Morgenausgabe Nr. 59 A 30 47.Iahrgavg fMdjtnBld) NW. mmwffl«» MO Ht. im Boraus gotHbin.'Joftbajug 4�2®. «mlchlie�ttch SOPsg-PoflzriMBz». nnh 72®tg. Poslbistellgedüdmn. Luzlando» abonnemeiu&— M. pro Monat. ♦ £« JJonDJrt»*«Olchelm mochanti�» lich zwetmat. Sonnlaz» and Monlag, einmal, die AbendallSgadan für Berlin imd im Handel mir dem Zilet„Der Abend". SQufiriult Beilagen.Bo t und Zeit" und Jtüiderfreunb". gerner .linier Haltung und Willen".»Frauen» fiimme"..Technik"..Blick in die Büchermell" und.Sugend-Vorwärts" Berliner Vottsbiatt Mittwoch 5. Februar 1930 Groß-Äerlin 10 Pf. Auswärts 15 pf. JMf c t n f p a( 1 1 9« NonpareMczrtf» 80 Pfennig. Reklame eile 5.— Reich»- mark.„Kleine Anzeigen� das ettge» druckt, Wort 2ö Pfennig(zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, jedes wettere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstoben Zählen für zwei Worte. Arbeitsmait' Beile 60 Pfennig. Familienanzeigen Fe l« 40 Pfennig. Anzeigenannahme im�aupN gejchäft Lindenstrahe 3. wochentaglich von 8»/, vi» 17 Uhr. Aentvalovsan der Sozialdemokratischen Kartei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 ivernfprecheri Tönbos» 252—207 Telegramm-Adr: Soiiaüemoftat Berlin. Vonvärts-Verlag G. m. b. H. Pdsllitieckkonio: Berlin SiSZL.-» Bznkkonlo: Bank der Ärbeiier. Anaclielltc» und Beamlen. Wallsir 62 Tt B u Titc-Gei. Tevosiicnkalle Lindendr X lKeaktionäre Oberhäuser. Widerstand gegen Gozialgesehe in Frankreich und England. Oberhaus gegen Ltnterhaus. Streitobjekt: Das Arbeilslosengejeh. Loadon. 4. Februar.(Eixenbericht.) Me Anzeichen deuten daraufhin, daß der drohende Der- fassungsstreit zwischen Oberhaus und Unterhau?, der unter Umständen ein« Auflösung des Parlaments und Neu- wähle» nötig gemacht hätte, im gegenwärtigen Augenblick vermieden werden wird. Man ist' sich jedoch bei der Arbeiterpartei klar, daß die Frag« nur aufgeschoben und nicht aufgehoben ist und der Streit bgi einer späteren Gelegenheit wiederum ausbreche» wird. Zlin Dianstag vormittag gab Macdonald in der Fraktion der Arbeiterpartei eine Darstellung der durch den Abänderungsantrag des Oberhauses geschaffenen Lage. Macdonatd betonte, daß drei Wege ostenständen: eine Annahm« des Abändcrungsanlrages des Oberhauses,«in« Aufrachterhatiung des Gesetzentwurfes in seiner ursprünglichen Form und damit praktisch der Verzicht auf dilses Gesetz sowie die Annahm« des Abänderungsvorschlages des Ober- Hauses in einer verärckierren Form. Da die unveränderte Annahme der Dorschläge des Oberhauses«ine Kapitulierung der Regierung bedeutet Hütt«, da» Beharren auf dem ursprünglichen Gesctzcstcxt jedoch zu einer sosort!g«n politischen Krise führen würde, hat die Regierung dep dritten Weg und damit ein Kompromiß gewählt. Dieses jlompromjß siehl im Gegensatz zu dem ursprünglich:« Text de» Entwurfes eine zeitliche Vehanblung der G e l tu n g sd a n e r herArbsitslosenoersicherungs-Bilk vor, fetzt jedoch ajt Steye der.oosn Oberhaus, vorgeschlagenen einsährigen Dauer «jne dreijährige �Gültigkeit, des Gesetze�.. Die' Fraktion' der Ar- betterpärtei'war durch den Dorschlag MacdoNalds in einige Der- lsg«nh«lt versetzt worden, da eine st arte. Minderheit die Neu- wählen im Zeichen des sederzeit populären Kampfes gegen das Oberhaus begrüßt hätte Die Bedenken gegen Neuwahlen erwiesen sich jedoch au» finanziellen und politischen Gründen, insbesondere infolge der in London tagenden Flottenkonfercnz, als ausschlag- gebend: die Fraktion gab daher dem Kompromihvörschlag der Re- gierung ihre Zustimmung. Da das Kompromiß einen Sieg des Oberhauses nach der grnnd- sätzlichen Richtung hm darstellt, auf der anderen Seite dl« Gesetz- Werbung des Entwurfes der Regierung in seiner sachlich unver- änderten Form sichert, wird die drohende Krise in London als überwunden betrachtet. Die weitere parlamentarische Erledigung des Entwurses wird nunmehr aus folgende Weise vor sich gehen: Dl« Regierung hat dem Unterhaus am Dienstag abend den Abänderungsantrag des Oberhauses in seiner veränderten Form zugeleitet, worauf dos Oberhaus über das Geletz in seiner veränderten Fassung zu entscheiden haben wird Das Kompromiß der Regierung wird in konservativen Kreisen als ungenügend be- trachtet, jedoch wird mit seiner Annahm« durch die Lords gerechnet, nachdem die Regierung keinerlei Zweifel darübe: gelasien hat, daß sie chren Dorschlag als die Grenz« ihres Entgegenkommens betrachtet. Tardieus Gchwierigkeiien. Das Sozialgeseh vom Senatsausschvß abgelehnt. Part». 4. Februar.(Eigenbericht.) Außenminister L ri a n d und Kolcmialminister P i ä t r i sind am Dienstagmittag. nach London zurückgekehrt, Minister- Präsident Tavdieu wird am Mittwoch nach London reisen. Dos innenpolitische Intermezzo, das die führenden Mimster des Kabinetts nach Paris geführt hat, um die verfahrene parlamentarische Karr« wieder etwas fkott zu machen, scheint also nach außen hin be- endet zu sein. In Wirklichkeit aber dauert die Krise fort. Wenn auch ihr Ausbruch mit Rücksicht aus die schwebenden inter- nationalen Verhandlungen noch einige Zeit aus sich warten losten wird, so zeigen zwei Vorfälle des Dienstag, in denen die Regierung eine schwere Prestigecinbußc erlitten hat, daß sich die Lage sehr zugespitzt hat. In der Senatskommission für die Behandlung des Sozial- Versicherungsgesetze», dos sich langsam zu einem Prüfstein der Widerstandssälstgkeit der Regierung entwickelt hat, wurde an> Dienstag der von der Regierung vorgeschlagene Gesetzentwurf abgesehnt. Die Kcnnmission beschloß, die Frag« vor das Senats- Plenum zu bringen und von diesem entscheiden zu lassen. , Außerdem kam es am Dienstag zu einem ofsenen Konflikt zwischen Tardieu und der Fraktion der radikalen Linken, die mit ihren 54 Stimmen bisher eine ausschlaggebende Roll« zwischen Majorität und Opposition gespiekt hat. Tardieu hatte für Dienstag nachmittag die Fraktionsoorstände der Majoritätspartrien zu einer Koirjerenz eingeladen. Sämtliche. Parteien der Rechten und des Zentrums sind seiner Einladung gefolgt, nicht aber die radikalen Linken, deren Prä- sident, der Abgeordnete DaniÄou, einen Brief an Tardieu richtete, in dem er die Einladung mit der Begründung ablehnte, daß die radikale Linke als jolihe den Majoritätsparteien nicht angehöre lrrtb es ihren Mitgliedern wie bisher weiterhin freistelle, von Fall zu Fall für oder gegen die Regierung zu stimmen. Später kam es in den Wandelgängen der Kammer zu einer erregten Aus- einandersetzung zwischen Tardieu und Doniölou, in welcher der letztere aus seinem Standpunkt beharrte und der Konferenz tatsächlich fernbtieb. Der negativen Haltung der radikalen Linken wird in parlamentarischen Kreisen um so größere Bedeutung beigemessen, als die Gruppe durch nicht weniger als drei Minister, darunter Arbeitsminister Loucheur, und drei Unterstaatssekretäre im Kabinett vertreten ist. Diskontermäßigung. Das Reich erhält größeren Anteil an den Bankgewinaen Die Reichsbaak hak Ihren Diskontsah für Handelswechsel von e'A auf 6 Prozent ermäßigt. Der Zinsfuß für Lombarddarlrhen wurde von 7>» aus 7 Prozent herabgesetzt. Da» Pankgrseh erfährt nach den Vorschlägen der Regierung, wie Reichsbankpräsidcnt Dr. Schacht gestern der Presse mitteilte. eine Aeodcrung. die den Anteil de» Reiches an den Gewinnen der Retchsbauk bedeutend erhöht. Die Anteilseigner der Rcichsbank erhallen eine Hohr Sapllalabfindung für die Ablösung ihrer sor- melleu Gewinnonsprüche. Berglrich« darüber im einzelnen die Ausführungen im Wirt» schaststeil dieses Blattes.__ Das Republikfchlchgefeh. AllSschußberatung schreitet vorwärts. Der Strafrcchteausschuß des Reichstags hat' gestern die zweit« Lesung des R c p u b l i k! chu tz ge je tz e s bis zum 8 N durchgeführt. Die Paragraphen 1 bis S wurden unverändert angenommen.§ 6 in folgender Fassung: „Mtt Gefängnis nicht unter drei Monaten, neben Aem auf Geldstrafe erkannt werden kann, wird bestrast, wer öffcut- l'ch oder in einer Dersalumlung l. die verfassungsmäßig sestgestcllte republikanisch« Stoatsfonn des Reiches oder eines Landes beschimpft oder böswillig und mit Ueberlegung verächtlich macht oder dadurch herabwürdigt, daß er den Reichspräsidenten oder ein Mitglied der Reichs- oder einer Landesregierung bcschimpst oder verleumdet; ? die Reichs- oder Landesfarben beschimpft oder böswillig und rott Ueberlegung herabzusetzen sucht; 3. einen verstorbenen Rcichsprösideitten oder ein verstorbencs Mitglied der Reichsregierung oder einer Landesregierung in Be- ziehung auf ihr Amt beschimpft oder verleumdet: 4. zu Gewalttätigkeiten gegen andere wegen ihrer politischen Betätigung oder zu Gcwalttätigkei'ien der im§ 4 Abs. l bezeichneten Art aussordert, oder eine solche Geoxilttäiigkeit, iwchdem sie begangen worden ist, oder«inen hochumot(§§ Sl bis 86 des Strafgesetzbuches), der gegen die verfassungsmäßig sestgcstellte republikanische Staatssorm des Reiches oder eines Landes begangen worden ist, verherrlicht oder ausdrücklich bewilligt." Der zweite Absatz des§ 6 wurde unverändert angenommen. Ebenso wurden die KZ 7 bis 11 unverändert angenommen. Zu den§§ 9 bis 11 erklärten die Abgg. hanemann(Dnat.) und Dr. Everltng(Dnat.). daß diese Paragraphen vcrsassungs- ändernd seien. DU Anahm« der betreffenden Paragraphen geschah übrigens mtt«mem Stimmciwerhältnis von 16: 6.— Weiterberatung Mittwoch. Gttllsiand der Saarverhandlungen? Die'Franzosen wollen nicht aktiv werden. Paris, 4. Februar.(Elgenbcrichl.) Der Führer der französischen Delegation bei den deutsch- französischen Saarverhandlnngen, der Altnisler der ässenl- lichen Arbeiten, P e r n o I, erklärte am Dienelag Vertretern d-r französtschen Presse, daß oorläullg keine gemeinsame Kommisiions- sitzung der Unterhändler stallsiudeu würde. Die französisch« Delc- gation sei noch mtt der Prüfung des deutschen Memorandum» beschästigl. da» die französischen Ansprüche durchaus nicht befriedige. Frankreich gedenke vor der Hand keine neue Znltialive zu ergreifen, da es den Denlschen. von denen die Anregung zu den Verhandlungen ausging, obliege, Vorschläge zu machen. Fall» keine Einigung zu erzielen wäre, so könne die vcr- ontworinng nur die deutsche Delegation lresseu. Oer Vertrag mit Polen. Oer erste Schritt zur deutsch-poinischen Verfländieuag. Die Verhandlungen zwischen dem Deutschen Reich und Polen über das deustch-polnifche Liquidationsabkommen sind jetzt abgeschlossen. Der Vertrag ist bereits dem Reichsrat zu- eleltct worden, der noch heute in einer Vollsitzung über den oung-Plan wie auch über das damit eng verbundene Polen- abkommen Beschluß fassen wird. Das deutjch-polnische Liquidationsabkommen geht auf die seit mehr als drei Jahren geführten Verhandlungen zwischen den beiden Staaten zurück. Sein Abschluß wurde im Rahmen der gesamten Reparationspolitik notwendig. Der Sachverständigenplan beruht auf dem Gedanken, daß ein Sch l u ß st r i chäHrigen Jugendlichen. Der sozialdemokratische Antrag, die Fürsorgeerziehung den Jugendämtern zu übertragen, wurde von allen bürgerlichen Parteien abgelehnt. Ein weiterer sozialdemokratischer Antrag, die Witwen- und Waisenrenten der Invalidenversicherung auch dann auszuzahlen, wenn der Versicherte vor 1912 gestorben ist, wurde an den Aus- schuß zurückverwiesen. In der fortgeführten Debatte zun, Etat des Finanzministeriums erklärte Abg. Kasper(Komm.), die Kürzung der Beamtengehälter stünde trotz aller Dementis bevor. Finanzm'nister Dr. Höpker-Aschoff wendet sich gegen einen Antrag der Bauernpartei, den Leiter des Finanzamts in Coesfeld zu maßregeln. Die Darstellung seines Vor- gehens im Autrag der Bauernpartei fei durchaus falsch. Aber es sei überhaupt sinnlos, derartige Antröge im Preußischen Landtag einzubringen, statt sich an das Reicbsfinanzministerium oder den Reichstag zu wenden. Der Finanzminister bittet, von der Einsetzung eines Untersuchungsausschusses über den Zusammenbruch der Beamtcnbankcn abzusehen. Maii könne über dies« privaten Gründungen sehr verschiedener Meinung sein; die Staatsregicrüng habe � jedenfalls ihre Geschäftsführung nicht zu verantworten. Der Anschluß aller Leamtenbanken an die Preußenlasse sichere in Zu- kunst eine genügende Kontroll«. Der vom Abg. Simon(Soz.) ge- forderte allgemeine Härteparagraph im Besoldungs- gesetz sei wegen der Finanznot nicht durchführbar. An einen Abbau der Beamkengehäller denke das Finanz- Ministerium weder im Reich, noch in Preußen. Die Vermehrung der Zahl der Angestellten sei nur scheinbar; es handle sich um die Etattsierung von Angestellten, die z. L. bei den Landräten schon immer vorhanden gewesen seien. Auf dem Bodcn des Berussbeamtentums stünden alle Parteien und vor allem die Regierung. Abg. Ley(Nat.-Soz.): Der Abbau der Beamte ngehäller wird mtter dem Poung-Plan doch kommen. Ein Schlußantrag wird angenommen. Nächste Sitzung Mitt- woch vormittag 10 Uhr: Erste Lesung des Landwirtfchaftskannner- gesetzes, hamburgisch-preußische Polizeigemeinschaft. Amnestie in Spanien. Unamvno befreit London. 4. Februar.(Eigenbericht.) wie aus Madrid gemeldet wird, hat der neue spanische Mi- nisterprästdcnl verenguer den bekannten republikanischen Schrift. sleller U n a m u n o, der unter Primo de Rioera Verfolgungen aus- geseht war und ins Ausland slüchlcte, amnestiert. Der Mannheimer Oberbürgermeister Dr. Heimerich, der in letzter Zeit viel im Zusammenhang mit dem Berliner Oberbürgermeister« Posten genannt wyrde, erklärt in einer Zuschrift an die„neue Ba- dijche Londeszeitung", er beabsichtige keinesfalls eine etwa in Fragf kommende Kandidatur für die Berliner Oberbürgermeisterstclle an- zunehmen. Das tschechoslowakische Abgeordnetenhaus hat den Bericht des Außenministers Dr. Benesch über die Haager Konferenz mit den Stimmen der Mehrheitsparteien zur Kenntnis genommen. Der lettische Aüß-nminlster �rückgetrefen. Infolge der Um- bilduna der Regierungskoolition ,n Lettland ist Außenminist-r Bolodis zurückgetreten. Ministerpräsident Celmin hat das Ministerium des Aeußeren übernommen. ................ ♦ v v'»• �.wV».V,T••.vv. EISSE fOCHEN if bringen in diesen rochen Bisse aren aller Art welche 2 J.e'gens jl>>: ■mz. zu enorm billigen Preisen zum Verkauf! Verkauf soweit Vorret!— Menoenaboabe vorbchaltanl— Verkauf nicht an WlaitarwarkHufan1 LEINENWAREN KOchenhandfücher jro f Hemdenfuch no yfc cc gria-weis» gcrtrellt, es. 46/100 an, Btüci«JOP1 c*. 80 cm breit........ Meter �Oj�rO, OOPt Verkauf soweit Vorratl— Mengenabgabe vorbshaltenl— Verkauf nicht an WlederverkSufer' WÄSCHESTOFFE° BETTWÄSCHE m Küchenhand:ücherw„raDren. � o gewebe, mit roter Kante, ca. 46/100 cm, Stck. TtOPt Jacquard-Handtücher Ä, 70 httbecbeElamenmaeter, ce. 60/100 cm, Btek./ OPl Stubenhandtücher eo tit, geslnmt und gebindert....... Stück OOpf. 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Si? alle sind wegen Vrandstifinng angeklagt. Es handelt sich um ein Land- wirtsehepnar. einen Schloff er. ein? Jabrikarbeiterin und einen Bauunternehmer, der wegen Anstiftung belangt wird. Im uergangencn Spätsommer folgte im märkischen Dorfe Sielow ein Brand dem anderen. Die Bersicherungsgesell» s ch a s t e n gerieten in Aufregung und riefen schließlich den Schutz des Staates herbei. In Sielow wunde ein Kommando der prcußi- fchen Schutzpolizei stationiert, das so lange in dem Orte vcr. blieb, bis die meisten Versicherungsverträg« abgelaufen waren. Kaum hotte die Polizei das Dorf verlassen, als wiederum Gehöft nach Ge� Höft in Brand stand. Bei dem Prozeß, der am Dienstag begann, handelt es sich erst um einen Anfang. Weitere Verhandlungen werden folgen. Der .. Februar, abends 7% Uhr, im Gesongssoal der Saphienschul«, Weinmeifterstr. 16/17. Bestimmtes und pünktliches Erscheinen wird erwartet. Text„Erlösung" mitbringen. Aiuvu* —Ii---_ A- ffllarcianna zitterte vor Wut, schloß das Fenster, riegelte die Tür zu und steckte den Schlüssel in ihr Kleid. Dann siel sie über ihre Tochter her und schlug sie erbarmungslos. Ohne .Hoffnung auf Flucht, schrie Florinda so laut sie konnte und rief um Hilfe. Die Waschfrauen ließen ihre Wannen stehen und ihre Eisen abkühlen, und die Nachbarn versammelten sich vor Nummer zwölf, hämmerten auf die Tür und drohten. das Fenster einzuschlagen. Drinnen mißhandelte die Mulattin noch immer das am Boden liegende Mädchen und�hielt nur inne, um zu fragen:„Wer war es? Wer war es?" Worauf die Schlägerei von vorn anfing, bis die Frage wiederkam: „Wer war es, sag' mir, wer es war!" Ihre Tochter heulte, antwortete aber nicht. „So, du willst es also nicht sagen? Na wart' nur, wir werden schon sehen." Und sie lief in die Küche und halte den Bisen. Aber.so kurz die Aeit auch war, sie genügte Florinda, nm das Fenster zu öffnen und buchstäblich mitten unter die erregten Nachbarn herauszufallen. Die Waschfrauen waren entschlossen, sie vor ferneren Schlägen zu schützen, denn die wütende Mutter hatte die Tür aufgerissen und bedrohte sie olle mit ihrem Besen Eine Anzahl von Weibern oersuchte sie zu beruhigen.„Was ist denn nur los. Tante Marcianna, was hat denn das arme Kind getan?" „Ins Unglück ist das Frauenzimmer gekommen", kreischte die alte Mulattin,„weiter. ist nichts los." „Wer schlag doch das arme Kind jetzt nicht", sagte -Augusta,„du reißt ihr ja die Haut vom Leibe." „Dann soll sie mir antworten", raste die Alle,„ich will wissen, wer der Hund aewesen ist. und sie soll es sagen, sonst zerbrech' ich ihr alle Knochen im Lelbe." „Los, Florinda. sag' doch, wer es war", riet Das Dares. „Es ist doch besser, du sagst es deiner Mutter jetzt, dann ist olles vorüber." DerKrei» wartete in ungewohntem Schweigen und platzte vor Neugierde.„Da habt ihr's", rief die Mutter ons.„Sie antwortet' nicht, das unverschämte Weibsbild. Aber ich werd's schon aus ihr'rausbekommen." Die Waschfrauen mußten die wütende Alte an den Armen packen und ihr den Besen aus der Hand reißen, sonst hätte sie sich wieder aus das unglückliche Mädchen gestürzt. Die Neugierde hatte jetzt den Siedepunkt erreicht. Von allen Seiten kamen Fragen und Aufsorderungen, sie solle doch sprechen und den Fall klären, und das immer dringendere: „Wer war es, wer war es denn?" brach schließlich des Mäd- chens hartnäckigen Widerstand, bis sie ansing, in ihren zer- rissenen Rock, den sie sich vor die Augen hielt, zu weinen, und stammelte:„Domingos war's/' „Domingos?" „Der junge Mann in der Taverna?" „Aha, der Fuchskopf", schrie die alte Marcianna.„Komm jetzt mal mit", und sie packte Florinda am Arm und schleppte sie, von der ganzen plappernden Schar begleitet, zum Laden. Sowohl die„Taverna" als auch das Restaurant waren mit Kunden angefüllt. Hinter dem Ladentisch sprangen Manoel und Domingos hin und her. Es waren viele Reger da, und der Lärm war ohrenbetäubend. Auch Leonor war zu sehen, scharwenzelte herum, liebäugelte mir dem oder jenem, wobei sie beide Rechen ihrer großen, weißen Zähne zeigte und quietschte, wenn die Männer sie neckten. Zwei englische Matrosen tranken eine sonderbar« Mischung aus Ginger-ale und Whisky, tauten Tabak und sangen in ihrer fremden rauhen Sprache betrunkene Lieder. Marctanna erzwang sich den Weg durch die Kunden- menge und hielt ihre unselige Tochter nach wie vor fest am Arm. Dann rief sie: Jöalla, Sie, Ioao Romaol" „Was ist denn da draußen los?" rief die Stimme des Wirts, der im Nebenzimmer war und alle Hände voll zu tun hatte. Bertoleza. die einen Eßlöffel mit Jett in der Hand hielt, erschien, schmutzig von Schweiß und Ruß. in der Tür. und als sie sah, daß eine Menge Leute aus dem Haus das Lokal mit Beschlag belegten, rief sie ihrem Mann zu:.„Kommen Sie lieber rasch. Herr Ioao: ich Pzeiß nicht, was passiert ist." Endlich erschien er und fragte ungeduldig:„Was zum Teufel ist denn los?" „Ich bin gekommen, um Ihnen dies Mädchen zu bringen; Ihr junger Mann soll nun für sie sorgen." Ioao Romoo blickte verständnislos von der schluchzenden Florinda zu der rasenden Marcianna. „Was sagen Sie?— Was soll denn das alles heißen?" „Es war Domingos!" erwiderten viele Stimmen. Jetzt ging ihm ein Licht auf, und der Ehcf rief gebieterisch:..Domingos!" „Jawohl, Herr", erwiderte der junge Mann schuldbewußt. „Komm hierher." Der Schuldige schlich sich totenbleich näher. „Was hast du diesem Mädchen hier getan?" „Nichts— nein, Herr; ich Hab' ihr nichts getan." „O doch hat er", jammerte Florinda und fügte Einzel- Helten hinzu. Diese Mitteilungen riefen allgemeines Gekicher hervor. „Also läuft einer meiner Angestellten herum und ver- führt die Mädchen aus der Nachbarschaft", sagte der Budiker und schüttelte streng den Kopf.„Du hast A gesagt, also mußt du auch D sagen: und da ich Angestellte, die eine Familie auf dem Buckel haben, nicht brauchen kann, sieh dich lieber nach einer anderen Stelle um." Domingos'war viel zu zerschmettert, um zu antworten. Er machte sich schweigend aus dem Staube.. Daraufhin versammelten sich die Waschfrauen und die Ladentundcn zu zweien und dreien draußen vor der Tüs, aus dem Hof und vor der Straße, um über die Sache zu sprechen: Domingos hatte natürlich Feinde, aber auch ein paar Der- teidiger, und allerhand Prophezeiungen über den mutmaß- lichen Ausgang der Geschichte wurden laut. Inzwischen ging Marcianna, ohne ihren Griff um Florin- das Arm zu iockern, nach dem hinteren TeU des Gebäudes, um Domingo zu suchen, der seinerseits angefangen hatte, seine paar Sachen zu packen. „Na", fragte sie,„was wirst du tun?" Darauf erwiderte er nichts. „Wirst du wohl sprechen, du Hundsfott!" „Ach, halt den Mund", murmelte der junge Mann, noch immer rot vor Scham und Aerger. „Hier gibt's kein„Hall den Mund!"' rief die alte Waschfrau wütend.„Wart' nur ein bißchen mit deiner Packerei, du wirst sie heiraten, sie ist minderjährig." „'n Dreck werde ich sie heiraten!" „Du willst nicht? Na, wir werden ja sehen." Und die empörte Mutter stürzt« zum Laden zurück. „Der Fuchskopf sagt, er heiratet sie nicht." Diese Nachricht wirkte auf die Waschfrauen wie ein Kriegsruf: sie drängten sich olle zur Tür und flammten vor Empörung. _(Fortsetzung folgt.) Kommunistische Stufrache. Die Mordtat vom-14. Lanuar aufgeklärt.— Oer Tater geständig. Die Vernehmung des am Z. Februar lgZ0 festgenommenen arbeitslosen Tischlers Zllbert höhler, der bekanntlich am 14. Januar 1930, abends gegen 22 Uhr. den nationalsozialistischen Studenten Horst Wessel in seiner Wohnung,(Breche Frankfurter Str. 62. bei Salm, nieder- schoh, ist, wie der Polizeipräsident mitteilt, zu einem vor- läusigen Abschluß gekommen. Höhler, der nach seinen eigenen Bekundungen seit etwa fünf Iahren der KPD. angehört und stellvertretender Bereitschaftsführer der Dritten Bereitfchaft der Sturmabteilung Mitte der KPD. ist, hat zugegebe n, den Anschlag aus Wessel Mit zwei Komplicen„E r w i n" und„P i p e l" b e- gangen zu haben. Den unmittelbaren Anlaß dazu habe jene am 11. Januar 1930 in der Linienstraße stattgefundene Schießerei ge- geben, bei welcher der ebenfalls der KPD. angehörende Kamills Roß von Nationalsozialisten durch. einen Schuß in den Rücken schwer verletzt worden war. Damals glaubten ver- .schiede>re Parteigenossen des Höhler, den bei den Kommunisten all- gemein verhaßten Wessel unter den Angreifern des Roß erkannt zu haben. Höhler will nun von seinem Bereitschaftsführer„Erwin"' den Befehl erhallen haben, mit ihm und dem Parteigenosten„Piper alsball» dem Große Frankfurter Straße 62 bei Salm wohnhaften Westel eine„proletarischeAbreibungzu verabfolgen". Da bekannt war. daß Wessel Waffen bei sich führte, hätten Höhler und seine Komplicen ihre Pistolen mitgenommen. Beim Oefsnen der Tür zu Wessels Wohnung will Höhler aus einer Bewegung des Wessel auf den Ruf„Hände hoch" geschlossen haben, daß Westel aus der Gesäßtasche eine Waffe ziehen wollte. Höhler schoß darauf, durchsuchte mit seinen Komplicen das Zimmer nach Waffen und«nt- fernte sich eiligst, nachdem er der gleichfalls im Zimmer anwesenden Braut des Wessel den Rat gegeben halte, für einen Arzt zu sorgen. Das rasende Auio. VI« Lahre Gefängnis für einen Chauffeur. ' Das Geheimnis der blauen Limoustne, die am 9. November vorigen Jahres gegen 8� Uhr abends in schneller Fahrt und ohne zu hupen durch die Straße am Treptower Park in der Richtung nach Berlin fuhr und die an der Kreuzung der Elsenstraße einen Mann totfuhr und an der nächsten Straßenecke beim Ucber- holen einen Radfahrer zu Boden. schleuderte und schwer v e rl e tz te, beschäftige in zwei Verhandlungstagen am Sonnabend und auch am Dienstag bis in die späten Abendstunden da» Verkehrsgericht beim Schöffengericht Berlin- Mitte. Die Anklage richtete sich gegen den 21jährigen Kraftwagenführer Hans Pohl. Dieser hatte an dem Tage in einem blauen Buick- wagen, der seinem Vater gehört«, Hochzeitsgäste gefahren, dann sich in einem Eafä in Treptow aufgehallen und war um dieselbe Zeit die Straße am Treptower Part ziemlich schnell nach Berlin ge- fahren. Nach den Zeugenaussagen hate das Unfallauto, das eben- falls ein eleganter dunkelblauer Wagen war, und zwar nach der Gangart von amerikanischem Typ, nach beiden Unfällen sich um die Opfer nicht gekümmert, sondern war mit u n v e r- minderter Schnelligkeit weitergefahren. An einer Ecke wurde der Wagen durch einen Straßenbahnwagen aufgehalten und durch Polizeibeamte konnte der Chauffeur Hans Pohl und«in Mitfahrer namens Stellmacher festgestellt werden. Beide waren stark angetrunken. Trotzdem bestritt der Angeklagt», auf seiner Fahrt irgendeinen Unfall gehabt zu haben. Auch der Zeuge Stellmacher bestrill, etwas von einem Unfall gemerkt zu haben, und cr leistete den Eid. Der Staatsanwall hiell die Schuld des Angeklagten für erwiesen und beantragte eine Gesamtstrafe von 3 Iahren 6 Monaten Gefängnis unter Anrechnung der Untersuchungshaft. Das Schöffengericht verurteilte den Angeklagten Hans Pohl wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung zu IVa Jahren Gefängnis. Der Haftbefehl wurden aufgehoben. Tragödie des Aliernden. Oer Tod des Archiiette« Skrodzki. In feiner Wohnung im vierken Stock de, Garlenhauses in der Wilhelmsaue 136, dicht an der Kaiserallee, wurde am Dienstag mittag gegen 12 Uhr der 57 Jahr« alte Architekt Fritz S k r o d z t i erschossen aufgefunden. Der Archllelt bewohnte mll seiner Frau und den beiden Sttef- lindern die aus 2 Zimmern und Küche bestehende Wohnung in der ruhigen Straße seitlüIahren. Er war früher 11 Jahr« beim Magistrat angestellt, mochte sich dann selbständig, doch nicht mit dem Erfolge, den er davon erhofft hatte. Im September vergangenen Jahres wurde er erneut beim Magistrat eingestellt und erwartete, daß dieser Posten nun von Dauer fein sollte. Seine Hoffnung wurde enttäuscht, zum 1. Februar war er wiederum ob- gebaut worden. Es war Skrodzki zwar gelungen, einen Auftrag, der etwa 8 Wochen in Ansrpuch genommen hätte, von der Post- Verwaltung zu bekommen, doch bedrückte ihn sichtlich die Sorge linr die unsichere Zukunft, für die er bei seinen vorgerückten Jahren das Schlimmste befürchten mußte. Als der Sohn gegen 12 Uhr heimkehrte, fand er den Vater auf seinem Bell erschossen daliegen. In größter Aufregung eilte der junge Mann nach dem 153. Revier und erstattete Anzeige. Der Befund erschien zuerst etwas ver- dächtig. denn in seiner Bestürzung hatte der Sohn die Lag« der Leiche oerändert und auch zwei Waffen beiseite gelegt. Die Nachforschungen ergaben aber, daß aller Wahrscheinlichkeit noch ein Selbstmord wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten vorliegt. Die Uhr und die Geldtasche des Architekten lagen geordnet auf dem Nachttisch. Auf seinem Schreibtisch lagen noch die unvollendeten Arbellen, die er für die Postverwaltung auszuführen hatte. Für ein Verbrechen haben sich keinerlei Anhallspunkt« ergeben. Wer zahlt bei diesem Krämerbankroit? Eine Stadt blecht für unfähige Kleinhändler. Unter de? obigen Ueberschrift finden wir in der neuesten Rummer der o n s u m- G e n o s s e n s ch a s t", des Organs der Konsumgenossenschaft Berlin und Umgegend, folgende sehr beachtens- werte Ausführung:„In Opladen, einer Stadt im Kreis So- lingen, Halle die Edeka Einkaufsgenossenschaft 1921 «inen Wechsel über 266 WXZ Mark ausgestellt, der die rechtsverbindliche Unterschrift der Stadt Opladen trug. Die Krämergenossenschaft ging pleite, die Stadt wurde von der Reichsbank in Anspruch genommen, weigerte sich, wurde aber dieser Tage vom Reichsgericht endgüllig zur Zahlung ver- urteilt. Mit Prozeßkoften, Zinsen usw. wird die Stadt rund eine halbe Million Mark zu zahlen haben, d. h. die Steuerzahler, auch jedes in Opladen wohnende Mllglied der Konsum- genossenschaft Barmen. Für den Konsumverein, so bemerkt die Zellschrift, würde die Stadt schwerlich Wechsel unterschrieben haben: er beansprucht es ouch nicht, da seine Mitglieder selber für die er- forderlichen Betviebsmittel sorgen. Diese sollten