn der Verloosung ₂ Uhr. Eintrittskarten à 60 Pf. find in den bekannten Geschäften von heute ab zu haben. Telephon Amt IV447. In Vorbereitung: Rothe Bettel. Streng reelle Bedienung. M.Schulmeister Schneidermeister, Dresdener- Strasse 4, Kottbuser Thor, empfiehlt zu außergewöhnlich billigen Preisen nachstehende Spezialartikel: Einsegnungs- Anzüge aus Satin, Rammgarn, Diagonal-, Tuchstoffen, ein und zweireihig Jaquet- Anzüge in gedieg. wollenen Zwirnstoffen, 1. u. 2 reihig in glatten Diagonal, Ramm Jaquet- Anzüge garn, Satin- u. Cheviot- Stoffen, 1- u. 2 reihig Ausführung Jaquet- Anzüge in englischen Cheviot- Stoffen, eleg. Rod- Anzüge. Satin- Stoffen, moderner Façons i. guten, wollenen, schwarz. 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Bp.) wünscht die Einführung der sehr zweckmäßig gestalteten nassauischen Schulordnung auf den Regierungsbezirk Kassel und tabelt, daß die kirchlichen Dienste, welche die Lehrer dort zu verrichten haben, sehr unzulänglich bezahlt Regierungskommiffar Geheimer Rath Kügler erwidert, daß bei Einführung der Schulordnung schon wegen der Berschiedenheit der konfessionellen Verhältnisse nicht zu empfehlen fei. Wegen befferer Besoldung der Lehrer hat die Regierung das Lehrerbesoldungs- Gesetz eingebracht. Dienstag, den 10. März 1896. " Abg. Letocha kommt auf die Debatte über die ober: schlesischen Verhältniffe zurück. Es sei dort von keiner groß polnischen Agitation die Rede, die Bevölkerung denke deutsch- starren und der Landtag zur Bedeutungslosigkeit herabsinken. national. Abg. v. Eyneru( natl.) wünscht Verlängerung der großen Ferien im Regierungsbezirk Düsseldorf, wo sie fast zwei Wochen türzer find, als in den östlichen Provinzen. Die Abgg. Neubauer( Pole), Dr. Sattler( natl.), Szmula ( 3.), Wolezyk( 3.), Schröder( Pole), Dr. Gerlich( t.) sprechen über die Polenbewegung in Oberschlesien. Hierauf wird die Position Seminare" genehmigt. Bei dem Titel„ Schulaufsicht" bedauern Abg. Tamoschins( t.) und Dr. Schnaubert( t.) die geringe Zahl der lithauischen Lehrer und Schulamts- Kandidaten; die Lithauer sind ein frommes, fönigstreues Volt. 13. Jahrg. Wir werden von diesem Entschlusse nur zurückkommen, sofern Angriffe auf die sozialdemokratische Partei erfolgen oder besondere Zwischenfälle sich ereignen sollten. Wir werden gegen die ganze Vorlage sowie gegen alle sogenannten Verbesserungsanträge stimmen, weil wir prinzipielle Gegner des indirekten Stlassenwahl- Systems find. hatten es eilig, sie fürchteten auch die sozialdemokratische Kritik,| nichts untergrabe die Monarchie so sehr, wie dieses Gesetz. daher die Abweisung einer gründlichen Erörterung. Besonders wandte sich Stolle gegen den konservativen Erspart wurde jedoch den Wahlrechtsräubern nichts, denn Opiß, dem er, weil derselbe über sozialdemokratische BeAm Ministertische: Finanzminister Miquel, Kultus- Genosse Geyer verstand es, zu§ 1, über den nun speziell ver- strebungen unsinniges Beug redete, zur Belehrung einen minister Bosse und zahlreiche Kommissarien. handelt wurde, zu sagen, was er auf dem Herzen hatte, ohne daß Theil unseres Parteiprogramms vorlas und Erklärungen dazu Die Debatte über das Rapitel„ Elementarschul- zur Sache zu verweisen. Vor allem kritisirte er in schärfster 1848 Revolutionär war, jetzt sich aber lieb Kind bei dem der immer auf der Lauer liegende Präsident Anlaß fand, ihn gab. Ferner wies Stolle den alten Renegaten Streit zurück, der wesen" des Kultusetats wird fortgesetzt. Weise die Thätigteit der Gesetzgebungs- Depu- reaktionären Ministerium Meßsch zu machen sucht. Streit hatte Abgg. Herold( 3.) und Brandenburg( 3) bitten um tation, die leichtfertig den Entwurf durchpeitschte und ihre behauptet, die Boltsseele wende sich von der Sozialdemokratie Wiedereinführung des schulfreien Mittwochs im Münsterlande. Aufgabe nicht kenne, denn sonst hätte man dort nicht mehrfach ab, worauf Stolle frug, ob sich denn die Volksseele 1849 auch Regierungskommissar Braudes: Die ministerielle Anordnung ist getroffen im Interesse der Schüler und der Lehrer aussprechen können, daß sie gebundene Marsch route" abgewendet habe, als man das Volt in Zwickau aufgefordert „ Kugeln zu 1: nd zur Durchführung der für ganz Preußen giltigen Schul- habe. Aber der Pakt sei fertig gewesen, darum die Eile. In babe, auf das Rathhaus zu kommen und Sodann anderen Parlamenten würde unter solchen Umständen die Vor- gießen". wies Stolle noch auf das lächer: liche Gebahren der Gegner Gegner hin, die von einer be: Abg. Dr. Glattfetter( 3.) wünscht die Beseitigung von Un- lage sofort an die Deputation zurückverwiesen. Mit keinem Worte sei der konstitutionellen rechtigten Arbeiterbewegung im Gegensatz zur Sozialgleichheiten in der Dienstalters- Berechnung der Seminar- Hilfs Frage oder der geschichtlichen Entwickelung demokratie gesprochen hatten. Es sei hier noch bemerkt, lehrer, welche später in staatliche Stellen übergehen. Regierungs- Kommiffar Geh. Rath Kügler erwidert, die Re- Sachsens oder der Abhängigkeit des König- daß zum Verdruß seiner Parteigen offen der Nationalliberale gierung sei bemüht gewesen, in jedem derartigen Einzelfalle hums von der jeweiligen Staatsverhälf- Rellner, ein unglaublich rücksichtsloser Abgeordneter, un nissen, oder den Grundlagen des Wahlrechts, geschminkt aussprach, etwaige Härten zu beseitigen. er begrüße es, daß die sozialVolkes gedacht worden. oder gar der Stellung und Stimmung des demokratischen Abgeordneten durch das Gesez Fronisch besprach Geyer die aus dem Landtage geworfen würden und man Verwirrung in bürgerlichen Kreifen, die durch die Vorlage an- werde auch das Reichstags- Wahlrecht in dem gerichtet sei zur Freude der Sozialdemokratie; er zitirte einige Sinne ändern müssen. scharfe Urtheile von den Professoren Sohm, Böhmert und Die Sozialdemokraten hatten namentliche Abstimmung be Delbrück über die Kartellparteien und die Regierung, welch' antragt, die 56 Stimmen für, 23 gegen§ 1 ergab. lettere mit ihrer Liliputanerpolitik( Ordnungsrui!) es dahin Am 6. März gab der Abgeordnete Kaden als erster Redner bringe, daß Sachsen mehr als Anhängsel von Preußen und die folgende Erklärung ab: Regierung als eine Provinzialregierung betrachtet werde. Im Namen der sozialdemokratischen Fraktion habe ich Besonders aber schilderte der Redner die Wirkungen des die Erklärung abzugeben, daß wir uns an der SpezialGesetzes in wirthschaftlicher und sozialpolitischer Beziehung. Der folle gesichert werden; die sozialpolitische Gesetzgebung müsse er Mammonismus erhalte die Uebermacht; die Arbeiterausbeutung diskussion nicht betheiligen. in Sachsen seine Ansicht fund und schloß mit der Versicherung, Dann gab Redner noch über die fünftige Stellung der Parteien das Bolt Sachsens werde den Wahlrechts- Umstürzlern das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht noch abzwingen. Da auf die Rede Geyer's alle gegnerischen Redner eingingen, so war die abgelehnte Generaldebatte doch fertig, die sieben Stunden währte. Die Gegner äußerten sich in giftiger Weise über die Opposition in bürgerlichen Kreisen, wobei die Infolge dieser Haltung der Sozialdemokraten die in der niedrige Gesinnung der Wahlrechtsenteigner grell zu tage trat. That der nichtssagenden Spezialdebatte nur zu einer Bedeutung Bon den Sozialdemokraten sprachen noch Goldstein,& räß- verholfen hätte floß die Weiterberathung interesselos dahin, von den Sozialdemokraten sprachen noch Goldstein, Fräß- verholfen hätte dorf und Stolle Gesau. gleichsam einen Vorgeschmack gebend von der künftigen BeEntwurfs ein und zerpflückte die so faure Arbeit des RegierungsGoldstein ging spezieller auf die Hauptbestimmungen des schaffenheit des Landtages unter dem Dreitlassen Wahlsystem. Nur am Schlusse gab es noch einen kleinen Sturm gegen rathes Merz, der als Regierungs Kommissar haupt- den Präsidenten, der, wie der Abg. Horn Cainsdorf fagte, Abg. Danzenberg( 3.) erklärt, daß das Zentrum nicht aufsächlich den Bericht für den unfähigen Berichterstatter eine Schiebung machen" wollte und dem Berichterstatter das hören werde, die nach dem Falck'schen Erlasse geübte Schulaussicht zu bekämpfen, welche den berechtigten Einfluß der Kirche auge stugt hat. An den Ziffern der Regierungstabellen wies Wort ertheilte, obwohl derselbe schon vorher darauf verzichtet hatte. Redner die Vergewaltigung der Wähler der dritten Vor dem Einspruch der Sozialdemokraten, die das durchaus hindern. Regierungskommissar Geh. Rath Kügler bestreitet diese Aus- Klasse nach und zeigte, welche Verwirrung das elendeste aller nicht zulassen wollten, wich dann der Präsident zurück, die führungen, der Religionsunterricht werde wohl gepflegt: die Be- Wahlsysteme mit sich bringe, sowie daß eine ungeheuere Arbeit Machenschaft war vereitelt. Das ganze Gesetz wurde in namentrücksichtigung der Wünsche des Vorredners würde Störung des für die Behörden erwachse, die die Wähler mit höheren licher Abstimmung mit obiger Mehrheit angenommen. Steuern büßen müssen. Scharf und satirisch wandte er sich Zum Schlusse sei noch bemerkt, daß während dieser beiden tonfessionellen Friedens zur Folge haben. Abg. Knörcke( frs. Bp.) bedauert gegenüber Dauzenberg, daß gegen die gegnerischen Vorredner, deren schale Einwände er der Tage ein Detachement Gendarmen in Räumen die Geistlichen nicht von der Schulaufsicht entfernt werden; fie lächerlichkeit preisgab. Auch er kam zu dem Schlusse, daß die des Landhauses untergebracht war zur event. sind keine Fachmänner in Schulsachen. Der Staat darf sich die Sozialdemokratie die Situation, wie sie sich aus dem Gesez Hilfeleistung. Also hat die Polizei bei dem neuen Sozia Herrschaft in der Schule nicht nehmen lassen; das würde aber ergebe, beherrschen werde und nur um so schneller zum Siege listengeset buchstäblich Gevatter gestanden. Ohne diese Hilfe gelange. glaubten die Wahlrechts- Umstürzler ihren Bankrott von Gesezgeschehen, wenn die Wünsche Dauzenberg's erfüllt würden. Genosse Fräßdorf erregte besonders den Zorn der Gegner, entwurf nicht retten zu können. Von gutem Gewissen zeugt diese Abg. Neubauer( Pole) schließt sich den Ausführungen weil er ihnen vorwarf, daß die Vergewaltigung der Borsichtsmaßregel nicht. Dauzenberg's an unter besonderer Bezugnahme auf die Schulen unteren Klassen in grellem Widerspruch stehe Nun wird die erste Kammer ebenfalls mit fabelhafter Gein Ost- und Westpreußen. mit der angeblich christlichen Gesinnung der schwindigkeit den Entwurf durchpeitschen, dann erhält er das Wahlrechts Umstürzler. Der große Gauner, der mit tönigliche Siegel und das sächsische Volk wird um sein Wahldem Aermel das Zuchthaus gestreift, dabei aber zu Reichthum recht gebracht sein. Das Volt wird sich aber bald zu revanchiren wissen! gekommen sei, erhalte durch dies Gesetz eine Vorzugsstellung, während fleißige Arbeiter, ehrer, Beamte, Künstler, Gewerbetreibende zu Staatsbürgern 3. Klasse herabgesetzt würden. Das werde allen ehrlichen Elementen die Augen öffnen und verhindern, daß das Reichstage- Wahlrecht abgeändert werden solle, wie sich In der Sitzung der Kommission für das bürgerliche die Wahlrechts- Vernichter einbildeten, für die das Volk nicht Haß, Gesetzbuch wurde am Sonnabend in der Debatte über das aber grenzenlose Verachtung habe.