BERLIN SienStag 14. Januar 1930 10 Pf. Nr. 22 B H 42. Jahrgang Srschetst täglich außerSotttttag«. Zugleich Abendaliegabe de«»Vorwürt«'. Bejugsrrei« beide Autgaben 85 Pf. pro Woche, S�nM. rro Monat. Redaktion und Erpedition; Berlin SW 68. Lindenßr.s '' vi oietgenorei«: Die einspaltige Nonpareilleieile 00 Pf.. Reklamezeile ü M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto! DorwärtS-Verlag G. m. b. H., Berlin Nr. S75SS. Fernsprecher: Dönhoff'292 bi< 297 �eichskabinett berät. Verhandlungen mit der preußischen Staatsbank aufgenommen. Die Reichsbank muß sich beteiligen! Halbamtlich wird mitgeteilt: Heute vormittag 11 Uhr ist das Reichskabiuett;u- »mengetreten. Im Haag ist um 3 Uhr eine Be> echung zwischen C h e r o« und Moldenhauer über Mobilisierungsfrage. Das Bankorganisationskomitee Gesetzliche Borschrist in Ausarbeitung.— Schacht fügt fich. die verhandelt im Haag welter unter Teilnahme von Schacht. Für morgen ist die Veröffentlichung der bis- her gefaßten Beschlüsse zu erwarten. Der Brief von Schacht ist vom 31. Dezember. Seit- dem ist im Haag doch mancherlei geschehen, so daß die deutsche Delegation doch durch den Schritt Schachts überrascht sei« konnte. Schacht hat an zahlreichen Kabinettssitzuugen teilgenommen. Im Haag weilen zwei Vertreter der Reichsbank, die aber die deutschc Delegation nicht in dem Sinne unterrichtet haben. wie man das im Hinblick auf Schachts Vorgehen erwarten konnte. Oer Erfaß für die Reichsbank. Verhandlungen im Reichswirtschastsministerum. Seit heute morgen finden im Beisein von Staats- fekretär Schaffer im Reichswirtschaftsministerium mit den Direktoren der Seehandlung über die Beteiligung der Seehaudlung an der Bank für internationale Zahlungen statt. Die Verhaudlungen sind noch nicht abgeschlossen. Die preußische Regierung wird ihre Zustimmung gebe«, falls die Seehandlung technisch in der Lage ist. die Beteiligung zu übernehmen. * V. Sch. Haag. 14. Januar. 2 Uhr. sGigenbericht.) Bei Redaktionsschluß wurde von der deutschen Dele» gatiou folgendes offizielle Kommunique herausgegeben: Di« deutsche Delegation wird in der morgigen Sitzung die erforderlichen Schritte tun, um die Beteiligung der Reichsbank an der Bank für internationale Zahlungen und die Mitwirkung der Reichsbank an der Bank für internationale Zahlungen gesetzlich zu ge- währleisten. Wie wir weiter hören, hat der ReichSbankpräsident in einer Besprechung mit dem Reichsfinanzminister Dr. Moldenhauer erklärt, sich für diese« Fall den daraus ergebenden Verpflichtungen nicht zu entziehen. Da- mit ist die Mitwirkung der Reichsbant gesichert. Oos Reichsbankstaiui wird geänderi. Vorbereitung im Haag. V. 8cli. Haag, 14. Januar. lVigenbericht.) Die deutsche Delegation hielt heute vormittag in- terne Beratungen ab. um im Einvernehmen mit dem Reichskabinett das weitere Vorgehen zu vereinbaren, Be- sonders um Abänderungsanträge zum Reichsbankstatut auszuarbeiten. Diese Aenderungen werden jetzt kaum mehr auf Widerstand bei den Gläubigerstaaten stoßen, vielmehr mehren sich die Stimmen im französischen und englischen Lager, die in einer solchen Statutenänderung die unbedingte Voraussetzung für einen erfolgreichen Ab- schluß der Haager Konferenz erblicken. Heber Nacht ist der Optimismus, mit dem Tordieu und die anderen Gläubigerdelegationen in der Ministerbesprechung Ursprung- lich den Borschlag Curtius', andere deutsche Banken heran- zuziehen, aufgenommen hatten, eurer etwas kritischeren Stimmung gewichen. Unter dem Druck gewisser englischer Sachverständigen und Finanziers werden jetzt Bedenken gegen eine Zusammenarbeit der BIZ. mit anderen deutschen Banken unter völliger Ausschaltung der Reichsbank laut. Man erklärt, daß ein« solche Zusammenarbeit keine genügenden Innenminister Frick. „Man beschuldigt Sie hochverräterischer Llmtriebe. Zu- nächst aber darf ich Sie wohl begrüße--, wir kennen uns vom Hitter-Putsch her." Garantien bieten würde, solange die Gefahr bestände, daß die Reichsbank den Noung-Plan sabotieren könne. Alle diese Bedenken münden infolgedessen logisch in die Er- wartung, daß die Reichsregierung unverzüglich die Statutenänderung der Reichsbank unterbreiten werde. Andere wiederum meinen, daß Schacht angesichts der Eni- "schlossenheit, die die deutsche Delegation am Sonntag gegenüber seinem Sprengungsversuch gezeigt hat, nunmehr«inlenken werde. Oos Ltrieil des Auslondes. Paris. 14 Jgnuar.(Eigenbericht.) Den Zwischenfall, den Dr. Schacht auf der Haager Konferenz hervorgerufen hat, betrachtet die französische Presse als gegenständ s l o s für den weiteren Gang der Konferenz. Ministerprä- sident Tardieu hat der Presse erklärt, man werde nicht zulassen, daß Schacht das Werk der siriegsliquidierung über den hausen werfe. Sauerwein betont im„Matin", die schnelle Desavouierung Schachts durch die deutsche Delegation habe dieser die volle Achtung und das restlos« Vertrauen der Konferenzteilnehmer gesichert. Man könne es ihr ruhig überlassen, den Zwischenfall, der nur ein« innerdeutsche Angelegenheit sei, aus der Welt zu schassen. Der „Petit Parisien" erklärt, es sei an fich gleichgültig, ob die Reichsbank oder ein Konsortium deutscher Privatbanken an der Äapitalaufbringung für die Reparationsbank teilnehme. Das„Iour- nal" stellt die Frage, ob Schacht noch seiner letzten Leistung noch auf seinem Posten bleiben könne. Die radikale„Republique" befürchtet, daß Schacht, wenn er bleibe, immer w i ed e r durch Kreditsperre und ähnliche Opposttionsmaß- nahmen den Geschäftsgang der Reparationsbank stören könne. .Nomine Libre" fordert ossen, daß man Schacht, dessen Ueberzeu- gung sich kaum ändern dürste, schleunigst aus seiner allmächtigen Stellung entferne. Der Außenpolitiker des„Matin" berichtet aus dem Haag, daß der stellvertretende Gouverneur der Bank von Frankreich, M o r e t, in der gestrigen Sitzung des Organisationsausschusses, für die Inter- nationale Zahlungsbank dem Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht folgendes erklärt haben soll: Wir haben wochenlang miteinander in Baden-Baden verhandelt, wir haben uns nach langwierigen De- hatten über alle Punkte geeinigt. Sie selbst haben Ihre vollständige und uneingeschränkte Zu- stimmung erteilt, und jetzt ändern Sie aus unbegreiflichen Beweggründen Ihre Ansicht. Ta rdieu soll über den Zwischenfall folgendes geäußert haben: Wir werden nicht zulassen, daß durch die Tätigkeit eines Bank- direktors das Werk von 19 Regierungen, die versammelt sind, um den Frieden in der Welt herzustellen, beeinträchtigt wird. Karumidse überfallen. Erregte Straßenszene in Alt-Moabit Al» der Georgier karumidse, einer der houplangeNagten im Tscherwon, eaprozeß, heute nachmittag nach Schluß der Verhandlung aus dem alten Sriminalgebände heraustrat, wurde er von zwei Kommunisten überfallen,' die auf ihn mit den Fäusten einschlugen. Cr verteidigte sich, so gut er tonnte. Als Passanten hinzueilten, rannten die Kommunisten aus einen oorüberfahrenden Straßenbahnwagen los. die Verfolger hinterher. Der Wagen hielt, olle sprangen hinein: inzwischen waren aber auch polizeibeamle zur Stelle, die die Attentäter festzunehmen suchten. Der eine leistete derartigen widerstand, daß drei Schopoleute ih» erst überwältigen konnten, nachdem sie die Seitengewehre gezogen hatten. Daraus wurden die beiden überwunden und zur - Polizei gebracht. Noch dem schnellen Entschluß der deutschen Minister im Haag, Herrn Schachts Vorstoß gegen die Beteiligung der Reichsbank an der Reparationsbank durch Hinzuziehen der Preußischen Staatsbank und der Reichskreditgesellschaft zu parieren, hat schon im Lause des heutigen Vormittag zu entscheidenden Verhand- l u n g e n geführt, die jedoch noch nicht abgeschlossen sind. Die Aufgaben der Preußischen Seehandlung(Preußische Staatsbank) sind dahin umgrenzt, die Interessen des Preußi- schen Staates auf dem Geld- und Kapitalmarkt wahrzunehmen. Sie hat sowohl das verfügbare Geld des Staates der Wirtschast zuzu- führen� und aus der anderen Seite Anleihen des preußischen Staates unterzubringen. Außerdem ist sie an zahlreichen Hilssmaßnahmen des Staates, wie z. B. bei Gewährung von Subventionen und Ueberbrückungskrediten an die Privatwirtschaft maßgebend beteiligt. So hat sie in den letzten Iahren im Auftrag des preußischen Staates die bekannten Stützungen in der oberschlesischen Eisenindustrie und bei dem Waldenburger Zechentrust durchgeführt. Die R e i ch s k r e d i t g e s e l l j ch a f t. die gleichfalls von der Reichsregierung zur Beteiligung bei der Reparationsbank heran- gezogen werden soll, ist keine Staatsbank, sondern arbeitet aus privatwirtschaftlicher Grundlag«. Ihr gesamtes Kapital aber gehört dem Reiche. Sie arbeitet auf dos engste mit den zahlreichen Reichsunternehmungen zusammen, die in der Viag(Vereinigte Industrieunternehmungen) zusammen- geschloffen sind. Kursrückschläge an der Börse. Herrn Schachts Geschoß aus dem hiuterhost hat in Berliner Fiuoazkreisen große Aufregung hervorgerufen. Auch die kreise, die mit dem kürzlichen Vorstoß des Reichsbaukpräsidenlen gegen die Regierung ia der Anleihesrage sympathisierten, sind über seine Haltung im Haag aus das schwerste verstimmt.— Diese durchgehend« Mißstimmung gegen die Schachtsche« Quertreibereien kam an der heutigen Börse in einem scharfen Rückschlag zum Ausdruck. Die Haussestimmung der letzten Woche ist verflogen und es dürften im weiteren Verlaus der Börse nicht u n- erhebliche Kursrückschläge eintreten. Reichsbaukanleile werden stark angeboten. \ Oer Kampf um die Autorität. Herr /Schacht �und die presse Das Vorgehen Schachts im Haag hat endlich auch denen . ic Augen geöffnet, die über die grotze politische Bedeutung der eigenmächtige Aktionen Schachts bisher hinmeggegangeu find. Die Einsicht, daß der bisherige Zustand zu einer völligen Verwirrung und Diskreditierung der Reichsgcwalt führen muß, wächst. Wir lesen in der„Germani.a": „Die deutschen Delegieaten haben den Fehdehandschuh auf- genommen. Es wird erklärt, daß in diesem Kamps einer weichen müsse. Schacht oder die Reichsregierüng. Kein Zweifel, daß die Not.lösung nicht von Dauer sein kann, und daß in der einen oder anderen Form eine E n t s ch e i- d u n g fallen muß. Zunächst ist es.mehr als zweiselhast, ob die amerikanische Finanzwelt sich, mit luesem Ausweg einverstanden erklären wird, der nicht geeignet ist, den deutschen Auslandskredit zu stärken. Ohne die amerikanischen Anleihegebr hängt bekanntlich der Toung-Plan in der Luft. Dann aber erscheint es auch unwahrscheinlich, daß die deutsche Ocssentlichkeit einen Zustand weiter ertragen wird, der das Gegen- einanderregieren zweier autonomer Gewolleu in Deutschland verewigt und Deutschland» wlrtschofllichcs Aulehen in der Welt nicht fördern wird. Die Frage wird so oder so entschieden werden müssen, ob die deutsche Wchrheitsre gierung oder der bis heule unabs�zbare Reichsbaukpräsident in Deutschland politisch den Ausschlag gibt. Wir glauben, daß Schacht diesmal den Bogen, über- spannt, hat und daß diesmal n i ch t c r der Sieger sein wird."' In ähnlichem Sinne nehmen„V o s s i s ch e Zeitung" und„Berliner Tageblatt" gegen die Diktaturgelüste des Herrn Schacht Stellung. Das„B. T." schreibt: „Es scheint, daß Herr Schacht durch die unheilvolle Wirkung seiner kolonialen Seitensprünge in Paris noch nicht kuriert worden ist. Cr hat anscheinend einen ähnlichen Zwischenfall durch lieber- griffe in politische Fragen, die ihn nichts angehen, jeßt im Haag zu provozieren versucht. Es muß mit aller Entschiedenheit Einspruch dagegen erhoben werden, daß der Präsident der Deutschen Reichsbant sich wiederum in diedeutsche Außen- Politik einzumischen beginnt, noch dazu mit Forde- rungen, die im jetzigen Stadium völlig aussichtslos und anscheinend nur dazu bestimmt sind, ihn als den starken Mann erscheinen zu lassen, der mit der Faust ausüben Tisch schlägt." Die„Vossische Zeitung" bezeichnet die kleinen Besserungs- vorschlüge zum Reichsbankstatut, die das Organisations- komitee ausgearbeitet hat. als völlig unzulänglich. Restlos"begeistert von der Schochtschen Quertreiberei ist die„Deutsche Allgemeine Zeitung", deren Charakter als Jnteressentenorgan hinlänglich bekannt ist. Sie hofft, daß trotz des Gegenstoßes der deutschen Delegation die Schachtsche Bombe noch zur Sprengung der Konferenz sichren — oder doch wenigstens die Autorität der Reichs- regierung schwächen werde. Sie hofft ferner auf weitgehende Solidarität des Finanzkapitals mit Schacht: „Es ist so gut wie ausgeschlossen, daß es gelingen könnt«, eine private deutsche Bankengruppe aufzustellen, die an Stelle der Reichsbank treten könme. Dann steht allerdings der Regierung der Rückgriff auf Staatsbauken osfen. Aber man muß bezweifeln, ob deren Kräfte ausreichen werben und ob sie als st a a t s a b h ä n g i g e Institut« über hrnreichende Autorität verfügen, namentlich in den Augen der Kapi- t a l i st e n, welche demnächst deutsche Reparationsbonds zeichnen- sollen. Nachdem die Dinge so weit gediehen sind wie heute abend, werden allerdings die Gläubiger für Konzesstonen nur dann zu haben sein, wenn sie glauben müssen, sich einer Einhellefront der Regierung mit dem Reichsbankpräsidenten gegenüber zu wissen. Davon ist jedoch nach den letzten Borgängen nicht mehr die Rede, und wir müssen daher, trotz des sachlich außerordentlich wohlbegrün- deten Protestes Dr. Schachts, mit einem Abschluß der Kon- f e r e n z rechnen, der alles andere als günstig für Deutschland ist."/- Die Presse der Rechten begrüßt natürlich Schacht als Bundesgenossen zu ihrem Kampfe gegen den Voung-Plair überhaupt und benutzt seine Aktion zu perfilen Angriffen gegen die deutsche Delegation. Oer Zusammenbruch der Beamtenbanken. Eine erregte Gläubigerversammluag. Die Geschädigten au» dem Sonkur» der Der- liner Besmtenvereinigung versammelten sich heule morgen, insbesondere ältere pensionierte Beamte oder ihre An- gehörigen, im großen Raum des Funkhauses am Kaiserdamm. Der Konkursoerwalter führte aus, daß die Denkschrift der Ge- schäftsführung, die noch im Jahre 1928 die BBD. als ei» sicheres Unternehmen angesprochen hätte, wider Treu und Glauben verstoßen hätte. Schon damäls seien anderthalb Millionen Reichsmart der Lehax ausgezahll gewesen,(500 009 Mark seien in ein anderes Unternehmen gesteckt worden. Di« eigene Verschul- dung sei schon offensichtlich gewesen. Die Buchführung sei bis Mitte 1928 sehr primitiv gewesen, die Schuld der Behag sei ständig an« gewachsen, so daß die Untcrbilanz aus über 2� Millionen gestiegen wäre. Mau müsse die Schuld der Behag heute als bis zu 100 proz. verloren ansehen. Die Zahlungsunfähigkeit der BBB. sei lediglich auf dasa ußerordentlich fahrlässige Verhalten des Borstandes und das Versagen der Prüfungsausfüsic zurückzuführen. Eine schommgs- lose Feststellung der Berantwortlichen sei notwendig. Bei den Ber- Handtungen würden von der Behag andauernd« Berschleppungs- versuche gemacht, die kaum aus wirtschafllich« Erwägungen zurück- gesührt werden könnten. Beim Stand« der Aktiva und Passiva sei mit einer Befriedigung der Gläubiger bis zu etwa 20 Proz. zu rechnen. Die Kläritng verzögere sich wefter durch die Verweigerung der notwendigen AlWinsicht durch die Behag und die Anzweiflung. daß die BBB. Alleinbesitzerin des Äktienbestondes der Behag sei. Di« Diskussion erschöpft« sich jn der Hauptsache in der Behand- l»ng von Personalfragen. KpO.