B 32 47. Lahrgang BERLIN Freitag 2. Februar 1930 erslbtiuttißlicha-IerSiuutas«. Augleick Abcodau-gabe de«.DorwärttV Bezuqsvrett bilde Auszadm»»Pf. pro Woche. Z,iV>M. pro Monar. Red-ktloa aod erpedition; Berlin SWss.LindenKr.» SfocUautyaßea�6 AuieizenpreiCDie einspaltige Nonpareillezeil« so Pf.. Reklameieile» M. Ermäßigungm nach Tarif. PvKscheckkootv: Dorwütts-Derlag G. m.b.H.. Berlin Nr.»?»»». Zernsprecher: Dönhoff 2«? btt 2S7 Raubüberfall auf Postbeamte. Räuber entkommen mit 10000 Mark. Forst(Canfstj), 7. Februar. heule vormittag wurden die beiden Postbeamten Graeh uud Pfltzmonu auf dem Wege vom Bahnhof Triebet zur Stadl Triebet von zwei unbekannten Männern überfallen und mit Tot- fchlägero bearbeitet. Die Postsäcke, die zehntausend Mark Arbeitslosen. Unter st ühungsgclder enthielten,«ur- de« ihnen entrissen. Die Täter entkamen in ein nahes Wäldchen, obwohl der schwerverletzte Graeh die Räuber verfolgte. Die geraubte Summe bestand aus siebentausend Mark Papiergeld und drei- lausend Mark Silber. Oer Totschlag in Moabit. Hergang des Streites geklärt, Ursachen noch unbekannt. Die 29 Zahre alte Frau Ella Marten» aus der W a l d st r.!S zu M o a b i l. die, wie berichtet, am pouners- tag nach einem Streit ihre 60 Jahre olle Schwiegermutter erwürgte, ist von der Kriminalpolizei noch weiter vernommen worden. Der Hergang des Streites, der eiu so unselige» Ende nehmen sollte, ist zwar ziemlich geklärt, nicht ober die lieferen Gründe, die die junge Frau zu der Tal getrieben haben. Frau Martens war mit einer Freundin zusammen von«nein Ausgang zurückgekehrt. Mit der alten Dame geriet sie in Gegenwart der Freundin in Streit. Diese fühlte sich überflüssig und verließ die Wohnung. Auch die alt« Frau Martens wollte wohl dem Zank aus dem Wege gehen und schickte sich an. eine Nachbarin aufzu. suchen. Ehe sie noch die Tür erreicht hatte, packte die Schwiegertochter sie am halse und würgte sie, bis sie zu Boden fiel. Dann stürzt« die jung« Frau auf die alte und ließ ihr Opfer nicht los. Als ihre Wut verraucht war, zog si« sich an, benachrichtigte ihren Mann und ging zu ihrek Freundin. Sie be- hauptet, daß die alle Dame sich noch geregt Hab«, als sie zur Tür hin. ausging. Frau Martens wird sich nun wegen Totschlages zu ver- antworten haben. Als Grund für die Tat gibt Frau Martens an, daß si« von ihrer Schwiegermutter zu Unrecht gekränkt worden sei. Mich den vorangegangenen Reibereien habe die Geburtstagsfeier den letzten Anstoß gegeben. Sie habe der Schwiegermutter Blumen überreicht, die so gut wie keine Beachtung gefunden hätten. Als die Bekannten «ingetroffen waren, wies die Schwiegermutter chr einen nach ihrer Meinung untergeordneten Platz an. Dies« scheinbare Zurücksetzung war ihr so nahe gegangen, daß sie am Abend noch versucht«, sich mit dem Rasiermesser ihres Mannes die Pulsader zu öffnen. Cr kam aber dazu und hinderte sie an ihrem Vorhaben. Im Gegen- satz zu diesen Behauptungen stehen die Erklärungen der anderen Partei. Von dieser wird bekundet, daß die alle Dome, die ihnen seit vielen Iahren bekannt gewesen sei. keiner Fliege etwas habe zuleide tun können. Im Widerspruch � zu den Bekundungen der jungen Frau steht auch der Inhalt des Zettels, den sie auf den Tisch zurückließ. �In ihm heißt es, sie wolle in den Tod gehen, die alt« Dame aber mitnehmen. Schuberth und Popp unschuldig Wer aber ermordete Frau Meußdörffer? Nürnberg. K. Februar. Die Gerichtspresse st elle Bayreuth veröffentlicht Über den Fall Meußdörffer folgende weitere Erklärung: Die in den letzten Tagen vorgenommenen Nachforschungen bezweckten hauptsächlich festzustellen, ob die A n g a b c n S ch u- b e r t h s und P o p p s, die sich bekannttich selbst des Einsteigens in die Villa Meußdörffer beschuldigt hatten, wahr seien. Die Nach- scrschungen ergaben, daß die Angaben nicht wahr sein können Es wurde festgestellt, daß Schuberth und Popp zu der in Frag« kommenden Zeit sich nicht in der Villa Meußdörffer. sondern in ganz anderen Orten befunden haben. Schuberch hat fein« bisherigen Angaben bereits dem Untersuchungsrichter gegen. über widerrufen. Er bezeichnete als Beweggrund seiner Selbst- beschuldigung die Erlangung der in Aussicht gestellten Belohnung. mit der er für seine Familie sorgen wollte. Auch der Arbeiter Popp, der sich selbst bezichtigt hatte, an der Ermordung der Frau Kommsrzienrat Meusdörffer betelligt gewesen zu sein, widerrief, als ihm die Erhebungen über fein Alibi vorgehalten wurden, sein Geständnis. Don dem Widerruf Schuberth» hatt« er kein« Kenntnis. Die Oessentlichkeit steht also erneut vor dem großen Rätsel: Wer ist der Mörder der Frau Meußdörsser? Großfeuer in der Dresdener Straße. Drei Oachstühle niedergebrannt. Im Hause Dresdener Straße 97 wurden heule früh die Dochstühle de» Z. und 4. Seilen- slügel» sowie des Ouergebäudes durch ein Groh- feuer zerstört. Acht Löschzüge der Berliner Feuerwehr waren unter Leitung des Oberbranddlreklors Gempp mit der Be- kämpfnng des Brande» stundenlang beschasttgt. Im S. Stockwerk des 3. Quergebäudes befinden sich die Lager- räume der chemischen Fabrik von Moderow. In Kisten waren dort größere Mengen Korten und gesüllt« T u s ch k ä st e n auf- gestapelt. Kurz nach 6 Uhr schlugen aus den Fenstern plötzlich meterlange Flammen hervor. Das Feuer griff mit rasender Schnelligkeit um sich und sprang aus den Dachstuhl über. Als die Feuerwehr nacheinander mit acht Zügen anrückte, brannten die beiden Seitenslügeldachstühle und der Luergebäudedachstuhl in ihrer ganzen Ausdehnung bereits lichterloh. Die Kork- und Farben- Vorräte entwickelten einen so starken beizenden Qualm, daß die nach Ali Höhler und die 40 Räuber. Frei nach„MMi Nacht". .Gesam, tu dich auf!" oben vordringenden Löschtrupps sämtlich mit Sauerstoffapparaten ausgerüstet werden mußten. Nach zweistündigem starkem Wasser- geben aus neun Schlauchleitungen großen Kolibers gelang es, das Feuer einzudämmen. Der Feüer- und Wasserschaden ist außer- ordenllich hoch. Die Entstehungsursache ist noch ungeklärt. Das Großseuer hatte in der ganzen Umgebung stärkste Be- unruhigung hervorgerussn. Der hestige Wind trieb nämlich die Flammengarben auf da» benachbart« Gebäude der chemischen Fabrik von Bach u. Wedel in der Alexan- Die Siresemann-Gtraße. Nicht Tiergarten-, sondern Königgrätzer Straße umbenannt. Nachdem das Staatsministerlum bereits am 8. Dezember seine Zustimmung erteilt hat, hat nnnmehr der Polizeipräsident die ftöaiggrätzer Straße in Stresemaun st raste umbenannt. Die Stadtverordnetvupersammlung hatte bekanntlich am Donnerstag beschlossen, die Umbenennung der Tier» gartenstraste zu empfehlen. drinenstroße. Aus diesem Grunde wurde zur Sicherung des gefährdeten Gebäudes ein Löschzug nach der Alexandrinenstroßc beordert. Das Dach des Hauses wurde besetzt und mehrere Schläuche in Bereitschaft gehalten. Bon der Polizei ist inzwischen eine Untersuchung über die Entstehungsursache eingeleitet worden. Es besteht bisher die Lerniutung, daß der Brand durch Funken aus einem schadhaften Schorn st ein verursacht worden ist. Die Plötz- liche Heftigkeit des Feuers läßt serner darauf schließen, daß der Brand längere Zeit— wahrscheinlich schon seit Donnerstagabend— unbemerkt geschwelt hat. Feuer im WTB. Gegen 4 Uhr früh wurde die Feuerwehr nach der Z i m in e r- st r a ß e 2Ü/28 gerufen. Dort war in der S t a r t st r o m a n l a g« des Wolffschen Telegraphenbüros im ersten Stockwerk des Vorderhauses aus noch unbekannter Ursache Feuer ausgebrochen. Zwei Schlauchleitungen wurden in Tätigkeit gesetzt und nach kurzer Löschtättgkeit war die Gefahr beseitigt. Amerikas Abrüstungsvorschlag. Völlige Parität vorgeschlagen.— Gegen die U-Boote. London, 7. Februar. ver Führer der amerikanischen Delegation, Staatssekretär Stim- soa. gab eine Erklärung aus, in der es u. a. heißt: Wir haben den Engländern ein« sofortige Parität zwischen der englisch,.'« und der amerikanischen Flotte in allen Kategorien vorgeschlagen. die durch eine Verminderung der Zahl der Großkam psschisi»' bereit» im Zahre l9Zl statt 1942 erreicht werden kann, hinsichtlich der Kreuzer schlagen wir vor. daß England 15 Kreuzer von 10 000 Tonnen mit achtzölligen Geschützen haben soll und die Vereinigten Staaten IS Kreuzer der gleichen Kategorie. Dafür billigen wir England in der Kategorie der kleineren Kreuzer ein Ucber- gewicht von 42 000 Tonnen zu. Wir schlagen serner völlige Parität zwischen England und den vereinigten Staaten hinsichtlich der Flugzeugmutterschiff e. der Zerstörer uud der Unterseeboote vor, und zwar aus einer möglichst niedrigen Tounen- basis. Wir würden ohne weitere» einer Abschassung der Unterseeboote zustimmen, fall» in diesem Punkt eine Vereinbarung unter den fünf Seemächten erreicht werden kann, aber jedenfalls stehen wir aus dem Standpunkt, daß die Unterseeboote gegenüber den handelsschifsen denselben Bestimmungen de» Inter- nationalen Rechts unlerworsen werden sollen wie die lleberwasser- schisse. Es verlautet, daß die amerikanischen Vorschläge in e n g l i s ch e n Regierungskreisen günstig ausgenommen worden sind. Die Parteien organisieren sich. Nach Ende der Primo-Oiktatur. Madrid, 7. Februar.(Eigenbericht.) Die neue spanische Regierung hat beschlossen, möglichst schnell eine großzügige Berwaltungsreform durchzuführen. Opfer dieser Aktion sollen bis Kuf die Gouverneure von Madrid und Barcelona sämtliche zur Zeit noch im Amt befindlichen Zivilgouver- n e u r e sein. Inzwischen beginnen sich die politischen Parteien zu organi- sieren. Der katalanisch« Unabhängigkeitsführer Cambo und Graf Mertera wollen eine„Nätionalkonservatioe Partei", der ehemalige Ministerpräsident Gastardo will«ine rein m o n a r ch i st i- s ch e Partei, der ehemalig« Ministerpräsident Sanchez Guerra eine „Nationalliberal« Partei" gründen. Gras Ronmiiones und San Diago Alba wallen eine ,�inks-bürg«rliche liberale Partei" ins Leben rufen. Primo de Rivera endlich will die Patrlotenbünde zu einer Partei umgestalten. Schließlich fei noch erwähnt, daß ein« Anzahl Schriftsteller un!» Intellektueller sich be» müht,«in« angeblich«„Arbeiterpartei' auf die Beine zu stelle». Sie sind jedoch auf.energischen Widerstand der spanischen Sozialdemo traten gestoßen. Die Geschäfte der KPD. Man vernickelt sich in Widersprüche. Ms die ersten Nachrichten über den kommunistischen Ausverkauf erschienen waren, richteten wir an das Zentralkomitee der KPD. die Aufforderung, es solle doch seinen Anhängern sagen, was an der Geschichte Wahres sei. Das ZK. zog es jedoch zunächst vor zu schweigen, nur seine Presse bekam den Auftrag, alles ab- zu leugnen. Heute morgen veröffentlicht jedoch die„Rote Fahne�«ine Er- klärung des Sekretariats des ZK., die zu den vorangegangenen Ableugnungsvsrsuchen in schärfstem Widerspruch steht. Jetzt wird nämlich erklärt, daß die SPD. es heute selbstverständlich nicht mehr nötig hat. etwa festliegende Vermögenswerte der Partei, sei es in Drucke- r e I e u oder Parteihäusern slüssig zu machen, da derartige werte abgestoßen worden sind, noch lange bevor Seoering und Grzesincki ihre gegenwärtige verbolhehe gegen die kommunistische Partei einleiteten. Während gestern noch jede Verkaussabsicht bestritten wurd«, wird heute behauptet, daß bereits— in Ausführung eines geheimen Parteitagsbsschlusses vom vorigen Jahr— alles abgestoßen sei. Und zwar soll das schon vor längerer Zell geschehe» sein. Da nun über den Verkauf bis in die allerjüngste Zeit hinein verhandelt worden ist, ist das auch wieder gelogen. Bis heute hat die KPD. für ihre heruntergewirtschafteten und teilweise vor dem Kon- kurz stehenden Druckereibetriebe weder einen Käufer gefunden, noch hat sich trotz oller Bemühungen bisher«in Konsortium auftreiben lassen, dos der Komnmnistischen Partei mit einem größeren Kredit zu Hilf« gekommen wäre. Die im Zusammenhang mit den Der» kaufsabsichten der KPD.-Zcntrale von Hugenberg und anderen kapitalistischen Konzernen vorgenommenen Kontrollen der kommu- nistischen Druckereien haben zu Ergebnissen geführt, die es vorerst keinem Kaufmann oder Bankier, selbst bei den höchsten Zinsen. haben ratsam erscheinen lassen, in dos herabgewirtschaftet« kommu- nistische Geschäft höhere Mittel hineinzustecken. Die„Rote Fahne" veröffentlicht ferner eine Erklärung der frei- gewerkschaftlichen Vertrauensleute der Friedrichstadt-Druckerei, die folgendermaßen beginnt: Der Ab«nd-„Dorwärts" vom 6. Februar melbet auf der ersten Seite in großer Aufmachung einen Streik, in der„Roten Fahne" am letzten Sonnabend, der erst dann beendigt worden sei, als die Geschäftsleitung 50 Alark pro Mann ausgezahlt habe. Diese Nachricht ist von A bis Z erlogen: l. wurde der qmannte Velraq bereits am Freitag ausgezahlt, so daß er logifcherweise am Sonnabend nicht erst„erstreikt" zu werden braucht«. Richtig ist, daß stch der von uns geschilderte Vorgang nicht am Sonnabend, sondern schon am Freitag vergangener Woche ab- gespielt hat. Der von uns genannte Betrag von 50 M. pro Mann ist schon an diesem Tage gezahlt. Di« Verfasser der Erklärung müssen also zugeben, daß am Freitag in der Kasse der Druckerei nicht da» nötige Gelb vorhanden war, um die Löhne voll auszuzahlen. Eine El Nämng von Wilk. Der Architekt Alfred Wilk, der als Unterhändler der KPD. tätig ist, hat sich zu einem Mitarbeiter der„Reuen Berliner Zei- tung" folgendermaßen geäußert: Di« in verschiedenen Großstädten Deutschlands befindlichen Gebäude und Druckereien sollen unter«inen Hut gebracht werden, damit aus den wenig wirtschaftlichen Par- teibetrieben«tn zentral verwaltetes Unternehmen, das noch rein kaufmännischen Grundsätzen geführt wird, ent- stehe. Cr selber sei Geschäfte mann, der der Partei auch im Jahr« 1926 eirrf Hypothek besorgt habe und nur rein geschäftliche Be< zleh-.ingen zu den Kommunisten unterhalte. Unter anderem Hab« er eine neue moderne Druckerei im Karl-Liebknecht-Huus einge- richtet und wurde jo eines Tages gefragt, ob er bei den Zen- tralisationsbestrebungen behilflich sein wolle. Die Besprechungen, die er mit verschiedenen Finanz- und Bankkonsortien geführt hat und noch führt, waren zunächst unverbindlich. Also, während das ZK. erklärt:„Es ist schon alles erledigtl", verhandelt Wilk w e i,t e r... Schacht droffelt Berlin. Don jeder Anleihe muß Ber in anderen Städten abgaben. Der Sklarek-Untersuchungsausschuß des Preußi- fchen Landtags führte am Freitag die Erörterung des Finanz- gebarens der Stadt Berlin fort. Am Zeugen isch haben der stell- vertretende Kämmerer, Syndikus Lange, und zwsi seiner Sach- bearbeiter Platz genommen. Stadtsyndikus Lange äußert sich über die Finanzlage Berlin». Er erklärt, daß von 192i bis 1928 das Berliner Ordinarium ein« ständige Aufwärtsbewegung gezeigt habe. 1926 habe zwischen dem Soll und dem Ist des Ordinoriums wegen des schlechten Steuer» auftommens eine Differenz von über siner Million bestanden. Leider haben wir in der Inflationszeit das teure Erbe der Schnellbahn von der AEG. übernehmen müssen, weil, als wir uns bis zum Reichsgericht hiergegen wehren woll eti, die AEG. ein» fach mit Liquidation droht«, was für ste zweifellos bei der zu er- wartenden Belastung das Geschicktere war. Für Berlin haben die Verkehrsbetriebe bzw. die Vertehrsbauten und die sonstigen Betriebe dauernd mit Beträgen von über 199 Millionen die außerordentlich« Verwaltung belostet. Auch mußte Berlin noch, womit es nicht gerechnet hatte, 10.6 Millionen Mark mehr polizeikosten all' den Staat abführen. Was die Anleiheschuld Berlin» anlangt, so betrug sie schon 1913 1,23 Milliarden. Nach der Inflation wurde eine Gold- schuld von 1,56 Milliarden festgestellt. Hiervon entfielen aus die Kämmereiverwaltung aber nur 853 Millionen. In der neuen Stadt- gemeinde Groß-Berlin wurden 45 Proz. der Anleihemittel bis zur Inflation für die Werke ausgegeben. Di« neue Verschuldung der Stadt habe am 31. Dezember 1929 einschließlich der Werke 899 Mil- lionen betragen. Bei den Bemühungen um Auslandeanleihe« haben uns die Aussicht sbehördcn, besondere das Oberpräsicium. imnier unterstützt. Leider hat sich die Verotungestelle aber über alle Begründungen hinweg gesetzt. Das Reich hat sogar oersucht, sein« eigenen finan- zicllen Interessen mit unseren Wünschen nach Ausländsanleihen zu verquicken. Auch ander« Stellen haben es getan. Um Z. B. eine Auelaud-anlsih« von 60 Million« zu bekommen. mußte Berlin sich oerpslichten. durch Darlehen die Anleihe. wünsch« anderer Städte zu vertagen. Berlin mußte an Köln 1.7 Millionen Dollar,«m München 2.5 Millionen Dollar und an Bverlau iL Millionen Dollar Darlehen geben. Wir'mußten also 25 Millionen an dies« SlLdt« au». leihen, wenn wir 69 Millionen haben wollten. Von diesen au»- geliehenen 25 Millionen haben wir heute noch 7,9 Millionen von Breslau zu bekommen. Das Geld ist nicht eher zu erhalten, als bis Breslau selber eine Auslandsanleihe bekommt, worauf wir lang« warten können. Die Schüsse in Mexiko City. Kein Friede mit der Kirche.