BERLIN Sonnabead 1 Februar 1930 10 Pf. flr. 54 B 27 47. Jahrgang erfA( Augltick Adrndaii-gade dt«.V»rirätt«' Dt»uqjrrtt« btidt Ausqaben x-dPs. rr» Woche. oro Monat. giedatliou uud CntDUisn, Berliu SWri». imteuftr.» 9 J aä t Ü J&4l m9L Ktklamt»k,le ffWtwOtrw '• Berlm Nr. S7&36. Zk> Die einsvaitize Nonrareweieil« & M. Ermäßigungen nach Tarif. Dvrwarts-Vcrlag G. m.b.H� Berlin Nr.»?üR>. Zernsprecher: Ddndoff«S dr« aw Preußens Wohnungsbau. Eine Großiai in der Geschichte. Der Preußisch« Landtag begann heute vormittag bei der zweiten Lesung de» Wohlsahrtsetals mit der Beratung des iritten Abschnittes„Wohnung s- und Siedlungsmesen". Dl« Aus- sprach« wurde eingeleitet durch Aussührungen de» WohlfahrtsminiflerS Or. Hirtsiefer, der mit der Feststellung begann, daß im Wohnungsneubau auch da» Jähr 1929«in gutes Stück vorwärts gekommen sei. Die Zahl der gebauten neuen Wohnungen 1928 betrug 186 900, 1929 dagegen 199 990, ist also um 13 999 Wohnungen gestiegen. 194 999 Wohnungen waren am Jahresschluß im Bau begrifsen und werden in das neu« Jahr 1939 herübergenommen. Dies» stark« Produktion sei nur möglich gewesen, durch eine bis an die äußerste Sroftgrenz« der Gemeinden gehend« Inanspruch» nahm« von Krediten aller Art, die wieder ihr« Rechtsertigung in dem ungeheuren Druck finden, mit dem Wohnungsnot und-elend auf der Bevölkerung lasten. Noch lasse sich nicht übersehen, wie sich 1939 die Bautätigkeit ge- Saiten wird. Oessentliche Wohnungsbaumittel, aus der Hauszins- sleuer werden voraussichtlich weiter zur Verfügung stehen, voraus- grseßt, daß die Geltungsdauer der preußischen Hauszinssteuerver- ordnung bis zum 31. März 1931 verlängert wird. Der Minister geht sodann auf die Entwicklung der Bautätigkeit im oertlossenen Jahr« ein und stellt dabei sest, daß sich auch der Bautostenindex im Laufe des Jahres von 1,88 aus 1.91 erhöht hat. Gin Mangel an Baustosscn konnte nicht beobachtet werden. Di« Bauhandwcrkerlöhix wurden im Frühjahr erhöht und sind dann ziemlich gleich geblieben. Ein Bauarbeitermangel konnte nirgends beobachtet werden. Die Zahl der arbeitsucheaden Bauarbeiter war durchweg höher al, die Bachsrage. Während die Versorgung des Wohnungsbaues mit Hypotheken Anfang 1929 befriedigend war, ist diese mit dem rapid« abwärts- gehenden Pfondbriefabsah von Monat zu Monat schlechter ge- worden. Die Pfondbrieslnstitut« haben oielsach die Hergabe von Hypotheken einstellen müssen. Wenn hinsichtlich der ersten Hypo- thekcn troßdem ein« Notlag« nicht eingetreten ist, so sei da» vor ollem der verdienstvollen HIlse der öffentticheu Sporkasse« zuzuschreiben, die durch Hergabe ihrer Einlagebestände bis zu S9 Proz. bis an die Grenz« ihrer Leistungsfähigleit gegangen seien. Die Lag« für das kommend« Baujahr sieht um so be- d r o h l i ch e r aus. als eine Besierung des Pfandbriesmarltes kaum zu erwarten ist und di« Sparkassen ihr« Kapazität überschritten haben und weil Ausiandskredite auch für die nächste Zeit nicht in Frag« lammen. Seine Bemühungen für Beseitigung des Steuerabzuges vom Kapitalertrage, der nicht nur den inländischen Kapitalmarkt belebt, sondern auch Zufluß ausländischen Geldes gebracht hätte, seien ergebnislos geblieben. Die mit der Reithefinanzresorm jetzt geplante Beseitigung der Kapitalertragssteuer veranlasie schwere wirtschaftliche Bodenken. Ebenso wäre es an der Zeit, wenn das Reich die Mittel der sozialen Versicherungsträger, die es in letzter Zeit zur Behebung seiner Finanznöt« in Anspruch nehme, wieder frei gäbe. Es seien rund 165 Millionen. die dadurch jährlich dem Wohnungsbau zugeführt werden. Leider jeien seine Bemühungen ohne Erfolg geblieben. Auch die Erhöhung der Kosten der ersten Hypotheken um 1 bis IH Proz. seien eine schwer« Belastung des Wohnungsbaues. Erst ein« Heburg der allgemeinen Wirtschastslage mit wohlwollender Tehrndlung oller kapitalbildenden Faktoren und die Verflüssigung und Bereit- schast ausländischer Kapitalmärkte werde Besserung bringen. Der Minister weist sodann die Vorwürfe zurück, daß der gemein» nützige Wohnungsbau bevorzugt worden sei. Die private B u- nnternohmerschaft hätte am Neubau einey erheblich größeren Anteil. Durch Zusammenbrüche eingetretene Verluste könnten nur so- weit interessieren, als es sich um Staatsmittel handele. Solche Der- laste sind unbedeutend: bisher seien noch nicht ein Promille an Hauszinssteuern verlorengegangen.(Hört, hört! links.) Auch die Angriffe aus die Wohmmgssürsorgegesellschasten seien größtenteils unberechtigt gewesen. Diese hätten se l Jahren aurge-eichrzete Arbeit geleistet. Der Antrag» aus Auslösung sämt'icher Wohnungssürso ge- geselllchaften verkenne völlig Zweck und Ziel dieser Gesellschast.n. (Sehr wahr! links.) Auf dem Gebiete der Wohnungszwangswlrtschaft seien Aenderungen nicht eingetreten und auch nicht zu erwarten. Hinsichtlich der Mietzinsbildung lasse sich heute noch nicht sogen, mann«ine weitere allgemeine Erhöhung der gesetzlichen Miete .sur ganz Preußen eintreten kann. Aus Billigkeitsgrüirden sei«e »_.._(Fortsetzung aus der i. Seue.) 3>ie SBenfur im Sauflall SDas ijl da*. unf Milche' 3Uld, da* von der?iltnzenfur aus dem landmirlichafllichen JtufhlSrung*{ilm heran*' gejchnUien wurde. Berlins Krediiverhandlungen. Günstige Aussichten für eine neue Anleihe. Zw Bäk hau» folgt in diesen Tagen eine Konferenz der, anderen. Diese Besprechungen sind normale Vorgänge Innerhalb der Verwaltung, und es ist unmöglich, über jede einzelne ausführlich zu berichten. Auch die heutige Besprechung der Bezirk»- bürgermeifler, zu der der stellvertretende Kämmerer eingeladen worden ist. stelle eine dieser regelmäßig wiederkehrenden Konferenzen dar. Am Montag, dem 3. Februar, vormittags 11 Uhr. findet eine außerordentliche Magistratssitzung statt, in der zum ersten Mal« die Frage des neuen Etats aus der Tagesordnung steht. In dieser Sitzung werden natürlich auch die Beschlüsse der Stadwerordnetenversammlung erörtert werden. Ueber die Finanzlage und di« Möglichkeit weiterer Kassenkredite schweben zur Zeit Verhandlungen zwischen der Stadt, dem Oberpräsidium und der S c« h a n d l u n g. Das bei der Seehandlung bestehende Bankenkonsortium ist bereits zusammengetreten und hat seine grundsätzliche Bereitwillig- k e i t erklärt, der Stadt Berlin in irgendeiner Form zu helfen. Die Besprechungen werden in den nächsten Tagen fortgeführt werden. Heraus aus der Finanznöt! sim Bczirt Beinicker, darf referierte im schühenhau� Skadtvcrorduclenuarstehcr Heß vor den Mitgliedern der Sozialdemokratischen Partei. 3u anderholb- stündigen Aursührrngcn gab der Beserent einen aus hervor- ragendem Zahlenmaterial ausgebauten Ueberbiick über die Finanzlage der Stadt Berlin. Seine Aussührungen leitet« der Referent mit einer«Ingehenden Darstellung des Aufgabenkrei'ses der Gemeinden ein. Die Städte haben nach dem Zusammenbruch des alten Systems einen weit größerer. Aujgabenkreis zugeteilt erhalten. Sie haben Ausgaben zu bewältigen, für die ihnen oft nicht genügend Mit el zn- fließen. In Zeiten großer Arbeitslosigkeit oerschlingt zudem die so- ziale Fürsorge ungeheure Mittel. Die Stadt Berl.n hat allein im letzten Jahr an Unterslützüngen und Wohlfahrtspflege einen Betrag von 495 Millionen zur Verfügung gestellt. In den letzten Jahren sind die Soziallastcn um 59 Proz gestiegen. In Berlin war darüber hinaus eine wichtige Ausgabe zu lösen- der Ausbau des Verkehrsnetzes. Die U-Bahn-Verbindungen wurden vor dem Kriege nur nach den westlichen Bezirken gebaut Um auch der arbeitenden Bevölkerung den Weg vo-, und zur Arbeits- ställ« abzukürzen, mußt« mit dem Ausbau des U-Bahn-Netzcs be- gönnen werden. Auch das Strahenbahnnetz mußte verdoppelt werden. Ein weiterer wichtiger Grund, der besonders stark die Finanz. not der Stadt Berlin beeinflußt hat und weiter beeinflussen wird, war der ständige Zuzug nach Berlin. Im letzten Jahre hatte Berlin Zu- und Abgang von 694 999 Personen. Für die rund 89 999 meist mittellosen Personen, die heut« mehr in Berlin wohnen als im Borjah.-, mußten auf sozialpolitischem, auf sanitärem und wohnungs- politischem Gebiete ungeheure Mittel aufgebrocht werden. Der Referent wies nach, daß nicht die Gemeinden, sondern di» Privatindustrie in hohem Maße Auslandsanleihen auf- genommen haben. Die Gesamtverschuldung aller Gemeinden betrage 5.77 Milliarden, di« Neuverschuldung ollein beträgt überhaupt nur 4.6 Milliarden. Die Berschuldung der gesamten Industrie aber etwa 61 Milliarden. In der Privatwirtschaft liegt das Geld zum Teil brach, weil der heutige Produktionsapparat, der mit diesen Anleihen geschaffen wurde, selbst bei hoher Konjunktur eine Ausnuszuiig von höchstens. 79 Proz. aufweise. Die Stadt Berlin hat 1.5 Milliarden Schulden und ein nachweisbares vermögen von 2.4 Milliarde«. Nachdem oer Magistrat diese Feststellungen bekannt gab, hat sich auf dem Kapitalmarkt sofort wieder eine anleihefreundliche Haltung gegenüber der Stadt Berlin gezeigt. Wenn die Be- ratungsstellc ausgelöst würde, hätte die Stadt sofort Anleihen in Höhe von 299 bis 399 Millionen. wie kommen wir aus der Finanznot heraus? Einen gerechter. Finanzausgleich werden wir erst erwarten können, wenn der Einheitsstaat geschaffen ist. Es heißt jetzt unter allen Umständen die kurzfristigen Anleihen in lang« fr ist ig« umzuwandeln. Immer wieder muß di« Forderung auf Aufhebung der Beratungsstelle erhoben werden. Auch vor dem Kriege hat keine Stadt und kein Land die großen Berkehrcaufgaben aus laufenden Mitteln oder kurzfristigen Anleihen löten können. Nachdem beim außerordentlichen Nachtrogsetat ein Defizit von rund 40 Millionen verbleibt, muß man so schnell als möglich an die � Fertigstellung des ordentlichen Haushalts herangehen. Es scheint im Augenblick, als ob sich im Stadiparlament eine Etatmehrheit auch für den Hauptetat kaum zusammenfinden wird. Zum Direktor des preußischen Landtages wurde an Stelle de» Gehe mrats Doehl, der wegen Erreichung der Altersgrenze aus- scheidet der bisherige stellvertretende Direktor, Oberregierungsrat K i« n a st, ernannt. Oer preußische Wohnungsbau. «Fortsetzung von der I.Se�c.) - er ersprdcrlich«stwesen, örtlich dem ZZerniieisr einen Ausgleich -im die ihn jenKils treffende- höhere Belastung zu gewäl>ren. Eine Umlage' c'rhMer Betriebsräten ist wegen der;u««wartenden srreirigkeiteN nicht vorgesehen, rnelntehr findet örtlich eine Erhöhung der gesetzlichen Miete um einen der jeweiligen Betriebs- f[Vit errif e i g e r nn g entsprechenden chundertiatz der Friedens- miete statt, der durch die Gemeindebehörde zu besstmmen ist. Auch das-, Reichsmietengefich läuft>m Zkärz ab, aber der llicichsrat hat berests' etner DerliiNgeliing bis 1-932 zugestimmt. ?l'lch das Micterfchutzgesctz werde voraussichtlich bis zum 30,?>!-ni 1932 verlängert werden. Noch seien Mi eixr schütz- norschristen unentbehrlich. Es hondle stch wer um die Negelomg von i ziol wie wirtschaftlich sehr bedeutungsvollen AechlsvcrhWrriffen. rflinge man nichts Besseres hat, werde man ssch mit dem Mieter- -chntz>ebfind?n miissen, Aus alledem folgere, daß höchstens ein vorsichtiger Zlbbau einzelner Teil der Zwangswirtschaft, aber nicht«ine Beseitigung der- selben eriolgen könne. Erst errrmal müssen die Mieten der Alt- Wohnungen und die der Neubauwohimngen dem allgemeinen Preis- stand und dem Einkonnnen der breiten Massen angeMchert sein. Nur zielbewußter Wohnungsneubau schaffe di« Voraussetzung für die Aufhebung derselben.(Beifall links und in der Mitte.) Abg. Meyer-Solingen(Soz): Wir begrüßen den anläßlich des zehnjährigen Bestehens des Wohlfahrtsministeriums herausgegebenen Bericht über di« Leistungen auf dem Gebiete des Wohnungswesens. Diese Angaben über das, was der neue Staat geleistet hat, widerlegen die Behauptung, daß das Ministerium verjagt habe. Im alten Staat wurde ein Em- greifen von Behörden in die Wohnirngswirffchaft rundweg abgelehnt mit dem Hinweis, daß das Aufgabe der Privatwirtschaft jtfi. Dabei haben wir dainals schon, besonders im Industriegebiet, einen Wohnungsmangel gehabt. Rund 890 990 fehlende Mahnungen brachte der Krieg hinzu: Nach dessen Beendigung verhinderten Material- und Geldmangel die Förderung des Wohnungsbaues. Und «s ist kaum zu begreifen, daß trotz der Inflation gebaut werden konnte. Das bisher Geschaffene ist ohne Uebertrcibung eine Groß. tat in der Geschichte Preußens und feiner Gemeinden.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Auch in den beiden letzten Jahren hat die Neilherstellung von Wohnungen den Neubedarr an Wohnungen erheblich überschritten.- Dabei haben zweifellos auch die Gemeinden ihre Kräfte erheblich anfpannen müssen. Doch wird mit einer meientlichen Unterstützung von dieser Seite in Znktinst kaum zu rechnen sein. Gs kann heute tauin eine Meinungsoerjchi«den!)eit darüber geben, daß wir ohne Bereitstellung öffentlicher Mittel aus der Wbhnungsriot nicht herauskommen können. Berücksichtigt man die gewaltige ErsiöhilNg der Baukosten und Löhne, so würde stch ohne Inanspruchnahme öffentlicher Mittel und bei völlig freier Wirt- ichaft ein« Miete ergeben, die das Vierfache der Friedensmiet« be- trägt, also für die arbeitende Bevölkerung völlig untragbar wäre. Iff choeburg hat man das Erperimenr gemacht; bort kam man bei völlig rf tieft Wirtschaft zu einer jährlichen Miete von 600 Mark für Surfte und Küche. Die Folge war, daß von 240 Wohnungeä nur 3? vermietet werden konnten,(chöri, hört! bei den Soz.) Wer auf dem Wohnungsmarkt ein« Katastrophe verhindern will, muß auf. der bisherigen Grundlage weiterarbeiten, Allerdings ist für die Zukunft der Pefsinrisinus des Ministers berechtigt. Was die Sparkassen getan haben, ist ein Ruhmesblair in ihrer Geschichte, denn nur dadurch ivar die Steigerung der Bau- lärigkeit im letzten Jahre möglich. Mit Mindenim; der Spareinlagen und durch die geplante Umschuldungsattion wird aber diese Quelle nicht mehr so reichlich fließen. Der Rückkauf des Pfandbriefkaufes ist zurückzuführen auf die zunehmenden Kapitalanlagen im Aus- lande. Isicr wirkt sich zweiiellos die durch Hilgenberg geflissentlich genährte'Angst vor einer neuen Inflation aus.