-Agiiation in der Marine. Das Rsichswehrministerrum tellt uns mit: Vor einem halben Jahr sind fünf Matrosen des Kriegsschiffs.Lessen" gekündigt worden, well ihnen die Derbreitung»an kommunistischen Flugblättern und der Verkehr in kommunistischen Kreisen nach- gewiesen war. Di« Vorgänge auf der„Emden" sind durch kommu- nistlsch« Agitation nicht beeinflußt gewesen. Eine Kontrolle der 'ofale, in denen Matrosen verkehren, ist immer ausgeübt worden. Unterricht wird auf die Zersetzungsmethoden der Kommu- isten künstighin mit großem Slachdruck verwiesen werden. „Lor!varts"-Mschu! Gelehrtenfurcht i Der bekannte Geschichtsschreiber Prof. Dr. Veit B a l e n- t i n stellt uns die folgende Erklärung zur Verfügung, deren Veröffentlichung ihm von der zunächst dazu berufenen und verpflichteten Zeitschrift„Vergangenheit und Gegenwart" (Herausgeber Prof. Dr. Fritz Friedrich) abgelehnt worden ist: Der„Vorwärts" und das deutsche Kriegsende. Karl Jacob hat im Heft 9, Jahrgang 1929 S. 54S dieser Zeitschrist in der Besprechung meines mit Ottfried Neubecker heraus- gegebenen Buches:„Die deutschen Farben" auf die Anmerkung 125, S. 3 dieses Buches hingewiesen, in der es heißt:„Sehr töricht ist es, die Farben Schwarzrotgold mit dem Friedensvertrag von Ber- sailles polittsch belasten zu wollen, nachdem die militärische Nieder- läge, die die Ursache dieses Friedens ist, von dem schwarzweißroten Kaisertum erl'tten worden ist. Man wundert sich, daß ein Forscher wie Wentzcke solchen handgreijlichen Unfinn mitmacht. Er ver- schmähtesauchnicht.einimmerwiederoorgebrach- tes, als Fälschung nachgewiesen'«» Zitat aus dem „Vorwärts" in ähnlichem Sinne von neuem zu verwenden." Wentzcke hat in seinem Buche S. 211 das„Vor- wärts"-Zitat folgendermaßen gebracht:„Deutschland soll— das i st unser fester Wi.lle— seine Kriegsflagge f ü r immer streichen, ohne sie das letztemal sieg- reich heimgebracht zu haben." Karl Jacob teilt in seiner Besprechung nun mit. Wentzcke habe inzwischen nochmals in Berlin die unbedingt« Eenauigkett des Zitats aus der Borwärtsnummer vom 20. Oktober 1918 festgestellt. Wir haben nun gleichfalls den Artikel nochmals eingesehen und photographieren lassen. Es hat sich ergeben, daß das Zitat Wentzckcs doch nicht genau richtig ist. Es heißt nämlich: ,chas ist unser fester Wille a l s S o z i a l i st e n". Ich weiß nicht, warum Wentzcke die gewiß gewichtigen Bckenntnieworte:„als Sozialisten" weggelassen hat. Also schon deshalb bleibt es dabei, daß das Zitat schon rein formal ungenau ist. Aber ich würde deshalb durchaus nicht den Vorwurf der Fälschung erheben. Die Fälschung, aus die es hier ankommt. ist nicht formaler, sondern geistiger Natur: sie stammt auch gar nicht von Wentzcke, der das Zitat nur irgendwo her abgeschrieben hat, ohne sich gleich vielen anderen den Artikel selber anzusehen und seinen Sinn zu vergegenwärtigen. Das Zitat ist ein klassisches Bei- spiel für das nur allzu häufig« Vcrsahren, einen einzelnen Satz aus dem Zusammenhang herauszunehmen, ihm einen bestimmten Sinn zu unterstellen und dementsprechend politisch zu verwerten. Mit Wissenschaft hat das natürlich nichts zu tun, und gegen die u n- wissenschaftliche Manier, die Wentzcke m'tgemacht hat. haben wir uns gewendet und wenden wir uns auch heute. Der ,.Vowörts"-Artikel vom 20. Ottober 1918 war gerichtet gegen jede Art von Gewaltsrieden, gegen jede Art von falschem Ratio- nalismus. gegen die Utopie eines reinen Siegerstandpunktes. Es heißt z. B. darin:„Die nationalistischen Machtpolitiker sind überall Vergiftetes Weichselwasser. 16000 L ter gistiger Säure verursachen LebenSg'fäk>rdung Warschau. 14. Januar. Die polnische worgenpresse schlägt wegen einer Warschau drohen- dea vergifluogsgesahr Alarm. Es handelt sich darum, daß eiu gewaltiges Reservoir der poluischen chemischen Fabrik Rilral in der vorigen Rächt geplatzt fft und'16 000 Liter einer giftigen Säure iu deu Fluß Ezarna ergossen hat. Die Ezarna mündet durch die Piliza in den Obersauf der weiches und trägt den Giftstoff demnach weiter. 3n den genannten Rebenslüssea sind bereit» alle Fische getötet worden und werden jetzt an- geblich in Massen von den Userbewohnern aufgefangen und an Händler verkaust, die sie nach Lodz bringen. Di« Sicherheilsbe- Hörde habe alle Schritte getan, um die Bevölkerung vor dem Ein- kauf dieser vergifteten Fische und vor der Benutzung des Flußwassers zu waraeu. Die Fische solle« konfisziert werden wie die Untersuchung ergeben hat. sstdasPlaheudesgrohen Säure- be hälter» auf eine verbrecherische Tat zurückzuführen. Man nimmt an, daß es sich um den Racheakt eines entlassenen Ar- bellers handelt. Da die warschauer Wasserleitung aus der Weichsel gespeist wird, hat das Innenministerium der Filtrierstaliou den Befehl erleilt, den Zufluß sofort abzusperren. Die Wasserleitungen sollen einige Tage aus Reservebehältern gespeist werden. Das ver- giftete Welchselwasser wird nach Meinung der Sachverständigen am Dienstag mittag bei Warschau elutreffen und etwa drei Stunden lang mit einer Geschwindigkeit von einem Meter in der Sekunde absließen. 14 Gwrmopfer in England. Durch einstürzende Mauern gelötet. London. 14. Januar. Die schweren Stürme, die seit gestern über England wüten, haben nach den heute aus verschiedenen Teilen des Landes eingelaufenen Meldungen 14 Todesopfer g e f o r d er t. Mehrere Personen wurden durch ein» stürzendeGebände, andere durch herabfallende Dächer oder Wände getötet. Viele der Opfer wurden im Schlafe getötet. Der Sturm wird als der bei weitem schwerste in diesem Winter bezeichnet. Oie Gchiffskaiastrophe im Kanal. Zu dem Unglück, das dem der englischen Marine zu- geteilten Schlepper„Aaing Jen nie" zustieß, wird weiter mitgeteilt, daß sich das Schiff auf der Fahrt von Portsrnouth nach Gibraltar befand, wo es der englischen Atlantikflotte als Hilfsschiff dienen sollte. Nach den neueste» Meldungen sollen 23 Personentrtrnnkcn sei». S konnten gerettet werde«. Pari«, 14 Januar. Schwere Sturmschäden werden ans ganz Nordfrankreich ge- meldet. In zahlreichen Städten wurden Dächer abgedeckt. Bäume entwurzelt, Mauern und Zäune umgeworfen. In Hazebronck brach ein großes Logergebond« für landwirtschaftliche Maschinen zusammen. Ein im Bau befindliches Haus stürzte unter der Gewalt des Sturmes zusammen. Desgleichen wurde in Armentiers ein Wohnhaus zum Einsturz gebracht worden. Im Flughafen von >g als„Menschast". or der Wahrheit. die schlechtesten Freunde ihres Volkes, auch in Frankreich. Der Ge- danke, man könne durch diesen Krieg Frankreich so stark und Deutsch- lond so schwach machen, daß Frankreich allein gegen Deutschland allein sicher« Ueberlegenhett besäße, ist eine Kinderei." Und später: „Dos französisch« Volk ist also in genau demselben Maße wie das deutsche daran interessiert, dem System des machtpoli- tischen Systems ein Ende zu bereiten und das System der Bölkersolidaritöt an seine Stelle zu setzen." Vom Standpunkte des Sozialismus und der internationalen Idee schrieb also der„Borwärts", der Krieg sei militärisch nicht zu gewinnen, um einen militärischen Sieg zu kämpfen sei sinnlos: der Kampf gehe„um einen Frieden, der nicht den Keim neuer Kriege in sich trägt". Ausdrücklich heißt es:„Wehrlos kann kein Frieden uns machen, Sicherheit gibt auch dem Sieger mir ein Frieden, der all« entwaffnet und aus Feinden Freunde macht. Aber eine Gefahr für ihn ist ein Frieden, in den ein Volk heimkehrt, um in der blutigen Geschichte der Vergangenheit zu lesen daß die Besiegten von heute die Sieger von morgen sind!" In diesen Sätzen gipfelt der Artikel. Er sagt also genau das Gegenteil von dem, was man durch herausgerissene Zitate hat beweiseu wollen. Er bekämpft den milttärsschen Siegerftandpuntt auf allen Seiten und verlangt einen Frieden, der diesen Namen verdient. Wer also behauptet, der„Vorwärts" habe mit diesem Artikel einen Siegfrieden unserer Kriegsgegner gewünscht, macht sich einer intellek- tuellen- Fälschung schuldig. Prot. Dr. Veit Valentin. Das also ist der Wortlaut der Erklärung, deren Ver- öffentlichung Herr Prof. Fritz Friedrich zunächst zugesagt. dann aber— offenbar unter Einwirkung einer dritten Stelle— verweigert hat. Die Fälschung, von der hier die Rede ist, wurde gleich nach ihrem Auftauchen aufgedeckt: sie geriet dann so ziemlich in Vergessenheit und war höchstens nur noch ab und zu in Blättern von der Art zu finden, deren Namen man in anständiger Gesellschaft nicht nennt. In diesem Stadium bemächtigte sich nun die„Wissen- schaft" der Angelegenheit. Eine Verleumdung, die von der deutschnationalen Presse als nicht mehr verwendungsfähig abgelegt worden war, erscheint in einem gelehrten Werke wenhckes, und in seiner Besprechung in der Zeitschrift Friedrichs als wissenschaftliches Material. Man hat die Dreistigkeit, einen Forscher vom Range Veit Valentins anzugreifen. weil er die Fälschung eine Fälschung nennt, und verweigert dem Angegriffenen das Recht zur Antwort. Ein solches Verfahren entspricht der durchschnittlichen Unanständigkeit eines nationalistischen Winkelblattes. Von einer angeblich„wissenschaftlichen Zeitschrift" geübt, ist es geradezu bodenlos! Es gibt eben immer noch in Deutschland beamtete Apostel der Wissenschaft, denen es nur auf die Verleumdung der Sozialdemokratie ankommt, nicht aber auf die Erforschung der Wahrheit. Douai brach ein Flugzeugschuppen zusammen, wobei drei Flugzeuge schwer beschädigt wurden. Ein Bagger des Hafens van Chsrbourg ist gesunken. Mehrer« Schiffe erlitten Havarien. In LisscuL wurde ebenfalls ein Wohnhaus zum Einsturz gebracht. D e Eimocchner tonnten sich mit knapper Not retten. In Dünkirchen sind zahlreiche ZOL-Ruse von in Seenot befindlichen Dampfern aufgefangen worden. Der ttalienische Dampfer„V a l e n t i n o C o t a" ist in der Nähe des Feuerschiffes„Eigerland" gescheitert und teilt mit, daß er im Sinken begriffen sei. Der letzte aufge- fangen« Funkspruch lautete„Evoloa I'alia". Ferner befindet sich eine ganze Anzahl spanischer, lettischer, italienischer, englischer und holländischer Schiffe in Seenot. Ein„luftiger" Vürgermeifter. Die Bierreise in der Karsreitagnacht. vor dem Erweiterten Schöffengericht Reuköllu hatte sich heule der Bürgermeister von Miltenwalde, der 34jährige Kur» Graßnick, wegen einer Anzahl von vergehen zu verantworten, die ihre Grundlage in einer Reihe merkwürdiger Begebenheiten in'dem märkischen Städtchen unter der Amtsführung Graßnicks in der Zell von AprU bis Sep- tember 1928 gesunden hatten. Die Anklage wirft ihm Freiheitsberaubung, Amts- anmaßung, Amtsmißbrauch, Nötigung. Bedrohung. Ueberfchrettung der Polizeistunde und Autofahren ohne'Führerfchein vor, wobei es sich in der Hauptsache um Vorgänge in der Nacht zum Karfrettag 1928 handelt, die das damals gerade neugewähtte Stadtoberhaupt zu einer ausgedehnten Nachfeier seiner Antrittsbesuch« bei den Behörden benutzt hatte. Großnick, der im Kriege Fliegerojsizier und später im Freikorps Lettow-Vorbeck in Nordwest- deutschland, sowie beim Grenzschutz in Oberschlesten gewesen war, bestritt jegliche strafbare Handlung und behauptete, ein Opfer eines „polittschen Abwägungsmanövers" geworden zu sein, obgleich er entsprechend seinen Beamtenpflichten keiner politischen Partei an- gehöre, sondern„neutral" sei. Inzwischen habe sich aber bereits eine„riesige Volksversammlung" in Mittenwalde zu seinen Gunsten ausgesprochen,«ine Bemerkung, die den Borsitzenden zu dem vcr- ständlichen Einwurf veranlaßt«, daß man ausgerechnet m Millen- wald« wohl kaum eine„riesige Kundgebung" werde aus die Beine bringen können. Obgleich sich die Bierreise des neuen Bürger- meisters vom Potsamer Platz in Berlin und ein Dorf in der Nähe von Mittenwalde bis in das Städtchen selbst über«ine sehr statt- liche Anzahl von Lokalen aller Art erstreckt und nicht weniger als ungefähr acht Stunden gedauert hatte, will Graßn'ck keineswegs betrunken, sondern höchstens„sehr lustig" gewesen sein, will aber heute infolge„vorübergehender Bewußtseinsstörung" keine recht« Erinnerung an die Vorgänge der Karfreitage nacht mehr haben. Unter allgemeiner Hetterkeit schilderten zunächst die beiden Nacht- Wächter von Mittenwald«, wie ihr Bürgermeister sie um 1 Uhr nachts auf den Marktplatz alarmiert, sie mit Bier traktiert und schließlich aufgefordert habe, den gerade ahnungslos und friedlich vorübergehenden Arbeiter Bredereck zu„verhaften" und zum Poll- zeigefängis zu transportieren. Auf dem Weg« zum Gefängnis be- sann sich Graßnick angesichts der erneuten Vorstellungen der beiden Nachtwächter eines besseren und ließ den ganz fassungslosen „Arrestanten" wieder laufen. Ueber den Grad der Betrunkenheit gingen die Aussagen so- wohl der beiden nächtlichen Hüter der Ordnung wie auch der späteren Zeugen auseinander. Kunschak gegen Seipel. Auflehnung gegen das Gtänderatsprojett. Wim, 14 Januar. In einer Versammlung eines christlich. sozialen Arbeiteroereins sprach Abg. Kunschak, der Führer des linken Flügels der Christ- lichsozialen. Er sagte, man könne trotz der unheimlichen Arbeitslosigkeit beobachten, daß die einen noch immer ver- suchen, auf dem Herd der Unzufriedenheit ihr Parteisüppchen zu kochen, die anderen aber durch die Hetze gegen den Par- lamentarismus und die politischen Parteien Sondervorteile für sich erlangen wollen. In den jüngsten Tagen sei der Gedanke eines Ständeparlaments aufgetaucht, dies sei das Jugend- ideal des Redners gewesen, aber es hätten sich die Verhältnisse heute ganz anders gestaltet. Heute seien die Stände nicht mehr vorhanden. Dl« kapitalistischen Produttionsmetho- den und die Auswirkungen des Krieges sowie des Zusammen- Papageienkrankheit. .Lud wenn das Nepublikschuhgefeh zustande kommt, - was wird aus unseren Zwilchenrufen?