aber Protest gegen die Vergeudung ihrer Gelder im Interesse unfähiger Händler er- heben. Wie kommen sie dazu, die Schulden von Leuten' zu bezahlen, die ihren Konsumverein, erfolglos freilich, bekämpfen?" Di« bürgerliche Presse schreit gerade in Berlin Zeter und Mordio über die angebTche Lerschwendungssucht der Städte. Was sagt sie zu diesem skandalösen Fall einer unerhörten Belastung des Stadt- Haushaltes und des Einzelhaushalles durch die offenkundige Miß- Wirtschaft einer jener privatwirtfchaftlichen Edeka-Genossenfchaften, die sich in der Bekämpfung der Konsumgenossenschaften nicht genug tun können? Zuchihous für ein Eisenbahnatteniai. Oer Anschlag auf den V-Zug Verlin-Köln. Bor dem Schöffengericht In Burg bei Magdeburg hatte sich i der Arbeiter Willi H ä s e l e r wegen einer Transportgefährdung zu verantworten. Häseler hatte in der Nacht zum 9. Oktober 1929 einen Hemmschuh auf die Gleise der Eisenbahnstrecke Berlin— Magdeburg dicht bei Burg gelegt, um den D-Zug Berlin— Köln zum Entgleisen zu bringen. Glücklicherweise hatte der D-Zug das Hindernis ohne Schaden zu nehisien beiseite g e- schoben. Häseler gab an. daß er einmal ein Eisenbahnunglück in Wirllichkell erleben wollt«. Das Gericht erkannt« allf eine Zucht- hausstrafe von 3 Jahren. Häseler war kürzlich ins Brounfchweiger Untersuchungsgefängnis übergeführt worden, da er im Verdacht steht, auch an den An- schlügen auf den Bah»verkehr im Braun- schweizer Bezirk beteiligt zu sein. Die Untersuchung darüber schwebt noch._ Dunkle Wechselgeschäste. Die„faulen" holländischen Akzepte. vor dem Großen Schöffengericht Verlin-witi« hakte sich kürzlich der frühere Assessor bei der Staalsanwaltschast II. Dr. Waller Schöll, von neuem zu verankworken. Dr. Scholl ist bereits in eine Reihe von Strafprozessen verwickelt gewesen und auch mehrfach verurteilt worden. Gegenwärtig verbüßt er eine Gefängnis st rase und wurde gestern dem Gericht aus dem Gefängnis vorgeführt. Er ist gemein- fam mit dem Berficherungsagenten Kurt Müller wegen Untreue angeklagt. Der Bantdirettor Dietrichs hatte von einer holländischen Diskontierungsbank fünf Wechsel im Gesamtbetrag« von 56 666 M. erhallen, die er verlausen wollte. Durch Vermittlung von Müller beauftragte er Dr. Schott mit dieser Aufgab«. Schott erklärte, daß er imstande sei, die Wechsel für 15 666 M. unterzubringen. Es wurde auch von Schott bereits det Zahlungsmodus angegeben. Gegen Quittung erhielt Dr. Schott die Wechsel ausgehändigt. Dr. Schott hat die Wechsel aber lveit unter dem Preise für 26 666 M. verkauft und dem Zeugen nur 15 666 M. abgeliefert. Er besttllt, seine Treu- händerpflichten verletzt zu haben, denn es sei nachher zwischen Dietrichs und Müller eine mündliche Vereinbarung getroffen worden, und deshalb habe auch Müller die Quittung zurückerhalten. Der Zeuge jedoch bestritt das und behauptete, daß die Quittung nur aus Versehen mit den Wechseln mitgegeben worden sei. Dr. Schott gab für die Einbehaltung der restlichen 11666 M. an, daß er hinterher erfahren habe, daß die Holländischen„faul" seien, deshalb habe er als Sicherungsmaßnahme für fein Giro den Betrag zurückbehalten. Der Staatsanwalt war der Meinung, daß gegen Dr. Schott wegen seiner mehrfachen Vorstrafen ein empfindliches Siraf- maß beantragt werden müsse, und zwar wegen Untreue zwei Jahre Gefängnis und drei Jahre Ehrverlust, dagegen beantragte er gegen Müller nur sechs Monate Gefängnis. Die Rechtsanwälte beantragten Freisprechung beider Angeklagten. Das Schöffengericht verurteilte den Angeklagten Schott wegen Unireue zu sechs Monaten G c- f ä n g n i s. Der Angeklagte Müller wurde freigesprochen. Modernisierung der Ausfallstraße«. Gute Jortschritte im ver gangeaea Lahr /WaSkommt�SZv? Die Zunahme der Siedlungen an der Peripherie Berlins, das Wiedererwachen der Landstraße durch den stärker gewordenen Auto- ausflugsverkehr hat auf den Berliner Hauptstraßen, die als Ausfall- straßen dienen, in den letzten Jahren zu einer wesentlichen Belebung des Verkehrs geführt. Nach einem bereits vor längerer Zeit aus- gestellten Programm ist daher mit dem planmäßigenAusbau. dieserStraßen begonnen worden. Meist wurden diese Arbeilen vorgenommen, wenn die Verstärkung der Straßendecke ein« will- kommen« Gelegenheit hierfür bot. lieherall dort, wo es ging, sind, meist durch Wegnahme der Vorgärten di« Dämm« wesentlich verbreitert, und die Straßenbah»schienen auf besonder« Bahn- körper gelegt worden, so daß zu beiden Seiten sogenannt« Einbahn- dämme«ine bessere Derkehrsohwicklung ermöglichen. Im vergangenen Jahre find einig« besonders wichttge Verkehrsstraßen zum größten Teil fertiggestellt worden, so im Osten die Landsberger Allee bis Friedrichshoin, die Kniprodestraße, die Ber- liner Allee in Weißens««, im Südosten die wichtigen Berkehrsstraßen Urbanstraße und Hasenheide, im Westen die Entlastungsstraße für den Kurfürstendamm, die Kantstraße, und vor allen Dingen die Potsdamer Straß« in ihrer Derlängerung als Hauptstraß« in Schäneberg. als Rheinstraße in Friedenau und als Schloßstraße in Steglitz: ferner in Pankow die Ver- bindungsstraße nach Buchholz, in Reinickendorf die Residenz st raße und im weiteren Dorortsgebiet die Straße an der Wuhkheid«. Auch für das Jahr 1936 war neben der Fertigstellung einzelner Teil« dieser Verkehrsweg« noch ein« größer« Anzahl anderer Ausfall- straßen. die bisher noch nicht angefangen werden konnten, vorgesehen. Das Sparprogramm der Stadt Berlin läßt bisher noch keinen Heber- blick zu. was von diesen Prosekten wirtlich durchgeführt werden kann. Im Interesse des Berkehrs ist zu hossen, daß ein wesentlicher Teil berücksichtigt wird. �Verboten" ist„nicht gestattet". Höflicher Text für Anschläge bei der Reichsbahn. Sett einiger Zeit ist die Reichsbahn bemüht, die Beziehungen zwischen der Reichsbahn und den Reisenden, den sogenannten „Dienst am Kunden" zu pflegen. Die Angestellten sind wiederhott angewiesen worden, beim persönlichen Umgang mit den Reisenden Höflichkeit zu beobachten. Nun hat die Hauptverwaltung der Deutschm Reichsbahngesellschaft letzthin die Reicks bahnstellen aufgefordert, daran mitzuarbeiten, daß auch aus allen Anschlägen und Bekanntmachungen, mtt denen sich di« Reichsbahn an ihre Kundschaft wendet, soweit wie irgend möglich eingewinnen- der und damit für die Reichsbahn werbender Ton klingen soll. Daher sollen die in den Zügen, auf den Bahnhöfen und an sonstigen Stellen angebrachten Anschläge. Anweisungen und Ber- botstafeln einer Nachprüfung in dieser Hinsicht unterzogen werden. Man strebt an. den Ausdruck„Berboten", der im Geschäfts- verkehr unfreundlich klingt, nach Möglichkett zu oermeiden. Freilich wird dies nicht leicht fein, da aus rechtlichen Gründen oft ein be- stimmtes Berbot nötig ist. Doch wird auch in solchen Fällen persucht! werden, das„verboten" durch di« meist weniger schroffe Wendung „n l ch t g e st a t t e t' zu ersetzen. Auch wird im Einzelfalle nachge- prüft, ob hierbei ein fachlich knapper Ton oder eine länger«. Höf- kichere.Wendung in den einzelnen Fällen vorzuziehen ist, wobei Ausdrücke wie.Kein Zutritt" oder„Es wird höflichst gebeten, rechts an die Schaller heranzutreten" benutzt werden sollen. Auch soll durch den Zusatz des Wortes„Bitte" z. B.„Bitte rechts gehen" die erwünschte Berbmdttchkett der Anschrift hergestellt werden. Ferner wird versucht werden, viele der bisher üblichen Anschläge künftig 1 ganz fortfallen zu lassen, namentlich wenn sie Selbstverständlichkellen enthatten, d-e vielleicht aus älterer Zeit übernommen worden sind. Anschläge überhaupt zu vermeiden, wird als die idealste Lösung bezeichnet. Geprüft soll auch werden, ob m dem Lestteben fortgefahren werden kann, gewisse Anschläge 1 nur in bestimmten Arten von Wagen oder Warteräumen anzubri»-; gen, wie z. B. den Hinweis aus das Nichtausspucken. Um unnötige Kosten zu vermeiden, soll die Aenderung der bis- hcrigen Anschläge allmählich gelegentlich von Ausbesserungen und Iirstandsetzungen vorgenommen werden. Schon jetzt sollen aber die Dienststellen bei der Abfassung aller örtlichen oder auch nur vorüber» gehenden Anschläge und Bekanntmachungen nach diesen Anregungen.j oerfahren._ Ei« Lieferauto mit Seide gestohlen. Ein überaus verwegener Autoraub wurde gestern am hellen Tage in der Innenstadt verübt. Bor dem Hause Ierusalemer Straße 23 hielt gegen 15 Uhr ein Geschäftsauto der Firma Ber- einigte Seidenwebereien A.-G. Der Chauffeur und fein Mitfahrer hatten in der Ierusalemer Straße eine Sendung abzuliefern und den Wagen nur wenige Augenblick« unbewacht gelassen. Dies« kurz« Zeitspann« machten sich Autodiebe schon zunutze, kletterten auf den Führersitz und suhren davon. In dem Wagen befanden sich Seidenstoffe im Werte von etwa 56 666 Mark. Das Auto, ein Opelfabrikat. trögt die Nummer 1-� 70 117. Tödlicher Unfall eines Universitätsprofefsors. Der 66jährige Professor der iranischen und annemschen Philo, logie an der Berliner Universität Dr. Joseph Marquart wurde Dienstag vormittag In seiner Wohnung in Lichterfelde von seiner Wirtschafterin tot auigefunden. Wie die Ermiltlungen ergaben, ist er durch ausströmende Gase getötet worden, Professor Marquart ist allem Anschein noch einem Unfall zum Opfer gefallen. vel ossenca Füßen, Krampfadcrgefchwüren. schwer heilenden Wunden, schmerzhottcn Entzündungen usw., unerträglichem Jucken sollten Sic di« mild« wohltuend« Orlinda-Solbe anwenden. Dose 1,75 und 3 M., in Drogerien und Apmheken erhältlich, sonst bei Otto Reiches, Berlin SO, Eisenbahnstraße 4. h f. Hauiat Sie MAGG!* tSupoen-WürM und Sie werden zufrieden dein/ T- liner Wilchhandel immer redlich bestrebt war, auch in schwersten Zeiten die Versorgung Berlins mit Milch sicherzustellen. Die Milch soll auch besser geworden sein. Der heute beinahe 4000 Mitglieder zählende Verband hat sich in der Nähe aller Berliner Güterbahnhöfe Meiereibetriebe geschaffen. Die Gesamtmilch wird dort, bevor sie in den Verkehr gebracht wird, vom Hauptgesundheitsamt der Stadt geprüft. Interessant war auch die Feststellung, daß über 1000 G«- suche zum Handel mit Milch jährlich an den Magistrat gerichtet werden, davon werden 800 bis 900 zugelassen. Doch sind viele der neuen Geschäfte nicht existenzfähig. Ein« Mäßigung im Tempo der Bewilligungen sei darum angebracht. Ein guter Werbefilm über Berlins Milchversorgung schloß sich diesen Ausführungen an. Werktätige als Künstler. Im Buchgewerbesaal(Dreibundstraße 5) ist eine sehr interessante Ausstellung von Laientun st zu sehe», die am Mon- tag durch Ansprachen von Bürgermeister Dr. Herz und Stadtrat Dittmer eröffnet wurde. An Hand der in vorbildlicher Uebersicht- lichkeit ausgestellten Arbeiten gab der Kunstmaler Max Graeser aufschlußreiche Erläuterungen über den Zweck der Volkstunstkurse. Die Beschäftigung mit der bildenden Kunst soll nicht mehr ein Bildungsprivileg der besitzenden Klassen sein; nach modernen Prin- zlpien soll auch der Werktätige zur Freude am Schaffen erzogen werden, vor allem nach seiner persönlichen Dorstellungstrast zu gestalten, verfügen, ohne die Natur nachzuäffen und ohne lang» wellige Umwege Wer Perspektive und Anatomie. Sehr instruktiv sür diesen Ideengang waren die ausgestellten Zeichnungen einer 72jährig«u Plätterin, die von ersten, recht hilflosen Versuchen zu beachtlichen Endergebnissen führten. Ein Stuben- maler hatte es von einem schablonenhaften Anfängerölblld(einen Pferdekopf darstellend) zu Tierbildern von erstaunlicher, malerischer Feinheft gebracht. Eine junge Chemikerin und eine Konto- r i st i n zeigten nach Ueberwindung der ersten konventionellen Kitsch- Produkte Aquarelle von starkem, farbigen Reiz, denen«ine Ver- wandschaft mit f ruhpersischen Malereien nicht abzusprechen war. Ein Jljähriger Kaufmann entpuppte sich als ausgesprochen impressionistisches Talent. Wertvolle Fingerzeige werden hier gegeben, wie auch.' im Werktätigen die Lust am Schaffen, am blld- nerischen Nachgestalten schlummert und gerade dem Berliner, der mit künstlerischer Kultur nicht übermäßigt gesegnet ist, kann dieser Weg zu einer neuen Boltskunst warm empfohlen werden. Keines- ,»egs soll hier eine Konkurrenz zu den gerade in dieser Zeft schwer kämpfenden Kunstschaffenden hochgezüchtet werden: aber eine Be- reicherung im Alltagsleben des Werktätigen und ein besseres Verständnis für die Werke wahrer Kunst, das ist ein Ziel, zu dem man das Volksbildungsamt Kreuzberg beglückwünschen kann. Gerfon.Diät und Srnährungsreform. In einem öffentlichen Vortrag, der von der Begstorier-Der- einigung Berlin veranstallet wurde, sprach Fräulein Heti Hör- witz, Dozentin an der Humboldt-Hochschule über Gerson-Diät und Enrahrungsreform. Die Rsdnerin warnte vor fanatischer Um- stellung in der Ernährungsfrage: man müßte wohl unterscheiden zwischen Heil kost, wie sie die Gerson-Diät darstellt, und nor- maler K o st. Allgemein aber sollte die Kenntnis von den Mine- r a l st o f f« n und Säuren, die in den Nahrungsinittcln ent- lialten sind, verbreitet fein, weil in dem Mangel oder in einem Zuviel dieser Stoffe die Ursachen van vielen, besonders aber der rheuinatjl6)en Erkrankungen, zu erblicken sind. Bei K o n s c r v e n müsse man darauf achten, daß sie keine schädlichen 6) c m i- s ch e n Zusätze enthalten, die van den Fabriken bcigcgeben wer- den, um dem Inhalt die frische Farbe zu erholten. Her fei eine scharfe Kontrolle am Platz. Rohkost sei m:hr als B cito st zu empfehlen: für die Erhaltung des Organismus reiche sie nicht zu. Di« Sprecherin empfahl jedoch eine jleijchloje Kost, wie sie bei vielen Aölkern feit Jahrhunderten auch heute nach besieht. Die chinesischen Arbeiter z. B. verrichten ihre schwere Arbeit bei der einfachsten Ernährung ohne Fleisch Auch empfahl, die Acdnerm die Einschränkung der kalorienreichen Nahrung. Herzkrank- Helten seien in den meisten Fällen auf jahrzehntelange falsche Ernährung zurückzuführen. Die Mor nach stark gewürzter und gesalzener Nahrung lej immer ein Anzeichen nom fehlerhaften Funkrionleren der Ernälirungsorgane. Die Hulersolgc Tr. Gersons beruhten in der ftauptjoche darauf, daß seine Diät ans viel Fett, wenig Eiern und keinen Kohlehydraten bestände, dafür oder Bhosphor-Lebertran, viel R o h k o ft und G c m ü s« s a r t« aufweist, ollo eine überaus vitaminreiche Nahrung darstelle. Di« Gersonjch« Diät sei nicht nur für wohll)abcirde Krank«, sondern auch für ärmere