Morgenausgabe Nr. 47 A 24 47. Jahrgang «Sche-tüch 85P�«onaQch 3.60 TL tm voraus zahlbar. Pottbezvg 4L2 TL einschließlich 60 Pfg.Postzeitun s- und 72 Pfg Postbestellgebühren. Auslands« abonnemem 6.— M. pro Monat. Der �VonvSrts� erjchetnt wochentSg» Lch zweimal, Sonntags und Moutags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„Der Abend-. Illustrierte Beilagen„Dol? und Zeit- und„Kinderfreuno". Ferner »Unterhaltung und Wissen".»Frauen« stimme-.„Technik".»Blick in di« Bücherwelt" und.Iugend-Borwärts" Vevttner Vvttsbßatt Mittwoch 29 Januar �930 Groß-Äerlin pf. Auswärts IS Z)f. Die»tafpattige NonparetZezet»« 80 Pfennig. Reklame eile S.— Reichs» mark.„Kleine Anzeigen' das ettge» druckte Wort 85 Pfennig(zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, jedes wettere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben Söhlen für zwei Wort«. Arbeitsmaikt Zeile 60 Pfennig. Familienanzeigen Ze le 40 Pfennig. 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Er gab gleichzeitig bekannt, daft das Riicktrittsgesnch des Kabinetts vom König bereits angenommen, und daft General Berenguer mit der Bildung der neuen Regierung betraut worden sei. Die Diktaturherrlichkeit des Generals Primo de Rivera hat immerhin übersiebenIahre gedauert: am 12. Sep- tember 1923 erfolgte jener Militärputsäi, durch den das Parlament(Tortes) abgeschafft und alle Macht in die Hände eines zunächst rein inllitärifchen Direktoriuins gelegt wurde. Zwei?ahre später, am 3. Dezember 1925, wurde zwar das Militärregime insofern etwas geinildert, als einige Zivilisten, darunter auch frühere Abgeordnete, in das Kabinett auf- genommen wurden, aber das militärische Element blieb noch immer stark vertreten und die Diktatur blieb als solche bestehen:. R e g i e r u n g.s d e t r e t e erlangten Geseheskraft, Ö;e Presse unierstand einer B o r z e n s u r, auch die Tele- gramme und Telxphonate der ausländischen Korrespondenten wurden streng überwacht, damit nichts Ungünstiges über das Regime Primo de Riveras in die fremden Länder drang. Dennoch wäre es ganz abwegig, die spanische Diktamr mit. der italienischen in einem Atemzuge zu nennen. Primo selbst pflegte mit Stolz darauf hinzuweisen, daß im Gegensatz zum Italien Mussolinis weder politische Mordtaten an den Gegnern des Regimes, noch sonstige Ge- walttaten vorgekommen seien. Nur in Barcelona sind vor Jahren aus Anlaß einer Militärreoolte mit national- katalanischem Hintergrund zwei oder drei Meuterer stand- rechtlich erschossen worden. Die sonstigen Auflehnungen teils militärischer, teils ziviler Natur haben einen verhältnismäßig friedlichen, zum Teil sogar operetlenhaften Zlusgang genommen. Spanien, dessen Städte einen hypermodernen Aufschwung genommen haben, ist politisch ein zurück- gebliebenes Land: das hängt mit der kulturellen Rück- ständigkeit der Landbevölkerung zusammen, die unter dein Einfluß des Klerus steht und, besonders im Süden, einen er- schreckend hohen Prozentsatz von Analphabeten aufweist. Infolgedessen hat dieses Land ein wirklich parlcnnen- tarisches Regime nie gekannt, wohl aber lagen die Körrup- tionsauswüchfe eines Scheinvarlamentarismus klar zutage. Deshalb ist bei der Masse das Regime Primos nie di- rekt oerhaßt, ja nicht einmal wirklich unpopulär gewesen. Nur die intestekiuelle liberale Bourgeoisie nahm dagegen den Kampf auf. Die Arbeiterschaft lehnte es bewußt ab, für die korrupten Elemente des früheren Regimes die Kasta- nien ans dem Feuer zu holen. Die sozialistischen Gewerk- schaften hielten es für wichtiger, die soziale Lage der Ar- beiterklasse zu verbessern und dies ist ihnen auch in nicht uner- heblichem Maße gelungen: denn Primo begriff den großen Vorteil, den diese realpolitische Taktik der Arbeiterführer auch für ihn bedeutete, und ließ dem klugen Arbeitsminister Eduardo Perez freie Hand, um sozialpolitische Maßnah- men durchzuführen, die gerade für Spanien einen beträchtlichen Fortschrstt darstellten. In dieser langen Zeit und dank dieser scheinbar neu- tralen Haltung, haben sich die Gewerkschaften und auch die Sozialistische Partei stark konsolidiert und sie bilden die ein- ztgc organisierte Macht in Spanien. Für eine Er- greifung der politischen Macht durch sie allein ist es freilich noch zu früh: Die Jahrhunderte lang systematisch gezüchtete Ignoranz in weiten proletarisch-ländlichen Schichten des Voltes lassen sich nicht durch einige Jahre emsiger Aufklärungsarbeit überwinden. Aus allen diesen Gründen ist zum Jubel über den Rück- tritt Primos kein Anlaß, besonders wenn man hört, daß der König Alfons der Xlll. einen anderen General mit der Kabinettsbildung betraut hat: nämlich Primos per- fönlichen Todfeind, Genera! Berenguer. Berenguer. Intimus und Günstling des Königs, hat, aus Byzantinismus gegenüber deig Monarchen, im Jahre 1923 jene Offensive bei Tetuan in Spanisch-Marokko inszeniert, die «inen katastrophalen Ausgang nahm. Um seine damals durch den Dolkszorn bedrohte Krone zu retten, ließ König Alfons General Berenguer— nachdem er ihn selbst m das Tetuan- Abenteuer gehetzt hatte— glatt fallen und er hob Primo de Rivera in den Sattel. Im Laufe der Jahre ist aber der König seines Diktators wieder müde geworden. Freilich wagte er nicht, ossen gegen ihn vorzugehen: denn wenn das Volk zwischen Primo und dem König zu wählen hätte, würde es besonders in der städtischen Arbeiterschaft immer noch.dcn burschikoses General dem Erben einer degenerierten Königsfamilie vorgezogen haben. Dafür ließ der König unter der Hand durch den Hof und durch ihm ergebene Militärs und ehemalige Mini- ster gegen Primo de Rivera intrigieren und agitieren. Der Versuch des Diktators, dessen Stellung dadurch schon seit langem erschüttert war, direkt an die Armee zu appellieren, ist gescheitert, wahrscheinlich well der König verschiedene Armeekorpsführer durch Verfprecbungen von Orden, Adels- titeln und dergl. bereits heimlicy gegen Primo gewonnen hatte. Dieser hat nun die Konsequenz gezogen und seinen Rücktritt unterbreitet, der natürlich vom König mit Begeiste- rung angenommen worden ist. Es bleibt freilich abzuwarten, ob der neue Mann einen Fortschritt bedeuten wird. So sehr man es begrüßen würde, man muß leider einstweilen skeptisch bleiben, weil die Vergangenheit der spanischen Monarchie keinerlei Ver- trauen für die Zukunft einflößt. Gefahr in Katalonien? London. 28. Januar.(Eigenbericht.) lieber den Rücktritt Primo de Riveras werden in London noch folgende Einzelheiten bekannt. Ehe Rivera dem König sein Rücktrittsgesuch einreichte, hatte er eine längere Unterredung mit dem oberste» Komman- denr der spanischen Armee, General Jnlio Crespo und dem General Barrera. Kommandeur von Barcelona. Es verlautet, daft Barrera. der zu dieser Besprechung aus Barcelona eingetroffen war. dem Diktator einen Bericht über die kritische militärische Lag- in Katalonien gegeben Hab«. Dieser Bericht sott es gewesen sein, der bei Primo de Rivera den Ausschlag gegeben hat, um den Rücktritt anzusuchen. Nach dieser Sitzung begab sich Primo in Begleitung de» Ainanzministers und des Ministers des Innern in den Palast, wo er dem König sein Rücktrittsgesuch unterbreitete. Rivera sott bei dieser Gelegenheit erklärt haben, er sehe ein, daft es ein Irrtum gewesen sei. die militärischen und Marine» chefs von Spanien einzuladen, über seinen Rücktritt oder sein Verbleiben zu entscheiden. König Alfonso von Spanien wird vermutlich de» General Berenguer. einen früheren Lberkommissar von Marokko und jetzigen Chef des MilitärkabinettS des Königs, zur Re- giernngsbildnng ausfordern. Im Falle dieser ablehnt, wird wahrscheinlich Graf Guadolhoree. einer der Führer der„patriotischen Union", aufgefordert wer- den. das Kabinett zu bilden. Am späte» Rachmittag lag in London ein Dementi über den Rücktritt Primos vor. Englische Rachrichten- agentureu sind jedoch im Laufe des Abend» mit Madrid in direkte telephonische Verbindung getreten und haben hierbei die Bestätigung des Rücktritts Primos erhalten. T)ie Verhandlungen in Preußen. Volkspartei wird mit der Beratung nicht fertig. Die Landtagsfraktion der Deutschen Dolkepartei nahm. am Dienstag nachmittag gegen 4 Uhr die unterbrochene Fraktionssitzung wieder auf. um die Erörterung über die Frage der Bildung der Großen Koalition fortzusetzen. Die Beratungen werden als streng vertraulich bezeichnet Kurz nach 6 Uhr vertagte die Fraktion die Weiterbesprcchung aus Mittwoch vormittag. Irgendwelche Beschlüsse sind nicht gesaßt worden Die Fraktion wird dem Minister- Präsidenten davon Mitteilung machen, daß die Bitte, bis Dienstag abend ihm die Stellung der Deutschen Bolkrpartei mitzulelien. nicht entsprochen werden kann, da man noch mitten in den Beratunzen stehe. Die sozialdemokratische Landtagssroktlon, die sich ebenfalls mit der pollt!sck>parlamentar!schen Loge besaßt«, beauftragte den Ministerpräsidenten, die Derhandlungen in dem bisherigen Tin»« weiterzusühren. Eine Cirnscheidung über die Stellungnahme der Fraktion für den Fall, daß die Derhandlungen an den Demo» traten scheitern sollten, wurde noch nicht getroffen. Neuordnung. Die Reform der Berliner Kommunawerwaliung. Von vr. kknrl Herr. Die Deutschnationalen haben im Landtag einen Antrag auf Umgestaltung der Berliner Kommunal- Verwaltung eingebracht. Während aber ihre früheren Anträge auf eine Zerschlagung Berlins zielten, begnügen sie sich jetzt mit der Forderung einer stärkeren Dezentralisation und einer Umgestaltung der zentralen Verwaltung zu einer nur kontrollierenden Instanz. Der jetzige Antrag der Deutsch- nationalen bedeutet also eine Aufgabe ihres früheren Stand- Punktes, der die Großgsmeinde Berlin wegen ihrer angeb- lichen Lebensunfähigkeit wieder auflösen wollte. Die Deutsch- nationalen haben nunmehr die prinzipielle Grund- läge des von ihnen als völlig unbrauchbar bekämpften Gründungsgesetzes von Groß-Berlin anerkannt. Der durch sozialdemokratische Initiative erfolgte Zusammenschluß der Berliner Gemeinden zu der einheitlichen Großgemeinde ist heute außer allem Streit. Die innere Organisation dieses Riejengebildes, das augenblicklich schweren Erschütterungen ausgesetzt ist, ist allerdings immer noch problematisch und auch innerhalb der kommunalpolitischen Kreise der Partei>in Kampfe gegen- sätzlicher Meinungen umstritten. Gegenüber den früheren, von Oberbürgermeister Böß ausgehenden Aenderunasbestre- bungen hatte die Stadtverordnetenfraktlon— sachlich mit Recht— zunächst eine ablehnende oder jeden- falls abwartende Haltung eingenommen, da es richtig erschien, zunächst weitere Erfahrungen in der Anwen- dung des Gesetzes zu sammeln und das Ergebnis der im Ber- waltungswege m Aussicht genommenen organisatorischen Per- einfachungen abzuwarten. Nach den Ereignissen der jüngsten Zeit läßt sich dieser Standpunkt m. E. nicht mehr aufrecht er- halten, da die Vorkommnisse der letzten Monate Mängel haben erkennen lassen, die nicht oder jedenfalls nicht ausschließlich auf persönliche Unzulänglichkeiten zurückzuführen sind, sondern aus Konstruktionsfehlern im vrganisatori- scheu Aufbau beruhen. Diese Erkenntnis ist heute allgs- mein zum Durchbruch gelangt. Eine aktive Stellung- nah m e an Stelle der bisher abwartenden Haltung ist außer- dein durch die Tatsache geboten, daß die preußische Regierung die seit Iahren in Aussicht genommene große Per» waltungsreform nunmehr ernsthaft in Angriff gc- nommen hat und daß im Rahmen der neuen Städte- o r d n u n g die Sonderfragen, die der gegenwärtige Aufbau der Berliner Kommunalverwaltung aufgerollt hat, Losung erheischen. lieber Ziel und Wegrichtung der unvermeidlich ge- wordenen Reform sind freilich in Parteikreisen die Ansichten keineswegs geklärt. Mit allgemeinen Schlagwörtern oder mit Klagen über das Bersagen der Zentrale oder der Bezirks- instanzen läßt sich keine allgemeine Leitlinie gewinnen. Ebenso unfruchtbar ist eine Einstellung, die ihre Orientierung nicht aus grundsätzlichen Erwägungen gewinnt, sondern aus dein beschränkten Erfahrungskreise der amtlichen Tätigtest des je- weiligen Kritikers. Um der Diskussion In Parteikreisen eine Grundlage zu geben und eine über Allgemeinheiten hinausgehende, in kon- trete Details eindringende Erörterung in Gang zu bringen, reihe ich in zahlenmäßiger Folge die Aendernngsvorschlägs an- einander, die nach meiner Auffassung als richtunggebend für die beoorstehendc Umgestaltung des Gesetzes zu betrachten sind. Eine Einzelbegründung kann ich schon aus Raumgründen an dieser Stelle nicht geben. Leitender Gesichtspunkt muß überall sein, die politische Wesenseigenschaft der Selbstver- waltung zur organisatorischen Ausprägung zu bringen. Diese Wesenseigenschaft besteht aber darin, daß vernnttels der Selbstverwaltung die unsere Gesellschaftskörpcr durchströmen- den Kräften in die öffentliche Verwaltung übergeführtund damit die Schranken niedergelegt werden, die die historische Entwick- lung des deutschen Obrigkestsstaates zwischen>staat und Volk aufgerichtet hat. Diese politische Leitidee muß außerdem für ein Ricsengebilde vom Umfang? Berlins von zwei an sich gegensätzlichen, aber nicht ausschließenden organisationstech- nischen Grundsätzen gestützt werden: Auf der einen Seite muß dieEinheitinderVielheitgewahrt werden, also das Funktionieren der Verwaltung nach einem den ganzen Apparat durchdringenden Willen in grundsätzlichen Fragen sichergestellt werden. Auf der anderen Seite muß die Viel- Heit in der Einheit aufrechterhalten werden, damit nicht die örtlichen Besonderheiten erstickt werden unter der unsere ganze öffentliche Verwaltung gegenwärtig bc- drohenden Gefahr eines bürokratischen, schematisierenden Zentralismus. An anderer Stelle habe ich als Ausdruck einer gleichzeitig zusammenfassenden und wieder untertellenden Synthese die Formel geprägt: Die Versasjung muß konzentriert, die Verwaltung muß dezen- tralisiertwerden. Von diesen Erwägungen ausgehend mache ich für die Neugestaltung des Gesetzes folgende Abänderungsvorschläge: 1. Di« Zahl der Bezirke ist zu verringern. Ob man an Stell« der setzt 2v Bezirk« auf 12 oder noch wester auf ober 6 Bezirk« heruntergehen will, ist Sache der Einzelprüfung. Di« 20 Pezirk«, m denen zum Teil noch die alten Gemeinden fort- leben, waren eine U ebergang», und Kompromißlösung. Di« Auf- tellung der Berllner Kernstadt in die 6 Jnnenbezirle, die sich zunächst als Uebergangsreg«lung rechtfertigen lieh, ist meines Erachtens heute nicht mehr aufrechtzuerhalten. 2. Bezirksversammlung und Bezirksamt find nach dem Muster des süddeutschen Eintörpersystems zu einem Verwaltungskörper zusammenzulegen. Die Wahl der leitenden Beamten durch die Bezirkskörperschafl ist beizu- behalten. Jedoch ist sowohl der P e r s o n e n k r« is. der diese Bezirkskörperschaft bildet, wi« auch die Zahl der berufsmäßigen Bezirksamtsmitglieder klein zu halten. Ich stehe— wahr- scheinlich im Gegensatz zu vielen Parteigenossen— nicht auf dem Standpunkt, daß die Ueberzahl von Funktionären, wie sie setzt zweifellos vorhanden ist, der demokratischen Durchdringung des Ver- waltungsapparates förderlich ist. 3. Di« unbesoldeten Stadträt« im Magistrat wi« in den Bezirksämtern fallen fort. Dieses Ehrenamt war auf die bürgerliche chonoratiorenoerwaltung der Klein- und Mittelstädte des vorigen Jahrhunderts zugeschnitten. Ein im Arbeitsverhältnis stehender Proletarier Hot heute in Berlin nicht mehr die Zeit und die wirtschaftlich« Möglichkeit, ein derartiges Amt mit seinen außer- ordentlichen Ansprüchen an Arbeitszeit und Arbeitskraft auszuüben. 4. Di« Borsitzenden der Bezirksämter find Mitglieder des Magistrats, damit die zentralen Ge- sichtspunkte in den Bezirken, die Sonderinteressen der Bezirke in der Zentrale zur Auswirkung und gegenseitigen Durchdringung ge- langen. Der Hauptfehler der heutigen Organifatchn bestcht darin, daß die Verbindungsgelenke zwischen Zentrale und Bezirke viel zu schwach sind und daher in den leitenden Spitzen der Verwaltung keine Einheit besteht. Der Magistrat wird also künftighin sich aus Fachbezernenten(den jetzigen Fachstadträten)„nh Ortsdezernenten (den Vorsitzenden der Bezirksämter) zusammensetzen. 5. Der Magistrat verliert sein selbständiges Beschlußrecht, d i e Stadtverordnetenversammlung wird alleiniges Willensorgan der Gemeinde. d«r Magistrat wird Ausführungsorgan(demokratisches Einkammersystem). Di« von mancher Seit« angeregt« Ersetzung des kollegialen Magistratssystems durch das rheinische Oberbürgermeistersystem kommt für Bellin nicht in Betracht. 