— Die Gefahr des neuen Bürgerkrieges. Mexiko kann in diesem Jahre ein eigenartiges Jubiläum feiern: vor rund zwanzig Jahren begann die Mexikanische Revolution", der Kamps um die Macht. Daß das Jubiläum nicht auch das Jahr des Fried«» ist, wie viele hofften, be- weis« die Revolverschüsse, die am Donnerxtag dieser Woche auf deu neuen Präsidenten des Landes. Orliz Rubis, abge- feuert wurden, als er nach der AmIseinsäHning den Rational- palast verlieh. Miguel Flores, der Attentäter, gehört zu den„Vasconcelisten", den Anhängern des bei der Präsidentenwahl am 17. November vorigen Jahres in 99 Proz. aller Wahlbezirke unterlegen« Kandi- baten Vacconcelos. Angeblich bestand der Plan, den Präsidenten und das ganze Kabinett zu ermorden, um auf diese Weise die Präsi- dentenwahl zu korrigieren. Der Revolver ist bekanntlich der Radier- gummi, mit dem man in den südamerikanischen Staaten, vor allem in Mexiko, das Schicksal zu torrigeren strebt. So gab es z. B. am Wahltag selbst schon allein 19 Tote und 59 Verwundete. Aber Ortiz Rubio, der Kandidat der„Rationalreoolutionären Partei", siegte mit gewaltiger Mehrheit. Er gehört zur alten Garde, die sich 1919 gegen die tyrannische Regierung des Porsidio Diaz erhob. Ortiz Rubio kämpfte an der Seit« Maderos und gehörte 1911 bis 1915 in der mexikanischen Kammer dem„Block der Erneuerer" an. Ms ISIS De la Huerta durch einen Gewalfftveich ans Ruder kam, ließ er alle diesem Block angehörenden Parlamentarier einkerkern. Auch der jetzige Präsident verbrachte mehr als ein Jahr im Gefängnis. das er nur verließ, um sich aufs neu« In den Kampf gegen die konfervatio-llerikalen Machthaber zu stürzen. An der Seite Carran- za» gelang es ihm, den revolutionären Kräften wieder die Oberhand zu oerschasfen. Im ersten Kabinett des Präsidenten Obregon be- kleidete er den Posten des Derkehrsminlsters. 1922 übernahm Ortiz Rubio die Vertretung Mexikos in Deutschland und wurde später Botschafter in Brasilien. 1928 nach der Ermordung Obregons kehrte er nach Mexiko zurück, um sich der Organisation der Rationalreoolu- tionären Partei zu widmen. Die durch die jahrelang andauernden Bürgerkriege hervorgerufene Verarmung der Bevölkerung läßt den Wuiffch nach einer stabilen Regierung begreiflich erscheinen, die ohne grundstürzend« Neuerungen erst einmal die Früchte der Umwäl- zungen seit Diaz unter Dach und Fach bringt und dem Lande Zeit zur Erholung gibt. Das Programm des Ortiz Rubio oerspricht die Weiterführung der von Portes EU eingeleiteten Bersähnungs- Politik, die die verhetzten klerikalen Massen wieder zur Mit- arbeit am Aufbau des Landes gewonnen hat. Das wäre nicht der Fall gewesen, wäre Vasconcelos zum Präsidenten gewählt worden. Sein Programm hat zwar einige Punkte, die viel fortschrittlicher anmuten als die Forderungen des Rubio, aber nie ist im Lande der Verdacht verstummt, daß er im Geheimen ein Schildträger disr konservativ-klerikalen Reaktion sei, die so auf Umwegen wieder an die Macht gelangen will. Do» mexikanische Boll hat stch aber von den revolutionären Phrasen nicht betören lasten, sondern seine Stimme dem Kandidaten gegeben, besten Name. Vergangenheit und Parteizugehörigkeit ihm die Gewähr geben, daß der vom letzten Präsidenten eingeschlagen« Weg des ruhigen Ausbaues und der Versöhnung auch weiter oerfolgt wird. Di« Kirche hat zwar im Juni vorigen Jahres einen..Burg- frieden" mit der Regierung abgeschlossen, aber damit ist noch nicht gesagt, daß sie sich mit dem neugeschaffenen.sUtus quo" für immer zufrieden gibt. Denn die Kirche hat viel verwren, als die Regierung die Verfassung vom Jahre 1917 wirksam rverden ließ, in der einige Bestimmungen gegen die bis zum Beginn der Revo- lution fast allmächtigen 5kirch« gerichtet find, deren ungeheurer Landbesitz zur Aufteilung kam. Diese Bestimmung stand freilich schon in der Versastung vom Jahr« 1857, aber welche Regierung hätte damals gewagt oder gewollt, sie zur Durchführung zu bringen? Den stärksten Auftrieb erhielt die notionalrevolutionär« Bewegung durch den wohlbegreiflichen Landhunger der mexikanischen land- wirtschaftlichen Arbeiter und Kleinpächter, die seit mehr als einem Jahrhundert zu dm ansgebeuketst« Mensch« des südamerikanisch« Kontinents gehören. Der Wunsch nach einer eigenen Scholle, der nur auf Kosten der ungeheuren Latifundien und des riesenhaften Kirchen- besitzes zu erfüllen fft, ließ die Masse der Bevölkerung auch immer wieder zum Objekt und Spielball machtlüsterner„Caudillos" weiden. Di« Untersuchung des Attentats wird zweifellos Klarheit �dac- über bringen, ob die Kirche tatsächlich wieder die Hand im Spiel hat und Baseoncelos ihr Werkzeug ist. Im Staat« Vera Cruz zum Beispiel haben die Frauen, die in Mexiko zum überwiegen- den Teil ganz kirchenfromm sind, mit einer geradezu erbitterten Leidenschaft für den Sieg des Präsidenffchaftslondidaten Das- concelos gekämpft, was mancherlei Schlüsse zuläßt. Dl« Haupt- ausgab« des neuen Präsidenten wird nach des Ort-z Rubio eigenen Worten die Durchführung der Landesgesetze und die Verbreiterung der Volksbildung fein. Mit der Aufteilung der Latifundien allein ist es nicht getan, es bedarf systemalifcher, langsamer Arbeit und um den Einfluß des Klerus zu brechen, muß die heranwachsende Generation erzogen werden. Vermögen Ortiz Rubio und seine Nach- folger diese Aufgab« zu lösen, so wird die Herrschaft der Kirche in Mexiko für immer zu Ende fein. Aber auch die Herrschaft jener machtlüsterner„Caudillos" und Element«, die es immer wieder darauf anlegen, aus der Haut der werktätigen mexikanischen Be- oölkerung Riemen zu schneiden Es sind nicht nur mexikanische Element«, die solchen Zielen nachstreben. Unter diesem Gesichts- punkt sind di« Schüsse in Mexiko City zu betrachten, die das Signal zu neuen erbillerten Kämpfen und das Ende des Burg- friedens mit der Kirche bedeuten können. Komplott oder Einzelaktion? Oer Präsioenten-Attentäter leugnet Helfershelfer. Mexiko City, 7. Februar.(Eigenbericht.) Im Zusammenhang mit dem Attentat auf den neuen Staats- Präsidenten hat die Polizei bisher 28 Personen verhastet. Man glaubt einem Komplott aus der Spur zu sein, dessen Aufgabe dahin zielte, anläßlich der Einführung des neuen Staatspräsidenten die ganze Regierung zu ermorden. Demgegenüber bleibt der eigentliche Attentäter dabei, daß er für die Tat allein ver- antwortlich fei und keine Helfershelfer habe. BierflaschengegendasMexiko-Konsulai. Hamburg, 7. Februar Bor dem mexikanischen Konsulat erschien gestern abend ein Trupp junger Leute, die versuchten, mit Gewalt in da» Gebäude einzudringen. Als dies mißlang, schleuderten sie Steine und zwei Flaschen durch die Fensterscheiben. In den Flaschen befanden stch beschriebene Zettel, deren Inhalt ergab, daß es sich um eine kommunistische Kundgebung handelte. Als die Polizei herbeieilt«, waren die Demonstranten verschwunden. * Im Auftrag« des Reichsaußenministers Dr. Curtius hat der Chef des Protokolls den mexikanischen Gesandten aufgesucht, um ihm die Glückwünsche des Reichsministers anläßlich des Mißlinge«» des Anschlags auf den Präsidenten von Mexiko auszusprechen. Ende im Zorns-prozeß. Beweisaufnahme geschlossen.— Plädoyers am Montag. Letzter Tag der Beweisaufnahme im Iorns-Prozeß. Dr. Paul Levi ist auch heute nicht erschienen; er liegt an einer sck>weren Grippe danieder. Der Prozeß dürfte ohne sein Plädoyer zu Ende gehen. Bielleicht täte der Angeklagte Bornstein gut, einfach die Rede seines Verteidigers in der ersten Instanz zu verlesen. Denn mit Ausnahme einiger Kleinigkeiten hat sich in dieser Verhandlung nichts Neues zugunsten des Nebenklägers ergeben. Das Ausbleiben des Derteidigerplädoyers könnt« aber unter Umständen, besonders in diesem Falle, einer Beschränkung der Verteidigung gleich kommen. In diesem Prozeß aber, an dess« Ausgang auch di« Osffentlichteit dos größte Jnteresie hat, wäre die Beschränkung der Berteidigung mit einer Benachteiligung der Oesfentlichkeit gleichbedeutend. . Vor dem Zeugentisch steht der letzte Zeuge, jetziger Oberregie- rungsrat im Patentamt, seinerzeit Vorsitzender in der Kriegs- gerichteverhandlung gegen die Luxemburg, und Liebtnecht-Mörder, Ehrhardt. Der Herr Oberregierungsrat ist ein runder, offener, gescheiter und geistreicher Mann. Er ist vom Nebenkläger geladen, seine Aussagen aber nichts weniger als günstig für ihn. Es ist ja überhaupt so in diesem Prozeß: jede Aussage wendet sich schließlich gegen den. der stch in dieser Berhandlung zu verteidigen hat, nicht gegen den Angeklagten, sondern gegen den Nebenkläger. Oberregierungsrat Ehrhordt erklärt: Für die Verlzandlung war der größte Schwurgerichtssaal im Kriminalgeridst gewählt worden, da die nördliche Arrestanstalt nicht über«inen Raum ver- fügt«, der groß genug gewesen wäre. Der Gang der Ve'.handl'mgen wurde stenographisch festgelegt. Jörns selbst hat für die Hinzu- ziehung eines Parlamentsstenographen gesorgt. Während des Pro- zesies ist die Frage der Parteilichkeit und Unparteilichkeit des Reben- klägers während der Untersuchung Gegenstand von Erörterungen gewesen. Es wurde von den Beisitzern wohl beh-anplet, daß Jörns verschiedene Fragen, di« sachdienlich gewesen wären, Unterlasten habe. Ob Jörns von irgendeiner Seite Anweisungen gegeben worden sind, wse er sich im Prozeß zu oerwalten hat, kann ich nicht sagen. Ich hätte jedenfalls mir absolut kein« Dorschristen machen lassen. Bornstein: Sie sagen also. Herr Zeuge, daß angkstHts de» öffentlichen Interesses ein anderes Verhalten seitens Herr Jörn» gar nicht möglich gewesen wäre? Zeuge: Ja. wenn der ZlnkliWr in diesem Prozeß nicht ge- willl geweien wäre, der allgemeinen Stimmung Rechnung zu tragen, so wäre seine Lag« vollständig unmöglich gewesen. Iust'zrat Löwensteln: Können Sie sagen, ob Jörns' Der» halten durch die Kontrolle der Oesfentlichkeit best'mml war oder ob es einem inner« Bedürfnis entsprochen hat? Zeug«: Darüber kann ich nicht» sagen. Das würde voraussetzen, daß er mit mir , darüber gesprochen hätte. Ich hatte aber nicht den Eindruck, daß � er sich lediglich wegen der Presiestimmen so oder anders verhalten i hätte. L ö w e n ft e i n: Können Sie auf Grund der Prüfung der Akten sag«, daß er die Untersuchung gewissenhaft geführt hat? Zeuge: Die Akt« Ueßen nicht erkennen, daß er irgendwelche Rücksichten hatte walten lassen. L ö w« n st e i n: Ist genügend geprüft worden, ob Vogel der Militärgerichtsbarkeit unterstanden hat? Zeugs: Es muß der Fall gewesen sein. L ö w e n st« i n: Ist das richtig, daß die Sach» verständigen im Prozeß erklärt haben, daß di« Panne am Auto, in dem Liebknecht transportiert wurde, unter keinen Umständen künstlich herbeigeführt werden konnte? Zeuge: Ja Born» stein: Woran lag es, daß das Auto nicht sichergestellt worden Ist? Zeuge: Wohl daran, daß nicht das erforderlich« Gerichtspersonal vorhanden war. Bornstein: hätten Sie da» Auto als Unlerfl'chungzrichter sichergestellt? Zeuge: Zai Zur Erörterung kommt die Frage der Auffindung der Leiche von Rosa Luxemburg. Der Zeuge erzählt: Nachdem die Gerichtsoerhandlung zu Ende war. kam Hauptmann Pabst zu mir und erklärt«, daß die Leiche von Rosa Luxemburg gefunden und nach Zossen gebrachl sei. Ich war empört, daß die Leiche in das entfernteste Dtvisionslazorett gebracht sei. Es lag di« Befürchtung ror. die Presse würbe sagen, der ganze Prozeß sei ulchl mehr ol? Z'-cai t- spiel gewesen, der Borsitz«de habe schon Irüher gewußt, wo sich die Leiche befindet. P a b st gab sein Ehrenwort, daß«r nickts von der Abtranrport'erung der Leiche gewußt habe-" sei auf BcfrM des Reich wehrminifterium» gesch«'-!«. Ich fuhr sofv't mck Pabtt hin. H'er sagte man mir. daß man Gründe dazu gehabt habe. Ani eine Frage Lornstein, erklärt der Zeug«, er babe natürlich keineAhnuno gehabt daß Bogel wäßrend der Berbandlunas- paust nag» Schluß der Bewelsaiiina�me sieb in das hollän- diseße Konsulat begeben habe, um stch hier ein Visum zu besorgen. Es fo'gen nach, einiae Derlesimaen die Beweisaufnahme fft geschlossen, am Montag beginne» die Plädoyers. ' Nachwahl'-m Ilntrch-n». Im ShchiicOer Stnb'tül«- he- fide fand e'ne Nachwahl zum Unierh'us statt di« durch de Ber- ieihuirg der Peerewürde an das Mitcl'.ed der Arblir parte: Pan» fonby notwendig geworden war. Es wurde da« M tg'ied d:r Ar- beiierpariei MaRInll gewählt, und zwar mit einer Meh h'i> oan ?93z Stimm«. B i den allgemeinen Wahlen hatte die Mehrbett Ponfonbys über 19 999 Stimmen betragen. Antisemitische Ente. Goldschmiöt und der„Vorwärts".- llrteil gegen eine Verleumdung. Karlsruhe. 6. Februar.