BERLIN ishin Donnerstag 30. Januar 1930 Der Abend Erfcheint taglio außer Sonntags. Bugleich Abendausgabe des Vorwärts. Bezugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, 3,60 m. pro Monat. Redaktion und Erpedition; Berlin SW68, Lindenstr. 8 Spalausgabe des„ Vorwärts" 10 Pf. Nr: 50 B 25 47. Jahrgang Anzeigenpreis: Die einfaltige Nonpareillezeile 80 Vf., Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Vstichedkonto: Vorwärts- Verlag G. m.b... Berlin Nr. 87536. Fernsprecher: Donhoff 292 bis 297 Die Volkspartei lehnt ab. Mit dem Angebot des Ministerpräsidenten nicht zufrieden. Die volksparteiliche Fraktion des Preußischen Landtages hat in ihrer Sizung am heutigen Donnerstag mittag beschlossen, den Vorschlag des Ministerpräsidenten Brann, in das Preußenkabinett einzutreten und den Posten des Handelsministers und eines Ministers ohne Portefeuille zu besehen, als anzureichend abzn= lehnen. Der Stadtbahn- Tarif. Beschlüffe im Berlehrsausschus des Reichstags. Der Verkehrsausschuß des Reichstags, nahm am Donnerstag bie Abstimmung über die Anträge vor, die fich gegen die Tarif. erhöhung bei der Berliner Stadtbahn menden. Die Anträge, die eine Ridgenehmigung dieser Tariferhöhung vera Tangien, find badurch bereits erledigt, daß die Reichsregierung Diese Genehmigung in zmijen erteilt hot. Ein sozialdemokratischer Antrag, ber die Reichsregierung er fuchte, fünftig die Genehmigung zu einer Erhöhung der Tarife ber Reichebahngefellschaft nicht vor Stellungnahme eines Reichstags ausschusses zu erteilen, wurde abgelehnt. Dagegen nahm der Ausschuß eine Entschließung an, die die Reichsregierung er fucht, bei der in Aussicht genommenen Erhöhung der Stadt- und Ringbahntarife die vorhandenen härten auszu gleichen, ferner dahin zu wirken, den Fahrpreis der Umfteigefahrscheine für Erwachsene von 40 auf 35 Pfennig herabzusetzen und schließlich Umsteigefahrscheine für Kinder einzuführen. Die spanische Staatsfrise. Die Regierung noch nicht gebildet. Maffendemonftrationen. Republikanische Madrid, 30. Januar. Dem General Berenguer ist die Bildung der neuen Regierung noch nicht gelungen. Jn Madrid und Cadiz fanden geffern große Demonftrafionen statt, die einen ausgesprochen republi. fauisch- revolutionären Charakter trugen. Bei allen diejen Demonftrationen wurden Freiheit und Republik gefordert. Jn Barcelona haben 3ufammenstöße zwischen Studenten Ja und der Polizei stattgefunden, als der Sieg über den Ditiator gefeiert wurde. Es tam zu einer Schießerel Zehn Studenten wurden verwundet, einer davon schwer. Der Militärkommandeur non Cadiz, General Goded, der in Madrid einfraf, erklärte, er habe Borjorge getroffen, daß der Militärputsch gegen Primo de Rivera nicht zu frühzeitig ausgebrochen sei und unnötiges Blutvergießen vermieden werden fonnte. Rupprecht erhält 100 000 mt. Fürftenhabgier und fein Ende. München, 30. Januar. Wie gemeldet, hatte die sozialdemokratische Frattion eine An frage fiber den Entscheid hinsichtlich der Auswertungsforderung des ehemaligen bayerischen Königshauses im Landtag eingebracht. Der„ Bayerische Kurier" hört mun zuverlässig, daß das zwischen bem bayerischen Staat und dem ehemaligen Königshaus in der Auf mertungssache angerufene Schiedsgericht seine Entscheidung tahin gefällt habe, daß es nur einen Zeitbetrag der vom ehemaligen bayerischen Königshaus erhabenen Forderung als be rechtigt anerkenne. Im übrigen habe das Schiedsgericht den recht lichen und tatsächlichen Einwendungen von seiten des bayerischen Finanzministeriums in feiner Entscheidung Rechnung getragen. Der anerkannte Tellbetrag beziffert sich nach den Informationen des Blattes auf 100 000 Mart. Der Streit drehte sich um bie 40 millionen, die vom Staat als endgültige Rapitalabfindung bezahlt worden waren, nachdem vorher schon beträchtliche Summen zur Auszahlung an pas vormalige Königshaus gelangt waren. Die Revolution auf 6 Monate Ziel. Der fommunistische Kalender für das erste Halbjahr 1930. Die oberen Funktionäre der Kommunistischen Partet werden nicht schlecht erschroden sein, als ihnen das Rundschreiben Rr. 1 des 3entralfomitees, ber KP D., datiert vom 24. Januar 1930, überreicht wurde. Wer soll auch den ganzen Aram lesen: 15 Seiten zentrales Rundschreiben, dazu Anweisungen Der Agit Prop- 2bteilung mit 7 Seiten, der Landabteilung mit 2 Seiten, der Sportabteilung mit 4 Seiten und der Parlaments. abteilung mit 3 Seiten. Als Dreingabe dann noch 2 Blatt Anhang mit Losungen gegen Demonstrationsverbot und drohendes Parteinerbot. Das alles auf Großfolio und eng gedruckt. Die Masse muß es bringen! In diesem Rundschreiben des 3. ist nichts ausgelassen. Es beginnt mit der großzügigen Anainfe" der internationalen Lage und der Lage in Deutschland und endet mit der buchstabengenquen Bormulierung der Barolen für Klebezettet. Man wird von. uns nicht erwarten, daß wir den 3. Bandwurm im ganzen wiebergeben: aber einiges barais dürfte doch allgemeines Intereffe finden. Da heißt es im Abschnitt 2a llnmittelbare Maßnahmen": Besondere Kampfmaßnahmen zur 20sreißung der fozialdemokratischen Arbeiter von der SPD. Waffenfampagne: ,, Heraus aus der SPD. hinein in die KPD!" Organisierung des gruppenweisen lebertritts von fozialdemokratischen Arbeitern. Veröffentlichung von Austrittserklärungen sozialdemokratischer Arbeiter mit vollem Namen und Nummer des SPD.- Mitgliedsbuches in unserer Breffe. ( Stärffte Hervorhebung auch in der äußeren Form.) Besonders wichtig in Gebieten mit linfer SPD.! Austrittserklärungen müffen vor allem flammenden Proteft gegen die Mardund Berbotspolitif der sozialdemokratischen Regierung enthalten. In allen Betrieben, Gewerkschaftsversammlungen, in den großen Sport und Freidenterorganisationen an die fozialdemokratischen Arbeiter herantreten, mit ihnen diskutieren, individuelle Bearbei tung, um sie zum Austritt aus der Gummifnüppelpartei zu veranlaffen." Wenn jeẞt alfo fogenannte Austrittserklärungen aus der Sozialdemokratischen Partei veröffentlicht werden sollten, so weiß man, mo ber flommende Proteft" fabriziert morden ist: In irgendeinem Gefretariat der Kommunistischen Bartel. Das liegt auf der gleichen Linie wie die Lofungen", die im Anhang des sentralen Rundschreibens fein fäuberfidh vornofiert find. Hier einige fleine Proben heraus: Wer hat die Miete verteuert? Die SBD Minister, ihre hürgerlichen Koalitionsbrüder und ihre faschistischen Mordbanden! Warum laffen SPD.- Minister demonstrierende Arbeiter niederschlagen? Damit die Arbeiter ben Mut verlieren, für bessere Arbeitszeit zu fämpfen! Bas bekommen die SPD.- Führer dafür, wenn ihnen das gelingt? Fette Boften und hohe Gehälter als Minister, Direktoren, Aufsichtsräte, Präsidenten! Und so geht es weiter. Diefe spontan" an den Schreibtischen ber tommunistischen Parteizentrale verfaßten Barolen wird man wohl demnächst auf Transparenten und Klebezetteln vorgefezt betommen. Das wichtigffe ist aber der Halbjahresplan. Da gibt es leinen Tag in den nächsten Monaten, an denen nicht irgend etwas los ist. Alle fommunistischen Hilforganisationen werden herangezogen, die Antifa und der KJVD., der RFMB. und die Jfa, die JAH. und der RFB. Bom 13. bis zum 23. März steigt eine Anti Sepering Ramp& gne, zu Ostern gibt es Treffen verschiedener Art, Pfingsten trifft sich die Sportoppofition in Erfurt. Ein großer Schlag foll der internationale Reichserwerbsfofentog merden, der am 5. März ftatt findet. Dazwischen fallen allerhand Jubiläen: 12 Jahre Rote buristag und der Botemtin Aufstand von 1905. Armee wird ebenso gefeiert wie Lenins sechziger Ge. 津 Wie der wirtschaftliche Maffenstreit unter revolutionärer Führung, so steht auch der politische Massenstreit unter Führung der Partei nicht rein propagandistisch, sondern als 2ftionsaufgabe vor allen Parteiorganisationen, wobei feine mechanische Trennung zwischen den wirtschaftlichen und politischen Maijenstreifs gemacht merden darf, da wirtschaftliche Streifs an fich nicht nur politische Bedeutung haben, sondern durch Einsatz der Staatsgemalt, Streitbredertaftif der Sozial- und Nationalfaschisten unter Unterdrückungsgesche zu direkten politischen Massenaftionen werden." Der politische Massenstreit ist also jetzt nur noch„ Aktionsaufgabe. Da die politischen Streifparolen feinerlei Beachtung finden. In will man fünftig jeden wilden Streif als einen politischen erfiären. Zu den unmittelbaren Maßnahmen" gehören noch folgender Befehl, rubiziert user 2a 4: Betteft gehende Borbereitung auf das angedrohte. Berbot und feine Konsequenzen. Wir haben vielleicht nur noch wenige Wochen Zeit für die Durchführung bestimmter Maßnahmen. fortige Entfendung von Instrutteuren bis in die legte Ortsgruppe, bis in die letzte Betriebs- und Straßenzelle, Sicherstellung des Erscheinens unserer Preffe, unserer. Betriebs-, Häuserblod- und Stempelfiellenzeitungen unter allen Umständen und um jeden Preis. Absolute Sicherstellung der Parteigenossen, der führenden Parteiarbeiter und der Mitglieder, sowie des Parteicigentums gegen jeden überraschenden Zugriff. Sicherstellung unseres Literaturvertriebs und des Erscheinens der erforderlichen Flugblätter, Handzettel. Klebestreisen und Klebezettel unter allen Umständen und in jeder Situation. Nähere Anweisungen über diese Fragen erfolgen mündlich." Es fann also nicht schief gehen, wenn nur die führenden Parteiarbeiter und das Barteieigentum sichergestellt sind. Aber alle diese Borsichtsmaßnahmen müssen ihren Zweck verfehlen, wenn nicht die richtige Lime eingehalten wird. Darum:** Verschärfung des Kampfes gegen den offenen Opportunismus, Beseitigung der feigen Opportu niften aus allen führenden Funktionen der Partei. Be= tämpfung der raditalistischen linten" Stimmungen, die dem Opportunismus in die Hände arbeiten." richtige Linie norgeschrieben! Der Kampf fann beginnen. Der Kalender ist aufgestellt, die Strafantrag gegen Dr. Falk. Anffage gegen volksparteilichen Stadtverordneten. Die Grundstüdspolitif der Stadt Berlin, die in den letzten Monaten vielfach Gegenstand scharfer& rifit gewesen ist, wird nunmehr auch noch die Staatsanwaltschaft beschäftigen. Wie die BS.- Korrespondenz erfährt, hat der Magistrat der Stadt Berlin gegen den volksparteilichen Stadtverordneten, Zahnarzt Dr. R. Falg. Strafantrag gestellt, dem von der Staatsanwaltschaft stattgegeben worden ist.... Dr. Faltz hatte in der Stadtverordnetenverfammlung vom 10. Oftober v. J. ausgeführt, daß bei der letzten Grundstückssache in Schöneberg die Spaßzen es von den Dächern pfiffen, daß hinter den Kulissen ganz ungeheuer geschoben sein müsse". Der Magistrat hatte nach dieser Rede den Stadtverordneten Dr. Falz aufgefordert, ihm nähere Einzelheiten mitzuteilen. Dr. Falty tat das in einem Brief am 8. November v. 3., in dem er in sehr ausführlicher Weise dem Bürgermeister Scholz Mitteilungen nicht nur über das Grundstücksgeschäft, sondern über andere Angelegenheiten in der Stadtverwaltung machte. So warf er dem Magistrat Berschwendungsfucht vor, meil der Ausbau des Amtszimmers für den Stadt#medizinalrat allein 32 000 m. gefoftet habe. Er griff in sehr scharfer Form den Stadtrat Busch und den Oberbürgermeister Boß an, wandte fich gegen bie hohen Kosten für Autofahrten eines Magistratsmitgliedes usw. Der Magiftrat hat gegen Dr. Falz jedoch lediglich megen feiner Behauptung, daß bas Grundstüdsgeschäft in Schöneberg eine Schiebung" gewefen fei, Strafantrag gestellt. Zu den wichtigsten Fragen wird die Durchführung der Be. triebsräte und Gewertschaftswahlen,„ Durdy brechung der Tariftreue ,,, Auslösung und Führung von Streits und ftroffe Organisierung der Erwerbslofenbewegung gezählt. Und dann heißt es im Abschnitt 3, 2: Gowjetfrechheit. Sie orgavisieren putsche und beschwere» sich über die Abwehr Moskau, 30. Januar.(Ost-Expreß.) Die Solvjeiblätter äußern sich sehr erregt über die „wütende, sowjetfeindliche Pressekampagne", die „don Mexiko bis Berlin" plötzlich eingesetzt Hab«. S» mache de« Eindruck, als ob die bürgerliche und die soziaidemo- kratische Presse einer ganzen Reihe von Ländern angesichts der .chera nna he nde n revolutionären Kämpfe" von einer Panik ergriffen worden fei, die sie dazu veranlasse, überall„Send- linge Moskaus" zu wittern. In den offiziösen„Ifweftisa" beschäftigt sich in der außen- politischen Wochenschau der„Zeitgenosse" mit dieser Frage und stellt dabei mit besonderem Bedauern fest, daß auch die bisher vor- sichtig reservierte deutsch« Presse sich in die Antisowjetkam- pagne gestürzt und von rechts bis zu den Sozialdemokraten eine Einheitsfront gebildet habe. Die deutschen Blatter brächten„un- zählige Erfindurigen und schonungslose Angriffe" gegen die Sowjetunion mit der Tendenz, die durch die Wirtschaftsschwierigkeiten ent- stehenden Unruhen der Arbeitslosen usw. mit Moskauer Agenten in Zusammenhang zu bringen. Hieran knüpft der„Zeitgenosse" die Warnung, daß ein derartiges Verhalten di« deutsch-russischen Beziehungen bedrohen müsse. In der„Prawda" heißt«sc In der deutschen Presse habe „aus irgend jemandes Wink" plötzlich eine Antisowjettampagne be- gönnen, die die Befürchtung aussteigen lasse, daß alles dies nur die Borbereitung ,�u weit ernsteren Plänen des Polizeiressorts" bilde, welche sich gegen die KPD. richten würden. Die „Jswestija" glauben sogar feststellen zu müssen, daß die gleichzeitig in so vielen bürgerlichen Ländern begonnene Kampagne und vor allem„die geflissentliche Bermischung der Grenze zwischen Sowjetregierung und Komintern" letzten Endes als ideologische Vorarbeit zur Bildung eines Kriegsblocks gegen die Sowjetmacht aiffzusassen sei * Die Grenze zwischen Sowjetregierung und Komintern existiert nur für den Auslandsgebrauch der sowjetrussischen Diplomatie, sie ist eine Fiktion, die Beziehungen zwischen Sowjetrußland und anderen Ländern ermöglicht— aber mehr ist sie nicht. Daß das offizielle Organ der Sowjet- regierung den deutschen Kommunisten bei ihrem Treiben die Mauer mycht, ist bezeichnend genug. Die Verantwortlichkeit des offiziellen Rußland für die verbrecherische Politik der deutschen Kommunisten mag in der Diplomatie verschleiert werden— sie ist indessen«ine Tatsache. Was die Bedrohung der deutsch-russischen Beziehungen anbelangt, so mögen die Sowjets zusehen, daß sie diese Be- Ziehungen nicht allzu dreist belasten. Die Ansicht, daß diese Beziehungen darin bestehen, daß Deutschland schweigend zu- sehen müßte, wie die Sowjets in Deutschland Putsche organi- sieren. ist etwas zu ruffisch-primitiv! (Sin wahrer Held. Tischlergeselle rettet sechs Kinder vom Tode des Ertrinkens. ....