Morgenausgabe Rr. 37____ A 19 47.Iahrgang ISSchulÄch 8SPf� moaaSch t£ÖJ!L tw voraus zahlbar. PostbezuZ 4L2 M. «mschließlich 60 Pfg.Postzeitung»' und 7�Pfg- Postbestellgebührrn. Auslands« abonnement 6.— TL pro Monat. 35«„Bonöärls* erscheint wochentSg. lidj zweimal. Sonntags und Montags etamol. die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Ittel„iDer Abend". Illustrierte Beilagen.Volk und Zeit" und»Kinderfreund". Ferner »Unterhaltung und Wissen".»Frauen« stimme".»Technik".»Blick in d'.e Dücherwelt" und.Fugend-vorwärts" w-* Aerliner vottsblari Donnerstag 25. Januar 1930 Groß-Verlin 10 Pf- Auswärts 13 pf. «< n s p o 1! I g• Slonparellfezeil» me'eile 5.— Reichs« Die>WM M 80 Pfennig. Retlame'« mark...Kleine Auzeiaen' das»ettge« druckte Wort 85 Pfennig(zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Won 12 Pfennig. Etcllengejuche das erst« Wort 15 Pfennig, jedes wettere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zahlen für zwei Worte. Arbeitsmattt Zeile 60 Pfennig. 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An die Berichte schlost fich eine Ans- spräche, in deren Verlauf der Reichskanzler im Namen des Kabinetts der deutschen Delegation für ihre Tätig- keit seinen Tank aussprach und auch den beteiligten B c- a m t e n für ihre Mitarbeit Worte der Anerkennung widmete. Anschließend konnte der gteichskanzler die völlige Nebereinstimmung der Reich srcgierung mit der Verhandlungsführung der Delegation und die«in- mutige Billigung der im Haag erzielten Ergcb- nissc feststellen. Die entsprechenden Gesctzeövorlagen wer- den auf Grund deS gestrigen KabinettsbeschlufieS so rechtzeitig dem Neichsrat zugeleitet werden, daß seine Bc» ratnngen Anfang nächster Woche beginnen können. Beginn der Neichsiagsarbeii. , Lim �oonq-plan unv Be:cksfinan,en.' Der Reichstag, der heute seine erste Sitzung im neuen Lohre hält, wlrd von der nächsten Woche ad bi? zur Oster- zeit ein ungeheures Arbeitspen'um zu bewältigen haben. Zu- nächst Hai er sich über den Boung-Plan und die neuen Gesetze zu seiner Durchführung zu entscheiden, dann hat er den Reichs Haushaltsplan für 1930 zu erled'gen, der ordnungsgemäß schon am 1. April fertig sein soll. Zwischen- durch harren andere mehr oder minder wichtige Vorlagen, wie zum Beispiel das R? p u b l i k s ch u tz g e s e tz. der Ent- sche'dung. Eine solche Zusammenpresiung des Beratungsstoffes, wie man sie diesmal erlebt, ist höchst unerwünscht. Sie war aber tnfolge des späten Termins der chaager Konferenz unvermeid- lich. Run wird man olles daransetzen müssen, sei es auch auf Kosten der Gründlichkeit, dos Reichshaushältsgesetz recht- z e t t i g zu verabschieden. Denn bei seiner rechtzeitigen 23er» obichiedung fängt die Ordnung in finanziellen D i n ge n. eben erst an.. Sachlich werden die Fmanzprobleme und die mit ihnen zusammenhängende Reichsbank-Angclegenheit Anlaß zu schweren Auseinandersetzungen geben. Rechts- stehende Organe sehen bereits als ihre Folge eine parlamenta- rische Krise und das Ausscheiden der Sozialdemokraten aus der Regierung voraus. Zur Stützung ihrer Auffassung zitie- ren sie u. a. einen Beschluß der erweiterten sozialdemokra- tischen Bezirlsvorstandes von Ostsachsen, der die Reichstags- fraktion zum Ausscheiden aus der Koalition auffordert für den Fall, daß die bürgerlichen Parteien auf der Herab- setzung der Besitz st euern bestehen sollten. Daß sich gerade in diesem Punkt der Konflikt entzünden könnte, halten wir für wenig wahrscheinl'ch, da ja angesichts der schweren Finanzlage von irgendwie erheblichen Steuersenkungen gar nicht die Rede sein kann. Es wird sich im Gegenteil die Notwendigkeit herausstellen, dem Reich neue Steuerquellen zu erschließen. Daß d es der ungeeignetste Augenblick ist, um den Reichen Steuergeschente zu machen, dürfte man auch im bürgerlichen Lager begreifen. Auch wir halten den Ausbruch einer Krise nach her Er- kedigung des Doung-Plans n.'cht für unwahrscheinlich, meinen aber nicht, daß der Rückweg in eine resignierende oder ab- wartende Stellung das Ziel der Sözialdemokraki'chen Partei fein könnte. Wir würden vielmehr in einen solchen Konflikt hineingehen in der Absicht, nicht den andern das Feld zu über- lassen, sondern mit ihnen darum schärfer als bisher zu kämpfen. Zunächst aber handelt es sich darum, für die Räu- mung der dritten Zone und die Erleichterung der Reparationslasten entsprechend den Beschlüssen vom Haag die parlamentarischen Voraussetzungen zu schaffen. Damit ist erst der Abschluß gegeben, an den ein neuer An- fang gesetzt werden kann. Fortschritte in London. Mißverständnisse bese tigt. London. 22. Januar.(Eigenbericht.) Die Delegierten zur F l o tt e n t o n f e r e n z verbrachten den Mittwoch in inostiziellen, jedoch, wie von unterrichteter Seite ver- lautet, nicht weniger wichtigen Besprechungen. Eine große Reihe von Mißverständnissen, die sich dank einer gewissen Nervosität der Delegierten in den letzten 24 Stunden einzustellen schienen, soll aus dem Weg« ge- räumt worden sein. Di« Besprechungen zwischen Macdonald und den Amerikanern haben eine weiter« Klärung hinsichtlich des Schlachtschiff- b a u e s gebracht und gezeigt, daß sich in dieser Frage der englische und der amerikanische Standpunkt enger berühren als man bisher angenommen hatte. Ferner ist«In drohendes englisch-amerikanisches Mißverständnis über das Verhältnis des geplanten„Urlaubs" iw Schlachts chifsbou und zur Frage der Kreuzerparität aus- geklärt worden. In Amerika hotte man auf Grund der in der vor> gen Woche abgegebenen Erklärung Namsay Macdonalds säischlich angenommen, daß die englisch« Regierung die Kreuzersrage gegenüber dem Problem der zeitweiligen Einstellung des Schlachtschisfbaues an zweiter Stelle zu verweisen wünsche. Macdonald hat in den Miltwoch-Besprechungen Mitteilungen gemacht, durch die die dies- bezüglichen amerikanischen Bedenken beschwichtigt worden sind. Auch in der englisch-französischen Besprechung scheinen ge- wisie Fortschritte erzielt worden zu sein. Die Unterredung zwischen dem englischen und dem französischen Unterhändler bezogen fich im wesentlichen aus das französisch« Berlangen nach einer, in gewissen engen Grenzen gehaltenen Freizügigkeit der ein- zelnen Länder, Tonnage- Aerschiedungen zwischen den Schisfskategorien der Kreuzer und der Zerstörer nach eigenem Gutdünken vorzunehmen. Der wichtigste Punkt, über den am Mittwoch eine allge« meine Uebereinstimmung erzicll wurde, bezieht sich aus die Dauer des Flottenobkommens, das man von der gegenwärtigen Konferenz erwartete. Man hat sich dahin geeinigt, daß als Ziel«In kurzfristiges Abkommen xu betrachten sei. dos nach verhältnismäßig kurzer Zeit wieder r.e vidiert werden kann. I englischen Kreisen-ist man der Aus- fassung, daß dies« grundsätzliche Entscheidung das Zustandekonmien eines Konserenzergebnisie» viel leichter machen wirk», als die Schaffung eines dauernden Schlüstels für den Kreuzcrbau oder Shn- liche prozentuale Festsetzungen.. Spanische Studenten rebettieren. Ro'e Fahne auf der Universität. Madrid, 22. Januar. lEigenbericht.) DU Ttudenten der Universitäten Marcia, Salainanca und Madrid find in den Streik getreten, weil die Regie- rung angeblich beabsichtige, die Stndentenvereinigungeu aufzulösen. DU Regierung hat die Universitäten mit Polizei belegen lasse». Auf einem medizinischen Institut der Universität Madrid wurde auf kurze Zeit eine rote Fahne gehißt; es wurde auch ein Bild des Königs von den Studenten verbrannt. » Es ist noch nicht zu erkennen, ob diese Studentenbewe- gung der Anfang eines Volksausstandes gegen die Diktatur ist. Primo de Rivera, der eben seinen Finanzminisier als Sündenbock für die beträchtliihe Wertverminderung der Pesetawährung in die Wüste schickte, hat auch erst wieder das Ende der Diktatur für die nächste Zukunft angekündigt. KpO.-Obeibürgermeister in Solingen. Im dritten Wahlgang gewählt. Soliageu, 22. Januar. In der heutigen Stadtverordnetenversammlung wurde im dritten Mahlgang der tommunisttsche Stadtverordnete Hermann Weber mit 27 Stimmen der K o m in u n i st« n und der Sozialdemokraten zum Oberbürgermeister von Groß-Solingen gewählt. Di« 2ä Stimmen der bürgerlichen Parteien und die Stimme des kommissarischen Oberbürgermeisters erhielt der srühere Bürgermeister von Wald, Seynscheck. Die Sozialdemokraten erklärten, sie hätten im dritten Wahlgang deswegen für den kommunistischen Kandidaten gestimmt, well es nicht sein dürfe, daß die bestehend« Linksmehrheit durckz die bürgerliche Minderheit majorlstert werde, tzm«rsten und zweiten Wahlgang hatten die Sozialdemokraten ihre acht Stimmen für ihren eigenen Kandidaten Hermann Meyer abgegeben. Ein Mann der Arbeit. Zur Erinnerung an Max Quarck. Von Linon Katzenstein. Arbeit fäd sin ihrenwirth Gesicht. Arbeit söden sine trugen Hann'. Fritz Reuters Wenn die Sozialdeinokratic sich eine Partei der Arbeit nennt, so ist damtt nicht nur eine Vertretung der Lohnarbeiterinteressen gemeint. Sie drückt damit eine ganze Lebensanschauung aus: den Aufbau der menschlichen Gesell- schaft und ihren planvollen Ausbau durch die unermüdliche. ordnungsvnll wirkende Menlchentraft. Wie wenige ver- körperte diesen Gedanken der Mann, dessen siebzigsten Geburtstag wir am 9. April zu feiern dachten, dem wir nun einige Worte des Gedenkens ins Grab nachrufen müssen. Wie viele unserer Vorkämpfer kam er vom Bürgertum her. Wie mancher von uns war er ein gemaßrcgellsr Re- ferendar. Geboren am Fuße des Trippsteins in Schwarz- bürg, wandte er sich dem Rechtsstudium im Rudolstädter Kleinstaat zu. Aber das soziale Leben jener Gebiete, vor allem die Not der Heiinarbeiter des Thüringer Waldes, packten ihn mächtiger. Unter dem Namen„Freiwald Thü- r i n g e r" stellte er die schönfärbende Darstellung des Heim- arbeiterlebens, die ein Kommerzienrat veröffentlicht hatte, richtig. Sein Verkehr mit' den Arbeitern machte ihn ver- dächtig. Mitten un Assessorexamen ereilte ihn die Entlassung � aus dem juristischen Dienst. Er war— so um die Mitte der achtziger Jahre— wie MaxSchipvel und andere auf dem Weg über den Staatssozialisten Rvdbertus zum demokratischen Sozialismus gekommen. Nach seiner Maßregelung fand er zunächst bei der deino- kratischen„Deutschen Zeitung" in Wien Stellung als Re dakteur und kam später an die..Frankfurter Zeitung" S o n n e m a n n s, die für so manchen Sozialdemokraten eine Stätte der Uebung und der Erkenntnis der Grenzen der Demokratie im kapitalistischen System gewesen ist. Wie Mehring, Bader und E i s n e r erfuhr auch er die Un- Vereinbarkeit röckhaltlos sozialpolitischer Arbeit und kapita- listischer Interessenw'rtschaft, wie der alte Demokrat Sonne- mann sie pflegte. So war auch dort nicht lang seines Bleibens. Ein Artikel zum 1. Mai 1891, den Sonnemann als„nicht mehr sozialdemokratisch, sondern schon anarchistisch" bezeich- nete brachte den Bruch. Jnzw'schen war Quarck schon lange in Verbindung mit der Partei. Schon 1883 war seine Schrift:„Die Arbeiter- schutzgesetzgcbung im Deutschen Reich" im Dietz- Verlag erschienen, eine ebenso sachkundige wie entschiedene Verteidigung des von der stark gewordenen Reichstagsfraktion 1883 eingebrachten Entwurfs. Seinem Abgang von der ..Frankfurter Zeitung" folgten einige Jahre freier Schrift- stellerei, in der er unter anderzm mit der aufkommenden Bewegung der Handelsangestellten, der Arbeit für Bau- arbeiterschutz eng zusammenwirkte. M'.tgründer der Frankfurter„Blätter für soziale Praxis" wurde(später mit Izein- rich Brauns„Sozialpolitisches Zentralblatt" zur„Sozia- len Praxis" unter Jastrow verschmolzen) usw. Für die ..Neue Zeit" behandelte er die Berichte der Gewerbeaufsicht. Man muß es gelehen haben, wie er, den mit zahllosen Zeichen durchschossenen dicken Berichtsband neben sich, einen langen. an Tatsachen und Zahlen überreichen, mit scbarfer Kritik und sachkundigen Vorschlägen gesättigten Aufsatz für unser wissen- schaftlicbes Zentralorqan niederschrieb, wie man etwa einen Brief schr-ibt. So schrieb er auch für den„Vorwärts". Wsthelm Liebknecht, der ihn sehr schätzte, hatte ihn als stand gen Mitarbeiter gewonnen. Es gab Zeiten, wie die des Kampfs um die Reicbsfinanzreform von 1893, wo jede Woche mehrere große Leitartikel brachte. Sein Hauptgebiet aber war die Sozialpolitik in ihrem weitesten Umfang. Seit er 1893 einer der Veranstalter des Frankfurter„Sozialen Kongresses", der sich zuerst plan- mäßig mit Arbeitslosigkeit und Arbeitsnachweis befaßte, ge- wesen war. riß die Verbindung mit den Führern de? Ge- wertschaftsbewegung nicht mehr ab. Zunächst gehörte er frei- sich zu den Mitarbeitern am A q r a r o r o g r a m m der Partei, das von der auf dem Frankfurter Parteitag 1894 ein- gesetzten Agrarkommission vorbereitet wurde. Er war Se- kretär der Kommission, die unter Liebknechts Vorsitz und nach Anregungen V o l l m a r s und Davids den Entwurf ab- faßte, der 1893 in Breslau verscharrt wurde, um ein Mcn'chenalter später seine Auferstehung zu erleben. Nicht viel anders ging es mit anderen Vorschlägen Quarcks. 1896 hallte die Parteipresie wider von den„dunklen Plänen der Generalkommission", unter denen man ein an- gebliches Streben L e g i e n s und v. Elms nach emer Los- lösung ihrer Arbe't von der der Partei verstand. In Wirk- lichkeit handelte es sich um Anregungen Quarcks, die sozial- politische Tagesarbeit im engen Zusammenhang mit den Er- fahrungen des Gewerkschaftskampfes zu bringen, die in- zwischen auch längst verwirklicht sind. �Jm selben E nne verfaßte er viele Jahre die Rundschau„Sozialpolitik" der„So- zialistischen Monatshefte". Bald danach übernahm er die Leitung der Frankfurter„B o 1 k s st i m m e". die er mit seiner reichen journalistischen Erfahrung und feinem wunderbaren Sinn für Arbeitsorganisation zu einem großen Tageblatt modernen Gepräges auszubauen verstand. Da- neben begründete er die„Waffenkammer", e.ne Sammlung verschollener Schriften aus der Geschichte der Partei, in der er selbst zahlreiche Beiträge veröffentlichte. Aus dem einen") ist seine grße Geschichte:„Die erste deutsche Arbe terbewe- gung"(Leipzig, C. L. Hirschfeld, 1925) hervorgegangen. Wieder ein neues Arbeitsfeld/ das allein einen ganzen Mann hätte ausfüllen können, war die Gemeinde- Politik. 1999 wurde er Stadtverordneter. Wissenschaft- lich und praktisch vorbereitet wie selten einer, wußte er sich als einziger Sozialdemokrat unter 61 durchzusetzen. Wie viele sachlich gegründete Politik wußte er zu üben, wie viele brauch- bare Vorschläge zu machen! Wie es überhaupt eine besondere Eigenart Quarcks war, wie ich sie in dieser Dollendung kaum wieder getroffen habe. Er schrieb und sagte selten etwas, was nicht in praktische, der Kritik standhaltende Vorschläge ausmündete. Seit 1898 Kandidat des Wahlkreises Wiesbaden, kandi- dierte er 1997 für Frankfurt a. M. zum Reichstag, unter- lag aber dem bürgerlichen Sammelkandidaten, dem � Fortschrittler O e s e r. 1912 zog er in den Reichstag ein, nach dem Umsturz Beigeordneter im Reichsamt des Innern, dann Mit- glied der Nationalversammlung und zweiter Vorsitzender des Verfassungsausschusses. Hier gehörte er zu den eifrigsten Arbeitern, war Berichterstatter im Ausschuß(„Das Reich") und in der Vollversammlung(Reichsverwaltung), bis das Kompromiß in der Schulfrage, das wir notgedrungen, um nach dem Rückzug der Demokraten aus der Regierungs- Mehrheit die Verfassung zustande zu bringen und die katho- lischen Randgebiete beim Reich zu erhalten, dem Zentrum zugestanden hatten, ihm die weitere Mitarbeit verleidete. Von da an trat er politisch nicht mehr viel hervor. Er gehörte noch zu dem Ausschuß, der das Görlitzer Pro- g r a m m vorbereitete(ich traf ihn zuletzt im Unterausschuß für die Verfassung, wo er gemeinsam mit Edmund Fischer für Deutschland ganz neuartige, von englischen Vorbildern abgeleitete, fruchtbare Gedanken über das Ver- HSltnis von Staat und Gemeinden vertrat). Im übrigen lebte er fast nur noch von schriftstellerischer Arbeit. Nach seiner Geschichte der ersten Arbeiterbewegung war sein letztes großes Werk der erste Band einer Geschichte des Deutschen Derkehrsbundes:„Die Entwicklung des Handels. Transports und Verkehrs in Deutschland", d e im Herbst 1929 in der Verlangsanstalt Courier erschienen ist. Es ist ein Bekenntnis, wenn er da im Vorwort erzählt:„Der Deutsche Verkehrsbund hat den Unterzeichneten zur Abfassung der beiden Bände(der zweite sollte die Geschichte des Ver» bandss behandeln) berufen. Es war ihm mehr als eine wissenschaftliche Aufgabe, sondern fast eine Herzenssache. den Versuch zu machen, die Vergangenheit und Gegenwart der Verkehrs- und Transportgewerbe und ihrer Gewerk- fchaftsorgani'ation zu schildern, zu der er in seinem politischen Leben und Wirken vielfache praktische Beziehungen hatte. Denn er kämpfte an der Seite der Handlungsgehilfen, Handelsarbeiter. Straßenbahner und Eisenbahner früher um deren Geltung innerhalb der deutschen Volkswirtschaft und erlebte die Ersteigung wichtiger Stufen ihrer gewerkschaft- lichen und politischen Entwicklung persönlich." Hinter der schlichten Darstellung verbirgt sich eine, tiefgründige Gelehr- famkest, untrem klarer Blick für das lebendige Werden .kommt darin zum Ausdruck Kurz vorher gab st noch ein anderes Denkmal feines geistigen Wesens heraus:„Sozialistische Kultur- und Dil- dungsarbeit", ein Programin zu den Verhandlungen des sozialistischen Kulturtags in Frankfurt Wie tief ihn die Auf- gaben der Bildungsarbeit im Innersten bewegten, hatte er schon neben manchem kleineren Aufsatz in der sehr wertvollen Abhandlung:„Kommunale Schulpolitik"(in der Sammlung „Sozialdemokratische Gemeindepolitit", 1996 erschienen) be- wiesen. Hier bringt er in einem Beitrag:„Sozialistische P e r s ö n l i ch k e i t s k u lt u r" noch einmal tief innerliche Empfindungen zum Ausdruck, predigt Ritterlichkeit gegen die Frau, Kameradschaft unter den Genossen.„Mögen mir weitere Genossen helfen, unsere Persönlichkeitsbildung in diesem Sinne, im Sinne des edelsten und besten Gemein- sinns, zu beeinflussen. Aufgenommen von der großen 5�lltur- bewegung der sozialistischen Arbeiterschaft und ihren Organi- iationen, werden sich unser Bemühungen um Veredlung des sozialistischen Menschen ebenso sicher lohnen wie unsere poli- tischen Anstrengungen!"-- Aber seine. Zeit war abgelaufen. Aufbauend auf einer mit unvergleichlicher Sorgfalt und Planmäßigkeit geschaffe» nen Stoffsammlung hatte er das ganze große Gebist sozial- politischer Kampfes-, und Schaffensarbeit durchmessen. Für Millionen, die nie von ihm wußten, hat er. der viele Jahre Arbeit leistete, die nachher von ganzen Büros dewältigt wurde, im Kampf um Arbeiterschutz den Grund zum Menschentum gelegt,. Unendliches in Begründung und Aus- Übung der Wohlfahrtspolitik geleistet. Und in Verfassung, Wissenschaft, Bildungsarbeit erkannte er die Krönung eines Wirkens, das doch nur Grundlegung sein sollte zum So- zialismus. Eine rauhe Kampfnatur, schonte er auch den Ge- Nossen nicht im Meinungsstreit. Aber sein Herz war weich, sxine Hände waren rein So ist er eine Verlebendigunq des Bibelwortes:„Wenn es köstlich ist, so ist es Mühe und Arbeit gewesen." Krach um die Ha?en?reuzsihe. Wo gehören sie im Reichstag hin? Der Aeltestenrat des Reichstags hielt am Mitttvochnachmütag eine Sitzung ab, die sich lediglich mit der Neuverteilung der Sitze in den Ausschüssen und der Plätze im Plenarsaal beschäftigte. Die Neuoerteilung ist durch den Zusam-nenschluh der Christlich- nationalen Bauernpartei und tüa Deutschnationalen Arbeitogemeinschaft zu einer Fraktion notwendig geworden. Die neue Fraktion erhält ihre Plätze zwischen den Deutschnationalen und der Deutschen Volk spartet. Bei dieser Gelegenheit ist zwischen den Parteien ein Streit über .