(Sehr wahr bei den Soz.) Wir hoffen, daß sich der beschämende Vorgang des letzten Jahres nickst iviederhölt, daß di« von den sozialen Versicherung»- rrägern zur-Bersügiing gestellten 165 Millionen, die Preußen für billige Hyporhekarkrebite verwendete, vom Reiche wieder gewährt werden,(Sehr gut! bei den Soz,) Alles Geschrei der Gegner der Wohnungszwangswirffchasr kann nickst darüber hinwegtäuschen, daß sie innerlich ganz froh sind, wenn das Hauszinssteuergesetz verlängert wird. Wie sollten sie sonst anders bauen können! Aber wir miissen auch verlangen. daß der Aisteil des Hanszinssteuerauskommens für Wohnungsbau erheblich erhöht wird. Damit wünschen wir nicht erwa eine Erhöhung der Hauszinssteuer, ebenso müsse» wir fordern, daß die Rückflüsse aus der Hauszinssteuer nicht für die Zwecks des allgs- meinen Finanzbedarss eingesetzt werden. Diese Mittel brauchen wib für die Sanierung der Verhältnisse auf dem Wohmingsmartt ebenso dringend wie alle anderen. Der Redner setzt sich zum Schluß noch mit der Kritik ausein- nnber, die von gegnerischer Seite bisher an den gemeinnützigen B ä ü g e s e l l s ch a s t e n geknüpst worden ist, und betoist dabei, daß man einen Unterschied zwischen privaten und gemeinnützigen Bauvereisten machen müsse. Die Sozialdemokratische Partei werde auch ir» der Wohmmgsfiirsorge immer«ine Politik treiben, die es dsst breiten Schichten der Bevölkerung ermöglichen wird, aus dem jetzigen Zustand der Wohnungsnot und des Elends herauszukommen ntld zu erträglichen Mieten gute Wohnungen zu erholten.(Lehhofter Vcffoll bei den Sozialdemokraten.) Wirischastliche„Sachverständige". Wie die E>ie«erse«kunsspsychose gemacht wird. Oer neue Stadtbahniaris. Ab heute müssen wir die erhöhten preise bezahlen. Heute sind nun doch die neuen Tarife aus der Skadi-. Ring, und Borortbohn in Srast getreten. Bei der Rahzone ist der preis für ria, Fahrkarte von 15 aus 20 Pst gestiegen. Der Umsteige. sahrschein aus die städlischen Verkehrsmittel kostet jetzt 40 Pf., rir. preis, der als besonders hoch angesehen werden muß. Gleich- zeilig mit der Erhöhung der Tarife sind die p, e i»st u f c n aus der Pororkbaha neu geregell. Statt 19 Preisstufen gibt es nach dem nmen Tarif nur 13. Der Preis der Monatskarten ist gleichfalls .i ißerardenllich fühlbar erhöht. Zu der Rahzone koste« die Mvstatskarlc statt 6.50 M. jetzt SM. Die Arbeiter- kwochen karte ist aus 1.80 M. erhöht worden. Die Berliner Sozialdemokratie hat molzrmckls gegen die Erhöhung der Tarife protestiert. Die sozialdemokrot'sche Reichs- tägsiraktion, der Berliner Bezirkstag haben in Anträgen und Ent- fchliäßrtngen gefordert, daß im Interesse der arbeitenden Bevölkerung die Erhöhungen unterbleibet. Dl, Reichsbahn hat trotz aller Proteste erhöht, weil sie glaubt, zur Verringerung des Defizits dtt ' tohtbechit«f diese Mehreitmahme Eicht verzichten z» können. Der Borsitzende des 5 t e u« r a u si chu sfe s bei der Ho u ptgemeinschair des deutschen Emzelhandels, Syndikus Otto Kitzinger, veröffemlicht im„Berliner Tageblatt" vom 30. Januar einen längeren Beireag zu? Finanzreiorm, der gleichzeitig m großen Zögen die Stellungnahme der Hauptgemeiwichask zu den Fragen der öffentlichen Fiininzwirtschcht darstellen soll. Dieser Aufsatz ist ein typisches Beispiel für die A h n u ng s l o s i g k e! t, mit der die sogenannten Sachverständigen der Wirtschaft die Fi- nanzprobleme von Reich, Ländern und Gemeinden zu„lösen" pflegen. Es soll lsier nichts gegen die Forderungen gesagt werden, die Kitzinger im Nomen der Hauptgcmeinschast zur Finanzresorm vorzuirage» hat und die ans eine scharfe Verkürzung der öffent» lichen Ausgaben, Einführung der Kopfsteuer, dafür ober Halbierung der Gewerbesteuer usw.- hinauslaufen. Es ist das guk« Recht eines Wirtschaftsverbandes, sein« Forderungen anzumelden, und wenn er glaubt, dabei die Interessen seiner Wirffchaftsgruppe besonders vorteilhaft durch Borschläge zu vertreten, di« nicht nur politisch, sondern auch sachlich iinvurchfiihrbnr sind, sö ist das feitie Sache. Mindestens kann aber von den Wirtschastsverbänden und ihren Vertretern verlangt werden, daß sie über ein bcfcheidenes Maß von Kenntnissen der elementarsten Finanztat- fachen verfügen, wenn sie sich zur Aukslellung ausschweifender Resormprogramme berufen fühle« Z« den elementarsten Vorkenntnissen für das Verständnis der jetzige» finanziellen Schwierigkeiten des Reichs gehört dos Aus- ein anderhalten von Etat- und Kassenlage. Herr Kitzinger ist dazu leider nicht imstande. Er folgert aus den Aus- führungen des Reichsfinanzminifters Moldenhauer über di« Kassonlag« des Raichs furzerhoStd, daß im Etat 1930 kein Defizit aus den Iahren' 1S28 und 1929 ineihr gedeckt zu werden brauchte, weil diese Beträge schon im Kassendefizit enthalten seien. Herrn Kitzinger ist offenbar entzgangei,, daß der Fehlbetrag des Jahres 1928 von 134 Millionen schon guf Cjrund der Haushaltsordnung in den Haushaltsplan i960 eingestellt werden muß, und daß dieser Haushalt außerdem durch die Schaffung des T l l g u n g s- fo n ds oo« 450 Millionen omlbelastet ist. Das. sind allein 600 Mit- lionen, für die im Rechnungsjahr 1930 Deckung durch Steuer- einnahmen beschafft werden mich. Wie dann neben dem Slusgleich für die gesunkenen Steuererträzt und die Fehlbeträge der Länder und Gemeinden noch Mittel bereitgestellt werd-n sollen für eine Steuersenkung zuMM'ten der Wirtschaft, bleibt dos Geheimnis dieses„Sachverständigen�. Die Erörterung von Finanzproblemen in möglichst'weiten Kreisen der Oeffentlichkeit ist durchaus, wünschenswert und nützlich— aber nur, wenn sie von» kr k l i ch e>r Sachkenntnis getragen ist. Denn nur- dann kann sie Einblick in die wtiächSchen Schwielig. feiten und Verständnis für die notwetzdigen Maßpahmen zu ihrer Ueberwindung vennitteln. Der von h-incr Sachkenntnis getrübte Wetteifer der F i n a n z r« f o r m e r hat uns in den letzten Monaten die Steuersenkungsps�chose beschert, die schließ- lich zu einer ernstlichen Gefährdung der Süeiiereinnahmen geführt und die Schwierigkeiten für Reichskasse und Reichshaushalt nicht un- wesentlich vermehrt hat. Es ist höchste Zeit, daß diese fals-ben Propheten von der Bildtiäche verschwinden, damit endlich di- Oeffenilichkeit ein klares und ungeschminktes Bild unserer tatsäck' lichen sinanziellen Lage erhalten kann. Oengel in Moskau. Kommunistischer Helvenmut/ Ein prozeßverlauf in 6 Akten - 1. Akt. In der von dem kmimstin-istischen Reichstagsabgeord- neten De n gel verantwortlich gezeichneten Nummer der„Roten Fahne" vom 23. Inni 1929 werden Unflätige Beschimpfungen gegen die Vorstandsmitglieder des Deutschen Teziiiarbeiterverbandes vei> breitet. In der„Roten Fahne" vom 3. Juli 1929 werden diese Beschimpfungen wiederholt mit dein Zusatz:„Selbstverständlich wird «in Redakteur der„Rotea Fahne" ans sein« Immunität gern verzichten, wenn es sich danim handelt, den Reformismus wieder einmal vor der breiten Oeffentlichkeit bloßzustellen." 2. Akt. Am 5. Juli 1929 richtet Rechtsanwolt Dr. Siegfried Wemberg im Austrage des Vorstandes des Deutschen Teytilarbeiterverbandes an den Reichstag ein Gesuch um Aufhebung der Immunität Dengels. Ebenfalls im Juli 1929 wird von Dr. Weinberg die Klage gegen Dengel eingereicht. S. A k t. Im Reichstag st i m in t di e k o m in u n i st i s ch e F r S k t l d n entgegen der Ankündigung in der„Roten Fahne" gegendieAuf- Hebung der Immunität-' Diese-wirb- dennoch am 5. De- zember 1929 kieschlsssen. 4. Akt. An die Mitteilung dieses Beschlusses knüpft„Der Textilarbeiter" die Bemerkung, daß Dengel sich in Ruhland befinde. Die„Rote Fahne" bemerkt hierzu in ihrer Nummer vom 29. Dezember 1929 unter der lleberichrist„Fcmhals schwindelt", daß diese Behauptung nicht den Tatsachen entspreche und daß Dengel sich in Deutschland befinde. S. A k t. Es wird Hauptverhandlungstermin gegen Dengel auf den 28. Januar 1930 anberaumt. 6, Akt. Am'Nachmittag des 27. Januar 1930 geht bei Dr. Weinberg folgender Rohrpostbrlef des Gerichts ein;„Der auf den 28. Januar 1930, 10 Uhr, anberaumte Termin ist ausgehoben worden. Sie brauchen daher zu diesem Termin nicht erscheinen. Der Angeklagte befindet sich zur Zeit in Moskau." Jeder Kommentar dürfte die Wirkung dieses Prozeßberichts beeinträchtigen. Erst munter drauflos verleumden und dann durch Flucht in die Arme des Mütterchen Rußland sich der Verantwortung entziehen!__ Amokläufer in Marseille. In TO Minuten sechs Menschen ermordet. Pari», 1. Februar. Ein furchtbares Drama, das in weniger als 10 Minuten sechs Menschen da» Leben kostete und die anderen zum Teil auf Lebenszeit zum Krüppel machte, spielte stch Freitag nachmittag in Marseille ab. )n dem Votort SL Lauts wöhneu feit Zahlen zahl- reiche armenische lagelöhn etsamilien in Baracken und führen ein ärmliches Dasein. Einer dieser Tagelöhner, ein 4Zjähriger Familienvaler, begab sich am Freitag nachmittag zu der Baracke eines Kollegen, als er unterwegs einen Landsmann traf. Ohne ein Morl zu sagen, zog er einen Revolver aus der Tasche und streckte ihn durch einen Schuß nieder. Dann kehrte er zu seiner Behausung zurück und töleke durch einen weiteren Schoß seine Zbjährige Frau. Sein Kind entrann dem Tode durch die Flucht. Räch diesem Doppelmord machte er sich erneut aus den weg zu seinem Arbeitstollegen. betrat dessen Hans und feuert« fünf Schüsse ab, die die Frau, deren Mutier und deren Schwester tödlich verletzten. Gerade war er im Vegrisf, das hau» zu verlassen, als er dem Ehemann im Flur begegoel«. Der Unmensch schoß auf den Mann, die Kugel verfehlte jedoch ihr Ziel und verletzte ihn unwesentlich am Arm. Drei Kinder des Ar- bellers steh der Amokläufer ungehindert passieren, dou) gab er noch einen Schuß auf e in e zweite Schwester der Atau ab. durch den sie lebensgesöhrilch verletzt wurde. Räch vollbrachter Tal begab sich der Mörder aus eine kleine Tertoise de» Hause» und jagte sich selbst eine Kugel in den Kops. «"SÄ � unsere illustrierte Wochenschrist, und »Der Hmdersreund" liegen der heutigen Postauslags bei. Staatliche Notwehr. Hamburg verbietet Kommunistenb!ätter. Hamburg, 1. Februar. Ter Senat hat da» Erscheinen der kummunistischen „Hamburger«olkszeitung" und»er„Storddeutschen Zeitung" einschließlich aller etwaigen Ersahblätter ab 1. Februar biä auf weiteres verboten. Die Meldungen, wonach der Hamburger Senat den Belage- rungszustand verhängt höben soll, enisprechen, wie die staal- liche Pressestelle mitteilt, nicht den Tatsachen. In Hamburg hat. abgesehen von Ausschreitungen im sogenannten Gängeviertel. üb?r- all vollkommene Ruhe geherrscht. Auch die Arbeit im Hafen ist bis- her In keiner Weise gestört worden. Lübeck. 1. Februar. Rund ZO Personen, die aus dem �Hungermarsch" nach Hann- bürg iiittcrwegs waren, wurden gestern von der Polizei f« st-, genommen und zunächst nach der Strafanstalt Lauerhof gebrächt. E» handelt sich zumeist um junge Leute, unter den«» sich zwei kommunistische Lübecker Büegerichoftsmitglisder befindehg Lustmord an 15 jährigem Mädchen. Der Täter wird ia Berlin gesucht. Zu Fraustadk in Schlesien wurde gestern ein Lustmord an einem jungen Mädchen verübt. Da» Opfer ist eine IS Zahre alle Elisabeth SlShr. Als Täler wird von der Orlspolizei der ZZ Zähre alte Paul Barbior gesucht, der aus heinzendors im kreise Gurau stammt. Barbior, aus den auch in Berlin gefahndet wird, ist 1,70 Meter groß und kräftig, hat kleinen blonden Schnurrbart. dunkelblondes Haar, ein längliches Gesicht und etwas schielenden Blick. Zuletzt war er unter anderem mit einem grauen MllitSv manlel und schwarzen Schnürschuhen bekleidet. Er hatte«irr „Diamani'.Fahrcad bei sich, das vorn rotc und Hinte» schwarz« Bereifung hat. Mitteilungen über etwaiges Auftauchen des Ber- salzten in Berlin ntmiut die Inspektion A des Polizeipräsidiums entgegen. Arbeitsloser begeht Gelbstmord. Verzweiflungstat auf dem Hocstbahnhof Dülowflraße. In der vergangenen Nacht spielte stch auf dem Hochbahn- hos Pulow st ratze ein schrecklicher Vorfall ab. Gegen>41 Uhr wars sich plötzlich ein junger Mann vor di, Räder eines einfahren. den Zuges. Der Zugführer konnte bei der kurzen Entfernung den Zug nicht mehr zum Halten bringen_unb mehrere Wagen rollten über den Selbstmörder, der auf der Stelle getötet wurde, hin- weg. Die Feuerwehr mußte den Wagen anheben, um die furcht- bar verstümmelte Leiche zu bergen. Der Lebensmüde, der als ein 25jähriger Angestellter Friedrich S t r 0 s o r d aus der Kasser- Wilhelm-Straß« 5 in Schvneberg ermittelt wurde, hatte vor dem Todessprung noch seinen Hut und Manrel abgeworfen In einer Manteltasche wurde ein Brief vorgesunden, in dem St. seinen An- gehörigen mitteilt, daß er wegen Arbeitslosigkeit aus dem Leben scheiden werde. * Beim Reinigen der Eisenbahnschienen aus dem Bahnhof Span- d a u- W« st wurde der 36 Jahr« alte Elsenbahnarbeiter Paul Roth au» Spandau von einem Zug« erfaßt und aus der Stell« g e- tätet. Der Zugverkehr war msolge dieses Unfalles über eine Stunde lang unterbrochen. Fünf Kinder verbrannt. Rapance(Onlario. USA.), 1. Februar. Fünf kleine Kinder sind hier beim Brande eines Farmhauses ums Lebea gekommen. Zhre Eltern, die beim Auslirvä, de« Feuers abwesend waren, kehrten zu spät zurück, um ihre eingeschlossenen Kinder noch retten zu können. Vereinigung Republikanische Presse. Die H au p tvörs ä««- futtst der Vereinigung Rrpublitanische Press« findet SM Montag, dem 3. Februar, abend, 7�; Uchf, Im Demokratischen Kluft. Stf. töriastraße 24, statt. Wetter sllr Serlm- Bei südlichen Müden Temperaturen um Rull schwankend. Keine erheblichen Niederschläge. Für D-vlsch. land: Im Nordosten bel wenig geänderten teinprrnfüco inuft Schneefalle. Im Südosten und äußeren Süden teilweise het.et nn: Rachtfrüstett. Im Westen rsgenerisch. sanft wenig Aenderuntz bei Temperaturen um Null. Labour gibt vier Kreuzer auf. Heftige Kritik der Narme. toudoo. l. Aebruar. ta»Daily Telegraph- veröffentlicht in groher Aufmachung einen Bericht seines Aloitenmitordeiters, wonach sich der am Mitl- woch durch die englische Regierung angekündigte Verzicht auf den Bau von zwei 10 OOG-Ionnm-ftreuzcrn nicht, wie allgemein angenommen wurde, auf die beiden Kreuzer„Surrey" und„Rorthumber- land" des Bauprogramm» 1S!S. 29 dezogen habe, sondern auf zwei Kreuzer des Bauprogrqmms 1929/50. Taksachlich seien von der britischen Regierung innerhalb 4S Stunden vier Kreuzer, darunter drei 10 OOO-Tonneu- und ein öOOO-Tonnen-Kreuzer gestrichen worden. Zu Flottenkreisen wird diese Haltung der Regierung auf das schärfste kritisiert, da die britische Regierung gerade in der Kreuzer-Klasse außerordentlich schwach fei. Zn einem Leitartikel des Daily Telegraph" werden diese Streichungen als verfrüht de- -cichne», da hierdurch von englischer Seile alle Möglichkeiten für Zugeständnisse auf der Ilyttenkonferenz verfrüht über Bord geworfen worden seien. Wochenendfriede in London. Lontson, f. Februar.