-,■- ' S lall au. Z0. Januar. 3n der Ikähe von Zanowih bei kl lall au stürzten sechs Kinder, die aus dem Eis« spielleu, ins Wasser. Der zufällig des Weges kommende Tischlepgehilfe Franz Polcar eilte dep Sin- dem zu Hilfe, brach ober selbst ein. polcar zerschlug die Eisdecke mit feinen Fäusten und arbeitete sich langsam an die Kinder heran. Dreimal ging er in da» eiskalte Wasser und vermochte all« sechs Kinder zu retten. Als Angehörige der Kinder herbeigekommen ivaren und dem Reiler danken wollten, hatte sich der wackere Mann bereits enlsernl. Geisteskranker im Gefängnis? Llntersuchnngsgefangener näht sich die Augen zu. Der ZZ Zahre alle Arbeiler S l e p p h u h n. der sich heule mit seinem lS Jahre alten Bruder Erwin vor dem Schwur. gqrichl I wegen gesährlicher Körperverletzung in vier Fällen und in einem Falle wegen Körperverletzung mit Todeserfolg verantworten sollte, ha« kurz vor Beginn der Schwurgerichlsverhandlung einen Selbstmordversuch verübt. Beim Oefsnen der Zellentür hat man ihn in seinem Blute schwimmend vorgefunden. Er Halle sich mit einem Glasscherben Schnittwunden am Unterleib und an den Armen und Beinen beigebrach» und auch versucht, sich die Pul». ädern durchzuschneiden. Alfred Stepphuhn wurde nach Anlegung von Notverbänden auf einer Tragbahre mit ziemlicher Verspätung dem Schwurgericht vor- geführt. Auf Antrag des Rechtsanwalts Dr. Georg Meyer wurde der Angeklagte von den anwesenden Gerichtsärzten auf seine Ver- Handlungsfähigkeit untersucht. Er sah sehr blaß aus und ist durch den Blutverlust stark geschwächt. Die Gertchtsärzte hiellen es daher für zweckmäßig, die Verhandlung auszusetzen. Dem- gemäß wurde der heutige Termin aufgehoben und von Landgerichts- direktor Dr. Weigert sin neuer Verhandlungstermin gegen dl« Brüder Stepphuhn auf den 6. Februar angesetzt. Alfred Stepphuhn hat im Untersuchungsgefängnis, in dem er sich feit dem Z5. Juni a-sindct, schon mehrfach S e l bst m o rd o« rsu che gemacht. Einmal hat er sich mit einem Drahtstift bis Augenlider durchbohrt und auf diese Weise seine Augen zugenäht. Die Brüder Stepphuhn hatten in der Nacht zum IS. Juni dieses Jahres in der Straßmannstraße mit den Messern in der Hand einen Amoklauf veranstaltet und fünf Personen zum Teil sehr - ch«« r v e r l e tz t. Der Angeklagte Klau, ist an den Folgen der Messerstiche im Kaps im Krankenhaus verstorben� Die beiden Brüder sind schon mehrfach vorbestraft. Es erscheint nach der Fassung dieser von der B S.- K o r r e- ipandenz verbreiteten Nachricht nicht klar, warum man«inen Untersuchungsgefangenen, den man„in seinem Blut« schwimmend" vorfindet, nicht sofort ins Krankenhaus überführt. Iknh vollkommen unverständlich ist?», warum man einen Menschen, de? mehrfach Selbstmordversuche unternommen bat und der litwas so Anormales unternimmt, mi««s das Zunähen der Augenlider ist, nicht schon einem Irrenhaus zur Untersuchung seines leiste«Mstandes überwiesen hat. Wetter sür Berlin: Meist trübe ohne wesentliche Riederschiag«. langsam sinkend« Temperaturen, nordöstlich» Wind«.— Für Deutsch- lmwi weiterhin ziemlich tri»« ob«« ne«n»MB**ts Niederschlags, im Nordosten kalt. Die Ltnfallziffern sinken. Ein Lahr Berliner Verkehrsordnung. Arn 23. Januar ist ein Jahr vergangen, seitdem die n e o e Berliner Slraßenordnung vom 15. Januar lS?? in Kraft gefielen ist. Die Bedeutung dieser Polizeioerordnung, die darin lag, daß das, was bisher in 200 verschiedenen Polizeiverordnungen verstreut war. in einer einheitlichen Verordnung zusammengefaßt wurde, ist allgemein erkannt worden. Wenn auch einzelne Bestimmungen der Straßenordnung nicht kritiktos hingenommen worden sind, so ist doch festzustellen, daß diese Kritik einen sehr viel g e- ringeren Umfang hatte, als zu erwarten war. Nachdem die Straßenordnung ein Jahr in Kraft ist, kann gesagt werden, daß sie sich, abgesehen von Einzelheiten,, deren Abänderungsbedürstigkeit sich aus der Praxis oder der Rechtsprechung ergeben hat, gut be- währt hat. Wenn die Bestimmungen der Verordnung auch noch lange nickst. allen Teilen der Bevölkerung geläufig geworden sind, so hat sich doch die allgemein« Straßen disziplin ge- hoben. Darauf ist es auch im wesentlichen zurückzuführen, daß die Zahl der Unfälle im Jahre lS20 nicht nur relativ, d. h. im Berhältnls zur Zunahme der Fahrzeuge, insbesondere der Kraft- fahrzeuge, sondern auch absolut gesunken ist. Verhältnismäßig am schnellsten sind die Bestimmungen über den Fahrzeugoerkehr ausgenommen worden. Dies erscheint natürlich, weil die Straßen- Ordnung viele Bestimmungen enthält, die bereits früher Geltung hatten und sich— soweit der Kraftsahrzeugoerkohr in Frage kommt — eng an die Verordnung über Krafiscchrzeugvertehr angelehnt haben. Einige Zweifelsfragen, soweit sie entstanden waren, sind inzwischen vom Kammergericht zugunsten der Straßenordnung ent- schieden worden, so z. B. di« Frage der Parkverbote. Trotz Hebung der allgemeinen Fahrdisziplm hat die Polizei aber noch reichlich mit rücksichtslosen Fahrzeugfühvern zu schaffen gehabt. Sie wird im neuen Jahr ihr besonderes Augenmerk auf di« Dauerübertreter richien, die letzten Endes aus dem Verkehr ausgemerzt werden müssen. E» muß unbedingt noch rücksichtsvoller gefahren werde«, namentlich beim Durchsahren von Straßenkreuzungen, beim Vorbei- fahren an haltenden Straßenbahnen und beim Ueberqueren von F ußgänge rüberwegen. Ganz besonder« Schwierigkeiten hat es gemacht, die Stroßendisziplin der Fußgänger zu heben. Die Fuß- gänger setzen sich vielfach mit einer erstaunlichen Leichtfertigkeit über die Besttnmnmgen der Straßenordnung hinweg und haben sich leider gut gemeinten Warnungen und Ermahnungen gegenüber in großem Umfange ablehnend verhalten. Sie haben insbesondere immer noch nicht begreffen gelernt, daß die Verkehrsrege- l u n g, insbesondere die Verkehrszeichen, auch für den Fuß- gänger gelten und von ihnen unbedingt beachtet werden müssen. Da das undisziplimerte Verhalten vieler Fußgänger zu zahlreichen Unfällen geführt hat und immer wieder führt, muß auch, wo Er- Mahnungen nichts fruchten, gegen die Fußgänger mit Strafen vor- gegangen werden. Durch die Straßenordnung und die mit ihr im Zusammenhang stehende Polizeioerordnung über Verkehrsbeschränkungen in be- stimmten Straßen ist der Straßenhandel ganz besonders be- troffen worden. Es ist deshalb verständlich, daß er gegen die Vor- schriften, die im Verkehrsinteresse erlassen werden mußten, immer wieder Sturm gelaufen ist. Von einigen Erleichterungen abgesehen, konnte diesen Bestrebungen aber bisher nicht stattgegeben werden. zumal sich auch der Magistrat der Stadt Berlin gegen ein« Lockerung der Vorschriften erklärt hat. Auf der anderen Seite sind dem Straßenhandel Zugeständnisse gemacht worden, die den Einzelhandel auf den Plan gebracht haben inst» Forderungen desselben zur Folge hatten. Erhebungen, inwieweit den Forderungen des Straßen- Handels in gewissen Punkten stattgegeben und dabei den Wünschen des Einzelhandets entgegengekommen werden kann, sind zur Zell im Gange. Was sich bisher an Bemängelungen und Schwächen der Straßenordnung ergeben hat, wird sich zu gegebener Zeit durch einen ent- sprechenden Nachtrag der Straßenordnung beseitigen lasse». Putschist Ehrhardt als Zeuge. Reue Beweisanträge im Tscherwonzenprozeß. Die heutige Verhandlung im Tscherwonzeasalscherprozeß, zu der Kapitän Ehrhardt als Zeuge geladen war. ge- staltete sich zu einem„großen Tag". Das Gekickst sgebäude hatte verstärkten polizeischvtz erhalten, der Zuschauerraum war bis aus den letzten Platz beseht, und auch die Ange- klagten waren bis auf Loehle wieder vollzählig zur Stelle. Zu Beginn der Vernehmung Ehrhardts, der zunächst unter Aussetzung der Vereidigung gehört wurde, machte ihn der Bor- sitzende mtt dem in dem Antrag des Rechtsanwalts Ber enthaltenen Beweisthema bekannt, nach dem Ehrhardt von Karumidse in den Dscherwonzenfälschungsplan eingeweiht sein soll und mst lhm auch sympathisiert, aber aus Mangel an Geld eine finanzielle Beteiligung abgelehnt hübe. Ferner soll Ehrhardt einen Verbindungsmann zwischen seiner Organisation und der georgischen Bewegung gestellt haben. Ehrhardt begann dann mit seinen Bekundungen, in denen er etwa folgendes ausführte: Karumidse hat mich in seinen WährungssÄschungeplan nicht eingeweiht. Er hat zwar mir gegen- über von der Währungsfälschung als politischem Kampfmittel zum Sturze der Sowjetherrschaft gesprochen, aber keine Einzelheiten gegeben und nichts von feinen bevorstehenden Absichten gesagt. Ich unterhielt in München im Jahre lgZV ein politisches Büro, wohin auch russische Emigranten in großer Zahl kamen. Jch habe die meisten aber abgelehnt, hg ich merkte, daß sie das verlangte Geld nickst sür politische, sondern sür eigene Zwecke haben wollten. Karumidse hat mir ebenfalls seine Plane dargelegt, und ich merkte, daß ernst zu nehmend« englische Kreise hinter ihm standen. Ich bin dann ein- oder zweimal mit Karumidse zufammenge- kommen. 1926 siedelte ich dann nach Berlin über, und hier trat Karumidse erneut an mich heran. Es fand eine Rücksprache im Hotel Sanssouci statt und es erfolgte auch eine Zusammenkunft mit General Hoffmann in Berlin, wo allgemein von den Plänen gesprochen wurde, durch Währungsfälschung«ine Regie- rung zu stürzen. Auf Fragen des Borsitzenden erklärte �Kapitän Ehrhardt, daß auch daneben andere Pläne bestanden. So hatte man vor,«inen innerpolitischen Ausstand in Rußland zu erzeugcn, um di« Sowjetmacht zu schwächen und ihm wirsschastlich durch Wegnahme des Oelbesitzes zu schaden. Vors.: Versprachen Sie sich denn durch einen derartigen Aus- stand im Kaukasus einen Erfolg? Kapitän Ehrhardt: Ich nicht, General Hoffmann war ober reichlich optimistisch.— Vors.: Uns interessiert besonders, vb po- litische Beweggründe für die Angeklagten maßgebend gewesen sind und ob man sich durch die Befreiung des Kaukasus auch Aus- Wirkungen bezüglich der Bekämpfung des Kommunismus in Deutsch- land versprach, daß also auch deusschpolltrsch« Gründe in Frag« kamen.— Ehrhardt: Ich entsinne mich, daß Karumidse, ebenso wie Sadathieraschwtli, mir ihre Pläne dadurch schmackhaft zu machen versuchten, daß sie auf die starke Rückwirkung auf Deutschland hinwiesen. Sie verttaten die Ansicht, daß durch eine Schwächung der Sowjetmacht auch dem deutschen Kommunis- mus di« Stärkung entzogen würde.— Vors.: Haben Sie Karu- midse und Sadathiercsschwili nur ausgehorcht oder hoben Sie ihnen irgendwelche Avancen gemacht?—-Ehrhardt: Ich wollte mich lediglich informieren. Es ist so, wie ich bereits dem Gericht ge- schrieben»>abe.—.Vors.: Es sollte nach dem Beweisantrag doch ein Bündnis zwischen Deutschland und Georgien geschlcssen werden?— Zeuge: Darauf entsinne ich mich nicht. Es ist möglich, daß mir solche Ideen vorgetragen worden sind.— Vors.: Wie sollte denn das Bündnis aussehen, wirtschastspolitisch oder milstärpolitssch?— Zeuge: Wenn«in solcher Aufstand ge- lang, war natürlich ein« geistig« politisch« Verbindung geschaffen. Solche Gedanken sind bei der Besprechung mit General Hosfwann in Berlin zum Au-druck gekommen.— Vors.: Hat General Hvsf- mann gejagt, daß dies di« Pläne von Karumidse waren?— Zeuge: Ich glaub« ja.— Bor s.: Was wollte denn eigentlich G«meral Hoffmann machen?— Zeuge: General Hoffmann war der Ansicht, daß der deutsche Kommunismus nur gepackt werden könme, wenn man das Sowjet- systsm stürzt. Hinter dieser Bewegung mußte natürlich eine Groß- macht stehen, di« bei einem Ausstand sich schützend vor die dort wohnenden Franzosen und Engländer stellt und bis intervenieren sollte. General Hoffmann war auch nach London zu einer Be- sprechung nrit maßgebenden Persönlichkeiten gefahren.— Vors.: Also mit Wirtschaftlern, die den Nötigen Einfluß hatten?— Zeuge: Jawohl. Rechtsanw. Per: Ich möchte zur Stärkung des Gedächtnisses des Herrn Zeugen daraus hinweijen, daß ihm Karumidse sogar Entwürfe der gefälschten Noten gezeigt hat, daß er ein oder zwei an sich genommen hat, um sie General Hosfmann vorzulegen.— Vors.: Wollen Sie daraus antworten oder nicht.