Morgenausgabe Tit. 29 A 15 47. Jahrgang Wücheulüch 85 M. monatlich t&VL tm voraus zahlbar. Postbezug 02 M. einschließlich bO Pfg-Postzeitun s- und 72 Pfg. Postbeftellgebühreu. Ausland»« abonnemcm 6.— M. pro Monat. De? �Vorwärts � erschein wochentZg» lich zweimal. Sonntags und Montag» einmal, die LbendausaaAen für Berlin vnd im chandei mit oem Titel.Der Abend". Illustrierte Beilegen.Volk und 3«il" und.Kinderfreund". Ferne? „Unterhaltung und Wjfsen",.Frauen« stimme".„Technik".„Blick in di« Bücherwelt" und„Iugend-Vorwärts" rm: Berliner vowsblari Sonnabend T8 Januar 1930 Groß-Äerlin 10 Z�f. Auswärts 15 Z)f. Die einspaltige NonpareiVezeN« 80 Pfennig. Reklorne'eile 5.— Reichs- mark.„Kleine Anzeigen' da» ettg»« druckte Won 25 Pfennig(zulä'stg zwei fettgedruckte Worte), jedes wehere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das ersre Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben öhlen für zwei Worte. Arbeitsmoilt "eile 60 Pfennig.Familienanzeigen Ze t« J Pfennig. Anzeigenannahme imHaupt« gefchäst Lindenstraste 3. wochentäglich von 8�z bis 17 Uhr. Jenwalsesan der GoziawemokvaMchen JZavtei DeMOSanSS Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstratze 3 Fernsprecher: Töubot» Z9Z— SS7 Telepramm-Adr: Sovaldemokroi Berlin. Vonväris-Vertag G. m. b. H. Posilcheckkomo: Berlin 87 52k.— Banlkonto: Bank der ZIrbeiler SnflciieQtea nnd Beamten. Wallltr KS Dt B« TiSc-Gel. Deppsiienkalle Lindenftr S. Schacht»Abbau wird erleichtert. Einigung im Haag auch über andere Punkte. V. 5d,. Haag, 17. Januar.(Eigenbericht.) Förmlich mit der Uhr in der Hawd seit Freitag mittag an der Beendigung des Werkes der Haager Schlußlonferenz gearbeitet, damit die Teilnehmer bereits am späten Nachmittag des Sonnabend teils in ihr« Heimat, teils zur Londoner Seeabrüstungskonferenz abreisen könneir. Bon besonderer Wichtigkeit ist tue grundsätzliche Elvigung über eine Zlbänderung des Reichsbank. fkalui». die wenigstens zum Teil den Forderungen der Sozial- demokrotie enlsprtchl und die den Weg für später etwa notwendig werdcnde Maßnahmen össnct. Es wird bestimmt, daß es Teutschland, d. h. der Regierung und dem Reichstag freisteht, Aenderunzen des Rsichsbanlgesetzes, auch der international gebundenen Bestimmungen vorzunehmen. Solche Aenderuirgcn treten automatisch in Kraft, wenn nicht der Sondern usschuh'der Bank für Internationale Zahlungen dagegen Einspruch erhebt; m solchem Fall entscheide das im Aoung-Plan vorgesehene internationale Schiedsgericht. Man braucht gewiß nicht die praktische Tragweite dieser neuen Bestimmung zu überschätzen; denn es wird daraus ankommen, daß man davon Gebrauch macht, und das wird eine inaerpolilische Alachtsragc sein. Wichtig ist jedoch, daß nunmehr der bisher völlig versperrte Weg von einem seiner schwersten Hindermste befreit worden ist und daß im Ernstfalle das deutsche Volk die Möglichkeit haben wird, seinen politischen Willen gegen eine Rebanregierung des Finanzkapitals durchzusstzen. Es fei besonders unterstrichcn, daß eine der maßgebensten Per-. foulichlgite» der. dc�ts chert Delegation diese Errungenschaft heute dähin gekennzeichnet hat:------• t■••. 1 Ii I:':"' Deulschland erlangt durch diese neue Bestimmung wenigsten» einen Teil seiner Souveränität? rechte in bezug aus die Reichs- baak wieder. Wir werden an dieser richtigen Charaktcristerung gegenüber allen Verdrehungs. und Ablenkungsversuchen festhalten. Die Verhandlungen über die Kommerzialisierung der deutschen Schuld sind während des ganzen Nachmittags fort gesetzt worden. Bei der juristischen Durchberatung des Schlußprotokolls ist heute auf Drängen von Curtius ausdrücklich vereinbart worden, daß die verschiedenen Liqüidationsabkommen— das gilt sowohl sür die deutsch-polnisch« Vereinbarung, wie auch illr die Abmachungen zwischen Deutschland und England sowie seinen Dominien— hinsichtlich der Ratifizierung eine gesonderte Rechkskrast gegenüber dem Soung-JJlan haben. Tl)eoretisch hätte danach der Reichstag oder das Unterhaus oder der Sejm die Möglichkeit, das eine oder andere Abkommen nicht zu ratifizieren oder abzulehnen, ohne dadurch die Ratifizierung des gesamten Voung-Planes automatisch auszuheben. Freilich würde in der Praxis, namentlich gegenüber England und leinen Dominien eine solche Ablehnung politische Folgen haben, die auch aus die Ratifiz'ernng des ganzen Boung-Planes wirken würden. Ferner ist auf Anregung der japanischen Regierung vereinbart worden, daß für das Inkrafttreten des Zaung-Plane» die Ratifizierung durch fünf der sechs Großmächte genügen wird; ehe das Werk vom Haag in Tokio eingetroffen sein wird und da die Derfastung Japans ein besonders langwieriges Versohlen vorsehe, würde das Abwarten der fapanischen Ratifizierung eine Verzögerung von mehreren Monaten zur Folge haben, was Japan selber nicht wünstht. Gemäß der Vereinbarung am Schluß der Augusikonserenz genügt für die Räumung der dritten Rheinland zone di« Ratifizierung durch Deutschland und Frankreich. 400 Millionen für Bahn und Post. Nach achttägigem Kampfe ist es heut« abend endlich gelungen, «ine•- v. vertraglich« Vereinbarung zwischen Deutschland und Frankreich über die Frage der Kommerzialisierung der deutscheu Schuld unter Berücksichtigung der deutschen Anleihewünsche zu treffen. Man erwartet, daß Widerspruch der anderen Mächte nicht erfolgen wird, da sie sich von vornherein sür desiiüerejsicrt erklärt haben. Bei dieser Vereinbarung handelt es sich um eine.Kombination der Mobilisierung der Reparationsanleihe mit einer Anleihe für die Reichsbaho und für die Rclchspost. Eine der Schwierigkeiten, die dabei zu überw'nden waren, bestand darin, daß weder die Reichspost, noch die Reichsbahn bei dieser Operation verpfändet werden durike. Deshalb ist die Form einer kombinierten Anleihe sowohl für die Rcparationsgläubiger, wie auch sür das Reich gewählt worden, damit das Reich und nicht die Relchspost oder die Reichsbahn hafkbar gemocht werden. Es handelt sich dabei nur um eine Option Deutsch- lattds, denn wenn die Bedingungen der geplanten Anleihe uns nicht pasten, brauchen-wir uns nicht an ihr zu beteiligen. Es- ist die Mobilisierung der Summe von NÄ) Millionen. Dollar gleich 1260 Millionen Mark in. Aussicht genommen worden. Davon soll Deutschland«in Drittel erhalten, so daß rund 406 Millionen, also vier Fünftel des ursprünglich von der Reichsbahn und der Reichspost gewünschten Anleihebetrages von 500 Millionen Mark befriedigt werden dürften. Wie die deutsche. Delegation hervorhebt, Ist-auf Anraten von Dr. Schacht, der also noch immer als Berotor der deutschen Dele- gation amtiert, ein Zusatz von deutscher Seit« beantragt und von der Gegenseite akzeptiert worden, daß. wenn sich gegen diese Form der deutsch-sranzösischen Zusammenarbeit irgendwelche Widerstände bei den amekikanischen Geldgebern(Morgan) ergeben sollten, die Parteien sich verpflichten, eine andere Form der Zu- samTneparbest zu finden. Die vertragliche Zusammenarbeit bestimmt weiter, daß sich Deutschland verpflichtet, weder für das Reich, noch für die Reichs- bahn, noch für die Rcichspost eine lanpsristige äußere Anleihe vor dem 1. Oktober 1930 aufzunehmen. Sollte bis zu diesem Datum die Bank sür Internationale Zahlungen erklären,- daß der internationale Markt zur Zelt nicht ausnahm«. sähig sei für die Mobilisierungsanleihe, dann verlängert sich diese Verpflichtung bis 1. April 1931. Freilich wird auch vereinbort, daß die anderen Mächt« auf die Durchführung dleser uns auserlegten Sperrsrist verzichten können. Oie Kreuger-Anleihe. Die.Franzosen wollten ursprünglich die K re» g e r- Anleih- Eßer'die'Bank- sür Internationale Zahlungen gehen lasten, die deren Zinsendienst ebenso behandeln sollt«, wie den der Repörationsanleihe. Diese Forderung wurde' jedoch vcn Dr. Moldenhaner abgelehnt und man einigte sich zuletzt darüber, daß wir eine Erklärung abgeben, wonach wir den Zinseirdicnst der Kreuger-Anleihc nicht anders be- handeln würden, als den der.Reparationsanleih«. Um MIO Uhr abends sind die Juristen zusammengetreten, um diese Vereinbarung über die Mobilisierungefrage zusammen mit de» Vertretern d«r übrigen Gläubigermöchtc zu formulieren.'Die Juristen werden ver- mutlich die halbe Nacht an den letzten Schriftstücken für dos Schluß- Protokoll arbeiten. Dennoch steht schon jetzt fest, daß dl« Konserenz nicht morgen, sondern erst am INonlagmiltag zu Ende gehen wird, denn am Sonnabend soll mit den kleinen Mächten über die deutsche Reparation verhandelt und«s soll irgendein Abschluß über die Ostreparationen erreicht werden. An sich wäre«s möglich. di« Konferenz am Sonntag abzuschließen; aber die holländisch« Regierung, die auf die Frömmigkeit der regierenden Familie uidd breiter Schichten der Bevölkerung peinliche Rücksicht nimmt, hat den Wunsch ausgesprochen, möglichst keine öffentliche Sitzung am Sonntag abzuhalten. Mit Rücksicht auf das gastgebend« Land, wenn auch zähneknirschend, haben die Delegationen sich diesen, Wunsch gefügt und vereinbart, am Montag vormittag iilO Uhr eine seier- liche SchlußsitzuiW mit Reden abzuhakten. Vor den französischen Prestevertretern hat INInisterpräsident Tardleu betont, daß die erfolgte deutsch- sran-ösische Vereinbarung über die vtobilisierung'sroge von größter grundsätzlicher Bedeutung für die wirlschastliche Zu- sammenarbeit beider Länder sei. Auch bei der deutschen Delegation unterstreicht man aus den gleichen Gründen den Wert dieser Abmachung. Theatercoup Mussolinis. Italien will auf feine gesamte Kriegsflotte verzichten. London. 17. Januar.(Eigenbericht.) Mussolini beabsichtigt nach einer Genfer Meldung des„Daily Herald" bei der offizielle« ErSff- «ungsfitzung der Fl o t t e n l o« fe r«« z am kommende« Dienstag einen großen Dheaterconp springen zu lassen. Der italienisch« Delegierte Grandi wird nach dieser Information die Ertlärnng abgeben, d a st Italien bereit sei, praktisch seine ganze Flotte aufzugeben, falls die anderen Re- gierungen sich anschließen. Dieser Vorschlag geht angeblich von der Erkenntnis Mussolluis aus, daß Italien unter jedem Schliissel, der in London für den Flottenbau beschlossen werde» wird. die schwächste Macht bleibt»ad von einer allgemeinen wesentlichen Abrüstung zur See nur ,« gewinnen und nicht z» verliere» habe. Für die Praxis ohne Bedeutung. Von Rudolf Breitscheid. Allem Anschein noch wird in den kommenden porlamen- tarischen Debatten über den Aoung-Plan und die Boung- Gesetze die Regelung der Sanktionsfrage die Hauptrolle spielen, und schon jetzt werfen diese Auseinandersetzungen in der Presse ihre Schatten voraus. Daß die Organe der Rechts- Parteien die im Haag getroffenen Vereinbarungen aufs hcf- tigste angreifen, ist nicht weiter verwunderlich. Sie müssen ja darauf bedacht sein,«inen Punkt zu finden, an dem die Ovpr- sition ihren Hebel ansetzen kann. Es überrascht auch nicht, daß sie vielfach eine falsche Darstellung von Sinn und Tragweite des Abkommens geben. Wir kennen ja schließlich seit langem ihre demagogischen Talente. Mer auch die„Germania" übt ein: recht weitgehende Kritik an der Haager Vereinbarung, und das ist weniger verstand- lich. zumal das andere große Zentrumsdlatt. die„Kölnische Volkszeitung" die Dinge lehr viel ruhiger und besonnener beurteilt. Die Regelung der Sanktionsfrcge beruht auf einem Notenwechsel zwischen den Vertretern der Gläubiger» mächte und der deutschen Delegation. Sein Inhalt ist im wesentlichen der folgende: Die Gläubigermächte nehmen die feierliche Verpflichtung der deutschen Regierung, die festge- setzten Jahresleistungen gemäß den Bestimmungen des neuen Planes zu zahlen, als die Garantie für d'.e Ausführung ihrer Verbindlichkeiten an. Sie fasten aber doch die Möglichkeiten ins Auge, daß eine zukünftige deutsche Regierung sich zu Handlungen herbeilasten könnte, die den W.llen beweisen, den neuen Plan zu zerreißen. In diesem Falle wollen die Glau- bigerregierungen den ständigen Internationalen Gerichtshof im Haag mit der Frage befassen, ob dieser böse Wille tatsächlich vorhanden ist. Fällt der Gerichtshof eine bejahende Entjchei» dung. so gewinnen die Gläubigerregierungen ihre volle Hand- lungsfreiheit wieder, um die Ausführung der Verpflichtungen sicherzustellen. Auf der anderen Seite bedauert die deutsche Regierung zwar, daß die Eventualität einer Zerreißung des Aoung-Planes überhaupt in Betracht gezogen wird, erklärt es aber für berechtigt, daß die Gläubigerregierungen im Falls einer bejahenden Entscheidung des Gerichtshofes ihre volle Handlungsfreiheit wiedergewinnen. Grundlegende Norm"llss Völkerrechts ist der alte Satz: I>aeta sunt»»rvamia— Verträgemüsfen gehalten werde n.