(Eigenbericht.) Vor der hiesigen Strafkammer kam ein Beleidigungs- Prozeß zum vorläufigen Abschluß, den die Redakteure unseres Karlsruher Parteiorgans„Volksfreund' in Gemeinschaft mit den Geschäftsführern Hartmeyer vom„Volksfreund' und Glocke vom„Vorwärts' gegen die in Karlsruhe erscheinende„B a d i s ch e Zeitung', ein deutschnationales Stahlhelmpapier antisemitischer Färbung, angestrengt hatten. Die Sache liegt schon über zwei Jahre zurück und hat die Karlsruher und Berliner Gerichte in einer ganzen Reihe von Terminen beschäftigt. Es handelt sich kurz um folgendes: Die„Vadische Zeitung' mit dem stolzen Untertitel„Tageszeitung für nationale und christlich« Politik' hatte anfangs 1928 die Behauptung eines hiesigen Hitler- Blättchens sich zu eigen gemacht, daß „der„volksfreund' von Zakob Goldschmidl auegehallen würde und daß der Berliner„vorwärts' Hunderllausende aus dieser Quelle beziehe'. Da derlei Behauptungen in der nationalistischen Presse immer wieder onzutresfen sind und sozusagen schon zum e'sernen Bestand des antisemitischen Lügenarsenals gehören, mußt« dieser Behauptung einmal nachgegangen werden. Die Redakteure des„Dolksfreund' und die Geschäftsführer der beiden angegriffenen Blätter strengten seinerzeit Klage gegen die„Badische Zeitung' an mit dem Erfolge, daß der damalige verantwortliche Redakteur des Blattes Dr. S a t t« r m a n N in der Berufungsinstanz wegen B e l e i- digung der Redakteure des„Dolksfreund' zu 3<1 0 M a r k G e l d st r a f e(evtl. Haft) und zu drei Viertel der Kosten verurteilt wurde. Von der Anklage wegen Beleidigung der G e s ch S s t s- f ü h r e r wurde er merkwürdigerweise freigesprochen. Die Geschäfts- führer legten hiergegen mit Erfolg Revision ein und die Sache sollte am 3. Juli o. J. nochmals vor der Strafkammer verhandell werden. Dort setzte der Beklagte einen Gerichtsbeschluß durch, wonach der Generaldirektor der Darmstädter- und Nationalbank Jakob Gold- s ch m i d t In Berlin kommissarisch vernommen wurde. Das Ergebnis der Vernehmungen war, wie vorauszusehen war für die Verleumder niederschmetternd. Nachdem schon durch andere Zeugen festgestellt werden konnte, daß der vorwä' ls-Verlag zu Goldschmidl überhaupt keine geschäsllichen Beziehungen pflegte, hatte der Geschäftsführer Hugo Jäger der Buchdruckerei Paul Singer u. Co., die den„Vorwärts' im Lohndruck herstellt, bekundet, daß die Druckerei im Jahre 1926 bei der Bank einen Kredit von 829 000 M. aufgenommen habe, die zum Abstoßen früherer.Bslastungen und zum Ankauf neuer Grundstück« dienen sollten. Die Ver- Handlungen waren nicht mit dem Generaldirektor Jakob Goldschmidt, sondern mit Direktor Lederhausen geführt. Direktor Leder- Hausen bestätigte, daß Jakob Goldschm'dt von dieser Geschäfts- abwicklung weder Kenntnis hatte noch Onen Einfluß därauf ge- nommen Hab«. Die Bedingungen für den Kredit entsprachen den Sätzen der Stempeloereinigung bzw. der damaligen Lage des Geld- Marktes. Zu ollem Ueberfluß wurde auch noch der Generaldirektor der Danat-Bank Jakob Goldschmidt vernommen. Dieser sagte a"?, daß er von der Hingabe des Darlehens von 800 000 M. an„ie Druckerei Singer u. Co. e r st a u s d e r P r e s s e erfahren habe. Der Kredit wurde ordnungsgemäß ohne seine Mitwirk un g auf Antrag der Depositenkosie. deren Vorsteher Herr Lederhausen war, von dem Direktor der Devositenkasien Herrn Sachs noch Zu- ffmmung der betreffenden Ressortleitung bewilligt und zwar zum «'eichen Zinssatz, wie bei allen anderen Kunden. Irgend welche Sonderbebandlnng hat nickt stastgestuden. Die Karlsruher Strafkammer fällte jetzt folgendes Urteil: Der beklagte Redakteur Dr. K a t t e r m a n n w'rd unter Aushebung des freisprechenden Urteils der ersten Instanz wegen Beleijrgung der Redakteure und der Geschäftsführer Hartmeyer vom„Volks- freund' und Glocke vom„Vorwärts' in Tatemhsit zu einer G e l d st r a f« v o n 3 0 0 M. evtl. 30 Tagen Hast und Tragung der fäm�chen Kasten verurteilt. In der Begründung wurde der Ausdruck„aushalten' als besonders schwere Beleidigung der Redakteure unb_ der G'schästsfübrer be'der Zeitungen,„Dolksfreund' und„Vorwärts', ««brandmarkt. Eine Zeitung würde ihre politische Ehre preisgeben, wenn sie sich den Vornniri. daß sie sich gleich einer feilen Dirne..aushalten' lasse, aefallen ließ«. Der Nachweis, daß dies im vorliegenden Falle zutreffe, sei in keiner Weise erbracht. Berliner Orchesterabende. Konzertrundschau von Klaus pringsheim. Kein Sinfoniekonzert ohne Erstausführung. Aber es ist nicht beträchtlich, was wir da in letzter Zeit an neuen Sachen zu hören bekommen haben. Bei Kleiber, im dritten Abonnementskonzert der Lindenoper, eine herzlich unbedeutende„Kleine Sinfonie' von Hans Wedig. Als Uraufführung, also Entdeckung; es hat wohl nicht ge> lohnt. Und„Scarlottiana' von Alsredo Casella, ein Divertimento nach Domenico Scarlatti für Klavier und kleines Orchester; Hand- werklich sauber, nicht ohne Geist, doch gewiß ohne Notwendigkeit i gemachte Musik, schon routinemäßig gemocht nach dem Vorblld Strawinskys, dessen„Pulcinella'(nach Pergolese) für all solche Ver- suche, aus aller Musik neu« Musik zu machen, als Modell herhalte» muh. Im vierten Sinfoniekonzert: Ferruccio Busonis„Brautwahl-> Suite'. Neu nur in dieser Fassung und Zusammenfassung, nämlich eine Auswahl und Bearbeitung kleiner Stücke aus der Oper„Die Brautwahl', die leider nicht vermocht hat, sich auf der Opernbühne durchzusetzen; so ist die Rettung einzelner Teile, die der Komponist, übrigens bald nach der Hamburger Uraufführung, zu einer i Orchestersuite zusammengestellt hat, gewiß erfreulich, nicht nur um des hohen artistischen Wertes willen, den diese wie jede Arbeit Busonis bewährt. Im übrigen zeigen die Konzerte, denen es mehr und mehr mcht nur an Wonnenten fehlt, dos schon gewohnte Bild; wie neulich hier etwa Borodins II-Moll-Sinfonie heruntergespiell wurde, lässig-spannungslos nach mangelhaftester Vorbereitung—: nur, weil es einen Zustand charakterisiert, d«r für das Haus nun in der Tat unhaltbar geworden, ist es wichtig genug, noch davon zu reden. Das gewohnte Bild, eher freilich ein Bild der Verwöhnung, auch in den Philharmonischen Konzerten bei Furtwängler; von ihm, dem Dirigenten, ausgehend, letzte Konzentration der Kräfte, höchste In- tensität des Musikerlebens, und im Orchester ein Aeußerstes an Differenziertheit des Klanges und Kultiviertheit des Instrumentalen Musizierens. Doch auch, hier, im fünften und im sechsten Konzert, Novitäten von beträchtlicher Belanglosigkeit. Orchestervariationen von Paul Kletzki. ohne Einfall aus Strauß-Abfällen gespeist, auf- gelesene, zusammengelesene Musik, zu schreiben und aufzuführen gleich überflüssig. Das anderemal Orchestervariationen von Georg Schumann, genauer gesagt, eine Humoreste in Variationenform für großes Orchester, sie heißt„Gestern abend war Vetter Michel da', da? bekannte Volkslied liegt ibr als Programm zugrunde. Auch dieses gewiß kein bedeutendes Werk, immerhin von dem bedeuten- den Können feines Autors, der in der Berliner Musikwell hoch geschätzt wird, zeugend. Aber Hauptstück des Furtwängler-Pro- gramms ist allemal die Sinfonie. Diese Immer wieder gespielten klassischen und romantischen Sinfonien, nun die Zweite von Brahms, oder gar die Pathetische von Tschaikowsky, in solcher Wiedergabe werden sie immer von neuem zum besonderen und zum zentralen Ereignis des Abends. Und die große Solistennummer, die in der [ Mitte steht, übt auf das Publikum dieser ausverkauften Konzerte ungeschwächte Anziehungskrast. Um den großen französischen Pianisten Alfred Cortot einzuführen, war wohl das-�-Moll-Konzert von Robert Schumann, dieses Stück deutschester Romantik— romantisch und deutsch hier auch im Sinn einer Begrenzthell— nicht ganz glücklich gewählt. Aber Ludwig Wöllner, zu Botho Sigwarts begleitender Musik Homer rezitierend, Verse aus der Jlias,„Hektars Bestattung'— herrlich diese Hingerissenheit, Er- fülllheit, Musikcrsülltheit des 70jährigen Meisters; man vergißt bei- nahe die Unzeitgemäßheit dieses melodramatischen Beginnens, überhört beinahe die Dürftigkeit der musikalischen Unterlage, die der Komponist beigesteuert hat: Einunddreiß'gjährig im Weltkrieg ge- fallen, ein hoffnungsvolles Talent damals; der als Musiker gewiß ernster zu nehmende Sohn jenes Fürsten Eulenburg, dessen Rosen- und Skaldenlieder einst Wilhelm, den Kunstkenner, entzückt haben. Die Werke, die Sir Thomas Beechom mit den Philharmonikern vorführt, sind uns nicht neu, auch nicht die feiner enolischen Lands- leut«; immerhin ist es eine Freud«, in Frederik Delius' Ballade „Es war einmal' an eine Kunst der subtilen Orchcsterbehandlunq erinnert zu werden, die der Gegenwart ein bißchen abhanden ge- kommen ist. Doch vor allem er selbst, der Dirigent, ein Hervorrogen- der Mann in der Musikwell seines Landes, ist eine neue Erscheinung für Berlin, und sein Konzert in der Philharmonie— ee findet unter dem Ehrenschutz des britischen Botschafters statt— bestätigt ihn als Orchesterführer von hohem Rang und Musiker von persön- lichem Stil und Format. Richard Strauß'.�zeldenleben', souverän in der Meisterung von Partitur und Orchester, wird zum Höhepunkt des Abends. Anregend, interessant geht es neuerdings in den Konzerten der Berliner Funtstunde her. Jüngst hörte man da zum ersten Male ein„Concert Champetre' von F. Poulenc, einem jüngeren Franzosen, dessen Namen in Fachkreisen viel genannt, doch dessen Musik in Berlin beinahe unbekannt. Ein Konzert für Cembalo und Orchester, mit der unvergleichlichen Wando Landowska als Solistin; auch hier der schon typische Versuch, Stilelemente moderner und oller Musik zu oersckm«l?en, doch von einem Musiker unternommen, dem es an persönlicher Physiognomie fehlt. Ein schwächeres Stück von Strawinsky, Sinfonie für Blasinstrumente, ging vorausz schwach für Strawinsky, doch immerhin den Durchschnitt der üblichen Orchesternovitäten weit überragend. Und das Berliner Funkorchester. an diesem Abend von Ernest Ansermct, dem mit Recht berühmten Genfer Dirigenten geführt, wächst immer mehr in seine Aufgaben, wachsend zugleich mit diesen: man durfte sich davon überzeugen, als neulich Strawinsky selbst im Sckwechtcnsaal am Pult stand und kür die Rundfunkhörer zwei seiner Hauptwerke, ,. Apollo» Musagöte' und„Der Kuß der Fee' dirigierte, letzteres wenige Tage nach der Berliner Uraufführung unter Klemperer, die wir sozusagen noch frisch im Ohr hatten. Oer Mord an der Klav erlehrerin. Um d e Habseligksiten einer Einsamen., Die Untersuchung der Mordkommission zur Ausklärung de» Kapitalverbrechens in der Steinmehstraße hat die ganze Nacht angedauert. Die erste Vermutung, daß der Täter jener junge Mann Ist, der schon am Monlag Auchilsearbeilen machte und für Donnerstag noch einmal bestellt war, wird durch Zeugenaussagen weiter bestätigt. Es wird angenommen, daß er davon unterrichtet war, daß Fräulein Zimmer an diesem Tag? allein in der Wohnung sein würde. Er scheint auch nicht allein gekommen zu sein, sondern hat noch einen Helfer mitgebracht Dies« beiden jungen Leute sind, wie wir schon erwähnten, morgens gegen 9lb Uhr gesehen worden. Für diese Bekundung haben sich schon mehrere Zeugen gemeldet. Die Personalbeschreibungen stehen aber leider noch nicht einwandfrei lest. Auffallend ist eine Tatsache, die von mehreren Personen beob- acktet wurde. Einer der jungen Leute zog dem anderen, als sie aus dem Hause traten, den Hut hestig ins G:sicht herunter, wie um zu .��elden, daß man ihn genau erkenn«. Ob die beiden zwei oder drei Gcpäckstücke getragen haben, steht nicht fest. Bares Geld ü'ftcn sie kaum erbeutet haben. Bei der K'avierlehrerin war es ae-ade m diesem Monat sehr knapp bestellt Sie hotte schon, um d« Mitte bezahlen zu können, etwas versetzen müssen. In der 5rawtia'ch« w:rden die Täler die Kleidungsstücke der Untermieter geraubt haben. Als fehiend festgestellt sind ein dunkelblauer zweireihiger Anzug, ein psaublauer Ulster. Beide Sacken tragen innen die Firmenbezeichnung„Guttermann. Stein- metzstraße' serner ein brauner zweireih ger Anzug, ein mode- sarbener G-bardineanzug. ein schwarzes Jackett mit Weste und ge- streister Hos« em neuer stld-rgrauer Hut. ein Siegelring mit einem graublauen und unten roten Stein und ein schwarzer Wintermantel mit den Zeichen E C auf der Jnnense te. Außerdem ein Smoking. Wäsche. Unterzeug usw. Ohne Zweifel werden die Mörder ver- suchen, die pestoblenen Kleidungsstücke irgendwie zu Geld zu machen. Einer der Koffer in dem die Beute abtransportiert wurde, besteh, aus japanischem Dastgeflecht.«uk die Ergreifung der Mär'-er ist «ine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt, die für M ttel. lungen au, dem Publikum bestimmt ist. Wer etwa» bekunden kann, z. B. über Angebot« der oben beschriebenen Kleidung'stück«, wird ersucht, sich bei der Mordkommission Joh. Müller-Thomas im Polizeipräsidium zu melden. Theaier der Zukunft. Auf Einladung der Sonderabteilungen der Volks- bühn« sprach der Lühnenarchitett Traugott Müller über da» zukünftig« Theater. Er räumt der Architektur de» Theaters die wesentliche Rolle ein. Nur ein zweckmäßiges, ollen Anforderungen der Zeit und Kunst entsprechend gebautes Theater hat Zukunft. Das Theater ist kein gesellschaftliches Ereignis mehr wie früher. Nichr was vor der Bühne, im Zuschauerraum sich abspielt, bestimmt den Wert eines Theaterabends. Der Raum, der dazu bestimmt ist, uns opttsch das Erlebnis zu vermitteln, die Bühne, ist der wichttgste Teil des Theaters. Also muß dieser Raum, der bisher als Guckkasten- bühne sehr stiefmütterlich behandelt worden ist, auch äußerlich bevor- zugt und betont werden. Der Zuschauerraum dien« nur dem Zweck, der Unterbringung des richtig verteilten Publikums. Prof. Strnat und später Gropius haben sich mit Entwürfen solcher neuen Theater beschäsligt. Gropius verwendet die Eisorm für das Hau, und trifft ein« Anordnung dreier zentral gelegener Bühnen. Traugott Müller zeigt uns einen eigenen Entwurf, der ollen Fragen, auch der Frag« der Rentabilität gereckt werden will. Drei ineinander verschiebbar« Bühnen, ein ovaler Zuschauerraum. Der Dortrag bot sehr viel Neue» und Interessantes. Leider ist die vorgesehene Zeit für eine ausführliche Behandlung des Themas zu knapp. y. S. M. „Kreiheit in Fesseln". pr mus-pakast. Der Zimmergeselle Franz Aigner steht varm Schwurgericht. Aber er kommt gnädig davon, ihm wird Bewährungsfrist zuteil. Es ist ein größter starker Mann, gutmüiig; ober wenn er gereizt wird, kann er jemand erschlagen. Und er erschlägt jemand, trotzdem die Bewährungcsrist ihn lange zur Selbstbändigung veranlaßt hat. Der andere Ist ein wirklicher Verbrecher und zugleich sein Mitknecht auf einer Zille, wo sie beide Arbeit gefunden haben Die Tochter des Schiffer« steht zwischen ihnen. Paul fordert den Franz bei jeder Gelegenheit heraus, weil er weiß, daß er sich nicht wehren i darf. Aber als Paul die von Franz geliebt« Schifferstochter vergewaltigen will, und sie um Hilfe ruft, da fft Franz nicht mehr Herr seiner Sinne. In einer filmisch glänzend gemachten Kamps- szene schlägt er den anderen zu Boden und stehe da, er ist tot. Um den Paul zu verhaften, kommt gerade die Polizei an Bord, und nun wird Franz ihr svlgen müsien; aber das Mädchen weist seine Sch! Itlvsigkeit nach, und so endet der Film hosfmingevoll. Der Untertitel„Bewährungsfrist' zeigt, worauf es ab- gefchen war; eine sehr löbliche Tendenz. Aber ceider hat der Re- gisseur T. H. Wolfs alles sehr brett und wenig spannend und ohne Tempo angelegt, auch die durch die Person Pauls mit der Hauplhandlung verflochtene Nebenhandlung—«in Einbruch bei einer Schauspielerin— hat kein besonderes Jnteresse. Das beste ist noch die Idylle auf der Zille. Fritz Kompers stellt den Zimmergesellen Franz In all seiner urwüchsigen Krait hin und weiß alle Sympathien für sich zu gewinnen. Gaston Modet ist der kontrastierend« Bösewicht Paul, Siegfried Arno als Ganove. Divian G i b s o n als Sckaufpielerln und Pavanelli als Ihr Ge- siebter werden nicht ausgeschöpft. Sehr nett anzuschauen, aber noch ohne besondere Ausdruckcbewältigung ist Daisy d' O r o als Schifferstochter._— t. 3n der«omidle finde am S, vormittag» Nfl, Uhr, dl« erste Tanz- malm»« von Ü a Merl statt. Der gute Zltm in der flamra. Die Kamera dringt vom 7. dt« 9, .Moskau, wi- rt iveinl und lacht' und.Die von der Zirahe leben'. Vom tO. 61» 12..Da« Dort de, Sünde- und die Urauffuhcung eine» Spanten- Film» von Dr. K. S. F. Schmitz. Lunatfcharfti und„bürgerliche" Qierawr Aus Moskau wird geschrieben: Auf einer Konserenz des Ueber- setzervertmndes äußerte sich der frühere Bildungskommissar Lunatscharski, der jetzt u, a. als Hauptschriftleiter der großen Moskauer Verlag«„Land und Fabrik' und„Academia' tätig Ist, zu der interessanten Frage, ob ein« Pflege der Ueberfetzungs« literatur im Sowjetstaate grundsätzlich erwünscht oder unerwünscht sei. Lunatscharski bekämpfte die Auffassung, daß die westeuropäische und amerikanische Literatur, wegen ihrer ausgesprochen bürgerlichen Tendenzen, vom Sowjetbüchermortt fernzuhatten sei; dieses würde die Errichtung einer Chinesischen Mauer zwischen der Kultur der Sowjetunion und der Kultur der übrigen Welt bedeuten.„Wir müssen,' so erklärte Lunatscharski.