— Zeuge: Jawohl. So unklug war Herr Karumidse nicht, daß er mich in seine FSlschungsabsichten eingeweiht hat. Er hat mir echte T s ch e r- wonzennoten gezeigt, als er allgemein von der Wiihrungs- sälschung als politisches Kampfmittel gesprochen hat. Ehrhardt äußerte sich dann auf Grund des BeweisaMrages des Rechtsanwalts Sack auch über die Persönlichkeit von Bell. Zunächst bat er, auch eine Charaktevisierung von Karumidse und S a d a thieraschwili geben zu dürfen, und betonte, daß unter den russischen Emigranten, die ihm Pläne vorgetragen hätten. mir die wenigsten reelle politische Ziele verfolg« hätten, sondern Hochstapler gewesen seien, die eigennützige Motiv« hallen. Bei Karumidse und Sadachieraschwili sei das aber ganz anders ge- wesen, denn sie hätten einwandfreie politische Zweck« gehabt, lieber Bell erklärte Kapitän Ehrhardt, daß er mtt ihm zusammengekommen sei, weil der Angeklagte einen Kraftwagen besessen habe, den er ihm, Kapttän Ehrhardt, zur Verfügung gestellt hatte, wenn sich die Der- liner Polizei zu sehr für seine Person interessierte. Bell habe sich stets einwandfrei benommen, wenn auch fein« politischen Gedanken nicht immer voll durchdacht gewesen seien Rechtsanw. Dr. Ber gab dann als Organ des Angeklagten Sadachieraschwili eine längere Erklärung ab. Hiebin heißt es, daß die russisch« Sowjelregierung von Anfang ihrer herrschasl au die Fälschung der Währung fremder Staaken betrieben habe. Im Jahre 1928 beschloß die maßgebende Exekutivkommisflon der Sowjets, nämlich das Amtliche Politbüro, den Druck fatscher englischer Pfunde, amerikanischer und mexika« nischer Dollar. Das Politbüro bereitet« diesen Druck für den Kriegsfall in China vor und wollte dieses Mittet verwenden, stills sich irgendein Staat in den rufsisch-chinesischcn Krieg einmischen würde. Das Falschgeld wurde in Leningrad in der Druckerei für staatliche» Wertpapier gedruckt, außerdem in einer russischen Groß stadt am Don in zwei Druckerelen. Das fettige Falschgeld ging an das erste Triumvirat, wo es gezählt und kontrolliett wurde. Bereits Ende 1928 und Anfang 1929 wurde eine große Menge dieses eng- lsschen und amerikanischen Falschgeldes nach der Mongolei für Gene- ral Feng geliefert: große Beträge wurden nach Jrtussk von der russischen Regierung für die Arbett im Fernen Osten verschickt. Du Chinesen beschlagnahmten in einem der russischen fernöstlichen Konsulate eine große Meng« Falschgeld, die aus dieser amtlichen Sendung stammte. Alsdann verbreitete die russische Regierung das aus- ländische Falschgeld hauptsächlich in Slam, Indien, Mesopotamien, Syrien, Palästina, Südamerika, Mexiko und an den afrikanischen Küsten. Vom Sommer 1929 an begann die russssche R.'gierung das Falschgeld auch in Europa umzusetzen, und zwar in Polen, Deutschland, Holland, Italien und Griechenland. Die jetzt die Well überschwemmenden Dollar- noten stammen aus diesen russischen Fabrikaten. Oberstaats- a n w a l t: Wir haben das mitangehört, ohne zu unterbrechen. Ich muß aber betonen, daß es sich doch nur um ein« einseitige Erklärung von Sadathieraschwtli hanbell und daß die größten Bedenken gegen die Wahrheit bestehen. Für die Staatsanwalt- fchaft besteht kein Anlaß, zu diesen unerwiesenen Verdächtigungen eine amtliche Auskunft der Sowjetoettretung emzuholen. Die Frage der Dollarfylschungen usw. wird in dem Dollar, älschungzverfah.en geklärt werden, das jetzt eingeleitet ist. Das Gericht zog sich sodann zur Beratung über die Leweis- antrage zurück. Nach etwa viertclstünd'ger Beratung verkündete der Vorsitzende die Ab l« k>n u ng der Anträge, denn das Ge- richt unterstell« es als wahr, daß Banknotenfässchungen als politisches Kampfmittel angewendet worden seien. Die Beweisanträge seien unerheblich. Die Beweisaufnahme wurde dannt geschlossen und der Bor- sitzende»ertagt« dann die Verhandlung auf Montag 0 Uhr. Star und Ein wichtiges Kapiie Vor einig«? Zeit erlebt« in Berlin der Film„Mutter Krausens Fahrt ins Glück" seine Uraufführung und lieferte den Beweis, daß auch der deutsche Film ohne Stars auskommen kann, ja. daß die Wirkung viel starker ist. Missen und Amerikaner sind vorangegangen. Sie haben bereits Spielfilme mit Dilettanten gedreht, wie etwa ., Rechtlose Frauen", einen amerikanischen Film, der vor zwei Iahren in Deutschland gespielt wurde. Der Kampf gegen den Star bedeutet den Kampf für ein tünst- lerisches Ensemble, für ungeschminkte Wahrheit, er bedeutet ferner eine Absage an alle Tradition, mit der der Film trotz seiner relativen Jugend stark belastet ist. Die Frag« bleibt aber offen, ob sich das Publikum mit Filmen ohne Stars zufriedengeben wird. Der Welterfolg des amerikanischen Films beruht auch darauf, daß er einen Helden bringt, auf den sich die Sympathien des Zu- schauers konzentrieren,«ine» Helden ohne Lohengrin-Pos«. der vollkommen im Sllltag verwurzelt ist. Dieser Held stellt eine Wunsch- erfüllung des Publikums dar. Das kleine Warenhausmädchen, das dank einer unzähmbaren Anständigkeit allen Bersuchungea wider- steht, heiratet den hübschen MWonärssohn. In dieser Welt ist eben alles möglich, und das kleine Mädchen aus dem Publikum kann sich mit der Hoffnung ins Bett legen, daß ihr ein ähnlich angenehmes Schicksal einmal blühen wird. Aus der Anlag« dieser Filme entsteht notwendig die Züchtung des Startums. Es ist hier vor ein paar Wochen über das Schema im Film geschrieben worden. Dieses Schema ergibt sich aus dem Wunsch des Publikums, immer wieder den Helden in ähnlichen Si- tuationen zu sehen. Der Held, und ohne Helden hat ein Film kaum einen großen Publikumserfolg, wird aber identifiziert mit dem Darsteller, der ihn spielt. Fairbanks, Liedtk« oder Menjou sind beinahe schon zu Begriffen geworden, und sie müssen, so will es Publikum und Produktion, immer von neuem die all« Roll« spielen. Würde man einem Liedtk« etwa jemals die Partie eines Einsiedlers verzeihen? Dadurch entstehen für Film und Darsteller schwere Gefahren. Der Star verliert die notwendige Wandtungsfähigkeit, er versucht auch nicht einmal, der Roll« ein« besondere Ausprägung zu geben, er begnügt sich mit dem Schema, dos das Publikum liebt. Gunar Tolnaes war sogar als heruntergekommener Matrose der tadellose Dilettant. Gentleman, der auf den Maskenball ging. Spielen diese Stars mit Gestallern zusammen, die gleichzeitig stark« Charakteristiker sind. dann wird die Schablone sofort enthüllt, wenn nicht ein großer Regisseur eine oerschüttete Begabung zu erlösen versteht. Do aber große Regisseure Rantätswect besitzen und das Publikum nur sernen Star sehen will, gibt man dem lorbeergeschmückten Helden Schau- spieler als Partner, die nicht wagen, ein eigenes Gesicht zu zeigen. und der Film erstarrt. Als Negationstrumpf gegen den Star spielt man nun den Di- lellanten aus. In einem Berliner Rundfunkvartrag ging man kürz- sich sogar so well, die Besetzung der Hauptrollen mit Dilettanten zu fordern. Die Argumentation verläuft ungefähr so: Der Film ist eine rein visuelle Angelegenheit(abgesehen von den Tonfilm- versuchen), deshalb bleiben die äußerlichen Merkmal« eines Berufs die Hauptsache, und dies« trägt derjenige am glaubwürdigsten, der den Beruf ausübt. Das mag für die Statisterie gelten, nicht aber für den Darsteller von Affekten. Der Dllettantenfllm„Rechtlos« Frauen" war wundervoll, in feiner Lebensechtbeit bei ruhigen, nur schildernden Szenen. Er wurde übertrieben oder blieb blaß, wenn der Dilettant irgendein« Gemütsbewegung darstellen sollte. Man übersieht nämlich, daß dazu «in« spezifische schauspielerische Begabung notwendig ist. Will man den Film, besonders den deutschen Film, aus seiner Erstarrung im Starsystem retten, dann muß man den Weg der Russen beschrellen, einen Weg, den übrigens auch die Amerikaner in ihren besten Filmen gehen. Der Schauspieler muß den Hauptakzent daraus legen, die Be> sonderheiten der darzustellenden Berussschicht zu erfassen. Er ver- gißt seinen mehr oder minder berühmten Namen, seine Persönlich- kest rangiert erst an zweiter Stelle. Don außen dringt er in den Menschen ein. Die Russen sind darin wundervoll«cht und auch die Amerikaner wenigstens in den Nebenrollen. Die Statisten könnten sich aus Berufsangehörigen zusammensetzen. Die Antllhese lautet nicht Star oder Dlletiant, sondern Star oder Leben. Braucht die Fisinindustri« Starsllme, um ihre Verdienste einzuheimsen, dann braucht auch das Publikum eine echte Filmkunst, die jedoch nicht durch Dilettanten zu erreichen ist. sondern durch eine Schauspielerschost, die aus lebenswahre Gestallung Wert legt. kelix Scherret. Oesterreichs Arbeiisloflgkett. Sozialdemokratische Interpellatton.- Otto Dauer für Anlehnung an das Reich. Wie», 29. Januar.(Eigenbericht.) In der Mittwochsitzung des Nationalrats brachten die Sozial- demotraten einen Dringlichteitsantrag ein, in dem die Regierung gefragt wird, ob sie bereit sei, unverzüglich alle Maß- nahmen zu ergreifen, die geeignet sind, die Arbeitslosigkeit einzudämmen. In der Begründung dieser Anfrage führte Dr. Otto Bauer aus. daß die Arbellslostgkell Oesterreichs nicht wie in den anderen Staaten mll der Konjunktur zusammenhänge, sondern eine Folge der Schrumpfung der Industrie sei, die dadurch eingetreten sei, daß das Wirtschaftsgebiet von 50 Millionen Einwohnern auf v Millionen reduziert wurde. Sie sei ferner eine Folge der leicht- fertigen Politik der bürgerlichen Parteien, die die Wirtschaft erst vor kurzem durch dl« heimwehrtreibereieo in eine Panik gestürzt hätten. Er stellte ferner die Frage, wenn auch durch die Sieger- mächt« der staatsrechtliche Anschluß Oesterreichs an Deutschland ver- boten sei. ob es keine Möglichkeit gebe zur Schaffung eines einheitlichen Arbeilsmarktes mit dem Deutschen Reiche auf der Grundlage vollständiger Freizügigkeit, Annäherung der Sozialversicherungseinrichtungen und vielleicht später auch auf der Grundlag« einer teilweisen Gemeinschaft mit der deutschen Arbeiterversicherung. Es wäre unbillig zu 3>rimo In Avil. verlangen, daß Deutschland einseitige Opfer bringe. Es könne das auch nicht mll einem Schlage geschehen, aber es wäre im Verlauf der Entwicklung eine solche Verbindung ohne Verletzung des uns aufgezwungenen Verbots des Staatszusammenschlusses wohl möglich. Gerade in einer Zeit, wo man versuche, Oesterreich zu unnatürlichen politischen Orientierungen zu drängen, müßte eine solch« wirtschaftliche, kulturelle und soziale Verbindung mll dem Deutschen Reich das nächste u»d natürlichst« Ziel der deutsch- österreichischen Außenpolitik bilden. Der M i n i st e r für soziale Verwallung ging auf diese Anregung nicht ein. sondern befaßte sich nur mll der Frage der Arbeitslosigkeit und erklärte, daß der Bundeskanzler auf die Forderungen, die die Gewerkschaften gestellt haben, versprochen habe, daß im Laufe dieser Woche der Ministerrat sich damit auseinandersetzen und die möglichen Maßnahmen beschsießen«erde. Hitler kommandiert die Ltniversität. »Stillgestanden!"—„Rührt euch!" Die Münchener Universität ist neuerdings zu einer Art Exerzierplatz der nationalsozialistischen Stu- dentengruppe geworden. Uniformiert in braunen Hemden. Käppi und Lederzeug, marschierte die studentische Hitlergarde zur sogenannten Reichsgründungsfeier in die Universität ein, voran jene Standarte, mit der Hitler seinen Putsch von 192S vor- bereitet und am 1. Mai die Reichswehr gezwungen hatte, ihm auf dem Marchfeld Waffen auszuliefern, um„die Münchener Arbeiter- kchaft wie tolle Hunde niederzuschießen". Bor der Aula innerhalb der Universität stellten stch die Hiilerbuben in Front auf und nach dem Kommando„Stillgestanden I" passierten die Gäste der Universität, Minister, Reichswehrgeneräle und Prinzen des Hauses Wlltelsboch die Pforten zur Aula. Als der ehemalig«„Generalstaatskommissar" o. Kohr kam. kommandierte der Führer:„Rührt euch!", um m Erinnerung an den Rovem- ber 1923 Kaffr die Mißachtung auszudrücken. Der„Völkisch« Deobachter" teill diese Heldentat in fetten Ueberschriften mit. Vor allem aber dt« Tatsache, daß zum erstenmal eine nationalsoziallstische Standarte bei s.ner offiziellen Ver- onstaltung der Münchener Universität aufgepflanzt werden konnte. Es sind also unter dem Rettor Eichmann, dem Professor der k a t h o- tischen Theologie, offenbar die Voraussetzungen gegeben, daß die Hitlergarden die Münchener Universität neuerdings zum Tummek- platz ihrer Radaupolltik machen können._ «ür b'.f«rteftion: S»»i,» t. ftedrnar täglick von 10-i llbr und am Z. Februar Den 10—2 Uhr in der ttkvdemie der Künste öffentlich ausgestellt. Zosef Alber», der langjähria« Leiter des DorkarfuZ am BauhauS Dessau stricht am 8. Februar, 20Ubr, über.Erziebuna zum Schöpferischen.' Der durch Lichtbilder erläuterte Vortrag findet iu, tzörseal der Staatlichen Kimstbchlrolbech sJrinz.Wfcecht« Straße?», statt. „Oer weiße Teufel." llfa-palast am Zoo. Tolstois farbenfprühende und lebenstrotzende Meistererzählung „Hodschi Murat", die einst die„Vorwärts"-Leser genossen hoben. ersteht in diesem Fllm aufs neue. Eine Episode aus den, Kampf der kaukasischen Bergbewohner gegen die Russen. Eine grandiose Natur ist der Hintergrund. Herrliche Landschaften sind eingesangcn (wenn auch nicht im Kaukasus, so in den ähnlichen französtjchen Alpen). Im schärfsten Kontrast dazu stehen die Szenen am Hos« Nikolais, des finsteren und brutalen russijchen Despoten, zu dem Hadschi Murat gebracht wird. Der Raturmensch inmitten der ver-- derbten und lasterhaften Gesellschaft. Auch hier ist das Milieu in einer hervorragend schönen Photographie prachtvoll wiedergegeben: der Sohn der Berg« befreit eine Landsmännin aus den Krallen des Zaren. Das luxuriöse Hofleben mit seiner Galavorstellung i» der Oper weicht wieder dem Schauplatz der Berge. Hadschi, der Ueberläufer, überfällt die Russen und kehrt sterbend in sein Dorfzurück, befreit Kind und Mutter, die man wegen seines angeblichen Verrats töten wollt«. Er hat den heimatlichen Boden wiederge. funden, auf Jjem er als Held weiterleben wird. Alexander W o l k o f f hat den Fllm ganz aufs Auge«In- ✓ gestellt und mll Hilfe seiner photographischen Mitarbeiter, unter ihnen Curt Courant, Hervorragendes geleistet. Wie die ruf- sijchen Soldaten unter Tanz und Musik die steilen Berge hinauf- marschieren und dann wie ein Blitz eine von Hadschi losgelassene Steinlawine auf sie niederfährt und der weiße Teufel sie nntzingolt — so etwas Bravouröses hat man selten gesehen. Unvergleichlich schön und zugleich ergreifend ist auch die Schlußszene, wenn der schwerverwundete Hadschi auf sein weißes Roß gehoben wird und sterbend als Trnunphator heimzieht. Die Massenszenen sowohl bei den Tscherkessen wie bei den Kosaken sind frisch und«cht. Hadschi Murat ist Iwan M o s j u k i n, wohl etwas streng und starr in feinen Zügen, aber offenbar ganz im Sinne des Orientalen, den er darstellt, der sich und sein Minenspiel beherrscht: herrlich in der Erscheinung und ein glänzender Reiter. Die Besetzung des Films ist auch in den anderen Rollen durchaus auf der Höhe: Fritz A l- bertt charakterisiert den Nikolai ausgezeichnet. Etwas zu kurz kommen die weiblichen Darsteller: Lil D a g o o e r hat nur in einigen Szenen als Geliebte des Kassers Gelegenheit, ihre Schön- hell und ihr überlegenes Spiel zu zeigen; Betty Aman ver- körpert die tscherkefsisch« Tänzerin Soira glücklich. Tonaufnahmen untermalen den Film, Geräusche und besonders die Chöre der Soldaten, gesungen vom Donkosaken-Chor, geben ihm eine charakteristische musikalische Begleitung, die, rote die Musik von S ch m i d t- G e n t n e r, sehr gut herauskonmit. D. „Gafparone." Neueinstudierung im Rofe-Theatee. Di« Spatzen pfeifen es von den Dächern: Wir leben in der Zell der Operettendämmerung. Nur wer die Tradllian der alten Operette fortsetzt— Lohar, Kaiman, Künnecke—, hat Erfolg. Man greift, da Neues nicht vorhanden ist, auf das bewährte Alte zurück Di« klassische Operette eines Opfenbach, Strauß oder Milläcker er- lebt ihre Renaissance im Theater und im Rundfunk. M i l l ö ck e r s„Gafparone", das bedeutet eine Füll« von melodischen Einfällen, eine sichere Technik, ein Wissen um die Kunst des Komponierens und der Instrumentation. Darüber übersieht man Mängel eines cheaterkundigen Textbuches, das heute in seiner Naivität verstaubt erscheint. Das macht nichts, denn die leicht«, tänzerisch« und auch besinnlich« süße Musik bleibt die Hauptsache. Sie all«, die Millöcker. Suppö und Dellinger, arbeiten nach einem bestimmten Schema: im Finale des zweiten Attes steigt der große Walzer, aber jeder gibt dem Schema in jedem Werk neues Leben. ein Leben, das heut« mitreißt wie am ersten Tag. „Gafparone" steht am Anfang einer Reih« Ilasstscher Operetten. die das Rofe-Theater vorbereitet. Man hört dort in der Frankfurter Alle« keine betörenden Stimmen, aber man erlebt ein« Aufführung. die im Ensembl» geschlossen ist und der der Dirigent Max Schmidt rhythmasche Beschwingtheit gibt. Die Schauspieler�vänger wie Wild«, Hans Rose oder Traute Rose, um Namen zu nennen. beweisen ihren Willen zur künstlerischen Arbeit.