( Ordnungsrus!) Gin an- Mieths- und Pfandrecht fortgefahren. Den Hauptgegenstand der ständiger Mann werde ein Mandat nie annehmen, das ihm von Debatte bildete das Pfandrecht des Vermiethers den 15 pCt. der Wähler 1. und 2. Klasse angeboten werde. Das und des Verpachters. Der Entwurf schränkt das PfandGesetz werde das Land nie zur Ruhe kommen lassen. und Zurückbehaltungsrecht des Vermiethers gegenüber dem Der alte frömmelnde Niethammer, nationalliberal, that preußischen Landrecht u. a. dadurch ein, daß er die Sachen der sehr entrüstet über die Reden der Sozialdemokraten, erntete Ehefrau nicht ohne deren Genehmigung dem Pfandrecht für seine altersschwachen, konjusen Ausführungen des Vermiethers unterwirft und daß das Pfandungetrübte Heiterkeit. Frech nur rempelte er den recht nicht für tünftige Entschädigungsforderungen ersten Male in das Hans und und eingetretenen für den eine Miethszins für spätere eingangs der Sitzung verpflichteten Abg. Grünberg an, der Zeit als das laufende und das folgende jüngst in Meerane- Limbach gewählt worden ist, wofür er später Miethsjahr gelten laffen will. Er behält auch die Bevon Geyer gehörig abgekanzelt wurde. stimmung bei, daß die der Pfändung nicht unterworfenen Sachen dem Pfandrecht des Vermiethers nicht unterliegen sollen. Die Abgg. Frohme und Stadthagen beantragen in erster Reihe, das Pfandrecht des Vermiethers zu be. seitigen, eventuell aber auch die Gegenstände, Regierungskommiffar Kügler erwidert, daß die Schüler sich durchaus korrekt deutsch ausdrücken. Auf eine Anfrage des Abg. Dasbach( 3.) betreffend die Heranziehung von seminaristisch gebildeten Lehrern zu dem Amte der Schulinspektoren, erwidert Regierungskommissar Geh. Rath Kügler, daß nach den guten Erfahrungen, die man mit den seminaristischen Lehrern gemacht, deren Verwendung als Schulinspektoren unbedenklich sei. Die Weiterberathung wird auf heute Abend 7/2 Uhr tagt. ( Schluß 4 Uhr.) Sächsischer Landtag. A Bei starkem Andrang zu den Tribünen begann am 5. März in der zweiten Kammer die Schlußberathung über die Wahl entrechtungsvorlage. In strengster Handhabung der Geschäftsordnung lehnte es der Präsident Ackermann ab, eine Generaldiskussion stattfinden zu lassen, und als die Sozial- aber demokraten dies beantragten, stimmte ein so großer Theil der Abgeordneten dagegen, daß nur Spezialdiskussion stattfinden zum fonnte. In der Geschäftsordnungsdebatte über den sozialdemokra tischen Antrag wurde bereits den Kartellparteien der Vorwurf der Durchpeitschung der Vorlage gemacht, gegen den sie sich verzweifelt, aber vergeblich wehrten; denn die Geschäftsordnung geGenosse Stolle Gesau ließ es sich angelegen sein, das stattet, in wichtigen Fällen eine Ausnahme von der Regel zu Unterfangen der Wahlrechtsvernichtung in geschichtliche Bemachen, und wichtiger war jedenfalls noch keine Angelegenheit, leuchtung zu stellen und so das Verblendete des unerhörten als die Wahlrechtszertrümmerung. Judeß, die Kartellbrüder Streiches aufzudecken. Man nenne uns Revolutionäre, aber Parlamentarisches. er Im Schiller- Theater geht Wolzogen- Schumann's Lustspiel Die Kinder der Excellenz" anfangs nächster Woche zum ersten Male in Szene. durch Leffing Theater. Ein gewandter Journalist, der bereits Kunst und Wissenschaft. öfter mit dem Theater flüchtige Bekanntschaft gemacht hatte, Im Schauspielhause kommen und gehen die Novitäten und wollte sich die Bühne einmal durch ein Wert schwerer, ernster gleichen einander in ihrer unliterarischen Art. Wo die Anspruchs- Gattung erobern. Es war aber eine unglückliche Werbung. Gin Von Bedeutung für die medizinische Wissenlosigkeit zum Grundsay erhoben wird, was soll da die Kritik? anderes iſt es, ſein Publikum mit leichten oder schnoddrigen fchaft und Praxis ist eine Entdeckung, die dem bekannten BerAuch der neueſte Schwant„ Die Höllenbrücke" von Wolff Scherzplaudereien zu amüsiren, ein anderes, vor ihm tiefere liner Chirurgen Dr. Schleich geglückt ist. Dr. Schleich ist der Lebensirrungen und Menschenschicksale zu erklären. Bei diesem Erfinder einer Operationsmethode, die es gestattet, die schwersten und Jaffé gehört zu den harmlosen Sächelchen, mit denen die Kritit nicht im Ernst und nicht im Scherz Bersuch blieb Benno Jacobson, ein Berliner Journalist, in Eingriffe ohne Anwendung irgend welcher Betäubungsmittel Derb: feinem Drama Fräulein Tizian", das am Sonntag als( Chloroform u. f. w.) zu unternehmen. Sie besteht darin, sich zu beschäftigen weiß. Wer heute einen tomischen Einfall hat, staffirt ihn mit bewährten Theater- Novität des Lessing Theaters in Szene ging, weit, weit hinter bab Einspritzungen von großen Mengen äußerst mittelchen aus, mit närrischen Engländern, den bekannten seinem Wollen zurück. So hübsch einzelnes gelungen, als verdünnter Cocainlösung in die Haut und das UnterhautTheater Engländern, mit exzentrischen radebrechenden Amerikane- ganzes ist die Arbeit arg verfehlt. Fräulein Tizian ist der zelfgewebe Empfindungslosigkeit erzeugt wird. Zu dieser rinnen, liebeswüthigen Italienern oder Merikanern u. f. w. Spitzname eines Modells. Die Künstler gaben dem Mädchen Methode, die sich sehr gut bewährt hat, hat Dr. Schleich Daraus schafft er dann eine Posse. In der Höllenbrücke ist der wegen seines prächtigen rothblonden Haares, wie es der große eine ihrem Wesen nach ganz neue Art der Wundbehandlung komische Einfall als Fundament für den Schwank benutzt, daß Tizian zu malen liebte, diesen Beinamen. In das Mädchen gefellt, die er in der vorgestrigen Sitzung der Hufeland- Gesellverliebt sich der junge Bildhauer Bernstorf und diese Liebe bringt fchaft vorführte. Sie zeichnet sich dadurch aus, daß sie die ge ein Berliner, der bisher nur auf den Höhen des dem ernst angelegten Rünfiler schweres Herzeleid. Denn Fräul. fammte, bisher mit recht als Haupterrungenschaft der modernen Kreuzberges gewandelt hatte, aus Versehen Tizian, die anfangs voll zärtlicher Sentimentalität war, Chirurgie betrachtete Antisepsis vollständig überflüssig macht. der tühnsten Alpenbezwinger wird. Im land, 100 dieser Herr Schwendemann, zur entpuppt sich am Ende als flaches, innerlich brutales Ge- Die langwierige Offenhaltung der Wunden, das Ausspülen mit Berliner, schöpf. So lange Jacobson das Zigeunerdasein mit dem berühmten Bergsteiger in den Karbol oder Sublimatlösung, das Ausfüllen mit Jodoformgaze, Erholung weilt, wird er Schwendemann verwechselt. Das schmeichelt seiner Gitelkeit und Ateliers, den lustigen Spaß dieses Lebens schilderte, war es und wie die verschiedenen Akte des antiseptischen Verfahrens leidlich und manches drollige Wort und mancher Wis sonst noch gestaltet sind, werden durch sie unnöthig. Gepulvertes schließlich wird Herr Schwendemann dazu gedrängt, das Göttliflackerte auf. Wo aber die Tragik des Lebens begann, da war Formalingelatine, in die Wunde gestreut, bringt, wie hiesige Ahnung der Schwierigkeiten und Gefahren, nur mit Berli- es unleidlich und überall guckte der blutige Dilettantismus Blätter melden, diese Wirkungen hervor. Sowie diese Substanz in nischem Selbstvertrauen bewehrt, versucht Schwendemann den hervor, so daß selbst das Publikum, das bis zum dritten Atte den Organismus gelangt, findet ein chemischer Prozeß statt: Die Aufstieg, als ihn aber seine Führer bis zur Aubhütte wohlwollend mitgegangen war, den Ernst spaßhaft fand. An lebendigen Zellen des Gewebes fpalten fortgefeßt das Formalin überdies Fräul. Wirth( Fräul. Tizian) lag das nicht. Sie muß drei ab, welches in ganz eigenartiger Weise konservirend und anregend geschleift hatten, wird es dem Berliner, der Afte lang gefühlvoll schwärmen und aus unglücklicher Liebe auf den Wundverlauf wirkt. Ein Panaritium( Fingergeschwür) 111 der Hütte ein böses Abenteuer erlebt, ängstlich, will fie gar sich vor die Räder der Lokomotive stürzen; was heute operirt, zeigt morgen schon feinen Tropfen Giter mehr; Karzu Muthe und er beschließt nächtlicher Weile aus: fneifen. Er findet indeß beim Abstieg von der Schutzhütte sich nicht zu- kann sie dafür, daß das Publikum hernach nicht glauben mag, bunkel und Forunfel heilen rasch und glatt unter sofortigem Verrecht, flimmt aufwärts und immer aufwärts, rennt in feiner wie kalt und gemüthsroh diese rothhaarige Göhre aus der schwinden des Fiebers und der entzündlichen Erscheinungen; Angst über eine Gletscherbrücke, die Höllenbrücke, die noch keines Waßekstraße in Berlin eigentlich ist. Auch die Herren Sauer ebenso die gefährlichen Sehneneiterungen. Lebhafter Beifall der Menschen Fuß betreten, und- tommt richtig auf das Göttli( der schwermüthige, brünette Künstler) und Schönfeld( der zahlreich erschienenen Aerzte lohnte die hochinteressante Demon horn. Man muß die Geschichte eben nehmen, wie man manche blonde, joviale Naturbursch), wie Fräul. Jäger( frische Verstration, und Geheimrath Prof. Dr. Liebreich, der Vorsitzende der Jagdgeschichten nimmt. Dem Bublikum gefiel sie und vor allem linerin mit Beinamen Schnucki) und ganz besonders Frau Gesellschaft, betonte die weittragende Bedeutung der Entdeckung; gefiel in der Hauptrolle der feinkomische Vollmer, der dem v. Böllnig( eine kostbar komische Modellmutter) konnten das eine Anzahl nach Schleich's Methode operirter und behandelter Berlinischen Aufschneider durch seine Kunst noch einen einfach unglückliche Drama nicht retten. tiebenswürdigen Anstrich zu geben wußte. Ohne Patienten bestätigte in evidenter Weise die theoretischen Tar legungen des Vortragenden. Die zum Erwerb oder zur Ausübung des Berufs( Mühlhausen), Klose, Dr. von Komierowski, Meyer( Danzig),| Ausdrücke der Angeklagten die alltäglichen Werkstattscherze seien, des Miethers oder seiner Familie gebraucht Dr. Paasche, Bingen, Richter, Graf von Schwerin Löwiß, die man nicht als Beleidigung aufzufassen brauche, weshalb er werden, dem Pfandrecht zu entziehen. Diesen vou Staudy, Wattendorf und Zubeil( S08.) die Freisprechung seiner fünf Klienten beantragte. " = Gerichts- Beifung. P Nach ganz kurzer Berathung verkündete der Vorsitzende, daß der Gerichtshof sämmtliche Angeklagten freispreche, außer Bartho= Iomäus, der zu 14 Tagen Gefängniß verurtheilt werde.