» BERLIN Sienstag 1 Februar 1930 10 Pf. Tit. 58 B 29 42. Lahrgang erfckeiat täglich aoßerSvttBtag«. Zu?lN. rro Monat. Sledakuon und Erpedittoni Berlin SW 68, LindenSr.S i�JoiWafib» nittgenvrel«! Die einsvaltige Nonrareillezeil« So Pf. Reklamcicil» d M. Ermäßiaunzen nach Tarif. eSschecktont» Vorwärrs-Verlag G. m. d.H.. B«rlin Nr.»7bZK. Zernforecher: Drndoff svs bi« A? «I ESI Absage an die Kommunisten. Der prager Lugendführer tri« aus der Kommunistischen Partei aus. Die Arbeitszeit im Kohlenbergbau. Ltm ihre internationale Regelung. Prag. 4. Februar. Die kommunistischen Stadtvertreter führten in der gestrigen Sitzung de» prager Stadtvertretertollegium» unter Führung vou Dr. vacek lang andauernde Lärmszenea herbei. Sie verlongtell die sofortige Verhandlung der Arbeitslosensrage und protestierten dagegen, daß ihre Anhänger, die sie von der Galerle aus unterstützen sollten, nicht hineingelassen worden seien. Es kam zu scharfen Zusammenstötzea mit dem Vorsitzenden. Bürgermeister Dr. Vaxa, der Dr. vacek schließlich das Wort entzog. Am Schluß der Sitzung gab der kommunistische Stadtverordnete Dr. p o l a k, ein eifriger Organisator der kommunistischen Jugend. die ErNärung ab. daß er sich gegen die kommunistische Rathanspolitik wenden müsse. Er betrachte die bisherige Politik der kommunistischen Fraktion, die die Tätigkeit der Kommunen unterbinden solle, al» falsch. Die Arbeiterschaft dürfe nicht auf bloße Versprechungen und auf das markt- schreierische Verhalteu der Kommunistischen Partei angewiesen sein; sie verlange positive Arbeit. Bisher bringe die Partei aber immer nur Anträge ein. von denen sie schon im voraus miste, daß sie nicht durchdringen könnten. Diese unmögliche kommunistische Politik sei eine Folge der zmeifelhaslen Politik der ganzen Kommunistischen Partei überhaupt. Diese Politik sei aber schädlich und diene nur zur Stärkung des Faschiemu». Au» diesem Grund erkläre er seinen A u» l r l t t aas der Kommunistischen Partei. Auch ein zweiter Vertreter der kommunistischen Rathausfraktion. Lacina. ist aus der Partei ausgetreten. Durch diese Austritte ist die kommunistische Fraktion auf IS Mitglieder herabgesunken. Die Schwalbe ifl da! Wieder eine„Flucht aus der SPD." r f/urra, die erst« Schmalbe ist dal Nun kann der Frühling losgehen. Vorläufig allerdings erst bei der Kommunistischen Partei. bei der diese erste Schwalbe gelandet ist. Sie hat auch allerhand mitgebracht, wie man aus der heutigen„Noten Fahne" ersehen kann. Auf der ersten Seit« einen dicken»alten, aus der zweiten Seite einen zwei Spalten langen offenen»rief. Wir verlosten die Poesie und kehren zur Prosa des Alltags zurück. Die„Note Fahne" kann melden, daß der„SPD.-Nedakteur Schwalbe" eine„Flucht aus der SPD." angetreten habe und jetzt ' zuni Eintritt in die KPD. auffordere. Wer Ist dieser Schwalbe? Hier ein kurzer Auszug aus seinen Personalien: Herr Leonid Schwalbe ist nach dem Kriege aus Rußland nach Deutschland ge- kommen. Es gelang ihm. bei der Allgemeinen Ortskrankenkoste in Hamburg in einer untergeordneten Stellung unterzukommen. Im Sommer 1928 verlor er diese Stellung und da er eine Frau und zwei Kinder hat. so bemühten sich seine Freunde darum, ihm eine neue Deschäftigung zu schassen. Man ließ ihn auch einig« Berichte für dos„Hamburger Echo" anfertigen: ein festes Verhältnis zu unserem Hamburger Parieiblatt konnte sich daraus nicht entwickeln, dg seine journalistische Tätigkeit alles zu wünschen übrig ließ. Redakteur war er niemals! Es gelang Herrn Schwalbe schließlich, bei der Stadtverwaltung in Altona eine Anstellung zu finden. Nach einer sechsmonatigen Probezeit wurde er wieder«nt- lassen. Trotzdem von Leuten, die mir ihm zu tun halten, gesagt wurde, daß eine Empfehlung des Herrn Schwalbe n i ch t m e h r in Frage kommen könne, setzten die von ihm darum ange- rufenen Parteigenosten die Bemühungen fort, ihn iroendwo anders unterzubringen. Im Sommer 1929 wurde er beim Zentrolverband der Arbeitsinvaliden und Witwen Deutschlands probeweise eingc- stellt. Es stellte sich aber bald heraus, daß seine Kenntnisse und sein Fleiß für den Posten, um den er sich beworben hatte, nicht ausreichten. Zudem betrug er sich ganz unkollegial, ein anderer Angestellter wurde von ihm blutig geschlagen. Seine Weiter- deschäftigung war unmöglich, es wurde ihm nahegelegt, sich nach einem anderen Posten umzusehen. Die Antwort darauf war die Verbreitung von Verleumdungen gegen den Jen- traloerband der Arbeitsinvaliden und Witwen Deutschlands. Wegen dieser verleumderischen Beleidigung Hot der Verband«in- Klage angestrengt, die noch nicht zum Au-trag gebracht worden ist. Es handelt sich bei Herrn Schwalbe um einen Menschen, der bei mangelhaften Fähigkeiten nur geringe Eharaktersestigkeit desitzt. Darauf ist es zurückzuführen daß er in seinen bisherigen Stellungen knnen festen Fuß sasscn konnte. Bei der Sozialdemokratischen Partei und bei den. Organisationen der ArbeUerschast hat er a b g e- Gens, 4. Februar. Di« Frage der internationalen Regelung der Arbeitszeit im Kohlenbergbau, über die von der techn fchen Vorkonferenz Mitte Januar keine Einigung erzielt werden konnte, bildet den Haupt- punkt der umfangreichen Tagesordnung, die der Verwaltungs- rat des Internationalen Arbeitsamts in seiner heute beginnenden Wintertagung zu erledigen hat. Er hat darüber zu entscheiden, ob diese Frage, entsprechend einem Wunsch der letzten Völkerbundsversamwlung, ausnahmsweise noch auf die Tagesordnung der nächsten Internationalen Arbeitstonferenz gestellt werden soll, die am 19. Juni zusammen- treten wird. Die Vorkonferenz hatte, obwohl sie in den beiden Hauptpunkten der Bemessung und Berechnung der Arbeitszeit nicht einmal zu einem Mehrheitsbeschluß kommen konnte, die Weiter- behandlung dieser Frage durch die Arbeitskonferenz emp- fohlen. Der Entscheidung wird mit Spannung entgegengesehen, da die Gegensätze, die sich bei der Vorkonferenz gezeigt haben, zweifellos auch im Derwaltungsrat wieder in Erscheinung treten werden. Französischer Vergarbeiterkongreß. Paris, 4. Februar.(Eigenbericht.) Der Verband der französischen sozialistischen Bergarbeiter ist am Montag in Paris zu einem außerordentlichen Kongreß zusammengetreten. Auf der Tagesordnung stehen vor allem drei Punkte: Wahrung des Achtstundentags, industrielle Rationalisierung und Verbesterung der Knopps haftsnersichevung. Auf dem letzten Kongreß in Marseille war beschlossen worden, bei Nichterfüllung der Arbeiterwünsche in � den genannten drei Punkten eventuell einen 24stündigen Proteststreik zu proklamieren. Unter der Mitwirkung der Regierung sind jedoch Verhandlungen mit den Grubengesellschaften zustande gekommen, die zum Teil schon zu einer Einigung gesührt lzaden. Sc ist ein Abkommen über die Parolenausgabe. r „Die?�ote Fahne schreibt weiter über die.revo utionäre Situation". Und die junger. Leute Pom Jlünzenberg- Konzern berichten über bürgerliche putschabflchten unter soziatdemokrat scher Führung." wirtschaftet. Nunmehr versucht er es bei der Kommunistischen Partei und deren Hilfcorganisationen. Wir wünschen ihnen recht viel Glück zu diesem Gewinn! Die erst« Schwalbe ist zwar der Kommunistischen Partei zugeflogen: wir sind gber sicher, daß sie ihr nicht den ersehnten Frühling btingen wird. Wahrung des Achtstundentages abgeschlossen worden. Für die Rationalisierung wurden aus allen Gruben p a r i t äl i s che Kommissionen eingesetzt, die alle Härten aus dem Wege räumen sollen. In der Knoppschaftsversicherung wurde zunächst er- reicht, daß die A l t e r s g r e n z e für die Pensionsberechtigung von 53 auf 59 Jahre herabgesetzt und die Knappschaftspensionen selbst von fünf- auf sechstausend Franken jährlich er- höht werden sollen. Hier ist eine völlige Einigung jedoch noch nicht erzielt. polen als Reservoir für Krankreich. Wanderung soll psanmähig organisürt werden. pari», 4. Februar. Ein parlamentarischer llnlerousschuß bcschäsligte sich mil der Frage der Einwanderung polnischer Landarbeiter nach Frankreich. Der radikale Abgeordnele Lambert erslatlele einen Bericht, in dem er für die sofortige Organisierung der Verpflanzung ganzer polnischer Familien nach Frankreich eintrat, um sie hier bodenständig zu machen. Polen mil seinem jährlichen Geburtenüberschuß von etwa 500 000 bilde ein natürliche» Reservoir lebender Kräfte für die französische Londwirlschoft. Lambert wurde beauftrag», sobald wie möglich einen entsprechenden Gesetzentwurf vorzubereiten. Sozialdemokrat als Oberpräsident. Haas für Kassel in Aussicht genommen. Als Oberpräsidenten von Hessen-Nossau hat der preußische Innenminister den sozialdemokratischen Landtagsabgeordneten August Haas- Köln in Aussicht genommen Der Ernennung durch das preußische Staatsministerium dürften Schwierigkeiten kaum iin Wege stehen. Falsch ist die Nachricht, daß der Ministerialdirigent im Reichs- Ministerium des Innern Dr. H ä n t s ch e l die Nachfolge des von seinem Amt zurückgetretenen Oberpräsidenten von Pommern an- »ritt. Vorläufig hat sich der preußische Innenminister über die Nachfolge noch nicht endgllliig entschieden.\ Klage gegen Nolz. Staatsgkrichtshof prüft die Verfassungsmäßigkeit der Reg.erung lSolj-Bazille. Leipzig, 4. Februar. Am 17. und 18. Februar verhandell der Staatsgerichtshof für das Deutsche Reich die Klage der sozialdemokratischen Fraktion des Württembergischen Landtags auf D e r f a s s u n g s» Widrigkeit der seit dem 8. Juni 1928 bestehenden Regierung Bolz sowie aus Ungültigkeit verschiedener Bestimmungen der Ge- schäflsordnung des Württembergischen Landtags. Wirtfchastspartei blamiert sich. M ßtraueneantrog g-gen den Miniflerpräsidenten. Die Wirtschastspartei hat gemeinsam m»i mehreren Abgeordneten der Deutschen Fraktion im Preußischen Landtag einen Antrag eingebracht, worin der Landtag ersucht wird, dem preußischen Ministerpräsidenten Braun aus Anlaß der Neu- besetzung des Kultusministeriums dos Vertrauen zu entziehen. Der Bnrrag wird mir d.": Gefährdung christlicher Interessen, hauptsächlich in der Frage der Jugenderziehung, begründet. Aufgehobenes Verbot. Hamburg, 4. Februar. Der Senat hak das am 1. Februar erlassene verbot der kommurnstisthen„Hamburger volkszeiti-ng" und der..Norddeutschen Zeitung" mit Wirkung vom heutigen Tage ausgehoben. Abenteurer und Fälscher. Hoffmanns Verhandlungen in England.— Späte„Enthüllungen". Dos Plädoyer des Verteidigers mm Koriunidze und Z�dathiersch- uiili, Rechtsonwalt Dr. Beer, begann mit einer kleinen Sensation. Der Verteidiger stellte den bedingten Antrag, die FrZlus- wärtigen Amtes Lampfon, Spiridon Kedia und Karumid.ze f�gtt- aefunden haben, eine Tagesordnung zugrunde gelegen habe, die upn Hoffmann und Karumidze ausgearbeitet worden war. Der Veih leidiger verliest die Abschriften der Tagesordnung, die ihm soeben aus England überfandt worden waren. Der erste Punkt der Tages- ördnung lautet: Allgemeine politische Ausgangspunkte. Es folgen einzelne Referate: Die Staaten Europas und der Bolschewismus, die Staaten Europas und die Not im Osten, englische und deutsche Interessen an den unterdrückten Bölkern in Sowjelrustkand. Ein weiteres Kapitel hesht A t t I o n s P l ä n. Deutschlands Beteiligung an der Aktion a) militärtechnische Führung, b) Menschenmaterial, c) technisches Material. 4. Stellung der Arbeitgeber in Deutschland zum Wiederaufbau im Osten. Ein weiteres Kapitel ist betitelt: Organisation der deutsch-englischen Führung, noch ein weiteres heißt Finanzierung. Es folgen Stichworte, niedergeschrieben von General Hoffwonn. Sie lauten u. a.: Türkei und Bulgarien als Sammel- platz zum Vormorsch nach Südruhland: die ukranische Emigramen- regierung findet Ausnahme im befreundeten Polen, Siedlung»- Möglichkeiten für deutsche Mitkämpfer in Siidrutzland: Verwaltung des Aktionslands durch einen Deutschen unter Mitwirkung eines Engländers und eines Georgiers. Das Originalprotokoll ist mit handschriftlichen Randbemerkungen Deter. d i n g s versehen. Deshalb fei es unmöglich, das Original zu er- halten. Frau General Hofimonn werde aber bestätigen, daß Genera! Hofsmann mit dem Protokoll nach England gefahren ist. Rechtsanwalt Beer erklärt, wir waren gezwungen, die Tages- ordming bekanntzugeben, da der Sdaatsanmolt den Angeklagten vor- geworfen hat, sie hätten nicht die volle Wahrheit gesagt. Tatsächlich wollten fie eine gewiss« Diskretion üben. Sie könnten noch viel mehr erzählen, als sie berests getan haben. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß hinter ihnen realpolitische Kräfte gestanden haben. Die Amnestie müsse auf Grund der reichsgerichtlichen Entscheidung aus Karumidze und auf Sadathierschwili angewandt werden. Das Kulmbacher„Mordgeständnis". Erk.