— t. Der Gigant Konsumverein. Ein Organ des Finanzfapitals über sozialistische Wirtschaftsmacht. Das am meisten scharfmacherische Finanzblatt Berlins,| beginnen sie mit ihrer Berbetätigkeit bereits bei den kleineren de Berliner Börsen- Zeitung", veröffentlicht unter dem Titel Kindern ihrer Mitglieder, indem sie diese längere Zeit tosten Werbemittel für sozialistische Wirtschaftsmacht einen Leit. frei in Erholingsheimen unterbringen. ariffel, in dem sie die Werbemethoden der Konsumvereine darstellt und sie der Individualwirtschaft" als Muster vorhält. Ju dem Artikel heißt es: Drei deutsche Konsumgenossenschaften befizen bereits eigene Kindererholungsheime. Das älteste gehört der größten deutschen Konsumgenossenschaft, dem Ronfum, Bau- und Sparperein Produktion". Noch während des Weltfrieges, im Jahre 1917, rief die Produktion" die Stiftung Kindererholungsheim Produktion" mit einem Grundkapital von einer Million Mart ins Leben. Diese für damalige Verhältnisse " 31 bedeutende Summe stammte aus den Ueberschüssen der Schlachterei und Militärfonfervenfabriten der Brobuftion", die das Schlachterei und Militärfonservenfabriken der Produktion", die da mals über 2000 Arbeiter und Arbeiterinnen beschäftigten. Das am Ditfeestrand in Hafffrug gelegene Kinderheim wurde im Mai 1919 eröffnet. Grundfählich finden in diefen Heim mr Stinber non Mitgliedern Aufnahme. Dabei scheiden von vornherein alle dies jenigen Kinder aus, deren Eltern in den letzten fünf Geschäftsjahren den Durchschnittsumfag je Mitglied( 1929: 764 M.) nicht er. reicht haben. Die Kinder müssen mindestens acht, höchstens 14 Jahre alt sein. Etma 10 000 Kinder tonnten bisher im Heim für die Dauer von vier Wochen aufgenommen werden. Anfang Mai 1927 eröffnete die zmeitgrößte deutsche Konsumgenossenschaft, die ,, Kon sumgenossenschaft Berlin und Umgegend", auf ihrem an der BahnStrecke 3offen- Jüterbog gelegenen Landgute Sperenberg ein Kindererholungsheim. Etma 800 Kinder haben bisher einen vier wöchigen Aufenthalt im Heim gefunden. Im April 1928 nahm die dritte deutsche Konsumgenossenschaft, der Konsumverein Sendling. München", fein bei Iding im fartal gelegenes Rindererholungsheim in Benuzung. Die übrigen deutschen Konsumgenossenschaften bebienen sich zu nächst noch fremder Kinderheime. Sind die fonfumgenossenschaftlichen Kindererholungsheime zi nächst auch bestrebt, die Gefundheit der aufgenommenen Kinder zu stärken, so leisten sie doch den Konsumgenossenschaften felbft unschähbare Erziehungs- und Werbetätigkeit, Die gegenwärtige beutsche Konsumgenossenschaftsbewegung ist ein Prozeß gigantischer Machtbildung und Machtrerwal. tung. Im Geschäfstjahr 1928 erzielten etwa 1300 deutsche Konsum genossenschaften einen Gesamtumfaß von über 14 Milliarde Marf. Ihnen gehörten am Schlusse dieses Geschäftsjahres über 3½ Milfionen Mitgliederfamilien an. Ihre beiden Großeintaufs- und Broduktionszentralen fejten 1928 über 4 Milliarde Mark um. Diefe Kraftzentralen der deutschen Konsumgenossenschaftswirtschaft befizen auch bereits eine stattliche Anzahl eigener Fabriten wie z. B. Fleischmarenfabriken, Konservenfabrit, Getreidemühle, Leigwaren und Nährmittelfabriken, Rakan- und Schokoladenfabrit, Malstaffeefabrifen, Zigarren- und Zigarettenfabriten, Seifenfabriten, Zündmarenfabriten, Beberelen und Konfektionsbetriebe is. Dieses wirtschaftliche Machtgebilde ist auch in unserem politischen Leben zu cinem Mach faftor geworden. Das Ideal dieser wirtschaftlichen Maffenbewegung ist die von der Seite des Konsums( des eigentlichen Ronfums) her organisierte oder richtiger gefagt fozialisierte. Wirtschaft. Also Ausschaltung der selbständig wirtschaftenden Individuen! Die Konsumgenoffenschaften find die Totengräber der Individualwirtschaft. Das hindert sie aber nicht, die betriebswirt. 16.30 1. Rubinstein: Sonate für Klavier and Bratsche, op. 49.( Winfried Wolf, mehr und mehr an sich. So ersteht den Konsumgenossenschaften aus fchaf lichen Grundsäge und Methoden der Individualwirtschaft zi befolgen. So haben sie von jeher die finnlose Retlame" der profitgierigen Kapitalisten" befämpft. Sie sind der eminent produktiven Bedeutung des vorjährigen Berliner Weltreklame. fongreffes in feiner Weise gerecht geworden. Diese ihre grundfäß liche Stellungnahme zur Refíame hat sie aber nicht daran gehindert, felbst Reklame, im weitesten Sinne des Wortes genommen, zu freiben. Ihre Pragis widerspricht in diesem wie in so vielen anderen Punkten ihrem Dogma!. Die deutschen Konsumgenossenschaften und ihre Zentralen haben in den letzten Jahren nicht nur eine äußerst rege und teilweise sogar faszinierende Reflame allgemeiner Art betrieben, fondern sie haben darüber hinaus eine intensive und zieltemußte Berbetätigkeit zweds Gewinnung geeigneten Mitgliederzumachies - bekanntlich ist ihre wirtschaftliche Tätigkeit von Gesetzes megen auf den Kreis ihrer Mitglieder beschränkt entfallet. In meit höherem Maße gilt jetzt ihre Aufmerksamkeit der Gewinnung eines tüchtigen Nachwuchses. Eine wirtschaftliche Massenbemegung wie die deutsche Konsumgenossenschaftsbemegung muß, wenn sie sich nicht selbst aufgeben will, für die Gewinnung der Jugend ernftefte Sorge tragen. In dieser Hinsicht haben führende deutsche Konsumgenossenschaften eine rührige Tätigkeit entfaltet. Und amar Einheitsverband d. Eisenbahner Deutschlands, Ortsgruppe Berlin Der Mitgliedschaft zur Nachricht, baß unser Rollege Hermann Lippstreu Borschloffer in 2m. hb., verstorben ist Ehre jeinem Andenken! Die Einäscherung findet am Sonn abend, dem 1 Februar, 13 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Um 3- hlreiche Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Theater. Lichtspiele usw Donnerst, 30. 1. Staats- Oper Unter d. Linden Teil- Ah. B. Do Ha. 6 Jahres- Ab.- V. No. 29 1912 Uhr Othello Ende n. 2212 U. Donnerst, 30.! Städt. Oper Bismarck str. Turnus ill 19 Uhr Die Zauberflöte Ende n. 221/ U. Staats- Oper Staatl. Schausph. Am Platz der Republik R.-S. 4 20 Uhr am Gensdarmenmarkt St. R. 1 Do No. 5 Jahres- Ab.- V. No. 26 20 Uhr Fidelio Musik Ende geg.2U. Ende 22 Uhr Staatl. Schiller- Theater, Charlibg. 20 Uhr Florian Geyer Ende gegen 23 Uhr SCALA Tägi. 5 u. 8, Uhr. Barbarossa 9256 Pr. 1-6 M. Wochentg. 5 U. 50 Pf.- 8 M. Nur noch bis morgen! 3 Swifts, Cortini, 16 Foster- Girls, Anstel& Arthur, Mac Wall, Florents& Grip usw. PLAZA Tag. u. 815 Tägi. 5 Sonnt. 2, 5.8.8 Alex. 8066 INTERNAT. VARIETE Winter Garten⭑ 8.15 uhr zentr. 2818 Raudien erlaubt Original 16 Lawrence Tiller- Girls Paul Westermeler, Ernest& Yvonne etc. FUNK UNDAM ABEND Donnerstag, 30. Januar. Berlin. 16.05 Obering. K. Elbel: Soll mein Junge Ingenieur werden? Flügel und Reinhard Wolf, Bratsche.) 2 Robert Schumann: Sonate G- Moll, op. 22.( Winfried Wolf.) 3. Herbert Brust: Bratschenmusik fil: Bratsche und Klavier, op.. 8.( Reinhard Wolf und Winfried Wolf.) 17.30 Sagen und Abenteuer.( Sprecher: Erika Brasche.) 18.00 Unterhaltungsmusik. 18:30 Programm der Aktuellen Abteilung. 18.50 Deutsche Volkslieder. 19.20 Schauwecker. Krieg und Frieden". Aussprache zwischen Dr. Kurt Hiller und Franz 20.00 Aus dem Schloß Monbijou: Kompositionen von Händel, Bach, Delius, Gretry, Mozart.( Dir.: Sir Thomas Beecham, Mitw.: Georg Kulenkampff, Violine.) Ossietzky, Morus Rudolf Arnheim.) 21.00 Das Gesicht der Zeitschrift. I. Die Weltbühne".( Sprecher: C. von 21.30 Aus dem Neuen Rathaus in Schöneberg: Empfangsabend des Berliner Verbandes der auswärtigen Presse. Rede des Reichsfinanzministers Prof. Dr. Moldenhauer. 22.30 Funk- Tanz- Unterricht für Fortgeschrittene. Anschließend bis 0.30: TanzmusikKönigswusterhausen. 16.00 Franz Kramer and Fritz Wuessing: Staatsbürgerliche Erziehung. Kritik des Lehrgespräches am 23. Januar 1930. 17.30 Gottfried Kölwel liest aus eigenen Dichtungen 18.00 Landrat Sperling: Die Not der schlesischen Grenzgebiete. 18.30 Spanisch für Fortgeschrittene. 18.55 Dr. Leonhards: Was bringt die grüne Woche. 19.20 Ob.- Reg.- Rat H. Wulff: Unternehmung und Steuer. 20.00 Von Stockholm: Gegenwartsfragen". Erzbischof Dr. Nathan Söderblom: 20.30 Sendespiele: Der arme Jouathan". Operette von Carl Millöcker. Oekumenische Zusammenarbeit. Volksbühne Theater am Bülowplatz. 8 Uhr Uraufführung Apollo. Brunnenstraße Volksstück von Großmann und Hessel. Musik: Thee Mackeben. Regis: Jürgen Fehling. Staatl. Schiller- Th. 8 Uhr Florian Geyer Theater am Schiffbauerdamm 81% Uhr Die Gartenlaube Bruchbänder Leibbinden, Gummistrümpfe und PlattfußEinlagen; Stützkorsetts. Apparate und künstliche Glieder. Eigene Werkstatt im Hause. Bandagist Pollmann. Berlin N 54. Lothringer Str. 60 Lieferant für Krankenkassen und Behörden. Direktion Dr. Robert Klein Deutsches Künstler- Theat. Barbarossa 3937 84 Uhr „ Eins, zwei, drei von Franz Molnar mit Max Pallenberg. Verber: Souper Für die Kinder bedeutet der fostenfreie Aufenthalt im Heim ein felten freudiges Erlebnis, das sie zweifellos ihn ganzes Leben hin durch begleiten mird. Die eigenen Heime meden in den fehr emp fänglichen Rinderfeelen beizaiten Berständnis für tonfumgenoffen schaftliche Dinge. Vor allem aber bieten sie den Konsumgenossenschaften die Möglichkeit der Sicherstellung eines tatenfrohen Angestelltennachwuchses. In dieser Hinsicht bilden fie die Borstufe einer zielbewußten Heranziehung eines tüchtigen tonfumgenoffenschaftlichen Nachwuchses überhaupt. Dadurch, daß die Ron fumgenoffenschaften es verstehen, die Jugend in erheblichem Maße ihren Zmeden dienstbar zu machen, fetten sie aber auch deren Eltern ihren Kindererholungsheimen letzten Endes ein gutes Geschäft. Zum Schaden der Individualwirtschaft!" In einem Nachwort zu diesen Darlegungen fagt die Rebattion der Börsen- Zeitung": Die Aufnahme in ein Rinderheim wird nicht von dem törperlichen Zustande des Kindes abhängig gemacht, sondern von der Kauffreudigkeit und Gesinnungstreue der Eltern den Konsumgenossenschaften gegenüber. Der Zweck ist ebenfalls auf anderem Gebiete, außerhalb des materiellen Bereicherungsgrades Der Genossenschaften, durchaus egoistischer Natur- aber in höherem, im politischen und wirtschaftspolitischen Sinne. Wie der Verfasser selbst andeutet, errichtet sich die Konsumgenossenschaft. durch das geschilderte Verfahren eine einzigartige Schule der fozialistischen Wirtschaftsanschauung Darüber hinaus merden natürlich die Kinder, durch Milieu, Be trachtung und Belehrung zur sozialistischen Beltanschauung über haupt erzogen. Hier sehen wir ein neues Beispiel für die zielbe mußte Propagandatätigkeit der Sozialdemokraten. Leider verjagt das Bürgertum in dieser Beziehung vollkommen. Es gräbt sich selbst bas Grab, wenn es nicht bald praftische Arbeit zur Erhaltung der auf dem Eigentumsbegriff fundierten Gesellschaftsordnung leiftet." Diesen Darlegungen aus dem Lager des Klaffengegners brauchen mir nichts hinzuzufügen. Max Tschache& Co. Fachgeschäft für Bandagen und Krankenpflege- Artikel Bin.- Pankow, Wollankstr.128 Fernsprecher: D 8 Pankow 2779 Abstehende Ohren Lieferant der Krankenkassen Vor Gebrauch verleihen dem Gesicht einen unedlen, oft stupiden Ausdruck. Sie sind oft die Ursache zu Spötteleien. Wenden Sie „ Rec odor" an Nach Gebrauch und abstehende Ohren werden sofort anliegend, ohne daß das Hilfsmittel sichtbar ist. Nach einiger Zeit nimmt die Ohrmuschel die verbessernde Form dauernd an. Keine Injektion, sondern schmerzlose Berliner Theater außerliche Anwendung. Auch für Kinder. 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Westens Reg.: Max Reinhardt Täglich 8 Uhr: Kammerspiele Hotel Stadt D.1. Norden 12310 8 Uhr Lemberg Der Kandidat Musik von Gilbert Käthe Dorsch von Carl Sternheim Leo Schützendort Regie: Hans Heinrick. Potsdamer Straße 26b Reichshallen-Theater Eigene Werkstatt „ Nordsee" Deutsche Hochseefischerei Bremen- Cuxhaven A.-G. Brunnenstr. 62 und Reinickendorfer Str. 47 Moabit, Huttenstraße 3 Charlottenburg, Reichsstr. 