Morgenausgabe 3lr. 63 A 32 47. Jahrgang Wöchentlich 85 ISt* msnaMch SM 9, un voraus zahlbar. Postbezug<28«. einschließlich 66 Pfg-PostzeiUmg»- und 72Pfg. Postbestellgebührea. Lusland»» abonnement 6.— M. pro Monat. Der»SonoSrfe* erscheint wochenLSg» lich zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlt» and im Handel mit dem Titel.Dar Abend". Illustrierte VeUagen.Poll und Zeit" und �inderfreund". �me? .Unterhaltung und Wissen",.grauen» stimme"..Technik"..Blick dt« Bücherwelt" und.Iugend-Boovärts� P> Berliner Vottsbln« Freitag ?. Februar 1930 Groß-Äerlin 10 p.f. Auswärts 15 pf. tHc einspaltig« NonparetSe�eN» 80 Pfennig. Reklame eile 5.— Reichs» mark.„Äletue Anzeigen' da» ettge» druckte Wort 85 Pfennig __»et fettgedruckte Worte), jedes weitere Äort 12 Pfennig. Stellengesuche das erst« Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wart 16 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben Söhlen für zwei Worte. Arbeitsmattt Zeile 66 Pfennig, yamikienanzetgen Ze.l« <6 Pfennia. 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Selbst die lautesten Rufer nach Steuersenkungen, die noch vor wenigen Wochen jeden als Ignoranten und Trottel zu bezeichnen pflegten, der die Möglichkeit von Steuer- senkungen verneinte, sind inzwischen ganz still geworden. Sie haben anscheinend doch eingesehen, daß ihre Pläne auf Ten- kung der Steuern um Milliarden auf Illusionen beruhten, die bereits jetzt durch die harte Wirklichkeit zerschlagen wor- den sind. Npch vor wenigen Monaten, glaubte die Oeffentlichkeit im Etat 1080 ständen 700 Millionen für Steuersenkungen zur Berfstgung also der volle Betrag der Ermäßigung der Reparationsleistungen. Die Reichsregierung bezifferte im Dezember den aus der Doung-Erleichterung für Steuer- senkungen zur Verfügung stehenden Betrag auf 330 Millionen Mark. Der Etat für 1930, wie ihn Herr Moldenhauer dem Röichskabinett vorgelegt hat, erweist beide Behauptungen als falsch. Er enthält statt eines Ueberfchuffes «iney Fehlbetrag von rund 700 Millionen Mark. Die Höhe des Fehlbetrages von 700 Millionen Mark ober zeigt auch, daß er nicht allein durch das Schulden fUgungsgesetz hervorgerufen. worden ist. Dieses Gesetz sieh! nur eine Belastung von 430 Millionen Mark vor, zu der der Fehlbetrag von 154 Millionen Mark aus dem Jahr« ISZk' und Mindereinnahmen an Steuern im Jahre 1929 von etwa 100 Millionen Mark hinzutreten. Nach alledem ist kein Zweifel mehr, daß die schwierige Aufgabe des Etats von 1930 nicht die Verteilung von Ueberschüffen ist, sondern die Beschaffung von neuen Einnahmen. die nur durch Steuererhöhungen möglich erscheint. Soweit man bisher die Pläne von Herrn Mol- denhauer kennt, strebt er die Deckung des Fehlbeträge von 700 Millionen Mark auf drei verschiedener Wegen an. Erstens will er den für die Arbeitslofenve- sicherung erforderlichen Zuschuß von 230 Millionen Mark durch die Herstellung der sogenannten Gefahrenge- m e i n s ch a f t von der Invalidenversicherung und der An- gestelltenoersicherung bezahlen lassen und nicht aus der Reichs- kaffe. Zweitens sollen die Ausgaben um 100 Mil- l i o n e n Mark gekürzt werdem und zwar in erster Linie die Ausgaben des Arbeitsministeriums, des Webr Ministeriums und des Verkehrsministeriums. Drittes soll für den Rest von 370 Millionen Mark Deckuno durch Steuererhöhungen beschafft werden. Eni- weder soll die Biersteuer um die Hälfte oder 180 Millionen Mark und die Umsatzsteuer um � Proz. erhöht werden, was für das Reich eine Mehremnahme von 190 Millionen Mark bringen würde. Oder die Biersteuer soll verdoppelt und d' Weinsteuer wieder eingeführt werden. Oder es sollen neben der Erhöhung der Biersteuer und neben der Weinsteuer de Kaffeezoll heraufgesetzt und die Rückstände bei der Bier Tabak- und Zuckerst�uer durch Verkürzung der Zahlung' fristen vermindert werden. Die von Herrn Moldenhauer ferner geplanten Aue gabetürzungen wird man sich erst im einzelnen ansehen müssen, ehe man endgültig zu ihnen Stellung nehmr kann. Daß im Reichsetat 100 Millionen Mark eingespart werden können, ist nicht zweifelhaft. Aber man muß sie an der richtigen Stelle sparen. Und ob das geschehen sol' das ist noch mehr als fraglich. Kürzungen bei sozialen Ausgaben werden immer um so schwieriger sein, je schlechter die Wirtschaftslage, je größer also die Zahl der Opfer des kapitalistischen Wirtschaftssystems ist. Von diesem Stand- punkt aus müssen die ernstesten Bedenken gege die Absicht ausgesprochen werden, die Reichskasse auf Kosten der Sozialversicherung zu entlasten. Die Abbürdung des finanzieller R sikos der Arbeitslosenversicherung auf Invaliden- und A-- gestelltenoersicherung gefährdet auch deren Leistungen. Selbst wenn man aber die Sozialversicherung nur zum zeitweilv Darlehnsgeber der Arbeitslosenversicherung machen wollte das Risiko selbst aber beim Reiche verbleiben würde, läge in Die KPD. im Ramsch. Ausverkauf mit totem und lebendem Inventar.— Kapitalisten sollen Löhne drücken. Das Zentralorgan der KPD. hat bisher alle Meldungen über den geplanten VerkaufdesParteieigentums der KPD. an die Sozialdemokratische Partei Deutschlands hartnäckig als„olle Kamellen" und„blödsinnige Erfindungen" bezeichnet. Inzwischen scheinen die Pläne des„G e h e i m d i r e k t o r i u m s" der KPD., die Pläne der Herren Thälmann, Remmcle, Münzenberg und Neumann in weitere Kreise gedrungen zu sein, denn das Berliner„Tempo" weiß darüber am Donnerstag nähere Einzelheiten zu berichten, denen wir folgendes entnehmen: „Wie weit das„Keheimdirektorium" bei dem beabsichtifftev Verkauf eigen« Borteile im Auge hotte, lassen wir dahingestellt. Tatsache ist aber eins: Don der Auzahlnun von zwei Millionen Mark sollte »vr eine Million Mark durch die Bücher gehen, die andere sollte spurlos verschwinden. Vielleichi weih der Architekt A l f r e d W i l k in Schönebcrg, Haupt- straße 24. Bescheid, in welcher Weise diese Million verteilt werden sollte. Herr Will ist nämkch der Dertranenimann der Kommunistischen Zentral« und damit beaustragt, die Ge- bäude und Druckereien zu verkausen. Zunächst wurden Berhondbingen mit Leuten, die H u g e n- berg nahestehen, angebahnt. Eine Kommission reiste im Lande umher und besichtigte die Druckerek- betriebe und Gebäude. D:c Verhandlungen waren noch nicht zum Abschluß gekommen— sie zerschlugen sich später—, da gelang es Herrn Will, einen neuen Interessenten zu gewinnen in der Person des Kaufmanns Artur Müller aus der Klop- stockstroße 2. Auf Grund stichhaltigen Materiols können wir ganz bestimmt versichern, daß von den Verhandlungen zwischen Will und Müller der sozialdemokratisch« Parteioorstand von Anfang an Kenntnis hatte. Es fanden zwischen den beiden Parwern Besprechungen im Reichstag statt, die in den Büroräumen des Herrn Will in der Leipziger Straße 3g, In Berliner Lokalen und mehrmals im Casö Fürstenhof sortgefeßt wurden. Man einigte sich schließlich auf folgender Basis: Der Käufer sollte 8)4 Millionen für dos gesamte Objekt zahlen, davon sollten 2 Millionen angezahlt werden. Um das Geschäft recht schmackhaft zu machen, garantierte die Kommunistische Partei, in deren Besitz die Zeitungsoerlage bleiben sollten. Papier» und Druckaustrage in Höhe von jährlich 7 Millionen Mark für die Dauer von zehn Jahren. Auch die„Peuvag", die kommunistische Inseratenzentrale, sollte in den Besitz des Käufers übergehen. Für die Durchführung des Ber- träges sollten die Geschüsissührer samtlicher kommunistischer Verlag« persönliche Garantie übernehmen. Dabei sollte der Käufer das Recht haben, Angestellte und Arbeiter nach seinem Belieben zu entlassen und zu ersehen. Daß es soweit nicht gekommen ist, ist nicht das V e r d i e n st der Kommunistischen Partei. Dadurch, daß die Kamnm» nisten offensichtlich in den letzten Wochen auf ein Verbot ihrer i Partei hinarbeiteten, wurden die Sozialdemokraten stutzig. 6>S | sagten sich, wenn wir das Geschäft machen, um die kommunistischen Druckereien in unsere Hand zu bekommen, wer garantiert uns für die Durchführung des auf zehn Jahre berechneten Lieferungsver, träges in Höhe von 79 Millionen Mark? Ist die Kommunistische Partei erst einmal oerboten, dann sind auch diese Unterschriften ihrer Geschäftsführer keinen Pfifferling wert.. Und so kam es denn im Laufe der vergangenen Woche zum Abbruch der Verhand- l u n g, n." Will die„Rote Fahne" im Nomen des„Gsheimdirek» toriums" der KPD. auch die sachlichen Behauptungen des „Tempo" bestreiten? Sie mag sich weiterhin winden und drehen, sie mag weiterhin versuchen, Tatsachen durch Lügen aus der Welt zu schaffen: das letzte W o r t in der Angelegenheit ist vorläufig noch nicht gesprochen. Daß die Sozialdemokratische Partei niemals ernsthaft daran gedacht hat. kommunistische Druckereien aufzukaufen. umtommuni st ischeZeitungenzu drucken, dürste jeder vernünftige Mensch als selbstverständlich annehmen. Arbeiter werden verschachert. Die Gründe der Verramschung Außer dem„Tempo" veröffentlicht auch die Korrespondenz B. Sochaczewski Tatsachen und Einzelheiten über die Ber- Handlungen des Geheimdirektoriums der KPD. zum Zwecke der Verramschung des KPD.-Vermögens. Diese Veröffent» lichung ist um so interessanter, als sie Einblick in die Mo» t i o e der geplanten Transaktion gibt. Die BS-Korrespon» denz teilt mit: Die Kommunistische Partei befindet sich finanziell augenblicklich in keiner sehr günstigen Lage. Sie besitzt in Berlin drei Grundstücke, ferner die Druckerei der„Roten Fahne", einer solchen Maßnahme«ine überaus gefährliche Vorbe- laftung der Reichsfinanzen, die mit einer verantwortungs- vollen Finanzpolitik nicht in Einklang zu bringen ist. Das Ziel verantwortungsvoller Finanzpolitik muß es sein, die Reichsfinanzen zu sanieren und das Reich unab- hängig von den Banken zu machen. Für diesen Zweck müsse auch steuerliche Opfer gebracht werden, jedoch muß bei allen Steuererhöhungen sehr sorgfältig abgewogen werden, was wirklich notwendig ist. Die Vorschläge des Finanz- Ministers rufen fast den Eindruck hervor, als wolle man aus einem Extrem ins andere verfallen: Nach den Ausschweifun gen der Steuersenkungspropheten Ausschweifungen in der Steuererhöhungsfreudigkeit. Ein derartiges Ueberschlager ins andere Extrem ist weder notwendig, noch entspricht e auf die Dauer den Anforderungen einer Finanzpolitik, d'r auch den Gesichtspunkt der steuerlichen Gerechtigkeit nicht aus den Augen verlieren will. Vor allem erscheint es bedenklich, dauernde Steuererhöhungen vorzcknehmen. noch dazu b? Steuerarten, die ein« spätere Senkung sehr problematisch er scheinen lassen, um Deckung für einen einmaligen Fehlbetr-- zu schaffen. Herr Moldeichauer schlägt Erhöhungen von Verbrauch steuern in einer Gesamthöhe von rund 400 Millionen M-~ vor. Das ist ein sehr reiches, ja ein überre'ches Steuerbukett' Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion sieht sich nun v der Aufgabe, gründlich zu prüfen, was an diesem Steuerbu?"' notwendig und sozial tragbar ist. Sie wird das Notwendige bewilligen, um die Sanierung der Finanzen und die Unabhängigkeit der Reichsfinanzpolitit herbeizu- führen. Sitzung des Kraftionsvorstandes. Der Vorstand der sozlaldemakraklschen ReichstagsfraMon trat am vonnerstagnachmillog zu einer Sitzung zusammen, um sich mit de« Haushalls, und Stcuerpläne« zu beschäftigen. An der Sitzung nahmen die sozialdemokratischen Mitglieder des Reichskabinetis teil. Die Finanzlage des Reiches. 1'/« Milliarden Defizit Ende Dezember. Nach dem Ausweis des Reichsfinanzministeriums über die Reichseinnahmen und- ausgaben im Dezember betrugen die Ausgaben 845,3 Millionen Mark, die Einnahmen 577,5 Millionen Mark. Der Einnahmerückgang gegenüber dem November von fast 129 Millionen erklärt sich aus dem üblichen Mindereingang an Steuern im dritten Ouartalsmonat. Die Ausgaben im außer- ordentlichen Etat stallten sich im Berichtsmonat auf 87,6 gegen 13.9 Millionen im November. Das außerordentlich starte Anwachsen dieser Ausgaben geht zum größten Teil zu Lasten der k a t a- strophalen Arbeitslosigkeit. Di« G-samtrechnung beider Etats schließt unter Berücksichtigung des aus dem Vorjahre übernommenen Defizits mit einem Fehl- betrag von 1,25 Milliarden gegen rund 999 Millionen Mark im November ab. Der Kasienbestand stellte sich auf 34 Millionen. nachdem er im November bis auf 12 Millionen zusanmnngeschnimpä war. während sie im Reich sechs eigene Druckereien unterhält, die aller- dings technisch nicht als erstklassig zu bezeichnen sind, da die Ma> schinenanlagen und die Gebäude nicht den Anforderungen entsprechen, die kaufmännisch an rentable Betriebe gestellt werden müssen. Die Kommunistische Partei hat deshalb den Entschluß gesoßt, die Selbstbewirtschaftung ihrer Unternehmungen zum großen Teil zu liquidieren bzw. die Unternehmungen auf ein« Basis zu stellen, die ihr selbst die Verantwortung gegeuilbcr ihren Angestellten und Arbeitern abnimmt. Das Zentralkomitee der Partei halte durch Münzenberg und andere Beauftragte schon vor ungefähr vier Monaten Fühler ausgestreckt, um zu erfahren, ob Finanzkreise sich bereit- finden würden, diese Umstellung vorzunehmen und die Liegenschaften zu beleihen. Man hatte F a ch l e u t e herangezogen, die den Ge- samtwert der der Kommunistischen Partei gehörigen Grundstücke und Betriebe auf rund 10 Millionen Mark oeranschlagt haben. Die mißliche Lage aller kommunistischen Betriebe ist in erster Reihe da- durch entstanden, daß in den Vetrieben eine Wirtschaft getrieben worden ist, die sich selbst mit einer bescheideneu Rentabilität unmöglich vereinigen läßt. So sind z. B. an die Angestellten und Arbeiter Löhne gezahll worden, die zum Teil 109 Proz. über den in Privatbetrieben gezahlten Tarifen liegen, und so erklärte es sich auch, daß in den kommunifti- schon Gesellschaften und Druckereien sehr oft arge Geldver- legcnheiten entstanden sind, so daß man Verpflichtungen nicht abdecken konnte, die zum Toil Monate zurücklagen. Die Partei- zentrale hat sich daher en schlössen, die gesamten ihr gehörigen Unter- nehmungen in einer straffen Form zu zentralisieren und auf eine gänzlich neue Gnindlage zu stellen. Es sollte ein Konsortium ge- sunden werden, das Zunächst auf Grund hypothekarischer Sicherungen der Zentrale einen Barkredit in Höhe von rund Allst llllv Mark zur Verfügung stellt, da eine ganze Anzahl von Verträgen, Lieferungen usw. abgelöst werden müssen. Die Druckereien sollten in die Berwaltung des Finanz- konfortiums übergehen, dem außerdem das Eigentums- recht an den Maschinen und sonstigen Anlagen übertragen werden sollte. Diese neu zu bildende Gesellschaft sollte mit der Zentrale der KPD. dann Verträge abschließen, nach welchen die Parle:- zeitungen in Form des Lohndruckes durch die Zentralgesell- schift hergestellt werden sollten. Die Höhe der Löhne, die Verträge mit den leitenden Angestellten sollten nicht mehr durch die Partei, sou- der» durch die Gesellschaft geregelt werde«, um so die ganze» Unternehmungen auf eine rentable Grund- läge zu stellen« Die Kommunistische Partei hat bei ihren Bemühungen, die Um- stellung der Betriebe durchzuführen, mit zwei Berliner Banken oerhandelt und, wie glaubhast versichert wird, schweben diese Besprechungen zur Zeit nicht nur, sondern si- haben bereits eine Form angenommen, die erkennen läßt, daß die Um- stell un g und Finanzierung der Betrieb« ,n ab seh. barer Zeit durchgeführt werden wird. Alz Vermittler dieser Angelegenheit ist der in Schöneberg wohnende Architekt Alfred Will bis in die letzten Tage hinein tätig gewesen, und man hat da- neben auch Verhandlungen mit einem Herrn Artur Müller ge- pflogen, der Beziehungen zur Papierindustrie und zu einer Berliner Bank besitzt..Die� Besprechungen mit Müller sind erst seit zwei Tagen eingestellt worden, während mit anderen Stellen nach wie vor offiziell weiterverhandelt wird. Znleressanl ist daneben die Tatsache, daß auch der im Zentral« komltee sitzende Abgeordnete Münzenberg von sich aus mit einer kapitalstarken Gruppe In Berlin geschäftliche Verhandlungen eingeleitet hat, die sich zur Zeil noch in der Schwebe befinden." Angesichts der überwältigenden Fülle von Tatsachen und Einzelheiten wird die KPD.-Zentrale reden müssen! Die Arbeiter und Angestellten in den kommunistischen Betrieben stehen vor der Tatsache, daß die KPD.-Zentrale ihre Betriebe mit totem und lebendem Inventar verramschen will. Sie sucht Unternehmer, die in diesen Bc- trieben die Löhne drücken Zollen! Der Hinweis in der BK-Meldung auf die hohen übertariflichen Löhne in den KPD.-Betrieben ist im übrigen falsch. Schuld an der finanziellen Zerrüttung der kommunistischen Betriebe sind nicht die Löhne— Streiks in KPD.-Druckereien haben gezeigt, wie es damit steht—, sondern eine beispiellose Mißwirtschaft. In der Berliner„W e l t am Abend" ist vor einiger Zeit eine Lohnherabsetzung vorgenommen worden. Nach d:escm Vorbild sollen also die KPD.-Druckereten ren- tabel gemacht werden— für kapitalistische Konsortien! Die Zentrale der KPD. empfiehlt Kapitalisten, die Löhne zu drücken, um höheren Profit aus den Druckereien zu ziehen. Das nennt man„die Verantwortung gegenüber den Ar- beitern und Angestellten abnehmen"! Erst kommunistische Mißwirtschaft, dann kapitalistischer Lohndruck! Man versteht, warum die Zentrale der KPD. nicht reden will! Eine Anfrage im Landing. Die Fraktion der Wirtschaftspartei hat zum Ueberfluß ,m Preußischen Landtag nachstehende Kleine Anfrage ein- gebracht: „Der„Düsieldorfer Mit'ag" veröffentlichte am 3. Februar einen Artikel, in dem gesagt wird, daß ein geheimes Diretiorium der 3. Internationale seit Monaten wegen des Verkaufes des gesamten Parteieigentums der KPD. Verhandlungen sühre. Als Ve r- Handlungspartner habe monatelang die Sozialdemo. kratlsch« Partei Deutschlands am 2Z«rhandlung«tisch gesessen. Nach den Angaben des„Mittag" handelt« es sich um Objekte im Gesamtwert von 8>4 Millionen Mark. Auf sozialdemr». kratischer Seite seien sämtliche maßgebenden Stellen, so die Herren Otto Wels, Konrad Ludwig, Dr. Hertz sowie dl« sozialdemokratischen Innenminister des Reiches und Preußens, Severing und Grzesinski, über alle Einzelheite» der Verhandlungen unterrichtet gewesen. Der Berlin vor dem Gklarek-Ausschuß. Bürgermeister Echolh über die Finanzen.— Gescheiterte Rundfunkübertragung. Nach längerer Pause trat am Donnerstag der S k l a r e k- Untersuchungsausschuß des Preußischen Landtages wieber zusammen. Auf der Tagesordnung stand ein Dortrag des Berliner Bürgermeister Scholtz über di« Finanzlage der Stadt. Die Berliner Funkstunde hatte beantragt und der kommunistische Ausschußvorsigende hatte genehmigt, daß dieser Vortrag auf den Rundfunk übernommen werde. Aber dazu kam es nicht. Zunächst erhoben Deutschnationale, Bolkspartei und Wirtschaftspartei gegen die Uebertragung Einspruch: entweder müsie die ganze Ausschuß- Verhandlung von der ersten bis zur letzten Stunde übertragen werden oder gar nichts. Natürlich weih jedes Kind, daß man nicht die ganzen Der- Handlungen übertragen kann. Wollte man oll« Reichstags- und Landtags Verhandlungen und alle llntersuchungs- und sonstigen Ausschüsse auf den Sender geben, müßte man eine Anzahl n-uer Wellen dafür reservieren: aber nach längstens drei Tagen würde kein Mensch mehr in der Lage sein, sich diese entsetzliche Rederei anzuhören. Es ist genau so wie wenn man den Zeitungen ein j Ultimatum stellen wollte, von den Parlamentsvel Handlungen cnt- weder den stenographischen Bericht abzudrucken oder gar nichts zu geben. Praktisch hebt man mit solchen blödsinnigen Forderungen nur die verfassungsmäßig garantierte Oesfentlichkeit der Parlaments- Verhandlung auf. Bei Stimmenthallung des Zentrums beschloß dann der Aus- schuß mit den Stimmen der Sozialdemokraten, der Demokraten und Kommunisten gegen die Rechte, daß die Funkstunde übertragen dürfe, was sie wolle. Wer nun aber geglaubt hätte, daß der Vortrag des Bürger- Meisters beginnen könnte, wurde enttäuscht. Denn die Kommu- nisten eröffneten, unterstützt von der gesamten Rechten, eine lange Geschäftsordnungsdebatte, die mit Geschäfteordnung nicht das geringste zu tun hatte. Sic überschütteten den Bürger- meister Scholtz mi. Borwürfen, dt« ganz andere�Dinge der Stadtverwaltung betrafen: sie stellten in Form von Fragen die unsinnigsten Behauptungen über die Berliner Finanzgebarung auf, sie suchten um die Wette politische Reden ins Radio hineinzuschreien. Den Höhepunkt erklomm der Deutschnationale Hilger-Spiegelberg, der plötzlich erklärte, daß die ganze Demokratie nur Lug und Trug wäre. Der Lorsitzende Schwenk ließ das alles seelenruhig über sich ergehen, und nur als der Demokrat Riedel Schluß dieser sogenannten Geschösts- ordnungsdebatte beantragte, weigerte er sich, den Antrag zur Ab- stimmung zu dringen. Da ein Ende dieser Auseinandersetzungen nicht abzusehen war, verzichtet« die Funkstunde auf di« weitere Uebertragung. Und nun wurde es sehr bald mäuschenstill. Herr Bürgermeister Scholtz konnte semen vorkrag über die Finanzlage beginnen und noch che er süns Miauten gesprochen hakte, waren sämlUche Kommunisten aus dem Sitzungssaal verschwunden, und die Deutschnationalen Pastor�loch und Hilger-Spiegelberg waren ihren Freunden ge'algt. Der Kon>munist O b u ch kehrt« später nochmal auf ein paar Minuten in den Sitzungssaal zurück und mochte dem Bürgermeister Zwischenrufe, �nußte sich aber von diesem dahin belehren lassen, daß die von ihm gewünschten Auskunft« beietts in seiner Zlbwesenhest gegeben warten. Man sage nicht, daß dieser Besuch der Rundfunkübertragung ergebnislos gewesen wäre. Sprechet sollte ein ooitspariei- l i ch e r Bürgermeistep über die Finachllage Berlins. Das hinderte nicht einmal die Voltsparkeiler Obsirst�ion zu treiben. Deuilich hörten es die Rundfunkhörer mit an. wi�lommunisten und Rechts- Parteien gar nicht daran denken, im Parrajuent sachlich zu arbeiten oder von ihnen behauptete Mißstände stijtzustellen, sondern daß nur Radau und Geschwätz Gegensta.lK ihres Interesses sind. Einen schöneren Anschauungsunterricht kann gar nicht geben. Nicht das Parlament, wohl aber Kommunisten pnd Rechtsparteien haben sich wieder einmal in ihrer ganzen Wür� gezeigt und vor aller Oesfentlichkeit demonstriert, daß sie auch fifit den Untersuchungsausschüssen nichts als parteipolitische Hetze beweiben wollen. Der Bortrag des Bürgermeisters war nach eiyer e�was langen Einleitung über den Finanzausgleich dabei sehr Interessant und lehrreich. Scholtz wies Punkt für Punkt nach, daß von schlechter oder leichtfertiger Finonzwirtschast nicht gesprochen � werden kann. Es ist in Berlin plötzlich ein Fehlbetrag von 70 Millionen e»t- standen, weil die Wohlfahrtsausgaben durch die unoorher- gesehen große Arbeitslosigkeit um 30 Millionen gestiegen sind, die Steuern infolge Absinken- der Konjunktur 20 Millionen weniger ergeben haben und die Polizeikosten durch den neuen Polizeikosten- Lastenausgleich 20 Millionen Mehrausgabe erfordert haben. Diese 70 Millionen sollten im Anleiheweg beschafft werden, und für die Anleihe war bei Dillon Read u. Eo. alles fertig, als der Reich-bankpräsident sie Zerschlug. Die Deutschnationalen Koch und Koennecke bemühten sich dann stundenlang zu erweisen, daß Wohisahrtsmittel und Gelder der Wohnungsjürsorge angegriffen worden seien. Immer wieder suchten Oberpräsident Maier und Bürgermeister Scholtz ihnen auseinanderzusetzen. daß diese vehanptungen nicht nur unwahr, sondern auch sinnlos seien. Die Stadt führe nur eine Hauptkasse, und durch diese Hauptlasse gingen auch die Gelder der Wohnungsfürsorge und die Wohlsahrtsmittel. Selbstverständlich sei die Stadthauptkasse immer in der Lage gewesen, die zwcckbestimmten Gelder auch den Zwecken zuzuführen, für die sie bestimmt waren. Oberpräsident Maier entwickelte ein geradezu seltenes päd-' agogifches Talent, die Kasienführung einer Großstadt so gemein. verständlich darzustellen, daß halbwegs begabte Bolksschüler hätten folgen können. Aber Pastor K o ch und Koennecke begrissen doch nicht. Und es ist wirklich schade, daß die Radiohörer nicht auch das mit anhören konnten. Vielleicht hätten sich die Wähler einmal Ge- danken darüber gemacht, daß man zu Abgeordneten doch nicht aus- gerechnet die wenigst gescheiten Kerle aussuchen muß. Am Freitag wird Stadtsyndikus Lange gehört. „Vorwärts" hat in seiner Spätabendausgab« von Mittwoch, den 5. Februar d. I.. die gesamten Angaben des genannten Blatte» an erster Stelle wiedergegeben, ohne etwas anderes zu dementieren, als daß die Sozialdemokratische Partei die Absicht gehabt habe, in den übernommenen kommunistischen Druckereien kommunistische Zeitungen zu drucken. Entsprechen die Angaben des genannten Blattes den Totsachen? Wenn ja, wie war es möglich, daß eine Partei, die in den Re> gierungen des Reiches und Preußens sitzt, daran denken konnte, Millionenbetröge den kommunistischen Organi» sationen zuzuführen, die mit Sicherheit zur weiteren Der» schärsung der von diesen betriebenen Hetzkampagne verwendet worden wären?" Wir wiederholen: Die Sozialdemokratie denkt nicht daran, Druckereien zu kaufen, um dort kommunistische Zeitungen zu drucken, und wir fügen hinzu: sie hat ebenso- wenig jemals daran gedacht, der KPD. Millionenbeträge für Putschzwecke in die Hand zu geben. Anschluß an Preußen. Der einzige Ausweg für Kleinstaaten. Reustrelitz. 