BEELIN Freitag 31. 3< 1930 uinrii 10 Pf. Jlr.52 B 26 47. Lahrgang ers4«I«« täglich«»ßarSaaitag� Zugleich Sdeudauegabe de«.Vorwirtt*. Tqug«»rei< beide Zludgabeu 8SPf. ne Woche. 8.6«®. p» Monat. «edaktloa und€mbitien; Derliu SWS8. Liodenstr. 8 >«i«tg««»rett: Dt» eiusoaltige Nonpareilleieil« 90 Pf.. Reklamqeil« 68t LrmStiguogea nach Tarif. Pogscheckkoat»! Donoäru-D erlag G. Berlin Nr.»»6«. Fernsprecher: Dönhoff svs bi«»r �iesenbrand in London. 30 Häuser im Vorort Trotting eingeäschert. L«» d««. St« Iauuar. Auf de» Marktplatz»o« Trottias» einer Vorstadt von London, brach am Donnerstag nachmittag Großfener ans. Dreißig Hänser mit viele« Läden brannten v ollkomme» ans. schwer beschädigt worden»wanzig. Das Aener war in eine« Sardinengeschäft ausgebrochen »ad breitete sich mit««heimlicher Geschwindigkeit ans. Trotzdem die Läden bei Slnsbrnch des Feners stark be» sucht waren, find keine Verloste an Menschen- lebe» z» beklage«. Der Schade« wird auf über 1 Millionen Mark geschätzt. Gasexplofion in der Wohnung. Zwei Personen erheblich verletzt.- Großer Sachschaden. In den heutige« frühe« Morgenstunde« ereignete sich l« einem Zwelfamilleuhau» in der Hauptstraße SS in B u ch h o l j eine Saeexplosw« mit außerordeutNch schwere« folgen. Tin lest des Hause» wurde durch de« gewaltigen Luftdruck zerstört und eiu junge» Ehepaar, da» im ersten Stockwerk wohnt, erlitt durch Stichflamme« schwere Srcudverletzuogeo. Die Erplosion erfolgt« kurze Zeit vor 4 Uhr. als alle» noch in tiefster Ruhe lag. Im Augenblick, als die weithin hörbare Detonation erscholl, war jedoch die ganze Umgebung alarmiert, mel« Bewohner eilten erschreckt in» Frei«. Die zu Hilfe gerufene Feuerwehr und «in Arzt waren bald zur Stelle. Die mit größter Vorsicht vor» dringenden Beamten sanden in der Küche seiner Wohnung, deren Wände sämtlich«ingestürzt waren, den Wohnungsinhaber Bruno Tzwikla und sein« Frav Tharloite mit schweren Lranduerlehuagen im Geficht sowie au den Händen besinnungslos aus. Nach Anlegung von Notverbänden wurden die Verunglückten ins Panlower Krankenhaus gebracht. Wie wir von dort auf telephonische An. frage erfahren, besteht für beide keine Lebensgefahr. Die Beschädigungen an dem Gebäude stellten sich als so gefährlich heraus, daß die Polizei die Räumung veranloffen mußte. Der Luftdruck war so ungeheuer, daß nicht nur die Wände im Innern des Hauses, sondern auch die Umfassungsmauern erheblich gelitten haben und rloffende Riffe aufweisen. Bon der Feuerwehr wurden an mehreren Stellen Absteifungen vorgenommen. Die genau« Ursache der Explosion konnte noch nicht ermittelt werden. Di« polizeiliche Untersuchung hat bisher folgendes ergebene Im dem Hause Hauptstrahe 62 wohnt der Gerber Julius Schlemmer und über ihm der Kaufmann Czwikla. Schlemmer er- machte gegen 4 Uhr und nahm in seinem Schlafzimmer starten Gasgeruch war. Der Mann forscht« sofort noch der Ursach«, fand in seiner Wohnung aber oll« Hähne ordnungsgemäß ver- schlössen. Schlemmer begab sich nun zu Czwillo hinaus, um auch seinem Nachbar auf den Gasgeruch und die damit verbundene Gefahr aufmerksam zu machen. Czwikla begab sich darauf in die Küche und dreht» da- elektrisch« Licht an. Allem An- schein nach sind dabei durch einen Lunken die tu der Küche an- gesammelleu Gasmevgev zur Explosion gebracht worden. Mehrere Stichflammen durchschossen die ganze Wohnung. Der Luftdruck zertrümmert« sowohl die Innen- wie auch die Außenwände des Hauses. Der Wohnungsinhaber und seine junge Frau würben Ichwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. Schlemmer, der im Augenblick des Unglücks auf dem Treppenflur gestanden hatte, um dos Fenster zu öffnen, wurde durch den Druck die Treppe hinuntergeschleudert. Er blieb wie durch ein Wunder unverletzt.__ Frick gegen Öoung. Volkspartei im Schlepptau gegen die Stresemana-politlk. w e l m a r. Zl. Zanvar.(Eigenbericht.) vi« thüringische Regierung ließ heuw trn Landtag vor Eintritt in die Tagesordnung mitteile», daß st« ihr«»eichsrats- ver treter angewiesen Hab«, gegen dl« Ratistkatio« de» Voung. Plane» zn stimmen. Ver einzige Vertreter, der gegen diesen Beschluß gestimmt hat. war der volksparteiliche Staatsrat Bauer. Krankreich für Geeaufrüstung. Ein ioller Vorschlag für die Londoner Konferenz gemeldet. VaniS» 31. Januar.(Eigenbericht.) Die Pariser Presse bezeichnet es als eine» große« Erfolg für Frankreich und besonders für Dardren. daß die Slbrüstungsvorschläge Frankreichs durch einstimmigen Beschluß zur Berhandluugsgrundlage der Lou- douer Flottenkoufercnz angenommen wurden. Der „Petit Pari sie«" teilt aas der am Donnerstag von Frank- reich übergebenp» Note die genane» ziffernmäßige» Forderungen für die künftige französische Flotte«it. Danach vorlangt Frankreich eine Gesamttpanage von KstVVOl) Tonnen, und zwar IVHVstst Tonne« Grosh- kampffchiffe,(20000 Tonne» große Kreuzer, 210 000 Tonnen klein« Kreuzer. Zerstörer und Torpedo- boote. 30 000 Tonnen Spezialschiffe, Minenleger usw., 30 000 Tonnen Hochsre-U»Boote. 90 00 st Tonnen Küsten- U-Boote und schließlich 43 000 Tonnen besonders große U-Boote von je.lOoO Tonnen znr Verteidigung feiner Kolonien. Um dem englische« Standpunkt entgegenzukommen. erklärt fich Frankreich bereit, auf jeden Austausch ans der klaffe der Großkampfschiffe. der großen Kreuzer und der kleineu U-Boote in andere Klassen zu verzichte». Es verlangt lediglich die Möglichkeit, die ihm für die kleinen Kreuzer und die Hochsce-U-Boote gewährt« Tonnage ans- tauschen za dürfen. Diese Mitteilung über die französischen M i n d e st forder ungen zur Seeabrüstung ist so grotesk, daß wir an ihrer Richtigkeit bis auf weiteres zweifeln wollen. Sollte sie aber zutreffen, so liefe sie darauf hinaus, daß die französische Rechtsregierung keine Kürzung, sondern eine Vermehrung der Rüstungen, und nicht nur eine Vermehrung, sondern eine Aufrüstung stärksten Umfanges verlangt. Laut Ausweis des neuesten amtlichen Rüstungsjahrbuches des Völkerbundes hatte die französische Flotte Ende 1928 eine Tonnage von 487 000 Tonnen— also nicht ganz eine halbe Million Kriegsschifftonnage. Jetzt verlangt Frankreich 800 000 Tonnen, also eine Erhöhung um mehr als die Hälfte des jetzigen Äondes! Dämit würde die französische Marine ihren Vorkriegsstand von 68S 000 Tonnen nicht nur erreichen, sondern noch um über 100 000 Tonnen überschreiten. Japan steigert seine Korderungen. London, 31. Januar. lieber den japanischen Standpunkt znr Frage der Abrüstung zur See verlautet heute: Die japanische Delegation mißt weiterhin die Frage des Berhältnisies groß« Bedeutung bei. Japan verlangt Adolf grimme, der neue preußtjehr Vtlnijier für ItiffentciieH, Kunft und Volksbildung, ist SoziaUlemohreL 70 Prozent der leichten Kreuzer Amerika», was etwa 49 Proz. bis SO Proz. der Stärke Großbritannien» bedeuten würde, da dieses »in« groß« Zahl von leichten Kreuzern besitzt. Japan verlangt auch 70 Proz. der Stärke Amerikas an großen Äreuzern, was etwa 80 Proz. der Stärke Großbritanniens an großen Kreuzern aus- machen würde. Für sein« Unterseeboot« verlangt Japan 78 000 Tonne» ohne Rücksicht darauf, ob andere mehr oder weniger be- sitzen. Ueber die Begrenzung der Größe von Unterseebooten ist«s zu Erörterungen bereit. Sollte«in Uebereinkommen erzielt wsrden. durch das Japan 70 Proz. der amerikanischen Stärke an Hilfsfchiffen betbehält, so bedeute die», daß»» etwa 20000 Tonnen au» seinem augenblicklichen Bauplan streichen würde. Grundsätzlich stimmt Japan einer Berminderung de» Tonnengehalts der großen L i ni en f-ch i ff e�iind auch der Verlängerung der Lebensdauer dixstr Schiffe zu!■.(,............ Zweidriiiel für Miiregieren. V>e Vorfiandswahl ver französische» Parlamentsfraktion Pari», 31. Januar. Die sozialistischen Fraktionen der Kammer und des Senats haben ihren..Derwaltungsvat' für das Parlamentsjahr 1930 neu» gewählt. Diese Wahl gibt Aufschluß über dos Stimmverhälrnis innerhalb der Fraktion in bezug auf die Beteiligung an einer bür- gerlichen Regierung. Außer den beiden Senatoren, die gegen die Beteiligung sind, und denen nur beratende Stimmen zuer- könnt wurde, setzt sich der 18gli«drige Dcrwaltungsrat zusammen auf zwöls Anhängern und sechs Gegnern der Beteiligung. Oer Hofgeneral nur ein Ltebergang. Spanien noch ohne Außenminister. Pari», 31. Januar.(Eigenbericht.) Das neue spanische Kabinett hat für Sonnabend feinen ersten Ministerrat«indcrufen. In der Zwischenzeit will sich General Be- rengrwr bemühen, seine Regierungsmannschaft zu vervoll st än- d i g e n. Es fehlt ihm vor ollem noch der Außenminister. mit dessen Aufgaben er vorläufig den Innemninister General Marzo betraut hat. Im übrigen hat er öffentlich erklärt, daß er sein Mi- nisterium nur als einen Uebergang zu einem normalen ton- stitutionellen Regime ansehen. Sobald die Neuwahlen erledigt und das Parlament zusammen sei, werde er einer parlamentarischen Regierung, die ein getreues Spiegelbild des Bolkswillens sein solle, Platz machen. Trotz dieser beruhigenden Erklärung dauert die innerpokittsche Berwirung weiter an. Wahrscheinlich werden die Neuwahlen noch nicht so schnell vorgenommen, weil man die Loa« nicht noch durch einen Wahlkampf komplizieren will. Der sozialistische Führer In- dalecio Prieto hat am Donnerstag in Bilbao ein Manifest er- lefsen. worin er sich unzweideutig gegen die Monarchie und für die Ausrufung der Republik ausspricht. Neugier nach Erklärungen. Oer Mnisterwechsel vor dem Landiog. Ine Peenßlsche» Landtag gab es zn Beginn her Frettagsttznug eine politische Debatte über dir U«besetzn«s des Kultusministeriums. Die OppofitwnSparteien wünschte» die sofortige Abgabe einer Erklärung durch de» Ministerpräsidenten. «chließlich wurde aber der kommunistische Antrag ans Herbeirufung dos Ministerpräsidenten im Hammelsprung bei schwacher Besetznng des Hauses mit 138 Stimme« der Regierungsparteien gegen 127 Stimmen der cppofitio« abgelehnt. Die Folgen der Vluthetze. Neue Zusammenstöße in Hamburg. Hamburg. 31. Januar.(Ergenbcnchl.) öm Anschluß cm vie am Donnerstag von jugendlichen Kommunisten provozierten Zusammenstöße mit Polizeibeamten kam es am Abend im Gängs-Viertel zu großen Menschenansammlungen. Die Polizei mußte wiederholt emschresten. In der Wexstraße wurde der Versuch gemacht, Barritaden zu bauen. Zwischen den Demonstranten und der Polizei wurden wiederholt Schüsse gewechselt. Ein Zljähriger Schuhmacher wurde durch Schulterschuß verwundet. Etwa 20 Personen wurden festgenommen. Erst gegen Mitternacht trat Ruhe ein. Lübeck. 31. Januar. Eine Gruppe von rund dreißig Kommunisten, die sich auf dem „Hungermarsch nach Hamburgs befand, wurde kurz vor ihrem Uebertritt auf preußisches Gebiet von der Lübecker Polizei angehalten und auf KrajH wagen nach Lübeck zurück- befördert. Nach dem Bekanntwerden der Hamburger Unruhen in Lübeck wurde auf der Hamburq-Lübecker Landstraße ein ver- jtärkter Einzeiverkehr bemerkbar. Offenbar handelt es sich um An- gehörige der KPD., die ihre Taktik anscheinend geändert hat und ihr« Mitglieder jetzt einzeln den„Hungermarsch" durchführen läßt. Die Wege zwischen beiden Hansestädten werden scharf be« obachtet, so daß auch diese„Einzelgänger" rechtzeitig angehalten werden dürften. Hitlers Geldgeber. Was ist eine»infame Lüge"? Delmenhorst, 31. Januar. Die nationalsozialistischen Umtriebe in unserer Industriestadt, die immer mehr einen unerträglichen Charakter an- nahmen, veranlaßt«» die Sozialdemokratie, die Gewerkschaften und das Reichsbanner zur Veranstaltung einer Ausktärungsverfammlung. Der größte Saal der Stadt, der„Schützenhos", war von 2000 Per- scnen dicht gefüllt. Die Hakenkreuzler, die ausdrücklich eingeladen waren, hatten sich einen Obernazi Herzog aus Oldenburg geholt. Redakteur Artur Schweriner, Berlin, rechnete in einem mehr als zweistündigen Referat mit den Nationalsozialisten ab und legte die dunklen Pläne der Hitler-Partei und ihrer putschlustigen Geldgeber offen. In der Aussprache wurde mir Nationalsozialisten das Wort gegeben(auch ein Kommunist hatte sich gemeldet), um diese glänzende Versammlung nicht in falsche Bahnen lenken zu lassen. Der national- sozialistische Führer Herzog erhielt unbeschränkte Redefreiheit. Auf seine Behauptung, es sei eine infame Lüge des Referenten, daß die Rationalsozialistische Partei von Arbeitgebern, auch Industriellen, fmanziell unterstützt werde, legte der Referent den Naziführer fest. Im Schlußwort ließ sich Schweriner von Herzog noch einmal be- stätigen, daß er den Vorwurf der Infamen Lüge aufrechterhalte. So hat diese Kundgebung den praktischen Erfolg gezeitigt, daß Hitler demnach st in hoch st eigener Person eidlich wird bekunden müssen, ob sein«„Arbeiterpartei" von Arbeitgeberseite, auch von industrieller, Gelder erhalten hat oder nicht. Dieser Prozeh dürfte über Delmenhorst hinaus da» Interesie der gesamten deutschen Oeffentlichkeit finden. Oer General im grauen Auwmobil. Wie Nutiepoff entführt wurde. Paris, 21. Januar. Ein Reisender hat der Polizei zu dem verschwinden des ehe. maltgen russischen Generals Kutieposs mitgefeilt, er habe aus der Reise von Nizza nach Paris gehört, wie zwei andere Reisende in sranzöstscher und dann in lettischer Sprache sich von einem ver- fehlten Altentat in Nizza und von dem Plan einer Wiederholung des Attentats in Paris unterhalten hätten. General kulie- paff habe den Januar in Nizza verbracht und sei kürzlich nach Paris übergesiedelt. Er habe vor seinem verschwinden eine Summe oo» $0 000 Frank bei sich gelragen. Ein Krankenpfleger einer privalirrenanstali, die in der Nähe der Wohnung des verschwundenen russischen Generals Kutieposs liegt, teilke der Polizei mit, daß er an dem fraglichen Tage in der Nähe der Wohnung des Generals ein graues Automobil mit heruntergelassenen Fenstervorhängen sowie eine Autodroschke bemerkt habe. Er habe gesehen, wie der General, dessen genaue Personal- Beschreibung der Krankenpfleger angab, an dem grauen Aukomobii vorbeigehen wollte, als plötzlich zwei Zivilpersonen und ein Polizist iich aus ihn stürzten und ihn zwangen, in da» graue Auto eluzu- steigcn, das davon fuhr, während die Autodroschke ihm solgte. Oer mißverstandene Storch. Empfängnisverhütung und Autonomismus. Paris, 20. Januar.