�te Plätze der Nationalsozialisten entstanden. Einige Parteien, insbesondere die Deutsch«. Bolkspartei, verlangen, daß diese Gruppe ihre Plätze entsprecheiid Ihrer parteipolitischen Stellung auf der äußersten Rechten, also noch rechts von den Deutsch- nationalen, erhält, stebsr dies« Frage Ist eine Cinizung noch nicht erzielt worden.' Bei der Neuverteilung der Ausschuhsitze sind 'der neubn Fraktion die ihr entsprechend ihrer Stärke zustehenden Sitze zugebilligt worden. Zu dem Arbeitsplan des Reichstages' für die nächsten Tage hat der Aeltesteirrat keine neuen Beschlüsse gefaßt. Oer Bürgerblock in Württemberg. Die Sozialdemokratie fragt nach den Bedingungen des Kuhhandels. Stuttgart, 22. Januar.(Eigenbericht.) Da« württembevgifche Staatsministerium hat geglaubt, dt« Tat- fache der Erweiterung der Regierungskoalition dem Württembergischen Landtag durch den Zutritt zweier Parteien lediglich durch ein kurzes Schreiben seiner Kanzlei mitteilen und sich um eine politische Begründung des Vorgangs drücken zu können. Das ist von der sozialdemokratischen Fraktion durch jolgende A n f r a g e im Landtag durchkreuzt worden: l. Welche Folgen ergeben sich aus der Regierungseruxitc- nftig für die grundsätzlichen R i chT l i n i t n der Regierungs- Politik, insbesondere für die Stellung der Regierung zu der Sl u ß e n p o l i t i k der Reichsregierung, zu den Fragen der Reichsreform, der Wirtschaftspolitik. der württem- bergsschen Verwaltungsreform und der Schulpolitik, vor allem in bezug auf die Durchführung de« achten Schuljahres und der Lchrerbildungsreform? Welche Zusiche- nrngen sind den beiden zur Regierungskoalition hinzugetretenen Parteien in diesen Fragen bei der Regierungserweiterung gegeben worden? II. Auf welcher oerfassungsrechtsichen Grundlog« beruht die neue Einrichtung des ehrenamtlichen Beirat» des Staats» Ministeriums? Wie verträgt sich die Einrichtung des ehrenamtlichen Beirats mit der Bestimumng des§ 26 der Landesverfassung, daß die Staatsleitung durch den Landtag dem Staatsminssterium über- tragen wird, in Verbindung mit Artikel 1 des Gesetze» über das Staotsministerium und die Ministerien, wonach das Staats- Ministerium aus den Ministern besteht und die Zahl seiner Mitglieder auf fünf beschränkt ist? Welche Befugnisse sind dem ehrenamtlichen Seirat eingeräumt? Wodurch unterscheidet sich seine Mitarbeit in den Sitzungen des Staatsministeriums von der der Ministerialreferenten, die zu den Sitzungen zur Auskunftsertei- lung zugezogen werden? Welche Auswirtungen wird die Einvich- tung des ehrenamtlichen Beirats auf die nach§ 36 der Verfassung dem Minister auferlegte Pflicht haben, die Geschäfte seines Ministe- riums unter eigener Verantwortlichkeit, soweit nicht das Staats- Ministerium zuständig ist, zu führen? Aus welchem Etats- iitel werden die Entschädigungen des ehrenamtlichen Beirats bestritten und wie hoch sind sie? payers Protest. Zum Protest des Ehrenvorsitzenden der Deutschen Demokrati- schen Partei, Friedrich Payer, gegen den Eintritt der Württemberger Demokraten in die dortig« Regierungskoalilion erfährt der„Demokratische Zeiwngsdienst", daß der Reichsvorstand der Deutschen Demokratischen Partei bei seiner näch- sten Sitzung am 15. Februar sich mit der Angelegenheit beschästigen wird. Die Führer der Württemberger Demokraten werden zu der Sitzung eingeladen: Vizekanzler a. D. Payer gehört in seiner Eigen- schast als Ehrenvorsitzender dem Parteioorstand an. Die Reichspärteilcitung der Deutschen Demokratischen Partei hat bisher keine Gelegenheit gehabt, zu dem Beschluß der Württemberger Demokraten Stellung zu nehmen, da zu der entscheidenden Sitzung am letzten Sonntag kein Vertreter der Reichsparlei- lettung zugezogen war. Vizekanzler a. D. Payer hat Inzwischen seinen Entschluß, mir mehr bei der Parleizenbrale als Reichsmitglied organisiert sein zu wollen, der Parteileitung mitgeteilt. Das Spiel mit dem Aufstand. Sowjetpresse treibt deutsche Kommunisten an. ") ,A>>ß Arbeiterverbrüdenmg" 1848/4S. Moskau, 22. Jamiar.(Ost-Exprcß.) Im Zusammenhang mit den Demonstrationen der Arbeitslosen und den Unruhen in Berlin, Worms und Chemnitz ergeht sich die ausführlich darüber berichtende Sowsetpresse jetzt viel in Be- trachwngen über die Zuspitzung der Lage und den„r e o o l u t i o- nären Aufschwung", der in Deutschland zu bemerken sei. Die e n i n g ra d s k a j a P ra wda" sprich) von einem „Eintreten derKPD. in eine revolutionäre Kampf- zone" und zugleich von einem„Programm der Bourgeoisie", welches auf eine Verschlechterung der Lebensbedingungen der Ar- beiterklasie und im Endziel aus die Unterdrückung der Kominunisti. schen Partei gerichtet sei. Dadurch entsteht nach der von dem Sowjet- blätt oerkreienen Meinung in Deutschland«ine„unmittelbar r e v o l u t i 0 n ä r e S i t u a t i o n". Der Gang'der Ereignisse rücke diese Situation„unerbittlich" immer näher, und sie werde aus einer bisher nur entfernten Möglichkeit zur„allernächsten Etappe im Klassenkampf in Deutschland". * Die Aeußerungen der Sowsetpresse entsprechen dem vom Ekki vorgezeichneten Plan. Im wvrigen Jahr stellte da« Ekki fest, daß die„unmittelbare revolutionäre Situation" noch nicht gesiebsn sei, aber herannahe. Es gab einstweilen zur Vordere. tung die Parole politischer Massen- streik aus. Pünktlich mit Jahresbeginn hat die deutsche kommu- nistische Presse begonnen, die Parole„politischer Massenstreik" täglich nachzubeten. Es ist zwar nichts daraus geworden und wird nichts daraus werden, aber es wird befehlsgemäß ge- druckt. Die revolutionäre Gymnastik mit Rowdymethoden folgt nach, die Staatsgewalt schreitet ein, die kommunistische Presse schreit noch lauter, und in Rußland konstatiert man befriedigt: „unmittelbar revolutiynäre Situation". Der Grad der Hysterie der kommunistischen Zentrale und ihrer Presse ist noch immer das Fieberthermometer der bollche- wistischen Aerzte gewesen, die der Weltgeschichte den Puls fühlen, weil sie die Wellrevolutton erwarten. In diesem Un- sinn ist allerdings eine Gefahr: daß der falschen Diagnose ein blödsinniges Rezept folgt, auf die Konstatierung der„un- mittelbar revolutionären Situation" der Befehl zum unmittel- bar revolutionären Aufftand. So könnte aus der Farce das Verbrechen werden! Am Ende steht dann die Zcchl der Toten und Verletzten, die Zahl der Zuchthausstrafen und die Stärkung des Rechtsraditalis- mus. Die falsche Moskauer Diagnose wird dann mit der Konstatisrung beiseite geschoben werden, daß die KPD. nicht bolschewistisch genug sei, eine Führergarnitur wird abgesägt und dann beginnt das Spiel von vorne. Die russische Presse täte besser, sich um die Situation in Stalin-Ruhland zu kümmern! Die Gehnsuchi nach der Zllegaliiäi. Der„Soz. Pressedienst" schreibt: Die Kommunistische Partei be- stresset nach wie vor, daß sie eifrig dabei ist, sich auf illegale Tätigkeit einzustellen und ihr ein Verbot sogar will- kommen wäre. Sie bestreitet das, obwohl nichts leichter als das Gegenteil bewiesen werden kann. Im Jahre lS2S hatte die Komnnimitische Partei z. V. in Rundschreiben an ihre Unterorganisationen daraus hingewiesen, daß es darauf ankomme, die Partei auch für die Zeiten illegaler B e t ä t i g u n a vorzuberessen. In einem derartipm Rundschreiben heißt es. die Kommunistisch« Partei muffe ihre Mitglieder immer wieder prüfen, um zu verhindern, daß Partelschädlinge eindringen. Die Berlegung de« Schwergewichts der Partei au« den Wohn- be»Irken in die Betriebe solle die inner« Sicherheit der Partei er- höhen. Denn die Angehörigen der Zellen würden sich kennen und täglick, zusammenkommen. Das proletarische Clement stände dann im Mittelvunkt der Organisat'on. Di« Betriebszelle sei in t l l e- galen Perioden unzerstörbar, weil sie von vornherein kon- spiratw arbeiten müsse. Zwecks Vorbereitung der illegaleu Arbeil hak dl« Kommunistische Partei schau im Zahre 1929 Richllluieu ausgestellt und ihre Unterorganlsationen angewiesen, die Funktionärauswahl folgendermaßen vorzunehmen: Funktionen sollen nur den Mit- gliedern gegeben werden, die sich als Parteigenossen bei der Klein- arbeit bewährt haben. Leitende politische Funktionen sollen ab- hängtg vom Parteiamt und einwandfreier Funktionärver- gangenheit sein. Illegale verantwortliche Funktionen dürfen nur ausgeübt werden von Mssgliedrn. die mindestens fünf Jahre in d«r Partei sind, die den Nachweis zur Ausübung d«r Funktion erbringen, über illegale Schulung oerfügen und politische Erfahrung besitzen. Auf die konspirale Schulung soll besonderer Wert gelegt werden. Sie bestehe darin, daß die Par- tei lernt, im Geheimen zu arbeiten, ohne sich dem Gegner gegenüber ein« Blöße zu geben, dabei aber engst« Fühlung mit den Massen zu behassen und aktiv bewaffnete Aus- stänhe vorzubereiten. M i l itä rl sche Schulung sei notwendig. Die Vor» bereitung für die Illegalität und die illegale Ar» b e i t müsse schon in den legalen. Perioden geleistet werden. Dazu gehöre die Instruktion der Funktionäre über ihr persönliches Ber» hassen, über die Vorb«reitung illegaler Quartiere. Büros, Verbindungen usw. Während der Legalität müsse di« gesamte Partei mitderNotwendigkeit der illegalen Arbeit vertraut gemacht werden, damit bei Verrichtung Illegaler Arbeit eine Reihe bestimmter Derhallungsmoßvegeln beobachtet werden können. Auch auf dem Reichsparteitag der KPD. im Juli ISZS war die Vorbereitung auf die Illegalität im engeren Führertreis Gegenstand der Erörterungen. Damals wurde betont, daß es wichtig sei, Sicherheitsmaßnahmen ein. zuleiten und auszubauen, dl« die vollständige Wsiterführung der Parteiarbeit im Fall« des Verbotes garantierten. Diese Auszüge aus Rundschreiben der KPD. können wir auf Wunsch beliebig vermehren. Ein Zeichen, daß man sich t r o tz a l l e r Zellenarbeit der KPD. über die Ziel« und Absichten der Kommunistischen Partei nach wie vor genau informieren kann und viele Zellenbauer es mit den vertraulichen Rundscbreiben ihrer Be. fchlshaber in Berlin nicht so genau nehmen. Andererseits aber zeigen die Rundschreiben durchweg. daß die Sommunsstlsche Partei nicht nur mtt einem verbot rechnet, sondern selbst i» der ZllegaNläl ihre Zukunft sieht. Deshalb die Sehnsucht nach einem Perbot der eigenen Partei und deshalb wiederum der Ton der kommunistischen Presse und die ver. brecherische Taktik der KPD., deshalb auch die Versuch«, a h n u n g s. lose Arbeiter mit der Polizei in Konflikt zu bringen. Kommunistin würgi einen Schupo. In!lnterso»ungshaff genommen. Chemnitz. 22. Januar.(Eigenbericht.) Am Dienstag wurde die hiesige kommunistisch« Stadt» verordnet« Erna Knotch o e r h a f t« t. Sie wird beschuldigt, bei den Unruhen in Hartmannsdorf den Führer de» Polizeikommondos am Hälfe gewürgt zu haben, während andere Kommunisten auf ihn mit Zaunlatten und Steinen einschlugen. Di« Verhaftet« befindet sich in Untersuchungshaft. Der Geschistxordnung,au-schuß de, velchsliW, beschloß am Mittwoch auf Antrag des Reichsinnenministers, die Immunität des deutschnationale» Reichstagsabgeordneten und Bürgermeisters von Acrlin-Schöneberg V e r v d t, oüfzu- h e b e n. Gegen Verndt scll aus Antrag der preußUen Regierung ein D i sz i p l i n a ro e r s a hr« n eingeleitet werde», w«!! er sich anläßlich des Volksbegehrens geweigert hat, dem Erlaß ds« preußischen Innenministers an die ihm üntsrstcllten Beamten� weiter- zuleiten. Berndt selbst trat für die Aufhebung«in, Dimit da» für di« gesamte Beamtenschaft wichtig« Verfahren durchgeführt werden könne. hergt gegen Hilgenberg. Aus deutschnationolleu Kreisen verlautet, daß der.Mltdegründer der Deiitschna'ionalcn Partei und frühere Vorsitzende der' deutschnationalen Reichstagsfaaktion, der Reichstagsabgeordnet« Hergt, es abgelehnt hat über seinen Wahlkreis hinaus agltatorisch für di e' D e u t sich n atio- nal« Part«i tätig zu sein. Ursache sst der Hugenberg» Kur». Der Forstetat im Landtag. Neakt onäre Forstbeamte gegen JCandwirtfchafism.nisikrium Im Preußischen Landtag wurde am Mittwoch die zweite Lesung des EtZts der Ä e st ü t s v e r w a l t u n g zu Ende geführt. Di« Ab- stiminung über den Haushall soll Donnerstag, den 23. Januar, stat finden. In der darauffolgenden zweiten Lesung des Etat» der Forst Verwaltung oertrat als erster Redner der sozialdemo- kratische Abg. Grötzner die Interessen der Forstarbe'. l e r. Leider hat die Staatsforstverwalhrng, die als Behörde Privat- lintsrnchmsrn mit gutem Beispiel vorangehen sollte, nicht den Grundsatz für sich gelten lassen, daß bei Lohnstraitigkeiten freie Ver< einbarungen den Schiedsverfahren vorzuziehen sind. Dafür ist allerdings weniger der Landwirtschaftsminister verantwortlich zu machen. dessen ausdrückliche Verfügung, daß Akkordlohnsätze durch Vereinbarung mit den Forstarbeltern festgesetzt werden sollen, von vielen Forstbeamten nicht befolgt werden. Der Redner bracht« eine ganze Anzahl begründeter Beschwerden vor, aus denen hervorgeht, daß Forst st beamte den Waidarbeitern nicht nur diktatorisch Stücklohnsätze aufgezwungen, sondern diese sogar noch herabgesetzt haben. Organis ationsseindliche Beamte haben nicht nur oersucht, Forstarbeiter zum Austritt aus der Organisation zu bewegen, sondern Organisierte, die auf Durchführung gefällter Schiedssprüche bestanden, nach dem bekann'en Rezept wegen angeblichen Arbeitsmangels abgebaut. Darüber hinaus konnte d«r Redner auch den Beweis erbringen, daß ein rechtseingestellter Ober- sörster die ihm unterstellten Forstarbeiter gezwungen hat, sich für däs Volksbegehren einzuzeichnen. Gegen die Forderung nach höheren Löhnen für die Forstarbeller wendet« sich natürlich ganz energisch der Vertreter der deutschnotio- nalen Fraktion, Graf von Garnier, der durch Erhöhung des Stundenlohnes um Z Pf. schon die ganze deutsche Waldwirtschaft und vor allem den privaten Forstbesitz gefährdet sah. La n d w i rt sch a fts m i n i st e r Dr. Steiger tonnte fest- stellen, daß der Reichsarbeitsminister einen Schiedsspruch gefällt hat. gegen den auch der Finanzminister keilten Einspruch erhoben hat. Der geringere Reinertrag der Forstverwaltnng im letzten Jahr er- klärt sich aus der Einengung der Bautätigkeit. Fast alle Redner der bürgerlichen Parteien wendeten sich deshalb auch gegen die Einfuhr von Holz aus fremden Ländern. Die Weiterberatung des Forstetats onird« aus Donnerstag, den 23. Januar, vertagt._ �oung-plan und Zinanzreform. Sin Vortrag von Llniversitäielprofessor Dr. Bonn. Im Verein Berliner Kaufleute und Industrieller sprach gestern im Saale des ehemaligen Herrenhauses Unioersitätsprofessor Dr. Bonn zum Thema Reparationen, Reichssinanzen und Reichsbank. Von ganz besonderer Bedeutung sei die Wiedecherstellunz der unbeschränkten Staatshoheit auf dem Gebiete der Finanz- Politik. Frellich Hab« das auch die Wirkung, daß man sich fetzt weder mehr auf angebliche Eingriff« des Reparationsagenten berufen tönne, noch auch auf die rücksichtslose Aufrichtig- k e i t v e r z i ch t e n t ö n n e � die allein dem Steuerzahler jene Angst beibringe, die ihn steuerwillig macht. Wie man auch rechne, so bringe der Poung-Plan In allen Fällen«ine sehr fühlbare Ent- l a st u ng. Und vor allem sei die große Entlastung in den ersten z« hm Jahren'wirtschaftlich geradezu entschal- de nd. Jetzt, wo alle Rücksichtnahmen, berechtigte oder unberech- iigte, auf die Reparotionspolitit überflüssig seien, müsse der neue Finanzminister rücksichtslos alle Karten offen auf den Tische lagen. Alle Ersparnisse de» Poung-Planee sollten zuerst einmal zur S ch u lden- und Defizitdeckung verwendet werden. Bon einer Steuersenkung sei relativ die geringste Wirkung auf die Kapstalbildung zu erwarten. Entscheidender sei, daß der Staat bei einer Steuersenkung, die auch eine Ausgaben fenkung bedeute, erheb- sich weniger Aufträge verteilen könne. Das ZsntralproUem der Steuerpolitik fei aber die Anleihe- Politik. In der Tat sollte— das gilt ebenso für die private wie für die öffentliche Wirtschaft— jede Anleih« ausgeschlossen sein, die nicht in sich dl« Verzinsung und Tilgung gewährleiste. Sei doch das Unerhört« vorgekommen, daß aus sage nannten werbenden Anleihen Im Jahr« 1S27 nicht nur Kriegs- schiffe gebaut, sondern auch die Armierung von Kriegsschiffen beschafft worden sei. Der Kapital- mangel komm« vielfach nicht daher, daß man.zu wenig Geld habe, ivndsrn daß man bei der unsystematischen Rationalisierung für technische Phantastereien vielfach zu viel Geld ver- schleudere. Wenn hier die Wirtschast den Gemeinden und dem Staat mit gutem Beispiel vorangeh«, wird die Wirtschaft auch für chre Wünsch« Verständnis finden. Von der Arbeiterschaft und von den Gewerkschaften könne man nicht mehr kapitalisti- sckes Verständnis verlangen als von der privatkapitalistischen Wirt- schaft selbst. Die Reichsbank soll gewiß die Währung schützen. Der Schutz der Währung hänge aber In allererster Linie von einer soliden Finanzpolitik ab. In der Vermeidung von Defizit» und von jchws- benden Schulden sei die beste Garantie für den Schutz der Währung gegeben, die auch«in Eingreifen der Reichsbant überflüssig mache. Japanischer Absolutismus. Ausschaltung der Linleparteiea von den Wahlen. Tokio. 22. Zanuar. Der japanische GeHelme Aal erklärte, daß zu den Jtea- wählen de» Parlament» lm Februar nur solche Parteien zugelassen würden, die auf dem Slandpuntl der Verfassung und treu zur Monarchie stünden, so daß hierdurch die link» flehenden sozialistifchen und kommunistischen Parteien von der Wahl ousgeschallel würden. Die Reichetaqsfroklion der Deutschen volkeparkei nahm am Mittwoch einen Bericht de» R'ichcauhenminister» Dr. Curtius und des Reichefinanzministers Dr. Moldenhauer über die Verhandlungen der Haager«chlußtonferenz entgegen, der von der Fraktion beifällig ausgenommen wurde. Ein« Diskussion fand Nicht fioit Die Fraktion beschäftigte sich dann eingehend mit dem Zun' holzmonopolgesetz und der Äreuger-Anleihe. deren erste Lesung am Dnnneretag im Reichstage stattfinden soll. Moskau dankt der Reichsregierunq. Nach Wiederaufnahme der Beziehungen zwischen Sowjetrv.ßland und China sowie England ist die Vertretung der Zowfetumon durch Deutschland in den beiden genannten Staaten erledigt. Di« sowjetrufsifch« Regierung hat der deutschen Regierung ihren wärmsten Dank ausgesprochen. Fahnenflüchtige polnische Soldaten. Beim U eberschreiten der polnischen Grenze bei Rund-wiese in Pommern wurden fünf pol- msche Artilleristen der Garnison Graudenz in Uniform festgenommen. Die Soldaten gaben an. wegen schlechter Behandlung und Verpflegung fahnenslüchttg geworden z» sitN-•' payers Ausinit. v Oer eine fragt: Was fommf danach? Oer andre fragt nur: Ist es recht? Mmm DBMOH&r/SWB PARTEI Und also unterscheidet sich Oer Freie von dem Knecht? Storm. Widersprüche im pariser Prozeß. Parl». 22. Zanuar. sElgenberlcht.) Zm Litwinof. Prozeß erklärte der Angeklagte Zosfe, dem da- maligen Ehes der russischen handclsdelegatloo lueof insgesamt 600 000 Mark für die sieben Wechsel gezahlt zu haben, von denen 300 000 Mark von Liborius stammten(dem dritten Angeklagte« im Prozeh). 