„alles wachsam verfclgen und genau wissen, was in Europa und Amerika vorgeht; in der Kunst und in der Literatur der Böller spiegelt sich bekanntlich deren soziales Leben besonders deutlich und umfassend wider. Ein kritisches Verhalten gegenüber den Erzeugnissen der Weltliteratur ist natürlich oonnölen, sofern diese von unserem Standpunkt aus als Uebei, wenn auch als sehr bezeichnendes und lehrreiches Hebel, zu gelten haben.' Was die Gefahr einer„Vergiftung' der Sowjetgesellschaft, ins- besondere der Jugend und der anderen„schwankenden Elemente' (der Intellektuellen, der Sowjetangestellten usw.) durch die zeit- genössische Weltliteratur betrifft, die sich— wie Lunatscharski hervorhob— in letzter Zeit merklich rechtspolitischen oder„einfach prinzipienlosen' Anschauungen zuzuneigen beginne, so sei eine klare Scheidung zwischen offen gegenreoolutionären Schriften und solcken Werken notwendig, die nach Form oder Inhalt wertvoll sind, ohne der Sowjetideologie wesensverwandt zu sein. Letztere müßten dem sowjetrussischen Leser durch gut« Uebersetzungen zugänglich gemocht werden. Das schriftstellerische Werk eines bürgerlichen Autors te- deute zuweilen, entgegen seinem Inhalt, in stilistisch-technsscher Hin- sicht einen Fortschritt, ein Muster, das für das Sowjeischristtum fruchtbar sein könnte. Stalin habe einmal gesagt,„unser neuer Stil werde eine Bereinigung von russischem Schwung und amerika- nischer Sachiich-keit sein'.„Es wäre eine sonderbare Att von kommunistischem Slawophilentum.' so schloß Lunatscha,skl. „wenn wir un» von den stilistischen Fortschritten des Westens ab- sondern wollten.' Die Krüh�ahrsauestellung der Akademie. Di« Preußische Akademie der Künste gibt soeben das Programm ihrer diesjährigen Frühjahrsaucstellung(Malerei und Plastik) be- könnt. Es sind wiederum freie Einsendungen zugelassen. Di« Au»- sicllung soll Anlang Mai«röflnet werden und bis etwa Ende Juni dauern. Di« B.'llimm-ngen für die Beteiligung können von der Akademie der Kün''e � Berlin. Par ier Plötz 4, gegen Erstattung der Verwaltungsgebühr von O.SO M. bezogen werden. Der ck'-. fendunzstermin der Werke ist der 10.— 23 Anr". Mufeumsmäßige Oeffnung der p«ußlschen Schlösser. Die Der- axtliung der staatlichen Schlösser und Gärten fft seit einiger Zeit dazu übergegangen, die wichtigsten Echlohbauten Preußens museumcmäßig offen zu halten. So ist jetzt da« alte Schloß an der Spree werktags das ganze Jahr hindurch von 10 bis 12 Uhr geöffnet, das Museum Schloß Monbiiou täglich von 10 bis IS Uhr. Bei den Potsdamer Schlössern fft diese weitest« Art der Ofen- Haltung bei Schloß Sansjoucl uich im Neuen Palais werktags 10 bis 12 Uhr vorläufig auf die Zeit vom 1. April bi, SO�S.'p» tember beschränkt. Uebrigens ist die Bildergalerie beim Schloß Sanssouci vom 6. Februar ab bis zur Wiedereröffnung gestttessen; sie wird Anfang Mal in einer neuen Form, mit wesentlichen Stücken de» alten Galerlebestandes aus der Zelt Friedrich« ll. wieder c öffnet werden: Das Rätsel der Getreide- und Brotpreise Wo bleibt das Geld der Hausfrau? Der Weizen preis sank von etwa 265 Mt. pro Tonne im Hochsommer 1S29 auf 235 Mt. Ende 1929 und der R o g g e n p r e is von 266 Mk. auf 165 Mk. Der Roggen- b r o t p r e i s hat sich aber während diefitr Zeit nicht verändert. Er betrug, nach den Be- rechnungen des Preußischen Statistischen Landesamts, im Hochsommer 35 Pf. pro Kilo- gramm. Gegenwätig steht er noch immer auf 35 Pf. Beim Weizentleingebäck ist sogar eine Steigerung(von 78,5 Pf. im Juli auf 79,2 Pf. im Dezember 1929) eingetreten. Man weiß allgemein, daß sich die gesunkenen Getreidepreise nicht auf die Brotpreise aus- gewirkt haben. Aber man kennt die Zusammenhänge nicht. Die Beteiligten schieben einander schaftliches Mai theoretiters Fritz Baade genommen, die Preisentwicklung �„ wird dargestellt, wie Landwirte, Müller, Händler und Bäcker an den Brotpreisen betelligt sind. Unser Schaubild gibt die Entwicklung hinsichtlich des R o g g e n b r o t p r e i se s wieder. Für das Roggenbrot werden 56 Pf. gezahlt. Davon hatte der Landwirt vor dem Kriege 25 Pf. und der Bäcker 19,5 Pf. Nach dem Kriege hat sich der Anteil des Land- wirts am Roggenbrotpreis verringert, der Anteil des Bäckers Wer erhält die 50 Pfennig für das Roggenbrot? Vor dem Kriege: i SEeiüner Roggen-- 8,— Warft Nach dem Kriege: bei mittleren Roggenpreisen 1 SEenlner Roggen— f0,30 Warft bei niedrigen Roggenpreisen 1 Senlner Roggen--- 6,40 Warft StuiJvt= IZäAgr (\m*>£3MD XamtiefH maUer VLaOndier SUefcpr Xandtcirl HUUler u.MMndler aürket Xandniri motler u.3täsidler HUMter zwischen . S'. emacht, daß die die Schuld zu. An vielen Orten werden auch die Zusammenhänge Getreidepreisen und Brotpreisen dadurch unübersichtlich Bäcker das Brot nach festem Preis und nicht nach Gewicht verkaufen. Der Hausfrau fehlt die Kontrolle über den Preis und die Preisbildung und die wenigsten Haus- frauen werden wisien, daß es sich dabei um eine Art politische Preisbildung handelt, die bis— auf das Jahr 1848 zurückgeht. Während der Hungeraufstände im ge- nannten Jahr verlangte die Bevölkerung, daß die Regierung etwas tue, damit der Brotpreis nicht weiter steige. Die Regierung machte sich gewissermaßen an eine Brotpreisstabilisterung und bestimmte, daß der Brotpreis in Zukunft nicht mehr erhöht werde. Die Bäcker aber verringerten das Gewicht. Es wurde, um das Kind mit Namen zu nennen, lustig weiter gewuchert. So war es oamals und so ist es heute. Es entsteht die Frage: Wer steckt die z. B. während des zweiten jahres 1929 gesteigerte Differenz zwischen Getreide- und p r e i s e i n? Da der Landwirt für sein Getreide niedrigere Preise bekommt, der Per- braucher aber keinen niedrigeren Brotpreis bezahst, muß igendwo ein urigerechtfertigter Nutzen hängen bleiben. Die vor einiger Zeit gegründete Reichsforschungsstelle für landwirt- Halb- Brot- aber gesteigert. Bei mittleren Roggenpreisen(16,36 Mt. pro Zentner) entfallen auf den Landwirt 22 Pf., auf den Bäcker aber 21 Pf. Fallen die Roggenpreise(in unserem Fall bis auf 8,46 Mark pro Zentner Roggen), dann geht eine Veränderung dahin vor, daß der Landwirt nur noch 19,5 Pf. erhält, der Bäcker aber 23,5 Pf. Von dem S e m m e l- preis, der rund 3 Pf. ausmacht, erhält der Landwirt bei mittleren Weizenpreisen (11,86 Mk. für einen Zentner) 6,9 Pf., der Bäcker dagegen 1.8 Pf. Bei niedrigeren Weizen- preisen(16,46 Mk. pro Zentner) entfallen auf den Landwirt 6,8 Pf. und auf den Bäcker 1.9 Pf. So erklärt sich, weshalb die Verbraucher von den gesunkenen Getreidepreisen„nichts merken". Der Nutzen, den der Verbraucher aus gesunkenen Getreidepreisen haben könnte. bleibt eben unterwegs hängen. Mit anderen Worten: Der Roggenpreis liegt etwa um Friedensstand, während das Roggenbrot weit über Friedenspreis bezahlt wird. Die sozialdemokratische Agrarpolitik zielt darauf hin, diesem Unfug ein Ende zu machen. Eine Voraussetzung dafür ist die Stabilisierung der Getreide- preise, eine weitere Voraussetzung: das Verkaufen des Brotes nach Gewicht. damit die Hausfrau eine Kontrolle über den Brotpreis bekommt. Denn schließlich ist es immer wieder die Hausfrau, die das Preisniveau in einer Wirtschaft bestimmt. � Theater,| Lichtspiele usw.* Fieitag, 7. 2. Staats-Oper Untei d. Linden TdHDi C N Ir.( Jihm-iW. la. 3S !<)'* Uhr Die Hadii des Sdiiduals Ende 22*1 Uhr staats-oper t» Ptih kr Rrpoblik Vorst 23 19», Uhr DI« verkaufte Breul Ende nach 22 U. hreiiag. 7. 2. Stadl Oper Bismarck str. Turnus IV 20 Uhr fedora Ende 22»» Uhr. Staat). SdtaDspb. la GndinniwU St. IL: fr In, 5 Jahrts-Ab.-f. Hg. 33 20 Uhr Ende 22 Uhr ZW.WItif'MM.llMlA. 20 Uhr Sound so, so gellt derUlind Ende 22 Uhr SCAM Tä jl. 5 u. S'j, Uhr. Barbai ossa 9256 Pr. t-8 U Wochentg. SU. 50 Pf.-3 M. Con Cellaaao, 4 Bronatt« und weitere rum t. Male in Europa gezeigte Spitzenleistungen | Täqi. i» u. Slä SonnL 2. 8■ 8" A ex. SQ66 | INTERNAT. VARIETE »f-vur CASINO-THMTER vliVbT oihrinter Strafe 37 Der trenaations-Schiager Seine Hoheit der senior iiIllMMIniiimiinilillMiiJ iiMuntmmiiiimuuiuiuiitiuil and ein en.lcl. bunte, Programm Für unsere Leser: Qu tsen em iflr I—« Personei Fauteuü nur 1.25 Sessel 1.75 5L, Sonstige Preise. Parken u. Rang cito M. i" Uhr- Ztr. 2819— Rauchen erlaubt Sonnoband und Sonntag(• 3 Vorstallungon 4 Uhr und S».— 4 Uhr kleine Preise Canl-Pamillo In Ihren sensationell an Leistungen auf 5 Pferden.—„Jung» China", neue aslaHsche Kunst.— 3 eillafa. tollkühne Leistungen an indauf dem Stahlrohr.— Marlkn RSkk, der internationale Tanzstar.— Praako u. Campo.dia humorvoll. Exzentriker.— 8 s lliaona, aeutscha Jkariar. die besten der Well und 8 weitere Intarnatlonala Kunstkrgfte. Das iDireadi variett TbeaterLd. Betirenstr. 53-54 A 4 Zentrum 926-927 Direktion Ralph Arthur Roberts S'k Uhr ... Vater sein, dagegen sebr Sonntag auch nachm. 4 Uhr(halbe Pr.) OasBBarone Operette von MUUkckcr leflcn Woflmn.ao 8.13. Soogiag 9 um. Veueinführun« ab I.Februar- Jeden Sonnabend ,»>» Ü. NacblTorstelf. Sonn ag S'U Uhr CurdaalOniin Sonnabend S und Sonntag J'v Lhr „Atchenbröde." Das Theater der niedrigen Preise L Mirelran« OSO, I. Rangbalkon u. 1. Parke« IJO, Qrchesb-rsessel 2 50. Programrp u. Garderobe ie 0,25 M. Kein Zwang). Rose-TlaeaRer Gr. Frankfurter Str. 132. Billettkasse; Ale*. 312—3494. VolKsmUine Ideal» an BOInrplatL 8 Uhr Uraufführung Apollo, BruoneBsiraBe Volksstück von QroBmann und Hessel MbiT; Ita ladria. Rflii: Itnm Nhllai Staatl. Siiiller-Ili. 4 Uht ZU und so, so goüt der Wind iBcaUi 918 smimiacenlüinni b'it Uhr OieGariegieglie Staatsoper 3mPl.d Republll 7i(i Uhr OleverKanKe Braut Kanunerspiele 0.1 Norden 12 310 8 Uhr Der Kandidat von Carl Stemheim Die Komödie |1 Blsmck. 2414/7516 8'fi Uhr Victoria von S. Maugham. Regie Max Reinhardt Musik: Mischa Spoliansky. Deotidiej Theaicr 0.1. Norden 12310 Tägl. W.Uhr Der Kaiser V.Amerika von Bernard Shaw Reg- Max Reinhardt Direktion Ar. Robert Kleti Dentsehes KBBStler-Theai Barbarossa 3937 8V. Uhr jaai.zwDiJrri" von Franz Molnai mit Hn PiBuIwb. Souper BErllDer Tlieater Dönhoff 170 Täglich Uhr Die Straße Bit Udert DmniuL Regie Heinz Hllper. Komische Oper Friedrichstr. 104. Merkur 1401/4330. Allabendlich S'U U. Sdnuik nn tnuU md M. Lustspteihaus Friedrichstr. 236 Bergmann 2922/23. Täglich S'i Übt Liebe aar den zweiten Bück Lessing-Theater Norden 10846 Täglich 8 Uht ftnara Dreytus von Behflscfa und Herzer TLa. Vorvk.10-2. Kf- 2091 Täglich«'/. Uhr Sasisptcl dn Deuisdiao Theatan Menschen im Hotel von Vickl Baum. Rigii: fofif DränilgiBs. Syhllla Binder,"-'ar- aartieKotppkc.Keiiip. Knriwe.s, Ziem. eck. t. Halma? Bantiwskj-SDbfleD Theater m dar ganlggrltzer 3 trade Täglich 8V. Uhr Proiessor Bernhardl von trftar Sthaihlrr bglt; Titte bnontj Komödienhaue Täglich 8«e Uhr oor Logner und d-o Bonne Metropol-Th. 8'U Uhr Das Land des Lächelns Vera Schwärs« Richard Tauber Musik von Franz Lehär Kleines Theat. Merkur 1624 Tägl. 8«/. Uhr DerValzer ron beute Dacht! Maz Adaiben, Erl a Glässner, Hüde Wörner, Hermann-Schaiful) Operettenbaus Alte Jakobstr..'0/32 (Zentrel-Tbceier) Täglich W. Uhi Der Soldat der Marie Planeiartam v am Zoo iirllit- lodiastlala.in! 3.5 Barbe rosse 5578 16'/. Uhr Die Wlnler- sterabllder 18'/. Uhr Dar Plaae lupltar. 20 Merkwürdige S erne(ffiru: Eintritt l Mark. Kinder 50 Pf. Mittwochs halbe Kassennreise TrianoD'Theate Ceorgenstr. 9 Täglich 8V. Uhr vonStrindberg Theater d. Wettest Täglich S'U Uhr: Holet Stadl Lemberd Musik von Gilben. Kalbe Ooradi Leo ScfadiacBdorl Toeat a. KottB.Toi Kottb. Str. 6 Tägt 8 Uhr auchSonnt. nachm.SU. nimü.Pniat Elite- sanger. Das mir fmUin-Udi- Prajrjnn! IL l; Dia D onde onv Fndüj-p-Bjritsk». >HEgEQWELT<� InmUSdHlL Ö-Ealm RLmnjL.ttosilllä-U Gr.BocHDierfesi 1 Kaptilti kW Oekiuatliiain. SD bjyrisdi» Maliü. Einlaß: Wochentazs i Uhr Sonnttg�4 Uhr. Eonnabends und Sonn'ags: Großer Alpenball. Lichterfelder Festsäie Zctlald idorflc Strafe S Otto ScaiiUlnä Telephon; Lichterfelde G 3 1445 FutälB für 1500 Personen mit noOeni einoerit toten Böbneo für Verao- sfaltangBn jeder tri/ Hodizeitssäle/ Verensz nunei für 20 bis 300 Persooco GROSSES SCHAUäPIELHAUo 6 Uhr i 3 Musketiere Regie: ERIK GHARELL A äaiiaiag aaoim. nauek. Haine Pr. gggg Oirekbea Dr. Hartla Zickel Komische Oper Fnadrlclutr.lOt Markui 1401 4330. Nach vollständigem Umbau Täglich 8'/. Uhr Hulla di Bulla Schwank ron Arnold und Bach mit Guido Thlelsc er. Schulz. Schroth. h urg, H.ldabrand, Walter W«• PHnk Böhmer Wen»w soioiop nadiniiitoa 4 Ubr: Frau ohne Kussl Lustspielhaus s-t Fnedrichitr. 236. Bergmann 2922 21 LitllB AI ItD ZWtilEÜ Blltk. Ricmann— Vorverkau. In neiden Häusern eh 10 Uhr ununtorb'oehen. [Heute. 7. Februar, 7 Vit Premiere Sonnabend, 3 Uhr: Familien-VorstellDDg § g Kinder von 2.20 Mark ■="5 aufwärts halbe Preise! 2j= «§• 3B. Abende 7'/, Uhr: Gr.VorsleUnnä Reichshallen-Theater AAeDAs OD Sana so naum. CD Sleiflner-Sfindcr Zum Schluß, Logis Wi.'dwest dönl-ioff-Breli': Du granflioss Piartamm zor Miele ,V'autAaabacheriu. oinmensiigadeD lebet Stet Iterett prriaroeti Paul Gollctz oorm. Roceri Meter Mariannen» trage 3 Ecke Nauni>nstraße .Tmt M-titzpL 10603 öbel-N«lle. Schlafzimmer, Speisezimmer. Htrrenzfmmer, Einzel-Möbel, kflehen, Sofas, Rahebellen uti gogsn 24 Monatsraten SchOnhaaser AUee 14! a tH«rtnin»ni oanziSer UraSe) Verlangen Sie Vertreterbesuch $lef?o£c Frcifag. 7. Februar 1930 SivÄbpad nlnukttoße rhu Tonphotographie Von Robert Beier Die Schallplatienindustri« bringt zweierlei Aufnahmen auf den Markt. Die«in« übermittelt dem Hörer den erzeugten Klang allein. Die ander« reproduziert zugleich mit Stimme und In- strument die mitschwingende, in sich geschlossene Atmosphäre des Aufnahmeraumes. Technisch ausgedrückt: Di« in der akustischen Eigenart d«s Raumes begründeten Aenderungen, Ergänzungen und Schattierungen des direkten Schalles werden mir übertragen. Diese Art Tonwiedergabe wird„Raumton' genannt. Bei jener, wo der Raum nicht mitklingt, können wir uns unter günstigen, äußeren Voraussetzungen der Illusion, daß jemand nebenan spiele oder sing«, hingeben, trotzdem die Stimm« nicht mehr aus der Mitte einer Seele, sondern aus einem Mechanismus bewegt lebendig wird und unserer Wirklichkeit ebenso fern ist wie der lebendige Schauspieler im Filmbild. Die Illusion wird uns leicht gemacht. Der Klang ist an und für sich eine weit körper- licher» Demonstration als der Körper selbst. Di« Stimme ist in ihrer Wirkung unmittelbarer als Mimik und Gest«. Denn sie de- rührt uns körperlich, indem sie uns anspricht. Zudem löst der Gehörsinn die visuell« Vorstellungskraft weit schneller und stärker aus als jeder ander« Sinn. Die Bereitwilligkeit, uns bei der Wiedergabe einer photographierten Musik ihr« leibhaftige Gegenwart vorzutäuischen, findet hiermit ihr« Erklärung. Der eigentliche Grund hierfür liegt bei der Aufnahme selbst. Der sinnlichen Gegenwart, gleichsam der anatomischen Struktur des durch die Maschin« gegangenen Klanges sohlt etwas, das uns zwingt, ihn anders— bildmäßig— zu erleben. Der Sinn der Tonphotographie liegt nicht in der Wiederherstellung der Original!» tät und Naturwirklichkeit einer klingenden Situation, sondern, yne das Wort„Tonphotographie' selbst schon ansagt, in ihrer b i l d- haften Darstellung. Jede bildhaste Darstellung beruht aus einer klaren Abgrenzung ihrer gegenständlichen Inhalt« gegen jede» Außen. Ein Bild steht mit scharfen Grenzen in unserem Räume als«in gegen unser Blickgebiet hin abgeschlosienes Blickfeld. und die Einheit, welch« sich in seiner Form ausdrückt,«st bedingt durch den vollen Zusammenschluß der das Sehfeld füllenden Gehalt«. Di« Funktion der vollkommenen äußeren Abriegelung und Umgrenzung übernimmt hier für das Akustische der Raumton. Mit anderen Worten: Erst wenn durch den tonphotographischen Prozeß mit einer Stimme zugleich der Raum aus unserer WirNichkeit geschnitten wird, gewinnt der primäre Klang jene Ge- schlossenhett gegen unseren Raum, di« uns berechtigt, von einer Darstellung des Akustischen in der Form eines Klangbildes zu sprechen. Der Klang steht uns dann objektiv gegenüber als ein gegen uns hin abgeschlossenes, von unserer Wirklich keit abgetrenntes Bild. Denn was wir hören. ist die in ein klingendes Gehäuse eingefangene Stimme, ist die Art der Ausbrettung eines primären Klanges in einer zugleich mit ihr tönend gewordenen Räumlichkeit. Einmal zur Zeit der Auf- nähme