(Eigenbericht.) ver nationalistische Widerte" ist in argwöhnisch-patriotijcher Wachsamkeit der eitdgüliig« und unerschütterliche Beiweis dafür ge- lungen, daß Deulschiand und vor allem die deutsche Industrie die a u t o n o m i st i j che Bewegung im Elsaß führt und bezahlt. Aus ihrer ersten Seite druckt sie am Donnerstag ein Rcklameplakat einer deutschen chemischen Fabrik ab, da» einen g« s« s s e l- ten Storch im Bilde trägt Dieser Storch gilt der„Liberte" als.Symbol des unter Fesseln schmachtenden Elsaß". Di« Nutz- anwendung sei also klar: die schuldig« Finna will die Idee eines irredentistischen Elsaß großzüchtenl Aus den Gedanken aber, daß es sich bei dem Plakat vielleicht nur um ein« Reklame gegen ein allzu reiches K i n d e r g e s ch e n k de« Storches handeln könnt«, kam das Blatt in seiner nationalistischen Per- hohrtheit natürlich nicht. Verbrecherherrfchast in Chikago. Haus in die Lust gesprengt.- Drei Morde. London. 21. Januar. In der vergangenen Rächt kam es in Chitago zu einer Reihe schwerer verbrechen, von einer Verbrecherbande wurde ein große» Gebäude durch eine Explosion in die Lust g e- sprengt, wobei acht Personen verletzt wurden. Da» Gebäude wurde vollkommen zerstört und in einem Umkreis von etwa 100 Metern schwerer Schaden an zerbrochenen Fensterscheiben und anderen Beschädigungen der umliegenden Gebäude angerichtet. Später wurde der Führer einer Verbrecherbonde durch zwei Mitglieder eines anderen verbrecherlrupps in der Ehinefenstadt von Ehikago ermordet. Aus ihn waren 12 Reooiverschüsse abgefeuert rootden, er war oder noch in der Loge, der Polizei die Hamen seiner Tstättet mitzuteilen. In einem anderen Teil von Ehikago wurden in der gleichen Zeit der Kassierer einer Krastdroschkengeselljchasi und ein Ehaussour der gleicheu Gesellschaft erschösse« aus- gesunden. Die„Wirtschastsfriedlichen". Vor Gericht gebührend charakterisiert. l-i Die„Führer" der gelben Werkvereine geben sich in der Oejsent- lichkeit stets den Anstrich, als ob sie dem Unternehmertum gegen- über in der gleichen Kampfstellung ständen wie die freien Gewerk- schaften. Mit gut gespielter Entrüstung weisen sie überall die Be- hauptung zurück, daß ihre„wirtschaftesriedlichen" Orga- ntsationsgebilüe aus Gedeih und Verderb mit dem Unternehmertum verbunden und keine unabhängigen wirtschaftlichen Vereinigungen von Arbeitnehmern sind. Herr Albert Wiedemann, der Begründer und Leiter des „Reichsbundes Deutscher Arbeiter" zu Berlin, hat sich vor einigen Tagen vom Gericht bestätigen lassen müssen, daß sein Reichsbund wie alle ähnlichen„auf nationaler Grundlage" ausgebauten Orga- nifationsgebilde nur das Firmenschild, aber nicht den Eharakter einer Gewerkschaft tragen. Wiedemann hatte gegen einen im Gesamtverband o r g an i» sierten P o st h e l s e r beim Amtsgericht Berlin-Mitt« einen B e- leidigungsprozeß angestrengt, weil dieser Posthelfer in einer Betriebsoersammlung am 22. Mai ISZö, die zu den bevor- stehenden Betriebsrätewahlen Stellung nahm, geäußert haben sollte daß sich sowohl der„Reichsbund Deutscher Arbeiter" als auch der.Reichsbund vaterländischer Arbeiter" und Werkvereine aus llnlernehmcrgeldern ausbaue. daß sie von den Unternehmern Gelder erhalten haben und auch heute noch erhalten. Durch dies« Aeußenmg fühlte sich Wiede- mann persönlich beleidigt. In der Gerichtsoer Handlung bestritt der Angeklagte die Aeußenmg in dem Sinne, wie Wiedemann behauptete, getan zu haben. Er habe vielmehr geäußert, daß der.Rcichsbund Deut- scher Arbeiter" seinen Ausbau der tatkräftigen Unterstützung der Unternehmer verdank», denen er auch durch sei» Programm äußerst genehm sei. Das Gericht legte aber auf die Beweiserhebung über den wirklichen Inhalt der Behauptung des Poschelsers keinen Wert. In der Begründung des aus Freisprechung des angeklagten postHelfers lautenden Urteils führt das Gericht vielmehr aus, daß nach seiner Auffassung eine strafbar« Beleidigung auch dann nicht vorliegen würde, selbst wenn der Angeklagte die Aeußerung in der von Wiedemann angeführten Form getan hätte. Ein« derartige Behauptung könne höchstens dann beleidigend fein, „wenn sie gegen die Leiter einer Organisation mit ausgesprochen klastenkämpfertscher Tendenz gerichtet wird. In diesem Falle würde die Behauptung den Vorwurf der Gesinnungslosigkeit enthalten." Die von Wiedemann vertretene Organisation stehe aber un- streitig aus einem grundsätzlich wirtschaftssriedlichen Standpunkt und erstreb« einen möglichst kampstosen Ausgleich der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerinteresjen. Uedrigens habe Wiedemann Ende Juni 1925 an eine Reihe von Persönlichkeiten, darunter auch an Zlrbeitgeber.«inen Brief gerichtet, der die Bitte um finanziell« Unterstützung der Wochenzeitung„Deutsche Werksge- meinschaft", besten Ci.'chäftssührer Wiedemann damals war, enthielt. In dem Urtell heißt es weiter: „Ebenso wenig wie damals wäre es ein« verächtliche oder unwürdige Handlung, wenn der Privatkläger für die von ihm jetzt geleitete Arbeiterorganisation Getdunterstützung von Arbeitgebern empfinge, so sehr die Anschauungen über die wirtschaftspoliksche Zweckmäßigkeit und Angemestenheit eines solche« Verhaltens auseinandergehen können." Der Freispruch des Angeklagten, der durch den Rechtsanwalt Dr. Kurt Rosenfeld vertreten wurde, vor allem aber die Urteilsbegründung sind«in» erneut» tressend» Charakterisierung der ganzen Werkvereinsbewegung und ihrer„Führer", an Serichtsstelle. Oer Reichsrichter unter Anklage. Ltniersuchungsrichier Zorns unierstühte Banditen in Llnisorm. Di« heutige Verhandlung im Iorne-Prozeß begann mit einem heftigen Zusammen stoß zwischen dem Vertreter des Nebenklägers, Iustizrat Dr. Löwen st ein, und dem Verteidiger Dr. Paul L e v i. Justizrat Dr. Löwenstein beantragt« die Verlesung eines Ar- tikels der„Roten Fahne" vom 30. Januar ISIS,' geschrieben von Paul L e v i, in dem dieser die Regierung einer Be- günstlgung des Mordes an Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg beschuldigte. Dr. Paul Leo! erklärt, daß dieser Antrag mit dem Prozeß nicht» zu tun habe und mit der Spitz« lediglich gegen ihn gerichtet sei. Nach den Andeurungen der letzten Tage habe er den Antrag erwartet. Tatsächtich habe er damals den Artikel geschrieben in der Vermutung, daß hinter der Tat«in überlegtes politisches Wollen stehe; er flehe aber jetzt nicht an. zu erklären, daß er nach Kenntnis- nähme der Akten in der Sache der Ermordung Karl Liebknechts und Rosa Luxemburgs zu der Aeberzeugung gelangt sei. daß die Tai lediglich da» Werk von Banditen in militärischer Uniform gewesen sei und daß mit diesen Banditen bereit» tm Januar ISIS aufgeräumt worden wäre, wenn sie nicht die freundliche Unterstützung des Herrn Kriegsgerlchtsrat» Jörns gefunden hätten. Vorsitzender: Ich bitte, doch nicht in dieser Weise die Sache zuzuspitzen. Dr. L» v i: Nachdem ich hier in dieser Weise persön- iich angegrissen worden bin, leh« ich keinen Grund, mir Zurück- Haltung aufzuerlegen. Der Vorsitzende verkündet nach kurzer Be- ratung des Gerichts, daß der Antrag des Nebenklägers wegen seiner Unerheblichkeit abgelehnt sei. Als erster Zeug« wird der frühere Kriegsgerichtsrat und jetzige Regierungsdirektor in Magdeburg Dr. K u r tz i g vernommen. Er schildert ausführlich, unter welchen Umständen er die Untersuchung in der Ermordung Rosa Luxemburgs führte, und wie er aus ihr ausgeschaltet wurde. Sein Verhältnis zu dem Kommandeur und Gerichtsherrn Generalleutnant Hofmann wie auch zu den Offizieren war ein gutes. Die Beziehungen zu den letzteren erkalteten sich später, da der erste Generalstabeoffizier Hauptmann P a b st verlangt«, er soll« den Vortrag bei Generalleutnant Hofmann stets in Pabsts Gegenwart halten. Diese Forderung war unberechtigt, da Pabst und er sich In gleicher Rangstellung befanden. Als die Division nach dem Eden-Hotel übersiedelte, blieb er auf Deranlastung Pabsts in Dahlem wohnen. Am Abend des 15. Januar wurde er telepho- msch nach dem Eden-Hotel gerufen Er wurde hier von General- leutnant Hofmann, Hauptmann Pabst und anderen Offizieren empfangen. Man teilte ihm mit, daß Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg ums Leben gekommen seien. Er hatte sofort das Empfinden, daß st« keines natürlichen Todes gestorben seien, und er erklärt«, daß er vor nicht» zurückschrecken würde, um die Täter ausjlndig zu machen. In derselben Rocht beriet er mit Generalleutnant Hoimann und Pabst, was zu geschehen habe. Dr. Kurtzig war der Ansicht, daß man die Volksbeaustragten ersuchen müste, ihm Vertreter des Voll- zugsrates zur Ueberwachung der Untersuchung beizu- ordnen. Rur auf diese Weise könnt« man des Vertrauens der Volksmenge sicher sein. Generaiteutnant Hofmann war der gleichen Auffassung. Gleich am nächsten Morgen suhr er mit dem Zeugen zu den Volksbeaustragten. Diese delegierten die Mitglieder des Bollzugsrates W e g m a n n und Rusch zur Test nähme an der Untersuchung. Auf Deranlastung des Zeugen wurde a l s z w e, t e r Kriegsgerichtsrat Jörns hinzugezogen. Er sollte die Un- tersuchung in der Ermordung Liebknechts führen. Kurtzig ver- nahm in' der Rocht vom 10. zum 17. Januar den Oberstleutnant P s l u g k- H a r t u n g. am 17. Inmiar in Segenwart des Vollzugs- ratsmitgliedes Wegmann die Zeugen, konserierte sowohl mit dem Volksbeaustragten Haas« als auch mit dem Bruder des Ermordeten. Theodor Liebknecht. Am Morgen des 18 Januar erhielt er von Generaiteutnant Hosmann den Bescheid, daß auch die Sache der Ermordung Rosa Luxemburgs„aus Zweckmäßigkeits- gründen" dem Kriegsgerichtsrat Jörn» übertragen worden sei. Kurtzig war überzeugt, daß dies nicht aus die Initiativ« des Generalleutnant« Hofmann geschehen sei, daß es vielmehr das Werl der Offiziere sein mutzt«, denen die Richtung, in de? er die Unrer- suchung angepackt hatte, nicht ßefieL Der Zeuge ha: auch später Generalleutnant Hofmann gegenüber zum Ausdruck gebracht,«r ver- stehe es nicht, wie die Offiziere, die des Morde» an Karl Lieb- knecht und Rosa Luxemburg verdächkizk sind, nach wie vor am Offiziers tisch im Eden-Hotel est» dürft«. Er persönlich mute feit dem 18. Januar geschnitten und hatte sich vollkommen separiert. Rechtsanwalt Dr. L« v i: Haben Sie nicht beobachtet, wie die Offiziere zu Herrn Jörns standen? Hat er mit ihnen zusammen gespeist? Zeuge: Da» kann ich nicht sagen. L e v i: Haben Sie Ihre Schriftstücke unmittelbar an Generalleutnant Hofmann schicken können? Zeug«: Ich habe es getan, da ich mir nicht gefallen lasten wollte, daß alles durch den Hauptmann Pabst gehen sollte. L e v l: Haben Sie bei Ihrem kollegialen Der- halten zu Herrn Jörns erwarten können, daß Sie auf seine Der anlassung von der Untersuchung ausgeschaltet werden würden? Zeuge: Nein. Als ich das erfuhr, war ich verwundet und ver wundert. Vorsitzender: Al» Sie erfuhren, daß Sie auf die Initiative de» Rebenklägers hin ausgeschaltet worden waren, was dachten Sie da über die Motive, aus denen heraus Jörns so gehandelt haben konnte? Der Zeuge Kurtzig ist In der Beantwortung der Frage sehr vorsichtig und kann nur sagen, daß er keine posttioe Unterlage hat anzunehmen, daß dies aus den Druck der Offizier« hin geschehen sei. Er ist aber fest davon überzeugt, daß GeneralleutnaM H o s m a n n, der ihn außerordent- lich schätzte, unter keinen Umständen ihn aus Verlangen der Offiziere ausgeschaltet hätte. Auf die Frag« des Vorsitzenden erklärt der Zeuge,«s fei stets üblich gewesen, dem Gerichtsherrn Vorschläge zu machen und In den Fällen, da sich die Notwendigkeit eines Haft- b e f e h l s ergeben hotte, einen fertig geschriebenen Haftbefehl vor- zulegen. Auch die Verhaftung Pflugk-Hartungs hatte er oorgefchla gen. Diese Feststellung ist insofern wichtig, als der Nebenkläger er- klärt hatte, bah er keinen Grund gesehen hob«, den Gerichtsherre» irgsndweich« Vorschläge über Verhaftungen zu machen. Als der Verteidiger Rechtsanwalt L e v i an den Zeugen die Frage richtete. ob es ihm erinnerlich sei. daß General v. L ü t t w i tz die vor- läusige Verhaftung des Oberleutnants Vogel an- geordnet habe, erklärt«r. daß er bei der Durchsicht der Akten festgestellt habe, daß zwei Seiten fehlten, v. a. seine Verfügung, die Obduktion der Leiche von Karl Liebknecht vorzunehmen. Jörns wehrt sich gegen den Verdacht, daß«r etwa das Verschwinden dieser Seiten verschuldet habe. Rechtsanwatt L e v> erklärt, daß er«inen bestimmten Verdacht aus«ine gewiss« Stelle hob«, die er im späteren Verlauf der Verhandlung noch nennen wolle. Als zweiter Zeuge wird das frühere Vollzugsratsmitglied Weg- mann vernommen. Er schildert, wie in der ersten Verhandlung gegen Jörns, ausführlich, in welcher Weise er und seine Kollegen Rusch und Struw« an der Erfüllung des ihnen von den Volks- beauftragten gewordenen Austrage«, an der Untersuchung teilzu nehmen, gehindert worden seien. Nur mit größter Müh« ge- lang es ihm. durchzusetzen, daß auch sie an der Fragestellung teil- nehmen dursten. Ihre selbst dringlichsten Anträge auf Verhaftung der am Abiransport Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts beteiligten Offiziere wurden vom Kriegsgerichtsrat Jörns abgelehnt. Er berief sich immer wieder darauf, daß weder Tat verdacht noch Verdunkelungsgesahr noch Fluch verdacht vorliege Al» Wegmann und seine Kollegen schließlich einsahen, daß sie sich unter solchen Umständen wohl selbst kompromittierten und daß die Untersuchung durch den Kriegsgerichtsrat Jörns einfach sabotiert werde, traten sie am IS. Februar auf Veranlassung des Dollzugsrars zurück. Rechtsanwalt Dr. Leo! stellte durch Fragen an den Zeugen eine Anzahl Einzelheiten{est. die das eigenartige Verhalten des damaligen Kriegsgerichtsrat» Jörns in ein« besonder» grell« Be- leuchmng stellen. Oie Arbeiislofigkeit in Amerika. 1200 Millionen Mark für Landstraßenbou. Der Bundessenot nahm di« Regierungsvorloge an. noch welcher innerhalb der nächsten drei Jahre Landstraßenbauten im Gesamtbitrage von 300 Millionen Dollar aus- geführt werden sollen. Do« Bauprogramm ist zur Verminderung der Arbeitslosigkeit und zur Erleichterung der Wirffchastskris« bestimmt. »Den Angriffskrieg al« völkerrechkllches Problem" behandelt Genosse Universilätsprofestor U n d t n aus Upsila heute abend, S Uhr, in der Hochschul« für Palitik, Schinkelplatz 6». „Tagesoreste und Arbeilerfchafk". Im Rahmen des..Arbei.'