200 000 Mark von einem Zeugen lm Prozeß und 100 000 Mark von Alschitz, der flüchtig ist. Zm Laufe de» Verhörs macht der Vorsitzende Zosfe daraus ovsmerksam, daß er sich wieder- hott in Widersprüche mit den Aussagen von Alschitz und mit seineu eigenen früheren Bekundungen verwickele. » Zu diesem Prozeß interesiieren. zwei Briefe des Volkskommissars Litwiuof an seinen Bruder Saweli: Am 14. April 1927, also bereits nach den Fälschungen, hat der Voltskommissar seinen Bruder, der angeblich schon ISZb den Sowjetdienst zu quittieren gezwungen warf dem Letter der Berliner Handelsvertretung, Begg«, aufs wärmst««mpsohlen. Hier der Wortlaut dieses Briefes: Sehr geehrter Karl Mikelwitsch! Mein Bruder Sawesi Maximowltsch hat mir die Abschrift seines Briefs an Sie übermittelt. Ich bin gewohnt, meine per. sänlichen Empfehlungen und Bittgesuchs in bezua auf mein« Be- kannten auf das allernotwendigft« Maß zu beschränken. Ich er- lcucb« mir iedoch, mich in Ihren Britswechsel mit Sawett Moxi- mowitfch au« folgenden Gründen einzumischen: 1. Der Genosse Reusenmann und die anderen Revisoren aus der Arbeiter- und Bauerninspektion, wie auch die Zentrale Kontrollkommission haben sich wiederholt in ihren Eingaben dar- über aufgehalten, daß die Sowjetinssttutionen im Ausland« Mit- nrbeiter unnützeriveise von einer Arbeit zur anderen oerschiaben. Dieses Hin und Her hat tatsächlich ein großes Ausmaß ange- nommen. Ich selbst habe fast täglich Gelegenheit, Pässe von Mit- arbeitern des Handelokommisiariats zu unterschreiben, die an ver- schiebene Handelsvertretungen, daninter auch an die In Berlin, abkommandiert werden. Es muß daraus der Schluß gezogen werden, daß auch die Berliner Handelsvertretung nach wie vor neu er Mitarbeiter bedarf. Da will es mir scheinen, �daß«s nicht nur recht und billig, sondern auch den Interessen der S a ch e gemäß wie auch sparsam wäre, in erster Linie das taugliche Menschenmaterial in Anspruch zu nehmen, das an Ort und Stell« zu finden ist. Saweli Maximowitsch verfügt über«in« fast LOjährig« Ge- schäftsproxis und wurde von sämtlichen Firmen, bei denen er ge- arbeitet hat,' stets sehr geschätzt. Ich weiß auch von oerant- wortlichen Genossen, daß er ia den Sowjellnstitutionen, in denen er nach der Oktober. revolution gearbeitet hat, äußerst geschäht wurde. Der gleichen Ansicht über ihn waren sowohl der Genosse Stomonjakof �der frühere Leiter der Berliner Handelsoertretyng. Red.) und der Genosse Abramof(früherer stellvertr. L«ster der Berliner Handelsvertretung, nachheriger Leiter de» Arto» in London. Red.). Unter solchen Umständen scheint es mir«in wenig eigentümlich und uuverstöndllch. daß die Berliner hcmdel»- Vertretung nicht In der Loge ist. sich seine Anwesenheit in Verlin zunutze zu machen, während man au» Moskau Immer wieder neue Kräfte kommen läßt. 2. Das Bolkskommissariat für Handel hat Saweli Maximowitsch zweifelsohne unrecht getan. Er wurde seines Postens in Mnskqu enthoben, man oeranlaßte ihn, ins Ausland zu gehen. Wohnung und Möbel auszugeben usib. Niemand anders als der stellver- tretende Leiter der Handelsvertretung hat ihn dazu überredet. Zwei Monat« später erhält er die Anweisung, nach Moskau zurück- ukehren; man rechnet dabei nicht mit den Schwierigkeiten des Nietens einer neuen Wohnung in Moskau: di« Familie meines Bruders besteht aus sechs Personen. 3. Angesichts meiner verwandtschaftlichen Beziehungen zu ihn« wäre es ganz besonders blamabel, wenn er. durch die Not gezwungen, dem Sowjetdienst den Rücken kehrt« und in private Dienste träte. Das würde Unseren F e i n d« n nur zu allerlei Gereden Nährung bieten. Ich zweifle nicht daran, daß Sie mein« Darlegungen für q« n ü g e n d b« g r ü n d e t halten und der Sache Jbre persönliche Aufmerksamkeit schenken werden. Ich unterstreich« das. Wort „persönlich-, da ich überzeugt bin, daß bloß gewisse Des« kt« des Apparats«ine derartige anormale Lage zu erklären imstande sind. Mit Gruß Li.twi nv f. Wer zweifelt, daß»egge fich beeilt hat/ der so onffchiebenen „Anregung- des stellvertretenden Bolkskommisiars des Aeußern Folg« zu leisten? Di« Erklärung der Handelsvertretung im Jahre 1928 behauptete ober, daß Lftwinof fett Mai 1926 nichts mehr mit ihr zu tun gehabt Hab«. Nicht weniger interessant ist ein Empfehlungsbrief des Volks- kommisiars, den er aus einem amtlichen Briefbogen des Volkskommissortats feinem Bruder ausgestellt hat, er war für das Bolkskommissariat des Innern bestimmt. Es hieß darin: Meinen Bruder Saweli Maximowitsch Litwinof kann ich ohne jegliche Bedenken als ehrlichen und den Interessen der Sowjets ergebenen Arbeiter für einen verantwortlichen Posten empfehlen. Wenn er sich auch außerhalb der Partei befindet, so ist er doch von den ersten Tagen der Oktoberrevolution an als verantwortlicher Mitarbeiier in den Sowjetinstitutionen tätig gewesen, u. a. auch in der B e r l i n e r B o t s ch a f t. Er ist ein erfahrener Organisator und theoretisch wie praktisch In der Geschäftssetlung bewandert. Für seine Gewissenhaftigkeit wie auch poli- tisch« Loyalität übernehme ich volle Garantie. M. LI t w t n 0 f. Sellen wohl hat ein Bruder dem anderen so nachträglich und oielmögend beigestanden,.an« hier der stellvertretend« und me'sten- teils wirkliche Außenminister des„Proletarierstaate»-! Wenn es „gelungen" fein fall. Tfchltscherin zum Aerbleiben!m Amt zu bewegen, dürfte der Hauptgrund dazu wohl gewesen sain, daß dl« Amtstage feine» Stellvertreters nach dem Bekanntwerden dieses Briefes gezählt fein werden. Herr Aikolaus Post. Eine sonderbare Ernennung. Offenbar zum Trost für Herrn Seipels zahlreiche Niederlagen soll zum Leiter der politischen Abteilung de« Bundesamtes für aus- wärtige Pplitik in Wien Herr Nikolaus Post ernannt werden, der fett Jahren Gesandter in Warschau.war. Herr Post..ist aus dem habsburgischen Diplomatendienst übernommen. Er'war lange Zeit k, u. k. Genera'konsul in Schanghai. Nach der Revolution schickte man ihn' zur Gesandtschast in Berlin, die unser unuer- geßl icher Freund Dr. Ludo Hartmann leitet«. Schon damals sickert« durch, daß Herr Post die Politik Hartmanns die unbedingt demokratisch und auf den Anschluß gerichtet war. bei jeder Gelegen- heil zu durchkreuzen versucht«. Das Verhältnis zwischen dem Gesandten und seinem Vertreter sah dementsprechend au». Um sä bezeichnender war es, daß Seipel Hartmann abberief und Herrn Post mit der Leitung der Gesandtschaft in Berlin beauftragte. Erst di« Ernennung de» Gesandten Riedl machte diesem unerfreulichen Zustand ein Ende. Herr Post aber hat in Warschau leine schwarzgelbe Politik getreulich fortgesetzt. Er schränkt« die Beziehungen zur deutschen Gesandtschost auf das unerläßlichst« Mindestmaß ein und arbeitete im übrigen, wo und.wi« er nur. kannte, gegen die Interessen Deutschlands: seine selbstverständliche Pflicht hätte sein müssen, auch in der polnischen Houpistodt für das Ziel zu wirken, das mindestens 97 Prozent oller Demschästerreicher als das allein mögliche Ziel deutschösterreichischer Außenpolitik erscheint, nämlich für di«. Ermöglichung der Heimkehr ihr«» schwerleidenden und-für sich ollein existenzunfähigen Landes in die alte deutsche Heimat. Herr Schober und die Regierungsparteien in Wien werden sich gewiß darüber klar sein, die Tätigkeit de» Hexrn Post in der Jen- tralstell« genau überwachen und si« möglichst schnell beenden zu müssen. Das wird um so leichter sein, al» Herr Post schon ziemlich nahe an dem Alter stehen dürfte, wo man di«„wohl- verdiente- Penston in Ruh« verzehren darf. England und Gowiet-propaganda. Henöerson hat bereits ernmal Einspruch erlioben. London, 22. Januar.(T g:nbericht.) Außenminister H e n d e rso n wurde im Unterhaus von k s n- servativer Seit« gefragt� ob er sich darüber vergewissert habe, daß die Propag.anda. Klausel des engltsch-russi- scheu Abkommens von Rußland in gleichem Geiste inter- pretiert würde wie von England. Henderson entgegnet«, daß es zu früh sei. eine endgültige Antwort zu geben. Die Regierung hoffe, daß di« botreffenden Fragen auf befnWlgend« Wetse ge- klärt würden. Er habe jedoch Gelegenheit nehmen müssen. d»>v Sowjetbotschafter gegenüber darauf aufmarksam zu machen, daß eine Botschaft der Dritten International« an die englische Kommunisten-Zeitung„Dafly Woxker" geeignet sei. di« Beziehungen zwischen beiden Ländern zu trüben. Im gepev- wärtigen Augenblick sei jedoch nicht beabsichtigt weitere Schritte> dieser Angelegenh«» zu unternehmen,;, Oer Kampf um Arbeit. Eine Aktion des AfA- Rundes. Me für die Arbeiter so haben die fort gesetzten Betriebs- fiillegungen und-Umstellungen auch für die A n g e st e l l t e n feit Monaten die Arbcit-möglichkelt immer mehr eingeschränkt. Die Zahl der arbeitslosen A n g e st e l l t e n. die im Dezember 1928: 186 428 betrug, stieg bis zum November des vergangenen Söhres auf 2 38 013. In der Krisenfiirsorg« wurden im November rund 37 000 Angestellte unterstützt; viele Taufende van Angestellten sind bereits a u s g e st e u e r t. In der Reservearmee der Arbeitslosen stellen die Angestellten ein erschreckend starkes Kontingent. Der A s A- B u n d, die freigewerkschaftkiche Organisation der Angestellten, hat deshalb zum Schutze der Angestellten eine Aktion unternommen. Seine Hauptforderungen sind: Meldepflicht, Benutz ungszwang, Abkehrgeld und Vorschriften zur Einschränkung der Zahl der Doppelverdiener. Die Betriebe des öffentlichen und privaten Rechts hoben nach den Vorschlägen des AsA-Bundes alle sreiwerdeickicn Stellen für Angestellte bei einem öfsenllichen oder sonstigen nicht gewerbs- mäßigen Arbeitsnachweis binnen einer Woche nach der Kündigung anzumelden. Sie sollen nach Besetzung einer Stelle Namen, Aster und Familienstand des Angestellten dem Nachweis des Arbeitsamtes, bei dem die offene Stelle gemeldet war, binnen drei Togen mitteilen. Frei gewordene Stellen sind wir mit solchen Be- werbern zu besetzen, die der Unternehmer aus der Zahl der ihm zugewiesenen Arbeitsuchenden ausgewählt hat. Wird die Einstellung abgelehnt, dann entscheidet dos zuständige Arbeitsgericht. Erfolgt Einstellung, dann gilt der Arbeitsoertrog als abgeschlagen. Eine Ablehnung der Einstellung darf nicht im Hinblick auf Alter oder Familienstand erfolgen. Um der Willkür bei Kündigungen von Angestellten vorzubeugen, fordert der AfA-Bund ein A b k e h r g« l d, das nach der CNlamtdmier der Zugehörigkeit zum Betrieb, zur Unternehmung oder Verwaltung zu bemessen ist. Es soll bei drei Jahren Zu- gehörigkeit zum Betrieb ein Monatsgehalt und darüber hinaus nach je weiteren zwei Jahren ein weiteres Monatsgehast betragen. Die Einstellung pensionierter oder auf Wartegeld ge- setzter Beamter darf nach der Forderung des AsA-Bundes nur durch den öffentlichen Arbeitsnachweis er- folgen. Pensionierte oder auf Wartegeld gesetzte Beamte, deren Be> züge aus dem Beamtcnoerhästnis nicht mehr als den doppellen Bc- trag dessen ausmachen, was sie für sich und ihre Angehörigen an Ärbeitsloscm'nterstützung erhalten würden, sollen hinsichtlich der Einreihung und Vermittlung nicht anders behandelt werden, als andere Erwerbsuchende. Sowest diese Bezüge die genannte Grenze übersteigen, soll v o r. der Dermilllung erst Klarhest darüber ge- schaffen werden, ob für den betreffenden Posten keine anderen An- Wärter beim Nachweis gemeldet lind. Diese Vorschläge, womit die Belastung des Arbeltsmarktes der Angestellten durch die sogenannten Doppelverdiener, vor ollem durch pensioniert« oder auf Wartegeld gesetzte Beamte eingedämmt werden soll, treffen nicht die Beamten der unteren Gehastsgruppen, die infolge ihrer ge- ringen Pension Nebenerwerb ausüben müssen. Di« Forderungen des AfA-Bundcs würden, wenn sie im Reichs- tag ditrchdrimjen, eine wirksame Hilfe für die Arbeitslosen. Anklagen gegen die Neichsanstalk. Ihr Verhältnis zu den Angestellten. Di« Resthsanstall für Arbestsoermistlung und Arbeitslofcnver- stcherung hat am 22. Februar 1928 erklärt, daß sie all« brauchbaren und erfahrenen Angestelsten der städtischen Arbestsnochweise übernehmen wolle und daß diesen Angestellten ihre bisher im städtischen Dienst erworbenen Rechte nicht geschmälert werden sollten. Wie die Reichsonstall diese Zusage gehalten hat, legte Ge- nasse Zeitz vom ZdA. am Dienstag in einer Versammlung der frei- gewerkschaftlich organisierten Berliner Arbeitsam lsangestclllen im Lehrervereinshaus dar, die einen außerordentlich starken Besuch auswies. Die Reichsanstalt hat von chren. Versprechungen so gut wie nichts gehalten. Alle Rechtsansprüche der früheren städtischen Angestellten tonnten entweder nur durch das geschlossene Auftreten dieser Angestellten oder von der Organisation aus dem Klogewcge durchgesetzt werden. Von dem Rastenschwanz der Prozesse gegen die Ztelchsanstalt ist bis jetzt noch gar kein Ende zu sehen. Um das Vor- gehen der Organisation zu durchkreuzen, hat die Ncichsanstalt mehrmals versucht, die übernahmeberechtigten Angestellten zu bewegen, sich mit der Einbeziehung in den Reichstarifoertrag einverstanden zu erklären. Das haben die Angestellten mit Recht abgelehnt. Genosse Zeitz ermahnte die Versammelten, auch fernerhin geschlossen zusammenzustehen und solche Einbeziehvng». erklärungen nicht zu unterschreiben. Hie Ueberarbeit und das Nach. hauscnehmen von unerledigten Akten hat in der letzten Zeit merklich pachgetassen. aber doch Noch nicht völlig aufgehört. Diese Mißwirtschaft muh endlich g a n z a u s h ö r e n, den sie ist das Gegenteil von Solidarität gegenüber den erwerbslosen Auge- stellten, die darauf warten, auch einmal wieder Lrbest zu be- kommen. Wenn die Angestellten der Berliner Arbcstsämter, die zu 80 proz. frelgewarkschaftllch organisiert sind, weiter im engsten Ein- vernehmen mst ihrer Organisation handeln, wird chnen auch in der Zukunft nichts von ihren Rechten genommen werden können. Die Ausführungen des Genossen Zeitz fanden die volle Zuflim- mung der Vcrsammesten, die ihr Vertrauen zur Organisation bei der anschließenden Neuwahl der Sektionslestung dadurch bekundeten, daß sie die Mitglieder der bisherigen Sektionsleitung einstimmig wiederwählten. Hilke für die Ausgesieuerien. Die Solidarität der Buchdrucker. Der Vorstand des Verbandes der Buchdrucker hat mft Zu- stimmung der Gauvorsteherkonferenz beschlossen, die N o t st a n d s- b e i h I l f e für seine Mitglieder, die am 2S. Januar abläuft, bis zum 29. März zu verlängern, und zur Deckung einen Extra- b e i t r a g von 10 Pf. wöchentlich zu erheben. Es erhalten also alle in der Derbonds- und staatlichen Arbeitslosenunterstützung aus- gesteuerten Mitglieder weiter ein wöchentliche Notstandsbeihilfe von S bis 10 Mark, je nach der Dauer der Mstgliehschaft. Auch die Ausgesteuerten, die als Kurzarbeiter nicht mehr als drei Tage in der Woche beschäftigt sind, erhalten diese Notstandsbeihilfe. Gewiß: eine bescheidene Notstandsbechilfe und«in bescheidener Extrabeitrag. Aber wie turmhoch steht doch diese Aktion der �Gswerkschastsbürorratsn" über der hohlen Demagogie der kom- munistischen„Aktion" für dle'Arbeitslolcn. Hochkonsunkiur beim Arbeiisgericht. 68 8S4 Klagen im Zodre 1929 Das Berliner Arbeitsgericht ist auch im Jahre 1929 wieder erheblich mehr in Anspruch genommen worden als im Vorjahr. Gegen 60 3S3 eingereichte Klagen im Jahre 192« ergab sich eine Steigerung von 13 Proz. auf 68 884. die sich in den letzten sechs Monaten wesentlich stärker auswirtic als im ersten Halbjahr. 40 Proz. aller Fälle konnten durch Vergleich erledigt werden. Interessant ist der Anteil der verschiedenen. Berusskategorien: 30 440 Klagen betrafen gewerbliche Arbeiter. 23 601 die tausmönnischen Angestellten. 7.616 Handwerker. 5515 Hausangestellte und 1065 Portiers. Der ausfallend hohe Pro- zentsatz von Streitigkeiten bei den kaufmännischen Angestellten ist sicher daraus zurückzusühren, daß immer noch ein sehr"geringer Teil gewerkschaftlich organisiert ist. und daß man in zahllosen Be- trieben, die Angestellte beschästigen, Tarifverträge nicht kennt. Dazu kommt, daß die von Massenabbau und Rationalisierung belrossenen Angestellten meist gar keine Aussicht haben in absehbarer Zeit wieder Arbeit zu finden. Neben den einfachen Klagen lausen die in ihrer grundsätzlichen Bedeutung so überaus wichtigen ,.B e s ch l u ß o e r f a h r e n", in denen über alle mst der Anwendung des Betriebsräte- g e s e tz e s zusammenhängenden Streilsragen entschieden wird. Hier- bei ergab sich gegen 1928 eine Steigerung vcn 3 4 Proz.; von 312 Fällen euf 4L0. Es handelt sich häufig um Anträge von Unter- nehmern auf Absetzung eines Betriebsratsmstglisdes, Anfechtung einer Wahl, Aenderungen der Arbestsordnung usw. Die Fachkammer für die Metallindustrie wurde durch den Rohrlegerstreik im Herbst besonders stark beavfprucht. Für das Baugewerbe hatte man bisher im Winter zwei, im Sommer vier Fachkommern vorgesehen, man ist aber dazu übergegangen, während des ganzen Jahres jetzt drei Fachkommern zu beschäftigen, um«tue größere Stetigkest zu erreichen. Obwohl fest dem 1.!)to- vember die G ü l e st c l l e der Gewerkschaften und der Arbeitgeber- verbände im Baugewerbe einen Teil der Strestigkesten erledigt, die früher das Arbeitsgericht belasteten, ist auch bei diesen Fachkammern wie in allen Branchen ein ständiges Anwachsen der Beschäftigung zu konstatieren. H. W. Wird die Kilmgesellschast verleumdet? Kommunisi.sche Behauptungen. Di« deutsch« Filmgeroertschast hat von ihrer Gründung an in der Gewerkschaftsbewegung eine besondere Rolle gespielt, die jedoch nicht zu besonderen Erfolgen geführt hat. Die Filmzewerkschast ist dem ADGB. angeschlvsscn und steht damit auf dem Beden der Amsterdamer Geioerkschastsinternationale. An der Regelung der Lohn- und Arbeitsbedingungen in der Filmindustrie ist eine Reihe von Gewerkschäften stark ilüeressiert. da«in Teil ihrer Mstgiieder in dieser Industrie beschäftigt ist. Ee kam daher in Berlin in Gemeinschaft mit der Fllmgewerkschaft zur Bildung eines Lohn- kartells, das einen Tarifvertrag abgeschlossen hat, der Ende März abläuft. In einem Bersammlungsbericht der„Roten Fahne" werden nun gegen die Fllmgewerkschaft schwerwiegende Vorwürfe erhoben. Räch einem. Referat des kommunistischen Strategen Merker heißt es: .Luther ergänzte im Auftrag« der Ortsverwaltung der Film- gemerkfchast die Ausführungen(Merkers) und ging auf dos be- stehende reformistische Lohntartell ein. Der jetz'g« Tariszustand muß geändert werden. Em Lohn von 42 Ps. die Stunde ist un- hallbar. Die Erfassung der Erwerbslosen ist absolut notwendig Deshalb hat der Hauptoorstand beschlossen, Erwerbslose ohne Ein- lnltigeld in die Organisation auszunehmen." Nachdem in der Diskussion der Vorsitzende des Lohnkartells, S ch ie m a n n, als„Sozialfaschist" bezeichnet und ihm eine„Streik- brecherroll«" unterstellt wurde— daß dies« Beschimpfungen gerügt worden wären, geht aus dem Bericht nicht hervor— heißt es zum «chluß: ..Zum Dezirkskongreh der Gewerkschastsoppofltion wurden aus sechs verschiedenen Betrieben Delegiert« einstimmig gewählt." Es wird Sache der Filmgewerkfchaft sein, sich gegen die Anschuldigunzen, die in diesem Bericht gegen sie erhoben wurden, zu wehren. Christliche Reamtenfeindschast. Die Beamten sinv an ollem schuld! Sest die christlichen Beamtenorganisationen sich mit dem Deut- scheu Beamtenbund verschmolzen haben, besteht zwischen den Be- amtenverbänden und den christlichen Gewerkschaften eine innige Feindschaft. Die Feindschaft besteht eigenllich nur auf feiten der christlichen Gewerkschaften. Zur Abwehr hat„Der Be- amtenbund", das Organ des DBB, in seiner Nummer 2 vom 7. Januar sich einmal mft diesen Angriffen auseinandergesetzt. In seiner Nummer vom 23. Januar antwortet„Der Deutsche" mit einem vier Spalten langen Artikel. Man staunt, wenn man auch manches begreift, über die nahezu entwafsnende Demagogie, mit der hier gegen die Beamten los- gezogen wird. Es gibt sozusagen nichts zwischen Himmel und Erde, wofür die Beamien nicht oerantworiüch gemacht werden Sie sind schuld an der Arbeitslosigkeit, an der Wohnungsnot, an der Ver- teuerung der Lebenshaltung, an den hohen Steuern, an den u'edri- gen Sozialrenten, an der Verteuerung der Tarif« für Gas, Elek- trizität