6. Die laufende Verwaltung ist Sache der Bezirke. Soweit nicht die Natur der Sache«ine zentral« Der- waltung gebietet, hat die Zentral« nicht selbst zu verwalten, sondern nur die Grundsätze für die Verwaltung aufzust«ll«n und deren Jnnehaltung zu kontrollleren. Diese sechs Punkte bezeichnen die Richtung, die m. E. der Reformbewegung gegeben werden muß. Eine im dsmokrati- schon Sinne durchgreifende Umgestaltung der Verwaltung darf freistch hier nicht halt machen. Soll der Wirkungskreis der Bor- liner Kommunalverwaltung gesteigert werden— und ich bin optimistisch genug, zu hoffen, daß nach der jetzigen Krise wieder «inneuerAufschwung einsetzen wird— so muß zu der inneren Neuordnung, die lediglich den organisatorischen Auf- bau ändert, eine Neuabgrenzung der Zuständig- keiten zwischen den Staats- und Gemeinde- behörden hinzutreten. Dieses Problem mündet in die allgemeineVerwaltungsreform ein, drängt aber in Berlin zur schleunigen Lösung, da gerade Berlins Ge- meindeverwaltung aus historischen Ursachen, die sich aus der Eigenschaft der Stadt als Residenzstadt ergaben, unter einer Ueberfülle konkurrierender Staatsämter aufs schwerste in ihrer Entfaltung und in der verwaltungsmäßigen Durchführung der großen Sachaufgaben gehemmt wird. Um kurz und konkret zu veranschaulichen, wa» ich meine, mag als Beispiel für das ständige Ueberfchneiden von Zu- .ständigkeiten der verschiedenen Verwaltungsstellen der Hin- weis darauf genügen, daß wir neben den kommunalen Stadt- ärzten die staatlichen Kre'särzte. neben den städtischen Schul- organen die staatlichen Schulbehörden, neben den kommunalen Jugendämtern die Vormundschastsgerichte. neben den Fach- stellen der Stadtverwaltung zahlreiche Polizsiorgane mit reinem kommunalen Aufgabenkreis haben. NichtdieZahl der Leaißt en ist zu groß, sondern dieZahlder ?l e m t e r! Eine durchgreifende Rationalisierung der Ber- liner Lokalverwaltung— dieser Begriff im weitesten Sinne auch auf die mit örtlichen Aufgaben befaßten Staatsinstanzen erstreckt— ist ein staatspolitisches Gebot der Stunde und darf auch vor ehrwürdigen Verwaltungstraditionen, insbesondere vor dem stillen, aber um so zäheren Widerstand der staat- lichen Bürokratie nicht haltmachen. Wenn alle Kräfte der Partei sich zur Lösung dieser großen Aufgabe zusammen- finden, werden wir aus der gegenwärtigen Depression her- auskommen und den Beweis erbringen, daß die Sozialdemo- kratie die Kraft und den politischen Willen hat, Berlin auf Grund freiester Selbstverwaltung zur Hochburg des kommu- nalen»nd sozialen Gedankens zu machen. Das Zündholzmonopol beschloffen. Borstoß gegen Geuoffenschasten. Abgewehrt. Der Reichstag hat am Dienstag das Zündwareu» jnoholgeseh und die damit verbundene Anleihe über �90 Millionen Mark mit 240 gegen 143 Stimmen bei 7 Stimmenthaltungen angenommen. Die Sozial- dcmokratie hat ihre Zustimmung gegeben. Droh erheblichen Widerstandes stimmte auch die Deutsche i Volkspartei zu. deren Fraktion für diesen Fall aus- drücklich Fraktionszwang beschlossen hatte. Di« Zustimmung der«ozlaldemokrati« ist erfolgt, obwohl gegen das Zllndwarenmonopolgesetz und gegen die Anleihe ge» wisse Bedenken bestanden. Entscheidend war für ihr« Haltung aber, daß die Anleihe zur Sanierung der Kasse des Reiches unbedingt erforderlich ist, daß auf anderem Wege gegenwärtig«in 1 so hoher Betrag von einer halben Milliarde Mark nicht aufgebracht werden kann, und daß das Scheitern dieser Anleih« mit unfehlbarer Sicherheit zu einer erneuten Zahlungskris« des Reiches führen würde. Außerdem gelang es der Sozialdemokratie den V o r st o ß sämtlicher bürgerlichen Parteien gegen die ge- nossenschaftliche Zündholzproduktion Im wesent» lichen zurückzuweisen und den Versuch, auf diesem Wege dem Genossenlschastsgedanken einen schweren Schlag zu versetzen, zum Scheitern zu bringen. Die Vorlage der Reichsregiervng, die unter dem sazialdemo- lratifchen Reichsfinanzminister Dr. Hilferding entstanden ist, sah vor, daß der G r o ß e i n ka u f s- G e s e l l s cha ft deutscher Konsumvereine eine Jahresproduktion von 23 000 Kisten garantiert werde und mißerdem ein jährlicher Zuwachs von iVt Prozent gleich 345 Kisten. Da die Produktion der GEG. Im Jahre 1029 nur etwa 20 000 Kisten betrug und der Zünöholzver- brauch ziemlich stabil ist, so war damit eine erhebliche Auedehnung der genossenschastllkhen Produktion gesichert. Gegen diese Be- stimniung richtete sich£af)er der ganze Ansturm des Handels, der von den Zündhölzern, die die Genossenschaften herstellen, eine schwere Konkurrenz erwartet. Unter der Fühymg- Sachsens hat der Reichsrat Beschlüsse gefaßt, die der genossenschfcftlichen Produktion überaus stark« Fesseln anlegt. Die Aufgabe im Reichstage war deshalb für die Sozial- demolratie besonders schweig, denn sie mußte nicht nur den Widerstand der bürgprlichea Parteien brechen, son- dern der Vorlag« auch emc Gestalt geben, durch die«in Ein- spruch des Reichsrats vekchmdert wurde. Diese Aufgabe ist erfolgreich gelöst. Statt der 19 POfc' Kisten, die der Reichsrat für die Groß-inkauscgesellschaft Deutsch»»Zonsumo-reine vorgesehen hatte, sind die 23000 Kisten mit dem Re-A für einen jährlichen Zuwachs von 1 Prozent gleich 230 Kisten durchgesetzt worden, die Sicherung für weiter« Ausdehnung der genosims�ftlichen Produktion ist also gegeben. Der Versuch, die G-nossenschastien zu zwingen, sck-lechtere Zündhölzer herzustellen, wurde ebenfalls abgeschlagen. Dagegen wurde der Kleinhandels höchst preis von 30 Pfennig, der den Konsumgenosienschasten gestattet hätte, ihre Ware auch unter diesem Preise zu verkaufen, zu einem fe st e n I�mvrrkausepreis von 30 Pf. umgestaltet, der weder unter- noch überschritten werden darf. Es ist bedauerlich, daß diese Konzession gemacht, werden mußte. oder da dies schließlich der einzig« wichtige Streitpunkt zwischen Sozialdemokratie und den bürgerlichen Regierungsparteien war, konnte daran der Gesetzentwurf nicht zum Scheitern gebracht wer- den. Höher als dieser kleine Nachteil steht die Erwägung, daß' der Angriff auf die genosienschastliche Eigenproduktion überhaupt ab- gewehrt wunde und mit der Zlnleihe ein wichtiger Schritt zur Sanie- rung der Reichsfinanzen getan wird. Rachprüfung der Reichskasse. Ein Bericht des Rechnungshofes. „Sturmfahne" und Hochverrat. Die Folgen des Grhe'mdrvcks. Leipzig. 28. Januar.(Eigenbericht.) Bar dem vierten Strafsenat des Reichsgerichts begann am Diens- wz ein Prozeß gegen den SS Jahre alten Buchdruckereibesitzer Eiml Fritz Pächter und den 4Sjähngen Schriftsetzer Emil Schuster, beide aus Berlin. Als Folge der Mai-Unnchen in Berlin wurde am 2 Mai 1929 die kommunistisch« Tageszeitung, die„Rote Fahne' ver- boten. Di« KPD. gab tm Mai 1929 eine Ersatzzsltung„Die Rote Sturmfahne' heraus, von der vier Nummern erschienen sind. Am 10. Mai wurde die Nummer vom gleichen Tage in der Buch- druckerei Streisand in Berlin in mehreren taufenden Exemplaren von der Kriminalpolizei beschlagnahmt. Die Inhaber dieser Buchdmckeret Pächter und Friedlander wurden verhastet, ebenso Schuster, der in diesem Betrieb als Schriftsetzer beschäftigt war. �Friedländer wurde außer Verfolgung gesetzt, gegen Pächter und Schuster wunde die Anklage wegen Vorbereitung zum H och verrat und Vergehen gegen das Republitschutzgesetz erhoben. Pächter gibt zu, die Zeitung in seinem Betrieb gedruckt zu haben, bestreitet aber, daß er gewußt habe, daß es sich bei der„Roten Sturmfahne' um eine Ersatzschrift der verbotenen„Roten Fahne' handelte. Er habe auch selbst gar kein Interesse, die Kommunistische Parte! irgendwie zu unterstützen. Zu der Verhandlung sind zahl- reich« Zeugen geladen. Das Urteil wird wahrscheinlich am Donners- tag oerkündet. Elu Stahlhelmpaftor elngespunnk. D« Stahlhelm pastor der Kirchgemeinde Gruncnv in Weckkenburg-Strelitz, Stoppel, wurde � cm Dienstag verhaftet, da er in dem dringenden Verdacht steht, große Veruntreungen begangen zu haben. Pastor Stoppel war mehrere Jahr« Verwalter eines Raiffeisenvereins in seinem Wirlungsort. Di« Veruntreuungen wurden bereits vor längerer Zeit aufgedeckt. Damals wurde Stoppel, zunächst seines Amte» als Pastor enthoben, Dem Reichstag ist. eine Denkschrift des Rechnungshof» des Deutschen Reiches zugegangen, die sich mit der Reichshaushalt»' rechnung des Jahres 1927 befaßt. Die Beanstandungen von Haus- Haltsüberschreitungen und außerplanmäßigen Ausgaben bleiben hinter denen früherer Jahr« zurück. In zahlreichen Punkten werden Borbeholt« gemacht, da die Prüfung noch nicht endgültig abgeschlossen ist. Bei Reichswehrmknisterium wird mitgeteilt, daß für die eingehende Prüfung der großen Beschafsuugsfond» für Heer und Marine, insbesondere der Verträge über den Bezug von Waffen, Munition usw.. die bisher nur unzulänglich vorge- nommen werden tonnte, beim Rechnungshof«in weiterer Beamter angestellt, worden sei. Das Ergebnis dieser Prüfung wird später Mitgeteilt werden. Zusammenfassend stellt der Rechnungshof fest, daß die zahlen- mäßigen Ergebnisse seiner Prüsungstätigkest für das Rechnungsjahr 1027 an forllaufenden Minderausgaben und Mehreinnahmen rund 2 020 000 M. und au einmaligen Minderausgaben und Mehrein» nahmen rund 1 11? 000 M. betragen. Außerdem sind an B e- trägen, die zuviel ausgezahlt oder zu wenig erhob«, worden waren, der Reichskasse als einmalig« Einnahm« rund 2 558000 M. zugeflossen oder für die zukünftigen Lahre sicher» gestellt worden. An Beträgen, die zu Unrecht erhoben oder zu wenig ausgezahlt worden waren, sind aus der Retchskass« als einmalige Ausgabe rund 80 000 M. hsrausgezahlt worden. Kostspieliges Verkehrsministerium. Das Motorboot des deutschnationalen Ministers. Im besonderen scheint sich die Prüfungstöttgkest des Rech- nungshofes diesmal auf den Haushall des Reichsoertehrs- Ministeriums erstreckt zu hoben. Dieses Ministerium wurde im Johre 1927 von dem deutschnotionalen Derkehrsnünister Koch'Düffeldorf verwaltet, und es mutet sehr«genartig an. daß in diesem Jahre zum Gebrauch des Reichsverkehrsministers ein schnell- fahrendes Motorboot für den Preis von 53 500 Maxk bc- schafft wurde. Die Verhandlungen über die Zulässigkell dieser Maß- gäbe zwischen dem Rechnungshof und dem Reichsverkehrsministeriuin schweben noch. Neben diesem Motorboot sind aber auch 12000 M. für die Beschaffung eines D ienstkrafttvagens für das Verkehrsmknisterium außerplanmäßig verausgabt worden. Auch über diese Ausgabe ist eine Einigung zwischen dem Rechnung;- Hof und dem Ministerium noch nicht erzielt. Die übrigen Bemer- kungen zeugen nicht gerade von übermäßiger Sparsamkeit. So sind für mehrere Studienreisen nach Amerika über 12000 M. ausgegeben worden. Die Bedürsnisfrage für diese Studienreisen ist noch zu klären. Für Swdienreisen hat man im Reichsverkehrs- Ministerium anscheinend«in« besondere Vorliebe. Zur Ausstellung für Binnenschiffahrt in Basel wurde» 47 B«- amte de» höheren und mittleren Dienstes des Reiths. Verkehrsministeriums entsandt. Da« kostete rund 9000 Mark. Roch großzügiger war man bei der Verkehrsausstellung in München. Hier wurden über 100 Beamte de» höheren und mittleren Dienste» entsandt. Das verursacht««inen Kostenaufwand von über 14 000 M. Der Rechnungshof vermag ein unabweisbares Bedürfnis für dies« Ausgaben nicht anzuerkennen. Für den Bürodirettor des Reichsverkehrsministerium» wurde«ne Wohnung beschafft, und dabei ist ihm«in Baukostenzuschuß gewährt worden. Der Rechnungshof'bestreitet ebenfalls die Zulässigkell einer solchen Ausgabe. Wettere Auseinandersetzungen zwischen dem Rech- nungshof und dem Reichsverkehrsministerium gebt es noch auf den, Gebiet der Beteiligung für das Luft- und Kraftfahrwefen. Auch hierüber sind die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen. Kleinarbeit im Landtag. Kommunisten stimmen gegen ihren eigenen Antrag. Der Preußische Laicküag führte am Dienstag die zweit« Lesung des Etats der Staatsdomänen zu Ende. Die ebenfalls auf der Tagesordnung stehende Abstimmung über den Haushalt der Staatsforsten ergab u. a. die Ablehnung des sazialdemo« kratsschen Antrags, der eine Allersoerforgung für die Staatsforst- ordeiter fordert und die Annahm« eines ebenfalls von den Sozialdemokraten gestellten Antrages, den Forstarbeitern die Möglichkeit zum Aufrücken in Beaintenstellen zu geben. Lei der darauf folgenden Abstimmung über den Bergetat brachten es die Kommunisten fertig, mit den Deutschnallonalen und der Boltspart« gegen ihren eigenen Antrag zu stimmen, der vom Staatsministerium verlangt, daß die bergpolizsilichen und gesetzlichen Bergarbeiterschutzmaßnahmen Much innezehallen werden, well der üf dem Antrag enthaltene Satz, daß unter keinen Umständen Ausnahmen gemacht werden dürfen, abgelehnt wurde.. Der kam- munistisch« Antrag wurde trotzdem, unid zwar mit den Stimmen der Regierungsparteien, angenommen. Angenommen wurde ferner dabei ein Antrag, der durch Einwirkung auf die Reichsregierung höhere Frachttarife für Brennstoffe verhindern will und ein Antrag. der bei Rückgliederung des Saargebiets die ungeschmälerte Rückgabe der Saargruben und der Kohlenfelder bei voller Wahrung der Interessen der Bergarbeiter verlangt. Ohne große Aussprache verabschiedete hierauf das Haus noch eine Reche kleinerer Etats. 'Die nächste Sitzung mit der Tagesordnung Haushall des .Ministeriums sür Volkswirtschaft beginnt am Mittwoch um 12 Uhr. Außerdem stimmte das Haus noch über den Antrag des Unter- richtsausfchusses ab, die für Schleswlg-Holstein vorgesehene pädagogisch« Akademie in Altona zu errichten. Der Antrag wurde in namentlicher Abstimmung mit 189 gegen 140 Stim- men angenommen. Damit ist der Antrag der Bolkspartei auf Errichtung der pädagogischen Akademie in Flensburg gefallen. Der Strafrcchtsausschuß des Aeichslogs beschloß die zweite Lesung des Repablikschutzgesetzes am Dienstag, den 4. Februar, vor- tzunehmen,.'• Zungdo wird„parie iistisch". tkr will eine neue parle! bilde«. „Der„Jungdeutsch« Orden' hat unter seinem Hochmeister Artur Mahraun bereits viele Aufrufe und vielgestaltig« Parolen erlassen. Kern aller war aber immer, neben dem Kampf gegen den„Pluto- kratismus'. eine Kampfansage gegen den„Parteiismus' in Deutschland. Jetzt tritt er nun mll«nem wetteren Aufruf an' die Oesfent- lichkeit, der die Bildung einer neuen Partei ankündigt. Die„Dolksnationole Reichsvereinigung', die von Mahraun ge- gründet wurde, soll»eine große Partei der nationalen Erneuerung' werden, den Kampf gegen den Marxismus wie gegen„plutokratische Vergewaltigung' führen. Ei« fordert oon ihren Mllgliodern„ehrliche verantwortungsbewußt« Aufbauarbeit auf dem Boden der gegebenen staatspolllische» Grundlage' und„Offenheit. Wahrhell und Reinheit im polltischen Leben'! Der Aufruf trägt«ine große Zahl von Unterschriften, unter denen die Namen von Arbeitern natürlich sehr sellen sind. Dafür aber sind der volksparteiliche Reichstagsabgeordnet«, Seminar- direktor Runkel und der Landtagsabgeornete I v e r s c N dabei. Der Name„volksnational' ist zwar ebenso widersinnig wie „deutschnottonal', aber vielleicht macht die neue aus dem Anti- Parteiismus geboren- Partei ein« besser«, Politik als die Koniurren- tm von rechts. Man wird nicht nur ihre Aufrufe, sondern auch ihre Taten ansehen müssen, wenn sie ein festeres Gebilde werden sollte. geraussehmig der Altersgrenze für Hochschullehrer. Der Unter. richteausschuß des Preußischen Landtag» nahm mit den Stimmen d4r Rechtsparteien, der Wirtschoftspartei und des Zentrums cinm Gesstzesantrag der Zentrumsfraktion aus Hsravssetzung der Allees» grenze für Hochschullehrer aus 88 Jahre an. Für die Sozial�emo. kratie hatte Abg Rölllng darauf hingewiesen, daß der Staat alles Interesse daran habe, den akademischen Nachwuchs zu fördern. Seih und die neue Lundeshymne. Zu einer Wiener Schubert- Veranstaltung, an der der Bundesprä sidem teilnahm, wurde die neue schwarz-gelbe Bundeshymne gesungen. We Anwesenden, so meldet der Bericht, entblößten ihr Haupt, nur Bürgermeister Seitz nicht. Er wurde deshalb ausgepfiffen. Partei Treviranus. Eine Kandgebua, der.Bo'.tsksnservattvea' Vereinigung Im ehemaligen preußischen Herrenhaus machte gestern die neu. gegründete..Dolkskonservqrive Deremigung�, in der sich die abge- sonderten Mitglieder der Deutschnationalen Volk- Partei zusammen- geschlossen haben, ihr« AZuswartung vor der Oeffenllichkeit. Diese .Volkskonseroatioe" Vereinigung sst nicht zu verwechseln mit der „vollsnationalen", die M�hraun führt. Nacheinander spräche, in der Kundgebung vier Reichstogsabge- ordnet«, zuerst der Vorsitzende Treviranus, dann, der Landwirt und der Großindustrielle, zun� Schluß der„Arbeitervertreter". Trevira- mis führt« aus, daß.»»iewohl auch er die Notwendigkeit einer Friedenspolitik nach au�en anerkenne, die Dolkskonservative Ver» einigung die Haager Abpnachungen ablehn«. Wie wenig frellich im Volke die Notwendigkeit dieser Ablehnung begriffen sei, das beweise das Ergebnis des» Hugenbergfchen Volksentscheides, der nicht einmal ein Drittel des itzeutschen Volkes auf die Veine gebracht habe. Man habe geglaubt, daß gegen die organisierte Mass« der Linken eine Organisation durch Geld Helsen könne: man Hab« sich geirrt. In der Oeffentlichkeit habe das Feldgeschrei wider den Marxismus am wenige ten Erfolg gehabt. Marxistische Ge- danken seien in. immer weitere Kreike vorge» d r u n g e n. Trevirarrus bekannte sich gegen den Gedanken der Diktatur: er will den Massen der Mißvergnügten und Abge- fvlitterten„ein Dach errichten, das von den Säulen bodenständiger Gruppen aus weltanschaulichen Ideen heraus getragen" sei. - Als Landwirt wandte sich Reichstagsabgeordneter Schlange- Sbömngen scharf gcpcn Hugenberg. Er sagte:„Wir haben den § 4 im Freiheitsgeseß abgelehnt, weil wir sagen: Wer den guten Glauben anderer diffamiert, der diffamiert sich s e l b st." AußenpolZtik darf nie zu lnnerpolitischem Parteikampf degradiert werden. Sie muß vielmehr so betrieben werden, daß man über Parte ischrcmken hinweg mit Ueberzeugungsgründen eine breite Front der Deutschen schafft." Als Schlange auf das Wort des Reichspräsidenten Hindenburg in seinem Neusahrsappell hinwies, daß nur der wahrhaft national handle, der mit» arbeitet an den Ausgaben der Gegenwart und am Aufbau der Zukunft, ertönte der Zwischenruf„S e o e r i n g l" Schlang« schloß: „Wollt Ihr im Phrafennebel hinter der Entwicklung herlaufen oder mit hartem WirNIchteitssinn in zähem Ringen uns bissen Staat erobern helfen?" Der Schwer, nvustrielle Dr. Klänne b'kannte, daß die Zelten der Lohnsklaven In Deutschland endgültig vorbei sind. Die Arbeiter seien heute nicht bezahlte Diener, sondern Mit- inhaber des Vaterlandes.