Morgenausgabe Nr. 49 A 25 47. Jahrgang «Schwach msvawch 8,00 Ä t» vorau» zahlbar. Postbezug 4�2 M. ewfchlietzlich 60Pfg.Postzeitu«L»- u«d 72 Vfg- Postbestellgebühreu. Lusl«mbO» abomreme« 6.— M. pro Monat. D».Vorwärts-«Ichewt wschentSg« Lch zweünal, Sonntag» und Montags «mmäl, die Lbenbausgaden für Berlin und im Handel mit öem Titel.Der Abend", illustrierte Beilaoen.Volk vnd Zeit- und �Kinder freund". Ferner .Unterhaltung und Wissen"..Frauen» stimme"..Tecknit"..Blick w die Bücherwelt" und.Iugend-LorwärL»" p> Berliner SottÄ»latt Donnerstag 30 Zanuar 1930 Groß-Äerlin Z�f. Auswärts 15 pf. fHf/, bi, 17 Uhr, Seutvaloesmi der GoziaSdemoSratifche« Vavtei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 fteinftire(f>tr Dönhoff 292—207 Selcßtamm.abi.: Sozialdemokrat Berlin. Vorwärts-Verlag G.m.b.H. Poftlldeckkoniot Berlin 875SS.— Bankkonio: Bank d«, Arbeiier. Angefielliea vnd Beamten. Wallsir 65 Dt B n Diic.-Gel. Depoliienkali« Lindensir S. Kampf gegen Schacht! Beschluß der sozialdemokratischen Reichstagsfraklion. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion beschäftigte sich am Mittwoch mit den Haager Gesetzen und der allgemein- politischen Lage. Als Ergebnis der Beratungen wurde nach mehr als fünfstüiidiger Sitzung folgender Beschluß gefaßt: .Die sozialdemokrakische Reichstagssraklion hält an der mährungspolitlschen Unabhängigkeit der Reichsbauk und den entsprechenden Schuhbeskimmungen im Reichsbankgeseh unbedingt fest. Sie verwahrt sich jedoch auss schärfste gegen die Ein- griffe des Reichsbankpräsidenten in die Führung der deutschen Politik. Sie ist deshalb der Auffassung, daß die Staatsgewalt in der Demokratie einen maßgeblichen Einfluß auf die Ernennung und Abberufung des Rcichsbankpräsideaken und auf die Zusammensehung des Gcneralrats haben muß. Da nach Annahme der Donng-Gesetze die Möglichkeit zu einer Abänderung des Reichsbankgefehes und zur Reuwahl des Reichebankpräsidenteu gegeben ist, hält die Fraktion e i n Zniliativgeseh für notwendig, durch das das Reichsbankgeseh entsprechende Sicherungen erhält. Sie beauftrag! den Vorstand der Fraktion, die nötigen Vorbereitungen zu treffen. Am Mittwoch, dem 5. Februar, soll eine weitere Frak- tionssitzung stattfinden, in der die finanzpolitischen und sozialpolitischen Probleme zur Erörterung gestellt werden. primos Abschiedsbotschast. Berenguer sür Neuwahlen.— Romanones hält sich zurück. Madrid. 29. Januar. lEigeubericht.) Prima he Ribera überreichte Pressevertretern noch in der Stacht zum Mittwoch ei»& o m m u ui e s ein erschütterndes Bild der Wirkun- gen der jetzigen Sporsamkeitsparoie in den Geineinden auf die Volksgesundheit. Seine Feststellung, daß wir iu der Aera Schacht vom einzigen Sapllal leben, das wir üherhanpl noch besitzen, nämlich von der Gesundheit de» deutschen Volke». fand nicht nur die Zustimmung der Sozialdemokratie, sondern wurde auch von dem Zentrumsredner Dr. Faßbender ausdrücklich unterstrichen. Nach einer Rußlandhymn«, die die kommunistische Abgeordnete FrM. Nevin.a n n.. vortrug— teils lochte das Haus, teiis war man aufrichtig, empört über dl« au foekegtsn� Lügen—, erzielte- der oolksparteiliche Abgeordnete' Dr. H eiden reich einen starten Heiterkeiteerfolg mit einent heftigen Angriff gegen die„unparitätische" PersonalpoKtit des Ministers, feine Bevorzugung der katholischen Amtsbewerber. Die Zuruf«, die Herr Heidenreich erhielt, werde» ihn darüber belehrt babon, daß die Volkeportei wieder einmal auf dem best« Weg« ist, Dummheiten zu machen. Aber die Demokraten — Herr Dr. Falk und das„Berliner Tageblatt"— haben ihm ja das Stichwort vom bedrohten evangelischen Dolksteil geliefert. Die Debatte wird am Donnerstag fortgefetzt. Was will das Zentrum? Steuererhöhungen oder Steuersenkung, u 7 Das Berliner Zentrumsblatt teilt am Mittwoch abend mit. daß die Zentrumsabgeordneten Brüning und Esser im Auftrage des Vorstandes der Zentrumsfraktion dem Reichskanzler die nach zweitägigen Beratungen deschlossene Stellungnahme des Zentrums zur politischen Behandlung des Haager Abkommens zur Kenntnis gebracht hat. lieber den Inhalt der Forderungen des Zentrums heißt es in der Verlautbarung der„Germania": „Das Zentrum verlangt, daß vor.der endgültigen Entscheidung über den Aoung-Plan eine Klärung der Frnanziage er» folgen müsse. Diese Klärung hat zur V o r a u s s e tz u n g die V e r» abschiedung der zur dauernden Gesundung der Kassenlag« not- wendigen Gesetze und stärker« Bindung der Regie» rüngsparteien in b ezu g auf die Durchführung der Finanz» und Steuerreform." Diese Meldung ist r e i ch l i ch unklar, so daß ein genaues Urteil über die Absichten des Zentrums erst ge- mannen werden kann, wenn man über sie im einzelnen unter- richtet ist. Bon der Sozialdemokratie ist volle Klarheit über die Finanzlage des Reiches, der Länder und der Gemeinden stets gewünscht worden, besonders ein- dringlich im Dezember 1923, als die Reichsregierung auf der Billigung der Grundzüge ihres Finanzprogramms bestanden hat. Damals hat das Zentrum allerdings nicht den Stand- punkt vertreten, daß vor einer endgültigen Stellungnahme über diese weitgehende Finanzreform eine Feststellung der tatsächlichen Finanzverhältnisse erfolgen müsse. Wenn es in der Mitteilung der„Germania" aber weiter heißt:„Diese Klärung hat zur Boraussetzung die Berabschie- düng der zur dauernden Gesundung der Kassenlage notwen- digen Gesetze und stärkere Bindung der Regie- rüngsparteien in bezug auf die Durchfüh» rung der Finanz- und Stleuerreform" so muß man doch bereits in diesem Augenblick mehrere Be- denken gegen ein derartiges Verlangen anmelden. Zu- nächst einmal das Bedenken, daß derartige Gesetze kaum in wenigen. Tagen erledigt werden können, und daß man infolge» dessen mit einer starken Verzögerung bei der An- nähme der Young-Gefetze rechnen muß. Immerhin läßt sich denken, daß ein derartiges Ziel zum mindesten an- gestrebt werden kann, soweit es sich dabei um die Fragen handelt, die mit dem Nachtragsetat 1929 und vielleicht sogar mit dem Etat des Jahres 1930 zusammenhängen. Dagegen halten wir es für völlig unmög- lich, im gegenwärtigen Augenblick, wo Steuererhöhungen zur Diskussion stehen, und Steuersenkungen durch die Lage der Reichsfinanzen a us geschlossen sind, sich auf ein Finanzprogramm fest- zulegen, das für eine unbestimmte Zukunft Geltung haben soll, dem aber gegenwärtig jede reale Unterlage fehlt. Wir können einstwellen auch nicht glauben, daß das Zentrum der- artige Absichten hat. Sie würden mll der Notwendigkeit einer verantwortungsvollen Finanzpolitik, die eine erneute Zuspitzung von Kassen» und Etatschwierig- kellen zu vermeiden sucht, im schärfften Widerspruch stehen. Wir möchten zum Schluß aber noch darauf hinweisen, daß das �Zentrum sich im Irrtum befindet, wenn es glaubt, öhb die Annahme der Young-Gesetze von jeder Partei von Bedingarngen abhängig gemacht werden kann. Die Regierungsparteien haben an der Annahme der Pouna-Gesetze ein gemeinsames Interesse. Es deckt sich mrt dem Gesamtinteresse des Boll es» für das die Erleichterungen aus dem Voung-Plan eine wich- tige. Loraussetzung für die Besserung der Wirtschasts- und Fmanzverhältnisse Deutschlands sind. Außerdem aber haben auch andere Parteien Forde» rungen an die Gesetzgebung zu stellen, die sie mll demselben Recht wie das Zentrum zur Voraussetzung ihrer Zustim- nmng zum Poung-Plan machen könnten! Die Verliner Stadibahniarife. Oer Zkeichöverkehrsminister will Härten nachprüfen. Der Verkehrsausschuß des Reichstages beriet gestern die An- träge, worin dt« Reichsregierung ersucht wird, gegen die geplant« Erhöhung der Personemaris« im Berliner Stadtbahn- und Vor- ortverkehr bei der Deutschen Reichsbahn-Gesellschast Einspruch zu erheben und die nach den Bestimmungen des Reichsdahngesetzes er- forderliche Genehmigung'zu verjagen. Reichsverkehrsminister Stegerwald erläutert« die Haltung der Reichsregierung zur Erhöhung der Tarife der Stadt- und Vor- ortbahn in Berlin. Der Betrieb dieser Bahnen habe der Reichsbahn einen Zuschuß von 46 Millionen Mark auserlegt, davon etwa 10 Millionen für Verzinsung des für die Elektvijizierung auf- gewendeten Kapitals. Der Zustrom der von den städtischen Der- kehrsmitteln abwandernden Fahrgäste würde die Gefahr von Un- fällen infolge Ueberflllwng bei den täglichen Berkehrsstößen des Berufsverkehrs heraufbeschwören, da für den Augenblick der aus- reichend« Wagenpark nicht vorhanden ist. Die Finanzlag« der Reichsbahn fei angesscksts der Zwangsläufigkeit von etwa 9 Proz. ihrer Ausgaden, insbesondere der Reparationslasten und Verkehrssteuern sowie der Personalousgaden sehr e r n st. Bei dieser Lage hätte die Reichsregierung der Tariferhöhung vor dem Reichsbahngeicht nicht m i t A u s s i ch t auf Erfolg wider- sprechen können. Der Rcichsoerkehrsminister sei an sich zur Ge- nehmigung solcher Tarrfänderungen wie der Berliner Lokaltarif« allein zuständig. Er habe aber das Kabinett wegen der politi- tischen Bedeutung gehört. Das Kabinett habe sich den vorgetragenen Gesichtspunkten nicht verschlossen. Die Erhöhung der Berliner Lokal- tarife werde ollein den Hausholt der Deutschen Reichsbahn-Gesell- schaft nicht in Ordnung bringen. Man stehe vielmehr vor der Frage, ob man— zu Lasten anderer Steuern— die Verkehrssteuerlast der Reichsbahn senken oder einer Erhöhung von Reichsdahntarifen näher treten wolle. In der weiteren Aussprach« sagte dann der Minister eine Roch- Prüfung etwaiger Härten in der Tarifgestoltung bei der Stadt-, Ring» und Vorortbahn zu. Die Abstimmung über die vorliegenden Anträge wurde auf Donnerstag oertagt._ Sprengung der Kathedrale von Tlssls. Nach einer TU-Meldung aus Moskau wurde am Dienetag in Tifli« damit bepom en, die de- rühmte Kathedrale, die im 18. Jahrhundert erbaut wurde, a b z u- reißen. Mehrer« Wpnde des Kinyenbaue» wurden von Truppen der GPU. mit Dynamit gesprengt. Auf dem Platz der cb- gebrochenen Kathedrale soll«in« Internationale kommunistische Bibliothek errichtet«erden. Gegensähe im Kabinett Tardieu. Äriand gegen Tardieu, Locheur gegen Sharon. p a r i s. 29. Januar.(Eigenbericht.) Die iauerpolitische Situation in Frankreich, die für die vaner der großen lnlernalionalen Konferenzen im Zeichen eines stillschweigenden Burgfrieden» stand, hat sich neuer- ding, beträchtlich zugespitzt, vor allem sind es Soofllkte in der Regierung selbst, die es wahrscheinlich machen, daß Tardieu. au» London zurückgekehrt, eine gründlich veränderte Situation vor sich sieht. In politische» Kreisen wird erklärt, daß B r i a n d. den Tardieu nicht gerade sehr taktvoll in den Hintergrund gedrängt hat, nicht gewillt zu sein scheint, sich die llebergrisfe Tardieu» in sein Ressort noch länger gefallen zu lassen. Seine vorzeitige Abreise aus London Ist gleichfalls in diesem Sinne auszufassen. vesg'eichen besteht auch zwischen Arbeitsminister Loucheur und Fiuaazminister Ehöron eine scharfe Spannoug, die sich aus dem SabotagemauSver Chitons gegen das Sozial versicheruugsgesetz herleitet. Keine Vlum-Krise in der sozialistischen Krattion. '. Paris, 29. Januar.(E genbericht.) Die Mitteilung, daß die für die Beteiligung an der Regierung «ntretende Minderheit der sozialistischen Partei, die die Meh.heit in der Kammerfraktion besitzt,'beschlossen Hab«, die Leitung der Partei nicht Leon Blum allein zu überlassen, sondern ihn durch ein mehrköpsiges Direktorium zu ersetzen, wird aus Kreisen der sozialistischen Kammerfraktion aufs entschiedenste dementiert. Ein solcher Beschluß sei nicht gefaßt worden und liege auch nicht in der Absicht der Minderheit. Noung-Oebatte in Nrüffel. Vandervelde beorüßt die Räumung. Brüssel. 29. Januar.(Eigenbericht.) In der Kammer erstatteten Außenminister Hyman» und Ministerpräsident Ja spar am Mittwoch Bericht über die Haager Konferenz. Sie beschränkten sich in der Hauptsache auf ein« objektiv Darstellung der Ereignisse. Ja spar erklärt«, Belgien könne m'ck dem Ergebnis zu- frieden fein. Dank des M a r k a b k o m m« n» sei die neue Gesamtregelung für Belgien vorteilhafter als das Dawes-Abkom- wen. Im übrigen sei es erfreulich, daß Europa endlich von dem Mpdruck der Reparalionssrage befroii sei. Im Namen der sozialistischen Opposition beglückwünschte Vandervelde die belgisch« Delegation im Haag zu ihrer Tätigkeit und zu dem Ergebnis. Cr beglückwünschte sie insbesondere dazu, daß im nächsten Juni kein fremder Soldat mehr am Rhein stehen werde. Die Rheinlandräumung sei eine Wohltat nicht nur für Deutschland, sondern für ganz Europa und für den Frieden. Es sei insbesondere auch erfreulich, daß im Falle künftiger Verfehlungen Deutschlands von gemeinsamen Maßnahmen der Sieger keine Rede mehr sein könne, sondern daß sedes Land seine Handlungs- freiheit erhalte. Die Politik der Sanktionen und der gewalltätigen Entwaffnung der Besiegten habe Bankrott gemacht.„Wir Sozialisten." so schloß Vandervelde.„die sert langen Jahren die Politik der Versöhnung und eine vernünftig« Lösung der Reparationsfrage gepredigt haben, haben gut« Gründe, jene zu be- glückwünschen, die endlich unseren Ausfassungen folgen." Neuer Fortschritt in London. Englisch-französisches Kompromiß in ver Tonnaqesraao. London, 29. Januar.