ärvng der Familie Mevßdörffer. i Kulm dach, 4. Februar. DU Familie des Sommerzienrats ZNeuhdörffer übergibt der , Presse zu der Meldung einer Bayreuther Zeitung, dah dle Täler dos» Mardgeständnis auf Gru od einer sluauzielleu Zu- wchMdung der Familie gemacht hätte o, eine Erklärung. in der sie diese finanzielle Zuwendung zwar zugibt, aber betont, dah �diesc im ausdrücklichen Einverständnis mit der S l a a'i sanwaltschaft und dem Untersuchungsrichter gemacht worden t t m, n i st« r j u in s. Das Luftsahtt- miofsteviin» ist nach langem Kample innerhalb verschiedener Mi- n.sierien aüs den einzeln?» Teilen, die bis dahin dem Kriegs- üünfstenum, dem MatluemInisteriUm. dem Kvlonialmlnisterium und i ein Hindslsniinisierinn, unterstellt waren, im September 1928 ge- bildet wo. den. Besonders die Militärs hatten sich mit allen Mitteln dagegen gsrCehrt, daß die Leilung des gesamten Luftwesens in die Hand eines einzigen Mlnlsters und dn.z» in die eines Zivil- Ministers«elegr würde. Ihr Widerstand wurde jedoch gebrochen. Der Abgeordnete Laurrnt-Eynr.c wurde zum Luftsahrtminister er- n arm'. Als Bericht« rstalter fiihrtc der sozialistisch« Abgeordnete Re- n a u d e l a»-: In nahe- Zukunft werde Frankreich über drei protze Lust Verkehrsnetze verfügen: 1. das Kontinental netz (Paris— Brüssel— Amsterdam! Paris— Berlin; Paris— Malmö; Pari-— P rag— Ko nstantuwpcl— Bagdad; Paris— Warschau): 2. das Orientnetz(Pari-— London: Paris— Lyon— Marseille; Marseille— Tunis; Marseille— Achctl, Syrien und eventidell die Linien nach Sicgypten und Indvchma); 3. dos westeuropäische und südameri- lautsch« Netz(Frankreich— Algerien; Frankreich— Marokko; Frankreich— Französisch-Wsstasrik«! Frankreich— Spanien; Frankreich— Brasilien, ilrugimy, Argentinien und Chile). Reunudel wies in seinem Bericht serner aus das stark« Miß- verhäln!s hin'wischen den im Budget für 1930 vorgesehenen Aus- o.iben für die M, Ii i ä r l u s l s a h r t und denjenigen für die Zi- oilluitsahrt: 1 024 000 für die Militär-, 439 000 für die Zivil- l u f t k c- h r t. Da die Steigerung der militärischen Ausgaben auch die um d!c Verteidigung des Landes besorgten Geister beunruhigt, stehe man hier einem Problem gegenüber, das im Rahmen der gesamten Reorganisation der Armee gelöst werden müsse. Es sei die höchste Zeit, die sranzösiichc Zivillustsohrt auszubauen, wenn Frankreich stch nicht durch andere Länder überflügeln lassen wolle. In Nordamerika Zum Beispiel seien die für touristische Zwecke verwendeten Flugzeug« seit 1925 von 711 aus 650 4 ge- s»: t g e n— In Frankreich ober sei die Ziffer ja lächerlich gering dtß man sie nicht einmal nennen dürfe. Man mstste sich auch recht- -eitig dagegen wehren, daß amerikamsches Kapital, vor allem ameri- kanftch« Automobiltrusts, die französische Flugzeuglndustrte zu an- neftitren versuchten. Im Schlußabsatz seines Berichtes spricht Renaudel die Hofs- „ung aus, daß die Flugzeuge, die die grauenhaftesten Vernichtungs- welkzeuge in einem Kriege wetden könnten, die friedliche Ver. h i n d u n g zwischen den Völkern enger als je gestalten und damit neue Kriege immer schwieriger machen mögen. Masienverhostungen in Mazedonien. Wegen der sich in letzter Zeii in Sofia häufenden Attentate erfolgten am Dienstag und Mitt- wZch auf Anordnung des Innenministers Myslenverhas- tungen mazedonischer Terroristen. Die Verhafteten werden in der Provinz! nterniert. Die Blättör begrüßen da? kn-ergiiche Porgehen der Regierung. Lohnender Auio schwindet. Winrich Gfog von Gassendorf festgenommen. vollkommen abgerissen, mikteilo» und halb verhunert wurde gestern abend von Kriminalbeamten st» Westend der lange gesuchte Autoschwtndler Gsug»an«asseudors ermittelt und sestgenomme«. Eine Frau aus polnischem Adel, die in der Eberescheuallee wohnt, hatte Gsug aus Mitleid ausgenommen. Ging von Gassen- darf, der jetzt in der Mitte der vierziger Jahre steht,, stammt aus Dortmund und gehörte einer angesehenen Familie an. Er geriet in Berlin in Schieberkreise, deren Mitglieder seinen Namen Zu ihren Geschäften ausnutzten. Er beteiligte sich schließlich selbst daran»nd war In anrüchige B i l d e r g e s ch ä f t e, Wechsel- und Scheck- ossären verwickelt. Seit etwa einem halben Jahre betrieb er den Au t o s chw i n de l. Unter irgend einem falsche» Rainen, Freiherr von Romberg. Freiherr von Stein und ähnlich, rief er bei Autoverleihern an und bestellte einen Wagen für eine Fahrt über Land. Den Chauffeur brachte er stets selbst mit. Die Leute warb er beim Arbeitsnachweis. Sobald die geforderte Kaution, die ja nie im Verhältnis.zu dem Wert des Wagen» stand, erlegt war, ftchr Gfug mit dem Wogen davon in die Provinz, lohnr« unterwegs den Chauffeur ob, schickte ihn nach Hause und verkaufte dos Auto für den Preis, den er dafür bekommen konnte. Im ganzen sind Gfug 2 8 Fälle dikser Art nachgewiesen, die tr auch zugibt. Daß er trotz der ansehnlichen Einnahmen heute ganz ohne Mittel dasteht, erklärt er damit, daß sich seine„Freunde" an ihn heran- gemacht und ihre Kenntnis seiner Streiche zu Erpressung«» ausgenutzt hätten. Da Gasttnvorf geständig ist, wird«r wegen fortgesetzten Be- trüge dem Richter vdrgesührt«erden. Außer den erwähnten Be- trügereien mil Kraftwagen fallen ihm noch einige Teppich- und Pelz- Ichwind«leien zur Last. Geschädigte, die nach keine Anzeige gemacht haben, werden ersucht, sich bei Kriminalbezirkssekretär Neumann im Polizeipräsidium zu melden. Die Neamienverireiungen. Oie Forderungen der Beamten. Der Reichstagsausschnß für Beamtenangole- g« n h e i t« n hörte am Montag die Vertreter der Bc- amten-Spitzenorganisationen über den Gesetz enlwurs für die Beamtenoertretungen. Dr. Völker vom Allgemeinen Deutschen Beamtenbund schlug für den Ausbau der Vertretungen vor, Hauptbemnienousschüsse auch In den Gemeinden zu errichien und Bezirksbeamtenausschiisie obligatorisch vorzuschen, wobei in Sonderfällen von ihrer Einrichtung abgesehen werden könne. Die im Entwurf zugelassene Möglichkeit der Gnippenwahl zu den Bezirksausschüssen lehnte er scharf ab. Er verlangt«, dah lediglich nach dem Berhältniswahlsystem zu dc>< Beamtenvertretungen gewählt werde. Ferner fcrdertc er eine Her- absetzung des Wahlalters auf das 18. Lebensjahr und die Sicherung der Möglichkeit, Gewerkschaftsvertreter zu den Sitzungen h'nzu- zuzielzen sowie Leamtenversammlungcn abzuhalten. Bei den Auf- gaben der Beamtenoertretungen Unterschied Dölter ein Milwirkungs- recht sowohl aus eigencr Initiative der Ausschüsie ots auf Antrag des Beteiligten, ferner ein Recht zu Verhandlungen mit der Per- waltung und schließlich die Fülle der gutachtlichen Anhörung der Ausschüsse. Dos Mitwirkungsrccht solle seine Spitze sirtden in dem Vers«chr«n vor der Einspruchskammer, während in den übrigen Fällen ein Beschwerdeveriahren bis zum höchsten Dienstoorgesetzten lausen müsse. Die Tätigkeit der Ausschußmitglieder sei durch weite- ren Ausbau de r.S chutzvorschriften zu sichern. Schließlich forderte Völter noch die Schaffung eines Enttafsungsschutzes ähnkich von Vorschriften des Betriebs- rätegesetzes und baldige Inkrafttretung der Vorlage. 3n der kammerersatzwahl in Rappoltswcüer erhielt der No lionaltatbolik Nieder bei der Stichwahl 6200. der Heimatrechii'r R 0 m e r 4300. Ein Großteil der für den aus der SÜchwahi aus- geschiedenen lozialütischen Kandidaten abgegebenen Stimmen ist atio gegen den Autonomtslen abgegeben worden \ 42 Fragen und eine Antwort. Sowjeipropagonda und die Beziehungen zu Gng'aad. Loadon, L Februar. Außenminister Henberscm wurde wiederum, und zwar wie er mitteilte ,zum 42. Male, über die Frage der russischen Pro- paganda in England interpelliert. Henderstm deantwortet« die verschiedenen Anfragen über diesen Gegenstand summansch, indem er erklärte, daß die Üiegierung sich nicht zu unüberlegten chand- lungen in dieser Frage hinreißen lassen werde. Er bat in diesem Zusammenhang die Abgeordneten, kleinere Fälle nicht unnötig auszubauschen. Fall« sich ein wirklicher Grund zu Klagen über die Haltung der russischen Regierung in der Propogaichasrage ergeben sollte, so würde die englische Regierung nicht zögen,, das i'ttUrhaus von ihren Schriften in diesen Fällen in Kenntnis zu f. Yen. Aus ein« Ansrag« Chamberlains über die Haltung der Dritten interna ionale teilt« Hendersnn mit, daß er den russischen Bot- s.hafttr davon insormiert hätte, daß vor einiger Zeit etwas vor- a-sollen sei. wa, die englisch-nissischen Verhandlungen nicht erleich- t-rn dürste. Der Abschluß eines«nglisch-niffischen Handelsvertrages wird in Uebereinstinunung mit dem russisch-englischen ? Protokoll vom 3. Dezember in den Verhandlungen der englischen Regierung mit dem russischen Votichaster in London erörtert werden. Maffenmörder. Massenerschießung russischer Osfiüere. London, 4. Februar. Reutar berichtet aus Riga: Aus Sawsetrußland kommt die lllachricht, daß die GPU. die Massenhinrichtung aller vormaligen Marineoffiziere durchgeführt habe, S. h. aller derer, die nicht in den Sowjetflottendienst eingetreten und trotzdem In Rußland zurückgeblieben waren. Volle Einzelhellen sind noch nicht eingegangen, aber mehrere hundert Ramen sind als unter den Opfern befindlich gemeldet worden, und ihr« Verwandten in Rußland haden sich an ihre Glaubenegenossen in Riga mit der Vitts gewandt, dort Gedächtnis- gotteedienste abzuhalten, weil sie dies nicht auf Sowjetgebiet tun dürfen. Die orthodoxen Russen in Riga organisieren daher ein« Rcqiemfeier für morgen. Kutiepow nach Amerika? Moskau, 4. Februar. Oswefl!]« behauptet auf Grund eines Berichtes Ihres Amfter- damer Korrefpcmdenten, den dieser aus rechtsstehenden russischen Kreisen erhalten haben will, daß General Kutiepo-W bereits seif län- o?rer Zeit seinen Rücktritt in Erwägung gezogen habe, da er einen aussichisiosen Kampf gegen einen Dell der Weißgardisten zu führen bat'«, die ihn ww der Leitung des rufstfchen Militärverbandes in Paris verdrängen wollten. Mit.Hilfe feiner nächsten Freunde fei Kutiepow am 2*1 Januar unter Mitnahm« eines ansehnlichen Geld- betrages heimlich nach einer südamerikanischen Republik abgereift. Wchierwechsel in Amerika. (5xpräsi0ent Taft scheidet aus- Exstaatsselretär Hughes Rachsolger. Washington. 4. Februar.(Eigenbericht.) Der Präsident des höchsten Bundesgerichtshofs, William Taft, 'ist au« Gesundheitsrücksichten zurückgetreten. Sein Zustand ist be- sorgniserregend. Präsident Hoover nahm das Rücktrtttsgesuch an und ernannte Charles Hughes zu seinem Nachfolger. Taft war früher Präsident der Vereinigten Staaten. Mit seinem Rücktritt scheidet eine inarkaitte Persönlichkell au- dem llifentlichen Leben Amerikas. Als sein Nachfolger war auch Cookidge, der Borgänger Hoovere, genannt worden. Der Vorsitz des höchsten Gerichtshofs ist das Amt, das gewöhnlich von gewesenen Präsidenten geleitet wird. Hughes erklärt«, er werde die Ernennung zum Oberrichtsr an- nehmen Er hat dieses Amt bereits eimnal innegehabt und legte es im Jahre 1916 nieder, als er von der republikanischen Partei zum Präsidentschaftskandidaten nominiert wurde. Hughes nuiß infolg« seiner Ernennung zum Vorsitzeichen des Obersten Vundesgerichts fein Amt als Richter beim Internationalen Gerichtshof im Haag niederlegen. Das Reich und die Rohrbach-Arbeiter. Erörterungen im Haushalttausschuß. Im Ausschuß für den Reichshansholl führte«ine vom Verkehrs- aussckiuh überwiesen« Petition der Arbeiter und An- gestellte» der Rohrbach wertt zu einer ausgedehnten, lrilweise stürmischen Auseinandersetzung. Die Arbeiter haben seit vier Wochen keinen Lohn, die Angestellten seit Dezember kein Gehalt erhalten. Die Not der Petenten ist daher sehr groß und ihre Bllte» die in einem Antrag der kommunistischen Fraktion aufgenommen wurde, geht dahin, ihre Ansprüche aus einem Fonds zu befriedigen, der in, Haushalt des Reichs Verkehrs- ministerlums für die wirtschaftliche Umstellung der Luftfahrtindustrie noch vorhanden ist. Bon den Vertretern der beteitigt«n Ressorts, Finanz-, Arbeits- und verkehrsministerium. wurde auf das dringendste um A b- lehnung der Petition und de, komnmnistischcn Antrages ersucht. Man würde einen ganz neu«n und gesähr lichen Weg beschreiten, der zu unabsehbaren Folgen führen müßte, wenn einem vor dem Konkurs stehenden Unternehmen die Verpflichtung der rückständigen Lohnzahtuag durch das Reich abgenommen werde. Die Vertreter der Sozialdemokratie, die Genossen Keil und Schumann(Frankfurt), verlangten in wiederholten Dorleguigfen, daß die Petllion her Regierung zur Berücksichtigung überwiesen werde. Die Verhältnisse lägen hier ganz einzigartig. Die Not sei groß, die Regierung müsse Wege frnien, um die benötigten Mittel «tatsrechtlich korrekt flüssig zu machen. Die bürgerlichen Parteien wollt«, indessen wegen der Konsequenzen so well nicht gehen. Es gelang nur. die Petllion zur Erwägung zu überweisen, wobei auf Ersuch«, des Vorsitzenden die Regierungsvertrstar die Er- klSnmg abgaben, daß sie binnen einer Woche dem Ausschuß das Ergekim, ihrer Erwägung mitteilen würde. Schober in Rom und Verlin Wien, i Jebtugr,(Eigenberich,.) BuaÄMloazkr Hchoher wird am 2l. Februar In Berlin ««kreisen. Am Atwaing gfeafe ist r ia Vqaleitnng taw ttaftenischev «*««•*** » Mary Wigman> Ueber sie ein« Kritik zu schreiben, wäre Blasphemie. Dieser Kunst sich mit Worten zu nähern ist überhaupt nur möglich mit höchster Ehrfurcht vor solcher Verpflichtung. Mary Wigman schenkt Berlin zum vierten Male dos Wunder ihrer neuesten Kompo- sitionen. Man kann es nur Wunder nennen und alle Menschen haben es als das erkannt. Wiedergeburt, Fanal einer neuen Epoche ihres tänzerischen Wirkens, vollendete, reifste Erjüllung. Und wiederum— nicht trennbar vom Schaffen vergangener Jahre und im Tiefsten nur dann zu erfassen, wenn man dos Lebenswerk dieser Frau kennt. Jeder weiß heute, daß sie die Prophetin des neuen Tanzes, die größte Tänzerin überhaupt ist. Wer aber kennt wahr- Haft ihre Schöpfungen, wie man große Meisterwerke der Musik kennt? Wer weih wirklich um die schöpserrsche Urkraft eines Tanz- genies, wie es noch nie da war, das in jedem Jahr eine Fülle neuer Offenbarungen schenkte aus dem unerschöpflichen Reichtum einer Phantasiewelt, die man unbegrenzt nennen muß.(Wenn dieses Wort überhaupt mit Menschen in Verbindung zu bringen ist.) Da« heißt: alle kennen die Genialität Mary Wigmans, erleben sie aber nur von einer Seite. Wie sie tanzt, wie strahlend, mächtig, suggestv, hinreißend,— das packt die Menschen und ent flammt sie. Dos, was sie tanzt, das von ihr selbst unabhängig gewordene Werk, die grandiose Kompositum— wer sieht sie? Sind es dieselben Menschen, die beim Hären der Musik di« Komposition und Form tiesstens spüren und beim Sehen des Tanzes blind sind gegen dos Wunder tänzerischer Form? Empfangen des Kunstwerts. Es genügt nicht dumpfes Ahnen triebhaft unbewußte» Mit- fühlen künstlerischer Dat. Do» absolute, seelisch-geistig« Erleben de» Kunstwerkes bleibt dem Menschen verschlossen, solang« er nicht fähig ist, zu erkennen. Es ist hier nicht von Fachkenntnissen die Red«, noch von gesteigerter Ausnahmefähigkeit Sensibler, sondern nur von der primitivsten Basis, die es ermöglicht, Tanz zu betrachten. Als Mary Wigman nach Jahren bittersten Kampfes siegte, geschah es kraft ihrer Persönlichkeit; kein Mensch ahnte die Bedeutung ihrer Werke, die wenigsten wußten, daß e» festgelegte Tänze waren, geschweige denn, daß man Tänze komponiert aus visionärem Zwang, der einer schöpferischen Formmagie entspringt. Heute beginnen enger« Kreise etwas von diesen Dingen zu a h n e n Im Grunde aber steht das Publikum hllfws vor dem Tanzkunstwerk, da es nur dem rein persönlichen Stimmungscindruck einer ihm fremden Sache überlassen ist. Heut« weiß fast jeder gebildete Mensch, was eine Sonate, Sinfonie, Fuge ist: daß es musikalisch« Themen gibt, deren Wieder- kehr in verschiedensten Wandlungen ihn beglückt und daß ein Stück komponiert ist, d. h. aufgebaut und gegliedert aus künstlerischer Gesetzmäßigkeit. Man kennt die Sinfonien von Beethoven, hat sie oft gehört und läßt sich nicht nur von schönen Tomvellen berauschen, sondern steigert diesen Rausch durch Erleben eines monumentalen Aufbous, wunderbar verschlungener Motive, polyphoner Themaiik usw. usw. Der intensive und erfüllend« Genuß am Kunstwerk ist nur dann möglich, wenn«ine Bast» des Empfangenkönnens geschaffen ist. Impulsives Hingeriflensein von einer guten Sache Ist eine Reaktion, di« zum selbstverständlichen Instinkt der Masse gehört, aber mll Empfangentönnen nichts zu tun hat. Instinkt kann versagen. gerstig-seelisch umfassendes Erkennen ist bleibender Wert. Da» Wissen um formale Schönheit, räumliche Struktur, kompositorischen Aufbau gibt, verbunden mit der Beglückung über den Tänzer selbst, die notwendige Geschlossenhell de» Tanzerlebnisies. Es wird hierbei nicht mehr verlangt, als auch in der allgemeinen Beurteilung von Büchern, Bildern, Musikwerken üblich ist. Das Minimum an kunst- ästhetischer Berrachtung, dos einen bei Bildern Farbkontrast, Ueber- Windung der Flächenwirkung, Verteilung der Figuren usw. erleben läßt, oder bei einem Buch den Sril, die Charakterisierung der Per- fönen, dramatisch« Gliederung, Höhepunkte, Einklang von Inhalt und Aufbau usw. Nicht so beim Tanz! Im günstigsten Falle sieht der Beschauer beispielsweise bei Mary Wigmans„Anruf: Stolz, heroisch«, kühne Gesten, dazwischen etwas sanftere. Was ihm aber dabei entgeht, folgt gleich. Komposition Es wäre verfehlt, vom Kritiker eine exakt«, fachliche Kam- positionsanakyst zu verlangen, obwohl er in der Loge sein muß, sie zu geben. Was not tut, ist eine fachliche Schilderung der Komposition, die abstrahiert werden kann von der Lussühntng.