BERLIN Dienstag iL Februar 1930 10 Pf. Nr. 70 B 35 47. Jahrgang erfS«t»tti»NchaaterS»«»t«ss. Zugleich Abeudautgade des.Vorwärts'. B-jugsorei« beide Ausgaben SS Pf. pro Woche. SFl>M. pro Monat. Redaktion und Lxreditivn; Berlin SW 6S, Lindenstr. s v\JoiWwf46 l »»eigenoreiCDie einspaltige Nonpareillejeile so Pf.. Reklamezeile d M. Ermäßigungen nach Tarif. »stscheckkoat»! Vorwärts-Derlag G. m.b.H.. Berlin Nr. S7ÜZS. Fernsprecher: Dönhoff SSL bis SS? Reichstag und �oung-Vlan. Nachruf auf Paul Levi.— Curtius über den Haag. Hilgenberg wird sprechen. Explosion in Kaschistenredaksion. In Triest- vier Verletzte. Rom. 11. Zebruar. wie der»ZNesfoggero" meldeL ist aus bisher noch uichl auf' geklärkeu Gründen am Montagabend in Triest ein Iltkental auf die RedakLon des �Vopolo dl Triest i' verübt worden. Um 22.50 Uhr, als die Redaktion und die Seherei bei voller Arbeit waren, erfolgte im ersten Stockwerk des Gebäudes eine furchtbare Sxplofion, der der Einsturz von Türen, Fenstern und Decken folgte. Bald darauf wurden vier verletzte, und zwar der Redakteur Neri, zwei Korrektoren sowie ein Voic in» Krankenhaus geschafft. An der Unglücksstelle traf sofort die Feuerwehr ein, um die Ausroumungsarbeiten vorzunehmen. Die Spitzen der Behörden, der Präfekt, der fafchistifche Bundesfekretär und der Regierungsbürger- merster trafen in Begleitung des Polizeimeistcrs unverzüglich in der Redaktion«in. Die ersten Untersuchungen hoben zu der Vermutung geführt, dah es sich um die Explosion einer großen Granate handett. Nach den„Messaggero" ist bisher über die Ursache der Explosion nichts Bestimmtes festgestellt worden, jedoch herrscht die Meinung vor, daß es sich um einen Terrorakt der Orjuna, der bekannten nationalistischen südslawischen Organisation, handele. Räumung beginnt! Marschbefehl für Anfang April. pari». 11. Februar. fEigenberichL) wie dle„Radio-Agentur" au» Kaiserslautern berichtet, haben die vorbereltnngeu zur Räumung der dritten Rhein- tandzoa« begonnen. Zn allen Garnisonen habe man bereits eine Znveulnr der der Reichsvermögensverwallung zurück- zugebenden beweglichen und unbeweglicheo Güter aufgestellt. Die Artillerie- und Kavallerieregimenter, die als erste zurückkehreu sollen, haben Marschbefehl für Ansang April erhalten. Aussprache über den Etat. Moldenhaner und dle Sachverständigen der Fraktionen. Reichssinanzmlnister Dr. Moldenhauer hatte am Dienstag vormittag mit den Etats- und Sleuerfachver ständigen der Regierungsparteieu im Reichstage eine erste Aussprache über deu Reichshaushallsplau für 1930. Vach Le- sprechung der allgemeinen Probleme wurde namentlich die Sanie- rung der Arbeitslose uverficheraug erärteri Dabei wurde, wie wir hören, die sogenannte Gefahreugemein- schuft zwlßcheu deu verschiedeueo Zweigen der Sozialversicherung von allen Seiten abgelehnt. Bei der Erörterung dar- über, wie da» Defizit der Arbeitslosenversicherung aus andere weise gedeckt werden könne, stand im Vordergrund der Vorschlag, im Besitz des Reiches befindliche Vorzugsaktien der Reichsbahn zu ver- äußern. Die anderen Vrobleme der Elalsgebarung wurden heule noch nicht erörtert. V>e Besprechungen werden in den nächsten Tagen sortgesehl._ Eingeborener Soldat schießt aus General. Paria. 11. Februar.((Eigenbericht) ®ege« den französischen Oberkommandierenden von Süd. Marokko. General Marquis, hat am Montag ein Eingeborener ein Attentat verübt Der General befand sich cuf einer Inspektionsreise. Zu seinem Schug war die Straße von Eingeborenen und französisch«, Truppen stark bewacht. Als las Äuto des Generals vor ein« Ein geborenen. Wachabte,. l u n g vorüberfuhr, schoß einer der Eingeborenen zwei Schüsse ab. die den General nur um Haaresbreit« verfehlten. Die übrigen Eingeborenen rührten keinen Finger, um den Attentäter zurückzuhalten� Ebenso passiv ließen sie es auch zu, daß er von jrauzöpscheg Soldaten jestgenomme» wuchs. Der Ring der Alkoholschmuggler. klmsah 60 Millionen Dollar jährlich. Chicago, lt. Februar. lieber eine große Alkohoischmuggeiorganisation. der die Volizei aus die Spur gekommen ist. berichtet die Zeitung„herald Examiner": Es handelt sich uw die umfangreichste Organisation von Alkohol- schmngglern, die seit der Prohibition aus gedeckt worden ist. Die Schmuggler bildeten einen Ring oder ein Syndikat vom At- lantlschen bis zum Stillen Ozean. Zhr Hauptquartier war Chicago. E» sind über 150 Personen in die Angelegen- hell verwickelt. Die Organisation befaßte sich damit, deu für legitime handelszweise denaturierten Alkohol Alkoholschmugglern in die Hände zu splelea. Die vundesagenten stellt«, fest, daß allein vier Millionen Gallonen nach Chicago und zwei Million«, nach Jim York verschoben worden sind, was bei einem Preis von zehn Dollar je Gallone ein«, Um sah von 6 0 Millionen bedeutele. Aus einer Gallone lassen sich nach chemischer Behandlung über zwei Gallonen Whisky, Gcnever od« Brandy herstellen. Rem Park. 11. Februar. Zu den bereits gemeldeten Massenverhaftungen von Angestellten des großen Hotels Manger wegen Verletzung der Prohibitionsvorschriften erklärte der Leiter der Pcohibitionspolize! Campbell, das Vorgehen seiner Beamten sei sorgfältig vorbereitet worden. 25 Agenten in Zivil wohnten seit 14 Tagen in verschie- denen Teilen des riesigen. 2000 Zimm« umfassenden Holelgebäudes und besuchten als Gäste vor all«n die Speisesäle und Reswuratwns- räume des Hauses. Nach Aussage der Agenten haben sie sich um die Erlangung verbotenen Mkohols niemals besonders zu bemühen brauchen, da ihnen die Hotelangestellten ohne Aufforderung weichen anboten. Tardieu der Flugzeugkaiastrophe entgangen. Paris, 11. Februar. Die Nachricht, daß das fahrplanmäßige Flugzeug Paris— Lon- don bei feiner Notlandung auf englischem Boden durch Brand ver- nichtet worden ist, hat hier tiefen Eindruck aus dem Grunde gemacht, daß Ministerpräsident T a r d i e u ursprünglich die Absicht hatte, dieses Flugzeug zur Rückkehr nach London zu benutzen." Nur der Umstand, daß der gestrig« Ministerrat sich länger hinzog, als ur- sprünglich angenommen war. hat diese Zlbsicht vereitelt. Minister- Präsident Tardieu hat dann den fahrplanmäßigen Zug benutzt. Zur 8oung-plan»Oebatte. Oer deutschnättonale Abgeordnete Egon Nimmerlein zu Llmfalls h ause ll übt zu Haufe fem ehernes.Nein' eiu. Der Reichstag«st heute mittag bei sehr starkem Beisuch wieder zusammengetreten. Aus dem Platz des verstorbenen Abg. Paul L«vi steht eine schwarzumflorte Vase mit einem Flieder, strauß. Präsident Löbe eröffnet die Sitzung mit folgendem Nachruf: In verhältnismäßig jungen Jahren ist unser nun verstorbener Kollege Paul Levi 1920 in den Reichstag eingetreten. Ihm ging schon damals der Rus eines ersten Juristen voraus. Und in den zehn Jahre» seiner Tätigkeit in diesen, hause hat er durch seine Beredsamkeit und Begeisterung in steigendem Maße Aufmerksam- keit errungen. Seine Fraktion, die ihn betrauert, verliert in Paul Levi einen ihrer begabtesten und eifrigsten Mitarbeiter. Aber auch der Reichstag hat feine besonderen Gaben nicht nur in den großen Debatten, sondern in der Kleinarbeit der Ausschüsse oft be- wundern können. Bei aller Schärfe der Dialektik blieb Paul Levi ein vornehmer, selbst den Gegner versöhnender Politiker, dessen handeln getragen war von einem starten und unbestechlich«! Drang zur Gerechtigkeit. Wir geben unserer tiefsten Trauer Ausdruck, daß diese große Kraft und dieser seltene Mensch so rasch ausgelöscht wurden. ' Der Reichstag und alle Anwesenden hatten diesen Nachruf stehend angehört. Nach Erledigung einiger Formalien leitete daraus Reichsaubenminister Dr. Curtius die erste Lesung des Haager Abkommens und der in Verbindung damit zu beratenden Vorlagen ein: Das Schwergewicht der sachlichen Ausklärung wird in den Ausschüssen liegen. Die Reichsregierung hat in ihrer Erklärung qom 30. Juli 1928 an die Spitze ihres Programms die Befreiung der nock, besetzten Ge- biete, eine befriedigende Lösung der Saarfrage und die endgültige Regelung der Reparationssrage gestellt. Am Ende eines eineinhalbjährigen Ringens haben wir den Räumungslermin bis 30. Zuni und elnen Reparationsplan erreicht. der eine erhebliche Minderbelastung für D«ltschland bringt. Der Beginn der Saarvch:handlungen hat sich durch die Neubildung der französischen Regierung bis Ende November verzögert. Da hierbei sehr kompliziene wirtschaftliche und völkerrechtliche Fragen zu lösen sind, hoben diese Verhandlungen nicht so rasch geführt wer- den können als zu wünschen war. Es lag im deutschen Interesse, diesen Umständen Rechnung zu trogen. Wir führen diese VerHand- lungen selbstverständlich mit dem Ziel, sobald wie möglich die reft- lose Rückgliederung des Saargebietes zu erreichen. Wir haben keinen Anlaß zu einem Zweifel, daß auch die Gegenseite diose Verhandlungen mit dem positiven Willen zu einem baldigen Abschluh'führt. Der Minister gibt darauf einen Rückblick aus die haager Verhandlungen. > Di« gegenwärtige Reichsregierung hat schon zwei Monate nach der Regierungserklärung gelegentlich der Tagung des Völkerbundes In Gens den Anspruch auf Räumung der noch besetzten Gebiete bei den Vertretern der Besatzungsmächte förmlich erhoben. Durch Beschluß der beteiligten Mächte vom 16. September 1928 tmirden Verhandlungen darüber wie über den Wunsch der fran- zöftschen Regierung nach Einsetzung einer Feststcllungs- und Ver- söhnungskommission eröffnet. Die Revision des Dawes- Plans andererseits wurde ht den vergangenen Jahren um so dringender gefordert, je höher die Belastung wurde, je klarer man die Ilnzulätzglichkeit des Planes und ine sich aus ihm ergebende Unsicherheit erkannte, und je stärker sich der Druck seiner politischen Fesicln fühlbar machte. Dieses deutsche Zatereste begegnete sich mit der Auffassung des Generalagenten. Seine Anregung fisl auch bei den Gläubigermächteu auf frucht- baren Boden. Der Minister bespricht nun die Pariser Arbeit der Sachverständigen mÄ ihr Ergebnis. Er fährt fort: Im engsten Zusammenwirken mst dem Minister für die besetzten Gebiete gelang es Stresemann, auf der haagcr Augustkonferenz die Verbindung mit der Reparationssrage in die Form zu bringen. daß für den Fall der Annahme des Poung-Planes und seiner In- gangsetzung ein fester Räumungstermin zugesichert wurde. Auch konnten reparationspolitische Opfer neben der Tragung eines Teiles der Besatzungskosten und Besatzungsschäden vermieden wer-- den. Wenn die vorzeitige Räumung heute bedauerlich oft als nebensächliches Ergebnis der haager Konferenzen behandelt wird, die Bevölkerung d� noch besetzten Gebietes denkt darüber ganz mtbers,(Sehr wahr! im Zentrum,) Mit ihr fühlen all« verant- wortlichen Politiker, daß der Tag der endgültigen Räumung ein denkwürdiger Augenblick ist, in dem schwer« Befürchtungen und Sorgen vergangener Jahr« ausgelöscht werden.(Sehr wahr im Zentrum.) Das Werk Strese- manns ist auf der zweiten.haager Konferenz fortgesegt worden. (Sehr richtig rechts.) Hier haben wir, entsprechend dem Grund- gedankcn des Voung-Planes selbst, Bereinbarungen getrofsen. die das sogenannte Sanktionssystem des Versailler Vertrag«? beseitigen. Der Begriff der Sanktionen ist für uns Deutsch« kein normaler Rechtsbegriff(sehr richtig): es ist die mit unseren schlimmsten Ersahrungen verbundene Bezeichnung jener Versailler Bestimmungen, deren wesentliches Merkmal darin be- stand, daß die Reparationskommission, das«inseitige Organ der Gläubigermächte, sogenannte Verfehlungen Deutschlands feststellen konnte, und daß sich aus dieser Feststellung ohne weiteres mehr oder weniger genau bestimmte Befugnisse der Gläubigermächt« er- gaben, die Deutschland im voraus als Bertragsrechl« hatte anerkennen müssen und nicht als feindselige Hand- lungen ansehen durfte. Es waren Srrasmaßnahmen wie sie nur der Sieger dem Besiegten auferlegen konnte. Der Redner legt nun dar, wie der Begriff von Sanktionen durch das Haager Ab- kommen beseitigt ist. Hilgenberg persönlich. Heute Auftreten im Deutschen Reichstag. Aach llurtius spricht für die Sozioldenzokrakie der Abg. Breit. scheid. während der Rede des Genossen Vrettscheid wurde zur allge- meinen Verblüffung und unker laug andauernder Heilerteit der Bame de» Abg. Hugenberg al» deulschnotlonaler Sprecher ans der Rednerliste aufgezogen. KpO. kann nicht weiterlügen. Angesichts der genauen Angaben des„Vorwärts- hat sie die Sprache verloren. Niemand soll sagen, daß es keine Wunder mehr gibt. Die„Rote Fahne- schweigt! Sie, die sonst leine andere Aufgabe kennt yls die, jeden Artikel, jede Notiz des„Vorwärts- mit spaltenlangen Schimpfereien zu beantworten— sie hat zu den Ausführunzen, die der„Vorwärts- äm Sonntag machte, nichts zu bemerken. Am Sonniag hat der„Vorwärts- über den geplanten Der- kauf des KPD.- Eigentums detailliert« Angaben gemacht. Er hat mitgeteilt, daß die kommunistischen Betrieb« ausgeboten worden sind mit der anreißerischen Lockung, es könne an Löhneu und Gehältern jährlich eloe Million gespart werden. Daß«in solches Angebot auf Kosten de? An- gestellten und Arbeiter gemacht worden ist. wagt die„Rote Fahne- nicht zu bestreiten. Sie schweigt in allen Tonarten. Ferner hat der„Vorwärts" mitgeteilt, daß am Freitag der vyr- vergangenen Woche in der Friedrichstadtdruckerei nicht mehr d«r volle Lohn gezahlt anerden tonnte, und daß sich'dieser Borgang zu Ende der vergangenen Woche wiederhast hat. Auch dazu hat dtt „Fahne- nichts zu sagen. Sie schweigt in asten Tonarten. Achtundyierzig Stunden halle die„Fahne-, halle da» ZK. der KPD, Zeit, eine neue Lüge zu erfinden, um sich zu rellen. Sie haben nichts erfunden, sie können nicht mehr weiterlügen. Sie schweigen in allen Tonarten. Das sei' für hxut« festgestellt. Im übrigen kommen wir auf hie Angelegenheit noch zurück. Eingeschlossen im Kohlenschacht. Vier Bergleute gerettet.— Das Schicksal zweier ungewiß Aachen, U. Februar. Die preußische Bergbehörde teilt ml«: Auf der Grube ..Kophia.Zacoba"bel Hückelhoven ereignete sich durch Zubruchgeheu einer Streb« ein schweres Grubenunglück. Sechs Bergleute wurden elngeschlosfen. Drei von ihnen kannten bereits nach zwei Stunden unversehrt geretlet werde«: von den übrigen drei eingeschlossenen Bergleuten tonnte sich einer durch Klopszeichen verständlich machen. Er hat angegeben, daß er leicht verleht ist. Die von zwei Seiten au» sofort in Angriff genommenen Rektungsarbeiken werden bei größimöglicher Beschleunigung unter Aussicht der Bergbehörden fortgesetzt. Ein zweites Telegramm meldet, daß. von den noch em. geschlossenen drei Bergleuien heute früh gegen 4 Uhr einer lebend und fast uoverlehl geborgen wurde. Ungewißheit besteht jetzt noch über die letzten beiden eingeschlossenen Bergleute. Die Rettungs- arbeiten werden fortgesetzt. Kronzeuge der Nazis. Breslau. 11. Februar.