— Wer einen völkerrechtlichen Vertrag bricht, gibt damit dem durch den Bruch geschädigten Partner das Recht, die Maßregel zu ergreifen, durch die er glaubt, den ihm er- wachsenden Schaden abwenden oder wieder gut machen zu können. Solcher Mittel gibt es verschiedenartige, vom Krieg angefangen bis zu Repressalien oder Schikanen auf Wirtschaft- lichem Gebiet. Ihre jeweilige Anwendung wird abhängen einmal von der Aussicht, die sie verspricht und zum anderen von dem Grad von Bewegungsfreiheit, den in Geltung be- findliche völkerrechtliche Vertröge dem Geschädigten gewähren. Es ist sicherlich sehr unerfreulich; daß die Mög- lichkeiteinesböswilligenVersagensDeutsch» lands überhaupt debattiert und in den Noten- Wechsel mit aufgenommen worden ist. Dadurch hat man ein Moment des Mißtrauens in die Abmachungen getragen, das sich sicher immer wieder der Schaffung eines wirklichen Aus- gleichs hindernd in den Weg stellen wird. Sachlich aber wird durch die entsprechenden Sätze in den b eider seitigen Noten nichts geändert. Denn wer einen Vertrag mutwillig zerreißt, muß auf die Anwen- dung von Geegsnmaßregeln gesaßt sein. Er muß sie in Rech- nung stellen in dem Augenblick, wo er seinen Entschluß saßt. und unser Bedauern über die Hineinarbeitung solcher Klauseln in das gegenwärtige Abkommen könnte sich außerdem sehr viel stärker äußern, wenn eben nicht sowohl die Volks- begehrler, wie Herr Schacht der Gegenseite zum mindesten den Vorwand für ihr ve�sragsmüßig festgelegtes Mißtrauen gegeben hätten. Die„nationale Opposition" dieser Kreise hat wieder einmal die wirklichen nationalen Interessen unseres Landes schwer geschädigt. Run müsten wir uns aber auch daran erinnern, daß bis- her der Artikel 430 des Versailler Vertrages galt, wonach bei deutlchen Vertragsverletzungen das Recht zur militärischen Wiederbesetzung deutschen Gebietes bestand. Die R e p a r a- tionskommifkion hatte über das Vorhandensein solcher Verfehlungen zu befinden. Diese Reparationskom- Mission, die sich aus den Vertretern der Sieger- und Gläubigermächte zusammensetzte, wird jetzt beseitigt, und die Entscheidung darüber, ob tatsächlich ein böswilliger Verstoß Deutschlands gegeben ist liegt von nun ab dem stän- digen Internationalen Gerichtshof im Haag ob. an dessen Unparteilichkeit ein Zweifel nicht gestattet ist. Man hat darüber diskutiert, ob sick ein einzelner der Glau- bigerftaaten oder nur ihre Gesamtheit an den Gerichtshof wenden könne, und man ist schließlich dazu gelangt, auch dem «inzelnen dieses Recht zu gewäbren. Wenn nun die„Ger- mania" diese Lösung als„am allerbedenklichsten" ansieht, so darf doch darauf hingewiesen werden, daß es nach den vor- liegenden Meldungen gerade der dem Zentrum ange- hörende Minister Dr. W r r t h gewesen ist. der sie auf der Konferenz befürwortet hat. Es läßt sich darüber streiten, wel- cher Ausweg der bessere sei. Aber wenn man wie w.r den Fall einer vom Gerichtshof als böswillig anerlannten Zsr- reißung des Boung-Planes überhaupt für unmöglich ansieht. so ist die Frage, wer den Gerichtshof anrufen darf, von'ehr untergeordneter Bedeutung. Bleibt das Wort von der vollen Handlungs- freiheitder Gläubiger, das an sich wohl zu schweren Befürchtungen Anlaß geben kann. Indessen darf da zunächst auf den Kommentar h'ngewiesen werden den die halbamtliche französische Nachrichtenagentur der chaager Abmachung widmet.„Die Repressalienmaßnahmen", so heißt es da. ..deren Berechtigung von Deutschland von vornherein aner- kannt wird, werden finanzieller oder wirtschaftlicher Art sein oder auf dem Gebiete der Beschlagnahme liegen." Hier ist keine Rede mehr von militärischen Sanktio- nen. deren Möglichkeit im Versailler Vertrag und auch in dem Dawes-Plan vorgesehen war, und das. entspricht durcl>- aus den in Kraft befindlichen völkerrechtlichen Verträgen, wie Bölkerbundspakt. Kellog g-P a k tund Locarn o- Bert rag. die derjenige Staat verletzen würde, der zu neuen militärischen Sanktionen schritte. Völkerrechtlich unzu- lässiges Verhalten des einen Partners gibt dem anderen, auch wenn er geschädigt wird, nicht die Befugnis, sich über andere geltende Verträge hinwegzusetzen. Wir mögen es also wie gesagt beklagen, daß die Even- tualität eines bewußten Vertragsbruches überhaupt in Rech- nung gestellt worden ist, und daß man es nicht bei dem Mechanismus, den t# Doung-Plan selbst für den Fall beut« lcher Zahlungseinstellungen vorsieht, hat bewenden lassen. Für die Praxis jedoch ist der Notenwechsel kaum von Bedeutung. Wir vermögen uns keine Re- gierung in Deutschland vorzustellen, die den Mut aufbrächte, den Poung-Plan einfach von sich aus für ungültig zu er- klären. Ein solcher Akt könnte nur vollzogen werden von Leuten, die zst dem verbrecherischen Entschluß fähig wären, nicht nur den deutschen Kredit und die deutsche Wirtschaft zu ruinieren, sondern auch das gan�e internationale Gebäude zu zerstören, das in zehnjähriger mühsamer Arbeit aufgerichtet worden ist. Selbst wenn Hugenberg und H i t l« r an die Macht kämen, würden sie sicher vor einer solchen Handlung zurückschrecken, d'e nur zur Folge hätte, daß sie selbst unter den Trümmern Deutschlands begraben würden. Die französischen Delegierten haben den widerstrebenden Elementen in ihrer Kammer die Annahme des Poung-Vlanes erleichtern wollen. Deutschland hat deswegen ein Zugeständnis machen müssen, das recht unangenehm und unbequem fein mag, aber doch keineswegseineBelastung dar- stellt, wie sie d'e Rechtevresse konstruiert. Und überdies sind diejenigen für das Unerfreuliche der Entscheidung am meisten verantwortlich, die am lautesten von der Verletzung der deut- schen Ehre und von der Fesselung der deutschen Freiheit reden Finanzboykott als System. Nansen züchte»! öffentliche Pleitegeier.— Zur Privatisierung der öffentlichen Werke. Die Reichsgewalt und Herr Schacht. Sine falsche Theorie der Sewaiienteiluas. Die„Kölnische Zeitung" unternimmt«inen Versuch, Herrn Schacht beizulpringen. Sie rät zu Frieden, Verstän- digung, Verbleiben von Schacht. Sie gibt dazu eine Begrün- dung. die nicht nur scharfe Zurückweisung verdient. i sondern zugleich zeigt, wie notwendig es ist, durch eine entschiedene unh abschließende Maßnähme die Souveränität des Staates 'gegenüber dem Reichsbantpräsidenten sicherzustellen. Die„Kölnische Zeitung" schreibt: „Der Zweck der Reparationsverhandlungen, von denen jetzt«in wichtiger Abschnitt seinem End« entgegengeht, war international« Verständigung. Wir wissen alle, daß die Versprechungen, die Schuldner und Gläubiger im Haag untereinander ausge- tauscht haben, in ihrer Erfüllung von unvorhersehbaren Einflüssen be- stimmt sind. Die einzige Brücke, die vom Willen zur Erfüllung führen kann, ist die fest« Absicht, sich gütlich zu verständigen und sich durch nichts auf gefährliche Abwege drängen zu lassen. was zwischen den Mächlea im Haag möglich gewesen ist. sollte zwischen den Gewalten in Deutschland nicht unmöglich sein. Eine Verständigung sollte überall dort gelingen, wo Sicht und Schatten, Recht und Unrecht, Vernunft und Irrtum gleichmäßig ver- teilt sind. Fehler sind aus beiden Seiten gemacht worden, beim Reichsbantpräsidenten und bei der Reicharegierung nek�t ihrer Koalition. Damit eine Verständigung zwischen den beiden Gewallen gellugl. ist es notwendig, daß auf weitere Aeußerungen des Haffes und Unmuts verzichtet wird. Aus den amtlichen Verlautbarungen der deutschen Abordnung im Haag während der letzten Tag« hat o«r< fchiedentlich herausgeklungen, daß Vefchlüsse im Einoernehmen zwischen Reichsregierung und Reichsbantpräsident gefaßt worden sind. Wir sehen das als ein Zeichen dafür an. daß eine wirk- liche, sachliche Verständigung—, also nicht nur die Schaffung eines kurzlebigen äußerlichen Itfocius vivendi— möglich ist, wenn beide T« t l« es ernstlich wollen. Wir sehen die Schmierigkeiten, die «nfer Volt in den nächsten Monaten und Iahren zu überwinden hat, für so ernst an, daß wir jeden entbehrlichen inneren Hader au«. . geschaltet sehen möchten. Solcher entbehrlicher Hader ist der zwischen der Reichsregierung und dem Manne, der sich in mehr als sechsjähriger Arbeit unbestreitbare Verdienst« um die deutsche Währung und die deutsche Kreditfähigkeit und damit auch um den deutschen Wirtschaftsaufftieg erworben hat.'' Ist die Parallele� Gläubigermächte— Deutschland, Schacht— Reichsxegierung schon bezeichnend, so noch viel mehr die Lehre der„Kölnischen Zeitung" von den zwei Gewalten in Deutschland. Die deutsche Reichsgewalt als Trägerin der Souveränität ist einheitlich, die deutsche Reichsvcrfassung kennt keine chspräs Reichsbankpräsidenten! Die„Kölnische Zeitung" aber setzt zwei Gewalten: den Reichspräsidenten und Herrn Schacht. Der Druck der Gläubigermächte beim Abschluß des Dawes-Paktes hat die volle Souveränität eingeschränkt. Er hat die Reichsbank als währungs- und distontpolttisch un- abhängiges Institut gestaltet— aber er hat damit noch nicht neben den Träger der Souveränität eine zweite ebenbürtige Gewalt ge'etzt. Herr Schacht allerdings hat den Versuch unternommen. dies« Ausnahmestellung zu einer der Reichsgewalt eben- bärtigen souveränen Gewalt auszubauen. Er hat seine In den letz'en Wochen mehrten sich die Fälle von Kredit- tündigungen bei öffentlichen Unternehmungen lunb Körperschaften durch die privaten Vanten. Solche Kündigungen wären verständlich bei Pnoatuniernshnnmgen, wo die gewährten Kredite durch das Wechselspiel der wirtschaftlichen Der- hältnifle in Gefahr kommen können. Sic stich nie verständlich gegenüber öffentlichen Körperschaften und Uniernehmungen, deren Ver- pflichtungen kein Risiko in sich bergen. Sie sind doppelt unverständ- sich bei der gegenwärtigen Geldmarkllage. wo die Banken im Geld« schwimmen. Beweis die Entwicklung der Reichsbant, die von den Prloa'banken überhaupt nicht mehr in Anspruch genommen wird. Die Kroditkünt�ungen gegenüber öffentliche». Körperschasten und Unternehmungen siichcn nun eine überraschende Er- klörung. Vir sind zuverlässig dvllber loformlerk. daß zwischen große« privaten Bankengruppeu ein still« Einvernehmen darüber besteht. jede Aktie und jede» Aklieapakst öss eulsicher lluterachmungen ans- zukaufen. Um diese Lufkaufsmögllchkciteu jn fördern, nm zn einem Angebot von solchen SfsenkNchen Aktien und Aktienpaketen anzureizen, merden ktredittündignnzea gegenüber össenlliche» Körper- schasten bzw. von diesen beherrschten oder beclnsiußlen Uulerneh- münzen ausgesprochen. Wir stehen nicht an, festzustellen, daß die sonst Zwischen ton- kurrierenden Bankengruppen bestehenden Gegensätze bei diesem gemeinsamen Ziel zurückgestellt worden sind und daß uns oon einer bestimmten Berliner Großbank solche Kreditkündigungen bekannt sind. Diese Kündigungen erfolgen in einer Zeit, in der durch die internationalen und nationalen Kapitalmarktverhältnisi« die größten Schwierigkeiten bestehen, auch für legalen irnb anerkannten Anleihebedarf das Kapi'al zu beschaffen. Sie erfolgen in einer Zeit der größten Arbeitslosigkeit und immer weiter sinkenden Vsschäfkigung der Industrie. Sie erfolgen zu dem auf der Düssel- dorfer Tagung des Reichsoer band» der deutschen In- d u st r i« offen ausgesprochenen Ziel, die Veräußerung von össeulllcher werkssubflauz als Mittel der öffentlichen Kapitalbeschaffung zu fördern,©ie..er« folgen auf demselben Hintergrunds, aixjl dem sich die öffentlrchen Finanzfchwierigkeiten, vom Reich bis zur letzten Kommune, in der letzten Zeit so außerordentlich verschärft hqhen. Dieses Vorgehen der Banken ist von Äner unabsehbaren volkswirtschaftlichen Gefährlichkeit. Das � private deutsche Vankkopital verleugnet in diesem Vorgehen, da» allein intcressenmäßig« und letztlich hochpolitisch« Zwecke verfolgt, seine volkswirtschaftliche Aufgabe, als Treuhänder der Geld- und Kapital- Vermittlung ohne Ansehung der Partei zu dienen. Man kann gewiß den deutschen Privatbanken nicht verbieten, mit ihrer Kredit- positit auch wirtschafts- und tlassenpolitische Ziele zu verfolgen. Ein solches Ziel ist die Privatisierung öfsentlicher Unternehmungen, ein Mittel dazu der finanzielle Boykott öffentlicher Körperfchäften. Unerträglich ist dann aber, daß die Oeffenllichlleit von solchen Zielen in der Kreditpolitik der privaten Banken ketne Kenntnis, hat. Der Gefährlichkeit dieses Vorgehens entspricht die Rotwendigkeil einer rückst cht» losen Abmehr. Es darf in Zukunft kein Fall mehr unbekannt bleiben, in dem. ohne erkennbaren triftigen Grund öffentlichen Körperschaften ade» Unter» nehmungen Kredite gekündigt werden. Die ösfentsichen Körperschasten und Unternehmungen müssen sich darüber verständigen, das private Bankkapital muß darüber ins Bild gesetzt werden, daß gegenüber Banken, die ohne triftigen Grund Kredit« kündigen, neue Kredit- geschöfle für all« Zukunft nicht mehr getätigt werden. Ein anderes Mittel gegen den privaten Finanzboykotts der eine äugen» blickliche Notlage mit illegalen Mitteln zu illegalen und gs heimgeholte- nen Zielen ausnutzt, als die Kündigung der Banlverbia« dung auch für die guten Zellen der Zukunft, gibt es nicht. Da» private vaukkapilal mag sich entscheiden, ob ihm eine gut« und solide Kundschaft lieber ist als eine Politik, die aus die Dauer nicht zu seiuem Vorlest sei», kann. So wehrlos sind die öffenlllchen Sörperschafleu und llllkeruehmuageu oichk. daß sie der Züchtung von Pleikegeieru zur Diskredikierung der Lsseullichen Ziuaozwirlschast und zur Privatisierung der össeolsichea Betriebe sich widerspruchslos fügen muß. Gegen Schacht! Vr. Kerh spricht in Köln.— Zentrum und Sozialdemokraiie. Köln, 17. Januar. sEigenbertcht.) In einer außerordentlich stark besuchten Lersammlung der sozialdemokratischen Funktionäre sprach heute Rsichstagsabgeordneter Paul Hertz(S03.). Im Laufe seiner Ausführungen, die von der Aersanmstung mit lebhaftem Beifall entgegengenommen wurden, gwg er avf die Frage Schacht ein.