99 Schmargendorf, Berkaer Str. 4 Täglich frische Fische, billigste Tagespreise Räucherwaren u. Fischkonserven Abends Sonntag nadm.C. Caeske g.m.b.. Stettiner- Sänger Berlin O, Petersburger Platz 7 mit dem wundervollen Programm! Nachmittags halbe Preise, valles Progr. Tel Zentrum 11263. Eintrittspreise 60 Pf- 3 M. Oönhoff- Bretti: Das beliebte Familien- Variate. 10 große Nammern! Konzert Tanz! Die Komödie Barnowsky- Buhnen NEUE WELT J1 Bismck.2414/ 7516 Theater in der 8 Uhr Victoria von S. Maugham. Regie: Max Reinhardt Musik: Mischa Spoliansky. 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Januar 1930 Der Abend Sadausgabe des Vorwäre Schafft eine Abenduniversität! Eine notwendige Ergänzung des Abendgymnasiums vollen Berufstätigkeit und der scharfen Auslese der Begabten. Ber es fich übrigens leisten kann, den ganzen Tag seiner Ausbildung zu widmen, wird gewiß nicht das schmere Opfer auf sich nehmen, neben und nach der Berufsarbeit zu studieren. Sir Arthur Pinero, Ramsay Macdonald und Sidney Web b. In England und Amerita stehen diese Institute jebem offen, der eine höhere Schulbildung erworben hat; die Berliner Abend Universität ist als Begabtenhochschule gedacht, so daß eine besonders fruchtbare Arbeit möglich sein wird. Staat und Gemeinden versuchen durch Freistellen an höheren| Universität zur Folge haben, erledigt sich durch die Forderung der| G. Thomas, der Erfinder des Thomasverfahrens, der Dichter Schulen und durch Studienbeihilfen Minderbemittelten den Erwerb einer ihrer Begabung entsprechenden Ausbildung zu ermöglichen. Da aber die zur Verfügung stehenden Mittel gering sind, fann diese Hilfe nur wenigen gewährt werden. Außerdem sind es Kinder und Jugendliche, benen diese Bergünstigungen zugute tommen. Groß ist aber die Zahl der heute Erwachsenen, die befonders burch die wirtschaftliche Not der Kriegs- und Nachkriegszeit gezwungen wurden, sehr früh ihr Brot zu verdienen und die, um ihr Leben zu erhalten, eine Tätigkeit ausüben müssen, die ihrer ausgesprochenen Begabung für einen akademischen Beruf nicht entspricht. In den Fabriken, Berkstätten und Büros find viele Hochbegabte, die wert voile Juristen, Organisatoren, höhere Beamte oder etwa Chemifer merden könnten. Gerade ein armer Staat fann es sich nicht leisten, wertvolle Kräfte unentwidelt zu lassen. Die Allgemeinheit darf hohe Begabungen nicht verkommen lassen, nur weil sie wirtschaftlich schwach find. Um diesen Menschen zu helfen, sind seit einigen Jahren Abend Gymnasien entstanden zuerst in Berlin, dann aber auch in einer Reihe weiterer deutscher Städte-, in denen hoch begabte Berufstätige in den Abendstunden, also nach der Berufs arbeit, unterrichtet werden. Die Erfahrung hat gezeigt, daß diese besonders willensstarten und intelligenten Menschen auch noch in den Abendstunden ernsthaft geistig arbeiten und weiterkommen fönnen. Die Abend- Gymnasien find nämlich teine Bautanstalten", in denen nur Kenntnisse zur Reifeprüfung eingetrichtert werden; ihre Arbeit ist vielmehr auf Vertiefung, auf gründliche Durch bilbung eingestellt. Im Sommer dieses Jahres wird das Berliner Abend- Gymnasium zum erstenmal Abiturienten ent. laffen. Damit wird die Frage brennend, wie diesen Menschen bei threm Ringen um eine akademische Ausbildung weitergeholfen merden tann. Die Universitäten nehmen teine vollberufstätigen Studenten auf; ferner werden dort die wichtigsten Vorlesungen am Tag abgehalten, so daß es Leuten, die ihrem Berufe nachgehen müssen, nicht möglich ist, an den bestehenden Hoch schulen ordnungsgemäß zu studieren. Endlich werden an den Uni. versitäten vor allem Jugendliche unterrichtet, unter denen sich, wie alle Hochschullehrer feststellen, sehr viele Minderbegabte finden, so daß die hoabegabten Berufstätigen hier nicht so intensiv gefördert werben tönnten, wie es bei ihnen möglich und notwendig ist. In einer soeben erschienenen Broschüre„ Die Berliner Abend. Universität, ein Vorschlag"( Carl Heymanns Berlag, Berlin) treten nun Profeffor P. 2. Silbermann, der Direktor des Berliner Abend- Gymnasiums, und Handelsgerichtsrat Dstar E. Haac für einen Blan ein, der in der Tat geeignet ist, beson ders begabten Berufstätigen ein akademisches Studium zu ermöglichen. Die Verfasser fordern, daß der Berliner Universität eine Abend Universität angegliedert wird, deren Vorlesungen und lebungen Montags bis Freitags von 7-10 Uhr abends stattfinden. Da die Hörer außer den Ferien nur am Sonnabend abend und am Sonntag privat studieren fönnen, müßten die öffentlichen Bibliotheken zu diesen Zeiten geöffnet sein. Das Studium an der Abend- Universität müßte einige Semester länger dauern als gewöhnlich, weil ja die Hörer weniger Zeit zum Arbeiten haben. Durch Festlegung eines Studienplans für die einzelnen Fächer soll der Student geleitet und Dor unnüzem Zeitverlust geschützt werden. Dem prafiischen Bedürfnis entsprechennd ist zunächst an die Errichtung einer rechts. und staatswiffenschaftlichen Fatultät gedacht. Da eine fruchtbare Arbeit in später Abendstunde mur bei befondes Begabten möglich ist und da die Allgemeinheit auch nur an der akademischen Ausbildung dieser Kräfte intereffiert ist, wird die Abend- Universität eine cusge. sprochene Begabten universität sein. Sie wird den Abiturienten der Abend- Gymnafien offenstehen, die bereits den Nachweis ihrer Begabung und Ausdauer erbracht haben, und den Menschen, die die sogenannte Hochbegabtenprüfung beftanden haben. Alle an beren Kandidaten, die im Besize eines Reisezeugnisses find, müßten deren Kandidaten, die im Besize eines Reisezeugniffes find, müßten fich einer besonderen Eignungsprüfung unterziehen. Die Abend Universität wird also teinen maffenbetrieb tennen. Silbermann und Haac weisen in ihrer Schrift nach, daß die Erhalhing der Abend- Universität nur verhältnismäßig geringe Mittel erfordert, da die vorhandenen Räume der Universität ja benuht werden können, so daß nur die Kosten der Verwaltung und die Dozentenhonorare aufzubringen sind. Das Ministerium glaubt, den hochbegabten Minderbemittelten durch eine größere Zahl von Stipendien helfen zu können. Dagegen führt die Broschüre aus, daß dieser Weg, wenn er auch nur einer fleinen Zahl der Anwärter zugute fommen soll, sehr viel mehr Mittel verschlingen muß als die Unterhaltung einer Abend Universität. Außerdem müßten die Stipendiaten ihren Beruf auf geben, aljo Gefahr laufen, nach Abschluß ihres Shidiums in wirt fchaftliche Not zu geraten, während die Abend Universität das Ber bleiben im Berufe ermöglicht, ja verlangt, so daß auf keinen Fall die erwerbslosen Akademifer vermehrt werden Stipendien find gut für Jugendliche in schlechten Bermögensverhältnissen, nicht aber für ältere Menschen, die bereits eine Stellung haben und oft schon eine Familie besitzen. Silbermann und Haac weisen darauf hin, daß es in Amerifa und England bereits seit langem Abend- Universitäten gibt; es han delt sich nicht darum, das angelsächsische Beispiel fritiflos nach zuahmen, aber die dortigen Erfahrungen beweisen, daß ein erfolg reiches Arbeiten auch in den Abendstunden möglich ist. Aus der Londoner Abend- Universität, dem Birdbeck- College, das bereits seit 1832 besteht, sind bedeutende Männer hervorgegangen, so Sidney Mit vollem Recht flagt man über die Ueberfüllung der akademischen Berufe und über eine Ueberschäßung der akademischen Bildung. Aber der Andrang auf höheren Schulen und Universitäten beruht nicht darauf, daß es zuviel Begabte gibt. Heute ist es noch immer im wesentlichen so. daß der Begüterte eine höhere Ausbildung erreichen fann, selbst wenn er wenig begabt ist, während der wirtschaftlich Schwache darauf verzichten muß, auch menn er die notwendigen Anlagen in hohem Maße befizt. Wenn man daher der Ueberfüllung der Schulen Einhalt gebieten will, so müssen die Anforderungen an Begabung, Willen und Ausdauer er höht werden. Die Möglichkeit, feinen Fähigkeiten entsprechend ausgebildet zu werden, muß jedem offenstehen, auch dem Armen. Die Scheidung darf nicht zwischen begütert und unbegütert gemacht werden, sondern zwischen begabt und unbegabt. Das ist eine Forderung der Gerechtigkeit, die auch im Interesse der Gesellschaft und des Staates liegt. Es ist daher sehr zu wünschen, daß der wohl. durchdachte Plan einer Abend- Universität die verdiente Förderung der Behörden findet und in nächster Zeit Wirklichkeit wird. Dr. S. Weinberg. Ueberlaftete Volksschulkinder Mängel im Lehrplan Ob es überhaupt noch eine Ueberlastung von Boltsschülern gibt? Viele werden es mit dem Hinweis darauf verneinen, daß im Grunde sich die Segnungen der Schulreform nach dem Umsturz fast allgemein durchgesezt haben, daß die nüppeldisziplin" verschwunden und der rücksichtslose 3wang zur Anfertigung umfangreicher Hausarbeiten ausgeschaltet ist. Wer näher zufieht, findet aber doch, daß die Schule der Gegenwart die Kinder noch ganz erheblich te Taft et, ja teilweise überlastet. Bei der Beurteilung der Dinge muß man zunächst scheiden: Grundschule und.pbere Jahrgänge. Dieje beiden Abteilungen innerhalb der Volksschulpflicht sind bei uns 3war grundsätzlich zu einem System vereinigt, zeigen aber doch in der Braris ein so verschiedenes Gesicht, daß man menn man wollte wie in Wien zwei ganz verschiedene Schultypen mit fpe ziellem Lehrermaterial unter besonderer Leitung machen und die Grundschule in ein besonderes Gebäude( wie in Wien ütlich), die aberen Jahrgänge dagegen( wie gleichfalls in Wien üblich) in ein anderes Grundstüd legen fönnte. Wie sieht es nun mit den Grundschulkindern aus? Nad; Artikel 146 Abs. 1 der Reichsverfassung wie nach dem Grundschul. gees vom 28. April 1920 ist die Volksschule in den untersten vier Jahrgängen die für alle gemeinsame Grundschule. Auf die durch freisärztliche Atteste noch immer leichte Umgehung des Grundſchul. gesezes soll hier nicht eingegangen werden. Nach dem Min.- Erl. vom 16. März 1921 beträgt die Wochenstundenzahl für die vier aufsteigenden Klassen der Grundschule 18, 22, 26, 28. Bielerorts tommen obligatorisch für das vierte Schuljahr noch zwei Spielstunden hinzu, so daß also durchschnittlich auch hier schon 5 Unterrichts stunden auf den Tag entfallen. Immerhin, wird man auf Grund der Stundentafel für die Grundschule von einer Ueberlastung der Grundschulkinder nicht gut sprechen fönnen. In Wahrheit tommt es jedoch in nicht jeltenen Fällen dadurch zu einer Uleber lastung der Grundschulkinder, daß bestimmte Lehrpersonen ihren Stolz darin sehen, den von vornherein für die höhere Schule bestimmten Kindern eine über die Richtlinien und den Speziallehrplan hinausgehende Borbereitung für das Fortkommen in der höheren Schule mit auf den Weg zu geben. Wo das aber der Fall ist, da haben die übrigen Kinder besonders im dritten und vierten Schuljahr eine ganz erhebliche und für die Biele der Bolksschule entbehrliche Mehrbelaftung zu tragen. Denn nach dem Erlaß vom 28. April 1923 ist eine Sonderung der Schüler innerhalb der Grundschule zu dem Zwede, teſtimmte Kindergruppen auf den Eintritt in die höhere Schule vorzubereiten, aus. drücklich verboten. Die Stundentafel an sich fönnte insofern für die Kinder eine Erleichterung bringen, als die Zahl der Religions. ft unden von vier in der Woche ohne Schädigung des Lehr- und Erziehungszieles auf drei herabgefeßt werden sollte. überwiegende Mehrzahl der Kinder im legten Schuljahre( von Sammelschulen natürlich abgesehen) den Konfirmandenunterricht besucht tommen für Aneben und Mädchen regelmäßig zwei meitere Stunden pro Woche hinzu. Wir sind also bei den Mädchen in Klaffe I auf 36 angelangt, bei den Knaben auf 34 Es tommen aber für alle Klassen von der IV. bis zur I. 3 wei obligatorische Spielstunden hinzu. fomit vom 4. Gáruljahre ab aufsteigend mit 30, 32, 34, 34 unb 36 Stunden, die Mädchen mit 30, 32, 34, 34 und 38 Stunden pro Woche belastet. Die Knaben find Gerade für die Reisezeit( Bubertätszeit) muß man gegen eine derartige Anspannung der Jugend Einspruch erheben. Den Schul Leitern ist es mit Recht untersagt, einer Lehrperson sechs Unterrichtsstunden hintereinander anzusetzen. Von den Kindern wird andererseits jedoch verlangt, daß sie hintereinander 6 Stunden aufmerksam fein sollen; denn wir haben ja im Rahmen des Möglichen die umgeteilte Unterrichtszeit. Nun ist zwar verfügt, daß die letzte Stunde eine technische sein soll; wir wissen heute, daß ein großer Streit darüber tobt, ob wirklich eine solche technische Stunde( etwa Turnen, Nadelarbeit) eine leichte Stunde ist, so daß ihr Dasein nicht ins Gewicht fällt. Benn unsere vielfach unterernährten, blutarmen Mädchen 38 Stunden abfizen müssen, dann entfallen auf den Tag im Durchschnitt 6% Stunden. Für die Mädchenschule ist also die reichlich sechsstündige Arbeitszeit nicht einmal eine Aus| nahme, sondern die Regel. Ja, wenn's man bei den 6 Stunden am Tage bleiben fönnte! Aber: mann foll das Kind seine Hausarbeiten machen, ohne die es nun enimal wegen der Uebung des in der Schule meist doch nur oberflächlich aufgenommenen Unterrichtsstoffes nicht geht?. Man bedenke auch, daß mit Schulweg bin. Schulweg her und dem Drum und Dran des Fertigmachens wenigftens täglich eine meitere Stunde perforen geht. Wo bleibt Raum für ruhige Besinnung, für Erholung außerhalb des Steinmeeres der Weltstadt? Wie soll das Kind der berechtigten Forderung der Arbeitsschule nach eigenem Studium von Wissenschaftsgebieten, nach pertiefter Leftüre usw. nachkommen? Wo bleibt Raum für in tensive Musikpflege der feineswegs in geringer Zahl vorhandenen musikalisch begabten Kinder? Mon fönnte die Reihe der Fragen noch fortfeßen. Schließlich sei noch hingewiesen auf die vielen Unterbrechungen des normalen Unterrichtes durch Schul- und Lehrausflüge, durch Besuch von Ausstellungen, Konzerten und Theatern, durch Gang zur Zahnklinit und zum Schularzt usw. usw. Und dann sehe man sich fchließlich einmal den Lehrplan