(Eigenbericht.) Einer der Hauptentlastungszeugen sür die seinerzeit in Schweidnitz wegen Landfriedensbruch angeklagten Nationalsozialisten war der.Vertreter- Hör st Schönwasser, der unter seinem Eid bekundet«, er habe gesehen, wie der Reichsbannerführer Bratsch «inen Stuhl in die Versammlung geschleudert und damit das Signal zum allgemeinen Tumult gegeben habe. Dies« Aussag« war auch der Anlaß zu einem anfänglich gegen Bratsch eingeleiteten Mein- cidsoersahren. Erst jetzt stellt sich heraus, wes Geistes Kind dieser Zeuge ist. Er hatte sich vor dem Liegnitzer Schöffen- gen cht wegen Betrugs zu verantworten. Obwohl verheiratet, hatte«r einer Frau erzählt, sein« Braut sei gestorben, er sei See» Offizier und vermögend. Unter dem Versprechen, sie zu heiraten, schwindelte er ihr 4l)ö M. ab. In einem anderen Fall« wußte er sich 16 M. aus betrügerisch« Art zu verschaffen. Gr wupd« wegen Betrugs in zwei Fällen zu drei Monaten einer Woche Gefängnis verurteilt. Gaudecken im Film erlaubt. Die Filmzensur hall- sich kürzlich ein Glanzstgck geleistet. Sie hall« in einem wirtschaftlichen Ausklärungßfilm. der über die Situation auf dem Schweinemarkt aufklären sollt«, an«inem Bilde Anstoß genommen, auf d-m zu sehen war, wie die Sauen zum Eber st all geführt wurden. Zur Wahrung der Sittlichkeit hat die i ampst Zensurstelle sodann diese»„Anstoß erregende" Bist» go- st r i ch e n.'Das Echo, das dieser Geniestreich in der Oeffentllchkeit fand, hat dis Herren Zensoren aber eines besseren b-l-hrt, und da auch«>ne Zensurbehörde nicht» so scheut, wie den Fluch der Löch-rlichtett, hat man sich nunmehr zur Freigabe des gesamten Films enffchlossen. Wir stellen be! den Zensoren der Filmprüfstelle den Fortschritt zur natürlichen Denkungsart mit Besriodtgung ftst., Sturm im Großen Schauspielhaus Gläubigerversammlung der Bank sür Oeuische Beamte. Zm Großen Schauspielhaus fand heule vormillag die erste Gläubigeruersammlung in dem Vergleichs- verfahren zur Abwendung des Konkurses der Bank für Deutsche Beamte statt. Mit Rücksicht auf die große Zahl der Gläubiger— etwa 10 000 Personen sind direkt oder indirell geschädigt— hatte man die Versammlung in das Theater verlegt, das außerordentlich starken Polizeischutz erhallen hotte. Die Plätze reichten jedoch trotz- dem noch nicht aus, sondern mehrere hundert Personen konnten keinen Einlaß finden, da die Theaterpolizei die Besetzung der Bühne verhinderte. Aus diesem Grunde kam es gleich zu Beginn zu stürmischen Szenen. Während der Vorstgende der Gläubigerversammlung, Amtsgerichtsrat Dr. Herr, und die übrigen Mitglieder noch mit der Polizei perhandelten, um weitere Plätze zu verschaffen, verlangte die Riesenyersammlung stürmisch den Deginn. Es ertönten laute Zwischenrufe, und besonders gegen den früheren Direktor Weber wurden starke Be- schimpfungen laut. Man rief: „wo sind die BUderschieber?!-. „Weber soll herkommen" und schrille Pfiffe und Händeklatschen wechselten einander ob. Schließlich eröffnete Amtsgerichtsrat Herr die Versammlung und teilte mit, daß trotz aller Bemühungen 1500 Gläubiger noch draußen auf Einlaß warteten. Die Versammlung werde aus diesem Grunde dann wohl vertagt werden müssen. Diese Ausführungen wurden erneut mit stürmischen Zwischen- rufen und„Schiebung" unterbrochen. Der Versammlung bemäch- llgte sich ein« ungeheure Erregung und alles brüllte durcheinander.?iur langsam ebbten die Zwischenrufe ab und mst besonderer Heiferkest wurde der Zwischenruf aufgenommen: ..Mach die Vogen zu und wo? du dann siehst, ist deins". Der Der- trauensmann Noetzel gab sodann einen sehr ausführlichen Be- richt über die Vermögenslage der Bank für Deutsch« Beamte, die bei dem Zusammenbruch mst einem Gesamtverlust von 7,40 Mil- Konen abschließt. Dieser abnorme Verlust stehe, wie Dr. Noetzel ausführte, in krassem Widerspruch zu den Bilanzen der Vorjahre, die bis 19Z» Ueberschllsse von 60 bis 70 000 Mark auswiese». Besondere Erregung riefen die Rllttrilungea über das Bildergeschäfl und verschiedene Kredite hervor, durch die allerlei RUllionenverluste entstanden seien. Interessant war auch die Mittellung des Res«- reuten, daß im Jahre 1027 bereits der Revisor des Revisionsver- bandes gewerblicher Genossenschaften in seinem Bericht auf die mangelnde Kontrolle, die Ungeklärtheit der Kredstgeschäfte und der personellen Verhältnisse hingewiesen und der Vorsitzende dieses Reviswnsverbandes, Dr. Korthaus. den Rücktritt Dr. Webers und eine Reihe weilerer Aenderungen in der Geschäftsführung ge- fordert hatte. Dr. Weber beantwortete diese Forderung aber mst dem Austrist aus dem Revisionsverband und trat einer anderen Revisionsgenossenschaft bei, deren Revisoren ebenfalls die Kredite bemängelten, aber keine so einschneidenden Bedingungen stellten. Dr. Noetz.-l stellie fest, daß der Zusammenbruch auf die fahr- lässige und unerhört leichtsinnige Geschäftsführung von Joseph Weber und Alois Weber zurückzuführen sei Sache von Treuhänder und Gläubigervertreter sei es, r e st l o s festzustellen, wer die Millionenbeträg« in so unerhört leichtfertiger Weise verschleudert habe und wo diese Gelder geblieben seien. Bei einem Vergleichsverfahren werde«s möglich sein, eine Vergleichsquote von 60 bis 70 Proz. herauszuwirffchaften. Dr. Noetzel gab hierauf noch einen Ueberblick über dis jetzige Vermögens- läge, wonach Aktiven in Höhe vpn 72 Millionen(einschließlich der erhöhten Anteile der Gläubigergenossen) Passiven in Höhe von 11,47 Millionen gegenüberstehen. Iuter- essant war bei dieser Aufftellung, daß die Buchforderungen der Beamtenbank zum Test nur mit 10 Proz. bewertet werden konnten und aus dem Bildergeschäft höchstens durch Erlös der Gemälde 50 000 Mark und 100 000 Mark vom Prinzen». Oehrmgen-Hohen- lohe eingehen würden. Bon Interesse war dann noch, daß die For- derungen an den M.chael-Konzern, von denen 4,2 Millionen zinslos bis zum Jahre 1835 in monatlichen Raten von 10 000 Mark eingehen sollten, ein Vergleich geschlossen ist, nach dem die Summen unter Zugrundelegung eines Gegenwertes von 1,8 Millionen innerhalb von 2 Iahren in Teilbeträgen von 100000 bis 350 000 Mark realisiert werden sollen. Dieser Vergleich mit Michael soll bei Inkrafttreten des Zwangsvergleiches Wirksamkeit haben. Weiter hoffte der Gläubigerausschuß durch Regreßllagen gegen sämtliche Verantwort liche Beträge retten zu können. Für den Gläubigerausschuß sprach hierauf Rechtsan- wall Dr. Bot l. der der Hoffnung Ausdruck gab, daß dem Vergleich zugestimmt werde, weil man hierbei günstiger abschneiden würde als bei einem Konkurs. Aus der Bersammlung erhoben sich jedoch erneut« stürmische Zwischenrufe. Der Redner betonte, daß die Abwicklung des Berfftelchsoersahrens etwa zwei Jahre in Anspruch nehmen �oerde und daß etwa 60 bis 70 Proz. herausgewirffchoftet werden könnten. Pleitegeier über Ehikago. Giadtbehörden und Verbrecherherrschast. Au» dem Dollarland« ist ein« seltsame Sunde gekommen. Ehikago. dl« wolkenkraßerstadt am Michlganse«. ist finanziell zusammengebrochen. Die Dteite ist so vollständig. daß dl« Stadtverwaltung sich willenlos einer rigorosen Finanzdiktatur unterworfen hat. da sie keinen anderen Ausweg aus dem Fluonzchaos gesehen hat. Das verarmte Europa hat sich schon im Lauf der letzten Jahre da»«amerikanisch« Wunder" mit etwas nüchternen Blicken betrachtet. Zehntausend« von europäischen Einwanderern hoben erkennen müssen, daß trotz der in den Bereinigten Staaten angehäuften Goldschätze und Vermögen, t rptz der Milliarden Kriegs» gewinne und jährlich in das Land fließenden Zlnstribute aus aller West, auch im Dollarlande nicht olles Gold ist, wa, glänzt. Auch in Amerika staut sich vor den blühenden industriellen Riesen- betrieben eine ganze Armee von Arbeitslosen. die keine Beschäftigung finden kann und sich dabei ohne Sozial- Versicherung durchs Leben schlagen muh. Die Europäer hohen auch lernen müssen, daß trotz der vielgepriesenen amerikanischen Freihett eine nur auf Dollarmacht fußende Klasse Politik, Lerwol- tung und sogar die Justiz bis zur Spitze beherrscht. Kaum glaublich aber erschien zunächst doch die Nachricht, daß die zweitgrößte und zweitreichste Stadt in den Vereinigten Staaten, Ehikago, einen finanziellen Zusammenbruch in einem Ausmaß erlitten hat, gegen den die kürzliche Finanzkrise der Stadt Berlin sich als eine unbedeutende momentane Gstdverknap- pung ausnimmt. Allerdings weht in Ehikago schon seit Jahrzehn- ten ein besonderer Wind. Die krassesten Gegensätze stoßen in deser Stadt auf�nander. An der Weizenhörse werden heute Ber- mögen erworben und morgen wieder verloren. Di« verwegensten und bedenkenlosesten Spekulanren der Weltbörsen geben stch in diesem Zentrum der Weizsnspekulaiion«in StellUch- ein. In Tagen, ja, in Stunden wird hier bisweilen das Schicksal weizenbauender Länder entschieden. Einen weiteren Grundstein zu dem»normen Reichtum Ehilagos haben di« weltbekannten Schlachthäuser und Fleischsabriken gelegt, wo die Schweinekönige ihre Millionenvermägen anhäuften. Neben diesem Reichtum hat sich in Ehikago aber ein Ber- brechertum seit Jahrzehnten sestgenistet, das mit Hilf« einer vollendeten Organisation und enormer'Geldmistel Bevölkerung und Behörden in unglaublichster Weise terrorisierte. Biideie Ehikago schon von jcher als Durchgangspunkt von Ost nach West «in Sammelbecken für den Bodensaß der Bevölkerung in den U.S.A.. so hat die Prohibition im letzten Jahrzehnt dem Verbrechertum zu neuer Blüte verbolfen. Di« kanadische Grenze stößt bereit» an den Nordrand des Michigansees und Chikagos Lage als Schmuggelzentrum ist daher geradezu als ideal zu be» zeichnen. Die staatlichen Behörden haben alles erdenkliche versucht, dem Berbrecherunwesen in Ehikago zu steuern. Sie haben mit berech- tigtem Mißtrauen gegen die ansässige» Behörden S t S a t S a N- walte und hohe Polizeifunk tionäre, denen ein besonderer Ruf vorausging, nach dieser Hochburg de» Verbrechertums gesandt, aber diese neuen Besen kamen erst gar nicht zum Auskehren. Bekannt ist der vor zwei Jahren eingetretene Fall, wo«i» neuer Staats- allwast auf einer feiner ersten Lnspektion» fahrten durch die Stadt von einem Panzerwagen überfallen und auf offener Straße mst Maschine ngewehrleuer erledigt wurde Ein weiterer krasser Fall, wo ein führender Polizelfunttionär spurlos verschwand. ist bis heute noch nicht aufgeklärt worden. Mit dem Dienstantritt des neuen Oberbürgermeisters T h o m p- son schien endlich ein« energische Aktion gegen das immer frecher auftretende Verbrechertum in die Weg« geleset zu«erden. Diese Annahme war jedoch ein« grob« Täuschung. Es hat sich jetzt her,. ausgestellt, daß Thompson selbst mit den Häuptlingen einer der führenden Verbrecherorganisationen u n r e r ei n e r D e ck e st e ck l e, und seine Komplizen unter den.feindlichen Brüdern" der übrigen Verbrecherwelt aufräumen ließ, nur um desto ungestörter di« Bevölkerung terrorisieren zu können. So hat sich auch im letzten Jahr nach einer ganz kurzen Zeit der Beruhigung das Verbrechertum um so unverschämter an die Oberfläch« gewagt. Erpressungen bei angesehenen und unbestechlichen Stadtverordneten waren an der Tagesordnung. Feuer- gefechte aus offener Straße bildeten kern« Ausnahme mehr und allein die Statistik der letzten Woche bringt neun Morde, die ausschließlich auf das Unwesen dieser Organisationen zurückzu- führen sind. Nach dem bisherigen Stand der Untersuchung bestcht kein Zweifel, daß die Wurzel des finanziellen Zusammenbruch» in der Korruption der Stadtverwaltung und in den Verbindungen mit diesen Berbrecherorganiscstionen zu suchen ist. Es sind Dinge ans Tageslicht gekommen, die für unsere Begriffe einfach nicht faßbar sind. So hat der Oberbürgermeister Thompson Millionen von Steuergeldern für private polstische Zwecke vergeudet, so sind in einem der reichsten Stadtteile Ehikägos seit zwei Iahren keine Steuern mehr eingezogen und trotzdem eine Ausgabenwirt- schaft getrieben worden, die allein die schwebenden Schulden der Stadt auf annähernd 400 Millionen Dollar, also 1,6 Milliarden Mark hochgetrieben hat. Die Aermsten der Armen haben die Nackenschläge der setzt ein- getretenen Riesenpleste zu allererst zu spüren bekommen. Kein Geld- geber hat sich mehr gefunden, um die leeren StMkassen für die dringendsten Ausgaben noch einmal zu füllen. So ist die Armenfürsorge eingestellt. sind Krankenhäuser und Schulen geschlossen und die L ö h n e und Gehälter für 40 000 städstfche Arbeiter und Beamte un- bezahlt. Der Finanzdiktator, ein Chikagoer Rechtsanwalt und politischer Todfeind Thompsons, hat zunächst eine allgemeine fünf- zehnprozentige Gehaltskürzung festgesetzt. Wie die Stadt mit der durch und durch korrumpierten Verwaltung wieder zu geordneten Verhältnissen kommen soll, ist allerdings noch ein großes Rätsel. Großseuer bei Müggelheim. Es wird Brandstistung vermutet. Das Gelände in der Röhe des Restaurant»„hart- w l g s q u e l l" an der Großen krampe bel lliüggelheim war heule früh wieder der Schauplatz eines Sroßfeuers. Wie wir vor etwa acht Wochen berichteten, wurde durch ein uächrliches Feuer das Restaurationsgebäude.in dem nur ein Wächter wohnte, zum größte» Teil z e r st ö r t. Es tauchten sogleich Gerüchte auf. daß verbrecherische Hände das Feuer angelegt hätten. Die polizeilich« Untersuchung verlief seinerzeit ergebnislos. Heut« früh kam im Morgengrauen vom.�artwigsquell" abermals Feueralarm In einiger Entfernung vom Restaurant, dicht am Wasser, befindet sich est, etwa 60 Meterlanges, in stückiges Fabrikgebäude. Der Betrieb liegt zur Zest still. Aus dem nördlichen Teil des Hauses loderte» plötzlich die hellen Flammen empor, und bevor die Müggelheimer und Köpenicker Feuerwehren zur Stelle waren, brannte das Fabrikgebäude in seiner ganzen Ausdehnung lichterloh. Die Flammen fanden an den Kisten uno Verpackungsmaterial überaus reiche Nahrung. Kalte Sozialisierung schreckt. Oos internationale Kapital gegen die Sergarbeiter. Die in Berlin tagende Reichstonferenz der Bergbau» industriearbeiter Deutschlands fällt in ein« Zeit katastrophaler Zu- stände auf dem Arbeitsmarkt und scharfer Spannungen in der Wirtschaft. Die Stimme der Bergarbeiter, ihr« Kritik und ihre positiven Vorschläge, verdienen daher gerade jetzt besonder« Bs- achtung. Die Tagesordnung der Konferenz ist außerordenjiich reich» haltig. Sie enchält Referate über die Wirtschaftslage, die Stellung der Gewerkschaften zur Zallfrage und die Taktik bei Lohn- und Tarifbewogungen. Darüber hinaus will sie sich noch mit der inter- nationalen Regelung des Kohlenproblems und einer Reihe sonstiger, für die Organisation bedeutsamer Fragen befassen. Der Vorsitzende des Verbandes, ch u s e m a n n. gab einen grotzangelegten instruktiven Mrtschastsüberblick. Sein Gedanken- gang lätzt sich solgendennatzen skizzieren: Das Thema der wirtschaftspolitischen Diskussion des vergonge- nen Jahres war die Frage der Sapikalbildung. Für die Herein- nahm« von Auslanldskapital bestehen grundsätzlich zwei Möglich- leiten: die Form der Anleihe und die der sogenannten Dauerbetei- ligvng. d. h. Ueberergnung von Aktien an ausländisch« Kapitalisten. Die Dauerbeteiligung ist billiger als die Obligationsschuld: sie hat jedoch den Rachteil, daß sie dem Ausländer ein Recht auf die Führung des Unternehmens«Inräumt. Es ist daher die B«- fürchtung aufgetaucht, daß ausländische Unternehmer deutsche Beiriehe stillegen. um so für ihr« heimischen Produkte mehr Absatz zu haben. Sollte diese Befürchtung sich bestätigen, sollte z. B. die General Motors Comp, dazu übergehen, die Opel-Werke stillzulegen, um dafür amerikanische Wagen zu vertreiben, dann müßte zweifellos der Einfluß des Stankes aus die Betriebsstillegungen erweitert werden. Bis jetzt find jsdoch jolche Befürchtungen noch nicht zur Tat- fache geworden. Es ist auch nicht anzunehmen, daß fremde Kapita- listen ein deutsches Unternehmen stillegen, solange es noch rentabel ist. Ist es aber nicht mehr rentabel, dann ist sein« Existenz sowieso. in Frag« gestellt. Auch der deutsch« Kapitalist schreitet dann zur Stillegung. Die Sicherung der Rechte des arbeitenden Rtenschen gegenüber dem Kapitalisten, gegenüber dem einheimischen wie dem fremden, ist Sache der Gewerkschaften. Dieser Kamps muh geführt werden, ohne Rücksicht darauf, welcher Rationalität die Besitzer des Unternehmens sind. Im Augenblick darf man jeden- falls die Beteiligung des Auslandskapitals durch Uebereignung deutscher