(Sir führte ans: Das Auftreten Dr. Schachts im Haag hat bewiesen, daß er aus politischen Erwägungen die Unabhängigkeit der Reichsbant mißbräuchlich ausgenutzt hat. Genau wie bei der Pariser Sochperstöndigenkonserenz, so hat er auch jetzt die Politik der Reichsregierung zu durchkreuzen oersucht. Schacht gibt sich den Anschein, als ob die Kreditwürdigkeit des Reiches oon ihm abhäng«. Nach der Stellungnahme der Amerikaner im Haag ist davon jetzt nicht mehr die Rede. Herr Schacht ist nicht nur ein entbehrlicher Mann, sein Rücktritt würde vielmehr die deutsche Außenpolitik nazweifelhasl er- leichtern. Ob ein solcher Mann loyal an der Durchführung des Poung-Planes, den die Mehrheit des deutschen Lölkes anzunehmen bereit ist, mit- wirken will und kann, muß bezweifelt werden. Niemals dürfen Zweifel an der Durchführbarkeit des Poung- Planes dazu führen, die inneren Wirtschaftsverhältnisse Deutsch� lands zu verschlechtern, wie das durch die Mspernmg vom Aus- landsgeldmarkt geschieht. Herrn Schacht, der auf Grund des Dawes- Planes regiert, muß deshalb durch A-nderung des Reichsbank- gefetzes und auf Grund eigener Entscheidung der deutschen Gesetz- gebung die Möglichkeit genommen werden, eine Nebenregierung der Reichsbant gegenüber der Reichsregierung aufzurichten. Es ist ein« Irreführung, so zu tun. al» würde dcknst die Währung gefährdet werden. Di« Sozialdemokratie denkt nicht daran, dpa in der Gesetzgebung- gesehenen Schutz der Währung irgendwie anzutasten. Stärkster Schutz der Währung durch Aufrechte rhasiung aller Bestirn» mungen, die die Reichsbank verhindern, dem Reich unbegrenzte Kredite zu geben, ist daher notwendig, Ein« Gefährdung der Währung droht nur von einer Polittk-des Herrn', Schacht, d«, ogS 5, 166 bis 566 aus 6, 566 bis 1666 aus 7, 1666 bis 1566 aus 8 f und in Dienststellen mst über 1566 Beamten aus 9 Mitgliedern. Bei Dienststellen mit weniger als 26 Beamte», ober mit mehr als 5 wahlberechtigten und 3 wählbaren Beamten sind an Stelle des Be- amtenausschusses ein Vertrauensmann undein Stellvertreter zu wählen. Die Beamtenausschüsse haben das lldecht, Anregungen und Anträge der Beamten, die sich auf Dienstangelegenheiten all- gemeiner Art beziehen, entgegenzunehmen und, wenn sie für be- gründet gehalten werden, bei dem Dienstvorgesetzien zu vertreten, insbesondere auch Anregungen und Anträge über Wohlfahrts- einrichtungen, über den Grad der Arbeitsleistung und Berbilligung des Verfahrens oder des Betriebes. Sie haben das Recht, dienstliche Meinungsverschiedenheiten der Beamten untereinander im Lerhandlungsweg Beizulegen, sowie persönlich« Beschwerden über dienstliche Anordnungen entgegen- zunehmen und gegenüber der Verwaltung zu vertretest. Auch sollen sie Unfall» und Gesundheitsgesahren in Betrieben be- kämpfen. In bezug aus Entschließung des Dienstvorgesetzten haben die Beamtenoertretungen das Recht der Mitwirkung ein- schließlich der Beschwerde bei Ausstellung und Aenderung von allgemeinen Vorschriften, durch die der Dienstvorgefetzte den Betrieb der Dienststelle regelt, soweit hierdurch die persönlichen DerhÄtnifse der Beamten berührt werden, ferner bei Aufstellung der Dienst- st u nd« n p l ä ne und der Grundsätze für die Regelung von Ver- tretungen, bei Festlegung des U rla u b s p l a n e s, Ge- Währung von außerordentlichen Vergütungen, Ernennung von Vertrauensärzten ujw. Der Reichs rat hat an der Regierungsvorlage verschiedene Verschlechterunge» vorgenommen, die in erster Linie auf Anträge Bayerns zurückzuführen sind. Trotzdem hat Bayern schließlich die Gesamtvorlage abgelehnt. Der Gasetzenrwurf stonnnt noch aus der Aera des deutschnationalen Reichsinnemninisters Schiele. Schon vier Jahr« wird über ihn beraten. Genfer Hindernisrennen. Wie man eine no-wendige Reform kompliziert. Genf, 17 Januar.(Eigenbericht.) Die Frag«, ob es in der Kohlensrage gelingt, ein Abkommen über die Arbeltszeit unter Tag« fertigzustellen, ist mich am Freitag trotz zweitägiger Vermittlliiigsversnche noch nicht ent- schieden worden. Mehr als 166 Anträge und Abänderungen sind in den beiden letzten Tagen eingereicht und verworfen oder zurückgezogen worden. Es zeigt« sich, daß die Unternehmer und einige Regie- run gen. darunter Spanien, Polen und Oesterreich(!), nur ein Abkommen zugestehen wollen, das aus der Arbeitszeit des am l ä n g- ste n arbeitenden Landes beruht. Aber auch die übrigen Regierun- gen sind wenig geneigt, Bestimmungen anzunehmen, die die jetz'gen Arbeitsbedingungen in ihren Ländern verändern. Die Lage wird noch mehr kompliziert durch das Hineinfpielen anderer Fragen. So enthielt sich der Vertreter der d e.u t s ch e n Regierung am Freitag bei der Abstimmung über die Arbeitszeit von 7�-« Stunden der Stimme, weil ihr Anrrag, den Brauniohlcntiefbau aus- zuschalten, nicht angenommen worden war. Der deutsche Regte- rungsoertreter oertritt den Standpunkt, daß der deutsche Broun- tohlentiesbau der Randgebiete, der schon an und für sich gegenüber dem günstiger gelegenen Togesbau benachteil gt ist, konkurrenzun- sähig wird. Polen will so länge nicht unter 8 Stunden hinuntergehen, als nicht i» allen Ländern, wie in Polen,«ine ge» setzliche Urlaubszeit vorgeschrieben wird. Die Arbeitnehmer waren berest, nachdem ihr Siebenstunden. ontrag und der englisch« Antrag auf 7!4 Stunden gefallen waren, auf 7?i Stunden zu gehen, wenn ausdrücklich bestimmt wiid. daß dies« Arbestszeit nur als Uebergangszeit von vielleicht zwei Iahren gedacht ist, und schon nach zwei Iahren weiter herabgesetzt werden kann. Sie verlangten ferner einen be- fondeven Kontrollausschuß, der die wirtliche Durchführung des Abkommens überwachen soll. Man wird am Sonnabend vormittag versuchen,«ne Einigungs- formel zustande zu bringen, die aus die Uebergangswünsche der Aubeiter, auf die deutschen Braunkohlensorgen und aus die englischen Wünsche betreffs der Berechnung der Arbeitszeit Rücksicht nimmt und damst eine knappe Mehrheit auf sich vereinigen könnte. Am Sonnabend nachmittag soll in einer ösfenttichen Sitzung die end- gültige Entscheidung über das Schicksal der Konferenz und damit des ersten Versuch-, die Arbeitszeit unter Tage besonders zu regeln, fallen. Erziehung zur Arbeiislosigkeit. Wie Gefangene befchästigt werden. Die Arbeitslosigkeit in der Lederwaren- industri« seit longem erschreckend hoch. TrotzHem machen die Gefangenenanstalten in der Lt-derwarenherstellustg immer schärfer Konkurrenz. Bei einer Besichtigung der Strasanstalt Kotibiis wurde, wie der freigewertschoftl'ch« Sattler- und Portefeuillerverband mitteilt, ein« ganze Menge Maschinen fest- gestellt, an denen etwa 45 Gefangene beschäftigt waren. Die Kottbusser Strafanstalt stellt einen mit allen technischen Errungen- schoften der Neuzeit ausgestatteten Betrieb dar, und dieser Betrieb ist auch noch von den Lasten der Mieten. Betriebsunkosten usw. besreit." Die Folge? Wenige Bahnstationen von Kottbus entfernt beantragt ein Fabrikant die Genehmigung zur Stillegung des Betriebes I' Human« Tendenzen des modernen Strafvollzugs ln allen Ehren? Die Wohltat darf sich aber nicht zu einer Plage für dl« Ar- Heiterschaft auswachsen. Erziehung zur Arbeit ist schön und gut. Wer aber den Gefangenen erzählt, daß sie die bei der Her» stellung von Lederwaren erworbenen Kenntnisse nach ihrer Ent. lassung lohnbringend verwenden können, t ä u s ch t sie. Die Enttäuschung führt zur Rücksälligkeit und, wenn ein besonderer „Glücksfall"' vorliegt, höchstens vielleicht zu Arbeitsgelegenheit in einer Gefangenenanstalt in dem während der Abbüßung der letzten Gejängnisstrckfe erlernten Beruf. Losowsky-pleiie bei den Satilern. Die EinheitSiront marschiert. Am Donnerstag hatten die Magazin- und Matratzen» a r b e i t e r, sowie die Lederwarenarbeiter im Verband der Sattler, Tapezierer und Portefeuiller ihre Branchenleitungen neu zu wählen. Die Dersommlung der Magazin- und Matratzenbranche, die sehr gut besucht war, verlies ohne kommunistische Störnngs- oersuche. Der Bericht über die Entwicklung der Branche im vorigen Jahr und die wichtigsten Vorkommnisse in ihr wurden ohne Diskussion zur Kenntnis genommen. Für die Neuwahl der Branchen- l e i t u n g waren von kommunistischer Seite Gegenvorschläge nickst einmal eingereicht worden. Die Wiederwahl der alten„rcsormistischen Branchenleitung erfolgte ohne jeden Widerspruch. Von dem Vertreter der Ortsverwaltung wurden dann noch die Gründe dargelegt, die die Organisation veranlaßt haben, einige Mst- giieder auszuschließen. Abgesehen von zwei Koniiiumisten, die sich bei der Behandlung dieser Frage durch einig« Zwischenrufe be- merkbar machten, stimmten die Dersammelten auch i» diesem Punkte den Ausführungen des Organisationsvertreters rückhaltlos zu. Nicht ganz so störungsfrei verlief die Branchenoersammlung der Lederwarenarbeiter. Die„Opposirion" haste bereits tags zuvor an- gekündigt, daß sie zu dieser Versammlung den Zutrist der Aus- geschlossenen gewaltsam erzwingen würde. Tatsächlich ve*' suchten auch einige der Ausgeschlossenen, sich gewaltsam Eintritt in d»" Versammlung zu verschaffen. Als der Versuch jedoch scheiiert«, nahmen sie vor dem Versammlungsraum Aufstellung und verteilten Flug- bläller, in denen sie die Orisvevwalsting der Zerschlagung der Orga- nisation bezichtigten(haltet den Dieb!) und die Verbandsmitglieder aufforderten, ihre Ausschlüsse nicht anzuerkennen. Also die gleich« Methode, wie si« von den Kommunisten bei den Rohrlegern und bei den Zimmerern angewandt wurde, mst dem Er- folg der S p a l t u n g der Organisationen. Di« kommunistischen Ver- bindungsleute innerhalb der Versammlung«ntfessetten pro- grammäßig Geschäftsordnungedebatten, in denen sie die Zulassung der Ausgeschlossenen zur Versammlung forderten. Diese Anträge wurden jedoch mit übergroßer Mehrhest durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt. Der Jahresbericht des Bronchenleiters, Genossen Schüttk«, wurde ebenfalls ohne Diskussion zur Kenntnis genommen. Di« Neu- wähl der Branchenlestung ergab die Wiederwahl des Branchen- lesters, Genossen Schüttke, und die Wiederbesetzung sämtlicher Funkstonen in der Branchenleitung durch Anhänger der Amsterdamer Gewerkschostsrichtung. Di« kommunistischen Gegenvorschläge ver- «inigten nur eine geringe Etimmenzahl auf sich. Das Abstimmungs- «rgebnis war etwa 2 zu 6 zugunsten der„Resor misten", also weit besser als im Borjahre. Bei der Beratung tariflicher Angelegenhelten fiel ein kommunistischer Agstationsantrag gleichsMs unter den Tisch. Dia andauernde große Arbestslosigkeit schafft zwar für die Kommunisten einen günstigen Boden. Aber die glorreiche Parole Moskaus:„Mst den Unorganisierten gegen die Gewerkschaft", schafft auch hier Klar- Heist Die Einheitsfront der organisierten Arbeiterschaft marschierst �4000 Gewerkschafismttglleöer auf Ceylon. Obwohl Ceylon zu Britisch- Indien gehört, gibt e« auf dieser Insel eine separate L a n d e» z« nt ra l e. Direkten Mit- t eilungen dieser Organisation zufolge umsaßte sie am 31. Dezember 1928 25 Organisatiönen mit 114 666 Mitgliedern. Vor einigen Jahren belief sich die Mstgliederzahl auf nur 46 666, so daß von einer schnellen Entwicklung der Bewerkschafts- bewegung auf Ceylon gesprochen weiden kann. Aufgehobene Sperre. Wie uns der Zentralverband der Hotel-, Restaurant- und Cate-Angestellten mitteilt, sind die Differenzen mit dem Betrieb Gastwirt Löflel, Weißensee, Langhansstr. 166, sowie mit dem Restaurant„Königetor", Jich. Anna Mücke, Prenzlauer Berg, Ecke Neue Königstraße, beige legst Die Sperr« über diese Betriebe wird hiermit ausgehoben. Gesperrte Gastwlrlsbelriebe. Wegen Differenzen werden hier- durch folgende Eastwirtsbetriebe für die Mitglieder des Zentral- Verbandes der Hotel-, Restaurant- und Cafe-Angestellien gesperrt: Mitte: Schill-Krokodil-Betrieb, Oekonom Herr Wollner Neue Königstr. 62/64: Schultheiß. Jnh. Walter. Neue Wilhelmstr. 2. SPD.-Sol, arbeit«! Die Werbeschrift»Der Kämpfer- ilt erschienen unb ist sasort im Lokal Siunoestr. SO abAubaltn. SPD.-Solrarbriter, Bezirk vcstlich« Vorort«(Lichtenber« Sanntaa, OVi Uör, wichilgc graitionooeriämmlung bei Seitie, Lichten. dera, KronpriGzenstr.«7. SPD..Lol,arbri«rr, Bezirk vsten I!«onnta». 10 llhr, wichtige �rartionsversammluiig bei Salenthln. Kroutstr. SS». Der Werbcanoschuz. "fei fck ��reie Gewerkschafts«Iugend Berlin Achtung! Leute beginnt Iirn 18 Übt im Jnarnbbei» be» Deutschen Berkehrsbunbeo, Gewerkschsstsba»», Engelufer 21— 36, Aufgang v, vart.. die Aelteren.Arbeitogemeinschaft. Shema:.Deo>erkschastliche Eeg-rn. wartsfrogen-.— Voran�ig«! Morgen, O'H Udr, Befichtigung bts Buch» drucker-Verbantsbauses. Berlin SB., Drcibuntstr. S. f&t.�uaenvoruppe ves �entrawkrtandes der Anaestellien Leute, Sonnabend, ab?0 Ahr Volkstangkursus im Zugenicheim Lehrter Strafte 18—19 und ad 30 Uhr Bunter Abend bzw. Lolkstanzabend im Zvgenbbeim Wrangel straft«. Verantwortlich tllr Volitif: Tr. E»rt Seher; Wirtschaft' S. Kllngelhölrr; Serarkfchaftsbrwegungl I. Steiuer; geuillrton: Dr. Zok« Schiloweki: Lokale» und Sonstige»! grib Karstädt: An, eigen: Td. Slo»«; sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwärts-Verlag S. m d. L. Berlin Druck: Vorn>ärts»Buchdruckerei und Verlagsanstalt Va»I Singer u. Co.. Berlin SW 68 Lindenstrafte t. Siergu z Beilage» und„Uaterbaltullg»ab Bütten'. •r Pfarrer Heurnann's Heilmittel bewährt bei zahlreieben Krankheiten./ 180000 Dankschreiben./ Da» Pfarrer Henirann-Buch (272 S., ISO Abb.) erhält jeder, der sich auf die- »es Inserat beruf t, völlig umsonst und portofrei, durch Lndwig Hemnann& Co., Nürnberg S 5 Pfarrer Heurnann's Heilmittel sind zu Origi« i k nnlpreisen stet» vorrätig in der Niederlage:, Zions- Äpotheke, Berlin K 81, Änklanaer Straße o9 an-der Ecke Brunnensti nte Sa. S Minuten vom Eosenthaler Platz. Adler- Apotheke, Herlin- Piiodenau. Rlieinstr 16. Fried: Ich-Wilhelm-Apotlieka, Chariotten- turfr. Leibnizstr. Heeges- Apot.eke, Berlin O. Gubener Str. 33. Schweizer• Apotheke, Berlin W 8, Friedrichstraße 173. Rosen- Apotheke, Eich-oraldo-Bsrlia. Xr. 29» 47. Jahrgang *1 Beilage des Vorwärts Sonnabend, IS. Januar 1930 Vom Exerzierhaas zum Wollspeicher Viel Wtes fällt tu letzter �«Zt w der Umgebung des Alex« anderplatze» der Spitzhack« MM Opfer: auch«ins der feltfam- ften baulichen Ueberbleibse! aus dem 18. Jahrhundert ist dort nun- mehr vom Abruch bedroht. In der Alten Schützen. Eck« Sei- bei st ratze erstreckt sich sin« mötzig hob:, aber unendlich lange .Salle, die fast nur aus„Dach" de- steht. Aber die Art. wi« iriefes Dach behandelt ist und der Reich- tum der Gliederung der Front- seit« verraten die Hand eines ge- schickten Bamneffter» David G i l l u. der in der zweiten ljäi'ft« d«S 18. Jahrhunderts in Berlin tätig war. erbaut« dieses neue Ererzierhau? des.von Winnig und von Kunheimfchen Regiments". das sich bis auf di« heutig« Zeck fast unverändert erhalten hat. Denn aus«insm alten Kupferstich, der sich im Schloß Paretz und im Mar- tischen Museum befindet, und die Rückfasiod« des Exerzierhauses dar- sielst, tritt uns der heutige Vau rn getreuer Gestov wieder entgegen. Rur die groß« Gichelfenstenvänd weist einige unwesentlich« Aende- rangen auf. Verschwunden aller» dings sind die ererziercnden Sol- baten der friderizianischen Zeit und v-rschwunden sind die Gräber de» Pestfriedhofs, di« bis zum Exerzier- bans reichten und auf denen(auf dem Kupferstich).vergnüg«: Kinder spielen. Auch der Turm der nahen Gmrgenkirche hat sein« Form verändert. Seit vielen Jahrzehnten schon dient dieses Exerzier- Haus als Wollspeicher. Bewundernswert ist die das Dach tragende leiten, da Michalski Grund zur Eisersucht zu haben glaubt«. Auch in der Nacht ziun Freitag kam es zwischen M. und seiner Ge- l-ebteil. wie Nachbarn ausjagten, zu einem längeren heftigen Wortwechsel, der dann plötzlich verstummte. Am Freitag mittag hotte sich mm Frau Beckmawi mit ihrer S ck w e st e r verabredet, um einige Besorgungen zu machen. Da Frau B. zur verabredeten Zeit nicht erschien, ging die Schwester mittags zur Wohnung in der Prinzenallee, um sich nach dem Ausbleiben der Frau Beckmann zu erkundigen. Als die Frau keinen Einlotz er- hielt und auf dem Flur Ga s g e r u ch verspürte, schöpfte sie Der- dacht und benachrichtigte die Polizei. Die Beamten verschafsten sich gewastsom Einlaß. Zn dem völlig mit Gas gefüllten Schlafzimmer bot sich dsa Eintretenden ein er- ichütkerndes Vlld. In ihrem Bett tand man Frau V. erwürgt aus. An der Türangel haste sich Michalski erhängt, die Pulsadern wiesen außerdem schwere Verletzungen aus. Die Leichen onrrbeq, beschlagnahmt und ins Schauhaus gebracht. Alte Schätzen' Ecke Keibelstraße Holzkonsiruktlon, die der Baumelsterkunst(Billys all« Ehr« macht. S.uLiem die Rohwolle direkt in di« Fabriken geliefert wird, hat dieses sonderbar« Cxerzierhaus auch sein« Berechtigung als Woll- spcicher verloren und wird bald einem modernen Zweckbau weichen. politischer Mord an Wessel. Oer Alter ein Kommunist.