«?- sunk" unterhalten sich am kommenden Sonnabend 5.55 Uhr auf der „Deutschen Well«? der Pressereferent des Reichsmknisteriums des Innern Dr. Ha ubach und der Geschäftsführer des Ar better- Radio-Bundes Segall über die Beziehung«» de» Ar better« zur Togesprest«. Schreckenszene mit einem Irren Opfer einer Schädelverietzung beim nächtlichen Ringkampf. Eigentümliche Vorgänge, die noch in keiner Weise geklärt sind, spielten sich in der vergangenen Nacht zwischen 2 und 3 Uhr in dem Hause höchste Str. Z S ab. An der Tür einer Kellerwohnung wurde plötzlich von einem unbekannten Manne energisch geklopft. Obwohl die Insassen sich sehr wunderten, entschloß sich der Hausherr schließ- lich, doch zu öffnen. Ohne ein Wort zu sagen, wollte der draußen Stehende eintreten. Das wurde ihm natürlich verweigert, die Tür wurde wieder zugemacht. Der Fremd« schimpfte zunächst, war dann aber eine Weile still. Nach kurzer Zeit wiederholte sich sein Klopsen und jetzt trommelte er auch mit den Absätzen gegen die Tür. Durch den Spektakel waren auch Nachbarn munter geworden und hatten sich«ingefunden. Der Vesitzer der Wohnung, der be- fürchten mußte, daß der Tobende ihm die Tür einschlagen würde, öffnet« endlich doch und sofort drängte sich der Klopfende hinein. In der Küche kam es jetzt zu einem Ringkampf zwischen den beiden Männern. Dabei stürzte der Fremde und schlug mit dem Kopf gegen die Wand. Regungslos blieb er liegen. Inzwischen war auch die Polizei herbergerufen worden, die den Besinnungslosen, der aus einer Kopfwunde stark blutete, nach dem Krankenhaus bringen wollte. Er verstarb aber schon auf dem Wege dorthin. Im Krankenhause wurde festgestellt, daß der Tod infolge Schädelbruches eingetreten war. Der Unbe- kannte ist etwa SS bis 40 Jahre alt. In seinen Taschen fand Kommunistischer Amoklaus aur d.e Sozialdemokratie daran schuld." man Briese mit dem Namen K e g e l e r. eine Adresse war aber nicht oermerkt. Der Mann dürfte, nach seinem Dcrhalten zu urteilen, geisteskrank gewesen sein. Vermutlich hat er die fremde Keller- wohnung für seine eigene gehalten und mit Gewalt Zugang er- zwingen wollen. Während des ganzen Auftritts hat er kein Wort gesprochen, aus dem man Rückschlüsse auf seine Person hätte ziehen können. Er beschränkte sich darauf, zu schimpsen. Wie inzwischen von der Polizei ermittelt werden konnte, ist der Tot« der 41jährige Maurer Otto Kcgeler aus der Manteuffel- straße. Di« ganze Asfäre ist noch etwas räffelhaft, da K., in dessen Taschen ein Brief gesunden wurde, den er mit eigener Hand an sich gerichtet, bisher noch niemals Anzeichen von Geistesgestörtheit ge- zeigt Hot. * In einem Straßenbahnwagen der Linie 23 in der Wollank- srraße wurde gestern abend gegen 7 Uhr sine etwa 4> Ebren ihre« verilorbenm Mit- eilet»« kiertinflvd Schmuder ein««ebäHtnUairtflflluna CSabitrunaen nnd Zeichnungen), bie am Sonntag eröffnet trnb etwa bret Bochen dauern wirb. vi« Llnt'«auftrl>ni»s der ,V»»ai»a' van Karl Maria Fwkelnömg wirb in der Valkebübn« am Sonntag, nachmittag« 3 Uhr. in der Premleren» belehung wiederholt. .VI« evffisseUe Male», da» maße«astömlefl der valkebSHae, da« am 1. Februar im Sbortpolait ltattlindet, beginnt um t Uhr. Qeffnunq der Räume um S'/, Uhr. Eiolahkaltsn 8,50 M. für Vlchtmltglleber der Äftif«. Hüljnc am Saalelngang 5d Psg. Rachz-hlung Nu Frankfurter Gewerkschallshau» van Sruua Taut. Bruno Taut' der««iiiner Architekt, hat nun aui Grund de« Bettbewerbiergchniffe« den Xostrag erhallen.«In Gatverkschaftsh-wZ str FranHu-t«.M. m bau— • yf f* 99 y£9 J WW| V• GUGG ♦ peiehel. mität wegen gleich eilten so gewaltigen Einjchnill vorzunehmen, w-c ihn Pringsheim anregt. Das hieße das Kind mit dem Bade aus- schütten. lieber eins muß man sich allerding» von vornherein im klaren sein: Einen Kulturopernbetrieo zu erhalten, ist ohne ausreichenden Zuschuß nicht möglich. Das war auch früher nicht anders, wie die Geschichte unserer deutschen Kultur- theater beweist. Während in vergangenen Zeiten die Oper ein Kuckurbesitztum der vermögenden Leute war, soll doch jetzt und in Zukunft auch den breiten Massen des erwerbstätigen Volkes die Möglichkeit gegeben sein, ebenfalls an dieser Kultureinrichtung teil- zuhaben. Der Weg zu diesem Ziel ist ja durch die Vesucherorgani- sationen vorgezeichnet. Sparsame Wirtschast im XHeoierbctrieb; selbst ist natürlich immer geboten, soweit dies überhaupt durchsühr- bar ist, denn schließlich will und soll in der Oper nicht nur das Ohr. sondern auch das Auge auf feine Kosten kommen. Wir brauchen gewiß keine ausgeprägte Starwirtschast und auch keine verschwende- rische Aufmachung in der Oper, aber gute gesangliche und orchestrale Leistungen sowie«in« angemessene Ausstattung darf und kann auch der Berliner Arbeiter als Opernbesucher verlangen. Auch bei Erfüllung dieser Vorbedingungen müßten sich in Berlin drei Opernbühnen dauernd erhatten lassen, zumal der dafür«rforde-- liche Zuschuß aus öffentlichen Mitteln nur einen recht bescheidenen Hundertsatz der Gesamtauswentwngen für Kulturzwecke(er beträgt z. B. für Preußen gegenwärtig nicht mehr als etwa 2 Proz.) aus- machen dürfte. Daß auch das Reich zur Erhaltung des Kultur- ansehens der Reichshauptstadt in irgendeiner Weise herangezogen werden sollte— das Reich muß ja«in Interesse daran haben, daß die Reichehaupfftadt auch in künstlerischer Hinsicht in der Welt etwas bedeutet!— darin kann Klaus Pringsheim ohne weiteres beige- pflichtet werden. * Den Ausführungen des Genossen Prietzel, der als Vorstands Mitglied des Deuffchen Mustker-Verbandes gewiß die Meinung weiterer Kreise zum Ausdruck bringt, haben wir gern Raum gegeben. Klaus Pringsheim entgegnet daraus: Genosse Prietzel hat das Wesentliche der augenblicklichen Situa- tion und die aus dieser zu ziehenden Konsequenzen nicht genügend in Betracht gezogen: den Umstand nämlich, daß die finanzielle Lage des Staats und der Stadt Berlin eine Einschränkung der Opern- aufwendungen gebieterisch fordert. Dazu kommt, daß nach allge- meinem Urteil dos künstlerische Gesamtergebnis sicher nicht der Höhe des finanziellen Aufwands enffpricht. Die Frage, ob es mög lich wäre, tn Verlin genug Publikum für di« täglich spielenden großen Operntheater aufzubringen, laßt sich gewiß nicht sür alle Zukunft verneinen. Di« Formen, in denen zur Zeck das Berliner Opernwesen organisiert ist, haben aber jedenfalls versagt, und die derzeckigen Verhältnisse, die zu einer Klärung und Vereinfachung drängen, gestatten wohl nicht, diese wünschenswerte Klärung mit neuen Experimenten und ungewissen Zutunftshoffnungen zu belasten Deutsche Kunstgemeinschast und anderes Die Deuffche Kunstgemeinde zeigt eine bunte Zusammenstellung unterschiedlicher Talente. Man freut sich an einigen Aquarellen Max P e ch st e i n«, sie zeigen seine frisch« Unmittelbarkeck:«in weiblicher Akt, bosonders ein Fischestilleben verraten die alte sinn- liche Kraft, die man in den Oellandschaften mtt ihrer farbigen Ueberhitzung etwas vermißt. Borzüglichs Porträts sind von der jungen S a l a S ch w a r z da, die schon im vorigen Jahre angenehm auffiel: ihr großer und schon reif zu nennender Forbengeschmock und ein scharfer Blick für das Charakteristische laßt ihre Frauenporträts wie die„Freundinnen" und die„Dame mit weißem Fuchs- pelz' zu geschlossener Bjldwirkung kommen. Frisch und kröftig auf- getragene märkisch« Landschaften von L. Hähnsch und di« ange nehme Mcktcllage der 2 feilschen Malerei ragen hervor: und «in ganzer Saal voller Gemälde von Leonhard Sandrock, die das Urteil über diesen rasch und geschickt zupackenden Schilderer des Arbeitsleben? in Industrie- und Hafenstädten bestätigen: daß er einer der großartigsten Schilderer dieser Welt fft, der mit seiner derben Impressionetechnik der Wahrheit so nahe kommt, wie e? einem ehrlichen Virtuosenrum möglich ist. Bon den Werken der Stuttgarterin Erna Raab« in den zwei größten Sälen möchte man gern etwas Bewunderndes sagen. Ein« Frau, die sich mit Energie und ausgesprochenem Talent an die Aufgabe macht, ihr Weltbild zu gestalten, hat in jedem Fall Anrecht auf unsere Achtung. Ais Leistung stnd diese großen, viel zu großen Leinwände höchst respektabel. Leider sehll ihnen aber das eigentlich Wichtige, was soviel anspruchsloser« und harmonische Naturen wie Sola Schwarz. Susann« Effendieck, Auguste v. Zitze- witz, Erna Pinner und«in bis zwei Dutzend anderer Künstlerinnen besitzen: die Uebereinstimmung zwischen Gefühl und Technik, die innere Wahrheit und Selbständigkeit. Erna Raab« hat sich als Malerin besinnungslos einer Methode verschrieben, nicht einer seldsl- gefundenen, sondern des an sich schon trockenen und flachen Altherr: und sie hat diese Methode mit einer erstaunlichen Konsequenz mißbraucht. Ihre mannigfachen Motive sehen vollkommen gleichartig aus, in der Oktave eines bestimmten Braun bis Gelbbraun gemalt, halb plastisch ins Raumgefühl spielend, zu sieben Achteln von groß- zügiger, alles Detail mit Schwung hinwegwischender Dekorations- geste. Der Mangel an Sichtungsgefühl ist nicht zu beschreiben: er vernichtet auch jede Hoffnung, daß diese stark« Seele sich einmal zur Natur finden werde: denn wo ist ihr« Natur? Wie rein und versöhnend wirkt demgegenüber di« natürliche Anmut in der Landschaftskuust eines Erich Klvssowski(bei Hartbelg). Hier wird nichts prätendiert, hier ist nur gute Malerei. die die stille unauffällige Landschaft der Provence widerspiegelt Klossowski, der die Fünfzig längst überschritten hat, ist erst spät zu dieser Einfachheit gekommen, seine Figurenbilker waren eklektisch und uvschars: um so freundlicher kann man seinen endgültige» Sieg begrüßen. Denn immer ist Einfachheit und anmutige Wahr- heck da« schwerst» in der Kunst. Eine sonderbar« Ausstellung russischer Malerei und Graphik spukt in einer leeren Wohnung Tauentzienstr. 10. Diese 325 Werte scheinen beinahe alle von einer Hand gemalt: so gleich- mäßig ist ihr« Gesinnung, so verschollen ihr eindeutiger Realismus, der auf den alten I l> a R i e p i n zurückgaht: 1844 geboren, lebt er heut« noch in Finnland- Man glaubt lauter Gespenster von 1880 zu sehen. Von dem Wesen der heutigen russischen Kunst ist hier selbstverständlich nicht?, aber auch nicht» zu entdecken. C« fft eine Veranstaltung der westlich orientierten Emigranten, die ganz»ei! wäre, wenn sie nicht«inen sc» penetranten Modergeruch von längs- dyad-M chqrrllchteckaa ausströmte. p-k.«* 3m Schatten des Faschismus. Ginn der Schachi-Politik.— Nationalsozialismus, Hilfstrupp des Kinanztapitals. Dem neueste«, heute erscheloendea Heft der»Gesellschaft" .«nehmen wir aus dem Artikel Georg Decker»»Der ccffe Schritt" die hauptsächlichsten Ausführungen über die letzten Ziele der volksstaatsfeindlichen Schacht-Politik. Jede Diktatur, durch welche die Demokratie oerdrängt ürd oder verdrängt zu werden droht, wird als Faschismus .«zeichnet. Wir denken hier weder an die Art des Machtergreifens �wch an die Tatsach« der Diktatur einer Partei, sondern an die politifche Zielsetzung, die den Kern des Gedankens des„k o r p o- rativen Staates" bildet. Man kann die Ding« drehen, wie inon will, und alle möglichen ideologischen Begründungen erfinden, der Sinn dieses Gedankens bleibt immer der, daß den wirtschaftlichen Mächten de» Kapitalismus da» politisch« Uebergewicht allen Gegenkräften gegenüber gesichert wird. Ob die Voraussetzungen dafür durch die brutale Zerschmetterung der Demokratie nach italienischem Muster oder durch die Unter- werfung des demokratischen Staates unter das Diktat der genannten wirtschaftlichen Mächte geschaffen werden, ist, vom Standpunkt der Zielsetzung gesehen,«ine Zweckinäßigteitsfrag«. die je nachdem, wie sich die vorhandenen Möglichkeiten gestalten, oder wenigstens eingeschätzt werden, beantwortet wird Manche Geldgeber der national- sozialistischen Bewegung glauben vielleicht an die Möglichkeit eines erfolgreichen P u t f ch e s. Viel wahrscheinlicher ist aber, daß auch die Mehrheit der Geldgeber der Hitlerianer nicht ernsthaft an dies« Möglichkeit denkt. Die nationalsozialistische Bewegung hat andere Funktionen zu erfüllen. Sie soll verhindern, daß die imvermeid- liche Abwanderung der Massen von den Deutschnationalen ein« Stärkung der sozialdemokratischen Reihen bewirkt. Sie dient der Verwirrung innerhalb der breiten Massen, die für die Der- tcidigung der Demokratie in Frage kommen, und soll— in diesem Falle in der gleichen Richtung wie di« Kommunisten wirkend— die Widerstandskraft der an der Demokratie hängenden Massen lahm- legen. Sie soll weiter die Kommunisten auch in der Richtung unter- stützen, daß beide Bewegungen durch Zusammenstöße, gegenseitige Ueberfälle, Schlägereien in möglichst breiten Kreisen das Gefühl der Unsicherheit und die Sehnsucht nach einer starken Macht, die rücksichtslos und brutal„Ordnung" schafft, erzeugen. Die neue Well« der nationalsozialistischen Bewegung unterscheidet sich sehr wesentlich von der ersten Well«, die ihren hohen Punkt im Frühjahr 1924 erreicht«. Jetzt ist es keine formlos« Bewegung ohne jeden festen inneren Zusammenhalt mehr, sondern eine Bewegung, die von einer ziemlich strengen, über beträchtliche Geldmittel ver- fügenden Organisation getragen wird. Diese Organisation versucht jetzt, wiederum nach kommunistischem Vorbild, auch innerhalb der organisierten Arbeiterbewegung(Z et le n b i l d u n g in den Ge> werkschoslen) für sich Boden zu gewinnen, allerdings bis jetzt ohne einen irgendwie in? Gewicht fallenden Erfolg.' Die national- sozialistische Bewegung dient also vornehmlich der Zersetzung der Widerstandskraft der Demokratie. Sie wird von den kapitalistischen Kreisen finanziert, die au» ihrer Freude an der kommunistischen Attioftät kein Hehl machen und dem Abstauen der kommunistischen Bewegung in größeren Teilen des Reiches zumindest mit sehr ge- mischten Gefühlen, wenn nicht direkt mft Sorg«, zusehen. Geradezu begeistert für die Kommunisten werden sie, wenn es Kommunisten gelingt. Organ« der Demokratie arbeitsunsählg zu machen. Das gelingt den Kommunisten in manchen Gemeindeparlcnnenten. Di« Arbeitsunfähigkeit des Reichstages soll durch die Sabotage- Politik anderer Parteien erreicht«»erden. Der Hauptstoß gegen die Demokratie wird indessen durch den wirtschaftlichen Druck aus die