(Eigenbericht.)' Macdonald Halle am Mittwoch Unterredungen mit den amerika- mschen, italienischen und japanischen. Hauptdelegierten. Di« Be- sprechungen waren in erster Linie der Vorbereitung der Vollsitzung zum Donnerstag gewidmet. Maodonald unterrichtet« die Vertreter Amerikas, Italiens und Japans vor allem über Einzelheiten des englisch-französifchm Kompromisse» in der Tonnagefrage. Bisher standen sich die englisch« Forderung nach e ner Festsetzung der Hächsttonnag« für jede Schiffskategarie und das französische Ver- langen nach der Festsetzung einer Sesawttlmnage für jede Macht schroff gegenüber. Dank dem weitgehenden Entgegen- kommen der Engländer an das Verlangen der Franzosen Ist nun- mehr fo'gende» Kompromiß zustand« gekommen: Es. sollen für die � Zwecke der Tonnagefestsetzung drei Schiffskategorien ge- � bildet werden: 1. Schlachtschiff«, 2. Kreuzer mit einem Geschützkaliber von 20 Zentimetern, 3. eine Schiffecklasse. die leichte Kreuzer und die verschiedenen Zerstörerkategorien umfaßt. Jedes Land soll die Möglichkeit erhalten, innerhalb dieser drei neu geschaffenen Schifssklossen jede gewünscht« Tonnagevers chiebung vorzunehmen. Di« geplanten Acn- derungen sollen jedoch den anderen Ländern ein halbe« bzw. e'" ganzes Jahr vor ihrer Vornahme mitgeteilt wevden. i m mu m pgy ?-- r \ m ZMWMW> DIS GRUNDOS DER FlRMA. HEBMANN UETZ HERMÄNN�OSKÄRTIETZ WABEN DIE ERSTEN, DIE DIE WEISSE WöCHt IN DEUTSCHLAND VEBAMSLALTET HABEN. DIE SEIVSATION VON DAMALS IST Dl � VON HEUTE CjEBUEBEN WGQSlt DER(3JÜMDER, GEIREU IHREM VVLMPMLlDI WSQC WERSEN WOCHEN AUCH IN DIESEM JAIRE DER ANZIEHUNGSPUNKT ftjß BERLIN SEIN! WOR EBINGEN IN DIESEN WOCHEN WEISSE VvABEN ALLER AST. WELCHE?-T EISMS N1R VIESEN WKK ALTOESWEU ENOßM BI III6EN PRQSEN tyMMHÄUT! ar tt •TtX* i i MUWMS DWzW�» A'> -< /'>».«» J/k',"4, 1 51'- r-* »-■5«-o• MM il« W. ft,. WckMÄsM-V ] IWW»-Z X-— ■' < <. MMi W >' WWWZ K.#> I 3Ir. 49• 47. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Donnerstag, 20. Januar 1930 Die Ausstellung im Gesundheitshaus. Ulie der Deutfche sein UJaMredrl ousubt Die von der Rekchszentrale für �cimatdienst zu- fommen mit dem Bezirksamt Bertin-Äreuzberg Mjurnftaliefe 21 u s< ftellung.Deutscher LebenswitZc"(in Berlin, Gesnnd- deitshaus Zreuzberg, Am Urban lll/ll) zeigt den merllichen Erfolg von zehn Jahren des Ringens um den Wiederaufbau und die Freiheit der Deutschen Republik. Ueber die wichtigsten Tatsachen der Entwicklung Deutschlands in den? erst«? Jahrzehnt der Deui- schen ReMNik belehrt die Ausstellung mit den MittÄn einer an- fchaulichen, leicht faßlichen und einprägsamen Bildstatistik, Besuch unent gellt ich an Wochentagen lil: bis 1 Uhr und 4 bis k> Uhr. an Sonntagen 11 bis 6 Uhr. Man kann nur wünschen, daß recht viele Berliner die Ausstellung besuchen. Krach im Neuköllner Rachaus. Llnerhörie kommunistische Flegeleien. Die gestrige Neuköllner Bezirlsversannnlung begann fast eine Stunde nach festgesetzter Zeit. Dann wurden in rascher Folge die Deputationen irnd Kommissionen besetzt und einige Wahlen vor- genommen. Als der Kommunist Lanac mit vjel Geschrei über-dos Demonstrationsverbot sprach, setzten die Tribünen, insbesondere einige Frauen der KPD., mit la.utcm Johle n cfff.■ Der Aar steher, Genosse'Arndt, machte die Tribünenbesucher darauf aui- merksaw,-daß sie wir Zuhörer seien und sich nicht in den?Rci- nungsstrÄt der Parteien einmisäic» dürfte». Da dieser Himueic, nichts half, mutzten die' Tribünen schließlich geräumt uuirden. Lang« forderte unter anderem die Entfernung eines angeblichen Kriminalbeamten von der Pressetribüne. Der Borsteherstellvcrtreter, ler kommunistisch« Stadtverordnete Schilf, fiihltc sich bemüßigt, sich aus die Pressetribüne zu begeben und von den Pressevertretern die Ausweise zu fordern. Der Borsitzende mochte die Pressevertreter darauf aufmerksam, daß nur ihm das Recht zustände, Prelle- karten auszustellen- Alz der sogenowrte Kriminalbeamte" die Tribüne nicht verließ, steigert« sich der Lärm derartig, daß der Borsteher die Sitzung unterbrach. Lange«rgriss seht plötzlich die nlingel vom Platz des Vorstehers und mors sie unter wüsten Schimpswortcn hinter dem Genossen Arndt her. ohne jedoch zu treffen. Dafür ging eine große Scheibe an der Eingangslür in Trümmer. An der maßlosen Beschimpfmrg des Borstehers beteiligt« sich besonders der kominunistisch« Bezirtsverordneie Weise. Als die Tribünen geräumt waren, lärmten die Komirmmsten weiter, so daß die Sitzung geschlossen werden muhte. Bon Tribünen- bcsuchcrn wurde den Kommunisten zugerufen, daß sie sich wie Lausejungen benähmen� ober nicht' wie denkende Slrl'eiier., Die neuen skandalösen Vorgänge im-Neuköllner Rat- Haus' werden den Arbeitern, die den Kommunisten zum INandot oerhalsen, klar machen, in welcher Weise diese Buben die Interessen ihrer Wähler„vertreten". So geht es nicht wei- t e r 1 Ein Sezirksparlameot, das in schwerster Zeit sachliche Arbeit leisten will, kann sich nicht dauernd von halbwüchsigen Burschen terrorisieren losien. s Im Laus« des Abends ist es auch in Treptow und in Eborlottenburg zu Störungen der Bezirksverordneten, Versammlungen durch die Kommunisten gekommen. Gegen 19% Uhr versuchten von Konrnumisten aufgehetzte Erwerbslose, die für die Treptower Bezirtsversammlung kerne Tribünen karten mehr erhalten konnten, die Tribünen und den Sitzungssaal zu stürmen. Di« Sitzung mußte daher vorzeitig geschlossen werden. Lei den Tumulten tat sich besonders der Konrmunist F i r l hervor, der etwa 40— 30 der aufgeputschten Erwerbslosen in de» Tooungsraum holte. Wie lange noch wird sich ein Teil der Arbeitslosen von gc- wisscnlosea Radaubrüdern mißbrauchen losien? Auf dem Charlottenburger Rathaus kam es mährend der Sitzung der Bezirksverordneten zu Ruhestörungen durch Tribünenbesucher. Der Tumult war derart, daß schließlich gegen 201? Uhr die Tribüne durch die Polizei geräumt werden mußte. Ansammlungen, die sich dann des öfteren vor dem Charlottenburger Rathaus bildeten, wurden von der Polizei zerstreut. Alarmrus:„Grohfeuer!" Oachstuhlbrand in der Köpenicker Straße. Gestern abend brach kurz vor Z0 Uhr im D a ch s! u h l des Ouergcböudes Köpenicker Straße 150 Feuer aus. Die Flammen fanden an dem Iahall der Bodenvcrschlöae überaus reiche Nahrung und breiteten sich mit rasender Schnelligkeit aus. Als die Feuerwehr aus den Alarm..G r o ß- seucr" mit vier Löschzügen anrückte, brannte der Dochstuhl in seiner ganzen Zlusdehaung bereits lichterloh. Die Rauchentwicklung war zeitweise so stark, daß küc Löschwannschoskeu nur mit Ranchschutzma-ken versehen gegen den Brandherd vordringen konnten. Vier Schlauchleitungen mußten in Tätigkeit gesetzt werden. um den Brand niederzulämpsen. Die Ausräumungsarbci- tcn danerteu bis geMw Mitternacht. Die Eatstchungs- Ursache konnte bisher noch nicht ermittelt werden. Grausame Rache eines Beirogenen. In dem nordbillgarischui Orie Balai war ein junger Bauer Danair Pet.ro w zum Arbeitsdienst einberufen worden. Als Petrorn nach fernem Dienst wieder in feine thcimat zurückkehrte, flüsterten ihm Be.konnlc zu. daß seine Frau Lübitza während seiner Ab Wesenheit die Geliebte eines Knechts geworden fei. Außer sich vor Wut und Eifersuck» erklärte der Betrogen« seiner Frau. daß er sie„wie einen Ziegenbock abschlachten" würde, wenn sie ihm nicht behilflich wäre, ihren Liebhaber i anzubringen. Die cinge- Ich üchter te Frau sagte zu, wirb ihr Mann drängt« sie jetzt, dem Knechte ein Schäferstündchen zu geben und ihn dabei mir einem Rasiermesser zu entmannen, damit ihm die Lust zu seiiwn Streichen verging«. Lübitza Handelle tatsächlich nach dem Perlangev ihres Mamrss. Nur schnelle ärztliche chilfe konnte das Leben des Knechtes retten, der schwer verletzt im Krankcnhause liegt. „RlOO" war 53 Stunden unterwegs. London, 29. Januar. Das Liiftfchtff R 100, das vor zwei Tagen zu einer Dauerfahrt aufgestiegen mar, ist heute mittag wohlbehalten in Gar-- dington gelandet. Es ist in» ganzen 53 Stunden, m»d zwar durchweg bei unsichtigem und nebligem Wetter, in der Luft gewcken. Tchülertragödie in Wandsbek. In der Freien Goethe Schule in Wandsbek entstand kürzlich e!» recht rierhangnisvollcr Streck zwischen einem lZjahrsgen Schüler K. und dem etwas jüirgcrcn G. Der lljährig« Bruder de? G. wollte schlichtend eingreifen, als K. plötzlich cmen Revolver zog und den Füirfzehnjährigen niederschoß. Der Schmcrverletzte wurde ins Krankenhaus eingeliefert: man hofft chn am Leben zu erhalten. Lehrer mit drei Schülern ertrunken. Bein, Befchrecken der Eisdecke des Dorfteiches In der Nahe her Ortschaft Wobrom bei Kalberg in Pommern brach der Dvrfschul- lehrer mit seinen Schülern ein. Der Lehrer und drei Schiller im 'Alter von 8 bis 10 Jahren ertranken, die übrigen Schüler kotnücn sich retten. Der Lehrer ist Vater von zwei Kindern. Di« heutige Stadtverordnetenversammlung, in der die Aussprache über die Finanzlage Berlins und über den?lach- tragshaushaltsplan stattfinden wird, beginnt um 16% Uhr. Jltmtuv Axevttlp <' �3 2dl „Mach' dir darum keine Gedanken, die Arbeit wird schon gemocht. Leocadia wringt meine Wäsche aus— sie hatte heute ivenig zu tun und war früh fertig." „Das solltest du sie nicht tun lassen." „Warum denn nicht? Vor drei Tagen habe ich chr erst geHolsen, und chr Mann war nicht einmal krank— nur damit sie zu einem von ihren Stelldicheins aufs Feld gehen konnte." „Nun. nun. was kümmert dich dos? Krstisicre sicherer Leute Leben nicht. Es wäre viel besser, du stelltest dich vor deine Wanne, statt hier die Zeit zu vergeuden und über die Nachbarn zu klatschen. Geh lieber und tu' deine Pflicht." „Aber ich sag' dir doch, meine Arbeit wird getan. Sie ist ja gar nicht unterbrochen." '„Ich tu' heut nichts, und dos ist schon Unterbrechung ge- nug: wenn du auch noch herumlungerst, wird es nur noch schlimmer." „Aber ich mochte doch gern bei dir bleiben. Ieranqmo. "'Äch, das ist alles Unsinn. Los, geh an deine Arbeit." Sie war im Begriff, sich fortzudrücken, wie ein chuild, der vom Feuer verscheucht wird, als Rita mit ihren leichten, raschen Schritten eintrat und eine Kanne duftenden Kaffees, eine Flasche„Paraty" und ein dickes Wolltuch mitbrachte. Piedade starrte die Mulattin überrascht an, es fiel ihr aber irchts«in, was sie hätte sagen können. Sie blieb jedoch im Zimmer. Rita, warm und herzlich wie gewöhnlich, und glücklich. einem Nachbarn helfen zu können, stellte den Kaffee auf den Betschewel und faltete das Tuch auseinander. ..Das wird es Ihnen'rausziehen. sagte sie.„Ihr Porw- gieien seid komische Leute. Sobald euch die kleinste Kleinigkeit fehlt, meint ihr gleich,«s geht zu Ende und macht ein Leichengesicht. Lieber Gott, so'n Unsinn'. Aufgewacht jetzt und keine Angst!" Der Patient lachte und richtete sich im Bett auf. .F)ab' ich's nicht gesagt?" fuhr die Mulattin, an Piedade gewandt, fort uitd wies auf Jeronymos unrasiertes Gesicht. „Sehen Sie sich das an und jagen Sie selbst, ob er nicht aus- sieht, wie reif fürs Grab." Die Portugiesin antwortete nur mit einem matten Lächeln. Innerlich war sie nicht damit einverstairden. daß ein Außenstehender sich einmischte und ihren Mann pflegte. Nicht ihre Vernunft oder chre Denkfähigkeit warnte sie vor Gefahr, sondern ihr Instinkt— der feine und merk- würdige Verdacht, den das Weibchen empfindet, wenn ihr Nest bedroht ist. „Mir scheint, es geht dir besser. Glaubst du nicht auch?" fragte Piedade schließlich und versuäste dem Blick ihres Mannes zu begegnen, konnte aber ihr Mißvergnügen nur schlecht verhehlen. „Es geht ihm schon besser, wenn er den Kaffee nur riecht", erwiderte die Mulattin statt seiner.„Las, trinken Sie jetzt, schnell, trinken Sie alles ganz aus, und dann legen Sie sich hin und schwitzen. In einer halben Stunde komme ich zurück und will Sie beinah wieder gesund finden." Dann wandte sie sickz an Piedade, legte chr die.Fand auf die Schuster und sagte mit leiser Stimme rasch imd vertraulich: „In ein paar Minuten wird er in Schweiß gebadet sein. Dann wechseln Sie alle seine Sachen, und wenn er um Wasser bittet, geben Sie chm zwei Schluck„Paroty". Und dann passen Sie auf. daß er keinen Zug bekonvnt." Worauf sie verschwand: ihre wirbelnden Röcke hinter- ließen eine Duftwclle von Majoran. Dann näherte sich Pie- dade ihrem Mann, der bereits in Ricas Tuch eingewickelt war, hielt ihm den Kaffee noch einmal an den Mund und murmelte: „Gott gebe, daß dich das nicht noch kränker macht.� Du Haft doch noch nie Kaffee getrunken uird magst ihn nicht." „Ich trinke ihn ja nicht, weil ich ihn mag, mem Kind, sondern als Medizin." Er hatte sich wirklich nie viel aus Kaffee gemacht und noch weniger aus„Paraty", aber er trank ihn bis auf den Grund und kroch dann unter die Decke. Seine Frau hüllte chn ganz in R'tas Tuch ein und brachte noch einen Schal, den sie um seinen Kopf wickelte. „Jetzt lieg still und verhall' dich ruhig." Und sie setzte sich ans Bell, um ihn zu bewachen, atmete ganz leise, um»bn nicht zu stören>mb lief alle paar Minuten auf Zehenspitzen an die Tür, um zu billen, daß draußen weniger Lärm gemacht würde. Die Sorge um ihren Mann verzehrte sie, und als er sie später etwas rief, mn seine Sachen zu wechseln, strahlte sie vor(Erleichterung. Er war ganz und gar durchnäßt. Nachdem sie das Zimmer hermetisch aligeschlossen, alle Ritzen ml Türen und Fenstern mit allen Lumpen verstopft hakte, um ihn vor Zug zu bewahren, zog ihm Piedade fem feuchtes Fcmd und seine Fosen aus, warf ihm rasch ein Nachthemd über den Kopf und rieb ihn darunter mit einem Frottiertuch trocken. Dabei lächelle sie ihm plötzlich in die Augen und war froh, denn ihr Ieronymo fühlte sich ja wohler. Er bat um einen Schluck Wasser, aber sie reichte ihm nur „Paraty" und überwand seinen Widerstand mühelos durch die Versicherung, Rita hätte es so angeordnet. Da er immer nüchtern war, blieb die Wirkung des fenr»- gen einheimischen Rums auf feinen Organismus, der durch tüchtigen Schweiß geschwächt war, und auf eine durch starke Massäge angeregte Blutzirkulation nicht lange aus, Iero- nymo, der sich wohlig in sein bequemes Bett streckte, fühlte jeden einzelnen Nero vibrieren und war wirklich leicht be- rauscht. Wie gut es tat, so well entfernt von der blendenden Fitze des Steinbruchs zu fein. Der ohrenbetäubende Lärm der Mäkkaronifabrik klang jetzt wie Musik und selbst das Geschrei der Waschfrauen unten vor den Wannen erschien ihm unbr schrciblich angenehm. Als Piedade den anderen Frauen von dem befriedigenden Resultat der Kur Mitteilung machte, lief Rita hinauf, um sich den Patienten anzusehen. „Na, was sagen©ie jetzt— fühlen Sie sich wvhler oder nicht?" Beim Klang ihrer Hümme wandte er den Kopf, sah sie mll beredtem Blick an, legte seinen linken Arm um ihre Taille und sucht« mit dem anderen ihre Fand Die Mulattin deutete diese Geste als Ausdruck seiner Dankbarkeit für ihre Sorg- fall und ihr Interesse und leistete keinen Widerstand. Aber im Augenblick, als er mll der aufreizenden, glatten Faut der Bahianerin in Berührung kam, mar er von Leidenschaft vor- zehrt. Das Mädchen entwand sich chm erstaunt- „Na. so ein Teufel! Ich hätte nie geglaubt, daß Sie sich so zum Narren machen können. Was wird denn Ihre Frau sagen, wenn ich ihr das erzähle?".... Aber als sie Piedades Schritt horte, änderte Rita ihren Ton und verbarg chre Empörung. „Und jetzt müssen Sie lange und schön schlafen, und wenn Sie auswachen und genügend geschwitzt haben, sollten Sie Ihr Femd noch einmal wechseln." Und fort war sie. �> (Fortsetzung folgt.)