an, ber in leberschäßung des unter den gegebenen Bedingungen überhaupt Erreichbaren so viel fordert, daß jeder Schulaufsichtsbeamte fofern er mur den Millen dazu hat den Machmeis leicht afterfundig machen kann, daß recht mangelhafte Leistungen vorlagen, was so zu verstehen ist, daß ein Verschulden der Lehrkraft vorliegt. Daher: baldige Revision der Richtlinien wie der Speziallehrpläne und wesentliche Herabminderung der Stoffmenge zugunsten verfiefter Durcharbeitung von Lehrgebieten, die auch das Durchschnittsfind geistig durchdringen und zu bewältigen vermag. Dr. Otto Seeling. Der preußische Kultusminister steht dem Plan einer Abend Universität wohlwollend gegenüber, er hat einige theoretische und praktische Bedenten geäußert, mit denen sich die Schrift aus einandersetzt. Sunächst wird der Einwurf gemacht, die Universitäten seien in erster Linie wissenschaftliche Forschungs. Werfen wir nun einen Blick auf die oberen Jahrgänge institute, nicht bloß Fachschulen zur Vorbereitung auf afa der Volfsschule. Hier liegen die Verhältnisse für die Kinder wesentlich demische Berufe. Die Studenten der Abend Universitäten selen aber ungünstiger. Das Stundenmaß ist recht hoch. Die tägliche aus Beitmangel nicht in der Lage, fich wissenschaftlicher Forscher Unterrichtszett beträgt bis zu 6 Stunden und mehr. arbeit zu widmen. Darauf ist zu erwidern, daß die über Nun haben zwar die Richtlinien zur Aufstellung von Lehrplänen wiegende Mehrheit der heutigen Studenten an der Uni für die oberen Jahrgänge der Boltsschulen( 15. Oftober 1922 versität lediglich Berufsvorbildung sucht und daß die U. III. A. 2060) bie Möglichkeit gelassen, die wöchentliche Stunden wissenschaftlich Forschenden unter den Zehntausenden von Studenten zahl in den Klassen IV, III, II und I um zwei herabzusetzen. In eine verschwindende Minderheit bilden. Die Universität ist Knabenschulen darf z. B. Rechnen und Raumlehre anstatt mit heute tatsächlich Berufshochschule und es hat 5 Stunden im 5. Schuljahre auch nur mit 4 Stunden angejezt feinen Sinn, fich dieser Tatsache zu verschließen. werden, in den nächsten Schuljahren stalt mit 6 nur mit 5. Für das Die Abend- Universität wird feineswegs nur das Fachwissen verftebente und achte Schuljahr darf Deutsch anstatt mit 7 Lektionen nur mitteln, sie wird den Horizont ihrer Hörer auf jede Weise zu er mit 6 auftreten usw.( Bgl auch die Tabellen auf S. 164/165 in See weitern suchen, etwa durch allgemeine Vorlesungen und Kurse. Es ling: Taschenbuch für Volksschullehrer und Schulamtsbewerber. ist immer festzuhalten, daß die neue Einrichtung nur reife Berlin 1928.) Menschen aufnehmen wird, die ernsthaft ein Ziel verfolgen und Wenn die einzelnen Schulverwaltungen von diesem Rechte Ge besondere Begabung befizen, also Menschen, die ein höheres Niveau brauch gemacht hätten, dann wäre der Bektionsplan vom schulhygienungen des Statistischen Reichsamtes wieder ein weit größerer Za haben als der Durchschnittsstudent. Der Erfolg der Abend nischen Standpunkte aus viel erträglicher. Man mochte und Gymnasien erweist, daß unter diesen Umständen Leistungen möglich fonnte seinerzeit sich mit Rücksicht auf die vielen stellungslosen find, die das Gewohnte weit überragen. Erinnert sei auch daran, Junglehrer zur Kürzung nicht gut entschließen. So entschied daß fehr viele wichtige Entdeckungen und geistige Großtaten von sich auch Berlin für die höhere Stundenzahl der Richtlinien. Das Musenfeitern stammen, die erst nach ihrer Berufsarbeit sich Bild für die Reichshauptstadt ist daher folgendes: Maffe IV. 30. Bo ihrem geistigen Schaffen widmen fonnten. denstunden, Klasse III 32, Stasse II 32, Klasse I 32. Für die Mädchenschulen ergibt sich wegen des Unterrichtes in Hauswirtschaft für Riaffe I sogar bie Zahl 34. Das ist aber noch nicht alles. Da ble Der Einwand des Ministernums, die Gründung der Abend Universität werde eine Abwanderung der Stubenten von der Tages. " 7 Schülerzunahme in unteren Mittelschulklaffen Die Zahl der in die Eingangsshisen der höheren Lehranstalten Deutschlands eingeschulten Rinber war von 1926/27 bis 1929,30 als Folge der Kriegsgeburtsjahrgänge sehr gering. In dieſen Jahren traten durchschnittlich etwa 43 000 Snaben und 22 000 Mädchen gegen 79 000 Knaben und 41 000 Mädchen in 1921 in die höheren Schulen ein. In den nächsten Schuljahren dagegen ist nach den Aufzelchgang zu den höheren Lehranstalten zu erwarten, da nunmehr die in den ersten Nachkriegsjahren geborenen Kinder der Grundschule entwachsen. Ostern 1930 werden etwa 1,3 millionen Kinder das vierte Volksschuljahr beenden gegenüber 600 000 bis 700 000 in den Borjahren. Edhähungsweise werten Dftern 1930 im ganzen Reich etma 83 000 naben und 42 000 Mädchen in die Eingangs afsen der höheren Lehranstalten eintreten, das find rund 40 000 Knaben und 20 000 Mädchen mehr als in den Jahren 1927 bis 1929. (16. Fortsetzung� Hurt tnftruiert Äräppli. Hurt thronte majestätisch vor seinem Schreibtisch. Kräppli dienerte vielmals, als er stch durch die Türe schob. Diesen achtungs» vollen Gruß erwiderte Hurt nur durch ein flüchtiges Nicken. Gr hatte Falten zwischen den Brauen. „Was heißt das? Ich höre, daß Sie zu Matthe? gegangen sind. Lieber meinen Kopf weg. ohne mich zu fragen?" examinierte er. „Herr Hurt, es war nur so ein schneller Einfall'. Eigentlich Aufalli" „Dafür wissen Sie meine Telephonnummer", wies ihn Hurt unerbittlich zurecht. „Entschuldigen Sie meine Eigenmächtigkeit!" Kräppli konnte sehr untertänig sein, wenn es darauf ankam.„Ich Hab doch bei Mart nichts verloren. Sehen Sie, für mich ist Matthes aus- gezeichnete Reklame, das wissen Sie ja. Und auch so, ich Hab nun mal die Lossion. Ohne das Drum und Dran beim Sport kann ich nicht leben. Herr Hurt wissen ja, daß ich in keiner Weise irgend- wie Ihren Interessen zuwiderhandeln würde!" Die Iupiterstirn entwölkte sich zu Kräpplis Erleichterung. „Na, wir wollen sehen. Wohin waren Sie denn eigentlich mit Matthes gefahren?" „N— ja." Kräppli sah den Mächtigen unsicher an. Es war ein« ganze Liste Eigenmächtigkeiten, die er da zu verantworten hatte./ „Matthes beklagt sich, daß ihm beim öffentlichen Training die Ruhe fehlt." „Matthes bildet sich Nerven«in, lachhaft! Wenn ein Mensch so robust ist wie Tom, dann kann ihm ganz Berlin beim Training zusehen." „Sie wissen ja, Herr Hurt, des Menschen Wille ist sein Himmel- reich!" .„Mein Wille ist das Himmelreich der Leute, die ich manage." Hurt sah den Masseur durchdringend an.„Ich wünsche nicht, daß sich irgend etwa? daran ändert." Kräppli konnte sogar bieder aussehen, wenn er mußte. Er machte seine ehrlichsten Augen.„Gestatten Sie mir ein aufrichtiges Wort, Herr Hurt. Sie haben Matthes mit Herrn Marder zusammen- gebracht." „Es ist notwendig, daß auf den Jungen aufgepaßt wird." „Natürlich. Herr Hurt, natürlich. Aber er kann doch den Morder nicht riechen. Warum, weiß ich nicht. Ich denke mir, der Matthes ist zu geradeaus. Macht mal sein Späßcheii. Und dem Marder fällt immer gleich'ne Perle aus der Krone." Hurt lächelte. Kräppli fühlt«, daß er Oberwasser bekam. Munter schwatzte er weiter.„Sehen Sie mal. ich weiß ausge- zeichnet mit Tom umzugehen. Er hat mir sogar das ,du" angeboten. Ist'n frischer, netter Kerl. Der wäre bei mir in bester Hut. Herr Hurt! Natürlich alles noch Ihren Direktiven, Herr Hurt!" Kräppli wachte seinen tiefen Diener. Hurt dachte einen Augenblick nach. Dann nickte er gnädig. Das Schwerste ist geschafft, dachte Kräppli. „Sie hoben mir aber immer noch nicht erzählt, wohin Sie mit Tom gefahren sind!" „Das war wegen dem Training, Herr Hurt. Mir ist da'ne Aeußerung entrutscht. Herr Burkhardt hat da draußen so'ne kleine Klitsche. Und ich erzähl das so beim Massieren. Do war Tom gleich Feuer und Flamme und— Herr Burkhardt wollt' sie doch ver- kaufen— ich mußte dann gleich anrufen und wir sind rousgesahren." „So—." Eine lange Pause olympischer Uebcrkegung folgte. „Im Prinzip habe ich nichts dagegen einzuwenden. Aber für die Zukunft, lieber Kräppli, wünsche ich. daß ich von jedem Entschluß meines Borerz vorher unterrichtet werde. Wenn wir zusammen arbeiten wollen, dann richten Die sich danach." Kräppli war zu glücklich, die Klippe so folgenlos umschifft.zu haben, um nicht ein strahlendes Gesicht zu zeigen. Cr legte die Rechte auf feine Brust.„Mein Ehrenwort, Herr Hurt. Herr Hurt können sich ganz auf mich verlassen." „Wir sind also einig, Kräppli. Sie hallen mir den Mann gut. Er ist jung und unausgcgeben. Aber er muß mit seinen Kräften haushatten. Er hat da eine verständnisvolle Freundin— ich weiß nicht, ob er---." „Berstehe, Herr Hurt, oerstehe. Werde mich danach einstellen." Wenn sie mir paßt, dachte er dabei für sich. „Ich habe für die nächsten Wochen eine neue Tournee durch viele deutsche Städte festgelegt. So alle zwei, drei Tage einen Kampf" „Alle zwei, drei Tage? Wird er das machen können?" Kräppli >1-achte ein bedenkliches Gesicht. „Sie werden ihn unterstützen. Der dars gar nicht solch« Ge- danken haben, wie Sie jetzt. Unter uns, Kräppli. eine Leichenschau!" „Ah!" Ein Grinsen überzog Kräpplis Gesicht. „Ausgezeichnete Namen. Alte Herren, die noch schnell das Geld mitnehmen wollen. In Deutschland ist Konjunktur für aufgewärmte ausländische Leichen. Zwei, drei Runden machen sie, dann haben sie chr Geld verdient. Und für Tom ist das nötig. Er muß seinen Rekord stärken. Also unterstützen Sie sein Selbstbewußtsein. Sie sthen. Kräppli. Sie haben mein Vertrauen. Also, Mund hallen!" Kräppli dienert« stumm. „Vielleicht können wir schon Ende dieser Woche los, ziehen. Viel Training braucht er ja nicht. Ist ja eine Muskelmaschlne." „Ist gut, Herr Hurt, ich werde bereithalten." „Ich gehe nachher selbst zu Matthe», um mit ihm zu roden. Sie wissen von nichts." Marder sliegt. Kroppk verabschiedete stch ehrfurchtsvoll. Innerllch triumphiert« er, Dos war«in Dienst nach seinem Sinn. Kleine Intrigen, Auch. dabeisein. Schwatz überall. Sein« Name wurde wieder genannt. Die ollen Rennfahrer, die nun schon längst nicht mehr die Pedale traten, die großen Herrenreiter, die Damen, die«Inen Masseur von Ruf schätzten, sie alle konnten wieder mal feststellen, lesen und hören. daß ohne Kräppli kein Mann groß werden konnte. Es lohnt« stch -Iis all« Fälle, der Masseur eines großen Sportsmonns zu fein. Er nahm sich«in Auto und fuhr schnell zu Tom. ««hon eine halbe Stunde rannte er gewichtig um rhn herum und bediente ihn von vorn und hinten, als plötzlich lautlos der mißmutige Herr Marder eintrat. „Tag, Herr Matthes", grüßt« er mit seinem unausstehlich ge. zwungenen Lächeln.„Bißchen spät heute geworden, wie?" „Viel zu früh." Morder sah mißvergnügt auf den kleinen Kräppli, der eben die Hausschuhe hereinbrachte.„Was machen Sie denn hier?" herrschte er ihn an. „Das geht Sie den Deibel an," stellte sich Tom vor seinen Unentbehrlichen. „Ra, erlauben Sie mal, ich muß doch wissen, wer hier bei Ihnen ein- und ausgeht?!" „Ach nee— sind Sie aber neugierig! Ist ja'ne ekelhafte Eigenschaft. Wie ein alles Klatschweib." „Das ist meine Pflicht! Das ist mein Recht!" vergaß sich Marder hitzig.„Ich habe Herrn Hurt Bericht abzustatten, wer und.. „Da—." Tom war mit einem Satz auf Marder zugesprungen. der entsetzt um den großen runden Tisch flüchtete. „Das habe ich ja bloß hören wollen, das ist es ja? Dicker, 'n Besen, ober schnell!" Kräppli ließ sich das nicht zweimal sagen. Er lief wie«in Wiesel in die Küche. Marder hinter ihm her, dann kam Tom. Ans dem Korridor riß Marder die Flurtür auf und raste die Treppe hinunter. Kräppli kam mit seinem Besen im nächsten Augenblick, ober schon zu spät. Unten halle Frau Iacklowicz, durch den Lärm überrascht, die Tür geöffnet. Sie sah Morder an sich vorbeisausen, und hörte, daß Tom zu jemandem sprach. Was es war, verstand sie nicht. Aber sie wurde unruhig. „Herr Matthes?" fragte sie laut. Keine Antwort erfolgte. Tom stand bockig in seiner offenen Flurtür und überlegte, wie er sie abhalten tonn«, heraus zu kommen. Erst mußte er Klarheit haben, wie das mit ihr und Hurt stand. Und überhaupt... Jung? Schon? Schlank? „Herr Matthes!" Sie rief noch einmal. Süß und flehend. Tom zog sich vorsichtig auf den Zehenspitzen in den Flur zurück. Frau Iacklowicz stand unten und lauschte nach oben. Sie warteten beide. Endlich schloß die Frau ihre Tür und kam herauf. Tom knallte die Tür zu und ging in sein Zimmer. „Was war denn das?" fragte Kräppli und machte runde Augen. Tom sah ihn mft schiefem Kopf an. Er würde es ja doch erfahren, wenn er hier aus? und einging. „Nischt. Bloß'ne Freundin, die.'n bißchen eifersüchtig ist." „Und du schmeißt ihr die Tür vor der Nase zu?" Kräpplis Augen wurden vor Neugierde blank.„Dein Typ?" forschte er und leckte sich die Lippen. Tom wurde mürrisch.„Quatsch nicht!" Plötzlich kftrnjelte es. Kräppli rannte hinaus. Das war sie sicher. Toms Wirtin war ihm schon zuvorgekommen. Es war aber nicht die Vermutet«, sondern Hurt stand da. Er beachtete Kräppli kaum. Sagte nur flüchtig„Guten Tag". Dann ging er mit schnellen Schritten durch den Korridor und öffnete die Salontür.„Guten Tag, Tom." „Guten Tag. Herr Hurt." Tom ärgerte sich. Er war etwas befangen wegen der Sache mit Marder.„Den Marder habe ich rausgeschmissen", sagt« er plötzlich ohne Einleitung und ahn« Sinn Hurt lächelle leise. Er fühlle den Respekt, den Tom vor ihm hatte.