Regierung und den Reichstag geführt. Der erst« große Sieg in diesem Kampfe gegen die Demokratie ist setzt schon da. Ihn hat der „national" gesinnte Herr Schacht errungen, indem er die international festgelegte Machtstellung der Reichsbank und die Hilse der Morgan-Gruppe des Finanzkapitals ausgenutzt hat. Eine glor- reiche national« Tat! Man muß aussprechen, mos ist: was Herr Schacht vollzogen hat, war «in erster Schrill zum Faschismus, mar schon ein Staatsstreich. Außerordentlich interessant ist es, wie Schacht den Zeitpunkt für seinen Vorstoß gewählt hat. Anfang Dezember hotte dos Reichs- finanzministerium sein Ziel, die akuten Schwierigkeiten der Kassen- lag« zu beseitigen und Vorsorge für die Konsolidierung der schwebenden Schuld zu treffen, schon nahezu erreicht. Die Dillon- Anleihe stand unmittelbar vor dem Abschluß- Es bestand also die „Gefahr", daß die Finanzen des Reiches in Ordnung gebracht würden. Herr Schacht konnte nicht mehr warten. Er zerschlug die Anleihe und setzte sein« Forderungen durch. Unsinn, davon zu reden, daß Schacht durch die Sorge um dl« katastrophale Lage der Reichskosse zu seinem Vorgehen gegen die Rcichsregierung ver- anlaßt wurde. Diese katastrophale Lage hat er selbst geschaffen, lchn« ihn tvär« sie gar nicht vorhanden. Diese Handlungsweise Schachts sowie die von ihn, jahrelang systematisch betriebene Drosselung der deutschen Wirtschaft ist typisch faschistisch. Jetzt geben die faschistischen Geschichtsschreiber selbst zu. daß sich di« Verhältnisse in Italien im Laufe des Jahres vor dem Marsch auf Rom wesentlich stabilisiert haben oder wenigstens schon im Prozeß der Stabilisierung begriffen sind. Für die Faschisten war dies der Grund, sich mit ihrem Losschlagen zu beeilen. Si« als haben selbst dl« Unruhen gcstlskei, um dann Hüter der Ordnung auftreten zu können. Der Faschismus bereitet sich den Weg vor, indem er die unerträg- liche Atmosphäre im öffentlichen Leben schafft, wo alle» die Geduld verliert und nach der Ordnung und nach dem Retter ruft. Dann beginnen die Steine zu reden— etwa so, wie es Herr Günther Stein im„Berliner Tageblatt" getan hat. Der Faschismus könnt« auch in Italien nicht ohne pafstve Unterstützung vid-r Gegner seiner.Methoden" fein« Macht erhalten. Es war da» geflügelte Dort der vielen, die sich ausdrücklich als Gegner des Faschismus und seiner Methoden bezeichneten:„Mussolini i» bene". Mussolini m a ch r« s g ua Wie oft hörte man. ja. hört man auch jetzt bei uns die gleiche Rote: Schacht k» bene. er hat's gejchafstl Auf diese Wesse wird die Demokratie von denjenigen, die sich subjektiv als Demokraten fühlen, verraten. venvleu van denjenigen Demokraten, die das ganze letzte Jahr den Thor für die SatastrophenpoLtik Schachts spielten. Das Februarhest der„Gesellschast'. Das Februarhest der„Gesellschaft" enthält neben dem Aufsatz Deckers eine Betrachtung Renners sDien) über Grundsätzlich«, zum Kampf« der österreichischen Sozialdemokratie gegen den Faschismus. Er verschont auch die eigene Partei nicht mit seiner Kritik und wird durch seinen ins Ideologische vorstoßenden Versuch, die Politik des Proletariats zur Politik der G e s a m t w i r t s ch a f t zu erNären. zwoisellos eine lebhaste Diskussion im Rahmen der Partei hervor- rufen. Eine gut« Darstellung der polnischen Diktatur gibt Birnbaum in seinem Aussatz über den polnischen Lerfassungs- kämpf. Dem Gedenken des zehnjährigen Jubiläums des Betriebs- rätegejetzes ist ein großer Aussatz von Ernst Fraenkel ge- widmet, der unter dem Gesichtspunkt des Funt�ionswandels des Betriebsrätegesetzes auf knappstem Raum«ine eindringliche Sozial» geschichte der letzten zehn Jahr« gibt. An kleineren Aussätzen enthält dos Heft einen sehr lehrreichen Artikel der Genossin K a l n i n tR'ga) über di« Agrarreform in Lettland, eine aus Anlaß der Schweizer Bundesratswahlen abgefaßte Betrachtung des Genossen Haupt über Strukturwandlungen in der Schweizer Ar- beiterbewegung und eine Msszell« des Genossen Brügel über den Kölner Arbesterverein. Di« Diskussion über die Probleme des historischen Materialismus wird bereichert durch einen Aufsatz von Hanncch Arendt über Philosophie und Soziologie. Geemannsstreik in£c Havre abgebrochen. Pari», ZI. Januar. Der gestern von den Seeleuten in Le Haore beschlossene General- streik scheint bereits abgeflaut. Di« Besatzung des Ozeandampfers „Isle de France ist an Bord zurückgekehrt, so daß der Dampfer bereits abends nach New Aork auslaufen konnte. Man rechnet da- mit, daß auch die am Streik beteiligte Mannschaft dq: übrigen Dampfer im Lause des heutigen Tage? di« Arbest wieder auf- nehmen wird.___ Wetter für Berlin: Kälter, noch vorwiegend trüb« mit. geringen Schneefällen: östliche Winde.— Für Deutschland: Nach Westen fort» schrestende» Frostwetter, vielfach Schneefälle, hauptsächlich im Süd- osten, nur der Südwesten noch srojtfrei. verarin-ortl.'üt die Redaktion: Bolwan»««>»«*, Berlin: iln,eigcn: Zd. Siockl. Berlin Btrlag: Zlorwürts Scrlaa s. m b s.. vcrlin Druck: Lorwärt« Buch- »ruckerei und Lerlaaoaniialt Doul Linaer& Co Berlin 5® 68, Binder Kräfte 8. Ditun I Beiloo*. Theater,'! Lichtspiele usw. Tftgi. 6 u.8Vt Uhr. Barbai ossa 9256 fr. 1-6 M. Woohantg. 5 U. SO Pk.-S M. Haut« latntar Tag! 3 Swlfh, Cvtlni, tS Fmlv-Sirh. Anstel Alrftnr, Hu Wall, noitna i W usw. T*gi. h u. aio Zonal. 2. s■ a" A er. 8066 INTERNAT. VARIETE [ Morgen Premiere mmm"iroktlon Dr. Martin Ziekal u-am Komische Oper fnaorwirtr.m Mnrkui 1«)«30. Nacn vollständUein Umbau Täglich 8', L'hr Hulla di Bulla Setwank voo Arnold und Bnob mit Guido TnlaUc ar, Sahuli Sohion, Lue« H WaOrajid, Walter Ra a. Flink Banner Wenak äonniao nadmituag« unr: P. au ebne Kus«! Lustspielhaus s rnedrichstr. 256. Bergmann 2922 25. lÄ AI ÖBI lWüllM idl. R emann y.Headr. Voiverkau In belöen Häu ern ab 10 Uhr ununterbrochen. 8" Ohr- Ztr. 2819— Raochen erlaubt Heute wird zum letzten Haie getlllejr* IS Original Lawranca Tlllar-Glra — oft koplait— nte arrslcht— und da» Januar* Star- Programm I Morgen Premiere Caal-Pam.lla in Ihren eanaabanellsn Leistungen auf SPferden,„Jung-Chlna", Neue asiatische Kunst, S Elllat's, tollkühne Leistungen en und sul der Bsmbus- stsnge. Marlka RSkk. der Internationale Tanzstar— 9 aJllaona— Oautaeha Jkarlar, die Basten dar Welt iiM vettere Inlernal. KimsMe. Sonnoband und Sonntag la 3 Voretallungan 4 Uhr und»a.- 4 Unr klclae Prelee GROSSES SCHAUäPIELHAU* 8 Uhr 3 Musketier« Regte; ERIK CHARELL H sonoiio im(tu), ugak. ha Du Pt. Gasi>arone Operette von Mi U Anker ieaca Veflicauo Mit, Saoaiag a Gdr. Neueinfflhrung ab I. Februar: Jeden Sonnabend 11.10 Uhr NACHTVOBST5LLÜNG. fÄnCzarfiasiopsiir Sonnabend S und Sonntag ZW Uhr „Dar gastlafalla Katar". Das Theater der billigen Preise: U Mlnelrang a�a. L Rangbalkon u. 1. Parkett IJO, Orchestersessel 2 SO. Programm u. Garderobe)e OJS M. Kein Zwang). R«»9«-Tla«sa£mr Gr. Frankfurter Str. 132. Vouubtuiiie Thutv u BikTstaii 8 Uhr Ura ufführung Apollo, Brungeottrasa Volksstück von GroBmann und Hessel. VnK: Da bdiba. Kult: Jirgn Nilin StaatUtkiller-Tli. 8 Uhr ÜMiMe TBuiur am smiraunertlamm MI- Uhr MMolie Staatsoper AmPUd Republik TW» Uhr Don Giovanni lessing-tater Norden 10846 rägllch 8 Uhr Aftars oroylus von Rehfiscb und Herio» öbe!-Noll Scblatzünmer. Speisezimmer,. Herrenzimmer, Einzel-Möbel, Küchen, Sofas, Rnfaebettenmli gegen 24 Monatsraten SchOnliauser Allee 141 a (SocDDaba Danxlger»trage) Verlangen Sie Ve rtreterbesuch. OüDisdies Mm D.1 Norden 12 3U> TSgl.m/iUhr Oer Kaiser v.Amerika von Bernard Shaw Rege Max Reinhardt Kammersplele 0.1. Norden 12310 8 Uhr Der Kandidat von Carl Sternheim falb: Hm Uuid. Die Komödie |I Bismck. 2414/7516 Uhr Victoria von S Maugham. Regie Max Reinhardt Musik; Mischa Spol ansky Direktion >r. Robert Klclr Denlsehes lünstler-TheBt Barbarossa 3437 8V. Uhr M. imi. drei" von FranzMoInar mit Mit Pallinit/j. Virkir: Souper M\m Tliealei Dönhoff 170 Täglich SV« Uhr Die Straße HülUurtiiueimaiiii. Regie Heinz Hllper. äarnowsiij-cOhnen rbsst.r m rltr «Snigiritzar StraBs Täglich S>l« Uhr Proressor Bernhardl von ürtkir Sttaihbr tajb: 71 du hrumty KomSdlenhaus Täglich 8'/, Uhr Der LOoner und d.s Nonne von cvrt oatz Tb. i Roilendortphlz Vorvk.lO-i Kl. 2091 Täglich 8W« Uhr 6astspiel das Daauaiaa TUcaian Menschen im Hotel von Vicki Baum. Rifü: Gostal tiflndgus. Stulls Blador. var- garuaRotpiiha.Rtoip. 2ariwa.i. HUJuta. v. talmnv lüM 1 WestüDS Täglich 8>ä Uhr: Hold Sfadl Lemberg Musik von Gilbert Käthe Dorsch Leo tcbUaeadori Toml a. Komi. Tor Kottb. Str. 6 TägL S Uhr auchSonm. nachm. SIL: Eilte- Sfinger. Das grode Januar-Progr.l Oes kann man l mal sehen! Eadlou Ladisfllniuill Kleines Tbeat Merkur 1624 Tägl. 8V. Uhr Der Walzer von beute Nacbl! Max Adalbert. Erl a Glassoer, Ui:de Wdrner. Hermaan-Schaulua. Metropoi-Tb. S ten von........ 1,73„ Bettdecken von........ 2,50_ Dekoratinnsstoffe von... 3,—_ Einzelvcrkaul von 9— 7 Unr Spezial-GaniiDen'VerkstjittBf S. Kruger Neaköltn, De g-Strahe 67 2. Stock am Ringbohnhof Kein LadaoJ Operettenhaos Alte Jakobatr. 20/32 (Zentral- Tbealer) Täglich SL, Uhr Oer Soldat der mane mmm* dmaidSdialz. ü-Md BjrmjppL.ltal 188,14 fir.Bockbierfest 1 leeüeiL Haut Dekontüm. ■JJ baysrisdij aadin. Einlaß: Wochentags 6 Uhr, Sonntags 4 Uhr. Sonnabends und Sonntags: Großer Alpenball. Lichterfelder Festsäle ZelBlendorter 9WraC%« S Odsonom Otfdo Sdiilllnft Telephon: Lichterfelde G 3 1445 festsäie für 1300 Persanen mit oodeni eingeri' teten Mm für tenn- staltom jeder Ort/ Hodiritssäle/ Vere nsz ramer für 20 du 300 Pemmeii Gesunden Schlaf kräfhoe Nerven verschafft bei tingererXur U/Z 3 fZ687./Han achte auf Jen ff&s. gesch flamen. Zu haben in Apo'heken und Drogerien. Wo nicht erhältlich, weisen wirVerkaulSätellen nach Otto Stumpf A-G. Chemniiz. Es ist erschienen: Der sozialdemokratische AbreißkaienderlDSO In Knnfertief druck hergestelli 768 Seiten stark. Er bringt historische Daten ans der Ar- bciterbewegung.astronomiscfae Angaben(Sonnen auf- u.-Untergänge. Mondphasen, Planetenbewegung usw.). Gute Bilder beleben den Kalender, so daß er in jedem Hanshalt, in jedem Büro eine Zierde darstellt. Der Kalender kostet 2» Rid. Zu beziehen durch die Botenfrauen und Ausgabestellen des.Vorwärts".sowie direkt vom V arl ag. dBelVogc Freitag, 31. Januar 1930 SivMpnd Was geht uns Venezuela an? Ein bißchen Wirtschaftsgeographie/ Von Heinrich Hemmer Safu— Tampleo-. Maraeaibo. Ms man neulich wieder von dem mißglückten Putschversuch «nes Pariser Venezolaners los, der mit einem(deutschen) Schifs voll Waffen in seiner Heimat landen und die Regierung stürzen wollt«(der Kapitän hatte sich vor den Hamburger Gerichten zu ver» antw-ten), hörte ich einen ungeduldigen Zeitungsleser am Neben. tisch ausrufen: Eott.wasgehtunsdennDenezuelaan? Wenn man die Erde als eine Produktionseinheit auffaßt, der die Menschheit als Berbrauchseinheit gegenübersteht, d. h wenn die nationale Organisation einer wirtschaftlichen Organ!» sation weichen soll—, dann geht uns heute Venezuela sehr viel an. Wer in die Bucht von Maraeaibo einfährt(wie Venezuelaz Hauptstadt genannt wird), mag im Hintergrund eine unendlich« Reihe von schlanken Türmen gewahren, die im Wasser stehen und an die Gestalt de« Eiffelturm» erinnern. Dies« Türm« spucken schwarzes Gold aus: Oel. Maracoibv-Oel. Denezuela-Oel. Die Menschheit bedarf des Oels von Maracaibo. Wir sind— die ganze Welt ist interessiert an Venezuela. Die Eigentümer Maracaibos sprechen spanisch. Die Unternehmer jedoch englisch, deutsch, fran- zöstsch. Auch in Baku hörte man einst viele Sprachen sprechen Ein halbes Dutzend Mal wechselt« in den letzten zwei Dezennien Baku seinen Besitzer: rings ist die Erde von Blut durchtränkt, so wie von Oel; schließlich brachen die Bolschewiken ein, rich'eten das ärgste aller Blutbäder an— heut« ist Baku kein W« l t ölzentrum mehr. Und T a m p i c o? Tampicos wegen hat sich das bestochene und betrogene mexikanische Volk in Bürgerkriegen zerfleischt. Auch in Tampico spricht man über da» Epanische hinweg englisch(zumal im amerikanischen Akzent), deutsch und französisch Tampico ist eine Weltangelegenheit. Tampico ist da» Well» ölzentrum— gewesen. Die Zeiten haben sich auch hier sehr ge- ändert. Tampico« Niedergang, Maracaibo» Aufstieg. Wer Tampico noch vor drei Jahren gesehen hat, wird festgestellt haben, daß in dieser Oelstadt ein märchenhafter Reichtum vorhanden war. Ueberall wurde Geld mit vollen Händen aus- gegeben. Ein Hotelzimmer kostete 7 und S Dollars, und froh war, wer zu diesem Preis eine Unterkunft fand. Heute? Man be» kommt jetzt auch in jedem besseren Hotel schon volle Pen» s i o n für S Dollars, Platz ist vorhanden, so viel man will. Grund» stück« sind zum Verkauf ausgeschrieben. Hänser stehen leer, der Autobusverkehr nach den Außenkomps liegt lahm. Di« Geschäfts» leute, die von den Oelkompagnien lebten, lassen die Köpf« hängen, Konkurse sind an der Tagesordnung. Bei den Oelkompagnien. welche zur Zeit noch Destillieranlagen besitzen, werden Arbeiter, Lüroangestellte, Ingenieur« und höchste Beamte entlasten und nur das notwendigst« Personal bleibt zur Instandhaltung zurück. Mit einem Wort: Tampico ist heute e>n toter Platz. Und warum? Die fortgesetzten inne» politischen Unruhen(man wurde die Geister nicht mehr los, die man rief) und die hohen Abgaben an die Re» gicrung machen es zur Zell unlukratio, in Tampico Oel- bohnmgen vorzunehmen. Das größte Oelland ist heut« nicht Mexico, sondern Venezuela. Das quirlende Leben von Tampico hat sich nach Maracaibo verzogen: die Arbeit, der Reichtum, der Luxus, die ganze Oelindustri« ist verlegt worden So groß dort der Nieder. gang, so gewaltig war hier der Aufstieg in den letzten drei Iahren. Maracaibo: vor drei Iahren landete man an einer verfallenen Anlegebrücke, durchwanderte staubige oder kotige Straßen, alles machte den Eindruck des Vernachlässigten, Unfertigen, Jmprovi- sierten, trotzdem damals schon die großen Oelkompagnien(die Standard Oil, die Carribeau, die Golf, die Duchell. die Richmond) ihre Kamps hallen und ihre Bohrungen machten. Man hat sich also offenbar erst kürzlich zur Ueberzsugung durchgerungen: los von Mexico— das Heil liegt in Venezuela. Zauberer Oel. Nirgend� und niemals hat in so kurzer Zeit eine Stadt einen derartiffen Aufschwimg genomnicn. Man landet in Maracaibo jetzt an großen modernen Piers. Die Straßen sind zementiert und sauber. E» fehlt nicht an wohlgepfleoten Parkanlagen. Weit hinaus dehnt sich die neu« Großstadt. In den verlassensten Gegen» den sind elegant? Büro» und Wohnhäuser für Angestellte der Oel» gesellschaften aufgeschossen. Für die kaufmännische Verarbeitung stchen Paläste da. Automobil« mit den JnZtialen der verschiedenen Oelgesellschaften jagen durch all« Straßen und Stadtviertel. Nach Hunderten stehen die Personenkraftwagen der Kompagnien morgens und abends an den Hauptplätzen, um die Angestellten von Ort zu Ort zu befördern. Man läßt sich nicht lumpen. In dieser wie aus dem Boden gestampften Großstadt mag man eine Stund« nach irgendeiner Richtung hinauewanderu: Wohnungen, Büros, Lagerplätze, Rohrtuben(Materialleitung), Direktionspaläste. Ist es die Weltentrücktheit, ist es das T r o p e n k l i m o. sst es die au» der Fülle geboren« Lässigkeit: man wird— auch der Unbekannte— liebenswürdig empfangen. Keinem wird der Zutritt— oh höre Berlin!