- bruches der alten Währung hätten die Stände vollständig dezimiert. Wenn man tatsächlich zu einer Siändeoertretung kommen wolle, müsse man heut« zuerst wieder die Stände aufrichten. Der Vor» schlag Dr. Seipels auf Schaffung einer Wirtschaftskammer stoße ebenfalls auf Schwierigkeiten. Im übrigen sei das, was in der Ständeverfassung gesucht werde, in deutlichen Umrissen bereits in der Christlich-sozialen Partei gegeben. Meisterbilder unterm Hammer! Der steigerunq in Paris. Parts, 14 Januar.(Eigenbericht.) Ein echtes Rcmbrandl- Gemälde, da» Porträt eine» jungen Mannes, und ein zweites außerordentlich werlvolles Bild au» Rassacl» Schule, die Madonna des Herzogs von Alba, werden am Dienstag unter sehr intercssanlen Begleitumständen von der Pariser Zollverivollung versteigert. Die beiden Gemälde stammen aus Ruß. l a n d und kamen per Postpaket vor vier Zahrev in Paris an, ohne daß der Empfänger ermittelt werden konnte. Auch der Ab- st oder konnte nicht festgestellt werden. Da sich auf die Rachforschun- gen der Pariser Poslbehörden nicht weniger als zwölf angebliche Besitzer meldeten, dle jedoch sämtlich ihren Anspruch aus die Bilder nicht beweisen können, komme» beide Gemälde nunmehr unter den Hammer. Sireiifragen im Mietrecht. Die drohende Mieterhöhung. Wenn der in höchster finanzieller Rot gemachte Vor- schlag des Magistrots aus Erhöhung der Gruadver- mögen» st euer durchgeführt wird, ist eine Erhöhung der Mieten unvermeidlich, sie dürste etwa 4 Pro- zenl im Monat betragen. Dle drohende Mietsteigerung wird in den nächsten Tagen in allen Mielerkreisen naturgemäß lebhaft diskutiert werden. Im Berliner Rathaus fand eine Zusammenkunft der in den Mietkammern der Berliner Amtsgerichte und in den Mietelnigungs- Sintern tätigen Mieterbeisitzer statt, auf der Dr. G a r d i e w s k i vom Amtsgericht Charlottenburg über aktuelle Streit- fragen auf dem Gebiete des Mieterschutzes sprach. Es gibt kaum eine Dorschrifl des Mieterfchutzgesetzes, die nicht schon zu heftigen Auseinandersetzungen geführt hätte. Als besonders aktuell gelte die Frage, wann ein Mtetverhältnis vorliege und wann ein Pachtvertrag, serner der große Fragenkomplex über das Recht der Untermiete. In letzter Zeit häufen sich vor den Mietabteilungen der Berliner Gerichte die Fälle, in denen der Vermieter vom Mieter bei bestehendem Untermietverhältni» einen„allgemein üblichen"' Zuschlag von 10 Prozent zu der gezahlten Miete verlangt. Ein solcher Zuschlag ist weder üblich noch gesetzlich zulässig. Trotzdem rate der RefereM in allen Fällen, die bei ihm zur Verhandlung kommen, zu einem Vergleich. da sonst leicht durch schikanöse Maßnahmen das Recht der Unter- miete dem Mieter entzogen� werden könnte., Die Untermiete ist ein wahrer Tummelplay von Streitfragen. Wann darf untervermietet werden?_ Ist eine Genehmigung durch den Hauswirt oder dessen Vertreter nötig?" Wann ist die Genehmigung stillschweigend ge- geben?_ Das alles sind juristisch so verzwickte Fragen und die Stellungnahm« der einzelnen Gericht« ist so verschieden, daß man einen mageren Vergleich dem iotteriespicihaften Ausgang eines Pro- zesses vorziehen müsse.— In der Aussprache wurde an Einzel- öeispielen gezeigt, wie vorsichtig man bei Verfahren vor den Ml«- gerichten sein müsse, wenn man sich nicht unangenehm« Situationen schaffen wolle.__ Dr. Zarree 0berbiirgermetster von Dul-burg.Hamborn. Die Duisburg-Hamborner Stadtoerordnetenocrjammlung nahm die durch die Umgemeindung notwendig geworden« Zkeuwahl des Oberbürger- Meisters vor. Von 74 Stimmen entfielen 46 auf den bisherigen Duisburger Oberbürgermeister Dr. Jarres, für den sämtliche bürger- lichen Partei«, stimmten. Di« SpMdemokraten enthielten sich. Bürokratie gegen Im Schoß unserer preußischen Behörden ist der Plan aus- getaucht— ob spontan oder von langer Hand im Dunkeln vor- bereitet, tut nichts zur Sache— die Direktion der Nationalgalerie der Generalverwaltung der staatlichen Museen zu unterstellen Die Gefahr ist dringlich, ihr muß durch Klarstellung des Sachverhalts begegnet werden, che bürokratische Elnschachtelungsmanie ein Unheil für unsere Kunst anrichtet. Nachdrücklicher noch als bisher muß gesagt werden, daß dieser Bürokratie, die uns das Opernhaus und den Opernplatz verpfuscht hat, die die Spittelkolonaden und (neben anderem) den Schrammschen Scepark in Wilmersdorf ohne Sinn und Zweck demoliert, auf die Finger geklopst werden muß. Das Hauptübel scheint na 6) allen Ersahrungen der letzten Jahre, die Berlin lächerlich gemacht haben, in kulturverlassenen Geistern des preußischen Finanzministeriums zu sitzen. Es ist dringend zu for- dern, daß alle künstlerischen Ding« endlich aus dem Bereich seiner Fänge gezogen, daß das Finanzministerium neben der Riesensorge für die Finanzen des Staates nicht auch noch Sorgen für Kunst- angelegenheüen aufgebürdet werden, von denen es ganz und gar und überhaupl nichts versteht. Der neueste Schwabenstreich sieht harmlos aus. Wer weiß denn überhaupt und wen interessiert es, daß die Nationalgalerie nicht der Generaloerwaltung aller Museen, sondern dem preußischen Kultusminister direkt untersteht? Die Unterschied« scheinen so zuge- spitzt und bloß verwaltungstechnischer Art, daß man wohl gehofft hat, die Oeffentlichteit werde die klitzeklein« Verschiebung der Kam- petenzen überhaupt nicht bemerken und die Neuerung also heimlich still und leise durchs Pförtchen der amllichen Verfügungen und des Landtags schlüpfen. Aber die Oeffentlichteit muß auf folgendes aufmerksam und rebellisch gemocht werden. Wenn der Direktor der Nationalgalerie der Generalverwaltung unterstellt wird, so bedeutet das Aufgabe seiner finanziellen und mo- ralifchen Selbständigkeit. Die Nationalgalerie dient bekanntlich der Kunst der Gegenwart— sämtliche anderen Museen der der Ber- gangenheit. Es ist also logisch und billig, daß sie einen selbständigen Etat hat: der wird ihr bei jeder Unterordnung genommen. Di« lebenden KünsUer füi die die Nationalgalerie zu sorgen hat, gehen dann natürlich leer aus. Ferner aber kommt der Direktor in engste Gemeinschaft mit den Leitern der alten Abteilungen, die leider für die gegenwärtig« Kunst gar nichts übrig haben. Das müßt« zwar nicht so sein, aber es ist so in Berlin seit Bodes unverantwortlich schnöden Attacken gegen die Moderne Einfluß rückwärts gewandter Kreise wird sich in Ankaufs- kommifsioiren und bei bürokratischer Bremsertätigkeil erstickend auf die Initiative des Direktors legen, der heute noch einigermaßen freie Hand hat, der lebendigen Kultur zu dienen. Und dies ist vielleicht auch der geheime Beweggrund mancher Kreise, die die Angriffe gegen Iustis Selbständigkeit mst Wonne begrüßen und fördern: daß der verhaßten Moderne ein empfindlicher Schlag versetzt, daß die Na- tionalgalerie wieder zahm und atademiefromm gemacht wird wie zu den Zeiten, bevor Tschudis herrliche Energie sie zum Range eines modernen Kunstzentrums erhob �Oie Entführung aus dem Serail." Neueinstudierung in der Qndenoper. Es ist, als sollte durch ein anschauliches Beispiel bestätigt werden, was gestern hier über die Situation der Berliner Oper aus- geführt worden ist. Unter den Meisteropern Mozart» ist kaum«ine, sür die der weite Rahmen unserer großen Opernhäuser sich so wertig eignet, wie„Die Entführung aus dem Serail". Trotzdem führt auch die Städtische Oper sie im Spielplan, und es ist, diesen Einwand beiseste, immer wieder einer ihrer besten Abend«. Warum muß das Werk nun in der Lmdenoper herausgebracht werden, die dafür oben- drein nur eine mittelmäßige Besetzung auszubieten vermag? Gitta A l p a r, als Constanze, ist selbstverständlich keine Jvogün. Und Oswin, begehrtest« Paraderolle des Bassistenfaches, ist in Emanuel Liste humorverlassener Bestallung auch stimmlich-gesanglich nicht auf der Höhe, trotz der Tiefe, an der es seinem Organ nicht fehlt. Die Arbeit dieser Neueinstudierung hat sich wohl kaum gelohnt. K. F. Die deutsche Grönlandexpedition.-1929 Als Gast der wissenschaftlichen Gesellschaft für Luftfahrt hiell gestern abend Regierungsrat Dr. G e o r g i von der Deutschen See- warte, Hamburg, im großen Saal des Flugverbandhauses«inen Lichtbildervortrag über die deutsche Grönländetpedition 1929. Der Rahmen der Veranstaltung beweist schon, daß die Erforschung der grönländischen Verhältnisse sür die Lustfahrt als außerordentlich wichtig angesehen wird, darüber hinaus ist Grönland für die Meteorologie, insbesondere für die Wettervoraussage, von«ntschetdender Bedeutung. Dr. Georgi halle— nach dreijährigen Untersuchungen der Wmdströmungcn auf Island— eine«igen« Gronlandexpeditio» geplant, als er von dem bekannten Geophysiker und Grönlandforschcr Pros. Alfred Wegener, Graz, zur Teilnahme an der von ihm geplanten Forschungsreise auf das Inlandeis Grön- lands aufgefordert wurde. Die Expedition, die im Oktober zurückkehrte, hat wissenschaftlich sehr wichtig« Ergebnisse mst nach Hause gebracht. Es war daher äußerst instruierend, von Dr. Georgi an Hand seines ausgezeichneten Lildgrmaterials Erläuterungen der näheren Einzelheiten zu hören. Es wäre wünschenswert, daß diese seltenen Aufnahmen aus Ge- bieten, in denen bisher überhaupt nicht photographiert worden ist, wenigstens zum Teil auch einer breiteren Oeffentlichteit zugänglich gemacht werden könnten.__ Dr- Gegen die Filmzeosnr hat der Schutzverband Deutscher Schrift- steller, Ortsgruppe Berlin, auf seiner Mitgliederversammlung vom 6. Januar eine Resolution angenommen. Sie spricht sich in schärfster Weis« gegen eine Berschlimmerung der Fllmzensur aus, die durch die in den Entwurf zum neuen Lichtspielgesetz geschmuggelle Zensur des Sprechfiims nichts anderes als ein- Dorbereitung der Theaterzensur bedeutet. Zu der«e'elllchest'fit 0l>ofiaNs»e Kunst stritt Dienstag. 8 Mr. Di Leonbard Adam Lber:.Obaiiatisch.poldnesiich-altcimerikamlch« Kunst- und Kullurbcziebungen?'(mit Lichlbildern) in der Kunstbiblioihek. lieber Vogelkunde uod Fogellckvh veranstaltet dl« Staatliche Stelle ffir Naturdenkm- vflege einen Lehrgang der am l 7. Januar beginnt. ES sind «echS verlchiedene Borträge vorgeleben. die ftieitag» in»inwächigen Ab- ständen stattfinden webühr 8.— M., für den einzelnen Portlag 0.60 M. Anmeldung und nidere Autkunll bei der Sefchästsstelle Tchöneberg, Srunewaldstr. 6/7(Ferniprecher Lützow 6600). En neue» Ive>k hau» pfiyner». HanS Psitzner hat ein neues Werl vollendet,.Das dunkle Reich", eine Chorphantasie mit Orchester, Orgel, Sopran- und Baritonsola Nationalgalerie. Es ist kein Wunder, daß sich vor allem die Künstler beunruhigt fühlen und vor der Bürokratisierung der Nationalgolerie warnen. Man soll ihre Stimme hören: es ist die Stimme der Kulturträger und der Menschlichkeit. Einer Ihrer Größten hat uns den Brief zur Verfügung gestellt, den er aus diesem Anlaß an den Kultus- minister gerichtet ljat: Emil N o l d e, Doctor honoris causa von drei deutschen Universitäten,«in Mann, der niemals öffentlich hervortritt, der hier zum erstenmal seine warnend« Stimme erhebt: der Führer der jungen Generation in Deutschland, ein Künstler von hohem Rang, dessen 60. Geburtstag vor einigen Jahren das gaaz« künstlerische Deutschland mst Begeisterung gefeiert hat. Lest sein Schreiben und wägt diese gewichtig« Stimme des Lebens ab gegen den Ehrgeiz einer unschöpferischen Bürokratie. Paul P. Schmidt. Offener Brief an Kultusminister Becker. Sehr verehrter Herr Mimsterl Es brachte die„Börsenzeitung" die Mitteilung, daß die Absicht bestehe, die Nationalgolerie der Generalverwaltung der Berliner Museen zu unterstellen. Uns Künstler überrascht und beschäftigt diese Angelegenheit. Soll nun die von den feinsinnigen Kunstgelehrten von Tschudi und Ludwig Iusti frei und sicher geleitete Nationalgalerie ihre Selb- stöndigkest verlieren? Aus„verwaltungstechnifchen Gründen" wird gesagt, und daß die Sache harmlos sei.— Wir sind der Meinung, daß, falls eine solche Absicht verwirklicht werden sollte, es gar nicht mehr möglich sein wird, die Leitung der Nationalgalerie vor fremden Strömungen freizuhalten, mögen sie finanzieller oder archäologischer Natur sein. Im Finanziellen werden für die Nationalgalerie unheilvolle Der- schiebungen erfolgen können, und auch ist eine Verquickung mit der Archäologie keinesfalls geboten. Den Archäologen im Eigenen unsere Achtung, aber mit Altem verwirkt, stehen sie neuzeitlicher Kunst merkwürdig fern. Wilhelm von Bode schuf wohlüberlegt die Selbständigkeit der Nationalgalerie, und wir dürfen diese nicht leichtfertig kleinen Berwaltungsangelegenheiten opfern. Wir wissen ober auch, daß, falls die Selbständigkeit der Na- tionalgalerie preisgegeben wird, rückwärts arbeitenden Elementen Türen geöffnet werden, und daß, falls einem Museumsleiter die freie Handlungsweise eigener Ansicht genommen wird, sein Berant- wortungegefühl und die geistige Triebkraft gelähmt werden. Uns Künstler berühren die Angelegenheiten der Museen vielleicht etwas mehr als ollgemein, und besonders das Schicksal der National- galeri«, weil dort die Werk« unserer verstorbenen Künstlerfreunds, die Werke unserer eigenen Generation und diejenigen der Kommen- den dem Volt übergeben, werden. Wir bitten Sie, verehrter Herr Kultusminister, unserer Einsicht und dem besten Wollen die Beachtung zu geben, die wir glauben beanspruchen zu dürfen. In besonderer Hochachtung Emil Nolde. „Landung im Paradies." Titania-Palast. ' 7 Eine eigenwillige Fliegerin stürzt ab und fällt mii ihrem Wasserflugzeug ausgerechnet auf das Motorboot eines Millionärs. Er liebt sie sofort und damit sie chren Bormund und er die Frau, die ihn heiraten will, los wird, gehen sie eine Ehe ein. Es soll nur Notbehelf sein, jedoch wird daraus ein Bund fürs Leben. Auch bei dieser VerfUmung wird wieder die Konjunktur de? Tonsilms auegenutzt. Der Film wartet mit sehr vielen Gesangs- einlagen auf, in denen einige Singstimmen zu recht guter Geltung kommen. Rod La Rocques tiefe Stimm« eignet sich zum Sprechen im Tonfilm. Großartig wirkt Jazzmusik mit ihrer nicht mehr zu überbietenden Lärmenlsaltung. Klar kommt auch Motorengeräusch heraus, aber warum man gerade unsere abgenutzten Nerven so über Gebühr in Anspruch nimmt, ist nicht recht verständlich. Hört man doch Akte hindurch nur Motorengeräusch als„Begleitmusik" George F i tz m a u r i c e ist ein talentierter Regisseur, der vor allen Dingen die Schaulust befriedigt. In Amerika hat er bei dem vorliegenden Manuskript leichte Arbeit: denn dort schwärmt da» Publikum ohne weiteres für sinnlos reiche Leute, die flirten, baden. rhythmische Hebungen treiben und Geld vergeuden. Die Deutschen jedoch, die' durch immer neue Sorgen gehen, nehmen sich das Recht heraus, andere Ansprüche zu stellen. Darum ist es schade, daß!o- wohl Manuskript wie Tonfrlmverpflichtung von Fitzmaurices Können ablenken Die Photographie ist voll Stimmung und Artistik, der Bildausschnitt wie das U eberschneiden sind erstklassig. Billte Dave ist.