Morgenausgabe Tfr 57 A 29 47.Iahrgrd mit einer ein- zigen Pause in der Fastnachtswoche vom 2. bis 9. März. Das O'quidationsabkommen. Die Zlegiervng besteht unbedingt auf Annohme. In einer Konferenz der Führer der Re- gkerungsparteien. die am Montag vormittag unter Vorsitz des Reichskanzlers und in Anwesenheit der meisten Zfeichsminister in der Reichskanzlei stattfand, er- stattete der Außenminister Bericht über den Stand der Saarverhandlungen und über den d e u t s ch- p o l- n.ischen L i a u id a t i o n s v c rt ra g. Es schloß sich daran eine Ausspräche, in der von verschiedenen Seiten Be- den-ken gegen den Inhalt des Liquidationsabkommens er- hoben wurden. Eine F e st l e g u n g der Fraktionen erfolgte. n 1 ch t. Sie war in diesem Stadium tion der Regierung auch Nicht verlangt worden. Reichskanzler und Außenminister ließen jedoch keinen Zweifel darüber, daß das Kabinett auf der Verabschiedung des Liquidationsvertrages gleichzeitig mit den Voung-Gesetzen unbedingt bestehe. Noch im Laufe dieser Woche wird eine zweite Fraktionsführerbe sprechung einberufen werden, die sich mit' den Finanz- und Steuerfragen be- schäftigen soll. Moldenhauers Oeckungsprogramm. Bedenkliche Vorschläge. Don bürgerlich«?'Seite wird gemeldet, daß Reichs- finanzminister Moldenhauer beabsichtige, den Ausgleich des Reichs- Haushalts ISA) zum Teil durch die Herstellung einer Gefahren- 11. Februar. Besprechung der Parteiführer. gemeinschost zwischen der Arbeitslosenversicherung und der Sozialversicherung zu erzielen. Die Sozialdemokratie mutz gegen ein derartiges Deckungsprogramm schwerst« Be- denken erheben. Der Gedanke der Gesohrengemeinschafi beruht auf der lieber. legung, doh die Invalidenversicherung zur Zell Ueberschüsse erzielt, die sie zur- Bildung einer Reserve verwendet, wahrend die Arbeitslosenversicherung einen Fehlbetrag ausweist. In einigen Iahren wird eine völlige Umkehrung dieses Zustairdes erwartet. Die Invaliden- Versicherung wird wachsende Rcnienanfprüche zu befriedigen haben, sür die die laufenden Bcitragseinnahmen nicht ausreichen, so dah die jetzt angesanimelt« Reserve zu Hilfe genommen werden mutz. Die Arbeitslosenversicherung wird dagegen entlastet, weil der Ge- burtenausfall während des Krieges sich in einem verminderten Zu- ström von Erwerbstätigen zum Arbcitsmarkt auswirkt. Es fft aber sehr fraglich, ob diese Rechnung stimmen wird. Sicher ist nur der Fehlbedars bei der Invalidenversicherung, für dessen Deckung die jetzt aufgesammelte Reserve nicht einmal genügen wird. Wahrscheinlich wird auch«ine Entlastung des Arbeitsmarktes eintreten, aber es ist schon fraglich, ob diese Entlastung grotz genug sein wird, um die Arbeitslosenversicherung instand zu setzen, mit ihren Beitragslsistungen allein auszukommen. Völlig ungewiß bleibt jedoch, ob die Entlastung so grotz sein wird, daß die Arbeitslosenoersicherung Ueberschüsse er- zielen kann, um damit den Fehlbedars der Invalidenversicherung zu decken. Es besteht also die Gefahr, daß der ganze Plan lediglich auf eine Ausgäbenoerschiebung hinausläuft. Vor allem wird aber bei dem Gedanken einer solchen Gefahren- gemeinsthast übersehen, daß die Sozialversicherungsträger ihre Ueberschüsie in der Hauptsache als Kredite für den Woh- nungsbau oder für Reich, Länder und Gemeinden verwendet haben. Schon die Leistung des R e i ch s b e i t r.a g s v o n 1K4 Millionen zur Invalidenversicherung in Form von Schatzanweisungen statt in bar stellte den Anfang einer Ge- sahrengemeinschaft zwischen Arbeitslosenversicherung und Inva- lidenversicherung dar, weil es nur dadurch möglich wurde, im Rcichshaushalt 1929 wenigstens 150 Millionen für Darlehen an die Arbeitslosenversicherung bereitzustellen. Die nachteiligen Rück- Wirkungen auf den Wohnungsbau, die sich dabei herausgestellt haben, mutzten jetzt besonders ernst sein, weil der Wohmingsbau ohnehin durch die finanziellen Schwierigkeiten in Reich, Ländern und Gemeinden schwer beeinträchtigt wird. Ein wertvolles Werkzeug. Jaschistenlob für die Kommunisten. Die ,,D e u t s ch e Allgemeine Z e i t u n g" ist ein ausgesprochenes Unternehmerorgan. Sie begeistert sich für Herrn Mussolini, sie unterstützt alle Bestrebungen, die auf eine plutokratische Umgestaltung der Deutschen Republik hinauslaufen— kurzum, die Stimme der sozialen Reaktion. Dies Blatt schreibt(Nr. 56) über die Kommunisten: „Was die Kommunisten selbst betrifft, so haben si« in be- stimmten Grenzen für das staatspolitifche Leben eine nützliche Funktion. Di« Frag« ist nur, ob dies« Grenzen bereits erreicht oder gar überschritten worden sind. Die Kommunisten müssen verhindern, daß die Sozial- demokratie übermächtig wird, sie sind für den bürger» lichen und kapitalistischen Staat so lauge ein wert- volles Werkzeug, als sie als Pfahl im Fleische der Sozialdemokraten wirken. Es kommt hinzu, dah sie als prinzipielle G c g n e r d c s Pazifismus in ihrer Weise für den Gedanken der Wehrhastig- kest in Kressen wirken, die solchen Bestrebungen der Staatspolitik sonst schwer erreichbar smd. Und schließlich ist gegenüber der spieh- bürgerlichen Passivität der Sozialdemokratie hinsichtlich Deutsch- lands autzenpolitilcher Ohmnacht Im Rahmen von Versailles der grundsätzliche Protest dxr Kommunisten gegen die deutsche Versklavung bis zu einem gewissen Grade ein wertvoller außenpolitischer Faktor." Die Kommunijlen sind den Unternehmern willkommen als Spalter der Arbeiterbewegung, als Zutreiber des Mili- tarismus und Nationalismus. Für den bürgerlichen und kapitalistischen Staat ein „wertvolles Werkzeug"! Der deutsche Faschismus weiß, was er an seinen Kom- munisten hat. Preußen und der Gtaaisgerichishof. Die Wahlrechtsklage. Die Verhandlungen des Staatsgerichtshofes für das Deutsche Reich in dem Wahlreckztsstreit wird am 14. und 15. Februar vor dem Reichsgericht in Leipzig stattfinden. Auf Antrag der Volksrecht- Partei wird mündlich verhandelt werden. Schwarze Listen im Sowjeistaai. Weil der Kinfjahresplan nicht funktioniert. Die Ergebnisse des Fünfjahresplans auf industriellem Gebiet sind„vollkommen ui�urcichend". Das hat das Zentralkomitee der russischen Komnmmftjschen Partei vor wenigen Tagen selbst In einem Aufruf festgestellt. Dieses Versagen der russischen Industrie- leltung hat Folgen. Rußland führt schwarze Liften ein sür alle Betriebe, E'nzelwirtschaftler und gewerkschaftlichen Organisationen. die„schmachvoll" hinter den Voranschlägen zurückbleiben. Zur Förderung des proletarischn Wettbewerbs! Im„sozialistischen Vaterland" schwarze Listen. Nicht sür die U r h c b e r des unmöglichen Fünfjahresplans, den die Sowjetleut« selbst den besten Witz in einem Wort nennen. Nein,! für die Gewerkschaften,„Einzelwirtschaftler" und Betriebe, also für die ganze Masse der Arbeiter, die den verrückten Plan wohrmachen sollen. Möchtest du in diesem„sozialistsschen Vaterland" Arbeiter sein? Zehn Lahre Betriebsrätegesetz. Kampf um Wirtschastödemokratie. Von Hans Kögler. 1919/20. Ein Rückblick in diese Periode sozialer, politischer' und wirtschastlicher Umwälzung und Umschichtung verlohnt. Was damals verworren, unklar und umstritten war, läßt sich heute übersehen und beurteilen.. Kriegsende und Demobilisierung.-Republik statt Man- archie. Umstellung der Kriegswirtschaft zur Friedenspro- duktion. Achtstundentag. Politische Gleichberechtigung der Arbeiterklasse. Fehlt nur noch eins: die wirtschaftliche Gleichberechtigung, das Mitbestimmungsrecht der Arbeiter bei der Gestaltung der Wirtschaft, an den Lohn- und Arbeitsbedingungen. Am 11. August 1919 wird auch dies in Artikel 165 der Reichsverfassung niedergelegt. Am 4. Februar 1920 tritt das B e t r i e b s r ä t e g e s e tz in Kraft. Lange bevor es da war, wurde schon um Inhalt und Gestaltung gekämpft. Die Unternehmer wehrten sich gegen die gesetzliche Festlegung des Mitbestimmungsrechtes der Arbeiter und versuchten alles, um das kommende Gesetz so unvollkommen und schlecht wie möglich zu- formulieren. Die Vertreter der Arbeiterschaft im Parlament dagegen boten alles auf. um die Mitbestimmungsrechte der Arbeiter und Angestellten recht weit zu ziehen.(Den Zeitgenossen zur Erinnerung, daß die»roletarischen Parteien noch nie, selbst bei der Wahl zur Nationalversammlung am 19. Januar 1919 im Reichstag eine Mehrheit erzielt haben. Von 415 Ab- geordneten waren damals 163 SPD- und 22 Unabhängige.) Der Schlußabstimmung im Reichstag wohnten draußen vor der großen Treppe viele Tausende demonstrierende Arbeiter bei, die dem Kompromißgesetz die Bluttause gaben. Es war mit Opfern geboren und unzählige weitere Opfer— wenn auch nur wirtschaftlicher Art.— Hot es seither gekostet. Die Leidtragenden waren durchweg die� Arbeiter, in erster Linie die Betriebsräte selbst. Der Kampf um die Auslegung des Gesetzes. wurde vielfach mi't großer Schärfe geführt. Ein neuer Berufszweig blühte auf, der Beruf des-, Sozialpolitikers" im Bstriebsbüro. Die Unternehmer engagierten allenthalten junge Akademiker, die d e Aufgabe hatten, das BRG.„auszulegen". Von wem- gen Ausnahmen abgesehen, zeigte sich bald, daß diese Arbeits- rechtler eine Annäherung und Verständigung zwischen Unter- nehmern und Belegschaft nicht förderten, sondern hemmten. Sie stellten sich zwischen Werksleitung und Betriebsräte und sahen ihre Aufgabe vielfach darin, den Betriebsräten juristisch zu beweisen, daß ihre Forderungen nicht im Einklang mit dem Gesetz ständen, daß sie— die Betriebsräte— ihre Befugnisse überschritten, dag sie ihre Pflichten verletzten usw. Durch diese Syndizi bekamen auch die Schlichtungsstellcn und Gerickte reichlich zu tun. Unendlich viel Zeit und Geld, sehr viel Aerger und Unruhe wäre erspart worden, wenn die gelehrten Herren ihre Aufgabe darin gesehen hätten, die Betriebsräte zu belehren, sie einzuweihen in die neuen, ihnen bisher verschlossenen Arbeitsgebiete, um so gemeinsam an dem so notwendigen Aufstieg der Wirtschaft zu wirken. Es darf ohne Ueberhebung ausgesprochen werden, daß die Männer der Arbeit, die in der damaligen Sturm- und Drangperiode das Amt eines Betriebsrats übernahmen, keinen leichten Stand hatten und außerordentliches geleistet haben. Um manches Unternehmen und um manchen Be- triebsleiter hätte es in der Elendsperiode der Inflation schlimm gestanden, hätte nicht der Betriebsrat in den bedroh- lichsten Situationen seinen Mann gestanden. Daß es auch auf der Seite der Betriebsräte Außenseiter gab und noch gibt, soll nicht bestritten werden. Allmählich haben sich dann beide Parteien eingeschliffen, einmal infolge der wachsenden Erkenntnis weiter Unternehmerkreise, daß das neue Gesetz ihnen und der Volkswirtschaft zum Vorteil gereicht, dann aber auch durch das Wirken der Gewerkschaften, die die Be- triebsräte in einen einheitlichen Rahmen der Ar- beiterbewegung einbezogen. Daß auch in dielem letzteren Punkte anfangs weit auseinanderstrebende Ansichten vorhanden waren, ist ia noch in guter Erinnerung. Im Hinblick auf Inhalt und Wortlaut des Betriebsräte- gesetzes muß nach den Erfahrungen der letzten zehn Jahre mit aller Deutlichkeit gesagt werden, daß es so nicht bleiben kann, sondern daß eine gründliche Neu- bearbeitung notwendig ist. Die Abänderung der wenigen Paragravhen durch das Zusatzgesetz vom 28. Februar 1928 ist völlig unzureichend. Es kommt hinzu, daß über die Auslegung der einzelnen Paragraphen Berge von Literatur und unzählige— sich oft widersprechende— Entscheidungen vorliegen, deren Kenntnis und Handhabung kaum einem Juristen, geschweige einom Betriebsrat, der sein Amt ehren- und nebenamtlich versehen muß. zugemutet wer- den kann. Schon aus 8 1 aeht hervor, daß der B»trlebsrat nicht etwa nur der Interessenvertreter der Belegschaft ist. sondern auch die Belange des Unter-'ehmens zu wahren und zu fördern hat. Also eine Z w i t t e r st e l l u n g, die den Betriebsrat oft in Gewissensnöte bringt, denn die Inter- essen der Arbeiter gehen wahrhaftig nicht immer gleichlaufend mit denen des privatkapitalistischen Betriebsunternehmcrs. Rechte?— Jawohl, der Betriebsrat hat das„Recht". sich die B.lanz und auch alle Vierteljahre einen Bericht über den Stand des Unternehmens vorlegen zu lassen. Daß damit nichts, aber auch rein gar nichts anzufangen ist, gibt auch jeder ehrliche Betriebsführer zu. Der im Gesetz vorgesehenen Schweigepflicht für die Betriebsräte hätte es wahr- hastig nicht bedurft! Daß die 8Z 50 und 01 den modernen Großunternehmungen angepaßt werden müssen, ist unbedingt erforderlich. Auch die Schutzbestimmungen des? S6 sind nicht ausreichend, und so könnten eine größere Anzahl von wichti- gen Bestimmungen, die völlig unzureichend formuliert sind. angeführt werden. Und nun die alljährliche Neuwahl! Fragt die Betriebs- räte eines Großkonzerns: Sie kommen, eigentlich aus den Wahlen der einzelnen Körperschaften nie recht heraus. Eine Verlängerung der Amtsperiode oder mindestens die Mög- lichkeit einer partiellen Wahl(jedes Jahr ein Drittel oder die Hälfte) läge bestimmt im allgemeinen Interesse. Ein größerer Einfluß der Betriebsräte bei Einstellungen und Entlassungen muß ebenfalls gefordert werden. Dies ist nur «in kleiner Ausschnitt der Unebenheiten des BRG. Die Ge- werkschaften sowie die Betriebsräte selbst müssen jetzt die Schlußfolgerungen aus der Zehnjahresbilanz des Gesetzes ziehen. Ein gewaltiger, im Gesamtbild so recht erkennbarer Fortschritt ist durch die Bildungsarbeit der Gewerk- schaften in den letzten zehn Jahren erreicht worden. Nur durch ernsthaftes Eindringen in die notwendigen Wissens- gebiete der Wirtschaft und Beherrschung derselben kann der Betriebsrat die Vertretung seiner Klassengenossen wie auch die Förderung der Wirtschaft wahrnehmen, nicht aber durch Phrasendrescherei. Nicht„rrrote" Betriebsräte, sondern klassenbewußte und geschulte Betriebsräte braucht die Arbeiterschaft! Nur so kann das gegenseitige Vertrauen zwischen Belegschaft und Betriebsräten hergestellt und er- halten werden, womit dann auch die bedw'erl-rf,? Erscheinung daß viele Belegschaften überhaupt keine Betriebsräte wählen, oerschwinden wird. Nur durch weiteres, inniges Zusammenwirken mit den Gewerkschaften können die Betriebsräte zu Trägern einer neuen sozialen Wirtschaft werden, in der es keine Arbeits- losigkeit und keine Klassenunterschiede geben wird. Curims und Moldenhauer als Diebe. Darum keine Felndschast mit Herrn Zritf. Im nationalsozialistischen„Angriff" vom 2 Februar schreibt der nationalsozialistische Reichstagsabgeordnete Goebbels: „Daß das Reich s ka b in et» nach einer vielstündigen Be- ratung und Darlegung der Situation durch die Delegierten selbst dl« 5)aager Ergebniss« einstimmig gebilligt hat. finden wir dagegen nicht im mindesten oerwunderlich. Wenn von einer wohl- organisierten Diebesband« drei auf Raub ausgehen, während die anderen zur Bewachung der alten Beute im sicheren Versteck bleiben, um nach Rückkehr des Aktiotrupps die neue Beut« mit zu überzählen und zu verteilen, da werden auch dl« Daheimgebliebenen den Heimkehrern gegenüber einstimmig ihre Arbeit billigen." •®er ist das Berl.ner Organ der Partei des thüringischen Innenministers Dr. F r i ck. und die D e u t s ch e Volkspartei, deren Minister von der. Frick-Presse mit Dieben verglichen werden. M mit Herrn, F. r.ick in einer Reglerung und hat ihm ihr V er t r a u e n ausgesprochen. Kr ick an Plakatsäulen. Die Polizei muß ihren Minister überkleben. Weimar. Z. Februar.