(Eigenberichts Da» Erste Komitee der Flotten kons« renz. das mit der Aolkskonferenz in feiner Zusammensetzung identisch ist, dielt am Freitag nachmittag eine kurze Sitzung ab, die der Liquidierung der Schwierigkeiten hinsichtlich der Ge'amttonnagc gewidmet war. Das Komitee wird vermutlich erst am Dienstag wieder zusammentreten. Die Freitagsitzung hat die Ueberzeugung, daß die Streitfrage über die F e st s e tz u n g s m e t h n d e n für die Tonnage praktisch bereit» aus der Welt geschaffen sei, noch weiter verstärkt. Di« Frage der zukünftigen Gesamt-Flotten stärken der einzelnen Staaten ist in den letzten Tagen infolge der Erörterung der Bor- nag« der Festsetzungsmethoden völlig in den HiiUergrund getreten. „Evening Standard" macht über dl« Forderungen Frankreich» die gleichen Angaben wie„Petit Pacisten"(fish« „Abend" vom 31. Januar), nämlich eine Gesamtonnage von 800 000 Tonnen. Im übrigen haben sich nunmehr alle Delegierten üi'er das Wochenende nach den vier Richtungen.der Windrose zerstreut. B r i a n d ist für einige Tage noch Paris gereist, T a r d i e u kehrt am Sonnabeird endgültig nach dort zurück. Der italienisch« Delegierte G r a n d i ist an die britische Südküste ge- fahren, Wakotsuki nach Eolchester. von wo er eine japanische Ansprache ins Mikrophon halte» wird, die mittels Relais nach Japan übertragest und dort im Rundfunk verbreitet werden soll. Die Amerikaner werden dos Wochenend« als Gäste Macdonalds in Thequer», dem historischen Landsitz der britischen Minister- Präsidenten, verbringen. Französischer Vorschlag. London, 1. Februar. Dia französische Delegation für die Londoner See- abrüstungskonferenz hat den übrigen Delegationen einen detail- lierten Abrüstungsvorschlaz unterbreitet, der sötgende Punkte enthalten soll: 1. Jede Nation soll«ine Maxtmalforderung für ein« Totaltonnage ihrer Flotte aufstellen. 2. Jede Delegation soll bestimmte Ziffern für di« Tonnage der einzelnen Schiffskotegorien ausstellen. Z. Di« Gesamtheit der Ziffern für die einzelnen Kategorien soll die Globel- oder Dotaltonnage darstellen. 4 Jedes Land soll das Recht haben,«inen gewissen Prozentsatz der Tonnage einer Kategorie aus eine ander« Kategorie zu übertragen. S. Di« Erhöhung der Tonnage einer Kategorie soll Immer nur '«n die genaue Tonnonzahl«rscklgen, die von einer anderen Kate- gori« herübergezogen wurde. Ü. Die sranzösische Delegation Wägt vor, die Flotte in sechs Kategorien einzuteilen, wobei Flugzeugmutterschiffe eine elbständige Kategorie bilden sollen. Oer phoiograph als Kriminaler. Methoden gefchäflstiichtiger Biidjager. Pei der Frau L, der Gattin eines Schuhmachers, dessen Blut- lchandeprozeß seinerzeit großes Aufsehen erregt hat. erschien eine» Lage« der Zeitung»photograph Arndt, stellte sich als Kriminalbeamter vor und bat um die Herausgabe eines Bildes der Tochter Erika; man bedürfe des vildes für einen Vergleich. Als „Beamter" erhielt er das Bild. Am nächsten Tage erschien co in einem Berliner Abendblatt: Frau L» empört darüber. begab sich zum Wohlfahrtsamt; hie? riet man ihr, ein« Straf- a ti z- i g« zu erstatten. Der geschäftstüchtige Photograph wurde in der ersten Instanz wegen Amtsanmaßung zu einer Geldstrafe von 100 Mark verurteilt. In der heutigen Berufungsverhandlung erklärte er plötzlich,«r habe Frau L. bei seinem Besuch gesagt, daß er ihren Mann bereits photographiert habe; sie habe also verstehen müssen, daß es ihm daran liege, auch eine Aufnahme von der Tochter zu haben. Wl« in der ersten Instanz behauptete er, das Wort Polizei überhaupt nicht erwähnt und seinen polizeilichen Presseausweis vorgezeigt zu haben. Der Berteidiger beantragt« Einstellung des Verfahrens wegen der Geringfügigkeit des Objekts und weil kein schaden eingelreten war. An den moralischen Schaden, den derartige Methoden dem Ansehen der Presto zufügen, dachte der Vor- teidiger dabei nicht. Der Ankläger lehnt« jedoch hie Einstellung des Verfahrens ab. Das Gericht beließ es bei dem Urteil dar ersten Instanz; in der Urteilsbegründung führte der Borsigende unter anderem aus, daß wenn auch die Oeffentlichkeit zweifellos ein Recht auf Bildberichterstattung Habs, so müsse sie jedoch gegen derariige Methoden gesichert werden. Deshalb muß durch eine höher« Geldstrafe ein Riegel vorgeschoben werden. Oeuische in der Schweiz verschwunden. Oer Retter verunglückt. Lealenberg(Schweiz). 1. Februar. Der kO Jahre alte Dr. Georg Gerth-US Würzburg oerunglückte an«insr StkSll Halde auf der Suche nach einer seit drei Tagen vermißten ZSjährigen Bankbeamtin Margit Krämer aus Frankfurt a. M., die er zusammen mit einigen deutschen Kurgästen des Hotels Schweizsrhof unternommen Hatto. Dr. Gerth erlitt schwere Verletzungen, u. a.«inen Schädel- bruch. und muht« in das Hospital Jnterlaken gebrocht werdsn. Bon der vermißten Bankbcamtin Krämer s«hlt bis zur Stund« 's de Spur. Zuletzt wurde sie gesehen, als sie ihre am gleichen I&g* aus Deutschland eingetroffene Schwester vom Bahnhof Beaten- borg abholen wollt«. Reue Musik in Berlin. Konzertrundschau./ Von Klaus pringsheim. Kammermusik. Der Streit um dee„Neue Musik"— ein Streit weniger um neu« Werte als um neue Errungenschaften— hatte in kammer- musikalischem Rahmen, in den Grenzen engster Fachmtimität, begonnen. Man war sehr aufgeregt damals in Musikerkreisen, man nahm die Richtungsunterschicdc, den oerineintlicheu Artgegensatz von Alt und Neu tödlich ernst, und ohne Zweifel wurden i« solchen Meinungskämpfcn viel fruchtbare Kräfte entfesselt, manche wohl auch vergeudet. Man hat«ingehend diskutiert und debattiert; die Musik ist darum nicht neu geworden; wenn auch gewiß die Revision ihrer Grundbegriffe, die Lockerung ihrer historischen Grundlagen i» der Heuligen Produktion bleibend und entscheidend nachwirkt. An sene Ansänge einer Bewegung, deren gutes Recht es war, die eigene Wichtigkeit zu überschätzen, erinnert ein Konzert, das di« „N v v e m b e r- G r u p p e" anläßlich ihres.zehnjährigen Bestehens gibt. Der kämpferisch« Elan, mit dem sie sich ISIS als Sturmi-upp des musikalischen Fortschritts van diesem treiben ließ, erlahmt am Widerstand, den er längst nicht mehr findet, und«ntlarvt sich als konservierte Geste vor einem Auditorium, da» die Zumutung, sich für gestrige Richningsinteressen zu erhitzen, lächelnd abwehren müßte. Der Mesttcrsaol, viel zu klein, um all« zu sossen, die nicht erschienen sind, wird zur Stätte persönlicher und privater Remi- niszenzen; aber es find uns geläufige und vertraute Namen der Berliner Musikerschasi, beste Namen der Musik zum Teil, die das Programm zieren: Tiessen, Weill, Bulling, Jornach. Etsler... Neue Musik, Gegenwartsmusik— sie zu pflegen, ist Aufgabe der.Internationalen Gesellschaft für Neue > Musik"; es ist, richtiger gesagt, die Ausgabe, die diese Gesellschast sich gestellt hat. Neulich«inen Abend lang: Tschechische Kammer- musik. Sie bildete auch großenteils das Programm eines Konzerts, das von der Sängerin Rose Walter veranstaltet war. Beide Abende fanden übrigens unter dem Protektorat des tschechischen Gesandten Dr. Chvolkolstky statt und gaben vereint ein summarisches Bild von d«n modernen Musikbestrebungen seines Landes. Auch hier, ähnlich wie bei uns, eine betonte Fortschrittlichkeit, die im Grunde schon ein bißchen rückständig wirkt; aus ein Stück wie Fidclio, F. Finkes zweite Kloviersuit«, genialisch tuend, durchaus ohne überzeugende Kraft, hätte man gerne verzichtet. Im übrigen: ungleiche Eindrücke; neue Sachen, die sich rasch vergessen. Das Pro. gramm der Internationalen war wohl nicht gang glüchlich zusammengestellt; immerhin war einer der Besten der charaktervolle Alois H a b a mit einer Uraufführung, der einzigen des Abends, vertreten, Fantasie für Flöte und Klavier, dl« dem jungen Nicola Draber Gelegenheit bot, als Jnstrumentalist sehr vorteilhaft hervor- zutreten. Und man erinnert sich an den überlegenen Pia- nisten Franz Langer: an die auggezeichnete Leistung des„Prager Streichquartetts" und an das Werk, dem sie zu einem ersten D>: liner Erfolg oerhelfen:„Lyrisches Streichquartett" von Jostp Sla w t n s t i, ein begabte» Stück Musik, aus den Quellen des Slawisch- Nationalen gespeist und mehr auf Musik als auf ihren Fortschrsti bedächt.-Man hört« das Wert an jenem anderen Abend, im Konzen der Sängerin Rose Walter, die die Gelegenheit wahrnahm, mit den Borzügen ihre? musikalischen und gesanglichen Kultur ein paar reiz- volle Kleinigkeiten von Ravell und Strawinski zu betreuen. Neue Lieder. Bon Liedersöngern, die das Lied gebrauchen, um ihre©üm■ hören zu lasten und ihre Stimme, um sich in Szene zu setzen, lohn! es nicht zu reden; von Liedern zu reden, ist lzeute selten Gelegenheit, innner seltener werden bei uns Lieder geschrieben, von denen sich zu reden lohnt. Der Name Bernhard Blau, seit wenigen Jahren in Berlin eingeführt, erscheint in kurzer Zeit zweimal cm Konzert Programm. Zwölf neue Lieder, von einander sehr verschied«« in Charakter Und Ausdruck, doch soft allen ist die Tresssicherheü des musikalischen Einfalls gemeinsam, mit dem das Wesentlichst« und Innerste des dichterischen Vorwurfs erfaßt ist, und dazu die Knapp heit der Mittel und Eindringlichkeit der melodischen Sprache. Stück« mie„Wilhelm Kaspar Hauser" singt" oder„Die junge Muttei" hasten; allerdings gibt L u l a Mqsz- Gmeiner sie in idealer Mustziergemeinschaft mü Michael Raucheisen in ihrer unübertrefflichen Meisterschaft des Vortrags— an ihrem zweiten Liederobend nun, der zwischen Schubert und modernen Sachen in Hugo Wolfs „Feuerretter" ein wahrhaft grandioses Beispiel genialer und ton genialer Liedgestaltung bringt. Das andere Mal erfang Elena Gerhardt mit Conraad v. B o s» dem klastischen Liedbegleiter, am Flügel, dem Komponisten lebhaften Beifall. Mehr Sängcr'lil als Gestalterin, doch eine Künstlerin, die durch echte Musikalität ihre besten Hörer einnimmt. Und Carry Nera wirbt mit Erfolg für den Zyklus„Die Bremer Stadtmusikanten", den sie mit dem Komponisten am Klavier zur Uraufführung bringt. Eine Kantate nach dem Märchen von Grimm, gewiß eine hübsche Idee, und in manchen Teilen mit einem Unterton von volkstümliche,» Humor hübsch ver wirklicht; und nur in der Ausführung ein bißchen überladen mü pianistischein Betwerk. Doch zum Schluß gibt sie noch etwas Bezauberndes: Mustorgskys Lieder„Aus der Kinderstube". Di« Lieder endlich, die Madelaine G r e y singt, sind nicht neu; sie sind all. uralt zum Teil, Bolkslieder, Chansons, Songs aller Völker und aller Zeiten; höchste Und kunstvollst« Verbindung van Kabarett- und Konzertgesang: die Nüancierung des Vortrags, die Einfühlung in den Tonfall des Dialekts ist in den Sprachest, die sich unserer Kontrolle nicht enziehen, so erstaunlich, das wir bereit sind zu glauben, es sei das reinste Peruanisch, das wir in den indianischen Volksliedern zu hören bekommen. „Menschen im Keuer." Tttania«Palast. -Harry P t« l weiß, was gefällt. Harry Piel hat Routine. Und da Rvbert Liebmsnn.der diesmal von Hans Wilhelm unter- stützt wurde, ihm immer ein außerordentlich geschicktes Drehbuch schreibt, erfährt die Harry-Piel-Gemeind«, die nur Entspannung und wild abwechslungsreiche Unterhaltung will, keine Verringerung. Harry Piel spielt einen Feuerwehrmann, der, im Berein mit feinem Freund und Borgefetzten, einem Brandmeister, im Leben ein tusliger Mensch und im Berus«in wahrer Held ist. Daß Neben- bei«ine Liebesgesckstcht« eingestreut ist, versteht sich fast von selbst. Harry Piel ist wieder sein eigener Registenr und hat Geschmack und launiae Einsäll«. Nico Turvsf ist ihm ein sehr guter Partner, der sich durch seine bescheiden« Art sogleich volle Anerkennung erringt.» Ein Sonderlab verdien! der Phoiograph Ewald Daub» der mit echter Begeisterung für den Film an der Arbeit war. Er hat alleneinstes Verständnis für jeden optisch«» Effekt, und seine Auf- nahmen der dunklen, lmr vom Widerschein der Lichtreklamen er- leuchteten Straße 1, ebenso wie die Bild«? der magisch beleuchteten ausfahrenden Feuerwehrzüge sind Musterbeispiele allerbester deut- scher Filmphotographie. Durch diesen Film wird nachdrücklidzft auf die schwere, gcfähk- lichc Arbeit der Feuerwehrleute hingewiesen. Das wirkt sympathisch und ist nahezu ein Stückchen ausgleichender Gerechtigkeit, zumal die Filmstar« sonst doch immer olles Lob für sich in Anspruch nehmen. � e. b. „Oer Ueck auf der(ShrV Roxy-Palast. Für Ludwig Anzcngruber» Voltsstücke scheint nun auch die Zeit gekommen, daß sie altern und nicht mehr das lebendige Interesse finden wie einst, da ihr starker ethischer Gehalt und ihre packend« Bühnenwirksamkeit das Theaterpublikum packten. I. und L. Fleck versuchen ihn durch den Film wieder zu beleben. Ob.Der Fleck auf der Ehr" gerade das dazu bestgeeignetste Stück war, ist die Frage. Immerhin haben sie es verstanden, dem allen Stoff neue Reiz« abzugewinnen. Prächtige Wlnterlandschaften geben der Schaulust zu tun;«in Hochzeilsaufzug mit nachsolgender Feier gibt Gelegenheit, urwüchsiges Bolksleben zu zeigen; der Schuhplattler feiert Triumphe. Auch sonst gibt«s hübsche Bilder vom ländlichen Leben zu sehe». Die Handlung ist etwas modernisiert. Franzi Lehner. die Heldin, die fälschlich des Diebstahl» bezichtigt wird und dafür schwer büße» muß, inmint notwendigerweise ein Bod, um als Nackedei herauszukommen. Aber sonst ist st« in der Gestaltung Grita Leye eine handfeste und bildsatihere Dir«. Rolf v o n G o t h schmeckt etwas nach Theater in seiner Liebhaberrolle. Carl de Bogt macht den Bösewicht, den obligaten Landstreicher. Hans M a r r ist ein stattlicher Bauer Moser, und auch di« kleineren Partien sind alle gut besetzt. Wird Ludwig Anzengruber noch einmal durch den Film wieder auserstehen und in neuer Form seine Predigt wiederholen!„Heid gut zueinander�"____ r. OTufeu-r eoetirit«. Sonntag, in U6t, sprechen im KeilerHriedrich- Museuw Dr. Rlaprtpal über„liltai ienialllche Kumf. im««ugbeub Pros. Post über.Da« Schießgetvebr" und tmMu>«um für Völkerkunde I D». Bmmionn aber.Ostalnkanlsche Kulturen". Zw verllaer Museum 10« völkerkuub« wurde heule ein« besonders wichtig- KondercülZlielliml, eröffnet: die dcr ft l n d« i i e n- E x p e d r t i o n. Dr. Hang stbtdci'en i«le,t da die Sammlungen, die er auf'einen Kelsen zu den Kolt-Lappen tu.'sinni'ch-Loppland und>!U den Tataren der Krim «iisamm ngeltellt dat. Besonderes Jntereffe düitiea dl« T-htille« und Zchwuchachen os« der Krim«wecke». Llmwälzung der Bühnendekoration? In Nummer 40 brachte der„Abend" Mitteilungen über eine Vorführung des Wiener Burgtheaters vor Mitgliedern einer wissenschaftlichen Gesellschaft, bei der die Möglichkeit zutage getreten sein soll, die Üblichen Buhnendekarationen so gut wie ganz durch die Projektion von Lichtbildern zu ersetzen. Run. diese Versuche wurde» von der Leitung des Burgiheaters schon vor zwei Jahren gezeigt. Aber selbst damals stellten sie für die Besucher des Burgiheaters' aus Berlin nichts Neues dar. Die Berliner Volksbühne arbeitet schon seit vier oder fünf Jahren inst Projektionen, die Pro- spekte und feste Aufbauten ersetzen. So sah man beispielsweise bei der Jszenierung von Wells„Gewstter über Gotland" im Spiel' ihr 1026/27 gleich im ersten Bild über den Ratsherr«« an ihrem Bern handlungstifch das auf den Rundhorizont projizieric bunte Bild der alten Hansestadt; die Inszenierung von„Was ihr wollt" im Sxieljahr 1027/28 brächke nur ganz kleine plastische Aufbauten im Border- gruud, während die wechselnden bunten Bühnenbilder im übrigen ausschließlich durch Projektionen hervorgezaubert wurden. So könnte noch eine lang« Reihe von Aufführungen unter weitgehender Bs- Nutzung projizierter Bühnenbilder angeführt werden. Der Maschineriedirektör des Theaters am Bülowplatz Hans Sachs Hä fest langet Zeit Projektisnsapparat« konstruiert, die gegenüber den in Wien gebrauchten mancherlei Vorteile aufweisen, hiebe» der Volks bühne haben übrigens auch andere Theater in Berlin und im Reich schon seit längerer Zeit mit der Verwendung projizierter Bühnen- bilde? begonnen. Heinrich Bogelers Doppelrolle. Uns wird geschrieben: Die Berliner Generalversammlung des Reichs wirt- ichaftsvsrbandes bildender Künstler Hai om 27. Januar über Heinrich Dogeler entschieden. Bogeler „führte" seit einigen Jahren die 900 Berliner'' Lliinstler. die nicht zu den im Kartell der Ausstellerverbände korp»- rierten Künstlern gehören, und war deren Sprecher im Gesamt- vorstand. Bei der nunmehrigen Neuwahl stellte stck) heraus, daß er während der ganzen Zeit seiner Berufung anstatt in Gemeinschaft mit seinen 900 Wählern denen Belange zu pflegen, sich nur an den allerffeinsten Teil, seine KPD.