— auch zu den höchsten Stellen ver- weigert. Man hat dort natür'ich auch jjlül zu tun, aber man gibt Ihnen Zeit, ihr Anliegen vorzutragen. Sie sprechen ja wohl wahr» scheinlich englisch(oder deutsch, oder französisch). Man versteht sie also(Versteht natürlich auch die spanische Landessprache.) Wie. El« wollen nach den Komps? Bitte, hier ist der Erlaubnis- schein. Motorboot frei, Dampfer frei. Essen frei, ein ganzer froher. fre:«r, feiner Tag. Fahrt in« Kamp. Punkt S Uhr verläßt ein Fährdampfer die Pier(die sich neben dem Lagerplatz der Earribeou befindet), La Rosa, Eabina» usw.: zw«! Stunden Fahrt durch den.Lago", die Bucht von Maracaibo. Taufende von Bohrtürmen werden sichtbar, aus dem Wasser aufragend und mit Landungsbrücken verbunden, und Oel- lcllung zur Verschiffung in die Oeldampfer. Bielleicht muß der Fährdampser stoppen, um ein» Oelflottill» passieren zu lassen: 13, 20, aber auch 30 Dampfer der verschiedenen Oelgesellschaften. die all» «ine Barr« in der engen Einfahrtstraße passieren müssen. Das Felsenhindernis im Lago bleibt bestelzen für den Schutz. den es im Kriegsfall« bieten mag. So ejn Tankdampfer mll einem Fassungsgehall von 3000— 5000 Tonnen Oel kann in zwei Stunden gefüllt werden. Die Oeldampfer stellen«inen Pendelverkehr her von den Oelbohrkamps nach entlegeneren Inseln, wo sich Destilla» tions» und Lagerstatianen befinden und von wo andere, teilweise noch größere Tankdampfer nach U. S. A. auslaufen. Die T ü rme. In drei Schichten stehen die Bohrtürm« im Wasser, immer wieder einer anderen der konzessionierten, sich gegenseitig über» trumpfen wollenden Gesellschaften gehörend, verbunden mit Brücken. Oelzuleitungen und Reservoirs, welche oft kilometerweit entfernt liegen. Der groß« Mann am Bohrturm ist der Driller, der Bohr» meister. Tag und Nacht werden die Türme von den Drillers kontrolliert. Manchmal muß ausgesetzt werden: Monat«, ein Jahr: oder tiefere Bohrungen müssen vorgenommen werden. Wer Driller in Arbeitsaufmachung steht, glaubt, er ist in die Hände von Menschenfressern gefallen: derart wüst und besudell sehen sie au» Es ist eine schwer« und schmutzig« Arbeit, aber man verdient 300 bis 300 Dollars im Monat dabei. Ein Fachinyenieur steht sich nicht so wie ein tüchtiger Bohrmeister. Im Kamp. Man spricht von Oelwüstcn. In den Kamp» von Maraeaibo sieht man nirgends öde, oerlossene Gegenden, sondern tropisch üppige Landschaften mll Kokospalmen bestanden. Reger« Hütten wechseln mll den Behausungen von Angestellten ab. Das Kampterrain gleicht einem Part. Man zeigt die Eintrlltstart« vor und wird als persona gratissima empfangen. Bis zur Rück- fahrt des Dampfers sind 6 Stunden Zeit, und solang« ist man bei der betrefsenden Gesellschaft zu Gast und nimmt an den Mahlzellen und am Klubleben teil. Billard-, Musik- und Loseräume stehen zur Verfügung. Alkohol ist erst ab M5 Uhr in der Kantin« zu haben. Rur S. M., der Bohrmeister, bekommt jederzell was und soviel er wünscht. Die Angestellten sind vornehmlich Amerikaner und Eng- länder— aber auch Deutsche sind darunter, und es berührt ange- nehm, von einem Landsmann in der Muttersprache angesprochen zu werden. Die Wohnhäuser sind auf Pfählen errichtet und Fenster und Türen sind mll Moskitonetzen bespannt, um eine überaus lästige kleine Motte fernzuhallen, die indessen Malaria- träger ist. Freilich führen die Kampbewohner«in wenig das Leben von Verbannten. Zur Entschädigung steht es einem frei, Gäste einzuladen und ist für jede nur mögliche Unterhallung gensigt. Tanz» dielen und Kinovorsührungen unter freiem Himmel Des Abends farbig« Lampions, Musik, Spiel— wie überall bei ollen Einsamen herrscht dos Spiel vor. Große Summen werden ge- wonnen und verspielt, ein Monatssalär steckt man ein oder gibt man aus, ohne ein« Miene zu oerziehen. Ab und zu ist großer Kampboll und es kommen alsdann Senoras und Eenorttas von der Stadt mtt echt Pariser Eleganz und spanischer Reserviertheit. Aber das ein«, nach dem man sich am meisten sehnt, sind die 6 kurzen Monate Urlaub noch drei langen Iahren Arbeit. Akte 03536 Das Schicksal einer Landarheiterin Die Büroräum« eines Berliner Ardeitsantte« sind m Baracken untergebracht. Sie werden durch große eisern« Oesen geheizt. Heu:« morgen war unser Raum voller Rauch. Rußslecken wirbelten durch di« Luft und legten sich aus die Tisch«, Bänke und auf Aktenregal«. die an den Wänden stehen. Ich nahm mir«ine Akt« und wollt« die Rußschicht abklopfen, eine Verdien st bescheinigung sicl auf den Boden:„Die landwirtschasllich« Arbeiterin Klara Bokowsti, geboren am 31. Januar 1901 zu Grodynen i. Ostpr., hat vom IS. März 1927 bis 30. Rovember 1929 bei uns gearbeitet. Der Bruttoverdien st betrug 19 Pf. die Stunde. Das wöchentlich« Deputat hotte«inen Wert von i Mark. Die gräflich H.-.sche Gutsverwaltung." « Um 4 Uhr morgens ist in der Schnillerkaserne Licht, denn die Arbeit beginnt um ö Uhr. Klara Bokowsti liegt noch aus dem Strohsack. Ihr fällt das Aufstehen schwer. Nicht, weil gestern Sonntag war, Klara Bokowski ging gestern nicht zum Tanz im Dorfkrug. Ein Schüttelfrost ließ ihr die Zähne zusammen- klappern, daß es wie Maschinengewehrtacken klang. Heut« schwerst der Rücken, die Glieder sind schwen Im Kopf schwobbert die Ge- hirnmass« und schlägt bei jeder Bewegung des Körpers gegen die Hirnschale. Das kommt vom Kartoffelbuddeln bei Regen- wetter. Klara muß lachen, das Lachen wird zum Husten und geht zuletzt in ein Gebell über. Klara locht über den Hauslehrer, der Sonnabend mit den Grafenkindern I ch e n. Ursel und Wals zum Kartofselkratzcn gekommen war. Alle vier hatten altes Zeug an, sie banden sich Sackleinwand um und nahmen den Kratzer zur Hand. Zurrst waren sie mit Feuereifer dabei, bis Ichen noch einer halben Stunde sagte:„Mein Bockel tut so weh!' Bald daraus zog die Gesellschaft ab. Statthalter Sudrow hatte gelacht, daß ihm die Tränen über die Backen liefen und etwas von verrückten Einfällen ge- brummt. Klara Bokowski mußte die Strecke nachduddeln, wo die Bier gearbeitet hatten. Die meisten Kanosseln waren in der Erde geblieben.„Uns Huslihrer is'n ganz vernünftigen Kirl", hatte Klaras Nachbarin, die neben ihr durch den Dreck rutschte, gesagt. „Wenn hei ok.so komische Pumpbüxen anhett. hei wiest dei Kinner. wie swor dat Arbeiden is.' Bri Feierabend hatte sich di« Nässe bis an den Leib in di« Kleider gesogen, beim Nachhaujegehen pfiff der Herbstwind und am Sonntag fror Klara am Herdfeuer, an dem das Kaffeewasser kocht«____ Es ist viertel vor 3 Uhr. Klara springt vom Strohsack auf. Vor einem Spiegelscherben wischt sie sich dt« Augen au» und ziaht den nassen Kamm durch das Haar. Dann wird der Bettsack auf- geschitttell und der heiße Kaffee getrunken. Der tut gut. Und los geht's zur Arbeit. Eine Schar Frauen klappert über den Gutshof, stapft durch die Iauchepfützen, steigt über Dunghaufen. Di« Frauen tragen halblange MUiiärstiesel, dick« wollen« Strümpfe, selbstgewebte Röcke und schwarz« Strickjacken zumeist. Um den Kopf haben st« ein Tuch gebunden. Sie gehen nach den Kuhställen, großen Rundbauten, di« im Halbdunkel wie mittelalterlich« Wochttürme aussehen. Inspektor Köpp« wartet schon. Er Ist schlechter Laune, der Schulmeister rupft« ihn gestern beim Skatspielen. Ihn ärgert weniger das verloren« Geld, obgleich er nur 40 M. Monatsgehalt bekommt. Aber Inspektor Köppe schläft im Keller des Schlosses und ißt mtt den Jägern in der Küche. Inspektor Kopp« ist der Vertreter de« Grafen für die Tagelöhner. Inspektor Kopp« möchte sich auch«in Ansehen beim Schulmeister verschaffen. Inspektor Köppe gast als guter Skatspieler, sein Ansehen hat gestern gelitten. Statthalter Sudrows Kolonne muß die Kuhställ« reinigen. Im Rund de» Kuhstalles ist e? nxiriu, das Licht der Petroleumlampen zittert über die Reihen der Tiere. Der Bull« schnaubt, als er Forren und Schaufeln sieht. Di« Kette an seinem Nasenring erinnert ihn an seine Ohnmacht, sein« Augen blicken tückisch zu den arbestrndcn Frauen. Zwei schneiden Rüben, drei schaufeln den Unrat fort, der di« Futterrinne zu überschwemmen droht. Die Frauen sprechen vom gestrigen Abend, vom Tanz zu den Klängen der Ziehharmonika. Zuwellen ertöitt Gezeter, der Schwanz einer unruhigen Kuh klatscht jemandem ins Gesicht. Klara stützt sich oft auf di« Forke und starrt auf die Schenkel der Tier«, an denen der Schmutz in dicken Stücken klebt Sudrow droht ihr mit dem Zeigefinger, mit dem halben nur, di« andere Hälfte blieb in der Rübenschneidemaschine.„Dir ist wohl der Sonntag schlecht bekommen?' Sudrow grient. Nach der Frühstückspause kommt der Schlempewagcn von der Spiritusfabrik. Klara schleppt die schweren Eimer, deren warmer Inhalt leicht nach Alkohol riecht, zur Futterrinne. Immer mehr Eimer, wenn auch die Beine den Dienst versagen wollen und im Schädel ein Hammerwerk pocht. Sudrow wird plötzlich lebendig, reißt seinen Hut vom Kops und macht Bücklinge. Der Graf und der Güterdirektor v. Nordheim kommen. Sie beachten Sudrow nicht, �err Graf müssen andere Kühe kaufen, die mehr Milch geben,' schnarrt o. Nordheim. Der Graf steht Klara Bokowski an e nen Pfiiler gelehnt, den Schlempecimer neben ihr stehen. ,Hm, du warst gestern befassen? Wie heißt du?' Klara ficht den Vollbart des Grafen vor sich, seitwärts der Brillant im weißen Reitplastron des Güterdirektors sprüht Farben. Sie sieht den Schlangenring an der Hand des Grasen, den langen Nagel am-kleinen Finger der schmalen, blaugeäderten Hand. Die. goldene Armkette klirrt leise aus dem grünen Tuchärmel. Dann sieht Klara nicht» mehr, sie fällt. Sie merkt nicht, daß sie mit dem Kopf auf die steinerne Futterrinne schlägt. Von Nordhelm klemmt sein Monokel ein und sieht Klaras blauen Fianellunterrock, die dicken, grauen Strümpfe, die Eisen- nägel an den halben Militärstieseln.„Verdienen zu viel,' denkt er, „versaufen doch nur ihr Geld.'—„Solche Leute können wir nicht gebrauchen,' brummt der Graf.— Von Nord- heim notiert:„Ist beim nächsten Zahltag zu«ntlasssn' Dann ver- läßt er mit dem Grafen den Stall, sie sprechen über die verfallenen Drainagerohr« und die sauren Wiesen. Sudrow macht«ine Verbeugung hinter den beiden her und setzt den Hut wieder aus. Klara Vokowski wird in die Schnitterkaserne getragen. Am Abend liegt si« auf dem Strohsack. Das Fieber wirft sie hin und her. Si« phantasiert von goldenen Ringen und von Brillanten. Häufig gellt ein Schrei durch das Haus. Währenddem liest Gräfin H. in einer Zeitschrift einen Aufsatz über neuzeitliche Baukunst. Ein französischer Baumeister hat Rund- Häuser gebaut.„Wie wir modern sind,' lacht Gräsin H..„unsere Kuhställe sind im neuesten Stil erbaut.' Gras H. schreckt aus dem Schlummer, der ihn im Ledersessel übermannte, und entzündet seine erloschen« Zigarre Er versteht nichts von Laukunst und v. Nordheim sagt:„Fabelhaft.' Weil das immer paßt, gebraucht Herr v. Nordheim das Wort„Fabelhaft" sehr oft. Graf H läßt eine Flasche Sekt bringen, worauf man nicht mehr von Baukunst spricht und Herr v. Nordhei.n sein Monokel aus der Westentasche zieht. * Akte 03536:„Der Klara Bokowski wird bescheinigt, daß sie im städtischen Obdach nächtigt' Ich lege alle« in da.« wurmstichige Regal. Der Bürovorsteher sst gekommen. E« sst 8 Uhr. Erich Preo«««. Teufel Opium wird verbrannt In Brussa wurden dieser Tage zwei Bauern au» dem Dorf« Dadatsch verhaftet, weil sie versucht hatten, 20 Kilogramm Opium in die Stadt einzuschmuggeln und?s dem Schleichhandel zuzusühren. Da» Gift wurde beschlagnahmt.— Das Gericht, vor dem sich die Bauern zu oerantworten hatten, beschloß neben der über die Bauern verhängten Strafe, das Opium auf einem öffentlichen Platze zu oerbrennen. Es verspricht sich davon einen starten erzieherischen Einfluß. (17. Fonsetzung.) Sem runics Gesicht muxbc so lang, wie ee nur werden tonnte, als er Frau Jacklowicz vor sich sah. Er starrte sie an, während sie .»>urt und Tom begrüßte. War denn Tom verrückt? Er schüttelt« den Kops. Frau Jacklowicz sah plötzlich scharf zu ihm hin. Sic hatte seinen prüfenden, abMigen Blick gewittert. Kräppli machte sich tiein. Noch wußte er ja nicht, wie diese Frau zu der„Clique* stand. Er erhob sich sogar und ging hinaus. „Sagen Sie, Tom, wer ist denn dieser dicke Mensch, mit den schlechten Manieren?* „Mein Masseur.* ,.Sd?1 Ein unsympathisches Gesicht. Konnten Sie nicht was Besseres sinden?� „Mir gefällt er und er kann was,* antwortete Tom sehr nachdrücklich. Frau Jacklowicz wurde«in wenig blaß. Stand es so? Verlor sie an Boden? „Ich komme eigentlich um Sie abzuholen, Tom. Sie wollten doch mal in den Zoo mit un» fahren. Mein Mann kann leider nicht mitkommen. Sie müssen sich also mit mir begnügen.* Unter den gesenkten Wimpern warf sie ihm einen schimmernden Blick zu. „Das ist schade,' Tom tat etwas betrübt,„ich muh leider danken, iierr Hurt hat nnr nämlich eben gesagt, daß Ich I» ein paar Tagen eine längere Reise antreten muh. Nun hob' ich natürlich mächtig zu tun.* Hurt« Blick« waren zwischen ihnen hin- und hergegangen. War dem Jungen die Geliebte über? Dann hieß e» aufpassen. Als Kavalier sagt« Hurt sofort, um ihr über die Enttäuschung ftinwegguhelsen:„Wollen Sie mit mir vorlieb nehmen, gnädig« Frau?* Außerdem fand er sie wirtlich nicht so übel.