(Durch wen wurden sie es. Herr Klönne?) Ein vertrauensvolles Zusammenarbeiten zwischen Arbeiter und Unternehmer sei zu erstreben. Trotzdem die Schwer- industri« selber„schwer seufze", wolle sie der Landwirtschaft prak- tisch helfen. Hugenberg habe den Ausgetretenen vorgeworfen, sie hätten ihren Schrill mir getan, weil sie zur Mitte drängten. Dem» gegenüber sog« er, daß nach seiner Ansicht das Deutschland der Zukunft allerdings weder kommunistisch noch nationalsozialistsch sein werde. Im neuen Staate müsse die große Rechte gebildet werben. An letzter Steile unter den Abgeordneten sprach als„Arbeit- nehmervertreter" Waller Lambach. Er will die Familie schützen und die Kinde-seel« vor Vergiftung bewahren. Er will seelische Not bannen und«ine allgemein« Harmonie herbeiführen. Er will aber auch dem Volk« Hall und Wehchaftigkeit geben. Dies glaubt er in der Dolkskonservativen Vereinigung zu erreichen. Von dem Kamps ipn die Lebensrechte der Arbeiterfchaft sprach er mit keinem Wort. Auf einen theoretischen Vortrog über.Kollektiviimua und In- dividualismu»" folgt« eine kurz« Aussprach«, die gleichfalls nichts Neue» bracht«.> Am Montag oibeich empfing die künftige voNskonfervativ« Vereinigung«inen kleinen Kreis von Journalisten, dem sie über Zweck und Ziel der neuen Organisation Rede und Antwort stand. Ein Pregromm hat diese Bereinigung— w,« Treviranus betonte — nicht Sie steht weder zur Monarchie noch zur Republik, sie fühlt sich weder nach recht» noch nach links gebunden. Si« will den Kampf gegen die Sozialdemokratie, ohne auf das Schlagwort „Wider den Marxismus" zu oerfallen, sie fühll sich„national" ohne nationale Schlagwort« dauernd oder ewig im Munde zu führen. „Wille zur Ehrlichkeit" soll das oberste Ziel dieser neuen nicht als Partei, sondern als Vereinigung ohne jede Bindung gedachten Gruppe sein. Kein Zweifel, daß diese Vereinigung sich aus Elementen zu- fammenfetzt, di« innerlich nicht übereinstimmen, und die nur unter dem Zwang der Tatsachen versuchen, eine Art Gemeinschaft zu bilden. Den Kern dieser Vereinigung werden die aus der Deutsch- nationalen Partei ausgetretenen und bisher führenden Mitglieder der Deutschnationalen Partei bilden. Der von der„Bolls- konservativen Vereinigung" herausgegebene Ausruf ist z. B. von 450 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens unterzeichnet. Es Handell sich dabei im großen und ganzen um bisherige Mitglieder der Deutschnationalen Partei, di« Hugenberg die Gesolgjchast ver- sagt haben. Die„Volkstonservattve Bereinigung" wird demnächst eine Wochenschrist herausgeben, für die der Deutschnationale Handlung?- gehilsenverband zeichnet Becker in Wien. Don Studenten am Beden verhindert. Wien, 28. Zaauar.(Eigenbericht) Der preußische Sullu, minister Dr. Decker, der sich gegenwärllgg«rifch« Zweck« enthalt«: der Artikel des Washingtoner Vertrage« sei jedoch infolge der Cnt« Wicklung der Militärluftschiffahrt und au» sonstigen Gründen in I seiner gegenwärtigen Form nicht mehr brauchbar. Nach ■ Auffassung der japanischen Delegation muß die Konferenz da» ganz« Problem der Bewaffnung der Handels- schiff« und ihrer Verwendungsmöglichkeiten als Flugzeugmutter- schiffe neu behandeln. Diese Anregung wurde angenomnlen und die Erörterung der Frag« auf der Konferennz beschlossen. Die Beschlüsse des Dienstag werden der Vollkonferenz am Donneretag zur Billigung vorgelegt werden. In dieser Sitzung wird auch die Zusammenkunft der fünf Delegat ionsführer, in deren Rahmen sich m den letzten Tagen di« Verhandlungen ab- spielten, offiziell zu einem Komitee umgewandelt werden. Am Dienstag nachmittag fanden eine Reihe Sonderoer- Handlungen zwischen England und Japan und später zwischen Engländern und Franzosen statt. Die EinzK- diskussionen werden am Mittwoch fortgesetzt werben. Die Fest- setzung der Tagesordnung, und damit der Abschluß der ersten Etappe der Konferenz hat den französischen W nisterpräsi�ntei, Ta r bleu zu dem Entschluß veranlaßt/ im Laufe der nächsten Tage nach Pari« zurückzukehren und Priand als Delsgation»führer in London zurückzulassen. Tardieu hat jedoch zu verstehen gegeben, daß er. falls nötig, bereit sei, jederzeit wieder nach London zurückzukehren. Finanzkapiial fürchiet für Indien. Indische Dondö fallen wegen der GelbständiokeitSbewegong London. 28. Januar. Gestern abend ist eine Erklärung de« Staatssekretär» für Indien ausgegeben worden, die besagt, dl« britische Regierung werde» l ch t zulassen, daß ln Indien die Verleugnung von Schulden eine praktische Möglichkeit werde. Diese Zusicherung des Staatssekretärs erfolgte in Beantwortung einer Anfrage bezüglich der indischen SlerUag-Obligationen. deren Wert während der letzten Monate er- heblich gesunken ist Ikachfpiel zum Lttrechter Ookumeni. Eine Interpellationsdebatte in Brüssel. L rüstet. 28. Januar.(Eigenbericht) �Ler von der Utrechter Fälschungsaffäre her be- kannte flämisch-nationalistische Abgeordnete Ward Hermans richtete am Dienstag in der Kammersitzung seine seil langem an. gekündigte Interpellation in dieser Angelegenheit an die Regierung. Er sprach in ziemlich aufgeregtem Tone. Seine Rede gab zu verschiedenen heftigen Zwischenfällen und einem Ord- nungsruf Anlaß. Aber sachlich enttäuschte er. da er über die Utrechter Angelegenheit nicht» wesentlich Neues sagen tonnte und sich nur gegen die Anschuldigung verteidigt«, an der Fälschung oder der Verini ttung der Fälschung nach Holland beteiligt gewesen zu sein. Im übrigen setzte er sich sehr scharf mit dem bekannten che- maligen Polizeispitzel Frank Heine und seinen Auftraggebern auseinander. Von etwas größerem Interesse waren die inehr grundsätzlichen Ausführungen Hermans über das belgisch- französische Militärabkommen, das ja den Anlaß zu der Utrechter Fälschungsaffäre gegeben halle. Er forderte di« Re- gierung auf, endlich volle Klarheit über dieses Abkommen zu schaffen, da die Bündnispolitik mit Frankreich einen großen Teil der belgischen Bevölkerung sowie das Ausland beunruhige. Mimsterpräsident Jaspar, der die Interpellation beam- wartete, hielt es nicht für nötig, auf diese grundsätzlichen Fragen einzugehen und beschränkte.sich im wesentlichen darauf, mit Hilse von Zitaten aus Ward Hermans Schriften einen G e g e n a n- griff auf diesen zu richten. Ein großer Teil der wallonischen Abgeordneten war übrigens bei der Interpellation, die in f l ä m i- scher Sprache begründet wurde, abwesend. England und die Sawjelkredlle. Der fowjetruMche Botschafter in London ist darüber informiert worden, daß«s der Politik der englischen Regierung nicht entspricht,«ine von einer fremden Re- gierung in England aufgenommene Ausländsanleihe zu garantier«». Dagegen ist es möglich, für solche Kredits, die von englischen wirt- schastüchen Kreisen der russischen Handelsorganisation«ingeräumt werden sollten, eine Garantie auf Grund � der Exportkris« zu beschaffe».... Mordkomplott gegen Gil und Rubio. Festgenommene geständig. New Varl. 28. Januar.(Eigenbericht.) In Mexiko City wurde eine neue» Mordtom plott gegen den Präsidenten Portes Gil und Ortiz Rubis aufgedeckt Sieb- zehn seit mehreren Tagen verhastete Personen sind, nach polizeilichen Mitteilungen, geständig. Die Verschwörer, die der Partei Bas- conzellos angehören, planten Sprengung von Regierungs- gebäuden, Ermordung führender Staatsmänner und Ausrufung einer Regierung Vasconzellos. Di« Polizeibehörden treffen zum Re- gierungswechsel' am S. Februar umfangreiche Vorsichtsmaßregeln. �Prophet Oimitri Schulz." Eine seltsame sowjettstische Geschichte. lieber das von der Moskauer Staatsanwallschaft aufgenommene Untersuchunsoerfahren gegen di« geheime Gemeinschaft „Alleiniger T e m p e l". das nunmehr vor dem Abschluß steht, macht die amtliche Telegraphen-Agentur„Taß" unter anderem folgende Angaben: An der Spitze der Gemeinschaft stand ihr„Prophet" DimitrI Schulz, früher Sprachlehrer an einer Lehranstalt Schulz übt« auf die Mitglieder der Gemeinschaft, der auch jung« Künstler, Schüler des Konservatoriums usw., angehörten, einen suggestiven Einfluß aus und veranlaßt« sie systematisch zu gegenseitigen schweren körperlichen Züchtigun.- gen. Aus dl« feierlichen Andachten der Gemeinschaft folgten stet» zügellose Orgien, denen sich di« Mitglieder der Gemeinschaft auf Geheiß des„Propheten" hinzugeben pflegten. Die Gemein- schaft war von Schulz vor etwa sieben Iahren aus einer spiritistischen Gesellschaft gegründet worden. Schulz hat«In neues Evan» g« l i u m verfaßt, das er„Trostspruch" nannte. Seine Lehr« ist ein eigenartiges Gemengsel, in dem Lestandteile de» Evangeliums, de» Koran», de» Talmuds, der Lehre des Sonfuziu» mit den Auswüchsen seiner Phantasie verschmolzen sind. Di« Lehre macht den Mitgliedern der Gemeinschaft' Sa b o ka g« in Sowjetämtern. Haß gegenüber der Sowjetmacht und Antisemitismus zur Pflicht All« 80 Mitglieder der Gemeinschaft wurden von Schulz auf unerhörte Weis« ausgebeutet Die wurden sogar gezwungen, in den Straßen Moskau» zu betteln. Da» geringst« Vergehen wurde mll schweren körperlichen Züchti. gungen bestraft Die ermittelten Mitglieder der Gelneinschast find nach dem Gutachten der Sachverständigen kaum zurechoungs» fähig: sie sind in Irrenanstalten übergeführt worden. Zkachrichlenzeufur in Rumävieu. Eine Anzahl von Presset« l«, grammen Bukarester ausländischer Korrespondenten sind in den letzten Tagen von der Regierung zurückgehalten worden. Erweitert die Krisenfürsorge! Oos Heer der Ausgesteuerten schwillt an. Die Stagnation und Depression des vergangenen Jahres wirkt sich erst jetzt aus dem Arbeitsmarkt mit voller Wucht aus. Nicht nur die Aahl der Arbeitslosen ist«norm in die Höh« gegangen— auch die Aahl der Aussteuerungen hat beängstigend zu- Asnomn'�n. 3000 Arbeitslose werden zur Zeit pro Tag aus der Arbeitslosenversicherung ausgesteuert, und nur ein Bruchteil davon kann nach den geltenden Bestimmungen K r I s« n u n te r- st ü tz u n g erhalten. Ein höchst bedenklicher Austond dem durch rasche Erweiterung der Krisenfürsorge begegnet werden muh. Die Krisenfürsorge soll immer dann einsetzen, wenn der Arbeits- markt eines Berufes besonders schwer heimgesucht und zerrüttet worden ist. Das gilt zur Siund« für den allerg cötztrn Tel der Berufe. Zu beachten ist ferner, daß wir in diesem Winter be- deulend mehr unter der Konjunkturarbeiislosigkeit leiden, als unter der Saisonarbeitsloslgkeit Die scharfe konsunkturelle Arbeitslosigkeit zwingt zur Erweiterung der Krisen- Unterstützung. Der gröhte Teil der Berufe ist reif zur Einbeziehung. . Bor allem ist die Einbeziehung der Bauarbeiter iu die Krisenunter- stützung brennend. In Schlesien, wo die Arbeitslosennot besonders groß ist, hat das Laudesarbeitsamt sich bereits für die Zulassung der Bcuarbeiter zur Krisenunterstützung ausgesprochen Die baugewerb- lichen Arbeiterrerbände haben an den Reichsarbeitsm nifter bereits ein« Eingabe gerichtet, worin sie Zulassung zur Krisenunterstützung fordern. Augenblicklich sind sie während der Dauer der berufs- üblichen Arbeitslosigkeit ausgeschlossen Ihre Arbeitslosigkeit ist jedoch während dieses Winters nahezu restlos konjunkturell bedingt. Bereits am k. Dezember hatten von den SOOOOO Mitgliedern des Baugewerksbundes SO 000 keinen Anspruch auf Arheiislosenunterstützung. Schon vor einigen Wochen waren etwa 70 000 Mitglieder des Bundes zusammen mit ihren Angehörigen ohne Arbeitslosenunterstützung und ohne Krisenunterstützung dem nackten Elend preisgegeben. Alle Jugendlichen unter 21 Jahren sind ebenfalls nicht in der Krisenunterstützung. Besonders schlimm dran sind die Jahrgänge von 18 bis 21; denn in dem Augenblick, wo die jungen. frisch auegelernten Arbeitskräfte höheren Lohn beanspruchen, fliegen sie aus die Straße. Bei Betrtebeeinschränkungen weiden die jüngeren Arbeitskräste bevorzugt entlassen. Nach den Feststellungen der Neichsanstall wurden bereits im Oktober unter 783 SS9 Unter- stützungsempsängern 22 481 unter 18 Jahre all« und 102 4S6 Erwerbslose im Alter von 18 bis 21 Jahren ermittelt. Die letzte Gruppe macht« 13,1 Proz. der Gesamtzahl aus. Jeder, der in dieser Gruppe enthaltenen drei Jahrgänge stellte 4 37 Proz. der Gesamtzahl der Erwerbslosen, während die Allersklasse von 21 bis 43 Jahren 2S6 Proz. pro Jahrgang stellten. Di« Erweiterung der Krisenfllrsorge kostet Geld. Das ist auch den Gewerkschasien bekannt. Trotzdem muß davor gewarnt werden, die Dinge einfach treiben zu lassen und das ganze Arbeits- losenelend, vor ollem das der Bauarbeiter, nun einfach den G e- meinden aufzubürden. Di« Abwälzung der Last des Unterhalts für die langfristig Arbeitslosen aus die großstädtischen Gemeinden ist ein« Ungerechtigkeit, ganz abgesehen davon, daß man unmöglich den Gemeinden in einem Zug die Finanzen drosseln und die Kosten für«in Heer von Woh'fahrtsarbeilslosen auibürden kann. E ne Hilfsaktion zugunsten der Arbeitslosen der be- sonders schwer heimgesuchten Berusc ist n I ch t z u umgehen. Für die Bauarbeiter beginnen, wie wir hören, bereits in den nächsten Tagen Verhandlungen über die Krisenunterstützungssrage. Nicht nur für die Bauarbeiter, sondern für olle Opfer der Arbcltswarkt- krise, die bereits aus der Arbeitslosenunterstützung ausgeschieden sind, muß gesorgt werden. Abgeblitzte Aussperrer. Die sächsischen Metall nvustri l'en adcewiesen. Dresden, 28. Januar.(Eigenbericht.) Der Angriff der TUelalllndustrielleu auf das vermögen des Deutschen Melallarbeiterverbandes ist zum zweiten- mal Im vollen Umfang abgewiesen worden. Jhre zweite Niederlage holten sich die Melallinduslrlellen vor dem Landesarbeils- gerichl. das am Dienstag in dem Schadcoersatzprozeß der Ui stall- Unternehmer gegen den Deutschen INelallarbcitervcrband sein Urteil gefällt hat. Es lautet: Die Berufung der Kläger wird als oubegcüodet zurückgewiesen. Zu der Urteilsbegründung beloot das Gericht, daß der Schiedsspruch gegen den Vezlrksverbaud Dresden de» Metall. arbelterverbaudes als tarisfähigc Berlrag-partei ergangen sei. Der Beztrksleiler Teichgröber würde als schadensersahpslichlig anzusehen sein, wenn ein Kausalzusammenhang zwischen dem Tarifbruch und dem entstandenen Schaden bestünde. Wohl liege in der Zahlung van Unterslühuogcu au Arbeiter, die die Soonlagrarbelt und die nennte Arbeitsstunde verweigerten, eine Tarisverlehuog. Es sei jedoch kein Zusammenhang zwischen der Tarisverlehnug«nd dem Schaden zu erkennen,- dieser sei erst durch dle Ge- samtaussperrnng entstanden. Die Metalllndustriellen hätten also selbst den Schaden verursacht. Ohne Aus- sperrnng hätte der Kamps eher abgebrochen werden können. tlmbetiung der„revolutionären" Welle. Verzweifelte Anstrengungen der KPD. Da dt« Belegschaften der Beirieb«, die von der KPD. zur An- kurbelung der„revolutionären iäkttc" besehlswidrig sich weigern, Revolution zu machen, soll zur Abwechslung in der Berliner Gelb- Metallindustrie«in Ding gedreht werden. Die„reoolutio- näre Geuzerkschafisopposition der Techmetallindustrie" hielt vor einigen Tagen ein« öffentliche Versammlung für die Arbeiterschaft dieser Branche ob, zu der von den 7000 bis 8000 Bronchenangehü- rtgen ganze 4 8 Mann erschienen waren, wobei nicht feststeht, daß sämtliche Versammlungsteilnehmer Angehörige der Gechmetall- tndustrie gewesen sind. Die Versammlung endete rni' der Annahme der Entschließung der Zentrale der KPD.: Einführung der 40- Etunden-Wdche bei vollem Lohnausgleich, Wahl van fünf„Dele- gierten", die bei dem kommunistischen Gewerkschastsrwmmel als Ver- trete r der Gelbmetallindustrie glänzen sollen. Vergebliche Hetze. Die Erwerbs osen zeigen sich abgeneigt. Am kommenden Sonnabend will die KPD. die Ar- besterschast entgegen dem Demonstrationooerbot auf die Straße hetzen. Dos geht klar und deutlich aus den Flugblättern hervor, die massenweise in den Arbeitervierteln Berlins verteilt werden und zu einer„Hungerdemonstratiou am 1. Februar" aufrufen. Als Sturmbock für diese Hungerdoinonstraiion sind die Er- werbslosen ausersehen. Diese sollen den dunklen Plänen ge- wissenlvser KPD.-Slrategen kaltblütig geopfert werden. Aber die Erwerbslosen werden sich nicht mißbrauchen lassen, am wenigsten die gewerkschaftlich Organisierte» und Geschulten. In ihrer erdrückenden Mehrheit zeigen sie den kommunistischen Agiratoren die kalt« Schulter. Das bezeugt Tag für Tag jeder Ar- beitsnachweis. Während Hundert« und aber Hunderte inner- halb einer einzigen Stunde an den Stempelschaltern der großen Nachweis« varbeisluten, steht In eine Ecke verkrochen ein winziges Grüppchen, das den abgedroschenen Phrasen eines„revolutionären" Agitators zuhört. Die anderen kehren sich gar nicht daran. Oder für einen der Riesennachweise beruft irgendein anonymer und überall unbekannter„Erwerbslosenausschnß" ein« der übliche» Protestversammlungen«in. Wo? In dem bescheidenen Per- einszimmer irgendeiner Kneip«, die man nach vielem Suchen In einer Nebengasse findet. Don zwanzigtansend'Arbeitern, die diesen Nachweis besuchen, bleiben mindestens 19 97") derartigen .Istassenkundgebungen" fern. Nach dem besonders stark besuchte» Nachweis für männliche kaufmännische Angestellte in der Kaiser- Wtlhelm-Stroße müssen neugebackene KPD.