und Verkehr, an dem Abbau der Arbeitslosenoersiche-ung, am sozialen Elend, an der Unterernährung der Bergarbe tertinder in Mittelsck/esien usw. Ernst kann man dieses Zeug wirklich nicht nehmen. Wir möchten bei der Gelegenheit auch bemerken, daß wir schon deshalb nicht auf die Anzapfung unseres Genossen Dr. Hertz an- läßlich seiner Rundsunkrede geantwortet haben, well w'r es wirk'ich für überflüssig halten, offenbaren Unsinn zu widerlegen. Wie ehr- lich übrigens die Polemik des„Deutschen" ist, dafür folgendes DU- spiel: ..Der„D«'.itsche" behauptete, daß die Finanznot des Ruches verursacht si durch die Beam'enbesoldung. die dem Reich ei ein halb Milliai-de,, toste. Ganz aboesehen davon, daß dies? Beamt-nbe'sl- duno ja nicht neu ist, weist der Beamtenbund nach, daß die Gz- samtsumm« aller Besoldungsausgaben des Reiches im Etat 1929 für alle Beamten nicht 1500 Millionen, sondern nur etwa den driften Tell davon ausmach:. An dieser Feststellung geht der .pantsche" einfach vorübe? mft» spricht lustig weit» darauf las den Milliarden, Äe das Reich für die Bsamten aufbringest müfle. So steht die ganze Beweesfühnmg des„Deutschen" aus. Er versucht immer wieder, die Arbeiter in Gegensatz zu den Beamten zu bringen und führt deshalb u. a. das Durchfchniftseinkommeir des Arbeiters an, dem er das Durchschnittseinkommen des Beamten gegenüberstellt. Natürlich oergißt das christliche Gewerkschaftsorgan absichtlich, daß dieser Dergleich ganz unzulässig ist. weil bei den Beamten auch die Gehälter der leitenden Beamten einbezogen sind, während aus der anderen Seite selbstverständlich die Gehälter der leitenden Angestellten und Direktoren ausgeschieden sind. Die christlichen Gewerkschaften sind zu der llederzeugung ge- langt, daß«ine erhofft« christliche Spaltung der Be» amtengewerkschaften aussichtslos ist. Deshalb lpieleu sie sich jetzt als dle Vertreter der schwieligen Faust auf, mft Argu- inenten, die si« auf den Bierbänken des Spichbürgertums ge- sammelt haben. Die Rarmer Ersatz?affe. Unsoziale Z)ersonalpolitit. Von Unternehmungen der Sozialversicherung, zu denen auch die Ersagkrankenkossen gehören, sollt« man in erster Linie«in« s o- ziale Einstellung zu ihren Beschäftigten erwarten. Das ist, wie festgestellt weichen muß, bcl der Banner Ersatzkasse, Geich ä s t s st e l l« Berlin, nicht der Fall. Bereits feit über einem Jahr ist es das Bestreben der Ber» liner Direktioi� durch stetige Entlassungen von Ange» stellten ein« Arbeitriehmerschost heranzuziehen, die es nickst wagt. ihre berechtigten Interessen zu vertreten. In dieser Zeft sind min- bestens 80 bis 100 Angestellte nach und nach entlassen worden und durch andere Arbeitskräfte ersetzt worden. Zum Tell Handell es sich bei den Entlassungen um Perional, das feft Jahren in den Diensten der Ersatzkofse stand und dos feine Arbeft zur vollsten Zufrieden- Heft der früheren Gcschöftsleftung ausführte. Durch diese Personalpolftik ist nicht nur dauernde Un- ruh« in die Angestelltenschait getragen worden, es mußten in Anbetracht vieler ungerechtfertigter Entlassungen Tausende von Mark au Enischädigungen an diese Angestellten ge- zahll werden. Diese unsoziale Personalpolftik und die unverantwortliche Weis«, mft dem Vermögen der versicherten Kassenmitgiieder zu wirtschaften, muß den Mitgliedern dieser Ersatzkasse endlich einmal vor Augen geführt werden. Den Gipfelpunkt der unsozialen Personalpolitik leistet sich die Kasse aber jetzt: die älteren Angestellten werden abgebaut. An- geblich deshalb, well sie die noimendigc Arbeftsleisuing nicht mehr erfüllen können. Der eigentliche Abbau grund besteht jedoch darin, daß die Angestellten nicht in den Genuß der penfionskasfeueinrich- tung der Barmer Ersatztasi« kommen sollen. IWie wir erfahren, hat der Zentralverband der An« gestellten gegen diese rigorose Art der Personalpolftik Ein- i p r u ch e r h o b e n. Es Ist jedoch an der Zeit, daß die Oefsem- lichkeit und damit die Mitglieder der Kasse aus die uiwerantwort» liche Art. mit den Angestellten umzugelien, aufmerksam gemacht wird. Die Angestellten, die noch der Darmer Ersatzkasse angehören, sollten es sich wirklich überlegen, ob sie im Hinblick auf die unsozial« Führung der Kasi« noch weiter Mitglieder bleibe» können. Auch das Aussichtsamt für die Privatvcrsicherung sollie sich einmal ernsthaft und eingehend mit der Führung der Darmer Er» satzkass« in Berlin beschästigen. Der tschechoslowakische Gewerkschastsbunö. 558 600 M ist« der. Zu Jahresbeginn 1928 umfaßte die Gewerls chastszentrcl« 71 Verbände mft 541 633 Mitgliedern. Diese Organisationen setzten sich zusammen aus 48 Zeiftralverbänden mft 340 802 Mftgliedern und 2 3 deutschen Verbänden, d. h. Organisationen, die über den Deutichen Gewerkschaitsbund in Reichenberg der gemeinsamen Landeszentrale angeschlosien sind(200 831 Mftglieder). Am Jahresschluß zähft« die Eewerkjchastszentrale 71 Ver- bände mft 558 60 8 Mitgliedern. Davon waren 49 Zentral- verbände mft 358 225 Mitgliedern und 22 deutsch« Orgaoi» sationen mit insgesamt 200 38 3 Mitgliedern. Die Gewerkschas szentraie tat ihr möglichstes, um den Zu- sammenfchluß artverwandter Verbände zu fördern. Eine der wich- tigsten dieser Aufgaben war die Durchführung der mft dem Deut- schen Gewerkschaftsbund in Reichcnberg vereinbarten Abmachungen. Es ging dabei vor allem um die Schaffung gemeinsamer Ausschüsse in den gleichen Berufszweigen. Der Zusammenschluß verwandter Berufe wurde Haupt- sächlich bei der graphischen Hilssarbeiterschaft. den Gastwirtsgehilfen und den öffentlichen Angestellten gefördert. Große Erfolge wurden im Baugewerbe erztelit die drei Verbände der Bauarbeiterschaft vereinigten sich im Verbände der Arbefter in der Bau-, Stein- und Keramindustrie. «ertaed b«t Waler. OTotnen, fttelta«, 19*4 Mr. hn Berliner iVcmtti- fd-aftshaui, Gnaeluftt 24—28, caal 4. StätnrrtetD-tfanunlutifl �ed-tc uah BMcht-!, firqcnftitt dcr fltonleniirtliditninti. DizkuNion. ScrW'ebcnfs. Ver. Knttsiucf) Icailuniert. Ofrne Verbandst n», lein Sa'ritt«ollrzen! Durch iiend-runa in d«r Ca-ialnerlichcruna ist ein««an*»?ln*akil von Neu- bcß'matiuifltH im ktrankeniassrnwese» tinaffl'fcrt. Er ift rottrenb«. 8«ft untere äalleaeu sich reckl-elli« nt't bcn neuen Vettimmungc» vertraut uiachr». Zeder tlvlleae mut an dieser Bcrsauunluu» teilnctimcn. Ter Porslaad. lyreie cyewerklchalts.Iuaend Berlin abend. Wir lernen neue L'«drr und Ersrllsdattstpiele. Itntvtldof: SidöneNe de: Z, aenddc'm Riederschiinewr d«. Verliner(ntr 91 lMäd�'N' im Äeller). Lirderabend.—««» nick: Zuaendbeim Drllnavir Slr. 9.«ur*- rescrate.—?ranlsnrtcr«Ilee: Zu«rndbr!ui Kranin, rier Mce SM iWalter- e'a'henau.gluinier). Vortrat,:.Ras Ist e'n eicatdffv'el?"— i-ichtenb",» d 9,mi.Si(H«nbcra: Zuaendbe n, ßauttstraße. an der Lesimcstrastr. L'chtb Iber. nortra«:.Neil« durch VtlBicn",— Lardsberurr Via»: Zugendli» m fftofte iZcoi-ifurfcc clt. 18, Zimmer d Vorlcoa: Sin To« auf dem ilrfccUflflfrrht". — Voran,«>««1 conitlan. 28. Zauuar. 13 lltir. Zu«cndnorstell"n« der Pafts. I-flfn'f im Nbratrr am Sü'omvta». wird:.«pslla. Vrunnrnstraä«". UniosteubeUra« 90 Pf.«arten find ncd) in der Aug-ndj-nirale erdältUch. � �noenkinnwve ves?tr(ra'v?rfan5e«! de? Anaesteilten Leute. Donnrrsta«, finden solaentx Peranstallunaen NattiVanim». N'ldersckr.rdanle»: Zuaendlie'm ckörschstr. 14 t-iraKes" mmcri.?ei. tuna-auasä'nlltabend.— Treptorn: Auaeudbrim der Sitv'e Wodendruchstr. 53 istuaan« von der mracdstraste). cdruov.'nbctvrechuna.— S�önebern: AuaenS- be'm La-vtstr. 13 seoiaeblude. Shllrwaen-immcrt. Z0sr"ls'an über den S'tern. iluslvracheadend am IS. Januar.— Ad IS'- Mr Volk- an.vursuo im Pesta. � toM'.acütum, LiÄt-nber«. Vrint.Aldert.Str. 44. � Verantmorttich estr VoNtli-?r. turt Sener: Wirtschaft-®«Iina«IIi"ct; : Vevartschaitsdewegu»«. z. Steta«: Feuilleton: Et Zod» Tchtlawail: Co''.es und Tonil racs Url» Ztarstädt: Luiciaen: Tb Qtltde: sämtlich in Berlin. Srrlaa: Vorwärt-.Verlaa D. m d. S Berlin vruck:!'0rwä?ts.?uchdriickerrl und Berlassanstalt Baal Sinfter u. So.. Verlin SR«9 Lindrnstraß- d. Vier» 1 VeUos«-»» Ul»ter»all»»a wr» Ligen'. 3tr. 37• 43". Jrtrsws Oonnertrtog. 23. 3onu«r 1930 Hans Sachs im Kellerloch der Nähe der zrotzen Bahnhöf« im Stadtinnern d?ängt sich Geschäft an Geschäft: be. gehrt und gut bezahlt ist so«in ..Pätz an der Hanne". Denn wo der tägliche Massennerkehr feine Brennpunkt« hat, rollt auch das Geld rascher Nach den, Muster der Großen gruppieren sich auch um die kleineren Bahnhöfe Geschäfte ver- fchiedenfter Branchen, wenn auch nicht immer in so idyllisch�grotesker Form wie gegenüber dem Bahn- l) o f I o r ck st r o h e. Hier in der Jorkstroßc ün, südweültchen Berlin glaubt man im ersten Moment einen Ausschnitt aus einem amerikanischen ..Wild- West"-Städtchen vor sich zu dabei,. Die auf Glanz hergerichteten 'Fassaden verdecken nur zur Hälft« den hohen Bchndanun, der die Ge- schäftsräume auf ein Mnmirum von Naitin beschränkt und obei, drein die Ursache beständig feuchter Rücken- wände ist. In lustigem Auf und Ab schmücken Bretter- und Staketen- zäune den übrigen Damm dar von der hölzernen Bürobaracke einer Iohlenhandlung bekrönt wird. In den Geschäften unten gibt es Zi- oarren, Schreibwaren, Photoapparat« und Uhren. Der Clou de? Ganzen ist aber der mittlere, eiirstöckige Bau, der auf'ede Art von lheschäftsrcklamc verzichtet. Blickt man von der Straß« in dir Aus- läge, so fallen erst ein halbes Dutzend ausgetretener, verstaubter Halbschuhe ins Zsiig«. Unter dem Auslagenbrett fitzt, balb im Äeller. der Meister selbst und flickt an seinen Schuhen. Der winzig« Loden ist mit uerschassenen Barhöngen, die die feuchten Mauarn verdecken sollen, drapiert. En, bescheidener Ladentisch, ein Schusterschemel und ein in dieser Umgebung ge- radezu pratzig wirkender eiserner Geldschrank vervollständigen das „Mnblement". Rasch ist man mit den, trotz seiner we hen Haar« munter und unternehnuingslusiig aussehenden Schuster ins Ge- sprach gekommen. Von, Haus« nebenan ist er 1019 in dieses Lokal gezogen. Bon den Auslagen der Beerdigungsanstalt Grieneisen, die ihre Särge auch recht tief im Schaufenster placiert, hat er die "OHnr Yorckstraße, gegenüber dem Ringbahahof Anregung zu seiner Äellerwerkstott genommen. Ohne jede Heizung den ganzen Winter hindurch, betreibt er hier sein Handwerk. Das halbe Dutzend alte Schuhe, das In der Auslage prangt, steht schon seit ein bis zwei Jahren da und wartet, repa- riert. aut die Kunden, die sich. Gort weiß wohin, verzogen hoben. Räch zwei Jahren Wartezeit wandern diese Opser der Vergeßlich. teit dann auf den Müllhaufen. Die Geschäftszeit ,ft an keine be- stimmten Stunden gebunden. Ist mal Leder einzukaufen oder sonst eine Besorgung zu machen, io wird die Ladeickür abgeschlossen und ein Zettel ouigesteckt:„Bin in füni Minuten wieder zurück". Do es ober gewöhnlich eine Stunde wird, sind die fünf Minuten ein- jach durchgestrichen. Aber demnächst, versichert der Meister, der noch Bebel und Liebknecht gekannt hat, wird alles renoviert und ein richtiMS, modernes Geschäft ausgemacht. Und«in jeder wird ihm gönnen, daß er dann auch ein gutes Geschäft macht. 'Oer tägliche Versammlungskrach. Wieder Waffen durchsuchung in Moabit. Gestern abend ist es. ähnlich wie am DIenslog am Fried- ruhe Hain, bei einer Versammlung der Nalionolsozta- liste o in der Bremer Straße tri Moabit zu einer schwereu Schlägerei zwischen st o m n, u ni f( e n„nd Nationalsozialisten gekommen. 3«, verlaufe de» Hand- gen, enges erlitten sechs an der Schlägerei Beteiligte ver- . lehunaen. Der Versammlungsort waren die Arminius-Feftfälc ü, der Bremer Straße 72/73. Als Referent trat wieder der Rational- fozialist Moffakowski auf. Ein« groß« Zahl, nach einer Schätzung etwa ZOV bis 300 Kommunisten harten sich vor Eröffnung der Versammlung im Saal eingefunden. Während der Ausführungen i-es Redners kam es zu erregten Auseinandersetzungen zwischen den Bersammlungsleilnehmern und im nächsten Augenblick entspann sich eine Schlägerei. Mit Bierseideln, Flaschen, Stuhlbeinen usw. gingen die Gegner aufeinander los. s>wr mit Mühe gelang es der Polizei, die mit einem großen Aufgebot von uniformierten Bs- amten und Beamten der politischen Polizei zu? Stelle war, die Kämpfenden voneinander zu treimen. Sechs Personen hatten durch Schläge stark blutende Äopsverletzungen erlitten. Nachdem die Ruhe wiederhergestellt worden war, wurden sämtliche Anwesende wieder n a dZ'�Wo-f' e n dvr ch-s u cht. Dabei sielen der Polizei 3 Pistolen. ? Meisen,'2 Schlogrmg« und 1 Zntfchlvgerrin die. Hände. Sechs Per- sanen wurden wegen unbefngtcn Waffenbesttzks und wegen Wider- ftandes zwangsgestellt und der'Abteilung 1-� des Polizeipräsidiums zugeführt.— Ein Polizciwachtmeistcr erhielt in den, allgemeinen Getümmel von einem noch unbekannten Täter einen tiefen Messer- stich in die Hand. Trotz der Zwischenfälle wurde die Versammlung um 21.30 Uhr von den Hokenkreuzlern jortgosetzi. Später kam es bei ihren, 2lb- morsch noch wiederholt zu Rcrbercici, mit Kommunisten, die sich in die Nebenstraßen zurückgezogen hatten. Bier Arbeiter als Opfer einer Explosion. Eine heftige Explosion tu einer chemischen Fabrik in Derincs-Charpier(2)fcrc) verursachte den Tod„on drei Ar- b e i t e r n. Ein vierter wurde lebensgefährlich verletzt. Der Sachschaden ist bedeutend. Auiobuskatastrophe am Bahnübergang Zehn Schulkinder getötet. Eledeland, 22. Januar. Zu der Rühe des Städtchens Bcrea wurde an einem Vahnübergang ein mit Schulkindern besetzter Auto- mobilomnibus von einem Personenzug der New Pork Central Bahn erfaßt. Zeh« Kinder und der Führer des Autobusses wurden auf der Stelle getötet. Weiter wird zu dem Unglück gemeldet, daß der Autobus mit insgesamt 23 Kindern besetzt wan Acht Studencken der Hochschule von Berea waren, kurz bevor das Unglück geschah, aus- gestiegen. Bei den Opfern handelt es sich um Schüler der unteren Kloisen einer anderen Schul«. Der Bahnübergang, an den, sich das Unglück ereignete, führt über ein« vurgleisige Strecke der New Jork Central- Ba hm Der Autobus befand sich gerade auf der Mitte des Bahndamms, als er von einem nach Ehlkogo fahrenden Zug in der Mitte erfaßt und völlig zertrümmert wurde. Der An prall war so gewaltig, daß die Trümmerstücke und verstümmelte Leichen hundert Meter weit auf den, Bahndamm verstreut wurden. Die Schn, erzen srufc der Verletzte» und Sterbenden erhöhten den Schrecken des furchbaren Unglücks. Das Personal des Un> glückszuges, der sofort zum Halten gebracht wurde, beteiligte sich in, Verein mit den Bewohnern der in der Nähe beftntlichen Far> inen an dem Rettungswerk. Dieses Autobusunglück iit das vierte. das sich Im Laufe der letzten drei Wochen im Staate Oiiio cre-g. net hat. Ferner wird noch gemeldet: Als der Autobus sich der Bahn- kreuzung näherte, fuhr ein Güterzug vorbei. Der Autobus wartete dessen Vorbeifahrt ab und fuhr dann dirck, vor den Schnell- zug, den er nicht bemerkt hatte. An der Unfallstelle fpielien sich erschütternde Szenen ob. als sich Mütter und Däter der Opfer«infanden. Uitter den Todesopfern be- finden fich drei Kinder einer Familie im Alter von sechs, neun bzw. elf Jahren. Typhuserkrankungen in Berlin. Aber kein Grund zor Beunruhigung Der Polizeipräsident teilt mit! In der letzten Zeit sind in Verlin, und zwar im Norden der Stadt, etwa 20 Typhus« erkrank ungcn bekannt geworden, von denen drei tödlich ver. laufen sind- Der Palizoipräsident hat sofort uinfongreiche Ermitt- lungcn der zuständigen Kreisärzte in Verbindung mit der Medizinol- abtcilling des Polizeipräsidiums veranlaßt, die jedoch noch nicht voll- kommen zum Abschluß gelangt sind. Immerhin hat sich bei einigen Erkrankungen bereits eine gemeinsame Infektionsquelle feststellen lassen und es besteht Grund zu der Annahme, daß die übrigen Erkrankungen durch Kontaktinfcktion, das heißt durch unmittelbare Ansteckung von Mensch zu Mensch, erfolgt sind. Alle c r- forderlichen Maßnrrhmen sind geirosseu worden, um mc weitere Verbreitung der Erkrankungen zu verhüten. Zu diesen Maßnahmen gehören u. a. Absonderung der Kranken,'DeSinfekksttt, der von ihnen benutzten Räume und Gcgenstündc sowie Untersuchung und Absonderung aller krankheits- und ansteckungsver.dächiigen Personen. Besondere Aufmerksamkeit wird den Nahrungsimttelbetriebcn und ihren Angestellten gewidmet. Ein Grund zur Beunruhigung der Bevölkerung liegt nicht vor. Der letzte Satz aus der Mitteilung des Polizeipräsidenten wird durch die Tatsache bekräftigt, daß in Berlin im Durchschnitt jährlich etwa 300 bis 400 Personen on Typhus erkranken. Die bis jetzt aufgetretenen Erkrankungen bleiben zahlenmäßig unter den, Durch- schnitt erfreulicherweise weit zurück. In dem ganzen Stadt- gebiet Groß-Berlin wurden in den Iahren 1923, 1924. 1923. 1920, 1927. 192b 280. 331, 364, 389. 270, 272 Typhuserkrankung c n und 40, 43, 42, 30, 26, 24 Typhusst erbefäll« gemeldet. Den höchsten Stand der Crkronkungszifser hatte mit 389 das Jahr 1926. j/ltttitu# A DZ gV fe K'RFWF Nebenan in Nummer acht bereitete sich Das Dores eben- falls auf Besuch vor. denn ihr neuer Herr speiste Sonntags gewöhnlich bei ihr. Sie hatte festgestellt, daß ihre Wobnung einer Säuberung bedürfe, welche Tatsache von den Nachbarn längst bemerkt worden war. und hatte beschlossen,«ine gründ- liche Reinigung vorzunehmen. Decken und Wände hatte sie abgefegt und mußte nun noch schrubbern und Staub wischen. Barfuß, mit hochgeschürztem Rock und einem Handtuch auf dem Kopf, trug sie«inen Eimer Wasser nach dem anderen hinein und goß ihn in einer Weife aus. die Marciannas in einer ihrer übeliten Launen würdig gewesen wäre. Es fehlte nicht an srerwilligen Gehilfen, wader in Num« mer acht noch in Nummer neun. Ritas lang yer'chlossene Wohnung erforderte Reinemachen, und es war Albino, der dieses Amtes waltete, während die Mulattin sich am Herd zu schaffen machte. Flormda, Leocadia und Augusta. alle waren sie hilfsbereit und begierig, zu tun. was in ihrer Mncht stand, um zu dem Gelingen des Tanzfestes beizutragen Pombinha blieb den ganzen Nachmittag unsichtbar, denn sie war mit ihren Sekretärinnenpslichten. denen sie sich am Sonntag wid- mere vollauf beschäftigt: sie mutzte die geradezu endlolc Reihe von Briefen für die Waschfrauen und die Arbeiter schreiben. An einem kleine« wachstuchüberzogenen Tischchen saß das junge Mädchen und schrieb auf dem b'lligen Papier nieder, was man ihr diktierte, eine Botschaft an d'e Familie jenseits des Meeres oder eine Mahnung an eins rückständige Kundin, die eine längst fällige Wäscherechnung noch nicht bezahlt hatte. je nachdem. Alles wurde pflichtgemäß aufgeschrieben und hier und da verbessert, um das, was der Absender sagen wollte. deutlicher auszudrücken; dann wurde der Brief adressiert und pon dem donkbaren Analphabeten fortgetragen, dessen Platz sofort von einem anderen eingenommen wurde. In solchen Stunden-war Pombinha allein mit dem Betreffenden, dem sie half, denn sie wollte seine Korrespondenz nicht in Gegen- wart anderer führen, um ihn nicht bloßzustellen. So kam es, daß das junge''Mädchen schmutzige Einzelheiten aus dem Privatleben oll dieser Menschen in ihrem jungfräulichen Herzen sammelte, Einzelheiten, die oft schwärzer waren als der Rauch, der aus dem Haus in den blauen Himmel hinauf- stieg. „Also schreib chr das. Pombinha". stammelte ein Stein- brccher und kratzte sich den Kopf,„und schreib's ausführlich, damit die dumme Perjon es versteht, sag' chr, daß ich ihr jetzt kein Geld schicken kann, weil ich zu knapp bin. ober im nächsten Monot kommt's bestimmt. Sie kann sich was borgen, wenn's nötig ist, und nächsten Monat wcrd' ichs schon schaffen, wenn ich nur wüßte woher. Und wenn mein Bruder Luis immer noch die Absicht hat, herüberzukommen, so soll er es mich lieber beizeiten wissen lassen, vielleicht kann ich dann Arbeit für ihn finden, aber die Zeiten sind hier schwer, genau wie drüben, und ich rate sehr ungern jemand, sein Glück in einem fremden Lande zu versuchen, wo er vielleicht krank wird oder keine Arbeit kriegt oder Heimweh bekommt und nach Hause möchte, aber kein Geld dazu hat. und dann seinen Freunden, die ebenso schlecht daran sind und ihm nicht helfen können, das Leben zur Hölle macht." 