„In den Zoo möchte ich ja, ehrlich gesagt, nicht gerade gehen! Den kennen wir als Berliner sehr gut. Aber wie war's, wenn wir im„Juwel* zu Abend speisten?" Er warf daran anschließend Tom einen Blick zu, der besagte: So behandelt man eine Dame, du dummer Junge! Tom verstand. Es ärgerte ihn, einen Formfehler begangen zu l>aben. Er versuchte es gut zu machen.„Die nächsten Tage, gnädige Frau, wird meine gesamt« Freizelt zu Ihrer Lerfügung stehen.* Frau Jacklowicz atmete erleichtert aus. Ihre Hand schlich sich in die seine.„Ich freue mich darauf, lieber Tom,* antwortet« sie. In ihrer Stimm« war«in leises lSeben. Mary allein. Zur selben Stund«, in der Frau Jacklowicz mit ihrem Tuschen- luch dem Zug nachwinkte, in dem Tom der Tournee entgegenfuhr, kniet« die klein« Mary vor ihrem Bücherschrank in Nassenheide und kramte im unteren Fach herum. Da unten hatte sie im kunterbunten Durcheinander alles hin- gesteckt, was sie für veraltet und langweilig hielt. Darauf bedacht, daß Tom Matthe« hier bald Herr fem würde, nahm sie den ganzen Stapel auf einmal heraus und ordnete die einzeln«» Bände sauder wieder«in. Ein abgegriffene« Büchlein siel ihr in die Hände. Da» mochte noch aus der winzigen Bibliothak stammen, die ihre Mutter von ihren Mädchentagen her besah. Methanisch blätterte sie in den vergilbten Seiten. Ein Satz fiel ihr in die Augen: Si« ahnten nicht, doh ihr« Herzen bangen, Weil ihrem Glücke sie vorbeigegangen. Draußen, zwischen den Erdbeerbeeten stand Peter und pfiff vor sich hin. Sie hörte es. Doch in ihren Gedanken standen nicht die hageren Iungenzüge des Kameraden, sondern ein fröhliche» Mannesxesicht lachte aus großen blauen Augen auf sie niede».»ie lächelt« in Sedanten versonnen. Gutmütig, groß und stark, ein richtiger Jung«. Aus solchen Menschen, au« solchen Naturburschen, unverdorben und ehrlich, darau« ließ sich etwas machen. Plötzlich aber lacht« sie laut auf. Sie verscheuchte ihre G«- danken. Ein Boxerl Si« dachte daran, wie sie ihr«m Bater jedes- mal, wenn er zum Boxen ging, empfohlen hatte, eine saure Gurke mitzunehmen. Wester kramend fand sie ihr Tagebuch, in das sie schon sehr lang« nichts mehr»ingeschrieben hast« und blättert« darin herum. Plötzlich nahm sie«inen Bleistift,„fjier draußen in Nassenheide kämst« man wie in einem Paradies leben, wenn man glücklich ver- heiratet wäre,* trug sie ein. 7. Kapitel: Tom gibt sich mit Frauen ab. t Toms Tournee. Auf der Tournee überließ Hurt die Aufsicht über Tom dem dicken Kräppli. Er wohnte nicht einmal in dem selben Hotel wie sein Boxer Denn es kamen Telephongespräche, die für eventuell hellhörige Ohren nicht bestimmt waren. Nach jedem Kampf kamen ein bis drei Ruhetage, in denen Hurt sowieso vorausfuhr und olles Geschäftlich« erledigte. Kräppli versah sein Amt glänzend. Er macht« sich unentbehrlich. Wenn Tom später an diese Tournee zurückdachte, entsann er sich weniger an Städte und Boxernamen, als an ei» süßes, schnell erlebtes und schnell beendetes Liebesabenteuer. Tom war zuerst scheu. Seine Unerfahrenheit hielt ihn vor Be» konntschaiten zurück. Da griff Kräppli, der alle» schnell erfaßte, rettend ein. Er vermittelte, schloß Bekanntschaften und stellte Tom den Damen vor. Kräppli fand auch mit Wiirdseile die Lokale und Kaffees her- aus, in denen hübsch« Frauen verkehrten. St« war«, den letzten Tag in Dresden. Bisher haste sich noch nichts ereignet. Seinen Kamps hatte Tom hinter sich. In fünf Runden hast« er seinen Gegner, den ehomaligen französischen Meister Marcel Thomas erledigt. Gegenüber dem Zirturs Sarrafani war ein kleines Kaffee, in dem Tom und sein Masseur heute saßen. Sie waren aus der Jagd hinter einem netten Mädel her gewesen, die st« dann aber aus den Augen verloren haften. Jetzt nahmen sie eine kleine Erfrischung zu sich. Kräppli ließ andauernd seine Augen umhergehen. Er stieß Tom an, der stumpf rar sich hinstarrte. „Du sieb mal da» Mddel da drüben, die Schlanke, Dunkle!* „Wo?* Tom wurde josort lebendig. An einem Tisch allein saß ihnen gegenüber eine funge Frau. Sie hielt die Augen zu Loden gesenkt— doch die dlskr«t unter- malten Wimpern, der Mund, den der Lippenstift nachgezogen hatte, redeten eine andere Sprache. „Du. richtig i, se ja!" Toms Trimm« klang erwa» belegt. Kräppli schmunzelte.„Na. dann rann, Mensch!* Tom schob die Schultern unschlüssig vor. Dann sagt« er ge- künstelt gleichgültig:„Och, hat ja doch keinen Zweck. Morgen fahren wir wieder weiter* Kräppli lochte leise.„Mensch, sei doch'n bißchen forsch!'ne Kerl wie du! Quatsch sie einsach an. da» andere kommt von selber.* „Nee.* Tom lehnt« sich so fest gegen die Stuhllehne, al« fürchtete er, beim Mantel gepackt und hinüber befördert zu werden. Kräppli sah die Unentschlossenheit seines Schützlings. Wortlos stand er aus. Auf dem Tisch vor der Dame lagen«in paar Wochenblätter. Kräppli verbeugte sich artig.„Gestatten gnädige» Fräulein, daß ich die Gartenlaube nehme? Mein Freund langweilt sich nämlich schauderhaft.* „O,* lächelte sie. „Ja. rast ich, so rost ich, heißt es bei dem. Gnädige» Fräulein kennen ihn vermutlich?!* Sie sah erstaunt auf.„Ich wüßte nicht." „Nicht? Doch bestimnst. Zumindest von den Plakaten her.' „Den Plakaten?" Interesse lag in Ihrer Frage. „Oder aus den Zeitschriften?* „Ist Ihr Freund so berühmt?* Sie sagte es ein wenig spöttisch. Sie wollt« ihre Neugierde nicht zeigen. „Na. und ob nicht. Er ist doch der Schwergewichtsmeister im Boxen. Hat doch vorgestern den großen Kampf gehabt. Das müssen Sie doch gelesen hoben?!* „Aber ja!"©ie wurde sehr lebhaft.„Und das ist der Herr da drüben?* Sie bat richtig:„Stellen Sie chn mir doch vor!* Tom stel wie aus den Wolken, als Kräppli dem Kellner zurief: „Bringen Sie bitte drei Cherry Brandy hierher.* Dann ging Kräppli hinüber und holte Tom.„Bist doch'n frecher Hund", bewunderte ihn Tom. „Was ist schon dabei? Komm man, sie brennt darauf, dich keunenzulernen.* „Mensch, was soll ich nur sagen?* Tom hafte Lampenfieber. „Das dir einfällt.«, Gnädiges Fräulein, has hier ist alft der Schwergewichtsmeister in Person. Sehen Sie mal die Fäuste an.* .La bekommt man ja förmlich Angst.* lachte das Mädchen Tom an. „Ach Gott.* sagte Tom ehrlich,„Angst? Ich bin wirklich...* „Im Zwilberuf ganz friedlich*, unterbrach ihn Äräppki. Dam, begann er lustig drauflos zu schwadronieren. Er erzählte, machte Witze und oerflocht den schüchternen Ton geschickt mit in die Unter- Haltung ein. Nach einer schnell vergangenen Stund« erklärte, es sei höchst« Zeit aufzubrechen. .Letzt?* fragte Tom geradezu entgeistert. „We schade!* bemerkte die junge Dame. Kräppli zog est, unschuldig oerzweifelles Gesicht.„Wir sind hier ganz fremd. Was glauben St«, was zwei so unerfahrenen jungen Leuten hier alles passieren kann.* „Lejonders wenn sie so schwächlich sind* ging sie auf den Scherz«in. Plötzlich fragte Kräppli ungeniert:„Würden gnädiges Fräulein nicht so freundlich sein, uns ein Stückchen bringen? Wir oerlaufen uns sonst noch!* Schnell fiel Tom ein:„Bitte, bitte, bloß'n Stückchen." „Na ja, dann muß ich wohl*, sagte sie. Ohne viel Umstände hakt« sie sich bei Tom«in und schwatzte ihm allerlei vor. Tom war lächerlich schweigsanu Kräppli, der neben ihm ging, stieß ihn ab und zu an. damit er auch etwas sagen sollte. Dabei ging der Dicke mit einer sonderbar anmutendev Sicher- hcit eine bestimmt« Richtung. Wo schleppt er uns denn bloß hin, dachte Tom verwirrt. Di« Häuser wurden unkomfortabler. Die Straßen enger. Tom fühlte einen sanften Fußtritt gegen sein Schienbein. Er sah hilflos .zu Kräppli. Der macht« sin ganz sanftes Gesicht, wies aber mit seinen Augen unverkennbar in eine bestimmte Richtung. Tom drehte seinen Kopf dorthin. Das Schild eines kleinen Hotels leuchtete ihm entgegen. Töm begriff ungefähr. Aber er glotzt« Kräppli doch erstaunt an. Di« jung« Dame stand harmlos neben den beiden und tat. als verstünde sie pichts. „Mensch, Tom. ich Hab ja vergessen, das Telegramm aufzu- geben. Da muß ich aber rennen. Wir sehen uns nachher im Hotel wieder. Also Adieu!* Kräppli verabschiedete sich eilig und trabte um die Ecke. Wenn dem Jungen jetzt nicht ein Licht aufgeht, dann kann er in's Kloster gehen, dachte er dabei. So ein Dämlack! Tom und Kräppli allein. Es schlug beretts elf und Kräppli war todmüde, als Tom stürmisch in« Zimmer trat. „Mensch. Dicker, du bist richtig!* Er strahlte.„Hast recht: ist nicht» dabei. Ging alles glänzend." „Na, die Hauptsache ist, e» war schön. Was haste ihr denn gegeben?' Tom war platt.„Gegeben?— Das war doch nicht so eine?!* „Tom, Tom. was heißt so eine? So'n Mädel nimmt doch immer gern was mit. Du machst mir Spaß. Nimmt'n Mädel mit und nassauert Liebe!" Kräppli brach in unbändiges Gelächter au«.(Fortsetzung folgt.) WAS DER TAG BRINGT, niiiMmmmninmmiiinmiimimiiRiiimiiniimfliHmnmiimiiimiimiimminimimimminaiimmmnnmmiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiimmiiiiHniwinimnnraiiuiiiiiiiniimniniiiumiimm« Die Stadt ohne Straßenbahn. Man schreibt uns: In dar Nr. iü des„Abend" erschien eine Mitteilung über die Omnibusverhältnisse in Wiesbaden. Bekanntlich Hot die Stadt Wiesbaden, nachdem die Süddeutschc Eljonb ah»-Gesellschaft ihren Straßenbahndetrieb eingestellt hat,«inen Omnibusbetrieb«ingerichtet. Entgegen den Mitteilungen, die durch die Tagesprcsse gegangen sind, kann man auf Grund neuerlicher Uittersuchungen feststellen, daß die angeblich« Rentabilität diese» Be- triebe» aus einem Trugschluß beruht. Di« Tarifgestaltung kann nicht al» besonder» günstig bezeichnet werden, da der Fahrpreis von lS Pf. bis zu 60 Pf. gestafssll, also immerhin mit«inem Durch. schnittspreis von 30 Pf. zu rechnen ist. Wenn auch der Halbjahresbericht«inen Auszug von 202 824 M. ausweist, so ist auch hier zu sogen, daß di« Abschreibung des Wagen- parks und der Anlage mit nur 10 Proz. vorgenommen wurde. während bei Autobusbetrieben im Durchschnitt mit 20 Proz Ab- schreibung zu rechnen ist. Außerdem dürfen die Ergebnisse des Winterhalbjahres be- deutend ungünstiger ausfallen, da Wiesbaden als Großbäderstadt selbstverständlich im Sommer günstigeve Einnahmen durch da» Bäderpublikum zu verzeichnen hat. Ganz außer Betracht gelassen ist bei der Berechnung, daß nicht» für Wegeunterhaltung eingebucht wird: denn wenn auch entgegen der Straßenbahn Gleisanlagen nicht in Frage kommen, steht doch fest, daß die schweren Omnibuswagen die Lebensdauer der Straßen stark herabsetzen. Auch in Wiesbaden dürft« man bereit« eingesehen haben, daß trotz der verhältnismäßig hohen Preise für ein« besser« frviU«. 31. Januar. Berlin. 16.05 Paul Plant»: Früliiniirsarbeiten Im Gemüatoruti. 16.30 UnterbaUungamusik. 17.30 Max Bievers: Wel'anscliaallclie Betracht uneen eines Freidenkers. 18.00 Kinderlieder von F. Theo von Donop.(Harry Steter. Tenor. Am Flegel! Ileinrlcb Stelner.) 18.20 Das neue Buch. 18.30„Flugzeug oder Luilachiff?" Aussprache rwischen Lnftaehlff-Fflhrer Pochhamnier, Dr. Heini Orlovlns und Ernst Scbitter. 19.00 Ein Sänger— zehn Sprachen.(Leo Monosson, Tenor. Am Flügel: Hans Sommer.) 19.30 Schallplatte». 20.00„Fünf Finger über Dir", von Arnim T. Weg» er. Qesprtch»Viech« dem Dichter und Leoeore Landau. 30.30 Sendespiel«;„Der arme Jonathan". Dperett* von Carl Millfteker. Kfioigswiktorhatsen. 16.00 Dr. Carl Tiiiom«: Wi« der Diebtor ar beitat 1«J0 Nachmittagekonzert von Loipglg. I7JÖ Mersmann: Vertloiehend» Stllunterenehuntos 16.00 Qeh.«tat Dr. Daatuth; Dan WtmehaftMehr 1M9 18.30 Englisch ßr FortgazchritMae tS.SJ Dtpl.&g. Alfred Schmidt: TegfilveredlBig. 19. 20 hVissenrchaMicher Venrat für Aerrf" 20.00 Von Breslau; Volkstümliche Lieder. 21.10 Von Breslau: UrMndtmg:„Joseflna" oder„Der KOebeeepiegwl". kOBrtdJa von rlakue. Finanzierung gesorgt werden muß, denn schon beschäftigt sich du» Wiesbadener Togespreffe mit der beabsichtigten Erhöhung dar Fahr. presse. Für Großstädte, die noch im Besitz von Straßenbahnen sind, dürft« also das Experiment Wiesbadens nicht allzu oerlockend er. scheinen. 1200 Tonnen Fahrkarten. Der Iahresabsatz der Deutschen Reichsbahngesellschast betrug in den letzten Jahren ungefähr eine Milliarde Stück. G» wäre viel- leicht eine nett« Beschäftigung für müßige Stunden, auszurechnen. ein« wieviele Kilometer lange Schlange diese Karten aaeuumdAr- gereiht ergeben würden bzw. welch« Fläche man damit bedecken könnte. Allzu groß wäre die Fläch« nicht, aber di» deutlichst« Dar. stellring von der ungeheuren Menge dieser Karten macht wohl die Tatsache, daß die für all«.zusammengenommen notwendig« Papier- meng« etwa 1200 Tonnen wiegt, daß also»in ganzer Güterzug da- mit beladen werden könnte. Mit der Herstellung dieser unabseh- baren Meng« von Papierstückchen sind allein 17 Druckereien be- schästigt, aber inzwischen hat die Deutsche Reichsbahngesellschast auch in den meisten wichtigeren Fahrkartenftellen bereits mehr al» 1000 Fahrkartendrucker aufgestellt, die jede gewünschte Kart« nach rascher Einstellung drucken. Das elektrisierte Bett. In Cleoeland im nordamerikanischen Staate Ohio«ar al» Antenne«ine» Radionetzanschlußgerätcs die eisern, Matratze«ine» Ruhsbett«» benutzt worden. Durch«inen Fehler im Apparat wurde der elektrisch« Strom aus der Lichtleitung auf die Matratz« über- tragen. Drei Kinder faßten während de» Spielens an die Matratze und erlitten so schwere Brandwunden an den Händen, daß sie ins Krankenhaus überfichrt werden mutzten Amerikanische Gerichtsszene. Die amerikanischen Richter erledigen eine Menge Sachen ohne einen Federstrich. Sie entwickeln dabei zuweilen viel Humor und lassen sich sehr oft von rein menschlichen Erwägungen leiten. Folgend« Szene Ist einem Gerichtsbericht im„San Francisco Ehrvnicle* entnommen: Paul Thompson ist der nächste mn Schuß. Er sieht kaum wie ein Zwanzigjähriger aus. Die Anklage wirft ihm vor. in der Misston Street mit 42 Meilen in der Stunde mit einer„Car* gefahren zu sein. „Zehn Dollar Strafe* sagt der Richter. „Gott, Ich habe nur fünf Dollar und die habe ich mir auch noch geliehen* lamentiert Thompson. „Was machen Sie denn mit all ihrem Geld?* »eich Hab« nichts, ich war jetzt oeun Monat« im Streik mit de» Photochemigraphen.* „Nun wohl, dann geben Si« die fünf Dollar her.* Der junge Mann reicht die Fünsdollarnots herüber. An der Hand, mit der er es int, fehlt ein Finger. ..Ich verlor ihn vor einigen Wochen bei einem Unfall* erklärt ba jung« Mann dem Richter auf«ine diwhezüglich« Frage,„und ich Hab« auch noch heute an das Hospital für die Behandlun» zn zahlen.