- Oer Herr Reichsan wall in der Enge Ein Briel Hugo Haases im Jorns-Prozse. Reichsanwalt Zorns schnitt gestern schlecht ab. Verteidiger. Sraatsonwalt und Vorsitzender jagten ihn in die Enge. Er konnte keine ausreichende Erklärung für die Tatsache finden, daß er die Verhaftung des Oberleutnants Vogel bis zur letzten Möglichkeit hinausgeschoben Hot. Und er. der erst am Montag erklärt hatte, daß er die Sache Karl Liebknecht u. a. auch deshalb über- nommen habe, weil«r eigentlich in den ersten Tagen der Unter- suchung nichts zu tun hatte, behauptete gestern, mehr zu tun gehabt zu haben als„Aeitungsortikel zu lesen". ie Herr Zorns versuchte, mit Hilfe von Zitaten aus der„Frei- heit" sich zu entlasten. Die Folge davon war, daß Rechtsanwalt Dr. Paul L e o i sämtlich« damaligen Artikel der„Freiheit", sosern sie Berichte über die Ermordung Karl Liebknechts und Rosa Luxemburgs enthielten, zu verlesen beantragte. Es sollte auf diese Weise der Beweis erbracht werden, daß der Kriegsgerichtsrat Jörns den Spuren, die in diesen Berichten genannt wurden, nicht nachge- pangen ist. Der Staatsanwalt will wissen, ob Jörns oder der Ge- richtsherr überhaupt irgendeine Anordnung betreffs der Vorlegung von Zeitungen getroffen hätten.„Stein," sagte der Nebenkläger, „mir wurden nur die Zeitungen vorgelegt, von denen die Division annahm, daß sie für die Sache von Interesse sein könnten." Die Zeitungsfrage ist damit erledigt. Es folgt die Verlesuno der Vernehmungsprotokolle der Zeugen in der Sache der Ermor- dung Rosa Luxemburgs. Ihnen voran geht ein Brief von Haase vom 23. Januar. Er benannte den Hauptmann Well er als den- fenigen, der als Kommandant der Wache an der Lichtensteiner Brücke darüber berichten könnte, wie Rosa Luxemburg in den Kanal geworfen wurd«. Weller sprach lediglich von Gerüchten, die ihm zu Ohren gekommen sein sollten. Am 2. Februar bekundete Dreger: Wir sind bis an die Brücke gefahren, und da haben wir sie„ruber befördert". Am 31. Januar f>ctte Schmidt bekundet, daß ihm der Posten am Eden-Hotel etwa eine Viertelstunde nach dem Abtrans- port der Luxemburg gesagt habe:„Die schwimmt schon läng st." Man hört die Aussagen von Wiener, Töpfer, Baum- gärtner und das grausige Bild der bestialischen Ermordung Rosa Luxemburgs ersteht von neuem. Rechtsanwalt Dr. L e v i fragt den Nebenkläger:.�Ich möchte wissen, wieso Sie Weller erst nach elf Tagen wieder vernommen haben." Die Aufklärung der verworrenen Angelegenheit war doch Sache der Kriminalpolizei, erwidert« Reichsanwalt Jörns. Rechts- anmalt Dr. Levi beanstandet auch, daß in den Vernehmungsproto- lallen nichts von dem Blut auf dem Autopolster zu lesen und daß das Mordauto nicht in Augenschein genommen word«n ist. Die Vertreter des Vollzugsrats hatten die Verhaftung Vogels uird einer Reche anderer Verdächtigten beantragt. Der Untersuchungsrichter Jörns erstattete dem Gerichtsherrn General- leutnant H o f m a n n Bericht. Dieser lehnte Vogels Verhaftung ab. Hat aber Herr Jörns von sich aus irgendwelche Lorschläge gemachr?„Nein," sagt er,„es war Sache des Gerichtsherrn, sich selbständig über die Verhaftung zu entscheiden. Ich sah, daß er Bedenken hatte, einen so glänzenden Offizier festnehmen zu lassen, ich konnte mich in sein« Seele wohl hineindenken.".Laben Sie nicht versucht, den Gerichtsherrn.zu veranlassen, sich in die Seele des Juristen hineinzuversetzen? Es bestand doch gegen Vogel schwerer Verdacht. Hätten Sie da nicht dem Ge- richtsherrn von sich aus Vorschläge machen sollen?"—„Nein, es lag auch juristisch kein Grund dazu vor." Der Staatsanwalt be- antragt, einen Sachverständigen vom Kriegsministerium zu laden, damit erst sestgestellt werde, welche Rechte und Pflichten ein Kriegs- gerichtsrat dem Gerichtsherrn gegenüber besaß. Dr. Paul Levi bittet, den Antrag zurückzustellen, um erst von dem anderen Kriegs- gerichtsrat K u r tz i g zu hören, wie die Dinge in dieser Beziehung tatsächlich bei Generalleutnant Hoffmann lagen.— Was Haases Mitteilungen betrifft, so verhielt sich Jörns ihnen gegenüber äußerst skeptisch, da.Laase ja zu den Kreisen um die„Frei- heit" gehörte". Die Verhandlung geht am Freitag weiter. ★ Ein Berliner Blatt hat gelegentlich der ersten Sitzung im Jorns-Pro.zeß sich darüber aufgehalten, daß in Moabit die Unsitte eingerissen sei, in großen Prozessen nur drei- bis viermal in der Woche und nicht länger als bis 14 oder IS Uhr zu verhandeln. Es wäre bedauerlich, wenn die Justizbehörden durch diese wenig fachmännische Aeußerung sich veranlaßt sehen sollten, von der guten Gepflogenheit abzugehen, komplizierten Prozeßstofs nicht in kurzer Zeit durch- zupeitschen. Uebrigens: der Berichterstatter des betreffendes Blattes begann gestern bereits um 14 Uhr zu gähnen und entfernte sich noch vor Schluß der Sitzung. Es scheint ihm doch.zu viel geworden zu sein. Und das war es tatsächlich. Man sollte nicht vergessen, daß viele S ch ö f f e n in der Aufnalnne juristischer und auch sonstiger Dinge dabei noch weniger geübt sind als der eben erwähnte Be- richterstatter. Er wollte sterben. Oer Selbstmordversuch als„Transportgefährdung". Weil er sich vor den Zug geworfen hatte, um seinem armseligen und kümmerlichen Leben ein vorzeitiges Ende zu setzen, wühle sich der ZLjährige Musiker Wieczikowskl wegen fahrlässiger Transportgesährdung vor dem Schnell- richler verantworten. Der Angeklagt«, der aus der Polizeihaft dem Schnell- richter vorgeführt wurde, ist ein kleiner, kümmerlich aussehender Mensch mit eingefallenen verhärmten.Gesichtszügen. Seine Sprech- weife- ist. sehr schwerfällig,.und man. sieht, chm an, daß er ein Mensch ift der schwer mit dem. Leben zu kämpfen hatte.. Er ist sehr dürstig gekleidet und trägt keinen Kragen. Sein Geburtsort ist in West- preuhen. dem jetzigen Polen. Auf Befragen gab er an, daß er von Berus Musiler sei. Trompete und Geige spiele. Er erzählt: Man hat mir meine Trompete gestohlen und dann fand ich keine Arbeit. Vom Leben hatte ich genug. Meine Frau war mir mit einem Matrosen davongelaufen. Sie soll von mir geschieden sein, ich weiß es aber nicht. Arbeit hatte ich nicht, was sollte ich da machen. Zum Einbrechen bin ich zu dumin. Vors.: Aber man wirft das Leben doch nicht so weg, hatten Sie denn keine Hilfe? Angekl.: Rein, mir hals niemand. Beim Wohlfahrtsamt sagte man mir, ich solle machen, was ich wolle. Ich bin auch zwei Monat« wegen meiner Nerven in Buch gewesen. Vors.: Haben Sie sich irgend etwas bei Ihm Tat gedacht, oder hatten Sie nur den Gedanken: Bloß schnell weg aus dem Leben!? Angekl.: So war es. Vor f.: Haben Sie sich nicht überlegt, daß Sie andere Menschen, ja. sogar einen ganzen Zug gefährden? Angekl.: Ich habe mir nichts gedacht. Als ich festgenommen wurde, verlangt« ich von den Beamten einen Revolver. Dies« haben ihn mir nicht gegeben. Einbrechen kann ich nicht, dazu bin ich zu tmmm, auch betteln kann ich nicht. Als Zeuge wurd« dann «in Polizeioberwachtmeister vernommen, der vom Bahnsteig des Bahnhofs Alexanderplatz aus sah, daß ein Mann aus die Schienen sprang, niederkniete und sich mit der Brust aus die Schienen legte. Er könnte den Stationsbeamten noch schnell darauf aufmerksam inachen, der den nur noch 30 Meter entfernten, einfahrenden Zug durch Umlegung des Gesahrenstgnals zum Stehen brachte. Ein Rsichsbahnajsistent bekundet, daß der Mann sich anscheinend in einem Dämmerzustände befunden habe. Er wußte incht, was vor sich ging und murmelle:„Was ist denn los." Staats» anwaitfchastsrat Conrad: Der Angeklagte ist nicht angellagt als Selbstmordkandidat, denn Selbstmord ist bei uns nicht wie m England strafbar, sondern er ist angeklagt, weil er Methoden gewählt hat. die andere Menschen in Gefahr bringen konnten. Objektiv liegt in seiner Handlung der Tatbestand der Transport- gefährdung. Es. muß aber gefragt werden, ob er subjektto den Vorsatz hatte. Das kann, nicht behauptet werden, ebensowenig, daß er fahrlässig gehandell hat. Das Gericht schloß sich dem Antrag des Staatsanwalts auf Freisprechung an und fügte im Urteil noch hinzu, daß ein Mann, der einen so verzweifelten Schritt tue, nicht Herr seiner Sinn« sein könne. Dem Angeklagten wurde vom Vorsitzenden bedeutet, daß sich das Pflegeamt seiner annehmen werde. Ausländische Schweine sür Berlin. Die einheimische Wirtschast gegen die verstärkte Einfuhr. Durch den Handelsvertrag mtt Litauen ist in letzter Zeit der Berliner Viehmarkt stark mit Schweinen aus dem Auslande beschickt worden. Die einheimische Wirtschaft, vor allem die Land- Wirtschaft, die Biehagenten und die Engrosschlächter machten hier- gegen Front, besonders, da der Handel mit Auslandsvieh unter günstigeren Bedingungen stattfand als mit inländischem Dich, und nicht den allgemeinen Vorschriften im Reich unterlag. Dein Drängen der verschiedenen Interessentenkreise folgend, setzte die A u f s i ch t s- b e h ö r d e für die Märkte mit Auslandsvieh genau wie für die Markt« mit inländischem Vieh zwei Wochentage mit bestimmten Marktt'tunden fest. Die Direktion des Städtischen Vieh- und, Schlacht- Hofs hat alle hierdurch entstandenen Schwierigkeiten zu mildern versucht. Denn Berlin hat naturgemäß an einem großen Marktauftrieb großes Interesse. Die von der Direktion des Städtischen Vieh- und Schlachthofes getroffenen Ein- richtungen gestatten auch heute noch eine Beschickung der einzelnen Auslandsmärkte mit über ZSOO Schweinen, d. h. jährlich mehr als 25 Proz. der einheimischen Beschickung. Auch die veterinärpolizei- liche Borschrift, daß das Auslandsvieh ebenso wie in den söge- nannten Quarantäneschlachthöfen getrennt von dem einheimlschen Bieh zu schlachten ist, konnte überwunden und auf diese Weise der Auslandsmarkt für Schweine für Berlin erholten werden. Großstädtische Verkehrsprobleme. Sie Vtl-kehrSzusammenhaNongen In den WellstSdien. Der Reichsbcchnoberrak Dr.-Zng. R e m y hielt in der llniversikäk im Rahmen der von der verwaltungsakademie angesetzten Vorkragsreihe einen Borlrag über„Großstädtische Verkehrsprobleme". So schwierig die Finanzlage der Großstädte sei, so habe sich doch erwiesen, daß eine Riesenstadt wie Berlin nach wie vor eine ungeheure Anziehungskraft auf das platte Land ausübe. Durch die Menschsnzusammenballung entständen daher Verkehrs- aufgaben, die unabhängig von der wirtschaftlichen Lage g e- bieterisch ihre Lösung fordern. In der für die Be- urteilung des Derkehrsbedürfnisies maßgebenden Zahl der Fahrten auf den Kopf der Bevölkerung steht heute Berlin mit 447 Fahrten mtt an der Spitz« aller Weltstädte. Mit einer weiteren Derkehrszusammenballnng müsse man sich durch die Eni- wicklung der City zu der ausschließlichen Geschästsstadt der Groß- stadt abfinden. Beim Vorortverkehr werde die Reichsbahn der Hauptträger des Verkehrs bleiben. In der Frage der Entwicklung neuer Halte- stellen bei der Stadtbahn wurde der Standpunkt vertreten, daß man die Reisegeschwindigkeit der Schnellbahn, die in erster Linie von ihrem Stationsabstand, abhängt, nicht unter ein gewisses Maß herabdrücken sollte. Auch in London bezeichne man den Abstand von 800 Meter heute als zu gering und versuche ihn durch künstliche Maßnahmen, wie den Betrieb der sogenannten dlc»v-stc>p-Züg«, zu verlängern. Dies« dkon-stav-Züge, die wechiel- weise eine Reihe von Stationen durchsahren, hätten aber den Nach- teil, daß die Zugfolge auf den durchfahren«» Stationen sich entsprechend verringere. Am Schluß streifte der Redner die Grundzüge der Elektri- sierung der Berliner Stadt-, Ring- und Borortbahn. Diese Elektrisierung bedeute«inen weiteren Schritt in der Fürsorge der Reichsbahn und der ehemaligen Preußischen Staatsbahn für den innerstädttschen Verkehr Berlins. So sehr das Projekt eines Durch bruches durch die Stadt von Süden nach Norden erörtert werde und so zweisepos ein Zusammenschluß der nördlichen und südlichen Vorortbahnen einen gewaltgen Fortschritt in der Verkehrsentwicklung Berlins bedeuten würde, so wenig werde von wirtschaftlichen Gesichtspunkten aus der Gedanke einer Durchführung der Fern bahnen von Süden nach Norden ernstlich erörtert werden können. Gepäckbeförderung auf Monatskarten bei der BVG. Wie beretts seit einigen Iahren bei der Berliner Straßenbahn werden vom 1. Februar d. I- ab auch für