6. Februar. fEigenbericht.) 3n der Donnerslagsihung des Landtages von Mecklen« burg-Strclitz äußerte sich der sozialdemokratische Staat». minister Dr. von Reibnitz zu der Frage eines eventuellen Anschlusses von Mecklenburg. Strelitz au Preußen. Der Minister führte u. a. aus, die Staalsregieruog habe immer wieder zu prüfen, ob Mecklenburg. Strelitz noch die Fähigkeit zur Erhaltung seiner eigenstaallicheu Existenz besitze. Räch Fertigstellung des Etats für 1930 fei sie jedoch zu der Einsicht gekommen, daß die natürliche Entwicklung die Aufrechterhaltuag der Selbstäadigkqit des Landes nicht mehr ge« statte und es daher geboten erscheine, die Ermächtigung des Land. lages zu möglichst baldigen Aaschlußverhandluugen einzuholen. Es müsse Ausgabe der Regierung sein, den Anschluß zum richtigen Augenblick anzubahnen, und zwar müsse das zu einer Zeit geschehen, wo das vermögen des Freistaates noch so beträchtlich sei. daß es eine starke Verhaadlungsbasis garantiere. Mecklenburg- Strelitz müsse seinen Einwohnern in der Form eines Zweckoerbaad es seiner Gebiete erhalten bleiben. Bei Ausrechlerhallung der Selbständigkeit des Landes müßten durchschnittlich im Jahre zwei Millionen Anleihen ausgenommen werden. Das bedeute eine immer mehr wachsend« Verschuldung des Landes. Die bisher mit Preußen geführten Aaschlußverhandluagea hätten nur inossiziellea Eharatler gelragen und eine unverbindliche Fühlungnahme bezweckt._ 600 Seiten Haag-Gesehe. Eine amtliche Sonderausgabe. Die dem Reichstag zugegangenen Entwürfe der Gesetze über die Haager Konferenz, die Sonder- und Liquchcktions- abkommen sowie zur Aenderung des Bankgesetzcs und des Reichs- bahngesetzes werden von der Reichsregicrung in einer amtlichen Sonderausgabe veröffentlicht. Die Ausgabe umfaßt das ge-- samte Vertragswert nebst allen Mlagen. die Gesetzentwürfe unV die ihnen zugrunde liegenden Abkommen. Aufgeführt sind auch bis Denkschriflen und Begründungen der Reichsregierung sowie die De-' richte der Unterausschüsse des aus Empfehlung des Sachverständigen- ausschusses eingesetzten Orgamsationskomitees. Eine ausführlich« Inhaltsübersicht erleichtert den Usberblick über die rund 800 Druckseiten umfassende Veröffentlichung. Sie ist beim Reichsverlagsamt. Berlin NO. 40, Scharnhorftstraßc 4, zum Preise von 5 Mark zu beziehen. Rationalsozialisten als Beamte. Offene Front gegen die Reichsfarben. In Nürnberg stellte in der letzten Stadtratssitzung der Natio, nalsozialist Günther den Antrag, daß in Zukunft bei B« s l a g g u n- gen die Reichefarben Schwarz-Rot-Gold nicht mehr gezeigt werden dürfen, sondern nur die Farben Weiß-Blau und die Sladtfarbe Blau-Gelb. Dieser Antrag wurde von der Rechte» geschlossen angenommen. Es wird bemerkt, daß der Nationalsozialist Günther Assistent bei der Reichsbahn ist. Günther wird bei seinen national. sozialistischen Machenschaften von seinem Parteifreund» dem Stadt- rat Oberseither, der Inspektor bei der Reichspost ist. sehr aktiv unterstützt und gedeckt. Sollte es nicht angebracht sein, diese beiden Herren aus die Pflichten als Reichsbeamte hin- zuweisen?_ Krawall vor Gerichi. DU Folgen einer politischen Schlägerei. Alkenburg.<5. Februar. Bor dem Schöffengericht wurde heute vormittag unter stärk t» polizeilichen Schutz gegen drei Angeklagte verhandelt, die an einer politischen Schlägerei im Oktober 1323 beteiligt waren. Die An« geklagten hatten einen Ueberfall auf Mitglieder des W-rwls- Bundes organisiert, bei dem einem Werwolf-Mann«in Aug« ausgestochen und einige andere Peisonen verletzt wur- den. Das Urteil lautete auf Gefängnis st rasen von foinf Monaten biszueinemJahrzweiWochen. Lei der Urtcils- verkündung kam es zu stürmischen Kundgebungen des Publikums im überfüllten Zuschauerraum, so daß der Vorsitzende Saal und Galerien durch die Polizei'räumen lassen mußte. D es g'schnh unter großem Tumult. Vor dem Lan-gerichtsgebäude haitm sich die Ausgewiesenen angesammelt, doch kam es zu keinen weiteren Zwischenfällen. Ner Welibanldirek/or. Es tauchen immer wieder Meldungen auf. daß Pierre Ouefnay, Direktor an der Bank von Frankreich, zum G-neroldirek or der Internationalen Bank ausersehen sei. Hierzu ist festzustellen, daß die Ernennung des Generaldirektors dem künftigen Veripaltungsrot der Bank vorbehalten ist. Im Übrigen würde es nicht im Interesse der Bank liegen, wenn durch Bestellung eines Vertrters des Hauptreparationsgläubigers zum Generaldirektor die neue Bank entgegen den Absichten des Doung« Planes von vornherein zu einer reinen Reparationsbank würde, j Würdige Bundesgenossen. An ihren Wertzeugen sollt ihr sie erkennen. Vor wenigen Äagen äußerte die Berliner schwerindu- strielle„Deutsche Mgemeine Zeitung" ihre Zufriedenheit mit den Kommumstqn in folgenden Worten: „Wcs die Kommunisten betrifft, so haben sie in bestimmten Grenzen für das ftootsyolitisch« Leben eine nützlich« Funktion. Di« Frage ist nur, ob diese Grenzen bereits erreicht oder gar über- schritten worden sind. Di« Kommunisten mästen verhindern, daß die Sozialdemokratie übermächtig wird, sie sind für den bürgerlichen und kapitalistischen Staat so lange ein wertvolles Werkzeug, als sie als Pfcchl im Fleische der Sozialdemokratie wirken." Wie diese„wertvollen Werkzeuge für den bürgerlichen und kapitalistischen Staat" aussehen, schilderte gestern die» selbe„DAZ." folgendermaßen: „Wir wollen die choffnung nicht aufgeben, daß die ganze nun enthüllte tolle Geschichte(Ali-chöhler) auch denjenigen bekannt werden wird, die von chren chöchstkommandierenden mtt allen Mitteln in Dummheit und Urteilslosigkeit zu erhalten versucht werden. Auch diesen Leuten müssen ja einmal die Augen auf» und übergehen, wenn sie erkennen, aus welchem Material sich ihr« Führerschaft rekrutiert: aus Paßfälschern. Raufbolden, Zuhältern und beststtuierten Villenbesitzern, die sich ihren aus Liebhaberei be> triebenen politischen Radikalismus,«ine gehörige Stange Geld kosten lasten können." Diese Sorte Bürgertum und dies„wertvolle Werk» zeug"— sie sind einander würdig! (Sowjetrussischer Nationalismus. Kommunistentrawall vor dem mexikanischen Konsulat. Hamburg, ö. Februar. Vor dem mexikanischen Generalkonsulat erschien heute abend ein Trupp junger Leute, die versuchten, mit Gewalt in das Gebäude einzudringen. Als dies mißlang, schleuderten sie Steine und zwei Flaschen durch die Fensterscheiben. In den Flaschen befanden sich beschriebene Zettel, deren Inhalt ergab, daß es sich um eine kommunistische Kundgebung handelte. Als diF Polizei herbeieilte, waren die Demonstranten verschwunden. Schiedsvertrag Nom— Wien. Kein Wort über Eüdtirol. Rom, 6. Februar. ' Nach einer neuen Unterredung zwischen Mussolini und Bundes- kanzler Schober wurde im Palazzo Thigi von Mussolini und dem österreichischen'Bundeskanzler der Freundschafts- und Schiedsvertrag unterzeichnet. Der Vertrag wird sofort nach der Rückkehr Schobers nach Wien veröffeptlicht werden. Nach der Unterzeichnung hat Mustolmi dem Bundeskanzler eine den Tiber darstellende silbern« Statuette geschenkt. Dem Vernehmen nach stimmt der Vertrag im wesentiichen mit den in der letzten Zeit von Italien abgeschlostenen Verträgen dieser Art überein. Die vertragschließenden Parteien ver- pflichten sich, alle Streitigkeiten irgendwelcher Art, die zwischen ihnen entstehen und nicht in einer gewissen Frist auf diplomatischem Wege geschlichtet werden können, entweder der Entscheidung des ständigen Internationalen Gerichtshofes im Haag oder einem Dergleichsoer- fahren zu unterwerfen, oder einem besonderen Schiedsgericht zu unterbreiten. Ltngarifche Polizeischande. Landarbeiter blutig mißhandelt/ Höhnische Minlsterantwort Budapest, 6. Februar. sElgenberichl.) Der sozialdemokratische Abgeordnete Estergalyos tnlerpel- llerte den Innenminister am vonnerrlag wegen Sewalttällg. keilen der Polizei gegen Feldarbelkcr in Aboay. Als die Feldarbelker sich organisierten, lieh der Leiter der Polizei die Führer der Bewegung oerhaflen und als sie sich als Sozialdemokraten bekannten, prügelte er sie eigenhändig blnlig. Er übergab sie schließlich mehreren Polizisten, die sie in der Zeil von Sonntag abend bis Montag früh mit Vleiknüppelo bearbeiteten. Daun wurden sie blutend ans die Straße geworfen. Der Innenminister gab in seiner Antwort zu. daß die Ver- lehungen der Arbeiter durch Schläge mit einem harten Gegenstand verursacht wurden. Aus dem ärztlichen Zeugnis gehe ober nicht hervor, daß die Arbeiter von den Polizisten geschlagen wurden. Diese skandalöse Anlwori rief bei den Sozial- dcmokraten starke Entrüstung hervor. Amnestie in Spanien. Die Gegner primos werden begnadigt. Madrid, 6. Februar. Der König von Spanien hat heute am Todsetage der Königin Christine eine allgemeine Amnestie erlassen. Alle in die Aufstandsbewegung von Segooia, Ciudad Real und Valencia ver- wickellen und zu Gefängnisstrafen verurteilten militärischen und zivilen Personen sind begnadigt worden, ebenso diejenigen Ossiziere und Mannschaften, die aus reinen Verdachtsmomenten ihres Dienstes enthoben wurden._ Diskontherabsetzung in New �ork. New Park, S. Februar. Die Ilew-Zorker Bundesreservebank hat ihren Diskonlsah von 4% Proz. um X Proz. auf 4 Proz. herabgesetzt. Der Diskonlsah- von 4% Proz. war seit dem!5. November lSZS in Gellung. Im Strafrechlsausschuß des Reichstags wurde der 36. Abschni't des neuen Strasgeietzbuches. der das gemeinschädliche Verhalten de- trifft, beraten. Der Abschnitt behandelt das Betteln, das Ausschicken zum Betteln, das Landstreichen. Im Veamlenausschuh des Reichstags wurde mit der General» aussprach« über den Gesetzentwurf für die Beamtenvertretungen be» gönnen. Beschlüsie wurden noch nicht gefaßt. Streichers Veleldigungsrekord. Wegen Beleidigung des Stoais. Ministers Dr. F e h r und des Ministerialrats Dr. N i k l a s wurde oegen den Schriftleiter Karl holz und den nationalsozialistischen Abgeordneten Julius Streicher Anklage schoben und die Er» öfsnung des gerichtlichen Verfahrens beantragt. Kommunistenhandel, j, -Leiche angekauft für 2000 Mark. Woher Geld nehmen?� -Verkaufen wir'ne kleine Druckerei Kampf um die Gchankstätten. Oer Alkoholgenuß wieder im Sieigen. Der Volkswirtschaftliche Ausschuß des Reichstages trat am Donnerstag in die Beratung des seit Jahren hestig umstrittenen Schankstättengesetzes«im Der wirtschaftsparteiliche Abg. Köster, Präsident des Deutschen Gastwirteoerbandes, bestritt die Notwendigkeit des Gesetzes. Eine kleine Novelle genüge, um etwaige Mißstände, die er auf dem Gebiete des Konzessionswesens nicht leugne, zu beseitigen. Ministerialdirektor Reichert trat dafür sin, diese ganze Ge- setzgebungsmaterie endlich abschließend zu regeln. Er und der preußische Regierungsoertreter erhoben Bedenken gegen die im Ausschuß des früheren Reichstags geschlossene und jetzt von der Sozialdemokratie wieder beantragte Bestimmung, die Zahl der Wirtschaftskonzession in ein Verhältnis von 1 auf 4 00 Einwohner zu bringen. Die Abgeordneten S o l l m a n n und Frau Wurm widersprachen diesen Ausführungen. Zur Gesun- dung des Gastwirtsstandes und zur Senkung des Alkoholverbrauchs sei eine strengere Prüfung des Bedürfnisses not- wendig. Das werde nur erreicht, wenn man den Konzesstonsdehör- den bessere Richtlinien gebe als bisher. Grundsätzlich beharre die Sozialdemokratie auf dem Gemeindebestimmungsrecht. Sie beantrage es mir nicht, weil es in diesem Reichstage ganz aus- sschtslos sei. Die Behauptung der sozialdemokratischen Redner und des Kommunisten Schumann, daß der Alkoholoerbrauch im Lause der letzten Jahre wieder stark gestiegen sei, wurde lebhast bestritten. Ministerialdirektor Reichert gab daraus folgende Zahlen über den inländischen Verbrauch an geistigen Ge- tränken: Bier im Jahre 1913 102,1 Liter auf den Kopf der Bevölke- rung; 1920: 37,8 Liter; 1922: 31,2 Liter: 1923: 44.9 Liter: 1924: 60.7 Liter: 1923: 75.4 Liter: 1926: 76,1 Liter: 1927: 80,8 Liter: 1928: 83,7 Liter: 1929: schätzungsweise 90 Liter. Brannt- wein: 1912/13 2,8 Liter auf den Kopf der Bevölkerung: 1920: 0,81 Liter; 1922: 1,03 LUer: 1923: 0,58 Liter; 1924: 0,99 Liter: 1925: 1,05 Liter: 1926: 1,35 Liter: 1927: 1,32 Liter; 1929: 1,35 Liter. Leb ha st wurde von den verschiedensten bürgerlichen Partei- rednern die Konzessionserteilung an Warenhäuser gerügt. Für die Grundgedanken des Gesetzes sprachen sich von den bürgerlichen Parteien nur das. Z e n t r u m und die Deutsch- n a t i o n a l en aus, während die Deutsche Volkspartei sehr erheb- liche Einschränkungen machte. Es scheinen in allen bürgerlichen Parteien lebhast: Differenzen rvegen der einzelnen Paragraphen zu bestehen, nur in bezug auf den Jugendschutz sscheint man posiiio gestimmt zu sein.- � Arbeit für Guckrard. Gr muß sofort einen Veichsanwalt abfetzen. Leipzig, 6. Februar.(Eigenbericht.) Vor dem 2. Strafsenat des Reichsgerichts bekannt« sich der Vertreter der Reichsanwaltschaft Hauck am Donners- tag zu seltsamen, eines Richters unwürdigen Auffassungen über Anstandspflichten. Hauck zeigte sich als Jurist, der in der Republik läng st unmöglich sein sollte. Der Kaufmann Max Fillusch aus Gleiwitz wurde kürzlich wegen Vergehens gegen das Republikschutzgesetz vom Schöffengericht zu 1 Jahr 4 MomUen Gefängnis verurteilt. Er hatte auf der Fahrt in einem Straßenbahnwagen von Gleiwitz nach chindenburg die Republik einen Sau st all genannt, den sozialdemokratischen Innenminister Grzesinski als einen Gewerkschaftsbonzen und den früheren Minister Rathenau als Juden und Verräter bezeichnet. Das Landgericht Gleiwitz sprach den Verleumder ,m Be- rufungsverfahren frei. Dagegen legte der Staatsanwalt Revision beim Leichsgericht ein. Der Vertreter der Reichsanwalffchast Hauck erklärte am Donnerstag vor dem 2. Strafsenat des Reichsgerichts, daß er die Revision nicht vertreten könne, da st« gegen seipe innere Ueberzeugung gehe. Er sei sich klar, daß ihiN diese Aus- sassung starke Angriffe der Presse einbringen werde und er bitte ausdrücklich darum, sie gegen seine Person zu richten. Als Erkennung der Beschimpfung sei nicht die Form, die das Reichs- gericht bisher angenommen habe, maßgebend, sondern die G e- meinheit der Gesinnung, und dies sei dem Angeklag'en nicht nachgewiesen worden. Ebenso sei nachzuweisen, ob der An- geklagte mit Sau st all der Republik den Reichstag oder die Republik gemeint habe. Daß der Angeklagte die verfassungsmäßig festgelegte Staatsform beschimpft habe, gehe aus dem Urteil eben- falls nicht hervor. Um den Begriff der Beschimpfung zu illustrieren, wolle er ein Jugenderlebnis wiedergeben. Er habe im Jahre 1902 als Referendar mit angehörf. wie ein Straßenhändler einen Passanten beleidigte und habe sich damals bewogen gefühlt, den Händler zu fragen, wie er als anständiger Mensch dazu käme. solche unanständigen Worte zu gebrauchen. Er selbst sei ssch dabei vorgekommen wie eine Gouvernante aus einem christ- l i ch e n Hospiz zur Mädchenerziehung. Der Straßenhändler habe ihm geantwortet:„Wir sind keine anständigen Menschen". Als Gegenbeispiel, wie mit feinen Worten rohe Beschimpfungen gesagt werden könnten, bezeichnete er einen Artikel Gustav Meyrinks über Richard Wagner, der in der„Leipziger Volkezeitung" erschienen sei. Daß der Angeklagte den verstorbenen Minister Rathenau«inen Juden und Verräter genannt habe, sei keine Beschimpfung im Sinne Oos Nenaissance-Theater konsolidieri. Die Gerücht« über den Zusammenbruch des„Renaissance. Theaters" und das Ausscheiden des Direktors Härtung haben sich nicht bewahrheitet. Es ist eine Neuordnung mit Hilfe eines Kon- sortiums und durch Zusammenarbeit mit den Mstgliedern durch- geführt worden. Die künstlerische Leitung behält unverändert Gustav Härtung, und die Vorführungen„Pariser Leben" nehmen in der bisherigen Besetzung chren Fortgang, de« Republikschutzgesetzes, denn.daß er I u d e w a r. wäre bekannt, und die Beschimpfung Verräter sei di steigen« Gesinnung des Angeklagten. Im Sinne seiner per- worrenen Ausführungen beantragte Herr Hauck schließlich die Re- oision zu verwerfen. � Der Senat kam trotzdem zur Aushebung des Ur- teils zweiter Instanz. Das Urteil habe zu Unrecht angenommen, daß§ 7 des Republikschuggesetzes aufgehoben sei. Wenn der Reichsjustizminister. Herr von Guörard, Kenntnis von diesem Auftreten eines Beamten der Reich»anwaltschast ge- nommen hat, wird er hoffentlich sofort das Notwendige tun. um die Blamage aus der Welt zu schaffen, daß ein solcher Richter unter seiner Verantwortung die Republik verächtlich machen kann! Tardieu besteht aus Lt-Booten. Er schlägt VeShalb die Humanisierung vor. London. 6. Februar.(Eigenbericht.)� Der Entschluß der fünf Delegationsführer der Flotten- k o n f e r e n z, auf dt« Tagesordnung der Vollsitzung vom kommen» den Dienstag die Untcrseebootfrage zu» setzen, hat, wie der „Daily Herald" meldet, ein bezeichnendes Nachspiel gefunden. Der französische Ministerpräsident hat sich veranlaßt gesehen, die Initiative, die in der Unterseebootfrage seit jeher bei den Eng- ländern und Amerikanern gelegen hatte, an f'chzu reißen und wissen lassen, daß die französisch« Delegation am Dienstag durch den Mund des französischen Marineministers Leygues einen Antrag aus „H u m a n i s i e r u n g" der Unterseebootwaffe einbringen werde. Di« Franzosen werden bei dieser Gelegenheit u. a. beantragen, daß Handelsschiffe von Unterseebooten nur dann torpediert werden dürfen, wenn sie voll bewaffnet sind und alle Maßnahmen jür eine Rettung der Mannschaft getroffen sind. England und Amerika sind seit jeher für die Abschaffung der Unterseeboote und im Falle der Undurchsührbarkeit dieses Vorschlages für eine Einschränkung der Unterseeboote eingetreten, während Fraiikreich seit 1921 keine Gelegenheit ungenützt gelassen hat, um seiner Gegnerschaft gegen derartige Pläne Ausdruck zu geben. Tardieu hat nunmehr erkannt. daß der französische Widerstand«in Scheitern der Konferenz in einem ihrer wichtigsten Punkte zur Folge haben würde und scheint entschlossen zu sein, aus seiner Not ein« Tugend zu machen. Es ist unverkennbar, daß Tardieuz Versuch, die Initiative für sich zu beanspruchen, in englischen und amerikanischen Kreisen per- stimmt hat. Der diplomatische Korrespondent des„Daily Herald", der der englischen Delegation nahesteht, mach: sich zum Sprachrohr dieser Stimmung, wenn er schreibt:„Tardieus Benehmen ist ein wenig ungehörig. Der französische Ministerpräsident täte gut daran, die Konferenz etwas mehr als eine Gelegenheit zur Herabsetzung der Rüstungen, als für persönliche Reklyme zu benutzen." Die polnische-Klotten Warschau, 6. Februar. Der Chef der polnischen Marin« Kommandant Swirski hat.sich nach Frankreich begeben, um die oon der polnischen Regierung sryn- zösischen Werften in Auftrag gegebenen Kriegsschiffe zu besichiigen. Es handelt sich um 3 Unterseeboote und 2 Torpedo- b o o t s z e r st ö r e r, die in Le Havre, Caen und Nantes gobaut werden., WERTHEIM Leipziger Str.