BERLIN Sonnabend 25. Zanvar 1930 10 Pf. Nr. 42 B21 47. Jahrgang grfStint t S» l i ch«»Her Soantng«. Zuglc ch Äbnidamgab« dt«.Vorwärts' BeiuzSrretS beidt Ausgaben»sPf. rrv Woche. s,»inM. pro Monat. Redaktion und Lrpedillon; Berlin SW68.LilldeoKr.s U>»i«tse»»ret<: Die einspaltige Nonpareilleieile « Pf.. Reklamezeile» M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto! VorwärtS-Derlag G. m. d. H.. Berlin 91t.»7536. Fernsprecher: Dönhoff 292 bi« 29* Schweres Straßenbahnunglück 3 Fahrgäste in Stettin getötet, 12 schwer verletzt. Opfer der Koalition? Demokratische Partei und Preußenregierung. Stekkia, 25. Zaouar. fcklgenberichl.) Eine grauenvolle Slrabeubahukolastrophe«eignete sich henke in d« achten Morgenstunde. And« Ecke d« Roch- und Blumen st raste in dem Octoleil Grabow fuhr ein Ströhen- bahrzug mit ziemlicher Geschwindigkeit einen abschüsfigen Berg hinab. 3ll ein« Kurve versagte die Bremse, so dost der Triebwagen des Zuge» aus dem Gleise sprang. Durch den dadurch verursachten Ruck wurde der ZlnhSng« ebenfalls an» den Schienen geworfen und mit solcher Wucht gegen die etwa 25 Zeutlmet« hohe Lordschwelle geschlendert, dost er flch überschlug und gegen den Ein- gang eine» Milchladens flog, von hl« prallte et zurück und fiel quer über den Bürgersteig auf den Fahr- dam«. Da» gewallige GelSse und das Geschrei d« zahlreichen Znsasteu machte sofort die Anwohner aus den furchtbaren Vorfall aufm«ksam, die herbelstürzten uud mit den Rettungsarbelten begannen. Einige Minuten spät« kam auch die Feu«wehr und Dolizei. Unter den Trümmern de» Anhänger» wurden insgcsaml Z Totc oud 17 S ch w erverlestt« hervorgezogen. Die Ursache des Unglück» ist uoch nicht genau bekannt. Tränengas gegen Häuptling. Eingeborenenrevolte in Südafrika erstickt. Johannesburg, 25. Januar. Der EingeboreneNhäuptling Mafuri, dessen Gefanzennahme trotz grostex Polizeiaufgebote und Bombenabwürfe durch Flugzeuge sich einige Zeit hingezogen hat. hat sich ergeben, nachdem gegen ihn auch mit Tränengasbomben vorgegangen wurde. Oer professorensireik in Madrid. Lorlesungen eingestellt. Madrid, 25. Januar. Die Professoren der Universität haben beschlossen, ihr« Bor- kefungen e i n z u st e l l e n. da sie innerhalb ver von Ihnen ge- stellten Frist von 21 Stunden von der Regierung keinerlei Antwort«rhiellen. Sie hatten bekanntlich die Regierung aufgefordert, die Wünsche der Studenten nach Wicdereinstellung von fünf Professoren zu erfüllen. Neuverieilung der Mandaie? Italienische Dorschlöge finden bei Frankreich Verständnis. London, 25. Januar, f(Eigenbericht.) Aus zuverlässiger Quelle verlautet, dast im verlaufe einer ve- sprechuug, die am Freilag zwischen dem sranzäsischen Minisier. Präsidenten und dem Ualienischeo Austcnminister Grandi stall- gefunden hat, als Basis einer sranzöflsch-Itallenischen A o- Näherung die Reuvertelloag d« den Siegcrstaaten nach Beendigung de» Kriege» übertragenen Mandate an deutschen Kolonien erörtert worden ist. Grandi soll zu verstehen gegeben haben. dast Italien bei Friedenrschlust um seiueu Auteil..au d« Kriegsbeute" gekürzt worden sei und eine osseu« Aue spräche üb« eine Neuverteilung d« ehematigeu deutscheu Solootalgebiete Ver- gleichrausstchteu böte. In unterrichteten Kreisen»«lalltet, dost flch Tardieu für de« llallenlscheu Vorschlag austerordentlich Interessiere und ans seine für heute geplante Reise noch Paris verzichtet Hab«, um die Möglich- keileu einer italieulsch-französifcheu Annäherung zu prüfen. Streikunruhen in pltisburg. New park. 25 Januar. 5n Piltedurg überfielen streitende Taxifichrer dt« Streikbrecher und mißhandelten sie. Als Polizei eingriff, unter- stützt« die Menge die Angreifer. Bei dem Zusammenstoh wurden 11 Personen so schwer verletzt, daß st« ins Krankenhaus gebracht werden mutzten. Die Polizei nahm 12 Per» Haftungen vor.__ _ wegen„Spionage" und unter dem Derdacht des Pertrieb« gefälschter Tscherworizeu wurden in Moskäu vier Personen zum Töde verurieilt. Cyi fünfter Angeklagter erhiell wejjen der gleichen Delikte zehn Jahre Gefängnis. Das Todesurteil rft bereits voll» streckt worden. Das„Berliner Tageblatt", dessen Chefredakteur bekanntlich demonstrativ aus d« Demokratischen Partei ausgetreten ist. fühlt sich wahrscheinlich hierdurch veranlaßt, zu der preußischen Re- gierungsfrage sich mit besonderer Heftigkeit zum Sachwaller der demokratischen Partennteressen aufzuwerfen. Mit der eigentümliche» Stellung seines Chefredakteurs zu Organifationsdingen hängt«s an- scheinend auch zusammen, daß sich seine Bemühungen in erster Linie auf die Person des preußischen Unterrichtsministers Becker konzentrieren, der nämlich auch keiner Partei angehört. aber nach Behauptung des„BT.",„weltanschaulich aus demokia- tischem Boden steht". Der Artikel beteuert zwar mehrfach, dost die kleine demokra- tische Fraktion zu yzifern bereit fei. Diese theorctisd)« Bereitwilligkeit sieht aber— wenigstens im Spiegel de»„BT."— praktisch äußerst merkwürdig aus. Wir wissen, daß die philosophierende und ästhetisierende. Art b«.„ST." eine ebenso� starke Zuneigung zu dichterischen Zitaten wie eine aiisgesprochenc Abneigung gegen exakte Zahlen bedingt Trotzdem können wir nicht vermeiden, wieder einmal an den selljamen Umstand zu erinnern, daß die Demokratisch« Partei In Preußen bei einer Fraktion? stärke von 2l(«in- undzwanzig) Abgeordneten seit fünf Jahren 3(drei) Minister— unter Hinzurechming des von ihr reklamierten Herrn Becker— stellt, während die Sozialdemokratische Partei sich bei einer Fraktionsstärk« von 137(einhundertsiebenund- dreißig) sich in der gleichen Zell mit 2(zwei) Ministern begnügt hat. Auf die Gewißheit hin, vom„BT" der„öden Parteiarithmetik" bezichtigt zu werden, stellen wir gleichwohl fest, daß in der sozial- demokratischen Fraktion aus 68 Abgeordnete, in der demokratischen auf 7 Abgeordnete ein Minister kommt. Nun gibt es allerdings Leute, z. B. in der Redaltion des „BT", die diesen Zustand ganz In der Ordnung finden, well sie in der holden Einblldung laben, daß bei ihnen die Autorllä: in allen„Fragen künstlerischer, kultureller. und wissenschaftlicher Art" konzentriert sei. Ohne uns in einen Meinungskampf mit einem unbelehrbaren Rarzismus hierüber einlassen zu wollen, möchten wir feststellen, dast selbst dies« schätzenswerten Eigenschaften kein- unbedingte Fähigtett zum Regieren garaMieren. Es gibt— wir gestehen es ein— in der Sozialdemokratie und auch sonst uiller Republikanern ganz engstirnige Leute, di« republikanische Festigkeit, vor ollem«ine den heutigen Sioatsbedürsnissen on- gemessen« Personalpolitik eines Ministers für notwendiger hallen, als philosophiegeträntte Reden, deren Bersasier mit dein Kopf in die Wolken taucht, während seine Füße den Halt aus dem Erdboden verlieren. Dies« engstirnigen, ganz bornierten Republi- kaner innerhrib und außerhalb der Sozialdemokratie möchten z. B. wissen, was während der letzten fünf Jahr« in den demokratisch verwalteten Ministerien und ihren Ressorts zur R c p u b l i l a n i f i e r un g des Staatswesens und Staatsapparates g e sch e h« n i st, dos sich auch mix halbwegs mit den Leistungen her sozial- demokratische» Innenminister S euer in g und Erzes inskt vergleichen ließe. ' Dies« ganz engstirnigen und bornierten Republikaner fallen sogar nicht einmal bei dem Gedanken in Ohnmacht, daß an die Spitze des Unterrichtsministeriums nicht ein UniversiiLtsprosessor, sondern ein Volksschullehrer treten könnt«. Wir wissen, daß dieser Gedanke in wellen demokratischen Kreisen geradezu als Blasphemie angesehen wird, wie wir vermuten, deswegen, weil im Lande draußen die Demokratische Partei besonders um die Unter- stützung der Volksschullehrer wirbt. Rein als Sozialdemokraten ober möchten wir bemerken: Wir lassen es durchaus nicht als Ausgabe unserer Partei auf, d i e Truppen für anhanglose demokratische Ge- neräle zu stellen, zumal wir irgendein« qualitative U-ber- legenheit dieser Spezies in bezug auf Führerbegabung bisher nicht haben feststellen können, sondern eher dos Gegenteil. Für die Demokratische Partei Handell es sich kurz und schlicht gesprochen, um die Frage, ob sie mit der Illusion ein Ende machen will, daß die politische Zufallsstellung, die ihr als der kleinsten Koalitionspartei die meisten Ministerien gab, die für sie den Anspruch auf eine Lebensstellung in dieser glücklichen Situation bedeute. Ein vorbildlicher Beschluß. Kein parlamentarischer Abend der preußischen Negierung. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mtlleitt. hat das preußische Staatsministertum beschlossen, angesichts der wirffchaft- lichen Schwierigkeiten, mll denen well« Bevölkerungskreise zu kämpfen haben, den alljährlich veranstalteten großen p a r l a m e n> starischen C m p s a n g s a b e n d der S to a t sr e g i« r u n g i in diesem Jahre nicht stattsindeu zu lasten. Das Staats- Ministerium wird statt dessen einen Betrag für die Speisungen b«- dürstiger Schulkinder zur Verfügung stellen. KPO.-Provokateure. Nach dem Derbrechen von Hartmannsdorf Mordhehe gegen Sozialdemokraten. Dir lesen in der„Chemnitzer Bolksstlmme": Der sozialdemokratisch« Gewerkschaftsbeämt« Nelson in Burgstädt, der di« Verhandlungen in:.Reccnia".Konslikt leitete, Ist seit Wochen das Ziel besonders wütender kommunistischer Angriffe. Daß sich diese Angriffe nach dem Blutbad in Hartmannzdorf maßlos verstärkten ist bei der Minierarbeit der kommunistischen Führung nur zu verständlich. In den letzten Tagen hat man ihm Prügel und Ueberfälle an- gekündigt und in einem kommunistischen(abe, natürlich ano- nymen) Flugblatt verbreitet« man über ihn ungeheuerliche Lügen. Man legt« ihm in den Mund, dost er di« Erwerbslosen al»„an dem Blutbad schuldig" bezetchnet habe usw. So wird systematisch«ine Pogrom st tmmung erzeugt. Auch an anderen Orten versucht man, ein« solche Stimmung zu schaffen. In Gelenau halle«in kommunistischer Führer öffentlich geäußert, daß man dem Sozialdemotraten Richter, der Gewerkschastsbeamter des Deutschen Textilarbeiier-Verbandes ist, d i e „Fresse vollhauen" müßte. Richter stellt« diesen Helden, warans der Kommunist die Aeußerung wiederholte. Die Folge wer ein Aus schlutzverfahren der Organisation. Aus das Er- suchen, von sich aus Kollegen zu benennen, die als Schiedsrichter zu fungieren hätten, schrieb der wackere.Klassenkämpfer": „Aus Ihr Schreiben vom 11. Januar 1930 teile ich Ihnen folgendes mit: Auf ein Schiedsgericht verzichte ich Ich war schon einmal in einem solchen tatig als Beisitzer und weiß, welche ekelhaft« Komödie dort gespielt wird. Auch lehne ich ab, micb als Spielball soztaljaschistischer Gewerkschastsbonzen benutzen zu lassen. Was den Griwd meines Ausschlusses betrifft, erkläre ich nochmals vor Ihnen:„Diesem Gewerkschastsbonzen Richter mutz die Fresse vollgehanen werden". Zu diesem Ausspruch st ehe ich heute noch und sehne den hossenllich in cht mehr allzu fernen Tag herbei, wo nicht mir mit jenem Richter, sondern mit der gesamten sozialsaschiftischen Führerschaft, von den obersten Spitzen bis herab zu den kleinste» Sönzchen, Abrechnung gehalten wird. Dieses Schreiben mag sich jener Richter an seinen Trotzkiorden hängen. gez. Kurt Wilhelm. Gelenau." Ja. es bleibt nicht bei dieser Hetze! In einem Ort des Erzgebirges wagten es junge Burschen, die von den Kommunisten maßlos verhetzt waren, zu erklären, daß sie mll diesem Dolch- messer(damit zeigten sie auf einen scharfen Dolch, den sie bei sich trugen)„dem... abends in den Wanst stoßen" würden. Wer erinnert sich in diesem Zusammenhang nicht an unseren Genossen Pari» in Glauchau, der von einem ähnlich verhetzten jungen Burschen(der sich Mll Stolz„Rotfrontkämpser" nannte) niedergestochen wurde? Und darum sagen wir. dast dt« kommunistische Füh- rung und di« kommunistischen Redakteure die intellektuellen Urheber solcher Mord- und ande» Lieber dem Riff gekentert. Oer Ltntergang des„Monie Cervantes".— Hebung unmöglich. Nach den bei der hamburg-Südameritanischen Dampf- ichifsahrlsgesellschast heule eingegangenen Nachrichten besläligl es sich, daß Sapilän Dreyer mit dem„Monte Cer- vanles" untergegangen ist und den Tod gesunden Hot. Kapitän Dreyer hatte bis zum letzten Augenblick iminer noch an der Hoffnung festgehalten, daß es ihm möglich fein werde. de» �Monle Cervantes" frei zu bekommen, obwohl die Unter- fuchungen im Schiffsraum ergeben hatten, daß das Riff, auf das der Dampfer gelaufen ist, fast das ganze vorder- schiff ausgerissen halte. Gestern mittag hatte sich die Situation für den„Monte Cer- oantes" noch erheblich verschlechtert, denn durch die starten von der Seite kommenden Seen hatte sich dos Schiff mehr nach Steuerbord geneigt und dadurch wurde dos vorhandene Leck so stark erweitert. daß der erste Ingenieur dem Kapitän die Meldung erstatten mußie, daß die Pumpen trotz voller Höchstleistung das eindringende Wasser nicht mehr herauszuschaffeu imstande seien. Man hatte in der Befürch- tung, daß das Schiff sinken werde, in Tag- und Nachschichten den gesamten Proviant und das Gepäck, vor allem aber auch Palten und Bretter aus dem Schiff herausgerissen, um für die Passagiere an Land Baracken herstellen zu tonnen, für den Fall, daß die Ankunft des hilfeschisfcs sich verzögern sollte. Außerdem war es trotz aller Bemühungen nicht möglich, die Mannschaften während der Nacht unterzubringen, da man vor allen Dingen erst für die Passagiere gesorgt hatte, die trotz der hllfsbereitschaft der vor Ushuaia liegenden Schiffe und der Bevölkerung nur in primitivster Weise unterkommen konnten Die Situation wurde gegen Mittag des gestrigen Tages bereits sehr kritisch, da das Vorderschiff vollief und innner tiefer ins Meer hinabsank. Der Kapitän gab den Befehl, daß die ge- fsmte Besatzung von Bord gehen solle, blieb aber selbst aus der Kommandobrücke und war trotz allen Zurelens der Offiziere wicht zu bewegen, seinen Platz zu verlassen. Der 1. Offizier und der Oberingenieur blieben bis wenige Minuten vor der Katastrophe bei Kapitän Dreyer und vermochten sich selbst im letzten Augenblick nur mit Mühe zu retten.— Wie wir yon der Hamburg- Südamerikanischen Dampsschissahrtsgefellschaft erfahren, dürfte es leider ausgeschlossen sein, den„Monte Cervantes" zu heben. In dem durch seine Strömungen und seine Stürme gefürchteten Bßagle- Sanol, wo übrigens auch vor einem Jahre das dänische Schulschiff untergegangen ist, liegen weit über IVO Schiffe aller Nationen, die dort durch die Strömung oder durch die Winterstürme auf die Klippen getrieben worden sind. Nach einer Auskunft des argentinischen Marineministeriums, an das sich übrigens auch die Versiche- rungsgefellfchaften inzwischen gewendet haben, besteht keine Mag- lichkeit, im Kanal den„Manie Cervantes" zu heben, da bei den ganz eigenartigen Witterungsverhältnissen, den hohen Seen und den überall unter Wasser lauernden Klippen den Hebeschiffen dasselbe Schicksal drohen würde, wie dem„Monte Cervantes". Die Kosten für ein solches Unternehmen wären so groß und mit einem so hchen Risiko verbunden, daß selbst im günstigsten Falle die auf- gewendeten Mühen und Mittel den Erfolg nicht lohnen würden. Denn bei dsp Lage des Schiffes muß damit gerechnet werden, daß die vom Februar bis April einsetzenden starken Stürme den jetzt unter Wasser liegenden Schiffsrumpf so weit zerstört haben, daß trotz aller Abdichtungen auch die Maschinenanlagen völlig unbrauch- bar geworden wären. Die Hamburg-Süd wird also von sich aus keine Derfuche niachen, den„Mo nte Cervantes" zu heben, und auch die Versicherungsgesellschaften dürften von dem Versuch absehen, durch eine etwaige Hebung ihren Verlust zu vermindern.