Morgenausgabe Nr. 27 A 14 47.Zahrgang WSchenMch SSPf, monatlich 8�0 M. im voraus zahlbar. Postbezug 4L2 M. einschließlich 60 Pfg-Poftzeituu�s« und 72 Pfg. Postbestellgebühreu. Auslands» abonnement 6�— M. pro Monat. Der„vorwärts� erscheint Wochentag» lich zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im chandel mit dem Titel..Der Abend". Illustrierte Beilagen«Volt und Zeit" und„Ainderfreund". Ferne? «Unterhaltung und Wissen".«Frauen» stimme".„Technik"...Blick in die Vücherwelt" und«Iugend-Lorwärts" P> Verliner Volksblan Freitag T7. Januar 1.930 Groß-Äerlin 10 pf. Auswärts tS pf. Die einspaltige Nonpareillezelle Ltt Pfennig. Reklame'etle 5.— Relchs» »>are.„Kleine Anzeigen' das ettge» druckte Wort 25 Pfennig(zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmai kt Zeile 60 Pfennig. FamilienanzeigenZe.le 40 Pfennig. 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Es herrschte volle Einmütigkeit darüber, das: eine Reben- regierung der Weichs dank, wie sie von Dr. Schacht durch mißbräuchliche' Ausnutzung der Unabhän- gigkcit dieses Instituts etabliert worden ist. nicht e.r trage» werden kann. Ter Fraktionsvorstand erwartet vom Reichskabinett. daß es sich nach der Rück- kehr der deutschen Delegation ans dem Haag mit der Frage beschäftigen wird, wie durch Acndcrung des Reichsbankgesetzes die Freiheit der deutschen Gesetzgebung in bezug auf die Personalfragen der Reichs- dank ausreichend erweitert werden kann. Mit. der chstematischcn Drosselung der Kredite für hie Gemeinde« und der dadurch ständig wach- senden B e s ch L f t i g u n g s l o s i g k e i t wird sich iu den nächsten Tagen eine kombinierte Sitzung der Vorstände der Partei, der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion und des Allgemeinen Deutschen Gelverkschaftsbundes befassen. An der Sitzung des Fraktionsvorstandes nahmen auch der Reichskanzler und, der Rcichsarbcits- minister Wissel! teil. »* »• Die Fryge der Entfernung Schachts vom Posten des Reichsbankpräsidenten bleibt aus der politischen Tages- ardnung. Erst mit ihm wird sie von ihr verschwinden. Der Reichsbonkpräsident Schacht hat im Haag sich selbst geköpft. Er hat sich als Nebenregierung etabliert und den Staat, dem er zu dienen hat, bloßgestellt. Er hat sich dann dem Willen des Staates, der im neuen Reichsbonkgesetz nicht nur die Reichsbank, sondern attch den Reichsbankpräsidentcn persönlich zwingen wird, an der Bank für inter- nationale Zahlungen mitzuwirken, unterworfen. Ohne daß die deutsche Delegation sich um die von ihm geforderten besonderen„moralischen Garantien" des Doung- Plans kümmerte, hat Schacht aus seiner Unterwerfung nicht die moralische Konsequenz gezogen, zurückzutreten,-wozu er als Politiker, der der„Welt verantwortlich" ist, verpflichtet war. Schacht hat sich als internationaler Bankier unmöglich gemacht. Er hat im November, n a ch d e m der ?1oung-Plan„verschlechtert" war. seine Unterschritt unter den Statutenentwurf der Reparationsbank gesetzt, im Januar ober für sich und die Reichsbank die Mitwirkung an der Bank ver- weigert. Seine Unterschrift hat die internationale Ver- trauenswürdigkeit verloren, die für einen deutschen Reichs- bankpräsidenten erforderlich ist. Rückschauend erweist sich ein Eingreifen in die Finanzpolitik des Reiches und der Kommu- rten' beute vorwiegend als politischer cherrschaftsakt, zu dem die Verantwortlichkeit des Reichsbankleiters nur ein Vor- wand war. Seine finanzvolitischc Unzulänglichkeit ist erwiesen, nachdem er in seinem Memorandum sich für eine Steuer- senkung stark gemocht hat. gerade sein Eingreifen aber unaus- weichlich zu einer Steuererböhung gezwungen hat und weiter zwingen wird. Ein solcher Mann ist nicht mehr zu halte». Schacht ist aber noch nicht weg. Weder hatte er den Takt, selbst zu gehen, noch hat ihm die deutsche Delegation im ftaag, die zunächst dazu befugt war. deutlich genug seine Entbehr- lichkeit zum Bewußtsein gebracht. Warum die'cs Zögern? Schacht ist noch mit dem Nimbus umgeben, als habe er über dem großen Teicki noch sein großes„morganatisches" Geheimnis. Doch auch dies dürft- BlnE fein, wie alles Bluff war in der großen Rolle, die dieser Mann zu Unrecht gespiest hat. Dieser lebende Leichnam ist auch für die Reichs- dank überflüssig. Das Verhältnis der Reicbsbank zur Reichskasse bestimmt sich nach dem Gesetz. Ein Mißbrauch der Reichsbank Ist durch das Gesetz ausgeschlossen Im Rahmen des Gesetzes ist jeder Reichsbankpräsident der Reichskasse will- kommen'oder unwillkommen: er braucht nicht Sckacht zu heißen. Herr Schacht hat übersehen, daß er das Reich, nicht das Reich Herrn Schacht braucht. Da er vor der ganzen Weli sich geaendas Reich gestellt hat, muß er durch das Reich fallen. Herr Schacht hat übersehen, daß das Reich den Joung- Plan braucht, nicht Herrn Schacht, daß das Reich das Ver- trauen und den Kredit des Auslandes braucht. Herr Schacht steht dem Voung-Plan im Wege, er gefährdet das Vertrauen und den Kredit Deutschlands im 2l u s l a n d. Herr Schacht ist für Deutschland nicht nur ent- behrlich, 5ierr Schacht ist für den Frieden, die Arbeit, den Kredit Deutschlands hinderlich. Das mag tragisch sein für einen Mann, der sich überschätzt hat. Es ist nicht tragisch sür das Reich. Dr. Schacht muß weg. Das ist mehr als ein Parteiinter- csie der Sozialdemokraiie, das ist ein Lebeusinteresse der Deutschen Republik. Wichtiger noch als die Person Schachts ist die Garantie, daß sich ein„Fall Schacht" in der Geschichte des Deutschen Reiches nicht wiederholt. Das Reich wird seinen Haushalt in Ordnung bringen. Wir werden auch die absolute Autonomie der Reichsbankpolitik nicht nur nicht bekämpfen, sondern nach allen Kräften fördern. Aber wir werden dafür kämpfen, daß in den Personen, die die Neühsbankpolüil zu führen haben, keine Nebenregierung mehr erwächst. Zu diesem Zweck ist eine Abänderung des Reichsbankgesetzes auch.in seinen international gc- bundenen Teilen notwendig. Nach den geltenden Bestimm'.ni- gen ist jeder Reichsbankpräsident, er mag tun, was immer, durch internationale Garantie in seinem Amte geschützt: die Reichsregierung hat auf keinen Fall das Recht, ihn daraus zu entfernen. Wir haben sofort bei Beginn der zweiten Haager Konferenz darauf gedrungen, daß noch im Haag für die notwendige Aenderung gesorgt werde, die von den Glau- bigermächten zu haben gewesen wäre. Leider hat man unseren Rat nicht befolgt, und so wird man jetzt einen etwas umständlicheren Weg zum gleichen Ziele betreten müssen. Die Lösung der Frage Schacht kann aber nicht solange hinausgeschoben werden, bis die international gebundenen Beftiminungen des Bankgesetzes geändert find. Wir haben darum schon gestern abend auf einen anderen Weg hinge- wiesen: das ist die Ausschreibung einer Neumahl des R e i ch s b a n k p r ä f i d e n t e n. Da sich der Generalrat.— der Wahlkörper, der den Präsidenten zu wählen hat— infolge der neuen Boung-Gesetze in seiner Zusammensetzung ganz wesentlich ändern wird, liegen für die Vornahme einer Neuwahl triftige formale Gründe vor. Eine Neuwahl aber unterliegt der Bestätigung durch den Reichspräsidenten. Wenn das Reichskabinett nach Rückkehr seiner noch sin Haag weilenden vier Mitglieder wieder zusammentreten wird. so wird es die Frage, wie der Fall Schacht aufs schnellste zu lösen ist, nach allen Seiten prüfen müssen. Ein Reichsbank- Präsident, der sich im Inland wie im Ausland um jedes An- sehen gebracht hat und dessen Verschwinden aus dem Amte von breiten Massen aller Volkskreisc mit jedem Tag stsir- mischer gefordert wird, kann, solange er im Amte bleibt. nichts anderes mehr fein als eine öffentliche Gefahr. Wenn es der Reichsregierung gelingt, diese öffentliche Gefahr rasch zu beseUigen, wird das viel dazu beitragen, um nach innen und auß?n ihre Autorität wieder herzustellen. Eine Regierung ohne Autorität müßte elend an den schweren Auf- gaben scheitern, die Ihr gestellt.sind. Darum nochmals und abermals:„Fort mit Schacht!" Ein interessanies Dementi. Die„D e u t s ch c Allgemeine Zeitung" hatte in ihrer Millwoch-Abcndausgabc die Nachricht gebracht, der Pariser amerikanische Botschastsrat Wilson, der im Haag als Beobachter weilt, habe sich Journalisten gegenüber für Schacht und gegen die Reichsregierung ausgesprochen. Botschosts- rat Wilson läßt diese Nachricht in aller Form dementieren. Demonstrationsverbot für Preußen Oie Folgen der kommunistischen Wahnsinnsiaktik. Der preußische Minister des Innern hat arn Tonnerstag an alle Preußischen Polizei- behörden sunkentelegraphisch nachstehenden Erlaß gerichtet. ..Die verfassungsmäßig gewährleistete Versamm- lungssretheU ist iu den letzten Tage» und Woche« von radikale« Organisationen ,n schwere« Störun- gen der Sffentlicheu Sicherheit mißbraucht Wörde«. Tie Vorgänge haben den Beweis gelicsert, daß Versammlungen und Umzüge unter freiem Himmel unter den bestehenden Verhältnissen eine unmittelbare Gefahr sür die öffentliche Sicherheit bedeuten. Auf Grund des Art. 12? Abs. 2 der Reichsverfaftung werden daher alle Versammlungen unter freiem Himmel einschl. aller Umzüge für das Gebiet des Freistaates Preußen bis auf weiteres verboten. Bon dem Verbot werden nicht betroffen gewöhnliche Leichenbegängnisse, die keinerlei demonstrativen Eharakter tragen, die her- gebrachten Umzüge der Hochzeitsgesellschaften, kirchliche Prozessionen, Wallfahrten und Bittgänge. Ausnahme« von dem Verbot behalte ich mir im Einzelfalle vor, soweit es sich um Veranstaltungen handelt, die nicht nur unbedenklich, sondern auch im öffentlichen Interesse erwünscht sind. Derartige N n- träge um Genehmigung von Ausnahmen sind bei den Ortspolizeibehörden zu stellen und mir von den Regiernngsprästdenten mit ihrer Stellungnahme vor- zulege«. Anträge, auf die diese Voraussetzungen nicht zutreffen, haben die Regierungspräsidenten in meinem Name« ablehnend zu bescheiden. Gegen Versuche, ungeachtet des Verbots Ver» sammluuge» unter freiem Himmel oder Umzüge zu veranstalten, ersuche ich, mit allen zur Verfügung stehenden polizeilichen Mitteln rücksichtslos ein zuschreite n." Oer Innenminister über die radikale Agitation. Per Hauptcwsschuh des Preußischen Landtages begann an» Donnerstag mit der Vorbcrotung des Haushalts des preußischen Innenministeriums. Der Minister des Innern G r z e f i n s k i führt« im Verlauf der Debatte u. o. aus, daß die radikale Agitation der F l ü g e l p a r t c i e n im Zusammenwirken nüt der Virtjckzaftliclicn Notlage auch in der letzten Zeit zu blutigen Zusammenstoßen geführt hätten. Cr gebe es auf, Mahnungen an die Parteien zu richten. Die Frage sei vielmehr die, wie diesen Zuständen wirksam vor- gebeugt werden könne. Die immer wieder auftauchenden Nach- richten von den bevorstehenden Verboten dieser»der jener Partei oder Organisation bewiesen, daß gewisse Parteien aus die Illcga» l i t ä t hinarbeiten. Cr habe die Ueberzengung, daß durch Verbote von Parteien die Zustände nicht gebessert werden würden. Die Machtmittel des Slaales reichten au», um ein Umsichgreifen der Unruhen aus jeden Fall zu verhindern. Die Massen würden durch' unverantwortliche Agitation im Hintergrund stehender Führer zu Exzessen getrieben. Deshalb sei eine schnelle Abucleilunz gefaßter führender Elemente durch die Gerichte sehr erwünscht. Um den staatlichen Organen die nötige gesetzliche Handhabe zur durchgreifenden Verhinderung von Exzessen zu geben, sei die schnelle Verabschiedung des Republik fchutzgesctzes im Reichstage dringend erforderlich. Die Parteien, die ihre politischen Ziele legal oerfolgen wollten, und Gewalttätigkeiten verurteilten. brauchen scharfe Gesetze nicht zu fürchten,- denn sie würden durch sie nicht betroffen. Man könne aber dem Staat nicht die Mittel vorenthalten, auch vorbeugend einzugreifen. An den so oft als bevorstehend geschilderten Bürgerkrieg glaube er nicht. Der Staat sei wachsam und stark genug, um bewaffnet« Unruhen oder Versuche solcher Art zu vereiteln. Der Minister bat dann, am Etat kein« Aenderungen vor. zunehmen oder Anträge zu beschließen, die ein« Erhöhung der Aus- gaben m sich schlössen. Der Etat sei äußerst knapp bemessen. Schießerei in der Boxhagener Straße. Sin Llnbeteilicter schwer verletzt. 3n der Voxhagener Straße im Osten Berlins gerieten gestern abend gegen ZZ Uhr Kommunisten mit Natiooalsozia- listen in ein Handgemenge, plötzlich sielen kurz hinkereinaoder mehrere Schüsse. Ein an der Schlägerei völlig Unbeteiligter, der Oberpoitichaisner Otto Sreaz, der auf dem Heimwege war. wurde von einer Kugel l» den Oberschenkel getroffen und schwer verletzt. K. wurde durch da. Städtische Reltungsaml ins krankenhau» Ap> Iriedrlchshoia gebracht, von der Polizei wurden mehrere Personen se st genommen. Das Verbrechen von Harimannsborf. Chemnitz, IS. Januar.(Eigenbericht) Die blutige Saat ist ausgegangen. Die Toten von Hartmanns- darf zeugen von dem ersten Erfolg des neuen Kommissar» der KPD.-Zentrale für den kommunistischen Parteibezirk Chemnitz- Erzgebirge. Nach den Beschlüssen der konmmnistischen Lander« konserenz Sachsens am 22. Dezember 1929 wurden die drei sächsischen Parteibeztrk« Dresden, Leipzig und Chemnitz zu einem einheitlichen Bezirk zusammengelegt. Der kommunistische Landtagsabgeordnete Opitz- Chemnitz wurde als potitischer Letter seines Postens ent- hoben. Für ihn wurde nach den Beschlüssen jener Konferenz e t n neuer K o m mi s s a r nach Chemnitz geschickt, der den völlig üesorganlsiceten Bezirk wieder in Ordnung bringen soll. Dieser neu« Kommissar ist Bruno Goldhammer. Wer ist Gold« Hammer? Das rechtskommunistrsche Opposittonsorgan„Die Ar- beiterpolitik" schreibt darüber: „Bruno Goldhan, mer, der bisherige politische Chef der Dresdener..Arbeiterstimm«"' ist auf Grund per Beschlüsie der sächsischen Landeskonferenz noch Chemnitz versetzt worden. Brur.o j Goldhammer ist ein Protektionskind Ruth Fischers und der engste Dertraute Rurdots Renners, der jetzt im Auftrage Thälnwnns die politische Leituno der sächsischen Bezirke übernommen hat. Der Wjöhng« neu« Kommissar wird setzt im Bezirk Erzgebirge-Dogt» tand den kommunistischen Parteimitglisdern auf die Nase gesetzt, um den politischen und oraanisatoriichen Verfall des Bezirks mit der entschlossenen Wendung zur bolschewisti- s ch« n Linie auszuhallen." Di« Berliner Zentrale wird mit Goldhammers Tätigkeit zu« frieden fein. Wenig« Tags ist er erst in Chemnitz und schon darf qr vier Todesopfer und mehr als ein Dutzend Schwer. verletzter auf sein Erfolgskonto buchen. Die Tatsache, daß ein Jüngting von 22 Jahren die Politik der KPD. im hiesigen Bezirk führt, läßt das kommunistische Verbrechen von Hartmannsdorf noch in viel grellerem Licht erscheinen als bisher. Papierner Heldenmut. Aalstaff-Gerede— verbreitet durch Hugenbergs Draht i Durch die„Telegraphen-Union" des Herrn H u g e n- b e r g und die bürgerliche BS.-Kcrresponbenz läßt die Redaktion der„Roten Fahne" diese Mitteilung verbreiten: Zu der Behauptung des Verteidigers des angeklagten Tscher- «onzensälschers Karumtdze, des Rechtsanwalts Ber, daß ein Ber- treter der„Roten Fahne" den Angriff auf Karumidze veranlaßt Hab«. Hot dl« Redaktion der„Roten Fahne" dem Gericht folgend« Erklärung übermittelt: „Die Redaktion ber„Roten Fahne" hat den Angriff auf Ka- rumidze nicht veranlaßt und ist in keiner Weise an seiner Organisie- rung beteiligt. Sie billigt jedoch restlos diesen An- griff als einen Beweis der aktiven Solidarität der deutschen Ar- beiter mit der Sowsttuiiion. Die Redaktion der„Roten Fahne" weiß sich mit dieser Haltung in Ueberxinstimmung mit der gesamten re- oolutionären Arbeiterschaft Deutschlands." Diese Erklärung der kommunistischen Russen und Bseudo- Russen ist für die papiernen Helden ebenso charakteristisch, wie ihre Weiterverbreitung durch die bürgerlichen Nachrichten« büros. Massenüberfall auf einen einzelnen galt bisher als ein Akt feiger Roheit. Durch die Sowjetpresse wird feig« Roheit in revolutionäre Heldentat umgemünzt. Das ist noch schlimmer als die Tfcherwonzenfälfchung. Kommunistische presse. Beleidigungen im Mass»»betrieb. Hamburg, IS. Januar.(Eigenbericht.) Die Hamburger Strafkammer verurteilte den früheren Redakteur der kommunistischen.Lainburger Volkszeitung" Schwoteer wegen äffentlicher Beleidigung in mehreren Fällen zu fünf Monaten Gefängnis und Sstü M. Geldstras«. Der Angeklagt«, der der Redaktion des kommunistischen Blattes nicht mehr angehört, zeichnet« nur in der Zeit vom Juni bis August verantwortlich. Denn, so erklärte er vor Gericht, länger kann man es nicht machen, weil man sonst so viel Strafen zi'iittiert erhält, daß man aus demGefängnis überhaupt nicht mehr herauskommt. Zwei Verhaftungen in Wilhelmshaven. Wilhelmshaven, 16. Januar.(Eigenbericht.) In Wilhelmshaven wurden auf Veranlassung des Ober- reichsanwolts in Leipzig zwei Kommuni st enführer ver- haftet. Sie werden beschuldigt, an die Marlneangehärlgen in der Garnison und aus den Kriegsschiffen Flugschrisren kommunistischen Inhalts verteilt zu haben. Weitere Verhaftungen stehen angeblich bevor. HIndenburg Ehrenbürger von München, vi« beiden Bürger- melster pon München waren gestern In Berkin, um dem Reich»- vräjidsnten den Eyrenbürgerbnes der Stadt zu überreichen. Der Bejchluß, hindenburg pav Chrenbürgerrecht zu geben, wurde am— 9. November 1929 gefaßt. Der Reichsral erledigte in seiner öffentlichen Vollsitzung vom Donnerstag ein« Reihe kleinerer Vorlagen f» Oer Anleihebedarf von Bahn und Post. V. Sab. Haag, 1«. Januar.