waren vier Wände da, zu denen Stimme Und Instrument in irgendeinem perspeltioischem Verhältnis standen. Was uns jetzt bei der Wiedergab« anspricht, ist eine Ueberfetzung der räum- lichen Masse und der meßbaren Beziehungen, welche die Einstellung der Stimme zu ihrem Räume bezeichnen, in klingende Wirklichkeit, in«in gegen uns hin abgegrenztes, die Stimm« abgrenzendes Raumbild. Wir sprechen dann etwa von der Weite einer Kathedrale, die klingend einen Chorklang überwölbt. linser Verhalten gegenüber dem Klange ist damit grundlegend geändert. Es kommt nämlich, wie schon angedeutet, für die ästheti- sche Wirkung darauf an, ob eine Stimme mit scharfen Grenzen in unserem Räume steht als ein gegen unser Hörgebiet abgeschlossenes Hörfeld, das wie ein Bild im Räume verschiebbar ist, oder ob unser Hörgebiet mit dem Räume zusammerlfällt, wie in der Oper und im Konzert, wo der Klang di« durch die Orchesterrampe angedeutet« Trennung beider Wellen überflutet und sein« Grenze bei uns im Raum« findet. Wir sind nicht mehr teilnehmende, leib- haftig mit der Stimm« Verbunden«, sondern in einem Maße von ihr getrennt, wie nie zuvor. Wir können auch sagen: die Stimme besitzt keine Entfernung mehr zu uns, den Hörenden, ausdrückbar etwa in realen Metern. Allein von einer tönend ge- wordenen Entfernung zu ihrem Bezugssystem, von einer Perspektive inn«rhalb des mitschwingenden, umgrenzenden Raumbildes läßt sich sprechen. Der Schrttt von der bisher an unsere Raum-, Zell- und Körperwirklichkeit gebunden« Darstellungsweise des akustischen zu jener wirklichkellssernen in der Form des.Mangbildes' ist der gleich« wie der von der räumlichen Bühn« zur weißen Wand des FUms. Der Raumton verleiht d«m Klange j«nen Grad der W i r k l i ch- k e i t s f e r n«, den das Lichtbild besitzt. Damit ist erst die Voraus- setzung geschaffen,.Manh- und Bildwelt' organisch zu verbinden. Der Klang, nunmehr artikuliert und sichtbar, verstärkt nicht etwa die Täuschung, daß die beweglichen Schatten lebendige Menschen sind, viel eher überzeugt er von der Tatsache, daß sie Schatten sind. Mit' anderen Worten: Der Einwand, daß der Ton die zweidimensto- nale Bildwell des Films gegen uns hin so öffnet, daß der Bild- rand keinen Rahmen mehr, sondern di« Begrenzung eines Theaterraumes darstelle, erledigt sich hiermit von selbst. Denn durch den Raumton wird mit dem Klange zugleich die be- weoliche, räumlichen Verhältnisien anpaßbore akustische Pro- j ekti o'nsf lache, welche die tönenden Gegenständlichkeiten zu- sammenfaßt und abschließt, unsichtbar in den Raum gestellt. Der Klang ist sichtbar geworden. Abgrenzung und räumliche Fixierung geben ihm Plastik und Ansicht mit. Di« sichtbare Ergänzung wird von ihm oleichsam vorweggenommen. Es wird mö-'lich. dem Klang an sich sckon mit einer solchen Aktivität zum Sichtbaren hin zu erfüllen, daß man bloß die Schattenwefen nachträglich einzusetzen braucht. Di« Tonphotographi« als Kunst b«ginnt dort, wo der primäre Klang im Sinne«Ines vorgegebenen Material» auf seine später« Darstellung im mittönenden Raumbilde hingestallet wird. Nur aus der künstlerischen Gestaltung des Widerspiels— Möglich- kellen des Banges in unserer Raum- und Z«itwlrklichk«it gegen Auftetlungs. und Bewegungsmöglichteiten des Klanges in der akustischen Projektionsstäch«. im Raumbilde— resultieren neue Ansichten von einer Musik. Der Ausnahme die den Klana ollein aufzeichnet, bleibt der Zugang zur Kunst verschlossen. Mit den Ohren des technischen Mittels hören, heißt, über die naturgetreue Photographie des Orchesters, Sängers und Geräusches den Schleier «w«r klanglich. musikalische» Metaphysik breiten. Menschen ziehen den Vögeln nach Ein merkwürdiges Kapitel Ornithologie/ Von Heinrich Hemmer Der Tresfpunkt der Vögel und der Ornith otogen. Gegen Ende des Herbstes sammeln sich die Schnepfen von ganz Neuseeland, die viel größer und robuster als die unseren sind, am Nordkop, das ist auf der unbewohnten, öden Landzunge, die sich am End« der Nordinsel weit ins Meer hinein erstreckt. Einstmals waren dort groß« Leständ« der Kouri-Ficht«, der Tamerre australis, aber die jahrhundertealten Bäume wurden durch Feuer zerstört, und jetzt wächst dort nichts wi« ein melancholisches, trostlos aus- sehendes Gestrüpp,„sah bush*, d. L Salzbusch, genannt. Es gibt kein« Dampferverbindung vom bewohnten Festland nach diesem öden Landstrich, niemand kommt in dies« wellabgeschieden« Gegend außer Schnepfen— und Ornithologen. Wir hauen eine Dampfer- barkasse gechartert und die beschwerliche Reis« unternommen, um das großartig« Schauspiel des Wegzugs aus nächster Nähe mll an- zusehen. Es war im Monat M a i, wo es auf der südlichen Erdhälft« de- sinitiv zu herb stein beginnt. Di« Reuseeländer Schnepfen, die in den Estuariees, den Flußmündungen, leben oder in schlammigen Sümpfen, aus denen si« sich mll ihrem langen sensitiven Schnabel Würmer und Insekten holen, waren in Flügen von Tausenden an- gestrichen gekommen, in ungefähr sechs Wochen hatten sich Mil- lionen versammelt. Endlich waren nach der Meinung des Leitvogels alle Schnepfen Neuseelands am Nordkap eingetroffen. Er schoß in die Höhe, stieß einen etwas zaghaften Pfiff aus, machte einige Kreise in der Luft und setzte sich wieder auf di« Erde herab. Nach einigen Minuten schoß der Leitvogel schnurgerade in die Höhe und ließ diesmal einen schrillen Psiss ertönen. Das ganze Millionenheer erhebt sich gleichzeitig und folgt seinem Führer. Eine Wolke erhebt sich von der Erde und verdunkelt di« Sonne. Der Himmel ist eine flatternde Masie-«in Dogeloolk wandert nach dem wänneren australischen Kontinent. Di« Re,f« nach der zweiten Heimat. Im einsamen, öden Australien ist es gut rasten. Kein Mensch und kein Tier tut dort den Schnepfen etwas zuleide, aber, ach, wo sind die lieben Sümpfe, di« unentbehrlichen Moräste mll den wohl- schmeckenden Würmern? Wo immer ein Tropfen Wasser ist. drängt sich Mensch und Vieh zusammen— Australien ist kein Land für ein hungriges Schnepfenvolk. Wieder pfeift der Leitvogel zum Auf- bruch, und es geht weller nach den niederländisch-malaischen Sundainseln. Dort gibt es Insekten genug, aber auch Ge- fahren. Die Schnepsenwolke.zieht weiter nach dem asiatischen Fest- tand, durch das hungrige China hinauf, in Etappen bis zur Mandschurei. Das Ziel liegt noch weiter. Die Tundren sind es, jene unendlichen, weltfernen Sümpf«, die Menschenaugen zum erstenmal vom Zeppelin erblick! haben, jenem großen einsamen Vogel, über dessen Erscheinen sich die Schnepfen höchlichst verwundert haben werden im vorigen Sommer. Die Schnepfenschwarme er- reichen Sibirien zur guten.Zell, im Juni, wenn di« Sümpfe aufgetaut find. Einige tragen aüs reiif missenschaftlichen Zwecken Fußring« aus Aluminium, die ihnen Neuseeländer Ornithologen angehestet haben, um festzustellen, wohin die Reis« geht. In Si- birien hat man solche Schnepfen verzehrt und di« Ringe ins Museum geschickt. In Sibirien nisten die Vögel, das ist also eigentlich ihre erste Heinrat, ihr Urlumpf. Rundflug nach Hause. Bei Beginn der kalten sibirischen Jahreszeit sind die jungen Schnepfen gerade so well gediehen, daß fie das Land verlassen und nach Süden ziehen können. Da aber di« jungen flüggen Vögel noch nicht so stark wir dif alten sind, wird beim Flug nach Neu. seeland die Route geändert und eine Strecke mit häufigeren Etappen gewählt, di« den jungen Schnepfen«in häufigeres Rasten als auf dem Nordflug ermöglicht. Der Weg geht jetzt zum öst- lichen China und dann in großem Dogen über di« S ü d s« e» i n s« l n. Da gibt es allerhand einsam« Stellen, wo man sich nieder. lassen und verschnaufen kann: Philippinen, Mariannen, Sandwich-, Gesellschaftsinsel, Samoa, Fidschi,-Tonga, Niuä und schließlich Neu- seeland. Es ist eine gewallige Rundreise, die diese tüchtigen Zug- vögel alljährlich ausführen. Nicht nur die Ornithologen interessieren sich für Schnepfenflüge. Jahrelang hatten die M o o r i s den Zug der Vögel beobachtet, welche zu gewissen Iahreszellen von einer Richtung kamen und nach einer anderen Richtung verschwanden. Die Maoris, nach körper. licher und geistiger Begabung der bedeutendste Stamm der Poly- nesier(und im übrigen die einzige„farbige' Rasse, mit der di« Engländer Mischehen eingehen und die sie als gleichberechtigt be- trachten)— die Maoris stammen aus H a w a i k i. das man bald mll dem Hawoi der Sandwichinseln, bald mll dem Sawai der Samoogruppe identifiziert hat. Jedenfalls waren die Inseln, auf denen sie lebten, schon stark übervölkert, so daß die Ernährungs- Möglichkeit große Schwierigkeiten verursachte. Daher waren wohl Kindermord und Kannibalismus unter ihnen so verbroitet. Ganz richtig schlössen die Maoris aus dem Fluge der Schnepfen, daß s ü d w« st l i ch von ihrer Heimat Land existieren müsse. Ein Stamm Maoris beschloß dorthin zu ziehen. Sie rüsteten eine Expedition aus. Die größten Baumstämme wurden für Kriegs- k a n u s ausgehöhlt, die 80 bis IVO Ruderer faßten und mit Segeln versehen waren. Aüch Frauen und Kinder sollten mit- kommen. Bei Beginn der Fluges der nach Neuseeland zurück- kehrenden Vögel wurden eilig die Kanus bemannt, Waffen hinein- geworfen, Lebensmittel, Hausgerät«, Flochsmatten und Binsen- mäntel, auch Iagdutensilien und selbst Haustier« wurden mitgeführt. darunter die Xea, der neufeelSndische Papagei, der kein Ein- geborener dieses Landes ist, sondern aus der Südsee stammt. ch Hunger. Mit den fliegenden Schnepfen über ihnen am Himmel, traten die Auswanderer di« Reise ins Unbekannte an. Bei Tage dienten ihnen die über sie wegziehenden Schnepfen als Kompaß, bei Nacht der Lock- ruf der Schnepfenmütter, die ihre erlahmenden Jungen zum Weiter- fliegen ermunterten. So ging es Tag um Tag, Woche um Woche. Die Nahrungsmittel wurden knapp und knapper, noch immer flogen die Schnepfen. Täglich verringerten sich die Ratio- nen und di« Kräfte der Ruderer, weiter zogen die Vögel, es schien, als nähme der Himmel kein Ende. Schließlich brach«in« Hungers- not unter den reifenden Maoris aus. Oben zogen die Vögel und unten schwammen die Fische, aber bei allem Tierreichtum, der sie umgab, fand sich kein Bissen Nahrung mehr für di« erschöpften Lvndsucher, Are Brüste der Frauen trockneten aus, die Hand hing schlapp von dem Arm der Ruderer. Erst starben die Kinder,"dann Frauen, daiin di« Männer. Aus dem Meere trieben die Leichen ver- hungerter Maoris und ihrer Famllim:/- Als das Grauen den Höhepunkt erreicht hatte, senkten sich— es war ein holder Frühlingsuiorgen— die Schwingen der Vögel tiefer zur Erde herab und ihr Sausen klang wie ein erlösender Gesang. Die Luft trug einen schwachen Kiefernadelgeruch über die salzigen Wogen, der di« Nüstern blähte und die vertrockneten Gaumen erfrischte. Matte Augen richteten sich nach einem Punkt, und die dürren Arme streckten sich flehentlich aus nach ihm: Land! Aber«s war noch ein langer Tag, den mancher nicht zu Ende lebte, bis die griKie Insel vor ihnen lag. dies Eiland des Lebens, auf das sich die Schnepfen herabsenkten: auf das die Männer zusteuerten mit ihren letzten Kräften, das sie mit wankenden Füßen, aber er- hobenen Hauptes betraten. So kamen die Maoris zuerst nach Neu- seeland, wohin di«. Schnepfen, die ihnen als Wegweiser dienten, jedes Frühjahr kommen. Technisch bebaute. Tonphotographie als Kunst Experiment und Neuerung. Was wir diirchfchnittlich cheut« zu hören bekommen, fei es auf Schallplatte oder Filmband, ist weit davon entfernt, deutend und formend eine klingend« Wirklichkeit abzubilden. Die Scholl- platt« besitzt rein archioalifchen Charakter. Was aus dem Tonfilm uns anklingt, trägt seinen Endausdruck in sich. Eine neue sozialistische Zeitschrift „Neue Blätter für den Sozialismus. Zeitschrift für geistige und politisch« Gestaltung. Herausgegeben von Eduard H e i m a n n, Fritz K l a t t. Paul T i l l i ch.' Das ist der Titel eines neuen Blattes, das der sozialistischen Bewegung dienen will. Man ist, da in der ersten Nummer nichts gesagt ist, auf di« Ver- mutung angewiesen, daß es entweder monatlich oi�r in zwanglosen Abständen erscheint. Im Beirat finden sich außer«inigen, die sich in der Gelehrtenwell einen Namen gemacht haben, Hendrik de Man, Wilhelm S o l l m a n n und Heinrich Mertens, der in Köln dos„Rote Blatt der katholischen Sozialisten' herausgibt, um oie inneren Widerstände bei Katholiken wegzuräumen, di« den Weg zur sozialistischen Bewegung noch nicht finden tonnten. Di« genannten Namen bedeuten, zumal in dieser merkrbürdigen Zusammensetzung, die manchem unwahrscheinlich vorkommen mag, eine bestimmte Wegweisung. Auffallende rweiseefehlen Prof. Heller, der der eigenttiche Urheber der Idee war, und Karl M e n n i ck«, der früher jahrelang Blätter herausgab, die man mll gutem Ge- wissen Äs die Vorfahren der jetzigen bezeichnen darf. Wir wissen, was gemeint ist, wenn wir außer dem Kreis der Namen zunächst nur das Titelblatt ansehen(das Titelblatt, das leider wie das eines Antiquariattatalogs aussieht, aber, wie wir hören, von der vierten Nummer an ein ansprechenderes Aussehen erhallen soll). Es spricht hier im wesentlichen ein Kr-eis von Menschen, der nicht vom Sozialismus und von der Klassenloge des Proletariats herkommt, der sich aber ernsthaft um die Problem« des Sozialismus bemühen und über den Kreis der. organisierten Bewegung hinaus für all« dies« Probleme Der- ständnis erwecken will. Wir haben sicher alle Veranlassung, erst einmal hinzuhören, wenn ein Kreis solcher Menschen zu uns spricht. Die starke und organisch gewachsene sozialistische Bewegung hat sich ja immer mit Menschen auseinandersetzen müssen und hat das ernsthaft und gerne getan, die mehr oder weniger am Rande diskutierten, klären und helfen wollten. Aber es mutz dann frellich alsbald die Frage«nt- stehen, ob dieser erste Versuch gelungen ist oder— da wir kein vorschnelles Urteil fällen wollen— ob er ein« Hoffnung auf frucht- bare Arbett und Vertiefung der sozialistischen Diskussion bietet. Da werden bei näherem Züschen die kritischen Bedenken stärker Äs man zunächst annehmen- mächte. Fritz K l a t t ist ein Kultur- Philosoph und Pädagoge, der sich schlecht irgendwo einordnen läßt und jedenfalls seiner ursprünglichen Anlage nach jeder kollektiven Bewegung, wie sie der Sozialismus doch ist, ferne stehen muß. Er zeigt zum Beispiel in der Zeitschrift sein eigenes neues Buch„Die geistige Wendung des Maschinenzeitalters' mit folgenden Worten etwas anspruchsvoll an:„Die geistigen Möglichkeiten im polittfchen, künstlerischen, sprachlichen und religiösen Leben der Zeit werden in ihrer Einheitlichkeit gesehen und gedeutet. Es dürfte aber der gegenwärtigen Lage des Sozialismus entsprechen, daß sich nicht ein einzelner in so individualistischer Weise alles zutraut, sondern daß wir es nur gemeinsam in der Einordnung in die sozialistische i Bewegung, in ihren Kampf und ihre Dynamik uns erarbeiten können. Und davon ist bei Klatt keine Rede. Ebenso kritisch werden wir gegenüber T i l l i ch sein, der be- kannt ist für die Schaffung kühner Begriffe,. aber dabei doch zu Formulierungen gelangt, die s o nicht mehr stimmen. Er fragt, warum wir Sozialisten seien. Und er antwortet: weil wir eine sinnerfüllte Gesellschaft wollen(gut) und weil' wir in Verbindung sein wollen mit„dem Ort der radikalen Sinnlosigkeit, dem Prole- tariat*. Wir glauben, daß das Proletariat sich selbst und den Ort. wo es um eine lichtvoller« und menschlichere Zukunft kämpft, durch- aus nicht als sinnlos empfindet, vielmehr hält es gerade das Drohnendasein weiter bourgeoiser Kreise für sinnlos. Gerate das Pro'ewriat trägt ja die Idee des Menschen als Stachel und Ansporn in sich und fühlt sich als a u f st e i g e n d e Macht, den..Bürger' als eine vergehenbe Erscheinung. Da können wir also nicht von radikaler Sinnlosigkeit sprechen, und wenn es noch so schön in» System paßt� Heimanns Sozialisierungsaufsatz müßte eingehend besprochen werden: denn er ist soziologisch ernst zu nehmen und zeigt die wissen- schafttiche Eigenart Heimanns, der der Bewegung sicher gute Dienste erweisen kann. Aber gerade dieser Aufsatz macht klar, daß� die Zeitschrift eigentlich überflüssig ist: denn er könnte ebensogut(und mll mehr Aussicht auf Beachtung) in einem der bekannten sozia- listischen(oder auch anderen) Organe stehen. Han» Hartmann (23. Fortsttzung.) Frau Burkhardt kam ihm entgegen.