Kreise durchführbar; doch erfordert'«der Krankheitsfall scin« besondere von dem Arzt zu verordnende Anweisung. Zur Ehrenrettung der Hypnose.' In der„Psychologischen Gesellschaft" versuchte in der Sitzung vom 30. Januar Dr. Hall au er eine„Ehrenrettung der Hypnose" bwchdcm nach jachrzehiUclangcm Kampf die als Eharlatonerie verschriene und aui die Hintertreppe des Wisi-n. schaitsgobäudes verwiesene Hypnose sich endlich durchgesetzt hatte. genoß sie alle Rechte einer anerkannten Heilmethode. W-shalo o'so Ehrenrettung Die Hypnose, so meinte der Voriragendc. sei im Begriff, auf Kongressen und Tagungen erneut in, Hintertreffen zu geraten und die schwer erworbenen Rechte an die jüngere Schw-ftormvisseirschast der Psychoanalyse zu verlieren. Diese alio gast es zunächst von dem angemaßten Thron zu stürzen, um so tue Vorzüge der Hypnose in um so h-lstres Licht zu rücken. Die vor- gebrachten AramneiUe wirkten indessen um so wewger icherzeugend. als sie sich g-gen Formen und Auffassungen der Analyse wandten. wie sie etwa von 30 Jahren geübt worden st>rd und dt- die wei er« bedeutsame Enimicklurn? völlig ignorierten Auch die d-.r«kt« Beweisführung sür die 1lebcrlcgenhe>t der Hypnose ist dem Vor» tragenden nicht recht geglückt: Der öerändertc, stark eingeengte Bewußtscinszu stand des Patienten werde vom Hypnotsseur, der nur ÄS„Weichensteller" zu fungieren habe, dazu benutzt, von dem krankhaften Erlebnis abzulenken und kraft der Autorität des Arztes ein« allmähliche Umstellung des Patenten auf„Heroisches"(gemeint ist z. B. Mutterschaft der Frau und Kricgsbegeisterung des Mannes) herbeizuführen. Diese Berufung auf„Heroisches" aber, das.zu allen Zeiten den arbeitenden Menschen über seine wahren Bedürf- nisse hinwegzutäuschen versuchte, ist für uns ein wenig überzeugen- des Argument, die„Ehrenrettung der Hypnose", so wie der Vor- tragende sie versteht, ist somit völlig vorbeigelungen. Neue Reichsbannerortsgruppe in Ru>ow. Das Reichsbonner Schwarz-Rot-Gold hat nun auch in Rudow die republikanischen Kräfte zu einer Ortsgruppe des großen Bundes zusammengeschlossen. Aus Neukölln, Adlershof und Schönefeld waren die Reichsbannerkameraden nach Rudow mar- schiert. Dort wurden sie von der republikanischen Bevölkerung im Restaurant„Iuliuspark" erwartet. Der Saal war überfüllt, als die Kundgebung durch den Kameraden H o f f m e i st e r eröffnet wurde. Stadtverordneter G u t f ch m i d t und Stadtrot Radtke be- tonten in ihren Ansprachen, daß die Reichsbannerbewegung die große Aufgabe habe, die Aufbauarbeit der Republik zu schützen und mftzuhelfen an der staatsbürgerlichen Erziehung des Volke«.— Der organisatorische Aufbau der Ortsgruppe wird in den nächsten Tagen erfolgen. Abeudunterhaltung der Jugendmusiker Berlin-Süd. Im städtischen Saalbau Neukölln, Bergstrahe 147, musiziert« die städtische Volks- und Iugendmufikschule Berlin-Süd auf Einladung des Boltsbildungsamtes Neukölln. Ein stattliches Orchester und ein Chor junger Menschen füllte das Podium.„Wir wollen uns nicht etwa produzieren und um Ihren Beifall buhlen", meint der Leiter der jungen Schar. Gemeinsam wurden Lieder gesungen, deren Worte unsere tävlichen, stündlichen Gedanken umfassen, die ober doch, bei allem Ernst und aller Tiefe des Emvfindens, in der schöneren Well künstlerischen Erlebens eine kleine Abtehr vom nückternen Alltag bedeuten. Und der ganze Saal, bis aufs letzte Plätzchen gefüllt, stimmte ein in die Gesänge von Arbeft und Not, in den Wehruf der ewig Geknechteten, deren Well Fabrik, deren L!«t> Maschine heißt. Schön und stimmungsvoll klangen.Alfred Thiemes„Gesang der Arbeit" und„Die heilige Flamme" von Heinrich Lersch. Ein wahres, echtes Bekenntnis dessen, was un, bewegt. Die jugendlichen Musiker teigten In der Wiedergabe verschiedener klassischer und neuzeitlicher Komvositloiien einen Ausschnitt aus ihrem Schaffen, der dos Streben«ach ernst- haster künstlerischer Arbeit erbrachte. Vas Auio im Bild. So betitelt sich«ine Kunstausstellung, die gestern b c i ord am Kurfürstendamm vom Berliner Künstler- und«röfsnet wurde. Was man unten im Erdgeschoß erblickt, in ihrer Neuheit funkelnde Ford-Wogen aller Art— das kehrt im Obergeschoß wieder, durch Künstlerougen gesehen und dementsprechend farbig gebrochen,„impressionistisch" oder„sachlich" abgewandelt. bald ins Plakathafte, bald ins Humoristische gesteigert. Neben Dar- stellungen aus der Autofabrikation dominiert das Auto im Straßen- getriebe der Stadt: daneben das«infame Auto auf der Landstraße und mit Vorliebe: die vornehme Dame(womöglich mit Hund) am Steuer. Bei der Mehrzahl der Bilder hat man das Gefühl, daß Konstruktion und Dynamik des Automobils nur von den wenigsten begriffen und nur selten zum wesentlichen Bildinl>alt wurde.'Vieles ist nur«in.�Herumgerede um das Auto", das Auto als amüsante Beigabe, oft mit dilettantischen Hilfsmitteln. Schätzt« man früher gute Pferdemaler, so ist die Zeit nicht mehr fern, da gute Auto- maler gesucht sein werden. Hervorzuheben sind die Werkstätten- darstellungen von Rosenbaum und Franz Graf, die Bilder des mon- dänen Autos von Otto Krell, die humoristischen Darstellungen von Kram, Psaehler und Othegraven und Krommcr. Die Ausstellung ist bei freiem Eintritt bis Ende Februar geöffnet. Ehrung für Elsa Brändftröm. In den unruhigen Zeiten de« Krieges, während wir um das Wohl unserer fern der Heimat wellenden Kriegsgefangenen bangten, war es eine schwedische Frau, Elsa Bründström, die in den Laza- retten Petersburgs und in den Gefangenenlagern Sibiriens sich un- «ntwegt der armen Verlassenen annahm. Nach dem Kriege wandte sie zunächst ihre Sorg« den schwerbeschädigten ehemaligen Kriegs- gefangenen zu. Nun ist ihr Werk schwer gefährdet. Um es fortzusetzen, findet heute Mittwoch, den 5. Februar, nachmittags yA Uhr. im großen Saal von Kroll eine Veranstaltung statt, deren Erlös Frau Brändftröm zur Verfügung gestellt werden soll. Reichs- minister Dr. C u r t i u s und Reichxtagsyizepräsident v. Kardorff werden Ansprachen hosten. Hosschauspieler Friedrich Koyßler hat feine Mitwirkung zugesagt. Diese Veranstaltung wird um 7.33 Uhr von der Berliner Funkstund« übertragen werden. Ein Lüafundachtzifljähriger. Am Donnerstag, dem S. Februar. erreicht Genosse Karl Lehmann, Adalbertstraße 87. das 85. Lebensjahr. Dem langjährigen treuen„Vorwärts"-Lejer gelten unser« besten Wünsche. Viele Wege führen zu dem Zoo, und Tiere flankieren seine Eingänge. Die eigenartigste Figur bleibt aber der aus Klinkern neugeschaffene Bär; eine Gestalt, vom Rauchen besonders verehrt als Sprecher fürs tMoseiii JTuxio Berlins meistgerauchte Cigaretio Sonntag. 9. Februar,-wichtige Flu&hlaffvevb&eifwmg von den Eahlabend* lokalen aus. Rauchgist, Rauschgift und Tanz. „Tanzen/ so sagt Dr. Albert U l l m a n n in einem lesen-- Merten Aussah„Frauengcsundheit und Tonzsestlichkei:«»" in der van Dr. l5. Mosbochcr herausgegebenen Krankenkassenzcitschrift „Gesundheit/„ist eine recht anstrertgend« körperliche Leistung. Demzufolge muß dem Körper auch Nahrung zugeführt werden, sanft bleibt eine starke körperliche und nervöse Erschöpfung zurück." Ullmann warnt die Frauen var dem allmählich öiblich gewordenen starken Zigarettenrauchen beim Tanz als Nahrungsersaß und auch vor dem Alkohol, der gerade beim Tanz in allen mög- lichen Formen genossen vnrd. Weiterhin warnt er mit Recht davor, auf dem Weg van und zu den Räumen einer festlichen Veranstaltung sich ebenso leicht anzuziehen wie aus dem Fest selber. Warme wollene Schlüpfer und hohe bis zum Knie reichende Gamaschen sind erforderlich, um die empfindlichen ilmerleibsorgane vor schweren Kälteschäden zu bewahren. Ebenso warnt er auss eindringe lichste die Mädchen und Frauen var dem Tanzen während der Periode.„Bei schwächlichen, nervösen und blutarmen Mädchen und Frauen kann eine durchtanzte Ballnacht schweren körperlichen und seelischen Schaden anrichten." Also Vorsicht. Man ersieht hieraus aber auch, daß die sortwährpnd beschimpften und bekrittelten Krankenkassen eine dankenswerte vorbeugend« Volksaufklärungsarbeit leisten. Programm Wechsel bei hagcnbech Das neue Programm des Zirkus Karl Hagenbeck umsaßt kö Nummern, von denen eine jede in ihrem Genre unbedingt als erstklassig anzusprechen ist. Wenn trotzdem zwei Nummern besonders hervorgehoben werden, so nur darmn, well man sie als Musterbeispiele ansprechen muß. Da sind die 15 bengalischen Königstiger, die Rudolf Matth i«s vorführt. Die sehr behenden, besonders schön und leuchtend gezeichneten bengalischen Tiger gelten bei Raubtiertennern noch immer als das Beste vom Besten, obwohl man sonst in den dressierten Gruppen heutzutage viele große, schwere sibirische Tiger und manch« Zreuzung findet. Zu der Rasse-Einheit der Tiere kommt eine Arbeit wie aus einem Guß. Matthies ist derartig ruhig, daß selbst die nervöseste Großkatze in.Herrchens Gegenwart nicht die Nerven verliert und darum auch der Sprung durch den Feuerreifen ohne weiteres gewagr wird. Zwei Tiger, die dem Dompteur von Jugend auf bekannt sind, bekam«r völlig kettenzahm und sie sowie ihre Kollegen führt er in zahmer Dressur vor. Die zweit« Sensation ist A r t u r o aus den anda'ustschen Vollblütern Sultan und Canorio. Die spanischen Schulreiter haben in ihrem Berich die vollendetsten Vorbilder. Ilm diese Tradition weih man in der ganzen Welt, und darum cht es für einen spanischen Berichsreiter außerordentlich schwer, im Auslande in der Manege zu arbeiten. Doch die hoch' gestellten Ansprüche werden durch Arturo erfüllt, dessen Pscrde olle Gänge korrekt gehen. parteinachrichien fürGroß-Nerlin Eiusendimgen kür dies» Rubrik find «» r lt» 68«. Lindeultrabe 3, stet» au da» Bejirktsekretariat 2. Hof, 2 Treppe» recht», zu richten. Iungsozialistische Vereinigung Groß-Berlin. Am Sollnabend, dem S. Februar, van l9s- bis 22 Ahr. und am Sovnlag von 9 bis lZ Ahr sprichi Max Adler. Wien in Form etves wochenendkurses über:„Allen und neuen Revisionismus". Die Veranstaltung findet in der Aula der Schule ln der vonaustr. 12». Reukollu, statt. Fohrvcrbindung U-Bahn, Rothaus Reukölln(Rord- südbahu). wir bitten um rege Beteiligung aller Gruppenmttglieder. Ebenso sind die Aelter«, der SAT. und ältere Parteigenosien herzlich willkommen. Unkostenbeilrag Z0 Vk- 7.*»t» Sdarlotteuboru.»iI(nitto*oii»(chn6. chiduna'. um 20 Uhr. Sehr � wichtige Tagesordnung. Ausgabe von ,, Unser Weg". Sr 41. Abt. Am Snnntng, dem 0. Zcbruar, Abtcilunosnergnüge», verbunden mit einer Ebrnng der Parteijnbilare im Schllltbetsi-Ansschant, Tivoli. Lichter- selber Sir. II. Ansang 10 Ubr. Gintritt 73 Bi. Frauenveranstallungen. ö. Xxnif ätic&richsfcotnu Donnerswq, 6. Februar, 7S'/S Uör, bei SeidilW, Jorninlcnri; Str. 7, 2. ÄurfusoiKnft der Genossin Dr. Dors Fabian« Dhema: �StrafrechtKreform". t�nossinnen, die on diesem Kursus interessiert sind, iedoch am 1. Kursus nicht anwesend waren, können noch am Kursus teilnehmen. 10. Kreis Ieblendors. Donnerstaa.«V Februar. Wi Uhr. bd Schnorre. Pats. jtr' �'ev.�rJ?:aR:..�vdeiterschaft und Altohol frage". Referent: Dr. "t C;..��icht vom Be�irksrarteitaa. Verschiedenes. o- Ad�.«harlottenbura. beute. Mittwoch, b. Februar. 20 Uhr. bei Jade. ��raa:„c�ialiftifchc Wirtschaftsvoliti/". Re» terent: Genosse W.nel. vi« k.ch an der stramniederlegung an � C beteiligen, treffen sich heute, Mittwoch. o..Februar, um 12 Uhr, vor dem Krematorlum Gerichtstraße. vezirksousschuh für Arbeiterwohlfohrt. 7. S a.%72:i-7S'KuSSr7'SftH'a 1 W bekanntgegeben. Anträge tue Geveealnersvmwlnvg müssen bi,»VW- M 10. Zebruar in ber E,schält«stellc, Livbvnfte. 3, Ik. Hof. z I kennen ü m eingereicht sei». Stimmberechtigte Mitglieber bee Geneialversvmmlvvg � M sind: bee enger«»e»irt»av,Ichuft, b!e Revisoren, bie«eeisleiter vvb fö »rei-lelterivnev und beten Stellvettteter, an, i-der Ab'e'tvog»wei llz 1- gewählt« Delegiett«. i« ein Perieeier bee angeschlossenen o-ganisationev IZ s 1 vnb bie Mitgliebee der»entevlev Wobllabrtebepvtatiav nvb de, Lei. M waltvngtanaschusse» be» Lanbesjnglobawte«. .... �- I I I 4,�-.x t.«tei» Mitte. Zee'tnq. 7. ffebruar, 19'» Ubr, im S'ftungszinimee des Besirisamies Rille,«losterstr. gd—std, Sursusabend über ,Gesunbbeit-.fsttlorge". Reserent: Genosse Dr. Liptau. Etadtschulariit. M' K 6 i 2.«Ml, Tiergarten. Tonnee-tag. 6. Tcbruor, ISZh Uhr, im Ratio- st? -.! Nalhof. Blllowstrofte. ssilmaufführung. Es wird der russische Meister- st? !.i film:..Tic Muiter" laufen. da.iu spricht die Genossin Bohm-Schuch, ist, st? llsi. d. R. Eintritt gegen Absttmitt eines Arbeiterwohlfahrtsloses oder st-? sti SO Pf. Um Sahire scheu Besuch wirb gebeten. 1? 0-- i.-S stl 4. ftwi» Prenzlauer Berg. Donnerstag. 5. Tebrvar. SO Uhr, W r? wichtige Siftung fänitlicher Helfer und Helferinnen der Arbei'crwohl. Ei st j sähet im Briirksamt Dansiger Str. 54. Zimmer 20 i Kellert. Di« Ab- st? ;.1 ieilungsoblcute werden gebeten, twccls Aktenrllckgabe eine halbe Stunde st? tZ lrither»u erscheinen. 9. Are!» Bilwer-borf. ssreitaa. 7. ssebruar. 101» Uhr. im Gekangslaal ber Piktoria-Luilc-Schul«, Galtcincr Ecke Uhlandltrofte,.3.«urlusabend. Der Genosse Rudolf Karsten spricht über die.Arbeitslosenversickierung und«risen. fürsorge". 17.«rei» Lichtenberg. Treitgg, 7. Zedruar, 19' h IIb?, im Ratbau« Lichten. bng, Mällenborfstr. 5. Zimmer 23. 3. Kursusabend über lfamilienrecht. Rele. rentin: Genossin Dr. Dora llabian. Um recht zahlreiche Beteiligung wird gebeten. Jungsozialisten. Gruppe Olcvlölln. Heute. Mittwoch. 20 Uhr, im Jugendheim Treptower Strafte 93—95. Vortrog:„Verufsethii". Referent; Genosse Laukant. Grnpp« Mitte. Donnerstag. 5. ffebrvor. 20 Uhr, im Zugendbetm Zebbenicker Strafte 24— 23, Vortrag:„Wege zur Soz'alisicruna". Referent: Otto Lamm. Gruppe Banwschntenwcg. Saute, Mittwoch, 19'b Uhr. im Jugendheim Ernst- strafte 15. Marim-Gorki-Abenb. Gruppe Prenzlauer Berg. Heute. Mittwoch, 20 Uhr, im Zugendheim Be. »srksanrt Prenzlauer Berg. Zimmer 20, Danzigrr Str. 64, Thema:.Preuften. foolitioit". Referent: Eduard Zachcrt, M. d. L. Aelter« SAZ.-Mttgliedcr und jüngere Parteigenossen sind eingeladen. Arbeitsgemeinschaft der Linderfreunde. Geoh-Bcrlin. Die Bastel-Ardeitsgfm�insckfost kommt sb Mvvtas, den 10. �ebruQr. um 20 Uhr, im Baslclkeller des StädtifclKN IusZfndheims. Pankvm, Kissinaen». Ecke Breite Stvaße, Zusammen.. Di« Kreis« Reinickendorf, Vamfom. Weißens«« am ssreitaa. dcm 7. Februar, von 17— IS Uhr, Sin�krers in der Aula der ö. Volksschule, V�nlom. DolUinkstr. 