* Der Richter reicht ihm die Fünidollornote.zurück. ..Fünf Tage Gefängnis— Strafe ausgesetzt— nächster Fall* Di« fünf Tage braucht er sie abzusitzen. Di« Sache ist ,rsa>f�. Von der Schwerathletik in der Sozialistischen Arbeitersport Internationale. Dk» Spvrrbewszung der Zlrdeiter-ft in den letzten Jahren zu einer starken Säule der allgemeinen Arbeiterbewegung geworden. Der unbeugsam» Idealismus der Mitglieder und der Glaub« an die Zukunft waren immer wieder die Kräfte, die der Bewegung die Antriebskraft gaben. Heute hat sich der Arbeitersport als ein achwng- gebietender Faktor zu«iner wahren Groß- nwcht erhaben. Di« Athletiksportler, die in jedem Lande den wuchtigen Grundstein der Sportorganisationen bilden, schauen aus das vergangene Jahr überall mit einigem Stolz zurück. Der Fachausschuß für Schwer- athletik m der Sozialistischen Arb e it«rspo rt-Int«rnational« lonn im abgeschlossenen Geschäftsjahr l9Lö über eine Reihe beachtenswerter Erfolge berichten. Unter den in der Luzecner Sportinternationale vereinigten Kraftsport- nerbänden ist der Arbeicker-Athle- tenbund Deutschlands der stärkste und d«r leistungsfähigste, nicht nur durch lein« Mitgliederzahl, sondern vor ollen» durch seine sportlichen Qualitäten. Er spielt in der Gestaltung der internationalen Schwerathletik eine Führerroll«. Ihm ist ae zu danken, daß das Ansehen des Arbeiter-Kraftsports in den letzt?»» Iahren in allen Kulturländern so gewaltig gewachsen ist; er führt den Kampf gegen den Professionalisinus und sein« verderblichen Auswüchse. Der Arboiter-AtHletenbultd Deutschlands mit seinen Sportzweigen: Ringen, Heben, Artistik, Boxen und Jiu-Jitsu ist eine der größten Sportorganisationen der Welt. Der Bund, der seit lölst einen beachtenswerten Aufstieg genommen hat, umfaßt gegenwärtig über 1300 B e re» n e mit über 60 000 Mit- gliedern. Das Bu,»desgebiet erstreckt sich über 20 Kreise: ein« eigene Nnfallkasie für sportliche Unfälle sowie ein eigenes Bundes- geschäst sür Sportartikel versorgen die Mitglieder. Der im Oktober 1928 gegründeten Arbeitsgemeinschaft der Arbefter-Athletenoerdände Oesterreichs ist es gelungen, die bis dahin bestehenden Organisationen zu vereinen. Die Versuche, auch in Dänemark sür die Schlverathleiik neu« Mitftreüer zu«halten, sind«solgreich gewesen. Med«»Host sind Bersuche der Zlrbefterathleten, mit den dänischen Vereinen in Verbindung zu kommen, durch die Tätigkeit der Berein« der bürger- ltchen Internationale zunichte geworden. Der l92ö gegründet« und b»r«ts über 2S000 Mitglieder umfassende Dänisch« Arbeiter-Sport- kund Hot auf seinem letzten Kongreß beschlossen, der Sozialistischen Arbeiters port-International« beizutreten und seinen internationalen Spiel, und Sportverkehr nur noch nach den für die SALI, gelten- den Richtlinien durchzuführen. Anfang Iairuar 1330 wurden drei Baxklubs gebildet. In Lyngbq traten ihm auf den ersten Anhieb 10 Mitglieder bei. In Banlose 20 und in Kopenhagen 12S Mitgli-der. Weiter« Gründungen stehen bevor. Die Beziehungen zu Eng- la n d sind ebenfalls ausgenommen worden. Der deutsche Athleten- bund wird 1930 ein« englische Kawpfmannschaft nach Deutschland oerpfstchteil. In Belgie.n gibt sich der Untersekretär der SALI., Deolieger-Fleron, die größte Müh«, die Ringerspartc und neuer- dings auch die Spart« für Jiu-Jitsu oonvärts zu dringen. Der Arbeiter-Athletenbund von E 1 s a ß- 2 o t h r in g« n hat sich durch seine unklar« Hallung zur Sozialistischen Arbeitersport. Internatlo- nale sportlich selbst ausgeschaltet. Gegenwärtig sind Schritt« unter« nnmmen, jene Bundesverein«, die mit dar SASI.«inig gehen, an den französischen Zentral vcrdand anzugliedern. Die Athleten im deutsch- tschechischen Arbeiter- Turn- und Sportverband haben gute Erfolge gehabt. Der Berband hat für diese Spart« einen Techniker angestellt, der die Bahn zu weiteren Fortschritten ebnet. Ein Lehrgang, geleitet von dem Vorsitzenden des Internatio« nalen Fachausschusses, fand bereits im September 1929 statt. Der sportliche Berkehr der Länder untereinander war trotz allgemeiner Wirtschajtskrisis auf beachtenswerter Höhe. Im Norden sorgten Finnland. Lettland und Eslland sür ausgiebigen Sportverkehr im Ringen und Boxen. Finnland und Lettland hatten wiederholt deutsche Gäste geladen. Di« Arbeiter-Kraftsporller Oester- reichs kämpften in Wien gegen eine Schweizer Ringennannschast. Im Bundesgebiet des Schweizer Berbondes kämpften Boxer aus Finnland und Lettland, Gewichtheber unb Ringer au» Deutschland. Der deutsch« Arbeiter-Athletenbund hatte in seinem Bundesgebiet Schweizer Mannschaften, foiBi« Lettland. Finnland. Oesterreich, Tschechostorvakei in den Sparten Ringen, Gewichtheben und Boxen zu Gaste. Der Grewzverkehr zwischen den Athleten des Ausflger und deutschen Berbondes»var rege, cbeieso der Grenzoerkehr zwischen Deutschland und der Schmelz. Zu den großen internationalen Ber- anstallungen 1930 der verschiedensten Landesverbände der SAGI. sind die Schiverathleten besonders zur Teilnahme aufgefordert worden. Das 2. Bundessest des Arbeiter-Turn- und Sportbundes in Nürnberg 1929 sah auch international« Schwerst hl ettklräst« au« Lettland, Oesterreich, Finnland und Deutschland bei sportlicher Be- tätitzüstg. Don internationaler Bedeutung ist auch die Erbauung einer eigenen Bund«»schul« des deutschen Arbetter- Athletenbundes in Magdeburg. Sie soll mit in den Dienst der Sozialiftischen Arbeilersport-InternMioiMle. vornehmlich für die Scheoerathketen. gestellt werden. -ARBEiTEH WSSEALL Beginn der neuen Serie. Noch sind die Spiele um die Beteiligung an der Kreisklosse uldjt beendet, da beginnt die neue Serie schon mit Hochbetrieb. Die Kreisklasse, die durch den Verzicht Lichtenberg l erst au, fünf Aminen besteht, wartet nni zwei Treffen auf Die beiden vor- »ährigen Adteilungsmeister müssen sich gleich auf die Reise begeben. In Weißensee stehen sich im Stadion„Fauler See" Lücken- walde l und Weißens« gegenüber, während Luckenwald« II nach Brandenburg fährt. Die Brandenburger dürften wenig Aussicht auf Erfolg haben, dagegen Ist das Treffen zwischen Weißensee und Luckenwalde I durchaus offen. In den Bezirksklafsen finden folgende Spiele statt: Lichtenberg II gegen Lichtenberg I in Lichtenberg, Normannenstraße. Neukölln gegen Oberspree im Neuköllner Stab low Hoppe- garten gegen Eiche-Köpenick in Hoppegarten. Schweistterne gegen Oststern in, Köpenick«! Stadion. Borussia gegen Herz- felde in Britz, Treseburger Ilfer. Karow gegen Wansdorf ü» Karo»». Lqchen gegen Dorwärte-Wedding in Li? che n. Werde? gegen Kladow Spandau 2ö gegen Rathenow in Spandau, Seeburger Straß«. Potsdaln gegen Solol. Lücke mvalde gegen Tempelhof. Schöneberg gegen Ruhlcdorf. Niemegk gegen Treuenbvietzen. 2. Mannschaften: Lichtenberg II gegen Lichtenberg 1. Neu- kölln gegen Oberspree. Hoppegarten gegen Eiche. Saxonia gegen Karow. Mtglietzen gegen Schönow. Weißens« gegen Freie Scholle. Oderberg gegen Bormärts. Knoblauch 1 gegen Kladow Spandau gegen Rathenow. Brandenburg gegen Butab. Potsdam gegen Sakol-Mitte. Luckeninalde III gegen Luckenwalde II. Hertha 11 gegen Luckenwalde V. Niemegk gegen Trouenbrietzen. Zinna gegen Dahin«. Jüterbog gegen Woltersdorf.— Jugend- Mannschaften: Ketzin gegen Lichtenberg I. Eiche gegen Saxonia. Neukölln gegen Lorwärts-Wedding 2. Lichtenberg II 2 gegen Rachenow. Vorwärts-Wedding gegen Brandenburg. Lichten- berg II gegen Spandau 2b. Schöneberg gegen Weißensee. Saxonia 2 gegen Wansdorf. Harzfelte gegen Rowaivss. Luckenwalde II gegen Trenenbrietzen. Trebbin gegen Lucken»vold« V. Luckenwald« III gegen Liickenwalde I. Beginn der Spiele: 1. Männermannschaften 14.30 Uhr.— 2. Männermannschosten 12.45 Uhr.— 1. Iugendmanirschaften 11 Uhr. —. 2. Iugendmannschosten 10 Uhr. Die Resultate der Spiele sind gleich nach Schluß der 1. Männernwnirschoften unter Hansa 9 4 82 bekanntzugeben. Der F.F. v. Neukölln sticht zum Sonntag, 2- Februar. Spiel auf eigenem Platz sür 2. Iugendmannschaft. Eilangcbole an R. Ap- stein. Neukölln, Böhmische Straß« 27, oder Freitag Tel. F2 2200 Hockey. Die Spiele am Sonntag. Der kommende Sonntag dringt wieder Hochbetrieb aus allen ArbeiterhockeypiLtzen. So stehen sich um 10 Uhr auf den, Sport- platz Tiergarten Moabit l und Nordring l gegenüber. Das Spiel dürste nach einigen» Koinps Nordring für sich entscheiden: Schiedo- richter Tcnnis-Rot f. Um 14.30 Uhr treffen auf dem Sportplatz vst Mariendorf I und Temtis-Rot 1 zusammen. Durch die stark verbesserte Farm van Tennis wird es Mariendorf Nlcht leicht »Verden, den Sieg an sich zu bringen: Schiedsrichter Nordring i. Den iitteressantesten Kamps»Verden sich ASC. I und Ost ring 1 liefern. Beide Mannschaften, in bester Besetzung und guier Form, »verden alle« daransetzen, die Punkte für sich zu buchen. Beginn 13 Uhr, Sportplatz Rormannenstraße: Schiedsrichter Nordring II. In der Gruppe L spielen ASC. II und Ostring II, Norniannen- straße, um 10.30 Uhr(ASC. I), Neukölln I und Nordring II i» Neukölln, Stadion, Platz 1, um 10 Uhr(Mariendorf I). Gruppe C". ASC. III und Ostring III, Normannitr., 9 Uhr (Tennis-Rat II), Neukölln Ii und Nordring III, Neukölln, Stadion, Platz 1 um ß.30 Uhr(Marlendorf I), Mariendorf II und Tennis- Rot II, Ost, mn 12 Uhr(Pankow I). Frauen: Tennis-Rot gegen Nvrdring, Ost, um 13.30 Uhr(Pankow I). Die Nefultat« sind gleich nach Spielschluß an Megncr, Frankfurter Ave« 236(Telephon Lichtenberg 3203) zu übermitteln. — Ain Montag, 3. Februar, 20 Uhr, Schiedsrichtersttzung bei Bachnick. Soknenburger Straße 10. Alle gemeldeten Schiedsrichter müssen zur Prüfung erscheinen. Der»röchst« Vertretertag findet an» \ Februar. 20 Uhr, bei Wegner, Frankfurter Allee 236. statt. Faule Ausreden! In der„Roten Fahne� storiunelt der von uns als Spitzel«rn larvte Frisch Le sch«ine»»«rlegene und verlogene Ausrede, hütet sich aber peinlich, auf unsere Feststellung einzugehen. Einstweilen versucht er es mit der bewährten Methode des Schimpfens,»rennt seine Ankläger„sozialdemokratische Lumpen" und flennt im selben Augeirblick über die Schlechtigkeit der Welt, die so brar>e Menschen, wie er und sein« Kinnpane es sind, nicht in Frieden lassen will. Man hat fast den Eindruck, als ob der sonst so üderla»tt« Schrei- hals von der Papageienkrankheit befallen sei, so Heise? klmgt sein Gekrächs. Aber kommen wir nochmals auf die Tatsache zurück. Herr Lesch hat bestritte»», daß er mit dem Sekretär der Zenhalkommisston für Arbeitersport und Körperpflege, Bück, in dem van uns ge>»au be- zeichneten Lokal am 11. September 1928(nicht November, wie es in unserer ersten Nottz hieß) zusammengekommen ist. Das ist ein« gemein«, dum n»- freche Lüge. Buck und Oehl- schlLger sind bereit, Ihre Anklagen unter Eid zu wiederholen, ste »varien nur darauf, daß Lesch ihnen dazu Gelegenheit gibt. Aber das wird er nicht tun, denn da kann ihm kein Gott und kein Samter helfen. Wir freuen uns diebisch darauf, Herrn Lesch vor Gericht zappeln zu sehen. Da wird er ja dann auch Gelegenheil habe»», den„Spitzel", auf den er angeblich Jagd gemacht und den zu kennen er behauptet, beim Namen zu nennen. Und dazu auch die Tatsachen zu offenbaren, wodurch er Kenntnis von dein bsabsich- tigten Verrat und von Zeit imd Stund» seiner Ausführung be- ioinmen hatte. Das wird peinlich werden für den ollerehrlichsten Seemann! Aber vor Gericht Hilst dann kein Waulspitzen, da niuß dann gepfiffen werden: die Flötentöne»verden ihm schon beigebracht iverdenl Oer;« an dem Viibncn-Werblturnen am 1. ffobtuac in idranicnbura teilnciimcn, treffen stck, um 19 Uöt®of)nbOf aefunbteumten. iätifnbrt 19,06 Übt. Xontiftcnoetoi«.Tic Slotutficunbc", Zentrale Wien. Abt. Tbaiwttendiliz: Kreiiaa, 91. stanuiit. 20 Übe. Gntreftr. 90. Daitraa:„Iuacnb und Recht". Rate- tont: jiraucr. Lonntaii. 2. gebiuar. Eiiclwanbcruna. Mbcres im Keim.— Auaenbarupp« Kumbaldt: zreitoft. HL Iamuir. 20 Übt, Palck- s-te Witten flrafte. Heiter?! Weich.— galtbaotabtiUunq: �rci'aa, 8». Januar, 90 Ufjc, Rribar SN. 27. Sinafana.—«St. Ticptam: giailaa. Ä.'ianuae. 20 Uhr. Slienstn. S. Ktttcrer Wend.— Abt. Brih: greitaa. Zt. Januar. 20»Ihr. Chaussakg«. Ü. Sefcabend.«- Abt. Sudast: vi'.citaa. 21. Iairuar. 20 Uhr. «riSe» ött. 27.«inafang.—*W. Ciiftmcft unb«euNlln, Csnntoa, 2. ir«hru»r. Sefichtlauna be« zentral»3fuahafen«. Treffpunkt 1161 Uhr var dem Wiahafeb. — Pho toacmeiuf a aft: Msiuaa. 2. stebruai. 2u Uhr. strankfurter AUee.107. Kor- traa Tr. vlavhatt iibtt:..Äffammenarbeit sämtlicher Photo.Oraanifaiionen— SlaUnnftnimeinIchaft! Mantaa. 1. gebruar. 20 Uhr. Wranaeistr. 128. Farbenlehre. Staaten fit»«ibeiteiipoit unb Sörpeipslcac e v. Bczirl ZieulSll». Montaa. Z. liebruar. 20 Uhr. bei fsrank, Sanahofcrsir. L UartelläelcalerlcNuerfammlubg. »esiilalaUtfl RrUbeiashain. Montan, 3. tt-bruar. 19'- Uhr. Sartennichu« bei Gaul. SJbthaflcncc Str. 111. Tageeordnuna u. a. Bortraa den«Sennssen dehlkchläaer übet das Thema:..Ter Avbeitcrfport und die Behörden". Letzter Termin ,»r Ablleferuna der Anträge megen Sportplatzbenutzuna. Alle Jugend nfieae teibenden ärtetfer-, flultuv- und GcfelUchaflearaanisatian-n im Be»irf griebrichsliain. chmeit st« 3» den Bcschlvssen bei zentralaeganifatianen stehen. stnö ,u bi-fcr Sitzuna befanders clnaeladcn. 3f Lsch la der �öskiag-H-errllch. Im roma-il usgezelctiael Ira Gesch,mack 'öirlsslma- Scte Ikaffee 1 1 2?-{cL7bM 1.&0m< Ulleksnd«» I.6O11 Vrövaal___"I2.... 