«ine Darstellerin von Format. Sie bcheelt chre Rolle-, Rod La Rocqua hat sehr viel natürliche Frische in sich, daher braucht er den Sportsmann nicht zu forcieren, man glaubt Ihm diesen tollkühnen Menschen, den jeden Augenblick die Gefahr reizt.«• h- „Oer Tolpatsch." Mozartsaal. Ein amerikanischer Tonfilm wurde in Hollywood von Fried» rich Z« l n i k mit deutschem Dialog synchronisiert. Ein schwieriges Unternehmen: es muß der englische Text nicht bloß übersetzt wer. den, sondern das deutsche Wort soll auch der englischen Mund» stellung halbwegs entsprechen. Das ist nun natürlich nicht immer gelungen: es sind auch nicht immer die richtigen Spreche: gewonnen worden. Manche Stimmen klingen wie aus der Pistole geschossen. Bor allem aber wird zuviel gejammert und geklagt. Einige eng- lisch« Text«, die allzu wörtlich übersetzt sind, sind entsetzlich theatralisch. Schade, denn der Film des Regisseurs B r« n o n geht eigene Wege. Es ist dos Leben einer Frau geschildert, die immer im Schatten der anderen bleibt, eine» Dienstboten, der in seinen vielen Stellungen immer der Trampel— so hätte der Titel übersetzt wer- den müssen— ist. Sogar um chre Liebe und seine Frucht wird sie betrogen. Ihre Mütterlichkeit findet schließlich bei einer kinderreichen Witwe«in Wirkungsfeld. Mannigfache Querschnitt« durch sozial ver- schiedene Schichten zeigt der Mm: er greift ernsthaft« Problem« auf. die freilich nicht gerode unterhalüich und ein- Augenwonn« sind Die' Hauptdarstellerin— W-Westvoer— gibt ihrer Rolle trotz aller Sentimentalität ein« gewisse Größe und Kraft und auch die Seitenfiguren sind nicht ohne Interesse. Man soll nicht, wie das Probepublikum es leider tat. wenn erste Versuch« nicht immer voll gelingen, gleich das Ganze ablehnen. Noch einmal: es ist«in wert- voller Filin trotz der nicht immer geglückten Tongebung und trotz seiner spezifisch amerikanilchen tränenseligen Einstellung. r Arbeiier dürfen nicht auswandern. Das darf nur der Chemieirust und die Kunstseide-Industrie. Eine schier unglaublich klingende Nachricht entnehmen wir der „Thüringer Landeszeitung" vom 8. Januar. Danach hat der Amts- anmalt in Arnstadt gegen etwa 20 Glasbläser aus dem bekannten Thermometerort Geschwenda Steckbriefe erlassen, weil diese Facharbeiter nach Frankreich ausgewandert sind, ohne im Besitz des erforderlichen Auslandspasses zu sein. Die erwähnte Zeitung nennt das Vorgehen, der Staatsanwaltschaft„eine durch- aus gerechtfertigte kriminelle Maßnahme�, wenn sie auch selbst mit einiger Verwunderung konstaüert, daß diese strafrechtliche Verfolgung der Auswanderung in einem seltsamen Gegensah zu der steigenden Arbeitslosigkeit in Deutschland steht. In den Nachkriegs- jähren find gerade thüringische Spezialarbeiter von der Arbeitslosig- keit besonders stark betroffen und hierdurch zur Auswanderung ver- anlaßt worden. Es wird von der Landeszeitung zugestanden, daß diese Abwanderung für ganze Jndustrieortschaften und Industrie- bezirke Thüringens ein„lebenswichtiges Interesse" war, weil diese Gegenden sonst nicht in der Lage gewesen wären, die konstante Riesenzahl von Arbeitslosen zu ernähren. Aber mit der �Wanderung sei gleichzeitig die Gefahr entstanden, daß unter praktischer Michilse deutscher Qualitätsarbeiter im Aus- land Konkurrenzbetriebe für die deutsche Wirtschaft ent- ständen. Deshalb habe die Gesetzgebung den Behörden das Recht gegeben, den Auslandspaß zu versagen, wenn die Besorgnis besteht, daß der Auswanderer seine Fähigkeiten dem Ausland zum Nachteil Deutschlands zur Verfügung stellen werde. Von dieser Möglichkeit hat das Land Thüringen in weitgehendem Maße Gebrauch gemacht. Da aber trotzdem die Thüringer Spezialarbeiter es vorziehen, im Ausland Arbeit Zu finden, als im Inland arbeitslos zu verkommen. so werden diese Verbote umgangen, und nun erläßt der Staats- anwalt Steckbriefe. Vor einigen Tagen wurden an der Berliner Börse zum ersten- mal die Aktien der I. G.- C h e m i e Basel notiert. Es ist dies ein Unternehmen, das von dem deutschen Chemietrust, der I. G. Farben in der Schweiz gegründet wurde zu dem ausgesprocheueu Zwecke, die Rieseugewinne diese» Trust» der deutschen Besteuerung und der Mlllragung der Reparation». lasten zu entziehen. Daß es sich unz reine Kapitalflucht ins Ausland handelt, geht schon daraus hervor, daß satzungsgemäß die Dividenden beider Unter- nehmungen genau die gleichen fein müssen. Von der Uus- Wanderung der Kunstseideindustrie nach Holland ist bereits so viel geredet und geschrieben worden, daß die bloße Erinnerung hieran genügen dürfte. Die Auswanderung weiterer Unterneh- mungen soll hier nicht ausgezählt werden, der Raum würde nicht ausreichen. Das in den letz'en Jahren aus Deutschland geflüchtet« Industriekapital wird von Fachleuten auf viele Milliarden geschätzt. Aber bleiben wir bei Chemie und Kunstseide. Beide Truste sind Hüterinnen wichtiger Fabrikationsgeheim- nisse. Bei beiden besteht wohl ohne weiteres die Gefahr, daß mit ihrer Hilfe im Ausland Konkurrenzbetriebe schlimmster Art für die deutsche Wirtschaft aufgebaut werden können. Ihnen aber krümmt man kein Haar. Die I.®. Farben, die Vereinigte Glanz st off dürfen mit Kapital und Fabriken ins Ausland gehen. Aber hin'er zwanzig ausgewanderten Thüringer Glasarbeitern jagt der Staatsanwalt mst Steckbriefen her. Ist das zum Lachen oder zum Heulen? Kabrikfeuer im Südosten. Fälschlich der Brandsiistung bezichtigt. Ein göherer Fabrikbrand beschäftigte heute früh drei Löschzüge der Feuerwehr in der Manteuffelstr. 2 2 stundenlang. Gegen 614 Uhr stiegen aus den Bodenluken des Fabrik- quergebäudes plötzlich dichte Qualmwolken empor. Die Feuerwehr erschien sogleich mit drei Zügen an der Brandstelle. Als die Löschtrupps nach oben vordrangen, standen der Dachstuhl und die Bodenkammern, die zum großen Teil als Lagerräume dienten, in ihrer ganzen Ausdehnung bereits in hellen Flammen. Aus fünf Schlauchleitungen wurden große Wassermengen in das Feuermeer geschleudert. Der Dach stuhl brannte völlig aus, dagegen konnte ein Uebergreifen der Flammen auf die angrenzenden Dächer verhütet werden.— Als Entftehungsursachc wird zunächst Brandstiftung vermutet. Bewohner des HaUfts wollen nämlich in den frühen Morgenstunden einen Mann be- vbachtet haben, der sich in verdächtiger Weise im Haus« zu schaffen gemacht hatte. Schon In der vergangenen Woche war im selben Hause ein Feuer ausgebrochen und am Montagnachmittag brannte es wieder dort. Das Feuer war jedoch rechtzeitig von einem in der Fabrik beschäftigten jungen Manne entdeckt und mit einem Löschgerät erstickt worden. Derselbe junge Mann war heute früh wieder zur Stelle, als der Dachstuhl brannte. So hieß es, daß er der B r a n d st i f t e r sei. Es wurde aber festgestellt, daß er dafür nicht in Frage kommt. Von seiner Wohnung in Tegel war er mit der Straßenbahn der Linie 24 bis zum Wedding gefahren und dort umgestiegen. Er erreichte die Brandstelle erst, als die Feuerwehr schon an der Arbeit war. Es ist nicht ausgeschlossen, daß von dem Montagnochmittag- brand ein Funke übergeflogen ist und w e i t e r g e- schwelt hat. Millionen Chinesen verhungern! 2000000 schon verschieden... Peiping(früher Peking), 14. Januar. Der Bericht des Ausschusses der Internationalen Hilfsoereini- gung zur Untersuchung der Lage in den Hungersnotprovinzen gibt ein erschütterndes Bild. Im Tal des Flusses Wi, Provinzen Schansi und Schensi, sind im letzten Jahre 2 Millionen Menschen verhungert. Weiteren 2 Millionen steht das gleiche Los bis zum Juni bevor. Die Hauptursachen der Not sind die schlechten Ernten seit 1927 und der außerordentlich strenge Winter. Hierzu kommt der Mangel an Transportmitteln, da die Wagen als Brennholz verwendet und die Zugtiere geschlachtet wurden. Auch die Anwesenheit der sich bekämpfenden Truppen hat zur Vergrößerung der Not beigetragen. Die beiden Provinzen haben eine Gesamtbevöllerung von 42 Millionen. Die zur Zeit außerordentlich st arte Kälte �verschlimmert die ohnehin verzweifelte Lage der Bevölkerung in hohem Maß«. In beiden Provinzen ist keine E i s em b a h n vorhanden. Aeger stürmen das Raihaus. In Dritisch-Südafrika. Carnarvon(Kapland), 14. Januar. Infolge der Unzufriedenheit der Eingeborenen mit der städtischen Verwaltung kam es im Rathaus zu Kundgebungen und schweren Zusammenstößen, bei denen der B ü r g e r m e i st e r, mehrere weitere Europäer und eine Anzahl von Eingeborenen verletzt wur- den. Die Führer der durch Agitatoren aufgehetzten Eingeborenen wurden verhaftet, doch gelang es dem Haupträdelsführer, zu entkommen. Saboteure der Einheitsfront. Gewerkschastsfeindliche kommunistische Taktik. Der„Vorwärts" berichtete am 11. Januar über die Gesamt- funktionärversannnlung am 8. Januar bei Ullstein, wo aus Antrag des kommunistischen Arbeiterratsvorsitzenden Meyer,«ine elahelNiche freigewerkschaftliche Liste zu den Betriebsrätewahlen aufgestellt wird. Wem die Mitgliedschaft in seiner Gewerkschaft lieb ist, kann einer gelben oder kommunistischen Gegenliste nicht das Wort reden, weil die Gewerkschaften sich ein« derartige Schädigung ihrer Interessen auf die Dauer nicht gefallen lassen können. Die KPD. aber braucht„Ausgeschlossene". Indem sie ihr« gewerkschaftlich organisierten Parteimitglieder oerpflichtet, bei den Betriebsrätewahlen gegen ihre Gewerkschaft zu frondieren, treibt sie diese Gewerkschaftsgenossen systematisch in den Konflikt zu ihrer Gewerkschaft Ihren Parteiterror hält sie für stärker als die gewerkschaftliche Solidarität, die kein« Gefühlsregung,, jondern eine klassenmäßige, organisatorische Bindung ist. Die KPD schimpft zwar über jeden einzelnen Ausschluß eines Gewerkschaftsmitgliedes aus seiner Gewerkschaft, provoziert jedoch andauernd Ausschlüsse, weil sie„Ausgeschlossene" gebraucht, um mit ihnen eigene Läden aufzumachen. Scheint ihr der Stamm der Aus- geschlossenen groß genug um zur offenen Spaltung überzugehen, dann scheut sie auch vor der Gewerk schafcksspaltung nicht zurück. Die Lüge von der„Einheitsfront" ist abgebraucht und wird durch die Schimpferei über die Gewerkschaften als„sozial-- faschistisch" ersetzt. Wie die„revolutionäre", das heißt, die kommunistisch« Oppo- sition arbettet, geht aus dem Bericht der„Roten Fahne" hervor. Di« im„Vorwärts" geschilderten„Vorgänge bei Ullstein" werden zugegeben und dann bemerkt: „Mit diesen Vorgängen hat sich bereit««ine gut besucht« Sitzung der revolutionären Betriebsvertreter am 9. Januar be» schäftigt und hat in einer einstimmig(bei nur einer Stimm» enthaüung) angenommenen Entschließung das Verhalten Meyers und derjenigen, die sich mit ihm solidarisieren, aufs schärfste verurteilt." Natürlich, was vernünftig und der organisierten Arbeiterschaft dienlich ist, das ist der KPD. eben deshalb verhaßt. Sie will die Organisationen der Arbeiter teilen, weil sie sie be» herrschen will. Sie gibt die Parole aus, trotz„des Falles Ullstein" schreite die revolutionäre Opposition rücksichtslos über diejemgen hinweg, die mst den Sozialsaschisten— mit ihren Gewerkschaften! — gemeinsame Sache machen. Nun, auch die Gewerkschaften werden rücksichtslos über die „revolutionären" Schädlinge der Gewerkschaften hinweggehen, die ihre Unterwerfung unter die Moskauer Gewerkschaftsfeinde höher stellen als ihr« gewerkschaftlichen Verpflichtungen. Immerhin hoffen wir, daß das gut« Beispiel bei Ullstein von der Arbeitnehmerschaft des graphischen Gewerbes bei den bevor- stehenden Betriebsrätewahlen Nachahmung findet. Gewerkschaftlich organisiert« Arbeiter und Arbesterinnen dürfen sich nicht als Spielball von einer gewerkschaftsfeindlichen Partei miß- brauchen lassen._ Gegen unliebsame Kundgebungen. Stockprügel aus den Magen. Infolge der Unruhen in den australischen Berg« baubezirten Hot die australische Regierung, wie aus S i d n« y gemeldet wird, zur Verhinderung weiterer Kund- gebungen angeordnet, daß die Kundgeber und Teilnehmer an Un-- ruhen von dem Empfang der Lebensmittelunter, stützungen ausgeschaltet, werden sollen. weiter für Berlin: Trockenes und mildes Wetter bei füdwest. lichen Winden, zeitweise etwas Regen.— Für Deutschland: Im größten Teil« des Reiches trüb« und etwas regnerisch, besonders im Westen sehr mild. Ltranwortl.«Ut die Redaktion: Wslfgang Schwor,. Berlin:»ttjeiaert: Td.«locke. Berlin Verlag: Vorwärts Verlag s. m. d. K., Berlin. Druck: Lorwiirt» Buch- drucke rei und Berlagsanftalt Paul Singer& Co. Berlin SW es. Lindcnstraße Z. fcictju 1 Seiloge. Dienstag, 14. I. Staats-Oper Unter d. Linden A.-V..14 20 Uhr Staals-Oper Arn PI.d.Republ. Vorst 9 19«/: Uhr Die Dienstag. 14. 1. Stadt. Oper Bismarcks tr. Turnus I 19-/- Uhr Die GeieiHeii Staatl.Sdiaüspti. am Gendarmenmarkt A.-V. 12 20 Uhr Staatl.Sehitler-Ttieater,Charltb. 20 Uhr Kabale nnd Liebe Tftol. 2 Vorstet I. 5 and S'/z Uhr Barbsresu 9256. Pnu>l-(M. Wodientg.: 5 ö. 50 Pf.-311. u rotier- 6iri<. Cartmi. s switu Sditnk t Ca, Antel> Arth'J f. Grtca t Wood«!». pt Aza Täfli. s u. au Sonnt, a. 3 n 8" Alex. 8066 I INTERNAT. VARIETfc "-Uhr CASINfl-THEATER olhrindcr Strafte§7 Nur noch bis 2 Januar IVtO Famtite Hannemann Donnerstag, oen 23 Januar 1930 zum 1. Male Seine Hoheit der Bettler. Cutscnetn tili 1—4 Personen Fauteuil nur 1.25 M., Sessel 1.75 M-, Sonstige Preise: Parkott u. Rang 0�0 M. 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Tons 1 Sgiich abends 8 Uhr: Die lelzlcn Tage: Das ErOttnnngs- Programmi Vorverkauf A. Wanheim u. Circuskesse. Tel. Nord. S40. i o i wiijjihiii.ii. i nawep�wyr GROSSES SCHAUbPIELHAUS S Uhn 3 Musketiere Regie: ERIK CHARELL A 5000108 naflun. nnsok. halbe Pr. t beater i. d. Behrenstr. 