die U-Bahn Monats- karten-Zusatzmarken für die Beförderung eines nach den allgemeinen Beförderungsbedingungen zugelassenen gebührenpflichtigen G e- päckstückes oder eines Hundes ausgegeben. Der Preis der Zusatzmark« ist derselbe wie der der Monatsmarke, 13 M. Die Zusatzmarken sind bei den bekannten Verlaufsstellen zu haben. Berliner Pferdedroschken sind nicht ausgestorben. Während eine ganze Anzahl von deutschen Städten überhaupt keine Pferdedroschken mehr haben, laßt zwar das Berliner Polizeipräsidium die alten Pferdedroschkenbesitzer noch immer ihr Gewerbe ausüben, erterst jedoch schon seit drei Iahren keine neuen Konzessionen mehr. Von der Wöplichkeit, die Pferde- droschtenkonzession iw eine solche für Auiodroschien umzuwandeln, haben bisher noch nicht alle Pjerdedroschkenhatter- Gebrauch gemacht: es gibt immer noch 1 4 6 P f e r d e d r o s ch k e n in der'Reichshaupt»* stadt. Ihr« Zahl hat sich jedoch gewallig verringert. Im Laufe! von sieben Jahren sind rund AXX) Droschken eingezogen worden. Interessant ist, daß Ende 1022 neben den 21S1 Pferdedroschken tax 2660 Kraftdroschken in Betrieb waren. Inzwischen ist deren Zahl auf 0000 gestiegen. Der Vorsitzende der Potsdamer Anwalkskammer gestorben. Heute nachmittag geaen 15 Uhr oerstarb an Grippe der 72jährige Geheime Iustizrat Paul Woldert, Vorsitzender der Potsdamer Anwaltskammer. Zu unserer Roiiz.Laiionale" Rowdys,«sucht uns die Inhaberin des Schanklokals an der Ecke Königin-Eüsabeth-Straßo und Schloßbrücke mitzuteilen, daß sie, als der Reichsbannermann in ihr Lokal gelaufen kam, sofori die Jalousien herunterließ und dein Flüchtenden einen zweiten Ausgang zeigte, von wo er un- gehindert die Straße erreichen konnte. verlorengegangene Handschuhe. Nach Schluß des Bezirks- Parteitages im Herrenhaus sind ein paar neue Darnenhandschuhe von der Garderobenfrau irrtümlich an ein« falsche Person ausge- händigt worden. Es wird gebeten, di« Handschuhe beim Sekretariat der Berliner Partei im„Vorwärts"-Haus abzugeben. Sprechchor irr prolefariiche Aeiersmadeu. Di« heutige UebrmgZltunde muß leider auZsallen. Zur nächsten Elunde erfolgt jchrtstllche Einladung. �DsozialistischeArbelterjugendGr.-Verlm Einsendungen für diese Rubrik nur an das Iugendsekretarlat Verlin EW6T. �indenstraße 3 Madelkursus heute,?. Abend, in der Schul« Äuchstr. 13, 19'4 Uhr. „Eim'aes aus der Geschickte der bür.�erlichen ssrnuenbewegung". Rcfevent.n Genossin Adele Schreiber-Krieger. Jede Gruppe nuife mit einem Mädel ver» treten sein. Interessierte Burschen sind eingeladen. fjeuke, Donnerstag, 19% Uhr. Tauten: Leim,©raun» Erkc Lorstwottraße: MitgUeteroersammlunff.— ilallplat I: Cirnlc Somienburgcr Str. 20:„Tinwhrung in Me Wirtschafts- Icfttc".— Nordosten XI: geint Ton»in«e Str. 62: XO-Minuten-Referate.— Schönhawcr Vorstadt: Schule Sonnenburaer Str. 20: Mitltliederversammlunn. —- ttöoeniSer Viertel: Schule Arauzelstr. 120: Antikrieasabcnd.— Südwest: BeteMnunn an der Isünnteronstaltuna der Arbeitersportie«. Treifpunkt 15� Uhr flotdftr. 11. Erscheinen der Kursusteilnehmer(Sollen) erforderlich. — Witmersdors: Seim iSitfielmsaue 123:„Die Sonstetunion".— LNtenau: Lelm Noscnttalcr Str. 15: lZrih.Oleutsr. Abend.— Buchhol,: Schute Berliner Strosts 10:„Unsere Stellunn zum Reichsbanner und tue Wehrmacht". EST. Lichtenherg: Leim Scharnweberstr. 29:.Grundlagen des Marxismus", 2. Teil. Weebebe,Irl Weddina. Tambnurlorps: Neben 20 Uhr im Leim Eeestrose. Alle Spielleute und auch gIMenspieler mtlssen erscheinen. Werbe bezirl Vren, lauer Vera: Turnen Schule Danjiotr Str. 23. Werbe benrl Reulöll»: IZunktionärversaminluna im 9 rohen Saal, itanner Strohe. Stellungnahme zur Seneralversammlung. Die Anwesenheit aller tzunktchnäre ist uotroenbia.- Wcrbebezirl Lichtenber«: Die Sonntaasreranktaltuna findet umständehalber erst am Sonntag, 9. ssebruar, 19 Uhr, in Karlshorst, statt.„Heinrich Sille." Vorträge, Vereine und Versammlungen. # Reichsbanner„Schwarz-Rok-Gold". EelSSktsst-tl»: Berlin S 14. Sedastianstr. 87-38,$of J. Se. Schöneberg. Friedenau: Donnerstag, 80. Januar, 20 Uhr, TUnchalle Wartburgplah, Siu-Iitfu.- fftciiafl. 31. Januar. Rtiehnchshm«, Kameradschaft Bllschin«: 19H Uhr©eneraloersanimlung aller aitweu und vafstuen Kameraben bei Blamert, Reberstr. 24o. Bericht non der Ortzoerein». generalversammlung. Reumalil der«ameradschaftsleitung.— Sreis Westen: Sportleiter der Ortsvereine: 20 Ubr Besprechung im Zugendheim Charlotten. bürg, Cpreestr. 30. Schöueberg.ssriedenau, Kameradschaft Insel: 20 llrir Kameradschaftsversaminlung bei Schekflee, Kolonnen- Ecke Lohensriedbergstrahe, Erscheinen Pflicht. Walsersportabteilung, Zug Lasel: 20 Uhr©eneralpersanun- lun» im R-ll-ndorf.Kasino.«leiststr. 41. Neuwahl de» Vorstarches.— Ton-. abcud, 1. Fei euer, nteuzbctg, Sug VT: 20 Uhr Bersammlung mit Angestortgen bei Leuschner, Diefseirbachstr. 54. Chorlottenburg. Kameradschaft Wesnnd: Wasleuball bei Schellbach. KönlglnUblisabe'H.Str. 6. Eintritt 1 M. Treptow — SchLncberg.Zriedenau, Jungbanner: IZreitag, 31. Januar. 19'/t Uhr. Eifenacher Ecke Daupt-ldrah«/. in Skrtl zur" Dührt nach Tiergarten. i-tSart«- schul-üweg! ssroitag...,!. Januar. 20 Uhr. gadres-ertormlena oei--treub.e). BalMtslYtnetr. e*e" Sibeidlerstrahel Tirgeeordnung: Bericht des Boestanbts uns Neuwahlen.:-- Äreuzlcrp. Ärtn- 7: Jistf.ahenb der J»».- im arohe dps Bezirksamts Kremberg, Aorckstr. 11. ZtUrnbergfilm. Karten ZU 40 Pf. an der Abendkasse._ Schuhuerband der Schwerhörigen, e. V. Sonntag, 2- Jebruar, 17 Uhr, Schinkels Festsäle, Briick-Nssr. 2, Kostllmfest(Baucruhochzeit).©gste will- kommen. Allgemeine Wetterlage. 0 wclk8nlos,cS heider, a haihbsdeckr 9 vroilog,® bedeckt,. RegetVchGrwjaln ,reeutite�MUtk Im größten Teil des Reiches herrscht« am Mittwoch trüb«s und nebliges' Wetter. Vieijach sielen schwache Niederschläge. Die Temperaturen hatten sich im Flachland« gegenüber den l«tz!«n Togen etwas gehoben, in den Mittelgebirgen dagegen war, verursacht durch den Zustrom westlicher Luitmassen, starke Abkühlung eingetreten. Der Brocken und der Fichtelberg im Erzgebirge meldeten 8 Grad Kalle. Die von Westen herangeströmten Lnstmasien werden in sich zusammensinken. Vorübergehend dürste es dabei zur Auflösung der über uns lagernden Nebeldecke kommen. * Delleraussichldn sür Berlin und weitere Umgebung: Zeilweise Aufreißen der sstebeldscke, Temperaturen meist über Rull, schwache Luftbewegung. Allgemeine Deikerausflchten für Deutschland: In.Mitteldeutsch- land zeitweise etwas Aufheiterung, sonst trüb« besonders im Westen Neigung zu schwachen Niederschlägen. Nirgends stärkere Nachtfröste. Während der Weihen Wecke eewährt das allbekannte Gardinen, uni Tepplth. Spezialhons Emil Lefdpre, seit 48 Jahren nur Berlin. Oraiiienslr. 153.«t:f' alle Gardinen, Stetes und Lettdecken 10 Brot. S'abatt,'roh seirkr anertaNNt dillstien Preise, um seinem«rohen Kundenkreis etwa« Besondere» zu bieten! Der neue Svez'alkataloa kostenfreil Auf Wunsch Sahlungserleichterunz ohne jezlichea Aiifschlasl Donnerstag 30. Januar 1930 Unterhaltung und Wissen Äeilage des Vorwärts manswerg:„ZDer SZnwberberg 4t Das Leben in den großen Sanatorien der oberen Zehntausend ist immer ein beliebter Romanstoff gewesen. Unter anderen hat auch Thomas Mann einen Roman geschrieben, der in jenem Milieu spielt. Er nent- ihn„Der Zauberberg". Reiche Nichtstuer, d'e geistreich« Gespräche führen, verlebt« Damen, die sich aus Lange- weile in die Bergwelt von Davos zurückgezogen haben, um hier im Lungensanatorium pikantere Liebesabenteuer zu erleben, das ist der „Zauberberg". Und das geht dich wenig anl Aber dies gehl dich an: Wohin gehst du einmal, wenn du ausgemergelt bist von der Fabrik, gebrochen von der Monoton!« des Büros, wenn deine Kasse dich verschickt, um deine geschwächte Arbeitskraft wiederherzustellen zu neuer Ausbeutung? Wie sieht dein Zauberberg aus, Prolet? Das Ilervenfanatorium. Im vornehmen Mllenviertel, draußen an der Grenze der großen Stadt, liegt es. Bon der Straße aus stehst du das traurige chaus, kahl, Fenster an Fenster mit bleichen Gesichtern, an vielen Stellen der Fassade ist schon der Putz abgebröckelt. 1894 steht irgendwo als Baujahr. Die Pforte hat sich hinter dir geschlossen. Im Wartezimmer hängt eingerahmt ein Gedicht:„Hab' Sonne im Herzen...!" Du denkst an das freudlose Leben-der letzten Jahre, das Einerlei der Arbeit, an häßliche, möbliert« Zimmer, kümmerliche Mahlzeiten, an den Tag, an dem es. nicht mehr weiterging. Und du lachst ent- weder bitter auf oder du fluchst. Je nach Temperament. Ein« hochnäsige, üppige Dam« nimmt deine Personalien aus. Du unter- schreibst die Hausordnung und dann schleppst du deinen Koffer auf dein künstiges Zimmer. Dein Zimmer auf Wochen: schmal mit dunkler, zersetzter Tapete, trübe fällt das Licht durch ungeputzte Fenster aus einen schmutzig- grauen Tisch. Dein' zukünftiger Zimmerkollege begrüßt dich wie einen alten Kameraden, und als er deinen hoffnungslosen Blick auf die kahle Waich sieht, sagt er:„Hab' Sonne im Herzen,,.!" Tag für Tag. Fünfzig Männer sind hier im Sanätorium. Alt« und jung«, Ar« bester, Angestellte, Proletarier. Jeder hat sein Schicksal, seine persän- liehen Sorgen draußen; hier sind wir alle gleich. Wir bekommen alle dasselbe schlecht« Essen, morgens, bei der Visite, werden wir vom Arzt mst derselben gleichmäßigen Frag« begrüßt:„Es geht doch�gvt: Zwei oder vier liegen immer auf einem Zimmer. Einen ge- meinsamen Aufentholtsraum gibt es nicht. Da ist zwar ein Rauch. zimmer mit Klubsesseln, ein Musikzimmer,«in großer Spielsaal; doch nur für die acht Patienten der 1. Klasse. Wir Kassenpatienten fahren 3. Klasse. Und wer es draußen noch nicht sah, muß es hier lernen: es gibt Klassen, und zu der untersten gehörst du! Und Tag für Tag dasselbe Einerlei. Frühmorgens um 7 Uhr .Fichtennadelbad. Manchmal bricht einer im morschen Lattenboden ein oder ein Duschenkopf löst sich und saust herab. Daran gewöhnt man sich. Wenn sich einmal je nand verletzt, wird es immer noch frü genug sein, die Schäden zu reparieren. Vorher ist kein Geld da. Frühstück: Wasserkakao und zwei Stullen mit'amerikanischem Schmalz und„Jagdwurst". Kurz nachher eilt der Arzt von Zimmer zu Zimmer. Man nennt das„Visite machen". Wenn du Wünsche oder Beschwerden vorbringen willst, ist er meistens schon wieder draußen. Manche meinen,«r könne sich doch nicht mit jedem unter- galten. Und sind zufrieden. i Mittags im gemeinsamen„Speisesaal". Dieser„Saal" ist viel zu klein für so viele Menschen. Schulter an Schulter sitzen wir da, manche auf Gartenstühlen, und nehmen unser Mittagsmahl ein. Das Essen ist reichlich, aber miserabel gekocht. Klingt das nicht gut: Gulasch mit gemischtem Gemüse? Aber— zähes Büchsen- fleisch und erfrorene Kartoffeln, das Gemüse schlecht durchgekocht. Es ist kein Scherz, die Erbsen heben wir auf und spielen Murmel damit. Nachmittags bringt man uns den„Kaffee" aufs Zimmer. Eine gelblich-weiße Brühe und zwei Schrippen mit Butter„be- pinselt". Abends gibt es irgend einen Mehlkleister oder Brat- karwffeln mit Sülz«, die nach Mottenpulver schmeckt. Und wieder haben die„Manchen", die Zufriedenen eine Entschuldigung. Nerven- kranke, sagen sie, dürfen gar nicht gut essen. Was würdet ihr an- stellen, wenn ihr auch noch kräftiges Essen bekämt? Jetzt im Früh- jähr dazu..... Tagsüber dürfen wir ausgehen. Wir bummeln durch die schönen Villenstraßen und freuen uns, daß es Menschen gibt, die komfortabejl wohnen, die es besser haben als wir. Wenn das manchmal auch aus unseren Gesprächen nicht hervorgeht. Wir schauen den kleinen Mädchen nach und machen uns nichts daraus, wem: sie die Nasen rümpfen über uns„Arbeiter". Wir sind ja so bescheiden geworden! Was wir sonst wn? Wir schlafen, wir spielen Karten, wir lesen. Da die Anstaltsbibliothek nur fromme Schwarten und süß- liche Liebesromane enthält, tauschen wir untereinander unsere Bücher aus. Alles wird verschlungen. Am begehrtesten sind neben Aben- teuerromanen moderne sozialistisch« Literatur, neben Jack London Sinclair, Gorki u. q. Eifrig wird darüber diskutiert und von den paar Knegsbüchern kommt der Schwejk am besten. weg. Vom Re- marque sind„unsere" Frontsoldaten wenig begeistert. Sie haben den Dreck mitgemacht und sind gegen den Krieg. Sie verlangen klare Stellungnahme.--- Abends um 9 Uhr wird das Licht ausgemacht... Die meisten gchen zu Bett. Und die, die nicht schlafen können, sitzen bei Kerzen- licht zusammen, spielen Karten und erzählen sich bis in die Nacht hinein. Manchmal wachst du nachts auf. Du hörst dumpfes Lausen und unterdrücktes Stöhnen.- Wieder hat einer, einer von den Srillen, seinen Anfall bekommen. Toben, Schreien— und dann Ruh«: Morphium! Morgen fährt das grüne Auto vor, zwei Wärter werden den Kameraden fortbringen— ins„fest« Haus". Kameraden- hier und draußen. Die Tage werden wärmer.' Wir sitzen abends nicht mehr in den dumpfen, verrauchten Puden Einige gehen im Garten spc- zieren, andere haben sich auf dem Balkon zusammengefunden. Einer spielt Ziehharmonika und.wjr singen dazu. Schwermütig« Lieder. dies»Iben, die man draußen i im Felde sang,—-auf der Straß« sind zwei Mädchen stehengeblieben. Weiße Kleider in der Dämmerung. »Wollt ihr nicht reinkommen?"„Nee, ihr müßt doch bald ins Beti. Singt man lieber noch was!" Lachend oerschwinbm die zwei-n der Nacht.