„Ich will noch mal nach Mary sehen, Peler. Was macht si« benn?* „Pst, Mary schläft, Frau Burlhardt." Mary wurde von ihrer Mutter geschüttelt. Si« fuhr verstört auf und sah in«in lachendes Gesicht. „Tom hat gewonnen! Komm runter! Peter ist am Apparat. Hast alles verschlafen." Mary war noch etwas benommen. So richtig hatte st« noch nicht begriffen. Wie hatte ste nur so fest schlafen können? Die Mutter nahm die Decke hoch und half ihr beim Aufstehen. „Du hörst kaum, was Peter sogt. Was denkst du, was dort für ein Krach ist." Mary verstand die letzten Wort« ihrer Mutter kaum. Sie war jetzt ganz munter, rannte schnell die Treppe hinab und nahm den Hörer. Undeutliches Brausen drang an ihr Ohr. Ein Schreien unzähliger ausgeregter Stimmen. Sie hörte:„Kastanie, Kastanie!" Endlich erkannte st« des Kameroden Stimm«.„Mary bist du da? Tom hat's großartig geschafft. Rein in'» Auto mit dir. komm uns abholen. Dat«r wird noch verrückt vor Freude." Mary horchte noch einig« Sekunden auf den Siegesjubel. Si« würden dem andern genau so zujauchzen, wenn Tom zersch'ogen und blutend am Boden läge, dachte sie dabei schmerzlich. Keiner von all«n dort schrie um seinetwillen, nur die starke Faust be- klatschten ste. Sie beeilt« sich, einen Wagen zu bekommen. Die Kabine war von einem betäubenden Gemisch von Schweiß- geruch und Einreibungsmitteln erfüllt. Aufgeregte Menschen lachten und schwatzten wie im Rausch. Mary nahm die Eindrücke nur schemenhaft auf. Sie suchte mit ihren Blicken Tom. Wie sah er aus? War er sehr zer- schlagen? � Da erblickte er st«. Sie hörte seine stark« Stimme. ,L>a staunste, Kind, was?" In seiner Umarmung war ungestüme Zärtlichkeit. Sie drückte ihn sort und betrachtete ängstlich sein heißes Gesicht. Das war nur wenig geschwollen. Er sah ganz vergnügt aus. „Gott sei Dank!", bracht« sie hervor. „fjaft du Angst gehabt? Du bist mir die Richtige. Du, den habe ich aber verändert. Der kennt sich selbst nicht wieder, wenn «r in den Spiegel schaut." Si« wich etwas zurück.„Sag' doch sowas nicht," bat st«. „Schon gut," beruhigte er si« gutmütig. Es begann eine toll« Nacht. Erst wurde im blauen Saal des Sportpalastes gefeiert und dann fuhr die ganze Gesellschaft zu Burthardts. Papa Burkhardt war wirklich fast verrückt. Er traktiert« alle Gäste kostenlos mit Sekt. Frau Burkhardt ließ es wutschnaubend über sich ergehen. Als sich Burkhardt später bedrückt an Tom wandt«, der sich über die Angst seines Schwiegervaters tot lachen wollte, versprach Tom alles zu bezahlen. Nun konnte sich Papa Burkhardt feinen Rausch wenigstens in aller Gemütsruhe antrinken. Die Hochzeit. Di« letzten Borbereitungen für die Hochzeit wurden getroffen. Mary hatte gar nicht die Absicht gehabt, so schnell zu heiraten. Aber den vereinten Bemühungen ihrer Familie und T�is war'es gelungen, sie und Peter zu überstimmen Dt« beiden halten ja kein« Ahnung, daß hinter allem Hurt» eiferner Wille stand, der Tom schnell wieder in ein« ruhige, gleichmäßige Bahn bringen wollte. Der Profit durfte nicht durch eine Bagatelle, wie es die Heirat war, gestört werden. Am Hochzeitstag widmete sich Hurt höflich und korrekt wie immer ganz dem Brautpaar. Am Vormittag fungierte er als Brautzeuge und abends ließ er«ine fabelhafte Rede vom Stapel. Alle Anwesenden waren durch die markigen und doch zu Herzen gehenden Wort« tief gerührt. Tom hatte noch von Tierros Fäusten her eine klein« blau- unterlaufene Stelle im Gesicht, die er durch Puder oerdeckte. Als sie in dem blumengeschmückten Wagen saßen, mußte Mary immer auf die überpuderte Wang« sehen und empfand dabei ein rührendes Mitleid. Sie drückte Tom heimlich die Hand. Er lächelte. Etwas verlegen, denn in dem Frack und dem steifen Hemd fühlt« er sich todunglücklich. Mary sah ihn ausmerksam von der Seite an. Warum hatte er sich geweigert, seine Eltern nach Berlin kommen zu lassen? Er hatte ihnen nur geschrieben. Ein paar Zeilen. Sie hatte den Brief zu Ende führen müssen. Die fühlen sich hier doch nicht wohl, hatte er gesagt. Sie wollte von Tom nur das beste denken, aber immer wieder kam ihr das Gefühl, er schäme sich seiner Eltern. Allerdings schickt« er regelmäßig Geld nach Hause. Sie verscheuchte ihr« Gedanken und schmiegte sich an ihn. Peter hatte die Teilnahme am Kirchgang energisch abgelehnt. ,Lch habe keinen Frack, und außerdem muß einer im Geschäft bleiben." Er nahm den Platz des Wirtes am Büfett ein und überwachte di« Kellner, als hätte er immer hier gestanden. Als dröhnend di« Domglocken zu läuten begannen, zerdrückte er In der Hand ein Weinglas, das er gerade herausgeben wollte. Da- bei wurde sein Gesicht so weiß, daß der Kellner erschreckt fragte: „Haben Sie sich geschnitten?" Peter schüttelte stumm den Kopf und wandte sich ab. Einen Augenblick starrte er geistesabwesend vor sich hin. Dann reichte er mit einem steinernen Gesicht ein neues Glos hinüber. Ein paar Gäste unterhielten sich über die Braut.„Süß hat sie ausgesehen, als sie in die Brautkutsch« stieg Wie eine richtige Blume", schwärmte ein Backfisch Ein schmerzliches Gefühl überkam Peter. Ja, wie ein« Blume. Und er hatte gehokft. si« zu pflücken. Ma:y sah erstaunt aus dein Wagenfenster. Was war denn das? Si« erblickte ein« riesige Menschenmenge die schwenkten ihre Hüte und Mützen und brüllten. „Da staunst«. Klein«, was du für einen berühmten Mann kriegst, was?" lacht« Tom vergnügt. Mary tonnte es kaum fassen.„Die kommen doch nicht etwa 'vegen unserer Hochzeit?" „Na, sicher, was dachtest du denn? Soll ich ihnen mal die Zunge rausstrecken?" Mary war die Kehle wie zugeschnürt. Diese vielen Menschen schienen sie zu erdrücken. Etwas wie Haß fühlt« sie gegen die Masten, die olle„3lom" und„Kastanie" riefen. Wer gab ihnen das Recht dazu? Si« wollte ihren Mann für sich haben. Als sie ausstiegen und über den breiten Teppich in den Dom schritten, liefen ihr di« Tränen die Wangen hinunter. All« lochten ste chrem Tom vertraulich zu. Selbst die Sperrkette der Schutz- polizei, die die Leute zurückdrängte, redeten ihn ungeniert mit „Du" an. Hurt, der in dem zweiten Wogen folgte, war mit seinem Reklameapparat zufrieden. Das nannte man Popularität. Jetzt konnte kommen, was wollte. Vorläufig war noch allerlei Geld aus dem Bengel herauszuholen. Die Kirche war überfüllt. Wie gern wäre Mary in der kleinen Dorfkirche von Nossenheide getraut worden. Mit ihm allein, dem nun ihr ganzes Leben gehört«. Es war Hurt, der dagegen pro- testiert hatte. Das war« ein Schlag gegen die Berliner Sports- freunde, hott« er gesagt. Es ginge nicht die Hochzeit müst« hier gefeiert werden. Berlin müsse davon sprechen. Was ging sie Berlin an, was die vielen Leute? Während sie vor dem Altar kniete, begriff Mary Burkhardt plötzlich, daß Frau Matthes niemals Ihren Mann allein haben würde. Sie weinte sehr. 10. Kapitel. Nach den Flitterwochen. Bon der Hochzeitsreise zurück. Peter oerwaltete Nastenheid«, während das junge Paar seine Flitterwochen auf einer Reise verlebte. Mary bestand darauf, daß sie zuerst nach Strelitz fuhren, um ihre Schwiegereltern kennen- zulernen. Tom erklärte sich nach langem Zögern damit ein- verstanden. Mary sandte Peter oft Ansichtskarten, aber der versprochen« Brief kam nicht. Kurz« Grüße, die Nachricht etwa, daß es ihnen gut gefalle, oder daß Toms Eltern reizend« alt« Leute wären—, das war alles, was sie schrieb. Tom setzte lediglich seinen Namen unter die Karten. Indessen trainierte Peter eifrig, obwohl sein Ziel sich nun ver- wischt hatte. Da er aber schon verhältnismäßig weit war. wollte er das Boxen nicht wieder aufgeben. Es kamen allerdings Tage, an denen«r vor dem Trainieren eine Abscheu hatte. Dann setzte er. sich in irgendeine Eck« des Gartens und frönte seiner allen Lieb- haberei: er zeichnet« und malt«. Unverhofft kehrten an einem regnerischen Tag Mary und Tom zurück: sie waren nicht ganz vier Wochen fortgeblieben. Am frühen Morgen waren sie in Berlin eingetroffen und bis zum Nachmittag bei Burkhardts geblieben. Peter macht« ihnen Dorwürf«, daß sie ihn nicht rechtzeitig benachrichtigt hatten oder ihn zumindest von Berlin aus angerufen hätten. „Wir wollten dir keine Umstände machen, Peter, und es ist doch auch alles so egal", antwortete Mary. Irgend etwas in ihrer Stimme macht« Peter stutzig. Er be- trachtete si« prüfend. Sie sah müde und abgespannt aus. Dos war aber schließlich nach einer langen Bahnfahrt nicht weiter ver- wunderlich. Dann sah er Tom an. Der war vergnügt wie immer und tat sehr verliebt. Wo er konnte, legte er' seinen Arm um Mary und küßte si«, jeden Kuß mit scherzhaft gemeinten, irii Grunde genommen aber schamlosen Redensarten begleitend. Mary wehrte, kaum fühl- bar, ab. Als Tom beim Abendbrot kurze Zeit hinausgegangen war, fragte Peter etwas überhastig:„Wie verstehst du dich mit Tom?" „Er ist ein lieber Junge, Peter. Man muß ihn etwas erziehen. Wo soll er's denn auch herhaben?" Ihre Antwort Hang überlegen, aber auch etwas traurig. „Was herhaben?"« Mary sah ihn erschrocken an.„Er benimmt sich manchmal... Was fragst Du! Er ist sehr nett." Etwas Feindseliges lag in ihrer Stimme. Peter sagte nichts mehr. Beim Abendbrot saß er still da und starrte vor sich hin. Es herrscht« eine bedrückende Atmosphäre, die nur Tom nicht zu bemerken schien. Tom beginnt sich zu ärgern. Nun begann wieder ein regelmäßiges Training: denn Hurt hatte energische Telephongespräche nach Nastenheide geführt. Es war noch nichts Bestimmtes, aber Tom sollte in Kürze seinen ersten Kampf im Ausland haben. Da mußt« sofort mit der Arbett be- gönnen werden. Kräppli hatte sich von seinen privaten Verpflichtungen vor- läusig freigemacht und wohnte draußen. Tom braucht« ihn als Hofnarr. Langsam wuchs in Mary«in heimlicher Widerwille gegen Kräpplis schleimige Art. Die Antipathi« war gegenseitig. Kräppli fühlt«, wie sehr ihn die junge Frau oerachtet«. Er blies im stillen die Lippen auf. Was ging es sie an, wenn er die dummen Späße des Boxers einsteckte? Mary konnte die Albernheiten, die Tom mit Kräppli machte. nicht verstehen. Er goß Kräppli Master über den Kopf, schlug ihn mit- den Pantoffeln oder band ihn an«inen Baum und hetzte die Hunde auf ihn. Diese blöden Witze wiederholten sich jeden Tag. Mary gab Tom in stillen Stunden Bücher in di« Hand. „Hast du nichts, was nicht so langweilig ist?" gähnte er.„Ist doch alles dummes Zeug, diese Liebesromane. Uoberhaupt das ganze Lesen ist Quatsch." „Fang' doch erst mak an, Tom. Du sagst immer Liebesromane und weißt gar nicht, was drin steht." „Die haben ja alle keine Ahnung. Diese Profestoren sind mir die richtigen!" Mary wandte sich ab. Nach einer Weite fragte sie:„Wollen wir nicht mal in die Oper fahren?" „Ausgeschlossen!" Tom wurde heftig.�„Du bist gelungen, Mary. Denkst du denn nicht an meinen Schlaf? Bloß um da rumzusitzen, bedenke doch—!. kommt man erst um Mttetrnacht ins Bett." „Ich wollte Musik hören", antwortete Mary herb. „Wozu hob' ich da» Grammophon gekauft? Das stell« ich ab, wenn'» zehn schlägt. Aber den Kerls in der Oper kann ich nicht sagen: bitte, sing mal'n bißchen schneller, der Tom muß ms Bett!"(Fortsetzung folgt.) WAS DER TAG BRINGT. Baut gute Straßenl Die neuzeitlichen Straßen leiden stark unter den schweren Fahr- zeugen, die über sie dahineilen, und es muß noch viel gelehrt und studiert werden, um die Wege gegenüber solchen Angriffen recht widerstandsfähig zu machen. Dazu muß man ober genau wisten, wie eigentlich ein Fahrzeug auf die Straße einwirkt und welche Er- schütt«rungen es hervorruft. Zu diesem Zweck hat man stellenweise besondere Erschütterungsmester an den Straßen aufgestellt, die in Form einer Schaulini« aufzeichnen, wie sich zum Beispiel ein Last- auto auf der Straße auswirkt. Man kann dabe: genau di« Stöße in waagerechter und senkrechter Richtung ersehen, und daraus ergibt sich dann, wo der Bau gefestigt und verbestert werden muß. 'Ein getährlicher Standort. Mussolim geht in der Wied«rherst«llung der altrömischen Cäsarenpracht zu weit. Nach dem Wiederaufbau des Forums und der Renovierung zahlreicher Gebäude des alten ka serlichen Roms erfolgte nunmehr die Wiedereinweihung des tarpejrschen Felsens Einige Häuser, di« das Aussehen des 40 Meter hohen Felsens be- einträchtigten, mutzten niedergerissen werden. Der Duce stieg mn großem Pomp auf den Felsen, um ihn dem Faschismus zu weihen. Der alten Sag« nach wurden aber von dem tarpej schen Felsen die ssreitaK, 7. Februar. B• r 1 1 a. 16.05 I. MJiskowsky: Zwei Sklzien.— 2. S. Prokofiesf; i) Pr ckcnrraldc gegenüber. Die Tech- niker haben in ihrem Spiel gegen Trebbin nur mäßige Leistungen gezeigt. Wenn sie sich nicht mehr Mühe geben, so dürften sie auch gegen Herta keine Aussichten auf einen Sieg haben. Das zweit« Spiel findet in Trebbin zwischen Luckenwalde III und Trebbin statt. Hier ist der Ausgang sehr ungewiß. Die K r« i s t l a s s e hat zwei Spiele in Luckenwalde. Di« erste Abteilung der Luckenwalder Turnerschast spielt gegen Woltersdorf. die zweite gegen Weißensse. In beiden Spielen dürften die Platz- besitze? Sieg und Punkte für sich buchen können. In den Bezirken spielen Lichtenberg I gegen Eiche-Köpenick am Bahnhof Stralau-Rummelsburg. Kynaststraße. Oberspree und Lichtenberg II stehen sich in der Wuhlheide gegenüber. Während Eiche-Köpenick wenig Aussicht auf Erfolge hat, dürft« das zweite Spiel in der Wuhlheide für Lichtenberg II mir einem Siege enden. Karow fährt nach Neuenhagen. Alt-Ranft spielt gegen Eintracht- Reinickendorf. Schönow gegen Freie Scholle, Vorwärts-Wedding gegen Wansdorf, Hohenlychen gegen Saxonia, Nowawes gegen Werder. Cladow gegen Sokol, Potsdam gegen Spandau 25, Treuen- brietzen gegen Luckenwold« V, Oderberg I gegen Freie Scholl« II. Zweite Mannschaften: Lichtenberg I gegen Gilbe, Oberspree gegen Lichtenberg II, Herzfelde gegen Oststern, Ali-Glietzen I gegen Weißense«, Pankow 1 gegen Karow, Vorwärts gegen Saxonia, Nowawes gegen Knoblauch 1, Cladow gegen Sokol, Pots- dam gegen Spandan 25, Eharloltenbnrg gegen B.itab, Treuenbrietzen gegen Luckenwalde V, Luckenwolde I gegen Luckenwalde III, Dahme 1 gegen Herta, Löwendorf 1 gegen Kloster Zinna 1, Niemeck gegen Jüterbog.— Iugendmannschasten: Lichtenberg I gegen Neukölln, Ketzien gegen Lichtenberg II, 2. Rathenau gegen Saxonia, Borwärts-Wedding II gegen Eiche-Köpenick, Weißense« gegen Spandau, Wansdorf gegen LnMenberg II, 1. Nowawes gegen Borwärts-Wedding, Herzfeld« gegen Scköneberg. Beginn der Spiele: 1 Mäninermannschasten gegen 15 Uhr. 2. Märnermannschaften 13 Uhr 15 Min., 1. Jugend II Uhr, 2. Jugend 10 Uhr. Die Bekanntgab«.der Resultate erfolgt bei den B«- zirkspresseobleuten. Wp solche nicht bestehen, rusen die Vereine von 18 Uhr ab Hansa 0 4 82. Spieloereinigung des 1. Kreises an. Di« Vereine sind angewiesen, unter allen Umständen die Resultat« bekanntzugeben. Die Handballspiele. In der 1. Klaffe spielen FTGB.-Osten 1 gegen FTGB- Weding 2 in der Bödickerstraße� Hier wird wohl Osten die Punkte abgeben müffen. Wedding 1 hat den Arbeitersportverein Schöne- berg 1 im Volkepark Rehberge als Gegner. Wenn auch Wedding hier auf«inen ernst zu nehmenden Gegner stößt, so wird wohl Wedding dennoch den Sieg behalten. Vellen empfängt Eiche-Köpenick: die besseren Aussichten hat hier Vellen.'Die Spiele beginnen um 18 Uhr. In den Bezirken spielen: I. Bezirk, 2. Klaffe, 1. Gruppe: Erkner gegen AST. um 1354 Uhr In Erkner: Fürsienwalde gegen .FTGB.