— S00 Mark Belohnung für seine Ergreifung. Di« llvkcrsuchung wegen des Atlevkats auf den Studenten ISesfelt der, wie wir berichteten, am Dienstag abend in der sttrohen Aranksark«' Straße St«iedorg-fchafien ward«.- htst cive Ebc rra schentiie' V e n d uv g genommen: Die erste Jl». vahme, daß e» sich v« ei« p o l t t i s ch e s v e r b r e ch e» handelte, Hot durch die polizeilichen Ermitllungeu nun doch seine Bestätig gung gefunden. Dom Polizeipräsidium wird zu der Angelegenheit sol- gendes mitgeteilt: Die b isherigen Ermittlungen über d;n Anschlag, der am 14. Januar auf den 22jährig«n Studenten Ludimg Wessel in seiner Wolznung in der Großen Frankfurter Straß« verübt worden ist. haben nunmehr doch ergeben, daß es sich um einen planmäßig vorbereiteten lieberfall durch Angehörige der Kommunistischen Partei handelt. Ms chaupstätcr ist zwelfelsfrel der ILjährige arbeststose Tischler Abbrecht Möhler aus der Mstlackstraße 1Z festgestellt worden, chöhler ist in Dirnen- und Zuhälterkreisen der Münz- und der Mulackstrah« unter dem Nomen ,A l i" bekannt. In der Wohnung des Höhler. der mehr- fach wegen schwerer Eigentumsdelikte. Zuhälterei und Meineid mit Zuchthaus vorbestraft ist, wurden die Fahne der tommimistifchen Sturmabteilung Milte. Schärpen, sowie Armbinden und«in« vollständige Ilmform des verbotenen Rotfrontkämpferbundes vorgefunden und beschlagnahmt. Mitteilungen über den Verbleib Höhlers und seiner Komplicen die zur Ergreifung der Täter und zur Aufklärung der Angalegeichest führen, werden auf Wunsch vertraulich behankest und find zu richten an den Kriminalkommissar Teichmonn. Abteilung II, Haus- aiw�SlS..Höhler ist l,77 M eter �grotz.. schignt,. aber, breitschulh-ig, hat'als Le'sttz�reK�imz�chgst'.qcks. Ätr.Dlst'k e/S." Uäv ge eiste S Ze.ntim'et'er siänge Narb"«/ Er irhgt einem bläuen, zwei. relbigm Anzug,' hat dunkelblondes Haar und graue' Augen, für sein« Ermsttlung und Ergreifung ist eine Belohnung von Sfifi Mk. ausgesetzt.__ Liebestragödie aus Eifersucht. Oie Geliebte erwürgt.— Selbstmord des Täters. Gestern wurde im Hause Prtnzenallee 8l im Itordcu Berlins die furchlbore Tragödie eines jungen Arbeiter, und feiner Geliebten enkdcckl. In dem Hause wohnte die 2k>jährige Frau Margarete Beck» mann mir dem um ein Jahr jüngeren Brouereiarbeiter Felix Michalski zusammen. In letzter Zeit war das Verhältnis zwischen den beiden sehr getrübt und es kam häusig zu Streitig- Schwerer Verkehrsunfall in Charlottsnburg. Straßenbahn rast in ein Meischerg eschäst. Ew sdjawr« Verkehrsunfall ereignete sich gester« abend um 21 Uhr an der Ecke Ivilwersdorser und lv-wslratze in Eharlöttenburg. Ein Straß enbahnzug der Linie 44, der vom wilhelmsplah kam. wurde vk>» einem aus der Wallstraße kommenden Lieferaulomobil in der Flanke gesüßt. Infolge des Ausauimeoprolles riß der Motorwogen sich vom Auhängewagen los, sprang aus den Schienen und roste mit voller Geschwindigkeit über den Fahrdamm und den Vürgerstelg gegen ein Flcischergcschäft. Der Ehaussevr de? Licser- oulo«, Alsred Freudenberg, erlitt schwere Verletzungen und mußte von elucw Wagen de» Retiungsowtcs in dos Krankenhaus Westend gebracht werden. Die Fahrgäste, sowie das Personal des veruuglücklen Straßeubahnzuges blieben, abgesehen NM» einigen Glassplilterverlehuugen ohuc ernstliche Schäden. Zwei Füge der Feuerwehr und mehrere Hilfewagen der Mrkehrsges«». schaft hatten über eine Stunde zu tun. um die Folgen des Unfall» zu beseikigew Nach Ben cht von Augenzeugen soll den» Führer des Autos die Schuld treffen, er soll mit übermäßiger Schnelligkeit gefahren sei»». Die Bremsvorrichtungen der Straßenbahn wurden nach sofort vorgenommenen Kontrollversuchen in Ordnung befunden. Aus dem V-Zug gesprungen. Testern spielt« sich in dem V-Zug 18, der wenige Minotev nach 10 Uhr den Stettiimr Bahnhof mit dem Ziel Stralsund verlassen hatte, ein aufregerider Vorfall ab. Als der Zug gerade den Bahnhof Pankow passierte, sprang eine Tür III. Klaffe auf und ein junges Mädchen stürzte aus dem noch in long- samem Tempo fahrenden D-Zug aus die Gleise. Der Zug wurde sofort zum Halten gebracht. Es stellte sich dann heraus, daß es sich bei dem iungen Mädchen'»rnr den Istjährigen Fnirso r�«- Zögling Htld e g ard A- aus deö Nothenower Straße Handeltd. Das Mädchen hälke her dem Stur.) erhebliche Verletzunge?» erlitten mö wurde ins Pankniver Krankenhai»? gebracht. Es sind sofort polizeiliche Ermittlungen zur Klärung der Angelegenheit eingeleite: worden. Offenbar haiGelt es sich um einen Fluchtversuch. Schlechte Zeiten für Papageie». Auf Grund des Paragraphen 7 des ViehseucheNgesetzes vom 20. Juni 1920 und des Artikels 67, Absatz 2 des Bayerischen Polizei- strofgesetzbuches ist die Ein. und Durchfuhr von Poimgeien und Sittichen aus dem Auslande nach Bayern mit sofortiger Wirkung bis auf weiteres verboten worderr. Einem Telegramm aus New Pork zufolge si>»d aus Mexiko Stadt mehrere Fälle von Papageienkrantheii gemeldet worden. Die Behörde hat darauf di« Tötung sämtlicher Papageicv angeordnet. Außerdem ist«in Einfuhrverbot erlasien worden. „Sehen Sie sich den Burschen da drüben an, der den Stein bebt. Jetzt läßt er ihn schon zum dritten Mal fallen. Sie haben wirklich kein gutes Material von Leuten hier." Sie wandten sich um und verließen den Steinbruch: Joao fstomao lief schweigend und in Gedanken auf das Haus zu, aber endlich öffnete er den Mund: „Und wenn ich Sie in Arbeit nähme, würde» Sie dann hierhe.rz!ehen?" „Selbitverständlich: ich kann doch nicht hier arbeite» und em entgegengesetzten End« der Stadt wohnen.� .Lair» würden Sie wohl auch i»»reinem Laden kaufen?" „Das ist Sache meiner Frau— die besorgt die Küche. Aber warum nicht schließlich auch in Ihrem Laden!" „2llsö." seufzte der Budiker und sah aus wie jemand, der in eijigkaltes Wasser springen will,„dann dürfte wohl der Handel als abgeschlossen gelten." Siebzig Mtlreis war eine Menge Geld, aber er beruhigte sich bei dem Gedanken, daß das meiste seinen Weg in die Kasse zurückfinden würde. ..Davn kann ich also morgen einziehen?" fragte der neue Angestellt«. „Heute schon.wenn Sie wollen", erwiderte der Brotherr „Nummer funsimddrsißig steht leer. Kommen Sie, ich zeige es Ihne«." S'e be'chleun'gten ihre Schritts, betraten den Hof und gingen nach Nummer füirfunddre'.ßsg. „Wie heißen Sie übrigens?" fragte der Hauswitt. .Lewnvmo." �.. „Und Ähre Frau, wäscht die? „Ja. Herr, sie ist Waschfrau. „Dann müssen wie also sehen, daß sie«ine Wanne be- kommt." Und damit waren die Verhandlungen, d'e dem überfAlten Wohnhans von Joao Romao ein neues Mitglied zuführten, beendet. 5. Am folgenden Morgen um sieben, als in der Siedlung schon das übliche Leben und Treiben herrschte, erschien Iero- nymo mit seiner Frau, um die Zimmer zu beziehen, die er am vorhergehenden Nachmittag gemietet hatte. Die Frau hieß Piedad« de Jesus, eine sehr glückliche K.-.m- bination. denn Piedade heißt„Frömmigkeit". Sie war etwa dreißig Jahre, normal groß und üppig, hatte volles Haar, olivensarbene HmU und gesunde, wenn auch etwas unregel- mäßige Zähne. Ähr Gesicht war frei und offen wie das eines ehrlichen Menschen, und ihr- Augen drückteil die gutmütige Freundlichkeit aus, mit denen sie allen zu begegnen pflegte. Beide waren neben den zivei Handkarren hergegangen, in denen chr Hab und Gut transportiert worden war. Piedade trug einen glatten Zeugrock, eine einfache Woschblufe und ein rotes Seidentuch auf dem Kopf. Äcronymo war gekleidet wie am vorhergehenden Tag. Das Paar schien sehr ängstlich und besorgt um einige Gegenstände, die offenbar zu köstöar waren, um den Wagen- männern anvertraut zu werden. Ieroirymo hielt ein paar verzierte Glasvasen im Arm. die groß genug waren, um als Reitstiefel zu dienen, und Piedade wiegte eure alte Wanduhr und trug einen Korb, aus dem eine Sammlung von Gips- heiligen h?roorschaute. Sie liefen über den Hof, gefolgt von den Blicken der Nach- bpm, die Neuankömmlinge immer mit mißtrauischer Neu- gierde beäugten. „Wer ist denn da? Stückchen Mensch?" fragte Machona ihre Nachbarin Augusts Earns Moll«. „Der soll im Steinbruch arbeiten. Ist gestern den ganzen Nachmitiag mit Herrn Jvas Nomav rumgezogen." „Und d'e Frau— ist das feine Frau?" „Wahrscheinlich", erwidette die andere. „Sie haben herrliche Möbel", warf Ldocad'a ein.„Ich wette, das Best war eln Hochzsitsgeschenk. Und ton Waschtisch ist ein Spi-gel. so groß wie'ne Bratpfanne" „Und'ne Mcrrmonplatte ist oben drauf! Hast du das ge- sehen. Leocadia?" kreischte Florinda, damit ihre Stimme die der Hexe und der alten Marcianna, die zwischen ihr und den anderen stand, übertönte. ,Äa. ich hab's gesehen, aber das ist noch nichts gegen den Betschemel— der ist ganz und gar geschnitzt." „Ein richtiges Kunstwerk", meinten sie alle. Wahrlich, die neuen Mieter hatten einen äußerst günsti- gen Eindruck geinacht. Es war deutlich, daß es sich nicht uin gewöhnliches Pack handelte. „Aber ob sie einen guten oder schlechten Charakter haben, kann sich nur mit der Zeit erweisen", erklärte die alte Isabel- Jbas stimmt: nach dem Aeußcren kann man nicht immer urteilen", seufzte Albino. „Aber," fragte Augusta,.wohnte in Nummer fünfund- dreißig nicht der alte Kerl mit dem gelben Gesicht, der Zi- garren drehte?" „Doch", beteuert« Leocadia, die Frau Brunos, des Schmieds.„Aber er ist ausgerückt, ohne die Miele zu be- ahlen, und gestern Hot Joao Romao seine Möbel fortge- chafft, die weniger wert sein sollen als das. was er ihn» chuldete." „Und gesien zwei hat er gestern einen furchtbaren Krach mit zwei Männern aus der Zigarrenfabrik gehabt, dk behaupteten. die Möbel gehöttsn ihnen. Wer weiß, vielleicht ist das alte Safrangesicht zum Teufel gefahren» wie der Blech- lchmied, der vor ihm da wohnte." „Kaum; der Plechschmied hat sich'das Leben genommen." „Na, ich kann bloß sagen, ich würde in Nummer fünfund- dreißig nicht geschenkt wohnen. Marcms de Farjao ist da gestorben." Drei Stunden später waren Ieronymo und Piedade m ihrem neuen Heim ferria eingerichtet und aßen das Mahl. das die Frau in aller Eile bereitet hatte, Ierowimo erklärte. erst am folgenden Tage mit der Arbeit«m Ste'.nbruch anfangen zu wollen, und stand Piedade für alle Arten von Hausarbeit zur Verfügung, die sie thm austrug. Ieronymo war als Landarbsitcr nach Brasilien berufen worden und hatte zwei Jahre lang wie ein Vieh auf einer Plantage gearbeitst- Dort hatte er unter Sklaven gelebt und es unbeschreiblich schwer gchabt. Als fein Vertrag abgelaufen war. er jedoch trotz aller Bemühungen nichts hatte erübrigen tonnen und keine Zukunft für seine Frau und sein Töchter- che» vor Zlugen sah, weigert« er sich dazubleiben und kam in die Stadt, wo er bei einem Steinbruch angestellt wurde und um elenden Lohn Steine klopfte. Mst Hilfe des kärglichen Perdienstes aus Piedades Walcharbeit waren sie stnstcmoe. sich ein Dach überm Kopf zu schaffen und n»cht zu verhungern. (Fortsetzung folgt.) Segen den Abireibnngsparagrsphen! Adele Schreiber-Krieger hatte rcdjl. als sie in einer Kundgebung der Liga für Menschcnrechle gegen den§ 218 ausführl«: Der Kampf gegen diesen Paragraphen, die Heber- zevgung von seiner Schande und Schädlichkeit ist so allgemein geworden, daß es manchem Menschen der Großstadt schon scheint, als seien Veranflallungen wie diese letzte Kundgebung nicht mehr notwendig. Der neue Strafgesetzentwurf beweise aber das Gegenteil: Auch in ihm ist der Abtreibungsparagraph nicht beseitigt, und den geringen Konzessionen an die Voüsstimmung tGefängwsstrafe statt Luchthauz für die Mutler und Veriährung ihres Deliktes in zwei Jahren) stehen Dinge gegenüber, die man nicht als Fortschritt werten kann, so die große Freiheit, die dem„richterlichen Ermessen� hier gestellt ist. Noch immer und auch im neuen Strafgesetzentwurf werde die religiöse Uederzeugung eines Teiles der Bevölkerung als Maßstab und Grundlage des Strasrechls genommen, dem die Gesamtheit der Bevölkerung unterworfen sei! Die Abtreibunxsseuche, der jährlich S000 bis 10000 Frauen zum» Opfer fielen, deren Folgeerscheinungen jährlich die Gesundheit von chmrderttausenden vernichteten, sei aber nicht durch Paragraphen wirtsam zu bekämpfen, sondern an ihren Wurzeln: Der Staat, der nicht jedem seiner Bürger ein menschenwürdiges Dasein garantieren könne, dürfe nicht die Geburt eines neuen Menschen um jeden Preis Wrdern, der Staat, der nach immer nicht die Not der unehelichen Mütter und Kinder beseitigt habe, sei nicht berechtigt, einer unehelichen Mutter dieses Martyrium aufzuzwingen Aber nicht nur das Gewisse» des Staates sei hier wachzurufen, auch das Gewissen einer Aerzteschast, die nach dem neuen Gesetzentwurf ja bestimmend für die Julässigkeit einer Abtreibung sein solle: Habe es doch eine Aerztekammer vor noch nicht langer Zeit fertig- bekommen, eine Schwangerfchafisunterbrechung bei einer zwanzig- jährigen Idiotin, die. halbgclähmt, von ihrem