(Sie braucht e» nicht In allen Fällen.) Di« Kampositionskritik betrachtet: Stil, Themengattung, Phantasie, Bruchstellen, Variationen usw.... Die Atisführungskrittt betrachtet: Ausdrucksphantasie, Ausdrucks- kraft, Technik, Ehorm, suggestives Fluid uiw... Oft können dies« Betrachtungen im Endresultat verschmelzen, oft müssen sie scharf getrennt bleiben, zur Klarheit des Urtrils. So ist der Kritiker nicht nur aus das Fluid der gebenden Persönlichkeit angewiesen(welches unter Umständen auf ihn nicht wirken kann), fondern ihm bleiben endgültige und ewige Gesetzmäßigkeiten zur objelliven Erkenntnis. - Der Kompositionsftil tüeses Soloprogramms ist äußerst inter» Thalia-Theaier. („�osenmontog") Hartlebens Offizierstrogödie erlebte hier eine sehr schlechte Atrfstihrung. Man hatte dos Empfinden, als hätte es nie modernes Theater gegeben. Der Regisseur Kurt R a e ck scheint ein halbes Jahrhitndert deutscher Lühnencntwtctiunq verschlafen zu haben. Solange diese Zlufführung läuft, ist das Thalia-Theater allen- falls ein lehrreiches Theatermufeiim, in dem gezeigt wird, ivit vor twrsend Jahren in der Provinz Stücke inszeniert wurden. Das ist ein starker Rückfall, denn in diesem Theaterjahr hat das Thalia- Theater viel, Anerkennung emntgen. Regisseure wie Hoffmann- Harnssch haben dort inszeniert. Schabe tun.Horttebens immer noch wirksamen„RostiwttoMag". Leutnant Hans Rndors, dos Opfer geschraubter Ehrbegriff« einer unnatürlichen Kaste, wird von Wolfgang Zilzer v«r- törpekt. Schade, daß er in einer Besetzung Mitwirken muß, die ihm nicht im entserntesten ebenbürtig ist. Aber der größte Schau- spieler braucht einen Rahmen, der seine Borzüge unterstreicht,«jn Ensemble, da» mitgeht. Zilzer rettete den Abend vor Lächerlichkell. Wir sahen da noch einen Offiziersburschen, gegeben von Daniel Dolsty,«ine wirklich drollige Leistung; von leiser, eindringlicher Komik. Die Traut« des Fräulein M a y a Hart war unbeschreib- lich:«in Triumph der Talentlosigkell. Armer Zilzer! Am stärksten gefehlt hat hie Regie. Solche Aufführungen vermitteln ein fälsche» Bild vom Werk des Dichters.. Denn wenn auch ein Lüh««Nmanuskript die Generation, in der es' geschnoben wurde, überdauern kann, so ist die Regie den Gesetzen der Gegenwart unterworfen- v. K.«d4. der Volksbühne. Von Vera Skoronei. essant. Bielfälttge Themenführung, verbunden mll emfachster und strenger Klarheit. Schon die Art dieser Themen ist einzig: lang- gliednge Bewegungsphasen, gebildet aus verschiedenen kleinen Mo- tiven und Stellungen, werden organisch auseinander entwickelt, so daß der natürliche und einzig richtige Ablauf eines großen Themas entsteht. Nun folgt, ebenso logisch und notwendig, Wiederholung, Variation oder neuer Satz. Zum Beispiel Im„Anruf"': stählern gemessenes Schrllimotiv mit kraftvoll aufgestülptein Fuß leitet ein, wird mll gespannten Anngefteit und Stellungen zum Thema er- iveitert und wiederholt sich als geschlossener Ablauf b!« zur ersten Abschlußstcllung. Weiche Ueberleitung zu dem nun einsetzenden Thema, das herotsch-wuchtige Wendungen mit ruhig stilisiertem Sinken verbtitdei. Dieses Thema durchquert den Raum in der Breite und geht über in den bezaubernden Mittelsatz weichtretende- Schritte und streng stilisierter, dabei zartester, kleiner Handgesten. So lösen sich und wechseln die einzelnen Sätze einander ab, so folgt ein Mtttelsajz, der das gespannte Anfangskhema der aufstreifenden Füße in«ine gleitende, ruhevolle Ebene verlegt und durch Hand- kreis« bereichert, so entstehen Ruhepunkte, ausirotzende Rhythmen, vielfältig« Wandlungen der Themen und so kehrt zum Schluß in triumphierender Kraft das Anfangsthema wieder und wird mll großer Schwingung in dos Motiv des sanften Mittelsatzes geführt und zum ruhig-feicrltchen Atisklang gebracht. Wie aber wird dies« Konipolltion getanzt! Welche suggestive Gewalt, ernst« Klarheit, prachtvolle Spannung und Zartheit, welch sau vereine Strahlung tänzerischer Kraft heben diesen Tanz in eine Sphäre, die weltemveit entfernt liegt von simpler Ausdeutung der Idee: Anruf. Literarisch« Vorstellung belastet den Tanz, der frei und notwendig aus der Phantasie des Tänzers strömt. Man denke an dos„Gesicht der Nacht", in da» mehr oder weniger ein spukhaftes Fürchtenmachen. Bilder der Wirklichkeit, unheimlich« Gestalten usw. hineingelegt werden. Ist nicht das Nächtlich« an sich Abstraktes genug?— Vision de» kosmisch-dunklen Grauen»— Nacht— Nacht— Nacht— Und so ist diese grandiose Schöpfung komponiert: streng gegliederte, in sich gesteigerte Bewegungsphasen bilden je «in Thema unerbittlicher Eindringlichkeit, da» im nächsten oder übernächsten Satz in allen Skalen phantastisch gehetzter oder unheimlich verrückter Rhythmik variiert wird. Die besessene Aus- druckskraft der Hände gestaltet In immer neuen Wandlunger dos magisch« Klopfen und In-den-Raum-Weisen, die Anne sausen in stufen. förmigen und großkreisenden Schnitten durch die Lust bis zur immerwiederkehrenden Endstellung des Hauptthemas. Zwinge- mäßig greisen all« Themen ineinander, folgen einander die ver- schiedensten Fuß- und Handrhythmen, gegliedert zu unbeschreiblich magischer Kraft durch die Wiederkehr des HanpUhemas, von dem jedesmal«in anderes Spanmmgsfluid ausstrahlt. Doch ganz abgesehen van Dämonie und Ausdruckskraft ier Tanzenden muß erkannt werden, daß dies« Schöpfung schon In ihrer Struktur ausdruckegeladen ist, daß in dieser Koinposllion eins höhere Gesetzmäßigkell waltet, die logisch den Bau bestimmt. Jede Geste ist notwendiges Glied einer Kette, jede Phase ist unbedingt und einmalig da als gegebenes Gesetz. Die Gnade künstlerischer Gesetzmäßigkeit, am stärksten hervor- leuchtend aus kuftisch-ekstatischen Tänzen, ist bisher nur Mary Wigman veriichen. Dies« Frau aber hak sie nicht dunkel-triebhaft geahnt und ausgewirkt, sondern st« ties erlebt, mit größter' geistiger Klarheit erkannt und einer ganzen Generation junger Tänzer vermittelt. Rückblick. lind nicht imr der Begrisf der Gesetzmäßigkett! Alle», was neuer Tanz ist. komint von ihr. Sie hatte die Erkenntnis des rein. tänzerischen, d. h. nicht pantomimischen Ausdrucks und des tänze- rischen, d h. nicht tanzVissenschaftlichen Räume«. Aktiv« und passive Belliegungsskalen— Begrisf der Ekstase und der Steige- rung— Kultivierung des Gerouschoichesters— Gemetiischaftsgesühl als magischer Kontakt der Tänzer untereinander— Begriff der tänzerischcn Monotonie— das sind nur einig« herausgegriffene Elemente aus der West ihre» erzieherischen Schassens. Don ihrer Schul« sind entscheidends Strömungen ausgegangen; ihr Tanz aber hat einen ungeheuren Einfluß wett über Deutschland hinaus, so daß heute überall Tänzer und Schulen entstehen, die Keim und Willen zum reinen Tanz in sich tragen. Und dies, weil eine große Frau jtll sehn Jahren der Welt ihre Tänze schenkt, eine Flut gewaltiger, vielfältiger Werke, die einem viel zu kleinen Teil der Menschheit bekannt sind, die durch den Film für die Nachwell gevellet werden müssen. Ebenso wie es notwendig wäre, ein fachliches Buch(keine dick, terische Impression), eine klare, tunstästhetlsch« Betrachtung ihrer gesamten Kompositionen und ihres gemeinschastsbildenden Führertums zu schreiben. Die Tatsache ihrer Genialllät ist kein Scelenbad für Dichter, sondern verpflichtet zu der 2lufgabe, dem Publikum genauen Ueber- blick und Kenntnis einer ihm noch fremden Schaffenswell zu vermitteln. Eine lohnende Aufgab«. Erössnung des neuen Forschunqsinstttn», für Erziehung, wisset». jchasl. Da» in Braunschweig in loser Anlehnung an die Tech. nisch« Hochschule errichtete unter Leitung des Professors Dr. Rükel stehende neue Forschungsinstitut für Erziehungswissenschaft wurde am Sannlag vormittag im Beisein des Reichsinnenministers und ,-ahlreicher weiterer Vertreter von Reich, Staat und Stadt, sowie von Vertretern der Wissenschast und Wirtschaft feierlich eingeweiht. Die Breslau« Oper soll mll End« dieser Spiel, zeit ihre Pforten für inuncr schließen, da Reich und Preußen ein« finanzielle Unier- stützung abgelehnt haben und die Stadt Breslau nicht in der Lage ist, die notwendigen Mittel allein aufzubringen Es ist eine Bcwe- gung im Gange, mit ollen Milleln für die Erhallung der Oper zu arbeiten. Am Sonntag fand im Konzerthaus zu Breslau«ine Kundgebung statt, in der ein Bekenntnis für dst Erhallung der Breslaucr Oper abgelegt wurde. Theater der Auktnllt. T r a u e o t t Müller spricht a»i Einladung der Sovderobleilnngen der Volktbübne als Blikmenatchiiett zu dielen, Thema am 6. Februar. Stz Uhr, im Vortragssaal. Hau» der Technik, Friedrlchsir. 110—112. Eine Schauspieler. Nachwarft«Haag«on»vte Garlenlavbe- in der Prc. mierenbiühung findet am 6., 23»'. Uhr, Im Theater am Echitf. bauerdamm statt. Der Seiamt elnerbag fließt den vobltabttSkassen der Vllbnengenvssenichast zu. Karten im LezirkSoerband, Aeithftraße 11, Zimmer 15. Eharlait« Sara wurde von derTanzichul« SsavSth-Albu engaaiert die jür»wen modernen Tänzer wichtige» wdiidjen lind faoaniichen Tanz- lechtilten und Prinzipien zu lebren, di« sie bei dem Inder Udah Thon Kar und dem Javaner Jodjana studiert Hai. Sine Avsstevung de» sapaulscheu ldealer» wird von der Ztaatlichen Kiinslbibliotbet in Ueivmdung mit dtr öiesellichast für oiiaüaiiiche Kunst MI» der deutsch. japarnichen Gesellichast im LIchtbof de««demaliaen Kunst. gewerbe.MuieumS veranstaltet. Tie Ausstellung wird voraussichtlich am 8. F-Sruar eröffnet werden. leuvwc fe»-»«t.» Die Schulpolitik soll umkehren. Eme Kundgebung für die Mlttelschuie. Der„preußische Verein für da» midiere Z ch u l w e s e o". Verband(Stoß-Berlin, oetanffalfefe am Sonntag eine Tagung, aus der„das deutsche Schulwesen im Lichte der Berufs- und Bildungs- Politik" erörtert wurde. Den Zwiespalt zwischen der Bildungspolitik und der Berufspolitik beleuchlete Ober- regierungsrat vlenne- Frankfurt a. ZN. in beachtenswerten Darlegungen. Die Einschrumpfung der deutschen Wirtschaft mehrt, führte er aus, in einer bisher mcht gekannten Stärk« das cheer der Ar- b« i t s l o f e n. In ihren Reihen werden auch die A n g« st e l t e n mit höherer Schulbildung und die Akademiker immer zahlreicher. Dessen ungeachtet nimmt der Andrang zu den höheren Schulen ununterbrochen zu— auf Kosten der Mittel- schulen. Und mit dieser Aufblähung des höheren Schulwesens wächst ununterbrochen die Zahl der Studierenden. Ein großer Teil der Schüler erreicht allerdmgs nicht das Ziel der höheren Schule, sondern verläßt sie mit einer(wenn man so sagen darf)„höheren Halbbildung". Sie kostet den Eltern wie dem Staat und den Ge- melnden viel Geld, aber wegen ihrer Halbheit ist sie wirtschaftlich wertlos. Noch genug Schüler gelangen bis zum Obiturientenexamen — und di« jährliche Zahl der Abiturienten wird mit jedem Jahr größer. Vor dem Kriege entließen in Preußen die höheren Schulen jährlich 9000 Abiturienten, nach dem Kriege aber trat«ine rasche Steigerung ein. Das Jahr 1929 brachte bereits 25 000 Abiturienten, und für 1930 wird der„Jahresertrag" aus 30 000 geschätzt. Dabei ist die Möglichkeit, in einem der Schulbildung entsprechenden Berus unterzukommen, für jung« Leute aus höheren Schulen und für Akademiker sehr viel begrenzter als für Mittelschüler oder Volks- schüler. Die Ursachen dieses Andranges zu den höheren �Schulen sind klar. Die Eltern fürchten, daß ohne höhere Schul- b i l d u n g, mit der man ja allerlei Berecht i-gungen er- langt, ihre Kinder nichts Rechtes werden können. Zum Teil treibt auch Eitelkeit di« Eltern, ihre Kinder«ine höher« Schule besuchen zu lassen. Nicht selten verlätzt dann so ein Junge schon als. Vierzehn- jähriger die höhere Schul« mit einer ganz mangelhaften Bildung, die schlechter als di» abgeschlossene Bildung eines tüchtigst Volks- schülers ist. Oft aber kommt er zunächst bis Sekunda, bleib: dann weiter auf der Schule zur Erlangung der Reife für Prima, bleibt nochmals bis zum Witurientenexamen und geht schließlich zur Universität, obwohl anfangs feine Eltern und er selber gar nicht an Studium dachten. Wo soll er nachher untergebracht werden? An Berechtigungen fehlt es ihm nicht, darin ist er dem Mittelschüler weit überlegen. Doch der Bedarf an jungen Leuten für die Beamtenlaufbahn ist gegenüber dem Heer der An- wärter ganz gering, und auch die Wirtschaft vermag di« Ueberzähltgen nur zum gering st en Teil aufzunehmen. Da Hilst auch kein Abiturientenzeugnis. Man erwartet, daß bis zum Jahre 1937 dte Hahl der stellungslosen Akademiker, wenn der Andrang zu den Universitäten so weiter zunimmt und di« Unter- bringungsmöglichkeit sich noch verschlechtert, auf 325 000 steigen wird. Menne hält für nötig, die Eltern über diese Dinge ö a lbch mehr als bisher und mög lern Uber d!« se Xchst zeitig aufzuklären. MüHer aller Xänder, vereinigt euch! In London sind fünf Frauen aus Amerika, Japan und Frankreich eingetrosten, die. gemeinsam mit englischen Fraunverbände, der Londoner Ab- rllstungskonferenz eine von 6 Millionen Müttern unterzeichnete Denkschrift überreichen wollen, die die wirkliche Abrüstung fordert. Die beiden Der- treterinnen der japanischen Frauen mit zwei Körben voller Unterschristen japanischer Mütter Bon den Behörden fordert er, daß die Bevorzugung junger Leute mit höherer Schulbildung, die keineswegs«in« höher« Brauchbarkeit im Berufsleben gewährleistet, beseitigt wird. Diese Wertschätzung der höheren Schule habe vielleicht sinen Sinn gehabt noch vor hundert Jahren, wo es neben ihr keine Mittelschulen gab und die Volksschulen mangelhaft waren. Heute aber haben wir«in leistungs- fähiges Mittelschulwesen, und auch auf der Volksschule kann man eine achtenswerte Bildung erwerben, die durch Berufsschulen erweitert wird.