-Bczirksoerordnete be-! ordert werden, mn auch nur die Flugblätter an den Mann zu bringen. Diese Leute, die sich unter der Maske von Erwerbslosen in die Nachweise einschleichen, obwohl sie ihr sicheres Auskommen haben, finden dann auch die ihnen gebührend« Aufmerksamkeit bei den Arbeitslosen! man läßt sie einfach stehen. So sieht es in Wirk- lichkest um den„eisernen Sturmtrupp" der KPD. aus. In einem kommumstifchen Flugblatt an die Arbeiterschaft der Gelbmetallindustrie wird behauptet, daß die Zufammensassung der Arbeiterschaft aller GelbmetaWranchen seit Jahren vom Metall- arbeiterverband hintertrieben worden sei und diese Aufgab« nun von der Opposition selbst gelöst werden müsse. Diese Behauptung ist ein« bewußte Tatsachenverdrehung. Im September v. I. hatte die Ortsverwaltung des Metallarbeiter- Verbandes sine Bewegung kür alle Betrieb« der Gell, Metallindustrie sanktioniert, um das bis dahin schon für die Mehrzahl der Betriebe geltende Rahmen- und Lohnabkommen für alle Betrieb« durch- zusetzen. Dieser Beschluß war allen Berwaltungsmitgliedern aus der GAbmetallindustne, also auch den kommunistische», sowie den Funktionären bekannt. Ebenso waren auch in Funktionärversamm- lungen die Maßnahmen zur Durchführung der Bewegung besprochen worden. Wie aber sah die Durchführung durch die meist„oppo- sitionellen" Funktionäre aus? Das Abkommen mü der maßgeben- den Unternehmerorganisation wurde in freien Verhandlungen mit einigen Verbesserungen erneuert. In drei sogenannten ring- freien Betrieben wurde das Abkommen nach Verhandlungen mit den Betriebsleitungen und in drei weiteren Betrieben nach einem kurzen Streit als bindend anerkannt. Di« groß« Mehrzahl der Arbeiterschaft in den übrigen Betrieben iand sich mit einigen Pseniiigen Lohnerhöhung ob und dachte leider nicht daran, die einheitliche tarifliche Regelung der Lohn- und Arbeits- bedingungen für die gesamt« Industrie zu erzwingen, obwohl hinter ihr die Organisation stand. Uni) da wollen jetzt einige Wort- radikale die Arbeiterschaft der gesanuen Gelbmetall'mdustrie„mobilisieren"! Daß sich m der 48-Männcr-L«rsannnlung einig« wegen verbandsschädigenden Verhaltens aus der Organisation A n s g«- schlössen« für dies«„Aktion" stark machten, ist nicht sehr ver- wunderlich. Aber auch das Branchenkommiistonsmitglied W ü s war mit in diesem Bunde der Gcwerkschaftsfeinde. Ein Befehl der KPD. steht ihm offenbar höher, als die Beschlüsse feiner Organisation. Wamung vor Gprengungsversuchen. Die Generalversammlung der Sattler gesichert. Die Sprengung der Branchenversammlung der Tapezierer und der Funktionärversammlung der Schulzmacher hat den Machern in der KPD. den Kamm geschwellt. Sie hoffen, auch die General- versa»nnlung des Verbandes der Sattler. Tapezierer und Porte- ssuiller, die am Donnerstag stattfindet, onfsliege» zu lassen. Die entsprechenden Anweisungen sind von der Zentral« der KPD gegeben worden. Wir weisen deshalb misdrückkich darauf hin, daß von der Orts- Verwaltung des Verbandes der Sattler, Tapezierer und Porte- seniller die notwendigen Maßnahmen getroffen worden sind, um einen ruhigen Verlaus der Versammlung auf jeden Fall zu sicher n. Die Kontrolle der Mitzlisdsbücher wird sehr scharf und s o vorgenomme» werde», daß Ansammlungen vor der Saaltür unmöglich gemacht werden. Auch gewaltsame Ber- suche, durchzubrechen, werden r e ch t z«» t i g und w i r k u n g s- voll unterbunden werden. Sollten aber Mitgliöder inner- ha l b des Versammlungslokals die Anweisungen der KPD., die Verhandlungen zu stören, ausführen wollen, so wird die Mitglied» schast gegen sie geschützt werden. Wir weisen jetzt schon aus die Absichten der KPD. und die gegen gewalttätige Sprengungsoersuche sicher wirkenden Gegenmaßnahmen hin, um joden vor unangenehmen Heber- raschungeu zu bewahren. Die Zeile», wo Gewerkschaftsoersanun- lungen gesprengt werden komiten, sind vorbei. Die Lage der Arbeiter in Zugoflawien. Die Diktatur gegen das Proletariat. Belgrad, 28. Januar.(Eigenbericht.) Die Lage der Arbeiterklosse in Jugoslawien ist eine sehr traurige. Die Diktatur hat mit ihren drakonischen Maßnahmen die wenigen Arbeiterorganisationen vernichtet. Schon im letzten Parlament, bevor die Diktatur errichtet wurde, hatte das jugo- slawische Proletariat nur einen einzigen Vertreter im Parlament. Das Proletariat ist der Willkur der Bourgeoisie ausgeliefert. Die Löhne schwanken zwischen 18 und 28 Dinar pro Tag. (Das entspricht 1,40 bis 2 M. täglich.) Tarifoerträg« sind in Jugoslawien unbekannt. Die Arbeitsämter und Krankenkassen sind in den Händen von serbischen Notionaichauoiniften. Die Un- avhängigkeit der Krankenlajsen ist größtenteils vernichtet. An die Spitze der Arbeiterkronkenkossen wurden Kommissare ernannt und eingesetzt, die sich überhaupt um dos Wahl der Arbeiter nicht küm- mern. Diese Herren Bürokraten vertärpern den Willen der Diktatur. Die kleinste Lohnbewegung der Arbeiterschaft wird schon im Keime erstickt. In Belgrad wurde ein Gericht gebildet, das zur„DerteuiWng des Staates" schon die kleinst« Arbeiterbewegung als staatsfeindlich bezeichnet. Ein Verusungsrecht gibt es da. gegen nicht. In allen größeren Fabriken sind Gendarmen stationiert. Schon bei der kleinsten Differenz zwischen Unternehmer und Ar. beiter wird der Arbeiter rücksichtslos den Gendarmen ausgeliefeich die ihre Amtsgewalt mißbrauchen und dem Arbeiter oft mißhandeln. Das Prügeln ber der Gendarmerie und Polizei in Jugoslawien ist a l i t ä g l i ch. t Die Belgrader„Glawujacsa"(das Gefängnis) des Polizei» Präsidiums der Stadt Belgrad hat sich ein�r übelberüchtigten Welt- ruf erworben, durch die dort stattfindenden Mißhandlungen. Dort wurden Menschen Halbtod geprügelt, dann ins Krankenhaus über- geführt, wo sie ihren Verletzungen erlagen. Die Arbeiterklosse ist in Jugoslawien vollständig unterdrückt. Der Arbeiter ist kein freier Bürger des Staates, er ist em Sklave der Bourgeoisie, aber doch ern SteuerobjeL für den Staat, denn von seinem kleinen Lohn, der kaum zum trockenen Brot reicht, muß er noch 10 Proz. diesem Staate abliesern. Arbeiterwohlfahrtsanuer oder andere soziale Jnstutionen, die zum Wohle des Arbeiters tätig sein sollten, gibt es überhaupt nicht. Die Märkischen Elekirizitatswerke. Kommunalunternedmen aber kein Musterbetrieb. Man schreibt uns: Die Geschäftsleitung der Märkischen Elektrl- zitätswerke hat es bei ihrer bekannten reaUionären Einstellunf. bisher verstanden, dcu Abschluß eines Tarifvertrags mit den Angestellten zu verhindern. Alle möglichen Versprechungen wurden seinerzeit gegeben, um die Angestellten unter mehr okier weniger sanftem Druck zu veranlassen. Reverse zu unterzeichnen, wonach sie aus den Abschluß eines Tarifverkrages durch dl« Ange» stelllenoerbäude verzichten. Mit diesen Reversen ausgerüstet erschienen die Vertreter der Märkischen Elektrizitätswerke vor dem Schlichtungvaus- s ch u ß und erklärten, daß bei ihren Angestellten auf Grund der sogenannten.Michtlinien"(die einseitig von der Direktion aufgestellt sind) ein Interesse für einen Tariivertrag nicht bestehe. Bedauerlicherweise hat auch der stellvertretende Schlichter für den Bezirk Brandenburg den am 27. Juli 1929 gefällten Schiedsspruch nicht für verbindlich erklärt, so daß in diesem Betriebe, wie das folgend« Beispiel blitzartig beleuchtet, Zustände herrschen, die in keinem noch so reaktionär«ingestellten Privatbetrieb« vorhanden sein dürften. Die Hauptfllrsorgcstelle für Schwerbeschädigt« schickte ken Märtischen Elektrizitätswerken einen äljShrigen kaufmännis.chen Angestellten, verheiratet, Vater von drei Kindern, auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen zur Einstellung am 1. September 1929. Der betreffende Angestellte kann eine fast fünfzehnjährige. zum Teil hochqualifizierte Tätigkeit in Großbetrieben der Industrie nachweisen. Nach Ablehnung der Berbindlichkeitsertlänmg des Schiedsspruches forderte dieser Angestellte sein« Eingruppierung aus Grund der famosen.„Richllinien", da er als Registrator bestimmt eine 14.-2-Tätigkeit ausübt. Anscheinend mm Beweise der soziale» Einstellung der Direktion wurde dem Antragsteller mitgeteilt, daß er nach K. 1(d. h. der untersten Tarifgruppe) mll 0(!) Dienst- jahreu(genau wie ein 20jähriger Angestellter) gruppiert sei und 145 Mark(Einhunderlsüusundoierzig Mark) und die Sozialzulagen. also insgesamt 175 Mark erhalte. ■ Alle Bemühungen der Angestelltenvertretung blieben erfolglos. Dieses Beispiel dürfte auch dem letzten Angestellten, nicht nur den bei den Märkischen Elektrizitätswerken Tätige», di« Augen öffnen über die schädigenden Folgen des tariflosen Zustande und zu der Erkenntnis führen, daß nur ein fester Zusammenschluß innerhalb der freien Angestellienbewegung einen Erfolg sichert. Oer Siraßenvaßnersireik in Vordeaux. Bordeaux. 28. Januar.' Der Streik der Straßenbahner droht ernst« Formen anzu- nehmen. Bereits am ersten Tage kam es zu Zwischenfällen, als die Trambahngesellschaft mit eigenen Automobilen ihr« Streik» brecher aus den Vororten holen lassen wollte. Die Wagen wurden von den Streitenden mit Steinen beworfen, so daß sie von den Streikbrechern und den C ha uss euren fluchtartig im Stich gelassen werden mußten. Achtung. Einsetzer! Wegen Umgehung des Arbeitsnachweises und anderer Disferenzen ist für'Einsetzer der Bau Raschdor s» strahe in Reinickendorf! Tischlermeister P o e s k« aus Oranienburg, gesperrt. Deutscher Holzarbeiterverband. Sattler-, Tapezierer- nni Pirteseuiler veriapb. Orisoennoltium Berit», goticfsflereralwcfflmmlui»» morsen, Tonnerotag, 19 Uhr, Sewrrl- schottehaiis, Saal 4. >�reteGewerkschafis»Iuaenö Verlin Leute. Mittiooli). 19!i Uhr, logen hie(Stuppcnt Süden, SSdwesten: iStunpenlKtni S'abt.-SuneniiiHim Vorckltr. U tiTafctilfltöäube)- kor. w Iran: jfnnfrmerf— Manufaktur— nrithiapitalikinuo".— SicnlöKn: "uacndheim Brrastr, 29(Löf). Wir loten aus.Ter Urhrclinec".— Schönhauser Tor: Jugendheim Zehd-niitor Str. 24—20. Reihenportrag:„iSo/tialoetfidierun, gen".— Weiheusee: ffituppcnhclm W-igensre. Varksti. 36. Di« Stich fisck-r Schweig Im Lichtbild. Spart schon ieht gur Oiierfahrt.—«ordring, Jugend. Helm Schul« Sonncnburger Str. ZO. Mulikabend:.Die Ziordringer Kapelle spielt".-- Saumschulenmeg: Jugendheim Baumschulenweg. Srnststr. 16. Liters- riicher Abend.— Unsere Ingrndderutung ist ieden Msvwach von 18',!— 20 Uhu geöffnet, und gwar im(StiBccIfchaftshaus, Zimmer 7,«kngclufrr 34—25. 1 Tr." — Osttrei«: Schule Scharnweberstr. 29. Zugrndkursus:»Zugendpsnchalogle". Referent Dr. Pinea«. �uoendoruvve des'Zentralverbcmdes der Anaestellten Leute. Mittnmch. finden folgend« Peranstaltunge» statt: S«snnd- braunen: Jugendheim Orthitt. 10 ILedigenheimZ. Bartrag:.Werkegemeinschaft und arbei:end« Jugend�. Referent Rrtnr Rachaw.— Rardaft: tzugendheim Dangiger Str. 63 IB.: Vach« S). Vortragt«Sagialiamus. Kommunismus und Anarchismus". Referent grih Welze lt.— vsten: Zngendheim der Schule Litauer Str. 18. Vortragt»Di« heutigen Aufgaben der Gewerkichaften". Referent Ot'o Lamm.— Stralau t siuaendhetm der Sckiul«(Sofilerftr. 61. Bor- trag:»Das Wesen der Reklame". Referent Nurt Lirch«.— ReukZIln: Jugend- Heim Böhmische Str. 1— 4, Ecke ftor.net Strahe. Brettspielabend.— Südost: Jugendheim Wrangelftr. IZ8. fturgreferate.— Spandau: Jugendheim Lindenuser l. ftlaslischer Dichteradend.— Botsdam-Rowaw«,: Jugendherberge in Nowatves. Priesterstrahe. Pollstangadevd. Verantwortlichu fein. Seit die Nationo!- srzialistcn in das Rathaus eingezogen sinb. nmchen sie chnen einen sehr sühllwen Wettbewerb. Die gestrige Stabwerordnetensttzung bracht« �ie Fortsetzung her Aussprach« über den sozialdemo- lratischen Amtrag aus durchgreifende Kürzung der Direktorengehälter rurd über die von den Kommunisten und von Nationalsozialisten gestellten Anträge auf Ausgabenocr- nrinderung. Bei der Rede des Nationalsozialisten geriete» die Kenn» munisten in Erregung, weil sie durch seine deinagogisehen Phrasen sich Übertrossen s.chrn. Unsere Genossen Fla tau und Barth tehandellen Ko m nr u n i st e n und N a t i o n a l s o z i a l i st e n alz Brüder, die einander wert sind. Sie geißelten die Demagogie der Nationalsoziali st en und stellten neben si: die Demagogie der Kommunisten, s 'Je Einigen Dringlichkcits antragen der Nationalsozialisten winde widersprochen, sie tonnnen spater zur Verhandlung. Einen de- sonderen Sport treiben die Nazis mit dem Widerspruch gegen er- teilte Ordrumgsrus«. Schon zimr zweiten Male protestierte Dr. Goebbels gegen einen chm erteilten Ordnungsruf und zum zweiten Mal« lehnte die Versammlung den Einspruch ab. Dafür siinvnten nur dre Nationalsozialisten und die lsugeirbergianer. Einer Ziorlage des Magistrats gemäß, stimmte die Versamm- l»na der Erhöhung der Fcucrbcstallungsgebühren auf 50 M. zu; bisher zohllcn Selbst, zahlcr-10 llll. für die Einäscherung. In der Beratung betonte Genosse Klose, daß man sich in der Ausschuß- l eratung davon überzeugen n rußte, daß die Unkosten der Feuerbestattung die Einnahmen übecsriegcm Einer Ermäßigung des Satzes für Einwohner mit einem Einkommen bis 3600 M. jährlich kannten die Sozialdemokraten nicht zustimmen. da eine genaue Begrenzung auf diese Summe keine Geuüchr dafür .bietet, daß jemand mit wenig mehr Gehalt nicht trotzdem wirt- fchastiich schlechter steht. Der Einwand des kwimmnistischei, Redners, bei einer Erhöhung der Gebühren sei auch mit einer Heraufsetzung der Mitgliedsbeiträge in den Feuerbestatwnosvercinen zu rechnen, treffe nach der Erklärung uns nahestehender Berein« iticht zu. Dia Sozialdemokraten werden der Erhöhung zustimmen. Unter?lb- le.hnung aller Abändenungsanträge wurde der Antrag auf Erhöhung mit allen' gegen die Stmimen der Kam- nm nisten angenommen.— Mit dem Noten Kreuz wollte die Stadt Berlin nach einer Borlage einen Der- trag schließen, nach dem bei plötzlich austretenden Seuchen» gefahren(Epidemien) und bei augenblicklichen Bettennöten in den Krankenhäusern das Note Kreuz transportable Baracken mit samt der Einrichtung zur Verfügung stellen soll. Für die ersten zehn Baracken soll das Rote Kreuz jährlich 19000 M. Pauschalgcbühren erhalten, für jede weitere in den Dienst aestellte Baracke monatlich 150 M. Miete. Genosse Strieder sagte, der Vertrag mit dem Roten Kreuz sei für die Stadt so ungünstig. daß die Sdzioldemokroten nicht zustimmen konnten. Der Redner iorderie. daß die Stadt vom Röten Kreuz'zehn'Vatäckeii'. falls sie m' gebrauchsfähigen Zustande sind, käuflich erwerbe. Om übrigen stehe die Vorlage m einem nur sehr losem Ausanmienhanoe mit der 5trankcnh ausfrage in Berlin, da die Baracken ja nur in Fällen dringendster und plötzlicher Not benutzt werden sollen. Abänderung?» ' antrage wurden abgelehnt, abgelehnt wurde auch der Nertragsent- wurf mit dem Roten Kreuz. Angenommen dagegen wurde der An- trog der Sozialdemokraten, mit dem Roten Kreuz wegen des Ankauss von zehn gebrauchsfähigen Baracken in Verhandlungen zu treten. Bei einer Borlage zur Kenntnisnahme betreffend Maßnahmen gegen die Wiedereinführung der Thealerzensnr. die zurückführt aus ' einen Antrag der sozialdemokratischen Fraktion, bemängelt.' Genosse Flakau. daß der Mogistrat. statt den Urantrag an die zuständigen Behäcden weiterzugeben, einen Beamten beaustragt hat, juristische Kniffeleien aufzuwenden, um die Nichtwciterleitung zu begründen. Die Behandlung dieses Antrags sei ein Beispiel mehr dafür, wie vom Magistrat Anträge der Stadtverordneten behandelt werden. Im übrigen dürfte man das Stück„Giftgas über Berlin" des Kam- nmnistenschützling? Lampel, um das es sich ursprünglich handelte, getrost sich selbst überlassen.— Eine Forderung von 159 163 W. für den Umbau des Rathauses Niederschönkausen zu einem N e a l g y mn a si u m und 9100 Di. für die Aufstellung der in Buch vorhandenzn Schulbaracke in heinersdors und Karow wurden bewilligt. Dabei traten die Mogistratsnntglieder den Behauptungen der Rechten entgegen, als beabsichtig« der Magistrat, die Sparmaß- nahmen bei der Schulverwaltung über Gebühr anzuwenden.— Die Debatte über den Antrag der sozialdemokratischen Fraktion, die hohen Gehälter in den flödlischcn Gcscllschostcn abzubauen. wurde nach der Bcrtogung am letzten Donnerstag fortgesetzt. Ber- Hunden mit der Beratung sind Anträge der Kommunisten auf Erhöhung der Gehälter und Löhne städtischer Angestellter und Ar- bester und Entlassung orbetterfeindlicher Beamten. Di« Rational- ioziallsten forderten eine Bermindening der Ausgaben der städtisch'» Vernialtnna. Nach dem nationalsozialistischen Redner sprach Genosse Flatau. Zu dem komnmntstifchen Lohncrhöhungs- antrag erklärte Flatau kurz und bündig, daß wir die Durchsehung von Lohnerhöhungen vur den Gewerkschaften vorbehalten wissen wollen. Wenn die Gewerkschaften dabei Schwierigkeiten haben fällten, so werden sie, falls sie darum ersuchen sollten, die Hilfe der Sozialdemo- traten jinden. Wir lehnen den Antrag also ab. Bei bisherigen Empfängen der Stadt Berlin stand die Stadtverordnetenoersamm- lung stets vor fertigen Datsachen. Der Empfangsausschuh durfte wohl mitwirken, aber nicht entscheiden. Niemand, am allerwenig- sten di« Sozialdemokratie, hat jemals eine Vermehrung der Emp- fange verlanat; um manche kam Berlin als Reichshmiptstadt jzllec- dings nicht herum. Wenn in der Debatte besonders der„Fall Amanullah" ermähnt wurde, so erinnere er, Redner, nur daraiz, daß die Hauptstadt des„Arbeiterstaates" Rußland, Moskau, wenige Tage später Amanulloh mit sehr viel größerem Pomp empfangen hatte.