siebzehnjährigen Bruder mißbraucht worden sei, elnfaä) abzulehnen! Und habe sich doch eine konfessionelle Tereinigung von Wohlfahrispjlcxerinnen gegen die Bekannlgabe empfängnisverhütender Mittel sogar an Che- frauen ausgesprochen! Und das geschehe angesichts der Tatsache, daß sieben Achtel der an offener Tuberkulose Leidenden kein eigenes Bett haben! Helfen aber könne hier nur die Frau sich selbst, wenn sie die Waffe benutzt, die ihr das Wohlrecht gebe, wenn sie daran dächte, daß dieser Reichstag ja nur noch zwei Jahre höchstens zu leben habe und ihre Stimme nur einer Partei gäbe, die unbedingt für die Beseitigung des Abtreibungsparagraphen einträte. Vor Adele Schreiber-Krieger sprach Dr. H o d a n n, der besonder» auf die soziale Bedingtheit der Abtreibungsseuche und ihre volkcgesundheitkichen Folgeerscheinungen hinwies: Nur 0,1 Proz. der wegen des Deliktes der Abtreibung bestraften Frauen gehöre wirtschaftlich besser gestellten Kreisen an, die Märtyrerin dieses Paragraphen sei die P r ol« t a r i e r fr a u, der „Dame* siehe genügende Kenntnis empfängnisverhütender Mittel und bei ihrem Verjagen immer ein gut geschulter Arzt zur Verfügung. Die Abtreibung sei so allgemein, daß sich dafür still- schweigend ein freilich in der Gebührenordnung nicht ausgeführter Tarifsatz durchgesetzt habe: 80 bis 550 Mark, je nach materieller Lage der Patientin und Beliebtheit des ärztlichen Helfers Merkwürdig sei, daß sich gerade unter den Frauenärzten sehr viele Gegner der Aufhebung des Abtreibungsparagraphen fänden, freilich würde die Freigabe der Schwangerschaftsunterbrechung dann eine Berechnung hoher„Risikoprämitn", die heute vielfach üblich, nicht mehr gestatten. Wenn von dieser Seit« vielfach mit der„Gefährlichkeit' einer Schwangcrs�astsunlerbrechung argumentiert werde, so sei zu sagen, daß hier die deutschen Zahlen nicht maßgebend sein könnten, da die deutsche Gesetzgebung ja nur Schwangerschaftsunterbrechung bei schwerkranken Frauen erlaube. Auch die anderen Redner des Abends. Rudolf Ol den. Geheimrat Dr. Iul. W o l f f und Dr. K u c z i n s k i. betonten, daß die Freigabe der kunstgerechten Schwangerschaft-unlerbrechunz nicht nur Leben und Gesundheit ungezählter Frauen rette, sondern auch ihre Fruchtbarkeit bewahr« und so keineswegs von schädlichem Ein- fluß auf die Levölkerungsmöglichkeit in wirtschaftlich günstigeren Zeiten sei, es sei durch diese Freigabe kein Beoölkernngsriickxang zu erwarten, während der durch Pfuscher ausgeführte Abort in 50 Proz. der Fälle zur Sterilität der Frau führe. wärtig erhobenen Ansprüche de? Galellkchast auf Baren tschäbigung sollen durch eine Zahlung von 200 000 M, von denen aber 150«« Mark nicht bar, sondern durch einen Schuldschein mit dreijährig« Laufzeit zu entrichten sind, ausgeglichen werden. Arbeit für Erwerbslose durch die Bewag. In der Zeit vom 2. bis einschließlich 23. Dezember 1329(vier Wochen) sind bei den Sabeloerlezungen sowie Erdbewegungs- und verwandten Arbeiten durchschnittlich pro Woche 780 Erwerbs» los« beschäftigt worden. Im Sinne der gesetzlichen Bestimmungen über die Bekämpfung der Erwerbsloseimot kommen demnach 18720 Erwerbslosen- Tagejverke in Frage. SlnseadiiiigM fäi dlile Rubrik stnd Berlin SS SS. S-ud-n�r-ße U stete an da» Bezirkasrtrrtnriat 2. Hai. e Traunen recht».»» rkchlen. 7.»«!» ef-rl-tirnlurq und Spandan. Zuristisch« Sn-pchw-ud« beut»,«nun- aUtÜ), IS. Saiu-az, ISN 17— J8 Hit, im Zug-nbhcuk Z-Sliurustr. 4.«roerf Im..Vorwärts'(Morgenausgabe Nr. 27 vom 17. Januar) wurde über eine GerichtsverHaMung gegen einen Erzieher Werner Pfrieme berichtet, der wegen Vergehens au den ihm anvertrauten Zöglingen zu einem Jahr Ge- fängnis verurteilt worden ist. Ueber diefeldc Gerichtsverhandlung finden wir einen Bericht in einem de ut s ch n a t i o nal« n Blatt, das ihm die Ueberschrift gegeben hat:„So erzieht das rote Berlin!' Pfrieme war, wie der Bericht des„Bor- wärts' mitteilte, in dem der Stadt Benin gehörenden Erziehungsheim Güiergotz beschäftigt woiden, erregt« dort Verdacht, jchied des- Haitz aus dem Heim aus und fand danach Stellung als Erzieher iu der von einem Berein betriebenen Wadzech-Crziehungxanftalt. Das deutschnationale Blatt, das diesen Menschen und. sein.Per- gehen als Beispiel, wie„das röte Bdrlin erzieht', ausnutzen möchte, sagt nichts über die Herkunft Pfriemes. Die deutfchnatio- nalen Leser erfahren nichts davon, daß er durch einen. Verein christlicher junger Männer hindurchgegangen ist und daß in feinem Leben die Religion eine besonder« Rolle gespielt hat. Dreist und gottessürchtig erzählt das Blatt/ die ganze Gerichtsoer- Handlung habe„wieder einmal die Früchte der roten Erziehungsmethode gezeigt'. Was würden deutschnotionalc und christtich-religiöfe Kreise sagen, wenn wir behaupten woltten, daß durch Pfriemes Taten die dauffchnationalen und christlich- religiösen Iungniänneroereine gekennzeichnet werden? Wir über- lasten eine so gemeine Kampfesweise unseren Gegnern. die sich nicht genug tun können in Begeiferung der Sozialdemokratie und des„roten Berlin'. Zur Beleuchtung des Falles' Pfrieme fei noch hervorgehoben. welche Rolle dabei die Wadzeck-Anstalt ge-fplest hat, die unter christlich-religiöser Leitung sieht Nachdem Pfrieme aus dem Heim Gütergotz nach der dort gegen ihn geführten, aber ergebnirlos gebliebenen Untersuchung ausgeschieden war, meldete das städtische Jugendamt Berlin den Sachver- halt an das„Evangelische Hauptsugendamt', das «ine Einrichtung kirchlicher Kreise ist. Das städtische Jugendamt wollte hiermit vor Pfriem« warnen, aber Pfrieme wurde Er- zieher in der Wadzeck-Anstalt Als hier fein Treiben mit mehr Glück aufgedeckt werden konnte, lieh man ihn lausen, nachdem er schriftlich hatte erklären nrüsten, daß er keine Erzieher- dien st e mehr an evangelischen Kindern tun wolle. Was sagen zu dieser„Lösung' deutschnational« und chrisilich- r?oilntait hc'ftn wir un» gut Kcnrral- verkammlung nicht um S Uhr. sonürrn um Ks» Uhr Kaiitrin-Augusta-T-rag, i» Temrrldof. Arbeilzzemeinschaft der Kindersreunde Groß-LerN«. stielt SBeU cjt: Da, SujCTjfteJm«chiwsiettstr. 1 iL-dig« Sri«! Id-Ht rot* nicht rnchr«it Bttiilsflus. Di, Erupv-N lind d-rn L«im O- fiirafK»ugt. tD'.efcn trvrd.-n. Satianbines tznuenlai a£l»Iert3 Dir«eranlialtuna am ffounte« lallt aus, da da» Sern*u?l«iu ift Elf Änwtchun« uns-r-,«afpctle. theater» findet am Ssitütan. KS.?anuar. liatt W«it«r Lvlannvnachuugtu dcachttn. Die Erunnm?-c rHeryarl und ZcopaldplaK treffen nch am eoun- tag um TV 115 1 am Bahnhof Wcddina. cinciana Lindower Stras-. u-r Kru?tie Sriiet-atf: Vm T'.aniag, 20. Zanuar, 20 U5r, in der 202. Schuir, Liittichrr>?tr. 4, Elternverfammlma. ftai» Milte. Gzitvve Pattccfi: feut*. 20 ITfir, Dlternbrfprechung«t£*im Cliraduijt'.rdftr. 19. Zi'tna:»Die Prilaclstraf�'. Srel» Mi-ir, Eruupe Papailslag! 2.?or-ten. �onntaa, 19. Sannai, fitteif- fadrt durch den Strünke, Etcffnunlt 7 llZt clcillner S;9rartba5n5»f. ffoSn» arid 00?f. gür ein'Jca CcrpfTejunB. ftalil* ftle'duna und«uts S'iromung mitürinB-n. Der Wanderleiter unserer Erurue de ssadrscheine nicht ver- Bellen. Aua-'daerolleu der SA?, af,«äste millkammen. «'runae Wdfjerie«: 2)"«rficn, r or.rfaB, treffen wir im» gut gadrt Tri Uhu am SnlempTafc. Eltern lonneu sich daran blleiligen kRikoiass«). Lickostau: Kinder 30 Dt., Eltcrn 45 Pf. Gebuclskage. Jubiläen usw. SU OTt llittcrem®eae(Ten E t n« � c«»> l, WIcfenItr. 41— C, ga feile» 78. eeSurtetagc di« hrrzlichitea SlSckwÜuIch«.--". 5 Sterbetafel der Groß- berliner Partei- Organisation� 47. Mt. Unser Ger, sie Mar«uhut ift„ersterhen. Thr« seinem !Zinäs6efMnq cm Mo» tag, 20. Januar, um UM llhr» un Äceoto«' toclirm Sexichtftca�e* Mr bitlen um rege SBaiciliflnnfl. Allgemeine Wetterlage. »j �7��780° 9 oi p e» Swoll;enii>s,®-heirEr,OhalbbKjeclrr«ltkrebit« be�.dem deutschen Großen lest Aber, diese Krstik�wer» flummte bald. Hei der Zentralbank deutscher Industrie A.-G landeten sofort zahlreiche Kreditgesuche, sah doch die Neugründung erstklassig seriös aus. Der Aufsichtsrat war«in Gremium erster deutscher Privatban- kiers und bekannter ausländischer Bankeninhaber. Di« deutschen Groß- danken hatten sich allerdings bei der Gründung auffällig zurück- gehalten. Das lag wohl zum Teil daran, daß sie dieser Kreditierungs- Methode auf der Basis von Industriehypotheken aus den verschie- densten Gründen nicht allzu begeistert gegenüberstanden. Ganz gleich wie die Dinge liefen, drohte für sie ja eine Einengung ihres für sie durchaus rentablen Kreditgeschäftes. Dann hörte man von der Zentralbank deutscher Industrie A.-G. sehr lange nichts mehr. In dieser Woche gab sie endlich wieder einmal ein Lebenszeichen von sich, das aber zugleich der letzte Seufzer eine» Sterbenden ist. In einer offiziellen Mitteilung wird erklärt, daß der gesamte Geschäftsplan sich als undurchführbar erwiesen habe: Es sei nicht möglich gewesen, in Amerika die Gelder auf- zunehmen, die der deutschen mittleren und kleineren Industrie in Form von langfristigen Krediten zufließen sollten. Der ausländische Geldmarkt habe sich eben verschlechtert, dos sei nicht vorauszusehen gewesen! Das vorläufig eingezahlte.Aktienkapital der Zentralbank deutscher Industrie, Ist Millionen Mark, ist in der Zwischenzeit a l s Monats- und Togesgeld ausgeliehen worden! So hat man die laufenden Kosten des Betriebes gedeckt. Jetzt werden die Aktionäre gebeten, chre Aktien den Gründerbanken zurückzugeben, die dafür etwa 95 Proz. des Nominalwertes zu .zahlen gewillt sind. Di« Aktionäre kommen also mit einem blauen Auge davon. Sie haben im wesenllichen nichts weiter verloren, als die Verzinsung des Hingegebetten Kapitals. Die mitllere und kleinere Industrie hat von dem schönen Plan nichts weiter gehabt, als eine Hoffnung, die sich nunmehr endgültig verflüchtigt hat. Selbstverständlich kann niemand, und sei er auch noch so klug, alle wirtschaftlichen Geschehnisse voraussehen. Aber die fehlgeschlagen« Jndustriefinanzierung des früheren demokratischen Reichsfinanz- Ministers Dr. Relnhold zeigt doch wieder einmal, wie berechtigt die Skepsis gegenüber temperamentvollen Ainanzreformeru ist. Ihre Ideen stützen sich zu leicht auf einen einzigen Punkt, der sich— wie die Tatsachen zeigen— aber auch als falsch erweisen kann. Es ist ebenso unmöglich, aus Jahre hinaus im voraus kon- struierte Finanzresonnprogrannne mit einiger Aussicht auf Reali- stcrung festzulegen Das ist aber gar nicht nötig. Es genügt, wenn heute der feste Wille bestehl, in der Gegenwart das Rot- wendig e, zu tun; daraus, erwächst die klare Zukunst. Das mag inonchenz MAtaKeKliSÄtKY-.Anslstityr j>b«r• Propagandisten, sehr langweilig erscheinen. Aber es hat den Borteil für sich, daß solche Arbeit auf dem Boden der nüchternen Tatsachen zwr sich geht. Kiurt Heinig. Oer Siemens-Konzern. 850 Millionen Umsatz.— Mit BeieiNgnngen auf«in« Milliarde zo schätzen. Vi« Generalversammlung des Siemens-Konzerns ge- nehmigt« gestern den Abschluß für das am 30. September beendete Betriebsjahr 1928/29, der für Siemens und Halst« ein« Di vi- den de von 14 Proz. und Siemens- Schuckert eine Dividende «m 12 Proz. vorsieht. Daß das letzte Betriebsajhr den Berliner Elektrokonzernen eine sehr gute Konjunktur bracht«, ist bekannt. Die Umsatzsteigerung bei Siemens aber zeigt, daß das Ausmaß der Konjunkturbefseritng 1929 gegenüber dem gleichfalls sehr ertragreichen Borjahr vielfach unterschätzt wurde. Narh de» ZlnAalle» des Herrn vo» Siemens stiege« die Umsätze bei Liemens-Schnttert von öttll auf mehr als 550 Millionen und bei Siemens«. Halste von 250 auf fast 300 Millionen Mart. Diese Zahlen um- fassen jedoch»nr die Ttammbetriebe und die zu lyO Proz. im Siemens-Besitz befindlichen Beteiligungen. Die Umsätze haben sich also allein im engere« Tiemcntz-Konzeru von 750 auf 850 Millionen Mark, das sind mehr als 13 Proz. erhöht. Da die Umsätze sämtlicher anderen Beteiligungen, die sich nicht restlos in ken Händen von Siemens befinden, in den genannten Zahlen nicht enthalten sind, kommen in den 850 Millionen die tat- sächlichen Umsätze des arbeitenden Siemens-Kapitäls auch nicht annähernd zum Ausdruck. Von der großen Anzahl dieser Unternehmungen wollen wir nun die wichtigsten Gesellschaften, in denen Kapital von Siemens arbeitet, aufzählen: Davon Im Saptlal Sl.MkN-.BM Osram...... i. 38 Millionen 40 Proz Siemens-Planiawerte... 18. über 50„ Aer. Signalbau..... 12„ etwa 40» , Transradio Berlin... 16,5,, 30, Elcktr Licht und Kraft.. 30. 