1SQ Sterbetafel der Groß- Berliner Partei» Organisation j 130. Abt. Schul» an borf. Die Asche unseres verstorbenen Genossen Lüchf wird am Donnerstag, dem 6. Debruor. lö'b Uhr. auf d«m Tegeler sfriedhof bei. grseftt. Um recht reg« Beteiligung wirb gebeten. SozialifiischeArbetterjugendGr.-Verllv ekinsendnngrn für diese Badril nur an da« Zugrnbsrfretarlat Berlin SWS8. Tindensiraße 3 Sur bi» Zngenb-Pollsbnbnennorftellnng»Amnestie-, gespielt am TS. fft- btvar. 15 lldr. sind Karten zu 90 PI., sowie Marken für die Volksbühnen. Mitglieder erhältlich. Zlbtellungsmitgliederversammlungen heute. 19� Uhr: Arkonaplaft: Schul« Clifabe'hkirchftr. 10.- Moabit Iii! Heim Lehrter Strafte 18—19.— Gesneddrunnen II: Heim Ehrisstaniastr. 38.— Wedbing; Heim Müller- Ecke Triftftrafte.— Hohenlchönhansen: Schule Dingelstrbter Strafte.— frankfurter Viertel: Heim ssrankfurter Alle» 307.- Petersburger Biertei: Heim Tilsiter Str. 4.— Reichenberger Viertel: Heim Brifter Str. 27 30. — Ebarlotteubnrg.Rord: Heim Olbersstrofte.— Tewpelbot: Heim Sermanio. strafte 4— 6.— Wanuice: Schul« Eha rlottr n straft«.— ifaikenberg! Heim auf dem Gutshvf.— Zricdrichsbage,: Heim ssriedrichstr. 87.— Zriebriikmfelbe: Heim Kuuterftr. 11.— Sgrlsborst: Gomnonum Treskowallee.— Lichtenberg. Mitte: Heim Scharnwebrrstr. 20.— R«u»Lichtenberg iAelterc): Heim Hauff» strafte. -» Svanban sR.-sZ.l: Heim Lindenufer l. Gruvpenbesprechung.— kankwift: Gemeinde schul« Schulstrafte. Portrag:.Seruelle Zvagen".- Rarienbors lAelterei: Siedlung Daheim 119,120. Dortrog:.Unsere Zeitungen".— Marien- selbe. Lichteurnde: Heim Lichtenrade. Schul» Roonstrafte. Vortrag:»Worum ge. dort jed» sung« Ardritrrin. jeder junge Arbeiter in die SAZ.?"— Brift I nub Ü! Tunttivnärüftunq in der Barackenschul«, Parchimer Allee. 66G. Reukälln: Seim Bergstr. 29. Daaespolltik. Weebebezirk Reukälln! SiftuM des Bildnngeausfchussea mit den Obleuten der Ahteilungen im Parteibüro. Zuldastraft«. Jede Abteilung muft nertreien lein. Da» Huaendamt neranstaltet beute. 101, Uhr, im Saalbou Bcraltraft« eine Porfsthenno der Kohnsteinrr Sändpuppcnspielrr. Vir beteiligen uns an dieser Veranstaltung. Eintritt 20 Pf. Verb« bezirk Webbing tTambourko pelle): Morgen üben wir im Heim See» strafte 54. Alle Evielleute müssen mit Znstrumenten und Lehrbüchern erscheinen. Vorträge, Vereine und Versammlungen. W Reichsbanner„Schwarz-Roi-Gold'. Sekchäftsstell»: Berlin S- 14. Sebastianstr Z7-ZS. Hok S. Zr Mittwoch, 5. äebrnar. kreuzberg. Zugnersammlungen um 20 Uhr: Zug 2 bei Krepp. Plonufer. 75. Zug 7 bei Adam, Lüdbener Str. 30. Referent: Stad'rat Kunze:„Das Erwerbsloienprohlem". MarcneabteUnu». 20 Ubr Turnhalle. Albrechiltr. 20, Turnen und Winken.— Redbing. Donnerstag. 5. sZehruar. 20 Uhr, Kameroden, als Miimirtende am 2. März Turnhall« Llltticher Str. 4, IN. Hof. Soortahend Butbusser Str. 3, in dieser Woche IZreitag. 7. IZebruar.— Kreuzberg, lZr-itag. 7. Tchruar. Zita 7, 8 u. Zugend IN um 20 Uhr gemeinsame Siftung der Delegierten und der ssunklonäre.— Prenzlauer Berg. Mittwoch. 5. iZebruor, 20 Uhr.«n» eiterte Vorltandsstftung hei Burg, Prenzlauer Allee.— Pankow. Einäscherung de» Kameraden Häusler om Miitwoch. dem 5. Februar. I5Zb Uhr. im Krematorium Gericht strafte, Fahnei'abordnung 15.20 Uhr zur Stelle. Alle dienstfreien Kameraden IN Bundeskleidung. 20 Uhr Vollverfammluna im„Türkischen Zelt". Tagesordnung: Vorschläge für die Kreistnn ie.renz.— Tempel hos. Zungkameroden. Mitunach, 3. ssebruar. 20 Ubr, öffentliche Monatsverkammlunq bei Mal!, Mariendars, Ebausseestr. 305. Thema:„Die soziale Kommune". Referent: Kamerad Mar Zrchner. M. d. L.- Rnderriege. Mittwoch, 5. Tebruar.'20 Uhr, Generalner. sommlung im Gaubllro. Vorstandswahl.— Veiftensee lOrtsvereinl. Donners. tag, 5. sZebrvat, 19', Uhr, Vorstands» und erweiterte sZunktionärüftung mit lZestausschuft bei lsiftner. lZriesecke Ecke Pistoriusstrafte.— Rei nicken dort(Otts- verein). Donnerstag, 6. ffebruar, 20 Uhr, Ortsvereinsflftung bei Rvchhaus. Arbeiisqemeinschast sozio ldemolratischer Lehrer und Lehrerinnen, Ori»aruyve IZriebrichsbain. Die Soziologie bes Bollchewismu». Bier Vorträge von Prof. Abramowitlch am 5., 13., 20.. 27. Zebruar im Koirfcrenzzimmer der 3. Volk». schule. Petersburger Str. 4. Einiriitspreis pro Vortrag 30 Pf. Anfang 20 Übt. Miete rnerein Saasa« V. Oeffentliche Mieterversammlung RV.. Kirchstr. 13. Bortrag über Bodenresorm und Mieterinteressen. Anschlieftcnd Aussprache und ölcchteaustunft. Eintritt frei. Berliner Mandolincu Vereinigung„Rorbische Klänge- 1005. Uobungsstuub« jeden Donnersioa 20'n Ubr im Lokal Burmeifter, Biwlin R.. Anklamer Str. 29. Dentscher vstbuub. vrisqruppe Berlin-Mitte e. B. Beesammluna am Mit!. wach, bem 3. ssedruar. 20 Ubr. im Cafe Gärtner. Berlin, Holsteiner Ufer 27—23. Herr Diret'ior Dresel hält einen Lortraa über:.Reiseeindrücke in Sowjetruft» land". Herr Stull, rer. pol. Gerhard Paschte über den deutsch.polnischen Handel». vertrag, Lanbsmanulckalt ber Schleawig.Holfteiurr zu Berlin 1806. Geschäftzftellee 6. 14. Prinzenstr. 61. Donners'oa, 6. sZe.bruar, 20 Uhr, im»Dresdener Garten". Dresdener Str. 45. Bilhrlm.Hentlchel-Abcnd. Plattdeutsche Vorträge: „Das Swartsuer Eten". Auknahmr neuer Mitglieder. Abrechnung. Landsleude. Plattdeutsch«. Damen und Herten sind willkomme». Reichsknrzschriftnereru Beelin. Moabit. Donnerstag. 20—22 Uhr. An länger., Tortgcsckiritteno»., Redeschriftlehrgöng«. Rarhenower Str. ha. Sturmvogel. Bezirksgruppe Rcnkiilln.Brift. Mittwoch, 5. sZebruar. im Nestau. rant Uh'ke. Hcrmannstr. 11. Vortrogsabend. Gälte willkommen. liermon-Lnfttizb.-ociciv. Lale Zaxendurz, lleiiin W, BOlowstr. 1. 9. m. p. Lecture;„Joumalism" by Mr. D. Sefion-Delmcr. Allgemeine Wetterlage. 4FebH930,abds. W._ wnu wolkoaloTO hettvr.O halb bedockt 9«vftoz.» badedt« RegawiGnupelo ,T6e»*tos<§Wfafaae Die keilten Luitmasiev, die von Rußland nach Westen strömen, hallen sich am Montag etwas ansaedreitet und außer Ostpreußen, das schon immer in ihrem Bereich lag. von deutschen Gebieten auch die Grenzmark und Ostpvnunern überflutet. Fetzt ziehen si« sich bereirs wieder zurück. Wir können erwarten, daß sie in nächster Zeit einen neuen Dorftoß nicht unternehmen. Dagegen ist heute ein Schwall ozeanischer Luft über den Rhein nach Osten vorgedrungen. Bei der berrfchenden Luftdruckverteilunq ist es mahrfcheinfich, daß er auch die Gebiete zwischen Elbe und Oder erreicht. a> weiter für Verlin: Etwas mikdei, vereinzelt Regenfälle, meist bewölkt oder neblig. Für Deutschland: Rur im äußersten Nordosten Frvstweller mit Schneefällen, in Ofrde>llfchtond wollig bis neblig bei Temperawren um Null, m Mittat- und Westdeutschland verhält- msmäßig mild, ftellenweist Regen. Ist« Lieb« gebt durch treu Magen, alla kür unsere Hausfrauen ei» triktigrr Grund mehr, ihr Magen.sTIölckuben ni« leer zu lassen. Wenige Tropfen der altliewährren Maggis Würze verleiben Gemüsen»nd Salaten aller Art hohen Wohlgeschmack und verbessern überraschend schwache Suppen und Soften. Verantwortlich kür Politik: Dr.«uri Gen": Wirtschaft:«. Klingelh-ler: Geoarkschartsbewegung: S.««einer! ffeuMrton:»r. Zohu«chikows«: Lokales und Sonlüacs: Tri»«arstäbt: Ar.,«l-en: T».»locke: lamtuch en Berlrn. Verlag- Vorwäris-Verlaz s. m. b. s..«erlm. Druck: Soiwärts.Pllchdrucklre1 und Serlagsanstalt Paul Singer u. Co.. BerNn SD SS Ltndenstrafte S. Hierzu 2 Beilage» und.llntcrhaltru-ft und Visse»-. Oeü äem bleimssonVe mein« Ueben Hann», unsere» guten Valers, Sdiwiegervafers und Grobvaiers. ist ihm viel Treue, grobe liebe und Freundvhafl erwiesen worden. Wir danken allen kllr die bewiesene Teilnahme, insbesondere aU(jj denen, die in diesen schweren Tagen seiner und unser so teilnehmend gedacht haben. Frau Ww. Luise Dachse Berlin-Brite Moscs-Löwcnthal-StraBe 18. In ihrem Vortrag„Rationalisierung des st aus» Halts" spricht Lisa Albrecht zuerst über die vcrollete stau?- wirtscksaft in Deutschland und in Europa und über die unrationelle Anlage der Wohnungen, die überhaupt nicht auf Äräfteerjparnis Rückficht nimm«. Rationeller Bau, Fernheizung, moderne elektrisch.: Apparate, keine üderflüssigen Verzierungen find ein paar stäupt- frrdernngen. Es ist ein durchaus beachtenswerter Vortrag, der tat- lächlich brennende Tagesfraqen behandelt.— Schallplallen wollen einen Ouerfchnitt durch das W« r k V erdis�legen. Allzu Bekanntes wird vermieden. Immer mehr rücken die Schallplattenkonzerte in den Millelpuvtt des Interesses, und sie ermögliclien es am leichtesten, den Gesamlltmrih irgendeines Gebietes� zu zeichnen. Ebensogut in der Zusammensetzung ist das zweite Schallplallenton.zert, das am Abend eine Reoue über moderne Geigenoirtuofen veranfwllet.— Während einer halben Stunde beweist der Breslauer Sender seine große Leistungsfähigkeit. Er überträgt auf Berlin eine in seinem Austrag tertiggestellle Koinpositionsfolge„A f r i k a s o n g s". Der Komponist ist Wilhelm Grosz. Es ist eine wellliche Äamate,� der acht Neqerlieder zugrunde liegen. Eine schv>ebende. schrnermüiige Melodie in Bariton, Sopran und in den stolzbläsern bildet den Aujlakt. Tanzrhqthmen.zucken aus und daneben Religiöses und tiese Klagen über ein erdrückendes Dasein. Exotische Anklänge geben der klaren großflächigen Komposition das Kolorit.— Außerdem noch drei Konzerte von Rang. si.?ch. Metallariieiter-VeU VerwaUuneistclle Berlin Todesanzeigen Den Mitgliedern zur Rgchricht. daft unser Kollege, der Fräier Karl Heß geb. 19. Oktober 1876, am l. Februar gestorben ilt. Di» Einäscherung finbet am Freitag, dem 7. Februar. 19 Uhr. im Krematorium Serichtstrofte stall. Rege Beteiligung wirb erwartet Am 25 Januar starb unser Kollege, der Schletter Rudolf Adolphs geb 23 September 1812. Die Beerdigung hat bereits statt- gefunden. Ferner starb am 27. Januar unser Kollege, der Heller Alexander Bartolomes geb 7 Februar l89g. Die Beeidigung hat bereit» stati- gesunden. Ehr« ihrem Andenken! Dir OrtsTerwaltiiag. geh. Mucks Paul Daehne nebst Frau Agnes und Sohn Heins Otto Daebne nebst Frau Gertrud und Kinder Altred, Frle a und Arno Elisabeth Daehne. Elnbeitsverband ö.Elsenbabner DeutsdHands.Ortsoruppe Berlin Der Mitgliedschaft zur Kenntnis. daß der Kollege Kerniann Eisenhuth BctricbsassUtent in HctmsdoH verstorben ist Ehre j einem Andenke» l DirBeerbigung finbet om S-Fedruar aut dem Hermsdorfer Friedhos um >3.30 Uhr Uhr stau. Rege Beteiligung erwartet pi« Ort»varw»!timg. tirllnder- Vorwürtutretiende 5000 Mark Belohnung Näheres kostenlos durch F. Bramann» Co,. Bcritn sw. Ii Oeflßüißrietallaitißter-VßrliaDil ueruialtungsmitgllederl Ttcllag. d«n*• Z-drunr. aM» 7»he. In den Sophien. SSIe«. »ophiensteatze 11.1«. Versammlung ber Erweiterten Ocfsoetroaltung Tagesordnung: Portrag de» Berbandevorsiftenden, Kollegen Alwin Brande». Zutritt nur gegen Vorzeigung des Mit- glicdsbuche» und de: mit dem Veiwaliungs- stemvel versehenen Legi»imat>os>starie tür die Mitglieder der Erweiterten Betwallung. Dir Siftung der Mittleren Vrtsver- waltpng fällt dafür aas. IMe OrtsTcrvalltiBg. Ar. S9» 47. Lahrgang 2� Mittwoch, 5. Februar 19Z0 Die Oiskontermäßigung ist da. Reich erhält mehr Reichsbaukgewinne.- Golddiskontban? finanziert Exporte. Di« von der OessenkNchkcit erwortetc, wirtschaftlich längst wäg- sich«, von uns immer mit starkem Nachdruck geforderte Kreditver- lülligung ist da. Die Reichsbank hat mit Wirkung vom 5. Februar den Viskontsah von 6!4 aus 6 und den Sah für Lombarddarlehen von 7M aus 7 pro;, crmähigt. ReichsbonkprSstdcrat Dr. Schacht hat in der Sitzung des Zemralaiisschustes die Ermäßigung des Reichsbankdiskonts be- gründet- Die sinkende Tendenz des Ainsniocaus in den maß gebenden Ländern des Auslandes bestehe weiter und eine neue Senkung des Reichsbanldiskonts um 3i Proz. lasse iinnier noch eme genügende Zinsspanne. die einen Abfwh der Deutschland zuströmenden Auslandsgelder verhindere. Im Interesse der schwer unter der Depression leidenden deutschen Wirtschast glaube das Reichsbank- direktorimn unter diesen Umstäichen schon jetzt den Versuch einer neuen DiskontermäßSgung machen zu können. Obwohl trotz des Fortschrittes des Koissunkturabstiegs die jetzige Beanspruchung der Reichsbank nicht unerheblich icher der des Barjahres liege, stehe die Lage der Rcichsbank einer �prozentigen Diskontermahigung nicht entgegen, zumal bei der herrschenden Konjunktur für die nächste Aeit mit einem grösseren Geldbedarf der Wirtschaft nicht gerechnet zu werden brauche und von der öffentlichen Hand erwartet werden darf, daß sie die Sanierung ihrer finan- zielten Situation mit allem Ernst betreibt. Der' Reichsbankpräjident hat in dieser Begründung unser« Hauptargumente für eine Dislontermässigung anerkannt, daß nämlich die Zinsspanne gogcmiber dem Ausland gross genug bleche, daß billigerer Kredit für die deutsche Wirtschaft notwendig fei und daß die Lage der Reichsbank die Diskontermässigung erlaubt. Keinen Grund hat der Rcichsbonkprästdent dagegen angeführt. daß die Kreditverbilligimg nicht schon früher hätte vor- genommen werden können. Reue Gewinnverteilung. Es ist nur ei» zeitliches Zusammentreffen,«s liegt dafür kein sachlicher Zusammenhang vor, daß der Rcichsbankpräfident gleich- zeitig mit der Herabsetzung des Diskonts auch Mitteilungen über eine Neuordnung der Gewinnverteilung bei der Reichsbank machte, die mit der Reichsregiermtg vereinbart worden ist und bei der Verabschiedung des neuen Reichsbankgcfetzcs der Zustimmung des Reichstags unterliegen wird. Das Reich wird durch die Annahme des Noung-Plancs d i e Souveränität auch gcgemiber der Reichsbank wieder- erlangen, die sich in erster Linie in der Uebertragung des Noten- monopals an die Reichsbank auswirkt. Hitler dem Dawes-Plan, d. h. nach dem Rcichsbankgcsetz vom 29. Augusrl92st galt eine Gewinnverteilung, die das Reich außerordentlich benach- teiligte und die sogenamüen Anteilseigner wenigstens formell ausser- ordentlich begünstigte. Die Anteilseigner haften eine garantierte Dioideifte von 8 Pitdz�— nach Abführung von 29 Proz. des',Rc>p- gewinns an die offene f. Reserve der Reichsbank— und bis zu 59' Millionen Mark sollten sich nach den Vorschriften des Gesetzes das Reich und die Anteilseigner in die übrigen Gewinne der Reichs- bank testen, die immer außerordentlich hoch waren. Das ist praktisch freilich nicht geschehen, sondern die Rcichsbank war gezwungen, da für die Anteilssigner sonst einfach unmoralisch hohe Dividenden herausgekommen wären, immer neue Reserven zum Verstecken der grossen Gewiim« zu erfinden. Das Reich kam dabei zu kurz. Auf der anderen Seite pochten die Anieilseigner auf ihr formelles Recht. mehr Gewinne zu erhalten. In diesen Bestimmungen werden jetzt grundsätzliche Aenderungen vorgenommen. Wie bisher, erhalten die Anteilseigner auch jetzt eine garantierte Dividende von 8 Proz. Vorher werden 19 Proz. des gesamten Reingewinns der Reichsbank— gegen früher 20 Proz.