— Nach den in Hamburg vorliegenden drahtlosen Meldungen des„Monte Sarmiento" ist damit zu rechnen, daß das Schiff am Sonntag i» Ushuaia eintrifft, um nach Uebernahme der Passagiere am Montag den gefährlichen und ungastlichen Bcagle-Kanal wieder zu ver- lassen. „Rote Kahne" auf der Anklagebank. Die Beleidigungen gegen den Polizeipräsidenten. Bor dem Schössengericht Berlin-Mitte verantwortete sich heute wegen öffentlicher Beleidigung des Polizeipräsidenten Zörgievel der verantwortliche Redakteur der„Roten Fahne" F i r ll Ausgangspunkt des Prozesses ist das Maiverbrechen der Kommunisten. Im Gerichtsgebäude und vor demselben großes Polizeiaufgebot. Punkt S Uhr wird die Lerhandlung vor dem Erweiterten Schönen- geeicht eröffnet. Den Vorsitz führt Landgerichtsdirektor R ü ck e r t, den Angeklagten verteidigt Rechtsanwalt Dr. Apfel. Der Vor- fitzende verliest den Eröffnungsbeschluß, der Angeklagte erklärt, er übernehme die Verantwortung für den ihm zur Last gelegten Artikel der„Raten Fahne" vom 1. November vorigen Jahres. Anläßlich des Urteils in einer Verufungsverhandlung gegen die Redakteurs der„Roten Fahne", Schräder, Hirsch Und Norden, die wegen Auf- forderung zum Ungehorsam gegen Behörden angeklagt waren, brachte die Nr 202 der„Roten Fahne" einen Artikel mit. der lieber- schrtft„M assenmörder Zörgiebel auf der Anklage- bank". In diesem Artikel hieß es u. a.:„Nochmals entstand das Bild des sozialdemokratischen Polizeipräsidenten Zörgiebel, wie er in die herzen und Hirne von Millionen Arbeitern unverwischbar ein- gehämmert ist. das Bild eines mit kühlem Vorbedacht hantelnden sozialdemokratischen Arbciterschlächters." Wenige Zellen weiter las man:„Dem Zörgiebel blieb es vorbehalten, den Leweis dafür zu erbringen, daß der sozialdemokratische Polizeipräsident und Mörder «in und derselbe Begriff ist." Der Angeklagte Firl erklärt, daß er berell sei. den Namen des Verfassers dieses Artikels zu neunen. Dies fei bis jetzt nicht geschehen, uni das Berfahren nicht nnnützerwuse zu verzögern. Dar Vorsitzende meint dazu, daß die Namensnennung in diesem Augenblick eine Eröffnung des hauptoerfahrens nicht zur Folge haben würde, der Staatsanwalt äußerte jedoch den Wunsch, den Namen des Bersassers zu kennen. Rechtsanwalt Dr. Apfel ver- spricht, im Lause der Verhandlung darauf zurückzukommen. Anschließend stellte er eine Unmenge von Beweis- antrügen, deren Begründung er stundenlang von seinem Schriftsatz abliest. Der Verteidiger beantragt u. c. auch die Heranziehung ver- schiedener Artikel des„Vorwärts", die in scharfen Worten das Ver- lialten der Kommunistischen Partei geißelt und von deren Blut- schuld an den Mmunruhen spricht. Oberstaatsanwalt Köhler widerspricht den Anträgen des Verteidigers. Er erklärt u. a., die Berichte des öffentlichen Ausschusses zur Prüfung der Maiereignisse können In einem Beleidlgungsprozcß nicht verwertet werden. Samt- liche anderen Beweise dürfen in diesem Falle einfach nicht erhoben werden, wenn nicht der bestehenden Rechtspraxis ins Gesicht ge- schlagen und der Eindruck vermieden werden soll, daß hier zugunsten einer Partei das Tribunal zur Szene gemacht werden soll. Der Beschluß des Landgerichts III, der in bezug auf hölz den Ausdruck „Massenmörder" für einen nicht beleidigenden Ausdruck erklärt Hot. ist juristisch unhaltbar und wäre, wenn Laien mitgewirkt hätten, nie zustande gekommen. Dieser Beschluß widerspricht der Rechtspraxrs. die stets in Deutschland üblich war. Cr ist auch in keiner Weise für dieses Gericht bindend. Der Kernpunkt der Frage der Beweiserhebung liegt aber Im folgenden: Im Gegensatz zur üblen Nachrede aus dem§ ISK und zur verleumderischen Beleidigung aus§ 187 läßt der§ 185, der bloß die formale Belsidigung strafe, etnen Wahrheitsbeweis nur in Ausnahmefällen vor. Der Ausdruck Massenmörder hat bloß einen verurteilenden Sinn, er stellt ein« Beschimpfung dar, die nicht an gewiss« Tatsachen geknüpft ist. Es ist auch vollständig abwegig, diese Be- schimpfungen in eine Reihe zu bringen mit der scharfen Kritik, die von verschiedenen in den Anträgen zitierten Zeitungen und Zeit schriften geübt worden ist. Polizeipräsident Zörgiebel hak ln keinem Falle gegen diese scharfe Kritik Sirafantrag erhoben. Da, Recht, diese Kritik zu üben. ist eine» der schönsten Rechte des freien Staats, es darf nicht geschmälert werden. Es ist aber Pflicht der Lehörden, etnc verrohende Sampseswelse zn rügen. Wenn ich als republikanischer Staatsanwalt angesichts dieser meiner Stellung von der kommunistischen Press« als reaktionär bezetch rcl werden sollte, so wird der Ausdruck reaktionär in diesem Falle für mich einen Ehrennamen bedeuten, hinzu kommt, daß das im Artikel der„Roten Fahne" ausgesprochene Werturteil in keiner Weise mit den Ereignissen des 1. Mai in Verbindung gebracht wird. Dos ist bis jetzt entgangen. Das Wort Massenmörder ist im Zusammen hang mit einem Gerichtsverhandlungsberichi gefallen, der Tatsachen betras, die weit zurück lagen und die Unterüberschrist des Arukels am 17. November, Abrechnung mir der Arbeitermörderpartei, heißt, daß er für die Propagaick» nur zu den Stadtveordnetenwahlen dienen sollte. Ich würde es begrüßen, sagt der Oberstaatsanwalt, wenn die Maworgänge von amtlich berufener Stelle geprüft würden, ein Prozeß wegen formaler Beleidigung ist aber nicht die geeignete Gelegenheit dazu. D i e Bewcisanträge, die für das Strafmaß für die Beurteilung der subjektiven Seite der dem Angeklagten zur Last gelegten Tat von Bedeutung sein könnten, zuzulassen, überlasse ich dem Ermessen des Gerichts. Rechtsanwalt Dr. Apfel ergreift noch einmal das Wort, um in längeren Ausführungen die ablehnende Stellungnahme des Ober- ftoatsamvalt» zu bekämpfen. 11. a. machte er dem Staatsanwalr den Vorwurf, daß dieser Politik in den Gerichtssaal hinein- gebracht habe. Oberstaatsanwalt Köhler blieb bei seiner ablehnenden Haltung den Anträgen der Verteidigung gegenüber und mo'.nte, wenn jemand Politik in den Gerichtssaal hineinbringe, so s« es die Gegenseite. Das Gericht zog sich zur Beratung zurück. -cn Btuttat« n sind. Sie schüren abgrundtiefen haß nicht gegen den.Klossenieiod, sondern gegen die Klassengenossen in der Sozialdemokratie— und sie versuchen sich dann yach jedem Blutbad als unschuldig hinzustellen. Nicht die Verhetzten klagen wir an, sondern diehetzer. Sie und ebne gern folgend« Gruppe von„Kommunisten", die mit den: schassenden und klassen- bewußten Proletariat nichts zu wu hat, sonder« zu der Schicht gehört, für die ein großer Sozialift dos Wort„Lumpenprole- tariat" prägte. Wann weiden die wenigen ehrlichen Kommu- nisten, die heule noch der Partei der Goldhammer, Opitz und Renner angehören, diesen„Führern" und diesen Mitlä«seNl-den Rücken kehren?" Berlins Kaffennot. Zu der Kritik an den Sparmaßnahmen das Magistrats. E» war vorauszusehen, daß die vou der Stach! Verl!« Zwangs- mäßig gütoffmen Sparmaßnahmen zn lebhaften vis- kusjioven in der Bevölkerung und in der presse Anlaß geben würde». Auch wir haben des öfteren aus die(Befahren hingewiesen. die eine rigorose Sparpolilik heroufbeschwöoea müßte. Aber wir haben uns andererseits der Erkenntnis nicht verschließen können, daß der Rlagistrat, um zu verhindern, daß die augeublick- liche schwere Finanznot flch zn einer«akaffropHe aoemirkt. außergewöhnliche Maßnahmen ergreifen mußte. Dße Aufnahme de, S-Millioaen- Darlehens und die datmrch erzielte Möglichkeit, die dringlichsten Bauten sorlzusehen, zeigt, daß der Magistrat energisch bemiihl ist, die soziale Not zu lindern und nicht noch zu verschärfen. Zu den getrossencn Maßnahmen äußert sich das Nachrichtenamt der Skadl Berlin nachstehend: Di« Sparmaßnahmen im laufenden Haushalt, die der Magistrat für das letzte Etatsvierteljahr angenommen hat, haben vielfach« Kritik erfahren. Es ist zweifellos, daß sich über di« B-- rechtigung, ja auch über die Möglichkeit der einen oder der anderen Maßnohme streiten läßt. Eine Diskussion der Oeffeotlichkelt hier- über kann dem Magistrat nur willkommen sein. Es darf aber bei dieser Diskussion nicht vergessen werden, daß die Finanznot Berlins im Laufe des Vierteljahres eine Kassennot ist, daß sofort, vom Tage ihrer Anordnung an, sich finanziell aus- sofort vom Tage ihrer Anordnung an, sich f i n a n z i« l l aus- wirken. Eine Reform der Verwaltung, deren beschleunigte Durch- sührung der Magistrat ja selbst angekündigt hat, gehört sicherlich nicht z» diesen Maßnahmen. Es war aber auch bei der höhe der einzusparenden Mittel nickst möglich, Sparmaßnahmen imr innerhalb eines einzelnen Aerwaltungszweiges zu treffen. Bei sämtlichen haushaltskap-teln find vielmehr die lausenden Ausgaben auf die Möglichkeit von Cr- sparnisien durchgeprüft worden. Die betreffenden Maßnahmen sind selbstverständlich auch nicht, wie es bisweilen dargestellt worden ist, einseitig von der Finanzverwaltung getroffen, sondern sie sind erst durchgeführt worden, nachdem die Fachverwaltungen sich darüber geäußert hatten, ob die Ersparnisse ohne schwere Schädi- g u n g möglich sind und welche Folgen sich etwa daraus ergeben könnten. Bei dieser Sachlage muß jede Kritik fruchtlos bleiben, di« nur ein einzelnes Gebiet herausgreift und die Beseitigung ge- wifler Sparmaßnahmen als erwünscht oder notwendig hinstellt, ohne zu zeigen, welch« anderen Maßnahmen auf demselben oder auf einem anderen Gebiet getroffen werden können, die für die Verbesserung der augenblicklichen Kasieniage dieselbe Wirkung wie die von dem Magistrat vorgeschlagenen haben. Insbesondere ist es ein zweckloses Beginnen, wenn die an einem einzelnen Verwalwngsgebiet sachlich interessierten Kresse Schonung gerade ihres Gebietes unter dem Motto:„Spart, aber spart nicht an....!" verlangen. Denn dieser Ruf wird mit Selbstverständlich- keil dann von den an einen, anderen Gebiet Interessierten mit der- selben Berechtigung oder Nichtberechtigung aufgenommen. Durch- greifend« und gereckst oerteilte Sparmaßnahmen würden, wenn der Magistrat diesen Forderungen folgen wollte, überhaupt nicht möglich sein. Es darf aber zum Schluß noch einmal darauf hinge- wiesen werden, daß gerade diejenigen Ausgaben, di« der Linde- rung der augenblicklichen sozialen Not dienen, durch die Mahnahmen des Magistrats nicht eingeschränkt werden. Einigung beim Zündwarenmonopol. Das Kontingent der Genossenschaften bleibt. Die Regierungsparteien hi'lten heut« früh noch vor dem Be- ginn der Sitzung des Haushaltsausschusses eine interfraktionelle Be- sprechung ab, in der sie sich auf«inen Kompromißantrag zum Zündwarenmonopol einigten. Danach bleibt das Monopol- frei« Kontingent der Großeinkaufsgesellschast.'n der Konsum- vereine in der von der Regierungsvorlage vorgesehenen höhe (28000 Normaltisten für die Hamburger, 3700 Normalkisten für die Kölner Organisation) bestehen. Eine Kürzung tritt aber ein bei den S t e i g e r u n g s s ä tz e n, dir die Regierungsvorlage oll- jährlich für die Kontingente vorgesehen hat. Der Steigerungssatz vermindert sich nach dem Kompromißantrag für die Hamburger Organisation von 345 auf 230 Normalkisten, für die Kölner Organi- sation von 56 auf 37 Normalkisten. Die in der Vorlage vorgesehenen Kleinverkaufs-Höchstpreise werden durch den Kompromißantrag zu Kleinverkaufspressen schlecht' hin. also zu Festpreisen gemacht, die nicht überschritten, aber auch nicht unterboten werden dürfen. Die Abweichung von diesen Pressen soll nach dem Konpromih bestraft werden. Schließlich ändert der Kompromißantrag die Regieruiwoorlage in der Beziehung, daß an Stelle der vorgesehenen Ermächtigung zum Erlaß von Aus- führungsoorschriften d!« Muß-Bestimmung aufgenommen wird: ..Die Reichsregierung erläßt mit Zustimmung des Relchsrat» Durch- jührungs- und Ausführungsbestimmungen zu diesem Gesetz, ins- besondere auch Vorschriften zur Sicherung der Qualität und über die Ausstattung der Zündwaren: Znwiderhandlnngen können mit Geldstrafen bedroht werden. Schüsse auf die Mutter. Er wollte sich rächen, weil er„schikaniert" wurde. Der 17 Jahre alte Bäckerlehrling Fritz Mockert. der am Freitag früh in der S p e n e r st r. 8 auf seine Muiter fünf Schüsse abgab, von denen zwei trafen, wurde bei der Kriminalpolizei einem eingehenden Verhör unterzogen. Er gibt die Tat zu und be- hcmptet, daß er seine Mutter erschießen wollt«. Ueber die Gründe befragt, erklärt er. daß er zu Hause ständig„schikaniert" worden sei. Sein selbstverdientes Geld hätte man ihm ab- genommen Er bestreitet den Eltern das Recht dazu, da nicht sie, i andern sein Großvater in Rüdersdorf ihn erzogen habe. Daß er es auf keiner Lehrstelle lange ausgehallen habe, liege daran, daß ch« sein« Angehörigen schon vorher immer„schlecht gemacht" � hätten Aus einer Lehrstelle in Landsberg a. W. entlief er und 1 fw* gu einem Berwandten nach Opach in Sachsen. Dort blieb er j auch nicht lange. Er stahl eine Pistole, fuhr nach Dresden, kaufte sich Munition, entwendete ein Motorrad und kam dann nach Berlin. Schon den Berwandten in Opach haste er gesagt, daß er nach Berlin fahren und sich an seiner Mutter röchen wolle. Der Haßgedanke ist bei dem Jungen schon fast zur fixen Idee geworden. Er wird heute wegen versuchten Mordes dem Jugendgericht vorgeführt werden. OieZukunstswechsel der Sowjets. Urteil über Litwinow wird am Montag gefällt. pari», 25. Januar.(Eigenbericht.) Im Prozeß Litwinow ist am Freitagabend die Zeug«nvern:h- mung zu End« geführt worden. Das Urteil wird voraussichtlich am Montag gefällt werden. Eine der Zeugen behauptet«, daß der Angeklagte Lumina« m Warschau schwere Unterschlagungen begangen Hab«, woraus dieser mit zornbsbsnder Stimme leugnet« und erklärte:..Ich bin u n- schuldig, aber mein Bruder, der Bolkskonmiifsar Litwinow, und Stalin selbst haben zusammen einen bewaffneten Ueber- fall auf eine Bank in Tiflis begangen und dort 500 000 Rubel gestohlen." Einarmiger als vierfacher Lebensretter. proßnlh in Böhmen. 23. Januar. Am oberen Teiche in Proßnitz brachen. 