(Eigenbericht.) Bezirksvorstand und Landtagssraktion der Sozialdemokratischen Partei haben einen Aufruf in der Presse erlassen, der sich mit der thüringischen Regierungsbildung und namentlich mit der Person F r i ck s beschäftigt. Dieser Aufruf wurde auch als Plakat her- gestellt und öffentlich angeschlagen. Der Polizeiminister F r> ck hat diesen Aufruf beschlagnahmen lassen, well er sich durch ihn beleidigt fühlt. In verschiedenen Städten de» Landes hatte der Aufruf togelang an den Plakattafeln geklebt. Die Polizei erhielt den Auftrag, diese Plakate zu überkleben! Der letztere Minister Frick hat drei seine r Partei- freunde als politische A u f s i cht» p e r s o n« n ins Volks- bildungsministerium berufen. Die drei Nationalsozialisten sollen die � Abteilungen Volksschulen, höhere Schulen und Landestheater über- f wachen. Diese drei Ueberwachungspersonen sollen vorläufig ehrenamtlich tätig sein. Frick rechnet damit, daß die drei Ministerialräte, die jetzt als Abtellungsletter tätig sind, sich diese Matznahme nicht gefallen lassen und selbst gehen, damit er dann seine Leute unterbringen kann. Es ist deshalb schon jetzt zu ernsten Differenzen zwischen den Regierungsparteien gekommen, weil die V o l ts p a r t e i bei der Regierungsbildung verlangt hat, daß ohne ihre Einwilligung keine Per- jonalverschiebungen vorgenommen werden dürfen. Zu der Personalschiebung erläuterte der national- sozialistische Fraktionssührer, Sauckel, der in einer Versammlung er« klärt«, der Staat müsse«ine Volksgemeinschaft sein. Demzufolge könnten der Polizei nicht Leute angehören, die— Gegner der Volksgemeinschaft sind. Die Polizei müsse au» nationalen Leuten bestehen und Mittler der Volksgemeinschaft sein. Ebenso werde seine Partei im Voltsbildungsministerium ähnliche Prü» jungen wie bei der Polizei vornehmen. Schulen und Theater sollen nationale Bildung» st ätren werden. Das Verbot der nationalen Iugendoerbände an den Schulen sei bereits aufgehoben. Nationalsozialist, sche Geistesfreiheit. Theorie: „Ein Schutzgesetz braucht die Republik, das außerdem noch— «s ist geradezu«ine Verhöhnung des Volkes— den Titel ssihrt „Zur Befriedung des politischen Lebens". Ich schlag« vor, dielen Titel umzuändern:„Zur Knebelung des Rechts der freien Meinungsäußerung..." Die Wahrheit ist in dieser Re- publik staategesührlich, deswegen muß dieses Maulkorb- gesetz geschossen werden." Sa sprach der Reichstagsobgeordnet« Frick am 4. Dezember ISN in der Debatte über das Republikschutzgesetz. prax s: In Arnstadt sind gegen einen Berufsschullshrer Erhebungen eingeleitet worden, weil er im Unterricht das bekannte Buch Remarques„Im Westen nichts Neues" verwendet hat. So geschehen im Lande Thüringen, in dem der Reichs- tagsabgeordnete Frick Innenminister ist, Die Denkschrist der Ostprovinzen. Berechtigte und unberechtigte Forderungen. Die Landeshauptleute der sechs östlichen Grenzprovinzen Hoden. wie wir bereits berichteten, der Reichs- und Preußenregierung ein« Denkschrift über den Notstand in Ostdeutschland zugestellt. Die Denkschrift, die eine Fülle wertvollen statistischen Materiols über die Verhältnisse in Ostdeutschland enthält, gipsell in vierzehn Forderungen, deren Durchführung von den Vertretern der Selbst- Verwaltung für den Wiederaufbau als unbedingt notwendig an- gesehen wirb Auf einem Presseempsang erläuterten der Landes« Hauptmann der Provinz Grenzmark. Genosse Dr. C a s p a r y, so» wie der Vertrete? der Provinz Brandenburg, Lmtdesdirektor Dr. von Winters ei dt, das Programm der Ostprovinzen ein» gehend. Soweit sich die Forderungen der Ostprovinzen aus die not- wendige Unterstützung des Staates bei der Beseitigung der durch den Friedensvertrag geschaffenen Zerreißungsschäden be- «chränken. kann ihnen vorbehaltlos zugestimmt werden. Wege- und Chausseebauten und die Erschließung des Ostens durch neue Bahn- linien als Ersatz für die zerrissenen Strecken sind Notwendigkeiten, die von Reichs- und Staatsregierung sowie von den Parlamenten schon seit Jahr und Tag als vordringlich anerkannt worden sind. Auch die Beseitigung schwerer kultureller Rückständigkeiten, die dem Osten noch aus der Zell des kaistrlichen Regimes anhaften, sind eine dringende Ausgabe der Gegenwort. Auch die Forderungen nach einer verstärkten Bauern- und Landarbeitersiedlung und für eine Frachtpolitik der Reichsbahn, die besonders den schwierigen Der- Hältnissen in der hinterpommerschen Landwirtschaft und der ober- schlesischen Industrie entgegenkommen, erscheinen durchaus be- rechtigt. Inwieweit allerdings bei der schweren finanziellen Lage im Reiche und in Preußen für diese anerkannten Notwendigkeiten Mittel zur Verfügung stehen, muß der Entscheidung der politischen Stellen überlassen bleiben. Ein schwerer taktischer Fehler in der Denkschrist sst es, daß alle sechs Provinzen in einen Topf geworfen wurden, so daß es für den Außenstehenden den Anschein hat, als ob die Loge in Ostpreußen wie in der Grenzmark und in Ober- schlesien völlig gleich sei. Sie ist aber In den einzelnen Grenz- Provinzen grundverschieden. Wir«rinnern nur an die Millionensubventionen und die dabei entstandenen schweren Fehlleitungen dieser Gelder nach Ostpreußen, während die Grenzmark und Hinterpommer» bisher hierbei reichlich kurz weggekommen sind. Unhallbar muß auch die Forderung zur Wiederherstellung der landwirtlchastlichen Ren« tabilität im Rahmen dieser Denkschrist qrscheinen. Es sst ohne weiteres klar, daß von der im Reiche herrschenden Agrarkrise die östlichen Bezirk« weitaus am härtesten betroffen sind. Aber speziell die ostdeutsch Agrarkrise ist rein struktureller Art und hat mll den durch die Grenzziehung geschaffenen Problemen nur mittelbar zu tun. Schließlich mllsb-n sich bei aller not- wendigen Hilssstellung, die der Staat der Landwirtschaft bei ihrem Umstellungsprozeß gegeben hat und auch noch weller gibt, die Ber- treter der östlichen Provinzen doch fragen, woher der Staat die Mittel nehmen soll, um in einem Drittel von ganz Preußen einem notleidenden Derufsstand sein« Rentabilität wieder zü verschaffen. Schließlich vermißt man in der Denkschrift einen Hinweis auf die Notwendigkell einer deutsch-polnischen Wirtschafts« Verständigung. Wer die Verhältnisse im Osten etwas kennt. wird die Sicherungen, die in dem kommenden deutsch-polnischen Handelsvertrag für die Landwirtschaft eingeflochten sind, als durch- aus haltbar anerkennen und zugleich feststellen, daß die schwer da- niederliegende ostdeussche Industrie in allererster Linie von einem deutsch-polnischen Hantelsvertrag profitieren würde Damit wäre zunächst noch nicht viel, aber immerhin schon einiges für den not- wendigen Wiederaufbau Ostdeutschlands gewonnen. Erfolgreiche Polenverhandlungen. Warschan. Z. Februar.(Eigenbericht.) Die Warschauer Besprechungen de» deutschen Gesandten Rauscher über eine genaue Präzisierung der Orlsnach- solgebesliinmuugen für die deutschen Siedler im deutschpolnischen Liquldationsvertrag haben endlich zu dem gewünschten Ergebnis geführt. Danach kann deutschen Siedlern im Falle einer vorbestrasung wegen geringer vergehen usw. nicht mehr die Orlsnachsolgeschasi entzogen werden. Außerdem verlautet, daß Polen für den Handelsvertrag den von denlscher Seite vorgeschlagenen Grundsal, der sichergestellten Abnahme de» Schwelne« e x p o r t e angenommen hat. Es ist daher zu erwarten, daß bereits in der nächsten Zeit die langwierigen Handelsoer tragsverhandlungen abgeschlossen werden. Karl Egon Frohme. Zum acht.losten GeburlSiag. Am 4. Februtr 1330 begeht die deutsche Sozialdemokratie den achtzigsten Geburtstag Karl Egon Frohmes. Frohm« ist in Hannooer geboren und begeisterte sich schon als junger Schlossergesell« an den großen wegweisenden Schriften Ferd!- nand Lassolles. Als Frohme 1926 sein treffliches Buch über die „Politische Polizei und Justiz im monarchistischen Deuts!la> d" schrieb, da brach ein großer Enthuasiasmus für das stark ethisch bestelle„Arbeiterprogramm" Lassallcs elementar durch. Er sah in diesem Programm die Verkörperung eines wahrhaft kulturellen und Humanitären Sozialismus. Im Geiste Lossalles erzogen, nahm Karl Frohme den Gedanken der Versöhnung Deutschlands und Frankreichs mll �idcnschofllicher Hingabe auf. Er will die Elsaß-Lothringer Frage von einer Dalks- abstimmung der Elsaß-Lothringer abhängig machen. Das Gericht in Lorsch hängt ihm deshalb«inen Hoch, und Landesverratsprozeß an. Gefesselt wird er in einem martervollen, fünftägigen Gesänge- nentransport dorthin geschleppt. Er wird freigesprochen. In Frankfurt a. M. entfaltet er zuerst seine großen ogitator'schen Talente. Di« Frankfurter übertragen ihm die Leitung ihres„Volks- freundes". Er tritt 1873 zur geeinten Partei über. Die schlimmsten Verfolgungen hat er unter dem Regime des tückischen Pollzeirats Rumpf in Frankfurt a. M. zu er- tragen. Er wird erschüttert durch die Tragödie des unschuldig zum Tode verurteilten Lieste, er erlebt die Frankfurter Friedhofs- schlacht 188S. Im Jahr« 1881 sendet ihn der Wahlkreis Hanau- Gelnhausen in den Reichstag Im Reichstag zählt«r zu der soz al- reformerischen Richtung der sozialdemokratischen Re'chstagsfratlion. Heftig prallen auf dem Kopenhagener Kongreß und dann in der Dampfersubventionsfrag«„Radikale" und„Reformisten" zusammen. Im Reichstag arbeltet sich Frohme gründlich in die soziale Gesetzgebung hinein. 1886 wird«r wegen angeblicher Geheim« bündelei zu 9 Monaten Gefängnis in Freiberg verurteilt. In Altona, das ihn in den Reichstag schickt, kämpft er gegen den „Polizeianarchismus" des berüchtigten Polizeikommissars Engel. Durch seine Attacken gegen die korrupte Justiz und Polizei hat er das Sozialistengesetz gründlich unterwühlt. Nach dem Fall dieses Gesetzes steht er an führender Stelle in der Hamburger Bewegung. Er ist Redakteur des„Hamburger Echo", er baut den kommunalen Sozialismus in Schleswig-Holstein aus, er fördert weitsichtig die Genossenschaftsbewegung und unt r- stützt tatkräftig In Wort und Schrift die Genossenschaftsbew-gung. Die Sozialdemokratie betrachtet er als Träger einer neuen Kultur, und dieser Idee widmet er einige tief durchdacht« Schrss- ten(Arbeit und Kultur). Nach der Revolution hilft er in Weimar tatkräftig an der Aufrichtung der deutschen Demokratie. Mehr als vierzig Jahre sst er ununterbrochen im Deusschen Reichstag im Dienst der Freiheit tätig gewesen. Er gehört zu den erfolgreichsten Baumeistern des demokratischen und sozialen Deutslblands. Einen großen Triumph seiner politischen Forderungen hat Frohme erlebt. Mögen seiner Lebensarbeit noch größere Triumphe beschieden sein. ' P. K. * Reichskanzler Genosse Hermann Müller hat dem Genossen Karl Frohm« ein herzliches Glückwunschtelegramm geschickt. Gtrelih will Anschluß. Verhandlungen mit Preußen. Reustrellh, Z. Februar.(Eigenbericht.) Die Mecklenburg-Strelitzer Regierung hat. wie von zuständiger Stelle bestätigt wird, plötzlich mll Preußen Verhandlungen wegen de» Anschlusses von M eckt en du r g- St rel ttz an das preußische Staatsgebiet geführt. Dies« Ber- Handlungen, die vorläufig sich noch tm Vorstadium befinden, haben auf Anregung der sozialdemokratischen Fraktion des Mecklenburg- Strelitzer Landtags stattgefunden. Es Handell sich zunächst einmal darum, festzustellen, unter welchen Bedingungen Preußen bereit sst. Mecklenburg-Strelitz sich angliedern zu lassen. Die amtlichen Kreise in Mecklenburg-Strelitz sind, wie wir erfahren, der Auffassung, daß die Eigenstaatlichkeit dieses kleinen Landes sich trotz bedeutender Ber- mögenswerte an Forsten nicht aufrecht erhalten lassen wird. Rollkommando gegen Gowjeibotschast? vowgalewjki beklagt sich. Paris, 3. Februar. In der Affäre Kutiepow sst jetzt ein angebliches Mitglied der GUP. oerhastet worden, das auf der Redaktion des russischen Emi- grantenblastes..La Renaissance" erschien mit der Behauptung, er kenne den gegennHr.ftge� sMeKHÄtsoell jhüjexows., Er hah�suh nach dem ausgesetzten Preis erkundigt und dann verschleMie Pässe vorgezeigt, die unzweideutig ergeben hätten, daß es sich um ein Mllglied der russischen Tscheka handele. Bei einem zwellen Be- such sei er dann von der Polizei verhaftet worden. Heute nachmittag wird bekannt, daß der hiesige russisch« Bat- schafter Dowgalewski. gegen den in der hiesigen Rechtspresse heftige Angriffe im Zusammenhang mit der Affäre Kutiepow er. hoben werden— in einem Teil der Press«, namentlich der.Liberte" und dem„Echo de Paris" wird der Abbruch derdlp'omatifchen Beziehungen mit Rußland verlangt— chfizlell dem franzöfsschen Außenminist-rium zur Kenntnis gebracht habe, daß einig« Anhänger des Generals Miller, des Stellvertreters Kutiepows. ein« Abteilung gebildet hätten, um-Ine„Untersuchung" m der rufssschen Bot. schaft selbst zu organisieren. Mit Rücksicht darauf, daß ein« solche „Untersuchung" nur mll Gewalt geschehen könne, habe der Sowjet- bosschafter dem Außemninisterium davon Mitteilung gemocht. Die Affäre droht also schon diplomatische Auswirlungen nach sich zu ziehen.• Englische Zustizbarbarei. Selbstmord eines Londoner Gefangenen vor derZüchtigvag durch pe.tschenh»ebe. London, 3. Februar. Großes Aufsehen erregl in der presse der heute ersolgle Selbst. mord«ine» Gesungenen im Gefängnis von Waudsworlh. der am letzten Freilag Im Old-Vailey-Gerich« wegen Angriffs auf zwei Kassierer zu zehn Jahren Zuchthaus und 13 Peitschenhieben verurteilt worden war. Die G-fängnisbehörden üben Stillschweigen über den Fall. Es verlaulek jedoch, daß der Gefangene über da» Geländer eine, die oberen Zellen verbindenden Valkou, sprang, als er zur Züchtigung geführt wurde. Dl« da» Gericht besuchenden Richter, dl« anwesend waren, um der Auesührnng der Züchtigung beizuwohnen, waren Zeugender Tragödie. Der Gesängnlxarzl, der ebenfalls in der Mittelhallc des Gefängnisses warlele,«ille herbei, konnte jedoch nur sessstellen. daß die Verletzungen de» Gefangenen tödlich waren. Sturm auf Konsumgasthaus. Heimwehrleute überfallen Grazer Gewerkfchoster. Wien, 3. Februar.(Eigenbericht.) In der Nacht zum Montag kam es in Eggenberg, einem Vorort von Graz, zu blutigen Zusammenstößen zwischen Heimwehrleuten und Sozialdemokraten. Vier Sozialdemokraten und ein Gewerlschaftsbeamter wurden verietzt. Die Heimwehrler oersuchten das Gasthaus des Konsumvereins zu stürmen. Sie feuerten im Berlauf ihrer Aktion einige Revolver- schüsse ab. Die Arbeiter trieben die Angreifer zunächst zurück Bald kehrten die Heimwehrleut« jedoch mll Verstärkung zurück und unter- nahmen einen zweiten Sturm aus das Gasthaus. Sämtliche Fensler- scheiden wurdm zertrümmert, alle Einrichlung-gegersstände demoliert. Erst nach zweistündigem Kamps tonnten die Heimwehrleute zurück» gedrängt werden. tandvolkhetzer vernrleill. In Neumünfter ist der Landoolkmann Claus Harms in der Berufungsinstanz wegen Nötigung der Stadt zu 1 00 M. Geldstrafe verurtellt worden. Harms hatte in einem offenen Brief von der Stadt Neumünster die Ent> lassung des Polizeiinspektors Bracker und seiner Beamten gefordert, Panzerschiff B. MnavzleN, national und international gleich unmöglich. Der vom Reichsfinanzminister Dr. H i l f e r d i na der Reichsregierung im Herbst vorgelegt« Entwurf des Reichs- Haushalts 1930 hatte keinerlei Geldmittel für den Bau eines zweiten Panzerfchiffes— B— vorgesehen. Der vom Ressort gestellte Antrag war nicht berücksichtigt worden. Aus Anlaß der alsbald nach Verabschiedung des neuen Planes erfolgenden Neuvorlage des Re.chshaushaltsentwurfs mehren sich jetzt die Versuche, wenn auch nicht eine ganze erste Vaurate, so doch 2 Millionen Mark für Vorarbeiten oder eine..Anerkennungsgebühr" von 100 000 M. in den Etat- cntwurf hineinzubringen. Diesem Versuch, durch eine noch so geringe Summe den grundsätzlichen Entscheid für den Vau eines zweiten Panzerschiffes und damit für den Welterbau der ganzen Serie herbeizuführen, kann nicht früh genug be- gegnet werden. Die Bewilligung jeder auch noch so be» scheidenen Summe würde einen späteren Bauentschluß prä- judizieren. Schon aus finanziellen Gründen kann bei der angespannten Finanzlage nicht die Rede von neuen Panzer- schiffbauten sein. Angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung ist auch in kommenden Jahren mit einer Anspannung der Reichsfinanzen zu rechnen. Selbst angenommen, daß der Stückpreis von 80 Millionen Mark nicht überschritten wird. so würde der Bau von sechs Schiffen fast eine halbe Milliarde Steuergelder verschlingen. Gerade „die Wirtschaft", die nach Steuererleichterung ruft, sollte die erste sein, eine Steuererhöhung um eine halbe Milliarde ent- schieden zu bekämpfen, die nur dem Profitinteresse einzelner Rüstungsfabrikanten zugute käme. Aber die marine- und rüstungspolitischen Erwägungen sprechen im gleichen Maße dagegen, die Panzerschiffserie weiterzubauen. Die Gesichtspunkte der bekanntgewordenen Groenerschen Denkschrift sind längst überholt. Es ist eine neue internationale Sachlage entstanden, die das Festhalten der Marine an dem Serienbau nicht zu einem nationalen Gewinn, sondern zu einer nationalen Gefahr macht. Von den nach der Meinung der Marlnepolitiker mög- lichen Gegnern besitzt Polen zur See nach wie vor keine nennenswerte Kriegsmarine. Während ein deutsches Panzer- schiff 10 000 Tonnen verdrängt, zählt Polen im ganzen etwa 4000 Kriegsschifftonnage sein«igen. Jede Stärkung der beut- schen Kriegsmarine drängt Polen zu einer Aufrüstung zur See. In einem solchen Wettrüsten aber würde nicht unser Nachbar im Osten, sondern dem durch den Versailler Vertrag an Zahl und Größe der Schiffe gebundenen Deutschland der Atem ausgehen. Zwei oder drei doppelt so schwere polnische Panzer würden mehr wert sein als die ganze Serie der geplanten vertragsgebundenen deutschen Schiffe. Bei dieser Sachlage scheint es nützlicher zu sein, mit Polen em gegen- seitsges Nichtrüstungsabkommen abzuschließen, als a» in ein Wettrüsten hineinzutreiben. Was die Sowjetunion anlangt, so hat sie nach wie vor auf die Rote Marine wenig Geld verwandt: ist sie doch zur Unterdrückung rebellie- rmder Bauern und Arbeitermasien gänzlich ungeeignet. Trotz ihrer