(Versand-Abi) Königstraße Preise für Freilag u. Sonnabend, soweit Vorrat, Mengenabgabe vorbehallen. Fleisch, Fische, ueflügel, Obst und Gemüse werden nicht zugesandt. Frisch. F/eisch Geflügel, Wl/d Wurstwaren QänSe gefroren 70 Rosenthaler Str. Horitzpiatz (Billige Jßehensrmttei Rinderkamm pm. 0 86 Rinderbrust Pfund 0.86 Qoenlppt 0 84 Gulasch 0.95 Rinderzunge pttmd 1.20 Schmorfleisch Knochen 1.10 Knochen 1.20 Roastbeef m*KÄ 1.10 Gehacktes.Pfund0.85 Liesen... Ptund 0.80 Kalbskamm Pfund 0.86 Kalbsbrust Pfund 0.86 Kalbsnierenbrat 0.94 Kalbskeule bisgpfd 1.05 Kalbsschnitzel pti. 2.20 Schweinerücken. li. L/Istt, m.'i keilsiza>.>6 Schweineschink. 1.24 Kaßler wild xe»I«n 1.28 f-nma nefrierfleisch Hammei-Vorderfl. 0.84 Rinderkamm v. Dnast, Pfond U»ö4 Räucherwaren Bücklinge- fd. ojs 0.25 Dorsch.. ptund 0.34 Sprotten Kislch�» 0.40 Fleckheringe pm. 0.52 Rogen____ Pfund 0.48 Seelachs!.stck.pfd. 0.55 Bücklinge Kiei«T�fd.0.5 8 Rotbarsin stock.. Pfd. 0.58 Pfand von Pf, an Suppenhühner»» 1.10«, Brathühner Ptund I.IOm Wolgahühner L QuaUiIt, Plnnd Ton 1.20»n Enten Piund von I.SOan Fasanenhähne 2.95«u Hasen �•«••-1.08« Rehbiätter Pfund 1.35,n Eier»üik 66� Fische Dorsch... Pfund 0.16 Bratschollen. Piunu C.2S Schellfisch pfd. 0.25O.I8 KabelJau�ffiO.22 Seelachs ÄrS 0.22 Grüne Heringe... 3 Pfund 0,58 0.42 Lachs 0.95 Karpfen i«brad,pfd. 1.00 u Gebrannter Kaffee Ä;, Käse u, Fette Obst, Gemüse Konserven Pfd. von 80 Dampfwurst pm. 1.00 RotWUrSt..Pfand 1.00 Fleischwurst Pfund 1.15 Sülzwurst.. Pfund 1.15 Würstchen Pfund 1.25 Hausm. Leberw. 1.25 Jagdwurst. piund 1.45 Mettwurst Br. An 1.45 Bierwurst..pmnd 1,45 FiletWUrst.Pfund 1.65 SchinkenwurstPid.1.65 Leberwurst feine 1.80 Teewurst.. Pfund 1.80 Teewurst afot«, Pfd. 1.95 Zervelat u. Salami 1.80 Speck ftn 1.20 mir 1.55 Schinkenspeckpid.1.90 Hiink- tanOuter Ur. ICirttzttc Landleberwurst 0.95 Speckwurst ptund 0.95 Berl. Mettwurst fit 1.15 Konfitüren Block-Schokolade 250 Qr. 0.50 500 Qr. 1.00 SchokoIadeii'Müu__rt 2 T« ein ä 100 Gramm U.# U Schokolade, Extn, bi ter* JTa eln k 100 Ur. 1.00 Schmelzrelief Pfd. 1.50 Dessert-Brezeln 0.90 CamembertsckwH 0.1 3 i Port onen 0.03 Ramadou. stock 0.20 Limburger 0.45 0.98 Steinbusch. 0.65 0.98 Tilsiter Art �"'d* 0.75 Edamer pfd. 0.75 1.10 Schweizer djn, pja 0.90 Tilsiter vop'fdl von 0.98«n Holländer vom, pia 1.10 Münster Art Pfund 1.10 Schweizer Art pm. 1.1 5 Schweizer"Ii 1 ,23»n Kokosfett i-pfA-Tif. 0.50 Margarine Pfund 0.50 Schweineschmalz 0.65 Molkerei-Butter 1.64 Tafelbutter 1.74 1.80 Kolonialwaren Viktoria-Erbsen... Pfund e.z» 0. 1 o Grüne Erbsen pu. 0.19 Erbsen Rw°d'».d« 0.30 Linsen Pfund 0.58 0.24 Bohnen weise,«.« 0.23 Bassin-Reis pft 0 22 Amerik. Reis pia 0.30 Elur-FadiR-Nutfaiu.__ Piund 0.88 Ü.OO Ital. Makkaroni u. Spaghetti pia 0.72 Musäpfel 2 Plbnd 0.25 Tafeläpfel 2 Pfund 0.35 Amerikaner Pfund 0.30 Tafeläpfel 0.40 Kiste ca. 45 1 Id. br. ▼. 1-4.73 jm Apfelsinen dm. o.is 0.48 Halbblut DMA 0.75 0.40 Mandarinen zPtA 0.55 Zitronen dum. o.so 0.35 Blutorangen 025 Klatc 100 u. 150 Stück an Weißkohl65 Leipziger Allerlei 0.38 Gem. Gernüse�w' I.IO Jg. Erbsen �J,1� 0.90 Karotten geschaUfen 0.40 Jg. Karotten Weins 0.85 Br.-Spargeldünu.. 2.10 Br.-Spargel �u' 2.70 Stg.-Spargel 2.85 Stg.-Spargel 3.00 TeltowerRObchenO.OO Rosenkohl kldK«pfe 0.95 Kohlrabi mitcran. 0.58 Junger Spinat.■ 0.54 Sellerie'U Scheiben 1.60 Tomatenmark i-A n Ir I/O Dose 0,30, l/i« Dose U.IU Apfelmus 3, 2.60 0.52 Pflaumen 0 6D st. 0.76 Fruchtsalat.... 1.85 Reineclauden.. 0 93 Kirschen s™re,», st. 1.40 Kirschen �hrasSn 1.55 PfirsichakaUÄi 1.45 M/o /«« PniM für Vi Piaeehs wr cn« ohne ftZiel». IHosbI rnid BordBanx IsIImBliB Im Prelsa bsdEatanL bEcabgßEtil. mm BeIsdIeI: 1928 Wöllsieiner Hüllberg Rheinhesse. 1.00 1928 Obermosel. 1.00 1927 Kreuznacher Kronenberg... 1.10 1922 Lbät. La Grolet Eordeaus 1,30 1927AItenbamb8rger Laurentiusberg.. Pla'zwein 1927 Oppenh. Goldberg rassig, gehallv. 1.60 1921 Mödoc�f�- 1,60 1927 Niersteiner Or- bel pikant, rassig.. 1.80 1926 Escherndorfer Fürstenberg_.. Boxbeu elwtfn fc.wU 1928 Wöllsteiner müdet Tisch weia t/.ovj 1928 DOrkheim.Portu- gieser Rotwein. 0.90 Jamaika-Rum-Verschnitt s..... 3.50 Dtsch. Weinbrand** Halb& Halb Hausmarke O 0\J lüeln n, InlrliuniEn oam Fat m biUigan Pcehaa BBSBaBSOBKBSaa Theater, Lichtspiele usw. SCAW Tigl. 5 u.81;, Uhr. Barbai ossa 9256 Pr. 1-6 M. Wochentg. S U. SO Pf. Z M. Con Colleano, 4 Bronetta and weitere zum I. Maie in Europa gezeigieSpitz-enieistungen Tfigi. S Ii.«» SonoL 3. 5 I B" A ex. 8066 | INTERNAT. VARIETB Operette tob Mi II Acker laden WoAcmas 8.15. Soitntag 9 Ohr. Neueinführung ab I. Februar: Jeden Sonnabend>f>6 U. NaditvorsleU. Sonntag PU Uhr CzardMIUrSiin Sonnabend S und Sonntag Z'/s Uhr ,�ä»cZiaBdrüaB:' Das Theater der niedrigen Preise L MJreirang O�a I. Rangbalkon u. >. Parkett 1 JO, Orchestcrsessel 2 50. Programm u. Garderobe je 0,25 M. Kein Zwang). Gr. Frankfurter Str. 132. Billettkaste: Alex..H2"— 3496. 8" Ohr Ztr. 2819— Rauchen erlaubt Sonnaband und Sonntag|a 2 Vorstallungan 4 Uhr and A".- 4 Ulnr kleiae Preise Casi-Pam'lle In Ihren sensationellen Leistungen auf 5 Pferden.—„Jung-China", neue eslaflsche Kunst— 2 ElllaPa, tollkühne Leistungen an Cd auf dem Stahlrohr.— Wartha RBkk, der internationale Tanzstar.— Prasko u. Campo.d e humorvoll.Exzentrlker.— IILsona, deutsche Jkarler. die besten dar Welt und 8 weitere IntarnaUanale KunatkrBfte. Das lOMe UrMf 8 Uhr ufführun; Apollo. BrunnenstraSu Volksstück von Groümann und ff esse L Notik; Nes Midrta. Rtfii: itirptt Wils. itautLSdiiller-Ib. » Uhr und so. so geht der Wind .Keaisr an saurmanertamni fc'/i Uhr SiBüartenlsDlis Staatsoper Am PI. d Republik 7»/> Uhr Die verkaufte Braut iiEuisoiGs iBeaitr 0.1 Norden t2 31)' Tigl. Wi Uhr Der Kaiser v.Amerlka von Bernard Shaw Rege Mas Reinhardt Kammersplele D.I. Norden I2JI0 8 Uhr DerEandldat von Carl Sternheim • Bgk: im HalnriA Die Komödie 1 1 Bismck.24H/7516 m Uhr Victoria von S. Maugham. Regie dax Reinhardt. Musik; Mischt Spoltansky, idealen, o. ßenrenstr. 53-54 A 4 Zentrum 926-927 Dlrekilon Ralph Arlbar Roberts 8>/. Uhr ... Vater sein, dagegen sehr Sonntag auch nachm. 4 Uhr(halbe Pr.) GROSSES SCHAUdPlELHAUi) S Uhr: 3 Musketiere Regie: ERIK CHARELL 3 Utnntti BD 2a. nnstk. UIM n. vuvhr CASiNO-THEATER _ taOfthiimrter Strafte 37 Der Sensatlons-Schiaoer seine Hohen der Bettler umiiiiiiiiiiiimiiiiiimiuiiiimiiniiinMiiiiiiunimiMMin und da crsikl. baut es Programm Für unsere Leser! iutschem tür 1—4 Personen Pauteull nur 1.25 M, Sessel 1.75 M, Sonstige Preise: Parkett u. Rang A80 M. Reichshallen-Theater Ahends© soniitaa oadun.© Slelfloer-SAnfter Zum SchluA Logis Wildwest Oön h o'f- Brett*; Das uraafttsst ProortJUB! mmem A/uUSdniU, Il-Biha BtfBiaattUBmillU.U Gr.BOGRbierlesi 7 Kipelltn Hm ibdsn�s«, 5J hjyrtaia Madli Einlaß: Wochentags 6 Uhr. Sonntags 4 Uhr. Sonnabends und Sonntags: firoBer Alpenbail. Direktion >r. Robert Klelr Oeotsebes SDnstler-Theai Barbarossa 3937 8V* Uhr Jh?. iw«'. dref von FranzMoinai mit Mn Panubtrg. soupor Dönhoff 170 Täglich yb: Die Straße mit Albert BasKraaiiA Regie Heinz Rüper. Komische Oper Friedrichstr. 104. Merkur 1401/4330. Allabendlich 8V«U. Bulla dl Balls S4*mt ni tnwlf rad Badi Lustspielhaus Friedrichstr. 236. Bergmann 2922/23. Täglich 8>i> Übt Liebe auf den zweiten Blick Lessing-Theater Norden 10846 Täglich 8 Uhr Attire Oreylus von RehfUcb und Herzog Hl. i. Boüendorfplaiz Vorvk.10-2. Kf. 2091 Täglich Ph Uhr esstspiei«es Deaistben TueoiBn Menschen im Hotel von Vicki Baum- Higte: Susla! Gröaigoii »ma» Barnowsk] Theeter m der geniggrätzer Strtflf Täglich 81/« Uhr Professor Bernhardt von irOrar Sdrahikr Sagli; Tidn Bmntlr KomSdlanhaua Täglich 8--, Uhr Oer Logner und d a Rönne von CllPt 6DQ Metropol-TU. 8'/. Uhr Das Land des Lächelns Vera Schwarz, Richard Taabcr Musik von Franz Lehär Kleines Tüeai. Merkur 1624 Tägt-SV» Uhr Oer Walzer von beule Nacht! Max Adalbert, Erl a Glassner, Hl'de Wörner, Hermann-Schailuß Operettenhaus Alte Jakobstr-0/32 (Zentral- Theater) Täglich �>'4 Uhr Oer Soldat der marie Planetarmm — am Zoo— leriln. la&inftila itnl. 8.5 Barbarossa 5578 I6>/i Uhr Dia Wiatar- Sternbilder 18-/. Uhr Oer Plaue iupiter. 20';. Uhr Merkwtrdiga Sierae dSasa iJnip: Eintritt l Mark. Kinder 50 Pf. 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Beilage des Vorwärts Freitag, 7. Februar 4S20 Schimpfereien im Gtadtparlament Magistrai, von Kommunisten angepöbeli, verläßt den Saal. Antrag angenommen, der eine Erhebung über die Jnanspruch- nähme städtischer und privater Wohlsahrtseinrichtungen verlangt. Genossin Dr. Zrankcnthal stellt« gegenüber dem tomnurnistischeu Vorredner fest, daß die Sozialdemokraten für die Uebersührung privater Anstalten in städtische Verwaltung seien. Beispiele dafür seien hinlänglich vor. Händen, so nicht zuletzt bei der Versladtlichung des Kindergartens in der Blumenstratze. Nicht zustimmen tonnten die Sozial demo- traten der fornmumstischcn Ansicht, alle privaten Einrichtungen sofort zu schließen resp. ihnen den Zuschuß zu entziehen, wenn sie sich nicht verstadtlichen lassen wollen. Es entstände dann ein Va- kuum, und den Schaden hätten die Schichten der Beveölterung, die die Einrichtungen in Anspruch zu nehmen gezwungen sind. Unter Ablehnung der kommunistischen Anträge wurde der sozial- demokratische Ausschußantrag angenommen. Bei der„Borlag« zur Kenntmsnahme' über die Stellungnahme des Magistrats zu dem Beschluß der Stadtverordneten wegen der Tariferhöhungen redeten Kommunisten und Nationalsozia- listen lange Reden. Einem Dringlichkeitsantrag der Kommunisten zu der Sache wurde die Dringlichkeit versagt.— Nach Behandlung Sn dar Berliner Stade» erordnete nversamm- lung sah gestern Bürgermeister Scholtz sich genötigt, den Kommunisten in scharfen Worten zu erklären, daß der Magistrat sich nicht länger von ihnen beschimpfen lassen will. Zu den Anträgen über die Gehälter von Direktoren und anderen leitenden Persönlichkeiten in städtischen Gesellschaften waren noch ein paar Schlußreden nachzuliefern, die in der vorigen Sitzung wegen vorzeitigen Schlusses nicht niehr zustand« gekommen waren. Der Kommunist Kasper schmetterte eine wüst schimpfende Rede' heraus, die sich teils gegen die National- sozialisten, teils gegen die Sozialdemokraten und schließlich auch gegen den Magistrat richtete. Bürgermeister Scholtz erwiderte ihm. der Magistrat werde, wann er weiter in einer derart u n- würdigen Form angegriffen werde, keine Antwort mehr geben. Danach verließen sämtliche anwesenden Mitglieder des Magistrots den Saal, begleitet von dem Lärm schimpfender Kommunisten. Man begreift die Entrüstung des Magistrats, aber wir fürchten, daß er mit dieser Demonstration auf die Kommu- nisten nicht viel Eindruck gemacht haben wird. Der bereits im.B o r w ä r ks" mitgeteilt« Dringlichkeitsantrag der sozialdemokratischen Fraktion, bei den zuständigen Behörden dahingehend vorstellig zu werden, daß alle«msgesteuerten Erwerbslosen in die krisenfürsorg« einbezogen werden, wurde ohne Debatte« i n st i m m i g angencnnmen. Sollt« tan Ersuchen stattgegeben werden, so kommen allein in Berlin l20 166 Ausgesteuerte wieder in die Kriseusürsorge. Der Wohlfcchrtsetat der«tadt würde dadurch außerordentlich entlastet. Die Kommunisten protestierten gegen den Erlaß des preußischen Innenministers wegen der Nichtbestätigung tommu- nischer Stadtvertreter: die Nationalsozialisten hatten es wieder einmal mit dem Demonstrationsverbot und dem dadurch eingeschränkten Recht der freien Meinungsfreiheit". Eine Reih« Anfragen, darunter auch die sozialdemokratischen(stehe »Vorwärts" vom Mittwoch) welden gcschäftsordmingsinäßig beantwortet werden. Bei der Debatte über die Vorloge wegen der» llmbenennung der Königgräher Straße in Slresemanustraße verlangten die Kommunisten die Benennung dieser Straße nach Karl Liebknecht. Etadwerardncter Schwarz(D. Vp.) sah Schwierig- ketten finanzieller Art bei der langen Königgrätzer Straße und beantragt«, die Lenne- und Tiergartcnstraße nach Stresemann zu benennen. Der deutschmtirniale Stadtverordnet« Döring, seines Zeichens Volksschuirektor, erklärt« mit Emphase, in dem Namen .Königgrätz ehr« dos deutsche Volk schließlich auch die richmreichen Taten seiner Vorfahren! Nationalsozialisten, Wirtschaftler, das Jen- truin, die Splitterparteien, Dernokraten— alle, alle redeten noch zu der Sache. In der Abstimmung wurde die Umbenenirung Lieb knechtstraß« gegen die Stimmen der Kc-inmunisten abgelehnt, o n- genommen dagegen der Antrag, an Stelle der Mniggrätzer Straße die Lenne« und Ti« raa r t« nst r aß« zu nehmen. Es standen Kommunisten, Deutschnationale und Nanonalsöziälrsken mit Ist! Stimmen gegen IG) Stimmen der Sozialdemokraten und der Mittelparteien.— Der evangelische Eltern b und Moabit soll ein bischer innegehabte« kleine« Spielplatz» und Canbmgelände am Vlötzsusee räumen, weil die für die Allgemeinheit bestimnuen Parkanlagen ausgebaut werden sollen. Dagegen liefen alle bürgerlichen Parteien Sturm; ein entspnechender Antrag wurde abgelehnt, es bleibt bei der Räumung— In zwei Antrögen forderten die Deutschnationalen ein« stärkere Heranziehung der privaten, ober durch die Stadl nnterstühte» Wohlfahrtseinrichtungen wie Horte, Krippen, Kindergärten und Speisungseinrichtunzen. Im vorberatenden Ausschuß war der Antrag in bezug aus die Speisunge- «inrichtungen abgelehnt worden, soweit Horte, Krippen und Kinder- gärten in Frage tanuncn, wurde«in sozialdemokratischer in mehreren Sitzungen sollten gestern endlich die Abstimmungen zum sozialdemokratischen Antrag wegen der Herabsetzung der Gehälter der teilenden Personen slädüjcher Gesellschask-w vorgenommen werden. Dabei pöbelten sich im Schlußwort des Kam- nmnisten Kasper die radikalen Flügelparteien tüchtig an. Kasper kündigle«m. daß die kommunistische Fraktion gegen den Antrag stimmen würde. Wie Kasper operierte, dafür ein Beispiel: Er fragte den„sonst so geschwätzigen Magistrat", wie er sich zu dem Korruptionsgehalt des deutschnationalcn Direktors der BVG. L ü d k« stelle. Wenn der Magistrat wester schweigen sollte, wäre damit erneut der Beweis erbracht, daß er diesen Korruptionssau st all decke. Als Bürgermeister Scholtz den Arm zur Wortmeldung erhob, erklärte Kasper plötzlich: Nach dem, was wir bisher von dieseni Magistrat unter Führung eines Scholtz erlebt haben, könne der Magistrat nicht erwarten, daß man seine Aeußerungen ernst nehme, insbesondere daß man sich mit einer mündlichen Auskunft zufrieden gebe! Bürgermeister Scholtz erklärte daraus, daß der Magistrat in Zuknnft nur mehr Antwort aus Anfragen geben werde, wenn sie in einer würdigen, angemesieneu Form vorgebracht würden. Oer Magistrat verließ daraufhin den Saal. Als die Magistratsmitglloder die Bänke der Kommunisten passierten, machten diese laut«, beleidigend« Zuruf« zu den einzelnen Stadträten hin. Zu einer Abstimmung kam« noch nicht, da der Vorsteher die Versammlung wegen der eingetretenen VeschlußunsShig- teit schloß. Fmuenmord im alten Berliner Westen. Zn der Wohnung mii seidenem(Schal erdrosselt aufgefunden. Ein Kapitalverbrechen wurde gestern abend kurz nach 17 Ahr Im allen Berliner Westen, in der Stein- mehstrajjeSZ entdeckt. Im Schlafzimmer ihrer Wohnung fand mau dort auf einem Ruhebett die 49jährige Klavier» lehrcrin Margarete Zimmer tot auf. HSude und Füße der Frau waren mit einem starken Strick ge- fesselt. Die Mordkommission, die sofort alarmiert wurde. erschien ualer Leitung des Ehef« der Kriminalpolizei alsbald am Talort. Das Moudhauö, eine große Mietskaserne mit Hinter- haus, liegt zwischen der Göbcu- und Alvenslebenstraße. Die Ermordete war unverheiratet und bewohnte im zweiten Stockwerk des Vorderhauses Steiumehstraße 5il eine aus drei Stuben und Küche bestehende Wohuuug. Tic Frau hat früher bessere Tage gesehen, i« de» letzten Fahre« hatte sie aber wenig Schüler, denen sie«lavier- Unterricht gab. so daß sie. um die Mittel für den Lebens- unterhalt und die Miete aufbringe» zu rönnen, zwei möblierte Zimmer an zwei Herren, die tagsüber ins Büro gehe»», abvermietete. Fräulein Zimmer war im ganzen Hanse beliebt und, obgleich eS ihr selbst nicht sonderlich gut ging, klopfte niemand vergebens an ihre Türe; immer hatte sie eine Wenigkeit übrig. Ver- mutlich ist ihr diese Mildtätigkeit zum furchtbaren Ver- hänguis geworden. Gegen 17 Uhr kehrte einer der Untermieter in seine Behausung zurück. Er wnirderte sich, daß er von sei»»er Wirtin, die wegen eines Beinleidsns nur selten die Woh- nung verließ nichts vernahm. Als er sei» Zimmer be- treten wollte, machte er eine überraschende Entdeckung. Alles war durchwühlt, das Kleiderspind geöffnet und die Schubladen aufgerissen; der Inhalt lag zum Teil auf dem Fußboden verstreut umher. Der Mann, der zunächst nur glaubte, daß Einbrecher in dem Zimmer gehaust hatten, eilte jetzt in das Zimmer seiner Wirtin. Hier bot sich ihm ein schreckliches Bild. Mit gefesselten Armen nnd Beinen lag die Frau leblos auf dem Ruhesofa. mit dem Kopf dem Fußboden zugeneigt. Entsetzt verließ der Untermieter die Wohnung«ud eilte znm zuständigen Polizeirevier in der Winterfeldtstraße. Mehrere Be- amtc begaben sich sofort in die Wohnung. Gleich der erste Befund c»-gab, daß ein Verbrechen vorlag. Auch in dem Mordzimmer waren sämtliche Behältnisse durchwühlt. Alles läßt darauf schließen, daß der Täter in größter Hast die ganze Wohnung nach Geld oder Wertsachen durchsucht hat. Die inzwischen alarmierte Mordiommission erschien mit dem Ehef der Kriminalpolizei, de« Kommissaren Johannes Müller und Werneburg sowie dem GerichtSarzt Professor Strauch nach kurzer Zeit an» Tatort. Wie zunächst festgestellt werden konnte, war das Opfer mit einem seidenen Schal erdrosselt worden. I« Gesicht zeigten sich starke Schwellungen und blutunterlaufene Stelle», die osseubar von Schlägen her- rühre»». GS hat den Anschein, daß zwischen der Gr- mordete« und dem Täter ein heftiger Kampf statt- gefunden hat.' Die polizeilichen Ermittlungen hoben bereits auf die Spur des nmtmaßlicheil Tüters geführt. Am vergangenen Montag klopfte ein Bettler an die Tür und bat um«in Almosen oder um Arbeit. Fräulein Zimmer ließ den Bettler— es soll sich um einen jüngeren Mann handeln— in die Küche ihrer Wohnung, setzte ihm«ine Tasse Kaffee vor und gab ihm einige Stullen zu essen. Der Mann führte einige kleinere Arbeiten aus, brachte Leonie hatte Schmuck, viel Schmuck. Auf ihren Lippen lag Karmin und ihre Augenbrauen waren dunkel gefärbt. Und dann ihr Haar— eine richtige Strahlenkrone, meinten alle. Von Natur war es bescheiden braun, aber mit Hilfe des Chemikers hatte sie es in schimmerndes Gold verwandelt. In diesem wunderbaren Aufzug und dank ihres Berufes wirkte sie in der Siedlung immer wie eine Art Sensatipn, und allerhand Vorwände wurden geltend gemacht, um einen Augen- blick in Alexandras Haus hineinzusehen oder wenigstens vor- überzugehen, um sie mehr aus der Nähe betrachten zu können. Iuju war mehr oder weniger eine Miniaturausgabe ihrer Patin. Sobald Augusts(Tarne Molle das zierliche Dingelchen erblickte, war sie hinausgestürzt und erdrückte das Kiiid mit Küssen. Aber heute sah die Klein« verändert aus— auch sie war in eine himmlische Blondine verwandelt worden. Wie der Blitz verbreitet« sich die Nachricht über den Hof, und alle Freunde rannten herbei, um Augustas Töchterchen mit „französischem Haar" zu bewundern. Leonie strahlte über den Erfolg ihres Schützlings. Dies Adoptivkind mar ihr einziger Luxus, das einzige, was ihr wirklich gehörte, der einzige wertvolle, echte Inhalt ihres ver- derbten Lebens. Da sie Selbstertcnntms befaß, wiegte sie sich in der ungewohnten Hochachtung, die sie in der Stellung genoß, denn sie wußte genau, daß man sie unter weniger einfachen und unwissenden Leuten verachtete und bespöttelte. Daher war sie Augusta und Alexandre sehr dankbar dafür, daß sie sie zur Patin ihres Kindes gewählt hatten, und über- schüttete sie mit Geschenken und Aufmerksamkeiten. Und unter den Einwohnern von Sao Romao hatte sie wirklich geradezu das Gefühl, eine andere zu fein. Ihre Augen ver- loren etwas von ihrem harten Glitzern, und für ein Weilchen vergoß sie die Szenen, an die sie da unten in Catt-te täglich gewöhnt war. Sie machte keine besonderen Ansprüche, son- dern setzte sich neben Augusta auf die Bank, trank Wasser aus dem zinnernen Familienkrug, fetzte ihren wunderbaren Hut ab und ging sogar manchmal so weit, die engen Schuhe fort- zuschleudcrn und ihre Füße, die voller Krampfadern waren, auf dem schäbigen alten Teppichzeug vor dem Bett auszu- ruhen. Alexandre und seine Frau erwiderten ihre Zärtlichkeit mit lebhafter Fürsorge. Es gab nichts, was sie für Dona Leonie nicht getan hätten. Für sie war sie die schönste und vollkommenste Frau mit dem engelreinen Herzen, und ihre Besuche waren in dem armen Leben der beiden das große Ereignis. Iuju, die in jeder Hand ein Tüte Bonbons hielt, wurde von Arm zu Arm und von Mund zu Mund gereicht, als wäre sie ein wunderbares und zauberkräftiges Heiligenbild, das jeder küssen muß� Sie wurde als seltene Schönheit gepriesen, als Engelchen, als französische Puppe, als alles, was schön und begehrenswert erschien. Bei dieser Prozedur trug sie der stolze Vater, der tief gerührt, aber feierlich wie immer umherging und alle paar Schritte haltmachte, um die Huldigungen eines neuen Nach- barn in Empfang zu nehmen und eine Flut von Begeisterung über sich ergehen zu lassen. Mit leisem Lächeln und tränen- feuchten Augen wich sein gewöhnlicher Ausdruck stupider Würde dem einer demütigen Verwunderung, wie denn fo ein einfacher Mulatte wie er jemals Vater eines so vollkommenen Wunders hatte werden können und welch gütiger Gott direkt vom Himmel eine geradezu feenhafte und engelsgute Patin zu ihrer Erziehung gesandt hatte. Während Iuju ihre Triumphrunde durch die Siedlung machte, blieb Leonie bei Augusta und wurde Mittelpunkt eines bewundernden Kreises von Waschfrauen und Kindern. Sie sprach nach allen Seiten hin sehr ernst, mit leiser Stimme und mit der Miene einer Person, die Urtell und Erfahrung hat. Sie verdammte alles Böse und Ehrlose und lobte Tugend und Recht. Und die Frauen um sie herum, die sich gewöhnlich so dreist und laut benahmen, sprachen jetzt gedämpft und hörten andächtig auf die Worte der Weisheit, welche die schöne und gütige Dame an sie richtete. Das Dores glühte vor Wichtigkeit, als ihr Leonie die be- handschuhte Hand auf die Schulter legte und sie fragte, wie es ihrem Mann ginge. Die Frauen wurden nicht müde, die Kokotte anzustarren, bewunderten ihr gutes Aussehen und prüften alle Einzelheiten ihrer kunstvollen Aufmachung. Der Prunk ihrer Kleidung erregte Aufsehen; Finger wogten sich heran, um die weiche Seide zu betasten; die Schuhe hatten i bei näherer Betrachtung sogar noch höhere Absätze, als sie-t zuerst angenommen hatten, ein Chor von staunenden Aus- rufen erhob sich jedoch, als sie ihren Rock in die Höhe hob und die Fülle von Spitzen an ihren Unterkleidern sehen ließ. Der Gegenstand dieser allgemeinen Vergötterung lächelte, von den herzlichen Komplimenten der Zuschauer gerührt. Piedade schwor das Kleid von Madame fei noch kostbarer als das von„Nossa Senhora da Penha". NSnem sprudelte in ihrer Begeisterung heraus, daß sie Leonie aus tiefstem Herzen beneidete, worauf ihr ihr« Mutter die Sünde der Be- gehrlichkeit vorwarf. Albino starrte hingerissen, das Kinn in der Hand und den Ellbogen in der Luft. Rita brachte ein paar Rosen an und bot sie dem Gast dar. Sie wußte über die soziale Position der blonden Französin wohl Bescheid, aber sie pries ihre Schönheit warm. Und überdies„muß eine Frau schon was wert sein, um all den Schmuck und die eleganten Kleider aus den paar stinkreichen Männern herauszupressen" „Und letzten Endes, ich weiß nicht", fuhr Rita später fort,„es mag ein schreckliches Leben fein, wie ja alle sagen, aber es läßt sich nicht leugnen, daß sie es ganz amüsant hat und daß ihr nichts abgeht. Sie hat ihr gutes Essen und Trinken, wohnt in einem schönen Hause und jährt nach- mittags in einer eleganten Equipage aus. Abends geht sie ins Theater und zum Taixz. so oft sie Lust hat. und Sonn- tags sind die Rennen und die Picknicks draußen im Freien. und Geld bekommt sie, soviel sie ausgeben mag. Und was das beste ist, sie ist nicht an irgendeinen rohen Kcrl gebunden, der sie schlägt und pufft, wie es Leocadia und manchen anderen Segangen ist. Nein, sie tut wirklich, was sie will, und ist 'ei wie die Liebe selber." Der Gegenstand des allgemeinen Interesses blickte sich um, als vermißte sie irgend jemand- „Wo ist Pombinha?" fragte sie,„ich habe sie noch nicht gesehen." „Oh", entgegnete Augusta,„die ist nicht hier. Sie ist mit ihrer Mutter in den Tanzklub gegangen." Der Gast schien nicht zu begreifen, und man erklärte ihr, daß Pombinha Dienstag. Donnerstag und Sonnabend abends zwei„Milreis" in einer Tanzschule verdiente, wo sie die schüchternen jungen Leute, Büroangestellte aus der Stadt. unterrichten hals, und wo sie auch da Costa kennengelernt hatte. „Was für einen Costa?" „Ihren Beau, dsn. der sie heiroten will." .Llch ja. ich ermnere mich."