20 Meter vom Ufer enifernt, vier Knaben im Aller von 7 bis 10 Jahren auf dünnem Esse ein und verschwanden in der Flut. Bei dem Versuch sich zu retten, brachen sie immer wieder mit dem Eise ein. Der ein. armig« Arbeiter Josef Formanek stürzt« sich ins Wasser und rettete nachundnachalle 4Sinder. während an hundert Personen ratlos zusahen. Dem � Retter wurden Ovationen gebracht. Do? thüringische Staalsminlsterivm hat— wie uns aus Weimar gemeldsr wird— beschlossen, den Putschisten Fr ick zum stellvertretenden Reichsratsbevollmächtigt»» zu bestellen." Theater u „Vicioria" in der Komödie. » Diese Neueinstudierung von Maughams„F a r c t"(das soll heißen: ein Stück verballhorntes Leben) erweckt vor allem die Usberzeugung, daß Max Reinhardt die Fähigkeit besitzt, jedes Bühnenwerk, und sei es noch so untheaterhaft, ja qualitätlos. in«ine Form zu kneten, die bezwingt. Damit ist nicht gemeint, daß „D i c t o r i a* em wertloses Stück sei. Aber ein anderer hätte das Stück in die Atmosphäre der Operette oder Revue gestellt, wenn nicht «n« harte, knallende Satire daraus gemacht. Nur Reinhardt tonnt« es ermöglichen, daß dieses leichte, alles und sich selbst verspottende Spiel wieder einmal zwischen den Zeilen inehr zu sagen hat, als uns die Worte vermitteln, die der Schauspieler spricht. Wir lachen herzlicb über Victoria, die zwei Gatten hat und einen dritten heiratet, über die Schwiegermutter, Mrs. Shuttle� worth, und Emilio. den Tanzlehrer. William, der erste Gatte, kehrt aup dem Kriege heim, inzwischen aber hat Victoria seinen Freund Frederick zum Mann genommen, denn William war unter den Tot- geglaubten. Was jetzt drei Akte lang geschieht, ist dem Inhalt nach so unwichtig und nichtssagend, daß es sinnlos wäre, davon zu er- zählen. Denn wie gesagt: Was geschieht, ist Nebensache. Wie es von Reinhardts Gnaden geschieht, darum handelt es sich hier. Denn das Ganz» ist so entsetzlich lustig, so furchtbar lächerlich, so erschreckend komisch, daß einem— obwohl man lachen muß— manchmal das Gruseln über den Rücken läuft. Und diese Situation bodenloser Leichtfertigkeit nähert sich mituMer mit haar- sträubender Deutlichkeit der Lebenssiwotion einer Gesellschaftsklasse, die wir olle kennen und nicht sehr schätzen. Fiebernd, jagend und überspitzt hüpft Szene um Szene vorbei. Eine Revue des Galgen- Humors. Es spielen mit: ch er mann Thimig, Gustav Gründ- g« n s, die schöne Lili Darvas, Ida Wüst, der Artist unter den Schauspielern: Eurt Bois, Julius Falkenstein, Lucie Höflich, und wieder ist R o m a n o w s k y der Herrlichst« von allen. Mischa Spolianskys Musik zwingt uns fast, mitzu- hüpfen. Nach Ende der Vorstellung gibt es in der Komödie Gesellschafts- abend. Viele Tische und Logen und leere Sektgläscr sind aufgestellt. Es ist sehr zu bedauern, daß Reinhardts Inszenierungen in diesem Jahr«,„Vom Teufel geholt� und„Victoria", in so kleinem Theater gcübt werden. Vor einem ausgewählten Publikum: Aus- gewählt im Sinne viel Geld hoben und viel bezahlen können. •Alexstider von Sacher-Masoch. New öerf auf der Bühne. Ärrliner Theater:„Sie Straße.* Im Programmheft des Berliner Theaters setzt Elmar Rice auseinander, was ihm bei seinem Scherns'„Die Straße" vorgeschwebt hat. New Jork, das Massenqua- von sechs Millionen Menschen, hat sein Gesicht oerändert, schrriH er. New Jork llt aichers als all« übrigen großen Städte, es>st einzigartig, es i-artet darauf, dramatisch geformt zu werden. Ein dankbarer Vorwurf» Nach diesem Lorwort sitzt man gespannt im Parke'l und freut: ll.h darauf, Bekanntschaften zu mächen mit neuen Menschen auf e itern fernen Erdteil. Der Vorhang geht auf: man fleht ein grandioses Bühnenbild— von E ri ch E. Stern— einen Wolten- ! ratzer mit vollkommener Illusion der Wirklichkeit. Die Mietkaserne lpeit chre Menschen aus, sie klatschen über ihren lieben Nächsten man ahnt entfernt Schicksale, die sich hinter den Mauern in der S ille und öffentlich abspielen. Ein hübscher Austakt, denkt man, nur ein bißchen lang geraten, im zweiten und dritten Akt wird uns New Jork sein Gesicht zeigen. Es zeigt es aber nicht. Di« drei Akte erschöpfen sich in ödem Tratsch und Klatsch, über gute und ichlechte Nachbarn, über Ihre Fehler und Vorzüge. Auch der knallige Effekt des Schauspiels, der Schuß des eifersüchtigen Ehemanns auf Frau und Nebenbuhler, weckt den Zuschauer nicht aus der Lethargie, in die er trotz des glänzenden Ensembles versinkt. Elmar Rice schreibt in dem erwähnten Vorwort:„Ich denke, daß diese einzigartige und erstaunliche Stadt ungehobene Schätze an Dramenstoffen hat." Ein wahres Wort. Auch er hat sie nicht gehoben. Er hat den Hinterhof einer Mietkaferne beschrieben, lang- weilig, ohne Sinn für das Wesentliche, einen Ausschnitt hat er gebracht, der zu jeder Prooinzftadt paßt, bloß nicht zu New Jork. Von der Straße, dem geschäftigen Leben und Treiben einer Mil- lionenstadt und ihrer Atmosphäre keine Spur. Das liegt nicht allem am Autor, es liegt auch am Regisseur Heinz Hilpert, der hier völlig versagt hat. Merkwürdige Duplizität der Ereignisse: Das Lolksstück der Volksbühne„Apollo Brunnenstraß«", hat denselben Stoff. E» ist weniger anspruchsvoll aufgezogen, aber tausendmal lebendiger, kräftiger und die Wirklichkeit formend. Mehr als fünfzig Darsteller bemühen sich um das öde Schau- spiel, darun'er solche vom Rang« eines Bassermann, einer Grete Mosheim. Ein dritter spielt sich in die erste Reihe der Berliner Bühnenkünstler, Richard Duschinsky, neben der Mosheim die innerlichste Leistung des Abends. Ein paar Lichtblicks: die tomischen Partien des Karl Huszar-Puffi, Rosa Palettl. Lotte Stein und ein Hund, der ebenfalls für Er- heiterung sorgt. Schon nach dem zweiten Akt machte sich im Theater Wider- spruch bemerkbar. In die Beifallskundgebung mischten sich Zischen und Pfiffe. Am Schluß de» Abends fetzte eine ungeschickte Klaque chre Kräfte ein. Wozu? Direktor und Regisseur hätten während der Proben merken müssen, daß das Schauspiel nicht nach Berlin und nicht in die Zeit paßt. Mit künstlich gezüchtetem Beifall können sie den asthmatischen Lebensatem des Stückes nicht kräftigen. Ernst Degner. Mia Werber in der„Geisha". Oevtsches Volkstheater. Sie war die erst« Geisha in Deutschland vor vielen Jahren, damals, als die Operette von Jones ihren Siegeszug antrat. Das klein« Persönchsn verhals der Geisha zu dem großen Erfolg. Ein» schöne umfangreiche Stimme vereinte sich mit einer Grazie. die für viele als typisch japanisch galt. Aber was einmal war. ist heut« nicht mehr. Mia Merber würde jetzt kaum noch dies« Rolle übernehmen, di« ihr früher die größten Triumph« einbracht«. Die Aufführung wird zu einem Erinnerungsfest für Atere Damen, die da? ZAeater bis zum letzten Platz füllen, und sich an ihr« Jugend erinnern. Wer aber Mio Werber nicht vor irüher kennt, begreift heut« schwer, daß diese Künstlerin einmal in dieser Rolle Berlin begeisterte.—«■ nd Tänze. Tänze. Zwei ehemalige Klant-Schülcrinnen tanzten im Schmechten- saa l. Am ersten Abend: Iwa Langentels. Schmale, hohe Gestalt. Ausdrucksvolle Attitüde, namentlich in Profilstellung. (.Lento.") Sehr schön in feinen, schwebenden, gleitenden Rhythmen („Fließend.") Im originellen Wechsel zierlicher und energisch auf- trumpfender Schritte und Sprünge.(„Bunt bewegt.") Am stärksten in der strengen und zugleich zarten Majestät gotischer Liniengröße, der man das Pathos glaubt, weil es aus tiesster Seele flutet.(„Traumbefangen.") Hier liegen fruchtbare Keime eines wurzelechten kullifchen Tanzstils, den die junge Künstlerin pflegen tollte, denn er ist eine Seltenheit im Gebiet des modernen Tanzes. und, zur Blüte entwickelt, ein kostbarer Besitz. Zwei Klippen sind zu überwinden: D!« Bewegungen des Ober- und des Unterkörpers gehen nicht immer zusammen, es scheint zuweilen, als ob jeder Teil sich selbständig gemacht hätte.(„In schwingender Bewegung.") Und auch die Kompositionen sind nicht immer aus einem Guß. Be- stehen aus Einzelheiten, Mosaikstückchen, die jedes für sich originell und interessant, nicht immer zum lebendigen Organismus erwachsen. („Walzer,„Allesro con brio* und, am meisten störend, in der „Legende".) Alles in allem: eine reich«, vornehme, Gutes verheißende Kunst. Am zweiten Mend: Ellinor Bahrdt. Debütierte vor einem Jahr. Zeigte schon damals restlos die Eigenart und die Vorzüge ihrer Kunst. Ist inzwischen erstaunlich gewachsen. Wirkt nicht nur durch feinsten Kunstoerstand, sondern packt durch seelisch« Vertiefung. Reißt hin durch wuchtiges Sichausgeben. Besonders schön der„Leginn" mit seinem machtvollen Schreiten, seinen pathetischen Schwüngen, seiner schlichten, klaren, eindrucksvollen Gliederung und Staffelung.„Klingende Ferne"—«in leise melancholisches Lied der Sehnsucht in suchenden, tastenden, fragenden Rhythmen. Im ersten Teil der„Tanzdichtung" kräftige Steigerung in Schwüngen und Sprüngen, anwachsend zu einem berauschenden Furioso und melodisch abklingend im Zusammenfalten der schönen Schlußattitüde. Besonders wirkungsstark die leichteren Tänze. Das wundernette„Spielerffch bewegt". Ballettgeist? Vielleicht. Aber nicht in den mechanischen Pas und Posen einer verkalkten Technik produziert, sondern frisch aus dem Herzen gestaltet. Leben und echte Freudigkeit sprühend. Der„Ausschwung", die esfekoollste Leistung des Abends. Mit seinen virtuosen Kehrtsprüngen ein technisches Bravourstück. Und darüber hinaus ein poetisches, schönes Gedicht. Wir werden Ellinor Bahrdt diesen Winter noch in der Volksbühne begegnen. Als gewissenhafter Tanzchronist registrier« ich zum Schluß noch das Auftreten des Fräulein Senta Maria ans München. Blumiger Dilletantismus. Typus der höheren Tochter, der Mittt! geraten Hot, sich im Kunsttanz ausbilden zu lassen und der Wigman Konkurrenz zu machen. Der aber ein erfahrener alter Onkel sagt: Laß den Fürwitz, mein Kind, und wenn du durchaus tanzen mußt, so produziere deine Künste im engsten Familienkreis. John Schikowski. Oer Elettrotechmsche Verein. Festsitzung im Saal der Krolloper. Der.Elektrotechnische Verein wurde vor 50 Jahren von Werner Siemens und dem damaligen Staatssekretär des Reichspostamts, dem Begründer des Weltpostoereins, Heinrich Stephan, ge- gründet. Wie den Verein, so schuf He.nrich Siemens überhaupt erst den Nomen Elektrotechnik, während man bis dahin nur von angewandter Elektrizitätslehre gesprochen hatte, und die Entwck- lung des Vereins zeigte, wie sehr seine Gründung dem Bedürfnis der Zeit entgegenkam; in seiner ersten Bersommlung hatte er be- reits S4ö Mitglieder, nach zwei Iahren schon über l.5l)l>, davon 1000 in Deutschland außerhalb Berlins und über 200 im Ausland. Gegen- wärtig zahlt er mehr als 3000 Mitglieder. Zur Feier seines öOjäHrigen Bestehens, die mit einer Fest- sitzung bei Kroll eröffnet wurde, haben sich Vertreter gelehrter und technischer Körperschaften nicht nur aus allen Ländern Europos eingefunden, auch aus den Bereinigten Staaten von Amerika, aus Kanada, Argentinien sowie aus China und Japan fanden sich For- scher und Ingenieure ein, um dem Verein persönlich Grüße und Glückwünsche zu überbringen. Der Ehrenvorsitzende Staatssekretär a. D. v. S y d o w betonte in seiner Eröffnungsansprache, daß die Elektrizitätslehre vor fün'tig Iahren nur ein Teilgebiet der Physik war. das keineswegs mit ihren anderen Gebieten in engem Zusammenhang stand, heute aber be- herrscht sie nicht nur die Technik, sondern liefert in den Elektronen die wesentlichsten Bausteine zu unserem gesamten noturwissenschast. lichen Weltbild. An dieser Entwicklung haben Forscher, Entdecker und Erfinder aus allen Kulturstaaten mitgearbeitet, aber die Namen deutscher Forscher und Ingenieur« stehen hierbei nicht an letzter Stelle. Der Dorsigende des Vereins Pros. Karl Wilü Wagner wies mit Stolz und Dankbarkeit auf seine Gründer hin, Heinrich Stephan und Werner Siemens, deren Gedanken und Wirken von einer Tragweite waren, die weit über die Grenzen Deutschlands und Europas hinausreichte. Die Geschichte des Vereins ist aufs innigst« mit der Entw'cklung der Elektrotechnik im letzten halben Jahrhundert verbunden, die sich in seiner Zeitschrist lebhaft widerspiegelt. Reichspostmimster Dr. Schätzel. der auch die Grüß« der preußischen Regierung überbrachte, übergab eine vom Reichepostamt dem Derein gestiftete Bronzebüste seines Gründers Heinrich Stephon, Generchdirektor Dr. Petersen eine vom Verband Deutscher Elek- trotechniter gestiftete Bronzebüste von Werner Siemens. Am Abend vereinigte die Teilnehmer ein Festmahl. Heute(Sonnabend) findet eine technisch-wissenschastliche Tagung statt, in der eine Reihe bedeutsamer Vorträge gehalten wird. St. Friedrichsiag der Akademie. Die Akademie der Wissenschaften beging in gewohnter Weise den Gedenktag ihres Erneuerers und zweiten Begründers, des prou- (zischen Königs Friedrich II. Der Vorsitzende, Sekretär Prof. Lüper?, gab einen fesselnden Ueberblick über die Geschichte der Akademie und ihr« orgamsatorische Entwicklung in den verschie- denen Epochen ihres Bestehens. Er schloß daran einen kurzen Tätigkeitsbericht, wobei er die Bedeutung der wissenschaftlichen In- stitute hervorhob und dem Bedauern Ausdruck gab, daß die Akade- mi« sich die eigenen naturwissenschasllichen Institute Hot nehmen lassen und auch nicht genügende Fühlung mit der Kaiser-W'lhelm- Gesellschaft unterHaft. Längere Berichte erstatteten Pros. Kehr über die Arbeiten der spanischen Kommission während der letzten drei Jahre und Prof. Lieberdach über dos Jahrbuch der Fortschritte d« Mathe matit, das seit dem Eintreten Amerikas und Japans in die mathe- matische Großproduktion an Umfang gewaltig zugenommen hat. Dann hielt den Festvortrng Prof Heinrich Maler über„Di« Ansänge der Philosophie des deutschen Idealis- m u s". Am Ausgangspunkt der idealistischen Philosophie, so führte er aus, steht der große Königsberg«! Ph'lojoph Immanuel Kant. Er zeigte dann, daß Kants unmittelbare Nachfolger, vor allem Fichte, keineswegs, wie dieser selbst glaubl«, die Kontischen Gedanken weiter ausbaute, sondern sie vollständig umbildete. Seine „Wissenschastslehre" ist keineswegs schon in Kant begründet, ion dem die stärksten Anregungen empfing er durch die von Rousseau hervorragend beeinflußt«, als„Sturm und Drang" bezeichnet« kulturelle Bewegung, die dem Aufklärungsgeist leidenschostlich ent- gegenwirkend, der Romantik den Boden bereitet hat. Kant selbst erkannte sehr wohl, daß Fichtes Welt eine völlig andere als die seinige war. und zog einen scharfen Trennungsstrich zwischen sich und Fichtes Wissenschaftelehre. Doch blieb auch er nicht völlig unberührt von dem Geist der neuen Zeit, er hat ja über der Lek- türe von Rousseau„Emile" seinen täglichen Spaziergang ve'gesscn. Fichles Schüler Schelling knüpfte an die Geschichtsphilosophie und den Spinozismus des Sturm- und Drangphilosophen Herder an und gab der idealistischen Philosophie die Wendung, die zu Hegel führte. Auch der vierte der großen deutschen Idealisten, Schleiermacher, der Philosoph der religiösen Romantik, hat vcyn Sturm und Drang, von dessen Spinozakult. die entscheidenden An- regungen empfangen, und so schloß der Vortragend« mit den War- ten, daß die Idealisten zwar von Kant ausgegangen sind, aber der Geist, in dem sich Kants Gedanken deuteten und wendeten, stammt vom Sturm und Drang. Et. jugeadoorslevuog der volkebühn«. Sonntag. 26.. IS Uhr findet eine besondere Jugend» orstellung im Theater am Bülowplah ftot», Zur Slussührung gelangt„Avollo Brunnen st raße', Bollsstück mit Ge'ang von Stephan Grohmann und Franz Hassel. Karten, zu« Vorzugspreis von 30 Pfennig, sind noch an der Kasie zu haben. .Neue deutsche Itoveliea' lieft in einem RezitahonSabend der Volksbühne CS. B. am 27.. rO Uhr. im Bürgersaal des Rathauses, Alfred Beierle. Einlaglarten 0,60 Ml. am saaleingaug. 