(Betretenes Schweden links. Hört! hört! und Heiterkeit bei den Soz.) Daraus ergibt sich doch wohl, daß Lairdeshauprftädte gewisse Verpflichtungen haben müssen. Am angenehmsten wäre es den Sazialdemokralen, wenn solche Empfänge gänzlich anshörteo, mindestens sollten sse in Form und Zahl herabgesetzt werden. G«- nasse Flatau stellt« einen Z u! o tz a n t r o g des Inhalts, daß tder Magistrat erstickst werde, die Empfänge nicht im bisherigen llmsavg.' fortzusetzen. Nur wenn der Magistrat unter Berücksichtigung der besonderen wirtsehmtlichen Interessen der Stadt Empfänge für nötig hält, sollten solche stattfinden, aber den Stofcioe.rpjedneH'n so zeitig mitgeteilt norden, daß die Pläpe,. w>!nn nötig, a«ä>idert werden können.. Dazu zst die Ilmgestaltuna des bisherigen Empfgngsgus- schusses in eine Deputation notwendig. Gegenüber dem Aintreten der Nationalsozialisten gegen hohe Gehälter und die.Rerichwendung von Stadtgeldern" gab Genösse Flatau die Erhöhuna der Mi. nistcrgehälter in Thüringen, nach dem Eintritt der Rationalfozialisten in die Regierung bekannt. Dort bezieht jetzt ein Minister IS cog M. Grundgehalt, 2000 M. Aufwandsentschädigung und dazu�dst gesetz- lichen Zulagen an Familien- und Wohirungsgeldern�(Stürmisches Hört! hört! bei den Soz.— Geheul bei den Rat-Soz.) In K o- bürg, der Stadt mit nationalsozialistischer Mehrheit und noch nickst .90 000 Einwohnenr. bezieht der Bürg'rmcister 1< 0 0 0 M. G e- halt.(Hört! hört! bei den Soz.) Damit dürfte die Demagogie der Natronalsoziasiste» gebührend gekennzeichnet sein. Lassen Sie dies« Leute ihre Autröge nur haufenweise einbringen. Im Schluß- wort rechnete dann Genosse Barth noch einmal m:t den radikalen Flügelparteien ab. Gegen die Rauschgifiseuche. Sechs Kolainhändler und Schmuggler verhastet. Schon in den letzten Monaten des vergangenen Jahres mar rs de» Kriminalbeamten des Sonderdezcrnats zur Bekämpfung der Rausehgistseuche aufgefallen, daß der verbotene Handel in den westlichen Straßen und besonders am Kurfürstendamm wieder einen starken Aufschwung genommen hatte. Vach langen Beobachtungen griff man zu und verhaftete in einem Ease am WUteubergplah zwei Männer namens R o t h e r und Schubert. In der Wohnung des Rolher wurde» 540 Ampullen Morphium und Kokain gesunden und er mußte zugeben, daß er von den ursprünglich 600 Stück 60 bereits an Rauschgiftsüchtige verkauft halte. Ferner wurde ein gewisser B i e n i h in der Junker- straßc crmlllell und festgenommen und als vierter ein früherer Darmhöndler Hermann Pußlat aus Jnsterburg. Die Quelle der Gifte ist jetzt auch bekannt. Sie sind von einer Finna L u u z in K o w n o geliefert worden. Ohne Zweifel Izat man dos Morphium und Kokain aus Schmugglerwegen über die Grenze zunächst nach Danzig und von dort mit hitsc der Agenten nach Berlin gebracht. weil hier der größere Absah lockte. Reben den Grohhändtcrn hatten dl« Rachforschungen noch zwei Kleinhändler in die Hände der Behörden geliefert. Der eine ist ein Harry Schlesinger, dcp wegen Rauschgisthandels verurteilt worden war. und ein ehemaliger Hauslehrer Arthur Butschiono, dessen Rationalität unbe. kannt ist. Alle in Berlin Berhastelen sind dem Untersuchungsrichter vorgeführt, die in Rothers Wohnung gefundenen Gifte sind beschlagnahmt worden. Wilde Manner vorm Schöffengericht. llcberfallen Vorsitzenden, Beisitzer und Zustizwachtmeister. Ein unglaublicher Dorfall spielte sich vor dem Erweiterten Schöffengericht R eu k ö l l u ab, wobei am Schluß einer Verhandlung zwei vcrnrteiilc. Mitglieder der Berliner Unterwelt. dle ein langes Dorstrasenregistcr haben, über den Bor- sitzenden herfielen und ihre Im Saale anwesenden Freund? aufforderten, sich an den Ausschreitungen zu beteiligen. Die Justizwachtmeister mußten mit Gummiknüppeln einschreiten und sogar das lleberfollkommando mußte gerufen werden, ehe es gelang, dl« Verbrecher zur Ruhe zu bringen. Angeklagt waren vorbestrafte Leute namens L c t t o w und Brauer wegen Betruges und Urkundenfälschung. Lettow, der bereits 12mal wegen Betrugs und Urkundenfälschung vorbestraft ist. wurde aus der Haft vorgeführt, während Brauer. der mehrere Vorstrafen hinter sich hat, in stark angetrunkenem Zu stand« zur Verhandlung erschien. Beide hatten Abzahl ungsg« schäfte in schwerer Weise geschädigt, indem sie Ware unter sal- schein Namen gekauft und sofort verschleudert hatten. Das Urteil gegen Lettow lautete aus 1 Jahr 6 Monate Gefängnis und gegen Brauer auf 6 Monate Gefängnis. Schon bei der Urteilsoertündunq fingen die beiden Betrüger an, Skandal zu machen, fo daß der Borsitzende sie wiederholt zur Ordnung rufen mußte. Letiow brir dann, seine im Zuhorerroum anwesende Frau und seine SOsährige TaNt« sprechen Zu dunen. Plötzlich- sprang Brauer über die Anklagebank, mit einem Satz über den Gerichtstisch und schlug auf den V o r s i tz e n d en ein, den er mit der Faust mchrmals ins Gesicht traf, wobei auch der eine Beisitzer etwas abbeka m. Der wie rasend tobende Mann wandte sich dann gegen den Justiz Wachtmeister, der dem Richer zu Hilfe eilte, und schlug derart aut den Beamten«in, daß dieser den Gummiknüppel ziehen lind Lettow einig« Schläge über den Kopf geben mußte. Auf ein Alcwmsrg? l waren inzwischen noch mehrere Justizwachtmeister zu Hilfe g Sie kamen gerade zur rechen Zeit, da die beiden Angeklagte.: ist e im Zuhörererraum anwesenden Freunde aufgehetzt hatten, ebenfalls gegen das Gericht vorzugehen. Di« Iustizbeamten mußten den Saas räumen, wobei es nur möglich war, die johlenden Angehörigen der Unterwelt mit dem Gummiknüppel in Schach zu halten. Inzwischen war es auch gelungen, Lettow zu fesseln und ihn "g»4a� ff! Erst bei Tagesanbruch, als die Musik aufgehört hatte und die erschöpften Tänzer nach Hause gegangen waren, ent- feritte sich Jeronymo. Er sah, wie Rita von ihrem L'-eb- haber, dei; den Arm um ihre Taille gelegt hatte, ins Haus geführt wurde. Als der Steinbrecher vor seiner eigenen Haustür stehen blieb, war er auf dem Hof ollein. Der Mond, den jetzt keine Wolken mehr verschleierten, ging majestätisch -seine geheimnisvolle Bahn. Mirandas Fenster wurden� leise geschlossen, wie um die ungewohnte Stille nicht zu stören. Der Steinbruch weit hinter der Hausmauer war in Licht getaucht und hob seinen Kopf wie ein gepeinigtes Ungeheuer. das dankbar ist, weil man es eine Weile in Ruhe läßt. Rlr» gends ein Laut, bis auf das Rauschen der Blätter und das Summen nnchtlickzer Infekten über den kleinen Garten. Aber all das merkte Jeronymo nicht, er hörte und fühlte noch die Musik, die fein ganzes Wesen berauscht hatte, stellte sich wieder und wieder die biegsame Mulattin mit dem schwarzen, welligen Haar, der weichen braunen Haut, den funkelnden schwärzen Augen und den weiß blitzenden Zähnen vor und begriff, daß ein Wurm angefangen hatte in feinem Herzen zu nagen, und daß er ohnmächtig war, ihn herauszureißen. Als er den Kopf hob, sah er den wohlbekannten Himmel, der dem Sonnsnaufgang vorangeht, ein Himmel, den er noch nie außer nach sieben Stunden Schlaf gesehen hatte. 8. Am folgende Tag hörte Jeronymo mittags auf zu ar» betten und kam noch Hause, anstatt mit seinen Kameraden im Steinbruch zu essen. Er rührte wenig von den Speisen an, die ihm Piedade hastig bereitete, und legte sich sofort ins Best, nachdem er ihr befohlen haste, Joao Romao zu nrlden, daß er sich nicht wohlfühle und den Rest des Tages zu Haufe bleiben würde. „Was ist denn los, Ienonymo?" „Ricksts Ernsthaftes. Geh nur und tu' was ich dir gesagt habe." „FWst du dich denn sehr elend? „Herr Gast! So geh doch und tu' endlich, was ich dir gesagt habe. Nachher kannst du ja�dein Mundwerk schnurren lassen, wenn» unbedingt sein muß." Heilige Jungfrau! Es ging Jeronymo wirklich schlecht, und sie wußte nicht, ob es in der„Venda" schwarzen Tee gab. Sie eilte voller Sorgen hinaus. Jede auch noch so leichte Unpäßlichkeit ihres Gatten brachte sie aus der Fassung. Er war doch so stark und niemals krank. Ob es gelbes Fieber fein könnte? Jesus. Heiliger Sohn Marias, vergib, daß ich so etwas auch nur denke.„Eredo!" und sie bekreuzigte sich voller Angst. Die schreckliche Nachricht verbreitete sich rasch unter den Waschfrauen. „Er hat sich in der Nachtluft erkältet", versicherte die Here. die nach Nummer fünfunddreißig eilte, um dem Patienten Hellmittel zu verschreiben. Aber er wallte keine von ihr haben, sondern bat sie. ihn in Frieden und schlafen zu lassen, weiter brauche er nichts. Selbst diese Wohltat jedoch wurde ihm versagt. Nach der Hexe kam eine zweste Frau und dann eine dritte und eure vierte, bis das ganze Zimmer von raschelnden Röcken angefüllt war. Jeronymo war drauf und dran, mst oller Macht gegen diesen lleberfall zu protestieren, als ein wohlbekanntes Parfüm durch das offene Fenster einströmte und ihm verkündete, daß auch Rsta gekommen sei. „Ah!" und seine Stirn glättete sich. „Guten Tag, was machen Sie denn für Sachen, Nach- bar? Sind Sie. nur krank geworden, weil ich zurückgekommen bm? Wenn ich das gewußt häste, wäre ich bestimmt fort- geblieben." Er lochte zum erstenmal fest dem Abend vorher. Die Mulattin trat ans Bett. Da sie ihre Arbeit wieder aufgenommen hatte, war ihr Rock hochgeschürzt und ihre bis zu den Schullern nackten Arme waren vom Waschwosser kühl. Ihre einfache weiße Bluse war am Hals nach innen geschlagen und gab die feste, glaste, zstntfarbene Haut frei. Jeronymo drückte ihr die Hand. „Es war ein Genuß, Sie gestern abend tanzen zu sehen", bemerkte er. „Haben Sie schon was eingenommen?" „Seine Frau hat von schwarzem Tee gesagt." „Schwarzer Tee?— So ein Unsinn! Tee ist ja nur heißes Wasser. Sie sind erkället, weiter nichts. Ich werde Ihnen eine Tasse heißen Kaffee machen, den Sie mst einem Schluck „Paroty" trinken müssen, und dann werden Sie mal sehen, wie Sie schwitzen und bald wieder munter find. Warten Sie ein Augenblickchen." Und sie stürzte davon, aber die Luft im Zimmer blieb von ihrer Gegenwart durchtränkt. Jeronymo brauchte nur diesen Duft einzuatmen, um sich wieder woblzufühlen. Und als Piedade schwer und sorgenvoll unter Selbstgesprächen zurückkam, spürte er, doß er angefangen hatte, sie zu hassen; er entdeckte allerhand Fehler an ihr, die ihm bisher niemals aufgefallen waren, und ein ranziger Gc- ruch, der ihm noch nie unsympathisch erschienen war, siel ihm unangenehm auf. Die letzte Spur von Lächeln schwand von seinem Gesicht, und er versank wieder in seine vorherige schlechte Laune. „Wie fühlst du dich jetzt, Jeronymo? Sprich doch, Mann; wenn du mir nicht antwortest, habe ich solche Angst. Tut dir jetzt etwas weh?" „Mach' keinen Tee— ich nehme lieber etwas anderes ein." „Du willst keinen Tee— Mann Gottes! Das ist doch Medizin." „Aber ich sag' dir doch, ich nehme lieber etwas anderes ein. Mein Gost, so ein Frauenzimmer!" Also bestand Piedade nicht mester darauf. „Ich setze etwas Wasser auf, damit du dir die Füße wärmen kannst." „Na, wemi's fertig ist, kannst du deine eigenen'rein- stecken." Darauf erwiderte sie nichts. Sie hätte ihm gern gesagt. daß er noch nie so gereizt und böse mit chr gesprochen haste. aber sie fürchtete, ihn noch mehr zu ärgern. Sie beruhigte sich damit, daß es eine Folge der Krankheit fei, die ihn ge- packt haste. Jeronymo schloß die Augen, um sie nicht zu sehen und Höste gern auf ihre Gegenwart verzichtet, wenn das angängig gewesen wäre. Die arme Seele fetzte sich demütig und er- geben neben fein Bett, seufzte tummervoll und lebte in diesem Augenblick einzig und ausfcbließlich für ihren Mann, war seine Sklavin ohne eigenen Willen und beglestete jede seiner Bewegungen mst ängsstich liebevollen Blicken wie ein Hund, der die Wünsche seines Herrn zu erraten sucht. „Es geht mir ganz gut. mein Kind. Du kannst ruhig wieder an deine Arbest gehen." (Fortsetzung folgt.) ins UnterfuHungsgefangiris zurSckzuflhren. Auf v«r GtwHe rotteten sich t>ie Freunde der beiden Angeklagten nochmals zusammen und versuchten, in das Gericht einzudringen. Erst das Heber- fallkommando, das sofort benachrichtigt worden war, vermochte gründlich aufzuräumen und die randalierenden Burschen abzu- drängen. Bergwerkskatastrophe inIapan 200 Bergarbeiter verschüttet.— Bisher 34 gereltet. Tokio, 26. Januar. Wie aus 5 o r m o s a gemeldet wird, ereignete sich dort ein schweres Grubenunglück, bei dem 200 Bergarbeiter ver- schüttet wurden. Bisher konnteu erst 34 gerettet werden. Das Unglück wird darauf zurückgeführt, doch zwei große Förderkörbe, die mit Bergarbeitern beseht waren, abstürzten. Englischer Kohlendampfer gescheitert 23 Schiffbrüchige durch Hosenboje gerettet. Paris, 28. Januar.(Eigenbericht.) Der englische Kohlendampfer„K n e p w o r t h" km am Dienstag vor Biarrih von einer schweren Katastrophe betroffen worden. Er hatte in der Nacht zum Dienstag, die sehr stürmisch war, die Einfahrt in den Hasen von Layonne verfehlt und trieb als ein Opfer der wellen nach Süden, wo er schließlich an einer Klippe des Biarrih scheiterte. Das Leck, das der Dampfer bei dem Anprall gegen die Slippen erhielt, wurde immer größer, bis das Schiff morgens unter der Wucht der Brandung entzweibrach. Die 23 Mann Besahung, darunter zwei Frauen, konnten sich rechtzeitig auf den Teil des Dampfers retten, der sich über Wasser hielt, während die Bugparlie bald in den wellen verschwand. Nach zwölf- stündiger Arbeit gelang es endlich. Zwischen dem völlig auseinander- gebrochenen wrack und dem Lande mit Hilfe eines Taues und daran lausender Hosenboje eine Verbindung herzustellen. Alle Viertel- stunde wird ein Schissbrüchiger aus diese weise an Land gebracht. . Ein feiner Handwerksmeister. l Verprügelt mit seinen Angestellten einen Wehrlosen. In einer Strafsache gegen den Bäckermeister Valerius Kurland, mit der sich der Einzelrichter des Amtsgerichts Lichtenberg zu befassen hatte, spielte der einzige Belastungs- zeuge, der 13 Jahre alte Bäckergeselle Franz L., leider nur eine untergeordnete Rolle. Der Angeklagte, eine massige, ungeschlachte Erschainung, ließ zahlreiche Entlastungszeugen aufmarschieren. Der Geselle L. war bei K. tätig gewesen und hatte ein« tägliche Arbeitszeit von 12 bis 15 Stunden. Er mußte Back- wäre ausfahren und das Geld dafür einkassieren Eines Tages war er mit dem Meister, der feine Bäckerei zusammen mit einem Restaurant in der Lange st raße zu Mahlsdorf betreibt, in Streitigkeiten geraten, weil er Gelder nicht abgeliefert hatte. Der Gesell« behauptete, nichts unterschlagen zu l>aben, und meinte, das Geld sei ihm aus der Tasche seines Jacketts, das in seiner Stub« hing, gestohlen worden. Darauf geriet der Bäckermeister Kurland in große Wut, schlug in brutalster Werse mit der Faust und mit einer Bürste aus den jungen Menschen ein. Nicht genug damit, sielen einige Leute, die dei Kurland beschäftigt- waren, über den Wehrlosen her und richteten ihn furchtbar zu, Das-Gesicht war verschwollen, aufgedunsen, grün und blau verfärbt und zeigte außer Kratzwunden Blutergüsie. Der Kopf war mit Beulen bedeckt und die Augen verquollen. Außerdem sollte Kurland dem jungen Mann «ine Verzichtsertlärung, daß er keine Ansprüche wegen Lohn mehr stellen würde, erpreßt haben. Kurland hatte nicht weniger als 5 Zeugen aufgeboten, von denen einige heute noch in seinen Diensten stehen. Diese Jeugen wollten von den ganzen Borfällen nichts gesehen haben. Zwei Zeugen- erklärten auch, dag der Geselle freiwillig die Ber- zicht serklärung unterschrieben hätte. Ein Attest, das vorlag, und das sich der Geselle unmittelbar nach der Mißhandlung von einem Arzt hatte ausstellen lassen, sprach von erheblichen Verletzungen. Das Gericht sah sich auf Grund der Zeugenaussagen genötigt, Kur- land mangels ausreichender Beweise auf Kosten der Staatskasse freizusprechen, denn es stellte sich aus den Standpunkt, daß die Berletzungen ebensogut von den Leuten, die L. verprügelt hatten, herrühren konnten. Wenn der bedauernswerte junge Mensch, der das Opfer brutaler Menschen wurde, mit bitteren Gefühlen von der Gerichtsstätt« scheidet, weil die Rohlinge un- destraft ausgehen, so wird man das oerstehen. Immerhin hat die Verhandlung das Gute tzehabt, daß die Einwohner von Mahlsdorf nunmehr wissen, mit wem sie es im Geschäft, des llerrn Bäckermeisters Kurland zu tun haben. Das russische Paradies. Eine kommunistische R u ß la nd de l e ga t i o n be- richtete gestern abend in Kliems Festsälen über ihre Erlebnisse in Sowjetrußland. Der große Saal von Kliems Festsälen war oer- hältnismäßig schwach besucht von jugendlichen Mitgliedern der Parteiorganisationen, die sich gelangweilt die Berichte anhörten. Die Berichterstatter hatten es sich sehr einfach gemacht: in der paupt- fache schimpften sie aus die„Sozialfaschisten*, lobten die Fünftagewoche in Rußland, fanden aber kein Wort über die zahlreichen Er- schießungen in Rußland und über die Rationalisierung der Lebens- tnittel In den Großstädten. Ein starkes Polizeiaufgebot sorgte dafür, laß sich nach der Kundgebung keine Demonstrationszüge bilden lonntem Göttin Parvati verschwunden. Aus dem Saal 30 des Bölkerkundemuseums, In dem Gegenstände des Hindu! st isch-javanifchen Kult«? auf- gestellt sind, wurde von unbekannten Dieben die Figur der Göttin Parvati entwendet. Die Figur stand frei auf einem Sockel. Sie ist etwa 47 Zentimeter hoch, 15 Zentimeter breit und wiegt an- nähernd 20 Pfuiü». Die Göttin ist dargestellt mit unter der Brust zusammengelegten Händen, in denen sie eine l o t o s a r t i g e Dlume hält. Die Rückenplatte trägt in roter Farbe den Stempel I.E. 29374. Es handelt sich um ein ziemlich seltenes Stück; in Deutschland sind bisher nur drei Exemplar« der Figur bekannt. Ohne Zweifel hat man es nicht mit einem Gelegenheit»- diebstahl zu tun, sondern mit bestellter Arbeit. „Kommeudes Europa und Miuderheiteupolitik." Zu diesem Thema veranstaltet die Deutsche Liga für Völkerbund «m Donnerstag, dem 30. Januar, abends 8� Uhr. in» großen Sitzungssaal des Reichswirtschaftsrats, Vellevuestr. 