„Unsere Schulpolitik muß umkehren!" mahnt Oberregierungsrat Menne. Brechen müsse man mit dem Berechtt- gung�monopol der höheren Schule, jede Schulart müsse zu ihremRocht kommen, auch die Mittelschule und die Volksschule. Er fordert, daß Berufspolitik und Bildungspolitik aufeinander ab- gestimmt werden. Bei der Reichsregierung müsse ein besonderer Sachverständigenausschuß für Bildung»- und De- r u f s p o l i t i k geschaffen werden, dessen Arbeit dazu beitragen soll, beide miteinander in Einklang zu bringen. Eine Entschließung im Sinne dieser Ausführungen wurde einstimmig angenommen. Sie betont unter anderem, daß d«m Berechtigungsmonopol höherer Schuten«in Ende gemacht werden muß, daß für di« mittler« Beomtenlaufbahn die Mittekschulreif« ausreicht und daß auch in der Wirtschaft di« mittleren Stellen mehr als bisher den jungen Leuten mit Mittel- schulbildung zugängig gemacht werden sollten. Konfekiivnsarbeiterstreik in New Öorf. Lleber 35 000 Streikende. New Jork, 4. Februar.' heute Dienstag beginnt der größte Streik in der Geschichte der New-Porker Damenkleiderindustrie. Mehr als 35 000 Arbeiter und Arbeiterinnen streiken für die 40slündige Arbeitswoche und höhere Lohnsähe. Die Kapitäne der Wirtschast am Abbau. Teplitz-Schönau, 4. Februar.' Die Mannesmann-Röhrenwerke in Komotau haben wegen Mangels an Aufträgen ihre über 2000 Mann zählende Be- legschaft gekündigt. Der Betrieb wird nur„nach Maßgab« des Einganges weiterer Aufträge" aufrecht erhalten werden. Wetter für Berlin: Trübe mit Neigung zu leichten Schneefällen, Temperaturen um Null schwankend.— Für Deutschland: Allgemein trübe, im Nordwesten Frostwetter, im Südwesten Temperaturen über Null. In Mitteldeutschland vielfach leichte Schneefäll«. Zn der Urania wird der Vortrag von Max Valier über „Fahrt und Flug mit Raketeukraft", ergänzt durch die bei den letzten Fahrten gewonnenen Ersahrungen, Freitag, 7. Februar, 20 VS. Uhr, im Langenbeck-Vtrchow-Haus wiederholt. Die 39. weltliche Schule. Lichtenberg. Leopoldstraße, veranstallet am Donnerstag, dem 6. Februar, 19 Uhr, einen Lichtbildervortrag: „Aus dem Leben unserer Schule." Am Sonnabend, dem 8. Fe- bruar, 10 bis 20 Uhr, und am Sonntag, dem 9 Februar. 10 bis. 19 Uhr, findet eine Ausstellung von Schülerarbeiten in der Turnhalle, Lückstr. 63, statt. Der Eintritt zu beiden VeranstaltuttZen ist frei. Anmeldungen zur Neuein- s ch u l u n g werden dort entgegengenommen. Alle Freunde der Schule werden eingeladen, di« bezeichneten Veranstaltungen zu besuchen. zz»-nn»or!l.'llr die Redottion: ffiollflong eovon. Verlin: Sn,eioen: Cd.«locke, Berlin Bcrlog: Borwiirt, Berlog G. m b H.. Berlin Druck: Lowxiri« 4)�«. druckcrri und Berlaasonliolt Boui Linaer& Co. Berlin£äB 63. Linden strafe H Sirrin I Briloae. M\m Mstallarbeiter VeM Verwaltunrssie le Uerlia Todesanzeige Den Mualirdern«tt Nachricht, daß unser Kollege, der W»rt,eugniacher Artur Häußler ged 4. August 1882, am 30 Januar gest.'rden ist Ehre seinem Andenke«! Die Einilscherung find« am Mi«. wach, dem 5 Februar, 16'/. Uhr, im Kremai.r um Sertchtstraße stalt. Rege Beteiligung erwartet vir OrUTcrvallaa». Dienstag, 4. 2. Slafl!s-0P8P Uniei d. Linden Tiil-Ab C Di Nr. 6 Jaiires-lii.-y. Ho. 33 19 Uhr Palestrina Ende nach 23 U. Dienstag, 4. 2. stäfil. Oper BiSrnarchstr. Turnus IV I9l'a Uhr Die losten Weiber von Wisdsor Ende 22% Uhr, Staais-Oper Am Plati Air SipiibUk Vorst. 21 20 Uhr Salome Ende n. 21"t U. Üaatl. Scbaasph. am Gendaima�markt St. H. 2 Di Ho. 5 J3Mb.-r. Ho. 30 20 Uhr Musik Ende 22',. Uhr MI.MIek-IdiMkMjjiig. 20 Uhr Florian Geyer Ende naen 22'« Uhr Tägl. 5 u. S'sj Uhr. Barbai ossa 925S Pr. 1-S M. Wochentj. 5 U. 50 Pf.-3 H. Con Coüenno, 4 Bronetts und weitere zum 1. Male in Europa gezeig e S p i tze n I e i s t u n ge n INTERNAT. Tin,. 5 u. 81b tlNIZ'. 9. S n S' A ex. 8066 VARIETE »»> Oirextion ür. Martin Zickel WW> Komische Oper fnidrich>tr.104 Merkur 1401 4330. Nach vollsrändleem Umbau Täglich 8'« Uhr Hulla di Bulla Schwank von Arnold und Bach mit Guido Thlelsc er, Schulz. Sehroih, Lurg, H Idebrand, Watter FUua, Flick, Behmcr. Wensk Lustspielhaus S1� Friedrichetr. 236. Bergmann 2922 23. Lie Ä in meilen«. Riemann-- Haack. Vorverkaui in beiden Häusern ab 10 Uhr ununterbrochen. iheater 1. d. Benrenstr. 53-54 A 4 Zentrum 926-927 Direktion Ralpk Ar. bor Robert* 8'f Uhr- ... Vater sein,(iagecen sehr Sonntag auch nachm. 4 Uhr(halbe Pr.) G ca s i»<■ Ton e Operette von MillOckrr lrlleo lVoOisu.as 8.13, Sci-niaa s Chr. Neueinfühtung ab 1. Februat: Jeden Sonnat-end II 30 Uhr NACHTVORSTELLVNG. „Gzardasfurstin" Sonnabend 5 und Sonnlag 2»- Uhr „Aschenbrääe." Das Theater der oiedriren Preise t Mirelran« 0.r0. I. Rangbalkon u. >. Parkett 1.50. Orchest rsesse! 2 50. Programm u. Garderobe je 0,25 M Kein Zwang). i3e«Rs e-'H'gR««sS eB* Gr. Frankfurter Str. 132. BfilettVas-e: Alex. 3 2-<3494. Volksbühne teter am BDlowplati. 8 Uhr Uraulfllhrunp Apollo Brunnenstraee Volksstück von GroBmann und Hessel Masik: Thea Midtbn. ütglt: Järam Fiftlim. Staatüdiiller-I)). 8 Uhr Florian Geyer mtatci eoi SdUtlbsnenia niiii 89. Uhr OieOarteM Slaatsoper AmPI. d Republik 8 Uhr Salome Seotsdies teier .).) Norden 12 3Ii Tägl. so, Uhi Oer Kaiser V.Amerika von Berhard Shaw Regj Max Reinhardt Kammerspieie D.I. Norden 12310 8 Uhr Der Kandidat von Carl Sternheim Regle: Hins Heinrick. Die Komödie |1 Blsmck.2414/7516 S'k Uhr Victoria von S. Maugham. Regie Vi ax Re i n h ardt Musik: Mischa Sjpql ansky Komische Oper Friedrichstr. 104. Merkur 1401/4330. Allabendlich 8V4U. Sdnrnk rn An/otd nnd Bidi. Lustspioihaus Friedrichstr. 236. Bergmann 2922,23. Täglich 8"s Uhr Liebe aur den xveiten Blick Pianeiarium — am Zoo■— /erliw. Joidiiostbaia StraBt B.S Barbarossa 557? lö1'« Uhr Die Wintersternbilder 181/« Uhr Der Plane Jupiter. SOVckUht Merkwürdige 8 erne(Riesen nJwerge Eintritt 1 Mark, Kinder 50 Pf. Mittwochs halbe Kassenpreise. meater d. Westens Tätlich 8'/( Uhr- Holel§tadf Lemberg Musik von Gilben. KAthe Dorsch Leo Schützendors Lessing- Theater Norden 10846 Täglich 8 Uhr anare oreylus von Rehilscta und Herzo!-. Direktion )r. Robert Ktelr Ceolsches Künstler-Theai Barbarossa 3937 89. Uhr jBt. nei, drei" von FranzMolnar mit Hn Pallenberg. Vorher: Souper Dönhoft 170 Täglich■>«/« Uhr Die Straße mit Albert Eminnasn. Redie rleinz Hilper*. i.;.uhr CASWIOTBEATER Lothringer Strafte 37 Der Sensatlons-Schlaoer Seins Hohen der Bettler and ein erstkl. baute Programi Für unsere Leserl iutschem Ist r I—« Personen Fauteuil nur 1�5 M., Sessel 1.75 hL, ionstiee Preise- Parken u. Band nj» M GROSSES SCHAUäPiELHAUd 8 Uhr; 3 Musketier« Regie: ERIK CHARELL A Soamno aadiai. onoek. halle Pr. Philharmonie 8 Uhi Hajdn-Bozsrl- Beeinoren-Ahend des Philharm. Dreh Dlrig. Pro?. I. PrQver 7. Sinf. Pas'orale) Beeth. Kon 7. f. Flöte Mozart(Harzer». Eintritt 1 Mk Kleines Thea). Merkur 1624 Tägl. 81/« Uhr DsrWalzer von beute Nacht! Max Adalbert, Erl a ülassncr, Hi de Wörner, Hermanr-Scha fuh Metropol-Th. 8>/« Uhr Das Land des Lächelns Vera Schwarz, Richard Tauber Musik von Franz Leh ä r iarDowsKv-iQnr.Eü Theater in de, CSniggrätzer StraHe Täglich 8V4 Uhr Pro:essop Bernhardi von Artbor Schnitzter Rejie: Victor Earacwsky Komödienhaue Täglich Uhr Der LOgner und d e stenne von CUPt ECtZ Tnnt. a. Koits.Tor Kottb. dir. 6 Tägl. 8 Uhr auchSannt. nachm. 3 U.: sntmll.Preiin Elite- Sänger. Das groß« Faschinjs-Ladi- Projrammi O.a.: Die b onde Oliy Faschings-BorlBske. frianoD-Iligale Georgenstr. 9 Täilich 8'/. Uhr Operettenhaus Alte Jakobstr. ,0/32 (Zenlral- Tbealer) Täglich 8>„ Uht Der Soldat der RSarie Tb. a. Hollendorfpla'l Vorvk.IO-2. Kf. 2091 Täelich«Vi Übt Gasispiel Urs DpuIsbicm Theaters Menschen im Hotel von Vicki Baum, iiszis: Gustäl Qrün�cK. lST3l!le Bind, r.' ar- {CsreicKoeiipr.e.Keirip. iKoriees. tteneik. Zu welcher Partei gehören Sie? Zu den„Verschwommen-Sehern"? oder zur Partei„Klare Sicht"? Lassen auch Sie sich ein neues TRUSCH-GLAS aufprobieren! VORVERKAUF- A-WERTHEIM oTEL N0RD.840 Eina Annsbmliehkeit für jeden Berufstätigen, der verschiedene Augengläser für Ferne und Nähe ggfarauchL Denken Sie daran: Medizinische Behörden raten zu jöhr- Hoher Unte-suchung Ihrer Augen, um das Sehvermögen zu erhalten. Fragen Sie ihren Augenarzt! 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Januar rechtskräftig gewordenen neuen Gesetz über den Verkehr und die Herstellung von Rauschgiften gegeben sind.— Ein Kampf wird dadurch eingeleitet, der ebenso lebenswichtig wie schwierig ist, denn— Tragik der Barmherzigkeit— es wird hier ein Feind bekämpft, dessen Hilfe die Medizin immer noch nicht entbehren kann. Solange also die Herstellung von Rausch und Sucht erzeugen» den Betäubungsmitteln überhaupt nicht nur erlaubt, sondern auch notwendig ist, werden auch immer wieder Süchtig« da sein und Weg« finden, sich das Gift zu beschaffen. Es mutz also befürchtet werden, mit anderen Worten, dah die Morphium- oder Kokainsucht in verstärktem Matze ein Luxuslaster wird. Diese Gefahr besteht um so mehr, als ein« wichtige Bestimmung nicht in dem neuen Gesetz enthalten ist, nämlich die Strafbarkeit des unerlaubten Besitzes von Rauschgiften. Bestraft wird mit Gefängnis bis zu drei Iahren und mit Geldstrafe lediglich, wer ohne Erlaubnis Rauschgifte ausführt, einführt, herstellt, verarbeitet, er- wirbt und veräutzert oder focht in den Verkehr bringt.— Also auch das Verschenken ist strafbar.— Verboten ist ferner im Gegensatz zu den alten Bestimmungen des alten Opiumgesetzes die unerlaubt« Gewinnung, also etwa der Anbau von Mohn zur Opiumge- winnung.— Wenn somit zwar die Strafbestinnnung(nicht das Straf- maß) verschärft sind, so wird es doch immer sehr viel schwieriger sein, eine der im Gesetz vorgesehenen verbotenen Handlungen, als etwa den unerlaubten Besitz nachzuweisen. Alle Fragen, die die Herstellung und den Handel betreffen, sind im übrigen in dem neuen Gesetz mit großer Schärf« und weitgehen- den Voraussichten auch auf in Zutucht mögliche Fäll« formuliert worden. Reben den bisher schon gesetzlichen Beschränkungen unter- liegenden Stoffen fallen auch die Muttersubstanzen: Kokablätter, und die chemische Ausgangssubstanz des Kokain, das Ekgonin, ferner der indische Hanf, aus dem das Haschisch gewonnen wird, sowie die Salz« des Ekgonin unter die Kontrolle des Reichsgesund- heitsamtes. Eine Reihe von Substanzen ohne Bedeutung für Heil- zwecke, deren Herstellung und Vertrieb also mit medizinischen Grün- den sich nicht mehr rechtfertigen läßt, wurde' ganz verboten. So z. B. der Haschisch. Völlig unterbunden wird serner di« Einfuhr, Ausfuhr und Verarboitung von zubereitetem Opium, von söge- nanntem Droh— dem Rückstand des Rauchopiums. Eine weiter« Verschärfung gegenüber den bisherigen Bestim- mungen bedeutet es, daß nicht nur alle Arzneien, die mehr als 0,2 Proz. Morphium, der Ausgangssubstanz der meisten Opiate, oder 0,1 Proz. Heroin oder Kokain enthalten, sondern sämtliche Medikamente, di« Heroin enthalten, die Ekgonin und dessen Salze enthalten, und darüber hinaus all« dem Morphium in seiner Wirkung gleichg« st eilten Stoffe unter das Gesetz fallen. Auf dem Weg« der Verordnung können«uherdem alle Substanzen verboten werden, die nach wissenschaftlicher Feststellung die gleichen schädlichen Folgen haben, wie di« schon ausdrücklich ausgeführten. Die letztere Beftimimmg ist von größter Wichtigkeit. Die Un- zulänglichkeit des alten Opiumgesetzes zeigt« sich besonders darin. daß eine Reihe neu gefundener, Rausch und Sucht erzeugender Stoffe, die nicht Morphiumabkömmlinge sind, auch nicht zu den verbotenen Stoffen gerechnet werden konnten. In Zukunft wird es möglich sein, jederzeit di« Liste der verbotenen Opiate zu erweitern. Stoffe, wie Eukodol, Dicordit, Dilaudid, Paramorsan u. a., welche bisher ge- fetzlich nicht erfatzt werden konnten, fallen nunmehr unter das Verbot. Reu fft die Bestimmung, daß ein Einspruch auf Erteilung einer Erlaubnis zum Handel oder zur Herstellung und Verarbeitung von Betäubungsmitteln nicht mehr besteht. Frei von dem Erlaubnis- zwang zum Erwerb und zur Verarbeitung sind nur die A p o- theken und die behördlich genehmigten tierärztlichen Hausapotheken. Di« ärztlichen Hausapotheken haben lediglich die Freiheit der Verarbeitung, sind jedoch den tierärztlichen .Hausapotheken gegenüber infofern benach'eiligt, als sie die betreffen- den Drogen nicht im Großhandel kaufen dürfen, sondern gegen Rezepte von den Apotheken erwerben müssen.— Die Abgabe darf grundsätzlich n u r auf ärztliche, zahnärztliche und tierärztliche V e r- ardnung erfolgen, über deren Ausmaße und Grenzen genaue Richtlinien festgesetzt werden. Der Sinn dieser Bestimmung fft, daß Apotheken zwar keine Genehmigung brauchen, dafür aber die Rauschgifte nur als Hei l- mittel abgeben dürfen. Da nach der Verordnung über die Ab- gäbe stark wirkender Arzneimittel Betäubungsmittel nur zu Heil- bzw. Vorbeugungszwecken verabreicht werden dürfen, besteht also für sämtliche Rauschgifte enthaltenden Präparate Rezeptzwang. Für den Arzt fft außerdem eine Bestimmung des neuen Gesetzes wichtig, nach welcher mit Zustimmung des Reichsrats von der Reichsregierung eingehende Verordnungen über Verfchreibung von Betäubungsmitteln erlassen werden können. Solche Richtlinien geben sowohl dem Arzt wie dem Apotheker die Mögtichkei'. sich vor Irr- tümern und Verstößen gegen das Gesetz zu schützen, was um so wichtiger ist. als nach den Strafbestimmungen auch Fahrlässig- k e i t strafbar ist. Die Herstellerfirmen, besonders die chemische Industrie trifft die Bestimmung, daß in der Benennung und Ankün- digung neuer Präparate deren Gehalt an Gist klar erkennbar sein muß. Es soll dadurch einer Verschleie- rung von verbotenen Präparaten vorgebeugt und dem Arzt die Mög- lichkeit geboten werden, sich über neue Medikamente ausreichend zu informieren.