(Eigenbericht.) Für Deutschland war der heutige Nachmittag ganz ruhig. Der letzte noch strittige Punkt ist der der Kommerzialisierung der deutschen Schuld. Er kann nur zum Abschluß gebracht werden im Beisein maßgebender Vertreter der Re i ch s b a h n und der R« I ch s p o st. Der französische Vorschlag geht sa dahin, den Anleihebedars dieser beiden Verwaltungszweige durch die Bank für Internationale Zahlungen decken zu lassen. Daher sind Reichspostminister Schätze! und Generaldirektor Dr. Dorpmüller gebeten worden, am Freitag vormittag im Haag zu erscheinen und mit den Gläubigermächten darüber zu verhandeln. Die Franzosen weisen darauf hin, daß ihr Vorschlag nur«ine Idee wieder aufnehme, die seinerzeit Herr o. Sieniens als Präsident des Verwaltungsrats der Reichsbahngesellschaft ausgeworfen habe, nämlich daß bei einer Mobilisierung der deutschen Reparationszahlungen Deutschland zur Hälfte am Anleihebedarf für die Bedürfnisse der Reichsbahn und der Reichspost beteiligt werden sollt«. Inzwischen wurde dieses Problem unter Finanzexperten in stundenlangen schwierigen Ver, Handlungen wester diskutiert. Als positives Ergebnis des Tages läßt sich immerhin registrieren, daß die Einwendungen gegen die Kreuger-Anleihe fallen gelassen worden sind, vorbehaltlich einer sonstigen befriedigenden Lösung der Moblsiflerungsfrage. Es besteht trotz der unvorhergesehenen neuen Verzögerung um 24 Stunden, die diese Inanspruchnahme neuer Berater aus Berlin zur Folge hat. nach wie vor die Absicht, die Konferenz am Sonn- abend zu beenden. Freilich müßt« dann am Sonnabend die ver- «inbarte Sitzung der sechs einladenden Mächte mst den kleinen Mächten, auf der allerhand Sonderwünsche der kleinen Staaten an Deutschland behandelt werden sollen, unter stärksten Druck gestellt werden. Die Hoffnung, daß auch die O st reparationen auf dieser Haager Konferenz endgültig bereinigt werden könnten, schwindet angesichts des hartnäckigen Widerstandes Ungarn» gegen alle bisher unterbreiteten Vorschläge immer mehr. Snowden hat zwar heute eine stark« Pression auf Bethlen versucht, ob aber mst Erfolg, ist zumindest zweifelhaft. Indessen herrscht darüber keinerlei Beunruhigung: denn es haben schon die Juristen in Brüssel vereinbart, im Fall des Scheiterns der Verhandlungen über dt« Ostreparatianen auf der Haager Konferenz den Voung-Plan auch dann In Kraft zu setzen, wenn ihn die sechs Großmächte ratifiziert haben. Die Entscheidung über die noch ungelöste ungarische Reparation würde dann der Repa- rationstommission übertragen werden, die den beteiligten Mächten«ine dreimonatige Frist stellen würde, um sich zu äußern. Absage an Hugenberg. Oer VeichSlandbund w ll unabhängig bleiben. Der Bundesvorstand des Rcichslandbundes faßte in seiner gestrigen Sitzung einstimmig folgende Entschließung: Der Reichslandbund kann zur Erfilllung seiner eigenen satzungs- gemäßen Aufgaben und zur Entfaltung oller in ihm vorhandenen Kräfte und Möglichkeiten im nationalen Befreiungskampf« keine Dauerbindung au etneugeude poliklfche Gruppierungen eingehen, sondern muß sich zu seder Stunde seine völlige Selbständigkeit wahren. Der Bundesvorstand stellt ferner ausdrücklich fest, daß die Beteiligung von E i nz« l p e r s ö nl i ch bei t« n der Landbünde an Irgendwie gearteten politischen Unternehmungen keinerlei Bindung für den Reichslandbund und tue Landbünde als Organisation enthält, sondern daß für die Haltung des Reichslandbundes in seiner Gesamtheit ausschließlich die Beschlüsse seiner satzungsgemäßen Organe und das Handeln der satzungsgemäß verantwortlichen Führer Geltung hat. Der Kampf für die deutsche Scholl« und für das Leben des deutschen Landvolkes ist, besonders gegenwärtig, ein« für die natio- nale Zukunft des Äesamtvokkes so hohe Aufgabe, daß sie mit keinem parleipolitischcu Maßstabe gemessen werden kann. Nur bei schärsster Zusammenfassung aller Kräfte in der hierfür in vorderster Linie kämpfenden Berufsorganisationen kann sie zu erfolgreichem Ende geführt werden. Der Reich»laist>bund wird, ungehindert durch alle Parleilakllk, feiine großen praktischen politischen Ziel» im Dienste des Laterkandes weiter verfolgen. In dieser Entschließung ist kein Name genannt, keine „politische Grusipterung" näher bezeichnet. Aber jedermann weiß, daß sie einzig und allein den famosen„Reichsausschuß" der Hugenberg-Hitler-Seldte betrifft. Der Reichslandbund will mit diesem Reichsausschuß nichts mehr zu tun haben. Und wer von seinen Mitgliedern trotzdem noch mitmacht, tut es auf eigene Rechnung und Gefahr. Einer geht nach dem anderen. Der Zerfoll der deutschnationalen Partei schreitet munter fort. Es oergeht fast kein Tag ohne neue Austrittsmeldungen. Am Donnerstag hat der deutschnationale Abgeordnete des Preußischen Landtages Lindner, Geschäftsführer des deutschnationalen Arbeiterbundes, der deutschnationalen Partei den Rücken gekehrt. Gleichzestig wird der Austritt de? stellver. tretenden Landesverbandsvorsitzenden m Hugenberg» Wahlkreis, Stadtverordneten Sias, Herford, das Ausscheiden der drei Pres- lauer Stadtverordneten Bergmann, Buchner und Z o i t k« und der tangjährigen Berliner Stadtverordneten Frau S ch w a a ck bekannt. In Darmstadt traten Pfarrer Heß und Süß aus der Deutschnationalen Volkspartei aus. Außerdem hat der Landrat a. D. Rogg«, der Führer des deutschnationalen Landesverbandes Schleswig-Holsteln, zwischen sich und Hugenberg den Trennung» strich gezogen. Auch das Mitglied des geschäftsführendcn Ausschusses dc» Reichsangestelltenausschusses der deutschnationalen Partei Lücke hat die Hugenberg-Organisation inzwischen verlassen. Oer Uuanzausgleich. Die Möglichkeiten für vi« preußischen Semeinden. Der Letter der Kommunalabieilung. de? preußischen M'ri- steriums des Innern, Ministerialdirektor Dr. von Leyden, hielt am Donnerstag, dem 16. Januar, abend«, im Plenarsitzungssaat - Keine Erledigung der Ostreparaiioueu Auf Dorschlag Loucheur« scheint ein« Kompromißlösung gefunden zu sein. Sie geht dahin, daß die fünf in dem Ausschuß für Ostreparationen vertretene» einladenden Mächte, also England, Frank» reich, Italien, Japan und Belgien— Deutschland ist in diesem Aus- schuh nicht vertreten—, den Staaten der Kleinen Entente die schriftliche Versicherung geben, daß st« die osteuropäischen Angeiegenhesten, soweit sie die finanzielle Abwicklung des Joung- Planes berühren, regeln würden. Auf Grund dieser Versicherung wollen die Länder der Kleinen Entente sich dazu bereirslnden. am Sonnabend Ihre Unterschrift unter das Haoger Abkommen zu setzen. Noch nicht geklärt ist dann allerdings die weitere Frage, ob die osteuropäischen Reparationen in der folgenden Woche im Haag bereinigt werden sollen, wozu die entsprechenden Delegationen hier zurückbleiben würden, oder ob das aus später verschoben werden soll. Sanktionsecho. Paris, 16. Januar.(Eigenbericht.) Die Bedeutung der Formel, auf die sich die Haazer Unterhändler In der Sanktionsfrage geeinigt ha.ben, und die von der französischen Rechtspresse zum großen taktischen Sieg Tardieus aufgeblasen wird, hat am Donnerstag eine sachlichere und nüchtern« Beurtestung gefunden. Vor allem wird betont, daß die voreilige Interpretation, die einige Rechtsblätter dem Vertrag gaben, moiiach bei einer böswilligen Nichterfüllung des Doung-Planes durch Deutschland Frankreich das Recht zustände, auf Grund des Ver- sailler Artikels 430 auch unabhängig von den Alliierten gegen Deutschland vorzugehen, nicht berechtigt ist. Der sozialistische Froktionsführer Leon Blum bezeichnet das Ganze im„Populaire" als ein„kurioses System unausgesprochener Vorbehalte". Wenn Frankreich den Text des Vertrages dahin aus- legen würde, daß die Zurückgewinming seiner Handlungsfreihest auch das Recht zur Wiederbesetzung deutschen Gebietes in sich schließe, könnte Deutschland mit der gleichen Berechtigung das Gegenteil aus dem Text herauslesen. Diejenigen deutschen Po- lstiker, die die Rcichsrcgierung ohne zwingenden Grund genötigt haben, die ganze' Debatte anzufangen, meint Blum, hätten daher reichlich leichtfertig gehandelt. Innenpolitisch dürft« die unnütze und nur für Prestigezwecke geführt« Sanktionsdebatte ein interessantes Nachspiel in Frankreich haben. T a r d i e u hat durch ihm nahestehende Blätter verbreiten lassen, er habe in dem Text der ausgetauschten Note auf die aus- drückliche Erwähnung des Dersoiller Arttkels 43» verzichten müssen, weil H e r r i o t diesen leider 1924 auf der Londoner Kon- ferenz praktisch aufgegeben habe. Gegen diese Unterstellung hat Herriot inzwischen scharfen Protest eingelegt und schon ein« Interpellation angekündigt. einen Bortrog über das Thema„Probleme und Möglichkesten eines preußischen Finanzausgleichs". Als Ergebnis der Untersuchung stellte der Vortragende fest, daß «in befriadigenter und wirksamer Finanzausgleich für die preußischen Gemeinden nux unter der Voraussetzung erreicht werden könne, daß da» Reich dem Staat die zur Entlastung und zur SteuerseÄupg erforderlichen Mittel bereststellt und daß der. Staat den Losten- an»gleich vornimmt, indem er in Hohe der ihm zu diesem Zweck. vom Reich überwiesenen Mittel den Gemeinden Lasten. abnimmt. Hakenkreuzflegelei gegen Becker. Marburger Gewächse. Marburg, den 16. Januar. Der preußisch« Minister für Wissenschaft. Kunst und Volks- bildung, Dr. Becker, meiste hier zwecks Uebergabe der neuen Universstätssatzungen. Hiernach wird die Bezeichnung„Philipps- Unwersstät" als amftiche Bezeichnung wegfallen. In Zukunft lautet die amtliche Bezeichnung„Marburger Universität". Als der Minister sich zum Universiiätsgebäude begab, kam es zu einem von Nationalsozialisten hervorgerufenen Zwischenfall. Etwa SV nationassoziakistische Studenten hatten stch vor dem Ge- bäude aufgestellt und empfingen den Minister mit Scharren und Pful-Rufen._ Zehn Zahre Völkerbund. Jubiläums- und Schlußsitzung. � Genf, 16. Januar.(Eigenbericht.) Der Dölkerbundsrat hat sein« S8. Tagung mit einer kurzen Sitzung beendet, die in der Hauptsache dem Brenken an das erst« Zusammentreten des Rates am 16. Januar 1920 gewidmet war. Ratspräsident Zalesli und das einzige Ratsmitgsied, das auch an der ersten Tagung teilgenommen hat. der Spanier Quinones de Leon, hielten Gedächtnisreden. Zakeski widmete dem ersten Ratspräsidenten Leon Bour- geois warme Wort« der Erinnerung. Er erinnert« weiter an die Hoffnungen und Befürchtungen jener Zest. die noch von den Nach- wehen des Westkrieges bewegt war. Di« Hofsnungen. die sich an die Idee des Völkerbundes geknüpft hätten, seien in den ersten zehn Iahren seine» Bestehens nicht enttäuscht worden, die Arbeit des Völkerbundes habe unbestreitbare Fortschritt, gemacht. Besonders der Rat habe«in« Reih« der schwierigsten Fragen zu de- wältigen gehabt und dazu beigetragen, die Zusammenarbest der Na- tionen zu fördern. Das Betätigungsfeld der Dölkerbundsorganisa- ttoyen habe sich immer wehr verbreitert, die Zahl der Völkerbunds- Mitglieder sei gewachsen, der Einfluß des Völkerbundes habe in günstigster Weis« aus die Bemühungen der Außenminister, die zwischen ihren Staaten schwebenden Fragen zu regeln, eingewirkt. Man wisse heut«, daß der Völkerbund der richttge Weg sei und in welchem Maß« sein« Bemühungen Erfolg haben können. Es gelle, Schritt für Schritt weiterzugehen, zum Gebäude des Friedens Stein auf Stein zu fügen. Man könne der Zukunft mit Vertrauen ent- gegensehen. Quinones de Leon unterstrich diese Ausführungen und gedachte der inzwischen verstorbenen Ratsmitglicder. Er wies dann aus di« steigend« Teilnahm« Lateinamerika» am Völkerbund hin und betonte, daß der Geist der Dölkerbundsarbelten m den zehn Jahren trotz aller zurückgelegten Etappen der gleiche geblieben sei. Aussöh- nung. Schiedsgericht, Gerechtigkeit und Zusammenarbeit seien die Ausgaben des Völkerbundes und müßten es bleiben. Per Völkerbund. eins groß« Idee, sei«in« große Wirklichkeit geworden und seine Kräfte würden weiter wachsen bi» zur endgültig«» Herrschast des Friedens in der Welt. Gchachi und Offafrika. Regierungsfeindliche Propaganda im Rahmen offizieller Vorttä.e� Selt einigen Iahren werden im Seminar für orientalisch« Sprachen in Berlin koloniale Vorträge unentgcUich abgehalten, zu welchen das Auswärtige Amt einlädt. Auf aus- drücklichen Wunsch des Auswärtigen Amtes wird das Vorlesungsverzeichnis auch in den Gsfchäftsbeieichen der Reichs- und Staats- behörden in Umlauf gesetzt und am Schwarzen Brett ausgehängt. Für den gestrigen Abend war ein Lichtbildervortrag angezeigt von Hauptmann a. D. Paul Leutwein über das Thema:„Im Baime Ostafrikas.' Die Dsrtrogsdauer sollte laut Ankündigung zwei Stunden umfassen. Etwa ein Viertel nach 8 Uhr erschien«in Herr, wohl der angekündigte Redner. Er be- gönn seinen Vortrag über Ostasrita mit einem Hinweis auf die letzten Vorgänge im Haag, wobei er etwa sagte, die Reich». regierung habe sich bei diesen Verhandlungen ganz unv«r» stündlich benommen: es sei selbstoerstäudliche Pflicht jedes Deut- scheu, sich hinter Schacht zu stellen. Herr Schacht habe sein koloniales Interesse ia bereits in Paris bekundet: insofern könne er auch Im Rohmen des angekündigten Vortrags auf die Persönlich- keit des Herrn Schacht eingehen. Er wolle jedoch gar nicht über Ostafrika sprechen: vielmehr laute das Thema für den heut'gen Abend:„Quer durch Afrika.' Der Vortragende illustrierte seine oberflächlichen Ausführungen über Afrika durch einige dürftig« Lichtbilder, worunter sich auch nicht cineinziges Bild aus dem früheren Dsutsch-Ostafrika befand. Am Schlüsse seines Vortrages, der im ganzen etwa 45 Minuten — statt der angekündigten zwei Stunden— dauert«, kam der Redner nochmals auf sein Ausgangsthema zurück, indem er«- klärte: E» habe kaum einen Zweck, bei der Politik, die im Haag gemacht worden sei, über koloniale Fragen zu sprechen. Wo- die Vertreter der Reichsregierung eigentlich im Haag gewollt hätten, sei ganz unverständlich. Schärfste Gegner des Herrn Schacht, der natürlich allein recht habe mit seinem Standpunkt, seien die So- zialdemokratem Während man in anderen Staaten, so in England, so in Frankreich und Belgien, nationale Sozial- demokraten habe, denen ihr Vaterland im Lordergrunde stehe, hätten die Sozialdemolraten in Deutschland verschwommene inter- nationale Ideen. Das deutsche Daterland spiele für sie keine Rolle. Die zum Teil verblüssten Hörer dieses Vortrages, die ansang- lich mit Recht glaubten, sie hätten sich in einen falschen Saal ver- irrt, waren am Ende doch bewegt von der Frage, wie«s möglich sei, daß im Rahmen einer Vortragsreihe, die vom Au». wärtigen Amt in den staatlichen Räumen der Universität und auf Kosten der Steuerzahler veranstaltet wird, eine solche Rede gehalten werden konnte. Was sagt da» Auswärtige Amt. was sagt der preußische Kultus- minister zu diesem Vorfall, besonders da dieser Redner noch mit weiteren Vorträgen im Vorlesungsverzeichnis des Auswärtigen Amtes vertreten ist? Die öeuisch-polttische» Besprechungen. Günstiges Ergebnis. Genf. 16. Januar.(Eigenbericht.) Di« deutsch-polnischen Besprechungen in Genf konnten am Donnerstag mit einem günstigen Ergebnis ab- geschlossen wevden. Es ist in den Besprechungen über den Handels- vertrag gelungen, den toten Punkt zu überwinden, so daß die L«r- treter Deutschlands und Polens ihren Regierungen empfohlen haben. die offiziell«» Verhandlungen in Warschau Anfangs nächster Woche wieder auszunehmen. Man holst sie dann m wenigen Wachen zu einem endgültigen, für beide Teil« günstigen Abschluß bringen zu können. Deutschland hat, wie verlautet, die Sicherheit erhalten, daß es bei dem bisherigen polnischen Schweinekont'ngens vpn 260 000 D op pelz« ntnern bleibt und die polnischen Schwein« nicht die Absatzmärkte der östlichen deutschen Landwirtschaft belasten werden, während Polen die Sicherheit gegeben wurde, daß die Ein- fuhr dies« Kontingents nicht durch eventuelle verwoltungstechnische Maßnahmen behindert werde. Bei den Besprechungen über das Liqutdations» abkommen gelang«», Punkte, die zu Mißverständnissen Anlaß geben tonnten oder verschieden« Auslegungen zuließen, genauer zu umschreiben. Reue Zugeständnisie zu Ungunsten der deutschen Minder- helt in Polen wurden nicht gemacht. Luch in dieser Frag« hofft man die endgültig« Bereinigung in den nächsten Wochen in Warschau vor» nehmen zu können. Rückzug Seipels. Keine Ständekammer. Wien, 16. Zanuor.(Eigenbericht.) Au»«ine« Kommunique der christlith-sozlalen Relchsparlei- leitunz, dl« sich mit de« Vorschlägen Seipel» über die Schaffung einer Sländeverfasiung beschästigi«, geht hervor, daß Seipel einen vollständigen Rückzug angrlreken Hot. Er sucht ihn damit zu bemänteln, daß er falsch verstoudeu worden sei. Plötzlich soll die von ihm gewünscht« lvirtschastskammer««der vudgetrechl noch Slruergesehgebung mehr erhalte«. Außerdem soll sie la die vom Rationalrat beschlossenen Gesetze nicht hineinreden können. Dagegen sollen die Gesetz«, die von der wirlschoslekammer beschlossen werden, vom Rationalrat geändert werde« können. vi« Leitung der chrlslllch.sozialeu Partei beschloß, ein« Kam- Mission au» Vertretern der Länder und den der christlich- sozialen Partei nahestehenden Wirtschaslsorganisationen elozusrhrn, die einen entsprechencn Geseßenlmnrs aus Bildung der wirtschostskammer au». arbeiten soll. Chlistlichsoziales Fiasko in Steiermark. Wien, 16. Januar. Die neugewähll« Kammer für Land- und Forstwirtschaft in Steiermark trat schon zum drittenmal zur Präsidentenwahl zu- lammen. Di« zwei sozialdemokratischen Mitglieder hatten für einen LandbunAer als Präsidenten gestimmt. Der Redner des katholischen Bauernbhndes erklärt, daß die 15 Mitglieder dieser Gruppe sich nicht weiter an der Wahl beteiligen, da durch das Zusammengehen de» Landbundes mit den Sozialdemokraten die Stellung und die Würde des künftigen Präsidenten schwer beeinträchtigt werde: die 15 verließen daraus die Bersanunlung. Hierauf wurde der Land- bünller. WzekaKzler a.D. Hartleb zum Kammerpräsidenten gewählt. � � 3000 koreanische Studenten veranstalteten vor dem Palost des japanischen Generalgouverneurs ist Söul eine Kundgebung und forderten die sofortig« Freilassung ihrer wegen nationaler Propa- ganiha verhasteten Kameraden. Die»apanische Polizei schlug mit Gummiknüppeln drei« und oerhastete 400 Studenten..