-Freunde, einige dreißig, wi« die Wihlauszählung ergab', hielt. Es war durchsichtig geworden, daß diese kleine Gruppe kommunistischer Künstler der großen Majoritüt der übrigen Richtung zu geben sich bemühte, ohne daß diese Über- Haupt eine Ahnung davon haste. Sie hätte sich sonst bestens dafür bedankt. Und so schien es, als ob Heinrich Vogeler mit der Verkündung seiner In das Gebiet dek bildenden Kunst Übertragenen politischen Ueberzeugung die Meinung der 900 vertrat. Die erschrockene Majorität aber bestimmte nun anders- Heinrich Vogeler wurde nicht wieder gewählt. Gewählt wurde Professor Bruno Wiese zum Vertreter der nichikorporterten Berliner K unst- le rfchost. Es ist jammerschade, daß ein idealistisch und künstlerisch hoch stehend«? Mann wie Heinrich Vogeler der Künstlerschaft verlorn; gehen mußte. Könnt« dieser Mann sich nicht freimachen von t# walstaktik und politischer Gewohnheitsstrategi«? vi« Rembrandi-Aussiellimg Am 22. Februar wird i» den Räumen der Akademie am Pariser Platz die Rembrondt-Umstellung eröffnet Dabei wird da? Berliner Kupferstichkobinest seinen ge samten Besitz an Radierungen und 110 Zeichnungen zur Verfügung stellen. Nach Umfang und Druckqualstät ist die Sam nl ing des Berliner Kabinetts unter den ersten der Welt zu nennen. Sie wird hier zum erstenmal vollstäirdig auegestellt, zusammen mit der bo- deutendsten PrivalsamMlung von Rembrandt.Zsichni'itgen, der des Herrn Koenigs aus HaarleM. die 40 hervorragende Bilder umfaßt. Ein erlesener Sank von Gemälden soll die Spätkrmst von Rem brandt peranschaisticheN. Neben 10 Hauptwerken ans dem Kaise? Friedriclj-Musgum werden zwei der außerordentlichsten Remdran'-; Gemälde aus dsuischein Galsriebesitz gezeigt werden können:..Jaeo''- Segen" aus Kassel und das Familie nbüd aus Braunjchweig. Schulpropaganda gegen Anfälle. Eine Oga der Gtraßenwanderer. Auf der Tagung der Vevlschea verkehrswachi. über die wir bereits kurz berichteten, machte Dr. Volk». mann aus Düsseldorf sehr interessante Auesührungen über Verkehrsunfallverhülung im Ausland, aus denen man auch für unserer« eigenen deutschen Verhältnisse lernen kaun. Der Referent führte aus, daß die Erkenntnis, Unfälle oerhüten zü können, mit zu den grosjen Entdeckungen der letzten Zeit gehöre. Di« Auffassung, daß Unfälle im Berus und im Berkehr Schicksal sei, müßte überwunden werden. Die Erfolge bei der Bekämpfung der Berufsunfälle beweisen, daß man sehr wohl in der Lag« ist, die Straßcnunfäll« aus dem Bereich des Sinnlosen zu heben. Bor zwanzig Jahren galt noch in Amerika die Ansicht, daß beim Bau eines Wolkenkratzers je 100 000 Tonnen Stahl m>t ci>»em töd< lichen Unfall bezahlt werden müßten. Amerika le, aber nicht au? ethischer, sondern aus rein rechnerischer Ueberlegung zu seiner Unfalloerhütung gekommen. Die Berficherungsdetriebe stellten fest, daß an Versicherungen im Jahre 1928 3, 6 Milliarden Dollar bezahlt wurden. Die amerikanischen Einrichtungen der Unfall- bekämpsung werden reichhaltig mit Geldmitteln unterstützt. In Bild und Text wird auf die Gefahren der Straße aufmerksam gemacht. Die Verkehrsunfälle werden von Jahr zu Jahr weniger. der Redner meint, sie seien sogar relativ niedriger als in Deutsch- land, obwohl in Amerika etwa 2S Millionen Koafts-ahrzeuge laufen. Die Unioersitäten haben spezielle Lehrstühle für Verkehrsunfall» Verhütung, die auch die Statistiken bearbeiten, die aus jeder Stadt einlaufen. Broschüren und Aufklär ungsplakate würden an jeden Kraftfahrer und in den Schulen verteilt. Di« Schulen widmen sich ganz besonder» dem Unterricht über die Sicherheit der Straße. Die». Kinder werden zu Sicherheitspatrouillen organisiert, bei denen größer« Kinder die kleineren auf dem Schulgange über die Straßenüberführungen leiten. Kurse für Lehrer, gesellfchastiiche Veranstaltungen mit Kinderfesten. Zeitschriften, Filmen, Lichtbilder» vortrögen, Wettbewerben, Preis«» und Diplomen usw. sind nur«in Teil der großen propagandistischen Arbeit, die vom Staat, der Jndustri« und den Versicherungsgesellschaften durchgeführt wird. Kanada und Australien haben die gleich« Methode mit Erfolg angewandt, England Hot zum Teil neu« Wege beschritten. Hier war zu beobachten daß sofort bei Eursetzen der Derkehrspropaganda die Zahl der Unfälle mcht weiter stieg. England hat außer seiner ausgedehnten Schulpropaganda noch die erzieherische Einwirkung auf die Berussfahrer. Eine Liga der Straßenwanderer hat sich zum Ziel gesetzt, jed«s Mitglied auf die Regeln des Verkehrskodex zu verpflichten. 23 000 Berufsfahrer sind in einer Selbstschutzv«reinigung organisiert. Ter Redner zeichnete folgende interessante Statistik auf: in Preußen kamen 1923 auf je 1000 Fahrzeuge 63 tödliche Unfälle, in den Vereinigten Staaten nur 2, in England 1 und in Kanada Och. Aus diesen Zahlen ergibt sich di« Aufgab« der Derkehrswachten in Deutschland als überparteiliche Vertretung der Wegebenutzer: sie müssen die Auf- klärungsarbeit, wie sie in den hier erwähnten Ländern zum Segen der Bevölkerung besteht, weiter betreiben. Der Redner forderte eine einfache und klare Gesetzgebung, denn die Frag«n des Ver- kehrsrechts sind so kompliziert, daß sich selbst ein Praktiker schwer zurechtfindet. Minister beim Esten. Eine unbefangene Stimme. Die„Frankfurt«? Zaitung' veröffentlicht den Brief einer Vierzehnjährigen an Außenminister Dr. Curtius: Sehr geehrter Herr Ministerl Als ich heute mittag einen Blick in dl« Illustrierte warf, sah ich olle Herren d«r Haager Konferenz beim Essen. Wir Schul- linder haben alle großen Respekt vor den Herren Ministern und den andsren Großen d«s Reiches, die die Politik Deutschlands, unseres Vaterlandes, machen. Aber in ollen Illustrierten, und es gibt viele, sehen wir Sie, Herr Minister, und die anderen beim Fraß oder, besser, beim Essen. Das macht auf uns und auf mich besonders einen schlechtenEindruck. Um gut zu«sie» und dabei große Reden zu schwingen, waren Sie doch nicht im Haag? Was denkt denn das arme Volk, wenn Sie ess«n uns wir hungern? Ich will nicht damit sagen, daß Sie nicht essen sollen und daß Sie sich nicht einen guten Tropfen zu Gemüte führen sollen, denn das � können Sie sich ja leisten, da Sie so viel klüger sind als wir. Aber lassen Sie sich doch nicht immer gerad- beim Essen aufnehmen. Und wenn es die Photographen rrotzdem tun, so hoben Sie ja die Macht, es ihnen zu verbieten. Vielleicht ist mein Brief ziemlich frech, aber er kommt von Herzen, und ich bitte um Entschuldigung. Viele Grüße. E... S...(Name und Adresse.) Lniernaiional-Rechtsinsiiiuie in Berlin Für Staats«, Völker« und privalrecht. Di« �beiden im Schloß untergebrochten juristischen Institute der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschosten luden kürzlich zu einer Besichtigung ein. Das von Professor Bruns geleite!«.Institut für ausländisches össentliches Recht und Völkerrecht" besitzt bereits eine Bücherei von 60 000 Bänden, die die Grundlage der Forschungsarbeit bildet. Der erst« Jahr- gang der Jnstitutszeitschrist und das 13. Heft von wissenschaftlichen Monographien sind soeben erschienen. Das Institut bereitet eine siluellenfammlung des Völkerrechtes vor und erteilt Auskünfte aus seinem Arbeitsgebiet. Das«Institut für ausländisches und internationales Privat- recht", geleitet von Professor Rädel, soll der deutschen Gesetz- gebung durch Verbreitung der Kenntnis über die leitenden Ten- d«nz«n in den Rechten anderer Kukturstaaten dien«». DW mächtig zunehmenden Regelungen des internationalen Verkehr» werden lsier wissenschaftlich der Forschung und Auswertung zugänglich gemacht. Das Institut hat Forschungsarbeiten in Angriff genommen über die Entwicklungstendenzen des Aktienrecht«» im Auslande, aus'.än- difches Wertpapierrecht, Bankdepotrecht usw. Die Bücherei ist die größte und vollständigst« in Europa. Theater der Woche. Vom 2. bis 10. Februar. Volksbühne. Theat« am LLl-wpla»: Arollo, Brunnrntkasie. Staatstheater. v»« Unter den Linden: 2. Di» EntMdrun» ans dem Serail. 8. ckavallrria r: sticana. Sajavs 4 Valkstrina. 5. Maskenball 8, SannMnftr. 7. Die Macht des cdi d nls. 8. Mona Eifa. 8. Slltterdammrrung. 10. SdnoanAa, der Dudelsackpfeifer. 0;ct am? las der Repntlit! 2. Der fließende Holländer. S. San» Heisinch. 4. Salome. 5. Die Fledermaus. 6 koffmanns Eriädlungen. 7. Die ver- kaufte Brau'. 8 Die?auberflöt«. 8. Carmen. 10. Ea'ome. StädiiM« Oper: 2. Diane Dame. 3. Droubadaur. 4. Die lultiaen Weiber von Windfor. 5. Tosca 6, Die Entfllhruna aus dem Serail. 7. fsedara. 8. Simone Boccanenra. 9. Der Barbier van Sevilla. 10. Die Geaeickmeten. Schaufpiclbans am®c; barnten-artt: 2. und 4. Musik. S. Wollenste ins Lager. Tie Piceaiomini. 5. und 7. Ocdipus. 0.. 8. und 10. Wallcnsteins Tod 9. Deer Cvnt. Lck lllrr.Zdcaicr: 2. und 4. Marian Den«. S. Dreibiand. 5., 7. und S. Sa und fa. fa gebt der Wind. 8. und 10. bans im Echnakenioch. 9. fta-ale ur6 iiifebt. Theater mit festem Splelplaa. Dbcater am Schiffbaverdamm: Die Dartenlaub».— Deutsches Tdeatert Der Kaiser van Amerika.— kammerspiele: Der Kandidat.— Di« Komöd e: Viktoria.— Theater am Nallerdorfplat!: Menschen im datel.— Theater I» der KSnümräder Strohe: Professor Vernhordi.— Komedirahavs: Der Lllliner und die Bonne.— Crastes Schauspielhaus: Di« 3 Musketier«.— Theater de» Westens: katel S'adt Lemberg.— Luftspieldaus: Liebe auf den»weiten Blick. — Komische£)•«: Kulla di Bulla.— Deutsche« KLuftlertheater: Eins,»Mi. drei und Souper.— Berliner Theater: Die Strane.— Lelsiug-Tbeater: Die Affäre Drepfus.— Th-at«r in der Bchier.ftrahe 53—54:... Bater sein. dageaen sehr.-— ilentral-Theatcr: Der Soidat der Marie.— Metrapal-Thea'cr: Das Land des Lächelns.— Deuisches Bolkstheater: Die Geisha.— Di« TribLn«: graucnapfer.— Kleines Theater: Der Waiaer von heut« Nacht.— Renaissance- Thea'er: Pariser Leben. 8. Nachtrorstrllunq. 23 lh Uhr. Die Epielwlltigrn.— Rose-Thcater: Easparone. 8. 23% lihr. Ga-parone.— kastna-Theatcr: Seme Laheit der Bettler.— Theater in der Klostcrstrah«: griihlinps Erwachen.— S:l isstpark-Theaicr Steglifi: Bis 4. Der Rarewiisch. Ab 5. Die Ballerina des Königs.— Wintergarte», Plana, Skala: gnternatianairs Variete.— Reichs- halleu-Theater: Stettiner Sanfter.— Theater am Kattbusser Tor: Eiite-Sanger. Nachmittagsvorstellungen: Volksbühne. Theater am Bülanplaft: 2.. 9. Amnrsti«.— Theater am Schisfbaurrdamm: 2., 9. Die Dreigroschenooer.— Theater am Raller.darsplaft: 9. 11% Uhr. Matinee.— Theater in der Königfträhcr Stroh«: 2., 9. Di« erste Mrs. Selbri.— Kamödientans: 2., 9. Charlers Tante.— Großes SCau'picl- haus: 2.. 9. Die 3 Muekc'iere.— Komisch« Orer: 2.. 9. grau ohne KuK.— Deutsches Kürstlcrtheaier: 4., 5.. 8. und 8. Kakadu— Kakada. 9. Die andere Se'te.— Theater in der Bebrenstrahe 53- 54: 2., 9.... Baier sein, dagegen sehr.— Deutsches Bolkstheater: 2. Die Geisha.— Roir-Tbcater: 8. 17 Uhr. 9. 14% Uhr. AschenbrcdN. 9. 17% Uhr. Die Cnardaskllrstin.— Theater i» der Klo'terstrahe: 2.. 9. 13 Uhr. 8. 18 Uhr. Dornröschen. 2., 9. 17 Uhr. Echne'd'r Wibbel. 8., 7. 15 Uhr. Wilhelm Tcll.— Schlahpark-Theatee Steglift: 2.. 9. Der Lcihgavdist.— Winterqarien: 2., 8.. 9. Interngt onaies Bariet«.— Plana. Skala: InternaUanalcs Bar'et«.— Reichehallen-Theatcr: 2» 9. Stettincr Sänger.— Theater am Kottbutzer Tor: 2.. 9. Slite-Sänger. Erstaufführungen der Woche: Montag. Thalia-Theater: Nvsenmontag.— Mittwoch. Schloß- parkthcater Steglift? Die Ballerina des Königs.— Sonnabend. Over am Blaft der Republik: Simona Boccancgrg. Lerantwartl.«llr die Redaktion: Lalsgang Schwarz, Berlin: Anzeigen: Th. Glocke. Berlin Verlag: Vorwärts Verlag G. m b S.. Berlin Druck: Vorwärts Such- druckcret und Lerlaasanstait Paul Singer 3 Co. Berlin LW 58. Linden strafte 3. Kiernu i Beilage. Tigllch 5 u. 5Hz Uhr. Barbaretu 9255 frei«« 1-8 M. Warhenlg.SU. SOPt.�M heute Premlerel Con Coiieano das größte Drahtse t wunder 4 Bronetts die berühmten skand. Clowns und weiter« mm er len Haie In Europa geieig-e Spl i tnle'siungen. Tästi.• u. 815 Sonn'. 2. 5 n 8" A ex. 8066 ! t NTERNAT. VARtETfi Heute Premiere SROSSEü SGHAÜaPiELHAUo « Uhr 3 Musketiere Regie: ERIK CHARELL Tfi sonarag Ramm, onseh. ob Iba Pi. I.II diu.99». 2819 Ranmen arianhi | Casi-f atnilia, lung-China. 2 Elllers, Marika RIkk, 9 Allisons usw. usw. 1 Saanabendii.Senntac i« 2 Varstellungen 1 4 und 8" Une. 4 Uhr kleine Pre.se. >WW Direktion Dr. Mari n Zickel WWW Komische Oper frednch, Uhr „0«r Katar". Das Theater der billiget Preise. L Mlfelrang 0.r0. I. Rangbalkon u. I. Parkett 1.SO, Orches' rsessel2 50. Programm u. Garderobe je 0�5 M. Kein Zwang). EtaBse-'Oaea�ser Qr. Frankfurter Str. 132. VoiKsbUhne Ttatsr ,» BÜltiwjiläti. 8 Uhr UraulfOhrung Apollo. BronnenstraBe Volksstllck von OroBmann und Hessel luü; Tta» lidttbn keii«: lünio Fehl int. Staatl.Sdiiller-Ih. 8 Uhr Hans im scnnaHeniocii itieaiei ao ISimiBoereahui M/. Uhr Qie&artenlünlii! mm meaitr i>.1. Norden 1231« Tägl.*V4 Uhr Oer Kaiser v.Amerika von Bernard Shaw Reg: Max Rel.nhardi KammerspSele 0.1 Norden 12 31b 8 Uhi Der Kandidat von Caii Sternhe.m Hille: Hm Btlsni*. dte Komödie jl Bismck. 2414/7516 8% Uhr Victoria von S. Maughatti. Regie Aax Reinharai Musik: Misch» Spol.ansky Direktion >r. Robert Kletr Cealsebes xanstler-Theti Barbarossa 3937 «>/. Uhr ja«. iwa'.diBi" von Franz Molnar Bit H» PalNiarg. Souper Dönhoff 170 Täglich 1*1* Uh- Die Straße mit Ubert Euurmno. Regie ielnz Hliuer Th. a. HDlIaiilDrfpIaz Vorvk. 