Aktien ats das kleinere U« b« l ansehen. Wenn nun im vergangenen Jahr nur 377 Millionen im Ausland aufgenommen worden sind, so kann man daraus natürlich nichl schließen, daß wir heute schon auf die ausländische Kapitalhilf« verzichten können. Die Arbeitslosenzisser von drei Millionen spricht hier eine nur allzu deutliche Sprache. Auch die Slrberterschaft übt heute schon in recht ersreu- lichem Umfange Spartätigkeit. Bei den lohnpolitischen Be- wegungen muh damit stärker gerechnet«erden. Di« Durchsetzung ihrer Forderungen wird der Arbeiterschaft um so leichter fallen, je besser ihr der Nachweis gelingt, daß da» Amer. nehmen oder der Industriezweig, die entstehende Mehrbelastung trag«« lann. Wenn die steigenden Einlagebestäpb« aus den Sparkasse» die Gewähr dafür gehen, daß ein« Kopitalbildung in recht reichlichem Umfange auch unten möglich ist, dann ist zwischen hohen Löhnen und gesteigerter Kapitalbüdung kein Widerspruch mehr zu entdecken. Das haben auch die Unternehmer schnell begrisfen und deshalb richtete sich im vergangenen Jahr ihr Kampf ebenso gegen Lohn- erhöhung wie gegen die Spartätigkeit der Arbeitnehmer. Die Antl- pathie der Industriellen gegen die Sparguthaben der Arbeitnehmer bat natürlich ihr« tieferen Gründe: die Spartassen berücksichtigen bei ihrer Kreditgewährung in erster Linie kommunale und öffentlich« Körperschaften. Kommunaler oder genossenschoft- licher Eigenbesitz ist aber für die Industriellen da» Schreckgespenst der kalten Sozialisiemog. Die Unternehmer wollen Kapitalbildung durch Senkung de» Zins- fotzes: hierin kann man ihnen zustimnren. Sie wollen sie durch Riedrighaltung der Löhne, um aus diese Weise alle erforderlichen Neuerungen im Unternehmen aus laufenden Ueberschüsien zu finanzieren; hierin kann man ihnen nicht zustimmen. Di« Ab- schreibungen und auch die offen ausgewiesenen Reserven sind wäh- rend der letzt«« Iahte gewaltig gestiegen. Die Selb st sin an- zierung hat ihre s chw e r e n R a ch t« il e. Sie führt leicht zur Nachlässigkeit in der Kalkulation und zur Uebermacht des Technikers über den Kaufmann. Der Industrielle, der sich zur Beschaffung des notwendigen Kapitals an den Geldmarkt wenden muß, wird jchärser kalkulieren. als der, der aus eigenen Mitteln seine Werke modernisiert. Und wag nützt uns schließlich eine technische wunderwelt, wenn da- »eben das große Heer der Arbeitnehmer an den gesteigerten Erträgnissen der lvirtschasl nicht teilnehmen kann. Der Sinn der Wirtschaft muß doch sein, die Massen des Volkes aus- reichend zu ernähren, und kulturell zu heben. Der zweite Teil des Vortrages bestand jn einer Skizze Hufe- mann» über die Loge des deutschen Bergbaus: Die Kohlenförderung des vergangenen Jahres hat mit lSZ,4 Millionen Tonnen Steinkohle und 17S.2 Millionen Tonnen Braunkohle einen Rekordstand erreicht. Auch die Koksproduktion stieg mit 38,s Millionen Tonnen auf eine höhe wie noch nie zuvor. Sie vor ollem wird bei den kommenden Lohn- und Arbeitszeitbewegungen stark berücksichtigt werden müssen, denn nach den Behauptungen der Unternehmer des Kohlenbergbaus werden Gewinne vor allem durch die Redenproduttion erzieU Der größte Teil der gestiegenen Förderung wurde im Inland« abgesetzt. Damit sind die Unternehmer in den Genuß der höheren Inlandspreise gekommen, denn das Au»land ist durchweg Kon- kurrenzgebiat. In allen Revieren sind im Lauf« des Jahres B-legschaftsausfüllungen erfolgt Di« Leistung pro Mann und Schicht ist in allen Repteren gestiegen. Im vergangenen?ahr war di, Lohnausbeut« verhältnismäßig gering, die Rentabllität der Werke hat sich gebessert. Daraus ergibt sich, daß d?» t«» u-send» Lahr in vielen Revieren hart« Kämpfe tue»in« größer» Beteiligung der Bergardesterschast an d« deutsche» »ergbauwirtschaft dringen wird. De» Abschluß der Rede Husemann» bildete ein« scharf» Ab' wehr der bei den Pariser Saarverhandlungen zutage getretenen Bestrebungen, die von Frankreich verwalleten Saargruben In den Besitz einer tnkernalionalen Gesellschaft zu überführen.„Ich kann nur erklären", betont« chusemann mit Nachdruck...daß wir un» bis zu« Setzten gegen derartig« Pläne zur Wehr I«tzen werden.' 9 Im Preußischen Landtag ist der Antrag eingebracht worden, für eine würdige Unterbringung des Museums für Volkskunde zu sorgen. Wir setzen unsere Hoffnung auf den neuen Kultusminister und auf die Einsicht des Finanzministeriums, daß diese verschleppt« Angelegenheit endlich ins reine gebracht werde. Denn es ist eine Kultursach« von erstem Rang für Preußen und für Berlin. hier war schon im Oktober gelegentlich der schönen Ausstellung des Museums in der Akademie, ausführlich die Rede von den kost- baren Schätze», die in der Klosterstraße 36 ungesehen in Dunkel- kammern ruhen, und von der Tattraft des neuen Direktors Dr. Kahn, der alles daran setzt, da» Museum aus dem Zustande zu erlösen, in dem es sich seit Jahrzehnten befindet. Ein Gang von zehn Minuten durch die finsteren, bis zur Unmöglichkeit vollgestopften, engen Räume des alten Ritterschen Palais genügt, um von der Notwendig, keit einer Umsiedelung zu überzeugen. Wir empfehlen den Mini- sterien uich dem Preußischen Landtag, sich aus dies« Weis« selber davon ein Bild zu machen. Außerdem sind die Tage des Schlüterschen Palais in der Klosterstraße gezählt. Wie viele wertvolle all« Bauten in Berlin, wird e» in kurzem einem großen Verk-Hrsdurchbruch geopfert werden, das steht fest. Die maßgebenden Instanzen können sich hier also ein Verdienst um die Kultux erwerben, wenn sie recht. zeitig zugreifen, bevor ihnen die bittere Notwendigkeit den Lorbeer au» den Händen windet. Wohin das Museum für Volkskunde umziehen soll, perdient allseitiges Nachdenken, Drei Gelegenheiten präsentieren sich Da ist der Bau der ehemaligen Kunstgewerbeschule in der Prinz-Albrecht-Straße, zur Zeit an Privatunternehmungen v«r. mietet: die Kontrakt« lausen in Kürze ab. Für diese hellen nüchternen Räum« spricht ihre zentrale Lage und di« Nachbarschaft des Pöller- Tänze. In der„Komödie" gab die Tänzerin La Merl eine Ma- tinee. Befindet sich auf einer Welttournoe, di« sie bisher von Nord- und Südamerika nach Wien geführt hat. Ihre Spezialität: Ero- tische(asiatische, amerikanische, hawaische) und spanische Tänze. Kunst aus zweiter Hand. Weniger Produktion als Reproduktion. Weniger genußreich als belehrend. Illustrationen zur Tanzgofchichte. Aber nicht solche von dokumentarischem Wert, wie sie Eingeborene der betreffenden Länder geben könnten, so lang« sie„pm internatio. nalcn Barietegetst unberührt sind, sonöern Stilisierte», durch ein fremdes, kultiviertes Temperament Gesehenes und Gestaltetes. Was wurzelechr und was aufgepfropft ist, kann man nicht unterscheiden. Daher bleibt der Lehrwert zweisethaft. Exotische Tänze können be- fruchtend auf den neuen, in Deutschland entstandenen Kunsttanz wirken. Wir haben das bei den Javanern erlebt. Unverfälscht« Japaner, Chinesen, Inder, Mexikaner, wären uns willkommen. Dor den Tänzen der La Merl ahnen wir zuweilen, was sie un» geben könnten. Aber wir ahnen es nur. Im Rahmen der Kunstabend«, die die Stadt Schöneberg im Bürgersaal ihres Rathauses oeranftallet, debütierte dos sehr jugendliche Fräulein G i n a B a lu s che s. Ist aus dem Ballet her, vorgegangen, hat ihr Talent aber rechtzeitig in die künstlerisch vor- nehm« Sphäre der Berliner Wigman-Schule gerettet. Ballettan- klänge nicht mehr bemerkbar. Ueber eine Vierzehnjährige kann man kein abschließendes Urtell fällen. Es ist noch alle» in Knospenform. Alles wird korrekt gebracht, das meiste erscheint aber mehr demon- striert als gestaltet. Mehr Gelerntes als Gelebt««. In klaren Kom- Positionen lasten rhythmisch gut und folgerichtig gesetzte Bewegungs- reihen, sowie schöne, ausdrucksvolle Schlutzattitüden für di« weiter« Entwicklung der jungen Dame Bestes erhoffen. f. 8. Formt der Beruf das Gesicht? In der Physiognomischen Studiengesellschaft sprach der Vor- sitzende Dr. Paul Cohn unter Vorzeigung vieler charakteristischer Prajektionsbiüer„Ueber einige Berufsgesichtsr". Das scheinbar« Berussgesicht ist nicht in allen Fällen auch ohne weiteres als ein- facher Berussstempel aufzufassen, häufig stt e? ja schon eine de- stimmt« Anlage, die sich den bestimmten Beruf erwählt, von dem sie dann nur gestärkt und in ihrer physiognomischen Prägung noch charakteristischer gestempeli wird. Gchematisch gäbe es körperlich«, seelische und geistig« sowie gemischte Beruf«. Der roh körperliche Beruf der Feldarbeiter stemple das Gesicht und besonders die Stiin durch reine Arbeitsfallen: die Abwehr der Blendung gegen das Sonnenlicht erzeuge gewisse charakteristische Stirnfalten. Der bäue- rische Großbesitzer nähere sich bereits mehr dem Herrentypus, ein großer Teil von Herrenköpjen entstammt einem solchen veredel- ten Bauerntypus. Auch der Typus des Iägers zeig« sehr oft den Typus des Herrengesichts, modifiziert durch di« eigentümlich aus- geprägten Falten, welche das dauernde scharfe Spähe« und das Zielen um das Aug« herum erzeugten. Unter den Sportberufen seien die breiten Köpf« der Ringer mit ihr«r niedrigen Stirn, der kurzen Rase, dem auffallend großen Untergesicht deutlich von den mehr gestreckten Köpfen bei Läusern, Tennisspielern, Fechtern»sw. unterschieden: den höchsten Typus zeigten di« Fliegergesichter, bei welchen die Spannung der Nerven am meisten vorwiege. Arbeiter» köpfe zeigten häufig nicht nur den Einfluß des Milieus und der Er- nährung. sondern auch der Fabritluft und der Eintönigkeit des mechanischen Berufs. Bai den Führern der Industrie und besonders den Organisatoren, sei ein auffallend breitköpfiger Typus häufig anzutreffen. Unter den Seelenbsrufen zeige der Pastorenkops zwei haupttypen, den glühenden und den friedlichen, den„Löwen"- und den„Lämmer"»Typus, welche tief in die körperlichen Konstitutionen hineinleuchteten und zu dem hinführten, was wir..Gläubigkeit" nennen. Unter den Künstlerberufen sei bei den Musikern der breit- stirnige Typus vorwiegend, bei den Malern«in hachstirniger Herrenkopf: eine„Kulpnase"(Zill«) lamme bei ihnen kaum vor. Bei den Schaufpielergestchtern seien die markanten G-stchtsfalten Infolge der dauernden Berufsspannungen In der Tharakterdarstellung bezeichnend: b»! den Komikern find- sich häufig eine kleine, dick- leibig« Konstitution, welche wahrscheinlich an sich zur„komischen" Stimmung disponiere, der?« Wirkung auf andere Menschen dann mit»um Komikerberuf h'ntrelbe. Bei genauer Beobachtung«ür- den sich für di« mestten Berufe irgendwelche feinen Berufsstemvel ergeben, die schon rein instmkiiv in vielen Fällen empfunden wür, den(Bäcker-, Fleischer-, Sck/oster-, Schuster-. Schnaideroesibtsr usw.). Es sei sehr rel'voll, au? dem Gesicht allein jedesmal auf die darunter liegende Konltitutisn zu schließen und aus dieser erst die Neigung zu dem gewählten Berus zu verstehen. VF W9999| V ♦ kunde-Museums, besten Schätze dem gleichen Bezirk angehören wie die der deutschen Volkskunde. Di« zweite Gelegenheit wäre das vielgenannte Schloß B e l l e v u e. Der Unzulänglichkeit der Räume könnte durch An- bauten abgeholfen werden. Daß die Berliner Künstlerschaft jüngst ihre Wünsche aus �ein Ausstellungsgebäude in die unmittelbare Nachbarschaft des Schlosses richtet«, spricht nicht dagegen: beide könnten sich gegenseitig in ihrer Anziehungskrast verstärken. Am plausibelsten erscheint die dritte Möglichkeit in Gestalt des Jagdschlosses Grunewald. Die Analogie zu dem vorbildlichen Skanfen-Museum in Stockholm liegt auf der Hand: vor allem die Aussicht, alte Vauernhäuser und dergleichen in unmittelbarer Nachbarschaft als Ergänzung zu einem Freiluftmuseum zu errichten. Der eine Einwand, daß der Platz allzu weit an der Peripherie Berlins liege, wird durch die beständig steigende Popularität des Grunewalds entkräftet. Ein Museum für Volkskunde darf und soll vor allem ein Ausflugsziel breiter Volksmassen für den Sonntag sein. Der ander« Einwand betrifft den Grundbesitz. d«r der Stadt Berlin eignet. Mir scheint, es wäre ein« Ehrenpflicht de? Reichs- Hauptstadt, das Terrain für ein großartiges Freilustmuseum der deutschen Volkskunst zur Verfügung zu stellen, als einem all«« Deutschen angehörenden Kulturgute. Bei einer solchen Ausdehnirngsmoglichkeit wäre auch die Forderung zu erfüllen: die künstlerisch wertvollsten Bestände von den bloß folkloristischen und kulturgeschichtlichen räumlich zu trennen: so etwa, oder noch glücklicher, wie es beim Völkerbund- museum geschehen ist. hier kann man unbedingt aus den Takt und da? große Wissen des Direktors vertrauen, der seine Schätze zur Genüge kennt, um sie jedem Bedürfnis entsprechend aufzustellen, od das nun in einer Trennung von Studien- und Kunstmaterial oder in anderer Gruppierung geschehen mag. Peul F. Schmidt. Heilige LournaUsten. Zum ersten Male in der Geschichte der Presse sollen, wie di« .Literarische Welt" mitteilt, Journalisten von der kathglischen Krrchc kanonisiert werden. Es Handell sich um die Franzosen CamUt« Ferro« und PHilibert Vrau. die am Ende des vorigen Jahrhunderts in Lille eine katholische Zeitung Herausgaben. Die Zeitung ging schlecht, und die frommen Redakteure gründeten eine Textilfabrik. um mit d«m Gewinn die Zeitung aufrechtzuerhallen. Die fromme Tätigkeit der beiden wird noch heute in Lille hoch ver». ehrt, und aus die Bitte der Bevölkerung beschloß der Vatikan, dty Journalisten zu kanonisieren. Bitte an Bürokratius. Du teilst uns mit:„Soundsoviel Kinder wurden schulisch be- treut."