- Uuklar erscheint uns in diesem Falle, warum der Staatsanwalt der Meinung war, daß die Zeugen nach der polizeilichen Protokoll aufnahme unter einem Zwange stehen müßten. Gewerkschaftliches. Berlins. Aber Anträgen gegenüber steht der Antrag des Abg. Bielhaben ( Antisemit): Das Pfandrecht entgegen den Bestimmungen des Entwurfs auch auf die sonst der Pfändung ente zogenen Gegenstände( z. B. Betten, unentbehr= liches Hausgeräth, Handwerkszeug u. f. 1.) 3 u Landgerichtsdirektor Reackhoff, der feit mehreren Jahren erstrecken, also den engherzigen Standpunkt der pamburger den Vorjih in der zweiten Strajtammer am Landgericht II führte, Hausagrarier auf ganz Deutschland zu erstrecken! Nach einer tritt auf seinen Wunsch am 1. April zum Zivilgericht über und Begründung dieses„ arbeiterfreundlichen" antisemitischen Antrags wird den Vorsitz in einer Ziviltammer übernehmen. An seiner durch den Abg. Vielhaben nimmt Stadthagen das Stelle wird der neuerdings zum Direktor ernannte und nach Wort zur Bekämpfung desselben und zur Begründung der oben Berlin berufene bisherige Landgerichtsrath Löbter aus Landsmitgetheilten seitens der Sozialdemokraten gestellten Anträge. Er berg a/ M. den Vorsitz in der zweiten Straflammer übernehmen. züglich der Lebenshaltung der Bauarbeiter ausgegebenen Frage Achtung, Töpfer Berlins! Diejenigen Kollegen, die die bes führt etwa aus: Das Verbot der Pfändung von Sachen, die der Staat im öffentlichen Interesse für absolut unpfändbar Ein Nachklang vom Gerberstreik in der Römer'schen hefte noch nicht abgeliefert haben, ersuchen wir, dies recht bald erachtet hat, enthält bereits leider eine erhebliche Abschwächung Lederfabrik beschäftigte neulich das Amtsgericht II zu Berlin. im Arbeitsnachweis, Rosenthalerstr. 57, zu thun. des heidnischen römischen Rechts, nachdem dem Schuldner Nach Beendigung des Streits batte in einer Versammlung in Der Streif bei Bär u. Stein, Alexandrinenstr. 24, ist nicht die gesammte Habe entzogen werden, sondern soviel belassen Fey's Geſellſchaftshaus am 20. Auguſt 1894 der Lederzurichter in ein anderes Stadium getreten, indem sich die dort beBusse namens der Kommission Bericht erstattet und hervor werden mußte, als nothwendig war, um ihn vor Mangel zu gehoben, daß die Streifenden besonders auf Entfernung des schäftigten Schnittarbeiter, Dreher und Drücker schüßen. Unerhört und mit der öffentlichen Ordnung" mit dem Gebot der Nächstenliebe, mit sozialpolitischen Rücksichten Lederzurichters Ostar Sischer beftanden hätten, der bei( ca. 20 Mann) den ausständigen Kollegen angefchloffen haben, dem Gebot der Nächstenliebe, mit sozialpolitischen Rücksichten den Kollegen allgemein mistiebig sei. Hischer hatte darauf gegen haben. Die Ortsverwaltung des deutschen Metallarbeiter- Verunvereinbar ist die von Vertheidigern des christlich- kapitalistischen Busse Strafantrag gestellt, und Busse sollte erst wegen Bergehens bandes, Berlin Zentrum. so daß jetzt 3/4 aller dort Beschäftigten die Arbeit niedergelegt Standpunkts herbeigeführte Rechtsprechung, auch die unentgegen§ 153 der Gewerbe- Ordnung verfolgt werden. Da aber bandes, Berlin Zentrum. behrlichen Sachen dem Zugriff des Vermiethers freizustellen. Der Streit schon zu Ende gewesen war, die Absicht Busse's also gegen§ 153 der Gewerbe- Ordnung verfolgt werden. Da aber Diefer Rechtsprechung find die Gefeße in Sachsen( im Jahre 1864), teineswegs dahin gehen tonnte, Hischer zur Theilnahme zu be- in Berlin, Neue Friedrichstr. 57, ist der Streit zu gunsten der In der mechanischen Schuhfabrik der Firma E. Teschner Anhalt, Braunschweig, Lübeck, Bayern und schließlich auch Preußen wegen, wurde nur wegen Beleidigung Anklage erhoben. Arbeiter beigelegt. entgegengetreten. Auch der Hamburger Senat hat verschiedene Diese sollte besonders in dem Ausdrucke„ Stein des Anstoßes" Male ähnliches versucht feine Versuche scheiterten an dem Die Arbeiter in den mechanischen Schuhfabriken von Berg. engherzigen Jutereffenstandpunkt der Hamburger Hausagrarier. daß die Frage, ob Hischer gehen oder bleiben solle bei den Ver- Grüner Weg 117, legten infolge von Lohndifferenzen die Arbeit liegen. Buffe erklärte in der Verhandlung, er habe nur gemeint, schmidt u. Lange, Brunnenstr. 10, und Kallmann, Und nun soll gar diefer dieser für Deutschland geradezu handlungen ein Stein des Anstoßes gewesen wäre, bis die nieder. beschämende Standpunkt, nach bem ein Staat aus= drücklich den gemeinsten Wucher Wucher schützt, Prinzipale auch darin machgegeben hätten. Andere beleidigende nach dem Der Streit bei Levy, Gollnowstr. 89, und Schlitzweg, Antrage des antisemitischen Abgeordneten auf Deutschland Aeußerungen bestritt er und von den Zeugen hatte sie niemand Louisen- Ufer 34, dauert unverändert fort. übertragen werden! Wer anders als die schmutzigste Wucher- gehört außer Hischer. Der Staatsanwalt beantragte 50 M. GeldDie Agitationskommission der Schuhmacher feele tönne es über sich bringen, das lehte, für ihn selbst ganz Werth- weil Busse nur berechtigte Interessen vertreten habe und eine strafe, der Vertheidiger Rechtsanwalt Heine Freisprechung, lose seinem Mitmenschen zu entziehen. Er hoffe sicher, daß die Absicht der Beleidigung nicht erwiesen sei. Auch das Gericht Kenntniß, daß die Differenzen bei der Firma G. Kleven Tabakarbeiter. Den Tabatarbeitern Deutschlands zur Kommission diesem Berlangen nicht nachkommen werde. Der Satz der Motive und der Denkschrift treffe durchaus zu: schenkte dem Hischer keinen Glauben und sprach Busse frei. husen in Bremen in einer kombinirten Sigung der FabriDas Gesetz würde mit sich selbst in Widerspruch kommen, Beleidigung und Bergehen gegen§ 153 der Ge- fantenkommission und der Streitkommission beigelegt worden wenn es ein Pfandrecht an Sachen zulassen wollte, die es aus werbe- Ordnung wurde den Kistenmachern Wilhelm Witt- find. Die Streitkommission Gründen der öffentlichen Wohlfahrt für unpfändbar erklärt hat." mann, Wilhelm Brunzel, May Wächtler, Georg J. A.: Chr. Blome. So fapitalistisch der Entwurf auch leider sei, so mammonistisch Bartholomäus, Emil Liese und Rudolf Albig wie der von antisemitischer Seite gestellte Antrag sei er denn zur Last gelegt, weshalb sie sich vor der 140. Abtheilung des gunsten verlaufen. Die Werkstatt- Kontrollkommission in Berlin. Der Streik der Tapezirergehilfen Stettins ist zu deren doch nicht. Er bitte aber auch den von Frohme und ihm ge- Amtsgerichts 1. zu verantworten hatten. Die Angeklagten. A.: Martiel. ftellten Anträgen die Zustimmung nicht zu versagen. Zunächst arbeiteten im Juni v. J. in der Riftenfabrik von Fuhg, sei es nicht zweifelhaft, daß der Kreis der der Pfändung ent- Köpnickerstraße 154, nach Afford. Ein jeder erhielt dann Der Streik der schweizerischen Eisenbahnangestellten zogenen Sachen viel zu eng gezogen sei. Bei Gelegenheit der neue Arbeit, wenn er die alte beendet hatte. Der Kollege ist zwar unterblieben, da die Eisenbahnbarone in letzter Stunde Berathung der Zivilprozeß Ordnung, vielleicht auch an einer Biankowski wurde aber bevorzugt, so daß einige Arbeiter nachgaben und so eine Einigung herbeigeführt wurde. anderen Stelle dieses Gefeßes sei dieser Kreis ganz allgemein brach lagen. Die Zwistigkeiten darüber spizten sich derart zu bis zum letzten Augenblicke auf dem bornirtesten Unternehmerwie die Eisenbahndirektionen, namentlich die der Nordostbahn, zu erweitern. Aber schon hier ist es im Intereffe der Erwerbs daß die übrigen Kistenmacher die Entlassung des Biankowski bis zum letzten Augenblicke auf dem bornirtesten Unternehmerthätigen dringend erforderlich, wenigstens auch die zum Erwerb forderten. Da ihr Wunsch nicht erfüllt wurde, legten sie am standpunkte verharrten und schließlich nur der Noth, nicht dem oder zum Beruf erforderlichen Gegenstände dem Pfandrechte des 20. Juni die Arbeit nieder. Das Verlangen der Ausständigen eigenen Triebe gehorchend nachgaben, so erweisen sie sich nun Vermiethers zu entziehen. Allen Schwierigkeiten, die im einzelnen war gleichmäßige Vertheilung der Arbeit. An einem nach drei auch als illoyal in Beziehung auf das Halten der Friedens. auch dann noch bestehen bleiben würden, sei man aber enthoben, Wochen eingetretenen Generalstreik, der erfolgte, um einen beschlüsse. Auch hier scheint die Nordostbahn an der Spiße zu wenn man das Pfandrecht des Vermiethers endlich beseitigte. befferen Lohn zu erzielen, waren aber die Angeklagten nicht be- marfchiren. Der" Züricher Post" gingen aus den Kreiſen der Dies Pfandrecht ist weder deutsch, noch sozial, theiligt. Die