2lls Pombinha das geschrieben hatte, fügte er hinzu: „Sag' ihr. daß ich schreckliche Sehnsucht noch ihr habe und daß ich noch derselbe bin wie damals. Und sag' ihr, daß ich sie berüberkommen lassen werde, sobald mir Gott und die heilige Jungfrau dazu verhelfen. Und sag' chr, sie soll nicht böse sein, weil kein Geld in d'eiem Brief siegt, sie soll daran denken, wie es in Portugal heißt: ,Wo kein Cent'st, kann sechst der Steuereinnehmer nichts holen.' Und— beinahe hätte ich's vergessen sie wollte ja von Libania hören. Sag ihr, Libanka ist vor die Hunde gegangen und wohnt unten m der Rua Sao Jorge und kein Menjch spricht wehr mit chr, also ist es das beste, sie zu vergessen und nicht mehr auf die fünf .escudoS' zu warten, d e ihr Lchania schuldig ist." Das alles wurde Satz für Satz n'edergechrieben'. eine Pause entstand nur dann, wenn der Steinbrecher nachdachte, wie er den nächsten Satz formulieren sollte und Pombinha ihn, das Kinn in die Hand gestützt, ansah und wartete. 7. So verlief der Sonntag bis drei Uhr, als der ungeduldig erwartete Firma, von seinem Freund Porstro begleitet, an- kam: der erste?« brachte seme Gitarre und der letztere seine Mondoline mit. Rita Bahianas Liebhaber war ein leicht- fertiger Mulatte von sehnigem, schlanken Wuchs und behende wie eine Gemse. Er war prahlerisch und unverschämt und stand in dem Ruf, ein geschickter Dieb zu sein, der ohne feste Arbeit existieren konnte, solange man durch Fenster einbrechen und Hühner stehlen kannte. Er war über dreißig, aber er sah aus wie ein Jüngling von zwanzig, denn fein straffer Körper schien eher mit Sprungfedern als mit Muskeln aus- gestattet zu sein. Er trug einen kleinen, gewichsten Schnurr- bart, und seine lange üppige Mähne mar stets mit den stärk- sten Parfüms des Friseurs gesalbt. Diese Mähne trug er in der Mitte gescheitest, und zwei dicke Haarbüschel hingen unter einem Filzhut. den er sich schief übers linke Ohr zog. rechts und links herunter. Er ging stets in schwarzem Rock und schwarzen Hosen, die um die Knie eng und nach unten zu. um seine schlanken Fesseln nicht zu verbergen, weit geschnitten waren. Er trug kein« Weste, und on Stelle einer Krawatte band er sich ein stark parfümiertes seidenes Taschentuch um den Hals. Zwischen den Lippen hielt er gewöhnlich eine'nächtige sckiwarze Zi- garre und führte immer einen Spazierstock vom Umfang eines Knüpvels bei sich. Er war Bleiarbeiter, ein geschickter, nn« es hieß, aber da er oft on einem Tage ausgab, was er während einer Woche verdiente, fand er es nötig, fein Einkommen durch die bereits ermähnten nächtlichen Unternehmungen zu erhöhen. Ab und zu vergrößerte sick) fein Kapital durch einen glücklichen Abend beim Würfelspiel oder Roulette, und dann genoß er mit Rtta Bohiana eine Periode fröhlichen Nichtstuns wie in den letzten drei Monaten. Wenn nicht mit Rtta. dann mit einer anderen, denn er hatte festgestellt, daß Frauen nicht rar sind, wenn ein Bursche Geld in der Tasche hat. Er stammte aus Rio de Janeiro und genoß den- Norzug, bei Hofe geboren zu fei», wo sein Vater im Stall des Kaisers diente. Bis er.zwanzig Jahre war, trieb er sich überall herum und begann dann das, was er se:ne„polttilche Karriere nannte; da trat er einer Gruppe von jungen Leuten bei, die mit Rasiiermessern bewaffnet waren und den Anhängern der Gegenpartei das Wählen abgewöhnen wollten. Dann ober verzichtete er auf die Politik— weil er fein ideales Ziel doch niemals erreichen tonnte— und wurde mit siebzig Milreis monatlich und Bürostunden von elf bis drei Botenjunge in einem staatlichen Amt.(Fortsetzung folgt.) Revision des Halsmann«Prozesses. Vor der letzteu Entsche.öung. Vor dem yhersteu Gerichtshof in W l e a begann gestern die Vevifioasoerhandlung in der Sache des Rigaer Stadenkev H a l s m a n n. Wie erinnerlich, war halsmavu angeklagt. im September 1326 seinen Vater während eines Atuslugs in den Ziller laler Alpen durch mehrere Sleinhiebe ermordet zu habe». Innsbrncker Geschworene verurteilten ihn tatsächlich wegen Mordes unter Zubilligung mildernder Umstände zu neun Jahren schweren Kerkers. Der Oberste Gerichtshof hob das Urteil auf. Als Rsoisionsgrund galt u. a. der Umstand, daß das Innsbruck« Gericht die Vornahme eines Lokaltermins abgÄehat hatte. Auch die neue Gerichtsverhandlung im September v. I. führte zu einer Ver- urteilung. Diesmal lautete aber der Wahrspruch der Geschworenen auf vier Jahre Kerker wegen T c t s ch l a g s. Gegen dieses Urteil hatte die Verteidigung Revision eingelegt. Vor dein Obersten Gerichtshof wird Halemann von dem Rechtsanwalt Mahlsr und dem Professor der Jnnsbrucker Universität, dem Rechtsgelehrten Dr. Ritter verteidigt. Die Revistonsbegründunz gibt eine ausführliche Darstellung des blutigen Ereignisses, wie es nach Ansicht der Verteidiger vor sich gegangen sein muß-, der Oberste Gerichtehof soll die Möglichkeit er- halten, in alle Einzelheiten einzudringen. Die Revisionsbegrimdung rügt u. a. die Nichtzulassung gewisser Sturzversuchs mit Puppen durch das Innsbruck« Gericht und die Ablehnung einer Reihe von Zeugen. In der Hauptsache stützt sie sich aber auf die Ablehnung des Bonner Professors S t ö r r i n g, der fast während der ganzen Gerichtsverhandlung anwesend war und über vermutliche Ermnc- rungslücken und Erinnerungstäuschungen Halsmanns ein Sachoer- ftändigengutachten erstatten sollte. Durch diese Erinnerungstäuschun. gen sollte die s e l b st b e z i ch t i g e n d e Aussage des Ange- klagten Halsmann eine Erklärung finden. Das Gericht hat sich jedoch mit dem Gutachten der psychiatrischen Sachvcrständ'gm begnügt und ein normalpsychologisches Guiachten für überflüssig er- achtet. Potsdamer Schüler totgefahren. Das Schreckensauto entkommen. Gestern nachmittag 5 Uhr wurde i*r 15 Jahre alte Schüler Hans Schröder aus der Spandauer Straße 36 auf der Kaiser» Wilhelm-Brücke in Potsdam von einem badischen Automobil angefahren und vom Rade gerissen. �Das Auto ging dem Knaben über den Kopf und lötet« ihn auf der Stelle. Der Führer des Autos drehte sich noch um, sah was er angerichtet halte und fuhr dann in rasendem Tempo weiter. Die Rummer des Wagens ist IV. B. 05213. An sämtliche Behörden wurden Funksprüche gegeben, um das Auto anzuhalten. ** Ein anderer schwerer Unfall ereignete sich gestern auf dem Ring bah nhof Stralau-Rummelsburg. Ter 22iährigz Herbert Fe chn er aus der Weserstraße in Reukölln, der sich auf dem Wege zu seiner Arbeitsstätte befand, erlitt plötzlich einen Ohvmachtsanfall urth stürzte vom Bahnsteig auf das Gleis. Unglücklicherweise fuhr in, demselben Augenblick«in�elek- trischer Zug ein. Dem. Fuhrer gelang es nicht mehr, rechtzeitig zu bremsen stnd dsr�ungs Mann wurde überfahrest. Mü schweren Verletzungen wurde der Verunglückte nach dem Augusta-Viktoria« Krankenhaus gebracht, wo er unmittelbar nach einer sofort vor- genommenen Operation gestorben ist. Politik dsr Verhetzung. Kommunistischer Sturm gegen Wohlsahrtsämter. In ihrer Ausgabe vom 22. Januar 1330 berichtet die..Rote Fuhne" über Vorgänge im Wohlfahrtsamt Friedrichs- Hain. Eine im Auftrage des kommumstischen Bundes der Opfer des Krieges erschiene Menge, die Winterbeihilfe gefordert habe. fei zuletzt durch Polizei«ntjernt worden. Es ist besonders im Jmeresse der notleidenden Bevölkerung tief zu bedauern, daß die Kommunisten das gegenseitige Ber» trauen, das zwischen den Organen des Wohlfahrtsanües und den Unterstützung- und Ratsuchenden herrschen muß, durch derartige De- monstrationen bewußt untergraben wollen. Es ist unmöglich, daß eine lärmende Menge von 30— äO Männern und Frauen von den verantwortlichen Beamien des Wohlfahrtsamtes gehört wer- den kann. Einer Delegation wird niemals der Zutritt ver- weigert werden. So hat auch der Genosse Stadtrat Mann mit drei Frauen, die Sozialrentnerinteressen zu vertreten vorgaben, und der deutschnationale.Stadtrat Timm, mit Vertretern der Kriegs- beschädigten verhandelt. Da die Vertreter jedoch nur Wünsche all- gemeiner-Art vorbrachten, mußten sie auf den o r d n u n g s° mäßigen Weg der Antragstellung bei den Aufnahmestellen ver- wiesen werden. Die ausgehetzte Menge, die nach der„Roten Fahne" den Wunsch hatte, die Auezahlung der Winterbeihilfe zu fordern. sei von den politischen Hintermännern bewußt zur Hervorrvfung von konflikien in die Wohlfahclsämler dirigiert worden. Auch den Kommunisten ist natürlich bekannt, daß kein Bezirkswohlfahrtsamt sich eigenmächtig über die Entscheidung des Oberpräsidenten hinwegsetzen kann.■ Die Wohlfahrtsämter werden sich gegenüber Radauszenen zu schützen wissen. Das ist ihre Pflicht, wenn nicht die Gesamt- arbeit, die sie für die Bevölkerung zu leisten haben, gefährdet werden soll. Typographie«od Normung. Das erste Preisausschreiben aus dem Gebiete der Normung veranstaltete vor einiger Zeit der Bildungsverband der Deutschen Buchdrucker zur Erreichung mustergültiger, normgerechter Geschästsdrucksachen. Dieser Weltbewerb Hot einen recht guten Er- folg gehabt, denn es find 840 Entwürfe aus allen Teilen Deutschlands eingegangen. Eine Auswahl daraus wird fetzt in der Ausstellung„Typographie und Normung" im Lichthos des ehemaligen Kunstgewerbe-Museums in der Prinz-Wrecht- Straße 7 gezeigt. Die vielen Entwürfe für Briefbogen. Rechnungen, Umschläge, Post- und Geschä-ftskarten beweisen, daß die Einhaltung d,» Normformates und einer einheitlichen Bordruckgestastung tyvo- graphisch kein Hindernis für gute Lösungen bildet. Geöffnet ist die Ausstellung Sanntags, Mittwochs, Donneretags und Sonnabends von 9-�15 Uhr, Dienstags und Frsitaas von 9— 19 Uhr; Moittags geschlossen Es ist vorgesehen, diese Auestellung in allen größeren Druckstädten Deutschlands, wie Leipzig, � Nürnberg, Breslau, München, Köln u. a.. zu zeigen. Ihr Husten qväll Sie so. Bei stechendem Husten, H iserkeit, Schleimverhärtung oder starkem. Auswurf, rauhzm und schmerzen- dem Hals Helsen. Jhaeu Reichelz Huftantropfen. die alterprobie Hustenarznei. Zu haben in Apotheken und Drogerien, aber echt nur mit der„Marke Medico". Die Geschäste der Beamtenbank. Von Bilder fchwindleru um Hundertiausende geschädigt.— Bilanzverschleierung? Die Ermitlluvgea der Kriminalpolizei, die nach den» Zusammenbruch der Baak für Deutsche Be- a tut e eiusehleu, sind fehl zu einem gewissen Abschluß gelangt. Es flud Verfehlungen mehrerer perjonen festgestellt worden. Eluige Vcronlworkkiche sind am ZIllllwoch dem Vernchmungsrichter vorgeführl worden. Inzwischen ist auch der Sachverständige mit seinem dank- technischem Gutachten fertig geworden. Allem Anscheine nach ist die Bank einem cafsinierlcn Schwindel zum Opfer gefallen. Die Beamtenbank ließ sich bekanntlich in ein B i l d e r g e s ch ä f t ein und nahm Bilder in Lombard, die später nicht ausgelöst wurden. Die Hauptrolle spielte dabei eine„Heilige Familie" des bei Sarto, die Millionen wert fein sollte. Die Ermittlungen haben i ergeben, daß das Bild bei einem Berliner Händler für 5000 Mark gekauft worden ist. Eigentümlicherweise haste der Experte es in Kommisston genommen. Der Bank wurde vorgespiegelt, daß die Gemälde aus dem Besitz einer fürstlichen Familie stammten, die wegen momentaner Schwierigkeiten zum Berkaus genötigt sei. Zlus begreiflichen Gründen sollte aber weher der Berkaus noch der tzjame der Familie bekannt werden. Iargesami sind die Bilder mit 550 000 Mark beliehen worden. Eines der Bilder wurde für 9000 Marb in einer Handlung gekauft. Die Erwerber brachten es sofort in einer Droschke nach der Bank und ließen es dort mit 80 000 M. beleihen. Die Stellung der Lank bei diesem Bttdergeschäft erscheint sehr bedenklich, um so mehr, als kurz vor dieser Lombar- dierung die Bank mit einem angeblichen Lionardo da Vinci mit über 100 000 M. hereingefallen war. Vor allem ist«s unerfindlich, was die Bank für Deutsche Beamte mit derartigen Goschäften zu tun hatte. Nach der landläufigen Meinung sollte sie nur ein Spar- und Darichensinstitut für die Beamten sein. Trotz der Kenntnis der erheblichen B«luste bei dem Lombardgeschäft ist dieses als Gewinn verbucht worden. Der Bank wird nun vorgeworfen, daß sie sich der Bilanzvetjchlelerung schuldig ge- macht habe, und zwar nicht nur in letzter Zeit, sondern schon im Jahre 1927. Der Bant wird auch Untreue oorgeworsen. Das gesamte Material der Ermittlungen ist dem Richter zu- geleitet worden, der über die weiteren Schritte zu entscheiden haben wird. Befolg durch Kursireibereien. 2 Lahre Gefängnis für QnSemann. In dem aufsehcnsrregcndea Prozeß wegen der Surs- t r e i b e r e i e n mit de« Aktien der Vcandenburgifchen Holzindustrie- Zü-G.. der feit längerer Zeil eine Sovderableilung des Schössen- gerichis Berlin-Milte beschäfkigk halle, wurde gestern mlklag von Amlsgerichloral keiner das Urteil verkündet. Ez wurden verurteilt wegen Betruges und Aurstreibsrei sowie Vergehens gegen das Handelsgesetzbuch: Kommerztenrat Karl Lindsmann zu 2 Jahren 3 Monaten Gefängnis. 14000 Mark Geldstrafe und 8 Jahre Ehrverlust, Otto Linde» mann zu 1 Jahr Gefängnis- und 6000 Mark Geldstrafe. G u st a o Lindemann 1 Jahr 6 Monate und 7000 Mark Geldstrafe, der Kaufmann Witz wegen Vergehens gegen das Handelsgesetzbuch zu 1000 Mark Geldstrafe. Der Zlngeklagte Frost wurde frei- gesprochen. In der Urteilsbegründung rechnete Amtsgerichtsrat Keßner sehr scharf mit dem Hauptangeklagten ab. Er bezeichnete thn als einen Mann, der �d'trch seine Börsenmanaver in der gewissen losesten und' gerissen st en Weise nur auf seinen Gewinn bedacht gewesen sei urtd der auch seine Brüder, die er als Werkzeuge benutzt hpbe. auf dem Ee wissen habe. Man habe in der Verhandlung Kaxl Lindentann als die Amme dsr Brandenburgischen Holzindustrie-öl.-G bezeichnet. Das sei«in falscher Ausdruck, denn«in« Amme ernä-hre das Kind. Karl Lindemann habe im Gegenteil das Kind ausgesogen. Man könnte ihn eher als V a m p y r bezeichnen. In der Gesellschaft de- Neidete er nach der Spritschmuggelaffäre keine Derwaltungsstellung mehr, war aber der eigentliche Leiter des ganzen Unternehmens. Wenn Karl Lindemann mit den Aktienkäufen und Verkäufen ein reelles Geschäft beabsichtigt hätte, dann hätte er auch offen bei den Banken als Käufer und Verkäufer auftreten können. Er hat sich aber mit seinen Brüdern Otto und Gustav zu einem Konsortium zusammengetan, um durch künstliche Kurssteigerungen Gewinne zu erzielen und er hat sich dabei einer Reihe von Strohpuppen bedient. Karl Lindemann ist 1927 wegen der Lindcar-Kurstreibcreien zu 10 000 Mark Geldstrafe verurteilt worden, und er hat diese Strafe noch nickst voll abgezahlt. Die Strafe hat aber nickst sein Gewissen geschärst, daher muh Ihm zu Gemüte geführt werden, daß der Staat und die Gesetz« nicht wie seine Strohpuppen hin und her geschoben werden können. Stach der Urteilsverkündigung wurde auf Antrag des Staats anwaltes vom Gericht Haftbefehl gegen Kommerzienrat Karl Lindemann wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr erlassen und dieser sofort in Untersuchungshaft genommeii. Haffentlassungsantrag im Fall Neumami'IU�en. Wie aus Breslau gemeldet wird, hat die Wirtschafterin Frau R« u m a n n. die im Zusammenhang mit dem M o r d f a i 1 Rosen zur ärztlichen Beobachtung in«ine Heilanstalt für Nervenkranke übergeführt worden war und heut« nach Abschluß der Untersuchung wieder ins Untersuchungsgefängnis zurück- gebracht werden sollte,«inen Schlaganfall erlitten. Ihr Zustand ist besorgniserregend,'hex, Oberstaatsanwalt hat darauf die Aufhebung des Haftbefehl» gegen Frau Neu. mann wegen Haftunfähigkeit beantragt. Schon vor mehr als zwei Jahren wandten wir uns gegen die Untersuchungsmethoden im Fall Neumann-Rosen. In den letzten vier Jahren ist Frau Reumann immer wieder oerhastet und wegen Mangels an Beweisen aus der Haft entlassen worden. Niemals hat das vorliegende Material zur Bsanlragur-.g der Einleitung des Hauptversahrens ausgereicht. Der körperliche Zusammenbruch der Frau Neumotm zeigt, wohin solche mittelalterlichen Untyrsuchungsmethvdsn.führen. Ä 5 Tote eines Kugzeugabsiurzes. Auf einer Klippe am Kanal verunglückt. p a r l». 22. Ianiua. Das feit mehreren Tagen vermißte Verkehrsflugzeug Amieus— Ce Ha vre wurde fünf Kilometer nördlich von Dlcppe auf einer Klippe entdeckt. Der Pilot und die vier Passaglere haben den Tod gefunden. Hinein in die weMiche Schule! Die Kinder, die zu Ostern dieses Jahres mit dem Schulbesuch beginnen, müssen jetzt angemeldet werden. In fast allen Verwaltungsbezirken der Gemeinde Groß- Berlin gibt es weltliche Schulen, denen die aufgeklärten Eltern ihre Kinder zuführen. Einige der weltlichen Schule» sind Lebensgemeinschaftsschulen. Diese sind an keinen Einschulungsbezirk gebunden, so daß in ihnen auch Kinder aus anderen Bezirken an- gemeldet werden können. Von Jahr zu Jahr ist die Zahl der well- lichen Schulen trotz aller Anseinoungen gewachsen. Wie oft haben bürgerliche Zeitungen albernste Märchen über die weltlichen Schulen erzählt. Die Behörden und die gesamte Oeffentiichkcit bstzt« man gegen sie, um Mißtrauen zu wecken und womöglich ein Verbot zu erreichen. Denn man sah: die weltli che» Schulen wurden die Pionierschulen der pädagogischen Reform in Berlin. Hier werden Kinder erzogen, die lebenesroh mit offenen Augen in die Welt sehen, die nicht geduckt sind, die in Selbständigkeit Weg« finden sollen, sich und ihren Mümeistchea zum Nutzen. Heute sollen es die Kinder in der Schul« besser, haben als die Eltern es ehemals hatten. Die Kinder werden es ihnen einst danken aus einer neuen Lebcnsgesinnung heraus. Dein Kind in die weltliche Schule zu schicken/ ist Pflicht gegenüber deinem Kind und Pflicht gegenüber der Gesellschaft. lieber das Thema„Menschen t m Film" diskutieren Dr. Herbert Roienfeld und dsr Regisseur Piek Iutzi. Tatfichlich werden in diesem Gespräch die Krebsschäden der tfilmproduktion berührt. Die Dummheit der Produzenten, die selbst zu unsicher sind, um zu wissen, was sie wollen, nur nach den Berdienstniöglichkciten fragen und vom künstlerisch Wertvollen keinen Schimmer haben. Darüber hinaus wird von Dr. Rosenfeld gegen das Starwssen energisch Sturm gelaufen. Das mit Recht, ab« der Redner geht mit seiner Forderung zu weit, indem er die meisten führenden Rollen mit Dilettanten besetzt sahen möchte, um ein« Echtheit vor allem in Bentsedwgen zu erzielen. Damit wird ein Problem berührt. das einer ausführlichen Behandlung wert erscheint. In der Jugend- stunde beginnt unter Leitung Hermann Kasacks sin» neu» Reihe unter dem Titel„Zeitgenössische Züchtung". Der erst« Vortrag trägt den Eharakter einer Einleitung. Kasack erklärt, daß er beabsichtige, moderne 2) ich tut. g und aus vergaugeneu Zeiten solche, die uns heut« noch berührt, darzustellen. Der jugendliche Hörer soll eine lebendig« Anschauung davon«halten. Dünsche und Anregungen aus dem Hörerkrei, werden gern berücksichtigt. Denn die Auswahl wirklich so- getrosten wird, daß der Hörer nicht nur mit ästhetischen Dingen, sondern auch, mit Erkenntnicwerten Be- rührung gebracht wird,, ist diese Veranstaltung-u begrüßen. Am Abend eine llebertragung aus Ko'ln„Der heitere Mitt- wo ch",«ine Art Vorträgt.mopZag« ü>on.'Gedichten, Liedern und Ehansons. Man hat derartiges schon bester gehört, vor alieai in der Art des Vortlages. Etwas traut Besinnliche, siegt über dem Abend, und die Nahte fügen sich nicht immer zusammen. k'. Seh. Folgende Schulen find weltlich(LGSch. bedeute: Lebensgemein- schaftsschule): Verwaltungsbezirk 1 IM i t i«): Schule 29. Köpemcker Straße 125. Berwaltungsbezirk 2(Tiergarten): Schulen 240 und 254, Waldenserstr. 