1ö. einen Bor- tragsabend. Das Referat hält Dr. A m m e n d e, Generalsekretär der europäischen Nationolitätenkongresse. In der Urania spricht Prof. Dr. I. Traube, Freitaq, 31. Januar, im Langenbeck-Lirchow-Haus. 20 Uhr. über das Thema„Kann man Gold machen?", Alchemiltische und modernchemische B«< trachtungen. Böß will abtreten! Aber Aufrechierhaltung seiner Nechte auf Ruhegehali. Oberbürgermeister Böß hat an Stadtverordneten- Vorsteher Haß ein Schreiben gerichtet, in dem er sein« Bereitwilligkeit erklärt, bereits vor Abschluß des gegen Ihn schwebenden Disziplinarverfahrens in de» Ruhestand zu treten, wenn man seine Rechte auf Rrchegehalt an- ei�kennt. Der Brief hat folgenden Wortlaut: „Die schwierigen sachlichen und persönlichen Verhältnisse, in welche die Stadt Berlin geraten ist, haben in der Oeffentlichkeit vielfach das Verlangen nach einer schleunigen Lösung der Oberbürgermeisterfrage laut werden lassen. Wann das auf meinen Antrag gegen mich eingeleitete Disziplinaroer- fahren abgeschlossen sein wird, läßt sich nicht übersehen. Selbst- verständlich vermag ich nicht darauf zu verzichten, dieses Ver- fahren so lange durchgeführt zu sehen, bis jeder Schatten von meiner Ehre entfernt ist. Mein Interesse für die Stadt Berlin ist jedoch zu groß, als daß ich wünschen könnte, daß sie in der jetzigen Lage noch auf unbestimmte Zeit hinaus die Kraft des Oberbürgermeisters entbehrt. Ich bin mir ferner bewußt, daß auch nach dem von mir erwarteten günstigen Ausgange des Disziplinarverfahrens die Wiederaufnahme meiner Tätigkeit im Hinblick auf die ungeheuerlichen Angriffe, denen ich wehrlos als Abwesender ausgesetzt war, kaum möglich sein wird. Ich stelle deshalb meine persönlichen Belange hinter diejenigen der Stadt und erkläre mich bereit, vor dem Abschlüsse des Disziplinar- Verfahrens und vor dem Ende meiner laufenden Amtsperiod« m den. Ruhestand zu treten. Natürlich ist die Voraussetzung hierfür' die Ausrechterhaltung meiner wohlerworbenen Rechte auf Ruhegehalt. Diese Rechte kann ich um so weniger preisgeben, als ich nach 35iähviger Tätigkeit im Staats- und Stadtdienst ohne Vermögen und mit geschwächter Gesundheit aus meinem Amte scheide." Die Viermillionenstadt Berlin braucht in dieser schweren Zeit eine klare Führung! Es liegt daher im d r i n g e n d st« n Interesse der Reichshanptstadt, der Oberbürgermeisterkrise so schnell wie möglich ein Ende zu bereiten, um die Bahn für die Neuwahl des obersten Verwaltungsbeamten frei zu bekommen. Man muß aus diesem Grunde wünschen, daß es gelingt, zu einer Einigung vor Abschluß des langwierigen Disziplinarverfahrens zu kommen. * Der Nachtragshaushaltsplan 1929, der bekanntlich vom Haus- haltsausfchuh abgelehnt worden ist, kam in der gestrigen außer- ordentlichen Stadtverordnetenversammlung noch nicht zur Sprache. Stadtverordnetenoorsteher Haß will den Fraktionen bis zum Donnerstag Zeit zur Stellungnahme lassen. Morgen wird dam» im Stadtparlament die große Debatte über die Finanzlage Berlins stattfinden. Für die Sozialdemokrat.ie wird der Vorsitzende der Stadtverordnetenfraktion, Genosse Erich Flatau, sprechen. Die Bersammlung wird den Etat gleichfalls ablehnen. Zu einer Auflösung der Stadtverordne tenver- s a m m l u n g, wird, entgegen anderslautenden Meinungen, die Ablehnung der Magiftratsvorlage in keinem Falle führen. Die Möglichkeit einer Auflösung dürste erst eintreten, wenn sich für die Verabschiedung des Etats 1930 wiederum keine Mehrheit finden sollte. 25-Millionen-Kredit geflchert. 7! euer Lieferungsvertrag zwischen Elettrowerken und Bewag. Der Aussichtsrat der Bewag trat gestern noch einmal wegen des 25-!Nillionrn. Darlehens der Elektrowerke an die Stadl verlin zu einer Sitzung zusammen, nachdem die Direktion durch Verhandlungen mit den reichseigenen Elektrowerken eine wesentliche Verbesserung des Slromlleserungsoerlroges erreicht halte. Dieser Verkrag sieht eine ab 1. Oktober 1935 in Kraft tretende ganzjährige Zusahlelstung von 50 000 Kilowall plus 16 000 Kilo- watt Spihenstrom(für die Monate November bis Februar) vor. Die Abstimmung ergab dle Annahme des Vertrages mit 9: 7 Stimmen. Nur bei Zustimmung zu dem Vertrag bot sich die Möglichkeit, den 23-Millionen-Kredit aufzunehmen, den Berlin dringend braucht. um über den Ianuarultimo hinwegzukommen. Ein« Vertrags- ablehnung hätte unweigerlich bedeutet, daß die Kämmereiverwaltung am Ultimo nicht in der Lage gewesen wäre, die vollen Gehälter und Löhne auszuzahlen. Weitere dringende Derpflich- tungen hätten nicht erfüllt werden können. Trotz dieser Sachlage stimmten außer den Vertretern des Magistrats nur die sozial- demokratischen Mitglieder des Aufsichtsrats für den Bertrag. Deutschnativnale und Kommunisten sowie der volksparteilich« und nationalsozialistische Vertreter stimmten unter Vorbringung nichtiger Argument« gegen die Annahme. Der demokratische Vertreter e n t- hielt sich der Stimme. Durch die v e r a n t w o rtu n g s- bewußte Haltung der Sozialdemokraten erhall Berlin also, ohne daß die Bewag von der Darlehnsgewährung weiter berührt wird, einen kurzfristigen Kredit von 25 Millionen Mark zu 9'/» Proz. Di« Rückzahlung wird ab Januar 1931 in monatlichen Raten von 4 Millionen Mark erfolgen. Freie Sozialistische Hochschule Am kommenden Sonnibend, dem». Febroer, J911; Uhr, findet im großen Saal des ehemaligen Herrenhauses, Berlin, Leipziger Straße 3, ein Vortrag des Genossen Heinrieb Scholz-Berlin, statt Ober das Thema: Kunst und Brot. Karten zum Preise von 50 Pfennig(einSchi. Garderohe) sind an folgenden Stellen zu haben; Büro des Bezirksbildungsausschusses, Lindenstr 3, 2. Hof links. 2Trep'ea; Arbeiterlugend Groß-Beriin, Llndertstr. 3, 2. Ho) links. 2 Treppen; Buchhandlung J. H. W. Oietz Nacht., Lindenstr. 2: Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, Wailstr. 55; Deutscher Holzarbeiter- Verband, Am Kollnischen Park 2; Verband der graphischen Hilfsarbeiter, Riiterstraße Ecke Luisenufer: Zigarrengeschäft Horsch, Engelufer 24/25; AfA-Ortskartell. Engelufer 24/25; Verlag des Bildungsverbandes der deutschen BuchdruckerrDreibundstr. 5; Zentralverband der Angesteliten, Hede- rnannstraße 12: Veilagsgesellscbaft des AOGB., Abteilung Sortiment, Inselstraße 6a; Frauensekretariat der SPD., Lindenstr. 3, 2. Hof links, 2 Treppen; Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt, Lindenstr. 3, 2. Hof links. 2 Treppen. Regen bringt ein Haus zum Einsturz. Fünfstöckiger Neubau fällt wie ein Kartenbaus zusammen. Rom, 28. Januar. In Italien haben seit einigen Tagen heftige Niederschläge eingesetzt, die nach andauern. Wie üblich, beginnen sich daher wieder die Mel- düngen van Hauseinstürzen zu häufen. In der Provinz Genua stürzte ein fünfstöckiger Neubau aus Eisenbeton wie ein Kartenhaus zusammen, nachdem er von einer Seite vom Regen völlig verwaschen war. Glücklicherweise konnten sich alle Arbeiter gerade noch rechtzeitig retten, da dos Haus zunächst einen großen Riß Erhielt. In Sampiadarena, ebenfalls in der Provinz Genua. stürzte am späten Abend ein hoher Erdwall in einer Länge von 12 Metern ein und beschädigte die Kaserne der Karabimerie. Während die Feuerwehr noch mit den Aufräumungsarbeiten beschäftigt war, stürzte ein weiterer Teil des Erdwalles ein und zer- störte die Kaserne fast völlig. ewsendungen für btef« Stnbrtf find verltn«B«8, Llubenstraj« 3. pariemachrichien�M fürGroß-Berlin ei- i— � nm—-a..,U.. itttf sv oc*-Scjtrtojcrtctnrtaz 2. Hof, Z Treppen rechts, zu richten. In einem Vortrag„Ausdrucksmittel der Kunst und künstlerische Persönlichkeit" spricht Prof. Hans Baluschek über die verschiedenen Techniken der Malerei und der Zeichnung. In ganz klaren Umrissen entwickell er diese rein technischen Dinge; darüber hinaus sucht er auch zu ermitteln, warum eine bestimmte Person- lichkett«in« ganz bestimmte Technik bevorzugt. Es ist eine sehr instruktive UMersuchung und ebenso klar, objektiv und die Der- hältnisse abwägend, ist das schwierige Referat des Genossen Alexander Stein über die Bücher, die das moderne Rußland behandeln. Gerade Rußland, das heute in der Parteien Haß und Gunst schwankt, ist vor einer neutralen Hörerschaft außerordentlich schwer zu diskutieren. Stein gelingt es. einen Weg zu finden, auf dem er niemanden verletzt und auf dem er doch zu entscheidenden Erkenntnissen gelangt.— Zum zweiten Male gibt der Intendant Dr. Hans F l e f ch einen Ruckblick auf Schallplatten. diesmal eine Erinnerung an den Januar. Zwischen den ausgezeichnet aufgenommenen Reportagen über den Haag und Stockholm, über Prozesse und Sportereignisse erblüht noch einmal John Gläsers herrlicher Tenor in der Blumenarie, eine Erinnerung an die Cormen-Sendung am Neujahrstag. Diese Einrichtung des Schall- Plattenrückblicks ist durchaus begrüßenswert.— Im Rahmen eines erstklassigen Konzerts, das am Nachmittag der Neuköllner Mando- linentlub veranstallete, spiell der Mundharmonitavirtuos« Luciano mit einer steghaften Technik und vollendetem Ausdruck. Der Kölner Intendant Ernst Hordt inszeniert als Gast Büchners„Wozzeck". Hardt ist gewissermaßen ein Musterbeispiel für emen realistischen Regisseur, der Dehnungen- und langsam abgetöntes Sprechen liebt. Die� Stimmen werden sehr gut nuanciert. Auf breiter Grundlage bauen sich die Spannungen und Explosionen des Stücks auf, aber die Gru'Mage ist zu breit ausgearbeftet. Hardt gibt zuviel Pause. Mehr innere Spannung, mehr scharfe Konzentration erscheint not- wendig. Dos prachtvoll ausgearbeitete Detail überwiegt zu sehr. Ein Hörspiel ist keine Bühnenaufführung. F, Sch. L ftzet» Mitte. gr«!tag, 81. Zenuar, um IStj Uhr klnbet her T«arfi-piSenb bei Arb-itcrwom-hrt im Sipuiiflstoal ie»«eairtäamts Mitte. StloIUr- f traft t 68, statt. Da iebet Abenb in sich adseschwssen ist. Hnncn sich nach neue Teilnehmer melben. Eintritt frei. 14. fteeis Äeutälln. Iuaendweihe! Beginn des Bs rber« itungsunterrichts fste die Iuftriidlreiiie«n SreUajt, 81. Aannar, um 16 Uhr im Jnaentchewt Beraitr, 29, i 18. Preis Seifteafet. Heute, Mittwoch, 99. Januar, um 20 Uhr tat Raichaus. «rberttnenftt. 6,»immer 21, Bari rag des©cnbffeit Dr. Äottlla itaec „Strafflefetwrlmunfl". Margen. Donnerstag. SO. Januar, im gleichen. «aum, Kursus:„Cogialistisch« Wirtschallspolitil". Referent Dr. ssritz Leun. Heule. Mittwoch. 29. Januar. 22. Abt. Zulammentunft junger Parteimitglieder um 1SV, Uhr tat Pfeiler» faal der Lochschulbrauerei. Amrumer Ecke Seestraß-, Tortragt.Dir-junge Generation in der sozialistischen Bewegung". Referentin Anna Eilmsen. 25. Abt. 20 Uhr gahlabend bei«ramer, Cochenlusstr. 3. Zablabend Schmidt in der«urischen Eck««nivrodestraft«..... 41. Abt. 19 Ubr im Hriesenschlöftchen. ffnefenftt. 14, auftervrdenMchr ffunl. tiDnacfiftuuci. 81. Abt. Bildungskreis längerer Parteigenossen: Die für heute»bend ange- fcfcte Arbeitsgemeinschaft fällt wegen der auf beute oerlegten ffienttoloer. sammlung aus. Der nächste Abend findet Mittwoch, 5. Februar, statt. Die Genassen beieiligen ssch an der Generalversammlung. Reulelln. 9l. Abt. 23. Be,iN: 19 lh Uhr Eoiidergahlabend bei Ulcke, Hermann» strafte 11. Vortrag:„Ormmpotioneftagen". Referent Walter Jung.— »7. Abt. Achtung, Bejirfsführer! Einladungsgettel fstr die Mitglieder. Versammlung von Rohr, Siegfriedstr. 28—29, umgehend abholen.—»8. Abt, IS'.H Uhr bei Teich,«nesedeckstr. 133, Funltionärsiftung. Morgen. Donnerstag. 30. Januar. 37. Abt. 1W4 Uhr ffunftionärRftung mit ollen Straße nstlhrern bei R-r. Matternstr. 19. 45. nno 46. Abt. All« Freitenkerge Nossen»erden ersucht. 1SZ4 Uhr im Lokal von Wien,iers, Reichenborger Str. 104, restlos gu erscheinen. 82. Abt. Etegli«. 20 Uhr Sufamnwntunft der«taderfreundehelfer IM Jugend. heim Aldrechtstr. 47. Alle interessierten � Genossinnen und Genossen der Partei und SAI. biiten wir um pünktliches Ersäieinen. »8. Abt. Rentölln. 143.««,irt: IVA Uhr im Lokal Roack. Inliusstr. 25. Bog girks, ablabend. Neuwahl der Begirtsleitung. 164. Abt. RiederschSneweide. 20 Uhr bei Tomalla. Berliner Str. 38. Vor. standsstßung. TeUnahmeberechttgt sind die acht Mitglieder des Borstantes, die Begrksfiihrer, der Obmann der Revisoren.' 127. Abt. Hahenschönhansen. Bezirk.Weiße Taube', Siedlung der«inder. reichen: Mitglicderoersgmmlilng um X9Vj Uhr im Lokal Rußki, Dingel» stedier Str. 95. Reuwahl des Vorstandes. Freitag. Zt. Januar. 125. Abt. Weiftenlee. 20 Uhr bei Gallas. Lehderstr. 122. Funkt ionärsißling. 136. Abt. Reiniitendorf-Oit.«reismitgliederoersammlung am Freitag. 31. Za. nuat, um 20 Uhr, im Sch!tßenha»s Reinickendorf-Ost, Restdenzstr. 1 snicht in Reinidendars.Wcst). Jungsozialistische vereinignng Grob-verlin. Die Spielgemeinschaft kommt heut«, 29. Januar, 20 Uhr, zur Uebung am Marheinekeplaß 8-4. zusamiiien. Alle Mitspieler am 2. Februar müssen«r- scheinen. Gruppe Pee», lauer Belg: Leute, 18ZH llhr, im Bezirksamt Prenzlauep Berg, Danziger Str. 62, Bortrag der(Jenoffta Mathilde Wurm, M. d. R.:»Dia paiiitsch« Lage". Alle iungen Parteigenossen des«reises und die Aeliere» der CA?, lind herzlichst eingeladen. »rnppe RenlSln: Mitlwvch. 29. Januar. Jugendheim Treptower Str. 95—96, 19 llhr: Sruppenarbeit-ausschußsißung: 20 Uhr: Gruppe Nabe IIb. Dezirksausschuh für Arbeiterwohlfahrt. _ 3.«rei» Webding. Slftung aller Mitglieder und Helfer der Ar. U &) deiterwohliahrt am Freitag. 31. Januar, 19ZH Uhr. im Ledigenheim M a Schänstedisti. 1, 5. Stock, Siftunazzimmer. Tagesordnung: 1. Bericht Eä über die Tätigkeit des«relsausschusses. 2. Aufstellung von Richtlinien. W 3. Anträge zur Generalversammlung. 4. Verichiebene«. Um pünlt- sZ liches Erscheinen wird gebeten. ßs (.«reis SilmcMbatf. Schulungskursus Freitag, SL Januar, IS'/i llhr. im Gesang,'aal der Bikior'.a.Luise�-chule. Gasteiner Ecke Uhlandsirafte. Der Genosse Rudolf«aesten spricht über»Arbeitslosenverstcherung und«eisen. für sarge. 10.«wu Rchltnboif und 12.«rei» Steglift. Der Schulungskursu, beginnt Donnerstag. 30 Januar. 20 Uhr. tm Rathaus Steglift,«immer 5. Der Genosse Stadtnat Dr. Walter Friedländer spricht Wer..Zugeiidsllzsorge". 13.«Kl» Temvelhas.«aziendsrl, Lichtenrade. Freitag. SL Januar. 20 Uhr. im Rathaus, fttatm« 1, Dorsstr. 42, Sikunö. Refe-ate des Genossen Stadtrat Swa.'d Wer.Mitarbeit in der«ommune". Alle Wohllahrt». pflegersmneu). Stlferfintuns low!« interessierte Genossenfinnen) stW der mit* tigan Tagesordnung wegen eingeladen. 14.«rei, Reuköllo. Freitag, 81. Zamiar. 19ZH Uhr. im Slftuiigzsaal d-g Ratdames. 2 Dr..«ortrag des Genossen Stadtrat«arl Schneider Wer..Peak. tssdie Jugendfürsorge". Für alle in der stugendwohlfahrtsvflege tätigen Ge- nassen und Genossinnen sowie für die«ommissionsvarsteher ist Erscheinen Pflicht. Die blauen Merkbücher müssen unbedingt abgeliefert werden..___ Arbellsgemeinschafl der Sinderfreuade. «wi»«tentbetg. Alle Raten Falken kommen Donnerstag, 30.