Revolutionspropaganda hält sie die Beziehungen mit Deutschland für so gesichert, daß sie erst kürzlich die zwei kampstauglichen ihrer großen OstMchiffe in das tzchwarze Meer verlegt hat. Statt die deutsche Flotte- im Baltikum auszurüsten, wäre es gescheiter und menschenfreundlicher zu- gleich, sich mit der Sowjetregierung darüber zu verständigen, daß sie auch weiterhin die kostbarsten ihrer Erbstücke aus der Zarenzeit dem Schutze des eisfreien Hafens von Odessa an- vertraut. Mochte man es. als 1S27 die Abrüstung auch zur See zu scheitern schien, verständlich finden, daß die deutsche Marine die VersaMer Rüstungsmöglichkeiten ausschöpfen wollte, so hat nun aber seitdem die anglo-ameri- kanische Initiative auf Abrüstung zur See eine gänzlich neue internationale Situation ge- schaffen. Die fünf Seemächte sind nach London von der britischen Arbeiterregierung zusammengerufen worden, um gerade das zu verhindern, was die deutsche Matine will: um den Ersatzbau alter durch neue Kriegsschiffe zu unterbinden. Da hat allein schon der Plan, moderne deutsche Schlachtschiffe zu bauen, bereits großen Schaden angerichtet. Im Hinblick auf ihn verlangen sranzösische Marinekreise ein Geschwader von acht Panzerkreuzern von 15 000 Tonnen Größe, die Jfrankreich allein die Ueberlegenheit über die sechs deutschen Panzerschiffe geben soll. Es ist kein Zweifel, daß das Bau- Programm des Reichswehrministeriums und die Borstellung von der Möglichkeit feiner Bewilligung durch den Deutschen Reichstag der französischen Marine und dem französischen Rat onalismus Grund und V o r w a n d bieten, um dem Abrüstungswillen Englands und Amerikas zu begegnen. Der Serienbau von Ersatzpanzerschiffen war in einer Zeit geplant worden, als es auf keine andere Weise möglich schien, die R ü st u n g s s p a n n e �ur See zu vermmdern. Seitdem aber die Londoner Konferenz begonnen hat. er- öffnet sich die Möglichkeit, daß die Rüstungsspanne durch die Rüstungsverminderung der anderen ver- kle'nert wird. Von diesem Augenblick an drängt das deutsch« Marincbauprogramm jedoch andere Mächte dazu, sich der Ab- rüst'ing entgegenzuwirken und Ihre Seerüstung nur noch mehr zu steigern. Statt daß der Rüstu-gsabstand kleiner wird, wird er größer So wird aus Gründen schon allein der nationalen Marinepolitik es unerläßl'ch. daß von jetzt an ein für allemal auf den Serienbau der Kriegsschiffe verzichtet wird. Schon allein die marinepolitischen Gesichtspunkte sollten ausre chen, um die Marine von der Schädlichkeit ihrer Bau- Politik im jetzigen Zeitpunkt zu überzeugen. Darüber hinaus aber ist zu erwägen, daß von der Londoner Konferenz mehr als nur das Schicksal der Seeabrüstung abhängt. Nur wenn ste nicht zu einer Stabilisierung, sondern nur zu e'ner Kürzung der Se-rüstungen führt, ist es möglich, eine allgemeine Abrüstungskonferenz im Vertrauen darauf zu be- ginnen, daß auf ihr La-d- und Luftrüstungen eingeschränkt werden So hängt von dem Sch'cksal der Londoner Kon- 'erenz das Schicksal der Abrüstung für absehbare Zeit über- iiaupt ab. Gerade jetzt düfen deshalb d'e Versailler Rüstungsmögllchkeiten nicht ausgeschöpft, sondern durch Aus- spräche und Verhandlung muß alles getan werden um die andere Seite zur Erfüllung chrer Versailler Vertregszusage zu veranlassen._ Landeshauptmann Br. Ploakek gellorben. Der Landeshauptmann sür Oberschlesien, Dr. Hans P> o nt e k, ist am Sonntag gegen 7 Uhr nach längerer Krankheit gestorben, Die Hüter der GeistessreiHeit ,Warum haben Sie den Mann niedergeschlagen?� »Dieser Gewaltmensch hat sich für die Knebelung der Geistesfreiheit durch ein Republitschuhgefeh ausgesprochene Beratung des Haushalts Der Preußische Landtag setzt« am Montag dl« zweite Lesung des Wohlsohrtsetats mit der Beratung der Einzeltitel fort. Dabei sortierte Abg. haese-Wiesbaden(Soz.) mehr geeignet« Lchrkräste für die Ausbildungskurse der Baukonlrolleurc und daß solche Kurse in jedem Bezirk einzurichten sind. Die Richt- linien des Reichsarbeitsministertums betreffend Anbringung von Dachhaken und Schneefangeifen seien zum Bestandteil der baupolizeilichen Borschriften in Preußen zu machen Ferner bedürfen die Polizeioerortnungen über Arbeiterfürsorg« auf Bauten einer Aende- rung. ISN sei die Unsallziffer im Baugewerbe außerordentlich ge- stiegen, aber ganz besonders in Schlesien. Der Redner fordert ferner, daß das Baumschutzgesetz zur Erhaltung der Userwege, tns- besonder« in der Provinz Brandenburg, energischer als bisher durch- geführt wird. Die Abstimmungen über den Wohkfahrtsetat finden am Dlens- tag, 14 Uhr, statt. Es folgt die zweite Lesung des Haushalts des Finanz-. Ministeriums. Räch dem Berichterstatter Abg. Greve(Z) er-. hält das Wort Abg. Gimon-�eufalz tSo».): Mit Rücksicht auf dr« schwierige Finanzlage Preußens hat die sozialdemokratlsch« Fraktion diesmal k«>n e Anträge auf Höhergruppierung von Beamten stellen gestellt. Aber wir müssen uns ganz entschieden gegen die Hetze w einem Test der Presse, namentlich in der Rechtspresse, gegen die Beamten- schast wenden und gegen die Versuche, die Finanznot Preußens und des Reiches auf die Beamtenbesoldungsresorm von 1927 zurückzuführen. Dabei erkennen wir ohne weiteres an, daß diese Be- s a ldu na s re s o r m insbesondere für die unteren und mitt'eren Beamten Härten enthält, die ohne weüeres beseitigt werten könnten, wenn man sich entschließt, in den einzelnen Haushalten Ersparnisse zu machen und wenn man die voraussichtlichen Mehreinnahmen der einzelnen Etats, zum Beispiel bei der Forstverwaltung, zum Aus- gleich dieser Härten benutzt. So Ist zum Betspiel die diplomatische Vertretung Preußens in München völlig Überflüssig. sSehr wahr! bei den Soz.) Auch bei der Hergabe von staat' ch-n Sub- ventionen sollt« man vorsichtiger sein, wie der Zusammenbruch und die notwendig« Sanierung ausgerechnet oer Hugenberglschen Ostlbank beweist. Der Redner führt im Anschluß hteran eine ganz« Reihe von H ä r t e f ä l l« n an. die sich bei der Durchführung der Be- svidungsneuortnung von 1027 ergeben haben. Auch ohne Anträge sollt« sich das Ministerium angesichts der steigenden Teuerung ent- Tardieus Triumph in London. Vericht in Paris.- HandelSminisser bei der'Zol'fon�eren». Parks. 8. Februar.(Eigenbericht.) Der am Montag vormittag abgehaltene Ministerrat, dem durch die Rückkehr Tordieus eine besondere Bedeutung verliehen worden war, zeichnete sich vor allem durch eine ungewöhnlich lange Dauer und ein« groß« Tagesordnung aus. Di« Regierung versucht offenbar, die durch Haag, Senf und London stark vernachlässigt« Innenpolitik, in der da» Unkraut parlamentarischer Intrigen und Srisenxerüchte schon beträchtlich in die Höh« geschossen ist, mit Bolldampf zu bearbeiten. Zunächst erstatteten Tardieu und Briand ihre Berichte über die Londoner Konferenz, wobei Tardieu sich nicht versagen konnte, die Bedeutung des großen„Sieges" der französischen These— näm- lich die Annahme der französischen Methode für die Rüstung»- begrenzungen— nochmals dick zu unterstreichen. Er betont« de- sonders, daß durch die Annahme der französischen Forderungen eine Bindung zwischen den Londoner Verhandlungen und den Arbelten der Genfer Abrüstungsorgan« hergestellt sei und Frank- reich um so mehr Grund habe, mit dieser Wendung der Ding« zu- frieden zu sein, als nunmehr ein« starr mathematische Abgrenzung für die leicht« Hoch see kreuzer und T o r p e d o b o r t e, w'e sie in Washington seinerzeit geplant war, nicht mehr in Frage käme. Finanzminister Ebäron referierte über die Maßnahmen, die er- griffen worden sind, um zu ermöglicken, daß die Reparationebank bereit» in der nächsten Woche ibre Arbeiten beginner könne, und die zur Hoffnung berecktlgten. daß die Mobilisierung der ersten Tranche der deutschen Reparotionsschukd in naher Zukunst bereits erfolgen könnte. Der Ministerpräsident beschäftigte sich sodann mit den Möglich. ketten zur Ergreifung wirksamer Maßnahmen gegen die fort- schreitende Verteuerung der Lebensmittelpreise, die l. n im Landtag. des Kinanzministeriums. schließen, Härten bei der Besoldung der mittleren und unteren Be- amtengruppen zu beseitigen. Eine Anpassung an die Erweiterung der Aussührungsbestlmmungen der Reichebesoldung wäre unbedingt erforderlich. Er fährt fort: Vom Reichstag« wird letzt die Berabschiedung«Ines Reichs- beamtenvertretungsgesetzes vorbereitet. Wir begrüßen das, sind aber der Ansicht, daß es in einzelnen Punkten wesen:- lich verdesiert werten muß. Wir fordern auch die Uebersührung der Kanzseibeamten'In den einfachen Bürodienst. Trotz aller gegen- teiligen Behauptungen arbeitet die Katasterverwaltung infolge der Anspannung aller vorhandenen Kräfte nachweislich außerordentlich sparsam. Einzusparen ist sicher auch noch bei den an die Beamten gewährten Reise- und Umzugskosten, die«ine unwahrscheinlich« Höhe erreicht haben. Bei einigerenaßen gutem Willen könnten viele an sich überslüssige Versetzungen vermieden werden. Noch eimnal müssen wir mit aller Entschiedenheit die Angriffe der Deuttchnationalen. zurückive-isen. daß die Sozialdemakratie pro- . grammatlscv gegen das' BerüfsbeaMeÄuiL ifei. Der Pärteiiag-be- schürß in Berlin von lÖJff'sogt genau da, Gegenteil.(Sehr.. gut! bei den Soz.) In der Frage der Staais- und Semein dearbeiter sollte das Ministerium darauf halten, daß angesichts der großen Arbsitslosiakeit keine überflüssigen Entlassungen er- folgen. In den preußischen Unioersttätskliniken haben wir noch immer die d4-Stundenwoche für die Angestellten. CHörtl hörtl bei den Soz.) Es ist bedauerlich, daß sich das Ministerium bis fetzt nicht dazu entschließen tonnte, gerade für diel« Fragen einen sach- verständiaen Referenten aus den Reihen des Seweind«. und Staats- arbeiter-Berbandes zu bestellen. Dem Etat stimmen wir zu. bitten aber, die von mir ange- führten Härten für den neuen Etat 1931 auszugleichen.(Beifall bei den Soz.) Abg. Ebersbach(Dnat.) fordert ebenfalls Ausgleich der durch die Beloldungsortnung entstandenen Härten. Das Berussbeamten- tum müsse erha'ten bleiben, aber dem Staat könne nur an einer zufriedenen Beamtenschaft gelegen sein. Die Weiterberatung findet am Dienstag. 12 Uhr, statt Richtigstellung. Am Freitag sprach als.zweiter sozialdemokratischer Redner bei der Beratung des Wohlfahrtsetats nicht Frau Abg. Kirschmann, .wie bei uns irrtümlich angegeben war, sondern Abg. Kirch- mann» Stralsund. zu wachsender Beunruhigung der Bevölkerung geführt habe und die nicht durch wirtschaftliche Begebenheiten begründet, sondern Folgen einer künstlich hervorgerufenen Hausse sei. Es wurde die Einsetzung einer internationalen Kommission beschlossen, die auf gesetzgeberischem Weg« dem Warenwuä-er ein Ende bereiten soll. Für die am 18. Fe- bruar in Genf beginnende Konferenz für den Z o l l w a f f e n st i l l- stand wurde zum Vorsitzenden der französischen Delegation Handels- minister F l a n d t n. zu seinem Stellvertreter Staatssekretär Robert ernannt. Gegen alle Schkachischiff-. London. 2. Februar. Den» Ministerpräsidenten ist eine von zahlreichen Mitglieder« des Unterhauses nnterzeichnete Denkschrift überreicht worden, die dem von der Regierung an den Tag gelegten Bestreben, die Zustimmung der übrigen Mächte zu einer Abschaffung der Linienschiffe und Unterseeboote und einer Beschränkung des Kreuzer- bestaudes auf das für den Teepolizeidieust unerläßliche Minimum herbeizuführen, in vollstem Umfange zu- stimmt. Weiter gibt die Denkschrift der Hoffnung AuS» druck, daß alles getan wird, um dieses Ziel bereits auf der gegeuwärtigen See-nächtekonkerenz zu er- reiche« und endet mit der Versi� eruna. daß die Unter- zeichner die Bemühnnaen des Premi--'n'n'r»»�s'— ganzem Herzen unterstützer werden. Retch perweker ehr! sich selbst. Anläßlich des zehmen Jahne». Waes der Wohl Nikolaus o. Horthyc zum Reichsverweser von Ungarn wirb der Ministerpräsident dem Parlament einen Ges?K«ntwurs unterbreiten, um das Jubiläum„zu verewigen". Der Gesetzent- wurs wird beantragen, daß gewiss« Institutionen den Namen des Reichsoerwesers tragen sollen. Wertheim Weiße Woche Größter Sonder-Verkauf des Jahres Wäsche, Wäschestoffe Tischzeug, Handtücher,? aschentücher»,». Den großen Sonderverkauf von Wäsche u. Wäschestoffen hat unsere Firma als erstes Warenhaus Deutschlands seit 1898 regelmäßig veranstaltet. Die in der Weißen Woche zum Verkauf kommenden Waren sind in großen Mengen für diesen Zweck vorbereitet, die Wäsche größtenteils in eigener Anfertigung. 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Pfund 0.90 Waffeln B" 8chokoÄ 1.70 Schmelz-Borke pfd. 1.30 Hütchen-Pralinen 0.68 Fische Bratschoiien 0.12 0.28 Dorsch....Pfund 0.20 Heringe"STw wm 0.45 Zander gefroren, Pfund 0.60 Karpfen lebend, Pfd. 1.05 an Räucherwaren Fettbücklinge LZZ 0.25 Fleckheringe Pfund 0.52 Seelachs>. stücke Pfd. 0.52 Flundern große. Pfd. 0.55 Lachs in Stück., Pfd. 1.30 an Geflügel Suppenhühner� 1 1 0.» Wolgahühner 1.20 Enten...... Pfund 1.30 Frisches Fleisch Kalbskamm. Pfund 0.84 Kalbsb USt.. Pfund 0.84 Kalbsnlerenbrat. 0.94 Kalbskeule�;»"Ä'l 05 Querrippe.. Pfund 0.84 GulaSCh... Pfund 0.95 Liesen.... Pfund 0.80 Rinderkamm Pfund 0.85 Rinderbrust. Pfund 0.85 Schmorfleisch sJJi. 1.10 Hammeivorderfl. 1.04 Schweinekamm n. Mdcca, mit Betlaae. r-hnid'*' 0 Schweineschlnk.- «« Beilage, Pnmd 1 Prima gefrlerflelseh Rinderkamm Pfund 0.84 Rinderbrust. Pfund 0.84 Rinderleber. Pfund 1.20 Gebrannter Kailee eigene Rösterei M Pfund von| 80 an Spezlat-Mischung 0#56 � 0.88 jyarsfware/i Sülze(Schwein efl.) Pfd. 0.72 Dampf- u.Rotwurst 1.00 Leberwurst�'wuHs 1.25 Jagdwurst.Pfund 1.45 MettwursW�Ä 1.45 Filetwurst.. Ptund 1.65 Schinkenwurst Pfd- 1.65 Speck fett 1.15 mager 1.55 Landmettw.�Ä 1.65 Käse u. Fette Ramado u..- stück 0.20 Limburger Aiig. 1.00 0.45 Schweizer Art �7. 0.68 Schweizer dän., Pfd. 0.90 Steinbuscher vom. 0.95 Tilsiter Art o. Rinde 0.75 Tlisiter vollfett, Pfund 0.98 Edamer voiifett, Pfund 1,10 Holländer vom., Pfd. 1.10 Backobst Pflaumen �„�.48 0.62 Pflaumen bosn., o. st 0.60 Backobst'?�0.43 0.68 RlngäpfelÄ0.65 0.80 Saure Kirschen m 0.78 Pfirsiche"�0.30 1.10 Aprlkosenkaj&0.90 1.15 Birnenkaiii. Pfd. 0.90 1.15 Konserven Vi COM Gemüse-Erbsen. 0.58 Junge Erbsen..0.63 Karotten geschnitien 0.40 Haushalt-Gemüse 0.78 Gem. Gemüse mitteif.1.10 Brechbohnen...0.60 Schnittbohnen..0.58 Kohlrabi mit Grün 0.58 Bruchspargel dünn 2.10 Sellerie in Scheiben 1.00 Senfgurken....0.78 Apfelmus...... 0.52 Pt.aurnen mit stein 0.63 Mirabellen..... 0.93 Preiselbeeren...1.05 Aprikosen...... 1.05 Rr. 57* 47. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts vienStag, 4. Februar 4930 Die VUlwortmig des RddisanwaUs Heine sagt Herrn Jörns bittere Wahrheiten CSht neuer bös« Tag für Herrn Reichsawvalt Jörns. Und doch tonn« von Glück reden; durch die Ab rossen. her- des Rechtsanwalts Dr. Paul Levi ist ihm bestimmt so manche unan- genehme Frage erspart geblieben. Aber auch der Angeklagt« Bornstein selbst macht seine Sache nicht schlecht,„jherr Reichsanwalt', fragt er. �haben Sie auch sonst Gelegenheit gehabt, mit Brichern eines Mordverdächtigten zu- sannnen zu speisen, ähnlich wie im Edenhotel mit Hauptmann P f l u g k- Härtung?' Im Auto, das Karl Liebknecht in den Tod führte, be- fand sich als Begleiter der Kapitän- leutnant Pflugk-Hartung von der Ma- rineschwadron. Der Kapitän Pflugk- Härtung war der Adjutant des Haupt- manns P a b st. Der harmlose Kriegs- gerickstsrat ahnte ab« da absolut keine Zusammenhänge.„Waren sie in Lan- de-verratsprozessen auch so ahnungslos?' So ungefähr fragt ihn der Angeklagte. Eine andere Episode aus der Verhandlung: Der Jäger Runge hatte«klärt, daß seine Frau Geldunierstützungen bekommen hat. Der Reichsanwalt denkt gar nicht daran, nach den Geldgebern zu forschen.„Ich hätte es wohl anders gemacht', sagt der Vorfitzende. Herr Jörn» ist darüber sehr verwundert. Der Herr Reichsanwalt stellte sich gestern m gemeinsame Front mit den Kommunisten und verdächtigt den Rat der Bolksbeaustragten und die damalige Weimarer Reichsregierung. Cr hat die Stirn, zu fragen: Jjai die Regierung nach der Ermordung d« beiden nicht frei aufgeatmet?' fragt er den Zeugen. IN« und nimmer, sagt Landsberg. Die Mitglied« des Rate» der volksbeauftragten waren erschüttert. �Hielten Sie nicht die beideit für die gefährlichsten Feinde des neuen Staates?' ruht Herr Jörns imm« noch nicht. Und erhält zur Antwort:„Ich habe nie daran gezweifelt, daß Deutschland sich cms dies« Zeit herausarbeiten würde und daß es für den Bolschewismus keinen geeigneten Boden vorstellt. Leuiaaut a.