„Es ist zum Kotzen, daß man hier in dem Kasten sitzt, ich möchte jetzt lieber...." Ueber all« ist eine nachdenkliche Stimmung gekommen. Heute morgen ist„Großvater" von uns gegangen. Er war zwei Monate hier. Von der„Fürsorge". Ein alter Mann, mit weihen Haaren und zittrigen Händen. Vor dem Krieg« hatte er eine Malerwert- statt irgendwo in Alt-Berlin. Sein Sohn fiel fürs„Vaterland". Di« Frau starb im Winter 1917 an Grippe und Unterernährung. Das Letzte nahm ihm die Inflation. Jetzt ist er auf die Wohlfahrt angewiesen. Er hatte sich im Sanatorium von dem furchtbaren Winter etwas erholt. Wir hatten ihn alle sehr gern und nannten ihn„Großvater". Heute morgen, einen Tag vor Ostern, mußte er fort: die„Wohlfahrt" zahlte nicht mehr. Ein Greis geht zum Bahnhof, in einer allen bestickten Hand- tasche die wenigen Habseligkeiten, den Kopf gesenkt. Er weiß nicht. wo er diese Nacht schlafen wird. Fröbelstraße— Obdachlosenasyl. Daran denken wir. Und jeder fragt sich:„Was wird aus mir?" Ich seh« die Gesichter von jenem Abend an mir vorübergleiten. Jedes hat seinen Stempel. Proletarierschicksale I Der„Argentinier".- Ein sonnenverbranntes Gesicht. Wie Leder die Haut. Er war fast 20 Jahre in Südfrankreich. Hatte eine Gärtnerei. War glücklich. Dann kam der Krieg, man nahm ihm seinen kleinen Besitz. Irgendein Pariser Kriegsgewinnler hat heut« seine Luxusvilla an der Stelle. Fünf Jahre lang wurde er Inter- niert und dann ohne«inen Pfennig Entschädigung über die Grenze abgeschoben. Auch er mußte erfahren, wie das„Dotevland" für seine Söhne im Ausland sorgte. Als Fünfzigjähriger ging er nach Argentinien, um dort ein neues Leben aufzubauen. Zwei Jahre hindurch sah er keinen Menschen— ganz allein im Urwald—. fällt« Bäume, sprengte, brannte nieder. Und wurde darüber schwermütig. Als gebrochener Mann fuhr er nach der Heimat zurück. Er hat sechsmal versucht, sich die Pulsodern durchzuschneiden. War lange Zeit bei einem berühmten-„Pjy.choanalyihiker" in-Behandiupg-i- erfolglos. Diesem Menschen hilft keine„Seelenanalyse"—, fefct Sanatoriumausenthall. Gebt ihm Arbeit, gebt ihn, Land, und er wird gesund. Das Schicksal des Auslandsdeutschen! Der„Morphinist"— ein kräftiger Mann— sieht auf den- ersten Blick durchaus gesund aus. Er war Techniker auf einer Kieler Werft. 1914:„der Kaiser rief seine blauen Jungen"; Karl wurde Matrose auf einem U-Boot; wißt rhr noch damals, als die Zeitungen täglich meldeten: T-tausend Tonnen von unseren„U-Boot-Helden" versenkt! Bier Jahre lebendig begraben in einem stählernen Sarg, in hoitzer, verbrauchter Luft;- bei ohrenbetäubendem Gestampf der Maschinen, jeden Augenblick in Todesgefahr. 1918 brach er zusam- men: die Nerven wollten nicht mehr.- Sie gaben ihn, Morphium- spritzen, um die Schmerzen zu lindern. Jetzt hat er sich an das Gift gewähnt, er kann es nicht entbehren. Am Tage ist er der ruhigst« Mensch, gegen Abend tobt er, schreit nach der Spritze! Er ist zur Entziehungskur hier. Wird sie erfolgreich' fein...? Draußen warten drei Kinder auf ihren Boter—, sehnt sich eine Frau nach ihrem Mann..-... � Jeder von uns kann erzählen: Berichte aus der Wirklichkeit, keine erdichteten Roman«. Krieg— das große Schlachten an der Front— dos gryße Hungern m der Heimat. Inflation— Rationalisierung— nüchtern« Worte. Für Hunderttausende bittere Not und Elend. Hier im Sanatorium; im'„Zauberberg der Proleten"� sind wir Genossen im Leid. Wenn wir wieder im Betrieb stehen, werden wir wieder Kampfgenossen sein! Du hast dich erholt. Du kannst gehen. Wie viele vor dir� gehst auch du mit deinem Koffer vor dem Gitter entlang. Die Äamc- raden stehen auf dem Balkon, winken mit einein Badelaken, rus.m dir Abschi-edsgrllße zu...... «Auf Wiedersehen!" Ja! Aber nicht hier. Viele von. ihnen triffst du draußen wieder, in Versammlungen, bei Dsmonstrationen, manch» beim„Stempeln"� Ihr sprecht von der Zeit damals im Sanatorium und flucht..-". Aber mit Schimpfen und Protestieren wird' nichts geändsrf. Seht nach Wien und macht's nach!.-,' f-7 Charles Stadial: TermeiM, Qenoffen... Menschen, Arbeiter. Genossen, Verzeiht! verzeiht. Daß ich geborgen bin und Liebe fand— Und draußen fällt naßkalt der Schnee. verzeiht wir. daß ich mich zufrieden wähne. wenn draußen Ungezählte darbe« und verrecken. wohl Hab ich euch nur meinen Traum geweiht Und meine Arme und mein Hirn. Doch. Menschen. Arbeiter, Genossen.« Ist dies genug? Ich weiß es nicht. Die. die ich liebe, ist so schön, Mein Glück dünkt mir Vollkommenheit... Genügt es. Brüder, mitzuftreiten. Mein Leben eurem Kampf zu weih'n?... verzeiht, Genossen, Denn ich weih es nicht... (Aus dem Französischen von Leo Korten.) (Kurl 3t. Jfauffmann: Strandgut der Straße Möbelstücke haben ihre Schicksale. Bett und Sofa, Schrank und Stuhl und Tisch, sie haben ihre Glanz- und Elendszeiten wie die Menschen, zu deren stummen Gefährten st« ausersehen sind. Bielleicht gleicht der Ablauf ihrer Existenz, ihr Werden irnd Vergehen gerade darum so sehr dem menschlichen Leben, weil sie, obgleich nur tot« Dinge, in innigster und allerpersönlichster Ver- bundenheit mit dem Menschen leben. Ja, sie leben. Sie umgeben ihn in seinen eigenen vier Wänden bei jedem Atemzug, in jeder Stunde des Tages und des Nachts sind sie ein Teil seine« Daseins. Möbelstücke haben ihre Schicksale! Es sind die Schicksal« derer, die sie besitzen. Geht es dem Herrn gut, hat auch der Hund fein Fressen. Ein Ruin, der die Menschen trifft, trifft auch die Möbel. Es ist ja alles, was an Lebendigem und Totem im Wechsel der Jahre unser eigen wurde, so innig in unser Wesen eingegangen. wie das Blut in unser Fleisch. Bei vielen Völkern wird heute noch ein Gestorbener mit seinem toten Besitz begraben oder verbrannt. Wir, die wir materialistischer und praktischer denken, hinterlassen nach unserem Tode die Möbelstücke unseren Erben. Da starb nun jemand In der Familie. Der Großvater. Cr hinterließ eine ganze Merzimmer-Einrichtung mit allem, was dazu gehört. Das Staatsstück in diesem Nachlaß ist ein Sofa. Ein Möbel von monströser Größe und kolossalem Gewicht. Ein Erzeugnis der Urväterzeit, die Geräumigtest und Größe schätzte. Das liebe alte Sofa hat einen mächtig gebuchteten Rücken und breit ausladend« Armlehnen. Vier ausgewachsene Männer können auf ihm sitzen. Haben auf ihm gesessen, man steht es noch ganz genau. Auf dem Sitz und auf dem Rücken bemerkt man vier ab- gewetzte Stellen, und auch auf beiden Lehnen haben die Ellenbogen und die Köpfe jener durch die Generationen wechselnden Vier den Lederbezug abgeschabt. Und unten am rechten, behäbig gedrechsellen Fuß klafft ein böser Riß Im Leder, den das freiheitslüstern« Roh- haar sich zunutze gemacht hat. So ganz stattlich sieht das liebe olle Sofa, dos Großvater schon von seinem Papa erbte, nicht mehr aus.. Es steht sogar recht ramponiert aus. Aber schließlich sind diese Risse und Flecken ja Ehrenwunden, die e» sich im Dienste der Familie zuzog. Und darum gewährt man ihm, wie einem allen Gaul im Stall da» Gnadenbrot, im Hause hier das Unterkommen, wenn es auch ewig im Wege ist. Großvater hat immer so nach dem Essen sein Schläfchen darauf gemacht— und seine Frau, ja, die soll sogar daraus gestorben sein. Ein Blutsturz. Das ging alles so schrecklich schnell, man konnte sie gar nicht mehr in? Bett tragen. Das alles hat das Sofa schon er- lebt. Das. Und noch viel mehr. Denn in der Familie gab es viel Unglück. Papa, dem das Sofa jetzt gehört, weiß ein Lied davon zu singen. Es ist ja nie gegangen. Auch jetzt geht es schlecht. Seit Groß- vater starb, und das sind nun 14 Jahr« her, ist«» ständig bergab gegangen. Der Gerichtsvollzieher kam sogar in» Haus und nahm das meiste von den Möbeln, die Großpapa hinterließ, mst. Was er zurückließ, ging ins Leihamt— und blieb dort! Aber das alte Sofa, nun, das ist immer noch hier. Und bleibt auch hier und wenn alles der Teufel Holl, das Sofa loinnst nicht au» dem Haus«. Eher schon trägt man Papa die Trepp« hinunter, mst den Füßen nach vorn. Aber der Papa lebt noch. Er säuft jetzt und schlägt auch fein« Frau. Das ist mit den Jahren, d!« voll Unglück, Tränen und Schande waren, so gekommen. Das Sofa hat das auch gespürt. Ihm sind die Jahre sehr sauer geworden. Papa fiel einmal, als er betrunken in die Stube taumelte, gegen die recht« Lehne. Sie war morsch und zerbrach wie ausgedörrtes Tannenholz. Ja, da ließ sich nichts mehr sticken, wie unten am linken Fuß, den man mst Draht an das Untergestellt gebunden hat. Ja, das Sofa ist siech, siech wie die ganze Familie, siech und räudig, denn die Wanzen sind auch schon drin. Im Roßhaar sitzen sie, ganze Nester. Ist das noch ein Sofa? Nein, das ist ein altes Gerünipel, ver- dreckt und verspeckt, voller Unrat und Wanzen. Hinaus damit, hinaus! Wer wohin damit, wohin? Das nimmt ja nicht einmal die Brockensammlung. Und eines Nacht», es dämmerte gerade so dem neuen Tag ent- gegen, da trägt dieser Papa, assistiert von seinen; Sohne, das Soso. das liebe alte Sofa, in das die Wanzen kamen und der Dreck, hucke- pack über die Treppen und fetzt es, was soll man sich mit diesem schweren, ungefügen Ding noch lange quälen, in. der nächsten Nebey- straße mitten auf den Bürgersteig. Da steht es nun. Di« Sonn« geht auf. Und es steht immer noch da. In der Grelle und mitleidlosen Helligkeit des Tages. In Schmutz und Schande. Niemand will es. Die Zeiten seines Glanzes sind vorüber. Das Elend ist jetzt sein Schicksal. Ihm geht es wie seinem Herrn und Besitzer. Ein vorübergehender Arbeiter gibt dem morschen, wackligen Ding, aus dessen verschlissenem Lederbezug das Roßhaar wie un- gebärdige Lava quillt, einen Tritt, daß es in den Rinnstein fliegt. Da liegt es nun wie ein Betrunkener, der sich in der Gosse wälzt. Ein erbärmlicher, ein jämmerlicher Anblick. Umwittert von Verfall und Verkommenheit. Das nackte Elend atmet dieses armselige, ver- luderte Ding, das ein wüstes Schicksal auf die Straße spie. Strandgut der Straße I Ach, es ist etwas Schamloses um dieses Sofa, das fein häßliches Elend so freimütig offenbart. Jammer und Mitleid, Schaudern und Ekel durchwogen den Vorübergehenden bei dem Anblick dieses her- untergewirtschafteten SofP, das in feiner erbärmlichen Stunimheit beredter als ein Mensch das Elend dieses Lebens kündet. Und man weiß auch, daß dieser stumme Zeuge eines verfallenen Haushalts einmal bessere Tage gehabt hat, daß er um Menschen, um ein« Familie war, die in bürgerlicher Wvhlanständigkeit und gesitteter Orb- nung lebte,— lebte, denn nun sind auch sie, dies« Menschen, nah« der Gosse, nah« dem Schmutz und Elend der Straße, die immer dem letzte Zuflucht und Asyl ist, der ausgedient hat und verkam. Strandgut der Straßel Zu nichts mehr nutz.' Zu nichts mehr?! O, es gibt ein Elend, das noch elender ist als dieses in den Rinnstein gestoßene Hausgerät. Es gibt noch Menschest, die, erbarmungslos in Unglück und Not oerstrickt, selbst dies von einem Besitzlosen mit Abscheu verstoßene Möbelstück noch begehren»- wert und wertvoll finden, so wertvoll, daß sie es wie ein Dieb bei Nacht und Nebel von der Stelle holen, wo es im Sturm des Schick- sals strandete..- Es strandet so vieles an den horten Bordftoinklippen her Groß- stadt. Furchtbar viel, nicht nur Sofas, nicht nur Matratzen und morsch«, verwanzte Schränke, auch Menschen stranden hier, Wen- schen, trank und verschmutzt, morsch und zerschlagen wie dieser Hpus- rat, den die Mülltutscher mit zwei Fingern anfassen-und voll Ekel in den Wogen tippen.- Da» llohr 4ö vor Ebristu» wird al» da»„letzte Jahr der Konfusion" bezeichnet, weil in dkesem Jachre Julius Eäsar einen neuen Kalender einführte,_ wodurch der Mißstand beseitigt wurde, daß im alten Rom das öfsentliche: Jahr und das wirkliche Sonnen. jähr um Monate— zuletzt waren«s.dr»i— nicht übereinstttnmts. Für die lllelzevversorguag der well nimmt Kanada die führende Stellung ein. Vor dem Kriege deckte es 11 Prozent des gesamten Weizenbedarfs der Welt, jetzt aber schon S2 Prozent. CtafenbunRen fat diese Rubrik sind «erlin SÄ 63. Si-d-nstra«« 3. parteinachrichien ffStk für Groß-Berlin stet» an da» Bezirkesckretariai 2. Hos. Z Treppen recht», zu richten Achtung, Stadtverordnetenfraktion? Zur houtigen Stadttierordnetensitzuvg wird vollzähliges u«d pütlktlühcs Erscheinen aller Fraktions- $ Menoffc« erwarte«. Am Sonnabend, den» 1. Februar. IS'/z M,r spricht auf einem Vortragsabend der..Freien sozialistischen Hochschule" im g rosten Saal des preustischen Staats- rates. Verli» W.. Leipziger Str. 3. Genosse Heiurirl, Schulz über..ftunst und Brot". Eintrittskarten zum Preise von all Pf. das Stück sind im Frauensekretariat des Bezirksvorstandes Berlin. Liudenstr. 3, S. Hof. S Treppen, Zimmer 4. zu habe». Wir bitte« unsere Genossinnen, sich recht zahlreich an diesem Vortrags- abend zu beteiligen. Das Frauensekretariat. * 17. Ä«fU BUfsictt&era. Snulf. Tnnnc.r.-jUitt. 30. Januar, iü USt, Siwina Sc» Vstdunkl«ausschlisse» in brr Pibliotbek. Weichselstr. 23.—. Der Kursus des Sensssen. Wolspana Schwarz ilber.Deutsche Auft.-npMiiü! seit Äiicrs.. ende mnfi am ifreilaa. 31. Januar, ausfallen. Nächster Kursusab-nt» Mr.!» noch bekan.niac«eZ>-n. 2«. Krci» Reiniitrrdors. gnitan. ZL Znnuar. am 20 Uhr. In»ainickcndors Pst,«tfüsenban», Aesidenzstr. 1,»«MmWoUfheinctfomdtlnn«. Bortra«: .«ie'JittMr.ft die Sinonznni«nain»?" Rescrent Stobt« rorbnetennar. stebrr Zobonnr, Hos!, blle Senesslnncn und Senoffen müssen erscheinen. Heute. Donnerstag, ZG. Zannar. Zt.«6t, Die Hriipoenftichrer werden ersucht, sofort-.Unser Weg" vom Ab. teisunaskassierrr abzubolen. IZj.«6t Buch. Abrechnvna der«orten zum Ma-Srndoll bessrnnnl am zrei. toa. 31. Januar, nott 10—22 lEFit Bei Lange. Morgen, Arcitag. ZI. Januar. «3. Alrt. 20 Uchr Bei Wienzier». Reichen Berger Str. 104, Lorsiandsstbung. Wichtige Taoesordnuno. 7Z. Abi. Schmaegendori. 20 UBr gunltwnärsltzung im Deutschen Laus, Breit» Str.. Ä. tu.«bt. Trevtom. 