10-2. Kf. 2091 Täglich 5:/» Uhr Gastsplgl Uli Deaumea Tpeaian Hanschen im Hotel von Vicki Baum. Regit: Qasial OrüBdgtns. Syiilla Blöd ir,' ar- gir«itK9B3pKt,Kema Rarioras, etta.nk. v. tdioiar liiealer il. Wettens Täglich 8>s. Uhr- HOfel Stadl Lemberg Musik von Gilben Katbc Dorsch Leo SdtfUzendori Komische Oper Friedrlchstr. 104. Merkur 1401/4330. Allabendlich S'ls U. Ria dl Bulla Unat m UmM at ä«di. Lustspiemaus Prtedrichstr. 236 Bergmann 2922/23. Täglich S'h Uh: liebe ant den zweiten Blick Operetten haus Alte jakobstr..0/32 (Zentral- Theater) Täglich".« Uh, Der Soldat der Maris Lessing-Tlieaier Norden 10849 Täglich 8 Uhi m?b Dreylus von Rehfisch und Hkrio» iafso«i(y-dliiiDEi! rhMtar n o», (Imggrälior StrsBe Täglich 5>/. Uhr Prozessor Bernhardt von»rttot Idmink Siji«; ficht hnnnt), Komödienhauk Täglich 8"» Uhr cor LOqner und d e nenne von cur: Götz Metropoi-lh. 8>„ Uhr Das Land des Lächelns Vera Schwerz, Richard Taubei Musik von Franz Lehar Pianeianam —— am Zoo—■ tirliu. iudt-Ktluin.trjti B.S Barbarossa 557« 16-'. Uhr vi» Willier itarnkildtr 18-/« Uhr Oer Ptaae Jupiter. 20V. Uh' Uerkvardlgt t erne IRittn iTvirji Eintritt I Mark. Kinder 50 Pf, Mittwochs habe Kassenpreiär. Frankfu/ier Allee 313-314 Der erofte Rnssen-Fllm Mcwsflicnarsciial Auf der Bühne EU houandlsdie AKkord on-VIrluosen BOOX& COMP. Beginn: Wochentags 6 Uhr Sonnabends 5.30 Uhr. Sonntags 5 Uhr Sonnabend, 1. Febr., 11.30 Uhr GroftesNadiikahareli jiiiirQwEn? I'-Bahs Ktrmaagplib traolit Sdmlz toDiuiie lOS U Grosses BosKhieNesl und GROSSER ALPENBALL. j 7 RasBiln— Kau Deloratiratn.— 50 tisyrisä« Bidln. EintaB. Wochenta-s 6 Uhr. Sonntags 4 Uhr. TDfBl n. KoltD.Toi Kotib. Str. 6 Tägl. 8 Uhr l«h auchSonnt. W nactm.311.: 'nemil.Piwa Elitesanger. Dn ert!i Fttdilijt-US- Pnjtimnl 1. l: Die b onfle otrg fisdiintt-Berlrüi Ittll) aolttnngs-.Rabäft- a.Rekfamemarken legen Nachahmung gesetil. gesch. ertigt seit 45 Jahr als Spezialität. Conrad maiier Leipzig SCBkeuditz Sonntag, den 2. Februar j mittags 12 Uhr Eintritt M. 1.— Blor-Abt. JcrüReryik-TriO Maukölln W uhaitr 74 Ji l (nlerieren brlo-f ERPOLG1 Heines Ideal. Merkur 162. Tägl. 8V. Uhi DerWaizer von heute Nacht! Max Adalbert. Erl a Glassncr, Hl de Wörner, 1.lennaan-SchaaluO. •SONNABEND UND SONNTAG., J, AUCH NACHNMTTAQS 3 UHR 1W s? 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Zu beziehen durch die Botenfrauen und Ausgabestellen des.Vorwärts", sowie direkt vom Verlag. / fäeiTage Sonnabend, 1. Februar 1930 $hnJnu\asi&' t£f*u*rj*4 Geburt einer Weltstadt Iahrhunöertreist durib Berlin/ vo» sloandn? vo« sacher-Wafoch SM V Berlin*) war weder durch sein« geographisch« Lage, noch durch die politische Stellung Preußens zur Handeisstadr geeigner. Auch durchkreuzten die großen Heerstraßen aller Länder Berlin nicht, wie Frankfurt am Main oder die Karserstadt Wien. Dennoch hatte die Stadt um 17M schon einen P!aß unter den Wirtschaslszentrcn Europas und als Friedrich der Große, die Pläne>eines Paters fortsetzend, Gewerbe- und Kausmannstum energisch förderte, stieg die Bedeutung der preußischen Hauptstadt.. Die Entstehung der ä l t e st« n G«- schästshäuser, die noch heute eine gewichtige Roll« spielen, geht m das 18. Jahrhundert zurück. Es fehlt Berlin nicht, wie so oft behauptet wird, an Tra- dition. Viele Kausmannsgeschiechter»er- erbten ihr Haus von Generation zu Gene- ration, vermehrten und vervollkommneten ihren Besitz. Jahrzehnte. Jahrhundert« long blieben sie ansässig an dem Ort, an dem sich der Ahnherr und Begründer einst niederließ. Bescheiden wirkte sich das Ae- schäftliche im Anblick der Straßensluchrcn aus. Firmenschilder und Reklame spielten vorerst noch ein« bescheidene Roll«. In den Bürgerhäusern war da, Erdgeschoß durchwegs als Familienwohnung gedacht. Wurde ein. Laden eröffnet, so dachte man keineswegs an«in« llmgcstaltung der Front. Unter d«n Linden siedelten sich um 180l) mehrere Kaufieute an und hier wurde besonders daraus geachtet, die ein- heitlich« Front divfer Prachtstraße nicht zu' stören. Ein einfache» Namensschill» über dem Fenster«in«, Erdgeschosses genügte, um das Vorhandensein einer �Kunslhand- lung* oder.�leiderhandlung* in gleich- förmiger Schrift zu bekunden. Ader mit der Zeit finden wir Malereien als „Werbemittel*. An der Innenseite der Holzlöden, mft denen die Türen verschlossen waren, redeten die Schildermalereien ihr« primitiv«, oerständkiche Sprache. Auf dem Köllnischen Markt zeigte etwa«in Laden durch zwei gekreuzte, aufgerollte Rsgenfchirme und einem ausgespannten darüber«in« Schirmhandlung an. Oder sorgfältiger bedeutet««ine Malerei aus den Schildern vor I o st y» erstem Loden an der Stechbahn das De- werbe des Kuchenbäckers. In den achtziger Jahren finden wir jedoch vielversprechendere Wahrzeichen des Gewerbes der Kauf- Mannschaft. Ein Kranz von Austernschalen und hölzernen Zitronen bezeichnet den besseren„Materialisten". Ein Mohr mit einer Roll« Tabak den Tabakhändler. Drei goldene Kugetn, ein alles, auch später übernommenes Symbol, die Butterhandlung. Kegel, Kugel und Zirkel den Drechfier. Schlüssel den Schlosser Gießkanne den Klempner. Hufeisen den Grobschmied und, sehr sinnig ein Herz. von einem Nagel durchbohrt, den Nagelschmicd. Don diesen Dingen erhielten sich die internationalen und ewig scheinenden Messing- decken der Barbiere und das urberlinische Wahrzeichen der Schlächter, die um einen Stuhl geschlungene weiße Schürz«, durch die er frische Würste ankündigte. Nach 1 8 3 0 gab es in Berlin etwa 1100 Kaufläden. Die Mehrzahl in den Altstädten Berlin und Kölln � Es gab bereits ausgesprochene Handelsstraßen, wie in der Königstraß«, an der Stechbahn, an den Weiderschen Mühlen, der linken Spree und in der Gertraudlenstrahe. In der F r i e d r i ch st a d t und anderen Stadtteilen fand man Läden nur an manchen Straßenecken. Wir vernehmen von der großen Gemütlichkeit der Bedienung. Wenn die Türklingel den Besitzer nicht herbeigelockt hatte, so war es Sitte, mit einem Geldstück aus den Ladentisch zu klopfen, bis er cder«in Familienmitglied aus Keller, Küche oder Garten herbeieilte. Fahrende Händler belebten das ftßhasts ließen sich an den Straßenecken, vor Denkmälern, nach Gewohn- heitsrecht nieder. Bunt und voll Leben waren die Märkte:n der Innenstadt. Wochentags konnte man das nötige am Aleranderplatz, auf dem Neuen Markt, auf dem Mvlkenmarkt und dem Gendarmen- markt zwischen Mohren- und Taubenstraße. dem Dönhoffplatz und dem Spiltelmarkt einkaufen. Wichtig war für d-n alten Berlin-r zu wissen, daß auf dem Dönhoffplatz keine Fische ver- taust wurden. Bor dem Schauspielhaus auf dem„Schillerplatz" fuhren an den Wintermorgen die Wagen auf. d'e aus der Um- gebung Getreide, Stroh und Brennholz auf den Markt brachten. Der Uckermärker Bauer lenkte vom Sot'e'pferd fein Viergespann, b-zstieielt und bcspcrnt. Unter den Jahrmärkten war der bedeutendste der Wollmarkt auf dem Alexanderplatz. Im Sommer gab es zwei groß« Mark!«, die F r i«d r i ch st a d t« r Märkte.' die sich über das ganze Stadtviertel ausbreiteten.' Der Mühlendamm lockte als Verbindung der Altstädte Berlin »nid Kölln ein« Menge fremdländische Kaufleute an und hier baute Johann Arnold Naring die herrlichen Koloimaden, die bis 1890 stehen blieben. Hier fanden wir ein Gefchäll neben dein anderen. Auf dem Schloßplatz war ehemals ein freier Raum für ritterlich« Spiel« belassen worden, nach der Uebung des Ringel- stechen« als„Stechbahn" bezeichnet. Auch hier strömt« dl« Kauf- martttsrhaft zusammen. Hier, auf dem Schloßplatz, baute der Archllekt Johann de Bodt das erste dreistöckig« Kauf- und Wohnhaus der Stadt. Wie stand«s um den Derkehr? Schon im achtzehnten Jahr- hundert kannte man die alten Lohnkut scheu. 1813 erkämpft« «in Unternehmer zuerst ein Privileg für 32 klein« Wagen mit aus- schlagbarem Lerbeck. Damit trat das Droschkenmesen als Verkehrs- Hilfe aus. Wagen und Pferde waren aus Warschau importiert, daher die slawisch« Bezeichnung. Am Brandenburger Tor hielten 1825 d:e ersten großen, mit festem Verdeck überspanmen„Torwagen", eingeführt vom Hosrat Kremser und späler nach ihm benannt. Dazu kamen allmählich Besörderungsniillel mit festem Fahrplan. CviÄSUS ■ *) Der Berein Berliner Kauf'eute und Industrieller hat an- läßlich seines sünf.-iojahrioen Bestobons ein G-dm?'".«!, kB? r l i n s Ausstieg zur Weltstadt. Verlag Rcimor Hobdiug. Berlin 19og> herausgegeben, das einen wertvollen Beitrag zur Kullur- geschi�-te der Stadt und einen Ueberblick ihrer käuswännischen und virtlchaftlichcn Entwicklung bietet. 3)er Hohendorf plals im Jahre 1885 (flach eitlem Aquarell von draiu« Skarblna) 1839 fuhr der erst« Omnibus vom soeben errichreten Potsdamer Bahnhof zum Alexanderplatz. Jetzt blühte das Derkehrswefen auf. Die Eisenbahn trat aus der. Plan. Die Berliner lachten und waren skeptisch, als 1838 der erst« Eisenbahnzug vorbeikeucht«. Um vieles früher, schon 1816, wurde bei Pichelsdorf das erste Dampf. b o o t erbaut, der„Raddampfer Prinzessin Charlotte", den die kömg- liche Post zwischen Berlin und Potsdam in Betrieb stellte. Wichtig war die Entwicklung des Beleuchtungswefens der ersten Hälfte des Jahrhunderts. Es sollte vom Oel zum Gas über- gegangen werden. Man stieß bei der Bürgerschaft der Städte aus harten Widerstand. Warnend« Artikel erschienen in den Zeitungen, so brachte die.Löllnifche Zeitung" 1819«ine Abhandlung, die das Gas aus theologischen, juristischen, medizinischen und philosophischen Gründen bekämpft«. Nicht das Bedürfnis größerer Bequemlichkeit, sondern der revolutionäre Geist der Technik war bestimmend für den Fortschritt der Zivilisation. Aber selbst, nachdem sich die Wohl- tat der neuen Einrichtung bereits erwiesen hatte, währte es lange, ehe die neue Veleuchtungsart bis zu den Häusern der Bürger vor- drang. Roch 1852 kämpfte Charlotten bürg, das damals eine Einwohnerzahl von etwa 10 000 hatte, vergebens um die Gasbeleuchtung. Die Halsstarrigkeit der Stadt- väter dauerte zehn Jahre. Von grundlegender Bedeutung für die Entwicklung des Ge- werbes waren die zwei königlichen Institute: Die E'sengieße- rei 1801 in der Jnvaliidenstraße und die Porzellanmanu- f a k t u r, die ncch aus der Zeit Fricdricks des Großen stammt«. mit ihrer Zweiganstalt, der„königlichen Gesundheitsgeschirrmonu- faktur", in der heutigen Wegelystraß«, wo später das ganze Institut vereinigt wurde. Hier wurde 1799 die erst« Berliner Dampfmaschine in Betrieb gestellt. Roch englischem Muster entstanden Cisengieße- reien und allen voran leuchtete bald die Fabrik August B o l s i g s. 1837 gründete dieser Mann vor dem Oranienburger Tor sein«„Eisengießerei und Maschinendauanstall". Der Norden wurde für Jahrzehnte das Zentrum der Eisenindustrie. Die Der- liner nannten die Gegend die„Schmiede des Vu'kon". An der Ehausscestraß« rauchte Esse neben Esse. Vorflgs Name erlangte große Volkstümlichkeit. Mit 50 Arbeitern begann er, sieben. Jahre späte? beschäftigte er bereits 1100. 1841 verließ die erste Lokomotive Dorsigs Fabrik, ldreizehn Jahre später, als die sllirshundertfts Lokomotive Borsigs vollendet war, feierte die ganze Stadt dieses Ereignis. Es herrschre damals noch ein patriarcha- lifches Verhältnis zwischen Fabrikherrn und Arbeiter. Noch war der Gegensatz zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht so ver- schärft wie heute.' Die Entwicklung der Cisenindustric und chemischen Industrie fijhrt zurück auf Namen wie Louis Schwartzkopff, Ernst Schering, Jacob Raocnö, E. A. F. Knhibaum und Werner von Sie m e n s. Manusokwrwaren-, Modewaren» und Wäschegesdäst« entstanden. Das bedeutendste ivar und blieb Her- mann Gersons Mc-dewarengeschäft. 1848 erbaut«. Gerson am Werderschen Markt ein imposantes Gebäude und es wurde den Fremden als eine Sehenswürdigkeit ge.-eigt. Ein zeitgenössischer Coupletvers mag über die Volkstümlichkeit dieser ältesten Häuser Auskunft geben:„Leb' ist gm für Iud und Ehrist— Gerson oder Borsig— wer ihr nicht entronnen ist.— der hat sie noch vor sich." Um diese Zeit(1839) wurde in der Breiten Stroß« Nummer 13 «iu kleiner Laden eröffnet,«in„Manusaktur-Wanngeschäst" de» Kaufmanns Rudolph Hertzog. Die Lag« de« Geschäfts war ungemein günstig, in der Nähe des Schlosses und in der wichtizstsn Verkehrsstraße. In den Tagen der Märzrevolution von 1848 schlug ein« Kugel durch das Fensterkreuz des Hertzogfchen Geschäftes und verfehlte den am Schreibtisch sitzenden Handelsherrn um ein Haar. Wenige Tag« später veröffentlichte Hertzog tn der„Vossischen Zeitung"«in Inserat, in dem er einen„gänzlichen Ausverkauf" an- kündigte, anläßlich seiner Ucbersiedlung nach Breite Straße 15. Er war der erste Geschäftsmann in Berlin, der eine Tageszeitung zu Jnsertionszwccken verwendet«. Wir können hier nicht aller jener Häuser gedenken, deren Namen und Be- deutung es erfordern würden, ausführlich über ihre Entwicklung zu berichten. Da- mals fing Heinrich Jordan«in aus Kassel eingewanderter Bürger, einen Wäschehandel mit selbstgewebiem Leinen cur. Nathan Israe' machte ein Kurzwarengeschäft in der Jiidenstraß« 18 aus. bald nachdem er aus einem„Schutz- juden" durch das Edikt von 1812 Berliner Bürger geworden war, Gerold bot De- likatesien seil. I. H. Henckels aus So-- lingen seine Stahlwaren, Wilhelm Ermeler seine Tabake. Her pich sein« Pelz« und die Gebrüder G r o p i u s Bücher und Kunstgegenstände. Man fragt sich, wie das Berliner Kcmstnanntum seine Waren noch auswärts befördert«. Denn das Eisenbahnwesen be- fand sich noch durchaus im Entstehen und war nur in ganz wenigen Strecken fertig- gestellt. Em Gewerbe besorgte den Waren- transport, das seither vollkommen im Dämmer der Bergessenhei. versunken ist, das„A u s s p a n n g e w« r b«". Diese „Ausspannungen" betrieben damals das Speditionsgcschäst. Es gab Ausspannungs- wirte an allen wtchtigen Knotenpunkten der Landstraßen und bei ihnen wurden Waren abgeliefert, neue ausgenommen. frische Pferde vorgespannt und gerastet. Aus diesen Ausspannungen ging das spätere Spcdüionswesen hervor Di« erste Speditionsfirma wer I. G H e n z e um 1850 in der Prenzlauer Straße. Das geschäftliche, gewerblich« und industrielle Leben nahm also einen stetigen Aufschwung, bis zur Zeit der Gründerjahr«. In den Gründerjahren, einer Jnflationsperiodc, die der jüngst von uns erlebten durchaus gleichzusetzen ist, folgte dann allerdings ein unerhörtes Ausblühen des gesamten öffentlichen Lebens über Nacht. Di« langsame Entwicklung war durchbrochen durch die Umwertung des Kausmittels, des Geldes. Alles aber, was in der Stadt an geschästlichen, gewerblichen und industriellen Regungen pulste, geschah um ein Zentrum und dies«. Zentrum war das Bankwesen. Die Anfänge der Berliner Börse waren primitiv genug. Gegen End« des siebzehnten Jahrhunderts kamen die Berliner Kaufieute in einem Saale des Mühlendammes zusammen, vorerst nur an den beiden Posttagen Dienstag und Sonnabend, später täglich. Erst 1820 wurden die beiden Kausmannsgildcn, die Gilde der„Gewand- schneider" und die Gilde der„Krämer" oder„Materialisten" zur Körperschaft der Kaufmannschaft vereinigt. Die Börse tagte erst im alten„Lusthaus" des Lustgartens, kann erbaute B e ch e r c r ein eigenes Haus, die Börse am Lustgarten neben dem alten Dom. Die Ecschäftsoebarung der Kaufmannschaft war einfach und die Metho- den des Bank- und Wechselvscfens steckten in den Kinderschuhen. Berlin hatte in einem Haiben Jahrhundert viel geschafft: Das kam auf der G« w e r b ea u s st« l lu n g von 1844 im Zeughaus zum Ausdruck. Es war die erste Berliner Ausstellung dieser Art. Kurz daraus kündigten mehrer« Städte Industrieausstellungen an. Und durch dieses Beispiel angeregt, folgte die erste große Berliner Industrieausstellung in Krolls Etablissements 1849. Die zweit« Hälft« des Jahrhunderts steht im Zeichen der Gründsrjahre und die Stadt entwickelt sich mit einer Geschwindigkeit wie nie zuvor«ine Stadt in Europa. Ein Teil des geschöstliäzen Lebens wird in den Westen verlegt. Noch ist der Tiergarten unberührtes Land. Ein Ochiiger Ausflugsort für Menschen, die in die frei« Natur wollen, aber wie lang« noch. Die B a u t ä t i g- t e i t ist fieberhaft geworden. Die Einwohner.zah. nimmt mir un- glaublicher Schnelligkeit zu. Im Ioihr 1867 haben 702 000 Ein- wohner, im Jahr« 1870: 800 000. Dabei muß bedache werden, daß die Einwohnerzahl der gesamten Berliner Vororte im Jahre 1871 52 000 Köpfe beträgt. Im Jahre 1905 ist die Einwohnerzahl der Vororte aus 952 000 gestiegen. Wir sind mitten in den vorhin er- wähnten Gründerjahren. Industrielle und geschäftliche Unter« nehmu-ngen schießen wie Pilze aus dem Boden. 