20/21. Verwaltungsbezirk S(W e dd i n g): Schule 11, Schäningstr. 17: Schulen 206 und 283, Eotanburger Str. 2: Schule 223, Ptubusser Straße 3; Schulen 244 und 245, Pankstr. 20/22; Schute 262, Lütt ich« Str. 4: Schute 308(LGSch.), Lsopoldplatz. Verwallunge bezirk 4(P r« u z l a u e r B« r g): Schulen 162 und 197, Danziger Str. 23; Schulen 263 und 274. Soimenburger Sir. 20. Verwaltungebezirk 5(F r i e d r i ch s h a i n): Schule 18, Koppenstr. 84; Schulen 59 und 181, Diestelmeyerstr. 5/6; Schule 125, Aichreasstr. 16a. Berwaltungsbezirk 6(Streu jb er g): Schule 20, Waldemar. strafe« 77; Schule 31, Görlitz« Str. 51; Schulen 83 und 93, Diesten- bachstraße 60/61. Verwaltungsbezirk 7(Charlottenburg): Schule 34, Pesta- lozzistr. 40. Verwaltungsbezirk 8(Spandau): Schule 20(LGSch.), Mittelstr. 20; Schule 21(LGSch.), Konkordiastr. 24. Derwaltungsbeziick 11(S ch ö n e b e r g): Schule 11, Feprig- straße 57. Verwaltungsbezirk 14(Neukölln); Schulen 5 und 6. Mariendost« W-o 63 70; So'-len 15 und 16, Lossinostr. 38 83; Schulen 31(LGSch.). 32(LGFch.) und 41. Rüttistr. 4142; Schul« 45(LGSch.), Kaiser. Friedrich-Str. 4; Schul« 53, Am Hertz- beraplatz; Schulen 55 und 56, Schillerpromenade 34; Schule in der Siedlung Britz. Verwaltungsbezirk 15(T r« p! o w) stSchuIe 8(LGSch). Ober- schöneweide. Wallstr. 63/70; Schule 10, Oberschöneweid«, Luisen- straße 33; Schule 18, Adlershof, Radickeftr. 10/11. Berwaltungebezirk 16(.Köpenick): Schule 7, Aller Markt 2: Berwaltungsbezirk 17(Li'chtenberg): Schul« 34(LGSch.), �rrtmofrörflr 1ö»{OZi+itlit � Ä* ferhiifsi Art QX. I->J. tJC't f I' 1•***V. Verwaltungsbezirk 18(W e iß e n se e): Schule 8, Wörlhstr. 23. Verwaltungsbezirk 19(Panks w); Schule 9(LGSch.), Nieder- schönhausen, Bismarckstr. 11. Verwaltungebezirk 20(Reinickendorf); Schule 8. Haus, otterplatz 4: Eck-ul« 9. Zlugusta-Dittoria-Allee 57/58; Schule 10, Holländer Str. 25—30._ Potsdamer Rsickswehr kauff völkische Zeitungen. Wegen Beeidigung de« Obergesreiten Ben'io vom Rache- wehrregiment S in Potsdam mußt« sich der Katastertechnik« Franz H. aus Verlin vor dem Potsdamer Amtsgericht verantworten. Am 8. November vorigen Jahres beobachtete der Angellagt« auf dem Bahnsteig in Potsdam, wie der Ob«gefr«ite den„Völkischen Beobachter" taufte und las. Cr o«- folgt« den Soldaten und ne.nn a ihn„dreckigen Muskoten"„Sie kaufen sich als republikanisch«? Reichsroehrsoldat dieses Treckblatt, schämen Sie sich." Der Angellügte macht« zu sein« Entschuldigung zeltend, daß er wiederholt in Potsdam beobachtet hat, daß die dortigen Reichswehr soldaten den„Voiki- schen Beobachter" kaufen. Da« Urteil erging wegen Be- leidigung auf 75 Mari Geldstrafe und Publikatton. Aqdi ens de« SduiricRflen»£rö£* ftipi de'oscfliWS»'. nachdem er M*h*r nur In den Sna'rn der �elrun'f von slclr MWn UeV Dich* atdrtngt bes aunt»lit",?; und slt das VVurddiWpark rno-:cmer ßek'amt�ur.st Mi* sie.irt der B5r hat den Wcff rum Herfen der Ber'iner ffefundön, nicht ru»' als Ihr weppenner. sondern vor allem durch e-hrEin'raten lür lone vortreffliche Zi- garette, die seit langen Jahren den Rauchern a's treu«ster Freund zur Seite ftehtj Winn«» rEtns er au«a*tf e 4-S>ftf.-ZU2«ar«;«Me Oer umgeiauste ,�udendorff�« n das Prtm-amni auf be- ach enswerten Höh«. Nicht zu vergessen die 5 Sister» Astony in seinem Lu-stakt, der nicht leicht seinesgleichen findet. Si-frnwwnea kür diese Aubrit find V« r I i» SB SS. Siaiatttiafee 3, fttt« an d«, SejMsfefwtwri« «recht».,» richte». i.Hot,STr«p«e»>! G«bu?kslag«. Subittten usw. Freidenker in Bernau und llmgegend. Die am Sonnabend, dem 25. Janiuu. im Lokal Bo. rnssta stattfindende außerordentliche Generalversamm- lang ist von den bekannten Quertreibern und Svaltern eileberufen. Wir bitten unsere Gostnuungsgenofjen. die Versammlung nicht zu besuchen. Der Bezirksvorstand. * 2.«tei»»cnurfot. Achiurra. SiliutncälommiSftoit. Isntt'tsia«, 23. Zan»er, 19'/4 Uhr. eiRuna der gefilmten tSüdungätommifrion bei iSrniioi», ßtens. Surftet>Ztr. 3. '• Kreis P««nl«»er Berg. Alle«eneffenen und iScnafTen treffen sich um ßreltftft. dem 24. ffant'at, um 20 Uhr. mm.Leiteren CSenb" im ÄraU-iu ßtiobriif-sSam. Eintritt 50 Pf. Karten nur der den ßunitisnären. An der Aa"t 75 Pf. «. SrcU Kreo, Seift, ssreitaft. A. ffanuar, 1» Uhr. Kreis-erftftnhsIiRunft mit den 9'SteiIungsIeilern und den Peziitsdelezierten hei ftrepu. Mai'., ufet 76. 13. Kreis. Unsere Kindernhte�-inft der ffrmen Surnerftf'fttt ist seist In vdlem «Band», ffurnzetien sind: Meniaft und Pdnner»t, sind herUicdst einnefaden. Am SonnaS-nd. dem 85. ganuae. um 20 Uhr, I findet in den CfcfamtiSvintn des Pestaurants.S'tlenoci'böSen". Man- tenffeTflraSc. das I. S'iftiinftsfcft der ffreien Turnerfchaft statt, ffilc ah. medjfclnbeä Programm ist Eorge getragen. * N 89. Abt. S-onnets+ftft. 28.?anuar, 20 Uhr. rät Lokal(Steine if. iSanbetstr. ß, VPD..?reidenkeroersammI>lnft. Znformations- und Sebccibabeni. ZNor-en, Freitag, 24. Januar. 79. Abt. Eebön-berft. 20 Uhr im lhefeittOhaftsSaus des Westens. Kauv'str. 30, Aahrcsm.itftliederver'ammlllNft, Jahresbericht, Z!«uv»HIcn. iZtellunguahm« »um?reist>ertretertaft. 85. ASi. Te-gelhof. 20 Uhr flunktionarfihanz bei Pommerening, Berlin« Straße 100. H. Abt. Marieudors. 20 Uhr hei fforlid. ChetuNe'ftv. 1». s7unr-wnätsthi,nft. »userboeft. IflU Uhr Mitaliederversammräna bei stell. Markorafendamm 85, ftu>-BohnSpf Ttralai'.�l-mmefsbura. Portrag:..Die ffunmlaze der Stadt Bernn. Peferentl Stadtverordneter gran? Näm'n». ßla. Abt. Mahl»d>>rt,i8üd. 20 Ubr bei Draher. Uhlandltr. 18. gahresbauvtoer- sawmlimft. ffesS-iifts- und Kassenbericht. Neumahl der Abteilungsleitting. ffrich»!ne-i aller ffevostlnnen und ffenotsen wird eeivartet. 125. Abt. Aieiben'ee. 20 Uhr im Lokal.Sum Precbcmatlt", Tchönstrage, Sen«. ralversammlunft. Berichte. Neuwahlen. Lezirksausschug für Arbelkerwohlfahrk. 3» Xr»>» Wedd-nft. Kjst„nft d-r stachorupve guoendwoSlfahrt am Kreitaa. dsvl 24. ffanuar, 19 Mr. im Ledie-enh-'m. stchoust-dtsstalie, V. ü'ii, S. iS. Lute e-elfet werden«»beten, wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung«inktlich in erscheinen. . 1«»ref, NenliM». Tr-!t-o. 24. ftanuar. ISp. Ilbi, Nathan» Neukölln. 19, Abt. Am 23. 3*nmr. 193» wiM de, Spediteur be».B-rmaets�.isilräle Bgitia-Iftrabe, lh«n«Ile chermäp» glicher, 65 Zahro alt. Derselbe ist 40 Jahre gemerfschafUtch«nd politisch-rftanifiert. Zu«udlih bei Itöslln in Pon-iu-.-» pren, kam er vor etwa. 45 Zahle»! et» junger Waure-ftesede nach Bftrlj». äneherft, and ftflftS sich seiner Bernssoraanistion und nachfalaend der So- akratischen Partei an. Er hat in den beiden gweiften der Brdeichr. oewmntng, immer mit wichtigen Funktionen betreut, im Sampse gestanden. Durch leine aulonseruno-nahe»ab hingebende Tätigkeit sä* die Partei. 1*> sonder, im Beriet Schanebero rief tha» da» Bertranan der Paaiei ans deo Posten eine».Parwärte�-Saediieurs. Zn dieser Eigenschalr hat er selbst in iedwerston fleitrn. hie HI« Partei durchwachen mnliie, in treuer PilichterfSSn«« seiren ftan.vn Ran» gestanden. Solanqe er aus diesem Posten siebt, hat' er auch immer zunttioneu in den AbteUnuftsleitunften ausgeübt. Der Wnntch der Sb'eilun-i ist. haß e» ihm»och lange vergönnt sein wöge, in aller stris-h- und üiihijsieit seine, wie wir wissen, lieh gemordeue Tätigkeit im Interesse der Partei und dar ftesamten Arheiterbewegui-a auf üben tu können. 94, Abt.«enlöln Unserem allen Eenossea Mar SchrNier. Hielnnoch. straße A, ZU seinem(beburtstafto die herstichste« ffiliitwualtfc». | Sterbetafel der Groß- Berliner Partei: Organisation 4S. Abt. Unsere Gekvsstn Wichetmine Liesisl�i ist SM IS."Sunrnt w* ftecS�n. EHre iürpm Andenken. Mo Einöschevuna f>at berviLs sta�tze�mib>.'44. ��SozialjfiischeArbetterlugendGr.-Verlin > Kinfevduozen lük dlis» lstuört! nur«n da« Zugeudselreiariai I Berlin SWS8. chindenstraße i »arten tax dir Inftend-Polisbithnensorfimlnua am kommenden Sonntag zu So Pf. sind noch erhhlllich. 17.»rei, 9ifft«rSoit>. Der Schu.unask-lrsu« begränt am streit»». Hern 24. Januar, vitnMch ISi-- Uhr. im Natbau« iiibt-iiSer«, MZll-ndnrtstr. i, ?«»er 25. Thema:.stam'lienrich�. Deferentin:«enoi'rä Dr. Tora Agb-an si>'«»ffnn brei Abende: 24. uud 81. Januar, und 7. stebeuiti. die nächsten drei Arende: 14,. 21. und 28. sZehruarl. svricht ffenoile Negierungsrar Ltw »rehs Wer: Lugendgerichtshilfe uich sozial« ibtriAtühilff", Arbelksgemeinschaft der Kiuderfreuude Groh-DerNa. Mari er dort. To'« isalken und Innfttalk.'n machen am Sonntag, dem 28. Januar, eine stah't nach Stahnsdorf. Lirtenftraben. Treffpunkt s Ubr Dahnhof Ramandors. stahrgeld 80 Pf MtSunft gegen 1« Uhr. Zutigsozialiflen. Nra»u« Riffe. Leute, Donnerstag. 20 Ahr. im Jugendheim behdrnicher Straiie 84�85. Dort rar: Tagesralitik. Beferentin: Dor« ssabian. Srapoe i?riedrich«hain. Laute. Donnerstag. 23. Januar, lO'.h Uhr. im Augendheimst Tilstter� Stx. 4. Dlskuffioneibend. Inn«», und qt'stenpolttifH» Tagesfragen. SAI.» and Parte! genossen stnd freundlichst eingeladen. Allgemeine Wetterlage. LS.�n.'jZZoMäs.jM ««Ita>!:*S hetrer,® hglddeckoeia "st..,.»-,, e-m e.- � fd � �—»,» 1 � Das mittelsuropäisch« Hochdruckgebiet sckeint ziemlich beständig zu sein. Cs liegt mit seinem Kern zur Zeit über den Korpachen. Jnsclae des Zuscunniensinkeas der Lustmassgn ist im größten Teil« des Reiches die Nebeldecke geringer geworden Westlich der Elbe und nördlich des Mains herrscht schon heiteres WoUer. Ätv Nieder» rhein stieg das Thermometer wieder auf 12 Grab im Schatten bei wolkenlosem Himmel. Die ozeanischen Störungen über Nordwest- europa haben keine große Energie. Sie werden daher das Hoch- druckgebiet nur langsam nach Osten drängen. E» dürfte daher unser Wetrer in den nächsten Tagen bestimmen. Die im Westen begonnene Aufheiterung wird sich vormutlich auch aus unser Gebiet ausbreite». it Velteraussichlen für BecOn und wcilerg Umgegend. Zeitweise neblig bei«was höheren Tagestemperatursn, südöstliche Wind». Allgemein« IDelleraussichten für D-milchländ. OsstQch der Lder und in Süddeutschland noch neblig-gstrübr bei wenig eeändertsn Temperaturen. Im übrigen Reiche ziemlich heiter,«m Tage mild. ——mmmmrn*-niwro——— i 7 SSanberititerlonfeMn« ta'e, aninkllid» 20 Uhr. im Portragssaal des Parteinorstandes, Lindenstr. 3, n. Los, 3 Treppen links. Vor» K trag:«Aulturgefchichtlichea der Mark". D MädelkUrsas, 2. Abend. Leute, vltnktliH l»'p Uhr. in der TÄule lÄ Nochftr. 13. benoisln Anna Siemse». M. b. R., spricht Uber:.Die fi Arau in Berus und Ernedung". Interessierte Genossen sind eingeladen. Li Ii« Gruppe muh durch ein Mädel vertreten sein. Heute, Dounerskag, 23, Januar. 19� Ahr: Cranienbatflc» Tor: Heim Glisabethkirchstr. 19. 2'ortrsg:.atnler Zpan.:«:!:". 7- Rordeni Leim Korhinft. Gcke©raunftroSt. Besprechunft der Generalpep. mmmlun«.»» zalkplati 1: GSnile Gounenbarfter Gtr. 20. Tagespolitik./- «urboft ll: Heim Danzifttr Str. v4. Vortrag:.Die Gtellun» der Trau in der Gcstlischatr-.** SchSnhan'er Dorstadt! Gchule Lonnenburarr Gtr. 30. Portrog� .Prolatarisck)« Dichtuilft".— KasenhclAr: Leim Wassertorftr. 9. Bottraa:„Jack London".-»«sttbusser Tor: Leim B vi her Str. 37- 30. Sortroa:.Die Erst. ftebuno der Grde".—»apeniiler Dierkel: Schule Vranftelstr. 128. Lortsqo: »Die Keltentwiiklunft".— GSdwest: Heim Linbenstr. t. lO-Minuten-iNefera!-. — Wilmersdort: He'm Wilhelmoave 133. Bortrag:»Taktik der und RP®."— flehlendors: Mordschul«, Potsdamer Gtr. 6— s«Pav'IIons. Bortrag: »GAg. unh Bsoufsschule".»»- Bitten»»: Heim Toscn'haler Gtr. 15. DorUah: »Aus fernen Witten— Pankow III Heim Hifssngenstrahe. Ge:teral» probe Mo d'e.ibabucistaftsfeiet". GG®. Lichtenberg: Heim Gcharnweberstr. 30. Bortrag:.Grundlasen des Marri smu»". I. Teil. WctbebcMrk Prenzlauer Berg: Turnen in der Schale Dinsiger Gtr. 2S von l9'4 Uhr ab nie sämtlich: Gruvsen. Weeb»de,ivl MeaMln: Gi«ung des snaeren Beibebe, irksoprstand«» mit den Ahteilunftslellckn i« Partei fckrttariat. ZTuldastrahe, piluktlich 19>4 Uhr. W«. Gnaovin iniissen vadtreten lsin. Beibebe, irl Meinicherbors: WerbeSe«irhsfuncktionSrs»ung pünktlich 80 Uhr nn L»im MeinuckendprffOst Gamtliche Wteilungeleiter, ffunktionZre Und Jugendbeiräte müssen pollzählift ocfcheinen. Vortrage, Verelve und Versammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Roi-Gold". GefchZtts Berlin 2 14. Gebasttoftr 87-88. Löf 2. SS. Donnev»»««, IX. Samtan. Zü-.c&attn. Sarneradschaffen Arminia», Hafts« und Stephan. 50 Uhr aemetnsame Kamera dschastspersamm- lun» In den Svreehaileft. Kirchstr. 18. Stellungnahme zur KreiovorstandswglV. Metnicherdorf. 20 Uhr Giftuftg de» Sersverrinsoorftande» bei Rohhaus.— Frei- tag, 54. Zenunr. li«ft«aen, Kameridfchafre» Westen I und ll. 50 Uhr gemein. tote Generzlveisemmlung tat Zvationalhos. Bülowstr. 37. Meuwahl da» Bor- •tande». Alle Kameraden müssen pünktlich fnr Stelle sein. Licht enhevft. Kawe- radlch-tlt Gustav Ternves. 20 Uae-ordenffichz Bersaurmsunft bei Lboow. ffrKnk. furter We« U»l.. CartWtt. Kamerad Bechtoanwal: JogAim. Alle akträe:, und vosfipen � Kamoraden haben eu erscheinen. Oeteeiigunfl anderer Kamerad. schaffen drinftend erwünscht. Metnicheadars(Ort&cettin'). 30 Uhr Ldvtfthau» Tegel. Uferstr. 1, Voll-- ränd Genenalversammluftg. Erscheinen aller Kameraden Pflicht. Reinickeedart.Deff. 19 Uhr Antreten«ut OttspetcinägeneMlneifam»- lung im qeriüdr»!n»al. fletmelwtf lKaMeradschaftl. 1914 Uhr Antrete» Set Oktent, SSetl'net ffcke Bahndoiitrasse.«er Generaluerfammkunft de» Orts- verein».— Gannabend, 25. Z-nanv. SesläUn-Pii». Pepubl-kan-lche Beran. fttl'un« in Schöntfeld. Treffpunkt 19 Uhr Meiller. Crfc Koiser-FrlerdichtStrasse. aiatf/sügtst in Schonefeld. Schönew-ideZodannisthal. 30 Uhr Generaldersamm. luuj in der Brüikenllaiise. Brücken. Gcke Gvreestratze. Vortrag Kamerad Srlapp:»Gloktrieirätsptrsorgang Teutschland» und die technische 9rätt)iife". Neuwahl des Zorstande». Alle Kameraden, auch palssve, müssen rrscheinen. DruppeuWrer ein» Stunde früher. Neuenhaaen-Soopegarten-SirZenstei». 20 Uhr Nestaurani»Schftreizerhaus�, Neuenhogen, Geu.eralverfaaimlmig. Cr. scheinen aller Kameraden ist Pflicht. Bundeskleiduftq. Kreis 8. 30 Uhr Krei«- porstandeissftung bei Modisch, Bernau.— Tieeftarten. Zuiigbanncr. ssteiräg, 44. Januar. 20 Uhr, He rä, abend und Probe bei Schlessnger, Lübecker Strqsie. Erfchatnen Pflicht.— Weddinft.(Vceitos. 24. Januar, lSIH Uhr, Genexalvrr. fammfuft« In der Löwenbrauerai, Homstr. 3.— zleinickendors fC ctsoereiul. Ter Kamerad Werner Lumma, Z'einickendorf.Ntst, ist verstorben. Slngfcke. ran« Sonnabend. 85. Januar. ISVh Ith-, im»'ircnui'oriuw Geenchistreer. An. testen. 16 Uhr dort. Sctciligun« aller Kameraden Pflicht. Kurffchriff.vewin t» Cherjorttnbuta C,«. sClnheitokurgschrfft'». Jepen Dienstag und ffrntag von 1904 di» 2114 Uhr Anfänger., Sortltldurtg». yui Nedolchrifflthrgbnfte. Uebertraaunft der Ginheitskurgschrift auf das englische. Siemens.Lbeereolfchurii. Schloststr. 37. R«ligu>n»«>issenlchaftXif e Bereieiguua Berlin. Unlversiiäisprofcssor Pater W statt, ff ö ste haben Kutrift. Sozialmtsseuschallliche Deeerälftung. ssreltag, 24. Januar, 19Mi Uhr. spricht Im Kimmer 2 des Lehrerperestnshaufe» am AleraiGerplaft Gz. Sngewert Et«s. M. d. Zt.. über:»Die Nevaratloneüani und ihre Bedeutung für fnl Arbeiter. schalt". Mitgliedskarten mitdriagen. Gäste Willkomm gn. Glücksrad bei Leikcr. In der Leiser-Filmle. Leipziger Straße 64. gab e- wieder eine stattliche Reihe größerer und kleiner Gewinnchancen fürs Publikum. Der Weihnacht&katalog. den die Firma an ihr« Kunden versandte, stellte gleichzeitig ein Gratislos dar und heute war der grosse Moment, wo sich die Lostrommel in Bewegunn j.'kte und 411 Gewinn«— 14 1000 M., 2 s 100 W.. 4 ä 50 M.. 8 zu 20 M-, W zu 1ö M. und 300 zu 10 M. aueumrs. Im Beisein und unter der Kontrolle eines Notars fand die Lerlos'lNg statt, wobei die Hauptzewinne auf folgende Losnuminern entfielen: Der Betrag von 1000 M. auf Serie A, Nr. 37 883, 2 Gewinne a 100 M. auf Serie O, Nr. 148 884 und Serie i*. Nr. 165 43-5 und 4 Gewinn« zu»0 M. auf die Lose: Serie ö, Nr. 512. Serie C, Nr. 16586, Serie A, Nr. 59371 und Serie A, Nr. 168044. Die übrigen Gewinne werden durch die in den großen Tageszeitungen erscheinenden Ziehungslisten bekanntgegeben. Die diezimolig« Qessar- Lotterie stellte keinerlei rochnarssche oder sonstige gedanklich« Auf- gaben an das Publikum. Jeder Gewinner erhält nach beendeter Ziehung und DerösfenUlchung der Liste auf Grund seine» ein- gesandten Kataloge» den Gewinn in bar zugesandt. Dar t» weitem Ilmlreile belannto Msthelhaa, Mar Jlbclmtann, llaussher st» linden_____________________________ i.„....., r:mm«r,'aiitru unk, smalllierte»üAcn fdwie Krähmdhel, c/aabuhitcn. ftielr. mädal, Grgagirungomhbal in allen tols- und Seilareen. von dar ctnlachsten hl» rur?lcc!a:u'>.st»:> Ausführung, fd daß-« Änen bc!«iner so rsichhaltiarn «umnahl möglich ist.�hwm Grschmack und»rrhältpiffen enkspr-chftnh. da- P-ss-nde in deft fibtt fcö ftuad�vneter aroßen. üborst.chtrich»in-»>'hS«m snsbssuu» Udelwhann ist beftredk, «wlssovhafie, fachmännisch, ftebnatüftfi länteßtn?ghlunft»hedinftunftrn AapsteÄuvzinäumen u finden. Be'fffi m leisten und de« ff-"" und ftui, Ware ru«naewissenen zjre.fin und l________________ auch ta flsd!«fttt««Ifen uj Igffen. Tie flUrnä ladet lücntt zu« zwanftitzftn SeflÄt'.ftHrt» iXiti dtft'xmnuicu*»«la und wind jedem Kunden d« Kquf ei» GofSenk üdasuichen- B and d Telntfe' e$ Ot»ich|s. 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Zwei Jahre lang wird bereits darum gekämpft, die Ruhrzechen vom sidmestdeurfchcn Gebiet fernzuhalten. Es ist ein erfreuliches Zeichen der Lebendigkeit der öffentlichen Kritik, dah der Kampf um die Ferngasfrage Höhe- punkte erreicht hat, bei denen auch die breitere Oeffcntlichkeit zu urteilen fähig geworden ist. Die Gegner eines Vertragsabschlusses mit den Ruhrzechsn haben zweifellos die Ueberhand. Aber bei den Rtchrzechen, d. h. der Ruhr gas A.-G. in Essen und bei den Bor- starcdsmitglicdern der Hekoga ist die größere Zähigkeit, ist eine er- staunlichc Rücksichtslosigkeit in der Auswahl der Mittel, mit der die Pläne der Ruhrzechen gefördert werden. Heute ist ober schon kein Zweifel mehr darüber, daß aus technischen, kaufmönmschen und Sicherheitsgründen die Ferngasversorgung für das südwesldeutsche Gebiet abzulehnen ist. Der hessische Staatsrat Karcher, der olle Phasen des Kampfes seit dem Jahre 1S26 durchlobt hat, ist in einem Gutachten für die Stadt Darmstadt ausschließlich aus fach- lichen Gründen zu einer strikten Ablehnung der Vertragsangebote gekommen. Oberbürgcmeister Dr. Müller warnt die Stadtverordneten dringend vor einer Zustimmung. Aber auch die Südwest deutsche Ferngas A.