25. Reiniger, Gebbert u. Schall 6,5. etwa 80, Soc. Conlinent Photomaton 52,5 Mill. Fr., 20, Hierzu kommen noch ein« Anzahl anderer wichtiger Betelligun- gen bei Telephon-, Radio-, Telefunken- und Sprechfilmunternehmen, bei der in der gangen Welt tätigen Siemens-Bauumon und anderen Gesellschaften. Bei vorsichtigster Schätzung dürften die Umsätze, die in diesen Unternehmen aus das darin investierte Siemens-Äapital entfallen, weiter« 150 Millionen erreichen. Damit würde der Gesamtumsatz bei Siemens im letzten Jahr eine Milliarde Mark erreichen, was einem fast fünffachen Umschlag des Kapitals entspricht. Ueber den gogeirmärtigen Gefchästsstand wurde mitgeteilt, daß bei Siemens u. H a l s k e bisher fast die voll« Belegschaft ge- hallen werden konnte, während in den Starkstrombetrieben von Schuckert Bctricbseinschränkungen allerdings geringeren Um- fanges erforderlich wurden. Ein glänzendes Siahljahr. Aekordziffern von 1927 im letzten Jahr fast erreicht. Di« kürzlich veröffentlichten Leistungen der deutschen Hoch- öfcnbctriebe im letzte» Jahr gaben bereits einen Gesamt- überblick über die sehr starte Stohltonjunkwr von 1929. Nicht nur die Ergebnisse des im allgemeinen guten Eisenjahres 1928, die aller- dings wegen der vierwöchigen Aussperrung an der Ruhr zum Vergleich nicht herangezogen werden können, wurden bei weitem übertrosfev, sondern sogar die Retordzifsern aus der Hoch- konjunktur von 1927. wurden noch in den Schatten gestellt. Fast ebenso günstig lautet die Bilanz der Stahlwerks- Produktion, die jetzt von der Zeitschrift„Stähl und Eisen" veröffentlicht wird. Insgesamt stellten sich die Leistungen der Stahl- werke auf 16,24 Millionen Tonnen und lagen damit nur um ruird 64 800 Taimen unter der Rekordproduktion von 1927. Auch wenn man für 1928 die Aussperrung an der Ruhr in die Be- rechnung einsetzt, bleibt die durchschnittliche monatliche Produktion um rund 50 000 Tonnen, also um vier Prozent hinter 1929 zurück. Im Monat Dezember stellte sich die Rohstahlerzeugung an 24 Arbeitstagen auf 1,15 gegen 1,28 Millionen Tonnen an 25 Ar- beitstagen im November Es ist also ein ziemlicher Rückgang der a rb« i t s t ä g l i che n Produktion von 51 462 auf 48171 Tonnen. also um rund 6 Proz. eingetreten. Konsumvereine weiter aufwärts Ostdeutsche Konsumvereine schneiden besonders gut ad. Nach dem Dezemberbericht des Zentralverbandes Deutscher Kon- sumvereine erhöhte sich der wöchentlich« Miigliedsumfatz' im Weih- nachtsmonat gegenüber November von 9,69 M. auf 10,90 M. Die durchschnütliche Ilmsatzsteigerung pro Mitglied und Woche betrug also 1,21 M. gegen 1,42 M- in den beiden entsprechenden Monaten des Jahres 1928 und 1,52 M. im November und Dezember 1927. Es ist also ein langsames Absinken der Zunahme feßzu- stellen, was sich zum Teil wohl aus der seit 1928 rückgängigen Kon- junktur, zum anderen aus einem etwas langsameren Tempo der Ausdehnung der Konsumvereine erklärt, die in den ersten Jahren nach der Inflation ganz außergewöhnlich stürmisch war. Dasselbe zeigt der Vergleich der einzelnen Dezembermonate in den letzten dre« Jahren. Immerhin verbleibt ein Aufstieg von einer sehr erfreulichen Intnsität. Der Verband Ostdeutscher Konsumvereine, der durch die rapide Entwicklung der Konsumgenossenschaft Berlin sich in den letzten Jahren besonders schnell«nwnckell hat, schneidet wieder sehr günstig ab. Der Dezemberzuwachs ist von 1927 auf 1928 und von 1928 auf 1929 rund doppell so groß gewesen, wie lln Durch- schnitt der Verbände. Für das gesamte Salenderjahr ergibt sich bei der Großeinkaufs. gesellschast Deutscher Konsumvereine wieder ein sehr erfreulicher Er- folg. Die Umsähe der GEG. mit den vcrclaea stiegen gegenüber dem Vorjahr um lZ.S Proz. und überschritten mit 501,3 Millionen zum ersten Male die halbe Milliarde. Der Umsah aus eigenen pro- duktlonsbetrieben der GEG. stieg von 104,7 auf 123,8 Millionen Mark.__ Weitere Kreditverbilligung! Rekordcntlaflung der Reichsbank nach OiSkontermäßigung. Wenn eine Diskontermähigung rechtzeitig und ausreichend er* folgt, so muh die Berbilligung der Kredite den Anreiz zur Kredit- inauspruchnahm« erhöhen. Nach diesem Gesichtspunkt ist die letzte Diskontermähigung der Reichsbank zu spät erfolgt und nicht ausreichenir gewesen. Trotz der Herabsetzung des Reichsboyk- satzes von 7 auf 6!� Proz. ist nänjlich in der Woche vom 15. Iänuär die Inanspruchnahme der Reichsbank durch Kredite außerordentlich stark zurückgegangen. Die Bestände an Wechseln und Schecks sanken um 476,1 auf 1893,8 Millionen, die Bestände an Reichsschatzwechseln, die Ende der Vorwoche noch 23,8 Millionen betrugen, sanken auf Rull. Auch die zur Monatsmitte regelmäßig onsieigende Krcditgewährunz gegen Berpfördung von Wertpapieren(Lombarddarlehen) nahm mir ganz geringfügig, nämlich rm 16 6 auf 67/1 Millionen zu. Ob-va.il trotz des Reichst r.edits von 3 50 Millioncn d'e Rcichsbank Ende 1929 um'3 Millionen weniger stark..angespannt würde 61s,' ein Jahr vorher, war die K.r.« dt t e y t l äst Zß g' der. Reichsbank bis zum /lö. Januar um 1 1 Proz, größer als in dem vergleichbaren Zeitpunkt des vorigen' Jahres. Der Nötenitmlatis verringerte sich um 417,6 auf 11 87,0 Mit- lwnen. Die Deckungsbeständ« nahmen leicht ab; die Goldbestände nur sehr geringfügig, nämlich um 55 000 Mark, die Bestands an deckungssähigen Devisen dagegen um 6,2 Millionen Mark. Durch die starken Rückzahlungen an die Reichsbank hat sich die Noten- deckung wieder rekordmäßig erhöht; die Deckchng durch Gold allein stieg gegenüber der Barwoche von 40,6 auf 54,5, die durch Gold und Devisen zusammen von 58,5 aus 64,0 Proz. ft m fast 40 Proz. war die Rotendeckung am 15. Ja- nuar höher als das Gesetz es verlangt. Die Bormisfetzungen für eine weitere Kreditverbilligmig sind mit dieser Entwicklung bereits jetzt gegeben. Mild« Witterung schafft Arbeilslofigteit. nänüich in der Braun- kohlenindustri«, deren Britettabsatz durch das relativ warme Wetter naturgemäß zurückqeht. Die Braunschweigische Kohlen- bergwerke A.-G. in Helmstedt hat drei Bnkettfabriken stillgelegt. Ein neues Eifensyndikai. Oer Mittelblech-Verband gegründet. Im Anschlug an die Neuorganisation der Eisensyndltate wird der Kartellring jetzt auch noch den Fabrikaten umgelegt, die bisher nur lose und gar Nicht erfaßt waren. Zunächst ist aus der bestehenden lasen Preiskönioention• sür Mittelbleche ein Pctbänd entstanden, der die Kartellieriinj für den Inlandsmarkt und zugleich für den Export. vorsieht. In der Organisation ist die Zahlung einer Umlage von den Erlösen aus dem Irtlandsgeschäft vorgesehen, ein beliebtes Mittel, um die Derltrst« aus Schlehderoertäusen im Ausland auszugleichen. Also auch in. der Zell der internationalen Syndizierung von Eisen und Stahl lebt der Dumpings«danke fröhlich weiter. Damll sind also auch die Schmerzenskinder der E-senkartellisten. die Blechfabrikate pon der 3-Milljimet«r-Stärke an syndikä sniSßig ersäht. Wird das feit Iahren umstrittene fzeinblechsyndikot nun auch noch das Licht der Well erblicken und damit den Ring schließen? Hausbesitzer kaufen eine Hypothekenbank. Vom Michael-Konzern. Der Iakob-Mchacl-Äonzern hat seine Herrichaft übe� die � Mitteldeutsche Bodenkreditanstalt in Greiz.— der Konzern besaß die überwiegende Majorität des 5-Millioncn- Aktienkapitals— verkauft. Erwerber ist die Attienverwertungs- und Berwaltungs-G. m. b. H., die«ine Tochtergesellschaft der Ber» liner Bank für Handel und Grundbesitz ist, die ihrerseits als führen- des Bankinstitut des Z« n t r a l v e r b a n d e s der Hausbesitzer fungiert. Der Zentralvcrband der firue- und Grundbesitzer bat längst cana�S) gestrebt, sich«in eigenes Rsaltreditinstitui zu schaffen. Diese Pläne werden jetzt durch den Erwerb des Michaelschen Aktienpakete» realisiert. Es handelt sich dabei um eine Selbsthilsemaßnahme der Hausbesitzer, die unter Aueschaltung fremder Vankgcwinne die neu- erworbqne Bank in den Dienst der Ümschuldung der Aufwcrtunzs- Hypotheken stellen wollen. Die pleite einer ASelsbank. Wenige Leute in Berlin werden wissen, daß die Reichshauptstadt aus der kaiserlichen Vorkriegszeit bisher unmer noch ein« exklusive pripate Adelsbank beherbergt hat. Es handelt sich um das Bank- Haus F. W. Krause u. Co.. dessen einer Teilhaber ein Reffe des Grafen Westarp ist, und dessen persönlich hastende Gesellschafter heute noch Edle oonder Planitz, cheinz von Böttinger, Hartwig von Voß heißen. Nur ein Bürgerlicher ist unter diesen vornehmen Herrschaften. Leider hat die Bank, deren Kundschaft in der Republik nicht mehr so öft nach Berlin zu Hofe kommen konnte, und die auch in der Republik etwas von ihrer Anziehungskraft einbüßen mußte, V« r- lüfte bei höchst plebejischen Kreditgeschäften er- litten. Die offenen Reserven sind nach der„Frankfurter Zeitung" voll verloren, ebenso ein Teil des Aktienkapitals von 9 Millionen Mark. Die Gefellschaftsr haben beschlossen, die Bank zu liquidieren Die Deutsche Bank und Disconto-Gesellschaft will für Liquidationszweck« ö bis 19 Millionen Mark zur Verfügung stellen, wird dafür wahrscheinlich die guten Forderungen der Bank übernehmen und außerdem die Kundschaft, die bisher noch erhalten geblieben war. Rlesenbauprojekt beim Harpen«? Zechenkonzern. Das umfangreiche Ausbouprogramm der H o r p e n e r Bergbau A.- G., das die Errichtung einer neuen Zentraltohlenwäfche bei Herne und einer neuen Großschachtanlage bei Rccklinghausen vorsieht, ist jetzt in An- griff genommen worden. Die im Bau begriffen« Zentraltohlen» «äsch« wird«ine der größten Aufbereitungsanlagen in Deutschland darstellen. Wann mit den Anlagen für di« neue Schachianlagc begonnen wird, steht noch nicht fest. Gleichzeitig mit den beiden anderen Projekten ist der Vau eines neuen Hofens im Roripveften von Herne vorgesehen, der in etwa zwei Jahren fertiggestellt sein soll. Die Gcsamttosten dieser neuen Anlagen werden auf eiwa lö Millionen Mark geschätzt. Zinsverbillivung für Meliorationen brachte Erfolg. Das Reich hat bekanntlich für Bodenverbesserungszwecke ein« erhebliche Zins- verbüliaung finanziert feine der wenigen vernünftigen Agrar- suboentionen). Trotz der außerordentlich schlechten Kopitalmarkt- vcrhältuisle konnten dadurch— ungerechnet der erheblichen Beihilfen Preußens uiü> anderer Länder— 66 Millionen Mark Mellorationszwccken zugeführt werden, woran sich die Rentenbank- krediianstall(über 39 Millionen), die deutsche Bodenkultur A.-G. (29 Millionen) und die Sparkassen- und Landesbanken(13 Mil- lionsn) betelligtcn. Zwei Drittel des gesamten Bedarfes konnten so gedeckt werden. Die Krisib der sraumsischeu kverslev. Die sranzösische Wirt- schaftszeitunq„l'IIsine"(Der Betrieb) gibt Ziffern über die Krists der französischen Schiffswerffen. Wenn von 1999 bis 1914 die französischen Werften etwa 75 Proz. ihrer Leistungsfähigkeit wir?.- nützen konnten, so betrug diese Ausnutzung 1927 nur 15% und 1928 auch noch nicht mehr als 25 Proz. Zu den Ursachen dieler Ärisis erfolgt der interessante Hinweis, daß die französischen Wersten um 25 P r o z. teurer als einige auslandische arbeiten. Ein« otg-.lehale Zucker mllerhShuag tu USA. Di« M Aussicht genommene LöprozenUge Erhöhung des Zuckerzolls wurde vom amerikanischen Bundessenot unerwartetenviise abgelehnt, was. für das Schicksal der amerikaiüsck«n Hochlchutz-olloorla- s einige Bedeutung höben soll. Die Begründung der Ablehnung i't interessant. Sie erfolgt« mir dein Hinweis, daß die-Zoll- «rhöhünq für die amerckomfch« Bevälteruna eine Mehrbelastung von 54 Millionen Dollar bringe, was ah» ünerrräglich bezeichnet wird. I >■./.V V.'..'" I M Unter der Leitung Köppen? versuchen sich die Schrifffteller Anger m cyer. Weiß, Zuckmayer und W e i ß k o p f an improvisierten Erzählungen. Das Thema ist kurz vor Beginn der Veranstaltung aus Berliner Abendzeitungen entnommen worden. Ein sehr interessantes Experiment, das dem Hörer eine Ahnung von dem künstlerischen Schaffensprozeß vermittelt. Selbstverständlich kann es sich dabei nicht um«ine sprachliche Kunstsorm handeln, sondern nur um die Art. wi« der Schriststeller erfindet und das Geschehen psychologisch untermauert. Es ist allo nur ein Entwurf, eine Skizze. Man wählt meistens humoristische Themen, die mit viel Ironie behandelt werden. Jedenfalls verlebt der Hörer eine angenehme Stunde. An Stelle des erkrankten Otto Flaks liest Josef Roth ein Kapitel aus seinem Roman ,�?iob". der im Judenviertel Kownos spielt, die Geschichte einer Frau, die ihre ganze Liebe an ein krankes Kind hängt. Es ist eine sachliche Schilderung ohne per- sönliche Stellungnahme, das Referat über eine alltaglich« Angelegen» heil. Aber die Auswahl der Details, die immer charakterisierend da» Wichtigste eines Vorgangs betonen, zeiot die Hand eines Gestalters. Der Extrakt des klugen Vortrags Käte Kerns vom Berliner sozialdemokratischen Frauensekretariat" über„Umfang und Vedeu- tung der Frauenerwerbsarbeit" ist di« Forderung, daß sich die ar- beitende Frau organisiere n muh. Zusammenschluß bleibt die Notwendigkeit des Tages. In dem Dialog„Mü Kurbel und Bremse durch Berlin" unterhalten sich Willy M ö b u s und ein Straßen- bahnführer über die Schwierigkeiten des Berufs. Der Hörer ge- winnt durch die ungeschminkte unmittelbare Darstellung ein Bild von der schweren und niemals genug gewürdigten Tätigkeit der Berliner Derkehrkongestellten. Diese Art der Unterhaltung, die durch- aus instruktiven Wert hat. wirkt bedeutend lebhafter als irgendein Dortrag. Man muß sich unbedingt für eine Fortsetzung der Reche einsetzen. F. Seh. SoziaMcheArbetterjugendGr.-Verllll ftafcnDimstn(ür diese Sudrt» nur«n da« ZusendsetteleNet Berlin SIL SS. ÖndmilwSe z Ratten sät die Zuqcntwollebülmeunorstcllrina am Ssnntaa. A. Sanuar. zu 90 Pf. iiitd noch erhältlich. Eespielt wird.Brollo Bruiurenstraße�. ZnTamirenItmft der StefnenUn nrd Zunerdbeirät« Montag. 20. Januar. ItVj Uhr. im Lortragssaal des P.-D.. Liirdtrstr. 4, 2. Hof, Z Tr. lini». Ludwig Diedcrich töricht über.Srgairisationsprobleme". .Die gernetusame Snilebung der Geschlechter«t gemeinsamem Leben.' Rekerentin grau Dr. Else Sildebrandt. Vortragsabend Montag, 27. Januar, 20 Ubr, im?amsen. Unko sie r.b titrag. W«rtebeHlrk Lichtenberg: Le.nr EunLerstr. 44 19 Uhr: Lichtbildervortrag: .Alven-�trieniahrt". DiusikinstrumeiUa mitbringen. Vorträge, Vereine und Versammlunge«. W Reichsbanner„Schwarz- Rok-Gold". GeschSttosiell': Berlin S 14. Sebasiianstr 37—88. Soi 2. Tr. Ennnnberd, 18. Januar. Tempelhof iOrtsverein): 5. Grundungsfeier im Seebad Mariendorf. Jestecdner Rom. Erich Ruttner. ln.«ritz: Di« Ortsgruppe Seläpw peeaniialiet einen Maskenball. Rege seitens des Orisueeeins erwünscht. Rudereiege: 1g>.»-»21 Üb» Äenldll: Rastenrudern in'd-n Ruderä-Üägen der»Berlines Turn-rschaf�. Tunnelstr. 9-4. Gäste wiDlommen.— Montag. 20. Januar, fcfddtr.g(Drtspctetn); 19'Zi Uhr außerordrnklich« Borsiandssitzuna bei Ram. s.llmann, Raiarethk.rchsir. 41. Radfahrer, und Rack.richtenabtctlung: Turnabend Schule Eotenburger S raß« um 20� Uhr. Prenzlauer Berg, RameraMdaft Eencfelder Platz: 20 Uhr Versammlung bei Seiles, Metzer Straße Ecke Prenzlauer Allee. Rreuzberg, Jugend l: 20 Ubr Zugendbeim Porckslr. II. Referent Ram. aalmgrtz. Jugend N: 20 Ubr Versammlung im Jugeudheim Wassertorstr. 9—10, Z:mm-r 2. Spandau: 20 Ubr Milaliederpersaurmlung des Ortsoereins im„Roten Adler. Potodamer Straß«, üseferent Ram. Maior a. D. Anker:„Warum der Zu- sammenbruch erfolgen mußte". Pflich'veranstalbung für alle Rameraden. Mlt- gliedsbuch lcgit miert. Reukelln.Britz. 2 Rameradschaft: 20 Ubr Ram-rad. schaftoversammlung bei Schabe. low, We:chse:str. 3. t. RamctoMdsafl. Ä Uhr Rameradschaftegsneralversannnlung in Beckers ssesifalen. Tr.tz. Ebaussecstr. 