— Wie wichtig diese Bestimmung ist, darauf wies kürz- kich in der„Deu schen Medizinischen Wochenschrift" P. Wolfs in einem Aufsatz über das Opiumgesetz mit Recht hin. Es gibt eine Reihe von Präparaten, die beispielsweise unter einem unverfänz- lichen Ramen Mophiumsalzlösungen verbergen und die eigentlich unter die gesetzliche Kontrolle fallen müßten. Wolff verlangt sogar, dah Präparate, deren medizinische und pharmakologische Wertlosig- keit einwandfrei festgestellt worden ist, grundsätzlich verboten werden. � Die Bestimmungen des neuen Gesetzes sollen durch scharfe Kon- troll« der Herstellung und der Abgabe wie auch durch Einschräo hingen der ärztlichen Verordnung nicht nur den unerlaubten Der- trieb so weit als möglich unterbinden, sondern auch di« Enfftehung von Sucht durch Medikament« verhindern. Die Rauschgift- sucht ist immer noch die größte Gefahr, denn der Süchtige ist hemmungslos und wird immer nach neuen Mitteln suchen, um seinem Laster zu frönen. Die Gefährlichkeit der Nervengift«, welche die Rauschgifte sämtlich sind, besteht vor ollem darin, daß ihre Zersetzung für den Organismus weit schädlicher fft, als etwa die des Alkohols. Während der Alkohol in sehr kleinen Mengen sogar zu den natürlichen Bestandteilen des Organismus gehört und deshalb auch immer wieder ohne Rest umgesetzt bzw. aus dem Körper aus- geschieden wird, geht di« Zersetzung des Morphium-Molekllls sehr viel weniger harmlos vor sich. Einesteils erlangt der Körper ein« solche Hebung in der Zerstörung kies Gfftes, daß immer größere Mengen notwendig werden, um den gewünschten Rauschzustand zu erreichen, andernteils sind die Rückstände des vom Organismus um- gehetzten Morphiums in hohem Maße gefährlich: das ist die Ursache der Sucht, welche aus dem Gebrauch von Rauschgfften mit Notwendigkeit folgt und gleichzeitig der Grund für unerhörte Schädlich- keit derselben. Wenn man erfährt, dah die Kokainproduktion der West den medizinischen Bedarf um das 2c)fache übertrifft, daß gegenüber dem Weltbedarf an Opium für Medikamente von einigen hunderttausend Kilogramm allein China pro Jahr 18 Millionen Kilogramm dieses gefährlichen Giftes erzeugt hat, wenn man in der Statfftik der Selbstmorde, in den Gerichts- alten, in der Gesellschaftschronik immer wieder auf Rauschgifte als Zerstörer von Gesundheit, Existenz und Leben trifft, wenn man den Mut hat, der Tatsache ins Auge zu sehen, daß heute taffächlich schon Tausende von Künstlern, Schriftstellern, also gerade geistigen Men- schen, ohne die Erregung des Giftrausches nicht mehr schaffen können oder schaffen zu können glauben, um vorzeitig ihre Begabung der Rauschsucht zu opfern, dann kann man nur hoffen, daß d.e Aus- Wirkung des neuen Gesetzes so radikal sein möge, wie seine Väter es hoffen. Dr» H. Rebmann. Unternehmertum und Konvention Di« Versorgung China» mit Heroin und Kokain hat erst am Montag wieder in der Opiumkommifsion des Völker- bundes zu schärfsten Kritiken an dem Verhalten einer kleinen deutschen chemischen Fabrik geführt. Die betreffende Fabrik, deren Namen nicht genannt wird, hatte versucht, aus dem Umwege über Frankreich 4000 Kilogramm Heroin nach China zu exportteren. Der Fabrik mußte bekannt sein, dah eine solche große Menge Heroin nur für illegale Zwecke bestimmt sein könnte, da sich der gesamte medizinische Weltbedarf an Heroin auf etwa 10000 Kilogramm beläuft. Di« franzö- sischen Behörden, bei denen die Fabrik die nötigen Transitscheine zu erhalten suchte, machten den deuffchen Behörden von dem Vorfall Mitteilung. Bei der Untersuchung des Vorfalls wurde sonderbarer- weffe festgestellt, daß die deuffche Firma im Besitze eines amt- lichen chinesischen Einfuhrscheins sür 4000 Kilogramm Heroin war. Das Zertifikat stammte von einem chinesischen Apotheker aus Peking, der es von dem Innenminister der früheren chinesischen Regierung persönlich erhalten hatte. Der chinesische Vertreter in der Kommission, Wuneffeng, erklärte, daß der frühere Innenminister der letzten Pekinger Regierung von der Nankingregierung wegen der Erteilung dieser betrügerischen Einfuhrbewilligung verfolgt werde. Bisher Hab« er aber noch nicht gefaßt werden können, weil er sich verborgen halte. Unter der neuen Nankingregierung könnten sich solche Heroinschiebungen nicht mehr ereignen, nachdem zwischen Nanking und Deuffchland schärfst« Ueberwachungsmaßnahmen für den Export von Opiumdrogen vereinbart worden seien. Aufgaben der sozialen Zahnheilkunde Arbeiterschutz bei Munderkrankungen geschädigt. Sie schmelzen förmlich aus dem Munde weg, so daß manchmal schon nach wenigen Iahren der Berufsarbeit nur noch Stümpfe vorhanden sind. Auf Säurebildung wird auch die Be- rufskrankheit der Bäcker zurückgeführt, die Zuckerkaries, di« nicht nur in Bäckereien und Konditoreien, sondern auch in Zuckerfabriken, in Schokolade- und Bonbonsabriken und Zuckerraffinerien entsteht. Die Ursache ist, wie man aus Grund eingehender Forschungen fest- gestellt hat, der Zuck er staub. Die Zuckerkaries tritt an den Hälsen und Vovderflächen der Frontzähne, vornehmlich am Ober- tiefer, auf. Gerade an diesen Stellen, die sonst durch ihre Glätte keinen Haftpunkt bilden, entstehen Erweichungen des Schmelzes, die sehr rasch auf das Zahnbein übergehen. Schon nach kurzer Zeit brechen die Zähne am Zahnfleischrande ab. In vielen Gewerben ist es üblich, gelegentlich an die Zähne Ausgaben zu stellen, für die sie nicht von der Natur geschaffen sind. Auch Artisten gebrauchen ihre Zähne oft zu Kunststücken, und es stellen sich bei ihnen oft unangenehme Folgen ein, z. B. Zysten an den Wurzelspitzen. Eigenartig« Veränderungen an den Schneide- Zähnen der Frontzähne findet man bei Schustern und Top«- zierern, welche Nägel in den Mund nehmen. Sie schieben die Nägel zwischen den Zahnreihen hiffdurch. Dadurch enfftehen, allerdings erst nach vielen Iahren, Ausschweifungen in den Sch leiden. Auch Glasbläser nutzen durch das Ansetzen ihrer„Pseife" die Vorderfläche ihrer Frontzähne oft so stark ob, daß tieft Cin- schleifungen entstehen. Bei Glasbläsern finden sich häufig Gstrs- bloserflecke an der Schleimhaut der Wangen. Durch die übermäßige Ausdehnung der Wangen beim Glasblasen entstehen kleine Defekte in der Schleimhaut, aus denen sich dann die weißen Flecke bilden. Zu erwähnen ist noch die sogenannt« Phosphorpenostitis, eine Erkrankung der Kiefer, die durch die Einwirkung von Phosphor- dämpfen enffteht. Diese Krankheit ist allerdings jetzt so gut wie verschwunden, da seit 1908 in Deutschland wie in anderen Kultur- staaten die Verwendung des gelben Phosphors verboten ist. Wi« kann man nun diesen Berusskrankheiten vorbeugen? Hier gibt«s nur zwei intensiv betrieben« Mittel, Ueberwachung und Pflege der Zähne. Die Sorge für die Gesundheit der in gewerb- lichen Betrieben beschäfttgten Arbeiter liegt den staatlichen Gewerbeinspektoren ob. Diesen Beamten fehlt naturgemäß «ine hinreichende medizinische Vorbildung. Dalier wäre es wünschenswert, Gewerbeärzte und Zahnärzte zu bestellen. Aber das fft letzten Endes das allerwichtigste: jeder Arbeiter hat sich selbst zu schützen, besonders wenn er in einem solch gefährlichen Gewerb« beschäftigt ist. Es liegt natürlich in seinem eigenen Interesse, die Dorschristen der Fabrik genau zu befolgen. nämlich in den Arbeitsräumen keine Mahlzeiten zu sich zu nehmen, vor dem Essen den Mund zu spülen, und zwar mii Soda oder Natron, und vor allem bei den geringsten Anzeichen sich zur Untersuchung beim Gewerbezahnarzt zu melden. Aber selbst wenn er nicht in einem besonders gefährdeten Betrieb« beschäftigt ist, muß er für die Pflege seiner Zähne sorgen, denn immer ist Staub und Schmutz in den Avbeiieräumen. Wie wenig und verhält- nismäßig billige Hilftmittel braucht man gerade bei der.Zahnvslegc! Es kann jeder mit«in wenig Energie dazu beitragen, seinen Körper, in diesem Falle sein Gebiß, gesund zu erhalten, denn erst dann kann «ine soziale Bestrebung von Erfolg gekrönt sein, wenn der einzelne verständig genug ist, für sich selbst zu sorgen,„damit nicht mehr Arbeiter und Arbeiterinnen dazu verurteilt sind, in oergifteten Werk- statten und Fabrikräumen Krankheit und Tod einzuatmen, um dann, wenn sie vor de; Zeit verbraucht sind, wie«in« ausgepreßte Zitrone beiseitegeworfen zu werden", sondern daß der Arbeiterschutz, einer der wichtigsten Zweige der sozialen Zahnheilkunde, sich als wähl- hafter Schutz und als wahrhafte 5iilft immer weiter und bedeutungs- voller fortentwickle. Dr. Artur Rummelsburg. Der Grundstock zur Schulzahnpflege ist in Deutschland gelegt, die Kinder werden während der Schulzeit überwacht und be- handelt, damit sie mit bleibendem guten Gebiß aus der Schule ent- lassen werden können. Sie treten ins Leben ein, in die Berufe. Wer sorgt nun für sie? Wir wissen, daß das Erfurter Programm noch nicht seine Erfüllung erreicht hat. Der Sozialismus erhebt hier die For- derung nach der Verstaatlichung der gesamten Heil- künde, nach der Unentgeltlichkeit aller Heilmittel. Er bezeichnet die Gesundheitspflege als eine außerordentlich wichtige Ausgabe der Gesellschaft, u. a. empfindet er es als Mangel, daß der Staat zwar den Geistlichen besolde,„weil dieser ein Arzt der Seele sei", aber sich nickst dazu aufraffen könne„den Arzt des Leibes ebenfalls zum Staatsdiener zu nrachen". Eine Verstaatlichung der Heilkunde haben wir noch nicht, und so bleibt vorläufig die Kran- kenversicherung der einzige Schutz der arbeitenden Beoölke- rung. Man mag zur Krankenversicherung stehen, wie man will, denn sie hat auch sehr viel Gegner, auf alle Fälle nimmt die Ver- sicherung dem einzelnen die Sorge für Krankheit, d. h. für Arzt, Krankenhaus und Medizinkosten ab. Die Krankenversicherung bildet jedoch mir einen Teil des staatlichen Arbeiterschutzes: hierher gehört noch: Sonntagsruhe, Bestimmungen über Nachtarbeit, Frauen- und Kinderarbeit und«in sehr wichtiges Sondergebiet des Arbeiter- schutzes: di« Berufs- und G«werbekrankh«iten. Die Berufs- und Gewerbekrankheiten der Mundhöhle betreffen: Mund- schleimhaut, Zahnfleisch, Zähne und bisweilen auch die Kieferknochen. Dies« Berufs« und Gewerbekrankheiten sind keine neuentdeckten oder besonderen Krankheiten, sondern es sind in diesem Falle z. B. Zahnfleischerkrankungen, die bekannt sind und auch häuftg vor- kommen. Aber man spricht deshalb von Berufserkrankungen, weil sie bei den Angehörigen bestimmter Berus« auffallend häufig auf- treten. Es tritt nickst unbedingt z. B. bei jedem Kupfer- arveiter der grüne Belag auf, aber es kommt häufig vor, wäh- rend andererftits ein Teil der Arbeiterschaft gar nickst erkrankt oder erst sehr spät und gering: das liegt an der Widerstandsfähigkeit des einzelnen und bei Zahnfragen an der Art und Pflege seines Gebisses. Eine dieser Zahnfleischerkrankungen enffteht z. B. besonders häufig, wenn Quecksilber in den Organismus gelangt. Bei den Gewerben, die zur Herstellung ihrer Fabrikat« Quecksilber oder Quecksilberverbindungen benutzen, wie die Thermometer- oder Glüh- lampenfabrikation, wird das Quecksilber in Dampfform oufqenom- men. Es bewirkt ein« entzündliche Schwellung der Mundfchleim- haut, schließlich entstehen Zahnfleischrandgeschwür«, die sich immer weiter ve'breiten, die Zahnhälse bandartig umziehen und dann in Form von Abklatschgeschwüren auf Wangen, Lippen und Zunge erscheinen. i)ie große Schmerzhaftigkeit der Geschwüre und der Drüsen, verbunden mit Geruch aus dem Mund«, machen den Zustand recht qualvoll. Je schlechter der ursprüngliche Mundzustand ist, um so mehr sind die Arbeiter gefährdet. Auch da� Blei bedroht die Gesundheit der damit beschäftigten Arbeiter. Gefährdet sind die Buchdrucker durch bleihaltige Lettern und die Maler durch bleihaltige Farben. Im Mund« entsteht ein B l e i s a u m in Form einer schiefergrauen Verfärbung des Zahn- fleifchrandes. Bei dem Bleisaum leidet das Gewebe keinen direkten Schaden. Bei Kupferarbeitern trifft man recht häufig«inen dunkel- bis schwarzgrünen Belag an der Vorderfläche der Frontzäh-.e an, der am stärksten am Zahnfleischrand vorhanden ist. Dieselbe Erscheiimng zeigt sich an den unteren Schneidezähnen von M»- s i k e r n, welche Messinginstrumente blasen, wie Trompeter und Hornisten. Es handelt sich hier um eine Grünspanbildung, geht aber durch energisches Putzen weg.— Durch Säuren werden die den Dämpfen der Säuren am meisten ausgesetzten Zähne(vorn) sehr Von , BpBoxerrornan Heinz risgfemzLstizr (20. Fortsetzung.) Äräppli hatte sich nicht getäuscht. Die wieder aufflammende Eifersucht der alternden Frau ersparte ihm die unbekömrnliche Mahlzeit von zehn Besen. Bach kurzer Zeit tonnte er vom Fenster aus sehen, wie ein Auto mit ihr in her bestimmten Richtung davon- sauste, Vor zwei Stunden gondele ich nicht raus, dachte er diplomatisch. Denn wenn die Olle richtig losgeht, dann schmeitzt der Matches wieder mit lebensgefährlichen Gegenständen. Soll Peter auch mal was abkriegen! Tom mit Mgry allein. Mary Burkhardt stand auf oiner kleinen Leiter und mühte sich, aus den Zehenspitzen balancierend, die reisen Kirschen heraus- zufiiihen und sie vom Baum in ein Körbchen zu legen. Unter ihr lehnte Tom Matthes am Stamm. Seine aufsprühen, den Augen verfolgten jede Bewegung ihre» jungen Leibes. Ihr Helles chaar flimmert« im Sonnenschein. Ab und zu steckte sie eine Kirsche in den Mund. Wie gebannt starrte Tom aus diese keuschen, halbgeöffneten Lippen, unter denen kleine weih« Zahne lachten „Kriege ich nichlK ab? Ich bin so doll hungrig", bettelt« er init verschleierter Stimme. Mary zielte mit emex Kirsche aus seinen Mund. Sie traf nicht, sondern siel aus den Rasen. „Ovch." Tom machte einen langen chals..Können Sie mir die Kirschen nicht lieber in den Mund stecken?" „Sie wissen doch noch? Sie sind mir zu bissig", lachte sie und wurde blutrot, „Wo Sit so hoch über mix stehen und die Dinger solch einen langen Stiel haben?!" Mary beugte sich zu ihin und ließ eine Kirsche in seinen Mund gleiten. Seine Augen hielten dabei ihren Blick fest. Mary fühlte »üt heimlichem Erschauern Toms Begehren. Ein leichtes Schwindel, gesühl überkam sie. Mit geschlossenen Augen hielt sie sich an den Aestcn s-'st. „Roch eine, bitte, bitte", bettelte er. Wieder neigte sie sich ihm zu. An ihrem zitternden Atemzug merkte er ihre Befangenheit, und da verlor er die Beherrschung. Mit einem knurrenden, wilden Ausstöhnen riß er das Mädchen zu sich hergh und preßte sie an feine Brust, Ihr« schreckweiten Augen sahen ganz dicht in sein Gesicht. Einer hörte den Herzschlag des anderen. Ganz vorsichtig schlang er seinen Arm um ihren Hals und preßte seinen Mund aus ihre halbossenen kindlichen Lippen. Mary stemmt« beide Hände gegen seine Brust. Sie wollt« d«n Kopf wegwenden. Aber sie konnte gegen seine wilde Kraft nichts ausrichten. Er küßte sie immer wieder, bis er fühlte, wie ihr Mund feinen Kuh erwiderte. „Mary," stammelte er fast sinnlos,„Mary." Seine Stimme riß das Mädchen aus ihrem Taumvl. „Lassen Sic mich los. Sofort sollen Sie mich loslassen!" Tom hielt sie noch fester umschlossen und küßte sie als Antwort. „Sie sind ja wahnsinnig!" schrie sie leise aus. „Sie... Sie machen mich dazu," flüsterte er heiser.