-Allershof um 15 Uhr in gürstenwaldc: Kaulsdors gegen FIKB.-Obersvree um 15.10 Uhr in Kaulsdorf. Köpenicker Chauffe« 2. Grunpe: Strausberg 1 gegen Köpenick 2 um 15 Uhr in Straus- berg: FTGB-Stralau 1 gegen Fürstenwalde 2 um 14 Uhr in der Laskerstraße: Mahlsdorf 2 gegen FTGB.-Baumscbulenweg 1 um 15 Uhr in Mahlsdorf. Hönower Chausiee. 3. Klaffe: Kaulsdorf 2 gegen Müncheberg 1 um 14 Ubr in Kaulsdorf und Bmims-siulen- wea 2 gegen Fichtenau 1 um 14 Ubr im Nlänterwald. 2. Bezirk, 2 Klaff«: FTGB.-Nordrina gegen FTGB.-Rosensbol um 1254 Uhr auf dem Platz an der Schönhauser Alle«: FTGB-Rankow gegen Moabit um 13 Uhr in Rankow, Kissingenstraße: FTGB-Rem'cken- dors-West gegen FTGB.-Nordost- um 10 Uhr in Reinickendorf. Scharnweberstraße. 3. Klaffe: Steinfurth 1 gegen Tegel 2 um 14 Uhr in Steinfurth: Nordring 2 gegen S'Hvante 1 um 13.�0 Uhr auf dem Erer: Sokol 2(Abt. 1) aegen Moabit 2 um 11 Uhr in Reinick->ndorf. Scharnweberstraße. Frauenklass«: Henmasdorf gegen Moabit um 10 Uhr in Henniosdori und Velten gegen Tegel um 15 Uhr in Dellen. 3. Bezirk. 2. Klaffe: Wedding 3 gegen Ratbenow 1 um 1�50 Uhr Im Valkspark Rehberg«. 4. Bezirk, ? Klaffe: Wilmersdorf 1 gegen S+öneberg 2 um 11 Uhr in Wi'mersdorf Fehrbelliner Platz: FTGB.-Friedenau gegen Klaus- dorf um 11 Uhr in Friedenau, Offenbacher Straße. 3. Klaffe: Schmkendorf 1 gegen Schöneberg 3 um 11 Uhr in Schentendorf: FTGB-Lankwitz 1 gegen Friedenau uni 14 Uhr in Lankwitz. Schöneberg 1 und 2 spielen in Luckenwalde gegen 1. und 2. Abt. Hockeyterlnme. In der �-Klaffe treten um 12 Uhr Ostrinq I und Mariendorf I, serner Tennis-Rot I und Moabit I um 15 Uhr auf dem Sportplatz Ost zum fälligen Seriensp el an. Das erste Treffen dürfte Ostring I nach einigem Kampf für sich buchen(Moabit):«in ausgeglichenes Spiel wird im zweiten Spiel zu erwarten sein, da bei gleicher Spielstärk« und gleichem Tabellenstand die Gegner alles daransetzen werden, d« Punkte für sich zu gewinnen.(Mariendors) In der Schönhauser Allee geht um 1054 Uhr das interessanteste Rennen vom Start, bestrlt'en von den Mannschaften Nordring 1 und ASC. I. Durch die starke Formverbefferung des Sportclubs darf man aus den Ausganz dieses Spiels gespannt sein. Die Gewinn- chaneen liegen eher bei ASE. als bei der bisher ungeschlagenen No-d'ingelf.(Tennis-Rot I.). Weitere Spiele: Pankow k— Neukölln I, 1054. Kissingen- SKaße(ASE. Hl): Nordr'ng II— ASE. II, 0 Uhr. Schönhauser Port, 51,5 Kilo schwer, gegen den Berliner Harry Stein(52 Kilo) A"-? lOstring 1): Vankow II— ASE. III, 1254, Kisimacirstr lNeu- im Ring stand und in der achten Runde disqualisizlert k"Nn I): Tennis-Rot Arbeiterkegler in Berlin. Ein bundeslreuer Gau gegründet. Nach der Aufnahm« des Deutschen Arbeiter-Kegler- Bundes in die Zentralkommisston für Arbeitersport und Körper- pslege im Sommer des vorigen Jahres, hatte der DAKB in Berlin und Umgegend keine Unterorganisation. Der bisherig« Gau Berlin hatte sich im September dem kommunistischen Kartell angeschloffen. Da die Aufnahm« des Bundes in die Z.-K. nach den> Anschluß des bisherigen Gaues Berlin an das KPD.-Kartell erfolgte, wurde die Leitung dieses Gaues mehrfach aufgefordert, ihre Stellungnahme zu der durch die Aufnahme des Bundes in die Z.-K. geschaffenen neuen Situatton bekanntzugeben und als letzte Frist der 31. Dezember 1920 gestellt. Dies« Aufforderungen sind unbeachtet geblieben, und so mußte nach Ablauf der Frist der Bundesvorstand endlich«in klares Berhältnis schaffen. Der alte Gau Berlin des DAKB. besteht also nicht mehr. Durch, diese reinliche Scheidung konnten nun*bie Berliner Arbeitcrkegler das tun, was ihnen infolge der ungeklärten Sachlage bisher nicht möglich war: sie schloffen sich dem Deutschen Arbeiter-Kegler-Bund an. Für die weiter« Sammlung der Berliner Arbeitcrkegler mußt« aber der DAKB. auch für. Berlin wieder Unterorganisation haben, und so fanden sich am Sonntag die Vertreter der Berliner Bundes- vereine zu einer Sitzung zusammen. Das Endergebnis war die Gründung des Gaues B e r l i n- B ra nd« n b u r g des DAKB. Dem neuen Gau gehören bisher an: Arbeiter-Sport- kegelklub„Vorwärts�-Berlin, Kegelklub„Rührige Mannschaft"- Berlin, Kegelklub, Kampshähn«"-Cl)arlott«nburg und der Kegelklub „3m Westen nichts Neues"�5ranksurt a. d. O. Gauvorsitzender wurde Siegfried Zöllner, Berlin SW 19, Kommandanten- straßc 77. bei dem sich auch die Gaugeschäftsstelle befindet. Zum Gaukassierer wurde Leo Lindemann, Berlin SW 68. Zimmer- straße 62, gemähll. Bei der gleichzeitig vorgenommenen Gründung de» Bezirks Berlin im Gau Berlin-Brandcnburg wurden Frrtz Marten, Berlin. N 54, Brunnenstraß« 187, zum Vorsitzenden und Walter Knaack. Berlin SW29, Willibald- Alexis-Straße 27, zum Kassierer gewählt. Die Keg'erheim« der neuen Berliner Gauvereine befinden sich: ASKK.„Vorwärts":„Zum Kölsche Jung", Friedrich-, Eck« Vesselstraße(jeden Freitag. 20 Uhr): KK.„Rührige Mann- schaft":„Berliner Kegler-Sporthalle", Alexandrwenstraße 107 (I4täg'ich Donnerstags, 17 Uhr): KK.„Kampfhähne":„Thoms Kegler- heim". Eharlottenburg. Sprecstraß« 11(jeden Dienstag, 20 Uhr). Auskunft erteilt die Geschäftsstelle(Telephon: Merkur 7752). Koimnnnistisches Theater. Ein Zulreiberbünddicn. Das Bestreben der Kommunisten, die gesellschaftlichen Organi- sationen der Arbeiterschaft unter ihre Botmäßigkeit' zu bringen, hat bei einigen kleinen Organisationen Erfolg gehabt, so bc,m Ar. beitertheaterbund, der unter Leitung des großen kommu- niftischen Theoterhelden Pieck steht Die letzt« Ausgab« des Ver- bandsblättchens bringt einen wütenden Artikel gegen das neue Republikschutzgesetz. Auch sonst macht der Bundesvorstand treue KPD.-Arbeit, nur vermeidet er es fchlau-rweife, direkt auf die So- zialdemokratie zu schimpfen. Daß aber die Richtung im Bunde trotz- dem erkannt wird, zeigt ein Eingesandt eines Funktionärs in der gleichen Nummer des Blattes, in dem es heißt: „Ich teile Euch mit. daß die Ortsgruppen die Zei- tung nicht mehr abnehmen wollen wegen ihres kommunistischen Inhalts und ich fchli ße mich voll und ganz dem Protest an. Es kracht in allen Fugen. Ich habe schon einige Briefe von Bezirken und Gruppen aus dem Reiche, wo sich Rotfrontkämpfer in unsere Gruppen aufnehmen laffen woä«. und zum Teil drin sind und dann ihr« Propaganda fortsetzen, laut ministerieller Verfügung können also denn auch diejs Grup- pen zum Teufel gejagt und verboten werden, das führt zum Ruin und zur Zersplitterung des Arbeitertheaterbundes. Auch bei uns ist der Ruf laut: Los von Verlin. der Vundesvorstand unterstützt diese Zersetzung. Ich oerlange von Euch die Erklärung. ob Ihr dieses unterstützt und warne Euch, weiter unseren Bund zu einer Propagandatruppe einer einzelnen Parte! zu machen. Ist es so, dann könnt Ihr bestimmt aus dem nächsten Bundestag Euer dlaues Wunder erleben, dann seid Ihr reif, daß Ihr abtrttct. Ich bin bestimmt sehr gut im Bilde, ich habe Briese in den Hän- den, die Euch beweisen werden, was los ist Ich war kürzlich auf meiner Reise in Hannooer und Berlin und bin auch mündlich orientiert worden. Ich warne Euch sonst werdet Ihr die Quit- tung bekommen.... Das ist deutlich, wird aber bei Pieck und Genoffen nur ein Grinsen erregen, denn di« Leute sind vom Bau und mit allen Wassern gewaschen. Hoffentlich erleben sie das angekündigte„Blaue Wunder" dennoch recht bald. Abgaben an der bocknitzl Wegen der Kanalisierung. Die Löckn itz, die bekanntlich vor einigen Iahren, leider zum Verdruß aller Naturfreund«, kanalisiert wurde, ist seitdem auch für Dampfer und große Motorboote befahrbar. Für die Kanalisierung und ständige Unterhaltung der Ufer sind recht erhebliche Mittel aus- gewendet worden, die durch Erhebung von Abgaben eingebracht werden sollen. Die Motorboot, und Dampf« rreedereien fühlten sich dadurch benachteiligt und wandten sich deswegen mit einer Eingab« an den Reichsverkehrsminister. Der hat nun folgende Antwort erteilt: „Die Instandhaltung der ausgebauten Wasserstraßen erfordert dauernd hohe Kosten. Noch in der letzten Sitzung des Märkischen Wafferstraßenbeirats am 31. Mai v. I. ist betont worden, daß die Uferschutzarbeiten gerade in der Löcknitz«inen größeren Umfang an- genommen haben, weil der umfangreiche Verkehr mit Dampfern und Motorsahrzeugen die Ufer dort sehr stark angreift. Die Er- Hebung von Abgaben für die Befahrung der Löck» nitz ist deshalb gerechtfertigt. Auch die Sportfahrzeuge. mit Ausnahme der Ruder- und Paddelboote, sind auf der Löcknitz nach dem Tarif für die Schisfahrtabgaben der Kleinsahrzeuge auf den mitteldeutschen Reichswafferstraßen vom 10 Mai 1929 abgaben- pslichtig. Um die Unbequemlichkeit der Aboabenentrichtung an der Schleuse Woltersdorf zu beseitigen, ist beabsichtigt, in Kürze an der Löcknitzmündung ein« eigene Hebestelle einzurichten." Da die Ruderer und Paddler das Hauptkontingent der Löcknitz- fohrer stellen— die Segler kommen wegen des schmalen Fahrwassers kaum in Betracht—, dürften allein di« Motorbootfahrer die Leid- tragenden sein. Die Polizei im Wellenbad„Lunapark". Sehr guten Sport. harte Kämpfe und interessante schwimmsportliche Vorführungen werden die Anhänger des Schwimmsportes Sonntag, 9. Februar, 16 Uhr, bei dem Sckwimmfest der Berliner Polizei im Wellenbad des Lunaparks zu sehen bekommen. Wie in der Leichtathletik, so hat die Volhei auch im Schwimmen gute Einzelkönner, besonders aber im Wasserball aus- gezeichnete Spieler. Aus dem Beiprogramm wäre das Turm- springen im Dienistanzua sowie ein Feuersprung vom Turm be- sonders zu erwähnen. Di« Musikkapelle der Schutzpolizei wird bei diesem Fest nicht fehlen. Sie beginnt mit ihrem Konzert bereits -Um 15.80 Uhr.. «rbeitcr-Rad- und ttraftladrerlnud„Solidarität�, Ortsgruppe Groli-Ber. lin. Eeschäftsstclle Z'obirt?'o hbarth. EW. U, Echöneberaer Str. 17*. Eon» tüfl, 9. gcbruar. 2. Abt.: 8V4 Ubr Toteioin. 13 Ulir Wannfn. Reichsadler. Irden Dienstaa 10—22 Ulir Iuaendde.madend im Iuaendbeim Wassertorstr. 9, tzimmer 3. Start: Dirftenbachstr. 36.— 5. Abt.: 18 Uhr Eternwart« Treptow. — 6. Abt.-- 10)4 Uhr Belich-iauna der Lindcarwirle. Trettpunkt im Werk Lichtenrade,«criänaerte Bikior'astratze., grr-taa, 7. Fcbiuar. Siituna bei Holtmann. Cchwcdter Str. 23—24.— 9. Abt.: 19 Uhr Mark, ich«? Museum. Srrsfpunkt Lüllnischer Rark.— Rennfahr-rab'ciluna: 8 Uhr Traininastour. Etart: Vrandenduraer Tor. U. Februar, 20 Uhr, Siinina bei Loftan, Brilde» ftrahe 16— Abt. Nrnlilln: Beiich: iaunq der Badeansta't Tarteustrahc. Trrif- puull 94, Ubr äcrmannplait.— Abt. Ltcktenbera: 9 Uhr Z'adpolostund« Rusche. Eck- Born fe strafte.— Abt. Weiftensce-Leinersdarf: 9 Uhr Bahnbof Wc�ftcnsee.— Motorfabrer. Abt. greuzdera: grcitaa, 7. g-bruor. 20 Uhr, Eiftuna in der Nindl-Ou-llc, Reichinbcraer Etr. 0t.»- Abt. Lichtenrade: Jeden 3. Tonnerstaa im Mänat Eihuna bei Senkrl. Oder-'Ecke ltinowsiraft«. Br»irlelartcl> B-nkow. ZK-usiaa, U. Kebruar. 20 Uhr, bei Rlcrnm, Pankow, Berliner Ecke LaMichstraftc. Kartell siftuna. Die ASB.-Eammcllisl«» mitsicn an diesem Taae unbedlna' abaerechnet werden. Touriftcrverrin„Die Naturircurde", neutrale Wie». Abt. ckbarlottcudura: g-reiwa. 7. Kebruar. 20 Uhr, Evreesir. 30: Tcschäitlichts und Elnatana. In- ltrnmente mitbrinaen. Eonntaqsfahrt Biiberift— Römerschaiue. Abfahrt Char- lcttenbura 8.6«, Lehr'er Bahnhof 8.64 Uhr.— Auqendaruppe Lumboldt: Trei» taa. 7. gehruar. 20 Uhr, Bant. Ecke Wiesenstrafte: Mrupp-mfraaen. Neue Lieder.— galliooiottrlni-a: greitaa. 7. gebruar, 20 Uhr, Brifter Etr. 27: ScsckAMiche».— Abt. Treptow: grc-taa. 7. gebruar, 20 Uhr, Elsensir. 8: Ralurwissenschaftlicher Bor'raq.— Abt. Südost: ssreitaa, 7. gebruar, 20 Uhr, Britler Etr. 27:. gran, Rothenfeld«".— Abt.»rill: Ire! tag, 7. Februar, 20 Uhr. Chaussee str. 48: EeschkifNicheo.— Photoaemrinschalt: Montaa, 10. ffe- bruar. 20 Uhr. Frankfurt« Allee 807: Aussprach«:..Moderne Photoaraphie".— MaNiinstaemr-uschaft: Montaa. 10. gebruar. 20 Uhr, Wrangelstr. 128:..Mode". Arbeiter. Scküt-enburd. ssahrt nach ttüstrin. Treffen Eonntaa, 9. gebruar, Slft Uhr. Bahnsteia Echlcstfcher Bahnhof, im Echlihentrcft. Liederbücher mit- brina-n. EonntaasrUckfabrkart« bis Litstrin-Reustadt. KTE».. Sporibei'rk Ostrin» Seutc, ssreitaa. 20 Uhr, Atteilunasverfamm. luna bei Wenn«, frankfurter Allee 286. Z!ei anmelduninn dafeibft und auf den Traininasabenden. Turnhalle Partaue. Montaa» und Donnerstag», 20 Uhr. Wieder ein Boxskandal. Viel Reklamegeschrei und wenig Wolle. Im Sportpalost gab es am gestrigen Boxobend wieder ein- mal Skandalszenen, ohne die es im deutschen Berufsboxsport nicht mehr zu gehen scheint. Die große Arena hallte wider von dem Protcftgeschrei und einem ohrenbetäubenden Pfcittonzert, als der mit allen Mitteln der Reklame(echt amerikanisch, bitte!) onge- priesene„Weltmeister im Fliegengewicht" Frankie Gcnaro-Ncw Frauen: II— N'Ukölln II. 1354, Ost l Ostring II). Pankow— Tennis-Rot, 9 Uhr, Kifsingenstr.(Neukölln I) Wenn Frauen werben! 6n eifrigster Weis« sorgen die Frauenmitglieder der Freien Turnerschaft Groß Berlin für ihr Werbesest am Sonntag. 9. Februar in der Turnhalle Prinzen straße 70. Schon seit Wochen werden in den Bezirken gemeinsame Uebungsabend« ab- geHallen, um dem Publikum wirklich gut durchdachte Darbietungen in vollendeter Form zeigen zu. können. Durch Massensport wollen die Arbellerspor ler helfen, die Sosundh-it der proletarischen De- völkerung zu fördern. Längst ist bekannt, daß man in jedem Aller Sport betreiben kann, wenn er als Mittel zum Zweck angewendet wird. So werden auch am Sonntag als« Altersstufen im Frauen- spart vertreten fein: Die Jugend mit frohen Tänzen, de anderen Mit zweckentsprechender Gymnastik. Eine besondere Not« werden wurde. Bon einem Weltmeister hatte man doch etwas anderes erwartet. Es soll Genoro zuerkannt werden, daß er dem Berliner überlegen war, aber war denn da» wirklich der Fliegengewichtsmcister der Welt? Hatte es Genaro nötig, mir der ossenen Hand, was vielfach. sehr zu Unrecht, bestrilten wurde, zu schlagen? War es nötig, daß Genaro mit der einen Hand hiell und mll der aickieren schlug? Muß so etwas ein Weltmeister tun? Vieles sah Ringrichter Hänscherle nicht, der überhaupt für einen solchen Kampf der denk- bar ungeeignetste Mann war. Jede Beinarbeit lieh Genaro ver- missen, er stand wie ein Klotz, visierte und traf feinen Gegner zum ersten Male zu Boden, gleich darauf traf Genaro sehr tief, worauf Stein Tief schlag reklamierte und der Ringrichter eine Minute Pause anordnet«. Nach Ablauf der 60 Sekunden kämpfte Stein weiter, bis plötzlich der„Unparteiische" den Weltmeister in seine Ecke schickte. Stein zum Sieger und Genaro als disqualifiziert erklären lieh, mit der Begründung: „Wegen fortgesetzten Schlagens mit der offenen Hand." Man hätte noch hinzufügen können: Wegen Haltens und Schlagens und wegen Benutzung des Schädels als Sturmbock. In den übrigen Kämpfen gab es hochwertigen Sport. Der Ber- liner Pfitzner und der Wiener Spuner sorgten für eine lebendige Einleitung. In der zweiten Rund« wurde der Oesterreicher am llnken Ohr so schwer verletzt, daß er am Schluß der dritten Runde aufgab. Große Begeisterung löste wieder die wirkungsvolle Arbeit des Pragers Nekolny aus, der den starten Dortmunder Eder in einem Tempo über die Stunden jagte, daß diesem die Luft knapp wurde. Nekvlny siegt« hochüberlegen nach Punkten. Ein scharfes Gefecht wurde der Kampf zwischen den beiden Federgewichten Machtens- Belgien und Noack-Bsrlin. Anfänglich hatte- Machtens durch feine trotzdem nur zu häufig wirksam, der sich auf den Amerikaner un-' genauere Arbeit die meisten Dorteile, aber gegen Schluß der dritten verständlicherweise gar nicht einstellen konnte. Harry Stein hat j Runde glich dies Noack durch wirkungsvolle Treffer aus. Der gewiß tapfer gekämpft, aber man merkte es ihm an- er fürchtete, Kampf endete verdientermaßen unentschieden. Im abschließenden sich nicht vor dem Boxer Genaro— sein Respekt galt dem Titel „W e l t m e i st e r". Wie gesagt, der Kamps war während aller Runden von einem Lärm begleitet, der zum größten Teil berechtigt, wenn auch nicht schön war. In der siebenten Runde mußte Stein Treffen zwischen dem deutschen Weltergewichtsmeister Hans Sey- frisd-Bochum und dem ehemaligen Europameister Genon-Belgien, konnte Seyfried dem �anscheinend nicht gut disponierten Belgier einen knappen Punktsieg abnötigen, der stark gefeiert wurde. Kommt das gefahrlose Gas? Experimente in Wien.