____ Er möchte gern... «Scha t«>«« die deutsche Delegation darauf hin, daß auch dt« periöultch« Lerpfllchw'g de» ReichebankprSsi. e, tcn zur?c- teiligung an der Reparatümebank im Gesetz verankert werden müff». »Darf ich die Herren untertänigst bitten, nunmehr noch mich persönlich in landesüblicher Weife zu vergewaltigen.'' Los von Holland! Ei« sozialistisches Ltnabhängigkeiisprogramm für Indonesien. Genosse Wilhelm vltlmana, der im Auftrag des sozialdemokrolische» Parteioorstandes dem.Kolonial. kongreß" der holländischen sozialdemokratischen Arbeiter- partcl in Utrecht am 11.»ad 12. Januar beiwohnte. schreibt uns: Em Goldstrom von rund 600 Millionen Gulden fließt alljährlich aus Indonesien, dem ostindischen Kolonialbesitz, ins holländische „Mutterland". Das ganze Iohresbudget des holländischen Staates ist nicht größer. Fünfzig Millionen Indonesier erarbeiten diesen Betrag Jahr um Jahr für tne kapitalistische Oberschicht der sieben. einhalb Millionen Holländer. Krasser tritt der Ausbeutungscharatler der kapitalistischen K o l o n ia l p o l i t i k nirgends zmoge. Schon dalli nach dein ersten Eindringen der Sozialdemokratie in die holländisch« Kammer nahm sie dort unter Führung van Kools Segen diese? Raubsystem den rückstchteloseste» Kampf aus. Das irmachen der Kolonialvötker. mächtig gefördert durch den Weltkrieg. hat pa» indonesische Problem in neuer Gestalt vor der Partei auf- gerolst. Bisher war die Kolonialpokitik der holländisch«« Partei ausschließlich ethisch orientiert. Sie focht für Menschlichkeit innerhalb de» Systems der kapitalistischen Kolonialpolitik, die Frage der staat- lichen Freiheit und Unabhängigkeit Indonesiens blieb dabei un- berührt. Dieser Standpunkt Ist überholt. Wie China und Britisch- Indien hat jetzt auch Zllederländisch. Indien(«ia« nokionalc Unabhängigkeit». bewcguag. Sie ist auf Abschüttelun�der holländischen Fremdherrschaft gerichtet. In dieser Fremdherrschaft sieht auch der indonesische, halbversklavt« Arbeiter die Ursache seiner Unterdrückung. Der nationale Gegensatz. zugleich Rassengegensatz. verdeckt noch völlig den sozialen Klaffen- gegcnsatz, der den srohnenden Massen noch nicht zum B-wußtsein gekommen ist. Auch die Ansätze indonesischer Gewerkschaften arbeiten unter kommunistischem Einfluß ganz primitiv- natio. nallstisch, es fehlt ihnen noch der proletarisch« Klasiencharakier. In der Uebereinstimnmng mit der Aussassung unserer hollän. dischen Partei fällt« 1026 Dr. Kraemer von der Niederländischen Missionsbewegung folgendes, die indonesische Bewegung beleuchtenbes Urteil: „In allen ihren Schattierungen besteht die indonesische Bc- wegung heute aus e i n e m Klumpen Protest. Aussässigkeit, Aerger. Kritik, gleichgültig, ob diese Gefühle nun hefiig und revolutionär zum Ausdruck gelangen oder sich dumpf grollend im Herzen der Leute vergrahen.... Es ist der Ouasi-Kommunismus, dey den größten Borteil daraus zieht." Aus dieser allgemeinen Gärung heraus entstand unter Beihilfe 1 Moskaus 1926 in Indonesien ein A u f st a n d. der blutig nieder- geworfen wurde und dem ein Regime scharfer Repressalien gefolgt ist, gegen da» unser« holländische Partei gemeinsam mit der So- Ziallstischen Partei Indonesiens, dl« sich zum größten Teil aus Europäern zusammensetzt, in scharfem Kamps« steht. „Indonesien lo, von Holland" Ist dl« Parole der Extremisten in der nationalen Volksbewegung Indonesien». Au all diesen neu aufgeworfenen Problemen hat unsere hollän- dlsche Bruderpartei aus einem außerordentsichen Parteitag, den sie .Kolonialkongreß" bezeichnete, nunmehr Stellung genommen Ms Vertreter der deutschen Partei habe ich den Verhandlungen in Utrecht beigewohnt, die unter der Leitung de» Parteivorsitzendcn Oudcgeest ebenso sachlich wie gründlich geführt wurden. Don einer K o l o st l a l k o m in i s s i o n. die der Parteivorstand zur Vorberei- tung de» Kongresse» eingesetzt hatte, wurde ein Programmentwurs vorgelegt, der die grundsätzliche Stellungnahme der Partei zur Frage der Unabhängigkeit Indonesiens umreißt. Theater am Nollendorfplaft. Bicki Aaum:»Menschen im Hotel". Ankunft und Msahrt im Hotel Atlantik. Dort wohnen der Generaldirektor, die Tippmamsell, der Einbrecher, die Primaballe- rlna usw. us». Dort wird gelebt und gestorben. M. H, Ms Referenten traten die Genossen S t o k v I» und K r a m e r aus, beide in leitenden Stellungen der indonesischen Verwaltung tätig, beide Mitglieder de» Volksraad, des seit 1916 bestehenden indonesischen Parlaments, beide vortreffliche Kenner der Verhältnisse Indonesiens. Auch die meisten der Debatteredner auf dem Kongreß sprachen aus ihren praktischen Erfahrungen in den ostindsschen Kolomalgebieien. Di« übergroße Mehrheit de» Kongresse?, vielleicht 80 bis 90 Plvzent der mehr als 200 Delegierten, stand auf dem Boden de» vorgelegten Programmentwurfs. Eine kleine Minderbeit, als deren Wortführer ein früherer Kolonialbeamier Schmidt den beiden Referenten in zweistündigen Ausführungen entgegentrat, verfocht den Standpunkt der indonesischen Cxiremisten: Sofortige Los- lösung Indonesiens von Holland ohne jeden Uebcrgon� Diesem scheinradikalen Standpunkt irai außer dem Referenten vor ollem der Froki'o-isvorfltzcnde im Parlament, Genosse Albarda, j bekanntlich auch Borsitzend qr der Adrüstungskommission der Sozia- listischen Arbeiter-Internationale. unter demonstrativem Beifall mit schlagenden Argumenten entgegen. Die Redner der Mehrheit bezeichneten es als romantisch» Illusion, daß Indonesien bei sofortiger Loslösung von Holland tatsachlich die national« Freiheit und Unabhängigkeit unk» die Befreiung vom Joch der kapimlistischen Ävlonialfklaverei er- ringen werde. Selbst wenn das holländisch« Kolonialkapital sich, seiner Natur zuwider, einem solchen Schritt« entsagungsvoll fügte, würde das in den letzten Jahren in Indonesien stark eingedrungen« englische und amerikanische Kapital rebellieren und Indonesien werde entweder englischer oder amerikanischer Ko- lonialbesttz. Vielleicht käme es darüber noch zu kriegerischen Den- Wicklungen. Fremdherrschaft und lapitolistische Ausbeutungswirt- schast würden bleiben, nur die Nationalität der staaflichen Herr» schast werde wechseln. Oder aber das in Indonesien investierte internationale Kapital werde eine gemeinsam« Regierung einsetzen und Indonesten als selbständigen, nicht nur von Holland, sonder« auch von England und Amerika unabhängigen Staat errichten. Dann würden die indonestschen Proletarier erst recht vom Regen in die Traufe geraten, denn ihnen würde die politische Hilfe der sozialistischen Parteien eines dieser„Mutterländer" in ihrem sozialen Befreiungskampf« fehlcn. Auch die dritte Mög- lichkeit, der Rückfall in die feudale Despotie der«inhei- mischen„Fürsten" könne die werktätige Bevölkerung Inda- nesten» nicht beglücken. Der Kongreß nahm das vorgelegte Kolonialprogramm mit er- drückender Mehrheit an. Es stellt als Ziel, dem all« Maßnahm«!» zu dienen haben, die völlige staatliche Unabhängig- keit Indonesiens und sein« Eingliederung in die Weltwirt- schast hin. die das Resultat einer U« b e r g a n g s z« i t sein muß. In dieser Ueberganoezeit muß da» Proletariat Indonestens zum Klassenbewußtsein erweckt, durch die Schule der Orgam- � sotion und des Klassenkampfes zu seiner demokratischen Selbst befrelung besähigt werden. Ihm dazu die eriorder- lichen Recht« und Freiheiten erkämpfen zu Helsen, ist die Ausgabe der indonestschen sozialistischen Partei und der Sozialdemokratischen Partei des holländischen Mutterlandes. Nur dieser Weg kann ohne Katastrophen zur Befreiung de» indonesischen Proletariats und zur schlUßlichen völligen Unabhängigkeit Indonesiens führen. Nur dieser Weg vermag auch Hol- londs Wirtschaftsleben vor der schweren Erschütterung zu bewahren, die ein plötzliches Ausbleiben des kolonialen Goldstromes notwendig im Gefolge haben muh. Der durch die Politik de« Kolonialpro- gramms herbeigeführte ollmählich« Wandel in den Beziehungen Hollands zu Indonesien ermöglicht auch die allmählich« Umstellung der holländischen Bolkewirtschaft aus einen Zustand ohne koloniale Kapitalzufuhr. Das sind die leitenden Gedankengänge de» an- genommenen.Lolonial-Aeginnfel-Programms". Die holländisch« Sozialdemokratie hat als erste Partei unserer International« durch dieses sozialistisch« UnabhängigkcUeprogramm die Konsequenzen aus der veränderten Weltlage für die Kolonial- gebiete gezogen. Der Kongreß nahm weiter«inen Antrag an die Sozialistische- Arbeiter.Interngtianal« an, in dem die Einsetzung einer permanenten Studientom mision empfohlen wird. die das Recht zur Einberufung einer internationalen sozialistische'- Kolonialkonserenz haben(oll, WERTHEIM Leipziger Str.(Versand-Abt) Königstraße Rosenthaler Str. Preise tür Freilag u. Sonnabend, soweit Vorrat, Mengenabgabe vorbehalten. Fleisch, Fische, Geflügel, Obst und Gemüse werden nicht lugesandL Obst MuscSpfel pm e.15 0.12 Tafeläpfel pti. e.xo 0.16 KrimSpfet pii 0.58 0.20 Amerikaner o.«8 0.32 Mandarinen rfumi 0.26 Kranzfeigen p«i. 0.28 Smyrnafeigemtd. 0.28 Apfelsinen otz.o.45 0.35 n U«lbblal QtZ. C.OO 0.60 Zitronen duiz. o.so 0.35 Bananen 3 Pid.o.08 0.88 Gemüse Weißkohl<>,», pid. 0.04 Möhren 0.04 Zwiebeln.. riuod 0.05 �jote Rüben Pwud 0.06 Wirsingkohl hott 0.09 Rotkohl boll., Pfand 0.10 Sellerie PfaadO.12 0.18 Rosenkohl Pfand 0.15 Schwarzwurzeln 0.25 Blumenkohl 0.25»>> Räucherwaren Fettbückllnge o.4s 0 38 n Kieler, Pfd. 0.88 0,58 Sprotten..piaad 0.33 Sprotten.Kitfcbea 0.43 Fischrogen Pfand 0.43 Fleckheringe Pfd. 0.58 Lachs I. Stele, Pfd. 1.30 an Spickaal Pfand 2.50»-> Fische Schelliisch Pfand 0.28 Seelachs �-�0.28 Kabeljau, �,�0.32 Goldbars ohneKopt 0.35 Fischfilet Pidv 0.45 m Grüne Heringe. 3 Pfand 0.75 0.00 ZandOTgefror. voa 0,58 an Karpfen iebend,Pfd. 1.05 an Wursiwaren Dampfwurst ptd. 1.00 Rotwurst..Pinna 1.00 Fleischwurst Pfund 1.15 Sülzwurst..Pfund 1.15 Würstchen Pfund 1.25 Hausm. Leberw. 1.25 Jagdwurst. Pfund 1.45 Mettwurst Br. An 1.45 FiletWUrSt. Pfand 1.65 Schinkenpoln. Pfd. 1.65 Leberwurst feine 1.80 Teewurst.. Pfund 1.80 Zervelatu Salami an hols.einiscbe, Piund 1.80 Speck fett 1.30 nag« 1.60 Schlnkenspeckpid.1.90 Nußschinken Pfand 2.10 Kililsslr. Rawiftclc Sir. ntatlliaL: Landleberwurst 0.95 Speckwurst Pfund 0.95 Berl. Mettwurst 0tt 1.15 Po n. u. Bierwurst 1.45 Käse Ramadou.. suck 0.20 Camembert nnA vclllett, Sehachtel 0 44 Limburger 0.45 1.00 Kümmelkäse i-m. 0.50 Steinbusch. 0.65 0.95 Edamer. id. 0 75 1.10 Gouda halbfett. Pfd. 0.75 Tilsiter"'pfd! von 0.98 an Holländer vom. p id. 1.10 Tilsiter Art"«"de 0.73 Schweizer d3n.. pm. 0.90 Schweizer VÄ 1.28« . Fette Margarine Pfand 0.50 Kokosfett i-pfd. Tai, 0.50 Molkerei-Butter 1.64 Tafelbutter 1.70 1.80 Dänische Butter 1.98 Kolonialwaren Viktor.-Erbs. om 0.18 Grüne Erbsen Pfd. 0.22 Gelbe Erbsen___ poliert, Pfund 0.44 0.30 Kartoffelmehl Pia. 0.19 Tafelreis Pfd. ojx 0.25 Backobst üem.o.ed 0.48 Pflaumen bosn.e.6x 0.48 Aprikosen u. Pfirsiche kalifain. Pfund 0.90 1,10 Birnen kamom. 1.05 1.15 Moritzplatz Konserven i üose Leipziger Allere! 0 92 Gem. Gem0semljj*l'1.1 0 Gemüse-Erbsen 0.60 Jge. Erbsen'nf�l*0.78 Jge. Erbsen 1.45 Br.- u. Schnittb. 0 60 Br.- u Schnittb. I 0.75 Karotten geschnitten 0.42 Junger Spinat- 0.55 Jg. Kohlrabi � 0.60 Br.-Spargel 2.75 Stg.-Spargel 2 63 SelleriewD. 0.63 1.05 Senfgurk.';. 0.33 0,78 Apfelmus sn2 65 0.53 Preiselbeeren 2./> Ffaecht, Zl�HL ohne Ufas Frankfurter Apfelwein „Reckles Urquell* 0.65 1928 Wöllsteiner- oe milder Rh nhesso U.ÖO 1928 Hainfeld. Letten sehr lieblich 1,00 1927MandelerRosen- garten blum.N'ahear. 1.40 1928 Clottener Rosenberg saltiger Mosel 1.50 Bisonders mrlsracrln Drlglnalgemadu m.Karkbrant 1922 Schloß Rein- hartshausener„Erbacher Seelgaß" von i rnz Fr edi. Heinr. 0 von FreuCen..... Roter Malvasier___ sau 0.95 Gold-Malaga �30 1928 Dürkh. Feuer- hßrn w �ksr. Hauer,, a n 061 9 Naiuiruiwein 11 0 1924 Chät. Reignac Foideauxtischxveia 1.40 1921 Chät. La Lagune- Gouny 180 Johannisbeerwein rot, süO, vom Li er 0.80 Dtsch. Weinbrande# u. 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VARIETB Sonnobnnd und Sonntag fo 3 Varstollungon 4 Ubr und S".- 4 Uhr kleine Prelee Spitzenielslunsen Per Uariete-Künsi! 16 Original Lawrence Tiller* Glr s — oft kopiert— nie erreicht— Paul Westermeier Im Sketcch:«Das neue Auto»— Ernest 4k Yvonne« das rr.cn- ' dane Tanzpaar. 7 Alf redoa, gymnastisene Höchstleistung. AndrO Renaud« das Plano-Genie. Bob« Bob 4k Bobbl, die urkomischen Tramps. OJIbo« dep Sensations-Schimpanse usw. usw. Bas fftthrende Variete I Komische Oper Fried rtcMstr. 144. Merkur HOl,«.10. Allabendlich S' rU SchTnt m hntU ud fhck. Lustspielhaus Friedrichsir. 236 Bergmann 2922 23. Allabendlich u Wiegenlied UshdM ng Udislm Fadtr. Operettenhaus Alte Jakobstr..'0/32 (Zentral» Theater) Täglich SO, Uhr Der Soldat der Marie Sonntag nachm. S Uhr kleine Preise. Friederike // 30 TELEFUNKEN-MATINEE IM GR. SCHAUSPIELHAUS M atin4eoml 9. Jonuor 1930 VON STRAUSS BIS LEHAR OrchatMr de» Gr. SchauaplalhauMa- Dlrlgantj Irnst Hauka i SOLISTIN: VERA SCHWARZ Vorverkouh Bot«& Bock. Wartheim und Groß«? Schompialhou» KARTEN 0,50 815 l,SOKM GROSSES SCHAUSPIELHAUS • Uhr: 3 Musketiere ERIK CHARELL H Sanniua na du», instk. Kalb« Pr. Theater I. d. Betirenstr. 53-54 S5/, Uhr Direktion Ralph Arthur Roberia ... Vater sein, dagegen sehr •vi uhr CASINß-THEATEfi iVtVhr Lothringer Strake ST. Nur noch bis?2. Januar 1930 Familie Hannemann Donnerstag, den 23 Januar 1930 zum 1. Male seine Hoeeii der Betiier. tlllllllIHM II I"III4 IUI»i""t IIIIII tllMlllllllllliUlilltl Ouiscnem itlr 1—4 Personen Fauteuil nur 1.25 M., Sessel 1.75 M. Sonstige Preise: Parkett u. Rang 9M M. Rsichshallen-Theater Uends dl sonn na nadim. CD Das groDelanu&r-Progr.uer Sleliiner- SSnaer BlimheWurasro b-wv 11 253 Dönhoff. Brattl; ,�8 Obs FamUIen-Vaiieie ' 10»Bmniem. Komert. Tb»» Volks bttiine Thtatn an BBIovplab. 8 Uhr Uta ufffihrung Apollo. Brunnenstrada Vo'ksstück von Gro Bm an n und Hessel. Kgsit: Tleo Kilik». R«ji«: largo Fihlisg. Siaatl.Sdiiller-l'n. 8 Uhr Kattullelit Ihuier am smitftisaerdaicRi 6','« Uhr Staaisoptr in Plan «er Repa&Uk 8 Uhr Hdello ueQisoies meaiei 0.1. Norden 12310 Tägl. 8V, Uhr Oer Kaiser V.Amerika von Bernard Shaw Reg.: Max Reinhardl Kammersplele D.l Norden 12310 Zorn tf. Mole SV, Uhr DösirB Komödie von Sascha Quitry. Kegle. Leo Mittler. Die Komödie JI Bismck.2414/7äI6 Täglich Si/i Uhr fom Teufel geholt von Knut Hamsun Regie. Max Reinhardt äamowsky-ßfliinen Theater in dar KGniggrätzer Straße Täallcb S", Uhr Die erste mrs. semy Komödienhaus Täglich 8"» Uhr Der LOgner und d.« Nenne mir Curt BOtz Tb. l Boileoilorfplaiz Vorvk.IO-2. Kf. 2001 Täglich-u, Uhr Gastspiel des Deuisdie.i Theatgn Lireiulflhrun« Menschen im Hotel von Vicki Baum. Bip: Boslil GrtnJgias, füealer o. Wetteos Täglich 8�4 Uhr: Bold Sladl Lemberg Musik von Gilbert Kttbe Dorsch Uo Direktion )r. Robert Kiels Dealsehes KSnsder-Tbetl Barbarossa 3937 SV« Uhr „Eins. iwei.drBi" von Franz Molnar Bit Kai PaUenbws. Intar: Souper tigli. Hhir hiljvrt 3" Uhr Sonntag, den 19. Januar JliB ändere Seile in Premlcrenbes 0,50—9 Mk. Dönhoff 170 48 Uhr Endett» Letzte Aufffltaruag Seltsames Zvisdiensplel Ab morgen 8L« U üen Lafflbrtbier. -THEATER Tdcph.: Alexander 3423 u. 349t Täglich 8U Uhr Sonntags 5.15 und 9 Uhr Öls czardasn mit der weltbekannt. Musik von Emmerich Kaiman mniraide Rose in der Titairolla Regie: Hans Rose. Von ie'zt ab: Sennabend 5 Uhr und Sonntag 230 Uhr: Der gestiefelte Kater Vorverkauf eine Woche vorher von 11—1 und 4— 9 Uhr Renaissance-Theater Täglich 8'/. Uhr PARISER LEBEN Oporatto von OffenbacK Regie; Ousttv liirtung. Musikalische Leitung: Theo Mackeben. - StemMtz C 1 0901 u. 7583184.— MWJUMi O-Balm Kmiaopliti(nold SdioU aaunlxiiit 188 U TS o' I C hr In den boyr. Alpen 7 Sspellav— Kai Ofksratioofn.— 58 bajrisdie Madlii.| EinfaB: Wochentags 6 Uhr. Sonntags 4 Uhr. Sonnabends u. Sonntags: Lessing-Tbealer Norden 10845 Täglich 8 Uhr Attöre Dreylus von Rebtisch und Herzog Kleines Theat. 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Käthe Haaek, Paul Heidenann Vorvorkaui In beidan Häusern ab 10 Uhr ununterbrochan. e.wj JUERG�JS Atesanderplatz Nana K6ntgatr.43 itn Bot ttna UlUfT Nur 8p«M- Berlin AI»»onJorpl«t« Frankfurter Allee 313-314 Die weiDe Hölle vom Piz Palfl Auf der Bühne GoleiDsnn'sDressnr-ReTne ll.a.: FiinI dressierte Füdise Jugendliche haben Zutritt Beginn: Wochentag* S, 7, 9 Uhr Sonntag* 3, 5, 7, 9 Uhr Tir. 27» 47. Iahrgaug Sfrciföfl. IT. 3onuor 1930 Arbeitssihung im Rathaus. Quertreiber diesmal nicht Kommunisten, sondern Oeutschuationale. In der Berliner Stadtverordnetenversammlung hatten gestern die Kommunisten anscheinend nicht viel Lust, ihr übliches Theater zu machen. Lau war selbst ihr Protest gegen die Bewachung des Rathauses durch Polizei, den sie wohl in jeder Sitzung wieder- holen wollen. Als sie damit keinen Erfolg hatten, be- ruhigten sie sich sehr schnell. Amüsant war, daß ihr Redner in der Rathausbewachung die Gefahr einer Störung der parla- mentarischen Arbeit sah. Die Kommunisten in der Rolle von Schützern der parlamentarischen Arbeit! Diesmal störten sie wenigstens nicht die Arbeit des Stadtparlaments in der lärmenden Art, die sie lieben. Infolgedessen konnte ein nicht geringes Stück der Tagesordnung erlebigt werden. Die Rolle der S t ö r e r übernahmen später die Deutschnationalen, indem sie gegen die rasche Erledigung einer Reihe kleiner Vorlagen sich wehrten mit der Begründung, daß wegen der gebotenen Sparsamkeit eine Prü- fung im Ausschuß nötig sei. Da sie die Ausschußberatung nicht durchsetzten, verhinderten sie die sofortige zweite Beratung. Durch dies« Taktik der Deutschnationalen wird unter anderem auch die Bewilligung von Mitteln für eine Station des Urban-Krankenhaufes verzögert. Im letzten Teil der Sitzung gab«s eine Debatte über das Erziehungsheim Lin- denhos, gegen dessen Direktor Krebs die Kommunisten ganz sinnlose Angriffe richteten. Es waren die Stadträtin Ge- nassin Weyl und die Stadtverordnete Genoffin Todenhagen, die diese Angriffe zurückwiesen. * Die Stadtverordnetenoersammlung begann programmgemäß— im Sinne der Konmmnisten— mit dem seit dem ersten Zusammen- treten der neuen Bevsanmrlung üblichen Antrag aus Entfernung der Polizei aus dem Rathaus. Der� Kommunist Kasper trompetete die bekannte Begründung in den Saal, kündete immer wiederkehrenden Protest an und dann lehnte di« Bersamm- lung gegen die Stimmen der Antragsteller den Antrag ab...1— Dem Nachtrag shaushall hatten die Kommunisten im Aellestenaus- schuß die Dringlichkeit versagt. Was sie sich dabei gedacht haben, verschwiegen sie auch im Plenum- Die gesamten anderen Fraktionen erkannten die Dringlichkeit an und so wurde der Nachtragshaushalt ohne Debatte an den Haushaltsaus schütz verwiesen. Der von den Kommunisten eingebrachte sonderbare Dringlichkeitsantrag, den Polizeipräsidenten aus seinem Amt zu entfernen, fand Widerspruch und wird deshalb erst in der nächsten Sitzung beho.udelt. Die An- iragc der sozialdemokratischen Fraktton wegen der Ge- Währung eines Darlehens von 20 000 M. an den R c i ch s- bahnoberingenieur Ma rr durch den deutschnotionalen Direktor der Vertehrsqesellsiliast Zängcmeister wird geschäfts- ordnungsgemäß behandelt werden. Zur Begründung einer Anfrage wegen der angeblichen Aus» löfung des beim Untergrundbahnbau befindlichen Fuhrparks verschliefen die Kommunisten ihre Wortmeldung. .Herr SehreuA wi�srholte, schließlich herbeigeholt, seine unsubstop. tünten Behau otunqen vom letzten Donner stag.— Lb di? Stobt u»t der Firma Karstadt wieder einen Monopolvertrag abschließen wolle, Tragi en die Wirts chaftsparteilerr der Magistrat sagte nein! Zweite Antrage der Wirts ckaiibpartsiler: Warum kauft das Bezirks- arni Prenzlauer Barg das Fbiisch für Jugend küchen nicht mehr beim Fleischermeister T., sondern im Warenhaus* Tistz? Weil Tietz billiger ist. sagte Frau Stadtrat Wenl und der Fleische rmeister Anlaß zu ständigen Kontrollen gab. Als sich der Kommunist Drüll über die Privatfleischermeister aufregte, sagte ihm der Wirdschafts- narteiler Breduow, sie. die Kommunisten, sollten mir fein still sein, sie hätten doch oft genug von den fsfcijchermeistera Spenden für allerlei kommunistische vereine und Organisationen erbet teil!!! Ganz Knks im Haufe war man plötzlich sehr still.— Dann sprach noch Stadtv. Pieck(Komm.) zu den Anträgen feiner Fraktion wegen der Entlassungen von Arbeitern bei der Berliner Vcrkehrsgesells6)aft. Schluß der Debatte wurde beschlossen, die kommunistischen Anträge wurden gegen die Stimmen der Kam- mun-isten und teilweise der Nationalsozialisten abgelehnt, so wie diele Anträge schon im vorberatenden Ausschuß abgelehnt wurden. Angenommen wurde nur der Beschluß des Haushaitzausschusses, die BVG. anzuhalten, den Fuhrpark nicht an Private zu verkaufen. Bei der Abstimmung schliefen die Kommunisten wieder einmal. Sie ließen nur die Sozialdemokraten dafür stimmen-, die kommunistischen Stimmführer auf der ersten Bank und ihre Ge- nassen die im Ausschuß saßen, befanden sich im tiefsten Nachmittags- schlaf. Erst während der Auszählung erkundigte sich Herr Pieck beim Genosten 5iaß. was eigentlich los sei. Dann hob Pieck schnell den Arm und„sein Proletariat erwachte", nachdem bei der ersten Abstimmung einige Kommunisten die für den Antrag stimmenden Sozialdemokraten in altgewohnter Manier als„Arbeiteroerräter" beschimpft hatten! Es handelte sich im übrigen um einen kommu- nistischen Zusatzantrag! Ohne lange Debatten wurden dann eine ganze Reihe kleinerer Vorlagen erledigt, darunter die Heber- nähme des Kindergartens der Arbeiterwohlfahrt in der Blumen st raße 77 in städttsche Verwaltung. Staatsrats- und Stadtratswahlen. Durch Zettelwahl wurden in den preußischen Staatsrat gewählt: die Sozialdemokraten Flatau und Haß, die Kommu- Tisten Pieck und Koenen, die Deutschnationalen Steiniger und Granaß, der Volksparteiler Caspar! und der Demokrat Schubert.