— Etwas in mir protestiert gegen die Mlleilsamkell. Was ist schulisch� Ein Wort, das nur in dex Phantasie eines dem Schullsmus gänzlich verfallenen Schulisten existieren kann. Ober wird fetzt die deutsche Sprache bürolisch verbessert? Und. bitte, warum„betreut"? Der Laie bemerkt in diesem Wort nur die satte Ueberheblichkeit de? selbstzufriedenen Bürokraten. Alle Augenblicke wird wer anders bei uns„betreut". Die Arbeits- losen werden beireut, die Obdachlosen werden betreut, sogar die Zuchthausgefangenen werden seelsorgerisch betreut— wir wissen uns vor Betreuung gar nicht mehr zu retten. Nächstens werden wir lesen, daß der aufsässige Strafgefangene sowieso drei Tage lang in der Beruhigungszell« betreut worden sei, daß dem Schulschwänzer hänschen Will«ich der Lehrer Trommelgut den hintern betreut habe. Der Ehemann Tunichtgut hat ehebrecherischerweise fünf Nachbarinnen betreut ober— vielleicht drückt man das auch so aus— er hat seine Gattin ehebrecherisch beuntreut. Der Stahlwerksverband wird demnächst ZOO 000 Arbeiter ausspexrerisch betreuen, und das Schwurgericht beim Landgericht I betreut einen vierfachen Raubmörder mit der Todesstrafe. Ueb immer Betten und Red- lichkeit... Eine hohe Justizbehörde teiste mtt, daß sich auf wiederholt« An- frage der eine Inkulpat zögerlich) der andere w e k g e r l i ch verhalten habe. Mit Verlaub: die Behörde verhält sich lächerlich! Aber pfleglich wird sie die Sache weiter im Auge beHallen. Wenn ich dem Verfasser des Schriftstückes mitteile, daß ich fern Deutsch für erschrecklich Halle, so wird er mit mildem Verweis meine Ansicht als„felilsam" bezeichnen. Auch eines der neuen Juristen- modeworte. Dieses„fehlsam" ist Balsam sür die Ohren oller, die das harte Watt„falsch" nicht verttagen. Ich bitte also gehorsam- lich, das Wort„fehlsam" tunlichst unzögerlich abschaffen zu wollen. Ader leider— dos wäre nicht„ttagbar". Jcmath»n. Gedächtnisfeier für Peter<5. Landeker. In der schwarz verhängten, mit Lorbeergrün geschmückten Philharmonie fand«ine Gedächtnisfeier für Peter S. L a n d e k e r statt. Als Besitzer des Hauses, als Milbegrünber der Philharmonischen Konzerte und Förderer der musikalischen Institutionen, die mit dem Namen der Berliner Philharmonie ver- bunden sind, hat Londeker mehr als ein Menschenalter hindurch, der Oeftentlichkcit wenig sichtbar, am Musikleben unserer Stadt tätigen Anteil genommen. In einer schlichten, herzlichen Gedenkrede gab Bruno Walter ein schönes Bild vom Leben und Wirken des Verstorbenen, dem er als Freund persönlich nahe gestanden, und ehrte fem Gedächtnis durch eine erlesene Folge musikalischer Dar- bietungen. Zur Mitwirkung waren erste Kräfte d«s Berliner, des internationalen Musiklebens gewonnen: neben dem Philharmonischen Orchester Frau Charles Cahier. di« brühmte Sängerin, und Fritz Kreisler. Di« Namen Bach, Beethoven. Schubert. Mahler zierten das Programm. Es war«ine eindrucksvolle Feier. K. P. Was der Llmbau der Staaisoper tostet. Die Denkschrift der Oberrechnungskammer für die Rechnungs- iaht« 1224 bis MS gibt als erste Rette für den Umbau der Staats- oper Unter den Linden den Bettag von 1S10S138 Mark bekannt. SSM« der Amtliche Preußische Prestedienst meldet, hat der preußisch« Finanzminister in Beantwortung einer Kleinen Anfrage nach der höhe des Restbettngep jetzt ntttgetellt, daß dieser W000 Marl l" trägt. Sanb für ftannmieftnaa-.V Im»«Srntn b-S Seirpen««» für«unsi. crzledmifl findet im genti atinftilut für Erziebunz und Unterlicht. Porsdcimcr Strafie 12C am tS, 20 Udr. e!n Rembrandt-Ad- n b»alt. Vtr tragende: Union sitätsvrofestor Dr. Fischel und Kuristjchnststeller � r Osbarn. SintritUprei« t SU. Die Zigeunerin und die Dummen. Sie bespricht das Geld und nimmt es mit. Uata dauernd«« schallend«» GelSchke«. dem sich auch der Gerichtshof zeitweise oicht entziehen konnte, spielte sich gestern mittag eine Gerichtsverhandlung gegen die süufzig. jährige Zigeunerin Amalie ö t e I n b a ch vor dem Schössen- geeicht VerNn-Aiille ab. Bezeichnenderweise waren fast alle Opfer, die der Gaunerin auf i'en Leim gegangen waren, ältere Männer. Nur eine Frau war r rch darauf reingefallen. In Selbstironie sagte einer der Zeugen, l in Mähriger Inhaber eines Textilwarengeschäftes:„Ich bin in "Berlin geboren, das glaubt man eigentlich nicht." Für die An. geklagte muß das Geschäft sehr einträglich gewesen sein, denn als sie im August 1927 festgenommen wurde, erwirkte sie ihre Haft» Entlassung durch die Stellung einer Kaution von 2000 Mark. Sie Tonnte es sich leisten, das Geld an die Staatskasse verfallen zu lassen und zu verschwinden. Erst im Dezember vorigen Jahres wurde sie wieder bei neuen Streichen erwischt. Inzwischen war sie mit einer Zigeunerbande im Lande gereist und hatte überall ihre Zauberkünste ausgeübt, so daß noch mehrer« Haftbefehl« gegen sie schweben. Gestern war Amalie S t e i n b a ch angeklagt des Diebstahl» in einer Reihe von Fällen und der Intellektuellen Urkundenfälschung, weil sie bei ihrer Festnahme falsche Namen in das Register hatte ein. tragen lassen. Der erst« Zeuge, ein Invalide, End« der KOer Jahre, erzählte folgendes:„Eines Tages sprach mich die Frau auf der Treppe vor meiner Wohnungstür an und bot mir Seife an. Ich sollte ihr etwas abkaufen, der liebe Gotte würde mir's danken. Als ich ihr dos Geld gab, sagte sie, ich müßte es in Papier einwickeln, damit sie es bekreuzigen könne und damit es mir und ihr Segen bringe. Ich tot das, und da sagt« sie mir, indem sie auf mein« Hände sah:„Väterchen, du scheinst krank zu sein." Ich mußte ihr mein Geld zeigen, es würde mir Glück bringen, wenn sie es b e- kreuzige. Ich dachte mir, daß ja nichts passieren kann, wenn ich dabei stehe, und daß es ja nichts schaden könne. Ich ließ st« in die Wohnung hinein und holte die W i r t s ch a f t s k a s s e. Sie fuhr mit den Fingern darin herum und sagt« darauf:„Du mußt noch mehr Geld haben, das muß ich auch bekreuzigen." Da kam ober meine Frau hinzu und stellte fest, daß 14 Mark verschwunden waren. Sie bot uns 10 Mark, aber meine Frau ließ sie festnehmen." Dem Textilwareninhaber hatte sie eine Besprechung angeboten, damit er eine reiche Frau bekomme. Er sollte ihr die Kasse zeigen, sie wollte sie besprechen, damit recht viel daraus werde. Dann verlangte sie auch die Brieftasche zu sehen, ließ sich Nadel. Faden und ein Taschentuch geben und legte das Paket unter oller- Hand Hokuspokus in die Kasse. Der Mann mußte ihr auch auf die Straße nachfolgen, sollte eine Stunde warten, bekam ober nach der Verabschiedung der Zigeunerin Bedenken und stellt« fest, daß die 120 Mark fehlten. Der letzten Zeugin war die Angeklagte mit den Worten entgegengetreten:„Ach, Sie sehen so krank aus, Mütterchen. Ich werde Ihnen helfen." Di« Frau mußte einen Strumpf, Salz und ihr Geld holen. Sie hott« nur 25 Mark, die sie für die Miete zurückgelegt hatte. Die Wahrsagerin fragte noch:„Ist das alles? Beschwindeln Sie mich auch nichj?" Dos Geld wurde in dem Strumpf verknotet und ins Spind gelegt. Mit einer Hand voll Salz mußte die Zeugin hinter der Zigeunerin auf der Straße hinterhergehen und«s links und rechts ausstreuen. Natürlich war das Geld verschwunden. Zufällig traf die Zeugin die Angeklagte in der Halle wieder und ließ sie festnehmen. Vorsitzender:„Was hat Ihr Mann dazu gesagt?" Zeugin:„Ach. mein Mann, weiß davon nichts. Der hätte mich verhauen."(Stürmische Heiterkeit.) Staatsanwaltschaftsrat Dr. Seidenspinner beantragt« zwei Jahre Ge» fängnis. Das Urteil lautet« auf«in Jahr Gefängnis. Land- gerichtsdirektor Steinhaus geißelte sehr scharf die Dummheit des Publikums, das kein Mitleid verdien«. Auf diese Leute treffe das Sprichwort zu:„Die größten Kälber wählen ihre Metzger selber." Der warme Januar-ISSv. Teilvrsache: zunehmende Bebauung undJndvstriealisiervng Diejenigen, die auch in diesem Jahre einen kalten Winter er» warteten, sind enttäuscht worden: nachdem schon der Dezemberdurch- schnitt um rund drei Grad über dem langjährigen Mittel lag, ist auch der eben verflossene Januar abnorm warm gewesen. Das in Berlin-Innenstadt beobachtete Monatsmittel beträgt nach einer Mitteilung des Meteorologischen Instituts 3,2 Grad. In der freieren Umgebung(Dahlem) war es wie stets mit 2,2 Grad um rund«inen Grad niedriger. Damit weicht in der Stadt die Januar- temperotur um+■ 4,4 Grad vom langjährigen Durchschnitt ab. Es liegt nahe, in der bis 1766 zurückreichenden Berliner Temperatur- reih« ngch ähnlich warmen Ianuarmonaten zu suchen. Es sind ihrer nicht viel«, so daß sie mit den beobachteten Mittel- werten hier aufgeführt werden können: Ausfallend ist die Häufung der abnormen Fäll« in der Zeit seit 1866. Während in den ersten hundert Iahren der Reihe der Januar nur dreimal ebenso warm oder wärmer wie der ver- flossene gewesen ist, kann dies in den vergangenen 65 Iahren sechs- mal vor. Natürlich spielt hierbei die zunehmende Bebauung i'Nd In d u st r i a l i s i e r u n g der Stadt ein« Rolle. Jedoch ist aus einem großen Teil Europas bekannt, daß in den letzten hundert Ialiren die Winter im Durchschnitt wärmer geworden sind, wenn auch einzelne besonders kalte Winter auftraten, von denen uns der vorige noch in frischer Erinnerung ist. Technische Kulturdenkmäler! In der Fremdenwerbung ist auf allen Gebieten in den letzten Iahren außerordentlich viel geleistet worden. Eine Neuerung schlug die ander«, und wenn man einmal so irk allgemeinen drüber schaut, tritt, was die Lsistvngsfähigkeit sowohl als auch die Intensität an- belangt, die Groß- bzw. Dadestadt hervor. Sehr stark wird immer noch der Akzent auf die luxuriöse„mondäne" und modische gut« Gesellschaft, vorzügliche Unterhaltung usw. gelegt. Selbstverständlich schauen mehr und mehr gute Landschasts». Burgen- und Städtebilder au» den Prospekten heraus. Gut so— größte ntoils aber denkt man kaum daran, den Reisenden, Wanderer oder Kurgast auf die noch erhaltenen technischen Kulturdenkmäler hinzuweisen. Gewiß: hier und da kam zwar schon mal einer aus die Idee— aber die Möglichkeit bildlicher und schriftlicher Einbeziehung technsscher Kulturdenkmäler in die Berkehrs- und Fremdenwerbung ist bisher wenig ausgenützt worden. Was könnte z. B. nicht alles aus den alten meist verfallenden Wassermühlen� der Eiseltäler gemacht werden. Sie sind heute neben den kubischen elektrischen Industrie-Großmühlen der Städte lebendig plaudernde Märchen längst vergangener Tage.— Nicht nur die Heimatschutz- vereine, auch die örtlichen Derkehrsveroine mögen sich, soweit es noch nicht geschah, um diese aus der Romantik stammenden„Großeltern" der heutigen modernen Technik bemühen. Sie bieten zudem die Möglichkeit gefunden Hineinoerfenkens in das noch sehr gesunde �Intnvidualschassen unserer Däter, deren Dasein noch frisch aus der Scholle wuchs und noch keine, fast entwurzelte Massenpsychose oder tarifliche Lebensnormung kannte. Zu Hunderten stehen diese„noch nicht entdeckten technischen Kulturdenkmäler" unbeachtet und ver- fallend in unseren Dörfern. Hier und da hat man erfreulicherweise eine Jugendherberge aus einem Windmühlenturm gemacht. Wo diese Mühlen noch funktionieren, kann die Jugend Nächtlicherweile noch dem geheimnisvollen Raunen der Windsbraut lauschen, deren Kraft unsere Altvorderen sich klappernd und knarrend dienstbar zu machen wußten. Ein solches Erlebnis ist nicht nur wertvoll für unsere Wanderjugend: wie manchem sehnsüchtigen Fremden wäre es besinnliche Erholung? Und es gilt nicht nur von den Wassermühlen des Wester- walds, der Eifel, des Taunus und des H u n s r ü ck s— es gilt besonders von den verschiedenartigen Windmühlen am Nicderrhein, von den Achalschleifereien im Nahetal, von den Wasierhammerwerken im Bergikchen, pon den alten Steinwinden in den Basaltbrüchen von Niedermendig, von den schönen alten Dorf- schmieden, von denen Ahrweiler noch ein sehr schönes, m Privat- betrieb erhaltenes mittelalterliches Exemplar hat. Es gilt von den alten noch erhaltenen Holz-, Stein- oder Kettenbrücken, wie man sie noch vereinzelt über Lahn und Wied antrifft. Welch prachtvolle Motive sind die alten noch erhaltenen Sonnenuhren! Ihre Pfleg« und Erhaltung ist nicht nur eine Angelegenheit örtlicher Fremden- Werbung, sondern vor allem auch eine kulturelle Tat, vor der man trotz der Not der Zeit nicht zurückschrecken soll. Alter und neuer Revisionismus. Bei den Berliner Iungsozialisten hiÄt am Sonnabend und Sonntag Professor Max Adler- Wien emen Wochen- endkursus über alten und neuen Revisionismus ab. Er behandelt« in ausführlicher Darlegung die Geschichte des alten Streites innerhalb der Sozialdemokratischen Partei der Vorkriegszeit über den Bern- steinschen Revisionismus. Genosse Adler bekannte sich von vorn- herein als Gegner aller grundsätzlichen Reoisionsversuchc an der ursprünglichen Marxschen Klassenkampf- und Staatstheone. Alle solch« Versuche, auch in der Nachkriegszeit, unterlägen einer Täuschung über vermeintliche Interessensolidaritäten zwischen der Arbeiterklasse und dem Bürgertum der einzelnen nationalen Staaten. Er führte den Zusammenbruch der 2. Internationale im August 1914 auf den faktisch die Politik der sozialistischen Parteien beherrschenden, obgleich theoretisch abgelehnten Revisionismus und Reformismus zurück. Wffs allerschärfste wandte er sich gegen die beliebte Dar- stellung der Kommunisten, daß das Verjagen aller internationalen Beschlüsse beim Ausbruch des Weltkrieges einen„Verrat" der Führer zur Ursache gehabt habe. Eines solchen Verrates Hab« es gar nicht erst bedurft, weil die Massen der Arbeiterschaft durch die Ab- schwächung der Klassengegensätze, die zeitwellig durch die ökonomisch günstige Situation der imperialistischen Staaten eintreten konnte, von vornherein allen Harmonieillusionen sehr zugänglich war. Durch den Weltkrieg sei der alte Revisionismus absurdum geführt worden. Es sei mithin unverständlich, daß nach der Tragödie des großen Völkermordens die sachlich gleiche Haltung, wenn auch in anderer Formulierung als bei Bernstein, große Teile der sozialistischen Par- teien und die sozialistische Politik bestimme. Zum Schluß behandelte Genosse Adler die vielumstrittenen Probleme der Koalitions.- Politik, was zu einer regen Diskussion Anlaß gab. Neun Morde in einem Sprenget Brüx(Böhmen), 1». Februar.(Eigenbericht.) Es gibt im ganzen dichtbesiedelten Böhmen kein gefährlicheres Gebiet als jenes der Kohlengegend von Nordwest- b ahmen. Hier und hinauf bis ins Egerland finden sich die meisten Kriminalfälle, die furchtbarsten Bluttaten spielen sich hier ab. Es ist bezeichnend, daß allein in den letzten Jahren im Kreis- gerichtfprengel von Brüx, der das ganze Kohlengebiet umfaßt, nicht weniger als neun Mordverbrechen ungeklärt bleiben mußten. Ein zehnter Fall ist vor einigen Tagen aufgeklärt worden, das Mordoerbrechen des Dorfschmiedes von Würjchen, dem sein Gewissen keine Ruhe ließ, so daß er der Hunderttausendkronen- beute nicht froh wurde und Zehntausende vergrub und vermodern ließ. Nun ist auch eines der neun arideren Mordoerbrechen im Zu- sammenhange mit den Nachforschungen im Würschener Falle ge- klärt worden, der vor fast elf Iahren verübte Raubmord an dem 73 Jahre alten Antiquitätenhändler Wilhelm Weinelt in Brüx, dem man am 24. Oktober 1919 mit Beilhieben die Schädel- decke gespalten hatte. Damals war der Lodennachbar, der Schuh- macher Ha m p e, als Täter verhaftet worden, erhielt aber nach vielen Monaten Haft auf Grund eines Alibibeweises hauptsächlich durch seine Geliebte Martha M o ck in Katharinaburg die Freiheit. Jetzt wurden die Ermitttungen neuerlich aufgenommen und fest- gestellt, daß H a m p e damals in verstörtem Zustande gesehen wurde. Er wurde nunmehr im Ärantenhause von Böhmisch- Kam Nitz aufgefunden und dem Kreisgerichte übergeben. Er hat sich bereits in Widersprüche verwickelt und wird den vielen neuen Zeugen kaum mehr Stand holten können. „earifari-kabarekk." Und wieder öffnete ein« jener kabarettisti- scheu Eintagsfliegen— das.Larifari" steht von Zeit zu Zeü immer wieder von den Toten auf— seine Pforten. Das Programm jener ultramodern sein wollenden Kabaretts, denen nur allzu bald immer wieder die Puste ausgeht, ist stets auf der nicht genügend geschickt gemixten Verhohnepiepelung nüchternster Tagesereignisse aufgebaut. Der Theaterdirektor und sein allabendliches Defizit, der Hüter der öffentlichen Ordnung in Nöten, die Sexualfrage, Ent- fetwngskur und Offenbarungseid und zeitgemäß-keff« Songs und dann die ewig wiederkehrenden, wenn auch schon total vermorschten Stützen der Parodifterei: Studentenherrlichkeit am Rhein und Po- litik in Berlin. Als neuest« Nuance wurde«ine Stadtoerord- netensitzuna im Originaltext wiedergegeben. Ueber derartige Geschmacklosigkeiten erübrigt sich jedweder Kommentar. Den ein- -zigen Lichtblick in dieser humorigen Dunkelkammer bot Rosa V a- letti mit einer von ihr und den, Derfasser gut pointierten Zeitsatire„die Stadt von morgen". Ganz nett noch Twardowski als der heilige Al. Lerantwortl.'llr die Redaktion!«olfganz Schwär*. Berlin: ein, eigen: Th.»lock-, Berlin. Lcriag: Barwärt» Berta» G. m b H.. Berlin. Druck: Borwärt, Buch. dcudcnl und Berlagsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin SS SS. Liudenstraß- 8. Stergn 1 Beilage. Aa�rr'.'J'iT,s"T7't TUealec. CicUlsptele usw. ■qrm'i iT■. j,'_ ji.. j jj« Diensiag, N- 2. Staats-Oper Unter d, Linden Tiil-it S Di Hu. 6 Jikm-Aii.-!. Ho. 40 I» Lhr Der Roseo- havaller Ende 23 Uhr In PUtr 4c hpiUIt Vorst 25 N-'- Uhr Der Freisdiütz Ende n. 22'/» U. Dieasiag. II. 2. Staut. Oper Bismarckstr. Turnus I 19� Uhr Othello Ende tu 22'o U. Staat); SdiaasplL an Dadimri markt St. R.} Di Do. S lodm-iU!.-?. g«. 35 20 Uhr Oedipus Ende 22 Uhr. Staatl.Sdiiller-Itieater.OiarlilJs. 