(Fortsetzung folgt.) ü. a. hrtt Mülleimer Wnui#« und erhielt dafür 50 Pf. Fräulein »»immer bat ihn, cm Tonneretog, also gestern nachmmaa, vüsderzukamnren. Ob«r nun wirklich dagewesen ist, konnte noch nicht einwandfrei festgestellt werden. Hausbewohner haben jedenfalls nichts wahrgenommen. Die Untersuchung der Leiche der ermordeten Klavierlehrerm Margaret« Aimmer durch Profestor Strauch ergab folgendes: Dem Opfer waren nicht mir die Hände auf dem Bauch gefesselt. sondern auch die Füße waren zusammengebunden. Im Wunde stak ein Knebel, der durch ein darübcrgebundenes Handtuch lestgehalten wurde. Vermutlich ist der Tod durch E r st i ck e n oder Erwürgen eingetreten. Der stärkst« Verdeckst richtet sich vorläufig gegen den erwohnten jungen Mann. Mach der großen Vor- wüstung zu urteilen, die in der Wohnung angerichtet wurde und nach der Menge des gestohlenen Gutes zu urteilen, scheinen aber mindestens zwei Personen die Tot verübt zu haben. Nach dem ärztlichen Befund muß die Tat schon in den Dorniittogsstunden, vielleicht zwischen 10 und 12 Uhr verübt worden sein. Das Haus, In dem die Ermordete seit 30 Jahren wohnte, gilt allgemein als ruhig und wird von durchweg ordentlichen Mietern bewohnt. Es werden sich aber vielleicht doch noch Zeugen finden, die beobachtet haben, wie ein Reisekorb und ein Koffer, die dem Untermieter gehören und gestohlen worden sind, von einem oder mehreren Per- srnen aus dem Hause geschafft wurden. Zorns gegen Wolfgang Heine. Aber es war ein Lusthieb. Im Zsrns-Prozeh steht der Schluß der Beweisaufnahme bevor. Die Vernehmung des lehken Zeugen Ehrhardt, Vorsitzen- den ta der Sriegsgcrlchlsverhandlung gegen die Liebknecht, und enxembnrg-Märder. Ist auf heule zurückgestellt worden. Der Vcr- tcidiger des tlogeklaglen, Rechtsanwalt Dr. Paul C f o i, will diesen Zeugen selbst vernehmen. Nachdem der Werst a.D. Reinhordt in so entzückender ZSeis« seinen Standpunkt dahin präzisiert hotte, daß er ja die Offi- ziere im Gefängnis nicht mit ihren Feinden Hab« zusammenliegen lassen können, und daß er in jeder Hinsicht bemüht gewesen sei. ihnen«in« angenehmere Unterkllm't zu verschatsen, da es doch Männer waren, die im Kampfe standen und denen es doch nicht allzu bös anzurechnen war, wenn sie vielleicht in mancher Hinsicht zu weit gegangen find, kam Staatsanwalt O r t in an n zu Worrs. Er war mit den Ermittlungen gegen die an Luxenrburgs Ermor- dung angeblich beteiligten Zivilpersonen beauftragt, arbeitete also zusammen mit Jörns. Es ist ihm nicht ausgefallen, daß Jörns nach irgendeiner bestimmten Seite hingeneigt habe, er sei durchaus objektiv gewesen. Er, der Zeuge, ist über da? plötzlich« Äusstkeiben der Beisitzer höchst erstaunt gewesen Auch hat er nichts non Suggestivfragen an die Zeugen' gemerkt. Das Protokoll über Runges Aussagen ist ondmingsinößig zustande getommAl. Die Auslagen dieses Jägers waren aber von vornherein mit einer gewissen Vorsicht zu bewerten. So weit gut. Jörns erschien in diesem Teil der Aussage als Untersuchungsrichter ohne Fehi und Makel. Nun ober kommt es etwas anders. Dr. Löwenstein will wissen, ob der Zeuge, wenn er Untersiichungsrichter gewesen wäre, nachgeforscht hätte, von- wem Runge das Geld zur Flucht bekommen hat.„I a, das hätte ich allerdings getan", sogt der Zeuge. Ob der Oberleutnant Bogel dem Zeugen von Zlttsang an verdächtig erschienen sei, fragt der Angeklagte.„Ja", erwidert der Zeuge. Ob er ihn etwa schon früher verhaftet hätte, interessiert sich Justizrat Löwenstein, �sch hielt zunächst den Verdacht für nicht so dringend; nachdem Oberleutnant Bogel ober einmal ge- | logen hatte, hätte ich ihn f e st g e n o m m e n" lautet die Antwort. | Also doch einige Tag« früher, als Krieg-gerichisrat Jörns es getan hat. Trotz größter Zurücklmltung war es auch dem Zeugen Ort- mann nicht gut nwglich, die Situation, in der sich Herr Jörns be- findet, zu bessern.. Es folgt dann der Vorstoß gegen den früheren preußischen Justizminister Wolfgang Heine. Sein« Aussag« war dem Reichsairwalt in die Knochen gefahren. Er beschloß den Zeugen Heine durch dessen eigenes Zeugnis zu schlagen. So fübn« er«in im„Vorwärts" am 18. Februar 1519 erschienenes Interview mit ihm als preußischen Justizminister und seine Rede vor der preußischen Landesoersammlung am lt. März an. Heine erklärte aber, daß sowohl das Interview wie die ReÄs in keinem Widerspruch stehen, zu der Auslage, die er gemacht hat und daß er dies« in jedem Punkte aufrecht erhalte. Di« Notiz im„Vor. wärt" habe auf Mitteilungen gefußt; die er über den Verlaus des Prozesses erhalten hatte, und er habe mit Recht die Schwierig- keitcn hervorgehalicn,, die sich bei der Untersuchung ergaben- Die Rode in der preußischen Landesversommlunz könne gleichfalls nicht zur Rehabilitierung des Herrn Jörns beitrogen. Wenn es auch darin geheigen hob«,„die militärisch« Untersuchung bedurft« gor nicht meiner Anregung, iondern sie habe alles Notwendige getan, was die Untersuchung erforderte", so hebe sich das auf die Ernritt- fimgen bezogen, die den Jäger Runge betrafen. Er. Heine, habe wohl Grund gehabt, in so mancher Beziehung mit den militärischen Untersuchungen iiirzufrieden zu sein; so hätte er z. B. in seiner Red« erzählen können, daß die Verhaftung Vogels durch seinen Brief an den Kriegsminister veranlaßt worden sei: er habe dos aber nicht getan, mit(ich nicht selbst zu rühuten und er. Hab« auch aus politischen Gründen mit der Kritik an den Militärjustiz- behörden zurückgehalten. Der Nebenkläger erklärt, daß er den Brief des Zeugen erst nach Vogels VerHaltung zu Gesicht bekommen Hobe, und daß die Verhaftung unabhängig von demselben zustande gekommen sei. Hein«:„Das weiß ich nicht, ich bin auch heute noch der Ansicht, daß mein Brief die Verhaftung bewirkt hat." Mord wegen einer Kleinigkeit. Schwiegertochter erwürgt die Svjährig« Schwiegermutter. ~ Deyen Nordes im ihrer Schwiegermutter wurde am vouners- tog die 29 Jahre altr Frau Ella Rlarleus. geb. liegeldecke, aus der Waldstr. 16 zu AI o a b i l von der Kriminalpolizei fest- genommen. Zu dem Hause wohnte die KS Jahre alte lvitwe llliuua Alarlens, geb. Suckland, mit ihrem Sohne, der Expedient bei einer Großfinua ist. Im vergangenen Jahre heiratete der Sohn. blieb aber mit der jungen Frau bei der Müller wohnen. Anfänglich war das Zusammenleben recht glücklich. Das änderte sich aber bald, nachdem die alle Dame, mi« sie verschiedenen Bekannten er- zählt«, dahinter gekommen war. daß die Schwiegertochter leichtlebig war und aus ihr«» Name» Schulden ge- macht hatte. Seitdem kam es Ssler zu heftigen Anftritlr«. ZIach einer solchen Szene hatte die junge Frau einmal versucht, sich mit Gas zu vergiften, war aber gerettet worden. Am Mittwoch feierte die alte Dome ihren 6 0. Geburtstag. Eine Reihe von Bekannten und verwandle« war zu Besuch gekommen. Alle »vare« in bester Stimmung. Wege» einer Kleinigkeit, die die alte Dame tadelte, fühlte sich die Jüngere gekränkt und wieder brach ein Streit au«. Der Sohn bemühte sich, ihn zu schlichten. Heule früh ging er wie gewöhnlich ins Geschäft. Gegen t Uhr mittags rief ihn sewe Frau durch den Fernsprecher an und teilte ihm mit. er möge schnell nach Hanse kommen, es sei etwas passiert. Der Expeknent eilte nach Hanfe and fand in de? Wohnstube seine Mutter angekleidet und tot ans dem Fußboden liege«. Sie war erwürgt worden. Aus dem Tisch log ei« Zettel, aus dem die junge Frau mitteilte, sie wolle aus dem Leben Khridril, die Schwiegermutter aber vorher kSlen. Die Mörderin wurde bei einer Freundin in der Rachbarschaft ausfindig gemacht und von der Polizei festgenommen. Räch kurzem Verhör gab sie die Tat zu. Bei einem ernevten Streit habe sie die alte Dam« am Halse gepackt und sie so lange gewürgt, bis sie tot um- gefallen sei. Die Festgenommene wurd« dem Polizeipräsidium rin- gelleiert. Sander gesteht? Der Polizeipräsident terli mit: Die eingehenden Vernehmungen der in der Sache Wessel Festgenommenen hoben die bisherigen Feststellungen de? Politischen Abteilung vollauf bestätigt. Der b e. schuld: g te Sander hat zugegeben, daß A l i und Erwin seit d«n Tage i«ch der Tot bei ihm verborgen geHallen wurden.— Auch die übrigen von uns bereiis in der Abendausgabe des 3. d 351. mitgeteilten Feststellungen werden durch den Polizei- Präsidenten bestätigt. Sarrasani wieder in Berti»:. Draußen aus dem Tempelhof«? Feld ist gestern der Wrtterbau des Zirkus Sarrasani, der den Berlinern seine welt- bekannte zirzensiich« Kunst iwriüyren will, aufgebaut worden. Der gewaltige Bau, der massiv« Holzverkleidungen ausweist, faßt rund 10 400 Personen. Di« Kuppe! des Riesenraümes wiegt 240 Zentner und ist über 22 Meter hoch. Man bekommt«in« Anschauung von dem Ausmaße des Unternehmens, wenn man«rsöhrt, daß der Zirkus ein Personal von rund 1000 Menschen dauernd unterhält. Die Zahnzwrseheirräume als Sitz übelriechender Speiserest« reinigt man zweckmäßig mit der eigens dafür konstruierten Mlorodoni-Zohnhürst.: wft gezohmem Bo.-stWchi-iUt m.zw et Horte- pj&M tum höchster LÜJxcüI i icü., KazietorusC 60$[. Rat echt m ttowwtfoBBig SäflöMTpfftfunC' Der Transport von einer Stadt zur anderen, der sich In denkbar kürzester Zell abwickeln muß. denn jader Tag oerschlingt eine Un- koftensumm« von 17 000 M.. wird in vier Saitdce zflgen-- und 30 t großen Autos norgeMmmen. Samisani hat bÄovvtlich�py? kurzer. Zell«Iii« große, erfolgreiche Amcrikatournee durchgeführt. In Deusschlond ist«in derartiger chaderner."lechnitchcr Zirlüsbau bis- her nicht vorhanden gewesen. Der Tier- und Wagenpark des Zirkus Sarrasani ist in letzter Zeit weiter ausgebaut worden. Es war erstaunlich, zu beobachten, in wie kurzer Zeit die Zirkusstadt aufgebaut wurde und mit welchen außerordentlich modernen, technische« Hilfsmitteln der ganze Apparat arbeitet. Die neuesten technischen Errungenschaften sind zur Anwendung gebracht worden. Furchtbare Explosion in Wien. Drei Arbeiter schwer, zwölf leichter verletzt. Donnerskag vormittag ereigne l« sich w der Schlosserei der Alpenlöndischen Drahtindustrie ein surchköareg Explofloaeunglück. Di« Explosion ging von einer Stahls lasche aus, in der sich, unter starkem Druck zusammengepreßt, etwa 2900 Liter Gas befanden. Eine Gillcrschlosserel war in einem Augenblick ein Trümmerhuusen. Das Dach wurde abgetragen und zu Boden geschleudert. Die Wäude borsten und stürzten zum Teil ei». Alle Maschinen waren nur noch ein Haufen zerrissener und verbogener Metallbsflandlelle. Die Unglücksstälte bietet ein Bild grauenhafter Zerstärung. 15 Arbeiter wurden v e r l c h l. davon drei Arbeiter schwer. Vortrage, Vereine und Versammlungen. G Reichsbanner„Schwarz-Rot-Goid". pOef 463f tsftc. ftlf»?. schein«« SSnrfwttb ein« Stunde ftafeniW CÄiTm�ccbfchiifjJ. 20 2Üt ftcmf tt?Jr rxrf' Onfcunff bei Ziinie, ÄJ*ts SLozben, Qtatl« toter. 15� IfTit �»Uuftuförnmlunö V.i Hillmann, vchst� 41. Cr* l'dWm«n �rncht.— ÖOttritfa, ft- fcinenor. ri>ein, 17 U&r rtt bf.t Taverne. Alt-Srrotau 25--37, �Bös er�Bubu�Ball" des TambourZorVS- Um rtf-t Batskliaunfl m'.rb qtJbtttn. ftcmviaben asdever Oriorxirchui hELKlich milltomme». SreuibPea. 10 lifo Stiiüralorrfarnmlnna in Ewalds ÄtztttNSljanL, kleifokn, samtli' Die Reportage des Tages besorgt Alireb Braun aus dem Zirkus S a r a s a n i. Er bemüht sich, eine Photographie von der Generalprob«?l geben. Da bei dieser Uebimg alles aufs Visuelle ankommt, erscheint das Ganze überflüssig. Braun versucht, diesen anangel durch plastisäu! Schilderung auszugleicksen. Alis seinem Roman.Wut und �lluloid" liest der Verfasser Heinrich Eduard Jacob das erste Kapitel. Es handelt sich um das Filmmilieu, das hier weder ernst noch ironisch geschildert wird. Eine Mischung beider Elemente findet statt.. Jacob, übrigens ein sehr guter Vorleser. verteilt virtuos die Farben und mit der-elben Geschicklichkeit Licht und Schatten. Reportage und Roman scheinen in diesem Werk zu einer neuen Einheit verbunden zu werden. Ein verheißungsvoller Auftakt. Sehr schön der Voltschor unter Dr. Zanders Leitung. Ganz zart und lein nuanciert singt er deutsche Volkslieder. Di« Stimmen schweben im Raum, suchen und finden sich in Harmonie, aber„Der hübsch« Tambour",«in französische» LIedi wirkt besser in der Jnterprejalisn einer Dvett« Gilbert. De?„R U s s t s ch e A b« n d" mll Kompositionen von Rinckk! Korsakow, Lindow und Borod! n steht unter der Fübrung Professor Nilolii M a lk o w Z au? Lenin amd. Er ist der dritte Dirigent, den sich die Funlstunds aus dem■ Auslant vers.chri'ben H-jf Esn söblich-s Beo nnen Auch b'er wieder 1 eine Lessrung jenseits jeden Schema», ow« Erfüllung, die vran selten i viM. P.Zcd.' fUMtsati 12*.- tU&aüia«. Sujao 7. getaat, 10 Ufit. StXullfl&ti S5r.«i>,(Ztanifutitt Allee 353. Alle eteoc* mtb vasklvcn Ätunerodcn erscheinen. «eich»».!»«»» DeuN»«r Nrl�»b-t-h-l»iqter im» Be.irl r Mtt«. ffieitat. 7. ffchrearx 20 Ulit, un Lokal C. Wusch. Snuuun» ftranr 140. �. Deutsche? Hsse«nt».Bnnd. Ortsarnpve Aerlw. 5?reitaa, 2a Ufo. Aonfowttt Dobrin. Hark-sche? Murtt.-,, �. Äeich�lorteZ Xtpubhl. opöttpl«* corrniez, 0 l�efonav, Ufo. schi-ken die ÖrtsverDine%tmlcnnz Vera und stcnjtfKxg»r* 12 bis 17 Kc�dma uni- iHcinh-f-nJorv Die folgniden Tage.brs ctafchlteln lich vrt'c;io.Q hldfou dev qenauuten. OrtsvexemM aleiMFalls frer. Reftauvand versannolunt,. �- WlH EnNlsstuna des Bovständes rurd AT:f!lchis�aL?s. A. des� bis» b<"äiAen Nckmens und der Sa�unxz�.n 4. Wcchle». des Oer?«. Tt. Lercb vom Kovs chungsinstitut ffo Aa rar- und Giedlltvgsn.Jien ufoe d«7S> Tdema:.Wie schaffc ich mit. d�e crtorderlichen AmiahvmgN<5r»«rb Yye« Siedlevftelte?" 6. Vortrag des Herrn Dr. von �Wechl üfor fon btt Ältjoen. l.esm deui-sch-oowilch ficmlfcht/n Schied sa«rlchr fot Abschluß si 6ns her deutschen Regierung auf unsere Ansprüche Segen Polen. 7. V.erdt "'--tuein de. Nckttnae. in«eilki fSmtl�'.rrin i»->o itStrinxer-Wald-Berein-l. Steila«, 7. ssebruar. OOS Uhr, qr,(cai«£x Abend tml»«rtrege» tn den«u» mairifülan. Scuc Sri! ritt. OS.£n;inrtaft, 16. ffedtuar, 18 Iftr, üjawZrantchot mit Lorirägen. Landsleute willkommen.... � � Derlinee Hesell�chas» svr Psqtfologie w'», cfoveatte«loa!e. In d« Äufo. e.forlottenbnry. Bleibtrenstr. 43. spricht am Donnerstag, 13. ssebruar, 20 Ubr. L-err' Dr. R. W. LchuUe idber: �Experi-'nental-pinch��schf Unte». fuchnngen ober den ehrflup d-s Äaffce�(jr-ir Lichtbllfonn). MeMtgllefoS brr Gekellscha� ist fot Antritt frr. SinvTfaticn an fcer«fonWraile._ arhörccr Hci»natbund. Sonnabend. L. ssebruar. 20 UI)r, Tforner DfoWM» ball in den SpichernsLlen. Berlin D«.. Spifornstr. 3. Reichsfovd iüdiichee Frontsotdaten E, B.. Ortsgruppe Berlin.- Der Vor- spende der Iildischl-n. Cxuncind«. ZjiteVxT«aresli. spracht-.Montag. lg svr-fouae.%> lifo- in den Scpfocnialfit. Lopinenstr- 17— lÄ. üVr das mvira:.Wirtschaftliche Probleme der Iubcn in* Deutschland"'.— BeA.rk Och veranstaltet am Montag, dem 10. ftehrtjar, 20 Ubr, in üca Couttrdta.�ftsNen. Andrraspr. 61 einen Mmvortxaa. Referent: S'krv«ap�-w SWer von des Havaa. Thema:.Avterila. das Land der iinfonrrriZ�n Äööiidgctttn Enrllsli Convcr»ationti Club iounde4 Mactmgb �>enr Fnday 8 p- n*. Caf6 jdstv, Potsdamer Piatz Lectorer: Miss Tether» a Löndon actress,«u "English Theatrcs*. Ooests. Udics& Gertiem�tu sie welcome. Allgemeine Wetterlage. ® wolkenloE.CS heiter.OI häffi'hädeckt 9«volkig.atietjeclctelisge iz&Grsgpaia iSdines=Neb8l,7.Gewinec@WlnddiÄs Die nordeuropäischen Kallluftmassen haben sich nach>süden in Bewegung gesetzt und gestern früh den größten Teil Norddeutsch- lands überflutet. Vielfach werden am Donnerstagabeird schon leichte Frosiiemperatueen gemeldet. Bei dem Äaltlufteinbruck» kam es aber nur vereinzelt zu leichten Schneefällen. Kräftiger Lustdntckam'tieq Iferricht noch über dem ganzen nördlichen Teile Europas. Infolge Wärmeausstrahlung sinken dort d« Tempo» raturen immer mehr. In Nordlchwedcn und in Nordtinnlond herrschen 20 bis SO Grad Kälte. Die kalten nördlichen Lufuimssen werden amh in der Folgezell das Wetter bei uns bestimmen. Zu. nächst sind noch einzelne Schneefälle zu erwarten. Eine merkliche Verschärfung des Frostes dürft« aber erst bei AufhcM'rung ein« treten. & Metferausstchten für Berlin. Walkiges Wetter mll einzelne» Schneefällen, Tsmpsraruren meist unter sttull, nördliche Wind«.—- Für Deutschland. Auch in der lüdöftlichen Hälft« des Reiche» stickend" Temperaturen, namentlich an den Nordrändern der Ge» dirge Niederschlag. Im übrigen Deutschland wolliges Frostwetter, verellrzeit Schneefälle. Ver 5enivk«ksk cke» iss-u-et iss. S Co. ist mit seinen 79 Jahren noch von einer solche« geistigen Frische und körperlichen Rüstigkeit, daß er täglich bei alle» wichtigen Entscheidungen selbst mitwirkt Die Bürde des Alters ist ihm kaum fühlbar geworden,- „Solange Arterien. Hera, Nerven und Nieren in Ordnung sind - pflegt er zu sagen. bleibe ich Jung. Und da Ich stets den eoffein. freien und unschädlichen Kaffee Hag trinke, vermeide ich es, diese wichtigsten Organe Einflüssen auszusehen, die ihnen schaden könnten. Ick kann sage. ebenes meinen Melde« tiikl-i. 36 Sthrrx Ich lk". aa» Mg x.db«tr Hig miß« MfeC Sonnlag. J.lebma?, wichügi von den ZaHtabend" lokalen aas. *iafentnnt0ei> für biete Nilbril find B e 1 1 1 b SW SS. StBieaftcs�e 3. Parteinachrichten siwGroß-Berlin stet»«b#a» Bejirtesetret-et!»! HoseL Trespen recht». jU richten 1. SM* Mitte. Heute. SrMtflfl. T, THofaät, TTf.'«ursusabend der Tt-ociter. TObrfohtf üix» fösfuPÄheitsfütferse irr AetUbaatt Ättlt.«todette. 68.. Gä tonne?> sich noch neue JEeilned«« melden. ». ftrei« SicchSctfl. Freiwa."Ji. Seftraei. Z» Übe. findet Im QrpIienM. HaieitVib« 32 ein beiierer«ftcah ftetl,-Ättoielenhe: Seele K'ied- tio-e Sörln«(Geienn), R->' Äijrwer tZtechxSionen),»-»elsmeifter v-er« Mchatl, T-n!«r!i?ve der Selrtdo-Aeitt.SchiUe. S-rte» wa Breite»»n 50 Dt. sind Sit nOen Snttliendwn W babeei. 10, ftreit Danlow. ZP/'Ntoq. 1». SeBmae, iS'; Zthr. ÄtetfSereattö'imeTtomBi- hui« im ,?vrtit»e» Sei«*, Doirloip, Drein Slrsbe. Wnbl de».»r'isnor.- honbe«. Dchtu»-,!«retsoorstnud eine ÜoISc Steide- irdber, pSnltlich 19 lidr. im«Idchea Cciol. heule. Areilag. 7. Aebnuir: «?.»«.«rune»«!». Ä! Ilde erweiieite S°�!eurd.ch!tUNS bei Wurtdniüer. ?>z?>ikwf»e?eiisurant., tO.«St. Mnriendnri. 19'� Udr-innere DorstoitdÄiiiln« Venn Genossen Kit!«, Doefs.-r. Z-. 99. Abt. Drib-Bnckow. tsunitionorsibun« N'cht beute, sonder« tryif ma Monte!«. dem 10. Äe&ruai, 19. Uhr, bei Hllnch«. eSfwaffwfe. 48. Heule,. Srettoa, Solen olle Briirtr ttTuqöTcitmalcticI od 19H'Ahr vorn M» teilunASlrit« Süntder ob.«Li Ritelleder sind vermlichlrt. ich«m Sonntas ou der lfüikblottverd reiten«.vu boteilioen. Dlorgco, Sonnabend. S. Aebruar: Flugblativerbreitung von de.«. nochfsekierd ett«eöcft«aKt. Lokale« auor 3.«dt. Honvadend und Gönnte« VON Borli«!, Sekaüiansrrade BUS. 5.«bt. ZV Wr«undsonä-ssduna bei Berichte. Sec-raenrirchirr.-14. W, G«- «»ff«.«, die noch nichr Sur jeU-flotetroeebteite««-rnaetorlt find, treffra sich Gönnt«« K.Udr M Matd«. Lrnienttr. 29._....... 0. Abt. 19H Ifdr Kunsti»nSrfitcuÄS bei Dbd'vchläw, Swinerntlnder'Str. VL 12. Abt.-36 IS ÜSr und-ronnte« ab 9 Ißw bei- Schmiß SSietekÄn 17, 15. Abt. Sonnabend und Lvnnta« fgr- Me Desere 2U, 2». 1Mb uri 466 b« »■»b-cTi», Strollundex Str. Ii. Aesirfe ZSS bei Schrat, Buretavlab 7. Sestefe 436.' 