— in die offenen Reserven gelegt. Von dem Rest des Reingewinns erhält bei den ersten 25 Millionen Mark das Reich 75 Proz., die Anteilseigner erhallen 2ä Proz., bei den nächsten 29 Millionen kommen auf das Reich 99 Proz., auf die Anteilseigner 19 Proz., und von dem dann noch eventuell verbleibenden Rest erhalten die Anteilseigner nur noch 5 Proz., das Reich 95 Proz. Die praktische Aus wir- k n n g dieser neuen Gewinnverteilung wird dadurch illustriert, daß. wie man hört, das Reich in den Etat für 1339 bereits eine Summe von 49 bis 59 Millionen Mark(bisher rund 5 Millionen) eingesetzt haben soll. Man rechnet damit, dass es für die Anteilseigner selbst praktisch in aller Zukunft aus eine Dividende von 12 Proz. heraus- lonunen wird, was wieder bedeutet, dass auch diese Dividende eine sogenannte-manipulierte Dividende sein wird in dem Sinne, dass die Reich sbankdividende auf 12 Proz. stabilisiert wird und im üvrigen die Reserven der Reichsbank aufgefüllt werden. Freilich ergäbe sich daraus auch eine Begrenzung des Gcwiimanteiis des Reiches., Große Geschenke an du Anteilseigner. Diese neue Gewinnverteilung ist aber nur ein Bruchstück der jetzt vor sich gehenden Veränderungen. Dem formellen Anspruch der Antcileigner aus höhere als bis jetzt verteilte Reichsbankgcwinne wird b« der Neuordnung der Gewimmerteilung ein Zuguestandnis -emacht. bei dessen Bemessung Reichsbank und Reichsregierung sehr weit«Spendierhosen angezogen haben. Der Reichsbank- oräsidcnt erklärte es für notwendig, die Anteilseigner im Inland und Ausland„fair' zu behandeln— man werde ja noch auf lange Zeit in der Kapitalbeschaffung aus das Wohlwollen des Auslandes angewiesen sein, für die„faire" Behandlung der In- landsokticmäre wurde kein Grund angegeben— um ohne Wider- stand die Zustimmung der Anteilseigner zur neuen Gewinnordnunz zu erlangen..,,,..,... Die Anteilseigner erhalten geschenkt: auf ie vier Anteilscheine einen Reichsbankanteil und ausserdem im selben Vcr- I ällnis ein« GoMiskontbankaktie zu 19 Pfund Sterling oder rund 299 Mark Wer also beispielsweise 4999 M. Reichsbankanteile Hot. .rhäll gratis 1999 M. Reichsbankaktien. die ihm 12 Proz. Dividende bringen und ausserdem 2990 M. Golddiskontbankaktien, die minde- stens 3 oder 6 Proz. Dividende bringen. Statt der 4009 M. hat dieser Anteileiernor also 7000 M.. davon 3900 M. gratis, zu einer Verzinsung non erheblich mehr als 15 Proz. Reichsbankanteile waren wegen der sicheren hohen Dwidende immer ein sehr gesuchtes Papier, ihr Kurs stand aus d-r gestrigen Börse bei 313 Proz.. und es ist kaum anzunehmen dass di- Besitz» von Reichsbankanteilen jemals ihr« Papier« verkamt haben. Dies« glücklichen Besitzer werden also ihren bisherigen Besitz an Reichsbankanteilen auf ewige Zeiten — das ist die Folg« des Kopstalgeschenks— mit erheblich mehr als 15 Proz. verzinst bekommen. Man muß sagen, daß dos eine mehr als faire Behandlung ist. Das Geschenk wiegt um so schwerer, als nicht cirnnol moralisch die höheren Gewinnansprüche der Anteilseigner gerechtfertigt werden kannten, nachdem die Reichsbankgewinne ja nur zu verschwindenden Teilen mit dem von den Anteilseignern eingezahlten Kapital erzielt wurden, sondern ein« Folge des Notenmonopols waren und sind, aus Grund dessen die hauptsächliche Kreditgewähnmg der Reichs dank erfolgt. Diese Abfiichung der Anteilseigner hat eine Kapital- erhöhung der Reichsbank zur Folge,»nd zwar uii Dcr- hällms 4:1, d. h. bei dem jetzigen Stand eine Erhöhung des Kapitals auf 159 Millionen Mark. Aber auch bei der Gold- diskontbank wird durch die Abfindung der Anteilseigner eine Kapllalerhöhung eintreten. Diese Kopitalerhöhung erfolgt aus den Reserven der Reichsbank von 133 auf 299 Millionen Mark, so daß einschließlich der Reserven von 59 Millionen Mark die Golddiskont- bank über ein Arbcitskapitol von 259 Millionen Mark verfügen wird. Eine wirlfchaftspolitifche Ueberrajchung ist die Absicht. die Golbdlskonlbonk weiter bestehen zu lasten. Di« Golddiskontbank soll in der Zukunft der Export- sinanzierung dienen. Zu diesem Zweck soll die ans völlig neue Grundlagen zu stellende Bank nach Möglichkeit Auslands- kapital aufnehmen— bis zum Fünffachen des Aktien- kapitals, d h. bis zu rund 1 Milliarde Mark. Die gegenwärtig kapitalmassig noch voll von der Reichsbank beherrschte Golddiskant- bank soll verwalluiigsmässig von der Rcichsbank losgelöst und mit einer eigenen Direktion ausgestattet werden. Sic soll zu jedem Bankgeschäft berechtigt sein, was auch zur Folge hat, dass die bisherige Steuerjreiheit beseitigt wird. lieber alle diese Dinge wird noch manches vor ihrer Verabschic- dung im Reichstag zu sogen sein. Mit dein. Riesengeschent an die Anteilseigner hat sich der Reichshankpräsident natürlich auch sehr tief vor den Mitgliedern des Gcneralrats verbeugt, so daß diese init dem jetzigen Reichsbankpräsidcnten ganz besonders zufrieden sein werden, was nicht ganz ohne politische Bedeutung ist. Aus das genaueste muß der Reichstag die neue Funktion der Golddiskontbank prüfen. Eine besondere Exporffärdc- ning ist gewiss zu begrüßen. Mm, muß aber beachten, daß die Gold- diskontbank trotz der verwaltungsmäßigen Trennung von der Reichs- bank von dieser nach wie vor fast voll beherrscht sein wird, da die Reichsbank auch bei der höheren Bemessung des Kapitals zu mehr als zwei Drittel die Golddiskontbank beherrschen wird. Die Mög- lichkcit ist also gegeben, daß die Reichsbank zur linken Hand stark in die Wirtschaftspolitik des Reiches eingreift. Dabei handelt es sich um grundsätzlich sehr ernste Fragen, an denen die Ocsfcntlichkeit und der Reichstag nicht vorbeisehen können. Zweihundert Mistionen Mark. Wie Arbeitslofigkeit und Ltnierstühungsvorschnfien die Gemeinden belasten. Biinvriilltnot Dr. Krid Ella«»am Dvitsckxm Etiiltetaa äugreit fi in btt In itn närfrftftt To«tn trschtinenden Shintmtt Jits �StaMeias' üb« ixt» für ine Knmmunalfwaiu« beut« so wichtia ««»orbrnt Tbnna»Woblfabriztnvcrbslosc und Gemeindcftnan.nn". Wir rntnrbmen dorou«: Durch die Verschärfung der Anwartschaftssrist, die Begrenzung der Unterstützungsdauer der Arbeitslos cnvcrsichcrung und der Krisenfürsorge sowie die Einengung des von der Krisenfürsorg« erfaßten Personcnkreises sind in den letzten Jahren und ins- besondere in den letzten Monaten die ausschließlich von der Wohl- sahrtspslege zu betreuenden Erwerbslosen, die sogenannten„Wohl- fohrtserwerbslosen", in einem Maße angewachsen, daß daraus die stärkste Gefahr für die geordnete Führung der gesamten kam- munalcn Finanzwirtschaft erwachst. Gerade die Last der lang- dauernden und darum besonders drückenden Arbeitslosigkeit liegt auf den Gemeinden. Das Hauptkonlingent der Wohliahrtserwerbs- losen stellen— wie Untersuchungen des Deutschen Städtctagcs ergeben haben— die Ausgesteuert« n aus der Arbeitslosen- Versicherung und Krisenfürforge dar. Dabei handelt es sich keineswegs etwa um erwerbsbeschränkte Ärbeitskräfte, sondern fast aus- nahmslos um oollorbcitsfähige und arbeitswillige Personen, deren Nichluntcrbringung auf dem allgemeinen Arbeilsrnarkt lediglich auf eine ungünstige Lag« der Gcsnmtwirt- schast oder einzelner Wirtschaftsgebiete zurückzuführen ist. Di« Auf- gäbe der gemeindlichen Fürsorge ist ober noch Ziel und Technik nicht die, für. Massennofftändc, die arbeitsfähige Menschen heim- suchen, Fürsorge zu treiben. Ihr eigentlicher Zweck ist, bei indi- oiduellen Notständen und unter Prüfung des Einzelfalles cinzu- greifen. Nach den Feststellungen des Städtetages betrug die Anzahl der in den Städten über 59 999 Einwohnern(ohne Hansestädte) laufend unterstützten Parteien bei'den Wohlfahrtserwcrbs- losen Am ZI. 12. 1928 rund,....... 118 000 „ 31 3. 1929,........ 136099 „ 30 6. 1929. �....... 103 000 „ 30. 9. 1929......... 133 000 .. 31. 12. 1929„........ 190 000 Die Zahl der laufend unierstützten Parteien bei den Wohl- fahrtserwerbslosen stieg zum Beispiel in der Zeit vom 31. Dezember 1928 bis zum Jahresende 1929 in Berlin von 24 856 auf 36 830; in Köln von 7991 auf 9678: in Dresden von 2918 auf 5178; in Breslau von 6429 auf 13 249: in Frankfurt a. M. von 3479 auf 7985: in Düsseldors von 2825 auf 5110; in Mannheim von 1718 auf 2921 und in Kassel von 1134 auf 3383. Die Äurve dieser Zahlen verlaust unabhängig von der Entwick- lung des Arbeits Marktes. Auch während des R ü ck- ganges der Zahlen der durch die Versicherung unterstützten Erwerbslosen zeigten diese Zisfern insolge der Bestimmungen und Auswirkungen des AVAVG. steigende Tendenz. Die Zusammensetzung der von der öffentlichen Wohlfahrtspflege betreuten Personengruppen hat dadurch seit Jiikrasttreten des AVAVG. sie- merkenswerte Dcrönderungen erfahren. Der Anteil der arbcits- sahigen Personen ist immer mehr gestiegen, während diejenigen, für die di« gemeindliche Fürsorge m erster Linie geschaffen ist, prozentual in den Hintergrund treten. Ohne die Auswendungen für die Kriscnsürsorge und die wert- schafsende Arbeitslosenfürsorge, deren Ausbau unter den ver- schiedensten Gesichtspunkten im Interesse der gesamter� Wirtschaft dringend gelegen ist, betrug so die Belastung der Städte über 50999 Einwohner(ohne 5)ansestädte) durch die Erwerbslosen im Jahre 1329 bereits 169 Millionen Mark. Für die Gesamtheit der Gemeinden wird sie aus weit über 209 Mil- lionen Mark zu veranschlagen sein... Die sinanziellen Schwierigkeiten der Städte sind zum größten Teile gerade durch die immer mehr steigend«» Aufwendungen für �ie Wohlfahrts- erwerbslosen mit verursacht. Die Gemeinden sind zur Betreuung dieser Schicht der Erwerbslosen durch die Reichsfürsorgeverordnung verpflichtet, sie können sich dieser Ausgab« nicht entziehen. Läßt man die augenblickliche Regelung weiter bestehen, so bedeutet das eine fortschreitend« G«söhrdung der kommunalen Finanzwirtschaft und das Entstehen von ausserordentlich bedeutsamen Fehlbeträgen im Haushalt. Für große Massen von arbeitsfähigen und arbeitswilligen Erwerbslosen dauernd, oder jedenstills für Ungewisse Zeit zu sorgen, kann nicht Ausgab« der kommunalen Wohlfahrtspflege fem. Beratungsstelle wieder verlängert. Wie der Amtliche Preußisch« Pressedienst einem Runderlass des preußischen Innenministers und des preußffchcn Finanzministers entnimmt, ist die Geltungsdauer der Richtlinien der Beratungsstelle bis zum 2 8. Februar d. I. noch eiiunol verlängert worden.- Diese neuerliche kurzfristige Berlnngening läßt erwarte», dass im Ausainmenhang mit den Voung-Plan-Gesetze» auch di« Frage der Beratungsstelle geordnet tvcrdcn wird. Wir halten es für dringend notwendig, dass dcr Oefsentlichkeit rechtzeitig genug die hier beabsichtigte Neuordnung bekanntgegeben wird. Die Frage ist viel zu wichtig, als dass sie ohne gründliche öffentliche Erörterung ihre Erledigung finde» dürfte. Die Siemens-Anleihe schon verkaust. Mi« aus New Park gemeldet'wird,"hat 5er ganze amenkamsche� Test, der ntpen Siemens- Anleihe bereits sofort nach der Aiiflcgimg. seine Käufer gefunden. Das ist begreiflich angesichts der Taiiache, daß die amerikanische General Electric nach der Zustimmung des Siemcns-Kouzcriis einen großen Block der Anleihestücke fest über- nehmen konnte und um den Rest bei den günsti-gen Bsdingungeu der Anleihe sich naiurgciiiäss die kapitalistischen Käufer rissen. IZs wurden auch sehr beträchtliche Beträge schon vor der Auslegung der Anleihe unter der Hand den Jntcressentcn zugeteilt. Ifaab-Katzenstein-Flugzeugwerke bankrott. Die Raab-Katzenstein-Flug zeugmerke G.m.b.H. in Kassel, die insbesondere Kleinflugzeuge hergestellt hat und von der auch das über Berlin sahrende starre Retlamelifftschiff gebaut wurde, hat ihre Zahlungen eingestellt und beim Amtsgericht Kassel ein Lcr- gleichvcrfahren zur Abwendung des Konkurses beantragt. Bon den Gläubigern wünscht die Gesellschaft ein Moratorium, das eine hundertprozentige Befriedigung ermöglichen soll. Zur Zeit wäre eine Gläubigerquotc von 59 Proz. möglich. Der Zusammenbruch der Raab-Katzenstein-Fliigzeugmerke wird vor ollem zurückgesührt aus den Bankrott des Kasseler Bankhauses Schirmer, bei dem die Flugzeugfinna eine größere Forderung ge� habt haben soll. In der letzten Zeit sollen ihr von verschiedenen Banken ausserdem die gesamten Kredite gekündigt worden sein. Schliesslich gehört die zusammengebrochene Flugzeugfabrik auch zu jenen Firmen, die von der letzte», vom Reichstag zur Rationali- sierung der Flugzeugindustrie beschlosseneil letzten UmsteUungs- beihilse ausgeschlossen wolchcn sind und nur noch eine Abfindung als Schmerzensgeld erhalten haben. Guter Auslakt der Salisaison. Der Umsatz der zum Deut, che» Kallsyndikat gehörenden Kaliwerke sielltg sich i m Jan ua r 1930 auf 1 860 098 Doppelzentner Rcinkali gegen 1 647 739 Doppel.zentncr Rcinkali im ql-ich-n Monat des Vorjahres. Die Abladungen in den ersten neun Monaten(Mai 1929 bis Januar 1939) des laufenden Düngejahrco betrogen 9,3 gegen 9,4 Millionen Doppcl- zentner Reinkali in den ersten neun Monaten des Diingejahrcs 1928/29. Das neue Filwkemtingenl. Der Reichstommissar für Aus- undCinfuhrbewilligung hat nunmehr für das Kontingent- jähr 1939/31(I. Juli 1930 bis 30. Juni 19.31) die Zahl der auszu- gebenden Berechtigungsscheine aus 219 festgesetzt. Hiervon gelangen 169 Berechtigungsscheine zur Verteilung an die berechtigten Ver- leiher. Die restlichen 59 werden an solche deutschen Finnen ver- teilt, welche nachweisen, dass sie deutsche Filme ins Ausland verkauft haben und dass diese Filme dort angemessen zur öffent- iichen Vorführung gebracht sind. Der Reichskommissar für Aus- und Einfuhrbewilligung behält sich mich vor, besondere Bestimmungen für die Einsuhr von Ton- und Sprech filmen jederzeit zu treffen. Für die Gesundheill Ftehiuger yersindsltllt. Berlin SW il SciiKncbener Str. 1»» Tel. Lüuow 82W)-6I Förderung der Arbeitslosigkeit. Ourch Gewerbeauffichisbehörden. Die