„Warum wehren sie sich gegen sich selbst? Warum stoßen Sie mich zurück k Ich bin nicht solch ein Waschlappen wi« der Peter. Ich bin ein Mann. Sie wissen nicht, was Sie mir antun, wen» dos so weiter, nei'l. Ich schlafe nicht mehr, ich trainiere nicht mehr richtig. Ich liebe Sie Siel" Wie ein Sturzbach strömten seine Worte über Mary hin. Er gab sie au? seiner Umklammerung frei. Sie mußte sich an«nein Baum scsthaltev. „Ich— ich werde sofort nach Hause fahren!" sagt« sie tonlos. „Mary! Tun Sie mir das nicht an." Die Stimme des große», starken Mannes klang schmerzvoll. „Sie werde» mich wieder so überraschen," sagte sie verzweifelt. „Bestimmt nicht, ich schwöre es Ihnen." Im Vorbeieilen Peter. Peter rief ihnen von der Garte, chccke her etwas zu. Cr war eben aus dem Gerätehäuschen gekommen. „Mary, hörst du denn nicht? Das Telephon klingelt ja immer? zu!" rief er noch einmal im Vorbeieilen. „Mary, versprechen Sie mir, hier draußen zu bleiben. Ich bitte Sie darum." Mary wandle sich ab und ging langsam dem Haus« zu. Tom eckte ihr»ach. „Was ist. Mary? Bleiben Sie?" Mary sah zu ihm hoch und nickte langsam. Im selbe» Moment erschien Peter zum Ausgehen fertig vor der Ti'r. „Denke dir, Mary, deine Mutter rief an. Schnipp ist vom Hündeiänger mitgenommen worden. Ich muß gleich zur Dirckjen- straße fahren. Deine Muller ist ganz außer sich." „Peter." Sie streckte die Hände nach ihm aus.„Peter, bleib« hier." Peter sah sie groß an.„Du hörst doch, daß Schnipp..•' „Ich fürchte mich. Ich fürchte mich so wohnsinnig", murmelte sie wi- im Fieber. Peters Augen wurden ängstlich:„Was ist los?" „Ich, ich habe Angst vor mir selbst", wollte sie sagen. Doch seinen Knabenaugen gegenüber brachte sie da» Geständnis nicht über die Lippen. „Du weißt doch, daß gestern zwei Landstreicher hier waren", sagie sie plötzlich ganz ruhig, und vermied ihn airzusehen. „Du bist gut, Mary", lachte Peter und hielt setzt das ganze für einen Scherz.„Haft den stärksten Mann Deutschlands zur Seite und fürchtest dich vor Landstreichern! Was. Herr Matth«». Sie werden schon aus Mary auspassen?" „Fahren Sie man unbesorgt." Peter hört« den häßlichen, triumphierenden Ton nicht heraus, der in diesen Worten lag. „Ich rufe sofort an, wenn ich den kleinen Kerl aus der Tier- sommelstelle heraushabe. Auf Wiedersehen!" Hinter seinem Rücken machte Mary unwillkürlich eine Geste, »lz wolle sie ihn zurückhalten. Dann sanken ihr Anne nieder. Ihr« Hilflosigkeit mochte Tom verlegen. Er zupfte an einem Blatt herum. „Ich geh' trainisren. Wenn Sie mich brauchen, rufen Sie mich." Mary blieb bewegungslos stehen. In ihr stürmte es, Scham und Auflehnung ihre» Selbstgefühls gegen die Mannesmocht des einfachen Burschen kämpfte gegen ein Neues, Unbezwingliches, das von ihr Besitz nahm. Sie hörte die dumpfen Töne, die Toms Schläge gegen den Trainingsball erzeugten, hörte sein Zurückspringen, sein Keuchen. Allerlei Einzelheiten von ihm fielen ihr ein. Unoermittelt schlug sie die Hände vors Gesicht und begann zu weinen. Das heiße Blut. .Fleute kein« Semmeln?" rief«ine kreischend« Stimme über den Zaun. Mary schrak zusammen.„Ist es schon so spät?" Die Bäckerbotin, die alltäglich hier draußen handeln kam, lachte gutmütig.„Elf durch, Fräulein,---- na, wie ist es?" „Wie immer", gab Mary zurück und bezahlt« mechanisch. Wo« koche ich nur heute? Das Denken wurde ihr schwer. Peter wax nicht hier. Nun erst vermißte sie auch Kräppli. Wer sollte besorgen gehen? Sie war nicht sähig, selbst zu bestimmen. Tpm wird raten, ging es ihr durch den Sinn und ehe sie sich es recht überlegt hatte, stand sie im Trainingssoal. Zum ersten Male runzelte st« nicht unwillig die Brauen, ol» sie Tom beim Training erblickte. Er schlug mit seinen Fäusten den schweren Ball fort, deckte sich, sprang.zurück und schlug von neuem. Sie sah die spielende Kraft des Mannes und empfand sein Tun plötzlich nicht mehr lächerlich. Fast besorgt folgt« sie seinen Bewegungen. Tom halle sie bemerkt. Seine Augen leuchteten heiß auf. Er unterbrach sesne Arbeit und ging aus Mary zu. „Ich habe gar nichts im Haus. Was soll ich zum Mittag be- sorgen?" fragte sie schüchtern. „Kräppli muß jeden Moment kommen. Der wird allerlei mitbringen." Sie nickte und wollt« wieder gehen. „Bleiben Sie doch hier, Fräulein Mary, ich mache sowieso gerade Pause." Sie setzten sich auf eine Bank und Tom streckte die Keine well von sich „Der nächste Kamps wird ernst", sagte er nach einer kleinen Pause. „Wieso, mehr als fönst?" „Der.Tiger', wie sie meinen Partner nennen, hat seinen Namen nicht umsonst. Blut will der immer sehen." Mary erschrak- „Warum nehmen Sie den Kamps an, wenn es so schlimm wird?" sie merkt« nicht, daß ihr« Stimm« zittert«, als sie die Worte sprach. „Ich kann doch nicht kneifen? Außerdem, wen» ich in Form bin, dann fürchte ich selbst den Teufel nicht." Tom sagte dos prahlerisch. Sein Instinkt fühlte heraus, daß das Mädchen jetzt ganz anders für ihn empfand und er triumphiert«. „Können Sie eigentlich nichts anderes tun?" fragte Mary unvermittelt. „Warum denn? Und was denn? Seefahrt ist fetzt nicht und etwa Gastwirt— in Naustrelitz? Nee!" „Boxen ist aber so roh!" „Och, das ficht nur so aus." „Einen Menschen niederschlagen..." „Dafür sind wir Männerl" „Aber, wenn dieser Kampf so schlimm ist, könnt«,, Sie doch absagen!" Eigensinn und noch etwas anderes klang aus den Worten. Er griff nach ihrer Hand.„Machen Sie sich meinetwegen Sorgen, Mary?" Sie nickte stumm. „Werden Sie hinkommen und zusehen?" „Das kann ich nicht." „Ist nur gut, daß ich kurze Hqar« habe", lachte er etwas ge- künstelt. Mary sah ihn erstaunt an. „Ich habe mal wa» gehört von einem starten Mann, dem die Frau, big er geliebt hat, die Locken abgeschnitten hat." „Das war Samson", antwortet« Mary leise, Tom sah mit gesenktem Kops da. Seine Lippen bewegten sich: Es war, als ob er etwas sagen wollte. Aber er sagt« nichts. Ein grenzenloses, zärtliches Mitleid überkam Mary und ein heimliches Glücksgefühl. Diesen starken, wilden Burschen zu einem bewußten Menschen erziehen■— welch eine schöne Aufgabe! War ?» seine Schuld, daß er so war? Bielleicht bedurfte es nur«wer Frauenhand, um ihn«mporzuziehen. Daheim, in diesem Fluidum von Alkohol und leichter Berauschcheit, fühlte sie sich überflüssig. Ein Mensch ohne Hostnungen. ohne Aufgabe war sie. Aber hier stand»in Mensch, der sie brauchte. Ein guter unverdorbener Naturbursche, dem sie etwas sein konnte. Ihr« klein« Hand strich sie wußte selbst nicht, wie«s geschah— unendlich behutsam und liebc- voll über sein Haar. „Tom." Wie ein Hauch war es, als sie das sagt«- Tpm spürte das leise Zittern ihrer Finger. Er zog sie, als hätte«r Angst, das zierliche Figürchen zu zerbrechen, vorsichtig an sich und küßt« st«. Erst ganz zärtlich, dann immer wilder und wilder. Sie wehrte sich instinktiv. Aber seine leidenschaftlichen Küste lähmten ihre Energie und sie ergab sich den Liebkosungen wi« be- sinnungslos. Frau Iacklowicz interveniert. Ein« höhnisch«, giftgetränkt« Frauenstimme riß Mary aus ihrem Rausch Hie blickte mll wirren Augen in da» verzerrt« Ge- ficht der Frau Iacklawiez. die. hochaufgerichtet, aus ihren Schirm gestützt, vor ihnen stand und hämisch-hoßersüllt lächelnd aus sie niedersah. „Es tut mir leid, daß ich Si« gestört Hab«, Fräulein Burkhardti Aber Sie hätten ine Tür schließen müssen, es hätte ja schließlich auch jemaich anderes kommen können. Natürlich werd« ich um Ihrer Eltern willen Diskretion üben.— Also darum das selbst- gewählte Asyl hier draußen", wandt« sich Frau Iacklowicz an Tom. (Fortsetzung folgt.) WAS DER TAG BRINGT. Was Frankreich an seinen Spielhöllen verdient. Während die Spieler an den grünen Tischen der französisch«,, Kasinos bald gewinnen und bald verlieren, gewinnt das sranzösisch« Finanzministerium stets. Nach der neuesten Statistik wurde in, per- gangspen Jahr an den 166 in Frankreich eingetragenen Spielbanken die Summe von 66 Millionen Mark den Spielern abgenonunen, wovon Steuer,, in Höh« von fast 43 Millionen Mark dem französischen viaatssäckel zuflössen. An der Spitz« stcht Le Touquet mit fast 10 Millionen Mark, dann kommt Cannes mit SM Mii« lionen Mark und dann die vornehmste französische Spielhölle Deauville mit übxr? Millionen Mark. Nizza steht bisher erst an vierter Stell«, aber es dürft« bald an Spiclgewinnen alle anderen überflügeln, da der neue von dem amerikanischen Millionär Iay Gould geschaffene großartige Spielpalast es auf einen Gewinn von 100 Millionen, Franken bringen dürste. Monte Carlo, das ja nicht zu Frankreich, sondern zu Monaco gehört, hat in diesem Jahr« einen Gewinn von 12'/$ Millionen Mark abgeworfen. Bobbv und die Nymphe. Das Londoner Polizeigericht wird sich demnächst mll der Frage zu beschästigen haben, ob es anstößig und unzulässig ist, sich m London in einem Badekostüm aus der Straß« sehen zu lassen. Di« Vorgeschichte ist recht interessant; Eine? Nachts begegnet«in Londoner Polizeibeamtcr einer jungen Dame, die nur mit einem nassen Badeanzug, einer nassen Badekappe uich einem Bademantel bekleidet ist. Er hält die Dame an und macht sie höflich, so Höstich wie nur ein Londoner Polizeibeamter sein kann, daraus aufmerksam. Dienstag. 4. Februar. 8 e r i(». ,6.05 Dr- L-is OWissbi»«»«, i Kleine rWn« Moabit. 16.» V» UipUf. Ortbeslerkonzert 18.00 Jugendstunde. fDic Praiblom.)(Sprechen Vor» Hetgershaosen.) !8.» Prof. Dr. Hans Reichen tweb: Das Wesen der Wurme, 19.00 Vplksiiedcr (9.20 SchaMpUttcn. (9.50 Debatte aus der tschcchoslowaldscheri Politik.(Öleichreitig mit der frankierter llraatlsbrnngl ».35 Vpn Brestaa: Neue Rundfunkmnsik- Afriks-Sanfs. 21,05 Joseph Schmüt»Ingt, Ausetilieeend: Dr. Josef RJuscher: Politische Zeltungsschau, Kdoi*»»' sstefhause«- 16» NacbniiiUgskanjert ven Veipng- 17.» Dr. frits Klein: Das Ungarn von heute. 18.» Ober-Reg.-Rat pr. Bogosat! Hygiene der tratehuog. it-dQ franaäsisch für fortgaschritUne. Mers-nwn- Schöpferisches Musikerkennen- ,9» Dipl-Ins. Otto Rode: Wirtschaftlicher Baubetrieb. ».CO Moderna» Warenhaushetrieh. Cin Rundgang mit dem Mikrophon.(An, Mikrophon: Or. Peter baths«-) JO» Dgon Petri. I. Baethovent Sonata paUidtiQue, C-Mo!l. op. 13.■— 2. Job. Brahms: ai Drei Islenneapi. op- fJ7; b) Rhapsodie O-Me», op. 79. daß sie sich hier m einer Großstadt uvd illiA in einem Badeart befind«. Die Dame aber«rwidert. daß nirgends BeAeidvngsvor« schrift«n für die Großstodt,eAassen seien und daß si» deshalb gehen könne wie sie wolle. Da hie Badekleidung in einem Badeort nicht anstößig sei, könne sie es auch in der Großstadt nicht sein. Sie gehe regelmäßig dreimal in der Woch« abends schwimmen und sie komme eben von dort und sei aus dem geraden Wege nach Hause. Als nun gar ein vorüberfahrendes Auto anhielt und der darin sitzende Herr auf sein Angebot, di« Dam« nach Hause zu bringen, di« Antwort in Form einer lAirfeige erhielt, wußte sich der arme Lobby nicht anders zu helfen als die Personalien der Dam« festzustellen und Anzeige an das Polizeigericht zu erstatten, da» sich jetzt mit diesem eigenartigen und interessanten Fall beschäftig«» wird. Tollwut in Konstantinopel. Während in Deutschland kaum noch sicher« Fälle von Tollwut festgestellt werden, kommt es in Kleinasien bei der großen Zahl der herrenlos herumlaufenden Hund« vielfach zu Tollwutfällen. Sn den Kronkenhäusern von Konstantinopel liegen augenblicklich SS Personen. die von tollwütigen Hunden gebissen wurden. Allerdings geht die Zahl der Todesfälle an Tollwut auch hier jährlich ständig zurück. Die Neujahrsinsel. Nicht bei allen Dölkern, die den l. Januar als Neujahrstag feiern, beginnt das neue Jahr zur gleich«» Stunde: denn wenn bei uns die Uhr zwölf schlägt, schreibt man in Philadelphia erst den 3t. Dezember, abends 6 Uhr, und>n San Franziska ist es sogar erst 3 Uhr mittags. Im Osten der Welt ist man uns hingegen schon voraus: denn in Kalkutta ist es bereits 3 Uhr früh und der Neu- jahrsmorgen dämmert langsam heran. I» Sydney in Australien hat der Neujahrstag schon längst begonnen: denn wenn wir hier „Prosit Neujahrl" rufen, ist es dort schon 9 Uhr vormittag,»"d aus Neuseeland denkt man schon an den Neujahrsbrat«»: denn die Uhr hat dort gerade elf gefchlag«». Neuseeland ist uns also am weitesten parou» und ist infolge- dessen auch da» Land, wo aus der Erde das neue Jahr zuerst be- ginnt. San., genau gesagt tritt dt« erste Stund« des n«u«it Jahres auf, der zu Neuseeland gehörigen Insel Chatam zuallererst ein. die deshalb auch den Namen.Neujahrsmfel" führt. Die Riesenspinne mit dem kleinen Mann, Die Geschlechter sind in der Natur durchaus nicht immer von gleicher Größe, aber selten steht man«inen so gewaltigen Unter- schied vi« bei den riesigen Prach'.-Radspinnen au» Madagaskar, wie man sie z. B. im Insektarium de» Berliner Aquarium, beobachten kann. Als sie dort«intrafen, waren sie«den au, dem Ei geschlüpft. Bei Fütterung mit ganz kleinen Fliegen machten de Tiere je nach dem Geschlecht viel« oder wenige Häutungen durch, bis sie ihre endgültige Größe erreicht hatten. Die bunten Weibchen gehören mit zu den größten Radspinnen, die es gibt, Ihr Körper ist e'wa 3 Zentimeter lang: hie Beine der in der Regel mit d«m Kopf nach unten hängenden Tiere klaftern 12 Zentimeter. Di« Männchen sind dagegen ganz winzig, denn ihr Körper mißt nur wenige Millimeter: auch ihr« Bein« sind entsprechend kürzer. Der Bund unangetastet! Feststellung des Vorstandes: Angriffe der Kommunisten prallen ab! In der Bundesvorstqndssitzung des Arbeiter-Turn- ard Sportbundes, tue am I. Februar in der Bundesschule in Leip- ziH stflttsliitzd, berichtete der Vorsitzend« Geliert, doh trotz der kommunistischen Spaltungsbestrebungen an dem Bestaird de» Bundes nicht gerüttelt werden konnte. Von den ausgeschlossenen Vereinen sind bereits 40 Vereine vom SPD.-Vazillus geheilt und zum Bund zurückgekehrt. Am 1. Januar 1329 konnte der Bund232,7 punkten siegte der Bunde». meister. 3n der Meislermannschaft ragte besonders Valloschek hervor, dem c» gelang, in zweiarmigem Reihen 190 psund zur Hochstrecke zu bringen, sie ober nicht genügend fixier« konnte, so bah diese neue Höchstleistung vom Schied». !iecicht nicht anerkannt wurde. Bruno Kehr zeigt« nicht die onst von ihm geivohuten Leistungen. Zm großen und ganz« stslltii sich diese Manuschost aber wie an? Guß dem Publikum vor. Sie dürste in Deutschland kaum zu schlagen sein. Mit einer riesigen Ueberrajchung— 15: 13 für L.