„So— und dafür Masseur Kräppli genommen, wie ich sehe!" „Na ja, der ist sehr gut für mich", sagte Tom. Er wurde ohne Grund gereizt. „Gut. Den Marder brauche ich sowieso notwendig. Aus einer Tournee sind tausend Kleinigkeiten, die erledigt sein wollen." Tom war froh. Insgeheim Halle er stch all« möglichen Ge- danken darüber gemacht, wie Hurt den endgültigen Rausschmiß Marders wohl aufnehmen würde. Hurt ging schnell zum Geschäftlichen über. Tom war etwas erstaunt und gor nicht recht zufrieden, daß am Anfang der nächsten Woche die neue groß« Tournee beginnen sollte. „Ich bin doch gor nicht in Form. Herr Hurt", meinte er ärgerlich. „Vier, fünf Tage kannst du immerhin trainieren. Außerdem nehmen es die Leute in der Provinz nicht so kritisch wie hier." Tom machte allerlei Einwände. Hurt sah ihn groß an. Der lang« Bengel schien Größenwahn zu bekommen. Erzählt« was von Kopfschmerzen und Magenverstimmung. Wie ein« Filmdiva. „Also, bille keine Umstände, Tom. Du boxt! Es gibt noch andere Boxer außer dir, mein Junge, die sich fteuen, wenn sie solche Tournee mitmachen können." Er schweifte dann sofort vom Thema ab. Für ihn war der Fall erledigt.„Was macht denn Frau Iacklowirz?" Toms Gesicht verfärbte sich etwas.„Was weiß ich?" „Ach? Hör mal» dos laß! Diese Frau ist reizend! Sei nicht un- dankbar. Sie riskiert deinetwegen allerhand. Außerdem ist sie kein kleines Mädel. Sie spekuliert nicht, sie fordert nicht, sie gibt einfach. Sie liebt dich wirklich." „Na, ja." Tom war gerührt.„Sie ist ja auch sehr nett." Ein Abschied. Wenn man vom Deubel spricht, dann kommt er. Den Ge- danken konnte Hurt von Toms Gesicht ablesen, als draußen dos verabredete Klingelzeichen Frau Iacklowicz' ertönte. Kräppli horcht««ms. Er horchte aus Geschäftsinteresse und noch mehr aus angeborener Indiskretion Jetzt kam sie. Er er- kannte die Stimme, die vorhin heraufgerufen halle. Die Rassige, die Schlanke kam nun, dacht« er und war sehr gespannt. (Fortsetzung folgt.) «» «« FÜR DEN KLEINGÄRTNER. U«MunnwimmiiHunniniiinMiinimnfiinmnmiüranniinimUHitumuiimiinnaiiiiiininuBniuiiuinnimiiiiiniiiHiiirainiuuiiiiinitiuuraiiaiiiiiiiiiinmiiniiiiiiiiiiiiiiiminiiniiiiiiiiaiimHimii» Olas im Garten. Aus dem modernen Garten sind alle jene Ornamente ver- schwunden, die in der Zeit des verstaubten Makart-Buketts Natur durch Kunst zu ersetzen bestimmt waren. Wie im Zimmer heute ein« oder wenige Blumen in emer gefälligen und deshalb trotz billigen Preises künstlerisch wirkenden Vase uns erfreuen, so sollen auch im Garten nur Blumen und Gehölze zu uns„sprechen". Die früher so beliebten Erzeugnisse einer Tonindustrie oder Zement- perarbellung nötigen uns nur noch ein Lächeln des Mitleids ob. Da» einfache, weih gestrichene Staket, an dem Schlingpflanzen oder Kletterrosen sich emporwinden, ist an deren Stelle getreten und Lust und Licht— nicht nur wichtig für Blumen, fondern auch für Menschen— fluten ungehindert durch den Raum. Seit kurzem aber ist wieder ein Erzeugnis der Technik gerade w dem modernen Garten heimisch geworden: dos Glas. Man macht von ihm ja vielfach Gebrauch im modernen Bauwesen, und wenn auch das „Haus ganz aus Glos" wohl nur ein« Ausnahm« fein wird, so spiell doch die Glaswand schon eine ganz bedeutende Äotte- Si« in den Garten zu versetzen— die Vorteile der gesteigerten Wärm«, der erhöhten Helligkeit und des wohlluenden Gefühls der Geborgenheit sprechen in hohem Maße zu ihren Gunsten. Eine Stärk« von 4 Millimeter genügt der Beanspruchung durch Sturm: ihre Befestigung geschieht durch Eisen, das wenig Platz beansprucht. Natürlich erfordert die Anbringung einer oder mehrerer Wände Rücksichtnahme auf die Raumwirkung, und jedenfalls wind man sich vor einem zu viel hüten müssen. An Stelle der früheren Holz- laude gewährt die Glaswand unseren Stühlen eine bequemer« Unterbringung und unseren Augen frohe Blicke aus die in ihrem Schutz sich besonders schön entfaltenden Blüten.?. v. Der Samenbedart. Um unnötige Ausgaben für Samen zu vermeiden, ist es not- wendig, sich über Samenmenge pro Gramm und über Pflanz- weite zu orientieren. Von den Kohlarten enthäll l Gramm Samen 300 bis 350 Körner. Bei den frühen Sorten erfolgt das Pflanzen mit etwa 50 Zentimeter Abstand und es gehen hierbei auf 1 Ar(100 Quadratmeter) 400 Pflanzen und auf den Morgen 10 000 Pflanzen. Der späte Kohl wird mit 60 bis 70 Zentimeter Abstand gepflanzt, so daß auf den Morgen etwa 6000 Pflanzen kommen. Zur Erziclung von 6000 Setzpflanzen rechnet man aber wegen etwaiger Verluste mit einer Verwendung von 30 Gramm Samen. Bei Mohrrüben sind in einem Gramm Samen 700 bis 800 Körner enthalten. Knollenselleri«: 1 Gramm— 2250 bis 2400 Körner. Entfernung 30 bis 40 Zentimeter. Wurzel- petersilie: 1 Gramm— 240 Korner. Pflanzweite in Reihen von 20 bis 26 Zentimeter und Verziehen auf 10 bis Itz Zentimeter. Für 1 Ar etwa 20 Gramm Aussaatmengs. Porree: 1 Gramm --- 350 bis 400 Korner. Abstand 25 Zentimeter. Ertrag etwa 1600 Stück pro 1 Ar. was als Samenmenz« 5 Gramm erfordert. Für Oberkohlrobi— 1 Gramm-- 300 Korn— wird als Pflanzweite der frühen Sorten 20 bis 25 Zentimeter gerechnet. Das ergibt je nach Anordnung, ob im Quadrat oder im Dreieckverband gepflanzt, pro Ar 1600 bis 2500 Stück. Auf den Morgen ergibt sich ein Ergebnis von 40 000 bis 60 000 Stück. Di« späten Sorten pflanzt man mit einem Abstand von 30 bis 50 Zentimeter. Kohlrüben— 1 Gramm-- 250 bis 300 Korn— geben bei 40 bis 60 Zentimeter Pflanzweife auf 1 Ar 420 Stück Ertrag. Bei Spinat hat 1 Gramm nur 70 Körner; man wird für 1 Ar 250 bis 400 Gramm, für 1 Morgen, in Rechen gedrillt, 7 Kilogramm benötigen. Bei Salat liefert 1 Gramm 1000 und mehr Korn: auf 10 Quadratmeter pflanzt man 160 bis 170 Pflanzen. 10 Gramm Bohnen ergeben bis 20 Bohnen; bei 50 Zentimeter Abstand sind für 1 Ar 1000 Gramm Bohnen aufzuwenden. Von Erbsen gehen 25 bis 40 auf 10 Gramm, für 1 Ar rechnet man 1,5 bis 2,5 Kilogramm. P. D, Verjüngung von Wiesen, Die Ernte des ersten Schnittes der Wesen vernichtet grade die besten Gräser, ehe sie in Samen gegangen sind, so daß die Folge eine allmähliche Verarmung der Wiese an gutem Material und Ueberwiegen der weniger wertvollen Gräser sein muß. Um diesem Uebelstande abzuhelfen, kann von Beginn des Frühjahrs an«nc auf Verjüngung zielende Neusaat vorgenommen werden. Je nach dem Boden(Lehm, Sand, Kalk. Torf, Moorwiese sowie Bewässe- rungswies«) wird die Zusammensetzung der Klee- und Grasmischung sein, die man für eine solche Nachsaat anwendet. Da viele Gras- arten auf emer Wisse sich vorfinden müssen— schon um zu ver- hüten, daß bei völlig einheitlichem Bestand ein der betr. Srosart ungünstiges Jahr die Wiese Vernich'«— weisen die angedeuteten Mischungen wohl 20 und mehr Arten auf. deren Vorhandensein eben die Grundbedingung für das üppige Wachstum ist. Es feien neben den Kleearton als Bestandteile der Mischungen genanm: Wiesenfuchsschwanz, gemeines Rispengras, Wiesenschwingel, Glanz- gras, englisches Raigras, Wiesenrispengras, Knaulgras, Goldhafer. Fioringras, Ruchgras, Zlltergras, Tinwchee. Man rechnet auf den Morgen etwa 30 Pfund einer solchen Mischung.. P. D. Das fiuhn im Winter. In den Monaten Dezember, Januar, Februar dürfen wir von unseren Hennen nur dann Eier erwarten, wenn wir richtig füttern. Eine einseitige Äörnersütterung, wie sie vielfach verabreicht wird, ist ihnen keineswegs zuträglich. Man sorge daher stets für Ab- wechslung im Futter. Aellere Hühner, die bis zum Herbst ge- mausert haben, benötigen ein« besonders fettreiche Nahrung. Diese soll vor allem blutbildende und kalkhaltige Stöfs e, sowie Kieselsäure entHallen: denn diese Stoffe sorgen u. a. auch für Neubildung der Federn, die den Hühnern auch jetzt so sehr nötig sind. Dem übrigen Federvieh, das jetzt unbedingt Auslauf haben muß. gebe man des Morgens, sobald es hell wird, etwa 40 Gramm warme Kartoffeln. 8 Gramm Serradellaspreu oder Klcehcuabfall. der am Abend vorher gebrüht sein muß. Ferner 10 Grannn Weizentlsie und ebensoviel Fischmehl; sventucll kann man auch 15 Gamm Knochenschrot geben. Bleiben die Hühner msolge lallen, schlechten Wetter, im Stall. so gebe man ihnen nur die Half'« der angegebenen Futtermenge aus Pfannen. Holzdeckeln oder Kartonpappe. Die andere Hälfte oerabreiche man ihnen um die Mittagszell. Das Abendfutter— etwa 45 Gramm Körner— wird eine Stunde vor dem Schlafen- gehen ausgestreut, und zwar bei schönem Wetter und trockenem Boden auf dem Hos(weit ausstreuen), und bei schlechtem, feuchtem. schneebedecktem Boden im Scharraum. Hier streut man es am besten ins Stroh. Roggen und Rundmais füttere man besser nicht, wohl ober abwechselnd bzw. gemischt Haser, Weizen, Gerste und gerissenen Pferdezahn. Bei wärmerer Witterung lasse man die Gerste fort. G, E. Arbeitersport und Herbergsbewegung Die Pflicht zur Mitarbeit. Für Jugendliche unter 20 Jahren und solche bis zu 25 Jahren, die sich noch in der Berufsausbildung befinden( much Studier ande), werden zur Benutzung der Jugendherbergen Bleibenausweise für 50 Bf., für Jugendgruppen ber als förperschaftliches Mitglied eingetragenen Bereine Führerausmeise für 25 Bf. ausgegeben im letzteren Falle find Einzelausmeise der Fahrtteilnehmer nicht er. forderlich. So gibt die Mitarbeit am Jugendherbergswert Rechte und Pflichten, deren sich jeder gute Jugendführer heute nicht begeben follte. Jugend im Verein. Sport- und Wanderverein statt Tanzboden! Jugend gegen eine tombinierte Mannschaft aus ben Bereinen Einigteit, Friedrichshagen, und Alt- Wedding startet. Die Rämpfe beginnen um 19 Uhr. Alle Interessenten des Arbeitersports find herzlich eingeladen. Hinein in die Fluten! Schwimmübungsstunde der Frauengruppe 2ichtenberg der Freien Schwimmer Groß- Berlin E. V. Hei, ist das ein Leben und Treiben! Das feuchte Element scheint die Lebensgeister am Lange vor Beginn schon stehen die stärksten anzuregen. Schwimmerinnen vor der Glastüre, dann eins zwei ausgezogen und unter die vorschriftsmäßige Dusche. Erst mit, dann mit ohne" Badeanzug und dann kommt der heißersehnte Augenblic: Rin in Babeanzug und dann kommt der heißersehnte Augenblic: Rin in die Fluten! Eine bunt zusammengewürfelte, fröhliche Gesellschaft tummelt sich im Wasser: Babeengel zwischen 6 und 50 Jahren. Die fleinen Steptes versuchen sich in dem teinen, totsicheren Baffin in den ersten Schwimmübungen, dirigiert und beobachtet von den Schwimmlehrern. Es wird aber ohne jedes Requisit Schwimmen galehrt, fein schüßender Korfgürtel oder sonst ein tragender Behelf tommt zur Anwendung. Zuerst wird das Ab gleiten geübt, dann tommen nach und nach die Arm- und Bein stöße und eins, zwei, drei schwimmt man sich frei. Im tiefen In der Zeitschrift Das Junge Deutschland", 24. Jahr Beden wird inzwischen schon tüchtig trainiert. Eine Fünfzehn gang, Heft 1, berichtet Gemerbelehrer Emil Reifchies über das jährige ist ein richtiger Matador am Sprungbrett. Aus 3 Meter Ergebnis einer Niederschrift mit dem Thema„ Was bedeutet mir höhe taucht fie sicher und grazios im Sprung in die Fluten, dann meine Familie?" pon etwa 1200 Schülern der Berufsschulen. Ge- springt einer der Schwimmparte in einem prächtigen Doppelfalto. merbelehrer Reischies hat sich in seinem Bericht darauf beschränkt, Fünf männliche und 15 weibliche Schwimmwarte beaufsichtigen die Niederschriften hinsichtlich der sonstigen Lebensgestaltung der und dirigieren die Uebungsstunde. Die Gruppenleiterin, megaphon Berufsschüler außerhalb der Familie zu unterfuchen. bemaffnet, schreitet die feuchte Front ab, dann stellt sie ihre MannBie start die Berbundenheit der Jugendlichen mit dem Berschaft zusammen und es wird ernsthaft erst im Trodenen, dann im feuchten geübt Reigen in den verschiedensten Zusammen ainsleben ist, mag daraus zu ersehen sein, daß verhältnismäßig stellungen, ein Stern, ein Kreuz; eine Figur geht in die andere menig Schüler an dieser Erscheinungsform des modernen Jugend über, dann löst sich wieder das Ganze zum Streis auf und es ent lebens norbeigegangen sind. Bon den etwa 1200 Jugendlichen haben fich rund 800 über diese Frage geäußert, wobei zu beachten ist, daß stehen kunstgerechte, wirklich hübsche Figuren. Nach dem Reigenbei der Einfühlung in das Thema Dom Lehrer vermieden wurde, Schwimmen gibt es eine Viertelstunde Kürbaden, im Inftigen Gedieses Problem aus der großen Menge anderer Fragen besonders tümmel versucht sich mit frohem Lachen die ganze Gesellschaft und die männlichen Schwimmer müssen fleißig ihre fräftigen Schultern herauszuheben. Bemerkt wird ferner, daß sämtliche Jugendliche in den Dienst des fröhlichen Spieles ftellen. Gegen 300 Schwimmer Lehrlinge im Alter von 14 bis 17 Jahren waren. Die Frage, warum der Jugendliche zum Jugendnerein geht, wird in einer großen Zahl und Schwimmerinnen bevölkern an einem solchen Abend das Bad es sind aber auch schon 500 und 600 gemejen- und es läßt sich Niederschriften eingehend behandelt. Der Eintritt in den Jugend denten, welch großes Maß an Sport- und Lebensfreude fich hier Derein jetzt oft eine leberwindung von Hindernissen voraus, die den dem Besucher offenbart. Eine wirklich gut ausgenußte Freifiunde, Jugendlichen von den Eltern oder den sonstigen Erziehungsberech die den äußeren und inneren Menschen kräftigt und stählt. C. K. tigten in den Weg gelegt werden. Die Darstellung gab einen tiefen Einblick in die Welt der Spannungen, in der ber Jugendliche lebt. In der Berliner Arbeitersportbewegung fann man sich| Jugendherbergen. In Deutschland gibt es deren allein 2200. Auch zt wieder den Aufgaben zuwenden, die außerhalb des engen die 130 der Randgebiete der Tschechoslomatei stehen zur Benugung Organisationsrahmens bestehen. Hierher gehören in erster frei. Linie alle Verbindungen mit amtlichen und halbamtlichen Inftitutionen. Erfreulicherweise hat die Neufonfolidierung der Berliner Arbeitersportbewegung nunmehr auch die letzten Hemmungen, die aus einer plendorevolutionären und scheinConte bar antibürgerlichen, in Wirklichkeit aber eigenbrötlerischen Stellungnahme entsprangen, beseitigt. Am längsten hielt sich diese Oppositionsstellung gegenüber der Jugendherbergsbewegung: ja felbft heute sind viele bundestreue Bereine und Mitglieder noch nicht von dem Wert der Jugend herbergsarbeit und der Pflicht zur Mitarbeit überzeugt. In einer Zeit, mo piele, viele Jugendliche in den Bereinen Jugendabteilungen bilden, ist Abstinenz auf dem Gebiete des Jugentherbergswesens untragbar für eine gedeihliche Entwicklung