— Neue Versuche der Nerliner städtischen Gaswerte. Seil langem beschäftigen sich die Gelehrten mll der Cot- glftung des Leuchtgases bzw. m>t der Bekämpfung des Gastodes. Besonders der Leiter des Wiener hygienischen Ilm- versilälsinstituts, Professor Gratzberger, betrieb eingehende Untersuchungen. Cr versuchte zuerst den eigentlichen Giststofs in unserem Leuchtgas, das Kohlenoxydgos. durch ein anderes Gas zu ersehen. Diese Versuche mutzten aber wieder eingestellt werden, weil das Ergebnis zeigte, dotz mit der Ersehung des Giststosses eine starke Verteuerung des Gases eintreten würde. Prof. Gratzberger will nun dem Leuchtgas einen Stoff beimengen, der so stark auf das Gerochsempsinden des vlenschen wirkt, dotz ein Schlafender durch die Reizwirkung unbedingt auswecken mutz Das Gas soll also durch Beifügung chemischer Stoffe stark parfümiert werden.— DU Bemühungen, die Gesahrenmomente für die Verbraucher von Leuchtgas entweder ganz zu beseitigen, zum mindesten aber möglichst herabzusehen, werden auch von der Berliner Städtischen Gaswerke A..G. schon seil langem sehr ernstlich unternommen. Die«ingehenden Versuche, die in ähnlicher Richtung wi« die von Herrn Professor Gratzberger durchgeführten Experimente liegen, sind vor längerer Zeit wieder aufgegeben worden Es erscheint er- strebenswerter, dem Leuchtgas die giftigen Lestandteile zu entziehen und damit alle Gefahren auszuschalten, als ihm Reiz- oder Geruch- mittel beizumischen, bei denen eine absolute Gewähr für Wahr- nehmung— so z. V. im Schlaf— von ausgeströmtem Leuchtgas nicht unbedingt gegeben werden kann. Im übrigen wurde auch die Anwendung des neuen Verfahrens des Herrn Prof. G. eine Der- teuerung des Gaspreises mit sich bringen, wie«r selbst in seiner Abhandlung„Ueber das Odorieren von städtischem Leuchtgas" (Seite 33) angibt. Die Versuche, welche auf eine Entgiftung des Leuchtgases hinzielen, werden seit längerer Zeit im engsten Einvernehmen zwischen den Wiener und Bertiner Gaswerken vorgenommen. Und erst in den letzten Tagen hatten die leitenden Stellen dieser Werke Gelegenheit, Ifyre letzten Erfahrungen auf diesem Gebiet auszu- tauschen, wobei von den Experimenten des Herrn Professor Gratz- berger jedoch nichts bekanntgeworden ist. 4 Lahre Zuchthaus für Brandstistung. Das Urteil im Sielower Ärandstistungsprozeß. Im Sielower Brand st iftungsprozetz, über den wir ausführlich berichteten, wurde nach dreitägiger Verhandlung das Urteil verkündet. Der Angeklagte R i s ch k e wird wegen Brandstiftung in einem Falle zu vier Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust und das Dienstmädchen Margarete Christoph wegen Brandstiftung in einem Falle zu einem Jahr und sechs Monat en Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust verurteilt: die Ehefrau Rischke, der Schlosser Borste und der Bauunternehmer K r a u tz werden frei- gesprochen. Messerstecher vor dem Schwurgericht. Das Schwurgericht I führte die Verhandlung gegen die Brüder Alfred und Erwin Stepphuhn zu Ende, nachdem der Ter- min in der vorigen Woche durch«inen Selb st Mordversuch, den Alfred Stepphuhn kurz vor Bsgmn der Schwurgerichtssttzunz' unternommen hatte, wegen dessen Verhandlungsunfähigkeit hatte vertagt werden müssen. Beide Angeklagt«, Burschen von 23 und 19 Jahren, waren arbeitslos, hatten aber am 13. Juni stark gezecht. Nachts um 2 Uhr begegnete ihnen in der Strahmannstratze der Buchdrucker Hesberg. Ohne jeden Anlaß zogen sie mi t dem Ruf „Fertigmachen!" ihre Messer und stachen auf den Mann ein. Dann stürzten sich die Burschen auf eine in der Nähe stehende Gruppe Menschen und richteten unter ihr ein Blutbad an. Ein Opfer erlitt schwere Verletzungen am Unterleib und mutzte im Krankenhaus operiert werden. Der Angestellte Claus verstarb an den Folgen mehrerer Messerstiche, die er in den Kopf erhalten hatte. Die beiden Angeklagten behaupteten, daß sie in- folge Trunkenheit nicht bei klarer Besinnung gewesen se'en. Das Schwurgericht l verurteilte Alfred Stepphuhn zu 3 Jahren S Monaten und Erwin Stepphuhn zu 2 Jahren 3 Monaten Gefängnis. Sozialist scher Vürgermeister in Strausberg. Am Donnerstagabend wurde bei der Bürgermeisterwahl m Strausberg beim letzten Mahlgang der sozialdemokratische StadtratFischer mit 7 gegen 7 Stimmen durch dos Los zum Bürgermeister gewühlt. Die Kommunisten hoben bei diesem Wahlgang ihrem Kandidaten 4 Stimmen gegeben, die durch die Stich- waijl ungültig geworden waren. Trauerkunögebung für den Abgeordneten Meyer. Die Polizei hatte unter Aufhebung des bestehenden Demon. strationsverbotes den Kommunisten gestattet, zur Ueber- führung des verstorbenen Abgeordneten Meyer nach dem Friedhof Lichtenberg-Friedrichsselde einen Trauerzug zu bilden. Am Donnerstagnachmiitog um 1Z Uhr stellte sich der Zug am Küftriner Platz auf. Mit Musikbegleitung und Fahnen zogen die Kommunisten nach Lichtenoerg-Friedrichcfelde. In der-Um- gebung des Friedhofes waren starke Polizeipatröuillen postiert, die dafür sorgten, daß sich noch der Trauerfeier keine Demonstrations- züg« bildeten. Die Veranstaltung verlief reibungslos. Oer GiockholmerGewerkschastskongreß Seine Tagesordnung. Der Z. Internationale Gewerkschaftskongreß, der in der Woche vom 7. bis 11. Juli in Stockholm abgehalten wird, beschäftigt sich von den geschäftlichen Punkten der Tagesordnung abgesehen, mit dem ltzirtschaftsprogramm des Internationalen Gewerkschastsbundes sowie mit dem sozialpolitischen Programm. Ueber das Wirtschafts» Programm wird der Bundesvorsitzend« des ADGB., Genosse Theodor L e i p a r t referieren, über das sozialpolitische Programm der bel- gifche Gewerkschaftsführer Genosse Cornelius Mertens Der 6. Punkt der Tagesordnung, für den der französische Ge» werkfchaftsführer Genosse Leon I o u h a u x als Resereni bestimmt ist, lautet Abrüstung und Friedeuspakt. Ais Punkt 7 steht auf der Tagesordnung: Die Gewerkschaslsbewegung in den Ländern ohne Demokratie, worüber der Genosse Aroid Thorberg referieren wird. Unter Punkt 8 der Tagesordnung werden die Anträge er- ledigt, unter Punkt 9 die Wahlen, die diesmal insofern von be- sonderer Bedeutung sind, weil an Stelle des Genossen Joh. Sassen dach, der eine Wiederwahl schon jetzt abgelehnt hat, ein neuer Generalsekretär des JGB. gewählt werden mutz. Im Zusammenhang mit dieser Wahl taucht erneut die Frage der S i tz v e r l e g u n g des Internationalen Gewerkschafts- bundes auf. Vom Gchneiderstreik in Aew�ork. Zusammenstoß mit Streikbrechern. Lew park. 6. Februar. Anlätzlich des Streiks in der Bekleidungsindustrie ist es am Donnerstag zu den ersten Ruhestörungen gekommen. Ewa 1090 streitende Männer und Frauen, die in den verkehrsreichen Morgenstunden im Konfektionsviertel auf der Westseite einen Umzug veranstalteten, stießen mit Streikbrechern des sogenannten linken Flügels der Gewerkschaft zusammen, die sich gerade auf dem Wege zur Arbeit befanden.' Es kam zu einem Kampf, dem die Polizei ein Ende machte. Drei Personen wurden verhaftet. Etwas später kam es zu einem zweiten Zusammenstoß, bei dem die Polizei gleichfalls einschreiten mutzte. Die Zahl der Arbeitslosen in England betrug am 27. Januar 1 491 500. Das sind 18 098 mehr als in der Woche vorher und 97 422 mehr als in der gleichen Zeit des Vorjahres. Wetter für Berlin: Temperaturen meist unter Null, bei größtenteils bewölktem Himmel ziemlich irische nordöstlich« Winde. Für Deulschland: Im Süden noch Schneefälle, sonst überwiegend bewölkt, leichte Fröste. „Bolk und Zeil", unsere illustrierte Wochenschrift, liegt der heutigen Postauflage bei. ZZcraatwortl.«llr die Redaktion: Sollflang Sauna tj, Berlin: Anzeigen: Td.«lock«. Berlin Verlag: Vorwärts Verlag G. m l» S., Berlin. Druck: Vorwärts Bück- druckerci und Vcrlaasanfialt Paul Singer& Co.. Berlin ZW kiä. Lindenstrak- Z. Lierza I Beilage. für die Zelt vorn 7. bis 10. Februar K I K O-T A F 1 L PROGRAMM fflr die Zeit vorn 7. bis 10. Februar moQ Potsdamer Strafe ZS Memefaen im Feuer mit Harry Ptel Ein Marquis zu.verkaufe« mit A. Menjou Rheinstraljc 14 Ple Frau ohne Nerven mit El eu Richter Der Sherlft von.Arizona Odcon, Potsdamer Str. 75 Revolte Im Ersiehnn«shaas Ein Marquis zu verkaufen mit A. Menjou Turmstraijc 12 Denatnralzer mit Harry Liedtke Oer KOnltf der Wilder Jugendliche haben Zutritt Alexanderstr. 39-40 (Passage) Den ganzen Tag geöffnet! Pal und Patachon Im Rakete«- Omnibus Detektiv ans Liebe Jugendliche haben Zutritt > Frludrlcmtadt M Die Kamera a, ZTfuhr Unter den Linden 14 Bis Sonntag Moskau, wie es weint und lacht Die von der Strafe leben Welt-Kino zit-Moablt 99 Wochtgs. 5.45, 7, 91 S. 3. 5, 7, 9 Uhr| HarlendorS Osten MNa Vi Marieadorter Sonnt Z U. |l all— Ivi Lichtsnielc|u�.-Vorst Menschen Im Feuer mit Harry Plell1*'**''*'1 Lldilsplele Rivalen der Liebe Chausseestraüe 305 W. 7, Stg. ab 5. Donan walzcr_m. Harry Ltcdlke Schlüter- Theater Schlüters tr. 17 W 6.30, 9 Uhr, Stg. 3 Uhr Oer Göaslllng von ScfaSubrunu Strafte der verlorenen Seelen mit Pola Ne rl f�kkUmersc-orf M Atrium Beba-Palast Kaiserallee, Ecke Berliner StraSe Beginn: Täglich 7. 9.15 Uhr Sonnabend und Sonntag: 5, 7, 9.15 Uhr UrauffQhrung: Witwenball Regie: Georg Jacoby ■ Schflnebura■ Alhambra ße�3Uhr,5U Schöneberg, Hauptstr. 30 Herrin der Liehe mit Greta Garbo, John Gilbert Das MSdel ans der Tanzbar mit Clara Bow BQhnenschau P assage-Li ch tspielc Unter den Linden 22(Passage) Das groBe Lichtspielhaus der City Beginn ab 2 Uhr Zentrum 50S2 Der große?ille-Gedenkfilm: Mutier Kransens Fahrt Ins Glfick A Imenie mit Vefa SebmllerUiw Weidenhot-Lichtsp. An der WeidendammbrDcke Fried liclistr. 136 Woch. 12. Sonnt 3 U. Die wel�e Hölle vom Plz PalO Grobtener(Me''scheiileb I Gefahr. s woatut K■ Artushof-Lichtspielc Film- nnd BOhnensdian Perleberger Str. 29 und Stendaler Str Die rote Lady mit Lya de Pnltl Madame Im Strandbad cahneasdtaa TitaniaXuf. s'Äberg) HauptstraBe 49 Beginn 6J0. 9 Uhr Oonanwalzer mit Harry Liedtke Or. Ooollltle and seine Tiere Jugendliche haben Zutritt Kronen-Lichtspiele Rheinstr. 65 Woch. 7. 9, Stg. ab 5 U. Eine Nadil Im Praler mit James Hall, Ein Marquis zu verkaufen mit Adolphe Menjou ■ st« an«»■ Titania-Palast Steglitz. SchioBstr 5. Ecke Qutsmuthsstr. Beg.: 630, 9U. Sonntags: 4, 6�0, 9 ii. vje Nacht gehöri on> Sonnabend 13 1: Nachlkabarext mit Caei JUlkca, Else Knepet, W. Schätfcr, WiUy Rosen. Szökt Skakall u. a ra. d___»Ggwe»tnn H FUm-Paiast Kammcrsalc Teltower Str. I W. 6 Sbd. 5. Stg. 4 Uhr Die KevlarprinzesUn mit Anny Oodra Ohne Geld durch die Well * su,lew» Th. am Moriizplatz Beginn: W ab 5 Uhr. Stg. äh 3.45 Uhr Oonanwalzer mit Harry Liedtke Oer Schrei ans dem Tunnel Drei Tage auf Leben nnd Tod Bü-tinröAcfadO Südosten Filmeck � w."o.s.ab3u Skaiitzer StraBe, am Görlitzer Bahnhol Spielereien einer Kaiserin mit Dagover Bü: 6 Comedlan-Harmonlsts, Bühnenrchau Luisen-Theater sÄl u: Reichen berger Str. 34 Bohnen«rtian Müller Kransens Fahrt Ina Gl&ck Revue: ne Sache fOr sich Stella-Palast Köpenicker StraBe 11—14 Beginn wochentags 5, 7.15, 9.1S Sonntags 3, 5.15, 7.15, 9.15 Kasseneröffnung'.a Stunde vorher Der Sieger aller Tonfilmel Die Nacht gehört uns m. Hans Albers, Charlotte Ander Urania-Theater Wrangelstr II, Köpenicker Brücke Woch. 7. 8 und 9 Uhr. Stg. 3, S. 7.»Uhr Die vier Teufel Der Herr der Steppe m. Tom Mix BQhncnscfaan• Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Beginn der Vorstellungen; Wochen t. 5, 7, 9. Sonnt. 3, 5, 7, 9 Uhr Kasseneröffnung>/, Stunde vorher Der gröBte Sprech- und Tonfilm I Die Nacht gehört was mit Hans Albers Luna-Filmpalast Gr. Frankfurter Str. 121 Menschen-Arsenal Ruhiges Heim m. Köcbenbennlzg Bühne: Lnna- Attraktionen Sternwarte- Treptow Sonnab 8 U-, Stg. 4, 6,« U {.Die Donan-, vom Scbwarzwald bis zum Schwarzen Meer Primus-Palast Am Hermannölatz Beginn- Wochentags: 7. 9,15 Uhr Sonniags: 4�5, 7.»15 Uhr Der stärkste Sprech- und Ton ilm: Die Nacht gehört uns mit Hans Albcrs, Charlotte Ander Sonntag, 9. Februar, 2 30 Uhr: Viertes Sonderkonsrrt. Da OS Beta Kukuk Wochen ags 3, 7. 9 U. Sonntags 3, 5. 7, 9 o Kottbusser Damm 92 Tonfilm. Melodie des Herzens m t Dlfa Parle, Willy Frltsda 4— ws*ssl a■ asw Wochentags 615 U CXCCiSiOr Sonntags ah 4 U- Kaiser-Friedr.-Str. 191 Böhncnsihao Die Kavlarprlascssin m. A. Ondra Detektiv ans Liebe m W. Falrbanks Jagend iche haben Zutritt Stern, Hermannstratjc 49 Wochent. 6,15 U. Sonntags ab 4 U. Alimente m Anlla Dorrt« Der neue WeltmeUicr mlt W. Falrbanks Bflhncpxbaa Concordi'a-Palast AndreasstraBe 64 Tonfilm Beginn Woch. 6, Sbd. 5. Sonnt ab 3 U Atlantik mit Fritz Korincr Regle; Dnponl D Nou-llchtenberg"b Kosmos-Lichtspiele Lichtenberg, LückstraSe 70 Der groBe Zille-Gedenkfllm: Mutter Krausens Fahrt las Glück Gute BObnenschan Beiprogramm Kino Busch 3.%ndÄ Alt-Friedrichsfelde 3 Ehe In Not mit Walter Rllla, Evel. Holt Der rasende Ritt(Wild-West) � Hlnclnrscrianownia�p Elysium(fu�pS�) Hasselwerderstraße 17 Tonfi m: Dieb hab' Ich gcUebl. mit Mady Christians ilmbeip Tonflln dprogramm Nordosten „Elysium" Prenzlauer Allee 56 Film und Bühne W. 5 15, S. 3.15 U- Der große Tonfilm: Die Nadil gehört uns mit Hans Albers, Charlotte Ander V Weiaensee> Schloßpark Film-BOhne Berliner Allee 205—210 Menschen im Feuer m. Harry Piel Bü.: Die groge Negerrevoe Varleltschan Norden Alhambra MüllerstraBe 136, Ecke SeestraBe Menschen Im Feuer m Harry Fiel Auf der BOhne: Ktiminal-Revue: Schöne Frauen, dunkle Nachl- lesialltcn Colosscum Wtgs. ab 530 Uhr Stgs. ab 3 Uhr Schönhauser Allee 123" Tonflli Tonfilm: Melodie des Herzens mit DU« Pari», Willy Fr Usch Gala-Lidh tbühne Uscdomstr. 14 Anf.6, 8.30. S. 5, 7, 9 U. Der Ruf de« Norden« mit Lni« Treoker Ruh tfes Heim mli bennlznng Köchen- Noadc's Liditspiclc Brunnenstraße 15 Wtg. 5 U-, Stg 4 U. Sonntags 2,30 U.: Jugendvorstellung Menschen Im Feuer m Harry Fiel Bruder Bernhard Beiprogramm Pharus-Licfatspiele Müllerstraße 142 W.51/« U. Stg. 4 U SQnden der VÄicr mit Emil JaDuia�s Der Klub der Jung 6c« eilen Pratcr-Licbispicl-Palait Kastanienallee 7-8 Wochentags 5,30, Sonntags 4 Uhr Schwelgen im Walde mit W. Dieterle Oer Tcrlleblc Reporter Böhne .Rialto" Film u. Bühne (am Weddine) Sonnt ab 3 U. Reinickendorfer Str. 14 W ab 6, 8,45 U Mutter Kransens Fahrt Ins G.dck Auf der Bühne: Kammer» 8« ger lieemann Skala-Lichtspiele Schönhauser Allee 80 W. 6, Stg. 430 U Der Pilger mit Charlie Chaplin Feine Leute Eros in Kellen k „Alhambra* BadstraBe 58 Menschen Im Feuer m. Barry Ple! Marqcl« zu verkaufen mit Ad. Menfou Gute Böhnec schau Kristall-Palast Prinzenallee 1—6 Gr. Bühnenschao Sönd?n derV&tcr m. Emil Janning« FrL Lausbub mit Dina Gralla Palast-Theater Breite StraBe 21 a W. 6,30, Sbd. 5�30, Stgs. 4 Uhr Söndcn der VÄtcr m. Emil Jaemladk Grobe« Beiprogramm Tivoli, Pankow Berliner Straße 27 W. 630 U, Sbd. 5 30 U, Stgs. 4 U. Mutter Kran, 8», U. Das Schlft d. verlorenen Menschen Wildes ulnt. Wild West Film M Hnnnlssaorf M Fimpalast Beg. W. 6, 830 Stg 4'/., 61? g3. II. Berliner Straße 59 Stg. 2U'ug.-VorsL Seine Gefangene m t M. Sllls Fat nnd Patachon Im Zirkus Bühnenschau