«Vmnac, 6 Uhr,»ut Fdlkenvollversammlimg Ina Zugendheim Prllt.Alljcnce-Plätz'L Mittwoch 29. Januar 1930 Unterhaltung und Wissen Beilage des Vorwärts Theodor Stiegler: 8r genießt die Auslieht tSckluß.) Als der Ober Franz Joseph Stulpe gewissenhaft und outo- matisch die Stuhle auf die Tische gestellt und abgerechnet hatte, trat er,«in belangloser, soeben gekündigter Ober, einsam und stehen gelassen, auf die noch dunkle Straße. Ein Taxichauffeur verkroch sich, steif vor Kälte, in einen unförmigen Pelzmantel und machte in der Richtung zum Ober, als er ihn gewahr wurde, eine konven- tionelle Bemerkung über den ungemütlichen Morgen. Aber Stulpe hatte kein« Augen für dos, was um ihn her vorging, er sah noch immer das verstörte Gesicht der Sängerin, ihre hysterische und arrogante Leidenschaft, die sich kreischend an ein verlogenes, kolo- riertcs Leben klammerte, und er dachte, daß ihr wie ihm vom Leben gekündigt worden war, und daß sie morgen eine ganz gewöhnliche Frau sein würde, verweint und ohne Distanz, über- flüssig wie er selbst. Der Ober Franz Joseph Stulpe fand in irgend einer Tasche eine flach gedrückte Zigarette, aber er rauchte sie nicht, sondern schleuderte sie mit einer Bewegung des Wider- willens in den Schnee, denn plötzlich spürte er wie noch nie den bitteren, ungewaschenen Geschenack seines oerbrauchten Gaumens, und er spürte, wie herrlich das kalt« Blasen des Frühwindes sein« übernächtigen Schläfen ausfrischte. Dieser Ober, in Dunst und Nikotinlus: alt geworden, in geschlossenen Räumen zwischen Orchesterraum und Toilette, stieg, eingehüllt in«inen dünnen Mantel, frierend von den unsauberen Ereignissen, die seine Bor- stellung noch immer festhielten, auf den Schloßberg, ein« kleine Erhebung mitten in der Stadt, die in einem Plateau end'gte, von dem man die ganze apathische Derträumtheit des Provinznestes überblicken konnte. Zweimal in der Woche stieg Franz Joseph Stulpe, ein etwas romantischer Ober, auf diese Erhebung, die man den„Berg der Pensionisten" nannte, Jahr für Jahr, um sich an die Brüstung zu lehnen und auf den Sonnenaufgang zu warten. So stieg er auch jetzt mit andächtigen Schritten, wie«in Apostel, der einem Wunder nachgeht, über die Stufen empor, die m den Schloßberg«ingehauen waren. Dieser Berg, einige Minuten von dem Lokal entfernt, in dem noch vor kurzem einer asthmatischen Sängerin durch den geschickten Wurf eines Weinglases das welkende Gesicht zerschnitten worden war. atmete um die frühe Stunde eine Feierlichkeit, der sich selbst der abgebrühteste Rachtdummler schwer hätte entziehen können. So stieg der Ober Franz Joseph Stulpe empor, mit leise wehen- den Frackschößen, und rastete und holte Atem und sah, wie die glühende Ampel der Sonne aus herliger Ferne in den Tag wuchs. Als«r oben angekommen war. ging er dicht an den Steinwall, der das stell abfallende Plateau schützend abschloß, und legte mit einer langsamen, beinahe frommen Bewegung die chände hinter seinem Rücken zusammen. Hier hatte er oft gestanden, bevor er nach Hause ging, zu seiner mageren Frau und den Löffelerbsen mit Speck, um sich dann niederzulegen, wenn andere zu arbeiten begannen, hier weilte er gern, chenn»«..hatte er das. PkÜ&L nicht mehr der Ober Franz Joseph Stulpe zu sein, der den fremden.Menschen Nacht für Nacht in den Mantel helfen mußte, denn niemand hätte sich hier erlauben dürfen, zu rufen:„Ober, zahlen!", wenn Franz Joseph Stulpe in die aufgehende Sonne sah. Er kannte hier jeden Stein und lehnte sich gerade, irgendwie entlastet, an die kalt«, erfrischende Mauer, als ihn ein sonderbarer Lärm aushorchen ließ: ein« größere Gesellschaft, die aus drei Herren und einer Dam« bestand, war offen- bar auf den Berlegenheitseinsall gekommen, den letzten Rest einer schalen, durchzechten Nacht auf diesem Plateau zu verbringen. Der eine von den drei Herren schwang mit geisterhaften Bewegungen zwei große Weinflaschen, als wären es Keulen, und versuchte, den vereisten Weg hinaufzuturnen, während sich die junge Dame, die von zwei anderen Herren geschoben wurde, an den Schößen seines Pelzmantels sest»e!t. So bewegte sich die eigenartige Gesellschaft unter keuchendem Gelächter und schnaufenden Zwischenrufen in die Richtung des Obers Franz Joseph Stulpe, als der Herr an der Spitze plötzlich das Gleichgewicht verlor und trotz der komischsten Bewegungen eines unfreiwilligen Seiltänzers auf den Boden stürzte. Während die eine der beiden Weinslaschen ganz blieb, zerbrach die andere knallend an einer Stufenkante. Der rote Wein färbte den Schnee wie Blut. In diesem Augenblick dreht« sich der Ober un- willig um. Einer von den Herren erkannte ihn und schrie:„Ober, noch eine Flasche!" Der Ober Franz Joseph Stulpe hörte nicht. Er hatte die Frau bemerkt, die das Weinglas geworfen hatte, und sah, wie ein Feld- Herr, ohne sich zu bewegen, in die Landschaft, die zu strahlen begann. Der Herr, der geschrien hatte:„Ober, noch eine Flasche!" zögerte zunächst, durch die unerwartete Haltung des Obers aus der Fassung gebracht, und war gerade im Begriffe, seinen Befehl zu wiederholen, als die junge Dam« mit dem Monokel mit einem jauchzenden Ruck ihren Mantel in den Schnee warf. Ohne sich um die warnenden Zurufe ihrer plötzlich nüchtern gewordenen Begleiter zu kümmern, kletterte sie auf die vereiste, mit einer täuschenden Schneedecke belegte Steinbrüstung, wo sie, den Refrain eines Schlagers singend, geschickt und graziös zu tänzeln begann. Der Ober Franz Joseph Stulpe, der die Gefahr erkannte, stand, die Hände über dem Rücken gefaltet, unbeweglich da und sah in die Landschaft. Er hörte, fast im Traum, wie ein Weinglas auf dem Eis zersplitterte, er sah die Gestalt der tänzelnden Frau in klar um- rissenen Formen, aber die Gestalt war klein und sie tönzelte plötzlich ganz weit draußen, eine dunkle Marionette, die sich vom immer heller werdenden Horizont gespensterhaft abhob. Der Ober sah sie wie in weiter, unerreichbarer Ferne und wußte, daß diese Frau, die mit dem Leben spielte, nur noch durch drei oder vier Schnitte von einer schmalen Spalt« getrennt war, die leicht übersehen werden konnte, weil sie fast bis zum obersten Niveau der Steinbrüstung von schneeigem Schutt ausgefüllt war. Es darf daran nicht gezweifelt werden: Der unbescholtene Ober Franz Joseph Stulpe hatte die Ab- ficht, die Frau durch einen lauten Zuruf zu retten, und seine Lippen bewegten sich, als ob er sagen wolle:„Holen Sie doch die Frau herunter," aber es härte ihn niemand, und es war, als habe er plötzlich die Herrschaft über seine Stimme verloren, die durch zwanzig Jahre, Nacht für Nacht, gesagt hatte:„Nehmen Sie vielleicht hier Platz",„Hier sehen Sie sehr gut",„Nein, es hat eben erst an- gefangen",„Die Zigaretten kommen gleich",„Geradeaus, zweite Tür links".. Und der Ober stand.da, ohne Haß und ohne verbind- liches Lächeln, unfähig,«in. Wort zu sagen, und hielt»e Hände hinter "dcrn Rücken gefallet und atmet«' die strahlende Scmne7 er, der un- bescholtene Ober Franz Joseph Stulpe. Er vergaß die Wirklichkeit seines monotonen Lebens, er war plötzlich irgendein namenloser, un- bekannter Zivilist, der die Aussicht genießen durfte, er hatte keine Wut und kein« Sorgen, dicht an der Mauer stand er, der Ober Franz Joseph Stulpe, und sah in die Sonne,«in komischer Apostel im Frack, und hörte nur von fern den Schrei, den eine Frau ausstieß, die über dem Felsen lautlos in der Tiefe verschwand. WaUher Appell: AUS Im Restaurant (M o n» l o g einer sächsischen Mutter.) Kommt. Kinder, hier iß noch ä ganser Disch frei! Da brauchense gar nich so dumm zu gucken, sie zwee'e, mier setzen uns drwegcn mit her. Mier Hamm hier genau sofiel Anschbruch wie sie. Noch siel mehr, weil mier ihrer sechs« sinn. Das kennte ihn' so bassen, daß enne deitsche Familie wieder abricken mißt« unn keen Kaffee kriegte— wegen so enn unfrheirahdn Liewesbaar. Das gloowich, da hammse nu gedacht, se kenn hier midnander offn Kannebee rum- schmusen,— das kenn mier schonn! Awr unser Geld iß ooch ke« Blech. Komm, Baul, setz dich niewer zu denn Mann, brauchst keene Angst zu hannn, der derf dir nischt duhn. Nu nee. Fader, so machen mier das nicht! Du setzt dich nich nähm das Freilein! Dazu gehn mier nich Sonndags schbaziern, daßde hier rumbusiiern kannst mit so enn grien' Ding«. Se hat dr wohl mitn Oogen zu- gebischbert, daßde dich bei se setzen sollst? So sieht die schonn aus, mit ihrn Buwitobb. Also mach, schdeh off, lassn Alfred dancin. Unn nemm emal dn Horfchdl ausn Kinderwagen, den legen mr in de Ecke offs Kannebee— ja Frellein, da rickense ahm gesälligst ä bisiel zu. Awr basten se off. der hat forhin sein« Flasche gedrunken. Ach— dr Kellner. Nu lassen se een nr meeglichst«rscht setzen. Sinnse nich so vffdringlich. Mier wern schonn noch beschdellen. Was war? Hast du nich grade was gesagt, Fader? Nee, mei Liewer, da werd nischt, sonwegcn ä kleenes Helles. Mier drinken Kaffee. Also Horchense mal, Ohwer! Uns bring se enne halwc Borzjon Kasfee. Nich so deier, fielleicht frn Fuffzger. Awr reen' Bohnkaffe«! Mier sinn nämlich frweent in der Beziehung. Also nowr, unn sechs Dassen drzu, unn enn dicht'gen Dobb heeßes Wasser. Awr bisse! fix! Nee, drzu brauchen mier nichscht. Mier Hamm drheeme Kwark- kuchen gebacken. Gibb mal s Batet her. Frieda, unn daß des hqjde schon» u>eeßt, fonwegen schbäder mal ooch so mitn Kerln haußen rundreim wie die. das bilde dr nicht ein! Mach nr, mier Hamm Hunger! So. mei Horfchdl. das iß dein«. Ja. Freilein, da er- schreckend 2lwr wennse Angst Hamm, daßr sie follschmiern kennte. da g«hn se doch ihrer Wäge! Uns f-hll, sowiso noch ä Blotz fr unsr« Herda. Was issn. Alfred? Ach so. Ja. den Zucker kannst« dir ruhig nemm. den brauchen die zwee Versöhn' nich alln. Unn Milch hammse ooch noch drinnne. Hier. Kurdl. kannst« glei au- denn Dinge drinken. da machen mier nicht«rscht siel Umschdänd«. Willst- ooch ä Schdick Kuchen, Fader? Was. der frdrägt sich»ich mitn Bier? Mit was denn fr Bier? Nimm nr ruhig ä Schdickel. awr nich so ä großes. Guck« nr. wies n Horschdl schmeckt.— wisch dr nich de Finger an Anzug. Alfred, Frieda, baß ä bisse! offn off. der sollst ans Dischduch wischen, oder ans Kannebee! Wisch se nur richjd'g ab, ach so, das iß denn Mann fein« Hofe. Nu, das iß ooch nich gefährlich, mcegen se doch nicht eener deitschen Familie dn Blatz wegnemm, die sinn doch hier nich drheeme.(Das junge Paar zahlt und geht.) Ja, machenf« sich fort! Awr bildense sich nich edwa ein. dasse uns da drmit ärger» kenn! Sie warn mir nänüich glei unsimbahdsch, wo mier reinkam'. Guck mal, obf« noch Kaffee in dr Kanne Hamm, Fader.— dreht eich nich nochmal um, ihr...! So, nu machts«ich scheen bekwähm, setzt eich ä bisset breet, s komm' noch Leide. Nu, hier derf niemand mehr/ her, das iß unser Dtfch! Ach, dr Kellner. Kommst, schdelln ses her. So. unn nu bringst uns glei noch zwee Kann' heeßes Wasser! Theorie und Praxis. Babba, unser Lährer hat gesagt, das däht gar»ich Veen heißen. sondern B.. bein, unn das däht B.. bäum Heeßen anschdadd Boom, ach unn noch viel, ich weeß bloß nich mehr alles. Ae baar was, da habb ich iewrhaubt nich rausgebracht, da hat der cegal wieder gesagt, das i, das ich sagen däht, das wär falsch. Das mißte . na ja, ich weeß ooch nich, das mißte ähm i Heeßen. Awr andersch. Bei denn klang das ä bissel anderfch. Friehling unn iewrsliss'g, unn Diere, das sinn solche Wörde. Da hat der gesagt, bei mir wißte mr nich, ob ich änne Schduhmdiere meen oder de wilden Diere in dr Wieste. Die Meegens nr halwegs machen! Awr was iß's? Weil st nich genug zu duhn Hamm, da difteln se wer weeß was fr Bleedsinn aus. Anschdadd daß'n Kindern erleichtern, da machen sis'u so schwer. Solche kinstliche Schbrachen, die mißten direkt frboten sinn. Der hat awr doch gesagt, die andern dähten so reden. Was dn fr andre? Nu, in Breißßen die, unn in Dicring', unn in LIeweck, unn Hannohfer. Das geht doch uns nischt an! Da kenn doch mier nich drfor! Awr reden duhn die wärklich so? Ich gloowe. Warum reden die'n so? Das weeß doch ich nich. Wahrscheinlich, weilst enn Klabbs Hamm. Da sinn die wohl nich gans richt'g? Scheinbar. So. Awr... awr Menschen sinns drweaen ooch? Nu ja, ähm abgesthn dofon. Unser Lährer iß ganz begeistert son denn, ähm wegen ihrer Schbrache. Der hat gesagt, mier solln uns nr immer s'cheen Miehe gähm, unn mr jolldens unsern Acldern sagen, st mechden drheeme recht scheen off uns offbassen, daß mier immer so reden. Da dähten miersch in dr Schule fiel ähr lern'. Was? Das hat der gesagt? Da will der Uns Forschriften machen? Also, mei Kind, daßß des glei weeßt: da werd nadierlich nischt draus! Unn wennr wieder mal sowas sagt, da tannstn son mier enn scheen Gruß sagen, unn ich hädde gesagt, in meiner Wohnung häddr nischt zu frfiegen! Unn das sollr sich ee fr allemal merken: in seiner Schule da kannr meindwegen machen: wasr will. Awr in mein fier Fähln da bin ich frn heislichen Anschdand frand- wordlich Unn der beschdeht bei mir dadrinne, daß d e l t s ch g e- redt werd! Ate„innere Uhr" Der Zeitsinn bei vielen Menschen und bei einer großen Anzahl von Tieren ist ein großes Rätsel. Es gibt Menschen, die auch ohne Uhr fast auf die Minute genau wissen, wie spät es ist. Das will nicht sehr viel sagen, wenn die Menschen wach sind: denn die Tagesstunde drückt sich auch in der Helligkeit und in der Atmosphäre der Zeit aus. Viel rätselhafter ist es schon, wenn Menschen in sich gewissermaßen«ine„innere Weckuhr" tragen: denn es gibt sehr viele Perjonen, die zu einer bestimmten Stunde aufwachen können, wenn sie es sich am Abend vornehmen, während andere ohne Weck- uhr bestimmt die Zeit verschlafen, wenn sie zur bestimmten Stunde aufstehen müssen und nicht geweckt werden. Wieso ist es nun möglich, daß«in Mensch am Abend vorher erklärt, er wolle Punkt 6 Uhr erwachen und sein Körper diesem inneren Befehl tatsächlich Folge leistet? Man hat den Versuch gemacht, dieses Phänomen mit Hypnose Zu erklären, ohne dadurch in der Lösung des Rätsels tatsächlich weiterzukommen. Noch seltsamer erscheint der Zeitsinn bei gewissen Tieren, zum Beispiel bei Bienen. Neue Forschungen. die I. Bcling mit dressierten und numerierten Bienen anstellte, zeitigten ganz erstaunliche Ergebnisse, über die er vor einiger Zeit in der.Leitschrift für Bergl.-Phys." berichtet. Schon früher wurden von anderen Bienensorschern Untersuchungen über den Ortssinn der Bienen angestellt. Eine Anzahl von Bienen stellten sich an jedem Nachmittag auf der Veranda eines Gartenhauses ein, wenn der Besitzer seinen Nachmittagskaffee trank und dabei Honig und ein- gemachte Früchte genoß. Da er sehr pünktlich um vier Uhr vesperte, so kamen die Bienen ganz pünktlich um vier Uhr an und immer zur selben Stelle. Als er eines Tages den Ort seines Nachmittags- kaffees verlegte, um festzustellen, ob die Bienen auch ohne die An- Wesenheit des Honig die frühere Stätte finden würden, umflogen die Bienen um vier Uhr unausgesetzt die Stelle, wo vorher immer der Kaffeetisch gestanden hatte, ein Zeichen dafür, daß sie einen ausgezeichneten Ortssinn besitzen. Nun ist fernerhin bekannt, daß sich viele Blüten nur zu bestimmten Tageszeiten öffnen, und daß die Bienen zu denselben Zeiten die Blüte besuchen. Ganz besonders bemerkenswert ist fernerhin die Tatsache, daß die Bienen die Buch- Weizenfelder hauptsächlich in der Zeit von 9 big 11 Uhr am Vor- mitlag besuchen. Man konnte daraufhin feststellen, daß der Buch- weizen gerade um diese Zeit den Nektar ausscheidet. Beling machte nun mehrere Experimente, um hinter das Geheimnis des Zeitsinns der Bienen zu kommen. Mehrere Bienenstöcke brachte er in. einem -Zimmer urüer, das-ständig die gleiche Veleuchtung auswies. Dadurch wurden.'die Ursachen für den Zeitfinnn der Bienen, die in der wechselnden Beleuchtung liegen tonnten, ausgeschaltet. Nun er- hielten die numerierten Bienen ihr« Nahrung zu bestimmten Tages- zeit«». Schon nach kurzer Zeit hatten sie sich die Stunden genau gemerkt und erschienen auch dann an der Futterstell« um die gleiche Stunde, wenn kein Futter hingestellt worden war. Es scheint daraus hervorzugehen, daß äußere Bedingungen auf die Unter- nehmungen der Tiere keinen Einfluß haben, sondern daß ein Zeit- sinn vorhanden sein muß, zumal nicht nur jede beliebige Tageszeit für die Fütterung gewählt werden tonnte, sondern auch mehrere auseinanderliegende Stunden an einem Tag«, an denen den Bienen die Fütterung hingestellt worden war, von den Tieren ziemlich pünktlich innegehalten wurden. Mit diesen Forschungen ist man dem Wesen des Zeitsinns noch nicht nahegekommen, aber sie er- geben ein ziemlich klares Bild von dem Vorhandensein dieses Sinnes bei den Bienen. Dadurch findet auch eine ähnliche Er- scheinung, die bei vielen Menschen festgestellt werden kann, eine bemerkenswerte Beleuchtung, und es erscheint nur seltsam, daß nicht alle Menschen trotz ihrer höheren Intelligenz diest inner« Uhr besitzen, die man wohl bei den meisten Bienen mehr oder weniger annehmen muß. Das lugelrunde Krankenhaus. Ein sonderbares Krankenhaus ist in der amerikanischen Stadt Cleveland errichtet worden. Es besteht ms einer vollkommen runden, mit Aluminium überzogenen Stahl- kugel, in der fünf Storfwerk« untergebracht sind, und dient dazu, Zuckerkranke, Blutarme und Patienten mit anderen Krankheiten einer besonderen Behandlung mit komprimierter Luft zu unterziehen. Das Verfahren wird, in Ergänzung der sonstigen medizinischen Methoden, von Dr. O. I. Cunningham in diesem nach ihm benannten Sana- torium auegeübt, in dem die Kranken bis zu fünf Tagen mit kom- primierter Luft behandelt werden. Man betritt die Stahltugel durch eine Art Tank, der sie mit dem Verwaltungsgebäude verbindet. Das kugelförmige Sanatorium hat einen Durchmesser von 22 Metern und Ist mit allen erforderlichen Bequemlichkeiten ausgestattet. Im Erdgeschoß befindet sich der Speifesaal, die drei nächsten Stockwerke enthalten die Krankenzimmer und Behandlungsräume, und darüber ist ein Erholungsraum untergebracht. Di« Fenster bilden kleine runde Luken, ähnlich wie liajütensenster. Die hier besonders schwierige KülMütung der Speisen, Heilmittel usw. erfolgt durch fahrbare elektrische Kühlapparate. wie sich der Großstadllärm zusammenseht. Die Partstr Stadtverwaltung hat in«inen: verhältnismäßig stillen Winkel von Paris ein Mikrophon aufgestellt.und Grammophonplatte» von dem auf- genommenen Lärni herstellen lasstn. Es ergibt sich daraus, daß AutoHupen und Sirenen ein Viertel des Großstadtlärms ausmachen. Motorengeräusch absorbiert 36 Prozent, Trambahnen und Lostwegen verursachen 11 Prozent des Lärmes, das Geräusch beim Abladen von Warengütern 9 Prozent, das Knirschen der Bremsen 2 Prozent, der Auspuff von Motorrädern S Prozent. Pfeifen der Polizisten I Prozent, der Rest entfällt auf diverse Geräusche wie Hammer- schlage, Kindergeschrei usw. Rebelstädle. London, das wegen seines Nebels berüchtigt ist, schlälst in dieser Hinsicht doch nicht den Rokord. Auch New Vork hat schwer unter Nebel zu leiden. Auch in den Südstaaten Ameri- las, an der Mündunq des Mississippi in den Golf von Mexiko, sind Nebel häufig. Ebenso ist der Rio Plate in Argentinien bekannt wegen der Nebelmengen, die sich an seinen Ufern sammeln. Der älkesle noch bestehende Kalender ist der jüdisch«, der seit 3761 o. Ehr. besteht, also 6690 Jahre alt ist. Die kürzeste Lebens- dauer aller Zeitrechnungen hatte der Kalender der französischen Revolution, der 1793 eingeführt und 1806 durch Napoleon wieder abgeschafft wurde. Er bestand also nur zwölf Jahre. Das kleinste Restaurant der well befindet sich in Paris: es hat imr für fünf Personen Platz. Entscheidung über das Monopol. Jündholzgefeh verabschiedet.