1872 werden in Berlin allein 174 Aktiengesellschaften gegründet und der Kurswert ihrer Papier« beträgt 1500 Millionen Mark. Nicht lange währt die Herrlichkeit der Spekulanten. Der „Krach" von 1873 bedeutet den Zusammenbruch eines große» Teiles der Geschästswelt. Aber die Entwicklung der Scadt ist nicht mehr aufzuhalten. Denn Berlin ist nicht mehr die Hauptstadt des kleinen Preußen, sondern die Hauptstadt Deutschlands geworden. Die Eisenbahnen, breiten sich nach allen Richtungen aus In den siebziger Iahren gehen die Bahnlinien bereits nach Küstrin, Görlitz. Dresden, nach Wetzlar und Metz. Große Bahnhöfe werden gebaut und der, Staat iritt im Eisenbahnwesen an Stelle privater Unter- i.ehmungen. Die Gasbeleuchtung Ist allgemein dnrchge'etzt, aber es entsteht ihr ein mächtiger Rivale: Die Elektrizitöt. Werner von Siemens ist neben Sieg in und Bergmann und Emil Rathenau in der Ausnutzung der neuen Kraftquelle bahn- brechend. Der Potsdamer Piatz erhält die erste größere elektrische Beleuchtungsanlage Berlins. Berlin hat den Siegeslauf zur Weltstadt begonnen. (18. Fortsetzung.) Tom wtzrde srgerttch. Es verletzt« seine Eitelkeit, datz asidere Beweggrund« mit ini Spiel sein sollten als feilte Persönlichkeit an sich.„Sie Hot gar nichts gesagt. Das!s ja Quatsch." „Dafür wird sie sich allerlei gedacht haben." Der Masseur lachte immer noch. Dom suchte nach einem tränkenden Wort.„Lei dir mags so seiir, aber bei inirk! Sie war einfach goldig." „So so. Also fast verliebt. Ich dachte, dos war nur so'ne Sarbe nebenbei. Ist doch eigentlich gar nicht dein Geschmack." ..Doch � gerade!" jichr Xom aus, „Ra, und Frau Iacklowicz?" In Kräppli» Stimme lag eine Hielt von Ueberlegencheit und Spott. „Was du mrmer willst! So dick ist sie ja nun doch nicht." „Wenn du sie abgehängt hast, denn kriegt se'ne Anstellung als Dampfwalze." Tom wurde rot. Er hatte das Gejiihl, dotz er seine Geliebte letzt in Schutz nehmen müsse. Es gelang ihm aber nicht recht, hie geeigneten Warle zu fiirdem Da machte er einen schlechten Witz. ..«o dick wie du ist sie noch lange nicht, Fuhballl" KÄipvli zuckte vielsagend mit den Achseln.„In unserem Atter werden wir eben alle dick." „Ru, hör man aus, Kräppli. Ne Frau von dreißig ist doch nicht alt." „Was? Hör ich schlecht? Du guter Sohn, vierund vierzig is se." „Unmöglich, ganz ausgeschlossen", schrie Tom. Er wurde richtig wisd. „Ich hqb's von der Burkhardt, die weih es genau. Mach mir doch nichts vor, die hafte doch von Hurt bezogen." Tom wurde abwechselnd rot und blaß. Seine Angelt ve conder- im sich, wie beim Kämpf. Ärqppli zog es daher vor, zu schweigen. Er beobachtete Tom, der ausgeregt im Zimmer umherronnts, etwas ängstlich. lllach einer halben Stunde beruhigie er sich endlich und, zog sich aus. Als Kräppli ihm schüchtern die Decke überlegte, mutzte er so- gar über das Gesicht Toms lächeln. Ein Stein fiel ihm vom Herzen. Hätte er das vorher gewußt, so hätte ex die Unterredung nicht so aus die Spitze getrieben. Run sagt« er noch schnell, etwas tröstend:„Rg, warte du! In Wiesbaden, da gibts schöne Weiber, prima!" Ein bitteres Wiedersehen. Die drei Wochen nerg-mgen Wie im Flug. Die kleine Freund- schaftestgrung zwischen Kräppli und Tom war längst Wicher be- beben, als sie in Berlin am Anhalter Pahnhos ankamen. Hurt mar vorgefahrsn uich hatte den Empfang des Heros vorbereitet. Di« Presie und viele hundert Menschen empfingen den lachenden Sieger. Frau Iacklowicz senkt« den elegant frisierten Kopf tief herab,! gl« sie der Wohnung zufuhren. Tom hatte seine alte Freundin mit einem sg impertinent kritischen Blick begrüßt, daß sie aus ihrem Fraueninstinkt heraus wußte, daß ihr Üiehesgliick aus war. Obwohl j sie es aber bestimmt wußte, hielt sie Tom vor ihrer Wohnungsiür iioch e.inen Augenblick zurück- Sie hoffte wenigstens auf einen W- schedsbtick. auf ein'zärtliches Wort oder eig freundliches Lächeln. Aller Tom sah kaum aus. Halt und beschäftigt sagte er:„Na, auf Wiedersehen, gnädige Frau!" Kräppli griente. Sie streifte ihn mit einem haßerfüllten Bück. „Auf Wiedersehen", antwortete sie tonlos. Mit Anstrengung zwang sie ein Schluchzen nieder, das ihr in die Kehle stieg. Ein« Treppe höher unterhielten sich Kräppli und Tom bereits über die Haltung, die sie Frau Jacklowiez gegenüber zeigen wollten. „Sag mal. Tom, das ist doch für dich peinlich, wenn hu da unten mit der Frau wischt mehr hast und deine neuen Freundinnen der so an der Nase vorbeimarschieren müssen." Er hatte Tom überschätzt. Der Schwergewichtsmeister knurrte nur aufsässig:„Was geht denn mich das an? Wenns ihr nicht paßt, dann laß sie doch ausziehenl Ich bleibe." „Nun ja, im Sommer bist« ja auch oft draußen.— Das heißt, wie is es denn überhaupt mit dem Trainingsquartier?" Kräppli drängte danach. Schon unterwegs hatte er Tom mehrers Male gemahnt. Purkhardt hatte ihm nämlich«in ansehnliches Trink- geld versprochen, wenn die Sache perfekt würde. Tom hielt Kräpplis Aufdringlichkeit für Besorgnis um feine gute Form.„Gut, daß du dran denkst, Kräppli. Wir läuten noch heute den Alten an. Netter umgänglicher Mann, was?" Tom kam mit dem alten Burkhardt überein, daß er jetzt schon täglich nach Nassenheide hinausfuhr und dort leicht arbeitete. Die direkte llebernahme konnte sich ans geschäftlichen Gründen noch einige Monate hinziehen. Tom i st glücklich. Tanz war es so viel lieber, denn dWe nette blonde Mädel war nun jeden TM draußen. Sic machte mit ihm große Spaziergänge, die er seiner Form wegen für notwendig hielt Er freute sich immer r.an neugm darauf, die nette Billq mit ihren lieben Bewohnern b«, grüßen zu tonnen. Pcier bewunderte Tom jeden Tag mehr. Er sah in ihm den Manu, der das große Rätssl gelöst halt«, wie man rasch zu Erfolg und Geld kam. Dieser Mann hatte die Springwurzel, die er auch haben mußt«, wenn er Mary, die«r grenzenlos liebte, zu der Seinen mache» wollte. Marys feiner Sinn empfand die unbeholfene Huldigung dieses Naturburschen hylb gmüsisrt. halb beunruhigt. Das kleine Mädchen fühlte sich Tom turmhoch überlegen. Es berührte sie seltsam, daß et, dieser Niese, der sie zerdrücken konnte, ihrgr geistigen Heber» kogenbeit mit so viel achtungsvoller Scheu gegenüberstand.* „Was bin ich schon gegen Sie, Fräulein Mary?«Un Faust- kampser,'n Bärl* E? nahm mit vorsichtiger Bewunderung ihre l leine feste Hayd in die seine.„Sehen S!« doch, Ihr Händchen ver- schwindet ganz in mein«? großen Faust. Wie können so kleine Finger nur so geschickt fein? Sie haben richtige goldene Hände." .Goldene Hände!" Sie lachte. ,Lu allerlei Spielwerk taugen sie, aber was Ernstes? Manchmal beneide ich Sie— machmal schon den Peter, der kann dach zupacken. Aber ich?" Er lehnte sich behaglich und etwa? geschmeichelt in den Stuhl zurück-„Weil lo was Feines. Kleines wie Sie. doch nicht m einem so großen Format da sein kann. Sehen Sie sich meinen Kops an, Fräulein Mary, da kann einer gegen pusten, wig er will. Ich holt's aus. Ich spür's gar nicht. Und Sie? Lieber Gott, ein Schlag und Sie..." Sie sfcchn im Hemde, hatte ihm herausfahren wollen. Er wurde vor Schreck ganz rot und stotterte verwirrt:„Und Sie haben doch so viel mehr drin wie ich. Was Sie so alles wissen, un- glaublich! Wo kriegen Sie das bloß alles her?" Mary sah ihn von der Seit« her-an. Eine Welle leiser Zart- lichkeit überflutete sie. Ein mitleidiges Begreifen seiner Hilflosigkeit. „Sie hatten ja auch keine Zeit zu lernen. S!« haben sich im Leben umtttn müssen", tröstete sie freundlich.„Ich bin doch eigent- (ich nichts weiter als ein mit Wissen vollgestopftes Schulmädel. Sie sind ober ein Mann, der das Leben gezwungen hat." ,La? Glauben Sie?" fragte er glücklich.„Es ist nur so, immer werde ich angestarrt von meinen Bewunderern wie«in Tier. Und wenn ick mal was falsch mache, dann grienen di«—" Hunde, wollte er sagen. „Sie leriteii es schon ystt der Zeit richtig", erwiderte Mary weiche „Ich glaub's euch. Aber wen soll ich fragen?" Seine Uugen bettsttsn. „Wenn ich was Falsches bei Ihnen bemerke, dann kann ich Sie la darauf aufmerksam mach«»." „Das mär fein. Sonst kann ich's ja nicht vertragen,, daß mir einer meine Fehler vorhält, ich werde immer gleich wild dabei. Aber Sie? Bon sglch einem Liliput, da läßt man sich gern was zeigen. Da ärgert es mich gar nicht." „West Sie mich nicht ernst nehmen." Sie seufzte leise auf. „Wie können Sie so was sagen", rief er stürmisch.„Ich Sie nicht ernst nehmen? Ihnen sollte mal bloß einer was was tyn—." Er wurde wegen seines imbeholseuen Stotierns ganz rot. „Was war dann, hin?" Sie fragte es mit einem kleinen wgl- lüstigen Schauder. Er lachte ans.„Den kannten Sie dann wochenlang in der E Harste bewundern", endete er langsam und yorsichtig.„Haben Sie hier draußen nicht manchmal Angst, wenn ich nicht hier bin?" forschte er westep. „Angst?— Peter ist doch hier.. „Ra, der Junge" „Dag sagen Sie nicht. Der Junge hol ein« mächtige Kraft, wglrn man e? ihm auch gar nicht ynsiehi. Früher hat er sich öfter mst meinem Bruder geschlagen, per viel breiter und stärk«? aus« sah als Petgr. Wer das Brüderlein kgnnte nie etwas gegen ihn ausrichten!" „So—— so." Tom macht« ein nachdezrkLches Gesicht. Inner- lich lächelte er über Marys Eifer.„Ich mächt« doch mal versuchen. wie er sich beim Boxen anstellt." Marys Gesicht veränderte sich.„Nein!", rief sie herrisch. „Setzen Sie dem Jungen keine Dummhesten in de» Kopf." ./laden Sie Angst um ihn?" fragte er mst verdunkelten, Blick Sre sah ehrlich zu ihm auf.„Angst? Nein! Ich möchte es nicht." „Warum?" „Warum?— Es paßt nicht zu ihm." „Peter, kommen Sie doch mal rüber", rief Tom laut über den Rasen. Der junge Mensch nickte und legte den Rechen weg. „Was ist denn?" „Fräulein Mary sagt, Sie wären sehr stark. Wollen wir's mal miteinander probieren?" Peterz sanfte Augen teuchteten.„Das habe ich mir schon lange gewünscht." „Du bist verrückt, ich wilZ das nicht." Mary wurde zornig. „Aber Mary, es ist doch nur Spaß", beruhigte er sie fröhlich. „Ja, erst Spaß, und dann..." „Dann macht er Hackepeter aus mir. was?" Tom lacht« laut. „Da liegen ja Handschuh«. Auf der Bank Himer Ihnen, ziehen Sie gleich mal an, ja?" Mary stand aus und ging dem Haus« zu. „Meid doch hier, Mary, es ist ja kein Ernst", rief ihr der Kamerad gutmütig nach. .Ich habe drinnen zu tun", antwortet« sie kurz. Tom wollte nur so«in bissel spielen. Er, der deutsche Meister und dieser unausgewochsene Iynge. Pum-r hurn-r er hatte plötzlich zwei Schläge abbekommen, dix gar nicht vgn Pappe waren. Gr staunte richtig. Nun griff er etwas gm Er merkt« sehr schnell. daß der Junge keine große Ahnung vom Boxen hatte. Aber er deckte und schlug sich erstaunlich gewandt. „Mann, Peter, Sie haben ja mächtig Talent", rief Tom ioit erfreut. ,Ia? Wirklich?" Pster strahlte.„Dann wollen wir noch ei» bissel weiter machen." Er hatte an den Kämpfen riesigen Spaß. „Nanu, nanu, was ist denn los!" In der Gartentür stand Kräppli upd staunte. Er war wie immer in das Dorf gegangen und quatschie den Bauersfrauen Lebensmittel ab. Dann verkaufte cr sie teuer an Tom. Es war gar kein« leichte Arbeit. Er war manch- mal den ganzen Tag unterwegs und Tom zahlte ihm geni den Profit. I» dieser Papiergeldzeit mußte man froh sein, scherbaupt was zu bekommen. Kräppli preßte zwei große Hähne gegen den Bonch und sah der Borerei zu- „'W, pu hört man auf." Er trat aus die beiden zu und musterte Peter wi« eil, PiehhäMer ein angebotenes Rind.„Sie boxen ja ganz gut. Wo» soll denn dos werden, wenn's fertig ist?" fragte er neugierig. „Gar nichts. Herr Matthe? wollt« bloß mal feststellen, wie ich mich zum Boxe» eigne." Peter zog die Handschuhe aus „Nun ja. Lange Bein«, schnell. Die Figur wird noch richtig. Was Wtegen Sie?" „Weiß ich nicht." „Was sagt man dazu." Kräppli macht« richtig ei» verzweisettes Gesicht.„Wie wollen Sie denn mal im Leben westerkomm-n? Wissen nicht mal, was Sie wiegen!"(Forttetzung fÄgt.) Iiätsel~Ecke des„Abend**, fMininMiiiHU!niMin;imiiniiM!uimnnuiiiimitiiimi{i(iiiiiiiuuiuiniHiimuiiiiiiuiuiuiiuiun]imiuuiiiuiiiuuuiinuiuuiiiwnnnnin;nmHinininniuiaiitniiDniiiuinHiuii|!ti{iin> Kreuzworiraffel. Buchstabenrätsel. In die Wörter Steg, Schutz. Dag«. Bug. Alter. Kops. Gera. Gier. Meter. Gerte. Rate. Tgo. List«, Reaktion, Zug. Dach. Bach. Warte. Tier, Schaf, Farm. Liter, Weih«. Anlag«, Laune, Lid, Oder. Menge, Kai. Sevilla. Sache. Kralle. Bort«,?cohu Ur. Schall. Fakt. Stich. Lea, Milz. Ruß�Kain, Rente, Rentie< Loben, Rat. Hase. Karo, Thes«, Fe« und«umpf ist I, ein Buchstabe so«nzu fügen, daß neue, bekannt« Wörter entstehen. Di« richtig gefundene» Buchstaben ergeben aneinandergereiht ein Wort von Mqri« von Ebner-Eschenbach. Wer ratet das? Di« erst« treibt und wird getrieben Di« zwest««ine Blütenflur. Das Ganze aber treiben, üben Am liebsten doch d!