*0. Liepmann als Zeuge. D« Leutnant a. D. und jetzige Zteferendar L i e p m a n n, ner- mieiü vom Kriegsgericht in der Sache tcr Liedtnecht-Ermordung. sitzt— denn seine Nerven können immer noch nicht zur Rulhe kommen— vor dem Zeugentisch. Diesmal klagt e r an; in seinem Prozeß war Jörns der Ankläger. Welche war die Rolle Pabst? Welche die von Pflugk-Hartung— der eine war überhaupt nicht verhostet, der andere noch setner ursprünglichen Verhaftung (entiaflen worden. Wie sich es im Zellengefängnis aus? Als D.epmann das Auto bestiegen hatte, um den Abtransport Liebknecht» in das Moabiter Gefängnis zu leiten, traf er darin einig« ihm unbekannte Personen in Mannschaft, uniform. Haupt- mann Pflugk-Hartung, Pobsts Adftltant, erklärt«, dies» habe die Leute als Legleiter bestimmt.— Liepmann kommt von der Rettungswache, von Liebknechts Leiche, um Pobst Meldung zu er- statten: Im selben Augenblick schleppte man Rosa Luxemburg die Treppen d« Eden-holel» hinunter. Pabst war über Liebknechts Tod bereits von Pflugk�artung insormiert— mm konnte Rosa Luxemburg.erledigt' werden. Der Zeuge, der diese Aussagen in der ersten Instanz eingeschränkt hat. bestcht jetzt auf derselben mit voller Bestimmtheit. Sensationell wirkt die Behauptung Liep- manns, er habe die Ausreisebewilligung von Erzberger er- Der Vorsitzende and die Beisitzer halten, obgleich dieser gewußt habe, wer er ist: der Paß fei, als er kam, bereits fertig gelesen. Wie Heine über Zorns denkt. Auf den Zeugen Liepmaim folgt Heine. Er ergänzt Lands- bcrgs Aussage. Mitglied des Staatsrats in Dessau, wurde er zum prcußifchenJustizminister berufen. Er befand sich gerade auf dem Weg« nach Dessau, als er aus einem Flugblatt van dem Tod Liebknechts und Luxemburgs erfuhr. Da es anfänglich hieß, Rosa Luxemburg sei von Zivilpersonen ermordet, so beauftragte er die Staatsanwaltschaft mit dem Ermittlungsverfahren. Später war er gezwungen, sich initiier militärischen Untersuchung ab- zufindcn. Er ließ sich regelmäßig berichten, verlangte aber schließlich Einsicht in die Akten. Währendeiner Sitzung der Nationalversamm- lung logen sie ihm vor. Cr konnte nur flüchtig in sie Einblick nehmen; ihm fiel aber gairz besonders der Umstand auf, daß Ober- leutnant Bogel nicht verhaftet war. er hatt>e den Eindruck, daß nicht mit der nötigen Energie vorgegangen werde. Deshalb richtete er an den Reichsjustizminister, an den preußischen Kriegsminister und an den Reichstriegeminister ein Schreiben, in dem es u. a. hieß:„Das preußische Instizwimsterivm ist unmillolbar interessiert, daß da» Vertrauen zur Zvftiz der republikanischen Regierung nicht«schnllert w«de. Es handelt sich nicht wir um die Sühne, sondern um die Beseitigung politischer Wirkungen, die durch das Verbrechen selbst und durch die Art semer Verfolgung verursacht würden. Es muh Oberstaatsanwalt Köhler ein politischer Schaden verhütet»«den. der nickst reparierbar sein würde.' Heine fall noch die Frage beantworten, ob die Justizverhallnisse damals derartig« waren, daß an eine ordnungsmäßige Durchfuhrung des Strafverfahrens gegen die Morder Luxem- burgs und Liebknechts möglich gewesen wäre. Der Zeuge antwortet auf diese Frage mit einem entschiedenen.La'. Dem Nebenkläger genügt diese Antwort nicht.„Wenn Sie, Herr Zeug«, von der Art, in d« ich die Untersuchung führte,«in« Erschütterung d« Rechts- pflege befürchteten, weshalb haben Sie nicht eingegriffen?' fragt er.„Ich habe ja eingegriffen, indem ich den eben verlesenen Brief geschrieben habe; D« Brief hatte Sie ja gezwungen, die ver- haftnng Vogels vorzunehmen. Im übrigen trug bei der großen politischen Bedeutung des Verbrechens nicht bloß ich als preußischer Justizminister die Berantwortung, sondern sie traf«inen jeden Deutschen, auch Sie, Herr Jörns! Sie haben aber am Rande des Berichts die Notiz gemacht:„Fällt nicht unter di« Verantwortung des preußischen JustiMinistersl' Der Runge-Komplex wird noch ausführlich am M i t t- wach bei Vernehmung des Jägers Runge, jetzt Radoff genannt, zur Erörterung kommen. Blihlichipulver explodiert! Arbeiterinnen lebensgefährlich verletzt. Am Montag nachmittag ereignete fich in«in« Fabrik für photographische Artikel d« Firma Lumicreiährigen Arbeiter, der Passanten belästigt«, und einem Polizisten. Als der Beamte eingriss, schlug ihm der Arbeiter ins Gesicht und versuchte ihm die Pistole vom Leibriemen zu ent- reißen. Der Beamte siel zu Boden und erhiell noch mehrer« Schläge regen den Unterleib. Als er sich endlich durch den Gebrauch des Sellengewehrs freigemacht hatte, lief der Arbeller in ein Haus und bedrohte den Beamten weiter. Bei der Verfolgung erhiell der Beamte abermals einen Schlag mit einem harten. Gegenstand. Der -Polizeibeamte gab darauf zwei Schüsse ab, von denen. der zweite bat Angreifer kampfunfähig macht«. Der Angeschossene st a r b kurz nach seiner EInlieferung im Krankenhaus. Der Vorfall bedarf dringend der Untersuchung und Aufklärung. kieburg gestorben. Der frühere Leller des Berliner An- 'chaffungsamtes, K i e b u r g, der bekanntlich noch der grundlegenden Reorganisation dieses städtischen Betriebes im Jahre tstZ5 entlassen wurde, ist an den Folgen einer Mandelentzündung gestorben. Kie- bürg spielt«, wie erinnerlich, in der Sklarck-Üntersuchung eine Rolle, und gegen ihn selbst war ein Ermittlungsversahren«im --«leitet worden, in dem die Verhältnisse bei der Anschaffungsgesell- schast unter seiner Leitung einer Prüfung unterzogen werden sollten. Ostn eigenartiges Zusammentreffen ist es, daß Kieburg, ebenso wie istn Nachfolger beim Berliner Anschaftungsaint. Obermagistratsrat Schalldach, im Laufe der Sklorek-Untersuchung gestorben ist. Z. Hauptversammlung des DAE. Im Römeriaal des Kroll-Cta. Hissements hielt der Deutsche A u t o- C l u b seine 3. ordentliche Hauptversammlung ab. Im Verlaufe der Versammlung, i ie aus allen Gegenden des Reiches stark besucht war, wurden dem Porstand und dem Schatzmeister Entlastung erteilt. Für den frei, .«wordenen Posten des stellvertretenden Sportpräsidenten wurde Tft. Heymann- Düsseldorf einstimmig gewöhll. Abends gab der DAC. in denselben Räumen einen Empfang. In einer kurzen Ansprache schilderte der 1. Vorsitzende Dr. Brandt den glänzenden 'lufstieg des republikanischen Auto-Clubs. Schon nach einjährigem Bestehen zählte der Klub 3100 Mitglieder. Heute kann der Auto- Elub bereits die stattlich« Mitgliedschaft von rund 5600 republikanischen Autobesitzcrn aufweisen. Em Vertreter des "ouring-Elubs überbracht« im Anschluß daran dem Auto-Club die Grüße seiner Organisation. «wsendimgei, für dtef« Swbrtt stad V e r li» SW« Sintenftrahr 3, G stet,», bas ec||r{«1cf»tartai .Hof, ZTrruve» recht».;» richten i. P.teit Tirrq-rt«». Mittwoch. 5. ffeSniar. 18 HSr,«Ichtia« Bezirksver. s-lmmluno in d-r Cchulanla Vochumer(Str. Et. 7. Swi» Storlottenburo.{Sreie SchlUoemrinb«. Mittwoch. 5. Februar. 20 Nlit, in der Aula der weltlichen(Schule. Pektalo�islr. 40, Iaqrezvcr. lammluno. Bericht und Rcuwail de» Dorstandes. j Sterbetafel der Groß- Berliner Partei« Organisation te.«dt. 9rm XU Sanaar verliard unser Genosse isrid Mieae. . aüe 80. Ebre feinen, Andenken. Einöschcruna am Mittwoch, dem d. Fe- bruar. um 1t Ubr. im Krematorium Ecrichttirahe. Wir bitten um reae Sie- Gaarbrllcker dem 5. sse- teillaun«. 123.«dt.»anledsrf. Am 29. Aanuar veritarb unser Genosse Otw Bobm. Bredercelstr. 8. Ebre seinem Andenken. Veerdiauna beut«, Dienstag, U Uhr, auf dem lWcdbof in Äaulsdorf. Wir bitten um rege Beteiligung. fZ g. Seele Wilweredarf. Mittwoch. 8,»ebrnar. 2» Ubr. im Biktori». �«orten, Nilbelmeon» 114—118, Sre>»mitglicl>er»erf Abt. 20 Ubr bei Lebmann,«ümasweg 8, lsunktionärssbung. - 56. Att. 20 Ubr bei Liersch. Kantstr. KZ.-snnktionörslbuna. 82. Abt. Steplld. 20 Ubr bei Schellbafe, Abornür. 18», lsunkiionürfibnng. Alle neuaewöblten it,,nktionSee müssen erscheinen. Reukölln. 89. und 90. Abt. SPS-isre'denker. 28. Beoirk. pünktlich 20 Ub- Pcrsammluna im Pdealkaüno. Weichselftr. 8. Bortrog des Genossen Mebl- bofe. Dir bitten um reae Beteiliauna.— 98. Abt. 137. Bezirk. 19H Ubr Zablabend bei Teich. Snesebeckür. 188. Nevwabl der Bczirksleiwna. 99. Abt. Brid-Buckow. B«»irk«rodüedlnna. 20 Ubr in der Halle am Hui- eisen. fsrid-Pcuter.Allee, politischer Arbeitskreis. Tbema:„Warum ünd nicht all- wirtschaftlich Adbänaigen sozialdemokratische Wäbler?" Referent! Dr. Geora Becker. 101. Abt. Treptow. Beginn des Kursus der Arbeitersbildunasschnle über drei Abende. Referent: Alerander Stein.„Staat. Partei, Sozialismus." I. Abend: Hinderbort Wildenbrnchstrobe. 20 Uhr. 198. Abt. Söpcnick. lRicht 16. Srei, söpeuick l 19>g Ubr gfunktionärOduna nur der Abteilnna, nicht de» Sreife». im Lokal Nanwann. Am Stadlpark. 132. Abt. Blankenbura. 20 Ubr Zablabeich und Mitaliederverfannnluna bei Klua. Dorfftr. 2. Portraa:»Die ssmanalage der Stadt Berlin". Reke. rent: Surr Ziebmann. Alle Senossiniwn und Genossen werden um Ihr Erscheinen gebeten. 140a. Abt. Wittenau. 12'6 Ubr bei Schult. Am Rorddabnbol, Porssandsüduna. Die Benrksfltbrer werden gebeten, um 20't Uhr ebendort 8U erscheinen. Fraueaveranslaltungcn, 14. Srei» Reutüll». Wi'twoch. 8. isebruar. 20 Ilbr. bei Wolf. Saiser-isried»- rich-Etr,-178, Ecke Rokeaaerslrab«, wichtige fsunklionäriunenübunq. Alle Abteilungen mitssen vertreten sein. 140s. Abt. Wittenau. Mittwoch. 8. isebruar. 12 Ubr, Sranoniederleauna an der Grabttätte der Gcnofün Mier. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. Treffpunkt an der Grabstätte. Bezlrksausschuh für Ztrbelterwohlfahrt. 10. Srei, Zeblendors. Sprechstunden in Wobliahrisangeleaenbeiten Don- nerstags vou 17 bis 19 Ubr bei Zander. Zeblendorf. Sven-Hedin-Str. 74. 11. Srei« Schöneberg. Tie Beftchtiguna fällt au», sie findet am 12. ge- bruar. 14 Ubr, in der Wilbrlmfti. 18, statt. 16. Sreie Sönepick. Heute findet der 4. Abend de» Sursü« über:„So. üiale Gericht-h lfe" statt. Referentin: Genossin Paula Surgah. Beginn 19 Uhr im SiZung-, immer 82 de» Rathause» Köpenick. Vereinigung sozialdemokratischer Studenten. Perichtigung! MitaNederperiammluna bereit» beut«. Dieustag. 4. isebruar, 20 Ub«. im Bortroaslaal de» Partei, arftande«, Lindenftr. Z, II. Haf. Zungsozialiften» Gruppe Trmpelbof.Marseodarl. Heut«, Diens'ag, 20 Uhr. im Zuaendbeim Zcmprlhof. Germaniastr. 4-6. Sinnana Göi-strahk, Dsrtrag:.Obriakcitsftaat und Volksstaat" Re'erent: Dr. Gregor Bienstock. Gruppe Sllmercdorf. Heute, Dienstaa. 20 Ubr. im Zuaendbeim Wilhelms- aue, ilortfebung der Arbeitsgcmeiufchafl:„Das Kommunistifch« Manifest'. Arbeitsgemeinschaft der kiuderfreunde Grost-Lerlin. Srei« Sleuköllu. Heut«. 17 Ubr. Baracke Tanabokerftrahe. Sprechstunde. Gz ssnd unbebinat sämtliche Jugend berdergsauzw eile gurücknugebcn. Andernfalls Srneuerung fraglich. Geburtslage. Jubiläen usw. . 7. Abt. Unser» Senosstn Elifabatb teufe,«ouenftr. 10, blickt aus ein« Zöläbrige Parteimitaliedfchaft»u ück. Der Zubllari» berrli'ste Glückwüufss>«. 43. Abt. U-Ierem larafährigeu Geuofle» Sari Schulz»um 60. Geburtstage dl« berolickste-«lückuuuiche. 77. Abt. SSöneberg. Unserem G« Nossen Adolf ikeldmauu«u seine» 70. lbeburtstoar die ber»rlchft«v Glückv-itusck«. Möge e» ihm ocrnouut(eis, »och recht lang« in uujercn Reiben tätig»u sei». J.ssvdl: WAZ.TdüL. ««-ii-m-Ioe.» doUm-.OtmGdeckacbl iSdine6.=fkK1lGew4rs@WiMe ygr— fTT- Die extrem kalten Lustmassen, die von Rußland nach Westen strömen, haben am Montag von deutschen Ländern nor Ostpreußen überslutct. Dort lagen die Temperaaurcn m.ist um mehr als 5 Grad unter Rull. Die Kaltlust scheint sich nunmehr wieder auszubreiten. Am Moniaa hat sie die nördliche Hälfte Polens erneut in ihren Bereich einbezogen. Wahrscheinlich wird sie die deutsche� Gebiete östlich der Oder im Lause des Dienstag erreichen, sie dürfte die Provinz Brandenburg erst später überftuten. * Wssteranssichlen für Berlin und weitere Umgegend. Meist trübe oder neblig, vereinzelt etwas Schnee, wenig geänderte Tem- pcraturen, östliche Winde. Allgemeine Wettcraussichken für Deutschland. Im Westen wolkig. Temperaturen meist über Null, vereinzelt etwas Regen, in Mittel- deutschland trübe oder neblig, Temperaturen um Null. In Osn deutschland Schneesall, besonders in Schlesien, im Nordosten fort- schreitende Abkühlung.__ Brieftasten Oer Redaktion. «.$- Stellen Sie einen Antrag. ans Gewöbrun» der Witwenrente. Der Antrvq Ist cn bk tandesverstchcrunac-onstQlt in Berlin. Am ÄoVnlschen Bare 3. zu richten.— Alter Lbonucvt 18S4. Sie haben keinen Anspruch auf Erstattung. da Sie im veraangeneu Iakjre weniger als 4 M. nn Lolinsteuor entrlchte� kfaben.— W. 44. Einen Antrag auf Stundung b�w. Nicderschlagung der JödUäfiinsfUuer könne« Sie nur dann stellen, wenn von Ibrcm Grundstück eine solcke Steuer erlloben wird.— ck. D. 31. Wenden Sie stck, an die Bank fü« Arbeiter, Angestellte und Beamte. Berlin. Wallstr. st-V— v. L.?raae kann nur an£and der Verstcherungsüedmgungen beantwortet werden. Richten Sie in jedem �alle cincu An'rag auf Erstattung an die VerslcherunasacsAs6>ift. — S. S. O. St 24. Istre Tochter kann nur mit Genellmigung ihres Mannes Über die von illr in die Elle eingebrachten Lachen verfügen.-- P. S. 3. 1» Ja. aller nur für die Tauer der Untauglichkeit. 2. Von der s?rrcd?nsmlete und ab?urechncn: a) für die Heizstoffe für Sammellleizunq 7 Proz. b) für die Hei.� ftnffe für Warmwasserversorgung 3 Prv�. Das Wassergeld kann in voller �olle umgelegt werden. 3. Nach unserer Ansicht ja. 4. Die Bekanntmachung Über die M et�insdildung gilt für gam Berlin. Ausnabmen bestellen nicht— Rr. 1111» Eine g2s6)'ed2Ne Ellefrau llat keinen Bnsvruch auf Wirw-nren e. Der Anspruch bestallt auch dann nicht. w?nn der vcrstorllene Ellemann ichr gege«- über unterllaltspflichtig war.— O. G. 43. Die arisenumcrftiitmng dart sammen mit den Einnahmen drs Arbeitslosen in den blassen l und li vst Bro�.. in der Klaffe w 78 Pro,., in der Krasse IV 72 Pro,., in den Klassen V und VI 65 Pro,., in der Klasse TO 628 Pro,,»nd in der Klasse TOI«0 Prd8 de» Ginbeitslobnes des Anbeilslofen nickit Übersteigen fZre.aren,:,. Den«,n. nubmen des Arbeitslosen stehen die Sinnahmen seiner Ana-hörigen fllnrfv Ss crbÄ: sich jedoch die ffre'aren,- Mr jeden Anachörigen in der Klasse I UM 50 Pro,., in der«lasse II um 40 Pro,., in der Klasse IU um 88 Pro,., in d-r Klaft IV um 30 Pro,., w den Klassen V und VI um 28 Pro,., in der «lasse Vll um 22 Pro,., in der Klasse vin um 20 Pro, des Einbeitslohnes. Bon den Sinnahmen der Anaehörlaen aber bleibe» 80 Pro,, insoweit unde- rücksschtPi. als N-(80 Pro,) den Betraa übersteia-n. um den die ssreiarrw« aill ZUIckückn auf den Aba-börig-n erhöbt worden ist. Verantwortlich für Politik- Dr. Snrt«euer! Wirtschaft'«. iNingelhkfe«: Gev-erkschaitsbewegung: A. Steiner; Feuilleton: Dr. John Schikow»?»; Loka1e< und Sonstiges Krik Aarstädt: Anzeigen: Td. Glocke? samtlich in Berlin. Verlag: Borwärts-Berlag G. m d. H Berlin Druck: Borwärts-Buchdruckueei und Lerlagsanstalt' Vau! Singe? u. Co.. Berlin SW 63 Lindenstrahe S. Hierzu 2 Beilage»»ad �Uutsrhaltuna»nd Äissen� Wl> E S O L C H E Q W A I I T A I Alle, die unsere Cigaretten rauchen, werden zugeben, daß eine solche Qualität nicht ohne geeignete Maßnahmen erzielt werden kann, und daß dazu ein großzügiges Tabakbeschaffungsprogramm erforderlich ist- Gerade dies ist der kritischste Punkt in der Tabakbranche und nicht leicht zu erreichen. Zu den Voraussetzungen für eine unverändert hohe Qualität gehören Qualitätsprinzipien und ein Unternehmen von großem Ausmaß. Es ist daher erklärlich, warum wir unseren Rauchern Cigaretten von einer solchen Qualität bieten können. MAN tDONClOARir-ItN Ott GROS SEMARKt MAKEDON CIGARETYEN DIE GROSSEMARIC' MAKEDOrtOGARETilEN DIE GROSSEM ARE* MAKEDON CIC-ARETi'N DIE GROSSEM� MAKEDOdIGIGWck lND.IE GROSS6 -MAKEDON CIC- JB fN DIE. GROSS? Makedonci Makedon a, MAKEDON CI. EGROSSEMARKt MAKEDON CICT�ilEN� GROSSE MARK MAKEDONCI ��ETENtA MAKEDON ClGARc TfN� MAKED,0(JC(GARE1 MAKEDONCIGAREr�WlE.GK MAKEDONr''.> TfN* EGRG MAKEDOf■.S\\\tNDIEGRO MAKEDON i.'/VG�IDIEGP MAKEPONCIGAK{i;i X?IE'' MAKEDON CIGARETTEi�L. MAKE DON CIO ARET.TEN� MAKEDON ClOARETd MAKEDON CIGÄRE M/JKFDONCIGARF MAKE DON lTc■ EllW G c I G A R E T T E N MAKEDON CIG ARETTENFABRIK G. M. B. H.. MAINZ AM RH. EIJENOIEG TA 1�1 MAKEDONCIGARETTENDtEG.. L'-H makedonCigareeiendieG X X_J MAKEOÖNCIGAREkTENDItG" MAKEDONetGAREsTENDIEG. X/t MA�IUDONClG&RffTENDIEG p, MAKfßONCICiAOtfTENDIEG ■MAKEnONCIGÄREIIENDIE Grosse MARKE MAKtpOfJClGAREHENfiUtGiiOSSeMAR.KE MAKEßONcklGACEITENOIEGROSStMAIfKIi SOZI AI.4 Pf, PERFEKT5Pf SEEECTöPf 9 Gcncralvcrtrctunst CARL SÜDEL, Berlin W 35, Potsdamer Strafe 118, Telephon; BL Kurfürst 8354 Tljl. 5 u.S1;, Uhr. Barbarossa 92S6 Pr. MM. Woohsntg.BU.80Pf.-3M. C*n Collcano, 4 Bronetts and wehere zum I. Male w Europa gszeigteSpltzenlelstungen PlrÄ�A Tigi.» u.•» Sonnt.». S>. 3" —.-.- J A:ex. 8086 | INTERNAT. VARIETfe WWW Direktion Dr. Nartin Lokal» Komische Oper fnMilckltr.104 Merkur 1401 4330. Nach vollständlEem Umbau Täglich O't« Uhr Hulla di Bulla Archwenk»od Arnold und Beeh Ei! Ould« Tm«l»e er, Mult. Sahreih. Horn.