97. Lichtenderg, Iungrnannschafl und Echutzsporiler: lSig Uhr Turnabend in der Turnhalle Rummelsburger Str. 61. Eingang links. Auch alter« Ramrraden erscheinen.— v-to-erein Wedding. Jungbannert Sonntag. 19. Januar. 7Zt Ubr. in Sisil mit Windjacken Bahnhof Gesundbrunnen. Rückkehr 13 U3» Urei« Arbeiter-Stenographenvereinigung Groß BerN». Dir weisen uo« mal» letztmalig auf den Beginn unserer Anfängerkurse tn der Sicichskurz. schritt hin. und ,war: Norden: Dienstag. 21. Januar. Semeindeschule Schul- ftraße 99: Nordost: Tonner-lag, 23. Januar. Ecmeindeschule Seneftlderstr 6: Osten: Dienstag. 2l. Januar. Eemeindeschul« stzranikurtcr Allee 37; Neukölln: Dienstag. 21. Januar, Realgnmnasium Ro ser-ssriedrich�tr, 299; Saitotft-'n: stzreita» 24 Januar. Eemeindeschul« Gne lcuaustr. 7. Alle Rurs« beginnen Illld Ubr. Das Rursusgeld beträgt einschließlich Lcbrtnatermlbeliescrung für Erwachsen« 10 M., für Jugendliche 7d0 M. Erwerbslose Sohlen 50 Pro,, der angeged-nen Sätze. Auskunft über Fortschritt slurse erteilt W. Riedel. B-rUn- Spandau. Wuslermarler Str. 10 I. Freireligiöse«emetttde. Sonntag. 11 Uhr. Pavpelallee 15. Bortrag de» Berrn S- Alskene..Da» englische Echulwet-n". Sarmoniumt Au, Lumperdtnck» Opern.(Täfle willkommen. Rrpntlikanlsck« Redoeroereinlquog. Montag. 20 Uhr, Dortragsabenb m:t Diskussion im»Alten Askanier". Anllaltstr. 11. E» spricht Genosie Sternberg über stampf um die Sozialpolitik". Gaste willkommen. Ranincheuzllchter-Rreisneeband Berlin. Süd. 18. bis 20. Januar in den Gesamträumen des Restaurants„Zum Schultheiß", Berlin S.. Laseubeide 22— SL Ranincheu. und Pelzware nausstelluug. Die Ausstellung ist geöffnet von 9 di» 20 Ubr. Zntornotlonal« Zfraueuligo fstr? rieben«nb Zfreibeit, Zweigstelle Groß. Berlin. Teestunde am Sonntag, 19. Januar, von 16—19 Uhr, im Laufe von Iran Lamburger-Ludwig. Aändelstr. 21, am Bahnhof Tiergarten und Hanta. platz. CalN'lle Trevet, Mitglied unserer Liga, Borstandsmitglied der franzö, siichen Sektion, spricht über ihre Et'abrunaen auf dem Balkan, Ehina. Jndo- china und Japan.(Lndia Stecker bar die Uebersetzung übernommen.) Schrtft- liche Anmeldung erbeten Ländelstroße.— Der Arbeitsausschuß. Bereinigung der Zraneo und Mütter»on Groß. Beelin. Der Berotungs- abend für die Jranen und Mütter findet M'twoch, 22. Januar. Im Bürger- saale des Berliner Raihause«. Röntgstraß«, statt. Vortrag de« Leren Pe». feffor Dr. Paul Liidebeandt über»Der Zusammenbruch der Aatmli«. Diskussion. Anfang 20 Ubr. Zutritt frei. Im weiten Umkreis schon setzt nttr ein Gespräch: Sarrnknni. Bereit« am ftztiiap, 7. ffebtuat, 19iZ Uhr, findet aus dem Tempelhofer Feld die Erms- nungsvorstellung des fürku» Earrasani statt. Am Abend de« 7. ffebruar wirdtN. »filiose Lampen aufblitzen. werden die Scheinwerfer ihre farbigen Speere durch den gebeizten Winterbau schleudern.— dann wird die temperamontoolle argen. tinische Ravalleriekapelle, Teittschlanb« stärkstes Bläserkorps, den GrälfnuNL marsch schmet ern und die einzigartige Parade der Hunderte von erstklassigen Artisten, der Bertteter ron 37 Nationen unsere» Erdballes, wird die erste Po-. stellun« einleiten, wird in ein Märchenland führen, unter der Regie von Hans Stesch-Saerasani. dem..Rirkuskönig". Tor neuen Au-Iandsfabrien w:d Sarrasani die Reichsbauptstadt überzeugen, daß er nicht immer vom„Größ. ten" und.Schönsten" zu reden braucht, sondern beweisen kann, was er per- kündet.. immer mieieie-■ der Salb »St. Sie oögkttAlen"IIostllme"konti1i StÄRIck' he«' l4kin Wßr« dem Reklameball sehen, der als erste«. großes.RosStefe.st bei ..-für den weiteren Verlauf de» Berliner ssafchings gevUrdeu Reich« der R-klame", Sonnabend. 13. Januar, im»Zoo, ist fu» all«... leiftungen gesorgt, die ein großes Berliner Lallieft aufweisen muß. Z. B, dt« Tanzmusik: Daio« B«Ia. Rernrbach. die Seurtraud« Gyncopatprs usiw. (7 Ravelle»— 7» Sünstler.) llllückk MIlZk�üös VWZll Veevellvnessi« I» Leello VoetSSSBÄviz« Ten Mitgliedern-ur Nachricht, daß unser Äuilege. Dir Arbeiter Otto Sack geb. 23. Mai 1394. gm 12. Januar gestorben ist. Ehre setneen Andenkanl Sie Einäscherung findet am Sonn, abend, dem IS. Januar. lZ Uhr. im Rremaioebtm Betlin. Gtrichtitr., statt Neye Beteiligung wird«rwariet. öio Ortovoe-vsttmnst LJUERGENS ALEXANDER PLATZ MöBELUOBN1 Weinmeisierstr. 9 empfiehl* moderne Scftlaf-, Speise« und Herrenxtmmer KilcQcn u.EiaseJmöbeJ Trotz leichtester Zahlungswelse Verkauf zu niedrigen Kassapreisen, bei maßiger Bankverzinsung der Restkaufsumme Wihrend de* wei-<|A0/ DaKatz* teren Aüobnues iU 10 KOMCllI HAMB URS-AMERIKA LINIE VON HAMBURG DIREKT NACH KANADA QafUiinBs-.Babatt- a.Seklamemarken zagen Nachihmunp sesetil. sssch. iertsgt seit 45 Jnhi alt Spezialität. Conrad NOUer leipri«- Scokeudftz; Auskunft no apeift man> sut und biiny? [Gross" Berlin j Alaxandarplata I NÄCHSTE PASSAGI ERABFAHRTEN, M. 5..LT. LOUIS".. ZI.Fedr. O.„WESTPHALIA".. 6. Mfirr D.„CLEVELAND"... 12. Mörz M.S.„ST. LOUIS"..28. März M. S.„MI LWAUKEE" 4. April D.„CLEVELAND"...16. April Ben st-n alleren wenig atttaaeiu, teil« anf Seide, und neu- Jacketta:.»üge. Smokinsanzüae. Adendanzüge. iZrack- anzüg». Ulster, Paletot». Gerockoaletot». 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Januar 1950 Unterhaltung und Wissen Beilage des Vorwärts Erich griian �rMflcIcr SpUmen Immer wieder, wenn ich nach Brüssel komme, schlendere ich von der Gare du Nord die gleichen Straften herunter. Und nniner w-ider jst es das gleiche freudig« Entzücken, das mich befällt. Die Stadt ist nicht größer als Köln, und sie ist auch gar nicht w»'t von der Me ropale de» JRHemlands entfernt, aber wenn irgendeine Stadl in dieser Welt Paris ähnlich ist, dann ist es diese. Nicht«zanz so voll Sicht sind ihre Straßen, nicht ganz so viele monumentale Bauten stehen hier wie in der großen©chwesterstadt aber die Schönheit großartiger Perspektiven hat man hier wie dort erkannt- Alle großen Kirchen, Denkmäler und Bauten stehen so. daß man sie von weit her, eine ganze lang« Straße hindurch vor Augen hat. daß sie vor dem langsam hinschlendernden Passanten geradezu aus dem Boden herauswachsen, bis er plötzlich von ihrer Monunisn alitä! erdrückt wird. Das gilt besonders vom Justizpalast. der einer Pyramide gleich, auf dem höchsten Punkte Brüssels sich erhebt und mit seiner herrlichen Gliederung von hier das Blld der ganze» Stadt beherrscht, die am andern Ende von der Kathedrale St. Gudule überragt wird. * An Paris erinnern auch die Menschen auf den Straßen. Do sind kleine fltnke Arbeitstypen, die noch in der plumpen Werktags- lleidung etwas vom leichtlebigen Grondfeigneur an sich haben, elegante Frauen, die, als stiegen sie aus der Straßenbahn, den Schlag ihrer Wagen zuschlagen und in die prächtigen©cichafte eilen, die abends mit riesigen Leuchtbuchstaden ihr« Leiftunzssählgteit in d'e Dunkelheit hineinschreien. Zu dieser Stunde sitzt man, so man Zelt und immerhin etwas Geld hat. vor einem Cafe auf dem Platz de Brouckcre und schaut sich das Treiben der Menschen an. Hört auf die schreienden Zeitunzsverkäufer, sieht den vorüberschlender» den Menschen zu. Merkwürdig, wieviele Witwen hier über die Straße gehen. Es können gar nicht alles Witwen sein, so viele find es, die in schwarzen Kleidern gehen und von deren Kopsen der lange geteilte Schleier weht. Es liegt etwas Koketterie in diesem frühen Witwentum. das nicht vergaß die Brauen zu färben und den Lippen da» verführerische Rot aufzulegen. Manchmal kommt mir die ganze Stadt vor als sei sie die Witwe unier den Städten. Soviel llnerfülltes, chalbvollendetes sieht man hier. Da ist die Hochbahn. So lang« ich Brüssel kenne, und das find NUN schon ein Dutzend Jahre, kenne ich auch die Ruinen dieser vor dem Kriege begonnenen aber nl« beendeten Anlage, die den Südbahnhof Brüssels mit dem Nordbahnhof verbinden sollt«. In der Näh« der Ka'hedrale St. Gudule liegt seit mehr als IS Jahren ein großes Geländestuck, auf dem ehemals ein alter Häuserblock stand, brach. Man wollte hier den Bahnhof der Hoch- bahn hinlegen Aber.die Gesellschaft. Me...d«N Bau.begann� a>ug pleite und nun ist man dabei, das kostbare Gelände mü Geschasw Häusern zu bebauen. Damit dürste der Traum von der Hochbahn ausgeträumt sein. Dafür träumt Brüssel jetzt von einer Unlar- grundbahn, wi« von einem zweiten Mann, der das erfüllen soll. was der erste nicht erfüllen konnte. Aber weil man nie misten kann, läßt man die howsertigen Brücken und Bahnhöfe, die lieber gange und was von dem angefanZenen Hochbahnbau steht und oom Rost schon sehr angesresien ist, einstweilen noch stehen So heben die Witwen die Kleider ihres ersten Gatten auf. Vielleicht passen st« dem Zukünftigen. Zu einer Witwe gehört nun nicht gerade, haß sie schlampig ist. > aber manche sind's. Auch Brüssel. Die Müllabfuhr wird hier immer noch so geregelt, daß jeden Morgen jeder Hausbewohner ! feinen Abiall auf die Straße stellt, von wo er dann abgeholt wird. Borher ober kommen die Aermsten der Stadt und suchen sich aus den Abfällen das heraus, was ihnen brauchbar scheint. Bor allem sind es Lumpen und Papier, nach denen dies« Schatzgräber fahnden, die nach vollbrachter Arbeit oft drei oder vier große Säcke aus kleinen Karren fori schass en, während hinter ihnen die verstreute Asche oom Wind auigewirbeli wird. * Bahnhöfe. Wer von Deutschland kommt, kommt aus der Gare du Nord an. So sieht es da auch aus.. Kaum ein Blumenstand. Ein Schuhputzer, hohe Hotelbauten, ein Zeitunzsstand. Bertehr. Kalter Norden. Anders am Gare Midi. Bon hier fährt man nach Frankreich, in den Süden. Und südlich ist auch das Treiben um den Bahnhof herum. Die Hotels sind klein, eher Familienpensionen als Hotels und rund um den unvollendeten Hochbahnhof herum stehen Zuckerbuden, Schießstände, Ringwerferbuden. Und was so zum Jahrmarkt gehört. Da kann man von flämisch redenden Marktschreiern chemische Scherzarttkel kausen, billige Schokolade und zu Fernrohren zusammensetzbare Lupen, zu nie wiederkehrenden billigen Preisen. Abends kommen auch Artisten, die ihre Gerüste auf der S'raße aufbauen, um einige Frankstucke locker zu machen. Und sie beginnen nicht eher mit ihren dürftigen Darbietungen, als bis sie eine genügend große Summe zusammen haben, die ober oft kaum für eine dürftige Mahlzeit für alle Mitglieder der Truppe reicht, die nach vollbrachter Arbeft in ihren Kostümen, über die sie einen dünnen Mantel geworfen hoben, aufbrechen, um sich an anderer Stelle neu aufzubauen. Wer sich an den Darbietungen dieser armen Artisten hungrig gesehen, kann nebenan einen frisch gebackenen Pfannkuchen oder eine Portion roher Muscheln essen, die mft Zitronensaft serviert wird. Austern der Armen. Oder er kann sich an einen Schießstand begeben, wo er für ein paar Sous auf deutsche Pickelhauben schießen darf, vter aber, aber auch das ist nicht geschmackvoller, er kann holländischen Mädchen die blauen Augen ausschießen, die natürlich aus Blech sind. i« Der Stolz der Brüsteler Arbeiter ist seft je das große Volks- haus, in dessen schönen Sälen schon mancher bedeutungsvolle Kongreß der Arbeiterbewegung abgehalten wurde. Aber stolzer noch als auf dieses Haus, sind die Arbefte? auf die Wohnsisdluug Florial, die zwonxg Traimninutea vor der Stadt liegt und von Arbeitern und Sozialisten auf genostsnschaftlicher Bast» erbaut wurde. Wohl 130 ansnutigo Einfamilienhäuser in offener Bau- weise, imnftten des schönsten Geländes, und von Rosen umgeben. bieten sich hier dem Blick des Besuchers.. Ueberrngt wixd die ganze' Siedlung durch dchr Turm des Bolkshoufes, ohne das in Belgien keine von Arbeitern bewohnte Gemeinde denkbar ist. Hier ist ein Stück von dem verwirklicht, was den Sozialisten als Ideal oor- schwebt: diese kleinen schmucken Häuschen sind eine Bürgschaft des Familienlebens und des Glückes, auf der Erde ein liebender und geachteter Mensch zu sein. Und wo dieser Geist wirksam wird, da wandeln sich nicht nur Herzen und Menschen, sondern Länder und Städte bekommen ein neues Gesicht. Ein Gesicht, das stolzer und schöner, heller und freier ist als das dunkle Gesicht der Vergangenheit. Alice ffierend: MlermeueSle SncMMikeii Billi ging mit Bob spazieren draußen vor der Stadt, neben den grünen Wiesen. Nicht etwa, weil beiden besonders daran ge- legen war. dicht nebeneinander zu gehen. Sie mchten nur beide di« Feiertage auf gesunde Weift. Sie haften beide einen Beruf und eigenen Verdienst. Villi trug einen großen Bund aufgeblühten Flieder im Arm Bob halle ihn mitgebracht, nicht aus dein altmodischen Grund, einem jungen Mädchen, mit dem man spazieren geht, Blumen zu schenken. Er hafte das Zeug einer armen Frau abkaufen müsien. Sie hatte Geld nötig für Brot, aber kein Almosen nehmen wollen. villi sagte, daß sie Flieder gern möge, daß er im Arm bequem zu tragen wäre, daß diese Wohltätigkeit also kein großes Opfer von ihr verlange. Si« wollte die Blüten daheim sofort ins'Wasser stellen. Sie dufteten so süß und rein und hatten es sich gefallen lassen müssen, als Ware des Mitleids durstend heru ingestoßen zu werden Pilll und Bob kamen damft auf Recht, Unrecht und die ganze Mannigfaltigkeit des Lebens zu sprechen. Auch auf Liebe und Ehe. Auch dies nicht aus persönlichen Gründen Man begegnete so malen, die zu Zweien fingen, daß man van selbst auf dieses Thema kommen mußte. Sich blind zu stellen, hätte wirklich den lächerlichen Verdacht erregen können, daß man au» irgandcinem Grund« dieses Gefühlsgebiet für gefährlich holte. Billi sagte, sie wundere sich darüber, daß anscheinend noch so vielen Mädchen an einem Mann gelegen wäre. Wae wäre der heutig» Mann? Höchstens ein Sportsmann. Am liebsten versucht er in Geld zu schwimmen. Ein Sjiort. der dem Amerftaner an- geboren zu sein scheine. Darum kleideten sich alle Männer wenig- stens amerikanisch. Die Schultern wären wattiert, die Ellbogen das Gegenteil. Klar, daß Laute dieser Att auf das Familienleben pfiffen. Bob jagt«, daß Billi naturlich recht habe. Rur nicht ganz. Der Mann trag, sein Herz oi-lleicht nicht mehr so nach außen, wie in der guten allen Zeit. Gr fti äußerlich nicht mehr so galant. Da- für wäre er jetzt ober wirklich