Anklage lautete dahin, daß sie durch Drohungen Betheiligten mehrere Zuſchriften zu, aus denen wir hier einige noch gerecht. E3 stammt aus der Stellen wiedergeben. Es heißt dort u. a.: römischen Rechts, wo die Macht der Großgrundbesiger, der Geld- der Bewegung theilzunehmen; dies bestritten sämmtliche An- heute schon recht niedergestimmt und eine neue Gährung des und Ehrverlegungen die arbeitenden Kollegen gereizt hätten, an Stellen wiedergeben. Es heißt dort u. a.: Die Freude über den errungenen Sieg vom 1. März ist oligarchie in Rom besonders groß war. Erst für die Land- geklagte, sie hätten niemals die gesetzlichen Grenzen überschritten. verpächter, dann auch für die Residenzen Rom und Konstantinopel In der Beweisaufnahme bekundete der Zeuge Ludwig Klinke, greift bei dem Personal um sich. Die Ursache ist die Art und gegeben, ist dies Pfandrecht nie eine wirthschaftliche Nothwendig- daß er ebenfalls bei Fubg gearbeitet habe; er sei eines Morgens Weise, wie die Zugeständnisse vom Sonntag von der Verwaltung feit, sondern enthielt und enthält lediglich die Bevorzugung in der Nähe der Werkstatt von Bartholomäus dahin angesprochen übrige Bugpersonal ist im allgemeinen befriedigt worden, umgangen werden. Das Lokomotiv- und theilweise auch das eines Standes, einer Klasse einer Klaffe auf Kosten der wirthschaft worden, die Arbeit niederzulegen. Er arbeitete dennoch weiter lich Schwachen. Das soziale Uebergewicht der Geldoligarchie und wurde nun von Bartholomäus mit Mißhandlungen bedroht dagegen ist das Stationspersonal zum theil schlechter Roms hat dies Pfandrecht geschaffen. Dies Pfandrecht ist erklärlich und arg beschimpft. Außerdem wurde er von Wittmann mit gestellt als vorher. in einer Wirthschaftsperiode, in der es Freie und Hörige gab, den Worten angeredet: nicht aber in einer solchen, in der es nur rechtlich Freie giebt. Ohren!" Wegen dieser öffentlichen Beleidigung stellte er Straf mehr ist ihr Gehalt um 100 Fr. erhöht worden und es fallen die Da kommt ja Lude mit den schlesischen 15 Fr. für Reinigung der Bureauräumlichkeiten u. f. w.; nun Die Stationsvorstände erhielten bisher pro Quartal zirka In Deutschland stand dem Gerichtsherrn, dem Großgrundbesitzer, antrag. Der Vorgang sollte sich 8 Tage vor dem Generalstreit 60 Fr. für Reinigungsarbeiten weg. Solche kleinliche Mittel dem Feudalherrn ein ähnliches Recht dem Hinterfassen gegen- abgespielt haben. über zu. Aber seit etwa dem 12. Jahrhundert ist es in Deutsch= Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Dr. S ello, erklärte, wegen werden angewandt, um die gegebenen Versprechen illusorisch zu land geschwunden. Erst durch die Rezeption des der angeblichen Beleidigung als Sachverständiger" fungiren zu machen. römischen Rechts ist es in Deutschland wieder können, indem man unter schlesische" Ohren große" Ohren vereingeführt. Also ist das Pfandrecht des Vermiethers nicht stünde und unter„ Lude" nur eine zärtliche Abkürzung des Vordeutschen Ursprungs, sondern fremdes und schlechtes Gewächs. namens Ludwig gemeint war. Als eine besonders unglückliche Neuerung" bezeichnet sie Profeffor Als zweiter Belastungszeuge sollte der Kollege Budzinski Stobbe," Gift" tittulirt dies Pfandrecht ein sächsischer seine Aussage machen. Er hatte ebenfalls bei der Polizei Jurist. Das Pfandrecht des Vermiethers ist nicht fozial, einen Strafantrag wegen Beleidigung auf der sondern antifozial, es lastet auf den Schultern der wirth Straße gestellt, weil er nach Ausbruch des Partialfireits schaftlich Schwächeren. Es ist nicht gerecht, sondern be- die Arbeit troß Aufforderung nicht niederlegte und deshalb vorzugt den Vermiether in ungerechtester Art anderen Streitbrecher geschimpft und mit Schlägen bedroht worden Gläubigern, insbesondere dem kleinen Handwerker gegenüber sei. Der Zeuge weiß im Termine nichts mehr von der ganzen Ist es gerecht, daß in der Lohnbefriedigung eines Arbeiters, eines Sache und erklärt sogar, daß diese Denunziation nicht Handwerkers, eines Kleinhändlers der Hauswirth vorgehe? Die wahr sei. Regierungsvertreter traten für Beibehaltung des Pfandrechts im Staatsanwalt Müller verlangt die Vorlegung der Straf Umfang des Entwurfs ein. Eine Ausdehnung der Unpfändbarkeit anzeige und Budzinski erkennt an, daß er dieselbe eigenhändig auf die zum Erwerb oder Beruf nöthigen Gegenstände sei beffer bei unterschrieben habe. Außerdem bekundet er, daß er $ 715 der Zivilprozeß- Ordnung am Blaz. Abg. Frohme ver- Bartholomäus weder von Person noch dem heidigt nochmals scharf die eingebrachten Anträge und bekämpft Namen nach tenne, obwohl die Strafanzeige gegen den die Hamburger Hausagrarierpolitit. Abg. Enneccerus ver- felben gerichtet ist. mag Gründe gegen die sozialdemokratischen Anträge nicht anzu- Vorsitzender, Amtsrichter von Krosigk: Ich warne Sie führen, erklärt aber, für die Anträge der Sozialdemokraten vor einem wissentlichen Meineide. nicht stimmen zu wollen. Abg. Gröber ist der Ansicht, Staatsanwalt Müller: Mindestens müssen Sie wegen daß der Entwicklungsgang auf Abschaffung oder Einschränkung wissentlich falscher Anschuldigung sofort belangt werden oder Vermiether- Pfandrechts gebe; die Anträge halte find Sie geistestrant? des er Beit " Das untere Personal scheint ganz leer ausgehen zu follen, dafür wurden aber die der Lohnbewegung flets feindlich gesinnt geweſenen Bahnhofs: Inspektoren in Winterthur und Zürich mit 300 und sämmtlicher Kategorien, das mit weniger als 2000 und 3000 Fr. 400 Fr. Grhöhung bedacht. In erster Linie müßte das Personal bezahlt wird, aufgebeffert werden und zwar in dem gleichen Maße, wie es für diese Bahnhofs- Inspektoren angewendet wurde. Speziell gilt das für das theilweise kläglich bezahlte Personal der Zentralverwaltung, die Bremser, Wagenreiniger, Schuppenarbeiter u. s. w." die Eine andere Zuschrift sagt: " Für Gehalts- und Lohucufbesserungen des untern und tanntlich ein Kredit von 350 000 Frfs. bewilligt. Der Personalmittlern Personals wurde der Direktion der Nordostbahn be= bestand der Nordostbahn beziffert sich auf rund 5500 Angestellte. würde nun die bewilligte Summe gleichmäßig auf alle Angestellten vertheilt, so refultirte für jeden eine Aufbefferung von rund 64 Franks pro Jahr, 17 Bentimen pro Tag. Gehälter der oberen Beamten, der Bahnhofs- Inspektoren Die Direktion hat aber, wie bekannt wird, auch und Bahnbezirksvorstände, welche fast durchweg ein Einkommen von 3000 bis 5000 Fr. beziehen, ebenfalls mit ganz namhaften Aufbesserungen bedacht, obwohl diese Kategorie sich der Lohnbewegung fern hielt und sich bei ihren Besoldungsverhältniffen Theil der untern und mittleren Angestellten bei der Vertheilung vollständig zufrieden gab. Daraus erklärt sich, daß ein großer der 350 000 Fr. wieder leer ausgegangen ist." daß die Verwaltungen, ehe die Erbitterung, größer wird, fich Die Züricher Post" spricht am Schluffe die Hoffnung aus, ihrer Versprechungen erinnern und in die That umsehen noch mittheilt, die Arbeiter aus den schlechten Erfahrungen bereits Jedenfalls haben, wie uns unser Züricher Korrespondent Nußen gezogen bei den noch schwebenden Verhandlungen mit der 690 000 Fr. ferner bewilligt je weitere 100 000 Fr. in den Jura Simplonbahn. Diefelbe hat zu den zugestandenen Fahren 1896, 1897 und 1898, fodaß die gesammte Lohnerhöhungssumme rund 1 Million Frants beträgt gegenüber den geforderten möchten. = 1 300 000 Fr. Eisenbahnangestellten hat beschlossen, der Verwaltung der JuraEine spätere Nachricht besagt: Die Lohnfommission der Simplonbahn als letzten Termin für die Annahme der Forde rungen der Angestellten Dienstag Mittag 12 Uhr feftaufeßen; im alle der Ablehnung wäre der Streit unvermeidlich." aber für mindestens verfrüht. Die Anträge unserer Der Beuge entschuldigt sich dahin, daß er inzwischen einen Genossen und der ihnen entgegenstehende antisemitische Armbruch und in der Familie viel Kummer erlitten habe, so daß Antrag werden darauf abgelehnt und die Bestimmungen er sich auf nichts mehr recht befinnen könne. Der Polizei des Entwurfs angenommen. Aus dem weiteren Vrlauf der wachtmeister Fabricius befundet dagegen, daß er die VerBerathungen ist hervorzuheben, daß auf Antrag unserer Genossen handlung aufgenommen, wie der Zeuge ihm augab, und letzterer folgende Resolution angenommen wurde: Die Kommission dann unterschrieben habe. spricht die Erwartung aus, daß in dem Gesez, betreffend AendeDer Zeuge Getrowitz hatte wegen Mißhandlung Strafrungen der Zivilprozeß Ordnung, eine Bestimmung Aufnahme antrag gestellt. Er arbeitete nur eine Woche bei Fuhg, als finde, nach welcher eine angemessene Räumungsfrist bereits gestreift wurde, und wurde ebenfalls auf der Straße an in Urtheilen festgesetzt werden muß, falls auf Räumung einer gehalten, die Arbeit niederzulegen; da er nicht Folge leistete, Wohnung erkannt wird." Die Erfüllung der in der Resolution will er geschlagen worden sein. Auch dieser Zeuge be zum Ausdruck gebrachten Forderung wäre in vielen Fällen von streitet im Termine diese gleichfalls vor der Vortheil für Miether. Alle übrigen Anträge( Beseitigung des Polizei gemachten Angaben, obwohl er seine Kündigungsrechts des Vermiethers beim Tode des Miethers, Unterschrift unter der Strafanzeige aner Aufnahme einer Bestimmung, durch welche die Un- tennen muß. giltigkeit Don Ermiffionsklauseln nach Art der be- Rechtsanwalt Dr. Sello fordert den Zeugen auf, nicht rüchtigten Berliner Miethsverträge ausgesprochen wird) etwa zu gunsten der Angeklagten einen Meineid zu leisten und wurden abgelehnt. Auch die Anträge des Abg. Gröber, das ins Zuchthaus zu gehen. Die Angeklagten verlangen feine Sonderkündigungsrecht der Beamten, Soldaten u. dergl. auf- günstige Aussage, fie tönne höchstens eine ganz geringe Strafe Die Angeklagten verlangen teine zuheben und einen Nachlaß der Pacht bei Mißständen herbei- treffen, weshalb er seine Bekundung wohl überlegen solle. zuführen, fanden keine Annahme. Ebenso wurde der Versuch Cetrowitz bleibt