365. 256 bei«ärfotM«. ffcIMtrl g. v,_,-. 22. Abt Ab 18-Übe rlnd Sonnte» ad wir der Dantsch, ssebmornstr. 1. Brfi, Antn-ervener Sie. 6. fcotchke. Antwexchener Sit.». Dsetow-d.. D-Äss-Ler Ste. 41. Senkel. Ulrechier Str. 16. Herms,■ffmOmu. 26. IS.«bt. ITb IS Iftr nov den ÄcMobenhlchoTta«"*■_. 24 Abt. Ab IS Ißr. L Gtuooc: Si»stiel. Snnnanuelittchittt. 25. 1». Gruppe: OrWiMcaer, äBins, Grf» Cbrtfiiboraer Simse. 2. Gruppe; Voael. 2-!. blonÄistr. 9. 8 Gruppe: Kodier. Gteifsroaldet Str. SOh 25. Ate. Don den fobloben.VfiAjle;! aus ab 1« Übt- Sab labend Smich Seit (eine islUabla'tep von«ö-ller. Gnldaper Str. 6. ab. 16. Abt. Ab 16 Uhr wm Beiniich. Weifienburaer Str. 1» aus. Tf. Abt. IS 115t don den bekannten.eablabendlok«:-» aus. Die Se,rrkstebrer tteeicu fich ürn 17 Ubr d«i?!eeS. Sorr.eniiu tfiec Str. L Die Zuaend ist da/u einaeladru..__ ,-,t, Abt. Alle GenolfiNBf« und Gennffe» trotten fich«bend, tnr»«elelNae« Deitonunrntei» im Lokal nasene« alte» Kraande» Vilbclm Holdlchrridt. Stolpi'che Str. 3«. Tabletten Tvgal-Tabletten find ein hervorragendes Mitte! dei Rheuma, flicht, Ischias, Grippe, Nerven« und KopVschmers, Erkältungskrankheiten. Laut notarieller Bestätigung an- erieNnen über 5000 Ärzte, barunter viel« bedeutende Professoren, die gute Wirkung des Togal. Ein Versuch übsrzeugtl Fragen Sie Ihren Arzt. In allen Apotheken. Preis RM. 1.40. 0.46 Cbiu. 12,6 Uht-TiJ Acichaeet. sal ad loa Arn«l»IM»»» 39. Abt. I? Ubr mm den Zablebendlokalrn ras. 49.'Abti' Ab' 17 11 br holen die Derirksfilbrer Klaabistter von krepp. Plan- u�er 75— 76, ad 44. Abt. Achten«. ÄechrkckWrer! 17 Ubr-Zusage de! Echibslh. Ädmiml» firafic?. 47. Abt. Ab 17 Ubr ran deii bekannten siklken aus. Wbolun« des Maierials vom Lo/Ä kionirei!. Nelcheuberzer Str. 78-.. 16.' Abt. 16 Uor und Sonnte« 8Js Ubr bei Lichaol»..Guprpfir. 28... 49. Abi. 1Z Ubr be' Keller. Itarfieuftr.' 1. Cdarlottenbue«. 54. Abt. 20 Ilhr im ksuaeddheiin Rofinenfir 4 Funktion är- fifiim«. Abteilunssvorfiand eine halbe Stead» trilbei ebendort.— 57. Abt. 18 Ubr und Sonate« 9—11 Uhr bei Arndt. Kantsu:. öl. Thunack. Wieland. � irrabe 4.'' Schöneber«. 77. Abt. 1? Ubr»resspunft in de«'Kab, labendlokalen.- 8». Abt. Ab 16' Uhr'und Gönnte« ab g-Uhr bei GÄrlich,.Pe«asfir. 1. Reotelln.»5. Abt. Di» Dedirksfiichrer oder deren Stellperlrr'ee holen nsn 17 bis IZte Ubr Fluablölttr und vr>cht:«es ifiaterial ab von Keil. Prin� HandjerrnStr. Zd. Einladen tu: Fluoblaurver breiten«.--»7. Abt. lg Uhr bei Skohr. Sieasriedfir� 28—29. FuuktumSrsihun«. 165. Abt. Adleesbol. IS Uhr von Schmidtbauei. Bismarchfir. 74. Beglrkskühren laden ein 168. Abt. Köpenick. 18 Ubr Wt. und Sietworfiadt. GbEn'-febe Borfiadt: Echlofi. f— 27, L Dammoorfiadt: Eisner, Kalte»W>lhelut.Sdr. 3. Lhlenhonfi. BoNsaanten. fiöpenich.Nord und Siedlun«. ZKSogelbei»: Lokal Klose, Mahlsdorfer Str. l. IIS Abt.?«b!lÄ>r>rs. Isis, Uhr bei Heimanu. Waltersdorfer Str. 1E0, Funk. tinnorjibuna. 11». Abt. Lichtender«. 19 Uhr bei Darch. Möllendvrsfirofie. 123. Abt. Kanledert. 20 Uhr im Lokal Neumann. sslunktiouSrfidunq. 124. Abt. Mahlsdori. 26 Uhr im Lokal Sorbfier«, Hönower Str. 49, Funk. tionSrfibun«. Sonntag, S. Jebrnar: Klugblattverbreitung PO« de» vachfiehsnd an«eae5eueu Lokalen ans: Z7. Abt.- 9 Ubr u 4. 8. Sesirk: SRiibelborf, GSelhicße. 1. 4.. 5.. 6. Bttirk: Sfavrke; Mattetnitr. 14.-• 4? Abt. S Uhr von de» SahtabenMokcl-.n aus. 47,«St s. Uhr von' des Äa'sTabtaMploItrt: ans.'Di* DeDirZMhber iVerde»«». beten, am Sonnabend, ab 18 Uhr. die Mu«Uätter abzuholen von. Sieden. '«Pf, Murka-.-er Sir. 85 52. Abt fibartottendara. SSotmitteas bei Bake. ilaiserrn.Aueutte-Allee 52. SS. Abt Lichieniade. fiur. Muteun'.sWrun« des Ganpssen Iriintpet trefre« fich«We GernmoneR und Senotten um 9'?: Uhr an der Gndhalteftelle U»terricht»R���W��W>WWW 161. Abt Drepten».-Ben feloemVn Lokalen aus: 1. bis S. Brürk: Spedition, Sraebltr. 56. 4 Defirk: Bnn der Wohnung die Genossen Gefintenn, Beet. mannftr. 5. 5. Beatel: Don der ÄohiUln« des Genossen Vteh, Park- steke 2. llit. Abt. Grünen, g Uhr bei Werner. KApenicker Site. 125. 117. Abt. Liebtendea«.. S Uhr bei Siewert. Kant. Ecke Schillerfiraß«. Bfln«, Leorrldstrafie. � Jungsozialistcn. Gmvpe Schnnebet«. Heute, tsvelte«, 36 Ubr., itn AnaendheiNt Hnlp'str. 15, Schutedenlandzimmer: isortlefiun« der Arbeiisaeinoisschait des Genossen Dr. Denecke über;..-Zniaaben der soiteliitischen Internationale".«Die englische Partei." Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Groh-LerNn. Aenköfi». Gruppe„ssalke". Heute, 26 Uhr. Elternversammltin« in der Schule Äerhbr«Plafe. Gruppe Weibeniee sAekierenaeineinschaft). Morgen. Sonnabend, 19 Uhr. Diskutfionsabend:»Partei und Gewrrksö�ist". Diskuissousleiter: Genosse Hugo Dietrich. Znterr liierte herrlichst w-illkomm-n. Geburtstage. Jubiläen usw. 28.«bt Unserem Genossen Karl Walter m sein« eotttne» Sochjeti die her,lichßen Glnckmitnlche. 86. Abt Unserem Genosse» vito Büchner. Ziichthoseuste. 2, alo altbekannten und bewährter zkhrcr und«orkämpsee für bie SPD. tu seinem S5. Geburt». tone die he-, rlichfieo Glückmünlch«.— Unserem Genossen»oth, Prevlanee Vera, ,u leisem W> Gebart-rtoec ebenfalls herzlichste Gläckwünfche. Auch er «ilt in UN lere, Aeiheo als ein irene, und beenorrnaentes Porteimitelied.— Po dielen?aqe» ieieet unlce Genosse Bdoli Kronle, chöchfie Sir. 4«, i:in Ällähriae» ParteilnbilSum. Die Pos« laut ihm aus diesem W«x Da«! tili die aebollenc Treue.:■;- 124 Abi. Mahlodori. Unserem Genossen Gros! Ztöhrla und seine» Gattin die herrlichste» SUickwünlche»ue Silberhechvit. Sterdeiafti der Groß- Äeriiner Partei- Organisation 25. 9sbt Die Einpscherung unserer perskorbenen S-noffio Hofmann findet beute,(tceiteU. 7. ftentuor, 17*1 Uhr, im Strematorüiui Serichtltrofie. stet!. Wir bitten. um re«e Beteiliaunp. 60. Abt. Schöneber«. ÄM Dienstes, dem 4.{Tebnm. verstarb unser Genosse Walter Rappe, Wlelandstr. 22. Ehre seinem Andenke!', Einäscherunk heute/'ffteita«.?/ ffebruar, 12� Uhr. in» Rcema'orlum Eilmersdors. 108. Abt Köpenick. Unser Genosse Oste: Scholl, ftarlftr. 37. ist am 4. ihr., brnar verstorben. Ehr« seinem Anhenken. Einäscherun« heute, 15 reit«« 7. ssrhruar, 16 Uhr, im Stremctortau Baumschulenmez. Wir bitten um reue. BeteiUauit«. SozjaWscheArbeiterjugendGr.-Verlm Jinfenbunaen für»lese Ttubtfl wir an beb Huomdsekttterfo! Berlin SD 69. ttnbenflraSe 3 Ableilnngsmitgliederversammlungcn heute, Ist'» Uhr: Hansa: Heim Bochumer Str. 8d. Moabit l: Schule Waldenser Str. 26. Moablt U: Heim Lehrter Str. 18/19. Weihensee: Herrn Paekstr. 36. Frank- furter Viertel: Heim Frankfurter Alle- 367. Fried«chsham: Heim Diestel. tnrnctfirap« 5/6. Stralauer Viertel; Heim Gofilerstr, 61. Warschauer Vierter: Heim Litauer Str. 18. Warschauer Viertel 91..;?.: Helm Litauer Sir» 18 Ehqr- JoUenbutB: Heim Rosinen stn 4. C%atIottenbura«3üb; Heim Goetheslratze. Zteü. kolln IX: Schule sster'endvr.te.r We«, g. 36. Kops nick: Heim Dahinüber Stroje, SaumfchnleutDep; Heim Ernststr. 16. Johannisthal: Nathan». Reu. lichtender« sIürizerch: Heim Haussftraiie. Lichtenderk-.-Rrrd: Heim Gunterstr. 4j. Vorsts- malde: Schule Sommetfea« Straße. Ricderj Hönhausen: Schule Vtenkondurper Slteß, 76. * «cfcn.ala*:. Schmie Slitedelhkirchstr. 19,.Sex. Froaen". Kölln. Bork; Helot Waile nstr. 1»,»Wintschaftl. Unteriteomeu der ÄrÄite.rsHhst"«fipsentdale» Vorltedt: Seim-»ehdeulcker Str. 25, Lichtbiktierloortraa: Sentrum: Keim Land«. J>jt#»r.Sir.. 56, llebungsodend.«rncaplast: Schute SsrnEnhurgfr Str. 26. - Tagesrc- lltik" Arnsmalder Plaß I: Heim Rastenduraer Strä'ßr, läntlrtb'lr z des�Kapttaltsmus�. Ar.n»wcBe- Pteß■ 11: Schule Past-urstr. 49, SUe.otOlbend. n: Schule Sonnenburaer Str. SO,„Sooeapolistk". Holmholßplaß: Hei«: ~*"lirls chastsdemat roiie". Hvhenlchonbausen! Heim "''"'-ubergstr.~ FallMß�nMWWWW Danziger Sit 68, S. 2,.«>.»»,»p„u»a.»»> w«. uuu r-n. Fretenrnalder S:t 6, lO-Min.-Reietete. Humar.nplaß: Heim Schereubergs »Di'llpliu In der Arbeiterluaend". Rnrdvst l: Heim Damoiper Str. 62, H. t, KU JRin..ä«feaale- Wörther Ploß: Sch'/Ie AapdntcnMee 82. Heiterer Abend. Andreaslafi: Heim Brommpfit 1,.Sn.tmickluu« der Sohialbemokrati«".' Sud. tpeii: Veteiliguu« an der Veronstaltun« im„Drphetjv.i". Haien hei de, Zh Uhr. SchStteberg l! Heim Hstnptstr. 15.»stlrheiterfsthrer: Lassalte". Lchdnehet« 5': Henn Haupistt 15,..Flegeliahte". Spandsu: H.'im LinteN'iser,»Erniebun« »um Klassenlampi". Wilmersdorfchtstr. 12713.„Marr Skonornil.fi: Lehren". Alle Steeeen. Genossen sind eingeladen. IZstngerc); Heim Orthstt 10. „Eivsslhrvirg In den Sorialismuo". Werbebe/urk Deltmvkanal: Anmeldungen an der Ofterfahrt Morieufelde. Licksteurade noch Magdeburg könne» fich noch Genossen beteiligen. Alles Säher e 5u erfahren hei-Walter Franz. Lankw'st. Merier-ZftaldeS�dlr. 1. FSr die Zugend'VsN-bfthi'enootftelf»»«»Amnestie", gespielt«m 23. Fe- bniar, 15 Uhr. find Karten für 14- bis Istiöhrige zu 86 Vi. so /nie die B-c- tragsmatkeu für Volksbilbnenmitelieder zu haben VeraNtmortlich für Tolüik: Dr. Gurt Geyer: Wlrtificaft- G.»linyelhöiee; E-onrkschaitsbewegung: z. Steiner; Fenllleion: De. John Schlkornski: Lokair« und Sonstiges Frist Korstäbt: Anreiaen: Sh. Glocke: sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwäeto.Vrrlag G. m b. H. Berlin Lstuck: Vormärt-.Vuchdruckr-et und Berlassänfta!! Vau! Singer n. So.. Btrli» SW 68 Lind-nstraß» st. 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RA 0.50 Blockkäse TiuAit vPUPf* 0.45 Tilsiter 35',«.m»»/,«i 0.65 Edamer<-«■ ai* RA 0.45 «f. Gemüse Blutapfelsinen.". Pf* 0.28 Mandarinen. RA 0.45 Eddrotäpfel..... RA 0.35 Blumenkohl•• 0.20 Rot- u. Wirsingkohl RA 0.09 Sellerie....... RA».« 0.40 Fische Schellfisch** K.»,.. pi* 0.25 Schellfisch*~**n. Pf* 0.28 Kabeljau->>>>- Kopf.. pi* 0.23 Goldbars......... p/* 0.82 Heringe mm..... spi* 0,55 Kabeljau-Filet... RA 0.45 Apfdwein....... 0.49 Edenkobener...... t«»- 0�0 Martin. GoldmorgXh. 4.00 Liebfraumilch....Ur- 4.30 Tarragona....... itr- 4,00 Mushat.......... Ltr 4.40 Malaga.......... tfr 4.20 Wermut h- Wein.. Lt,. 4.30 Portwein......... Aw. 2.00 Dürkheimer rat....Lb O&O UtiA(SpanUJur Kot«) Ltr. 4.40 CarteBlancheObouhw P14.Z5 UtidCtumbdurJUSmbnjFl 4,40 Kolonialwaren Mehl Amm*........ RA 0.22 MehlDiomoot.. J PfA-Ba 4.40 Reis Mosfanoin......pi* 0.28 Erbsen r-a*---- RA».» 0.24 Bohnen«'»....RA».»» 0.38 Linsen....... RA ojn 0.38 Sultaninen...«ra 0.50 Aprikosen««tw**. ra•» 0.88 Ringäpfd........ RA 0.90 AiuUm...Pfd. 4.90 Kaffee Santo*....Pfd 2.00 Guatemala Pfd. 2.48 22er HautSautemes ff 2.90 Griech Muskat-••• FL 4.60 28er Wintringer..n 4.25 2Ser Gauweinheim.Pi 4.40 28er Schloß Bökdh.fi 4.90 Weinbr jsi>a*r- i-im fi Q,60 Feinster Weinbrand n 4.35 W achholder Alto i-Ur.FL 4.60 EddhornJct�toUt-Ur-Fi 4.59 Nordhäuser oJt« i Lt-�FL 4 80 BerlGetr-Kümmd- 4.95 Werm.»Acosato". 4.90 Rum-Verschnitt■evc n 4.00 Delikatessen Brieslinge'-O.iu.Tom. n*. 0.50 Sardinen» o»..... v» 0.95 Salm......... D» i-** 0.48 Krabben......d»«.m 0.92 Mayonnaise...... Pf* 4.40 Heringssed. 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Für die rielen Beweise herrlicher Teü- nahflie bei der Einäscberono: meines lieben Maitnes, unseres guten Vateis und £ chwi eg errat ers Hax Lackert sagen wir hiermit allen Betailigtan, in«- besonders der Sl. Abt der SPD. sowie dem Bejahsbanner fephöneberg-Friedenau und den Arbeitern und Angestellten darGese.U- sohaft für Markt- utnTKühlhallen Unseren herzlichsten Denk. Hedwig uefteet nevsi Kindern. O�nksagung. Jitsmtt lagen P r all«» Freunden «IIP Kelanni«« unser«n innigsten Donk ilir die Tellnabv,« beim iiiim tdiitd«* mtmn lieben Mennes, un- s»r»fi put» Tiaieie i««b�i»nd-re Pen Aiigest-stten Alteilsnachweile,--------- t* Ben 1 Berlin M tte. II.» Stütjen a6ci-SanpnjittisbuaB lomi« B«n(Benofftn der SPS Wwr- Saeen» Felhnü>«rg nebst Kindern. Nnabssz-u. iSßrs�sa- BBäntel and jet/t tinzelverkauf Bpottbililgl| kW» 29.(I,'Cf Mr. Kurhaus Bad Altheide bereits geöffnet! 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Oiierten schriftlich Porwartr, Wilhelm». havenerstrake 48. s tn der Gesamtauflage des.Vorwfcrls* sind besonders airksaar end trotrdem lenrmmai £Eesshif£5f&hi! 2, Dcö«Oorttwrfs zi-ii-g, 7 Mru»«»z» Gerechtigkeit für die Kommunen. Die Veleihungsfähigkeit kommunaler Anleihen. Der„Vorwärts� hatte sich kürzlich dafür«ingesetzt, dag die deutschen Kommunalanleihen auch bei der Reichsbank beleihung s- fähig(lombardföhig) gemacht werden. Es hotte sich nämlich ge- zeigt, daß unverständlicher- und ungerechterweise im Geg«nsatz zu den Reichs- und Länderanleihen die Anleihen der Gemeinden grundsätzlich nach dem neuen Reichsbantg«setz davon ausgeschlossen sein sollten, bei der Reichsbank beliehen werden zu kännen. Die finanziellen Nachteile, die sich daraus für den Kommunalkrcdit ergeben— schlechterer Kurs oder höhere Ver- zinsung— hoben wir bargetun. Unsere Forderung hatte die erfreuliche Wirkung, daß der R e i ch s r a t bei der Beratung der Noungplan-Gesetz« nach dem Antrage des Berliner Bürgermeisters Schultz mit erheblicher Majori- tat die Lombardfähigmachung der Kommunalanleihen bei der Reichsbant ebenfalls gefordert hat. Der Reichsautzen- minister hat aber als Vertreter der Reichsregierung erklärt, daß sich diese es vorbehalten müsse, eventuell«in« Doppelvorlog« eknzu- bringen, über die dann der Reichstag endgültig zu entscheiden haben »-«ürde. Es mag nun fein, daß dieser Vorbehalt aus formellen Gründen gemacht worden ist. da der Reichsaußenminister möglicherweise nur zum Ausdruck bringen wollt«, daß der Reichsratsbeschluß der R«> gierungsvorlage nicht entspreche und daß sich die Reichsregierung infolgedessen durch diesen Beschluß noch nicht als festgelegt erachte. Immerhin aber Ist es möglich, daß das Rcichskabinett taisächlich eine Doppelvorlag« einbringen wird. Das aber würden wir für sehr bedauerlich hallen. Ohnehin liegen zwei Reichsbonkgesetze zur Verabschiedung vor, von denen nur das eine unmittelbar mit dem Voung-Plan zusammenhängt, während das andere die Gewinn- Verteilung bei der Rcichsbonk betrifft. Wie dies« ist auch die Frage der Lombardfähigkeit eine Angelegenheit, die das Reich von sich aus ordnen kam Es ist also weder durch die Rücksichtnahme auf die einheitliche Verabschiedung der Toungplan-Gejetze noch durch die Tatsachen selbst irgend« in Grund gegeben, weshalb sich die Reichsregierung nicht dem Beschluß des Reichsrates anschließen sollte. Dazu kommt, daß die Reichsbant selbst ja keineswegs gebunden sein würde, jede Kommunalanleihe als lombardfähig zuzulassen, da die Lombardfähigkeit von der Reichsbank für jeden einzelnen Fall festgelegt und bekanntgegeben wird. Wir würden es daher nicht begreifen können, wenn angesichts dieser Sachlage die Reichsregierung sich wirklich ent- schließen sollte, gegen das Votum des Reichsrates, dem sich sicher der Reichstag nicht verschließen kann, doch noch«ine Doppelvorlage ein- zubringen und auf diesem Wege unnötige Schwierigkellen in einer Sache heraufzubeschwören, die ausschließlich der Beseitigung einer offenbaren Ungerechtigkeit, der Vermeidung überflüssiger finanzieller Belastung der Gemeinden und endlich nur der Wiederherstellung eines Zustandes dient, der früher selbstverständlich war. ($s dämmert. (Sine Zuschrift des Tabakwarenhandels gegen Kontingents- Verlängerung und Pnvatmonopol. Don einer der größeren Organisationen des Tabakwarenhandels erhallen wir eine Zuschrift, die wir aus Raumgründen nur in ihren Hauptpunkten wiedergeben. .Ln der Morgenausgabe des„Vorwärts" vom 4. Februar ist mit der Ueberfchrift ,L Jahr« Kontingentienmg"«In Artikel erschienen, der in Fachkreisen außerordentliches Jnteresie ausgelöst hat. Es ist richtig, daß die Mehrheit des Handels der Vereinbarung mit dek Zigarettenindustrie zugestimmt chat. Ein Irrtum ist es aber, wenn behauptet wird, daß der gesamte Handel dieses Abkommen getätigt hat: vielmehr haben stch ansehnliche Teile des Handels, Kleinhändler und Grossisten diesem Schrill nicht angeschlossen und es abgelehnt. für di« durch dies« Vereinbarung entstehenden Weiterungen eine Mitverantwortung zu übernehmen. Zunächst befriedigt die getroffene R« l u n g n i cht in rein finanzieller Beziehung. Wohl ist mit Wirkung vom J. Februar ein Sonderroball von 2 Prozent eingeschoben wanden, aber in der Praxis ist diese scheinbare Verbesserung wieder dadurch aufgehoben worden, daß einmal der Kassaskonto um 1 Prozent er- mäßigt und zum anderen der Preis für alle lll-Stück-Packungen um bl) Pf. pro Mille erhöht wurde. Auch die Umsatzstasfel hat durch das Abkommen nur eine ganz geringfügige Aenderung zugunsten des Handels erfahren. In dem oben erwähnten Artikel sind nur einige Angaben über den Handelsnutzen gemacht worden, die einer gewissen Berichtigung bedürfen, um den Konsumenten vor unzutreffenden Schluhfolg«- rungen zu bewahren. Tatsache ist, daß der Handelsnutzen einen ständigen Abbau erfahren hat. Betrug der Handelenutzen noch Ansang 1927 etwa 29 Prozent, unter Berücksichtigung des Kassa- fkontos sogar etwa 31 Prozent, so ist er allmählich ab 9. April 1929 auf 23,41 Prozent und ab 1. Januar 1930 auf 29,2 Prozent, ins- gesamt also um etwa 19 Prozent herabgesunken. Der neue Handels- nutzen ist durch das Abkommen mit der Industrie mit Wirkung ob 1. Februar auf 29,7 und ab gesetzlicher Kontingcntierungsoerlän- gerung aus 21,9 Prozent heraufgesetzt worden.(Anmerkung der Red.: Die von uns angegebene Handelsspanne berücksichtigte den Kassa- skonto von 3 Prozent mit, in dessen Genuß der Kleinhandel fast durchweg gelangt. Die Rabattsätze von 39 Prozent stammen aus der Zeit der Schleuderet, in der die Zigaretten zum Teil unter dem Markenpreis oerkauft wurden.) Weit schlimmer aber als die auch durch dieses Abkommen dem Handel aufoktroyierte übermäßige Belastung durch die Tabaksteuer. erhöhung sind die Gefahren, die die evtl. Berlängerung der Kontlngentierungsfrist sowohl für den Händler als auch für den Konsumenten bringt, wenn sie zur Tatsache werden sollte. Es mangell all denjenigen, die stch in diesen zermürbenden Der- Handlungen noch den klaren Kopf bewahrt haben, absolut an Ver- stöndnis dafür, wie der Handel um ein einziges Prozent seine still- schweigende Zustimmung zur Verlängerung der Kontingentierungs- frist für einen so langen Zeitraum verschachern konnte und mit j verschränkten Armen der Entstehung des doch gerade gegen ihn gerichteten Privatmonopols zusehen will. Es bedarf keines Beweises, daß die so gewonnene Machtstellung der Zigarettenindiiltrie dazu ausgenutzt werden wird, rücksichtslos ihr« Interessen auf Kosten des Handels und des Konsumenten zu verfolgen. Es fehll jede Kontrolle darüber, daß in Zukunft keine Verschlechterung der Qualität vorgenommen und auf diesem Umwege eine glatte Preiserhöhung zu Lasten des Konsumenten«rziell wich. Die Ge- fahren, die der„Vorwärts" in dem zitierten Artikel so treffend schilderte, sind absolut nicht zu schwarz gemalt, sie können auch von sachmänfiischer Seite nur bestätigt werden. Man wird es daher be- greifen, daß andere Organisationen des Handels in klarer Erkenntnis der Verhällnisse es ablehnten, eines Linsengerichtes wegen ihr« Zu- stimmung zu einer solchen Entwicklung in der Zigarettenwirtschast zu verkaufen. Wir haben dieser Zuschrift unsererseits nichts hinzuzufügen. Auch in London Oiskonisenkung. Die Bank von England hat jetzt die langerwartete Herab- senkung des Preises für den Slnkaus von Wechseln(Diskont) durch- geführt. Die Bankrote wurde von S auf 4JS Proz. ermäßigt. Es haben jetzt gegenüber einem Diskontsatz von S Proz. in Berlin die New Parker Bundesrefervebank iii Proz., London 4!-? Proz., Anrftecharn 4 Proz., Brüssel und Zürich 3% Proz. und Paris 3 Proz. Dq, fogenonille Zinsgesylle auschep.sMnrationälen Geld- und Kopitillmärkten ist also zugunsten Deutschlands immer noch ziemlich groß. Merdlngs" stehen gegenwärtig New Park und London gleich: da aber der amerkanische Konjunktur- r ü ck s ch l a g im Gefolge des Börsenzusammenbruchs erheblich größer zu sein scheint, als man bisher annahm und deshalb die Geldflüssigkeit in den Bereinigten Staaten wahrscheinlich sehr be- trächtlich geblieben ist. wird man eine baldige Diskontsenkung auch in New Pork aus 4 Proz. erwarten können. Di« deutsch« Kopllol- und Geldversorgung wird dadurch weiter erleichtert. Reichsbahn und Krastwagenverkehr. Eine Kampfschrift gegen die Konkorrenz des Motors. In den letzten Iahren hat sich die Konkurrenz zwischen der Deutschen Reichsbahn und dem Krastwagenverkehr zusehends verschärft. Auch in der deutschen Ocffentlichkeit Hot dieses Problem des Wettbewerbs zwischen Motor und Eisenbahn ständig wachsende Beachtung gefunden. Jetzt hat die Deutsche Reichsbahn«ine Schrift„Reichsbahn und Krastwagenverkehr" veröffentlicht, in der die entscheidenden Punkt« dieser Frag« ausgerollt werden. Ein besonderes Kapitel wird den Auswirkungen des Kraftwagenvcriehrs auf die Finanzen der Reichs- bahn gewidmet. Dabei kommt die Untersuchung zu dem Ergebnis, daß der Reichsbahn im letzten Jahr« durch den Krastwagenverkehr ein Einnahmeverluft von rund 419 Millionen Mark gegen 339 Millionen im Jahr« 1928 entstanden fei. Da die Reichsbahn in der Folgezeit«in weiteres Anwachsen dieser durch di« Kraft- wagenkonkurrenz hervorgerufenen Verluste befürchte, schlägt sie vor, daß Lastkrastwagcnsahrten über Land als Frachtverkehr der Kon. zesjionspflicht unterworfen werden und andererseits Maßnahmen zu treffen sind, wonach der gesamte K rastwogen- verkehr künstig sein« vollen Selbstkosten von sich aus auszubringen und di« öffentlichen Lasten in dem gleichen Maße wie der Schienenverkehr tragen soll. Wenn der Hinweis der Reichsbahn auf die erhöhten Lasten des Eisenbahn- gegenüber dem Krastwagenverkehr auch berechtigt ist, so scheinen uns dach di« Ursachen des Einuahmeausfalls bei der Reichsbahn nur zum Teil durch die Konkurrenz des Motors und im wesentlichen durch di« Tarifpolitik der Reichsbahn be- gründet zu sein. Preissenkung ist nötig. OaS Institut für Konjunkturforschung über Konjunktur und Kaufkraft. In seinem letzten Wochenbericht äußert sich das Institut für Konjunkturforschung über den Zusammenhang zwischen der herrschen- den großen Arbeitslosigkeit und der Gestaltung der Kaustrast, die für die weitere Konjunkturentwicklung natürlich von erheblicher Bedeutung ist. In den kommenden Wochen sei mit einer weiteren wesentlichen Beeinträchtigung der Kauftraft durch die Ar- beitslosigkcit zu rechnen. Wir hätten heute 399 999 Unterstützte mehr als man für Mitte Januar auf Grund der saisonmäßigen Der- schlechterung des Arbeitsmarktes hätte erwarten dürfen, was sich nur aus der konjunkturellen Verschlechterung der Wirtschaftslage über die satsonmäßige hinaus erkläre. Ueber das normale Maß hinaus sei deshalb jetzt die Kaufkraft der Massen durch den Wegfall des Arbeitseinkommens bei all jenen gesunken, die nicht infolge des Winters, sondern durch den allgemeinen Konjunkturrückgang von der Zlrbeit ausgeschlossen seien. Die gewährten Unterstützungen könnten diesen Aussall nur zu einem sehr kleinen Teil ausgleichen. Die Umsätze im Einzelhandel hätten besonders bei der Befriedigung des Kleidungsbedarfs gelitten. Im vierten Quartal 1929 sei in der Herrenkonfektion h bis S Proz., in der Damen- konfektion rund 8 Proz. weniger umgesetzt worden als in der gleichen Zeit des Vorjahres, und auch die gesamten Bekleidung?