-F. Q4— endete der Serie nfamps im Ringen. Die Brandenburger, diessährige Favoriten sür di« Kreismeisterschaft. konnten erst vor einigen Tagen einen haushohen Sieg über„Einigkeit" erringen und hatten in allen Klasien ihre besten Ringer zur Verfügung. Aber es kam wieder einnuil anders. Der Aampfoerlauf gab folgendes Bild: Fliegengewicht: Gülbenpfennig-Brandenburg gegen Borchardt? L.-F. 04, Beide Ringer gleichwertig. In der ersten Rund« gewinnt G. in 1,45 Minuten durch blitzschnell gezogenen Hüstzug. Die zweit« Runde gewinnt B. durch Eindrücken der Brücke. Einen selten schönen Kamps sah man im Bantamgewicht. Kohn-B. und Spliestößer waren die Gegner. Angriff Verteidigung �Drücken Paraden solgten Zug um Zug. Erst« Runde: Sieger Sp. in 5,45 Minuten. Zweite Runde: Unentschieden. Im Federgewicht sollten die beiden ersten Preisträger vom letzten Kreiswettstreit erneut zusommentressen und all« Interessenten des Ringkampffportes freuten sich schon, hier«ine Neuauflage des damalige» Endkampfe? wiederzusehen. Leider hatte aber Willi Bind«r.L.-F� 04 Uebergewicht und muht« deshalb im Leichtgewicht starten. Mis dem Ersatzmann im Federgewicht. New mann, hatte Howich-Brandenburg nicht allzuviel Arbeit: er konnte für seinen Berein in deiden Runden die Punkte holen. Der bären- starke Kraufe-Branbenburg mußt« nun zum Leidwesen seiner zahl- reichen Anhänger die technisch« Ueberlegenheit de? ehemaligen Feder- gewichtter» Willi Binder aneriennen. Der Kamps wurde in einem kolosialen Tempo geführt und oft gelang«» Krause, sich au» den allerschwierigsten Lagen zu befreien, bis Binder ihn in jeder Runde in einer auiflchtstosen Brücke hatte, aus der es Besreiung nicht mehr gab. Erste Runde: 7.38 Minuten, zweite Rund«: 5,33 Minuten: Sieger Willi Binder. Di« Kämpfe Im Leichtmittel-, Halbschwer- und Schwergewicht verliefen sämtlich bei der völligen Gleichwertigkeit der Gegner unentschieden. Die Kämpie selbst, wenn auch hart, wurdrn äußerst fair durchgeführt und fanden bei den vielen Zu- schauern großen Anklang. Bereits am Sonntag, g. Februar, startet die Sieger- Mannschaft L.-F. 04 im Serienkamps gegen Sparta 98 in drr Turn- Halle Neukölln. Elbestr. 12, um 10.15 llhr. Die Mngsfen der Maffe. „Tegel" gegen„A.M- Wedding". Um den Verkehr zwischen den Vereinen herzlicher zu gestatten, hatte am Freitag die erst« Schülermonnschast der„Freien Sportvereinigung Tegel 1899" die erste Mannschaft des Arbsiterfportveroins„A l t- W e dd i n g" in der Turnhalle der Humboldl-Schule zu Gast. Zwar waren die Gäste körperlich im Vorteil, aber das verdroß die stingen„Beherrscher der Matte" nicht im geringsten: die trikotgeschmückten Draufgänger lieferten schnelle Kämpfe und das gezeigte, bewundernswert« technische Können selbst der Kleinsten erzwang den stärksten Beifall. Alle» drängt» auf posttwe Entscheidung des Kampfes, nur ganz wenige endeten mit einem Unentschieden. Aus Wunsch der meist« Kämpfe? muhte das Kampfgericht eine Zugaberunde zu 5 Minuten gestatten. Im Einleitnng-champs erzielle der flinke Kobu» gegen Radtke innerhalb von Mi" Minuten einen Blitzsieg. Der Tegler Fritz II und Zetlitz II(Alt-Wi-dding) errangen nur ein Unentschieden. Schnellere Resultate ergaben bann die folgenden Kämpfe. Kall« {legel) besiegle Graßmann l(Alt-Wedding) bereits nach 1,35 Minu- ten, nach schönen Kampf erzielt« Fritz I auch über Graßmann N �MttWedding) erntn Sieg. Wcinert(W-Tuhdmg) v�i mochte fcn Tegler Zufchk« nach 4,20 Minuten entscheidend ,zu besiegen. Schill f Tegel) gelang es, fein erste, mit Debüt mit Gallinger(Alt-Wedding) erfolgreich zu beenden. Wies«(Tegel) erlag aber gegen den Alt- Weddinger Ressel noch in den ersten 2 Minuten: auch sein Klub- kamerad Jefka mußte Müller(Alt-Wedding)■ tan Sieg überlassen. Zetlitz I(All-Wedding) rang dem ehrgeizigen Christenfen(Tegel) ein verdientes Unentschieden ab. Kallus(Tegel) vermociste über seinen größeren und schweren Gegner, den Weddinger Barowjki, schon nach 1,45 Mimtten zu triumphieren. Im Schluhkamps war nachmal» Tegel erfolgreich, Hinkser entledigte stch Böhme(AU- Welding) nach der 4. Minute. Rüben(Ewigkeit) und Dalge(Tegel) errangen in der I u g« n d- klasse nur«n Unentschieden: in der schweren Jugendklasie vettor Rtglewitz(Friedrichshogen) gegen Brabbel(Tegel) durch eigene Schuld. In Rekordzeit(SO Sekunden) rqng Schmidt I(Tegel) seinen Sporttameraden. Schmidt II nieder: in der gleichen Zeit war auch Rehs«(Tegel) über Fischer erfolgreich. Lütch(Tegel) zwang Göhde (Einigkeit) tn l.ZO Minuten aus hie Schultern. -ARBEilEH n/SSBALL Der erste Seriensonntag. Die Spielvereinigung im ersten Kreis« hat mit ihrem Start zur neuen Serie wenig Glück. Schnee und Matsch bedeckte die Spiel- seider. Die erzielten Resultate geben daher kein einwandfreies Bild über die Spielftärke der Mannschaften. Luckenwalde II konnte ihr erstes Spiel gegen Brandenburg a. H. mit einem 3; 0 Siege be- cndeit. Bis zur Paus« konnten die Luckenwalder nur ein Tor buchen. Die anderen beiden Tor« sielen dann erst kurz vor Schluß de» Spiel».—- Lichtenberg I hatte einen schweren Stand gegen Lichtenberg II. Hier stand das Spiel bei Schluß der ersten Halb- .zeit unentfchieden 2: T Bei anfangs gleichmäßig verteiltem Spiel in der zweiten Spielhälst« tonnte die erste Abteilung das dritte Tor buchen. Damit war e? aber auch mit der Widerstandskrast der 2. Abteilung vorbei. Mehr und M«hr übernahm die erste Abteilung da? Kommando und erzielte bis zum Schluß noch drei weitere Tore. Die erst« Abteilung hat damit ihr erstes Spiel mit 6: 2 beendet.—. Neukölln und Oberspree trennten sich nach hartem Kamps mit 3:0 sür Neukölln.—. Hoppegarten konnte erst kurz vor Schluß gegen Eiche-Köpenick den 5. Tresjer erzielen und damit einen 5:4-Sieg erringen. Earow und Wansdorf trennten sich beim Stande 4: 1. Weitere Resultate: Spandau 25 gegen Rathenow Z: 3: Tempel- hos gegen Saxonia 7: 2: Schweissterne gegen Oststern 3: 0: Bo- russia gegen Herzkelde 4:1: Zweit« Mannschaft Lichtenberg I gegen Noipawe? 0:1: Carow gegen Saxonia S:0i Spandau 25 gegen Rathenow 1, tz: Brandenburg gegen Butab 8: 0: Neukölln gegen Oberspree 6:1: Hoppegarten gegen Eiche-Köpenick 2:6: Lichten- berg II Jugend gegen Spandau 1:2: Neukölln gegen Vorwärts- Wedding 2:1. Reil- und Zahrlurnier. Das Hochspringen wir, trvn zahl, reicher Betetligimg, eine zahme Angetegenlzeit. Deutschland blieb wiederum Sieger und zwar mit einem hannöverschen Pferd: Ober- keutnant Hasse sprang mit Derby sehlerfrei 1,90 Meter. Schweden--- BSC. und die Boxkämpfe im Sporlpaiasf. Heute und morgen werden die.Internationalen" des Berliner S ch l i t t j ch u H k I u b s den schwedischen Eis- Hockeyspielern gegenübertreten. Die Schwarz-Weitzen werdrn inst Steinke(Tor.), Dr. Hülsbeer, Römer im Auslausch mit Sachs (Verteidigung) und im Sturm mit Jaenseke, H. Brück»nd Rudi Ball sowie H. Ball zum Auswechseln antreten. Die Schweden kommen diesmal mit ihrer Meisterniannschaii, der Göta-Stockholm, nach Berlin. Inzwischen Hai sich das internatio- nale Team de» BSC. in vielen schweren Kämpfen gegen fast jämp liche führenden europäischen Mannschaften noch weiser uervoll konimnet und Erfolge aus der ganzen Linie errungen. Die Gäste aus Stockholm kommen in a l l e r b e st e r Aufstellung. Im Tor steht S u ck s d o r f, zweifellos der beste Keeper Europas, um den selbst die Kanadier die Stockholmer beneiden. Johannfan und Axelson verteidigen. Den Sturm führt Burman, Schwedens bester Mann, an. In Lulle Jahannssom und Galin hat er die em iprechenden Nebenleute, also eine enorm starke Angrinslinie. Zum Auswechseln kommen noch Lindberg und Engberg. Der Beginn der Kämpfe ist an beiden Abenden ans 20.13 Uhr angesetzt. Der in der Nacht zum Montag herniedergegangene Schneesall und das neuerliche Ansteigen des Thermometers hatten die Eisfläch: in Eham onix wieder so weich gemacht, daß eine eiiroandfrc" Durchführung der beiden noch ausstehenden Kämpfe— Deunchland gegen die Schweiz um die E u r o p a m e i st e r f ch a j t und der Sieger gegen Eanada um die Weltmeisterschort �»ich: gewährleistet erschien. Die Mannschaflsnihrer eMschlysien sich«nd- (ich, den von Deutschland wiederholt geinachlen Vorschlag an zunehmen und die Spiele nach dem Berliner Sportpalast zu verlegen. Das Treffen zwischen Deutschland und der Schwei) findet nunmehr am Sonntag, 9. Februar, statt, am Montag. 10. F e b r u a r, steig» das Welrmeisterschaftsfinale zmifchen dem Europameister und Eanada. * International wie der.Hauptkainps im Sportpalast zwischen Weltmeister Frankie G e n a r o gegen Harry Stein ist auch das gesamte Rahmenprogramm des Boradends am Donnerstag. 6. Februar, 20 llhr. Pfltzner, die Entdeckung des Spichern- ringes gegen Spuner werden für eine lebendige Einleitung des Abends Sorge tragen. Paul Noack gegen den belgischen Titel- anwärt« M achtens wird auch diesmal all sein großes ausge- reifte» Können adgefardert werden, denn der Belgier wird, intrr- national zur besten Klasse gerechnet. Hans Seifried, Deutsch lands Weltergewichlsmeister, wird Gelegenheit gegeben, feine Kunst erneut zu beweiie». Sein Gegner ist der bisherige Inhaber der Europa-Meisterschaft G e n o n- Belgien, E d e r, der Dortmunder Weltergewichtler, hat seine gute Form beim letzten Kampftag im Spichernring gegen den ungeschlagenen Poung Spear» untör Be- weis gestellt: er wurde mit dem Prager Nekolny, der ebenfalls am gleichen Abend durch sein technisch hervorragendes Boren auf- gefallen ist, gepaart. Radsporillchcs Allerlei. In der Stitttgarter Stadthalle wurde pam««mn- abend zum Sonntag ein Lö-Dtunden-Mannschastsrennen gefahren, das mit dem Siege Petri-Kroschels endete. Nach der ersten Margen- stunde dez Sonntags unternahm Petri einen Vorstoß, der zur Ueberrundung des übrigen Feldes führte. Das Ergebnis: l. Petri- Kroschal(766,210 Kilometer) 92 Punkte. Eine Runde zurück: 2. Ehartter-Duray 7Z P,: 3. Choury-Fabr« 42 P. Zwei Runden zurück: 4. Frankenstein-Pijnenburg 213 P.: 5. Preuß-Resiger 171 P: 6. Krüder-Funda 135 P.; 7. Ch. Wambst-Skubinski 97 P.; 8. Tonani- Negrini 87 P.i 9. Manthey-Schön 9 P.— Steher und Flieger kämpften am Sonntag auf der Pariser Winterbahn aniaß- de? Kongresses der Union Cycliste Internationale um die„Großen Preise der UCJ.". Beide 30-Kilpmeter-Läuse gewann Grasfin, einmal por Linart(350), Möller(380) und Jaeger(1000 Meter zurück) und ein andermal vor Möller(520), Linart(1125) und Jaeger(1500 Meter zurück). Gesamtrcsultat: 1. Grassin 2 P.; 2. Möller 5 P.i 3. Linart 5 P.; 4. Jaeger 8 Punkte.—'Aus der Brüsseler Winterbahn gewann am Sonnabend der Amateur Schnitzler- Köln einen Fliegcrkamps gegen die Belgier van der Ästen, und Detoit. Den Steherländertanipf„Frankreich— Belgien", der mit H. Aerts, Benoit, Breau, Gras sin, Linart, Miquel Sausin und Thollembeek besetzt war, ergab den Sieg Frankreich».— Das über 20 Kilometer führende O u e r f e l d e i n r e n n e n der Radfahrer in Paris, an dem Bewerber aus fünf Nationen teilnahmen, sah im Einzelweitbewerb den Franzosen Bertellin in 53:43.4 siegreich nur Straßenweltmeister Ronsse-Bclgien(54:53), dem der Franzose Foucaux und der Luxemburger R. Frantz dichtauf solgten. Im Klassement der Rationen besetzt« Frankreich mit 10 Punkten den ersten Platz por Belgien mit 17, der Schwei z mit 27, Luxemburg mit 29 und Holland mit 64 Punkten. 3J®5S., Scjitt R-sdri»«. Mittwoch. 5. fteBe«««, Sfl llbr. Peüritvttlqmm. tim« bei Boch. Däne», Set« SchänllieZcr Stroh«. ilMi««a.iu.llniou«r-k-Bo-li».«. V.. q?!. S»a»t>«u. SlSun« b«uj«, Dirnstaa,«i Unr. bei R«>mcr. Si>arlott«»b»r». W>l««isdorler«ck-«a»a!. ltroge. Mältc wjIZIomm-n. Mitglieder wert»-» aulsonomm-n. Proke», Lcrci» site»orperkuliue. Siclchäftsftelle:»arl trienbouin, CS. A!. Nau»«nstr. S lAlerandcr MZZi. Conntaa. S, tzcbruor. Vereinoportie. Tretd »niikt>» Uflt»Iii. Warschauer Strafte. Uebunasftnnden der«nrnnaftitabtciluiiq für Männer und Iuauidlichc jeden Donnerswa IS'.Z Uhr tSubrn-r Str. bä. Re weiblichen Mitalieder üben jcdcn Montan, 20 Ubr. Salle Walbunarstr. Ti lNäbe iiaiifincc PlaNi. Reue Abieilunnc» ftlr Znnnlnädchcn„nd fllr»i« lchnl- pilichtine Zuarnd sind in Vorbrr-itu>»q. Änmildun«-n und«usttinite bnrä/ die«Seschäl sst-ll«. Säfte bei allen Beranstoltnnlttn willkommen. Zti« Mit, l-iiunocn itt. 2 find anzuftorber». tzreie Cchwim-rer Berlin XII. Monatsmitari-dero-rlammluna im«wrechjo bof. Albrcchtftr. Ii. Mitta-och, b. IZebruar, 20 tlyr. Bortrag bez D-nosi-n Bnbk von d-r Z-ntralkommisnon. Knie Sin-rirer-ininuna.Schw. issterne-'.-.«. Mnnat-v-rlommlunq ,,ich, am 4., sondern Di-nstag. 18. jZcbrnar. in der tztral-itlaut-, Neukölln, Mare'w- straft« 14. Wassersport— Grüne Wo die In der großen Schau am Kaiserdamm<1.