19 UBr in der Borwärissvedition Graedllr.?0 Erdung de» BiNungsausschusses. Syloia von Harden liest ein Kapitel aus etnoni Roman. Noch der Verlesung eines Abschnitts ist es nicht möglich, ein ab- schließendes Urteil über das Ganze.zu fällen. Eine hossnungsoolle junge Dame verläßt plölzlich ihre kullivierte Heimat und mischt sich unter die Entrechteten und Heimatlosen. Was sie da alles erlebt, und zu welchen Einsichten sie kommt! Die bürgerliche Welt muß eimnal vom proletarischen Standpunkt aus betrachiet und ge- wertet werden und nicht umgekehrt Vertuschende iaentunenialität Ist überflüssig. Abends wird aus H a n n o o e r internationale Marsch- nrusik übertragen, ausgeführt von deni Trmnpetcrkorps der VI. Preußischen Nachrichtenabteilung. Das Programm vermittelt eine Revue über Melodien, nach denen einige Völker durchaus marschieren wollen. Es ist ein unterhaltendes und instruktives Programm. F. Sch. 73.«6t. SäbäneBcrg. Am Sonntag. 2. JZcBtaar, findet im oberrn Saal de» Caft Echönobcrg uosor»Bunter Abend" mit reichlickem Programm und erste» Kräften statt. Tintrittatorten bei den Bcz'riofnBrern zu 50 P!. uud an der Tooltosse. Aeqiou 18 llbr. Söst« willkommen. Zrauen Veranstaltung. 5. itrei» Zdrrnzderg. ssr.eitag. 31. Januar. IKt- Uhr, Bei Wolf, Graesc. ftrasc 26. isunstionärinnensikuug. Wahl der Äoeisleilerin. Jungsozlalisteu. tdrupg«!sriedrich»h»>n: Heul». Donnerstag. 30. Aanuar. um 29 llhr. im Jugendheim Tilsttcr Str. l. Portrag:„Entst-iunz und Entwicklung der Partei". R«s«nent Hermann Alllfeld. Arlunterjugend- und Parteigenossen Be.czl'drft willtaminen. S Dir laden die Arbettsgemcinledast sozialdemakratischer Ardeitnebmer � g beim zentralen Magistrat zum zamillensest der.'Genosse.» der Berliner f; Feuerwehr«m Sonntag. 2, Februar. 17 Uhr, in Schintel s Feftsäle», «rückenstr. 2. ein. Touz. humoristis'be Vorträge. Eintritt l M. W Karten am Eingang. Der Werbeausichuh. Bezirksausschuß für Arbelterwohlfahrk. 3. Urrir Weddiug. Sisiuna oller Mitglieder und Heiser der Arbeiter. Wohlfahrt am Freitag. 31, Januar. 1SM llhr. im Ledigenheim Schönssedtstr. 1. 5. Llack. SiSvngszimmer. Tagesordnung: 1. Berlckit über die Tätigkeu des kreisausschusscs. 2. Ausstellung von Richtlinien. 3. Anträge zur General- Versammlung. 4, Perschicdenes. Um pllnkilicho» Erscheine:! wird gebeten. 10. Kreis Iehlendorl und 12.«reis Eteglist. Donnerstag, 30. Januar, im Rathaus Stcgliü,.Zimmer ö, um 20 Uhr, Portrog des Grnoffcu Dr. Walter Friedländer iiBer„Fugeiidfllriorgc". Ade in der Wohlfahrt täligen und'inier. esücrien Genossen und Genossinnen werden gebeten, daran teilzunehmen. 14. llrrio Rcnkölln. Heute. Donnerstag, 30. Zannar, 10'; Uhr. W S im Sihungssaal des Rathanlcs. 2 Tr., Vortrag de, Genosse» Stadtrat k- W Karl Schucchcr über»Praktische Jugendfürsorge-. Für alle in der-- W Angendwoblsahrtspslcge tätigen Genossen und Genossinnen sowie für»» hrr- Kirt ttn mm• f ft<« t*�- Uhr l-Xt! Uhr lllle Othello JKM Ende n. ZZ'iz Ende n. 22': U- Staad Sdiauspb. ac rniulimcEaikl St. E. 1 Po Ho. 5 JatuB-lb.-?. lla.26 20 Uhr MusiK Ende geg. 221.'al?..Eodd 22 Uhr Staatl.SdillIer-Tlieateitliarlthg. 20 Uhr Florian Geyer Ende gegen 23 Uhr Staats-Oper tl» W.i der Sreubül R.-5. 4 20 Uhr Fldello Tägl. 6 u. S'/j Uhr. Barbarossa 9256 Pr. 1-8 M. Wochentg S ü. 50 Pf.-8 M Nur noch bin morgen! } Swifts, tortiol 16 Fosler-Cirls. Anstel AArtlni. Hoc Wall. Flrace& Crip usw. PItAZa TSgl. S u. ats SosnL 2. 5 B. 8" Alex. 8066 INTERNAT. VARIETE GROSSES SCHAUSPIELHAUS S Uhr; 3 Musketier« Regie: ERIK CHARELL 3 tauiag na dim. anook. hott« Pr. Operelte von MfUAdccr ledea VomsDillg 8.15, Sonoiap B Dbr. Neueinführung ab I. Februar: Jeder Sonnabend llA)Uhr NACHTVORSTELLUNG. fÄ,.CzaraasiüPstiir Sonnabend 5 und Sonntag 20» Uhr „Dor gestlafoKe Kater". Pas Theater der billigen Preise: I. Mifelrang 0.eo. I. Ringbalkon u, l. Parkett 1.S0, Orcbesiersessel 250. Programm u. Garderobe je 0,25 M. Kein Zwang). Itosck-TlaeaMea* Gr. Frankfurter Str. lai 8.15 Ubr 2enu. 2819 Bandiea erlaubl I Original 16 Lawrenc« Tillsr-QirU I mal Wsstenoeisr. lrnasi& Tvonns Ott. I Am 29.d. Mts. verstarb nach kurzer Krankheit meine liebe Frau, unsere gute Tochter, Schwester und Nichte Margarete Wolf geb. Krads) im, Alter von 26 Jahren Dies zeigt tiefbetr übt an FiUr- Volt Otto tmd Marie Kracht als Eltern Karl Kracht als Bruder. Die Einäscherung findet am Sonnabend, dem l. Februar, mittags l Uhr, im Krematorium BaumscUulenweg statt VolKsbUhne Ttatcr an ESlotpIab. 8 Uhr Uraufführung Apollo. BrunnenstraBs Volksstück von GroSmann und Hessel. Botst: Tä» ModaVa Regit: iurgen Fibfloj. StaatUdiiller-Ili. 8 Uhr Florian Geyer ThsBUr am saimuuumaiBm BV. Uhr Seotsdies TüsatEt D.I. Norden 12310 Tägl. 8'/e Uhr Oer Kaiser v.Amerika von Bernard Shaw Reg- Max Reinhardt Kammerspiele D.I. Norden 12310 8 Uhr Der Kandidat von Carl Sternhefm Regio: Rem Heteridi. Die Komödie J1 Bismck.241 4/7316 qj/: Uhr Victoria von S. Maugham. Regie; Max Reinhardt Musik: Mischa Spoliansky. Lessiog-Tbeater Norden 10846 Täglich 8 Uhr Affäre Dreyfus von Rebflscb und Herzor Komische Oper Friedrichs». 104. Merkur 1401/4330. Allabendlich 8% U. Sdnut o»o tiroll ort Reck. ».uslspieihsos Feiedrichsir. 236. Bergmann 2022/23. Täglich 8'b Uhr l.iebe sak öeo mlten Blick Met 1 Weiteot Täglich S"* Uhr: Höfel Sladl Lemberg Musik von Gilbert. K&tbe Dondx Leo Sdefitncadorl Direktion Dr. Robert Klein Deutsches gansüer-Theat Barbarossa 3037 8". Uhr Jos. zwei, drei" von FranzMolnar mit Mzi Pallenimp. Vorher; Souper Betiiner TBeater Donhoff 170 Täglich SV» Uhr Die Straße inilllbRrtBRsstniuiiii. Regie Heinz Hilpert. Kleines Ttieat. Merkur 1624 Tägl. SV» Uhr Der Walzer von beute Nacht! Max Adalbert, Tri a ölissner, Hilde Wörner, Hermann-ScbaufuQ. und ein rrelkl. bonies Programm l Für unsere Leserl Gutschein für f—« Personen Fauteuil nur 1.25 Sessel 1.75 Ms Sonstige Preise: Parkett u. RangOÄlM. Operettenhans Alte Jakobs». 30/32 (Zentral- Theater) Täglich SU» Uhr Oer sotdaf der Marie SaiHflwskHften Thaater in dar ktniggrätzar StraO« Täglich 8U» Uhr Professor Bernhardt von Wtar Stho'llilor tstgie Tutor Benuvsky Kembdlonhaus Täglich 8Us Uhr cer Lügner und d e nenne von CUrl kiUll Netropoi-Th. 8U» Uhr Das Land des Lächelns Vera Sch wart», Ridiard Tauber Musik von Franz Lehär WWW Oiraktian U>. Martin Zickel WWW Komische Oper kriedrloliair.il» Merkur 14014330. Nach vollständigem Umbau Täglich 8V» U!:r Nulls di Bulla Schwank rot» Arnold Tiad Bach mit Guido ThlelscAer, Schulz. Schroth, Burg, Hildebrand. Walter Rat»«. Flink, Behmer Wen«k Lustspielhaus s- Fricdriclu>tr. 236k Bcrgmaso 2922'23. Ms aal Jen rafiit» itli. RidDano— Haock. Votvorkajt in beiden Häusern ab 10 Uhr ununterbrochen. rheater I. d. Behrenstr. 53-54 A 4 Zentrum 026-027 Direktion Ralph Arthur Robert* 8V» Uhr ... 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Älle Betriebe müssen bestimmt per» treten sein._—- uerwaiiungsmitgiiedari Am Freitag» dem 31. Jonuor, abends 7 Uhr» Slhnng der Mittleren Ort»/ »rrmoltung, oie Ortrverwaltrmg. UF j k iviz-o-immt-. anskvgeuntillZnlel »vs Ltsttes x«v«iem m für ri.39.- ___ eiBschliefillck msertr OatlicliPB Zutäte«— Tedel loser Sitz.— Foßhaerverarboifang I Ans nnseren Stoffen.. tob Mark an Berrenklelder-AolertlM Qesr.«919 KlostorotnB« 45 Frenkturtor Allee 394 Augodurger Straß- 43 Eingang Foplergeoebä» numm. Chousoesetret« 50 Oborochllnewold», Slemenistraßo 14 NegkSUn: Ptlügerslreßs 28 SchUroearg-Frledenau, HaugMtr. 99 Tegel; Brunowstraßo 49 Tempelhol: Ka!i«rln-Auguola-9tT. 71 Zentrum; Osten: Wtsttn: Norden: FUr die Weisse oche i00L Rabatts Ä Gardinen, Stores, Bettdecken IDas weltbekannte Teppichhaus ■efövre Benin, sei! 48 nurOranienst.158 yahiungseriechterun oJineAufscbiaa mr unser neuer Snlhaffllog kostenlos. Ar. 49» 47. Jahrgang 2� Oonnersiag, 30. Januar �930 Teuerung durch neue Zollregelung? Tatsachen gegen Demagogie! Wahrend die großagrarische Presse behauptet, die Sozial- dcnrotratie habe durch ihre Mitarbeit an der letzten Zollregclung die Lage der Landwirtschaft verschlechtert, behauptet die kommu- n i st i s ch e Presse, die Sozialdemokratie habe sich am Zoll„wucher" beteiligt: sie sei daran schuld, daß Brot und Fleisch, alle Lebens- mittel und Bedarfsartikel im Preis gestiegen seien. Vchauplung steht gegen Dehauplung. Was ist die Wahrheit? Bis zuin Sommer 1929 hatte tatsächlich jede Neuregelung der Zollsätze den Charakter des Wuchers, d. h. die Zölle waren stets einseitig dem Intcresic der Großagrarier angepaßt, während auf den Berbraucher, aus den kleinen Landwirt und aus den Land- arbeiicr keine Rücksicht genommen wurde. Die letzte Zollregelltng dieser Art erlebten wir kurz vor der Sommerpause des Reichstags im Jahre 1929, als die Deutsche Bollspartci und das Zentrum, also zwei Regierungsparteien, zusammen mit den Deutschnationalen gegen die Sozialdemokratie eine Reihe non Beschlüssen faßte. Wenn die Sozialdemokratie damals nichr die politische Konsequenz aus diesem Verhalten ihrer Koalitionspartner gezogen hat, so geschah das aus folgenden Erwägungen: Eine Reihe von Zoll- erhähungen konnte überhaupt abgewehrt werden. Ändere Zoll- rrhähungcn blieben weit hinter den agrarischen Forderungen zu- rück oder standen nur auf dem Papier. Das bisherige Kontingent an zollfreiem Gefrierfleisch blieb gesichert. Die Zollmogvahmen der bürgerlichen Reichstagsmehrheit hatten sich als Fehlschlag erwiesen. Das zeigte sich besonders deutlich auf dem Eetreidemarkt. Di« Getrcidepreisc, vor allem die Preise für Roggen, waren so gedrückt, daß der getreidebauend« Landwirt dabei nicht auf seine Rechnung kommen komlle. Die Arbeiterklasse hat aber kein Interesse daran, daß die Kaufkraft der landwirtschaft- liehen Bevöllerung herabgedrückt wird. Dazu kommt die Ausgab«, die ungeheuren Preisschwankungen für landwirtschaft- liche Erzeugnisse zu überwinden, die ladiglich der Spekulation im lhandel zugute kommen, von denen aber weder die Erzeuger noch die Berbraucher irgendwelchen Borteil haben. Während die Ge- treideprcise zurückgingen, erlebten die Derbraucher sogar noch ein« Steigerung der Presse für Brot und Kleingkbäck. Bor dem Zu- sammentritt des Reichstags im herbst 1929 verlangte die sozialdemokratische Reichstagsfraklion von der Regierung, daß sie Zollbeschlüsse der bürgerlichen Parteien gegen die Sozialdemokratie verhindere und die künftige Agrarpolitik nur im Einverständnis mit der So- zialdemokratie betreib«. Die Sozialdemokratie ließ sich dabei von der Auffassung leiten, daß die Durchführung der neuen eptrein-agrarischen Forderungen verhindert und der Versuch unter- vommen werden müsse, die vom Sozialdemokratischen Parteitag in Kiel im Jahre 1927 gewiesenen Wege in der Agrarpolitik zu be- schreiten. Dies« Stellungnahme blieb nicht ohne Erfolg. Es wurde eine Zollregelung getroffen, die die Stabilisierung der Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse er- möglichen sollte, ohne jedoch den Verbraucher zu belasten. Tatsachen. Wie war bisher die Wirkung der Dezember- beschlüsse des Reichstages? Nach den Feststellungen des Sta- tsstsschen Amts der Stadt Berlin ergibt sich: An der Berliner Produktenbörse betrug der Preis für W e i z e n je Tonne am 23. Dezember 1929 243 bis 244 M., am 23. Januar 193« 247 bis 250 M. Für Roggen ist der Preis von 170 bis 172 M. auf 159 bis 161 M. zurückgegangen. Weizenmehl wurde notiert am 23. Dezeinbcr 1929 mit Das Reich im Geldmarkt. Kreditbeschaffung durch Verkauf von Schahanweisungen. Das Reich wird nach den Ausführungen des Reichsfinanz- Ministers Dr. Moldenhauer nicht nur End« März noch erhebliche Ullimokredüe brauchen, sondern auch später zur Rückzahlung fällig- werdender Kreditverpflichwngen. Auf die sehr große Flüssigkeit des deutschen Geldmarktes haben wir mehrfach hingewiesen. Diese Flüssigkeit des Geldmarktes nützt das Reich aus, indem es von der Reichsbank sogenannte unverzinsliche' Schaganweisungen verkaufen läßt. Die Schatzanweisungen heißen unverzinslich, weil die zu zahlenden Zinsen für den in Anspruch genommenen Kredit im voraus abgezogen werden(Diskont) und nicht erst nachher zur Anrechnung kommen. Die Schatzanweisungen laufen bis zum 15. Januar 1931, also ungefähr auf«in Jahr? der Kredit wird zu 7 Proz. gegeben, so daß die ausgezahlte Kreditsumme, da die Zinsen vorweg abgezogen werden, sich etwa mit 71- Proz. verzinst. Das ist der Preis, den das Reich für diesen Kredit zu zahlen hat. Wieviel Geld das Reich auf diesem Wag« in sein« Kassen bekommt, das hängt natürlich von der Summe von Schatzanweisungen ob, di« die Reichsbank bei ihrer Kundschaft verkaufen kann. Was das Reichssinanzmmistenum hier macht, ist ein« ganz normale Geldbeschaffung zu vorübergehender Kassenstärkung, die schon immer üblich war. Die neu ausgegebenen Reichsschatzanweisungen können van den Erwerbern übrigens bei der Reichsbank wieder und auch ins Ausland oerkauft beliehen werden, während jene 350 Millionen Schatzanwessungen, die Ende Dezember ausgegeben worden sind, ins Ausland nicht weitergegeben werden durften. / Lteberflüffige Schuhzölle. Starke Verbefferong der Schubbandelsbilanz. Der Reichstag hat noch kurz vor Schluß des vergangenen Jahres «ine Erhöhung der Schuhzöll« beschlossen� und zwar gegen die So- zialdemokratie. Die Entwicklung des Schuhaußenhandels zeigt beut- lich, daß die ablehnende Haltung berechtigt war. In, Monat Dezember wurden mir rund 86 000 Paar Lederjchithe eingeführt gegenüber rund 107 000 Paar im Dezember 1928. Das entspricht einem Rückgang von 20.1 Proz. Tie Aus- fuhr ist gegenüber Dezember 1928 von 159 000 ans 255 000 Paar oder um rund 60 Proz. gostiege». 