- Umsätze hätten die Dorsahrshöhe bei weitem nicht erreicht. Stark gesunken seien in den letzten Monaten auch die Umsätze in allen Luxus- und Kulturbedarfsartikeln. Wenn sich die Verkäufe von Häusrat weiterhin leicht erhöht hätten, so sei das auf das milde Wetter zurückzuführen, das in den Herbst- und Winter- monaten eine erheblich größere Anzahl von Neubau- Wohnungen fertigzustellen und zu beziehen erlaubt hätte. Das Konjunkturinstitut sagt dann, daß zwar die Preise im Einzelhandel zur Zeit nicht beträchtlich nachgeben, daß aber bei der derzeitigen geschwächten Kouskraft eine Absatzerweiterung nur bei scharf kalkulierten Preisen erzielt werden könne. Dieser Hinweis auf die Ztotwendigkeit einer st ä r k e r e u Preissenkung ist nur zu berechticht. Ist doch der Großhandelsindex im ganzen Jahre 1929 von 13S auf 132 Proz. zurückgegangen. Nicht entfernt aber sind die Klei n- Handelspreise diesem Rückgang bisher gefolgt! Es ist ganz klar, daß auch die Senkung der Preise eine Stärkung der Massen- kouskraft bedeuten und daß gerade im gegenwärtigen Augenblick eine derartige Preissenkung den übrigen einen konjunkturellen Optimismus rechtfertigenden Momenten besonderen Nachdruck ver- leihen und die Neuankurbelung der Wirtschaft erheblich fördern könnte. Was gehi bei(Ksekiro-poege vor? Fast das gesamte Kapital verloren. Die E le ktriz�tä t s A.- G. v o r m. TL P o« g« tu Ehe rn« Pitz, ein bekanntes sächsisches Elektronsgfchinen-Unternehmen, über- rascht jetzt die Oefsentlichkeit mit einem Ver tu st o u s we i« von 2,3 Millionen Mark. Außerdem weist die Verwaltung darauf hin. daß größere Sonderausschreibungen auf Anlogen und Moschinen sowie auf Halb- und Fenigfadrikate(!) notwendig sei, so daß der Generalversammlung vorgeschlagen wird, das Aktienkapital van 3,7 Millionen im Verhältnis 6:1 auf 959 009 Mark zusammenzustreichen. Damit sind also fünf Sechstel des bisherigen Aktienkapitals verloren. Zugleich soll zur Beschas- fung neuer Mittel das Kapital auf insgesamt 3,9 Millionen wieder heraufgesetzt werden, um insbesondere die drückenden Bankschulden abzudecken. Dieser Zusammenbruch bei Pokge erscheint tn der Betriebsent- Wicklung der letzten Jahre keineswegs begründet. Noch tn den Iahren 1925 bis 1927 verteilte das Unternehmen je 6 Pro- zent Dividende. Die Umsätze stiegen trotz eines Belegschafts- nickganges von etwa 10 Prozent auf insgesamt 1899 Mann in den letzten vier Iahren von 8,3 auf 11 Millionen Mark. Die Mittet lung der Verwaltung, daß sich bei der Abrechnung älterer Geschäfte Verluste ergeben hätten, sowie der Hinweis auf die Notwendigkeit von Sonderabschreibungen sogar bei Halb- und Ferttgfabrikotcn läßt darauf schließen, daß in der Kalkulation, wie auch bei früheren Vilanzaufstellungen schwere Mißgriffe der Verwaltung vorgekom- inen sind. Hoffentlich werden in der bevorsteheirden Generalver- sammlung diese merkwürdigen Vorgänge bei dem Unternehmen ihre Aufklärung finden._ Bei der BerNn-Gubener Hutfobrik A.-G. waren nach Meldun gen der„Konsunkturkorrelpondenz" im Geschäftsjahr 1929 die Gesamtumsätze etwas niedriger als 1928. Zluch die Preise sollen uitter denen des Vorjahres gelegen haben. Die Derlin-Gubener Hutsabrik, die heute ein mächtiger Konzern ist, verteilt bekanntlich schon seit taugen Jahren immer klotzige Dividenden, was nicht daran hindert, daß di« Belegschaften heftige Beschwerden über di- Berwaltung führen. Die Arbeilelosigkelt In den Vereinigken Staaken. Der amerika Nische Gewerk,'chattsbund gibt bekonitt, daß die Arbeitslosigkeit unter den Mitgliedern der dem Verband angeschlossenen Gewerkschaften im Januar größer gewesen sei, als während der schlimmsten Zeit der Arbeitslosigkeit vor zwei Iahren. Aus den aus 24 Städten vorliegenden Berichten ergebe sich, daß 19 Proz. der Mitglieder arbeitslos seien gegenüber 16 Proz. im Dezember vorigen Jahres. Die wolittuenclen CICjrA-RE 1 1 EN• Es ist gleich, ob Sie bei IhremBeruf in freier Luft leben, ob Sie Wissenschaftler, Geschäftsmann oder Sportsmann sind. Sie werden stets beim Itanchen unserer Marken deren wohltuenden Einfluß auf Ihre Gesundheit verspüren. blAKEDON CIGARETTEN FABRIK G.M. B. IL. MAINZ AM RHEIN Generalvertretung CARL SÜDEL, Berlin W 35, Potsdamer Straße«8. Telephon: BI, Kurfürst 8ZS4 SOZIAL 4« PERFEKT 5(S SELECT 6s Die Maßschneiderei vor dem Kampf Kaum noch ein anderer Ausweg. Alle Anzeichen deuten daraus hin, daß es im Frühjahr zu einer ernsten Auseinandersetzung im deutschen Herren- und Damenmatzschneidergewerb« kommen mird. Der Allgemeine Deutsche Arbeitgeberverband für das Schneider- gemerbe(Adav) hat dem Deutschen Bekteidungsarbeiterverband zum 1. Februar den seit zehn Iahren bestehenden R« i ch s t a r i i- vertrag für das Herren, und Damenschneidergewerb« g« k ü n- d> g t mit der Abstcht, ihn ganz erheblich zu verschlechtern. Die vor kurzem an der Gcburtsstätte dieses Tarifwerkes in Kassel geführten Verhandlungen zum Neuabschluß des Vertrages find g e- scheitert. Die Unternehmer hatten ganz ungeheuerliche Verschlechterungs- antrage gestellt, van denen sie von vornherein wußten, daß sie auf feiten der Arbeitervertreter den schärf st en Widerstand her- vorrufen würden. Sämtliche 300(!) Anträge der Unternehmer liefen auf die ein« grundsätzliche Forderung hinaus: Lohnabbau. Die schon sehr knapp bemessenen tariflichen Ansertigungs- Zeiten für die einzelnen Bekleidungsstücke sollen nach dem Wunsch der Unternehmer so wett herabgesetzt werden, daß es den Unternehmern möglich ist,„ihre Betriebe wieder rentabel zu ge- stalten�. Auf Kosten der Löhne der Arbeiter also wollen die Unternehmer des deutschen Maßschneidergewerbes die ongeb- lich verlorengegangene Konkurrenzfähigkeit mit dem In- und Aus- land wiedergewinnen. Die Gewerkschaften hatten den Unternehmern eine Anzahl von Gegenforderungen unterbreitet, so u. a. die nach Herab- setzung der Arbeitszeit von 48 auf 46 Stunden wöchent- lich, die Begrenzung der im Notsalle zulässigen Ueberorbeit auf insgesamt 54 Arbettsstunden pro Woche, die tarifliche Regelung der Lohn- und Arbeitsbedingungen der Lehrlinge, Verbesserung der U r l a u b s b e st i m m u n g e n. Gewährung von Ur- laub auch an die Heimarbeiter usw. Da die Unternehmer nicht den geringsten Versuch machten, die Gegensätze zu überbrücken, mußten die Verhandlungen M'eßlich ergebnislos abge- brachen werden. Seit dem 1. Februar ist nunmehr hinsichtlich der Arbeitsbe- dingungen für das deutsche Herren, und Damenmaßschneidergewerbe ein t a r i f l o s« r Zustand«ingetreten. Die Berliner Herren- Maßschneider nahmen am Mittwoch abend in einer überfüllten Ver- sammlung in den Arminsälen zu dem Ausgang der Tarifverhand- lungen Stellung. Der 1. Vorsitzende der Berliner Zahlstelle des Deutschen Bekleidungsarbeiterverbandes, Genosse Lehmann gab einen ausführlichen Bericht von den dreitägigen Verhandlungen und ermahnte die Versammelten, die nächsten Wochen zur organisatori- schen Sammlung aller Kräfte zu benutzen. Er ließ keinen Zweifel darüber, daß es kaum n vch einen anderen Ausweg geben dürfte als den. im offenen Kampf mit den Unter- nehmern entweder den Wschluß eines neuen Reichstarifes oder den örtlicher Tarifverträge zu erzwingen. Abgesehen von«inigen kommunistischen Ouertteibern. die sich ihrer Parteiparolen zu entledigen oersuchten, teilte die Versamm- lung einmütig die Auffassung der Organisationsleitung, vor- läufig noch eine abwartende Stellung einzunehmen und alle Vorbereitungen für die Aufnahme dieses Kampfes zu treffen, der an Taufende von Arbeitern und Arbeiterinnen des deutschen Maßschneidergewerbes die größten Ansorderungen an Ge- schlossenheit und Solidarität stellen wird. „Noter" Betriebsrat als Spitzel Oer Kronzeuge der Firma Siemens. Vom kommunistischen Standpunkt hat die„Rote Fahne" kürzlich die Tätigkeit der von der KPD. bestimmten sogenannten roten Betriebsräte, soweit sie im Vorjahr gewählt wurden, einer vernichtenden Kritik unterzogen. Es gibt aber auch Betriebsräte, die sich des W o h l g« s a l l e n s der Zentral« der KPD. erfreuen. Zu diesen gehören die sogenannten roten Betriebs- läie des SIcmens-Wernerwerks. Nun war es im Siemens-Wernerwerk innerhalb der Betriebs- Vertretung schon seit längerer Zeit aufgefallen, daß die D i r« k- t i o n von den Vorgängen innerhalb der Vetriebsoerttetung immer merkwürdig gut unterrichtet ist. Man hatte allerlei Vermutungen, aber es fehlten die Beweise. Der Zufall— und die Zeugenpslicht— haben nun zur Aufdeckung des Betriebs- j p i tz e l s innerhalb der Betriebsvertretung geführt. Das kam so: Ein freigewerkschastliches Mitglied des Arbeiterrates hatte außerhalb des Betriebes nach Rücksprache mit einem Gewerkschasts- Vertreter die Gelegenheit benutzt, um für ein« andere Arbeiter- organifation eine Besorgung zu machen, wozu er sonst einen be- sonderen Urlaub notwendig gehabt hätte. Nach Verlauf einiger Tag« bekam der Betreffende eine Verwarnung mit der An- drohung der Entlassung, well er unbefugt das Werk verlosten und diese und jene Besorgung gemacht habe. die. nicht zum Aus- gabentreis des Betriebsrates.gehör«. Außerdem wurden dem Bit- trieb-iratsmitglied fünf Stundeb von seinem Lohn abgezogen. Da äber seine Abwesenheit vom Betrieb nicht so lang« gedauert hatte, wurde nach einer vergeblichen Verhandlung mit der Direktion die Äohn klage beim Arbeitsgericht eingereicht. Vor dem Arbeitsgericht erklärte der Firmenvertreter:„Wir berufen uns auf das Zeugnis des Arbeiterratsmitgliedes Fischer und ersuchen, diesen zum nächsten Termin zu laden." Das klagende Arbeiterratsmitglied war außerordentlich überrascht, daß ausgerechnet sein Kollege im Arbeiterrat als Zeuge der Direktion geladen werden sollte. Er war um so mehr über- rascht. als dieser Fischer kein anderer ist als der Führer der söge- nannten roten Betriebsräte im Wernerwerk. Zum nächsten Termin erschien auch dieser von der SPv. ab- gestempelte.revoluklonäre" Betriebsrat und— sagen wir„Zeuge der Vlrekllon". Und stehe da: die Direktion konnte sicki auf ihn verlassen. Dieser Fischer war der Kronzeuge der Direktton gegen eiucn frelgewerkschafllichen Kollegen. Wenn die«Rote Fahnx" sich stolz auf das Zeugnis der Ver- einigung der deutschen Arbeitgeberverbände beruft, so können sich die Unternehmer auch auf das Zeugnis der Kommunisten berufen. Eine Hand wäscht die andere. Zu den Vetriebsratewahlen. Gewerkschafter haben in der KPO. n'chts zu suchen. So selbstverständlich dos auch ist, so ist es doch nicht über- flüssig, wenn die Zweifelnden es durch die Bezirksleitung der KPD. direkt erfahren. Diese hat zwei Mitglieder ihrer„Zelle Elmowerk- Siemens" aus der KPD. ausgeschlossen, weil beide es ab- lehnten, auf der roleu Spallerliste zu kandidieren, sondern auf der„sozialfaschistischen" Liste kandidieren, wie die KPD.-Größen die freigewerkschaftliche Liste zu beschimpfen sich er- lquben. Weil Bauer und Dubrow als gewerkschaftlich organisiert« Arbeiter ihrer Gewerkschaft nicht bewußt in den Rücken fallen, die Interessen chrer gewerkschaftlich organisierten Arbeitskameraden nicht mit Füßen treten wollen, werden sie von der KPD. be- schuldigt, einen parteischädigenden Standpunkt ein- genommen zu haben. Die KPD. fühlt sich also als Partei g e- schädigt, wenn es der freigewerkschaftlich organisierten Arbeiter- schast in den einzelnen Betrieben gelingt, bei den Betriebsräte- wählen die Mehrzahl der Arbeiterstimmen auf ihrer Liste zu oereinigen. „Bauer ging sogar so welk, zu erklären, daß er gewerkschaftlich länger organisiert sei als polllisch, und er die gewerkschaftliche Wik- gliedschask vorziehen werde." Also ein ganz besonderes Verbrechen in den Augen der KPD., das sie konsequent mit dem Ausschluß und dem Bannfluch bestraf!. Die KPD. beschimpft zwar die Gewerkschaften in jedem Falle, in dem sie einen„revolutionären" kommunistischen Gewerkschasts- schädling ausschließen, sie hat aber trotzdem durchaus recht, wenn st« klipp und klar erklärt, daß für Gewerkschaftsmitglieder in ihren Reihen kein Platz ist, daß sie nur Gewertschaftsseinde. Gewerkschafts- judasse in ihren Reihen gebrauchen kann. Das mästen alle Gewerkschaftsgenosten wissen, und wo es etwa notwendig ist, die Konsequenz daraus ziehen. Di« Mitglied- schaft in einer freien Gewerkschaft ist gänzlich unvereinbar mit der in der KPD. Gewerkschafter haben in der SPD. nichts zn suchen. Die Maschinisten und Heizer. Am 2. Februar tagte km Berliner Gewerkschaftshaus die Dele- giertengeneraloersammluvg des Bezirks Brandenburg, in der der Genosse Re i n efeiddeii Geschäftsbericht von ISA gab;? Die Lohn- und Arbeitsbedingungen der Maschinisten und Heizer sind in 4L Tarifverträgen, an denen die Organisation beteiligt ist, geregelt. Im Berichtsjahre wurden 43 Bewegungen für 5000 Kollegen in rund 350 Betrieben geführt.— Der erzielt« Mehrlohn stieg um 11 000 M. wöchentlich.— Die Arbeitszeit konnte um wöchentlich 2000 Stunden herabgesetzt werden. Der schwerst« Kampf um die Verkürzung der Arbeitszeit mußte mit dem Arbeitgeberverband der Elektrizitäts-, Gas. und Wasser- werke der Provinz Brandenburg geführt werden. Es ist trotzdem gelungen, durch Schiedsspruch des Schlichters und die nachträgliche Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruchs die Arbeits- zeit, auch für die Schichtarbeiter, auf höchstens 52 Stunden wöchentlich festzusetzen. Dadurch ist die Einführung der A b l ö s e r s ch i ch t in den Äraftzentralen des Arbeitgeberverbandcs gegeben. Die Arbeitslosigkeit ist bei den Maschinisten und Heizern in der letzten Zeit bedeutend gestiegen. Die Zahl der Arbeitslosen beträgt augenblicklich 650, die höchste Zahl in den letzten zehn Jahren. Box dem Arbeitsgericht wurden im letzten Jahr 69 Klagen ge- führt. Als Abgellung für ungerechtfertigte Entlastung wurden durch Urteil des Arbeitsgerichts, teilweise auch durch Vergleich, den Klägern insgesamt 5775 M. gezahlt. In 15 Fällen konnte die Wieder- einstellung resp. Weiterbeschäftigung erwirkt werden. Die von der Organisation im Verein mit den zuständigen behörd- lichen Stellen(Preußisches Ministerium für Handel und Gewerbe. Polizeipräsidium Berlin, Dampfkestelüberwachungsverein) ins Leben gerufene Heizerschule hiell im Berichtsjahr ihren 30. Heizer- kursus ab. Insgesamt haben 791 Kollegen ihr Prüsungszeugnis erhalten. In der Diskussion wurde die Tätigkeit der Organisation zur Wahrung der Interessen der M'tglieder anerkannt und verlangt, daß die Agitation in den Betrieben noch mehr als bisher einsetzen müsse. Folgende Enkschließung wurde einstimmig angenommen: „Die Delegiertengeneraloersammlung des Zentraloerbandes der Maschinisten und Heizer begrüßt die Maßnahmen des ADGB. sowie des Zeniraloorstandes zur Verminderung der Arbeitslosigkeit. Die Einbeziehung der Maschinisten und Heizer, sowie deren Berufskollegen unter die Krisenfürsorge bleibt eine dauernd« Forderung; ebenso die Abschaffung der sogenannten saisonmäßigen Arbeitslosigkeit für die Baumaschinisten. Da Einreihung der Arbeitslosen in den Produktionsprozeß aber bedeutend wichtiger als die Unterstützung der Arbeitslosen ist, muß an die zuständigen Stellen der Ruf ergehen:„Schafft A r b e I t!" Noch dem Kassenbericht des Genossen Ruckstuhl ist rechnerisch die Mitgliederzahl gegen 1928 um 410 gestiegen. Erfolg in der Freien Qhrergewerkfchast. Nachdem vor mehreren Monaten der unter kommunistischem Druck stehende Vorstand des Prooinzialverbandes Berlin der All- gemeinen Freien Lehrergewerkschasi Deutschlands ausgeschlossen war, hatte der Hauptoorstand zum 24. Januar die ordentliche General- Versammlung einberufen. Sie war gut besuckit und zeigte ganz eindeutig den Willen zur positiven Arbeit, wie sie durch die kom- missarischc Leitung in den letzten Monaten eingeleitet war. Einige ausgeschlossene Kommunisten zogen es vor. der Aufforderung des Vorsitzenden nochzukommen und den Saal zu verlassen. M e i s« r schilderte in seinem Bericht die Lage im Prooinzial- verband bei der Uebernahme der Geschäftsführung In einem Prozeß, den die Gewerkschaft, vertreten durch den Recktsanwalt Dr. L a b i s ch i n. gegen den ausgeschlossenen Geschäftsführer zu führen hatte, wurde dieser verurteilt. Bald merkten die fortschritt- lichen Lehrer in Berlin den neuen Kurs, und die überaus zahl- reichen Neuaufnahmen zeugen dafür, daß das Vertrauen zur Freien Lehrergewerkschaft gewachsen ist. Die jetzige General- Versammlung bedeutet einen Wendepunkt in der freigewerkschaftlichcn Lchrerbewegung Berlins. Der Bericht wurde mit Beifall auf- genommen. Bei der Wahl des P r o v i n z i o l v o rst a n d e s kam die „Opposition" überhaupt nicht mehr in Betracht. Mit dem kom- munistischen Spuk in der Freien Lehrergewerkschasi ist es endgültig vorbei. Gewählt wurden zum 1. Vorsitzenden M e i s e r: 2. Vors. W e i g e lt; 1. Schrift. Lemke, 2. Schrift. W. Schulz: 1. Kass. Wendla ndt: 2. Kass. H. Schulz: Beisitzer: Ziegler und Kuchenbecker. Eine Resolution gegen die Sparmaßnahmen des Berliner Magistrats auf dem Gebiet der Volksschule wurde einstimmig angenommen. Die Krifeurgehilfeu ohne„Opposition" Die Generaloersammlung des Zweigvereins Berlin vom Arbeitnehmerverband des Friseurgewerbes am Mittwoch verlief ohne jede Störung. Die„Opposition" der Ausgeschlossenen stand draußen und oerteille ihr Zellenflugblatt. In Berlin sind gegenwärtig 984 Gehilfen arbeitslos und 225 Gehilfinnen. Die Organisation hat ihren langjährigen Ar- beitsnachweis zugunsten des öffentlichen Fachaachweises Besselstr. 22 aufgegeben. Zwei Winkelnachweise wurden verboten, allein die Innungen hallen nach wie vor an ihren Vermittlungsstellen fest und oersogen selbst zur Bildung eines Verwaltungsausschusses des staatlichen Facharbellsnachweises ihre Mitwirkung. Der Geschäftsbericht, den L i e r« gab, beklagte verschiedene Bor- kommnisse im Warenhaus Karstadt. In den Fragebogen zur Anstellung von Arbeitskräften war auch die Frage noch der Verbandszugehörigkell gestellt. Das Ergebnis war, daß nicht«in einziger freigewerkschaftlich organisierter Friseurgehilse bei Korstadt in Stellung kam. Der Arbeiterrot der Firma suchte einen besonderen .Tarifvertrag für die unorganisierten. Gehllfen bei Karstadt zu schassen. Durch die Verbindlichkeitserklärung des..von der Organisation"abgeschlossenen Tarifvertrages wurde dieser Der» such gegenstandslos. Der Anschlag der Hotelbetriebe aus die Sonn- tagsruhe im Friseurgewerbe wurde vom Polizeipräsidenten abge- wiesen. Ein großer Teil der Geschäftsinhaber sucht die große Arbellslosigkell zur Verlängerung der tariflichen Arbeitszeit und zum Lohndruck auszunutzen, infolge des Verhallens der Unorganisierten leider nicht ohne Erfolg. Di« Neuwahlen nahmen«inen glatten Verlauf. Als Vorsitzender wurde Liere gewählt. In der Diskussion wurde zu eifriger Zlgi- tationsarbell ermahnt und einige interne Fragen behandell. Xnvtoml beute. 19 Mir. im Pcitaurant Brückeuklauic, Wt Niederschöneweide. Brvckenstr. 1Z. mich'iae!Zraktion,versammiung aller S SPD.aSenasscn. Taaesortmuna: 1. Referat de» Seuossen Lempcrt Uber: Mi„Die ssinaiulaae der Stadt Berlin". 2. Ausivrachc. S. R-uwabl des W iZraktionsvorstandes. Ball�äbliiien Besuch erwartet W Der zraltiansaaritand. f Freie Gewerkschafts-Iuaeno Berlin Karten für die Zügen dvorftlllllna am 2Z. ssedruar 1950 in der Bolls- bil litte, Theater am Blliowplah, 15 Ufit,.Amnestie". Schauspiel vpn Karl Maria ginlelnburg, sind noch in der Iuaend»enlrale. Engel» ufer 2t— 2Z> Zimmer 7, tu haben. Di« Zentrale ist beute b!« 19 Mr ge- öifnet. � beute, ifreitag. 19 ie Uhr. tagen die Gruppen: Rerdrin«: Jugend- beim. Schule Sonncnburger Str. 20. Vortrog:.Arbeitcrvsncho'ogie".— b«»- v anuplaN: Eruppenbeim Sanderstr. 11. Ecke bobrcchtstrak«. beimbeivrechung. Unsere Mädels baden das JBat'.- Siidea. Siidmestea: Gruppenbelm Waller- torstr. 9. v. pt. Lichtbildervortrag:..Erg, und Nchtelgabirge".— Eharlatten- bürg: Zugendhe-m Spreestr. 30 Lelmbesprechung. Vortrag:„Aufgaben der !?SZ."— Zeppeliaplab: Zugendbeim de» Buirisamls Wcdding. Turiner Eck- See strafte sEinqanq Turiner Strafte), beimdesprechuna. Lesestunde:..Bub und Mädel".— Weddiag: Sruppenhe>m. Schule Banl. Ecke Wielenstrafte. beim- bcsprcchung. Berbandsbuch und beimonsweis m tbrinqcn. Nachdem:„Srftiges Allerlei".— Gruppe W-iftense«: Barkstr. 13. Illtz Ubr Juzendlursus. Thema: „Wirtschaitswelen. Wirtschaftswerden". §3uoendqruvveeS?en-' Run trat der Oberarzt an den Operationstisch. Er trug eine Gummischürze um den Leib. Seine Oberarme waren nackt, und die Hände steckten in weißen sterilisierten Zwirnhandschuhen. Sein Kopf war in einen Berband gewickelt, der Mund und Nase bedeckte und nur die Augen freiließ. .Lolen Sie bitte immer recht tief Atem", redete er ermunternd auf Richard ein.