— Die Wahl der unbesoldeten Stadträte ging sehr schnell durch Zuruf vor sich. Die Sozialdemokraten bekamen die Genossen A h r e n s und Ortmann und die Genossin Wenl durch. Ahrens uird die Genossin.Weyl waren vordem schon Wagistrats- Mitglieder, Genosse Ortmann ist der Vorsitzende der Ortsverwaltung Berlin des Verkehrsbundes. Die Kommunisten entsenden Fröhlich, Raddotz und— den Neuköllner Fritz Lange in den Magistrat. Don den Deutschnationalen werden Glaser, Linpweiler und Kolmar, von den Deutschnattonalen werden Glaser. Linxweiler und Kolwes, von Wirtschastsparteiler und Zentrum entsenden Kinscher(Wirtschp.) in den Magistrat. Stach kurzer Debatte wurde ein Antrag der Kommunisten an- genommen, der von der städtischen Wohnungsfürsorge- pesellschast die vorzugsweise Bewilligung der Hauszins- st« u e r m i t t e l fordert, um so den Baumarkt ,zu beleben.— Dann spielten sich die Deutschnattonalen als Sparer auf. indem sie eine Reihe Grundstücksangelegenheiten, die Einführung der ord- nungsmäßigen Müllabfuhr im Ortsteil All-Glienicke und die Be- schaffvng von Räumen für das Landeswohlfahrtsamt und das Jugendamt im Haushaltsausschuß vorberaten wissen wollten,.da es sich mn Äusgabcn handele". Da die Ueberweisung abgelehnt wurde, widersprachen die Deutschnattonalen stets der zweiten Be- ratung und damit der Verabschiedung. Das liebliche Spiel wieder- holte sich sehr oft. Ohne lange Debatten wurden angenommen: Neuregelung der Unfallsürsorge für städtische Arbeiter und Angestellt«, die Unsallverstchonmg mch-fürsorge für die Feue rweh rl eixte und andere Vorlagen... Eine längere Aussprache gab es am Schluß der Sitzung über eine Borlage, die 12000 M. zur Beschaffung von Inventar und ähnliches im E r- ziehungsheim Lindenhof. Diese völlig belanglose An- xelegenheit gab den Kommunisten Veranlassung, über die Anstalt Lindenhos herabsetzend zu sprechen. Man brachte alles mit allem in Verbindung. Stadkräkln Genossin lvenl widerlegte die kommu nistischen Märchen: allerdings sei politische Betätigung in der Anstalt nickt zugelasten. Im übrigen: der Anstaltsleiter, cht früherer Straf- anstaltSleiter, sei eine auf dem Gebiete der Erziehung international anerkannte Persönlichkeit, der selbst von den Kommunisten mit- gewählt wurde. sLebhaftes Hört, hört! bei den Sozialdemokraten. Gebrüll bei den Kommunisten.) Genossin Todenhagen erläuterte im eiirzclnen die vorbildlichen Einrichtungen in der Erziehungs- anstält Lindenhof. Es kann in der Anstalt wohl nicht so schlecht sein, denn solange Direktor Krebs im Amt ist, hat die Neigung der jungen Leute, zu fliehen, abgenommen. Eist zu Weihnachten sind idbiw F Sie blieben stehen und betrachteten die Karren, aus denen die Produkte des Steinbruchs fortgeschafft wurden. Einige waren zur Abfahrt berest. und die Ochsen davor ließen in der glühenden Hitze die Köpfe hängen. Andere wurden gerade beladen, und noch andere standen im Hintergrund, die beiden Räder halb begraben im Sand und die Deichseln Himmel- wärts gerichtet, wie«in paar Arme, die um noch etwas Ruhe flehten. Zwischen den Wagen und dem Steinbruch befanden sich noch zwei kleine Schuppen. Der eine mar unbeschreiblich schmutzig und diente einem halben Dutzend Tiere als Stall. Der andere war der Zimmermannsladen, in desien einer Hälfte Kleinholz und Späne bis zum Dach geschichtet lagen, während der Raum davor mit großen Scheiten und abge- brochenen Schisfsmasten angefüllt war. Sie liefen die paar Fuß über brennenden Sand und betraten den Steinbruch. Ein Teil der Arbeiter bielt der sengenden Sonne tapfer stand, während die anderen primi- tive Schutzzelte aus grober Leinwand oder Palmzweigen über ihren Köpfen errichtet hatten. Einige sangen bei der Arbeit, ander« plagten sich schweigsam und mürrisch. Weiter oben bereiteten Arbeiter eine Sprengung vor. Die Geräusche des Steinbruchs mischten sich mit dem wirren Lärm des Hauses, und das Ganze erweckte den Eindruck einer unaufhörlichen Schlacht. Die Armee halbnackter, schwitzender Männer schien wie ein« Horde aufrührerischer Teufel, die vergebens versuchten, dem felsigen Riesen, der sie in Ketten hielt, beizukommen, denn seine mächtige, unbeweg- liche Gestalt blieb unerschüttert von den Angriffen des win- zigen Feindes.. Der Fremde blieb einen Augenblick stehen, um den Stein- bruch zu prüfen. Der riesige Felsblock glitzerte und glänzte im Sonnenlicht, und der ganze Seitenteil des Hügels war von der jahrelangen Arbeit, die an seiner Substanz nagte, bloßgelegt. Soviel ihm auch schon genommen war, im Bcr- gleich zu dem. was blieb, war es wenig. Der Mann holte tief Atem, während er den unberührte« Reichtum, der für den glücklichen Eigentümer noch bereit lag, abschätzte. Ganz oben schienen Kinder auf dem Felsen zu kraxeln; das waren Bohrmannschaften, die den Sprengarbeitern den Weg bahnten. Der Gast schüttelte mißbilligend den Kopf.„Sehen Sie sich das an", sagte er, und zeigte mit der Hand.„Nein, ich meine da oben, über diesem Karren. Nur ein Blinder kann von dieser Seite ansetzen. Achten Sie auf die Spalten— merken Sie nicht, daß der ganze Stein zerbröckelt, wenn man von da aus sprengt? Herr des Himmels! Jeder Narr müßte doch so viel verstehen und den Adern folgen! Was haben Sie von einer solchen Sprengung— lauter Bruch. Ich werde rasend, wenn ich ein so schönes Stück Stein so mißhandelt sehe. Genau so gut könnten Sie lauter Affen hierher stellen und Ihre Arbeit von denen besorgen lassen." Der Eigentümer hörte stMschweigend zu und biß sich bei dem Gedanken an einen so großen Verlust vor Wut auf die Lippen, denn er sah ein, daß der andere recht hatte. „Miserable Arbeit", fuhr der Kritiker fort.„Da. wo jetzt der Neger steht, hätte man sprengen müsien. Die Ader läuft direkt hinter ihm, man kann es deutlich sehen. Der ganze Block wäre gelockert und nicht in tausend Stücke ge- risien worden, wie sie hier überall herumliegen. Aber Sie haben ja keinen einzigen, der was davon ver- steht. Sie können nicht leugnen, daß soundjo viele Spren- gungen wiederholt werden mußten, weil mit� zu wonig Pulver operiert worden war, und manchnial wieder haben sie so viel genommen, daß der Stein zerbröckelt ist. Ja, mein Lieber, wenn jemals ein Steinbruch einen Kerl brauchte, der zu sprengen versteht, so ist es dieser. Und die Sache ist kein Spaß: das sind ja fast alles geradezu Klippen, und der Mann, der die Sprengung legt, n:uß mit einem Seil zurück- gezogen werden. Riskante Geschichte, und solange Sie es einem Stümper überlassen, werden die Unglücksfälle kein Ende nehmen- Miserabel behauen", fügte er hinzu, als er mit der Hand über einen Block auf dem Boden strich.„Sehen Sie sich die Ader hier bei diesem Stein an. Der springt doch sofort, noch ehe er an Ort und Stelle kommt. Wer nimmt Ihnen so etwas ab?" Ioao Romao schwitzte; es kamen ihm beinahe die Tränen. als er erfuhr, daß so viel bei seinem Steinbruch falsch gemacht wurde. Und das Schlimmste war. daß er einsah, die Bemer- tungen des anderen seien vollkommen beredjtigt. Im Geiste fing er an auszurechnen, wieviel Geld er an diesen kost- 134 Jungen auf Urlaub geschickt worden und nur einer ist nicht zurückgekommen.(Hört, hört! bei den Sozioldemo- traten.) Die Kommumsten wollten noch mehr über Lindenhos debattieren. aber die Mehrheit schloß die Diskussion. Die Vorloge wurde bewilligt. Schließlich wollten die Kommunisten noch gegen die Ler- Hängung des Belagerungszustandes über Preußen" protestieren, aber dem Dringlichtettsantrog wurde widersprochen. Mit Belagerungszustand bezeichnen di« Kommu- nisten nämlich die soeben herausgekommene Verordnung des preußi- schen Innenministers, die unter Bezugnahme auf den von roditaU n Organisationen mit der Versammlungsfreiheit getriebenen Mißbrauch Umzüge und Versammlungen unter freiem Himmel sür Preußen verbietet. Endlich ging mal eine Stadtvcrovdneiensitzung in Ruhe auseinander! Kommunistische Mefferhelden. Zwei vorbeflrafie RFD-Leute zu Gefängnis verurteilt. Am 1. August vorigen Jahres leisteten sich kommunistische Rowdys in der Skallher Straße ein blutige, Bubenstück. Der Ztjährige Stellmacher kluge, Rlilglied des Reichsbanners und der Sozialdemokratischen Partei, wurde durch zwei Messerstiche in die Schlagader des reihten Oberarm, und in den Bauch derartig schwer verletzt, daß es fast wie ein Wunder wirkte, daß er mit dem Leben davonkam, kluge ist heute noch arbeitsunfähig. Bor dem Schöffengericht Berlin- Mitte hatten sich die Täter, und zwar Emil D u l l a t und Hans P a p r o t t a, beide bereits vorbestraft, wegen schweren Landfriedensbruches, Richard Ullrich und Karl Werner wegen einfachen Land- friedensbruchcs, und der Restaurateur Dörband wegen B-giinstt- gung zu verantworten. Das Gericht sprach die letzten drei frei uns» oerurteilte die Dullat und Paprotta wegen leichten Landfriedens- bruches zu je 6 Monaten Gefängnis. Der Staoisanwalt hatte gegen sie wegen schweren Landfriedensvruches zwei resp. ein- einhalb Jahre Gefängnis beantragt. Für den schwer geschädigten Kluge war als Nebenkläger Rechtsanwalt Dr. Joachim anwesend. Der Vorfall hat sich wie folgt abgespielt: Gegen ZH10 Uhr abends befand sich ein Trupp Reichs- banncrleute nach einer Antikriegskundgebung auf dem Heimwege. Schon unterwegs sah man Kommunistengruppen, die eine drohende Haltung einnahmen. Vier Reichsbannerkameradcn waren in einem Abstand von etwa 50 Meter vom Vortrupp zurück- geblieben.- Etwa sechs bis acht Kommunisten pöbelten sie an. Kluge, der Tambourmajor, mahnte seine Kameraden zur Ruhe: sie mögen sich nicht provozieren lassen und weitergehen. Im nächsten Augci»- blick erhielt er schon einen Tritt in den Rücken. Kaum hatte er sich umgedrebt, um nach dem Schuldigen zu sehen, da war die Schlägerei schon im Gange. Die Reichsbannerieute wehrten sich, so gut sie konnten, Kluge setzte seine Paukenschläger in Aktion; zwei wuchtig geführte Stiche machten ihn tampsunfohig. Als der Reichsbannertrupp auf hie Hllseruse herbeieilte, flüchteten die feigen Messerhelden. Einige von ihnen rannten in das Lokal von Dörbor.d; zwei Reichsbannerleute liefen hinterher und wurden im Lokal von Dullat- und Paprotta mit drohend erhobenen Stühlen empfangen. Der herbeigerufenen Polizei erklärten sie. sie hätten im Restaurant Billard gespieli und mit der Angelegenheit nichts zu tun. In der Verhandlmig wurde zwar festgestellt, daß sie zweiselsahne sich unter den Rowdys befunden haben, die über dic Reichsbannerleute her- gefallen sind; es konnte jedoch nicht nachgewiesen werden, daß irgendeiner von ihnen die Messerstiche versetzt habe. Der Beweis gegen die übrigen drei Angeklagten— dem Restaurateur wurde zur Last gelegt, daß er im Hinteren Zimmer absichtlich das Licht ausgelöscht habe, um den Schuldigen die Flucht zu ermöglichen— konnte nicht geführt werden. Eine Einzelheit soll der Mitwelt jedoch nicht vorenthalten werden: Als ein Sanitäter sich um den blutenden Kluge bemühte, wurde ihm von einem der Kommunisten zugerufen: Laß doch den Hund verrecken. Der Hund— das sollte der von seinen Klassengenossen schwerverletzte Prolet sein! sp seligen Fehlern verloren hatte. Sie waren jetzt um die Ecke' des Felsens gebogen und sahen den Hügel von der anderen Seite. Der Sprengarbeiter hielt den Atem vor Bewunderung cm. „So ein wunder-wunderschöner Granit!" murmelte er. „Eine wahre Goldgrube!" „Ja, aber mir gehört er nur bis zu dieser Spalte da", erwiderte Joao.„Ich Hobe versucht, den Rest zu kaufen, aber sie verlangen zu viel dafür. Na, jedenfalls Hab' ich auf Jahre hinaus genug." Auf dieser Seite, an fremdes Gebiet grenzend, waren ein paar primitive Schutzdächer errichtet worden, unter denen einige von Joao Romaos Arbeitern sich ausruhten. Vor ihnen standen Töpfe mit Essen auf vier Steinen und kochten über einem glimmenden Feuer, das hier und da von Kindern ge- hütet wurde, die das Essen von weit her gebracht hatten. Einige Arbeiter aßen, tauchten dicke Stücke Brot in Näpfe mit suppigem Fleisch, während andere sich im Schatten der Schutz- dächer auf den Boden streckten und einen Augenblick ruhten. ehe sie an die heiße Tagesarbeit zurückkehrten. „Mir scheint, hier wird reichlich viel gebummelt. Woher wissen Sie denn, ob diese Burschen die Zeit abarbeiten, für die sie verpflichtet sind, oder ob Sie betrügen? Wenn ich dic Sache zu beaufsichtigen hätte, so könnten Sie sicher sein, daß jeder Mann seine Arbeit ordentlich verrichtet oder sein Häm- merchen nimmt und verschwindet." „Aber," stöhnte Joao Romao.„das Verdammte ist, daß sie aus siebzig Milreis bestehen." „Das stimmt, und ich gehe keinen Cent herunter. Aber wenn ich hier mitarbeite, würde der Steinbruch so viel mehr abwerfen, daß Sie das bißchen Geld, das Sie mehr zahlen, gar nicht spüren würden. Bei Ihren Leuten müssen Sie auch ausmisten, denn Sie haben viel zuviel für die Quantität Felsen, die gesprengt werden. Die Arbeiter bummeln und haben kein Interesse, weil sie wahrscheinlich nicht mehr als dreißig Milreis bekommen." „Genau das zahle ich ihnen", gab Joao Romao zu. „Sie sollten eben die Hälfte an die Luft letzen, den übri- gen fünfzig Milreis zahlen und darauf bestehen, daß sie die- islbe Arbeit leisten. Suchen Sie sich die besten Arbeiter aus, und wenn sie gut bezahlt sind, werden sie auch mehr arbeiten. um.ihre Stelle nicht zu verlieren." Das erschien Joao Romao logisch, und er rechnete sich rasch aus, wieviel er sparen würde, wenn er secks Arbeiter zu fünfzig Milreis bsschäftigte. statt zwölf zu dreißig. (Fortsetzung folgt.) Schutz den Mädchen und Krauen. Aber nur, wenn sie christlich sind. Auf Balinlilifcn und in Wortefälen sieh» man aii ein Plakat: ,.B a h n h o f s m i s s i o n— All« in res senden grauen und Mädchen R a t und 5) i l f«! Die Bahnhafsmiision ist Vvar eine Institution, der privaten Wohlfahrtspflege, sie wird aber kräftig o o m Staat subventioniert. Was ja auch recht und billig nt� angesichts der Tatsali)e. daß mele jugendli仫 und unbe- holiene Alleinreisende täglich in Großstädten ankommen, fremd sind, keine Unterkunft finden und eine meist sehr beschränkte Kasse besißei». Asa», aber dein objektiven Beurteiler nicht einleuchtet, ist die Frage, tivu. denn Reisen, Obdach, Arbeitsuche mit Gott und Religion zu haben. E- scheint nämlich, daß die Bahnhafsmission dieser Meinung.ist. An. einen» Beispiel beleuchtet, sieht die Praxis der Bahithofs- Mission so aus: Ein« S ch a u s p i e l c l e v» n kommt in Berlin an, hin mit ihrem Agenten über ein Engagement»zu spreche»». Sie hat keine Angehörige, keinen pekuniären Rückhalt. Berlin ist ihr völlig unbekannt. Ails dein Bahnhof wendet sie sich an die Mission. Da das junge Mädchen konfessionslos ist, wird um Mittcrnach zunächst die leben s wichtige Frage ergiebig erörtert, ob sie nicht vielleicht dach evangelisch oder katholisch sei, und»venu nicht, marui», nicht. Fräulein I.,»»rüde und scheu, antwortet, sie suche Ouartier bei anständigen Leuten: ihre Reifetasse sei knapp. Schließlich nach langer unerfreulicher Debatte überweist eine»nitlcidige Seele Fräulein dem evangelischen Heim in der Marburger Straße. Dort die gleiche Prüfung auf Herz und Nieren, Bekanntgabe der Heimordnung: Margens 8 Uhr raus zur Andacht. Abends 20 Uhr Toresschluß. Ans Gepäck ist nicht hcranzakoinnien. Umkleiden undenkbar. Man stelle, sich vor: Den Tag über keine Möglichkeit des Sachenwechsels —..in uni crem Falle beruflich wichtig. Keine Möglichkeit, abends die Derufsstattc sThrater) auszusuchen. Ersatz: religiöse Ucbungen! F.räistcin X. versucht, Ausgeherlaubnis zu erlangen. Es wild ihr bedeutet, daß sie bei Heimkehr nach 20 Uhr das Tor geschlossen smide, sonstwa nächtigen könne und ihrer Lagerstatt verlustig ginge. Das Mädchen fügt sich, da ihm die Mittel für eine andere Unterkunft schien. Dje Aussicht auf Engagcinenl sisikl durch die zwangsweise Zkichräntung der Zeitfreiheit. Das Geld geht zu Ende. Das Msistonsheim weist sie, wie es üblich ist, nach einer Woche aus. Sie steht nun schlechter da als bei der Ankunft, durfte aber das lehrreiche Vergnügen christlicher Andachten, zartsiniiige» Ausfragen s und die Wonne ciiics Bettes im hermetisch verriegelten Saal mit 0,80 Mark täglich bezahlen. Ein Fall— nieist einmal ein ganz krasser, denn das Mädchen. befaß etwas Geld und vcrsetzbare Garderobe. Wie viele anne Wesen mögen aber durch solche Praktiken in Verzweiflung geraten? Die „Ba h n h o f s m i s s! o Ii", deren proklamierte Aufgabe es angeb- sich ist, v orbeugcnn und schützend zu wirken, die für diese ihre Aufgabe finanziell gestützt wird, m u ß endlich einmal ihre vor- sintflutlichen Methoden wegräumen. Muß die absolut unangebrachte .Frage noch der Konfession aus dem Programm streichen und dafür den Schutz des- hilflosen und gefährdeten Menschen hineinschreiben und diesen.Schutz mich ordnungsmäßig gewähren. Ein netter Zugenderzieher. Wegen Verführung Minderjähriger zu Gefängnis verurteilt. Recht eigenartige Borgänge aus dem Berliner Städtischen Knabenerziehungsl»eim Landhaus in Gütergotz bei Potsdam und dein Erziehungsheim Wadzek-Berlin kamen vor dem Pots- damer Schösiei»gerichl zur Sprache. Angeklagt wegen Sittlichkeits- verbrechen, begangen an ihm unterstellten Schülern»i»»d Zog- lingen, ist der 27jährige Erzieher und Hilfslehrer Werner Pfrieme aus Berlii». Der Angeklagte, Sohn eines höheren Beamten, war als Sekretär im Verein christlicher junger Männer beschäftigt. Er wurde Mitglied eines Keuschheilsvereins und schließlich gelang es ihm, durch das Landessugendamr Berlin eine Stelle als Erzieher im Srädtiichen Landhaus Gülergotz, in welchem Halbwaisen und Waisen von der städtischen Waisenprlege überwiesen werde»», anzutonnnen. Als der Boden ihin in Gütergotz zu heiß wurde, verließ Pfrieine die Anstalt freiwillig und nun kau» dieser Jugenderzieher durch Empfehlung an das W a d z e k h a u s in Berlin. In dieser Anstalt beklagte sich bald ein Halbwaise bei seiner Müller, daß er von dem Angeklagten dauernd belästigt werde. Es wurden andere Fälle be- kannt, das Kuratorium wallte keine Bestrafung und versuchte die Sache niederzirschlagen, aber der Stein ka»»» ins Rollen. Der An- geklagte ist zuin größten Teil geständig und jühri seine Ver- fehlungen auf die siistenlatische Verkümmerung seines Gefühlslebens in der christlichen Jungmännerwelr