jeder Jugendarbeit. Dazu tritt, daß andern zu einem wichtigen Ergänzungssport murde. Wichtig ist dabei die Schaffung von Banderstützpunkten. Da genügen die heute glüdlicherweise nicht mehr fo feltenen Turner, Baſſerſport- und Naturfreundeheime der Arbeiterorganisationen nicht mehr, um allen Anforderungen gerecht zu merden. So groß und umfassend heute bereits das aus eigenen entstandene Berf der sozialistisch denkenden Arbeiterschaft auch ist, fo follte niemand daraus den Gedanken entnehmen, daß die gerade auch aus Steuermitteln der Arbeiterschaft geschaffenen öffent lichen Einrichhmgen nicht auch in Anspruch genommen werden hürften. Niemand hat ein größeres Recht dazu als gerade unsere Arbeiterjugend. Und unter solchen öffentlichen Einrichtungen find die Jugendherbergen in erster Linie zu nennen. Benn vor dem Kriege die Jugendherbergsbewegung typisch bürgerlich- nationalen Charakter trug, so hat sich jetzt, besonders in den letzten fünf Jahren, ihr Besen völlig verändert. Heute wirten in fast allen Gauen Deutschlands Vertreter der Arbeiterorganisa tionen atiin und entscheidend mit. Dem erweiterten Borstand des Goues Mart Brandenburg gehört. neben Bertretern der Arbeiter, Angestellten- und Gewerkschaftsjungend auch der Genoise Dehlschläger als Bertreter des Provinzialsportfartells an. Jede aftive Mitarbeit ist aber abhängig von der tatkräftigen Unterstützung durch die Organisationen. Deshalb tut jeder Berein, jebes Mitglied über 20 Jahre gut, fich als förperschaftliches resp. Einzelmitglied ( Beitrag jährlich 3,75 M.) der zuständigen Ortsgruppe anzuschließen. In Berlin besteht in jedem Verwaltungsbezirf eine Drisgruppe des Reichsverbandes für deutsche Jugendherbergen". Aus der mit gliedschaft ergibt sich die Möglichkeit verbilligter Benutzung der Internationaler Arbeitersport. Arbeitersportverband in England. Nach einer Antündigung im„ Daily Herald" findet am 20. Fe. bruar in London eine Sporttonferenz ber Londoner Arbeiterpartei unter dem Borsiz des Berlehrsministers Herbert Morrison statt. Die englischen Gewerkschaften haben großes Intereffe an der Schaffung einer englischen Arbeitersportbewegung und find die Anreger zu der Londoner Konferenz. Seit drei Jahren gibt es in London eine Sportorganisation der Arbeiterpartei, die Fußball und Cridet- Bereine zusammengefaßt hat. Es ist beabs fichtigt, über die Londoner Sportorganisation hinaus alle bestehen. den Sportvereine der Gewerkschaften, Genossenschaften und der Arbeiterpartei zufammenzufassen. Auf dieser Grundlage foll eine Arbeitersportorganisation für ganz England auf gebaut werben. * 2018- sino Der 1928 gegründete Dänische Arbeitersportbund, her gegenwärtig 25000 Mitglieder umfaßt, hat auf seinem legten Kongres offiziell befchloffen, der Sozialistischen Arbeiter sportinternationale beizutreten und feinen inter nationalen Spiel- und Sportverkehr mir noch nach den für die SASI geltenden Richtlinien durchzuführen. Die Kommunistische Sportinternationale hatte gleich nach der Gründung des dänischen Berbandes eine dänische Fußballmannschaft nach Rußland eingeladen, um Stimmung für den Anschluß an die Mostauer Sportinternatio. nale zu machen. Die dänische Mannschaft war wohl in Rußland, aber bie tommunistischen Anschlußbemühungen blieben, wie der Rongreß lehrte, erfolglos. 2m 7. und&. Februar 1930 findet in ien eine Sigung ber Egetutine ber Sozialistischen Arbeitersport Internationale ftatt. Sie wird sich befaffen mit der Durchführung der Beschlüsse bes V. Rongreffes in Brog, den finanziellen Plan der Internationale für 1930 festlegen und die Beschidung der Berbandstongreffe und Beranstaltungen beschließen. Ein Tätigkeitsplan der Internationale und ihrer Landesverbände für das Jahr 1930 soll entworfen werden. nationalen Bürofigung beschließen. Gleichzeitig findet mit der Erefutive in Bien eine Sigung des Aktions- und Finanzausschusses ber II. Arbeiter- Olympiade statt, in der man sich mit den finanziellen Fragen der Olympiade beschäftigen wird. In der überwiegenden Mehrzahl der von Gewerbelehrer Reischies untersuchten Niederschriften der berufstätigen Jugendlichen mird von ihnen unter Jugendverein" im allgemeinen ein Turn, Sport- oder Banderverein verstanden. Schützlinge der KPD.! Sie singen in teutschen Vereinen vaterländische Lieder! Im Bezirt Halle gibt es den Turnverein Budwig Jahn". Eisleben, der dem Arbeiter- Turn und Sportbund angehörte. Submig Jahn", Eisleben, führt seit geraumer Zeit einen& ampf gegen den Bund. Bersönliche Berhandlungen find in Eisleben geführt worden, aber niemals war es möglich, den Berein zur An. erfennung der Bundesbeschlüsse zu bringen. Seine Mannschaften fpielten mit Ausgeschloffenen; Mitgliedern der SBD. wurde die Aufnahme verweigert und vieles andere mehr. Jest lehnte dieser revolutionäre Verein" sogar die Einführung des von den Bundes instanzen vorgeschlagenen Bereinsftatutes ab mit der Begründung, daß fein Statut für ihn maßgebenb lei, baß er nicht daran dente, die Bundesstatuten zu führen. Er erblickt in der Annahme der Bundesstatuten eine fozialfafchistische Tat". Der Verein ist inzwischen mit fliegenden Fahnen in den tom. munistischen Sportverband gezogen, wo er mit Freudengeheul empfangen wurde. Nun ist es sehr interessant, fich das von den Revolutionären fo hoch geschäzte Bereinsstatut anzusehen. Der§ 1 lautet: " Der Berein führt den Namen„ Turnverein udwig Jahn, Eisleben.( Für einen jo revolutionären Berein allerhand! D. Red.) Der Zwed des Bereins ift, jeine Mitglieder zu ihren eigenen und des Baterlandes Besten förperlich und geiftig zu träffigen; er fucht denselben durch Turn- und Fecht übungen, Turnspiele, Turnfahrten, geselliges Zusammenleben, Begründung und Verwertung einer turnerlichen Bücherei, Pflege bes vaterländischen Gejanges und durch freundschaftfichen Beckehr mit allen, diefelben Ziele verfolgenden deutschen Turnvereinen zu erreichen. -883 Wassersport auch im Winter! Im Sommer des vergangenen Jahres verlor der Arbeiter Schwimmtlub, Neptun" in Weißenfee infolge feines bundestreuen Berhaltens über 60 Mitglieder. Es war ein schwerer Schlag für den Berein, aber man verlor nicht den Mut, sondern ging mit Dereinter Kraft wieder an die Arbeit. Heute ist der Erfolg da. Die Sechzig, die verlorengingen, find wieder aufgeholt, neue Mitglieder hinzugefommen. Es ist ein Zeichen guter Arbeit, daß während der Wintermonate der Verein so hoch fam, und auch ein Beweis, daß er sich im richtigen Fahrwasser befindet. Alle Partei- und Gemertfchaftsgenoffen im Nordosten bittet der Berein: fchidt eure Stinder zu uns, damit sie schwimmen lernen und auch einmal tüchtige Kräfte follt ihr noch zu uns fommen, ob ihr schwimmen fönnt oder nicht. in der Gesamtbewegung merden. Nicht nur eure Kinder, ſelbſt follt ihr noch zu uns fommen, ob ihr schwimmen fönnt oder nicht. Die lebungsstunde findet jeden Dienstag, 19 Uhr, in der Bade anstatt Oberberger Straße statt. Auskunft bei Willi Nafe, Weißen fee, Berliner Allee 9. Bersammlungen jeden Donnerstag nach dem Grsten im Restaurant Sangerheim", Weißenfee, Berliner: Allee Ecke Lehder Straße. Aufnahmen jederzeit. * Die außerordentlich gelinde Witterung hat am letzten Sonntag auch Wassersportler aller Gattungen ins Freie gelodt. So fonnte man am Sonntag beim Bootshaus des Rudervereins ColTegia", der Mitglied im Arbeiter- Turn- und Sportbund ist, alle Mitglieder in regster Tätigkeit fehen. Denn jeder einzelne muß bei den Frühjahrsarbeiten mit heran. Alles wird instand gesetzt und gereinigt, um mit dem Sport fo zeitig wie möglich anfangen zu fönnen. Man muß bemundern, mit welcher Energie und Aufopferung die Arbeiter- Waffersportvereine aus Eigenem ihr Material wiederherstellen, besonders rege find die Jugendlichen und die Frauen tätig. Bei Reparaturen und größeren Ueberholungsarbeiten muß ja doch der alte Stamm des Vereins heran, um, seine Erfahrungen mit den handwerklichen Kenntnissen verbindend, alles fahrbereit zu machen. Auskunft bei Walter Szumam, Britz, Barchimer Allee 84. Das Geschäft. EF Das gerettete Geschäft. Die ungerechtfertigte Begünstigung der Deutschen LebensAlle politischen und Bartelbestrebungen find ausgefchloffen. reitungs- Gesellschaft gegenüber gegenüber dem Arbeitermaffer= Der Berein ist mitglied der( bürgerlichen) Deut rettungsdienst burch die Behörden hat zur Aufbedung übler Geigen Zurnerichaft und hat feinen Sitz in Eisleben. Der iaftlhubermethoden der D2RG, in Elberfeld geführt. Bereln ist durch Eintragen in das Vereinsregister rechtsfähig." Dort erhielt die D2RG. 1927 ben einen freien Abend in der BadeRiemand mirb glauben, daß der Arbeiter- Turn und Sportbundanstalt für ihre 3mede( Rettungsschwimmen) zugesprochen. Bor Ebenso wird die Erelutive Ort und Programm der nächsten Inter durch den Abgang der sich so hartnäckig zu diesen Paragraphen be furzem betam sie sämtliche Abende zugeteilt, auch den einzigen Abend tennenden Revolutionäre" etwas eingebüßt hat. 3m tom mmistischen Sportverband haben sie das Richtige getroffen. Er ist bekanntlich die Umsteigestelle zur Weiterfahrtindas bürger liche Turn- und Sportlager. Zum Beispiel landete am 26. Januar Bf. 05 Hamburg vom fommunistischen Sportverband mit Hipp- Hipp- Hurra" im Deutschen Fußballbund. Wir wünschen Gut- Heil und Hipp- Hipp- Hurra zur Abfahrt der nächsten Revolutio näre. In Berlin würde man diesen Klaffenkämpfern" die Fahrt auf der Straßenbahn, Linie 68, Endhaltestellen Herzberge und Wittenau( Dalldorf!) empfehlen! Eishockey- Großkämpfe in Berlin. Nach kurzer Unterbrechung gibt es im Sportpalast Anfang Februar wieder eine Reihe hochintereffanter Gishodenwett Ipiele. Am 4. und 5. Februar gastiert die starke Mannschaft Don Göta Stocholm in Berlin, die zum Hin- und Rückspiel gegen den Berliner Schlittschuhklub antreten wird. Für den 9. und 10. Februar sind wieder die Kanabier verpflichtet worden. Dazu gesellen fich wahrscheinlich noch einige der beften in Chamonig beteiligten Mannschaften. Motorboot- Regatten 1930. Bon der Motorbootabteilung des Allgemeinen Deutschen Auto. mobil- Clubs ift für bie tommende Saison wieder ein umfangreiches Programm aufgestellt worden. Der ADG beteiligt sich an der Dom 29. Mai bis 1. Juni auf dem Templiner See stattfindenben internationalen Regatta, und wird dann am 27. und 28. September an gleicher Stelle wieder eine große offene Regatta durchführen, bei der Klaffenmettfahrten somie Bettfahrten nach ber ADAC. Formel und Handikaps ausgetragen werden. Für den 31. Mai ist eine Zielfahrt nach Wilhelmshaven vorgeseher Arbeiter- Radfahrerverein Groß- Berlin. Sonntag, 2. Februar, 13 Uhr, Hirschgarten, Weltrestaurant. Start Baldemarstraße Ede Mariannenplay. Göfte miltommen. Arbeitersportler laden ein. des Arbeiterschwimmvereins. Obendrein wurde ihr der Badepreis das damit, daß nach einem Regierungserlaß die Bestrebungen der Don 15 auf 10 Pfennig ermäßigt. Die Badeverwaltung begründete DLRG. weitgehendst zu unterstüßen feien. Auf Proteft erhielt der Arbeiterschwimmverein feinen Abend wieder. Festgestellt wurde, daß an den der DLRG. zugesprochenen Abenden die bürgerlichen Schwimmvereine wie früher ihren Uebungsbetrieb abhalten, in dem das Sport schwimmen gepflegt wird. Hinzu kommt, daß die Sportler trotz Breisermäßigung wie vordem 15 Pfennig Eintritt bezahlen müssen. Den Breiserlaß streicht die DLRG. ein. Geschäft ist Geschäft. Die DLRG. in Elberfeld glaubt sicher, damit ihr eigenes Leben zu retten. Bundestreue Vereine teilen mit: foartenplan, für Sonn'as, 2. Webruar, 1 bé 10% Uhr U- Bahnhof Ante Stommt zum Werbetrunen der Freien Turnerschaft Groß- Berlin, Bezirk Bantom. Turnen ist fein Privileg für die Jungen. Frauen und Männer werdet ihr mit derselben Begeisterung turnen fehen wie inher ind Jugend. Biele Wege führen zur Körper Turnen bas Handball, Fußball- und Sodenspiel In allen diesen The Wanderung bund die Rungfernhe be. Treffpunt Triftftr. 68. ertüchtigung: im Sommer die Leichtathletik, im Winter neben bem rien tönnen Interessierte in der Freien Turnerschaft Bantom Be Baumfulenweg: 4. Nebenar Sigung mit Jubilarfeier in Peftaurant MarienDas Werbeturnen findet am tätigung finden. Arheitez Rah und Kraftfahrerbund Salibarität, Ortsgruppe GregBerlin, Gefchäftsstelle Sobert 9othbarth, C. 11. Schöneberger Str. 17a Aabe ter Wohlfahrts- Museum, Charlottenburg. Frauenhoferitraße. 2. bt.: 8 1hr Stettinez Pahnhof Fußtour Bernau Hepbort.- ht bt. tal, Parmschulen ftr. 64. tunde, afche. Ede Zorniaftraße Sonntag, ollernpak. anhof Beißenfee futur bu beitelberger, chrishain: 2 Februar, 15 Uhr, in der neuen Turnhalle der Mittelschule ( Fernbeismert), Neue Schönholzer Straße, statt. Eintritt frei! Turnabend Montags und Freitags 20 Uhr abends. Wht. Neutrin: 13 Uhr Riel am Start SohenAbt. Lichtenberg: Jeben Sonntag 9 The Rabpolo- lebungsAbt. Weißensee- Seinerchorf: 9 Uhr Siguna, Weißenfee, Langhansitr. 102. Motorfahrer. Abt. 12 Uhr Riel am Start Sandsberger Blah. Abt. Bichtenberg: Jeden britten Donnerstag im Monat Gigung bei Senter, Ober. Ede inomittage. Tinez Gir. 97-98, Sur Seit tönnen nnd Mitalieber aufgenommen werden FEGB., Ruberbestel. Sigung heute bei Schmidt, Rieberschöneweide, Sets bei den Männern, Frauen und Jugendlichen. Schüler und Jugendliche ringen in Tegel! Freitag, 31. Januar, finden in der Turnhalle Humboldt- Schule Tegel, Graf- Roebern Korjo, Schüler und Jugendweitlämpfe im Ringen statt. Die 1. Schülermannschaft der Freien Sportvereinigung Legel 1899 e. 2. Startet gegen bie Mannschaft von Webbing, während Tegels 2. Weber, Banberung burch ben Aromes. Zeffumit 6 We Schnäp Einzelfahrer, 1. reis. Connabend, 1. Februar, 20 Uhr, Eigung in bes 36eal Rlaufe", Neuton, Beichfelstr. 8. Freia Schwimmer Charlottenburg 04 e B. Rannabteilung. Connion Buna + Wer braucht eda Geschäfts- Anzeiger o Bezirk Norden- Osten. Fenster- und Öfen u. Kochherde? 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