53-54 M/« Uhr Dlrcktton Ralph Arthur Roberls ... Vater sein, dagegen sehr ROSE -THEATER Teleph.: Alexander 3422 u. 3491 Täglich 8" Uhr. Sonntags 5.15 und 9 Uhr Die czardasfüreiin mit der weltbekannt, Musik von Emmericn Käimän mit Traute Rose in der Titelrolle Regie: Hans Kose. von je:zt ab: Sonnabend 5 Uhr und Sonntag 230 Uhr; Oer gestietelte Kater Vorverkauf eine Woche vorher von 11—1 und 4—9 Uhr VolKsbUlme Theater ein BSIowplatL 8 Uhr Ura ufführung Apollo, Brunnensirafis Volksstöck von Großmann und Hessel. Musik: Theo Xiiibn. heil: JSnn fehl jag. Staat). Sdiiller-Tli. 8 Uhr KaUeg. Helle Tbcalor om ssuniaacrdanoi 81/, Uhr DleGarteolaotie Staalsoper am Plate der Bepablik 7'/- Uhr Sie Zanberfle Oentsdies Tbeatei D.I. Norden 1231b Tigl.SV, Uhr Der Kaiser v.Amerika von Bernard Shaw Rege Max Reinhardt Die Komödie jl Bismck.2414/7S16 Täglich SV* Uhr Tom Teufel geholt von Knut Hamsun Regie. MaxReinbardt E&mmerspiele 0.1. Norden 12310 Täglich SV* Uhr Dftsir ft Komödie von Sascha Quitry. Regie: Leo Mittler. Direktion Ir. Robert Kleir Denlsebes KOnsder-Theit Barbarossa 3937 SV* Uhr Jas. zwei, drei" Regie: Oustav Härtung. Voiivr will gegeben: Souper von Franz Molnat Kegii; Beitu Hilgert Berlinsr Dualer Dönhoff 170 WS Uhr Ende II"> Seltsames Lessing-Dieater Norden 10846 Täglich 8 Uhr Altäre oreylus von Rehfisch und Herzot Wallner- Dieater Willoertbutintrali 35. Alex. 4592. Täglich sVe Uhr Die Krone Im Rbein Voikstüml.Operette Preise von 1 M. an. Philliannonle 8 Uhr Beethoren-ibend des Philharm. Orch Dlrlo. Prot. I. Prower{ unter jetl. Kihrirltnog nn Prof. Egon Pelri. Klav.-Konz. Es-dur, 7. Simonie. Eintritt I Mk BarDOWsky- Bohnen Thutar in der KBttlggritzor StraBo Täglich SVt Uhr Die erste mrs. selby mit fiftzl masaarv KomÖdienhaus Täglich SV* Uhr Oer Lügner und d e Henne mit cwi eotz Komische Oper Friedrichstr. 104. Merkur 1401/4330. Allabendlich SV, U. Bulla ill Bulla Sdiwaok m Arnold ood Badi. Lustspielhaus Friedrichstr. 236. Bergmann 2922/23. Allabendlich S'/e U Wiegenlied LtühpirJ im Udislaot Fuder. Dieater fl. Wim Täglich SV* Uhr; Höfel Sfadl Lemberg Musik von Gilbert. KUbe Dorecfa Leo SdeOtoendort ■yWEÜnSWEiT? | D-Bahn Hennaiinplatt Araold Sdiolz Hasenheide 106/14 Grotes MIMeslI In den bayr. Alpen Bratan von 6 ganzen Schweinen auf dam I Rleaoniukullus und Prämiierung der echönstan Blondinen— ganze Figur— 5 Geldpreise; 50. 40. 30. 20. 10 RM. 7 Kapellen.— Neue Delnratinnen.— SS bajmdu Madln.| EiniaB: Wochentags 6 Uhr, Sonntags 4 Uhr. äiellage Dienstag, 14. Januar 1930 SprjUntrö SfuUtutXQaße du]btv>ds4i Wenn ein Lehrling vom Dach fällt Ein Fall aus der Praxis und eine Forderung Ein Fall aus der Praxis veranlaßt den nachstehenden Aussatz: Em Dachdeckerlehrling war mit seinem Meister auf einem Dach« mit Vermessungsarbeiten beschäftigt. Nach Erledigung wollten b«ide das schräge Dach verlassen. Hierzu wurde eine Dach- leiter benutzt, welche nur lose auf das Dach gelegt wurde, ohne angehakt oder angebunden zu sein. Zuerst stieg der Lehrling die Leiter herunter bis an den Rand des Daches, während «an ooercn End« der Meister die Leiter festhielt. Dann stieg der Meister herab, während der Lehrling die Leiter unten festhielt. Der schwache Lehrling war aber der Last seines Meisters, der von oben herunterstieg, nicht gewachsen, und da sie weder angehakt, noch irgendwie gesichert war, kam die Leiter ins Rutschen, der Lehrling fiel 17 Meter auf die Straße, brach die Gliedmaßen und ist bald darauf an den Folgen des Unfalles g e st o r b e n. Kein Schadenersatz! Der Vater des getöteten Lehrlings verlangte von dem Meister Schadenersatz. Sein Anspruch wurde aber abgewiesen, weil nach der Reichsversicherungsordnung 8§ 898 ff.«ine zivilrechtliche Haftung des Meisters nur dann in Frage komnrt, wenn der Meister durch eine vorsätzliche Handlung den Tod des Lehrlings veranlaßt hat und wenn der Meister wegen vorsätzlicher Tötung t-urch den Strafrichter vorher verurteilt wird. Liegt aber nur fahrlässige Tötung vor, dann wird der Meister zwar bestraft, aber ein weiterer Schadenersatzanspruch des Vaters des getöteten Lehr- lings gegen den Meister wird vom Gesetz nicht gewährt. Einen Ersatz für den Verlust der Arbeitskraft seines Sohnes und für die verlorengegangene Unterstützung kann der Vater nach dem geltenden Recht von dem schuldigen Meister nicht beanspruchen. Im vorliegen- den Falle erhält der Vater auch keinen Rentenanspruch gegen die Verufsgenossenschaft. Hier klafft ein« Lücke im Gefetz. Niemals dürfte wohl ein Arbeitgeber den Arbeitnehmer an seiner Gesundheit oder seinem Leben aus Vorsatz schädigen. In den aller- meisten Fällen wird ein« Beschädigung der Arbeitskraft durch Fahr- lässigkeit des Arbeitgebers erfolgen wie im vorliegenden Falle. Aber gerade bei Fahrlässigkeit versagt das Gesetz den Arbeit- nehmern bzw. deren Erben den erforderlichen Schutz. Mangclhattc Begründung Di« �Gründe des Gesetzes, die dazu geführt haben, den versicherten Arbeitnehmern zivile Schadenersatzansprüche gegen ihre Arbeitgeber im Falle einer fahrlässigen Verletzung ihrer Ar- beitskraft zu versagen, sind nicht überzeugend. .Die Motive zum fpühere« Unsallversicherungsgesetz vom 6. Juli 1884' rechtfertigen diesen Ausschluß der Ansprüche des Arbeit- nchmers gegen den Unternehmer in folgender Weis«: „Neben der Sicherung der Arbeiter gegen die wirtschaftlichen Folgen der Unfälle verfolgt der Entwurf das Ziel, alle Streitigkeiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitern über Entschädigungsansprüche, welche den Arbeitern aus Unfällen erwachsen, zu beseitigen, und zu dem Ende alle Eni- schädigungsansprllche, welche in Veranlassung eines Unfalls gegen den Arbeitgeber nach bisherigem Rechte erhoben werden konnten, aufzuheben. Die Berechtigung hierzu liegt in dem Ersatz, welchen die Arbeiter für die ihnen nach dem bisher geltenden Recht« zu- stehenden in ihrer Realisierung höchst unsicheren Entschädigungs- ansprüchen dadurch erhalten sollen, daß ihnen für jeden aus einem Unfall entstehenden Schaden— selbst in dem Falle eigenen Verschuldens— eine zwar begrenzt«, aber vollkommen sichere Entschädigung gewährt wird." Vergleiche E. v. Woedtke„Unfalloersicherungsgesetz". Kommentar, S. Auflage. 1901. Seite S04 ff.(95 des Gesetzes vom 6. Juli 1884). Weil also der Arbeitnehmer nach dem Unfallversicherungsgesetz (jetzt Reichsversicherungsordnung) eine feste, wenn auch geringere Entschädigung aus öffentlichen Mitteln erhält, die wertvoller ist. als eine unsicher« Entschädigung, die vielleicht wegen Zahlungsunfähig- keit des Arbeitgebers nicht«inzuziehen ist, aus diesem Grunde soll der Arbeitnehmer die ihm an sich gesetzlich zustehende zivile Schadenersatzforderung gegen seinen Arbeitgeber verlieren. Die Begründung steht auf recht schwachen Füßen. Keineswegs kann sie für das heutige modern« Arbeitsrecht Geltung beanspruchen. Was die Beichsvertassung sagt Nach Art. 157 der Re i ch s v e r f« ssu n g steht die Arbeits- kraft unter dem besonderen Schutz des Reiches. Art. 109 bestimmt: Alle Deutschen sind vor dem Gesetz gleich. § 823 des Bürgerlichen Gesetzbuches lautet: Wer vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die Gesundheit eines anderen widerrechtlich verletzt, ist dem anderen zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet. Gemäß 8 844 BGB. hat im Falle der Tötung der Ersatzpflichtige die Kosten der Beerdigung demjenigenzu ersetzen, welchem die Verpflichtung obliegt, dies« Kosten.zu tragen. Stand der Getötete zur Zeit der Verletzung zu einem Dritten in einem Verhältnis, vermöge desien er diesem gegenüber unter- haltspslichtig war oder unterhaltspflichtig werden konnte, und ist dem Dritten(z. B. dem Vater) infolge der Tötung das Recht auf den Unterhalt entzogen, so hat der Ersatzpflichtige dem Dritten (Vater) durch Entrichtung einer Geldrente insoweit Schadenersatz.zu leisten, als der Getötet- während der mutmaß- lichen Dauer seines Lebens zur Gewährung des Unterhalts ver- pflichtet gewesen sein würde. Hiernach wird jedem deutschen Bürger im Falle der fahr- lässigen Tötung eines Angehörigen ein ausreichender Schutz und Schadenersatzanspruch von Gejetzeswegen eingeräumt. Nur die Arbeiterschaft wird unter ein A u s n a h m e r e ch t gestellt. Ihr wird der gleich« Schutz oersagt. Das ist«in ungerechter Zu- stand, der nach Abhilfe drängt. Selbst wenn im Einzelfall« ein Schadenersatzanspruch des Arbeitnehmers wegen Zahlungsunfähigkeit des Arbeitgebers nicht realisierbar(beitreibbar) sein sollte, so recht- fertigt dieser Ausnahmefall doch keineswegs den Ausschluß der Haftung des zahlungsfähigen Arbeitgebers überhaupt. Ebensowenig erscheint der Einwand gerechtfertigt, daß der ge- schädigte Arbeitnehmer auf jeden Fall eine öffentlich« Rente durch die Berufsgenossenschaft beziehe. Im obigen Beispiel des ge- töteten Dachdeckerlehrlings erhält der Vater keinerlei öffentliche Unterstützung. Aber die Rechtslage ist doch heut« im übrigen eine ganz andere als vor 4ö Jahren. Es handelt sich heute nicht mehr um die Frage, ob der geschädigt« Arbeiter die öffentliche Unter- stützung oder die privat« Entschädigung zu beanspruchen hat, son- dern vielmehr darum, daß er die öffentliche Rente u n d die privat« Entschädigung bekommt. Bei dies-r Regelung wird der Arbeiter keineswegs etwa besser gestellt als der Privatmann Vielmehr wird durch die Zahlung der privaten Entschädigung nur die Differenz ausgeglichen zwischen der ganz ge- ringfügigen Rente und der wirtlichen Höhe des erlittenen Schadens. Vom rechtspolitischen Standpunkt würde sich die Ab- schaffung der gerügten arbeiterfeindlichen Bestimmungen(§§ 898 ff. RVO.) nur wohltätig auswirken, denn das Verantwortlichkeitsgefühl der Arbeitgeber gegenüber dem Arbeitnehmer würde dann bedeutend gesteigert und dadurch die Zahl der Unfäll« der beschriebenen Art vermindert werden. Außerdem kann jeder Arbeitgeber durch Abschluß einer Haft- Pflichtversicherung und Zahlung mäßiger Prämie sich gegen derartige Unfälle sichern, wie dies z. B. heute fast alle Gastwirt- und Hausbesitzer tun. Es müssen also alle Vorschriften beseitigt werden, welche den Arbeiter(und den Beamten) entgegen den allgemeinen Grundsätzen unter ein Ausnahmerecht stellen. Der Schutz der Arbeiterschaft muß gesteigert und erweitert werden. Es sind nach statistischen Fest- stellungen im Jahre 1927 rund 1,29 Millionen Un- fäll« angemeldet worden. Einschließlich der Renten, die noch unter dem Namen ehemaliger deutscher Versicherungsträger gezahlt worden sind, laufen insgesamt 1 766 890 Invalidenrenten und sind 279 Millionen Reichsmark als Entschädigungen durch die Berufsgenossenschaft ausgezahlt worden. Diese Zahlen sprechen Bände und beweisen, daß der eingangs erwähnt« Fall nur«inen von vielen darstellt. kolgerungen Ein« Abänderung der Gesetzgebung für die Arbeiterschaft er- scheint daher dringend notwendig. In dem Entwurf des neuen Arbeiterfchutzgefetzes müßte daher eine Aufhebung der 88 898ff.. 1042, 1219 R e i ch s v e r s i che ru n g s o r d n u n g gefordert werden. Der Entwurf ist bereits im Februar 1929 vom Reichstag in erster Lesung dem Sozialpolitischen Ausschuß über- wiesen, aber von diesem Ausschuß noch nicht in Angriff genommen worden. Der 3 5. Juristentag hat gleichfalls während seiner Sep- tembertagung 1928 in Salzburg beantragt, daß jene Borfchristen als ein Privilegium oäiosum der Arbeitnehmer schnellstens beseitigt werden(vgl. Verhandlungen des Juristentages 1. Lieferung S. 33 erschienen bei Walter de Gruyter u. C., Berlin 1928). Rechtsanwalt Otto Kassel, Essen a. d. Ruhr. �ckMKZersckaktserlleimtois durch Mäuse Ein Mittel für jede Frau Häufig wird die Frühdiagnose einer Schwangerschaft mit Sicherheit von den Frauen selb st gestellt und zwar zu einer Zeit, wo es noch keinem Arzt möglich ist, irgendwelche wahr- scheinlichen Anzeichen für Schwangerschaft zu sinden. Frauen, die bereits»»ehrere Kinder geboren haben, kennen genau die Symptome, die bei ihnen selbst auftreten. So hält z. B. eine Frau, die stets regelmitßig ihre Monatsblutung hat, das Ausbleiben der Blutung und das Austreten von Erbrechen für ein untrügliches Zeichen einer neuen Schwangerschaft. In den meisten Fällen werden die Frauen mit chrer Vermutung auch recht haben, der Arzt darf aber solche Symptome nicht als alleinige Grundlage für die Diagnose einer Schwangerschaft bewerten. Die Monatsblutung kann aus den verschiedensten Gründen einmal ausbleiben und auch Erbrechen braucht nicht eine Schwangerschaft anzuzeigen, sondern kann aus allen möglichen Gründen einmal auftreten. Ganz besonders, wenn eine Schwangerschaft entweder sehr gefürchtet oder lebhaft erhofft wird, d. h. wenn die Gedanken der Frau sehr stark auf die Frag« konzentriert sind, ob sie etwa schwanger sei und ob sie Symptome an sich wahrnehmen kann, können diese Symptome aus rein psychischer Grundlage entstehen. Die psychische Einwirkung kann soweit gehen, daß tatsächlich die Körperformen sich verändern, und es find Fälle bekannt, in denen Frauen mit allen Anzeichen einer ausgetragenen Schwangerschaft und mit beginnen- den Wehen in der Klinik erschienen und erst anläßlich der erwarteten Geburt festgestellt wurde, daß gar keine Schwangerschaft vorlag. Es ist in den ersten Wochen der Schwangerschaft für den Arzt gar nicht so leicht, mit Exaktheit die Diagnose zu stellen. Die subjektiven Beschwerden der Frau können, wie gesagt, wohl ein Himveis sein, aber nicht mehr. Die innere Untersuchung hat festzustellen, ob die Gebärmutter vergrößert ist: eine bei der Untersuchung merkbare Vergrößerung findet man aber erst bei einer Schwangerschaft, die etwa acht Wochen alt ist. Auch dann kann man noch nicht mit Sicherheit sagen, daß die Schwellung durch eine Schwangerschaft bedingt ist. Es könnte z. B. sich eine Geschwulst gebildet haben, die ebenfalls mit dem schlechten Befinden und der Blutstockung in Zusammenhang stehen könnte. Erst das allmähliche Wachsen der Gebärmutter, die Veränderung der Körper- formen und der Brustdrüsen führen zur Diagnose- Schwauzerschaft. Die absolute Gewißheit bringt aber genau genommen erst der Nachweis des vorhandenen Kindes, nämlich wenn man die kindlichen Herztöne hören und die kindlichen Teile fühlen kann. Dieser Nachweis ist erst im fünften Monat der Schwanger- jchaft möglich. Der erfahrene Arzt, ebenso wie die erfahren« Frau, wird freülch nicht bis zum fünften Monat mit der Diagnose warten. Am Ende des zweiten oder Anfang des dritten Monats wird man auf Grund der verschiedenen Symptome zu einem ziemlich sicheren Urteil kommen können, ob eine Schwangerschaft vorliegt oder nicht. Es gibt Fälle, wo es aber doch sehr wichtig ist, die Diagnose mit Sicherheit und recht frühzeitig zu stellen. Es kam- men einmal die