dabei, daß es sich nicht so verhalten unferer Genossen auf Beseitigung des Sondervorrechts für krumm- habe, wie im Strafantrage stehe, während der Vor- Bei der Konfektionsfirma Toch in Wien ist eine flauige Berpächter, an dem durch§ 715 Nr. 5 Zivilprozeß- fizende ihm vorhält, daß er dann wissentlich falsch denunzirt Differenz zwischen dem Unternehmer und den Arbeitern ausOrdnung für unpfändbar erklärten Wirthschaftsinventar u. s. w. habe. gebrochen, die wahrscheinlich zu einem Streit führen wird. Die ihr Pfandrecht ausüben zu dürfen, abgelehnt. Da die Berathung Staatsanwalt Müller verzichtet auf grund der Aussagen Ursache ist die Entlassung dreier Arbeiterinnen, die wiederholt durch persönliche Redewendungen des Abg. Enneccerus hin dieser Belaftungszeugen auf jede weitere Beweisaufnahme und mit ihren männlichen Kollegen gegen den Unternehmer Stellung gezogen wurde, konnte die Berathung des Pachtvertragsverhält erklärt, daß es jetzt nicht interesfire, wie die Zeugen sich mit genommen werden. Die Arbeiter fordern die Wiederaufnahme nisses nicht beendet werden. In der nächsten Sigung( am ihren Aussagen rechtfertigen wollen, das werde für später der Entlaffenen. Dienstag) gelangen nach Beendigung der Bestimmungen über vorbehalten bleiben. Fest stehe es, daß früher ganz bestimmte In der Wiener Perlmutterknopf- Industrie vollzieht sich Miethe und Pacht die Vorschriften über Leih-, Darlehn-, Angaben gemacht und unterschrieben wurden, und klar sei es seit einiger Zeit eine Bewegung unter den Meistern, die Dienst und Werkvertrag( b. i. Arbeitsvertrag) zur Bewohl, wie die Zeugen vom Terrorismus beeinflußt werden(?!) hauptsächlich darauf hinausläuft, die wirthschaftlichen Mißstände, rathung. und sie jetzt ihr Gedächtniß verlieren. Mit folchen Zeugen kann die im Gewerbe herrschen, womöglich durch gemeinsamen Kampf, Die Reichstags- Kommission für das Börsengeset die Antiagebehörde nicht operiren. Nur dem Zeugen Klink sei durch Streits der Meister und Gehilfen zu nahm das Depotgesetz nach Streichung des§ 4, nach welchen glauben, der zweifellos von Bartholomäus bedroht wurde, regeln. Die Arbeiter einigen sich auf einen bestimmten Lohndem Kommissionär gestattet werden sollte, die Uebersendung des weshalb er gegen diesen Angeklagten 3 Wochen Gefängniß be- tarif, auf die Einhaltung der neunständigen Arbeitszeit 2c., Stückeverzeichnisses bis zur Begleichung seiner aus dem Auftrag antrage. Die anderen Zeugen verdienen keine Berücksichtigung, die Meister ihrerseits auf einen einheitlichen Lieferpreis weshalb er die Bestrafung der fünf Mitangeklagten dem Gerichts- dem Exporteur gegenüber. Insgesammt besteht die Wiener herrührenden Forderung auszusehen, in erster Lesung an. hose anheimstelle. Perlmutterindustrie aus zehn speziellen Branchen, von denen Rechtsanwalt Dr. Sello schließt sich den Ausführungen des bisher in drei Branchen, und zwar in der Muschelfnopsbranche, Staatsanwalts an, verzichtet aber auf die Bertheidigung des An- Kugelfnopf sowie Kragenknopfbranche die Meister einen Streit geklagten Bartholomäus, weil dieser vorgreift und eine Er- infgenirten, der in jedem einzelnen Fall mit recht günstigen flärung abzugeben versucht, daß er nicht gedroht haben könne. Erfolgen endete. Dadurch sahen fich auch kürzlich die Meister Zweifellos erschien es dem Vertheidiger, daß die scherzhaften und Gehilfen dorionigen Branche zu gemeinsamem Rampf ver Die Zuckerstener- Rommission besteht aus folgenden Mitgliedern: Göz von Olenhusen( Welfe), Vorsitzender; von Butt famer- Plauth( t.), Stellvertreter des Borsitzenden; Gerstenberger, Müller( Fulda), Rimpau, Schippel( Soz.), Schriftführer; Bock Gotha( Soz.), Graf von Carmer, Ehni, Hische, Klemm entnehmen: Versammlungen. 3 vor, " Die Versammlung beschließt, alle Kollegen der Organisation zuzuführen und die Sammlungen zum öffentlichen Fonds mit aller Energie zu betreiben, um alle tämpfenden Kollegen moralisch und materiell unterstüßen zu können." anlaßt, welche Knöpfe nur aus schwarzen Perlmutterschalen| abzuhelfen sei, daß die Tischlergesellen, welche ihre Arbeiten habe, daß es vielmehr zweckmäßiger wäre, in den arbeiten. Ueber die kombinirte Versammlung dieser Meister und durch die Maschine hobeln oder fraisen lassen, die Kosten für einzelnen Zweigen ihres Berufs, je nach Lage der Verhältnisse Gehilfen brachte die Wiener Arbeiter- Zeitung" einen Bericht, den Streit der Maschinenarbeiter durch ziemlich hohe Preis- gesondert vorzugehen. Aus einer Fabrit wurde berichtet, daß dem wir folgende bemerkenswerthe Ausführungen eines Meisters aufschläge tragen sollen. Alsdann schildert Redner das Entstehen infolge von Maßregelung eines Kollegen schon am Montag der Wenn durch Streit für die Meister etwas zu der Bewegung der Holzbildhauer, welche am Sonnabend in allen Streit ausbrechen fönne. Die Behandlung der Arbeiter bei der erreichen ist, so nur mit Hilfe der Arbeiter. Sind die Arbeiter Werkstätten ihre schon 1889 gestellten Forderungen wieder den Firma Bär u. Stein wurde als eine sehr unwürdige ge gewerffchaftlich gut organifirt, arbeitet teiner unter dem verein: Prinzipalen unterbreitet haben. Er fordert die Tischler zur schildert. Als Illustration der elenden Lohnverhältnisse bei barten Lohntarif, so ist es den Meistern wie den sogenannten Solidarität auf und erwartet, daß alle Kollegen, welche mit der genannten Firma wurde angeführt, daß ein Akkordarbeiter Pfuschern unmöglich, billiger zu liefern. Nur auf Kosten Bildhauern zusammen arbeiten, diese auf die Be( Klempner) folgende Wochenlöhne verdiente: am 15. Februar des herabgedrückten Arbeitslohnes tonturrirt wegung und auf die Nothwendigkeit des Anschlusses erhielt er 9,48 m., am 22. Februar 10,49 M., am 1. März ein Meister den anderen nieder. Es soll daher an die Bildhauer Organisation hinweisen, umſomehr sei 11,49 M. Ein anderer Klempner erhielt am 1. Februar jeder Meister es sich zur Pflicht machen, nur solche dies nöthig, da auch die Bildhauer ihrerseits Ordnung 7,50 M., am 8. Februar 9,00 M., am 15. Februar 14,50 M., Arbeiter aufzunehmen, welche den Nachweis erbringen, daß sie in den Tischlerwerkstätten schaffen wollen. Da gegenwärtig in am 22. Februar 13,30 M. und am 1. März 12,70 M. Ein der Gewerkschaft angehören." Sodann wurde ein- 16 deutschen Städten Tischlerstreits zu verzeichnen sind und sechs Ortsvereinler bestätigte, daß sein Verein sich der Klempnerstimmig beschlossen:„ Wenn bis zum 15. d. der neue Lieferpreis weitere bereits nahe bevorstehen, wurde beschlossen, pro Kopf bewegung anschließen werde und daß er zu diesem auf schwarze Perlmutterknöpfe von den Exporteuren nicht akzeptirt und Woche 50 Pf. weiter zu zahlen. Folgende Resolution ge- Zweck eine gemeinsame Besprechung der beiderseitigen tit, treten sämmtliche sechzig Meister mit den langt einstimmig zur Annahme: Bertreter für angebracht hält. Dieser Standpunkt wurde 400 Arbeitern in den Streit. Sämmtliche Arbeiter" Die Versammlung erflärt sich mit den Ausführungen des zustimmend begrüßt. Nät her betonte noch, daß die Klempner, erklärten, unter diesen Verhältnissen auf die vierzehntägige Kün- Referenten einverstanden, sie hält es angesichts unseres Sieges die schon vor der allgemeinen Bewegung für ihre Forderungen digung zu verzichten. Ebenso erklären die sämmtlichen für richtig, den Streit für beendigt zu erklären, jedoch sollen die einzutreten genöthigt wären, wohl auf die moralische, aber nicht Zwischenmeister, feinen Knopf an die Zwischenhändler zu liefern. Kollegen der bisher nicht bewilligten Werkstätten an unseren auf die materielle Unterstützung des Verbandes rechnen könnten, Aus dem Angeführten, so bemerkt hierzu die Wiener Forderungen festhalten, dagegen verpflichtet sich die Ber- und empfahl folgende Resolution, die einstimmig angenommen Arb.- 3tg.", ergiebt sich flar und deutlich, daß es bei weitem sammlung, mit allen moralischen und materiellen Mitteln wurde: für die Kleingewerbetreibenden besser ist, zur Erkenntniß zu für die noch im Ausstand befindlichen Kollegen einzutreten. kommen, daß die Bestrebungen der Arbeiter auch ihnen zugute Die Versammlung erkennt, daß die Errungenschaften des Streits kommen müssen, daß sie ebenfalls nichts anderes find als Lohn- nur durch die Organisation erhalten werden tönnen. Es soll sklaven des Kapitals, der Rohproduktenhändler, Exporteure, deshalb mehr denn je Aufgabe aller Kollegen sein, für die OrZwischenhändler. ganisation zu wirken. Ferner entlastet die Versammlung die Hinsichtlich der Feier des ersten Mai schloß sich die VerStreitkommission, indem sie anerkennt, daß diese im vollsten sammlung einstimmig der in der Generalversammlung des VerMaße ihre Pflicht gethan hat. Die Versammlung wurde mit bandes der Metallarbeiter Berlins gefaßten, Resolution an, einem begeisternden Hoch auf die Holzarbeiterbewegung gefchloffen. welche besagt, daß in denjenigen Fabriken, wo zwei Drittel aller Zur Buchdrucker- Bewegung nahmen am 8. März auch Die Möbelpolirer waren am Sonntag Vormittag in über die Maifeier flattzufinden hat, und daß sich die Minorität Kollegen irgend einer Organisation angehören, eine Abstimmung die Stereotype ure in einer von etwa 200 Personen besuchten Keller's Saal versammelt, um über die eventuelle Aufhebung dem Beschluß der Majorität fügen soll. Zu Revisoren wurden Versammlung Stellung, die im„ Louisenstädtischen Konzerthause" des Streits zu berathen. Schulz führte einleitend aus, abgehalten wurde. Massini, welcher das Referat über- daß der eigentliche Streif ziemlich beendet sei. Wohl an 25 bis Freithaler, Heine und Thate gewählt. Da Litfin nommen hatte, schilderte zunächst in großen Zügen die 30 Streikende seien noch zu verzeichnen, die bis dato auch unter- infolge seiner Wahl zum Verbandsvorsitzenden sein Mandat als Geschichte der deutschen Buchdruckerbewegung im allgemeinen, fügt wurden. Trotzdem im ganzen gegen 30 Firmen die Forde- Delegirter zur Gewerkschafts- Kommission niedergelegt hat, wurde um dann die