« Glrglch« nur, Rösselsprung. bi. Waagerecht: 1. Stadt in Kleinasien: 8. Fluß im Harz: 10. Dummheit; 11. Schifssgerät: 13. weibü Vorname: Ii. nordischer Seefahrer: 16. europ. Erenzgebirg«: 18. unbest. Artikel: N Stadt in, Harz; 21. Signalinstrument: 22. kartographische» Werk: 24. weibl. Lorname. Senkrecht: 2. welbl. Vorname: 3. Südfrucht: 4. Stadt in Belgien: 5. Mus«: 6. g riech. Staatsmann: 7. deutscher Dichter; 9. Staat in Asien: 12. Stadt in Belgien; 15. Naturerscheinung: 17. Stadt ig China: 19. Kleidungsstück; 23. Gruß. 2. Silbenrätsel. Aus den Silben au der bo buk cor che che» e e«w ge Halm s tl tat ler Ii msn ment mit mit mün»acht nc ne itt ntt Ol re re rich schach spn sta tc tcl ter tl ti ttm to tu tur ul vi ze. sind IL Wort«.zu bilden, deren Anfangsbuchstaben pgn oben nach unten. und deren Endbuchstaben yon unten nach oben gelesen, ein Zitat ergeben(sch und ch 1 Buchstabe).— Die Worte bedeuten: % Deutsche Stadt; 2. weibl. Vorname: 3- letzter Will«: 4 Fluß in Italien; 5- Verkehrsmittel: 6. russischer Dichter; 7. Einsiedler: 8. ttalienischer Staatsmann: 9. Pflanzengattung: 19. Zeilpunkt: 11. männl. Borname: 12. Gestalt aus„Don Carlos": 13. Oper von Bizet: 14. Haustier: 15. Stadt im Sudan: 16. Himmelskörper: 17. Nebenfluß der Donau: 18. Saftart. kr. Karreerätsel. ttbtttklich gtschlltzt.) Ied« Zahl der zu erratenden Worte eittsprichi einem Buchstaben. der in dos mst der gleichen Zahl b«. zeichnete Karre««inzutragen tst. Die Buchstaben, von 1 bi, 43 fortlaufestd gelesen, ergeben ein Wort von Alice Berend. Bedeutung der einzelnen Wort«: 1. Laubbaum 11 19 34 24 2: 8. Friedenspogel 18 6 42 11 9; 3. Stadt in Thüringen 1 12 33 3 6 13; 4. Nibelungenheld 24 25 41 15 3: �. 5, Sitz des Denkvermögens 41 17 35 33 14 4: 6. wohlschtncckendes Säxllentier 30 19$ 21 22 23; 7. ausgestorbener Elefant 29 Z5 37 38 42 28; 8. mutiger Mann 35 26 10 16; 9. Brutstätte 7 2 32 43; 10. Nebenfluß der Donau 36 29 31: H. Hoblmoß 27 36 18 39 49. (Auflösung der Rätsel nächsten Mittwoch.) Stuflösung der Mtsel aus voriger Nummer. Kreuzwo.rträtsel. Waagerecht: 1. Bast: 4. Kola: 8. Atoll: 9. Strom: 19. lau: 12. Teo: 13. Arena: 15. S>rschc: 19. Nie«: 21. Aga: 23. Ann: 24. Nelke: 25. Pauke; 26. Ulme: 27. Ofen. Senkrecht: 1. Ball: 2. Atair: 3. Sou; 5. Ort: 6. La-de: 7. Amor. 11. Persien: 13. Asien: 14. Achs«: 16. Segel; 17. Gurke; 18. Kanu: 20. Omen: 22. Alm: 23. auf. Silboarätscl: t Frustag; T Regenbogen,?. Emu: 4. Ultramona: 5. Zkebukadnezar: 6. Dragvnate: 7 Erzbischos: 8 Saluk: 9. Interpunktion; 10. Itiete; 11. Dragoner; 12. Adele; 18, Alontog: 14. Abtel: 15. Zkelson: 16. Garibaldi: 17. Energie; 18. Kikotin; 19. Emmi: 20. Halluzination: 21. Mirabelle: 22. Jonelf. —„Freunde sind am angenehmsten in einiger Entfernung." Bisitenkartenrätsel: Braueretdirektor. Karreeratsel: 1- Uhr; 2. Kabel: 3. Kiefer: 4 Malz: e. Runzel; 6. Linde; 7. Baß; 8. Nansen: 9. Meise; 19. Hund.- „Das Ziel muß man früher kennen als die Bahn." Zahlenrätfel: 4 Mechanik; 2. Eiche; 9. Ehma; 4, Hai; 5. Aqe: 6 Rani«:-7. Imme: 8 Kain Nr. 42 47. Jahrgang Sonnabend 25. Januar 1930 — Rachdruck oei&ottn. 2>ie Rsllegejchwindigkeiten bei El1«nbahnsahrten, die in den letzten Jahrzehnten nur ganz unerheblich oerbessert werden tonnten, werden in kurzem eine aufsehenerregend« Steigerung erfahren, sobald die Direktoren und Finanzleute sich die Usberzeugung der technischen Wissenschaft zu eigen gemacht haben werden, daß mittels des Pro? xcllerantriabs ein besonders wirtschastliches und leistungsfähiges Ein Pionier der Prop'Ller-Eisenbahn: fir.ÜIng..ftUixander Pfelfar starb kUrseltch Tchiepenfahrzeug geschaffen werden kann. Wie jede umwälzend! Idee, hat auch dieser Vedanle ein« lange Vgrgeschicht«, die mit unbeachteten und vergessenen Anregungen einzelner Erfinder und primitiven Versuchen beginnt. Als der Verfasser als erster in Deutschland den Lustschraubenbetrieb für die Reichsbahn in Bor, schlag brachte und Patente auf grundlegende Einzelheiten erhielt, rvaren auch die mit diesem Konstruttionselement vertrauten Flug, techniker noch recht skeptisch. Lediglich der inzwischen leider per, starben« hochverdiente ehemalige Chefingenieur der Luftverkehrs- gesellschaft, Dr.?Ing Pfeiffer, stellte sich begeistert an meine Seite. Aus der letzten Luttfahrtausstellung kam es jedoch bei Ge- lcgenheit eines Vertrages de- Schweizer Professors W i e s i n g e r zu einer begeisterten Stellungnahme der wissenschaftlichen Gesell- schaft für Luftfahrt. Der Vorsitzende, Geheimrat Professor Schütte, faßte diese optimistische Ueberzeugung in seinem Schlußwort zu- sammen und sprach die Erwartung aus, daß bald auch auf Eisen- bahnen Geschwindigkeiten von mehreren hundert Kilometern erreicht würden, nachdem zum Beispiel, auch mit Gleitbooten der Schnelligkeitsrekord auf die noch vor kurzem phantastisch anmutende Höhe von 520 Kllometer je Stunde gedrückt worden war. Im weiteren Vordringen beginnt der Propellerbahngedanke auch in die ablehnende Haltung der Reichsbahn Bresche zu schlage». Das neueste ist, daß tty solcher Triebwagen durch die Reichsbahn- gesellschaft dem Reichsverkehrsausschuß vorgeführt wurde. Leider ist auch diese Ausführung noch mit unzulänglichen Mitteln erfolgt, so daß gewisse Mängel, die an und für sich mit Leichtigkeit vermieden werden können, das Borsuchsresultat beeinträchtigen müssen. Immerhin dürfte jetzt die Entwicklung eines Ueber-Schnell- Verkehrsmittels unter Benutzung der in der Flugtechnik für Hoch- gsschwindigkest bewährten Konstruttionseinzelheiten nicht mehr lange aus sich warten lassen. In dieser Hinsicht ist darauf zunächst hinzuweisen, daß die Verbrennungsmotoren sich hei allen anderen Fahrzeugarten als den Dampfmaschinen überlegen gezeigt haben, well sie nicht nur selbst außerordentlich geringes Gewicht haben, sondern auch die von ihnen für lang» Fahrzeit mitzusbhrenden Betriebsstoffe. Im Bahnbetried wurde der Vorspruug jedoch zunichte gemacht durch die Notwendig, keit sehr schwerer und teuerer Awischengetriebe, die eine peränder- liche Anpassung der hohen Motordrehzahlen an die stark wechselnde Raliuehzahl ermöglichen, weil die Brennkraftmaschinen viel schneller als die Dampfmaschinen laufen und nicht so weitgehend wie dies« in ihrer Umdrehungsgeschwindigkeit verringert werden können. Diese Zwischengetciebe wiegen bei Mowrtriebwagen etwa 40 Pro, zcnl des gesamten Wagens und erhöhen daherabeträchtlich Leistungs- bedarf, Anschafsungs- und Betriebspreis. Die Einführung des Propellerantriebs gibt die Möglichkeit, auf sie vollständig zu verzichten und die zu hoher Vollkommenheit ent- wickelten Antriebsmittel der Fluglechnik für den Bahnbetrieb nutz- bar zu nuichen. Dabei entsteht gegenüber dem Lustverkehr der große Vorteil, daß zur Aufhebung des Fahrzeuggewichts weder FlügA noch Ballons, die beide großen Luftwiderstand ergeben, er- forterlich sind. Wie groß dieser Vorteil ist, erkennt man daraus, daß zur Fortbewegung von t Tanne mittels Tragflügeln rund 100 Äi'ogramm Augkraft notwendig /sind, während zur Fortbewegung auf tragenden Bahnrädern 2 Kilogramm genügen. Der Fortfall der Getriebe bedingt auck den Fortfall einer Haupt- sächlichen Krostverlustouelle, so daß der Gesomlwirkungsgrad beim Prvpsllerantrleb Im Durchschnitt fast genau ebenso groß wie beim normalen Lokomotivantrieb ausfällt. Weil aber die Betriebsmittel nicht mehr an den Schienen zu hasten brauchen, können sie sehr leicht, etwa in der Art der Autotechnik, gebaut werden und ver- brauchen deshalb, trotz gleichen Wirkungsgrades, sehr viel weniger Energie: wird doch die aus verschiedenen Gründen mögliche Er« leichterung der Betriebsmittel zum Beispiel von Professpr Wi«. stnger auf 00 Prozent geschätzt. Aus dem gleichen Grund« und wegen des Fortfalls der Uebersetzuiigkschwierigteitea können sie auf die höchste» Fahrgeschwindigkeiten gebracht werden, die der Anstand der Streck« überhaupt zuläßt. Diese dürften heute schon bei über 200 Kilometer se Stunde liegen Natürlich hat es von Anfang an nicht an allerlei Bedenken gefehlt. Ebenso wie bekanntlich dl- erste Dampseisenbahn beinah« an dem Gutachten der Mediziner gescheitert märe, welche meinte», daß die Zuschauer verrückt werden müßten, befürchtete man arge Belästigung des Publikums durch Wind und Geräusch. Ueb erHaupt hatte Direktor Bach vom Reichswirlschaftsministerium seinerzeit picht ganz unrecht, als er die erste Probefahrt meine« Propeller. �WUW' iafp W M � mmm.M Behef/imäfiigtr Propeller-Triebwagen System„Dringos" auj der Berliner Stadtbahn triebwogens vom Grunewald nach Beelitz mit der historischen Fahrt der ersten Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth verglich. Auch hierbei wurden durch hie Praxis die theoretischen Bedenken aus das glänzendste widerlegt, Störungen durch Geräusch und Wind zeigten sich nur M geringfügigem und erträglichem Maße. So konnte der Wagen ypr dein Hauptausschuß der Nationalversanrm- lung. der sich überraschend z» dieser Probefahrt anmeldete, gut bestehen. Auch andere Schwierigkeiten konnte ich bald als überwind- bar nachweisen. Das unbequeme Anwerfen der Luftschrauben von Hand sällt fort, wenn man eine Druckluft-Anwerfvorrichtung ein- baut, die in bewährter Ausführung von der Industrie lieferbar ist. Ein Ausblasen der Signallampen kommt nicht ü, Frage, wenn diese, wie norrnal. elektrisch oder windsicher gebaut sind. Die Belästigung de? Publikums auf den Bahnsteigen, die auf de» Versuchsfahrten schon unerheblich war. kann vollständig vermieden werden, wen» mon heim Vorbeifahren den Motor drosselt, so daß die ohnehin in voller Fahrt nicht sehr erhebliche absolut« Windgelchwindigkett nahezu null wird Die Anbringung besonderer Einrichtungen zur Ablenkung des Fahrwindes ist also nicht unbedingt nötig. Auf den Abfahrtstationen empfehlen sich solche. Doch können statt dessen auch feste Schutzwände am Bahnsteiß oder Abschieben der Züge durch ander« Antriebsmittel gewählt werden, wenn man durchaus nicht die leichte Belästigung durch de» Kind in Kauf nehmen will. Schon bei dem lediglich mit dünnen Brettern verschalten, behelfsmäßigen □ □□O 3 a □ DPQ D ff U Zweitüriges Trieb wage n-Aggrega t für Ueber-Schnellverkehr PropellemutomobU Probefahrzeug uwr das Geräusch so gering, daß eine Unterhaltung unter den Fahrgästen möglich war, jedenfalls bsd-Litepd geringer als zum Beispiel häusig auf der Berliner Untcrgytudbahn. Die Gefahr des Entgleisens ist deshalb verhältnismäßig gering, weil der geringe Umfang der Motorenanlage eine niedrige Lage des Fuß- bodens und damit des gesamten Fahrzeuges und seines Schwerpunktes ermöglicht. Eine gewisse Steigerung der Fahrgeschwindigkeit ohne sonstige Veränderung der Sicherheitseinrichtungen erscheint deshalb unbedenklich. Die Lage des Antriebsmittelpunktes ist für hohe Fahrgeschwindigkeiten günstiger als beim Radreibungsantrich. Die wohlwollende Haltung der Tages- und Fachpress« und die Vorführung des Versuchswagens vor 30 Millionen Zuschamrn durch die Filmwochenschau konnte leider die zögernde Hallung der maß- gebenden Instanzen nicht erschüttern. Das lag wohl hauptsächlich an dem Umstände, daß die wirtschaftlichen Bedenken nicht sofort mit der gleichen Präzision wie die technischen zu.zerstreuen waren. Immerhin läßt sich nachweisen, daß für den Fern-Schnellverkehr in, Flachland das Propellcrbahnsystem auch schon ohne Anweisung eines eigentlichen Leichtbaues sehr lukrativ ist. Mein« diesbezüglichen Berechnungen sind von Professor Brandll in Goitingen be- gutachtet worden, der die angegebenen Zahlen für Maschin-nleistung und Brennstoffverbrauch als richtig und die wirtschaftlichen Berech nimgen als vorsichtig bezeichnet. Diese stützen sich nur auf bereits erprobte Konstruktionselemente und legen eine» Triebwagen von 70 Tonnen für 174 Personen zugrunde. Er kann un Normalfalle 153 Kilometer pro Stunde machen, soll aber mir mit 112 Kllometer Durchschnittsgeschwindigkeit fahren. Pas Beschleunigungsvermögen ist besser als bei Schnellzügen üb- licher Art. Die Einnahmen pro Kllometer werde» injt 6,52 Mark berechnet, wovon übertrieben viel, nämlich 50 Prozent, für die orts- festen Anlagen abgesetzt werden. Die Ausgaben für den Wagen be- tragen zusammen 90 Pfennig je Kilometer. Es ergibt sich daraus ein Ueberschuß von 2,36 Mark pro Kilometer oder jährlich 700000 Mark bei einem Anlagekapital für den Wagen von 220000 Mark. also ein« geradezu phantastisch hohe Renlabilität. die aber nur als niedrigste Schätzung anzusehen ist und bei voller Ausnutzung der in diesem System liegenden Möglichkelten noch sehr steigerungsfähig Ist. Dr.-In«. Otto SuWtt. — Neue Bücher der Technik Siegsried Hartmonn. Technik und Staat. Von Baby- ton bi? heute. 108 Seiten. Einbondzeichnung von Franz Pfeffer. Sebunten 2.80 Mark*). Eine interessante, allgemeinverstondlich« Untersuchung de? Ver- hallnisse, von Staat und Technik. Siegfried Hartwann bchandell da» Problem mit Hilfe feines reichen, tiefgründigen Wissen», indem er an einer Fülle lebendiger Beispiel« nachweist, daß die Staaten- bildung auf das engste mit den Werken der Technik verknüpft ist. Er zeigt, daß nicht„die Technik*, sondern«ine mangelhafte, un- ausgebisdete, lückenhaste Technik die weitaus meisten Belästigungen verursacht, die in ästhetischer, akustischer, hygienischer Beziehung auch heut« noch teilweise porhar�cn sind. Cr fordert«in« technische Bildung, die schpn im Elternhaus und in der Schule einsetzen muß. unermüdliche Arbeit und Forschertätigkett. um dos Verstand- ni» für die technisch« Arbeit zu heben und Weg«, auf denen die Technik UWer bewußter Leitung im Snieresse de? Allgemeinwohles sich auswirken ka»». Wilhelm Lftwald. Die Pyramide der Wissenschaften. Eine Einführung in wissenschafUiche» Denken und Arbeiten. IZö Seiten. Mit vier Bildnissen und graphischen Skizzem Einband» Zeichnung von Hann» Anker. Gebunden 2,80 Mark"). CiiO schwieriger, komplizierter Stosf, der hier in Foryi von Zwiegesprächen auf da? glücklichste dargestellt wird. Ostwald stellt sich darin die Aufgab«, den Zusammenhang aller Wissenschaften in ihrer Gesamtheit zu erforschen und klarzulegen. Er geht von der Enzyklopädie, di« ihm das Prinzip der Ordnungswisseiischaft verkörpert, aus und schließt daran eine groß angelegte Uebersicht in primitiver Forpi- Er geht von der aristotelische» Gliederung. d«r Dreiteilung in theoretische, praktische und technische Wissemchattt" au» und gibt im Anschluß daran eine gryßangelegia Uebersicht über die Versuche zur Ordnung der Wissevschoften von Baron bis Wilhelm Mündt. Diesem geschichtlichen Teil schließen sich fünf Kapitel an, die nunmehr den Aufbau der Wissenschaften selbst, die Schichtung der gewaliigen Pyramide darstellen. Ein geistvolles, anregendes Werkchsn. Maximilian Esterer: Chinas natürliche Ordnung und die Maschine. 