Fälle in Frage, bei denen aus gesundheitliche» Gründen ein Austragen der Schwangerschaft nicht möglich ist. Soll ein« Schwangerschaft unterbrochen werden, dann muß es so früh wie möglich geschehen. Je kleiner die Frucht ist. um so leichter ist sie zu entfernen: mit deM Wachstum der Frucht wächst die Schwierigkeit des Eingriffes sehr schnell. Aber auch das Leiden, wegen dessen die Schwangerschaftsunterbrechung vor- genommen wird, vor allem die Tuberkulose, verschlechtert sich häufig mit der Entwicklung der Schwangerschaft sehr schnell, so daß man der Frau nur wirklich nützen kann, wenn man die Un'erbrechung frühzeitig vornimmt. Die wichtigste Entscheidung ist aber zu treffen, wenn der Verdacht besteht, daß eine Schwangerschast an falscher Stelle entstanden ist. Man spricht in solchen Fällen gewöhnlich von einer Bauchhöhlenschwangerschaft, obgleich das Ei sich nicht in der Bauchhöhle festgesetzt hat. sondern im Eileiter. Eine solche Ei- leiterschwangerfchast ist außerordentlich gefährlich, weil das wachsende Ei das dünne Organ zerstört und es ganz plötzlich zu einer inneren Verblutung kommen kayn. Die Möglichkett, daß eine Frucht im, Eileiter ausgeschieden wird, besteht nicht: sobald die Diagnose feststeht, muß daher schleunigst zur Operation ge- schritten werden, um das Ei zu entfernen und so die Frau aus einer schweren Lebensgefahr zu retten. Man hat sich daher sett langer Zeit bemüht, eine sichere Methode zu finden, um eine junge Schwangerschaft feststellen zu können. Biologische Methoden, die von Abderhalden und Seil» heim eingeführt wurden, waren für den praktischen Gebrauch zu "kompliziert und vor allen Dingen nicht streng spezifisch, d. h., die Reaktion trat nicht ausschließlich und regelmäßig bei Schwanger- schaft ein. Eine brauchbare Reaktion muß aber erstens in allen Fällen von Schwangerschaft vorhanden sein und zweitens darf sie nur bei Schwangerschaft, nicht aber auch bei irgendwelchen anderen physiologischen Zuständen oder Erkrankungen auftreten. Ein« solche Methode ist seit einigen Jahren(wir wiesen schon darauf hin in Nr. 566 des„Abend") von A f ch h e i m und Z o n d e ck eingeführt worden, und zahlreiche Nachuntersuchungen haben ergeben, daß dieser Methode eine außerordentlich große Zuver- lässigkeit beizumessen ist. Aschheim und Zondeck beobachteten, daß zur Zeit der Schwangerschaft die Stoffe, die vom Eierstock und vom Vorderlappen der Hypophyse, einer Hrrichrüse, abgesondert werden, die sogenannten Hormone, sich im Blute sehr stark ver- mehren und auch in großen Mengen im Harn ausgeschieden werden. Das Hormon des Vorderlappens der Hyphophyse bringt am Eierstock einer jungen Maus bestimmte Veränderungen hervor, und zwar kann man diese Veränderungen schon erzielen mit dem Harn einer Frau, bei der die Regel erst fünf Tage ausgeblieben ist. Auch das Eierstockhormon bringt verschiedene Veränderungen an den Geschlechtsorganen der jungen Maus hervor, vor allem an der Scheide und Gebärmutter. Jedoch findet man dies« Verände- rungen auch zu Beginn der Wechseljahre und bei einzelnen anderen Erkrankungen. Das gehäufte Hypophysenhormon im Harn tritt aber nur bei Schwangerschaft aus. Der Versuch wird einfach so gemacht, daß jungen Mäusen Urin einer auf Schwangerschaft verdächtigen Frau eingespritzt wird. Nach 3 bis 4 Tagen wird dann die Maus getötet und chr« Eierstöcke werden untersucht. Ist die typische Veränderung der Eierstöcke vorhanden. so kann man also eine beginnende Schwangerschaft feststellen. Die Versuche an Mäusen müssen natürlich in gut eingerichteten, großen Laboratorien ausgeführt werden. Die Mechode ist aber für die allgemeine Praxis leicht einzuführen, da der Arzt nur den Urin der Frau an ein Laboratorium einzuschicken braucht. Ein großer Vorteil ist es, daß weder Blutentnahme noch sonst irgendein für die Frau unangenehmer Eingriff erforder- lich ist, und daß das Material, wenn es gleich zur Verarbeitung eingeschickt wird, auch keiner besonderen Behandlung bedarf, es muß nur durch Zusatz eines Desinfektionsmittels gesorgt werden. daß keine Fäulnis im Harn austritt. Die Möglichkeit, eine Schwangerschaft so frühzeitig sestzustellen, ist nicht nur Wissenschaft- lich sehr interessant: sie kann auch prakttsch von großer Bedeutung sein, wenn es sich darum handelt, über die Vornahme einer Operation zu entscheiden. Dr. Käthe Frankenthal. Mittel für die Volks Wohlfahrt Im Etat des Preußischen Ministeriums für Volkswohlfohrt für das Jahr 1930 sind u. a. 800 000 Mark zur Bekämpfung der Tuber- kulof«, 600 000 Mark zur Bekämpfung der Säuglings- und Klein- kinderfterblichkeit, 500 000 Mark für medizinalpolizeilichs Zwecke. 30 000 Mark für Erforschung und Bekämpfung der Krebskrqnkheit. 5000 Mark für das Hebammenwesen. 72 000 zur gesundheitlichen Fürsorge in Schulen(Schulzahnpflege), 50 000 Mark zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten und 40000 Mark für sozialhygienische Aus- bildung der Aerzte vorgesehen. Von wichtigeres Bauten, die im Etatjahr 1930 durchgeführt werden sollen, seien erwähnt der Neubau für das Medizmalunterfuchungsamt in Berlin,«ine Impfanstalt in Breslau, der Neubau einer Augenklinik in Berlin und weiter« Förde- rungen verschiedener Kliniken ftn Reiche. (2. Fortsetzung.) Rufen tonnte er nicht. Sein Platz war zu weit ab. Kurz«nt. schlössen kletterte er über die Barriere und eilte den Gang hin- unter, in die Arena. Den Kontrolleuren, die sich ihm in den Weg stellen wollten, rief er irgend etwas Unverständliches zu. Seine Geste war dabei so energisch, daß sie ihm für einen Funktionär hielten gnd zur Seite traten. Dann schlüpfte er hinter den Vorhang und klopfte dem Boxer, der den Griechen grimmig anstarrte, auf die Schulter,„challo, Max!" Max Milhan drehte sich um und war entschieden freudig über- rascht.„Hallo, Tom, wo kommst du denn her?" „3ck wullt mi dat'n büzchen beseh'n, wat ihr he matt", ant- «vrtete Tom im besten Seemannsdeutsch.„Minsch. Max, mi packt di Wut", jnakt« er weiter,„du wirst dich doch nich bei den olln Penopepe, oder wie he heißt, hinlegen?" „Was heißt hinlegen?! Der is- gut", wehrte Max Milhan unbehaglich ab. „Gut? Der kann dir doch nichts tun. der macht doch bloß Theater. Den hau ich mit'm paar Maulschellen aus'm Ring." „Ja, du!" lachte Milhan etwas gezwungen. ..Du oock! Dat gibts nich. Die Leute lachen dich ja aus. Jetzt gchste in'n Ring und keilst, was de kannst." „Eigentlich hast« recht, Tom. Man kanns ja mal versuchen." „Pöh, oersuchen! Ran, wie aus der Insel!" Milhan starrte einen Augenblick vor sich hin.„Gemacht, Max?" fragte Tom und hielt ihm die Hand hin. Max schlug ein.„Gemacht'" „Ro also. Wenn de gewinnst, gebe ich einen aus." „Nichts zu machen, Tom. Ich trinke nicht mehr. Ich habV meinem Manager versprechen müssen. Und wie. Mach doch mit, Tom. Du bist doch'ne Nummer. Hast auf der Insel fast alle ge- schlagen." Tom war überrascht. Daran hatte er noch gar nicht gedacht. In San Franziska hatte er einmal Boxkämpfe gesehen. Das war etwas anderes als hier. Als junger Bursche von siebzehn Jahren hatte er die Boxer glühend beneidet, wenn sie bejubelt wurden. Nun sollte er selbst--? „Kommt denn dabei was raus?" „Herr Marder, kommen Sie doch mal her." Milhan winkte einem mittelgroßen Mann in etwas schäbigem Anzug. Seine Haare waren schon dünn. Cm kleiner schwarzer Schnurrbart stand starr In die Höhe. Er hatte falsche Augen und sah einen beim Sprechen nicht richtig an. Seine Manieren waren «inwandsrei. Liebenswürdig lächelte er. als Mllhan ihn mit«in paar Worten verständigte. „Auch von der Insel?" hörte Tom den Herrn fragen. „Unser bester Mann dort gewesen. Will's auch mal probieren. Wie is es denn--?" Max Milhan wurde in den Ring gerufen. Eben schleifte man den dritten Gegner unter dem Gejohle der Galeriebesucher vom Podium. Penopolis sah ungeduldig nach dem letzten aus. Er wollte durch sein Getue, als ob er es sehr eilig habe, dem Publikum so recht seine Ueberlegenheit klar machen. Seine Brauen zogen sich herrisch zusammen. Er sah Tom mit Max Milhan zusammenstehen und bemerkte das kurze Nicken und den Blick, den sie wechselten. Drohend starrte er Tom an. „Mach? qut," rief der seinem Kameraden nach. Marder biß den wichtigen Mann heraus und musterte Toms Figur mit Kennerblicken.„Kommen Sie morgen vormittag nach dem Admiralspalast. Wir wollen erst mal sehen, was Sie können Bringen Sie sich Trainingszeug mit. Fragen Sie den Portier nach mir." Nachlässig grüßte er und wandt« sein Interesse dem Kampfe zu. Als er später noch einmal Tom sah rief er ihm jovial zu:„Also, nicht vergessen. Morgen um zehn, Admiralspalast, am Bahnhof Friedrichstraße." Tom hatte sich wieder auf seinen alten Platz begeben. Er grinste vor sich hin und war ungeheuer gespannt, wie es dem männertötenden Griechen jetzt ergehen würde. Je zwei Runden sollte er mit seinen Gegnern kämpfen. Die ersten drei hatte er lang vor dieser Zeit besiegt. Penopolis lächslle siegesstcher und schütt-lte Milhan vor dem Kampfe fast mitleidig die behandschuhten Fäuste. Zuerst versucht« er gar nicht, seinen Gegner ernsthast niedcrzu- kämpfen. Er umtänzelte ihn spielerisch. Jeden Schlag deutete er nur so weit an, daß es für das unerfahrene Publikum nach etwas aussah. Wenn Milhan schlug, duckte er sich ledesmal sehr gut so, daß die Schläge in die Lust gingen. Er wollte ihn lächerlich machen. Milhan boxte sehr vorsichtig. Tom ärgerte sich. Milhan konnte doch ganz anders rangehen! So weit war ihm der Grieche bestimmt nicht überlegen. � „Wie der mit'n spielt. Gemein, nich?" „Wie'ne Katze mit'ne Maus!" „Paß uff. paß uff, gleich regnet's Backpfeifen." Bon überall her kamen die Ausrufe. „Der Kleenc kncht von dem Großen so viel, det er in keenen Sarg mehr paßt," prophezeit« der dicke Schlächtermeister. Tatsächlich griff Penopolis jetzt unter den ausgeregten Zurufen des Publikums ernsthaft an. Allgemein erwartete man die Nieder. lag« Milhans. Der aber wehrte sich verbissen. Cr stand fest und schlug tapfer um sich. Schnell Halle er den gegnerischen Angriff gebrochen, lltun wendete sich das Blällchen und der Deutsch« ging vor. Er trieb den verblüfften Penopolis Schrill für Schrill zurück. Mit einem Ruck wendet« sich die Gunst de« Publikums dem Deutschen zu. Auf der Galerl« brüllten die Zuschauer. Sie pfif'en und trampelten„Maxe Maxe, Max«! Irb ihm Saures! Hau ihn. bau ihn!" Der Grieche schäumte vor Wur. Sein« Krone wackelte bedenk- lich. Er traute sich ober nichl recht heran; denn M lhan hatte ihn mehrmals sehr llark getroffen Halblaut zischte«r den Segner an:„Gehst du runter, gehst du runter!" „Hau mir doch runter, wenn de kannst!" schrie Milhan. Seine Augen leuchteten in wildem Triumph. Als ein paar Sekunden später der Schlußgong ertönte, oer- schwand Penopolis so rasch er konnte. Milhan war jetzt der Held, der dem gefürchteten Griechen dem schrecklichen, wie er sich selbst nannte, standgehalten hatte. Er wurde stürmisch bejubell und ge- feiert. Tom war außer sich vor Freude und Boxbegeisterung. Ihn hatte dos Boxfiebcr gepackt. Ah, morgen würde er wieder die Handschuhe anziehen. Er entsann sich seiner Kämpfe und Siege, die er auf der Insel gefeiert hatte. Wie halle er nur so lange ohne Kampf leben können? Der Zirkus leert« sich langsam. Tom versuchte, zu den Ka- binen zu gelangen, die von unentwegten Boxenthusiasten belagert wurden. Er wollte Max Milhan gratulieren. 2. Kapitel: Tom wird Boxer. Hurt, der Allgewaltige. Toms Wirtin übersah am nächsten Morgen seinen Gruß, als er an ihr vorbeiging, um nach dem Admiralspalast zu eilen. Di« Summe, die er ihr schuldete, hatte schon ein« ganz nette Höhe erreicht. Wirst schon bald'n anderes Geficht machen, dachte Tom. Für sein letztes Geld kaufte er sich eine Sporthose und Leinwandturn- schuhe. Di« ledernen Boxstiefel streifte er nur mit neidisch sehnsuchtsvollem Blick. Den Portier im Admiratlspalaft fragte er nach Herrn Marder. „Kenn ick nich." „Na, so'n Kleiner, mit'n schwarzen Schnurrbart. Der ist so'n Macher von Boxkämpfen." „Ah. Herr Hurt, aber der ist doch groß und stark." „Nee, ne«, Marder! Und klein." „Na, ich wees nich, geh'n Se mal über den Hof. dann die linke Treppe rauf. Da sehen Se schon. Sie sind wohl ooch Boxer?" „Aber mächtig." „Na ja, denn is schon richtig. Ueber'n Hof links." Tom ging den beschriebenen Weg. Die Boxer räkelten sich in einer Ecke des Trainingsfaales herum. Max Milhan stand bei ihnen und erzählte denen, die gestern nicht dabei waren, von seinem Erfolg.„Wenn ick ehrlich sein soll, muh ick ja sagen, daß ich da» dem langen Tom verdanke. Den kennst de doch auch noch, den Schläger," wandte er sich an einen Kollegen. „Was, der is hier? Der kann'n bißchen Leben In de Bude bringen!" Die Boxer �igten sich sehr interessiert. An etner anderen Seite saß ein großer, breitschultriger, sehr gut angezogener Herr an einem Schreibtisch Herr Hurt hatte die gelassene Sicherheit eines Machthabers. Di« Sicherheit, die Geld oerleiht. Geld, das selbst gemacht ist. Vor ihm saß jemand und los die Kritiken über den gestrigen Boxkampfabend vor.„Glauben Sie nicht. Herr Hurt," äußerte er jetzt sorgenvoll,„daß man bald nicht mehr viel mit der Sache ver- dienen wird? Die Zeitungen schreiben schon van Theatermocherei!" Hurt wandte sein lockenumrahmtes, brestes ruhiges Gesicht dem ängstlichen Herrn zu.„Lieber Litt mann, ich bttte Sie. Wer versteht denn hier in Deutschland etwas vom Boxen?" Er lächelte. Sem sicheres, verächlliches Lächeln. „Ich weiß nicht recht. Ich möchte doch--* „Austreten?" fragte Hurt. Seine kalten Augen sahen den kleinen Schieber scharf an.„Ihr Geld steht Ihnen jederzeit zur Verfügung. Ich mache die Sache ganz allein. Mache sie am liebsten allein." „Was wollen Sie d«nn anfangen?" fragte der drille. Kreckow, Herrn Lillmann. Er hatte als Pferdehändler während des Krieges «ine Menge Geld gemacht und wußte nun nicht recht, wie er es unterbringen sollte. In Lillmanns Gesicht kam«in listiger Zug.„Was aufziehen, das noch mehr lockt. Die haben noch alle die Wildheit im Blut. Vom Felde her. Das muß man doch irgendwie ausnützen. Ordsnt- liche Aufregung. Die Boxerei ist nicht mehr das Richtige. Tut sich ja keiner was" „Aber was meinen Sie denn?" fragte Kreckow gierig. Littmann zog an seiner Zigarre,„Stierkampf" sagte er la- konisch. „Und der Tierschutzverein?" fragt« Hurt ruhig. „Die Schwierigkeiten wird man schon überwinden." „Mensch,'ne Idee. Das wird gemacht." Kreckow sprang auf. „Machen Sie mit?" forschte Lillmann und sah Hurt an. „Ich denke nicht dran," war die ruhige Antwort.