bekannten Beweggründe für das augenblickliche rungen der Möbelpolirer noch nicht bewilligten, so schlägt die an seiner Stelle Gunther in dieselbe delegirt. Zum Schluß Vorgehen seiner Berufsgenossen darzulegen. Im Anschluß Streitkommission doch die Aufhebung des Streits wurde ein Antrag Näther's: den streifenden Textilarbeitern hieran verwies er Die Versammelten darauf, daß da die fraglichen Betriebe fast durchweg solche fleinerer in Rottbus aus dem öffentlichen Fonds 300 M. zu bewilligen, einstimmig angenommen. auch den Stereotypeuren jetzt die beste Gelegenheit Natur sind, mit Ausnahme von Schoy, Laborenz, geboten sei, günstige Vereinbarungen mit den Buchdruckerei Frister u. Roßmann und Lutat u. Weißelberg. Eine öffentliche Maurerversammlung tagte auf Einbefizern zu treffen. Es herrsche bei ihnen noch eine gewisse Daß in diesen bis jetzt noch nichts erreicht wurde, schreibt ladung des Vertrauensmannes der Berliner Maurer W. Dams Anarchie betreffs der Ueberstundenbezahlung; da heiße es denn, Redner dem Indifferentismus der daselbst beschäftigten Arbeiter am 8. d. M. im Feenpalaft und erörterte die Frage der Verdie Gelegenheit wahrnehmen, indem man vielleicht fordere, daß zu. Bei der Firma Schoy kommen vor allem Arbeiterinnen in fürzung der Arbeitszeit. Da der Referent am Erscheinen ver die Ueberstunden in dem Maße höher zu bezahlen seien, wie es betracht, die noch nicht wieder eingestellt sind. Es sei bindert war, trat die Versammlung sogleich in eine Diskussion der Buchdruckertarif festsetze. Ueberhaupt seien in der Stereotypie aber auch wenig von dieser Firma zu erwarten, denn ein und nahm als erster Redner Maurer Wittstock das Wort. noch mancherlei Mißstände zu beseitigen, zum Beispiel die viel ihrerseits wurde erklärt, daß sie ja doch nur Drect" Derselbe ging auf die heutige Arbeitslosigkeit im Baugewerbe ein fach mangelhaften Arbeitsräume. Dann nehme die Zahl arbeite, und diesen tönnen auch ungelernte Arbeiter und betonte die Nothwendigkeit einer Verkürzung der Arbeitszeit. der Arbeitskräfte auch in diesem Berufe immer mehr herstellen und demgemäß müsse auch die Bezahlung ausfallen. Diese müßten sich die Berliner Maurer zum Zielpunkt ihrer zu, und über kurz oder lang würden die Stereotypeure ebenso Für selbstverständlich hält Redner, daß den Arbeitern empfohlen Bestrebungen nehmen. Zur Erreichung und dauernden Festmit dem Drucke der Arbeitslosigkeit zu rechnen haben, wie die wird, in denjenigen Werkstätten, die die Forderungen nicht be- legung des neunstündigen Arbeitstages hielt Redner eine starke Buchdrucker. Nach alledem liege es im eigensten Intereffe der willigt haben, auch die Arbeit nicht aufzunehmen. In der regen Organisation als Rückgrat der Bewegung für nothwendig. DiesStereotypeure, sich mit ihren Arbeitskameraden in den Seger- und Diskussion wird verschiedentlich Klage geführt über das Ver- bezüglich fonnte er fich allerdings nicht verhehlen, Maschinensälen der Druckereien solidarisch zu erklären. An den halten der Tischler, die in Werkstätten, in denen die Forderungen daß es gegenwärtig schlimm bestellt sei um die Maurer mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag pläbirte schloß der Polirer nicht bewilligt, die Arbeit ruhig beibehielten. Die Verfamm- Berlins und in eindringlichen fich eine längere Debatte. Abgesehen ihren Einigkeit in Bestrebungen. von einem ein- lung beschließt hierauf, die weitere Leitung des Streiks, das Kassiren Worten für zigen, der eine etwas refervirte Stellung einnahm, sprachen von Geldern, Ausgleich von Differenzen u. f. w. einer Perion I auroc war mit dem Vorredner einer Meinung und erging sich alle Redner im Sinne des Referats aus und forderten, daß zu übertragen und nimmt hierauf folgende Resolution an: Die sich in einer Betrachtung darüber, ob unter den gegebenen Wersich die Stereotypeure voll und ganz mit den Buchdruckern Bersammlung beschließt, den offiziellen Stret aufzuheben und alle hältniffen etwas zu unternehmen sei. Er tam zu der Schlußsolidarisch erklären sollten. Bielefeld bestätigte, daß die die Werkstellen, in denen die Forderungen nicht bewilligt, zu meiden. folgerung, daß dies wohi möglich, sofern die Maurer Berlins Arbeitsräume in sanitärer Beziehung viel zu wünschen übrig Die Streifenden werden so lange unterstützt, bis ihre Forderungen einig wären und vor allem einmal die leidigen Organisationsließen. Auch sei in den letzten 10 Jahren die Bezahlung be- bewilligt, oder fie andere Beschäftigung gefunden haben. Derwöchent streitigkeiten fallen ließen. Wie wenig Solidarität leider unter deutend herunter gegangen und es werde, besonders in großen liche Beitrag zum Streiffonds ist von 1 M. auf 50 Pf. herabzusetzen. den Berliner Maurern herrsche, beweise die traurige Thatsache, Druckereien, feitens der Unternehmer in Besorgniß erregender Listen sind auch für die Folge beizubehalten." Des weiteren daß sich Maurer dazu hergegeben haben, die Arbeiten streifender Weise für einen sehr erheblichen Nachwuchs gesorgt. Was wird beschlossen, die Unterstüßung der weiblichen Streifenden von Bimmerleute zu verrichten. Bu erwarten sei eine etwas unternommen Sollte daher etwas früher nie der Fall gewesen, fei jetzt zu verzeichnen: 1,50 m. auf 2 M. pro Tag zu erhöhen. Laut Antrag findet in nächster befiere Baufonjunktur. im Arbeitsnachweis feien fortwährend Arbeitslose vor Beit eine öffentliche Versammlung statt, in welcher die vor- werden, so müsse die Erfenntniß der Nothwendigkeit einer Ver. handen. Nach einem Schlußwort Massini's, welches herrschenden Mißstände bei der Firma Schoy, Mariannenstraße, fürzung der Arbeitszeit in die weitesten Kreise dringen und stürmischen Beifall fand, wurde folgende Resolution ein- der Oeffentlichkeit unterbreitet werden sollen. Der Vertrauensmann empfahl er, die Vorarbeiten zu treffen für eine Verkürzung der stimmig angenommen: Die Versammelten erklären das Vor- der Polirer wurde beauftragt, bei den Tischlern vorstellig au Arbeitszeit und eine Beseitigung der krassesten Mißstände auf gehen der Buchdrucker zur Erringung einer fürzeren Arbeitszeit werden wegen ihres theilweise unsolidarischen Verhaltens gegen den Bauten. Auch Silberschmidt war von der Nothund Erhöhung des Lohnes als Nothwendigkeit und erwarten über den Möbelpolirern. Zum Punkt Verlesung derjenigen wendigkeit der Einleitung einer Bewegung zur Verbesserung der von den Berliner Prinzipalen, daß diese eine Einigung betreffs Werkstätten, in denen die Kollegen den Streiffonds vergessen wirthschaftlichen Lage überzeugt, hielt aber dafür, daß beide der Forderungen der Gehilfen nicht von der Hand weisen. Sollte haben", theilt Schulz mit, daß ein genauer Plan augen Richtungen" der Berliner Maurer sich über die zu beobachtende dies dennoch geschehen, so erklären die Versammelten blicklich nicht vorliege, indem in letzter Zeit in den ver- Taktik einig würden, daß eine Verständigung beider Richtungen die Buchdrucker bei einem etwaigen Kampf auf das schiedenen Bahlstellen noch Gelder einliefen und soll des- stattzufinden hätte, um eine Zersplitterung der Kräfte zu vermeiden. nachdrücklichste 311 unterstützen. Gleichzeitig balb diese Liste im Borwärts" veröffentlicht werden. Hupte stellte sich auf einen ganz unabhängigen Standpunkt. schließt sich die Versammlung der Forderung vom Feideck'schen Betriebe wird ein Schriftstück verlesen, Bon einem Geldstreit" versprach er sich nichts, nur von einem der Buchdrucker auf eine fünfzehnprozentige nach welchem die Forderungen der Polirer bewilligt sind. Nach Prinzipienstreit" und wünschte er beide Organisationen zum Lohnerhöhung an und fordert mindestens den Ausführungen der nun folgenden Redner haben sich in ver- Teufel" zum Wohle der Berliner Maurer! Karl Behrendt eine Mebrentschädigung der Ueberstunden schiedenen Werkstellen, die bewilligt, bereits wieder Mißstände trug den veränderten Verhältnissen in bezug auf die vorhandenen nach den jeweiligen Bestimmungen des deutschen eingeschlichen; der Vorsitzende ersucht darum dringend, diese an Rechnung auf die v Richtungen insofern er gleich Buchdrucker Tarifs." Zum Schluß wurde Brauntonipetenter Stelle, dem Leiter der augenblicklichen Bewegung zu Silberschmidt einer vorherigen Verständigung beider Richdas tungen vor Eintritt in eine Lohnbewegung Wort schweig in die Gewerkschaftskommission delegirt und August übermitteln. Schneider zum Stellvertreter desselben ernannt. Mit einem redete und hob er hervor, daß eine Verständigung kommen werde und kommen müsse. Nach einer längeren Debatte gelangte ein Hoch auf die Forderungen trennten sich die Versammelten. Antrag Behrendt zur Annahme, in dem die Vertrauensmänner beider Richtungen ersucht werden eine gegenseitige Verständigung anzubahnen. Eine Resolution des Maurer Dietrich, in der eine bestimmte Lattik für den Lohnkampf niedergelegt war, wurde bis zur nächsten Versammlung zurückgestellt. " " " " beiden " eine er deshalb Sprechlaal. Eine sehr gut besuchte Metallarbeiter Versammlung tagte am Sonntag im großen Keller'schen Saale. Nather In der Brauerei Friedrichshain nahmen die Berliner referirte über die Lohnbewegungen in der Metallindustrie, Holzarbeiter am Sonntag, den 8. März, Stellung zu der Frage: welche in diesem Jahre stattgefunden haben. Nach einem furzen Wie führen wir unseren Streit fiegreich zu Rückblick auf den Streit bei Leonhard, der durch das Eingreifen Ende und wie erhalten wir uns das Errungene? unorganisirter Arbeiter und Arbeiterinnen verloren gegangen sei, Der Referent Glocke äußerte sich im wesentlichen wie folgt. Im befprach der Redner ausführlich den eben beendeten Ausstand Brih. In einer öffentlichen Versammlung, die am großen und ganzen sei die diesjährige Tischlerbewegung als fiegreich der Schnitte und Stanzenbauer, der die Einführung der 27. Februar tagte, sprach Genosse Hansen über die Betheiligung abgeschloffen zu betrachten. Die Forderungen, welche von den Tischlern neunstündigen Arbeitszeit bezweckte. Der