1.20 ,,___ 3-n dea ft CARISCH-LÄDEN erhöttüch. Deutsche Tänzerinnen als Freiwild. Verlaffen in Vuenes Aires. �rtjetiancn können nicht eindringlich genug davor .narul werden, nach Südamerika Engagements abzn- schlichen. Alan belrachlel die Tänzerinnen dort als Frei. wild. Zur Zeit sind daher auch Bestrebungen im Gange. jugendlichen Tänzerinnen überhaupt keine Zlusrelscerlaubni» für Engagement» nach Südamerika zu bewilligen, wie berechtigt diese Forderung ist. beweisen auss neue zwei Prozesse, die gegenwärtig da» Arbeitsgericht Berlin beschäftigen. Im ersten Fall handelt«s sich um das G e r a r d- B a l l e t t. Der Dallellmeifter hatte eine Truppe von acht Tänzerinnen zu» sammengestellt. Die Togeegag« betrug für die Tänzerinnen GM bis 8)4 Pfund z der Bollettmelster soll allerdings, ohne selbst zu arbeiten, etwa 1000 Pfund im Monat verdient haben. Der Beruf des Truppenchefs ist also, wie man sieht, sehr einträglich. Jnsbe�indere dann, wenn man— wie es hier der Fall war— noch cJb Rücktrittsrecht vom Vertrag einseitig vorsteht. Der Ballett. meister war berechtigt, den Vertrag mit sämtlichen Tänzerinnen als gelöst zu betrachten, wenn etwa die Primaballerina ertranken würde, oder aus einem anderen Grunde nicht auftreten könnte. Totsächlich wurde die Solotänzerin der Truppe in Buenos Aires krank, angeblich infolge von Ueberarbeitung. Es wird berichtet, daß die Tänzerin täglich, außer ihren Proben noch sechzehn Tänze in den Vorstellungen bringen mußte, zwölf waren davon Spitzen. tänze: also«ine sehr große körperliche Anstrengung. Nachdem die Vortänzerin erkrankt war, erklärte Herr Gerard den Vertrag mit sämtlichen Truppenmitgliedern für gelöst. Er ließ die jungen Mädel, ohne ihnen Geld für die Rückreise nach Deutschland, und zum Teil auch ohne ihnen die bereits verdienten Gagen zu zahlen, in Buenos Aires sitzen. Die Tänzerinnen, ohne Geld und Sprachkenntnisie, hatten keine Möglichkett. sich in Südamerika auf ehrliche Art Geld zu verdienen. Es blieb ihnen nur die Wahl zwischen Freudenhaus und öffent- licher Wohlfahrt. Sie wandten sich an den deutschen Konsul, der nach langer Verhandlung für sechs der Mädel das Geld zur Rückreise vorstreckte. Die Bvrtänzerin blieb zunächst im Kranken» haus, und ein Truppenmitglied blieb gänzlich ohne Unterstützung, denn dieses junge Mädel stammt aus Danzig, für sie war also der deutsch« Konsul nicht zuständig. Di« Kolleginnen freilich waren ander« Ansicht: sie schmuggelten die Siebente als blinden Passagier im Gepäck mit, so daß mit Ausnahm« der erkrankten Tänzerin alle Truppenmitglieder inzwischen wohlbehalten hier wieder«ingetroffen find. Merdings mit erheblichen Schulden: denn die vom Konsul verauslagten Beträge für die Rückreise müssen die Tänzerinnen zurückerstatten. Jetzt ist beim Arbeitsgericht Klage anhängig gemacht worden auf Zahlung der verdienten Gagen und des Geldes für die Rück- reise. Im ersten Termin tonnte nicht verhandelt werden, da der beklagt« Truppenchef, Herr Gerard, die Annahm« der Borlodung verweigert hatte. Di« Borladung lautet« auf seinen sogenannten Künstlernamen Gerard. während er in Wirklichkeit Schröder heißt. Grirnd für ihn. die Vorladung zurückgehen zu lasten. In einem anderen Fall, wo ihm«in« Lohntlage auf seinen„bürgerlichen" Namen" zugestellt war, ließ er ste ebenfalls zurückgehen, weil er damals Gerard hieß. Er heißt eben so, wie es ihm gerade paßt. Merkwürdig nur, daß stch die Post aus der- artige Scherz« einläßt. Di« Ladung zum nächsten Termin wird vorsichishalber durch«inen Justizwachtmeister des Arbeitsgerichts persönlich zugestellt. Der zweite Fall, der demnächst zur Verhandlung kommt, ist oielelicht noch typischer. Hier wurde den Tänzerinnen von ihrer famosen Truppenchefin gleich klar gemacht, daß kein Unternehmer in Südamerika deutsche Tänzerinnen zum Tanzen haben will. „Geht runter und sauft mit den Gästen, sonst oer- lieren wir unser Engagement" Und sie gab den Angestellten noch drastischere und durchaus eindeutig« Ratschläge. Auch hier endete die Reise vorzeitig, weil die Tänzerinen sich mtt Recht auf den Standpunkt stellten, sie seien Artistinnen, aber keine Animier- Mädchen. Di« Truppe kam glücklich wieder nach Europa zurück. Aber in Bordeaux ließ die Truppenchefin die Mädel ohne Geld sitzen, so daß auch hier wieder das deutsche Konsulat ein- greife» mußt«, um den Tänzerinnen die Rückreise nach Deutschland zu ermöglichen. Auch hier klagt man sich jetzt um die Ausbezahlung der fälligen Gage und um Ersatz der Fahrkosten. Wichtiger aber wäre es, daß hier«ine grundlegend« Aenderung geschaffen wird. Man sollte auch von Truppenchefs, genau wie«s Theater» leiter müssen, die Hinterlegung«lner Kaution zur Deckung aller Ansprüche der Truppenmitglieder verlangen. Sonst wird es immer wieder gewissenlose Geschäftemacher geben, die auf gut Glück eine Tanztruppe zusammenstellen und junge, unerfahrene Mädchen unter großartigen Versprechungen ins Ausland locken. wo dann oft gemig derartige Truppen im Freudenhaus enden. Die Stadt ohne Straßenbahn. Wiesbaden und sein Omnibusbetrieb. Der„Abend" brachte am 28. Januar unter„Was der Tag bringt" eine Notiz über den Omnibusbetrieb der Stadt Wiesbaden. Darin wird behauptet, daß Wiesboden einen Nettoüberschuß von einer Diertelmillion im ersten Halbjahr des D�r- kehre erzielt hätte. Wie uns hierzu von sachverständiger Seite mitgeteilt wird, kann diese Angabe der Stadt Wiesbaden einer objektiven Krttik nicht standhallen. Nach diesen Informationen mußte Wiesbaden den Autobus- verkehr s.nrichten, da der Vertrag, den die Stadt mtt der Süddeut- schen Eisenbahngesellschaft geschlossen hatte, nicht erneuert wer- den konnte. Wiesbaden betrerbt heut« rund 80 Autobusse. Jeder Wogen tostet etwa 80 000 M., so daß für die Beschaffung de» Dog-n. parks 2 400 000 M. aufzuwenden waren. Der Wagenpark muß nor» malerweise mtt 20 Proz. im Jahr abgeschrieben werden, das macht jährlich ein« Summe von 480 000 M. aus. In der Halbjahresbilanz. die die Wiesbadener Verkehrsbetriebe in diesem Jahre vorgelegt haben, ist für die Abschreibung nur«in Betrog qon 240 000 M., also die H ä l f t« der bei allen Verkehrsbetrieben üblichen Abjchreibungs» summe eingesetzt worden. Durch diese verminderte Abschreibung wurde der angebliche Ueberschuß von etwas über 200 000 M. errechnet. Tatsächlich aber schließt das erste Halbjahr bereits mtt sinent kleinen Defizit ab. Dabc* darf man aber nicht vergessen. daß Wiesbaden mit einem völlig neuen Wagenpart arbettet, dessen Reparatur, und Unterhaltungskosten zunächst sehr gering sind. In der Zukunft werden diese Aufgaben gesteigert Außerdem wird die Stadt wesentlich höhere Ausgaben für Straßenunterh7ltung inachcn müssen als bisher. Dabei darf man aber nicht vergessen, daß in gem ersten Halbjahr des Wiesbadener Autobusbetriebes die St,' dt nid �en zahlreichen Kurgästen bei der Benutzung der Omnibusse rechnest Konnte. Für das Winterhalbjahr hch die Stadtoerwaltur.g bereits einSN�rheblichen Zuschuß angefordert, ym den Autobusbetrvb aufrechterhalten zu können. In Wiesbaden desteht ein Teilstr ecken- tarif, der mtt IS Pf. beginnt und bis aus SO Pf. für die ganze Fahrt steigt. Dabei ist es nicht möglich, in Wiesbaden Strecken von der gleichen Länge wie in Berlin zu fahren. Auch in Berlin ist der Autobusbetrieb wesenllich teurer als der der Straßenbahn: er ist nur deshalb wirtschaftlich zu be- treiben, da er ttvr auf Strecken verkehrt, die innner eine starke Be» Nutzung aufweisen. Auch London kann als Vorbild für Berlin bezüglich der Ersetzung der Straßenbahn durch den Omnibus nicht herangezogen werden, hier Tarife gefordert wenden, die auch den heutigen Berliner Tarif bei größeren Strecken um ein Viel» fach es überschreiten._ Schneefälle in den schlefischen Gebirgen. Breslau, Sl. Januar. Wie vom Observatorium K rietern mitgeteilt wird, haben bei langsam zunehmendem Frost w den Nachmittagsstunden des Donnerstag Schneefälle eingesetzt, die zur Zell noch anhalten und im Flachland« eine Schneedecke von 8 bis 10 Zenti- meiern, in höheren Lagen meist 20 bis 30 Zentimeter Neuschnee brachten. Die Sporwerhältnisse haben sich ganz erheblich verbessert. Die Schneedecke bettägt an den Wintersportplätzen der Mittellage IS bis 30 Zentimeter, und erreicht im westlichen Riesen» gebirge 75 Zentimeter. Besonders ergiebig waren!n« Schneefälle im Glatzer Bergland. Sin aelunqen-r Abend in Lichterfelöe. Di« Lichterfelder FMäle, Oekonom Otto Schilling. Berlin» Lichterfeld«-W?st, Zehlendorfer Str. S, bereitet.'» ihren Gästen kürz- ltch einen schönen und genußreichen Abend, der von jetzt ab jeden Freitag, abends, durch musikalische Unterhaltung, Familientanz und Auftreten der so beliebten Apcllo-Sänger bis auf wetteres wieder- hott wird. i rngv m b&» jsfe asm am mm mm m| Programm für Zelt vom I W mm 1 MM««> I für die Zelt vom 31. Januar bis 3. Febr. I W mMp M mm WW» I 31. Januar bis 3. Febr. OG Potsdamer Strafe 35 AI Joaeep slnpt u. spricht in dem ertolüreiehsten Tonfiim. Oer JazxsSoger .lugendliche haben Zutritt Rheinstraijc 14 kÄS.«) Dia ereile Hölle vom Pix Polö jugendliche haben Zutritt Odeon, Potsdamer Str. 75 Die weihe Hölle von Pia Palfl Jugendliche haben Zutritt Tunmtratjc 12 Sönden der VÄtcr mit Emil JeaatBit* Detektiv aus Liebe(5 Akte) Alexanderstr. 39-40 (Passatze) Den ganzen Tag seöffnet! The Pllgrim und Peine Lcnie mit Cbatile Cbapila Nacb:besad> Qehetmiresor (S Akte 0 P�Kamera Auffuhr Unter den Linden 14 DzDiHh. engl Urb. amerlkanlidie Grotesken Ab Sonnabend Die Hose mit Hrnnr Togo Nana E. Zola mit Werner Krau Passage-Lichtspiele Unter den Linden 22(Passage) Das groSe Lichtspielhaus der City Beginn ah 2 Uhr Zentrum S082 Donrowalzer mit Harry Lledlke. Peggy Nor- monn, Hermann Pirb« Hubiges Heim mit Kfldarebrr.atrg mit Frifz SdmJz Weidenhoi-Lidhtsp. An der Waidendammbrücke Priediichstr.!36 Woch. 12 Sonnt. J U. Madame La trHt Ida Wüst Kahigae Keim ml) Köchen ueanlxg. m- wo.bttt» Artushof-Lfchtspiele Film- und eiibnensdiaa Perlcb.rger Str 2 Schlüter-Theater Schlüterstr. 17 WftjadLhr. Stg. SUhr Pai and Palachoa im Raketen. omnlbos Oer Oraafgönger mit Srd Chaplin Jugendliche haben Zutritt >' llmnriclorf M Atrium Beba-Palatl Kaiserallee, Ecke Berliner Strate Beginn: Tlglich 7, 9.15 Uhr Sonnabend und Sonntag; S, 7, 9.1 Z Uhr Spielereien einer Kaiserin mit LU Oagover Regle; W. StrldiewsU Maria iVf a T i Marieadorfer Sonnt 3 U. I 1 Nauköiln> Primus-Palast Hermannplati Beginn: Wochentags: 7. 9.1$ Uhr Sonntags: 4�3, 7. 913 Uhr Die Herrin and Ihr Knecht mit Benny Porten, FrLz Kampen BAhnensdhaa Sonntag. 9. Februar, 2 30 Uhr: Viertel Sonderkonxerl, Daloc Bela Osten Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Beginn der ers en Vorstellungen: Wochent 6, Sbd. 3 30 Sonnt 3 Uhr Kassenerölfnuog V, Stunde vorher Der gewaltige Russentiim: Meucbcnarsenal Gates Beipro ramm Grobe Vartetösdtaa Sonnabend, den i. Febiuar, 1130 Uhr Grobes NadbtkabareM Luna-Filmpalast Qr. Frankfurter Str 12) Unse* erster Tonfilm: Phantome des Glücks Comenius-Lichtspiele Mtmeler Straße 67 Wegen innerem Umban bleibt du Kino einige Tage geschlossen Concordia-Palast Andreassiraße 64 Beginn Woch 6, Sbd. 3, Sonnt ab 3 U. Die Kaviar orlnzessiB mit Anny Ondra Tarksib Bfihneudsaa ICiilnilr Wochentags 6.13 U. IVUKUK Sonntags ab 4 U. Kottbusser Damm 92 Rfitmcnsdian BOrsenfleber mit O. Bancrott Du MSdel aas dar Tenr.bar mit Clara Bow F.vrrleirsr Wochen ags 3.7. 9 iL 5?. Sonntag» 3, S. 7. 9 U Kaiser-FrledreStr 191 Tonfilm Melodie du Herzeu m I Oll« Parle, Willy Frltsch Stern, Herniannsh-alfe 49 Wochent 5, 7, 9. Sonnta s 3, 5, 7, 9 U. Melodie du Husens mit Dita Park», Willy FrUs-h Tonfilm Kosmos-Lichtspicle Lichtenberg. LOckstraße 70 Das MSdel mit der Peltsdie Der Rai des Nordens mit Lais T renker Uaie Btthncnschan J Frledrlchsfelcta jp Kino Busch Änd Ä'un Alt- Friedrichsteide Henl«p ell den Straab m. A. Abel Die Panther katae m. Dolor, dcl Rio Elysium(fiÄU) Hassel werdersrraße i" Der große Tonfi m: Stndfng fool(Sonny Boy) mit AI Jolson ToDillm2>elprogra Norden Alhambra Müllerstraße 136, Ecke Seestraße Wenn da einmal dela Hers versehen ksi mit Lllian Harvey Bühne: u.a.Teddys Jazuy ncopotors Colosscum �s�35uhJJhr Schönhauser Allee 123 Du Pilger mit Charlie Chaplin Revue: Casanovas schöne Frauen Gala-Lichtbühnc Usedomstr. 14 An f. 6, 836 S. 3, 7, 9 U. Alimente mit Anita Oorris lonnys Sommel durch die MSnnu Noack's Lichtspiele Brunnenstraße 16 Wtg. 3 U. Stg 4 U. Sonntags 2J0 U.t Jugendvorstellung Donaawa'zer mit H rry Lledlke Börsenfieber mit George Bancrott Ab Montag Die Frau ohne Nerven Gebern Sonntag, lieber Schatz Nordost««! „Elysium- Prenzlauer Allee»6 W. j 16 S. 3.13 U. Erzieher metner Tochler mit H. Lledlke Schwelgen tra Walde m W. Dielerle ■ wdoui.«, m Schloßpark fflm- Böhne Seriiner Miee 203—21' Oer Erzieher meiner Tochter mi Harry L'edtke Röhl es Heim mi Köchcnbenutzg. Bühne: Chaplin-Trupp« Pharus-Liditspicle Müllcrstraße 142 W. PU U. Stg. 4 U Herrin der Liebe mit Grete Garbo, John Gilbert Beiprogramm' Pratcr-Lichlsp.ci-Palast Kastan enallee 7-8 Wochentags 3.30. Sonntags 4 Uhr Man schenkt'»! ch Rosen... Bühne: Die grob« Fried-Reyue Kialto- Film u. Bühne Reinickendonei Str. 14'am Weddingi Oer Erzieher meiner Tochter mit Harry Ued-ke Acht gegen einen. Böbnenschaa Kristall-Palast Prinzenallee 1—6 Gr. BAhnensrhan Oonanvalzer mit Harry Lledlke Die Kavlarprinzeuin mit Anny Ondra ■ P'-How■ Palast-Theater Breite Straße 21 a W. 630, Sbd. 636 Stgs. 4 Uhr Doaanwalzer mit Harry Uedflrr. Hermann Plcha Die se tsame Vergangenheit der Thea Carter Grobes Beiprogramm Tivoli, Pankow Berliner Straße 27 W. 630 O, Sbd. J 30 U, Stgs. 4 U. Der Erzieher meiner Tochter mit H. Lied ke Revue Wu Ihr wollt Film-Palast UhöSiue» Blankenburger Straße W. 6J0. 9 U. Stg, 4J0. 6.45, 9 U. Die Herrin and ihr Knecht mit Hennv Porten Möblierte Zln Skala-Lichtspiele Schönhauser Allee 80 W. 6 Stg. 4J0 U Mensch enarsenal Madame im Schlafwagen Oesundbrunnen „Alhambra- Badstraße 58 Es tot steh wu In Hollywood Das Recht ani Liebe mit Ev. Holt Bflhner schau Ballschmieder- Lichtsp B8d9tr&ß6 If» Grobe Btlhyy�vtRr��r Dooaaw&lxer mit Harry Ltedike Die KaTiarpriaxeaslB mit Anny Ondra Humboldt-Theater Badstraße 16 BOhneuchai Rosen blühen auf dam Heidegrab Uebcra Sonntag, lieber Schatz fl~Relrleicandor?�Öst*l|| Bürgcrgarten-Liditsp. Hauptstraße■' Film- a. Bühneurimo Sonntag Jugendvorstellung Die weiße Hölle vom Pix PaUk Beipro- ramm Jugendliche haben Zutritt Filmpalast Tegel Bahnhofstr 2 W. 6. 8>:. btp 4' ,. Sonnt. 2 Uhr lugendvorsteilung Die Konkurrenz platz! m- Lied ke Der Gfiuhing von 5 ch ö nh mn n Bühne: Willy Rosen. Schlagerkomponls! „Kosmos" Filmböhne .laupL.tr. 6 W. ab 6 U, Stgs. ab 4.IS U. Die weiße Nacht Du(«echt aal Liebe Auf ter Bühne: M- skauer Wein» kanslbühne. Go deacr Hahn Union«Theater HauptstraSe• �g- Wtjj. S, S g. 2 U.Jügendvont* Stf. 41,ü. 6� U» Mit Axnundscn Un Luits cfelff mm Nordpol nhc In Not mit B. drfaik J Ha'.ii.g;c.c'r'f � Fi,mpalast Stg Setllner Straße 59 big. 2 U'ug-VoraL Die fidete Herren pariie D e 4 Teufet Bühne; Arabisch« Springer und Pyramidenbauer