Silasen,!»g tro tz riejigcr Arb«itslosigkeit U eberarbeit getciftei wird, nehmen von Tag zit Tag zu. Das »cl�inun« ist, daß die Gewerbeaufsichtsbehörden nicht gegen den Ueberstundenunfug und Ueberarbeit einschreiten und, aus Rülksicht aus die Unternehmer, lieber beide Augen zu- drücken, alz die Beobachtung der gesetzliche» Bestimmungen er- zwingen. Wie es in der Praxis zugeht, zeigt besonders drastisch folgender Borsall bei den Al senschen Portland-Zement- fabriken in Itzehoe. Dort lzalxit auf Beronlassung der Betriebsleitung zwei Packer- kolonnen zu je drei Mann im Nooerrtber des vergangenen Jahres von morgens b bis nachinittags 2 Uhr und an demselben Tag von abends 19 bis Sonntag früh um 6 Uhr— also zwei volle Schichten gearbeitet. Beide Kolonnen sind dann wiederum a m gleichen Sonntag von abends 6 Uhr bis zum Montag morgens 6 Uhr zur Arbeit bestellt worden und haben auch ge- arbeitet. Am Montag haben sie dann noch ihre reguläre Schicht von nachinittags 2 Uhr bis abends 19 Uhr verfahren. Es sind also innerhalb von drei Tagen von den beiden Kolonnen pro ZNann lS Ueberslunden geleistet worden, wobei noch zu beachten ist. daß Sonntag sonst überhaupt nicht gearbeitet wird. Die Firma war um eine Ausrede nicht verlegen. Sie be- gründete ihre Mahnahme mit eiliger Auslandsbestel- lung!! Den Betribsrat zu befragen, hatte sie nicht für notwendig erachtet. Sie hat auch nicht nur zwei Packerkalonnen ohne Rücksicht auf die tariflichen Bestiinmungen und die gesetz- lichcn Vorschriste» zur Arbeit herangezogen, sondern außerdem noch Z5 bis 17 Berholer und Zuschlag«? am Sonntag arbeiten lassen, ohne dasz Genehmigung zur Sonntagsarbeit ein- geholt war. Also wahrhaftig Grund genug zum Einschreiten. Wie hat jedoch das Gewerbes nfsichtsamt auf Be- schwerde des Fabrikarbeiteroerbandes den Fall erledigt? Mitte Januar teilte das Gewcrbeauffichtsomt Itzehoe mit, daß eine Veranlassung, gegen die Firma Strafanzeige zu er- statten, nicht vorgelegen habe! Die in der Packerei geleistete Sonntag-arbeit sei mit Rücksicht auf§ 19Zc Abs. 1 Ziff. 1 GO. ohne behördliche Erlaubnis zulässig. Ein im Hamburger Hajen liegendes Schiff, dessen Abfahrt auf den Dienstag der koimnenden Woche festgelegt gewesen sei, habe rechtzeitig mit Zement beladen werden müssen. Im Hinblick auf den Auslandsauftrag sei angesichts der gespannten Wirtschaftslage durch die Tatsache der Devisen- bcschasfung(!) das öffentliche Ime reffe gegeben gewesen. Die lieber- arbeit sei gemäß§ 19 Abs. 2 des Arbeitszeitnotoesetzes vom 14. April 1927 zulässig. Die Anwendung des§ 7 der genannten Verordnung, der gegebenemalls«ine Mehrarbeit an dieser Stelle ausschließe, sei in Gemeinschaft mit dem Kreisarzt und dem Betriebsratsvorsitzenden besprochen worden. Nach Auffassung des Kreisarztes besteh« zur Zeit keine Gesundheitsgefahr, da von einem außerordentlichen Grad der Einwirkung des Zemenlstaubcs nicht gesprochen werden könne! Das Geros rbeaufsichtsamt beruft sich zu Unrecht auf den Z 19 des Arbeitszeitnotgssetzes. Es wäre möglich gewesen, für die Arbeit durch das Arbeitsamt die nötigen Arbeitskräste heranzuholen, selbst wenn es sich nur um einig- Schichten handelte: denn kurz zuvor war erst eine vollständige Packer- k o l o n n e von der Firma entlassen worden und ganz abgesehen davon wären genügend Arbeitslose vorhanden gewesen. die mit den Arbeiten der Zementindustri« vertraut sind und zur Aushilfe herangezogen werden koimten. Das Gewerbeaufsichtsami hat sich serner ei mach über die Tatsache hinweggesetzt, daß die Firma gegen die Bestimmungen des tz 7 der Am», vom 27. April 1927 verstoßen hat, deren Beschränkungen die Arbeiter der Packerei durch Verordnung des RAM. vom 29. März 1929 immer noch unterstellt sind. Das Gcwerbeouffichtsamt mußte, da ein Der- stoß der Firma vorlag, vorgehen. Die Besichtigung des Betriebes durch einen Eewerbcrat hatte ganz augenscheinlich nur den Zweck, das Verhalten der Firma und das des Gewerbeaussichts- amtes zu rechtfertigen; denn st« wurde vorgenommen zu einer Zeit, wo keine Bestellungen vorlagen und die Arbeit aus dem Packboden fast völlig ruhte. Das Verhalten des Gewerbeaufstchtsonrtes ist einfach«in Skai»- dal. Daß auf diese Weise praktisch nur die Arbeitslosigkeit vermehrt wird, liegt aus der Hand. Gerade in der Zement- industrie müßte zur Eindämmung der Arbeitslosigkeit zu einer kürzeren Arbeitszeit geschritten werden. Winichoiilich wäre das durchaus zu rechtfertigen. Allein die Zeinentindustriellen wolle» nicht einmal vom Achtstundentag etwas wissen. Daiik.zäher Gewerkschaftsarbeit gelang es schließlich, im größten Teil der Zementindustrie die achtstündige Arbeitszeit tariflich festzulegen. Trotz dieser Festlegung setzt sich eine ganze Reihe von Unternehmern brutal über Vertrag und Gesetz hinweg. Und Gewerbeaussichts- behärden helfen ihnen noch dabei! Kurzarbeit oder Entlassungen? Die Zwangslage der Berliner Verkehrsgesellschast. Die Berliner Berkehrsgesellschoit muß nicht nur die Anleihen verzinsen, die notwendig sind zum Bau der neuen Linien, sie führt außerdem monatlich 3.3 Millionen Mark a» die Stadt ab oder rund 49 Millionen Mark pro Jahr. Diese überhöhten Ansprüche zwingen die Berkehrsgesellschaft, die II n k e r h a l t u ng sa rb« i te n, die für die Sicherheit des Betriebes nicht unbedingt notwendig sind, aufs äußerste«inzu- Ich ranken. Dadurch steht sie vor der Alternative, entweder Entlassungen vorzunehnien oder 8999 Wertstättenarbeitern vorzuschlogcn, die Arbeit zu strecken, das heißt, statt sechs Schichten nur fünf Schichten pro Woche zu arbeiten. Die Direktion der Berliner Berkehrsgesellschaft wird sich deshalb zunächst mit dem Arbeiterrat verständigen. Falls der Arbeiter- rat sein« Zustimmung nicht gibt, wird die Berliner Berkehrsgesell- schast sich an die Gewerkschaften wenden, mit denen sie im Tarisverhältnis steht und mit denen sie tariflich die 48-Stunden- Woche vereinbart hat. Es ist nicht zu verkennen, daß sowohl die Berliner Derte Wiederwahl der bisherigen kommissarisch tätig:n Borstands. Mitglieder.'__:. llh" Achtung, Holzarbeiter Heute Mittwochabend finden in allen Branchen und Be. zirten des Holzarbeiter-Berbandes die Jahres Mitglieder- Versammlungen statt, in denen die Borschlage gemacht werden für die Gencralversammlungsdelegierten. Die Berfammkungslokale ssnd aus dem Mitteilungsblatt des Holz- arbetter-Berbandes ersschllich. Die tneisten Versammlungen f.nd-m gleich noch Feierabend, also um 4-- Uhr, statt..Es ist Pflicht jedes Genossen, die ftiir ihn zuständige Versammlung zu vo- suchen und auch für regen Besuch zu agitieren. Reich» wehnuinister und Sparkommissar. Nicht 1390, sondern 139 Arbeiter sind vom Reichswehrministermm in Berlin entlassen worden. Die irrtümliche Angabe in dem m Nr. 33 des..Borworts nom Sonntag, dem 2 Februar, veröffenilichten Artikel ist auf einen bedauerlichen Tippfehler zurückzufuhren. «cht-»«,?onntr»t«,. I» Uhr, BmiichtN�rseZim. r| fei lung. laeesordnuna: Soctrue de» Senogen Äutt deinisn M. d. P. fei MsraTl��BSir H r te«.« luna. Icacsotdnuna; Sortru« de» Genossen...... . 3>fetiiiTion und Berschieder.es. All« Genossen Hoden dl« Pklxht. dies« t|| MZ Bersommlun»*u besuiluln.®tt?r»llu>n»o-rlt-nd. j APD fftaKton. StädtislS« iSorawrt«, technislhe Uatera&teilnna ine Gelamt. verdand'd«r Aldritnohmer der-ikntli-hcn Belr.edc und de» Personen, und Darenvertchr». Tonurrstair. I» Uhr. Rosci'.tholer Str. U d-ukscher So f. �ratti-n-nersaminlun«. T-ar-ordnuna! Stellungnadme»ur Relriod-rotznxlNt. Tct zkratt,»»»»-tttaod. t Trete Gewertschafts-Iuaend Berlin Seute, Mittwoch. l»'Z Uhr. loeon die ffltupocn: Paum!» ul-nwea: WnMitim Srnssssr. 16. Lelurbes-richuna.-.Zu,- ntlie rn. . Schule Eonnenduraer Str. 20. S-imd-spr«»u»a.«erdandsdullilontrolle. —»chö-h-nlc« Tor: Iua-ndheim gebdimder Str. 21--22. SelNidesprcchuni,— «rißensee: Gruvvenh.im Wliftejise«. Parfftr. 3«. d-unbesvr.chuna-«tttlclln: Gruppenheim Scroftc. 29(fcof). Seimbesprechuna �Wp.elabend. Brnlsst Kelniausw-'Z und Berband-buch mit.— Süden, Sndnxstcn: Stod.. Zugeud- d-Im Dorckstr 11i. nächste B-r-:, statt,,. lg finlKt am Mittt-o». dem 12. K-bruar. 20 Uhr,»n Seimailchulmuseum. Ibs.». strahe 17. Natt. .Fvaendaruvpe deS'Z«ntra>verbande6 der Anaesteltten Seuie. Mittwoch, finden fola-nd- Seranssaltungcn statt:««l»ndhrnonea- Jugendheim Orthltr. 1», Pt. Portra«!.?Iu, de» Ansängen der Dewcrl. schaftabewegung". Reserentl Werncr Decker.— Schönhauser Dorstadt! Jugend- hrim der Schule ssastani-nalle- 61. Beruf-Iuudliche AnbeUdgemeintllxrt::„SN- teNun« Lager". Leiter: Georg Scildrunn.— Ziardoftl Jugendheim Dant.gcr Sirahe»2 sBarackc 2s. Kartrag: �lärpertnltur". Ziefercnt: Friedrich Wcigclr. — Stralani lugendheim der Schule Gasslerstr. 61.„Berliner Huinor."—«cn- köln: sZuacndhcim Böhmische Str. 1—1. Eck-«altuer Strassc.s Die Jugend. «ruppe besuch: die Versammlung de» ääctbebcatt!« Neulöll:: in den Bürger. säleu. Bergstr. 147. Bortrag:„Die gegnerischen Organisationen— was uns von ihnen trennt". Beferelrt: Otto Wiest.— Südost: Jugendheim Wrangel» ftrasse>28. LreUspielabelid. Einführung i» das Schachspiel.— Spandon: Jugendheim üind-nuser 1. Seimabcnd.- Potodam-Nowa««»: Iug-ildherb-rg- Bowawes. Priesterstrasse. Kprlrag:„Unsere ülrbeiterbichtcr". Referent: BU» Helm tewinsli. .-22� Unterhaltung unü ÄVissen Wolf gang Itteier: 1000 Jahre Parlament Sur Jubelfeier des dsländifdien AUhings In diesen Tagen erging an die Parlameniarier aller Länder die Einladung Mr Teilnahane an einem geschichlliä, uick politisch gleich merkwürdigen Jubiläum: Zur Tausendiahrscicr des islän- dischen.Zllchings", des ältesten bestehenden Parlaments der Erde. Die Festlichkeiten werden vom 26. bis 28. Juli 1030 im Thing- Tale(Thingvellir). der Bersmnmlungsstötte der isländischen Volksvertretung in alter Zeit, abgehalten werden und ihren 5)öhepunkt in einer getreuen Darstellung der ersten Zllthingtagung des Jahres 330 n. Ehr., frdden. Nach den Hauptsestlichkeiten sollen Kleinere Veranstaltungen. Ausstellungen. SportZvettkämpsc in der Landes- Hauptstadt Reyksavik das Jubiläum beschließen. Das Thing-Tal liegt etwa SO Kilometer nordöstlich von Reykjavik am Ufer des bedeutendsten Binnensees von Island, der nach der Thingstätte den Namen Thingvallaoatn trägt. Thingvelltr ist eine Lavaebene von einer Stunde Breite zwischen zwei geivaltigen Schluchten, umschlossen von mächtigen Lavawündcn und erloschenen Vulkanen. Islands vulkanische Natur hat hier eine Szenerie von wilder Schönheit geschaffen. An dieser Stelle trat vom Jahre 030 bis Mn Jahr« 1787 alljährlich der isländische Retchsiog zusammen. Erst ums Jahr 800 n. Chr., also zur Zeit Karls des Großen, cntdeckien irische Mönch« das mehr als tausend Kilometer nordwestlich von Norwegen einsam im Weltmeere gelegene Island, ein gebirgsrsiches Jitsellartb etwa von der Größe Süddeutschlonds. Bald zogen sich die Jrsnmönch« vor heidnischen Wikingern zurück. Von einer wirklichen Besiedlung Islands kann man aber erst roden, als in Norwegen der König charald Schönhaar eine Militär- Monarchie errichtete und von dort politische Flüchtlinge in größerer Anzahl nach dem sicheren Eilande auswanderten. Diese Besiedlung Islands war um das Jahr 930 abgeschlossen. Ein politischer Kops unter den Ansiedlern. Ulfisotr, überzeugte die anderen Kolonisten von der Notwendigkeit einer gesetzgebenden Körperschast für ganz JslariL Als solche wurde das Althing— das für alle geltend« Thing(Volksvertretung), im Gegensatze zu den bereits be steheichen örtlichen Things— einberufen. Alle Gemeiichehäuptlinze, in MtiÄmch.Gaden' genannt, und alle«nigermahcn ansehnlichen Bauern— Städter gab es noch nicht— waren zum Besuch« des Whings verpflichtet. Di« Tagung begann alljährlich in der elften Sommerwoche, d. h. nicht vor dem 18. und nicht nach dem 24. Juni, und dauerte zwei Wochen. Jeder Althingbesuchcr hatte eine Iah- lung(Thingsarakaup), also eine.Diät', zu beanspruchen Anderer- feits tonnt« sich«in Thingpfiichtiger durch Entrichtung dieser Summ« für ein Jahr von der Teilnahme befreien. Diese Maßnahm« trug ui�weifelhast zur Sicherung eines genügenden Besuches bei. Dem Althing lag nicht nur. wie unseren Parlamenten in demokratischen Ländern, die gesetzgeberisch« Arbeit uiü» die Wahl der obersten Behöbe ob. sondern auch die Rechtsprechung. Für dieses Richteramt setzte die Bollsvertretung süns Gericht« ein. Für die Gesetzgebung dagegen wählre das Althing einen engeren Aus- schuß, die ö g r« t t a". Dies« stellt« die höchste Behörde des altisländischen Freistaat«» dar und hatte auch bald neben der ge- setzgebenden Befugnis weitgehende vollziehende Gewalt. Sie um- faßt« 144 Mitglieder, davon 81 Stimmberechtigte. Den Borsitz führte der.Gesetzessprecher', den ebenfalls das Althinz wählt«. Die Befugnifl« dieses„Präsidenten', wie wir den Gesetzessprecher wohl n«nnen könnten, waren indessen in echt demokratischer Folge- richtigkeit stark beschränkt. Er Halle den Vorsitz im AUHing, war oerpslichtet, während seiner dreijährigen Amtszeit das gesamte geltende Landrecht auf den Sllchiirgversannnlungen aus dem Ge- dächtnisse vorzutragen— eine vorzügliche Gewähr für seine Rechts- ksnntnis— und durste auch Rechtsgutachten an jedermann abgeben. Aon der vollziehenden Gewalt aber, vom Einflüsse auf die Ge- richtsveihandlungen war er völlig ausgeschlossen! Den alten Js- ländern erschien der Gobanke, einem einzelnen weitgehende Macht- defugnisse zu übertragen, unvereinbar mit dem Wesen eines sr«i«n Staates, einer staatsbürgerlichen Freiheit. Bemerkenswert erscheint auch die Bestimmung, daß in d«r.Lögretta' bei Erlaß neue» Ge- setze, bei Bewilligung»an Gnaden und Erteilung von Privilegien Einstimmigkeit erforderlich war. Bei Geldstrafe war jedes stimm- berechtigte Mitglied verpstichtet, feine Stimme für oder gegen den Antrag abzugeben. Di« Leistungen der altisländischcn. republikani- scheu Gesetzgebung müssen uns heute noch in Erstaunen setzen. So bildete schon vor tausend Iahren jede Gemeinde«ine Bcrsicherungs- gesellschast auf Gegenseitigkeit gegen Feuerschaden und Lichuerlust. Und um dieselbe Zeit kennt Island bereits«ine Armenfürsorge. Obwohl nun Verfassung und Gesetzgebung des isländischen Frei- staates von erstamtlich folgerichtigem demokratischen und in mancher Hinsicht auch sozialem Geiste erfüllt waren, obwohl sie die Vereint- gung politischer Machtmittel in einer Hand peinlich