-9. Februar» sind in etner Sondersilzau auch Wasserspsrfarükel von den größten Wvtarjqchten bis zu den kleinen Paddel- booten vom großen AchtZvlindsvaggregat hi? zum kleinsten Seitenbordmotor ausgestellt. „Kampf den Organisierten!" Die revolutionäre Einheitsfront mit den Indifferenten. Zwei Gestalten stehen augenblicklich nn der Spitze der Kommu mstischen Partei Deutschlands: Heinz Neumann und Paul M e r k e r. Der eine hat seine Erfahrungen bei den Rassegelben in China gewonnen, der andere bei den Gesinnungegelben in Deutsch- land. Und nun gilt es, diese Erfahrungen bei uns anzuwenden. Herr M e r k e r tut das mit größter Geschäftigkeit. In hundert Reden und Aussätzen predigt er die zur Zeit von Moskau aus- gegebene Linie. In d«r Februarausgab« der kommunistischen Zeit- schrift„Der Parteiarbeiter" gibt er folgende Lösungen für die be- vorstehenden Betriebsrätewahlen aus: „Die Durchführung dieser Aufgaben hat die schroffste, kon- fequenleste Abgrenzung der revolutionären Opposition vom Sozial- faschizmus— rechter wie linker Strömungen— und aller sonstigen reaktionären politischen Richtungen und Gruppierungen zur Vor- aussetzung. Zwischen der revolutionären Opposition und diesen Kräften gibt es keine Berührungspunkte, sondern nur den unver- söhnlichen Kampf. Daraus ergibt sich, daß bei der Wahl von Kampf- leitungen und von revolutionären Vertrauensleuten bei der Auf- stellung der Kandidatenlisten zu den Betriebsrätewahlen und zu den Sewerkschaftswahlen kein Kompromiß, kein Verhandeln mit den «ozialfafchisten und ihren Helfershelfern, kein Kompromiß mit diesen Beauftragten der Trustbourgeoisie im Lager der Arbeiterklasse zulässig ist. Kompromisse mit den Soziolfaschisten, mit den Stützen und Verteidigern der Severing, Grzesinski, Zörgiebel, Leuschner, Schönfelder und Konsorten, mit den Helfershelfern der Lern, Seide» witz, Engelbert Graf und mit den Anhängern der Brandler, Thal- heimer, Walcher ist sin Verrat an den Interessen der Arbeiter. massen. Es gibt kein gemeinschaftliches vorgehen, keine gemeinsamen Listen mit den Verrätern, es gibt keine Verhältniswahl mit den Verrätern, es gibt keine Verhältniswahl in diesen Kampfwahlen." Keine Gemeinschaft also mehr mit Sozialdemokraten oder Ge- werkschastsmitgliedern, dagegen Einheitsfront mit den Indifferenten, »'it den Unorganisierten, mit den Gelben! Wie diese Losung in" der Praxis sich auswirkt, das ergibt sich beifpiels- iveife aus folgender Notiz, die wir im kommunistischen„Kämpfer" finden, einem in der Tschechoslowakei erscheinendem Blatte: „Die Betriebsleitung des Textilbetriebes in T r o p p a u hat in der letzten Woche den Akkordlohn herabgesetzt. Die Arbeiter nahmen diesen Lohnabbau iricht zur Kenntnis und traten trotz des Wider- standes der christlichsozialen und sozialfaschistischen Organisationen in den Streik. Zu diesem Betriebe arbeiten 600 Arbeiter, von welchen bloß Z0 organisiert sind und selbst diese 30 gehören fünf verschiedenen Gewerkschaftsorganisationen an. Dieser Streit, der spontan ausbrach, ist ein neuer Beweis dafür, wie rasch die Radikalisierung der Arbeitermassen vor sich geht und welch große Bedeutung in den Arbeiterkämpsen gerade die unorganisierten Ar- beiter haben, welche von den Sozialfaschisten als„Gefahr für die Arbeiterkämpfe" bezeichnet werden." Vis vor kurzem sind die Indifferenten, die Gelben von den Kommunisten als„Verräter" beschimpft worden. Heute bilden sie die Sturm truppe für die„Weltrevolution". Jetzt sollen die Unorganisierten, die unaufgeklärten Arbeiter den Kommunisten helfen, die Gewerlschaslen zu zertrümmern. Bisher galt in der Arbeiterbewegung der politisch und gewerk- schoftlich organisierte Proletarier als Vorbild für seine Klasse: heute xvird er von den Kommunisten als Schandfleck gelästert. Das un- organisierte Schmarotzertum ist die Hoffnung des von Moskau ab- hängenden kommunistischen Schmarotzertums geworden. Können sich die Unternehmer noch besser« Bundesgenossen als die kommu- mstischen„Weltrevolutionäre" wünschen? Die Lüge als Kampfmittel. Entlarvte kommunistische Fälschung. Um den Landeskongreß der„revolutionären Gewerkschafts- opposition" für Württemberg vorzubereiten, verbreiteten die Kom- munisten einen Aufruf zur Wahl von Delegierten in Massenauflage. Das Flugblatt trug den Vermerk: „Beschlossen in der Betriebsversammlung der Maschinenfabrik Eßlingen." Die Arbeiterschaft der Maschinenfabrik Eßlingen ist Stolz und Hoffnung der Kommunisten.„Wir Arbeiter der Maschinenfabrik Eßlingen" wiederholt sich fortgesetzt in dem Flugblatt, das sich gegen die„Sozialfaschisten" und die Sozialdemokratie richtet. Was aber haben die Arbeiter der Maschinenfabrik Eßlingen mit dem kommunistischen Flugblatt zu tun? Das ergibt sich aus folgender Erklärung, die von den beiden Vorsitzenden des Betriebsrats der Maschinenfabrik Eßlingen unter- zeichnet der Direktion gegeben wurde: Wir bestätigen: 1. daß am lZ. Dezember 1929 keine Betriebsversammlung der Maschinenfabrik Eßlingen stollgesunden hat und daß infolgedessen auch keine Beschlüsse der Betriebsversammlung vorliegen: 2. daß die Uolerschrlsl„Arbeilerrat der Maschinenfabrik Eßlingen" widerrechtlich unter das Flugblatt von dem Se- krelär Vollmer gesetzt wurde. Eßlingen, den 25. Januar 1030. gez.: Stütz, keck. Der Sekretär V b l l m« r ist kommunistischer Landtagsabgeordneter. Er hatte das angeblich in der Betriebsversammlung be- schlössen« Flugblatt verantwortlich gezeichnet. Di«„Schwäbische Tagwacht" oersäumte natürlich nicht, der Stuttgarter Arbeiterschaft und darüber hinaus der Arbeiterschaft Württembergs die kom- munistische Fälschung zu zeigen. Es sind aber nicht etwa„Soziolfaschisten", die den komm»« mstischen Landtagsabgeordneten dieser dreisten Fälschung bezichtigen vielmehr sind Stütz und Keck Mitglieder der KPD. und so linientreu, daß st? dem Deutschen Metallarbeiterverbänd nicht Mehr angehören. Wie die ganze„revolutionäre Gewerkschaftsopposition" sich auf Lügen ausbaut, so auch der revolutionäre Reichskongreß und die ihm folgenden Bezirks- oder Landeskongress« der kommunistische« Opposition. „Sie lügen wi? die Teufel und schwindeln aus Prinzip", sagtq Dr. Sigel in solchen Fällen._ Die Schlichtung in der Praxis. Das Ergebnis von 1S2S. Die Ergebnisie des amtlichen Schlichtungsver» fahrens während des Jahres 1 928 sind soeben im Reichs- arbeitsblatt veröffentlicht worden. Die Zahlen sind im graben und ganzen ein Beweis für eine erfolgreiche Tätigkeit der Schilchtungs» behörden. Im Berichtsjahr wurden 8037 amtlich« Schlichtungsverfahren «ingeleitet. Davon konnte ein größerer Teil durch Einigung der Parteien erledigt werden. Mit 7580 Verfahren befaßten sich die Spruchkammern, wobei 4365 Schiedssprüche gefällt wurden. Hiervon wurden 1603 von beiden Parteien a n g e- nommen, 1694 von den Unternehmern, 582 von den Arbeitern und 263 von beiden abgelehnt. Nur in 266 Fällen blieb das Schlichtungsverfahren ohne jeden Erfolg, so daß ein tarifloser Zustand eintrat. Das führte in 14 Fällen zu Arbeitskämpfen und in 5 Fällen zur Stillegung der Betriebe. Nur ii� 3 Fällen wurdq nach Arbeitskämpfen der Schiedsspruch angenommen. Die Gewerkschaften in Holland. Es gibt in Holland freie, kommunistische, konfessionelle, sizndl, kalistische, neutrale und sogenannte unabhängige gewerkschaftliche Or- ganisationen mit insgesamt 561 037 Mitgliedern. Die sreiea Ge- werkschaflen umfaßten am 31. Dezember 1928 220 545 Mitglieder (39,3 Proz. der gesamten Gewerkschaftsbewegung), die alle dem IGB. angeschlossen waren. Die 16 184 Mitglieder(2,9 Proz.) zäh- lenden kommunistischen Gewerkschaften gehörten der Roten Gewerk« schaftsinternationale n i ch t an. Die konfessionelle Bewegung umfaßte 206 998 Mitglieder (36,8 Proz.), wovon 33 345 keiner Gswerkschaftszentrale angeschlossen waren. Die übrigen in zwei Landeszentralen vereinigten 173 6SZ Gewerkschafter waren Mitglieder des Internationalen Bundes der christlichen Gewerkschaften. Der Syndikalistische Gewerkschastsbuud. der der„Internationalen Arbeiterassociation" angefGossen sst. um, faßte 2943 Mitglieder(0,5 Proz). Die zwei neutralen Lanbeszen- tralen zählten insgesamt 28 366 Mitglieder(5 Proz.), wovon 12 61g dem Internationalen Bund neutraler Geweiksthaften angeschlossc« waren. Die übrigen Gewerkschaftsorganisationen, die keiner Richtung zugezählt werden können, umfaßten insgesamt 86 001(15,3 Proz.) der Gewerkschaftsbewegung. �»I für die Zelt vorn 4. bis 6. Februar K I N O-T A F E L PROGRAMM für die Zeit vorn 4. bis a. Februar ©OG Potsdamer Strafe 36 Sfinden der Vlicr mit Emil JanainiU Deiekiiv mu» Liebe mit WUllam Fairbaaks RheimtraJje 14 Freibeuter der Liebe(7 Akte) mit Richard Barthelmc� Erfahrene Frao gesucht(8 Akte) mit Colleen Stoore Odeon, Potsdamer Sir. 75 Frauen am Abgrund(7 Akte) mit Elga Brink, G. viehi König Cowboy(8 Akte) mit Tom Mix Turmstra�e 12 Die Well In Flammen(10 Akte) mit Richard Barlhelmcb Gute« Beiprogramm Alcxanderstr. 39-40 (Passage) Den ganzen Tag geöffnet! Tagebuch einer Verlorenen Der Klub der Junggesellen Abenteuer in 6 Akt. m.R.TaImadge g FrlaUrlchstadt M Die Kamera z. s"f,chuhr Unter den Linden 14 Der geibe Paft mit Anna Sten Da» Volk der schwarzen Zelle Passage-Lichtspiele Unter den Linden 22(Passage) Das große Lichtspielhaus der City Beginn ab 2 Uhr Zentrum 6082 Donanwalxcr mit Harry Liedfke» Peggy Normann. Hermann Picha Ruhiges Heim mit Kftchenbennlzg. mit Fritz Schulz W cidenhof-Lichtsp. An der Weidendammbrücke Frledilchstr. 136 Woch. 12, Sonnt 3 U. Rosen bldhen aal dem Heidegrab Anastasia mit Lee Parry fl Moabit_ ß Artushof-Lichtspiele Film- und Bühnenschan Perleberger Str 29 und Stehdaler Str Die weihe Hölle vom Pi* Palü Beiprogramm bühncnsdiAB Welt-Kino ITfÄ9 Mt-Moabit 99 Man schenkt sich Rosen, wenn man.erllebt ist Die Peitsche des Gesetzes E Chartottewuiirfl � Schlüter-Theater Schlüterstr. 17 W.6.30. 9 Uhr, Stg. 3 Uhr Mutter Krausen» Fahrt ins Glück Mutter Krause: Alexandra SdimldL persönlich anwesend Todesfahrt im Weltrekord Atrium Beba-Palast Kaiserallee, Ecke Berliner Straße Beginn: Täglich 7. 9.15 Uhr Sonnabend und Sonntag: 5, 7, 9.15 Uhr Uraufführung: Wltwenball mit Fritz Kampers Regie: Georg Jacoby W»«hanehera E Alhambra �Mh/� Schöneberg, Hauptstr. 30 Verlängert! Der große Zille-rilm: Mutter Krausens Fahrt ins Qlfick Bühnenschan Titania(uta S�SnLberg) iauptstraße 49 Beginn 6J0, 9 Uhr Die Karlarprlnzessia mit Annr Ondra Die Sfinden einer schönen Fran � Friedenau> Kroncn-Lichtspiclc Rheinstr. 65 Woch. 6-30, 9, Stg. ab S U. Oer schwarze Domino mit Harry Lledlke Die fidele HerrenparUe mit Fritz Kampers ■ Stwallt»■ Titania-Palast Steglitz. Schloßstr. S. Ecke Gutsmuthsstr. Beg.; 630, 9U. Sonntags; 4,6�0, 9 U. Uraufführung; Menschen Im Fcncr mit Harry Piel g_ Südwesten M Film-Palast Kammersäle Teltower Str. I W.6. Sbd.5, Stg. 4 Uhr Donanwalzer mit Harry Liedtke. Hermann Picha Großes Beiprogramm Süden Th. am Moritzplatz Beginn: W ab 5 Uhr. Stg. ab 3.45 Uhi Hochverrat m. G. Maurus, Fröhlich Die ei fla che Witwe m. O. Costcllo Mariendorr T{ Mariendorter Sonnt 3 U. 1 ia- l-I Lichtspiele(ug.-Vorst Chausseestraße 305 W. 7, Stg.«b 5. Der große Zille-Gedenkfilm: Malter Kraasens Fahrt ins Glfidc Der König der WUder Bfihncnschau Filmeck Bee' w' s'30, s' ab 3 u Skalitzcr Straße, am Görlitzer Bahnhof Die neuen Herren Die Freundin des Ministers Bflhnensdiao Luisen-Theater sSinTs'S: Reichenberger Str. 34 BOhnenschan Banknoienfllscher Die Bande der Wölie Stella-Palast Köpenicker Straße 11—14 Beginn wochentags 5, 7.15, 9.15 Sonntags 3, 5.15, 7.15, 9.15 Kasseneröffnung I Stunde vorher Der größte deutsche Tonfilm: Melodie des Herzens mit Dil. Parlo, Willy Frilsch Urania-Theater Fwgl°.nd Wrangelstr. 11, Köpenicker Brücke Woch. 7. 8 und 9 Uhr. Stg. 3. 5,7. 9 Uhr 1 2IS- Recht der Ungeborenen Scharfschfitzenbob Grote VarlelSschan Sternwarte— Treptow S Uhr Dientag: Die Ergebnisse der Mars- forsch ang Mittwoch Ia Sibirien, Vortrag mit Lichtbildern Donnerstag; Die Denan, vom Schwarzwald bis zum Schwarzen Meer Primus-Palast Am Hermannplatz Beginn; Wochentags: 7. 9.15 Uhr Sonntags: 4.45, 7. 915 Uhr Der Erzieher meiner Todsler mi Harry Liedllce u. Dolly Davis fiühnenscfaau Sonntag, 9: Februar, 2 30 Uhr: Viertes Sonderkonzerl, Dafos Bela Kukuk Wochentags 615 U Sonntags ab 4 U. Kottbusser Damm 92 BOhnenschan Alimente mit Vera ScfamUierlöw Der rasende Tenfel mit W. Fairbanks 5' v v 1 c t c t" Wochen ags 5,7.9 U. L-AA-Clbior Sonntags 3, 5. 7, 9 U Kaiser-Friedr.-Str 191 Tonfilm Melodie des Herzens m;t Dlta Parlo, WlUy Frilsch Stern, Hermannstralje 49 Wochent. 5, 7, 9. Sonntags 3, 5, 7, 9 U. Melodie des Herzens mit Dila Parlo, WUly Frilsch Toaung Osten Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Beginn der ersten Vorstellungen: Wochent 6, Sbd. 5.30, Sonnt 3 Uhr Kasseneröffnung V« Stunde vorher Zwei Großfilmn Erpressung mit Anny Ondra Die Rache des Verlassenen Grobe VarietSschaa Colosseum£*gi�Vumhr Schönhauser Allee 123 Tonfilm Tonfilm; Melodie des Herzens mit Dlta Parlo, Willy Frilsch Luna-Filmpalast Gr. Frankfurter Str. 121 Bnlldogg Drummoad Der Erzieher meiner Tochter mit Harry Liedtke Bühacnschau Comcnius-Lichtspicle Memeler Straße 67 Wegen innerem Umbau bleibt das Kino ciaige Tage, geschlossen Concordia-Palast Andreasstraße 64 Tonfilm Beginn Woch. 6, Sbd. 5, Sonnt, ab 3 U Atlantik mit Frilz Kortner Regie: Dnponl W Nnu-tlctif rbern Kosmos-Lichtspiele Lichtenberg, Lückstraße 70 LIebschafien einer Schansplclerin mit Pola Negri Ehe In Not mit EveL Holt Gute Bfihnenschaa FrlecfrichsrclB« Kino Busch Ä Alt-Friednchslelde 3 Uhi Slfirme mit LlUanGlsb, Lars Hanson Konfetti Elysium(fh�p�) Hasselwerderstraße 17 Tonfi m: Dich hab' ich geliebt mit Mady Chrfsilans Tonfilmbeiprogra Merdosten „Elysium" Prenzlauer Allee 56 W.6 15, S. 3.15 U. Erzieher meiner Tochter mit H. Liedtke Die Lady von der Strafe WRiOcnsee Schloßpark FOm- Bühne Ber'ine/ Allee 205—210 Schwarz wa! dm äde! mit Liane Haid Das Recht des Starke» en VarielöKfaan Norden Alhambra Mflllerstraße 136, Ecke Seestraße Rummelplatz der Liebe(Fahrendes Volk) mit Miüon Silla Varietösdian Gala-Lichtbühne Usedomstr. 14 Anf.6,8.30. S.5, 7, 9 U Der Mann, der nicht liebt mit Gustav Dicgl Kehre zorfick, alles vergeben Noack's Lichtspiele Brunnenstraße 16 Wtg. 5 UN Stg. 4 U. Sonntags 2,30 U.: Jugendvorstellung Die Frau ohne Nerven m. E. Richter Uebern Sonntage lieber Schatz mit OL Bow Pharus-Lichtspiele Müllerstraße 142 W. SV« U. Stg. 4 U. Verlängert* Herrin der Liebe mit Greta Garbo Die Kaviarprinzessin mit Anny Ondra Pratcr-Lichtspicl-Palast Kastanienallee 7-8 Wochentags 5,30, Sonntags 4 Uhr Prof. Zille-Oedenkfilm; Mafier Kraam. Fahrt hu Glfick Achtang, Doppeigfinger mit Fnlmadge „Rialto" Film u. Bühne Reinickendorfer Str. 14(am Wedding) Mafier Kränzen» Fahrt ins Glfidc Beiprogramm Bfihnenzchau Skala-Lichtspiele Schönhauset Allee 80 W. 6, Stg. 4 J0 U Oer Prfiaidcn mit Iwan Mozfukin Pal and Palach on Un Raketen- aainlbns „Alhambra" Badstraße 58 Sa fifi»leb waz in Hollywood Da» Recht anf Liebe mit tv. Holl Gute BOhneoschau Baiischmieder- Lichtsp Badstraße lo Groge Bühntnschax Donanwalzer mit Harry Liedtke Die Kaviarprinzetsln mit Anny Ondra Humboldt- Tlieater Badstraße 16 BOhncnzchai Der Fleck auf der Ehr* Etappe 1916 Kristall-Palast Prinzenallee 1—6 Gr. Bfihnmwhaa Der Fleck auf der Ebr* Etappe 1918 Pan ko Palast-Theater Breite Straße 21 a W. 6,30, Sbd. 5�0, Stg». 4 Uhr Die reldute Fron der Well mit Lee Parry Der Fleck auf der Ebr' Tivoli, Pankow Berliner Straße 27 W. 6-50 U., Sbd. 5.30 U-, Stgs. 4 U« Frau im Mond Jugendliche haben Zutritt Film-Palast Blankenburger Straße � W. 6-50. 9 U. Stg 4.30, 6.45. 9 U. Daz Gebelmnlz Im Schlafwagen Abzchlcdzwalzer(Chopins Liebe) � RalnlcKandore-O««> Bürgcrgarten-Lichtsp. Hauptstraße 51 Film- u. Bfthncntcban Sonntag Jugendvorstellung Fran oder Ge lieble mit C Grlffllh Heilige oder Dirne mit Maria Corda xaaai 3 Filmpalast Tegel Bahnhofstr. 2 W.6,8>,. Stg 4V..61A.F*z 3 Uhf Jugendvorstcllung Sonnt. 2 1 Atlantik Der große Tonfilm: Brüx Comp.» Holl. Akkordeon „Kosmos" Filmbühne .-lauputr. 6 W- ab 6 U„ Stgs. ab 4.15 U. Roh ge, Helm n»ll KOchcR- benu. znng__ Da« Mfidel an» der Tanzbar Dfihnenschsn, Union-Theater Hauptstraße 3 Beg. Wtg 6.»»<. y. S g. 2 U- Jugendvorst. Stg. 4Vi. b'Ä, 8» i U. Slfbeckönlgz letzter Sieg mi: Thomson Die»lärkere Macht mit frilz Kortner Hennigsdorf Fi mpalast Stg Be» Ii ner Straße 59 St*.2U Jug.-Voi>t Die Konkurrenz platzt mit H. Liedtke Die Tudcsfahrt Im Wcltrckard