„Die Schmie- rigkeiten sind zu groß. Ick behaupte, dos Boxen wird erst. Und da brauchen wir das Material nicht einzuführen." „Ja. das Material, das ist es ja." stöhnt« Littmann.„Immer wieder der Grieche. Und dann noch der deutsche Schwergewicht- meister, dessen Manager Unsummen für einen Kamps verlangt, und aus ist es. Diese kleinen Boxer sind all« nichts. Wie soll man da Geschäfte machen!" „Wir brauchen frisches Blut," sagte Hurt in seiner gesetzten Art. Er stand auf und ging gemach zu den Boxern hinüber. „Na, nun wollen wir mal'n bißchen trainieren, Iungens, was?" sagt« er gemütlich. Trotzdem war diese Anfrage ein Befehl. Da war kein Widerspruch möglich. Fast im selben Augenblick trat Tom in den Trainingssaal. Er hatte ihn natürlich nicht so leicht gesunden, wie es ihm der Portier beschrieben hatte. Er war in verschiedenen Gängen herumgeirrt, bis ihn ein Bademeister vom großen Dampfbad hierher gebracht hatte. „Hallo, Tom, da biste ja. Dachte schon, du kommst nicht mehr," rief ihm Max Milhan zu. Die Boxer, die in den Umkleideraum gehen wollten, kamen zurück, um Tom zu begrüßen. Von allen Seiten tönte es„Halloi" Die Antwort war immer: „Hallo, du selbst." „Junge, hier is ja die ganz« Jnjel versammelt." rief Tom überrascht. Als ihn jemand nach Boxerwllli fragt«, zuckte er ver- legen mit den Achseln.„Nanu, ihr seid doch zusammen nach Hause gefahren?" (Fortsetzung folgt.) WAS DER TAG BRINGT. Riesenhonorare im amerikanischen Sport. „Babe" Ruth, der große Star der amerikanischen Berussbase- ballspieler und das vergötterte Idol von Millionen, macht fein« wettere Mitwirkung im Spielerverband der„New-Dorker Pankee- Mannschaft" von der Bewilligung eines festen dreijährigen Kon- tratts abhängig, der ihm für feine Tätigkeit un nordamerikanischen lUationalballfpiel ein Honorar von HS VOO Dollars im Jahr sichert. „Babe" hat soeben eine dreijährig« Spielsaison beendet, die ihm ein sestes Gehalt von 70 000 Dollars jährlich eingetragen und seine überlegenen Qualitäten unwiderleglich bewiesen hat. Deshalb ist er auch der Ansicht, daß ein Iahresgehall von 8S 000 Dollars für die nächsten drei Jahre eine durchaus angemesiene Forderung sei. Ver- gebens wies Eolonel Jacob Ruppert, der Präsident des vornehmen Spieltlubs, darauf hin, daß der Präsident der Dereinigten Staaten nur ein Iahresgehalt von 75 000 Dollars, der Oberbürgermeister von New Dort nur ein solches von 55 000 und der Präsident des höchsten Gerichtshofes der Vsreinigten Stauten. Taft, sogar nur 20 500 Dollars im Jahre bezichen. Ruth blieb allen diesen Ein- wänden gegenüber taub und berief sich seinerseits daraus, daß viele Leiter großer Jndustriegesellschaften, die 200 000 Dollars im Jahr« verdienten, geringere Erträge für ihre Gesellschaften herouswirt- schofteten, als er für seinen Klub. Eolonel Ruppert ist. um sich den Champion für«in weiteres Jahr zu sichern, bereit, ihm 100 000 Dollars für dieses Jahr zu bewilligen, scheut sich aber, das Risiko des Abschlusses eines dreijährigen Kontraktes einzugehen. Olsusta«. 14. Januar.* Berlin. I6.re In«. Joachim Bothmer: Technische Wochenplauderei. 16 30 Von Leipela: Bläser-Kammermusik. 17.30 Tischtennis.(Sprecher: Dr. Erhard RemuB.) 18-00 Stande mit Büchern.„Weltseschichte".(Am Mikrophon: Obermagistrats. rat Marquardt.) 18.30 Prof. Dr. Cmll Utltz, Halle a. d. Saale: Aufstieg oder Niedergang unserer Kultur? 19.00 Unterhaltungsmusik. 20.00 Ouar durch Waller Mehring.(Mit»-.; Walter Mehring, Willy Haas. Ernst Busch.) 20-30 Peter-Ouariett. 1. Mosart: Quartett C-Dur K. V. 46S.— 2. Bartdk; Quartett Nr. 7. 31 JO Programm der Aktuellen Abteilung. AnschllcBend; Dr Josef Pinscher: Politische Zeitungsschau. Kön.gswusterbausen. 16.30 Von Leipzig: Nachmittagskenzert. 17.30 Paula Ludwig: Ludwig Hardt.— 18.00 Mersmann: Kleine Formen der Klaviermusik. 18.30 Französisch für Fcitgeschrltlene. IS.H Robert Henseling; Siernseelon. 19.20 Prof. Dr. Hermann Muckermann: Abdämmung erblicher.Belastung- 20.00 Von Köln: Orcbesteikonzert. Ein Mütterpensionsgesetz. Ein Mütierpensionsgefeg in Norwegen sieht den Pensionsbezug aller Mütter ohne männlichen Versorger nach einer Staffel, die die Zahl der Kinder bestimmt, vor. Die Pension wird bis zum vollendeten 14. Lebensjahr der Kinder gezahlt, im Falle die Fach- schule besuchl wird, sogar bis 17 Jahre. Die Gesetzgebung ging dabei von dem Gedanken aus, durch die größere wirtschafllich« Unabhängigkeit der Mütter dem Staat einen gesunden lebensfrohen Nachwuchs heranzuziehen. Das Gefetz sieht indes vor, daß Müttern, die ihren Erziehungspflichten nicht nachkommen, die Pension nich: gezahlt wird. Friedhotsräuber... Auf'einem Friedhof in Rom wurde eine siebzigjährige gut- geNeidete Frau dabei ertappt, wie sie von den Gräbern die Kranz- schleifen stahl. Als man sie auf der Polizei nach dem Grund dieser fmnlosen Diebstähle fragte, erklärt« sie aufgebracht, so sinnlos seien diese Diebstähle denn doch nicht, denn sie mache sich ihr« ganze Unterwäsche aus diesen Kranzschleifen. Der Augenschein bestätigte ihre Angaben. Ueber chren rundesten Körperteil hinweg war am Unterrock in großen Goldbuchstaben zu lesen:„Keguiescst in pace!" Rom bekommt Untergrund. Die italienische Regierung hat die Pläne für den Bau einer Untergrundbahn in Rom genehmigt. Das Netz dieser Untergrund- bahn soll insgesamt 24� Kilometer lang werden und innerhalb zwölf Iahren mit einem Kostenaufwand von 700 MiMonen Lire zur Ausführung gelangen. An dem wichtigsten Verkehrspunki, dem Hauptbahnhof, der Piazza Denezia und der Piazza Colonna. werden sich die drei vorgesehenen Linien schneiden. Sie führen bis zu den Vorortvierteln. Die erste auch bereits technisch genehmigte Strecke wird von der Piazza Barberim ausgehen und nach dem Hauplbahnhof Termini führen, dann über die Piazza Venezia und den Bahnhof Trastevere nach dem Bahnhof der Straßenbahn Rom- Ostia. Die Kosten dieser Strecke allein belaufen sich auf 300 Mil- lionen Lire. Ein Apfelbaum mit 14 verschiedenen Bluten. Mr. Alfred Croston, ein bekannter Kunsttrinker in Coalville, hat«inen Apfelbaum gezüchtet, der erst jetzt zur B üte gekommen ist. und zum erstenmal seit vier Jahren allen Erwartungen des Züchters entspricht. Es ist Mr. Erofton gelungen, durch vielfache Pfropiungen insgesamt 14 verschiedene Apfelblüten gleichzestig an feinem Baum blühen zu sehen. „Es wird gedreht!" In einem Tonfilmat�ier rst Dekorationswechsel. Es wird emsig gehämmert, gesägt, gepinfell und auf einer raffelnden Näh- Maschine gesteppt. Zwei Luhnenorb eller liegen am d-m Fußboden, um di« Laufschiene für den Kamerawagen zu befestigen. Eine Schraube nach der anderen wird in die Holzbohlen gedreht. Plötzlich richtet sich einer der Arbeiter aui und jchrell mit lauter Kommandostimme, in dem seinem Ohr so wohloenrauten Ton. den lärmenden Kollegen zu:„Ruhe da. zum Donnerwetter! Hier wirdgedrehtl"— worauf das lärmende Getöse sofort stoppt Uhor/üno/ cJ/zlsI Arbeiter- Wasserball. Wei�enscc- Charlottenburg 7:3. Am Sonnabend standen sich im Lunabad di«„A.'-Kiasse-Manm schaften von Charlottenbur'g und W e i ß e n s e e zum fälligen Serienspiel für die Kreismeisterschaft gegen- über. Mit Spannung erwarteten die zahlreichen Zuschauer den Ausgang des Kampfes. Fast sämtliche..A"-.Klass«-Manirschoften waren als Gäste anwesend, um zu sehen, wie die Charlottenburger, die noch ohne Punktverlust waren, gegen den alten Bundesmeister abschneiden würden. Charlottenburg galt nach den Siegen über Neukölln(10: S) und Spandau(3: 1) als voraussichtlicher Sieger. Weihenjee bewies, daß trotz Abgang mehrerer guter Spieler zur Opposition, das Mannschaftsgefüge wenig gelitten hat und die enb- standenen Lücken gut ausgebessert worden sind. Cs entwickelte sich gleich von Anfang an ein flottes Spiel, das Charlottenburg meist im Vorteil sieht, das aber trotzdem auf beiden Seiten nichts einbringt. In der vierten Minute gibt der Weihen- seer Verbindungsmann eine gute Vorlage zum rechten Stürmer und Weihensec erzielt das erste Tor. Charlottenburg drängt nun sehr und kommt dank der Schnelligkeit des vorzüglichen Ver- bindungsmannes fünfmal vor das Weihenfeer Tor. Weißensees V�-teidigung ist aber auf der Hut und schlägt alle Angriffe zurück. Durch das Vorkommen des Charlottenburger Verbindungsmannes steht der Weißenseer Mittelstürmer wiederholt frei: dies nützt Weißensee durch Ballabgabe geschickt aus und bald steht es 3: 0 für Weißensee. Charlottenburg kommt dann zum ersten Tor und mit 3: 1 Toren für Weißensee werden die Seiten gewechselt. Nach der Pause stürmt Chorlottenburg mächtig an, oft sind fünf Charlottenburger vor dem Weißenseer Tor. Der rechte Stürmer Charlottenburgs schafft das zweite Tor. Immer wieder ist Charlottenburg im Angriff, aber der Weißenseer Torwächter hält di« unmöglichsten Bälle. Em Ball, der vor das Charlotten- burger Tor kommt, kann der rechte Stürmer Weißenfees zum 4: 2 einsenden. Bald darauf Freiwurf vor dem Weißenseer Tor: Charlottenburg nützt diese Chance aus und kommt aus 4:3 an Weißensee heran. Beim Anwurf gelingt dem rechten Verteidiger Weißensees«in Hochball und es steht S: 3. Das Spiel nimmt nun härtere Formen an. Ein Charlottenburger Spieler wird hinaus» gestellt: der Strafwurf geht jedoch gegen den Pfosten: das Spiel geht weiter, bis wieder derselbe Charlottenburger Spieler hinaus» gestellt wird. Dieser Strafwurf wird von Weißensee zum 6: 3 ver» wandelt. Charlottenburg erhält ebenfalls einen Strafwurf, den der Weißenseer Torwächter hält. Der Ball kommt weit vor das Charlottenburger Tor, der rechte Stürmer Weißensees erreicht den Ball und e» st e h t 7: 3. So bleibt es bis zum Schluß. Beide Mannschaften waren in guter Verfassung, Charlottenburg die schneller«, Weißensee die besser deckende Mannschaft. BSC deutscher Eishockcymeistcr. Brandenburg mit 1: 9 geschlagen. Gestern abend kam das Endspiel um die deutsche Eis- Hockeymeisterschaft im Sportpalast zum Austvog. Der „Berliner Schlittschuh-Club' beendet« das Turnier mit einen, überlegenen S:1-Si«g über„Brandenburg". Der BSC. tonnte damit zum zwölften Male den deutschen Meistertitel erringen. Die noch junge Brandenburg-Mannschaft, von der man sich »ach den vielen Ankündigungen eigentlich mehr versprochen hatte, zeigte sich einer derartigep Aufgabe noch nicht gewachsen. Sie spielte viel zu aufgeregt, zeitweise konnte man jede Kombination vermissen, und der Torhüter der Brandenburger. Kaufmann, ver- sagte in kritischen Momenten. Schon zehn Minuten noch dem Anpfiff stand der Kampf 3:0 für den BSC. Kurz vor der ersten Pause gelang es Iaenicke, den Vorsprung noch aus 4: 0 zu erhöhen. Im zweiten Drittel zeigte es sich immer mehr, daß di« Branden- burg«r an dem Tempo, das der Berliner Schlittschuh-Cluh�oor- legte, scheitern mußten. Mit 5: 0 ging es dann in die letzte Spiel- phafe. Den BSCern gelang es noch dreimal, den gegnerischen Torwart zu überwinden, und Brandenburg kam durch Herker zu einem viel bejubelten Ehrentor. Im Kampf um den dritten Platz siegte der„Eislaufoerein Füssen" gegen„Sportklub Riesscrsee" mit 3:0. Im ersten Drittel fiel ein Tor. im zweiten Drittel zwei Tore für den Eislaufoerein Füssen. Das letzte Spieldrittel verlief torlos. /upa» in Berlin. Zu den Kämpfen um die Eishockey-Weltmeister- j cha f t, die in der Zeit vom 27. Januar bis 2. Februar in Chomonir stattfinden und an denen die Nationalnmnnschasten von Kanada, Tschechoslowakei, Oesterreich, Deutschland, England, Frankreich, Belgien, Ungarn, Italien, Polen, Schweiz und Japan teilnehmen. ist folgende deutsche Mannschaft ausgestellt worden: Tor: Leine- iveber(Fllsien): Verteidiger: Römer(Verl. Schl.-Cl.). Heinrich �Brandenburg): Stürmer: Iänecke(Berl. Schl.-Cl.), Schröttle (Rießersee), Rudi Ball(Berl. Schl.-Cl.). Auswechselspieler: Kummetz, Herker und eventuell Kuklinski(olle Brandenburg). Diese Mann- schast trägt am Mittwoch in, Berliner Sportpalast ein Uebungs- spiel gegen die japanisch« Nationalmannschaft aus, die am Sonntag früh in Berlin eingetroffen ist. Am Donnerstag stellt sich der Berliner Schlittschuh-Club in erster Besetzung den Ja- panern zum Kampf. Den Studenten aus dem Fernen Osten geht ein guter Ruf voraus. Sie bestätigten denn dies auch bereits beim Training, von welchem nu», den Eindruck halte, daß die Japaner », bezug auf Technik. Schußvermögen und Laufkunst über aus- gezeichnetes Können verfügen.__ Zwei Boxmeisterschaften im Sportpalast. Im Rahmen des am 24. Januar im Sportpalast stall- sindenden Boxabends sollen die Meisterschaften im Fliegen, und Leichtgewicht ausgetragen werden. Di« Bewerber un, den freien Fliegengewichtstitel sind Metzner. Köln und Erich Kohler-Berlin. Leichtgewichtsmeister Jacob Domgörgen- Köln will sich dem Herausforderer Walter H e i n i s ch- Mühlhausen. mit dem er bereits einmal unentschieden boxte, neuerlich zum Kamps stellen Im Hauptkampf stehen sich bekannllich Ernst G ü h r i n g und Hans Schönrath in der Endausscheidung zum Schwer- gewichtsmeister gegenüber. Der Boxkampf um die deutsche Meister- schast im Halbschwergewicht zwischen den Berlinern H«lmuth Hart- topp und Ernst Pistulla soll in einem großen Rahmen aus- gezogen werden. Zu diesem Zweck hat der Berliner Veranstalter Damski die Hall« a m Kaiserdamm für den 44. Februar ge- mietet. Das Hallensportfest. 151 Auswärtige. 