zurück. V o.r s i tz e»»de r:„Und -da betätigen Sie sich als Lehrer und Erzieher?" Angeklgter: „Ja, ich sollte in den Jugendheimen eine Krise durchinachen,»in mich für eine eventuelle Heirat vorzubereiten". Der Angeklagte, seit Kind- heit an schwer wnrmleidend. ist abendrein noch erblich belastet. Er leidet auch an Grübelwahn. Der Sachverständige, Dr. Schild, be- zeichnet den Angeklagte» als Pslichapathen und minderwertig n»it stark herabgesetztem Vcrniitivartlichkeitsgeiühl. Die Religion spielt eine besondere Rolle in seine»»» Leben nach den» Grundsatz: Streng vrthadaxcs Christentum mit mystisch ronian tischen» Eiisichlag. Der Staatsanivalt beantragte zivei Jahre Gefängnis. Der Verteidiger setzte sich mit überzeugenden Warten für den Angeklagten ein, der in seiner sexuellen Rot gestrauchelt ist. Das Urteil erging unter Zubilligung»nildemdcr Umstände auf e i n Jahr Gefängnis. Sechs Monate der Strafe müssen verbüßt »verde»», für de» Rest erhielt der Angeklagte orei Jahre Be- lvähnmgsfrist. ■ beiden Arbeiter, wurden schwer verletzt, und z-a-r wurde Lsit, w-s die Anklage behauptet, von Kurt Onischker so übet durch Fuß- t ritte zugerichtet, daß er daran verstarb. Die Airlloge wa-si Kurt Onsichker Körperverletzung iint Todeserfolg und den Mitonge- klagten gefährliche Körperverletzung vor. Nach eingehender Beweis- aufnähme kam der Staatsanwalt zu der Ueberzeugung. daß hier ein T 0 t f ch l a g vorläge und beantragte gegen Kurt O n i f ch k e r wegen Totschlages, sowie auch Körperverletzung zwei Jahre sechs Monate Gefängnis und drei Jahre Ehrverlust! gegen P u zexl o wsli. beantragte der Sloassanwalt Freispruch und gegen die übrigen AngeNagten Gefängnisstrafen van vier resp. drei Monaten. Das Schwurgericht III verurteilte den Arbeiter K.urt Onischker wegen Körperverletzung mit Todeserfolg zu einem Jahr Gefängnis. Die anderen vier Angeklagten wurden freigesprochen. Nach Brasilien. Erster Abtransport deutsch-russischer Flüchtlinge. Nach den Erklärungen des Reichskoninnfsars Stücklen befindeit sich nmd 6000 Flüchtlinge auf deutschon» Boden, die sich auf die Lager Hammerstein, Prenzlau und Mölln verteilen: Mölln ist das Lager, über das alle Transporte nach Ueberfee gehen werden Van den 6000 Auswanderern sind 4000 Mennomten» 1000 evangelischer Konsession, 800 Katholilen. die übrigen Baptisten. Ein Teil der Mennoniten hat bereits die lleberifahrt nach Kanada eingezahlt, doch bereitet gerade die Zulassung nach dort noch einigc Schwierigkeiten, die weitere Verhandlungen bedingen. Den» Reichskominissar liegen verschiedei»e Anerbieten für die Aufnahme der Deutfch-Russen von Kolonial- gesellschasten vor. Er kann sich aber nawrgemäß nur für solche entscheiden, die für die Zukunft der Ausivanderer eine genügei»de Sicherheit bieten. Unter diese»»» Gesichtspunkt hat man jetzt das Anerbieten der.Ha»»seatischen Siedlungsgefellschaft H a m- inonia bei Blumenau in Brasilien angenonnnen. Die Siedlungsgesellfchaft hat sich beroitercklärt, 250 Familien onf- zunehmen. Diejenigen Deutsch-Russen, die sich bisher für Brasilien goinelder haben, bilden den am- Donnersiag abgefertigten ersten Transport von rund 190 Personen. Das Mölln-Lager ist bereits am Donnerstag sogleich wieder aufgefüllt worden, so daß sich jetzt dort»oeiterc- 900 Deutfch-Russen befindet». Die K r a n k h e i t s e p i d e n» i e in Hammerstein ist nach den Angaben des Reichsrvnmtissars jetzt überwunden. Es handelte sich dort»in» eine Seuche, derei» Bekämpfung besondere ochtmerigfatci» bereitete, da man ihre Ursache ärztlicherseits noch nicht erkannt hat. Der erste>l e b e r s-- t r a n s p o r t der' deursch-russischen Auswanderer traf kurz nach mittag im Ileberseehe!»» der Hamburg- Amerika-Linie auf der Beddel ein. Die Ausnxinderer, die voll des Lobes über ihren Empfang in. Deusichland sind und mit großen Hoftirungen die Reise nach Ueder-, see antrete», begaben sich nach der ärztlichen Unlersuchiing im � Ilebersoeheim an Bord eines Tenders, der sie nach der„M o n t e O l i v i a" himiberbrachte, die am Nachmittag den Hamburger Hasen verläßt._,., Vermeidung der Meissteigerung? Borschläge der Berliner Mieterorganisationen. Die Berliner A! ite rorgonisatio neu im Bunde Deutscher INieleroereine e. V. haben in einer außerordentlichen Sitzung zu der für Verlin geplanten Blielzinserhöhung Stellung genommen und den städtischen Körpers chaften eingehende Borschläge für den Ausgleich des Etats vorgelegt. Es wird daraiti hingewiesen, daß die am l. Januar l9Ä> er- iolgtcn Tarsicrhöhungen zuzüglich der geplanten Miptziitscrhiihnng um etwa 4 Prozent eine untragbar e Belastung für die| Bevölkerung bedeuten, zumal ein entsprechender Ausgleich durch Er--, hähiing von Löhnen und Gehältern resp. der Bezüge der Arbeits», losen, Rentner usw. nicht erfolgt. Mangels eines solchen Ausgleichs kommen nach Meinung der Mieter die erfolgten Erhöhungen einer Kürzung der Löhne und Gehälter um enva 10 Prozent gleich, j An Stelle der geplanten Erhöhungen fordern die Mieterorgani-| sotionen die Schaffung einer progressiven Besteuerung unbebauten, nicht kleingärtnerisch, land- oder iorstwircschaftlich ge» mißten Terrains, desgleichen eine steuerliche Eriassiing der lieber- schlisse des Berliner Althau sbefitzes an der.Hauszinsstcuer. Noch de»» u. a. auch vom„Deutschei» Städtctog" angestellten Erlzcbiuige»» sollen diese Uebcrschüssc etwa 80 Millionen Mark jährlick) betrogen. Nach Ansicht der Mieierorgaiiisationcn würden diese Mehreingänge zuzüglich einer Drosselung der nicht unbedingt notwendigen Ausgaben den Ausgleich des Etats ermöglichen. Soweit der Durchführung dieser Vorschlage Inndesrechllichc Hindernisse entgegenstehen, resp. seitens der Aufsichtsbehörde Schwierigkeiten bereitet werden, er- warten die Organisationen, daß die städtischen Körperschaften kein Mittel unversucht lassen, diese Hindernisse, zu überwinden. Weiter wird gefordert, daß die minderbemittelten Kreise von den llmlagen der Grundvennögensstelier im gleichen Umfange befreit werden, wie dieses bereits bezüglich der Hauszinsswer geschehen ist. Arbeiisbeginn in den Bezirken. Einführung der Bezirksverordneten. Einige der zwanzig neugewähkten Bezirks Versammlungen hoben ihre Arbeit ausgenommen. Es finden in allen Versammlungen die Einführungen der Bezirksverordnctcn und die Wahlen der Bor» sitzenden statt. lieber die in der Treptower Bezirksverfannnlung dank der Haltung der Demokraten erfolgte Wahl eines d e u tf chn a ti o na l c n Vorsitzenden haben wir bereits im gestrigen„Abend" berichtet. Tie Sozialdemokraten, die als stärkst« Fraktion Anspruch auf den Vor- sitzenden hatten, beteiligten sich nach der Haltung der Bürgerlichen überhaupt nicht weiter an der Wahl. Ueber die Bezirksversamm- lungen in Berlin- Mitte und Chartoltcnburg bringe» wir in der heutigen Stadlbeilage ausführlichere Berichte. Im Bezirk Tiergarten wurde bisher lediglich die Einführung der Bezirks- vcrordneten vorgenommen. In Wilmersdorf wurde als 1. Vorsitzender der Deuijchnationale D o m k e gewählt, als Ver, lreter kam der Sozialdemokrat Schiementz in das Präsidium. Das Reinickendorfer Bezirksparlament»oählte als Vorsitzenden den Genossen Wilhelm R o tz o l k. Die übrigen Bezirksversamnüungen beginnen ihre Arbeit erst später, bei den meisten von ihnen findet die erste Sitzung am kon>- mendcn Mittwoch stall. Tödlicher Llnfall eines Stadtrates. Gestern abend wurde der Sljährigs unbesoldete Stadtrat Fritz S e n n y ck bei einem Straßenunfall in Tempelhof tödlich verletzt. S. wollte vor dem Hause Berliner Straße 137. gegenüber dem Franke-Park, den Fährdannn überschreiten. Er überiäh dabei einen in voller Fahrt helaimähenden Straßriibahmvigeit der Linie 35 und wurde überfahren. Im Tempelhoftr St.-Josef. Krankenhaus erlag er den Berletzungen, Scnnock gehöhte der Dsutfches Lottsxartei'lW. Tscherwonzenprozeß unter polizeischuh. Ein Wikingbundführer über den Angeklagten Bell. Vor dem Kriminalgcncht großes P o kizeä an f g e b o t; in, GeriehtS'gebäudc eilt W a ch dt en st: man kam» sa nicht wiffen, ob . die radauwiitiqcn Jungkommunisten gestern nach andere Altgeklagte als Äärümkdsc zum Gegenstand tätlicher Aufmerksamkeit machen würden. Karumidfes Verteidiger Dr. Bcr fragt den Vorsitzenden, ob der Berichterstatter der„Roten Fahne" noch die Eigenschaften eines Berichterstatters in ausreichendem Maße besitze. Der Staats- anmalt ersucht den Verteidiger, etn'aiges Material dem Ermitteln ng-richter zugänglich zu machen, damit dieser die Angelegenheit für das Gericht erledige. Es folgt die Erörterung einer dunklen Angelegenheit, nämlich - die um die Persönlichkeit des Angeklagten Bell. Der Vor- fitzenbe hatte ja Bereits einmal in beziig auf diesen gesagt: Wir .wissen so so wenig van»hm. Der Zeuge, ein Wikingbundsührer van Obertitz, früher preußischer Offizier, jetzt Vertreter in chemischen .Erzeugnissen, weiß nur, daß tjerr Bell überall dabei war, wo was las war, sich nirgends band, sein Kollege von der Firma Mafiei hielt ihn für einen Hitler mann. Er behauptet, er sei Sozialdemokrat, sagt der Varsitzeudc. Dem Angeklagten Bell scheint es dabei nicht lächerlich zumute zu sein. Ucbrigens sind aus München Gerichtsakten über ihn angekommen. Also wird man über '.seine Persönlichkeit doch noch einiges erfahren. Eine andere dunkle Angelegenheit in der heutigen Morgensitzung waren die Ouitiungei» über die Deponierung der 1000 Tscherwonzen. In der ersten Ouittimz, die der Treuhänder ausgestellt hatte, war noch Sadathicrschwili erwähnt: in der zweiten, die vom Vankhaus Strolil ausgestellt worden war, fehlte bereits sein Name: er halte formell also nichts mehr mit der Sache z» schaffen. Man bat-ihn um gangen und öffnete auch später ahne sein Wissen das Paket, um. ein« .Tfchcrivoncznatc der Deutschen Bank zwecks Feststellung ihrer Echt- heit vorzulegen. Man erklärte sie da für echt. Aus der weiteren Verhandlung ging hervor, daß der Zeuge Dr. W u r Mb ä ch. München, 15 000 M. für die R c» s e nach Gzabc der Sittenpolizei auf eine lleberwachung gerichtet, so verfolgt dos pftegeamt andere Ziele. Es gehl von dem Grundsatz aus, dag die Prostitution in erster Linie eine Begleiterscheinung schlechter sozialer Verhältnisse ist. Man bemüht sich, die wirtschaftlichen Verhältnisse des einzelnen zu ordnen und zu fördern. Zu diesem Zweck scheut das pflcgeamt keine Kosten und Arbeit. Groß ist die Zahl der Jugendlichen, die dem Pflegeamt zugefutirt werden. Wird heute in Berlin eine jugendliche Person »agabundierend oder in zwoiiclhaitcr Situation aufgegriffen, so tommt sie nicht mehr zur Polizei, sondern zum P f l c g e o m l. Schon der Polizeibeanuc hat die Anweisung, Jugendliche nicht c.wa erst mit anderen, alteren Personen, die man ouigegrisfen hat. zu- iflmmenzub ringen. Vielmehr werden die Jugendlichen sofort vom Beamten im Auto zum Pslegeamt gebracht, wo Tag und Nacht Dienst angesetzt ist. Sind die Jugendlichen aus Berlin und haben hier »ine Wohnung, so werden sie»och in der Nachr von der Pslegerm persönlich nach Hause gebracht. Meist aber handelt es sich um Aus- »»artige, die hier kein Unterkommen haben. Diese bleiben dann die Nacht im Heim, wo zwar enge, aber saubere Schlasrönme zur Ver- sügung stehen.. Fürsorge und Hilfe für die Gestrauchelten. Am anderen Morgen werden die Jugendlichen dann der Acrz'in zugeführt. Nicht zwangsweise, sondern es wird ihnen klorgeinachl, daß eine Untersuchung in ihrem Interesse liegt. Die Fest- stcllung ergibt meist, daß die Hälfte der Jugendlichen g e s ch l e ch l s. kränk ist. Mädchen von 1Z Jahre» befinden sich unter de» im- glücklichen Kranken. Selbstverständlich sorgt dos Amt dasnr, daß 'bei" Kränken sofort.die erforderliche ärztlich e B eh a n d l u n Z ««ÄM stich i3' stV�ht.�rühitr, dckß. stM lMs dd Ae�diMb itg nicht vorzeitig Schluß'gemöcht wird. Neben Jugendlichen Hot das Pflegen nrt auch noch andere, sittlich gefährdete weibliche Personen zu betreuen. Meist handelt es sich hier um Personen, die von außerhalb nach Berlin gekommen sind, hier abkr ihre Existenz verloren und mittellos auf die schiefe Ebene geraten sind. Das Pftegeamt betätigt sich hier besonders als A r b e i t s v c r m i t t l e r. Es steht mit sämtlichen Arbeitsnachweisen der Stadt in Verbindung und Hot die Möglichkeit, diese sittlich gefährdeten Personen bevorzugt in der Industrie unterzubringen. . Zm ersten 3ahr seines Bestehens konnte das pftegeamt ZOOO weiblichen Personen Stellen verschassen. iOO Frauen und Mädchen sind heute noch in der gleichen Stellung. Rotialls sorgt das Pflcgeamt auch dafür, daß eil« B c ru f s s ch u l n n g vorgenommen wird. Auf Kosten des Amts, also der Stadt, sind eine ganze Reihe von Personen, die sich vorher durch Prostitution ernährten, in ver- ichiedenen Berufen ausgebildet worden. Selbst einer Tänzerin ist von» Pslegeamt aus diese Art der Weg geebnet worden Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten. Weitere Gebiete sind die Beratung und die Betreuung der jeingen. die sich sei b st an das Pslegeamt wenden, und weiterhin die Ermittlungen im Jntrrcssc der Bekämpfung der G c s ch l r ch t s k r a n k h c i t c». Es gibk zahlreiche Prostituierte, die sich au das Pflcgeamt wenden, um durch dessen Bermittlung einem ordentlichen Berus zugeführt zu werden. Es gibt aber auch zahlreiche Frauen, die völlig mittellos in Berlin sitzen und nur die Wahl zwischen Prostitution und Pslegeamt haben. Bei den Ermittlungen nn Interesse der Bekämpfung der Gejchlcchiskrankhciten sind die An- , eigen zu prüfen, die namentlich oder anonym bei den verschiedenen Behörden eingehen...Die-Nachprüfungen erfolgen stets sehr di s- lret. In mehr als einem Drittel aller Fälle wird festgestellt, daß die. Anzeige aus lPghrheit beruht. Das traurigste Kapitel ist das der Kinderprostitution Es gibt in Berlin zahlreiche als Massagcsalons oder Schoicheits- inftimtc v c r k a p p t e Bordelle, die ober der Polizei sämtlich bekannt sind. In diesen Unternehmen werden zum großen Teil Jugendliche„beschäftigt". Das Pftegeamt versucht von den ihnen zugeführten Jugendlichen herauszubekommen, wo noch andere Jugendliche zur Prostitution angehallen werden. Erst wenn das Pslegeamt mit großer Mühe eine Adresse festgestellt hat, greift die Polizei ein. Aus eigener Jnitiatwc scheint die Polizci nicht vor- zugehen. Neben der Frauenabteilung hat das Pflegeamt noch eine M ä n n e r a b t c i l u n g, die sich in der Houprsache aus Pekämpfung der Geschlechtskrankheiten beschrankt. Auch hier ist leider die Zahl der Jugendlichen, die betreut werden müssen, recht hoch. Dos Pflegeamt hat in den zwei Jahren seines Bestehens eine außerordentlich wertvolle Arbeit geleistet. Es hätte zweifellos noch mehr leisten können, wenn es nicht räumlich so überaus b e- schränkt wäre. Gegenwärtig ist das Amt am Alcxanderplah untergebracht. 3n kürze wird es dort verschwinden müssen, da die Häuser beim Umbau des Platzes mit abgerissen werden. Es wäre zu wünschen, datz dann dem pslegeamt ausreichende Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt werden, die seiner wichtigen sozialen Aufgabe entsprechen. Nationale Ehrenretier. Wie die Wut des EtammtischphilifierS sich austobt. Zeiten großer Erregung, zumal wenn sie durch eine verant- wortungslofc Presse geschürt wird, erzeugen den Mut des Stamm- tischphilistcrs, auch zu einer aktiven Beteiligung vorzustoßen. Solcher Mut äußert sich in Postkarten und Briefen, die»«ist anonym oder unter Decknamen an verhaßte Persönlichkeiten geschickt werden. Zu den S t a m m t i s ch p h i l i st e r n gesellen sich die meist noch stärker sanatisierten Damen„vaterländischer" Vereine. In letzter Zell gingen mir allerlei derartige Kulturdokumentc zu: ein« offen« Postkarle lautete:„Cuinp!— Eine deutsche Frau!" Ich kalkuliere, sie ist ein weiblicher Stahlhelm, eine Amazone im Hinterhalt, tapfer im Dunkel der Nacht. Ein Brief eines Dr. Ku- ncrt(so muß. der Name wohl entziffert werden, Poststempel Breslau) oroht, ich müsse eigentlich gelyncht werden. Eine richtige Bisitcnkarte abzugeben, riskiert dieser akadennschc Bor- lampfer für deutsche Selbstbefreiung nicht. Er wird wohl Alter Herr einer schlagenden studentischen Verbindung mit besonders ent wickelte»! Ehrgefühl fein. Ein« einzige der.zahlreiche» Zuschickungen trug Name?! lMd Adresse. Man nmß Zugeben,' bei weitem ddi tapferste und anständigste der Gegner, sittlich die anonymen Helden und Heldinnen weit überragend. Dieser moralisch höchststehende nationale Ehrcnrcttcr ist ein ehemaliger Justizbeamter. Eine Anfrag« beim preußischen Justizministerium ergab solgendes Bild:„Der Veriafier der Postkarte ist den Behörden feines Heimats- ortes seit langem als Psychopath und Querulant bekannt. Er ist lllll wegen eines Vergehens zu längerer Freiheitsstraf« verurteilt und anschließend aus dem Justizdienst entlassen worden. Er ist bereits in einem im Jahre lOi'» über ihn erstatteten Gutachten als eine obgcorietc Persönlichkeit bezeichnet worden, die u. a. an großer Reizbarkeit, ausgesprochenem Mißtrauen, überwertigen B«zi«hungs- Vorstellungen und uneinsichtiger, querulatorifcher, kampiartiger Ein- nelluvz gegen vermeintlich übelwollend«'Dritte leide. Dieser Gesundheitszustand dürft« sich im Lause der Jahre eher verschlechtert als verliesjert haben. Ein Strafverfahren wegen Beleidigung und Bedrohung würde unter diesen Umstanden möglicherweise zu einem Freispruch wegen Unzurechnungsfähigkeit führen...* Welchen geistigen Zustand würde nun erst«ine Nachprüfung der Seelenversosiiing jener anonymen Helden und Heldinnen in Presse und Korcspondrnz ergeben? Dr. Siegfried Kawerau. Ourchbruch Lindenstraße wird fortgesetzt. Der Magistrat hat in seiner Sitzung vom 15. Januar beschlossen, die eingclellcten Abbruchsarbcitcn für den Durchbruch der Lindenstroßc fortzusetzen. Die Gebäude aus dem Grundstück Äommandanienstr. 