„Bei solchen Operationen können wir nur lokal betäuben. Narkose führt leicht zum Erbrechen, würde die Wunde zu stark erschüttern und den Heilungsprozeß gefährden...", setzte er erklärend hinzu. Richard nickte stumm. Er hörte hinter sich die Wasserleitung rauschen. Eine Weile später kam der Assistenzarzt. „Bitte, die Instrumente..." Die Operation begann. Spritzen gruben sich ins Fleisch. Eine Flüssigkeit rieselte unter die Haut. „Novocain...", entgegnet« der Arzt auf Richards Frage. Minuten vergingen. Dann war es Richard, als ob jemand mit einer heißen Nadel über seinen Leib streiche. Das Messer schnitt ins Fleisch, aber es schmerzte nicht. Stille lag im Operationssaal. Nur hin und wieder«ine hall'- laute Weisung:„Zwei Klammern,.. Hier noch eine Unter- btndung..." Tuscheln... Leise Tritte... Angespannt lauschte Richard auf jeden Laut. Glas und Metall klirrten manchmal an- einander. Plötzlich wühlt« der Schmerz In der. Wund«. Zerren und Reißen. Richard stöhnte und ballt« die Hände zu Fäuste». Schweiß brach ihm aus allen Poren. Er fühlte«ine Ohnmacht nahen und kämpfte dagegen an.' „Immer tief Atem holen...", sagte der Chirurg. Es klang wie ein Befehl, und Richard gehorcht«. Gedämpft vernahm er die Worte:„Altes Leiden... Alles verwachsen... Das Ablösen ist etwas schmerzhast..." Richard starrte bleich gegen das Handtuch, bog den Kopf zurück und sah in das Gesicht der Krankenschwester. Sie lächelte still und fein wie eine indische Pagode und meinte fast flüsternd:„Es ist bald vorüber..." Die Schmerzen verebbten langsam. „Geben Sie mir«in« Nadel..." Dann war es Richard, als ob jemand eine schlecht gespannte Geigensaite anschlüge. Der Chi- rurg nähte im Inneren der Wunde mit Catgut, feinem Katzendorm, der sich im Lauf der Zeit von selbst zersetzt. Und wieder verstrichen zehn Minuten. Seidenfäden zogen sich nach und nach in das Fleisch. Dann wurde Richard das Handtuch vom Gesicht aenommen. Di« Schwestern waren gerade dabei, die Wund« zu umbinden. Er lag ermattet, in Schweiß gebadet. Man legte ihn auf eine Bahr«. Und freundlich lächelnd drückte ihm der Arzt die Hand und wünschte ihm baldige Genesung. Kurze Zell daraus lag Richard in einem weißen Bett allein in einem kleinen Zimmer, weil die großen Krankensäle oll« belegt waren. Er döste mit etwas Wvndfieber vor sich hin, bis er am späten Nachmlltag einschlief. Im Krankenhaus gleicht ein Tag dem änderen. Das Leben uerlärrst�n einew'�eichReibknbenXRhMmue Dreimal Puls- u Temperaturmesfen-, viermal' Bettenäufschütteln', zweimal Inhalieren, um dem Husten vorzubeugen, und zweimal wurde der'elektrische Heizapparat gebracht, um'ein rasches Ausheilen der Wunde zu fördern. Gute und reichliche Mahlzeiten umerbrachen diese Exerzitien.______.........,. Am elften Tag nach der Operation stand Richard wieder vor dem Tor des Spitals. Ein Genesender! Die Wunde war fast ver- heilt. Ein tüchtiger Chirurg hatte ihn von einem jahrelangen Leiden befreit. Bald war er wieder«in ganz gesunder Mensch. Jterl Ullrich: Allgemein wird der Abenteurer als eine Figur genommen, die da ist. die Zeitungen interessant zu machen, spannenden Stoff jür dickleibige Schmöker zu liefern. Daß er darüber hinaus häufig auch politische Bedeutung hat, wenn auch messt nur indirekt und wider besseren Willen, wird selten beachtet. Tatsächlich darf weder der Kulturgeschichtsschreiber, noch der Gestalter politischer Geschichte es wagen, diesen sonderbaren Vertreter der menschlichen Gesellschaft, dessen Tun Wert und Sinn einer ganzen Zeit in Frage stellen kann, zu übersehen. Denn wie der Abenteurer auch auftritt, im Spitzhut mit. Degen und Spangen, in der Unisonn des französischen Garde- kürassiers oder im modernen Gefellschastsanzug, es bleibt sich gleich. Er ist, heute wie vor Zeiten, für die Gesellschaft die böse, zumindest ein« peinlich« Erscheinung, deren Austreten daran erinnert, daß etwas- faul ist im Staate Dänemark. So wenig der Abenteurer keiner Zeit fehlt, denn schon stets haben besonders Schlau« oder besonders Skrupellose der lieben Mit- menschen Schwächen zum eigenen Dorteil zu nützen gewußt, so sehr hat er ausgesprochene Glanzperioden, Zeiten, die seinem Auftreten besonders günstig sind. Eine der bedeutsamsten dieser Zeiten ist das 18. Jahrhundert. Das pompüs« Hofleben der großen und kleinen Sonnenkönige, die ersten Triumphe der Naturwissenschaft, besonders ihrer praktischen Zweige Technik und Medizin, und ihre Wirkungen auf die noch im Banne mit'eloltcrlicher Gebundenhell lebenden Menschen, die unablässige Folge von Kriegen. Entdeckungs- und Eroberungsfahrten, alles schuf Situationen, die den Abenteurer geradezu herausforderten. Sabbatha Zevy, der falsche Messias der Juden. Hsftor von Klettenberg, der Alchimist, Ernst Elias Bäßler, der sanatische Technikus, John Law, der Vater der Spekulation, und endlich die zwei größter. Vertreter unter diesen Scheinexistenzen. Graf Cagliostro und Casanova, was taten sie anders, als günstige Gelegenheiten für sich zu nützen? In einer Zeit, in der die absolu- tistischen Fürsten Rekorde aufzustellen beliebten mit der Zahl ihrer Mätressen, erscheint es fast natürlich, wenn Bricasier, dem Geheim- fekretär der Königin Maria Theresia von Frankreich, die Lust an- kommt, sich dem König von Polen als illegllimen Sohn vorzustellen, und auch daß er Erfolg damll hat. well der König sich einfach nicht entsinnen kann, ob und wie er es mit dieser oder jener Madam« einmal gehalten hat. So unmöglich un» das Königsabcnteuer Theodor von Nauhoffs erscheinen mag— dieses ruhmsüchtigen Edel- mannes, der um der Königskrone von Korsika willen sich nicht scheut. heute mll dem türkischen Sullan. morgen mit englischen und hollän- bischen Kaufleuten, mit deutschen Zkleinfürsten unh Offizieren zu ver. handeln und tatsächlich auch zahlreiche Schisse mit Mannschaft"mid Waffen sowie hohe Geldsummen für sein zweifelhaftes Unternehmen auftreibt, so sehr entspricht auch das der Zeit. Aehnliche Voraussetzungen, wie sie im 18. Jahrhundert das erfolgreiche Auftreten des Abenteurers begünstigten, gesellschaftliche Verlogenheit und Dekadenz, politischer Wirrwarr, wirtschaftliche Unsicherheit und religiöse Auflösung, förderten ihn bei aller sonstigen, teilweise sogar grundsätzlichen Verschiedenheit der Zeiten, auch in der Gegenwart und jüngsten Vergangenheit. Als in den Vortagen der großen französischen Revolution Marie Antoinette, die Kö- nigin, zum peinlichen Objekt der sensationellen Halsbandafsäre würde, erzitterte, die Welt in Vorahnung kommender Ereignisse. Die Tatsache des Skandals war die Tatsache der gesellschaftlichen Berderbthell. in die auch ihre höchsten Repräsentanten mit- ein- bezogen waren. Aber man braucht nur die Leben-gcschichte des wellberühmten Hochstaplers der Vorkriegszeit, Ignatz Straßnoff. zu lesen, um zu erkennen, daß es um das polittsche und gesellschaftliche Europa der Vorkriegszeit kaum anders bestellt war. Ein« Gesell- schuft, für die der Schein in einem Maße den Wert ausdrückte, daß ein angenommener Grojentitel, die Uniform eines ungarischen Ober» lcutnants oder Rittmeisters, ein Priester- oder Exzellenzenrock aus- reichten, nicht nur kaiserliche Hoflieseranten, Fabrikanten und äh'n- liche Sterbliche ins Bockshorn zu jagen, sondern selbst Fürsten. Bischöfe. Erzbischösc und gar«inen päpstlichen Nuntius hinein- zulegen, sie ihrer Würde und Heiligkeit zu berauben, dem Gespött der profanen Welt auszuliefern, ein« solch« Gesellschaft war nicht wemger reif zur Revolution wie«inst die französische. Doch Ignatz Straßnoff ist nur ein Typ. Lassen wir den Zug der modernen'Abenteurer als bunten Narrentanz an uns vorüber- ziehen, und wir werden all die Gestalten in rhm wiederfinden, die uns vom Barock her vertraut sind. Da haben wir die Landsknecht- naturen der Nachkriegszeit, die Wrangel, Äoltschak, Roßbach, die Finanzspckulanten der Inflation mit dem Wettsystemersinder Köhn an der Spitze, wirtjchaslliche Wenteurer, die den kürzlich unter aus- sehenerregenden Umständen gestorbenen falschen Marquis von Cham- pauhert, der mit dem Verkauf einer Petroleumgrube, die gar nicht existierte, riesige Summen verdiente und ein gleiches Geschäft mll dem Verkauf eines Erzeugungsgeheimnisses für künfUiche Diamanten zu machen hofft«. Da fehlen selbst die Wunderdoktoren, die Heilande und ihre' Propheten nicht, und endlich folgt noch das Heer der Magier, der kleinen und große'» Gsisterbeschwörer, die auch heute noch den Weg bis in höchste Gesellschaftskreis«, ja bis in die Hörsäle und Seminare, der Universitäten zu., finden wissen.- Don so erschütternder Wirkung mitunter auch das Austreten dieser Abenteurer auf das gesellschaftliche Leben sein kann, so ist der Abenteurer dennoch kein Rebell oder gar Revolutionär zu nennen. Er haßt ja die bestehende Ordnung nicht. Er bedauert mir. in ihr nicht die gesellschaftliche Rolle spielen zu können, die er spielen möchte. Aber ist er schon selbst kein Rebell, so übernimmt er doch wider Willen dessen Aufgabe. Mll seinem Zynismus, feinet Frechheit, Respektlosigkeit fördert er Verfall und Auflösung. Er laß: erkennen, wie sich Ignatz Eczover in seinem Buche vom Abenteurer ausdrückt, daß es mit der Tugend der Dinge nicht weit her ist, daß man ste lockern und mißbrauchen kann. Und dadurch, daß er sie vor aller Welt schändet, gibt er sie der allgemeinen Verachtung preis. f/tußlands Qlocken Sollen Schweigen Der Kampf der Sowjetregierung gegen die Religion nimmt immer erbitterter« Formen an. Auch aus diesem Gebiet hat sie sozusagen einen Fünsjahresplan aufgestellt: sie will nämlich allen Ernstes im Laufe dieser Zeit die KirchenHlocken zum Schweigen bringen, soweit di« Grenzen des unendlichen Rußland reichen. Der Klang der Kirchenglocken war für den Russen stets ein Symbol. Die ersten Glocken erschienen in Rußland bereits im 10. Jahr- hundert: sie wurden aus Konstäntinopel nach Kiew gebracht. Auch in Konstantinopel waren damals Kirchenglocken eine Verhältnis- mäßig neu« Erscheinung: sie waren im 9. Jahrhundert aus Venedig nach Byzanz gebracht worden. Zur Zeit der ersten Christen gab es noch keine Glocken. Die Gläubigen wurden zum Gottesdienst aus- gerufen, indem man mit einem Hammer auf eine eiserne Platte schlug. Eine solche Platt« hat sich in einem armenischen Kloster in Transtaukasten erhalten. In der vor kurzem von der Sowjet- regierung geschlossenen„Lawra" von Kiew befand sich gleichfalls ein Hammer aus der Frühzeit des Christentums, der als Glocke diente und in diesem ehrwürdigen altrussischen Kloster als Sehenswürdig- teil galt. Kirchenglocken hatten aber im alten Rußland noch eine ander«, staatspolitische Bedeutung. Die Glocke symbolisierte die Oberhoheit der Stadt. So waren die freien russischen Republiken Nowgorod und Pleskau auf ihre Riesenglocken, deren Geläute die freien Bürger zur Versammlung und Entscheidung über Krieg, Frieden und alle wichtigen Geschäfte aufrief, sehr stolz. Als Iwan der Schrecklich« diese Städte unter feine Botmäßigkeit brachte, ließ er die Glocken nach Moskau schaffen. Es ist bemerkenswert, daß die alten russischen Kirchen keine Glockentürme hatten. Die Glocken wurden an Pfählen befestigt: noch heut« gibt es zahlreiche Bor richtungen dieser Art im Gebiet des alten Gouvernements von Pleskau. Die erste» Glockentürme erscheinen bei den russischen Kirchen im Gegensatz zu den Kirchen im übrigen Europa erst lln 15. und 16. Jahrhundert. Sie dienten aber zuerst beinahe aus- schließlich als Wachttürme. Den ersten richtigen Glockenturm findet man in Rußland im 17. Jahrhundert. Die Herstellung von Glocken galt in Rußland als frommes und gottgefälliges Werk. Ein« Glocke des Troigki-Klosters bei Moskau z. B. trägt folgende Inschrift:„Diese Glocke ist am 21. Mai 1562 von dem- gulinüligrn-Üfifr christlichen Zaren Iwan Wassilijewitsch ge- aftet /wordenT�-�Djeser gülniütigc Zar war �ein anderer als der grausame Tyrann Iwan Ijcr Schreckliche! Rußland besitzt die größten Kirchenglocken der Welt. Die größten Glocken in europäischen Kirchen sind der„Grand Bourdon"-in Notre Dame von Paris, die Glocke von St. Peter in Rom und die Glocke des Kölner Doms, deren Gewichte zwischen 1300 und 3000 Kilogramm liegen. Die Glocken des Moskauer Uspenski-Doms und des Troitzki-Klosters bei Moskau wiegen dagegen je 6400 Kilogramm. Es find aber Zwerge im Berglich mit der Riesenglocke, die von allen Ausländern in Moskau bewundert wird— der sogenannten Zarenglocke, die mitten im Kreml steht und das stattliche Gewicht von über 20000 Kilo- gramm hat. Die Mutter dieser Glocke war eine andere Riesen- glocke, di« während der Regierung des Zaren Alexis, in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, gegossen wurde und 16 000 Kilogramm wog. Während des großen Feuers, das im Jahre 1701 Moskau in Asche legte, fiel die Riefengtocke vom Glockenturm des Kreml und zerbarst. Peter der Große, vollauf mit dem Kriege gegen Schweden beschäftigt, beachtet« den Vorfall überhaupt nicht, und erst nach seinem Tod« erinnerte man sich wieder dieser Angelegenheit. Eine neue Glocke wurde an Stelle der alten gegosftn. Im Jahre 1737 brach wieder ein Feuer in Moskau aus, und wieder fiel die Glocke vom Kirchturm, wobei sich ein großes Stück von ihr löste. Erst her italienische Baumeister Manferrano, der mit wichtigen Ver- schönerungsarbeiten in Moskau und Petersburg betraut war, gab den Befehl, das Metallstück aus der Erde auszugraben und es auf ein besonderes Fundament zu stellen. Heute steht der Splitter neben der neuen Glocke, di« jetzt den Namen der„Zaren-Glocke" erhielt. Die russischen Glocken sind durch ihren melodischen Klang berühmt. Das Glockengeläute der 1600 Moskauer Kirchen W eine seltsame Sinfonie, die jeden entzückt, der sie gehört hat. Das Verbot des Kirchcngeläuts bedeutet das Ende eines Abschnitts der russischen Kulturgeschichte. Sine ArbeilerSladl vor 3000 Jahren In einem Vortrag über den Ursprung und die Entwicklung des antiken Städtewesens, den der berühmte englische Archäologe Harold Hughes vor einigen Tagen in der philosophischen Gesellschaft in Glasgow hielt, kam er auch aus die ältesten uns bekannten Stadt- plän« aus urgeschichtlicher Zeit zu sprechen. Er wies dabei nach, daß solche Pläne, die man im allgemeinen als«in Erzeugnis späterer Jahrhunderte zu betrachten pflege, schon viele Jahriausende vor unserer Zeitrechnung vorhanden gewesen seien, wie aus den Ergebnissen der Ausgrabungen der letzten Jahre in Aegypten und Vorderasien hervorgehe. Der älteste derartige Plan, der nicht nur die genaue Anlage einer schon bestehenden städtischen Ansiedlung, sondern auch bereits die Einzeichnung neu anzulegender Straßen nebst den Häuserflächen enthall«, stamme aus Aegypten und sei dreitausend Jahre alt. Es handele sich dabei um die jetzt längjt wicht mehr bestehende Stadt Kahun, die eine ausgesprochen« Ar- beiterstadt gewesen sei, da sie von den Pharaonen für die vielen Arbeiter angelegt wurde, die bei der Erbauung der Pyramiden beschäftigt waren. Auf Grund des Stadtplans hatte die Stadt Kahun ebne für die damaligen Derhältnisse ganz bedeutende Aus- dehnung, doch geriet ste in Verfall, als die Pyramiden vollendet waren. Nicht viel jünger als der Plan dieser altägyptischen Arbeilec- stadt sind die Pläne, die man bei den Ausgrabungen im Tigris- 'und Euphrattale ans Tageslicht förderte, und die von manchen -blühenden Anstedlungen in der Gegend-von Babylon und Ninwc Kunde geben,-von denen heute längst jede Spur oerweht ist. II. VcrkMf m««!! Verrat— MenaeBebgato« vorbehaltea Ob«t«nd Btmfite bltibtn mm Vtraand aaagMoTileas'n S5 GEFLÜGEL UND WUP Gänse 70 gefroren...........................Pfd. von aa Wolgahühner la............ m r« I20 u Hasen gestreift........................... 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Unbeirrt von len Befchunpiungen der Rechtsparteien sei die Sozialdemokratie d.esa» Weo gegangen. Die Hugenbergianer wollen zwar nicht an« erkennen, daß die Räumung der besetzten Gebiete ein großer Erfolg ist. Bei der Annahme des Dawes-Planee haben sie noch gegen die Aontrollen und„Fronoögte" geschimpft fjeutc, wo tiefe Einrichtungen nach. der Annahme des Fourtg-Planes ver- (ch minden sollen, ist mit einem Male diese Äoirtrolle gar nicht so drückend gewesen. Der Joung» Plan bringt neben der genauen sich irr unz der Zahlungsverpflichtungen Deutschlands ein« Herab- setzung der Jahresleistungen. Außerdem werden die Kontrollen und mich der Reparationsagent verschwinden. Gerade dieser letzte Erfolg darf nicht unterschätzt werden. Auf den Reparation»- agenten berief sich Schacht immer, wenn er den Gemeinden und der öffentllchen Wirtschast die liluslandsanleihen drosselte. In Deutschland ist die Lapitalnachsrage größer als die Kapitalbildung. Folglich ist der, Zinsfuß für Kapitalien in Deutschland höher, als ia Ländern mit Kapitalüberfluß. Hat Deutschland genug Auslands- anleihsn oder kann es noch welche aufnehmen? Hier gibt es nur eine Feststellung: Den größeren Slädlen häkle unbedingt $ der Anleihemarkt geöffnet werden müssen! Die Veseitigung Schachts hätte Im Augenblick nicht erreicht werden können, weil zur Zeit die gesamte bürgerliche Welt hinter ihm stehe, obwohl sie unter seiner ialschen Politik genau so zu leiden habe wie die Arbeiterschaft. i?!ie Bauunternehmer haben gegen die Stillegung van Bauten pro- t« stiert, aber sie haben mit keinem Wort erwähnt, daß es die v e r- autwortungslose Politik des Reichsbankpräsidentan mar, die die Städte zu dieser Maßnahme zwang. Di« Sozialdemo krakle dürfe iw Kampfe gegen Schacht nkchk nachlassen, sie müsse clor starke Frank bilden, die immer müde» gegen die Drosselung der Ausländsanleihen anrenai. Die Privalwirtschast wolle die öffenklühe Metschask zerschlage» und die Soziallasteu abbauen. Die heul'.ge Lampsstellung sei: Gemein. wirlschasi und soziale Demokratie gegen Drinak- mit i schall und Reaktion. Zu diesem Lamps muß die Ar- bestecschafk ihr« ganze Srafk sammeint Aus der Arbeit der Bezirke. Gm neues Aliershelm der Siadi» In Berliu-Buchholz.— Eröffnung am 1. März. Da» SkädSsche ANershetm in R-rlln.Vuchholz. Haupi- strafte SZ. im Bezirk Paakow. wird wahrscheinlich am V März eröfsnek werden. Di« Stadtverorduetenversammlung hatte am 11. April 1929 der Vorlag« de» Magistrats ihre Zustimmung gegeben, die einen voll- ständig«» Umbau dies«» ursprünglich dem Preußischen stand«»' verein vom„3ioten Kreuz" gehörenden Gebäudes, dessen Ankauf zum Preise von ZflSVOO Mark von den Gemeindekörpers chasten schon früher beschlossen worden war. vorsah. Die bestellenden Gebäude sind jetzt ln der Weise umgebaut worden, daß mit Ausnahme des gei rennt liegenden vorderen Gebäudes, in dem eine Säuglings- und Schwangerenstatüm, sowie eine Unfallstelle und eine Bücherei unter. gebracht werden lallen, alle übrigen Räume für das neue A l t«�r s h« i m benutzt werden. In diesem Heim können 87 Per- sonon aufgenommen werden. Aufnahme stnden nur solch« Personen, die körperlich rüstig sind, keiner fremden Wanuag und Pflege be» dürfen und möglichst eine Wohnung zur Verfügung stellen. An- träge zur Aufnahme in das Altersheim, dessen Bau am Id. Februar fertiggestellt werden fall, sind an das Bezirkswohlfohrts- und Jugendamt Pankow zu richten. Ütach den Beschlüssen der Oemeindokärperschasten waren für den Umbau dieses Gebäudes einschließlich des Baues der Säugling», und Schwangerenstation mit der Unfallstelle rund 200 000 Mark bewilligt worden.__ Die NVG zieht ttm. Zusammenlegung der Verkehrsverwnliuogen. Die Zusammensasjung der Berliner städtischen Verkehrsmittel in die BVG. macht auch eine Zusammenlegung der Verwaltungen' notwend'y. von der ursprünglich geplanten Errichtung eines großen Verwaltungsgebäudes in der Näh« des Rathauses, in dem all.' Abteilungen Platz finden sollten, wurde sedoch infolg« der an. gespannten Finanzlage vorläufig Abstand genommen. Nunmehr will man zur Vereinfachung der Derwavung menirften? die einzelnen zusammengehörenden Abteiwngen noch mehr als bishar konzentrieren. Dazu sind die Häuser am Leip-iger Platz, in der Köthener Straße und in der Dessau er Straße vorgesehen. Die kaufmännische Abteilung. t:c Ickvn immer am Leipsig-r Platz war. wird auch weiterhin dort bleiben Dmegen ziehen die B-Uiedsle tungen der Srraßenvah» und d-r Lmnibus-bteilung, die Fahrplonbüros fow'.c das Lite- rarijchc Büro die sich bisher in der Krausenstraße befinden, nach der.Ä.Henet'Straße;n die Gebäude der eheinaUgcn Untergrund bahn. Tin Teil d'r Büros ist bereits in diesen Togen nach der «Öchawr Straße übergesiedelt, der Rest wird in der nächsten Woche folgen. Der in da» Haus Krausenstraße einzieht, steht noch nicht fest. Da? der ADS. gehörende Grundstück Dessauer Straße Ecke König- gratzer Dtraße wird zurzeit noch umgebaut: hier soll nach Fertig- stell ir ng voraussichtlich das Fundbu reau hinkommen, das bisher außerh-lb d«r Eiiiz in der Urbanstroße untergebrackü war Ii DU Farben der Briefmarken werden oerändett Künftig werde» die Freimarke zu!0 Pf. in r o t vi o l et»« r und die Freimarke zu 20 Ps. i» silb ergrauer Farbe hergestellt werden. Einführung der Nezirksverordneten. 4 Bezirk- Prenzlauer Berg. In der mit Spannung erwarteten ersten Bezirksversamnüung verpflichtete einleitend Bürgermeister Gen. Dr. Ostrowski die neugewuhllen Bezirksucrordneten. Dan» übernahm Gen. Huhn- fleisch den Altersvorsitz. Zum l. Vorsitzenden wurde Gen. Adolf D S h n« r t. zum 2. Vorsitzenden Bezirksverordneter Sonntag, Fraktion der Mitte, zu Beisitzern Gen. Kurt Knopf und Bezirksvcrord- neter Hübner, Fraktion der Mitte, und zu Stelltertretern Gen. Seelbinder und Bezirksverordneter Stolz. Fraktion der Mitte, gewählt. Koininunisten und Deutschnational« beteiligten sich nur an der Wahl der beiden Vorsitzenden, die Wahl der Beisitzer' konnte durch Zuruf erfolgen. Bei' der Wahl zu den Deputattonen und Ausschüsse» konnte eine Einigung nicht erzielt werden, durch eine Prabeabstjmmung wurden die Sitze für di« Fraktionen festgestellt. Wir erhallen in dem ISer Ausschuß sechs und in den Ser-Ausschüsse» und Deputationen vier Sitze. Bei der Wahl zur Bezirksschuldepu- tatian I— 6 und zum Bezirksschulausschuß für das höher« Schul- wefen konnten beide Stellen mit dem Gen. Kermes besetzt werden. Gen. Kreuziger legte in sehr wirkungsvoller Weife den Stand- punkt unserer Fraktion zu den kommunistischen Demonstrations- antragen dar und zeigte den Kommunisten, welches falsch« Spiel sie mit der Not der Erwerbslosen treiben. Die Kommunisten konnten ihren Aerger über diese Ausführungen nicht unterdrücken, sie waren aber sichllich zufrieden, als Uebergang zur Tagesordnung beschlossen wurde und sie nicht mehr zu reden brauchten. In vorgerückter Stunde wurde unter schwachem Protest der Kommunisten Ber- tagung beschlossen._ Die Heuchler entlarven sich selbst. 