-G., in der die großen Berbraitchsgebiete Frankfurt, Mannheim. Karlsruhe, Wiesbaden, L u d w i g s h a f e n, Hanau, Heidelberg und andere zusammengeschlossen sind, kam ebenfalls, und zwar«instimmig zur Verurteilung und zur Ablehnung der von der Rithr der Hekoga cntgeboteixm Ferngoslieferuitg. In den der Hekoga vorliegenden Verträgen verpflichtet sich die Hekoga, auch die Nachbargcbiet«, das sind die eben genannten großen Städte, späterhin zu versorgen und an dic»porgeschlagene Fernleitung anzu- schließen. Saß dies« Städte ober abgelehnt haben, mit der Hekoga auf der Grundlage der Ruhrangebotc zusammenzuarbeiten, ist das Todesurteil für das Ruhrangcbot überhaupt. Die Gründe für dos Nein. Der Aussichtsrat der Süwega hat die Gründe noch einmal zu- sanunengefaßt, die gegen den Abschluß der Verträge sprechen. Die Preise, die für dos Ruhrgas gefordert werden, sind durchaus nicht günstiger als sie bei der Eigenerzeugung möglich wären. Für die Fernleitung wurde die Investierung von Kapitalien verlangt, denen kein en! sprechender Nugesfekt gegenübersteht. Die Gaspreise seien von jeder Lohn- und Kohlen Preissteigerung abhängig gemocht.. was eine entschiedene Verschlechterung des bisherigen Zustandes der Eigenvcrsorgung bedeutet. Die Qualität des Ruhrgases sei minderwerteger als beim Eigengas, die Garantien sür die Aufrechterkaltung der Qualität beim Ruhrgasangebot seien un-zureichend. Die Tarifhoheit der Kommunen werde durckchrochen. die Festlegung verschiedener Preise sür sogenanntes Kommunal, und sttr Jndustriegas, die zum Nachteil der städtischen Verbraucher erfolge. sei kommunalstolitisch lufdiskotierbor.■>—-■ 'Das Risiko d es Fe r n g o s.b r zu g e s werde nicht, von de» �Ruhrzecheu, sonderst von den hesfischen Verbrauchern getragen, a. Die Ruhr we ig«re sich, zu den im Bertrage angebotenen Be- d-mgimgen zu liefern, wenn sich g ü n st i g e r e Verwertungsmög- lichkeiten iniolge von Produktionsänderunge� bei den Ruhrzechen ergeben! Die II n s i ch c r h e i t der Versorgung werde geradezu gefährlich. weit bei einem Versagen der Fernleitung im Verbremchcrgebiete keine eigenen Erzeugungsanlagen mehr bestehen. Aus diesen Gründen komnu der Aufsichtsrat e i n st i m m i g zu der Feststellung, daß die Vertragsentwürfe in keiner Weife als" ge- eignet« Grundlag« für die Zusammenarbeit zwischen der Hekoaa und den großen südwestdeutschen Städten angesehen werden können, unbeschadet der weiterbestehenden ernsten Absicht, auf kommunal. politischer Grundlage mit der Hekoga zusainmenzuarbsiten. wenn der Gedanke der regionalen Gruppenerzeugung durchgeführt werde. Die Ruhrpläne sind für Südwestdeukschland unmöglich. Was hier der Aufsichtsrat der Süwega gegen den Vertragsabschluß mit den Ruhrzechen sagt, ist keineswegs die Stellungnahme einer Partei. Das Urteil der Süwega gibt den einstimmigen Auf- sasiimgen der Sachverständigen des Gassaches und den tot- sächlichen Interessen der privaten und der industriellen Verbraucher nur neuen Ausdruck. Der„Vorwärts" hat während der nun über drei Jahre dauern- den Diskussion immer die volkswirtschaftlichen Ueberlegungen allen politischen und prioatwirtschaftlichen Interessen vorangestellt. Es ist heute noch so wie vor drei Jahren, daß die Pläne der Ruhrzechen nur aus dem Souderinteresse der rheinisch-westsälischen Montan- Industrie heraus zu verstehen find. Es ist ja ganz selbstverständlich. daß es bei der Fcrnoersorgung immer einen ganz bestimmten Punkt geben muß, d. h. eine bestimmte Anzahl von Kilometern, bei der die Fernoersorgung teurer sein muß als jede regionale Gruppen- Versorgung. Diese Grenze ist bei! den Ruhrplänon für Südwest- deutschland weit überschritten. Den Ruhrzechen ist entgegen ihren ständigen Behauptungen gar nichts daran gelegen, eine wirtschaftliche und rationelle Gasversorgung durchzuführen. Es hat sich bis heute noch nichts daran geändert, daß das private Zechenkapital der Ruhr sein altes Ideal eines lückenlosen Kohlen-, Gas- und Koks niono pols unter allen Umständen er- reichen will Und das ist auch der einzige Gesichtspunkt, der die Ruhrgos A.-G. noch Südwestdeutschland fichrt. Seit dos die Oesfentlichkeit erkannt hat, spricht sich die OessenUichkeit zunehmend gegen den Gedanken der zentralen Fernoersorgung au?, und es sind nur unterirdische Mittel, es ist nur das meisterhaft gehandhaote Instrument der Demagogie und der persönlichen Beeinflussung— abgesehen natürlich oon dem überall sehr großen Einfluß der Schwer- industrie—, die den Plänen der Ruhrzechen— über die Gruppan- versorgung ans Zeckengrundlage hinaus— bisher förderlich gewesen sind. Diesen demagogischen und persönlichen Einflüssen darf sich Hessen nicht auch unterwerfen. Es schien eine Zeitlang, als ob im Interesse des Saar- a e b i e t e z die Verbindung Südwestdcutschlands mit den Ruhrzechen auch van Preußen gefördert werden könnte. Es kam zu einem Abkommen im Juli 1920, das das Saargebiet in die Ruhr- angebore mit hineinbezog. Heute liegen die Ding« aber so, nachdenr der Hekoga-Vorstand sich als imperialistischen Vorposten der Ruhr. zechen in Südwestdeutschland betrachtet und sogar die Versorgung der Pfalz(I. G. Farben) mit Ferngas dem Saargebict streitig machen will, daß an diesen Verträgen dos Saargebiet wahrlich kein Jnstrefie ipehr, haben karm. Und. für das suirnKstdeustcke WirtschastsM�t'-Reseq- di« Dinge isö,"daß es nichts.zu verlieren hat, wenn die Grscllschaster der Hekoga die Angebote der Ruhrzeche» mit einem klaren Rein beantworten. Alle Instanzen i» Hessen haben sich redliche Mühe gegeben, die Angebote der Ruhrzechen uniioreingenommen, ehrlich und gründlich ZU prüfen. Aber die öffentliche Meinung ist haute weit überwiegend gegen die Verträge. Aus volkswirkschastlichen Gründen sind sie ab- .-ulehnen, aus kommunalpolitischen Gründen sind sie undiskutierbar. Daraus muß am 27. Januar die Konseguenz gezogen werden. Verteidigt die öffentlichen Werte! Kundgebung der 700000(Staats-, Gemeinde und Verkehrsarbeiter. Der Dorstanid des Gesamtvcrbandes der Arbeit- nehmer der öffentlichen Betriebe und des Per- soncn- und Warenverkehrs hat angesichts des privat- kapitalistischen Kampfes gegen die öffeistliche Wirtschaft und der daraus folgenden schweren Störungen auf l�m Arbeitsmarkt eine öffentliche Kundgebung beschlossen, der wir folgendes entnehmen: Di« bedrohlich sich verstärkende Arbeitslosigkeit ist wesentlich m i t v e r s ch u l d e t durch die schwere Finanzkrisis, in die die öffentliche Wirtschaft von privatkapitalistischen Mächten bincinmanövriert worden ist, obwohl allein die kommunalen Körperschaften jährlich Aufträge im Betrage von 5 Milliarden Mark an die Privatwirtschaft vergeben. Das gesamt- wirtschaftliche Interesse an der Entlastung des Arbeiismarktes ver- ' trage heute keine E.injchränkung. erfordere vielmehr eine Ver- stärkung der ohnehin gedrosselten öffentlichen Austräge. Die Parole der E n t t o m m u n a li s i« r u n g sei von der Privatindustrie aus- gegeben worden, und die Gefahr eines Ausverkaufes der deutschen - öffentlichen Wirtschakt an private in- und ausländische Kapital- gruppen sei in unmittelbare Nähe gerückt, wobei die werbenden Betriebe der Kommunen mit ihren günstigen Entwicklungs- und Gewinnaussichten das Hauptangriffsobiekt der Kampagne s eien. Obwohl die natürliche Ausdehnung und Verbesserung der öffentlichen Wirtschaft ganz selbstoerständlich viel neues Kapital erfordere, seien di« öffentlichen Unternehmungen systematisch von der Kapital- beschasfung abgeschnitten und mit den öffentlichen Körperschaften auf den Weg der kurzfristigen Verschuldung gedrängt worden. In dieser Zwangslage müssen die hohen schwebenden Schulden konsolidiert werden. Der Wirtschast als Ganzes drohen aber von der damit erzwungenen Ernschränkung der öffentlichen Arbeiten beim Wohnungsbau, sowie der Energie- und Verkehrswirtschaft die allergrößten Gefahren. Da die Wirtschast ihre stärksten Antrieb« von den Aufträgen der öffentlichen Hand erfahre, könne nur ein« bessere Kapitalausrüstung der öffentlichen Werke einen neuen Austrieb der Wirtschaft sichern und die zehrend« Not der Arbeitslosen in wirkende Kraft verwandeln. Di« Städte haben bewiesen, daß sie den Willen haben, durch Selbstlonirolle sich selbst Einschränkung aufzuerlegen. Neben einem gerechten Finanzausgleich für die Kommunen und der Besrisdigung des legalen Kapitalbedarfs der öffentlichen Werke müssen aber auch Schritte erwogen werden, um den sich mehrenden, durch nichts -berechtigten Kreditkündigungen privater Banken entgegen- zutreten, die die Gemeinden und öffentlichen Werke noch stärker unter Druck zu setzen suchen. Dazu gehöre auch eine enger« Zu- sammeuorbeit und Barpflechtung der öffentlichen Betrieb«. Die Durchführung dieser Maßnahmen zum Schutze der össent- lichen Wirtichaft fei aus volkswirtschaftlichen und sozialen Gründen unaufschiebbar, uin der wachsenden Arbeitslosigkeit zu begegnen. Stärkung der öffentlichen Wirtschaft bedeute sür die Privatwirtschaft vermehrte Aufträge, für die Arbeiterschaft n c u e A r b c i t. Geht Rohrbach in Konkurs? Reichsvcrkehrsministerium wird nicht weiter zahlen. Seit Wochen, vielleicht schon länger haben die Berliner Rohr- bach-Werke in der Kiautschoustrahe ihren Arbeitern und A»- g« st eilten die Löhne entweder nicht mehr oder nur teilweise bezahlt. Die Arbeiter und Angestellten sind in be- greislicher Sorge darum, wie sie zu ihrem Geld« kommen sollen. Die Verwaltung der Rohrbach-Wcrke erhebt nun gegen das Reichsver- kehrsministerium die Anklage, daß dieses die Rohrbach-Werke stifte- matifch zum Konkurs treibe, weil d-e den Rohrboch-Werken aus dem letzten Sanierungskredit des Reiches für die Flugzeugindustrie„zu- stehenden" 300 000 M. nicht voll, fondern nur zu einem Drittel ausgezahlt worden seien. Dazu erklärt das Reichsvertehrsministerium. daß bei der heutigen Lage der Reichsfinanzen nicht daran zu denken sei, in eine abermalige Sanierung der Firma Rohrbach einzutreten. Es würden auch di« 200000 M. vom Reich an die Firma nicht mehr gezahlt. Dieser Betrag sei nicht rechtsverbindlich versprochen. Die 9 Millionen Mark„Abhängungskredit", die letztmalige Reichsbei- Hilfe für die deutsche Flugzeugindustrie waren zwar in Aussicht ge- stellt, ober nicht rechtsverbindlich zugesagt. Vom Reichstag fei aus- drücklich gewünscht worden, dah Rohrbach die auf ihn enlsollenden 300 000 M. nicht ausgezahlt werden. Ms kurz vor Wsibnackten das Amerikageschäst der Firma Robrback oute Ausückten zu b'cten schien, seien an die Firma zur Durckstührung dieses Geschäftes 100000 M. gezahlt worden. Soweit das Reichsverkehrsministerium. Man muß das Vor- gehen des Reichsverkehrsministers verständlich finden, wenn man weiß, daß einmal die deutsche Flugzeugindustrie bisher überhaupt nur von den Subventionen des Reiches am Leben gehalten worden ist, daß sodann die Rohrbach-Werke im Verhältnis stärker als anders Firmen von ReichsmiUeln gelebt haben und daß endlich, wie die Borwallung der Rohrbach-Werke selbst zugibt, das Reick Kredite von mehr als 600 000 M. bereits gewährt hat, die die Rohrbach- Werk« ganz offenbar auch dann niemals zurückzahlen könnten, wenn der zweifelhafte Anspruch an die 200 000 M. vom Reich« anerkamck werden würde. Das alles hat mit den persönlichen Fähigkeiten und der Qualität des Ingenieurs Rohrbach nichts zu wn. Es ist offenbar so, daß der Kaufmann Rohrbach schlechter gearbeitet hat als der Ingenieur, und niemand kann dem Reiche bzw. dem Reichsvcrkehrsministeriilm zumuten, immer nur zur Gewährung von Subventionen in die Tasche zu greifen. Das kann um so weniger geschehen, wenn ein Werk so weit ist. daß es trotz der ganz kürz- lichen neuen Subvention von 100 000 M. auch jetzt noch den Ar- beitern und Angestellten die Löhne und GeHölter schuldig blecken muß. Die Suboeiltionsloglk der Robrbach-Werke ist angesichts der Tatsache, dah die Flugzeugindustrie sür ihre Verluste immer m die Tasche des Reiches griff und sich auch keineswegs scheute, chren Direktoren enorme Gehälter zu zahlen, zwar verständlich, aber nicht zu billigen. Da es absolut unmöglich ist, weiterhin die aufgeblähte deutsche Flugzeugindustrie aus Kosten der Steuerzahler zu erhalten, mutz man dem Reichsverkehrsministerium mit seinen Versuchen� wenigstens einigermaßen für Wirtschaftlichkeit zu sorgen, recht geben. Wir zweiseln sehr, daß die Verwaltung der Rohrbach-Werke, wen» sie ein schlecht zu verteidigendes Recht durch starke Worte ersetzt, ihre behaupteten Rechtsansprüche besser und ihre Loge gllnstigor macht.___ Ein Einheitsroggenbroi? Die Roggonpreiss sind immer noch Im Sinken und haben einem wirtlich für den Landwirt ruinösen Stand erreicht. Die deutsch polnischen Roggenoerhondlungen, durch die man das Angebot glaubte regeln zu können, haben infolge der plötzlichen neuen russischen Roggenverkäufe bisher noch kein Ergebnis gehabt. Es wurde nun gemeldet, daß das Reichsernahrungsmimsteriuin beabsichtig?, Vorschriften zur Schaffung eines einheitlichen, mehr Roggen ver- wendenden Roggenbrotes zu erlaffen. Dazu wird von unterrichteter Seite mitgeteilt, daß ein Gesetzentwurf in dieser Richtung noch nicht vorliegt, daß man aber seit längerer Zeit Erwägungen anstelle, wie man dein niedrigen Stand der Roggenprdsc begegnen könne. Man wird"die neuen Weisheiten des Reichsernährungsmini- steriums abwarten müssen. Daß die Roggenpreise so ungünstig sind. liegt nicht zum wenigsten daran, daß sich die Ernährungs- weise der Völker immer stärker voni Roggen abgewendet hat und daß in Deutschland in der Tot zuviel Roggen erzeugt wird. der wiederum aus anderen Gründen im letzten Jahre nicht verfüttert wurde. Gegen ein« Verbesserung des heutigen meist schlechten und zugleich teuren Roggenbrotes wird kein Mensch etwas einzuwenden haben. Diese Verbesserung darf aber das einzige Ziel sein, das das lfteichsernährungsministerium leiten darf. Es müssen dann auch die Bäcker gezwungen werden, ein anständiges Roggenbrot zu backen. Künstliche Maßnahmen, eine Umstellung in der Ernährungs- weise hervorzurufen, die durch das heutige intensive Arbeitstempo ssch vom Brot stärker entfernt hat, werden von vornherein zum Scheitern verurteilt sein. Die Reichsbahn zum Lahresende. Rückgängiger Verkehr. Wie die Reichsbahn- Verwaltung mitteilt, ging der Güterverkehr im D e zeinie r erheblich um 16 Proz. gegenüber dem Vormoitat-zilrück,. Die Wagengestellung lag aber mit 142600 Wäge» noch Ühcr, dein Stande vom Dezember IllZtz. Äuch der P ärs o I e tz- verkehr blieb im Berichtsmonat schwach, da infolge der schweren Arbeitslosigkeit besonders der Benissverkehr litt. Auch im Ferien» verkehr blieben die Ergebnisse unbefriedigend. Die E e s a m t e i n n a b m e n der Reichsbahn im November stellten sich auf 430,1 Millionen Mark, sind also um 81 Millckncn Mark geringer als im Oktober. In ben abgelmtfenen elf Monaten des Geschäftsjahres beträgt die Mindereinnahme im Güter- verkehr gegenüber dem Voranschlag etwa 80 Millionen, entspricht also dem Verkehrsausfall im November. Die Ausgaben der Betriebsrecknung waren im November um 18 Millionen gerin- g e r als im Vormonat. Insgesamt stellten sick) die Betriebsausgaben einschließlich der Ausgaben für Erneuerung und die festen Lasten auf 444.7 Millcknen Mark. Zur Deckung der laufenden Ausgaben. für welche die Einnahmen nicht ausreichten, wurden 14.7 Millionen der sogenannten Ausgleichsnicklage entnommen. Was gehi bei der RAG. vor? Gerüchte über Auflösung des Oberschöneweide? Betriebes. Seit der Bekanntgabe der schweren Verluste aus dem Betriebs- jähr 1928 im Mai vergangenen Jahres war es um d i e N A G. in Oberschöneweide sehr still geworden. Monat um Monat verging. ohne daß über die dringend notwendige Reorganisation der heruntergewirtschafteten Gesellschaft auch nur dos germgfte verlautete. Jetzt wird bekannt, daß die Großaktionäre des NAG.-Äonzcrns. also in erster Linie die AEG., eine vollständige Umstellung der Gesellschaft beschlossen habe». Geld scheint zu diesem Zweck von der AEG. bzw. von den hinter ckr stehenden Banken aufs neue zur Ver- ftiguvg gestellt zu fein. Die Leitung wird von Herr Elfer, einem Mitglied des fünfköpfigen Gcneraldirettoriums der AEG. übernommen werden. Ueber die Art der Umstellung ist nock, nichts Näheres be- kannt. Soviel aber ist sicher, daß cinc Verlegung des ge- s a m t en Betriebes von Oberschöneweckc nach Chemnitz in der lctzlen Aufsichtsrotssitzung in den Bereich der Möglichkeit gezogen wurde. Eine solche Maßnahme wäre für den schon schwer belasteten Berliner Arbeitsmarkt ein schwerer Schlag. Die N Ä Ä.- B« l e g- sckiaft, die schon seit Monaten unter dem Druck der Existenz- Unsicherheit steht, hat«in'Anrecht daraus, endlich Tatsachen über die Beschlüsse des Aussichtsrates zu erfahren, damit sie weiß, woran sie ist. Abbau der Zemenipreife. Eine reichlichch« geschlagen. Seit Jahr und Tag hatten wir die Preispolitik der Zementsyndikate, die ohne jede Rücksicht aus die Vauwirtschaft dem deutschen Markt unter dem Schutz hoher Zölle ihre Preise diktierte, scharf kritisiert, denn Unsummen standen zwar zur Niederknüppelung der Außenseiter zur Verfügung. kür eine Senkung der Preise reichte aber„die äußerst kalkulierte" Gewinnspanne nicht aus. Wenn jetzt der Norddeutsche Zementoerband einen Preisabbau von 10 bis 20 M. je 10 Tonnen, also eine Ermäßigung um 3 bis 6 Prozent beschlossen hol, so ist dies« Maßnahme sür die Bauindustrie entschieden erfreulich. Allervings müßten der Westdeutsch« und Sülddeutsche Zementoerband sich diesem Vor- gehen anschließen. Donnerstag 23. Januar 1930 Unterhaltung uns JUiflen Beilage' des Vorwärts e. woferiehier: 3)er Xumpenbatt Sin Itlünvhener Zajchingshild i Den Azsteigberg hinauf weht Faschingswind. Und durchläuft tn hellstem Uebermut die Tanzsäle von Giesing, Au und Hai-Hausen. Etliche Ueberbleibsel hinsterbender Münchener Urwüchsigkeit ilattern dabei noch vereinzelt auf. Oft ist es nur ein Wort— von einem Tisch zum anderen gesprochen, oft nur ein kurzer„Drahrer", das Summen eines Gassenhauers, ein aufschreiendes Gelächter. Und noch ein wenig Herzlichkeit, ungehobelter Natur und Lustigkeit. Lustigkeitl WetTs ein hast freit! Die Vorstadt hat sich dies alles am längsten aufbewahrt. In einem Schmuckkastcn, der heißt: Unberührthest... Aus den Türen des Saales qualmt Dampf wie aus einer Waschküche. Es riecht noch verschüttetem Bier, warmer Wurst und Tannengrün. Ueberfüllt brummt der Raum. Von ollen Ecken und Winkeln hervor strömt anheimelnde Wärme und breite Be- häbigkeit, Gemütlichkeit. Ein rosarotes Plakat über der Kasse rust aus:„Zutritt in farbiger Wäsche ist untersagt!" Auf einem Podium— guirlandcnumwunden— spielt ein Orchester. In Tiroler Tracht. Die Blechinstrumente blitzen Honig- gelb durch den Rauch und Qualm. Die ersten Walzertakte! Wie gußeiserne Zimmeröfchen drehen sie sich im Saal herum! Mit einem Ruck reißen sie Tänzer und Tänzerinnen von den Stühlen auf und schmelzen sie zu lächelnden Paaren zusammen. Und oer- wickeln sie zu buntscheckigen Knäueln: Lederhosen, grüner Hut, gc- blümte Dirndl, Dachauer Bratenrock, Saloniirolcr, Riegelhauben, Geißbua. Cutaways. An einen Pfeiler geschmiegt sitzen die vom Stammtisch. Bekannt« Gesichter, die inimer dabei sind. Aus ihrer Mitte steigt Gesang ans:„Gehts und oerkaafts mei Gwand, i bin im Himinil" Das sind Leute, die sich da herin auskenncn.„Da schoug', der kröpfet Ali st von der Bazeillestraß'n is aa da! Der is jetzt a an- erkannt seiner Kavalier! Der, wenn grad mag, der laßt was ipringa... frühers hat a scho' allweil gern zahlt, damals meistens nur an Apfelmost... jetzt, seit«r a Geld hat, kommt's cahm aus an Schampus net an..." Mitten auf der Tanzfläche krähto:„Ausstellen zum Frasäh!" Der Tanzmeister zischt wie Natron zwischen die aufgestellten Reihen hindurch: „Eins— zwei! Eins— zwei! Eins— zwei...1" Und tupft dazu mit feinem Zeigefinger die einzelnen Paar« an, daß sie leicht einknicken. � „Hier f«HU no' a Wisfawieh,..1* —— Eo. Fertig!———* Tschindadara— bumda- dara....! Die Kapelle kniet sich tief in die plätschernden Rhythmen hinein. Die OTrompete quickst über- das" zulrätiliche Gebrunmi- des- Bombardons,.wodurch.eine..Ftäu.anziigüch_w>rä miiL Mi Horn in eine freudig-gcrührtc Sentimentalität verfällt.