80/81(Sllarek) sollen sofort nach der Räumung abgebrochen werden. Mit dem Abbruch dürste vor April, Mai d. I. nicht zu rechnen sein, da die Abwicklung des Konkurses vorher kaum zu erwarten sein wird. Die neue Durchbruchsstroße soll in einer Breite von 32 Meter angelegt werden. Das zuständige Bezirksamt beabsichtigt in der Zeit zwischen provisorischer und endgültiger Straßenanlegung. soweit die Restparzellen nicht sosort zur Bebauung Verwendung finden können, dort eingeschossige Läden zu errichten, ähnlich wie am Potsdamer Platz, um die eingehenden Pachtsummen für die spätere Stroßenankage mit zu verwenden. Llnseren alten Kämpfern! Zu einer würdigen Feier für ihre Jubilars hatte die 25. Abtes- lung der Berliner Sozialdemokratie ihre Mllglieder und Freunde eingeladen. Der überaus stimmungsvoll in unseren Farben ge- schmückt« Saal vermochte die Fülle der sestlick) gekleideten Besucher kaum zu fassen. Prächtige von der Houskapelle ausgeführte Musik leitete mit dem„Einzug der Gäste auf die Älartburg" zum offiziellen Teil des Programms über, das umrahmt war von den alten Kampf- liedern, die uns so manches Mal zum Siege geführt haben. Da saßen sie, die Jubilar«, viele in weißem und grauem Haar, und durchlebten in Gedanken erneut die Kämpfe vergangener Zeiten, auch Erinnerungen freudiger Art zogen an ihrem Geiste vorbei. Erinne- rungen an 25jähriges Kümpfertum! Ihren Empfindungen gab Äe- nosse Landtogsabgeordneter Meier beredten Ausdruck. Das Programm wurde ergänzt durch Liedervortrag« des Bolks- chors Harmonie-Charlottcnburg und des Chores der Sozialistisihen Arbeiterjugeird Charlottenburgs sowie durch wir- lungsvollc Rezitationen. Die Namen der Jubilar«, die dyffch ilcbcrgabe von wertvollen Büchern geehrt wurden, sind Carl Block, Friedrich Brandt, Reichstagsaf'gcordneter Ennl G i r b i g. Paul H a m m e r, Hans H e r r m a n n, Gottlieb Karrer, August Kl ix, Richard Klose, Oskar Laib, Diw IN ermann, Oskar Schulze, Alois Stressen hofer, Martin Gressel. Dreizehn sozialistische Jubilarc, Kampfer der Arbeit, in einer einzigen Abteilung! l�adau, ihre einzige Starke! Kommunistcnlrach in der Bezirksversammlung Mitte. In der Einsührungs- und Verpslrchllmgssitzunq der Bezirks-- Versammlung Mitte legten die Kommunisten nach alter Manier einige Dringlichkcitsanträge vor, die offensichtlich daraus hinzielten, den übliöien Krach hervorzurufen. Als jedoch in der Gesdhistsordnungsdebatte Genosse Riese den kominimistischen Neulingen iehr nihig und sod>lid> erklärte, daß in der Einsiihrungssitzung die Behandlung von Anträgen dieser Art nicht möglich sei und daß in Zukunft die sozialdemokratische Fraktion allen Dringlichkeitsanträgen widerspredien werde, die nicht vorher den Fraktionen zur Kenntnis gebracht seien, wurden die komiminlstislhen Schreihälse säinell ruhig. Nur ihr sattsam bekannter Stadtverordneter Wisnewski konnte es sich nicht verkneifen,«Meie sachliche Erklärung mit wüstem Schimpfen zu beantworten, wobei die Mitglieder der sozialdemokratischen Fraktion als Lumpe» und Strolche bezeichnet wurden. Als ihm von unserer Fraklivn der „Lump" sehr deutlich quittiert wurde, hotten die Kommunisten den ersehnten Anlaß zum Radau. Der kommunistische Bezirlsverordnete .Lehmann, drang aizfi den Genchfop Lae.wu ein, u~£.mir dem Eingrzeff«,-.. ruhiger..und besynncner(tzeuoffen war es möglich. Schlägerei zu vermeiden. Da uns aber die Kommuniften sehr viel- sagend auf die nächsten Sitzungen hingewiesen haben.'ruerM wir schön jetzt beginnen müssen, den Berlinern tlarzninachen, in welcher Weise die Interessen der arbeitenden Bevölkerung uon den Moskau- jüngern wahrgenommen werden. Schuß den Minderbemiitelten. I. Bezirk Charlottenburg. trotz Per. Die Konstlluierung der Bezirksversammlung erfolgte aller Eigenbrötelei der Flügelparteien: Vorsteher wurde als treter der Fraktion der Mitte Dr. Kunz(Bolkspartei), die beiden ai deren Vorsteher stellten die Sozialdemokraten(Dr. KaPcray) utzd Deutschnationaten(Behrens). Im weiteren Büro sind wir iwd) durch den Genossen Wickler vertreten. Nack der Konstituierung trat die Versammlung aus einmütigen Beschluß nach Vorslhlag des Alterspräsidenten Brix in eine Beratung der Vorlogen und An- tröge ein. Di« eigenlllchcii Verhandlungen drehten sich um die Anträge der KPD. und tvPD. Genosse Dr. Kawerau begründete cmcn Antrag der SPD., der gegen die Politik des Oberpräsidentcn und des Bürgermeisters Sckfoltz und Augustin Einsprud) erhob. Juristisch und fodiliri» brandmarkte er die Maßnahmen dieser Diktatur und forderte, bcj Anerkennung der Nativendigkeit von Sparmaßnahmen, daß sie nicht aus Kosten der minderbemittelten Bevölkerung erfolgen dürsten. Bezeichnenderweise stimmten die K o m m u n i st c n gegen diese- Forderung! � Lehme damit die Versammlung die eigentlichen Einsprüche unserer Fraktion ab und tonnte sich nicht für eine Verteidigung der Selbst- wallung erklären, so stimmte sie der praktischen Sdilußsolgerupg unseres 2lntrages zu, daß notwendige Sparmaß- nahmen auf ihre soziale Tragweit« geprüft uyd nur mit Zp st immun« der Bezirksversammlung beschlossen werden dürfen. „Bill Kurbel und Bremse durdz Berlin." Heute sind Berliner Rundfunk um 17.20 Uhr ein interessantes Z aespräch zwischen dem Leller der Lllerarischen Wteilm BBG. Willy M ö b u s und einem Straßenbahn führ«! mtc/ien die} 5 J Zigarre CASINO FLOR jetzt für f LHN€. Äi-ck*J> ZENTRALE: BERLIN Wä5, POTSDAMER STRASSE 24/25 P't' iVjjk WMi »/chrx /av?>&LA' r«i, Prenzlauer Berq. Heule, Freitag, lT Iaauar. beginnt im Sezirlo. amt Danzigcr Slr. 64 der Äursu» Mendelsohn:.Ocffemtliche Wirtschaft". Äutsuedaucr 5 Freitage. Intercläerte Par.eimitglicder Und herzlichst ei». aeladen. g. lirri» Wilttterodars. Deamtenurrsammlung heute. Freitag. 17. Januar, um UM llhr. int ZZiltoniagarteit, Wiihclmsau« Ul— 115, Noter Kailnosaal. Eingang zur ltegelbahn, l Tr. Ilnla. Genais» Dr. iAheinstein spricht ilber .Meine voli'ischen und sonstigen SUUeeinbriW« in England. Ii. Are!» Neulöllu. Montag. 20. Januar. 16' j Uhr, im Nathans. Fimtner 137, Frakt'onssigiing.— Die Soziafistische Ärdeiierjugend Ncitkelln oeransialiet am Sonnabend. Ig.?anuar. im Saaldan Aergsir. l47. ein« Posa-Lurem, bürg, und llorl-hiel fnecht-Feier. Musil. Rcziiaiioncn. Ansprache: Anna Siems?». Einlast l!H, llhr. Unlosieubeiirag. 15. Streif Treptow. Heute, Freitag. Zll llhr. Strs-.Kr.orstandssttzung bei Tomalla. Niedetschöneweide, Berliner Sir. 36 Die Abieilunasleiier sind eingeladen. lg. Frei, Paukaw. Montag, lo. Januar, pünlilich i 2 Vi llhr, Slreirdeleg'crtcv. persamurluug bei Meqer, Pankow, Breit« Strasic..Türkische» sielt".— Der Sängerchor„siukunst". Panlow, bat am Sonnabend, 16. Januar, seinen iDlarliitboB in den Säumen Sanssouci-Nordend. Die Genossinnen und Genossen werden gebeten, sich an dem Vergnligcn unseres Sänger- chorz zu beieiligen. Ig. Sirei, Zlelnlcheudors. Montag, 23. Januar. 20 Uhr. im Nothaus Mttcnau, Sismng des Kreisrorsianhes mit allen Adteilungsleiiern. Heuke. Areitag, 17. Zanuar. 24. Abt. Die Gruppenführer werden ersucht, sofort die Einladungszettel zur nächsten Mitgllederversammlung vom Abteilungskassierer abzuholen. Morgen. Sonuabend, IS. Zanuar. Zt. Abt. lZZh Uhr Vorsiandssihuitg. Um 20 Uhr Funkllonürsitzung bei Bein- lich. Zsieisienburger Str. l. Wiäitige Tagesordnung. 63. Abt. Lichterfelde. Alle Bezirksfllhrer und sonstigen tätigen Genossinnon und Senossen treffen sich zur erweiterten Adteilungsnorsiandssiguna beim «siervssen Fritz Quandt, Moltkestr. 31, Ecke Hindenburgdamm, um 20 Uhr. Wichtige Tagesordnung. Ausgabe von..Unser Wog". 123». Abt. Slaul-dori.SIid. 20 Uhr im Lokal Zägerheim Jahresbauptversamm. luitg. Neuwahl der Abteilungsleitung. Erscheinen aller ist Pflicht. Zungsozialisteri. Gruppe Schönebcrg: Heute. Freitag. 20 Uhr. im Ingeudhoim L-upisir. 15. Schwabonland, immer. Portragt..Raiioitalsoiialismus". Sonntag. 13. Januar, Generalverfammlung. Näheres im Pormärts. Gruppe Bcddirg-Scluudbrunusu! Heute, Frettag, ISVh Uhr. Jugendheim Drthftr. lv, Fortsetzung der Arbeitsgemeinschaft..Die wirtschaftlichen siusammen. hänge der Außenpolitik". Referent Genosse Pottlitzer. Gruppe Dohnrdorf: Sonntag. 13. Januar, treffen wir un» zur Teilnahme an der Deneralderiammlung pünktlich 8.20 Uhr Bahnhof Grünau. Jeder muß erfchetne». Ausweise sind noch tjorhanden. Gruppe Süden: Heule. 23 Uhr. im Jugendheim Porcksir. 11, Fortsetzung des Relera.es.Dialeitische Untersuchungen der gegenwärtigen bürgerlichen Politik". Gäste herzlich willlamnton. | Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation| 7. Abt. Unser Genosse Fritz Älatt, Girclitzcr Str. 48. ist verstorben. Ehre seinem Andenken! Veerdigung heute, Freitag. 17. Januar, um 14>t Uhr. auf dem Elisabeth-Friedhof in der Mollankstraße snicht. wie irrtümlich an, gegeben. Emanuel-Friedhos in der Wolliner Straße). Wir bitten um rege Be. teiligung. 143. Abt. Wittenau. Die Einäscherung bes langsährigen Genossen Paul Gramm findet heut«, Freitag, lö llhr, in der Eerichtftraße statt. Um rege Beteiligung wird gebeten. il m SozialifiifcheArbetterjugendGr.-Serlin Cfinfenbunaen für diese Äobrtf nur an das ju�endfefreforfof ZSerlin GDS8. �tudenstraße Z mitbringe». heute. Zreitag. 19�A Uhr. Arkonaplatz: Schule Elisabethkirckistr. Ii:.sslegelsahre".— Gewerkschaft»- hone: Schule«öpenicker Str. l2ä:.Das gut» uttd das sclstccht« Buch".— Stall- vischap Barl: Leim Waismstr. 18:..Unser Wandern".— Rosenthalor Vorstadt: Heim siehdeii'cker Sir. ZZ:..Wie sieht es in unserem Betrieb ausD"— sieuttum: Heim Landsberger Str. 25:.Zugsndfchptz und Zugendrecht". Hansa: Heim l'ochumer Sir. 8b:»Unsere Bücher".— Moabit I: Schule Waldtnserstr. 20:»Der Bewegungschor".— Moabit II: Keim Lehrter Str. 18—13:»siweck und siiel« d«, Stunmoogel".— Arusmalder Platz I: Hetm Rastenbnrger Straße: Sturzreferai». — Fallplatz II: Schule Son.nenburger Str. 20: Vortragsabend.— Hohenschbu- bansen: Heim Freiet:waldir Str. 5:»Da, Stommunistisch» Manifest".— Humaunplatz: Schule Scherenbergstr. 7:„Karl Liebknecht— Rosa Luxemburg".— Netdast l: He'w. Danzigcr Str. 02:„Warum Note Falken".— Aruimplatz: Schule Sonnenburger Str. 20:.ZZas will die SAZ.?"— Wörth» Platz: Schule llastan�n.allee 82:„Unsere Stellung zu Nosa Luremburg und Sari Liebkneckll". .- Andrcasplatz: Heim Zrommnsir. 1:„Die politische Lage in Oesterreich".— Baltcnvlatz:°Hestn Tilst'er Str. 4—5:..Wir und die christlichen Organisationen". — Frirdrich-hatn: Heim Dieste'mcnerstr. Z— 6:»Freie Körperkultur".— Sita» lauer Viertel: Heim Eeßlersir. 41: Heimabend.— Ehatlotteuiura: Leim 3'osin.snstr. 4:„Internationale Jugendbewegung".— Eharlottenbnrg.Süd: Leim auf dem Sportplatz Eoethestraßct»Arbesterbewegung und»Politik in Eng- land".— Varicodors: Alte Schule, Dorfftr. 7: Lichtbilder:„Wiener Jugend- tagserlebnisic"— Steglitz, R. F.: Helm Panlsenstraße:„Führer des Sozialismus".— Britz I und II: sinsatnmtnknnst der Arbeitsgemeinschaft 13'6 Uhr Sä'ule Parchlmer Allee.— Nenköllu I: Leim Sander, Ecke Lobrechtstraße: Arde'tsgemeinsätast.— Ncnkella III: Leim Dergstr. 23: Mädelabend:„Stellung der Frau in der Gesellschaft".— NeulZllu Vll: Schule Kaiser- Friedricki�Ztraße: »Fragen zum Sozialismus", Z. Teil.— Fallende rg: Leim auf dem Gutshof: „Die englische Arbeiterbewegung".— Friedrichsbcgen: Keim Friedrichstr. 87: „Die Arbeitsgemeinschaft".— Baumschulenweg: Leim Ernststr. 10:„Politischer Rückblick aus das Jahr l»23".— Nicderschöncweidc: Schule Berliner Str. 31, Keller:„Lngicne des Alltags".— Kaulsdorf: Schule Adolfftr. 25:„Entstehung der S?l?."— Lichtende ra-Mitte: Leim Echarnweierstr. 27: sillle»Adend.— Reinickeudorf'Osi: Heim Lindaner Straße:..Arbciterlport".— Riederschou» hausen: Schule Blankenburger Str. 70:..Bursche und Mädel". Werbebezirk Wcdding, Dambourkapelle: Alle interessterten Svielleut« treffen sich zur gemeinsamen I�tthrt zum Ucbungsabend des ATEB. pünktlich 10 llhr Autobushaltestelle Bahnhof Wedding. Werbebezirk Prenzlauer Berg: Sonntag W.-B.-Mitgllederverfammlung im Leim Danzigcr Str. 02. Ludwig Dicdcrich spricht über„Jugend und Politik". Alle, anderen Beranstaliungen fallen ans. Allgemeine Wetterlage. Vorträge, Äereme und Versammlungen. W Kaweu fikr die---------- 15 Mr. zum Preise von 80 Pf. find noch Brpnnenstraß«". am Sonntag. 25. Januar. ch. Gespielt wird„Apollo Reichsbanner„Schn>arvRot-Gold". Geschäftsstelle: Berlin S 14. Eebastianstr 37-38. Lot 2. Tr. Freitag. IT. I-nnar. Wilmersdorf. Jungbanner: 20 Uhr wichtige Pefprechnng im Jugendheim Wilhelmsaue. Weißens»: 20 Uhr Generalveriamminng im Berliner Hos. Jahresbericht und Neuwahl des Bor- standes.-Alle aktiven und passiven Kameraten müssen erscheinen. Borstand 1 Stunde früher.— Sonnabend, 18. Zannar. Mitte. 6. Kameradschaft: 20 llhr gemütliche« Beisammensein mit Angehörigen,.Gaststätte Nofenthaler Platz", Eltösser Sir. 80—88.— Sonntag. 18. Januar. Mitte. 3. und 4. Kameradschaft: 17 Uhr Bunter Abend im großen Saal des Gewestkfchaftshaufes. Saaleröffnung 10 Uhr. Mitwiikende: Iniernntionale Artistenloge. Karten tum Preise von 1 M. an der Kaste erhältlick'. Kreuzberg, Jugend i: 7Vi Uhr Porck- Ecke Belle- Alliance-Straße, in Bundeskleidnng mit Tagesvrov'ant. Kameraden anderer Ortsuereine in Bnndeskleidting willkontmen. Eharlottenbuia. Kameradschaft Sinttgart: lvlz Uhr bei Beutel(früher Grimm), Saiser-Friedrich-Str. 03. Jahresversammlung. Dthönebero.Friedenan iOrtsverein): 0)8 Uhr erweiterte Borstandssitzung in der Fincttstlattse. Msihlenstraße. Köpenick tSchutzsport- Ab'.): 3)s Uhr Betsammfung der Schutzsportabteilung bei Bülow, Llrschgarten- straße l.' Lichtenberg: Die gesamte Zungmannschast pünktlich 8)-7 Uhr ans dem Bhs. Erkner in Bundeskleidung. Btoviant mitbringen.— Tempelbof(Kamerad- sckast): Freitag, 17. Januar. 20 Uhr. Generalversammlung bei Pommercninq, Berliner Str. 100. Neuwahl. Spielmannszugübungsiiunde fällt aus. Boll- zähliae Betciligtmg der Tempelhof» an der Generalversammlung nostvendig.— Sleuielln-Britz: Die Ortsgruppe Selchow veranstaltet am Sannabend. 18. Januar, eine» Maskenball. Rege Beteiligung seitens des Ortsvereins erwünscht. Reichskartell Republik. Donntag, 18. Januar. Sportplatz Friedeichefelde: Bon 0—12 Uhr schießen die Oriövereine Friedrichshain und Mitte, van 12 bis 17 Uhr Treptow und Lichtenberg. Die folgenden Tage bis einschl. ssrei'ag bleiben für die genannten Qrt-verelne gleichfalls frei. Köpenick(Ortsverrin): Ab IM Uhr Uvbungsfchießen bei Bülow. Restaurant Wilhelmshof. Hirschgarten- straßc 1. Äirterschutzv»baud. Ortsgruppe Bedding. Dersaunnlung Dienstag, den 2l. Januar, Restaurant Echultheiß.Patzenhofer, Ehausseestr. 64. Vortrag Rechtsanwalt. Dr. Hans Zaousiel:„Streitfragen bei Untervermietung". Gäste willkommen. Eintritt frei. i6.Jan.i930.abds. wslk8!i!9s,0 hester.O halb bedeckt 9 wdkto,® bedeckto Regen AGraupsln .TiGewffeo©Winkte Kräftiger Luftdruckanstieg über dem größten Teile Europas hat zur Ausbildung eines Hochdruckgebiets über dem westlichen Mittel- europa geführt. Auf dem Westrandc des hohen Druckes fließen etwas kühler« nördliche Luftmassen nach Süden. Bei ihrem Ein- treffen kam es im Flachland« allgemein zu Regenfällen, in den Äs. birgejagen kam es zu baldiger Aufheiterung. Das Hoch hat vor- läufig den Höhepunkt feiner Entwicklung noch nicht erreicht, wird sich aber langsam nach Osten verlagern. Es wird vermutlich in den nächsten beiden Tagen unser Wetter bestimmen. Infolge der un- gehinderten nächtlichen Wärmeausstrahlun-g dürfte es wieder.zu Nachtfrösten kommen. * ilvetterausfichten für Berlin unö weitere Umgegend. Morgen� cnvas neblig, tonst trocken und heiter, Temperaturen etwas niedriger, schwache Luftbewegung. Allgemeine Welleraussichken für Deutschland. Allgemein heiteres und, abgesehen von örtlichen Nebelbildungen, auch trockenes Wetter, kälter, schwache Lustbewegung. Lerantwortlich wr Politik: Dr. Entt Seq»; Wirtschaft:«. Sllinaelhöfer: Geoerkschattsbeivegung: Z. Steiner: Feuilleton: Dr. Zoh» Schikoniski: Lokale, und Sonflia«,: Fritz Skarstädt: Anzemen: Tb. Glocke: sämtlich in Berlin. Verleg: Vorwärts-Verlag G. m. b. H., Berlin. Druck: Borwarts-Buchdrucker« uick» Berleasanftalt Paul Hinger u. Co., Berlin GW. 68, Lindenftrafce T. Kierz»$ Beilagen,»Stadtbeilage" nah �Unterhaltung und Wissen�. ____________________________________________ I I.............................................................................................................. 3i.,.i,iM!i33Ili.iI.!iIUUiilIUUi«M�I3I3iiUwII>MUiiIöIö«»iwIi>!l!:3III!i!03I!3!i.l3N33!l3�>,M!i«MMIl!ilU!I>M!.i3iiI!M>UiiiIiiiI!ii3M3iI!ii!l.Miw� i Kolonialwaren) Delikatessen| Gemüse- und Obst-Konserven| Geflügel, Wild i Wemo | Zucker'»•...... w5pe,pgsI«ßso 2.L0Z Pfiournen-.ho» s»»>n 1»20 Z ZpLlrgelabschnitte. 1.70 J Reinecloub.»/, v. 0.36 1.20 1 Brechspargel<-- köp's 2.20 1 Stachelbeer.auin.Md.0.300.k5O.SO t Aprikosen Md. 1,70 1�5 0�8 S Birnen..■ Md. 1.35 1,151. 00 1 Prönellen...... Md 1,00g Pfirsiche... Md. 1.40 1.1 0 1 Ringäpfel...... Md. 0.90 1 Mischobst. Md. 1.050.851 Pfd. 0.25 1 Essig-,Gew.-Gurk. Do,r;0,9S| jg. Erbsen m> Salzgurken. ur.-o� 0.70 Z Gem.Gernüse ittstt. m. Kar. > u. Schnittbhn. Obst O.OO I Kirschen rot. mit Stein. 0.78 1 Birnen gr. fmdl».... 1.70 Z Preiselbeeren.... 1,80Z Gem. Prüchte.... 0.75 1 Apfelgelee ca. i m.-gi- 1.00 S Aprik.-Marm.eo.iM.-Gi. 0.95|Vierfr.-Marm. io»e Md. 0.45 1 Orang.-Marm.ioseM. 0.70 1 Anan.-Konfit. iaee Md. 1.05 1 Erdbeer-Kanf.iose Md. 0.60 1 Pflaumenmus lose.. 0.85 1.00 i™ i johannisbeerw. « ftf» 1 Gansekeulen... Md. 1 ,50 Z r, 1.00Z~, ,, a i Heiaelbeerwem. f aA I Gansestuckenfl. on Md. 0.85 1_ : O.esiH'rschblatt.. ab™|Wermut..... | Rehblatt....... Md 1.45 1 Douro.p0rtwein. | Rehrucken ,mge„«, � J00| | Fasanen.. stA. 3.85 2.95 Z Z Kaninchen gestanen. s»d:. 1»80 1 1 Hasen ohne feit... Pfd. 1.20 1.35 1.45 0.50 0.50 0.50 0.50 0.70 0.85 O.50 Gemüse Apfelmus J-Md.-Dose.... Pflaumen** m. St.. 2- Md.- Do«. Ve □ V Fische und Konfitüren| Räucherwaren | Malzbonbon....Md. 0.45 1 Schellfisch o. ic..Md. Honig bonbon... Md. 0.45 i Schellfisch■- k...Md. Brustkaramellen,.ph, 0.451 Kabeljau o. k....Md. Gef. Dragee....Md. 0.651 Kabeljau«hm. Vollm.�chok..BruchMd.1.25| Goldbars••• Marzipan-Bruch. Pfd. 1 ,3©| Kabeljau-Filet Lebkuchen-Bruch. Md. 0.60 1 Grüne Heringe 3 Md. Keb-Mischung.. Pfd. 0.60 1 Lebende Bleie. Rekord-Mischung Md. 0.80= Leb. Karpfen Alpen brat..... Md. 0.60 1 Bundaale ostdo.Bd. Sparren berg-Keks Md. 0.90 1 Seelachs uSdi*ib.%Md. Burgmühle-Kakao Md. 1.20 1 Lachsheringe ssk*... Argenta-Schokolade| Bücklinge......«d- hivb und Sahn«, 100 Gr.-Tfi. 0,50 1 Kieler Sprotten. Pfd. J Apfelsinen..D»-d.an D Mess. Dopp.-Blut stde. 1 Mandarinen.. 2 Pfd. Md. Md. Md. Md. an Pfd. 0.38 1 Blumenkohl.. Hopf an 0.15 1 Rosenkohl—.2 Md. O 45 1 Rot- u. Wirsingk.. pm. 0.42 1 Tafeläpfel.... 2 Md. 0.35 1 WeißKohl..... Md. oisS i Schwz.JägeräpfebMd. 0.35 1 Franz. Spinat..2 Md. Q�jlMusäpfel..... Md. 0.10S Grünkohl.. H JJ| Bananen.... 3 Md. 0,33! Zitronen... Dtzd. on O.jjgiSmyrna-Feigen. m. O.73 1 Datteln....... Md. 0.69 i Almeria-GoldweinMd. i'iol 0.75 z 0.90 g 0.25 P 0.3» 0.701 O20i 0.35 1 0.08 Wurstwaren Niersteiner... Dürkheimer»01«. Wsinbr.-Vsrsrtm.) Ur�Pi. J Wsinkr.-Spsziol> it-Kf- D Rum-Vsr3. 3S>/,l Ur.-ff. | Alter Nordh..'Ur.-N. | Cherry-Brandy•• R | Danz-Goldwasserfi- i Wermut lAcoMatoi. n. | KallstädtenRoiwi•- f- 1 Haut.BarbiorFrz.Roiw. Fl. 2 Pfd. 1.00 1 Mohrrüb., g-wo«di. Pfd. 0.38 1 Sellerie, gros...2 Md. 0.281 Chicoree..... Md. 0.60 i Schwarzwurzeln Pfd. 0.20 Z i«--»«w 0.55 ß Industr.-Kartaff.ko pfd. 0.45'" j Blut-u.Leberw.iäd». Md. 0.75 1 Bechtheimer.... a i Blut-u leberw. f�«d, 0.65 1 Liebfraunmi|ch.. r Oll 1 Dampfwurst Md. 1.15 0.90 1 Ze|t Kjrchenpfad. a n'nA- ThOring.SpedcwurstMd.0.95 1 ««Ii Jagdwurst..... Md I.IOZ � 0.3o| �YienerWürstchen P(d.1.15i ÖU«T©b vi» 0.35 1 Streich mettwurst Itr. 0.50 0.85 1.10 1.00 1.15 1.33 210 1.10 1.50 0.95 4.20 4.80 4.30 5.00 3.60 3.60 1.90 1.09 1.30 0.90 1.50 1.89 . Md. 1.33 1 Dan. Butter..- 1,10 0.981 Molkerei-Butter Kaffee stet» frisch geröstet Pfd 4.00 3.60 3.40 3.20 3.00 2.70 2.50 2.20 1.75 G ä s e Md. qh O.S2 n gefroren. Oderbruchcr pr. Hafermasf Md. ob 1.03 Md. ■■ Pfd. | Berliner Mettwurst Md. 1.00 1 Margarine..Md. ab 1 Bierwurst...... Md. 1 ,40 1 Pflanzenfett.