20 Uhr Sound sq. so seht der wind Ende 22 Uhr Tigl. 5 u. 8'/, Uhr. Barbarossa 9256 Pr. 1-6 M. Woohentg. 5 U. 50 Pf.-3 M. Con Colleano, 4 Bronetts und weitere zum 1. Male in Europa gezeigte Spitzenielstungen Tägl.» o. S» Sottlli.?. 5, 8» A ex. 8066 | INTERNAT. VARIETfe GROSSES SCHAUaPiELHAUd 8 Uhr 3 Musketiere Regie: ERIK CHARELL 3 Sonnian umtun. unotK. tsUu Pr. Tueau 4 Kfltm.Tflr Kottb. Str. 6 Tägl. 8 Uhr aucbSonnt. na£r.m.5U. nendi.taisai Elite- Sanger. Dar irrrte Fardiiojs-ladr- Pmramai! U.a.: Die trenne oüp tasdiim-Biir'jsk«. Planeiannm - am Zoo mmmm 'arO»!. iaaftKttialer ih«!. 3.6 BarbarossaSSDf 16Va Uhr CieWIatsr- •ternbliöer IS' a Uhr Oer Plan Jupiter. ZO'.'aUhi MerkwOretg» 8«m(Rioai U»ar5a Eintritt i Mark. Kinder 50 Pf. Mittwochs halbe Kassenpreise. Heule Dienslao, VI, nur: � Große Vorstellung j« UlttvoA, 12. Febr. S Uhr Famiilen- Vorsteiiuno Rinder tan« Mwl Nur ganz �yywenlgaTage Reichshallen-Theater Abends 0 sonfraa usGiu. 0 Stefflner-Sänger Zum Schluß; Logis ivüdwest Dönho�f-Srettl; Das granUlosa ProaraniB: Die Eomödie J1 Bismck.2414/7516 8>/j Uhr VictoKa von S. Maugham. Regie MaxReinhardu Musik: Mischa Spoiiansky. Lessing-Theater Norden 10846 rjgiich 8 Uhr ftfiaro oreyfus von Rehflscb und Heno-' Volks btiline Tbuter an BDlowplaU. 8 Uhr Uraufführung Apollo BronnensiraBs Volktstück von Oroßmann und Hessel. Kadk: Ttaa Kaiakn. Daria: Jlrjai Fatllsj. Staat). Sdiiller-Th. 8 Uhr So und so. so gobt der wind i Dealer am Sdüiniaiierdamm fcVa Uhr QieOaMiiIie Staatsoper Am PL d Republik TVa Ühr Der FridiStl Kleines TDeat. Merkur 1624 Tägl. 8r/a Uhr DerValzer von beute Nacht! Max Adalbert, Erika Glässoer. M de Wörner, Hcrtr.ann-Scha rfuß Direktion >T. Robert Klelr Oeotsehes Iflnstler-Theal Barbarossa 3037 8Vi Uhr Jim. zwei, drei" von Franz Molnat mit Hai PaDuliafz. Vorhor: Souper BerliMr Theater Dönhoff 170 Täglich Vh Uhr Die Straße mit ülbsrt Easamujn, Regie Heinz Hilper-. Metropol-Th. SVa Uhr Das Und des Lächelns Vera Schwarz, Richard Tanber Musik von Fran; Eetaär PttUbarmoiiIe 8 Uhr HolDDie-Merl des Philharm. Orch Dlrta Ptol. I. Prüwer un'.g-N Mitwlrkg.v. Prot. 8. iduuuaiia 3. Smf.-Bravs<, TieL- Kcaz.- tefOT.(IbW)..Ceiieni lU. pirUdteiidml ia" Mnam Trianoo-Tbeale; Oeorgenstr. 9 Täglich 8V< Uhr rw Iwm»« Jglensui Täglich 8V» Uhr: Höfel Slam Lenmerg Musik von Gilbert. Kalbe Dorsch LeoSchütxendor i aamswskHiiiiiieD Theater in aar Ciniggrltrsr Straße Täglich SV- Uhr Professor Bernhardi von Arthur Sdmitzler R13U: Victor Baracwsky Komödienhaus läßlich N/z Uhr cor LOgnor und d e nenne Operettenliaus Alte jakobstr. 0/32 (Zentral- Theater) Täglich Uhr DieFiedermans mit Gustav Matzner Sonn ag 5 Uhr Priedarifc« Di. a. Rolleadorfplatz Vorvk.10-2. Kf. 2091 Täglich«V. Uhr Sastsplel des »«atsdiBa Tßedters Menschen im Hotel von Vl�kl Baum Righ: total Gründgras. Snnit_ Binder, var- Oeatsdies Mar D.I. Norden 12310 Tägl. SV« Uhr Der Kaiser v.Amerika von Bemard Shaw Reg» Max Reinhardt Kammerspieie D.I. Norden 12310 8 Uhr Der Kandidat von Carl Sternheim Rnii: Hm S»i«rick. Kontische Oper Friedrlchstr.104. Merkur 1401/4330. Allabendlich 8V« U. II Sdnrnk m tnald oal Seck Lustsptemaus Frledrichstn236. Bergmann 2922 23. Täglich 8«h Uhr Liebe auf den zweiten Blick (Helfoge Dienstag, 11. Februar 1930 BprAbmil QfnJrtf* /fw Recht auf Gesundheit Pflicht zur Gesundheit! Es ist e!g«nartig, daß die Pflicht zur Gesundheit nicht ohne weiteres als solche empfunden wird. Man sollte meinen, daß ein so einziges und einmaliges Gut wie Leben und Gesundheit jeden Menschen triebmäßig dazu reizen müßte, es mit allen Mitteln zu erhalten und zu verteidigen. Das trifft auch— grob betrachtet— im großen und ganzen zu, wenngleich die 1K MO Toten des letzten Jahres, die durch Selbstmord geendet haben«in« bittere Mahnung dafür find, in welchem Umfang« Natürliches durch un- natürliche oder zu schwer empfunden« Last und Bürde ins Gegenteil verkehrt werden kann. Immerhin gehört der Selbsterhattungstrieb zu Heu anerkannten Grundtrieben des Menschen. Nur tritt er ganz gewöhnlich erst in die Erscheinung, wenn offensichtliche Gefahr droht. Die schleichende Gefahr, die vielen Klippen, Scheidewege. Sackgassen auf dem Lebens- und Gefundheitsroeg« werden ganz gewöhnlich nicht gesehen und beachtet. Das Verhatten in Gesundheitsdingen ist meist noch immer nicht das des sorg» famen Hausvaters, das des vorsichtig disponierenden Geschäfts- mannes, sondern steht meist nost völlig unter dem Zeichen der Rettungsstatton, der Feuerwehr: Schnell, Hilfe! Es brennt! Das Kind ist in den Brunnen gefallen! Es Ist verständlich. Die Not des Daseins, die Last des Tages laßt meist alles beiseil« schieben, was nicht gerode ats eisern« Pflicht dasteht, was nicht jenseits der Pflicht Entspannung, Ab- lenkung, Erholung heißt. Heißhunger nach Freud« ist die natür- liche Reaktion auf die wirtschaftliche, aus die seelische Not. Neue Pflichten,— Gesundheit will verdient sein— hinzunehmen, sich noch mit Gesundheitssorgen beladen, wenn sie sich einem nicht mit Gewatt ausdrängen, ist wahrlich nicht das. wonach der abgespannte, zermürbt«, beladen« Mensch von heut« verlangt. Er schiebt beiseite, wo und was er. nur kann. Dazu kommt eine mtt der Uninterefsiertheit an den Gefundheits- dingen zusammenhängende außerordentliche Unkenntnis auf diesem Gebiet, die den richtigen Weg. die Gefahr, den Abgrund oft genug gar nicht sehen läßt. Daß im übrigen vielfach die allgemeine, noch nicht wach. gerüttelte Stumpfheit weiter Volkskreise dem Leben, und insbeson» dere allen Aufklärungsproblemen gegenüber, die Basis abgibt für dieses Versagen in Gesundheitsdingen, ist nicht zu übersehen. Man wird dieses Versagen in Gesundheitsdingen vielfach nicht zugeben wollen. Für einen gewissen Progentsatz von Menschen trifft es auch zu, daß sie ihr Leben nach gesundheitlichen Gesichts- punkten zu orientieren suchen. Daneben gibt es«in« Reihe von Menschen,� die zwar irgendeine körperliche Note(notabenc oft in falscher oder überttiebener Ausführilng) pflegen, z. B. einen Sport. oder Turnen, Ausflüge, Schwihbäder, Massagen usw. Auch die Soinmerreise, die Erholungsoerschickung gehört in gewisiem Sinn« hierher. Auf der andern Seite wird aber das an sich vielleicht löbliche Tun mtt Dingen verniengt oder entwertet, die mtt Gesund- hettspfloge nicht das geringste zu tu» haben. Und die Mehrzahl der Menschen kümmert sich um Gesundheitsding« überhaupt nicht. Die Gesundheitspolitik der meisten Menschen besteht, wenn es irgeiü) geht, im sogen,„guten Essen und Trinken"— notabenc oft genug Borbereiter aller möglichen Krankheiten und vorzeitiger Totengräber. Daß die seelisch« Gesundheit, die eigene wie die der anderen, von vielen Menschen ganz besonders schlecht geachtet und gepflegt wird, soll an dieser Stelle nur kurz berührt werden. Den Arzt sieht man ganz gewöhnlich erst, wenn Sorg«, Angst, Zeichen der Gefahr zu ihm treiben. Daß für einen jticht geringen Teil der Fälle der schmale Geldbeutel die Schuld daran trägt, kann nicht übersehen werden. Aber auch in den Kreisen, in denen die Versicherung, die Kranken- lasse, den gesundheitlichen Schutz übernommen hat, sieht es vielfach nicht anders aus. Der Arzt wird, well er nach der bisherigen Borstellung und Hebung ganz gewöhnlich nur mit dem Begriff der Gefahr, der Erregung verbunden ist, in weiten Kreisen noch immer als ein Gegenstand der Furcht, des Meidens angesehen. Man fürchtet sich vor der Entscheidung, vor der vielleicht unan- genehmen Wahrheit und doktert auf erigene Faust. Auch die Furcht vor dem Verl u st der Arbeit hält viele von der offenen Aus- einanderfetzung mit der gefahrdrohenden Situatton ab. Auf der anderen«ette sieht man im Rahmen der Kranken-, der Unfall», der Haftpflichtversicherung«ine nicht klein« Gruppe von Menschen, die als intensive Nutznießer der vorgesehenen Schutz- einrichtungen erscheinen. Sie sind meist weniger körperlich— organisch, als vor ollem seelisch trank. Meist aus geborener seelischer Schwäche, nicht selten aber auch erst unter dem Druck von wirt- schaftlicher, körperlicher, seelischer Not, ringen diese„Hysterischen", diese„Nervösen", dies«„Ncurotiker" um ihre Ruhe, um ihren Frieden mtt dem harten Leben. In größeren oder kleineren Zeit- abständen entladen sich ihr« Spannungen In seelischen und körperlichen Erschütterungen. Da ihre zugrunde liegende seelische Schwäche durch Arzneien nicht geheill werden kann, ist es verständliche daß ihr Leidensweg sie von immer neuem Aufraffen, von kürzeren oder lageren Kraft- und Arbeitsperioden zu immer neuem Nachlassen und erschöpsten Zusammenbrüchen führt. Daß Not. Zwang. Freude. «in winkender Vorteil sie oft länger oufrechchält. daß Schutz. An- lehnung wirtschaftliche �iste von dritter Seite ihre Schwäche ver- stärkt, spricht nicht für bösen Willen, sondern eben nur für ihr« Schwäche. �„ So ergibt sich die verwrrrende. von freunden und Gegnern der sozialen Versicherung heiß umstrittene Tatsache, daß nicht wenige Menschen in die Krankheit, in das.Lrankschreiden-Lossen" hinein- streben oder hineinzustreben scheinen, oft im Anschluß an einen Konflikt, an die erfolgte Emlasiung— als deutliche, oft unbewußte Flucht vor der neuen Last in die Krankheit hinein, ins ihnen, trotz ihrer Beschwerden, trotz der paradoxen Hllfsquelle immer noch mehr, vor allem Ruhe, zu bieten hat. als das Ringen um ihre Selbstbehauptung vorher.— Daß die Widerstandskraft der einzelnen im übrigen verschieden groß ist. daß zu dem Heer der „Nervösen" � die Allgemein« Ortskrankenkasft Verlin allein zäh't« 1327 weit über Z0N00 Arbeitsunjähigkeitsfälle wegen aeroöjen Verjagen-—«uh viel« stoßen, die nur infolge ganz besonders grober oder langdauernder Erschütterungen oersagen, ist selbstverständlich. Ebenso selbswerständlich, wie daß diesem großen He«re(neben Beseitigung einer akuten Erschöpfung, einer akuten Notlage) grundlegend nur vom Seelischen her geholfen werden kann. Das ttifft auch für die nicht kleine Schar derer zu, denen durch langwierig« körperliche Erkrankung der frisch« Antrieb zum Gefundwerden-Wollen, der Gesundheitswillen, allmählich dahin schwindet. Daß es neben diesem Heer von Schwachen, die ihr eigenes Leben, ihre Umgebung, ihr« Versicherung— zum großen Teil sehr gegen ihren eigenen Willen— schwer belasten, auch a u s g e- sprachen« Ausbeuter der sozialen Einrichtungen gibt, die nehmen, wo und was st« können, ist ohne wetteres zuzugeben. Ihr Tun ist durchaus verwerflich. Es darf dabei freilich nicht übersehen werden, daß die anscheinend immer deutlicher steigend« sogenannt« „Begehrlichkeit" oft doch nur eine scheinbar« ist und mit dem Sinken des sozialen Niveaus parallel geht. Was viel« früher, in besseren Tagen, ohne weiteres aus der gefüllteren Börse de- schafften, wird jetzt, bei der verschlechterten sozialen Lage, Zwangs- läufig von der Versicherung gefordert, als Hellmittel für Krank- hell und schwindend« Kraft. Zum Schluß noch einige Tatsachen, die nachdrücklich daraus hinweisen, wo noch— u. a.— recht unerfüllte Gesundheitspflichten liegen: 36030 Ehen werden im Jahr geschieden, als erschreckendes Zeichen dafür, wie wenig man sich um die berechtigten Ansprüche der fremden Seele, der eigenen Seele gekümmert, wie wemg man zueinander gepaßt hat. Und wieviel zusammengetoppelte E h e n o t bleibt ungeschieden! Wieviel seelische Not entsteht auch sonst, wo Menschen zusammen leben, zusammen arbeiten, well man die berechtigten Ansprüche des andern nicht einmal ahnt und sich klarzumachen sucht, geschweig« denn sie anerkennt. öv 000 Menschen sterben noch immer im Jahr an T u b e r- k u l o s e. dieser Schmutzkrankheit, die durch die Aufnahme fremden bazillenhattigen Speichels— frisch oder trocken ver stäubt— entsteht. Das privat«, das öffentliche Gefundhettsgewiffen sollt« keine Ruhe haben, bis alle aus Enge, sozialer Not, Unwissenhett. Letchi- fertigfett fließenden Ansteckungsquellen verstopft sind bis jede An- steckung so frühzeitig erfaßt, so gründlich betreut wird, daß es kein Unmöglich! mehr für die Heilung gibt. Gegen 70 000 Menschen starben 1927 an Krebs— zu einem nicht geringen Teile bereits zwischen 30 und 60 Jahren. Wenn man weiß, wie oft gerade hier das Au spät! erklingt, können diese Zahlen gar nicht stark genug als ausrüttelnd« Mahnung genommen werden, aus seine Gesundheit und alle. Zeichen einer Störung, und seien sie zunächst noch so geringfügig, zu achten. Gegen 30 000 Menschen starben 1927 im Alter von 30 bis 60 Iahren an Krankheiten der K r« i s l a u f o r g a n e(Herz usw.), 7500 an frühem Gehirnschlag, über 8000 an anderen Kranlhetten des Nervensystems, über 11000 an Krankheiten der Ver- dauungsorgane. Gegen 23 000 Menschen sind 1927 durch Unglücksfälle zu Tode gekommen. Ueber 100 000 Kinder starben noch immer im ersten Lebensjahr. Der Arzt weiß, daß in zahlreichen von diesen Fällen eigenes Verschulden, Unwissenheit, Unachtsamkeit gegen sich und ander« reformbedürftige Wohnungs- und Arbeitsverhältnisse, allgemeine soziale Not eine erhebliche Rolle spielen. Und nicht nur der Tod ist«in Ankläger in dieser Richtung. Auch die Zahl der nicht unmittelbar zum Tode führenden Erkran- kungen, die Siechen», die Unfallrenten-, die I n v o- lidenrentenzahlen(am 1. Januar 1929 liefen 1885 000 Invalidenrenten) die Verwüstungen, die der Volksfeind Alkohol an- richtet, die Verbitterung, die die Geschlechtskrankheiten ins Leben tragen,-»■ das alles ist Hinweis genug, Laß, nicht überall, aber doch an recht vielen Stellen die Pflicht gegen die eigen«, gegen die fremde Gesundhett nicht erfüllt wurde. Wie wenig ernst es die meisten damtt noch nehmen, beweist eine Mttteilung von Dr. Neu- stätter: Von den Lebensperficherten, denen laut Statut«in« kosten- los« ärztlich« Untersuchung— ohne Namensnennung— zur Verfügung stand, machten in Deutschland nur etwa 35 bis 40 Proz. z. T. auch 50 Proz. Gebrauch. Und in Amerika nur 7 bis 8 Proz! Das beweist wohl genug. Or. Max Cohn. Mensch/ Maße/ Kultur (bn! Eine psychoanalytische Soziologie Das neueste Werk des berühmten Wiener Gelehrten, des Sckppfers der Psychoanalyse, Sigmund Freud: Da» Unbe- Hägen in der Kuttur(broschiert 3,40 M., Ganzleinen. 5 M.— Internationaler Psychoanalytischer Verlag, Wien 1330), auf das wir in „Unterhaltung und Wissen" schon hinwiesen, kann wohl als ein« Art psychoanalytische Soziologie aufgefaßt werden, d. h. genauer gesagt, als eine psychologisch begründete gesellschaftlich« Entwicklungs- lehre, die jedoch durchaus nicht im Subjektiven stecken geblieben ist Das Buch ist wohl, wie der Verfasier am Ende selbst feststellt,„ein Versuch zur Ueberttagung der Psychoanalyse auf die Kulturgemein- schast", und sicherlich ein recht gelungener. Freud geht zunächst von einem Thema aus, das er in seinem vorletzten Werk„Die Zukunft einer Illusion" ausjührlich behandctt hat, von der Religion. Nachdem er uns gezeigt hat, daß ein gewisses Gefühl, das ihm von einem seiner Freunde als„ozeanisches Gefühl" geschildert wurde, nichts anderes ist. als der Rest eines umfasienderen kindlichen Ich-Gefühls, das noch mtt der ganzen Um- well verbunden ist. kann schwerlich noch dieses Gefühl als Quelle der religiösen Bedürfnisse angesehen werden. Für diese liegt eine Ableitung von der Hilflosigkeit des Kindes und der dadurch geweckten Vatersehnsucht oiel näher.