176 Seilen. Mit sechs Abbildungen. Einbandzeichnung von Frans Wasereel. Gebunden ZVS Mark*)- Der Verfasser, der nahezu zwei Iahrzchni« in Ehiiw gelebt hat, behandelt in fesselnder Weis« die große» Psohleme und die Umwälzung auf allen Gebieten, die die westeuropäisch« Technik, die Herrschast der Maschine, in dem Reich der Mitte hervorbrachte. Dos Büchlein bietet einen Einblick in den Geist Chinas, in seine Religion und Philosophie, in Wirtschaft, Verkehr und poliiische Verhältnisse der Vergangenheit bis zur Gegenwart, ttnd klingt mit Hinweisen aus die neue Wirtschoftsordnung Iungchinas und das von Sunyatsen aufgestellte„Prinzip des Lebensrechtes" aus *) Wege der Technik. Herausaegeben von Eugen Diefsl und Karl Verlohr. Verlag der I. G Cattafck'- Buchhandlung Nachfolger, Stuttgart und Berlin. dhjsrflü�oJjzLel feUuuU?aCiL/ Der erste Seriensonntag. Der erste Sonntag, der die ersten Spiele nach der neuen Zklassoicinteilung bringt. In der t. Klasse spielen Schöneberg gegen FTGB.-Süden um lS.tll Uhr in Schöneberg,'Dominitusplag. Die besseren Aussichten Hot hier Süden. In Velten treffen sich Velten und FTGB.-Ostcn um 18 29 Uhr in dar Germeudorfer Straße. Osten muß sich sehr anstrengen, um eine große Nieder- läge zu verhindern. Die sichersten Sieger werden die beiden Mann- schaften des Bezirks Wedding sein, die im Volkspark Rehberge die 2. Mannschaft gegen Hennigsdorf um 18 Uhr und die 1. Mann- schaft gegen Köpenick um 16.19 Uhr zum Gegner haben. Di« Spiele der 2. Klasse und der F r a u e n k l a s s« in den Bezirken sind folgende: 1. Bezirk. 1. Gruppe: Fürstenwalde gegen Erkner um 18 19 Uhr in Fürstei.waldc: Mahlsdors gegen Oberspree uin 13.19 Uhr in Mahlsdorf, Hönower Chaussee. 2. Gruppe: Baum- schulenweg gegen Strausberg um 18 Uhr im Plänterwald; Mahls- darf 2 gegen FTGB.-Stralau 1 in Mahlcdorf, Hönower Chaussee um 14 Uhr. In der 3. Klasse spielen Müncheberg gegen Vcnun- schulenweg 2 in Müncheberg und Fichtenau gegen Rehfclde um 14 Uhr in Fichtenau. Im 2. Bezirk spielen in der 2. Klasse FTGB.- Rosenthal gegen FTGB.-Nordost um 11 Uhr in Rosenthal. Haupt- straße, und Tegel gegen Reinickendorf-West um 18.19 Uhr. Bei den Frauen spielen Vlltcn gegen Hennigsdorf um 13 Uhr in Velten. Im 4. Bezirk spielen in der 2. Klasse FTGB-Neukölln gegen FTGB.-Friedenau um 18 Uhr in Neukölln, Grenzallee: Schöne- berg 2 gegen Süden 2 um 14 Uhr in Schöneberg, Dnminikusplaß: Neukölln 2 gegen Wilmersdorf 1 um 11 Uhr in Rudow. In der 3. Klasse spielen Zehlendorf 1 gegen Wilmersdorf 2 um 18 Uhr in � Zehlendorf, Spandauer Straße: Treuenbrictzen 1 gegen Friedenau 2! um 13.89 Uhr in Treuenbrietz-n: Trebbin gegen Süden 3 um 11 Uhr in Trebbin und Schöneberg 3 gegen FTGB.-Lankwitz 1 um 14 Uhr! in Schöneberg. Bei den Frauen spielen Schöneberg 1 gegen Süden 1 um 19 Uhr und Schöneberg 2 gegen Luckenwalde 1. Abt. 1 um 11 Uhr in Schöneberg und Neukölln gegen Luckenwald« 2. Abi. in Neukölln, Grenzallee. Von den Radrennbahnen. Termine iür die Sommersaison. Auf der Tagung der Nadrennbahnbestßer wurde das 2 3. B e r- liner Sechstagerennen endgültig genehmigt. Es geht also in der Zeit vom 28. Februar bis 6. März im Sportpalast vor sich. Auch die Termin« der klassischen R'e n n e n im Jahre 1939 wurden festgosctzt. Am 3. August gelangen aus der Bahn im Grunewald-Stadion die Deutschen Meisterschaften zum Austrag. Die Deutsche Fliegermeisterschaft soll erstmalig nach Punktwertung in einer Reihe von Wertungsläufen ausge- trogen werden, der Endlauf findet zusammen mit dem der Steher statt. Bon den klassischen Rennen kommen folgende in Berlin zu? Durchführung:„Großer Fliegcr-Prcis von Deutschland" am 9 Juni auf der Rütt-Arena,„Großer Preis von Berlin" für Flieger am 22. August auf der Rütt-Arena,„Großer Preis von Deutschland" für Steher am 24. August auf der Olympia-Bahn. Bei den Landerkämpfen wird am 19. August die Olympia-Bahn die Stätte eines Steher-Trefscns„Deutschland— Frankreich" sein. Am 6. April öffnet die Rütt-Arena ihre Pforten und leitet damit die Berliner Sommersaison ein. Es folgen auf dieser Bahn Veranstaltungen am 29. April, 11. und 18. Mai, 1., 9. und 29. Juni, 6., 11., 18. und 27. Juli, 18., 22. und 31. August. Kehraus 14. Septeinbcr. Von der Olympia-Bahn werden folgeiche Tage genannt: 21. April, 4. und 28. Mai, 8. und 29. Juni, 19. und 24. August, 7. September. Kchrclus 28. September. * Werner Krüger, der Pächter der vorjährigen Olympia-Bahn, will wieder Schrittmacher werden und den Kölner Paul Krewer führen. Die Bahn wird von Königsberger, der früher den Sport- palast leitete, und von W. Tadewald, der ja selbst einmal Renn- fahrer war, übernommen. Im«ZtavdiZei» Ring". Der„Ständige Boxring" veranstaltete gestern abend in den Spichernsälen seinen 70. Boxabend. Der Abend wurde mit einem Oualifikationskampf im Mittelgewicht zwischen Walter Antlam-Berlin und Adolf Bruchhäuser-Gladbeck eingeleitet. Anklam gewann den Kampf knapp aber einwandfrei nach Punkten. Einen schnell«, Sieg errang Hans Swort-Wilhelmshaven(88) über Harry Euch-Hamburg(89). In der zweiten Runde mußte Such zu Boden gehen. Er war so schwer angeschlagen, daß seine Sekundanten das Handtuch warfen: bereits in der ersten Runde hatte Such zweimal mit dem Boden Bekanntschaft machen müssen. Den nächsten Kampf bestritten Rudolf Boguhn-Berlin(66) und Franz Nckolny-Tschecho- slowakei(66,2). Dem flotten Tempo, das der Tscheche vorlegt«. vermochte Boguhn nicht zu folgen. Er konnte sich einfach nicht entwickeln. Unter starkem Beifall des Hauses wurde Nekolny der Punktsieg zugesprochen. Emil Koska-Gleiwitz(76,2) schlug Heinz Hcser ll-Koblenz(73,9) ebenfalls klar nach Punkten. Der schönste Kamps des Abends wurde der Boxgemeinde zum Schluß serviert. Gustav Eder-Dort7nund(68) trat gegen den Engländer Poung Sp:ars(64.8), der in Deutfch'and bisher noch ungeschlagen ist, an Auch diesmal wieder konnte sich Poung Spears unentschieden von der Kampsbahn trennen. Obgleich Eder sehr schön und mit großer Ucberlegung boxte, konnte er den überaus ringsrfahrenen Engländer nicht schlagen. Es war ein flotter Kanipf, der vom Anfang bis zum Schluß begeisterte.' Kreistag der Schachspieler Nach dem Bericht des Kreisleitsrs Franke auf dem diesjährigen Kreistag des Arbeiler-Schach- Bundes setzt sich der Kreis aus 43 Vereinen mit 1189 Mitgliedern zusammen. Der Schoden, der durch die Spaltung in Berlin und im ersten Bezirk angerichtet wurde, kann als überwunden angesehen werden, wenn die Ausbau- arbeit wie bisher fortschreitet. Da aber alle Kräfte der Kreisleirung von der Aufbauarbeit beansprucht waren, mußte manche andere Aufgabe zurückgestellt werden. Der Kreioleiter brachte ein Schreiben der„Jnteresiengemcinfchaft" der ausgeschlossenen kommunistischen Verein« vor und bemerkte, daß es sehr faul mit ihrer Sache stehe» muß, wenn sie sich nach 1!4 Jahren in dieser Wise in Erinnerung bringen muß. Die Jnteressengemeinschast war bereits in Vergessen- heit geraten. Die Bezirks-, Kreis-, Gauwettkämpfe sowie die Vorrunde um die Bundesmeisterschaft sind ordnungsmäßig durchgeführt worden, �rdeiter.sUracainemer: Czacb-ucuuciuaua, Szigcili-Ocsicrreich. die Resultate sind in der Dundeezeiwng allen zugänglich gemacht worden. In einem interesianten Vortrag beschäftigte sich Buchmann mit den Schachspalten des Kreifes. Es sind 12 Schachspalten im Kreise vorhanden, die zum größten Teil gut. geleitet werden, während einzeln« zu Ausstellungen Anlaß gaben. Der journalistische Anstand inüsie gewahrt werden, all« Aufgaben und Partien sind mit Quellenangab« zu oersehen. In der regen Aussprache waren all« Vertreter der Verein« einig, ihr Bestes zu tun, um die Organisation im Sinne der vorgetragenen Berichte melter zü treiben, und so schloß der Kreistag in würdiger und fachlicher Weife seine Arbeit ab. Nach gemeinsamem Mittagessen und Besuch des Planetariums— eine Spende der Arbeitcr-Schachvereinigung Groß-Berlin— fuhren die Delegierten wieder in ihre Heimatorte. » Im Mannschaftsturnier treffen Sonntag, 2. Februar, m der 3. Runde folgende Mannschaften zusammen: A..-Gruppe: Friedrichshain 1 gegen Treptow 1 im Lokal Albrecht. Straßmannftr. 42. Kreuzberg 1 gegen Mitte 1 im Lokal Krepp, Planufer 73. Westend 1 gegen Prenzlauer Berg 1 im Lokal Jamin, Sophie-Charlottc-Str. 88. v- Gruppe: Humboldthain l gegen Metnel 1 im Lokal Döhling, Drunnenstr. 79. Lichtenberg 1 gegen Siemensstadt 1 Flemming, Ostkasino, Simplon- Ecke Gärtnerftraß«. Neukölln 1 gegen Moabit 1 Gramm, Boddinstr. 19.— Resultate der 4. Runde, A-Gruppe: Kreuzberg 1— Prenzlauer Berg 1 4)�: 8)4. Mitte 1— Friedrichshain 1 6>4:3%. Treptow 1— Wedding 16:4. L-Äruppe: Siemensstadt 1— Humboldthoin 17:3. Memel 1— Grünau 1 7:3.— Alle Resultate an E. Engel, Berlin-Weißensee, Sedanstr. 86. erbeten. Arbeiler-Schach In Eichwalde. Heute, Sonnabend, 1914 Uhr, findet in Wittes Waldschlößchen ein Werbefpirl. sowie turnerische Vorführungen ter Arbeiter-Turner statt. Anschließend Tanz. Die Parteimitgliedschaft und Freunde der Arbeitersport- und Kultur- bewegung sind herzlichst willkommen. »Tennis-Rot" spielt Radminton! Der Arbeitsr-Iennisverein„T e n n i s- R o t" teilt mit: Nach- dem die Vorbereitungen abgeschlossen sind, eröfsnen wir den Unter- richt in Badminton am Sonntag, dem 2. Februar, 13 Uhr, in der Trainingshalle des BVG-Stadivns, Lichtenberg, Siegfriedstraß«. Von da ab finden die Spiel« regelmäßig an jedem Sonntag stall. Sportkleidung ist mitzubringen. Badminton hat im Arbeitersport erst unlängst, Eingang gesunden, es sind uns deshalb Gäste, sofern sie der Partei oder einer freien Gewerkschaft angehören, stets will- kommen. Schriftliche Auskunft erteilt Walter Kalusche, 0. 112, Mirbachstraße 23._ „Schwerathlekik in der S21S3!" Das unseren Artikel unter dioler Ueberschrift im„A b e n d" von qestern illustrierende Bild stellt ein« Uebungsstunde beim„Kraft-Turnverein Sparta 96", Neukölln, Turnhalle Elbestr. 9/11, Dienstags und Freitags 18 Uhr, dar. ***-0 5 t � � 7 .' f.-v L Ab 1. Februar: Die nächsten Ferienreisen. Die Naturfreunde treten für die kommende Reifezeit mit einem umfangreichen Reifeprogramm an die Oeffentlichkeit. In den letzten Jahren hat das Interesse der Berliner Arbeiterschaft an den Be« strebungen der Naturfreund« zugenommen, daß zeigt sich an dem wachsenden Mitgliederzuwachs und auch an der Beteiligung an den Reisen und Wochenendfahrten, ferner an den ständige» Anfragen nach guten und preiswerten FenenansentHalten. Eins groß« Anzahl Ferienheime steht der Arbeiterschaft offen: für die Reisezeit empfiehlt es sich, rechtzeitig Nachfrage zu halten Im folgenden sollen die Ferienreisen für 1939 bekanntgegeben sein: An den Ostertagcn in das Lausttzer Gebirge; 25. bis 29 Mak: in die Sächsische Schweiz: 8. bis 15. Juni: durch den Taunus und an den Rhein: an den Psingsttagcn voin 8. bis 19 Jun! zur Insel Rügen: 13- bis 22. Juni: in dos Reich Rübezahls(Riesengebirgc): 22. bis 29. Juni: an die märkischen Seen und in die Wälder: 21. Juni bis 6. Juli: in die Hohe Tatra(Karpalhengebiet): 28. Juni bis 13. Juli: durch den Schwarzwalb zum Bodens««: 2. bis 17. August: «ine unbeschwcrliche Ferienreise in den Schwarzwald: 6. bis 12. Juli: in das nordböhmische Mittelgebirge: 12. bis 27. Juli: nach der Insel Bornho'.m und nach Kopenhagen: 2. bis 18. August: Ferien- reise durch drei Länder, und zwar dem Bayerischen Wald, Donau« fahrt mit dem Dainpser von Passau nach Linz(Oesterreich), Prag (Tschechoslowakei): 24. August bis 7. September nach dem schönen Dalmatien. Ucbcr Wien führt diese Reise durch das Saoetal sowie über Zagreb nach Sibenik am Adrialischen Meer, an der dalmatinischen Küste ecktlang zwjch Susak. 23. August bis 7. September: drei Hoch- gebirgsreisen: nach Nordtirol, in die Hohen Tauern und die Ziller- taler Alpen(westliches Karwendelgebirge. Gfchnitztal, Tuxertal und Tuxer Berge): 7. bis 19. Septeniver: vier Tage noch der Böhmischen Schweiz. Alles Nähere über die Ferienreisen enthäll der illustrierte Hauptprvspekr, der aus Wunsch gegen Einsendung von 9.35 M. jedem zugesandt wird durch das Reisebüro des Touristenvereins „Die Naturfreunde", Beilin R 24, Jvhannisstraß« 14/15, Telephon: Norden 4177. Geöffnet Montag bis Freilag 9 bis 19 Uhr: Sonn- abends 9 bis 13 Uhr. fIr6cttet'Sobfarit«t'9unk»Sol darität', Slcanlalirer.Slblelliina. Eenn'at fiillt b.t Tour au». Da' 11c Tresfvunlr» Übe Dcwcrkschafisiiau». Cnaclufcr 24723, jiriltibabuzimmer. RTtt,®.,«Mit! Korben m. Leute, 20 Mir. SabtnoerlamiatuB« bei RiZwrr. Lrvincmlludrr Clroft«� grelc Ruderer ui.d«auusabrer, l. fttti«. Itdjnüttfikatta Moutaa. 5. fit- btvat, 20 Mir. S-ewertslixiitzbau». Sonnabend, I. Februar. B«> 1 1 a. 16.05 W. Hansen;„VoHtstomen, die LeicbUtUetik 4er Tornerjebelt". 16.30 Unterhr'tunzsmusik. 18.10""ns Interview der Woche. 18.40 Herbert Iberin«:..Qcistixe Ininebt". 19.05 I. Dcbussy; Drei PrOodes.— 2. Sirawlnskj; Petromchka. CTranz Osborn. riüsd.) 19.30 Heillron;..Rcchlslrarm de» Tete»". 20.00 Aus der Philharmonie: Utica Jubilee Sinter». 21.00„Berlin Innit." 22.15 bis 2.00 Opernball der Staatsoper. Kanlitwatlerhi«*»», 16.30 Von Hambnrt: Nachmittatskonrert, 17.30 Prof. Dr. Sachs: Jahi lausende der Matllc. 17.55 Dr. Haubich und Prlir Sctall: Tatespretae and Arbellerackaft, 18-20 Alice Bercnd; Familienleben des Dichters M&rik«. ,, 18.40 Framösisch für Anläuter. 19.05 Sülle Stunde:„Durchsicbtite Welt". 20.00. Mit Höllischer durch die Welt". Mitw.; Arthur Höllischer. Qeriart Pohl, 20.30 Von Breslau; Heitere-Musik. Sonntag, 2. Februar, Berit». P* 7.00 Funktymnasflk..: 8.00 Für den Landwirt.* 8.55 Mortenfeier. 10.00 Wettervorbersate. 11.30„Die Vcrlolfunt". Ein Stflek fDr JuseodUche sre» Walter Qraocctv, Ut-: Walter Qronostay. 12.00 Von Breslau: Mitinskomert 13.30 Landcshauptmano Dr. Casparj: Was Deutschlands Osten TO» Deutsch Uod fordert. 14.00 Dr. Dolittles Abenteuer. X. Die schwimmende Insel. 15.00 Heida Hermcnns spielt-' I. Bullint: Vier KlavierttBeke,— 2. Basonl| Sonaüna.— 3. Llsit: Untarische Rhapsodie. i 15.30 Franz Th. Csokor liest citene Balladen. 16.00 Unteihaltunfsmusik. 17.50 Knlturbankrott des DOrterlnms?(Aussprache nrischen Alfred Mlhr und Ernst Toller.) 18.30 Schallplalten. 19 00 Von Leipzit: Nietzsche eis Musiker. 19.30 Protramm der Aktadlten Abtcilunt. 19.45 Theateiquerschnitt.(Gesprochen von A. Poltsr.) 20.00 Ans der Staatl. akadem. Hochschule lar Musik. CbarlotteabBrt: Studenten- mutik aus alten Zeiten. 21.00 Klintiei Ouartett. I. Haydn: Stretchgnartett Q.Dur, op. 17, Nr. 5— 2. Beethoven: Streichquartett F-Dur. op. 59. Nr. 1. Anschließend: Zeit, Wetter, Tatesnachrichtcn. 22.30 Aussteliunts hallen am KaLserdamra: JubiWnms-Tnrnler des Reiehsverd den des für Zucht und Prülunq deutschen Warmbluts„Großer Preis det Republik". Jatdsprinten der Klasse S. Anschließend bis 0.30: Aas dem Hotel Esplanade: Tanzmusik.(Kapelle Beraaba* T. Qcczy.) KOuitswusterhause»- 11.00 Schulral Filedheim Bauer:„SchulpIlichUi".'»■ 18.00 Von Köln: Vortrat. 18.30 Gustav Beilin:„Dal Dflrp In Snee". 19.00 Hans Kyser:„Täte in Antium", Kapitel ans einem Roman. 19.25 Ans der Städtischen Oper, Clurlouenburt:„Pique Dame", Oper von Tschaikowsky. jff f../ Kaufhaus MAX 6IESEN Turvnstr. 42 SSWCKW