- ad 1 Grobe Teewurst. Md. 1.60 1 Bratenschmalz• ad. | Salami u.Zerveiatw.Md.1. 75 1 Frühstückskäse Roii« | Braunschw.Piockw.Pfd.1.68 1 Bayr. Schweizer• Pfd. 1 dto. Zervelatw. Md. 2.20 S Tilsiter 35»/o Md. 0,88 Wo SMettw. mit Kümmel pfd. 2.20 Küse 1.98 1.72 0.50 0.50 0.75 0.59 1.48 0.65 Edamer 40°/» Pfd. 1,10 Wh 0.75 7tt, 27» 47. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Freitag. 47. Januar 1930 Wirtschast ohne Arbeit. Die Schacht-Katastrophe größer als die vorjährige Kältekatastrophe. Die Berichte der Gewertschaftsverbände weisen ein« merkliche Steigerung der Arbeitslosenzahl im Dezember auf. Bon 100 Gewerkschaftsmitgliedern waren arbeitslos: An der Jahreswende war die Arbeitslosigkeit diesmal noch weil höher als zu dewselbeu Zeitpunkt vor 12 Monaten. Mehr als die hülste der Bauarbeiter und jeder achte Arbeiter In den übrigen Bernsen sind der Arbeitslosigkeit ausgelieserl! Nach den Angaben der gewerkschaftlichen Statistik ist also die Log« des Arbeitsmarkies noch schlechter, als sie noch den Zahlen der !Re t ch s a n st a l t für Arbeitslosenversicherung zu sein schien:. die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger liegt um weniger als ein Zehntel über dem Niveau des Vorjahres, dagegen beweisen die Berichte der Verbände, daß die Zahl der Arbeitslosen unter den Gewerkschaftsmitgliedern mehr als um ein Fünftel zuge> nommen hat. Die Abweichung kann nicht aus der beruflichen Zusammen. setzung des Mitgliederbestandes der Gewerkschaften erklärt werden: in der Regel bewegen sich die gewerkschaftlichen Arbeitslosenzahlen mit densenigen der Reichsanstatt parallel. Dielmehr muß man in diesem Fall« an die Veränderungen in der Arbeitslosenversicherung und an die tausend« Arbeitslosen denken, die keine Unter- stützung beziehen. Der Beschäftigungsrückgang ist— bis auf die einzige Ausnahme der Hutarbeiter-y- in sämtlichen Berufen und Der- bänden festzustellen. Am schwersten fallen aber— neben der Stillegung der Bauarbeiter— die Entlastungen in der Metall- industri« und im Holzgewerbe ins Gewicht. Es waren arbeitslos: 19 2 9 ie Arbeitsstreckung bei der BVG. Arbeitmot gegen Gewerkschasten. Zu unserer Notiz in der gestrigen Morgenausgab«„Keine Eni- lassungen bei der BVG." wird uns berichtigend mitgeteitt. daß die vorübergehende Einführung eines fünften unbszahtten freien Tages im Monat für da» Fahrpersonal nichtmitdemBetriebsrat, fondern mtt dem Arbeikerral vereinbart wurde, der in seiner Mehr- heit au» Kommunisten und Unorganisierten besteht. Daß im Augenblick ein Uebersluß an Fahrpersonal vorhanden und dadurch«ine Streckung der Arbeit notwendig geworden ist, kann nicht bestritten werden. Die Uebsrsetzung an Fahrpersonal ist auf verschiedene Ursachen zurückzuführen. So mußten im Juni vorigen Jahres infolg« der Verkürzung der Arbeitszeit des Derkehrspersonals vongauf 814 Stunden zwangsläufig Neueinstellungen oorge- nommen werden und dazu noch über diesen Bedarf hinaus, weil wahrscheinlich als Nachwirkung des vorigen strengen Winters der Krankenstand beim Fohrpersonal in den Sommermonaten bedeutend höher lag als in früheren Jahren. Der in jedem Winter eintretende natürliche Rückgang an Fahr- gästen auf der Straßenbahn und den Omnibussen(Wegfall des Aus- flugsverkehrs usw.), macht sich im neuen Jahr infolge der Fahrpreis- «rhöhung noch etwas stärker bemerkbar als in den Wintermonaten früherer Jahre. Hinzu kommt noch, daß jetzt erfreulicherweise entgegen allen Erwartungen, der Krankenstand beim Fahrpersonal insolge des gelinden Winters anormal niedrig ist, io daß also tatsächlich im Fahrdienst augenblicklich zu viel Personal vorhanden ist. Als hie Oroanisqtionsvertreter von den geplanten Personakeinschrönkungen erfuhren, bahnten sie mit der Be- triebsleitung der BVG. Verhandlungen an, um ge- mewfam mit ihr über die Behebung dieser Schwierigkeiten zu beraten. Inzwischen hat ober der Arbeikerrok nichts eiligeres zu tun. gehabt, als seine Zustimmung zur Einführung eines unbezahlten fünften freien Tages im Monat zu geben. Di« Gewerkschaften wollten darauf dringen, den Acht- st u» d e st t a g einzuführen, für welche Forderung sie jetzt die denkbar besten Argumente hatten. Zmn mindesten wollten sie aber versuchen, durch die weitere Vorwegnahm« von freien Tagen, die TsdiSttS� Togal-Tabletten sind ein hervorragendes Mittel bei AI»«»«»», ok-At,»««Ais-, Grtpp9, Nerven- und Kopfschmerz, Krlkailungskrankheltcn. Laut notarieller Bestätigung an- erkennen über SOWZ Ärzte, darunter viele bedeutende Professoren, dir gute Wirkung pes Togal. Ein Versuch überzeugt! Fragen Sie Ihren Arzt. In allen Apotheken. 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Der ADGB. an der Spitze. ARBITER: in5qcsQrnrcQ.16 Millionen : davon-':'? i organisiert:] 5,85t Mill.(--36,57cJ ANOESTEliTB; inslKSorntca 3,8 Millionen 1,582MiII.(=41,67o) BEAMTE: insqgMrntccUfeM� Orqanisationsqruppen: frei- christlich- fneiheiftich- qwerksctafHkfte nationale nationale sonstige Christi fMitgfiederajhten in Tausenden) öcverksdi ito cm "0 100 4,867 A.D.Gß. W) 470 300 re ifff-*-i AlV. In diesem Schaubild fällt zunächst da» ungünstige Verhällm» zwischen der gewerkschaftlich organisierten Arbeiterschaft und den Unorganisierten auf, die von der KPD. als„klassenbewußt" umschmeichelt werden, während die Gewerkschaftsmitglieder als„So- zialfaschisten" von ihr beschimpft werden. Etwas günstiger ist dos Orgamsationsoerhällnis bei den Angestellten, am besten aber bei den Beamte n. Der mächtige Block der im Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund organisierten Arbeiterschaft zeigt deutlich die Bedeutung der freigewerkschaftlichen Arbeiterbewegung in Deutschland im Vergleich zu den übrigen Gewerkschaftsrichtungen. Einig« Zahlen sind zwar überhott, doch das Gesamtbild wird dadurch wenig berührr. Unter den Angestelltengruppen hat der A f A. B u n d sich bereits eine beachlenswert« Stellung verschafft, während es der frcigewerk- schaftlichen Beomtenbewegung leider noch nicht gelungen ist, sich die nötige Ausbreitung zu sichern. Verbandstag der Bergarbeiter. Am 20. Juli in Brcslau. Der freigewerkschaftlich« Verband der Berjibauindustriearbeiter Deutschlands deruft zum 2a Juli nach dem Gewerkschaftshaus in Breslau feine 27. Generalversammlung«in. Di« in der Nr. 2 des Berbandsorgans oeröffiittlicht« Togungsoiinmng sieht außer der Er- stattung der Geschäftsbericht« für die Jahre 1928 und 1929. den ver- schieden«» Wahlen und Berichten von Gewerkschaftstagungen die Asnderung des Bsrbandsstatutes sowie zwei Referat« über da» Bergarbeitsgesetz und die Reaktion in der Wirt- schaits- und Sozialpolitik vor Die Wahl der ISO Delegierten und chrer Ersatzmänner erfolgt am Sonntag, dem ü. April im gesamten Reichsgebiet, und zwar nach der Wohlordnung und den Beftim- münzen des Berbandsstatuts. Der Derbandstag wird voraussichtlich bis zum 25. Juli dauern. Keierfchichten bei Thyssen. Kür 12000 Mann wöchentlich zwei Tage Lohnausfall. Duisburg. IS. Januar. Die Leitung der August-Thyssen-Hütt« wird infolg« Maugels an Aufträgen Feierschichten in größerem Umfange einlegen. Morgen, Sonnabend, wird das ganze Werk mtt Aus. nähme der Hochofenbetriebe feiern. In der nächsten und über- nächsten Woche sind ebenfalls zwei Feierschichten für sämt. liche Betriebe vorgesehen. Sollten dann größere Austräge noch nicht vorliegen, so würde auch in den folgenden Wochen an je einem oder zwei Tagen gefeiert werden. Man hofft, daß die Lage sich in«imger Zeit bessern wird. Bon den eingelegten Feierschichten werden etwa 12 000 Arbeiter betroffen. Mr 15 Arbeitsiage im Monat. Wenn die Unternehmer die Arbeitszeit kürzen. kaliowitz, 16. Januar. Der„Poloniä" zufolge sind In der B i s m a r ck- H ü t t« und anderen Hütten desselben Konzerns die monatlichen Arbettsfchichteu auf 13 beschränkt worden: für den Lohnausfall wird die Arbeitslosenfürsorge eintreten. Diese Mahnahme hat bei der Arbeiterschaft große Erregung hervorgerufen. Tarifverhandlungen in Dänemark. Unter dem Druck von Aussperrungsdrohnngen. Kopenhagen. IS. Januar. Ueber den Neuabschluß von Tarifverträgen für etwa 62 900 Arbetter wird gegenwärtig zwischen den Unternehmern und den Gewerkschaften verhandelt. Die Unternehmer klagen, daß diese Verhandtungen u. a. dadurch erschwert würden, daß� teilweise Lohnerhöhungen bis zu IS Proz gefordert würden. Sie suchen die Verhandlungen durch die Drohung zu beeinflussen, in ihren Kreisen komm« der Will« zum Ausdruck, auf breilerer Grund- läge den Kampf aufzunehmen. Ein« wichtig« Rolle spielt hierbei der seit längerer Zeit an- haltend« Streik bei dem Bau der Brücke über den Kleinen Bell. Wenn dieser Streif nicht beigelegt wird, was an der Haltung der Unternehmer scheitert, wollen die Herren zur Aussperrung über- gehen._ Bergarbeiierkampf in Australien. Sidney, IS. Januar.(Eigenbericht.) Ein Zusammenstoß zwischen Mitgliedern des Arbeiter- Verteidigungskorps und der Polizei in der Näh« von Ceßnock i n Neusüd-wales hat zu einer völligen Stillegung der Gruben im ganzen dortigen Bergbaudistrikt geführt. Di« Frauen der Bergarbeiter sind überall ihren Männern durch Uebernahm« von Streikposten behilflich. Die Regierung von Neusüdwales hat mtt der Rekrutierung einer freiwilligen Hilfs- polizei begonnen. Der Ministerpräsident von Neusüdwales, B a vi n. befindet sich auf dem Weg« nach Melbourne, um den Bundesmmisterpräsidenten Scullin zur Intervention zu veranlassen. Iuaendaruppe deoZentralverbandes der AngeffeM«, Stvtt, ftccitaa, finden folflenbe Veranstaltun Jugenddemi Laufen«! 2tr. 2. Lortrog:.D ittn Dinl.'KandelsIrhrerin Müller.—»opeaid: fl ssreitaa. finden folgende Veranstaltungen statt: vberfprc«: Jugendbeiur Laufcner£>tr. 2. Vortrag:.Modern« Berkauftlun,:". Aeserenttn Dial.-Handel-l-�rcrin Müller.— adpeaick: Iugenddeim DadlivI»«- Elraß« fSaeanstaw. am Bahnhof Köpenick. Brettspielabend.—«üd-elt: Jugendheim Torelltr. 11.? immer 5, 2. Hof. Quergebäude 1 Trepp«. Tortrag: „Die Bildung de. Iunggewerkselialtlei.". Referent Gertrud Ellert.— M> A Uhr Berufslundlict-«rdeitsgemcinslhaft der Iugendbezirte Neukölln und Urban Ml Jugendheim Rcutölln, Böhmische Str. 1—4. Nachruf! Am 14. Januar dieses Jahres verschied das Mitglied des Reicbskalirats Herr Ocneraldlrektor a. D. Dr. Ing. h.«. Theodor Pllenfnger in Frankfurt a. M. Er gehörte dem Reichskalirat seit seiner Gründung als Unlernehrnervertreter aus den Kreisen der Kali verarbeitenden chemischen Industrie an. In dieser Eigenschaft hat er an allen Aufgaben, die den Reichskalirat beschäftigt haben, mit regstem Interesse mitgearbeitet und ist in vorbildlicher Weise stets bemüht gewesen, bei Meinungsverschiedenheiten und Interessengegensätzen eine ausgleichende Lösung herbeizufuhren. Sein liebenswürdiges Wesen, seine große Menschenfreundlichkeit und stete Hil sbereitsenaft sichern dem Verstorbenen ein dauerndes, ehrendes Andenken. im Hamen des sesamten Relchskalirats Der vorsttnnde: Dr. Ziriiier fleüljdier lietallariieittr-VeM VervaltaDPSSttllc Herlin Todesanzeigoi Den Mitgliedern>u: Rrchricht. dag unler Kollege, der Schlosser veorg kecker geb. 28. Fetruar 187k, am 14 Januar geft-rden ist Die Beerdigung findet Sonnabend. den 18. Januar. It>z Uhr. von der Leiedenhall« de«(gemeinde-Friedhotee tu Reiniilenbors, Humdoldt-Straße aus statt Rege Beteiligung wird erwartet. ttachruf Den Mitgliedern lerner tu? Nach. richt, dah unser jtollege. der Schl-uei Valüemsr Grleger geb 4 Juni 1890, am 6. Zanu« gestorben ist. Die Beerdigung hat bereit» statt- gesunden, Ehre ihr,»««denke»! Die Orterenraltan« E> K VZWS&ie* l? Die weburl eine» Jungan«'■ zeigen hiermit an« KuriSiolp und Frau Irene � geb Richter. Berlin, den 16. Januar 1930. ® 46 9) IMMMSC »ä«, Unterhaltung und Wissen Jadi Xondon; Wie fak SOSBiaüfi Sat solgente«aprtil tntnc�aten mit btm biihtr In Deutschland noch nicht erschienenen Buche«Alassenlamvf'. Ich darf wirtlich sag«», daß ich auf die gleiche Weise Sozialist geworden bin� wie die germanisch«» cheiden sich dem Christentum onschloss«»: die Lehr« des Sozialismus wurde mir mit Hanrmer- schlagen eingehauen. In der Zeit meiner Wandlung suchte ich nicht den Sozialismus— im Gegenteil, ich bekämpft« ihn. Ich war jung und unbekümmert und sang, ohne die Existenz der.Schule des In» dioidualismus zu ahnen, aus vollem Hals« den Hymnus der Kraft. weil ich selbst stark war. Ich besäst eine ausgezeichnete Gesundheit und Muskeln aus Stahl. Meine Kindheit hatte ich auf Gütern in Kalifornien verbracht, mein« erste Jugend als Zeitungsverkäufer in den Straßen einer sauberen Stadt des amerikanischen Westens, und als junger Mensch war ich aus den windüberwehten Wassern des Bai von San Franziska und des Pazifischen Ozeans gesahren. Ich betete das Leben inbrünstig an und arbeitete wie ein Pferd. Ich legte mich nicht f«st, schaffte mal hier, mal da, schaute die Welt an und bewunderte sie rückhaltlos. Ich wiederhole: dieser Optimismus entsprang meiner Gesund» heit und Kraft: nie war ich kränklich, und nie entliest man mich, weil ich zu schwächlich gewesen wäre. Ueberall fand ich Dienste als Arbeiter, als Matrose, als einfacher Handlanger. Eben, weil ich vor Jugend strotzt« und meinen Mann bei der Arbeit stand, war ich ein rücksichtsloser Individualist. Nichts war natürlicher— war Ich doch im Existenzkampf Sieger! Schon damals betrachtete ich diesen Sport, wie ich ihn ansah, und wie ich es bei anderen zu erkennen glaubte, als einen Sport für Männer..Ein Mann sein", das war der Wunsch, der tief in meinem Herzen geschrieben stand. Abenteuer erleben, in die Arena treten, Männerarbeil tun sselbst für geringen Lohn), da» war das Ideal, das mich begeisterte. Ich schaute in ein« ungewisse, aber unendlich« Zukunft, und so tot ich das, wus ich sür einen männlichen Sport hielt, und kam mächtig vorwärts, begabt mit einer unerschütterlichen Gesundheit und kraftvollen Muskeln. Wie ich schon sagte, erschien mir diese Zukunft unbegrenzt. Ich drang mit herrischer Kühnheit in ein Leben ohne End««in. wie eine jener blonden Bestien von Nietzsche, ein freudvoller Vagabund, der die Welt durch seine physische Kraft eroberte Ich kümmerte mich kaum um die Unglücklichen, die Kranken, die Siechen und Krüppel. Ich glaubte, es sei ihnen möglich, ihr Leben ebenso in- teressant zu gestalten wie ich, wenn sie sich nur wahrhaft Müh« gäben(abgesehen von unerwarteten Zwischenfällen) S'e hotten doch nur zu arbeiten wie ich. Und Schicksalsschläge? Nun, das war Fatum: man entgeht seinem Geschick nicht. Waterloo war für Na- poleon ein Schicksalsfchlag gewesen. Sollte ich deshalb meinen Wunsch, später ein neuer Napoleon zu werden, aufgeben? Auster- dem liest«» mein Optimismus, erzeugt durch«inen Magen, der Eisen verdauen konnte, und«inen Körper, der trotz aller Eni» behrungen blühte, nicht zu. daß ich an unerwarteten Ereignissen teilnahm, selbst wenn sie von westem in meinen Umkreis traten. Ich hoff«, klar gezeigt zu haben, dah ich d«n Ehrgeiz hatte. zu jener Oberschicht von Menschen zu gehören die von der Natur besonder» günstig ausgestattet sind. Nichts säst so tief in mir. wie das Lewusttfein der Würde der Arbeit. Ohne Carlyle oder Zip» ling gelesen zu hab�n. Haft« ich mir ein Evangelium der Arbeit geschaffen, das das ihr« übertraf. Für mich war die Arbeft auf dieser Erde allein die Heilung, das Heil des Menschen. Der Schwung, der mich nach einem wohl ausgefüllten Arbeitstag be- feeste, läßt sich nicht in Worte fasten. Ich war der ideale Ausge» beutete, der Typ de» Sklaven, glücklich, dienen zu können. Aus» reisten erschien mir damals wi« ein Verbrechen gegen mich und den Unternehmer, der mich enttohnt«. Mir deuchte, daß eme solche Tat dem Verrat gleichkäme. Anders ausgedrückt: Mem bedingungslcftr Individualismus war beherrscht von der orthodoxen bürgerlichen Moral. Ich las bürgerliche Zeitungen, ich hörte mir bürgerlich« Prediger an, und ich applaudierte aus Leibeskräften den Tiraden bürgerlicher Politiker. Ich bin überzeugt, daß, wenn die Ereignisse meine Entwicklung nicht geändert hätten, ich als Streikbrecher mein Leben beschlosten hätt«, vorausgesetzt, daß mein Kops und meine Talent« nicht vorher vom Knüppel eines Radau-Syndikalisten zer- schmettert worden wären. Ich war 28 Jahre alt geworden und kam von einer sechs» monatigen Seereise zurück, als ich, von Unruhe getrieben, auf Wanderschaft ging. Aus den Radachsen oder Dächern von Güter- wagen verliest ich den Westen, wo die Arbeiter, weil sie selten sind, die Qual der Arbeitssuche nicht kannten, und fuhr in die dicht- besiedelten Industriezentren des Oftens. Die Menschen waren da nicht viel mehr wert als Kartoffeln und zerfleischten sich gegen- seitig um einen Arbeitsplatz. Dieses letzte Abenteuer liest mich das Leben aus ganz anderen Augen ansehen. Ich war aus dem Prole- tariot in die Schichten hinabgestiegen, die die Soziologen als die »zehnte Schicht" bezeichnen, und ich entdeckte mit Entsetzen, aus welchen Quellen man diese Schicht speiste. Ich fand da«in Kunter- bunt von armen Teufeln, von denen mir viele die besten Anlagen zu haben schienen, und die gleich mir die Nietzsche-Bestien ange- betet hatten: Matrofen. Soldaten. Tagelöhner, mit zerfleischten Gliedern, zermürbt und verunstaltet von der Arbeit, von Eni- behrungen und Unfällen. Von ihren Unternehmern waren sie weg- geworfen worden wie altes Eisen. Mlt ihnen habe ich das Pflaster getreten, mit ihnen die Türen ungastlicher Häuser zugeschlagen: an ihrer Seit« habe ich Planwagen und auf Parkbänken nächtens gefroren. Sie haben mir die traurige Geschichte ihres Lebens er- zählt. Wir haben unter dem gleichen Glücksstern begonnen, ihre Körper und ihre Magen funktionierten ebenso gut. wenn nicht besser, als der mein«— und alle dies« Wesen endeten nun im Schlacht- haus, da. vor meinen Augen, in der tiefsten Tieft des sozialen Abgrunds. Mein Hirn begann zu arbeiten. Das Slrastenmädchen, der Mann im Chausjeegraben waren mir nicht mehr fremd. Ich sah das Gemälde des sozialen Elends mit so großer Deutlichkeit, als wäre«s ein greifbarer Gegenstand. Ganz im Hintergrund, In einigem, nicht sehr großen Abstand von den anderen müht« ich mich, die glatten Wände des Schachts emporzuklertern. Ich gestehe, daß mich ein unsagbares Grauen erfaßte. Was wird sein, dachte ich. wenn meine Kräfte schwinden? Wenn ich mich nich! mehr mit den starken Menschen der zukünftigen Generation messen kann? Und ich sagt« mir: Mein ganzes Leben habe ich geschuftet wi««in Vieh. Trotchem sehe ich. daß ich tiefer denn je im Abgrund stecke. Gewist. ich werd« aus diesem Abgrund herausklettern. Aber nicht durch die Kraft meiner Hände. Zu Ende sei es mit dem Fron- dienst! Ich will nicht selig werden, wenn ich künftighin«inen ein- zigen Tag körperliche Arbeft verrichte, ohne dah die unbedingte Notwendigkeit mich dazu zwingt. Von da an war meine Haupt- sorg«, jeder ermüdenden Arbeit zu entfliehen. Aber kehren wir zu meiner Wandlung