29,23 bis 35 M., am 23. Januar 1930 mit 30 bis 35,50 M. je Doppelzentner. Roggcnmehl mit 23,25 bis 26,90 M. und 22,25 bis 25,25 M. Der Erzeugerpreis für Butter erster Qualität betrug am 24. Dezember 1929 166 M., am 23. Januar 193« 155 M. je Doppcl- Zentner. Der Preis für Lebcndvieh ist bei Ochsen bester Qualität von 60,50 auf 58,50 M. je Doppelzentner zurückgegangen, bei Kälbern von 98,50 auf 83 M., bei Schweinen blieb es nach einigen Schwantungen bei 81 M. Bei den Erzeugerpreisen für Kortoffeln zeigt sich ein kleiner Rückgang. Bei den Kleinhandelspreisen zeigt sich folgende?: Die Preise für Fleisch sind fast unverändert geblieben, nur Schweine- fleisch hat leicht angezogen. Roggenbrot kostete am 11. Dezcm- der 39,4 Pi. das Kilo, am 22. Januar 39,5 Pf.; Schrippen zogen von 75,1 auf 76 Pf. an. R o g g e n m e h l simk von 48 auf 47 Pf., Weizenmehl blieb bei 53 Pf. Bei Vollmilch ist der Preis in dem gleichen Zeitraum von 30 auf 27 Pf. für das Liter zurückgegangen, bei inländischer Molkcrcibuttcr von 4,20 auf 3,90 M. für das Kilo. Im ganzen ist also das Ergebnis keineswegs u n- günstig. Wenn die Stabilität der Erzeugerpreise noch nickst er- reicht ist, so liegt das nur daran, daß man vor allem in der Ge- treidewirtschast den von der Sozialdemokratie gewiesenen Weg nicht entschlossen weitergegangen ist. s 5ür die Verbraucher ist keine Mehrbelastung eingetreten; gegen die Uebervorteilung durch den spekulativen Handel müssen sie sich allerdings durch die stärkere Förderung der Genossenschafts- bewegung zur Wehr setzen. In diesem Zusammenhang nmß jedoch eine andere Frage gestreift werden. Haben sich die Lebenshaltungskosten für di« arbeitende Bevölkerung in Deutschland in den letzvergangenen Jahren so erhöht, daß wir vor einer Derelendungskata- st r o p h e stehen, wie in der kommunistischen Presse behauptet wird? Dazu einige Tatsachen: Wenn man die bis vor wenigen Mo- naten vorhandene Steigerung der Lebenshaltungskosten ins Ber- bältnis zur Steigerung der Tariflöhne setzt, um auf diese Weise den Reallohn zu ermitteln, so erfährt man nach den amtlichen Er- mlltlungen, die von den Untersuchungen der Gewerkschaften im all- gemeinen bestätigt werden: der Reallohn konnte im Jahre 1927 um 3,6 Proz. und im Jahre 1928 um 6,9 Proz. gesteigert werden; im Jahre 1929 dürfte die Steigerung noch 4 bis 5 Proz. betragen haben. Dieses Bild wird jedoch sehr ungünstig beein- flußt durch den Ausfall an Lohn, den die gesamt« Arbeiterklasse durch Erwerbslosigkeit und Kurz- arbeit erlitten hat. Dabei ist wiederum zu berücksichtigen, daß dieser. Aussall dank dem System der Arbeitslose nver- sicherung, der Krisensürsorge wie der allgemeinen öffentlichen Fürsarg«, doch wieder wesentlich herabgedrückt werden konnte. Wir kommen zu folgender Schlußfolgerung: Es bleibt nach viel zu tun übrig, um die Lebenshaltung der arbeitenden Klassen entscheidend zu oerbessern, ohne dabei die berechtigten Inter- essen der landwirffchastlichen Erzeuger zu schädigen. Die Gewerk- schaffen stehen mitten im Kampfe um eine Erhöhung des Anteils der Arbeiterschaft an den Erträgnissen der Wirtschaft. Di« Sozialdemokratie stärkt durch ihre politische, sozialpolitische und finanz- politische Arbeit die Grundlagen für diesen Kampf. Der entscheidende Grund aber dafür, daß in diesem Kampfe nichr schnellere und größer« Erfolge erzielt werden, ist die Zersplitterung der Arbeiterklasse, ist die selbstmörderische Taktik, die die Kom- munistische Partei dem Proletariat empfiehlt. Li.?. Im ganzen Jahre 1929 wurden 2,13 Millionen Paar Lederschuhe eingeführt gegen 4,21 Millionen Paar im Jahre 1928. was einen Einfuhrrückgang von fast 50 Proz. bedeutet. Die Ausfuhr betrug 2,75 Millionen Paar, überschreitet also sehr erheblich die Ein- fuhr und bedeutet gegenüber dem ganzen Jahre 1928 mit 1,99 Mil- lionen Paar ein« Steigerung um 38 Proz. Dem Werte nach ergibt sich 1929 nach ewer Einfuhr von 21,4 Millionen Mark und einer Ausfuhr von 30,3 Millionen Mark«ine Aktivität des deut- schen Schuhaußenhandels von rund 8,9 Millionen Mark. „Eosin"-�oggen. Ein neuer Versuch zur Roggenpreisstühuna. Wie gemeldet wird, ist sogenannter Eosin-Roggen versuchsweise in den Handel gebracht worden, um zu erproben, ob dieser nur für Futtcrzwccke berechnete Roggen Käufer findet. Äus der Borkriegs- zeit ist die lögenannte Eosin-Gcrste bekannt, die rot gefärbt wurde, um ihre Berwendimg ausschließlich zu Futterzwecken sicherzustellen. Dieselbe Eosin-Färbung ist hier auch für Rogren vorgenommen worden. Der Roggen wird denaturiert, weil er zu billigeren Preisen als der Brotroggen verkauft werden soll. Di« Berbilligung des Eostnraggens sst aus«rgenen Mitteln der mit der Roggenpreis- siützung betrauten Stellen erfolgt und nicht mit Reichsmitteln. Di« Behauptung des Vereins der Getreidehä idler der Hamburger Börse in einer Eingabe an das Reichsfinanz- und Rcichsernährungs- Ministerium, daß Reichsgelder verwendet worden seien, ist also falsch. Wenn dieser Weg der Stützung des Roggenmarktes sich als gangbar erweisen sollte, so sollen vor der Ergreifung endgültiger Maßnahmen mit dem Getreidebandel Vereinbarungen getroffen werden. Friedrich Flick Herr der Nuhr. Scharfmacherische Konsequenzen? In der rheinisch-westsälischeu Schwerindustrie scheint eine äußert wichtige Umgruppierung bevorzustehen. Nach Mit- teilungen, die dementiert wurden und deshalb zutreffen dürften, wird die Mehrheit des Phönixtonzerns(Kapital 205 Millionen Mark) aus den Händen der Otto-Wols-Gruppe aus den General- direttor Friedrich Flick übergehen. Wie die Phönixaktien bezahlt werden sollen, darüber liegen bestimmte Nachrichten nicht vor. Es handelt sich also wieder einmal um ein Millionen- g c s ch ä f t der über mangelnde Kapitalsbildung klagenden Schwerindustrie, von denen man nicht weiß, woher die Millionen kam m c n. Friedrich Flick ist aus der siegerländischen Industrie hervorgegangen und stützte sich lange Zeit auf die Eharlottenhütte bei Siegen, die später in den Kreis des Ruhrtrustes«inbezogen wurde. In den Nachkriegsjahren war Friedrich Flick ohne Zweifel neben Hugo Stinncs und Hugenberg einer der größten I n f l a t i o n s- gewinnen Sein Inflationssegcn läßt sich zahlenmäßig kaum darstellen. Um diese Zeit faßte Flick auch Fuß in der p o l n i s ch c n Eisenindustrie, wo er neben den nordamerikanischen Harri- mankoizzern zu den ausschlaggebenden Finanziers gehört. In Deutsch land selbst drang Flick in die Domäne Emil Kirdorfs, in die Gelsenkirchener Bergwerke A.-G. ein. Die Aktwität Gelsen- kirchens(Stickstoffpläne, Aufkauf der Essener Stcinkohlc usw.) ist auf den Tatendrang Flicks zurückzuführen. Durch die Bcrbindung Flick— Eharlottciihiittc— Gclsenkirchcn— Phönix entsteht e i n neues M o m m u t g e b i l d e in der Schwerindustrie, das niäst nur den Ruhrtrust beherrschen, sondern auch sonst seinen Einfluß (polnische Montanindustrie) geltend machen wird. Die Vormachtstellung Flicks im Ruhrtrust wäre auch von soizol- politischer Bedeutung. Man sprach eine Zeit lang davon, Bögler vom Ruhrtrust in den Ruhestand zu schicken, weil er krank sei und niöft die nötige soziale Härte habe. Ans diesen Plänen wurde nichts. So scheint jetzt Flick mit der Erwerbung von Phönix sein Ziel erreichen zu wollen. Labours Kohlengeseh. Verschärster preisschuh der Verbraucher. Das neue Ko h l e n g e s e tz der Labour-Regicrung, das di« seit Jahren schon fällige Rationalisierung des britffchen Bergbaues in Fluß bn'ngcn soll, wird dem englischen Parlmnent in wenigen Wochen zur endgültigen Entscheidung vorgelegt iverden. Nach Londoner Meldungen wird in dem neuen Kohlengesetz, über dessen ursprüngliche Fassung wir bereits eingehend berichtet hal'en, ein weit schärferer Verbrauchers chutz verankert werden, als es nach der ersten Vorlage den Ansäfein hatte. Bizher sah das Gesetz eine Preiskontrolle durch eine Kommission vor, der zwei Unternehmer, zwei Arbeitcrvertreter und zwei Konsumenten. sowie ein unparteiischer Vorsitzender angelfören soll. Bei einem Konflikt zwischen der Politik der Kohlenindustric und dieser Kommission sollte bisher nach dem Gesetz dem britischen Handelsamt, das unserm Rcichswirffchastsministerium«nt- spricht, die endgültige Enffcheidung zufallen. Räch der neuen Gesetzesfassung, die auch die Unterstützung der Liberalen findet, soll die Kontrollkommission in der Lage sein, auch dann ein neutrales Schiedsgericht anzurufen, wem, die Kohlenpreile der jeweiligen Wirtschaftslage nicht«nt- sprechen. Im Interesse der Verbraucher wird asso dieser Kontroll- tommiffion nicht nur die Prüfung bei eventuellen Preiserhöhungen zugestanden, sondern darüber hinaus auch die Befugnis zur Preissenkung. Im Falle eines Konfliktes zwischen der Kommission und den Zechenbesitzern kann die Kontrollkommission ein neutrales Schiedsgericht anrufen, das die endgültige Eni- scheidung trifft. Falls sich die Unternehmer der Entscheidung dieses neutralen Schiedsgerichts nicht fügen, wird die Regierung die von dem Schiedsgericht getroffenen Entscheidungen erzwingen.— Die Labonr-Regierung läßt also kein Mittel außer acht, um«ine durch die Syndikatsbildung im britischen Kohlenbergbau mögliche Preisdiktatur auf den: englischen Inlandsmarkt von vorn- herein abzudrosseln. Der Vierabsah wächst. Nach„Wirtschaft und Statistik" hat sich die im deulschcn Zollgebiet versteuerte und steuerfrei abgelassene Biermcnge von April bis Juni 1929 auf 13,31 Millionen Hcktolffcr gegen 14,65 Millionen in der gleichen Zeit des Vorjahres und von Juli bis September aus 17,73 Millionen gegen 16,81 Millionen Hektoliter erhöht. Das ist von April bis September«ine Steigerung des Bierausstoßes der Brauereien um 1,58 Millionen Hektoliter oder um 5 Prozent. Stlverberg.Vraunkohle schränkt wegen des milden weiters die Arbeit ein. Die von Paul Silverberg beherrschte Rheinische A.-G. für Braunkohlenbergbau und Drikettsobri- k a t i o n, die größte und reichste deutsche Braunkohlengefellschast, schräntt wegen des milden Welters die Förderung und Brikettierung durch Zwischenschaltung neuer Feierschichten weiter ein, da bei Aus- rechtc-rhaltung der gegenwärtigen Produktion etwa 20 Proz. der geförderten Braunkohle gestapelt werden müßten. Auch im Dezember schlechter Zemenlabsaß. Wie der Deutsche Zementbund mitteilt, sst der Z e m c n t a b s a tz im Dezember gegen- über dem Bormonat sehr scharf von fast 500 000 auf nur 305 000 Tonnen zurückgegangen. Der Absatz liegt auch um 15 000 Tonnen unter den Versandziffern vom Dezember 1928. Berück- siäftigt man das außerordentlich günstige Vauwetter, so ist der Unter- schied gegenüber den entsprechenden Monaten des Vorjahres, wo ün November noch ein Absatz von 556 000 Tonnen erzielt werden konnte, bedenklich groß. Jedenfalls läßt dieser Rückschlag in der Zementindustrie erkennen, wie stark die Bau Wirtschaft durch die Kalamität aus dem Kapitalmarkt in ihrer Tätigkeit gedrosselt worden sst. lieber 18 000 Zusammenbrüche im letzten Hahrs. Di« Zahl der Konkurs« hat im Monat Dezember weiter zugenommen. Sie betrug 881 gegen 813 im November und 840«m Vormonat. Ins- gesamt ergeben sich, die mangels Mass« abgelehnten Kon- knrse mit«inbegriffen, für das letzte Jahr 13 09? Konkurse und 4940 Veraleichsverf obren gecicniiber 10 595 Konkursen und 3147 Vergleichsverfahren im Jahre 1928. Die Konkurse haben sich also gegen- über dem Vorjahr um 24 Proz., die Vergleichsverfahren um 57 Proz. g e st e i g e r t. Die Passivität des fremzäsischcu Außenhandel» wächst. Nach einem Bericht der französischen Zollverwaltung ist im vergangenen Jahre gegenüber 1928 der Wert der sranzöstschen Einfuhr um 4,8 Milliarden aus 58,3 Milliarden Franken, di« Einfuhr menge um 108 000 auf 59,4 Millionen Tonnen gestiegen. Der Wert der Ausfuhr ist um 1,3 Milliarden auf 50,1 Milliarden Franken, die Aussuhrmenge um 1,24 Millionen Tonnen auf 39,89 Millionen Tonnen gesunken. Vaia stellt neue Arbeiter ein. So lautet«ine Meldung aus der Tschechoslowakei, nach der Bata mir dieser Vergrößerung leine» Personals die angekündigte planmäßige Erweiterung der Praduk- tion vornimmt. Der Reichsnerband der deutschen Industrie hat die auf der letzten Rcichsoerbandstagung in Berlin gehaltenen Vorträge über..Wirt- schafrs. und Sozialpolitik", sowie„«teuer- und Finanzpolitik" von Müller-Oerlinghausen bzw. Dr. Paul Silverberg im Druck erscheinen lassen. Dreieinhalb Millionen Arbeitslose. Kurbelt den Wohnungsbau an! Im..Reichsarbeitsblatt" wird die Arbeitsmarktlage Ende De- zembcr l?2g aus Grund der Berichte der Arbeitsämter sowie der Reichsanslalt sür Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung geschildert. Arbeitsuchende waren Ende D e z e m b e r bei den Arbeitsämtern Z8S4 7gS eingetragen. Gegenüber dem Stand vom 17. Dezember bedeutet das eine Zunahme von 4S7 4S4. Aus Grund der vorläufigen Zahlen der Rcichsanstall dürste die Zunahine der Arbeitslosen in der ersten Hälfte des Monats Januar sich im Ber- gleich zum Dezember etwas verlangsamt haben. Zweisello» ist aber die Zahl der verfügbaren Arbeitsuchenden Mitte Januar auf VA Millionen gestiegen. Da die Zahl der Arbeitslosen immer noch weiter steigt, dürste es gegenwärtig in Deutschland m i n d e. stens Z'� Millionen Arbeitslose geben. ifr Noch immer ist ein Stillstand oder gar ein Zurückgehen der Arbeitslosigkeit nicht in Sicht. Dringender als je ist deshalb die Forderung der Gewerkschaften: Schafft Arbeit! Die Arbeits« lostgkeit Hot einen derartigen Umfang angenommen, daß sie heut« eine schwere Gefahr bildet für die Gesamtwirtschaft sowohl wie für die öffentlichen Finanzen. Wenn VA Millionen Arbeiter und Angestellte mit ihren Angehörigen als Käufer vom Markt der Fertigwaren ausgeschaltet werden, wenn sie ausgeschaltet wer- den