«Idahreod. Walter Deoe, ritnlf, Bniimer, Wonek LusUpieihaus Friedrich str. 236. 2902' 2S. liele ail Ira zweiiea Bilä. tfervwrfcau' in Oelsen Häusern ab to Ohr un unterbrechen. Operette Ton MillOdcer IsOsn Viuhsmao S.». Somuag S Ohr. NeueinfÜhruag ab l. 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Teilzahlunz««»��ecriel. Stogl'ff. B-rkbusM'":., Nr. 57* 47. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Dienstag, 4. Februar 4930 SS Fünf Lahre Zigarettenkontingent? Der Preis für den Krieden zwischen Industrie und Handel. £«r Konsliki. der zwischen dem Tabatwarenhandel und der ZigareNenindustrie ausgebrochen war. ist durch eine Einigung unter den Interessenten beigelegt worden. Die Zigarcttenindustrie hatte die Steuererhöhung zum gröberen Teil aus den Handel abgewälzt und durch die Einführung eines neuen Rabattsystems den Rabatt» satz für den Kleinhandel um 2 bis 3 Proz�, und für den Groß- Handel um etwa 4 bis 5 Prvz. verringert. Der Täbathöitdel hat in diesen Maßnahmen eine Verletzung der Vorschriften des Tabak- steuergejetzes erblickt, nach dem eine unbillige Teschränkung des Handelsnutzens" verhindert werden soll, und an die zuständigen Ministerien appelliert. Die gemeinsamen Verhandlungen der Interessenten beim ReichswirtschastSministenuin blieben ergebnislos. Nunmehr ist in privaten Verhandlungen«in« Verständigung auf folgender Grundlage erzielt worden: Di« Rabattsätzc werden ab l. Februar sowohl für den Kleinhandel wie für den Großhandel wieder ein wenig aufgebessert— der Kleinhändler erhielt bis End« vorigen Jahres«inen Rabatt von 25,7 Proz., ab 1. Januar von 23,2 Proz., ab 1. Februar für alle Packungen über zehn Stück wieder 24.3 Proz.— und sollen noch eine weitere Aufbesserung um 1 Proz. erhalten, also nahezu bis an die Spanne vor der Steuer- erhöhung gelangen, falls di« Koniingeniierung der Zigaretten- Produktion auf 5 Jahre verlängert wird. Der Handel fall und will sich für eine Verlängerung der Kontingentsdaucr einsetzen. Man muß sich erinnern, daß die Zigareltenlndustn« schon immer mit allen Kräften bemüht war, sich ein fünsjähriges Kontingent zu sichern. Nur dem Widerstand der Sozialdemokratie gelang es, die Kontingentsdauer aus l'-L Jahr zu verkürzen. Nur die kurze Befristung der Kontingentsdauer, die Schutzbestimimingen sür die Konsumenten gegen die Preiswillkiir des Trusts und der osfenbleibendc Weg für ein staatliches Zigarettenmonopol ermög- lichten unser« Zustimmung zum Gesetz. Diese Sich«rung«n sollen jetzt zunichte gemacht werden, der Trust will mit Hilf« eine auf lange Dauer gesetzlich gesicherte Monopolstellung nochmols zu erreichen versuchen. Die Absicht der gesetzgebenden Körperschaft war,«in« A b- wälzung der Steuererhöhung auf die Konsumenten zu ver- hindern. Die Steuercrhühung sollte aus den großen in der Zigarettenwirtscbost noch vorhandenen Gewinnrcserven getragen werden. Di« Zigarettenindustri« gibt selber zu, daß ihr durch Kon- lingentierung erhebliche Reklameersparnisse entstehen. Nun ist an sich nicht zu verkennen, daß die Höhe der Handels- rabatle zu einer ungesunden Ausdehnung des Handelsgewerbes geführt haben, die den lebensfähigen Handel stark schädigt. Keineswegs kann man in dem jetzigen geringsügigirn Abbau der Rabatte für den Einzelhandel und dem etwas fühlbareren sür den kleinen Zwischenhandel eine unbillige Beschränkung des Handelsmitzcns erblicken. Unverständlich bleibt, wie der Handel sür den Preis einer zu- gesagten Rabotterhöhung um 1 Proz. sich für ein« Verlängerung der Kontingentsdaucr. also sür ein langsristiges, gesetzlich ver- ankertes Monopol seiner Lieseronten einsetzen kann. Für den Handel sind wirksame Sicherungen, sobald der Trust ein« absolute, gesicherte Moiwpolstellung erlangt hat, nicht erreichbar. Nachdem der Trust ein umingeschränktcs Monopol erlangt hat,, wird er� bei nächster Gelegenheit doch eine Rabattoerkürzung nehmen. Es besteht aber noch«ine weitere Gefahr: Di« Aufbesserung der Rabatte könnte dein Trust leicht einen geeignelen Borwand sür eine offene Preiserhöhung bieten. Wenn es noch dem gemeinsamen Plan von Handel und Industrie ginge, und der Zigarettentrust ein langfristiges Kontingent eingeräumt erhielte, dann würden Verbraucher wie Händler auf die Dauer die Monopolstellung des Trusts nach viel stärker als bisher zu fpürm bekommen. Di« Sozialdemokratie wird eine Verlängerung des Kontingents aufs stärkste bekämpfen, und auch die bürgerlichen Parteien werden sich hoffentlich nicht ins Schlepptau der Inter- effenten-nehmen lassen und die Konsumcntenschoft auf Jahre hinaus einem in seinen Geschäftsmethoden nicht gerade wählerischen Trust ausliesern. Aber auch der Hand«! sollte sich besinnen und koiv sumentenseindliche Trustsordcrungen nicht unterstützen. Zum Schild- knappen sür den Trust ist er zu schade. Gewerkschasten als Wegbereiter. Gin wertvolles Buch des Deutschen Baugewerksbundes über das Baugewerbe. Es ist«in tief b«sricdig«ich«s Zeugnis für den Will«» zur aktiven Wirtschaftsgestaltung. daß die großen Se- werkschaftsverbänds imnrer mehr ihre Industriezweig« im einzelnen durch s o r j.ch e u und. ihren Funktionären und Mitgliedern für Arbeite� geschriebene und für di»- wirtschastspolitische Auswertung berechnete.Bücher in die Hand, geben können..... Em solches Buch hat jetzt der Deutsche Baugewerksbund herausgebracht. Die„Privatkapitalistische GescUschaftsordnurig im Bau- gewerbe" ist sein Titel, es ist im Verlag Deutscher Baugewerksbund» Hamburg erschienen und umfaßt inst den ausgezeichneten Namen-, Such-, Gefellschofts» und Literaturregistern 221 Seiten. Das Buch ist im Auftrag« des Deutschen Bäugemerksbundez vom Genossen Kurt Heinig verfaßt, der schon nrehrsach sehr werwolle Mono- graphien ähnlicher Art geschaffen hat. zuletzt noch im Auftrage der freigewerkschafrlichen Eisenbahner„Lieserindustrien der Deutschen Reichsbahngefellschost", ein Werk, das für die Kritik des neiten Reichsbahngesetzes von erheblicher Bedeutung ist. Das Werk gibt in einfacher und spannender Darstellung die historische und wirtschastlich-technische Entwicklung vom Bonhandwerk zur Baugroßindustrie, me sie heute vorliegt, schildert die Entwicklung der Unternehmungsformen im privaten Baugewerbe, die zerstörenden Wirkungen der Inflationszelt und den Wiederaufbau feit 1924. Sodann wird wohl erstmalig die Strukttir der wichtigsten deutschen Bauunternehmungen und die Berflechtting des Baugewerbes mit den Finanzmächten zusammenhängend dargestellt. Die Tendenzen wer» den im einzelnen nochgewiesen, die zur Spezialisierung in der Bau- Industrie und zur Entwickluiig von- BamINteruehmuNgen zu'industriellen Hilfsbetrieben führen. Das deutsche Baugeschäst im Aus- lande wird nach den darin tätigen Firnien und den hereingebrachten Aufträgen-dor�estellt: es.Mij».«'!!»« Analyse che? MMMOk�tsenttyIck- lung und der-Bilanzen im deutschen Baugemerbe gegeben und im Schlußwort wird die ungeheure Bedeutung des Baugewerbes als Schlüsselindustrie sowie die große Bedeutung der Frage dargetan, wie das Baugewerbe aus«iner Saison- zu einer Konjunkturindustrie gemacht werden könnt«. Man kann rchne Ilebertreibung sagen, daß einzelne deutsch« G e- werkschaftsverbönde heut« mit ihren speziellen Publi. kationen über ihre Industriezweige den von den Ilntcrnehtneru und auch der unabhängigen Wissenschqft durchgeführten Forschungs- versuchen überlegen sind. Daß dos in diesem� Fall« besonders zutrifft, ist ein Verdienst des Deutschen Baugewerksbundes und be- wnders des Verfaflers Kurt Heiwg. Weiter ans diesem Wegei Die U n.t ern c h m e r k l a s s e fürchtet nichts fo sehr wie das wachsende Sachverständnis der Arbeiterklasse in den eigenen Ange- lcgenhsitcn der deutschen Unternehmer. Die Arbeiterklasse braucht nichts so sehr wie die Fähigkeit, die Wirtschost mindestens ebenso sicher zu beurteilen und zu lenken wie dos Prwatkapitol. Der Klassenkampf der Demokratie hat als nornehmste Waffe den Geist. Wir müsien dies« Waffe ichmieden und gebrauchen! den Gläubigern 30. Proz. ihrer Forderungen garantiert. Darüber hinaus ergeben sich Rechte aus einem Besserungsschein, deren geldmäßiger Wert von der Realisierung der noch ausstellenden unsicheren Forderungen(an den Michael-Könzern und aus dem Bildergeschöft) sowie von dem Beirag abhängig ist, der aus der Erhöhung der Geschäftsanteile von 10 auf 90 M. eingehen wird. Das„Berliner Tageblatt' glaubt die aus der Erhöhung der Gefchäftsanteile eingehende Summe auf 2 bis Millionen Mark veranschlagen zu dürfen. Es ist der Meinung, daß die Erwartung des Verglcichs- vorschlages auf eine OOprozenlige Befriedigung der Glänbigerforde- rungen berechtigt ist. Zum Treuhänder der Gläubiger wird Rechtsanwalt Dr. E. H. Meyer bestellt, der jedesmal, wenn die liquide Masse 10 Proz. der Forderungen erreicht, unverzüglich entsprechende Abzahlungen an die Gläubiger vornehmen soll. Auioausstetlung in Holland. Oaö Land ohne Autoindustrie. F. W. Amsterdam, Ende Januar. Holland hat selbst keine eigene Zl u t o i nd u st r i«. Des« halb hat die hiesige Autoausftellung besonderes Interesse; alle Läu- der konkurrieren in Holland unter den gleiche« Bedingungen. Der Einsuhrzoll beträgt 12 Proz. Die Amerikaner haben sich aber bereits eine Vormachtstellung geschafse», aus der sie zu verdrängen kaum noch möglich sein dürfte. In den letzten 10 Iahren ist der Bestand an Krasijahrzeugen in Holland rund um das Neunfache gestiegen. M e h r a l s die Hälfte der jährlichen Einfuhr entfällt auf Fahr- zeuge amerikanischer Herkunst. In den Rest teilen sich vor- nehiu.iich Frankreich, Deutschland, Belgien, England und Oesterreich, zum Teil mit sehr niedrige» Quoten. Für Deutschland ist die Lage nicht aussichtslos. Aber man darf nicht vergessen, daß Deutschlands Stand sehr schwierig ist. Deutsche Krastwogen bieten zwar vielfach eine höhere Qualität, die Preisdifje- renzen sind zum Teil ober sehr erheblich, besonders schwerwiegend ist das bei Wagen mittlerer und niedriger Preislage». Di« neue Aussühtung des Horch 8, die hier zum erstenmal gezeigt wird, est hervorragend. Opel hat in den letzten Jahren in Holland gut ver- kaust, vor ollen Dingen seine Lastwagen. Von den Personenwagen hat der 8 FL Sechszylinder einige-äußcrllche Aenderungen erfahren, ohne aber sonderlich schön zu wirken. B r e n n a b o r hat neben seinen bekannten Typen in seinem �Juwel-Extra'«ine sehr beacht.-ns- werte Vervollkommnung geschaffen, die zweifellos Anhänger finden wird, ebenso rvie die einen sehr guten Eindruck hinterlassenden 2ldler- Wagen. Audi, DKW und Röhr sind sür Holland neu. Unter den Lastwagen sind vor allen Dingen in Holland solche leichterer Ausführung sehr begehrt, wie sie vornehmlich von Ford, Chevrolet, Opel und Citroen geliesert werden. Der Bedarf an schwereren Ausfühmiigen(Daimler-Benz, RAG, Krupp) ist dagegen geringer, während sich die kleinen Licferdreiräder von Goliath, Rollfix und StÄgbay auch hier ganz gut einzuführen fcheineu.� Trotz aller Schwierigkeiten, die nicht verkannt werden.dürfen, bietet der holländifchc Markt einigen deutschen Firmen ünmer die Möglichkeit, mit ihrem'Absatz langfam vorMringen. ohne aber etwa die Amerikaner in nennenswertem Maße verdrängen zu können. Endlich Kreditverbilligung? Heute lagt der Zenlsolaurfschuß der Relchsbank.— Diskont- ermöhiqung auf 6 Prozent erwartet. Der Ientmlausschiitz der Beichsbank ist für heule nachmittag 5 Uhr einberufen worden. Es ist mit Bcstlmmtheii zu erwarten, daß der Wechfeldiskonl der Rcichsbank von 61- auf 6 Prozent ermäßigt wird. Die Reichsbank hat ihren Ausweis zum 31. Januar veröffentlicht. Man kann ohne Ilebertreibung sagen, daß die Reichsbank. wenn ste nicht durch össenttiche Stellen in Anspruch genommen «orten wäre, zum Ianuarende noch nie so wenig zu tun hatte wie dieses Mal. Handelewechsel sind nur 220.7 Millionen neu zuge- flössen, und der Wechfelbeftond von 2027,9 Millionen ist auch für saisonmäßig stille Zeit des Januarendes als ein Rekordtiesstand anzusprechen. Auch die Summ? der Lombarddarlehen mtt 169 6— nach einer Zunahm- von 118,2 Millionen— ist sehr gering. Die Bestände an Reicheschotzwechseln betragen wieder 25 Millionen Mark, nachdem Ende voriger Woche die letzten Reichsschatzwechsel vertäust worden waren. Rur. weil össenttiche Stellen eingezahlte Steuergelder aus dem unverzinslichen Girokonto— Rückgang um 350 Millionen— in Anspruch genommen haben, erhöhte sich der Ilmlauf an Reichst) emknotc» um rund 700 auf 4053,2 Millionen Mark, derjenige an Rcntcnbantscheinen um 27 auf 372,9 Millionen Mark. Die Goldbestande haben um 10,6 auf 2297 Millionen Mark zugenommen, die Bestände an dcckungsfähigen Devisen haben sich um 2.8 auf 307,1 M'll'onen Mark oerrinvert. Trotz des Ultimo- tennins beträgt die Notendeckung durch Gold und deckunpcsähig« Devisen zusammen nicht weniger als 57L Prozent, das sind 45 Prozent mehr als die gesetzliche Vorschrift. Die Reichsbank wird heute ipohrscheinlich den Diskont herabsetzen. obwohl auch jetzt die Bank von England, aus die man zu warten schien, ihren Diskont immer noch nicht ermäßigt hat. Da der Zustrom ausländischer Geld« immer noch fortdauert, ist auch nach einer eventuellen Diskonternwßigimg kaum zu erwarten, daß die Reichsbonk viel Arbeit finden wind. Die bisherige, von wirt- fchastlichem und bankmäßigem Standpunkt unverantwortliche Verzögerung der Kredit verbillioung. die sür alles spricht, nur nicht sür eine sichere Führung der Diskonlpolitik, wird sich also auch gegen die Reichsbant selbst richten. 15 Milliarden Liier Milch in Preußen. Die Berliner Kühe liefern den Höchffertraq. Das Preußische Statistisch« Londesamt hat zur Grünen Woche Erhebungen über die M-lchleistungen der deutschen Kühe veröffent- licht. Im Durchschnitt liefert jede preußische Milchkuh im Jahre 2423 Liter oder rund 8 Liter pro Tag. Ueberraschcnd hoch ist die Leistung der Berliner Kuhställe mit 4399 Liter jährlich. Diese hohe Durchschnittsleistung ergibt sich durch die Abmelkbetriebe der Ber- liner Molkcrxien. Die sonst höbst« Leistung weist Schleswia-Hol» stein mit 2921 Liiern, die niedrigst« Hohenzollern mit 1605 Litern auf. Di« Statistik unterscheidet zwischen ausschließlichen M>lch- kühcn und auch zur Arbeit verw« nieten Kühen und bei den Milchkühen wieder zwischen solchen, die unter Leistungskontrolle stehen und anderen. Di« jährlich« Höchstleistung der unter Kontrolle stehenden reinen Milchkühe hat die Rhemprovinz mit 4380 Litern, die niedrigste wieder Hohenzollern mit 2760 Litern. Außerhalb der Leistungskontrolle zeigt die Grenzmark Pofcn-Westprcußen mit 1775 Litern das srb! echteste und Schleswig-Holstein, abgesehen von der Ausnahm« Berlins, mit 2836 Litern das beste Ergebnis. Vank lür Oeulfche Beamte liquidiert. Für die Gläabiqer 30 pro», und einen Besserungskätein Die Liquidattonsarbelten bei der Bank fürt Deutsche Beamte, bei der Taufende Verluste erlitten haben, sind beendet. Wir haben schon mitgeteilt, daß die Spar- und Kreditanstalt Dresdner Lank) �—-- w.«>■,.-j v v-zx Mehr Phospbördüttger? Zweiter Deutscher(Superphosphattag. Am Montag fand im Rahmen der Grünen Woche der Zweit« Deutsch« S u p e r p h o s p h ä t tä g im' Herren Haus'statt. Trotz des vermehrten Verbrauchs von Thomasmehl ist nach Direktor Förtsch der Verbrauch von Phnsphortäure pro Hektar landwirtfchast- -sich genutzter Fläch« im Ausland w«it größer als bei uns. Der deutsche Verbrauch verhält sich.zu dem in Dänemark,. Belgien und Holland ungefähr wie lOch zu 24 zu 31 zu 40. So erfreulich die Steigerung des Stickstoff- und Kaliverbrauchs fei, so notwendig sei «ine gesteigerte M thron Wendung von Phosphorsäure, um eine harmonische Volldüngung zu erreichen und wirkliche V o l l e r n t e n zu erzielen; Die Tagung wurde durch eine Reihe von Fachvor- trägen ausgefüllt. Aus dem Vortrag von Professor Ehren- berg- Breslau über ungelöste Düngungsiragen ging hervor, daß von der wissenschaftlichen Kunstdüngerforjchimg noch viel für den Ausschwung der deutschen Landwirtschaft zu erwarten sei. Pro- fesior Roemer-Halle betonte, daß die heutige Bodcnbcorbestmig noch lange nicht die harmonische Verteilung der Düngemittel im Boden garantiere.