5. Bezirk— Friedrichshain. Mit einer überaus reichhaltigen Tagesordnung eröffnete der Alterspräsident die.zweite Sitzung der Bezirksversammlung. Unter 29 Tagesordnungspunkten befanden sich nicht weniger als lö der üblichen komnumistiicken Rundreiseanträg«, mit deren Be- haichlung sich neben der Stadtoervrdnetenoersammlung auch che 20 Bezirksverlammlungen beschöjtiqen müssen. Bei den vorzunehmenden Wahlen verlangten di« Kommunisten ,Jden demokratischen Grundsätzen entsprechend", den ersten Vorsitzenden. Im Namen der sozialdemokratischen Fraktion erklärt« Genosse Lliugler, daß die Fraktion den Anspruch anerkennen würde, wenn er« h r I i ch gemeint wäre. Bisher haben die Konimunistim weder in der Stadt- verordnetenversammlung noch m dar Bezirt-versammlmig die Ansprüche der Sozialdemokratie anarkannt. Nach den Apord- nimgen der kommunistischen Zentral« dürfen sie für di« Bertretor anderer Parteien auch gar nicht stimmen. Genosse Klinglar htttei, den Genossen Pohling zum Bvrntzenöen den Berjammlung pt wählen. ANl.15 von 57 güfftffen Kklmwcn wurde Genosse Dohsiug gewöhll. Als Stellvertreter wurden hie Bezirksverordneton M« z«r und Nordmann gegen di« kommunistischen Stimmen gewählt. Die Kohl der Ausschüsse und Deputationen erfolgte reibungslos nach der Stärk» der einzelnen Fraktionen. Alt unbesoldete Stadträte wurden wieb-'-owähll die Genossen Müller und Günther, vom Zentrum Herr Sieinlg als neues Mitglied, von den Deuts ch° nalicnalen der bisherige Stadtrat Timm und von den Kommunisten Schlosser und Henmann, zwei im Bezirk vollkommen imbekannt« Personen. Eine außerordentlich lebhafte Debatte entstand dann über eine Drlnglichfeitsanstasu der Kommnnist-n über die?susmirkungen der S v a r m a ß n a h m« n im Be.zirk. Die Berecht lgung der Anfrage, die auch von unseren Genossen anerkannt wurde, verknüpften die Kommunisten jedoch mit einer wüsten Hetze gegen die zur Be- achtung der magistratlichen Anordnungen verpflichteten Beamten und Angestellten. Es war hsrzersrischend, wie daraufhin Bürgermeister Genosse A i e l I tz den Kommunisten unter Ansührung zahlreicher Beispiele nachwies, daß sie dte Erwerbslosen lediglich verhetzen, um sie vor ihren Parteikasren zu spannen. Nur ein genügender Polizei- ichutz, der bisher leider dem Wohifohrteomt nicht zuteil geworden sei. verbürge die Wiederkehr der fast täglichen Erstürrmmg der Wohlfahrtsämter durch kommunistisch« Partetangehörig«. Sichtbaren Ein, druck machte die Mitteilung des Stadtrats Genossen- K l o dt. d>tß er selbst n> seinem Amtszimmer von Kommunisten überfallen und mißhandelt worden fei. In der weiteren Debatte wunden dann acht kommunistische Anträge, di« sich mit Erweichslosen- und Wohl- fahrtsmaßnohmen befassen, zusammenaefatzt.zur Beratung gestellt. Bon unserer Seit« sprach der Genosse G u t e k u n st. Das Sunden- register, das cr den Kommunisten varhiell, löste zeitweilig stürmisch« Kundgebungen aus. Die Kommunisten waren durch die sachkundigen Darlegungen des Genossen Gillekitnst so au» ihrem Konzept gebracht, haß ihr Redner zum Entsetzen seiner eigenen Leute erklärte,„er will ehrlich sei» und sagen, daft die totntnunisilfche.Traküon der- arflge Anträge nur als Mittel«ur Vropagauda stell«". Die ver- stiegen«», nicht durchführbaren Forderungen der Kommunisten sind damit von ihrem Redner selbst alp heuchlerisches Agi» tations mittel gekeimzeichnet worden. Ohne daß die Tages- osdnung erledigt werden konnte, schloß Genosse Pohlmg gegen 12 Uhr nachis die Dersammlung. Ltudemofratische„Vemokraten". i5. Bezirk- Treptow. Der Vorsteher gab zunächst die Mitteilungen bekannt. Von den Kommunisten liegen insgesamt 14 Antrage vor. Die Kommunisten deantraaten, ihr« Anträge zuerst zu verhandeln. Die Versammlung lehnte dtesen Antrag ab. Bei' dem Punn Neuwahl der unbesoldeten Bezirksamtsmitglieder gab unser Genosie Becker namens der Fraktion folgende Erklärung ab: � „Wir stellen vor oller Oessentltchkeit fest, daß bei der Wabk >>»s Vorstehers der Bezirksversammlung di« Fraktion„Block de r Mitte"(Ifniokraten und Zentrum» eine Wahlgemein- schaft mit d«it Deutschuattonnlen und den Nationalsozialisten ob- geschlossen hoben. Diese Tatsache wurde durch«ine Erklärung des Vertreters der Demokraten im Wahlausschuß bestätigt. Die sozialdemokratische Fraktion hätte es in der Hand, das ßt«I der Demokraten,«in Stodiratsmandat zu erreichen, zu ver- eiteln. Di- Sozialdemokratie lehnt aus sachlichen Gründen einen derartigen Weg ab und überläßt«s der Oesienflichkeit, au» dem; Verdolten der Demokraten di« Schlüsse zu ziehen" Der Llertreter der Demokraten antmörtet« aus diese Erklnnivg in Ausfällen gegen, unsere Fraktion und in Li-beswerben um die Deutschnationalen Bei der Beratung des Punktes Reuwahl der unbeioldeten Bezirksamtsmitglieder Marschierte der kommunistische Bezirksverordnet« Zirl mit einer größeren Anzahl jugendlicher Erwerbsloser in den Sitzungssaal. Der deutschnationole Vorsteher schloß daraufhin die«itzung. Die jugendlichen Radaulustigen machten sich vor Eintreffen der Polizei oiiz dem Staube. Wahl der unbesoldeten Stadträte. IS. Bezirk- Weißensee. Bei der Wahl der Deputationen und der unbesoldeten Stadträte wurden zu unMoldeten Stadträten gewähll die Genossen Zwölfer, Ganlau. von der KPD. Schrodeck, qo» den Deutschnationalen Hartmann und von dgr Wirtschastspartei Nego. Schmidtchen wies darauf hin, daß im Wahlausschuß einige Kommunisten mit unserer Hilfe zu Schiedsmännern und Wohlfahrtspflege rn gewählt worden sind, während die Kommunisten für keinen unserer Kandidaten gestimmt haben. Die Fraktion werde aus diesem Verhallen der Kommunisten die Konsequenzen ziehen. Bei der Beratung des Antrags, die allen Werks- und Verkehrstarife wieder herzustellen, erlitten die Komnmnisten eine derartige Schlappe, daß sie sich am Schlüsse nur noch in hilfloses Gestammel ergingen. Genosse Faust konnte nämlich nachweisen, daß die Kam- munisten In einer Anzahl Gemeinden im Reich, in denen sie aus- fchlaggebenden Einfluß hallen, die Werkstarisc erhöht haben. Eine Demonstrationsentschlichung der KPD. gegen die Wahl von 3 Geist- lichen in dte Schuldeputation wurde abgelehnt. Genosse Z w ö l! er erklärte hierzu, daß wir gegen die Teilnahme der Geistlichen sind. daß die-ler Zustand aber nur durch die Gesetzgebung o-änd-rt werden könne. Einige Anträge auf Verbesserung des Verkehrs in Hohenschönhausen wurden angenommen, ein« Anzahl otÄ&ere.r Anträge den zuständigen Deputationen überwiesen. Kommunisten in Verlegenheii. 19. Kreis- Pankow. Di« Bezirksoqrsttmmtung am Mittwoch konnte die Taeerord- rning von 15 Punkten fast restlos aufarbeiten. Di« Kommunisten verspehten, natürlich mit Unterstützung der Tribiine, die Arbeit der Versammlung nach Möglick>k«it zu«richwenrn und damst auch die Beratung Ihrer«genen Anträge in Frag«.zu stellen. Bezeichnend war das ossene Zugeständnis des KPD.-Stadtvarordneten Salz- s i« d« r. daß die Kommunisten nur für di« Tribssn- sprachen. Bsi dar Beratung einer Beschwerde de? Grundbesitzer- verein» Buchholz bezüglich der Herauszoruntg der Hauptstraße in Buchholz, der im Interesse der Berbilligttng ie.r Miel«» auch nnn d«n SPD-Vezirksverorditeton zugestimmt wurde, boliaupiete der sirnge Kommunist Hintz«, die Vaugeno! sevscha ften wären der Bor- spann des Kapitals. Damit fand er. sofoxt den Svikall dq- Wirt- schaftspaitsl. Em Beweis der„Richtigkeit"|«iner futgik BeM Bericht aus dem sogenannten S k l a r e k- A h? s ck u ß sonnt« Gal,«. sie�er wieder die üblichen Schüttpfereien vom Stapel losien,'Koch merklich gedämpft, wozu wcchs die Anwes-nlzeii des Stadtverordneten Schwenk bellmg, des kommunistischen Porfltzcnden des SfJa- rek-Untsrsuchungsauöschuss«? im Landtag, d-r so as? Mitgsiest des K redllau sschusses der Stadtbank den Mstlion-nkrod-ten für hie Ge> brüdsr Sflarqk auch zugestimnrt hat. Angenommen vwrdc-in An. trag der KPD., der die Einstellung der Arbellssniste beim U-Bahn- Bau von den Ärbellsnachwcrsen s ordert, serner ein Antrag der DVP- auf Schassung eines Zuganges zur Untergrundbahn aus der Süd- seit« der Breiten Straße, sobald später der Bau ausgeiührt tjiird. Annahme fand auch ein SPD.-Antrag, der dm A" f• bau des zwischen der Panke und dam neuen Wasserlaus Iieoen>d.vi Gelände zu'einer Promenade fordert, serner ein SPD.-Antrag gegen die Verschmutzung von Heineeodoes, di« dureh Abladen von Schutt ttn,d Müll entsteht. Di« von den Kommunisten geforderte Abgabe der übrigbleibenden Portionen bei der Essen- ausgab« im Arbeitsnachweis an Arbeitslose fand mit Unterstützung der SPD Annahme mit dem Zusatz, daß soyiel Portionen zur Per-- lügung gestpllt werden sollen, als AMrögc vorliegen. Der konunu« nistische � AMatiemsaiuxag bezüglich einer Wiillerbcihils« für t ü Erwerbslosen wurde abgelehnt, ha die L-ache:n der Stadtvervrf- netenversmrrmlung bereits beraten ist. Bei diese»' Puiflt hatte Genosse A m b e r g Gelegenheit, das femose B c w e r b v n g e- vessissn. cisniK nsknKsn 2'« 0II«c)d1l>50d!55�Istt�i.VkI? l dflsttzs!>ckv/sn1.... Tie v/>ssen js. es ist völlig unschädlich und 5is Können tadellos dernif waschen. schreiben d eS romoriiHiftifch«« Stadtrates t, Menz zu verlesen, dos am Donnerstag tm„Vorwärts" veröffent- l'cht wurde Unter stürmischer Heitertest des Hauses waren die „alleinigen Arbcsteroert reter" sehr betreten. Züuh die Mitteilung Ambergs, dah die Maschinensetzer in der ,Lst>tcn stöhne" schon um die Auszahiung ihres Lohnes streiken mußten, paßt« ihnen gar nicht in den Kram. Bei den KPD.-Anträgen bezüglich des Demonstrations- Verbotes und Annsenthebung des Berliner Magistrats wurde lieber- gang znr� Tagesordnung beschlossen. Solzsieder sprach bei diesem Anlaß wörtlich, imter dem Protest der SPD.-Fraktion, oon dem Massenmörder Zörgiebel, der 30 Proletarier erschrmen hat. Ms der Sdationalsozialist Schröder, mst.�Hitler verrecke" von der Tri« büne empfangen, die Kommunisten als Mörder bezeich- n e t e. kam es zum Tumult, so daß der Vorsteher, Genosse Krämer, die Versammlung schloß. Am GchZtiß Höllenlärm. 20. Bezirk— Reinickeudorf. Sit der Zwesten Sitzung der neuen Bezirksversammlung wurde festgelegt, dte ordentlichen Sitzungen stets am Mittwoch von IS— 21 Uhr abzuhalten. Für dte Vesetzuitg der Ausschüsse. Ver- woltungsdeptttatianen und der unbO�ideten Mitglieder des Bezirks« amts traten drei Gruppen aus. Die bürgerlichen Parteien hatten sich hierzu zu einem Block von den Nationalsozialisten bis zu den Demokraten zusammengeschlossen und verfügten so über 20 Stimmen gegenüber 13 Stimmen der Sozialdemokraten und 13 Stimmen der Kommunisten. Dementsprechend erhielte» die Bürgerlichen drei Stadträte: Gutscher(Dnät.), Klempin(D. Vp.) undTreffert(F.). Von unserer Partei wurden die beiden Genossen Schwobedahl und Schäfer wiedergewählt» Von der KPD. wurde Günther als unbesoldeter Stadtrat gewählt und nahm auch an, trotzdem er norher selbst erklärt hotte, daß die Konununisten aus die Besetzung der Stadträte durch ihre Partei„pfeifen". Auf unieven Antrag wurde hie Bildung eines stchrdigen Ausschusses beschlossen, der regelmäßig hie T« r k e h r s f r a g e n behandeln soll. Die Nolwendigkest hier- für in unserem derart schnell anwachsenden Bezirk legte Gen. Joch dar. Ebenso wurde unser Antrag, der sich gegen die Schul. r a u m n o t im Z0. Bezirk wendet, angenommen. Es wurde femer entsprechend einem sozialdemokratischen Antrage be- schlössen, die Werkstatt bei dem Bezirksamt wieder einzunchien und die entlassenen Arbeiter bei Bedarf wieder einzustellen. Genosse Kreutlein, der diesen Antrag begründete, wurde durch hie wüsten Zwischenmse der.Kommunisten veranlaßt, auch auf die tytnan.zlage«inzifjehen. Als die Versammlung auf Beschluß geschlossen wurde. neranstÄtete die kommunistische Fraktion im Verein mit einigen Tribünenbefuchern einen Höllenlärm, um den sich aber niemand recht kümmerte. Man gewöhnt sich eben an alles! » In der Bezirksnersamnilung am ö. Februar wurde die nicht zu Ende geführte Tagesordnung der vorigen Sitzung fortgesetzt. Es hantelte sich noch um ein Dutzend kommunistischer Agitations- antrögs, die durch Uebergang zur Tagesordnung oder Ablehnung erieuigi wurden. Zu den Ausführungen des komiiiunistrfchen Red- ners, betreffend Sparmaßnahmen im lausenden Haushalt, erklärte «iadtrat Gen. Hecht, daß die Kindcrspeisung und die Verschickung der.Kinder im Bezirk weiter durchgeführt wird. Wenn von den tiursorgerinnen verlangt wird, sorgfältige Prüfungen vorzunehmen, so könne man das nicht ocrurtellen. Stadtrat Gen. Henk« wies daraus hin, daß er natürlich auch noch mebr Badegelegenheiten im Bezirk wünsche, die Möglichkeiten alles durchzuführen aber auch für ihn begrenzt wären. Der Stadtoerordnetcnvorsteher Gen. Haß sagte den Kommunisten, daß sie doch wüßten, daß oi« Stadtverord- netsnversaüimlung beschlossen hat. die M i l ck o e r b i l l i g u n g und die anderen sozialen Maßnahmen fortzuführen. Es wäre nicht emgangtg, daß die Beztr�versammtoig immer wieder ml solchen Dingen die Zeit verschwendet, die lediglich zum Aufgabenkreis der Stadtverordnetenversammlung gehären. Die kamtnunistische Anfrage betr. Freilpruch des Gen. Stadtrat Meyer wird vom Bezirksamt in der nächsten Sitzung beantwortet. Eine Aenderung der Geschäfts- ordnung wurde abgelehnt. Zu dem Protest der KPD. zum Demon- stratiaiisverbot erfolgte Uebergang zur Tagesordnung. Ein Dring- Uchkestsantrag, der eine Entschädigung für die Arbester verlangt, denen Kleidungsstücke int Werte von 120 M. bei einem Einbruch in einer Baubude entwendet worden sind, wurde der Fmänzdeputation überwiesen. Hierbei erklärte Gen. Wollschläger, daß ivir in Zukunit nur solchen Dringlichkestsanträgen nicht widersprechen werden, die uns rechtzestig zur Kenntnis gebracht werden. Mieter, aufgepaßt! Wo bleiben die Znflandfetzungsgelder? Di« Mieter haben zum 10. Februar 1030 wiederum die Ber- pflichtung, sich um d!« Verwendung desjenigen Teiles der Miete zu kümmern, der für die I n st a n d s« tz u n g s a r b e i t e n bestimmt ist. Es sind dies zurzeit 17 Proz. mcrnailich. Bei dem ünmer wester fortschreitenden Verfall der Häuser liegt es im öffentlichen Interesse, wenn die Mieter diese ihnen nach Z 6 des Reichsmicten, gesetzes zustehende Kontrolle gewissenhast ausführen. Man kann den Vermieter schriftlich auffordern, Zest und Ort zu bestimmen, wo die Abrcch:mng und die Belege für das Halbjahr vom 1. Juli bis Sl. Dezember 192S eingesehen werden können» Dieses Recht ist im Klagewege s r z w i n g b a r. Die Verweigerung der Nachweisung der Abrechnung und Belege kann dazu führen, daß das Wohnungsamt der Mietervertretung diese Gelder zur selbständigen Verwendung überweist. Das Recht steht in erster Reihe der Mieterveriretung selbst zu, sonst aber auch jedem einzelnen Mieter. Die Wahl einer Mietervertretung ist des- halb dringend geboten. Die Mietervertretung gist als ordnung:- mäßig gewählt, wenn sie die Mehrzahl der Stimmen der Mieter auf sich vereinigt. Hierbei sind die Untermieter stimniberech- tigt, wenn der Hauptmieter nicht in der Wohnung wohnt. Heber hie Wahl ist ein Protokoll aufzunehmen und van den Wählern zu unterzeichnen. Die Wahl ist dem Vermieter mitzuteilen. Am besten wird mit dieser Mitteilung gleich die obige Ausforderung oerbnniden, über die Verwendung der Jnstandsetzungsgelder Rech- nung vorzulegen. Der sozialdemokratische Vezirkswieterausschuß, dem wir die obigen Ausführungen verdanken, steht den Mietern bei Schwierig- leiten jederzeit gern zur Seite Folgende Mitglieder des Ausschusses ftnä) stets brieflich oder telephonisch zu erreichen: Rüben, Hafen- platz 5, Kurfürst 8371: Paul Lange, Uckermünder Str. 13: Urban, Elsaster Str. 32: Most. Grellstr' 39: Noetzcl. Kaiser-Friedrich- Strohe 104: Roszok, Wartcnburgstr. 7; Gründet, Fichtestr. 31. Neue Volksspeisungsräume in Köpenick. Die schon seit langem dringend notwendigen neuen Räume de» städtischen„Volks- und Schulspeisung" für Minderbemittelte im Bezirk sind jetzt fertiageslellt und in Benutzung genommen worden. Sie befinden sich in Köpenick, Joachimstr. 8 satte Rcsagsche Fabrik). Roben den eigentlichen Küchenräuinen sind zwei helle, mit Tischen und Stühlen ausgestattete Speiseräume vorhanden, die den Teilnehmern«ine erheblich bessere Gelegenheit zum Einnehmen der Speisen bieten als die bislierigen völlig»n-.ulängttchcn Räume. D!« Ausgabe des Est'ens ersolgt wie bisher werktäglich von 1?— 13 Uhr. Der Eßmarkenveickauf beginnt um 11% ttf,e im Speiseraum. Zu* Bequemlichkeit der Teilnehmer aus der Kietzvorstadt. Altstadt und Köllnische Vorstadt bleibt in den bisherigen Küchenräumen Köpenick, Freihett 15(7. Volksschule), eine zweite Essenausgabe bestehen. Dort kann dos Essen jedoch nur noch an solche Personen auegegeben wer-- den, die es mst nach Haufe nehmen wollen: ein Einnehmen de? Speisen an Ort und Stelle ist dort nicht mehr möglich. Unsere Luft soll verbessert werden. Die Verunreinigung durch Rauch, Ruß, Abgase usw. hat einen Umfang angenommen, der die staatliche Gesundhestsver- wattung veranlaßt hat, diesem Umstand nunmehr ihre besonder« Aufmerksamkest zuzuwenden. Naturgemäß sind die entstehend«» Belästigungen imd Schäden am stärksten in den Großstädten und Industriegebieten. Der preußische Minister für Volks- Wohlfahrt hat jetzt die Preußische Landesanstall für Wasser-, Baden. und Lusthygiene beauftragt, mst planmäßigen, Wissenschaft- lichen Experimentalversuchen über die Frage her Luftverunreinigung zunächst im rheinisch-westfälischen Industrie- ttch für die Sammlung und Sichtung des im Gebiet schon vorhonhe» nen, verstreut liegenden, aktenmäßlgcn Materials bestunmt siisd. tzsse Vois als Elisabeth vcrgner im Kabarett der Souilker. Ilse B o i s zu boren und zu sehen, ist stets eine Freude. In ihrer neuen Varadie„Heute abend Premiere"— als Verfasser zeichnet Kurt Robitschsk, als Komponist Otto St r a n s ky«— im Kabarett der Komiker entzückt sie uns auss neue. Man glaubt, sie setze mit ihren stärksten Mitteln ein, wenn sie als„1. Nummer" Elisabeth Aergner in der Theatergardewbe und aus der Bühne wundervoll und witzig parodiert. Dabei zeigt sie die Höhepunkte ihres starken Könnens erst später. So hesonoers in der„Wintergarten-Szeue". Im übrigen konferiere» Paul Nikolaus und die„kleine Frau cus Hamburg" Maria Ney wieder gläckzend, Paul Graetz bringt wohlpointierr einen gelungenen Song mif unsere lieben..Radikale«!" und aus der Fülle der übrigen Darbietungen treten-besonders die 3 Swifts hervor, prachtvolle amerikanische Komiker. Zu ent- behren wäre die„heikle Angelegenheit" von Rips �deutsche Pc» arbeitimg von Paul Morgan), die den schönen Titel„El dp- r a d o" führt und in der wir zu unserer Freude Hedwig Wangs! begegneten. Der Sketsch sst kn Pari? ausgedacht, spiett aber im Berliner Westen.zwischen dem Wittenberg- und dem Nollendorsplatz. >.......... Senfe, g-reita«, 7. JHbtuer, SotrafBnl.�mien! pran-diost Winten k> Wirt! beut« MM«rtfeianal sei-« VtaÄe- cfsn««. lttn 7H Unc beginnt b:c flroR« sc ierliche SarrasanI-Pre-uere mit der! o!-intr>«llen 7arade der S7 Rationen. Der Dinterbau Istendvorst»lliina«n beg-nnen tvalich lern 7Zz Ulrr. Am moroiaur LonnabcrU» sinbet die erste lsamilienvorstellunit nachmittas-in Z Übe statt. Zn diesen scbr beliebten Torstelbinaen wird das gesam'e voll« weriiae Abendorooramm qe,-°qi. Kinder fechten biet auf allen Blähe» von 230 Mark auswärts bald« Preise. Earrasani bleibt nur l« Tafle in Berlin. Sin Meree de«- Berit ffit 56»» Mail. Nicht nur höchste Qualität, sondern auch denkbar«stnstiflfn Preis will die deutsche Weltrnarle Mcrcedes-Ber.« ihre» Kunden bieicn. tzo wird allflemein interessieren, daß Merrcdes-Be-z sich entschlossen bat. den Breis seines bekannten uid bel-ebten Swililcf-Insts »Etuttflart 200"(8,;3Ä l'S) noch einmal welenillch m erniedrigen. Der«lcaanfe riersidifl« Innenlenker dieses Tnps mit Qriflinal Sindelsinqer iiarosserne lostet van ifdi ab nur noch lZ>80 Mark ab Werk. Mehr als 12 000 Besitzer bestätige- da» Urteil, dak dieser Tnv das Muster eines wirtschaitliche» eiebra-chswage»» von döchsrer Qualität und bestechenden tzahreigenschasten darstellt. Li«»estlakvn besso? und crwndien neu gesfSrki nach folgendem Rcrept: Eine k lasche Boldrament Reichel, 3 mal ISzIIck'/s Teclöffd XU nehmen. Die notürHdie Medizin rur Beruhigung und Stärkung der Nervenkraft. FL M UO und 2.50. In Droaerien und Apoiheken erhSlilids. sonst dunh Otto Reichel. Berlin 43 SO. Elsenbehnsir. 4. 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Pfand 8.90 Roff Ist Iran Stahtiach mit 1 Hohlsanm» OK DOlUa&Vfl 130/225 l.OS 4.50, 140 220 4.74 d.Gll Bettlaken Unon m,Ä WZM 4.25 Bettlaken venn« gesäumt.. 130123 5.50 ESper-Barclient sa,Än?ib 0.85 &QnstIerdeGkeni3o�4t»yuiS>' 0.88 Tiscktöcher 3.50 Blleden-BandtBeder.. 0.« 0.38 Staben-Handtflcber 0«�. l» 0.90 Küchen-Handtoclistol! 0.29 Stanbtflcber.........«.« 0.09 Wischtücher Halbleinen 53.73 O.OO. 5.v;j 9.48 Seiftflcher n. Selfhandschnhe 0.15 Frottier-Handtflcher. t* ,.,0 0.88 krottler Badelücher'�tNM 1.75 Bademäntel schwere Qaalltlt. tXSO Damen-Achselhemden w«|.25 Bamen-Trägerhemden. 0.95 Damen-Bachthemden. � 1.95 Herren-Oberhemden weM�S 4.90 Herren-Taghemden. 3.50 Herren-Nachthemden 3J0 Taschentücher"ä* 0.20 Taschentüclier rar Dameo, o stock 0.95 ganx besonders preisvert Taschentücher 0.25 Ein Posten B6ttd6Ck6n einbettig fjrx 3.73 Ein Posten Bettdecken"eÄr.«6.50 Ein Posten einzelne Stores. 0.74 4.59 ew Posten Onerhehängs..... 1.25 Bünstler-Gardinen ÜSSktfUS* 1.95 Rttnstler-Öardinen tnornÄe4F4!M 3.95 fiardinen-Mnll 120 0.75 Etamin Hilb",'rni m"" 0.75 �Oll-Voile täö cm breit wel#.. Meter 2.25 Se, Oranfensira&e f6W6$ 91* ffieinfckendorler 8(r0 21 ChartoUenburgiSosSnensir** O* 8rankiuiier Jlüee 60