besorgt um seine Gefährtin und wirk- lich vartvaut mll ihrem Wesen Trotzdem die Frau viel schwieriger geworden wäre al» früher V» f« wählerischer, kritischer, an- spruchsvolftr al» es fe früher em Mann getpcken. Sie nutze ihr« Selbstandigkeft aus. um wahr« Gefühl, zu mißachten, wenn nicht zu ve-rpoften. Billi gab Bob rechll Nur nicht ganz. Gewiß brauchten die Frauen heut« nicht mehr zimperlich und zaghaft darauf zu»arierf bis st« der Mann gnädig anzulächttn geruhe. Eine Notwendigt- t war er durchaus nicht mehr. Die Frauen verstanden jetzt ftlber zu rechnen, sogar den pollttschen Teil der Zeitung brauchten sie sich nicht mehr erklären zu lassen. Aber daß sie deshalb wahr« Gefühle verspotteten, hielt Pillj nicht für nachweisbar Nur etwas anderes bezweifelt« Billi, ob es überhaupt nach wahre Gefühle gibt? Hier jetzt« ein kleiner Streu ein. Bob glaubt« diese Möglichkeit beschwören zu können. BW fand es leichtsinnig, etwas zu beschwören, wofür man keine Garantie übernehmen könne. Bob antwortete, daß er für sich selbst jede Garantie zu übernehmen vermöge, dies genüg«. Das Gespräch wurde unterbrochen. Der Fliedersirauß war aus Billis Arm geglitten. Er mußte schlecht gebunden gewesen sein. Bob beeilt« sich, mitzuhelftn. die zarten Zweige zusammenzu- suchen. Billi sagt«, dies tue Bob nur aus Widerspruch, damit es aussehe, als gäbe es noch höfliche Männer. Bob erwiderte, es freue ihn eigentlich, daß Billi so ttKiiig vom Charakter des heutigen Mannes wisse. Sonst müßte ihr bekamft sein, daß dieser heutzutage imstande wäre, für seine grau Stuben zu ftgen, Teller zu waschen. Euikäuft zu machen. BW rief, sie glaube, daß gerade da« heutige Mädchen nicht wild darauf wäre, sich eine Dienstboteitnotur in Form von Ehamann zuzulegen. Bob wurde richtig heftig. Er sagte, ein rechter Mann bleibe ein solcher, womit er sich auch beschäftigen möge. Beweis dafür, ein Mann, der kochen könne, sei ein Koch und keine Köchin. Bob Halle Billi für geschell genug, um zu wissen, was er damit sogen walle. Billi lenkte ab und fragte ob Lob kochen könne? Bad über- legte. Schließlich sagt» er:„Nicht alias, aber manches." Und engw betragt, antwortete ar blindlings:„Gurk.nf'lat." Denn dies war eine Liebltnge'p-ile Billi?, das hafte er längst herausgesunden. Billi lacht« rückhaltlos. Bob war beleidigt. Er rief lagax etwas, da» sich anHort«, wi« wenn zum Gurkensalat immer ein« Gans gehöre. BW dankte sofort, daß ihr Bob endlich betveift, daß der Mann nicht» mehr von der Höflichkeft wisse. Bob rief, daß im Gegenteil Billi endlich den Beweis erbringe. daß Frauen von keinerlei Zartgefühl mehr beschwert wären. Jeder Streit ist gefährlich. Man weiß nie, wie er endet. Der Schluß dieser Meinungsoerschiedenh:ft war, daß Bob und Billi übereftlkainen. sich zu heiraten. Nicht etwa aus vorsintflutlichem Gefühlsüberschwang, nur. um einer dem anderen bemessen zu können, daß er es war, der recht hafte. Jtudi Sims: Soldaien wollen heim Der Abend stand in fahlem Licht, alz das Abteilfenster zum letzten Mal« den Blick auf die Höhen um Bslfort öffnete. Dort, wo der schmale Fußweg in den Himmel mündete, hob sich«ine keichtgewölbt« Betonkuppel wie ein riesiger Pilz aus dem kurzen Gras. Nicht weit davon schmiegten sich an die Berglehne graubraune, niedrige Gemäuer mit flachen, raftnbedeckten Dächern und kleinen vergitterten Fenstern, die wie traurige Augen in die Ferne schauten. E i n F o r t u n d Kasematten. In die friedliche Landschaft waren Kanonenrohre gerichtet. Rascher rollten die Räder. Das Dunkel der Nacht preßte sich gegen die Wände des O-Zug«s. Ms ich den Kopf durch ein Fenster des Sefteuganges iu die kühle Herbjtluft steckte, sah id) den leuchtenden Funkenslug der Lokomotive. Lichter aus menschlichen Behausungen durchlöcherten das Dunkel. Der helle Schein aus den Abteilen lieh aus dem Bahndamm Gebüsche und Telephon- stanzen erkennen. Durch Baumwipfel glänzten vereinzelte Sterne. Ein knabenhaftes Lachen riß mich aus träumerischen Ge- danken. Es kam aus dem Eoupä hinter mir. Ich wandte mich um. Bier Matrosen, braungebrannte Burschen, hockten in leb- haster Unterhaltung auf den Bänken. Eben setzte einer die Mund- Harmonika an die Lippen und dann erklang aus jugendlichen Kehlen:„Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum..." Bier französische Matrosen sangen zwischen Bel« fort und Besanqon ein deutsches Lied. Derwundert trat ich in das Abteil und ließ mich in der Ecke nieder. Wir kamen rasch ins Gespräch. Rekruten saßen mit mir zusammen. Sie haften eine Woche Urlaub in ihrer französisch gewordenen lothringischen Heimat verbracht Nun fuhren sie wieder zurück nach Toulon und erzählten mir aus Tagen, als sie noch nicht die Matrosenbluse trugen. Der Kumpel, von schweißigen Nächten im«tollen; der Hüttenarbeiter, von glühendem Stahl, der sich im Walzwerk formt«: der Maurer, von halsbrecherischer Arbeit auf dem Baugerüst, und der vierte,«in sommersprossiger Junge, von dem Noppen, mit dem er daheim über den Acker schritt. Jeder wünschte das Ende der Militärzeft herbei. All« wollten wiedsr an den Arbeftsplatz. Zurück in eis nicht mehr uuifor, miertes Leber». Unsere Unterhaltung wurde gedämpfter. Die Matrosen sprachen. von„ihrem Kreuzer" im Hafen von Toulon. Ich sah im Geiste vier junge Menschen im stickigen Schiffsraum in ihren Hängematten ruhen, bis sie der rauhe Ruf eines bärbeißigen Vorgesetzten aus dem Schlaf riß. Harter Dienst füllte den Tag. Granatenschleppen und Geschützexerzieren. Schwielen platzten in den Händen. Feurige Loh« schlug aus den Kesselfenern gegen nackte Oberkörper. Oel und Schweiß lag wie Patina auf erhitzten Gesichtern... Mfttags rührten die Rekruten verstimmt in den Chschüsselu und schimpften auf den„elenden Fraß". Schon nach kurzer Zell knurrten die ewig hungrigey Magq, wieder, Exerzieren.., Exerzieren... Schtta- mert uich.herunigcstoßen erwartst« man dia Nacht als Erlösung- Aber noch. in. die Träume erklangen Kommondoworle. Auf Deck standen Wachtposten.. Sie kramten die Sterne der Heimat sehen. Und junge Menschen sehnten sich. .Lahrelang muß man das aushallen... Ein verfluchtes Dasein..." zischte der Maurer und stieß ärgerlich den Rauch durch die Zähne. Der Zug brauste m die Bahnhoftholle von Aoignon. Dom Perron tönten französische, englische und italienische Smnmen. Reisende drängten durch den Sefteugang. Glutäugige Südländer, Hübsche Frauen, deren Kleidung den Pariser Schneider verriet. Und jetzt? Zwei junge Burschen in.bayerischer Wichs". Wir riefen st« In unser Abteil. Sie verstauten rasch ihr« Rucksäcke und machten es sich bequem. Als die Lokomotive wieder anzog, begann ein muntere« Fragen und Aiftworten. Die neuen Reisegenossen stammten aus München. Georg, der ältere, war früher als Kohlentrimmer auf Handelsschiffen gewesen. Er tanntc viele Hafenstädte fremder Erdteile. Alfred hatte sich dem Bruder angeschlossen, als dieser einmal nach.Hause kam und erklärte:.Letzt gehe ich mit dem Rod auf die Walze." Nun waren sie schon seit Monaten unterwegs. In Barcelona haften die beiden zum letzten Mole gearbeitet. Dann traten sie wieder in die Pedale und fuhren das Rhonetal hinauf. Ihr nächstes Ziel war Marseille. Di« Riviera lockte. Die Matrosen schauten mft resignierten Mienen auf die beide» Bayern, in deren bronzefarbenen Gesichtern Freude stand. Biel- leicht dachten sie wie ich im stillem„Ach. wer da mitreisen könnte!" Es war ein köstlicher Genuß, diesen munteren Gesellen zu lausche». Stierkämpfe standen noch frisch in ihrer Erinnerung. In spanischen Gärten ernteten sie Melonen und Trauben. An Quellen und Bächen kochten sie ihr Mahl und oft richteten sie bei Mutter Grün ihr Nachtquartier. Fremde Menschen und fremde Ding« wurden ihnen ein lehrreiches Erlebnis. Ein bnntbcwegtes, freies, abenieuer- lustiges Sein spiegelte sich in ihren Reden wider. Soldatcnspielen? Nein, sie bedankten sich dafür. „Genug, daß unser Vater an der Sornrne fiel", meinte Georg. Der Krieg wurde eine Well« zur Achse, um die unsere Unter- Haltung kreiste. Wir redeten vom Sozialismus, von BSlkerverföhnung. vom«wigen Frieden, Und als wir Abschied nahmen, drückten uns Deutschen wier französische Rekruten die Hände, einig mit uns in der Verdammung des Mili- tarisnms, der jung« Menschen im Borwartskommen hindert, der ihnen glücklich« Jahre stiedft und nur unwürdigen Drill beschert. Ale ich in dieser Nacht in dem kleinen Hotelzimmer auf der Cannebier« in Marseille ankam, schrillte oom Hafen her eine Dampfsixen«. Ich mutzte wieder an die vier Matrosen denken. Lange lag ich wach im Bett und starrte nach dem Fenster, durch das die Stimmen des Marseiller Zlassstlebens drangen. Meine Gedanken schlugen Brücken nach der Heimat. In dieser Stund« marschierten in d-Aftschm Städten natlonalsozialistiiche Jünglinge mft ReoqncheträuMen aus Versammlungen nach Hause. Stahlhelm» leute haften sich von einem Likörfabnlanten begeistern lassen. Jung» Burschen redeten von einer Wiedergeburt Deutschlands, von Milftärdienftpflicht und lustigem Spldatenleben. Opfer falscher Propheten, die ihre militärische Jugend nicht wie di» sozialistisch«» Jungen zu schätzen und zu nützen oerstanden. Zugendliche. die«iti freies Dasein für da s Linsengericht einer betreßten Unisorm zu verkaufen bereit waren. Und in gleicher Stunde lagen jass einem Kreuzer von Toulon vier junge Matrosen In ihren Hingematten und sehnten den Tag herbei, der militärischer„Zucht" ei» Ende berettete und aus Unter- gebenen wieder Menschen wachte. -"MA<»•;, M•.»«■ T�-'1 U-BAHNHOF HERMANNPLATZ* DER KARSTADT-BAHNHOF StMiafated MWetitauP PREISVORTEILE IN GLAS- PORZELLAN- HAUSHALT Theater, Lichtspiele usw. Sonnab.. I& I. Staats-Cper Unter a. Linden A.-V. 17 IV': Uhr | SiB[fltlÜtlfDÖS aüsfiein Ssrail Sonnalv 18 l. staut vM ßismarcksn. Turnus I 191,3 Uhi Staais-Oaer Am Pl.d.Recubl. R�S. 20S iO Uhr Hans Keiiing StaatL Sdiaaspb. am uendarmanmarn .A#-V. 1A 30 Uhr Waiisosteins Tod Staat). SeMiler-Tiieater.Cliarltb. » Uhr SouDdso.sogsiittferlliiDd| Tlglleh$ u. SVi Uhr. Barharoasa 9258 freUe 1-8 M. Wachen!«.«U.KOPf.-ShL S Swifts, Corilnl. 1 6 Toalar-SIrl«. Austal AArthur.Mae Wall. Ftorsnca�arlp ursr. Tägi.& u.®lö Somil. S. Z»«n AeK. t066 rfiTERNAt. VARIETE GROSSES SCHAUcPiELHAUä 8 Uhr 2 M«sk«t»ere Regie: ERIK CHARELL A Snanma umiim. occsk. tslbs Pi. KBNSlSZZBSL-IKBSZS!' Täslich 8 Vi Uhr PARISER LEBEN Operette vor» Offonbach- Regie: Gustav hartung. Mosikaiischc Leitung: Theo Mackeben. *•'<'»tBinoiatz C 1 090! o. 2583/84....... Oirekt'on Or. Martin Zfcksi{ Komische Oper Fnednchstr.l 04 Merkur 1401 i Nacn vollständlsem Umbau Täglich 8!/a Uhr Kulla dl Bulla Schwank von Aruold uud Baob mit Cv.ibo Tt-.lclsc er, Schulz Schro.n, tiur�, H ldebrand, Walter Ra*, Flink Behrner, Wens« äaonlas neduniiiag 4 iiui: au ohne Kussl Lustspielhaus Friedlichste. 236. ßcrgmaau 2522/23. lägUchS1« Uhr ,,wa«2�»» /«an. 281« Baoaien erliBBi J Original 16 Lawranea Tiller- Girls PmI veMsrneisr. Enu»i« T*8ne stt. I | SweabMd a. tonntjg je 3 Voretelluagen[ 4 und 8" Unr. 4 kleine Preise. wvhT CASfflO-THEÄTEH Lothringer Strebe S7. Nur noch bis 22. Januar 1930 Familie Hannemann Donnerstag, den 23 Januar 1930 Ihm 1. Male seine Mi der Mr. du numtfisraii DHimtiMmtirmrfBunuvu i Waat 1 o tncnei n 10 r 1—4 Personen FacteuU nur 1.35 5L, Sessel 1.76 AL Sonstige Preise: Parkett o. Rang 080 M Komische Oper Priedrlchjtr. 104. Merkur 1401 /Am Allabendlich SVt U. Stral- ln«l4 w4 bi. Lostspiflihaos Fried richstr. 236. Bergmann 2923'33. Allabendlich Si.s U Wiegeniiefl lot�ei«t UCtlsts f»«. 1 3-Sahii Ksnnzncplaij ifoolil Sdna osstoltll« W U j arosses BeckMeriest in den bayr. Afpsn und grcisser Alpenball. 1 7 Kaiiiiiao.— Reut Dskoiämosn.— SO lujmdie Madh.{ EiuiaB: Wocher.ta"5 6 Uhr. Sonntags 4 Uhr. faML a. Kmta.Tsi Ä Kfttlb. atr. 6 f TSgL 8 Uhr j/n auChSdnnt. iv\nac' tn.3U Ue Elite- «W Sänger. • 6as grolle ianuär-Prorr.l Oos kam man 5 mal sehen! Miest Lsitetürme Ht f. St«:i«-'Palasi XOpamek.ir StraCe 3. Krf»t4|U-8»aiBS ecsundbrt nnea S. hall•»ku Heiropet-Io. 9!* Uhr Das Land des Lächelns Vera Schwere. Richard Taobo Musik VOq Franr Lehär aeines ineai. Merkur 162» Lea te 8 Uhr Prea»lere Max Adalbert, Enki Qlässner ifi DerValzer von beste Hacht! Hl de Banuvdtr- Theeter M dar «Biggritrer StrsSe Täglich 8V- Uhr Die erste mrs. Selby KamSdlanhaua TägUcb Pö Uhr dop Lügner ond d e Bonne mit CUM 6812 Direktion Jr. Roberl Kiels Benisebcs Iflnstier-Thtat. Barbarossa 3937 8-,'. Uhr ük. ifEi, dief von Franr Moinar mit Hn PiUeniH?. Verlar; S00P0P 3 Bit' 9fierSDj«rt 3»Uhr Sonntag. den 19. Januar; Ble»ndere Seite in Premlerenbes 0,56-9 Mk. EerrineT Ueater Dönhoff 170 8V« Uhr Ende 10« s 4 Anifflhraages von Herr Lamherthler mit tlwl Bjsmm ToiKsDtUme Tbute W Bilsvalatz. 8 Uhr UranffOhrnng Apollo. BruRneostraBa Voiksstück von Qroßraann und Hesse L «5%t: Tbo tiutt- Sagk; Jlna Wiig. Siaitl. ItklUar-bi. 8 Uhr lo und so, so geht dep wind Tteat» ea SiElimaaertaauii 8". Uhr üit&artetilaoiie Plaaetannm lotlig. MüsstiulB 3nS 8.6 Barbarossa 5578 Wli Uhr Di, Wiatar- starsbilder. Wh Uhr Dar Flaaet Jupiter. �TäUbi RertrwOrtflje Siana(Beu vlnrgi) Eintritt 1 Hark. Kinder 50 Pf. Mittwochs halbe ... KatsenpWise..-. WM M D.I. Korden 1231(1 TägL 8>/4 Uhr Oer Kaiser v.Anerika von Bernard Shaw Reg: Max Reinhard« Bammerspiele O.l Korden 12310 Zum 3f. Male 8'<4 Uhr DAslrö Komödie von Sascha Gultrr- Reele; Leo Mittler. Die Komödie J1 Bismck-241 4.7516 Täglich Pk Uhr Tsn Teafel gebeH von Knut Hamsou Regie Ha* Reinhardt Hl i UoliSRilarftial vorvk-io-a Ktaooi Täglich P/4 Uhr Bastsgiri 4n neutsdwa Thsaien Urautführung Menschen im Hotel von Vickl Bauns, bfb: mu i Wedeos Täglich PU Uhrt Hold Stadl Lemberg Musik von Gilbert Käthe Oonik Leo WiftUeador# VAIKW Gesundheiispfeifg ScFiont Herz und Lunq'ff UnbedenklRouchen'Jlizttidi Lunqe emafohisol O> L Oergsr-Produkt d. Paramount, Vartelh Parutamat Regje; Ludwig Berger Ulf den H m n» atrtwdhlcndan Erleanl» guta.et ist du Obamgeada Spiel na Eni laantegs. Naehtauagab» Wocbentags: 7'S' Sonntag: 5- 5 T'�'1 UF*musr»<2Do Vervarksuf e.nraitheim und von 12-2 Uhr im uta-PstBat iberstroaas 6/711