3m verein fflr veulsche» Kunstgewerbe spricht am 29. Rechtsanwalt und Notar Dr. Werner Liebenlbal über.Stieiizüge durch da« Kuusliwutzrechr". Ter Bortrag findet im Höriaale der Slaatncken«unstbibliothei. Prinz- Albrccht-Slr. 7a, statt. Beginn 20 Uhr. Gäste willlommcn, Einiri t srei. dassolle aus der Bühne. Waldemar S i I a r z hat ein Tramo. datz LasiallcS pollliso e und tragische Clxmenz dmflcCt, und in dem aicher Lassalle und feinem Kreis auch Bismaick und Mary austreten, vollendei. SS ericheint unter dem Tilel.Der Er löler im Frack' im Bühne»- vertrieb von Felix Stössinger, Verlag und Antiquariat, Berlin W S. Nur geträumt! Es hat nie Bombenwerfer gegeben. Wir müssen unsere Leser um Entschuldigung bitten, daß wir im vergangenen Sommer sie glatt angelogen haben. Wir berichte- ten damals über eine Serie von Bomb« nattentaten im holsteinischen und angrenzenden hannoverschen Gebiet, die auf Landratsämter, Regierungsgebäude, Prioathäuser linksstehender Personen usw. verübt wurden. Wir haben unseren Lesern damals sogar Abbildungen gezeigt, auf denen die Zerstörungen an den betreffenden Gebäuden— oft reckst erheblicher A r i— zu sehen waren. Wir haben dann weiter die Verhaftung der Atten- z täter gemeldet und bei dieser Gelegenheit auch die b e i i h n e n noch vorgefundenen Höllenmaschinen in bildkichsr Repro« duttion wiedergegeben. Schließlich haben wir dann aiich stach Meldungen von umfassenden Geständnissen der Bom- benattentöter gebracht. Nun müssen wir reuig gestehen: es ist alles nicht wahr ge- wessn! Es war alles nur ein Märchen— vorausgesetzt, daß die Hngenbergsche Presse die Wahrheit schreibt. Und daran ist doch wohl nicht zu zweifeln! Im„Tag" des Herrn Hugonberg lesen wir nämlich einen Artikel mit der schönen Ueberschrift: Bumm! Das Märchen von den Bomben. In diesem Artikel bekommen wir zu lesen, daß olles nicht der Fall gewesen ist, daß alles nur Erfindung und Phantasie der Polizei war. Wer es nicht glauben will, der lese: Es war einmal ein Feuerwerkskörper in Beidenfleth und ein Pappkarton am Reichstag, und beide gaben einen lauten Knall. Den hörten zwei Mäner mit großem Berg ü- gen, urck» ste hießen mft Namen Severing aus Berlin und Dr. Weiß dito, und sie klatschten«rsreut in die Hände und riesenr Eiapopeia, welch«In schöner LärmI Dabei können wir ruhig an unsere Arbeit gehen. Und da sie noch nicht gestorben sind, so leben und arbeiten sie noch heut«. Bumm! Das ist das Märchen von den Bomben. In der gleichen Stummer des gleichen„Tag" setzt Herr Hug«n- berg auseinander, warum er nicht in die polnische Arena herabsteige. Nämlich, weil es dort zu unanständig zugehe. Wie gut kennt doch Herr Hugenberg die von ihm finanzierte Presse!_ Dänemark schafft Todesstrafe ab. Neues Sirafgesetzbuch in Krast. Kopenhagen. 24. Januar. Da» Folkeking hak das neue Slrafgesehbuch m» IIS gegen 45 Stimmen bei 4 Enthaltungen angenommen. Die 1 o d e?- strafe wird darin abgeschafft. Oie Liebe der Blockgenoffen. llnüberlreffbare Worte. Dem nationalsozialistischen bayerischen Landtags- abgeordneten S ch e m m wird m einer bayerffchen Zeitung das folgende Zeugnis ausgestellt: „Daß zu setner journalistischen Tätigkeit di« wider wartigst« Gesinnung, die größte moralische Per- werflichkeit und der nur irgendwie zu erreichend« Tief- standder politischen Meinung gehören. Leute, die nur beim Geruch der Kanalabwässer journalistffche Arbeit leisten können, müssen der allgemeinen Verachtung anheimfallen. Eine solche Sllrobatik der Unbildung wird nur als Schild vorgehalten. damit hinter ihm die persönlich« Verworfen- h e i t ihre Selbstbefleckung treiben kann." In bundesgenossenschaftlicher Hugenberg- Freundschaft dem nationalsozialistischen Blockbruder gem-di'" vom deutschnationalen.Lofer Anzeiger"! Zungsozialisten und pariei. Engste Verbindung mit der pra tischen Agitationsarbeit. Zu diesen Tagen fand die diesjährige Generalversammlung der Zungsozialistischeo Vereinigung Groß. Berlin stall, vom Bezirksvorstand der Berliner Sozialdemokratie war Genosse Künstler erschienen. Einleitend hielt Genossin Anna H a r t o ch ein Referat über „Alte und junge Generation der Partei*. Die Jugend müßte in ihrer besonderen Klassenbedingtheit erkannt iverden. Die Besonder- heit der Lage der proletarischen Nachkrtegsjugend erklärte die Rodneri« aus der Besonderheit der imperialistischen Epoche, die d!« Illusion der Verknüpfung proletarischer und kapita- lijtischer Interesse» mit sich gebracht habe. Di« proletarische Jugend sei der Gefahr der kleinbürgerlichen Beeinflussung, des kapitalistischen Strebens nach persönlichem Vorteil stark ausgesetzt. Die Reserentin gab abschließend eine Reihe von Anregungen für die praktische Arbeit der Iungsozialisten, deren Blidungsarbeit nur in engster Verbindung mit der praktischen Parteiarbeit nutzbar gemacht werdsn könne. An das sehr gedankenreiche und anregende Referat schloß sich eine eingehende Aussprache, an der sich auch Genosse Künstler beteiligte. Die Vertreter der verschiedenen Gruppen berichteten aus ihrer Erfahrung, wie weit die Vorschläge der Ge- nossm chartoch bereits in die Praxis umgesetzt sind und wo noch Schwierigkeiten bestellen. Den Geschäftsbericht über das vergangene Jahr gab Genosse Seigewasse r. Zusammenfassend konnte festgestellt worden, daß die Bewegung in Berlin gute Fortschritte g er. lacht hat: acht neue Gruppen konnten ins Leben gerufen werden. Vor allem aber hat sich die Zusammenarbeit mit der Partei sehr gut gestalte». Die Bildungearbeit wurde in engster Verbindung mit dem Bezirksbilidungsausschutz, als dessen Vertreter Genosse Schenk der Tagung beiwohnte, durchgeführt und in iein Programm ein- gegliedert. An der W a h l a r b e i t und sonstiger Agitationsarbeit haben sich die Iungsozialisten l'bhast beteiligt. Eine neue Aufgabe wurde durch mehrfach durchgeführt« Landagltations- fahrten in Angriff genommen. Auch an diesen Bericht schloß sich «ine sehr lebhast« Ausspräche an. Eine Reihe von Anträgen beschäftigte sich mit besonderen Organifationsfragen. Schwierigkeiten in der Arbeit entstanden besonders durck) die Gründung von Gruppen junger Parteigenossen in verschiedenen Kreisen und Ao- teilungen. Das Nebeneinanderherarbeiten verschiedener Organisationen muß in Zukunft behoben merden. Ein Antrag des Arbeitsausschüsse: forderte die Genossen besonders auf, F u n k t l o« närposten in der Partei zu übernehmen. Die Wahl des Ar- beiteousschulles erfolgte nach den Vorschlägen der Gruppen: die Zusammensetzung ist im wese»tlichen die gleiche geblieben wie bisher._ „(Schoko ade?" Aus den Geheimnissen der Winkelbetriebe. 3n die geheimnisvollen Rezepte mancher Winkel- schokoladenfabrikauken leuchkeke eine Verhandlung vor einem Berliner Schösscngerichk hinein. Fräulein Asta hatte es erreicht, an' ihrem Geburtstage sollte oi« Verlobung allen Bekannten und allen überraschten und nicht minder irdischen Freunl innen bekanntgegeben werden. Im Vor- gefühl die, es erhebenden Augenblicks in ihrem jungen Dasein stieg Asips Stiinmungsthermometer in ruckweisen Sprüngen. Welt, wie bist du wunderschön! Und in dieser Stimmung hätte sie die gsmze Welt umarmen und versüßen können.--- Sie erinnerte sich plötzlich. daß sie noch eine ganz frische Packung mit Schokoladen- Plätzchen besaß, die ihr galanter Bräutigam ihr drei Tage vor Ultimo für Zl) deutsche Reichs Pfennig« bei einem fahrenden Straßen- Händler erstanden hatte. Lea ä peu vertilgte sie den gesamten Schokoladenvorrat. Aber bereits einige Stunden später zu nacht- schlafender Zeit erwachte Asta plötzlich und ihr Inneres revolutio- nierte. Asta wand sich vor Schmerzen, sie konnte kein Auge schließen und am anderen Morgen war st« so schachmatt, daß sie wie tute Scheintote im Bett lag. Und das an ihrem Verlobung». tage. Gegen Mittag erschien ihr Bräutigam, der fassungslos von ihrem Geschicke erfuhr und sofort einen Arzt herbeiholte. Der stellte eine unangenehme, aber nicht weiter gefährliche Darmreizung fest. Immerhin war die bereits vorbereitete Verlobungsfeier in» Wasser gefallen, die geladenen Gäste mußten ausgeladen und die Verlobungsonzeigen abbestellt werden. Der enttäuscht« Bräutigam nahm die letzten Krümel der unheilbringenden Schokoladenplätzchen und ging damit spornstreichs zur Polizei. Asta war nach zwei Tagen wieder gesund, aber trotzdem kam der Fall vor das Schöffen- gericht, wo der inzwischen als Hersteller der Schokoladenplätzchen ermittelte Fabrikant wegien Vergehens gegen das Lebensmittel. gesetz unter Anklage stand Der Verhandlung, an der eine Zieihe von Sachverständigen teilnahmen, gab einen Uesen Einblick in die Geheimnisse der„Schokoladefabrikation*. Man arbeitet dort in den mehr oder weniger wilden Betrieben gewissermaßen nach dem Rezept des Schokoladenersatzes, den man natürlich als .garantiert rein* auf den Markt wirft zur Beglückung der fchokolade- hungrigen Zeitgenossen. Der angeklogt« Fabrikant, der wegen seiner bekannten Billigkeit einen großen Kundenkreis befaß, fabrizierte feine Schokoladeplätzchen aus Zucker, Erdnußöl und etwas Zusatz von minderwertigem Kotaopuloer. Von diesen schokoladeähnlichen Produkten wunden bei dem Fabrikanten große Mengen beschlagnahmt: sie sind nicht direkt gesundheitsschädigend, immerhin können st«— wie bei Asta— empfindliche Belästigungen und Störungen verursachen. Das Gericht ließ noch einmal Milde walten und verurteilt« den Angeklagten nur zu einer Geldstrafe von 30 M.. weil inzwischen der Betrieb sowiefo zusammengebrochen ist. Alsdann trat der Ausschuß dl die Beratung der Strafhestini- mungen«in, die sich gegen Betrug richten. 8 243. der den B«> trug mit Gefängnisstrafe bedroht, und Z 544, der bei gewerbsmäßigem Betrug Zuchthausstrafe androht, wurde nach dem Re- gierungsentwurf angenommen.§ 345 behandelt den Notbetrug und sieht eine Gefängnisstrafe gegen denjenigen vor. der aus Not be- trügt und nur geringe Nachteile zufügt. Auf s oz! a ld«mn- kratischen Antrag wurde die Höchststrafe von 3 Monat«» Gefängnis auf 6 Wochen Gefängnis ermäßigt. Arbeiksgemeinschast der Sinderfreunde, kreis Neukölln. Dir veranstalten am Sonntag nachmittag, pünktlich 16 Uhr, in der Aula des Kaiser-Friedrich-Realgymnasiums, Kaifer-Friedrich- Straße 208/210 einen Werbsnachmittag: Eine Stunde bei den Roten Falken. Erwachsene 0,25 M. Kinder frei. Wir bitten um rege Beteiligung. welter für Berlin: Noch trocken und ziemlich heiler, bei im ganzen wenig oeränderten Temperaturen. Für Deutschland: Temperaturen allgemein wenig verändert, im Westen stark wolkig, nur vereinzelt etwas Regen, im Osten noch keine Aenderung. Oer Wucher im Gtrafrechi. Wird er noch ver'o gt? Der Strasgesetzausschuß des Reichstages beriet gestern die Wucherparographen des Entwurfs. Nach diesen Bestimmungen soll Geldwucher mit Gefängnisstraf« und wenn er gs- werbsmäßig begangen wird, mit Zuchthaus, ferner gewerbsmäßiger Sachwucher ebenfalls mit Zuchthaus bestraft werken. Oberreichsanwalt Ebermeyer verteidigte die Vorschläge des Entwurfs. Dr. Rosenfeld(Soz.) hob hervor, daß der Wucher eine der fluchwürdigsten Straftaten sei, daß sich gegen Bewucherungen das allgemein« Rechtsempfinden aufbäume, besonders in einer Zeit wie der jetzigen, in welcher infolge des Krieges und jeiner Folgen die Gefahr einer tcucherischen Ausbeutung, zumal in der jetzigen Zeit der Arbeits'osigkcii besonders groß sei Zweifellos fei es die! Pflicht des Gesetzgebers, der Bewucherung scharf entgegenzutreten. Man solle nicht von Strafparographen zuviel erwarten. Schon im Jahr« 1893 habe der Abg. Frchme für die sozialdemokratische Fraktion ausgeführt, daß unser ganzes Wirtschaftssystem auf der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen beruh«, und daß daher, wenn man die Ausbeutung der Notlage gründlich strafen würde, von der ganzen besteherden Wirtschaftsordnung herzlich wenig übrig bleiben würde. Man geh« ober auch heute, obwohl der Wucher sozusagen aus der Straße liege, nur in wenigen Fällen dem Wucher strafrechtlich zu Leib«. Zm ganzen Jahre 1926 find in ganz Deutschland wegen Wucher- delikl» nur 29 Personen verurteilt worden. Nicht«in einziger zu Zuchthaus! Nicht«in einziger zu Gefängnis über ein Jahr. Wie kann man da eine wirksame Bekämpfung des Wuchers von Strafparagraphen noch erwarten. Wenn die sozial- demokratische Fraktion den Vorschlägen des Entwurfs zustimme so geschehe dies lediglich, um wenigstens die Möglichkeit zu ftrafrechllichsm Vorgehen zu schaffen. Abg. Alexander(Komm.) wünschte Strasvorschriften gegen Lohnwucher und Lohndrücker«!, indem er darauf hin- wies, daß die Strafparagraphen notwendig feien, da die Gewerk- fchaften nicht stark genug seien.(Abg. Rosenfe'd: Schuld der Kam- munisten.) Alexander fortfahrend: Es fei Pflicht jedes Kommu- nisten, den Gewerkschaften anzugehören.(Wg. Dittmonn: Aber ihr verherrlicht die Unorganisierten!) Theater der Woche. Vom 26. Januar bis 3. Februar. Volksbühne. Stnin tat KüampUtt: Av-llo. Brunnenlkabe. Staalstheater. fUaaitavtt Haltt de» tiabta: 2K. y.ofcttlanofltf. 27. fft« 28. Taltfftina. 29. Carmen. 80. O.'bcDo. 81. 6inf#nielnn8ert. 1. Ts»ca. 2.$•« CnltiiStuna an» b< m Serail. 3. ffooaUet'a 9"iifticona. Saia-al. ©toalsap« am Tin» bei SepablU: 28. unb 8. San, Seilina. 27. unb 1. Sie verknust« Braut. 28. Sa'ome. 28. SZIebermau,. 30. ff.delia. 81. Ton ©loronni. 2. Flieaerbe Holländer. StäMittf« Over 6' atlo.tenbrta: 26, 28., 81. ffcboro. 27. tmb S.®«- WToTenc SotftcHun«. 29. Sitflonb. 30. Kauberflöte. 1. Maskenball. 2. Pique- Tain«. Staatl. Stfon'bienar«»m ecrbarmcaparli; 28 unb 27. Otb-llo. 28. unb 8. Wallensieins Lauer. Vicrolomini. 29. unb 81. Wallenstein» Tob. 80. unb 2. STOuiif. 1. Peer ffinnt. L isMer-Tb eater Sbarlottenknirq: 26.. 27. So unb fo. fo qebt der Wind. 28.. 29. unb 81. Kabale unb Liebe. 30. unb 2. Florian©euer. 1, Hans im Schnakrnioch. 3. Trribjaqb. Theater mit festem Spielplan. Tbeaier am Sebiffbnaerbamm: Di« ffiartenloub«. 28., 8. HH Übt: Hmnefli«— Deutsch«, Slea er: Der Kaiser von Amerika.— Hammersp'cle: Ad 27. Der Sonb bat— Di» Komtbit: Viktoria.— Theater am Xolcnbatf- Pia»; M-nschen im Sotel.— Theo'er in der Könioqriixrr Straße: Prokrssor Bernbarbt.— Komcb'tnboa«: Der Lllqner unb bie Sionn«.—©toße, Schau- svielbau»! Die 8 SRurfeliete,— Theater be, Westen«: kotel Stadt Lemberq.-- Dent'che» Vollethea'er: Die©eisha.—. Komische Oper: Hnlla bi Bulla.— Deutsche, Künstle-. Theatee:©ins, zwei. br«i unb Soiwer.— Lustspi-lhau»: Lieb« auf ben zwe'ten Blick.— Leslwq-Tbeater: Die Affäre Drenfus.— Theater iu der Behreustrube 83—31:... Bafer sein, bancqen sehr.— Keutral-Thenfer: Der So'bat der Mar e.— Metropol Dheater: Da, Land b«, Lächelns.— Berliner Theater: Die S'tafie.— Die Tribü-e: Ktaufropfet,— Kleine, Theater: Der Raiier von bei te nacht— chafino-ZVater: Sein« fobell ber Bettlet.— Schloßpatk-Theatet Steqlih: Der Karemibsch.— Wiutetqatteu, Plaza. Seals: Internationale, Bar' et«.— Beich»halea- Theater: Etettiner Sänger.— Theater am Kattbusser Tae:©litr-Sänaer. Theater mit wechselndem Spielplan. stiale-Tbeoter: Bi, 28. Die©farbasMrstin. Ab 29.©afparon«.— Theale» iu ber Klostersttahe: Bis 26. Schneider Wibbel. Ab 27. FriibUngsenvachen. Nachmittagsvorslellungen: BaNellllhu«, Theater am BÜIornplat: 2«. Apollo. Brunnen stroße. 8. Arn. nest«. Theater am Schisfbauer da mm: 28.. 8. Die Dreigroschenovet.— Tb:atet iu der Käuiqqräi-er Straße: 26.. 2. Die erste Mro. Selbv.— Kamkbieuhau»- 28.. 2.©harlev« Dante.—©roß«, Schaulpielfaus: 26., 2. Die 8 MuÄettere.— Deutsche, B->lI,th«ater: 28. Die©eisha.— Komisch« Oper: 26.. 2. Krau ohne Kuß.— Deutsche» Künstlertheater: 28., 29.. 30., 1. Kakadu— Kakaba. 2. Die anbete Seite.— Theater i» der Bebrrustraße 31—31:... Vater sein, baqegen feilt.— Siose Theater: l.. 17 Uhr. 2.. Hin Uhr: Der qestiesttlt« Kater. 2.. lIVi Uhr: Di« Csorbaafilrfttn. 1. Ziachworslellunq. 2314 Uhr:©asparoni.— Theater in ber Klosterstrabe: 26. 2.. 15 Uhr unb 1.. 16 Uhr: Dornriischen. 36., 17 Uhr: Dobinson. 2., 17 Uhr: Schneider Wibbel.—©chlaßpaick.Theater Stcflli»; 26. Der Le'haorbift.— Wiuterqor'eu: 2«.. 1., 2. Internat'onale, Variete.— Plaza. Scala: Internationale, Bariet«.— Reichabakleu-Tbeater: 28.. 2. Stettiner Sänger.— Theater am Kottduffer Tot: 26., 2. Clite-Sängcr. Erstausführungen der Woche: Montau. Sammerspiel«: Der Kandidat.— Dieupta«. Kleine, Theater: Vettern<23'� Uhr).— Theater in ber Klasterstraßr: KrÖHIingserirachen.— Mittwach. Rose-Theater:©afpatone. Brrantworhl.'üt hie Sieboktion: Wolfgaag Schwarz. Berlin: Anzeigen: Th.©lock«, Berlin Verlag: Vorwärts Brrlaq©. m b s.. Berlin. Druck: Borwärlo Buch. bruckerei und SniaasanstaU Paul Singet& Do. Berlin SD 68, Linbenstraße 8. Hier»» 1 Beilage. -—- j TUe TUe&ler. Luiilspiele ustv Sonnab, 25. 1. staats-oper Untc d. L nden Tdil-ii. I Sl Kl S Jaiie-te.-*. So. 24 19 Uhr Palestrlna Ende nach 23 U. Sonnabn 28. 1. Stadt Oper Bismarcr Str. Tumus!l ,9-, Uhr Othello Ende n. 22>h U- Staats-Oper 1b Plih dir R.-S. 2 ,9"» Uhr Carmen Ende n. 22'/. U. Staatl. SchausplL im OeoulerBir.pjnti St. B. V. Sa«o. 4 Jaim-äL-V. Ka. 22 20 Uhr Musik Ende geg. 23 U. MI.WIet-NMMiiVg. 20 Uhr Florian Geyer Ende gegen 22'» Uhr CASINO-TBEÄTER '.othrlnter Strafe 37. Der Sensatlons-Schiogen Seine Roheit der settier miiiiiiiiuiuiiituiiiiiwnit liiiiiiiiuiiiuiiiiuiiiiiitnniMiin trod da ersjcl. haute» Programm Für unsere Leser I Omscnein'üt l— a Personen Fauteuil nur 1�3 bU, Sessel 1.75 5U, Seinstipe Preise Parket' u. Rana iu<0 M. Tlcllch 5■.>'/, Uhr. Bariiaroua UM fr*:» i e m. wachMitg. su. u n.-a m. 8 Sw:(ti,CarUnl, IS Fe««r GIrl», Auttal ©Arthur, Mit Wall, Florenc©Srlp uiw. Tig..» U. SIS ionni. 2, 3 s 6' I A ex. 8066 [INTERNAT. VARIETE 8.15-Iii# cou. 281« taoffien erliobi Original 16 lawra»M Tillsr-Olrls! Faul Vtsiannalar. Enatt© Tiobos tte. onoabano u. Laaalav l» 2 VorsttDuager | 4 na 8" Jor 1 Uhr«leine Preise.' Oeoisdiet Ibeaier J. 1 Norden 1231' Tägl. 8"» Uhi Oer Kaiser v.Amerika von Bernard Shaw Reg- Max Rclnbtrdi Kammersplele D.I. Norden 12310 f'U Uhr Ifoni Teifel ge!io]i von Knut Harn um. Montag. 27. Januar 7>, Uhr Zum I. Male Der Kandidat von Carl Siernheim bile: Btn biDrfdL Die Komödie >1 Bismck.2411/7S16 »-a Uhr Victoria von S. Maugham. Regle Max Reinhardt 3arnowsl(y- Sühnen shaetsr o a», riniggrlleer SlreOe 73 gl ich 8-/« Uhr rpe'eeeot' sesthhei�ii von Irtkar Icknlhi» bjk: Isidor Smunliy Mombdianhaua TScilch 8'h Uhr ner LOsnar und d.enonne von cm-reetz Komische Oper Friedrich Str. 104. Merkur 1101 4330. Allabendlich 8'.'. U. IIa di Bella st»»»il nc tmll ol tat. Lustspiaihaus Fried rlchstr. 236. Bergmann 2922/23. Tigiteh«"» Uhr Liebe auf den zvellen Blick Metropol-Th. Pu Uhr Das Land des LKeheins Vera Sdiwan, Richard Tauber Musik von Franz Lebchr Lessing-Tlieater Norden 10846 rägiieh 8 Uhr Altars oreyfus vpn Rehfisch und UertO'. Met o. Westens Täglich 8-/. Uhr; flolel Sladf Lemderd Musik von Gilben. Kilbe Doroch Uo«bat»— dort VoiKshtttine Ttato ib BJIotplitz. 8 Uhr Ura utflihrun g Apollo. Brunnanstrasa Volksstllck von GroBmann und Hessel. Mmit; Th« Kaduhtr. klrgu Ftfalioi. ZjzztI.tdiIIjek-II>. « Uhr Florian Geyer ibnitf bib smiHbainrflaam t'U Uhr meGartenlBDbe Kleines Theat. Merkur 1624 Tägl. PU Uhr Der Walzer von beote Macht! Max Adalbert, Erl a Glassner, Hi de WOrner, Hermanr-Scha ifuf. Direktion >t. Robert Kielt Deaisehes Iflnsiler-Theti Barbarossa 3937 PU Uhr Jb'. zws'.dier von Franz Molnai Bit Mn PiDuteg. Vorher: Souper Ssrliner Tiiea'ei Dönholl I7u Täglich.'U Uhr Die StraBe Hit Albtrl Basurmuu Regie rteinx Hllper Operettenhans Alte Jakob str. 20/32 (Zentral. Theater) Täglich st.« Uhr Der Soldat der Marie Sonntag nehm. 5 U. Kleine P.else Friederike Reichshallen-Theater Abends GD sonn na oadinLii] Sielflner-sanger Das groBe Januar-'rogramm! Zos SdJu!:„10818 Wildwesl" iUäi»lltzp htli» Preiu, Wiks Fnzr. OönHofF-eptttt': 10 croüB koiBmenn Taul Falkoer-OrAesurl MMÄÄM j O-Baka Bmuiiijiläli Iraolj Sdali HasioluUt 108/14 j Grosses BocHbierlest und grosser Alpenbatl. 1 1 iQtCa.— Im DdonUma.- SO dyM, Kidk| ElnlaB: Wochentags 6 Uhr. Sonntags 4 Uhr. Frankfurter Allee 313*314 Hcnny Porten in Die Herrin und Ihr Ifnechl mit Ige Sym und Fritz Kampers Auf der Bühne (zro$e internationale Variet�scfaau Beginn< Wochcnfchg* 5, J, 9 Uhr Sonniags 3, S, 7, 9 Uhr ajy— Direktion Dr. Martin Zickel WWW Komische Oper Fredrlchstr.tOl Merkur 1401 4330. Nach vollsrändinem Umbau Täglich 8''i Uhr HulEa di Bulla Schwank von Arnold ond Bach mit Guido Thielac er. Schul? Lohre n. uro, H Webrand, WetUr Ra e Flink Behmer Wertk sonotBo oamninao 4 ühn Frau ohne Kussl Lustsptelhaus 8"> Friedrichstr. 256. Bergmann 2922 23. Uelie Ä(te zwelteii w. Riemeua- Haedc. Vorvorkau- in Deiden Häusern ab 10 Uhr ununterbrochen. I bester Ld.Behrenstr. 53-54 Olrekiloa Ralph Aribar Robert« 8'/« Uhr ... Vsler sein, dagegen sehr Sonntag auch nachm. 4 Uhr(halbe Pr.) Renaissance-Theatap Täglich 8 V« Uhr PARISER LEBEN Ooorette von Offenbach. Regie: Gustar riartuna. Musikalische Leitung; Theo Mackeben. — Stein»«rz C 1 1901 u. 7583184.— GROSSES SCHAUiPiELHAUo © Uhn 3 Musketiere Regie: ERIK_CHARELL A SooDtBo aa mm. bbbol übDib Fr. ToeaL b. Koitd.Tor Kottb. Str. 6 Tägt S Uhr auchSonnt. nad m.3U.: Elite- sanger. Das große Januar-Prorr.l Da» kann man 8 mal sehen! EoHon UAstJfwül ROSE -THEATER"iÄT Telenh. Alexander 3422 u 3494 1 äglich 8" Uhr Sonntags 8.18 und 9 Uhr Ole czamasüirsiin mit der weitbekannt. Musik von Ettrmerlcn Kälmän mitTractüRcseindarTiiefroUB Regie: Ha..3 kose. Von jezt ab: Sonnabend 8 Uhr und Sonntag 233 Uhr; Der gestielelte fiater Vorverkauf eine\Voche vorher von 1'— 1 und 4— 9 Uhr Vorvk. I0-2�Sb209) Täglich«R» Uhr Sastspl«) 888 DsatsffiBo Tbeators Menschen im Kotel von Vickl Baum. Itsgli:(te!(Wasens. Svbiile Binder,«/ar- BareieKarüj-o.Kemp. iuriws s. Men.ea. v. ifllma» Planeiarinm am Zoo»»»M (enärij. lotchmtbui!.tnb 3.5 Barbarossa 8878 16'. Uhr Clt WliOr- »ternbilZar \PU Uhr Dar PKioi Jnpitar. 20';. Uh 1 MerkwDrdlga B er,,(limt iJnrju Eintritt I Mark, Kinder SO Pf. Mittwochs halb* Kassenoreise. s tn der Gesamtauflafe de».Vorerfirt»' elnd besonder» earkseas and trotzdem leHrbtlHö! Mein Kapitän- Kautabak schmeckt mir doch am besten! Sonntag, dea 28. Januar mittags V,l Uhr (Oeiloge Sonnabend. 25. Januar 1930 SsvMpnd CtnVnuiaiÄ» rf« Wir hatten ein« sunge Danie zu Tisch gebeten, vertraut mit allem, was man„gesellschaftlichen Schliff" nennt, klug und anregend in der Unterhaltung, in jeder Beziehung gewandt und gebildet. Trotz- dem würde mancher ehrbare Bürger, dessen heimlich« Sünden seine weiß« Weste nicht fleckig erscheinen lassen, weit von ihr abgerückt sein. Denn sie schleppt die Last eines Vorurteils mit sich, dos bisher bestehen blieb und aller Aufklärungsversuche spottet«.„Fürsorge- zögling"... von der Ocffentlichkeit noch immer gleich gesetzt mit „verdorbener Mensch" und„Verbrecher" Wir sprachen über die auf so wunderbore Weise zur modernen Erziehung bekehrte Frau Meier, über Bibel und Stock als Er- ziehungsfaktoren. und es ergab sich von selbst, daß Gerda— so heißt die junge Dame— auch auf ihr Schicksal hinwies. Sie erzählte: „Wenn ich heute sagen soll, wie ich In Fürsorgeerziehung kam, weib ich es selbst nicht mehr recht. Mein Vater war gestorben, viele Kinder in, Hause, die Mutter voller Sorgen und ich ein we.rig, was man in der Dorstadt„großfrefsig" nennt, im Grunde nur bestrebt, als Mensch von starkem Selbständigkeitegefühl mich nicht still- schweigend zu fügen. Als es meiner Mutter zuviel wurde, ging sie mit mir zur„Evangelischen Z c n t r a l st« l' e", deren leiten. der Geistlicher mein gesetzlicher Vormund wurde Iä> kam, knapp vierzehnjährig, sehr schwächlich, in eine Dienststelle aufs Land Sie kennen Landarbeit! Es hieß mit gekrümmtem Rücken Disteln stechen: den ganzen. Kuhstall hatte ich junges Ding zu versorgen. Von aller Welt war man abgeschnitten. Geld sah ich niemals, und auch an Kleidung fehcks es sehr. Genug— ich habe es eines Tags körperlich nicht niehr geschafft und mußte mich mül-sam vom Feld nach Hause schleppen, wo ich dem Bauern Bescheid sagte Die Antwort war eine Ohrfeig-', daß mir gleich die Nase blutere Manche Maßnahme, die von der Behörde sehr gut gemeint ist, scheitert einfach an den wirtschaftlichen Verhältnissen, denen gegen- über man in Amtsstuben machtlos ist. Sie werden im weiteren Verlauf meiner Schilderung noch sehen, wie man, statt zu bessern. genau das Gegenteil erreichen kann und wie es nur einem günstigen Zufall zu danken ist, wenn aller Schaden spurlos an uns vorüber- geht. Aber zunächst unterstand ich ja der Fürsorgeerziehungsbehörde noch nicht, nur dem evangelischen Gcneralnormund. Man nahm mich aus der ersten Stelle, und ich kam in ein Rettungshaus Langenau als Dienstmädchen. Dort waren vorwiegend ältere Frauen untergebracht- i)u Schwestern waren ungemein streng: das Beten nahm kein Ende, und mir jungen, Ding fehlte es an jeder Gesellschaft, an Menschen, die mich verstanden hätten und zu denen man hätte Ver- trauen haben können. Ich mußt« hier fort, eine andere Lösung gab es nicht. Für meine Flucht machte ich mir einen Plan. Es war nur möglich, frühmorgens ouszukneifen, wem, mich die Schwester eben ae weckt hatte, llnck» eines Tages lief Ich fort, barfuß. in dürftigster Kleidung, mit fliegenden Haaren die Dorfktraße ent- lang, gehetzt wie ein« Wahnsinnige. Es war Anfang Mai. Ich hatte vor. nach B... zu meinen Verwandten zu pilgern. Unterwegs nahm mich ein Bauer auf feinem Wagen nach H. mit. Dort ließ ich mir ungefähr die Dörfer sagen, dl- ich zu vassi-ren hatte, um nicht fehlzugehen und kam am ersten Tsoe noch Waldenburg. Als ich on ein Haus klopfte und ein« Frau mit tiefe? Stimme nach meinem Wunsch fragte, rannte ich vor Angst wieder fort. In Niedersokzbrunn nahm mich die kinderreiche Familie eines Schnnedes zur Nacht auf. Ich bekam am nächsten Morgen einige Stallen auf den Weg und die Beschreibung, wie ich zu gehen hatte, und tippelte barfuß ununterbrochen weiter bis in die Nähe von Schweidnitz. Dort fror ich so erbärmlich und war so er- schöpft, daß ich mich weinend an den Wegrand setzte. So fanden mich Landarbeiter, die vom Felde koinen Man beratschlagte, was zu tun fei. Ich hörte das Wort„Gemeindevorsteher" und konnte nur noch sagen:„Um Gottes willen, das nicht. der bringt mich ja sofort wieder in die Anstalt zurück." In dem gleichen Augenblick trat ein kleiner Junge aus einem Haus« in der Nähe, wo man mich wohl schon längere Zeit beobachtet haben nwchte und führt« mich hinein. Am nächsten Tage ging ich dann In verzweifeltem Eilmarsch bis nach Breslau. Zur MuUer traute ich mich nicht: Zwar tat ihr der Schritt lange leid. Aber ich unter- stand nun einmal dem Generaloormund, und Mutter war darin genau. Ich suchte also Zuflucht bei meinem Onkel und wurde dort auch prompt von der Evangelischen Zentral st elle«nt- deckt. Das erste, was mir die evangelische Zentralstelle an Verständnis entgegenzubringen hatte, war eine Ohrfeig«, die mich in eine Eck« taumeln ließ Dazu begrüßte mich das diensthabende Fräulein: „Na warte, du Landstreicherin. du alt«, dir wer» den wir's schon zeigen." Und nach dieser üblen Ausein- andersetzung ging'e wieder in eine Dienststelle aus dem Lande. ,K—- A VT.:f.•• rr; . y V �! O- Der Bauer nun, dem Ich überantwortet wurde, ledt« in S ch« l- dung mit seiner grau. Er sah mich scheinbor als will- kommencn Ersatz an, stellte mir, die dainals noch völlig ahnungslos war, nach, suchte mich von hinten zu sosien, führte merk- würdige Reden. Ich habe wich schließlich vor ihm gefürchtet. Außerdem: Ich wurde ausgenutzt, bekam ein Jahr fast nichts anzuziehen, landete schließlich wegen Unterernährung im Sreiskrankenhous. Das einzige geschenkte Kleid nahm mir der Bauer wieder fort. Meine eigenen Sachen bekam ich später nur mit Mühe heraus. Und dos Ende: Ich lief wieder bar> fuß davon! Jetzt wurde es den Christen zuviel. Ich war„ganz und gar verdorben" und dem Antrage auf Fürsorgeerziehung wurde stattgegeben. Für sechs Wochen kam ich in ein katholisches Heim bei Breslau. Don ging es auch außerordentlich streng her. Man durfte kaum sprechen: wenn man bei Tisch zu plaudern wagt«, gab es sofort einen Anschnauzer durch die Schwestern. Die Untertunsts- räume waren Zellen, die man von innen nicht öffnen konnte. Der Rest ist kurz wiedergegeben. Man brachte mich, siebzehn- jährig, in ein« Stellung in einem Fremdenheim Breslau». Auch hier war die Arbeit sehr schwer: ein ganzes Stockwerk völlig in Schuß zu halten. Die Gefahr war es nicht minder. Nachts versuchten die dort untergebrachten Herren mehrfach, schlankweg >n mein Zimmer einzudringen. Ich lzob« hinter der ver- schlosienen Tür nicht schlecht Angst ausgestanden." „Hat denn die Behörde nie etwas getan, solche Stellen zu kassieren?" „Die wenigen Revisionen sind für die Katz. Wir selber kamen nie zu den Dezernenten, sondern immer nur in dos zuständige Büro, und dort haben einen die mittleren Beainten gemustert und be- handelt, als käme man eben wie ein Strichmädel von der Straße. Aber«ins hat die Fürsorgeerziehung doch Gutes für mich ge- habt. Ich lernte«ine Dame kennen, die mich verstand und sich wirk- lich um mich kümmerte.„M an hat dieses Mädel ja bisher ganz falsch behandelt"— sagte diese Beamtin. Ich hatte nicht mehr nötig, ins Büro zu gehen, sondern kmn mit allen Wim- schen gleich zu ihr. Ihr habe ich manche geldliche Hilfe zu verdanken. Meine Lebensschilderung führte wieder dazu, daß in den Anstalten mancher Uebelstand abgestellt wurde. Und schließlich wurde mir die Ausbildung in einem selb st gewählten Beruf« möglich. Don da ab ging es mir bis zur Entlastung au» der Für- sorgeerziehung einigermaßen besser." ..Wenn icb Sie nun recht verstanden habe: Sie wollten mit Ihrer Lebencschllderung sagen, daß Fehler der Jugend zurückgehen auf Fehler in der Erziehung, daß mangelndes Verständnis und Lieb- losigkcit den Stock— auch sinnbildlich— führen und daß hier wert- vollste Ansätze zu eigener Emfaltung in jungen Menschen vernichtet werden." „3a— und daß selbst amilich« Stellen— von den vielen privaten. die sich anmaßen, Menschen„christlich" zu erziehen, ganz zu schwelgen— die gern bestern möchten, ihre Slrbeit sabotiert sehen durch die gesellschaitlichen Verhältniste. Solang« solche Dinge gewissermaßen unter unbewußter behördlicher Forderung mög- lich sind, wie sie mir zustießen, kann man von einer Fürsorge trotz größter materieller Aufwendungen nur schlecht sprechen. Warum? Well es jede Leidensgenossin mir elnein glücklichen Zufall verdankt, wenn dl« Fürsorge nicht das Gegenteil erreicht." Wir schwiegen ein Weilchen, dann sagte Gerda lächelnd: ■.„Eine Bitte, lieber Freund, bevor ich gehe: Tellen Sie Frau Meier mein« Erlebnisse mit. Vielleicht, daß sie eigener Sünden gedenkt und die Jugend besier verstehen lernt, wenn sie es noch kann. Leute wie Frau Meier nennen die Jugend immer dann ver- dorben und die Zeit schlecht, wenn sie ihren persönlichen Interelsem unbequem werden." „O, ich glaube," erwiderte ich und mußte gleichfalls lächeln. „Frau Meier ist schon kuriert und zwar, auf eine ganz an- nehmbar« Weise." Rudolf Zimmer. tts. Fortsetzung.) Shslicke» Zwischenspiel. ..rr Iacklowicz sah. wie seine Frau atemlos die Trepp« her- ..nlecfom. Er hatte nach links und rechts telephoniert, alle Möglichkeiten«rschopit. Run, da er nicht länger warten tonnte, war er .zornentbrannt aus seiner Wohnung gestürzt und stand vor seiner Frau. „Wo konunst du denn her?" ..Natürlich von Frau Geheimrat. Schlimm, wenn so«in« ver- wohnte Frau auf einmal oermieten soll. Man muh ihr noch besten Kräften Heistehen." „Wieso beistehen? Hat sie dich angepumpt?" Sie sah ihn empört an.„Ich habe ihr«inen Mieter verschafft. der zahlungskräftig ist und für den wir garantieren können." „Wir? Was!>e im Weinkrampf zucken. Ihr Gesicht blieb verhüllt. „Margot— Margotchen, was is denn? Nun sei«ich verdreht! Hab dir auch was Schönes mitgebracht." Seine Stimme wurd? leise und zärtlich.„Weißt doch, was rote Rosen bedeuten?!" Ihr« Schullern zuckten heftiger. Das Weinen wurde stärker— wie ihm schien. Ahnte er, daß die Komik des Augenblicks fein« Frau einem Lachkrampf nahe brachte? Cr zog sanft an ihrem Taschentuch. Sie wehrte müde ab. Er streichelt« ihre vosten Schultern und begann, auf sie einzureden. „Sieh mal, ich weiß ja. daß du mir treu bist. Aber denk doch, die ßsut« klatschen darüber. Meinst«, die Geheimrätin wird nicht dar- über reden?" Ein Lammesblick traf ihn.„Nun ja, wir kommen doch Ins Gerede!" Frau Iacklowicz lehnt« den Kopf gegen seine Weste und sah ganz nach Duldung und Unschuld aus. ..Ich Hab doch auch dein Interesse dabei im Auge. Hurt würde sich freuen, und er ist doch für dich wichtig!" ,.'n, ja. schon. Aber „Sich doch, erstens ist Tom ein reines Kind. Du weißt, wie ich mir immer Kinder gewünscht habe. War es nicht meine ganze Sehnsucht, Mutier zu sein?" Are Augen klagten au. Iacklowicz wurde unruhig. „Du weißt, warum mir dieser heiligste Wunsch unerfüllt blieb". fuhr si« sanft fort. Der Gatte sank in sich zusammen. Was brauchte sie davon anzufangen?. „stich nun, da ich endlich—" Sie weint« wieder. „Margotchen, muß das Kind so all sein? Muß es gerade'n Schwergewichtsmeister(«in? Adoptieren wir doch*n Waisenkind." „Ach, das verstehst du nicht. Es macht mir doch gerade Freude, diesen großen Junge» zu erziehen. Herr Hurt ist mir so dankbar dafür." Sie strich mit ihrer gepflegten Hand über sein« Pferd«- Händlerfaust.\ „Was denkst du, was unsere Bekannten für einen Rech haben werden. Ihr laßt euch dann zusammen ausnehmen. Der berühmte Mann mit seinem Freund Iacklowicz beim Schachtptel. Oder beim Duett. Er Bratsche, du Violine." Erschrocken protestierte Iacklowicz.„Ich kann doch gar nicht Molin« oder Schach spielen!" „Er auch nicht", war ihr« trockene Antwort.„Ich will, daß man von dir spricht. Daß Berlin den besten Freund des berühmten Meisters in dir sieht." Sic wurde trotzig.„Was haben wir vom Geld, wenn kein Hohn nach uns kräht? Alte sollen st« von uns sprechen. Alle." Si« trampelt« mit ihrem kleinen Fuß aus. Er war überwunden. Sie bekam einen kleinen zärtlichen Puff in die Seite, und«r sagte ihr voll Bewunderung ins Ohr: „Schieber!" Frou Iacklowicz sannt« ihren Gallen. Si« zog ihn zu sich heran und preßt« ihr Gesicht an das sein«. Ihr« Stimm« war Hin, gäbe und Ausopferung../Alles für dich, du schlechter, böser, eifev- süchtiger Mensch, du" Jedes Adjektiv wurde durch einen Kuß i/nterstrichen. „Mein« gut« Alt«, bist doch die B«st«I" Es war gut, daß«r ibr Gesicht nicht sah. Kräppli taucht aiif. Won« FrS» Geheimrot einige Bedenken gegen den Berus des i. ü«n Mieter? gehegt hotte, so oerfchwanden sie in den nächsten Wow/m wie Bulter in der Sanne. Sie fand dan Boxer fabelhoit. „Wisien Sie..Herr Matthes. so ein solider junger Mensch wie SL, ist mir noch nie vorgekommen. Und dabei sagen die Laute, Lax« Pich»he. brutal« Menschen. Ich habe allen meine« So- kannten erzählt, wie irrtümlich dies« Ansicht ist. Ein Man». d«r seine Zeit auf die Minute pünktlich einteilt „Was meinen Sie, wenn ich das nicht immer tun würde". unterbrach Tom sorgenvoll überzeugt das Geschwätz seiner neuen Wirtin. Er hob belehrend den Zeigefinger.„Das ist's, worauf es ankommt. Die meisten Menschen wisien gar nicht, wie si« mit ihrer Gesundhell daraufloswirtschaften. Gerade das gibt Kraft. disses genaue Einhalten der Regeln. Was meinen Sie. wenn ich heute so und morgen so trainieren wollte? Wein Manager hat doch Erfahrung. Erst war's mir ja auch mächtig gegen den Strich, verstehen Sie! Wer es stimmt: Wenn ich bloß fünf Minuten länger spazieren gehe, wie ich's eigentlich soll, gleich bin ich unruhig. Das sind die Nerven, wisien Sie? Und Weiber, wisien Sie, nee, nee, was die sich einbilden. Ein Mann wie ich muh eben wählen. Entweder'n flottes Leben und nifcht weller, oder Ehr« und Ruhm." Er warf sich in die Brust,„'n ja, manchmal ist's ia langweilig." „So, so", meinte seine Wirtin. „Man muß eben Opfer bringen." „Sie sind«m Heros, ein Heros sind Sie", sagte die Wirtin begeistert. Sie hatte bereits herausgefunden, daß ihr Mieter Schmeichelbonbins zu gern lutschte. „Ja, das muß ie!n. Sie paffen ja auch auf wie die Schieß Hunde Vor ollem dos Ekel, der Marder. Sagen Sie mal, können Sie den Affen leiden?" Frau Geheimrat holte absolut nichts gegen Herrn Marder. Aber wenn es ihr Mieter gern hört«... „Ich liebe so kraftlose Menschen nicht", wehrte sie vornehm eine Sympathie für Herrn Marder ab. „Is sehr wahr! Schlapp ist der Hund, nicht zu sagen. Ein- mal habe ich'n ja schon rausgoschmisien. Das hätten Sie sehen sollen! Is ja auch bloß so'n Stück Stieselputzer für mich." Die Geheimrätin zuckte etwas zusammen. Sie hielt sich unwill- iürlich ein?» Moment die Ohren zu. „Jetzt wohnt der Mensch wenigstens nicht mehr bei mir. Dann der Hurt, der paßt auch mächtig auf. Und Frau Iacklowicz, was sich die für Mühe nill mir gibt' Kaum glaublich." Frau Geheimrat machte einen spitzen Mund. Sic hall« so ihre eigenen Gedanken über dieses Verhältnis. Aber schließlich, was ging es sie an? Draußen ging die Flurklingel. „Wenn's wieder'n Wcib is, sagen Sie, ich bin nicht da." Sie lächelte ihm beruhigend zu und rauschte mll strengem Gesicht hinaus, um zu öffnen Frau Gehetmrat halle eine so vor- nehm verständnislose Art, abenteuerlustige Damenbesuchc abzu- fertigen, daß kein« Verehrerin des Meisters es wagte, mehr als einmal diesem kühlen Gesichi gegenüberzustehen. Diesmal war es«in klein", dicker Mensch niit stielen Augen und butterweicher Höflichkeit. Er bat, Herrn Mallhes sein« Auf. Wartung machen zu dürfen. Ihr wachsames Gewissen beruhigte er durch die Versicherung, er käme von Hurt. Sofort wurde ihr Gesicht freundlich. Sie lächelte hold und ließ ihn passieren. „Morgen, Herr Mallhes.' Wünsche wohl geruht zu haben, Herr Matth«. Srwner» sich Herr Mallhes vfelleicht a» mich?" Gr dienerte in einem fort, äußerst drollig.„Kräppli ist mein Ramc. Masseur Kräppli." „Kräppli— Kräppli— warten Sie mal. wo habe ich Si« denn schon gesehen?" „Bei Mari. Herr Matches, bei Wart. Freu mich, daß Sie sich meiner erinnern." „Ja, und—" „Ich wollt mir erlauben. Ihnen meine Dienste anzubieten. Bille, hier sind nieine Empfehlungsschreiben. Alle von den höchsten Herrschaften, alle«cht, all« prima." Tom blöllert« erstaunt in den verschiedenen Briefbogen, die wappengeschmückt den Ruhm Kräpplis bestätigten. „Nif cht wie Prinzen, ist ja allerhand." Tom besah sich Kräppli von ohen bis unten. Donnerwetter, er bekam direkt Achtung vor diesem kleinen Masseur. Er sah nochmal auf die Papiere. Richtige Prinzen.(Fortsetzung folgt.) Soanabatid. 25. Januar. Berits. IS.I0 Verseiseae KomBonisten. J. Robert Voltaandi reit ISSä: Variniönej Ober eis Thern» von Händel, op. 26.— 3, Kerl Tasssij: geit. 1871: Das Qeisterschiff. od. 1(Prof. Josef WeiB am Flügel). 16.30 ünterhaltongsmusik. 16.00 lugeud ond Qegenwart. Beiträge voo Arnheim. Behehn.Sclroarrbach. Cbermayer, Kesten. Knhnerl, MaaB, Schaeferdiek. Pombach. Schlüter. SüBklnd. Zocker(Sprecher; HansiOrgeu Wille). 19.00 Schlager. I9J0 Prof. Dr. Werner Jaeger: Zorn 73. Qebortstage Ednard Meyers. 26.00 Volkstümliches Konzert Nach den Abendmeldongen Tanzmusik. Königs»- usterhassee. I6J0 Nachmittagskonzert voo Haniburg. 17,30 Rosa Helfers, M. d. U: Die Frao im Stralvollzug. 18.00 Emst Zemmer, M. d. R-: Der Kampf der Gewerkschaft mn Bodenreform. 18.30 Französisch für Anfänger. 19.00 Stille Stande: Mensch unter Tage. 19.23 Ans der Kroll-Oper Am Platz der Republik:„Carmen", Oper in vier Akten von Georges Bizet Sonntag, 26. Janaar. Berlin. 7 00 Fusksysinestik. 8,00 Für den Landwrirt. 835 Morgenfeier. 10.00 Wettervorhersage. 1130..Parodien".(Sprecher; Ulrich Franz Krolop.) 1200 Konzert. 14.00 Märchen.(Am Mikrophon: Emmy Reye-Rowohlt.) 14.30 Schallplatten. 15.00 Van Caoz snr Montreux: Ueberlragnng der Bobsteigh-Weltmeisterschaiten. (Sprecher: Dr. Panl Laven.) 15.33 Schaliplattcn. 16.20 Von Breslau: Unterhaltungskonzert. 18 00 Heinrich Mann liest aas eigenen Welken. 18.30 Russische Lieder.(Tscherkesseo Soilsten-Oulptett, Ltg.: Qrigory Siatkoii) 19.00 Tagesglossen.(Gesprochen von Alfred Kerr.) 19.30 Bjasorchester-Konzert Ltg.: Kapellra. Hermann Binder. 20.45 Igor Straw-insky. Dirlg.: Der Komponist I. Musik zu ApoIIon Musogcte. — 2. Baiser de Ia Tia.(Berliner Fonkorchester.) Anschließend: Zelt, Wetter, Nachrichten, Sport Anschließend bis 030: Tanzmusik. Königs wuttorhansen.'. 11.(0 Dr., Bruno Klopfer: Zuschriften au die Elfernstunde. 15.30 Nel'y Woflfhelm: Kind und Zahnarzt. 16.20 Von Breslau: Konzen. 18.00 Von Köln: Rechtsanwalt Steegemann; Das Saargebiet unter dem Völkerbond. 18.30 Dr. Hans Hartmann: Toleranz, eine Forderueg der Gegenwart, 19.15 Wilhelm von Scholz.(Einführung: Wilhelm Conrad Gomolf.) 30.00 Von Köln: Damen-Sitzung der KarnevaJsgesellschaft„Rheinländer". Rätsel- Ecke des„Abend". R Gilben» Kreuzworträtsel. Waagerecht: 3- Kunst- ausstellunq-, 8. Zütbegrisf: lZ. Getreide: 14. Fahrzeug: 17. ind. Gebiet: 18. Wochslicht: 21. amtl. Dienststelle: 26. weibl. Bühnendarsteller (Mehrz.).— Senkrecht: 1. Tierprodukt: 2. Schmuckteil: 3- Fahrkarte; 4. Schlei- erstoff: S. großer Mensch: 6, Lustspiel: 7. Planet: g. Käuferin: Ist. Waren- speicher: 11. griech. Gott der Unterwell: 13. Stützbalken: 14. Schriftsteller: IS. Schaf- kamel: 16. Schiffsgerät: 17. Glühlampe: 19 ostronom. Begriff: 20. Sinn: 21. So- zialistenführer: 22. farbige Verzierung: 23. poln. Stadt: 24. Vogel: 25. Nadelbaum (Mehrz.): 27. Ctnrichtungs- gegenständ: 28. Baumbestand» teil. slc. Silbenrätsel. Aus den Silben al onll bro che e e e fe hol ke ton lee litz mei ne nef nes nung pie po rauh r«i reif ro sei ful stein stieg t!k w u.zoll sind 14 Wörter zu bilden, deren erste und vierte Buch- stabenrethe, von oben nach unten gelesen, den Ansang eines Frei- hellsliedes ergibt.— Die Wörter bedeuten: l. Unausführbare Idee: 2. Verwandter: 3 Vogel: 4. Fuchs in der Tiersage: S. Liebes- dichtung: 6. Teil einer preußischen Provinz: 7. bemerkenswerter Zeitabschnitt: 8. Wintererscheinung: 9. Behörde: 10. spanischer Fluß: 11. Stoffart: 12. im Aurtande tätiger Beamter: 13. angelegter Weg: 14, persönliche Ansicht. ak. Vifitenkartenrätsel. TcODOR MALZISKA Eine Aenderung der Buchstabenfolg« ergibt die politisch« Partei- stellung des Inhabers der Kart«.»b. Ooppetsinnig. Es ist im Gebirg' ein« üppige Flur. Im Haus dlem zu niedrigen Zwecken es nur.* Palindrom. Bin schmackhaft und mll Saft gefüllt. Kehrst du mich um, bin ich«in Wild. Korreerätsel. (Scfchlid)(efdföfet.) Jede Zahl der zu erratenden Worte entspricht einem Buchstaben, der in das mll der gleichen Zahl bezeichnet« Karree einzutragen ist. Die Buchstaben, von 1 bis 39 fortlaufend gelesen, er- geben ein Wort von Coßmamt— Bedeutung der einzelnen Wort«: 1. Zeitmesser 26 28 32; 2. Stadt an der Donau 26 4 12: 3. kleines Raubtier 3Z 2 32 1 5 32: 4. griechischer Dichter 28 31 12 7 32; 5. König der Juden 33 2 30 9 38: 6. llalienifcher Opernkomponift 30 13 32 33 14; 7. Teil der Klaviatur 11 2 3 16 17; 8. Schutz- dämm 1 20 21 27 28; 9. erhöhte Körpertemperatur 24 9 23 6 34 32. 10, Brutstätte 8 S 10 29: 11. Stammesangehörigkeit 32 2 15 19 39: 12. Strom tn Afrika 18 14 25; 13. musikalisches Schriftzeichen 22 37 36 7._ Auflösung der Rätsel aus voriger Nummer. Rösselsprung: Weckruf. Der Weckruf hallt: wacht aus! wacht auf! Der Tag beginnt zu dämmern! Die rote Sonne steigt herauf. Wir greifen zu den Hämmern. Wir greisen fest und schlagen hart... Glückauf! Glückaus! zur ernsten Fahrt: Laßt sprüh'n des Geistes Funken! A. Melle n. Silbenrätsel: 1. Undine: 2. Neapel; 3 Brutto: 4. Zrxn«: 5. Lira: 5. Litauen. 7. Zguoranz: 8. Geler: 9 Ebene; 10. h.bq.or: 11. Elegie. 11. Reservat: 13. Reiraite; 14. Statist: 15. Edeme: 16. Henna; 17. Andante; 18. Fliege; 19. Toga.—„Unbillig« Herrschaft dauert nie bestaendig." Zahlenrät' sel: Demonstration. Ernst. Marine. Orion. Natter, Satin, Tonne, Radio, Adam. Tandem. Iren«. Odeon. Ranne. Botanisches: 1. Balfamine-. 2. eist«: S- Urtica; 4. Mai- glöckchen. 5. Erika; 6. Rarzisie: 7. Samslie; 8. Oleander: 9. Hortensie: 10. Löwenzahn.— Blumenkohl. Kreuzworträtsel. Waagerecht: 1. Dürer; 7. Arsenik: 9. Tugend: 11. Vers: 13. Mia: 14. Gas: IS. ec; 1« Radeln: 18, Lena.— Senkrecht: 1. Do: 2. ur: 3. Estrade: 4. Neusien: 5. eng: 6. Riem««: 8. Kni«: 12. egal: 17 la. Schteberätsel: Schleuderboll, Springen. Hochsprung. Hockey, Fußball. Faustball. Wald laus. Dreisprung. Tamburinboll. Raffball, Stafette. Tennis.— Diskuswerfen. Verwandlung: Bar— Barbar, Nr. 42 47. Jahrgang Sonnabend 25. Januar 1930 = Bau eines HOheima&euges Von Ingenieur M. Grell In? Auftrag der Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft und der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt wird im Einvernehmen mit dem Reichsverkehrs- m i n i st e r i u n? in den Iunkers-Werken in Dessau ein mehr» motoriges Höhenflugzeug gebaut, das noch seiner Fertig. stellung Flüge in einer Höhe von etwa 15 000 Metern über N. N. unternehmen soll. Die Aufgab« dieses Flugzeuges wird der Er» forfchung der Luftschichten in den genannten Höhen dienen. Gleich- zeitig werden durch dies« Derfuchsmaschine wertoolle Vorarbeiten und Studien für die sicher später zu schaffenden Höhenoerkehrsflugzeuge unternommen. Daß wir über kurz und lang zum Vau derartiger Höhenverkehrsflugzeuge schreiten werden, ist sehr wahrscheinlich und ergibt sich eigentlich zwangsläufig aus der fortschrittlichen Entwick- lung des Verkehrs und der Forderung nach größeren Geschwindig- keilen derselben. Diele Forderung aber mit Jleugzeugen der heute üblichen Formen in dem hierfür zuständigen Flughöhenbereich zu erfüllen, ist äußerst schwierig. Selbstverständlich ist man mit ollen Mitteln bemüht. Geschwindigkeiten und Reichweiten gleichzeitig zu vergrößern, wobei in diesem Zusamnrenhang nur an die neue Junkers-Maschinc G 38 erinnert werden soll. Ob diese Bemühungen aber zur Erreichung des erstrebten Zieles genügen werden, ist wegen der vorhandenen Schwierigkeiten noch fraglich. Denn bei erhöhter Gcschw'ndigkeit wächst der Luftwiderstand, der zur Anwendung stär- kerer Motoren zwingt, die wiederum mehr Betriebsstoff erfordern. Dieser hat größere Flügelbelostungen zur Folge, wodurch die Lande- geschwindigkeit erhöht wird, was der Sicherheit des Flugverkehrs durchaus abträglich ist. W'H man also die Fornigestaltung unserer heutigen Flugzeuge beibehalten, so besteht bei Anstrebung einer erhöhten Wirtschaftlich- keit des Flugverkehrs, insbesondere der Langstreckenslüge, und bei Beachtung der Sicherheit des Verkehrs die Forderung: Bau von Flugzeugen mit großen Reichweiten und großen Reisegeschwindig- keiten. aber möglichst kleinen Landegeschwindigkeiten. Dieser Forde- rung wird das Höhenflugzeug genügen. Das Gelmgen des Höhenfluges macht die Erfüllung von Zwei grundlegenden Erfordernissen bei der Konstruktion und Ausführung des Flugzeuges zur Bedingung: l. Luftdicht abgeschlossene Kabinen, in welchen trotz niedriger Außentemeperowr und geringer Luftdichte normale Temperaturen und Dichteverhöltnisie herrschen. 2. Em Triebwerk, das in sehr verdünnter und kalter Lust einwandfrei arbeitet. Diese beiden Forderungen stützeu sich auf die besonderen physi- kalischen Eigenschaften der höheren Luftschichten und sind bei dem heutigen Stand der Technik nicht unschwer zu erfüllen. Der schäd- liche Einfluß der niedrigen Temperatur von etwa SO Grad und des geringen Luftdrucks wird durch Schaffung von besonderen doppel- wandigen Kabinen, in die mittels Kreifelgebläse Preßluft eingeführt wird, beseitigt. Auch d'e Frage der Heizung und einer guten Wärme- isolation ist leicht zu lösen, da es eine Reihe von spezifisch leichten Stoffen gibt, die einen hohen Wärmefchutz gewährleisten. Die Erfüllung der zweiten Forderung, welche das Triebwerk angeht, macht ebenfalls keine Schwierigkeiten. Erhöhte Aufmerk- famkeit ist dem Motor zu schenken, da er in jenen Höhen auch unter den genannten Umständen arbeiten soll. Die Anpasiung des Motors an d'ese veränderten Verhältnisse ist eines der wichtigsten Probleme der Höhenstugtechnik. Die Anroendung eines sogenannten Dorver- dichters hat auch hier Rat geschaffen. Dieser Vorverdichter saugt Luft niedrigen Druckes an und führt sie dem Motor in dem Zustand normalen Druckes zu. Bon ebenso großer Wichtigkeit ist auch die Kühlung des Motors, da normalerweise durch die geringen Lust- druckvvhältnisie«in« Verschlechterung eintritt. Die Leistung der Kühlanlage muß daher bedeutend verbesiert werden. Die Fertigung der Lustschraube, die in Lust geringer Dichte arbeiten muß, macht keine Schwierigkeiten. Da die konstruktiven Eigenschaften des Höhen- flugzeuges festliegen, kann uns ein Höhenflug, der in absehbarer Zeit stattfindet, nicht überraschen. Die Vorteile des Höhenfluges sind recht bedeutend. Sie sind fedoch nicht In dem Aufbau des Höhenflugzeuges zu suchen. sondern in den typischen Luftbewegungsverhältnissen der Atmosphäre gegeben. Die Gefahren des schlechten Wetters, wie Stürme. Nebel, Hagel und Schnee, kennt das Höhenflugzeug nicht, da In seinem Flughöhenbereich derartige Wetter nicht mehr auftreten. Das Höhen- flugzeug wlrd vielmehr die in der Stratosphäre herrschenden Luft- strömungen zur Vergrößerung seiner Geschwindigkeit ausnutzen. Hierbei wird man daraus bedacht sein, bei Flügen nach dem Osten bis auf 13500 Meter Höhe zu gehen, um durch die dort herrschenden Luftströmungen eine Zusatzgeschwindigkeit von 95 Kilometern in der Stund« zu erhatten, während ein mestwärts fliegendes Flugzeug eine Höhe von 18 000 Metern aufsucht, um die dort herrschenden Ostwinde auszunutzen. Unter diesen Verhältnissen wird das Höhenstugzeug eine Geschwindigkeit von 450 Stu??denkilometern erreichen, die bei voller Nutzlast als eine Dmiergeschwindigkeit zu betrachten ist, nicht etwa als eine vorübergehende Spitzengeschwindigkeit, wie sie g«> kegentlich von Sportslugzeugen erreicht wurde. Zum Vergleich sei gesagt, daß normale Verkehrsflugzeuge eine Reisegeschwindigkeit von 160 Stundenkilometern haben. Von Wichtigkeit ist auch der Vorteil, den ein Höhenflugzeug gegenüber einem normalen Flugzeug bei einer eventuell notwendig werdenden Notlandung hat. Während letzteres beim Ausfallen des Motors innerhalb weniger Minuten, eventuell sogar Sekunden, lan- den muß. stehen dem Höhenflugzeug infolge seiner großen Flughöhe hierfür ungefähr eine Stund« und mehr zur Verfügung, was bei OzeanstLgen den Vorteil hat, daß während dieser Zeit durch«in in der Näh« sich befinderünn Schisses Hilfe gebracht wsrden kann. Die„Lehrschau Ho V. Trotz her heutigen Masienerzeugung cm Eisen hat das Holz für den Ingenieur und Architekten noch immer eine so wesentliche Be- deutung, daß bereits 1027 der Gedanke auftaucht«, im R-chmen der „Werkstofffchau�«inen umiasienden Ueberblick über den derzeitigen Stand der Holz forfchung und-oerwsnidung zu gebe«?. Der damals au» Zweckmäßigkensgründen zurückgestellte Plan wurde im vorigen Lahre durch den Derein Deutscher Ingenieure urtd andere führend« Fachverbände der Holzwirtschaft in Königsberg zum erstenmal vor- M dem Wege zum Ei . '"ä&si', Das neue Lunkers. Flugzeug G. 38, von dem in diesen Zeilen berichtet wird, ist ein erheblicher und entscheidender Schritt aus dem Wege zur Verwirllichung eines Professor Junkers im Lahre 1910 ertellten Patentes über ein„Nur-Flügel-Flugzeug". Zwar ist die Junkers-Mafchin« noch kein reines„Nur-Flügel-Flugzeug', wie der in Tempelhof gezeigte kleine Ejpcnlaub-Eindecker, aber sie«nthätt bereits die wichtigsten Merkmale und Elemente, die für eine end- gültige Verwirklichung dieses Prinzips Voraussetzung sind. Das Iunkersfche„Nur-Flügel-Flugzeug" in seiner idealsten Lösung entzieht all« schädlichen Widerstand erzeugenden TeUe. wie Streben, Motoren, Betriebsstoffbehätter, Fracht, Passagiere und Besatzung dem freien Luftftrom und hüllt sie in einen besonders ge- räumigen Flügel, der Rumpf verschwindet völlig. Ein derartiges Flugzeug oerbindet mit geringstem Luftwiderstand größten Auftrieb und löst seinerseits die wirtschaftliche Frage der Luftfahrt, mit geringstem Kraftaufwand größte Leistung zu erzielen. Lag bei unseren bisherigen Derkehrsflugzeugen die größte Quelle der Unwirtschaftlich- kett bei den verwendeten Antriebsmitteln, den heutigen Benzin- motorcn, so hat Lunkers das Uebel an der Wurzel gepackt, indem er bestrebt ist, den unrationellen Benzinmotor den Fortschritten und Erfahrungen seines Motorenbaues entsprechend nach und nach völlig auszuschalten und an feine Stelle einen leichten, storkmotorigen Dieselmotor.zu fetzen! Die Amerikaner bauen Dieselmotoren fett einiger Zeit für be- stimmte Verkehrsflugzeuge, Packard hat sich vor ollem darin hervor- getan und wertvolle Pionierarbeit geleistet. Die ersten Versuchs- flüg« führt« die Junkers G. 38 allerdings noch mit Junkers-Benzin- motoren aus, da die Junkers-Werk« in sehr richtiger Erkenntnis den Einbau der fertigen Diefelmotoren unterließen, um nicht gar zu viel« entscheidende Schritte gleichzeitig zu tun. in Anbetrocht der überaus wichtigen einschneidenden Neuerungen der G. 38. Der ganze Aufbau von G. 38 wird von dem völlig freitragenden Flügel, der zutiefst 2 Meter dick ist und von Flügelspitze zu Flügel. spitze 45 Meter mißt, beherrscht. Di« Motoren befinden sich ganz im Innern der Tragfläche zur Vermeidung unnützen Luftwiderstandes und um sie auch während des Fluges bedienen zu können. Die Lustschrauben sind mit den Motoren durch«in« Kupplung, die allen Anforderungen des Flugzeugbaues hinsichtlich Schwingungen. Drehmomenten entspricht, verbunden. Die Antriebscsuelle besteht aus zwei 800.?!d-Motoren(innen), die oierflügelig«, und aus zwei 400- LS-Motoren(außen), die zweiflügelige Luftschrauben antreiben. Der Kommandoftand befindet sich vor der Mut« des Flügels in einem Ausbau, der nach allen Seiten gute Sicht ermöglicht, dahinter liegt der Raum für zwei Flugzeugführer und anschließend der Zentral» bedienungsstand für die gesamte Motorenanlage. Da G. 38 hauptsächlich als Frachtflugzeug gedacht ist, verteilen sich die Räume für Nutzlost über das Mittelleil des Flügels und den Rumpf. Auf die Steuerung- organe ist besondere Rücksicht ge- nommen worden. Durch«ine Junkers geschützte Einrichtung ist er- reicht worden, daß die Steuerkrähe für die Lenkbarkeit von G. 38 denen eines normalen Flugzeuges entsprechen, und man hat auf Grund der bisherigen Bersuchsflüge festgestellt, daß auch west größere Flüge mittels dieser Einrichtung ebenso leicht steuerbar sein werden. Dem Gewicht des Flugzeuges entsprechend, das leer 13 Tonnen und Flug- gewicht 20 bis 24 Tonnen betrögt, ruht diese Last nicht, wie bisher üblich, auf einem zwei-, sondern auf einem vicrr äderigen Fahrgestell (die Zeit kommt bald, daß man Chassis sagen muh). Je zwei Räder lagern- hintereinander in einem Pendelrahmen, und jedes Rad besitzt zur Verkürzung des Äuslaufes eine— Luftdruckbremse, die einzeltt' und»erschieden stark betätigt werden kann. Durch Einbau eines Spornrades statt des sonst gebräuchlichen Spornes ist auch hie Manövrierfähigkeit der Maschine auf dem Boden bedeutend verbesiert worden. Wir nähern uns in diesem Punkt wieder den ersten Ansängen des Flugwesens, als man allgemein zur Aufnahme des Rumpfes am Schwanzende klein« Mder benutzt«. Die Länge von G. 38 beträgt 23 Meter. Bei Mitnahme von 3000 Kilogramm Nutzlast beträgt die Reichwelle des Flugzeuges 4000 Kilometer, was einer Entfernung Berlin über Frankreich, Spanien bis ins Herz Afrikas» Timbuktu(Senegal), oder, nach Indien gemessen, von Berlin über den Balkan bis Bufhir am Perfischen Golf entspricht. Dies« Reichwell« erhöht sich jedoch bedeutend bei Verwendung der Lunkers- jchen Rohälmotoren und geht Hand in Hand mit der Steigerung der Tragfähigkell und hebt hierdurch automatisch die Wirtschast- lichkett des Flugzeuges im Wettbewerb der Verkehrsmittel in be- deutendem Maße. Das große Verd'enft der Junkers-Werke liegt nicht so sehr dorm, daß sie erstklassig« Metallflugzeuge herstellen— diese werden anderswo auch gebaut—, sondern darin, daß sie die allein richtig« Erkenntnis, daß das Maximum an wirtschaftlichem Fortschritt nur erreichbar ist durch organisches Ineinanderfügen von Flugzeug- und Motorenentwicklung unter einheitlicher Leitung, in die Tat umgesetzt haben. Denn hierin liegt der Schlüssel zur Wirtschaftlichkeit nicht nur des Flugzeugbaues, sondern zum größten Teil auch des Luft- verkehrs. H. Anuschk«.•'< wirtlicht. Di« dort gezeigte.Lehrschau Holz" wird nun auch. nachdem sie in verschiedener Richtung noch ausgestaltet werden komlle, in Berlin anläßlich der„5. Grünen W o ch e� zu sehen sein. Ein Rundgang durch die einzelnen Abteilungen der Ausstellung wird durch Darstellungen über Waldverteilung. Holzarten und Wuchsgebiet«, über Begründung und Pflege der Holzbestände zu- nächst mit den Grundlagen der Forstwirtschaft bekannt machen. In der Abteilung Forstschutz werden die Wirkungen von Forstschöd- lingen und die neuzeitlichen Mittel ihrer Bekämpfung, auf dem Gebiete der Forstbenutzung die modernen Ernteverfahren und ver- schiedenen Berwendungssormen des Holzes erläutert. Der Stand der Technik in der Forstwirtschaft kommt in einer Zusammenstellung der wichtigsten Geräte und Maschinen zum Ausdruck. Die folgenden Gruppen zeigen die Prüfeinrichtungen zur Ermittlung der Eigen- fchasten technisch willst ig er Hölzer, deren Verbesserung durch Ober- slächendehandlung. durch Schutzmaßnahmen gegen tierische und pstanzlich« Schädlinge und sodann das überaus große Gebiet der Holz Verarbeitung und-Verwendung. Sägeindustrie. Furnierhandel und Sperrholzindustrie zeigen ihr« Erzeugnisse. Beispiel« ans dem Erd>. Wege-, Wasser-, Grubenbau, dem Holzbau, dem Modell- und Musik instrumenlenbau, aus den Gebieten der künstlerischen Holz- Verarbeitung, de» Maschinenbau», des Flugzeugbaus und der Holz- waren industri« folgen in übersichtlicher und anschaulicher Dar- stelttmgsform. Schließlich such der Holz-Ehemie, dem Holz als Brennstoff uch den wissenschaftlichen Problemen der Betriebstechnik, des Vertriebes uch des Rechnungswesens sowie des Unterrichts- wefens besonder« Abteilungen der Lehrschau gewidmet, die dem Forst- wirt. dem Jchustriellen, dem Ingenieur, dem Archirokten uch dem .Handwerker gleich werwoll« Erkenvtmss« zu vermittel» verspricht. In Ergänzung der Holzschau findet vom 4. bis 7. Februar in der Technischen Hochschule zu Berlin ein« Holztagung mit J wissenschaftlichen Fachsitzungen über Holzerz eugung. Holzgewinnung uch-ausnutzung, Nutzholz, Sperrholz, Holzeigenschasten uch Holz- verwechung, Bauwesen, Oberflächeubehachlung, Rechnungswesen uch Vertrieb sowie ansllstießech am 8. Februar«ine Tagimg über Ausbildungswesen statt. Neue Bücher der Technik Rudolf Lämmel. Die moderne Naturwissenschaft und der Kosmos. Volksoerbach der Bücherfreund«. Wegweiser-Verlag G. m. b. H., Berlin-Charlottenburg 2. Das geschmackvoll gebuchen« Buch ist als erstes Bündchen der ersten wissenschaftlichen Reche für die Mitglieder des Volks- verbaches der Bücherfreund« hergestellt worden uch wird nur an diese abgegeben. Es ist keine trockene Darstellung des Wissenschaft- lichen Lebens von Humboldt bis Einstein, sondern der Verfasser will eine Art Revue geben, in der besochers interessante Erkennt- nisse innerhalb dieser Zeitepoche hervorgehoben werden. Als Grundlage dient Lämmel der Dämonenglaube, der den Menschen seit unbekannter Vorzeit bis in die Gegenwart beherrscht. Lämmel führt seine Leser durch die Lahrhuchert« bis zur Zeit der Auf- klärung, in der langsam ein neues Wettbild sich formt, das von den alten Dämonien abrückt. Aber dieser hier beginnende Prozeß, unter den als bedsuteches Ereignis Humboldts fünfbändiges Werk .Kosmos" fällt, ist auch heute noch nicht vollendet. Lämmel verfolgt. die modernen Weltentstehungelehren uch die Philosophie der Gegenwart, die in engem Zusammenhang zueinander stehen bis Einstein und Plant, Eddington und Depraglie, Bergion uch Driesch. Das Buch ist durchaus allgemeinverständlich geschrieben, und der schwierige Stoff wird in einer so sesselchen, anregenden Form dargeboten, daß sein« Lektüre jedem, der sich für naMrwissenschastlich« und philosophische Probleme interessiert, auch dem Achönacr. bestens empfohlen werden kann. dfwrJlindm Federgewicht Harry Stein- Berlin(34,2). Sein Gegner h'eh Franz Dübbers-Köln(58), Fed.'rgewichtsmeister von Deutschland. Pessimisten hatten für Stein ein wenig rühmliches Ende vorausgesehen, es kam aber ganz, ganz anders. Stein h'elt das Tempo'mit, das Dübbers vorlegte, steckte hart ein und gab hart zurück. Es war ein schöner fairer Kampf, in dem Ringrichter Pip» pow wenig zu sagen brauchte. In der 5. Runde schien Stein an« g-schlagen. aber geschickt verstand er den gefährlichen Moment zu überstehen. Unentschieden wurde unter Beifall des ganzen Hauses verkündet. Eine wettere Ueberraschung war der Punkisirg Paul R o a ck s- Berlin(58,3) über den deutschen Leichtgewichts- meister Jakob Domgörgen- Köln(60 4) Roack wuchs mtt den Runden, erinnerte zeitweise an sein großes früheres Können, war sehr schnell und deckte äußerst geschickt. Domgörgen bestand gegen diesen Ringfuchs die Probe nicht, er mußte sich knapp nach Punkten geschlagen bekennen. Schließlich siegte Erich Fobeck(71,8) über Karl Draebing (74)— es war der Einleitungskamps des Abends— klar nach Punk- ten Beide zeigten wenig Fußarbeit und Fobeck verpaßte so manche ko.-Chance._ Vö'kervcrblndcndcr Sport? Ein Urleil aus bürgerlichem Munde. Cs gibt in Deutschland eine bürgerlich« Presie. die es nicht -erstehen will, daß der Arbeitersport eine Daseinsberechtigung hat. Zu dieser Presse gehört an erster Stelle das Sensationsblatt „Düsseldorfer Mittag". Dieses Blatt hat sich nun eine be- sonder« Provokation erlaubt. Es ist wütend, daß auch die Arbeitersportler Olympias abhalten und erhebt gegen sie den Vorwurf, daß die Slrbeiter-Olympla chie wirtlichen olympischen Spiele nur diskreditiere". Arbeiter-Olympias unterscheiden sich von den bürgerlichen olympischen Spielen grundsätzlich dadurch, daß es bei ihnen nicht aus Sieg um jeden Preis gehl, und nicht die Sportkanonen die Achse sind, um die sich alles dreht, oder die Defteckung der Ehr« der Nation abhängig ist von Sieg oder Niederlage der gezüchteten Sportkanonen. Bei den Arbeiter-Oiympias ist jeder Teilnehmer ein Glied der großen sozial! st ischen Gemeinde. Im aueländischn Arbeitersportler wird nicht der Gegner gesehen, der mit allen Mittein niedergekämpft werden muß, sondern der gleichgesinnte Bruder. In diesem Sinne wickeln sich auch die Sport- kämpfe ab. die so zu Mttteln der Völkerannäherung und Versöhnung «arden. Den Arbettersportlern daraus den Vorwurf zu machen, die„wirklichen olympischen Spiele zu diskreditieren", birgt in sich die Behauptung, daß die auf den bürgerlichen olympischen Spielen angewandten Mittel zur Völker Versöhnung besser« sind. Das ist ein« durch nichts erwiesene Beweisführung, die nicht besser bloßgestellt werden kann als durch dos vernichtende Urteil eines angesehenen deutschen bürgerltchen Sportjournalisten. Herr v Mengden, Schriftleiter des amtlichen Organs des Westdeutschen Spielverbandes im Deutschen Fußballbund und der Deutschen Sport- behörde für Leichtathletik schrieb am 24. April 1929; „Es gibt wohl kaum ein Wort, das mehr zur virn« er- niedrigt worden Ist. als das vom„völkerversöhneuden Sport*. Mr haben Duh-ude vov Löndcrsp'.elen erlebt, in denen das genaue Gegenteil, nämlich ein Beispiel des Völker en l- zweien den Sports geboten wurde. Zu. selbst die Olympischen Spicle in Po ls und noch jüngst in Amste'dam. gedacht jcdermal als reinste Inkarnation des svo lilchen(8c- dankens. waren teilweise wahr« T. mmclpläßc häßlicher Leiden- ichaf lichkelt und nationalen Ebaurlnismue." Mit diesem bürgerlichen Urteil ist die freche Provokation des „Düsseldorfer Mittag" und der ihm artverwandten bürgerlichen Presse genügend gekennzeichnet und abgewiesen „Bitte soeben Sie mein Aulo!" Der DAC* hol einen Fahndungsdienst. Einige Berliner Sensationsblätter machen fett einiger Zell einen Sport daraus, in großer Aufmachung tagtäglich die Zahl der abhanhengetcmmenen Autos zu registrieren. Mal sind es zehn, mal fünf, mal nur zwei, dann gibts wieder einmal eine Pause, aber los ist mit den Autodleben immer etwas. Die Leute. nitt denen man— Autos stehlen kann, müssen eben noch nicht ausgestorben sein. Bielleicht ist die Sache nicht so tragisch zu nehmen, denn viele Autobesitzer geben sich nicht die geringste Mühe, ihren Wagen zu sichern, und dann gibt es ja in Berlin 45 990 Per- sonenautos: bis die alle gestohlen sind, dauerts immerhin eine ganze Weile Aber, Spaß beiseite, es wird allerhand geklaut in Berlin. Zu allen möglichen Zwecken: teils verschwinden die Wagen überhaupt. meist werden sie ausgeschlachtet— neulich fand man einen in der Iungsernheide ohne Magnet, Lichtmaschine, Vergaser, ohne Decken und ohne alle Räder— oder sie werden zu nächtlichen Diebes- fahrten benutzt. Die Polizei hat ja ein ständ'ges Dezernat für diese Spezis der edlen Diebeskunst, aber alles kann sie auch nicht allein inachen. Da ist nun der republikanisch« Deutsche Auto-Club zu hllfe gekommen. Er hat einen Fahndungsdienst einge- richtet, der von ehemaligen Kriminalbeamten und Prtoatdetekttven versehen wird. An den großen Ausfallstraßen sind Wachen mit Verfolgungswogen stationiert, die von einer Zentrale aus über ge- stohlene Autos informiert werden. Die Beamten erhallen Tage- gelber und Belohnungen. Außerdem observieren Patrouillen die auf den Straßen haltenden Autos. In den wenigen Tagen des Bestehens wurden folgende R e-s u l t a t e erzielt: In zwei Fällen wurden Diebe dybei abgefaßt, wie sie aus den durch Nach- schlüsiel oder durch Einschlagen der Scheibe geöffneten Wagen Gegenstände entwendeten. Zwei gestohlene Wagen wurden her- bei geschafft und zwei Autodiebe bei Diebstahl eines Wagens angehalten, als sie gerade wegfahren wollten. Belohnungen an das Publikum sind, bisher in drei Fällen gezahll worden. Gestern bat Vizepröstdent Kolm die Presse zu einer In- spektion der Posten. Die fingierte Numm«/ eines angeblich gs- stohlenen Wagens war eine Viertelstunde noch Meldung an die Zentral« bei den Außenposten. Der Beamte am Bahnhof cheer- straße hatte gerade mit Hilfe eines Schupos einen, allerdings härm- losen, Schwarzfahrer gestellt und fahndet« nun auf die fingiert« Nummer. Wer also„Bedarf" hat, rufe wochentags bis 19 Uhr an: B. 5 Barcharossa 8937, Hauptgeschäftsstelle des DAC.. Neue Wnterfeldtstraße 29, oder von 19 Uhr bis 5 Uhr früh, und Son» tag» L ü tz o w 4188, Cafe Königsfsjt, Potsdamer Straße 27. Un- tosten haben die Destohlenen nicht. kHmadeiid des Bezirkskariclls Kreuzberg. Der Bundesfest film des Arbetter-Turn- und Sport- Bundes wird am 39. Januar rm Bortragssaal des Bezirksamts Kreuzberg, Aorkstraße 19/11, gezeigt werden. Di« Veranstaltung ist mtt Unterstützung des Vezirtsjugendamts festgesetzt, um nament- lich den Kind tu und Jugendlichen euren Einblick in die Arbeit einer großen Sportorganisation zu geben und einen billigen Unter» Haltungsabend domtt verbinden. Die um 18 Uhr beginnend« Vor- führuag für die Kinder bringt einen luftigen Trickfilm und den Film vom„Lur.desfest In Nürnberg". Pünktlich um 18 Uhr muß die Vorführung für die Jugendlichen und Erwachsenen beginnen. Außer dem letztgenannten Film wird für sie das Filmdrama„Berg des Schicksals" gezeigt. Di« nicht ausgegebenen Karten(für Kinder 19 Pf.. Jugendlich« 25 Pf.) sind baldigst zurückzugeben. Ein WiotersporkfNm von der Oehlalreise. Der„Deutsche Wintersportoerband" hat die Filmaufnahmen einiger Teil- nehmer an der Weihnachtssahrt in die Oetzlaler Alpen zu einem Werbefilm zusammengestellt. Der Film fit ausgezeichnet ge- lungen. Er zeigt nicht nur die herrliche Wint rlandschafl, er e t- häll auch eine R.ihe guter Sportaufnahmen. Er beginn! mit Ais» nahmen an den Bahnhöfen, München, Innsbruck, wir bsgl iten dann die Sportler bis zur Station Oetztal, von dort mit den A' os durch das landschaftlich reizvolle Oetztal bis nach Zw'csclstein. Das Leben und Treiben im„Mohrenhäusl" das lustige Mas'ensest zecht uns der Film. Dann z'ehen wir mtt den Svortlern hinauf In d e Gleis che rwett, das Skrrennen und die Sprungkonkur'enzsn sin� ort« trefffich wiedergegeben. Der FUm, der kürzlich im Kreise d.r Ruch» teilnehmer vorgeführt wurde, wird dem Verband und dem Winter- spart sicher neue Freunde werben. Eder gegen Zinna Spears im„Sländiaea Ring". Nach einer einwöchigen Pause setzt der Spichernring Freitag, 31. Januar, seine Veranstaltungen fort. Für den Hauptkampf sind Gustav Eder und swung Spears verpfpchtet, ein Treffen, dos das allgemeine Inter» csie der Berliner Boxsportgemcinde finden wird. Bis zum heut'gen Tage ist Spears in Deutschland unbesiegt, und Eder ist ganz der Mann dazu, ihm die erste Niederlage zuzufügen. Die Internatio- nalität im Programm vertritt der ausgezeichnete Tscheche Franz Nekolny._ Zonzitttratttia.Sit Vatuifetuildc. SK*«las(t»et«. lfaStt am Cannta«, 26. Januar, nach Gtlntt—©xaueict«. Iieffpunl; 8 Uhr Aleranttrplah, Stait- babntefltn. «tbtütr.Z!al>- sab fttaftfabtet-Suirb.Sal'bailtäf,»«tappt Groh- »ert'a.(Sefchaftelirllt:? obect? achbarth, EW.. Echäntdttfitt St. 17«, 2. Abt.! EidtSi'ietrotlm«, CcnKtifcf-aftäSaits, 17 Ifiit. G«nUtliches Bei» fanim;r'e"n. Sintx'tt frei.— 5 Abt.! 10 Übt Treffpunkt Echtrstscher Babnba'. Eckt Mada stiak».— 9. Abt.: 104» Ifbr Junal'bcnftt. 43, Museum für Slatur- lurbe.— 10. Abt.! ffufitert Grunewald. Treffpunkt 13 Übt Bahnbaf 9Sar- sckauer T trabe.— Rcnnsab erabteilv-«! Eannaüend. Li. Januar, 20 Übt: Untetbaltunnea' ant> m l?an» bei Spffmann. Sckweb'er Str. 23—24.— Abt. Stnlrllr! 13 Ubr Ziel am Statt Labrn?alletnvfat>.— Abt. St'ttrbtr«: 9 Übt Aahnhaf Stta'oi'-<,"i'mme,sbi-rfl, Sincan« So-ntocfttaSe: Mbriin« durch das San. und Lerkebremuscum.— Motartod'atrerabik'lar« gtiedrichsbai»! iZübtun« durch Alt-Berlin. Treffpunkt bei Laban,»cüdetflt. 16. Zur Tagung der freien Segler. Heute und Sonntag in Brandenburg a. d. H. 3n der Geburls stökle des Arbeitersports, in dem laufend- jährigen vraudeaburg au der Havel lresfen sich am 25. o o d 26. Z a n u a r die Delegierten des A r e i e u Segler- Verbandes zum Irelen Seglerlag. Es ist da« erstemal, daß seit dem Bestehen de» FSV. eine Tagung außerhalb der Reichshauplstadl flallfindel, doch sind diesmal die Opfer nicht gescheut worden, um den freien Seglern Brandenburg" sowie dem„Seglerklub Rord-wefl" neue AgilalionsmögNchkeilcu zu geben. Die ersten Beziehungen zu den Brandenburgern würben an- läßlich der großen vorjährigen Pfingsisahrt nach Brandenburg ge« knüpft, an der sich 169 Bo»'« aus Bertin und der Umgebung be- teiligten. Für Brandenburg war dies« Auffahrt ein ungewohntes. doch farbenfrohes Bild, da eine große Anzahl von Booten Branden- burgs Mauern noch nicht beherbergt hotten. Der Kontakt mit der Bevölkerung der echten Arbeiterstadt war auch sofort hergestellt, was sich in dem überaus großen Interesse ausdrück e, das die Brau- denburger den beiden Segelregatten auf dem Brettlingsee entgegen- brachten. Und die recht von Herzen komemndc Gastfreundschaft der Brandenburger tat ein übriges, den diesjährigen Seglertag in ihre schöne Stadt zu verlegen.> Im vergangenen Jahre hat die eiftige Werbetätigkett der freien Segler nicht nachgelassen. Wenn es auch immer schwieriger wird, Arbeiterfeglervereine zu gründen, so konn en doch vier neue vereine für dl« Zdee de, Arbeiters egelsporks gewonnen worden. Zwei dieser Bereine sind aus E'nzelmitgliedern entstanden, und zwar die „Tourensegler Zeuthen" und die„Freien Segler Iörsselde". Der Brandenburger Seglerklub Nord-West trat im Frühjahr vorigen Jahres dem FSB. bei. die„Freien Segler Saatwinkel" Ende des Sommers. Was die Werbung der Einzelmitglleder anbetrifft, so legt der FSB. auf deren Gewinnung besonderen Wert. Bei der Eigenart des Segelsports ist es nicht jedem Segler möglich, sich einem Arbeitersegelverein anjuschließen, sei es aus räumlichen oder auch aus finanziellen Gründen. Um nun aber denen, die zum FSB. wollen, nicht die Tore zu versperren oder sie gar in das bürgerliche Lager hineinzuzwingen, werden sie als E'nzelmi'gsieder aufgenom- wen. Auf diese Weise hat der FSB. schon etwa 65 Einzelmitzlieder gesammelt. Die Praxis hat gelehrt, daß sie sich.zu geeigneter Zeit zu einein Verein zusammenschließen und nun Stützpunkte für die Arbeitersegler bilden. Auch an der Wafierkonte fit dem Freen Segler-Verband ein neuer Stützpunkt in Stettin durch den soeben gemeldeten Beitri t des dortigen Arbeiter-Seglervercins er- standen. Gerade im Reich gibt es noch viel sür die Werber der Arbettersegler zu tun. Zur Jahreswende waren etwas über 2969 Wllglieder lu 37 vereinen unter der Jiaaoe des.?SV. verrtuivl. deren hundert Delegierte in Brand-nbuxg über die ferneren Ziele beraten werden. Es ist ein erfreuliches Zeichen des Zusammengehörigkeitsgefühls, daß auch d!« Delegierten der auswärtigen Dereine vertreten sein- werden, z. B. der Segelklub„Luv". Eloing, ,.A.?o'us", Danzig, ..Undine", Königsberg, der„Bille-Wafftrsportoerein", Hamburg, der „Freie Wassersport Bremen", der SE.„Hansa", Lübeck(der im vergangenen Sommer auf dem Ratzeburger See ejn« Wettfahrt veranstaltete, an der sich vier Berliner Boote beteiligten), der SE. .Sturmvogel',� Magdeburg, der SC..Neue Schleus«", Rathenow und ander«. Trotz der erheblichen Kosten, die de zum Teil weiten Reisen und der Lohnausfall verursachen, werden alle an der Tagung teilnehmen, um sie zu einem erfolgreichen Ende zu führen. Wenn auch aus dem vorjährigen Seglertag in Berlin die Wogen der Leidenschaft durch die sogenannt«„Opposition", die sich � an praktischer Arbeit nie beteiligt hatte, ziemlich hoch gingen, so konnte doch der Freie Segler-Berband weiter als ein festes Glied der Zenlralkommission sür Arbeitersport und Körperpflege seinen � vorgezeichneten Weg gehen. Alle Bereine des Kreises Berlin haben sich im Laufe des vergangenen Jahres dem Beschluß des Segler- toges 1929 gefügt und sind dem neuen Kartell für Arbeitersport und Körperpflege beigetreten. Es ist nicht zu leugnen, daß trotzdem einige Maulwürfe an der Arbeit sind, die absolut nicht die einheit- üche Front der freien Segler mögen. Brandenburg, die tausend- jährige Arbeiterstadt, wird ihnen zeigen, daß ihr Beginnen nutzlos ist, daß die freien Segler einig bleiben und nicht von ihrem Kurs abweichen. >fanunernscbilder für Sportboote? Verhandlungen im RVM. Nach Mitteilungen im„Berliner Tageblatt" vom 21. Januar finden im Reichsverkehrsministerium zur Zeu Verhandlungen über eine Neuordnung auf den Gewässern mit dem Z'el« irr Reglementierung aller Wasserfahrzeuge statt. Die vielen Unfälle auf dem Wasser und die Behinderung der Berufsschisfahrt durch rücksichtslose Wassersportler hätten den Plan reisen lassen, alle Boote mit Nummernschildern zu versehen. Auege- ! uommen sollen nur die Boote der anerkannten Wassersportorgani- sationen, darunter auch ter Arbeiterwassersportorganisationen"sein. Der Plan ist nicht neu. nur ist er bi-her an dem Widerstand der Wasiersportoerbände gescheitert. Die stehen nämlich auf dem zu- treffenden Standpunkt, daß ihre M.tglieder verpflichtet sind, sich auf dem Master anständig zu benehmen und daß sie durch Erziehung . bester« Zustände erreichen wollen. Di« Verbände sind sogar dazu übergegangen, in der„Wasierwacht" eine Organisation zur Be* lchnmg unwissender oder unbotmäßiger Wassersahrer zu schassen. Schwierigkeiten für die Ausnahmestellung der aroßcn Organisationen beständen noch dem DT. nur m der Kennttichuiachung ter Boote dieser Ausgenommenen. Man will besondere Wimpel oder Plaketten schaffen, und da gebe es viele Wünsche. Das sollre unserem Erachten nach unnötig sein, denn die Tiereinswimpe! und Rkrbandcflcggcn der organisierten Wasiersahrer sind den B; Hörden bekannt: nötig ist nur ein« amtliche Verpflichtung zum Führen dieser Abzeichen. Zugegeben soll sein, baß ge- wisse Mitglieder feudaler Kinds ihren Ehrgeiz darin sehen,„viel Wellen" zu machen, aber solche Piraten im Wasiersport kriegt mau leicht klein, wenn man sie unter Angab« de? Bootenamens oder der Flaggen zur An,«ige bringt, nach dem Grundsatz:„Wer nicht hören will, muh fühlen." Be, den mmorbootfahren'.en Mitgliedern des Freien Segler- Verbandes findet man diese Untugend nicht, weil ihnen ihr schmaler Geldbeutel den Besitz von schnell- laufenden Booten mit starten Mrtoren verbietet. Im übrigen sollten die Behörden ein wachftines Auge auch auf unvernünftig fahrende Dampserkopitäne hoben, sollten die Behörden durch den nicht abzubauenden, sondern zu verstärkenden Reichs» wasserschutz die wi'den Wassersahrer ein wenig in ive Er-iehung nehmen. Die OrganRierlen sind von sich aus verpflichtet. Disz'p'in und Anstand zu wahren. Und es geht ohne RummernschUder!