� Münchcner Blut hüpft und lacht! Allcrwclisvergessenheitl Hinten in der Saalecke tanzen die„Quellenstraßler". Vor elf, zwölf Iahren— an jedem Faschingsdienstag— zogen sie als heulende Vorstadtindiancr durch die Gefilde der Vorstädte. Ziegel- rot gebräunt. Sie schwangen Lasso, Tomahawk und Flinte, taten sich zu Rassen und Stämmen zusammen, waren organisiert. Jetzt sind sie diesen rauhen Sistcn entwachsen. Die faschinglose, die schreckliche Zest reifte sie automatisch zu höheren Freuden— und Aussichten auf Beträchtlicheres heran. Kavalierpflichten kamen mit diesen Freuden. Dem hereinbrechenden Faschirig sehen sie— ohne zu mucksen— ins Auge hinein. Sie wissen— was sich gehört. Allen Tänzen gehorchen ihre Beine. Mit Schwung und Eleganz! „3 glaab, jetzt is' mir mei' Papierkrag'n ausg'riss'n!"——— Dazwischen schreit der Tanzmeister das„Herren so so" aus.„Was sagst, Ludwigl?"—„Mei Papierkrag'n is ausg'rissen oder da- woakt...!*—„Ja, geh' zur Amoli hin, am Tisch hiebe! sitzt's, die hat zur Vorsicht a paar Krag'n eing'wickelr mitg'nomma, und last' da an' da Schenk an Flaschengummi geb'n,' den steckts auf's Knöpfl auffi, daß's besser hebt!" Eine halb« Stunde Pause. Die Musiker ziehen von ihren Instrumenten die Mundstücke ab. blasen das Master heraus, daß es als kleiner Bach am Boden rinnt, schauen wie durch ein Fernrohr hinein— und verlassen räuspernd das Podium. Auf der Galerie macht ein„Schnellphotograph* bei aufschreiendem Blitzlicht freund- liche Kops-, Brust- und Genrebilder. Draußen im Garten geht der Vordenneier Ferdl, der Kutscher von einem Mincralwasserfuhrwcrk ist, zum erstenmal mit der Hausherrnköchin von Nr. 19, wo er seinen Stall hat— Arm in Arm im Scheine der Bogenlampen spazieren. Vor einem Schoko- ladeautomoten zeigen sich zwei Schwcrkrafissportgenossen gegenseitig ihre neuesten Tätowierungen:„Venus, auf dem Erdball stehend" und„Kranz von Eichenlaub, in der Mitte das Sternenbanner, unlz „Frisch, fromm, fröhlich, frei!" Hausicrertnnen mit- allerlei Gebäck, Schokolade und feiner Schleckerei ziehen wie Kähne— leicht an den Tischen landend— die Galerie entlang. Blumenmädchen— ältere Jahrgänge, lasten ihre Körbchen wie frischbestellte Bratenportionen über die Köpfe der iieruinsitzende» hinschweben, so daß Veilchen- und Nelkendust wie warme Sauce heruntertropft. Die Hausmeisterin vom Lovini- Haus hätte jetzt gerne eine Tafel Schokolad« haben mögen; aber sie beherrschte sich,„weil nämlich die kleine Mari« von dcra Händlerin— allaweil in ihrem Haus am Stiegcngeländer runter- rutscht, und weil der rothaarige Bankert so nachmaulig is— und d' Muatta no' dazua hilft, bis a sie d' Haxen bricht!"— Aber sie lehnt jede Verantwortung ab. Und unterstützt auch nicht„solchene Lcut", die wo„mit Fleiß so gegen die Hausordnung san!" Unten auf der Tanzfläche läuft der Tanzmeister mit einer brenitenden Stearinkerze Diagonalen und macht so Glanz und Glätte. Ein stuck, pbil. ist der einzige, der außerhalb des Bannes schwebt. Er steht im vierten Semester, hat alle älterc Philosophie über- wunden— auch Kant schon— arbeitet gerade an Nietzsche henim und geht jeden Tag zweimal die Amalienstraß« auf und nieder, wozu er drei Marmeladebrote ißt. Durch seine Hornbrille hindurch sieht er analysierend auf die ausgebreitete Buntscheckigkeit. Jetzt treibt er seine Blicke spaltend und zersetzend in den tanzenden Strudel hinein, wendet experimentelle Psychologie an. Alle rauschende Lebensfülle zerfällt vor ihm. Und Gefühlskomplexe, Vorstellungsakte, Begriffsurteile und Empfindungsklassen liegen vor ihm zwischen Stuhlfüßen, Wurstpapieren und zierlichen Mädchen- schuhen herum. Das Leben selbst in seiner Purzelbaumlaune liegt handgreiflich vor ihm da... er aber macht daraus«ine Seminar- Übung. Walzer, Fran?ais, Schottisch, Rheinländer, Two-Stepflicgcn als Vogelschwärm« flatternd durch den Saal. Eine brodelnde Stimmung hüpft am Siedepunkt auf und ab. Und ein letzter „Drahrer"— und aus ist's! Als Satyrspicl ein kleiner Boxkampf an die Garderobe hinaus! Die:angsdrahtcten Fohrsn am- Ausgong schlafen ihreii.b1echei�..HotillgsbLchien. stehend. Da-. neben zieht der Rauch eines„Maronibraters" auf. Aus der kleinen Ofentüre wedelt er mit einem Federwisch ein sprühendes Feuerwerk heraus.„Heiße Maronil" Föhnwind spielt in den Trambahnschiencn mit Straßenbahn- billetts und durchspült die Kleider als lauwarmes Brausebad. Don dem Dach des Sudhauses rutscht Schnee und zerspritzt patschend am Pflaster. Die schwarzen Aeste der Kostanienbäume im Garten greisen als gespenstische Arme nach den ausblühenden Sternen... Di« heimkehrenden Gesichter glühen wie elektrische Birnen. Bier und Wein locht und singt m die Nacht hinein. Einige sehen Häuser sich gegeneinander zuneigen nnd Gaslaternen„Dangemandl" spielen. Der Orleansplatz ist ein fahrendes Karussell geworden. Hausschlüssel haben sich durch ein Loch in der Tasche hinter das Rockfutter versteckt oder suchen herumtastend nach dem Torschloh und fallen endlich durchs Äellergitter ins Dunkle hinab.. Dann muß man auf der Stiege zum M'ilchladen auf di« Zeitungsfrau warten, die aussperrt... Derweil zur Melodie einer Mundharmonika immer wieder das Lied durch die Straßen zieht: „Verkaofts mei Gwand I bin im Himmi.,.1" Und wie ein Bekenntnis schwebt es hin, wie eine schöne Sehnsucht! Wiederkehr des amerikanischen �Büffels Der größte S-eg. den bisher die moderne Tierschutzbewcgung erfochten hat, ist die Wiederkehr des Bison oder amerikanischen Büffels auf die weiten Prärien von Kanada. Dieses Tier, dessen Millionenherden einst das Wahrzeichen der Neuen W:lt darstellten, stand vor dem Aussterben und ist nun nicht nur gerettet, sondern für eine neue große Zukunft gewonnen worden. Vor wenigen Jahren gab es nur noch ein paar Exemplare dieser Ticrg:ttung und jetzt weiden wieder wilde Horden von tauscnden Köpfen im Hinterland des Staates Alberta, des kanadischen Nordwestgebietcs. Als der kanadische Minister des Innern, Frank Oliver, den Ankauf der Bisonhcrde durchsetzte, die� von Don Micha! Pablo in Montana in einem sorgfältig gepflegten Schutzgebiet gehalten wurde, da hatte man. kein« Hoffnung mehr, dem Büffel wieder zu seiner alten Herrlichkeit zu verhelfen. Man wollte nur die noch vorhandenen Tiere möglichst lange vor den Zufälligkeiten schützen, denen sie in privater Hand stets ausgesetzt sind. Di- etwa 700 Büsfel wurden zu dem stattlichen Preise von 2Z0 Dollar pro Kopf erworben und ollmählich nach dem Wainwright-Schutzpark übergeführt, einem Ge- biet in Südalberta, das ihnen ideale Lebensbedingungen darbot. Aber die Büsfel, die bis dahin geringe Neigungen zur Fortpflanzung gezeigt halten, fühlten sich in der neuen Heimat so wohl, daß sie sich vermehrten. 19! 6 waren es schon 2000 Stück und 1923 war die Zahl auf 10 000 gestiegon. so daß man bereits daran denken mußte, di- Herde zu verringern, damit nicht Raumnot entstände. Die Regierung entschloß sich also, 2000 Vertreter der älteren Generation, di» Großväter und Großmütter der riesigen Wainwright-Familie. zu schlachten. Das Fleisch wurde einer Konseroensabrik zur Bearbeitung überlassen: die Köpfe wurden ausgestopft und als .Trophäen" an reiche Leute vertaust, und aus den Häuten wurden Büffslkleider gemocht. Di« letztere Industrie, di» sich in Edmonton. der Hauptstadt von Albertos entwickelt«, macht« di- besten Geschäfte, venn Lüffelmäntel und Lüffeljacken. die früher so etwas wie die Rntionalkleidung der Kanadier darstellten, find wieder in Mode, Aber das große Schlachten unter den mit so viel Kosten er- l?allenen Tieren erregte den allgemeinen Unwillen: man hielt es für sinnlos, daß die Regierung zur Erhaltung von Tieren große Summen aufwende, von denen alljährlich eine beträchtliche Anzahl geschlachtet werden mußte, und so entstand der Gedanke, ein« be- stimmte Anzahl dieser Büffel alljährlich noch dem fernen Norden zu schicken und dort mit legendären w.lden Büffeln zu verbinden. Das Gerücht, daß es in den kanadischen Nerdwestgebieten noch immer wilde Büffel gebe, hatte sich in Edmonton erhalten. Genauere Nach- sorschungen stellten zwei verschiedene Herden fest: ein«, die in dem Gebiet unmittelbar nördlich vom Friedensjluß weidete, und eine achere, deren Gebiet zockchen dem Bufsalo- und dem Kleinen Bufsalosluß unmittelbar südlich vom Großen Sklavensee lag. Der 00. Breitengrad bildete etwa die Grenze zwischen den beiden Herden. Die Zahl dieser wilden Bisons war beträchtlich, allein die südliche Herde wurde auf etwa 1000 Köpfe geschätzt. Di« Regierung beschloß daher, das ganze Gebiet in dem die wilden Büffel weideten, zu einem Schutzgebiet zu erklären, und so entstand Kanadas größter Nationalpark in einem Ilnifang von etwa 17 000 Quadratkilometer. Zur Auffrischung und Erhaltung dieser Bestände wird nun der jährliche Ueberschuß des Wrainwirgth.Parkes nach dem Norden gebracht, und man war äußerst gespannt zu beobachten, wie sich die wilden Büffel zu ihren zahmen Brüdern stellen würden. Der erste„Schub" von 2000 Büffeln erfolg'« 1925, und der Versuch war von einem vollen Erfolg gekrönt. Die w:lden und die eingeführten Büffel vermischten sich: man beobachtete Herden, in denen beide Arten friedlich miteinander lebten, und die Zahl der wilden Büffclherden nahm sichtlich zu. Im ganzen sind bisher 6600 Bisons rerfchifft worden, und man schätzt die Zahl der heute bereits im Norden lebenden wilden Tiere auf weit über 10 000. So ist also di« Aussicht gegeben, daß in absehbarer Zeit wieder riesig« Herden diese» mächtigen Wildes die Nordprärien von Alberta bevölkern pzeoden.- die 7rini die J£o}en anltal Das Innere von Borneo, der drittgrößten Insel der Erde. auf der einst die furchtbaren Kopfjäger hausten, ist noch immer fast unbekannt, und ein Forscher kann hier noch die erstaunlichsten Ent- deckungen machen. Der schwedische Reisende Eric M j ö b e r g schildert di« Abenteuer, die er in diesen von reißenden Bergslüsscn durchströmten Urwäldern erlebt hat, in einem demnächst bei F. A. Brbckhaus in Leipzig erscheinenden Werk„Durch die Insel der Kopfjäger". Tief in der Wildnis des innersten Borneo, im Umkreis der Qu«llengcb!ei« der Flüsse Baram ynd Redschang, hatte er ein merkwürdiges Volk gefunden, die K a l a b i- tcn, di« dort, von hohen blauen Bergketten umgeben, ein munteres Erdcndas-in fern vom Lärm und der Unrast der großen Welt führen. Auf dem weit sich hindehncnden Echwemmbodcn, der sich zwischen den von Urwäldern übersponnenen Felsrücken hinbreiiet, bewässern sie ihre Felder und bauen ihren Reis. In den bunt- farbigen Mosaik der Stämme Bomeoz sind sie die einzigen, die durch ein bißchen wohl überlegte Zlrbeit der Erde jährlich zwei Reisernlen abringen. Dabei bedienen sie sich noch keiner Werk- zeuge, denn ihre Kultur ist noch nicht so entwickelt, um Hacke und Pflug zu benutzen, sondern sie treiben die halbzahmcn Wasserbüsfel in Scharen auf den überschw-mmten Feldern hin und her, bis der Boden weich ist wie frisch geschlagene Butter, und dann wird das Reiskorn eingesenkt, das die Erde hundertfältig wiedergibt. Das Merkwürdigste ist. aber die Stellung der Frau bei den. Kalabite.i, denn diese sind die Herren,„haben die Hosen an". Ihr Llnsehcn und ihre Macht sind so groß, daß das geschieht, was sie in ihrem„Krieg-rat" beschließen, und der Mann hat nickst einmal das Recht, sich eine Frau zu wählen, sondern, wenn geheiratet wird. dann sucht sich die Frau denjenigen aus, der ihr gefällt, und dieser hat dann das'Angebot anzunehmen, wenn ihm nicht gerade«ine ganz unmögliche Mißheirat zugemutet wird. Durch ihre Schönheit haben die Kalabitinnen allerdings nicht ihre Herrscherstellung er« obert. Sie haben strähniges, verfilztes Haar, zupfen sich die Auge.i« wimpern aus, entstellen die Ohren durch schwere Gehänge, die Nase ist breit und platt, der Mund mit den abgefeilten, geschwärzten Zähnen sieht abstoßend aus, und zu allem Ucbersluß kauen sie Betel und Sirih und spucken blutig rot. Die Männer sind aller- dings nickst viel schöner. Die Kalabiten leben tagaus, tagein von Reis, und das Salz dazu beziehen sie aus einigen vmtürlichsn Salzquellen. Aber wenn die Frauen das ewige eirterlei der Nahrung überhaben, dann veranstalten sie ein« R a t t e n j a g d, und das ist ein großes Ereignis. Die ganze Gegend wird abgesucht, und jede Ratte, die sich recht voll gefressen hat, wird unbannherzig totgeschlagen, während die mageren geschont werden, damit fürs. nächste Mal noch genug Wild übrig bleibt. Hunderte von- Ratten fallen der Treibjagd der Weiber zum Opfer. Korb um Korb füllt- sich mit dem Aas der widerlichen Tiere, und in der Vorfreude auf den Schmaus tritt man den Heimweg an. Das Langhaus stinkt; :dann förmlich nach RaSe«-- Aiv allem Eckest �und Enden steht män. �die- Kcllabiicn�in Gruppen sitzen!'hälfe gär-gebratene Rattenlclchim in Stücke reißen unfe sftählend-n' Antlitzes ldke allen aNdckrcn Me»:'.! fchen vcrabscheunngswürdigen' Tiere verfperfen:' Das Hauptfest des Jahres schließt sich an die glücklich bsendeto Reiscrnte an. Dann werden die Kalabiten, die sonst ihre Tage söhr eintönig verbringen, richtig ausgelassen, brauen einen Krug Reis- branntwein nach dem anderen, schlachten Wasserbüffel und Schweine in Mengen und leben Tage und Nächte hindurch in Saus Und Draus. Wer allzu tief in den Becher geschaut hat, wird von d«n anderen beiseite geführt und schläft sich in einem stillen Winkel den Rausch aus. Aber der Schnapsverbrauch ist doch so groß, daß sich gewöhnlich ein paar nicht sehr Leistungsfähige den Tod holen. Das ist nach den strengen Bräuchen der Kalabiten ein Grund für ein neues Trinkgelage, und die Orgie beginnt von vorn— diesmal für ein paar Wochen. ätediene dick SclbSl!— im Slratfenrerkchr Eine interessante Neuerung im Straßenverkehr wird setz: von dem Pariser Polizeipräsekten Ehiappe«ingeführt. Den geplagten und in ihren Rechten so arg vernachlässigten Fußgängern sollen die Mittel zur Selbsthilfe an die Hand gegeben werden. Bisher mußlcn sie an den Straßenkreuzungen solange warten, bis der Weg frei wgr, und mußten dann auf eigene Veramwortung den raschen Lauf und Sprung zwischen den heranrasenden Kraftwagen und Ptotorrädsxn antreten. Ost mußten sie lange warten, bevor das Signal für sie gegeben wurde. Nun soll an allen wichtigen Stellen des Straßeil- Verkehrs in Paris ein neuer Apparat angebracht werden, der in Pfosten besteht, durch die ein rotes Signal auf jeder Seite der Straße gegeben werden kann. Der Fußgänger braucht npr auf einen elektrischen Knopf zu drücken und das rote Signal erscheint, worauf jeder Wagenführer zu hallen hat und der Berkehr für 1ö Sekunden still stehen muß. Diese kurze Spanne erscheint äugen- scheinlich genügend, um dem Fußgänger das Usberschreitcn zu ar. möglichen. Damit aber diese Selbstbedienung nicht mißbraucht wer- den kann, ist die Einschaltung des roten Siglnals nach seinem Er- löschen erst nach einer Minute möglich. An den Hauptkreuzungen von Paris werden diese neuen Apparate zur Selbstbedienung Kreits aufgestellt. Zentralheizung 1200 n. Chr. Im Zusammenhang mit den Vorbereitungen für die Iahrtausendfeicr des isländischen Parlaments ist eine mleressante Entdeckung gemacht worden. Man hat nämlich gc- sunden, daß ein 700 Jahre altes Gebäude bereits Zentralheizung besaß. Bei Arbeiten an der Stelle, wo sich einst das Haus des he- rühmten isländischen Geschickstschreibers Snorre Sturlason befand, wurde eine Röhrenleitung freigelegt, die von Snorrcs Hans einig« 100 Meter östlich nach der heißen Quelle von Skrisla führte, in der das kochende Wasser in Blasen aus der Tiefe der Erde aufsteigt. Bon dort stoß das heiße' Wasser nach dem Haufe, das es wärmte, und dann noch nach einem anderen Haus, wo das heiße Wasser zmn Baden verwendet wurde. Die Feuerbejlallungen in Deutschland. In der Mitteilung übet die Zunahme der Feuerbestattung?» in Deutschland, die hie' vor einiger Zeit nach den„Staiistischm Bierteljahresherichien des Deut« schen Städtetages" gemocht wurtze, sind einige Irrtümer entHallen. Nicht 21,1 Pro;, aller Bestattungen im Reiche sind Einäscherungen gewesen, sondern nur 21.1 Proz. �>er Bestattungen, di« in den mit einem Krematorium versehenen Städten des Reiches englgt sind. Von ollen Aeitottungen im Reiche berragcn di» FeuerbestaUnngc» nur erst 6 bis 7 Proz. Auch die für Preußen und Thürtng-n a::> gegebenen Zahlen(lL.1 und 56.6 Prdz.) haben nur Geltung,>y«nn sie aus die Krematoriumsstädte der beiden Länder bezogen werden; im Verhäünis zu den Ländern im ganzen sind die Zahlen um das Zwei- bis Dreifache zu hoch. ( Theater, Lichtspiele usw. Tlallcti S u.«'/» Uhr. Barbarossa 9256 fraita 1 8 M. Wochsntg. SU. SO Pf. � M. 3 Swtfls,CortlnI. 16 Fo«:orGlrl«. Austol A Arthur.Mao Wall. Floranca ÄQrlp usw. Tigi. 5 u. 8» 50661. Z. s« 8" A tx. 8066 INTERNAT. VARIETE GROSSES SCHAUäRiELHAUd 8 Uhr: I Musketiere Regie; ERIK CHARELL I 566616« 66866. 6686». 66w6 Pf. kkilLj83SNLL~ ThSStBP Täglich 8 V« Uhr PARISER LEBEN Oparatte vors Offenbacrv R«gl«; Ousiar tiartung. Musikalische Leitung: Tbto Maf�aben. )',;.mentpiaa 6t üaoio.5583;s«. Ourvtlon Or. Harh's Hotel MW Komische Pp�r ffisUnolistr.lOt Merlair 1401 4330. .Veen vollständigem Umbau Täglich 8"< Uhr HuSla di Bulla Sobwest rou Arnold und Baeb mit Quldo Thlalee ar, Sahulr Schroib, üura H.läebranä. Walter 6aaa. Flink, Bah mir. WonaJt Lustspielhaus 81» friedriobetr. 436. Bergmatui»22 26 UeSe auf dsii raiiiso Slii RJcm&nn- Hivrk, Vorverkaui In beiden Häusern ab 10 Uhr onunt�rb'ochen. ROSE •THEATER teleoh.: Alexander 3422 u. 3464 Täglich 8 14 Uhr. Sonntags 5.15 und 9 Uhr dib czardaslflrstiR mit der weltbekannt. Musik von Emmerich Kälmän Bill Traute Rosa in der TitBirniia Regie: Haas Rose. Von je'« ab: Sonnabend S Uhr und Sonntag 230 Uhr: Vorverkauf eine Woche vorher von i'— 1 und 4—9 Uhr 8.11 461«Ulf. 281b 66661611 erlaBbi Original 18 Lawranoa Tillw-Qlrls I | Pnai WwitraiBigr. Frnnsi 8 Ttnaab etc.| IMMMMTlllUd Vfiruialtungsmitgtiederi än Freitag, bem 24. Jon not 1630,(etoe SiKunz hex SKUtlena OrtenerwoltuK?- de Otfeoenoolfana. S Uhr BrunnBiutraBe Volksstück von aroSmann und H e sse L 6»e. 6« Hidrtaa, Rtqii: Jirpe FaMlie « Uhr !o und so. so goht dar Wind 1866161 616 Z8lMd666Nl6WM HU Uhr WM Theater O.I. Norden 12310 Ttgl. fit Uhr Der Kaiser v.AmerlHa von Stmard Shtw i�e�Max Reinhardt Raminersplele D.i. Norden 12310 SV« Uhr LelztcAuflührungen Desire Komödie von Sascha Qultry Resie: Leo Mittler. Die Komödie ]1 Slsmck. 2414/731» Täglich Vli Uhr Letzte Aufführung Tom Teufel getoll von Knut Hamsun Freitag, 24. Januar 7Vi Uhr Neuelastudlenag Victoria voar.g. MeughaM. Man l?«Tnhargv Operettenliaus Alte Jakobstr. 40/32 (Xcstrel• Tbeet er) Täglich PU Uhr Der Soldat der Marie ID. a. HollEBiloifplait Vorvit. 10.2 Kf. 2091 Tielich"b Uhr SuUpIsl 86, Denisifieo Tüeaten Menschen im Hotel von Vlckl Baum. Rsgis: dastaf Mniicfns, SyniiiB 816837. kar- aareioKDBppkt.Kaoip. Könwas, 516 6.68t. v. taimay Direktion >r. Robert Klelr Ceolsehes IQnstler-Theai Barbarossa 3937 Vit Uhr Zum 25 Male Jr. zws'. IibT von Franz Mölnai mit Ho Patolun. forhzr; Souper BerliDer Hiealer Dönhoff 170 OeadtlosMa. Freitag, 24. Jan. Ti/s Uhr Deutsche Uraufführung Die Strafie. Komische Oper Friedrlchstr. 104. Merkur 1401/4330. Allabendlich 8V«U. Bulla di Bulla Sdrtml rat ln»U nä Bub. Lostspiomaus Friedrichsir. 236 Bergmann 2922.23. Täglich 8«A Uhr Liebe eof den iye}ten Vileb Kleines Tbeat. Merkur 1624 TägU SV. Uhr Qer Walzer ron beute Haebl! Max Adalbert, Erl a Claasaar, Hl de Wörner. Hermann-Scbaufug. i üeater L d. Behrenstr. 53-54 A 4 Zentrum 926-927 Direktion Ralph Arthur Roberts 8*/. Uhr ... Väter sein, dagegen sebr CASINO-THEÄTEB Lethringer Strebe 37. 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