zurück. Man hat ge- leheiz. mft welchex.. Gewalt die Kraft der Gefchehniss« mich aus jenem Individualismus herausgerissen und mich auf die ganz«nt- gegengesetzt« Seite gestellt hat. So, wie ich Individualist gewesen war, ohne es zu wissen, so war ich jetzt unbewußter Sozialift, d. h.. meinen Ueberlegungen fehlte die wissenschaftltch« Grundlag«. Ich wurde wiedergeboren, ohne einen neuen Namen zu bekommen: ich suchte, zu welcher Art von Wesen ich wohl gehören könnte. Seit meiner Rückkehr aus Kalifornien las ich Bücher. Ich erinnere mich nicht mehr, was ich zuerst las, aber das ist auch nichi wichtig. Alle mein« Gedanken neigten sich schon zu der einen Lehr«. Durch die Bücher entdeckte Ich. daß ich Sozialist war. Seit damals Hab« ich viel gelesen. Aber kein ökonomischer Grundgedanke, keine noch so glanzvolle Arbeil über die Logik, keine Verkündigung des Sozialismus haben mich lo im tiefsten und mft solcher Ueberzeugungskraft gepackt, wie der Tag. an dem ich zum ersten Mal« die Wand« des sozialen Abgrunds sich um mich schließen sah und fühlte, wie ich hinab in die Tief« glitt. Sm-n». Schritte hmfer der Wand Meine Wand ist sehr dünn. Ihre zarte Kalthaut, die mich vom Treppenhaus trennt, ist wie ein Ohr, das alle Geräusche auf- saugt und mit zehnfacher Verstärkung wiedergibt. Das kann sehr lästig sein. Aber ich Haft« mich daran gewöhnt, und schon morgens im Bett registrier« ich die Geräusche des Tages. Ganz zuerst komint die Zeitungsfrau. Sie geht schnell mit schlürfenden Schritten, und je nach ihrer Laune steckt sie die Zeiwng sorgfältig durch den Türschlitz oder wirft sie achtlos auf die Matte. Vielleicht richtet sich ihre Laune nach der Färbung des Leitartikel«. Heißt es: Neuer Sieg der Arbeiterpartei, so triumphiert sie: „Schreibt es euch hinter die Ohren, ihr Bourgeois!" Und nach- drücklich quetscht sie die Zeitung durch den Spalt. Gibt es aber nur eine Nachricht von einem Sieg des Bürgerblocks, einem Gruben- Unglück, einem Streik, einem Selbstmord aus Not, so wirst sie das Blatt verächtlich hin:„Da, lest es euch aus!" Jetzt kommt das Milchmädchen. Sie ist jung und hat lauter dummes Zeug im Kopf, darum kommt sie auch jeden Morgen zu spät. Schnell und«ilig kommt sie die Trepp« herauf und springt im Zickzack hin und her und giestt rechts und links mit lautem Schwapp die Milch in die Kannen. Wenn sie herunterläuft, begegnet ihr der Konkurrent, der Milch- mann. Er tappst wie ein Elefant, denn er ist groß und dick. Er hat einen blonden Schnurrbart, einen richtigen Unterofsizlers- schnurrbort.' denn diese Würde hat er einmal bekleidet. Wie sind früher die Soldaten vor ihm hin- und hergespritzt, da hatte er nicht nötig, wegen eine, lumpigen halben Liters Milch in den vierten Stock zu klettern; jetzt muß er seinen eigenen Untergebenen von damals Milch hübsch bi» vor di« Tür bringen. Sic transit... Er trägt immer noch seinen blauen umgearbefteten Uniformrock, aus d«m er fast herausplatzt und schwingt die kleine Milchflasche wi« «ine Handgranate, dazu schnauft er grimmig wi« ein Oger. Jetzt kommt d«r Postbot«. Er flucht leise vor sich hin, denn er muß jeden Tag bis unters Dach steige», weil da jemand«ine täglich erscheinend« Fachzeitung Höft. Jeden Tag ist er außer sich über die Ungerechtigkeit des Schicksals, das ihn um eines lausigen Kreuz- bandes willen täglich bis in de» fünften Stock hetzt. Dafür springt er aber auch die Treppen hinunter, dost es prasielt, denn er ist jung und lustig. Der Bäckerjunge konimt pfeifend. Er klappert mit seinem Semmclkorb, daß die Brötchen darin durcheinanderrasseln wie welke Blätter im Herbst und teilt gerecht die Bestellungen in die Beutel: zwei Schrippen, zwei Knüppel, zwei Hörnct�n, zwei Schnecken. Di« Wünsche des Menschen sind sehr kompliziert, da sie aber bezahlen, dürfen sie sich erlauben, welch« zu haben. Der kleine Bäckerjunge hat die ganz« Leier im Kopf«, es ist für ihn so wichtig wie die physikalische Formel für den Gelehrten. Vergißt er etwas, geht das Universum in Unordnung. Der Lärm läßt etwas nach. Di« gefräßige Menschheit hat ihr Futter bekommen und zieht sich mit Brötck)«n, Milch und Zeitung an den Frühstückstisch zurück, um die Neuigkeiten und die gute und übl« Post zu lesen, mehr üble als gute, das liegt Im Lauf der Welt. Nach einiger Zeit hört man dann die weiblichen und männ- lichen Bewohner in die Büros laufen, jeden Tag eilig und jeden Tag mit etwas Verspätung: die Kinder begeben sich hüpfend und singend in die Schule, die Optimisten. Eine Weile herrscht Ruhe. Jetzt kommt ein zögernder Schritt die Treppe hinauf, langsam und ohne Hast, wie jemand, der noch viele Treppen zu steigen hat und deshalb feine Kraft sparen muß. Ich höre das Klingeln, seinen Spruch, den er an jeder Tür betet. Ich höre die Türen unwirsch zuschlagen. Zehnmal im ganzen Haus« wiederhost sich das. Und jedesmal hör« ich psinvoll das Schlagen der Türen, es klingt jedes- mal wie ein Peitschenknall. Ich sehe den gesenkten Nacken des Mannes. Hat er etwas anzubieten, Staubsauger, eine Feuer- Versicherung, Dauerondulationen oder Putzpulver, so macht er viel- kuscht ein etwas b«l«idigtes Gesicht, weil man seine guten Sachen nicht haben will. Hat er aber kein Aequivalent zu bieten, hat er nichts preiszugeben als sein« Armut, so wendet er sich nieder. geschlagen einer neuen Tür zu. Endlich steigt er hinab. Manchmal macht er Rast auf einer Treppenstufe, um sich etwas auszuruhen oder um ein geschenktes Butterbrot zu verzehren. Bis zum Abend eilt nun die geschäftig« Menschheit treppauf, treppab, und ich kann nicht immer di« einzelnen Sähritt« definieren. Viermal unterbricht das Durcheinander die regelmäßige Tour des Postboten, wie der unerschütterliche Gang eines Dampfbootes, das tutend und wichtig durch die Menge der flanierend«» und unnützen Boote fährt, die nur ihrem Vergnügen oder ihren Magen im Sinn haben. Er ist amtlich und hat keine Zeit für Lappalien. Die Leute kommen aus der Stadt nach Haufe. Der Junge von oben, der eine schlechte Zensur bekommen hat, schluchzt einleitend auf der Treppe, um sein Unglück dem lauschenden Clternohr schon vorher mitzuteilen. Vor der Tür steigert er fernen Krimmer zum Gebrüll. Es ist bester, selbst Beschwerde zu führen, als andere führen zu lassen. Gegen Abend klatscht es von nackten kleinen Füßen auf der Treppe, die Kinder der Zeitungsfrau bringen die abendlich geistige Nahrung, ihnen sind die Leitartikler sehr egal, sie beeilen, sich nach Möglichkeit, um schneller zum Spiel zu koimnen. Kurz vor Hausfchlust ist ein grostes regelloses Gerenne, alles stürzt noch eilig aus dem Haus, um sich zu verproviantieren, ehe die schwarze Nacht mit ihrer Festungsmauer alles einschließt. Um 8 Uhr dröhnt der seste, gewichtige Schritt des Herrn Portiers. Er geht inspizierend durch das Haus wi« ein guter Hausrater, der mit seinem klappernden Schlüstelbund die Gesahren der Nacht abwehrt. Die Tür ist zu. Was ordentlich und anständig ist, bleibt zu Hause. Aber nun kommen verschwiegene Schritte nach oben. Die unbotmäßige Jugend fliegt aus, heimliche Besuche kommen, manch- mal grollt der meditierende Bast eines Bacäpisfrenndss durch das Treppenhaus oder Gekicher eines sich im Hausflur küssenden Liebes- paares. Immer spärlicher werden die Lauft, endlich schlafen sie ganz und gar«in. Langsam dämmert es, ganz langsam. Schon zieht irgendwo mit schlasmüden Fingern die alte Zeitungsfrau ihre Kleider über, um ihren Rundgang zu beginnen. SÄ»., �arifer SiraßenneuheHen Der große Tip für Derkaufsartikel. die in Deutschland als Schlager meist zuerst auf der Leipziger Messe erscheinen, läßt auch die französischen Kausleute nicht ruhen, denn auch dort gibt es Menschen, di« im Handumdrehen reich werden wollen. Der „Almanoch Hachetie" stellt eine solche Kollektion von Neuheiten zu- sommen, die im Jahr« 192S den Pariser Markt beherrfchten. Beim näheren Hinsehen freilich wird man unter den hier aufgezählten Gegenständen manchen guten alten Bekannten wieder treffen, der sein Entstehen bestimmt nicht in dem ingeniösen Kopf eines Fran- zosen hatte und unsichtbar die Marke„Made in Germany" tragen müßte. Als erstes wivd ein kleiner Apparat aufgezeigt, der auf die Schneid« eines Küchenmeffers aufgesetzt als K a r t o f f e lsch ä l e r oder Gurkenhobel dient. Dieser 2l)-Pfenmgartik«l hat die Runde über ganz Deutschland gemacht,«he ihn der„Almanach Hachetie" als Berühmtheit entdeckte. Nicht weit von dieser Originalität taucht das„Mester mit den sieheN Klingen" auf, das als U n> v e r f a l h a n d w e r k z e u g, olp Kisten- und KonservenbüchseNcfftier, Zange, Schraubenzieher usw. dient. Hierbei wäre ebenfalls zu sagen: Im Westen nichts Neues. Der automatische M o st r i ch t o p f ist dagegen sicher etwas. um das der deutsche Mostrichvertilger seine französischen Kollegen beneiden wird. Indem man mst dem Finger auf den Boden des umgedrehten Gefäßes drückt, spritzt an dessen Spitze das gewünschte Quanwni heraus. Ein selbsttätiger Luftverbesscrer ist eine Flasche, in deren Hals ein« künstliche Blume steckt. Durch den dünnen Stengel der Blume zieht das flüchtige Parfüm langsam herauf und verdunstet. Der Apparat würde sich in Deutschland allerdings nur in bc- fchränktem Maße zur Anwendung bringen lasten, weil ihn die Franzosen mit einem Parfüm füllen, das zugleich zur Insekten- Vertilgung dient. Den Namen der Insekten verschweigt die Ueber- ficht schamhaft. Besonders beglückt wird die arme Hausfrau in Frankreich nicht sein, die an Stelle eines elektrischen Staubsaugers einen Staub- saugererfatz von ihrem Mann geschenkt erhält. Dieser Staub- saugcr: der ebenfalls mit einem Säugrüssel und allen Zubehörteilen bis auf das Fehlen des lel>enspendenden Motors ausgerüstet ist, wird in Betrieb gesetzt durch das Hin- und Hersahren des Schlittens: beim Stillstehen durch das Hin- und Herbewegen eines eineinhalb Meter langen Hebels. Wie uns bekannt ist, soll bereits Pharao beim Bau der Pyramiden solche Instrumente als unhandlich zurück- gewiesen haben. Sehr gut ist die Erfindung des pneumatischen Weckers. Um dieses so wichtige Instrument gegen das Zertrümmern bei Fall oder Wurf zu schützen, ist er mit einem Gummischlauch umgeben, der nur von Zeit zu Zeit einmal neu aufgepumpt zu werden braucht, um wieder in voller Parade zu prangen. Selbstverständlich ist diese Gummihülle so angemalt, daß sie fast wirklichen Marmor vor- täuscht. Unpraktisch dagegm ist der neue Eierschneider. Wie bei einer photographifchen Blende legt sich ein Ring um das geschälte Ei, den man durch Schrauben so weit verengern kann, bis die Ei- scheide abgetrennt ist. Wie wäre es mit einer kleinen Handsäg«? Einen besseren Zweck erfüllt jedenfalls der kleine Hand« f e u e r l ö s ch« r, der in allen Formaten, sogar im Westentaschen- format, überall miigesührt werden kann. In der Art unserer Syphon- slaschen sür Selterwasser enthält der Apparat feuerlöschende Flüssig- keilen: ich bitte, nur das Wort„löschen" nicht mißzuverstehen. Ein automatischer S t« ck n a d e l h a l t e r ist auf all« Fälle das Instrument, das uns in Deutschland noch fehlt. In einer Hülse lagern hier die Nadeln, von denen immer eine durch Federdruck zur Spitze des Automats befördert wird. Ob freilich immer dabei der Kopf der Nadel zuerst«ischeint, oder ab und zu mal die Spitze, ist Im Bericht nicht verbürgt. Vergleicht man diese„neuen" sranzösischen Erfindungen mit den Dingen, die als Messeschlager In Deutschland herauskommen, so muß man sich eigentlich wundern, daß di« Franzosen nicht nur auf große Sachen von uns wie das Rheinland, versessen sind, sondern auch auf Kleinigkeiten wie die eines Taschenmessers mit sieben Klingen. Die erste deutsche Eisenbahn wurde bekanntlich 1835 zwischen Nürnberg und Fürth eröffnet. Weniger bekannt ist, daß die erst« Fernbahn im deutschsprachigen Gebiet bereits im Jahre 1832 zwischim Linz und Budweis eröffnet wurde. Allerdings wurde sie nicht durch Dampf, sondern durch Pferd« betrieben. Obst u. Gemüse ApfcUInea blond..............".5 Pfd. 78pl SlaiapfeUinen................ 8 Pfd. 9irt. Mandartoen................... 3 Pfd. 78 Pf. Bananen......................»3 Pfd. 98pf. Krim-Aepfel................... 2 Pfd. 49pt. Boskopfipfel....................... Pfd. 20pt Mus sdpfei....................... 3 Pfd. 38pf. Kalifornische Tafelfipfel.......... Pfd. 48pf. Zitronen.............. Dntiend Ton 3Spt a.n Wclsskohl........................... Pfd. 4pf. Kof- oder Wirsingkohl............ Pfd. lOpf. Grünkohl 2 Pfd. 13Pf, Blattspinat......................... Pfd. 20 Pf. Sellerie........................... Pfd. lüpf. Messina- Apfelsinen Eist« 100 Stack >25 Wurstwaren Dampfwursf........................ Pfd. SSpf. Sülzwurst......................... Pfd.98pf. Speckwurst......................... Pfd. 1,10 Housmaeherwurst.................. Pfd. 1,10 Jagdwurst........................... pfd. 1,20 kleischwurst........................ Pfd. 1.15 Mettwurst n»ck Brznnschweiger Art, Pfd. 1,35 ff. Leberwurst..................... Pfd. 1,45 Hildesheimer....................... Pfd. 1.45 Schinkenpolnische................. pfd. 1.45 Zerrelaf- und Salamiwurst....... Pfd. 1,88 Teewurst........................... p/d. 1,80 Speck fetter........................ Pfd. 1.10 Schinkenspeck..................... pn 1.82 Mausschinken...................... Pld. 2,10 Knoblauchs wurst.................. pfd. 1.15 Konserven do.. Könau mgcctUse aas getrocknoteB Brise*...............®8pf. Ananas................... TOü-g-Dose 1|OS Staasenspareel so;ao............ 2,80 Brechspargel dano............... 2,00 Kaiserscbotea................... 1,63 Junge Erbsen«hr Wa.......... 1,43 Verkaut soweit Verrat— Mengonaboebe vorbahaltea Obot»nd flomfloo bleiben»gm Verrand■atseteMetern Wild und Geflflael Gänse 74. gefroren...............................Pfd. Ton HB au Suppen Atühner«sch.......... tu. w» 1'°« WoSgahQhner 2� Puten 98« Hirschblätter.................... m*-» 98» Hasen gestreift........................... Pli TOB 98a» Ifl FRISCHES FLEISCH Kalbehaxen.......................... ptd. 76pt. Kalbskamm oime Beilage............... ptd. 92 Pf. Schweinebauch obse Beilage......... ptd, 1 ,1 8 Schweineschinken u.«Blatt pm. 1 ,26 Kassier mild......................... Pfd. voa 1 ,40 an BQckenSett bratfertig, ebne Schwarte.. Pfd.. 98 Pf. [Eisbein gendkelt roiekbcl» ebne Spllzbtlsi, Pfd. 1 ,06 1 Hamntelvorderf leisch...pid. von 1 ,04» Suppenfleisch.....................pm-vob 78i"a- Ricdar Kamm........................... pm 88f t. Fehlrippe.......................... Pfd. von 98 pf.an Schmorlleissh Eenle, ohne Knochen.. Pfd. 1 ,30 Schabellelschu.Hackepeter m. 1 ,30 aufgelassen............................ Pfd. ö5pf. Gulasch.................................. Pfd. 1,10 Schmortlelscb ebne Enoeben Pfd. 1,22 Gulasch ohne Knochen........................ PM. 9Spf. GEFRIERFLEISCH Rlndsrhsrxea frisch......................... ptd.64pf. Rinderlunjea friech......................... Pfd.<6pf, Rinderscbwänxe frisch.....................pm. LSpt. Euter frisch..................................... pm 22pf. Schwein enteren........................... ptd. 1,12 Schweinskopie alt Backe.................. PM. 56pf. FISCHE UND RAUCHERWAREN �Schellfisch Im ganzen.................. Pfd. 28 Pf. *Seelacbs..................................pm, 30?f, *Kabel]aU im ganzen................ Pld. 28, 34pf. *Rotbars.................................. PM. 34pf. *Kabelj aufllet........................ pfd, 60pr. Feinste schwäbische Essis-. Senf ♦Zantler gefroren........................... PM. 58pf. *CrGne Heringe..................... 3 pm Szipf. Bücklinge................................. Pfd. 42pf. StÜCkenladlS gerSacbert....... Pfd. von 1 ,45 an * Nur Leiprlger Slrane, Alsianderpiilz, Frukluriir tllce, kotthuser Damm, Bdle-Alüanee-Strassc, Wl.ncnder.er Strasae, Chautaeesiiasie UC—»I»»»», nach IfansfnineTiart. mit(einen(»C e DalZHUllven Kr&ntern eingelegt. 2 Bosen WrwPf. OeEsardinen Man» .Hertie". ■ Dose 50f 6O9 35?! 1 60 Paulaner-Brlu.Milncbis Salvator- Bier ohne Fi., frei Hana in■ lOFl. ür.» Berlin,'iVLtr.-rL■ 8,jo frankfurter BllldBi- SpfelmOStshB.slk»-: holtr.nitnrrein,!liB t _ in Fl. 14» PPl, Preise ohne Flasche Billige Weine und Spirituosen Preise i »y0 ila____( J ...... j 10F1. f,l 1 828er WTItieger Metel 1923er Edenkcb.Gcrech Mentegoa-Rotwela Roter Ii Terragent. Ret. Johennltbeerweiul.' NU! Stcclielbeerweio..... I.'.i trt Heldelbetiweie, fd „Clder"ts09f.Apfelv Pf. 10 Fl 7,00 1928er MettenhtimerSchlossbersl N'at'irgewfkh;: Wwe. tZOntlisr.......... 5>', 1928er BruHlgar Martt'«fro�j.�-UoKi) n. 4 0 nalSich 1 1350 Spozlal-Apfelweln A D 10 Liter für kor- und Boe.enrwake. liier«fO Pf. 4,60, Rhelnpfa.z. Walsowaln 415 S-Ltr.-Fl.| gute Qualität.......... Liter I Ltr.-Fl 8,50 Unters Spezialitaten: Deutaclier••• Weinbrand, WS', Jamaika. Rrm-Verscimltt. 4U", I irak-Yersehnitt, dU°/». Vorzüglich ausgebaute KRIM. 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Pfirsiche v.rnicht......1,30 InooDAsMeo)»»!! ii\ iDiellere. G6lii-ii.Silt!ersdiniieiIe(2wa])!iiiDDDD9) an Berlin. Einladung zur aufierordenillchen Ausschußsitzung. Am Frelleg. bem 21 Januar, ohenbo TV, Uhr im SlfftauroBt oon S ch u i j«, Setiin. TtollfchrribrrflraKr ä. Sagfeotbnsng: 7. Serlrftmg bes Brrhnnblungsberidjf«» Uenbenmg b»t b»z legtrn Sigung 8. Sfeiifoflunn und Safirnfahnni. S, Verschieben rs. Um pfmlfiich« mtb zahlreiches Erscheinen er, licht Ort Boeffan»: M,rg 31 o 1t. Vorhtzendrr. Hugo He r ß. SchrlstjM>rer. Verkäufe ginalexm. Saillat. Kalaniettrahe 9.- Beachtename rt! Deutscheg Tennichhan« Emil 2«score. Berlin, seit IddZ nur Sranienjirake löS. grroährt Kahlunga- erleichterunq ahne Ausschlag.?er neue tamlna foilensrei.• Bekleiduhnsstücke, Wasche usw. JScniq oeteanene 5atfel(an.chce Cpc- gialiiöt blau,«meiteihia. auf Selbe 40— SmoimaanziZar.. Vauchanzlla«. Satltenmänft'., Valero:,, alles ,n SootL »reifen ffieleaenbelistäufe in neuer ."settenaarbrrabe. Leihhane Zlosenlbalrr Tor. Linienslraü» 203—?04(gtfe Ndlrn. thaler gttoslt)- Sein, tomharbmare. Ccib&out MariRplah SS«. Verfaul oon »aoaller-Sarberobe. teils auf Selbe. Poefett., fsrack». Smatinaanäüat, Eadar. •inemäntei. BanchanäLge. für lebe Slam »afienb. Citre-Anaebote für neue Dar. hrtote. Pel, jaden 50,—, Velämanlel fc.—, crottprUf S>,—. chehoeüt 100.—. .»eine tombarbmaeel• Va»»asalleiez mtma«eieaaenr, felis auf Seibe, unb neue Iacket!an.,üae. emolinaangügt, Abenbauziiae. Brart e.;üac. Ulster, Vaieiols, Serocknaleiois. Vuurhaiijiine. itie Siflut nafftnb, SoocS »flse. ihehnelw, llamcnscliimäntel. Muflfaiwarate. ffiotbmaten enorm btllia, Seme Lombarbware. Leihhaus Stieb. r.difteafie 2. Saflefiftts Tor.• _—,«am._ ?auchainUae, WinieruIIfer unb Vafe. tot«, füz lebe Staut poffenb unb in febet Sarin Nets nortäti«; euNetbem hodieleaante neue(Bar. brtobe, tmn erNNaffiaen Schneidern ge. arbeitet, in flcnncnb biHtarn Pre!s-n. »eleaenheiisfänfe in Herren. und Demenoelsen. 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