___ Preiserhöhung des Gtahlkartells. D.e erste Tat der internationalen Cxportverdände. Das mternattonale R ach st o y l k o r t e l l, dem die Eisen- induftrien Deutschlands. Frankreichs, Belgiens und Luxembuigs angeschlossen sind, hat jetzt die Gründung von Dcrkaufsoerbänden beschlossen. Damit ist die innerhalb des Rohstohlkartclls feit langem vielumftrittene Frage des Aufbaues von Exportsyndikotsn gelöst. Di« Neuen Verbände, die den Verkauf von Trägern, Stabeisen. Bandeisen. Halbzeug und Grobblechen übernehmen— die wichtigen Walzprodukte Röhren und Schienen sind auch im Vertauf bereits interna ional kartelliert—. sollen bereits mit Wirkung ab 1. Februar ihre Arbeit ausnehmen. Die erste Tat dieser neuen Verkaufssyndikate wird eine Preiserhöhung auf dem Welt- markt sein, die bereits Mitte Februar in Kraft treten dürfte. Diese Entwicklung bei dem europäischen Rohstahlkartell zeigt, daß die in ihm zusammengeschlossenen Eisenindustrien engere inter- nationale Kar'cllbindungen auch sür die Walzprodukte erstreben, sür die noch kein W-ltmonopol wie bei Schienen und Röhren be- strht.__- Gchichau-Werst erhält Arbeit. Die erst kürzlich mit Reichshilfe sanierte Schichauw�rft, deren Betriebe in Elbing und Danzig liegen, hat für ihr« Schiff- bauabteilung in letzter Zeit mehr«« größer« Bestellungen aus Sowjetrußlond erhalten. Bereits im vergangenen Jahr« gingen mehrer« Serien- auftrüge für Schlepper und Fischdampfer ein deren Wert sich auf etwa 9 Millionen Gulden belies. Jetzt sind in den letzten Wochen weiter« Dampierbestellungen der Sowjetregierung eingegangen, fo daß sich der Wert der augenblicklich In Arbeit besiMichen Schiff,. bauten für Rußlaich auf über 12 Millionen Gulden oder rund 10 Millionen Mark erhöht. Eine verfehlte Llntersuchung. Vas Internationale Arbeitsami und die Arbeitslosigkeit. �.ties der wichtigsten Probleme, das sich in den Na-Hrugs� /ren besonders stark dem Sozialpolititer wie dem Wirtschaftler aufdrängt, ist das der A r b e i t s l o si g t ei t. Das I n t e r. nationale Arbeitsamt, das uns schon viele ausgezeichnete Uvtersuchungcn gegeben hat, veröffentlicht über dieses Problem eine Untersuchung, die jetzt auch in deutscher Sprache vorliegt.(Das Problem der Arbeitslosigkeit in internationaler Betrachtung 1926 bi« 1928. Bericht an die 12. Tagung der Internationalen Arbeits- konferenz l Leider muß gesagt werden, daß diese Untersuchung des Jnter- nationalen Arbeitsamtes von einer falschen Theorie ausgeht und auch sonst in jeder Beziehung unzulänglich ist. Im ersten Kapitel wird aus 39 Seiten der Versuch gemacht, nachzuweisen, daß bei steigenden Preisen die Arbeitslosigkeit sinkt und bei sinkenden Preisen die Arbeitslosigkeit st e i g t. Das Ma- terial, das dazu veröffentlicht wird, beweist aber eher dos Gegenteil. Es ist gewiß ganz richtig, daß bei steigenden Gewinnen, also bei steigenden Preisen, das Leihkapital und die Spekulation sich den Jnidustriepapiercn zuwenden. Es kann also unter Umständen bei steigenden Preisen ein vorübergehender Auftrieb erfolgen. Dieser Auftrieb kann aber nur von kurzer Dauer sein Der Beschäftigungsgrad der Wirtschast hängt auf die Dauer nicht ab von hohen Dividenden und Gewinnen, sondern vom A b- s a tz. das heißt also von der M a s s e n k a u f k r a f t. Je höher die Preise, je höher der Gewinnanteil des Kapitals am Ge- samtertrag der Wirtschaft ist. desto niedriger ist der Lohnonteil und also auch dr« Gesamtkaufkraft. Wenn man eine Theorie konstruieren will über das Verhältnis der Preisbewegung zur Arbeitslosigkeit, dann könnte man mit viel größerem Recht die umgekehrte Theorie aufstellen, die die Untersuchung des Jnter- nationalen Arbeitsamtes vergeblich nachzuweisen bemüht ist. Dieses vergebliche Beginnen ist ja auch irgendwie dem Der- fasier(oder den Verfassern) der Untersuchung zum Bewußtsein ge- kommen. Nachdem man im erste» Kapitel sich abgemüht hat. nach. zuweisen, daß die Arbeitslosigkeit sinkt, je geringer die Gesamtkaus- kraft ist. beginnt das zweite Kapitel mit folgendem Satz: „Im vorigen Kapitel wurde versucht zu zeigen, daß das Miß- Verhältnis zwischen der Gesamtkaufkraft einersoits und dem Verkauf der gesam en Menge der angebotenen Güter andererseits eine bedeutende Ursache der Arbeitslosigkeit ist.* Einige Zeilen welter unten aber verfällt man wieder in die vorgefaßte Meinung:„Für den Erzeuger ist das Anziehen der Preise seines Produktes der beste Beweis, daß seine Erzeugung den Wünschen der Derbraucher entspricht, und umgekehrt scheint ihm ein Absinten der Preise darauf hinzuweisen, daß die Nachfrage be- friedigt ist und daß er seine Produktion verlangsamen muß." Hier wird also d:« Ursache für die Wirkung uvib die Wirkung für die Ursach« ausgegeben. So geht es durch 238 Seiten. Auch die Wanderung?- bewegung, die man im Zusammenhang mit der Arbeitslosigkeit untersucht, wird in diesem umgekehrten Verhältnis dargestellt. Daß die Einwani>erer zuerst Auswanderer sind, wird geflisient- lich übersehen. Die Einzeldarstellung des Kohlenbergbaues und der T e x t i l i n d u st r i e wie auch die Gesamtdarstellung gehen vollständig vorbei an der wesentlichen Ursache der Massen- arbeitslosigkeit: an der rapiden Leistungssteigerung als Folge der Rationalisierung, mit der die Steigerung der Kaufkraft aus einer Reihe von Ursachen heraus, auf die wir heute nicht eingehen können, nicht gleichen Schritt ge- halten hat. Wohl enthält die Untersuchung eine Menge interessanten, teilweise überholten, teilweise unvollständigen Materials. Doch muh festgestellt werden, daß sie um das eigentliche Problem in weitem Bogen herumgeht. Mit solchen Veröffentlichungen nützt das Jnter- nationale Arbeitsanit niemandem und schadet sich nur selbst. J-S-l Gelungener Maffenflreik. Die KpO rief- und alle, alle kamen. „Auch Berlin wird auf die. Polizeigewalttaten, auf den Be- lagerungvzustand, den Auehungerungzfeldzug der Bourgeoisie und ihrer sozialsaschistischen Lokalen mit dem geschlossenen, kräftigen Massenstreik antworten.(Lebhafter Beifall.)* Also sprach, noch dem Bericht der„Roten Fahne*, der ionnnu- nistische Reichstagsabgeordnete Ulbricht am Sonnabend vor dem selbstverständlich revolutionären Bezirkskongreß. Und so kam es auch. Schon ia den frühen Itachmlllagsstunden des Sonnabend begannen die Arbeitermassen aus den Betrieben zu strömen. Je länger der Kongreß tagte, desw mehr Betriebe folgten diesem Beispiel. Die Bewegung war unwiderstehlich. Gegen 7 Uhr abends mußten sogar die Läden schließen, weil das Personal sich weigerte, weiter zu arbeiten. Am Sonntag war der Masienflrelt allgemein. Alle Räder standen still! Dem Dewonstrolloneverbol zum Trotz zog das re- volutwnare Berlin nach dem Grunewald, dem Treptower Park, befehlen ln dichten Massen die Lokal« am Müggelsee, wie überhaupt »« ganzen Umkreis von BerKn. Die Stimmung war die denkbar beste. Rur dem bekannten Terror der vrolat und Reuter war es leider gelungen, die Verkehrsbetriebe in Gang zu halten. Aber selbst hier seierleu die Werkstättent Die Streikbrecher wurden aber gezwungen, die demonstrierenden Masseostreiker zu den Konzen- tmtionspunkten und wieder zurück zu befördern. Keine Kürzung der Beamtengehälier. Sine Erklärung des Reichskanzlers. Weimar, 3. Februar.(MTB.) In einer Sitzung des Landesausschusses des Allgemeinen Deutschen Beamtenbundes hiUt Relchstagsabgeordneter Folkenberg einen Dortrag und b-rührte dabei u. a. die be- kannte Behauptung, daß dos Reich die Beamtengehälier kürzen wolle. Er erklärte dazu, daß er am Sonnabend vormittag mit Reichskanzler Hermann Müller ein« Unterredung gehabt habe, der ihm auf die bestimmte Frage die ganz bestimmte Auskunft erteilt habe, daß eine derartige Vorlag« überhaupt nicht exi stiere. Das Kabinett sei noch nicht einmal mit einer solchen Anregung befaßt worden. Nach Ansicht des Reichs- kanzlere könne die Beamtenschaft vollkommen be- ruh igt sein. Me Falkenberg weller ausführte, soll sich dieses Gerücht so er- klären, daß bei der ersten Erörterung über die Novelle über die Arbeitslosenversicherung in bestimmten parlamentari- schen Kreisen der Pia n aufgetaucht sei, die Beamten mit de» Bei- trägen zur Arbeitslosenversicherung heranzuziehen. Dieser Plan sei ober schon nach den ersten Erwägungen wieder von der Bildfläch« verschwunden und gar nicht erst an die Regierung gelangt. * Damit sind ay« Gerüchte und Behauptungen über angeblich geplant« Kürzungen der Beamtengehälier erledigt. Abschließend können wir den Beamtenorganisatmnen nur dringend empfehlen. etwas mehr gewertschastlichen Gemeinschaftsgeist zu zeigen. Wenn die christlichen ccher die Hirfch-Dunckerschen Ge- werts chasten eine Eingab« machen oder Kundgebungen veranstalten, wird es den freien Gewerkschaften nicht einfallen, sich darob zu entrüsten oder gar als Folge ein« allgemeine Lohnkürzung zu prophezeien. Mit solchen Ueberspitzungen ist niemandem gedient. Gegen den Unfug der Innnngsfaffen. Ein Rund»reiben des Wohlfabrtsministers. Infolge nicht genügender Beachtung der formellen und mate- Hellen gesetzlichen Voraussetzungen bei der Errichtung sow'e Vereinigung von Innungskrantenkassen sind erheb- liche Unzuträglichkeiten entstanden. Aus Anlaß eine» solchen Einzelfalls hat der Preußisch« Landtag in seiner Sitzung vom 11. D«. zember 1929 folgenden Entschluß gefaßt: „Das Staatemtnisterium wird ersucht, der den§z 230. 251, J76, 279 Ziffer 5 und 345 RVS. entsprechenden gesetzlichen Regelung Achtung zu verschaffen* Indem der Minister für Dolk-wohlfahrt diesen Beschluß zur Kenntnis bringt, ersucht er, dem Beschluß durch genaueste Be» a ch t u n g der angeführten Vorschriften Rechnung zu tragen. Bezüglich der Entscheidung über die Gleichwertigkeit der Leistungen einer neu zu errichtenden Kasse mit denen der maß- gebenden Allgemeinen Ortstrantenkass« hat der Minister in der Sitzung des Preußischen Landtags vom 26. Februar 1929 ausgeführt: „Die Gleichwertigkeit der Leistungen wird durch den Beschluß- ausschuß des Versicherung samtcs und aus Beschwerde vom Oberver- stcherungoamt endgültig festgestellt.* Wie der Amtliche Preußische Pvessedlenst mitteilt, weist der Minister in einem Runderlah die Vorsitzenden der Oberversicherungs- ämter darauf hin, daß über diese Gleichwertigkeit der Leistungen vor der Beschlußfassung des Oberoerficherungeamtes über die Er- r i ch t u n g einer neuen Innungskrankenkasie zunächst in dem b e- sonderen Versahren gemäß§Z 259, 263 RVO. rechtskräftig entschieden sein muß. In der Entscheidung sind die für die Entscheidung maßgebenden Gesichtepunkte anzuführen. Für di« Bereinigung von Innungskrankenkasfen bringt der Minister di« Beachtung feines Erlasse« uom 20. Oktober 1927 in Ev innerung. Bei der Beschlußfassung über di« Vereinigung gemäß § 276 Abs. 1 RVO. ist danach auch zu beächten, daß der Beschluß des Ausschusses über di« Der«nigung nach§ 345 Abf. 3 RBO. In ge trennte? Abstimmung gefaßt werden muß und ein« Mehrheit sowohl der Arbeitgeber, als der B« r si ch e r t« n v e r- treter erforderlichi st. In«iner Ausschußsitzung, an der nur «ine Bertretergruppe teilnimmt, kann über die Bereinigung nicht rechtswirksam beschlossen werden. Bor der Beschlußfassung des Oberoersicherungsamtes über di« Vereinigung muß dieses sich die Niederschrift über die Beschlußfassung des Aueschusses vor- legen lasten._ Tarifbewegungen des Gefamtverbandes. Be» der Müllabsuhr A.-G. und der Meierei/Zentrale. Der Lohn- und Manteltarif für die Arbeiter bei der B e r l i n«: M ü l l a b s u h r A.-G. ist vom Gesamtoerband bereits zum 31. De- zember 1929 gekündigt und«ine zehnprozentig« Er- höhung der Löhn« sowie einzelne Verbesterungen des Mantel- tarisoertroges gefordert worden. Obwohl die Organisation schon wiederholt um Verhandlungen nachgesucht hat, ist bisher von der Müllabfuhr A.-G. noch keine Einladung zu Verhandlungen ergangen. Der Belegschaft hat sich deshalb schon eine berechtigte Empörung über die Verschleppung der Tarifverhandlungen be- mächtigt. Wie verlautet, sollen nunmehr die Verhandlungen über den Neuabschluß der Tarife Ende dieser Woche aufgenommen werden. Die Belegschaften der Betriebe der Firma„M e i e r e i- Z« n- t r a l«, Milchlieferungs G. m. b. H.*, haben in der vorigen Woche zu der Verteuerung der Lebenshaltungskosten durch die Er- höhung der Verkehre- und Werkstanfe Stellung genommen und den Gesamtverband beaustragt, der Firma eine Forderung aus außertaris- lich« Erhöhung der Löhne, rückwirkend ab 1. Dezember 1929, um 3 M. uro Woche zu unterbreiten. Di« Arbeiter stützen sich bei dieser Forderung auf die Bestimmung des im Juni vorigen Jahres abgefiblostenen Lohntarifes. wonach über die Neufestsetzung der Löhn« oerhandelt werden muß, wenn stch die wirtschaftlickien Verhältnisse während der Vertragsdauer wesentlich zuungunsten der Arbeiter verändern sollten. Einheiisfroni bei Mflein. Eine Niederlage der KPO. Der KPD. sind bei U l l st e i n nun auch noch die letzten Felle weggeschwommen. Wir berichteten bereits darüber, daß die Gesamt- funktionäre des Betriebes in ihrer Versammlung am 8. Januar gegen drei Stimmen beschlosten hatten. In diesem Jahr zur Betriebsrats- wohl nur eine einheitliche freigewerkschaftliche Liste aufzustellen und die Wahl nach den Grundsätzen und Richl- linien des ADGB. und der Amrterdamer Gewerksckoftsinter- national« durchzuiühven An diesem Beschluß haben die bisherigen kommun stischen Betriebs- bzw. Arbeiterratsmilglieder nicht nur mit- gewirkt: dieser Beschwß war vielmehr auf ihre elaene Initiative hin zustand« gekommen. Di« KPD. gutttiert« diese Herstellung der wirklichen Einheitsfront mit dem Hinauswurf der gesamten kommunistischen Betriebs, und Arbeiterratsmitglieder aus der Partei und eröffnet« gegen sie ein« wüste VerleuMdungskompagne. Di« Jungarbeiter wurden ausgefordert, zu der Betriebsversammlung der Derkehrsarbeiter am Sonntag, dem 2. Februar, zu gehen und den Ausgeschlossenen gehörig heimzuleuchten. Aber die Gewerkschaftsstrategen aus dem Karl-Liebknecht-Haus holten sich in der Versammlung am Sonntag eine noch größere A b s u h r als in der Funktionärkonferenz am 8. Januar. In dieser gut besuchten Versammlung gaben nunmehr auch die aus der KPD. ausgeschlossenen Betriebsratsmitglieder die Erklärung ab, daß sie sür die Aufstellung einer einheitlichen sreigewerkschaftlichen Kandidatenliste und die Durchführung der Betriebsratswahl nach den Richtlinien der freien Gewerkschaften seien und sich für diese Liste auch zur Verfügung stellen. Sie erklärten we ter, daß sie die sogenannte Gewerkschaftstaktik der KPD. ganz entschieden ablehnen, da sie nicht der Förderung der Interessen der Arbeiterschaft diene. Obwohl eine ganze Anzahl von Mitgliedern der KPD. in der Versammlung anwesend war, wurden zur Bctriebsrotswahl ein- stimmig sowohl Exkommunisten als Reformisten vorgeschlagen. Der KPD. wird wohl nun nichts anderes mehr übrig bleiben, als sämtliche Parteimitglieder, di« im Ullstein-Betrieb« beschäftigt sind, wegen„reformistischer Abweichungen* aus der Partei auszuschließen. Schiedsspruch im niederschlesischen Bergbau. Breslau. 3. Februar. Nachdem die früheren Verhandlungen im niederschlesischen Bergbau gescheitert waren, hat die Schlichtungskammer erneut Stellung genommen. In der Hauptsache handelt es sich um eine Lohnerhöhung von 19 Prozent. Es wurde ein S ch i e d s- s p r u ch gefällt, der diese geforderte Lohnerhöhung auf alle Tarif- löhne ablehnt. Dagegen wurden einige andere Forderungen be- willigt, die hauptsächlich auf eine Erhöhung der Hauermindestlöhne im Neuroder und Waldenburger Bezirk hinauslaufen. Weiter sollen einige Arbeitergruppen in das Lohnniveau anderer Gruppen ein- gegliedert werden. Der Schiedsspruch läuft unkündbar bis zum 39. September 1939 und ist von da ab mit monatlicher Frist kündbar. Beide Parteien sollen sich bis zum 5. Februar zu dem Spruch erklären. Die gestern im ganzen Bezirk abgehaltenen Funktionär- Versammlungen der Bergarbeiter haben den Schiedsspruch a b g e- lehnt. Die Unternehmer wollen ihn annehmen und seine Der- bindlichkeitserklärung beantragen. Oanzig Witt in die Arbeiisorganisation. E.ne völkerrechlliche Frage. Genf, 3. Februar.(Eigenbericht.)' Die Freie Stadt Danzig will der Internationalen Ar- beitsorganisation beitreten und hat in Genf einen dementsprechend«» Antrag gestellt. Die zuständigen Stellen des Verwaltungsrat? des Arbeitsamts sind zur Zeit mit einer Vorprüfung der kompli- zierten völkerrechtlichen Fragen beschästigt, die der Antrag Danzig? hervorruft. Danzig ist außenpolitisch Pole» unterstellt und Nichtntitglied des Völkerbundes. Es sind bisher nur einmal zvxi Staaten in die Internationale Arbeitsorganisation aufgenomm.'n worden, die nicht dem Völterbund angehörten, nämlich Deutsch- l a n d und O e st e r r e i ch. Im Statut ist der Fall des Eintritts von NichtMitgliedern des Völkerbundes nicht besonders vorgesehen. Deutschland und Oesterreich wurden seinerzeit von der ersten Arbeits- konferenz in Washington aufgenommen, und es ist anzunehmen. daß auch über den Danziger Antrag die letzt« Entscheidung von einer Arbeitskonserenz gefällt wird. Ob der Berwaltungsrat des Arbeits- amts.-der am 4. Februar zu seiner 47. Tagung zusammentritt, schon in dieser Tagung offiziell zu dem Danziger Ansuchen Stellung nehmen wird, ist noch nicht sicher. Aeuer Texiilstreik in Oflflanderu. Die Arbeiter bestehen auf ihre Forderung. Brüssel. 