vermieden, verhinderten sie doch nicht das Zluskommen wirtschaftlichen Uebergewichtcs einzelner Familien. Daß diese Geschlechter dann auch aus die politischen Geschicke de, Insellandes entscheidenden Einfluß ausüben konnten, war ein« notwendig« Folge der Entwicklung. Im 13. Jahrhundert sehen wir dann den heftigen Kamps solcher mächtig gewordenen Familien mn die Vorherrschaft. Diese Streitigkeiten geben dem Norweger-Känig Gelegenheit, sich erst als Schiedsrichter in dl« inneren Verhältnisse des Freistaates eingu- mischen. Schließlich gelang es dem Könige Norwegens, unter- stützt durch Verrat einzelner Patriziergeschlechter— denen mehr an ihren« Vorteil« als am vaterländischen Gedanken' tag— Js- land unter seine Oberhoheit zu bringen. Das«vor das Ende der isländischen Republik im Jahr« 1204. An den inneren Einrichtungen Islands änderte sich zunächst wenig. Das Althing bestand weiter. Es ersichr jedoch bald«ine grundlegende Wandlung: An Stelle der Volksvertreter traten von den königlichen Lai«dräten berufene Parlamentarier, und die Lüg- retta, die oberste Behörde, setzte sich nun ebenfalls aus ernannten Mitgliedern zusammen. Der Einfluß des?llthings ging immer mehr zurück, namentlich nackzdem der norwegisch« Thron und damit' die Herrschaft über Island in« Jahre 1380 an die Krone pon Däne- «narl gekommen waren. Immerhin hielt das Althing bis zum Ende des 18. Jahrhunderts regelmäßig sein« Sitzungen ob und übte immer noch ein« gewisse gesetzgebende und richterliche Gewalt aus. Infolgedessen kam die Staatsform des absoluten Königtums, die im 17. Jahrhundert auch für Island als geltend erklärt wurde. liier nicht zur eigentlichen Durchführung. Die Monarchie war für Island in erster Linie wirtfchastlich verhängnisvoll durch das Handelsmonopol. Die dreißiger und vierziger Iah« des vorigen Jahrhunderts, die Zeit des Erwachens der Frciheitsideen in Europa, sehen auch in Island lebhafte Verfassungskämpfe. Nicht mit Säbel und Ge- mehr, sondern mit geistigen Waffen werden sie hier ausgefochten. Der Erfolg ist darin« nicht geringer. Im Jahre 1843 wirb dos Althing nach fast fünfzigjähriger Pause wieder einberufen, und zwar wieder als gewählte Volksvertretung— wenn auch mir als beratende Versammlung. Natürlich koimte man dieses moderne Parlament nicht mehr gut im Freien auf der alten Thing- stätte tagen lassen. Sein Sitz wurde ans praktislbcn Gründen die Landeshauptstadt Reykjavik. Im Jahr« 1874 endlich erhielt dos Althing wieder feine alte Stellung als beschließende Dalksoertretuug — Jsloiü» wurde ein parlamentarisch regierter, souveräner Staat in Personalunion mit Dänemark. Gewisse noch bestehende Bin- düngen an Dänemark fielen im Jahre 19l8 durch die Bundesakt« zwischen Dänemark und Island, in dem Island auch von Däne- mark als selbständiger Staat anerkannt wurde. Nach diesem Staats- vertrage ist der König von Dänemark zugleich König von Island. Er bezieht das für einen König immerhin sehr bescheidene Gehalt von 00000 Kronen im Jahre. Die eigentliche Rcgierungs- gemalt liegt beim Parlament— beim„A l t h i n g'. Dos Kabinett besteht aus drei Mimstern: dem Ministerpräsidenten, der gleichzeitig Justiz und.Kulms betreut, dem Minister für In- dustrie und dem Handelsminister. Einen Kriegsminister gibt es nicht, denn Island hat kein Heer. Schon zur Zeit der Norwegcrkönige und der dänischen Herrschast setzten die Isländer einen besonderen Stolz in ihr Borrecht, daß sie nicht zum Kriegsdienste verpflichtet waren. Im Jahre 1043 laust der Staatsvcrtrag.ab. Ob Island dann feine gegenwäriig« Versassmtg mit dem Könige— der also sozusagen auf Zeit angestellt ist— beibehalten oder sich zur Repu- blik erklären wird, steht natürlich noch nicht fest. 3)ie deulfche Chemie wtd der tKrackpro&eß Obwohl in Deutschland noch zwei Verfahren Betriebsstoffe für die Autonwbilmoiorcn künstlich hergestellt werden, vermag die chemische Industrie doch immerhin erst ein Viertel des Gosamtbedarfs an leicht siedenden Kraftstoffen durch die Herstellung von Benzol zu decken. Die übrigen 75 Proz. des Bedarfs an leichten Motartrieb- stoflen werden noch immer durck) die Einsuhr omerikomschen Erdöl- benzins bestritten. Berücksichtigt man, daß Deutschland trotzdem in der Herstellung van Bcnzinersatzstosjcn unter allen Kulturländern an erster Stelle steht, daß also das Benzin aus Erdöl noch recht eigentlich den Welttroftstofs darstellt, so wird«mn verstehen, daß einer besonders norteilhaften Erdölauswertimg hohe Bedeutung zukommt. Es handelt sich dabei nämlich darum, auch die Bestandteile des Erdöls mit höhcrem Siedepunkt noch in leichter siedende Stoffe zu verwandeln, wie sie die Automobilmotoren erfordern, schwere Oele also in die Form überzuführen, die das Benzin zu dem be-- gehrtestcn Anteil des Erdöls gemacht hat. Das erforderliche„Zerschlagen' der schweren Ocle in leichtere geschieht im Krackprozeß(vom englischen craeh— sprengen), der in Deutschland noch wenig bekaimt ist. Cr ermöglicht, ans einer be- stiminten Menge Erdöls, verglichen mit früheren Verfahren, ein anderthalbmal so großes Quantum Benzin zu gewinnen, so daß bis zu 30 Gewichtsprozent des Rohöls zu Benzin destilliert werden können. Bei dem Krackprozeß nach Craß, bei dem der Rohstoff flüssig bleibt, wird dos Erdöl unter einen Druck von 40 bis 55 Alma fphären in einer Reaktionskammer aus Stahl auf etwa 400 Grad Celsius, die Kracktempcratur. gebracht, wo sich ohne weitere Wärmezusuhr die Spaltungsvorgänge vollziehen. Di« Haupt- schwicrigkeit dabei ist, die Bildung von Kohle zu verhindern. Heute werden in den Vereinigten Staaten durch Krackung jährlich mehr als lOO Millionen Kubikmeter Benzin hergestellt. Der Wert der Einlagen dieser Betrieb« wird mit 275 Millionen Dollar angegeben. Die Entwicklung des Verfahrens wurde allerdin-gs non einem Vcr- suchsspesenkonto von allein schon 40 Millionen Dollar(!) getragen. 3>.9tonmnon>: AngfivorQefp Am Rande des Dorfes, nicht weit vom Friedhof, stand eine alt« verlassene Hütte, deren Fensterkreuzc herausgebrachen waren. Vor der Tür saßen zwei Bauern in Pelzen, rauchten ihre Pfeifen und unterhielten sich leise miteinander. Neben ihnen lagen zwei große, dicke Prügel, wie sie die Hirten für die Nachiwcidc brauchen. Sie hielten Leichenwoch«: in der Hütte hing die Leiche eines Selbst- Mörders. „Das unangenehmste Geschäft Ist das, bei einem Toten zu sitzen', sagte der eine von den beiden, ein kleiner Bauer in einer großen zottigen Pelzmütze. Sein Kamerad,«in großer Mann mit einer Stoffkappe, schwieg zuerst, dann meinte er unwillig:„Dafür ist es ruhiger, so einer rennt dir wenigstens nicht davon.' „Davonrennen nicht, aber-. er sah sich um und beendete den Satz nickst. Ein kalter Herbstabend senkte sich herab. Dom Dorfe her hörte man Lachen und Musik; es war Feiertag und alles war noch auf den Beinen. „Wenigstens die Leute hört man, ist's einem doch leichter', sagte der Kleine.„Voriges Jahr zum Beispiel hat sich der Müller im See ertränkt, heute noch, wenn ich an der Stelle vorbeigehe, ganz gruslig wird es mir dabei zumut." „Der wird dich doch nicht auffressen', antwortete der andere. .Ich weiß selbst', setzte der Kleine fort,„daß die Toten nicht herumgehen können und einem nichts antun. Aber Angst habe ich trotzdem. Zum Beispiel der da', er zeigte aus die Tür,„seit ich gesehen habe, wie er dort hängt— die Augen sind ihm heraus- getreten, das Gesicht ganz blau— seitdem fürchte ich mick� sogar, zu .Hause vor die Tür zu gehen. Gestern nmßt« mich die Schwägerin begleiten. Direkt schämen muh nian sich. Wcnn's nicht Pflicht wäre, um keinen Preis würde ich mich dahersetzen'. Der rot« Streifen am Horizont verschwand, es wurde sofort dunkler und kälter. Ein Windstoß fuhr durch die Zweige der krummen Fichte neben der 5)ütt« und ließ sie rauschen. „Jetzt kommt noch der Wind dazu', sagte wieder der Bauer mit der Pelzmütze.„Es gibt nichts Aergeres als dies« Fichten! Immer rauschen sie so schaurig.' „Was redest du denn immer dos Gleich«?' fragte zornig der Lange.„Nur Singst kriegt man von dem dummen Gerede!' Der Kleine schwieg, blickte sich noch einmal ängstlich um und sagte dann:„Die Tür hätte man schon zunageln können oder wenigstens einen Stock anlehnen.' „Was soll denn passieren?" „Weiß Gott, was alles vorkommen kann! Hätte ich das frülfer bedacht, wäre ich lieber in die Stadt fortgegangen.' Plötzlich schwiegen beide. „Was war das, hast du was gehört?' „Was war es denn?' „Vielleicht der Wind.' Einen Augenblick später drehten sich beide entsetzt zur Hütte. Man hörte ganz deutlich ein dumpfes Geräusch, als ob jemand beim Fenster hinein- oder hcrau-stcigcn wollte. DI« Bauern blickten einander an und sagten nichts, dann nahmen sie ihre Stöcke imd setzten sich etwas weiter von der Hütte weg. Eine Zeitlang blieb alles ruhig. Plötzlich vernahm man einen Senszer, wie wenn«in müder Mensch sich niederlegt und die steisgewordenen Glieder ausstreckt. Beide spürten, wie sich ihnen das Haar auf dem Kopf sträubte. „Das macht alles diese Fichte, der Teufel soll sie holen!' * Als es noch kaum zu dunkeln begann, trat ein zerlumpter Mann non sehr großem Wuchs mit llnrgem ungepflegten Haar auf die Straße, die am Friedhof vorbeiführt«. Er saß einige Zeit am Straßenrand, wartei« bis es ganz dunkel wurde und schlich sich dann zu der leeren Hütt«. Bor dem ausgebrochenen Fenster blieb er stehen und wollte hineinleuchten; aber es war ihm um das Zündholz leid, und so schlüpft« er in die Dunkelheit. Tastend entdeckte er etwas Bettähnlichcs, legte sich darauf und begann schon einzuschlafen, als er plötzlich eine Stimme hörte. Er riß die Augen weit auf und lauschte gespannt. Irgendwo von oben her hörte man ein ununterbrochenes Rauschen, dessen Ursach« er aber nicht herausbekommen konnte. Sonst war alles ruhig. Er legte sich wieder aus den Rücken und schloß die Augen; dann streckte er die Füße aus und seufzt« laut. Sein Fuß stieß auf einen Gegenstand, der dem Druck nach gab; dann schlug etwas gegen seinen Fuß. Dem Mann lief es kalt über den Rücken. Er streckte das Bein noch einmal aus uird im nächsten Augenblick traf sein Fuß wieder das unbekannt« Ding. Er holte die Schachtel hervor und steckte ein Zimdholz mit zitternden Händen an. Zuerst sah er ein Paar Stiesel, die an der Wand hingen. Er hol, den Kops und plötzlich— nicht mit einem Schrei, sondern mit wildem Aufheulen— stürzte er dorthin, wo er die Tür vermutet«. Die Tür flog auf, und er sprang in einem Satz heraus. Die Haare standen ihm zu Berg«. Es schien ihm. als schreie nicht er. sondern jener dort, der vorhin an her Wand hing und jetzt ihm auf 'den Fersen ist. In dem Augenblick, wo er herausstürmte, erhoben sich, wie aus dem Boden gewachsen, noch zwei schreckliche Wesen, ein großes und ein kleines, mit flatternden Haaren und rasten davon, fürchtcr- lich heulend. Der Mensch schrie noch einmal ans, warf sich aus die Seite und hockte sich plötzlich aus die Erde. Seine Kieser schlugen aufein- ander, und die Augen starrten weit aufgerissen' in die Fern«. Und plötzlich sah er, was er erwartete. Aon dort, wohin die Gespenster früher entflohen waren, hörte man laute Stimmen, als ob ein« ganze Horde von ihnen im Zlnzug wäre. Er wollte lausen, ober, wie es sonst nur im Traum vorkommt, versagten seine Glieder. Er wußte, daß er verloren sei. Nock) «inen Augenblick, und sie werden ihn gesunden habe». Er hörte die an ihn gerichteten Worte, verstand sie auch, tonnte aber, wieder im Traum, keinen Laut von sich geben. Und er wußte, daß es keine Rettung mehr gebe. „Was ist denn los?' schrien die Menschen... ist abgerissen... Da ist er, da ist er...!" Die Menschen stürzten zurück. „Ein Osterei muß man hinwerfen... Macht ihn herum... den Kreis...! Stroh legen...! riefen Stimmen von allen Seiten. „Haut ihn mit dem Stock, wenn das der Teufel ist, prallt der Stock zurück.' „Seht ihr es nicht, das ist ja ein Mensck)", rief eine Stimme. „Geh nur von rückwärts los, also rasch...! Wart, vielleicht ist es doch ein Mensch...! Siehst denn nicht, die Hüttentür ist offen, das soll«in Mensch sein...!! Ohne Osterei ist nichts zu machen... Wer bist du, also red...!!' Der Mann konnte sich nicht zwingen, den Mund zu öffinn. Der Strohhaufen, von irgend einem angezündet, warf einen roten Schein aus seine hockende Gestalt. „Also von rückwärts heran... Nur keine Angst... Schlag zu... Auf den Kopf...!' Der Mann hörte es und blieb doch regungslos. Unterdessen ging ein großer Bauer mit einem Stock in der Horb langsam auf ihn zu. „Wenn das„er' ist. springt der Stock ab', sagte eine Stimm«. Der Bauer schlich noch zwei Schritte näher. In starrer Er- Wartung sahen die Menschen, wie der schwere Stock sich hob. Im nächsten Augenblick hörte man einen dumpfen Schlag, wie wenn ein Topf mit Rohm zu Boden fällt. Der hockende Mensch fiel vornüber. „War doch ein Mensch!' rief mit einem Vefreiungsseufzcr die Menge. tÄus dem RufiliMun ilbtmi-t min Äl?randcr Ser'chenkron.) „Der Erhängte einen Kreis.um Anzünden...!' Das Lichts das die Sterne zur Erde entsenden, ist äyßerst unbedeutend. So hat ma» festgestellt, daß die Lichtmenge, die der strahlende Arcturus entsendet, nur«in Hundertmillionstel der Licht- menge ausmacht, die Unsere Augen von einem gewöhnlichen Stearinlicht empfängt, wenn sich dmses in 1 Meter Abstand be. findet. Nur 50 Prozent der Menschen können lesen. Da« Er.ziehungs- büro der Vereinigten Staaten veröffentlicht eine Bildungsstatistik, die sich auf 62 Länder mit im ganzen mehr als i Milliarde Ein- ipahner erstreckf. Van dieser Bevölkerung, ioweit sie dos 10, Jahr überschritten hat, sind fast 50 Prozent ohne Schulbildung. Der Prozentsatz der Analphabeten unter den Bewohnern der ganzen Erde wird auf 02 berechnet. � Winter ★ Qarren* SCAW Tügl. S u.S1/, Uhr. Barbarossa 9256 Pr. 1-6 M. Wochentg. 5 U. 50 Pf,-3 M Con Colleano, 4 Bronett* und weitere mm 1. Male in Europa gereigte Spitzenleistungen igi. 5 u. SIS 1 Sonnt. 3. 5 n. 8U � Alex* 8066 MNTERNAT. VARiETfe MBU Direktion Or. Martin Zickel WWW Komische Oper fnednciistr.lM Merkur 1401 4J30. Nach vollständigem Umbau Täglich 81/« Uhr Hulla di Bulla Schwank rnn Arnold und Bacb mit Guido Thielscaar, Schulz, Schrotha«urg, H. Idabrand. Walter Raös, Flink, Böhmer. Wensk Lustspielhaus S'.- Friedridistr. L'56. ßergraann 2922/23. Uelie auf den zweltee Bli. Ri rmhnn- Heede. 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