Streit, Der an der Kommunalwahl. Sowohl der Referent als auch die nachgestellt wurden, sind von der größten Zahl der maßgebenden Be- unter den günstigsten Aussichten und mit dem Ein folgenden Redner in der Diskussion befürworteten lebhaft das triebe bewilligt worden. Dieser Streit fei nicht nur für die verständniß fast aller betheiligten Arbeiter begonnen habe, sei Gintreten für den sozialdemokratischen Kandidaten. Nach einem deutschen Holzarbeiter von Nußen, sondern auch für weitere nun doch zu einem ungünstigen Abschluß gekommen und zwar Bericht des Gemeindevertreters Dorn über seine bisherige Kreise der Arbeiterschaft speziell für die verwandten wesentlich durch das Verhalten der Kollegen von der Firma Thätigkeit wurde au stelle der ausgeschiedenen KommissionsBerufe von wohlthätigen Folgen begleitet gewefen. Reis u. Martin. Diese Kollegen, auf deren Anregung der Streit mitglieder Gottwald und Jentsch die Genossen Jeserich, Pieffe Die Meisterschaft hätte anerkennen müssen, daß die ins Wert gesetzt worden sei, hätten schon nach wenigen Tagen und Schrock in die Agitationskommissions gewählt. maschinelle Entwickelung eine Verkürzung der Arbeitszeit mit die Lust verloren, sich ferner an der Bewegung zu betheiligen. zwingender Nothwendigkeit zur Folge habe, wenn nicht die Holz Durch das Verhalten der Ausständigen sei somit der Streit verloren versammlung des Volfsbildungs- Vereins für Briz und Um Brit. Am 2. März fand hier die regelmäßige Vereinsarbeiter einer allgemeinen Arbeitslosigkeit anheimfallen gegangen. Jetzt stände wieder eine neue Bewegung bevor, nämlich sollten. Die richtige Wahl des geeigneten Zeitpunktes, die der Klempner. Diese Branche sei erst seit furzem organisirt, gegend statt. In derselben sprach Genosse Schrock in einen die eingeschlagene Tattit, die Feftigung der Organisation und, wie das bei dem Gifer, der sich in jungen Organisationen interessanten Vortrag über die Verhütung von Krankheiten, an hätten bedeutendes zum Siege beigetragen. Aber auch immer zeige, erklärlich sei, tönnten die Klempner die Zeit faum den sich eine rege Diskussion anschloß. Nach dem noch unter Verdie Kollegen hätten sich und ihre Kraft fennen gelernt erwarten, wo die Bewegung ihren Anfang nehme. Echon jetzt sigende die gut besuchte Versammlung. schiedenem einige Angelegenheiten erörtert waren, schloß der Vor und können mit gestärktem Vertrauen auf sich selbst sagen: Was fingen die Kollegen einzelner Werkstätten an, auf eigene Faust wir erzielten, haben wir durch uns selbst errungen. Er empfiehlt, vorzugehen, wodurch nur die Kräfte vorzeitig verzettelt würden, den Streit heut offiziell für beendigt zu erklären, da die Nicht- die man besser für die später vorzunehmende allgemeine Bewegung bewilligung einzelner Firmeu auf das Gesammtresultat ohne aufsparen sollte. Die Aussichten der Klempner feien infolge der jetzt Belang sei. Bei diesen Firmen, wie Kappler( Mühlenbauerei), herrschenden günstigen Konjunktur fehr gute. Gefordert werde Frister u. Roßmann( Nähmaschinenfabrik), Ferdinand Voigts 2c. sei neunstündige Arbeitszeit, 45 Pf. Stundenlohn, 25 pCt. Zuschlag die Fortführung des Streits am Plate, wozu die ganze Holz- für Ueberstunden, Sonnabends eine Stunde und am Tage vor arbeiterschait hilfreiche Hand bieten müsse. Die gegenwärtig dem gefst zwei Stunden früher Feierabend. Der Ortsverein der außerordentlich günstige Stonjunktur laffe auch hier die Möglich Klempner, Hirsch- Duncker'scher Hichtung, habe sich gleichfalls für feit des Sieges offen. Zum Mai eröffne sich allerdings eine diese Bewegung erklärt. Ferner beabsichtigen die Mechaniker in weniger günstige Perspektive, da dann bereits die drängendsten Auf- nächster Zeit in eine Bewegung betr. den Tarif von 1890 ein träge fertiggestellt sind und die Fabrikanten Revanche nehmen zutreten, ebenso dächten die Schraubendreher den Neunstundentag zu werden. Hier sei der Kernpunkt der ganzen Bewegung, hier gelte erringen, und auch die Schmiede, die zwar besonders organisirt feien, es dann zu zeigen, daß die Tischler keinen Augenblickserfolg, wolten in eine Lohnbewegung eintreten. Die bevorstehenden sondern eine dauernde Besserung ihrer Lage haben wollen. Kämpfe dieser Branchen nach Kräften zu unterstüßen, sei Pflicht Darum rust der Redner den Versammelten zu: Stärft Gure aller Metallarbeiter. Im Hinblick auf die traurigen Verhältnisse Was die Ausdrücke: Ileiner Winkelverein, spekulativer Organisation, damit Ihr beim ersten Signal wieder vollzählig in den meisten Fabriken hält der Redner eine einheitliche Be Budiker betrifft, so scheinen bei diesen Angriffen persönliche gewappnet auf dem Plane erscheinen tönnt!( Lebhafter Beifall.) wegung aller Metallarbeiter für nothwendig, die namentlich auf Intereffen mitzuspielen; möchten doch diejenigen, welche derartige In der Diskussion spricht der Möbelpolirer Händel feine Abschaffung der Ueberstunden, der Abzüge u. f. w. gerichtet sein schmutzige Worte auf einzelne brave und tüchtige Genossen anGenugthuung aus über das Gelingen des Tischlerstreiks, bedauert müsse. Wenn man nur die Beseitigung des fchwarzen Kabinets" wenden, daran denken, daß sie sich hierdurch nur selbst aber, daß in einigen Punkten die Tischler nicht die gleiche Soli in der Gartenstraße, des Arbeitsnachweises der Unternehmer, wo fennzeichnen. darität den Möbelpolirern gegenüber befundeten, wie diese den die schwarzen Liften geführt und schwarzen Liften geführt und die Arbeit suchenden Zu dem erwähnten Fall vom Rauchklub Hele Wolfe ist zu Tischlern, wofür er die Kommission und speziell Wiedemann Kollegen in der schimpflichsten Weise kontrollirt werden, erreichen bemerken, daß die irrthümliche Bezeichnung Freie Vereinigung verantwortlich macht. Dieser replizirt sofort darauf und könnte, so sei das schon ein Ziel des Kampfes werth. Pflicht auf den Rauchklub selbst zurückzuführen ist. weist diese Angriffe als unberechtigt zurück. Die folgenden der Kollegen aber sei es, die Organisation zu stärken, damit ein Zu jeder weiteren mündlichen Auskunft sind wir in inferen Redner Matthews, Hellwig, Grieger u. f. w. äußern sich sämmt geschlossenes Vorgehen der Metallarbeiter möglich werde und Vereinssizungen jeden Freitag Abend 8 Uhr im Vereinslokal von lich im Sinne des Referenten, der in seinem Schlußwort noch Erfolg verspreche. Johann Pfarr, Moabit, Puttligstraße 9, gern bereit. im weiteren betont, daß in nächster Zeit die Tischler und Der Vorstand Holzbearbeitungs- Maschinenarbeiter gemeinschaftliche Versamm des Zivil. Berufsmusifer Vereins Moabit, lungen abhalten würden zur Regelung der Frage, wie dem Umstand J. A.: H. Tieh, Borfigender, Wilsnackerstr. 37. In der Diskussion vertraten mehrere Klempner die Ansicht, daß wegen der sehr verschiedenartigen Arbeitsverhältnisse ihrer Branche ein Generalstreit wenig Aussicht auf Erfolg Die Redaktion stellt die Benuzung des Evrechjaals, soweit der Naum dafür abzugeben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Sutereſſes zur Verfügung; ste verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt desselben identifizirt zu werden. Zur Erwiderung auf die feitens der Freien Vereinigung der Bivil- Berufsmusiker Berlins und Umgegend erlassene Annonce vom 29. Februar cr. geben wir den Vereinen und Genossen von Berlin und der Umgegend bekannt, daß unser Verein seit drei Jahren besteht. Die feinerzeit vorgekommenen Veränderungen im Verein wurden nöthig, weil sich unter verschiedenartigen Borspiegelungen Elemente in den Verein eingeschlichen hatten, die unsere Organisationen zu zerstören suchten, was ihnen aber nicht gelungen ist. Achtung! 6.Wahlkreis. Achtung! Genossen Berlins! Donnerstag, 12. März, abends 8 Uhr, in Schulz' Salon, Sonnabend, den 14. März, abends 8½ Uhr, im Feen- Palast, Burgstraße 22, Ecke Wolfgangstraße: Stettinerstr. 57: Grosse Volks- Versammlung. Tages Ordnung: Regierung, bürgerliche Parteien und Sozialdemokratie. Reichstags- Abgeordneter Bueb( Mülhausen). 2. Diskussion. Referent 24714 I Der Einberufer. Männer und Frauen aller Parteien sind eingeladen. Deutscher Holzarbeiter- Berband. ( Bahlstelle Berlin.) Bezirks- Versammlung für Südost Donnerstag, den 12. März, abends 8 1hr, im Lokal des Herrn Henke, Naunynstraße 27: Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Meguer über: Was lehren uns die letzten Streits? 2. Diskussion. 3. Verbands- Angelegenheiten.. Drechsler und Bürstenmacher sind besonders eingeladen. 91/19 Die Ortsverwaltung. Heute Dienstag, den 10. März, abends 6½ Uhr, bei Rautenberg, Oranienstr. 180: Versammlung = lämmtlicher Arbeiter der Nähmaschinen Fabrik vorm. Frifter& Roßmanu, A.-G. Tages Ordnung: Jst die Firma vorm. Frister u. Roßmann nicht im stande, den Bedarf an Nähmaschinen für den Weltmarkt bei einer 9stündigen Arbeitszeit täglich zu decken, wenn nicht, welche Stellung nehmen die Arbeiter obiger Fabrik dazu ein? Referent: Wiedemann, Vertrauensmann der Holzarbeiter. Sämmtliche Händler und Konsumenten von Nähmaschinen obiger Firma find zur Versammlung eingeladen, die Direktion schriftlich. Das Erscheinen sämmtlicher Arbeiter der Fabrik ist Ehrenpflicht. Möbelpolirer. Auf Beschluß der Versammlung vom 8. März cr. ist der Streik der Möbelpolirer offiziell aufgehoben. zu unterstüten sind noch ca. 34 Streikende. Der Beitrag zum Streikfonds ist auf 50 Pf. pro Woche herabgesetzt. Die Kollegen werden daher aufgefordert, Mann für Mann dieser Verpflichtung regelmäßig nachzukommen. Die Kommission tagt wie bisher Blumenstr. 38 und zwar in der Zeit von 10-12 Uhr vormittags und 5-8 Uhr nachmittags. Alle Meldungen sind in dieser Beit zu machen. Dar Arbeitsnachweis befindet sich wieder: Blumenstr. 38 bei Wiedemann; Oranienstr. 197 bei Mohn und Anklamerstr. 32 bei Schibilski. Nachstehende Werkstellen haben unsere Forderungen noch nicht bewilligt und sind von den Kollegen streng zu meiden: Gedächtnissfeier für Karl Marx veranstaltet vom Lesetlub ,, Karl Marx", Großes Vokal- und Instrumental- Konzert 100/14 ausgeführt von Mitgliedern der Freien Vereinigung der Bivil- Berufsmusiker, Dirigent: G. Graß, unter Mitwirkung der Gesangvereine: Alpenveilchen", Freya I",„ Nordwacht",„ Olympia" u.