3. Februar.(Eigenbericht.)' In der Textilindustrie von Renaix in Ostslandern ist wieder ein Generalstreik ausgebrochen. Don insgesamt 10 900 Arbeitern sind feit Montag früh 8999 im Ausstand. Im gleichen De- zirk war schon vor einigen Wochen«in Generalstreik mit dem Ziel ausgebrochen, eine allgemeine Lohnerhöhung von fünf Prozent durchzusetzen. Die Arbeiter brachen damals den Streit bald wieder ab, well die Unternehmer ihnen zu verstehen gaben, daß sie sich im Falle neuer Verhandlungen nachgiebig zeigen würden. Jetzt wollen die Unternehmer die fünf Prozent Lohnerhöhung zwar ge- währen, zugleich aber wünschen sie, den Grundlohn verschiedener Arbeiierkategorien, namentlich der Weber, herabzusetzen. Die Arbeiter fühlten sich betrogen und nahmen kurz entschlossen den Kampf wieder auf. Indessen hat ein Teil der Unternehmer die Forderung der Arbeiter bereits voll bewilligt. In den be- treffenden Betrieben wird weitergearbeitet. Oer Gewerkfchastsbund Venezuelas. Der Gewerkschaftsbund Venezuelas(Fedcracion Obrera de Venezuela) teill dem Sekretariat des Internationalen Gewerkschafts- bundes mit. daß er am 31. Dezember 1928 3 4 Gcwerkschas- t e n• mit insgesamt 25792 Mitgliedern umfaßte. Es gibt darunter 24 Benifsorgan fationen und 10 gemischte Gewerkschaften. Die Gesamtmitgliederzahl der Berufsorganisationen beträgt 23 436. jene der gemischten Organisationen 2356. Z„, b°»«---bcsscr»llA..G-rl«, Tcmv-lh-k! Mittwvb. im- i � L°kal?l>dc,:us Tachs-ndamm. na»«rbeitsschlu».««uti« allet im 5) M ffin6eit»o;tbanti otfionijiecttn Kaueiainoffen. Erscheinen ist Pflicht, r, �reieGewerkschatts�uaend Berlin KS yjr Trnpi htinr: wuir, Dieneto«. 1(IV4 Uhr. tooen folaend-(Sruvv'n: Ittpioiot w- ffirappcnheim. Schul« JBil&t nbrutfftt 53—54(Jiott, rnmct). S« m» Dtfpccchuuft.—«urnbcIW: Juaendbeim ffcaun.? mitdrinaan.— Lichtender,! guirendlieim?oMtr 22 Seimbcsprechnna.— Sl-p-Lichtcnb««,! 3u,enddk m (»unter str. 4t. Seimbcspiechun,. Wir feiern unteren t.«bt'rr'f'«,._ onAciA«! Am San- laq, dem IS. gcbr ar. f ndet tn der Aula de» Les?' ,. «nmnaNums. Panksir 1«.«ine Pervnsialiuna slait un er drm Mot'oi bedeutet un, Musik?-«ortroflenbtt; Dr-f-ssor L-o«lstenber«. Unkosten. beitra» 30 Pfcnnia .�ucendänwve k>fs9eptfo't'«rbaffbfs Per AnotPei Ifen �04 S«ut«. Dienataa. finden fo-aende»«rangaltunaen statt! vten» DI« ?.uaend,rupv- besucht die Lertammluna de» W-rb?bl,irk» Ostin in Luprai» ffestialen.!?rankfur'er Alle« 2. Besinn 2u Uhr. Bort raa:.»cherecht und Eheiecht-resorm-. Seserentin: Erna Tlchauer— Ltcht-nber,: Zuarnd- beim Sunterstr. 44. Bor-ra,:.Der Austbail und die E,»richtuna«n unser«, Vertanbez-. Referent: Oiio Lamm.— Iuoendbeim Lebrtcr Straße 13-1». Di»kusston»abend:.Er,i-bung»meibod«n«inst mb itW. Dienstag 4. Februar 1930 Unterhaltung unü Wissen Beilage des Vorwärts Sin Schauer lial uns angeweht 3He Strlfnc» ZaodauL�lluna vom t. big fl. fftltuat mit dem treffenden Samen.Die(Srüne fflodw" btinflt allen Saturfrennden und Zaaeru eine wissenswerte Darftclluna sämtlicher Iaadarten, die es«idt. Die modernste Art M.sagen� ist aber unzweifelhaft die Iaod mit der Kamera. Ausserdem ist ste viel schwierwer und «esahrvoller als die aewohn�e Methode, mit der sseuerwaffe jlu täten. Der fchriftstellernd« Kurdelkastenmann Martin Zohn. f o n und seine tapfere Krau Osa daaeaen. ochen tross der Eesahr, , ertrampelt oder«rrissen ,u werden, auf einia« Meter an wild- lebend« Elefanten und anderes Grosswild heran, um ihrer Leiden- fchait»u frönen, ante Kreiaufnahmen»u bekommen. Ihre Kilme, insbesondere.Simba. der Konia der Tiere" und das ,um Film «ehSriae Buch»Eimba, Kilmabteuer in Afrikas Busch und Steppe" sÄ.. St. A. Brockhaus. Leiwin) haben ihnen inliwifckien auch in Deutschland Ivohlverbientr Auer- kcnnuna eingebracht. Wir entnehmen dem tiersreundlichen Buch, das mit vielen bisher unerreichten Bbo os gefchmtilkt ist, mit Ge- nehmiauna des Berlaaes eine Tertprode. Auf eine Herde von Elefanten hall« ich feit Monaten mein Augenmerk gerichtet. Sie war nicht groß, aber in chr waren jung« Tiere, die ich gar zu gern aufs Bild bekommen hätte. Mit genügend Trägern und Mundvorrat für 14 Tage oersehen, machten wir uns auf der Suche nach ihr. Nach einem Marsch von etwa 30 Kilometer schlugen wir in der Nähe eines Waldes das Lager auf. An einem der nächsten Morgen weckt« uns Boculy und flüsterte mir etwas von„Elefanten" ins Ohr. Ich eilte vor das Zell und sah in einer Entfernung von 400 Meter zehn der grauen Eeftallen ruhig des Weges ziehen. Zwei von ihnen waren so klein, daß sie wie Stücke aus dem Spiel. zeugladen anmuteten. Die beiden tollten lustig umher, rannten ihre Mütter an. sprangen und drehten sich im Kreise, ganz wie muntere Kinder. Die Alten schubsten die übermütigen Kleinen zurecht und gaben ihnen auch einmal mit dem Rüssel einen Klaps. Dann quiekten die possierlichen Geschöpfe laut auf und trotteten wieder artig in der Reihe. Zwei etwa halbjährige Tier« benahmen sich fast noch würdiger als die Großen. Hin und wieder versuchten sie zwar, chre eigenen Wege zu gehen, wenn ihnen der gemeinsame Marsch zu langweilig wurde, aber ein ernstes Grunzen der Alten scheuchte sie schnell an ihren Platz zurück. Wir machten schleunigst die Kameras fertig. Noch war es für eine Aufnahm« zu dunkel, doch dachte ich, wir könnten den Tieren unbemerkt folgen, zumal der Wind von Ihnen zu uns herüberstand. Gerade als die Sonne aufging, zog die ganze Schar an der Spitze eines kleinen Hügels vorbei und machte dann halt. Scharf hoben sich die massigen Körper gegen den Himmel ab und boten«in wundervolles Bild; es war ein Anblick, wie ich mir ihn oft erträumt hatte. Ich hatte ähnliche Aufnahmen von Kamelen gesehen, hier war Gelegenhell, ein ganz sellenes Bild von Elefanten herzustellen: und ich zögerte damll nicht. Als wir gefrühstückt hatten, zogen wir weiter. Nach einer Stunde winkte uns plötzlich Boculy, wir sollten stehenbleiben und uns ganz ruhig verhalten. Bor uns, dicht am Wege, waren sieben Elefanten. Schnell lief ich zurück und holt« die Kameraträger heran. So rasch es nur ging, stellten wir die Apparate auf, doch die El«. janten zogen, mdem sie beim Gehen ruhig ästen, iK den Wald. Ich meinte gerade, sie wollten wohl in Deckung ein Schläfchen tun, da kam von der anderen Seite des Weges her ein Geräusch. Es waren wieder einige der großen Tiere. Ich kroch nach vorn und zählte drei Stück. Sie ruhten sich aus unter den dichten Bäumen, wo es unmöglich war,«ine Aufnahme zu machen. Boculy war ärgerlich auf mich. Er tonnte nie einsehen, daß zum Bilder- machen viel Licht gehört. Er glaubte, mein geheimnisvoller Zauber- kosten könne im Dunkeln genau so gut sehen wie im Hellen, war er doch auch imstande, noch nach vielen Monaten die Bilder sich be> wegender Tiere zu zeigen. Wir wagten nicht, die Dickhäuter zu stören. Wären sie aus uns losgegangen hätten wir nicht entfliehen können. Bäume, die man erklettern konnte, waren nicht da, und was die Riesen in ihrem Aerger anfangen würden, war nicht vorauszusehen. Ich ließ also die Kameras aufnehmen und zog weiter, in der Hoffnung, noch auf Elefanten zu treffen, die nicht gerade zu Bett gehen wollten. Wahr- scheinlich machte die fürchterliche Hitze die Tiere schläfrig. Unmittel- bar darauf stießen wir wieder aus drei Elefanten. „Bleib hier stehen, Herr," flüsterte Boculy, der weitererkunden wollte. Ich war einverstanden und gedachte ihm einen Gewehrträger mitzugeben, aber er schüttelte den Kopf. Das war sehr brav von ihm. Er hätte nie eine Flucht der großen Tiere verhindern können, sondern wäre in wenigen Augenblicken von ihnen zu Brei zerstampft worden. Kmim hatte er ein � paar Schritte getan, als ich ihn einen halb» unterdrückten Schrei ausstoßen hörte und sah. wie er einen Luft- sprung machte. Ich lief hinzu: da war neben ihm die größte Kobra, die ich sc gesehen habe. Sie maß über drei Meter und war so dick wie mein Arm. Nicht aufgerollt, wie man es sonst meist sieht, sondern lanpausgestreckt lag sie da. Den Kopf hatte sie einen halben Meter vom Boden erhoben, der Hals war im Zorn weit aufgebläht. An allen Gliedem zitternd ging Boculy zurück. Er konnte kaum sprechen, so war ihm der Schreck in die Glieder gefahren. Er kannte keine Furcht vor Elekanten, aber die giftiaen Kriecher flößten ihm Entsetzen ein. Er wollte das scheußliche Tier verjagen, brach «inen Ast aus einem Pusck» und warf Hin aus die Schlange, die sofort wütend dranflosschvß. Wir hätten sie erlegen können, doch wir wollten die Elefanten nicht vergrämen. Bei diesem Zusammentreffen hatten wir aber doch so viel Lärm gemacht, daß die Dickhäuter munter geworden waren. Mit einemmal sahen wir uns von 20 oder 30 der riesigen Geschöpfe umgeben, die wütend trompeteten und schnaubten, krachend Bäume umrissen, sich gegenseitig drängten und stießen und«inen wahren Höllenlärm vollführten. Glücklicherweise entschlossen sie sich.zur Flurbt- in zwei Minuten waren sie verschwunden. Schweigen senkte sich wieder herab. Selbst d'« Kobra machte sich davon. Es war. als hätte uns ein kühler Schauer angeweht. Wir konnten ia nie sagen, ob der Tod, der uns bei unserer Arbeit in so vielerlei Gestalten umgab, uns die Hand auf die Schulter legen oder gnädig vorbeischreiten würde. Wenn er hier nach einem greift, tut er das meist jchnell und ohne vorherig« Warnung.' Utax SSemardi:£>61* Alttckl SM? kM „... und nun, meine Damen und Herren, begeben wir uns in das Allerhelligst« der Bant, zu dem von meterdicken Eisenbeton- mauern ängstlich behüteten Goldschatz zwölf Meter unter der Erde. Die Anlage der Tresoren ist nach modernsten Richllinien erfolgt und wurde, wie Ihnen bereits liebenswürdigerweise der Herr Bank- direttor auseinandersetzte, mit einem ungeheuren Kostenaufwand be- werkstelligt. Dafür besitzt nun die„Tresor-Bank" ein unbedingt bomben-, feuer» und diebessicheres Schatzgewölbe, dem wir alle mit vollem Vertrauen— bitte, Herr Direktor, mir scheint, Sie wünschen unseren Hörern noch etwas mitzuteilen?" „Allerdings. Ich wollte noch erwähnen, meine sehr verehrte Hörerschaft, daß bisher noch kein Fremder das Tresorgewölbe unserer Bank betreten hat, indem daß es das Reglement unseres Instituts ein für allemal streng verbietet. Eine sinnreiche Preß- luftanlage ermöglicht den reibungslosen Verkehr von unseren Kassen- fchaltern im Parterre nach den Kellergeldschränken, ohne daß ein Beamter oder gar ein Kunde direkten Zutritt' zu den Gelddepots erlangt. Ein einzelner Beamter beherrscht mittels weniger Hand- griff« den Mechanismus der hydraulischen Pressen. Wenn also heute eines Fremden Fuß— ich bitte um Verzeihung, Herr Reporter—" „Aber ich bitte sehr, Herr Direktor, fahren Sie fort!" ..... ausnahmsweise eines Fremden Fuß bis zu den Panzer» gewölben vordringt, so geschieht dies, um Sie alle, meine Damen und Herren, durch Ihren ausgezeichneten Funkreporter von der bedingungslosen Sicherheit aller uns anvertrauten Gelder und Kost» barkeiten eindringlichst zu überzeugen. Besser als alle Zahlen und Daten hierüber wird Ihnen, meine oerehrt« Hörerschaft, der in- direkte Anblick durch das Auge des Mikrophons(wie sich Ihr Herr Funkreporier so treffend ausdrückt«)«ine Borstellung von der Macht unseres Schatzgewölbes übermitteln." „Meine Damen und Herren, der Herr Bankdirektor übernimmt nun"persönlich die Führung, wir stehen wieder im Lift, das uns jetzt in rasender Geschwindigkeit mehrere Stockwerk« unter die Erde führt. Der letzte und wohl der interessanteste Teil unserer Bankhaus. erpedition steht bevor. Schon sind wir angelangt, wir stehen in einem hell erleuchteten Gang, der nicht im geringsten kellerartig wirkt, vielmehr wie eine langgestreckte Tanzdiele mit verschwiegenen Scktnischen. Wir schreiten aus einem roten Teppich dahin, der jeden Laut schluckt, rechts und links in den Wänden Champagnerlogen— nein, Stahlpanzertüren in dicken Betonmauern. Ein uniformierter B-amter meldet sich militärisch bei seinem höchsten Chef, er wird olle vier Stunden abgelöst und muß sich, ähnlich Gold» und Dinmantenwäschern. nach Beendigung der Arbett im oberen Stock- werk splitternackt einer Bisite unterziehen, worauf er dann in seine Zivilkleidung sch'üpft. Don Geld oder irgendwelchen anderen Werten ist vorläufig nichts zu sehen, nur«ine doppelte Front Plön- z-nder Swhfpanzertüren. die angeblich auch kein Sauerstoffqebläs« fürchten sollen. Der Beamte zeigt uns eine Sicherheitsvorrichtung. die sowohl zur Vekämvfung von Feuer als auch zur Unschädlich- machung verweaener Bant«inbrech«r. die vielleicht durch Unter. kellerung des Tresoraewölbes in die Schatzkammer eingedrungen sind, hervorragende Dienste leisten wird. Durch Druck aus einen Knopf, der ganz versteckt an der Wand hinter mir angebracht ist, kann in wenigen Minuten das ganze Tresorgewölbe unter Wasser gesetzt werden. Einbrecher, die sich der Schatzkammer als Maul» würfe nähern würden, müßten selbst auf der Flucht in ihrem eigenen Stollen elendiglich ertrinken. Bon den vielen anderen Schutzvor- kehrungen gegen einen unerwarteten Ueberfall von außen her zeigt mir der Herr Bankdirektor noch ein eisernes Gitter, das durch«inen Hebel aus dem Erdboden ausgelöst wird und blitzschnell zur Decke schnellt und so den natürlichen Ausgang unvermutet sperrt. Der Beamte tritt jetzt an das am End« dieses geheimnisvollen Schatz- kästleins gelegene Schaltwerk. Wie durch Zauberkraft öffnen sich der Reihe noch olle Tresoren. Aus dem Inneren der stählernen Leiber schieben sich, durch unsichtbar« Kraft getrieben, metallen« Tischplatten, auf welchen in sauber gebündeltem Zustande Banknotenpäckchen ein stille« Dasein verträumen. Eine Panzertür nach der anderen öffnet sich durch geheimnisvolle Macht mit unwiderstehlicher,-zäher, lang- samer Kraft. Gold- und Silberbarren zu kleinen Bergen geschichtet, Juwelen, Schmuck, Gemälde, Briefmarkensammlungen. Dokument«, Aktien, Münzen und immer wieder Banknotenpaket« aller Herren Länder. Em Taumel mag«inen bei diesen ungeheuren Schätzen, die plötzlich wie guf einem Präsentierbrett dargeboten scheinen, er- greifen. Die gan.ze Kriegsschuld ließe sich mit einmal bezahlen, und Ihnen, meine Damen und Herren, und auch mir möchte ich nur einen ganz kleinen Teil davon wünschen. Da brauchten Sie nicht zu Hause in Ihren engen Stuben zu bocken und die langweilige Re- portage eines armen Teufels am Mikrophon mit �anzuhören, und ich braucht« mich nicht mit vollgefressenen Bankdirektoren herum- zufckflaaen——* „Wie? Was erlauben Sie sich für schlechte Scherze, mein Herr!" „Schlechte Scherze?— Rrrrrrtsch!" „Hilfe, Ueberfall!" „Ruhe, sonst laß ich das Wasser einströmen. Meine Damen und Herren, ich habe das eiserne Schutzgitter ausgelöst. Herr Bantdirektor samt treuen Beamten befinden sich dahinter— Zoologischer Garten — ja--* ,F)ilfe, Hilfe! Sie Schurke! Räuber— Mörder— Diebe!" „Na schön, schreien Sie sich die Lunge aus. ich hänge Ihnen das Mckrovbon ans Gitter, kommen Sie nicht zu nahe daran, sonst vcr- steht Sie unsere liebe Hörerschaft schlecht." „Zum Teufel mit Ihrem Mikrophon, Sie Betrüger. Schwindler, Bandit! Wenn ich nur an die Alarmleitung heran könnt«—" .La. da? können Sie eben nicht. Direktorchen, das ist schon alles so sinnreich konstruiert. Ihr treuer Beamte ist übrigens der Tüch- tigere, die Tresoren beginnen sich schon wieder zu schl-eßen. ich habe keinen Anoenblick zu versäumen, hier der Devisenschrank——" „Hände weg--" ..Danke sehr für die Aufmerksamkeit. Herr Direktor, aber so schnell schließt sich die Türe ja nicht, ich werde mir schon nicht die Finger klemmen. Donnerwetter, man bat Immer noch viel zu wenig Taschen, für die paar Millionen lohnt ssch der Spaß ja kaum: was ist denn das? Taufendmarkscheine! Na schon, rin in die Westen. tasche, Kleingeld muß man auch haben. Schluß, für die nächsten Tage wird es schon reichen. Was toben Sie denn so. meine Herren, ich hätte wahrhaftig Lust, ein bißchen Wasser--" .�ilfe. Hilfe---* «Wie? Sie können nicht schwimmen? Ich machte doch nur Spaß, Herr Direktor, mein Anzug verträgt kein Wasser, und ich muß doch immer tadellos in Schale sein, nicht? Das Mikrophon muß ich Ihnen nun leider fortnehmen, d«n verehrten Damen und Herren haben Sie ja auch schon genug erzählt. Vielleicht hat oben der Prokurist oder der Herr Oberkassierer noch einen Wunsch, vielleicht auch noch ein sllß«s Tippfräulein oder der Portier, vielleicht wollen sie den fünf Millionen Hörern auch iwch etwas flüstern, du liebe Zeil, ich muß eben sehen, wie ich mir den besten Abgang verschaffe. Liebes Direktorchen, genehmigen Sie meinen aufrichtigen Dank, ich werde nicht versäumen, Sie bei jeder Gelegenheit zu empfehlen, also— auf Wiederhören!" * „Achtung, Achtung, meine Dam«n und Herren! Wir geben nochmals bekannt, daß die für heute nachmittag anberaumte aktuelle Reportage aus der neuerbauten„Tresor-Bank" wegen einer tech- Nischen Störung nicht stattfinden konnte. Wir sandten Ihnen statt dessen ein lustiges Schallplattenkonzert. Im Anschluß hören Sie nun programmäßig einen Vortrag über„Das moderne Rüstzeug moderner Verbrecher"..." 