— Die Religion des gemeinen Mannes gehört unter mehreren möglichen Linderungsmitteln des Leidens wohl zu den Ersatzbefriedigungen. Denn, da niemaftd außerhalb der Religion die Frage nach dem objektiven Zweck des Lebens beantworten kann, können wir nur feststellen, daß die Menschen selbst dos Streben nach dem Glück als solchen Zweck erkennen, doch ist dieses„Programm des Lustprinzips" nicht durchführbar. Dagegen tritt von verschiedenen Saiten das Leid an uns heran, so daß im realen Leben die Leid- Vermeidung eine größere Rolle spiell als die Lustgewinnung. Freud bezeichnet als die interessanteste Methode der Leidverhüwng die der Beeinflussung des eigenen Organismus, für die es ein« ganze R�ihe gangbarer Wege gibt. Unter diesen interessieren am meisten die Illusionen und die Wahnideen, die sich jedoch dadurch unterscheiden, daß die Illusion als solche erkennbar ist und trotzdem wirksam bleibt, während die wahnhafte Entstellung eines Stückes der Wirklichkett niemand erkennt, wer sie selbst noch teilt. Ein solcher wahnhafter Umbildungsversuch der Realität ist, von einer großen Menge Men- schen gekneinsam unternommen, die Religion.(Dielleicht wäre aber auch eine nicht-wahnhafte Religion in der Form einer Illusion denkbar: Überhaupt scheint hier Freud mehr an die Kirche, als an die Religion gedacht zu haben.) Auf alle Fälle sind wr unentrinnbar vor die Aufgabe ge- stellt, das Leid möglichst zu verringern. Wenn wir uns mich mtt der Olotur, von der wir selbst nur ein Stück such, werden abfinden müssen, so verlohnt es doch, die sozial«. Leidensqvelle näher zu untersuchen. Hier fällt dex Verdacht aus unsere heiltige Kuttur, die dem Menschen mehr an Entsagung zumutet, als er tatsächlich ver- tragen kann. Die Ansänge dieser Kuttur beruhten aus dem Zwang zur Arbett aus äußerster Not und auf der Macht der Liebe, Die Kultur, stets bestrebt, die Menschen zu imiper größeren Einheiten zusammenzufassen, lenkt unseren Liebestricb von seinem eigentlichen sexuellen Ziel ab und macht ihn sozialen Aufgaben nutzbor. Der Grund, warum diese Arbeit nicht ebensogut durch unsere sozialen Interessen besorg! werden kann, liegt, wie Freud ans dem Vor, Haichensein gewisser christtichcr Morolgrundsätze schließt, in der Existenz eines jelbftändigen Angrtjjs- und Zer- störungstrlebes(Aggresslonstrieb). Mit diesem be» findet sich der Liebestrieb in ständigem Ringen, und wenn er dabei auch an eigener Glückserfüllung einbüßt, so hat doch der Kulturmensch„für ein Stück Glücksmöglichkeit ein Stück Sichcrhett ein- getauscht". Der ganze Sinn der Kulturentwicklung, die als ein Prozeß im Dienst« des Eros die versinzelten Menschen zu einer großen Einheit der Menschheit zusammenfassen will, ist der Kampf zwischen Eros und Tod, das ist Lebenstrieb und Zerstörungstrieb.„Und darum ist die Kulturcntwicklung kurzweg zu bezeichnen als der Lebenskampf der Menschenart." Durch die stets wachsende Unterdrückung der beiden miteinander hadernden Urtriebe, Liebe und Todcsstreben, entsteht in den Menschen eine Spannun" zwischen der nach innen gewandien Aggression, dem „Gewissen" oder„Ueber-Ich" und dem Ich. Diese Spannung ist das, was wir als Schuldgefühl bezeichnen. Und so verstehen wir die Folgerung Freuds,„daß der Preis für den Kultur- s ortschritt mit der Glückseinbuße durch die Erhöhung d:s Schuldgefühls bezahll wird". Den Spuren Haeckels folgend, macht Freud die Enidcckung, daß der eigenartige Kamps zwischen Liebes- und Todestrieb i n gleicher Weise für die Entwicklung des Einzel- menschen wie für den ganzen Kulturprozeß gilt, weil er nämlich da» Geheimnis alles organischen Lebens ist, dem sowohl Einzelmenschen wie Kulturgemeinschaft untergeordnet sind. Zwar bestehen gewisse Unterschiede zwischen diesem Prozeß im Indioidu- ellen und im Sozialen, doch kann man wohl den Vergleich so weit ziehen, daß auch der Gemeinschaft ein Ueber-Ich eigen ist, das Freud das.Lultur-Ueber-Ich" nennt und das seinen Ursprung viel- leicht in dem Eindruck hat. den große Führerpersönlichkeiten bei der Masse hinterlassen haben. Die Forderung, die dieses Kultur-Ueber-Jch an dos soziale Der- halten der Menschen stellt, bezeichnen wir als Ethik.(Freud meint hier wohl das Konkretum„Moral".) Aber genau so wie das Gewissen des Einzelmenschen bisweilen vom Ich zuviel verlangt, trägt auch das Kultur-Ueber-Jch der seelischen KonstituÄon des Menschen nicht genügend Rechnung. Es ist ein Irrtum,„daß dem Ich des Menschen alles psychisch möglich ist". Deshalb ist das Gebot ..Webe deinen Nächsten wie dich selbst" undurchführbar, und. aus die sozialen ZustäiÄe unserer Zeit anspielend, bemerkt Freud mit Bitter- keit:.Ich meine, solange sich die Tugend nicht schon auf Erden lohnt, wird die Ethik n er geblich prc- d i g e n. Es scheint auch mir unzweifelhaft, daß eine reale Ver- änderung in den Beziehungen der Menschen zum Besitz hier mehr Abhilfe bringen wird als jedes echijche Gebot: doch wird diese An. sicht bei den Sozialisten durch ein neuerliches idealistisches Verkennen der menschlichen Natur getrübt und für die Auswertung entwertet." Und so muß uns auch Freud wie Nietzsche den von allen, Revolutionären wie Frommgläubigen, leidenschaftlich verlangten T r o st o e r s a g e n. Trotzdem klingt das Buch gewissermaßen mit einem pazifistischen Wunsch aus, es sei nämlich die Schicksalsfrageder Mensch- h e i t,„ob und in welchem Maße es ihrer Kullurentwcklung gelingen wird, der Störung des Zusammenlebens durch den mensch» lichen Aggressions- und Selbstoernichtungstrieb Herr zu werden". £w*id Böhm (26. Fortsetzung.) Iuxitka lachte laut aus. „Nun ja, malen Sie mich,' wie Sie wollen. Meinetwegen im dreckigen Sweater", sagt« er und dachte: So ein Blödsinn, wo ich doch solche schöne» Anzüge habe! „Heute geht's nicht mehr. Kommen Sie, wir trinken«ine Tafle Tee!" Sie satzen sich stumm gegenüber. Tom wippte mit dem Bein und lächelt« dumm vor sich hin. Mein Sott, Verzeihung, welch ein Ochse, dacht« Fräulein von Karchow, die ihn«in Wellchen b«. obachtet hatte. „Wann treten Sie wieder in den Ring?" fragt- sie, um irgend etwas.pi sagen. „Weih ich nicht. Ist Huris Sache." „Sie rühren ja so eifrig in Ihrer Tafle, trinken Sie Tee nicht gern?" „Och. doch", antwortete Tom oerlegen. „Das gefällt mir an Ihnen, Sie können nicht schwindeln", sagte Juxilka von Körchow etwas Ironisch.„Ich schenke Ihnen das Aus- trinken Wollen Sie sich meine Bilder ansehen?" „Das möchte ich sehr gern. Wa« haben Sie denn alles da?" Fräulein von Karchow kramte aus ihrem Schlafzimmer eine Mappe mit Zeichnungen hervor. Tom drehte die Skizzen hilflos hin und her. „Haben Sie kein Schiff? Oder was von der See?" „Wollen mal sehen." Fräulein von Karchow holte einen neuen Stapel. Tom zog mit einem Ruf der Befriedigung einen kleinen Oeldruck unter den Skizzen heraus. Das war ein Schiff. Fräulein von Karchow hatte das Bildchen einmal aufgehoben, weil ein Farbton sie gereizt hatte. Tom betrachtete mit krauser, sachverständig zusammengezogener Stirn das Schiff. Plötzlich rief er entrüstet:„So ein Quatsch! Sehen Sie blotz, wie der Anker da angebracht ist. Er wurde vor Schreck über seine Taktlosigkeit ganz rot.„Haben Sie das vielleicht gemalt?" Fräulein von Karchow lochte amüsiert.„Sie brauchen keine Angst zu haben. Ich war's nicht. Es ist ein Oeldruck!" „So— so", sagte er, über ihr Lachen verdutzt. „Ach, Sie Meisterboxerl" Fräulein von Karchow lachte immer stärker. Sie legt« ihm plötzlich die Hände um die Kehle.„Soll ich Sie erwürgen?" Tom durchrann es. Ein schwerer Atemzug hob seine Brust. „Juxilka!" Fräulein von Karchow ließ ihn lo«.„Wünschen Sie Eis- wafler?" fragte sie kalt. „Ach— Sie—", flüsterte er und zog sie an sich. „Sie sind etwas stürmisch, bester Tom." Ihre Stimme war sehr spöttisch. „Ilka!" „Sie vergessen Ihre junpc Frau—" „Wie kann ich jetzt an die denken?" „Sie sind doch gerade erst verheiratet, Herr Matthe«." Durch ihren sachlichen Ton wurde Tom wieder ruhiger. „Ne rein«'Kavalierssache. Ich konnte das Mädel doch nicht blamieren." Tom machte wieder einen Schritt auf Juxilka zu.„Ilka, ich lie..' „Wissen Sie was, in den nächsten Tagen oder morgen schon komm« ich inak wieder zu Ihnen raus. Ich möchte Ihre Frau mal etwas näher kennenlernen." Tom sah Fräulein von Karchow sassungslos an.„Ist doch gar nicht nötig!" „Sie sind..." dämlich hatte sie beinahe gesagt.„Also bitte, lieber Tom, verlassen Sie mich. Ich habe noch allerlei vor." 12. Kapitel, In dem verschiedenes vorfällt. Tom ärgert sich schrecklich. Als Fräulein von Karchow am nächsten Tage nicht kam, ärgerte sich Tom schrecklich und ließ seine schlechte Laune an allen aus. Mit jedem kam er in Streit, niemand machte thni etwas recht. Er rannte mit kleinen Schritten hinter seiner Frau her:„Weißt du, ich habe ein komisches Gefühl im Bauch. Ich glaube, meine Ber» dauung funktioniert nicht recht." „Nimm Pillen ein." Marys Stimme war matt. Immer und immer dasselbe. Mal funktwnieri« die Berdauung nicht, mal der Kopf, mal die Beine. Sie wandt« sich ab. „Glaubst du, daß das schlimm ist?" wandte sich Tom an Peter Peter sammelte gerade Raupen von einem Strauch und hatte nicht genau hingehört.„Bitte?" fragt« er zerstreut. „Himmelherrgott— kein Mensch interessiert sich für mich, wenn mir etwas fehlt! Und wenn ich nun ernstlich krank werde, was macht ihr da?!" Peter lachte und Tom ärgert« sich noch mehr. Am nächsten Tage kam Fräulein von Karchow auch nicht. Tom wütete. Er trainiert« von morgens bis abends. Als ihn Mary darauf aufmerksam macht«, daß er doch sonst überaus regelmäßig arbeit«, brüllte er sie an. Alle halb« Stunden rief er Peter, um mst ihm einen Gang zu machen. Als es ihm nicht gelang, ihn niederzuboxen, drohte er ihn hinauszuwerfen. Tags darauf trainierte er überhaupt nicht. Bormittags machte er einen großen Spaziergang, und nach dem Tflen repariert« er an seinem Auto so lange herum, bis es wirklich entzwei war. Er ging von der Gavage noch dem Wohnhaus, um«inen Hammer zu holen. Peter faß vor der Tür und zeichnete. Ein Schimpfwort auf den Lippen, fuhr er ihn unwirsch an:„Was machst du denn da schon wieder?" „Ich kritzele." Tom wollt« ihm gerade«ine Standpauk« darüber halten, daß er das Malen ausgeben müsse, wenn er«in Boxer werden wolle, als draußen ein Autofignal aufheulte. Peter im Bordergrund. Tom eilte hinaus. Er erkannte den Wagen sofort. Auch Mary ging hinaus. Ihr Gesicht hellte sich auf. als sie Fräulein von Karchow sah. Sie hatte irgendein gutes Gefühl für sie. Die drei kamen auf ihren: Gang ins Haus an Peter vorüber. Die Malerin entdeckte das Zeichenpapier. Ehe Peter sie hindern konnte, hatte sie es in die Hand genommen. Ihr Gesicht zeigte Ueberraschung. „Zeichnen Sie viel?" „Ab und zu, wenn ich jemandem böse bin." „Wen hast du denn diesmal am Wickel, Peter?" mischte sich Mary hinein. „Das ist einfach köstlich!" Fräulein von Karchow lachte sehr. Sie sah Peter durchdringend an.„Sie wollen mir doch nicht er« zählen, daß dies nur ein Prioatscherzchen flt? Für wen arbeiten Sie?" „Für wen? Ich weih nicht..." „Also tatsächlich ein Dilettant? Lieber Freund, Sie haben Talent!" Tom drängte sich beleidigt an Fräulein von Karchow heran. „Was ist denn eigentlich", fragt« er mißmutig und griff nach dem weißen Blatt. Kaum hatte er einen Blick daraus geworfen, als er auch schon seine beleidigte Eitelkeit vergaß und in ein ungeniertes Rtefengelächter ausbrach..Lräppli, weiß Gott, Kräppli! Mensch. das hast du aber gut gemacht!" „Großariig haben Sie das gemocht, junger Freund. Haben Sie noch mehr solch kleiner Bosheiten?" Marys Augen glänzten.„In meinem früheren Mädchenzimmer sind noch viele." „Darf ich sie sehen?" „Hol' sie doch, Peter, ja?" Peter wandte sich etwas geniert dem Hause zu. „Was hat der Herr Lange für einen Beruf?" erkundigte sich Fräulein von Karchow weiter. „Mein Trainingspartner", mischte sich Tom ein. Er sagt« e« aus einer unbewußten Eifersucht heraus etwas verächtlich. „Allerhand Respekt! Das hätte ich dem schlanken Jungen gar nicht zugetraut. Es gehört sicherlich viel Mut dazu." „Es ist doch nicht ernst! Nee, nee, dos ist kein Kampf!" „Tu doch nicht so!" lehnt« sich Mary energisch dagegen auf. „Du host ihn noch nie richtig treffen können. So viel verstehe ich auch schon davon." Fräulein von Körchows Zigeuneraugen gingen neugierig zwischen dem Paar hin und her. So eine junge Ehe und den Hausfreund bereits mit der Mitgift eingebracht? Peter brachte die Bilder. „Nun wollen wir's uns erst mal gemütlich macheu", sagte Tom schnell..„Die Bilder sehen wir uns auf der Veranda an." Di« Malerin prüfte mtt scharfem Blick die Zeichnungen und Mary- Geficht. Wirklich, die junge Frau hatte noch die leise An- deutung dieses bockigen Kirrderausdrucks um den Mund. „Sind Sie wirklich Boxer?" „Ich bin gar nichts", antwortete Peter. Sein Mund zog sich etwas bitter zusammen. „Weim Sie ein Talent so leer laufen lassen, verdienen Sie es nicht besser." � „Mir hat noch niemand gesagt, daß ich ein Talent bin, ufid davon kann ich auch nicht leben!" „Sie müssen eben tüchtig arbeiten. Haben Sie noch mehr Zeich- nungen da?" „Eine Mopp«. Oben." „Geh, Peter, hole sie." Wie warm Marys Stimme sein konnte! „Sie schätzen Herrn Lange sehr?" fragte Fräulein von Karchow. „Er ist mir wie ein Bruder." „Dann helfen Sie ihm. Es wäre schade, wenn ein so begabter Mensch Boxer würde." Tom saß mtt großen Augen da. „Hier ist die Mappe", rief Peter freudig, als er zurück kam. Em« kleine Hoffnung hatte bereits von ihm Besitz ergriffen. Die Malerin blätterte, verwarf mtt einem Kopsschütteln, legte einzelnes zur Seite und gab ab und zu ihrem Entzücken Ausdruck. „Ueberlaflen Sie mir die Mappe", sagte sie, als sie durchgeblättert hatte.„Ich verkaufe Verschiedenes davon für Siel" „Ich wäre Ihnen sehr dankbar, gnädiges Fräulein." „Es flt sogar möglich, daß ich Ihnen einen größeren Austrag verschaffen kann." Peter errötete vor Freude und Aufregung. Tom hatte, als«r bemerkte, daß e» Nebensache geworden war, der Verhandlung den Rücken gedreht. Er strolchte im Haus« herum, um etwas ausfindig zu machen, wodurch er sich wieder in den Mittel- puntt schieben könnte. Da fand er seine all« Matrosensack«. Die streift« er sich über und stand plötzlich breit und sicher im Tür- rahmen./ .Lipp, hipp, hurra!" rief er und schwenkte eine zerzaust« See- mannsmütze. „Tom, wie siehst du aus?" rief Mary entsetzt. Die Malerin betrachtete ihn durch die zusammengekniffenen Augen. „Zieh dich wieder vernünftig an", bat Mary. „Wo ist denn der kleine Mafleur?" fragt« Fräulein von Karchow ablenkend. „Meine Frau will ja nicht, daß er immer hier draußen ist/' „Schließlich bin ich doch mit dir verheiratet und nicht mit deinem Mafleur". antwortete Mary ziemlich scharf. „Der ist mehr wert als ihr alle." Tom stand verärgert auf und entfernte sich wieder wie ein schmollendes Kind, als Fräulein von Karchow mit Peter noch einmal die Zeichnungen durchzusprechen begann. „Uebrigens werde ich jetzt losfahren", erhob sich Fräulein von Karchow nach einem Weilchen.„Seien Sie so freundlich und schicken Sie mir Herrn Motthes noch einmal her. Ich will mich ver- abschieden." Peter suchte bereitwillig Tom. Als der mißmutig angeschlendert kam, stand Fräulein von Karchow schon feriifl angezogen in der Veranda.(Fortsetzung folgt.) WAS DER TAQ BRINGT. Die erste„Chaufteuse" der Türkei. Em« 18jährige Türkin namens Muamer hat als erste Frau in der Türkei einen Chauffeur, und Mechanikerkursus in Konstontinopal absolviert und bei der Stadwerwattung die Erteilung eines Gewerbescheins als Taxenchauffsur beantragt. Auf die sofort einsetzenden Erkundigungen der Press« erklärt« die Stadt- präfektur, daß der Erteilung des Gewerbeschein» nichts im Wege stünde. Man wird also demnächst auch in Konstantinopel ein Fräulein Chauffeur haben, immerhin ein Schritt zur weiteren Befreiung der türkischen Frau. Kein Frauentortschritt in China. Die bekannte Unsitte der chinesischen Fragen, ihre Füße«in- zuschnüren, bis sie zuletzt ganz verkrüppelt sind, läßt sich-rog Verboten und Strafen nicht beseitigen. Eine kürzlich aufgestellt« Statistik in Peking besagt, daß von SlöOOl) Frauen und Mädchen noch 91000 ihre Füße oerschnüren. In einigen Provinzen de» nördlichen China soll diese Jahrhunderte alle Gewohnhett noch viel schlimmer sein. Hier wird das Zunge Mädchen einfach dazu gezwungen, sich die Füße zu verschnüren. Sie würde sonst nie heiraten können und immer der allgemeinen Verachtung aus- gefetzt fein. „Feste Preise" auch in Teheran. Auf den orientalischen Märken ist es vielfach noch üblich, daß die Preise nicht nach dem Wert der Ware, sondern nach der Per- son des Käufers bemessen werden. Um diesem Uebelstand beizu« kommen, hat die Stadtpröfektur der persischen Hauptstadt Teheran eine Verfügung erlassen, nach der Waren nur zu festen Preisen ab- gegeben werden dürfen. Zuwiderhandelnden sind schwere Geldstrafen anzedroht. Gleichzeitig wurden für das Stadtgebiet von Teheran sämtliche Glücksspiele oerboten. Dienstag, 11. Februar. Berlin 16.00 Stunde mit Büctern(Novellen).(Am Mikrophon: Hein» Stroh.) 16.00 Von Dresden; Heiteres Konzert für Bliser. 18.00. Die Kunst der Seibstvorteldirunj".(Sprecher: RudoH Krosld) 18.30 Qescüchten von Sigismund v. Radeckl, 19.00 Prot. Dr. Hsns Reichenbech: Der Aufbau des Atems. 19-30 Unterhaltungsransik. 3030 Von Dresden: Konzert des Krenzchores- 31.00..Krieg um Frieden". HOrspiel von Peter FUmm. Regie: Alfred Brenn. An schnell end: Dr. Riusohor: Politik ehe Zeltungsseheo. Kfinlgswastetkansen. 1630 Nsekmittesskonzert von Leipzig. 1730 Dr. loh. Gunther: Das Lustspiel seit Moüire. ,?/• I'rani Mayer; Chemie im täglichen Leben. l.',2 ü � v Grueb«r; Kinderlurnen. 18.40 rranzösisch fup- Foi't�csch'ittenc. 19:0! Xersmenn: SchApferlsobes Musikerkennen. 1930 Dipl.-Ing. Otto Rode: Wirtschaftlicher Baubetrieb. 20.00 Drahtloser Empfang ferner Stationen.. Fridericus Rex oder: die unerlaubte Neigung zur Freiheit... Allen Friderieus-Begeisterten fei die Lektüre des nachstehenden Dokuments empfohlen, das nur ein ganz kleiner Ausschnitt der Me- thoden flt, mit denen der„große" Monorch Volksbeglückung trieb: ,F>a verlauten will, daß sich allhier viel Herrenloses Gesinde, und zumahl Weibespersonen, bey ein und andern hiesigen Cinwoh- nern aufhall«, wo sie aus einer unerlaubten Neigung zur Freyheit lieber auf ihre eigene Hand liegen, als auf eine ehrliche Art etwas erwerben, dieses aber wider die so oft wieder- Holl« König!. Edicte läuft: so wird denenjenigen, welche dergleichen Herrenloses Gesinde bey sich den Aufenthall verstatten, hiermit ouf das srnstlichste anbefohlen, dergleichen Personen bey sich fernerhin nicht zu dulden, oder zu gewärtigen, daß sie bey hlernächst vorzu- nehiffenden Visitationen auf dos nachdrücklichst« bestrafet werden sollen. Auch wird sowohl denen Herrenlosen Manns- und Weibspersonen hiermit angedeutet, sich sofort nach Herrschaf- ten umzusehen und bey denenselben in Dienst zu treten. Eollic sich dennoch ein und anderer erdreusten, hierwider zu handeln, soll der- oder diejenige, welche aus dergleichen unerlaubten Nci- gung zur Freyheit und liederlichen Lebensart sich nicht ver- miethsn, sofort ausgehoben, und zur Besserung in das Ar- beitshauß zum Spinnen auf eine Zeitlang gebracht werden. Beriin, den Ilten Iunii 1765. Königl. Preußl. Polioeydirectorium. Kircheisen." Sowjets gegen Judentum. Neuerdings entfalten die Kommunisten unter den Juden der Sowjetunion im Rahmen des allgemeinen Kampfes gegen die Ne- ligion eine effrige Propaganda für die Ablieferung der Sabbath- leuchter, die entsprechend der Ablieferung der Kirchenglocken durch die christliche Bevölkerung für„Jndustrialisierungszwecke" einge- schmolzen werden sollen, In vielen Städten sind Frouenoersamm- lungen einberufen worden, um für die Ablieferung der Sobbatb- leuchter zu agitieren, da nach der altjüdischen Sitte das Segnen der Sabbachkerzen durch die Hausfrau erfolgt. Das in Minsk«rschei- nend« jüdische Kommunistenblatt„Oktober" meldet von vereinzelten Erfolgen dieser Agitation. In dem weihrusstschen Städtchen Ka- puli« sollen die Leuchter nicht nur abgeliefert worden sein, sondern „der Enchusiasmus für d!« Industrialisierung der Sowjetunion" sei so groß gewesen, daß viele Jüdinnen ihre Trauringe mr diesen Zweck ablieferten.— In Petrosawodsk wurden die jüdischen Aerzte Jsersohn und Baranow für die Vornahm« der rituellen lüdifchen Beschneidung zu je drei Monaten Gefängnis verurteilt. Im Ur'eil beißt es. daß sie für„die Ausübung der barbarischen Unsitte der Beschneidung" verurteilt werden. Als„Sachverständiger" wurde ein Vertreter des Leningrader Derbandes der Gottlosen hinzugezogen. Ein Bubenstreich. I» New Jort hat ein Unbekannter den Schornstein eines großen Miethaufes mtt Papier verstopft. Der Rauch konnte nicht abziehen und drang in die Wohnungen ew. Eine 54jährige Frau starb an der Rauchvergiftung, sieben Personen wurden bewußtlos aufge- stinden, etwa 50 Menschen erlltten leichtere Vergiftungen. Der Polzei ist es nicht gelungen, den Täter zu ermitteln. -ARBEITEH nJSSBALL Fu�ballresuHatc vom 9. Februar. Die Mannschaften der Kr eist lasse dürften rmn endgültig fest- stehen. Dadurch, dag Hertha gegen Butab glatt mit 3:5(Halbzeit 1:0) gewinnen kannte, und Trebbin gegen Luckenwalde III un- entschieden 2: 2 spielte, vervollständigen Hertha, Trebbin und Luckenwalde III die Kreisklass«, die sich nun aus folgenden Der- einen zusammensetzt: Luckenwalde I, Luckenwalde II, Luckenwalde III, Woltersdorf, Hertha, Trebbin, Brandenburg und als einziger Berliner Verein Weihensee. In den Bezirken gab es einige interessante Ueberraschungen. Lichtenberg I fand gegen Eiche-Köpenick hartnäckigen Widerstand. Zeitweise waren die Köpenicker sogar stark überlegen. Uebergroße Nervosität der eigenen Stürmer und hervorragende Abwehrarbeit des Lichtenberger Torwarts verhinderten aber jeden Erfolg. Bei den Lichtenbergern wirkt« der verletzte Mittelläufer eigentlich nur nach als Statist mit. Trotzdem gelang es ihnen, 3 Tore zu schießen, denen die Köpenicker nur eins entgegensetzen konnten.— Eine tüchtige Ab fuhr bereitete Oberspree der 2. Abteilung der Lichtenberger. Mit nicht weniger als 1:6 geschlagen mußten die Lichtenberger die Heimreise antreten.— Die Schweissterne konnten gegen Bo- russta nur ein Unentschieden 2: 2 herausholen. Weitere Resultate: Herzfeld« 1 gegen Neukölln kom- biniert 2: 3. Vorwärts gegen Wansdorf 8: 0. Pankow 1 gegen Karow 2 10: 0. Cladow gegen Sokol-Charlottenburg 4: 0. Lich- tenberg I(2) gegen Eich« 2 0:6. Cladow 2 gegen Sokol-Mitte 1:1.— Iugendmannfchaften: Lichtenberg 1 gegen Neu- källn 5: 0. Vorwärts gegen Nowawes 3: 0. Vorwärts 2 gegen Eiche 1 4:1. Trebbin gegen Luckenwalde III 1:1. Arbdier-Hockey. FTQB.' Nordring I— Athletik-Sport-Club z; 2. Zw«! gleichvertig« Gegner lieferten sich einen der schönsten Kämpfe der Saison, in dem nur die größere Ausdauer uni Erfahrung zum Sieg« kam. Bis zur Pause stand es 2: 0 für ASE.: sie waren auch bis dahin die Besieren. Eine genaue Ballabgabe und guter Spielaufbau ermöglichten ihnen den Borvorsprung. Nach der Pause war sedoch Novdring die bessere Partei. In richtiger Erkenntnis machten sie in knapp 16 Minuten den glänzenden Spiel- aufbau des ASE. zunichte, indem sie durch gutes Decken und Stören den Mittelläufer mattspielten. Das sehr scharfe Tempo tat ein übriges, so daß Nordring die Ueberlegenheit durch drei Tore krönen konnte. FTGB. Ost ring 1 gegen MarienLorf 1 2:1. Knapp nur mit einem Tor mehr konnte Ostring diesen Sieg landen. Lange wogt« der Kamps hin und her, ohne daß eine Partei einen Erfolg hatte. Halbzeit 0: 0. War bei Ostring der Spielaufbau etwas sicherer und besser, so glich Mariendorf durch eifriges Zerftörungs- spiel und gute Abwehr vollkommen aus. Das Fehlen des ständigen Mittelstürmers und Mittelläufers machte sich bei der fungen Manen- dorsar Mannschaft doch bemerkbar und lähmte die Durchschlagskrast so sehr, daß sie dem Gegner unterliegen mußten. Aber wie sie diesem routinierten und starken Gegner unterlagen, macht ihnen ille Ehr«. Maricndorf hatte seine stärkst« Stütze in der Verteidigung, wo nicht nur das Zentrum der Abwehr, sondern auch des Aufbaues lag. Jeder Mann gab sein möglichstes. Beim Sieger Ostring klapp- ten die Einzelaktionen gut. aber zum mitreißenden Gemeinschafts- spiel langte es nicht. Der Mittelstürmer steht auf verlassenem Posten, so gut er als Einzelfpialer ist. Sportverein Moabit 1 und Tennis Rot 1 trennten sich 3:2(1: 2). Dieser Kampf zeigte bei völlig�verteiltem Spiel zwei ebenbürtig« Gegner. Bis zur Pause kann Tennis Rot durch geschickte Alleingänge und durch Ausnutzung zweier grober Fehler der Moabiter Verteidigung 2:2 spielen. Doch dann gelingt es dem Sportverein, durch aufopferndes Spiel noch ein Tor und den Sieg zu erkämpfen. Bei beiden Mannschaften war die Haupttrieb- kraft der Mittelstürmer. Doch in der Gesamtleistung war Moabit etwas besser. Bei Tennis Rot konnte außerdem noch der Mittel- läufer gefalle». Weitere Resultate: FTGB. Nordring 2 gegen Athletik- Sportklub 2 2:0. FTGB. Neukölln 2 gegen Tennis Rot 2 2:0. Im Frauenspiel siegten Tennis Rot gegen Pankow 4:0. Hervorzuheben ist hier bei Tennis Rot ein verständnisvolles Platz- halten, das der Mannschaft auch das Uebergewicht und die Tor- ersolqe verschaffte.— er- Mannschastssührer der Gruppe A. Mittwoch, 12. Februar, 18 Uhr, wichtige Besprechung im Jugendheim Brommystr. 1. ?oIiTei im Lunabad. Wie in jedem Jahr, so gab auch am letzten Sonntag die Berliner Schutzpolizei im Wellenbad des Lunaparks ihr Schwimmfest, das die schwimmerisch« Ausbildung der Beamten beweisen soll. Der Beweis ist durch die Vorführungen voll ge- lungen, und wenn wenigstens die Mehrzahl der Schupos so tapser im Schwimmen ist, wie diejenigen, die in voller Ausrüstung, sogar mit Seitengewehr und Karabiner, vom Zehnmeterturm sprangen, sich unter Wasser entkleideten und dann noch ihre Strecke schwammen, nun, so kanns eigentlich nicht fehlen. Besonderen Wert legt man bei der Polizei auch auf die Ausbildung von Rettungsschwimmern, die sich denn auch am Sonntag allen Situationen gewachsen zeigten. Interessant ist jedesmal die Dienstgradstasfel, bei der die Gruppen vom Unterwacht- meister bis zum Major antreten. Hier gab es lebhaste Kämpfe, bei der die Ofsiziere oft die Ueberlegenheit der Mannschaften an- erkennen mußten. Das volle Haus dankte den veranstaltenden Gruppen Nord, West und Ost und auch der fleißigen Schupokapelle durch starken Beifall. Resultate: t. Loffmann lDruvvc Süd) I.-IM; 2. Wieds- IUWV-....... i.'»ft 0. in 191.. JD»... T[,t. ffifttna ÜRcitt 1. MllWUicck iGr.wpe SUb) a;U«.2: 2. fflchc«Trupp, Nord) «.17 5_ 20 mal M'«»ittet.»euftftaftel: I.(Siuppc Nord 8:16,1; 2. Truppe oi»n*«ninrc West— 4"">> in«-fflettt-8aocnftorfcl: 1. Trupp« Nord mrfrw etiö 5:17.— 66% Meter B-liebioichioimmc- iL, Poll!«,!. 00.» 10 Zab»; 1 Maulckirrina«Trupvc Ei« dost)<8; z. No-c, tlprupp, beauÄ« ube.Zo 3-°». Pol�if.tnn.it über«0 Ixt.,«: 1. Soudti««Trupp- Miii.« i.Z 2 Tccl««Truppe West) 1:04,1.- lO mal SS'A-stRctcx.Sßrofistaffcl l Trupp» West 4:45: Trupp- Ell» 4:48.- 10« Meie, 1.'SoU�srr'poe Wrst) i:««L: 2. Denke«Truppe DnrM i-f«i«cNauoolffoin'BeB: I. Moller> Truppe Nord) 1W,2.— 66%.Met»r.fc»iiftIchBrimBieB iL, �?�?eioss>4«re: t. BAnne«Truppe West) 54: i.-aar««Trupp« Südost) 59.6 Sekunden. Der Arbeilec Sport kegel Klub„Dorwärls".Berlia aus werbe- fuhrt! Für Sonnwa halte sich d» Berliner ASÄK...Vorwärts" bei dem KK Luftige Brüder" ISlS-Kustrin zu einem Gefell- Iht verlangte ein großer Teil des Hauses unter stürmischem Protest die Entfernung des„Un- parteiischste im War das Spiel zu Beginn äußerst jäte, so ändert« sich das Bild Mi) als Deutschland durch einen Treffer des jungen Rudi Ball in Führung ging. Die Kanadier, sichllich nervös geworden, spielten jetzt unter Einsatz des ganzen Körpers: wche dem, der ihnen in den Weg kaml Das erste Opfer war Iaenecke, der gefährlichste Manu auf der deutschen Seite. Er wurde gerempell und mit solcher Wuch! zu Fall gebracht, daß er sich eine schwere Schulterver letzung zuzog. Wie nachher bekannt gegeben wurde, war da? Schlüsselbein angebrochen. Die Hiesigen gaben den Kanadiern nun nichts mehr nach und es entstanden wenig schönt Situationen. Daß die Kanadier auch ein faires Spiel liefern können, bewiesen sie im letzten Spieldrittel, wo sie allerdings einen stark ab gekämpften Gegner, der das rasende Tempo kaum mitzuhalten vc> mochte, vor sich hatten. Die Kanadier siegten mit 6:1 (2: 1. 2: 0, 2: 0) und gewannen'damit die Weltmeisterschaft. Das anschließende Freundschaftsspiel zwischen den ehemaligen Europameistern Tschechosowakei und Schweiz sah dte Tscheihen dank der hervorragenden Arbeit von Malececk mll 2:0 (0: 0, 2: 0. 0: 0) Toren siegreich. Der rschechische Torwächter Nespo, der am Bortage im Kampf setner Mannschaft gegen Kanada die Kennen Sie die entzfickende Operette von MUlSeker Täglich 8.1SUhr(Sonntag9Uhr)und Sonnabend nachts 11JO Uhr im Rose-Tlaeater Gr. Frankfurter Str. 132. Blllettkasse; Alex. 342:— 3494. Jed. Sonnt. SV« U. CurOai IfirsltB Jed. Sonnabend S u.Sonntag 230 Uhr „Aschenbrödel" Voianjtlgt: Sonntag, den 16. Febr., vormittags 1130 Uhr aoethe'Horaanfeier mit Udvlg Wailntr. Traute, Paul und Willi Rose. s. uhr CASINO-THEATER LothrtnBcr 5 trage 37. Der Sensatlons-Schlagerl Seine Hoheit der Bettler Mlllllllllllllllllllllllttltlll llllfllllKIIIUIIIIIIIIIIIII and ein. erslkl. bantes Programm Für unsere teserl Gutschein tör 1—4 Personen Fauteuil nur 1.2S Sessel 1.75 M., Sonst!«« Preise- Parkett u. Rang n.ftn M. »W Direktion Or. Martin Ziekol ww Komische Oper tneOrlchsit.iai Merkut 1401 4330. Nacn vollständiaem Umbau Täglich S' t Uhr Hulla di Bulla Schwank von Arnold und Bach mit Guido Thlolscner, Schult Satire n, urg, H Idebrand, Walter Raua, Flink, Böhmer. Wensk Lustsplelhaus 8>, Friedricbstr. 256. Bergm&oo 2922 25. Uck M leg zwelien M Riemano- Haack. Vorverkau- in Deidan Häu�drn Ab 10 Uhr ununterbroohan. i bester 1.0. Bebrenstr. 53-54 A 4 Zentrum 926-927 Direktion Ralph Arihnr Roberl* 8»/» Uhr ... Vater sein, dagegen sebr Sonntag auch nachm. 4 Uhr(halbe Pch Karneval-Mummen schanz 1 Wir geh'n als Doppeleule! 8« werden wir überall willkommen, sein.— Wo wir erseheinen« da gibt es Ulmenried-Raritäl; und... frohe Gesiebter! UOIENRIED SPfg. RARITÄT 4 Pfee Pas sind schon die richtigen Cigaretten! £djei6e nterjffjmrwl passieren kasien mutzte, war gestern abend kaum wiederzuerkennen. Die schärfsten Schüsse hielt er und b«- wahrte während des ganzen Kampfes eine bewundernswerte Ruhe. -- Die Pausen waren wieder mit Kunstlaufen, die ein beifalls- freudiges Publikum fanden, ausgefüllt. Radsporiliches Allerlei. „Länderkampf Deutschland— Belgien� betitelte sich«ine Per- anstallung der Dortmunder Westfalenhalle. Möller und Wiß- bröker verteidigten die deutschen, Benoit und Linart die belgischen Farben. Beide Läufe über je 40 Kilometer gewann der Hanno- veraner in überlegener Weise einmal vor Benoit(60). Witzbröker(90) und Liijart(1500 Meter zurück) und das andere Mal vor Benoit (590), Wißbröker(1860) und Linart(2250 Meter zurück). Das Resultat: Deutschland gewinnt den Länderkampf mit 12: 8 Punkten.— Choury-Fabre siegten nach Punkten in einem 100-Kilo» meter-Mannschaflsrenncn, das auf der P a r i s« r Winterbahn statt- fand. Das deutsch-franzöfische Paar Echorn-Mouton belegte mit einer Runde Rückstand den zwölften Platz. Michard-Grassin ver- sagten gänzlich. Das 30-Kilometer-Dauerrennen fiel an Beyle.— 29 Fahrer bestritten auf der Brüsseler Winterbahn ein 100-Kilo- meter-Einzelfahren um den„Großen Preis von Europa". Raynaud- Frankreich belegte mit Rundenvorsprung den ersten Platz in 2: 17: 56 vor den Belgiern Aerts, van cheoel und Maes. Der Kölner Dumm kam neben Weltmeister Rousse mit drei Berlrrstrunden ein.— 3m Beisein von 5000 Zuschauern gelangte am Sonnabend abend auf der Winterbahn in Basel ein Landerkampf Schweiz— Frank. /eich im Radfahren zur Austragung, der die Einheimischen im Gesamtergebnis mit 7:5 Punkten im Borteil sah. Das ist ei» Erfolg! Bon besonderem Erfolg war das verflossene Jahr für den Bezirk Neukölln-Britz. der größten Abtellung der Freien TurnerschaftGroß-Berlin. Nicht nur, daß bei den großen Zentraloeranstaltungen der Bezirk äußerst zahlreich vertreten war, zeichneten sich die Bezirksangehörigen durch besondere Aktivität bei den Peranstaitunoen der Partei, den Gewerkschaften, der Konsumgenossenschaft und sonstiger befreundeter Organisationen aus. 3n uneigennütziger Tätigkeit waren alle auf dem Posten, um für die Ideen des Arbeiter-Turn- und Sportbundes zu werben. Der Erfolg blieb nicht aus. Alle Zlbteilungen haben großes Mitglieder- zuwachs zu verzeichnen! Zur letzthin abgehaltenen Iahresverfamm» lung lag der Jahresbericht in mustergültiger Uebersicht gedruckt vor. Jedes Mitglied ist dadurch imstande, sich über alle Einzelheiten schnell und sicher zu informieren. Die Tätigkeit der umsichtigen Funktionäre wurde infofern anerkannt, als der gesamte Vorstand en hloc wiedergewählt wurde! Von besonderer Bedeutung ist, daß es dank guter Vorbereitung gelungen ist, auch im Ortsteil Britz Uebungsstätten der bundestreuen Sportler und Turner zu schaffen. Während die Opposition dort „endlich" mit Ach und Krach bei den Kommunisten gelandet ist. hat der Bezirk sechs neu« Abteilungen in Britz mit zur Zeit fast 200 Mitgliedern eingerichtet. Neukölln-Britz wnsatzt nunmehr 14 Abteilungen für alle Freund« der Leibesübungen beiderlei Geschlechts vom S. Lebensjahr an! Hierzu gesellen sich noch die Handball-, Faustball- und Hockeymannschaften. Außerdem werden noch besondere Ucbungsabende für die Bezirksmitglieder eingerichtet, die sich dem Fußballfport widmen wollen Die Abtei- lungen üben in Neukölln rn der Turnhall« Lessingstraße Dienstags, Mittwochs, Freitags ab 18 Uhr, in der Turnhall« Donaustraße Donnerstags ab 20 Uhr. In Britz wird geübt Montags, Mittwochs, Donnerstags in der Turnhalle Chausseestraße 137(am Teich). Etwas für Aeltere! Das Altersturnen und der Alterssport erhöhen die Lebensfreude, bringen sie dem zurück, der sie im Kampfe um das tägliche Brot und gegen die Widerwärtigkeiten des Lebens verlor. Es macht Körper und Geist widerstandsfähiger und läßt beide zu einer starken Einheit werden gegen äußere Einflüsse, gleichviel welcher Art. Turnsaal und Sportplatz sind die Apotheken der Sport- treibenden, aus denen sie sich regelmäßig kleine Dosen derjenigen Medikamente holen, die zur Gesundung und zur Gesunderhaltung des Körpers erforderlich sind, und befähigte Leiter sind gleich den verordnenden Aerzten. Hier nur bietet sich die Gelegenheit, einen Ausgleich zu schaffen für Cinseitigkesten des Berufes, wie langes Sitzen, langes Stehen, schweres Tragen oder ähnliches, was alles mit der Zeit zu Verkrampfungen führen kann. Nicht Höchstleistungen sollen erreicht werden, sondern eine allgemeine Durcharbeitung der Körper aller, die zu uns kommen und mit uns den Gemeinschafts- sinn fördern wollen. Wer sich also auch im vorgerückten Aller gesund erhallen, seinen Körper widerstandsfähiger und seinen Lebensmut erhöhen will, der komme zum Turn- und Spiel- abend der Altersriegen im 1. Kreise des Arbeiter-Turn- und Sportbundes am Sonnabend, 15. Februar, 20 Uhr, Turnhall« Holteistraße(obere Halle), am Bahnhof Stralau- Rummelsburg. Jedem Besucher steht eine Stunde der Erholung und der Freude im Kreise Gleichgesinnter' bevor. SantifttniintiB ,®te SiatttttTcnnbe"..Muli bei Arbettersportler BjfttfAaft. tick» crsanifiect fein?* Diese Jfcant b»antwortet Genosse Gütlet, untcrstlltit dlircki«inen Äonfumsilm. in einer Beranftaltunq Donnerstag. 13. Februar, Uhr. im Iugendbeim Nenkölln. Sanner. Eck» Böhmische Straße. Icker ist eingeiakcn. Rade»verein.vorwärt»-. 1. Vorsshender: Albert Schreck. Berlin. Trevtow. Aiefholtstr. 12: 1. Schriftführer: Otto Paul. Berlin.Lichtenberg, Ruvprecht. strafte 20: 1. Nasssercr: Sermann Gram«. Berlin 0. 112. Sürtelstr. IS: Er. glin�ungssportlriter: Arno Bebenroth. Berlin-ilouledors. Auguststr. 13: Tcchniler: Karl Münchenhao.en. Berlin SW. 47, Möckernstr. SS: Iugondleiter: Ernst Baethge. ZIeuiölln, Rirmeftstr. 1. Sonntag. IS. isobruar, 14 Uhr. Walk. lauf der Spart« im Bolls pari Rehberg«. Männlich- Mitglieder über 13 Jahre werken noch aufgenommen, ebenso Privatboo'-bestfter. Anmeldungen an den 1. Schriftführer. Verein für Särperlultur.Pnln". Sonnabenh, 15. ssebruar. beteiligen sich die älteren männlichen Mitglieder am Durnen k«r AIter»ri«g«. Salle Solteiilrafte. in Lichtenberg. Treffpunkt 1914 Ubr Warschauer Ecke Borbagener Strafte. Ter aeringe Beitrag, für Männer monatlich 1 M.. sZraucu und Jugendliche öS Vf.. ist wohl jedem erschwinglich. Auch Gäste sind jehergeit willkommen! Die Uebungsstä'ten sind für weiblich« Mitglieder Montag. 20 Uhr, Waldemarstr. 77 sNäh« Laussfter Vlaftl. Mir Jugendliche Gubener Strafte»3. Näheres in der Seschöftsftclle, Karl Äienbaum. SO. SS. Naunyn» strafte K sAleranter 2333). Srcit Schwimmer Eharlottenburg 04«.«. Dienstag, 11. ssebruar. 20 Uhr. Monatsversammlung bei llricfche, ilaiser-ssricdrich-Str. 13. Bericht vom B«. iirfstag. Brandfi stung der pleiiebank? Archiv im Oachsiuhl verbrannt. Lüktich. 10. Februar.(Eigenbericht.) Das Gebäude der Banqu« C h a u t o i r, deren Zusammenbruch vor einigen Monaten großes Aufsehen erregte und de» sofortigen Rücktrllt des katholischen Kowmalmtmsters Tfchoffen zur Folge hatte, wurde am Sonntag von einem Großfeuer heimgesucht. Das Dachgebauds und der zweite und dritte Stock brannten trotz der energischen Bemühungen der Feuerwehr vollkommen aus. Ein Teil der Archive der Bank, der, wie behauptet wirb, erst am Sonnabend nach dem Dachgeschoß befördert wurde, ist ein Opfer der Flammen geworden. Das Ereignis hat in Lüttich großes Zluffehen erregt und zu allerlei Vermutungen An'aß gegeben. Man häll es nicht für ausgeschlossen, daß Brandstistung vorliegt, zpmat das Feuer an verschiedenen Stellen gleichzeitig zum Ausbruch gekommen sein soll._ Die Dominien im Völkerbund. Das britische Zfcich ein Staatenbund. Der vor einigen Monaten ernannte erste irische Gesandt« in Berlin, Professor Binchy, behandelt« im Rahmen der von der Zentralstell« für studentische Bölkerbundsarbeit vcranstoltetqi aka- demffch-politischen Debatten die Entwicklung der Dominien zu innenpolitisch und außenpolitisch freien und gleichberechtigten Natirmen im Rahmen des brstischenEommonwealth. Wenn die Borschläge des von der Reichskonferenz 1926 eingefetzten Auoschusies Rqchts- traft erlangen, dann wird man nur noch von einer freien Zu- s a in m e n a r b e i t der einzelnen Dominien und Englarchv im Rahmen der formalen Bindung durch die„Krone" sprechen lKnnen. Der König ist somit der König eines jeden Mitglieds. und zugleich der König des ganzen Commonweallh. In jedem Dominion besteht «ine selbständige Regierung, auf deren Vorschlag er. in allen inneren und auswärtigen Fragen, die das Dp minion betroffen, hau- dein muß. Auf eine an ihn gerichtet« Frage erwiderte Professor Binchy, daß er sich sehr wohl die Mitwirkung Englands und Irlands im Rahmen kommender Bereinigter Staaten von Europa denken könne, ohne daß die übrigen Dominien davon be- troffen würden, so wie ja auch schon heute Kanada allein zur panamerikanischen Union gehört.>| 3n der Urania spricht aus Anlaß der Tausendjahrfeier Islands Johannes Pelden Freitag. 14. Februar, abends 2014 Uhr, im Langenbeck-Birchow-Haus, Luffenstr. 58/59, über seine „Riste und Küstenfahrten im Wikingerland" mit Lichtbeldern und Proben isländischer Musik._ Detter für Berlin: Moist bewölkt, nachts leichter Bodenfrost. Tagestemperaturen einige Grdae über Null, westliche bis nodweft- liche Winde.— Für Deutschland: Im Süden und Südwesten etwas Bewölkungszunahme und Milderung des Frostes, sonst— abgesehen von nächtlichen Bodenfrösten— Temperaturen über Null, besonders im Osten und Nordosten Neigllng zu Niederschlägen. »ROGRAMM für äie Zeit vorn 11. bis 13. Februar K I W O-T A F E L V: OGRAMM für die Zeit vorn bis 13. Februar CDIOIG Potsdamer Strafe 35 Ruhiges Helm mii Kficfaen- bennizang Es tat sich was in Hollywood (7 lustige Akte) Rhcinstra$c 14(An t> Artushof-Lichtspiclc Film- und kühnen»»hau Perleberger Str 29 und Stendaler Str. Ehe in Not mit Elga Brink, Walter BUla Frtulein F&hnridi ifObneatchaa/ Welt-Kino Mt-Moabit 99 Verlängert Menschen im Feuer mit Harry Fiel Rivalen der Liebe Schlüter-Theater Schlüterstr. 17 W.6.30. 9 Uhr, Stg. 3 Uhr Mfidel mit der Peitsche mit Anny Ondra Diebe(1000 Ma Belohnung) mit Gambino Atrium Beba-Palasi Kaiseratlee, Ecke Berliner Straße Beginn: Täglich 7, 9.15 Uhr Sonnabend und Sonntag; 5, 7, 9.15 Uhr Wttwenball Regie: Georg Jacoby ■ Schönebwg fc Alhambra Schöneberg, Hauptstr. 30 Das ansgezeldmetc Schlager« Programm Gute BOhnenschan Titania(ut. sÄherg) Hauptstraße 49 Beginn 630, 9 Uhr Die Gardediva rn Ag. Estcrhaxy Die Perle des Regiments mit Relahold Schänzel Kronen-Lichtspiele Rheinstr. 65 Woch- 7, 9, Stg. ab 5 U. Eine Nacht im Pratcr mit James Hall Ein Marquis zu rer kaufen mit Adolphe Menfou ■ sffliit» a Tüania-Palast Steglitz. Schloßstr. 5. Ecke Gutsmuthsstr. Beg.: 6-30, 9U. Sonntags: 4, 6�0, 9 U. Der Sie er aller Tonfilme: Die Nach: gehört uns mit Hans Aibers. Charlotte Ander tf SüdwesterT M FUm-Paiasi Kammersäle Teltower Str.> W. 6. Sbd.ä, Stg. 4 Uhr Die Kaviarprinzessin mit Anny Ondra Ohne Geld durch die Welt ■ Sfl*e"» Th. am Moritzplatz Beginn W ab 5 Uhr. Stg. ab 3.45 Uhr Donauwalzer mit Harry Licdtke Der Schrei aus dem Tunnel Ab Donnerstag: Herrin der Liebe Die SOaden einer idtanca Fraa Marlencferr |V4~ T: nariendorter Sonnt 3 u. I l»adoetün""""*� Filmeck �w.sjo.sabaü Skalitzer Straße, am Oörlitzer Bahnhof Es tot steh was in Hollywood mit Chaplin, Falrbanks, Gilbert. Talmadge Bühnemehau' Luisen-Theater Rcichenberger Str. 34 Bahnenschau Die Buddenbrooks nach Thomas Mann Alibi Stella-Palast KOpenicker Straße 11—14 Beginn wochentags 5, 7.15, 9.15 Sonntags 3, 5.15, 7.15, 9.15 Kassenerölfnung hs Stunde vorher Der Sieger äfler Tonfilme! Die Nacht gehört uns m. Hans Alber«, Charlotte Ander Osten — Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Beginn der Vorstellungen: Wochent 5, 7, 9. Sonnt. 3, S, 7, 9 Uhr Kassenerölfnung>/, Stunde vorher Der größte Sprech- und Tonfiiml Die Nacht gehört uns mit Haas Albers Norden Alhambra MHIIerstraße 136, Ecke Seestrate Menschen Im Feuer m Harry Fiel Luna-Filmpalast Gr. Frankfurter Str. 121 Der große Ton- und Spreehfilasi Melodie de* Herren, ComeniuS'Lichtspiclc Memeier Straße 67 Alimente m. Anita Dorrt* Da* grüne Monokel mit Stuart Weht» Urania-Theater FKS�e-d Wrangclstr. U, Köpenicker Brücke Woch. 7. 8 und 9 Uhr. Stg. 3. 5. 7. 9 Uhr Tagebuch einer Verlorenen Detektiv an* Liebe m. W. Falrbanks Vnrleit Sternwarte— Treptow Mittwoch 8 Uhr: Der Kampf mit dem Berge(Film) Donners'ag, 8 Uhr: SUberkoador über FeuerUad Primus-Palast Am Hermannplatj Beginn: Wochentags: 7. 9.15 Uhr Sonntags: 4.43, 7. 915 Uhr Der stärkste Sprech- und Toniilm: Die Nacht gehört ans mit Hans Albers, Charlotte Ander leiilrule Wochentags 5,7. 9 U. JAUKUX Sonmags 3, 5. 7, 9 U Kottbusser Damm 92 Tonfilm! Melodie des Herzen*Mc m t Dtla Parlo, Wlliy Trii«cb Wochentags 615 U. CXCCISlOr Sonntags ab 4 U. Kaiser-Friedr�Str. 191 Bübncnscbau AUmeoie m Anita Dorrt» Jte zfagd auf Mcncchrn und Her Stern, Hermannstrafte 49 Wochent. 6,15 U. Sonntags ab 4 U. Die Kaviarpriaressin mit Anny Ondra Detektiv aas Liebe m W. Fairbaak» BOhnenschan Jugendliche haben Zotritt Concordia-Palast Andreasstraße 64 Tonfilm Beginn Woch. 5, 7. 9 U„ Sonnt ab 3 U. Atlantic mit Frtlc Kortner Regie; Doponl Kosmos-Lichtspiele Lichtenberg, LOckstraße 70 Unschuld rn Kalbe v, Nagv Trust der Diebe mit Agnes Eitcrharr Gate BOhnenschan W FrledrlchnFnlda��� Kino Busch sBftnnnd KK. Alt-Friedrichsfelde 3 Unschuld mit K. v. Nagy, Harry Hardt Zwei höllische Tage mit Carlo Albini Elysium(fu�pS�j) Hasselwerderstraße 17 Tonfilm: Atlantik Tonfitmbeiprogramm y „Elysium" Prenzlauer Allee 56 W. 5 15, S. 3.13 U. Der große Tonfilm: Die Nacht fehört ans mit Bans Albers, Charlotte Ander Schloßpark film. Bühne Berliner Allee 205—210 Roten blühen aaf dem Heidegrab Seine Gefangene m. MUton SUb VaiietÖMhaa Schöbi Auf der Bühne: e Francn, dunkle Nacht- Ilten(Bis Mittwoch) Colosseum Schönhauser Allee 123 Tonfilm- Dich hab' Ich geliebt mit Mady Christians_ Gala-Lichtbühne Usedom str. 14 Anf.6, 8.30. S- 3, 7, 9 U. Zille-Film: Mafier Krausen» Fahrt in* Glück Der Hauptgewinn Kristall-Palast Prinzenallee 1—6 Gr. Bühacatdbaa Freiheit in Fesseln Rohige* Helm mit Küchen. benatzong ■ S*«nicow■ Palast-Theater Breite Straße 21 a W. 6.30, Sbd. 330, Stg». 4 Uhr J-nerrri« Borgin mit Conrad Veldl, Dieter le. Wegen er Betprogramm Noadc's Lichtspiele Brunnenstraße 16 Wtg. 5 U, Stg. 4 U. Sonntags 230 U.: Jugendvorstellung Menschen im Feuer m. Harry Fiel Bruder Bernhard Ab Donnerstag: Eine Nacht im Proter Drei Tage anf Leben and Tod Pharus-Licfatspiele Müllerstraße 142 W. 5Vs U. Stg. 4 U SOnden der VJUer mit Emil Jannings Der Klab der J an g gesellen Prater-Lichlspici-Palast Kastanienallee 7-8 Wochentags 3,30, Sonntags 4 Uhr Ruhiges Helm mit Küchen. beaniiang Ueber alle* die Liehe Auf der Bühne: Schönheilsbatlet Md. Salome sRialto' Film u. Buhne Reinickendorfer Str. 14(am Weddinirt W. ab 6. 8,45 U Sonnt ab j u. Malier Kraa cns Fahrt ins Glück Die 70jährii e Mutier Krause persönlich auf der Bühne Beiprogramm BQhncn schau Skala-Lichtspiele Schönhauser Allee 80 W. 6, Stg. 420 U Revolte Im Errlehungshau* Man schenk/ sich Rosen ** Alhambra" Badstraße 58 Menschen im Fcncr m. Harry Picl MareroU su ver kauten mit Ad. Men'ou Gqte Bflhnee schau Baiischmieder- Lichtsp Badstraße lö Gro$e ßühncnscfaat Freiheit in Fesseln Ruhiges Keim mii Kflcfaen- benu zan< Humboldt-Theater Badstraße 16 Bühncaschnn Sünden der Viter m. Emil laanlng* DU Issel der VcntchoUeaca Tivoli, Pankow Berliner Straße;27 W. OJO u, Sbd. 3.30 U, Stgs. 4 U. Menschenarsenal Beiprogramm Bübnenschaa H�Nlw�arsel'ünBMUtMfi'h Füm-Palast.Ä»« Blankenburgcr Straße W. 6J0, 9 LT. Stg, 4.30, 6.45, 9 U. Der Melneldbaner nach Anzengruber Der Herr vom Finanzamt djAswleif naorf-Oe« B Bürgcrgaricn-Lichtsp. Hauptstraße M Film- o. Bübnenschaa Sonntag Jugendvorstellung Wir hallen fest and Iren so- samnsen mit Sieglried Arno, Kart Gerron Spiel am den Mann m. Liane Haid •* Filmpalast Tegel Bahnhofs tr. 2 W. 6, 8»,. Stg. IVs.SVr.S*» Sonnt. 2 Uhr Jugendvorstellung Madv Christians singt und spricht Dich hob' ich geliebt Auf der Bühne: Revue: Die mit Schmidt � s-KosmOS" Fümbühne Hauptstr. 6 W. ab 6 U, Stgs. ab 4.15 1. Die Kav arprimessln mit Anny Ondra Das Geheimnis der Höllenschlachl Bühne Singspiel Union-Theater Hauptstraße 3 Beg. VV tg. 6, so, U. Sig. 2 U. Jugendvorst Stg. 41,4. 6>.-» 8*4 U. Seelenverkanler, Sittendrama, 6 A, mit Eng. Neoteld Graftes Beiprogramm M Henniasctors__ p ki mpaiast s,g«��sVu5 ßeiliner Straße 59 stg. 2U. lug.- Vorst Mitiw, Donnerst. Sündig und sfi& mit A Ondra* 0* Die siSrkere Macht m. Fr. Kortner Au> der Bühne wird die schönste Fraa Henaigsdorts gdUel