- Oer Reichstag vertagt. R« i ch s t o fl. bcr am Dienstafl das Zündholz- m o n o o lg e j c tz in dritter Le l un g verabschiedete, sprach mach deni deirrjchnationaleii Abg. H c r g t für das.Zentrum der Abg. Schlack: Das Gesetz ist nicht für, sondern gegen die Konsumvereine gemacht, und wir stimmen nur deshalb für das Gesotz, weil ims die Interessen des deutschen Volles höher stehen als die der ftonsumverehw. Die Konsumgenossenschaften hoben weder das Gesetz von 1327, noch das Monopol gewollt. Handell es stch denn überl>aupt um eine Bevorzugung der Konsumvereine. Ihre Äbiatzsteigerung in den letzten Iahren betrug durchschnittlich zwanzig Prozent. In diesem Gesetz beteiligt man sie aber nur mit höchstens zehn Prozent. Ein Vorteil für oie Konsumvereins wäre es gewesen, wenn man sie in das Monopol aufgenommen hätte, wie wir es beantragt haben. Aber aus diesen Antrag haben wir leider verzichten müssen. Die Wirtschastsportef die dach das Großkapital bekämpfen will, stellt sich hier gegen Fabriken, die sich im Besitz von Millionen von Arbeitern befinden. Gar kein Recht, das Mo nopol zu bekämpfen,' hat aber der Deutsch-Hannoveraner, der selbst S ch o r n st e i n f« g e r m e i st c r ist. also einem Berus angehört, der ein staatlich privilegiertes Monopol besitzt.(Hört, bort! im Zentruni.) Ebensowenig dürfen die Bauernparteien über Bevorzugung der Konsumgenossenschaften klagen, denn den land. wtrlschaslllchen Genossenschaften Hai man erst kürzlich sechzig Mit. I tauen glatt geschenkt. Gegenüber dieser Opposition müssen wir«nt- schieden die Intcresien der minderbemittelten Bevölkerung betonen. (Beifall im Zentrum.) Abg. Schröker-Merseburg(Komm.) bekämpft das Gesetz, weil es ein« weitere unerhörte Belastung der breiten werktätigen Masse» bedeute. Man erörtere auch bereits neue Mvnopolptäno. Bei dieser „Blulsaugerpolitik" leiste die Sozialdcmotratie der Bourgeoisie Hilfestellung.'. Damit schließt die Aussprache. Die kommunistischen Abänderunsjsanträge werden abgelehnt. Es bleibt bei de» Beschlüsien der zweiten Lesung. ?o dieser Zasiung wird des Gesetz in namentlicher Schluß. obstimwung mit 210 Skimmen der Bezicrungsparleten gegen l4ö Stimmen bei sieben Eulbollnnge« angenommen. Der Stimme entholten hoben sich u. a. die demokratischen Abgeordneten Büll, Lemmcr, Schneider-Berlin, Tantzen, Zieglcr und Frau Dr. Bäumer. Da» Beamkenverirclungsgeselz wird dem Beamienausschuß überwiesen. Die Antrage der Sozial- demokraten, der Kommunisten und der Wirtschastspartei, die Bar- liner Stadtbahntariferhöhung nicstt zu genehmigen, gehen an den. Berkehrsausschuß, der Am rag der Deutschen Bolls- Partei über die Maßnahmen zur Erhöhung der Roggenpreisc an den Handeispolitrschen Ausschuß. Damit ist die Tagesordnung erledigt. Ueber die Tagesardirung der nächsten Sitzung entspinnt sich eine -längere Debatte. Abg. Lücke(Wp.) wünscht die Beratung der Regierungsvorlage Zur Verlängerung der Mieterschutzgcsctze und des von ihm bc- antragten Ilebergongsgesetzes zur Mierregelung. Wg. Lipinsft(Soz.) widcrsprickzt diesem Verlangen. Die Sozial- demokraten könnten die erste Lesung der Mietgesctze mchl ohne Debatte vorbeigehen lassen. Die bevorstehende Beratung des Voung- Planes dürfe jedoch nicht durch Beratung der Mietgeh'tz« behindert werden. Abg. Dr. Zapf(D. Vp.) schließt sich diesen Bedenken an und empfiehlt Besprechung der Angelegenheit im Aefteftenrat. .. Ahg. Schultz-Bryinberg(Dnal.) beantragt, die nächste Sitzung erst am"■ Februar abzuhalten, da die Beratung des Doung-Planes im Reichsrot doch noch längere Zeit dauern könne. Präsident Lobe erwidert, man könne erwarten, daß der Reichsrat die Beratung des Noung-Plones am Sonnabend beende. Dgnn könne die Drucksache am Montag verteilt und bis zum Mittwoch nachmittag von den Fraktionen begutachtet werden. Es sei wün- sä cnswcrt, mit der Beratung des Aoung-Vlanes so zeitig wie möglich, also Mittwoch nachmittag, zu beginnen. I Unter Ablehnung aller Anträge vertagt stch das Haus auf Vorschlag des Präsidenten bis zum Mittwoch, dem 5. Februar nachinlttags 3 Uhr: Erste Lesung des Voung-Planes in Verbindung mit dem deutsch-amerikamschcn«chuldcnabkommen und den Liqui- dationsabkommcn. Schluß gegen 3 Uhr. Beschlüsse des Reichsrats. Der Reichsrat hielt am Dienstognachmittag eine Boll- fitzung ab, in der der Gesetzentwurf über das Zündholz- Monopol cndgüllig genehmigt wurde. Ein Antrag Thüringens, gegen das Gesetz Einspruch zu erheben wegen der Sonlderstellunz der Konsumgenossenschaften und des Eingreficns in die freie Wirt- schaft, fand nicht genügend Unterstützung. Der Reichsrat befaßte sich dann mit dein Gesetzentwurf über die Beteiligung des Reiches an der preußischen Zentral- g c n a s s e n s ch a f t s k a s s e. Es handelt sich um das Abkommen zwischen dem Reich und Preußen, das oar wenigen Tagen schon im Preußischen Landtag angenommen worden ist. Der Reichsfinanz- minister wird ermächtigt, eine Stammcinlogc in Höhe von 50 Millionen zu übernehmen. Der Reichsrat stimmte dem Gesetzentwurs zu. Am Donnerstag findet keine Reichsratsoollsttzung statt. Am Freitag werden sich die Reichsratsausschüsse mit dem Noung-Plan be- schäftigem. Am Sonnabend wird der Reichsrat in einer Vollsitzung darüber beschließen. fil m SozialiflischeArbeiterjugeudSr.-Serltn | e-ins»ndimaa> für dlese tiubrtt mir ou das gugendfetrctariat s verlin eis 63, binden straie 3 Mäixllknrsn»: 3.®wni morgen. Donnerstag, isri, Übe, in der Schule Koch. sirobe 13:»Einiges aus der Geschichte der bürgerlichen lZrouenbeVeaung". Refereniin Genossrn Adele Schreiber-Krieger, M. d. R. Jede Gruppe rnusi mit einem Mädel vertreten sein. Inlcresstcrlc Burschen stich eingeladen. Heule. Mittwoch. Ifl'/s Uhr. Arkonaplast: Schule Elisabrtbkirchsir. 10: �Tagespolitik".— Moabit IT7: Heim Lehrter Str. l3— IL:»Grundlogin des Sozialismus".—©esund- bruunr» II: Heim Cbristianiastr. 38:.Literarischer Abend".— Weddinq: Heim See. Eäkc Tmriner Straste:»gachLondon-Abend".— Zatlplab ri: gupltionär. ststung beim Genossen Siäer, Eantianstr. Ig.— Woiso'aoer Viertel: Heim' Litauer Str. 15:»Bcrsammlunastechnik".— Rcicheabeiger viertel: Heim Driker Straste SO:»Berk chirdenart igker t des Dawes» und Poung-Planes".— Lasborg: Gcme.indkschule Schulstraße:„Unsere Stellung zur chen�rkschak".— Tempelkos: Heim Der'noniastr. 4—6:„Die Sozialistische A rbe itcr-gnter nat: onale".— Karls- borst! Heim Treskomallcc:»Le.rinan»-!ÄNS- Abend". Weibebczlrle Ziergarten urb Westen- Heut« Ueben iür den Svr- und Bewegungschoe 19 Ubr in der Schulaitla Walde userstr. 20. Wrrbebezirl Prenzlaner Berg: Leim Eonnenburger Sir. 20. A Ubr Wanderlei tcrionfcrcnz. Sieferat de» Genossen Paul Wegmann. Die beiden Wanderleiter jeder Abteilung müssen erscheinen.- Interessierte sind eingeladen. SSG. Weiching: Heim Gotenbstrger Str. 2. 18 Ubr:..Demokratie oder Diktatur". LSG. ZteukZlln: Die Schülerspreäistnnde fallt upiftändcbalber aus. Werbcbeziri Rcvlallo: Außerordentliche wichtige W.-?..Vorstandsfißung im Darteisekrciariat, iZuldastroß«. pünktlich 19 Ubr.-gemeinsam mit den Ab- t-ilnnasleitern und Bildunasableuteu. All« Gruppen müsse» vertrete» sein. Werl»cbe»:rk Wedding. Tamboürkavelle: Moraon, 20 Ubr. Ueben im Heim Seestraßc. Alle Spiclleutc. auch die glötcr. müssen erscheinen. — Donuerstag. Zst. Jatnnrt, 50 Öfe. Turnbalke Bark« burgplaß: Iiu-Zitsu. Kamerodschait Insel: iZreltag. 31.?arri-ar. 29 Um. .gameradschastsoersallwllung bei öcheffscr, Kolonnen- Ecke HobenfricdbergstraKe. Erscheinen Pflicht._ Berliner Ziiber-Klud, gegr. 1595, übt sedeu Dienstag, 29'/z Ubr, im Alub» bans. Obmstr. 2. Dereiv cbemaligrr Egerländer geldlamoraden. Am 24. Augirst mird von den ebcmaligen Egerländer lreldkameradsn in Karlsbad das 4. Wiodersöbens- fest abgcbalirn. Zwecks Zllitt-ilnngen. Einladungen und sonstigen Nachrichten werden hiermit alle Egerländer aurgesarderi. ibre Kap-en nnb Wohiunte au den Hauptfestausschuß der Egcrländcr sscldkamcraden zu tiarlsdad, Eibels, borgerftr. 19, milieilen zu wollen. Arbelter-Abstircuten-Boad, Gruppe IZeiedrichsbain: Donnerstag, 39. Januar. 29 Ubr. im Jugendheim b�iestelmeyerstr. i, Iusammeutunft. Lichtbilder:.Aus der Werkstatt des AlloKols"(Genossc Haasc). Zieichslurzschriftverei» Berlin-Maabit. Donnersbog. 2V— 2L Ubr, Anfänger-. lZortgeschritlrnc-, Redeschrift-Lcbrgänge, Rathenower Str. Sa. Deutscher Espcranto Buod, Ortsgruppe Bcrliu. Zsrcitaz. 29 Ubr, Konditorei Dabrin. Lackeschcr Markt. Bund siir iiuasterziehnnq. Der nächst« Bortrag im Nahmen des Lechrgangs sttr stunstecziebung findet im großen«aal ded gewtralinstituts. Potsdamer Straße 120, am Miilwoch. 29. Januar, 29 Uhr. statt. Professor Ludwig Bari- r.-inq spricht über»Niinsilcr und Nunsterziokung". Üermon-Lnelisk-zoeieir. Cale Jagenburg. Berlin V. Bfitowstr. 1. 9. p. rn- Lccturc;„The Schools of England" hy Mr. William W-tMann. Allgemeine Wetterlage. 28.dan.4930.abds.� 1SJL-5?t 0 wölken las, O heüror.O halbbedecicl ® wolkig*® bededbeRegenAGraupeln AiletHJiGewitteKQbymasrtle Vortrage, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner..Schmarz-Roi-Gold'. WiMÄlz G« fchä f t.o st.e. l l Perlin 6 11, LcbaManstö Hof 2.£i Mittwoch,. 29. Januar. Wedding: 29 Uhr wichtige Sißung samt- I icher Sportler bei liatn. Lorgast, Ulerstr. 12. Treptow iSamerad- schaft). Iungbanucr: Igt-- Uhr Heim Wildenbruckstraße. Aufstellung des iZe. bruarmogramms. Erscheinen Pflicht.— Donner»tag. 39, Zoauar. Wedding lOrtsoetein): 19si> Ubr Sißung des erweiterten Aorstandes bei Hillmann, 5!azgretbkirchstr. 41. Wilmersdorf, Samerodschaft West: 29 Ubr Kamcrodschafis- abend bei Sandmann. Westfälische Straße.— Freitag. 31. Zanuar. Kreuz. berg: 29 Ubr erweiterte Lorstandsssizurg bei Seebäk. Willibäld-Aleris-Str. ö. Abrechnung der Zugkassierer 19 Ubr ebenda. Die verkausteii Eintrittskarien abrechnen. Sharlottrndnrq: Im Eäcilienbaus, Berliner 137. Vortrag:»Das Werden des Menschen". Eämtlichc tZameradcn mit Angcbörigrn freier.Zutritt. Am Dienstag lag Deutschland im Bereiche nur geringer Luft- druckunterschlcüe. Die Winde wuiren allgemein schuxich und un- bcstmunt. Der Südosten de? Reichs hatte bei südöstlichen Winde» heileres warmes Wetter, wobei die Temperaturen airf\0 Grad Wärme stiegen. Edenso warm war cs auf den Höhen der deutschen Mittelgebirge. Die schwa.chivindigc Lage dürfte auch weitsrhip m hallen, AnT Donnctstäg' ist, zeitweikig Niit. etwas Wetterbosscrung Zu rechnen.',.- *' Weite raussichten für Berlin und weilcrc Umgegend. Meist neblig-tnibe ohne wesentliche Riodcrschläge, Temperaturen nahe bei Rull.' Allgemeine Wetteraussichten für Deutschland. Im ganzen Reiche melsach neblig, stellenweise aufheiternd; Temperaturen um den Ge- srierpunkt schwankend. Schwache Luftbewcgung. T LUea.{ec. LicUl&piAe usw. Mittwoch, 29. l. Mittuocli, 29.! Siasts-Oper staut, opsr Unter d- Linden BismarcKstr. TeiUl E. Mi Kol E Turnus III Jasnes-üti.-V. Ha. 28 20 Uhr 199, Uhr Carmen Tisfland Ende nach?-3U. Ende n. ZZ�h V- I Staats-Ooer im Pla't dtr 5«|i'jblit Vorst. 15 19".. Uhr Die FMems Endegeg-ZpiaU. Ende 22b- Uhr Staatl. Sdiausph. rn OmaijrmBmsrld St. 8.) Mi«a. 5 Jehres-ft.-K. Ha. 25 1 20 Uhr WaneDSißins| Tod MI.MIüt-ItiMMIU 29 Uhr KaHaie dcü! UeM Ende gegen 22", Uhr Tssgl. 5 u.S'f, Uhr. Barbarossa£256 Pr. 14 M. Woehentg. 5 U. SO PI. 3 M. letxl« 9 Tagsl 3 Sflffs. tartinL IE Fdstff-Gjrb, fliste! iärttar, Mu Waö, Flaraia i Crip m. Tägr. i» u. 81S senni.a. s n 8L A ex. 8046 INTERNAT. VARIETfi GROSSEM SCHAUoPiELHAUä a Uhr 3 Musketiere Regie; ERIK CKARELL A Saainag nodua. uogok. Haide Pi. VolUsltimne Tliutsr am Bülavplatu 5 Uhr Uraufführung Apollo, BmoeitstraSe VoIKsstück von GroStnann und H e s«e l Oesst; Th» Naiiün. Bejl«: Hrjai ksdli-z. Staafl.SdiillBr-Tli. 5 Uhr PAteiLlleDs iteator om SöiiilDoBerdaiuni Uhr unenlonlie «001501105 001 plou der RooohlUi Dia Uhr vis Fiß-Iraos S6ÜISÜ38S iilSaiEI O.L Norden 123U» TJgl. fWi Uhr Der Kaiser V.Amerika von Bernard Shaw Reg.: Max Reinhardt Kaotmerspiele D.I. Norden 12310 8 Uhr DerEandidat von Carl Sternheim Hanl,: Bsm Hiigrldi. Die Homödie >1 Bismck-2414/7516 5-- Uhr Victoria von S. Maugham. Regie Aax Reinhardt Musik: Mischa Spoliansky IUeater o. Wesieos Täglich m Uhr; Hotel Sfsdl lemherfi Musik von Gilben. Ktlhe Oorsdi Leo Schotten dort Kleines ineat. Merkur 1624 Tagt SV, Uhr Der Walzer von beute Hacbt! Max Adalbert, Erl« Olassner, Hi'de Wörncr, Hennasar Eclsiuiofi« Direktion Jr. Robert Klclr Oeotsehes gflnsder-Theai. Barbarossa 3937 8>/4 Uhr .Ün5.iw8!.(l(8iu von Franz Mol na i mit Hai Pallenbcrg. Iwher: Souper SerliDsr Tlißaisi Dönhoff 170 raglich-V* Uhi Die Straße iil Bltirt Sastanm Reg-e Heinz Hllper Operelle von Millötker IpOm WoOtniati 3. 15. Sannloj 3 lllu. Neueinführung ab I. Feltruar: Jeden Sonnabend N-30 Uhr NACHTVOESTELLUNG. Sonntag S.15 Uhr nCxardäafUrstin". Sonnabend 5 und Sonntag Z'h Uhr „Der gestiafeile Kater". Pa« Theater der billigen Preise: L Mittelrang O-'O. I. Rangbalkon u. 1. Parkett l.Su, Orchestersessel 259. Programm u. Garderobe je 9�5 M. Kein Zwang). SR«t>s«:-ir I»«(«■* 45r Gr. Frankfurter Str. 132. Lessing-Tlteater Norden 10846 Täglich 8 Uhr fittörs oreyfus von Rebfisch und Herzoi Iii. a. KujieiulQrfpialz Vorvk.19-2. Kf- 2091 Täglich 5';. Uhr Castsplal ttes nonlrflKtn ThMiert Menschen im Stotel von Vicki Baum. Regit: ünstal CriinilgfM. Svhliit Bindsr. War- oareisRoonpkn.Kemp. Iiar!»e.s. sten.ea. v. tialmav »■'.uhr CÄSINO-THEÄTEB»'-'VW ootbrin�er Strafe 37 Der Sensatlons-Sch lagen seine Honsü der Bettler IMIIIlllllllllUIIMUlHHIIII IIIIII KlfllllllUIII II Ulf IIIMIIItllll and ein ersüd. bnnles Programm Für unsere l-eseri iutschem tQr t— 4 Personer Fauteuil nur US Sessel 1.7S M- ionstigä Preise: Parkett u. Rang 0A0 M SEHE Komische opsr Friedrichstr. 104. Merkur 1491/4330. AJlabendiich 8'/. U. Sdwik na treald tmd lad. Lustspieihaus Friedrichstr. 239. Bergmann 292123. Täglich 5� Uhr Liebe anf den zvette» Blick SratUSöslz, mahn staaiisps�BastEk 108/14 ----- ELITETAQ---- ar.BoddMrfest 7 ÜMÜIII. fas DiSantisun. 50 bajtrisdit RIMii. Donneistags; Srossas achiiieinssciiiaciiieiL EinlaE: Wochentags 6 Uhr, Sonn ags 4 Uhr. iarauwsKy-üiMD ThMtar m der Oniggratzer Straße Täglich r/4 Uhr Proressor Bernhard! von Aröuir SdmitzUr Rpje 2 Tidor Simnusky Komödienhaus Täglich Uhr Oer Lügner und d e nenne von cunseu WM, Direktion- Dr. Martin Zickel Komische Oper FnedrickslrKM Merkur 1401 4330. Nach vollständiaem Umbau Täglich S1/» Uhr Nulls di Bulla Scb�venk von Arnold und Bach mit Guido Thlelsc er. Schulz, Schroth, Burn. Hildabrand, Weiter R«0t, Flink. Bnhmer, Wenxk Lustspieihaus Friedrichstr- 23(4. ßergraann 2�22' 23. Vidi auf Sa zwslM Eli. Riem Ann- Haack. Vorvarkau» in beiden Häusern ab 10 Uhr ununterbrochen. Metropol-Tli. SV. Uhr Das land des Uehelns Vera Sdbwnr*, Richard Tauber Musik von Franz Lehdr Reichshallen-Theater ÄliBaäs(D snnn ag naöjm. II] §l€ifliier-§ä!i6sr Das groBe Januar Hrogramm I IraJikhS:„Logis Wildwest" ��BHjdinittazr luiis Pm«.»Iis Prezr. M Oönhorf-Brottt; 1 10 crof.o KDmmRm! Tanil Falinior-Ormeslsrl Opereltenliaus Alle Jakobsir. 20/32 (Zcafral- Thealer) Täglich 5's Uhr Oer Soldat dsr msris mcater I. d. Belirenslr. 53-54 A 4 Zentrum 926-027 Direktion Ralph Artbor Robert* £V< Uhr ... Yaler sein, dagegen sehr Sonntag auch nacl.m. 4 Uhr(halbe Pr-) Renaissance-Theatsr Täglich SV* Uhr PARISER LEBEN Operott« von Offonbaoh. Regie: fiustiT Härtung. Musikalische Leitung; Theo Mackebeo. —— Steino.atz C I 0901 o. i 553, 84.— (edec Act lief ert preiswert Paal Golletz norm. Robert Meyer Merl«tut eastraftr 3 Ecke Naunynsttaße Zimt Mortgpl 19593 ToeoL«. lioiw.Tor Xoith. Sir. 6 Tägl« Uhr »d aocbSonnt. "\aacr.m.3U.. ElUa- Sängsr. Das große Januar-Progr.i Das kann man 3 mal sehen! kiülioii ladistürffle!!! PSaneJarsonj ■■■■ am Zoo /vlhiq..'oadumsthaier Slra£i 8.5 BarbarosGaS573 WS* Uhr Oie Winter- »lernbilder IS1'« Uhr Oer planst Jupiter. 20V* Uhr Merkwürdige S lerne{Ri»3o o Jeer�J Eintritt i Mark, Kinder 50 PI. Mittwochs halbe Kassen preise. .Unser großes. WüMJlg�iirfglcr (Der Weitkampf der prominenken WastlimäKhinea) wird auf allgemeinen Wunsch und als im allgemeinen Interesse bis zur Landwirtschaftlichen Woche und„©rlltfassa W®cSi&" einschl. verlängert Zur gleichen Zeit veranstatten wir in unserem Hause eine außerordentliche Ausstellung »l«g«z Wilhelm Wolf Sik. Z? Stsantiez 1S75. an SA war ßtft.rbtn tft. Ehr» feiatm ttnbenfeiU Dt«8 Uhr, im Kremalorinm Baunschulenweg statt. «UIMeMklSW ws«l!h, vir id«etm. 5 vdr «uewdiuteo x«ill»«i, Bekieidunsisstückc, Witsche usw. ii.©tofte FranllurterfiraK« 34 lStrailfibergervlaS). Ale» ig getrag-»» 3a-«-ttan»ltg« Zoe- eialität blau,»weireidia, au? L«id« 40.N. Smolingauellae. 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