633 Einzclmeldungen. Das Meldeergebnis zu dem großen H a l l e n f e st der Arbeiter- fportler am 19. Januar im Sportpalast stellt alles bisher dagewesene in den Schatten. Obwohl nur die aussichtsreichsten Kämpfer gemeldet wurden, werden insgesamt 2W)l} Arbeitersporttsr für den Arbeitersport werben. Die besten Sportler des Bundes sind gemeldet und sie werden bestimmt erscheinen. Berlin wird die interesiantesten Kämpfe aller Zeiten im Arbeitersport zu sehen be- kommen. Besonders der 1000-Meter- und 300l1-Meter-Lauf, der Sprinter- dreikampf, der Hochsprung und die Cinladungsstafetten werden di« Zuschauer fesseln. Den Rahmen der Veranstaltung bilden Sonder- Vorführungen und Musik. Der Bundesmeister im Achter-Radreigen, Luckenwalde, erscheint mit semer Mannschaft: Brandenburg und W agner-Leipzig wird das Feld der 3000- Meter- LAufer auf dem großen Hallensporttest der Arbeit ersporücr am Sonntag, 19. Januar, 15 Uhr, Im Sportpalast anführen. Nowawes tragen ein Radballspiel aus: die Schwimmer von Groß- Berlin warten mit Trockenübungen aus: die Kreisschule der Frauen, Turner und Leichtathleten zeigen Trainingsausschnitt«. Der ASC. bringt eine Sportrevue. Alle diese Dinge erhalten in dem neu renovierten Sportpalast erst das richtige Gepräge. Di« zahlreichen Meldungen machen eine Erweiterung des Festes um 154 Stunden notwendig: deshalb beginnen di« Vorkämpfe bereits um 12 Uhr. Um 11 Uhr ist Einlaß. Nun zu den Wettbewerben. Der Sprinterdreikampf ver- einigt Schreiber-Braunschweig, Herzberg-Magdeburg, Voigtmann- Leipzig, Höwlcr-Stettin, Traxel und Heldt-Berlin. Im Hochsprung der Frauen vertreten Bleuel-Berlin und Dühring-Köpenick den 1. Kreis. Görsch-ASC. hat hier bei den Männern gegen Naumann- Leipzig, Pfilde-Benneckenbeck und Schulze-Weihwasser dies« Aufgabe zu erfüllen. Das klassisch« 1000-Meter-Rennen bringt Wagner- Leipzig, Gülle-Stettin, Gideon-Hamburg, Huwe-Ruhlsdorf und ander« mit den Berlinern Braun, Wendler sowie Ricfstahl-Lucken- wald« und Förster-Köpenick zusammen. Wie in den 1000 Metern, so sind auch fast alle Städte in den 3000 Metern vertreten. Wagner- Leipzig, Mittag-Dresden, Vietz-Hamburg und Birkholz-Stettin wer- den die Bertiner Kreisdelegation vor eine schwer« Ausgabe stellen. Es starten für den 1. Kreis Huwe, Paus«, Cothau, Grothe und Lictzmann. In der kleinen olympischen Frauenftasfcl finden wir Magdeburg, FTGB.-Süden und Wedding, ASV.-Schöneberg und ASC. Die Starter in der 4 X 400-Meter'Einladungsstafctte sind Braunschweig, Kottbus, Hamburg, Stettin, Leipzig mit„Vorwärts" und„SW.", FTGB.-Nordring und ASC. Bei der Zweirunden- staffel der Männer. werden die Berliner Vertreter Ostring, Nord- ring, Wedding, Köpenick, Brandenburg und ASC. gegen Stettin, Hamburg, Magdeburg. Leipzig, usw. einen sehr schweren Stand haben. Der 19. Januar wird also ein G r o ß k a m p s t a g e r st e r Ordnung sein. Bühren vom Bundesvorstand in Leipzig hat sein Erscheinen zugesagt. Meldet bitte alle verfügbaren Quartiere an E. Lippert Lichtenberg, Giselastr. 27a. Eile tut not. Stra�entelephondicnst des ADAC Der Allgemeine Deutsche Au'omobil-Club(ADAC.) wird aus der Strecke München— Starnberg— Weilheim— Murnau— Obcr- ammergau und Murnau— Garmisch einen Straßen-Telephondicnst errichten. Die Borarbeiten sind, nachdem auch die Reichspost die Genehmigung erteilt hat, bereits im Gange und die Einrichtungs- arbellen werden so durchgeführt, daß voraussichtlich bis zum Früh- jähr die ganze Strecke mll einem Straßen-Telephondienft versehen ist. Das Sloatsministerium des Innern hat dem ADAC, die Cr- teilung einer gleichen Erlaubnis für wettere Straßen in Aussicht gestellt. Im Herbst vergangenen Jahres haben die großen Automobil- oerbände, denen sich auch der Deusche Derkehrsbund angeschlossen hafte, einen solchen Straßentelephondienst für hilfsbedürftige Auto- fahrer eingerichtet. Der ADAC, schloß sich aus, weil er jünen Straßenhilfsdienst mit Automobilen eingerichtet hatte. Jetzt hat er also in Bayern, wo er ofsenbar nicht nur wegen seines in München befindlichen Hauptsitzes starken Rückhalt hat. dasselbe gemacht, wovon er sich hier ausschloß. „Um die Futterkrippe 1" Die Genossen Wundtke und K i e n b a u m, zwei alle. erfahrene Arbeitersportfunktionäre, die kürzlich mit einer großen Zahl Mitglieder aus dem vollkommen in den Händen der KPD.-Zentrale befindlichen Sportverein„Fichte" austraten. bitten un, um Veröffentlichung folgender Zeilen: Unter dieser Ueberschrist brachte die„R o t e Fahne" vor einiger Zeit längere Ausführungen über die aus„Fichte" ausge- schiedenen, jetzt in„P r o l e s" vereinigt«« Arbeiterjportler. Daß man ihnen alles mögliche anhängen würde, darüber waren sich olle klar. Trotz aller Beteuerungen:„man wird ihnen keine Träne nachweinen," kann man nicht an sich halten. Weil an der Arbeit nichts ouszusttzen ist, muß jetzt di«„Futterkrippe" herhalten. Wir nehmen an, daß so ein Geschmiere r«cht gut bezahlt wird, und daß der Schreiber selbst den besten Hafer frißt, vielleicht sogar doppelt bezahlte Funktionen in der Arbeiterbcwgung inne hat. In unserem Kampf ums Recht gegen das Unrecht war es niemals unser« Ab- sicht, Mitglieder aus„Fichte" persönlich herunterreißen zu wollen. Weil uns aber in letzter Zeit allerlei, besonders aus dem„Sport- haus Fichte", bekannt wurd«, halten wir es doch für nötig zu jagen: Man soll nicht mit Steinen werfen, wenn man selber im Glashaus sitzt! Es hat jeder genug zu tun, in seine eigene Futterkrippe zu sehen und zu überlegen, ob es recht ist, Arbeitergrolchen zu nehmen. Jedenfalls haben andere die Erwerbslosigkeit auf sich genommen, ob- wohl sie auch an der„Futterkrippe" saßen. Aber sie brachten es nicht über sich, ihre Ueberzeugung zu verkaufen und fei es auck» nur, um� für sich und ihre Familie den notwendigen Lebensunterhalt zu haben! Wer aber die Gründe, wisien will, die uns veranlaßt haben. der oppositionellen Arbeiterfpordbewegung den Rücken zu kehren und aus„Fichte" auszuscheiden, der lese unser demnächst erscheinendes Mitteilungsblatt. Jedem stellen wir es gern zur Verfügung. Alle Arbeitersportter, die mit uns den gleichen Weg gegangen sind— es sind bereits 63— find Mannes genug, um selbst zu wisien, was sie tun. Niemand braucht uns nachzulaufen. Wer aber sachlich dis- kutieren will, wer produktive Aufbauarbeit im Arbetter- fport leisten möchte, wer noch nicht vergessen hat, daß es auch noch eine bürgerlich« Sportbewegung gibt, der unser Kmnpf gilt, der sei uns willkommen. Damit schließ«« wir die Diskussionen über die„Futterkrippe". Ci. Wundtkc; K. Kienbaum. Wasserfahrcrinncn und Schwimmerinnen I. Kreis. Morgen, Mittwoch, 20 Uhr, findet in der Turnhalle Pfarrstraße in Lichtenberg(Fahrverbindung Autobus 19), Straßenbahn 09. 70, 89, 176 bis Frankfurter Allee Ecke Verbindungsweg) das Einüben der Trockenschwimmübungen zu der Veranstaltung im Sportpalast stall. Eine gleiche Uebungsswnde findet Freitag, 17. Januar, 20 Uhr, in der Turnhalle Donaustraß« in Neukölln statt. Die Beteiligung aller weiblichen Mitglieder über 14 Jahr« der Wasiersportsparte ist Pflicht. Um dieser Borführung Wirkung zu verschossen, sind die Frauenleiterinnen der Bereine nochmals an die Aussprach« am 28. Dezember v. I. erinnert. Alles Nähere auf der Uebun�sttinde. Filmabend Im Bezirk Kreuzberg. Ein Filmabend, veranstaltet vom B«zirt Kreuz- berg d«s Kartells für Arbeitersport und Körperpfteg« mit Unter- stützung des Bezirtsjugendamts Kreuzberg, findet Donnerstag. 30. Januar, im Dortragssaal« des Bezirksamts Kreuzberg, Dorck- straße 10/11, statt. Es werden die Filme«Das 2. Bundesfest des Arbeiter-Turn- und Sportbundes in Nürnberg" und„Wunder des Schneeschuhs" gezeigt. Damit soll für den Arbeitersport geworben und namentlich den Jugendlichen und Kindern ein lehrreicher Unterhaltungsabend geboten werden. Die Zeit von 18 bis 20 Uhr ist für Kinder vorgesehen, von 20 bis 22 Uhr für Jugendliche und Erwachsene. Die angeschlossenen Bereine werden ersucht, für guten Absatz der Karten zu sorgen. Eintritt 10 Pf. für Kinder. 25 Pf. für Jugendliche und Erwachsene. Die Ortsgruppe verlin des Touristenvereins„Die Natur. freunde(Zenlrale Wien) veranstaltet morgen, Mittwoch, 20 Uhr, im Sophienlyzeum. Weinmeisterstraße 16/17, einen Lichtbilder- Vortrag„Die Menschentypen der Erde". Vortragender: Professor Dr. Friedenchol. Unkostenbeitrag 20 Pfennig. Gäste herzlich will- kommen. Aus der Industrie. Die„INercedes-venz-Expreß-Sonderschau". die die Daimler- Benz-Akiiengesellschast zur Zeit in ihrem Ausstellungs- und Ber- kaufsraum am Spitt«lmarkt 4/7 veranstaltet, weist regen Le- such aus: sie zeigt ein Fahrgestell,«inen Pritschenwagen, einen Lieferwagen mit Kastenaufbau, einen Omnibus für 8 Personen (Hotel-Omnibus) und einen Komdinationswagen, der je nach Be- darf als Last- oder offener Personenwagen gefahren werden kann, ein Bedürfnis insbesondere für Fleischerei- und Bäckereibetriebe. Das Fahrgestell für 1 Tonne Nutzlast hat den leistungsfähigen 10/S0- ?S-Sechszylindermotor mit?sach gelagerter Kurbelwelle, dessen her- vorragende Geschmeidigkeit ein nahezu schaltungssreies Fahren er- möglicht: es ist mit Schneckenradantrieb, Zentralschmierung, Bierrad- bremse ausgerüstet und durch Halbelliptiksedern gut gefedert. Die gut« Uebcrsichtlichteit dieser Sonderschau, die bis zum 18. Januar dauert, gestattet dem an diesen Fahrzeugen interessierten Publikum, sich von den Lorzügen des-Fabrikates bestens zu überzeugen. Die Ausstattung und Ausführung der verschiedenen Aufbauten überzeugt jeden aus eindrucksvolle Weise davon, daß der traditionelle Grund- satz von Mercedes-Benz, Oualitätswagen zu günstigen Preisen zu liesern. auch in diesen Fahrzeugen einen beredten Ausdruck gefunden hat.__ XoBtiticnnmia.Sit«otatttennbc-, fttattal* nie«. Ctl»fltavpe Berlin. Mittwoch. 15. Januar, 30 UIk, cophien-ßrueurn, fficirnneifterflt. 10— 17..Die Menschentyven der Erde" smit Lichtbildern). Vortragender: Prof-lior Dr. gri-dental. Unlostendeitrag 20 Pf. Gäste b-r,lich willkommen.—«bt. grie». rich-dai«: Dienstag. 14. Januar. 20 Uhr, granlknrter Mee 307, gortnhung der Generalversammlung. Neuwahlen.—?bt. Norden: Dienstag, 14. Januar, 30 Uhr. Lonnendurger Sir. 30. Wanderungen durch Deutschland(mit Lichl. lnldern).— Alst, Neukölln- Iugendgruppe. Dienstag. 14. Januar. 20 Uhr. glughakenstr. 03. Pamdurger �chippergeschichten.—«W. Sumboldtb«»»: Dienstag. 14. Januar, 20 Uhr. Schöulteinitro&c, Die Erdgeschichte unserer löeimat imlt Lichtbildern). Kollschalk.—«bt.«edding: Dienstag, 14 Januar. 20 Uhr, Turiner Ecke Leestrahe. Aus dem Leben eine» Sozialisten. Neserent: Dr. Mar TSstttte.— Naturkundliche Abteilung: Donnerstag. 1«. Januar. 20 Uhr. Iohannisftr. 15. Was das legte Jahr brachte.- Abt. Tiergarten: Donnerstag. 10. Januar. 30 Uhr. Lehrter Etr. 13- l». Generalversammlung. —»bt. Prenzlauer Berg: Donnerstag, 10. I Ws-U.Kinn Wochtgs. 5.«, 7, 9 YY Cll-ivino s. 3, 1.30, 6, 7.30, 9 Alt-Moabit 99 Alimente mit Anita Dorrls Ansgezeldineles Beiprogramm E Chariottenbura Schlüter-Theater Schlüterstr. 17 W.6.30. 9 Uhr, Stg. 3 Uhr Der Sohn der Hagar mit Mady Cbrisflans Die TeaicIstSnzerin mit Grey Atrium Beba-Palasl Kaiserallee, Ecke Berliner Straße Beginn: Täglich 7, 9.15 Uhr Sonnabend und Sonntag: 5, 7, 9.15 Uhr Uraufführung: Der Erzieher meiner Todiler mit Harry Liedtke. Dolly Davies BOhnensdiau Alhambra Schöneberg, Hauptstr. 30 Irene Rysberges große Liebe mit Maria Jacob ini Das Geheimnis der Hfillensdhlaclil mit Hoot Gibson Bfihnensdian Die Kamera TSeUch TSgii 3, 5, 7. 9 Uhr Unter den Linden 14 Sonvas Liehe mit Gloria Swaasoz Ab Donnerstag; 5 chatten Das KabineH des Dr. Callgarl Passage-Lichtspiele Unter den Linden 22(Passage) Das große Lichtspielhaus der City Beginn ab 2 Uhr Zentrum 6082 Die Herrin und ihr Knecht mit Henny Porten. Frliz Kampers Lästiges oeiprogramin Wcidenhot-Licfatsp. Aa der WeidendammbrQcke' Fried richstr. 136 Woch. 12, Sonnt 3 U. Das Mfidel mit der Peilsdie mit Anny Ondra Der Hand von ßnikcrville ■ Moabit» Artushof-Lichtspiele Film- and Bühnensthaa , Perleberger Str. 29 und Stendaler Str. Frfthltngser wachen(n. Wedekind) Die JUaäe dea Arahcir Titanid(ufa Schöniherg) Hauptstraße 49 Beginn 630, 9 Uhr Rnmmelplalz der Liebe mit MlUon 5111s Der Benzinjnnge > Fricaenai> Kronen-Lichtspiele Rheinstr. 65 Woch. 7, 9, Sonnt ab 5 U. Die netten Herren(Die Freundin des Ministers: Weckendfrcoden(Lustspiel) ■«taami j Titania-Palast Steglitz. Schloßstr. 5. Ecke Gutsmuthsstr. Beg.; 6J0, 9U. Sonntags: 4, 6-jO, 9 U. Uraufführung: Landung im Paradies(Tonfilm) g SOdwestan"g Fiim-Paiasi Kammcrsälc Teltower Str. I W. 6, Sbd. 5, Stg. 4 Uhr • Drei Tage aal Leben and Tod Emden III iAhrl am die Welt j IBdan g Th. am Moritzplatz Beginn: W. ab 5 Uhr. Stg. ab 3.45 Uhr Katharina Kaie mit Carmen Boal DleTochlcr Napoleons m-Ly« Mar« Marlandorr Af~ T v MariendoHer Sonnt 3 U. 1 id-L.1 Lichtspiele lug.- Vorst Chausseestraße 305 Bühnen schau Die Baddenbrocks m. M. Christians Das rote Brandmal(Kriminalfilm) Wochent 7. 9 U, Sonntags 5, 7, 9 U. m Südo.tan■ Filmeck �sw.sjo.s.absu Skalitzer Straße, am Görlitzer Bahnhof Die letzten drei Tage! Atlantic d. erste deutsche Ton- u. Sprechfilm Luisen-Theater SS5 u Reichenberger Str. 34 Die Sdileiertlnxerin mit Evelyn Holt Dar MÄdel aas der Provinz BOhnensdiau Stella-Palast Köpenicker Straße 11—14 Beginn der ersten Vorstellungen; Wochent 5.30 u> Sonnt ab 3 U. Zille-Gedenkfilm; Malter Kransens Fahrt Ins GIQck Der Bond der Drei m Jenny Jngo Aasgezcldmele B&hncnsdiaa Urania-Theater FBS.nend Wrangelstr. 11, Köpenicker Brücke Woch. 7. 8 und 9 Uhr. Stg. 3. 5. 7. 9 Uhr Diane m. O. Tschechowa Club der Junggesellen Drei gro�e Varietö-AUraktiOBen ■ waukann■ Primus-Palast Herrn annplatz Beginn; Wochentags: 7, 9.15 Uhr Sonnahd. u. Sonntags: 445, 7, 9.15 Ton- und Sprechfilm: 0 1dl bah' ld> geliebt mit Mady Cbrisflans, W, Jankuhn Hans Stflwe Wochemags 5, 7, 9 U. Sonntags 3, 5, 7, 9 U. Kukuk Kottbusser Damm 92 Der Jazzs Anger m. AI Jolson TonOlmbeiprogri lugendl che habe, ramm ben Zutritt K««r d%«a Wochent ab 6.15 U» £rA.CCI5lOr Sonmags ab 4 U. Kaiser-Friedr.-Str. 191 BOhnenscbaa Matter Kraasens Fahrt ins Glück Beiprogramm Stern, Hermanmtrafje 49 Wchent.6,15U., Sonnab. u. Sonnt'. ab4U Der Schrei aus dem Tunnel Achlnng, Doppelgänger mit Talmadge Osten Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Beginn der Vorstellungen; Wochentags 6 Uhr, Sonntags 3 Uhr Ehe in Noi(Ehen zu dritt) mit Elga Brink, Evelyn Holl, Waller Riila, Frliz Kampers Der Bund der drei m. Jenny Jag« Grobe V ariclf ichau Norden Alhambra Müllerstraße 136, Ecke Seestraße Die stärkere Madit m. Fr. Kortner Beiprogramm Bühnenscfaao Colc Luna-Filmpalast Gr. Frankfurter Str. 121 Sprengbagger 1010 Trust der Diebe mit A. Eslerhazy, Oscar Marlon Bü: Damholcrs lustige Alpcnspfele Comcnius-Lichtspiele Memeler Straße 67 Wochent 6, Sbd. 5 U. Sonntags 3 Uhr große Jugendvorstellung s„ Die Sünde einer schönen Fr, S di atzmann a. D. m. W. Fairbanks Concordia-Palast Andreasstraße 64 Beginn 6 Uhr Mutter Kransens Fahrt Ins Glück Vier Teniel Bahnen schau Kosmos-Lichtspiele Lichtenberg. Lückstraße 70 Die Docks von New York mit George ßancroft Die Halbwüchsigen Bübncnscfaaa > FrlRdrtchsfMji�"� Kinn Rncrh beginn täglich mno Ollsen 5. 7 und 8.43 Uhr Alt-Friedrichsfelde 3 Zwischen 24 nnd 17 mit Fritz Alberti Maharadscha v. Domelanicn mit Menjoa � Wlederscliöwwki,-.8A. U. Der Narr seiner Liehe mit Wnl'burg Oer geheime Kurier mit L Mos uWn Sonntag 2 Uhr: Jugendvorsleilung Fi mpalast stg Qci iner Straße 59 stg. 2U. lug.-Vorst. Mittwoch und Donnerstag; Natter Kraasens Fahrt Ins Glüdc Weihergeschi thlen d. CapUln Lasb