„ Norddeutsche Schleife". Dirigent: R. Blobel. Festrede, gehalten von W. Liebknecht. Billet 30 Pf. U. a. gelangt zur Aufführung: ,, Columbus". Nach dem Konzert: Ball. I Billet 30 Pf. Möbel- Ausverkauf, Verein der graphischen Arbeiter u. Arbeiterinnen Deutschlands( Filiale Berlin). passendste Gelegenheit für Brautleute, Hotels, Wiederverkäufer. In meinem größten Möbelspeicher, Neue Königstraße 59, sollen zirka 200 Wohnungseinrichtungen, nerliehen gewesene und neue Möbel zu jedem annehmbaren Preise schleunigst verkauft werden. Besonders zu empfehlen ist der große Borrath verliehen gewesener Möbel, im welche fast neu sind und zum halben Preise abgegeben werden. Durch sehr große, billige Gelegenheitseinkäufe ist es mir möglich, schon ganze WirthAußerordentl. Generalversammlung Donnerstag, den 12. März, abends 8% Uhr, Lokale des Herrn Hoffmann, Alexanderstraße 27c. ( Englischer Garten, unterer Saal.) 1. Geschäftliches. Tages Ordnung: 2. Neuwahl des Rassirers. 3. Die Lohn- und Arbeitsverhältnisse in unserem Beruf. Referent: Rollege Schöpke. 4. Diskussion. 5. Verschiedenes. schaften für 90, 100, 300 t. abzugeben. Ebenfalls hochfeine, herrschaftliche Einrichtungen von 500 bis 5000 M. Theilzahlung gestattet. Beamten ohne Anzahlung, Kleiderspind 12 Mr., Kommoden, Küchenspind 12, Stühle 2 M., NB. Mitgliedsbuch legitimirt. Nußbaum- Kleiderspinde, Vertikows scheinen ersucht 30 Mit., Muschelspinden 35, Bettstellen 102/4 mit Matratzen 18 Mt., Sophas 18, Säulenspind, Kleiderſpind, hochelegant Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter 56, Trumeaug mit Säulen und KrystallUm pünktliches und zahlreiches ErDie Verwaltung) Berlins und der Umgegend. glas 60, Cylinderbureaux, Herren: Mittwoch, den 11. März, abends 8½ Uhr, im Moabiter Klubhaus, schreibtisch, Damenschreibtische, Schreibsekretär 30, Plüschgarnituren 60 Mt., Beuffelstraße 9: spinden, Frifirtoiletten, Chaiselongues, Pianinos, Paneelsophas 75 Mt., Bücher Bezirks- Derlammlung Salongarnituren, Bortièren, Steppdecken, Tischdecken, Gardinen, Fenster für den Westen und Moabit. 5 Mr. Vollständig ausgestattete und Beseitigung des Privateigenthums. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Tagesordnung: 1. Vortrag des Gen. Bruno Pörsch über: Die dekorirte Salons, Speisezimmer und Mitglieder. 4. Berbandsangelegenheiten und Verschiedenes. englische Schlafzimmer stets zur AnUm die weiteste Verbreitung der Laufzettel wird gebeten. E vor Einkauf von Möbeln mein entsicht. Empfehle allen Herrschaften, Nichtmitglieder als Gäste willkommen. schieden größtes und billigstes MöbelUm zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. lager zu besichtigen und von den staunend billigen, aber festen Tarpreisen zu überzeugen. Getaufte Möbel können bewahrungsspeicher lagern, werden Cohn, Beuthstr. 21, 1: 3 Monate tostenfrei auf meinem AufMittwoch, den 11. März, abends 8 Uhr, im Lokale von auch nach außerhalb. durch eigene Gespanne transportirt Klempner! Versammlung Sonnabend: Resterverkauf. der Werkstatt- Vertrauens männer. Mathuse, Admiralstraße 18. Gänicke( Brit), Bürgerstraße 16. Unfrau, Brunnenstr. 98. Lucat u. Weisselberg, Cuvrystr. 46. Krüger u. Comp., Eisenbahnstr. 36 b. Fischer, Forsterstr. 4. Salzmann, Frankfurter Allee 143. Bolle, Gerichtsstr. 72. Unger, Königsbergerstr. 7. Herford, Heinersdorfer Weg 3. Sonnabend: Resterverkauf. Gerstenforn, Grüner Weg 105. Werner, Langeftr. 91. Rose, Manteuffelstr. 57. Quizau, Maibachufer 3. Laborentz( Rigdorf), Knesebeckstraße. lgen ( Weißensee), Prenzlauer Allee 12. P. Hyan, Rüdersdorferfir. 47. Baumgart( Weißensee), Charlottenstr. 81. Rösener, Weinstraße 6. Berendt, Wienerstr. 31. Kienow, Wollinerstr. 27 a. Görschner, Wienerstr. 44. Seibel, Wienerstr. 57a. Völkel, Königsbergerstr. 30. Anders, Königsbergerstraße 29. Tirolf, Langestr. 35. Schoy, Mariannenstr. 31/32. Schneider, Reichenbergerstr. 125. Cochi, Bacigalupo Graffigna, Schönhauser Allee 78. Freienstein( Weißensee), Königs- Chaussee 65. Frister u. Roßmann, Stalizerstraße 134/185. Rempel, Blumenstr. 38. Die Kollegen werden ersucht, obige Werkstellen zu beachten! Die Kommission. Holzbildhauer! Anzug- Palefotstoffe Tages Ordnung: Die bevorstehende Lohnbewegung. Die ausgegebenen Fragebogen müssen in dieser Versammlung 118/15 ausgefüllt zurückgeliefert werden. Der Vertrauensmann der Klempner. F. Zimmermann, Bücklerstr. 55. Sonnabend, den 21. März: Brenner& Cie Gr. Wiener Maskenball Alte Jakobstr. 57/59. Jedes Maaß zu Engrospreisen. Möbel- Ausverkauf des Möbelspeichers Rosenthalerstr. 13. Heute, Dienstag, den 10. März, abends 8 Uhr, in Wegen ganz bedeutender Vergrößerung meiner Nieft's Festsälen, Weberstr. 17: 22/11 Große öffentliche Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Der Stand unserer Bewegung. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Der Vertrauensmann. Maler und Berufsgenossen. Räumlichkeiten vertause ich mein Waarenarrangirt von der Zahlstelle Berlin II des Zentral- Verbandes deutscher Maurer. Um 12 Uhr: Demastirung. Während der Kaffeepause: Festrede und humoristische Vorträge. Anfang 82 Uhr. Um zahlreichen Besuch bittet Billet 50 Pf. Das Comité. Billets sind zu haben bei H. S chigolski, Wollinerstr. 34, Seitenflügel lager zu noch nie dagewefenen Preisen voll 2 Tr.; 2. Lamprecht, Kreuzbergstraße 8, Hof 1 Tr.; P. Hoffmann, ständig aus. Bum Umzuge und für Brautleute Achtung! Maurer. Achtung! Sonntag, den 15. März, vormittags 10% Uhr, Am Mittwoch, den 11. März 1896, abends 73 Uhr, händler. Auch größtes eager gebrauchter und im Lokale des Herrn Cohn, Beuth- Straße Nr. 20-21: im großen Saale des Herrn Keller, Stoppenstr. 29: Oeffentl. Versammlung sämmtlicher Maler und Anstreicher. Tages Drdnung: 1. Bericht über die gegenwärtige Situation unferes Streiks. 2. Die weiteren Maßnahmen zu unserem Streif. Zu dieser Versammlung sind sämmtliche streikende Kollegen, sowie auch arbeitende eingeladen, und ist es Pflicht derselben, zu dieser wichtigen Versammlung sich einzufinden. 126/15 Die Lohnkommission der Maler Berlins und der Vororte. J. A.: G. Link. Luxuspapierbranche! Dienstag, den 10. März 1896, abends 8 Uhr: Große öffentliche Versammlung aller in der Luxus- und Spizenpapierbranche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen im Lokale des Herrn Meyer, Ackerstrasse 63. Tages Ordnung: 1. Was lehren uns die letzten Streits? Referent: Genosse Faber. 2. Die Uebertretungen der Gewerbe- Ordnung in den Luxuspapierfabriken. 3. Verschiedenes. 23/13 Kollegen und Kolleginnen! Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es dringend nothwendig, daß sämmtliche im Norden wohnenden Kollegen und Kolleginnen in dieser Versammlung erscheinen. Ganz besonders 非 ist somit die einzig reelle Gelegenheit gegeben, Oppelnerstraße 21, v. 2 Tr.; R. Hasse, Salzwedelerstraße 1, Hof 1 Tr.; Ausstattungen, sowie einzelne Stücke gediegen E. Lehmann, Golgstr. 13a, Quergeb. part.; R. Gareis, Birkenstr. 51, und billigst einzukaufen. Man lasse sich nicht v. 4 Tr.; G. Worm, Dalldorferstr. 3, Seitenfl. 1 Tr. durch unmögliche Anpreifungen blenden, sondern besichtige sich die Möbel, welche man faufen will, ge nau und vergleiche dieselben mit meinen nur gediegenen Möbeln und anerkannt billigsten Preisen. Durch Eintauf von 9 großen Möbellagern zu günstigen Bedingungen vertaufe ich ganze Einrichtungen, forte einzelne Stüde ganz bedeutend billiger als jeder andere Möbel= verstehen geweſener Möbel zu wahrhaften Spott preisen. Kleiderspind 15 Mart, Nußbaumfleiderspind 30, Muschelkleiderspind35, Kommode 9, Sopha 16, Bettstelle mit Sprungfedermatrage u. Steiltiffen 18, Spiegel 9, Stühle 2, Nußbaum= trumeaur mit Stufe 60, Plüschgarnitur 50, neue, hochfeine Plüschgarnitur 105 Mart. Hochfeine Nußbaum- und Mahagoni- Möbel spott= billig. Auch gebe ich Einrichtungen auf Theil zahlung. Brautleute, welche ihre Möbel bet mir taufen, erhalten ein Hochzeitsgeschent gratis. Kein Abzahlungsgeschäft. Eigene Tapezier11. Tischlerwerkstätten, vier große Möbelspeicher. Getaufte Möbel fönnen tostenfrei auf meinen Lagerspeichern 3 Monate stehen bleiben und werden dann durch eigene Gespanne fauber transportirt und aufgestellt, auch nach außerhalb. Rohtabak. Grösste Auswahl! Billigste Preise. Sämmtliche Fabrikations- Utensilien. Heinrich Franck, Mitglieder- Versammlung der Zahlstelle Berlin II des Zentralverb. deutscher Maurer. Tages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Mitglieder. Gäste haben Zutritt. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht Aufnahme neuer Der Bevollmächtigte. NB. Das Romitee betr. der Statistik wird ersucht, die Bücher mitzut bringen. Joël's Gesellschaftshaus. Hente, Dienstag, abends 8 Uhr präzise: 8. Abonnements- Konzert der Ur. 185, Brunnenstraße Nr. 185. Freien Vereinig. der Zivil- Berufsmusiker. ophastoffS Refte in Rips, Damak, Crêpe, Plüsch pottbillig! Neues interessantes Programm. Abendkaffe 25 Pf. Programm 5 Pf. Nachher: Tanzkränzchen( 30 Pf. Nachzahlung). Programmauszug in legter Sonnabendnummer. Phantafe, Gobelin und B. Günzel, Lothringerstraße 52. Spezialität: Porträts Läuferstoffe Proben franko! in allen Qualitäten zu Fabrikpreisen. aber werden die Arbeiter und Arbeiterinnen von W. Hagelberg, Wunsch Emil Lefèvre, oranienkraße Berlin S., u. Lange und Büttner u. Co. hiermit eingeladen. Der Vertrauensmann. 158. sozialistischer Führer, Lassalle, Mary 2c. in Cigarrenspitzen, Pfeifen, Nadeln, Brochen, Knöpfen, Büften Bildern u. dgl. sowie jede Drechslerivaare u. Repar.( Man verl. Preiskourant. Liter- Flasche 80 Pf., 90 Pf., 1 Mark mit Fl., Korn( verschied. gemischt) Ltr. 45 Pf. ohne Fl., Liköre, Cognac, Rum, Ungarweine 2c. Carl Schindler, Chausseestr. 55. Nordhäuser 33b Berantwortlicher Redakteur: Auguſt Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin.