Nr. 61. Erscheint täglich außer Montags, Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Bfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DefterreichUngarn 2 M., für das übrige Ausland 3 Mt. pr. Monat. Eingetr. in der Poft Beitungs- Preisliste für 1896 unter Nr. 7277. = Vorwärts 13. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inferate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn und Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amit 1, Nr. 1508. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. in Baden. = I. Donnerstag, den 12. März 1896. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. starte " Wenn und zum theil erheblich vermindert wurde." So hatte z. B. in| wodurch sie sich von allen anderen sozialen Reform- Bestre Arbeiter und Fabrikinspektion einer Bappenfabrik die Verbesserung der maschinellen Ein- bungen so scharf unterscheiden, sondern auf den Gebrauch, den richtung eine Verdoppelung der Produktion zur Folge, ohne die Arbeiter von ihrem Rechte machen, sich zur Wahrung daß eine Vermehrung des Personals nöthig gewesen wäre. ihrer Interessen zu vereinigen." Das stimmt bis aufs Für die internationale Sozialdemokratie" soll der neue Da und dort," fügt der Bericht hinzu, haben solche Ver. Haar. Weiter als bis hierher geht die Erkenntniß des Jahresbericht der badischen Fabrikinspektion über das Jahr befferungen auch zu einer direkten Verminderung der Bahl Aufsichtsbeamten freilich noch nicht. Daß er die zahlreichen 1895( Karlsruhe, F. Thiergarten, 1896, 177 Seiten) Propa- der beschäftigten Arbeiter geführt." Hand in Hand mit polizeilichen und gerichtlichen Uebergriffe gegen die Arbeiterganda machen- so hat der Pforzheimer Fabrikant und Ab- ben technischen Fortschritten geht die Entwickelung großer bewegung, die auch im letzten Jahre das badische Musterwieder auszeichneten, in seinem Berichte geordnete Wittum vor einigen Tagen entrüstet in der Kammer Betriebe, die ihre Produktionskraft möglichst auf die Her- ländle" ausgerufen. Ein tiefer Sinn liegt in diesem Manneswort! stellung gleichmäßiger Artikel konzentriren. So gaben in rügen sollte, kann man gewiß von ihm als großDa in den langen Kammerverhandlungen auch nicht der einigen Fällen große Anlagen, die bisher aus dem Roh- herzoglichen Regierungsbeamten nicht verlangen. geringste Beweis gegen die Wahrheit des im neuesten material das Halbfabrikat und das fertige Produkt her- ihm aber das auf der einen Seite nicht möglich ist, badischen Fabrikinspektions Bericht mitgetheilten erbracht stellten, den lehteren Theil ihres Betriebes auf und be- dann sollte er auch auf der anderen Seite nicht tadeln, daß werben fonnte und wie gern hätten die national- ichränkten sich auf die Herstellung des Halbfabrikates. In die Arbeiterbewegung sich weitere Biele steckt, als„ die wirt liberalen Fabrikanten so etwas nachgewiesen!, so steht folge dieser Arbeitstheilung wird natürlich der auf ein liche Verbesserung" der augenblicklichen Arbeiterlage, und doch fest, daß die Berichterstattung der badischen Gewerbe- vollständiges Handwerk eingelernte Arbeiter immer mehr er sollte sich weniger darüber wundern, daß sich Arbeiter,, mit allgemeinen( soll heißen: aufsicht über allem Zweifel erhaben und thatsächlich überflüssig, die Großindustrie braucht in der Hauptsache versammlungen auch richtig ist. Ift sie das aber und machen die unerschütter blos noch ungelernte, billige Arbeiter, die sie einstellt politischen) Erörterungen befaffen". Wie können sich denn lichen Thatsachen für die internationale Sozialdemokratie und entläßt, wie es ihr paßt. Daraus erklärt es sich die Proletarier anders von dem auf ihren Organiwenn wenn folgendes berichtet wird: Auch sationen lastenden Drucke befreien, als durch eine Propaganda- dann desto besser für die Sozialdemokratie. sehr einfach, politische Parteibewegung? Und ist denn Der naive Ausspruch des Pforzheimer Kapitalistenvertreters ungelernte männliche Arbeiter( neben Arbeiterinnen!) boten beweist dann eben wieder uns aufs neue, daß die Sozial sich an sehr vielen Orten noch im Spätjahre trotz der der Arbeiter fein Mensch, der noch höheree Kulturdemokratie weiter nichts bedeutet, als die unerbittliche Vollbeschäftigung aller gewerblichen Anlagen und troß einer ideale haben darf, als besser essen, trinken Logit der Thatsachen. Wir danken dem Abg. Wittum für sehr regen Bauthätigkeit sowie ungeachtet der niederen wohnen? Wir können nicht glauben, daß der sonst so dieses unfreiwillige Zugeständniß und wir gehen nun mit Löhne dieser Arbeiterkategorie in nicht geringer Bahl ohne einfichtige badische Aufsichtsbeamte darauf hinaus will, blos die wirthschaftliche Arbeiterbewegung als berechtigt zu er desto größerem Interesse an die Besprechung des neuen Jahres- Erfolg zur Beschäftigung an." berichtes, der vorige Woche erschienen ist, wieder als erster Wenn der größte Theil der badischen Bevölkerung flären. Seine diesjährigen Ausführungen lassen aber etwas auf diese Weise immer tiefer sinkt in seiner Lebenssicher von dieser Herrenmoral" durchschimmern, welche die von allen deutschen Inspektionsberichten überhaupt. heit, so ist es ein einfaches Gebot der Selbsterhaltung, Besorgung der höheren" Staatsaufgaben auch den 1. Allgemeine Industrie- und Arbeits. daß sich die Arbeiter organisiren und der Herabdrückung höheren" Klassen vorbehalten sehen möchte. Nebenbei ein Berhältnisse im Jahre 1895. ihrer Lebenslage entgegenzusteuern suchen. Das ist sogar Beweis dafür, wie arg die Pforzheimer und Mannheimer Das badische Gewerbeproletariat hat sich im Jahre eine Kulturarbeit, denn sie verhindert ein Sinten des all Fabrikanten in ihrer Wuth dauebenschießen, wenn sie die 1895 wieder ansehnlich vermehrt. Aus den 142 746 n- gemeinen Lebensniveaus. Jn Die badische Fabrikinspektion Fabritinspektion fozialdemokratisch" stempeln. Umgekehrt: dustriearbeitern des Jahres 1894 find im Vorjahre 150 265 giebt dies seit jeher zu, und auch ihr neuester Bericht widmet das eigentliche Verständniß für den geistigen Kern unserer geworden. Da mag mancher ehemals selbständige" Meister, deshalb den Arbeiterorganisationen Betrachtungen, die man Bewegung fehlt der badischen Fabrikinspektion noch mancher aus anderen Gesellschaftsklassen hergekommene in den Schriftstücken sonstiger deutscher Gewerbe Aufsichts- bis heute, so wahrheitsgetreu und gerecht sie auch darunter stecken. Wenn man das Des= unablässige beamten vergeblich sucht. Es wird betont, daß auch der sonst die wirthschaftlichen Zustände schildert. Schwellen dieser Ziffern beobachtet( 1892, bei der bloß vorübergehende Zusammenschluß von Arbeitern in halb sollte der Bericht lieber gar nicht versuchen, sich auf ersten Zählung, waren es erst 126 296 Arbeiter), einigen Fällen Lohnherabsetzungen verhindert oder in er diese Gebiete zu begeben. Bei den Fabrikanten nügt er so begreift man, daß die Machthaber Angst bekommen. reichbaren Grenzen angestrebteLohnerhöhungen durchgesetzt hat". sich ja doch nichts damit, und bei den Arbeitern erregt er Wenn sie nur etwas machen könnten gegen den Strom, Es wird auch dieses Jahr wieder bedauert, daß die Arbeiter nur durch solche Stellen Befremden. Es ist z. B. auch der schwillt und schwillt! Aber ausbeuten und Profit machen geordnete Vertretungen ihrer Intereffen nicht besitzen". thatsächlich unrichtig, daß die politischen Organisationen in wollen sie doch alle, und in je größerem Maßstabe sie dies Es wird mitgetheilt, daß die konfessionellen Arbeitervereine, Baden bezüglich der Mitgliederzahl vor den gewerkschaft thun, desto mächtiger wird die Proletarierarmee. Es ist seitdem sie den praktischen Fragen des Arbeiterlebens ein lichen einen Vorsprung gewännen, wie Dr. Wörishoffer S. 62 zum verzweifeln für den Bourgeois an diesen That- klein wenig näher getreten find", von den Unternehmern andeutet. Die gewerkschaftliche Organisation ist bei weitem sachen läßt sich nichts ändern und sie bedeuten doch das gerade so angefeindet werden, wie die sozialdemokratischen; stärker, als die politische, und wird dies naturgemäß auch fichere Grab der ganzen kapitalistischen Herrlichkeit. die Geistlichen würden durch den amtlichen und gesell- auf lange Zeit bleiben. Auch an Einzelbeweisen für diese Entwicklung fehlt es schaftlichen Einfluß der Unternehmer gezwungen, aus den So standen sich kapitalistische Produzenten mit allen in dem neuen Bericht Dr. Wörishoffer's nicht. Mehr als Vereinen auszutreten- das ist die Entwickelung, die wir ihren technischen Fortschritten und die proletarisirte Arbeiter früher, so theilt er mit, wurden gewerbliche Anlagen mit immer voraussagten und die den evangelischen und tatho- massen mit ihren leider noch so unvollkommenen Organidem ausgesprochenen Zwecke verändert, eine Verminderung lischen Arbeitern" nun die beste Gelegenheit giebt, zu sationen in Baden während des Jahres 1895 gegenüber, der Produktionskosten nach irgend einer Richtung zu er zeigen, was sie selbst gelernt haben. Die Fabrikinspektion als zwei Mächte, zwischen denen es keine Versöhnung" zielen."" Veraltete Arbeitsmaschinen wurden durch bessere zieht ferner daraus den ganz richtigen Schluß: daß es giebt, weil die wirthschaftliche Unterlage für diese Ver ersetzt, wodurch der Antheil der Produktionskosten, der vielen Arbeitgebern bei der Bekämpfung der sozial- söhnung" fehlt. auf die Entlohnung der menschlichen Arbeit entfällt, demokratischen Organisationen gar nicht auf das ankommt, 77 Clotilde.( Nachbruck verboten.) Welch ein erneuter, schwerer Schicksalsschlag für Clotilden! Aber sie brach nicht zusammen, sie hatte ja ihrem Manne versprochen, nie mehr zu flagen. Sie dachte an ihre Mutter, dachte an Hanne, wie unschuldig diese gelitten, und sie hatte die Schuld ihrer Mutter zu fühnen. Die wahre Todesart ihres Mannes hatte man ihr verschwiegen; denn sie blieb selbst für seine Freunde ein ungelöstes Räthsel. " " Alles athmete auf und neue Lebenslust erwachte, nur Gleich darauf trat auch der Major ein, reichte Clotilde konnte sich nicht freuen. Wie hatte sie sich das Clotilden die Hand und sagte:" Und da müssen wir auch Leben in Italien, dem Land ihrer Sehnsucht anders ge- an die Frauen denken und nach der Hausfreundin sehen, der eine Kur dort nichts schaden kann." gedacht. Nur Jammer bei so viel Schönheit. Sie tam jetzt erst dazu, sich die stolze Stadt Genua, die nicht umsonst La Superba( die Prächtige) hieß, anzusehen. Sie sah in den Straßen Balbi und Nova die herrlichen Marmorpaläste, fuhr, um sich zu zerstreuen, vom Hafen Darsena hinaus ins Meer. Eines Morgens flopfte es an ihrer Thür und auf ihr Herein" traten zwei verschleierte Damen ins Zimmer. Welch' ein Anblick! Amphitheatralisch lag die Stadt da, vom Meer bis ins Gebirge sich ausdehnend. Doch Langenberg, in sein System, seine Anschauungen was nüßt all' die Pracht, wenn das Herz nicht mit lacht verrannt, wollte den Aerzten beweisen, daß die Cholera und besorgt vor der Zukunft erzittert? nicht ansteckend sei, nur die äußeren Einwirkungen". Er hatte Die Schönheit läßt fühl, wenn ein banges Gefühl, wenn gegen alles Abrathen eine Tasse Blut von einem Cholera- der Kummer die Freude verbittert. getrunken und franken war nach zwei Stunden ge- In dieser schweren Bedrängniß und tiefen Herzensnoth, storben. War er durch Gewissensbisse zu dieser da fühlte sie doppelt, wie wohlthuend und herzerquickend inerhörten, todesmuthigen That getrieben worden oder ein Gruß wahrer Freundschaft ist. glaubte er, der Menschheit einen Dienst zu erzeigen, und starb dabei als ein Opfer feiner Ueberzeugung? Nach seinem Vortrage bei der Aerztekonferenz vollführte Dr. Langenberg eine so tollkühne Handlung, die man nur einem am Dasein verzweifelnden oder Lebensüberdrüssigen Sein Leichenbegängniß war ein großzutrauen kann. artiges. Für die Wittwe wurde reichlich gesorgt. Aber wo sollte Clotilde Lebensfreudigkeit finden, nach all den vielen harten Schicksalsschlägen, die sie betroffen? Der oft gewünschte Tod ihr erschien er nicht. Sie fühlte sich einsam und verlassen in dem fremden Lande, in bas fie verbannt war, denn sie konnte nicht in ihre Heimath allein zurück. Die Bevölkerung der Stadt jauchzte auf, die Epidemie war vorbei, mit dem Tode ihres Mannes wie abgeschlossen und besiegelt, Wie aber erstaunte Clotilde, als sie zuerst die Frau Oberförsterin und dann die Frau Majorin erkannte. Wie erhellten sich da die Blicke Clotilden's! Ueberwältigt von Rührung über solch' treue Anhänglichkeit mußte sie einer nach der anderen um den Hals fallen. Willkommen! Willkommen!" rief fie, wie freue ich mich über solchen Besuch." Majorin." Besuch? Nein, wir wollen Sie abholen, sagte die Ja, ja, sette die Oberförsterin hinzu, wir fahren wieder nach Burgeberstein und Sie müssen mit." " Ich?" rief Clotilde hochaufathmend. " Ja, ja, wir müssen wieder zur Kur nach BadenBaden", schallte von der offenen Thür her die Stimme des Oberförsters. " Dwelche Freude nach so viel Kummer, Sie Alle bei mir zu sehen", sagte freudig erregt Clotilde. Backen Sie nur schnell ein," rief der Oberförster,„ ich habe schon einen Umweg machen müssen, um mir einen Rurgenossen zu gewinnen, jezt müssen auch Sie eilen, meiner Frau Gesellschaft zu leisten." " Aber sagen Sie mir nur," frug Clotilde, wie erfuhren Sie, daß... O wir haben Sie nicht aus den Augen verloren, wir erhielten genaue Nachrichten," erwiderte die Oberförsterin. " Nachrichten über mich? Von wem?" Das ist noch ein offenes Geheimniß. Aber jetzt kommen Sie, wir wollen Ihnen helfen einpacken, der Wagen wartet." " Da half denn kein langes Widerstreben. Clotilde mußte dieser vierfachen freundlichen Einladung Folge leisten. Wie geht es denn dem genauen Nachrichtgeber"?" frug Clotilde leise beim Einlegen ihrer Kleider in den Koffer die Oberförsterin, welche ihr half.„ Es kann dies doch nur Theodor sein, ich kenne seine Schreibweise, habe Artikel von ihm in den hiesigen Zeitungen gefunden, dafür wird er wohl Nachrichten von hier erhalten haben." O, er ist wohl und wieder in seinem, jezt einträglichen Elemente," erwiderte diese.„ Er kann das Schrifts stellern nicht lassen, er hat das Gut verpachtet und ist jetzt, Eigenthümer einer niederrheinischen politischen Zeitung, die er vergrößert unter dem Namen Abendpost" herausgiebt. Vielleicht kann er sich eine Erholungsreise von ein paar Wochen gönnen, um mit uns zusammen zutreffen. ( Fortsetzung folgt.) Politische Uebersicht. Berlin, 11. März. " beabsichtigte Maßnahmen abfällig fritifitte. Nachdem das Kapitel| Darlegung. Weshalb denn nun der höllische Spektakel " Medizinalwesen" im Galopp durchberathen war, wurde auch gegen uns in der Leipziger Volkszeitung"? noch das Extraordinarium und somit der Rest des Dasselbe Blatt schrieb vorgestern: Im Reichstage ging heute die Debatte über die Kultusetats erledigt. Eine Forderung von 30 000 Mart Den vom Vorwärts" angezogenen Hinweis auf§ 8 des Gewerbenovelle in einer lang ausgedehnten Sizung für die Vorarbeiten zum Umbau der Charitee und zur Wahlgesetzes, wonach die sächsische Frattion ohne Genehmigung zu Ende. Das reaktionäre Werk ist vollendet. Diesmal erlegung des Botanischen Gartens gab dem Abg. Der Kammer ihre Mandate nicht nieberlegen tönnte, haben wir ging es vor allem dem Kolportage Buchhandel an den des Botanischen Gartens im Interesse der Stadt Berlin und der wir hinzufügen, daß auch Genosse Geyer im Privatkreise erDr. Langerhans( frs. Vp.) Veranlassung, gegen die Vernichtung von vornherein als thörichten Spaß behandelt. Nun können Kragen, außerdem dem Handel im Umherziehen mit Wissenschaft zu protestiren, leider ohne Erfolg. Die Regierung lärt hat, daß weder er noch Pintau, noch Goldstein mit dieser Sträuchern, Sämereien 2c., ferner mit Schmucksachen, schäßt die Kosten für den Umbau der Charitee auf 10 Millionen Buschrift etwas zu thun hätten, daß überhaupt feines Wiffens Brillen, optischen Instrumenten den Händlern und dem und die für die Verlegung des Botanischen Gartens auf fünf fein einziger Abgeordneter der sächsischen Fraktion mit dieser Publikum, das von ihnen kaufen will; aber dieses Publikum, Millionen, während andererseits der Werth des Terrains, auf Vorwärts"-Notiz in Verbindung stände; ausdrücklich erder Konsument, existirt in den Begründungen der Herren dem sich der Botanische Garten jetzt befindet, auf 15 Millionen lärte Genosse Geyer, daß er diese zuschrift vom Zentrum und von der Rechten überhaupt nichtmehr. Die taxirt wird; sie hofft also, daß es ihr gelingen wird, die Kosten an den Vorwärts" für dumm und lächerlich Abgeordneten Vogtherr, Weiß, Mundel, Diet, der schönsten Zierden der Hauptstadt zu erschwingen. Be außer dem„ Borwärts" auch das Hamburger Echo", das ohne für den Umbau der Charitee durch Vernichtung einer halte. Bu denen, die diesen Aprilscherz ernst nahmen, gehört Schneider und Lenzmann wehrten sich gegen die merkenswerth mit Rücksicht auf die einstige Boykottirung jede Bemerkung den„ Vorwärts" nachdruckt. vorgeschlagenen Verschlechterungen mit logischen Gründen, der Charitee seitens der Arbeiterschaft ist das Gingeständniß des jede Bemerkung den Vorwärts" nachdruckt." Heute erhalten wir vom Abgeordneten Geyer folgende Bu praktischen Erfahrungen und überlegener Satire; aber was Ministers, daß die jetzigen 3ustände in der Charitee schrift: bedeuten diese Eigenschaften gegenüber der Macht des nicht nur unzulänglich find, sondern auch Ge= Ich ersuche um Aufnahme folgender Zeilen im Vorwärts": Interesses und dem Geiste der Bevormundung, die die fahren für die Kranten mit sich bringen. Am Nicht habe ich die Zuschrift an den Vorwärts", die beMehrheit des Reichstages regieren? Der Artikel 11 wurde, Donnerstag stehen noch einige fleinere Etats auf der Tages- züglich der Niederlegung der Landtagsmandate sich auf§ 8 des wie er vorlag, nur mit einer kleinen lediglich stilistischen ordnung, so daß die zweite Lesung des Etats voraussichtlich am Wahlgefeßzes bezieht, als bumm und lächerlich bezeichnet, wie die Verbefferung Hite's, angenommen. Auch bei Artikel 12 wies Freitag beendet ift. ,, Leipziger Volkszeitung" behauptet, sondern ich habe gesagt, es die Mehrheit alle Milderungen zurück, dasselbe war beim Artikel 13 der Fall, und was bei den folgenden wir jetzt angesichts der Rückwärtsrevidirung der die Genehmigung der zweiten Kammer nachsuchen würden. Es leben unsere Freunde die Feinde! Das können wäre dumm und lächerlich, wenn die sozialdemokratischen Landtags Abgeordneten behufs Niederlegung der Mandate um Theilen der Vorlage abzuftreichen gelang, war unwesentlich. Gewerbe Ordnung den reaktionären Ordnungs- Dresden, den 10. März 1896. F. Geyer." Manchen auf der Rechten langweilte die Debatte und parteien wieder zurufen. Durch die Maßregelung und interessirten nur die Abstimmungen. Gestern sah man den Chikanirung des Hausir und Detailreisenden- Gewerbes lichen Ausweise über die Verluste der MadagaskarWas die französische Kolonialpolitik kostet. Die amtGrafen Kanig, heute den Herrn v. Kardorff hingestreckt den sowie des Rolportagehandels werden Hundert Schlaf der Gerechten schlafen. Nur Einer langweilt sich tausende, die mit allen Existenzfasern in der heutigen truppen liegen jetzt vor, sie reichen bis Ende Oktober; nicht, sondern ärgert sich der Frhr. v. Stumm, der, seit Gesellschaft wurzeln, schwer geschädigt, zum theil zu grunde damals waren gestorben: 3 Stabsoffiziere, 20 Offiziere, dem seine Aeußerung vom Scharfmachen im Volk und auch gerichtet und allesammt auf's äußerste gegen das herrschende 8 Beamte mit Offiziersrang, 3 Feldgeiftliche und 4326 Solanderswo bekannt geworden ist, fortwährend diefelbe System erbittert und der Sozialdemokratie in die Arme blaten, außerdem fehlten 828 tabilische Träger, und Gereiztheit zeigt. So auch heute. Munckel hatte getrieben. Bei der nächsten Reichstags- Wahl zweitausend Krante waren nach Frankreich fartastisch bemerkt, daß in der Kommission für das wird den Herren Reaktionären die Quittung über- 8urückgeschickt. Die Todesfälle auf hoher See sind bürgerliche Gesetzbuch, was wohl Herrn v. Stumm interessire, reicht werden. nicht mitgerechnet. Und das ist noch lange nicht die ganze es als unfittlich bezeichnet worden sei, wenn die Arbeitgeber Liste. Von den Kranken ist ein ungewöhnlich hoher Prozenteinen Arbeiter wegen der Zugehörigkeit zu einer der seinigen abweichenden politischen Richtung entlasse. An solchem EntLassen werde ihn auch das bürgerliche Gesetzbuch nicht hindern, erwiderte Herr v. Stumm mit wüthiger Geberde. Was scheert auch Herrn v. Stumm ein Geset? Morgen Schwerinstag: Anti- Impfantrag und Antrag Colbus betr. Ausdehnung des Preßgesetzes auf Elsaß- Lothringen. Für die Sittlichkeit in der Armee" legt das sah gestorben. Vor dem Feind sind höchstens ein paar Militärische Wochenblatt" eine Lanze ein: Hundert geblieben. Daß manche junge Leute, namentlich der Landbevölkerung, Das italienische Ministerium ist erst jetzt fertig, die den häuslichen Einflüssen entrückt und zum ersten Male den und noch nicht über das Programm ganz einig. Die Verführungen der großen Städte ausgefeßt, diesen unterliegen, fönne Schwierigkeiten der Lage find weit größer, als anfangs auch und solle nicht in Abrede gestellt werden, wohl aber, daß hierfür die Armee verantwortlich zu machen sei. In ihrem sitt von den Gegnern Crispi's geglaubt ward. Dieser hat mit lichen Lebenswandel würden die einzelnen Bestandtheile der der ihm eigenen Gewiffenlosigkeit alle Hilfsmittel erschöpft, Im preußischen Abgeordnetenhause machte sich am Mitt- Armee im allgemeinen so sein, wie die Kreise, aus denen sie die tollsten Manöver, Operationen und Spekulationen gewoch eine starte Reaktion gegen die frühere Verschleppung des hervorgegangen sind. Aus dem vorjährigen Sanitätsbericht der macht, um sich an der Gewalt zu halten; wie ein mit allen Kultasetats bemerkbar. Während man bisher die Zeit mit den preußischen Armee geht übrigens hervor, daß die geschlechtlichen Hunden gehegter Schwindler hat er das Geschäft, dem er nichtigsten Fragen todtgeschlagen hat, fand man es heute nicht Erkrankungen in der Armee in Abnahme begriffen feien. vorzustehen hatte, d. h. die Regierung Italiens, so gründeinmal für nöthig, dringende Angelegenheiten mit der erforder- Bon 1000 Mann feien an derartigen Krankheiten in ärztlich verdorben und verfahren, daß kein Nachfolger mehr das lichen Gründlichkeit durchzuberaten, lediglich aus Furcht, daß sich liche Behandlung gekommen 1878 bis 1888 38,4 Mann, 1888 dann wiederum die Nothwendigkeit einer Abendfizung heraus- bis 1888 30,3 Wann, 1888 bis 1892 27,1 Mann. Jedenfalls Verlorene retten kann, und daß jeder Nachfolger erst längere stellen tönnte. Das zeigte fich am deutlichsten bei dem stehe die deutsche Armee von allen großen Armeen in der Beit braucht, ehe er sich nur zurecht findet. wichtigen Kapitel Medizinalwesen". Hierzu lag ein Antrag Verbreitung der geschlechtlichen Krankheiten am günstigsten Und dazu nehme man die unglaubliche Berlogenheit Dr. Kruse und Dr. Martens vor, wonach die Regierung da; denn es kommen im Durchschnitt der Jahre 1888 bis Crispi's. Das erste, was er nach der Niederlage Baratieri's ersucht wird, in fürzester Frift den seit langer Zeit in Aussicht 1892 auf 1000 Mann in Deutschland 28,9, in Frankreich that, war, daß er ihn zum Sündenbock machte. Und doch gestellten Gefeßentwurf, über die medizinal 48,7, in Ungarn 66,7 und in Italien 93,5 geschlechtliche steht es jetzt fest, daß er drei Tage vor der Schlacht an reform vorzulegen, welcher insbesondere die Verhältnisse der Erkrankungen. Auch ergab sich, daß daß die Zugänge Baratieri, seinen alten Waffengefährten unter Garibaldi, Kreisphysiker dahin regelt, daß dieselben unter Be in ärztliche Behandlung im November, dem Monate " Nächsten Dienstag tritt die Rammer zusammen. Bis dahin haben die Minister Zeit, sich zu verständigen. schränkung ihrer Privatpraxis und entsprechender Erhöhung der Refruteneinstellung, noch einmal so groß seien wie den Befehl geschickt hatte, um jeden Preis einen Sieg für ihres als pensionsfähig festzusehenden Gehalts in höherem in den anderen Monaten, woraus hervorgehe, daß ein großer den Tag der Kammereröffnung zu gewinnen. Koste es was Maße als bisher den Aufgaben der gerichtlichen Medizin und Theil der Leute die Krankheit bereits beim Eintritt in die Armee es wolle! ber öffentlichen Gesundheitspflege sich widmen können. Da man mitbringe. Man könne feinesfalls verlangen, daß die Armee Wenn nun Baratieri vor Gericht gestellt wird, wird aber die vorher so nuglos vergeudete Zeit nach Möglichkeit ihre Angehörigen gegen die Außenwelt so abschließe, als wäre Crispi an seiner Seite auf der Anklagebant ſizen. wieder einholen möchte, so sah das Haus heute von der die Kaserne ein Mönchstloster. Berathung des Antrages ab und ermächtigte den Prä- So das Militärische Wochenblatt", welches ganz versidenten, denselben nach Beendigung bes Etats auf geffen zu haben scheint, daß die Armee eine Schule der die Tagesordnung einer Sigung zu stellen. Eine längere Bucht und Moral sei. Debatte entspann sich über den Entwurf der Polizeiverordnung vom 19. Auguſt betr. den Bau und die Anlage Auch wir halten eine Kaserne für kein Mönchstlofter, von Krankenhäusern, sowie über den Erlaß des Kultus- allein eine Aehnlichkeit ist doch vorhanden: das Bölibat, 20. September betr. Die Aufnahme in das mit der Menschennatur im Widerspruch steht und eine Privat Jrrenanstalten, nach welchem zur Aufnahme ein Quelle der Unsittlichkeit ist. Daß Männer in dem Alter ärztliches Atteft, ein Kreispbysitats- Attest und eine Bescheinigung unserer Soldaten mehrere Jahre lang zur Ghelosigkeit ver der Ortspolizeibehörde nöthig ist, und wenn jemand in einem urtheilt sind, muß Unfittlichkeit erzeugen auch wenn alle bringenden Nothfalle aufgenommen wurde, innerhalb 24 Stunden Offiziere Tugendprediger und Tugendbolde wären. ein Bericht an die Behörden erstattet werden muß. Der Erlaß war bekanntlich die Folge in der Deffentlichkeit genugsam besprochener Borgänge in einigen Privat- Irrenanstalten. Ob der Minister dadurch seinen Zweck erreicht und es verhindert, daß Geistestrante wider ihren Willen in Anstalten untergebracht oder dort festgehalten werden, bleibt abzuwarten. Unter anderem tam heute auch die Frage einer besseren Ausbildung unserer jungen Mediziner zur Sprache, bei welcher Gelegenheit Dr. Virchow verschiedene, von den Behörden Kunst und Wissenschaft. Die Direktion des Alexanderplay- Theaters theilt mit, daß die Première von Barney's" Die Mustetiere im Damenftift" am 20. März stattfindet. Heute ist bei der 144. Aufführung der Kleinen Lämmer" Benefiz für Herrn Swoboda. Rudini ist ein Gegner der afrikanischen Politik", und er ist nicht der Mann, dem König zu Liebe seine Ueberzeugung zu ändern. Ein plöglicher Rückzug aus Afrika ift allerdings nicht zu bewerkstelligen. In die Kolonialfalle" ist leichter hineinzukommen als heraus. Aber da König Menelit nur einen Vertheidigungskrieg führt, da er noch unmittelbar vor der Ratastrophe von Adua den Italienern einen ehrenvollen Frieden angeboten hat, und da er nicht vor, europäischer Lügen- Zivilisation angesteckt ist und sein Wort bisher immer gehalten hat, so wird es der Vermitt Die ,, Leipziger Volkszeitung" bringt in ihrer letzten lung, welche von England angeboten ward, vielleicht geNummer unseren vorgeftrigen Artikel über den Stand der lingen, ein für beide Theile annehmbares Uebereinkommen sächsischen Bewegung gegen das Wahlrechts- Attentat zum zu treffen. Abdruck, und der Chefredakteur hat die Gefälligkeit, uns zu Von den eingelaufenen Depeschen theilen wir die bescheinigen, daß gegen diese Art der Darlegung nichts folgenden mit: einzuwenden ist". Aber wir hatten niemals eine andere Rom, 11. März.( E. N. of G.) Der Rönig sagte, als er Art" und auch niemals einen anderen Inhalt der den Ministern den Eid abnahm, es sei gewiß, daß man alle Schwierigkeiten überwinden werde; Italien werde Der trifft, den der Ballon nehmen wird, so ist ihm dieser von den fich mit Ehren aus dem afrikanischen Kriege ziehen. Corriera della Sera" sagt, die italienischen Kolonisten von Luftdruckverhältnissen im Polarbassin vorgeschrieben. Der Meteorologe Nils Eckholm glaubt, daß diese Verhältnisse einer bofelafft feien nach Massauab zurückgekehrt und zwar sehr Erreichung des Pols günstig sind und hat die bisherigen Be erfreut über ihre Rückkehr, daß ihr Fiasko ein elendes gewesen sei. Rudini telegraphirte an General Baldissera und sprach obachtungen zu Karten verarbeitet, wonach auf Spitzbergen im ihm das Vertrauen des Ministeriums aus, zugleich versicherte er Sommer häufig eine polwärts gerichtete Strömung vorhanden ist. ihn, daß nothwendige Verstärkungen an ihn abImmerhin bleibt das Unternehmen ein Wagestück ersten Ranges, geben würden; Ricotti, der Kriegsminister, depeschirte in deffen glückliche Durchführung sehr fraglich ist. ähnlicher Weise. Literarisches. Eingelaufene Druckschriften. Zu dem Andrée'schen Projekt, den Nordpol im Luftballon zu erreichen. werden der Nat.- 8tg." folgende Mittheilungen gemacht: Andrée wird seinen Plan nicht aufgeben, auch wenn Nansen den Pol erreicht haben sollte. Es wird eifrig in Paris an dem Polarballon gearbeitet, während man in Schweden Revue Sozialiste". Die belgischen Sozialisten sind unmit der Herstellung der Halle beschäftigt ist, in der sowohl die ablässig bemüht, der sich stets ausbreitenden Partei auch eine Füllung des Ballons vor sich gehen wie auch der Ballon felbft immer festere Grundlage zu geben, und Wissen in die Massen während der Zeit des Abwartens günstigen Windes verbleiben zu bringen. Wie wir aus der heutigen Nummer des" Peuple" tann. Der Ballon wird nicht, wie ursprünglich in Aussicht ge- ersehen, haben unsere Genossen in Brüssel die Gründung einer nommen, 6000, sondern nur 4500 Rubikmeter und der Durchmesser sozialistischen Revue ähnlich wie die Neue Zeit" in anstatt 22,5 Meter nur 20,5 Meter betragen. Andrée ist der Stuttgart beschlossen. Als Mitarbeiter sind alle bekannteren Meinung, daß der Gasverlust während der Fahrt so gering fein Genossen gewonnen. Das Unternehmen wird von einer Genoffen wird, daß diese Verkleinerung nicht nur keine Gefahren, sondern schaft betrieben, und die erste Nummer wird am 1. Mai ereher Vortheile mit sich bringen wird. Der obere Theil des scheinen. Der Preis beträgt 3 Frants das Jahr für Belgien, Ballons wird eine Kappe aus wasserdichtem Stoff erhalten, 4 Frants für das Ausland. Die„ Revue Sozialiste" hat ihre die dazu dient, theils schnelle Temperatur Veränderungen Bureaus:" Rue des Sables 35 Bruxelles( Brüffel) Belgien" des Gases infolge wechselnder Beftrahlung abzuschwächen, wo auch der" Peuple" erscheint. theils den oberen Theil des Nezzes gegen atmo sphärische Einflüsse und Niederschläge beffer zu schützen. Unterhalb des Aequators wird man einen Gürtel um den Ballon Bon der Gleichheit, Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen( Stuttlegen, der dazu bestimmt ist, den Winddruck von der unteren Ballonhälfte, die nicht durch Segel geschützt ist, abzuhalten. Die Segelvorrichtung, mittels welcher Andrée den Ballon zu steuern gedenkt, wird aus einem Mittelsegel und zwei Seitensegeln bestehen, die sich auf Bambusrohre stüßen, welche am Tragringe befestigt sind; die ganze Segelfläche mißt 88 Quadratmeter. Das Prinzip der Steuerung ist das nämliche, dessen Andrée sich bei früheren Luftschifffahrten bedient hat, b. h. bie Segel find in in einem gewissen Verhältniß zum Ballon angebracht und das Steuer wird in der Weise geschwenkt, daß die Segel bie nothwendige schräge Stellung zum Winde erhalten. Außer den Segeln sollen noch die Schlepptaue eine gewisse Steuerfähigkeit des Ballons ermöglichen, sowie seine Geschwindigteit hemmen. Jedes Tau wird am unteren Ende mit schwächeren Stellen versehen, damit, falls der Ballon bei schneller Bewegung irgendwo hängen bleiben sollte, die Taue an diesen Stellen und nicht oben am Tragringe reißen. Jm nördlichsten Theile Norwegens, vielleicht bei Tromsoe, wird eine Station mit 100 Brieftauben eingerichtet, und zwar sollen die von dort ausgehenden Fischerboote bie Thierchen zuerst auf fleinere, später auf immer größere Ent fernungen mitnehmen und dann freilassen. Was den Weg be 1 gart, J. H. W. Die B' Berlag) ist uns foeben die Nr. 5 des 6. Jahrgangs zugegangen. Aus dem Inhalt diefer Nummer heben wir hervor Auf der Armesünderbant. Das Bürgerliche Gesetzbuch im Reichstage. Der Kampf in der Konfektionsindustrie. Der. Vooruit" in Gent. Von Adele Gerhard. John Stuart Mills Frau. Die abgeftellte Hungersnoth ( Gedicht.) Bon Fr. Rückert. Feuilleton: Wenn( Großmütterchen aus gebt. ( Ein Winterbild von der Straße.)- Kleine Nachrichten. Die„ Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer 10 Bt., durch die Post bezogen( eingetragen in der Reichspost- Zeitungslifte für 1896 unter Nr. 2887) beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich ohne Bestellgelb 55 f.; unter Kreuzband 85 Pf. Inferatenpreis die zweigespaltene Betitzeile 20 Pf. Bon der Neuen Beit"( Stuttgart, J. S. W. Dieg' Verlag) tst foeben das 23. Heft des 14. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt beben wir hervor: Sächstiches. Gewalt und Detonomie bei der Herstellung des neuen Deutschen Reichs. Ein nachgelaffener Auffaß von Friedrich Engels.( Fortfegung.) Der Terminhandel und die Getreidepreise, Die Lohnbewegung in der Konfettionsindustrie. Von Berthold Heymann.( Fortſeßung.) – Kleine Literarische Rundschau. Notizen: Die Stärte der öfierreichischen Gewertschaften. Die Sungenfchwindfucht in der Schweiz. Zur Statistit der Feuilleton: Natur. Erzählt aus dem kleinrussischen Leben von Olga Kobylansta.( Schluß.) " Bottillon. Die diesjährige Märgnummer des„ Süddeutschen Postillon" ist dieses Mal vorwiegend dem Andenten der Kommune gewidmet. Da Freiligraths zwanzigfter Todestag auf den 18. März diefes Jabres fällt, so in thm in diefer Nummer ein besonderes Blatt gewidmet. Das bet: gegebene Bildniß Freiligraths zeigt uns denselben in dem Alter, da er seine j unsterblichen Freiheit slieder verfaßte, Briefe. Brände. -Rom, 11. März.( E. N. of G.) Die Regierung hat be schlossen, eine allgemeine Amnestie für politische Vergehen zu gewähren. Sokoto hin verschickt worden, nur die Offiziere wurden nach Rom, 11. März. Die italienischen Gefangenen sind nach Schoan gebracht. Die Verluste der Italiener werden auf 4000 Zodte und 6000 Verwundete angegeben. Die Spanier fiegen" in Ruba etwas zu viel. Einem geschäftigen Diplomaten rief Talleyrand einft zu: Pas trop de zèle! Nur nicht zu viel Eifer! Hätten die Spanier einen Talleyrand, so würde er das gewiß dem Herrn. General Weyler zurufen. Wenn irgend eine schlechte Nachricht aus den Vereinigten Staaten tommt, so erficht Herr Weyler flugs einen " großen Sieg". Der Senat befchließt, die tubanischen Rebellen" als friegführende Macht anzuerkennen. Weyler fiegt. Das Repräsentantenhaus faßt den nämlichen Beschluß. Weyler fiegt wieder. Und wenn die Spanier der Insel auf immer Lebewohl fagen, dann wird er zur Feier des Abschieds mit dem größten, aber auch lehten Sieg anfwarten. Die Insel Lappa. Die„ National Beitung" behauptet, an zuständiger Stelle" sei von der in portugiesischen und englischen Blättern gemeldeten Abtretung der Insel Lappa an Deutschland nichts bekannt". og his Ueber der our Deutsches Reich. den Inhalt HandwerkerVorlage des Herrn v. Berlepsch erfährt die Köln. Volkszeitung", daß für diejenigen Handwerker, welche innerhalb eines räumlich begrenzten Bezirks in ausreichender Zahl vorhanden sind, Fachinnungen, sowie Innungen für verwandte Gewerbe gebildet werden sollen. Diejenigen Handwerker, deren Bahl zu gering sein wird, als daß man diefelben in Jnnungen vereinigen kann, sollen in Gemeinschaft mit Bertretern der in Innungen forporirten Handwerker zu Handwerksausschüssen vereinigt werden, und aus der Wahl dieser Ausschüsse sollen die Handwerkerkammern hervorgehen. Die Befugnisse der letteren decken sich, abgesehen von der Regelung des Lehrlingswesens, wesentlich mit den Defugnisicn, welche bereits in der dem Reichstage zugegangenen Handwerkerkammer- Borlage für diese Kammern vorgesehen sind.— — Gegen das Börsengesetz hat sich, wie nicht an ders zu erwarten war, die Korporation der Stettiner Kaufmann� schast gewandt. Aus der Rede eines Herrn Kühnemann au dieser Versammlung sind folgende Sätze einer Wiedergabe werth „Die Landwirthschaft lebte früher in trene Freundschaft mit dem Handel und bis vor etwa Lö Jahren waren die Gutsbesitzer in unfern Ostseeprovinzen entschiedene Freihändler, so lange nämlich, wie wir unfern Ueberschuß an Getreide insAusland ausführten. Seit dem wir aber Getreide einführen müssen zur Ernährung der beständig zunehmenden Bevölkerung, die Hand in Hand geht mit dem mächtigen Wachsthum der Industrie, sind die Kauf- leute der Seestädte bei den Agrariern verhaßt, weil sie das fremde Getreide einführen, das die Preise des inländischen Gewächses beeinflußt."..... „Die Staatsregierung beging den Fehler, nicht sofort Farbe zu zeigen gegen diese wüsten, geradezu revolutionären Hetzereien Als endlich der stark agrarische Herr Landwirts s ch a f t s m i n i st e r die Erklärung der Gemeingesährlichkeit der Agitationen der sogenannten Konservativen abgab, erhielt er die unverblümte Antwort im Zirkus Busch. Aber auch er lobt das neue Börsengesetz als Instrument zur Erlangung höherer Getreidepreis e."..... „Bei allen agrarischen Vorschlägen müssen Sie stets die Frage stellen: Welchen Profit erhoffen die Agrarierführer hiervon? Die Antwort geben diese ja stets selbst: Höhere Getreidepreise! Alle Erwerbsklassen mögen zu gründe gehen, alle mögen gekränkt werden, der ganze Staat mag sozialistisch umgeformt werden, wenn nur die jetzt weniger Geld einnehmenden Großgrundbesitzer ihre früheren schönen Einnahmen wiedererlangen. Das kann aber auch der schneidigste Staats- koniinissar nicht zu Wege bringen, gleichgiltig, ob er von dem feinen Benehmen des Herrn Grafen Könitz oder einer mit de» grobe» Manieren des Herrn v. Diest-Daber ist." Man sieht, die so viel gerühmte Jnteressensolidarität aller Besitzenden geht, den Agrariern sei Dank hierfür, immer mehr in die Brüche.— — Zur beabsichtigten Aenderung der See manNs-Ordnung wird der„Magdeburger Zeitung" aus Bremerhaven geschrieben: Demnächst werden in Berlin die Berathungen über die vieler feits dringend gewünschte Aenderung der Seemanns« Ordnung ihre» Anfang nehmen. Da die oft erörterten mißlichen Verhält- niste der Heizer und Nohlenzieher auf den größeren Dampfern dabei eine wichtige Rolle spielen werden, so hatte sich der hiesige Verein der Heizer und Kohlenzieher an das Ministerium des Innern mit derBitte gewandt. zu den Berathungen einen oder mehrere Ver- treter des Vereins zuzulassen. Das Ministerium hat darauf geantwortet, daß dem n i ch t s im Wege stehe, daß einem Vereinsmitgliede aus Reichskosten die Theilnahme an den Berathungen gestattet sei, nur müsse der Mann mindestens dreijährige Fahrzeit hinter sich haben. Der Verein wählte zum Vertreter einen Mann von der Be- satzung des Schnelldanipfers„Havel".— — DieVeröffentlichung desTelegramms des Reichskommissars, betreffend die Jnspizirung der „Havel" hat, wie die„Rordd. Volksst." in Geestemünde schreibt, in den betheiligten Kreisen wie eine Bombe gewirkt. Die Aufregung soll eine riesengroße, und namentlich soll man auf die vermaledeite„Volksstimme" jetzt erst recht nicht gut zu sprechen sein. Uns läßt dies vollständig kalt. Das Pech der Herren vom Lloyd ist allerdings.ein großes, und wir be- greifen vollständig, wie sehr es sie schmerzt, daß die See, die bekanntlich sonst so selten ein Opfer zurückgiebt, in diesem Falle eine Ausnahme gemacht hat und gerade uns das an sich doch nur winzige, trotzdem aber so bedeutungsvolle Stückchen Papier in die Hände gespielt hat. Das Telegramm spricht ganze Bände, uns hat es allerdings nicht im mindesten überrascht. Gespannt sind wir nur darauf, ob auch die bürger- lichen Blätter davon Notiz nehmen oder ob dieselben versuchen werden, es durch Todtschweigen ihren Lesern vorzuenthalten. Daß ihnen dieses nichts nützen wird, die Versicherung können wir ihnen jedoch geben, wenigstens werden wir Sorge tragen, daß das Telegramm bei der ersten besten Gelegenheit auch im Reichä tage zur Sprache kommt.— — Stumm's Schleifstein und die National� liberalen. Was man kaum für möglich halten sollte, hat König Stumm's Scharfmacherkunst bewirkt. Sie hat die Milch der nationalliberalen Denkungsart in gährend Drachen gift verwandelt. Wie der„Frankfurter Zeitung" berichtet wird, tagte am 8. März in Saarbrücken eine Protest- Versammlung derjenigen nationalliberalen Wähler, die den Beschluß der Vertranensmänner-Versammlung miß- billigten, die am 1. März den„Generalanzeiger"(Schleifstein) zum maßgebenden nationalliberalen Organ erheben wollte. Nach längerer stürmischer Verhandlung nahm die Versammlung eine Protestresolution an. in der gegen Herrn v. Stumm's Bevor» niundungsgelüste protestirt wird. Besonders hervorgehoben zu werden verdienen die Enthüllungen des Vorsitzenden, des Kaufmanns Ruhr, über die Gründung des„Schleifsteins". Er stellte unter dem stets steigenden Staunen feiner Zuhörer fest, daß Frhr. v. Stumm am lS. Dezember 1895 nach St. Johann geschrieben habe:„Wir beabsichtigen ein neues Blatt zu gründen" und zwar ein Blatt,„da? eine feste S u b- ven tion und eine Zuweisung von Drucksachen er- hält". Damit stellte der Vortragende die sattsam bekannten Aus- laffungen des Freiherrn auf der Reichstagstribüne vom 15. Januar in Parallele und bezichtigte Herrn von Stumm offen der U n- Wahrheit. Karlsruhe, 11. März. In der heutigen Sitzung des Bürgerausschusses wurden die von dem Etadtrathe be- nntragtcn 10000 Mark für die durch Hochwasser Ge« schädigten einstimmig genehmigt. Oesterreich. — Das Abgeordnetenhaus hatte am 6. März einen „großen Tag". Der Dringlichkeitsantrag Pernerstorfe r. die„Lohnzahlungen im Bergbau" betreffend, stand zur Ver- Handlung. Die Debatte ist deshalb bemerkenswerth, weil sie dargethan, daß die Schuld an dem Ausbruch des Streiks im K a r w i n e r Kohlenbecken lediglich den Unternehmern zu- zuschreiben ist. Die Vertreter des Geldsacks versuchten vergebens die wuchtigen Hiebe Pernerstorfer's abzuschwächen. Die Aus- sührungen der Unternehmerverlreter hoben sich keineswegs über das geistige Niveau ihrer Kollegen im deutschen Reichstag. Der edle Graf von Falkenhayn, der 13 Jahre Minister für Bergbau war, ist deshalb gegen die kürzeren Lohnfristen, weil die Arbeiter nur noch öfter Ge- legenheit hätten, Geld für die Presse(gemeint ist die Arbeiter- preffe), die Agitation, die Streikfonds u. s. w. zu verwenden. Der Abgeordnete Pernerstorfer nahm Gelegenheit, die geradezu fossilen Ansichten des Herrn Ministers über die moderne Arbeiterbewegung anzunageln. Es wies die platten Redensarten des Liberalen S n e ß zurück, als ob die Männer, die unter den größten Entbehrungen und trotz härtester Verfolgung die Organi- sirung der Bergarbeiter betrieben,„sich die Beunruhigung des Reviers zur Aufgabe gemacht" hätten. Zugegeben mußte werden, daß die Angaben der Wiener„Arbeiter-Zeitung" über die tief- traurigen Zustände im allgemeinen richtig gewesen und der Abgeordnete Pernerstorfer konnte den Zechen- baroncn, die sich bekanntlich in einer Eingabe an das . Abgeordnetenhaus beschwert hatten, daß er(Pernerstorfer) unter dem Schutze der Immunität sie so sehr gekränkt habe, höhnend zurufen, daß sie sich sa an die„Arb. Ztg.", dlt seine Angaben schon vorher gebracht, hätten halten können. Für das Solidaritätsgefühl der Arbeiter, an das während des wirthschaftlichen Kampfes selbstverständlich besonders große Anforderungen gestellt werden müssen, haben die Vertreter des Ausbeuterthums natürlich auch in Oesterreich kein Ver- ständniß. Die Gemeinplätze, wie„Terrorismus der Führer", Verhetzung der„zufriedenen" Arbeiter, wurden in dem- selben salbungsvollen oder Entrüstungstone vorgetragen, wie im deutschen Parlament. Diesen öden Versuchen, die Streiks der Bergleute als„Mache" hinzustellen, konnte Pernerstorfer entgegen halten: „Man möge sich in die Seele des Arbeiters versetzen, der in dem Streikbrecher seinen größten Feind sehen muß; und mehr, er sieht in ihm einen ehrlosen Menschen, der das Klasseninterefse verletzt. Es ist das mit der Offiziersgcsinnung. mit der Korpsgesinnung überhaupt zu vergleichen. Man muß ver- hindern, daß Verletzungen stattfinden, man muß vom staatlichen Standpunkte diejenigen bestrafen, die die an- deren an der Arbeit verhindern wollen. Aber mit dieser staatlichen Bestrafung sind sie nicht moralisch verurtheilt. Nichts gilt in den Augen des Arbeiters als verächtlicher als der Streikbruch, und diese Gesinnung ist eine sehr ehrenhafte, Herr Graf Falkenhayn, sie steht mindestens so hoch, als die Korps gesinnungen des hohen Adels oder sonst irgend einer Klasse von Menschen. Bei der Abstimmung wird der Antrag Pernerstorfer die Regierung aufzufordern, ein Gesetz zu veranlassen,»ach dem die Ministerien ermächtigt werden, nach besonderen örtlichen und gewerblichen Verhältnissen des Bergbaues Maximal termine für die Lohnzahlungen im Vcrordnungs Wege festzusetzen, in zweiter funddritterLesungan genommen. — Die Liberalen haben die Absicht, einen deutsch fortschrittlichen Parteitag abzuhalten, wieder aufgegeben. Sie thun recht daran, denn besondere Lobreden auf ihre Leistungen hätten sie kaum geerntet.— Krankreich. Paris, den 10. März. Bei der gestrigen Berathung des Senats über die Vereinssrciheiten der Handelskammern und ähnlicher Korporationen brachte der Senator Sebline da? Thema der Prösidentenreise zur Sprache, auf welcher wiederholt die Rufe„Nieder mit dem Senat!" gefallen waren. und äußerte sein Erstaunen, daß die Regierung dies ge duldet habe. Dies führte zu einer äußerst erregten u s e i n a n d e r s e tz u n g mit den anwesenden Ministern. Handelsminister Äesureur erklärte,„daß man für derartige Kundgebungen die Regierung nicht verantwortlich machen könne, und überdies hätten sie nicht die geringste Bedeutung." Senator Büffet:„Das ist nicht die An ficht des Herrn Peytral."(Derselbe hatte bekanntlich in La Ciotat, wo er sich als Senator des Departements Bouches du Rhone im Gefolge des Herrn Faure befand, energisck pro testirt und die Ausrufe als„Ausruhr" bezeichnet. Die Redaktion.) Senator Durant- Savoyat:„Wir akzeptircn Ihre Enlschuldi- gungen." Unterrichtsminister Combes:„Das ist eine leidigung."(Lärm.) Haudelsminister Mesureur:„Es ist des Senats nicht würdig, sich über ein paar vereinzelte Rufe aufzuregen. Die Regierung wird immer darauf halten, daß der Senat geachtet werde." Senator de Larcinty:„Warum hat sie es nicht gethan?" Combes:„Antworten Sie doch nicht." de Lar- cinty:„Sie haben hier nichts zu befehlen."(Lärm und anhaltende Erregung). Senatspräsident Loubet ruft de Larcinty wegen dieser Aeußerung zur Ordnung. Damit ist dieser Zwischenl fall erledigt— für den Augenblick.— — Die Deputirtenkammer hat die Wahl Wilson's für giltig erklärt. Wilson ist bekanntlich der Schwiegersohn des verstorbenen Präsidenten Grevy, dessen Sturz er durch seinen ausgedehnten Schacher mit Orden und Aemtern verursachte. Seine Mandate zur Deputirtenkammer verdankte er in der Regel Bestechungen und anderen ungesetzlichen Wahl- beeinflussungen. Deshalb hat die Kammer lange gezögert, sein Mandat für giltig zu erklären.— — Die Glashütte der Arbeiter hat jetzt bereits ihren gesetzlichen Bestand. Das für den Betrieb nolhwendige Kapital von einer halben Million Franks ist beisammen; ein Viertel des Gesellschastskapitals 125 000 Franks ist. wie das französische Gesetz es vorschreibt, bei den Behörden in Albi deponirt und die Bauarbeiten sind in vollem Gange. Die Streitigkeiten über die Wahl des Ortes sind vergeffen und die braven Carmaux'er Arbeiter sind begeistert für das Werk, ob gleich es nicht in Carmaux selbst errichtet wird.— England. London, 11. März. Wie der„Standard" meldet, zeigte die gestrige Versammlung der liberalen Partei eine ernstliche Meinungsverschiedenheit betreffs der Frage der Partei Organisation. Die Angelegenheit werde aber bis zu der nationalen Versammlung des liberalen Bundes in Hnddersfield vertagt. Prozeß Jameson. Nach einer Rede des Attvrney- Generals, welcher erklärte, daß er nur beabsichtige, eine genügende Beweiserhebung vorzunehmen, um die Berechtigung der Behörde 'estzustellen, die Gefangenen vor Gericht zu stellen, wurden eine Reihe von Zeugen aufgerufen, zu dem Zwecke, die Thalsache des Abganges der Expedition nach Transvaal zu erhärten. Die- elbe» sagten u. a. aus. daß den Mannschaften vor dem Aus- bruche gesagt wurde, es gehe geradeswegs nach Johannesburg; einer der Leute habe den Oberst Grey, einen der Angeklagten, gefragt, ob die Expedition unter dem Befehl der Königin oder der Chartered Company stehe; Grey habe erwidert, er könne nicht sagen, daß sie unter dem Befehl der Königin stehe, doch daß sie nach Transvaal gingen, um für die britische Suprematie in Südafrika zu kämpfen. Nach der Zeugenvernehmung wurde die Verhandlung auf eine Woche vertagt. Jameson sowie die übrigen Angeklagten wurden gegen Bürgschaftsstellung auf freien Fuß gesetzt.— Spanien. Madrid, 10. Mörz. Die„Correspondencia de ESpanna" verzeichnet ein Gerücht aus politischen Kreisen von Schritten Englands, welche die Herstellung eines Ein- ernehmens zwischen Spanien und den Ver- inigten Staaten bezwecken. Diesem Gerücht zufolge würde Spaniens Oberhoheit über Kuba anerkannt, uba aber Selbstverwaltung zugestanden werden; die Einnahmen aus den Zöllen würden die Tilgung erSchuldKuba's sichern. Türkei. Konstantinopel, 11. März. ES ist Befehl ergangen, bei dem dritten Korps alle Redifbataillone zu entlassen. Bei dem vierten Korps verbleiben einzelne Kompagnien und bei dem sünsten Korps zwei Redifbataillone mobil.— Indien. — Ein Staatsstreich in Indien. Wie dem„Daily Chronicle" aus Kalkutta gemeldet wird, hat die indische Re- sierung einen Schritt gethan, welcher unter den indischen Vasallen- iirsten große Aufregung hervorgerufen hat. Sie bat nämlich den Fürsten(Maharadscha) Rana von Jhalwar kürzlich ohne Prozeß, durch einfaches Dekret des politischen Agenten absetzen und den persönlichen und politischen Gegner desselben für feinen Nachfolger erklären lasten. Dies ist der erste Fall dieser Art, und der Gemaßregelte war, nach dem Gewährsmann des„Daily Chronicle", ein guter, geachteter und volksthümlicher Fürst. Er hat sogar früher einmal aus der Jagd einen politischen Agenten Englands au? den Zähnen eines Tigers gerettet. Die Absetzung erfolgte trotz allgemeinen Widerspruchs, trotz einer gegentheilige» Versicherung des Staatssekretärs für Indien, Lord George Hamilton, und unter Bruch der bestehenden Vertrags- rechte. Der noch junge Fürst soll sich einige Etikettefehler gegen- über dem gegenwärtigen britischen Agenten des Vizekönigs, Crofthwaite, haben zu schulden kommen lassen. Darüber be- schwerte sich dieser bei der indischen Regierung, welche nach London berichtete. Lord G. Hamilton entgegnete, er müsse erst auch den Fürsten hören; aber ehe dies geschah, erfolgte die Ab- setzung.„Daily Chronicle" meint, die Angelegenheit habe einen sehr ernsthaften Charakter; sämmtliche Vasallenfürsten würden sich nun aus ihren Thronen unsicher fühlen und in ihren Verträgen mit der Regierung«in werthloses Stück Papier erblicken.— Die Uohnbemegung in dee Vonfekkions-Indupkeie. Einignngöamt des GcwerbegerichtS. Zu der gestrigen Sitzung waren sechs Arbeiterinnen des Zwischenmeisters Nadol gelade», sowie dieser selbst. Herr Nadol hat, wie in früheren Sitzungen festgestellt wurde, von fünf Firmen, für die er arbeitet, den festgesetzten Zuschlag erhallen; von einer sechsten Firma konnte nach dieser Richtung nichts sicheres ermittelt werden. Trotzdem hat Herr Nadol den Arbeiterinnen nur einen geringen Bruchtheil der ihnen gebührenden Zulage gewährt! Er sollte deshalb im Wege des Einigungsverfahrens zur Zahlung bewegt werden, hatte es aber vorgezogen, nicht zu er- scheinen; infolge dessen reichten fünf der anwesenden Ar- beilerinnen beim Gewerbegericht sogleich die Klage wegen der fraglichen Lohndifferenz ein, während die sechste sich nicht dazu verstehen wollte, weil sie der Meinung ist, daß Nadol nicht mehr zahlen kann. Sie wurde schließlich,_ als man sich vergebens beniühte, sie vom Gegentheil zu über- zeugen, so obstinat, daß sie hinausgewiesen werden mußte. Die anwesenden Unternehmer der Knabenkonfektion traten für Ausarbeitung eines besondern Tarifs für ihre Branche ein. Aus den Angaben der vernommenen Arbeiterinnen heben wir hervor: Eine Frau arbeitet seit 6 Jahren als Handnäherin auf Hosen, für die sie pro Stück vor dem Streik 12>/i!, jetzt 15 Pf. erhält. Die 14jährige Tochter, gleichfalls gut eingearbeitet, macht täglich 8, die Mutter« Hosen. Beide zusammen verdienten vor dem Streik 10—11 M., jetzt 12-13 M. die Woche. Davon gehen 1,15 M. Unkosten ab. Eine Versammlung von Zwischenmeistern der Berliner Damen- und Mädchenmäntel- Branche hat den zwischen den Vertretern der Konfektionäre, Zwischenmeister und Arbeiter und Arbeiterinnen vereinbarten Lohntarif abgelehnt. Eingehenden Bericht über diese Versammlung finden die Leser an anderer Stelle der heutigen Nummer. Da die Versammlung nur von knapp 150 Personen besucht war, während es in Berlin mindestens 10 000 Zwischenmeister giebt, ist der in Rede stehende Beschluß vorläufig ohne Bedeutung, aber die Gefahr»st nicht ausgeschloffen, daß das schlechte Beispiel jener Versammlung an- steckend wirken könnte. Wir rathen deshalb den Arbeitern und Arbeiterinnen der Berliner Konfeklions-Jndustrie dringend, auf der Wacht zu sein und überall mit der erforder- lichen Energie auf der Jnne Haltung des Tarifs zu bestehen. Nöthigenfalls ist sofort das Gewerbe- gericht anzurufen. Von den Konfektionären erwarten wir, daß sie den unsauberen Plan der in Rede stehenden Vertragsbrüchigen Zwischenmeister durchkreuzen helfen. Be- kanntlich haben sich die Konfektionäre verpflichtet, den- jenigen Zwischenmeistern, die den vereinbarten Abmachungen entgegenhandeln, keine Austräge zu geben. Ebenso sind vertragsmäßig die Arbeiter und Arbeiterinnen verpflichtet, bei solchen Zwischenmcistern nicht zu arbeiten. Es ist also ein leichtes, die widerstrebenden paar Männlein zu Paaren zu treiben. Wenn von den betreffenden Zwischcnmeistern behauptet wird, sie bekämen von den Konfektionären z. B. nur 15 pCt. mehr, während sie den Arbeitern und Arbeiterinnen 30 pCt. zulegen müßten, so ist das zum theil falsch und auch sonst kein Beweis dafür, daß ihre Ablehnung des Tarifs berechtigt wäre. Die Sache verhält sich nämlick so: Der Zwischenmeister bekam z. B. bisher für ein Jackelt oder einen Mantel 2,50 M. Jetzt bekommt er 3 M., also 20 pCt.--- 50 Pf. mehr dafür. Die Arbeiterin erhielt für ein solches Kleidungsstück bisher 1,50 M. Jetzt bekommt sie allerdings 30 pCt. mehr, das macht aber nur 45 Pf. aus. so daß der Meister keinen Verlust, sondern noch " Pf. Mehrverdtenst hat als bisher. Und ähnlich verhält es sich in allem übrigen, auch betreffs der Sachen, wofür der Meister nur 15 pCt. mehr bekommt. Der Arbeiter erhält dann von ihm 20, nicht 30 pCt. Thatfächlich hat der Zwischen- meister durch den Tarif nie Verlust. Die Firma Serna« in Halle a. S. hat die Forderungen der �Arbeiter noch immer nicht bewilligt. DaS Konfektionshaus Kunze u. Rößger in Leipzig, ein guter Abnehmer Sernau's, hat deshalb seine letzte Bestellung rückgängig ge- macht. Andre Kunde» dürften, falls Herr S e r n a u nicht bald nachgiebt, diesem Beispiel folgen. Für die KonfcktionöarbcitcrZ und Arbeiterinnen gingen noch nachträglich folgende Beträge bei unserer Expedition em: Von 10 Berliner Arbeitern, Radfahrern, Tour n. Storkow. amerikan. Auktion eines Pfannenk. 5,20. Gesangverein Schnee- stöckchen l., Rixdorf 5,—. Lazarum! Amsterdam 37,55. Maler- »ide Bettaque Weißensee d. Franz Wiener 1,25. Gesammelt durch Bennewitz 1,50. Fachverein der Uhrmacher 25,—. ~m evangelischen Arbeiterverein in Berlin gesammelt durch ischendörfer 56,70, Gesangverein Alpenrose 4,35. Böhmisch- Slavischer Klub in Bukarest 41,15. Rauchklub Morgenroth, Landsberger Allee 44, 11,10. In Nr. 55 wurden unter Gesangverein Vereinte Sanges- brüder Moabit durch einen Schreibfehler auf dem Postabschnitte 19,95 statt 29,95 M. quittirr. Summa 200,80 M. Bereits quittirt 34 718,87 M. Gesammt- ümme 34 919,67 M.__ Davkei-Dttltzvtltzten. Die Parteigenossen in Sachsen-Koburg-Gotha rüsten sich bereits zu den im Herbst stattfindenden Landtags- wählen. Sie agitiren namentlich für die Eriverbung der koburg-gothaischen Staatsangehörigkeit. Gcwerbegcrichts- Wahlen. Bei den am 9. d. Mts. in Frankfurt a. M. stattgehabten Wahlen der Arbeitgeber- Beisitzer beim Gewerbegericht betheiligten sich unsere Partei- c enossen mit einer eigenen Liste, unterlagen aber den„vereinigten Handwerkern und Gewerbetreibenden". Eine Parteikonferenz für das Herzogthum Oldenburg tagte am 8. d. Mts. in O l o e» b n r g; 15 Delegirte nahmen daran theil. Betreffs der im Herbste stallfindenden Landtags- wählen zum oldeudurgischen Landtag empfahl die Konserenz den Parteigenossen, überall, wo einigermaßen Aussicht auf Erfolg vorhanden ist, in die Agitation für Betheiligung an der Wahl einzutreten. Die Vertrauensmänner sollen im Herbst ei» Flug- blatt speziell für die Landbevölkerung zur Verbreitung bringe». Für den Kreis Mülheim a. Rh. nnd die Stadt Kalk inden demnächst die Gewerbeger ichts-Wahlen statt, woran sich auch unsere Parteigenossen durch Aufstellimg eigener Kandidaten detheiligen werden. Das sozialdemokratische Wahl- komitee hat nun mit den„Christlich-Sozialen" die Vereinbarung getroffen, daß die Stimmzettel von gleicher Größe und gleichem Papier angefertigt werden sollen. Aus der Schweiz. Die Parteigen offen in DIten beab- 1 ftüßen und burch rechtzeitige Buficherung biefer Unter- und auch an Lebensmitteln zur Verfügung geftelt; andere fichtigen, vom 1. Mai ab ein Arbeiterblatt herauszugeben, ftüßung vielleicht zur Verhinderung eines Ausstandes mit allen fetten die Preise der Lebensmittel bis zum Einkaufspreis herab. das vorläufig zweimal wöchentlich erscheinen soll. seinen Folgen beizutragen. Der Konsumverein hat die Brotpreise gleichfalls herabgefeßt; Leipzig, den 10. März 1896. außerdem giebt er den Mitgliedern Kredit bis zur Höhe C. F. Amelang's Verlag. Joh. Ambrosius der Einlage. Um so verwunderlicher ist es, daß, wie wir Barth. Breittopf u. Härtel. Alfons Dürr. hören, die Behörden sich ausschließlich auf die Seite der F. W. Grunow. J. C. Hinrich'sche Buchhandlung. Fabrikanten stellen. C. 2. Hirschfeld. Ferd. Hirt u. Sohn. B. G. Die Hälfte der Gendarmerie ist zurückgezogen; sie hat keine Teubner. Georg Thieme. Veit u. Kom p. Arbeit gefunden. R. Boigtländers Verlag. Georg Wiegand. Die erwähnte Postkarte trägt die folgende vorgedruckte Erflärung: Parteipreffe. In einer Parteiversammlung in Dresden berichtete der Genosse Kaden über den Stand der„ Sächs. Arb.Zeitung". Das finanzielle Ergebniß fonnte als befriedigend bezeichnet werden. Vom 1. April ab wird unserm Dresdener Bruderorgan wahrscheinlich die Neue Welt" an stelle der jetzigen Sonntagsbeilage beigegeben werden. " Todtenliste der Partei. In Geyer im sächsischen Erzgebirge starb plöglich am Herzschlag einer unserer ältesten und bewährtesten Parteigenossen, Jaromir Beyer, der bereits im Jahre 1867, als die Bewegung im Erzgebirge noch im Ent: stehen war, an der Seite seines vortrefflichen Vaters für unsere Sache gewirkt hat. Ehre seinem Andenken! Polizeiliches, Gerichtliches 2c. " " Hervorzuheben ist, daß die Frauen und Mädchen ganz besonders treu zur Sache stehen und ihrethalben sogar die größten Entbehrungen muthig auf sich nehmen. Zeigen fich die Fabrikanten nicht entgegenfommend die Arbeiter werden Die unterzeichnete Firma erklärt hiermit, bei einer Arbeitseinstellung der deutschen Buchdruckergehilfen die Buchdruckerei nicht tapituliren. befizer dadurch unterstüßen zu wollen, daß sie ihre gesammte Geldsendungen für die Ausständigen nimmt Verlagsthätigkeit, soweit sie nicht auf unabweisbaren Ver- die Berliner Gewerkschafts Kommission pflichtungen beruht, bis zur Beendigung des Ausstandes einstellen( S. Millarg, Berlin S, Annenstraße 16) entgegen. In Magdeburg sind dieser Tage wiederum bei wird." mehreren Parteigenossen aussuchungen vorgenommen Die Leipziger Buchhändler muthen alfo den Brauerei in einer dortigen Gewerkschafts- Versammlung hatten Wegen Aufforderung zum Boykott einer Dortmunder worden. Weshalb, ist zur Zeit noch unbekannt. deutschen Buchdruckereibefibern gewissermaßen der Vorsitzende des Brauereiarbeiter- Verbandes, Wiehle in Der Redakteur der Königsberger Bolts- ri- die Rolle des 3wischenmeisterthum 3 zu. Sie Hannover, und ein anderer Brauer ein Strafmandat über je büne", Genoffe Braun, hatte sich am 5. d. M. vor der sollen erft gefragt werden, ob der Buchdruckereibesizer seinem 100 M. oder 4 Wochen Haft erhalten. Das Schöffengericht in Straftammer des dortigen Landgerichts wegen Bergebens gegen Bersonal etwas bewilligen darf oder nicht. Und andere Forde: Dortmund bestätigte die Strafmandate. den§ 130 des Str.-G.-B. zu verantworten. Es handelte sich um rungen als eine Lohnerhöhung„ können" die Leipziger Buchden in der No. 124 vom 4. Oktober v. J. abgedruckten Artikel händler nicht zugestehen". Demnach fände der Neunstundentag Die Lithographen der Firma Dede u. Mesthaler in Fliegen und Spinnen".( Die Nummer wurde damals gleich nach bei den Herren teine Gnade. Die Leipziger Buchhändler fürchten Barmen sind mit ihren Unternehmern in Differenzen gerathen. dem Erscheinen tonfiszirt.) In dem Artikel sollen in einer den wohl, daß sie die, wie man hört, meist übermäßig lange Arbeits- Die Firmeninhaber hatten an die Gehilfen das Anfinnen gestellt, öffentlichen Frieden gefährdenden Weise verschiedene Klassen der zeit ihrer Angestellten dann auch etwas fürzen müßten? die bisherige neunstündige Arbeitszeit in eine 10%/ 2 stündige umzus Bevölkerung zu Gewaltthätigkeiten gegeneinander aufgereizt sein. Wir sind neugierig, was die ,, Grenzboten", die im Verlage wandeln, da bei den gegenwärtig gedrückten Preisen die Arbeiter Der Staatsanwalt beantragte fünf Monate Gefängniß. Das Ur- desselben F. W. Grunow erscheinen, der das Schreiben mit unter- viel fertigstellen müßten. Da diese merkwürdige Begründung den theil lautete auf eine Geldstrafe von 100 Mart oder im Un- zeichnet hat, zu der Sache sagen werden. Da das Buchdruckgewerbe Arbeitern felbstverständlich nicht einleuchtete, wurde ihnen gevermögensfalle 10 Tage Haft. notorisch eines der ungesündesten ist, die Buchdruckergehilfen des- fündigt; ebenso den Lehrlingen. In einem Leitartikel:„ Der Dant des Vaterlandes" foll halb zum größten Theile der Sch windsucht zum Opfer fallen In Diemin bei Halle a. S. ist in der Fabrik der Firma der Redakteur des in Kassel erscheinenden Volksblatts für und da weiter alle Welt weiß, daß gerade die Leipziger Wittwe Spaß ein Streit der Nagelarbeiter ausHeffen", Genosse John, die Militärärzte beleidigt haben. In Buchhändler, die in dem Siz der Buchhändler- gebrochen, weil die verlangte Lohnerhöhung nicht bewilligt dem Artikel wurde die Mittheilung einer anderen Zeitung wieder- Organisation eine wahre Goldgrube auch heute werden sollte. Bei 13stündiger Arbeitszeit von früh 6 bis gegeben, wonach im Jahre 1871 Invaliden im Krankenhause zu noch zur Verfügung haben, so ergiebt sich ergiebt sich von selbst, abends 7 Uhr( einschließlich einstündiger Mittagspause und je Königsberg festgehalten worden wären, um sie zu einer Herab- wie sehr eine privilegirte Menschenklasse der sozialen Pflichten halbstündiger Frühstücks- und Vesperpause) betrug der Wochen. segung oder Aufgabe ihrer Ansprüche an Rente zu veranlassen. vergessen fann. Lohn zwischen 6 M. und 8,40 m. Die Arbeiter verlangten Das Kriegsministerium fand darin eine Beleidigung der seiner- Ob die deutschen Buchdruckereibesiger der 9 M. Lohn, wurden aber, wie bemerkt, abgewiesen. zeit in Königsberg stationirt gewesenen Militärärzte und da subalternen Rolle entsprechen werden, die ihnen die In Schweinfurt hat sich der Fachverein der Maurer, zwei derselben sich zur Zeit noch im Dienste befinden, stellte es Leipziger Buchhändler zumuthen, wird sich bald zeigen. Tüncher und Lackirer aufgelöst. An seiner Stelle wurde eine im Namen dieser beiden Strafantrag. Der Staatsanwalt be- Gestern, am Mittwoch, haben in Leipzig die Verhandlungen der Filiale des deutschen Maurerverbandes errichtet, der sofort antragte unter Anrechnung einer früheren, noch nicht verbüßten Vertreter der Buchdruckereigehilfen und Buchdruckereibesitzer 26 Mitglieder beitraten. einmonatigen Strafe des Angeklagten eine Gesammtstrafe von Deutschlands begonnen. Welchen Ausgang fie nehmen würden, 3 Monaten. Das Landgericht ging über diesen Antrag noch wenn die Buchhändler an der Pleiße die Führung in die Hände Zur Bewegung im schweizerischen Eisenbahngewerbe hinaus und erkannte auf 3 Monate und 3 Wochen Gefängniß. bekommen sollten, tann sich nach dem Inhalte des Birkulars liegt folgen de Depesche vor: In Nürnberg stand am 7. März Genosse Deh me, diefer Leute jedermann selbst sagen. Redakteur der Fränt. Tagespost", vor dem Schwurgericht, angetlagt wegen Beleidigung der Nürnberger Polizei, begangen Durch den am 17. Juli v. J. veröffentlichten Artikel:„ Unter der Aera Schuh." Dehme lieferte den Nachweis, daß er den Artikel vor der Drucklegung nicht gelesen und die Korrektur nicht vor genommen hat, dies vielmehr von Grillenberger besorgt worden ist. Auch war er autorisirt, den Verfasser des Artikels, einen Gastwirth Kalb zu nennen. Bei dieser Sachlage erkannten die Geschworenen Dehme lediglich der fahrlässigen Außerachtlassung der pflichtgemäßen Sorgfalt bei Aufnahme des Artikels für schuldig. Da er aber den Einsender des Artikels rechtzeitig genannt hatte, wurde er auf grund des§ 21 Abs. 2 des Preßgefeges freigesprochen. Soziale Uebersicht. Die englische Sonntagsruhe hat durch einen Beschluß, den das Unterhaus am Dienstag faßte, einen argen Stoß erlitten. Ein Telegramm aus London meldet: Das Unterhaus nahm mitl 178 gegen 93 Stimmen einen Antrag Massey Mainwarings an, nach welchem die Museen und Kunstgallerien in London an Sonntag Nachmittagen geöffnet sein sollen."- So befremdlich die um faffende Sonntagsruhe dem Fremden, der nach London tommt, erscheinen mag, so wohlthätig ist sie in volkswirthschaftlicher Beziehung. Ihr ist es zu einem nicht geringen Theil zu danken, daß die Ausbeutung der Arbeiterschaft nicht die unmenschliche Höhe, wie in Deutschland z. B. erreichen konnte. Jetzt ist das englische Proletariat in seinem ausschlaggebenden Theil kräftig genug organisirt, um zu verhindern, daß die Wohlthat, welche die Offenhaltung der Museen an Sonntagen in sich birgt, etwa die Plage der Sonntagsarbeit in Fabriken zc. nach sich zöge. Gewerkschaftliches. händler ist am Dienstag nachstehendes Zirkular zur BerZur Buchdruckerbewegung. An die Leipziger Buch sendung gelangt: Sehr geehrter Herr Kollege! Der Vorstand des Vereins der Buchhändler zu Leipzig hat gestern an den hier zusammengetretenen Vorstand des Deutschen Buchdrucker- Vereins folgendes Schreiben gerichtet: Leipzig, den 9. März 1896. An den Leipzig, 11. März.( Privattelegramm des" Vorwärts") Die Tarifverhandlungen zwischen den Vertretern des Deutschen Buchdruckervereins( Prinzipale) und den Vertretern des Verbandes der Deutschen Buchdrucker( Gehilfen) waren am Mittwoch Abend 10 Uhr noch nicht beendet. Bern, 11. März. In einer gestern Abend abgehaltenen, fiebenstündigen Sigung des Zentralkomitees der Eisenbahn- Angestellten wurden nicht alle Theile der mit der Direktion der Jura- Simplonbahn erzielten Verständigung gutgeheißen. Die Sugeständnisse der Direktion genügen den Angestellten nicht, es sollen vielmehr noch weitgehende Differenzen bestehen. Die Verhandlungen werden heute Morgen 10 Uhr fortgefeßt, wobei die Delegationen der einzelnen Betriebszweige der Direktion ihre Zur Tischlerbewegung. Der Streit bei den Berliner Wünsche vorlegen werden. Sollte sich bis Donnerstag Mittag Firmen: Maschinenfabrik für Mühlenbau von Rappler, eine endgiltige Verständigung nicht erzielen lassen, ist der Streik Prinzenallee, Nähmaschinenfabrik von Frister u. Roßmann für Donnerstag Mitternacht beschlossen. und Eckert, Ruppinerstraße, dauert unverändert fort. Die Firma Kappler beabsichtigt ihre Arbeiten in Wertstellen außerhalb Berlins fertig zu stellen, da hier kein Tischler bei ihr in Arbeit tritt. Zu dem Zwecke hat sie gestern eine größere Partie angefangener Arbeiten nach Eberswalde schaffen laffen. Wir erwarten, daß sich die Kollegen allerorts mit den Streifenden solidarisch erklären. Die Ortsverwaltung Gerichts- Beitung. Redakteur eines hiesigen Antisemitenblattes ist auf den Antrag Der grobe Unfugsparagraph gegen die Preffe. Dem der Staatsanwaltschaft durch das königl. Amtsgerichts I eine Strafe von 30 M. event. sechs Tagen Haft auferlegt worden, weil er in einem Artikel davor gewarnt hatte, Fleisch von dez deutschen Holzarbeiter Verbandes. jüdischen Schlächtern zu kaufen. In dem Strafbefehl heißt es: Durch diese Veröffentlichung haben Sie der Verübung groben Achtung, Zimmerer Berlins! Unsere Forderung haben Unfugs sich schuldig gemacht, indem diese geeignet erscheint, ferner anerkannt die Unternehmer: Prange, Stettinerstr. 19; nicht nur die jüdischen Schlächter in ihrem Gewerbebetriebe zu Ignaz Sobiechowski, Pofenerstraße 1; Greiling, beeinträchtigen, sondern auch dasjenige Publikum, welches bei Jonasstr. 6; Bergemann, Thaerstr. 7/8; Ad. Pritsch, Merse- jüdischen Schlächtern zu kaufen pflegt, zu beunruhigen." Es burgerstraße 5, Schöneberg; Sophie Hahn, Charlottenstraße, fann uns Sozialdemokraten schon recht sein, wenn man auch in Charlottenburg. Der Vertrauensmann der Zimmerer den Kreisen unserer Gegner vor der modernen Rechtsprechung Berlins und Umgegend. stuhig gemacht wird. In welche Verlegenheiten man fommen fann, wenn man turzsichtig ist, zeigte eine Anklage wegen Körperverletzung, zum theil fogar mittels gefährlichen Werkzeuges", M. und den Referendar W. zu verhandeln hatte. Beide tehrten welche die dritte Straitammer gestern gegen den Rechtsanwalt in der Nacht des 10. November von einer in der Krausenstraße rechtswissenschaftlichen abgehaltenen Kneiperei des akademisch Vereins zurück und beabsichtigten, in Gemeinschaft mit noch bem Café war der Rechtsanwalt, der kurzfichtig ist, hinter seinen anderen Freunden im Café Friedrichshof" an der Ecke der Kochund Friedrichstraße noch eine affe Kaffee zu trinken. Kurz vor # Die Klempner der Firma Gerede, Brinzenstr. 33, hielten am Freitag eine Werkstatt Versammlung in Sachen des Lohntarifs ab. Derselbe wurde mit einer Aenderung( statt 45 Pf. 50 Pf. Stundenlohn) angenommen, jedoch jestgesetzt, daß Kollegen, die nicht 27 M. die Woche im Afford verdienen, nur 45 Pf. pro Stunde erheben können. Nachdem der Tarif in für uns praktischer Weise erweitert war, wurde derfelbe am Sonnabend nach Feierabend dem Chef vorgelegt. Da an demselben Abend dahin einig, die Arbeit am Montag nicht früher aufzunehmen, eine Einigung nicht zu erzielen war, wurden sich die Kollegen bis der Tarif bestätigt wäre. Um dieses so schnell wie möglich herbeizuführen, trat deshalb am Montag die Werkstatt- Freunden zurückgeblieben und als er dann auf eine Gruppe von drei Kommission mit dem Chef in Verbindung; derselben war es mög- jungen Leuten traf, die vor ihm ber gingen, glaubte er, lich, den Tarif nach zweistündiger Unterhandlung vom Chef be- daß dies seine Bekannten seien und er faßte den einen beim Vorbeiftätigt zu erhalten; somit waren die Kollegen in der Lage, am gehen ganz vertraulich um den Rücken und lächelte ihn vergnügt Nachmittag die Arbeit wieder aufnehmen zu können. Zu bemerken an. Wenn er nun trotz seiner Kurzsichtigteit noch nicht gemerkt wäre noch, daß die Kollegen vom ersten bis zum legten Mann hätte, daß er sich geirrt, so wurde ihm dies sofort nachdrücklich Vorstand des Deutschen Buchdrucker- Vereins, hier. dem Betreffenden einen organisirt sind und zwar im Deutschen Metallarbeiter- Ber- lar gemacht, denn er erhielt von Aus Anlaß der bevorstehenden Verhandlungen des Deutschen band. Diesen Umstand hat der Arbeitgeber wohl zu würdigen heftigen Stoß vor die Brust mit dem Bemerken, daß Buckdrucker- Vereins mit seiner Gehilfenschaft spricht der unter- gewußt. er solche Sachen unterlassen solle. Der junge Mann war Adolf Rehberg, Werkstatt- Vertrauensmann. ein Kandidat der Medizin, der mit zwei Kommilitonen von einer zeichnete Vorstand des Vereins der Buchhändler zu Leipzig Achtung, Sattler Deutschlands! Sämmtliche Kollegen Rouleur- Kneiperei heimkehrte. Der Rechtsanwalt beantwortete die Erwartung aus, daß keine Erhöhung der be stehenden Löhne und folglich der Druckpreise der Treibriemen- Fabriken Berlins sind in den Streit getreten. diese schroffe zurückweifung eines von ihm begangenen Frrthums zugestanden werde, ohne daß der Buchhandel darüber ge- Wir bitten, dieses beachten zu wollen. Die Lohn und mit einem Schlag in das Gesicht seines Gegners. Als sich der hört worden wäre. Als Hauptauftraggeber der Druckereien gitations- Kommission der Berliner Sattler. mitangeflagte Referendar einmal nach seinem Freunde um. glaubt der Buchhandel ein Recht auf diese Bitte schaute, sah er denselben auf dem Straßendamm stehen, J. A.: Bruno Pörsch, Staligerstr. 141 a, IV. haben. Sollte es sich in den Verhandlungen herausstellen, Aufruf an alle Mitglieder der Allgemeinen Orts- umringt von mehreren Personen, die ihm die Bellerine seines daß wirthschaftlich berechtigte Gründe für eine Lohnerhöhung frankenkasse gewerblicher Arbeiter und Arbeiterinnen zu Mantels über den Kopi gezogen hatten und dort festhielten. W. sprechen, so wird der Buchhandel sicherlich sich nicht gegen eine Berlin( früher Meyer'sche). Die am 8. Dezember 1895 statt- bielt sich für verpflichtet, seinem Freunde, der anscheinend sich in entfgrechende Erhöhung der Druckpreise sträuben. Andere gefundenen Delegirtenwahlen in den Abtheilungen I, II und III Gefahr befand, beizuspringen und er schlug mit seinem RegenForderungen dagegen würden nach unserer und von der Aufsichtsbehörde für ungiltig erklärt worden; es chirm mehrmals nach dem Kopfe des Mediziners. Aus dieser nächtAnsicht nicht zugestanden werden können. finden deshalb in allen drei Wahlabtheilungen Neuwahlen statt. lichen Straßenszene ist die Anklage entstanden. Für den Fall, daß aus nicht berechtigten Ursachen Die 13er Kommission wird am Sonntag, den 15. März, in allen Angeklagte gab zu, durch sein fatales Mißverständniß den ganzen eine Arbeitseinstellung der Buchdruckergehilfen erfolgen vorbenannten Wahlabtheilungen Mitgliederversammlungen ab- Auftritt veranlaßt zu haben, klagte aber seine Kurzsichtigkeit als sollte, glauben wir in Aussicht stellen zu können, daß halten, wo die Kommission Bericht erstatten und die Neuwahlen die einzig schuldige an. Der Staatsanwalt brachte Geldstrafen der Buchhandel die Buchdruckereien in jeder möglichen besprochen wird. Die Gewerkschaften, deren Mitglieder in von 100 bezw. 50 M. in Antrag. Der Gerichtshof sprach jedoch Weise unterstüßen werde. Es sind bereits Schritte vorbenannter Kaffe versichert sind, werden gebeten, ihre Kollegen den Referendar frei und verurtheilte den Rechtsanwalt nur zu in turzer Beit unter auf vorstehenden Aufruf aufmerksam zu machen. Alles Nähere 50 M. Geldstrafe. fämmtlichen deutschen Verlegern die nöthige folgt im Annoncentheil. Die 18er Kommission. Einmüthigteit herbeizuführen. Hochachtungsvoll Der Vorstand des Vereins der Buchhändler gethan worden, u m zu Leipzig. ( gez.) Dr. Dstar von Hase, Adolf Roft, Vorsitzender. Schriftführer. zu Die unterzeichneten Leipziger Verlagshandlungen treten dem Inhalte dieses Schreibens in allen Stücken bei. Sie sind feft entschlossen, bei einem Ausstand der Buchdruckergehilfen ihre gesammte Berlagsthätigkeit, soweit sie nicht auf unabweisbaren Verpflichtungen beruht, einzustellen, ungeachtet der für sie daraus erwachsenden unmittelbaren Nachtheile. Der erste In der Lohgerberei von Spitta Söhne in Branden- Depelthen und lehte Nachrichten. burg ist ein Streit ausgebrochen. Ursache ist die Maßregelung von Arbeitern wegen Zugehörigkeit zur Organisation. Graudenz, 11. März. Das Schwurgericht verurtheilte nach zweitägiger Verhandlung den Kutscher Martin Schiemann aus Roselig( Kreis Schweh), welcher seine Frau mit Arsenit vergiftet hatte, um wieder heirathen zu können, zum Tode. Aus Kottbus wird uns berichtet: Eine am 10. d. Mts. abgehaltene Versammlung war von etwa 5000 Personen besucht; auch eine Anzahl Fabrikanten waren da. Die Arbeiter, die München, 10. März. Als Thäter des in der Nacht vom bereits sieben Male vergebens versucht haben, Verhandlungen mit Sonntag an einem Einjährig- Freiwilligen des 1. Trainbataillons den Fabrikanten anzuknüpfen, erflärten sich auch jetzt dazu vor dem Löwenbräu Keller verübten Todtschlags wurde ein bereit, sobald die Unternehmer einen derartigen Wunsch äußern. 18 jähriger Handelsmatrose aus Hamburg ermittelt. Derselbe ist Eine dahingehende Anfrage bei dem Fabrikantenring, die noch ein geborener Bayer. Er hat die That eingestanden und entam selben Tage abging, ist bisher unbeantwortet geblieben. fchuldigt sich mit Rausch und Nothwehr. Wir bitten auch Sie, sehr geehrter Herr, für Ihre Firma Einer der Fabrikanten, der in der Versammlung das Wort Wien, 11. März.( B. H.) Infolge des schnellen Steigens durch Unterzeichnung der beiliegenden Postfarte den gleichen nahm, wünschte, daß eine baldige Ginigung berbeigeführt werden der Donau ist Hochwassergefahr eingetreten. Das Fullner Feld Entschluß zu bekunden und uns zu ermächtigen, davon öffent, möge; er betonte dabei, nicht im Auftrage feiner Kol- fowie das Ueberschwemmungsgebiet stehen unter Wasser. Die lichen Gebrauch zu machen. legen zu sprechen und erklärte weiter, daß die Unter- Arbeiten an der Donau mußten eingestellt werden. Wir stimmen durchaus der Absicht der Druckereibesiger zu, nehmer namentlich an zwei Mitgliedern der Lohnkommission Preßburg, 11. März.( B. H.) Der Pionier Ruczicska sprang, mit ihren Gehilfen in ruhigem Meinungsaustausche zu vers Anstoß nähmen. Von feiten der Arbeiter wurde darauf erwidert, angeblich wegen Mißhandlung durch einen Unteroffizier, aus dem handeln, berechtigte und billige Forderungen zu bewilligen, daran würde die Einigung nicht scheitern, denn die zwei seien zweiten Stockwerk der Kaserne auf die Straße und verlegte sich aber der Drohung einer Arbeitseinstellung unter teinen bereit, zurückzutreten. tödtlich. Der Unteroffizier ist verhaftet worden. Umständen nachzugeben. Wir halten es für ein Gebot Die Sympathie der nichtbetheiligten Kreise ist nach wie vor Rom, 11. März.( B. H.) Dem Vernehmen nach beabsichtigt der Klugheit und der Pflicht, ein dem Buchhandel nahe ver- auf Seite der Arbeiter. Die Geschäftsleute von Rottbus Crispi, demnächst eine Reihe von Artikeln zu veröffentlichen. wandtes Gewerbe bei einem drohenden Nothstande zu unter- haben den Streikenden zum theil ansehnliche Beträge an Geld Crispi verweigert jedes Interview. Verantwortlicher diedakteur: Auguft Jacobey, Berlin. Für den Injeratentheil verantwortlich: Th. Glode in Berlin. Liud und Berlag von May Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen. L Beilage zum„Vorwärts" Berliner Volfsblatt. Kr. 61. Donnerstag, den 13. Marz 1896. 13. Jahrg. Neichskas. b/. Sitzung vom 11. März 1896, 1 Uhr. Am Tische des Bundesraths: v. B ö t t i ch e r. Eingegangen ist der Erlaß des Reichskanzlers, betreffend die Arbeitszeit in Bäckereien und Konditoreien. Die zweite Berathung der Novelle zur Gewerbe- Ordnung wird forlgesetzt beim Art. 9. welcher den Z 44a der Gewerbe-Ordnung aufrecht erhält, wonach für die Detailreisenden Legilimationskarten erforderlich sind, die unter gewissen Umständen versagt oder entzogen werden können. Abg. Vogthcrr(Soz.) beantragt, den§ 44a ganz zu streichen, denn er verfehlt vollständig, was er gegenüber den Handlungs- reisenden bezweckt. Die Legitimationskarten werden zum großen Tbeil überhaupt nicht gelöst. Der Z 44a ist 1883 erst in dritter Lesung wiederhergestellt worden, obgleich die betheiligten Kreise der Kaufmannschaft, namentlich auch die Aeltesten der Kaufmann- scbast in Berlin sich in einem energischen Protest gegen die Be- stimmung aussprachen. Auch die Motive bezeichneten die Legilimationskarten nicht als eine aus dem Betriebe sich ergebende Nolhwendigkeit. sondern lediglich als eine steuergesetzliche Nothwendigkeit, um die Handlungsreisenden von den steuerpflichtigen Hausirern und Gewerbetreibenden gesondert zu halten. Da könnte man doch einfach die Hauflrer mit steuergewerblichen Legitimations» Karten versehen! Herr von Köller, der damalige Abgeordnete, hat den Vergleich dieser Legitimationskarten mit den Jagdscheinen ge- wagt, ein Vergleich, der selbstverständlich wie die ganze Köller'sche Politik hinkt. Das Schwergewicht liegt aber vor allem in der Pflicht, abgesehen davon, daß sie zum größten Theil nicht erfüllt wird, sich eine Legitimalionskarte zu lösen und in der Möglichkeit der Versagung. Der Kaufmann ist in poli- tischen Dingen wenig zur Opposition geneigt und wenig dazu angethan, sich energisch und agitatorisch gegen solche Zumuthungen zu wenden, daher hat er sich mit dieser Be- stimmung in den 13 Jadren ihres Bestehens wenig beschäftigt. Die Versagung kann erfolgen, wenn der Nachsuchende mit einer austeckenden Krankheit behaftet oder in erschreckender Weise ent- stellt ist. Ganz von selbst wird schon kein Kaufmann einen solchen Reisenden anstellen. Polizeibeamten können möglicher- weise im Sinne der Antisemiten schon eine krumme Nase als erschreckende Entstellung ansehen. Das ist also sehr dehnbar. Daß jemand, der mit einer Woche Haft bestraft ist, nun noch mit einer fünfjährigen Karenzzeit soll bestraft werden können, für welche ihm die Karte versagt werden kann, ist außerordentlich hart. Diese Berücksichtigung von Vorstrafen muß durchaus bekämpft werden; das heißt nur die Kaufmann- schaft unter Polizei-Aufsichl stellen. Die Ertheilnng der Karte ist dem Publikum gegenüber eine Art behördlicher Garantie für die moralische Tüchtigkeit und Unbescholtenheit und das Publikum glaubt nun, daß dte betreffenden Reisenden unter allen Umständen gut und tadelsohne sind. Eine Kontrolle wird so gut wie gar nicht ausgeübt. Ich weiß von mir bekannten Leuten, daß sie während der 12 bis 13 Jahre des Bestehens der Bestimmung nicht ein einziges Mal kontrollirt wurden. Sie wird, wenn überhaupt, nur von untergeordneten, unintelligenten Unterbeamten, von Gendarmen und dergleichen ehreuwerthen Personen, die ohne hinreichende Gesetzeskenntniß, fast immer ohne Kenntniß der Zustände im Handelsgewerbe sind, ausgeübt, und mit dieser Kontrolle ist dann immer eine Reihe von Chikanen verbunden. Auch die Borschrist, daß die Karte inimer eine nähere Bezeichnung des Gewerbes führen soll, ist schwer zu erfüllen. Hiergegen habe» sich 1883 auch die National- liberalen ausgesprochen; trotzdem glaube ich kaum, daß sie konsequenter, reise heute für die Aufhebung stimmen werden. Der Paragraph trifft die Geschäftsinhaber weit weniger als die Angestellten. In der sozialen Gesetzgebung der letzten Jahre sind die Handlungsgehilfen arg vernach- lässigt und dazu kommt noch die schwere Last des§ 44n. Die Konzessionspflichtigkeit, die hier statuirt wird, widerspricht dem ganzen kaufmännischen Betriebe; sie giebt der Polizei das Recht, ihre Nase auch»och in dieses Gebiet zu stecken, von dem sie so gut wie garnichts versteht. Ich hoffe, daß Sie durch An- „ahme meines Antrages auch einmal eine Verbesserung in die Novelle bringen werden. Der Antrag Vogtherr wird daraus abgelehnt und Artikel 9 genehmigt, ebenso ohne Debatte Artikel 10, wonach die Untersagnng des Gewerbebetriebes des Detailreisenden nach Jahres- srist zurückgenommen werden kann. Nach Artikel II der Vorlage sollen vom Feilbieten im Um- herziehen ausgeschlossen werden, außer den bereits jetzt in§ 56 der Gewerbe-Ordnung aufgezählten 9 Kategorien: 10. Bäume aller Art, Sträncher, Sämereien und Blumenzwiebeln, Schnitt- und Wurzelreben und Futtermittel; II. Schmucksachen, Bijouterien, Brillen und optische Instrumente. Ferner sollen Druckschriften vom Feilbieten im Umher- ziehe» ausgeschlossen sein, nicht blos insofern sie in sittlicher oder religiöser Beziehung Aergerniß zu geben geeignet sind oder wenn sie mittels Zusicherung von Prämien oder Gewinnen vertrieben werden, sonder» auch, wenn sie in Lieferungen erscheinen, wenn nicht die Zahl der Lieferunge» des Werkes und dessen Gesammipreis aus jeder einzelnen Lieferung an einer in die Augen fallenden Stelle bestimmt verzeichnet ist. Die Freisinnigen. Abg. Schmied er und Genossen, wollen den Theil des§ S6. der sich auf Druckschriften bezieht, überhaupt Die 91680. Galler und Genossen(südd. VolkSp.) wollen in der neuen Nummer 10 die Worte„Sämereien und Blumen- zwiebeln" streichen. Abg. Hitze(Z.) will statt der Worte„die Zahl der Lieferungen des Werkes und dessen Gesammtpreis" nur die Worte setzen:„der Gesammtpreis". Abg. v. Strombeck(Z) will die neu eingeführten Num- mern 10 und II streichen: für de» Fall der Ablehnung dieses Antrages will er in Artikel 12, der neben dem Bundesrath auch den Landesregierungen die Befugniß giebt, Ausnahmen zu machen in beziig auf Nr. 10, hinzufügen, daß auch Ausnahmen in bezug auf Nr. 11 gemacht werden dürfe». und zwar soll dabei folgende Bestimmung in§ 36 b der Gewerbe- Ordnung getroffen werden:„Von dieser Besugniß ist für die- lenigen Bezirke oder Ortschaften, bei deren Bewohnern infolge mangelnder anderweiter Erwerbsgelegenheit der Gewerbebetrieb im Umherziehen zur Zeit des Erlasses dieses Gesetzes hergebracht ist. Gebrauch zu macben. Jedoch bleiben diejenigen Personen, welche erst nach Erlaß dieses Gesetzes in solchen Bezirken oder Ortschaften Wohnsitz oder Auf- enthalt nehmen, den Borschriften des tz 56 Absatz 2 3lfTer 16 irnd 11 unterworfen. Schmucksachen und Bijouterien, welche lm Wege der Hausindustrie, durch Handarbeit hergestellt werden, dürfe» von den Herstellern und deren Angehörigen auch außer den Fällen des§ 59 im Umberzichen feilgeboten werden. Als Angehörige sind anzusehen: Verwandte und Verschwägerte m auf- und absteigender Linie, Adaptiv- und Pflege-Ellern und -Kinder. Ehegalten, Geschwister und deren Ehegatten, und Ver- '"�Die Abgg. Lenzmann und Weiß beantragen in Nr. 11 die Worte„Brillen und optische Instrumente zu streichen; Abg. Hahn beantragt in Nummer 10 die Topspflanzen einzu- fügen. Abg. v. Strombeck empfiehlt im Interesse seines Wahlkreises, des Eichsfeldes, seine Anträge. Durch die Vorlage werde der Mittel- stand nicht gefördert, sondern der Hausirerstand, der auch zu den Mittelständen gehöre, auf das schwerste geschädigt. Redner verweist darauf, daß ein katholischer Kalender vom Haustrbetricbe ausgeschlossen sei, weil er eine politische Kritik enthalten habe. Redner hält das nicht für richtig, denn nur bei sittlichem und religiösem Anstoß könne der Ausschluß erfolgen. Staatssekretär v. Bötticher: Nur Schriften, die sittliches und religöses Aergerniß erregen, sind von der Kolportage aus- geschlossen; erregen sie politisches Aergerniß. so können sie nicht verboten werden, es sei denn, daß sittliches und religiöses Aergerniß damit verknüpft ist. (Heiterkeit.) Abg. Galler(südd. Vp.): Ich möchte für die Hausirer ein Wort einlegen. Die Hausirer sind ebenso Geschästsleute wie die seßhaften Kaufleute. Sie kennen ihr Publikum, seine Bedürfnisse und seinen Geschmack. Sie haben sich durch schwere Arbeit ihre Kundschaft erworben und würden durch die Vorlage einfach brotlos gemacht. Diejenigen Parteien, welche sich als Beschützer des Mittelstandes bezeichnen, sollten sich doch erst besinnen, ob es recht ist, durch so lange Arbeit hergestellte Verhältnisse zu stören. Wenn wir die Gefetze prüfen darauf hin, wie sie sich eignen zum Kampf gegen die Sozialdemokratie, so müssen wir diese Vorlage ablehnen, welche tausende von Leuten in die Arme der Sozialdemokratie treibt. Deshalb bitte ich Sie, wenigstens unseren Antrag an- zunehmen. Geheimrath Conrad: Herr v. Strombeck meinte, daß die Klagen über den Hausirhandel mit Sämereien nur aus einzelnen Kreisen stammen. Das ist nicht der Fall. Aus allen Landes- rheilen sind die Klagen der Landwirthe über die Betrügereien der Hausirer laut geworden. Die Wünsche, daß es beim Alten bleiben möge, sind durchaus nicht allseitig laut geworden, sondern nur vom Hunsrück; vom Eichsfelde und aus Württemberg sind Eingaben hierher gelangt, welche diesen Hausirhandel mit Sämereien aufrecht erhalten wollen. Solchen speziellen Wünschen können die Landesregierungen Rechnung tragen, soweit das kaufende Publikum ein Interesse daran hat. Besonders bedenklich ist auch der Hausirhandel mit Obstbäumen, die bei dem Umherfahren in Wind und Wetter selbstverständlich leiden müssen. Die Handelsgärtner haben sich besonders gegen diesen Hausirhandel ausgesprochen. Abg. Weiß(frs. Vp.): Das zuletzt Angeführte ist seihst- verständlich. Redner wendet sich gegen den Ausschluß von Brillen und optischen Instrumenten, der lediglich mit den Worte» begründet sei:„Desgleichen wird dem Interesse der Bevölkerung mit der Ausschließung von Brillen und optischen Instrumenten gedient sein." Die Hausirer haben i» dieser Be- ziehung alte Kundschaften und es kaufen sogar die staatlichen Lehranstalten von diesen regelmäßig verkehrenden Hausirern. Wenn die Hausirer optische Instrumente nicht mehr verkaufen dürfen, so werden die Bauern nicht in die Stadt gehen und von den seßhaften Geschäften kaufen, sondern nach den Katalogen der Versandgeschäfte. Die Hausirer verkaufen nicht blos Brillen, sondern auch Thermometer, Barometer, Fadenzähler. Lothe w. Abg. Hahn tritt für die Regierungsvorlage ein, namentlich auch in bezug auf die Brillen und optischen Instrumente zum Schutz des Publikums. Wir müssen unsere Handelsgärtnerei gegen die Konkurrenz schützen, damit die Landwirthe, welche sich auf den Obstbau u. s. w. legen, von unseren Gärtnereien gute keimfähige Sämereien und Pflanzen beziehen können, die auch für den betreffenden Boden passen. Das zu beurtheilen ist der Hausirer nicht im stände. Ministerialdirektor v. Wödtke hält den Antrag Hahn für unzweckmäßig; denn die Vorlage solle nicht in erster Linie dem Interesse der Produzenten, sondern den Interessen des Publikums dienen. 9Ibg. Munckel(frs. Vp.): Ich bin von tiefer Befriedigung erfüllt über die Erklärung des Herrn v. Bötticher wegen des Vertriebes der politische» Druckschriften. Seine Antwort war sehr richtig vom Standpunkt der bestehenden Gesetz- gebung; darüber war ich sehr befriedigt. Aber diese Befriedigung hörte sehr bald auf, denn Herr v. Bötticher meinte, daß politische Dinge, die zugleich sittlich anstößig sind, von der Kolportage ansgeschloffe» werden könnten. Konservative fromme Druckschriften werden unbehelligt bleiben, aber „sogenannte" konservative Druckschriften, in denen etwas Staatsgefährliches, Gemeingefährliches vorkommt, die werden schon nicht unbehelligt bleiben. Unter Herrn v. Stumm's Herrschaft werden alle sozialistisch angehauchten Dinge verdäch- rigt werden. Die Hausirer prüfte man bisher nur auf ihre Re- ligiösität und Sittlichkeit; an sie werden höhere sittliche und religiöse Anforderungen gestellt, als an die Verleger. Es kann manches verlegt und in Buchläden verkauft werden, was der Hau- strer nicht verkaufen darf. Was Religion und Sitte für den Hausirer ist, dafür haben die Polizeibehörden und namentlich die Bezirkshauptmannschaften in Sachsen ein sehr feines Gefühl! (Heiterkeit.) Ich will nicht die Polizei angreifen, schon um Herrn von Salisch nicht z» nahe zu treten.(Heilerkeil.) Aber irrige Anschauungen können vorkommen. Es giebt eine gewisse Prüderie, eine fehr große Empfindlichkeit in sittlicher Beziehung bei gewissen Personen, sobald es sich nicht um ihre eigene Person handelt. (Heiterkeit.) 1886 wurde die Verbreitung von Druckschriften über das Unglück in Bayern nicht gestattet, weil vielleicht dadurch die Sitte hätte verletzt werde» können. Eine Polizeibehörde hatte ans das Druckschriftenverzeichniß des Haustrers geschrieben: Die Preise sind für die hiesigen Verhältnisse zu theuer.(Heiterkeit.) Das war sehr richtig! Denn die Sittlichkeit der Einwohner hätte gefährdet werden können, wenn sie beim Ankauf von Schriften über ihren Etat hinausgegangen wären.(Heiterkeit.) Die Sittlichkeit sollte beurtheilt werbe» nach den Grundsätzen des Bürgerlichen Gesetzbuches. Da wird in jeder Kommissions- siützng behauptet, daß es gegen die Sittlichkeit verstoße, wenn ein Arbeitgeber seinen Arbeitern ein bestimmtes politisches Glaubcnsbekenntniß aufzwingt. Ich kann das nicht beurtheilen; aber vielleicht glaubt das ein Polizeibeamter und behandelt dann danach den Kolportagebuchhandel. Die Kolportage wird immer beurtheilt nach dem Schauer- roman. Ich nehme an, daß Niemand in diesem Hause einen Schanerronian gelesen hat, oder höchstens einen einzigen. Es wird also die höchste Unbefangenheit in diesem Saale herrschen. Diese Schauerromane, wie die Memoiren des Scharf- richters Krauts u. s. w., verstoßen gegen den gute» Geschmack, aber gegen die Sitte und Religion verstoßen sie nicht. Man muß sich nicht auf den exquisiten Standpunkt stellen, sondern auf den Geschmack des Volkes, für welches schließlich ein Schauer- roman noch besser ist als Wirthshausbesuch und Spiel. Das Druckschrislenregister wird von der Polizei geprüft und ge- stempelt, aber es schützt den Hausirer nicht, wenn vielleicht ein anstößiges Bück irrthümlich i" das Verzeichniß gekommen ist. Statt die Beschränkung der Drnckschriflen-Kolportage zu beseitige», bringt die Vorlage eine neue Erschwerung; es soll die Zahl der Lieierungen und der Gesammtpreis auf den einzelnen Lieferungen eines Werkes angegeben werden. Wie kann man denn genau wisse», z. B. bei einem Konversationslexikon, ob die Wissenschaft gerade mit dem sechzehnten Bande aufhören wird? Wir wollen Beschränkungen ausheben, die keinen vernünftigen Sinn mehr haben. Abg. v. WolSzlegier-Gilgenburg(Pole) erklärt sich ebenfalls gegen die Beschränkung der Kolportage. Abg. Tietz(Soz.): In München ist der Verkauf von „Caligula" von Q u i d d e im Umherziehen verboten worden und zwar erst, als von der Staatsanwaltschaft erklärt war, daß sie nichts enthalte, was zu beanstanden wäre.— Die Kolportage mit Schundromanen macht kaum den zehnten Theil von dem aus, was die Kolporteure unter das Publikum bringen. Es ist durch die Literatur, die durch den Kolportagehandel vertrieben wird, auch erheblich Gutes geleistet. Mißstände sind auf diesem Gebiet fast garnicht hervorgetreten, denn wir haben ja das Strafgesetzbuch, das mit dem Geiste erfüllt ist, der auch den Artikel 12 diktirt hat. Ich habe die in Berlin befindlichen Kolportage- Buchhandlungen besucht und mir ein Verzeichniß der dort vertriebenen Sachen anfertigen lassen. Aus diesem Verzeichniß geht hervor, daß alle Vorwürfe, die man dem Kolportage- Buchhandel gemacht hat, im wesentlichen un- begründet sind. Es haben sich vorgefunden an religiösen und Erdauungsschriften 79, an staatswiffenschaftlichen 36, Vorlage- werke für Künstler und Handwerker 58, Geschichte, Geographie und Naturwissenschasren 173, Kunst-, Gewerbe- und Sprach- Wissenschaften und Lexika zusammen 169, Prachtwerke, Unter- Haltungsliteratur, Klassiker 220. Dazu kommen noch die Reclam- schen Ausgaben mit über 300 Nummern u. s. w. Dagegen war die Romanliteratur nur mit 93 Nummern vertreten, gegen- über den 900, gegen die nichts einzuwenden ist. Es befindet sich u. a. unter diesen Druckwerke»: Marquardsen, Staatsrecht. Rintelen, Zivilprozeß u. s. w., also Herren, die hier im Reichstage sitzen, und zum Dank dafür will man die Kolportage- Buchhandlungen brotlos machen. Die Lieferungswerke können nickt anders als durch die Kol- portage unter das Publikum gebracht werden. Auch viele Sorlimententer haben schon angefangen, kolportiren zu lassen. Das würde diese Bestimmung unmöglich machen. Sie schädigen damit den Mittelstand, indem Sie eine ganze Reihe kleinerer und mittlerer Verleger verhindern, an der Produktion theil zu nehmen. 9Iuch auf die Schriftsteller, die eigentlichen Produzenten, ist Rücksicht zu nehmen, welche nicht nur auf Kommando der großen Firmen schreiben, sondern ihrer eigenen Meinung 9Ius- druck g eben wollen. Fast drei Viertel der gesammten Buchdrucker- presse wird aus Kolportage betrieben, diese Bestimmungen vernichten aber das loyale Geschäft. Herr Hitze will den Gesammtpreis des Werkes aus dem Umschlag der Lieferungen gedruckt sehen. Würde er als Verleger die Zahl der Lieferungen einer Gesetzessammlung feststellen können bei der eigenartigeil Fruchtbarkeit des Reichstages? Jetzt schon muß der Kolporteur der Polizeibehörde ein Verzeichniß seiner Artikel einreichen. Gerade die katholische Literatur wird aber vielfach am Rhein, in Baden die Kolportage ohne Gewerbeschein betrieben. Ich erhielt aus Bade» eine Postcinzahlung mit dem Vermerk: Ich bitte nochmals»», 500 von Ihre» schönen Kalendern, mit Gottes und des Herrn Pfarrers Hilfe werde ich sie verkaufen.(Heiter- keit.) Die Unterschrift war X, Y. Z.. Polizeidiener; der Mann hatte sich an die falsche Adresse gewandt, er wollte den Kalender„Maria Lourdis"; ein Kollege von mir wird sie ihm geschickt haben. So geht es in Zentrumskreisen zu. Ein religiöser Polizist wird dem Kolporteur Naturwissenschaft- liche Werke,«in sittlicher Polizist Goethe und Heine aus dem Verzeickniß streichen(Heiterkeit), ein sparsamer theure Schriften (Heiterkeit); auch ohne Angabe von Gründen. In Verden sollte eine Schrift exkludirt werden, weil aus dein Umschlag sittlich und religiös anstößige Schriften verzeichnet ständen. Das Ber- waltungsgericht verfügte auf die Beschwerde, für den Ausschluß einer Druckschrift von der Kolportage sei es keineswegs erforderlich, daß ihr Inhalt unsittlich oder irreligiös sei, es genüge, wenn aus dem Umschlage Druckschriften angepriesen werden, deren Titel in Verbindung mit der Person des Verfassers sittlich und religiös anstößig gefunden wird.(Hört! Hört! links.) Auf dem Unischlage dieses Buches hier stehen Anzeigen von Schriften über den Sozialismus lediglich mit Titel und Namen des Verfassers. Was hat das mit Unsittlichkeit und Irreligiosität zu thun? Leute, die ehrlick ihren Erwerb aufsuchen, werden so chikanirt; der§ 56 hat sich in den Händen der Polizisten zu einem wahren Grobe» Unfug- Paragraphen entwickelt(Sehr richtig!), den man aus der Gewerbe-Ordnung wieder heraus- bringen muß. Stimmen Sie für den Antrag Schmieder! (Beifall.) Abg. Payer(süddeutsche Vp.): Wenn die Herren nicht von vornherein für das Verbot des Hansirhandels mit Sämereien und Blumenzwiebeln gewesen waren, die heute gehörten Begründungen wären nicht geeignet, die Vorschrift zu begründen. Wenn jemand einen großen Wald ansorsten und mehrere Hektare bepflanzen will, dann wird er sich an eine Großhandlung wenden, welche mit einer Kontrollstalion verbunden ist. Aber diese großen Handlungen sind doch nicht die Konkurrenten der Hausirer. Der Hausirer ist der Abnehmer dieser Großhandlungen. Und worum handelt es sich denn? Die Frau wird für 10 Pf. Resedasame», die Tochter für 10 Pf. Levkoyensamen und der materialistisch gesinnte Vater wird sich für 10 Pf. Rettigsamen kaufen.(Heiterkeit.) Und da sollen die Leute sich erst an eine große Zentral- station wenden.(Große Heiterkeit.) An dieser Sorte von Handel haben die landwirthschaftlichen Vereine auch kein großes Interesse: das liegt auch garnicht in ihrer Aufgabe und sie würden einem solchen Verlangen entgegenhalten. daß sie nicht der Bundesrath find, welchem wir alle die Dinge zuweisen» welche wir selbst nicht fertig bringen wollen.(Heiterkeit.) Wegen eines solche» Konsums, der sich in der Höhe von Pfennigen de- wegt, begiebt man sich nicht in die Stadt. Daß die Landes- regierungen eine Ausnahme machen können, reicht nicht auS, denn die Leute, die ich im Auge habe, halten sich nicht blos in Württemberg auf, fondern gehen durch das ganze Reich. Diese Händler halten sich lediglich dadurch, daß sie seit Jahr- zehnte», ja durch verschiedene Generationen hindurch das Ver- trauen der Kundschaft genießen und weil sie die lokalen Be- dürfnisse berücksichtigen.(Sehr richtig! links.) Es wird auch manchmal vorkommen, daß ein Samen nicht aufgeht; aber die Sämereien der Kontrollstationen gehen auch nicht alle auf' (Heiterkeit.) Ist wirklich diese Beschränkung im Interesse der seßhaften Landwirthschast nothwendig? Wenn das nicht der Fall ist, dann haben ivir kein Recht überhaupt einzugreife». Badischer Gesandter Dr. v. Jagcmann: Im Bundesrath hat über diese Frage eine sehr geringe Meinungsverschiedenheit bestanden. Die badische Regierung nimmt einen großen Anlheil an dieser Bestinimung. Wenn es sich blos um Reseda- und Rettigsamen handeln würde, dann iväre die Bestimmung nicht nothwendig. Es Handell sich aber darum, landwirthschastliche Verbesserungen herbeizuführen, nach denen wir mil Staatshilfe und Genossenschaftshilfe strebe».(Lachen links.) Ich erinnere an den Wein- stock, der von der Phyloxera bedroht ist. Bäume, die einige Stunden unterwegs sind, laufe» Gefahr kaput zu gehen;(Heiterkeit), sie sind also kein Gegenstand des Hansirhandels. Für die Sämereien ist die Sacke noch viel wichtiger. Bäume und Srräucher kann man durch die Besichtigung vielleicht als branchbar oder unbrauchbar erkennen. Bei der Sämerei aber handelt es sich um eine Vertrauens. fache. Ich will den Hausirern nicht alle Zuverlässigkeit absprechen. Aber allgemein den Hausirhandel mit Sämereien als richtig zu> zulasse», das ist nicht möglich. Da setzt man das Publikum dem größten Risiko aus.(Zuruf links: Großartig!) Bei den Futtev mittel» handelt e8 sich um chemische Zusammensetzungen, wo auch die Fälschungen bereits eingesetzt haben. Abg. Schädler(Z.): Herr Payer hat bewiesen, daß er wieder gesund ist; er hat aber nicht das richtige getroffen; denn es handelt sich nicht blos um Reseda- und Retligsamen. Die geistreiche Causerie des Herrn Munckel war überflüssig, denn an den Bestimmungen über die Kolportage wird ja im all gemeinen nichts geändert; sie wird nicht todtgeschlagen; es hat aber auch niemand unter den bisherigen Bestimmungen gelitten und wird niemand darunter leiden, daß au� Lieferungswerken der Preis verzeichnet sein muß. Abg. Schneider(frs. Vp): Der Vorredner hält die Rede des Herrn Munckel für überflüssig; er hat nur übersehen, daß wir die ganzen Bestimmungen über die Kolportage einschließlich des ganzen Druckschriften-Verzeichnisses beseitigen wollen. Ter Hausirhandel ist schon in verschiedenen Bezirken erheblich zurück gegangen, so daß kein Grund vorliegt, diesen Rückgang noch künstlich zu beschleunigen. Stach einer kurzen Bemerkung des Abg. von Strom bcck(ZO, in welcher er bestreitet, daß bezüglich des Handels mit Sämereien Unfug vorgekommen sei, wird die Diskussion ge schlössen. Abg. v. Stumm bemerkt persönlich, daß er niemals em- pfohlen habe, einen Vertrag abzuschließen, wonach die Arbeid geber die Arbeiter zu einem bestimmten politischen Glaubens dekenntniß verpflichten. Er entlasse jeden Sozialdemokraten ans grund des Kündigungsrechts und daran werde ihn in Zukunft weder das bürgerliche Gesetzbuch noch Herr Munckel hindern. Der Antrag Hitze wird angenommen, alle übrigen Anträge werden abgelehnt. Artikel 11 wird mit dem Antrag Hitze an» genommen. Es folgt ein Artikel IIa, der von den Abgg. Gröber. von Holleuffer, Hitze und Jacobskötter in folgender Form vor- geschlagen wird:„Im§ 56a der Gewerbe-Ordnung wird hinter Ziffer 3 folgende Bestimmung hinzugefügt: 4. Das Aufsuchen von Bestellungen sowie der Abschluß von Geschäften, bei denen Waaren gegen Theilzahlungen unter dem Vorbehalt veräußert werden, daß der Veräußerer wegen Nichterfüllung der dem Er werber obliegende» Verpflichtungen von dem Vertrage zurück treten kann."„Diese Bestimmung findet auch Anwendung aus Gewerbetreibende, welche in Gemäßheit des Z 44 Waaren- bestellungen aufsuchen." Dadurch soll das Abzahlungsgeschäft vollständig vom Hausir Handel ausgeschlossen werden. Die Abgg. Hitze und Gröber(Z.) empfehlen den Antrag, während- Ministerialdirektor v. Wödtke nnd Abg. Haffe(natl.) einige Bedenken geltend machen, letzterer namentlich gegen den zweiten Satz. Art. IIa wird angenommen. Art. 12 bestimmt, daß in Ergänzung des§ 56 d neben dem Bundesrath die Landesregierungen die Befugniß haben sollen, bezüglich der in der neuen Nr. 10 bezeichneten Gegenstände das Feilbieten im Umherziehen zu gestatten. Ferner sollen die Landesregierungen auf bestimmte Dauer den Handel mit Schweinen, Ziegen oder Geflügel im Umher ziehen untersagen oder Beschränkungen unterwerfen können. Den Antrag v. S t r o m b e ck zu diesem Artikel haben wir bereffs bei Art. 11 mitgetheilt. Außerdem beantragt Abg. Schädler, daß auch der Handel mit Rindvieh untersagt werden kann. Ferner will Abg. Hahn, daß der Handel mit Vieh und Geflügel auch von der Beibringung von Herkunfls» und G* sundbeilsattesten abhängig gemacht werden kann. Nachdem Abg. von Strombeck seinen Antrag namentlich mit dem Hinweis auf die Spitzenklöppelei begründet hatte, be- merkte Staatssekretär von Böttichcr, daß Spitzen keine Druck- fachen, sondern Textilfabrikate sind. Die Abgg. Hahn und Schädler begründen und empfehlen ihre Anträge, welche vom Abg. von Talisch als nicht ganz un» bedenklich bezeichnet werden. Die Anträge des Abg. von Strom beck werden gegen eine große Minderheit abgelehnt; der Antrag Schädler wird dagegen angenommen und mit ihm der ganze Artikel. Angenommen wird ohne Debatte ein von den Abgg. Gröber und v. Holleuffer beantragter neuer Artikel 12a, wonach Wanderversteigerungen nur bei Waaren gestattet sein sollen, welche dem raschen Verderben ausgesetzt sind. Die Artikel 13 und 15 betreffen die Versagnng des Wander- gewerbescheines, und zwar ersterer die Fälle, wo die Versagung erfolgen muß, der letztere die Versagung erfolgen darf. Die Vorlage will als Versagungsgrund hinzufügen: Land- oder Hausfriedensbruch und Widerstand gegen die Staatsgewalt. Die Versagung muß erfolgen, wenn die Freiheitsstrafe drei Monate betragen hat; sie darf erfolgen, wenn sie eine Woche (bisher sechs Wochen) betragen hat. Abg. Lenzmann will den jetzigen Zustand aufrecht erhalten. Nachdem Direktor Wödtke und Abg. v. Stumm sich gegen den Antrag Lenzmann ausgesprochen, wird dieser abgelehnt und die Artikel 13 und 15 nach der Vorlage angenommen. Nach Art. 14 kann dem Nachsuchenden der Hausirschein versagt werden, wenn er das 25. Lebensjahr noch nicht voll- endet hat. Abg. v. Strombeck(Z.) will Minderjährigen den Hansir- schein für den Fall gewähren, daß sie oder ihre Familie durch die Versagung in Roth gerathen. Abg. Vogtherr(Soz.) giebt zu bedenken, ob man hier tausende und abertausende von ehrlichen Gewerbetreibenden, an welche der Staat und namentlich der Militarismus Anforde- rungen stelle, mit einem Federstrich erwerbslos machen wolle. An der weiteren Debatte betheiligen sich noch der Abgeordnete Schneider und Direktor Wödtke. Der Antrag Strombeck wird abgelehnt und Artikel 14 unverändert angenommen. Artikel 16 wird mit einem Amendement Lenzmann an- genommen; danach kann das Feilbieten von Gegenständen durch Kinder unter 14 Jahren verboten werden. Artikel 17 nnd 18(Strasoestimmungen) und die Artikel 19 und 20 werden ebenfalls angenommen. Damit ist die zweite Be- rathung der Vorlage beendet. Schluß 6V- Uhr. Nächste Sitzung: Donnerstag 1 Uhr.(Initiativanträge.) Prediger oder wer sonst Dienste ihres Gewerbes oder Berufes leisten. Der Entwurf bewahrheitet dadurch in gewissem Sinne unbewußt die Behauptung des kommunistischen Manisests:„Die Bourgeoisie hat alle bisher ehrwürdigen und mit frommer Scheu betrachteten Thätigkeiten ihres Heiligenscheins entkleidet. Sie hat den Arzt, den Juristen, den Pfaffen, den Poeten, den Mann der Wissenschaft in ihre bezahlten Lohnarbeiter verwandelt." Hingegen übersieht der Entwurf vollkommen, daß das Charakteristische der heutigen kapitalistischen Produktionsweise ist, daß der Arbeiter seine eigene Arbeitskraft als Waare für das Gewerbe, für den Nutzen eines anderen verwendet und daß infolge dieses, unsere Epoche von der auf Sklavenherrschaft beruhenden römischen Wirthschaftsweise unterscheidenden Merkmals es erste Aufgabe des Gesetzgebers sein muß, diese Reihe Arbeitsverträge zu regeln. F r o h m e und Stadthagen beantragten nun, die römisch- rechtliche, für die jetzigen Verhältniffe absolut unzureichende Schematisirung aufzugeben. Es müsse die unlogische, lediglich verwirrende, die Rechtsunsicherheit fördernde Unterscheidung zwischen„Werkvertrag" und„Dienstvertrag" fallen gelassen werden. Es sei erforderlich, wenn man nicht absichtlich die feudalen Verhältnisse konserviren und erweitern wolle, den Arbeitsvertrag in der Weise zu behandeln, daß man zunächst den „eigentlichen Arbeitsvertrag", wie er von dem Professor Sohm und in der Literatur genannt werde, definire, die Regeln für seine Verhältnisse festsetze und dann die anderen Fälle der Leistung an Arbeit oder Diensten regele, soweit je nach Ausfall der Regelung des eigentlichen Arbeitsvertrages dann noch eine abweichende Regelung erforderlich sein würde. Sie schlagen deshalb vor: als Ueberschrift nicht Dienst- sondern Arbeitsvertrag zu sagen und dann mit folgendem§ 604 zu beginnen:„Arbeitsvertrag(Lehrvertrag. Dienstvertrag oder dgl.) ist ein Vertrag, durch welchen der Arbeitnehmer sich verpflichtet, einen Theil seiner geistigen oder körperlichen Arbeitskraft für die häusliche Gemeinschaft, ein wirthschaft liches oder ein gewerbliches Unternehmen des Arbeib gebers gegen einen vereinbarten Lohn(Gehalt, Salair, Honorar, Gage, Stolgebühr oder dergl.) zu verwenden. Unter Arbeitnehmern werden auch diejenigen Personen verstanden, welche für bestimmte Gewerbetreibende außerhalb der Arbeits stätten der letzteren mit der Anfertigung gewerblicher Erzeugnisse A«S der Kommission fiir das Bürgerliche Gesetzbuch. In der Sitzung am Mittwoch standen die Bestimmungen über den Arbeitsvertrag zur Verhandlung. Der Entwurf kennt den Namen Arbeitsvertrag, sowie die Begriffe Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Arbeiter überhaupt nicht. Er spricht vielmehr von einem„Dienstvertrag", von„Dienstbercchligten"(d. h. Arbeit- gebern) und„Dienstverpflichteten"(d.h. Arbeitern). Der Entwurf macht nun lediglich die ans dem auf der Sklavenwirthschaft beruhenden römischen Recht herstanmienden Unterschiede, ob der Erfolg einer Arbeitsleistung(z. B. Herstellung, Bau eines Hauses u. dergl.) —„Werkvertrag"— oder ob lediglich„Dienste"—„Dienst- vertrag"— durch den Vertrag vereinbart.verde». Eine Aus- legung darüber, wa? ein„Dienst" oder was„Dienstvertrag" sei, findet sich im Gesetz nicht. Es sollen in den§ß 604—620 alle Verhältnisse, in denen„Dienste" geleistet werde», geregelt werden, mögen diese Dienste für ein gewerbliches und wirthschastliches Unternehmen, für eine häuSliche Gemeinschaft oder für einzelne außerhalb einerchäusliche», wirthschaftlichen oder gewerblichen Unter- nehmung geleistet sein gleichgiltig, ob gewerbliche Gehilfen, Auf- wartefrauen. Rechtsbeflissene, Aerzte, Lehrer, Dienstmänner, beschäftigt sind, und zwar auch dann, wenn sie die Roh- und Hilfsstoffe selbst beschaffen." Durch den letzten Satz würden endlich klar die Hausindustriellen als Arbeiter zu erachten sein. In 32 folgenden Anträgen verlangen Frohme und Stadt- Hagen dann spezialisirt eine Regelung im Anschluß an die Gewerbeordnungs- Vorschriften. Die Debatte wurde recht lebhaft. Die Regierungsverlreter betonten insbesondere, das Material zur Regelung dieser aller- Vings den hauptsächlich st en Theil der Arbeits- vertrüge umfassenden Arbeitsverträge fehle, die Berathung über die Gestaltung, wie sie sozialdemokratischerseits beantragt ist, gefährde das Zustandekommen des Bürgerlichen Gesetzbuchs, mindestens würde eine erhebliche Verzögerung ei» treten. Dr. v. B u ch k a(k.) warnt vor dem sozialdemokratischen ukunftsstaat. Dr. v. Cuny und Enneccerus gebendem lrauen einiger Arbeitgeber vor Regelung im Sinne der gestellten Anträge Ausdruck. Frohme und Stadthagen betonen Wenn in der Kommission eine Einigung nicht erfolge, so würde ja lediglich die Berathung im Plenum verzögert werden. Wenn 22 Jahre nicht hingereicht haben, um den Hauptver- trag einheitlich regeln zu können, so sei dies bedauerlich und zeige klar, daß der Theil der Gesetze, der das arbeitende Volk betreffe, einheitlich nicht geregell werden solle. Es sei geradezu beschämend, wenn in einer Wirthschastsepoche. die auf„freier Arbeitskraft" beruhe, das bürgerliche Gesetzbuch nicht einmal im Stande sei, die allgemeinsten Regeln für diese Verträge ein- heitlich zu schaffen, die für 36 Prozent der Bevölkerung von der allererheblichsten Bedeutung seien. Dann liege aber in Wahrheit kein einheitlichesGesetzbuch, sondern das Geständniß zur Unfähigkeit zu einem o l ch e n vor. Der Antrag der Genossen wurde darauf abgelehnt und§ 604 des Entwurfs angenommen. § 604 lautet:„Eine Vergütung gilt als stillschweigend ver- einbart, wenn die Dienstleistung de» Umständen nach nur gegen eine Vergütung zu erwarten ist. Ist die Höhe der Vergütung nicht bestimmt, so ist bei den» Bestehen einer Taxe die taxmäßige Vergütung, in Ermangelung einer Taxe die übliche Vergütung als vereinbart anzusehen." Als Z 604a beantragen Frohme und Stadthagen einzuschalten:„Vereinbarungen, durch welche Arbeitern die Ver- nflichtung auferlegt wird, bestimmten politischen, gewerkschaft- lichen oder religiösen Vereinigungen nicht anzugehören oder aus denselben auszutreten, sind ungiltig. Desgleichen sind Ver- einbarungen ungiltig, durch die für den Fall der Zugehörigkeit zu einer derartigen Vereinigung Konventionalstrasen festgesetzt werden." Der Antrag wird von allen mit Ausnahme der sozial- demokratischen Stimmen abgelehnt. Auch die Freisinnigen timmen gegen diesen Vorschlag, wiewohl selbst regierungsseitig zugegeben wird, daß meist solche Vereinbarungen als gegen die guten Sitten verstoßend ungiltig sind.§ 605 des Entwurfs lautet:„Wer zur Leistung gewisser Dienste öffentlich bestellt ist oder sich öffentlich erboten hat, ist, wenn er einen auf solche Dienste gerichteten Antrag nicht annimmt, verpflichtet, die Ab- lehnung dem Antragsteller unverzüglich anzuzeigen. Das gleiche gilt, wenn sich jemand dem Antragsteller gegenüber zur Leistung gewisser Dienste erboten hat." Unsere Genossen schlagen vor, daß die Redaktionskommission darauf Bedacht nehme, daß im ersten Satz klarer ausgedrückt werde, daß in erster Reihe die Verkehrs- sitte bestimmend sein soll, und daß ferner zum Ausdruck gelange, daß die 8§ 309 und 810 des Entwurfs(Bestimmung nach billigem Ermessen des Arbeiters) auch auf den Arbeitsvertrag Anwendung inden sollen. Mit diesen Maßgaben wird ß 605 angenommen. Als ) 605a schlagen Frohme und Stadlhagen mit Rücksicht auf die bekannten Entscheidungen des Reichsgerichts zu ß 253 Str.-G.-B.(Erpressung) vor:„Das Ersuchen um Arbeitsanstellung unter bestimmten Arbeitsbedingungen darf nicht als widerrecht- licher Vermögensvortheil erachtet werden." Es wird anerkannt, daß die-Judikatur des Reichsgerichts, die als Erpresser Arbeiter bestraft hat, die in Slreiksällen den„widerrechtlichen Vermögens- vortheil" einer Beschäftigung unter bestimmten Bedingungen durch Drohung zu erreichen suchte», höchst bedenklich sei. Dieser Recht- prechung entgegenzutreten, sei jedoch hier nicht der Ort. Der Antrag wird abgelehnt. 8 606 bestimmt:„Der zur Dienstleistung Verpflichtete hat die Dienste im Zweifel in Person zu leisten. Der Anspruch auf die Dienste ist in, Zweifel nicht übertragbar." Er wird unter Ablehnung eines Antrages Frohme- Stadthagen angenommen. Als 8606a beantragen Frohme und Stadthagen einzuschalten:„Für die Entrichtung deS Lohnes haftet außer den unmittelbaren Vertragschließenden derjenige, in dessen Nutzen die Arbeitskraft vom Arbeitgeber ver iv endet ist." Stadthagen legt dar, daß durch Annahme dieses Antrages insbesondere Bauschwindlern, schwindelhaften Zwischenunternehmern, besonders ausbeutc- lustigen Kapitalisten das Handwerk gelegt_ und dem Grundsatz etwas Rechnung getragen werden würde: Jeder Arbeiter ist seines Lohnes werth; fremde ungezählte Arbeit dürfe niemand für sich in Anspruch nehmen. Der An- trag bezwecke Erweiterung der Verhinderung ungerechtfertigter Bereicherung. Die Abgg. Gröber und Bachem(Z.). v. D z i e m b v w s k t(Pole), v. Bennigsen(natl.) anerkannten, daß in dem Antrage ein berechtigter Kern stecke, er gehe aber zu weit und sei besser bei Erledigung des Abschnittes über„unberechtigte Bereiche- rung" zu erledige», zumal er plötzlich eine weiltragende frage anschneide. Frohme und Stadthagen st eilten ieraus den Antrag bis zur Berathung des be- treffenden Abschnittes zurück. Es wird dann über einen Antrag Gröber, der einen neuen g 606a will, zu be- rathen begonnen. Die Berathung muß wegen bereits ein- getretenen Beginns der Plenarsitzung um 1'/» Uhr vertagt werden. Die nächste Sitzung findet am Freitag um 10 Uhr vormittags statt. KonsnmdereinSkommissiou. Die Kommission des Reichs- tages hat den vom Abg. Dr. Hitze verfaßten Bericht über den Gesetzentwurf betreffend die Abänderung des Gesetzes über die Erwerbs- und W i rth s ch afts g en o ss en s ch af t en vom 1. Mai 1839 ausgegeben. Nach wesentlicher Umgestaltung der Novelle ist die Resolution angenommen worden, den Reichs- kanzler zu.ersuchen, Anordnungen dahin treffen zu wollen, daß die Ueberlassung von im Eigenlhum des Reichs befindlichen Ge- bäuden oder Theilen derselben an Konsumvereine oder Konsum- anstalten und ebenso auch die Besorgung des Waarenverkanfs, der Buch- und Kassenführung in solchen Vereinen und Anstalten durch im Dienste des Reichs stehende Beamte künftighin im wesentlichen auf Veranstaltungen zur Abgabe von Gegenständen des alsbaldigen Verbrauchs an die in Betriebsanlagen des Reichs beschäftigten Arbeiter und Beamten beschränkt bleibe. Uoksrles. Achtung, Kommunalwähler in Rixdorf! Wir machen die Parteigenossen darauf aufmerksam, daß am Montag den 16. März, von vormittags 10 bis abends 6 Uhr die Ersatzwahl der ausgeloosten Gemeindevertreter aus der 3. Klasse stattstndet. Als Kandidaten sind von Seiten der Arbeiterschaft die Genossen R e tz e r a u und Thomas aufgestellt. Wir fordern die Partei- genossen hiermit auf, sich recht rege an der Wahl zu betheiligen. Wahlberechtigt ist jeder deutsche Reichsangehörige, der das 24. Lebensjahr erreicht hat, im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte ist und aus öffentlichen Mitteln keine Armenunterstützung empfangen hat. Außerdem muß jeder Wähler mindestens die zweite Steuerstufe zahlen und seit einem Jahr in Rixdorf seine» Wohnsitz haben. Die zweite Sieuerstufe zahlen diejenigen. welche mit einem Einkommen von 600—900 M. eingeschätzt sind. Wir machen noch darauf aufmerksam, daß zur Wahl nächsten Sonntag früh 7 Uhr ein Flugblatt vertheilt wird, und außerdem findet Sonntag Vormittag eine öffentliche Volksversammlung in den Viktoriasälen statt. Die Parteigenossen, welche sich an der Vertheilung der Flugblätter betheiligen wollen, haben Sonntag früh um 7 Uhr sich bei Thomas. Bergstr. 162, pünktlich einzufinden. Der Vertrauensmann. Der Arbeiterschaft vo» Maricndorf und Umgegend steht das Lokal von Werner in Südende, Ecke der Steglitzer und Langenstraße zur Verfügung. Das gleiche Recht fiir alle in Preußen. In Schöneberg ist bekanntlich für einen großen Theil der Gast- und Schank- wirthschaften, namentlich wenn deren Inhaber im Geruch der Sozialdemokratie stehen, die Polizeistunde auf 10 Uhr fest- gesetzt. Infolge deffen wurden auch bisher alle öffent- lichen Versammlungen, die im Lokale unseres Genossen Obst tagten, regelmäßig um 10 Uhr aufgelöst. Als dagegen vor kurzer Zeit eine Versammlung in der Schloßbrauerei stattfand, wo die Polizeistunde nicht so zeitig eintritt, konnte auch die Versammlung bis>/»12 Uhr tagen, ohne der polizeilichen Auf« lösung zu verfallen. In der Hoffnung, auch ferner über 10 Uhr hinaus tagen zu können, hatten die Genossen am Dienstag Abend wieder nach der Schloßbraucrei eine Versammlung einberufen. Zum all- gemeinen Erstaunen wurde aberauch diese Versammlung.nachdem Ge» noffe Antrick seinen Vortrag über unsere prinzipielle Stellung zu den Gemeindewahlen beendet und der erste Diskussionsredner das Wort ergriffen hatte, wegen Eintritt der Polizeistunde um 10 Uhr aufgelöst. Da in der Schloßbrauerei, wie man täglich beobachten kann, wenigstens bis 12 Uhr Gäste verkehren, die allerdings dem ehrsamen Bürgerstande, ja den Honoratioren des Millionen- dorfes angehören, so bleibt zur Erklärung dieses Vorkommnisses nur die Annahme übrig, daß die 10-Uhr-Polizeistunds nur für die-f-s-I- Sozialdemokraten besteht. Auch ei» Beitrag zur Lösung der sozialen Frage. Die Aussicht auf ein gesetzliches Verbot der Jnnungs- Kranken- lassen ist unseren Zünftlern gewaltig in die Glieder gefahren. Sie fühlen sich in ihren heiligsten„Rechten", die Arbeiter zu bevormunden, bedroht und daher hat der Vorstand des Zentral- ausschusses der vereinigten Jnnungsverbände Deutschlands nichts eiligeres zu thun gehabt, als eine Petition an den Reichskanzler zu senden nnd um Gnade für die Jnnungs- Krankenkassen zu Hilten. Diese Petition ist höchst lehrreich und interessant, sodaß es sich wohl verlohnt, etwas näher auf dieselbe einzugehen. So wird u. a. in der Petition zesagt:„Gehen wir etwas den Spuren der Bildung von Jnnüngs-Krankenkassen nach, so finden wir die vielfach in gegnerischen Kreisen verbreitete Ansicht that- ächlich widerlegt, als riefen die Innungen ihre eigenen Gesellen- Krankenkassen lediglich aus egoistischen Gründen und um das Jnnungsprinzlp dadurch an sich zu stärken ins Leben. Dieses ist keineswegs der Fall, vielmehr ver- anlaßt«» die Uebergriffe der Gesellen, di« Vergewaltigung der Arbeitgeber durch die letzteren, ferner die theuren Verwaltungen u. dgl. m. in zahl- reichen Fällen die Errichtung von Jnnungs-Krankenkassen, ja es hielten nicht selten erst durch Gesuche und Anregungen aus ihren Gesellenkreisen die Innungen sich verpflichtet, solche Kassen ins Leben zu rufen." Diese Darlegungen kennzeichnen die be- opften Petenten in hinreichender Weise. Jedenfalls ist der Reichskanzler über das wahre Wesen der Jnnungs-Krankenkassen besser unterrichtet. Trotz der vorherigen Ableugnung, daß die Jnnungs-Krankenkaffen„egoistischen" Zwecken und der„Stärkung des Jnnungsprinzips" dienen, wird dieses doch gleich darauf in ziemlich unverblümter Weise zugestanden, indem in der Petition ausgeführt ist:„Die gesetzliche Zulassung der Jnnungs- Krankenkassen hat für die Innungen auch die große Bedeutung, daß mit dem Jnslebentreten dieser Kasseneinrichtung auch die Unterhaltung der Arbeitsnachweise wesentlich erleichtert wird, weil die mit der Mitgliedschaft bei de» Gesellen- Krankenkassen verbundene Anzeigepflicht überhaupt das geeignete Hilfsmittel bildet, um das Arbeitsnachweisewesen innungsseitig vorwärts zu führen." Die Arbeitsnachweise der Innungen bilden bekanntlich eins der größten Machtmittel dieser. Wenn die Jnnungs-Krankenkaffe nun zur Stärkung dieses Machtmittels benutzt wird, so nennen dies die deutschen Zopfmänner nicht egoistischen Zwecke» dienen". Die eingangs gleichfalls abgeleugnete beabsichtigte„Stärkung des Jnnungsprinzips" durch die Jnnungs- Krankenkasien findet gleichfalls ihre Bestätigung in folgender, einer unfreiwilligen Komik nicht entbehrender Auslassung der Petenten:„Somit sind die Gesellen-Krankenkassen besonders geeignet, ei» geordnetes und harmonisches Verhältniß zwischen der Innung und ihren Geselle» aufrecht zu erhallen. Zieht man dazu noch in belracht, daß auch die Meister als frei- ivillige Mitglieder den Jnnungs-Krankenkassen zusammen mit ihren Gesellen und Lehrlingen angehören dürfen, so bietet sich vormöge dieser Kassenorganisation die willkommene Gelegenheit. Meister, Gesellen und Lehrlinge nicht nur in bezug auf ihre Interessen für die Fälle der Krankheit und des Todes, sondern allmälig auch allgemein für die sonstigen Jnnungs- u f g a b e n einander näher zu führen." Hier ist wiederum klar und deutlich ausgesprochen, was ein offenes Geheimniß ist. daß die Jnnungs-Krankenkassen Selbst- zweck der Innungen sind. Die Herren Jnnungsmeister strafen sich somit selber Lügen! Wie die Herren es weiter sein meister- lich verstehen, mit der Wurst nach der Speckseite zu werfen. beweist folgender Schluß der Petition:„Die weitere Frucht solchen wirthschaftlichen Zusammengehens von Meistern und Gesellen wird schließlich dann auch die Beseitigung der Gegnerschaft bilden, welche zur Zeit zum großen Schaden des Handwerks immer noch die Meisterschaft von den Gesellen getrennt hält und die beiden naturgemäß auf das engste zu Ovation, welche dem Inspektor, Herrn Meyer, Herrn Meyer, von den an den ihm anvertrauten Schulkindern schwer vergangen zu sammengehörigen Elemente der wirthschaftlichen Produktion ver- Scheidenden in dankbarer Anerkennung seiner Humanität und haben. Der Weg, den der Flüchtige eingeschlagen hat, ist bisher hindert, mit einander ehrlich sich zu verständigen und auszuföhnen. feines Bestrebens, ihr trauriges Loos nach seinen Kräften zu nicht bekannt. Euer Durchlaucht wollen infolge dessen sich versichert halten, daß mildern, dargebracht wurde. Das Hoch, das die Besucher ihm Im Thiergarten hat sich am Mittwoch Morgen gegen mit der Forterhaltung und der gewissenhaften Förderung der widmeten, bekundete, daß auch in den Wärmehallenbrüdern", 6 Uhr der 20jährige Lehrling Fritz B. erschossen, der in einem Innungs- Krankenkassen ein bedeutsames Stück der wie sie oft wegwerfend genannt wurden, das Bewußtsein, ein Bankgeschäft Unter den Linden in Stellung war und dort versozialen Frage ihrer befriedigenden Lösung Mensch zu sein, nicht aufgehört hat. Jetzt sind die armen Bug- hältnißmäßig nicht bedeutende Unterschlagungen verübt hatte. entgegengeführt wird." Nun, die Arbeiter verzichten vögel zum größten Theile aus Berlin ausgewandert; sie be Wetter Prognose für Donnerstag, den 12. März 1896. gern auf einen derartigen Beitrag zur Lösung der sozialen Frage. völkern die Landstraßen und suchen Arbeit auf dem Lande Wie der Reichskanzler über die Segnungen der Jnnungs- Kranken- selber wenn auch recht traurige- Frühlingsboten! Was Etwas wärmeres, veränderliches, vorwiegend trübes Wetter taffen denkt, wird sich ja auch bald herausstellen. wird ihnen der kommende Frühling bringen? mit Niederschlägen und frischen westlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Eine Erinnerung an den 18. März 1848. Ueber die Die Eröffnung der Untergrund- Bahn, an deren Fertig Gründe der Entlassung des Generals von Pfuel am 18. März stellung Tag und Nacht gearbeitet wird, soll frühestens Mitte 1848 aus seiner Stellung als Kommandant von Berlin theilt Juni erfolgen. in den Heidelberger Blättern" ein Mann, der sich als alter In der Urania wird heute Herr Professor Koppe aus Korpsbursch bezeichnet, in seinen Lebenserinnerungen folgendes Braunschweig einen Vortrag über die projektirte Jungfrau mit:„ Meines Erachtens ist unter anderem bisher nicht die Urbahn halten. Herr Professor Koppe hat im vergangenen fache befannt geworden, welche es veranlaßte, daß der General Sommer die ersten Vermessungen zum Zwecke diefer fühnften aller am Nachmittage des 18. März, als der König ihn als den Kom Bahnanlagen in jenen Gebieten des ewigen Schnees ausgeführt mandeur der Berliner Garnison schleunig zu sich beorderte, und wird den Besuchern der Urania heute die gewaltigen Hochnicht aufzufinden war, und daß, als er nach gebirgslandfchaften vorführen, welche die Bahn aller Welt er bereits erfolgtem Zusammenstoß zwischen den Truppen schließen soll. und dem Pöbel auf dem Schloßplate sich beim König meldete, ihm eröffnet wurde, er wäre feines Amtes entlassen und General ein hiesiges Blatt berichtet, der Besitzer der Gewehr- und Ein nenes Mordgewehr. Seit einigen Tagen weilt, wie von Prittwig an seine Stelle getreten. Pfuel hatte gegen 2 Uhr Munitionsfabriken v. Dreyse aus Sömmerda in Berlin, um der nachmittags das Schloß verlassen, als infolge der Bewilligungen Regierung refp. dem Kriegsministerium eine neue Waffe zu des Königs alles sich in Frieden, ja in Jubel zu lösen schien, und war nach seiner Wohnung gegangen, um sich auszuruhen. Kaum dort angelangt, erhielt er Befehl zur Rückkehr ins Schloß und machte sich sofort auf den Weg. Aber als er die Hauptbant, deren Eingang in der Jägerstraße war, passirte, sah er den dort postirten Soldaten, welcher meuchlings angefallen war, im Blute liegen und weit und breit feinen Menschen, fich des Armen angenommen hätte. Da pochte pochte der General an der Thüre, aber es dauerte einige Zeit, bis die ver barrikadirte Pforte zu den Millionen sich öffnete und mitleidige Seelen heraustamen, die den Verwundeten ins Gebäude hineintragen halfen. Dieser Tribut, welchen der General der Menschenliebe und Barmherzigkeit gebracht, war die Veranlaffung, daß er eine Stunde zu spät vor dem Könige erschien und sich dadurch die Allerhöchste Ungnade zuzog." mordes. ber Vermischtes. Stellen ist die Gefahr im Wachsen. Folgende wesentliche NachDie Ueberschwemmungen dauern fort; an manchen richten liegen vor: Thorn, 11. März. Auf der Weichsel ist startes Gistreiben, auch Bug und Narem bringen Eis. Das Wasser wächst, der Wasserstand beträgt 2,80 Meter. Trier, 11. März. Die Mosel ist von 0,80 Meter auf 5,50 Meter angewachsen, das Wasser ist noch im Steigen begriffen. - Karlsruhe, 11. März. Der Wasserstand der an anderen Gebäuden find weitere gefährliche Uferanbrüche vor Dreifam fällt langsam. An der Papierfabrik von Flinsch und gekommen. Die städtischen und militärischen Wasserwehren sind in Thätigkeit. Amsterdam, 11. März. Die Insel Marken prafentiren. Es ist dies eine Pistolen- Mitrailleuse, welche der ist infolge des Unwetters ganz überschwemmt. Im Innern der Insel Hauptmann Giovanni Nurolla aus Rom tonstruirt hat. Herr ist der Verkehr nur mittels Rähne möglich. Das Glend ist unbeschreibv. Dreyse, der im vergangenen Jahre auf seiner italienischen lich. Reise mit dem Erfinder in Verbindung getreten war, hat fontraft Sturm. Man ist über mehrere vor einigen Tagen ausgelaufene v. Drense, der im vergangenen Jahre auf seiner italienischen lich.- Toulon, 11. März. Auf dem Mittelmeer herrscht großer lich die Alleinfabrikation dieser Waffe für das In- und Ausland Fischerboote ohne Nachricht. übernommen. Nähere Einzelheiten über die neue Erfindung find Der Koblenz, 11. März. Rhein ist 1,21 Meter auf 6,06 Meter ge. noch nicht bekannt geworden. stiegen, die Rheinwerft ist überfluthet. Köln, 11. März Der Rhein ist seit gestern Vormittag von 1,15 Meter auf 6,42 Meter gestiegen. An einigen Stellen der Stadt steht das Wasser in den Straßen.-Mainz, 11. März, mittags. 3,96 Meter, der Der Wasserstand des Rheins beträgt Da das Wasser eine Fluß ist über die Ufer getreten. größere Fläche überfluthet, erhöht sich der immer Pegelstand nur langfam. Bern, 10. März. Die Nach richten hinsichtlich der Ueberschwemmungen lauten heute günftig; infolge des Nordwindes hat der Regen aufgehört. In Raron ( Kanton Wallis) war ein Bauernhof mit 7 Personen weggeschwemmt worden. Die Zeichen wurden heute aufgefunden. In Lüdenscheid ist der Rechtsanwalt Wünnenberg dem Berl. Tagebl." zufolge wegen wiederholter Unterschlagungen vers haftet worden. Außerordentlich viel Muth scheint noch trot feiner 78 Jahre ein alter Kürassier zu besigen, der in Gr. Lichterfelde wohnt. Mancher brave Mann wird nicht einmal mit einer besseren Hälfte fertig, diefer alte Soldat dagegen, der als Drtsarmer von der Gemeinde mit allerhand leichteren Arbeiten beschäftigt wird, wagt es sogar noch mit einer sechsten. F., so heißt dieser Muthige, hat vor turzem seine sechste Frau, eine Bierzigjährige, geheirathet. Aus seinen früheren Ghen besitzt er sieben Söhne. von Die Schmähworte, mit denen der alte Korpsbursch" den ruhmvollsten Tag herabzusetzen sucht, den das preußische Volt bislang in feiner Geschichte zu verzeichnen hat, stehen auf der- Ein Stück junges Elend. Aus Furcht vor dem Waisenhause felben Höhe, wie der Inhalt der bekannten Tafel am Reichsbank- haben sich die Knaben Paul und Arthur Hemmerling am Sonngebäude, in dem die Märzkämpfer gleichfalls des Meuchel abend Morgen aus der Wohnung ihrer Verwandten, bei denen mordes bezichtigt werden. Erwähnung verdient bei dieser Ge- sie hier untergebracht waren, entfernt. Sie sind bisher weder Tegenheit, daß Wilhelm I. damals sehr zum Schmerze der zurückgekehrt noch gefunden. Die Eltern der Knaben sind seit Liberalen die berüchtigte Tafel auch wieder fürsorglich in das einem Vierteljahr verschollen; die Kinder nahm vorläufig eine Haus einfügen ließ, als dieses in den siebziger Jahren von Stiefschwester aus der Waldemarstraße zu sich. Da diese mit Ausländers viel besprochen. Ju Hamburg wird die Verhaftung eines flüchtigen jungen Der 17 Jahre alte Sohn des Grund auf neu errichtet wurde. Die in den Heidelberger ihrem Manne aber selbst für einige Kinder zu sorgen hat, früheren Polizeipräsidenten G. in Warschau, eines jetzt in Blättern" mitgetheilte Erinnerung ist nicht ohne Werth zur Kenn- so wollte man die beiden Knaben in ein Waisenhaus bringen. Wien wohnenden Millionärs, wurde dem B. T." zufolge in dem zeichnung des frankhaften geistigen Zustandes, welcher sich bei Dies ging den Kindern zu Herzen. Am Sonnabend Morgen um Augenblick verhaftet, als er das am Hafen hierselbst belegene dem damaligen Preußenkönig bereits geltend machte. 51/2 Uhr entfernten sie sich wie gewöhnlich vom Hause, um für Commercialhotel verließ und sich an Bord eines nach New- York An Hinckeldey's Denkmal am Tegeler Weg ist vorgestern Während sie von diesen Gängen sonst stets um 7/2 Uhr zurück- hat seinem Vater eine bedeutende Summe entwendet und ist einen Bäckermeister in der Waldemarstraße Frühstück auszutragen. bestimmten Dampfers begeben wollte. Das Millionärssöhnchen von unbekannter Hand ein Kranz niedergelegt worden. Es find am 10. März gerade 40 Jahre her gewesen, daß der gefürchtete gekehrt waren, um sich dann in die 80. Gemeindeschule in der dann nach Hamburg gefahren, um von hier aus den Weg übers Polizeipräsident von dem preußischen Adligen von Rochow- Plesom Das Austragen haben sie an diesem Tage noch besorgt und auch Bolizeibehörde verständigt, und so wurde der Ausreißer im letzten Wrangelstraße zu begeben, blieben sie an diesem Sonnabend aus. Weltmeer anzutreten. Sein Vater hatte jedoch die Hamburger ermordet wurde. Den Junkern waren die Brutalitäten, die das eingenommene Geld abgeliefert. Seitdem find fie aber auch Augenblick abgefaßt. In seinem Besitze fand man noch mehrere Sindelden gegen die Liberalen ausübte, schon recht; als er aber bei dem Bäckermeister nicht mehr erschienen; ebenso wenig haben tausend Mark. anfing, die Kreuz- Zeitung" zu beschlagnahmen und gar einen fie fich in der Schule sehen lassen. Die Knaben irren jedenfalls adligen Spielllub aufzulösen, beschlossen die damaligen Edelsten in Berlin umher. Paul Hemmerling ist 13 Jahre alt und un- Eine beachtenswerthe Mahnung veröffentlicht in folgen: und Besten der Nation, den unbequem gewordenen Mann aus dem Wege zu räumen. Der genannte Junker, der Mitglied des gefähr 1,35 Meter groß. Er hat blondes Haar und trägt ein dem das Lehrerfollegium der Bürgerschule zu Pößnec:„ Es ist Spielklubs war und in dem Rufe eines ausgezeichneten Schützen bunkelgraues Jacket und Weste, einen schwarzen Ueberzieher, eine die betrübende Wahrnehmung gemacht worden, daß bei der stand, beseitigte im Auftrage seiner Spießgefellen den Polizei Strümpfe und Halbschuhe. Arthur ist 8 Jahre alt und etwa große Verbreitung gefunden hat. hellblaue Hofe, eine Zuchmüße mit geradem Schirm, schwarze hiesigen Schuljugend vergiftende Schundliteratur Elende Indianergeschichten präsidenten Hindelden prompt auf dem honetten Wege des Duell- 1,25 Meter groß. Er ist im Gegensatz zu seinem Bruder schlank, und Schauerromane vermitteln falsches und verabscheuenswerthes hat ein spikes Rinn, ein längliches, blasses Gesicht und schlechte Wissen, regen die Phantasie und die gesammte Nerventhätigkeit In den Kreifen der tonangebenden Frömmler tauchen Zähne und trägt einen dunkelblauen Cheviot Anzug, einen eifrig lefender Knaben frankhaft auf und untergraben auf diese in der heutigen Zeit, in der kaum ein Tag ohne einen grauen Hohenzollernmantel ohne Pellerine und eine schwarze Weise die mühevolle Arbeit der Schule am Charakter und neuen Kirchenbau vorübergeht, allerhand alberne Schrullen Belzmüße. Gemüth der Unmündigen. Wir bitten daher die Eltern, in dem auf, die zumeist in ausfallender Aufdringlichkeit an den Mann gebracht werden. Durch einen Brand in der Boechstr. 6 sind in der wahren Interesse ihrer Kinder die Lektüre derselben scharf zu Es ist noch erinnerlich, daß sich Nacht zum Mittwoch eine Frau und ihr dreijähriger Sohn ums überwachen, und ersuchen auch die Bücherverkäufer, nicht durch vor etwa 14 Tagen in dem Hauptorgan der evangelischen Leben gekommen, während eine zwölfjährige Tochter an Beinen den Vertrieb gedachter Schriften schnöden Gewinnes halber zur auf dem zum 4. März angekündigten deutschen Adelstage war in der Küche ihrer Wohnung im Erdgeschoß mit dem verfäufer dürfte wohl tauben Ohren begegnen; was kümmert die getanzt werden sollte. Das schicke sich für fromme Chriften Kochen von sogenannter Baponmasse, die bei der Herstellung von meisten dieser Herren die demoralisirende Wirkung der von ihnen nicht in der Passionszeit, in der sich der Blick nach Jeru- Bilderrahmen benutzt wird, beschäftigt, als die Waffe beim Zu- verkauften Schundprodukte, wenn es Geld zu verdienen giebt? falem zum Leiden und Sterben wenden sollte. Aehnliche Ausfälle gegen Leute, die in der Fastenzeit vergnügt fein wollten, feßen von Benzin in Brand gerieth. Durch die Stichflammen Auch können sie sich ja darauf berufen, daß preußische Ortsfanden sich in der katholischen Germania", wenn wir wurden die Frau und deren Sohn Max am ganzen Körper behörden gegen den Kolportagevertrieb des Schinderhannes nichts verbrannt, und die zwölfjährige Gertrud erlitt an Armen einzuwenden haben, während aufklärende, wissenschaftliche Schriften Es berührt einigermaßen wohlthuend, wenn man vernimmt, und Beinen schlimme Verlegungen. Die herbeigerufene Feuer auf den Index gesetzt sind. Es berührt einigermaßen wohlthuend, wenn man vernimmt, wehr schaffte, nachdem das Feuer gelöscht war, auf Anordnung daß in Kreisen, denen man nachfagt, daß auf sie die Orthodoxie eines Arztes die Frau und den Knaben auf einem Mannschaftsund Frömmelei sich zum wesentlichsten ftüße, gar keine Neigung vorhanden zu sein scheint, der Muckerei und dem Dunkelmänner- wagen nach dem Krankenhause am Urban, wo der Knabe bereits thum in dem angeführten Punkt Gefälligkeiten zu erweisen. Mit um 11 Uhr, die Frau um 22 Uhr nachts von ihren Leiden einem Lokal erlöft wurden. Das Mädchen und zwei leichter verwundete Kinder blatte einen 88 Beilen langen Bericht über ein Masten befinden sich in ärztlicher Behandlung, und man hofft, sie bald fest, das bei dem Prinzen und der Prinzessin des Brandes nicht zu Hause. Der Brand selbst konnte ohne wieder hergestellt zu haben. Der Ehemann Friebe war zur Zeit Aribert von Anhalt, Tempelhofer Ufer 11, am große Mühe gelöscht werden. Die Zusammensetzung der BaponDienstag Abend abgehalten worden ist. Es tamén, so heißt es u. a.: Tempel- und Malthefer- Ritter, venetianische maffe ist ein Geheimniß des Friebe und wurde deshalb nur von Nobili und deutsche Ritter in Prachttostümen, franzöfifche Marquis; ihm selbst oder von seiner Frau besorgt. auch der Brandstifter von Moabit" war da, der aber Schwer verletzt wurde gestern Nachmittag der Drofchtenschleunigst verbuftete, als ein Schuhmann in der Gesellschaft Tutscher Haase nach dem Krankenhause Friedrichshain geschafft. auftauchte. Der Herr des Hauses, Prinz Aribert, Auf der Fahrt nach Hause begriffen, schlug. in der Landerfchien als ewiger Jude, Prinz Friedrich Kari wehrstraße das widerspänftige Thier mehrfach mit der Peitsche, Neue Betriebskraft! Aus Boston berichten G. N. of G. von Hessen trat als englischer Lord auf, der wobei das Pferd aufbäumend über die Stränge schlug und dem vom Dienstag: Die seit langer Beit mit großer Spannung er Erbprinz von Roburg Gotha stedte, wie das Kutscher die Leine entfiel. Er beugte sich nach vorn über, um Blatt weiter berichtet, in einem Babytost üm und Die Bügel wieder zu erfaffen, wurde dabei aber von einem Suf- wartete Probe einer neuen verbilligten Betriebskraft, bei welcher Herzog Ernst Günther von Schleswig- Holstein fchlag des nach hinten ausschlagenden Thieres mit dem scharfen war als Mephisto fostümirt. Eine affenfamilie aus Gisen so schwer am Kopf getroffen, daß er besinnungslos vom dem Zirkus Busch, ein 8iegenbod und ein Elephant Bock ftürste und einen Schädelbruch erlitt. brachten brollige Ueberraschungen. In beschwingter Heiterkeit Wegen des Verdachtes vorfählicher Brandstiftung nahm der Ball seinen weiteren Verlauf und endete in früher Morgenstunde." Mit diesen Worten schließt der Festbericht des " " nicht irren, in noch etwas gröberer Zonart. Schmunzeln lafen wir gestern Abend in " 2 Lotalblattes. 6 " Uns foll verlangen, in welcher Weise Germania" und Reichsbote" dies Stück Fröhlichkeit um Wittfaften betnurren werden. Möglich, daß die orthodoxe Meute in diesem Falle einfach den Schwanz zwischen die Beine zieht. " tscherski stizzirte im Grashdanin" eine nach einem MinisterDie russischen Aristokraten unter sich. Fürst Mesch portefeuille firebende" hohe Erzellenz". Die beiden Söhne des Staatssekretärs Poloffzeff faben hierin einen versteckten Angriff auf ihren Vater, erschienen bei Meschtscherski und prügelten ihn mit Kofatenpeitschen. So wenigstens erzählten die Brüber, deren Grashdanin" den Hergang anders. einer Gardeoffizier ist. Fürst Meschtschersti beschreibt im Bimmer betreten hätten und er ihre Absicht merkte, sei er sofort Er erzählt, als beide fein dem einen in den Arm gefallen. Gleichzeitig fei ein Diener im Gemach erschienen und nun hätten beide Angreifer Fersengeld gegeben, ohne einen Schlag zu thun. Der Fürst will die Sache gerichtlich anhängig machen. Borläufig glaubt man den beiden Brüdern mehr, als Meschtschersti. als Elemente komprimirte kohlenfaure Gafe und eine andere Mischung, deren Zusammensetzung der Erfinder E. J. Benham noch geheim hält, angewendet werden- hat gestern vor Delegirten des Institute of American Engineers und Vertretern der größten Eisenbahn- Gesellschaften stattgefunden. Die Anwendung der neuen Betriebstraft, welche mit Eisenbahn- und Lastwagen demonstrirt wurde, geschah durch einen von Benham für diesen Zweck er bauten mehrcylindrigen Motor. Die fachmännischen Gutachten haben sich dahin ausgesprochen, daß die neue Entdeckung alle jezt zur Anwendung gelangenden Methoden der Bewegungstriebfraft in den Hintergrund dränge und eine jo billige Triebkraft für gewerbliche und andere Zwecke des täglichen Verkehrs sei, daß dieselbe jede bisher angewendete verdrängen müsse. find gestern die Eheleute W. aus der Hussitenstraße der Staatsanwaltschaft vorgeführt worden. Das Bild des vermuthlich von ihnen verursachten Brandes entspricht ziemlich vollständig den aller in Moabit vorgekommenen Brände und bestätigt die bei den Nachforschungen erlangte Ueberzeugung der Polizeibeamten, daß die Thäter vielfach im Haufe des Brandes selbst zu suchen sein dürften. Auch in der Hussitenstraße waren Stoffe und Holz zu Die Eigenart des Kaisers in der Rechtschreibung war in nächst mit Petroleum getränkt worden und das Feuer war auf dem Boden ausgebrochen, obgleich sämmtliche Zugänge verden letzten Tagen Gegenstand lebhafter Erörterung in der geschlossen waren. Wie nun ermittelt wurde, ist das Feuer von fammten Presse. Es heißt da:" Zunächst wechselt der Kaiser dem elfjährigen, also noch nicht strafmündigen Sohn der W.'schen mitten in ganz furzen Säßen und ohne Rücksicht auf die Eheleute angelegt worden, und es wird angenommen, daß er Abstammung der Worte mit lateinischen und deutschen hierzu von den Eltern angeftiftet worden sei. Bei der Brand- Die Schäfte Arbeiter und Arbeiterinnen hielten am Schriftzeichen, auch hält er sich nicht an eine bestimmte Schreibart legung hat sich der Knabe das Haupthaar und die Augenbrauen 7. b. M. ihre Vereinsversammlung ab, in der Genoſſe Jahn über eines und deffelben Wortes: so schreibt er auf dem einen Blatte versengt; der Umstand, daß er nach dem Brande plößlich einen das Thema„ Die Urgesellschaft der Menschheit" sprach. Nach dem Basepoil", auf einem anderen Passepoil". Bielfach läßt er die Vortrage wurden einige Vereinsangelegenheiten erledigt und e" weg, fo fliegendr, Offisir, Unteroffizir, weißr, gelbr, graur dann bekannt gegeben, daß der Maskenball am 21. März im Botale Rommandantenstr. 72 stattfindet. Riemen" 2c. glattgefchorenen Kopf hatte, lenkte den Verdacht auf ihn. Bersammlungen. 11 Lese- und Diskutirklub Auguft Geib". Donnerstag, den 12. März, abends 8% Uhr, im Restaurant Streit, Naunynfir. 86: Berfammlung. Tagesordnung: Der Kampf um die bevorzugte Stellung." Referent Genoffe Paut Böhm. Gäfte willkommen. Arbeiter- Sildungsschule. Unterricht Donnerstag: Südostschule, Waldemarstr. 14: Deutsch. Nordschule, Müllerstr. 179 a: Deffentliche Gesundheitspflege. Beginn abends 9 Uhr, Schluß 10% uhr. Die Schulräume find zur Benugung der Bibliothek und des reichhaltigen Zeitschriftenmaterials schon von 8 Uhr an geöffnet. Der Eisenbahnbetrieb hat am Mittwoch morgen 51/2 Uhr abermals ein Opfer gefordert. Der 25 jährige Arbeiter Robert Der nahende Frühling kündigt sich dem Reichshaupt- Schlüter aus der Brunnenstraße Nr. 41, der aus Sommerfeld städter auf andere Weise an als dem Landbewohner. Es ist stammt, wurde, als er auf dem Güterbahnhofe der Nordbahn weniger das Erwachen der Natur, welches sich seinem Blicke auf mit Rangiren beschäftigt war, von einem Zuge gefaßt, über den drängt, der Reichshauptstädter muß auf andere Zeichen achten. Leib gefahren und in Stücke geriffen. Eins dieser untrüglichen Zeichen ist der Schluß der WärmeFalsche Einmarkstücke sind wieder im Verkehr aufgetaucht. hallen, welcher am Dienstag Abend erfolgt ist. Es ist mit diesen Frühlingsboten ein eigenes Ding; zumeist tommt er viel Sie tragen die Jahreszahl 1893 und das Münzzeichen A und zu früh und der Frühling läßt recht oft noch lange auf sich warten. find aus Zinn, Blei, Antimon und Kupfer in der Form gegossen. Die Handwerker der Wärmehalle, 3 Schuhmacher und 2 Schneider, Auch diese Falschstücke scheinen wieder, wie so viele andere, aus denen es oblag, den äußeren Menschen der Besucher nach Bedarf einer Werkstatt in Braunschweig hervorgegangen oder wenigftens und Möglichkeit zusammenzuflicken, sind bereits am Sonnabend von dort aus verbreitet worden zu sein. Frau H. Nach den Vereinbarungen in der Herrens und entlassen worden. Eine besondere Schlußfeierlichkeit hat be Flüchtig geworden ist, wie der hiesigen Kriminalpolizei Knaben- Konfektionsbranche sind die erzielten 121/2 pot. Zuschlag greiflicherweise nicht stattgefunden, wenigftens teine offizielle. aus Münster i. W. mitgetheilt wird, der 28 Jahre alte Bolts- den Arbeitern resp. Arbeiterinnen voll zu zahlen. Der ZwischenEbenso wirkungsvoll eine solche aber war die schullehrer Friedrich Vogel aus Lienen, der beschuldigt wird, sich meister hat für seine Person nichts zu beanspruchen. wie Briefkasten der Redaktion. Für den Juhalt der Inserate über. nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Donnerstag, den 12. März. Opernhaus. Der fliegende Holländer. Schauspielhaus. 1812. Urania Anstalt für volksthümliche Naturkunde. Am Landes- Ausstellungspark ( Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 5-10 Uhr. lichen Theater. Feen- Palast Direktion: Winkler& Fröbel. Dastolossale März Programm Tanisan, die Königin der Luft. Hiese& Nogat, Miniatur- Ringer. Borsini- Trio, Akrobaten auf der Kugel. Photographisches Atelier Holzmarktstraße 71. 44782* 1 Duhend Visits v. 3,50 M. an. Kabinets 7,50 1/2 " " Festen Lohn " " Todes- Aezeige. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unser guter Vater und Schwiegervater, der Puzer[ 218b Wilhelm Steinäcker Täglich Vorstellung im wissenschaft Jackley's Affenspiele. und Provision erwerben anständige im 58. Lebensjahre heute Nacht, den Lente durch Straßen Verkauf von 9. März, nach langem schweren Leiden Urtomische Original- Pantomime. Zeitungen. Bu melden 12-1 Uhr fanft entschlafen ist. Die Beerdigung Michaelenko Familie. Je Engstra. Stralauerstr. 23 I. 210b findet Freitag, den 13. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Näheres die Anschlagzettel. Deutsches Theater. Die junge Frau Passage- Panopticum. Leffing Theater. Fräulein Tizian. Berliner Theater. König Heinrich Neues Theater. Winterschlaf. Residenz- Theater. Hotel zum Freihafen. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Hungerleider. Schiller- Theater. Ohne Geläut. Theater Unter den Linden. Die Chansonnette. Columbia. Adolph Ernst- Theater. Charley's Zante. Vorher: Die Bajazzi. 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Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 61. Februar. Mnterm neuesten Kurs. 4. Zwickan. Drei Genossen in Polbiz wegen Berübung groben Unfugs- Flugblattvertheilens je 50 m. Geld: ftrafe. Charlottenburg. 14 Tage Haft Genosse Jahn wegen . Verübung groben Unfugs. 4. Leipzig. Wegen des gleichen Bergehens Genosse Ritter aus Stahmeln 1 Woche Haft. Stade. Genosse Kaufmann aus Harburg wegen Aerzte und Magistratsbeleidigung 300 M. Geldstrafe. 5. Trebitsch. Drei Monate Gefängniß Genosse Ehlers wegen Beleidigung. 6. Gotha. Wegen Beleidigung eines Schuldirektors Genoffe Joos 3 Monate Gefängniß. Urtheil erster Instanz 60 M. Geldstrafe. 7. Planen. Genosse angenstein 50 M. Geldstrafe, wegen Beleidigung Dr. Hans Blums. Die Hälfte der Kosten wurden dem Privatkläger auferlegt. " " Donnerstag, den 12. März 1896. Abgeordnetenhaus. 40. Sigung vom 11. März, 11 Uhr. Am Ministertische Kultusminister Dr. Bosse und Rom missarien. Die Berathung des Rultusetat3 wird mit dem Kapitel Medizinal- Berwaltung" fortgesetzt. Ein hierzu vorliegender Antrag Dr. Kruse- Dr. Martens ( natl.), worin um Vorlegung eines Medizinal- Gesezes gebeten wird, soll nach dem überstimmenden Antrage der Abgg. Graf Limburg( t.), Dr. Martens( natl.), Freiherr von Heereman( 3) und Dr. Langerhanns( frs. Vp.) bei diesem Kapitel nicht, sondern später besonders distutirt werden. Der Präsident konstatirt Zustimmung des Hauses und wird nach diesem Vorschlage verfahren. Auf eine Anregung des Abg. v. Pappenheim( t.) bemerkt der 13. Jahrg. Minister Dr. Bosse: Auch die Verlegung des botanischen Gartens ist nöthig, die alten Bäume gehen ein, die Pflanzen gedeihen nicht; die Verwaltungsgebäude müssen erneuert werden. Was die Ueberlassung des Terrains an die Stadt Berlin betrifft, so ist hier nicht das letzte, ja nicht einmal das erste Wort von der Stadt Berlin gesprochen.( Sehr richtig!) Jedenfalls würden wir die 30,000 Mart zur Projektbearbeitung gebrauchen, ehe eine weitere Beschlußfassung stattfinden kann. Abg. Frhr. v. Erffa( t.) würde nichts Bedenkliches darin finden, der Stadt Berlin das Terrain des Botanischen Gartens für 15 Millionen anzubieten, und ist mit dem Verlegungsprojekt durchaus einverstanden. Abg. Dr. Sattler( natl.) glaubt, daß durch die Bewilligung der 30 000 m. die Angelegenheit in feiner Weise präjudizirt wird; es handelt sich eben nur um Vorbereitungsarbeiten. Die Position wird unter Ablehnung eines Antrages Langerhans, welcher das Projekt der Verlegung des Botanischen Gartens zu Regierungskommissar Geh. Rath Bartsch, daß der Erlaß streichen verlangt, unverändert genehmigt. des Kultusministers über die Aufnahme von Personen in Auf Anregung des Abg. Virchow erklärt Minister Bosse, Leipzig. In der Revisionsinstanz die Genoffen Privat- rrenanstalten nur den Zweck habe, zu ver- daß er hoffe, im nächsten Jahre mit Forderungen für Zahn und Neukirch aus Breslau 4 resp. 2 Monate hindern, daß jemand wider seinen Willen in eine solche Anstalt Museumsneubauten in Berlin vor das Haus treten zu Gefängniß wegen Majestätsbeleidigung. aufgenommen und detinirt wird; gegen Anstalten für Epileptiker können. und Idioten richtet sich der Erlaß nicht, namentlich auch nicht gegen die freie Liebesthätigkeit auf diesen Gebieten der Krankenpflege. 8. Potsdam. In der Berufungsinstanz die Genossen Wolf- Abg. Dr. Porsch( 3.) wünscht zu erwägen, ob nicht auch gang, Brandenburg und Mukrasch in Lucken- Idioten- und ähnliche Anstalten zur wider walde je 200 M. Geldstrafe wegen Beleidigung der Mit- rechtlichen Unterbringung von Personen mißglieder des Landwehr und Reservevereins in Luckenwalde. braucht werden können. Rudolstadt. Wegen zweifacher Majestätsbeleidigung Geh. Rath Bartsch hält diese Besorgniß nach Lage der beSchneider Schroth 6 Monate Gefängniß. ftehenden Vorschriften für nicht begründet. " " Stettin. 75 M. Geldstrafe Genosse Ohl wegen Verübung groben Unfugs. " Freiberg. 3wei Genoffen je 30 M. Geldstrafe wegen groben Unfug.( Flugblatt- Vertheilung.) 10. Düffeldorf. Genosse Weffels 40 M. Geldstrafe wegen Fabrikanten- Beleidigung und 500 M. Geldstrafe wegen Beleidigung des Magistrats. ST Leipzig. Ju der Revisionsinstanz Genoffe Meyer, Hamburg, wegen Beleidigung des Senats 8 Monate Ge fängniß. Abg. Graf Douglas( ft.) dankt der Medizinalverwaltung für die Einführung mehrerer Einrichtungen, die er vor längerer Zeit empfohlen habe. Abg. Dr. Rzepnikowski( Pole) beklagt sich darüber, daß in Westpreußen keine Physici polnischer Nationalität angestellt werden. Minister Dr. Bosse erwidert, daß eine Ausschließung polnischer Aerzte grundsäglich nicht stattfindet; es werde sogar einzelnen Kreisen Kenntniß der polnischen Sprache von den Bewerbern um das Physikat verlangt. Da dies aber ein autoritatives Amt ist, so können wir polnische Agitatoren dazu nicht brauchen. 11. Langenbielan. Wegen Beamtenbeleidigung Genoffe Feld- in mann 200 M. Geldstrafe. " Nürnberg. Wegen Vergehen? gegen§ 153 der GewerbeOrdnung bei dem vorjährigen Zimmererstreit Zimmerer Hageno Monate, fünf andere je 6 und einer 4 Wochen Gefängnißstrafe. Die Abgg. Cabensly( 3.), v. Heereman und Borsch( 3.) sprechen wiederholt zu dem Erlaß über die Aufnahme von PerErfurt. Genosse Wiehle wegen Beleidigung der Po- sonen in Frrenanstalten und wünschen namentlich eine Herablizeibehörde 100 M. Geldstrafe. minderung der behördlichen Anforderungen in bezug auf den für einzelne Anstalten geforderten Komfort. 12. Stade. Drei Monate Gefängniß Genosse Preßler in Harburg wegen Vergehens gegen§ 153 der GewerbeOrdnung. Der Antrag lautete auf nur 6 Wochen. Dortmund. Wegen Beleidigung von Zechendirektoren D Genoffe Block 4 Wochen Gefängniß. Offenburg. Genosse Bielows fi, Ludwigshafen, wegen Beleidigung eines Bauern 50 M. Geldstrafe. Halberstadt. 100 M. Geldstrafe Genosse Hurlemann . wegen Fabrikantenbeleidigung. 12. Leipzig. In der Revisionsinstanz Genosse Diehl Burgstadt 1 Jahr, und Genosse Güldenberg Erfurt 5 Monate Gefängniß wegen Majestätsbeleidigung. 15. Limbach. Wegen Beleidigung der Amtshauptmannschaft Glauchau Genosse Semmler 40 M. Geldstrafe. Nienburg. Genoffe Henkel 50 M. und Genoffe Graf, Löbtau, 150 M. Geldstrafe wegen Verübung groben Unfugs Buzug fernhalten". " " 3 17. Brandenburg. 9 M. Geldstrafe Genosse Eckardt wegen unerlaubten Kollektirens. Stettin. Eine Woche Haft Genoffe Dhl wegen Verübung groben Unfugs. Luckenwalde. Die Genossen Trautsch, Scheller und Schulze je 30 M. Geldstrafe wegen unerlaubten Kollektirens. " wärters. Leipzig. In der Revisionsinstanz Genosse Stücklen Hof 6 Wochen Gefängniß wegen Beleidigung eines Wald19. Dortmund. Wegen Majestätsbeleidigung Genosse Block 4 Monate Gefängniß. Antrag 1 Jahr. Magdeburg. Genosse Bartels wegen Richter- Belei digung 3 Monate Gefängniß. " " 22. Chemnių. Wegen Majestätsbeleidigung der Arbeiter Fiedler aus Grumbach 3 Monate Gefängniß. Saalfeld. Genosse Hofmann 57 und Genosse Wagemann 24 M. Geldstrafe wegen Beleidigung eines Re" dakteurs. Regierungstommiffar Geh. Rath Bartsch erwidert, daß diese Bestimmung mit der größten Nachficht geübt werde, namentlich gegenüber den schon bestehenden Anstalten, wie denn überhaupt Die Regierung von den wohlwollendsten Absichten gegenüber solchen Anstalten erfüllt sei. Abg. Virchow( frs. Vp.): Es wäre zweckmäßig, wenn bei den jungen Medizinern mehr Gewicht auf die praktische Ausbildung und weniger auf das Gramen gelegt würde. Die längere Ausdehnung des Studiums ist dazu wohl nicht unbedingt nöthig, wohl aber sollten die jungen Mediziner am Krankenbette mehr unterrichtet werden, wozu sich die Einrichtung von Polikliniken besonders eignet. Besonders unzweckmäßig ist das Auslosen der Themata für die Prüfung. Abg. Dr. Martens( natl.) wünscht feste Besoldung für die psychiatrischen Beiräthe der Behörden und eine feste Organisation der Besuchs- Kommissionen, welche die Frrenanstalten zu fontrolliren haben, sowie feste Eintheilung der Beaufsichtigungsarbeit unter die Mitglieder der Kommission. Minister Dr. Boffe: Man hat die für die Entschädigung der Kontrollbeamten ausgeworfene Summe von 8000 Mart zu niedrig befunden; allein es sind diese Kosten zum größten Theil von anderen Behörden zu tragen und mit diesen 8000 Mart nur solche Ausgaben zu decken, die von solchen Behörden nicht übernommen werden. Beschwerden über die ungerechtfertigte Unter bringung von Personen in öffentlichen Frrenanstalten find an die oberen Verwaltungsbehörden zu richten, von denen sie als nüßliche Fingerzeige den Besuchs Kommissionen übermittelt werden. Abg. Hoyermann( natl.): Die Vertretung der Apotheker. Gehilfen im Apothekerrath wird nicht nöthig sein, da diese Leute meist gar tein Interesse für die Verhältnisse des Apothekenbetriebes haben. Abg. Dr. Langerhans( frs. Vp.): In einer Intereffen vertretung der Apotheter tönnen die Gehilfen nicht unberücksichtigt bleiben. Abg. Jerusalem( 3.) erörtert die zweckmäßigste Form der Organisation eines Apothekerraths, der auch von den Behörden anerkannt werden müßte. Abg. Kirchner( 3) fragt an, ob sich die neue Verwendung teimfreier Lymphe bei der Impfung bewährt habe. Abg. Graf Limburg( t.): E3 mögen ja Uebelstände in den Berliner Museumsgebäuden bestehen, aber im Lande bestehen viel größere, ich stehe einer solchen Forderung sehr skeptisch gegenüber.( Lebhafter Beifall rechts) Auf eine Anregung des Abg. Lückhoff( ft.) bei der Position Vorarbeiten für einen Neubau für die Musik- Hochschule zu Berlin", 50 000 m., sagt Minister Boffe dem Hause eine Einladung zu einer Mufitaufführung der Hochschule zu. Der Rest des Extraordinariums wird bewilligt, womit die zweite Lesung des Kultusetats beendet ist. Morgen 11 Uhr: Ansiedelungsetat und Etat der Allgemeinen Finanzverwaltung. Schluß 43/4 Uhr. Soziale Rechtspflege. Gewerbegericht. Der Restaurateur Weiß wollte 18 M. rückständigen Lohn gegen das Weihnachtsgeschenk aufrechnen, welches er der bei ihm beschäftigt gewesenen Köchin W. gegeben hatte. Das Mädchen habe sich renitent benommen und dadurch bewiesen, daß sie das Geschent nicht verdiene, behauptete der edle Geber. Alle Vergleichsversuche des Vorsitzenden Leo scheiterten an dem Rechtsbewußtsein" des Beklagten. Das Gericht verurtheilte denselben schließlich, die 18 Mark zu zahlen. Es nahm zwar an, daß Geschenke innerhalb eines gewissen Zeitraums zurückgefordert werden könnten und daß eine Kompenfation der Geschente mit dem entsprechenden Lohnbetrage im Gewerbestreit zulässig sei, jedoch war es der Meinung, daß es sich dann um Geld geschenke handeln müsse. Da hier die weihnachtliche Liebesgabe aus Sachen bestand, stellte das Gewerbegericht dem Beklagten anheim, sich im ordentlichen Gerichtsverfahren dieselben oder doch ihren Werth wieder zurück zu gewinnen. Mangelhafte Arbeit fei tein Grund zur fofortigen Entlassung, sprach die Rammer I unter dem Borsiz des Assessors Techow in dem Prozeß einer Schneiderin aus, welche eine Taille verpfuscht hatte und deshalb von ihrer Arbeitgeberin entlassen worden war. Die Vöros Miska, der bei der„ vornehmen" männlichen Lebes welt und bei der Demimonde bestens bekannte ungarische Musikmeister und Inhaber eines Ballhauses am Schiffbauerdamm 1, war von seiner ehemaligen Ballmutter, Frau Ritter, vor die Rammer VI des Gewerbegerichts zitirt worden. Klägerin beanspruchte einen Restlohn von 160 M. und eine Lohnentschädigung wegen unberechtigter Entlassung in Höhe von 100 m. Der stellvertretende Vorsitzende, Assessor Hellwig, glaubte die Sittlichkeit ber anwesenden Vertreter der Presse gefährdet- es war niemand weiter zugegen und veranlaßte deshalb den Gerichtshof, in der Verschwiegenheit des Berathungszimmers über die Frage des Ausschlusses der Deffentlichkeit zu entscheiden. Die Mehrheit schloß sich auscheinend seinem Bedenken nicht an, denn es wurde öffentlich verhandelt. Nach dem Vertrag ist im Sühnetermin ein Protokoll etwa folgenden Inhalts aufgenommen worden: Die Parteien sind sich einig, daß die Klägerin die Geschäftsführerin des Beklagten war und die Aufgabe hatte, die regelmäßig im Lokal " " Abg. v. Puttkamer- Ohlau( f.) bittet bei der Reform der Apothekengesetzgebung eine Vertretung der dabei zuerst interessirten Erfurt. 40 M. Geldstrafe Genosse Wiertelars wegen Apothekerfreife gutachtlich zu hören. Verübung groben Unfugs in mehreren Fällen. Regierungskommissar Geh. Rath Bartsch: Es wird allerLeipzig. In der Revisionsinstans Genosse Raut- dings beabsichtigt, bei den Vorarbeiten für diese Gesetzgebung stattfindenden Zanzveranstaltungen zu beaufsichtigen und mann Berlin ein Jahr wegen Majestätsbeleidigung. der Apotheker Rath zu hören, damit diese Herren sich überzeugen, zu leiten. Speziell war vereinbart, daß sie für das Amüsement Wegen des gleichen Bergehens Genosse Dier!- Berlin mit welchem Interesse die Medizinalverwaltung dieser Frage der Herren und das Zustandekommen einer größeren Zeche, wie 6 Monate, und wegen Beleidigung des Gendarm Münter gegenübersteht. auch für den erwünschten Zuzug von Damen" zu sorgen habe. 1 Monat Gefängniß. Das Monatsgehalt betrug 200 M. Gegen den EntschädigungsWerdan. Die Genossen Mehlhorn und Ringel je anspruch machte Diretor Vöros geltend, daß eine dreitägige 25 M. Geldstrafe wegen Verübung groben Unfugs. Kündigungsfrist vereinbart sei, und Klägerin mußte zugeben, die Berlin. Wegen Verstoßes gegen§ 184 des Strafgesetzbuchs vorliegende, eine bezügliche Bestimmung enthaltende Hausordnung " Genoffe Kunert 30 M. Geldstrafe. in Gile überflogen" zu haben. Indessen behauptete Klägerin, 20. Meißen. Ein Monat Gefängniß Genosse Thiepold sie hätte jene Bestimmung übersehen. Die 160 m. rückständigen wegen Beleidigung der Herresverwaltung. Lohnes will der Beklagte gegen eine Schuld des verstorbenen Mannes 21. Leipzig. In der Revisionsinstanz Genoffe DierI, der Frau Ritter, welcher vor ihr im Lotale Vöros GeschäftsBerlin, 200 M. Geldstrafe wegen Beleidigung zweier Eisenleiter" war, aufrechnen. Vöros meint, die Klägerin habe sich bahnbeamten. gelegentlich verpflichtet, die Schuld des Verstorbenen von ihrem Verdienst abzutragen, was diese jedoch energisch bestreitet. Ueber die Stellung der Klägerin äußerte sich der Beklagte u. a. dahin, daß sie auf Ordnung halten und bei den Tanzfesten darauf hätte sehen sollen, daß sich die Mädchen anständig aufführten. Er als Musikdirektor habe sich nicht vor den Gästen mit den Mädeln" abgeben wollen. Ueber die Entlassungsgründe giebt ein ( von Frau Vöros geschriebener) Brief an die Klägerin einigen Aufschluß:" Werthe Frau, so leid es mir thut, sehe ich mich veranlaßt, Sie zu fündigen. Sie werden beobachtet haben, daß die Mädchen, unzufrieden, hervorgerufen durch ihre Anwesenheit, Bei dem Titel des Extraordinarium3 fortbleiben und auch die Gäste dazu bereden. Sie müssen also zum Charitee Umbau und zur Verlegung des gehen, da leider das Geschäft auf dieser Basis( bezieht sich auf die Mädchen) beruht 2c." Botanischen Gartens 30 000." bekämpft Das Gericht verurtheilte den Be Abg. Dr. Langerhaus das ganze Projett, das etwa flagten zur Zahlung des rückständigen Gehaltes mit 160 Mr. 15 Millionen kosten wird. Unser botanischer Garten ist einer der und wies die Entschädigungsforderung der Klägerin zurück. berühmtesten und man kann ihn nicht verlegen, ohne ihn schwer Gründe: Klägerin habe das Schriftstück mit den Engagementszu entwerthen. In den ersten zehn Jahren ist an eine Benutzung bedingungen gelesen und seinen Inhalt anerkannt; überfah des Gartens nicht zu denken. Es scheint, als ob die Sache haupt- sie wirklich in der Eile die Bestimmung betreffs der dreitägigen Kündigungsfrist, dann könne der Beklagte nicht darunter leiden, fächlich von dem Herrn Finanzminister betrieben wird. Regierungskommissar Geh. Rath Althoff: Die Nothwendigkeit denn dieser habe sie nicht an einer gründlichen Kenntnißnahme des Umbaues der Charitee hat Herr Langerhans nicht bestritten. Der des Juhalts des Reverses gehindert. Da der Klägerin nun Botanischen Garten ist nach dem Gutachten der Fachmänner zu die drei Tage der Kündigungsfrist bezahlt worden seien, stehe ihr flein, er müßte um das vierfache größer sein. Der Gartenumbau eine Entschädigung nicht zu. Was den Gehaltsanspruch der würde 10 Millionen, die Verlegung des Botanischen Gartens auf Klägerin angehe, so habe das Gericht den Beklagten trotz seines fistalisches Terrain 5 Millionen kosten. Für 15 Millionen Ausgleicheinspruches verurtheilen müssen, weil es nicht zur tönnte das Terrain des alten Botanischen Gartens verkauft Kompetenz der Gewerbegerichte gehöre, über Forderungen zu werden. Jedenfalls ist es nöthig, die 30 000 M. zu Vorarbeiten entscheiden, die nicht einem Arbeitsverhältnisse entspringen. zu bewilligen. " Halle. 50 M. Geldstrafe Genosse Lehmann wegen Beleidigung des Bergraths Leuschner. Regierungsfommissar Geh. Rath Schmidtmann erwidert, daß die Regierung dem neuen Verfahren die größte Beachtung widme, bisher habe sich aber nichts ergeben, woraus ein Anlaß zu Maßnehmen gegen die Impfung hätte entnommen werden können. Abg. Virchow würde es mit Freuden begrüßen, wenn die 24. Leipzig. In der Revisionsinstanz Genosse Reichelt. Erzeugung teimfreier Lymphe gelänge; allein man könne auch Burgstädt 8 Monate Gefängniß wegen Majestätsbeleidigung. mit dem bisherigen Verfahren zufrieden sein. In gleicher Instanz und wegen des gleichen Reats Genosse Das ganze Ordinarium wird bewilligt. Poller Kiel 9 Monate Gefängniß. = 27, Mainz. Wegen Verstoßes gegen§ 184 des Strafgesetzbuches die Genossen Tiefel und Jost je 30 M. Geldstrafe. Nürnberg. Genosse Dertel wegen Erpressungsversuchs zu gunsten streitender Arbeiter 2 Monate Gefängniß. „ Harburg. Vier Genossen je 3 M. und einer 5 M. Geldftrafe wegen unerlaubten Sammelns. 號 " " " Bunzlau. Wegen Verübung groben Unfugs Genosse Nitschte 20 M. Geldstrafe. Rostock. Genosse Groth 5 Monate Gefängniß wegen Majestätsbeleidigung. Brandenburg. 50 M. Geldstrafe Genosse Wolfgang wegen Beleidigung eines Lehrers in Luckenwalde. 28. Jena. In der Revisionsinstanz Genosse Seifarth Gera 25 M. Geldstrafe wegen Verübung groben Unfugs. Elberfeld. Wegen Beleidigung der Staatsanwaltschaft Genosse Gewehr 30 M. Geldstrafe. " " Leipzig. In der Revisionsinstanz Genosse Rohrlad Berlin wegen Aufreizung 6 Monate Gefängniß Insgesammt wurde erkannt auf 3017 Mart Geld- und 10 Jahre 2 Monate Gefängnißstrafe. Hamburg- Eimsbüttel, den 6. März 1896. Eichenstr. 4, I. Der geschäftsführende Ausschuß. Vorarbeiten Abg. Schmidt- Warburg( 3) stimmt Langerhans bei. Den alten ehrwürdigen Garten sollte man nicht wegen lumpiger 15 Millionen( Oho! und Lachen) den Berlinern fortnehmen. Abg. Dr. Virchow: Der Umbau der Charitee ist nöthig, die Verlegung des botanischen Gartens nicht; es war jedenfalls unzweckmäßig, beide Dinge mit einander zu verknüpfen. " Gerichts- Beitung. In Sachen der Velvetfabrik Mengers n. Söhne gegen unsern Parteigenoffen Jahn fand am Dienstag abermals eine Verhandlung in der Berufungsinstanz statt. Wie noch aus unserem Bericht über die am 2. Februar abgehaltene Verhand " 1890 1891 1892 1893 1894 1895 9 Ausfuhr Einfuhr 823 396 696 828 320 942 840 930 955 776 248 270 676 312 941 801 663 490 fung erinnerlich sein wird, handelt es sich in dieser Beleidigungs- 1856 zu Staffà i. Ungari, wilde wegen thätlicher Beleidigung. I fabrik das Recht haben soll, solche landwirthschaftliche Maschinen flage um angeblich übertriebene Schilderungen der Arbeits- die er zwei Elevinnen seiner Kapelle zugefügt hatte, und wegen zu verkaufen, an denen Vorrichtungen zum Schuße der Arbeiter fehlen. zustände in jener Fabrit, die im vorigen Jahre Gegenstand wiederholter einfacher und gefährlicher Körperverlegung anderer mehrerer Verfammlungen waren. Der einzige zu der vorgeftrigen Mitglieder der Kapelle vom Landgericht Hamburg zu Amerika betrug in den Jahren Die Aus: und Einfuhr der Vereingten Staaten von Verhandlung geladene Zeuge, Strafantragsteller Mengers sprach 1/2 Jahren Gefängniß verurtheilt. Der Staatsanwalt hatte Amerika betrug in den Jahren in der Verhandlung u. a. davon, daß er angeblich unwahre 2 Jahre Zuchthaus beantragt, weil er der Ansicht war, 845 999 603 Berichte über diese Versammlungen, die der Vorwärts" daß Dnczay im Sinne des§ 174 des Strafgesetzbuchs 957 333 551 gebracht hatte, habe richtigstellen wollen, doch seien die Erzieher der beleidigten Mädchen gewesen sei. Der 923 237 315 unserem Blatte zugestellten Berichtigungen niemals auf Berhandlung, die 9 Stunden währte, wohnte der österreichische 854 729 454 genommen worden. Den Strafantrag habe er nur ge: Ronful von Stephani bei. Ursprünglich war Onczay auch noch 807 312 116 stellt, damit die Thatsachen klar gelegt würden; an der Be- der Freiheitsberaubung beschuldigt, jedoch hatte sich dafür nicht 807-740 016 strafung des Angeklagten liege ihm nichts. Der Staatsanwalt genügendes Material ergeben. Immerhin hat der Verurtheilte aber meinte, daß die Zeugenaussagen, die mit Ausnahme diefes einen die ihm von meist in Böhmen, Mähren u. f. w. wohnenden Eltern Der Werth unserer Ausfuhr an landwirthschaftlichen Produkten Die NY. H.3." knüpft hieran folgende Ausführungen: Falles noch gar nicht erfolgt find. die Schuld des Angeklagten anvertrauten Mädchen in gar scheußlicher Weise malträtirt. Die ist in ebenso entschiedenem und bedauerlichem Rückgang begriffen, erwiesen hätten, und beantragte deffen Bestrafung. Der Ber- Hundepeitsche war bei ihm ständig im Gebrauch, damit bekam ist in ebenso entschiedenem und bedauerlichem Rückgang begriffen, wie unsere Ausfuhr von Inlandfabrikaten einen erfreulichen theidiger Rechtsanwalt Dr. Herzfeld stellte hingegen den Antrag zeitweilig selbst seine Geliebte Prügel. Ginem 14 jährigen Fortschritt aufweist. Seit 1892, dem legten normalen Geschäftsauf Verwerfung der staatsanwaltlichen Berufung gegen das freis Mädchen aus Brünn hat er in Leipzig, nachdemärige sprechende Urtheil der ersten Justanz. Der Gerichtshof war der auf einem Stuhl festgebunden hatte, das entblößte Gefäß jahre, hat die Ausfuhr sich thatfächlich um 48 755 379 Dollars Meinung, daß nicht genügend Klarheit über die Berechtigung mit Ruthenhieben bearbeitet. Demselben Mädchen schlug er in gehoben und im letzten Jahre mit 201 152 771 Dollars einen in des Strafantrages vorhanden sei und deshalb nach§ 369 der Hamburg mit einem Feuerhafen ein Loch in den Rücken. Ein der Handelsgeschichte der Vereinigten Staaten noch nicht erlebten Strafprozeß- Ordnung ein Revisionsgrund vorliege. Demnach sei anderes Mädchen hat er durch Schläge mit einem Stuhl brutal großen Umfang erreicht. Als solche heimische Industrieartikel, auf zurückverweisung vor das Schöffengericht als erste Instanz mißhandelt. Mit Argusaugen wachte er darüber, daß die deren Abfah im Auslande fich vorzugsweise vermehrt hat, führt der Bundesstatistiker Mr. W. C. Ford die folgenden an, unter Mädchen nichts über seine Brutalitäten und Gemeinheiten an Herr Dr. Mengers wird gut thun, sich ein andermal vor die Eltern und Anverwandten schrieben. Nur daß es ihnen recht Gegenüberstellung der Ziffern für 1895 und 1890: Gericht forretter auszudrücken, als dies nach Angabe unseres gut gehe, durften sie häufig berichten, selbst wenn Berichterstatters offenbar jetzt geschehen ist. Der„ Borwärts hat fie, wie es einem 16 jährigen Mädchen buchstäblich erlediglich ein Bild der Versammlungen gegeben, wo an den Zuständen gangen ist, vor Schmerzen auf dem Podium zusammenſanken. Landwirthschaftliche Geräthe Messing und Waaren der Belvetfabrit von Mengers u. Söhne Kritik geübt wurde. Endlich gelang es in Hamburg einem Mädchen, das er wohl am Eisenbahnwaggons zc. War diese Kritit nicht zutreffend, so ist das nicht schuld des scheußlichsten behandelt und gegen das er sich auch in unfittlicher Straßenbahn- und andere Wagen Vorwärts". Selbstverständlich entzieht sich die Redaktion des Weise vergangen hat, an die in Brünn lebenden Eltern einen Chemikalien, Droguen und Farbstoffe " Vorwärts" schon aus Anstandsrücksichten nicht der Pflicht, einer Brief zu schreiben, und daraufhin wurde die Verhaftung des mit Baumwollwaaren Berichtigung Raum zu gewähren. Wir können daher nur er feiner Kapelle inzwischen nach Lübeck gegangenen Burschen verklären, daß wir uns absolut nicht zu erinnern vermögen, der anlaßt. Onczay war ursprünglich in seiner Heimath SteuerFirma Mengers u. Söhne jemals die Aufnahme einer Berichti- beamter, arbeitete dann in Pest und Temesvar als Diurnist, entgung verweigert zu haben. Will Herr Dr. Mengers also be deckte aber plötzlich sein immenses Talent zum Menschenschinder richtigen, unsererseits steht dem nichts entgegen. und wurde deshalb, trotzdem er total unmusikalisch war und taum eine Oboe von einer Baßgeige unterscheiden konnte, Direktor einer Damenkapelle. " erkannt worden. " Düngstoffe . Eisen und Stahl und Waaren Leder und Waaren Raffinirte Mineralöle Vegetabilische Dele Papier 2c. Baraffin • Zuckerraffinade und Zuckerwert Tabak Holzwaaren. 1890 1895 Dollar 3 3 264 995 5 319 885 1 967 043 2 887 897 3 378 919 1 021 865 1 897 646 1 626 402 6 891 675 7791 367 11 113 431 14 015 014 1 818 482 5 182 970 27 000 134 35 071 535 12 275 470 18 492 760 45 735 454 50 842 983 5 775 259 6 909 986 1 289 420 2 412 763 2 920 262 4 504 912 4 201 411 1 013 631 4 018 457 6 258 362 4.162 288 6 934 845 Baumwollwaaren, Eisen und Stahl, Düngstoffe Leder und Danach betrifft die Zunahme der Ausfuhr hauptsächlich Gewerkschaftliches. Sie 32 Bildhauer- Wertstätten, wo 108 Bildhauer arbeiten, wovon Aus einer Berliner Animirkneipe. Der hier zu Besuch weilende Sohn eines auswärtigen Fleischermeisters war, wie die Allg. Fl. 3tg." erzählt, durch einen Zufall in das Lokal Bum Polizeiliches aus Hinterpommern. Die Sittlichkeit zu gemüthlichen Ostpreußen" gerathen. Als er bezahlen wollte, heben, betrachten nicht nur christliche Männer, Frauen und Jung mußte er erfahren, daß die freundliche Schänkerin mit ihrer frauen als ihre vornehmste Aufgabe, auch die Polizei macht Kollegin für seine Rechnung 40 Glas Brauselimonade und Port fich, wie männiglich bekannt, nur allzugern an diese Arbeit. Vor wein getrunken hatten; die Rechnung betrug einige 20 M. Der etwa 1/2 Jahren übermannte so auch die Polizeiverwaltung von Gast beftritt, so umfangreiche Bestellungen gemacht zu haben, Stolp in Hinterpommern ein tiefes Mitgefühl mit den ver Mineralöle. und erklärte sich auch außer stande, eine so hohe Rechnung zu bederbten Bürgern und Bürgerinnen der ihrer Obhut unter zahlen. Um Weiterungen zu vermeiden, wies er sich durch seine stehenden Stadt. Flugs, machte sie sich dahin schlüssig, durch Militärpapiere aus und bot auch seine silberne Uhr zum Pfande an. größte Einschränkung der Möglichkeit zur Veranstaltung Man ging darauf jedoch nicht ein, und so erklärte er sich bereit, von öffentlicher Tanzluftbarkeiten heilend einzugreifen. Der Landrath einem Verwandten, einem Hausbefizer, sich Geld zu holen; die beiden des Kreises unterstützte sie darin fräftigft und nach ganz kurzer bisher ohne Arbeitseinstellung, nach gegenseitiger Verständigung Die Lohnbewegung der Berliner Holzbildhauer, die Kellnerinnen wurden ihm als Begleitung mitgegeben. In dieser Be Beit ward für die Stadt Stolp und ihre Umgegend eine Ver- zwischen Prinzipalen und Gehilfen verlief, zeitigte bis zum gleitung aber mochte er seinen Berwandten nicht aufsuchen, und so ordnung erlaffen, auf grund deren den Saalinhabern mitgetheilt 10. März folgendes Resultat. Die aufgestellten Forderungen: fehrte er unverrichteter Sache in die Kneipe zurück. Nun wurde wurde, daß in Zukunft nur noch für den zweiten Sonntag jeden er als Bechpreller" zur Wache gebracht und erhielt dann eine Monats die Erlaubniß zur Abhaltung einer öffentlichen Tanz minimallohn von 21 Mart, und 51 stündige Allgemeine Einführung der Lohnarbeit, | Anklage wegen Betruges. Nach furzer Beweisaufnahme bean- luftbarkeit ertheilt werden würde. Darob geriethen die sonst Arbeitszeit pro Woche wurden ganz bewilligt in tragte der Staatsanwalt die Freisprechung, indem er jede Absicht gut tönigstreuen tönigstreuen Gastwirthe in Gastwirthe in große Erregung. einer Täuschung verneinte und es für unwahrscheinlich erklärte, erhoben Beschwerde beim Regierungspräsidenten zu Röslin und 49 nicht organifirt, ferner in 14 Tischlerwerkstätten mit 48 Bilddaß in wenigen Stunden eine solche Zeche aufgelaufen sein dann beim Oberpräsidenten v. Puttkamer, die beide abweisende hauern, wovon 7 nicht organisirt, im ganzen also in 46 Werktönne. Der Vertheidiger betonte, daß nur jugendliche Un- Antworten gaben. Schließlich ftrengte für die Beschwerdeführer ftätten mit 156 Bildhauern, wovon 56 nicht organisirt. Hinzu erfahrenheit, besonders die mangelnde Bekanntschaft mit der Rechtsanwalt Leopold Meyer beim Ober- Verwaltungs tommen noch 53 Werkstätten, die schon vorher die ForEigenart der Berliner Animirkneipen, den Angeklagten in die gericht die Klage an, welche er damit begründete, daß erstens derungen bewilligt hatten. Im ganzen werden also 99 Werk: fatale Lage gebracht habe, und daß er schon schwer genug be für die Beschränkung der öffentlichen Tanzluftbarkeiten fein stätten von der Bewegung nicht mehr berührt. straft sei, indem dieser Vorgang ihm seine militärische Laufbahn Grund vorliege; und daß ferner ein Ministerialreskript vom ( er wollte Zahlmeister werden) völlig verdorben habe. Nur die Forderung auf Einführung der LohnDer 4. Juni 1890 eine Vorausbestimmung für das ganze Jahr hin- arbeit bewilligten 5 Bildhauer- Werkstätten mit 18 Bildhauern, Gerichtshof folgte den Ausführungen des Staatsanwalts und fichtlich solcher Luftbarkeiten für unzulässig erkläre. Als im Ver- wovon 6 unorganifirt; 9 Tischlerwerkstätten mit 29 Bildhauern, des Vertheidigers und sprach den Angeklagten frei. Das Polizei- waltungsstreit anfechtbare polizeiliche Verfügungen( Landes- wovon 12 unorganisirt; im ganzen 14 Wertstätten mit 47 Bildpräsidium hat infolge diefer Vorkommnisse die Kneipe schließen verwaltungsgeses,§ 127) betrachtete der Anwalt die den hauern, wovon 18 unorganisirt. Laffen. Klägern gewordenen allgemeinen Mittheilungen deshalb, weil Die 51 stündige Arbeitszeit nur allein wurde bewilligt in Ein betrügerischer Kniff mancher Billethändler besteht seiner Meinung nach in der generellen Freilassung des zweiten 17 Bildhauer- Werkstätten mit 90 Bildhauern, wovon 51 nicht darin, daß sie den Personen, die von ihnen Theaterbillets kaufen Sonntags im Monat ein Verbot betreffs der übrigen Tage liege. organisirt; in 11 Tischlerwerkstätten mit 25 Bildhauern, wovon und sich vorher nach den Kassenpreisen bei ihnen erfundigen, in In zwei Fällen richtete fich die Klage übrigens gegen die 8 nicht organisirt; zusammen in 28 Werkstätten mit 115 Bild. dieser Beziehung falsche Angaben machen. Das hiesige Schöffen- direkte Versagung der polizeilichen Erlaubniß zu öffentlichen hauern, wovon 59 nicht organisirt. gericht hat gestern den Billethändler Feist, der diese Methode Tanzvergnügungen an einem Tage, ant dem die Be Bei den letztgenannten zwei Kategorien von Werkstätten befolgte, des Betruges für schuldig befunden. Eines Sonn- treffenden Kaisersgeburtstagsfeiern veranstalten wollten. In wurden durch Beschluß der Versammlung vom 10. d. M. die tags hielt der Angeklagte vor dem Berliner Theater Billets zu dem Verhandlungstermin vor dem dritten Senat nahm nicht bewilligten Forderungen wiederum gestellt mit dem Hinzu Wildenbruch's König Heinrich" feil. Die Kaffe war start be auch der Gastwirth Eckert( Stolp) das Wort. Der Stolper fügen, daß für Ueberzeit, die nur in dringendstem Falle geleistet lagert und so trat denn ein hiesiger Kaufmann, der für sich und Bürgermeister habe das polizeiliche Vorgehen damit gerecht werden darf, 25 pet. Aufschlag gefordert wird. seine Freunde 5 Billets zweiten Ranges haben wollte, mit dem fertigt, daß er die Zahl der unehelichen Kinder Die 51 stündige Arbeitszeit erklärten sich bereit zu beAngeklagten in Verbindung. Dieser bot die Billets zum Preise vermindern wolle.(!) Berkehrten auch nur einfache Leute willigen 24 Werkstätten mit 100 Bildhauern, wovon 37 nicht von je 3 M. an und da er auf Befragen versicherte, daß der bei ihm und seinen Kollegen, so stehe doch nicht fest, daß diese organisirt find. Kaffenpreis 2,30 M. betrage, so hielten die Fremden den Auf- unfittlicher feien, wie andere. In Stolp verbiete es auch schon Um den in Tischlereien arbeitenden Bildhanern, die die schlag nicht für zu hoch, sondern erstanden die Billets. Die die erhobene Lustbarkeitssteuer, die Erlaubniß zu öffentlichen Lohnarbeit noch nicht durchsetzen können, die Möglichkeit einer ihnen darauf zustehenden Plätze waren schlecht und als fie auf Tanzvergnügungen zu häufig nachzusuchen. Dann gebe es in Ausbesserung zu gewähren, wurden dort Forderungen auf eine dem Theaterzettel das Verzeichniß der Preise studirten, fonnten Sinterpommern überhaupt nur wenig Säle und alle Gastwirthe prozentuale Erhöhung der Affordpreise, einen Minimalverdienst sie feststellen, daß der Kassenpreis nur 1,50 M. beträgt, ihnen feien so patriotisch gesinnt, daß ihre Säle bis auf von 23 M. pro Woche und auf 51 stündige Arbeitszeit gestellt. also ein ganz bedeutendes Mehr abgenommen worden war. einen Fall den Sozialdemokraten verschlossen Weiter wurde beschloffen, in allen Werkstätten, welche diese Auf erhobene Beschwerde erklärte sich der Angeklagte zwar geblieben. Um so mehr fühle man sich getränkt. Aber nicht Forderungen nicht bewilligen, die Arbeit einzustellen. bereit, den Herren ihr Geld zurückzuzahlen, lettere nur die Gastwirthe, auch die Musiker 2c. würden erheblich ge- Bis zum 11. März sind von den Bildhauern der Firmen hielten es aber für angezeigt, zu Nuh und Frommen anderer schädigt. Die Klagen gegen die direkte Unterschlagung in den Waldeyer, Brintmann, Dräger, Kramer, Papier Theaterbesucher hier einmal ein Erempel zu statuiren. erwähnten beiden Fällen wurden schon deshalb abgewiesen, weil und Harnisch Streits angemeldet. Eine größere Anzahl von Sie holten einen Schuhmann herbei und die weitere der Beschwerdeweg nicht richtig beschritten war, während sie in Arbeitseinstellungen steht noch in Aussicht. Alle auf diesen Folge war die Anklage wegen Betruges und unbefugten Feil- den anderen Fällen für unzulässig erklärt wurden.. Gegen Streit bezüglichen Briefe und Anfragen sind zu richten an die haltens von Waaren am Sonntage. Der Vertheidiger versuchte Mittheilungen, die nur allgemeine Grundsäge der Polizei be- Streiffommission der Bildhauer nnenstraße 16, im es, das Institut der Billethändler als eine fegensreiche Ein- treffen, fönne das Verwaltungsstreitverfahren nicht beschritten Restaurant Bergner. richtung für das Theaterpublikum hinzustellen und den Schöffen werden. flar zu machen, daß der Billethändler doch auch leben wolle Achtung, Schuhmacher Berlins! In der Schuhfabrik von Bergschmidt u. Lange find sämmtliche Forderungen und es gar nicht so schlimm sei, wenn man für ein Stück wie Wildenbruch's König Heinrich" dem Billethändler den doppelten einschließlich der neunstündigen Arbeitszeit bewilligt. Kollegen! Raffenpreis bezahlen muß. Das Schöffengericht hielt aber die Die Lohnkämpfe, die in diesem Jahre in einzelnen Fabriken ge= Antlage nach beiden Richtungen hin für erwiesen und verZur Unfallversicherung. Durch Beschluß des Bundesraths führt wurden, sind ziemlich alle au gunsten der Arbeiter verurtheilte den Angeklagten wegen Betruges zu 30 m. Geldstrafe vom 6. Februar 1896 find die zur Besagung deutscher laufen, nur der Forderung der neunftündigen Arbeitszeit stehen die Heringslogger gehörenden Seeleute nach Maß- Fabritanten feindlich gegenüber, indem sie erklären: Der Beschluß und wegen Gewerbevergehens gleichfalls zu 30 M. Geldstrafe. gabe des See- Unfallversicherungsgefehes für versicherungs- des Fabrikantenvereins ginge dahin, wer den Neunstundentag beEin Heiratheschwindler von besonderer Gemeingefährlichpflichtig erklärt worden. Unter Heringsloggern werden die- willigt, müsse eine Strafe von 3000 M. zahlen". Daß es möglich teit wurde gestern von der II. Straffammer des Landgerichts Ijenigen Segelfahrzeuge von mindestens 100 kubikmetern Netto- ist, die neunstündige Arbeitszeit einzuführen, ist dadurch bewiesen, in schwere Strafe genommen. Der aus der Untersuchungshaft Raumgehalt verstanden, mit welchen Hochseefischerei auf Heringe daß ihn die Firma Bergschmidt u. Lange nach nur dreitägigem vorgeführte Kaufmann Peter Gornelius hat schon in seiner in der Art betrieben wird, daß die Fahrzeuge für einen mehr Kampf bewilligt hat. Was aber einer Firma möglich ift, muß Heimathstadt Hamburg dem Heirathsschwindel obgelegen, er ist wöchentlichen Aufenthalt auf See ausgerüstet sind und die anderen ebenfalls möglich sein. In der Versammlung am dann nach Berlin gegangen und hat das Geschäft hier mit Er- Heringe auf der Reise an Bord zubereitet, gesalzen und in Fäffern Montag wurde eine dahingehende Resolution vorgeschlagen( siehe folg fortgefeßt. Er trat als Obermaat bei der Marine auf, der verpackt werden. Nach§ 21 des genannten Gesetzes find die die heutige Versammlungsanzeige), die heute Abend zur Diskussion augenblicklich auf Urlaub sei. Es waren zwei Fälle zur Anzeige Eigenthümer der in das Schiffsregister nicht eingetragenen gestellt ist. Darum erfuchen wir sämmtliche Kollegen, die gewillt gelangt, in denen er Dienstmädchen nach furzer Bekanntschaft Heringslogger verpflichtet, den für die legteren ausgefertigten find, daß mit der Verkürzung der Arbeitszeit, für welche wir bie Che versprochen hatte, um sie wieder zu verlassen, nachdem Meßbrief der Orts- Polizeibehörde des Heimathshafens binnen schon sechs Jahre demonstriren, endlich begonnen werden soll, fie ihm alles geopfert hatten, was sie befaßen. Der Gerichtshof einer von dem Reichs- Bersicherungsamt zu bestimmenden Frist heute Abend in der Versammlung(„ Königsbank", Große Frank verurtheilte ihn zu 2 Jahren 6 Monaten Zuchthaus, einzureichen. Diese Frist ist vom Reichs- Versicherungsamt auf furterftraße 117) zu erscheinen, um dort für oder gegen den General fünfjährigen Ehrverluft und 450 M. Geldstrafe. die Zeit bis zum 30. April d. J. festgesetzt. fireit zu stimmen. Die Agitations Kommission. Prügelpädagogik. Gegen den Lehrer Heinrich Curdt in Unfälle in der russischen Industrie und Landwirthschaft. Sämmtliche vier Lackirer der Firma Werk u. Glienicke Börffum war das Hauptverfahren eröffnet wegen einer fahrlässigen und sechs vorsäglicher Körperverlegungen im Amte, das Da die Arbeiterschutz- Gesetzgebung in Rußland höchft mangelhaft in Berlin, Ritterstr. 82, haben die Arbeit niedergelegt. Verz Landgericht Braunschweig hat ihn jedoch am 30. November ist, werden alljährlich auf den ruffischen Fabriken nicht weniger handlungen mit dem Vertreter der Firma und der Lohnkommission vorigen Jahres nur wegen fahrlässiger Körperverlegung in zwei als 100 000 Personen verlegt und getödtet, nämlich von der Lacirer führten zu feinem Resultat. Die Lohntommission 14 Arbeitern einer! In dieser Zahl find die Arbeiter, der Lackirer Berlins und Umgegend. Fällen verurtheilt, im übrigen freigesprochen. In allen Fällen welche in der Landwirthschaft Unfälle erleiden, nicht In den beiden Goldleisten Fabriken Ottensens find handelte es sich um törperliche Züchtigungen von Schülern. und mitgerechnet die Zahl dieser nimmt mit Ueber das Büchtigungsrecht der Lehrer enthält eine im Jahre 1836 Einführung der landwirthschaftlichen Maschinen in einem solchen gebrochen. In der Fabrik von Brinkmann u. Co. ist es der Differenzen zwischen den Arbeitern und Fabrikanten auss vom herzoglich braunschweig- lüneburgischen Konsistorium mit Genehmigung des Minifteriums erlaffene Instruktion Vorschriften, Maße zu, daß jetzt die humaneren russischen Landwirthe über versucht worden, bei den Berfilberern das Zwischenmeister- System Der einzuführen, in der Absicht natürlich, die Löhne dadurch herunters welche noch heute in traft sind. Die Instruktion besagt u. a., daß der Mittel nachsinnen, um diesem Uebelstande abzuhelfen. Lehrer die ihm an sich gestatteten Züchtigungen nicht in leiden- landwirthschaftliche Verein in Pultawa hat zu diesem Zwecke zudrücken. eine spezielle Kommission eingesetzt und diese Kommission ist zu Bei der Firma Bahr u. Gehrtens wurde den schaftlicher Hige oder in unanständiger Weise ausführen darf. Soweit der Angeklagte freigesprochen worden ist, hatte die dem Schluffe gekommen, daß die Besitzer von landwirthschaft- Versilberern zugemuthet, eine der gangbarsten Leistens Staatsanwaltschaft Revision eingelegt mit der Behauptung, werden sollen, beffere Vorrichtungen zum Schuße der Arbeiter Arbeiter lichen Maschinen durch obligatorische Vorschriften verpflichtet sorten um zirka 25 pet. billiger zu machen. Die beider Fabriken werden fich in anbetracht, daß gerade diese ebenerwähnten Bestimmungen vom Landgericht in rechtsirrthümlicher Weise ausgelegt worden seien. vor Unfällen einzuführen. Die Unfälle kommen am häufigsten daß die Berliner Kollegen eine theilweise Lohnerhöhung durchDas Reichsgericht erkannte jedoch am 10. März dem Antrage des Rubel für den Ankauf einer solchen Maschine zahlen, die aber eine Lohnerhöhung in Aussicht gestellt war, auf feinen Fall diefe bei den großen Dampfbreschmaschinen vor, deren Befizer 6000 gesetzt haben, sowie daß den Arbeitern in Ottenfen zum theil Reichsanwalts gemäß auf Verwerfung der von der Staats- aus freiem Willen teine 300 Rubel dazu ausgeben wollen, um Manipulationen gefallen laffen und erfuchen deshalb die Veranwaltschaft eingelegten Revision. an der Maschine eine Schußvorrichtung anzubringen. Der golder Deutschlands um Bethätigung der Solidarität. Der Der Direktor der Wiener Damenkapelle Wiener Verein beschloß, bei der Regierung zu petitioniren, daß eine Hauptvorstand des Verbandes der Vergolder. J. A.: Franz Maiglöckchen", Julius Emilius Albertus Onczay, geboren obligatorische Vorschrift erlassen werde ,, wonach keine Maschinen- Nary, Vorsitzender, Berlin, Oppelnerstr. 43, Soziale Meberlicht. 1 Die Glafer Mannheims sind in eine Lohnbewegung eingetreten. Sie verlangen zehnstündige Arbeitszeit, die Anerkennung des Lohntarifs von 1889 und für jugendliche Arbeiter einen Minimallohn von 28 Pf. pro Stunde." Versammlungen. Die am " " Die Maler und Auftreicher von Elberfeld Barmen Die Drechsler hielten am 8. März eine Betsammlung ab, die grundlegenden Vereinbarungen so aufgefaßt, als follte die Streifen fast sämmtlich. In Elberfeld haben schon einige in der Drechsler Do ft über die Form der Organisation sprach. Stala der prozentualen Preiserhöhungen sich nur auf die Meister sich bereit erklärt, die Forderungen der Gehilfen be- Redner schilderte, wie durch die Schundkonkurrenz in dem Berufe Meisterpreise" beziehen und als sollte es den Meistern willigen zu wollen. In Barmen steht die Bewegung ebenfalls sowohl für den Unternehmer wie auch für den Arbeiter die anheimgegeben sein, die den Meisterpreisen ents fehr günstig, nur bei einigen Meistern wird noch fortgearbeitet, nachtheiligsten Folgen entstehen. Eine der ersten Aufgaben der sprechenden Arbeiterinnenlöhne im gleichen Vera doch dürften auch die Gehilfen bei diesen sich der algemeinen Organisation sei die Herbeiführung einer fürzeren Arbeitszeit, hältniß zu steigern. Als der Tarif fertiggestellt gewesen, habe Bewegung bald anschließen. Die gegenwärtig bei der flotten Geschäftszeit bis zu 12 und Timm ihn aber nicht als den grundlegenden Vereinbarungen 14 Stunden ausgedehnt werde. Nicht minder bedürfen die entsprechend anerkannt und den Standpunkt vertreten, daß mit Lohnverhältnisse der Aufbefferung. Redner empfiehlt deshalb die den in der Stala enthaltenen 2ohnsäßen diejenigen Aufstellung eines gleichmäßigen Lohntarifs. Zu diesem Zwecke gemeint feien, welche die Arbeiterinnen vom Meister wünscht er, der Lohnkommission das Material über die Höhe der erhielten. Manheimer fei Timm beigetreten und die Löhne zur Verfügung zu stellen. Nach einer im allgemeinen zu- Mehrheit der Einundzwanziger habe sich schließlich zum stimmenden Diskussion wurde die bisher aus vier Mitgliedern Nachgeben bestimmen lassen. So sei es denn dazu gekommen, bestehende Lohnfommission ergänzt. Hinzugewählt wurden für daß die Meister nach dem Tarif z. B. für bestimmte Arden Bezirk Osten: Reinert, Herrmann, Köppen, Schröer, beiten den Näherinnen noch einen Ausschlag von 30 pet. zahlen D. Zabert, Bartusch: für Norden: Loose, Kanzius, Jawlich; müßten, für welche ihnen der Kaufmann nur 15 pet. Aufschlag Die Holzbildhaner waren am Dienstag recht zahlreich in für Süden und Süd- West: Germay, Koffat, Kiefer, Lochmann gewähren brauche. Redner beklagt dann den Mangel an EntNieft's Saal versammelt, um über den Stand der Lohnbewegung und für Süd- Ost: Schneider, R. Zabert und Karger. gegenkommen, welchen die Konfektionäre gegenüber dieser und die weiteren in dieser Angelegenheit zu unternehmenden Eine Versammlung der Bürsten- und Pinselmacher, Situation der Meister offenbart hätten. Die Kommission habe Schritte zu berathen. Nach den Ausführungen Winkler's die am 8. d. M. tagte, beschäftigte sich mit der Lohnbewegung ihre Schuldigkeit gethan und habe geglaubt, nicht anders handeln find am letzten Sonnabend die in der vorigen Versammlung auf der Berufsgenossen in Neu- Ruppin, sowie mit der Frage: Wie zu können, denn hätte sie wegen der verschiedenartigen Ausgestellten Forderungen: Einführung der Lohnarbeit zu einem Mindestlohn von 21 M. und der 8 ftündigen Arbeitszeit, den Mindestlohn von 21 M. und der 8ftündigen Arbeitszeit, den stellen wir uns zu den stattgefundenen Abzügen der hiesigen legung der Einigungsbedingungen ihre Hand zurückgezogen, dann Meistern vorgelegt worden. 53 Wertstellen hatten diese Fordes Unternehmer seit dem legten Streit?" Zum ersten Puntt der wäre wieder die ganze Presse und ein Theil des Bürgerthums Tagesordnung berichtet Wiese, daß die Lage der Neu- über die Meister mit dem Rufe bergefallen:„ Seht die Pararungen schon im Jahre 1889 bewilligt und haben auch bis jetzt daran daran festgehalten. Diese fommen also bei Ruppiner Bürstenmacher eine sehr traurige sei. Der Durchschnitts- fiten!" Die Herren Kaufleute hätten die Schuld ruhig auf die der gegenwärtigen Bewegung nicht in betracht. verdienst betrage bisher für männliche Arbeiter 10,50 m., für Meister abwälzen lassen. Obermeister Witte von der Sonnabend gestellten Forderungen wurden in 31 Bildhauer. weibliche nur 4,50 M. pro Woche; dabei werde täglich 18 Stunden Damenmäntel- Schneiderinnung führt aus, die Kaufmannschaft werkstellen und in 14 Tischlerwerfstellen ohne weiteres bewilligt. gearbeitet. Trotz diefer schlechten Verhältniffe haben die Unternehmer hätte es verstanden, die Meister über den Löffel zu barbieren. in letzter Zeit noch Abzüge gemacht. Die Forderungen der Redner bittet dann, die Einundzwanziger- Kommission, und da er dazu Nur die 81stündige Arbeitszeit bewilligte man in 16 Bildhauer: Arbeiter sind sehr minimal und betragen 5-12 vet. bei Afford gehöre, auch ihn ad acta zu legen.( Beiterkeit und lebhafter Widerwerkstellen und in 11 Tischlerwerkstellen, während in 4 Bildhauerwerkstellen und in 8 Tischlerwertstellen man sich nur mit der arbeiten, 25 Pf. Stundenlohn und 10 Stunden Maximalarbeitspruch.) Er bezeichnet die Kommission als eine Freischaar und wünscht, Lohnarbeit einverstanden erklärte. In 4 Bildhauerwerkstellen und seit. Diese Ansprüche wurden am 7. März von den meisten Unter- daß eine neue Rommiffion aus der Innung und der Vereinigung 13 Tischlerwerkstellen wurden die Forderungen abgelehnt. In vielen nehmern rundweg abgelehnt. Der Geist unter den Arbeitern ist der Meister ins Leben gerufen werde. Dieselbe soll unter der Schneidermeister Tischlerwerkstellen hält es schwer, für die dort arbeitenden Bildhauer ein guter und sind sie gewillt, die Forderung den Unternehmern Flagge der Innung marschiren.( Lachen.) eine fürzere Arbeitszeit zu erringen, als die für Tischler feft- abzutrogen. Es gelangte am Schluß der Debatte folgende Re- Siebert: Man muthe ihnen zu, 20 pet. zu empfangen und gesetzte. Da alfo erft ein Theil der Arbeitgeber die Forderungen folution zur Annahme: Die Versammlung spricht den Kollegen 30 pet. zu zahlen. Darum feien aber die Zwischenmeister nicht Der Bildhauer bewilligt haben, sei es Pflicht der Kollegen, mit von Neu- Ruppin zu ihrem Rampfe die volle Sympathie aus in eine Lohnbewegung eingetreten, um fchließlich noch etwas aller Energie dahin zu wirken, daß auch in den übrigen Werk- und hofft, daß sie ausharren mögen, bis der vollständige Sieg daraufzulegen. Den Tarif möge man ja abheben, aber aus= stellen die Forderungen anerkannt werden. Bei gegenwärtiger errungen ist. Sie erklärt sich auch gleichzeitig bereit, die Aushängen nicht.( Beifall.) Der Redner wird unterbrochen in günstiger Geschäftstonjunktur könne das nicht schwer sein und ein ständigen moralisch und materiell zu unterstüßen. Im zweiten feinen weiteren Ausführungen, indem jemand feiner Empörung Etreit hätte die beste Aussicht auf Erfolg, denn die Nachfrage nach Bunft wurde heftige Klage erhoben über die Abzüge mehrerer über den Ausdruck Zwischenmeister freien Lauf läßt:„ Wir sind Heil: Wenn Arbeitsträften fei augenblicklich fehr lebhaft. Die Kollegen sollten Berliner Unternehmer und beschlossen, die Forderungen des Schneidermeister, nicht Zwischenmeister!" wir nicht nachgegeben hätten, wären wir von oben und von unten sich aufraffen und diese günstige Situation zur Aufbesserung ihrer letzten Streits streng aufrecht zu erhalten. mit Schmut beworfen worden. In dieser Weise zog sich die Die gleiche Anschauung vertrat Deutscher Metallarbeiter Verband( 3entrum). Die am Debatte, an der sich u. a. noch der unvermeidliche Ahlwardttraurigen Lage ausnutzen. Dupont, auch der Prinzipal Franz empfahl den Gehilfen, 4. März stattgehabte Versammlung nahm zunächst Stellung zum Diener Volkmann und die Meister Stolzmann, Schlabowsky und ihren Forderungen in allen Wertstellen Anerkennung zu ver- Gewerkschaftskongreß, indem sie den Antrag der Generalfommission Witte betheiligten, bis nach Mitternacht hin. Die Unzufriedenschaffen, da andernfalls diejenigen Meister, die bereits bewilligt betreffs Gründung eines Streit- Refervefonds nach längerer heit mit dem Tarif wurde allerfeits hervorgehoben, während haben, ihre Zusage wieder zurückziehen müßten. Die nach: Debatte ablehnte. Die meisten Redner vertraten die Ansicht, daß e il sich bemühte, das Verhalten der Einundzwanziger mit Rückfolgenden Redner, die meist Werkstatt- Angelegenheiten er es dem Verbande nicht möglich wäre, bei dem jezigen Beitrag ficht auf die öffentliche Meinung zu rechtfertigen. Mehrere örterten, widersprachen den Ansichten der Vorredner nicht. außer dem sonstigen Duartalsbeitrag auch noch für den Reserve- Redner mißbilligten dieses versöhnliche Verhalten der Mehrheit Zum Schluß wurden folgende Resolutionen einstimmig fonds 50 refp. 60 Pfg. pro Quartal und Mitglied an die General- der Kommission direkt. Das Resultat der zum theil äußerst die kommission abzuführen. Außerdem beschloß die Versammlung, „ Die Versammlung erklärt, um Forderungen der Holzbildhauer Gehilfen: Einführung den Delegirten des Verbandes zu empfehlen, für eine Herab erregten Debatte war, daß troß der dringenden Abmahnungen der Lohnarbeit( Minimallohn 21 Mart) bei einer fegung der Beiträge an die Generalkommission auf höchstens 10 Pfg. Heil's gegen 1/21 Uhr früh die noch anwesenden unBergefähr 100 Mann fast einstimmig folgende Resolution Arbeitszeit von 51 Stunden in der Woche, überall pro Mitglied und Jahr einzutreten. Die Sagungen betreffs Ver- annahmen:„ Die Versammlung erklärt sich mit dem Lohntarif zur Durchführung zu bringen, in allen Werkstätten, wo bisher schmelzung der hiesigen Verwaltungsstellen fanden nach einigen fleinen nicht einverstanden. Der Bericht, der in der großen öffentlichen noch nicht bewilligt worden ist, am Mittwoch, den 11. März, Aenderungen Annahme. Unter Verbandsangelegenheiten nahm nochmals obige Forderungen an die Prinzipale zu stellen und die Versammlung den Bericht über den Verlauf des Streits in Bersammlung bei Keller seitens der Einundzwanziger- Kommission sofort die Arbeit niederzulegen, wenn auch dann der Badewannen- Fabrit von M. Grund entgegen. Da die dort gegeben wurde, entspricht nicht dem heutigen Lohntarif und lehnt die Versammlung diesen deshalb ab. Die Bewilligung nicht erfolgt. Das Resultat ist sofort der beschäftigten 20 Arbeiter( fämmtlich im Berband) einmüthig die Ueberhaupt protestirt die Versammlung gegen die Bezeichnung Werkstatt- Delegirten- Kommission, Annenstr. 16, zu überbringen." Arbeit niederlegten, endete der Ausstand nach zweitägiger Dauer ohn tarif, indem für die Schneidermeister nur ein Breistarif II.„ Wird die Einführung der Lohnarbeit in Tischlerwertstätten für mit Bewilligung der bekannten Forderungen und Entlassung festgestellt werden sollte, während die Schneidermeister auf der Diesmal noch abgelehnt, so ist statt desfeit ein prozentualer eines weiter arbeitenden Puters. Die während der Versammlung Basis dieses Preistarifs einen Lohntarif mit ihren Arbeitern und Aufschlag auf alle Attordarbeiten zu fordern und zwar in der vorgenommene Wahl eines Delegirten zum Gewerkschaftstongreß Arbeiterinnen festsetzen sollten." Seil legte hierauf sein Amt Weise, daß ein Mindestverdienst von 23 M. pro Woche dabei ergab: Rurgas 54, Hofmann 10 und Kleinschmidt als Vorsitzender der Einundzwanziger- Kommission nieder. erzielt wird. Wenn die Meister auch diese Forderung verweigern, 2 Stimmen. In der am 18. März in demselben Lokal tagenden so ist ebenfalls die Arbeit bis spätestens Sonnabend, den 14. März, Mitgliederversammlung wird ein Vortrag über Röntgen'sche niederzulegen. Es wird aber jeder Kollege dringend ermahni, X- Strahlen gehalten. angenommen: I. = M Charlottenburg. Die hiesige Bahlstelle der Holzarbeiter hielt am 9. März eine gut besuchte Bersammlung ab. Die Verfammlung vollzog zunächst die Wahl eines Delegirten zur Provinzialfonferenz in Frankfurt, mit welchem Amt das Mitglied Blad betraut wurde. Die Lohnbewegung ist im allgemeinen günstig verlaufen, nur die Firma Weimann hat bisher beharrlich jebe Forderung der Arbeiter abgewiesen. Es wurde deshalb befchloffen, hier den Streit fortzusehen und den Tischlern empfohlen, die Bekanntgabe zu beachten. 10111 die traurigen Zustände namentlich in den fleinen Die Einundzwanziger- Kommission der Schneidermeister Tischlereien mit einem Schlage ganz zu beseitigen, viel in der Damen- und Mädchen Mäntelbranche cher die prinzipielle Forderung auf Einführung der Lohn hatte zum 10. März eine öffentliche Versammlung ihrer Wähler arbeit zu stellen, als den prozentualen Aufschlag zu fordern." und Auftraggeber nach der Brauerei Friedrichshain einberufen, Ferner wurde ein Antrag angenommen, wonach sich die welche von knapp 150 Personen besucht war. Nach einigen Einarbeitenden Kollegen, d. h. deren Forderungen bewilligt sind, leitungsworten des Vorsitzenden Heil berichtete Schneidermeister verpflichten, wöchentlich 50 Pf. zur Unterstützung der Streifenden Suhr über das Zustandekommen des neuen Tarifs, der von zu zahlen. Auch ein Antrag: für Ueberstunden einen Aufschlag den Vertretern der Konfektionäre, der Meister und von wenigstens 25 pCt. zu fordern, fand einstimmige Annahme. Arbeiter und Arbeiterinnen der Damen und Mädchen Mäntel- Hermsdorf. Am 8. März beschloß hier eine Versammlung Nach der Aufforderung des Vorsitzenden, sich ohne Ausnahme branche vereinbart worden ist. Kedner gab der Meinung der Gemeindewähler, für die nächste Wahl einen sozialdemodaß wohl der Organisation anzuschließen, ging die Versammlung mit Ausdruck, mit tein Schneidermeister dem fratischen Kandidaten aufzustellen. Die Kandidatur wurde dem Tarif einem Hoch auf die Bildhauerbewegung auseinander. zufrieden tönne. sein Die Kommission habe Genossen Blümel übertragen. Möbel- Ausverkauf des Möbelspeichers Rosenthalerstr. 13. Wegen ganz bedeutender Bergrößerung meiner Räumlichkeiten vertaufe ich mein Waarenlager zu noch nie dagewefenen Preisen vollständig aus. Bum Umzuge und für Brautleute ist somit die einzig reelle Gelegenheit gegeben, Ausstattungen, forte einzelne Stücke gediegen und billigst einzulaufen. Man laffe sich nicht durch unmögliche Anpreisungen blenden, sondern besichtige sich die Möbel, welche man taufen will, genau und vergleiche dieselben mit meinen nur gediegenen Möbeln und anerkannt billigsten Breifen. Durch Einkauf von 9 großen Möbellagern zu günstigen Bedingungen vertaufe ich ganze Einrichtungen, sowie einzelne Stüde ganz bedeutend billiger als jeder andere Möbelhändler. Auch größtes Bager gebrauchter und verliehen gewefener Möbel zu wahrhaften Spottpreifen. Kleiberspind 15 Mart, Nußbaum= tleiderspind 30, Muscheltleiderspind35, Kommode 9, Sopha 16, Bettstelle mit Sprungfebermatrage u. Keilfiffen 18, Spiegel 9, Stühle 2, Nußbaum= trumeaug mit Stufe 60, Plüschgarnitur 50, neue, hochfeine Plüschgarnitur 105 Mart. Hochfeine Nußbaum- und Mahagoni- Möbel spottbillig. Auch gebe ich Einrichtungen auf heil: zahlung. 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Seitdem die verschiedenen Parasiten der Rebe in allen weinbautreibenden Ländern so große Verheerungen angerichtet haben, ist dadurch der Bedarf an Weinen ein geringerer geworden, theils der theuren Preise, theils der geringen, oft verfälschten, der Gesundheit schädlichen Waare wegen. Dem letzteren Umstande halber hat man dem Fruchtwein von Jahr zu Jahr immer mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Trotzdem die Fruchtweine während der leßten Jahre eine immer größere Anerkennung gefunden haben, wirkt doch das Vorurtheil sowie auch die Bezeichnung Fruchtwein" einerseits hemmend, und die vielfache Herstellung geringwerthiger Produkte anderseits auf die Entwickelung der Produktion und des Geschäftes noch erheblich. Vor allen Dingen ist die Bedeutung der Fruchtweine für Mittel- und Norddeutschland hervorzuheben, ihr Werth als Produtt in: ökonomischer Beziehung wie auch als Medizinalwein und Genußmittel für das Publikum. Wenn in Norddeutschland die Produktion erst eine größere und allgemeine in Güte das sein wird, ist der Fruchtwein im stande, fremde Weine zu verdrängen. Einmal ist der Boll auf fremde Weine ein nicht unbedeutender, außerdem sind die hohen Preise der Traubenweine bekannt und theilweise gefürchtet. Fruchtweine sind nicht nur Produkte der Natur und der Hände, sondern der Natur und des Verstandes, der wissenschaftlichen Kenntniß der Bestandtheile und Zusammenfeßung der guten Weine und der zur Kelterung geeigneten Obstfäfte. Johannisbeerwein, weiss und roth, ift den fetten Ungarweinen an die Seite zu stellen und wird diesen bisweilen noch vorgezogen. Seiner Reinheit und vor allen Dingen Bekömmlichkeit wegen ist derselbe für Rekonvalesgenten warm zu empfehlen. angewandt. Stachelbeerwein ist ein lieblicher aromatischer Frühstücks- und Dessertwein. Heidelbeerwein ersetzt die rothen Bordeauxweine. In der Medizin spielt der Heidelbeerwein eine große Rolle und wird derselbe mit guten Erfolgen Unsere hiesigen Hauptlager- Kellereien befinden sich Hollmannstrasse 16, und stehen dem verehrten Publikum jeden Dienstag und Freitag Nachmittag von 3-6 Uhr zur gefälligen Besichtigung geöffnet, und werden auf Wunsch Proben gratis gegeben. Krankenhäusern, Aerzten und Apothekern stehen auf Wunsch Proben gratis und franko zur Verfügung. Wir offeriren unsere sämmtlichen Fruchtweine per Flasche 75 Pfg. ertl. In Gebinden von 20 Liter an mit 1 Mark per Liter exkl. Bei Entnahme von 50 Flaschen und größeren Gebinden treten Engros- Preise ein. Durch unsere eigenen Gespanne liefern wir einzelne Flaschen frei Haus Berlin und frei Bahn. Auf der hiesigen Gewerbe- Ausstellung fommen unsere sämmtlichen Fruchtweine in der Kosthalle der Berliner Großdestillateure glasweise zum Ausschank. Eugen Neumann& Co., Obst- und Beerenweinkelterei, Hollmannstr. 16. Detail Verkaufsläden: 6a. 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März verstarb nach schwerem Leiden unfer langjähriger Stollege Max Dümmler Donnerstag, den 12. März, abends 8 Uhr, in Raabe's im 43. Lebensjahre. Die Beerdigung Salon, Kolbergerstr. 23: Mitglieder- Versammlung. 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Genossen Wurm über: Kapital und Arbeit. 2. Diskussion. Gäste haben Zutritt. Mitglieder werden aufgenommen. 2741 Um regen Besuch bittet Der Vorstandi Dekorations- Maler! findet am Freitag Nachm. 1 Uhr vom Trauerhause Blumenstr. 33 aus statt. Die Kollegen der Firma Eruft Liek. 2176 Danksagung. Herzlichen Dank für die große TheilBerliner Gewerkschafts- Kommission. Freitag, den 13. März, abends 8½ Uhr, im Lokal ,, LouisenStädtisches Klubhaus", Annenstr. 16: Oeffentliche Versammlung der Delegirten. Zages Ordnung: 1. Berichte über die Streiks der Zimmerer, Holzbearbeit ungsmaschinen Arbeiter, Holzarbeiter, Konfektionsarbeiter, Maler, Sattler, Bildhauer, Stellmacher, Schuhmacher und Brauer. 2. Gewerkschaftliches. 2206 Die Delegirten werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. J. A.: R. Millarg. Bildhauer Berlins! Durch den Beschluß der öffentlichen Versammlung vom 10. März 1896 dürften bald Gelder zur Streitunterstüßung nothwendig sein, deshalb soll auf Beschluß dieser Versamm nahme und reiche Blumenſpende bei lung jeber arbeitende Kollege Pro Woche 50 Pfennige der Beerdigung meiner lieben Frau, insbesondere dem Verband der Möbelpolirer. Frit Echtermeyer. Der Zementarbeiter B. Frundt aus Bremen wird aufgefordert, die in seinen Händen befindliche Liste nebst dem darauf verzeichneten Geldbetrag zeichneten abzuliefern. Rostock, den 12. März 1896. Donnerstag, den 12. März, bei J. Wernau, Rofenthalerstraße 57: innerhalb vier Wochen an den UnterOeffentliche Versammlung der Spezialisten( Dekorations-, Holz- u. Marmor- Maler.) 125/7 Es wird dringend ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Maler und Der Einberufer. und Berufsgenossen. Freitag, den 13. März, abends 73 Uhr, im großen Saale des Herrn Kliem, Hasenhaide: Oeffentliche Versammlung fämmtlicher 215b M. Erdbeer, Grüner Weg 3. NB. Sollte jemand den Aufenthalt des Genannten tennen, so wird um gütige Mittheilung gebeten. D. O. Die gegen den Barbier Herrn Otto Vogel, sowie dessen Ehefrau Marie zahlen. Liften zu dieser Sammlung fönnen von Freitag, den 13. März, abends, an im Restaurant Annenstraße 16 in Empfang genommen werden, auch werden Meldungen über den Verlauf des Streits den ganzen Tag dort entgegengenommen. 22/12 Der Vertrauensmann. Otto Meyer, Strelitzerstr. 28. Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Bahlstelle Berlin.) Bezirks- Versammlung für Südost Hente, Donnerstag, den 12. März, abends 82 Uhr, im Lokal des Herrn Henke, Naunynstraße 27: Tages- Orduung: 1. Vortrag des Genossen Mehner über: Was lehren uns die letzten Streiks? 2. Diskussion. 3. Verbands- Angelegenheiten. Drechsler und Bürstenmacher sind besonders eingeladen. 91/19 geb. Bahr, Rügenerstraße 10, aus Sonntag, den 15. März 1896, vormittags präzise 10 Uhr, bei Herrn Keller( grosser Saal), Koppenstr. 29: General- Versammlung. gesprochene Beleidigung nehme ich zurück, bitte sie um Berzeihung und erkläre sie für ehrenwerthe Leute. 209b Ernst Kumm, Putbuserstr. 38. Die Aeußerung, die ich gegen Herrn Tages Ordnung: 1. Rassenbericht vom IV. Quartal. 2. Bericht des Vorstandes, der KomKarol gemacht habe, nehme ich hier- mission und des Arbeitsvermittlers. 2. Wahl eines Delegirten zum Gewerkmit zurück und erkläre diesen für einen schaftskongreß in Berlin. 3. Ersatzwahlen zur Ortsverwaltung. 4. Stellungnahme zum 1. Mai. 208b Pflicht eines jeden Mitgliedes ist es zu erscheinen. Mitgliedsbuch legitimirt. Maler und Anstreicher von Berlin Süd, Südwest und Rixdorf. anständigen Mann Zages Ordnung: 1. Bericht über die gegenwärtige Situation unseres Streits. 2. Die weiteren Maßnahmen zu unserem Streit. Tu Zu dieser Versammlung sind sämmtliche streikende, sowie auch arbeitende Kollegen eingeladen und es ist Pflicht derselben, zu dieser wichtigen Versammlung sich einzufinden. Die Lohnkommission der Maler Berlins und der Vororte. J. A.: G. Lint. Achtung! Schuhmacher! Wahl Fonds. R. Braun. MaiDie Ortsverwaltung. Achtung! Möbelpolirer! Heute, Donnerstag, abends 8 Uhr, im Märkischen Hof, Admiralstr. 18c: Oeffentliche Versammlung. Marken***** Donnerstag, den 12. März, abends 81/2 Uhr, im Lokale liefert schnell und billig Königsbank, Gr. Frankfurterstr. 117: Jean Holze, Tages- Ordnung: Wie stellen sich die Arbeiter, insbesondere die Tischler und Drechsler von Schoy, Mariannenstr. 31, und von Lucat u. Weisselberg, Cuvryftr. 46, zu den streikenden Polirern? IF Sämmtliche Arbeiter obiger Fabriken sind hiermit cingeladen. Die Kommission. Grosse öffentliche Schuhmacher- Versammlung. Hamburg, gr. Drehbahn 45. 147/20 Entgiltige Beschlußfaffung über folgende Resolution: Wenn die Forderungen, welche jetzt bei den Ringfabrikanten gestellt find, nicht innerhalb 3 Tagen voll und ganz bewilligt werden, soll bei allen Ringfabrikanten die Arbeit eingestellt und folgende Forderung gestellt werden: 1. Schaffung eines einheitlichen Lohntarifes. 2. Neunstündige Arbeitszeit. 3. Anerkennung des Arbeitsnachweises." 169/13 Achtung! P.-A. 4. 1038. Die Agitationskommission. Achtung! Umsonst F.-A. 4. 1038. Ternt jede Dame schnell das Zuschneiden der Damen- Garderobe, wenn sie sich eine Reichelt'sche Zuschneide- Labelle für Damen- Taillen u. Mäntel nebst Gebrauchsanweisung( D. R. G. M. No. 45 655) F einfachstes Syftem für nur 5,00. tauft bei F. Siegerist, GeneralVertreter für Deutschland, Berlin SW, Lindenstr. 69 I.- Jedweder Unterricht wird gratis ertheilt und jedes gewünschte Muster für 1 M. geschnitten. Hackescher Markt 4, Ecke Neue Promenade J. Brünn, Am Stadtbahnhof ,, Börse." 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