als direkte Steuerzahler, wenn sie dagegen in die öffentliche Finanzwirtfchast eingeschaltet werden als Bezieher von Arbeitslosen-, Krisen» und Wohlsahrtsuntcr- st ü tz u n g. so ist die unausweichliche Folge der Rückgang der Kun- junktur und die Verschärfung d«r Krise der öfsentl.chen Finanzen. Schon aus diesen rein wirtschaftlichen Gründen und den Gründen einer gesunden öffentlichen Finanzwirtschaft ist die Arbeitsbeschaffung das dringendste Gebot der Stund«. W e die Dinge heute liegen, kann dies zunächst nur durch die Ankurbelung des Wohnungsbaues geschehen. Der milde Winter erleichtert die notwendigen Matznahmen Es ist nicht minder dringend, daß der Sabotagcpolitit des Reichsbankprösidenten schnellstens ein Ziel gesetzt wird. Der Reichsbankdiskont mutz weiter gesenkt werden, die Ge- meinden müssen sür ihre werteschaffcnden Arbeiten Auslands- a n l e i h e n bekommen. Die Lage auf dem Arbeitsmarti ist derart katastrophal, daß man unmöglich warten kann, bis nach der Ratifizierung des Noung-Plans, bis sich durch Hereinnahme der Ausländsanleihen für die Reichspost und die Reichsbahn eine Erleichterung durch öf'ent- liche Aufträge geltend macht. Darüber werden noch Monate»er- gehen. Man kann aber unmöglich mit gekreuzten Armen weiter der Riescnkatostrophe auf dem Arbeltsmartt zusehen. Abwehr der Droschkenchauffeure. Gegen den Schiedsspruch. heute, Donnerstag vormittag, finden beim Schlichter für Grotz- Berlin auf Antrag der Berliner Drofchkenfuhrunternehmer Vor- Handlungen statt über die Verbindlichteitserklärung des Schiedsspruchs für dos Kraftdrofchkengewerbe, der im„Vorwärts" bereits mehrmals kritisiert worden ist. Der Schiedsspruch sieht de- kanntlich den Abbau des Fest- und Garantielohncs der Droschkenchauffelire vor und spricht ihnen lediglich 33)� Pro;. der täglichen Bruttoeinnahme als Verdienst zu. Gegen diesen unsozialen Schiedsspruch hatte der Gesamtvcrband zu gestern abend nach dem Gewcrkschaftehous eine öffentliche Ver- sammlung der Kraftdroschkensahrer einberufen, die einen sehr guten Besuch aufwies. Der Sektionsleiter der Krastfahrer, Genosse h e y l. zeigte in einem kurzen Referat, wie es der Organisation in der Nachkriegszeit Schritt für Schritt gelungen ist, der willkürlichen Ent- lohnung der Droschkenchauffelire einen Damm durch TarifaVschlüsse entgegenzusetzen. Bon der anfänglich nur prozentualen Beteiligung an der Bruttoeinnahme kam man erst zu einem geringen tag- l i ch c n F e st l o h n, der immer weiter verbessert und schlietzlich im vorigen Jahr auf 2,50 Mark täglich erhöht wurde, wozu noch als neue Bereinbarung der Garantielohn von 8 Mark pro Tag kam. Dvtz der Schlichtungsausschiitz diese Errungenschaften beseitigen will, liegt an einem großen Test der unorganisierten Kraftdroschkensahrer selbst, die trotz des allgemeinverbindlich erklärten Tarifvertrages auf den Fest- und Garontielohn ver- Sichteten und sich mit 30 Proz. Anteil an der Bruttoeinnahme zufrieden gaben. Trotz dieser bedauerlichen Tatsache kann es aber nicht angehen, die gesamten Kraftdroschkensahrer Berlins zu Rifikoträgern der Droschkenbesitzer zu machen. Die Organisation wird sich jedenfalls mit ollen Mitteln gegen die Verbindlichteitserklärung des Schiedsspruchs wenden, der nicht nur die Entlohnung der Droschkenchauffeure ganz erheblich verschlechtert, sondern sie auch zum Rekordfahren zwingen und damit die Der- kehrsunsichcrheit In den Strotzen Berlins noch mehr ver- gröhern würde. Abgesehen von den unqualisizierbaren Ausführungen des In- dustrieöcrbandsvertretcrs Schmidtke und einiger anderer Wirrköpf«, tvar die Versammlung von dem einheitlichen Willen beseelt, olle Maßnahmen der Organisation tatkräftig zu unterstützen, die gc- eignet sind, diesen skandalösen Schiedsspruch zu Fall zu bringen und den Berliner Kraftdroschkensührcrn ihr« Existenz gu sichern. KpD.suchi Lohnbewegung zu sabotieren Tarifkündigung bei Scherl, Masse und Llllflein. Die Entlohnungs- und Arbeitsbedingungen für die Zeitungs- austräger der Verlage Scherl, M o s s e und U l l st e i n sind schon feit langen, durch Tarisverträge geregelt. Der letzte Lohntarif wurde im April 1928 abgeschlossen mit einer Geltungsdauer bis zum 31. März 1930. Im Februar v. I. versuchte der damalige Verkehrs- bund anläßlich des strengen Winters eine Kältezulage zu erwirken, ähnlich wie sie die Aerkehrs-A.-G. ihrem Personal gezahlt lMe. Der Versuch scheiterte aber an der Hartnäckigkeit der Verleger. Mit der Frage der Kündigung des Lohittarises bs- schäftigte sich nunmehr am Montag eine vom Gesamtverband ein- berufene stark besuchte Versammlung der Zeitungeausträger und -trägerinncn der genannten Verlage. Die„oppositionellen" Zeitungsausträger und-trägerinnen der kommunistischen Tageszeitungen, die zu der Der- sammlung nicht geladen' waren, kamen aber auf Anordnung von „oben" ebenfalls zur Versammlung mtt dem Auftrag, fi« zu sprengen. Sie hatten sich Einlaß zu verschaffen gewußt und sabotierten die Versammlungsleitung durch andauernden Sprechchorkrakeel. Dabei toten sich die Austrägerinnen der kommunistischen Zeitungen durch besonders hemmungsloses Betragen hervor. Nachdem sie jedoch merkten, daß sie sich in einer Hofs- nungslosen Minderheit befanden und die Versammlung, angewidert durch ihr Treiben, gegen sie Stellung nahm, rückten sie wieder ab. Der Ahzug de� kominunistischen Störenfriede wurde von den Versammlungsteitnehmern lebhaft begrüßt, die auch ihrer Empörung Ausdruck gaben über ein Flugblatt der Zettungs- austräger der kominunistischen„Welt am Abend" und der gleichfalls kommunistischen Zeitung„Berlin am Morgen". Dann wurden sie als Treppenterrier bezeichnet und zur Unterstützung von kommunistischen Agitationsanträgen zum Lohntarif aufgefordert, die teilweise auf eine Verschlechterung der bisherigen Lohnlarife hillausliefen! Nach einer äußerst sachlichen, Diskussion beschloß die Derfamm- lung einstimmig die Kündigung des Lohntarifes zum 31. Mär.z. Der Lohnkommission wurde Vollmacht gegeben, von sich aus all« Maßnahn,«n zu treffen, die geeignet sind, eine onnehm- bare Erhöhung der Löhne durchzusetzen, die infolge der Steigerung der Lebenshaltungskosten seit dem Tarifabschluß vor fast zwei Jahren längst nicht mehr zeitgemäß sind. Differenzen in den Berliner Wurstfavriken. Sie llntervehmer gegen Lohnerhöhung. Zwischen dem Verband der Nahrungsnüttel- und Getränke- acbeiter und dem Derbaiiö der Berliner Fleischwaren-Fabriken E. B. besteht ein Tarifvertrag, dessen Lohnabkommen von der Ge- werkschaft zum 31. Januar 1930 gekündigt werden mußte, weil durch die jüngsten Erhöhungen der Lebenshaltungskosten es nicht möglich ist, mit den jetzigen Löhnen auszukommen. Frei« Der- Handlungen, die deswegen zwischen den Parteien geführt wurden, sind gescheitert. Die Unternehmer lehnten eine Er- höhung der Löhne rundweg ab. Im Gegenteil, darüber hinaus verlangten sie noch einen Lohnabbau durch Staffelung der Neischergesellenlöhne und der Löhne der übrigen Beschäftigten. Die Herren Wurstfabrikanten scheinen ihre Zeit sür gekommen zu halten. Die Erhöhung der Werktarif«, Straßenbahn. Stadt- und Ringbahn, die sicher«intretende Steigerung der Wohnungs- mieten und die Belastung aus dem neuen Taboksteuergefetz und der Viersteuer ist für sie keine Veranlassung, die Löhne zu erhöhen, sondern sie abzubauen. Wenn die Herren Wurstfabrikanten das Kriegsbeil ausgraben wollen, der Verband ist gerüstet. Die Slrbeitnehmer der Berliner Wurstwarenfabriken haben in, Laufe der Jahre bewiesen, daß sie zu kämpfen verstehen. Nicht Lohn- kürzung. sondern Lohnerhöhung heißt ihr« Parole! Am Donnerstag wird sich der Schlicht ungsausschuß mit dem Lohnstreit beschäftigen. Dom InHall des Schiedsspruches wird es abhängen, ob der Frieden in den Berliner Fleisch, und Wurstwarenfabriken gewahrt werden kann. Die Lungzimmerer beim Verband. Auch die Iungzinmierer haben jetzt den richtigen Weg wieder- gefunden. In ihrer Versammlung am Freitag kam es zu einer eingehenden Aussprache, in der zum Ausdruck gebracht wurde, daß man nun endlich wieder aufatmen könne und nicht zu befürchten habe, von der Schreigarde des kommunistischen Iugendoerbandes bei jeder Gelegenheit niedergeschrien zu werden. Genosse Schindler zeigte in feiner Airsprache den Jmtzp» kameradeu den Weg. auf dem einzig und allein eine ersolgrsichs Jugendarbeit i m Sinne der freie» Gewerk fchafts- b ewegung getrieben werden kann. Nicht durch„slanrmende Proteste" und phrasenrciche Resolutionen kann man Iugendarbett leisten, sondern nur durch intensive Kleinarbeit. Nach einem Lichtbildervortrag des Genossen Dickert schritt man zur Wahl einer Iugendleitung, welche sich danach aus den Iugendgenossen E. Wolgast, H. Schmeier und E. W»blies zusammen- setzte. Damit wird nun den Iungzimmerern eine tatkräftige Jugend- lcitung vorstehen. Trauie Gemeinschaft mit ben Ltnternehmern. Oeutschnatwnal-christl che„Gewerkschast". Maßt« sich da kürzlich der Verband der weiblichen Büro- und Handelsangestellten(ein Anhängsel des Deutjchnotionalcn Hand- lungsgehilfen-Verbandes) in einer süddeutschen Stadt an, während der' Geschästszett die Angestellten des Konsumvereins für seine Organisation zu gewinnen.(Ein unsinniges Unternehmen, wenn man bedenkt, daß die Gcnossenschoitsangestelltcn ausnahmslos in, freigewerkschaftlichen Zentralverband der Angestellten organisiert sind.) Als die Verwaltung des Konsumoereins dem VwA. plausibel machte, daß für solche Angelegenheiten die Arbeitszeit nicht da sei und der aufdringlichen Wcrberin den Zutritt zu den Vertcilungs- stellen untersagte, fühlte sich diese gekränkt. In der Not wendet man sich gewöhnlich an den größeren Bruder, so auch hier. Der VwA. muhte seine Ehre retten und übergab die Angelegenheit— dem Arbeitgeberverbandl Prompt stand dann auch nach einigen Tagen der ganze Vorgang in der„Deutschen Arbeitgeber-Zeitung" natürlich mtt der üblichen Entstellung und unter der Stichmark- .Lioter Terror". Es versteht sich, daß die Unternehmer keine Gelegenheit un- genutzt lassen, um gegen die Konsumvereine zu Feld« zu ziehen. Das weih auch der VwA. Es bot sich ihm also eine gute Gelegenheit. si in Mütchen zu kühlen, indem er die„Bearbeitung" des Falles den Unternehmern überließ. Den Konsumvereinen wird aus dieser Anfeindung gewiß kein Schaden entstehen. Ob aber der VwA. nunmehr großen Zulauf haben wird, da sich seine Intimitär mit den Scharf» machern von der„Deutschen Arbcitgeber-Zettung" enthüllt, kann man füglich bezweifeln.__ Schlichtung im niederschleslfchen Bergbau. Lohnerhöhung um �0 Prozent gefordert Breslao, 29. Januar. Die im niederschlesischen Bergbau beteiligten Bergarbeiter. verbände haben am 1. Januar das seit dem 13. Oktober 1928 gültige Torifabkommen gekündigt und-ine Reihe neuer Forde- rungen gestellt, besonders aber ein« Lohnerhöhung um 10 Proz. verlangt. Die Verhandlungen mit den Arbeitgebern konnten zu keinem Erfolg« führen. Es wurde deshalb der Schlichter anzc- rufen, der eine Schlichtcrtommer eingesetzt hat, die sich am 31. Januar mit der Angelegenheit befassen wird. V-t den Holzarbeitern tu Ehemuitz«rkttcu die Kommunisten in der Generalversammlung«ine vernichtend« Niederlage. Bei den Wahlen erhiell die Lifte der SPD. 312 Stimmen, während die Kommunisten nur 25 Summen mustern konnten. Sie hotten gehofft, nach dem Landeskongreß der„revolutionären Gewerkschastsopposition" an, vergangenen Sonntag besonders gut abzuschneiden. Um so größer ist jetzt ihr Katzenja, inner. »««..Nim,»«! Sroftc ftanKflcftnnfl ol.r«cd I i pathisicreuden am Aooatag, 2. in bcn�Öctinnnw» i£t}nipau}(|it:xr u ucu am«»a»»»«», 4. nv*»*»»!**» iw*"• fältn, Td-usstts». 110. S« sp-i»t b!» Kcid�toosobflCoibMi* Saat S.riwt fiba ba» Td«»!«.Der flampf um bic Butldraftsbfmottati«'. De« etfiubcrf-Sbot ha»(ein. MilwiUuna»uqcsaa».— ftenoRen! Diele fluubatbuna ist ber«uftalt bot beaarsteh-uben Setri-b-rät-u-ahl. All« E-Milleu müssen ,ur Stesse sein. Mttaliebabuch l«srtlm>«rt. Sompathisserenbe tj»,»«- durch Henisse»«I-g-IIthrt merb-i». Der StaUummatsfoub. S n y e t Sreie Gewerkschafts-Iuaenö Berlin «Werden und i!«r«et>en im——..---- D Strosse 3. kmnwrtstischer M-end.- Neu-Lichteuhcra- Lugendheim paust, alt der Lessillgstrasse. Liederabend.- fetubebtigei Plass! Suaendb-im Grosse Zrankfui'er Str. 10. Limmer 6. Wir machen einen Bunten Abend mit Mnssk und Taiu.— Stanlfniter Allee- Jugendheim atcnliurtet ÄUee 307 l Waller- Ratbenau-Limmeig. Brcttsvielahend.— Siibasten- Lugendheim R-ich-nbcrger Ktrass-«i' Lorrrag:..Aufdan und Arbeit unserer freiaewertschaftliaen gugenderaanisatianeu".— Moabit: Etüdt. Lugendh-im Lehrter Str. 15— ,0. Bertrag! Recht der Arbeit"— Schöneweib«: Lugendheim Oderschöne- weide Laukner Str 2, obere» Hintere» Limmer. Allerlei Heitere, von Varl. chcn Ettlinger.— Tempelhos! Kruppenhctm Lnzcwn Cctawnialtt. t— 6. Vortrog:«Eos Mädcl l» der LDL." � Iuoendorupve 0e6?tnsralverbandes der Anaestellten Heute. Eonners'og, finden solacnde Bcransroliungen gati: Panlaw- ' Rieberschbadauien- Lugendheim Sörschstr. 1t sarosse» Ziurmer). Stegreis- spiele.— Treptew- Liigenbhcim der Schule Wild-ndruchssr. HZ iLugong von der Erochstrosse). Bortrog:..Die wirtschafrliche und rechtlich« Stellung der i?rou einst und i-ssh". Re-rrrntin Tow Börnig.—«chöueberg! Ingendheim Houbl. strasse IS iSofgebilude. 2h!IrIn«en?Immer>. Bortrag:„Aus den Anfänge» der chmverkschaftsbewegung". Referent O lo Lamm.— Ab IllVij Uhr Bollstanzkursu» im-Btitalo.wi.Lowiim. Lichtenberg. Prinz-Mdert-Str.•«. Verkäufe S*»etc«. S.illlot, Nolonitürassr 9. Websrhler-Trpplche. Stlfinc Webfehler 2•'3 ifi.— Mar!. 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