3)ie Weltproduhilon des Kees Der Tee ist der gefährlichste Konkurrent des Kaffees. Besonders in den letzten drei Jahrzehnten hat der Teeverbrauch in immer stärkerem Maße zugenommen. Infolgedessen ist auch die Welt- Produktion an Tee in den letzten 26 Jahren um rund die HAfie gestiegen. Im Jahre 1S27 hat ste mit 415 000 Tonnen ihren Höchst- stand erreicht. Das bedeutet gegenüber dem Jahre 1913 eine Zu- nähme um 16 Prvz. Nach den Mitteilungen des Stattstischen Reichsamtes in„Wirtschaft und Statistik" zeigt auch die Ernte- statistik für 1928 eine weitere Zunahme der Weltproduktion an Tee. Die Ursache dieser Steigerung der Teeernten der Welt in den letzten Jahrzehnten sind vor allen Dingen in der nachhattigen Förderunz der Teekulturen in Britisch- und Niederländisch-Jidien durch die Regierungen der Mutterländer und in der Ausweitung des Tee- konsums zu suchen.(Bleichzettig mit der Steigerung der Welternte ist eine starke Verschiebung der Anteile der einzelnen Anbaulünder an der Weltproduktion oingetreten. Die einst so wichtigen Teeländer China und Japan hoben ihre frühere Bedeutung auf dem Weltmarkt verloren. Ihr Anteil an der Wettproduktton sank seit Anfang dieses Jahrhunderts um mehr als die Hälfte auf kaum ein Fünftel im Jahre 1927. China und Japan produzierten im Jahre 19�7 nur noch 18 Proz. der gesamten Teeernte der Welt. Das Zurückdrängen der chinesischen und japanischen Teesorten auf dem Weltmarkt ist vor allem auf den Ausfall Rußlands als Großverbraucher von chinesischem Ziegeltee und auf die Bevorzugung schwarzer Tcesorten aus Britisch-Indien, Ceylon und Niederländisch-Jndien zurück- zuführen. Die Teeproduktion Chinas ist von 94 000 im Jahre 1910 auf 53 000 Tonnen im Jahr« 1928 zurückgegangen. 1900 betrug Chinas Airhell an. der Wett-Teeernte noch fast 31 Proz., 1928 betrug bc mrr noch 12 Prvz. Japan produziert« 1910 fast 20000 Tonnen 1«; heut« nur noch 10 000 Tonnen. Sein Antsil, der im Jahrs 1900 über 10 Proz. betrug, betrug 1928 nur noch 4,8 Proz. Die erste Stelle unter allen Anbauländern nimmt heute Britifch-Indi«» ein mit rund 40 Proz. der Wellproduktion. Die Zunahme der Ernte ist in der Hauptsache das Ergebnis der englischen Kolonialpolitik. Die Pflanzungen stehen unter Leitung von Europäern. Die Bearbeitung des geernteten Tees stützt sich auf die Ergebnisse der wissenschaftlichen Teeforschungsinstitut«, die überall im Lande errichtet worden sind und in hohem Maße zur Verbesserung der einzelnen Teesorten beigetragen haben. Der bedeutendste Anbaubczirk ist die Provinz Assam in Nordindicn, dort werden an den Südabhängen des Himalaya-Gebirges die besten indischen Teesorten geerntet, die vier Fünftel der gesamten indischen Teeernte und mehr als ein Drittel der Weltproduktion ausmachen. Der Anbau erfolgt meist im Großbetrieb, während in Südindicn die mittleren Betriebe vorherrschend sind. Auch auf Ceylon, das heute das zweitwichtigste Anbaugebiet für Tee ist, ist eine Steigerung der Produktion erziett worden. Ceylon produzierte 1910 82 000 Tonnen Tee, heut« dagegen 107 000 Tonnen. In Brittfch-Jndien betrug die Steigerung in derselben Zeit fast 60 000 Tonnen von 116 000 auf 175 000 Tonnen. Mit diesen beiden Anbaugebieten beherrscht England zwei Drittel der Welt-Teeproduktion. Seine überragende Stellung auf dem Teemarkt wird noch dadurch erhöht, daß der chinesische Tee- Handel zu neun Zehntel in englischen Händen ist. Eine groß« Steigerung hat der Teeanbau auch In N i e d e r«! ländisch-Jndien, in Java und Sumatra erfahren. Durch weitgehende Maßnahmen der holländischen Regierung wurde der Ernteertrag in den letzten 40 Jahren um das Zwanzigfache erhöht. Von der Produktion, die insgesamt etwa 75 000 Tonnen betrogt, entfallen fast neun Zehntel auf Java. Auch in Nieder- ländisch-Jndien herrscht im Teebau der Großbetrieb vor. Der Niedergang der chinesischen Teeproduktton ist, wie bereits erwähnt, vor allen Dingen auf den Ausfall des ruffifchen Absatz- Marktes zurückzuführen. Erst in den letzten Jahren, in denen in Ruhland der Teeoerbrauch wieder steigt, zeigt sich auch wieder eine Zunahme der Teeproduktton. Im Gegensatz zu den anderen Anbau- ländern herrscht in China der kleinbäuerliche Betrieb vor. Seine rückständigen Anbau- und Bearbeitungsmethoden sind die Haupt- Ursachen dafür, daß der chinesische Teeanbau mit den großen Anlagen der britsschen und niederländischen Kolonien nicht Schritt halten konnte. Auch in Japan sind die Teeeritten stark zurückgegangen, da auch die japanischen ebenso wie die chinesischen Teesorten dem Geschmack der ausländischen Teekonsumenten nicht mehr entsprechen. Die durch die Industrialisierung Japans gestiegenen Löhne verteuerten die Teeproduktton und beeinträchtigten die sorgfältige Behandlung des Tees. Die Versuche, die teuren Arbeitskräfte durch Maschinen zu ersetzen, schlugen fehl H. Scheffel. Elp Museum für den größte« südslawischen Bildhauer. In Agram soll ein neuer Kunstpavillon gebaut und der bisherige in «in Mefchtrovitsch-Mufeum umgewandell werden. Die Werk« des berühmt«« südslawischen Bildhauers find bisher in seinem Agraiper Atelier aufoestellt und daher der breiteren Oeffentlichkeit wenig bekannt. Mit dem neuen Museum, das auch Werke andeler!uo- slawischer Künstler aufnehmen soll, denkt man auch für den Fremden- verkehr eine neu«'Anziehung zu schaffen. Aus der Partei. Zehn Jahre»Volksblatt'' in Detmold. Am I. Februar 1920 gründeten unsere lippischen Parteigenossen unrer schwierigsten wirtschastlichen Verhältnissen ihr Parteiblatt, das ..V o l k s b l a t t" in D e t m o l d. Bis dahin war in Lipp« die nun bald 40 Jahre bestehende Bielejelder„V o I k s w a ch t" verbreitet. Gestützt aus die vorbildliche Opferdereitschaft der lippischen Genossen gelang es, der neuen Zeitung einen stetigen Ausstieg zu sichern, Die Arbeiterschrift in Lippe kann sich mit Stolz sagen, daß sich ihre Zeitung im öffentlichen Leben Geltung verschasst hat und rvcscnt- tich zu den politischen(krsolgen der Partei beitragen konnte. Das Detmold«?„Lolksblatt" Heu es oerstanden, in weite Kreis« einzu- dringen und zeigt eine recht gute Entwicklung, die von Jahr zu Jahr neue Fortschritte macht. Die Verbreüling des„Bolisblnttes" im Verhältnis zur Bevölkerungszahl liegt in Lippe sehr stark über dem Durchschnitt der Parteiblätter im Reich. Aus Anlaß seines zehnjährigen Bestehens hat das„Dolksdlatt" am X. Februar eine umfangreiche, technisch und inhaltlich gut aus- gestattete Jubiläumsnummer herausgebracht. Ü1 SozlalistischeArbejterjugendGr.-Verlm (flnffnbtnwtn ffir diese Ündrtf erar«n»-« Zugelldletreioet«» Seelui SD od, Qndiisteate i Kür He Z»aend.»or«-dad-«n,»rs>cll»ag.amntfHe-, fltfple»: Keim Alt« Schule, Dorfstr. 7.— Stealift l Heitere): Keim Albrechtstr. 47.— Stenlift sR.-ls.): Krim Memmina- Ecke Pauisenstrafte.— Neukölln I: Keim Sander,«icke ibodrechtstrafte.— Aenkölia II: Leim Bcrnllr. 29.— Neukölln III: Heim kZirtcnstr. 58.— Reniöstn Vi Keim lBilSmiftd» Str. 1— 4.— Nenlöln 511: EGule Kaiser-s7riedrick>-Straft«.— Nrnköstn Villi Schule Rlltlistraße.— Neukölln X: Keim Bereiste. 29.— Ztöprulck lR.-M): Leim Dahlwiftcr Strafte.— Kcrmsdors: Krim Bvonstrafte.— Nrlntckrudors-Oft: Keim Lindaucr Straft« sBarackc).— Buchhalz: Schule Berliner Str. 19.— Panta», I: Keim gissingrn. €Je Eraniftstrafte.— Pank»» U: Keim Görschstr. 14. * NenlZIl« XI: SrLndur.asncrsammluna im Krim Müsch nstnstroft« 86. Wriftrnfe«: Keim dustend".— Südwest: arklir. 98. Boriraa:.Di« Rolle der biirgerlichen «im Llndcnstr. 4. Bortra«:.Nationair Zugend".— Schöne Sera N: Krim Kauvtslr. 15. vrganisatomfche«.—»enkälln 1: Sek» Treotower Str.»5. Bartrag:.Di« Stellung der Sozialdemokratie usw.". NI. Teil.— Neukölln IX: Schule Aarientorfer Weg. R. 80. Arbeitsgemrin- schalt.— Niederlchöuhanscn lZt..ss.l: Schule Blanlenburger Str. 70. Bortrag: „Arbeikerfichrer".— Renkölln I5-: Treffpunkt 19 Uhr Keim Schierkcstrafte zur ltreistnilgliederversammluna der Partri. Vorträge, Vereine und Versammlungen. /K � Reichsbanner„Schwarz-Rok-Gold". KSfipip� Selchllktsstelle: Berlin S 14. Sebastianstr 37—38. Kol!. Tr 'vIVr Ganoorstand. Achtung. Spiellcute! Stimtlich« Kameraden, die sich to»» am Reichstreffen der Epielleut« in Magdeburg zu Pfinolien de- teiligen wollen, werden ersucht, sich am Dienstag, dem 4. Tebruor, 20 Uhr, mit Znstrumenten in Oberschöneweide. Siemensstr. 1, Lokal»Im kühlen Grund", bei Kamewd Zogiella zu melden. Di« Tamlanrkorpz Treptow. ssriedrichshain nnb Köpenick treten geschlossen an. Gleichzeitig Kreisstabfuhrer. besprechung.— Schöueberg.Rriedeaau. Unser Kamerad, Sporiwart Max Lackert ist verstorben. Ginüscherung Dienstag. 4. ssebruar. 1818 Uhr, im Krematorium Wilmersdork. Berlin.': Strafte. Zahlreich« Be'eiligung erbeten. — Donneestag, 8. lsebruae. Prenzlauer Berg. Kameradschaftsverlammiungen NM 20 Uhr: Kameradsckzift Zlvrdkav bei Goldlchmidi, Stolpisch« Str. 88. Kameradschaft Balkan bei Bogel. Zablonskisir. 9. Friedrichs Hain. Kamerad- schalt grankfurt. 20 Uhr Kameradschaftsstftung bei Wiitlchuft. Petersburger Strafte 5. Taaesorbnung:»Bericht von der Generalversammlung.— kreuzberg. Zu» 4. Dienstag. 4. Februar, 20 Uhr, Bcrsammlunq bei Gründer. Riw.merstr. 30. Zug 5. Zm Mcftpalast. Alte Zalobstr. 14. Bortrag. Restlos:« Grsckieinen erwartet. Mittwoch. 5. ldebruor. 2. Kng bei Krepp. Planufer 75. Zug 7 bei Adam, Lllbbcner Str. 30. Referent Stadtrat Kunze:«Das Gr. vi« beiden Tag«, Sonntag und Montag, sind ohne besondere Höhepunkte. Herauszuheben bleiben allein zwei Deranstallungen: Walter Gronvstay läßt ein Hörspiel für die Jugend„Verfolgung" mifführen und Crnst.To l le r und Alfred M ü h r.unterhalten sich über den Kulturbankerott des Bürgertums. Gronostays Stück ist wie ein« groß angelegte Reportage gearbeitet. Der Sprecher über- nimmt die Roll« des Conferenciers und erläutert die Situation. Das Stück spielt zur Zelt des nissisch-japanrschen Krieges, vor Port Arthur, und enthält außerordenilich viel Tempo. Vielleicht liegt tatsächlich in dieftr Art der Darstellung eine neue Form des Hörspiels. Der Dortrag„Kuliurbankerott des Bürgertums" bringt eigentlich von beiden Seiten«ine Ablehnung des Bürgertums. Denn selbst Alfred Mühr greift das Bürgertum wegen seiner Gleichgültigkeit gegenüber den entscheidenden Fragen energisch an. Das Wingncr-Quartett und das Konzert au: der Städtiichen Oper Charlottenburg, das Studentenlieder bringt, stehen aus h oh e m Niveau. Außerdem sind ein Mandolinenkon.zert und ein inter- nationales Konzert aus Budapest zu erwähnen. Sehr schön Heber» tragung und Ausführung des von der Funkstunde übernommenen Opcrnballs in der Republikoper am Sonnabendabend. Eine Reihe auserlesener Stimmen und die schönsten Kapellen bilden eine pracht- voll« Revue.?. Lad. «nBSWewprvblevck.— Tieuwrie». Zuieaismoer.©Ua«foe, 4. ffeorv«. 20 Uhr. Geveralversammlima uni Reuwahl bei Schlestngcr. Lübecker w.roft«.--- W-rineabteiluoa. Mittwoch. 5. Februar. 20 Uhr. Turnhalle Albreckpftr. 20, Turnen uni Winken._ «er band Sheiccht-reform. Sift Berlin. Selchöktsstelle:«önia-mncklerbaulen. SchIlrle.Lanz.Str. 2. Oeffentlichc Bersammluna am Donnerstaa,�dcm 8. Fe- bruar, 20 Ubr, Im Restaurant...Zum alten Asianicr", Berlin SW. 11, An» haltstr. 11, 1 Treppe(aroftcr S-all. Dorlraa des Herrn Rechtsanwall uni» Zietar Dr. Tonrad M-nd-Isohn:„Unmöalichkeiten i» trtzigen Scherdungs. prvzeft!" Freie Aussprache. Gäste willkommen. Bund der freie» Schuloesellschaste» Deutschlands, OrtsaruvvZ Berlin-Ober. fchöneweide. Oessentlich« Elternversammluna am Freitaa. dem 7. Februar. im Restaurant..Zum küblen Grunde". Tabbcrtstr. 1. L, spricht Oberstudun- dircltor Dr. S. Kawcrau Uber da- Thema: welche Schule schicke ich meiu Kind?" Bund deutscher biru-eilefttei Srlcaer e. B. Dezirksarupp« Berliu-Drallden. buna. Berlin O. 112. Riederbarnimstr. ö. v. III links. Milte« ck), 5. Fe- bruar. 10', i Uhr, Berlammlun» oller hirnverletlter Krieger. «rbeiter-Radio-Bund Teutschland,«. B.. Gruppe Friedrichshain. Don. ncrstaa. 0. Februar. 20 Uhr. Borttag-abend:„Gawanischt Elckteizilät". im Lokal O. 84, Taüiner Sir. 10. Geueralversammlung der Arbeiterwodlsahri. Bezirksausschuft BerNn. Mon. sag. 10. März 1930. Ort, Stunde und Tagesordnung werden noch bckauntgcgebcu. Anträge zur Gencrolversammlung müssen bis zum 10. Februar in der Sc. fchäftsstelle, Lindenstr. 3. II. Los. 2 Treppen, eingereicht sein. Silmmberecht gie Mitqliedcr der Gene-ralveTsammluna strüi: dft entere Bezirrsausschun, d t Revisoren, die Kreisleitcr und Krei Siegerinnen und detxn Stellvee�retco. aus icder-Abteilung M>ci oewähll- Delegiert«, je ein Bertrekec der angeichlosscnen Organisationen und die Milgliedcr der zentralen ZSohlfahrisdputeKou und des Bcrwaltungsausschustcs des Landcsjugcndamtcs. Zuteruational« Studentcuoereluiguug.»Internationaler Tee" mit Dr. F. 39. Revemans van Erumichoven am Sonnabend, dem 8. Februar, in der Sumboidt-Billa. Fasanenstr. 28. um 10 Uhr. Thema:„KrankbeKen llnfercr Reit". .Sturmvogel", Flugrerdaud der Werktätigen, E. 0. Am Sonntag, dem 9. Februar. 1010 Uhr. findet in den Werkstätten der Deutschen Luft-Lanla in Berlin-Staaken unter sachverständiger Führung eine Besichtigung der Werkt- anlagen statt. Die Mitglieder der Bezirksgruppz Kreuzberg werden gebeten. ihre eventuelle Beteiligung bis zum 5. Februar an den 1. VorstftendZN, Herrn Mar Stipold, Berlin SW. 81. Belle.Alliance-Str. 59. mitzuteilen. Di« Besichtigung ist ausnahmsweise kostenlos. Rege Beteiligung wird erwartet. Ter Berliner Rither-Tlub übt jeden Dienstag um 2ä% Uhr im Elubhaus Ohmstr. q. Selbfthilsebuud der Körverbebirdertc» Bezirk Mitte. Versammlung am Montag, dem 10. Februar, um 20 Uhr, im Dereinshaus Südost, Michaelkirch- Ecke Wusterhausener Strafte. „Sarrasanl", ei» Ram« der»erpflichtet... Wir wisse» aus den Gast- spielen Sarrasanis in anderen Städten und Ländern, daft Direktor Sfor(f> Sarrasani seinem weithin berühmten Ramen nichts schuldig bleibt. Wenn er seftr mit seinem gewaltigen Unternehmen nach Berlin komm', che er im Ausland dem deutschen Namen wieber Anerkeuimug gewinnt, wie er sie am zweijähriger Tournee in Südamerika gewann, so können wir mit Reckt aufterordenlliche Leistungen erwarten. Wir Berliner lernten ihn zuleilt rar drei Jahren wieder kennen, und er wird jeftt zu uns kommen als ein völlig neues Unternehmen, ins Ungeheure gewachsen, und doch bis ins Kleinste ein Firius von Qualität. Sein Programm wird eine überreiche Meng« von hocki» kiassigen Darbietungen aufweisen: e» wird uns Bülkergruppen aus all-n Erdteilen in ihre» traditionellen Künsten, wird uns bündelte edler Tiere aus Urwald und Stepp«, aus Prärie und Dkchuna-l bringen. Erwähnt sei heute nur die Serbe der 22 indischen Elefanten, die Direkwr StoTch-Sarrasani per. sönlich in jeder Vorstellung zeigen wirb. Die feierliche Eröffnung des Winter- baues auf dem Tcmpclhofer Feld stndct am Freitag, dem 7. Februar, abends 7Zs Uhr. statt. Reportage aus einem Wareuhau». Am Dienstag, dem 4. Februar, alunds 8 Uhr. wird im Dovpelvrogramm Dr. Peter Sachse den Sürern einen inter, essanten Rundgang hinter die Kulissen de» LSarenhauses Karstadt vermitteln. Unter anderem wirkt die Kapelle Marek-Weber mit. Eier lOSIflcli Ft an Sind vom Veroand»osgesedlo»»» OBST Musöpfel.............. BPiMa78pt Apfelsinen mob«......... Pfand 75pt Mandarinen............ s Pkmd 78pt. Blutapfelsinen......... a pf»na7dpt Tafeläpfel.................. pfwa 35«. GEMOSE Weisskohl...................»--»»4« Möhren g»«»»oi>«»............ pftma 5« Rot- oder Wirsingkohl Pia. 10« Rosenkohl................ PfMa 20« KÄSE VND FETTE Allg. Stangenkäse»*!,- pfa. 46« Holländer KSsc»v...... pm. 75« Edamer Käse so»;,........ pka.75« Dän. Schweizer so»;,...... 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Aprikosen, Johannisbeer..... 1,10 Himbecr, Kirsch.................. 1,30 Erdbeer.............................. 1,30 Ananas............................. 1,40 32 Gänse«vkrvraB 70 Pfd. von Pf.&n Wölgahühncr ee'rorrn�20 Pia. tob■ an KONSERVEN � Kaiscrsdioten................. 1,65 Junge Erbsen»ehrfeia........ 1,45 Junge Erbsen i-i»............. 95�. Junge Erbsen................. 68?/. Gemüse-Erbsen............. 55�. Karotten gesehnftten........... 40«. Kohlrabi in KcdelbeB, mit CrllB.. 68«. berliner Allerlei............. S2pf, Sellerie ib scheibeB............... 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